# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec329270-7343-527b-b5d4-9923c451cdab
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.09.2021 ZK1 2021 129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-129_2021-09-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 13. September 2021

Referenz ZK1 21 129

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Nydegger und Bergamin
Blumenthal, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Entscheid Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden 
vom 31.08.2021, mitgeteilt am 01.09.2021 

Mitteilung 16. September 2021

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____1964, wurde mit Verfügung vom 22. Juli 2021 
durch Dr. med. B._____, C._____ Spital, gestützt auf Art. 426 und Art. 429 f. ZGB 
für die Dauer von maximal 6 Wochen in der Klinik D._____ fürsorgerisch unterge-
bracht. Als Grund für die Einweisung wurden die Durchführung eines Entzugs auf-
grund Alkoholabhängigkeitssyndroms (ICD-10; F.10.2) sowie eine daraus resultie-
rende Selbstgefährdung aufgeführt.

B. Mit Antrag vom 25. August 2021 ersuchten die Psychiatrischen Dienste 
Graubünden die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (nachfolgend: KESB) 
Nordbünden, die fürsorgerische Unterbringung vom 22. Juli 2021 zu verlängern. 
A._____ sei auch nach sechs Wochen Behandlung weiterhin in einem instabilen 
gesundheitlichen Zustand und somit nach wie vor stationär behandlungsbedürftig. 
Die Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung diene der Stabilisierung und 
Organisation der Nachsorge.

C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 25. August 2021 beauftragte die 
KESB Nordbünden E._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
mit der Begutachtung von A._____.

D. Gestützt auf die am 25. August 2021 durchgeführte Exploration von 
A._____, in Kenntnis der Berichte der Klinikaufenthalte (Klinik D._____) sowie der 
Erlasse der KESB Nordbünden bestätigte E._____ im Kurzgutachten vom 28. Au-
gust 2021 die Diagnose eines langjährigen Alkoholabhängigkeitssyndroms (ICD-
10; F.10.2). Weiter liege wahrscheinlich ein Korsakow-Syndrom (ICD-10; F10.6) 
vor. Aktuell sei eine stationäre psychiatrische Behandlung auf einer geschlosse-
nen Abteilung erforderlich.

E. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 31. August 2021, mitgeteilt am 
1. September 2021, erkannte die KESB Nordbünden wie folgt:

1. A._____ bleibt zur Behandlung und persönlichen Betreuung in der 
Akutpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Graubünden fürsorgerisch 
untergebracht (Art. 429 Abs. 2 ZGB).

2. Betreffend Entlassungskompetenz wird verfügt:

a. Zuständig für die Entlassung von A._____ ist die KESB Nordbün-
den;

b. die ärztliche Leitung der Psychiatrischen Dienste Graubünden wird 
angewiesen, die KESB Nordbünden nach Entlassung von A._____ 
mit einem Austrittsbericht unter Hinweis auf allfällige Vereinbarun-
gen über die Nachbetreuung zu informieren;

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c. konnte A._____ bis 31. Oktober 2021 nicht entlassen werden und 
ist nach Einschätzung der ärztlichen Leitung der Psychiatrischen 
Dienste Graubünden eine weitere fürsorgerische Unterbringung 
angezeigt, ist die ärztliche Leitung der Akutpsychiatrie der Psych-
iatrischen Dienste Graubünden gehalten, die KESB Nordbünden 
mit einem Verlaufsbericht zu informieren.

3. Der Sozialdienst der Psychiatrischen Dienste Graubünden wird er-
sucht, der KESB zu melden, wenn während des Aufenthalts von 
A._____ in der Klinik D._____ Erwachsenenschutzmassnahmen zur 
Besorgung seiner Angelegenheiten notwendig sein sollte.

4. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten im Verfahren fürsorgerische Unterbringung werden 
auf Fr. 2'000.— (inkl. Drittkosten Gutachten von E._____ von Fr. 
1'500.—) festgesetzt.

b. Auf die Erhebung dieser Kosten im Totalbetrag von Fr. 2'000.— 
wird aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse verzichtet.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)

F. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 
vom 3. September 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden.

G. Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2021 beantragte die KESB 
Nordbünden die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden 
könne.

H. Am 13. September 2021 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher der Be-
schwerdeführer persönlich teilnahm und befragt wurde. Nach durchgeführter Ur-
teilsberatung wurde der ärztlichen Leitung der Klinik D._____, auch zu Handen 
des Beschwerdeführers, sowie der KESB Nordbünden noch gleichentags das vor-
zeitige Entscheiddispositiv zugestellt.

Erwägungen

1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Verlängerungsentscheid 
der fürsorgerischen Unterbringung durch die KESB Nordbünden gemäss 
Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige kantonale 
Beschwerdeinstanz (Art. 450 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 EGzZGB 
[BR 210.100]).

1.2. Gemäss Art. 429 Abs. 2 ZGB fällt die ärztliche Unterbringung spätestens 
nach Ablauf der maximalen Dauer von sechs Wochen dahin, sofern nicht ein voll-
streckbarer Unterbringungsentscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-

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de vorliegt. Soweit die Beschwerde gegen einen Unterbringungsentscheid keine 
aufschiebende Wirkung geniesst, wofür im Übrigen die gesetzliche Vermutung 
besteht (vgl. Art. 450e Abs. 2 ZGB), gilt der Entscheid der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde als vollstreckbar, sobald er ergangen ist (vgl. Olivier Guillod, in: 
Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Erwachsenschutz, Bern 2013, N 
31 zu Art. 429 ZGB). Die ärztliche Unterbringung wurde vorliegend am 22. Juli 
2021 für die maximale Dauer von sechs Wochen verfügt und lief mithin am 2. Sep-
tember 2021 aus. Der Unterbringungsentscheid der KESB Nordbünden, welcher 
eine Verlängerung der ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung vor-
sieht, erging am 31. August 2021 und wurde dem Beschwerdeführer am 1. Sep-
tember mitgeteilt (act. 02).

1.3. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine behördlich angeordnete für-
sorgerische Unterbringung nach Art. 429 Abs. 2 ZGB. Dagegen kann die betroffe-
ne, eine ihr nahestehende Person oder Personen, die ein rechtlich geschütztes 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben, 
innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde erheben 
(Art. 450 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist nicht notwendig (Art. 450 Abs. 3 
ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend handelt es sich um eine Beschwer-
de der betroffenen Person. Die Beschwerdefrist wurde mit Eingabe vom 3. Sep-
tember 2021 gewahrt (act. 01). Daher ist auf die frist- und formgerechte Be-
schwerde einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsät-
ze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor 
der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 
Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach 
dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 

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Ziff. 4 EMRK ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie 
auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle 
Kognition zukommt.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss 
(BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Vorliegend datiert das Kurzgutachten von E._____, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, vom 28. August 2021 und wurde von der KESB Nord-
bünden am 25. August 2021 in Auftrag gegeben. Somit wurde erst kurz vor der 
Beschwerdeerhebung eine Beurteilung eines unabhängigen Gutachters abgege-
ben. Ist bereits im Verfahren vor der KESB und kurz vor der Beschwerde gegen 
die fürsorgerische Unterbringung an das Kantonsgericht ein Gutachten eingeholt 
worden, muss nach der Lehre kein neues Gutachten mehr in Auftrag gegeben 
werden. Das bereits erstellte Gutachten kann im Sinne von Art. 450e Abs. 3 ZGB 
beigezogen werden (vgl. Geiser, a.a.O., N 19 zu Art. 450e ZGB). Dies gilt umso 
mehr, als dieses Gutachten schlüssig ist. Die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts 
hat den Beschwerdeführer persönlich angehört und konnte sich davon überzeu-
gen, dass sich seit Erstellung des Kurzgutachtens zu wenig verändert hat.

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 13. September 2021 
wurde diese Vorgabe umgesetzt (act. 08).

3.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 

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(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-
lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 zu 
Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betrof-
fenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zitiert: Botschaft]). Erste 
gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei 
abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige Be-
hinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem 
Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise Be-
treuung. Weitere Voraussetzung ist, dass der Person die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_228/2016 v. 11.7.2016 
E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in 
ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine für-
sorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit 
der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer 
solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, 
wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 
werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den ange-
strebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 
ZGB).

3.2. Zunächst ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer einer der im Gesetz ge-
nannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwendig 
macht. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der 
Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar 
oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des 
Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist 
aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der WHO 
(ICD; International Classification of Disturbances [vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB]).

E._____ kam in seinem Kurzgutachten vom 28. August 2021 aufgrund der Akten 
der Klinik D._____ sowie seiner eigenen Beobachtungen anlässlich der psychiatri-
schen Untersuchung zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer ein dementielles 
Syndrom, wahrscheinlich ein Korsakow-Syndrom (ICD-10; F10.6), bei Alkoholab-
hängigkeit (ICD-10; F.10.2) vorliege. Bei der vorliegenden Diagnose handelt es sich 

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um eine psychische Störung im juristischen Sinne. Damit ist beim Beschwerdefüh-
rer der gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB für die fürsorgerische Unterbringung erforder-
liche Schwächezustand grundsätzlich gegeben (KESB act. 9).

3.3. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung bzw. Betreuung.

3.3.1. Die Klinik D._____ führte in ihrer Stellungnahme vom 10. September 2021 
und den beiliegenden Unterlagen aus, dass beim Beschwerdeführer aufgrund sei-
nes chronischen Alkoholkonsums und des Korsakow-Syndroms Desorientierung, 
Merkfähigkeitsstörungen und Konfabulationen (Auffüllen von Erinnerungslücken mit 
spontan wechselnden Einfällen) auftreten würden. Der psychische Zustand habe 
sich seit dem 25. August 2021 weder verändert noch gebessert. Der Beschwerde-
führer habe sich am 26. August 2021 während eines Arealausgangs Richtung Stadt 
entfernt, wo er Alkohol konsumiert habe. Nach Rückkehr sei eine Atemalkoholkon-
zentration von 1.19 Promille gemessen worden, weshalb von einer grossen Rück-
fallgefahr auszugehen sei. Der Beschwerdeführer sei weder alleine wohnfähig noch 
fähig, seinen Alltag selbständig und sinnvoll zu gestalten. Der Beschwerdeführer sei 
weiterhin stationär behandlungsbedürftig, aus ärztlicher Sicht nicht mehr arbeits-
fähig und benötige eine betreute Wohnform (act. 05). 

3.3.2. Im Kurzgutachten vom 28. August 2021 wird eine solche Notwendigkeit 
grundsätzlich bejaht. E._____ hält in seinem Kurzgutachten diesbezüglich fest, 
dass die Unterbringung des Beschwerdeführers auf einer geschlossenen Abtei-
lung in der psychiatrischen Klinik erforderlich sei. Der Beschwerdeführer leide an 
schweren kognitiven Defiziten, weshalb er nicht in der Lage sei, sich selbständig 
zu versorgen, Gefahren zu erkennen sowie eigenständig Hilfe oder Unterstützung 
zu organisieren. Derweil bestehe die erhebliche Gefahr von erneuten Alkoholinto-
xikationen mit der Folge von Stürzen und Schädel-/Hirnverletzungen. Eine ambu-
lante Behandlung sei zurzeit nicht ausreichend. Mittelfristig solle ein Wechsel in 
eine betreute Wohnform erfolgen (KESB act. 9).

3.3.3. Angesichts des Gutachtens, der Stellungnahme der Klinik D._____ und der 
Akten scheint für das Kantonsgericht die Behandlungsbedürftigkeit des Beschwer-
deführers ausgewiesen zu sein. Es stellt sich die Frage, ob die fürsorgerische Un-
terbringung in der Klinik D._____ angesichts des schweren Eingriffs in die persön-
liche Freiheit des Betroffenen im konkreten Fall und aktuell noch als verhältnis-
mässig erscheint.

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3.4. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische 
Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit 
einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu 
rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung 
des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten 
Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Drit-
ten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krank-
heit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 
140 III 105 E. 2.4 m.w.H.). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlas-
sen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. 
Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich zum 
alten Recht restriktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen (vgl. Bot-
schaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des 
Zustandes der betroffenen Person im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenabwä-
gung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die 
Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlas-
sungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit er-
gibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders 
erfolgen kann als mit der Einweisung in eine Einrichtung. Mit anderen Worten 
muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der beab-
sichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Mass-
nahme genügen würde (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 
ZGB, und Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, Fam-
Kommentar, Bern 2013, N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss 
der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in 
Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambu-
lanten Massnahmen und der Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe ent-
scheidende Bedeutung zu (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB).

3.4.1. Aus dem Entscheid der KESB ergibt sich, dass aufgrund der erheblichen 
Desorientierung und der Gefahr eines Rückfalls bereits selbstgefährdende Situati-
onen hervorgegangen sind. Dies bestätigten auch Verwandte des Beschwerdefüh-
rers, die von selbst- und fremdgefährdender Wohnsituation und Verhaltensweisen 
berichteten, wobei der Beschwerdeführer auch bedrohliches, körperlich aggressi-
ves und verbal beleidigendes Verhalten gezeigt habe (vgl. KESB act. 6.1). Der 
stationäre Klinikaufenthalt sei notwendig, um den Beschwerdeführer vor weiteren 
selbst- und fremdschädigenden Handlungen zu schützen und insbesondere die 
Nachversorgung zu organisieren (act. 02). Aus dem Eintrittsbericht der Klinik 

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D._____ ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer sich bei Eintritt in Auffassung, 
Aufmerksamkeit, Konzentration sowie Alt- und Neugedächtnis leicht reduziert prä-
sentiert habe. Es habe eine retrograde Amnesie bestanden, wobei er im formalen 
Denken verlangsamt erschien. Die Stimmung sei leichtgradig eingeschränkt ge-
wesen. Es hätten keine Hinweise auf Fremdgefährdung bestanden (KESB act. 
1.5).

3.4.2. Gemäss Kurzgutachten von E._____ ist der Beschwerdeführer während der 
Untersuchung wach und freundlich zugewandt aufgetreten. Zu Ort, Zeit, Situation 
und Person sei er nicht orientiert gewesen, wobei die Konzentration und das 
Kurzgedächtnis reduziert gewesen seien. Der Beschwerdeführer habe keine An-
gabe zu Zwängen, Ängsten, Halluzinationen oder psychotischen Erleben gemacht. 
Antrieb und Psychomotorik seien reduziert gewesen, wobei er affektiv nivelliert 
gewesen sei. Der Beschwerdeführer sei in mehreren Hinsichten selbstgefährdet. 
So würden aufgrund der erheblichen Desorientierung Einschränkungen in der 
Steuerungsfähigkeit auftreten, weshalb im Alltag mit riskantem Verhalten zu rech-
nen sei. Andererseits seien die Gefahr eines Rückfalls und die damit zusammen-
hängende Intoxikation und Selbstverletzung erheblich (KESB act. 9).

3.4.3. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand des 
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Verhandlung vom 13. September 2021 konnte sich die Beschwerdeinstanz ein 
Bild vom Beschwerdeführer machen. Die ihm gestellten Fragen beantwortete er 
offen, indes nicht immer ausführlich, weshalb diverse Nachfragen gestellt werden 
mussten. Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers wurde ersichtlich, dass 
er bis zum heutigen Zeitpunkt Fortschritte gemacht hat. In Anbetracht der Aus-
führungen der Verwandten betreffend unklare und ungepflegte Wohnsituation 
(KESB act. 6.1), sowie der Tatsache, dass er seine Sucht offensichtlich noch nicht 
überwunden hat und insbesondere in Anbetracht des Umstandes, dass der Be-
schwerdeführer wegen langjährigem Alkoholabusus bereits zehn Mal (darunter 
vier Mal 2017; zwei Mal 2018, drei Mal 2020) im C._____ Spital behandelt werden 
musste (KESB act. 1, S. 1), ist der Beschwerdeführer nach Ansicht des Kantons-
gerichts – in Anlehnung an die Schlussfolgerung des Gutachtens – noch nicht in 
der Lage, sein Leben selbständig zu organisieren. Aus den Ausführungen des Be-
schwerdeführers erhellt, dass er willens ist, seine Sucht in den Griff zu bekommen. 
Die Krankheitseinsicht ist jedoch aufgrund der engen zeitlichen Nähe zum letzten 
Rückfall noch nicht ausreichend, um den Beschwerdeführer ohne Betreuung in 
sein angestammtes Umfeld zurückkehren zu lassen (act. 08).

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4. Als letzte kumulative Voraussetzung für eine rechtmässige fürsorgerische 
Unterbringung erfordert Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die nöti-
ge Behandlung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Dass die Klinik D._____ 
eine geeignete Einrichtung für eine stationäre Behandlung in geschlossenem 
Rahmen darstellt, steht in vorliegendem Fall ausser Frage, womit die fürsorgeri-
sche Unterbringung auch unter diesem Aspekt den Grundsatz der Verhältnismäs-
sigkeit wahrt.

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB nach wie vor erfüllt sind. Die 
gegen den Entscheid der KESB betreffend Verlängerung der fürsorgerischen Un-
terbringung erhobene Beschwerde ist somit abzuweisen.

6. Aus dem Entscheid der KESB und dem Kurzgutachten von E._____ geht 
hervor, dass eine Nachbetreuung in einer geeigneten Wohnform vorgesehen sei, 
wobei das Kurzgutachten eine geschlossene Abteilung vorsehen würde (act. 02; 
KESB act. 9). Das Kantonsgericht ist der Ansicht, dass die Nachbetreuung in einer 
geeigneten Wohnform im Lichte der Verhältnismässigkeit zu erfolgen hat. Im Ge-
gensatz zum Zustandsbild gemäss Akten präsentierte sich der Beschwerdeführer 
anlässlich der Verhandlung vom 13. September 2021 in einem verbesserten All-
gemeinzustand (act. 08). Sollte sich der Zustand des Beschwerdeführers weiter 
normalisieren, ist nach Ansicht des Gerichts bzgl. geeigneter Wohnform anstatt 
einer Unterbringung auf einer geschlossenen Abteilung, wie im Kurzgutachten 
vorgeschlagen, eine mildere und adäquatere Massnahme in Betracht zu ziehen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 60 Abs. 2 EGzZGB i.V.m. Art. 106 
Abs. 1 ZPO). Angesichts der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers, 
welcher nach eigenen Angaben weder arbeitet noch Rente bezieht und auf finan-
zielle Hilfe von Privatpersonen angewiesen ist, rechtfertigt es sich vorliegend und 
analog zum Entscheid der KESB (act. 02), im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB 
auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Damit verbleiben die Kos-
ten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 beim Kanton Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 1'500.00 ver-
bleiben beim Kanton Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: