# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8352ee09-5648-5aac-8346-75399987a3b7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-25
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 25.08.2021 SK 2020 155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-155_2021-08-25.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 155

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. August 2021 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.)
Oberrichter Schmid, Oberrichter D. Bähler
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 2

und

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger/Berufungsführer 3

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung evtl. fahrlässige Körperver-
letzung, mehrfache Gefährdung des Lebens evtl. / und Wider-
handlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 16. August 2019 (PEN 2017 85)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 16. August 2019 wurde das Strafverfahren gegen den Beschuldigten 
und Berufungsführer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) wegen fahrlässiger 
Körperverletzung, angeblich begangen am 2. Oktober 2012 um ca. 16:00 Uhr an 
der ________ z.N. von C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilkläger) mangels 
Strafantrag und unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den 
Kanton Bern eingestellt sowie die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des 
Beschuldigten, Rechtsanwalt B.________, und jene des unentgeltlichen Rechtsver-
treters des Straf- und Zivilklägers, Rechtsanwalt D.________, festgelegt 
(pag. 1032, Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs bzw. pag. 1054, Ziff. 1 der 
Urteilsberichtigung). Weiter wurde der Beschuldigte freigesprochen von der An-
schuldigung der Gefährdung des Lebens, angeblich mehrfach begangen am 2. Ok-
tober 2012 um ca. 16:00 Uhr an der ________ z.N. von C.________, F.________ 
bzw. G.________, unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den 
Kanton Bern sowie unter Festsetzung der amtlichen Entschädigung von Rechtsan-
walt B.________ sowie Rechtsanwalt D.________ (pag. 1033, Ziff. II des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs bzw. pag. 1054, Ziff. 2 der Urteilsberichtigung). 

Hingegen wurde der Beschuldigte schuldig erklärt der groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln, mehrfach begangen am 2. Oktober 2012 an der ________ durch un-
erlaubtes Befahren des Trottoirs durch den Motorfahrzeugführer (Ziff. 1) sowie 
durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs (Ziff. 2) und in Anwendung der einschlägi-
gen Gesetzesartikel verurteilt zu einer Geldstrafe von 6 Tagessätzen à CHF 30.00, 
ausmachend CHF 180.00, als Zusatzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsan-
waltschaft Bern-Mittelland vom 7. Mai 2019 (BM 18 47393), wobei die ausgestan-
dene Untersuchungshaft von 84 Tagen (2. Oktober 2012 bis 24. Dezember 2012) 
im Umfang von 6 Tagen auf die Geldstrafe angerechnet, der Vollzug der Geldstrafe 
aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde (pag. 1034, Ziff. 
III.1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Ebenfalls verurteilt wurde der Be-
schuldigte zu einer Verbindungsbusse in der Höhe von CHF 60.00, wobei die Er-
satzfreiheitsstrafe auf zwei Tage festgesetzt wurde (pag. 1034, Ziff. III.2 des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs), sowie zur Bezahlung der auf den Schuldspruch fal-
lenden Verfahrenskosten (pag. 1034, Ziff. III.3 des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs). Schliesslich wurde die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Be-
schuldigten durch Rechtsanwalt B.________ bestimmt (pag. 1035, Ziff. IV des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs), die Zivilklage von G.________ vollständig und oh-
ne Ausscheidung von Verfahrenskosten abgewiesen und die weiteren Verfügungen 
getroffen (Verletzung des Beschleunigungsgebots, Überhaftentschädigung [76 Ta-
ge à CHF 100.00, ausmachend CHF 7'600.00], Rückgabe beschlagnahmter Ge-
genstände sowie Verfügungen betreffend DNA-Profil und ED-Daten; alles 
pag. 1036 f., Ziff. V und VI des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

3

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 
23. August 2019 Berufung an (pag. 1059). Rechtsanwalt B.________ seinerseits 
meldete namens und auftrags des Beschuldigten mit Eingabe vom 26. August 2019 
ebenfalls Berufung an (pag. 1060). Die Berufungsanmeldung des Straf- und Zivil-
klägers schliesslich, eingereicht durch Rechtsanwalt D.________, datiert vom 
28. August 2019 (pag. 1064). Alle drei Berufungen erfolgten fristgerecht. 

Die Berufungserklärungen datieren vom 14. April bzw. 17. April bzw. 30. April 2020 
und gingen frist- und formgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein (vgl. 
pag. 1174 f., pag. 1177 ff. und pag. 1180 ff.).

Mit Verfügung vom 30. April 2020 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, je An-
schlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die jeweiligen 
Berufungen zu verlangen (pag. 1187). 

Mit Eingabe vom 8. Mai 2020 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, sie vermöge 
keinen Grund für ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten bzw. des 
Straf- und Zivilklägers zu erkennen und verzichte auf eine Anschlussberufung 
(pag. 1192). Auch der Straf- und Zivilkläger sowie der Beschuldigte erhoben mit 
Eingabe vom 20. bzw. 25. Mai 2020 weder Anschlussberufung noch machten sie 
Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufungen der anderen Parteien geltend 
(pag. 1193 bzw. pag. 1195).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen / Verschiebung der Berufungsverhand-
lung

Im Hinblick auf die auf den 2. und 3. März 2021 angesetzte oberinstanzliche 
Verhandlung wurde über den Beschuldigten von Amtes wegen ein 
Leumundsbericht inkl. Erhebungsformular über die wirtschaftlichen Verhältnisse, 
datierend vom 27. Januar 2021, eingeholt (pag. 1253 ff.). 

Mit Eingabe vom 19. Januar 2021 stellte Rechtsanwalt D.________ ein Gesuch um 
Verschiebung der Berufungsverhandlung (pag. 1225 ff.). Angesichts der ärztlich 
bescheinigten Zugehörigkeit von Rechtsanwalt D.________ zur Gruppe der 
Personen mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko gemäss BAG-
Impfempfehlung und mit Blick auf die Covid-19-bedingte unsichere Reisesituation 
des im Ausland wohnhaften Straf- und Zivilklägers selber, verfügte der 
Verfahrensleiter am 21. Januar 2021 die Absetzung des Verhandlungstermins 
(pag. 1232 f.). Nach vorgängiger Terminumfrage konnte am 26. Januar 2021 neu 
auf den 24. und 25. August 2021 zur oberinstanzlichen Verhandlung vorgeladen 
werden (pag. 1249 ff.). Nachdem der Beschuldigte gegenüber der mit der 
Erstellung eines aktuellen Leumundsberichts beauftragten Polizei beteuert hatte, 
es habe seit dem letzten Bericht weder in seinen persönlichen noch finanziellen 
Verhältnissen Änderungen gegeben, wurde auf die Erstellung eines neuen Berichts 
verzichtet (pag. 1264). Gestützt auf den neu eingeholten Strafregisterauszug 
(datierend vom 28. Juli 2021, pag. 1270 f.) wurden bei der Regionalen 
Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland die Strafbefehlsakten BJS 19 26707 ediert 
(pag. 1273 f.). Mit Verfügung vom 16. August 2021 wurden den Parteien Kopien 

4

des Strafbefehls vom 19. November 2019, der Vorladung vom 28. Januar 2020 
samt Zustellungsbescheinigung der Post, des Protokolls vom 2. März 2020 sowie 
der Verfügung vom gleichen Tag samt Zustellungsbescheinigung zugestellt 
(pag. 1279 ff.).

Sowohl der Straf- und Zivilkläger als auch der Beschuldigte wurden schliesslich an 
der oberinstanzlichen Verhandlung nochmals zur Person und zur Sache befragt 
(pag. 1292 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte namens und im Auftrag des Beschuldigten in der 
oberinstanzlichen Verhandlung die folgenden Anträge (pag. 1313 bzw. pag. 1332; 
Hervorhebungen im Original): 

1. Das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura — Seeland vom 16. August 2019 sei mit Ausnahme 
der Dispositiv-Ziffer VI./2. Abs. 2 (Verrechnung der Überhaftentschädigung mit den auferlegten 
Verfahrenskosten) zu bestätigen.

2. Es sei von der in der Dispositiv-Ziffer VI./2. Abs. 2 des vorinstanzlichen Urteils vorgenommenen 
Verrechnung der zugesprochenen Überhaftentschädigung von CHF 7'600.- mit den dem Beschul-
digten auferlegten erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 12'959.10 abzusehen.

3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen.

4. Die Entschädigung für die Verteidigungskosten im oberinstanzlichen Verfahren und das Honorar 
des amtlichen Verteidigers seien gemäss eingereichter Kostennote zu bestimmen.

Staatsanwältin X.________ beantragte ihrerseits für die Generalstaatsanwalt-
schaft, was folgt (pag. 1304 f. bzw. pag. 1319 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 2. Oktober 2012 in E.________ zum 
Nachteil von C.________; 

2. der Gefährdung des Lebens, begangen am 2. Oktober 2012 in E.________ zum Nachteil von 
C.________, G.________ und F.________; 

3. der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 2. Oktober 2012 in E.________ durch 
Nichtbeherrschung des Fahrzeugs. 

II.

A.________ sei Anwendung von Art. 19 Abs. 2, 22 Abs. 1, 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 48 lit. e, 49 Abs. 
1,50, 51, 122, 129 StGB; Art. 31 Abs. 1, 90 Abs. 2 SVG, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von 4 Jahren sowie unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 
84 Tagen;

2. zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 300.00, unter 
Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe bei einer Probezeit von 4 Jahren, als Zusatz-
strafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 7. Mai 2019;

5

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei festzustellen, dass in diesem Verfahren das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist.

2. Das beschlagnahmte Klappmesser "MTech USA) sei A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des 
vorliegenden Urteils zurückzugeben.

3. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4. Dem zuständigen Bundesamt sei die vorzeitige Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-
Profils (PCN ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 Bst. e i.V.m. 
Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die vorzeitige Zustimmung zur Löschung 
der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN ________) nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Be-
arbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

Rechtsanwalt D.________ beantragte für den Straf- und Zivilkläger schliesslich 
Folgendes (pag. 1309 bzw. 1321):

1. A.________ sei zusätzlich zum erstinstanzlichen Schuldspruch schuldig zu erklären

1.1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 02.10.2012 um ca. 16.00 Uhr an 
der ________ in E.________ z.N. von C.________, sowie

1.2. der Gefährdung des Lebens, begangen am 02.10.2012 um ca. 16.00 Uhr an der ________ in 
E.________ z.N. von C.________.

2. A.________ sei zu einer dem Verschulden angemessenen Strafe zu verurteilen.

3. A.________ sei zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen.

4. A.________ sei zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Interventionskosten von 
C.________ gemäss Honorar- und Kostenverzeichnis zu verurteilen.

5. Das Honorar der amtlichen Vertretung von C.________ sei gemäss Honorar- und Kostenver-
zeichnis zu bestimmen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 
14. April 2020 nur teilweise angefochten. Seine Berufung umfasst einzig Ziff. IV/2. 
Abs. 2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Verrechnung der zugesprochenen 
Überhaftentschädigung mit den dem Beschuldigten auferlegten Verfahrenskosten, 
pag. 1174).

Die Berufungserklärung der Generalstaatsanwaltschaft vom 17. April 2020 er-
streckt sich demgegenüber auf das ganze Urteil (pag. 1178).

Der Straf- und Zivilkläger schliesslich hat seine Berufung mit Berufungserklärung 
vom 30. April 2020 auf Ziff. I (Einstellung) sowie Ziff. II des erstinstanzlichen Urteils 

6

(Freisprüche) beschränkt; das Urteil wird von ihm somit ebenfalls nur teilweise an-
gefochten (pag. 1181).

Die Kammer hat das erstinstanzliche Urteil zufolge der vollumfänglichen Berufung 
der Generalstaatsanwaltschaft vollumfänglich zu überprüfen. Sie verfügt dabei über 
volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO) und ist nicht an das Verschlechterungsverbot 
gebunden; sie darf das erstinstanzliche Urteil auch zum Nachteil des Beschuldigten 
abändern (Art. 398 Abs. 2 StPO e contrario).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 6. Februar 2017 Folgendes vorge-
worfen (pag. 795 ff.; Hervorhebungen im Original):

1. Widerhandlungen gegen das StGB

1.1. versuchte schwere Körperverletzung 

begangen am 02.10.2012, um ca. 16:00 Uhr, in E.________, ________, zum Nachteil von 
C.________, indem der Beschuldigte mit dem Personenwagen ________(Marke) mit Vollgas 
ohne die gebotene Vorsicht und unter Ausserachtlassens von Verkehrsregeln vorwärts auf das 
Trottoir der Liegenschaft ________ fuhr und dabei den Privatkläger frontal anfuhr, ihn auf die 
Motorhaube auflud, wobei es ihn gegen die Motorhaube und Windschutzscheibe schlug und er 
schliesslich seitlich vom Personenwagen herunterfiel. Dadurch erlitt der Privatkläger eine leich-
te Gehirnerschütterung mit retrograder Amnesie sowie Prellungen an Thorax, Hals- und Len-
denwirbelsäule. Der Beschuldigte wusste bei diesem Vorgehen um die Möglichkeit einer le-
bensgefährlichen / schweren Verletzung beim Opfer, handelte trotzdem und nahm dadurch 
den Erfolg einer lebensgefährlichen / schweren Verletzung in Kauf, welcher lediglich vom Zu-
fall abhing ob er eintrat oder nicht.

1.2. Gefährdung des Lebens, mehrfach begangen

1.2.1 am 02.10.2012, um ca. 16:00 Uhr, in E.________, ________, zum Nachteil von C.________, 
indem der Beschuldigte mit dem Personenwagen ________(Marke) mit Vollgas ohne die ge-
botene Vorsicht und unter Ausserachtlassens von Verkehrsregeln vorwärts auf das Trottoir der 
Liegenschaft ________ fuhr, den Privatkläger frontal anfuhr, ihn auf der Motorhaube auflud 
und weiterfuhr, bis der Privatkläger runterfiel. Durch dieses Fahrmanöver führte der Beschul-
digte in skrupelloser Weise die Gefahr einer lebensgefährlichen Verletzung des Privatklägers 
herbei.

1.2.2 am 02.10.2012, um ca. 16:00 Uhr, in E.________, ________, zum Nachteil von G.________, 
indem der Beschuldigte mit dem Personenwagen ________(Marke) mit Vollgas ohne die ge-
botene Vorsicht und unter Ausserachtlassens von Verkehrsregeln auf dem Trottoir vor dem 
H.________ (Geschäft) an der ________ mit Vollgas unvermittelt rückwärtsfuhr und sich die 
Privatklägerin, welche dem Personenwagen nachgerannt war, nur durch einen Sprung auf den 
Tritt der Eingangstüre des H.________ retten konnte, ansonsten sie überfahren worden wäre. 
Durch dieses Fahrmanöver führte der Beschuldigte in skrupelloser Weise die Gefahr einer le-
bensgefährlichen Verletzung der Privatklägerin herbei.

7

2. Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz

2.1 Grobe Verletzung der Verkehrsregeln

Nichtbeherrschen des Fahrzeugs

begangen am 02.10.2012, um ca. 16:00 Uhr, in 2502 E________, ________ / ________, in-
dem der Beschuldigte mit dem Personenwagen ________ (Marke) aufgrund mangelnder Auf-
merksamkeit mit Vollgas rückwärts in den Personenwagen ________ (Marke) von O.________ 
fuhr und anschliessend mit dem Personenwagen ________(Marke) vorwärts in die Verscha-
lung des Schaufenstersimses des H.________ sowie das Geländer der Passerelle an der 
________ und an der ________ fuhr und dieses beschädigte.

Eventualiter, wenn keine versuchte schwere Körperverletzung vorliegt:

1. Fahrlässige Körperverletzung, begangen am 02.10.2012, um ca. 16:00 Uhr, in E.________, 
________, zum Nachteil von C.________, indem der Beschuldigte mit dem Personenwagen 
________(Marke) mit Vollgas ohne die gebotene Vorsicht und unter Ausserachtlassens von 
Verkehrsregeln vorwärts auf das Trottoir der Liegenschaft ________ fuhr und dabei den Pri-
vatkläger frontal anfuhr, ihn auf die Motorhaube auflud, wobei es ihn gegen die Motorhaube 
und Windschutzscheibe schlug und der schliesslich seitlich vom Personenwagen runterfiel. 
Dadurch erlitt der Privatkläger eine leichte Gehirnerschütterung mit retrograder Amnesie sowie 
Prellungen an Thorax, Hals- und Lendenwirbelsäule.

Eventualiter, wenn keine Gefährdung des Lebens vorliegt:

1. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln
Unerlaubtes Befahren des Trottoirs / der Passerelle durch Motorfahrzeugführer

1.1 begangen am 02.10.2012, um ca. 16:00 Uhr, in E.________, ________ / ________, indem der 
Beschuldigte mit dem Personenwagen ________(Marke) mit Vollgas unerlaubt auf das Trottoir 
resp. die Passerelle fuhr und F.________ den Vortritt nicht gewährte und ihn dadurch touchier-
te.

1.2 Begangen am 02.10.2012, um ca. 16:00 Uhr, in E.________, ________ / ________, indem 
der Beschuldigte mit dem Personenwagen ________(Marke) mit Vollgas unerlaubt auf das 
Trottoir resp. die Passerelle fuhr und G.________ ernstlich gefährdete.

7. Objektive Beweismittel

Die objektiven Beweismittel sind von der Vorinstanz vollständig aufgelistet worden 
(pag. 1079 ff., S. 10 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung); darauf kann vorab 
verwiesen werden.  

Die im Rahmen der Beweiswürdigung wesentlichen Erkenntnisse aus den objekti-
ven Beweismitteln können – mit Blick auf die von der Kammer eigenständig vorzu-
nehmende Beweiswürdigung – wie folgt zusammengefasst werden:

Gemäss Anzeigerapport vom 8. Januar 2013 konnte der Beschuldigte vor Ort, im 
Fahrzeug sitzend, angehalten werden (pag. 113 ff.). Es war damit unbestrittener-
massen der Beschuldigte, welcher am 2. Oktober 2012 um ca. 16:00 Uhr an der 
________ mit dem Personenwagen ________(Marke) das inkriminierte Fahrmanö-
ver ausführte. Auf dem Fahrersitz des von ihm gefahrenen Personenwagens wur-
den ein Messer sowie sein Führerschein gefunden (pag. 115 f.; s. auch pag. 139). 

8

Vom Tatort liegen der Kammer weiter Bilder vor, die von der ausgerückten Polizei 
am Tattag aufgenommen und dem Anzeigerapport beigelegt wurden (pag. 132 ff.). 
Die Dokumentation des Kriminaltechnischen Dienstes (KTD; pag. 163 ff.) vom 
2. Mai 2013 enthält Fotos vom Tattag (Foto Nr. 2 – 35), solche der Tatrekonstrukti-
on vom 22. November 2012 sowie einen Situationsplan des Unfalltechnischen 
Dienstes (UTD) vom 27. Januar 2013 (pag. 206), die allesamt einen guten Eindruck 
der örtlichen Gegebenheiten vermitteln. Sie sind bei der Würdigung der diversen 
Aussagen beizuziehen. 

Die Analyse der vom Straf- und Zivilkläger getragenen Kleider zeigte keine Auffäl-
ligkeiten; es waren insbesondere keine Beschädigungen aufgrund einer Kollision 
mit einem Fahrzeug feststellbar. Auf der Windschutzscheibe des Fahrzeuges konn-
ten zudem weder Kleiderfasern noch Glassplitter festgestellt werden (pag. 208). 
Die ab der Frontscheibe sowie dem Dachpfosten vorne rechts erhobenen DNA-
Profile sind nicht weiter interpretierbar (pag. 209 ff.). Gemäss Dr. med. I.________, 
Amtsarzt ________, erlitt der Straf- und Zivilkläger eine leichte Gehirnerschütte-
rung mit retrograder Amnesie, Prellungen an Thorax, Hals- und Lendenwirbelsäule, 
jedoch keine Knochenbrüche. Äusserliche Verletzungen waren keine sichtbar und 
der Straf- und Zivilkläger war zeitlich und örtlich orientiert. Gemäss Einschätzung 
von Dr. med. I.________ hätte der Unfallhergang leicht zu schweren Verletzungen 
mit Todesfolge führen können, da das Opfer mit dem Kopf gegen die Windschutz-
scheibe geschlagen habe [recte: geprallt sei] (pag. 221). Die Psychologin bzw. 
Psychotherapeutin J.________ bescheinigte in ihrem Bericht vom 24. Mai 2013, 
dass mit dem Straf- und Zivilkläger aufgrund der beim Ereignis vom 2. Oktober 
2012 erlittenen posttraumatischen Belastungsstörung im Zeitraum vom 29. Oktober 
2012 bis im Mai 2013 15 Sitzungen stattgefunden hätten. Der Straf- und Zivilkläger 
habe an Amnesie, dissozialen Störungen, Albträumen, Ein- und Durch-
schlafstörungen, Flashbacks und anhaltendem Zittern gelitten. Zusätzlich zu seiner 
Orientierungslosigkeit sei eine zuvor nie erlebte Überempfindlichkeit gegenüber 
elektronischen Geräten wie Natel [recte: Mobiltelefonen] und Computern gekom-
men. Der Straf- und Zivilkläger sei vom Hausarzt 100% krankgeschrieben worden, 
habe aber trotzdem lange Zeit sehr darunter gelitten, dass er den Anforderungen 
der Arbeitslosenkasse in dieser Zeit nicht habe gerecht werden können. Die Heftig-
keit seiner Symptome führe sie darauf zurück, dass der Unfall so völlig unerwartet 
in einer sonst sicheren Zone – er sei gerade aus dem Haus gekommen – passiert 
sei und ihn erstmals mit der Zerbrechlichkeit des Lebens konfrontiert habe (pag. 
226 f.). 

Ähnliches ist sodann dem Therapiebericht der Psychologin K.________ vom 
29. Mai 2013 in Bezug auf die Geschädigte G.________ zu entnehmen: Auch sie 
litt über Monate an Albträumen, Schlafstörungen, vegetativer Überreiztheit und 
Stress. Vom 9. Oktober 2012 bis Mai 2013 habe sie 12 Sitzungen besucht und sich 
dann schon wesentlich besser gefühlt. Die gerichtliche Befragung (gemeint die 
staatsanwaltschaftliche Befragung vom 16. Mai 2013, pag. 265 ff.) habe nun aber 
bei ihr eine Retraumatisierung ausgelöst, d.h. immer wiederkehrende Bilder des 
Unfallgeschehens verbunden mit der Frage, ob sie auch wirklich alles so berichtet 
habe, wie es den Tatsachen entsprochen habe (pag. 231). 

9

Dem Bericht zur amtsärztlichen Untersuchung des Beschuldigten am Tattag ist le-
diglich zu entnehmen, dass er eine medizinische Untersuchung verweigert habe, 
aggressiv gewesen sei, sich sehr beleidigend aufgeführt und grundlos Polizisten 
und den Amtsarzt beschimpft habe (pag. 232). Gemäss den IRM-Berichten habe 
der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt weder unter dem Einfluss von Alkohol noch un-
ter demjenigen von Drogen oder Schlaf- und Beruhigungsmedikamenten gestan-
den (pag. 217 ff.). Gemäss dem forensisch-psychiatrischen Gutachten von 
Dr. med. L.________ vom 18. April 2013 habe beim Beschuldigten im Tatzeitpunkt 
eine Zyklothymia (ICD-10 F34.0) mit anhaltender Instabilität von Stimmung und Af-
fektlage, narzisstische Persönlichkeitsakzentuierungen (ICD-10 Z73.1) sowie – vor 
dem Hintergrund chronischer Schmerzen in der Schulter – eine Somatisierungs-
störung (ICD-10 F45.0; alles pag. 530) vorgelegen. Diese Befunde würden gemäss 
der Einschätzung des psychiatrischen Experten indessen keine schweren psychi-
schen Störungen darstellen (pag. 521).

Bei durchgehend erhaltener Einsichtsfähigkeit in das Unrecht der Taten sei beim 
Beschuldigten die Fähigkeit, sich gemäss dieser Einsicht zu verhalten, infolge des 
Zusammenwirkens seiner affektiven (zyklothymen) Störung, seiner narzisstischen 
Persönlichkeitsakzentuierungen (mit leichter Kränkbarkeit) sowie situativen Fakto-
ren (im Zusammenhang mit einer eskalierenden Konfliktdynamik) eingeschränkt 
gewesen. Die Verminderung der tatzeitbezogenen Schuldfähigkeit wird vom Gut-
achter als leicht- bis höchstens mittelgradig eingeschätzt (pag. 531 und pag. 542). 
Der Gutachter attestiert dem Beschuldigten sodann eine erhöhte Rückfallgefahr für 
Beschimpfungen, Drohungen, Sachbeschädigungen, Tätlichkeiten und Körperver-
letzungen (pag. 531 f.). Die Taten hätten in engem Zusammenhang mit den dia-
gnostizierten Störungen gestanden. Für seine Störungen existierten erfolgsver-
sprechende Therapien, womit sich das Rückfallrisiko deutlich reduzieren lasse. Der 
Beschuldigte habe im Zeitpunkt der Begutachtung noch über ungenügende Krank-
heits- und Behandlungseinsicht verfügt (pag. 532). Die Anordnung einer ambulan-
ten therapeutischen Massnahme nach Art. 63 StGB sei indiziert, zweckmässig und 
ausreichend. Grundsätzlich sei die indizierte und empfohlene Behandlungsmass-
nahme auch bei gleichzeitigem Vollzug möglich, bessere Erfolgsaussichten würden 
jedoch ausserhalb des Strafvollzugs bestehen, da therapeutische Übungen in rea-
len Alltags- und Konfliktsituationen ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung 
seien (pag. 533). 

Im Rahmen der vom Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland am 21. De-
zember 2012 angeordneten Ersatzmassnahme (pag. 92 ff.) und nach Vorliegen 
des forensisch-psychiatrischen Gutachtens war der Beschuldigte ferner bei 
Dr. med. M.________ bis am 20. September 2013 (letzter wahrgenommener Ter-
min) in psychotherapeutischer Behandlung. Dem Bericht vom 3. Juni 2014 ist unter 
anderem zu entnehmen, dass der Beschuldigte finanzielle Sorgen gehabt und an 
chronischen Schlafstörungen gelitten habe, wegen seiner drei Kinder überlastet 
gewesen sei und zudem den Selbstmord seines Bruders im Februar 2013 zu ver-
kraften gehabt habe (pag. 240 f.). Auch nach Abbruch der Therapie erachtete der 
Arzt den Beschuldigten «für geeignet, mithilfe einer Gesprächstherapie – auch oh-
ne Medikamente – seine situativ und biografisch erklärbaren Gewaltphantasien zu 
kontrollieren und abzubauen» (pag. 241).

10

8. Subjektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Aussagen der im Verfahren befragten Personen ausführlich 
und zutreffend wiedergegeben; auf diese Zusammenfassung kann vorab ebenfalls 
verwiesen werden (pag. 1082 ff., S. 13 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Sofern entscheidrelevant, kommt die Kammer auf einzelne Aussagen in der nach-
folgenden Beweiswürdigung punktuell zurück.

Abgesehen von N.________, auf dessen ________ GmbH der vom Beschuldigten 
gefahrene Personenwagen ________(Marke) eingelöst war und welcher erst nach 
dem Vorfall vor Ort kam, waren alle von der Vorinstanz aufgeführten Personen 
mehr oder weniger nahe am Geschehen und bekamen zumindest Teile davon mit. 
Dennoch sind, was das eigentliche Tatgeschehen betrifft, nicht alle Aussagen glei-
chermassen ergiebig und relevant. Nichtsdestotrotz lässt sich aufgrund der diver-
sen Beobachtungen und Schilderungen der Ablauf des ganzen Vorfalls nach An-
sicht der Kammer gut rekonstruieren (vgl. dazu auch den Ermittlungsrapport pag. 
126). 

Im Rahmen der oberinstanzlichen Verhandlung wurde zuerst der Straf- und Zivil-
kläger befragt. Vorab gab er zu seiner Person unter anderem zu Protokoll, er befin-
de sich heute nicht mehr in psychotherapeutischer Behandlung. Mit dem Erinne-
rungsvermögen habe er auch heute noch Schwierigkeiten, manchmal habe er im-
mer noch Lücken oder vergesse etwas. Vom Vorfall habe er immer noch Lücken, 
die er nur durch Erzählungen anderer habe füllen können. Er habe sich selber nicht 
mehr aktiv erinnern können (pag. 1292, Z. 17 ff.). Zur Sache führte er sodann aus, 
er könne die bisher gemachten Aussagen bestätigen. Als sich der Beschuldigte ans 
Steuer gesetzt habe, sei es ziemlich laut gewesen und er [der Beschuldigte] habe 
mit einer Frau gesprochen. Er [der Straf- und Zivilkläger] habe beide nicht gekannt 
und sei auf dem Trottoir gestanden. Dieses habe sich dort befunden, wo die Säulen 
gewesen seien. Der Beschuldigte sei sehr aufgebracht gewesen und laut 
(pag. 1293, Z. 9 ff.). Weiter gab der Straf- und Zivilkläger zu Protokoll, der Beschul-
digte sei «vou Hane» rückwärts ins Auto gefahren. Er [der Straf- und Zivilkläger] sei 
unter Schock gewesen und dann sei der Beschuldigte plötzlich vorwärtsgefahren, 
wo er gewesen sei. Er sei wie versteinert gewesen, habe nicht weggekonnt und sei 
so auf der Motorhaube gelandet (pag. 1293, Z. 20 ff.). Wo sich seine Eltern zu die-
sem Zeitpunkt befunden hätten, könne er nicht sagen (pag. 1293, Z. 26). Der Straf- 
und Zivilkläger schilderte auf entsprechende Frage hin weiter, er habe sich abge-
stützt, als er auf der Motorhaube gewesen sei, sei einen Moment lang mitgefahren 
und habe ab da «wie so einen Riss». Er wisse nicht, wo er runtergekommen sei 
(pag. 1293, Z. 29 ff.).

Auch der Beschuldigte wurde oberinstanzlich erneut zur Person und zur Sache be-
fragt. Zu seiner Person führte er im Wesentlichen aus, gesundheitlich gehe es ihm 
gut. Den Inhalt des oberinstanzlich eingeholten Leumundsberichts vom 27. Januar 
2021 bzw. 23. Juli 2021 konnte er bestätigen (pag. 1295, Z. 17 ff.). Im Weiteren 
machte der Beschuldigte Angaben zu seiner aktuellen Wohnsituation und äusserte 
sich zudem zum Vorhalt, wonach von der Kammer eine erneute Eintragung im 
Strafregister habe festgestellt werden können (pag. 1295 f., Z. 36 ff.).

11

Zur Sache gab der Beschuldigte zusammengefasst und auf entsprechende Fragen 
hin zu Protokoll, er habe keine Container weggestellt, sondern habe einfach ge-
schaut, ob er dort durchfahren könne, weil er fälschlicherweise davon ausgegan-
gen sei, dass man dies könne. Bevor er ins Auto gestiegen sei, habe es kein gros-
ses Wortgefecht gegeben. Er sei ins Auto gestiegen, habe beim Automaten den 
falschen Gang erwischt, sei nach vorne und sei dann nicht um die Ecke gekom-
men. Als er gesehen habe, dass da Container stehen würden, habe er gestoppt. 
Kurz darauf sei die Polizei gekommen (pag. 1296, Z. 29 ff.). Er habe einfach weg-
gewollt, vom Parkplatz fortfahren (pag. 1296, Z. 42). Seine Aussage, wonach er 
keine Container weggestellt habe, korrigierte der Beschuldigte auf entsprechenden 
Vorhalt sodann wieder: Es könne sein, dass er zwei Container weggestellt habe 
(pag. 1297, Z. 3). «Vou Hane» sei er, so der Beschuldigte weiter, nicht zurückge-
fahren, es habe einfach einen «Gump» gemacht (pag. 1297, Z. 6.). Auf Frage, was 
er im Moment des Losfahrens gesehen habe, gab der Beschuldigte an, er habe 
einfach gesehen, dass es frei gewesen sei. Man sehe bis in die Ecke vorne 
(pag. 1297, Z. 26). Die Frage, ob ihm die (anderen) Fussgänger in der Passage 
egal gewesen seien, verneinte er und gab an, er sei ja schauen gegangen, dass 
dort niemand sei. Dass es um 16:00 Uhr nachmittags bei zwei Hauseingängen und 
einem Geschäft noch andere Leute haben könnte, anerkannte er aber auch 
(pag. 1298, Z. 23 ff.). Auf Ergänzungsfragen hin führte der Beschuldigte schliess-
lich aus, er sei sicher nicht schnell gefahren und die Kurve vorne sei nicht 
«z’verwütsche» gewesen. Er sei auch nicht hässig gewesen. Ruhig und besonnen 
sei er sicher nicht gewesen, aber aufgeregt (pag. 1299, Z. 11 ff.). Weiter führte er 
aus, der Straf- und Zivilkläger sei in die linke Seite seines Autos gesprungen, er 
habe ihn aber nicht nach vorne mitgenommen mit dem Auto (pag. 1299, Z. 30 f.). 
Auf Frage, ob er etwas gemerkt habe von der Kollision, äusserte sich der Beschul-
digte dahingehend, er habe einfach gemerkt, dass etwas gewesen sei. Er [der 
Straf- und Zivilkläger] sei jedoch nicht vor ihm vor dem Auto gewesen (pag. 1299, 
Z. 38 ff.). 

9. Beweiswürdigung in concreto

Im Unterschied zur Anklageschrift, welche ein mehr oder weniger zusammenhän-
gendes Geschehen beschreibt, teilte die Vorinstanz dieses in vier Phasen ein und 
nahm für jede Phase eine separate Beweiswürdigung vor. Dies ist insbesondere für 
die rechtliche Subsumtion durchaus hilfreich, weshalb auch die Kammer im Grund-
satz diesem Aufbau folgt. Nicht in den Hintergrund treten darf dabei allerdings der 
Blick aufs Ganze. Zentral ist im vorliegenden Fall, dass dem Beschuldigten ein ab-
solut aussergewöhnliches Fahrmanöver mit einem Motorfahrzeug vorgeworfen 
wird, welches sich, abgesehen vom einleitenden kurzen Rückwärtsfahren, in einer 
Laube – mithin in einem Fussgängerbereich – und an einem Dienstagnachmittag 
um ca. 16.00 Uhr zutrug. Ausgangspunkt des Vorfalls war ein Streit zwischen dem 
Beschuldigten sowie der Familie ________ bzw. konkret die Tatsache, dass der 
Beschuldigte durch das quergestellte Auto von O.________ am Rückwärts-
Wegfahren von seinem Parkplatz gehindert wurde. Einmal gestartet, zog der Be-
schuldigte das Manöver trotz mehrerer Komplikationen und engsten Platzverhält-
nissen durch und liess sich erst ganz am Schluss stoppen.

12

9.1 Phase 1 des Geschehens

Mit der Vorinstanz erachtet die Kammer als erstellt, dass sich bis zum Beginn des 
inkriminierten Fahrmanövers (Rückwärtsfahren in den Personenwagen von 
O.________) Folgendes zutrug (pag. 1106 f., S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; vgl. auch Situation rund um die Buchstaben a, b, c und g auf dem 
Parkplatz bzw. d und f unter der Laube gemäss Situationsplan des UTD, pag. 206):

Zusammenfassend ist demnach beweismässig erstellt, dass O.________ mit ihrem Auto von der 
________-Strasse herkommend in die ________ abgebogen ist und dort auf einem Parkfeld vor dem 
Hauseingang der ________ (Punkte a bzw. c auf dem UTD Plan) den durch den Beschuldigten an-
geblich veruntreuten Firmenwagen ihres Vaters stehen gesehen hat. Daraufhin hat sie angehalten 
und ihren Vater angerufen, welcher ihr geraten hat, ihr Auto quer dahinter so zu stationieren, dass der 
Beschuldigte zugeparkt ist. Anschliessend rief sie die Polizei und wartete vor Ort. In diesem Moment 
kam der Beschuldigte, welcher sich zuvor mit Freunden im Restaurant P.________ getroffen hatte, 
aus der Richtung ________-Strasse zu Fuss auf sie zu. Angesichts der angetroffenen Umstände (zu-
parkiertes Auto) kam es bei den beiden parkierten Autos zu einer verbalen Auseinandersetzung zwi-
schen dem Beschuldigten und O.________, wobei dieser fluchte und eine aggressive Grundstimmung 
herrschte. In diesem Moment haben sich die beiden in der Liegenschaft ________ wohnhaften Per-
sonen, der Straf- und Zivilkläger C.________ sowie dessen Vater und Zeuge F.________, nach unten 
auf das Trottoir / die Passerelle vor ihrem Hauseingang begeben (Punkt d des UTD Plans), wo sie die 
verbale Auseinandersetzung mitbekommen und beobachtet haben. Der Beschuldigte hat sich darauf-
hin vom Ort der Parkplätze in Richtung ________-Strasse entfernt und dort auf dem Trottoir stehende 
Container sowie das Fahrrad von Q.________ aus dem Weg geräumt. F.________ begab sich 
gleichzeitig vom Hauseingang rüber zu O.________, liess sich über die Geschehnisse informieren 
und riet ihr, das Kontrollschild des Tatfahrzeugs abzumontieren. Während dieser Zeit ist auch die 
Straf- und Zivilklägerin G.________ aus ihrer Wohnung an der ________ heruntergekommen und hat 
mitbekommen, wie ihr Mann mit O.________ sprach. Wo G.________ dabei genau gestanden hat, 
kann nicht genau eruiert werden. Es muss davon ausgegangen werden, dass sie sich irgendwo zwi-
schen dem Eingang der ________ (Punkt d auf dem UTD Plan) und dem Punkt f auf dem UTD Plan 
befand. Anschliessend haben O.________ und F.________ gemeinsam die Kontrollschilder am Tat-
fahrzeug abmontiert. C.________ stand zu diesem Zeitpunkt noch immer vor dem Eingang der Lie-
genschaft auf dem Trottoir (Punkt d UTD Plan) und hat ihnen dabei zugesehen. Danach kam der Be-
schuldigte fluchend („jetze wei mir mou luege“) aus der Richtung ________-Strasse zurück zum 
Parkplatz. O.________ und F.________ standen zu diesem Zeitpunkt beide beim Punkt g des UTD-
Plans. G.________ stand etwas weiter entfernt bei Punkt f des UTD Plans und C.________ befand 
sich nach wie vor bei Punkt d des UTD Plans.

Mit Blick auf das von der Vorinstanz beim Vorwurf der versuchten schweren Kör-
perverletzung z.N. des Straf- und Zivilklägers als entscheidend erachtete Wissen 
und Wollen beim Beschuldigten (vgl. pag. 1127 f., S. 58 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung) ist es an dieser Stelle unumgänglich, auch das von der Vorinstanz 
als «unmittelbares Vortatverhalten» bezeichnete Verhalten des Beschuldigten vor 
dem Start seines Fahrmanövers zu würdigen. Dieses Vortatverhalten («Rekognos-
zieren» eines Wegfahrtweges durch die Laube sowie Wegräumen eines im Weg 
stehenden Velos und der Container am Ende der Laube) benötigte Zeit und dauer-
te gemäss den Aussagen des Straf- und Zivilklägers zwei bis drei Minuten 
(pag. 244, Z. 79 f.). Die Wegräumaktion erfolgte zudem erst nach der Auseinander-

13

setzung zwischen dem Beschuldigten und O.________ beim «blockierten» Auto, 
wo der Beschuldigte gemäss dem Straf- und Zivilkläger und von dessen Vater be-
reits fluchte, gestikulierte und herumlief und so überhaupt ihre Aufmerksamkeit er-
regt hatte (pag. 243, Z. 54; pag. 244, Z. 59; pag. 251, Z. 47 f.; pag. 1293, Z. 13 f.; 
pag. 277, Z. 37 ff.). Dass er dies auch nach seiner Rückkehr zum Auto machte und 
Drohungen ausstiess, gaben – wiederum übereinstimmend – sowohl der Straf- und 
Zivilkläger (pag. 244, Z. 81 f.) als auch dessen Vater (pag. 267, Z. 57 ff.) zu Proto-
koll. Der Zeuge R.________ sagte aus, als er vor Ort angekommen sei, hätten 
mehrere Personen laut geschrien und er habe eine «discussion violente» gehört 
(pag. 282, Z. 24 ff.). Auch der Zeuge S.________, wohnhaft an der ________, hör-
te von seinem Balkon aus, wie der Beschuldigte vor dem Einsteigen in sein Auto 
gegenüber O.________ eine Drohung im Sinne von «Jetz wei mir luege» ausstiess 
(pag. 311, Z. 25 ff.). 

Gestützt auf diese Aussagen ist offensichtlich, dass sich der Beschuldigte weder 
vor dem Weggang noch nach seiner Rückkehr in einem Gemütszustand befand, in 
welchem er ruhig und überlegt hätte handeln können (vgl. auch Beurteilung der 
Schuldfähigkeit im Gutachten des Forensisch Psychiatrischen Dienstes [FPD], 
pag. 531). Bezeichnend sind in dieser Hinsicht die ersten Aussagen des Beschul-
digten, wonach er die Container weggestellt habe, zurück zu seinem ________ 
(Auto) gegangen sei und dort gewartet habe. Er habe nicht lange warten müssen, 
dann seien sie gleich gekommen. Er habe seinen Weg gekannt und gewusst, wo er 
habe durchgehen müssen (pag. 314, Z. 41 ff.). Weiter gab der Beschuldigte zu Pro-
tokoll: «Hoffentlich hat es ihn recht erwischt, ich mag es ihm gönnen, diesem Sou-
hung.» (pag. 314, Z. 52 f.). Schliesslich führte er aus, er habe eigentlich gar keinen 
Wagen beschädigen wollen, sondern einfach von dort weggewollt. Er sei auch nicht 
stolz auf das, was er gemacht habe, aber so schlecht sei es auch nicht gewesen 
(pag. 315, Z. 80 ff.). Oberinstanzlich gab der Beschuldigte zu Protokoll, er sei nicht 
«hässig» gewesen. […] Er sei sicher nicht ruhig und besonnen gewesen, aber auf-
geregt. «Verruckt» oder «hässig» sei er nicht gewesen (pag. 1299, Z. 21 f.). Nach 
Überzeugung der Kammer wollte der Beschuldigte – entgegen seinen vordergrün-
digen Angaben, er habe keinen Wagen beschädigen wollen und obwohl er vorgab, 
eigentlich gar nicht viel mitbekommen zu haben (einer sei ihm wohl in der Ecke zur 
________ noch auf die Frontscheibe gesprungen, mehr wisse er nicht; es sei ihm 
eigentlich nicht bewusst, dass er einen mit dem Auto erwischt habe, pag. 314, 
Z. 47 ff.) – einfach «Komme was wolle!» durch die Laube wegfahren bzw. flüchten. 
Oberinstanzlich bestätigte er dies ebenfalls, indem er sagte, er habe einfach weg-
gewollt (pag. 1296, Z. 42). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern ihn die Wegräumaktion 
entlasten sollte, weil es ihm – wie die Vorinstanz vermutet – angeblich wichtig ge-
wesen sei, keinen Sachschaden zu verursachen. Das Gegenteil ist der Fall und der 
Schluss, es sei kaum vorstellbar, dass jemand, der alles Mögliche unternehme, um 
den Weg freizuräumen und einen Sachschaden zu verhindern, in Kauf nehmen 
sollte, irgendwelche Passanten anzufahren, schlicht abwegig (pag. 1128, S. 59 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Gemütszustand und das Verhalten des 
Beschuldigten vermögen die Geschehnisse nicht ansatzweise zu relativieren.

Zu einer anderen Überzeugung als die Vorinstanz gelangt die Kammer sodann hin-
sichtlich des Vorbringens des Beschuldigten, bloss versehentlich und nicht mit 

14

Vollgas rückwärts in den Personenwagen von O.________ gefahren zu sein 
(pag. 1106 f., S. 38 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Dagegen spricht 
einerseits, dass der Beschuldigte nicht einfach ruhig in sein Auto stieg, sondern 
eben fluchte, aufgeregt und – gemäss seiner eigenen Aussage – nicht besonnen 
war (pag. 1299, Z. 21 f.). Zudem fuhr er gemäss Aussage von G.________ in das 
Auto von O.________ «vou dri» (pag. 267, Z. 75 f.). Letztere gab sodann an, der 
Beschuldigte sei Vollgas rückwärtsgefahren und die Reifen hätten dabei sehr laut 
gequietscht (pag. 299, Z. 31 f.). F.________ führte aus, der Beschuldigte sei zuerst 
gar ein wenig vor und dann «voll Hahne» zurückgefahren (pag. 272, Z. 48 f.). 
R.________ beschrieb eine Rückwärtsfahrt «d’un coup sec en arrière», also mit ei-
nem Ruck nach hinten (pag. 282, Z. 32 ff.). Schliesslich sprach auch der Straf- und 
Zivilkläger von einer lauten Rückwärtsfahrt («vou Hane», pag. 1293, Z. 20) bzw. ei-
nem lauten Zusammenprall (pag. 252, Z. 69). All diese Aussagen lassen – entge-
gen der Ansicht der Verteidigung (pag. 1314) – vielmehr den Schluss zu, wonach 
der Beschuldigte sehr wohl absichtlich und zudem auch unvermittelt und zügig in 
das hinter ihm stehende Auto fuhr. Dabei verkennt die Kammer nicht, dass weder 
die Grösse der verursachten Delle noch der relativ kurze Abstand zwischen den 
beiden Personenwagen etwas über die Geschwindigkeit aussagen. Zu seinen 
Gunsten kann der Beschuldigte daraus jedoch nichts ableiten.

Als reine Schutzbehauptung entpuppt sich in diesem Zusammenhang auch die 
Aussage des Beschuldigten, wonach er zuerst nach hinten gefahren sei, weil er au-
tomatische Autos nicht gewohnt sei (pag. 315, Z. 79 f.; pag. 324, Z. 36 f.). Gemäss 
Aussage von N.________ hatte der Beschuldigte das Auto nämlich bereits am 
15. September 2012 erhalten (pag. 295, Z. 51 ff.) und fuhr es zum Tatzeitpunkt 
somit bereits seit zweieinhalb Wochen. Gänzlich fremd konnte ihm die automati-
sche Schaltung damit nicht sein. Eine Fehlmanipulation beschrieb der Beschuldigte 
zudem nicht wirklich. Später ergänzte er noch, die Parkfelder dort seien schräg 
gewesen, er habe so fahren müssen (pag. 324, Z. 37 f.), was in den Augen der 
Kammer jedoch ebenfalls nicht überzeugt. Erst in der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung brachte der Beschuldigte schliesslich vor, er habe den falschen Gang er-
wischt, nämlich statt den D (Drive) den R (Reverse; pag. 979, Z. 23 f.). Auch dieser 
Vorwand ist unglaubhaft, wäre doch zu erwarten gewesen, dass der Beschuldigte 
eine solche Aussage bereits zu Beginn des Verfahrens vorgebracht hätte und nicht 
erst im Rahmen der (erstinstanzlichen) Hauptverhandlung. Schliesslich spricht 
auch der Umstand, dass der Beschuldigte nach der kurzen Rückwärtsfahrt sofort 
wieder nach vorne beschleunigte, nicht dafür, dass der Zusammenstoss unabsicht-
lich passierte; wäre dem so gewesen, hätte der Beschuldigte ohne Weiteres ein-
fach stoppen können.

Für die Kammer ist erstellt, dass der Beschuldigte bewusst den Rückwärtsgang 
einlegte und in seiner Wut über das «Blockiert-Sein» und die Familie ________ 
dem Auto von O.________ quasi stellvertretend für die verhassten Personen eins 
auswischen wollte. Wie schnell bzw. mit wie viel Stundenkilometern der Beschul-
digte dabei effektiv rückwärtsfuhr, ist irrelevant und kann offenbleiben.

15

9.2 Phase 2 des Geschehens

Gemäss dem vorinstanzlichen Beweisergebnis ging es nach der Phase 1 wie folgt 
weiter (pag. 1113 f., S. 44 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte schaltete, nachdem er rückwärts in das Auto von O.________ fuhr [recte: gefahren 
war], in den Vorwärtsgang (Drive beim Automatikgetriebe) und fuhr unvermittelt – aber nicht mit Voll-
gas – vorwärts über den Bordstein vom schräg gegen links angelegten Parkplatz auf das Trottoir / in 
die Passerelle vor dem Hauseingang der ________. Wäre der Beschuldigte tatsächlich mit Vollgas 
gefahren, wäre er aufgrund der kurzen Distanz vom Parkplatz zum Hauseingang ________ in diesen 
hinein gefahren und hätte sowohl am Auto als auch am Hauseingang einen Sachschaden verursacht. 
Zu diesem Zeitpunkt standen der Straf- und Zivilkläger C.________ vor dem Eingang der Liegen-
schaft ________ (Punkt d), dessen Mutter und Straf- und Zivilklägerin G.________ aus Sicht des Be-
schuldigten einige Meter seitlich rechts davon (Punkt f) und dessen Vater und Zeuge F.________ 
gemeinsam mit der Zeugin O.________ schräg rechts hinter dem Auto des Beschuldigten, nämlich 
bei Punkt g. In der Linkskurve um die Säule der Passerelle herum lud der Beschuldigte C.________ 
seitlich – nicht frontal – auf die Kühlerhaube / Motorhaube seines Fahrzeugs auf. Seitlich bedeutet 
hier nicht etwa, mit der rechten Seite des Autos (mit der vorderen Beifahrer- und hinteren Tür), son-
dern vielmehr, mit der vorderen rechten Seite (Kühlerhaube / Blinker). Dabei hat sich C.________, 
ähnlich wie von diesem anlässlich seiner Einvernahme vorgeführt, mit den Händen auf der Kühler-
haube abgestützt. Daraus ergibt sich auch gleich ein weiterer Anhaltspunkt, dass der Beschuldigte 
hierbei nicht mit Vollgas gefahren sein kann, weil C.________ diesfalls aufgrund der Fliehkraft auf der 
rechten (Beifahrer-) Seite und nicht links auf der Fahrerseite wieder vom Auto heruntergefallen wäre. 
Der Beschuldigte transportierte C.________ jedoch so rund 2-3 Meter weiter (vgl. Massstab auf dem 
UTD Plan), bevor dieser ohne fremde Hilfe, sondern allein aufgrund seines eigenen Abstossens sowie 
aufgrund des fortgesetzten Fahrmanövers links über die Fahrerseite seitlich wieder von der Kühler-
haube / Motorhaube fiel und mit dem Kopf auf dem Fussboden aufschlug, sodass er sich eine leichte 
Gehirnerschütterung mit retrograder Amnesie zuzog. Die Prellungen an Thorax, Hals- und Lenden-
wirbelsäule können sowohl beim Aufprall mit der Kühlerhaube als auch beim Sturz zu Boden entstan-
den sein. Ausgeschlossen werden kann, dass die durch C.________ erlittenen Verletzungen durch 
einen Kontakt mit der Windschutzscheibe entstanden sind, weil gar kein Kontakt mit derselben statt-
gefunden hat (vgl. insbesondere den Bericht des KTD sowie die Aussagen des Opfers selber). Mit 
diesem Fahrmanöver hat der Beschuldigte den Straf- und Zivilkläger demnach konkret gefährdet.

F.________ realisierte nach der Kollision bzw. nach der Weiterfahrt des Beschuldigten, dass dieser 
flüchten könnte, weshalb er (aussen rum) über die Parkplätze in Richtung ________-Strasse rannte, 
um dem Beschuldigten mittels Containern die Wegfahrt / Flucht zu verunmöglichen (Phase 4, Punkte 
n, o, p UTD Plan). Der Beschuldigte touchierte damit weder das Knie noch das Schienbein von 
F.________, noch überfuhr er diesen beinahe, da sich Letzterer in Phase 2 gar nie unmittelbar in der 
Nähe des Fahrzeugs oder in der Passerelle aufhielt.

Zeitgleich, nach der Kollision mit der Kühlerhaube / Motorhaube, ist C.________ aufgestanden und 
gemeinsam mit seiner Mutter G.________ dem Beschuldigten, welcher seine Fahrt in der Passerelle 
Richtung ________-Strasse fortsetzte, hinterhergerannt. Am Ende der Passerelle längs der ________ 
ist der Beschuldigte schliesslich ein erstes Mal ins Gitter der Einstellhallenausfahrt an der Ecke 
H.________(Geschäft) gefahren, wobei er die Befestigung des Stützpfostens aus der Verankerung 
riss (Punkt k). Aufgrund dieser Beschädigung ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte nach dem 
Herunterfallen von C.________ von der Motorhaube auf der geraden Strecke am schnellsten gefah-
ren sein muss (Foto im UTD Dossier Nr. 22, unpaginierte Seite gleich nach pag. 186). Doch auch hier 

16

muss aufgrund der Gesamtumstände davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte nicht mit 
Vollgas – was nota bene auch kein definierter Begriff ist – fuhr, weil er sonst das Gitter der Einstellhal-
lenausfahrt so stark beschädigt hätte, dass das Auto die Einstellhallenausfahrt herunter gefallen wäre. 
Zum Tempo, ausgedrückt in km/h, kann mithin nichts Konkretes gesagt werden. Klar ist jedoch, dass 
der Beschuldigte, indem er zügig fuhr und nicht rechtzeitig abgebremst hat, [«sein Fahrzeug nicht be-
herrschte und»; Auslassung durch die Kammer] einen Sachschaden verursachte.

Die Kammer geht mit der Vorinstanz nur insoweit einig, als aufgrund der sich aus 
dem Plan des UTD ergebenden Distanzen und insbesondere aufgrund der tat-
nächsten und glaubhaften Aussagen des Straf- und Zivilklägers (pag. 244 f.) erstellt 
ist, dass Letzterer von dem vom Beschuldigten gelenkten Personenwagen mit der 
vorderen rechten Seite (Motorhaube / Blinker) erfasst und auf die Kühlerhaube auf-
geladen wurde. Nach einer kurzen «Mitfahrt» (rund zwei bis drei Meter, vgl. UTD 
Plan gemäss pag. 206) konnte sich der Straf- und Zivilkläger selber mit den Hän-
den abstossen und fiel noch während der Weiterfahrt seitlich links über die Fahrer-
seite wieder von der Motorhaube. Dass der Straf- und Zivilkläger vor dem Auto des 
Beschuldigten stand und sich irgendwie bewegte bzw. sich gemäss seinen glaub-
haften Aussagen eben mit den Armen auf der Motorhaube abstossen konnte, um 
nicht vom Auto erwischt zu werden, bestätigte sinngemäss auch der Zeuge 
S.________ («…il me semble qu'il a pu reculer pour essayer d'éviter le véhicule.», 
pag. 311, Z. 29 f.). Bei diesem Vorfall zog sich der Straf- und Zivilkläger die ärztlich 
bescheinigten Verletzungen zu. 

Die Überlegungen der Vorinstanz zur vom Beschuldigten gefahrenen Geschwin-
digkeit («…nicht Vollgas, weil der Straf- und Zivilkläger diesfalls aufgrund der Flieh-
kraft auf der rechten Seite und nicht links auf der Fahrerseite wieder vom Auto her-
untergefallen wäre…», pag. 1113) und dazu, wann und wie genau sich der Straf- 
und Zivilkläger die Verletzungen zuzog («… mit dem Kopf auf dem Fussboden auf-
schlug, sodass er [der Straf- und Zivilkläger] sich eine leichte Gehirnerschütterung 
mit retrograder Amnesie zuzog…», pag. 113), sind hingegen weitgehend spekula-
tiv. Gemäss diversen Aussagen fuhr der Beschuldigte unvermittelt und zügig an 
(pag. 299, Z. 35; pag. 311, Z. 28), gemäss dem Zeugen R.________ quietschten 
sogar die Pneus (pag. 282, Z. 35 f). In der oberinstanzlichen Verhandlung stellte 
der Beschuldigte selber zudem nicht in Abrede, nicht im Schritttempo, sondern zü-
giger gefahren zu sein (pag. 1299, Z. 10 ff.). Er legte also zweifellos einen satten 
Start hin. Weshalb die Verletzungen sodann erst beim Aufprall auf den Boden ent-
standen sein sollen, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Zwar wurden auf der Wind-
schutzscheibe keine Spuren gefunden, so dass kein positiver Nachweis erbracht 
ist. Ein Aufprall mit Verletzungsfolge auf der Motorhaube ist damit aber noch nicht 
ausgeschlossen und ebenfalls denkbar. 

Für die rechtliche Beurteilung des Verhaltens des Beschuldigten ist aber letztlich 
weder entscheidend, woher genau die Verletzungen rühren – vom Aufladevorgang 
allein, vom nachfolgenden Aufprall am Boden oder von einer Kombination von bei-
dem –, noch, ob aus den festgestellten Beschädigungen auf eine bestimmte Ge-
schwindigkeit geschlossen werden kann und wenn ja, auf welche. Viel wesentlicher 
ist, dass der Beschuldigte mit seinem Personenwagen gemäss mehreren Aussa-
gen zügig anfuhr und dies, obwohl die Situation mit weiteren parkierten Autos, zahl-

17

reichen Pfosten und einem Geländer unübersichtlich war. Dem Beschuldigten 
musste dabei auch bewusst sein, dass sich dort Personen aufhalten (könnten). Er 
gab dazu selber zu Protokoll, die «Kleine» [gemeint ist O.________] sei hinter sei-
nem Wagen gestanden und es habe auch noch andere Personen in der Gegend 
gehabt (pag. 314, Z. 29 f.). Er hat die Personen im Bereich des Personenwagens 
also gar konkret wahrgenommen. Zudem spielte sich das Geschehen in der Nähe 
eines Geschäftes (H.________) und mehrerer Hauseingänge ab, was dem Be-
schuldigten ebenso bewusst war. Dennoch schwenkte er nach seinem zügigen 
Start sogleich nach links in die Laube ein und fuhr bis zur Rechtskurve durch die 
Laube weiter. Der Beschuldigte verfolgte seine Absicht, durch die Laube wegzufah-
ren, auch nach dem Zusammenstoss mit dem Straf- und Zivilkläger unbeirrt weiter. 

Was den Vater des Straf- und Zivilklägers, F.________, anbelangt, erschliesst sich 
der Kammer indes nicht klar, was dieser nach dem Abmontieren der Schilder getan 
bzw. wo er sich befunden hat, als der Beschuldigte wieder vorwärtsfuhr. Insbeson-
dere ist auch nicht klar, ob F.________ sich verletzte, als der Beschuldigte vor-
wärts in die Laube fuhr. 

Die Angaben von F.________ zu seinem Standort im Moment des Losfahrens des 
Beschuldigten sind widersprüchlich. Gemäss eigenen Angaben bei der Tatrekon-
struktion vom 22. November 2012 mit der Familie ________ (pag. 164; pag. 199) 
befand er sich schräg hinter dem Personenwagen des Beschuldigten auf dem 
Nachbarparkfeld (Punkt g, pag. 199). Seine protokollierten Aussagen lauteten je-
doch völlig anders, nämlich, dass er sich im Bereich der Stützsäule befunden habe, 
als das Fahrzeug gegen ihn und seinen Sohn gekommen sei (pag. 272, Z. 712 f.). 
An der erstinstanzlichen Verhandlung gab F.________ schliesslich zu Protokoll, er 
und sein Sohn seien vorne dran beim Hauseingang gestanden, als der Beschuldig-
te vorwärtsgefahren sei (pag. 986, Z. 12). 

Auch wenn nicht zu verkennen ist, dass die Tatrekonstruktion – welche im Übrigen 
nur in Anwesenheit der Familie ________, nicht jedoch des Beschuldigten und zu-
dem ohne Protokoll durchgeführt wurde – nach Ansicht der Kammer nicht sehr auf-
schlussreich ausfiel und die Aussagen von F.________, aber auch von allen ande-
ren Personen, vor dem Hintergrund zu würdigen sind, dass es sich um ein ausser-
gewöhnliches und äusserst dynamisches Geschehen handelte, kann anhand der 
Aussagen von F.________ nicht eruiert werden, an welchem Standort er sich 
tatsächlich befunden hat, als der Beschuldigte vorwärts in die Laube fuhr. Hätte 
sich F.________ in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs bzw. gar direkt vor dem 
Personenwagen des Beschuldigten befunden, so hätte es wohl auch ihn erwischt. 
Im Rahmen seiner ersten und tatnächsten Einvernahme erwähnte F.________ al-
lerdings mit keinem Wort, getroffen oder gar verletzt worden zu sein (pag. 272). 
Erst im Rahmen seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft – mithin rund sie-
ben Monate später – brachte er vor, das Auto habe ihn am Knie touchiert 
(pag. 278, Z. 66 f.; so auch die Verteidigung, pag. 1311). Die Erwähnung dieses 
Details wäre bei einem solch gravierenden Vorfall allerdings bereits anlässlich der 
ersten Einvernahme zu erwarten gewesen, hätte es sich denn auch tatsächlich so 
zugetragen. Hinzu kommt, dass der Zeuge S.________, dessen Aussagen in den 
Augen der Kammer durchaus glaubhaft sind, in seiner Einvernahme nur von einem 

18

«jeune», also einem Jungen sprach, der sich vor dem Auto auf dem Trottoir befun-
den habe (pag. 311, Z. 29), nicht jedoch von F.________. Hätte sich dieser – wie 
er selbst zu Protokoll gab – tatsächlich zu diesem Zeitpunkt neben dem Straf- und 
Zivilkläger befunden, so hätte auch S.________ ihn gesehen bzw. sehen müssen. 
Auch der Straf- und Zivilkläger konnte im Übrigen nicht bestätigen, dass sich sein 
Vater zu diesem Zeitpunkt neben ihm befunden hatte (pag. 1293, Z. 26). Auch er 
hätte seinen Vater, sofern dieser unmittelbar neben ihm gestanden hätte, mit Si-
cherheit registriert. 

Für die Kammer steht demnach einzig fest, dass F.________ sich in der Nähe des 
Geschehens befunden haben muss. Sein Standort kann jedoch nicht genau eruiert 
werden. Es ist, wie von der Vorinstanz ausgeführt, wohl am ehesten davon auszu-
gehen, dass F.________ sich – nachdem der Beschuldigte mit seinem Auto vor-
wärts in die Laube gefahren war – über die Parkplätze in Richtung ________-
Strasse begab, um dem Beschuldigten Container in den Weg zu stellen. Ob 
F.________ sich jedoch in so unmittelbarer Nähe des Personenwagens befunden 
hat, dass er am Knie touchiert wurde, als der Beschuldigte in die Laube fuhr, kann 
in den Augen der Kammer nicht abschliessend eruiert werden. Der angeklagte 
Sachverhalt erweist sich diesbezüglich nicht als erstellt.

Was die von der Vorinstanz erwähnte Geschwindigkeit während der Fahrt in der 
Laube anbelangt, steht für die Kammer ausser Frage, dass der Beschuldigte zu-
mindest ein Tempo hatte, welches für eine Fahrt durch die Laube als zu hoch be-
zeichnet werden muss. Wie die Generalstaatsanwaltschaft oberinstanzlich zu 
Recht ausführte, sind damit nicht 300 km/h gemeint (pag. 1313), dafür reicht unter 
den gegebenen Verhältnissen ein zügiges An- bzw. Weiterfahren. Auch 
R.________ gab zu Protokoll, der Beschuldigte habe nicht versucht, langsam zu 
fahren, er sei «tout le temps à fond, au maximum» gewesen, was darauf schliessen 
lässt, dass der Beschuldigte eben – für diese Verhältnisse – viel zu schnell fuhr 
(pag. 284, Z. 106 f.).

Hingegen kann mit der Vorinstanz als erstellt erachtet werden, dass der Beschul-
digte am Ende der Laube längs der ________ ein erstes Mal in das Gitter der Ein-
stellhallenausfahrt fuhr und dabei die Befestigung des Stützpfostens aus der Ver-
ankerung riss (Punkt k, pag. 206). Dies wird sowohl durch die Aussagen der Betei-
ligten bzw. der Zeugen als auch durch die Fotos in der Dokumentation bestätigt 
(vgl. dazu u.a. pag. 186 f.; pag. 325, Z. 83 [Aussage Beschuldigter]; pag. 292, Z. 22 
f. [Aussage Zeuge T.________]).

9.3 Phase 3 des Geschehens

Zur dritten Phase des Geschehens hielt die Vorinstanz Folgendes fest (pag. 1119, 
S. 50 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Das Gericht erachtet hinsichtlich Phase 3 den folgenden Sachverhalt als beweismässig erstellt: Um 
um die Rechtskurve in der Ecke H.________(Geschäft) zu gelangen, musste der Beschuldigte einige 
Male vor- und rückwärts fahren und manövrieren. Aufgrund der engen Platzverhältnisse sowie des 
sich damals dort befindlichen Baugerüsts, konnte der Beschuldigte unmöglich Vollgas fahren. Beim 
Vorwärtsfahren beschädigte er aufgrund dieser engen Platzverhältnisse [«und Nichtbeherrschens des 
Fahrzeuges»; Auslassung durch die Kammer] die Verschalung des Schaufenstersimses 

19

H.________(Geschäft) (Punkt j) sowie ein zweites Mal das Geländer der Einstellhallenausfahrt (Punkt 
l). Diese Beschädigungen sind durch objektive Beweismittel, nämlich die Fotos vom Tatort, erstellt. 
Beim unvermittelten Rückwärtsfahren in der Ecke H.________(Geschäft) touchierte der Beschuldigte 
beinahe die sich schräg rechts hinter dem Auto befindliche Straf- und Zivilklägerin G.________ (Punkt 
h), weil er diese unter anderem aufgrund der vollständig mit Plastik zugeklebten Heckscheibe 
(vgl. pag. 180) und mangels Blick in den Seitenspiegel nicht wahrgenommen hat. Er fuhr unvermittelt 
– aber nicht mit Vollgas, weil er sonst in das Baugerüst gefahren wäre – rückwärts und G.________ 
konnte sich gerade noch mit einem Sprung auf die rechte Seite auf den Tritt der Treppe beim Eingang 
des Kopiergeschäfts H.________ (Punkt i) retten, um nicht vom Beschuldigten touchiert zu werden. 
Sie wurde also durch sein Fahrmanöver konkret gefährdet.

C.________, welcher nach dem Sturz zu Boden wieder aufgestanden und seiner Mutter bzw. dem 
Fahrzeug des Beschuldigten nachgerannt war, hielt sich in Phase 3 zwar ebenfalls in der Ecke 
H.________(Geschäft) auf, wurde durch das Fahrmanöver des Beschuldigten jedoch nicht gefährdet. 
Als er Schmerzen empfand, setzte er sich auf den Trottoirrand bei der Einstellhallenausfahrt (links von 
Punkt k zwischen Einstellhallenausfahrt und Baugerüst), wo er schliesslich bis zum Eintreffen der Ret-
tungskräfte vor Ort verharrte. Auch hat er die Gefährdung seiner Mutter nicht beobachtet.

Genauso wenig wurde der Zeuge F.________ durch das soeben geschilderte Fahrmanöver des Be-
schuldigten gefährdet, weil er sich zu diesem Zeitpunkt – nachdem er von Punkt g her aussen auf 
dem Parkplatz und anschliessend der ________-Strasse entlang gerannt war – bei den Containern 
(Phase 4, Punkte n, o, p) befand. Auch F.________ hat die Gefährdung seiner Ehefrau somit nicht 
beobachten können.

Diesen Ausführungen schliesst sich die Kammer weitestgehend an. Mit welcher 
Geschwindigkeit der Beschuldigte versuchte, um die Ecke beim 
H.________(Geschäft) zu fahren, ist – wie bereits in Phase 1 und 2 – auch hier 
nicht entscheidend. Unbestritten und für Phase 3 wesentlich ist hingegen, dass sich 
G.________ zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte bei der Ecke 
H.________(Geschäft) rückwärtsfuhr, ungefähr beim Punkt h gemäss Situations-
plan aufhielt. Ebenso ist unbestritten, dass diese sich nur dank eines Sprungs zur 
Seite vor einem Zusammenstoss mit dem Fahrzeug des Beschuldigten retten konn-
te. Ihre Aussagen dazu sind eindrücklich, authentisch und überzeugend (pag. 263, 
Z. 55 f.; pag. 268, Z. 110 f.). 

Nicht nachgewiesen werden kann dem Beschuldigten dagegen, dass er beim un-
vermittelten Rückwärtsfahren in der Ecke H.________(Geschäft) G.________ im 
Rückspiegel sehen konnte. Wie von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt, ist in du-
bio anzunehmen, dass dem Beschuldigten aufgrund des blauen Plastiks, welches 
an der Stelle der fehlenden Heckscheibe angebracht worden war (vgl. dazu 
pag. 180 und pag. 188), die Sicht auf G.________ sowohl mittels direktem Blick 
nach hinten als auch via Rückspiegel verwehrt war. Anhaltspunkte, wonach er sie 
im Seitenspiegel gesehen hätte, ergeben sich aus den Akten keine. Auch 
G.________ konnte nicht bestätigen, dass der Beschuldigte im Moment des Rück-
wärtsfahrens nach hinten geschaut und sie so allenfalls gesehen hätte (pag. 268, 
Z. 115). Zu Gunsten des Beschuldigten ist daher davon auszugehen, dass er 
G.________ zu diesem Zeitpunkt nicht sah bzw. aufgrund der blauen Abdeckung 
an der Stelle der fehlenden Heckscheibe nicht sehen konnte.

20

9.4 Phase 4 des Geschehens

Hinsichtlich des Geschehens in Phase 4 kann integral auf die Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1124, S. 55 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung):

Hinsichtlich Phase 4 gilt nach Würdigung sämtlicher Beweismittel der folgende Sachverhalt als be-
weismässig erstellt: Nachdem der Beschuldigte in der Ecke H.________(Geschäft) mit einigen Fahr-
manövern und der Gefährdung von G.________ die Rechtskurve schaffte, fuhr er geradeaus weiter, 
wobei er das Einstellhallengeländer noch ein drittes und letztes Mal touchierte und beschädigte 
(Punkt m). Am Ende der Passerelle stand ein durch F.________ (und evtl. T.________) in den Weg 
gestellter Container, welcher dem Beschuldigten die Wegfahrt verunmöglichte. Gleichzeitig war es 
dem Beschuldigten aufgrund der engen Platzverhältnisse sowie der seitlich an der Fahrertür anlie-
genden Container nicht möglich, die Fahrertüre zu öffnen und auszusteigen. Der Zeuge T.________, 
welcher von der ________-Strasse herkommend zum Tatort kam, öffnete die Beifahrertür des Autos, 
mit der Absicht, den Beschuldigten aus dem Auto zu zerren und schrie diesen an. In diesem Moment 
warnte ihn F.________, dass der Beschuldigte eine Waffe habe. Nach dieser verbalen Warnung so-
wie dem Anblick des grossen schwarzen Klappmessers „MTech USA“ – welches der Beschuldigte mit 
der rechten Hand aus dem Handschuhfach hervor geholt hatte und gut sichtbar in der Hand nach 
oben hielt, was von T.________ als Drohung verstanden wurde – schlug T.________ die Beifahrertür 
des Autos wieder zu und sah von seinem Vorhaben ab. F.________ behändigte alsdann (mindes-
tens) ein in der Nähe herumliegendes braunes Brett und schlug damit mit einer derartigen Wucht auf 
die Windschutzscheibe des stillstehenden Tatfahrzeugs (Beifahrerseite) ein, dass die Windschutz-
scheibe beschädigt wurde. Der Beschuldigte blieb im Auto sitzen bis die Polizei eintraf und ihn – nach 
wie vor im Auto sitzend – widerstandslos vorläufig festnehmen konnte.

Die vorinstanzlichen Ausführungen zu Phase 4 sind zutreffend. Es ist lediglich 
nochmals darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte seine Fahrt nicht etwa aus 
freien Stücken beendete, sondern nur deshalb, weil F.________ am Ende der Lau-
be einen Container in den Weg gestellt hatte und es für den Beschuldigten somit 
kein Durchkommen mehr gab (vgl. pag. 273, Z. 88 f.; pag. 79, Z. 93 f.). Aus seinem 
Verhalten am Ende des Vorfalls kann der Beschuldigte jedenfalls nichts zu seinen 
Gunsten ableiten.

III. Rechtliche Würdigung

10. Versuchte schwere Körperverletzung, ev. fahrlässige Körperverletzung

10.1 Theoretische Grundlagen zum Tatbestand der versuchten schweren Körperverlet-
zung

Für die theoretischen Grundlagen zum Tatbestand der versuchten schweren Kör-
perverletzung kann vorab vollumfänglich auf die umfassenden und korrekten Aus-
führungen in der erstinstanzlichen Begründung verwiesen werden (pag. 1125 ff., 
S. 56 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

21

Nach Art. 122 StGB macht sich der schweren Körperverletzung schuldig, wer vor-
sätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer vorsätzlich den 
Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 
wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeits-
unfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg 
und bleibend entstellt (Abs. 2), oder wer vorsätzlich eine andere schwere Schädi-
gung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Men-
schen verursacht (Abs. 3).

Als "andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen 
Gesundheit" im Sinne der Generalklausel von Art. 122 Abs. 3 StGB kommt nur eine 
Beeinträchtigung in Frage, die mit den genannten Sachlagen in ihrer Schwere ver-
gleichbar ist. Dies ist etwa der Fall, wenn sie mit einer langen Bewusstlosigkeit, ei-
nem schweren und lang dauernden Krankenlager ("plusieurs mois d'hospitalisati-
on"), einem ausserordentlich langen Heilungsprozess oder einer Arbeitsunfähigkeit 
während eines grossen Zeitraumes ("de nombreux mois d'incapacité de travail") 
verbunden ist (BGE 124 IV 53 E. 2; Urteile 6B_514/2019 vom 8. August 2019 E. 2 
und 6B_992/2015 vom 1. Juni 2016 E. 2.4.2). Im Übrigen kann eine Kombination 
verschiedener Beeinträchtigungen, die für sich allein noch nicht als schwere Kör-
perverletzung gelten, diese Qualifikation in der gesamtheitlichen Würdigung im 
Rahmen der Generalklausel nach Art. 122 Abs. 3 StGB rechtfertigen (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_26/2011 vom 20. Juni 2011 E. 2.4 mit Hinweis und 6B_20/2021 
vom 17. März 2021 E. 2.2). 

Hat der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatent-
schlossenheit manifestiert, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale ver-
wirklicht sind, liegt ein Versuch vor (vgl. Art. 22 Abs. 1 StGB).

Der subjektive Tatbestand von Art. 122 StGB erfordert Vorsatz. Vorsätzlich begeht 
ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vor-
sätzlich handelt zudem bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und 
in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB).

10.2 Subsumtion

Den Erwägungen der Vorinstanz in Bezug auf die konkrete Subsumtion kann an-
gesichts des gezogenen Beweisfazits nicht gefolgt werden. 

Der Straf- und Zivilkläger erlitt durch den Aufprall beim Anfahren bzw. beim Aufla-
den auf die Motorhaube und/oder das darauffolgende seitliche Herunterfallen zwei 
bis drei Meter weiter vorne auf den Boden eine leichte Gehirnerschütterung mit re-
trograder Amnesie sowie Prellungen an Thorax, Hals- und Lendenwirbelsäule. 
Knochenbrüche erlitt er keine und auch äusserliche Verletzungen waren keine 
sichtbar. Die Kammer ist mit Dr. med. I.________ jedoch der Ansicht, dass der Zu-
sammenprall mit dem Personenwagen, selbst wenn kein Aufprall auf der Wind-
schutzscheibe nachgewiesen ist, leicht zu schweren Verletzungen hätte führen 
können. Dass dies vorliegend nicht der Fall war und sich der Straf- und Zivilkläger 
lediglich Verletzungen im Sinne von Art. 123 StGB zuzog, ist Zufall und wohl einzig 
dem Umstand zu verdanken, dass sich der Straf- und Zivilkläger noch selber ir-
gendwie vom Auto abstossen konnte und seitlich davon runterfiel. Wäre er direkt 

22

vor das Auto gefallen, wäre er von diesem überrollt worden und hätte weit gravier-
endere Verletzungen bzw. Schädigungen erleiden können. Der Beschuldigte selber 
hatte keinen Einfluss mehr auf das Geschehen. 

Was die Wissensseite des subjektiven Tatbestandes anbelangt, hielt die Vorinstanz 
zu Recht fest, wer – wie der Beschuldigte – mit einem Auto in der Laube mit zwei 
unmittelbar angrenzenden Wohnliegenschaftseingängen sowie einem Geschäft 
durchfahre, wisse, dass das reale Risiko einer schweren Körperverletzung durch 
Anfahren eines Fussgängers – so beim Straf- und Zivilkläger – bestehe. Der Be-
schuldigte habe damit rechnen müssen, dass zum Tatzeitpunkt an einem Nachmit-
tag um ca. 16:00 Uhr jederzeit ein Fussgänger in der Passerelle ________ auftau-
chen könnte (pag. 1127 f., S. 58 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Die Willensseite betreffend stellte die Vorinstanz indessen auf die Aussagen des 
Beschuldigten, wonach er nie einen Menschen überfahren würde, nicht einmal über 
einen Baum oder eine Katze, ab und verneinte den subjektiven Tatbestand 
schliesslich (pag. 1128 f., S. 59 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Dies 
lässt sich nach Ansicht der Kammer nicht halten. Wie bereits im Rahmen der Be-
weiswürdigung erwähnt, kann aus dem Vortatverhalten des Beschuldigten – mithin 
dem Wegräumen der Container sowie des im Weg stehenden Velos – nichts zu 
dessen Gunsten abgeleitet werden (so auch die Generalstaatsanwaltschaft anläss-
lich der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1302). Mit anderen Worten kann dar-
aus nicht geschlossen werden, dem Beschuldigten sei es wichtig gewesen, keinen 
Sachschaden zu verursachen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschul-
digte seinen Weg freiräumte, um dort durchzufahren – und zwar nach dem Motto 
«Komme was wolle!». Ohne das Wegräumen der Container bzw. des Velos wäre 
eine Durchfahrt von Anfang an praktisch unmöglich gewesen, waren die Platzver-
hältnisse doch schon so sehr eng. Der Beschuldigte räumte die Gegenstände also 
nicht deshalb weg, weil er keinen Sachschaden verursachen wollte. Im weiteren 
Verlauf, als er mehrere Male in das Geländer der Einstellhalle und in die Verscha-
lung des Schaufenstersimses des H.________ fuhr, war ihm der Sachschaden je-
denfalls völlig egal. Die Aussage, wonach er das Menschenmögliche unternommen 
und geschaut habe, dass der Weg frei sei und ausserdem ja niemand dort gewe-
sen sei (pag. 316, Z. 128 f.), muss klar als Schutzbehauptung abgetan werden. Es 
mag zwar zutreffen, dass der Beschuldigte sich vorgängig umschaute, wie er sich 
aus seiner misslichen Parksituation befreien kann. Dass sich aber bereits zu die-
sem Zeitpunkt Menschen in der Laube befanden (notabene die ganze Familie 
________), ist aktenkundig und wurde auch vom Beschuldigten so registriert. Er 
wusste um deren Anwesenheit, gab er doch selber an, gesehen zu haben, wie 
O.________ mit jemandem gesprochen habe bzw. wer zu diesem Zeitpunkt alles 
vor Ort gewesen sei (pag. 325, Z. 63; pag. 350, Z. 147 ff.). 

Schliesslich zeigen auch die Aussagen des Beschuldigten in der ersten Einver-
nahme, wonach es ihn [den Straf- und Zivilkläger] hoffentlich recht erwischt habe, 
er es ihm gönnen möge, «diesem Souhung» (pag. 314, Z. 52 f.) und er «gotten-
froh» sei, dass es auch einen von denen getroffen habe und nicht nur er etwas da-
von abbekommen habe (pag. 316, Z. 133 f.), in welcher Stimmung der Beschuldig-
te war und mit welcher Geisteshaltung er handelte. Entgegen der Auffassung der 

23

Verteidigung (pag. 1309 f.) ist denn auch nicht davon auszugehen, dass der Be-
schuldigte erst im Rahmen seiner Einvernahme so aufgebracht war, nicht jedoch 
bereits während des Vorfalls. Die Aussagen der Beteiligten und anwesenden Zeu-
gen sprechen jedenfalls gegen diese Version. Der Beschuldigte nahm also bewusst 
in Kauf, jemanden zu verletzen und rechnete klar mit dieser Möglichkeit. Sämtliche 
späteren Beteuerungen seinerseits sind als reine Schutzbehauptungen zur Scha-
densbegrenzung zu qualifizieren. 

Aus dem Umstand, dass der Beschuldigte das Auto letztlich zum Stillstand brachte, 
kann er – wie bereits in Ziff. 9.4 hiervor erwähnt – nichts zu seinen Gunsten ablei-
ten, blieb ihm doch gar nichts anderes übrig, als vor den Containern anzuhalten. 
Hinzu kommt, dass der Zeuge T.________ die Beifahrertür öffnete und auf der 
Fahrerseite zudem F.________ mit einem Brett auf die Windschutzscheibe ein-
schlug. Der Beschuldigte befand sich damit, wie er im Übrigen selbst zu Protokoll 
gab (pag. 326, Z. 110), im Clinch und fuhr nicht zuletzt wohl auch deshalb nicht 
mehr weiter.

Die Vorinstanz führte schliesslich aus, selbst wenn der Beschuldigte um die hohe 
Wahrscheinlichkeit, Fussgänger zu verletzen, gewusst und dennoch gehandelt ha-
be, sei davon auszugehen, dass er dies aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit sowie 
aufgrund seiner krankheitsbedingten Selbstüberschätzung – und somit eben gera-
de nicht aus Gleichgültigkeit – getan habe. Er habe aus Leichtfertigkeit darauf ver-
traut, dass ihm schon keine Fussgänger in dieser Laube begegnen würden und sei 
in Selbstüberschätzung davon ausgegangen, dass er sein Fahrzeug unter Kontrolle 
habe und sich ein allfälliger Fussgänger schon noch rechtzeitig in Sicherheit brin-
gen könne (pag. 1129, S. 60 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Auch diese 
Auffassung teilt die Kammer nicht. Mit seinem Verhalten – sprich mit dem vorgän-
gigen absichtlichen Rückwärtsfahren in das Auto von O.________ und dem ansch-
liessenden mit quietschenden Reifen Vorwärtsfahren – legte der Beschuldigte sehr 
wohl eine Gleichgültigkeit an den Tag, die nur den Schluss zulässt, dass er eben 
gerade nicht aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit handelte. Obwohl er auf seiner 
Fahrt aufgrund der kurzen Distanzen kein allzu hohes Tempo erreicht haben dürfte, 
ist erstellt, dass der Beschuldigte sehr zügig gefahren sein muss und mindestens 
eine Geschwindigkeit hatte, die ausreichend dafür war, dass der Straf- und Zivilklä-
ger aufgeladen und zwei bis drei Meter weiter vorne wieder abgeworfen wurde. 

Damit ist auf der Willensseite erstellt, dass der Beschuldigte bei seiner bewusst ge-
starteten Fahrt in die Laube (vgl. auch Ziff. 11 hiernach) den als möglich erkannten 
Erfolgseintritt einer schweren Verletzung erkannte und sich mit diesem abfand. Er 
handelte eventualvorsätzlich und erfüllte damit auch den subjektiven Tatbestand 
von Art. 122 Abs. 3 StGB. Weil der Straf- und Zivilkläger keine schweren Verlet-
zungen erlitt, liegt lediglich ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vor.

Allfällige Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind nicht ersichtlich. 

Der Beschuldigte ist in Anwendung von Art. 122 Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 2. Oktober 2012 in 
E________ z.N. des Straf- und Zivilklägers, schuldig zu erklären.

24

11. Gefährdung des Lebens, evtl. grobe Verkehrsregelverletzung durch unerlaub-
tes Befahren des Trottoirs

11.1 Theoretische Grundlagen zum Tatbestand der Gefährdung des Lebens

In Bezug auf den Tatbestand der Gefährdung des Lebens kann vorab auf die dog-
matischen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 62 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung. pag. 1131 f.).

Der Gefährdung des Lebens macht sich schuldig, wer einen Menschen in skrupel-
loser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt (Art. 129 StGB).  

In objektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand den Eintritt einer konkreten unmittel-
baren Lebensgefahr. Sie liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Mög-
lichkeit der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 E. 5.1). Dies setzt nicht voraus, dass 
die Wahrscheinlichkeit des Todes grösser sein muss als jene seines Ausbleibens. 
Die Gefahr muss unmittelbar, nicht aber unausweichlich erscheinen BGE 94 IV 60 
E. 2). 

Der subjektive Tatbestand verlangt bezüglich der unmittelbaren Lebensgefahr di-
rekten Vorsatz; Eventualvorsatz genügt nicht (BGE 133 IV 1 E. 5.1). Bei sicherem 
Wissen um den Eintritt der tödlichen Verletzung liegt Tötungsvorsatz vor, so dass 
die Art. 111 ff. StGB eingreifen (zur echten Konkurrenz von Art. 129 StGB und 
Art. 117 StGB vgl. BGE 136 IV 76 E. 2.7). Eine Verurteilung wegen Art. 129 StGB 
fällt daher nur in Betracht, wenn der Täter trotz der erkannten Lebensgefahr han-
delt, aber darauf vertraut, die Gefahr werde sich nicht realisieren (BGE 136 IV 76 
E. 2.4). Weiter erfordert der Tatbestand skrupelloses Handeln. Skrupellos ist ein in 
schwerem Grade vorwerfbares, ein rücksichts- oder hemmungsloses Verhalten 
(BGE 133 IV 1 E. 5.1). Je grösser die vom Täter geschaffene Gefahr ist und je we-
niger seine Beweggründe zu billigen sind, desto eher ist die Skrupellosigkeit zu be-
jahen. Diese liegt stets vor, wenn die Lebensgefahr aus nichtigem Grund geschaf-
fen wird oder deutlich unverhältnismässig erscheint, so dass sie von einer tiefen 
Geringschätzung des Lebens zeugt (Urteil 6B_698/2017 vom 13. Oktober 2017 
E. 4.2 mit Hinweisen).

11.2 Subsumtion

11.2.1 Gefährdung betreffend den Straf- und Zivilkläger

Den vorinstanzlichen Ausführungen zur Gefährdung des Lebens des Straf- und Zi-
vilklägers (pag. 1132 f., S. 63 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) kann sich 
die Kammer nicht anschliessen.

Der Beschuldigte lud den Straf- und Zivilkläger vor dem Hauseingang der 
________ mit der Motorhaube seines Personenwagens seitlich, wenn auch nicht 
mit Vollgas, aber doch mit einer ausreichenden Geschwindigkeit auf und nahm ihn 
zwei bis drei Meter weit mit. Darauf fiel der Straf- und Zivilkläger seitlich auf der 
Fahrerseite wieder vom Fahrzeug zu Boden. 

Was die zugezogenen Verletzungen anbelangt, kann auf die Ausführungen zur 
versuchten schweren Körperverletzungen hiervor verwiesen werden. Wenn die  

25

Vorinstanz annimmt, der objektive Tatbestand der Gefährdung des Lebens sei vor-
liegend nicht erfüllt, zumal der Straf- und Zivilkläger entgegen dem Bericht von 
Dr. med. I.________ vom 2. Oktober 2012 nicht mit dem Kopf gegen die Wind-
schutzscheibe geprallt sei und daher auch keine Lebensgefahr bestanden habe 
(pag. 1132, S. 63 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), verkennt sie, dass vor-
liegend nicht entscheidend ist, ob der Straf- und Zivilkläger mit dem Kopf auf der 
Windschutzscheibe aufgeschlagen hat oder nicht (gleicher Meinung auch die Ver-
tretung des Straf- und Zivilklägers, pag. 1307). Sie führt sodann zwar aus, auch 
aufgrund des geringen Tempos sowie der Möglichkeit des Straf- und Zivilklägers, 
sich mit den Händen auf der Motorhaube abstützen zu können, könne ebenfalls 
nicht von einer konkret drohenden und unmittelbaren Lebensgefahr ausgegangen 
werden, was nach Auffassung der Kammer jedoch ebenfalls unzutreffend ist.

Mit welcher Geschwindigkeit der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt fuhr, muss bzw. 
kann wie bereits mehrfach erwähnt offenbleiben und ist nicht entscheidend. Jeden-
falls war es eine Geschwindigkeit, die genügend hoch war, um den Straf- und Zivil-
kläger überhaupt auf die Motorhaube aufladen und noch einige Meter mitnehmen 
zu können. Dass dieser sich irgendwie noch mit den Händen abstützen konnte, 
kann sich nicht zu Gunsten des Beschuldigten auswirken, ebenso wenig der Um-
stand, dass der Straf- und Zivilkläger seitlich vom Auto herabfiel. Das ist wie eben-
falls bereits ausgeführt nicht das Verdienst des Beschuldigten, sondern schlicht 
Glück und Zufall. Ebenso denkbar und wahrscheinlich wäre gewesen, dass der 
Straf- und Zivilkläger vor dem Auto auf den Boden gefallen und von diesem über-
rollt worden wäre. Damit lag im Zeitpunkt der Kollision eine für die Erfüllung des ob-
jektiven Tatbestandes erforderliche Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der 
Todesfolge vor (vgl. STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 
4. Aufl. 2019, N 1 zu Art. 129 sowie das Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2007 
vom 14. April 2008 E. 2.5). Dass vorliegend die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der 
Todesfolge kleiner war als diejenige des Ausbleibens, ist gemäss der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung nicht entscheidend (Urteil des Bundesgerichts 
6B_67/2017 vom 4. August 2017 E. 2.2). Für den Straf- und Zivilkläger bestand 
nicht bloss eine Gesundheits-, sondern eine Lebensgefahr.

Der Vollständigkeit halber und trotz Verneinung der Erfüllung des objektiven Tatbe-
standes prüfte die Vorinstanz auch noch den subjektiven Tatbestand der Gefähr-
dung des Lebens, verneinte diesen aber ebenfalls. Im Wesentlichen stützte sie ihre 
Erwägungen (auch hier) auf das Beweisergebnis, wonach der Beschuldigte vor-
gängig die Container sowie das Velo zur Seite geräumt habe und deshalb weder 
einen Sach- noch einen Personenschaden habe verursachen wollen. Er habe da-
mit nicht vorsätzlich gehandelt (pag. 1133, S. 64 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

Was das Wegräumen der Container sowie des Velos anbelangt, kann auf die vor-
stehenden Erwägungen zum Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Körperver-
letzung verwiesen werden (Ziff. 10.2 hiervor). Nach Auffassung der Kammer ist da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte, wenn auch nicht Vollgas, dann doch im-
merhin mit für diese kurze Distanz genügend hohem Tempo bzw. zügig auf den 
Straf- und Zivilkläger zufuhr und damit um die Lebensgefahr wusste und diese 

26

auch wollte. Dafür, dass der Beschuldigte einfach darauf vertraut hätte, der Straf- 
und Zivilkläger werde die Gefahr durch eigenes Verhalten abwenden können, gibt 
es keine Hinweise.

Das Befahren der Laube mit dem Auto zur Bejahung der Skrupellosigkeit genügt 
denn auch füglich. Wie ebenfalls bereits mehrfach erwähnt, ereignete sich der Vor-
fall um ca. 16.00 Uhr nachmittags, mithin zu einer Zeit, zu welcher – nebst der Fa-
milie ________ – durchaus auch weitere Fussgänger hätten unterwegs sein kön-
nen. Wer sich, wie der Beschuldigte, dafür entscheidet, seinen Weg mit dem Auto 
durch eine Laube zu bahnen, legt ein klar rücksichts- und hemmungsloses Verhal-
ten an den Tag.

Der Beschuldigte erfüllt den objektiven und subjektiven Tatbestand der Gefährdung 
des Lebens z.N. des Straf- und Zivilklägers. Rechtfertigungs- oder Schuldaussch-
liessungsgründe sind nicht ersichtlich. Entsprechend ist der Beschuldigte der Ge-
fährdung des Lebens, begangen am 2. Oktober 2012 z.N. des Straf- und Zivilklä-
gers schuldig zu erklären.

11.2.2 Gefährdung des Lebens in Bezug auf G.________

Was die Gefährdung hinsichtlich G.________ betrifft, kann im Wesentlichen auf die 
Ausführungen zum Straf- und Zivilkläger unter vorangehender Ziff. 11.2.1 verwie-
sen werden. Für G.________ bestand ebenfalls eine Lebens- und nicht lediglich 
eine Gesundheitsgefahr. Sie wurde beim Rückwärts-Fahrmanöver des Beschuldig-
ten an der Ecke beim H.________(Geschäft) zwar nicht verletzt, konnte sich 
gemäss eigenen Aussagen aber nur in allerletzter Sekunde an den Rand bzw. auf 
die Stufe der Treppe zum H.________(Geschäft) retten. Andernfalls wäre auch sie 
vom Auto erfasst worden. Es bestand damit auch für sie zu diesem Zeitpunkt eine 
für die Erfüllung des objektiven Tatbestandes verlangte unmittelbare Lebensgefahr.

Auf der subjektiven Seite ist indessen fraglich, ob der Beschuldigte mit direktem 
Vorsatz handelte; Eventualvorsatz genügt, wie unter Ziff. 11.1 ausgeführt, für die 
Bejahung des Tatbestandes nicht. 

Angesichts des gezogenen Beweisfazits ist der subjektive Tatbestand in Bezug auf 
G.________ nicht erfüllt. Dem Beschuldigten kann nicht nachgewiesen werden, 
dass er G.________ bei seinem Rückfahrmanöver in der Laube auf Höhe des 
H.________ gesehen und seine Fahrt dennoch unbeirrt fortgesetzt hat, zumal sei-
ne Sicht nach hinten durch die blaue Abdeckung an Stelle der fehlenden Heck-
scheibe massiv eingeschränkt bzw. gar versperrt war. Der Beschuldigte wusste 
somit nicht um deren Lebensgefahr und konnte diese auch nicht wollen. Es fehlt 
am für die Bejahung des subjektiven Tatbestandes wesentlichen Element des di-
rekten Vorsatzes. 

Der Beschuldigte ist mangels Erfüllung des subjektiven Tatbestandes von der se-
parat angeklagten Gefährdung des Lebens, angeblich begangen am 2. Oktober 
2012 z.N. von G.________, freizusprechen.

11.2.3 Gefährdung des Lebens in Bezug auf F.________

Was die Gefährdung des Lebens betreffend F.________ anbelangt, ist ebenfalls 
auf das Beweisergebnis unter Ziff. 9.2 hiervor zu verweisen, wonach die Kammer 

27

zur Überzeugung gelangte, der Standort von F.________ könne – einerseits ge-
stützt auf seine eigenen, andererseits aber auch auf die Aussagen weiterer Betei-
ligter – nicht konkret bezeichnet werden. Zwar steht fest, dass sich F.________ in 
der Nähe des Geschehens aufgehalten haben muss. Ob er sich allerdings in unmit-
telbarer Nähe des Fahrzeuges befand, als der Beschuldigte vorwärts in die Laube 
fuhr und durch Letzteren mit dem Auto an seinem Knie touchiert wurde, ist wie er-
wähnt nicht erstellt. Damit fehlt es vorliegend bereits an der Erfüllung des objekti-
ven Tatbestandes – eine konkrete Lebensgefährdung für F.________ ist zu vernei-
nen.

Der Beschuldigte ist mangels Erfüllung des objektiven Tatbestandes von der An-
schuldigung der Gefährdung des Lebens, angeblich begangen am 2. Oktober 2012 
z.N. von F.________, freizusprechen.

11.2.4 Fazit

Der Beschuldigte ist in Anwendung von Art. 129 StGB der Gefährdung des Lebens, 
begangen am 2. Oktober 2012 in E________ z.N. des Straf- und Zivilklägers, 
schuldig zu sprechen. In Bezug auf die angeklagte Gefährdung des Lebens betref-
fend G.________ sowie F.________ ist der Beschuldigte hingegen freizusprechen.

11.2.5 Konkurrenz von Art. 129 StGB und Art. 122 StGB

Zwischen dem Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung sowie der 
Gefährdung des Lebens besteht echte Konkurrenz (STEFAN MAEDER, a.a.O., N 62 
zu Art. 129), zumal unechte Konkurrenz bzw. ein Vorrang von Art. 122 StGB ge-
genüber Art. 129 StGB gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur dann an-
zunehmen ist, wenn die Lebensgefährdung als qualifizierendes Merkmal bereits in 
der schweren Körperverletzung (Art. 122 StGB) berücksichtigt ist (BGE 91 IV 193; 
s. auch STEFAN TRECHSEL/MARTINO MONA, in: Trechsel/Pieth, Praxiskommentar 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N 8 zu Art. 129). Es hat vorliegend 
somit ein Schuldspruch sowohl wegen versuchter schwerer Körperverletzung als 
auch wegen Gefährdung des Lebens, beides z.N. des Straf- und Zivilklägers, zu er-
folgen.

12. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln

Gemäss Anklageschrift vom 6. Februar 2017 (pag. 795 ff.) wird dem Beschuldigten 
schliesslich grobe Verkehrsregelverletzung durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs 
(Ziff. 2.1) und eventualiter auch grobe Verletzung der Verkehrsregeln durch uner-
laubtes Befahren des Trottoirs bzw. der Passerelle [recte: Laube] durch Motorfahr-
zeugführer vorgeworfen (Ziff. 1.1 und 1.2 der Eventualanklage, alles pag. 797 f.). 
Letzteres wurde für den Fall, dass die Vorwürfe gegen den Beschuldigten betref-
fend G.________ und F.________ wegen Gefährdung des Lebens zu keinem 
Schuldspruch führen sollten, angeklagt. Dies ist vorliegend mit den Freisprüchen 
(vgl. Ziff. 11.2.2 und 11.2.3 hiervor) geschehen, weshalb nebst dem Vorwurf der 
groben Verkehrsregelverletzung durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs auch die 
Eventualanklagen zu prüfen sind.

28

12.1 Theoretische Grundlagen zum Tatbestand

Auch diesbezüglich kann vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen 
verwiesen werden. Integral verwiesen wird zudem auf die theoretischen Aus-
führungen zu Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV (pag. 1138, S. 69 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung).

Wer Verkehrsregeln verletzt, wird gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG mit Busse bestraft, 
wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Si-
cherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jah-
ren oder Geldstrafe (Art. 90 Abs. 2 SVG).

Der objektive Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ist erfüllt, wenn der Täter eine 
wichtige Verkehrsvorschrift in objektiver Weise missachtet und die Verkehrssicher-
heit ernstlich gefährdet. Es muss konkret eine ernstliche Gefahr hervorgerufen oder 
abstrakt die Möglichkeit einer ernstlichen Gefahr geschaffen werden. Es genügt 
mithin eine erhöht abstrakte Gefährdung. Ob eine konkrete, eine erhöhte abstrakte 
oder nur eine abstrakte Gefahr geschaffen wird, hängt von der Situation ab, in wel-
cher die Verkehrsregelverletzung begangen wird. Wesentliches Kriterium für die 
Annahme einer ernstlichen oder erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Ver-
wirklichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt 
demnach nur zur Erfüllung des Tatbestandes, wenn in Anbetracht der Umstände 
der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 
131 IV 133, E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_520/2015 vom 24. November 
2015, E. 1.3; vgl. auch HANS GIGER, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 
8. Aufl. 2014, N 13 zu Art. 90, m.w.H.).

Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder 
sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Ver-
schulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit.

12.2 Grobe Verletzung der Verkehrsregeln durch unerlaubtes Befahren der Laube z.N. 
von F.________

Was den Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung hinsichtlich F.________ an-
belangt, kann im Wesentlichen auf die Ausführungen der Kammer in Ziff. 11.2.3 
hiervor verwiesen werden. Auch dieser Tatbestand ist gestützt auf das Beweiser-
gebnis nicht erfüllt, zumal nicht eruiert werden konnte, an welcher Stelle sich 
F.________ zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte mit seinem Personenwagen vor-
wärts in die Laube fuhr, befunden hat. Ob der Beschuldigte F.________ somit den 
Vortritt nicht gewährte und ihn am Knie touchierte, ist nicht erwiesen. 

Mangels Erfüllung des objektiven Tatbestands ist der Beschuldigte vom Vorwurf 
der groben Verkehrsregelverletzung durch unerlaubtes Befahren der Laube, an-
geblich begangen am 2. Oktober 2012 z.N. von F.________, freizusprechen.

12.3 Grobe Verletzung der Verkehrsregeln durch unerlaubtes Befahren der Laube z.N. 
von G.________

Indem der Beschuldigte mit seinem Personenwagen in die für Fussgänger vorge-
sehene Laube fuhr und dort am Ende den Rückwärtsgang einlegte, um um die 
Ecke beim H.________(Geschäft) zu fahren, gefährdete er G.________, welche 

29

sich dort aufhielt und sich nachweislich nur mit einem Sprung zur Seite retten konn-
te (vgl. auch Ausführungen unter Ziff. 11.2.2 hiervor). Der objektive Tatbestand 
gemäss Art. 90 Abs. 2 i.V.m. Art. 43 Abs. 2 SVG ist erfüllt.

Auf der subjektiven Seite verlangt der Tatbestand – wie vorangehend bereits aus-
geführt – ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges 
Verhalten. Im Gegensatz zum Tatbestand der Gefährdung des Lebens wird hier 
nicht verlangt, dass der Beschuldigte in Bezug auf die Gefährdung von 
G.________ direkten Vorsatz hatte. Die Anforderungen von Art. 90 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 43 Abs. 2 SVG sind damit deutlich weniger streng. Der Beschuldigte fuhr ge-
zielt und sehr bewusst in die Laube und nahm dabei die Gefährdung von 
G.________ mindestens in Kauf, muss er sie doch bereits vor seinem waghalsigen 
Manöver registriert haben. Er erfüllt damit auch den subjektiven Tatbestand. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind auch hier nicht ersichtlich. Der 
Beschuldigte ist damit der groben Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 
2. Oktober 2012 z.N. von G.________ durch unerlaubtes Befahren der Laube, 
schuldig zu erklären.

12.4 Mehrfache grobe Verkehrsregelverletzung durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs 

Für die Subsumtion hinsichtlich der mehrfachen groben Verkehrsregelverletzung 
durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs kann vorab auf die zutreffenden und nach-
vollziehbaren vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (pag. 1138 f., 
S. 69 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Dadurch, dass der Beschuldigte zu Beginn unvermittelt in das schräg dahinter par-
kierte Auto von O.________ fuhr und damit eine sichtbare Delle an der Beifahrertür 
und Kratzer an der rechten Hintertür verursachte (pag. 196 ff.; Anm. der Kammer: 
Die Legende zu den Bildern Nr. 33-35 ist fälschlicherweise mit „Pw ________“ statt 
mit «Pw ________» beschriftet), beherrschte er sein Fahrzeug nicht. Ebensowenig 
beherrschte der Beschuldigte sein Fahrzeug in der Rechtskurve an der Ecke des 
H.________. Wie vorinstanzlich zutreffend ausgeführt wurde, fuhr der Beschuldigte 
das erste Mal in das Geländer der Einstellhalle, weil er nicht rechtzeitig abbremsen 
konnte. Die weiteren Kollisionen mit dem Geländer der Einstellhalle und die Be-
schädigung der Verschalung des Schaufenstersimses erfolgten aufgrund der en-
gen Platzverhältnisse in und um diese Ecke. Der Beschuldigte verlor damit die 
Herrschaft über sein Fahrzeug und verletzte so eine wichtige Verkehrsregel (Art. 31 
Abs. 1 SVG i.V.m Art. 3 Abs. 1 VRV).

Auch die zweite objektive Tatbestandsvoraussetzung von Art. 90 Abs. 2 SVG, näm-
lich die Schaffung einer ernstlichen (erhöhten abstrakten) Gefährdung anderer Ver-
kehrsteilnehmer, ist erfüllt. Der Beschuldigte fuhr nach dem Motto «Komme was 
wolle!» in die Laube und unter dieser durch und führte auch seine diversen Manö-
ver nach dem gleichen Motto aus. Sowohl aus den Eingängen der Liegenschaften 
________ wie auch aus dem Geschäftsladen H.________(Geschäft) hätten jeder-
zeit Menschen hinaus- und vor sein Auto treten können. Der Beschuldigte schuf al-
so nicht nur in Bezug auf den Straf- und Zivilkläger und dessen Mutter eine ernstli-
che Gefahr. Er wäre ferner auch nicht in der Lage gewesen, rechtzeitig und situati-
onsadäquat auf weitere, plötzlich auftauchende Personen zu reagieren. Wie durch 

30

die verursachten Sachschäden dokumentiert, konnte er nicht rechtzeitig bremsen 
bzw. hatte nicht jederzeit die Herrschaft über sein Fahrzeug.

Der subjektive Tatbestand ist ebenfalls zu bejahen. Der Beschuldigte führte sinn-
gemäss selber aus, es gehe nicht an, mit einem Auto über ein Trottoir bzw. durch 
eine Laube zu fahren (pag. 326, Z. 94 f.). Dass er mit seinem Verhalten angesichts 
der engen Platzverhältnisse und der eingeschränkten Sicht eine Gefahr für sämtli-
che sich dort aufhaltenden Fussgänger schuf, wusste er und nahm sie auch be-
wusst in Kauf. Das Verhalten des Beschuldigten muss entgegen dessen Ansicht 
eindeutig als mehr als nur «ein grober Seich von vorne bis hinten» (pag. 328, 
Z. 182) bezeichnet werden. Auch hier sind weder Rechtfertigungs- noch Schuld-
ausschliessungsgründe ersichtlich.

In Anwendung von Art. 90 Abs. 2 i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 2 SVG so-
wie Art. 3 Abs. 1 und Art. 41 Abs. 2 VRV ist der Beschuldigte der groben Verkehrs-
regelverletzung, mehrfach begangen durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs am 
2. Oktober 2012 in E________, schuldig zu erklären.

IV. Strafzumessung

13. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttre-
ten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst 
nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzuwenden, wenn 
dieses für ihn das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener Strafnor-
men ist nach der sogenannten konkreten Methode vorzunehmen, wonach sich um-
fassende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht ge-
genüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur ent-
weder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden 
Rechte ist ausgeschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare Hand-
lungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu prüfen, 
ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Gesamtstrafe 
zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend ist, nach welchem 
der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt 
(vgl. zum Ganzen STEFAN TRECHSEL / HANS VEST, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Pra-
xiskommentar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 3. Aufl. 2018, N 11 zu Art. 2 
StGB mit Hinweisen; ANDREAS DONATSCH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
19. Aufl., Zürich 2013, S. 34 N 10 sowie BGE 126 IV 5 – je mit Hinweisen). Der 
Gesetzesvergleich hat sich ausschliesslich nach objektiven Gesichtspunkten zu 
richten (BGE 134 IV 82 E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das Ausmass der mit einer 
Sanktion verbundenen Beschränkung der persönlichen Freiheiten, namentlich der 
Bewegungsfreiheit, des Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfreiheit und der Be-
ziehungsfreiheit. Unter den möglichen Strafformen hat die Freiheitsstrafe als die 
strengste zu gelten, gefolgt von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die Sanktionen im 
Einzelfall gleichwertig, so ist altes Recht anzuwenden (PETER POPP/ANNE BERKE-

31

MEIER, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N 20 zu Art. 2, mit 
weiteren Hinweisen). 

Sämtliche vorliegend zu beurteilenden Straftaten wurden vor dem 1. Januar 2018 
begangen. Das neue Recht erweist sich für den Beschuldigten nicht als das milde-
re, weshalb in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB e contrario altes Recht anzu-
wenden ist.

14. Allgemeine Grundlagen zur Strafzumessung

14.1 Art. 47 StGB

Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Be-
weggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhält-
nisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straf-
erhöhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht in der Urteilsbe-
gründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Ge-
wichtung zu begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte 
Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17 
E. 2.1).

14.2 Echte Konkurrenz

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

Die Voraussetzungen der Gleichartigkeit i.S.v. Art. 49 Abs. 1 StGB sind erfüllt, 
wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss die gleiche 
Strafart ausfällt. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige 
Strafen androhen, genügt dabei nicht. Geldstrafe und Freiheitsstrafe stellen keine 
gleichartigen Strafen i.S.v. Art. 49 Abs. 1 StGB dar (BGE 144 IV 217). Bei der Wahl 
der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten 
Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 
präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 
soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige ge-
wählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 
bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Im Vordergrund steht daher auch bei Strafen 
bis zu einem Jahr die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe mildere Sankti-
on (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_207/2013 E. 1.4.1.; BGE 134 IV 
97 ff. E. 4.2). 

Bei der Strafzumessung ist vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu be-
stimmen. Alsdann