# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d982df15-6419-5051-bf61-946dcb79bc13
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-11-05
**Language:** de
**Title:** Taggeldansatz während Potenzialabklärung; Selbständige Erwerbstätigkeit im Aufbau; Glaubhaft ist nur eine Einkommenssteigerung im Umfang, wie sie gegenüber der Ausgleichskasse im laufenden Jahr angegeben wurde; nicht abgestellt werden kann auf den Tabellenlohn, der ein Vielfaches höher ist, als der bis anhin erzielte tatsächliche Verdienst
**Docket/Reference:** IV.2018.00555
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00555.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00555
I. Kammer
Sozialversicherungsrichter Bachofner als Einzelrichter
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
5.
November 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Pro
Infirmis
Zürich
Sozialberatung,
Y.___
Hohlstrasse 560, Postfach, 8048 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1993, verfügt über eine abgeschlossene Lehre als Maler
(
Urk.
10/46/4)
. Im November 2014 liess er die
Einzelfirma
«
Z.___
» ins Handelsregister eintragen (
Urk.
10/1) und
war fortan selbständig erwerbend
(
Urk.
10/
24
).
Im No
vember 2017 meldete
er sich
wegen Kniebeschwerden zum Leistungsbezug bei der
So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
an (
Urk.
10/26)
. Diese
klär
t
e den medizinischen Sachverhalt ab
(
Urk.
10/49
und 10/59/7 ff.
) und
ver
langte vom Versicherten
die Jahresrechnungen 201
5
bis 2017 ein (Urk.10/56-57).
Am
1
7.
Mai 2018
leistete sie
Kostengutsprache für eine Potentialabk
lärung vom 2
2.
Mai 2018 bis
1
8.
Juni
2018 (
Urk.
10/6
4
)
.
Ausserdem sprach sie dem Versi
cherten f
ür deren Dauer mit Verfügung vom 29. Mai 2018 ein grosses IV-Taggeld
in Höhe von
Fr.
36.-- pro Tag
zu
(
Urk.
2
). Die Potentialabklärung wurde
in
der Folge
durchgeführt (
Urk.
10/77) und das Taggeld entsprechend ausbezahlt (
Urk.
10/73 und 10/79).
2.
Gegen die Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch die Pro
infirmis
Zürich (
Urk.
3), mit Einga
be vom 21. Juni 2018 Beschwerde
. Darin beantragte er, das Taggeld neu zu berechnen und auf Fr. 160.--, eventualiter auf
Fr.
143.50,
subeventualiter
auf
Fr.
191.78
pro Tag
festzusetzen
. In prozessualer Hinsicht er
suchte er um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung
(
Urk.
1).
Diesbezüg
lich reichte er innert der ihm hierfür angesetzten Frist
(
Urk.
4 und 6) das
ausge
füllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
7) samt Bele
gen zu seinen finanziellen Verhältnissen ein (
Urk.
8/1-7). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
7.
August 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
9)
und reichte z
usammen mit ihren
Akten die Verfügung vom
6.
Juli 2018
ein
, m
it welcher sie dem Versicherten
neu für die Dauer vom 22.
Mai 2018 bis 21.
Juni 2018
Taggelder
in Höhe von
Fr.
36.-- pro Tag zusprach (Urk. 10/83).
Mit Verfügung vom
5.
September 2018 brachte das Sozialversicherungsgericht dem Versicherten die Beschwerdeantwort zur Kenntnis und wies darauf hin, dass über sein prozessuales Gesuch zu einem späteren Zeitpunkt entschieden würde (
Urk.
11).
Der Einzelrichter
zieht in Erwägung:
1.
Strittig
ist die Höhe des Taggeld
ansatzes
während der einmonatigen Potenzialab
klärung im Frühsommer 201
8.
Da der Streitwert
somit
Fr.
20’000.
--
nicht über
steigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
2.
2.1
Die versicherte Person, die sich zur Abklärung ihres Leistungsanspruches an min
destens zwei aufeinanderfolgenden Tagen einer von der IV-Stelle angeordneten Untersuchung unterzieht, hat gemäss
Art.
22
Abs.
6
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
17
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
für jeden Abklärungstag Anspruch auf ein Taggeld
(vgl. auch
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Aufl., 2014, N
17
zu
Art.
22
IVG
)
.
Dieses
wird frühestens ab dem ersten Tag des Monats gewährt, welcher der Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Der An
spruch erlischt spätestens am Ende des Monats, in
d
em vom Rentenvorbezug nach Art. 40 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenversiche
rung
(AHVG)
Gebrauch gemacht oder das Rentenalter erreicht wird (
Art.
22 Abs. 4 IVG
).
2.2
Gemäss
Art.
22
Abs.
2 IVG besteht
das
Taggeld aus einer Grundentschädigung, auf die alle Versicherten Anspruch haben, und einem Kindergeld für Versicherte mit Kindern.
Die Grundentschädigung beträgt nach
Art.
23
Abs.
1 IVG 80
%
des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens. Grundlage für die Ermittlung des Erwerbseinkommens bildet gemäss
Abs.
3
der genannten
Bestimmung das durchschnittliche Einkommen, von dem Beiträge nach dem
AHVG
erhoben werden (
sog.
massgebendes Einkommen).
2.
3
Die
Details
zum massgebenden Einkommen
sind auf Verordnungsstufe geregelt.
Vorweg
ist
darauf hinzuweisen
, dass
gemäss
Art.
20
sexies
Abs.
1 IV
V
jene
Versi
cherte
als erwerbstätig gelten
, die unmittelbar vor Beginn ihrer Arbeitsunfähig
keit (
Art.
6 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts
,
ATSG)
eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben (
lit
. a) oder glaubhaft machen, dass sie nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit eine Erwerbstätigkeit von längerer Dauer aufgenommen hätten.
Ihnen g
leichgestellt sind gemäss
Abs.
2
lit
. b der genannten Bestimmung Versicherte, die nach krankheits- oder unfallbe
dingter Aufgabe der Erwerbstätigkeit Taggelder als Ersatzeinkommen beziehen.
Nach
Art.
21
Abs.
2 IVV nicht berücksichtigt werden bei der Ermittlung des massgebenden Einkommens
nach
Art.
23
Abs.
2 IVG
sodann
Tage, an denen die versicherte Person kein oder nur ein vermindertes Erwerbseinkommen erzielt hat und zwar wegen Krankheit (
lit
. a), Unfall
(
lit
. b)
Arbeitslosigkeit (
lit
c.)
,
Dienst im Sinne von
Art.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (EOG
;
lit
. d
)
oder anderen Gründen, die nicht auf ihr Ver
schulden zurückzuführen sind
(
lit
. f)
.
Hat die versicherte Person
zudem
vor mehr als zwei Jahren zum letzten Mal eine Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Ein
schränkung ausgeübt, so ist auf das Erwerbseinkommen abzustellen, das sie durch die gleiche Tätigkeit unmittelbar vor der Eingliederung erzielt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(
Art.
21
Abs.
3 IVV).
Grundlage für die Bemessung des Tagg
eldes für
Selbständigerwerbende
bildet ge
mäss
Art.
21
quater
Abs.
1 IVV das auf den Tag umgerechnete, zuletzt ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erzielte Erwerbseinkommen, von dem Beiträge nach dem AHVG erhoben werden. Das Taggeld für Versicherte, die glaubhaft machen, dass sie während der Eingliederung eine selbständige Erwerbstätigkeit von län
gerer Dauer aufgenommen hätten, bemisst sich nach dem Erwerbseinkommen, das sie dabei verdient hätten (
Art.
21
quater
Abs.
2 IVV).
2.4
Wie das
Bundesgericht in seinem Urteil I 732/06 vom
2.
Mai 2007
Erwägung
2.1
feststellte
,
entspricht das der Bemessung des Taggeldes zu
grunde
zu legende Erwerbseinkommen nach
Art.
23
Abs.
3 IVG und
Art.
21
Abs.
3 IVV
(
abgesehen vom Festsetzungszeitpunkt
) d
em
Valideneinkommen
bei der Invaliditätsbemes
sung nach
der
Einkommensvergleichs
methode
(
Art.
16 ATSG)
.
Das Bundesgericht
betonte allerdings
, dass
mit Blick auf den Zweck des Taggeldes, welches im Un
terschied zur Rente keine Dauerleistung
sei
,
immerhin
bei der Beurteilung der beruflichen Weiterentwicklung kein allzu strenger Massstab anzulegen
sei
, wes
halb die Feststellung des
Valideneinkommens
für das Taggeld diejenige für die Rente nicht zwingend präjudizier
e
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin machte in der angefochtenen Verfügung
vom 2
9.
Mai 2018
keine Ausführungen
zur konkreten Festsetzung des
massgebenden
durch
schnittlichen Jahrese
inkommens
auf
Fr. 16'200.--
(
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer
war allerdings dennoch in der Lage, die
Verfügung
sachge
recht
anzufechten
.
3.2
I
n der Beschwerde
hielt er
dafür
,
d
ie
Knieprobleme
hätten im Verlauf
der
selbständigen Erwerbstätigkeit
begonnen. Seit 1
5.
Mai 2017 sei er als Maler
voll
arbeitsunfähig. Da sein Unternehmen
damals
noch im Aufba
u gewesen sei, könne
das Taggeld
nicht
auf Basis des faktisch erzielten
Einkommen
s
bemessen werden
. Vielmehr
sei hierfür
der Tabellenlohn für Männer gemäss
der
Schweizerische
n
Lohnstrukturerhebung (LSE) für das Jahr 2014, Tabelle T17,
Ziff.
71 Bau- und Ausbaufachkräfte sowie verwandte Berufe heranzuziehen. Alternativ sei
auf
die
Leistungen der Krankentaggeldversicherung
abzustellen
.
Die Höhe jener Taggel
der von
Fr. 191.78 pro Tag
entspreche dem bei Aufnahme der selbständigen Er
werbstätigkeit
beziehungsweise bei
Abschluss der Krankentaggeldversicherung
erwarteten Einkommen
(
Urk.
1)
.
3.3
In der Beschwerdeantwort wies d
ie Beschwerdegegnerin auf Art 21
quater
IVV
hin
. Dazu erwog sie, es sei nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer hätte als gesunde Person im Zeitraum der Potenzialabklärung im Mai/Juni 2018 einen Lohn in der Grössenordnung des geltend gemachten Tabellenlohnes erzielt. Er d
ürfe durch die Taggelder
finanziell n
icht bessergestellt werden
(
Urk.
9).
3.4
Zusammenfassend sind sich die Parteien
somit
einig, dass der Beschwerde
führer
für die Dauer der Potenzialabklärung
im Mai/Juni 2018
Anspruch auf ein grosses Taggeld hat. Dies gibt mit Blick auf
seine
bis
Mai
2017
ausgeübte selbs
tändige Tätigkeit als Maler und
seinen
anschliessenden
Bezug von Krankentaggeld
ern
keinen Anlass zu weiteren Ausführungen (vgl.
Art.
22
Abs.
6 IVG in Verbindung mit
Art.
17 und
Art.
20
sexies
IVV).
Zwischen den Parteien strittig
ist einzig der Taggeldansatz.
3.5
Es bleibt anzumerken, dass die Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom
24. Mai 2018 die Dauer der Potenzialabklärung
anpasste
. Diese dauerte demnach vom
22.
Mai
bis 21. Juni 2018
(
Urk.
10/62/1)
. Mit
Verfügung vom
6.
Juli 2018
wurde auch der
Taggeldanspruch dementsprechend
neu fest
ge
setzt
(
Urk.
10/83)
, d.h. di
e angefochtene Verfügung im Sinne von
Art.
53
Abs.
3 ATSG wiedererwogen. Da der Taggeldansatz jedoch
auch in der neuen Verfügung
unverändert
Fr.
36.-- pro Tag
beträgt
, erweist sich die Beschwerde nicht als gegenstandslos.
4.
4.1
Aus den wenigen vorhandenen medizinischen Unter
la
gen erschliesst sich, dass der Beschwerdeführer erst seit dem Jahr 2017 an massgeblichen Kniebeschwerden leidet und diese in der Folge abklären liess. So erfolgte die erste Konsultation bei der Rheumatologin
Dr.
med.
A.___
im Juni 2017 (
Urk.
10/42/5) wegen invali
disierende
r
Schmerzen seit März 201
7.
Konkrete Einschränkungen in Beruf und Alltag schilderte er ihr gegenüber ab Anfang 2017 (
Urk.
10/49/1-2). Konsulta
tionen in der Universitätsklinik
B.___
fand
en
einzig im Oktober 2017 statt, an
lässlich derselben der Beschwerdeführer wiederum über seit März 2017 ohne Trauma bestehende Schmerzen berichtete (
Urk.
10/59/7-8).
In der Eingliederungsberatung der Invalidenversicherung verneinte
er
sogar ex
plizit, bereits früher einen Arzt wegen der Kniebeschwerden aufgesucht zu haben (
Urk.
10/66/4 oben).
4.2
Gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (IK)
vom 2
8.
August 2018 betrug das Einkommen des Beschwerdeführers
als
Selbständigerwerbender
im Jahr
2014
Fr.
11'400.
-- und im Jahr 2015
Fr.
16'200.--
(
Urk.
10/86).
Zu beachten ist aller
dings, dass er die selbständige Erwerbstätigkeit erst Ende November 2014 auf
nahm und
im Auszug ferner ein
Erwerbsersatz in Höhe von
Fr.
1'449.
--
für Januar 2015 ausgewiesen ist
(
Urk.
10/86), d.h.
er konnte
in dieser Zeit
kein Erwerbseinkommen erzielen (
Art.
21
Abs.
2 IVV).
Aufgrund der vom Beschwerdeführer am
2.
März 2017 mitgeteilten Einkommen (
Urk.
10/16/1) setzte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Aus
gleichskasse, sein AHV-pflichtiges Einkommen für das Jahr 2015
zunächst
auf Fr.
16'300.-- (
Urk.
10/19) und ferner
für das Jahr 2016 auf
Fr.
12'900.-- (
Urk.
10/17) und für das Jahr 2017 auf
Fr.
19'000.-- (
Urk.
10/18) fest. Ersteres wurde mit Nachtragsverfügung vom 24. November 2017 auf
Fr.
16'200.-- ange
passt (
Urk.
10/38), was zum oberwähnten IK-Eintrag führte.
Schliesslich wies der Beschwerdeführer i
n
den (von einem Treuhandbüro erstell
ten)
Bilanzen
seines Malergeschäfts
einen Reingewinn von
Fr.
15'486.70 f
ür das Jahr 2015, von
Fr.
12'301.-- für das Jahr 2016 und
von Fr.
4'211.52 für das Jahr 2017
aus
(
Urk.
10/55/3
und 10/56/3
)
.
Spätestens ab Mai 20
17 ist indes
wiederum von
einem
krankheitsbedingten
Erwerbsau
s
fall im Sinne von
Art.
21
Abs.
2 IVV auszugehen.
4.3
Soweit die Beschwerdegegnerin das massgebende Einkommen im Sinne von Art 21
quater
Abs.
1 IVV
also
gestützt auf die vom Beschwerdeführer deklarierten
, tat
sächlichen
Einkünfte als
Selbständigerwerbender
auf Fr. 16'200.-- festsetzte, ge
schah dies zu seinen Gunsten. Im letzten Jahr vor Eintritt der vollen Arbeitsun
fähigkeit als Maler Mitte Mai 2017 erzielte er nämlich effektiv ein noch geringeres Einkommen.
Im Übrigen machte der Beschwerdeführer selbst nicht geltend, dass er als gesunde Person sein wenig lukratives Einzelunternehmen bis Mai 2018 zugunsten einer besser bezahlten
Anstellung
aufgegeben hätte.
In
den Akten
deutet
denn
auch
nichts darauf hin, dass er sich nach der
Gründung seiner Einzelfirma
weiterhin
um eine Festanstellung bemüht hätte.
Ebenso wenig besteht angesichts der vor
liegenden Arztberichte
Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer
habe
mehr als zwei Jahre
vor Erlass der angefochtenen Verfügung letztmals
ohne gesundheitli
che Einschränkungen als
Selbständigerwerbender
gearbeitet
. Dies wäre jedoch
Voraussetzung für eine Festsetzung des massgebenden Einkommens gestützt auf
Art.
21
Abs.
3 IVV.
4.4
Nicht von der Hand zu weisen ist
indessen
, dass der Beschwerdeführer sein
Un
ternehmen
erst knapp 2,5 Jahr
e
vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
als Maler
ge
gründet hatte.
Das Einkommen ist allerdings
nicht kontinuierlich gestiegen und
stets
sehr
tief
geblieben
, weshalb es trotz des eher kurzen Zeitraums zumindest fraglich erscheint, ob er tatsächlich an einer Steigerung des Auftragsvolumens interessiert bzw. um eine solche bemüht war.
Dessen ungeachtet
steht fest
,
dass
der Beschwerdeführer
gemäss seinen eigenen Angaben gegenüber der Aus
gleichskasse
für das Jahr 2017
lediglich
mit einer
leichten
Steigerung seines Ein
kommens rechnete. So schätzte er
das Jahreseinkommen 2017
am
2.
M
ärz 2017 auf Fr.
18'000.
-
-
nach Abzug der AHV-Beiträge
(Urk. 10/16/1)
. Die
Ausgleichs
kasse
veranschlagte
das beitragspflichtige Einkommen
für das Jahr
2017
dem
entsprechend
vorerst
auf
Fr. 19'000.-- (
Urk.
10/18)
.
4.5
Zusammenfassend ist daher
die vom Beschwerdeführer dargelegte Einkommens
e
nt
wicklung, wonach er
als gesunde Person
im Zeitraum der Potenzialabklärung
entsprechend dem Tabellenlohn seiner Berufsgruppe
ein Jahreseinkommen von
Fr.
73'158.
50 beziehungsweise Fr.
65'477.35 erwirtschaftet hätte
, nicht glaubhaft
.
Ob er allenfalls
irgendwann
in der Zukunft
ein solches Einkommen
hätte erzielen können
, ist
für die Bemessung des Taggeldes während einer kurzen Zeitspanne zeitnah zum Eintritt der Invalidität nicht von Belang
.
Es ist
indessen
davon auszugehen
, dass seine noch frei von Überlegungen versi
cherungsrechtlicher Art abgegebene
Einschätzung
für das
Jahr
2017, welche die Ausgleichskasse mit einem beitragspflichtigen Einkommen von
Fr.
19'000.-- übernahm,
auf den Erfahrungswerten der
vorangegangenen
Monate
und der Auf
tragslage
beruhte
. So wies er
für das Jahr 2017
t
rotz
ab
März 2017
massgeblicher
Kniebeschwerden
und
ab Mitte
Mai 2017
voller Arbeitsunfähigkeit
noch
einen
Reingewinn
von Fr.
4'211.50 aus.
In diesem Ausmass ist eine Einkommensstei
gerung daher glaubhaft gemacht. Dies muss umso mehr gelten, als bei der Be
messung von Taggeldern auch im Rahmen schwankender Einkommen nur ein beschränkter Zeitraum von 3 bis 12 Monaten vor Eintritt der gesundheitlichen
Einschränkungen zu
berücksichtigen ist
(vgl.
Art.
21
ter
IVV).
Mit anderen Worten soll das massgebende Einkommen also möglichst den aktuellen Gegebenheiten entsprechen, weshalb es sich bei einem Unternehmen im Aufbau rechtfertigt,
einer mit Blick auf die bisherige Entwicklung realistischen Einkommenssteige
rung Rechnung zu tragen.
4.6
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass d
ie Höhe
der Kranken
taggeldleistungen
für die Invalidenversicherung
schon deshalb nicht massgebend sein kann, weil
auch
eine
fixe Loh
nsumme und ein
höhere
r Anteil
als 80
%
ver
sichert werden können. Zudem geht aus den
Akten
nicht hervor
,
ob
respektive inwiefern
die Krankentaggeldversicherung den
tatsächlichen
Erwerbsausfall ab
geklärt hat.
5.
Zusammenfassend ist eine hypothetische Steigerung des Einkommens auf Fr. 19'000.-- glaubhaft gemacht. Der
Taggeldansatz von
Fr.
36.-- pro Tag
ist demnach
auf
Fr.
42.-- pro Tag
(= 19'
000
:
365 x 0.8)
zu erhöhen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert i
m Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
. Sie sind
hier
auf
Fr.
400.
--
festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gesuch des Beschwer
deführers
um unentgeltliche Prozessführung
erweist sich insoweit als gegen
standslos
.
6.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen.
Ist das Quantitative einer Leistung streitig, rechtfertigt eine "
Überklagung
" eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat.
Beispielsweise darf b
ei Streitigkeiten um die Höhe einer Invalidenrente die Parteientschädigung daher nicht allein deswegen reduziert werden, weil der Beschwerde führenden Person nicht die beantragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen wird (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_288/2015 vom
7.
Januar 2016 E. 4.2 mit Hinweisen
).
Unter Berücksichtigung der vorstehenden Grundsätze ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem
durch einen Sachbearbeiter der Pro
Infirmis
Zürich vertreten
en
Beschwerdeführer
in dieser einfachen Angelegenheit
eine Prozessentschädigung von
Fr.
500
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu bezahlen.
Der Einzelrichter erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird in dem Sinne
teilweise
gutgeheissen, als die Verfügung
der So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom
6.
Juli
2018
(
ersetzt
die Ver
fügung vom 2
9.
Mai 2018)
aufgehoben und festgestellt wird, dass der Beschwerdefüh
rer für den Zeitraum vom 2
2.
Mai 2018 bis
2
1.
Juni 2018 Anspruch auf Taggelder in Höhe von
Fr.
42.-- pro Tag hat.
Im Mehrbetrag wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
400
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessentschä
digung von
Fr.
500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Pro
Infirmis
Zürich
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der EinzelrichterDie Gerichtsschreiberin
BachofnerBonetti