# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90ade6ed-f4d6-5179-8581-9b49038944de
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.02.2012 E-129/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-129-2012_2012-02-03.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­129/2012

U r t e i l   v om   3 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima,
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;  
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

Parteien A._______
Türkei,  
vertreten durch Edith Hofmann, Freiplatzaktion Zürich, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 8. Dezember 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
am 14. April  2011  verlassen  hat  und  am 19. April  2011  in  die Schweiz 
einreiste, wo er am 26. April 2011 um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ vom 5. Mai 2011 sowie der direkten 
Anhörung vom 29. November 2011 zur Begründung des Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, er sei ein aus Malatya stammender Kurde 
und habe seit 17 Jahren in Istanbul gewohnt,

dass er als Mitglied der Partei des Friedens und der Demokratie (BDP) an 
verschiedenen Aktionen teilgenommen und Flugblätter verteilt habe,

dass  er  im  Jahre  2010  zusammen  mit  anderen  Parteimitgliedern 
festgenommen und geschlagen worden sei,

dass  er  nach  sechzehn  Stunden  aus  der  Haft  entlassen  worden  sei, 
währendem drei seiner Freunde ins Gefängnis verlegt worden seien,

dass  er  nach  der Haftentlassung  bis  zu  seiner Ausreise  aus  der  Türkei 
nicht  mehr  nach  Hause  gegangen  sei  und  im  Untergrund  in  Istanbul 
gelebt habe,

dass  er  sich  aus  Angst  vor  weiteren  Festnahmen  zur  Ausreise 
entschlossen habe,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Akten verwiesen wird,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 8. Dezember 2011 – eröffnet am 13. Dezember 2011 – ablehnte und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete ,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit nicht standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft 
werden müsse,

dass der Sachverhaltsvortrag des Beschwerdeführers durch gravierende 
Widersprüche  gekennzeichnet  sei,  welche  die  Kernpunkte  seiner 
Asylvorbringen berührten,

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dass  er  bezüglich  seiner  einzigen  Festnahme  unterschiedliche  Daten 
angegeben habe und sich auf Vorhalt des Widerspruchs zwischen seinen 
Aussagen in der Erstbefragung sowie bei der Bundesanhörung in weitere 
Widersprüche  bezüglich  seines  Aufenthaltes  vor  seiner  Einreise  in  die 
Schweiz verwickelt habe,

dass er diese mit seiner Aussage, wonach er ein Durcheinander gemacht 
habe, nicht habe aufklären können,

dass  der  gesamte  Sachverhaltsvortrag  einen  dermassen  einfachen 
Aufbau  aufweise,  dass  eine widerspruchsfreie  Darlegung  der  nicht  weit 
zurückliegenden Ereignisse erwartet werden könne,

dass die widersprüchlichen Aussagen über den Zeitpunkt seiner Ausreise 
aus der Türkei und den Verbleib seiner  türkischen Ausweise zusammen 
mit  seinen vagen Angaben zum Reiseweg  in die Schweiz den Eindruck 
entstehen  liessen,  er  sei  nicht  bereit,  seinen  Reisepass  den 
schweizerischen Behörden auszuhändigen und versuche, diese über den 
wirklichen Aufenthaltsort vor seiner Einreise in die Schweiz zu täuschen,

dass  die  Vorbringen  insgesamt  eindeutige  Kennzeichen  einer 
konstruierten  Verfolgungsgeschichte  aufweisen  und  den  Eindruck 
erwecken  würden,  er  habe  bei  seinen  Schilderungen  nicht  auf 
Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten  zurückgreifen  können, 
sondern  lediglich  versucht,  seine  angebliche  Verfolgungssituation  in 
allgemein  bekannte Umstände  in  seinem Heimatland  einzubetten,  ohne 
davon betroffen gewesen zu sein,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  9.  Januar  2012  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  durch  seine 
Rechtsvertreterin  Beschwerde  erhob  und  dabei  die  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Gewährung  von  Asyl,  im  Falle  der 
Bestätigung  des  negativen  Asylentscheids  die  Feststellung  der 
Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  und 
die Gewährung der vorläufigen Aufnahme beantragte,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines Kostenvorschusses und um Erlass der Verfahrenskosten ersuchte,

dass  er  zur  Begründung  der  Beschwerde  anführte,  er  sei  ein  Kurde  im 
militärpflichtigen Alter,

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dass  seine Mutter  aus  dem Dorf  C._______  (Provinz  Elbistan)  stamme 
und die Schwester von D._______ sei,

dass  die  Bewohner  von  C._______  anfangs  der  Achtziger­Jahre 
Zielscheibe der türkischen Sicherheitskräfte gewesen sei,

dass  sämtlichen  Söhnen  und  Töchtern  der  Familie  D._______  in  der 
Schweiz Asyl gewährt worden sei,

dass die Cousine des Beschwerdeführers, E._______, die sich der PKK­
Guerilla angeschlossen habe, festgenommen und inhaftiert und später in 
die Schweiz geflohen und ihr Asyl gewährt worden sei,

dass  ihr  jüngster Bruder  F._______  als  letzter  in  der Schweiz  ebenfalls 
Asyl  gewährt  worden  sei  und  hier  mit  der  Schwester  des 
Beschwerdeführers, G._______, verheiratet sei,

dass die Eltern des Beschwerdeführers wegen der damaligen Unruhen in 
Malatya, als der Beschwerdeführer noch ein Kleinkind gewesen sei, nach 
Istanbul gezogen seien,

dass  die  kurdischen  Parteien,  so  auch  die  BDP,  der  der 
Beschwerdeführer angehöre, bis heute unter grossem Druck stünden,

dass der Beschwerdeführer deshalb festgenommen und nach 16 Stunden 
wieder  freigelassen  worden  sei,  jedoch  wegen  des  bevorstehenden 
Militärdienstes seine Ausreise vorbereitet habe,

dass  die  von  der  Vorinstanz  festgestellten  Ungereimtheiten  darauf 
zurückzuführen  seien,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  damalige 
brutale  Festnahme  aus  der  Bahn  geworfen  worden  sei  und  er  sich  als 
Militärdienstverweigerer habe verstecken müssen,

dass sich ferner die Lage der Kurden, insbesondere im Grenzgebiet zum 
Irak,  verschlechtert  habe  und  immer  mehr  BDP­Vorstandsmitglieder 
inhaftiert  worden  seien,  was  beim  Beschwerdeführer  eine  zunehmende 
Hoffnungslosigkeit bewirkt habe, 

dass  er  aufgrund  seiner  Vorgeschichte  und  wegen  seinen  Verwandten 
begründete  Furcht  vor  asylrelevanter  Verfolgung  während  dem 
Militärdienst habe,

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dass für die weitere Beschwerdebegründung auf die Akten zu verweisen 
ist,

dass  in  der  Beschwerdeschrift  zudem  unter  Beilage  zweier 
Zeitungsberichte  der  Özgür  Politika  vom  30.  Dezember  2011  und  des 
Landboten  vom  30.  Dezember  2011  auf  Angriffe  der  türkischen 
Streitkräfte auf vermeintliche PKK­Guerillas im Grenzgebiet zum Irak, bei 
denen Zivilisten getötet worden seien, hingewiesen wurde,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  am  11.  Januar  2012  den  Eingang 
der Beschwerde bestätigte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass  somit  auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  1  AsylG  und  Art.  105  AsylG 
i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  und  2  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass sich die Erwägungen der Vorinstanz nach Prüfung der Akten durch 
das Bundesverwaltungsgericht als zutreffend erweisen und auf diese zu 
verweisen ist (Art. 109 Abs. 3 BGG),

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dass  der  Beschwerdeschrift  keinerlei  Argumente  zu  entnehmen  sind, 
welche an der Würdigung der Vorinstanz etwas zu ändern vermögen,

dass  vorab  die  Einschätzung  der  Vorinstanz,  wonach  der 
Beschwerdeführer  bezüglich  seiner  Festnahme  widersprüchliche 
Angaben gemacht habe, bestätigt werden muss,

dass  er  bei  der  Kurzbefragung  angab,  diese  sei  am  15.  oder  16.  Juni 
2010  gewesen,  währenddem  er  anlässlich  der  Bundesanhörung 
vorbrachte,  diese  habe  am  16.  August  2010  stattgefunden,  um  auf 
Vorhalt  der  damit  nicht  übereinstimmenden  Ausreise  im  April  2010, 
anzugeben, diese habe bereits am 16. August 2009 stattgefunden, wobei 
er diese Angaben später wiederum korrigierte,

dass  der  Erklärungsversuch  des  Beschwerdeführers,  wonach  die 
Umstände der Befragungen zu berücksichtigen seien – es seien  jeweils 
verschiedene  Dolmetscher  bei  den  Befragungen  anwesend  gewesen, 
zudem habe er sich für die zweite Befragung Notizen gemacht, weshalb 
diese genauer sein müsse – nicht plausibel sind,

dass  er  anlässlich  beider  Anhörungen  die  Richtigkeit  des  ihm 
rückübersetzten  Protokolls  unterschriftlich  bestätigt  hat  (Akten  A7  S.  7 
und A19 S. 11),

dass  er  zudem  auch  innerhalb  der  Bundesanhörung  widersprüchliche 
Angaben  gemacht  hat,  und  sich  auf  Vorhalt  der  Ungereimtheiten  in 
weitere Widersprüche verwickelte (Akte A19 S. 5 f.),

dass  insbesondere  die  jeweiligen  Reaktionen  auf  die  wiederholten 
Vorwürfe, dass er sich widerspreche, den Eindruck erwecken, er habe die 
geschilderte Festnahme gar nicht erlebt,

dass es sich bei der genannten Festnahme indessen um einen zentralen 
Punkt seiner Asylbegründung handelt, der zu seinem Ausreiseentschluss 
geführt  haben  soll  (vgl.  Akte  A19  S.  2  f.),  weshalb  von  ihm  erwartet 
werden durfte, dass er diese widerspruchsfrei vortragen könne, 

dass auch der Einwand  in der Beschwerdeschrift, wonach es anlässlich 
der  Bundesbefragung  ein  "Durcheinander"  und  eine  akute  Verwirrung 
gegeben  habe,  als  unbehelfliche  Schutzbehauptung  bezeichnet  werden 
muss, 

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dass der Beschwerdeführer zudem auch hinsichtlich des Verbleibs seiner 
türkischen Ausweise widersprüchliche Angaben gemacht  hat, welche er 
in der Beschwerdeschrift nicht zu erklären vermochte,

dass  ferner  bezüglich  des  noch  ausstehenden  Militärdienstes  des 
Beschwerdeführers  festzuhalten  ist,  dass  wehrpflichtige  Männer  in  der 
Türkei  aufgrund  ihrer  Staatsangehörigkeit  und  ihres  Jahrgangs  für  das 
Militär  aufgeboten  werden,  ohne  dass  dieser  Verpflichtung  eine 
asylrechtlich  relevante  Verfolgungsabsicht  des  Staates  zugrunde  liegen 
würde,

dass  im  Weiteren  zwar  bekannt  ist,  dass  während  des  Militärdienstes 
Schikanen  von  Seiten  türkischer  Kameraden  und  Vorgesetzter  gegen 
Kurden  vorkommen  können,  diese  jedoch  in  der  Regel  nicht  derart 
gravierend  sind,  dass  es  sich  um  ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  des 
Asylgesetzes handeln würde,

dass  diesbezüglich  somit  keine  Hinweise  für  eine  objektiv  begründete 
Furcht vor Verfolgung vorliegen,

dass an dieser Einschätzung auch der Umstand, wonach Verwandte  im 
Zusammenhang  mit  Unruhen  in  seiner  Herkunftsregion  Malatya 
ausgereist  und  in  der  Schweiz  als  Flüchtlinge  anerkannt  worden  seien 
nichts zu ändern vermag, zumal der Beschwerdeführer nie erwähnt hatte, 
wegen seinen politisch aktiven Verwandten Probleme gehabt zu haben, 

dass  es  sich  erübrigt,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift  einzugehen,  weil  sie  am  Ergebnis  nichts  ändern 
können,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  offensichtlich  nicht  gelungen  ist, 
die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesucht  zu Recht  abgelehnt 
hat, 

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit 
den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu 

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Recht  angeordnet  wurde  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733, mit  weiteren 
Hinweisen),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 
2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 

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(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die ihm in der Türkei droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage  in der Türkei noch  individuelle Gründe 
auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers schliessen lassen,

dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  ­  soweit  aktenkundig  ­ 
gesunden  jungen Mann handelt,  der über eine gute Schulbildung  sowie 
gewisse  Berufserfahrungen  verfügt  und  in  seinem  Heimatstaat  auf  ein 
Beziehungsnetz  (Eltern  und  drei  Geschwister;  vgl.  Akte  A7,  S.  2  f.) 
zurückgreifen kann, welches ihn bei Bedarf unterstützen kann, 

dass der Vollzug der Wegweisung daher auch als zumutbar zu erachten 
ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art.  65 Abs.  1 VwVG abzuweisen 
ist, da die Begehren ­ wie sich aus den vorliegenden Erwägungen ergibt ­ 
als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  weshalb  die  kumulativen 

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Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

E­129/2012

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand: