# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b8ee878-cf48-5660-97f5-b8276b7a66b5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.08.2010 S 2010 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-36_2010-08-24.pdf

## Full Text

S 10 36
3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 24. August 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. …, geboren 19. November 1996, leidet an einem allgemeinen 

Entwicklungsrückstand, insbesondere auch mit deutlichen neuromotorischen 

Auffälligkeiten sowie einer Lernbehinderung mit gleichzeitig 

Sprachentwicklungsverzögerungen. Aufgrund seiner gesundheitlichen 

Einschränkungen bezog er verschiedene Leistungen der 

Invalidenversicherung. So wurde ihm mit Verfügung vom 17. Februar 2004 

eine Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen, nämlich 

Sprachheilbehandlung gemäss Therapieplan der Abklärungsstelle für 

Sprachgebrechen (höchstens 1 bis 3 Lektionen pro Woche), ab 19. 

September 2003 bis 18. September 2005 (Revision) gewährt. Ebenfalls mit 

Verfügung vom 17. Februar 2004 wurde dem Versicherten Kostengutsprache 

für ambulante Psychomotoriktherapie zur Unterstützung der 

Sprachheilbehandlung nach ärztlicher Verordnung ab dem 16. Oktober 2003 

bis 18. September 2005 erteilt. Mit Verfügung vom 25. August 2005 wurde 

sodann Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen ab dem 1. August 

2005 bis 31. Juli 2008 im Schulheim … gewährt. 

2. Am 21. August 2009 reichte der Versicherte eine weitere IV-Anmeldung ein 

und beantragte die Zusprechung medizinischer Massnahmen aufgrund 

bestehender Geburtsgebrechen (GG). Daraufhin folgten diverse medizinische 

Abklärungen. Die IV-Stelle Graubünden teilte mit Schreiben vom 23. 

November 2009 mit, dass sie die Kosten für die Psychotherapie nach Art. 12 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) vom 3. April 2008 bis 18. 

Juni 2009 übernehme. 

3. Mit Verfügung vom 26. Januar 2010 lehnte die IV-Stelle eine weitere 

Kostengutsprache für medizinische Massnahmen ab. Zur Begründung führte 

sie aus, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen kein Geburtsgebrechen 

gemäss Ziff. 403 (kongenitale Oligophrenie) der Verordnung über 

Geburtsgebrechen (GgV) vorliege und es auch an den 

Anspruchsvoraussetzungen für eine Kostengutsprache nach Art. 12 IVG 

fehle.

4. Dagegen erhob die Krankenversicherung des Versicherten am 25. Februar 

2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte, die Verfügung vom 26. Januar 2010 sei aufzuheben und die 

Sache sei zu weiteren Abklärungen des Geburtsgebrechens gemäss Ziff. 403 

GgV (GG 403) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung 

führte sie aus, die ärztlichen Beurteilungen hinsichtlich des GG 403 würden 

sich widersprechen. So habe med. pract. … am 18. September 2009 

festgestellt, es liege ein GG 403 vor. Im Gegensatz dazu verneine Dr. med. 

… vom regionalärztlichen Dienst (RAD) das Vorliegen desselben. Hingegen 

würde die Psychotherapie unter dem Titel von Eingliederungsmassnahmen 

von der IV übernommen, was diese mit Verfügung vom 26. Januar 2010 auch 

bestätigt habe. Weiter sei med. pract. … in seinem Bericht vom 18. September 

2009 der Auffassung gewesen, beim Versicherten läge eine 

Intelligenzminderung auf einen Intelligentquotienten (IQ) von 60 vor. In einem 

weiteren Bericht vom 28. September 2009 stufe er diesen jedoch in 

Anlehnung an Dr. med. …, Schularzt im Schulheim Chur, zwischen 70-84 ein, 

mit der Begründung, dass der Versicherte von sich aus deutliche und positive 

Fortschritte im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung gemacht 

habe, was bei einem Schüler mit IQ 60 nicht möglich gewesen wäre. Die 

Beschwerdeführerin legt weiter dar, der IQ sei auch in weiteren Berichten, 

unter anderem des Kantonsspitals Graubünden vom 6. März 2007 und des 

Rätischen Kantons- und Regionalspitals vom 3. September 2002, jeweils 

unterschiedlich beurteilt worden. Weiter rügt sie, dass eine aktuelle Abklärung 

des IQ’s im Zeitpunkt des Entscheides über das Vorliegen eines GG 403 fehle 

und es damit an einer genügenden Abklärung der 

Anspruchsvoraussetzungen mangle. 

5. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 22. März 2010, die 

Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führte sie aus, als 

Geburtsgebrechen im Sinne von Ziff. 403 GgV gelte die kongenitale 

Oligophrenie (nur Behandlung erethischen und apathischen Verhaltens). 

Dabei handle es sich um eine angeborene Schwachsinnigkeit, bei der nur die 

Behandlung reizbaren oder teilnahmslosen Verhaltens von der IV abgedeckt 

sei. Oligophrenie stelle eine „allgemeine Bezeichnung für (einen)    ätiologisch 

uneinheitlichen, angeborenen oder frühzeitig erworbenen Intelligenzdefekt“ 

dar, wobei die Einteilung in Schweregrade anhand des Hamburg-Wechsler-

Intelligenztests erfolge. Demnach werde ein IQ von 60-79 als Debilität 

bezeichnet, Imbezillität stehe für einen IQ von 40-59 und die Bezeichnung 

Idiotie für einen IQ der kleiner als 40 sei. Die Beschwerdegegnerin führt weiter 

aus, dass eine geistige Behinderung nach dem Schweregrad der 

Intelligenzminderung in leichte (IQ 50-69), mittelgradige (35-49), schwere (IQ 

20-34) und schwerste (IQ < 20) geistige Behinderung eingeteilt werde. 

Aufgrund der Arztberichte von Dr. med. … vom 3. September 2002 (kein GG, 

IQ 84), vom 1. Juli 2005 (kein GG, IQ von 80) und vom 6. März 2007 (kein 

GG), des Arztberichtes von med. pract. … vom 18. September 2009 und 

seiner telefonischen respektive schriftlichen Berichtigung vom 25. bzw. 28. 

September 2009 (kein GG, IQ zwischen 70 und 84) sei erstellt, dass der 

Versicherte stets nicht pathologische IQ-Werte zwischen 70 und 84 

aufgewiesen habe und demnach keine geistige Behinderung vorläge. Daher 

liege auch kein GG 403 vor, so dass medizinische Massnahmen nach Art. 13 

IVG (Behandlung von GG) nicht in Frage kämen. Auch seien keine 

weitergehenden Abklärungen des IQ des Versicherten notwendig, da von 

ihnen offensichtlich keine neuen Erkenntnisse erwartet werden könnten. 

6. Am 18. März 2010 reichte der Versicherte, vertreten durch seine Mutter, eine 

Stellungnahme zur Beschwerde ein. Darin legte er dar, dass er bereits im 

Kindergarten auf heilpädagogische Unterstützung angewiesen gewesen sei. 

In der 1. Klasse sei sodann festgestellt worden, dass er dem Schulstoff nicht 

gewachsen sei. Ab 2005 habe er folglich die Sonderschule im Schulheim … 

besucht. Dort sei er bis 2008 vom Schulpsychologischen Dienst unterstützt 

worden und habe regelmässig an Sitzungen beim Kinder- und 

Jugendpsychologischen Dienst Graubünden (KJPD) teilgenommen. Weiter 

macht er geltend, dass er nach wie vor Lernschwierigkeiten habe und Defizite 

in der Motorik aufweise. So entspräche denn auch seine Entwicklung und sein 

Verhalten nicht demjenigen eines 14-jährigen Jungen. Da die IV-Stelle im 

Zusammenhang mit den hier geltend gemachten gesundheitlichen 

Einschränkungen in der Vergangenheit diverse Kostengutsprachen erteilt 

habe, sei vorliegend von einem Geburtsgebrechen auszugehen. 

7. Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Replik vom 7. April 2010 ergänzend aus, 

dass eine Oligophrenie rechtsprechungsgemäss auch bei einem IQ von 70 

und 80 vorliegen könne und die Bezeichnung Debilität für einen IQ von 60-79 

stehe. Weiter bringt sie vor, med. pract. … lege in seiner revidierten 

Beurteilung keinen genauen IQ fest, sondern setze diesen bei 70-84 an. Auch 

Dr. med. … mache in seinen Berichten vom 6. März 2007 und 17. April 2008 

keine näheren Ausführungen zum gemessenen IQ. Die Beschwerdeführerin 

macht geltend, dass auf diese Berichte ohnehin nicht abgestellt werden 

könne, da diese im Zeitpunkt, als das Vorliegen eines GG 403 geprüft worden 

sei, nicht aktuell gewesen seien. 

8. In der Duplik vom 23. April 2010 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen fest und verwies primär auf ihre Rechtsschrift vom 22. März 2010. 

Ergänzend führte sie aus, dass eine Oligophrenie respektive geistige 

Behinderung bis ca. 1995 bei einem IQ von kleiner als 79 angenommen 

worden sei, seither jedoch erst bei einem IQ von kleiner als 69. Sodann habe 

das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) bei dem von der 

Beschwerdeführerin im Rahmen der Replik angegebenen Entscheid (EVG-

Urteil I 309/05 vom 11. März 2005 [recte: vom 1. Dezember 2005]) nicht etwa 

seine Rechtsauffassung wiedergegeben, sondern lediglich aus einem 

veralteten Pschyrembel zitiert. Hingegen habe sich das EVG zur Frage, ob 

Oligophrenie im Sinne von Ziff. 403 GgV auch bei einem IQ von 70-80 

vorliege, nicht geäussert. Weiter hielt sie erneut fest, dass kein GG vorliege. 

Zudem sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, dass der 

IQ beim Versicherten zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 26. Januar 

2010 plötzlich unter 70 gelegen habe, womit von weiteren medizinischen 

Abklärungen keine neuen Erkenntnisse erwartet werden könnten und 

demnach davon abgesehen werden könne. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung vom 26. Januar 2010. Streitgegenstand 

bildet die Frage, ob die IV-Stelle zu Recht die Kostengutsprache für 

medizinische Massnahmen verweigert hat. 

2. a) Gemäss Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG) haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf 

medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, 

sondern unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den 

Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu 

verbessern oder vor wesentlicher Beeinträchtigung zu bewahren. Der 

Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen notwendigen 

medizinischen Massnahmen bis zum vollendeten 20. Altersjahr richtet sich 

hingegen nach Art. 13 IVG. Als Geburtsgebrechen im Sinne dieser Norm 

gelten Gebrechen, die bei vollendeter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG] sowie Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über Geburtsgebrechen [GgV]). 

Der Anspruch auf die notwendigen medizinischen Massnahmen beginnt mit 

deren Einleitung, frühestens jedoch nach vollendeter Geburt (Art. 2 Abs. 1 

GgV). Die einzelnen als Geburtsgebrechen anerkannten Leiden sind in einer 

Liste im Anhang zur GgV aufgeführt (Art. 1 Abs. 2 GgV). Mit ablehnender 

Verfügung vom 26. Januar 2010 verneinte die Vorinstanz sowohl das 

Vorliegen des GG Ziff. 403 GgV als auch die Anspruchsvoraussetzungen für 

medizinische Massnahmen im Sinne von Art. 12 IVG. 

b) Ziffer 403 GgV nennt das Geburtsgebrechen „Kongeniale Oligophrenie“ (nur 

Behandlung erethischen und apathischen Verhaltens). Oligophrenie stellt 

dabei eine allgemeine Bezeichnung für einen ätiologisch uneinheitlichen, 

angeborenen oder frühzeitig erworbenen Intelligenzdefekt dar, wobei die 

Einteilung in Schweregrade anhand des Hamburg-Wechsler-Intelligenztests 

erfolgt (vgl. BG-Urteil I 309/05 E. 2.2.2 vom 1. Dezember 2005). Die Einteilung 

nach dem Schweregrad erfolgt in eine leichte, eine mittelgradige und eine 

schwerste geistige Behinderung. Die Grundlage für die Festlegung des 

Schweregrades einer geistigen Behinderung bildet die Intelligenzstörung. Als 

Intelligenzstörung wird der Zustand einer verzögerten oder unvollständigen 

Entwicklung der geistigen Fähigkeiten bezeichnet, wobei die Einteilung 

entsprechend dem IQ in eine leichte (IQ 50-69), eine mittelgradige (IQ 35-49), 

eine schwere (IQ 20-34) und eine schwerste (IQ < 20) Intelligenzstörung 

erfolgt (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Auflage, Berlin und New 

York 2007, S. 221 und 922). Aufgrund des soeben Ausgeführten bleibt 

anzufügen, dass die Ausführungen der Vorinstanz im Rahmen der Duplik, 

wonach erst ein IQ von kleiner als 69 eine Oligophrenie, respektive eine 

geistige Behinderung zu begründen vermöge, korrekt und nicht zu 

beanstanden ist. 

c) Die IV-Stelle lehnt in casu das Vorliegen des GG 403 mit der Begründung ab, 

dass beim Versicherten stets nicht pathologische IQ-Werte zwischen 70 und 

84 vorgelegen hätten. Zudem sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

auszuschliessen, dass der IQ beim Versicherten zum Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses plötzlich unter 70 gelegen habe. Die Beschwerdeführerin 

hingegen rügt, dass die ärztlichen Berichte, welche Bezug auf den IQ 

nähmen, nicht aktuell seien und daher nicht darauf abgestellt werden könne. 

Es würden damit keine genügenden medizinischen Grundlagen vorliegen, um 

ein Geburtsgebrechen beurteilen zu können. Im konkreten Fall sind für die 

Entscheidfindung die folgenden Arztberichte relevant:

• Dr. med. … hält in seinem Arztbericht vom 3. September 2002 fest, dass 
der Gesamt-IQ im Bereich einer Lernbehinderung liege (IQ 84) mit 
teilweisen Teilleistungen im Bereich einer leichten geistigen Behinderung. 
Beim Patienten läge insgesamt ein gemischter Entwicklungsrückstand 
sowohl im Bereich der Neuromotorik als auch im kognitiven Bereich vor. 

Die Ursache sei unbekannt, dürfte jedoch am     ehesten wohl auch 
genetisch familiär bedingt sein. Ein eigentliches Geburtsgebrechen liege 
nicht vor.

• Anlässlich des Arztberichtes vom 1. Juli 2005 bestätigte Dr. med. … seine 
Auffassung, dass beim Versicherten kein Geburtsgebrechen vorliege. 
Aktuell sei ein IQ von 80 festgestellt worden, was einer Lernbehinderung 
entsprechen würde. Jedoch gehe er davon aus, dass bei fortlaufenden 
Testungen der IQ des Jungen eher abnehmen würde und letztlich doch 
auch unter 75 liegen dürfte. 

• Im Arztbericht vom 6. März 2007 diagnostizierte Dr. med. … eine leichte 
geistige Behinderung, eine internalisierende Störung mit Angst und 
sozialem Rückzug, eine externalisierende Störung mit aggressivem 
Verhalten sowie ein sekundäres ADHS, jedoch beschränkt auf den 
häuslichen Bereich und nicht im schulischen Rahmen. Weiter hält er fest, 
dass ein eigentliches Geburtsgebrechen beim Versicherten nicht vorliege. 

• Med. pract. … (KJPD) hielt in seinem Arztbericht vom 18. September 2009 
fest, dass beim Versicherten erstmals am 23. März 2007 eine kombinierte 
Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen mit depressiver Störung 
bei erethischem Verhalten (F92.0) sowie eine expressive Sprachstörung 
(F40.1) diagnostiziert worden sei. Zudem sei im Januar 2007 die 
Diagnose F70.1 einer leichten intellektuellen Behinderung (IQ 60, KABC 
1/2007 Kinderspital) gestellt worden. Er bestätigte zudem das Vorliegen 
eines Geburtsgebrechens Ziff. 403 GgV. 

• Dr. med. … vom RAD Ostschweiz hält in seinem Bericht vom 25. 
September 2009 fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht seien unter 
Würdigung der Arztberichte von Dr. med. … (1. Juli 2005; 6. März 2007 
und 3. September 2009) sowie nach Telefonat mit med. pract. …, die 
Voraussetzungen für die Annahme eines GG 403 zu verneinen. Weiter 
hält er fest, dass insbesondere unter Würdigung der Berichte von Dr. med. 
… (3/2007 und 4/2008), aus denen hervorgehe, dass die 
Verhaltensauffälligkeiten einen deutlich schulbezogenen Kontext gehabt 
hätten, sowie aufgrund des Umstandes, dass nach einem Jahr 
Psychotherapie ein gewisser stabiler Funktionsausfall mit Auswirkungen 
auf die schulische Integration vorgelegen habe (4/2008), der im Laufe der 
weiteren Behandlung nun offenbar doch noch habe korrigiert werden 
können, retrospektiv die medizinischen Voraussetzungen einer 
Kostenübernahme der Psychotherapie im Zusammenhang mit Art. 12 IVG 
bejaht werden könne. 

• Am 28. September 2009 berichtigte med. pract. … seinen IV-Arztbericht 
vom 18. September 2009 und ergänzte, dass die von ihm beschriebene 
Intelligenzminderung auf einen IQ von 60 in anderen Arztberichten des 
Neuropädiaters Dr. med. … auf Werte von 80 eingestuft worden seien. 
Seine in den therapeutischen Sitzungen gemachten Beobachtungen 
lägen bei einem IQ im Bereich einer Lernbehinderung (70-84), zumal der 
Patient von sich aus deutliche und positive Fortschritte im Rahmen der 
psychotherapeutischen Behandlung habe machen können. Dies wäre bei 

einem Schüler mit IQ 60 sicherlich nicht möglich gewesen. Er ersuche 
deshalb um Berichtigung seines Berichtes und lege der IV nahe, im 
Entscheid eine IV-Eingliederung mit dem Charakter einer 
Lernbehinderung vorzusehen. 

d) Aus den oben aufgeführten Arztberichten geht hervor, dass weder hinsichtlich 

des Vorliegens eines GG noch bei der Einstufung des IQ eine einheitliche 

medizinische Beurteilung vorliegt. Richtig ist, dass Dr. med. … in seinen 

Berichten vom 3. September 2002, 7. Januar 2004, 7. Juli 2005 und 6. März 

2007 ein Geburtsgebrechen jeweils verneint und einen IQ von 84 respektive 

80 festgehalten hat. Soweit aus den Akten ersichtlich ist, basiert die 

Einstufung des IQ jedoch nicht auf einer eigentlichen Testung. Vielmehr hat 

er diese anderen Unterlagen entnommen. So hält er denn auch in seinem 

Bericht vom 3. September 2002 fest, im Rahmen von Abklärungen von Herrn 

… vom Heilpädagogischen Dienst (HPD), welche in den Herbstferien 2001 

stattgefunden hätten, habe sich ein genereller Entwicklungsrückstand mit 

einem Gesamt-IQ von 84 mit einem insgesamt doch sehr unterschiedlichen 

Profil mit teilweise auch Teilleistungen im Bereich einer leichten geistigen 

Behinderung ergeben. Ferner hielt er in seinem Bericht vom 1. Juli 2007 fest, 

dass er im Rahmen seiner Abklärungen beim Versicherten einen gemischten 

Entwicklungsrückstand sowohl im Bereich der Neuromotorik als auch im 

kognitiven Bereich gefunden habe, wobei von ihm kein standardisierter 

Entwicklungstest respektive Intelligenztest durchgeführt worden sei. Med. 

pract. … hingegen stellt in seinem Arztbericht vom 18. September 2009 

verschiedene Diagnosen, u.a. F70.1 leichte intellektuelle Behinderung (IQ 60, 

K-ABC 1/2007 im Kinderspital). Diese Einstufung des IQ basiert demnach 

offensichtlich auf einer Testung, denn K-ABC steht für Kaufmann-Asessement 

Battery for Children. Dieser K-ABC Test von 1994 ist eine differenzierte 

Intelligenz- und Fähigkeitsdiagnostik für Kinder im Alter von 2, 6 bis 12,5 

Jahren (vgl. unter: www.testzentrale.ch). Wie von der Beschwerdegegnerin 

richtigerweise gelten gemacht wurde, berichtigte med. pract. … seine 

Einschätzung mit Schreiben vom 28. September 2009, indem er ausführte, 

dass nicht ein IQ von 60 sondern ein IQ von 70-84 beim Versicherten 

anzunehmen sei. Soweit aus den Akten ersichtlich ist, erfolgte diese 

berichtigte Einschätzung des IQ jedoch ohne neue Testung. Die Berichtigung 

des ersten Arztberichtes durch med. pract. … vermag denn auch das Gericht 

nicht zu überzeugen, ist eine solche Berichtigung doch stets mit gewissen 

Zweifeln behaftet, was vorliegend insbesondere zutrifft, zumal diese nicht 

nachvollziehbar begründet ist und überdies erst nach dem Telefonat mit Dr. 

med. … vom RAD Ostschweiz vom 25. September 2009 erfolgte (vgl. Datum 

der Berichtigung 28. September 2009). Zudem hält med. pract. … auch in 

seinem ersten Arztbericht vom 18. September 2009 fest, dass die 

prognostische Beurteilung am Ende der Therapie als gut einzustufen sei, da 

eine gewisse Selbsteinsicht in den letzten neun Behandlungsmonaten 

möglich geworden sei. Seitdem sei es zu einer deutlichen Verbesserung der 

Verhaltenssteuerung mit Stabilisierung gekommen. Es stellt sich somit die 

Frage, weshalb med. pract. … nicht anlässlich dieses Berichts bereits von der 

IQ-Einstufung des Kinderspitals (IQ 60 KABC, 1/2007) abgewichen ist, 

veranlassten ihn doch dieselben Feststellungen schliesslich in seiner 

Berichtigung vom 28. September 2009 zu einer anderen Einstufung des IQ. 

3. Nach dem Ausgeführten kann zusammenfassend festgehalten werden, dass 

der Beschwerdeführerin dahingehend zu folgen ist, als diese geltend macht, 

es lägen keine aktuellen Abklärungen des IQ - mit Ausnahme von med. pract. 

… und dem Kinderspital 1/2007 - vor, respektive die ärztlichen Beurteilungen 

seien unpräzise und widersprüchlich. Um ein Geburtsgebrechen auch 

tatsächlich ausschliessen zu können, ist eine entsprechende Abklärung 

erforderlich, weshalb die Sache an die Vorinstanz zur Abklärung des IQ 

anhand einer Testung zurückzuweisen ist. Anlässlich dieser Abklärung 

beziehungsweise Testung wird sich sodann ebenfalls zeigen, ob die von der 

Vorinstanz im Rahmen der Duplik getroffene Annahme, es könne mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass der IQ bei 

Erlass der Verfügung am 26. Januar 2010 plötzlich unter 70 gelegen habe, 

zutreffend ist. 

4. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 

200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend hat die unterliegende IV-Stelle die 

Kosten in der Höhe von Fr. 700.-- zu übernehmen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgehoben 

und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung sowie zu neuem Entscheid im 

Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle und sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.