# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bfb1a95-9d37-5861-ae89-419c1d4b817e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 13.11.2025 SR2 2025 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR2-2025-42_2025-11-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Verfügung vom 13. November 2025
mitgeteilt am 14. November 2025

Referenz SR2 25 42

Instanz Zweite strafrechtliche Kammer

Besetzung Bergamin, Vorsitz
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Patrick Dietrich
Quaderstrasse 22, Postfach 114, 7001 Chur

Gegenstand Hausdurchsuchung und Durchsuchung

Anfechtungsobj. Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Mai 2025, 
mitgeteilt am 3. Juli 2025 (Proz. Nr. VV.2024.2940)

2 / 6

Sachverhalt

A. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2024 eröffnete die Staatsanwaltschaft des 
Kantons Graubünden (Staatsanwaltschaft Graubünden) gegen A._____ eine 
Strafuntersuchung wegen Veruntreuung durch unrechtmässige Verwendung von 
anvertrauten Vermögenswerten gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 
(VV.2024.2940). 

B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat im erwähnten Strafverfahren am 9. 
Mai 2025 Hausdurchsuchungs- und Durchsuchungsbefehle erlassen. Die Befehle 
wurden am 3. Juli 2025 am Wohnort von A._____ in B._____ sowie in den 
Räumlichkeiten der C._____ AG in D._____ vollzogen. Dabei wurden physische 
und elektronische Geschäftsunterlagen verschiedener Gesellschaften sowie von 
A._____ sichergestellt. 

C. In der Folge verlangte A._____ sowie die Vertreter der Gesellschaften, deren 
Geschäftsunterlagen sichergestellt worden waren, die Siegelung der 
sichergestellten Asservate. 

D. Mit Eingabe vom 14. Juli 2025 erhob A._____ (fortan: Beschwerdeführer) 
gegen die Verfügung vom 9. Mai 2025 Beschwerde und beantragte das Folgende:

1. Die angefochtene Verfügung der Staatsanwaltschaft sei für ungültig zu 
erklären bzw. aufzuheben, es sei von der Durchsuchung und 
Beschlagnahme abzusehen und es seien die sichergestellten 
Gegenstände mit einem Beweisverwertungsverbot zu belegen. 

E. Die Staatsanwaltschaft Graubünden überbrachte dem 
Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden am 15. Juli 2025 ein Gesuch 
um Entsiegelung und Durchsuchung der sichergestellten Asservate. 

F. Mit Verfügung des Vorsitzenden der Zweiten strafrechtlichen Abteilung des 
Obergerichts des Kantons Graubünden vom 13. August 2025 wurde das 
Beschwerdeverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des 
Entsiegelungsverfahrens sistiert. 

G. Mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden 
vom 31. Juli 2025, gleichentags mitgeteilt, wurde im Wesentlichen die Entsiegelung 
der sichergesellten und versiegelten Gegenstände, Unterlagen bzw. 
Aufzeichnungen angeordnet. Gleichzeitig wurde bestimmt, die beim 
Beschwerdeführer sichergestellten elektronischen Datenträger (Verzeichnis A) 
hinsichtlich bestimmter Adressen auf Anwaltskorrespondenz zu prüfen, allfällige 
Korrespondenz zu separieren und zwei Datenträger zu erstellen, einen mit und 

3 / 6

einen ohne entsprechende Anwaltskorrespondenz. Die Daten seien auszusondern, 
zu separieren und es seien zwei Datenträger zu erstellen, einen ohne solche Treffer 
und einen mit Treffer. Der Datenträger ohne Treffer werde vom 
Zwangsmassnahmengericht an die Staatsanwaltschaft Graubünden 
herausgegeben. Der Datenträger mit Treffer sei dem Zwangsmassnahmengericht 
zwecks Durchsicht auszuhändigen, welches die effektive Triage vornehme. 

H. Mit Verfügung vom 17. September 2025 hob der Vorsitzende die 
Verfahrensistierung wieder auf. 

I. Am 26. September 2025 übermittelte die Staatsanwaltschaft Graubünden die 
Verfahrensakten entsprechend der Aufforderung und wies darauf hin, dass die 
gerichtliche Triagierung der elektronisch sichergestellten Daten noch nicht erfolgt 
sei. Dieses Schreiben wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht, wobei 
er darauf hingewiesen wurde, dass kein weiterer Schriftenwechsel vorgesehen ist.

J. Die Angelegenheit ist spruchreif. 

Erwägungen

1. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft ist die Beschwerde zulässig 
(Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Die Zweite strafrechtliche Kammer des Obergerichts 
des Kantons Graubünden ist zur Beurteilung strafrechtlicher Beschwerden 
zuständig (Art. 22 EGzStPO [BR 350.100] i.V.m. Art. 13 Abs. 1 OGV [BR 173.010]). 
Die Beschwerde ist rechtzeitig erhoben worden und enthält eine rechtsgenügliche 
Begründung (Art. 396 Abs. 1 StPO; vgl. auch Art. 385 Abs. 1 StPO). Insoweit sind 
die von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzungen erfüllt.

2. Als weitere Eintretensvoraussetzung für die Ergreifung eines Rechtsmittels 
ist die Legitimation einer Partei erforderlich. Zur Erhebung der Beschwerde 
berechtigt ist nur, wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 
Änderung eines Entscheids hat (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Ein solches und damit 
eine Beschwer liegt vor, wenn der Beschwerdeführer selbst in seinen eigenen 
Rechten unmittelbar und direkt betroffen ist. Das Rechtsschutzinteresse bzw. die 
Beschwer muss im Zeitpunkt des Entscheids über die Beschwerde noch aktuell 
sein. Dies ist dann nicht mehr der Fall, wenn die hoheitliche Verfahrenshandlung im 
fraglichen Prozessstadium nicht mehr korrigiert werden kann (GUIDON, Die 
Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, Rz. 233, 244 
m.w.H.; Beschluss des Obergerichts des Kantons Graubünden SR2 25 59 vom 6. 
November 2025 E. 1.2.1). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird ein 
aktuelles Rechtsschutzinteresse bei abgeschlossener Hausdurchsuchung 

4 / 6

grundsätzlich verneint. Dies gilt jedenfalls dann, wenn anstelle der Beschwerde kurz 
darauf ein Entsiegelungsverfahren stattfindet, da dann vorfrageweise auch die 
Rechtsmässigkeit der Hausdurchsuchung infrage gestellt und überprüft werden 
kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_295/2021 vom 1. Dezember 2021 E. 3.3.1 
f.). 

Schon nach der altrechtlichen Praxis des Bundesgerichtes diente (und dient) das 
Entsiegelungsverfahren dem Geheimnisschutz im Hinblick auf eine Durchsuchung 
von Aufzeichnungen und Datenträgern (Art. 246-248 StPO). In diesem Rahmen 
können auch die allgemeinen Zwangsmassnahmenvoraussetzungen von Art. 197 
StPO, namentlich die Verhältnismässigkeit der Beweiserhebung oder das Vorliegen 
eines hinreichenden Tatverdachtes, akzessorisch mitgeprüft werden (BGE 142 IV 
207 E. 7.1; BGE 141 IV 77 E. 4.3 und 5.6; je mit Hinweisen). Hingegen hat das 
Entsiegelungsverfahren nicht die Funktion, die allgemeine Rechtmässigkeit von 
strafprozessualen Zwangsmassnahmen (etwa ihre Verhältnismässigkeit) 
selbstständig sicherzustellen. Falls keine der Durchsuchung unterliegenden 
Beweismittel erhoben wurden oder von den Betroffenen keine gesetzlichen 
Geheimnisschutzgründe als Zwangsmassnahmenhindernis angerufen werden, sind 
entsprechende Rügen daher nicht vom Entsiegelungsrichter zu prüfen, sondern in 
einem StPO-Beschwerdeverfahren vorzutragen (BGE 144 IV 74 E. 2.3-2.7; Urteil 
des Bundesgerichts 1B_136/2012 vom 25. September 2012 E. 4.4). Wenn in einem 
Entsiegelungsverfahren kein gesetzliches Geheimnisrecht im Sinne von nArt. 248 
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 264 StPO substanziiert angerufen wird, bildet somit 
auch der akzessorische Einwand der fehlenden Untersuchungsrelevanz edierter 
Unterlagen bzw. der fehlenden Verhältnismässigkeit der Beweiserhebung (Art. 197 
Abs. 1 lit. c-d und Abs. 2 StPO) kein Entsiegelungshindernis (BGE 151 IV 30 E. 4.3).

Dasselbe hat auch zu gelten, wenn anlässlich der Hausdurchsuchungen Objekte 
sichergestellt werden, welche nachher beschlagnahmt werden, zumal dagegen die 
Beschwerde offensteht (vgl. KELLER, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, Art. 244 
N. 16). 

3. Die Durchsuchung am Wohnort des Beschwerdeführers wurde am 3. Juli 
2025 abgeschlossen (vgl. StA-act. 43.1 ff.). Diese Verfahrenshandlung kann im 
Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht mehr korrigiert werden. Zudem wurde ein 
Entsiegelungsverfahren eingeleitet, in dessen Verlauf das 
Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 31. Juli 
2025 sowohl die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Geheimhaltungsinteressen bzw. Geheimnisrechte im Sinne von nArt. 248 Abs. 1 

5 / 6

i.V.m. Art. 264 StPO (vgl. StA-act. 80.7, S. 11 f.; siehe auch StA-act. 80.6, E. 17 ff.) 
als auch die übrigen allgemeinen Voraussetzungen für die Anordnung von 
Zwangsmassnahmen (hinreichender Tatverdacht, Untersuchungsrelevanz und 
Verhältnismässigkeit) überprüft hat (vgl. StA-act. 80.6, E. 14 und 16).

Zudem wird die Staatsanwaltschaft nach erfolgter Durchsuchung der entsiegelten 
Unterlagen allfällige untersuchungsrelevante Aufzeichnungen als Beweismittel 
förmlich zu beschlagnahmen haben (Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO). Dem 
Beschwerdeführer stünde es somit frei, die allgemeinen 
Zwangsmassnahmenvoraussetzungen von Art. 197 StPO, darunter den 
hinreichenden Tatverdacht eines Verbrechens oder Vergehens (lit. b) oder die 
Untersuchungsrelevanz der erhobenen Beweismittel (lit. c), nötigenfalls im Rahmen 
einer StPO-Beschwerde gegen eine allfällige Beschlagnahmeverfügung zu 
bestreiten (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). 

4. Im Ergebnis mangelt es dem Beschwerdeführer am aktuellen 
Rechtsschutzinteresse, weshalb auf seine Beschwerde nicht einzutreten ist. Da 
dieses Ergebnis offensichtlich ist, ergeht der vorliegende Entscheid in Anwendung 
von Art. 38 Abs. 3 GOG (BR 173.000) in einzelrichterlicher Kompetenz.

5. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 428 Abs. 1 StPO). 
Es wird eine reduzierte Spruchgebühr von CHF 500.00 erhoben (Art. 7 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 11 VGS [BR 350.210]).

6 / 6

Es wird erkannt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 500.00 gehen zu 
Lasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]