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**Case Identifier:** 3bee6c69-1e69-5478-8207-cc774b62fb4b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.09.2023 200 2022 684
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-684_2023-09-12.pdf

## Full Text

200 22 684 ALV
SCP/TOZ/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. September 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

Ausgleichskasse des Kantons Bern
Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beigeladene

betreffend Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im Dezember 2020 stellte der 1977 geborene A.________ (Versicherter 
bzw. Beschwerdeführer) bei der Arbeitslosenversicherung einen Antrag auf 
Arbeitslosenentschädigung für die Zeit ab November 2020 (Akten des Am-
tes für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern [AVA bzw. Beschwer-
degegner], Dossier Arbeitslosenkasse … [act. IIA] 563 - 566). Als letztes 
Arbeitsverhältnis gab er eine von 2001 bis auf weiteres dauernde Vollzeit-
beschäftigung als … für C.________ an; die vom Arbeitgeber ausgespro-
chene Kündigung auf Ende April 2020 sei zufolge Nichteinhaltung der 
Sperrfrist nichtig (act. IIA 564). Der Versicherte wies diesbezüglich auf ein 
beim Regionalgericht … hängiges arbeitsrechtliches Verfahren, …, hin 
(Forderungen aus Arbeitsvertrag; act. IIA 353, 567). Mit Verfügung vom 
1. April 2021 verneinte die Arbeitslosenkasse, Zahlstelle …, einen An-
spruch auf Arbeitslosenentschädigung, da der Versicherte in der massge-
benden zweijährigen Rahmenfrist für die Beitragszeit (vom 9. November 
2018 bis 8. November 2020) keine beitragspflichtige Beschäftigung nach-
weisen könne (act. IIA 466 - 468). Nach erhobener Einsprache (act. IIA 420 
- 422), weiteren Korrespondenzen (act. IIA 393, 411 f.) und Gewährung des 
rechtlichen Gehörs zur Stellungnahme von C.________ (act. IIA 385 f., 390 
- 392) sistierte die Arbeitslosenkasse am 24. Juni 2021 das Verfahren bis 
zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils im arbeitsrechtlichen Verfahren 
(act. IIA 379 - 382). 

Mit Urteil vom 25. März 2022, CIV 20 3175 (act. IIA 353 - 362), verurteilte 
das Regionalgericht … C.________, dem Versicherten für die Monate 
Januar bis Mai 2020 einen Lohn von Fr. 8'375.-- brutto 
(monatlich Fr. 1'300.-- netto resp. Fr. 1'675.-- brutto) zu bezahlen; soweit 
weitergehend trat es auf die Klage des Versicherten nicht ein. Aufgrund 
dieses Urteils nahm die Arbeitslosenkasse, Fachdienst, das am 24. Juni 
2021 sistierte Verfahren wieder auf und hob mit Entscheid vom 22. Juni 
2022 (act. IIA 300 - 302) – in Gutheissung der Einsprache – die Verfügung 
vom 1. April 2021 auf. Die Arbeitslosenkasse, Zahlstelle …, werde die An-
spruchsvoraussetzungen neu prüfen. Am 24. Juni 2022 anerkannte die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 3

Arbeitslosenkasse, Zahlstelle …, einen Anspruch auf Arbeitslosenentschä-
digung für die Zeit von November 2020 bis Oktober 2021 auf der Basis 
eines versicherten Verdienstes von Fr. 1'675.-- (act. IIA 273 - 285; Akten 
des Beschwerdegegners, Dossier Arbeitslosenkasse … [act. II] 237 
- 248). Dagegen opponierte der Versicherte mit Schreiben vom 5. Juli 2022 
(act. II 234 f.) und machte unter anderem geltend, er sei für den gleichen 
Arbeitgeber auch noch als … für andere dem Arbeitgeber gehörende … 
tätig gewesen und sei hierfür mit Naturallohn im Betrage des Mietzinses 
von Fr. 1'910.-- für die von ihm in der für den vorliegend relevanten Zeit-
raum bewohnte Wohnung entschädigt worden. Er ersuchte um Erlass einer 
anfechtbaren Verfügung. Die Arbeitslosenkasse, Zahlstelle …, hielt mit 
Verfügung vom 29. Juli 2022 (act. II 201 - 204) am versicherten Verdienst 
in Höhe von Fr. 1'675.-- fest und bestätigte gleichzeitig die Taggeldabrech-
nungen von November 2020 bis Oktober 2021. Dagegen erhob der Versi-
cherte Einsprache und beantragte, der versicherte Verdienst sei unter 
Berücksichtigung eines Naturaleinkommens von Fr. 1'910.-- auf Fr. 3'585.-- 
festzusetzen und es sei auf einen Abzug für die Nichtberufsunfallversiche-
rung zu verzichten (act. II 96 - 102). Mit Entscheid vom 12. Oktober 2022 
(act. II 34 - 41) wies das AVA die Einsprache ab. Es erwog, es lägen keine 
ausreichenden Beweise vor, dass der Versicherte nebst dem anerkannten 
und ausbezahlten Bruttoverdienst von Fr. 1'675.-- zusätzlich noch einen 
Naturallohn von Fr. 1'910.-- bezogen hätte. Weiter hielt es am Abzug der 
Prämien für die obligatorische Versicherung der Nichtberufsunfälle fest. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 14. November 2022 Beschwerde. Er beantragt, in Aufhe-
bung des Einspracheentscheides sei der versicherte Verdienst auf 
Fr. 3'585.-- monatlich festzusetzen. 

Der Beschwerdegegner schliesst mit Beschwerdeantwort vom 24. Novem-
ber 2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Auf entsprechende Aufforderungen des Instruktionsrichters vom 1. bzw. 
6. Dezember 2022 hin gingen am 6. Dezember 2022 Dokumente der Steu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 4

erverwaltung des Kantons Bern, Region … (fortan: Steuerverwaltung; act. 
III), und am 23. Dezember 2022 weitere Unterlagen des Beschwerdefüh-
rers ein. 

In der prozessleitenden Verfügung vom 30. Dezember 2022 fasste der In-
struktionsrichter die sich derzeit präsentierende Sachlage zusammen. Er 
lud die Ausgleichskasse des Kantons Bern (Beigeladene) zum Verfahren 
bei und forderte diese auf, Angaben unter anderem über Korrekturbuchun-
gen im individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers zu machen. Ferner 
forderte er die D.________ AG (welche im Auftrag von C.________ dessen 
… bewirtschaftet [vgl. act. IIA358, E. 7.3.1]) unter Hinweis auf die Folgen 
bei Verletzung der Mitwirkungspflicht auf, …abrechnungen der Jahre 
2018/19, 2019/20 und 2020/21 der … (…abrechnungen betreffend die … 
seien bereits vom Beschwerdeführer eingereicht worden) sowie … 1, 3, 
und 5 in … und sämtliche Belege zur Betriebskosten-Position "…" der er-
wähnten … einzureichen. Auf die Einreichung dieser Dokumente könne 
verzichtet werden, falls die D.________ AG der Beigeladenen den vom 
Beschwerdeführer bis Mai 2020 geschuldeten Mietzins (inkl. ggf. 
Nebenkosten) für die von ihm an der … bewohnte Wohnung als 
Naturallohn nachmelden sollte, was sie im vorliegenden Verfahren zu 
belegen hätte.

Am 19. Januar 2023 reichte die Beigeladene eine Stellungnahme ein.

Weil die D.________ AG der gerichtlichen Aufforderung nicht nachkam, 
forderte der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 25. Ja-
nuar 2023 – mit Hinweis auf die Mitwirkungspflicht und unter Androhung 
einer Ordnungsbusse bei Störung des Geschäftsganges – die D.________ 
AG bzw. deren einziges Verwaltungsratsmitglied, E.________, und den 
Eigentümer der von der D.________ AG verwalteten …, C.________, auf, 
die verlangten …abrechnungen sowie Belege zur Betriebskosten-Position 
"…" einzureichen. 

Mit Eingabe vom 14. Februar 2023 zeigte Rechtsanwalt F.________ das 
Vertretungsverhältnis zur D.________ AG an und ersuchte um Aktenein-
sicht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 5

Dieses Gesuch wies der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung 
vom 15. Februar 2023 ab, da der D.________ AG im vorliegenden Verfah-
ren keine Parteirechte zustünden. Er forderte die D.________ AG bzw. 
E.________ und C.________ – erneut mit Hinweis auf die Mitwirkungs-
pflicht und unter Androhung einer Ordnungsbusse bei Störung des Ge-
schäftsganges – auf, die verlangten Unterlagen einzureichen. 

Am 28. Februar 2023 und – nach erneuter Aufforderung des Instruktions-
richters vom 2. März 2023 – 17. April 2023 gingen weitere, jedoch unvoll-
ständige Unterlagen der D.________ AG ein. Einer weiteren Aufforderung 
des Instruktionsrichters zur Einreichung der vollständigen Dokumente (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 24. April 2023) kamen die D.________ AG 
bzw. E.________ und C.________ nicht nach (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 17. Mai 2023 bzw. die darin enthaltene Zusammenfassung der 
sich aktuell präsentierenden Sachlage).

Daraufhin auferlegte der Instruktionsrichter mit prozessleitender 
(Parallel-)Verfügung vom 17. Mai 2023 E.________ und C.________ je 
eine Ordnungsbusse von Fr. 500.-- wegen Störung des Geschäftsganges 
und forderte gleichzeitig die D.________ AG bzw. E.________ und 
C.________ – wiederum unter Hinweis auf die Folgen bei Verletzung der 
Mitwirkungspflicht – zur Einreichung verschiedener fehlender Dokumente 
auf. Dieser Aufforderung kamen die Pflichtigen abermals nicht nach. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Juni 2023 gab der Instruktionsrich-
ter den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Einreichung von Schlussbe-
merkungen.

Während der Beschwerdeführer mit Zuschrift vom 6. Juni 2023 an seinem 
bisher vertretenen Standpunkt festhielt, verzichtete der Beschwerdegegner 
mit Eingabe vom 20. Juni 2023 auf eine Stellungnahme. Die Beigeladene 
liess sich nicht vernehmen. 

Am 28. Juni 2023 ging eine Kostennote des Rechtsvertreters des Be-
schwerdeführers ein. Von der Gelegenheit zur diesbezüglichen Stellung-
nahme machten der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner mit 
Eingaben vom 29. Juni bzw. 4. Juli 2023 Gebrauch. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 6

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 12. Okto-
ber 2022 (act. II 34 - 41). Streitig und zu prüfen ist die Höhe des versicher-
ten Verdienstes und dabei insbesondere, ob der Beschwerdegegner für die 
Ermittlung des versicherten Verdienstes zu Recht ausschliesslich darauf 
abgestellt hat, was der Beschwerdeführer während des Bemessungszeit-
raumes vom 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020 (vgl. E. 3.1 hiernach) als … für 
die in … gelegenen … an Einkommen erzielt hat. Soweit die Taggeldab-
rechnungen von November 2020 bis Oktober 2021 betreffend ist der Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 7

spracheentscheid unangefochten (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. I) in Rechts-
kraft erwachsen (vgl. BGE 125 V 413 E. 1b S. 414 f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Arbeitslosenentschädigung wird als Taggeld ausgerichtet. Für 
eine Woche werden fünf Taggelder ausbezahlt (Art. 21 AVIG). Ein volles 
Taggeld beträgt 80 % des versicherten Verdienstes (Art. 22 Abs. 1 Satz 1 
AVIG). 

Als versicherter Verdienst gilt der massgebende Lohn im Sinne von Art. 5 
Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) i.V.m. Art. 7 der Verord-
nung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung (AHVV; SR 831.101), der während eines Bemessungszeitraumes aus 
einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde. 
Darin eingeschlossen sind die vertraglich vereinbarten regelmässigen Zu-
lagen, soweit sie nicht Entschädigung für arbeitsbedingte Inkonvenienzen 
darstellen (Art. 23 Abs. 1 AVIG; BGE 144 V 195 E. 4.1 S. 198). Massge-
blich für die Ermittlung des versicherten Verdienstes sind die tatsächlichen 
Lohnbezüge, nicht die arbeitsvertraglich festgelegten Löhne (ARV 2020 
S. 280 E. 4.1).

Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung 
auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende 
Lohn umfasst auch Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, 
Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen 
und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen 
Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen (Art. 5 Abs. 2 AHVG). Zu dem 

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für die Berechnung der Beiträge massgebenden Lohn gehören insbesonde-
re regelmässige Naturalbezüge (Art. 7 lit. f AHVV).

2.2 Nach Art. 37 Abs. 1 AVIV bemisst sich der versicherte Verdienst 
nach dem Durchschnittslohn der letzten sechs Beitragsmonate vor Beginn 
der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Er bemisst sich gemäss Abs. 2 
nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn 
der Rahmenfrist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn 
höher ist als derjenige nach Abs. 1. Der Bemessungszeitraum beginnt, un-
abhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor 
dem Eintritt eines anrechenbaren Verdienstausfalls. Voraussetzung ist, 
dass vor diesem Tag mindestens zwölf Beitragsmonate innerhalb der 
Rahmenfrist für die Beitragszeit liegen (Abs. 3). 

2.3

2.3.1 Das Versicherungsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die 
für den Entscheid erheblichen Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen 
Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei (Art. 61 lit. c ATSG).

Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des 
Sozialversicherungsprozesses. Danach hat das Gericht von Amtes wegen, 
aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisan-
träge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung und Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt 
indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungs-
pflichten der Parteien (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429, 122 V 157 E. 1a 
S. 158).

2.3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 9

3.

3.1 Der Bemessungszeitraum für den versicherten Verdienst erstreckt 
sich vorliegend unstrittig vom 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020 (vgl. act. II 34 
und act. IIA 360 f., E. 8.3 und Dispositiv Ziff. 1; vgl. E. 2.2 hiervor). Gestützt 
auf das Urteil des Regionalgerichts … vom 25. März 2022, … (act. IIA 353 - 
362), und den IK-Auszug der Beigeladenen vom 25. Mai 2021 (act. IIA 397) 
ermittelte der Beschwerdegegner in Bezug auf diesen Zeitraum einen ver-
sicherten Verdienst von Fr. 1'675.-- (Lohn für … in den C.________ 
gehörenden … in …; vgl. act. II 38). 

Beschwerdeweise wird geltend gemacht, im besagten Bemessungszeit-
raum habe der Beschwerdeführer nebst den … in … zusätzlich noch … in 
diversen dem gleichen Arbeitgeber gehörenden … in … (… 2, 14 und 16, 
… 1, 3 und 5; vgl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 22. Dezember 
2022, S. 1 Ziff. 4a [in den Gerichtsakten]) geleistet und sei hierfür mit Natu-
rallohn im Betrage des Mietzinses von Fr. 1'910.-- für die von ihm bewohnte 
Wohnung (…, …) entschädigt worden (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. III.1 und 
S. 8 Ziff. III.5). Es existiere zwischen dem Arbeitgeber/Vermieter und dem 
Beschwerdeführer kein (schriftlicher) … für die Liegenschaften in … (vgl. 
Eingabe des Beschwerdeführers vom 22. Dezember 2022, S. 1 Ziff. 4a). 

3.2 Einkommen aus der Tätigkeit für die in …. gelegenen …:

Aufgrund der Akten ist erstellt und auch unbestritten, dass der Beschwer-
deführer im relevanten Bemessungszeitraum bei C.________ angestellt 
war und als … für die ihm gehörenden … in …, … 2 und 4 (vgl. Auszug aus 
dem …, …; vgl. prozessleitende Verfügung vom 30. Dezember 2022, S. 1 
Ziff. 1b.ba), eingesetzt wurde (vgl. Arbeitsvertrag vom 1. Juni 2013 [Akten 
des Beschwerdeführers {act. I} 7]; act. IIA 546 Ziff. 3) und hierfür einen mo-
natlichen Lohn von Fr. 1'300.-- netto (bzw. Fr. 1'675.-- brutto; vgl. act. IIA 
360, E. 8.3) auf sein Konto bei der … überwiesen erhielt (act. IIA 496 - 
507); C.________ wurde mit Urteil des Regionalgerichts … vom 25. März 
2022, … verurteilt, dem Beschwerdeführer weitere monatliche Lohnzahlun-
gen von Fr. 1'300.-- netto resp. Fr. 1'675.-- brutto für die Monate Januar bis 
Mai 2020 zu bezahlen (act. IIA 360 f., E. 8.3 und Dispositiv Ziff. 1; zwar 

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wurde dieses Urteil im Instanzenzug aufgehoben, das Urteil des 
Obergerichts des Kantons Bern vom 17. Januar 2023 [ZK 22 223; act. IIIB 
2] beschlägt indes nicht den Lohnanspruch, sondern dessen Pfändbarkeit 
bzw. die Verität der dieser zur Verrechnung gestellten Mietzinsforderung).

3.3 Einkommen aus der Tätigkeit für die in … gelegenen …:

3.3.1 Der Beschwerdeführer wohnt mit seiner Familie seit rund 20 Jah-
ren in der Liegenschaft … in … (zunächst in einer 3 ½-Zimmmerwohnung, 
seit dem Mai 2012 in einer 5 ½-Zimmerwohnung; act. I 8, act. IIA 545), 
welche seit dem 29. Juli 1999 im Alleineigentum von C.________ steht 
(vgl. GRUDIS-Auszug, E-GRID CH294618933507 [in den Gerichtsakten]; 
siehe auch prozessleitende Verfügung vom 30. Dezember 2022, S. 2 Ziff. 
1b.bb). Er und seine Ehefrau bezahlten dafür bis Januar 2021 nie einen 
Mietzins oder Akontobeiträge für Nebenkosten (vgl. Eingabe des Be-
schwerdeführers vom 22. Dezember 2022, S. 2 Ziff. 4b f.; in den Gerichts-
akten). Der Mietzinsanspruch sei mit Saläransprüchen des Beschwerdefüh-
rers, welche aufgrund von … in verschiedenen C.________ gehörenden … 
in … entstanden seien, verrechnet worden (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. III.1 
und S. 8 Ziff. III.5). Diesbezüglich ist den Akten Folgendes zu entnehmen:

3.3.1.1 Der Beschwerdeführer deklarierte in den Steuererklärungen für die 
Jahre 2018 und 2019 je ein Einkommen aus unselbstständiger Erwerbs-
tätigkeit von Fr. 31'445.-- (act. III 2 S. 1 Ziff. 2.21, act. III 3 S. 1 Ziff. 2.21) 
und in der Steuererklärung für das Jahr 2020 ein solches von Fr. 26'120.-- 
(act. III 4 S. 1 Ziff. 2.21), worauf sodann entsprechende kantonale Steuern 
und die direkte Bundessteuer veranlagt wurden (act. III 2 S. 2 ff., act. III 3 
S. 2 ff., act. III 4 S. 2 ff.). Über die dazugehörigen Lohnausweise verfügt die 
Steuerverwaltung jedoch nicht (vgl. deren Eingabe vom 5. Dezember 2022; 
in den Gerichtsakten).

3.3.1.2 In den Rektifikatsmeldungen vom 1. November 2019 bezüglich der 
Abrechnungsperiode 2018 bestätigte C.________ gegenüber der Beigela-
denen "ausdrücklich", dass ab dem 1. Januar 2019 kein Personal mehr 
beschäftigt werde. Er bat die Beigeladene, die Abrechnungskonten 
betreffend den Beschwerdeführer (Nr. … und …) per 31. Dezember 2018 
definitiv abzumelden (Akten der Beigeladenen [act. IIIA] 3 f.). Dies 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 11

bekräftigte C.________ mit Rektifikatsmeldung vom 2. März 2020 
("Auflösung Arbeitsverhältnis" mit dem Beschwerdeführer; act. IIIA 7).

3.3.1.3 Mit Schreiben vom 19. Dezember 2019 (act. IIA 545) bestätigte die 
D.________ AG gegenüber dem Beschwerdeführer, dieser habe seinen 
Lohn für die … für die in … gelegenen … durch Verrechnung mit dem Miet-
zins für die von ihm bewohnte Wohnung an der …, …, ausgerichtet erhal-
ten. Allerdings habe der Beschwerdeführer den Mietzins nur teilweise be-
zahlt, indem der …lohn von anfänglich Fr. 1'100.--, später dann 
Fr. 1'219.12 mit der Wohnungsmiete (5 ½-Zimmerwohnung) von anfänglich 
Fr. 1'820.--, später Fr. 1'910.-- verrechnet worden sei. Daraus habe eine 
monatliche Unterdeckung von jeweils Fr. 600.88 für die Zeit vom 15. Mai 
2012 bis 1. Oktober 2013 und danach eine solche von jeweils Fr. 690.88 
resultiert. Die Miete der 5 ½-Zimmerwohnung habe am 15. Mai 2012 be-
gonnen; hierfür sei ein halber Mietzins von Fr. 910.-- in Rechnung gestellt 
worden. Die D.________ AG machte einen Ausstand von insgesamt 
Fr. 85'299.78 geltend (für die Zeit von 2012 bis 19. Dezember 2019). 

3.3.1.4 Aus dem Schreiben der D.________ AG an den Beschwerdeführer 
vom 10. Februar 2020 (act. IIA 310 - 316) geht hervor, dass der …lohn für 
die Tätigkeiten in diversen in … gelegenen … ab dem Juni 2012 
Fr. 1'219.12 bzw. ab dem Januar 2019 Fr. 1'300.-- betragen habe und mit 
dem laufenden Mietzins von anfänglich Fr. 1'820.-- (ab dem 1. Juni 2012) 
resp. später Fr. 1'910.-- (ab dem 1. November 2013) verrechnet worden 
sei. Die D.________ AG forderte den Beschwerdeführer auf, innerhalb von 
30 Tagen den Mietzinsausstand für die Zeit vom 1. Mai 2012 bis 1. Januar 
2020 im Gesamtbetrag von Fr. 61'339.52 (Differenzbetrag zum effektiven 
Mietzins) zu bezahlen. 

3.3.1.5 Am 17. Februar 2020 kündigte die D.________ AG schriftlich das 
"vereinbarte Auftragsverhältnis" mit dem Beschwerdeführer betreffend die 
… an der … in … per sofort. Sollte der Beschwerdeführer das vereinbarte 
Auftragsverhältnis wider Erwarten nicht anerkennen, werde der guten 
Ordnung halber der Arbeitsvertrag vom 24. Dezember 2004 auf Ende April 
2020 gekündigt. Der Beschwerdeführer sei ab sofort freigestellt und habe in 
allen … der D.________ AG Hausverbot (act. IIA 549). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 12

3.3.1.6 Mit Urteil vom 25. März 2022, …, hielt das Regionalgericht … 
unter anderem fest, dass die vom Beschwerdeführer für die D.________ 
AG ausgeübte Tätigkeit im Rahmen eines Arbeitsvertrages im Sinne der 
Art. 319 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) erfolgt 
sei (act. IIA 356 - 359, E. 7). 

3.3.1.7 Die Beigeladene bestätigte mit Eingabe vom 19. Januar 2023 (S. 2 
Ziff. 1; in den Gerichtsakten), dass die Eintragungen im IK des Beschwer-
deführers in den von Korrekturen betroffenen Jahre 2018 und 2019 auf-
grund von Lohnbescheinigungen und Rektifikaten erfolgt seien. 

3.3.1.8 Den von der D.________ AG (erst nach mehrmaligen 
Aufforderungen des Gerichts) im April 2023 eingereichten …abrechnungen 
betreffend die Liegenschaft …, …, ist für die Zeit vom 1. April 2018 bis 31. 
Januar 2020 zu entnehmen, dass der Mieterschaft ein …lohn (Position: 
9.1) von monatlich Fr. 1'300.-- (12 x Fr. 1'300.-- ["Abrechnungsperiode 
01.04.2018 - 31.03.2019"] und 10 x Fr. 1'300.-- ["Abrechnungsperiode vom 
01.04.2019 - 31.03.2020"]) in Rechnung gestellt wurde (Akten der 
D.________ AG [act. IIIE], unpaginiert). In den Heiz- und 
Nebenkostenabrechnungen betreffend die … … 14 und 16, …, ist für die 
Zeit vom 1. Mai 2018 bis 30. November 2019 ein …lohn (Position: 9.1) von 
monatlich Fr. 657.65 (12 x Fr. 657.60 ["Abrechnungsperiode 01.05.2018 - 
30.04.2019"] und 7 x Fr. 657.65 [Position: 8.1; "Abrechnungsperiode vom 
01.05.2019 - 30.04.2020"]) aufgeführt (act. IIIE, unpaginiert). 

In der …abrechnung vom 1. Mai 2018 bis 30. April 2019 betreffend die … 
… 14 und 16, … (Akten der D.________ AG [act. IIIC], unpaginiert), 
wurden Prämien für die obligatorische Unfallversicherung von jährlich 
Fr. 129.53 (Position: 8.2) sowie Lohnkosten von jährlich insgesamt 
Fr. 10'291.80 (Fr. 400.-- [Position: 4 {Bedienung …}] + Fr. 7'891.80 
[Position: 8.1 {…}, 12 x Fr. 657.65] + Fr. 2'000.-- [Position: 8.3 {…}, 2 x Fr. 
1'000.--]) ausgewiesen. 

Der …abrechnung betreffend die … … 1, 3 und 5, …, sind für die Zeit vom 
1. Mai 2018 bis 30. April 2019 Kosten für den … (Position: 9.1) von 
monatlich Fr. 1'000.-- (x 12 = Fr. 12'000.--) sowie ein …lohn (Position: 9.2) 
von monatlich Fr. 2'160.-- (x 12 = Fr. 25'920.--) zu entnehmen (Akten der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 13

D.________ AG [act. IIID], unpaginiert). In der …abrechnung betreffend die 
Zeit vom 1. Mai 2019 bis 30. April 2020 wurden Kosten für den … (Position: 
9.1) von monatlich Fr. 500.-- (x 10 = Fr. 5'000.--), 
ein …lohn (Position: 9.2) von monatlich Fr. 2’160.-- (x 10 = Fr. 21'600.--) 
sowie Kosten für G.________ (G.________ GmbH; Position: 9.3) von 
monatlich Fr. 3'936.-- (x 2 = Fr. 7'872.--) aufgeführt (act. IIID, unpaginiert). 
In der …abrechnung für die Zeit vom 1. Mai 2020 bis 30. April 2021 wurde 
ein …lohn für G.________ (Position: 9.1) von monatlich Fr. 3'936.-- (x 12 = 
Fr. 47’232.--) ausgewiesen (act. IIID, unpaginiert). 

3.3.2 Vorab ist festzuhalten, dass sich aus den vom Beschwerdeführer 
deklarierten bzw. veranlagten Einkommen aus unselbstständiger Erwerbs-
tätigkeit der Steuerperioden 2018, 2019 und 2020 keine Rückschlüsse auf 
die vorliegend umstrittene … ziehen lassen, da die Steuerverwaltung über 
keine Lohnausweise verfügt (vgl. E. 3.3.1.1 hiervor).

3.3.2.1 Aufgrund der Schreiben der D.________ AG vom 19. Dezember 
2019 und 10. Februar 2020 (act. IIA 545, 310 - 316) ist erstellt, dass der 
Beschwerdeführer im relevanten Bemessungszeitraum nebst den … in … 
zusätzlich …tätigkeiten in den dem gleichen Arbeitgeber C.________ 
gehörenden Liegenschaften in … (… 2, 14 und 16 [vgl. E. 3.3.1. hiervor 
und GRUDIS-Auszug, … [in den Gerichtsakten]; siehe auch prozessleiten-
de Verfügung vom 30. Dezember 2022, S. 2 Ziff. 1b.bb) verrichtet hat, und 
der diesbezügliche Lohn ab dem Januar 2019 von Fr. 1'300.-- mit dem lau-
fenden Mietzins für die von ihm bewohnte Wohnung an der … in … von 
Fr. 1'910.-- (vgl. act. I 9) verrechnet wurde. Obwohl sich die D.________ 
AG bzw. deren Geschäftsführerin und der Eigentümer im vorliegenden Ver-
fahren weigerten, das Mieterkontoblatt für die vom Beschwerdeführer ge-
mietete Wohnung einzureichen, findet dies Rückhalt in den von der 
D.________ AG eingereichten …abrechnungen betreffend die … …, …, für 
die Zeit vom 1. April 2018 bis 31. Januar 2020, in welchen ein …lohn (Posi-
tion: 9.1) von monatlich Fr. 1'300.-- aufgeführt ist (act. IIIE, unpaginiert; vgl. 
E. 3.3.1.8 hiervor). Darüber hinaus hat die D.________ AG mit Kündi-
gungsschreiben vom 17. Februar 2020 (act. IIA 549) das Bestehen dieses 
…verhältnisses ausdrücklich bestätigt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 14

Weiter steht aufgrund der Akten fest, dass der Mietzins in der fraglichen 
Zeit – wie bereits erwähnt – Fr. 1'910.-- betrug (vgl. act. I 9), woraus sich 
nach Abzug des mit dem Mietzins verrechneten Lohnes für die … in der … 
…, …, von Fr. 1'300.-- ein Differenzbetrag von Fr. 610.-- ergab. Gemäss 
dem unter <https://www.ahv-iv.ch> abrufbaren Online-Rechner ("Umrech-
nung von Nettolohn in Bruttolohn") resultiert aus dem monatlichen Netto-
lohn von Fr. 610.-- für die hier massgebliche Zeit ein monatlicher Bruttolohn 
von Fr. 650.--. In den …abrechnungen betreffend die … … 14 und 16, …, 
wurde für die Zeit vom 1. Mai 2018 bis 30. November 2019 ein monatlicher 
…lohn von Fr. 657.65 brutto aufgeführt (act. IIIE, unpaginiert; vgl. E. 3.3.1.8 
hiervor). Wird der ausgewiesene mit dem umgerechneten …lohn 
verglichen, ergibt sich ein Differenzbetrag von Fr. 7.65 (vgl. prozessleitende 
Verfügung vom 17. Mai 2023, S. 2 Ziff. 1f - 1h); die entsprechende 
…abrechnung für die Periode 2019/2020 fehlt resp. wurde trotz 
mehrmaliger Aufforderung seitens des Gerichts weder von der D.________ 
AG noch von C.________ eingereicht (vgl. prozessleitende Verfügungen 
vom 24. April 2023, S. 2 Ziff. 2b, und vom 17. Mai 2023, S. 1 Ziff. 1a). Beim 
umgerechneten Bruttolohn (Entschädigung vor Abzug der Beiträge an die 
AHV/IV/EO/ALV) ist zu beachten, dass die Prämien für die obligatorische 
Unfallversicherung (vgl. zur Verpflichtung des Arbeitgebers zur Bezahlung 
der Prämien: Art. 91 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Un-
fallversicherung [UVG; SR 832.20]) darin nicht enthalten sind. Soweit aus 
den eingereichten Akten ersichtlich ist (vgl. Prämienrechnungen der 
H.________ [fortan: H.________] für die Jahre 2018 und 2019, act. IIIC, 
unpaginiert), hat C.________ für seine in den … … 2, 14 und 16, …, täti-
gen Angestellten die obligatorische Unfallversicherung bei der H.________ 
abgeschlossen; die Prämienrechnung für das Jahr 2020 fehlt. In Bezug auf 
die … …. 14 und 16, …, sind für den Zeitraum vom 1. Mai 2018 bis 
30. April 2019 Prämien für die obligatorische Unfallversicherung von 
jährlich Fr. 129.53 sowie Lohnkosten von jährlich insgesamt Fr. 10'291.80 
(davon …lohn: Fr. 7'891.80 [12 x Fr. 657.65]) ausgewiesen (act. IIIC, 
unpaginiert; vgl. E. 3.3.1.8 hiervor). Mit Blick darauf ist davon auszugehen, 
dass der ausgewiesene Differenzbetrag von Fr. 7.65 mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit aus den Prämien für die Unfallversicherung (vgl. zu 
deren Bemessung: Art. 92 UVG) resultiert, was rechnerisch approximativ 
hergeleitet werden kann (vgl. dazu prozessleitende Verfügung vom 17. Mai 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 15

2023, S. 2 Ziff. 1f - 1k). Daraus lässt sich der in den …abrechnungen für 
den Zeitraum vom 1. Mai 2018 bis 30. November 2019 aufgeführte monat-
liche …lohn von Fr. 657.65 brutto rechtsgenüglich nachvollziehen. Anhalts-
punkte, dass die … in den … … 14 und 16 im vorliegend interessierenden 
Zeitraum nicht vom Beschwerdeführer ausgeübt worden wäre bzw. die 
monatlichen Zahlungen von Fr. 657.65 nicht zugunsten von ihm verrechnet 
worden wären, sind nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass in den zahlrei-
chen, von der D.________ AG am 28. Februar 2023 eingereichten Belegen 
betreffend die … … 14 und 16, …, für die Wartung der … und die Lieferung 
von … der Beschwerdeführer als … bzw. Ansprechperson dieser … aufge-
führt wurde, so in den Rechnungen bzw. Lieferscheinen der I.________ AG 
vom 16. Oktober 2018, 29. Oktober 2018, 16. November 2018 und 28. No-
vember 2018, der J.________ AG vom 10. Januar 2019, der K.________ 
AG vom 11. Dezember 2019 sowie der L.________ AG vom 17. Februar 
2020, 11. März 2020, 17. März 2020, 7. April 2020 und 28. April 2020 (act. 
IIIC, unpaginiert; vgl. prozessleitende Verfügung vom 17. Mai 2023, S. 3 
Ziff. 1n). Mithin ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der 
Beschwerdeführer bis mindestens 28. April 2020 auch als … in den … 14 
und 16 tätig war. Stimmig in dieses Bild fügt sich denn auch das an den 
Beschwerdeführer gerichtete Kündigungsschreiben der D.________ AG 
vom 17. Februar 2020 (act. IIA 549) ein, wonach der Arbeitsvertrag vom 
24. Dezember 2004 – zwar die … … betreffend – auf Ende April 2020 
gekündigt werde. 

Zusammenfassend kann bereits gestützt auf die eingereichten (unvollstän-
digen) Akten als erstellt gelten, dass die … des Beschwerdeführers in den 
… … 2, 14 und 16 in … mit einem gegenüber der Beigeladenen nicht 
deklarierten Naturallohn (vgl. act. IIA 397; vgl. auch prozessleitende Verfü-
gung vom 1. Dezember 2022, S. 1 Ziff. 1b) entsprechend dem monatlichen 
Mietzins von Fr. 1'910.-- für die von ihm an der … in … bewohnte Wohnung 
abgegolten wurde und nicht (lediglich) mit Fr. 1'300.--, wie die D.________ 
AG gegenüber dem Beschwerdeführer bereits zugestanden, jedoch 
gegenüber der Beigeladenen nicht deklariert hat (vgl. deren Schreiben vom 
19. Dezember 2019 und 10. Februar 2020; act. IIA 310- 316, 545). Buch-
halterisch ist sowohl aufgrund der von der D.________ AG geführten Kor-
respondenzen als auch aufgrund der …abrechnungen (vgl. E. 3.3.1.3 f. und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 16

3.3.1.8 hiervor), soweit sie von der D.________ AG bzw. C.________ ein-
gereicht wurden, nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer den Mietzins 
von Fr. 1'910.-- monatlich während der Dauer des geltend gemachten … 
nicht zu zahlen hatte (vgl. dazu auch prozessleitende Verfügungen vom 
30. Dezember 2022 [S. 2 Ziff. 1e bis 1h] und 2. März 2023 [S. 2 Ziff. 1h 
bzw. S. 2 Ziff. 2b der Parallelverfügung]) und den Mietern dieser … für die 
… monatliche Kosten von Fr. 1'300.-- (…, …) und Fr. 657.65 (… 14 und 16, 
…) in Rechnung gestellt wurden. 

3.3.2.2 Hinsichtlich der Liegenschaften … 1, 3 und 5 in …, welche seit 
dem 16. Juli 1998 im Alleineigentum der M.________ AG (seit dem 
16. Juni 2023 Sitz in …, Kanton … [vgl. <www.zefix.ch>]; einziges 
Verwaltungsratsmitglied: E.________ [seit dem 22. Februar 2018]; bis 22. 
Februar 2018 war auch C.________ Mitglied des Verwaltungsrats) sind 
(vgl. prozessleitende Verfügung vom 30. Dezember 2022, S. 2 Ziff. 1b.bb, 
und GRUDIS-Auszug, E-GRID … [in den Gerichtsakten]), ist Folgendes 
festzuhalten: Die … dieser … wurde ab dem Januar 2020 (vgl. Rechnung 
der G.________ vom 4. Februar 2020; act. IIID, unpaginiert) bzw. 
spätestens ab dem März 2020 (vgl. …abrechnung betreffend die 
Abrechnungsperiode vom 1. Mai 2019 bis 30. April 2020; act. IIIE, 
unpaginiert) der G.________ übertragen (vgl. deren Offerte und Vertrag 
vom 22./25. November 2019; act. IIID, unpaginiert), wobei dieses Unter-
nehmen (seit dem 22. März 2023 neu: N.________ GmbH; vgl. SHAB-
Eintrag vom 20. April 2023, Meldungsnummer: …) ursprünglich vom Lie-
genschaftseigentümer C.________ geführt wurde und seit dem Dezember 
2014 von E.________, am selben Domizil wohnend wie C.________, ge-
führt wird (vgl. Auszug aus dem Handelsregisteramt des Kantons Bern vom 
1. März 2023 [in den Gerichtsakten]). Was die Zeit vor Übernahme der … 
durch die G.________ betrifft, werden entsprechend dem von der 
D.________ AG eingereichten Kontoblatt 52010 "…" für den Zeitraum vom 
1. Mai 2019 bis 30. April 2020 Gesamtkosten von Fr. 18'914.90 
ausgewiesen (act. IIIE, unpaginiert). Davon wurden gemäss Konto-
Auszügen der O.________ SA betreffend den Zeitraum von Mai bis De-
zember 2019 und Januar 2020 (act. IIID, unpaginiert) insgesamt Fr. 
10'000.-- an P.________ überwiesen und gemäss Kontoblatt 90313 "Mieter 
Q.________" (act. IIIE, unpaginiert) Fr. 8'400.-- mit dem Mietzins für die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 17

von Q.________ am … bewohnte Wohnung verrechnet (vgl. prozessleiten-
de Verfügung vom 2. März 2023, S. 2 Ziff. 1d - 1 f). Im Lichte dessen kann 
die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe auch die Liegenschaften 
am … 1, 3 und 5 in … betreut (vgl. dessen Eingabe vom 22. Dezember 
2022, S. 1 Ziff. 4a [in den Gerichtsakten], und Klage vom 16. Juli 2020 im 
arbeitsrechtlichen Verfahren, … [AB 555, Ziff. II.1]), nicht als bewiesen er-
achtet werden. Allerdings ist auch der von der D.________ AG in der 
…abrechnung betreffend die Abrechnungsperiode vom 1. Mai 2019 bis 30. 
April 2020 (act. IIIE, unpaginiert) ausgewiesene Betrag von Fr. 26'600.-- 
lediglich bis zum Betrag von Fr. 18'914.80 belegt (vgl. prozessleitende Ver-
fügung vom 2. März 2023, S. 2 Ziff. 1g) und mag es durchaus zutreffen, 
dass der Beschwerdeführer dort Stellvertretungen oder einzelne Arbeiten 
übernommen hat. 

3.3.3 Nach dem Ausgeführtem ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellt, dass der Beschwerdeführer für seine Tätigkeit als … in den … … 2, 
14 und 16, …, im hier relevanten Bemessungszeitraum ein (Natural-
)Einkommen netto (vgl. E. 2.1 hiervor) in Höhe seines monatlichen Mietzin-
ses von Fr. 1'910.-- (für die von ihm an der … 2 in … bewohnte Wohnung) 
erzielt hat. Bei den von der D.________ AG im Auftrag des Liegenschafts-
eigentümers C.________ vorgenommenen Verbuchungen des …lohnes, 
deren buchhalterischen Nachvollzug die D.________ AG vereitelte, indem 
sie dem Gericht trotz wiederholter Aufforderungen das Mieterkontoblatt für 
die vom Beschwerdeführer gemietete Wohnung nicht einreichte, handelt es 
sich um regelmässige Naturalleistungen im Sinne von Art. 7 lit. f AHVV, die 
zum massgebenden Lohn gehören und demnach bei der Ermittlung des 
versicherten Verdienstes zu berücksichtigen sind; sie unterliegen auch der 
Beitragspflicht. Dass der Arbeitgeber C.________ ausgehend vom Netto-
einkommen von Fr. 1'910.-- keine Sozialversicherungsbeiträge abgerech-
net hat und demzufolge das Einkommen im IK des Beschwerdeführers 
nicht gutgeschrieben wurde (act. IIA 397; vgl. auch prozessleitende Verfü-
gung vom 1. Dezember 2022, S. 1 Ziff. 1b), schadet dem Beschwerdefüh-
rer nicht. Eine allfällige Berichtigung der im IK eingetragenen Einkommen 
bildet denn auch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Mithin ist 
das Naturaleinkommen von Fr. 1'910.-- (netto) bei der Ermittlung des ver-
sicherten Verdienstes hinzuzurechnen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 18

4.

4.1 Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2022 (act. II 34 - 41) 
aufzuheben und die Sache an den Beschwerdegegner zurückzuweisen, 
damit er den versicherten Verdienst unter Berücksichtigung des Naturalein-
kommens von Fr. 1'910.-- netto neu festsetze.

4.2 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer 
gegenüber dem Beschwerdegegner durch die Einreichung von Bankaus-
zügen betreffend den Zeitraum von Dezember 2018 bis Dezember 2019 
(act. IIA 496 - 507) monatliche Überweisungen von C.________ mit dem 
Vermerk "…" von Fr. 1'300.-- netto nachgewiesen hat. Sodann wurde 
C.________ mit Urteil des Regionalgerichts … vom 25. März 2022, … (act. 
IIA 353 - 362) verurteilt, dem Beschwerdeführer bezüglich dieser …, wel-
che im Rahmen eines Arbeitsvertrages im Sinne der Art. 319 ff. OR erfolgt 
ist, weitere monatliche Lohnzahlungen von Fr. 1'300.-- netto resp. 
Fr. 1'675.-- brutto für die Monate Januar bis Mai 2020 zu bezahlen. Damit 
dürften sich die von C.________ eingereichten und unterzeichneten Rekti-
fikatsmeldungen vom 1. November 2019 und 2. März 2020 (act. IIIA 3 f., 7; 
vgl. E. 3.3.1.2 hiervor), wonach ab dem 1. Januar 2019 kein Personal mehr 
beschäftigt werde (siehe auch Schreiben der D.________ AG vom 25. Fe-
bruar 2020; act. IIA 480), als unzutreffend bzw. falsch erweisen (vgl. pro-
zessleitende Verfügung vom 25. Januar 2023, S. 1 f. Ziff. 1c) und damit 
auch die gestützt darauf von der Beigeladenen vorgenommenen 
Korrekturen im IK des Beschwerdeführers betreffend die Jahre 2018 und 
2019 (vgl. Eingabe der Beigeladenen vom 19. Januar 2023, S. 2 Ziff. 1; in 
den Gerichtsakten). 

Weiter ist hervorzuheben, dass die D.________ AG bzw. E.________ und 
C.________ nicht nur ihren Mitwirkungspflichten im Rahmen der Sachver-
haltsermittlung im vorliegenden Verfahren, sondern allgemein der Aus-
kunfts- und Mitwirkungspflichten bezüglich der Meldung des Lohnes des 
Beschwerdeführers (vgl. Art. 28 Abs. 1 ATSG, Art. 14 Abs. 1 AHVG, Art. 34 
Abs. 1 lit. a und 36 AHVV) nicht bzw. nicht hinreichend nachgekommen 
sind. Damit resp. mit Blick auf die Errichtung von eventuell inhaltlich un-
wahren Schriftstücken bzw. Lohnausweisen und Lohnabrechnungen, die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 19

Einreichung von unwahren Rektifikatsmeldungen, die nicht ordnungs-
gemässe Abrechnung und Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen 
könnten sie sich möglicherweise nach den Strafbestimmungen des Sozial-
versicherungsrechts und allenfalls des allgemeinen Strafrechts strafbar 
gemacht haben. Zwar würde das Erstellen einer inhaltlich unwahren Lohn-
abrechnung gemäss BGE 118 IV 363 keine Falschbeurkundung darstellen, 
allerdings könnten im Zusammenhang mit Lohnabrechnungen und 
Lohnausweisen die Tatbestandsvarianten der Urkundenfälschung und der 
Urkundenverfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) durch Herstellung einer unechten 
Urkunde begangen werden (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 
28. August 2014, 6B_1179/2013, E. 2.1). Ferner könnten in Bezug auf die 
Buchführung der D.________ AG unvollständige Buchungen den Tatbe-
stand der Falschbeurkundung erfüllen, sofern sie ein falsches Gesamtbild 
der Buchführung zeichnen und dabei der Wahrheit der Erklärung und der 
erhöhten Glaubwürdigkeit der Buchführung dienende Buchungsvorschriften 
bzw. -grundsätze verletzen würden (BGE 132 IV 12 E. 8.1 S. 15). Das vor-
liegende Urteil ist deshalb gestützt Art. 302 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO; SR 312.0) i.V.m. Art. 48 
Abs. 1 des kantonalen Einführungsgesetzes zur Zivilprozessordnung, zur 
Strafprozessordnung und zur Jugendstrafprozessordnung vom 11. Juni 
2009 (EG ZSJ; BSG 271.1) der Staatsanwaltschaft … zur Kenntnis zu brin-
gen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 [AVIG] i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2

5.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 20

sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Als Bemessungskriterien für die Höhe des Parteikostenersatzes nennt 
Art. 61 lit. g ATSG zwar lediglich die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses. Da indessen der zeitliche Aufwand der 
Rechtsvertretung regelmässig von der Schwierigkeit des Prozesses (mit) 
bestimmt wird, ist er auch ohne ausdrückliche Nennung bedeutsam für die 
Höhe der Parteientschädigung (SVR 2018 IV Nr. 17 S. 52 E. 4.1).

Als Grundsatz gilt, dass die Parteientschädigung nur den objektiv erforder-
lichen Vertretungsaufwand umfassen soll (SVR 2006 BVG Nr. 26 S. 105 
E. 11.3.1). Bei der Beurteilung des Arbeits- und Zeitaufwandes darf das 
Sozialversicherungsgericht auch beachten, dass der Sozialversicherungs-
prozess im Unterschied zum Zivilprozess von der Untersuchungsmaxime 
beherrscht wird, wodurch in vielen Fällen die Arbeit des Anwalts erleichtert 
wird. Dessen Tätigkeit kann nur in dem Umfang berücksichtigt werden, als 
sich der Anwalt bei der Erfüllung seiner Aufgabe in einem vernünftigen 
Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser oder sonst wie überflüssiger 
Schritte (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87; ZAK 1989 S. 254 E. 4b - d).

5.2.2 Im Lichte dieser Grundsätze erscheint die von Rechtsanwalt 
B.________ mit Kostennote vom 27. Juni 2023 geltend gemachte Entschä-
digung von Fr. 8'557.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) basierend auf 
einem Aufwand von 28 Stunden (à Fr. 280.--) als zu hoch. Im vorliegenden 
Verfahren wurden zahlreiche Instruktionsmassnahmen getroffen, zu wel-
chen sich die Verfahrensbeteiligten zu äussern hatten, weshalb insoweit im 
Vergleich zu anderen Verfahren, in welchen der versicherte Verdienst um-
stritten ist, von einem aufwändigen Verfahren auszugehen ist. Allerdings 
wurde das Verfahren konsequent nach dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. 
E. 2.3.1 hiervor) geführt, womit den Verfahrensbeteiligten weitestgehend 
eine passive Rolle zukam; der Beschwerdeführer hatte lediglich für ihn 
leicht zugängliche Dokumente (insb. …abrechnungen) einzureichen. 
Zudem konnte sich der Rechtsvertreter bei der Prozessführung auf 
Vorkenntnisse aus den von ihm geführten Zivilprozessen (vgl. Urteil des 
Regionalgerichts …, vom 25. März 2022, Verfahren … [act. IIA 353 - 362], 
und hängiges Verfahren … vor dem Regionalgericht … [vgl. Beschwerde, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 21

S. 3 Ziff. 2 der Beweismittel]) sowie auf das bei der Beigeladenen vor 
Beschwerdeerhebung eingeleitete Verwaltungsverfahren abstützen (vgl. 
act. IIIA 8 f.). Unter diesen Umständen erscheint ein zeitlicher Aufwand von 
höchstens 20 Stunden als angemessen. Gestützt darauf ergibt sich, bei 
einem Honorar von Fr. 5'600.-- (20 Stunden à Fr. 280.--), den geltend ge-
machten Auslagen von Fr. 145.30 und der Mehrwertsteuer von Fr. 442.40 
(7.7 % auf Fr. 5'745.30), eine Parteientschädigung von Fr. 6'187.70. Diesen 
Betrag hat der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer zu ersetzen. 

5.2.3 Die Beigeladene hat keine Anträge gestellt und schon deshalb 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. UELI KIESER, Kommen-
tar zum ATSG, 4. Auflage 2020, Art. 61 N. 220).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid des Amtes für Arbeitslosenversicherung des Kantons 
Bern vom 12. Oktober 2022 aufgehoben und die Sache an den Be-
schwerdegegner zurückgewiesen, damit er den versicherten Verdienst 
unter Berücksichtigung des Naturaleinkommens von Fr. 1'910.-- (netto) 
neu festsetze.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 6'187.70 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Ausgleichskasse des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2023, ALV/22/684, Seite 22

Zur Kenntnis:
- Staatsanwaltschaft …, … (vgl. E. 4.2 hiervor)

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.