# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e52d4f6-e121-505a-b806-3b331ed26ece
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 27.03.2014 U 2012 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2012-12_2014-03-27.pdf

## Full Text

U 12 12

1. Kammer 

URTEIL
vom 30. Oktober 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Sonntagsarbeit

1. a) Das … in … ist ein Zentrum im Stile eines alpinen Dorfes mit etwa 90 

Geschäftslokalen, welches im November des Jahres 2009 eröffnet wurde. Bis 

anhin konnten dabei etwas mehr als die Hälfte der Lokalitäten im Dorf mit 

internationalen und schweizerischen Markenartikel-Herstellern (Damen- und 

Herrenmode sowie Kinderbekleidung, Ski- und Sportbekleidung, Reiseartikel 

und Spiele, Souvenirs und lokale Spezialitäten, Schuhe, Accessoires und 

Haushaltswaren) besetzt werden, welche täglich - mithin jeweils auch an den 

Sonntagen - im AVOS ihre Kollektionen aus der letzten Saison bzw. leicht 

mangelhafte Ware mit erheblichen Preisreduktionen verkaufen. 

b) Ende des Jahres 2009 bzw. anfangs des Jahres 2010 stellten die Gewerkschaft 

… einerseits und die … AG (Eigentümerin AVOS), die … Schweiz GmbH (nach 

dem Parteiwechsel ersetzt durch … als Betreiberin AVOS) sowie zahlreiche 

Betreiber von einzelnen Geschäftslokalen andererseits beim Amt für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit (KIGA) ein Feststellungsbegehren betreffend 

Sonntagsarbeit in den Geschäftslokalen des ... Mit Verfügung vom 21. Oktober 

2010 stellte das KIGA fest, dass die im AVOS angesiedelten Geschäfte die 

Voraussetzungen für die Befreiung von der Bewilligungspflicht für 

Sonntagsarbeit gemäss Art. 4 Abs. 2 ArGV 2 in Verbindung mit Art. 27 Abs. 2 

lit. c ArG und Art. 25 ArGV 2 erfüllten und demnach berechtigt seien, die mit der 

Bedienung der Kundschaft beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 

während der Saison an Sonntagen zu beschäftigen. Im Weiteren wurde 

festgestellt, dass die Sommersaison im Kanton Graubünden von Anfang Juni 

bis Ende Oktober und die Wintersaison vom ersten Adventwochenende bis 

Ende April dauert.

c) Dagegen erhob die Gewerkschaft … am 19. November 2010 Beschwerde ans 

Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden (DVS) mit dem 

Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung:

• Dabei hielt die … fest, dass im … rund 40 Verkaufsgeschäfte sonntags im 
Verkauf Arbeitnehmer beschäftigten, ohne im Besitz einer entsprechenden 
Bewilligung zu sein. Die Vorinstanz bevorzuge mit ihrer Betrachtungsweise - 
Qualifikation des AVOS als Betrieb im Sinne von Art. 25 ArGV 2 - 
Einkaufszentren, so dass der Arbeitnehmerschutz generell für eine grosse 
Anzahl von Arbeitnehmenden unterspült werde. Gleichzeitig würden 
zulasten einzelner Detailverkaufsgeschäfte Marktverzerrungen geschaffen 
und den Einkaufszentren Wettbewerbsvorteile zugeschanzt. Wenn auch 
noch die räumlichen Voraussetzungen (Fremdenverkehrsgebiete) 
aufgeweicht würden, könnten im Kanton Graubünden Einkaufszentren rund 
10 Monate im Jahr sonntags bewilligungsfrei Arbeitnehmende beschäftigen; 
zulasten des Arbeitnehmerschutzes und der übrigen Geschäfte.

• Nur Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten, d.h. Betriebe in Kur-, Sport-, 
Ausflugs- und Erholungsorten, seien von der Bewilligungspflicht für 
Sonntagsarbeit ausgenommen, wobei seit dem Jahr 2000 betreffend 
räumlicher Geltungsbereich des Fremdenverkehrsgebiets im Sinne von Art. 
25 ArGV 2 zu den Subventionsvorschriften der Beherbergungswirtschaft 
kein Zusammenhang mehr bestehe, weshalb auf letztere nicht mehr 
abgestellt werden könne. Daneben seien Einkaufszentren keine 
touristischen Infrastrukturen und das AVOS sei weder auf Touristen 
ausgerichtet noch ein Ort, der zu Kur, Sport, Ausflug oder Erholung einlade; 
zumal der Anschluss an Auto- oder Eisenbahn nicht bewirke, dass das 
AVOS in einem Fremdenverkehrsgebiet liege. Auch 
Zweckmässigkeitsüberlegungen, Marktgesetze oder Konsumbedürfnisse 
könnten nicht zur bewilligungsfreien Sonntagsarbeit führen. Gemäss KIGA 
würden im Bündner Rheintal rund 60 Mio. Fr. mit Tourismusleistungen 
generiert. Die touristischen Aktivitäten hätten allerdings gemäss Wegleitung 
des Staatssekretariats  für Wirtschaft (SECO) mehr als die Hälfte der 
wirtschaftlichen Aktivitäten einer Ortschaft oder Region auszumachen, damit 
Art. 25 ArGV 2 greife. Es sei nicht belegt, dass der Fremdenverkehr in …, 
… oder der Fraktion … derartige Bedeutung habe. 

• Ferner müssten Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten spezifischen 
Bedürfnissen der Touristen dienen, um bewilligungsfrei sonntags 
Arbeitnehmende zu beschäftigen. Im AVOS würden aber übersaisonale 

Markenartikel mit Preisreduktionen angeboten. Angeboten würden somit 
überwiegend Artikel des gewöhnlichen Gebrauchs mit Rabatt, was wenig 
mit spezifischen Touristenbedürfnissen zu tun habe. Die exzessive 
Festlegung der Dauer der Winter- und Sommersaison von zehn Monaten 
sei unnötig, zumal die anderen Voraussetzungen  von Art. 25 ArGV 2 nicht 
vorlägen.

Zusammenfassend sei das AVOS kein Betrieb gemäss Arbeitsgesetz und liege 

auch nicht in einem Fremdenverkehrsgebiet nach Art. 25 Abs. 2 ArGV 2.

d) Mit Entscheid vom 16. Januar 2012 wies das DVS nach Durchführung eines 

doppelten Schriftenwechsels die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat:

• Gemäss Art. 27 Abs. 1 und 2 ArG könnten Betriebe, die den Bedürfnissen 
des Fremdenverkehrs dienten, durch Verordnung ganz oder teilweise unter 
anderem von den Vorschriften des Sonntagsarbeitsverbotes ausgenommen 
und entsprechenden Sonderbestimmungen unterstellt werden. Gestützt 
darauf habe der Bundesrat in Art. 25 Abs. 1 ArGV 2 verordnet, dass auf die 
Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten, die der Befriedigung spezifischer 
Bedürfnisse der Touristen dienten, und auf die in ihnen mit der Bedienung 
der Kundschaft beschäftigten Arbeitnehmenden während der Saison die 
Bestimmung von Art. 4 Abs. 2 ArGV 2 anwendbar sei. Gemäss Art. 27 Abs. 
2 lit. c ArG und Art. 25 ArGV 2 sei somit bewilligungsfreie Sonntagsarbeit 
für Arbeitnehmende in einem Betrieb möglich, wenn dieser Betrieb 
kumulativ die spezifischen Bedürfnisse von Touristen befriedige und in 
einem Fremdverkehrsgebiet liege (also in einem Kur-, Sport-, Ausflugs- 
und Erholungsort, in welchem der Fremdenverkehr von wesentlicher 
Bedeutung sei und erheblichen saisonmässigen Schwankungen 
unterliege). Die saisonmässigen Schwankungen seien dabei nicht nur 
von Belang für die Definition des Fremdenverkehrsgebiets, sondern auch 
im Zusammenhang mit dem Umstand, dass nur während der Saison 
bewilligungsfrei Sonntagsarbeit geleistet werden dürfe.

• Das KIGA habe seinen Entscheid nicht gegenüber dem AVOS gefällt, 
sondern gegenüber den dort angesiedelten einzelnen Geschäften, welche 
Adressaten des Entscheids seien. Indessen habe die Vorinstanz in einer 
Gesamtbetrachtung über die Erfüllung von gewissen Voraussetzungen 
entschieden, was hier zulässig und sachgerecht sei (einheitliches 
Konzept). Zu Recht habe das KIGA sodann festgestellt, dass die Geschäfte 
des AVOS in einem Tourismusgebiet lägen, da der ganze Kanton 
Graubünden ein Tourismusgebiet darstelle (Detailbegründung S. 14 - 26 
des angefochtenen Entscheids). Ebenfalls zu Recht sei das KIGA davon 
ausgegangen, dass die Geschäfte des AVOS der Befriedigung spezifischer 
Bedürfnisse der Touristen dienten (Detailbegründung S. 26 - 31 des 

Entscheides). Korrekt sei auch die kalendarische Festlegung der Sommer- 
und der Wintersaison (Detailbegründung S. 31 - 36 des Entscheides).

2. Hiergegen erhob die Gewerkschaft … am 16. Februar 2012 Beschwerde ans 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung 

der Ziff. 1 und 2 der Verfügung des DVS vom 16. Januar 2012 sowie Ziff. 1, 2 

und 3 der Verfügung des KIGA vom 21. Oktober 2010. Es sei festzustellen, 

dass die Sonntagsarbeit in den Betrieben im … in Landquart der Bewilligung 

bedürfe und deshalb die aktuelle Sonntagsarbeit von Arbeitnehmerinnen und 

Arbeitnehmern arbeitsgesetzwidrig sei. Zur Frage der Sonntagsarbeit in 

Landquart sei die Stellungnahme der Aufsichtsbehörde (SECO) einzuholen:

• Das KIGA habe mit Verfügung vom 21. Oktober 2010 festgestellt, dass die 
im AVOS angesiedelten Geschäfte die Voraussetzungen für die Befreiung 
von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit erfüllten und berechtigt seien, 
während der Saison Arbeitnehmer an Sonntagen zu beschäftigen 
(Sommersaison von Anfang Juni bis Ende Oktober, Wintersaison vom 
ersten Adventwochenende bis Ende April). Nun hätten die 
Standortgemeinden in der Zwischenzeit auch noch die vier 
bewilligungsfreien Sonntage gemäss Art. 19 Abs. 6 ArG zwischen die 
bereits vom KIGA exzessiv festgelegten Saisons gelegt, so dass faktisch 
eine bewilligungsfreie Ganzjahres-Sonntagsarbeit bestehe. So werde der 
Arbeitsnehmerschutz vollständig ausgehöhlt. Wer in den Genuss der 
Sonderbestimmungen zur Sonntagsarbeit komme, dürfe nicht auch noch 
zusätzlich die vier bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe beanspruchen. 
Zwar weise das Departement selber auf die bundesgerichtliche Vorgabe 
hin, dass die Ausnahmen vom Sonntagsarbeitsverbot restriktiv zu 
handhaben seien. Es verkehre diese Vorgabe aber im angefochtenen 
Entscheid in ihr Gegenteil. Würde sich diese Handhabung 
gesamtschweizerisch durchsetzen, würde das gesetzliche 
Sonntagsarbeitsverbot vollständig ausgehöhlt. Das erstinstanzliche Gericht 
in St. Gallen sei deshalb anderer Meinung gewesen.

• Die Auffassung des Departementes, das AVOS sei zwar kein Betrieb, es 
müsse aber als Einheit betrachtet werden, sei nicht haltbar. Aufgrund der 
gesetzlichen Vorgaben sei klar, dass jedes Geschäft die Voraussetzungen 
für die Ausnahme vom Sonntagsarbeitsverbot erfüllen müsse. Und es könne 
auch nicht sein, dass auch für die zukünftigen Geschäfte in den noch nicht 
belegten Lokalitäten die bewilligungsfreie Sonntagsarbeit für zulässig erklärt 
werde. Es sei eine betriebliche Einzelbetrachtung nötig.

• Bis ins Jahr 2000 hätten gemäss Art. 41 aArGV 2 diejenigen Gebiete als 
Fremdenverkehrsgebiete gegolten, die in der Bundesgesetzgebung über die 

Förderung des Hotel- und Kurortkredites aufgeführt würden. Dieser 
Zusammenhang sei mit Art. 25 ArGV 2 aufgelöst worden. In Abs. 2 würden 
Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten als Betriebe in Kur-, Sport-, Ausflugs- 
und Erholungsorten bezeichnet, in denen der Fremdenverkehr von 
wesentlicher Bedeutung sei und erheblichen saisonmässigen 
Schwankungen unterliege (Urteile des Bundesgerichts 2A.578/2000,  
2A.704/2005 und 2A.166/2003). … und Umgebung würden nicht von 
Touristen aufgesucht. Das AVOS liege in einer der grössten Industriezonen 
des Kantons. In der Standortgemeinde … gebe es zwei Hotelbetriebe mit 15 
Zimmern und in der Standortgemeinde … gebe es einen Hotelbetrieb mit 24 
Zimmern. Der ganze Kanton Graubünden umfasse 668 erhobene Betriebe 
mit annähernd 20‘000 Zimmern. In den Standortgemeinden komme dem 
Tourismus also keine wesentliche Bedeutung zu. In den Genuss der 
Ausnahmebestimmung von Art. 25 ArGV 2 gelangten Betriebe in Kur-, 
Sport-, Ausflugs- und Erholungsorten. Weder die Vorinstanz noch die 
Beschwerdegegner behaupteten, die Betriebe der AOV lägen in einem 
derartigen Ort. Der Begriff des Ortes dürfe nicht weit ausgelegt werden. Es 
bedürfe gar keiner weiteren Auslegung. Der Ort müsse nicht mit den 
politischen Grenzen übereinstimmen. Er umfasse aber begrifflich kleinere 
Einheiten.

• In … bestehe keine Touristensaison. Mit bloss drei kleinen Hotelbetrieben 
gebe es auch keine massgeblichen saisonmässigen Schwankungen. Wenn 
das KIGA für den Kanton Graubünden eine Sommersaison und eine 
Wintersaison festgelegt habe, werde der Wortlaut von Art. 25 ArGV 2 
überschritten. Die Ausnahmebestimmung komme während der Saison zum 
Zug und nicht während zwei Ausnahmeperioden.

• Das Konzept des AVOS entspreche exakt demjenigen von Foxtown 
Villeneuve. Das Warenangebot mit Kleidern, Schuhen, Wäsche, Schmuck, 
Parfum und Haushaltartikeln entspreche weitgehend auch jenem des 
AVOS. Im Entscheid BGE 126 II 106 habe das Bundesgericht festgestellt, 
dass diese Produkte keine spezifischen Bedürfnisse von Touristen 
bedienten. Wenn die Vorinstanz erwäge, ein Ausflug ins AVOS sei allenfalls 
als Tourismus zu qualifizieren, sei ihr ebenfalls das Bundesgericht 
entgegenzuhalten (BGE 126 II 106), welches festgehalten habe, dass 
Shopping kein Tourismus sei; jedenfalls kein Tourismus, der eine 
Abweichung vom Sonntagsarbeitsverbot rechtfertige. Touristische 
Bedürfnisse seien einerseits allgemein menschliche (Nahrung, Getränke, 
Hygiene), anderseits tourismuseigene, wie die Nachfrage nach 
Fremdenführern, Souvenirs und lokale Spezialitäten (Urteil des 
Bundesgerichts 2A.578/2000). Die Vorinstanz könne nicht dartun, was am 
Angebot der Shops im AVOS spezifischer Bedürfnisbefriedigung von 
Touristen diene. Das ganze AVOS sei nicht auf Touristen ausgerichtet, 
sondern strebe einen Einkaufstourismus an, der keine Ausnahme vom 
Sonntagsarbeitsverbot rechtfertige (Urteil des Bundesgerichts 
2A.166/2003).

3. Mit Vernehmlassung vom 27. Februar 2012 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde:

• Dem Antrag auf Einholung einer Stellungnahme des SECO sei nicht 
stattzugeben. Das SECO habe sich bereits im früheren Stadium des 
Verfahrens trotz Aufforderung durch die … nicht eingeschaltet. Hier gehe es 
zudem um die Beurteilung von Rechtsfragen, wofür das SECO nicht 
zuständig sei. In Graubünden seien die Gemeinden befugt, vier 
bewilligungsfreie Sonntagsverkäufe gemäss Art. 19 Abs. 6 ArG festzulegen. 
Davon nicht betroffen seien selbstverständlich die Betriebe nach Art. 27 
ArG, die in den Genuss der Sonderbestimmungen ArGV 2 kämen und somit 
ohnehin von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit befreit seien. Im Mai 
und November gelte diese Befreiung von der Bewilligungspflicht aber nicht 
(keine Saison), so dass Art. 19 Abs. 6 ArG während dieser Zeit anwendbar 
sei.

• Es wäre völlig praxisfremd, wenn für jeden einzelnen Shop im AVOS die 
Voraussetzungen für die Befreiung von der Bewilligungspflicht geprüft 
würden. In einem Kaufhaus sei es auch nicht so, dass die einzelnen 
Abteilungen separat beurteilt würden. Das AVOS bilde eine einheitliche, in 
sich geschlossene, einem bestimmten Konzept folgende Einkaufsanlage, 
die nach Aussen als Einheit in Erscheinung trete.

4. Die … AG beantragte mit Vernehmlassung vom 11. April 2012 die Abweisung 

der Beschwerde:

• Es sei nicht ersichtlich, welche Verbindung zwischen dem vorliegenden 
Verfahren und dem Verfahren im Kanton St. Gallen betreffend Rapperswil 
bestehen solle. Dem Antrag auf Einholung einer Stellungnahme des SECO 
sei nicht stattzugeben. Das SECO habe sich bereits im früheren Stadium 
des Verfahrens trotz Aufforderung durch die … nicht eingeschaltet. Zudem 
sei auch nicht ersichtlich, inwiefern das SECO sich im kantonalen 
Rechtsmittelverfahren zum Streitgegenstand äussern könne. Gemäss Art. 
19 Abs. 6 ArG könnten die Kantone höchstens vier Sonntage pro Jahr 
bezeichnen, an denen Arbeitnehmer in Verkaufsgeschäften ohne 
Bewilligung beschäftigt werden könnten. Der Kanton Graubünden habe 
diese Befugnis an die Gemeinden delegiert. Mit der 
tourismuswirtschaftlichen Sonderordnung von Art. 25 ArGV 2 habe dies 
nichts zu tun.

• Zu Recht habe die Vorinstanz den Begriff des Betriebs in Übereinstimmung 
mit Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG und Art. 25 ArGV 2 als eine wirtschaftlich 
sinnvolle Einheit verstanden. Ein Verbund wie das AVOS stelle von 
vornherein einen Betrieb im Rechtssinne dar, wenn dort Arbeitnehmer 
beschäftigt würden. Es sei anhand einer wirtschaftlichen 

Gesamtbetrachtung zu beurteilen, ob eine touristische Nachfrage, konkret 
ein spezifisches Bedürfnis der Touristen in den Fremdengebieten, welchen 
das AVOS zudiene, nach einem bestimmten Angebot bestehe, welches 
über das Angebot eines einzelnen Shops im AVOS hinausgehe und ob eine 
Einrichtung wie das AVOS mit dem dort angebotenen Gesamtsortiment 
diese spezifische Nachfrage befriedige. Nicht die Frage des Betriebes 
interessiere, sondern das angebotene Sortiment eines Betriebes. Diese 
wirtschaftliche Gesamtbetrachtung habe die Vorinstanz sorgfältig 
vorgenommen. Sie habe erkannt, dass das AVOS ein Gesamtangebot 
darstelle, welches auf die spezifischen Bedürfnisse der Touristen 
ausgerichtet sei. Es sei dieses Gesamtangebot, welches den Bedürfnissen 
der Touristen in der Region diene, nicht das isolierte Angebot eines 
einzelnen Shops.

• Die Vorinstanz habe in Erwägung 5a des angefochtenen Entscheides 
zutreffend begründet, weshalb die Bezeichnung der 
„Fremdenverkehrsgebiete“ in Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 
Förderung der Beherbergungswirtschaft (Förderungsgesetz) für die 
Anwendung von Art. 25 ArGV 2 verbindlich sei und dass die Definition des 
„Fremdenverkehrsgebietes“ im Förderungsgesetz und in Art. 25 Abs. 2 
ArGV 2 dieselbe sei. Aus Art. 5 Abs. 2 Förderungsgesetz und Art. 2 bzw. 
Anhang Ziffer 16 der Förderungsverordnung folge, dass der ganze Kanton 
Graubünden bereits von Bundesrechts wegen Fremdenverkehrsgebiet sei. 
Es treffe nicht zu, dass Art. 25 ArGV 2 anlässlich der Revision der ArGV 2 
eine Änderung erfahren habe. Das Urteil des Bundesgerichts 2A.578/2000 
bestätige das Gegenteil. Unter anderem habe das Bundesgericht in jenem 
Urteil festgehalten, dass sich der Wortlaut von Art. 25 Abs. 2 ArGV 2 zwar 
verändert habe, der materielle Gehalt dieser Norm und die Beziehung zum 
Förderungsgesetz jedoch unverändert geblieben seien. Das Bundesgericht 
habe nie bezweifelt, dass der Begriff des Fremdenverkehrsgebietes im ArG 
und im Fördergesetz derselbe sei und nach den gleichen Kriterien zu 
beurteilen sei. Daran änderten die von der Beschwerdeführerin zitierten 
Urteile 2A.704/2005 und 2A.166/2003 nichts; denn in beiden Fällen seien 
die fraglichen Standorte nicht in einem vom Fördergesetz bezeichneten 
Fremdenverkehrsgebiet gelegen gewesen.

• Die Vorinstanz habe das relevante touristische Gebiet umfassend analysiert 
und abgegrenzt. Relevant seien die Tourismusregion Graubünden und die 
übrigen an das AVOS angrenzenden Tourismusgebiete. Die zutreffenden 
wirtschaftlichen, arbeits-, tourismus- und planungsrechtlichen Erwägungen 
zeigten deutlich, dass eine Einrichtung wie das AVOS nur an einem 
zentralen Ort in Graubünden - eben in … - möglich sei. Die Vorinstanz habe 
schlüssig nachgewiesen, dass in einem integrierten Tourismusgebiet wie 
Graubünden sämtliche touristischen Leistungsträger an der touristischen 
Wertschöpfung beteiligt seien. Dazu gehörten auch die 
tourismusverwandten Betriebe wie etwa der Detailhandel. Der Anteil des 
Tourismus im ganzen Kanton Graubünden betrage über 30 %. Die 

Tourismusregion Graubünden könne nur als integriertes, vernetztes Ganzes 
verstanden werden.

• Gegen die vom Departement vorgenommene Definition und Festlegung der 
„Saison“ habe sie selbständig Beschwerde beim Verwaltungsgericht 
erhoben, da sie die Meinung vertrete, dass die „Saison“ in den 
Fremdenverkehrsgebieten das ganze Jahr dauere, also auch im Mai und im 
November. Was die spezifischen Bedürfnisse der Touristen betreffe, habe 
die Vorinstanz zu Recht erkannt, dass diese weit zu verstehen seien. Sie 
habe die Aktivitäten der Touristen sowie die Art ihrer Unterbringung 
berücksichtigt und sei zum Schluss gekommen, dass das Sortiment, 
welches im AVOS angeboten werde, den spezifischen Bedürfnissen der 
Touristen diene. Ein Vergleich mit dem Foxtown Villeneuve sei verfehlt. Die 
Betreiberin dieses Zentrums habe im bundesgerichtlichen Verfahren 
argumentiert, dass das Foxtown Villeneuve selber eine 
Tourismusdestination sei, weil sein Angebot „un nouveau tourisme“ schaffe 
(BGE 126 II 106). Das Bundesgericht habe aber eine solche neue 
Tourismuskategorie abgelehnt. Vorliegend habe die Vorinstanz im 
Gegensatz dazu den Tourismus in den Tourismusgebieten umfassend 
analysiert und das Angebot des AVOS im Lichte der Bedürfnisse der 
Touristen in diesen Gebieten beurteilt. Es sei von Prof. Dr. … von der HTW 
Chur ein Gutachten eingeholt worden, welches nachweise, dass und 
weshalb der Angebotsmix im AVOS den Bedürfnissen der Touristen diene, 
die sich in ihrer Freizeit in den interessierenden Gebieten aufhielten. Die 
Vorinstanz habe dieses Gutachten umsichtig und bundesrechtskonform 
gewürdigt.

5. Mit Vernehmlassung vom 11. April 2012 beantragten auch die … (heute …) 

sowie zahlreiche Ladenbetreiber die Abweisung der Beschwerde. Da sich die 

rechtlichen Ausführungen vollumfänglich mit jenen der … decken, erübrigt sich 

eine Wiederholung der vorstehend dargelegten Argumentation. 

6. Ein zweiter Schriftenwechsel erbrachte keine wesentlichen Ergänzungen, so 

dass an dieser Stelle auf eine Wiedergabe zu verzichten ist.

7. Mit Schreiben vom 20. Juni 2012 an die Parteien vereinigte der 

Instruktionsrichter die Verfahren U 12 12, U 12 25 und U 12 26 gestützt auf Art. 

6 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG).

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und im angefochtenen 

Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung des 

Departements für Volkswirtschaft und Soziales (DVS) vom 16. Januar 2012, mit 

welcher die Vorinstanz die Verwaltungsbeschwerde der Beschwerdeführerin 

abgewiesen hat, soweit darauf einzutreten war. Streitig und zu prüfen ist, 

inwiefern die im … in … (AVOS) angesiedelten Geschäfte die Voraussetzungen 

für die Befreiung von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit gemäss Art. 4 

Abs. 2 der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz (ArGV 2) in Verbindung mit Art. 27 

Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und 

Handel (Arbeitsgesetz, ArG) und Art. 25 ArGV 2 erfüllen und demnach 

berechtigt sind, die mit der Bedienung der Kundschaft beschäftigten 

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der Saison an Sonntagen zu 

beschäftigen (vgl. erstinstanzliche Verfügung des Amtes für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden [KIGA] vom 21. Oktober 2010).

b) Der besseren Verständlichkeit halber ergehen in den gemäss Schreiben vom 

20. Juni 2012 antragsgemäss vereinigten Verfahren U 12 12, U 12 25 und U 12 

26 dennoch zwei selbständige Entscheide (Art. 6 lit. b VRG); zumal sich auch 

die Parteien dazu jeweils weitgehend unabhängig geäussert haben 

(Rechtsbegehren, Begründung, Honorarnoten). Der vorliegende Entscheid U 12 

12 befasst sich mit der Frage, inwiefern die im AVOS angesiedelten Geschäfte 

die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, um von der Bewilligungspflicht für 

Sonntagsarbeit befreit zu werden, währenddem der Entscheid in den Verfahren 

U 12 25 und U 12 26 die Frage betrifft, ob die Befreiung von der 

Bewilligungspflicht saisonal begrenzt wird.

c) Die Beschwerdeführerin stellt in ihren Eingaben den Antrag auf Einholung einer 

Stellungnahme des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). In der hier zu 

beurteilenden Konstellation rechtfertigt sich die Einholung einer solchen 

Stellungnahme indessen aus zwei Gründen nicht: Einerseits stellen sich im 

vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren rechtliche Fragen im 

Zusammenhang mit der Anwendung von arbeitsrechtlichen Normen (Art. 4 Abs. 

2 ArGV 2 i.V.m. Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG und Art. 25 ArGV 2) - mithin somit 

Fragen der Rechtsanwendung, welche gerichtlich zu klären sind - wofür das 

SECO gemäss ArG nicht zuständig ist (vgl. Art. 42 ArG und Art. 75 ff. der 

Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz). Andererseits hat sich das SECO auch im 

Verwaltungsverfahren vor der Erst- und der Vorinstanz (KIGA, DVS) trotz 

Aufforderung durch die Gewerkschaft … nicht am Verfahren beteiligt und auch 

keine Stellungnahme eingereicht, Insofern besteht auch in faktischer Hinsicht 

kein Anlass, das SECO erneut um eine Stellungnahme anzugehen (vgl. zum 

Ganzen auch das im Recht liegende Schreiben des SECO vom 3. Mai 2012, 

welches die Vorinstanz mit ihrer Duplik eingereicht hat).

d) Die Beschwerdeführerin beanstandet in ihren Eingaben, dass die Stand-

ortgemeinden des AVOS in der Zwischensaison noch vier bewilligungsfreie 

Sonntagsverkäufe nach Art. 19 Abs. 6 ArG verfügt hätten, so dass faktisch eine 

bewilligungsfreie Ganzjahres-Sonntagsarbeit bestehe, was eine vollständige 

Aushöhlung des Arbeitnehmerschutzes bewirke. Diese Rüge hat die 

Beschwerdeführerin indessen mit keinem Rechtsbegehren verbunden, so dass 

darauf nicht weiter einzugehen ist. Wenn man annehmen wollte, die 

Beschwerdeführerin habe mit ihrer Rüge ein Rechtsbegehren verbunden, wäre 

mangels eines tauglichen Anfechtungsobjekts auf die Rüge nicht einzutreten, 

da die vier zusätzlichen bewilligungsfreien Sonntagsverkäufe nicht Gegenstand 

der angefochtenen Verfügung bildeten. Damit ist das vorliegende Verfahren auf 

die Frage beschränkt, ob die Erst- und die Vorinstanz die im AVOS 

angesiedelten Geschäfte zu Recht von der Bewilligungspflicht für 

Sonntagsarbeit befreit haben.

2. a) Nach Art. 18 Abs. 1 ArG ist die Beschäftigung von Arbeitnehmern zwischen 

Samstag 23 Uhr und Sonntag 23 Uhr grundsätzlich untersagt. Dauernde oder 

regelmässig wiederkehrende Sonntagsarbeit kann vom Bundesamt bewilligt 

werden, sofern sie aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen 

unentbehrlich ist (Art. 19 ArG). Gemäss Art. 27 ArG können zudem bestimmte 

Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmern auf dem Verordnungsweg vom 

Sonntagsarbeitsverbot bzw. der entsprechenden Bewilligungspflicht 

ausgenommen und Sonderbestimmungen unterstellt werden, soweit dies mit 

Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse notwendig erscheint. Der Bundesrat 

hat hiervon für „Betriebe, die den Bedürfnissen des Fremdenverkehrs oder der 

landwirtschaftlichen Bevölkerung dienen“ in Art. 27 Abs. 2 lit. c ArGV 2 

Gebrauch gemacht. Als Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten gelten nach Art. 

25 Abs. 2 ArGV 2 Betriebe in Kur-, Sport-, Ausflugs- und Erholungsorten, in 

denen der Fremdenverkehr von wesentlicher Bedeutung ist und erheblichen 

saisonmässigen Schwankungen unterliegt. Auf solche Betriebe, die der 

Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen dienen, und auf die in 

ihnen mit der Bedienung der Kundschaft beschäftigten Arbeitnehmer und 

Arbeitnehmerinnen sind während der Saison die Artikel 4 Absatz 2 für den 

ganzen Sonntag sowie die Artikel 8 Absatz 1, 12 Absatz 1 und 14 Absatz 1 

anwendbar (Art. 25 Abs. 1 ArGV 2). Danach darf die mit der Bedienung der 

Kundschaft beschäftigte Arbeitnehmerschaft unter anderem ohne behördliche 

Bewilligung ganz oder teilweise am Sonntag beschäftigt werden (Art. 4 Abs. 2 

ArGV 2).

b) Im Zusammenhang mit der Auslegung und der Anwendung der erwähnten 

arbeitsgesetzlichen Grundlagen bestehen zwischen den Parteien in mehreren 

Aspekten unterschiedliche Rechtsauffassungen:

• Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass die im AVOS angesiedelten 
Geschäfte die Voraussetzungen für die Befreiung von der 
Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit erfüllten und berechtigt sind, während 
der Saison Arbeitnehmer an Sonntagen zu beschäftigen (Art. 4 Abs. 2 ArGV 
2 i.V.m. Art. 27 Abs. 2 ArG und Art. 25 ArGV 2). Sie macht 
zusammenfassend geltend, (1) das AVOS dürfe nicht als Betrieb betrachtet 

werden bzw. die Feststellung betreffend Sonntagsarbeit dürfe nicht für das 
AVOS als Konglomerat einheitlich erfolgen, da gemäss einschlägigen 
gesetzlichen Grundlagen nur einzelne Betriebe von der Bewilligungspflicht 
befreit sein könnten. (2) Das AVOS und seine Lokalitäten würden nicht in 
einem Fremdenverkehrsgebiet liegen, da die lokale Bedeutung des 
Tourismus ungenügend sei. Eine Tourismussaison bestehe nicht und 
saisonale Schwankungen seien nicht ausgewiesen. (3) Zudem würden das 
AVOS sowie die entsprechenden Shops nicht spezifische Bedürfnisse der 
Touristen befriedigen. (4) Schliesslich sei die Saison exzessiv festgelegt 
worden.

• Die Vorinstanz und die Beschwerdegegner halten demgegenüber fest, dass 
(1) das KIGA seinen Entscheid nicht gegenüber dem AVOS gefällt habe, 
sondern gegenüber den dort angesiedelten einzelnen Geschäften, welche 
Adressaten des Entscheids seien. Indessen sei in einer Gesamtbetrachtung 
über die Erfüllung von Voraussetzungen entschieden worden, was hier 
zulässig und sachgerecht sei (einheitliches Konzept). (2) Zu Recht habe das 
KIGA sodann festgestellt, dass die Geschäfte des AVOS in einem 
Tourismusgebiet lägen, da der ganze Kanton Graubünden ein 
Tourismusgebiet darstelle. (3) Ebenfalls zu Recht sei das KIGA davon 
ausgegangen, dass die Geschäfte des AVOS der Befriedigung spezifischer 
Bedürfnisse der Touristen dienten. (4) Korrekt sei auch die kalendarische 
Festlegung der Sommer- und der Wintersaison.

Umstritten ist somit im Wesentlichen, inwiefern das AVOS in … bzw. die dort 

ansässigen einzelnen Geschäfte als Betriebe in einem Fremdenverkehrsgebiet, 

die der Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen dienen, zu 

qualifizieren sind. Zu prüfen ist, ob das AVOS bzw. die dortigen Geschäfte die 

Voraussetzungen von Art. 27 Abs. 1 und 2 lit. c ArG i.V.m. Art. 25 ArGV 2 

erfüllen und daher berechtigt sind, Arbeitnehmende während der Saison an 

Sonntagen bewilligungsfrei zu beschäftigen (Art. 4 Abs. 2 ArGV 2).

3. a) Nach Art. 25 Abs. 2 ArGV 2 gelten als Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten 

Betriebe in Kur-, Sport-, Ausflugs- und Erholungsorten, in denen der 

Fremdenverkehr von wesentlicher Bedeutung ist und erheblichen 

saisonmässigen Schwankungen unterliegt. Solche Betriebe in 

Fremdenverkehrsgebieten, die der Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der 

Touristen dienen, sind während der Saison gemäss Art. 25 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 

Abs. 2 ArGV 2 von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit ausgenommen. 

M.a.W. ist somit bewilligungsfreie Sonntagsarbeit für Arbeitnehmende in 

einem Betrieb möglich, wenn dieser Betrieb kumulativ die spezifischen 

Bedürfnisse von Touristen befriedigt und in einem Fremdverkehrsgebiet liegt. 

Nachfolgend ist aufzuzeigen, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung des 

Kriteriums der Befriedigung spezifischer touristischer Interessen zu Recht von 

einer Gesamtbetrachtungsweise des AVOS ausgegangen ist (Lage, 

Umgebung, Zweck) und nicht ausschliesslich auf das Sortiment der einzelnen 

Betriebe abgestellt hat (E. 3b) sowie den Kanton Graubünden als 

Fremdenverkehrsgebiet gemäss Art. 25 ArGV 2 qualifiziert hat (E. 3c). Nicht zu 

beanstanden sind des Weiteren auch die vorinstanzlichen Feststellungen, dass 

das Verkaufsangebot des AVOS spezifisch die Bedürfnisse der Touristen 

abdeckt (E. 3d) und dass im Kanton Graubünden zwischen einer Sommer- und 

einer Wintersaison zu unterscheiden ist (E. 3e).

b) Die Beschwerdeführerin kritisiert zunächst, dass die vorinstanzliche Auffassung, 

das AVOS sei kein Betrieb, müsse aber als Einheit aufgefasst werden, nicht 

haltbar sei. Die Beschwerdeführerin führt dazu aus, ein Betrieb im Sinne des 

Arbeitsgesetztes liege vor, wenn ein Arbeitgeber Arbeitnehmer beschäftige (Art. 

1 Abs. 2 ArG). Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben (Art. 25 ArGV 2) sei 

infolgedessen klar, dass jedes einzelne Geschäft gesondert die 

Voraussetzungen für die Befreiung von der Bewilligungspflicht für 

Sonntagsarbeit erfüllen müsse (betriebliche Einzelbetrachtung). Es könne 

schliesslich nicht angehen, dass die bewilligungsfreie Sonntagsarbeit für das 

AVOS und damit auch für die zukünftigen Geschäfte in den noch nicht belegten 

Lokalitäten für zulässig erklärt werde. Diese Argumentation ist aus den 

folgenden Erwägungen nicht überzeugend:

• Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 16. Januar 2012 
festgehalten, dass die im AVOS angesiedelten Geschäfte die 
Voraussetzungen gemäss Art. 27 Abs. 1 lit. c ArG i.V.m. Art. 25 ArGV 2 
erfüllen und daher berechtigt seien, Arbeitnehmende an Sonntagen 
bewilligungsfrei zu beschäftigen. Insofern haben weder die Vor- noch die 
Erstinstanz das AVOS als Betrieb im Sinne des Arbeitsgesetzes 
(Beschäftigung von Arbeitnehmern) qualifiziert. Beide Instanzen sind davon 
ausgegangen, dass die jeweiligen Arbeitgeber, also die einzelnen 
Geschäfte, Betriebe sind. Indessen sei bei der Beurteilung des Sortiments, 

und somit bei der Prüfung der Voraussetzung der spezifischen 
Touristenbedürfnisse, das AVOS als Einheit zu betrachten, und bei der 
Beurteilung des Angebots könne nicht der einzelne Shop isoliert 
beleuchtet werden (angefochtene Verfügung, S. 12). 

• Diese einheitliche Betrachtungsweise des AVOS im Hinblick auf die 
Befriedigung der speziellen touristischen Bedürfnisse begründet die 
Vorinstanz nachvollziehbar und einleuchtend:

▪ Vor dem Hintergrund, dass es sich beim AVOS um eine Einheit, d.h. 
eine in sich geschlossene, einem bestimmten Konzept folgende 
Einkaufsanlage mit über 90 Shops (davon über 50 belegt) handle, 
könne nicht davon ausgegangen werden, jede einzelne Voraussetzung 
sei zwingend bei jedem einzelnen Shop zu prüfen. Vielmehr könne in 
einer Gesamtbetrachtung über die Erfüllung von gewissen 
Voraussetzungen entschieden werden, sofern sich das Ergebnis 
bezüglich der einzelnen Betriebe bzw. Geschäfte mit dem Arbeitsrecht 
vertrage. Im Übrigen wäre es nicht sachgerecht, wenn eine in sich 
abgeschlossene, konzeptionierte und nach aussen als Einheit 
auftretende Einkaufsanlage zur Beurteilung betreffend die Erfüllung der 
Voraussetzungen der Ausnahme vom Sonntagsarbeitsverbot aufgeteilt 
würde. Dies führte zu nicht sachgerechten Ergebnissen, insbesondere 
im Vergleich mit grösseren Detailhandelsgeschäften oder 
Warenhäusern, da diese einheitlich betrachtet würden, obwohl 
verschiedene Abteilungen über ein sehr breites Sortiment verfügten. 
Dem sei allenfalls nur dann nicht zu folgen, wenn in solchen speziellen 
Einkaufsörtlichkeiten Anbietende oder einzelne Shopbetreibende - z.B. 
aus Gründen der Auslastung - zugelassen würden, welche dem Konzept 
nicht entsprechen würden (angefochtene Verfügung, S. 13). 

▪ Der Standort des AVOS sei offensichtlich so gewählt worden, dass 
insbesondere die grossen Touristenströme, welche den Kanton 
Graubünden über die Gemeinden … und … bzw. Achse A13 erreichten 
oder passierten, bedient werden könnten; unabhängig davon, ob es sich 
um Durchgangstouristen, Tagestouristen oder Mehrtages-Touristen 
handle (jährlich ca. 30 Mio. Passagen, zu einem guten Teil touristische 
Frequenzen). Diese touristischen Frequenzen seien bereits vor der 
Eröffnung des AVOS vorhanden gewesen. Das Angebot im AVOS 
bestehe aus normaler Kleidung sowie Sportbekleidung (inklusive 
Schuhe), aus Accessoires und aus Haushaltartikeln (Küche, Bad, 
Bettwaren) von exklusiven und bekannten Marken sowie aus Souvenirs. 
Zudem würden Bündner und Schweizer Lebensmittel- bzw. 
Genussmittelspezialitäten angeboten, und es stünden Cafés und 
Restaurants für die Gäste bereit. Ein solches oder ähnliches Angebot 
finde sich meist in Tourismusorten im Alpenraum. Entsprechend sei 
auch der Baustil mit den maximal zweigeschossigen, 
aneinandergereihten und Chalets imitierenden Gebäulichkeiten 

entsprechend dem Tourismus in den Alpen bzw. den alpentouristischen 
Klischees angepasst worden (angefochtene Verfügung, S. 13 f.).

▪ Insofern sei nicht von der Hand zu weisen, dass das AVOS einem 
bestimmten Konzept folge. Es gestalte sich zwar etwas anderes aus, 
nämlich als … (d.h. mit Dauermindestrabatten auf die meist 
vorsaisonalen Artikel exklusiver und bekannter Marken), so dass nicht 
nur Luxustouristen angesprochen werden könnten, sondern alle 
Touristen. Es sei aber nicht vergleichbar mit einem normalen 
Einkaufszentrum, in welchem üblicherweise auch Lebensmittel, Klein- 
oder Grosselektronik, Audio- und Videoartikel, Möbel, Bau-, Hobby- und 
Gartenbedarf etc. angeboten würden. Dem versperre sich das AVOS 
offensichtlich bis anhin, und dies obwohl noch ein guter Teil der Shops 
leer stehe. Zudem sei das AVOS in sich abgeschlossen, d.h. es sei 
einerseits eine bauliche Einheit und Anlage mit den rund 90 Shops und 
es trete andererseits nach aussen als Einheit auf (angefochtene 
Verfügung, S. 14).

Diesen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen; zumal die 
Beschwerdeführerin in ihrer Replik hierzu keinen substantiierten Bezug 
nimmt.

• Schliesslich ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass der 
Wortlaut des Gesetzes mit einer solchen Auslegung nicht überdehnt wird. 
Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG spricht von Betrieben, die den Bedürfnissen des 
Fremdenverkehrs dienen, und Art. 25 Abs. 1 ArGV 2 von Betrieben in 
Fremdenverkehrsgebieten, die der Befriedigung spezifischer Bedürfnisse 
der Touristen dienen: 

▪ Keine der beiden Bestimmungen bestimmt damit, dass das Kriterium 
der spezifischen Bedürfnisse der Touristen alleine aufgrund des 
Sortiments eines Betriebs beurteilt werden muss. Eine teleologische 
Auslegung der beiden Bestimmungen ergibt vielmehr, dass nicht nur auf 
das Sortiment des einzelnen Betriebs, sondern in einer 
Gesamtbetrachtung auch auf die Lage, die Umgebung und den Zweck 
des jeweiligen Betriebs abzustellen ist.

▪ In einer solchen Gesamtbetrachtung sind in casu - neben dem 
Sortiment des in Frage stehenden Betriebs - auch die Lage des Betriebs 
(Verkehrsknotenpunkt für Touristenströme), die übrigen Betriebe des 
AVOS mit ihren jeweiligen Sortimenten (Umgebung) und der nach 
aussen erkennbare Zweck des Betriebs zu berücksichtigen. Damit ist 
der Fokus von Gesetzes wegen nicht ausschliesslich auf das Sortiment 
eines einzelnen Betriebs zu richten. 

▪ Hinsichtlich des nach aussen erkennbaren Zwecks des zu beurteilenden 
Betriebs ist zu berücksichtigen, dass das AVOS gegen aussen 
einheitlich in Erscheinung tritt (Werbung, Internet-Auftritt) und infolge 

seiner äusserlichen Gestaltung  (… Village im Stil eines alpinen Dorfes) 
sowie des beschränkten Warensortiments (keine Klein- oder 
Grosselektronik, keine Audio- und Videoartikel, keine Möbel, kein Bau-, 
Hobby- und Gartenbedarf) Touristen ansprechen will. Dies gilt umso 
mehr, als nach über zwei Jahren Betrieb immer noch zahlreiche 
Geschäftslokalitäten nicht vergeben sind. Ginge es den 
Beschwerdegegnern tatsächlich um Gewinnmaximierung, dann würden 
die Geschäfte im AVOS auch an Anbieter mit touristenfremden 
Warensortimenten vermietet. 

▪ Dass durch das Warenangebot letztlich nicht ausschliesslich Touristen, 
sondern auch Anwohner des Churer Rheintals und weiterer Gebiete im 
Kanton Graubünden angesprochen werden, vermag daran nichts zu 
ändern (Urteil des Bundesgerichts 2A.578/2000 vom 24. August 2001 in 
E. 6).

Der Wortlaut der genannten Bestimmungen erlaubt insofern nicht nur den 
Einbezug von sortimentsfremden Umständen, sondern verlangt geradezu 
eine Gesamtbetrachtung; wobei neben dem Sortiment auch die Lage, die 
Umgebung und der verfolgte Zweck bzw. die angesprochenen Kunden zu 
berücksichtigen sind.

Entsprechend ist festzuhalten, dass es sich beim AVOS um eine in sich 

geschlossene, einem bestimmten Konzept folgende Einkaufsanlage handelt. Im 

Rahmen der Prüfung der weiteren Voraussetzungen von Art. 25 ArGV 2 ist 

daher nicht ausschliesslich das Einzelsortiment jedes Geschäftes, sondern 

infolge der speziellen Lage (Verkehrsknotenpunkt für die Touristenströme), der 

speziellen Umgebung (…-Dorf mit nahezu 100 Geschäftslokalitäten) und des 

speziellen Zwecks (touristische Ausrichtung infolge des alpinen dorfähnlichen 

Baustils und des beschränkten Angebotssortiments) das Zusammenwirken aller 

Geschäfte und ihrer Verkaufssortimente im AVOS entscheidend.

c) Im Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin die vorinstanzliche Entscheidung, 

den ganzen Kanton Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet im Sinne von Art. 

25 ArGV 2 zu qualifizieren, mit der folgenden Argumentation:

• Nur Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten, mithin Betriebe in Kur-, Sport-, 
Ausflugs- und Erholungsorten, in denen der Fremdenverkehr von 
wesentlicher Bedeutung sei und erheblichen saisonmässigen 
Schwankungen unterliege, seien von der Bewilligungspflicht für 

Sonntagsarbeit ausgenommen (Urteile des Bundesgerichts 2A.578/2000,  
2A.704/2005 und 2A.166/2003). … und Umgebung würden nicht von 
Touristen aufgesucht. Das AVOS liege in einer der grössten Industriezonen 
des Kantons. In der Standortgemeinde … gebe es zwei Hotelbetriebe mit 15 
Zimmern und in der Standortgemeinde … gebe es einen Hotelbetrieb mit 24 
Zimmern. Der ganze Kanton Graubünden umfasse 668 erhobene Betriebe 
mit annähernd 20‘000 Zimmern. In den Standortgemeinden komme dem 
Tourismus also keine wesentliche Bedeutung zu. In den Genuss der 
Ausnahmebestimmung von Art. 25 ArGV 2 gelangten Betriebe in Kur-, 
Sport-, Ausflugs- und Erholungsorten. Weder die Vorinstanz noch die 
Beschwerdegegner behaupteten, die Betriebe der AVOS lägen in einem 
derartigen Ort. Der Begriff des Ortes dürfe nicht weit ausgelegt werden. Es 
bedürfe gar keiner weiteren Auslegung. Der Ort müsse nicht mit den 
politischen Grenzen übereinstimmen. Er umfasse aber begrifflich kleinere 
Einheiten.

• Bis ins Jahr 2000 hätten gemäss Art. 41 aArGV 2 diejenigen Gebiete als 
Fremdenverkehrsgebiete gegolten, die in der Bundesgesetzgebung über die 
Förderung des Hotel- und Kurortkredites aufgeführt würden. Seit dem Jahr 
2000 bestehe betreffend räumlicher Geltungsbereich des 
Fremdenverkehrsgebiets im Sinne von Art. 25 ArGV 2 zu den 
Subventionsvorschriften der Beherbergungswirtschaft kein Zusammenhang 
mehr, weshalb auf letztere nicht mehr abgestellt werden könne. Daneben 
seien Einkaufszentren keine touristischen Infrastrukturen und das AVOS sei 
weder auf Touristen ausgerichtet noch ein Ort, der zu Kur, Sport, Ausflug 
oder Erholung einlade; zumal der Anschluss an Auto- oder Eisenbahn nicht 
bewirke, dass das AVOS in einem Fremdenverkehrsgebiet liege. 
Zweckmässigkeitsüberlegungen, Marktgesetze oder Konsumbedürfnisse 
könnten nicht zur bewilligungsfreien Sonntagsarbeit führen. Die 
touristischen Aktivitäten hätten gemäss Wegleitung des Staatssekretariats  
für Wirtschaft (SECO) mehr als die Hälfte der wirtschaftlichen Aktivitäten 
einer Ortschaft oder Region auszumachen, damit Art. 25 ArGV 2 greife. Es 
sei nicht belegt, dass der Fremdenverkehr in …, … oder der Fraktion … 
derartige Bedeutung habe. In … bestehe keine Touristensaison. 

Auch diese beschwerdeführerische Kritik am angefochtenen Entscheid erweist 

sich bei näherer Betrachtung als unbegründet. Dabei kann mitunter ebenfalls 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Die 

Qualifikation des Kantons Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet ergibt sich 

zunächst aus der Bundesgesetzgebung über die Förderung des Hotel- und 

Kurortkredites (aBFG):

• Unter der alten, im Jahre 2000 abgelösten Regelung von Art. 41 aArGV 2 
haben jene Gebiete als Fremdenverkehrsgebiete gegolten, welche in der 

BFG aufgeführt worden sind. Art. 5 aBFG hatte den gleichen Wortlaut wie 
der heutige Art. 25 Abs. 2 ArGV2 und in Art. 4 aBFV war ausdrücklich der 
Kanton Graubünden (mit gewissen Ausnahmen) als Fremdenverkehrsgebiet 
bezeichnet worden. Am 15. Dezember 2003 trat das Bundesgesetz über die 
Förderung der Beherbergungswirtschaft (BFG) in Kraft und ersetzte das 
aBFG aus dem Jahr 1966. Nach Art. 5 Abs. 2 BFG i.V.m. Art. 2 BFV und 
dem Anhang zur BFV ist seit dem Jahr 2003 der ganze Kanton Graubünden 
als Fremdenverkehrsgebiet anerkannt. Als solche Fremdenverkehrsgebiete 
gelten nach Art. 5 Abs. 2 BFG Gebiete und Ortschaften, in denen der 
Fremdenverkehr von wesentlicher Bedeutung ist und erheblichen 
saisonalen Schwankungen unterliegt. 

Damit ist festzuhalten, dass der Kanton Graubünden gemäss BFG von 
Bundesrechts wegen als Fremdenverkehrsgebiet gilt.

• Die alte Regelung von Art. 41 aArGV 2 ist im Jahr 2000 durch die heutige 
Regelung von Art. 25 ArGV 2 ersetzt worden, wonach als Betriebe in 
Fremdenverkehrsgebieten Betriebe in Kur-, Sport-, Ausflugs- und 
Erholungsorten, in denen der Fremdenverkehr von wesentlicher Bedeutung 
ist und erheblichen saisonmässigen Schwankungen unterliegt, gelten. Der 
bis zum Jahr 2000 bestehende explizite Verweis der ArGV 2 auf das BFG 
ist entsprechend gestrichen worden. Es stellt sich somit die Frage, ob für die 
Definition des Fremdenverkehrsgebiets nicht mehr auf das BFG 
zurückgegriffen werden darf:

▪ Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, nach der 
Rechtsänderung im Jahr 2000 sei der Zusammenhang zwischen der 
ArGV 2 und dem BFG aufgelöst worden, so dass nicht mehr auf die 
frühere Begriffsbestimmung zurückgegriffen werden könne. Als Belege 
für ihre Argumentation verweist sie auf mehrere bundesgerichtliche 
Urteile (2A.578/2000, 2A.704/2005 und 2A.166/2003).

▪ Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid dagegen, dass sich der 
Wortlaut der Bestimmungen (Art. 41 aArGV 2 und 25 ArGV 2) praktisch 
nicht verändert habe und praktisch dieselbe Definition enthalte, weshalb 
nicht einzusehen sei, warum nicht auf das BFG zurückgegriffen werden 
könne. Im angeführten Entscheid 2A.578/2000 (Ouchy, Lausanne) 
bejahe das Bundesgericht bei der Prüfung von Art. 25 ArGV 2 die 
Qualifikation von Ouchy als Fremdenverkehrsgebiet, was auch gemäss 
BFG gelte.

▪ Die Beschwerdegegner kritisieren die von der Beschwerdeführerin für 
die Untermauerung ihres Standpunktes zitierten bundesgerichtlichen 
Entscheidungen, welche allesamt keinen Beweis für den vertretenen 
Standpunkt liefern könnten. Im  Entscheid 2A.578/2000 erstelle das 
Bundesgericht klar den Zusammenhang zwischen der aArGV 2 und 
dem BFG. Die Entscheide 2A.704/ 2005 (Val-de-Travers) und 
2A.166/2003 (La Chaux-de-Fonds), in welchen das Bundesgericht zum 

Ergebnis gekommen sei, die zu prüfende Gebiete seien keine 
Fremdenverkehrsgebiete, bestätigten ebenfalls die Übereinstimmung 
von BFG und ArGV 2, da die Gebiete auch gemäss BFG nicht als 
Fremdenverkehrsgebiete gegolten hätten.

Insgesamt ist den vorinstanzlichen und beschwerdegegnerischen 
Ausführungen zu folgen. In der Tat hat sich der Wortlaut der Bestimmungen 
nur marginal verändert, wobei nach wie vor praktisch eine identische 
Definition des Fremdenverkehrsgebiets gegeben ist (wesentliche Bedeutung 
Fremdenverkehr, saisonale Schwankungen). Korrekt sind auch die 
Ausführungen, dass die zitierten bundesgerichtlichen Urteile die 
Argumentation der Beschwerdeführerin nicht stützen, sondern eher 
dagegen sprechen.

• Die beschwerdeführerische Argumentation ist damit zwar formal richtig, geht 
aber an der Sache vorbei, da sich der Wortlaut der geänderten Bestimmung 
(„Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten in Kur-, Sport-, Ausflugs- und 
Erholungsorten, in denen der Fremdenverkehr von wesentlicher Bedeutung 
ist und erheblichen  Schwankungen unterliegt“) praktisch nicht verändert 
hat. Aus diesem Grunde besteht kein Anlass, diesem Wortlaut einen 
anderen Sinn zu geben als unter dem alten Recht. Das bestätigt im Prinzip 
auch das Bundesgericht beispielsweise im Urteil 2A.578/2000 vom 24. 
August 2001 in E. 5c, wo es festhält, dass die terminologische Abänderung 
der Bestimmung nicht signifikant sei (vgl. auch angefochtener Entscheid S. 
16 ff.). 

Entsprechend ist auch unter dem neuen Recht davon auszugehen, dass der 
Kanton Graubünden von Bundesrechts wegen als Fremdenverkehrsgebiet 
i.S.v. BFG und ArGV 2 gilt. 

Hinzu kommt schliesslich, dass Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG ganz allgemein von den 

Bedürfnissen des Fremdenverkehrs spricht, ohne die Fremdenverkehrsorte 

oder -gebiete näher einzuschränken. Damit ist klar, dass es sich dabei auch um 

Bedürfnisse des Fremdenverkehrs handeln kann, die sich über ein grösseres 

Gebiet und damit auch auf grosse Teile des Kantons erstrecken können 

(überregionale Bedürfnisse). Die Argumentation der Beschwerdeführerin, es 

seien nur die örtlichen Fremdenverkehrsbedürfnisse zu beachten, ist demnach 

nicht vertretbar und mit dem Wortlaut der anwendbaren Bestimmungen nicht zu 

begründen. 

Selbst wenn man annehmen wollte, dass eine Qualifikation des Kantons 

Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet nicht auf das BFG zurückgeführt 

werde könnte, läge das AVOS gemäss den zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz in einem Fremdenverkehrsgebiet:

• Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Entscheid 2A.704/2005 vom 
4. April 2006 in E. 3.3.1. müssen drei kumulative Voraussetzungen erfüllt 
sein, damit ein Betrieb als in einem Fremdenverkehrsgebiet liegend zu 
qualifizieren ist:

L'art. 25 al. 2 de l'ordonnance 2 du 10 mai 2000 relative à la loi sur le travail 
(Dispositions spéciales pour certaines catégories d'entreprises ou de 
travailleurs) (OLT 2; RS 822.112) établit que "sont réputées entreprises 
situées en région touristique les entreprises situées dans des stations 
proposant cures, sports, excursions ou séjours de repos, pour lesquelles le 
tourisme joue un rôle prépondérant tout en étant sujet à de fortes variations 
saisonnières". La reconnaissance de l'appartenance à une région 
touristique est donc subordonnée à trois conditions cumulatives: une offre 
variée d'installations et d'activités réservées aux touristes, le rôle 
prépondérant du tourisme dans l'économie locale et d'importantes variations 
saisonnières dans l'activité touristique.

Der Betrieb muss an einem Ort gelegen sein, welcher (1) ein vielfältiges 
Angebot an Einrichtungen und Tätigkeiten für Touristen bietet, und in 
welchem der Tourismus (2) eine wesentliche Bedeutung hat sowie (3) 
saisonalen Schwankungen unterliegt. 

• Dabei hat das Bundesgericht im Entscheid 2A.578/2000 vom 24. August 
2001 in E. 4a festgehalten, dass der Begriff Ort in einem weiten Sinn zu 
verstehen ist:

Dès lors, on ne saurait suivre les recourantes qui considèrent qu'il faut 
définir le terme station comme une localité isolée ou un ensemble de 
bâtiments construits hors de toute localité pour accueillir des touristes en 
particulier en montagne. Comme le terme station a un sens très large, les 
caractéristiques d'un tel endroit sont essentielles, pour établir si une 
entreprise se trouve dans une région touristique. En l'espèce, le quartier 
d'Ouchy présente trois des caractéristiques attachées par l'art. 25 al. 2 OLT 
2 à la notion de station; celles-ci ne sont d'ailleurs pas des conditions 
cumulatives. Ce quartier permet de pratiquer des sports en particulier 
nautiques, d'effectuer des excursions aussi bien dans des sites lausannois 
que sur le lac Léman ou dans des cantons et pays voisins et enfin de faire 
des séjours de repos notamment dans les hôtels se trouvant à proximité du 
rivage. Dès lors, il y a lieu d'admettre que le magasin de la Migros à Ouchy 
est situé dans une station proposant certaines des occupations 
mentionnées à l'art. 25 al. 2 OLT 2.

• Die Vorinstanz hat unter Berücksichtigung dieser höchstrichterlichen 
Rechtsprechung im angefochtenen Entscheid detailliert und nachvollziehbar 
aufgezeigt, dass diese Voraussetzungen vorliegend gegeben sind 
(angefochtener Entscheid S. 19 ff.):

▪ Zunächst hat die Vorinstanz dargelegt, wieso das AVOS in der hier zu 
beurteilenden Konstellation ohne weiteres in einem Tourismusgebiet 
liegt:

Bei der Beurteilung, ob das AVOS in einem Tourismusgebiet liege, dürfe 
nicht nur isoliert das Gebiet der politischen Gemeinde betrachtet 
werden; vielmehr seien funktionale Räume, in denen die politischen 
Gebietskörperschaften liegen und welche zunehmend für die 
demografische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und nicht zuletzt 
touristische Entwicklung massgebend seien, entscheidend; zumal 
solche Entwicklungen keine Rücksicht auf gebietspolitische 
Gegebenheiten nähmen. Insofern sei es verfehlt, den Blick nur auf die 
Gemeinde … oder … zu richten. Zu betrachten sei der funktionale 
Raum, in welchem das AVOS eingebettet sei. Insbesondere im 
Tourismus seien solche funktionalen Räume massgebend. Eine 
touristische Destination könne nur konkurrenz- und überlebensfähig 
bleiben, wenn sie durch ein breites, multioptionales Angebot eine starke 
Attraktivität für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse der 
heutigen touristischen Zielgruppen auslösen könne.

Das AVOS liege gemäss Richtplan des Kantons Graubünden in einem 
grossflächigen Einzugsgebiet (funktionales Einzugsgebiet von … mit 
über 80 Gemeinden in den Kantonen Graubünden und St. Gallen) mit 
zahlreichen Bewohnern, Betrieben, Arbeitsplätzen und grossen 
Tourismuszentren (z.B. … etc.). Daneben liege das AVOS auch im 
Raum der Tourismusdestination …, deren Vermarktung über die … 
Tourismus AG erfolge. Schliesslich liege das AVOS am 
Verkehrsknotenpunkt …, welcher das Einfallstor zu Graubünden und zu 
den grossen Tourismuszentren sei. In Anbetracht dieser Einzugsgebiete 
liege das AVOS in einer Kur-, Sport-, Ausflugs- und Erholungsregion.

▪ Dem Tourismus kommt im Gebiet, in welchem das AVOS liegt, eine 
wesentliche Bedeutung zu, wie die Vorinstanz in der angefochtenen 
Verfügung auf den S. 22 ff. einlässlich ausgeführt hat (Tourismus mit 30 
% Wertschöpfung im Kanton Graubünden und 10.7 % im Bündner 
Rheintal, grosse indirekte Profite durch tourismusverwandte 
Dienstleitungen, Tourismus als bedeutendster Antreiber der Bündner 
Volkswirtschaft [Exportanteil von 55 %]).

Diese Schlussfolgerungen ergeben sich mitunter auch aus dem im 
Recht liegenden Bericht der HTW Chur vom August 2008 zur 
Wertschöpfung des Tourismus in den Regionen Graubündens: 

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die hohe Bedeutung des 
Tourismus für die Bündner Wirtschaft. Sie übertrifft bei weitem die 
Bedeutung des Beherbergungs- und Gaststättenwesens, welche 
gemeinhin mit dem Tourismus in Verbindung gebracht werden. Mit 
3'316 Mio. Fr. und etwa 25'530 Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten) 
können knapp über 30 Prozent der erwirtschafteten 
Bruttowertschöpfung und der Beschäftigung im Kanton Graubünden auf 
den Tourismus zurückgeführt werden. 1'016 Mio. Fr. erwirtschaften die 
touristischen Leistungsträger, 1'795 Mio. Fr. erzielen die 
tourismusverwandten Branchen und noch einmal 506 Mio.  Fr. werden 
über den Einkommenseffekt gewonnen. Der Tourismus ist für 
Graubünden von immenser Bedeutung und wird zurecht als Motor der 
Bündner Wirtschaft bezeichnet.

▪ Letztlich unterliegt der Fremdenverkehr im Einzugsgebiet des AVOS 
erheblichen Schwankungen, wie der angefochtenen Verfügung S. 24 ff. 
entnommen werden kann: Anhand der bis im Jahre 2002 jeweils 
ausgestellten Saisonbewilligungen und Kurzaufenthaltsbewilligungen sei 
belegt, dass der Tourismus im Kanton Graubünden erheblichen 
saisonalen Schwankungen unterliege (ca. 13‘000-15‘000 
Saisonbewilligungen und 4‘000-8‘000 Kurzaufenthalterbewilligungen). 
Daneben könne auch anhand der Logiernächte in Hotel- und 
Kurbetrieben (exklusiv Übernachtungen in der Parahotellerie bzw. in 
Zweitwohnungen) im Kanton festgestellt werden, dass erhebliche 
saisonale Schwankungen bestünden. So gebe es im Kanton 
Graubünden im stärksten Monat über neun Mal mehr Logiernächte 
als im schwächsten Monat (Jahr 2010: 848 204 Übernachtungen im 
Februar, 91 696 November). Ebenfalls grosse Schwankungen 
bestünden in den Regionen des funktionalen Einzugsgebiets. 
Entsprechend sei das Kriterium der erheblichen saisonalen 
Schwankungen im funktionalen Tourismusraum des AVOS erfüllt.

Die Region um das AVOS ist demnach so oder so als Fremdenverkehrsgebiet 

zu qualifizieren. Die Argumentation des DVS, wonach das AVOS den 

touristischen Bedürfnissen des Kantons sowie auch unmittelbar an das AVOS 

angrenzenden Tourismusgebieten diene, erweist sich daher als korrekt.

d) Ferner rügt die Beschwerdeführerin, dass Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten 

spezifischen Bedürfnissen der Touristen dienen müssten, um bewilligungsfrei 

sonntags Arbeitnehmende zu beschäftigen:

• Im AVOS würden übersaisonale Markenartikel mit Preisreduktionen 
verkauft. Angeboten würden somit überwiegend Artikel des gewöhnlichen 

Gebrauchs mit Rabatt, was wenig mit spezifischen Touristenbedürfnissen 
zu tun habe. Das Konzept des AVOS entspreche exakt demjenigen von 
Foxtown Villeneuve. Das dortige Warenangebot mit Kleidern, Schuhen, 
Wäsche, Schmuck, Parfum und Haushaltartikeln entspreche weitgehend 
auch jenem des AVOS. Im Entscheid BGE 126 II 106 habe das 
Bundesgericht festgestellt, dass diese Produkte keine spezifischen 
Bedürfnisse von Touristen bedienten. Wenn die Vorinstanz erwäge, ein 
Ausflug ins AVOS sei allenfalls als Tourismus zu qualifizieren, sei ihr 
ebenfalls das Bundesgericht entgegenzuhalten (BGE 126 II 106), welches 
festgehalten habe, dass Shopping kein Tourismus sei; jedenfalls kein 
Tourismus, der eine Abweichung vom Sonntagsarbeitsverbot rechtfertige. 

• Touristische Bedürfnisse seien einerseits allgemein menschliche (Nahrung, 
Getränke, Hygiene), anderseits tourismuseigene, wie die Nachfrage nach 
Fremdenführern, Souvenirs und lokale Spezialitäten (Urteil des 
Bundesgerichts 2A.578/2000). Die Vorinstanz könne nicht dartun, was am 
Angebot der Shops im AVOS spezifischer Bedürfnisbefriedigung von 
Touristen diene. Das ganze AVOS sei nicht auf Touristen ausgerichtet, 
sondern strebe einen Einkaufstourismus an, der keine Ausnahme vom 
Sonntagsarbeitsverbot rechtfertige (Urteil des Bundesgerichts 
2A.166/2003).

Auch diese beschwerdeführerischen Rügen sind gemäss den nachfolgenden 

Darlegungen unzutreffend und unbegründet:

• Das Bundesgericht hat sich zur Frage, wie das Kriterium der spezifischen 
Bedürfnisse von Touristen auszulegen ist, im Entscheid 2A.578/2000 vom 
24. August 2001 in E. 5c wie folgt geäussert:

Vu ces explications - qui paraissent cohérentes -, l'adjectif "spécifique" 
employé à l'art. 25 al. 1 OLT 2 n'a pas pour but d'établir une distinction entre 
deux sortes de besoins des touristes: ceux qui seraient spécifiques au 
tourisme et ceux qui ne le seraient pas. En effet, la législation applicable ici 
n'indique pas que seule une des deux catégories de produits précités 
devrait être prise en compte à l'exclusion de l'autre. Elle n'exige pas non 
plus que les diverses sortes de biens susmentionnés soient offerts 
simultanément pour admettre une dérogation au principe général de 
l'interdiction du travail dominical. Elle ne contient donc pas de conditions 
cumulatives quant aux genres de produits offerts aux touristes. Il en résulte 
que le terme "spécifique" dans l'expression "répondant aux besoins 
spécifiques des touristes" - soit, dans le texte allemand de l'art. 25 al. 1 OLT 
2, "die der Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen dienen" et, 
dans la version italienne de cette disposition, "rispondenti ai bisogni specifici 
dei turisti" - doit être pris dans un sens large. Il qualifie les besoins liés à la 
personne des touristes, mais pas les besoins exclusifs des touristes par 
opposition à ceux de la population locale.

Entsprechend ist das Kriterium der spezifischen Bedürfnisse der Touristen 
weit auszulegen. An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht seither 
in den Entscheiden 2A.255/2001 und 2A.256/2001 festgehalten.

• Unter dem Begriff „spezifische Bedürfnisse der Touristen“ gemäss Art. 25 
ArGV 2 sind damit (1) allgemeine menschliche Bedürfnisse, welche sowohl 
die Touristen als auch die Bevölkerung vor Ort befriedigen müssen (z.B. 
Nahrung, Getränk, Wasch- und Pflegeartikel), und (2) spezielle Bedürfnisse, 
welche die Touristen im Zusammenhang mit ihrer Reisetätigkeit - die 
regelmässig zum Zweck des Vergnügens, der Unterhaltung und Kultur 
erfolgt - haben (Reiseführer, Souvenirs, schweizerische bzw. lokale 
gastronomische wie auch andere Spezialitäten), zu verstehen. 

Zu letzterer Kategorie sind auch diejenigen Artikel zu zählen, welche die 
Touristen aufgrund ihrer jeweils unterschiedlichen Beherbergungsart (Hotel, 
Ferienwohnung, Camping mit Wohnwagen oder Zelten etc.) als 
Grundbedarf benötigen. Eine exklusive Ausrichtung des Sortiments auf 
Touristen ist hingegen nicht erforderlich.

Diese spezifischen Bedürfnisse der Touristen deckt das AVOS mit seinem 

Produkt- und Warensortiment im Wesentlichen ab. Gemäss Homepage des 

AVOS und den Feststellungen der Erst- und Vorinstanz werden in den 

einzelnen Geschäftslokalitäten des AVOS im Wesentlichen die folgenden 

Artikel angeboten: Outdoor-Kleidung und Outdoor-Schuhe für die Winter- und 

Sommerzeit, spezifische Outdoor-Sportartikel, Reiseartikel und Spiele, 

Souvenirs, lokale Spezialitäten, Dienstleistungen im lokalen Tourismusbereich, 

Sportbekleidung, Mode allgemein und Haushaltsartikel. Nicht im AVOS 

erhältlich sind dagegen typischerweise von Anwohnern nachgefragte Produkte, 

wie z.B. Lebensmittel, alle Arten von Elektronikgeräten, Heimwerker-Produkte 

und grössere Haushaltsgeräte. 

Die Beschwerdeführerin vergleicht dieses Warenangebot mit jenem des 

Foxtown Villeneuve, in welchem hauptsächlich Kleidung, Schuhe, Wäsche, 

Schmuck, Parfum und Haushaltartikel verkauft würden. Damit handle es sich 

vor allem um allgemein übliche Waren, die zu einem reduzierten Preis verkauft 

würden:

• Es dürfte wohl nicht zu bestreiten sein, dass im AVOS zumindest teilweise 
tatsächlich auch Artikel verkauft werden, welche ebenfalls im Foxtown 
Villeneuve angeboten werden; zumal allgemeine menschliche Bedürfnisse 
sich regional nicht unterscheiden (Kleidung, Nahrung, Getränk, Wasch- und 
Pflegeartikel). Zudem entsprechen sich die Warensortimente auch in Bezug 
auf andere Artikelgruppen (z.B. spezielle Kleidung, Schuhe, Wäsche). Die 
Beschwerdeführerin scheint aber bei ihrem Vergleich zu übersehen, dass 
das Warensortiment in den Kontext der ausgewiesenen spezifischen 
Bedürfnisse der verschiedenen Formen von Tourismus im Kanton 
Graubünden zu setzen ist. Dabei ist zwischen unterschiedlichen 
Bedürfnissen von Touristen im Sommer und im Winter sowie zwischen den 
unterschiedlichen Bedürfnissen je nach Beherbergungsart zu 
unterscheiden.

• Setzt man das im AVOS angebotene Warensortiment in den Kontext aller 
dieser Formen von Tourismus, ergeben sich die folgenden Feststellungen:

Das im AVOS erhältliche Angebot richtet sich an Touristen, die ihren Urlaub 
im Kanton Graubünden verbringen und sich mit sportlichen Aktivitäten in 
Form von Sommer- (Wandern, Golf, Biken etc.) und Wintertätigkeiten 
(Schneesport allgemein, Ski, Snowboard, Langlauf etc.) vergnügen und 
unterhalten. Insofern sind die im AVOS erhältlichen Outdoor-Waren 
(Kleidung, Funktionskleidung und Schuhe; vgl. z.B. die Sortimente der 
Geschäfte …, … und …) sowie Schneesport- und sonstigen Sportartikel 
(vgl. z.B. die Sortimente der Geschäfte …, … und … etc.) offensichtlich auf 
die Bedürfnisse der Touristen ausgerichtet. Dass dabei im Vergleich zu den 
regulären Preisen Rabatte gewährt werden, ändert daran nichts.

Im Weiteren gibt es im AVOS Haushalt- bzw. Küchengeräte und 
Heimtextilien für Feriengäste der Region, die nicht in einem Hotel, sondern 
in einer Wohnung untergebracht sind bzw. eine solche besitzen, oder ihren 
Urlaub auf Campingplätzen verbringen. Da diese Parahotellerie im Kanton 
Graubünden praktisch gleichviele Logiernächte wie die Hotellerie generiert 
(Stichwort Zweitwohnungen), dient auch das entsprechende Angebot den 
spezifischen Bedürfnissen der Touristen. Ferner werden im AVOS auch 
Souvenirs sowie schweizerische und lokale Spezialitäten (z.B. Lebensmittel, 
Sackmesser, Uhren und Schokolade; vgl. die Geschäfte …, …) angeboten. 
Solche Artikel und Warengruppen sprechen in erster Linie Touristen an.

Schliesslich bestehen im AVOS auch mehrere Geschäfte, welche Kleidung 
international bekannter Marken, Fashion-Produkte, Schuhe und Luxusartikel 
anbieten. Das dortige Sortiment dient ebenfalls zumindest teilweise den 
spezifischen Bedürfnissen der Touristen, da diese im Urlaub neben ihren 
spezifischen Bedürfnissen naturgemäss auch allgemeine Bedürfnisse 
befriedigen wollen (Kleidung, Mode, Luxus). Natürlich ist das betreffende 
Angebot aber nicht ausschliesslich auf Touristen ausgerichtet, da es sich in 
gleicher Weise auch an die einheimische Bevölkerung richtet.

Das Warensortiment des AVOS ist damit im Wesentlichen auf die spezifischen 

Bedürfnisse der Touristen des Einzugsgebiets Graubünden sowie der 

Durchgangsreisenden (in Richtung Tessin oder Italien) ausgerichtet. Dass 

neben den auf Touristen ausgerichteten Artikeln auch gewisse andere Artikel 

verkauft werden, welche mitunter von der einheimischen Bevölkerung 

nachgefragt werden, ändert an der Ausrichtung des Gesamtsortiments auf den 

Tourismus nichts. Diese Schlussfolgerung entspricht dem Gutachten der HTW 

Chur vom 6. Mai 2010 über das … Village (vgl. die betreffende im Recht 

liegende beschwerdegegnerische Unterlage [Vorakten des Verfahrens vor dem 

DVS]).

Zusammenfassend spricht Art. 25 Abs. 1 ArGV 2 zwar von der Befriedigung 

spezifischer Bedürfnisse der Touristen, doch ergibt sich aus der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung dass darunter neben spezifischen 

touristischen Bedürfnissen auch allgemeine menschliche Bedürfnisse und ein 

gewisser Grundbedarf an Artikeln (z.B. für Ferienwohnung, Hotel und Camping) 

zu verstehen sind. Das Verkaufsangebot an den allgemein bekannten 

Tourismusdestinationen im Kanton Graubünden - z.B. in Arosa, Davos/Klosters, 

Flims/Laax, aber auch im Engadin (St. Moritz) - zeigt sodann auf, dass sich die 

Bedürfnisse der Touristen nicht ausschliesslich auf menschliche Bedürfnisse 

(Nahrung, Getränke, Hygiene) und typische tourismuseigene Bedürfnisse 

(Fremdenführer, Souvenirs und lokale Spezialitäten) beschränken. Denn 

gerade das Lebensmittel- und Getränkeangebot wird von den Touristen nur 

beschränkt in Anspruch genommen. Im Vordergrund steht ein Bedarf an 

Kleidern, Schuhen, Sportartikeln, Schmuck und dergleichen - einerseits für 

tourismusspezifische Verwendungsarten (Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, 

Klettern oder Wintersport), andererseits aber auch für den persönlichen 

Gebrauch. In diesem Sinne deckt das Warensortiment der Geschäfte im AVOS 

die spezifischen Bedürfnisse der Touristen vollständig ab, weshalb es unter Art. 

25 ArGV 2 zu subsumieren ist. Im Weiteren belegen auch die Lage des AVOS 

am Verkehrsknotenpunkt Landquart und die Einbettung der einzelnen 

Geschäftslokalitäten in das AVOS, als Outlet-Center im Stil eines alpinen 

Dorfes, dass insbesondere Touristen angesprochen werden sollen. Demnach 

ist das AVOS bzw. sind die darin befindlichen einzelnen Geschäftslokalitäten 

offensichtlich darauf ausgerichtet, spezifischen Bedürfnissen der Touristen zu 

dienen. 

e) Unbegründet ist letztlich auch der beschwerdeführerische Einwand, durch die 

Festlegung einer Sommer- und einer Wintersaison habe die Vorinstanz den 

Wortlaut von Art. 25 ArGV 2 gesprengt, der nur von einer Saison spreche. 

Dieser Interpretation kann nicht gefolgt werden, da, wie die Vorinstanz richtig 

begründet hat, im Kanton Graubünden zwei verschiedene Saisons bestehen:

• Als Indikatoren für die Dauer der Saison seien einerseits die Logiernächte 
gemäss der Beherbergungsstatistik des Bundesamts für Statistik 
heranzuziehen. Andererseits könnten auch die Arbeitslosenzahlen im 
Gastgewerbe im Kanton Graubünden - auch wenn hier keine regionalen 
Ausscheidungen vorhanden seien - oder die Betriebszeiten von 
touristischen Infrastrukturen herangezogen werden. Die Festlegung der 
Saison könne hier nur in einer Gesamtbetrachtung erfolgen, zumal 
verschiedene Touristenkategorien (nämlich Touristen, die sich in der Region 
um das AVOS befinden, Durchgangstouristen mit  einem anderen Ziel in 
Graubünden wie z.B. die obere Surselva, Davos/Klosters oder Engadin 
sowie Durchgangstouristen mit Ziel Tessin oder Italien) zu berücksichtigen 
seien. Diesbezüglich könnten die Verkehrsfrequenzen Aufschluss geben.

• Berücksichtige man die kantonalen Logiernächte der Jahre 2009 und 2010, 
ergebe sich ein monatlicher Durchschnitt von etwa 480‘000 Logiernächten. 
Auffallend abweichen würden hiervon lediglich die Zahlen in den Monaten 
Mai (140‘000-150‘000 Nächte) und November (ca. 90‘000 Nächte). Insofern 
lasse sich die Aussage machen, dass die Wintersaison anfangs Dezember 
beginne und im April ende, währenddem die Sommersaison von Juni bis 
Oktober dauere, wobei die Saison jeweils im April und Oktober auslaufe. 
Die gleiche Schlussfolgerung ergebe sich auch, wenn man anstatt auf die 
kantonalen Zahlen auf die Zahlen der einzelnen Regionen, oder wenn man 
stattdessen auf die Öffnungszeiten der Bergbahnen abstelle. Letztlich sei es 
eine Frage des Ermessens, ob man nur die beiden Monate Mai und 
November, oder auch noch den April und den Oktober zur Zwischensaison 
zählen wolle; zumal diese unterdurchschnittliche Zahlen aufweisen würden, 
aber immer noch ein deutlich intensiverer Tourismus als in der 
Zwischensaison gegeben sei. Berücksichtige man, dass die Herbstferien im 
Oktober lägen und die Tourismusbranche dadurch veranlasst werde, die 
Betriebe offen zu halten, sei der Oktober zur Saison zu zählen. Im April sei 
jeweils zu berücksichtigen, dass die grösseren Bergbahnen ihren Betrieb 

i.d.R. noch aufrechterhalten würden (vgl. im Einzelnen angefochtene 
Verfügung S. 32 ff.).

• Vergleiche man die Verkehrsfrequenzen des Jahres 2009, ergäben sich die 
tiefsten Werte jeweils auch im Mai und im November, so dass sich auch 
insofern eine Tendenz abzeichne, die beiden Monate zur Zwischensaison 
zu zählen. Sehe man sich die Arbeitslosenzahlen der Jahre 2010 und 2011 
im Gastgewerbe an, welches stark auf den Tourismus ausgerichtet sei, 
fielen die auffallend höheren Arbeitslosenzahlen in den Monaten April und 
Mai sowie Oktober und November auf. Berücksichtige man in einer 
Gesamtbetrachtung die Logiernächte, die Öffnungszeiten von touristischen 
Infrastrukturen, die Arbeitslosenzahlen im Gastgewerbe und die 
Verkehrsfrequenzen auf der Autobahn vor Maienfeld bei der Festlegung der 
Saison gemäss Art. 25 ArGV 2, so sei die erstinstanzliche Verfügung nicht 
zu beanstanden.  

Diesen vorinstanzlichen Darlegungen ist vollumfänglich zu folgen, zumal die 

Beschwerdeführerin weder im Verwaltungsverfahren vor dem DVS noch im 

vorliegenden Verfahren vor dem Verwaltungsgericht eine substantiierte Rüge 

betreffend Festlegung der Saison erhoben - und eine alternative Festlegung 

verlangt -, sondern sich auf die Behauptung einer exzessiven Festlegung der 

Saison beschränkt hat. Von einer exzessiven Festlegung der Saison kann 

angesichts der nachvollziehbaren vorinstanzlichen Begründung anhand der 

zitierten Statistiken nicht die Rede sein. Im Weiteren lässt sich auch den im 

Recht liegenden Akten kein Grund entnehmen, wieso diese sorgfältig 

begründenden vorinstanzlichen Ausführungen - welche auf den Logiernächten, 

den Öffnungszeiten der Bergbahnen, dem Verkehrsaufkommen und den 

Arbeitslosenzahlen basieren - im Zusammenhang mit der Anwendung von Art. 

25 ArGV 2 in Zweifel zu ziehen wären. 

Schliesslich spricht Art. 25 ArGV 2 zwar von einer Befreiung von der 

Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit „während der Saison“, doch ist dem 

Wortlaut der Bestimmung nicht zu entnehmen, dass es sich dabei entsprechend 

der beschwerdeführerischen Behauptung nur um eine Saison handeln kann. 

Der Wortlaut beschränkt sich vielmehr darauf, dass die Befreiung von der 

Bewilligungspflicht auf die Dauer der Saison beschränkt ist. Wenn die Saison 

wie im Kanton Graubünden in einer Winter- und eine Sommersaison zu 

unterteilen ist, dann gilt die Befreiung folgerichtig für beide Saisons bzw. beide 

Teile der jeweils durch eine Zwischensaison unterbrochenen Saison. Da im 

Kanton Graubünden angesichts der präsentierten Zahlen nachweislich zwei 

verschiedene Saisons in Form einer Winter- und einer Sommersaison 

bestehen, hat die Vorinstanz die Sonderregelung von Art. 25 ArGV 2 zu Recht 

für beide Saisons verfügt.

4. Was die Beschwerdeführerin ansonsten vorbringt und rügt, ist ebenfalls nicht 

geeignet, die Gesetzeskonformität der angefochtenen Verfügung in Zweifel zu 

ziehen: 

• Die Beschwerdeführerin rügt in pauschaler Weise ohne substantiierte 
Begründung und ohne korrelierendes Rechtsbegehren das vorinstanzliche 
Verwaltungsverfahren (Dauer Verfahren, Ergebnis). Solche Rügen sind 
praxisgemäss nicht geeignet, die Rechtmässigkeit der angefochtenen 
Verfügung zu tangieren, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 
Dasselbe gilt mutatis mutandis für die beschwerdeführerische Rüge einer 
Verletzung des rechtlichen Gehörs, wenn in einem Verfahren auf das 
Internet verwiesen werde (Statistik). In letzterem Zusammenhang ist zudem 
ohnehin festzuhalten, dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in ihrer 
Vernehmlassung und ihrer Duplik detailliert erläutert hat, wie die 
gewünschten Zahlen (Statistik) bezogen werden können. Im Weiteren hat 
die Beschwerdeführerin diese Angaben auch vom Bundesamt für Statistik 
erhalten (vgl. beschwerdeführerische Urkunde Nr. 12), weshalb der 
beschwerdeführerische Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht 
nachvollziehbar ist.

• Soweit die Beschwerdeführerin in ihren Prozesseingaben auf ein angeblich 
ähnliches Verfahren im Kanton St. Gallen in Rapperswil verweist, erübrigen 
sich weitere Ausführungen. Aus den Erkenntnissen des betreffenden 
Verfahrens können mangels identischen rechtserheblichen Sachverhalts 
keine tauglichen Schlussfolgerungen für das vorliegende Verfahren 
gezogen werden.

• Die beschwerdeführerischen Verweise auf die Wegleitung des SECO haben 
ebenfalls keinen Einfluss auf das Verfahren, da es sich bei dem 
betreffenden Dokument, wie der Bezeichnung entnommen werden kann, 
lediglich um eine Wegleitung handelt, welche weder für die Vorinstanzen 
noch für das Verwaltungsgericht bindend ist. Im Übrigen ist zu bezweifeln, 
ob die darin statuierte touristische Wertschöpfung von mehr als 50 % in 
ihrer Absolutheit mit dem Wortlaut von Art. 25 ArGV 2 vereinbar ist 

(Problematik der starren Prozentregelung ohne Anpassungsmöglichkeiten 
auf die zu beurteilenden Einzelfälle).

• Letztlich ist auch die beschwerdeführerische Rüge, gesetzgeberische 
Ausnahmen von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit müssten 
restriktiv gehandhabt werden, was die Vorinstanz unterlassen habe, 
unbegründet. Davon abgesehen, dass auf die Rüge mangels 
Substantiierung nicht einzugehen wäre, hat die Vorinstanz sich in ihrer 
Verfügung an den Rahmen des ArG und der ArGV 2 gehalten und die dort 
erforderlichen Abwägungen sorgfältig nach pflichtgemässem Ermessen 
vorgenommen. Insofern ist nicht ersichtlich, inwiefern eine übermässig 
extensive Auslegung gegeben sein soll.

Infolgedessen muss es bei den vorstehenden Erwägungen zur Rechtmässigkeit 

der vorinstanzlichen Verfügung sein Bewenden haben. 

5. a) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung 

vom 16. Januar 2012 nicht zu beanstanden ist, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG]). Der Vorinstanz steht keine aussergerichtliche 
Entschädigung zu, nachdem Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen nach Art. 78 Abs. 2 VRG in der 

Regel keine Parteientschädigung zugesprochen wird, wenn sie in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Die Beschwerdeführerin hat aber den 

privaten Beschwerdegegnern gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG die notwendigen 

Parteikosten zu ersetzen, welche sich im Kanton Graubünden nach der 

Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 

Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV) richten. Nach Art. 2 HV setzt die 

urteilende Instanz die Parteientschädigung der obsiegenden Partei nach 

Ermessen fest, wobei sie vom Betrag ausgeht, welcher der 

entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in Rechnung 

gestellt wird, soweit (1) der vereinbarte Stundenansatz zuzüglich allfällig 

vereinbartem Interessenwertzuschlag üblich ist und keine Erfolgszuschläge 

enthält, (2) der geltend gemachte Aufwand angemessen und für die 

Prozessführung erforderlich ist sowie (3) die geforderte Entschädigung nicht 

eine von der Sache beziehungsweise von den legitimen 

Rechtsschutzbedürfnissen her nicht gerechtfertigte Belastung der 

unterliegenden Partei zur Folge hat. Als üblich gilt im Kanton Graubünden nach 

Art. 3 HV ein Stundenansatz zwischen Fr. 210.-- und Fr. 270.--.

b) In der hier zu beurteilenden Konstellation haben die anwaltlich vertretenen 

Beschwerdegegner jeweils eine detaillierte Honorarnote eingereicht:

• Die … AG reichte am 16. Juli 2012 eine Honorarnote im Gesamtbetrag von 
Fr. 11‘718.-- (23.8 Stunden zu je Fr. 400.-- zzgl. Auslagen von Fr. 10.-- und 
MWST von 8 %) ein; wobei die Honorarnote in der Leistung vom 1. März 
2012 einen offensichtlichen Fehler enthält, wird doch für einen Aufwand von 
0.3 Stunden ein Honorar von Fr. 1‘880.-- verrechnet. Die Honorarnote ist 
sodann auch in einzelnen weiteren Positionen rechnerisch nicht vollständig 
nachvollziehbar (13.04.2012, 02.07.2012). Zudem weicht die Honorarnote 
vom maximal üblichen Stundensatz von Fr. 270.-- ab, so dass sie auch 
insofern zu korrigieren ist. Bei einem durchschnittlichen Stundenansatz von 
Fr. 240.-- resultiert schliesslich ein anwaltlicher Aufwand von Fr. 6‘180.-- 
(5‘712.-- zzgl. Fr. 10.-- und MWST 8 %).

• Die … GmbH hat ihre Honorarnote im Gesamtbetrag von Fr. 9‘231.50 am 
18. Juli 2012 eingereicht (ca. 23 Stunden zu verschiedenen Tarifen). Die 
Honorarnote weicht indessen vom maximal üblichen Stundensatz von Fr. 
270.-- ab, so dass sie insofern zu korrigieren ist. Bei einem 
durchschnittlichen Stundenansatz von Fr. 240.-- resultiert schliesslich ein 
anwaltlicher Aufwand von Fr. 6‘140.45.-- (Fr. 5‘520.-- zzgl. 
Spesenpauschale von 3 % und MWST 8 %).

Ebenfalls bei der Bemessung der Parteientschädigung zu berücksichtigen gilt 

es zudem den Umstand, dass die Beschwerdegegner im Wesentlichen 

deckungsgleiche Rechtsschriften eingereicht haben, so dass es angemessen 

erscheint, die jeweiligen Parteientschädigungen zu halbieren. Unter 

Berücksichtigung des üblichen Stundenansatzes im Kanton Graubünden und 

den speziellen Umständen des vorliegenden Verfahrens mit nahezu identischen 

beschwerdegegnerischen Rechtsschriften ist insgesamt eine 

Parteientschädigung an die privaten Beschwerdegegner von je Fr. 3‘000.-- (inkl. 

MWST) angemessen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 1‘256.--

zusammen Fr. 4‘256.--

gehen zulasten der Gewerkschaft … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die Gewerkschaft … hat die … AG einerseits und die … GmbH und 

Mitbeteiligte andererseits aussergerichtlich jeweils mit Fr. 3‘000.-- (inkl. MWST) 

zu entschädigen.

Dagegen Beschwerde an Bundesgericht noch hängig.