# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7a67a9a-43f7-5505-908e-763f29efb94e
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-11-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.11.2015 RR.2015.190
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2015-190_2015-11-05.pdf

## Full Text

Entscheid vom 5. November 2015  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Roy Garré, 

Gerichtsschreiber Miro Dangubic 

 

Parteien 

  

A. AG, vertreten durch B., 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT ZÜRICH - LIMMAT, 

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Kroatien  

 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2015.190 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Sachverhalt: 

 

 Mit Schreiben vom 1. Oktober 2010 an die Staatsanwaltschaft III des 

Kantons Zürich zeigte die C. GmbH (Sitz in Kroatien) die D. AG (heute 

A. AG), B., E., F., G. und H. wegen Betruges an (Verfahrensakten, Nr. 5). In 

der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat (nachfolgend 

"StA Zürich-Limmat") ein Strafverfahren gegen die Obgenannten, welches 

sie mit Verfügung vom 30. März 2015 einstellte. Auf die dagegen am 9. April 

2015 erhobene Beschwerde trat das Obergericht des Kantons Zürich mit 

Beschluss vom 7. Mai 2015 nicht ein (act. 1.5). Das Bundesgericht bestätigte 

den Beschluss mit Urteil 6B_679/2015 vom 1. Oktober 2015 (act. 11). 

 

 

 Die Staatsanwaltschaft Zagreb führt ebenfalls ein Strafverfahren gegen die 

Obgenannten in identischer Angelegenheit und gelangte in diesem 

Zusammenhang am 21. April 2013 an die Schweiz (Verfahrensakten, Nr. 3). 

 

 

 Mit Eintretensverfügung vom 27. März 2014, berichtigt am 2. April 2014, 

verfügte die StA Zürich - Limmat u.a., dass die im oben erwähnten 

Strafverfahren bei der Bank I. edierten Kontounterlagen betreffend zwei auf 

die D. AG lautenden Konten beigezogen und in das Rechtshilfeverfahren 

eingefügt werden (Verfahrensakten, Nr. 7 und 8). 

 

 

 Mit Schlussverfügung vom 20. Mai 2015 verfügte die StA Zürich - Limmat die 

Herausgabe der obgenannten Bankunterlagen (Verfahrensakten, Nr. 18).  

 

 

 Dagegen gelangt die A. AG, vertreten durch B., an das hiesige Gericht und 

beantragt die Aufhebung der Schlussverfügung und Abweisung des 

Rechtshilfeersuchens (act. 1).  

 

 

 Sowohl das Bundesamt für Justiz als auch die StA Zürich - Limmat 

verzichteten am 24. Juli 2015 auf eine Beschwerdeantwort (act. 7 und 8), 

was der Beschwerdeführerin am 28. Juli 2015 zur Kenntnis gebracht wurde 

(act. 9).  

 

 

  

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Kroatien und der Schweiz sind in erster Linie 

massgebend das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die 

Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) sowie das zu diesem 

Übereinkommen am 8. November 2001 ergangene zweite Zusatzprotokoll 

(2. ZP; SR 0.351.12). 

 

1.2 Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend 

regelt, gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, 

IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über 

internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; 

SR 351.11) zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 IRSG). Das innerstaatliche Recht 

gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn 

dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE  140 IV 123 

E. 2 S. 126; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; 122 II 

140 E. 2; DANGUBIC/KESHELAVA, Basler Kommentar, Internationales 

Strafrecht, Basel 2015, Art. 12 IRSG N. 1). Vorbehalten bleibt die Wahrung 

der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 

123 II 595 E. 7c; TPF 2008 24 E. 1.1). Auf das vorliegende Beschwerde-

verfahren sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsver-

fahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. 

Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG). 

 

 

2.  

2.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung 

der ausführenden kantonalen Behörde in internationalen Rechtshilfeange-

legenheiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt 

werden kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a 

Ziff. 1 StBOG). 

 

2.2 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Bei der Erhebung 

von Kontoinformationen gilt als persönlich und direkt betroffen im Sinne der 

Art. 21 Abs. 2 und 80h IRSG der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a IRSV; BGE 118 

Ib 547 E. 1d; 122 II 130 E. 2b; TPF 2007 79 E. 1.6) – auch wenn die 

Kontoinformationen im Rahmen eines schweizerischen Strafverfahrens 

ediert wurden (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts 1A.3/2004 vom 

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3. Mai 2004, E. 2.2; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.228 vom 

25. Februar 2014, E. 2.2.2). 

 

Die vorliegend zur Diskussion stehenden Bankunterlagen wurden im 

Rahmen des zürcherischen Strafverfahrens gegen die A. AG etc. ediert und 

in der Folge zu den Akten des Rechtshilfeverfahrens genommen. Die 

Beschwerdeführerin ist Inhaberin der betroffenen Konten, sodass sie zur 

Beschwerdeführung legitimiert ist. Da die Beschwerde auch fristgerecht 

erfolgte, ist auf diese einzutreten. 

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Auslieferungsvoraussetzungen 

grundsätzlich mit freier Kognition. Der Beschwerdekammer steht es frei, 

einzelne Auslieferungsvoraussetzungen einer Überprüfung zu unterziehen, 

die nicht Gegenstand der Beschwerde sind. Sie ist jedoch anders als eine 

Aufsichtsbehörde nicht gehalten, die angefochtene Verfügung von Amtes 

wegen auf ihre Konformität mit sämtlichen anwendbaren Bestimmungen zu 

überprüfen (Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2014.208 vom 7. Mai 

2015, E. 3; RR.2014.328 vom 23. April 2015, E. 3; beide unter Hinweis auf 

BGE 123 II 134 E. 1d; TPF 2011 97 E. 5; ROBERT ZIMMERMANN, La 

coopération judiciaire internationale en matière pénale, 4. Aufl., Bern 2014, 

N. 522, S. 519). 

 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die urteilende 

Instanz sodann nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. 

Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

Es genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von 

denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 124 

II 146 E. 2a S. 149; 123 I 30 E. 2.c S. 34; 122 IV 8 E. 2c S. 14 f.; Urteil des 

Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004, E. 5.2 m.w.H.).  

 

 

4.  

4.1 Gemäss Art. 14 EUeR müssen die Rechtshilfeersuchen insbesondere 

Angaben über den Gegenstand und den Grund des Ersuchens enthalten 

(Ziff. 1 lit. b). Ausserdem müssen sie in Fällen wie vorliegend die strafbare 

Handlung bezeichnen und eine kurze Darstellung des Sachverhalts 

enthalten (Ziff. 2). Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG und Art. 10 Abs. 2 IRSV stellen 

entsprechende Voraussetzungen an das Rechtshilfeersuchen. Diese 

Angaben müssen der ersuchten Behörde die Prüfung erlauben, ob die 

doppelte Strafbarkeit gegeben ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR), ob die 

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Handlungen wegen denen um Rechtshilfe ersucht wird, nicht ein politisches 

oder fiskalisches Delikt darstellen (Art. 2 lit. a EUeR) und ob der Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit gewahrt wird (BGE 129 II 97 E. 3.1; TPF 2011 194 

E. 2.1 S. 195 f.). 

 

Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im 

Rechtshilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Danach kann von den 

Behörden des ersuchenden Staates nicht verlangt werden, dass sie den 

Sachverhalt, der Gegenstand der Strafuntersuchung bildet, lückenlos und 

völlig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des 

Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen 

gerade deswegen um Mithilfe, damit er die bisher im Dunkeln gebliebenen 

Punkte aufgrund von Unterlagen, die im Besitze des ersuchten Staates sind, 

klären kann. Die ersuchte Behörde hat sich beim Entscheid über ein 

Rechtshilfebegehren nicht dazu auszusprechen, ob die darin angeführten 

Tatsachen zutreffen oder nicht. Sie hat somit weder Tat- noch Schuldfragen 

zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen. Sie 

ist vielmehr an die Darstellung des Sachverhaltes im Ersuchen und dessen 

allfälligen Ergänzungen gebunden, soweit diese nicht durch offensichtliche 

Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 139 II 451 

E. 2.2.1; 136 IV 4 E. 4.1; 133 IV 76 E 2.2; TPF 2011 194 E. 2.1 S. 196). 

 

4.2 Der Übersetzung des Ersuchens ist folgender Sachverhalt zu entnehmen 

(Verfahrensakten Nr. 3):  

 

"H. hat während des Jahres 2009 mit den kroatischen Staatsan-

gehörigen J. und K. Kontakt aufgenommen und ihnen die geschäftliche 

Zusammenarbeit für die Erlangung eines günstigen Kredits durch die 

Geschäftsbeziehung mit der Handelsgesellschaft D. AG, in der sein 

Sohn E. tätig sei, angeboten. An der Darstellung des Projektes der 

Kreditempfehlung für Geschäftsbeziehung waren beteiligt der 

Rechtsanwalt Dr. B. und F., G. und L., angestellt bei der D. AG. Die 

geschäftliche Zusammenarbeit bestand darin, dass J. als 

Geschäftsführer der Handelsgesellschaft ,,C.” GmbH und K. als 

Geschäftsführer der Handelsgesellschaft ,,M.” GmbH sowie die D. AG 

einen bestimmten Geldbetrag d.h. die Bereitstellungsgebühr auf das 

gemeinsame bei der Bank I. errichtete Konto bezahlen, wobei über die 

auf dem Konto befindlichen Geldmittel lediglich mit Kollektivunterschrift 

zu Zweien beider Vertragsparteien verfügt werden könnte. Daraufhin 

hat der Beschädigte K. als Geschäftsführer der Handelsgesellschaft 

,,M.” GmbH mit der D. AG am 29. Januar 2010 den Joint Venture 

Vertrag abgeschlossen, den im Namen der D. AG Herr E. 

unterzeichnet hat, und J. als Geschäftsführer der Handelsgesellschaft 

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,,C.” GmbH hat mit der D. AG am 26. Februar 2010 den Joint Venture 

Vertrag abgeschlossen, den im Namen der D. AG Herr E. 

unterzeichnet hat. Nach dem Abschluss des Joint Venture Vertrags 

haben die Beschädigten bei Herrn N. bei der Bank I. das gemeinsame 

Konto errichtet, auf das sie beide je ein pay order über 1.100.000,00 

EUR bezahlt haben, auf welchem Konto sie — wie ihnen dies von 

Herrn N. dargestellt wurde — über die Geldmittel nur mit der Kollektiv-

unterschrift von D. AG verfügen konnten. Da nach dem Ablauf der für 

die Kreditgewährung vertraglich vereinbarten Zeit bei der Bank I. kein 

Kredit einbezahlt wurde, haben sie sich bei der Bank erkundigt und 

Einsicht in die Geldmittel auf den gemeinsamen Konti bzw. um 

Vermögensauszug gebeten, wobei sie in Erfahrung gebracht haben, 

dass sie weder unterschriftsberechtigt noch bevollmächtigt sind in die 

Konti Einsicht zu nehmen und über die Mittel auf diesen Konti zu 

verfügen." 

 

Der soeben widergegebenen Sachverhaltsdarstellung der ersuchenden 

Behörde sind keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprüche zu 

entnehmen. Solche Mängel werden von der Beschwerdeführerin auch nicht 

geltend gemacht (vgl. act. 1). Aus diesem Grund ist diese Sachverhalts-

darstellung für den Rechtshilferichter bindend und den nachfolgenden 

Erwägungen zu Grunde zu legen.  

 

 

5.  

5.1 Unter dem Titel "Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips" macht die 

Beschwerdeführerin geltend, die edierten Bankunterlagen brächten keine 

neuen Erkenntnisse für das kroatische Strafverfahren, weswegen diese als 

nicht geeignet einzustufen seien (act. 1, S. 11).  

 

5.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit zu genügen (vgl. zuletzt Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2013.298 vom 6. Mai 2014, E. 5.2). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der 

verfolgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich 

ungeeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen 

nur als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung (“fishing 

expedition“) erscheint (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85; 134 II 318 E. 6.4; 129 II 

462 E. 5.3 S. 467 f.). Nicht erforderlich ist, dass dem von der 

Rechtshilfemassnahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst 

ein strafbares Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundesgerichts 

1A.245/2006 vom 26. Januar 2007, E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2007.29 vom 30. Mai 2007, E. 3). Ob die verlangten Auskünfte für das 

http://links.weblaw.ch/1A.245/2006

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Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, 

deren Beantwortung grundsätzlich dem Ermessen der Behörden dieses 

Staates anheimgestellt ist. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über 

die Mittel verfügt, die es ihm erlauben würden, sich über die 

Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen Verfahren 

auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Untersuchung 

befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, 

dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich 

auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt beziehen können; 

nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das ausländische 

Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. potentielle 

Erheblichkeit). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im 

Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren nicht hinausgehen 

(Übermassverbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1). Die Rechtsprechung hat diesen 

Grundsatz derweil insofern präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach 

Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden 

kann, solange alle Voraussetzungen für die Gewährung der Rechtshilfe 

erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine andernfalls notwendige Ergänzung 

des Rechtshilfeersuchens vermieden werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. 

zum Ganzen auch TPF 2009 161 E. 5.1 S. 164). Zielt das 

Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geldmittel 

möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden, so sind die 

Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktionen 

zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt wurden, 

welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; 

TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.).  

 

5.3 Gemäss dem Rechtshilfeersuchen zahlten die C. GmbH und die M. GmbH 

jeweils EUR 1'100'000.-- auf Konten bei der Bank I. ein, wobei sie von den 

Beschuldigten – u.a. – über die Verfügungsberechtigung dieser Konten 

getäuscht worden seien. Die Bankunterlagen dieser Konten wurden im 

Rahmen des zürcherischen Strafverfahrens gegen die A. AG etc. ediert und 

in der Folge zu den Akten des Rechtshilfeverfahrens genommen. Es steht 

fest, dass sich diese Bankunterlagen auf den im Rechtshilfeersuchen 

dargelegten Sachverhalt beziehen und somit potenziell erheblich sind. Ob 

sie für das kroatische Strafverfahren nützlich sind, ist eine Frage, deren 

Beantwortung grundsätzlich den kroatischen Behörden anheimgestellt ist. 

Nach dem Gesagten erweist sich die Rüge der Beschwerdeführerin als 

unbegründet.  

 

 

  

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6.  

6.1 Mit Einstellungsverfügung i.S.v. Art. 319 Abs. 1 lit. b. StPO vom 

30. März 2015 stellte die Beschwerdegegnerin das Strafverfahren gegen die 

D. AG, B., E., F., G. und H. ein. Begründet wurde die Einstellung des 

Verfahrens damit, dass kein Straftatbestand erfüllt sei. Am 7. Mai 2015 trat 

das Obergericht Zürich auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht ein, da 

diese nicht fristgerecht erfolgt sei (act. 1.5), was vom Bundesgericht mit Urteil 

6B_679/2015 vom 1. Oktober 2015 bestätigt wurde (act. 11). 

 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die zürcherische Strafunter-

suchung mit dem in Kroatien geführten und dem Rechtshilfeersuchen zu 

Grunde liegenden Strafverfahren identisch sei. Mithin verletze die 

Gewährung der Rechtshilfe den Grundsatz "ne bis in idem" (act. 1, S. 9 ff.). 

 

6.2 Der Grundsatz "ne bis in idem" besagt, dass niemand wegen der gleichen 

Tat zweimal strafrechtlich verfolgt werden darf (sog. Doppelverfolgungs-

verbot). Er ist verletzt, wenn in Bezug auf den Verfahrensgegenstand, die 

betroffene Person und die Tat Identität besteht (BGE 120 IV 10 E. 2b). Der 

Grundsatz "ne bis in idem" ergibt sich aus Art. 4 des Protokolls Nr. 7 zur 

EMRK vom 22. November 1984 (SR 0.101.07) sowie Art. 14 Abs. 7 UNO-

Pakt II. Als Prozessmaxime ist er auch in der Schweizerischen 

Strafprozessordnung ausdrücklich verankert (Art. 11 StPO). Er gilt nach der 

bisherigen Praxis des Bundesgerichtes auch als Grundsatz des 

Bundesstrafrechts und lässt sich direkt aus der Bundesverfassung ableiten 

(vgl. BGE 128 II 355 E. 5.2; 120 IV 10 E. 2b; TAG, Basler Kommentar, 

2. Aufl., Basel 2014, Art. 11 StPO N. 11). 

 

Nach dem EUeR stellt der Grundsatz "ne bis in idem" keinen Aus-

schlussgrund dar. Die Schweiz hat indes im EUeR in Anwendung von Art. 2 

lit. b EUeR einen potestativen Vorbehalt zu Gunsten der eigenen 

Strafverfolgung angebracht, wonach sie sich das Recht vorbehält, die 

Rechtshilfe abzulehnen, wenn wegen der dem Ersuchen zu Grunde 

liegenden Handlung gegen denselben Beschuldigten in der Schweiz 

ebenfalls ein Strafverfahren durchgeführt wird oder eine strafrechtliche 

Entscheidung ergangen ist, mit der diese Tat und seine Schuld materiell 

beurteilt worden sind. 

 

Art. 5 Abs. 1 IRSG sagt was folgt: Einem Ersuchen wird nicht entsprochen, 

wenn in der Schweiz oder im Tatortstaat der Richter aus materiellrechtlichen 

Gründen den Verfolgten freigesprochen oder das Verfahren eingestellt hat 

(lit. a. Ziff. 1), oder auf eine Sanktion verzichtet oder einstweilen von ihr 

abgesehen hat (lit. a. Ziff. 2); die Sanktion vollzogen wurde oder nach dem 

Recht des Urteilsstaates nicht vollziehbar ist (lit. b.). 

  

- 9 - 
 
 

Gemäss ständiger Rechtsprechung kommt Entscheiden über den Verzicht 

auf Strafverfolgung (Einstellung, Nichtanhandnahme), welche eine 

Wiederaufnahme des Verfahrens für den Fall des Auftauchens neuer 

Beweise oder Tatsachen nicht ausschliessen, im Rechtshilfeverkehr keine 

Sperrwirkung im Sinne des Grundsatzes "ne bis in idem" zu (BGE 110 Ib 385 

E. 2b; TPF 2010 91 E. 2.2 und 2.3; Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2015.117 vom 13. August 2015, E. 6.2; RR.2013.108 vom 12. Dezember 

2013, E. 9.3; RR.2012.286 vom 6. Mai 2013, E. 4.4; RR.2012.24 vom 

29. November 2012, E. 5.4.1 und 5.5; a.M. FIOLKA, Basler Kommentar, 

Internationales Strafrecht, Basel 2015, Art. 5 IRSG N. 30). 

 

6.3 Eine Einstellung des Verfahrens erfolgt u.a., wenn kein Straftatbestand erfüllt 

ist (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO). Nach Art. 323 Abs. 1 StPO verfügt die 

Staatsanwaltschaft die Wiederaufnahme eines durch Einstellungsverfügung 

rechtskräftig beendeten Verfahrens, wenn ihr neue Beweismittel oder 

Tatsachen bekannt werden, welche für eine strafrechtliche Verantwortlich-

keit der beschuldigten Person sprechen und die sich nicht aus den früheren 

Akten ergeben. 

 

Aus dem Dargelegten geht hervor, dass die Einstellungsverfügung vom 

30. März 2015 – unbesehen dessen, ob sie den gleichen Sachverhalt zum 

Gegenstand hat wie das Rechtshilfeersuchen oder nicht – kein Rechts-

hilfehindernis darstellt. Mithin erweist sich auch diese Rüge als unbegründet.  

 

6.4 Weitere Rechtshilfehindernisse werden weder genannt, noch ist das 

Vorliegen solcher ersichtlich. Die Beschwerde ist daher vollumfänglich 

abzuweisen.  

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-

pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die 

Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des Bundes-

strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und 

Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur 

Anwendung (Art. 53 Abs. 2 lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG 

sowie Art. 22 Abs. 3 BStKR). Es rechtfertigt sich vorliegend, die Gebühr auf 

Fr. 4'000.-- festzusetzen und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, unter 

Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

 

Bellinzona, 5. November 2015 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. AG 

- Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat  

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).