# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b081b9c-5241-5e20-9b30-aa90aa4abc55
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.04.2021 IV 2020/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-99_2021-04-20.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/99

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.10.2021

Entscheiddatum: 20.04.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 20.04.2021
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Anordnung einer bidisziplinären Begutachtung. 
Verfahrensfairness. Möchte die IV-Stelle eine MEDAS mit einer bi- oder 
bloss monodisziplinären Expertise beauftragen, so hat sie zwingend einen 
Einigungsversuch einzuleiten (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 20. April 2021, IV 2020/99).

Entscheid vom 20. April 2021

Besetzung

Einzelrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2020/99

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Claudia Schaumann, Zähringerstrasse 51, 

8001 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Begutachtung (Abklärungsstelle)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 3. September 2014 wegen eines Bandscheibenvorfalls bei 

der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Leistungsbezug an (IV-act. 2). Die 

neurologischen Fachpersonen der Klinik B.___ diagnostizierten rezidivierende 

Lumboischialgien links (Konsultationsbericht vom 24. September 2014, IV-act. 19). Am 

10. September 2015 berichtete der behandelnde Dr. rer. nat., med. pract. C.___, 

Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, der Versicherte leide an einem Failed 

back surgery Syndrom bei Status nach Fenestration und Sequesterektomie L4/5 im 

März 2013, einem Status nach Dekompression L4/5 und Narbenresektion bei Rezidiv 

im April 2014, einem neuropathischen Schmerzsyndrom L5 links und einer Allodynie. 

Derzeit verfüge der Versicherte über keine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 58-2 ff.). Die RAD-

Ärztin Dr. med. D.___, Praktische Ärztin, bescheinigte dem Versicherten für 

leidensangepasste Tätigkeiten eine 20%ige Arbeitsfähigkeit (Stellungnahme vom 

27. November 2015, IV-act. 64). In der Folge sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit 

Wirkung ab 1. März 2015 eine ganze Rente zu (Verfügung vom 15. März 2016, IV-

act. 73).

A.a. 

Die wegen am 15. Februar 2018 erfolgten Wegzugs des Versicherten aus der 

Schweiz (siehe hierzu IV-act. 75) zuständige Invalidenversicherungs-Stelle für 

Versicherte im Ausland IVSTA eröffnete im November 2018 von Amtes wegen ein 

Rentenrevisionsverfahren (siehe IV-act. 88). Im Fragebogen für die IV-Rentenrevision 

gab der Versicherte am 6. Februar 2019 an, er habe seit April 2014 nicht mehr 

gearbeitet. Mental-psychisch gehe es ihm auch nicht gut. Aufgrund der 

Medikamenteneinnahme sei er erschöpft und müde (IV-act. 94). Dr. med. E.___, 

Facharzt für Allgemeine Medizin, RAD Rhone, vertrat in der Stellungnahme vom 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

18. April 2019 die Ansicht, grundsätzlich könne gesagt werden, dass sich der 

Gesundheitszustand des Versicherten stabilisiert habe und für ihn eine 

leidensangepasste Tätigkeit in Frage kommen würde (IV-act. 109). Seine RAD Rhone 

Kollegin, Dr. med. F.___, Fachärztin für Rheumatologie, ging gestützt auf die 

Ergebnisse einer bildgebenden Abklärung vom 6. März 2019 («Lumbal MRT», siehe 

hierzu IV-act. 106) davon aus, dass der Versicherte bezogen auf eine 

leidensangepasste Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei (Stellungnahme vom 15. Mai 

2019, IV-act. 111). Mit Vorbescheid vom 3. Juni 2019 stellte die IVSTA dem 

Versicherten die revisionsweise Einstellung der Rentenleistungen in Aussicht (IV-

act. 114). Dagegen erhob er am 17. Juli 2019 Einwand (IV-act. 116; zu den 

ergänzenden Eingaben vom 16. September 2019 und vom 11. Oktober 2019, siehe IV-

act. 123 und IV-act. 128). Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin, berichtete am 

17. September 2019, der Gesundheitszustand des Versicherten sei in den letzten 

Jahren unverändert geblieben. Er bescheinigte eine 20 bis 25%ige Restarbeitsfähigkeit 

für leidensangepasste Tätigkeiten (IV-act. 122).

Der Versicherte nahm am 7. September 2019 erneut Wohnsitz im Kanton 

St. Gallen (IV-act. 133), woraufhin die IVSTA den laufenden Revisionsfall 

zuständigkeitshalber der IV-Stelle des Kantons St. Gallen überwies (Schreiben vom 

20. November 2019, IV-act. 134).

A.c. 

Die RAD-Ärztin Dr. D.___ empfahl als weitere Abklärung eine bidisziplinäre 

(orthopädische und neurologische) Begutachtung des Versicherten (Stellungnahme 

vom 21. Januar 2020, IV-act. 138-3 ff.). Am 24. Januar 2020 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass sie eine orthopädisch-neurologische Begutachtung bei der «IME 

- Interdisziplinäre medizinische Expertisen Prof. Dr. H.___ & Kollegen» in Auftrag gebe 

und die Begutachtung von Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, und Prof. Dr. med. H.___, Facharzt u.a. für 

Neurologie, durchgeführt werde (IV-act. 140). Der Versicherte äusserte sich in der 

Stellungnahme vom 26. Februar 2020 ablehnend zu den vorgesehenen 

Sachverständigen und stellte verschiedene Anträge bezüglich der Modalitäten der 

weiteren medizinischen Abklärungen (IV-act. 148). Am 3. März 2020 (IV-act. 151) 

reichte er einen weiteren Bericht von G.___ vom 25. Februar 2020 ein (IV-act. 152). Die 

RAD-Ärztin Dr. D.___ empfahl am 23. März 2020, an der vorgesehenen Begutachtung 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

festzuhalten. Die Auswahl der geeigneten Untersuchungsmethoden obliege 

grundsätzlich den Sachverständigen. Sie ersuchte um die Aufnahme weiterer 

Ergänzungsfragen betreffend die Medikamenteneinnahme und deren Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 153). In der Stellungnahme vom 2. April 2020 gelangte der 

Rechtsdienst der IV-Stelle zur Auffassung, dass an der vorgesehenen Begutachtung 

festgehalten werden könne (IV-act. 155). In der Zwischenverfügung vom 6. April 2020 

ordnete die IV-Stelle an, sie halte an der Abklärung durch das «IME Interdisziplinäre 

medizinische Expertisen, Prof. Dr. H.___ & Kollegen» fest (IV-act. 156).

Gegen die Zwischenverfügung vom 6. April 2020 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 18. Mai 2020. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge: 1. Der Zwischenentscheid vom 6. April 2020 sei aufzuheben. 

2. Die Gutachter Prof. H.___ und Dr. I.___ bzw. die «IME Interdisziplinäre medizinische 

Expertisen» seien als Gutachter bzw. Gutachterstelle abzulehnen. 3. Die Angelegenheit 

sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Verpflichtung, ein 

bidisziplinäres Gutachten bei Wirbelsäulenspezialisten der Fachrichtungen Neurologie 

und Rheumatologie, eventualiter Orthopädie, einzuholen, hierfür das Konsensverfahren 

durchzuführen und dabei den Fragebogen unter Mitwirkung des Beschwerdeführers zu 

erstellen. 4. Eventualiter habe das Gericht unabhängige Gutachter zu bestimmen. 

5. Subeventualiter habe die Beschwerdegegnerin über die polydisziplinäre 

Gutachtensvergabe ein Gutachten mit Fokus auf Neurologie, Rheumatologie und 

eventualiter Orthopädie (unter Ausschluss der Sachverständigen der «IME 

Interdisziplinäre medizinische Expertisen») zu veranlassen. 6. Seiner Rechtsvertreterin 

sei vor Abschluss des Verfahrens Gelegenheit zur Bezifferung des 

Entschädigungsantrags zu geben. Zur Begründung bringt der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin habe bewusst das Konsensverfahren 

verweigert und damit verfassungsrechtliche Mindeststandards verletzt. Zudem rügt er, 

dass die Beschwerdegegnerin mit den «IV-rechtlichen Überlegungen» im Fragebogen 

eine subtile Beeinflussung der zu beauftragenden Sachverständigen ausübe. Der 

Fragebogen sei deshalb entsprechend zu bereinigen. Der Beschwerdeführer macht 

weiter geltend, die Beschwerdegegnerin habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Gegenstand der angefochtenen Zwischenverfügung bilden ausschliesslich die 

Anordnung der bidisziplinären (orthopädisch-neurologischen) Begutachtung und der 

hierfür zu beauftragenden Sachverständigen (Dr. I.___ und Prof. H.___; IV-act. 156). 

Nicht vom Gegenstand erfasst ist demgegenüber der vom Beschwerdeführer kritisierte 

Fragekatalog. Es finden sich denn auch in der angefochtenen Zwischenverfügung keine 

Ausführungen hierzu. Im Gegensatz zur Mitteilung vom 24. Januar 2020 (IV-act. 140) 

enthielt die Beilage zur Zwischenverfügung zudem keinen Fragekatalog. Dass die 

Beschwerdegegnerin noch keine abschliessend verbindlichen Anordnungen zum 

Fragekatalog bzw. dessen Inhalt erlassen wollte, wird durch den Umstand bestätigt, 

dass die nach der Mitteilung vom 24. Januar 2020 von der RAD-Ärztin Dr. D.___ 

empfohlenen Zusatzfragen (Stellungnahme vom 23. März 2020, IV-act. 153-2) - soweit 

ersichtlich - noch nicht verarbeitet wurden. Auf den Antrag des Beschwerdeführers, die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den Fragebogen unter seiner Mitwirkung im 

Sinn der Ausführungen gemäss Rz 32 zu erstellen, ist folglich nicht einzutreten.

2.

verletzt, da sie sich mit seinen Einwänden betreffend Dr. I.___ nicht auseinandergesetzt 

habe (act. G 1).

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2020 

die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Vergabe des 

Gutachtensauftrags an die beiden Sachverständigen der IME rechtmässig erfolgt sei. 

Es bestünden keine triftigen Gründe, die gegen die angeordneten Sachverständigen 

sprechen würden (act. G 3; zur miteingereichten Stellungnahme des Chefarztes des 

RAD Ostschweiz vom 14. November 2019 siehe act. G 3.3).

B.b. 

In der «Novenstellungnahme» vom 19. August 2020 hält der Beschwerdeführer 

unverändert an der Beschwerde fest (act. G 8).

B.c. 

Am 7. September 2020 äussert sich die Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme 

des Beschwerdeführers. Sie hält unverändert an der beantragten 

Beschwerdeabweisung fest (act. G 10).

B.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zwischen den Parteien umstritten ist die Rechtmässigkeit der von der 

Beschwerdegegnerin angeordneten bidisziplinären (orthopädisch-neurologischen) 

Begutachtung durch die Neuroinstitut St. Gallen GmbH - IME - Interdisziplinäre 

Medizinische Expertisen und die dort tätigen Dr. I.___ und Prof. H.___.

Bei der Anordnung eines Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenverfügung 

(Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG] in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des 

Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). Eine solche 

kann unter anderem dann angefochten werden, wenn ein nicht wieder gutzumachender 

Nachteil droht (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April 

2010, B 2009/197, E. 2.5; vgl. auch BGE 138 V 275 E. 1.2.1). Für die Beurteilung des 

nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Kontext des sozialversicherungsrechtlichen 

Abklärungsverfahrens mit seinen spezifischen Gegebenheiten ist zu beachten, dass 

das medizinische Administrativgutachten in der Regel die wichtigste medizinische 

Entscheidgrundlage im Beschwerdeverfahren bildet. Die Mitwirkungsrechte der 

versicherten Personen müssen daher bereits vor der Begutachtung durchgesetzt 

werden können, bevor präjudizierende Effekte eintreten. Mit Blick auf das begrenzte 

Überprüfungsvermögen der rechtsanwendenden Behörden genügt es daher nicht, die 

Mitwirkungsrechte erst nachträglich, bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und 

Beschwerdeverfahren, einzuräumen (vgl. BGE 138 V 276 E. 1.2.2). Der 

Verfahrensfairness kommt beim Einbezug von medizinischen Sachverständigen bei der 

Rechtsanwendung daher ein besonderes Gewicht zu: Hohe verfahrensrechtliche 

Standards müssen zumindest teilweise ausgleichen, was die materiellrechtliche 

Steuerung durch den Gesetzgeber und die Nachkontrolle durch die Rechtsanwender 

nicht bzw. nur beschränkt zu leisten vermögen. Wo es den Rechtsanwendern nicht 

bzw. bloss beschränkt möglich ist, eine inhaltliche Ergebniskontrolle durchzuführen, 

haben sie umso genauer zu prüfen, ob der Entscheid von fachkompetenten Organen in 

einem fairen Verfahren zustande gekommen ist. Damit kommt der Kontrolle der 

(verfahrensrechtlichen) Rahmenbedingungen, die einen richtigen Entscheid 

gewährleisten sollen, entscheidende Bedeutung zu (siehe hierzu den Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 7. September 2020, IV 2020/69, E. 3.2 mit Hinweisen auf 

Benjamin Schindler, Verwaltungsermessen, St. Gallen 2010, Rz 472 und Rz 478). Des 

Weiteren darf auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Anordnung 

medizinischer Untersuchungen an einer Person «zweifellos» einen Eingriff in das 

Grundrecht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) darstellt (BGE 136 V 126 E. 4.2.2.1 

mit Hinweisen). Als solcher muss die Anordnung einer Begutachtung die 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Voraussetzungen von Art. 36 BV erfüllen, was im Bestreitungsfall gerichtlich 

überprüfbar sein muss. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

Bei der von der Beschwerdegegnerin angeordneten Gutachtenstelle (Neuroinstitut 

St. Gallen GmbH - IME - Interdisziplinäre Medizinische Expertisen; nachfolgend: IME) 

handelt es sich um eine Gutachtenstelle, mit der das Bundesamt für Sozialversicherung 

(BSV) spätestens seit Ende 2019 eine Vereinbarung für die Erstattung von 

polydisziplinären Begutachtungen im Rahmen des Zufallsprinzips SuisseMED@P 

abgeschlossen hat (siehe hierzu SuisseMED@P Reporting 2019, Teil 1, S. 3; Download 

unter: <https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/iv/

grundlagengesetze/ organisation-iv/medizinische-gutachten-iv.html>, abgerufen am 

16. Dezember 2020). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Beachtung 

der Verfahrensfairness bzw. der Verfahrensgarantien bei der Vergabe von mono- und 

bidisziplinären Gutachtensaufträgen an Gutachtenstellen, mit denen das BSV eine 

eingangs erwähnte Vereinbarung getroffen hat, umso wichtiger, um eine Umgehung 

des «zufallsbasierten MEDAS-Zuweisungssystems» zu verhindern. Im Fall, indem eine 

IV-Stelle von einer MEDAS eine bi- oder gar bloss monodisziplinäre Expertise einholen 

will, hat sie - worauf der Beschwerdeführer zu Recht hinweist (act. G 1, Rz 22) - 

«zwingend» einen Einigungsversuch einzuleiten (BGE 139 V 357 E. 5.4, bestätigt in 

BGE 142 V 565 E. 7.3.2.3). Indem die Beschwerdegegnerin trotz der diesbezüglich 

klaren bundesgerichtlichen Rechtsprechung - mit der sich weder deren Rechtsdienst 

(siehe etwa IV-act. 155-2 oder act. G 3) noch der Chefarzt des RAD (act. G 3.3) 

auseinandersetzte - jegliche Bereitschaft für ein konsensorientiertes Vorgehen, wie es 

vom Beschwerdeführer von Beginn weg gefordert wurde (IV-act. 148-2), vorliegend 

vermissen liess (siehe etwa IV-act. 155-2), verletzte sie die von ihr zu beachtenden 

Anforderungen an ein faires Verfahren. Die Beauftragung der IME bzw. deren 

Sachverständigen ist folglich unzulässig, weshalb die angefochtene 

Zwischenverfügung aufzuheben und die Sache zur konsensorientierten Bestimmung 

der Gutachtenstelle an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Es erscheint 

hierzu unter Berücksichtigung der Interessen sowohl des Beschwerdeführers als auch 

der Beschwerdegegnerin sachgerecht, dass dem Beschwerdeführer das Recht 

eingeräumt wird, aus der Sachverständigenliste der Beschwerdegegnerin zusätzlich zu 

den bereits geäusserten zwei Vorschlägen (MEDAS Zentralschweiz sowie asim 

Begutachtung, siehe act. G 8, III. Rz 4), einen weiteren Vorschlag zu unterbreiten. Die 

Beschwerdegegnerin wird diese drei Vorschläge ernsthaft zu prüfen haben (siehe zum 

Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 8. Dezember 2020, IV 2020/93, 

E. 1.2; auf eine von der Beschwerdegegnerin dagegen erhobene Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten trat das Bundesgericht nicht ein [Urteil vom 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

29. März 2021, 9C_15/2021]). Bei diesem Verfahrensausgang kann offenbleiben, ob die 

weiteren Rügen des Beschwerdeführers gegen die Gutachtenstelle bzw. die dort 

tätigen Sachverständigen zutreffend sind. Gleiches gilt hinsichtlich der von ihm geltend 

gemachten Gehörsverletzung betreffend die Dr. I.___ betreffenden Einwände (siehe zur 

gerügten Gehörsverletzung act. G 1, Rz 37).

Die von der Beschwerdegegnerin angeordneten Fachdisziplinen (Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Neurologie) beruhen auf 

einer ausführlich begründeten Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. D.___ vom 21. Januar 

2020 (IV-act. 138-4). Zudem legte die RAD-Ärztin am 23. März 2020 überzeugend dar, 

dass es sich bei dem zu beurteilenden Gesundheitsschaden um einen 

unbefriedigenden Residualzustand nach zwei Diskushernienoperationen - mithin nach 

chirurgischen Eingriffen an der Wirbelsäule - handle (IV-act. 153-1). Weshalb nur 

rheumatologische Fachpersonen den Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers 

(mit)beurteilen können sollen, ist nicht nachvollziehbar, bilden doch (chronische) 

Schmerzen des Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch 

der Orthopädie (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2012, 9C_270/2012, E. 4.2). 

Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine 

orthopädisch-neurologische Begutachtung anstelle der vom Beschwerdeführer 

beantragten rheumatologisch-neurologischen Abklärung ins Auge gefasst hat. Im 

Übrigen entspricht eine orthopädisch-neurologische Begutachtung seinem 

Eventualantrag (act. G 1, S. 2, Antrag 3).

2.3. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Zwischenverfügung vom 6. April 2020 teilweise gutzuheissen. Die 

Sache ist zur Durchführung eines konsensorientierten Verfahrens zur Bestimmung der 

medizinischen Sachverständigen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im 

Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

3.1. 

Bei Streitigkeiten betreffend die Anordnung für eine Begutachtung im 

Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es 

sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend «IV-Leistungen» handelt, findet die 

Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1  des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) keine Anwendung.

3.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Gutachtensanordnung der 

Beschwerdegegnerin wurde vollumfänglich aufgehoben, weshalb bei der Bemessung 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Verfahren gemäss Art. 18 OrgR

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Zwischenverfügung 

vom 6. April 2020 aufgehoben und die Sache zur Durchführung eines 

konsensorientierten Verfahrens zur Bestimmung der medizinischen Sachverständigen 

im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird 

die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.-- zu bezahlen.

der Parteientschädigung von einem vollen Obsiegen des Beschwerdeführers 

auszugehen ist, obschon dem Antrag um Berücksichtigung einer rheumatologischen 

Fachperson nicht zu entsprechen und auf den Antrag betreffend die Formulierung des 

Fragebogens nicht einzutreten ist. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte keine Kostennote 

ein. Ihr war am 7. Oktober 2020 der Abschluss des Schriftenwechsels und die 

anstehende Entscheidfällung mitgeteilt worden (act. G 11). Damit hatte die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers Gelegenheit, sich zur Bezifferung ihres 

Entschädigungsantrags (siehe hierzu act. G 1, Antrag 6) zu äussern. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf die eingeschränkte Streitfrage und dem 

zusätzlichen Schriftenwechsel eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 20.04.2021
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Anordnung einer bidisziplinären Begutachtung. Verfahrensfairness. Möchte die IV-Stelle eine MEDAS mit einer bi- oder bloss monodisziplinären Expertise beauftragen, so hat sie zwingend einen Einigungsversuch einzuleiten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. April 2021, IV 2020/99).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:54:22+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen