# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc0522f4-33e8-5322-99af-a27c89e27d41
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.12.2008 D-7805/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7805-2006_2008-12-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7805/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Walter Lang, 
Richter Gérard Scherrer,
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z._______, geboren _______, Türkei,
vertreten durch Dr. iur. Andreas Bernoulli, _______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Berne,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 
15.September 2003 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7805/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  verliess  den  Heimatstaat  gemäss  eigenen 
Angaben am 13. Oktober 2001 über den Luftweg nach A._______ und 
gelangte  gleichentags mit  ihrem Reisepass und einem Visum in  die 
Schweiz,  wo  sie  ein  Asylgesuch  einreichte. Am 21. November  2001 
wurde  sie  in  B._______  über  ihre  Personalien  befragt  und 
anschliessend  für  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz  dem  Kanton 
C._______  zugewiesen.  Am  21.  Dezember  2001  führten  die 
zuständigen kantonalen Behörden eine Anhörung zu den Asylgründen 
durch.

Im  Wesentlichen  machte  die  Beschwerdeführerin  geltend,  sie  sei 
türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie, stamme aus dem Dorf 
D._______  in  der  Provinz  E._______  und  habe  seit  1990  bis  zur 
Ausreise in E._______ gelebt. Seit ihrer Kindheit könne sie sich nur an 
Folter  und Unterdrückung erinnern. In  ihrem Elternhaus habe immer 
Leid und Trauer geherrscht. Militärangehörige seien alle drei  bis vier 
Monate  ins  Dorf  gekommen  und  hätten  ihr  Elternhaus  aufgesucht. 
Immer  wieder  sei  die  ganze  Familie  misshandelt  worden.  Ihre 
Probleme und diejenigen ihrer Familie hätten damit begonnen, dass ihr 
Bruder  F._______  Mitglied  der  Devrimci  Demokratik  Kültür  Dernegi 
(DDKD) geworden und im Verlauf seines Militärdienstes im Jahr 1983 
umgebracht  worden  sei.  Ihre  Brüder  F._______,  G._______  und 
H._______  hätten  zudem  Verbindungen  zur  Partiya  Karkeren 
Kurdistan  (PKK)  aufgebaut,  G._______  und  H._______ 
möglicherweise als deren Mitglied. Anfangs 1984 sei die ganze Familie 
auf dem Posten von D._______ vom Kommandanten misshandelt und 
unter Druck gesetzt worden, damit sie nichts über die Umstände des 
Todes von F._______ sagten. Ihr Vater habe beschlossen, seine Söhne 
ins Ausland zu schicken, damit nicht noch einmal das Gleiche wie mit 
F._______  passiere.  Deswegen  hätten  G._______,  I._______, 
J._______ und H._______ in der Schweiz um Asyl nachgesucht. Da 
auch ihre Schwester K._______ Folter ausgesetzt gewesen sei, habe 
auch  sie  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch  gestellt.  Aufgrund  der 
Unterdrückungen im Dorf sei die Familie im Jahr 1990 nach E._______ 
umgesiedelt. Schon ein halbes Jahr später hätten die Nachstellungen 
durch Sicherheitskräfte wieder begonnen. 1993 sei sie auf den Posten 
mitgenommen, über ihren Bruder G._______, von dem die Behörden 
glaubten,  er  sei  Mitglied  der  PKK, befragt  und gefoltert  worden. Am 

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zweiten  Tag  der  Festnahme  habe  man  sie  freigelassen.  In  der 
Zwischenzeit  habe  ihr  Vater  eine  Herzattacke  erlitten  und  sei 
gestorben.  Im  Jahr  1999  sei  der  Cousin  L._______  während  des 
Militärdienstes  umgebracht  worden.  Die  Familie  habe  während  drei 
Monaten nichts  von ihm gehört  und habe die  Leiche einer  Autopsie 
unterziehen lassen, in welcher festgestellt worden sei, dass er bereits 
seit  einem Monat  gestorben  sei.  Die  Familie  gehe  davon aus,  dass 
auch  er  gefoltert  worden  sei.  Anlässlich  einer  Teilnahme  an  einer 
Kundgebung  in  E._______  infolge  der  Festnahme  von  Abdullah 
Öcalan  im  Januar  oder  Februar  1999  sei  sie  festgenommen, 
misshandelt  und  während  einer  Nacht  auf  den  Polizeiposten 
M._______  festgehalten  worden.  Um  sie  einzuschüchtern,  seien  ihr 
blutüberströmte Frauen vorgeführt  worden. Man habe von ihr  wissen 
wollen,  warum  sie  an  der  Demonstration  teilgenommen  habe. 
Ausserdem sei ihr gedroht worden, sie zur Hure zu machen und auf 
einen Müllhaufen zu werfen. Im Mai 2000 sei sie zusammen mit ihrer 
Schwester  N._______  erneut  festgenommen  worden,  nachdem  den 
Behörden  ein  in  der  Schweiz  hergestelltes  Foto  ihres  Bruders 
H._______,  abgebildet  vor  einem  Poster  von  Abdullah  Öcalan, 
zugespielt worden sei. Sie seien an den Haaren gepackt worden und 
man habe ihre  Köpfe  zusammengestossen. Nach einer  Nacht  seien 
sie und ihre Schwester freigelassen worden. Danach sei sie noch etwa 
sieben oder acht Mal auf den Posten mitgenommen, während kurzer 
Zeit  festgehalten,  ein  wenig  geschlagen  und  dann  freigelassen 
worden.  Ausserdem  hätten  die  Sicherheitskräfte  an  ihrem  Wohnort 
immer  wieder  nach  der  Adresse  des  Bruders  H._______  und  der 
Schwester  K._______  gefragt,  die  sie  indessen  nicht  preisgegeben 
habe.  Im  Übrigen  sei  sie  zwar  Sympathisantin  der  PKK,  indessen 
politisch nicht aktiv gewesen. Von ihrer Mutter habe sie in der Schweiz 
erfahren,  dass  die  Polizei  seit  ihrer  Ausreise  mehrmals  an  ihrem 
Wohnort  vorgesprochen  und  nach  ihr  gesucht  habe.  Im  Fall  einer 
Rückkehr in ihr Heimatland befürchte sie getötet zu werden.

Die Beschwerdeführerin reichte einen türkischen Reisepass und eine 
türkische Identitätskarte zu den Akten.

Die Vorinstanz verzichtete auf weitere Abklärungen.

B.
Das BFF stellte mit Verfügung vom 15. September 2003 – eröffnet am 
16.  September  2003  –  fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die 

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Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete 
die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  deren  Vollzug  an.  Es 
begründete  seinen  ablehnenden  Entscheid  im  Wesentlichen  damit, 
dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  den  Anforderungen  an 
die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  genügten.  Die  geltend  gemachten 
Festnahmen als Dreizehnjährige im Jahr 1999 und im Jahr 2000 seien 
nicht  kausal  gewesen  für  ihre  Ausreise,  die  erst  im  Oktober  2001 
erfolgt  sei.  Bezüglich  der  geltend  gemachten  Furcht  vor  zukünftiger 
Verfolgung genüge eine blosse Möglichkeit einer solchen nicht für die 
Anerkennung als Flüchtling. Vielmehr müsse aus konkreten Hinweisen 
geschlossen  werden,  dass  eine  solche  realistisch  erscheine.  Ihre 
Furcht,  in  der  Türkei  getötet  zu  werden,  vermöge  diesen 
Anforderungen  nicht  zu  genügen,  weil  diesbezügliche  konkrete 
Hinweise  fehlten.  Die  Beschwerdeführerin  habe  weder  ein 
Beweismittel  zu  den  Akten  gegeben,  gestützt  auf  welches  auf  eine 
begründete  Furcht  zu  schliessen  sei,  noch weise  sie  ein  politisches 
Profil  auf,  das  sie  in  der  Türkei  als  politisch  gefährlich  erscheinen 
lasse.  Sie  sei  auch  nicht  aus  politischen  Gründen  in  ein  Verfahren 
verwickelt  und  habe  kein  Dokument  eingereicht,  das  ihren  Bruder 
G._______ als Urheber der familiären Probleme darstelle. Es erstaune 
vielmehr, dass der  bereits  seit  1982 in  der  Schweiz lebende Bruder 
G._______ von den türkischen Behörden noch immer gesucht werden 
soll. Auch bezüglich der Brüder H._______ und F._______ habe die 
Beschwerdeführerin  kein  Dokument  eingereicht,  das  ihre  Beziehung 
zur  PKK  zu  belegen  vermöge.  Weder  einer  der  Brüder  noch  die 
Schwester  der  Beschwerdeführerin  seien  in  der  Schweiz  als 
Flüchtlinge anerkannt worden. Schliesslich spreche auch die Tatsache, 
dass  die  Beschwerdeführerin  ihr  Heimatland auf  legalem Weg habe 
verlassen können, gegen ihre Befürchtungen. Somit sei ihre Furcht vor 
einer Verfolgung durch die türkischen Behörden nicht begründet. Die 
Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges 
wurde  von  der  Vorinstanz  bejaht.  Infolge  der  häufigen  bewaffneten 
Zwischenfälle sei es zwar in gewissen Gegenden der Türkei schwierig 
oder  unmöglich,  sich  niederzulassen.  Indessen  könne  die 
Beschwerdeführerin  aufgrund  der  in  der  Türkei  herrschenden 
Niederlassungsfreiheit an einem andern Ort Wohnsitz nehmen.

C.
Mit  Beschwerde  vom  15.  Oktober  2003  an  die  Schweizerische 
Asylrekurskommission  (ARK)  beantragte  die  Beschwerdeführerin  die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Asylgewährung  und 

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eventualiter  den  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung.  In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  sie  um  Erlass  des 
Kostenvorschusses und um eine angemessene Parteientschädigung. 
Im Wesentlichen machte sie geltend,  dass ihre Vorbringen vom BFF 
nicht  bezweifelt  worden  seien.  In  Ergänzung  zum  bisherigen 
Sachverhalt  legte  sie  dar,  sie  sei  anlässlich der  Festnahme im Jahr 
1999  auch  sexuell  misshandelt  und  mit  dem  Tod  bedroht  worden. 
Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz müsse sie als Schwester 
mehrerer der PKK-Mitgliedschaft beschuldigter Brüder aufgrund einer 
Reflexverfolgung  mit  asylrelevanten  Nachteilen  rechnen.  Daran 
vermöge ihr fehlendes politisches Profil nichts zu ändern. Unter diesen 
Umständen sei die geltend gemachte Verfolgung asylrelevant. Sie und 
ihre  Familienmitglieder  seien  einem  massiven  psychischen  Druck 
ausgesetzt.  Die  in  der  Schweiz  lebenden  Brüder  G._______  und 
H._______ setzten sich auch in der Schweiz für die Sache der Kurden 
ein und engagierten sich für die PKK, was den türkischen Behörden 
bekannt  geworden  sein  müsse.  Obwohl  der  Bruder  G._______  seit 
längerer  Zeit  in  der  Schweiz  eingebürgert  sei,  würde  er  es  nicht 
wagen,  seine  in  der  Türkei  verbliebene  Mutter  zu  besuchen.  Der 
Beschwerdeführerin  könne  nicht  vorgeworfen  werden,  dass  sie  die 
geltend  gemachten  politischen  Aktivitäten  ihrer  Brüder  für  die  PKK 
nicht beweisen könne, weil entsprechende Bemühungen in der Türkei 
zu einer zusätzlichen Gefährdung hätten führen können. Zudem sei sie 
noch  ein  Kind  gewesen,  als  G._______  geflohen  und  F._______ 
ermordet  worden sei. Der Bruder G._______ habe sich auf  Geheiss 
der  Fremdenpolizei  beim  türkischen  Konsulat  in  der  Schweiz  einen 
Pass  ausstellen  lassen  wollen,  was  diese  indessen  infolge  seiner 
politischen  Aktivitäten  verweigert  hätten.  Er  sei  seit  1984  mit  einer 
Schweizerbürgerin  verheiratet.  Der  im  Jahr  1999  geflohene  Bruder 
H._______ sei vom BFM vorläufig aufgenommen worden. Er leide an 
einer  posttraumatischen  Belastungsstörung.  Aus  dem  in  diesem 
Verfahren  eingereichten  Personenstandsauszug  sei  ersichtlich,  dass 
die  türkischen  Behörden  die  Brüder  G._______  und  J._______ 
gesucht hätten und dass im Fall seines in die Türkei zurückgekehrten 
Cousins L._______ weitere Abklärungen vor Ort durchgeführt worden 
seien,  gestützt  auf  welche  die  Rückkehr  L._______  von  den 
Asylbehörden  als  unbedenklich  erachtet  worden  sei,  was  sich  im 
Hinblick  auf  die  danach  erfolgte  Ermordung  während  des 
Militärdienstes als falsch erwiesen habe. Es werde deshalb um Beizug 
der Akten des Bruders H._______ ersucht. Die in der Schweiz lebende 
Schwester  K.________  sei  auf  Anweisung  der  ARK  vorläufig 

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aufgenommen worden, weil sie im Fall ihrer Rückkehr in die Türkei als 
alleinstehende Frau, deren männliche Familienangehörige im Ausland 
lebten, in der patriarchalisch geprägten Türkei mit Schwierigkeiten zu 
rechnen gehabt hätte. Aus der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 
mit  ihrem Reisepass  die  Türkei  habe  legal  verlassen  können,  dürfe 
nicht  der  Schluss  gezogen  werden,  sie  habe  in  ihrem  Heimatland 
nichts zu befürchten. Es könne jederzeit wieder eine neue Phase der 
Reflexverfolgung eintreten und die Tatsache, dass sie sich inzwischen 
seit bald zwei Jahren nicht mehr in der Türkei aufgehalten habe und 
somit  für  die türkischen Sicherheitskräfte  nicht  auffindbar sei,  könne 
die  türkischen  Behörden  zu  neuen  gezielten  Massnahmen 
veranlassen. Der Verdacht, sie habe sich während ihrer Abwesenheit 
der PKK angeschlossen, werde auch bei ihr bestehen. Ausserdem sei 
damit zu rechnen, dass sie unter Druck gesetzt werde, Informationen 
über  untergetauchte  oder  verschwundene  Familienangehörige  zu 
liefern.  Die  Wahrscheinlichkeit,  dabei  menschenrechtswidrigen 
Verhörmethoden  ausgesetzt  zu  sein,  sei  gross.  Eine  innerstaatliche 
Fluchtalternative  scheitere  vorliegend  mangels  Bestehen  eines 
gesicherten  Sozialnetzes. Die  in  der  Schweiz  lebenden Geschwister 
hätten selber finanzielle Probleme und müssten zudem die Mutter in 
E.________ unterstützen. Die Beschwerdeführerin sei im Zeitpunkt der 
Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne des Asylgesetzes und einem 
unerträglichen  psychischen  Druck  ausgesetzt  gewesen.  Ihre  Furcht 
vor  weiteren  Verfolgungsmassnahmen im  Fall  einer  Rückkehr  in  die 
Türkei sei berechtigt. Zudem leide sie an den in der Heimat erlittenen 
Traumatisierungen,  was  sich  in  dem  vor  ein  paar  Monaten 
begangenen  Suizidversuch  zeige.  Dieser  habe  einen  längeren 
Klinikaufenthalt zur Folge gehabt. 

Der  Beschwerde  lag  eine  Vollmacht,  eine  Kopie  der  angefochtenen 
Verfügung und die Kopie einer Übersetzung eines Auszugs aus dem 
Personenregister bei.

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom  5.  November  2003  wurde  der 
Beschwerdeführerin  mitgeteilt,  sie  könne  den  Ausgang  des 
Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten. Ausserdem wurde sie 
aufgefordert,  innert  angesetzter  Frist  einen  Kostenvorschuss  zu 
leisten,  das  Original  der  Übersetzung  sowie  des  Auszugs  aus  dem 
Personenregister und allfällige weitere Beweismittel nachzureichen.

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E.
Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt.

F.
Mit  Eingabe vom 20. November  2003 wurde geltend gemacht,  dass 
der  Kostenvorschuss  einbezahlt  worden  sei.  Die  verlangten 
Originaldokumente könnten nicht nachgereicht werden, weil sich diese 
in  den  Akten  des  Bruders  H._______  befänden.  Es  wurde  darum 
gebeten, die entsprechenden Akten des BFF einzusehen. Der Eingabe 
lag die Kopie eines Arztberichtes vom 24. Januar 2003 des O._______ 
bei. 

G.
Mit  Zwischenverfügung  vom  9.  Februar  2005  wurde  die 
Beschwerdeführerin  aufgefordert,  einen  aktuellen  Arztbericht 
nachzureichen. 

H.
Mit Eingabe vom 11. Februar 2005 wurde um Fristerstreckung für die 
Einreichung des verlangten Arztberichtes ersucht.

I.
Mit Zwischenverfügung vom 16. Februar 2005 wurde die Frist bis am 
15. März 2005 erstreckt.

J.
Am 23. Februar  2005  wurde  der  Arztbericht  von Dr. med. C.K. vom 
19. Februar 2005 zu den Akten gegeben.

K.
Mit Eingabe vom 14. März 2005 wurde der Arztbericht des P._______ 
vom 18. Februar 2005 nachgereicht. 

L.  
In  ihrer  Vernehmlassung vom 30. März 2005 hielt  die  Vorinstanz an 
ihren  Erwägungen  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der 
Beschwerde. Sie machte geltend, dass der Verlust der Jungfräulichkeit 
nicht gegen die Statuten der Menschenrechtskommission verstiessen, 
auch  wenn  in  der  türkischen  Gesellschaft  die  Frage  der  Ehre  noch 
immer eine grosse Rolle  spiele. Einerseits  hätten sich diesbezüglich 
aus  den  verschiedenen  Eingaben  Ungereimtheiten  ergeben  und 
andererseits sei  die Beschwerdeführerin entsprechende Beweismittel 

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schuldig  geblieben.  Die  medizinischen  Probleme  könnten  zudem  im 
Heimatland  der  Beschwerdeführerin  behandelt  werden  und  die 
Beschwerdeführerin verfüge dort über ein soziales Beziehungsnetz.

M.
Mit  Eingabe  vom  19.  April  2005  machte  die  Beschwerdeführerin 
geltend, es sei unbestritten, dass sie die Schwester und Tochter von 
PKK-Mitgliedern  und  seit  ihrer  Kindheit  einer  Reflexverfolgung 
ausgesetzt  gewesen  sei.  Dabei  habe  man  sie  misshandelt  sowie 
sexuell  genötigt  und  gedemütigt.  Auch die  Traumatisierung sei  nicht 
bestritten.  Im  Fall  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  sei  sie  vermutlich 
erneut  einer  Verfolgung  ausgesetzt.  Bei  den  mit  den  Arztberichten 
belegten  Problemen handle  es  sich  um zusätzliche  Gründe,  welche 
gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  sprächen.  Der 
psychische Zustand der Beschwerdeführerin sei nach wie vor äusserst 
labil.  Es  gehe  an  einem  dreizehnjährigen  Mädchen  nicht  spurlos 
vorbei,  wenn ihm eine Militärperson seine Hand auf  ein Brett  nagle, 
um den Vater zum Sprechen zu bringen, und wenn es während Jahren 
immer wieder Gewalttätigkeiten ausgesetzt sei und in Todesangst lebe. 
Diese  Erlebnisse  hätten  zur  regelmässigen  psychiatrischen 
Behandlung in der Schweiz und zu einem Suizidversuch geführt. Die 
im  Arztbericht  vom  18.  Februar  2005  erwähnte  Besserung  des 
Gesundheitszustandes  sei  unter  Berücksichtigung  des  „contexte 
favorable  dans  lequel  elle  se  sent  en  sécurité“  zu  sehen.  Der 
unfreiwillige Verlust ihrer Jungfräulichkeit habe sie zudem in eine tiefe 
Krise gebracht, von der sie sich noch nicht erholt habe, auch wenn es 
ihr im Moment – dank des stützenden Umfelds – etwas besser gehe. 
Im  Fall  ihrer  Rückkehr  in  die  Türkei  befürchte  sie,  einerseits  den 
Verlust  ihrer  Jungfräulichkeit  preisgeben  zu  müssen  und  dann  von 
Angehörigen verfolgt  zu  werden und andererseits  keinen wirksamen 
Schutz von Seiten der Behörden zu erfahren. Damit wäre ihr Leben in 
Gefahr. 

N.
Mit  Eingabe  vom  4.  Dezember  2006  ersuchte  das  Zivilstandsamt 
Q._______um Einsicht in die Akten. Diese wurde gewährt. 

O.
Am  18.  November  2008  reichte  der  Rechtsvertreter  der 
Beschwerdeführerin  eine  Kostennote  ein,  nachdem  er  vom 
Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 14. November 

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2008 dazu aufgefordert worden ist.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach 
Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört  zu den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1.  Januar  2007  die 
Beurteilung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48 
Abs. 1 und 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

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3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 
Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 Vorliegend  argumentierte  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen 
Verfügung, die in den Jahren 1993, 1999 und 2000 geltend gemachten 
Festnahmen  seien  für  die  Ausreise  der  Beschwerdeführerin  im 
Oktober 2001 infolge des zeitlichen Ablaufs nicht kausal gewesen und 
vermöchten somit die Flüchtlingseigenschaft nicht zu begründen.

4.1.1 Demgegenüber  wurde  in  der  Beschwerdeschrift  dargelegt,  die 
Verfolgungsmassnahmen  hätten  im  Jahr  2000  nicht  aufgehört; 
vielmehr sei  die Beschwerdeführerin auch danach noch sieben oder 
acht Mal an ihrem Wohnort festgenommen und auf den Posten geführt 
worden, wo man sie nach dem Aufenthaltsort ihres Bruders und ihrer 
Schwester  gefragt  habe.  Dabei  sei  sie  immer  massiv  bedroht  und 
geschlagen worden. 

4.1.2 Den  Akten  kann  entnommen  werden,  dass  die 
Beschwerdeführerin  von Anfang an geltend machte, sie sei auch nach 
der Festnahme im Jahr 2000 immer wieder unterdrückt worden (Akte 
A1/8  S.  4)  respektive  sie  habe  nach  dieser  Festnahme  weitere 
Schwierigkeiten mit den Behörden gehabt, indem diese immer wieder 

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an ihrem Wohnort  erschienen seien,  nach der  Adresse des Bruders 
H._______ und der Schwester K._______ gefragt und sie manchmal 
auf den Posten gebracht habe, weil sie deren Adressen nicht bekannt 
gegeben habe. Dies sei etwa sieben oder acht Mal geschehen (Akte 
A1/8 S. 5). Auch anlässlich der kantonalen Anhörung wiederholte sie 
diesen Sachverhalt (Akte A5/9 S. 6). 

4.1.3 Unter  diesen  Umständen  vermag  die  Argumentation  der 
Vorinstanz nicht zu überzeugen, da die in den Jahren 1993, 1999 und 
2000 geltend gemachten Unterdrückungsmassnahmen in der bis zur 
Ausreise  im Oktober  2001  folgenden Zeit  eine  Fortsetzung  erfahren 
haben  und  somit  nicht  als  einzelne  Massnahmen,  sondern  unter 
Beachtung der gesamten vorgebrachten Nachteile zu beurteilen sind. 
Auch wenn sie die Beschwerdeführerin nicht unmittelbar zur Ausreise 
aus ihrem Heimatland veranlasst haben mögen, bilden sie – im Sinne 
einer  gesamthaften  Würdigung  ihrer  Vorbringen  –  einen  Teil  ihrer 
Vorbringen,  der  –  zusammen  mit  weiteren  geltend  gemachten 
Vorkommnissen – letztendlich die Ausreise mitmotiviert hat. In diesem 
Sinn fehlt es den dargelegten Festnahmen aus den Jahren 1993, 1999 
und 2000 trotz  des  zeitlichen  Ablaufs  bis  zur  Ausreise  nicht  an  der 
erforderlichen Kausalität,  weshalb  die  diesbezügliche vorinstanzliche 
Argumentation vom Bundesverwaltungsgericht nicht geteilt wird.

4.2 Des Weiteren legte die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung 
dar,  die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachte  Furcht  sei 
nicht  im Sinne des Asylgesetzes begründet. Die Beschwerdeführerin 
sei nicht in der Lage gewesen, gestützt auf Beweismittel oder Indizien 
zu belegen oder glaubhaft zu machen, dass ihr im Fall einer Rückkehr 
in die Türkei eine konkrete Gefahr einer Verfolgung drohe.

4.2.1 Zunächst  ist  dem  Bundesamt  beizupflichten,  dass  die 
Beschwerdeführerin  keinen  Beleg  für  ein  eigenes  politisches  Profil, 
das  auf  eine  entsprechende  Gefahr  schliessen  liesse,  erbracht  hat. 
Ebenso wenig war sie in der Lage, Dokumente einzureichen, gestützt 
auf  welche  davon  auszugehen  wäre,  dass  sie  aus  der  Sicht  der 
türkischen Behörden als gefährlich gälte oder welche ein politisches 
Verfahren  gegen  ihre  Person  zu  belegen  vermöchten.  In 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz erscheint es auch nicht auf den 
ersten Blick evident, dass die Familie wegen G._______, der sich seit 
1982 in der Schweiz aufhält, noch immer verfolgt sein soll, und einen 
Beweis,  dass  G._______  die  Quelle  sämtlicher 

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Verfolgungshandlungen  darstellen  soll,  ist  die  Beschwerdeführerin 
ebenfalls  schuldig  geblieben.  Darüber  hinaus  gab  sie  –  wie  die 
Vorinstanz  ebenso  zutreffend  argumentierte  –  kein  Beweismittel  ab, 
das  die  geltend  gemachten  Aktivitäten  der  Brüder  H._______  und 
F._______ für die PKK belegt hätte. Wie die Vorinstanz auch zutreffend 
feststellte,  sind  die  Geschwister  der  Beschwerdeführerin  in  der 
Schweiz  nicht  als  Flüchtlinge  anerkannt  worden  und  die  legale 
Ausreise  der  Beschwerdeführerin  spricht  gegen  eine  asylerhebliche 
Verfolgung.

4.2.2 Die  Sichtweise  des  Bundesamtes  lässt  indessen 
unberücksichtigt,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Heimatland 
auch einer Verfolgungsgefahr im Sinne des Asylgesetzes ausgesetzt 
sein könnte, ohne ein eigenes politisches Profil aufzuweisen und ohne 
in ein politisches Verfahren verwickelt zu sein, sofern andere Indizien – 
wie beispielsweise die Gefahr einer Reflexverfolgung – diesen Schluss 
nahelegen. 

4.2.3 Vorliegend  ist  unbestritten,  dass  die  Beschwedeführerin 
während  Jahren  immer  wieder  Repressalien  durch  die  türkischen 
Sicherheitskräfte ausgesetzt war. Auch das Bundesverwaltungsgericht 
hat keinen Grund, an diesem Teil des Sachverhalts zu zweifeln, zumal 
diese  Aussagen  mit  denjenigen  ihrer  Geschwister  in  deren 
Asylverfahren (vgl. N _______, N _______) zu vereinbaren sind. Somit 
kann  als  erstellt  gelten,  dass  die  ganze  Familie  der 
Beschwerdeführerin  während  Jahren  immer  wieder  im  Visier  der 
türkischen Sicherheitskräfte  stand,  unter  Druck gesetzt,  bedroht  und 
geschlagen wurde. 

4.2.4 Die  Beschwerdeführerin  machte  zudem  geltend,  sie  sei  im 
Rahmen  der  vorgebrachten  Repressalien  durch  die  türkischen 
Sicherheitskräfte auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen. Da 
dieses  Vorbringen,  welches  als  zentraler  Bestandteil  der  geltend 
gemachten  Fluchtgründe  aufzufassen  ist,  erstmals  im 
Beschwerdeverfahren  dargelegt  wurde  und  wesentliche  Teile  des 
Sachverhalts  von  Anfang  an  wenigstens  ansatzweise  vorzubringen 
sind,  um  als  glaubhaft  zu  gelten,  können  die  geltend  gemachten 
sexuellen  Übergriffe  nicht  geglaubt  werden. Die  Beschwerdeführerin 
gab auch keine Erklärungen ab, warum sie diese Vorbringen erst im 
Verlauf des Beschwerdeverfahrens darlegte. Somit ist vorliegend nicht 

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davon auszugehen, sie habe in ihrem Heimatland sexuelle Übergriffe 
erlitten.

4.2.5 Die  Beschwerdeführerin  legte  dar,  die  türkischen 
Sicherheitskräfte hätten ihre Familie wegen ihres Bruders G._______ 
während  Jahren  unterdrückt,  schikaniert,  bedroht  und  misshandelt. 
Dies scheint – wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat – zwar auf 
den  ersten  Blick  wenig  überzeugend,  da  die  türkischen  Behörden 
längst in Erfahrung gebracht haben dürften, dass sich G._______ seit 
nunmehr  über  20 Jahren in  der  Schweiz  befindet,  und dies darüber 
hinaus  gemäss  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  den 
Sicherheitskräften  von  der  Familie  mitgeteilt  worden  sei.  Indessen 
kann  infolge  des  Fortzugs  sämtlicher  männlicher  Familienmitglieder 
und  der  deshalb  motivierten  behördlichen  Suche  nach  den  übrigen 
Söhnen  der  Familie  zwecks  Absolvierung  des  Militärdienstes  auch 
nicht ausgeschlossen werden, dass bei jeder Gelegenheit – und sei es 
nur,  um  die  Familie  damit  zusätzlich  zu  schikanieren  oder  zu 
zermürben – auch nach G._______ gefragt wurde.

4.2.6 Ins  Bild  dieser  Repressionen  passt  auch,  dass  der  Familie 
staatsfeindliche Aktivitäten oder ein Engagement in einer verbotenen 
Organisation  vorgeworfen  wurde,  was  die  Beschwerdeführerin 
ebenfalls zum Ausdruck brachte. Dabei ist es für die Beurteilung des 
Falles  unerheblich,  ob  die  Vorwürfe  der  Behörden  den  Tatsachen 
entsprachen  oder  nicht.  Allein  aus  den  Vorwürfen  an  sich  –  deren 
Glaubhaftigkeit  das  Bundesamt  nicht  in  Frage  stellte  –  ergibt  sich, 
dass  die  in  der  Türkei  verbliebenen  Familienmitglieder  einer 
zermürbenden Taktik  der  Behörden ausgesetzt  wurden. Dabei  dürfte 
die  politische  Tätigkeit  des  im  Militärdienst  verstorbenen  Bruders 
F._______,  die  Flucht  sämtlicher  noch  lebender  Brüder  der 
Beschwerdeführerin  vor  dem  Militärdienst  und  die  Ausreise  in  die 
Schweiz  entscheidend  dazu  beigetragen  haben,  dass  die 
Sicherheitskräfte  ihre  Repressalien  auch  aufgrund  blosser 
Spekulationen  über  allfällige  staatsfeindliche  Aktivitäten  der  Familie 
stützte. 

4.2.7 Es  wurde  vom  Bundesamt  zudem  nicht  in  Frage  gestellt  und 
auch das Bundesverwaltungsgericht  sieht  dazu keinen Anlass,  dass 
der Bruder F._______, der politisch aktiv gewesen sein soll, sowie der 
aus  der  Schweiz  weggewiesene  Cousin  L._______  der 
Beschwerdeführerin im Verlauf des Militärdienstes umgebracht worden 

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sind.  Es  kann  deshalb  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  diese 
beiden  Ereignisse  vorliegend  zu  einer  –  im  Vergleich  zum üblichen 
Vorgehen  der  türkischen  Sicherheitskräfte  –  schärferen  Gangart  bei 
der Suche nach flüchtigen Militärdienstpflichtigen geführt hat, weil aus 
der  Sicht  der  türkischen  Sicherheitskräfte  vor  dem  Hintergrund  der 
beiden Todesfälle im Militärdienst eine negative Einstellung der Familie 
der  Beschwerdeführerin  gegenüber  dem  türkischen  Staat  oder 
Aktivitäten in  verbotenen  Organisationen geradezu erwartet  wurden. 
Diese  gilt  es  –  aus  der  Sicht  der  türkischen  Sicherheitskräfte  –  im 
Keim  zu  ersticken,  was  sich  in  wiederholten  Mitnahmen, 
Todesdrohungen  oder  Misshandlungen  gegenüber  im  Heimatland 
verbliebenen  Familienmitgliedern  ausgedrückt  hat,  weshalb  die 
entsprechenden  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  nachvollziehbar 
erscheinen.  Zudem  hat  die  Flucht  sämtlicher  männlicher 
Familienmitglieder  aus  der  Türkei  allfällige  Bemühungen  der 
türkischen Behörden, die Familie auf den Kurs der Staatsloyalität  zu 
bringen und im Kern bestehende oppositionelle Tendenzen im Keim zu 
ersticken, vereitelt, weshalb nicht auszuschliessen ist, dass sich die in 
der  Türkei  verbliebene  Familie  mit  zusätzlichem  Zorn  seitens  der 
Behörden  konfrontiert  sieht,  der  sich  in  weiteren  schikanösen  und 
zermürbenden  Aktionen  der  Behörden  geäussert  hat  und  weiterhin 
äussern dürfte. Unter diesem Blickwinkel ist es nachvollziehbar, dass 
nach  der  Ausreise  der  männlichen  Familienmitglieder  die  im 
Heimatland verbliebenen weiblichen Familienmitglieder Repressionen 
ausgesetzt  waren,  wobei  –  nach  der  Ausreise  ihrer  Schwester 
K._______ – die  nächst  jüngere Schwester  der  Familie,  nämlich die 
Beschwerdeführerin, an der Reihe war.

4.2.8 Darüber hinaus kann nicht  damit  gerechnet  werden,  dass den 
türkischen  Behörden  allfällige  Tätigkeiten  der  ausgereisten 
Geschwister  im  Ausland  unbekannt  geblieben  wären.  Insbesondere 
auf  Aktivitäten  innerhalb  von  Vereinen,  welche  den  in  der  Türkei 
verbotenen oppositionellen Parteien oder Gruppierungen nahestehen, 
werfen die türkischen Behörden ein Auge. Obwohl in der Regel in der 
Schweiz  ausgeübte  künstlerische  Tätigkeiten  in  kurdischen 
Kulturvereinen  im  Fall  einer  Rückkehr  ins  Heimatland  mangels 
Interesse  der  türkischen  Behörden  kein  Verfolgungsrisiko  darstellen, 
sofern  sie  nicht  mit  politischen  oder  oppositionellen  Tätigkeiten  in 
Verbindung gebracht  werden,  kann im Ausnahmefall  ein  exponiertes 
künstlerisches  Erscheinen  –  insbesondere  wenn  es  mit 
regimekritischen Äusserungen in  Zusammenhang gebracht  wird – in 

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einem  kurdischen  Kulturverein  das  Interesse  der  türkischen 
Sicherheitskräfte  wecken  und  zu  entsprechenden  Massnahmen 
führen.  Eine  zuvor  zu  Unrecht  unterstellte  oppositionelle  politische 
Tätigkeit,  die  von  den  türkischen  Behörden  als  regimefeindlich 
eingestuft  wird,  kann  in  solchen  Fällen  zur  Gefahr 
menschenrechtswidriger Handlungen oder einer Verfolgung im Sinne 
des Asylgesetzes werden. Vorliegend kann den Akten von H._______ 
(N _______) entnommen werden, dass er und sein Bruder G._______ 
an  kurdischen  Anlässen  und  –  H._______  –  an  einer 
menschenrechtskritischen Veranstaltung mit  musikalischen Beiträgen 
mitwirkten. Die Beschwerdeführerin  behauptete auch,  die erwähnten 
Brüder seien in der Schweiz  innerhalb der PKK aktiv, was indessen 
nicht  belegt  ist.  Die  geltend  gemachten  und  mit  Fotos 
beziehungsweise dem Programm belegten Tätigkeiten der Brüder der 
Beschwerdeführerin  –  insbesondere  die  Mitwirkung  des  Bruders 
H._______ an einer Veranstaltung über Menschenrechtsverletzungen 
–  dürften von den türkischen Behörden indessen registriert  worden 
sein.  Es  dürfte  sie  in  ihrem  Vorhaben,  der  Familie  der 
Beschwerdeführerin  regimekritische Aktivitäten vorzuwerfen,  bestärkt 
haben, was die Gefahr von  weiteren behördlichen Massnahmen mit 
sich bringt. 

4.2.9 Damit  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  Beschwerdeführerin  nicht 
aufgrund eines unerträglichen psychischen Drucks im Sinne von Art. 3 
Abs.  2  AsylG  als  Flüchtling  anzuerkennen  ist.  Mit  dem  Begriff  des 
unerträglichen  psychischen  Drucks  sollen  staatliche  Massnahmen 
erfasst werden, die sich nicht unmittelbar gegen die Rechtsgüter Leib, 
Leben  oder  Freiheit  richten,  sondern  auf  andere  Weise  ein 
menschenunwürdiges  Leben  verunmöglichen.  Ausgangspunkt,  um 
einen unerträglichen psychischen Druck bejahen zu können, stellen in 
der Regel konkrete staatliche Eingriffe dar, die effektiv stattgefunden 
haben  oder  zu  befürchten  sind.  Dabei  müssen  diese  in  objektiver 
Betrachtungsweise  zudem  als  derart  intensiv  erscheinen,  dass  der 
betroffenen Person ein weiterer Verbleib im Heimatland objektiv nicht 
zugemutet  werden  kann.  Wie  die  betroffene  Person  die  Situation 
subjektiv  erlebt  hat,  ist  nicht  ausschlaggebend.  Vielmehr  muss 
aufgrund  der  tatsächlichen  Situation  für  Aussenstehende 
nachvollziehbar  sein,  dass  der  psychische  Druck  unerträglich 
geworden  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 30 E. 4D S. 
29 ff.).  Aufgrund der aktuellen Situation in der Türkei, die sich in den 

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letzten  Monaten  im  Zusammenhang  mit  der  Wiederaufnahme  des 
bewaffneten  Kampfes  durch  die  PKK  verschärft  hat,  ist  mit  hoher 
Wahrscheinlichkeit  davon auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin 
von  staatlicher  Seite  erneut  verdächtigt  wird,  die  der  Familie 
vorgeworfene staatsfeindliche Einstellung,  welche sich aus der  Sicht 
der  türkischen  Sicherheitskräfte  auch  in  der  Verweigerung  des 
Militärdienstes sämtlicher Brüder nach dem Tod des ältesten, politisch 
aktiv  gewesenen Bruders im Verlauf  dessen Militärdienstes zeigt,  zu 
teilen.  Da  sie  bereits  vor  ihrer  Ausreise  Festnahmen,  Schlägen, 
Verhören,  Drohungen  und  andern  Schikanen  durch  die  türkischen 
Behörden  aus  den gleichen  Gründen ausgesetzt  war,  dürfte  im Fall 
ihrer  Rückkehr  in  ihr  Heimatland  erneut  Repressalien  dieser  Art 
ausgesetzt sein. Man würde sie nach ihrem mehrjährigen Aufenthalt in 
der Schweiz nicht nur über die eigenen Aktivitäten in diesem Land und 
die Motivation  zur  Ausreise  fragen; sie  müsste auch damit  rechnen, 
wieder  nach  dem  Aufenthaltsort  ihrer  Geschwister,  nach  allfälligen 
Kontakten zu ihnen und nach deren Aktivitäten in der Schweiz gefragt 
sowie mit  der Kenntnis und dem Missfallen der türkischen Behörden 
über  deren  Aktivitäten  konfrontiert  zu  werden.  Insbesondere  kann 
nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  man  ihr  zum  Vorwurf  machen 
würde,  ihre  Geschwister  –  vorallem  ihre  Brüder  G._______  und 
H._______ – würden in der Schweiz den türkischen Staat kritisieren 
oder sich oppositionell betätigen. Sie hätte bereits bei ihrer Einreise – 
oder spätestens nach ihrer Rückkehr zur bettlägrigen Mutter – damit 
zu  rechnen,  erneut  ins  Visier  der  türkischen  Sicherheitskräfte  zu 
geraten  und erneut  mit  zermürbenden,  schikanösen,  mit  Drohungen 
und  Schlägen  verbundenen  Verhören  über  den  Verbleib  ihrer 
Geschwister  konfrontiert  zu  werden,  selbst  wenn  den  türkischen 
Sicherheitskräften deren Aufenthaltsort bekannt wäre. Damit dürfte die 
bereits  vor  der  Ausreise  erfolgte,  seit  Jahren  andauernde 
zermürbende  und  menschenunwürdige  Behandlung  der 
Beschwerdeführerin  durch  die  türkischen  Behörden  auch  nach  ihrer 
Rückkehr  fortgesetzt  werden,  wobei  die  Beschwerdeführerin  – 
insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie als nunmehr älteste in 
der  Türkei  lebende  Schwester  und  ohne  männliche 
Familienangehörige  sowie  als  Rückkehrerin  aus  dem  Land,  in  dem 
sich  die  den  Militärdienst  verweigernden  und  in  der  Schweiz  das 
kurdische  Kulturgut  regimekritisch  öffentlich  vertretenden  Brüder 
aufhalten,  zurückkehrt  –  die  Last  der  immer  wiederkehrenden 
zermürbenden  behördlichen  Repressalien  zu  tragen  hätte. Damit  ist 
die  Furcht,  bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  zumindest  mit 

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Massnahmen  rechnen  zu  müssen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck  im Sinne von Art.  3  Abs. 2  AsylG bewirken,  als 
begründet im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG zu erachten. 

4.2.10 Für die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft muss indessen 
auch  feststehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  landesweit  den  zu 
erwartenden  Nachteilen  ausgesetzt  sein  wird  und  ihr  innerhalb  der 
Türkei keine innerstaatliche Fluchtalternative offen stünde. Wirken sich 
die  Benachteiligungen nur  lokal  aus,  und  ist  der  Heimatstaat  in  der 
Lage  und  willens,  der  betroffenen  Person  in  anderen  Landesteilen 
wirksamen Schutz vor Verfolgung zu gewähren, so kann ihr das Vorlie-
gen einer innerstaatlichen Fluchtalternative entgegengehalten werden. 
Die Anforderungen an die Effektivität des am Zufluchtsort  gewährten 
Schutzes sind allerdings hoch anzusetzen. Wirksamer Schutz vor Ver-
folgung bedingt, dass die betroffene Person am Zufluchtsort nicht wie-
derum Opfer von Behelligungen im Sinne von Art. 3  AsylG wird. Im 
Weiteren  erscheint  eine  wirksame  Schutzgewährung  auch  dann  als 
nicht gegeben, wenn die betroffene Person bereits in ihrer Heimatregi-
on von Organen der Zentralgewalt – das heisst unmittelbar staatlich – 
verfolgt worden ist, vermag doch diesfalls ein Wegzug in einen ande-
ren Landesteil diese Behelligungen nicht effektiv zu unterbinden. Darü-
ber  hinaus  muss  am innerstaatlichen  Zufluchtsort  mit  hinreichender 
Bestimmtheit auch eine mittelbare Gefährdung der betroffenen Person 
ausgeschlossen sein, das heisst die Gefahr, von staatlichen Behörden 
aus Motiven gemäss Art. 3 AsylG auf  offizielle  oder  faktische Art  in 
das Gebiet der unmittelbaren Verfolgung zurückgeschickt oder zurück-
gedrängt zu werden (vgl. EMARK 1996 Nr. 1, Erw. 5b und c, S. 5 – 7). 
Da der türkischen Grenzpolizei bei  der Wiedereinreise abgewiesener 
Asylgesuchsteller  die  Tatsache  der  Asylgesuchseinreichung  im 
Ausland in der Regel nicht verborgen bleibt und dies wiederum eine 
Routinekontrolle  mit  eingehender  Befragung  zur  Folge  hat,  ist  mit 
hoher Wahrscheinlichkeit  anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin 
bereits  bei  der  Wiedereinreise  identifiziert  und  als  Mitglied  einer 
Familie, der Regimekritik unterstellt  wird, näher untersucht würde. Im 
Rahmen einer solchen Untersuchung würden die türkischen Behörden 
–  allenfalls  nach Rücksprache mit  den Behörden am Herkunftsort  – 
wohl  auch  den  familiären  Hintergrund  der  Beschwerdeführerin  – 
insbesondere  den  Tod  ihres  ältesten  Bruders  während  des 
Militärdienstes  und  die  Flucht  vor  dem Militärdienst  der  andern  vier 
Brüder  sowie  die  behördlichen  Repressionen  der  Familie  während 
Jahren – feststellen. In Berücksichtigung dieser Umstände sowie der in 

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letzter Zeit wieder zunehmenden Intensität des Konflikts zwischen der 
türkischen Armee und den kurdischen Rebellen ist  insgesamt davon 
auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  mit 
Behelligungen  rechnen  muss,  welchen  sie  nicht  innerstaatlich 
ausweichen kann. Damit wird deutlich,  dass ihr keine innerstaatliche 
Fluchtalternative offen steht. 

4.3 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  gesamthaft 
festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 
Furcht  vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3  Abs. 1 AsylG 
begründet ist  und ihr – damit verbunden – Massnahmen drohen, mit 
welchen ein unerträglicher psychischer Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 
2  AsylG  bewirkt  wird.  Damit  sind  die  Voraussetzungen  für  die 
Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft gegeben. 

4.4 Die  Beschwerde  ist  daher  gutzuheissen,  die  Verfügung  der 
Vorinstanz  vom  15.  September  2003  aufzuheben  und  das  BFM 
anzuweisen, die Beschwerdeführerin als Flüchtling anzuerkennen und 
ihr Asyl zu gewähren.

5.

5.1 Bei  diesem  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  sind  keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

5.2 Der  obsiegenden  Beschwerdeführerin  steht  nach  Art.  64  Abs. 1 
VwVG eine Entschädigung für die ihr notwendigerweise erwachsenen 
und  verhältnismässig  hohen  Parteikosten  zu.  Der  Rechtsvertreter 
reichte  am  18.  November  2008  eine  Kostennote  in  der  Höhe  von 
Fr. 4'128.05  (inkl.  Spesen  und  Mehrwertsteuer)  ein.  Dieser  Betrag 
erscheint  angemessen.  Das  BFM  wird  angewiesen,  der 
Beschwerdeführerin diese Summe auszuzahlen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die  Verfügung  des BFF vom 15. September  2003  wird  aufgehoben. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  Asyl  zu 
gewähren.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor der ARK 
und vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von 
Fr. 4'128.05  auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an:

den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

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