# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54b07987-d2e3-5a53-a3cd-6ff8727158fe
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-01-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 31.01.2006 AC050054
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AC050054_2006-01-31.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AC050054/U/cap, damit vereinigt AC050035 und AC050053

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Robert Karrer, Bernhard Gehrig,

Andreas Donatsch und die Kassationsrichterin Yvona Griesser sowie der Se-

kretär Christof Tschurr

Zirkulationsbeschluss vom 31. Januar 2006

in Sachen

1.     A.,

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt

2. B.,

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt

3. C.,
bisher amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt

neu amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt

1 - 3 Angeklagte, Appellanten, Anschlussappellaten und Beschwerdeführer

gegen

1. Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,

Anklägerin, Appellatin, Anschlussappellantin und Beschwerdegegnerin 1
vertreten durch den Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. Ulrich Weder, Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, Mol-

kenstr. 15/17, Postfach 1233, 8026 Zürich

2. E.,

3. F.,

4. G.,

5. H.,

2 - 5 Geschädigte und Beschwerdegegner

betreffend Raub etc.

Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons

Zürich vom 10. Dezember 2004 (SB040099/U/hp)

-   2   -

Das Gericht hat in Erwägung gezogen:

 I.

1. Mit Anklageschrift vom 7. Mai 2003 warf die Bezirksanwaltschaft V für den

Kanton Zürich den Angeklagten A., B. und C. vor, am 13. Mai 2002 den Freizeit-

club Seebach an der ____gasse x in Zürich-Seebach überfallen zu haben. Zu dritt

hätten sie zwischen ca. 03.00 Uhr und ca. 03.50 Uhr mit schwarzen Masken be-

deckt und bewaffnet den Freizeitclub betreten, die Waffen auf die Gäste gerichtet,

diese teilweise gefesselt, durchsucht und ihnen Handys, Schmuck, Bargeld und

weitere Wertgegenstände abgenommen. Mit dem Fahrzeug von A. seien sie ge-

flüchtet und nach Uster gefahren, wo sie die Beute geteilt hätten (Anklage BG act.

HD 95 S. 6 f.).

A. gestand (vgl. dazu aber das erstinstanzliche Urteil OG act. 131 S. 35 f.,

wonach nicht ernsthaft von einem Geständnis gesprochen werden könne), das

Fluchtfahrzeug von Zürich-Seebach nach Uster gesteuert zu haben. Eine weitere

Mitwirkung bestritt er. B. und C. stellten jegliche Tatbeteiligung in Abrede (ange-

fochtenes Urteil OG act. 162 S. 12 vor Ziff. 2).

Am 18. Dezember 2003 sprach das Bezirksgericht Zürich, 9. Abteilung, alle

drei Angeklagten schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

A. sprach es zusätzlich schuldig der falschen Anschuldigung im Sinne von

Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, C. der mehrfachen Zuwiderhandlung gegen das

Waffengesetz im Sinne von dessen Art. 33 Abs. 1 lit. a. A. wurde mit 3 ¾ Jahren

Zuchthaus bestraft, B. und C. je mit 3 ½ Jahren Zuchthaus, C. zudem mit einer

Busse von Fr. 300.-- (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 104 f.). Alle drei

Angeklagten erklärten Berufung gegen dieses Urteil (BG act. 128 - 130). Die

Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich beantragte die Bestätigung des erstin-

stanzlichen Urteils (OG act. 155).

-   3   -

Mit Urteil vom 10. Dezember 2004 sprach auch das Obergericht des

Kantons Zürich, II. Strafkammer, A., B. und C. je schuldig des Raubes im Sinne

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Vom Vorwurf der falschen Anschuldigung sprach

es A. frei. C. sprach es zusätzlich schuldig der mehrfachen Zuwiderhandlung

gegen das Waffengesetz im Sinne von dessen Art. 33 Abs. 1 lit. a. Das Ober-

gericht bestrafte alle drei Angeklagten je mit 3 ½ Jahren Zuchthaus, C. ebenfalls

zudem mit einer Busse von Fr. 300.-- (OG act. 162 S. 69).

2. Gegen das obergerichtliche Urteil vom 10. Dezember 2004 führen alle

drei Angeklagten kantonale Nichtigkeitsbeschwerde. A. beantragt mit seiner

rechtzeitigen (OG act. 160, 169, Prot. = act. 161 S. 77, act. 172, Kass.-Nr.

AC050054 act. 1) Beschwerde die Aufhebung des angefochtenen Urteils, soweit

es ihn betrifft, mit Ausnahme des Freispruchs vom Vorwurf der falschen

Anschuldigung, und die Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung an die

Vorinstanz (Kass.-Nr. AC050054 act. 1 S. 2). C. beantragt mit seiner ebenfalls

rechtzeitigen (OG act. 160, 165, Prot. = act. 161 S. 75, act. 172, Kass.-Nr.

AC050035 act. 7) Beschwerde ebenfalls die Aufhebung des angefochtenen

Urteils, soweit es ihn betrifft, und die Rückweisung der Sache zur Neu-

entscheidung an die Vorinstanz (Kass.-Nr. AC050035 act. 7 S. 2). B. beantragt

mit seiner auch rechtzeitigen (OG act. 160, 166, Prot. = act. 161 S. 76, act. 172;

Kass.-Nr. AC050053 act. 1) Beschwerde die Aufhebung von Dispositiv-Ziffern 1.c

(Schuldspruch betreffend B.), 2.c (Strafe betreffend B.), 6.a und 6.b (Verpflichtun-

gen zu Schadenersatzzahlungen), 7 (Bestätigung des erstinstanzlichen Kosten-

dispositivs) und 9 (Kostenauflage des Berufungsverfahrens) des angefochtenen

Urteils und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Freisprechung bzw.

zur Neubeurteilung (Kass.-Nr. AC050053 act. 1 S. 2). Die Vorinstanz verzichtete

auf Vernehmlassungen zu den Nichtigkeitsbeschwerden (Kass.-Nr. AC050054

act. 10, Kass.-Nr. AC050035 act. 13, Kass.-Nr. AC050053 act. 11), die Staatsan-

waltschaft auf Beschwerdeantworten (Kass.-Nr. AC 050054 act. 9, Kass.-Nr.

AC050035 act. 10, Kass.-Nr. 050053 act. 10). Die Geschädigten E., F., G. und H.

reichten innert Fristen (Kass.-Nr. AC050054 act. 7, 8/3a - 8/3d, 8/4, 8/5, 8/6,

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Kass.-Nr. AC050035 act. 8, 9/3a - 9/3d, 9/4b, 9/5b, 9/6, Kass.-Nr. AC050053

act. 8, 9/3a-d, 9/4, 9/5, 9/6) keine Beschwerdeantworten ein.

Die Angeklagten B. und C. haben auch je eine eidgenössische Nichtigkeits-

beschwerde an den Kassationshof des Bundesgerichts eingereicht (OG act. 179

und 181).

 II.

Alle drei Beschwerden der drei Angeklagten A., B. und C. richten sich gegen

das nämliche obergerichtliche Urteil vom 10. Dezember 2004. Die Verfahren

fanden vor den Vorinstanzen vereint statt. Auch die Beschwerdeverfahren sind

deshalb zu vereinigen und unter der Nummer des Beschwerdeverfahrens des

Angeklagten 1, A., Kass.-Nr. AC050054, weiterzuführen.

Sodann rechtfertigt es sich aufgrund der vorinstanzlichen Vorgehensweisen,

die Beschwerden nicht nach dem Zeitpunkt ihres Eingangs, sondern in der

Reihenfolge zu behandeln, in welcher die Vorinstanzen die Tatvorwürfe prüften.

 III. Nichtigkeitsbeschwerde von A. (AC050054)

1. Auch A. bestritt ursprünglich jegliche Tatbeteiligung (vgl. die Zitate seiner

Aussagen im erstinstanzlichen Urteil OG act. 131 S. 28 - 32 und im vorinstanz-

lichen Urteil KG act. 2 S. 14 f.). Es stand fest, dass die Täter beim Raubüberfall

den PW BMW 320 von A. benutzt hatten. Ursprünglich hatte A. behauptet, D. - ein

Kollege und der Mieter der Wohnung, in welcher auch A. gewohnt hatte - habe

sein Auto entwendet und ihm erzählt, dass er zusammen mit anderen einen

Überfall verübt habe (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 14 mit Verweisung auf BG

act. HD 14/3 S. 2). Schliesslich gestand aber A. ein, selber der Lenker seines

beim Raub verwendeten PW gewesen zu sein. Während des Raubes habe er im

bzw. beim Fahrzeug gewartet, bis die Täter gekommen waren, um mit ihnen nach

Uster zu fahren (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 16 f.). In Uster habe er einen

"I." und einen Kollegen von "I." getroffen. Mit "I." sei er nach Dübendorf gefahren

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und von dort weiter nach Seebach. Es habe auch noch andere Autos gehabt. In

Seebach habe "I." Kleider von ihm gewollt. Da habe er geahnt, dass sie etwas

vorhätten. Ca. 20 Minuten später sei "I." wieder zurück gekommen mit Pullover,

Maske und Handschuhen. Auf der Heimfahrt habe er A. gesagt, was er gemacht

habe. Er, A., sei nur im Auto dabei gewesen. Er sei nicht im Freizeitclub drin

gewesen (BG Prot. S. 19 f., OG Prot. = act. 161 S. 25 - 29).

Die Vorinstanzen stellten demgegenüber fest, dass auch A. einer der drei

maskierten Täter war, welche am 13. Mai 2002 im Freizeitclub in Seebach die

Gäste fesselten und ausraubten (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 77,

angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 30).

A. macht mit seiner Beschwerde geltend, die Vorinstanz habe diesen

Schluss allein auf folgende fünf Indizien gestützt:

a) Auf ein Telefongespräch zwischen A. und einem gewissen K. vom 15. Mai

2002.

b) Auf die Tatsache, dass A. Anstalten zur Flucht getroffen habe.

c) Auf die angebliche Tatsache, dass sich DNS-Spuren von A. zusammen

mit DNS-Spuren von C. und D. vor allem um die Mund-Nase-Partie einer improvi-

sierten Maske befunden hätten.

d) Auf den Fund eines aus der Deliktsbeute stammenden Natels in der

Kartentasche der Fahrertür des Fahrzeuges von A.

e) Auf die angebliche Tatsache, dass A. befürchtet habe, sein Pflicht-

verteidiger habe sein Berufsgeheimnis verletzt, indem er dem Bezirksanwalt mit-

geteilt habe, sein Mandant habe nicht bloss im Auto gewartet, sondern sei einer

der maskierten Täter gewesen. Dies habe A. befürchtet, weil ihm nicht mehr be-

wusst gewesen sei, was er dem Verteidiger eigentlich gesagt habe.

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Alle anderen Erwägungen zur Beweiswürdigung sprächen lediglich dafür,

dass A. am Raub beteiligt gewesen sei, was von ihm gar nicht bestritten werde.

Sie enthielten aber keinen Hinweis, dass er tatsächlich einer der drei Maskierten

gewesen sei, welche ins Lokal eingedrungen seien. Drei der genannten fünf

Indizien seien mit Nichtigkeitsgründen behaftet und fielen deshalb als belastende

Indizien dahin. Die verbleibenden belastenden Indizien genügten nicht, um davon

auszugehen, A. sei einer der Täter gewesen, welche ins Lokal eingedrungen

seien (Beschwerde KG act. 1 S. 3 f.).

2. Im Gegensatz zur Behauptung in der Beschwerde gründete die Vor-

instanz die Feststellung, dass A. über seine schliesslich zugegebene Tat-

beteiligung als blosser Chauffeur seines beim Raub benutzten Fahrzeuges hinaus

einer der drei maskierten Täter im Freizeitclub war, nicht ausschliesslich auf die

fünf in der Beschwerde genannten Indizien. Vielmehr verwies die Vorinstanz

zunächst im Sinne von § 161 GVG auf die erstinstanzlichen Erwägungen

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 13 unten). Damit wurden die erstinstanzlichen

Erwägungen Bestandteil des angefochtenen Urteils, soweit die Vorinstanz nicht

explizit davon abwich (vgl. auch dazu angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 13 unten

letzter Satz).

a) Die Erstinstanz erwog, jeder der drei Angeklagten habe für sich höchst

widersprüchliche Aussagen gemacht. Keiner besitze ein Alibi. Es belaste sie

erheblich, dass ihre Angaben über Aufenthaltsorte und Tätigkeiten im tatkritischen

Zeitraum nicht nur nicht bestätigt, sondern hätten widerlegt werden können. Alle

drei Angeklagten hätten für den tatkritischen Zeitraum nicht angeben können bzw.

wollen, was sie genau getan hätten. Es sei nachgewiesen, dass sie sich zum Tat-

zeitpunkt in Zürich aufgehalten hätten, dass sie zuvor und danach untereinander

Verbindungen mit ihren Mobiltelefonen gehabt hätten und dass während des tat-

kritischen Zeitraumes mit ihren Mobiltelefonen gar keine Verbindungen auf-

genommen worden seien, weder untereinander noch mit anderen Teilnehmern.

Ihre Mobiltelefone seien nicht benutzt worden, sie hätten abgeschaltet sein

müssen. Bei ihren letzten und ersten Verbindungen vor und nach dem Unterbruch

hätten sie sich gemäss den Antennenstandorten aufgrund der rückwirkenden

-   7   -

Teilnehmeridentifikation ungefähr an den gleichen Standorten befunden. Daraus

sei der Schluss zu ziehen, dass sie den tatkritischen Zeitraum gemeinsam ver-

bracht hätten. Es sei nun aber nicht einsehbar, was für eine Betätigung es sein

könnte, die es den drei Angeklagten - jedem für sich - verunmögliche, über ihr

Verhalten Auskunft zu geben. Der Tatvorwurf wiege zu schwer, als dass vernünf-

tigerweise andere Handlungen vorstellbar wären, die es aus Sicht jedes Ange-

klagten

notwendig und gerechtfertigt erscheinen lassen möchten, sie zu verbergen und

darüber zu schweigen. Daher sei zu folgern, dass die drei Männer, welche damals

mit Masken über den Gesichtern die im Freizeitclub anwesenden Personen

beraubt hätten, die Angeklagten A., B. und C. gewesen seien (erstinstanzliches

Urteil OG act. 131 S. 76 f.).

b) Damit setzt sich die Beschwerde von A. nicht auseinander. Die Rügen in

der Beschwerde gehen daran vorbei. Sie vermögen schon deshalb keinen

Nichtigkeitsgrund bei dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung nachzuweisen.

Die Beschwerde von A. ist schon aus diesem Grund abzuweisen.

3. Gleichwohl sei nachfolgend auf die einzelnen Rügen eingegangen. Die

damit beanstandeten vorinstanzlichen Feststellungen waren für die Vorinstanz

immerhin ergänzende bzw. verstärkende belastende Indizien.

4. In einem Schreiben vom 21. Februar 2003 an den Bezirksanwalt hatte A.

erklärt, er habe gedacht, dass sein Anwalt das Anwaltsgeheimnis verletzt habe,

als der Bezirksanwalt ihm vorgeworfen habe, dass er nicht nur im Auto gewesen

sei (BG act. HD 83/50). Die Vorinstanz erwog dazu, A. habe damit selbst zum

Ausdruck gebracht, er habe die Anwesenheit im Club seinem Anwalt anvertraut.

Für diese Schlussfolgerung verwies die Vorinstanz auf die erstinstanzliche

Begründung (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 28). Die Erstinstanz erwog,

Ausgangspunkt des Vorwurfs der Verletzung des Anwaltsgeheimnisses sei ein

Vorhalt des Bezirksanwalts anlässlich der Einvernahme vom 12. Juli 2002

gewesen, als dieser A. vorgeworfen habe, er habe nicht nur draussen im Auto

gewartet, sondern sei drin im Club beim Raub gewesen. A. habe in seinem

Schreiben vom 21. Februar 2003 den Vorwurf der Geheimnisverletzung nicht auf

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das von ihm angegebene blosse Warten im Auto bezogen, sondern auf die ihm

vorgeworfene Anwesenheit im Clublokal. Er habe nicht den Standpunkt ein-

genommen, dieser Vorwurf sei frei erfunden, stimme nicht oder es liege allenfalls

ein Missverständnis vor, sondern er habe gedacht, dass sein Anwalt sein

Geheimnis verletzt habe, als der Bezirksanwalt ihm (A.) in der Einvernahme vor-

geworfen habe, dass er nicht nur im Auto gewesen sei. In logischer Würdigung

des Inhalts dieses Schreibens habe A. damit indirekt selber zum Ausdruck

gebracht, er habe die Anwesenheit im Club seinem Anwalt als Geheimnis

anvertraut (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 37).

a) In der Beschwerde macht A. geltend, er habe seinem Verteidiger erklärt,

er sei insofern am Raub beteiligt gewesen, als er Chauffeur gewesen sei und im

Auto gewartet habe. Mehr könne diesbezüglich nicht aus seinem Schreiben vom

21. Februar 2003 geschlossen werden. Insbesondere seien die Folgerungen

unhaltbar, A. habe seinem Verteidiger anvertraut, er sei im Lokal gewesen, und er

habe beim Verfassen dieses Schreibens befürchtet, sein Verteidiger habe dies

dem Bezirksanwalt mitgeteilt (Beschwerde KG act. 1 S. 6 - 8).

b) Diese Rüge ist als solche berechtigt. Bis zur Einvernahme vom 12. Juli

2002 hatte A. jegliche Tatbeteiligung bestritten, insbesondere auch, dass er

selber sein Auto gelenkt habe. Der Bezirksanwalt hielt ihm vor, dass er der

einzige der in Frage kommenden Täter mit blauen Augen sei. Die folgende

Antwort von A. und die anschliessende Frage des Bezirksanwalt lauten wie folgt

(BG act. HD 14/11 S. 3):

"Es gibt genügend Leute mit blauen Augen. Es stimmt nicht, dass ich drin war.

Sie haben eben auch nicht im Auto draussen gewartet!
Sie waren drin im Club beim Raub."

Hatte A. bis zu diesem Zeitpunkt zwar seinem Verteidiger anvertraut, dass

er draussen im Auto gewartet hatte, dies aber in der Untersuchung bisher noch

nicht erklärt, sondern entweder keine Aussagen gemacht (BG act. HD 14/11 S. 1)

oder jegliche Tatbeteiligung bestritten, konnte er durchaus aus dem bezirks-

anwaltschaftlichen Vorhalt, er habe eben auch nicht im Auto draussen gewartet,

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befürchten, dass sein Verteidiger dies dem Bezirksanwalt erzählt hatte. Dies

konnte er unter diesen Umständen durchaus auch dann befürchten, wenn er

seinem Verteidiger nicht anvertraut hatte, dass er selber im Club gewesen sei.

Die Formulierung im Schreiben vom 21. Februar 2003, er habe die Befürchtung

der Verletzung des Anwaltsgeheimnisses gehabt, als der Bezirksanwalt ihm vor-

geworfen habe, dass er nicht nur im Auto gewesen sei, kann auf beide Möglich-

keiten bezogen werden, nämlich sowohl darauf, dass sich A. dabei auf den Vor-

halt bezog, im Auto gewesen zu sein, als auch darauf, dass er sich dabei auf den

Vorhalt bezog, nicht nur im Auto, sondern drin gewesen zu sein. Ist nicht nur die

letztgenannte Interpretation möglich, sondern mit mindestens gleicher Wahr-

scheinlichkeit eben auch die erstgenannte, darf nicht zulasten von A. nur von der

letztgenannten ausgegangen werden, wie die Vorinstanzen dies taten. Beim tat-

sächlichen Vorhandensein der erstgenannten Möglichkeit kann sich die zitierte

Bemerkung im Schreiben vom 21. Februar 2003 nicht als über das Zugeständnis

des Wartens im Auto hinausgehendes belastendes Indiz zum Nachteil von A. in

dem Sinne auswirken, als daraus einzig geschlossen werden dürfte, dass A.

damit zum Ausdruck gebracht hätte, er habe die Anwesenheit im Club seinem

Anwalt anvertraut. Die zitierte Bemerkung im Schreiben vom 21. Februar 2003

muss als belastendes Indiz entfallen.

c) Das ändert indes nichts an der gesamthaften vorinstanzlichen Schlussfol-

gerung (vgl. dazu vorstehend Ziff. 2 und nachfolgend Ziff. 7).

d) Die Beschwerde von A. macht darüber hinaus geltend, die vorinstanzliche

Annnahme, er habe seinem Verteidiger anvertraut, dass er im Club gewesen sei,

verletze die durch § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO und Art. 6 Abs. 3 lit. c EMRK garan-

tierten Verteidigungsrechte. Die gehörige Verteidigung setze voraus, dass der

Angeschuldigte bei vermeintlich begründeten Zweifeln an der Verteidigung seine

Beanstandungen vorbringen könne. Der Umstand, dass er das tue, und der Inhalt

der Beanstandungen dürften unter keinen Umständen zum Nachteil des

Angeschuldigten verwendet werden. Das Gegenteil bedeutete, dem Angeschul-

digten die Möglichkeit zu nehmen, die Rechtmässigkeit und Gehörigkeit seiner

Verteidigung geltend zu machen (Beschwerde KG act. 1 S. 8 f.). Die gerügte

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Verletzung des Rechts auf Verteidigung sei ein absoluter Nichtigkeitsgrund

(Beschwerde KG act. 1 S. 13 a.E.).

Nach der vorstehenden Feststellung, dass die Bemerkung von A. in seinem

Schreiben vom 21. Februar 2003 nicht im Sinne der Vorinstanzen als belastendes

Indiz gelten kann, ist die Rüge der Verletzung des Rechts auf Verteidigung obso-

let. Auch wenn diese Rüge zuträfe, könnte sie keine darüber hinausgehenden

Konsequenzen haben (vgl. vorstehend lit. c und Ziff. 2 sowie nachfolgend Ziff. 7).

5. Die Vorinstanz hielt fest, dass ab einem schwarzen Pulloverärmel, der bei

der Mittelkonsole im (beim Raub von den Tätern benutzten) BMW (von A.)

zwischen den Vordersitzen sichergestellt worden sei, im mutmasslichen Mund-

Nasen-Bereich ein Asservat entnommen worden sei. Die DNA-Spurenidentifizie-

rung habe ergeben, dass eine Mischspur von mindestens vier Personen vorliege.

Das am stärksten hervortretende DNA-Profil sei jenes von A. Allerdings handle es

sich beim Pullover um ein Kleidungsstück von A., weshalb davon auszugehen sei,

dass er ihn auch sonst schon getragen habe und dadurch DNA-Spuren habe

setzen können. Trotzdem bilde der Umstand, dass diese Spur vom mutmass-

lichen Mund-Nasenbereich stamme, einen Hinweis dafür, dass A. diesen ab-

geschnittenen Pulloverärmel tatsächlich übergestülpt gehabt habe. Allerdings

handle es sich um ein Indiz von eher geringfügigem Beweiswert dafür, dass es

sich bei A. um einen der maskierten Täter handle, die sich ins Lokal hinein

begeben hatten. Als Spurengeber an der Mischspur könnten aber auch C. sowie

D. nicht ausgeschlossen werden. Deshalb sei in Betracht zu ziehen, dass auch

diese beiden den Ärmel vor der Tatbegehung über den Kopf gestülpt hatten

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 22 f.).

a) A. macht in der Beschwerde geltend, die Vorinstanz stütze sich für die

tatsächliche Annahme, die DNS sei vor allem im Bereich der Mund-Nasenpartie

gefunden worden, auf das Gutachten des IRM vom 10. Oktober 2002. Sinn-

gemäss führe die Vorinstanz damit an, aus diesem Gutachten ergebe sich, dass

die DNS-Spuren von A. vor allem im Mund-Nasenbereich in einer höheren Kon-

zentration gefunden worden seien. Damit gehe die Vorinstanz davon aus, dass im

Mund-Nasenbereich der Maske eine höhere Konzentration von DNS gefunden

-   11   -

worden sei als auf den anderen Partien des Ärmels und dass diese Feststellung

aus dem Gutachten hervorgehe. Dies sei aber aktenwidrig. Dem fraglichen Gut-

achten lasse sich entnehmen, dass lediglich ein einziges Asservat dem Ärmel

entnommen worden sei, und zwar vom Mund-Nasenbereich. Weitere Asservate

von anderen Partien des Ärmels seien nicht entnommen und auch nicht unter-

sucht worden. Entgegen der Erwägung der Vorinstanz äussere sich das Gut-

achten in keiner Weise darüber, ob der untersuchte Ärmel an anderen Stellen in

quantitativer Hinsicht eine geringere Menge DNS von A. aufgewiesen habe oder

nicht. Dieses angeblich belastende Indiz falle deshalb dahin. Es sei anzunehmen,

dass die DNS von A. auf dem gesamten Textilteil reichlich vorhanden sei, da es

sich ja um ein von ihm getragenes Kleidungsstück handle (Beschwerde KG act. 1

S. 9 f.).

b) Die Vorinstanz ging weder implizit noch explizit davon aus, dass im Mund-

Nasen-Bereich des als Maske verwendeten Pullover-Ärmels eine höhere Konzen-

tration von DNA von A. festgestellt worden wäre als an anderen Stellen des

Ärmels. Vielmehr ging die Vorinstanz davon aus, dass ein Asservat im mutmass-

lichen Mund-Nasen-Bereich entnommen wurde, und sah darin einen Hinweis,

dass A. diesen abgeschnittenen Pulloverärmel tatsächlich übergestülpt hatte

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 22). Insofern geht die Rüge am angefochtenen

Urteil vorbei. Allerdings ist die Rüge insoweit berechtigt, als es nicht haltbar ist,

dies als ein belastendes Indiz auch nur von eher geringfügigem Beweiswert zu

verwenden. Handelte es sich beim Pullover um ein Kleidungsstück von A., ist der

Umstand, dass darauf DNA von ihm sichergestellt wurde, kein Indiz dafür, dass er

den Ärmel während dem Raub getragen hatte. Da nicht bekannt ist, dass von

einem anderen Teil als vom Mund-Nasenbereich der Maske Asservate genom-

men wurden, kann, wie mit der Beschwerde zu Recht geltend gemacht wird, nicht

davon ausgegangen werden, in diesem Bereich sei eine im Verhältnis zu anderen

Bereichen höhere Konzentration von DNA von A. festgestellt worden. Damit ist

aber auch der Schluss nicht zulässig - und zwar auch nicht bloss als gering-

fügiges Indiz -, der Umstand, dass im Mund-Nasen-Bereich der Maske DNA von

A. vorhanden war, deute darauf hin, dass er den Ärmel als Maske übergestülpt

hatte. Einerseits besteht ohne weiteres die Möglichkeit, dass auch an anderen

-   12   -

Stellen des Pulloverärmels DNA von A. vorhanden ist. Andererseits kann er die

DNA im Mund-Nasen-Bereich der Maske auch bei der Verwendung des Ärmels

als Pulloverärmel gesetzt haben. Auch aus diesem Grunde stellt die vorinstanz-

liche Annahme, wie zum Schreiben vom 21. Februar 2003 an den Bezirksanwalt

(vorstehend Ziff. 4) dargelegt, kein A. belastendes Indiz dar. Auch das ändert

indes nichts an der gesamthaften vorinstanzlichen Schlussfolgerung (vgl. dazu

vorstehend Ziff. 2 und nachfolgend Ziff. 7).

c) Sodann wird in der Beschwerde dazu geltend gemacht, der Umstand,

dass am fraglichen Ärmel DNS von D. festgestellt worden sei, sei ein stark ent-

lastendes Indiz. Habe tatsächlich D. den Ärmel übergestülpt gehabt und sollte es

sich bei D. um einen der drei Täter handeln, welche das Lokal betreten hätten, so

bedeute das zwingend, dass einer der Angeklagten nicht im Lokal gewesen sei.

Dann sei es naheliegend, dass eben D. als Chauffeur und Eigentümer des

Fluchtfahrzeuges im Wagen gewartet habe (Beschwerde KG act. 1 S. 10 Ziff. 17).

Abgesehen davon, dass daraus kein Nichtigkeitsgrund abgeleitet wird,

basiert diese Ausführung auf den Voraussetzungen, dass D. während des Über-

falls den Ärmel übergestülpt hatte und dass er einer der drei Täter war, welche

das Lokal betreten hatten. Beide Voraussetzungen sind indes nicht erstellt. Es ist

nicht weiter darauf einzugehen. Immerhin zeigen aber auch die Umstände, dass

als Spurengeber an der Mischspur auch C. und D. nicht ausgeschlossen werden

können. Deshalb ist in Betracht zu ziehen, dass auch diese beiden den Ärmel

über den Kopf gestülpt hatten, weshalb diese DNA-Spur kein Indiz dafür sein

kann, dass A. diesen Ärmel als Maske beim Überfall im Lokal getragen hatte. Wie

in der Beschwerde zu Recht geltend gemacht wird, ist auszuschliessen, dass A.,

C. und D. die Maske während des Überfalls gleichzeitig getragen (oder unter sich

gewechselt) hätten. Es liegt keine grössere Wahrscheinlichkeit dafür vor, dass A.

die Maske während des Überfalls getragen hatte, als dafür, dass dies C. oder D.

waren.

-   13   -

6. Die Vorinstanz erwog, A. habe zugegebenermassen Anstalten zur Flucht

getroffen. Er besitze die Niederlassungsbewilligung C, verfüge in Uster über einen

festen Wohnsitz und habe an seiner letzten Arbeitsstelle monatlich Fr. 5'200.--

verdient. Angesichts dieser Verhältnisse sei der Umstand, dass er völlig un-

vorbereitet und unter Zurücklassung seiner Ausweispapiere die Flucht habe

ergreifen wollen, als klares Indiz dafür zu werten, dass er am Raubüberfall aktiv

beteiligt gewesen sei. Dieses Verhalten lasse sich in keiner Weise mit seiner von

ihm selber behaupteten Rolle beim Raubüberfall in Einklang bringen. Zunächst

habe er ja geltend gemacht, erst nach der Tat von "I." erfahren zu haben, was in

diesem Lokal in Seebach geschehen sei. Nach dieser Version wäre er - so die

Vorinstanz weiter - ja in keiner Weise am Raub beteiligt gewesen und hätte

deshalb keinerlei Anlass gehabt, die Flucht zu ergreifen. Sein erster Erklärungs-

versuch, man hätte ihm ja ohnehin nicht geglaubt, dass er nicht dabei gewesen

sei, wirke so wenig überzeugend wie auch sein späterer Hinweis, bei den

Geschädigten handle es sich um gefährliche Leute, vor denen er sich gefürchtet

habe. Seine Erklärung an der Berufungsverhandlung ("seine heutige Erklärung"),

er hätte schon, als ihn I. nach den Kleidern gefragt habe, geahnt, dass dieser

unlautere Absichten gehegt habe, sei schliesslich ebenfalls als nachgeschobene

Behauptung zur Rechtfertigung seines Verhaltens anzusehen, ansonsten eine

Tatbeteiligung - wie dargelegt - seinen übrigen Angaben zu Folge in keiner Art

und Weise ersichtlich wäre. Vielmehr lasse sich seine Absicht zur Flucht plausibel

nur damit erklären, dass er aktiv am Raub beteiligt gewesen sei (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 21 f.).

a) In seiner Beschwerde macht A. dazu geltend, die Vorinstanz habe festge-

stellt, er habe erstmals vor Obergericht eine gewisse Tatbeteiligung zugegeben.

Dies sei aktenwidrig. Er habe nämlich bereits vor Bezirksgericht klar eine Tat-

beteiligung bejaht. Er sei bereits im erstinstanzlichen Verfahren davon ausgegan-

gen, dass er einen aktiven Tatbeitrag geleistet und daher auch eine Strafe ver-

dient habe (Beschwerde KG act. 1 S. 11 Ziff. 18 mit Verweisung auf BG Prot.

S. 20 und 25).

-   14   -

b) Die Vorinstanz führte nicht aus, A. habe erstmals vor Obergericht eine

gewisse Tatbeteiligung zugegeben. Allerdings erwähnte sie die Zugabe vor Er-

stinstanz nicht. Es ist indes nicht ersichtlich, dass sich an ihrer Würdigung durch

die Zugabe von A. vor Erstinstanz etwas änderte. Ebenso wie vor Vorinstanz er-

folgte diese erst im gerichtlichen Verfahren. Die unterlassene explizite Erwähnung

der Zugabe vor Erstinstanz an dieser Stelle des vorinstanzlichen Urteils wirkte

sich nicht zum Nachteil von A. aus - zumal der vorinstanzliche Ausdruck "seine

heutige Erklärung" eher als Verweisung auf den Inhalt denn als ausschliessliche

zeitliche Bestimmung zu verstehen ist und durchaus auch die inhaltlich gleicharti-

ge

Erklärung vor Erstinstanz umfassen kann. Auf diese Rüge ist deshalb nicht weiter

einzugehen.

c) Als aktenwidrig bezeichnet A. eine behauptete vorinstanzliche Annahme,

er sei der Ansicht, er habe sich gemäss der eigenen Sachdarstellung am Raub

nicht beteiligt und somit nicht strafbar gemacht (Beschwerde KG act. 1 S. 11

Ziff. 19). Dies nahm indes die Vorinstanz keineswegs an. Im Gegenteil. Sie ging

durchaus davon aus, A. sei sehr wohl der Ansicht gewesen, sich aktiv am Raub

beteiligt zu haben. Dies war ja für die Vorinstanz sein Grund bzw. sein Motiv für

seine Absicht zur Flucht. Diese Rüge geht an den vorinstanzlichen Erwägungen

vorbei. Auch darauf ist nicht weiter einzugehen.

d) Allerdings zielt die Beschwerde mit dieser (und mit der vorstehenden)

Rüge eigentlich nicht auf eine vorinstanzliche Annahme, A. sei selber innerlich der

Ansicht, er habe sich am Raub nicht beteiligt und sich somit nicht strafbar

gemacht. Die Beschwerde zielt vielmehr auf die vorinstanzliche Erwägung, die

Erklärung von A. in der Hauptverhandlung (und bereits vor Erstinstanz), er hätte

schon, als ihn "I." nach den Kleidern gefragt habe, geahnt, dass dieser unlautere

Absichten gehegt habe, sei eine blosse nachgeschobene Behauptung zur Recht-

fertigung seines Verhaltens (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 21 unten).

-   15   -

Die Vorinstanz zog diesen Schluss daraus, dass gemäss den sonstigen

Angaben von A. eine Tatbeteiligung nicht ersichtlich wäre und damit auch keine

Erklärung seines Verhaltens. A. habe deshalb diese - nach Annahme der Vor-

instanz unzutreffende - Behauptung bzw. Zugabe nur nachgeschoben, um sein

Fluchtverhalten zu erklären.

Diese Schlussfolgerung ist nicht unhaltbar:

aa) Ohne dass dies gerügt wurde, stellte die Vorinstanz fest, dass A. An-

stalten zur Flucht getroffen hatte. Ferner stellte die Vorinstanz, ebenfalls ohne

dass dies gerügt wurde, fest, dass A. zunächst geltend gemacht hatte, erst nach

der Tat erfahren zu haben, was im Lokal in Seebach geschehen sei, also selber in

keiner Weise am Raub beteiligt gewesen zu sein. Ebensowenig wurde der daraus

gezogene vorinstanzliche Schluss gerügt, dass A. keinerlei Anlass zur Flucht

gehabt hätte, wenn dies so gewesen wäre (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 21

lit. d). A. hatte damit keine Erklärung für sein Fluchtverhalten.

bb) Ebenfalls ohne dass dies gerügt worden wäre, stellte die Vorinstanz fest,

dass A. am 15. Mai 2002 ein Telefongespräch mit einem Verwandten in

Deutschland, K., geführt und dabei unter anderem gesagt hatte: "... wir sind mas-

kiert und mit solchen Sachen hineingedrungen und... es war in die Zeitungen und

so.."

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 21 lit. c). Stritt A. weiterhin jegliche Tatbetei-

ligung ab, hatte er auch keine Erklärung für diese Aussagen in diesem Telefonge-

spräch.

cc) A. musste davon ausgehen, dass das Gericht dieses Fluchtverhalten

und diese Aussagen in diesem Telefongespräch mangels anderer vernünftiger

Erklärung als gewichtige Indizien für eine aktive Tatbeteiligung ansehen würde.

Diese Situation bot ihm durchaus Anlass, deswegen von seiner bisherigen Ver-

sion, in keiner Weise am Raub beteiligt gewesen zu sein, abzurücken und eine

minimale Beteiligung daran zuzugeben, um dadurch Erklärungen dafür geben zu

können (in der Hoffnung, damit wenigstens nicht für eine darüber hinausgehende

-   16   -

Mitwirkung verurteilt zu werden). Dies tat denn die Verteidigung vor Erstinstanz

auch gerade bezüglich der beiden Indizien des Telefongesprächs mit K. und des

Fluchtverhaltens mit der Begründung, der Angeklagte (A.) bekenne sich schuldig,

weil er eben in diesen Raub verwickelt gewesen sei und sich ja auch schuldig

fühle (BG Prot. S. 49 f.).

dd) An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte A., er sei in der frag-

lichen Nacht nach Uster gefahren und habe dort "I." getroffen. Sie seien zusam-

men nach Dübendorf gefahren und von dort weiter nach Seebach. Als sie dort

angekommen seien, habe "I." Kleider von ihm gewollt. Er habe immer im Auto

Kleider dabei und so habe er ihm Kleider gegeben. Er habe schon geahnt, dass

sie etwas vorhätten. Ca. 20 Minuten später sei "I." wieder zurückgekommen mit

Pullover, Maske und Handschuhen. Auf der Heimfahrt habe er ihm gesagt, was er

gemacht habe. Er habe einen Fehler gemacht, dass er das nicht von Anfang an in

der Untersuchung ausgesagt habe (BG Prot. S. 19 f.). Er sei nur im Auto dabei

gewesen, nicht im Freizeitclub drin (BG Prot. S. 20). Er habe keinen Raub began-

gen (BG Prot. S. 21). Auf die Frage, wieso er "I." nicht gefragt habe, wozu

("wieso") er Kleider benötige, antwortete A., er habe nicht gefragt. Er habe

gedacht, dass sie etwas machen würden. Er habe es ihm ja auch auf der Heim-

fahrt erzählt (BG Prot. S. 20). Auf spätere Nachfragen bestätigte A., "I." habe

Handschuhe, Kabelbinder und den Pullover aus seinem - A.'s - Auto genommen

(BG Prot. S. 22). Auf die Frage, wieso er in einem Telefongespräch so gespro-

chen habe, als ob er der Täter sei, erklärte A., er sei ja mit seinem Auto am Tatort

gewesen (BG Prot. S. 23 f.). Auf die Ergänzungsfrage des Verteidigers, ob er das

Gefühl habe, eine Strafe verdient zu haben, antwortete er, wenn das Gericht der

Ansicht sei, er habe etwas Strafbares gemacht, habe er eine Strafe verdient. Er

sei ja mit seinem Auto dort gewesen (BG Prot. S. 25).

Vor Vorinstanz erklärte A. zunächst, die anderen beiden, welche er von

Uster mitgenommen habe, hätten den Ärmel seines Pullovers abgetrennt (OG

Prot. S. 23). Er habe "I." und dessen Kollegen in Uster getroffen (OG Prot. S. 25).

Auf Vorhalt, bisher erklärt zu haben, es seien "I." und zwei Kollegen gewesen,

antwortete er, es seien "I." und ein Kollege gewesen, also zwei Personen. Mit ihm

-   17   -

im Wagen seien nur "I." und noch einmal einer gewesen. Es habe schon auch

noch andere Autos gehabt (OG Prot. S. 25). Auf Vorhalt, bisher habe er ganz

andere Aussagen gemacht, erklärte er schliesslich, (nur) "I." sei mit ihm gefahren.

"I." habe seine Kleider - A.s - aus dem Wagen genommen und die Ärmel ab-

geschnitten. Das habe er aber nicht genau gesehen. Er, A., sei auch ausserhalb

des Autos gewesen, um zu rauchen. Es sei aber nicht lange gegangen, dann sei

"I." wieder zurückgekommen. Auf die Frage, was er sich dabei gedacht habe,

antwortete A., er habe nicht einmal gewusst, dass es da so ein Lokal gebe. Als

"I." dann zurückgekommen sei, habe er gesehen, was passiert sei. Auf die Frage,

warum er denn überhaupt der Ansicht sei, dass er zu bestrafen sei, was er seiner

Ansicht nach Unrechtes getan habe, wenn er erkläre, auf eine bedingte Strafe zu

hoffen; er mache ja geltend, nicht gewusst zu haben, was passiert sei, sondern

einfach im Auto gewartet zu haben, antwortete A., sein Fehler sei gewesen, dass

er am Anfang nicht gefragt habe, wohin es gehen würde (OG Prot. S. 26 f.). Auf

spätere Frage, ab welchem Zeitpunkt er angenommen habe, dass "I." irgend-

welche unlauteren Absichten hegte bzw. etwas Böses im Sinne hatte, antwortete

A., erst als er ihn nach den Kleidern gefragt habe, sei er unsicher geworden. Die

Frage, ob er also bereits zu diesem Zeitpunkt angenommen hatte, dass "I." un-

lautere Absichten hegte, und nicht erst, als dieser zurückgekehrt war und es ihm

gesagt hatte, bejahte er. Als "I." zurückgekehrt sei, sei es ja dann ohnehin klar

gewesen (OG Prot. S. 29).

ee) Anbetrachts dieser Aussagen und des möglichen Hintergrunds für die

"Zugabe", schon geahnt zu haben, dass "I." unlautere Absichten hege, als dieser

ihn nach den Kleidern gefragt habe (vorstehend lit. cc), ist die vorinstanzliche

Wertung nicht willkürlich, dabei handle es sich um eine - unglaubhafte und unzu-

treffende - nachgeschobene Behauptung zur Erklärung seines Verhaltens. Die

Rüge geht fehl.

7. A. macht in seiner Beschwerde weiter geltend, von den fünf von der Vo-

rinstanz (nach seinen Darlegungen) vorgebrachten Indizien verblieben lediglich

noch zwei, welche gegen die von ihm vorgebrachte Sachdarstellung sprechen

könnten. Dies sei die Formulierung im Telefongespräch vom 15. Mai 2002 mit K.

-   18   -

und der Umstand, dass ein Mobiltelefon aus der Beute im Kartenfach der Fahrer-

tür gefunden worden sei. Dies seien aber nur schwache belastende Indizien.

Diesen stände ein gewichtiges entlastendes Indiz gegenüber, nämlich der Um-

stand, dass D. gemäss der vorinstanzlichen Annahme wohl auch am Raub

beteiligt gewesen sei. Die Vorinstanz führe aus, es sei naheliegend, dass D. eben

weitere Funktionen ausserhalb des Lokals wahrgenommen habe. Das sei nicht

haltbar. Das vorinstanzliche Urteil enthalte keinerlei Erläuterungen dazu, weshalb

ausgerechnet D. Funktionen ausserhalb des Lokals wahrgenommen haben sollte

und nicht etwa eben A.. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung sei die

Annahme naheliegend, dass eben A., welcher ja als Fahrer tätig gewesen sei,

auch vor dem Lokal gewartet und die Verfügbarkeit des Fluchtfahrzeuges sicher-

gestellt habe (Beschwerde KG act. 1 S. 12 Ziff. 20 - 22).

a) Die Vorinstanz erwog, es beständen kaum Zweifel, dass auch D. an der

Tat beteiligt gewesen sei. Aus dieser Erkenntnis könnten aber die drei Angeklag-

ten A., B. und C. nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es sei einlässlich begründet

worden, dass diese drei diesen Raubüberfall als Fronttäter verübt hätten.

Möglicherweise hätten neben den drei maskierten Tätern, die ins Clublokal einge-

drungen seien, weitere Täter mitgewirkt, die Funktionen (z.B. als Aufpasser) au-

sserhalb des Lokals versehen hätten. Es sei naheliegend, dass D. ein weiterer

Täter gewesen sei. Diese Erkenntnis ändere indessen nichts am klaren und ein-

deutigen Beweisergebnis, dass es sich bei den drei Angeklagten um die drei

maskierten Täter handle, die ins Clublokal eingedrungen seien (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 60 lit. h).

b) Entgegen der Beschwerde begründet die Vorinstanz damit durchaus,

weshalb (möglicherweise) "ausgerechnet" D. und nicht etwa A. Funktionen au-

sserhalb des Lokals wahrgenommen habe. Deshalb nämlich, weil A., B. und C.

als die Täter festständen, die maskiert ins Clublokal eingedrungen seien.

-   19   -

c) Allerdings entfallen nach den vorstehenden Ausführungen zwei Indizien,

welche - neben anderen - die Vorinstanz zur Feststellung führten, dass nach dem

klaren und eindeutigen Beweisergebnis die drei Angeklagten A., B. und C. die drei

maskierten Täter seien, die ins Clublokal eingedrungen seien. Es stellt sich - im

Rahmen der Nichtigkeitsbeschwerde von A. vorab bezüglich ihm - die Frage, ob

diese vorinstanzliche Feststellung auch nach dem Entfallen der beiden genannten

Indizien noch haltbar ist. Bei dieser Prüfung ist durchaus zu berücksichtigen, dass

die Vorinstanz auch D. als wahrscheinlichen Tatbeteiligten bezeichnete. Nach Vo-

rinstanz ist es damit wahrscheinlich, dass mindestens vier Täter an der Tat

beteiligt waren. Maskiert ins Clublokal eingedrungen sind gemäss den über-

einstimmenden Aussagen der Geschädigten ausschliesslich drei. Damit ist die

Möglichkeit grundsätzlich vorhanden und zu beachten, dass A. draussen wartete.

d) Die Vorinstanz verwies, wie bereits erwähnt, vorab im Sinne von

§ 161 GVG auf die erstinstanzlichen Erwägungen (angefochtenes Urteil KG act. 2

S. 13). In ihrer Zusammenfassung wies die Erstinstanz darauf hin, dass sich die

verschiedenen Beweismittel zu einem schlüssigen Gesamtbild der drei Ange-

klagten als Täter des Raubüberfalles auf den Freizeitclub Seebach verdichteten.

Dies sei auch dann der Fall, wenn einzelne mehr oder weniger starke auf ihre

Täterschaft deutende Indizien entfielen. Es handle sich um ein Netz von Bewei-

sen, das in der Gesamtbetrachtung auch dann halte, wenn einzelne Fäden rissen.

Es handle sich nicht um eine Kette, welche bereits getrennt werde, wenn ein ein-

ziges Glied nicht halte (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 77 f.). Aus der vor-

instanzlichen Beweiswürdigung müssen gemäss den vorstehenden Ausführungen

zwei Umstände als belastende Indizien dafür, dass A. (und nicht etwa D.) der

dritte der maskierten Täter gewesen war, der ins Clublokal eingedrungen war,

entfallen, nämlich sein Schreiben an den Bezirksanwalt vom 21. Februar 2003

und die Benutzung des Pulloverärmels als Maske. Diese beiden Indizien waren

für die Vorinstanz indes "von eher geringfügigem Beweiswert" (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 23) bzw. "kein erheblich belastendes Indiz" (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 28). Das Schreiben an den Bezirksanwalt vom 21. Februar

2003 erwähnte die Vorinstanz zudem erst (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 28),

-   20   -

nachdem sie bereits aufgrund anderer Indizien zum Schluss gekommen war, dass

A. einer der drei maskierten Täter war (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 26 lit. i),

so dass dessen Entfallen als belastendes Indiz an der vorinstanzlichen Schluss-

folgerung ohnehin nichts ändert.

e) Es verbleiben folgende von den Vorinstanzen genannte Indizien dafür,

dass A. nicht nur aktiv am Raub beteiligt, sondern er einer der drei maskierten

Täter war, die in das Clublokal eingedrungen waren:

aa) Das Telefongespräch mit "K." vom 15. Mai 2002, in welchem A. seinem

Verwandten K. erzählte: "Wir sind maskiert und mit solchen Sachen hinein-

gedrungen" (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 21 lit. c). In der Beschwerde von A.

wird eingeräumt, dass es sich dabei um ein belastendes Indiz handelt. Allerdings

sei zu beachten, dass A. sich selbst ja durchaus als Tatbeteiligten gesehen habe,

weshalb der Gebrauch des Wortes "wir" auch dann nachvollziehbar wäre, wenn

er lediglich Chauffeurdienste geleistet und beim Wagen gewartet hätte

(Beschwerde KG act. 1 S. 12 Ziff. 20). Dabei wird indes übergangen, dass A.

nicht nur von "wir" gesprochen, sondern dieses "wir" auf "maskiert" und "ein-

gedrungen" bezogen hatte. Zwar ist auch damit nicht ausgeschlossen, dass A.

dies auch dann hätte sagen können, wenn er nicht in eigener Person maskiert

gewesen und eingedrungen wäre, sondern draussen gewartet und sich als Mit-

glied einer gemeinsam handelnden Gruppe gefühlt hätte. Deshalb liegt darin kein

direkter Beweis dafür, dass er selber einer der Täter war, die maskiert eingedrun-

gen waren. Die Wahrscheinlichkeit, dass er seinem Verwandten K.

gegenüber diese Formulierung verwendete, wenn er selber tatsächlich einer

dieser drei Täter war, erscheint indes wesentlich höher als wenn er nur draussen

gewartet hatte. In diesem Sinne verbleibt mit diesem Telefonat ein durchaus

wesentliches Indiz dafür, dass A. selber einer der maskierten Täter war, die ins

Clublokal eingedrungen sind.

bb) Der Umstand, dass im Kartenfach der Fahrertür das dem Geschädigten

H. gestohlene Mobiltelefon sichergestellt werden konnte. Für die Vorinstanz war

naheliegend, dass dieses Gerät vom Fahrzeuglenker, A., und nicht von einem

Begleiter dort abgelegt worden sei. Dies sei ein Indiz von durchaus beachtlichem

-   21   -

Beweiswert dafür, dass A. das Gerät dem Geschädigten H. (gemeint: im Club-

lokal) weggenommen und dass er somit nicht bloss ausserhalb des Lokals in sei-

nem Wagen gewartet habe (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 24 lit. f).

Auch diesbezüglich wird in der Beschwerde von A. nicht in Abrede gestellt,

dass es sich um ein belastendes Indiz handelt. Es sei aber ein schwaches Indiz.

Es sei durchaus möglich, dass ein Teil der Beute vor Verlassen des Wagens ver-

teilt worden sei und A. als Chauffeur noch vor Verlassen des Wagens in den

Besitz des Mobiltelefons gekommen sei und es im Wagen verstaut habe

(Beschwerde KG act. 1 S. 12 Ziff. 20). In der Beschwerde wird indes nicht dar-

gelegt, dass und wo er solches in der Untersuchung oder vor den Vorinstanzen

bereits einmal behauptet hätte. Dieser Einwand beruht zudem auf der behaup-

teten allgemeinen Lebenserfahrung, dass sich die Täter sofort nach dem Ver-

lassen des Fahrzeugs trennten (Beschwerde KG act. 1 S. 12 Ziff. 20). Das war

aber vorliegend gerade nicht der Fall. Vielmehr fuhren A., B. und C. gemäss den

erstinstanzlichen Feststellungen nach dem Verlassen des BMW von A. gemein-

sam mit dem Fahrzeug von B. über Dübendorf nach Winterthur, wo sich erst C.

von den beiden anderen trennte und von wo A. und B. nach Bischofszell weiter-

fuhren, wo auch A. ausstieg und von wo B. nach St. Gallen weiterfuhr (erst-

instanzliches Urteil OG act. 131 S. 32 f., S. 44). Die vorinstanzliche Wertung, dass

es sich beim Mobiltelefon des Geschädigten H. im Kartenfach der Fahrertür des

BMW von A. um ein durchaus erhebliches belastendes Indiz dafür handelt, dass

A. dieses Mobiltelefon dem Geschädigten H. weggenommen hatte, ist nicht zu

beanstanden.

cc) Die Erstinstanz stellte fest, dass dem Geschädigten G. speziell aufgefal-

len sei, dass ein Täter blaue Augen gehabt habe. Von den in Betracht

fallenden Personen weise nur A. diese Augenfarbe auf (erstinstanzliches Urteil

OG act. 131 S. 17 f. lit. c mit Verweisung auf die Fotodokumentation BG act. HD

72 S. 24 [A.], S. 29 [D.], S. 34 [C.], S. 39 [B.] sowie HD 14.13 [Fotos von A. mit

Familie]). Die Erstinstanz wertete dieses Indiz als schwach. Es widerspreche aber

der Behauptung von A., nicht im Club drin gewesen zu sein, sondern draussen im

Wagen gewartet zu haben (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 18 vor lit. d).

-   22   -

Die Bewertung als schwaches Indiz bezog die Erstinstanz darauf, dass die

Augenfarbe blau selbstverständlich keine Seltenheit sei und damit auf eine un-

bestimmte Anzahl möglicher Täter zutreffen könne. Prüft man indes, welche drei

Täter aus dem Kreis von A., B., C. und D. maskiert im Clublokal waren, gewinnt

die Feststellung des Geschädigten, dass einer der Täter blaue Augen hatte, zu-

sammen mit dem Umstand, dass von diesen vier einzig A. blaue Augen hat, grö-

ssere Bedeutung als erheblich belastendes Indiz, dass A. einer der drei maskier-

ten Täter war, welche ins Clublokal eindrangen.

dd) Die Erstinstanz stellte fest, dass A. anlässlich der polizeilichen Einver-

nahme vom 30. Mai 2002 eine weitere verräterische Antwort gegeben

habe. Auf die Frage, ob beim Raub Waffen eingesetzt worden seien, habe er

geantwortet: "Ich hatte nie eine Waffe in der Hand". Diese Antwort entspreche

nicht der Logik seiner damaligen vollumfänglichen Tatbestreitung. Diesem Stand-

punkt entsprechend hätte eine sinnvolle Antwort anders ausfallen müssen, z.B.

dass er keine Ahnung habe, oder was er von D. diesbezüglich erfahren habe. Die

von A. gegebene Antwort sei im Kontext, in welchem sie zu Protokoll ergangen

sei, das heisse mit eindeutigem Bezug der vorangehenden Frage zum vorgewor-

fenen Raubüberfall, grundsätzlich nur dann passend und schlüssig, wenn A.

dabei im Clublokal anwesend gewesen sei (erstinstanzliches Urteil OG act. 131

S. 38 f. lit. ag). Auch diese erstinstanzliche Erwägung - die durch die vorinstanz-

liche Verweisung im Sinne von § 161 GVG (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 13

Ziff. 3) ebenfalls Bestandteil des angefochtenen Urteils wurde - wird in der Be-

schwerde von A. nicht beanstandet.

f) Die Beweiswürdigung des vorinstanzlichen Sachrichters kann nach der

Praxis des Kassationsgerichtes aufgrund von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO dann mit

Erfolg gerügt werden, wenn sie sich nicht mehr im Rahmen des Gesetzes hält,

sondern willkürlich, d.h. offensichtlich abwegig ist und einer missbräuchlichen

Handhabung des richterlichen Ermessens gleichkommt (ZR 64 Nr. 54). Die Ver-

neinung eines den Freispruch bedingenden Zweifels wird als Kassationsgrund

angesehen, wenn diese bei ernsthafter Abwägung des "Für" und "Wider"

schlechthin unverständlich ist (Schmid, in Donatsch/Schmid, Kommentar zur

-   23   -

Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 1996, N 21 zu § 430). Es ist zu

berücksichtigen, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicher-

heit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss genügen, dass das

Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (BGE 124 IV 88

E. 2a mit Hinweisen; ZR 72 Nr. 80, 69 Nr. 50; von Rechenberg, Die Nichtigkeits-

beschwerde in Zivil- und Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. Auflage,

Zürich 1986, S. 34). Weiter geht auch die Unschuldsvermutung im Sinne von

Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 4 Abs. 1 aBV bzw. Art. 32 Abs. 1 BV nicht, denn diese

Bestimmungen schliessen einen Schuldspruch nur dann aus, wenn bei objektiver

Betrachtung erhebliche und unüberwindliche Zweifel am Tat- oder Schuldbeweis

zurückbleiben (BGE 120 Ia 35 ff. mit Hinweisen).

g) Anbetrachts der im Beschwerdeverfahren unbestrittenen Ausgangslage,

dass A. am Raubüberfall vom 13. Mai 2002 beteiligt war, und anbetrachts der in

der vorstehenden lit. e aufgeführten verbleibenden Indizien ist die vorinstanzliche

Feststellung, dass (auch) A. einer der drei maskierten Täter war, die ins Clublokal

eindrangen, nicht willkürlich, sondern haltbar. Dabei wurde bereits berücksichtigt,

dass gemäss Vorinstanz kaum Zweifel daran bestehen, dass auch D. beim Raub-

überfall beteiligt war. Dieser Umstand wirkt entgegen der Beschwerde (KG act. 1

S. 12 f. Ziff. 21 und 22) nicht über diese Berücksichtigung hinaus in einer Weise

entlastend, welche die gerügte vorinstanzliche Feststellung als schlechthin un-

verständlich erscheinen liesse. Das gilt auch für den Umstand, dass A. in einem

relativ frühen Stadium seinem Verteidiger mitgeteilt hatte, er sei der Chauffeur

gewesen (Beschwerde KG act. 1 S. 13 Ziff. 23). A. vermochte nicht darzutun,

dass die gerügte vorinstanzliche Feststellung willkürlich ist. Seine Beschwerde ist

abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

-   24   -

 IV. Nichtigkeitsbeschwerde von C. (AC050035)

1. Mit der Beschwerde von C. wird geltend gemacht, die Vorinstanz sei in

Willkür verfallen und habe in dieser Hinsicht den Grundsatz "in dubio pro reo"

verletzt, indem sie von der Beteiligung von C. beim Raub ausgegangen sei und

erhebliche und unüberwindbare Zweifel an seiner Täterschaft verneint habe

(Beschwerde KG act. 7 S. 3 Ziff. 5 und 6).

2. Der im Zusammenhang mit der Rüge der Willkür bei der Beweiswürdi-

gung regelmässig angerufene Grundsatz "in dubio pro reo" weist nach der Recht-

sprechung des Bundesgerichts und in Übereinstimmung mit dem Schrifttum zwei

Aspekte auf: Zum einen bezieht er sich auf die strafprozessuale Beweislast, zum

anderen wirkt er sich bei der Feststellung des Sachverhaltes und der Würdigung

der Beweise aus (BGE 120 Ia 31 ff., 127 I 38 E. 2a; vgl. Corboz, In dubio pro reo,

ZBJV 1993, S. 403 ff. mit weiteren Hinweisen). Als Beweiswürdigungsregel

erschöpft sich der Grundsatz im Verbot der willkürlichen Beweiswürdigung (vgl.

auch Schultz, ZBJV 1995, S. 852), während er als Beweislastregel besagt, dass

es Sache des Staates ist, die Schuld des Angeklagten nachzuweisen. Da der

Grundsatz unter beiden in Frage kommenden Aspekten verfassungsrechtlichen

Rang hat, kann seine Verletzung vor Bundesgericht allein mit staatsrechtlicher

Beschwerde (und nicht mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde) geltend

gemacht werden (vgl. schon BGE 102 Ia 203, 101 Ia 67 ff.; zum Ganzen

M. Forster, ZStrR 1997, S. 61 ff.), womit in beiden Fällen auf kantonaler Ebene

die Nichtigkeitsbeschwerde zulässig ist. Hinsichtlich der Kognition des

Kassationsgerichts ist von Bedeutung, dass die Beachtung der Beweislastregel

vom Bundesgericht im Rahmen einer staatsrechtlichen Beschwerde frei geprüft

wird (BGE 120 Ia 38, 127 I 38 E. 2a), womit ihr insoweit eine über das Willkür-

verbot hinausgehende Tragweite zukommt; dem Kassationsgericht kommt daher

als vorgeschalteter Instanz sinnvollerweise ebenfalls freie Kognition zu, soweit die

Verletzung der Beweislastregel gerügt wird. Bei der Frage, ob die Beweis-

würdigungsregel von der Vorinstanz verletzt worden ist, kommt hingegen dem

-   25   -

Kassationsgericht nach wie vor nur eine auf Willkür begrenzte Überprüfungsbe-

fugnis zu (eingehend ZR 102 Nr. 12; vgl. auch BGE 127 I 38 E. 2c und 3a).

3. Mit der Beschwerde von C. wird nicht geltend gemacht, die Vorinstanz

habe den Grundsatz "in dubio pro reo" als Beweislastregel verletzt. Insbesondere

wird nicht geltend gemacht, die Vorinstanz habe C. schuldig gesprochen, obwohl

sie an seiner Schuld gezweifelt habe. Vielmehr wird sinngemäss geltend

gemacht, die Vorinstanz hätte bei nicht willkürlicher Beweiswürdigung (erhebliche

und unüberwindbare) Zweifel haben müssen, C. deswegen nicht schuldig

sprechen dürfen und den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt, indem sie das

trotzdem getan habe. Die Rügen der Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro

reo" erschöpfen sich in den Rügen der willkürlichen Beweiswürdigung. Sie sind

mit der auf Willkür begrenzten Kognition (vgl. dazu vorstehend Ziff. III.7.f) zu

prüfen.

4. Die vorinstanzliche Verweisung auf das erstinstanzliche Urteil im Sinne

von § 161 GVG (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 13 Ziff. 3, vorstehend Ziff. III.2)

gilt auch bezüglich C. Das wurde in seiner Beschwerde auch so erkannt (vgl. die

Bezugnahmen auf das erstinstanzliche Urteil OG act. 131 in der Beschwerde KG

act. 7 S. 3 Ziff. 7 - S. 8 Ziff. 19).

5. Auch bezüglich C. ist damit vorab von der erstinstanzlichen zusammen-

fassenden Beweiswürdigung auszugehen. Demnach ist nachgewiesen, dass sich

A., B. und C. zum Tatzeitpunkt in Zürich aufgehalten hatten, dass sie zuvor und

danach untereinander Verbindungen mit ihren Mobiltelefonen hatten und dass

während des tatkritischen Zeitraumes (am 13. Mai 2002 von ca. 03.00 bis ca.

03.50 Uhr nach Anklage; BG act. HD 95 S. 6) mit ihren Mobiltelefonen gar keine

Verbindungen aufgenommen wurden, weder untereinander noch mit anderen

Teilnehmern. Ihre Mobiltelefone wurden nicht benutzt. Sie mussten - während des

tatkritischen Zeitraumes - abgeschaltet gewesen sein. Bei ihren letzten und ersten

Verbindungen vor und nach dem Unterbruch (A./C. um 02.53 Uhr und 05.07 Uhr;

erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 26 lit. a) befanden sie sich ungefähr an den

gleichen Standorten. Aus alldem zog die Erstinstanz den Schluss, dass sie den

tatkritischen Zeitraum gemeinsam verbracht hatten. Für die Erstinstanz war nicht

-   26   -

einsehbar, was für eine Betätigung es sein könnte, die es den drei Angeklagten -

jedem für sich - verunmögliche, über ihr Verhalten Auskunft zu geben. Der Tat-

vorwurf wiege zu schwer, als dass vernünftigerweise andere Handlungen vorstell-

bar wären, die es aus Sicht jedes Angeklagten notwendig und gerechtfertigt

erscheinen lassen könnten, sie zu verbergen und darüber zu schweigen. Daher

sei zu folgern, dass die drei Männer, welche damals mit Masken über den

Gesichtern die im Freizeitclub Seebach anwesenden Personen beraubt hätten,

die Angeklagten A., B. und C. gewesen seien (erstinstanzliches Urteil OG act. 131

S. 77).

Damit setzt sich auch die Beschwerde von C. nicht auseinander (vgl. zu

diesem Erfordernis nachfolgend Ziff. 7.c aa). Zwar wird in der Beschwerde Bezug

genommen auf die vorinstanzlichen Erwägungen, die sich ebenfalls mit dem Te-

lefonverkehr, den Standorten und den daraus gezogenen Schlüssen auseinan-

dersetzen. Diese Erwägungen seien willkürlich. Mit den Ergebnissen der Teil-

nehmeridentifikation könne nur nachgewiesen werden, dass C. verschiedene Te-

lefongespräche mit Mitangeklagten geführt und dass er sich am 13. Mai 2002 um

ca. 03.00 im Raum Dübendorf und um ca. 05.00 Uhr wieder im Raum Uster auf-

gehalten habe. Die weiteren Überlegungen der Vorinstanz stellten reine Spekula-

tionen dar, die den strafprozessualen Anforderungen an eine Beweisführung nicht

standhielten (Beschwerde KG act. 7 S. 6 f. Ziff. 13).

Einerseits bedeutet die blosse Bezeichnung als reine Spekulation keine

Auseinandersetzung mit den detaillierten vor- und erstinstanzlichen Erwägungen.

Andererseits kann, wie die Vorinstanzen darlegten, mit den Ergebnissen der

Überwachung des Fernmeldeverkehrs keineswegs nur nachgewiesen werden,

dass C. verschiedene Telefongespräche mit Mitangeklagten führte und dass er

sich am 13. Mai 2002 um ca. 03.00 Uhr im Raum Dübendorf und um ca. 05.00

Uhr wieder im Raum Uster aufgehalten hatte. Vielmehr konnte damit darüber hin-

aus Folgendes nachgewiesen werden:

a) Die Mitangeklagten A. und B., mit denen C. verschiedene Telefongesprä-

che führte, befanden sich zu den gleichen Zeitpunkten ungefähr an den gleichen

Orten wie er (vgl. angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 42 mit Verweisung auf BG

-   27   -

act. HD 76/2 S. 1 ff.), nämlich in Dübendorf und Uster (angefochtenes Urteil KG

act. 2 S. 26, S. 42, S. 47 f.) (und später in Winterthur; erstinstanzliches Urteil OG

act. 131 S. 32 lit. ac mit Verweisung auf BG act. HD 76.2 S. 2 f., OG act. 131

S. 44 lit. be mit Verweisung auf BG act. HD 76.2 S. 9).

b) Vor und nach der tatkritischen Zeit führten A., B. und C. verschiedenste

Telefonate miteinander und mit anderen. Ausgerechnet während der tatkritischen

Zeit - nämlich von 02.53 Uhr bis 05.07 Uhr - wurde keines der Mobiltelefone

dieser drei Angeklagten benutzt, waren sie also nach der nicht beanstandeten er-

stinstanzlichen Schlussfolgerung allesamt ausgeschaltet. Ungefähr zeitgleich da-

vor und danach benutzten die drei Angeklagten ihre Telefone wieder (erstinstanz-

liches Urteil OG act. 131 S. 26 f., S. 77).

c) Zunächst konnte keiner der drei Angeklagten eine plausible Erklärung

dafür geben, was er während der tatkritischen Zeit gemacht hatte (vgl. erst-

instanzliches Urteil OG act. 131 S. 77). Schliesslich gestand immerhin A., wäh-

rend dieser Zeit beim Überfall beteiligt gewesen zu sein.

Das sind nicht reine Spekulationen. Mit dieser Bezeichnung in der

Beschwerde von C. und ohne Auseinandersetzung mit diesen Umständen kann

die vorinstanzliche Feststellung nicht als willkürlich nachgewiesen werden. Damit

bleibt diese bestehen. Die übrigen Rügen auch in der Beschwerde von C. gehen

daran vorbei. Auch die Beschwerde von C. ist schon aus diesem Grund abzuwei-

sen.

6. Gleichwohl sei nachfolgend auch auf die weiteren Rügen von C. einge-

gangen:

7. C. rügt, sowohl für die Erstinstanz als auch für die Vorinstanz spreche vor

allem sein Aussageverhalten dafür, dass er den ihm vorgeworfenen Raub began-

gen haben soll. Es sei jedoch mit dem Grundsatz "in dubio pro reo" nicht zu ver-

einbaren, dass das nicht gerade konzise und bisweilen auch widersprüchliche

Aussageverhalten ein wesentliches Indiz für die aktive Beteiligung von C. an der

eingeklagten Tat sein soll. Sein widersprüchliches Aussageverhalten könne

-   28   -

zwanglos damit erklärt werden, dass er über die Hintergründe der Tat und die

wirklichen Täter, welche aus seinem weiteren Umfeld stammten, Bescheid

gewusst habe, dies den Strafverfolgungsbehörden aus naheliegenden Gründen

jedoch habe verheimlichen wollen. Indem die Vorinstanz sein Aussageverhalten

als wesentliches Indiz für seine Täterschaft herangezogen habe, sei sie in Willkür

verfallen (Beschwerde KG act. 7 S. 3 f. Ziff. 7).

a) Die Vorinstanz erwog, das von krassen Widersprüchlichkeiten und Unge-

reimtheiten geprägte Aussageverhalten von C. stelle ein durchaus wesentliches

Indiz dafür dar, dass er an der Tat aktiv beteiligt gewesen sei (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 36 vor lit. b). Die Vorinstanz erachtete somit, wovon auch in der

Beschwerde ausgegangen wird, das Aussageverhalten von C. nicht als direkten

Beweis für seine aktive Tatbeteiligung, sondern bloss als Indiz dafür.

b) Eine Tatsache ist dann ein Indiz für die Haupttatsache, wenn sie die

Wahrscheinlichkeit des Vorliegens der Haupttatsache beeinflusst (Bender/Nack,

Tatsachenfeststellung vor Gericht, Band I, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre,

2. Auflage, München 1995, N 388 S. 216). Der Beweiswert einzelner Indizien

kann verschieden sein. Einzelne können praktisch mit Sicherheit auf ein Be-

weisthema hinweisen, andere tun es nur mit einer gewissen (mehr oder weniger

grossen) Wahrscheinlichkeit. Oft weisen verschiedene Indizien auf eine Tat hin.

In diesem Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen

(Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel

Genf München 2005, § 59 N 13, mit Verweisung auf Hans Walder, Der Indizien-

beweis im Strafprozess, in ZStrR 108, 1991, S. 299 ff.; vgl. insbes. S. 306 unten

und S. 309 unten). Da ein Indiz immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit

(die kleiner oder grösser sein kann) auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt

es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch

den Zweifel. Alle Indizien zusammen können aber vollen Beweis und volle Über-

zeugung bringen und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. Der Satz "in

dubio pro reo" ist daher anerkanntermassen nur auf die ganze Beweisführung

anwendbar, nicht auf einzelne Indizien (Hans Walder, Die Beweisführung in Straf-

sachen, insbesondere der Indizienbeweis, Zürich 1974/75 [Kriminalistisches

-   29   -

Institut des Kantons Zürich, Referat], S. 49; vgl. Pra 91 [2002] Nr. 180 Erw. 3.4

S. 963).

In diesem Sinne ist auf die Rüge der Verletzung des Grundsatzes "in dubio

pro reo" bei der Verwendung des Aussageverhaltens von C. als belastendes Indiz

nicht einzutreten.

c) Aber auch auf die Rüge der Willkür kann in diesem Zusammenhang nicht

eingetreten werden:

aa) Aus der Natur des Beschwerdeverfahrens, das keine Fortsetzung des

Verfahrens vor dem Sachrichter darstellt, folgt, dass sich der Nichtigkeitskläger

konkret mit dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und den behaup-

teten Nichtigkeitsgrund in der Beschwerdeschrift selbst nachweisen muss (§ 430

Abs. 2 StPO). In der Beschwerdebegründung sind insbesondere die angefochte-

nen Stellen des vorinstanzlichen Entscheides zu bezeichnen und diejenigen

Aktenstellen, aus denen sich ein Nichtigkeitsgrund ergeben soll, im Einzelnen

anzugeben. Es ist nicht Sache der Kassationsinstanz, in den vorinstanzlichen

Akten nach den Grundlagen des geltend gemachten Nichtigkeitsgrundes zu

suchen. Wer die vorinstanzliche Beweiswürdigung als willkürlich rügt, muss in der

Beschwerde genau darlegen, welche tatsächlichen Annahmen des angefochte-

nen Entscheides auf Grund welcher Aktenstellen willkürlich sein sollen. Wird

Aktenwidrigkeit einer tatsächlichen Annahme behauptet, so sind ebenfalls die

Bestandteile der Akten, die nicht oder nicht in ihrer wahren Gestalt in die Beweis-

würdigung einbezogen worden sein sollen, genau anzugeben. Wer vorbringt,

angerufene Beweismittel seien nicht abgenommen worden, hat zu sagen, wo und

zu welchen Behauptungen er sich auf diese berufen hat. Wird im Rahmen eines

Strafprozesses geltend gemacht, die Untersuchungsmaxime sei verletzt worden,

ist in der Beschwerde anzuführen, durch welche Unterlassung dies geschehen

sein soll (ZR 91/92 Nr. 6; vgl. auch BGE 127 I 42 E. 3b sowie ZR 81 Nr. 88 E. 6;

Schmid, in Donatsch/Schmid, a.a.O., N 32 zu § 430; von Rechenberg, a.a.O.,

S. 16 ff.).

-   30   -

bb) C. bezieht sich bei dieser Rüge auf die Seiten 30 - 36 des angefochte-

nen Urteils (Beschwerde KG act. 7 S. 3 Ziff. 7). Er setzt sich aber mit diesen

Erwägungen überhaupt nicht auseinander, sondern behauptet lediglich, sein

widersprüchliches Aussageverhalten könne zwanglos damit erklärt werden, dass

er über die Hintergründe der Tat und die wirklichen Täter, welche aus seinem

weiteren Umfeld stammten, Bescheid gewusst habe, dies den Strafverfolgungs-

behörden aus naheliegenden Gründen aber habe verheimlichen wollen. Zum

Nachweis dieser Behauptung wäre es erforderlich gewesen, sich mit den einzel-

nen vorinstanzlichen Erwägungen zu seinem Aussageverhalten auseinander-

zusetzen. So erwog die Vorinstanz beispielsweise, dass bemerkenswert und ver-

räterisch sei, wie C. wiederholt mit seinen Aussagen einen Bezug zum Raub her-

gestellt habe, ohne dass er diesbezüglich gefragt worden wäre (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 34 unten). Dies ist nicht ohne weiteres damit zu erklären, dass

er über die Hintergründe der Tat und die wirklichen Täter aus seinem weiteren

Umfeld Bescheid gewusst habe. Die Rüge ist ungenügend begründet.

8. Bei einem ab den Jacken- und Hosentaschen des Geschädigten L. ent-

nommenen Asservat fand sich DNA von C. Die Vorinstanz erachtete das als Indiz

von erheblichem Beweiswert, das C. belaste, den Geschädigten L. in jener Nacht

im Lokal des Freizeitclubs berührt zu haben (angefochtenes Urteil KG act. 2

S. 36 - 38).

a) In der Beschwerde von C. wird darauf hingewiesen, dass dieser geltend

gemacht habe, es sei ohne weiteres denkbar, dass seine DNA-Spur im Zusam-

menhang mit seiner Tätigkeit als Türsteher an die Kleidung des Geschädigten

gelangt sei. Die Vorinstanzen hätten dieses Vorbringen unter Hinweis auf die als

glaubhaft bezeichnete Aussage des Geschädigten, er sei niemals von C. beim

Einlass in ein Lokal kontrolliert worden, zurückgewiesen. Die Aussagen des

Geschädigten L. seien aber nur bedingt glaubhaft. So habe er zunächst aus-

gesagt, dass er "überall" hingehe und sich in verschiedenen Clubs aufhalte. Die

Frage des Bezirksanwalts, ob er sich auch an der Langstrasse aufhalte, habe er

daraufhin verneint, wohlwissend, dass C. ansonsten nicht hätte überführt werden

können. Eine Person, welche üblicherweise verschiedene Lokale aufsuche, könne

-   31   -

sich erfahrungsgemäss kaum erinnern, ob und von welchen Türstehern sie kon-

trolliert worden sei. Entsprechend sei es willkürlich, wenn die Vorinstanz aufgrund

der doch eher vagen Aussagen des Geschädigten L. annehme, es sei unwahr-

scheinlich, dass C. die festgestellte DNA-Spur im Rahmen seiner Tätigkeit als

Türsteher gesetzt habe (Beschwerde KG act. 7 S. 4 Ziff. 8).

b) Gemäss den erstinstanzlichen Feststellungen hatte C. vor der Untersu-

chungshaft im Zusammenhang mit dem vorliegenden Strafverfahren in einer Dis-

kothek in St. Gallen und vereinzelt in der L____-Bar an der Langstrasse in Zürich

als Türsteher gearbeitet (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 86). In der Zeu-

geneinvernahme vom 19. Dezember 2002 hatte der Geschädigte L. die Frage, ob

er sich in anderen Clubs (offensichtlich gemeint: als dem Freizeitclub in Zürich-

Seebach), Restaurants etc. aufhalte, bejaht. Er gehe überall hin, in albanische

Clubs, z.B. in Altstetten. Die Anschlussfrage, auch in Zürich in der Langstrasse?,

verneinte L. Nein, Langstrasse nicht. Auch die Frage, ob er auch in Clubs gehe,

wo es Türsteher habe, verneinte L., mit Ausnahme bei der albanischen Party in

Schlieren, am Samstag. Dort gebe es Türsteher. Dort sei er vorher öfter gewesen,

jetzt nicht mehr so oft, vielleicht noch einmal pro Monat. Die Frage, ob er einmal

von einem Türsteher durchsucht worden sei, bejahte er. Dort in Schlieren. Die

Frage, ob er den Türsteher kenne, bejahte er. Er kenne alle, die dort arbeiteten

(BG act. HD 30/2 S. 9).

aa) In der Diskothek in St. Gallen hatte C. mit seiner Arbeit aufgehört, "als

die Polizei die Pistole gefunden hat" (BG act. HD 87/8 S. 2). Das war am 8. Juni

2001 (von der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen beigezogene Akten

ST.2002.1357 act. A1 S. 4 und S. 7, A 3.7). Gemäss unbeanstandeter vorinstanz-

licher Feststellung mussten die am 13. Mai 2002 asservierten Spuren von C. an

der Kleidung des Geschädigten L. relativ frisch sein, sonst wären sie längst aus-

gewaschen worden (angefochtener Beschluss KG act. 2 S. 37). Entsprechend

diesen Feststellungen ist damit eine Spurengebung von C. anlässlich seiner im

Juni 2001 aufgegebenen Tätigkeit als Türsteher in der Diskothek in St. Gallen

ausgeschlossen.

-   32   -

bb) C. machte nicht geltend, nach der Diskothek in St. Gallen noch an einem

anderen Ort als für die L____ Bar an der Langstrasse in Zürich als Türsteher tätig

gewesen zu sein. Anhaltspunkte dafür, dass der Geschädigte L. in dieser L____

Bar gewesen wäre, sind nicht ersichtlich. Zwar war seine erste Antwort auf die

Frage, ob er sich auch in anderen Clubs, Restaurants etc. aufhalte, mit ja, er gehe

überall hin, tatsächlich vage. Dies wurde indes konkretisiert mit den weiteren

bezirksanwaltschaftlichen Fragen und den Antworten des Geschädigten darauf.

Demnach hielt sich der Geschädigte nicht in anderen Clubs, Restaurants etc. in

der Langstrasse in Zürich auf und war der einzige Club mit Türstehern, den er

besuchte, die albanische Disco in Schlieren. Dafür, dass diese Aussagen des

Geschädigten im Gegensatz zur Würdigung durch die Vorinstanzen (erstinstanz-

liches Urteil OG act. 131 S. 47 lit. bh; angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 37) "nur

bedingt glaubhaft" wären, sind keine Anhaltspunkte ersichtlich. Insbesondere

besteht kein Anhaltspunkt für die Behauptung in der Beschwerde, dass der Ge-

schädigte L. die Frage, ob er sich auch in Clubs, Restaurants etc. in der Lang-

strasse aufhalte, deshalb verneinte, weil er gewusst hätte, dass ansonsten C.

nicht überführt werden könnte. Im Gegensatz zur Behauptung in der Beschwerde

ist es keine allgemeine Erfahrungstatsache, dass eine Person, welche verschie-

dene Lokale besucht, sich kaum erinnern kann, ob es bei einem oder mehreren

dieser Lokale Türsteher hat. Insbesondere erinnerte sich der Geschädigte L.

offensichtlich durchaus daran, dass es in der albanischen Disco in Schlieren Tür-

steher gibt. C. war nach seinen Aussagen nur bei der L____-Bar an der Langstra-

sse in Zürich Türsteher. L. hielt sich nach seinen Aussagen nicht in Clubs und

Restaurants an der Langstrasse auf. Weder dafür, dass er sich daran nur noch

ungenau erinnert hätte, noch dafür, dass er falsch hätte aussagen wollen noch

dafür, dass er C. falsch hätte belasten (oder mit einer unzutreffenden Aussage

nicht hätte entlasten) wollen, gibt es Anhaltspunkte.

-   33   -

c) Es gibt damit keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die DNA-Spur

von C. zu einem anderen Zeitpunkt und Ort als beim Raubüberfall vom 13. Mai

2002 auf die Kleider von L. gelangt wäre. Trotzdem gab die Vorinstanz auch

eventuellen anderen Möglichkeiten Raum, indem sie diese DNA-Spur nur - aber

immerhin - als Indiz von durchaus erheblichem Beweiswert wertete, damit also

andere Möglichkeiten offen liess (wenn auch zu Recht als wesentlich weniger

wahrscheinlich erachtete). Dies ist durchaus haltbar und nicht willkürlich.

d) Darin - in den offen gelassenen anderen Möglichkeiten - ist auch der

Einwand von C. enthalten, L. habe ausgesagt, dass der ihn "aussackende" Täter

Handschuhe getragen habe, weshalb es nicht plausibel sei, dass C. die DNA-

Spur anlässlich des Raubüberfalls gesetzt haben sollte (Beschwerde KG act. 7

S. 4 Ziff. 8). Die Vorinstanzen erläuterten, dass und weshalb dies auch an-

betrachts dieser Aussage des Geschädigten möglich war (erstinstanzliches Urteil

OG act. 131 S. 48, angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 37). Dabei handelt es sich

entgegen der Darstellung in der Beschwerde nicht um blosse Spekulationen,

welche die Vorinstanzen zur Grundlage des Urteils gemacht hätten (Beschwerde

KG act. 7 S. 5 vor Ziff. 9). Vielmehr handelt es sich um Begründungen, weshalb

auch bei Beachtung des Einwandes der Verteidigung das belastende Indiz, das

aus andern Umständen (DNA-Spur, Aussagen von L. und C.) resultierte, nicht

dahin fiel. Dies brachte die Vorinstanz insbesondere mit der Erwägung zum Aus-

druck, wie die Übertragung der DNA von C. auf die Kleider von L. genau erfolgt

sei, sei nicht entscheidend und könne letztlich offen bleiben; immerhin habe die

Erstinstanz verschiedene, durchaus plausible Möglichkeiten der Übertragung auf-

gezeigt (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 37). Dies ist haltbar. Die Rüge geht

fehl.

9. Am Tatort wurden unter anderem Kabelbinder sichergestellt, welche zur

Fesselung der Geschädigten verwendet worden waren. Bei einem davon wurde

eine Mischspur asserviert, bei welcher die Wahrscheinlichkeit der Spurengeber-

schaft von C. und zwei unbekannten Personen 500 Mal grösser ist, als wenn drei

unbekannte Spurengeber in Betracht gezogen werden. Die Vorinstanz wertet dies

zusammen mit widersprüchlichen Aussagen von C. dazu als zumindest schwa-

-   34   -

ches Indiz dafür, dass er den betreffenden Kabelbinder in der Tatnacht in den

Freizeitclub gebracht habe. In kombinierter Betrachtung der DNA-Spur an der

Kleidung eines Geschädigten (gemeint: von L.) und am Kabelbinder sei es nahe-

liegend, dass die beiden Spuren im gleichen Zusammenhang, d.h. bei Begehung

des Raubüberfalls gesetzt worden seien. Aus der Kombination dieser beiden

Indizien ergebe sich eine erhebliche Belastung von C. (angefochtenes Urteil KG

act. 2 S. 38 f.).

In der Beschwerde von C. wird geltend gemacht, noch die Erstinstanz habe

die Möglichkeit, dass C. die Kabelbinder zu einem früheren Zeitpunkt berührt

hatte, nicht ausgeschlossen. Entsprechend sei es willkürlich, wenn die Vorinstan-

zen aufgrund der unzutreffenden ersten Aussagen von C., er habe niemals einen

Kabelbinder berührt, annähmen, die DNA-Spur am Kabelbinder stelle ein Indiz für

seine Täterschaft dar (Beschwerde KG act. 7 S. 5 Ziff. 9).

Diese Argumentation scheint das Wesen des Indizes zu verkennen. Wie

bereits erwähnt, weist ein Indiz immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit

(die kleiner oder grösser sein kann) auf die Täterschaft oder die Tat hin und lässt,

einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den

Zweifel (Pra 91 [2002] Nr. 180 Erw. 3.4 S. 963 mit Verweisung auf Walder,

a.a.O.). Der Umstand, dass die Vorinstanzen nicht ausschlossen, dass C. die Ka-

belbinder auch zu einem früheren Zeitpunkt hätte berührt haben können, hinderte

somit keineswegs, in der DNA-Spur am Kabelbinder ein (als solches schwaches;

angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 38 unten) Indiz zu sehen. Die Rüge geht fehl.

10. Anlässlich der Hausdurchsuchung in der Wohnung von C. konnten kurz

vor seiner Verhaftung am Morgen des 13. Mai 2002 im Wohn- und Schlafzimmer

je ein abgetrennter Pulloverärmel sichergestellt werden. Die Vorinstanz erwog -

nach Verweisung auf die als zutreffend bezeichneten erstinstanzlichen Erwägun-

gen - dazu, die Vermutung, dass diese abgeschnittenen Ärmel zur Vermummung

hätten verwendet werden sollen, dränge sich auf. Somit liege ein C. erheblich

belastendes Indiz vor, weil bei ihm als Person, die als Mittäter eines Raubes ver-

dächtigt worden sei, bei welchem Maskierungen Anwendung fanden, eben

solches Material in den von ihm bewohnten Räumlichkeiten aufgefunden worden

-   35   -

sei, das zudem nur seine DNA trage, und weil er dazu keine glaubhaften Aussa-

gen habe machen können (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 39 f. lit. d).

a) In der Beschwerde von C. wird dazu geltend gemacht, die in seiner

Wohnung gefundenen abgetrennten Pulloverärmel stellten entgegen den Er-

wägungen der Vorinstanzen kein hinreichendes Indiz für dessen Täterschaft dar.

Die Erstinstanz habe seine Aussage, er habe einen Kurzarmpullover herstellen

und die aufgefundenen abgetrennten Ärmel zum Schuhe putzen verwenden

wollen, für unglaubhaft gehalten, da seine Ehefrau nicht von Schuhputzen

gesprochen und sich daran auch keine Schuhcrème befunden habe. Diese

Argumentation sei abwegig, Zum einen verstehe sich von selbst, dass auch Ehe-

gatten voneinander nicht wüssten, was der andere mit einer Handlung beabsich-

tige. Zum andern sei die Verwendung zum Schuheputzen erst für die Zukunft vor-

gesehen gewesen, weshalb sich erklären lasse, dass sich noch keine Schuh-

crème am abgetrennten Ärmel befunden habe (Beschwerde KG act. 7 S. 5 f.

Ziff. 10).

b) Die Vorinstanzen erblickten die in der Wohnung von C. sichergestellten

abgetrennten Pulloverärmel noch nicht als hinreichendes Indiz für seine Täter-

schaft, sondern lediglich zusammen mit weiteren Indizien als erheblich belasten-

des Indiz. Sie liessen damit sogar die Möglichkeit offen, dass C. diese Pullover-

ärmel zum Schuheputzen abgetrennt hatte. Insoweit geht die Beschwerde am

angefochtenen Entscheid vorbei.

c) Die Erstinstanz bezeichnete die Aussagen von C. über die Verwendung

zum Schuheputzen in BG act HD 15.1 S. 9 und 15.2 S. 6 als unglaubhaft. In BG

act. HD 15.1 S. 9 Frage/Antwort 69 behauptete C., seine Frau habe den Pullover-

ärmel geschnitten zum Schuhe putzen. Darauf bezog sich die erstinstanzliche

Erwägung, dass seine Ehefrau nicht bestätigte, dass sie das Abtrennen vom

Pullover vorgenommen - wie er behauptet habe - und auch nicht von Schuhe

putzen gesprochen habe (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 21). In BG

act. HD 15/2 S. 6 hatte C. erklärt, er putze Schuhe und dann habe er es weg-

geworfen und dann sei noch einer dort gewesen - also nach dem Schuheputzen.

Auch diesbezüglich macht die erstinstanzliche Erwägung durchaus Sinn und ist

-   36   -

keineswegs abwegig, dass sich am Ärmel keine Schuhcrème befunden habe.

Schliesslich erklärte C. - worauf die Erstinstanz ebenfalls hinwies (erstinstanz-

liches Urteil OG act. 131 S. 21) - auf Frage, dass er den Ärmel deswegen ab-

geschnitten habe, weil er grosse Muskeln an den Oberarmen habe (BG act.

HD 15/13 S. 13 Frage/Antwort 99), hielt also selber nicht mehr am Verwendungs-

zweck des Schuheputzens fest. Die erstinstanzliche - und mit ihr die vorinstanzli-

che - Würdigung ist nicht willkürlich.

11. Beim Überfall wurden Handschuhe verwendet. Im Fluchtfahrzeug wurde

neben einem abgetrennten Ärmel ein Paar Handschuhe sichergestellt. Im Innern

dieser Handschuhe konnte DNA von höchstwahrscheinlich A., B., C. sowie einer

unbekannten Person festgestellt werden. Diese Handschuhe gehörten A. Gemäss

Vorinstanz habe C. dazu ausgeführt, er habe diese Handschuhe vielleicht auch

angefasst, aber nicht damit gearbeitet. Damit habe er sinngemäss behauptet,

diese nicht getragen zu haben. C. werde deshalb durch den Umstand, dass die

DNA-Mischspur im Innern der Handschuhe erhoben worden sei, zumindest in

leichtem Masse belastet (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 40 lit. e).

a) In der Beschwerde von C. wird dazu geltend gemacht, er habe sich vor

der Tat des öftern im Fahrzeug von A. aufgehalten. Entsprechend sei es nahe-

liegend, dass er die Spur bei früherer Gelegenheit gesetzt habe. Weshalb er

durch diesen Umstand in leichtem Masse belastet werden sollte, sei unerfindlich

und willkürlich (Beschwerde KG act. 7 S. 6 Ziff. 11).

b) Die DNA-Spur wurde im Innern der Handschuhe erhoben. Es ist nicht

naheliegend, fremde Handschuhe anzuziehen, wenn man sich in einem fremden

Fahrzeug aufhält. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass C. die Hand-

schuhe von A. bereits vor dem Raubüberfall einmal angezogen und seine DNA

hinterlassen hatte. Dies schlossen auch die Vorinstanzen nicht aus. Die Berück-

sichtigung dieser DNA-Spur als C. in leichtem Masse belastendes Indiz ist haltbar

und nicht willkürlich.

-   37   -

12. Die Vorinstanz erwog, C. werde durch Kassiber, die von ihm stammten,

erheblich belastet. Dazu verwies die Vorinstanz vollumfänglich auf die erstin-

stanzlichen Erwägungen auf S. 45 f. des erstinstanzlichen Urteils (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 41 lit. h).

Die Erstinstanz führte zu den zitierten Kassibertexten aus, C. habe damit

erreichen wollen, dass B. die Aussagen mit den seinen abstimmen sollte. Der

Hinweis, dass A. "nicht gesprochen" habe, lege dessen Involvierung offen. Der

Hinweis, dass die beiden anderen (nach der Erstinstanz D. und M.) gesprochen

und dabei gelogen hätten, "dass wir etwas gemacht hätten bzw. in der Wohnung

gewesen seien", entspreche dem Bestreiten durch C., zeige aber im Kontext

dessen Involvierung und diejenige von B. ebenfalls auf. Die Formulierung in

einem weiteren Kassiber, D. habe gesprochen, sei im vorliegenden Kontext im

verdeckten illegalen Meinungsaustausch unter Häftlingen so zu interpretieren,

dass D. mit seinen Aussagen über die beobachtete Zusammenkunft am Wohnort

von A. eben über eine Realität berichtet habe, die als gelogen hingestellt werden

sollte, weshalb C. den Angeklagten A. bitte, dies nicht auch auszusagen ("sprich

nicht"). Diese Mitteilung lege ebenfalls offen, dass C. und A. sich an diesem

Morgen an dessen Wohnort aufgehalten hätten (erstinstanzliches Urteil OG

act. 131 S. 45 f.).

a) In der Beschwerde von C. wird dazu geltend gemacht, entgegen der vor-

instanzlichen Annahme gehe aus dem Umstand, dass C. Kassiber an die Adresse

von Mitangeklagten in einer Abstandszelle hinterlassen habe, nicht hervor, dass

er als Täter an der inkriminierten Tat beteiligt gewesen sei. Ein Interesse, dass

Mitverdächtige richtige Aussagen machten, müsse nicht nur der Schuldige, son-

dern auch ein Unschuldiger haben. Entsprechend sei es willkürlich, wenn aus

dem Umstand, dass C. Mitteilungen an Mitangeschuldigte habe machen wollen,

gefolgert werde, er habe die ihm vorgeworfene Tat begangen (Beschwerde KG

act. 7 S. 6 Ziff. 12).

-   38   -

b) Die Vorinstanz folgerte nicht aus dem Umstand allein, dass C. Mitteilun-

gen an Mitangeschuldigte machen wollte, er habe die ihm vorgeworfene Tat

begangen. Insoweit geht die Rüge am vorinstanzlichen Urteil vorbei. Die Vor-

instanzen erblickten im Inhalt dieser Mitteilungen nur - aber immerhin - erheblich

belastende Indizien (insbesondere dafür, dass C. und A. sich am Morgen des

13. Mai 2002 am Wohnort von A. aufgehalten hatten). Mit dem Inhalt dieser Mittei-

lungen und den erstinstanzlichen Schlussfolgerungen daraus setzt sich die

Beschwerde aber nicht auseinander. Auf diese Rüge kann aus diesen Gründen

nicht eingetreten werden.

13. Die Vorinstanz erwog, der Umstand, dass A. und C. vor und nach der

tatkritischen Zeit wiederholt telefonischen Kontakt untereinander hatten, sich

offensichtlich auch getroffen hätten und mit den Natels während des tatkritischen

Zeitraumes überhaupt keine Gespräche geführt worden seien, sei ein bedeut-

samer Hinweis, dass diese beiden Angeklagten den Überfall gemeinsam verübt

hätten. Daraus sei zu schliessen - so die Vorinstanz weiter -, dass die Indizien,

die auf eine Täterschaft von A. schliessen liessen, indirekt auch C. belasteten,

wenn davon ausgegangen werde, dass die beiden während der tatkritischen Zeit

zusammen gewesen seien. Auch die Indizien, die auf die Mittäterschaft von B.

schliessen liessen, belasteten C. indirekt, sei doch aufgrund seiner eigenen

Zugeständnisse, welche mit dem übrigen Beweisergebnis im Einklang ständen,

nicht daran zu zweifeln, dass er und B. die fragliche Nacht zusammen verbracht

hätten (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 42).

a) In der Beschwerde von C. wird es als willkürlicher Zirkelschluss bezeich-

net, wenn die Vorinstanz dafür halte, die Indizien, welche die Mitangeklagten A.

und B. belasteten, würden auch C. belasten, da aufgrund der Auswertung der

Mobiltelefonranddaten nachgewiesen sei, dass er die Nacht zusammen mit

diesen verbracht habe. Entgegen der im angefochtenen Entscheid vertretenen

Auffassung sei eben gerade nicht erstellt, dass C. die Nacht mit den Mitange-

klagten verbracht habe. Namentlich mache auch der Mitangeklagte B. geltend, an

der Tat nicht beteiligt gewesen zu sein, weshalb C. durch den bestrittenen Um-

-   39   -

stand, dass er die fragliche Nacht mit B. verbracht haben sollte, ebenso wenig

belastet werden könne (Beschwerde KG act. 7 S. 7 Ziff. 14).

b) Die Vorinstanz ging im Gegensatz zur Behauptung in der Beschwerde

nicht davon aus, dass bereits aufgrund der Auswertung der Mobiltelefonranddaten

nachgewiesen sei, dass die drei Angeklagten die Nacht miteinander verbracht

hatten. Vielmehr erachtete sie diese Daten zusammen mit weiteren Umständen

lediglich - aber immerhin - als bedeutsames Indiz dafür, dass die drei Angeklagten

während der tatkritischen Zeit zusammen waren. Insoweit geht die Rüge am vor-

instanzlichen Urteil vorbei. Sodann schloss die Vorinstanz, dass die Indizien, die

auf eine Täterschaft von A. schliessen liessen, indirekt auch C. belasteten, wenn

davon ausgegangen werde, dass die beiden während der tatkritischen Zeit zu-

sammen waren. Dies ist weder ein Zirkelschluss noch willkürlich, sondern logisch

und haltbar.

c) Hingegen zweifelte die Vorinstanz nicht daran, dass C. und B. die frag-

liche Nacht zusammen verbrachten, und zwar aufgrund der Zugeständnisse von

C. selber, welche mit dem übrigen Beweisergebnis in Einklang ständen. Zwar wird

dies in der Beschwerde als bestritten bezeichnet. Diese Behauptung ist jedoch in

keiner Weise substantiiert und vermag keine Willkür der gegenteiligen vorinstanz-

lichen Feststellung darzutun. Verbrachten C. und B. demnach die fragliche Nacht

zusammen, entspricht es ebenfalls der Logik, dass durch die Indizien, welche B.

der Teilnahme am Raubüberfall belasten, auch C. belastet wird. Dies auch dann,

wenn B. selber eine Tatbeteiligung bestreitet, wie die Beschwerde geltend macht

(andernfalls es betreffend B. ja nicht mehr um blosse Indizien ginge, die auch C.

belasteten, sondern um eine feststehende Tatbeteiligung von B.). Die Rüge geht

insoweit fehl.

14. In der Beschwerde von C. wird gerügt, dass die Vorinstanz in willkür-

licher Weise Aussagen von D., die sie als nicht zum Nachteil der Angeklagten

verwertbar bezeichnet habe, auf dem Umweg über die Aussagen von N. doch in

Bezug auf C. belastend verwertet habe (Beschwerde KG act. 7 S. 7 f. Ziff. 16).

Aus der Stelle, auf welche die Beschwerde diesbezüglich verweist (OG act. 162

[= KG act. 2] S. 58; Beschwerde KG act. 1 S. 7 unten), ergibt sich jedoch nicht,

-   40   -

dass die Vorinstanz Aussagen von N. zum Nachteil von C. gewertet hätte. Viel-

mehr bezog sich die Vorinstanz bei der Erwähnung und Prüfung der Aussagen

von N. auf die aufgeworfene Frage einer Tatbeteiligung von D. (vgl. dazu

angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 55 - 60) und gelangte zum Schluss, dass auch

bei D. kaum Zweifel beständen, dass er an der Tat beteiligt gewesen sei

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 60 lit. h). Die Erwägung, dass N. niemanden

gedeckt habe, denn er habe D. sowie die Angeklagten A. und C. gleichermassen

belastet (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 58), steht ausschliesslich in diesem

Zusammenhang und nicht als Belastung von A. und C.. Aufgrund des daraus

gezogenen Schlusses der wahrscheinlichen Tatbeteiligung von D. verwertete die

Vorinstanz explizit dessen Aussagen nicht zu Lasten der Angeklagten (und zwar

soweit ersichtlich auch nicht auf dem Umweg über die Aussagen von N.)

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 55 lit. k). Die Rüge geht fehl.

15. Ab einem schwarzen Pulloverärmel mit Sehschlitzen, der bei der Mittel-

konsole des BMW zwischen den Vordersitzen sichergestellt wurde, wurde im

mutmasslichen Mund-Nasen-Bereich ein Asservat entnommen. Die DNA-Spuren-

identifizierung ergab, dass eine Mischspur von mindestens vier Personen vorliegt.

Als Spurengeber können neben A. auch C. und D. nicht ausgeschlossen werden.

Dies würdigte die Vorinstanz als ein Indiz auch gegen C. von geringem Beweis-

wert (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 59 lit. f).

a) In der Beschwerde von C. wird auch diese Würdigung als willkürlich

gerügt. C. habe sich vor der Tat des öftern im Fahrzeug von A. aufgehalten. Es

sei naheliegend, dass er bei jenen Gelegenheiten die DNA-Spur gesetzt habe

(Beschwerde KG act. 7 S. 8 Ziff. 17).

-   41   -

b) Es wird nicht dargetan, dass A. schon vor der Tat diesen Pulloverärmel

jeweils in seinem Auto mitführte. Ebensowenig wird dargetan, dass und wo C.

geltend gemacht hätte, den Pulloverärmel oder den Pullover, zu welchem dieser

Ärmel gehört, vorher schon getragen zu haben, als er sich im Auto von A. aufge-

halten hatte, und weshalb er das hätte getan haben sollen. Die Rüge gründet auf

unbelegten Behauptungen. Abgesehen davon lässt die vorinstanzliche Würdigung

als Indiz von geringem Beweiswert die Möglichkeiten offen, dass die DNA-Spur

bei einer anderen Gelegenheit von C. gesetzt wurde oder gar nicht von

diesem stammt. Naheliegender, wahrscheinlicher und damit ein Indiz gegen C.

ist, dass er im Zusammenhang mit der eingeklagten Tat zu dieser DNA-Mischspur

beigetragen hat. Diese Würdigung ist haltbar und nicht willkürlich. Die Rüge geht

fehl.

16. In den Ziffern 15 und 18 seiner Beschwerde rügt C. die vorinstanzliche

Beweiswürdigung, welche die Vorinstanz gesamthaft, unter Berücksichtigung der

verschiedenen Indizien zur Feststellung führte, dass C. einer der drei maskierten

Täter war, die am 13. Mai 2002 in den Freizeitclub in Zürich-Seebach eindrangen

und die Gäste beraubten. Es sei nicht nachgewiesen, dass sich C. zur Tatzeit in

Zürich-Seebach aufgehalten habe. Bei C. sei kein Deliktsgut gefunden worden. Er

habe - im Gegensatz zu anderen Verdächtigen - an seinem Wohnort verhaftet

werden können. Vor dem Hintergrund, dass weitere Tatbeteiligte nicht aus-

geschlossen werden könnten, sei der Schluss, C. sei zweifelsfrei einer der drei

Fronttäter, willkürlich und verletze den Grundsatz "in dubio pro reo" (Beschwerde

KG act. 7 S. 7 f. Ziff. 15 und 18).

a) Die Vorinstanz gelangte - unter Einbezug der erstinstanzlichen Erwägun-

gen - aufgrund folgender Indizien zur gerügten Schlussfolgerung:

aa) Telefonverbindungen von A., B. und C. vor und nach der tatkritischen

Zeit, verbunden mit den entsprechenden (gleichen) Standorten (Dübendorf, Uster,

Winterthur), übereinstimmende Nicht-Benutzung der Mobiltelefone während der

tatkritischen Zeit; daraus zu ziehender Schluss des gemeinsamen Verbringens

-   42   -

des tatkritischen Zeitraums (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 77; angefoch-

tenes Urteil KG act. 2 S. 41 f.);

bb) Unglaubhafte Bestreitungen, keine Alibis für die (ungewöhnliche) Tatzeit,

fehlende Erklärung für eine Betätigung (während des tatkritischen Zeitraums), die

es den drei Angeklagten jedem für sich verunmöglichte, darüber Auskunft zu

geben (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 76 f.);

cc) Abgeschnittene Pulloverärmel in der Wohnung von C., verbunden mit

der fehlenden Kenntnis seiner Ehefrau darüber und dem Umstand, dass er sich

von ca. 05.00 bis ca. 06.14 Uhr in Uster aufhielt und sich dabei kurz in seiner

Wohnung aufgehalten hatte (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 44, S. 21 f.;

angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 39 f.);

dd) Kassiber von C. an B. und A. (erstinstanzliches Urteil OG act. 131

S. 44 - 46; angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 41);

ee) DNA-Spur von C. an einem Kabelbinder, der am Tatort aufgefunden

wurde, wobei die Geschädigten mit solchen Kabelbindern gefesselt worden waren

(erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 22 und S. 47 - 50; angefochtenes Urteil

KG act. 2 S. 38 f.);

ff) DNA-Spur von C. auf den Kleidern des Geschädigten L. (erstinstanzliches

Urteil OG act. 131 S. 22 f., S. 47 - 50; angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 36 - 39);

gg) Nicht auszuschliessende DNA-Spur von C. am Pulloverärmel mit Seh-

schlitzen, der bei der Mittelkonsole des beim Raub benutzten PW BMW von A.

sichergestellt wurde (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 20; angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 40).

hh) DNA-Spur von C. im Innern von Handschuhen, die an der gleichen

Stelle wie der Pulloverärmel im beim Raub benutzten PW BMW von A. sicherge-

stellt wurden (erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 20 f.; angefochtenes Urteil

KG act. 2 S. 40);

-   43   -

ii) Aussageverhalten von C. (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 36).

b) Die einzelnen dieser Indizien bildeten für die Vorinstanz für sich ge-

nommen noch keinen Beweis für die Tatbeteiligung von C., sondern liessen je

andere Möglichkeiten offen. In ihrer Gesamtheit gewürdigt, bestand für die Vor-

instanz aber kein vernünftiger Zweifel daran, dass C. am 13. Mai 2002 ins Club-

lokal in Zürich-Seebach eingedrungen und am Überfall beteiligt gewesen ist

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 43). Diese Würdigung ist anbetrachts der vor-

stehend aufgeführten Indizien nachvollziehbar und haltbar und damit nicht will-

kürlich. Sie ist auch nicht willkürlich, wenn bei C. kein Deliktsgut gefunden wurde,

er an seinem Wohnort verhaftet werden konnte und weitere Tatbeteiligte nicht

ausgeschlossen werden können. Diese Rüge geht fehl.

17. Schliesslich wird in der Beschwerde von C. geltend gemacht, die Vor-

instanzen seien davon ausgegangen, die Angeklagten hätten einen Ort aus-

gesucht, wo sie Aussicht auf die Erbeutung hoher Geldbeträge gehabt hätten,

bzw. sie hätten bewusst einen Spielclub gewählt. Dies sei willkürlich. Dass es sich

beim Freizeitclub Seebach um einen illegalen Spielclub gehandelt habe, stelle

eine nicht nachgewiesene tatsächliche Behauptung der Anklagebehörde dar. Von

den Opfern sei in Abrede gestellt worden, dass sie sich dem illegalen Spiel

gewidmet hätten (Beschwerde KG act. 7 S. 8 f. Ziff. 19).

a) Die Vorinstanz erwog, die Angeklagten hätten offensichtlich einen Ort

ausgesucht, wo sie Aussicht auf die Erbeutung hoher Geldbeträge gehabt hätten;

sie hätten mithin ausschliesslich aus finanziellen Beweggründen gehandelt

(angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 64). Die Erstinstanz - auf deren Erwägungen

die Vorinstanz auch in diesem Zusammenhang verwies (angefochtenes Urteil KG

act. 2 S. 63 und 64) - erwog, angesichts der konkret gewählten Lokalität

(Spielclub) und der Anzahl bedrohter Personen hätten sich die Angeklagten eine

grosse Beute erhofft. Es tue im Übrigen nichts zur Sache, dass sie Opfer ausge-

wählt

hätten, die zumindest teilweise dem illegalen Glücksspiel nachgegangen seien.

Im Gegenteil zeige dies, dass sie bewusst einen Ort ausgewählt hätten, wo sie

-   44   -

Aussicht auf die Erbeutung hoher Geldbeträge gehabt hätten. In einem normalen

Freizeitclub wäre kaum zu erwarten gewesen, dass deren Besucher nennens-

werte Geldbeträge auf sich getragen hätten. Das Vorgehen der drei Angeklagten

könne in Anbetracht der erwarteten Anwesenheit vieler Personen ohne Weiteres

als mutig und dreist bezeichnet werden (erstinstanzliches Urteil OG act. 131

S. 90).

b) Die Vorinstanzen gingen im Gegensatz zur Beschwerde nicht davon aus,

dass es sich beim Freizeitclub Seebach um einen illegalen Spielclub handelte.

Insoweit geht die Beschwerde an den vorinstanzlichen Erwägungen vorbei. Die

Annahme, dass die Angeklagten Opfer ausgewählt hätten, die zumindest zum Teil

dem illegalen Glücksspiel nachgingen, war nicht entscheidrelevant (tat nach der

expliziten erstinstanzlichen Erwägung nichts zur Sache). C. ist dadurch nicht

belastet. Auch insoweit ist auf die Rüge nicht einzutreten. Dass die Angeklagten

bewusst den Freizeitclub Seebach überfallen hatten, ergibt sich schon aus

dessen Ort in Zürich-Seebach (vgl. z.B. BG act. HD 25/3 Anhänge) und der Ent-

fernung zum Ausgangspunkt Uster. Es steht fest, dass sich in diesem Club zur

Zeit des Überfalls um 03.00 Uhr von Sonntag auf Montag 14 oder 15 Personen

aufhielten (BG act. HD 32/3 S. 8 unten), welche teilweise nicht unerhebliche

Geldbeträge auf sich trugen (Anklage BG act. HD 95 S. 7 f.; erstinstanzliches

Urteil OG act. 131 S. 97 f., S. 101 - 103; BG act. HD 21/1 S. 1, HD 21/5 S. 2,

HD 23/1 S. 1, 23/4 S. 2 f., HD 25/1 S. 1, HD 25/3 S. 4, HD 26/1 S. 1, HD 26/4

S. 4, HD 29/1 S. 3, [in Widerspruch dazu:] HD 29/2 S. 2 f., HD 31/1 S. 2, HD 31/2

S. 2 f., HD 32/1 S. 1 f.). Mindestens ein Teil dieser Personen spielte (vgl. BG

act. HD 21/1 S. 1, S. 4, HD 31/2 S. 3). Aufgrund dieser Akten ist die vorinstanz-

liche Feststellung, die Täter hätten offensichtlich einen Ort ausgesucht, wo sie

sich eine grosse Beute erhofften, nicht willkürlich. Auch diese Rüge geht fehl,

soweit darauf eingetreten werden kann.

18. Zusammenfassend wies auch C. keinen Nichtigkeitsgrund nach. Auch

seine Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

-   45   -

 V. Nichtigkeitsbeschwerde von B. (AC050053)

1. Auch die Beschwerde von B. richtet sich gegen die vorinstanzliche

Beweiswürdigung der Täterschaft beim Raubüberfall, gegen die Feststellung, B.

sei am Raubüberfall beteiligt gewesen (Beschwerde KG act. 1 S. 4 Ziff. III.2.b und

3).

2. Die vorinstanzliche Verweisung auf das erstinstanzliche Urteil im Sinne

von § 161 GVG (angefochtenes Urteil KG act. 2 S. 13 Ziff. 3; vorstehend Ziff. III.2,

Ziff. IV.3.) gilt auch bezüglich B. Auch bezüglich B. ist damit vorab von der erst-

instanzlichen zusammenfassenden Beweiswürdigung, die in den vorstehenden

Ziffern III.2.a und IV.5. dargelegt wurde, auszugehen. Damit setzt sich auch die

Beschwerde von B. nicht auseinander. Auch die Rügen in der Beschwerde von B.

gehen daran vorbei. Auch diese Rügen vermögen schon deshalb keinen Nichtig-

keitsgrund bei der gesamthaften vorinstanzlichen Beweiswürdigung nachzuwei-

sen. Auch die Beschwerde von B. ist schon aus diesem Grund abzuweisen.

3. Gleichwohl sei nachfolgend auch auf die einzelnen Rügen von B. einge-

gangen:

4. B. beanstandet, dass die Vorinstanz seinen Gehörsanspruch verletzt

habe. In Bezug auf ihre Feststellung, der Aussage von H. (Betreiber des über-

fallenen Freizeitclubs und einer der Geschädigten; BG act. HD 32/3) komme nicht

unerhebliche Bedeutung zu, habe sie das Argument, H. habe etwas gegen B., sei

böse auf ihn usw., nicht geprüft und völlig unberücksichtigt gelassen (Beschwerde

KG act. 1 S. 5 - 7).

Die Vorinstanz verwies auch in diesem Zusammenhang auf die weiteren er-

stinstanzlichen Erwägungen, welche sie als zutreffend bezeichnete (angefochte-

nes Urteil KG act. 2 S. 54 vor lit. e). Die Erstinstanz beachtete den Einwand von

B. zu H. durchaus. Dabei bezog sie sich auf die Plädoyernotizen der Verteidigung

BG act. HD 121 S. 37 und auf die Aussagen von B. in BG act. HD 16/15 S. 3, auf

welche auch in der Beschwerde Bezug genommen wird. Sie erwog, gemäss Aus-

sage von B. vom 3. September 2002 habe er gegen H. (gemeint: beim Spielen)

-   46   -

nicht gewonnen. Am 13. März 2003 habe er genau das Gegenteil behauptet, um

einen Grund anzugeben, weshalb er (H.) böse auf ihn (B.) gewesen sei, womit er

H. unterstellt habe, ihn zu Unrecht belastet zu haben. Sodann habe er die Aus-

sagen von H. verdreht. Damit habe B. im Prinzip die Aussagen von H. gestützt

(erstinstanzliches Urteil OG act. 131 S. 17). Die Erstinstanz und durch ihre Ver-

weisung darauf auch die Vorinstanz gingen damit durchaus auf den Einwand von

B. und der Verteidigung ein, H. habe etwas gegen ihn, sei böse auf ihn, erachtete

aber die Aussagen von H. als glaubhaft und die Einwände von B. als unglaubhaft

und im Gegenteil die Aussagen von H. stützend. Von dieser erstinstanzlichen

Prüfung der Einwendungen der Verteidigung in BG act. HD 121 S. 37 erfasst,

wenn auch im Urteil nicht explizit erwähnt, ist die Behauptung, B. habe vor Jahren

mit der Schwägerin von H. Streit gehabt; (auch) deshalb sei H. böse auf ihn

(Beschwerde KG act. 1 S. 5 f.). Eine Verletzung des Gehörsanspruchs liegt nicht

vor. Die Rüge geht fehl.

5. In der Mittelkonsole des Fluchtfahrzeuges konnte neben dem als Maske

verwendeten Ärmel ein Paar Handschuhe sichergestellt werden (angefochtenes

Urteil KG act. 2 S. 51 lit. c). Im Innern dieser Handschuhe konnte eine DNA-

Mischspur erhoben werden, zu der mit grosser Wahrscheinlichkeit auch B. bei-

getragen hat. Gemäss Vorinstanz besteht demnach eine hohe Wahrscheinlich-

keit, dass B. diese Handschuhe getragen hat (angefochtenes Urteil KG act. 2

S. 53). Weiter erwog die Vorinstanz, gemäss den Aussagen der Geschädigten

seien beim Überfall Handschuhe verwendet worden. Es sei naheliegend, dass B.

diese Handschuhe im Zusammenhang mit dem Überfall getragen habe (ange-

fochtenes Urteil KG act. 2 S. 51 - 53).

a) In der Beschwerde von B. wird dies als willkürlich gerügt. Insbesondere

habe keiner der 12 Geschädigten ausgesagt, von einem Täter seien die sehr

auffallenden orange/gelben Handschuhe mit der Aufschrift/Marke "Showa" getra-

gen worden. Angesichts der Tatsache, dass der Geschädigte L. gar von weiss-

grauen Handschuhen spreche, liege eine einseitige Berücksichtigung der Bewei-

se bei gleichzeitiger Ausserachtlassung anderer vor. Zudem habe neben L. nur

noch H. von Handschuhen gesprochen, ohne Angaben zu den Farben machen zu

-   47   -

können. Schliesslich habe B. einen Kontakt mit den orange/gelben Handschuhen

nic