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**Case Identifier:** 6d3c19c8-b111-57ec-9f96-fdd119a3361e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 20.09.2023 ZK1 2019 196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-196_2023-09-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 20. September 2023

Referenz ZK1 19 194/196

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Cavegn und Bäder Federspiel
Thöny, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungskläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungs-
kläger
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Josi Battaglia
Via Crasta 6, 7503 Samedan 

gegen

B._____
Berufungsbeklagte, Berufungsklägerin und Anschlussberufungs-
beklagte
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Ladina Sturzenegger
Via Giarsun 52, 7504 Pontresina 

Gegenstand Nebenfolgen der Ehescheidung

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Maloja vom 30.04./27.08.2019, 
mitgeteilt am 11.10.2019 (Proz. Nr. 115-2018-57)

Mitteilung 25. September 2023

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Sachverhalt

A. B._____ (fortan: Ehefrau/Mutter), geboren am 24. März 1984, C._____ 
Staatsangehörige, und A._____ (fortan: Ehemann/Vater), geboren am 5. August 
1977, C._____ und seit 2012 auch schweizerischer Staatsangehöriger, haben am 
_____ 2013 in D._____ geheiratet. Sie sind Eltern von E._____, geboren am 
_____ 2016. Der Ehemann hat zudem aus erster Ehe eine Tochter, geboren am 
_____ 1999, für welche er bis zur Beendigung ihrer Erstausbildung (Juli 2019) un-
terhaltspflichtig war.

B. Mit Eingabe vom 7. Dezember 2017 ersuchte die Ehefrau beim Regionalge-
richt Maloja um Anordnung von Eheschutzmassnahmen. In der Folge unterzeich-
neten die Parteien an der Eheschutzverhandlung vom 13. Februar 2018 ein ge-
meinsames Scheidungsbegehren mit gleichzeitiger Einigung über einen Teil der 
Nebenfolgen (Zuweisung der ehelichen Wohnung an den Ehemann, gemeinsame 
elterliche Sorge, Anordnung einer Besuchsrechtsbeistandschaft, Anordnung der 
Gütertrennung, Vorsorgeausgleich, Verzicht auf nachehelichen Unterhalt). Über 
die strittig gebliebenen Belange des Getrenntlebens erliess der Einzelrichter am 
Regionalgericht Maloja am 16. April 2018 einen Entscheid betreffend vorsorgliche 
Massnahmen (Proz. Nr. 135-2017-390). Darin wurde die Obhut über E._____ der 
Mutter zugewiesen, dem Vater ein Besuchsrecht an jedem Samstag (oder bei ar-
beitsbedingter Verhinderung am Sonntag) von jeweils 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr ein-
geräumt, eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet und der vom Va-
ter während der Dauer des Verfahrens zu bezahlende Kindesunterhaltsbeitrag auf 
monatlich CHF 580.00, zuzüglich Kinder- oder Ausbildungszulagen, festgesetzt.

C. Am 26. November 2018 reichte die Ehefrau beim Regionalgericht Maloja 
eine Scheidungsklage ein. Darin stellte sie das folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei die Teilscheidungskonvention vom 13.08.2018 zu genehmigen.

2. Die Obhut über den gemeinsamen Sohn (_____ 2016) sei der Mutter 
und Ehefrau zuzuweisen.

3.1. Der Vater und Ehemann sei zu berechtigen, den Sohn E._____ bis zu 
seinem 7. Geburtstag jeden ersten und dritten Samstag eines Monats 
von 09.00 bis 17.00 auf eigene Kosten zu sich zu nehmen.

3.2. Ab dem 7. Geburtstag sei der Vater zu berechtigen, den Sohn E._____ 
jedes erste und dritte Wochenende von Samstagmorgen 09.00 Uhr bis 
Sonntagabend 17.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich zu nehmen.

3.3. Die bestehende Beistandschaft zugunsten von E._____ sei weiterzu-
führen solange dies aus Sicht aller Beteiligten notwendig erscheint. 

3.4. Der bestehende Auftrag der Beiständin sei dahingehend zu ergänzen, 
dass der Beiständin die Einführung, Festsetzung und Überwachung 

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eines Ferienbesuchsrechts ab dem 7. Geburtstag von E._____ zu 
übertragen [ist].

4.1. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt von E._____ ab De-
zember 2018 bis Ende Oktober 2021 Fr. 1'931.00 und von November 
2021 bis zu dessen wirtschaftlicher Selbständigkeit jeden Monat im 
Voraus Fr. 2'208.00 zuzüglich gesetzlicher und vertraglicher Kinderzu-
lagen zu bezahlen.

4.2. Der Arbeitgeber des Vaters, das Spital R._____ sei gerichtlich anzu-
weisen, die Unterhaltszahlungen zugunsten von E._____ direkt an die 
Ehefrau zu überweisen.

5. Es sei Vormerk zu nehmen, dass der Reisepass von E._____ zurzeit 
bei der Mutter ist, seine Identitätskarte beim Vater. In Konfliktfällen sei 
der Beiständin das Recht zu übertragen, über die Reisedokumente 
von E._____ zu entscheiden und Auslandaufenthalte von E._____, die 
für länger als eine Woche geplant sind, vorgängig zu genehmigen. 

6. Es sei Vormerk zu nehmen, dass die Ehegatten ab 01.01.2018 separat 
besteuert werden.

7. Anlässlich der Verhandlung vom 13.02.2018 wurde die Gütertrennung 
vereinbart.

7.1. Es sei Vormerk zu nehmen, dass alles in Bezug auf die Liegenschaft 
in C._____ nach C._____ Recht in C._____ zu regeln sei.

7.2. Die Ehefrau beantragt aus Güterrecht die gerichtliche Regelung sowie 
Folgendes:

Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen Betrag von Fr. 
8'142.50 innert 30 Tagen nach Rechtskrafteintritt der Scheidung zu 
überweisen. Es wird vorbehalten, diesen Betrag noch anzupassen.

7.3. Im Übrigen übernimmt bzw. behält jede Partei zu Alleineigentum dieje-
nigen Barschaften, Bank- und weitere Guthaben, Lebensversicherun-
gen sowie Mobilien, die sich in ihrem Besitz befinden resp. auf ihren 
Namen lauten. Allfällige Schulden trägt diejenige Partei, auf deren 
Namen sie lauten bzw. auf deren Namen sie begründet wurden. 

Persönliche Gegenstände, die der Ehefrau und E._____ gehören, sei-
en ihr innert 10 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils aus-
zuhändigen.

8. Die Parteien ersuchen das Gericht darum, den Vorsorgeausgleich 
gemäss Ziff. 6 der Ehescheidungskonvention vom 13. Februar 2018 
vorzunehmen. 

Das während der Ehe geäufnete Austrittsguthaben von A._____ bei 
der F._____ Pensionskasse, _____strasse 9, G._____ beträgt CHF 
19'353.61 (Fr. 44'705.95 ./. Fr. 25'352.34).

Das während der Ehe geäufnete Austrittsguthaben von B._____ bei 
H._____, _____Strasse, I._____ beträgt Fr. 753.35.

9. Es wird beantragt, dass die gesamten Erziehungsgutschriften seit der 
Geburt von E._____ der Mutter angerechnet werden.

10. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zulasten des 
Ehemannes. 

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D. Auch der Ehemann reichte am 26. November 2018 beim Regionalgericht 
Maloja eine Scheidungsklage ein. Darin stellte er das folgende Rechtsbegehren:

1. Die Ehescheidungskonvention vom 13. Februar 2018 sei ins Schei-
dungsurteil aufzunehmen.

Zu den verbleibenden Nebenfolgen i.S. Obhuts- und Besuchs-
/Ferienrecht, Kinderunterhaltsbeiträge sowie güterrechtliche Ausein-
andersetzung werden folgende Anträge gestellt:

2. Der Sohn E._____, geb. 30. Oktober 2016, sei unter die Obhut der 
Mutter und Beklagten zu stellen. Ihr sei auch die Administration seiner 
Belange zuzusprechen. 

3. Der Vater und Kläger sei zu berechtigen, E._____ jeden Samstag 
oder, sofern arbeitsbedingt nicht möglich, am Sonntag jeweils von 
09.00 bis 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Ab 
April 2019 sei dieses Recht von Samstag 09:00 bis Sonntag 18:00 
auszuweiten. Ab November 2019 sei der Vater zu berechtigen, seinen 
Sohn täglich zwischen 18:00 und 19:30 Uhr einmal anrufen zu können 
(per Telefon oder Skype).

4. Der Vater und Kläger sei zu berechtigen, jährlich mit seinem Sohn 
mindestens drei Wochen Ferien zu verbringen. Beide Parteien haben 
ihre Ferien der anderen Partei jeweils mindestens fünf Wochen vorher 
anzukündigen. Der schweizerische und der C._____ Pass des Sohnes 
seien vom Kläger, die Identitätskarte des Sohnes von der Beklagten 
aufzubewahren.

5. Die mit Entscheid vom 16. April 2018 (Proz. Nr. 135-2017-390) ange-
ordnete Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zur Überwachung 
des Besuchsrechts bzw. zur Unterstützung der Durchführung und Pla-
nung des persönlichen Verkehrs sei beizubehalten. Die Aufhebung re-
sp. eine allfällige Erweiterung dieser Beistandschaft sei dem Ermessen 
der KESB J._____ zu übertragen. Der KESB J._____ sei ebenfalls ei-
ne alters- resp. situationsgerechte Ausweitung des Besuchs- und Feri-
enrechts gemäss Ziff. 3 und 4 zu übertragen.

6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Mutter und Beklagten an die Kosten 
von Unterhalt und Erziehung des gemeinsamen Sohnes E._____ mo-
natlich zum Voraus CHF 580.00, zuzüglich allfällige gesetzliche 
und/oder vertragliche Kinder- oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen.

7. Die Beklagte sei zu verpflichten, eine Ausgleichszahlung von CHF 
13'211.35 innert eines Monats nach Eintritt der Rechtskraft des Schei-
dungsurteils an den Kläger zu bezahlen.

8. Die Beklagte sei zu verpflichten, den Verzicht auf die hälftige Beteili-
gung an der Wohnung in C._____ schriftlich zu bestätigen. Eventuali-
ter sei die Beklagte zu verpflichten, die Hälfte des Kaufpreises der 
Wohnung in C._____ von ca. CHF 99'000.-, nämlich von CHF 
38'446.65 (CHF 99'000.- / 2 ./. CHF 11'053.35) innert eines Monats 
nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils an den Kläger zu 
bezahlen. Subeventualiter sei dieser Punkt offen zu lassen und die 
Parteien anzuweisen, sich darüber in C._____ zu einigen. 

9. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. 

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E. Mit Eingaben vom 7. Januar 2019 (Ehemann) bzw. 18. Januar 2019 (Ehe-
frau) reichten die Parteien ihre Stellungnahmen zur gegnerischen Klagebegrün-
dung ein, worauf am 30. April 2019 die Hauptverhandlung stattfand. Während die 
Ehefrau ihre Anträge im Wesentlichen bestätigte (einzig unter Ziffer 3.4 beantragte 
sie neu eine Regelung des Ferienbesuchsrechts durch die KESB statt die Bei-
ständin), passte der Ehemann seine Rechtsbegehren zur güterrechtlichen Ausein-
andersetzung insofern an, als er die unter Ziffer 7 geforderte Ausgleichszahlung 
auf CHF 13'755.15 erhöhte und als Eventualbegehren gemäss Ziffer 8 von der 
Ehefrau neu die Bezahlung des gesamten Kaufpreises der Wohnung in C._____ 
von CHF 99'000.00 forderte. Im Übrigen hielt auch er an den bisher gestellten An-
trägen fest. Nach der Befragung der Parteien ordnete das Gericht die Edition ver-
schiedener Urkunden sowie die Einholung eines Berichts der Beiständin an, wobei 
die Parteien ihren Verzicht auf mündliche Schlussvorträge erklärten und die Er-
stattung schriftlicher Schlussvorträge vorbehalten blieb. Im Verlaufe der Ergän-
zung des Beweisverfahrens reichte die Ehefrau neue Urkunden betreffend die 
Wohnung in C._____ ein. Dazu nahm der Ehemann am 29. Juli 2019 Stellung. 
Gleichzeitig belegte er, dass die Ehefrau zwischenzeitlich auch bei einem tunesi-
schen Gericht auf Unterhalt geklagt hatte und er in jenem Verfahren auf den 13. 
September 2019 zu einer Verhandlung vorgeladen worden war, weshalb er den 
Antrag stellte, baldmöglichst ein Urteil zu fällen. Die Eingabe des Ehemannes 
wurde der Ehefrau am 15. August 2019 zur Kenntnis gebracht, welche sich dazu 
nicht mehr äusserte. 

F. Mit Entscheid vom 30. April 2019/27. August 2019, im Dispositiv eröffnet 
am 30. August 2019 und begründet mitgeteilt am 11. Oktober 2019, erkannte das 
Regionalgericht Maloja wie folgt:

1. Die am 9. Juni 2013 in Carthage/C._____ geschlossene Ehe der Par-
teien wird geschieden. 

2. Die von den Parteien am 13. Februar 2018 abgeschlossene Teil-
Ehescheidungskonvention wird gerichtlich genehmigt und in das Ent-
scheiddispositiv aufgenommen. 

[…]

3. Die Obhut über E._____ wird der Ehefrau und Mutter zugeteilt. 

4. Die Parteien werden angewiesen, Pass und ID von E._____ bei der 
Berufsbeistandschaft zu hinterlegen.

5. Der Vater ist berechtigt, E._____ jedes erste und dritte Wochenende 
im Monat von Freitag 18:00 bis Sonntag 18:00 Uhr zu sich auf Besuch 
zu nehmen und ihn ab Vollendung des fünften Altersjahres für drei 
Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.

6. Der Vater wird verpflichtet, an den Unterhalt von E._____ monatliche 
Beiträge von (recte:) CHF 1'670.- (CHF 1'006.- Barunterhalt, CHF 

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664.- Betreuungsunterhalt), zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder 
vertraglicher Kinder- bzw. Ausbildungszulagen, zu entrichten, zahlbar 
jeweils im Voraus. 

Grundlagen der Berechnung (Grundbeträge, Miete, Krankenkasse, 
Steuern, gerundet): 

Ehemann Ehefrau E._____
Einkommen: CHF 4'500.- CHF 1'900.-
Bedarf Ehemann: (CHF 3'168.-) CHF 2'564.-
(recte:) CHF 2'818.-
Frei-/Fehlbetrag: CHF 1'332.- CHF -664.-
Barbedarf: CHF 1'006.-

7. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der künftigen AHV-
Renten sind vollständig und ausschliesslich der Ehefrau und Mutter 
anzurechnen.

8. In güterrechtlicher Hinsicht wird Folgendes festgestellt:

Nach Massgabe insbesondere der Steuerveranlagungen 2017 und der 
Steuererklärung 2018 verfügten die Parteien im in Frage stehenden 
Zeitraum über folgende, mangels anderslautenden Nachweisen der 
Errungenschaft zuzurechnende Vermögenswerte:

Konto K._____: CHF     3'450.-
Konto L._____: CHF     1'310.-
Fahrzeug: CHF     1'000.-
Wohnung in C._____ CHF   99'000.-
Schulden D._____ CHF 13'327.-
Betreibungen Betreibungsamt CHF   4'000.-
Darlehen der Schwester des
Ehemannes: CHF 51'900.-
Total CHF 104'760.- CHF 69'230.-
Errungenschaft: CHF   35'530.-
Hälftiger Errungenschaftsanteil: CHF   17'765.-

Konten, Fahrzeug und Wohnung lauten auf den Ehemann. Er wird 
verpflichtet, der Ehefrau eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von 
CHF 17'765.- zu leisten, zahlbar innert 30 Tagen nach Eintritt der 
Rechtskraft des Scheidungsurteils.

9. [Teilung der beruflichen Vorsorge]. 

10. Die Verfahrenskosten von CHF 5'000.- werden den Parteien je zur 
Hälfte auferlegt. 

11. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

12. (Rechtsmittelbelehrung)

13. (Mitteilung)

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G. Gegen diesen Entscheid liess der Ehemann mit Eingabe vom 13. Novem-
ber 2019 Berufung erheben (ZK1 19 194). Darin stellte er das folgende Rechtsbe-
gehren: 

1. Ziff. 6 des Dispositivs des Entscheids des Regionalgerichts Maloja 
vom 30. April/27. August 2019 sei wie folgt abzuändern:

Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt von E._____ monatli-
che Beiträge von CHF 580.00, zuzüglich allfälliger gesetzlicher 
und/oder vertraglicher Kinder- bzw. Ausbildungszulagen zu entrichten, 
zahlbar jeweils im Voraus.

Grundlagen der Berechnung (Grundbeträge erweitert um 20%, Miete, 
nicht kündbare Verpflichtungen, Krankenkasse, Steuern, gerundet in 
CHF):

Ehemann Ehefrau E._____
Einkommen:   4'492.00   4'000.00
Bedarf:   4'462.00   2'831.00  620.00
Frei-/Fehlbetrag:     +30.00 +1'169.00 -620.00

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (für beide Instanzen) zulasten der Klägerin und Berufungs-
beklagten.

H. Auch die Ehefrau liess gegen den Entscheid des Regionalgerichts Maloja 
vom 30. April 2019/27. August 2019 mit Eingabe vom 18. November 2019 Beru-
fung erheben (ZK1 19 196). Sie stellte die folgenden Anträge:

1. Es seien die Ziffern 4 und 5 sowie Ziffer 8 des Scheidungsurteils Proz. 
Nr. 115-2018-57 vom Regionalgericht Maloja, datiert 30.04./ 
27.08.2019 aufzuheben.

2.1. Der Vater und Berufungsbeklagte sei zu berechtigen, den Sohn 
E._____ bis zu seinem 7. Geburtstag jeden ersten und dritten Sams-
tag eines Monats von 9.00 bis 17.00 auf eigene Kosten zu sich zu 
nehmen.

2.2. Ab dem 7. Geburtstag sei der Vater zu berechtigen, den Sohn E._____ 
jedes erste und dritte Wochenende von Samstagmorgen 9.00 bis 
Sonntagabend 17.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich zu nehmen. 

3. Die Einführung, Festsetzung und Überwachung eines Ferienbesuchs-
rechts ab dem 7. Geburtstag von E._____ sei der zuständigen KESB 
zu übertragen. 

4. Es sei Vormerk zu nehmen, dass der Reisepass von E._____ zurzeit 
bei der Mutter ist, seine Identitätskarte beim Vater. Es sei gerichtlich 
anzuordnen, dass die Reisedokumente von der obhutsberechtigten 
Mutter aufzubewahren und dass über 8-tägige Auslandsaufenthalte 
der Beiständin zu melden sind.

5. Die Berufungsklägerin beantragt aus Güterrecht die gerichtliche Rege-
lung sowie Folgendes:

a) Über die sich in C._____ liegende Liegenschaft sei in C._____ gem. 
der lex fori zu befinden.

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b) Subsidiär sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungs-
klägerin aus Güterrecht einen Betrag von Fr. 43'716.50 innert 30 Ta-
gen nach Rechtskrafteintritt der Scheidung zu überweisen.

6. Alles unter gerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 
der gesetzlichen Mehrwertsteuer. 

I. Mit Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 3. Januar 2020 stellte 
der Ehemann folgende Anträge:

1. Sämtliche Anträge der Berufungsklägerin gemäss Berufung vom 18. 
November 2019 seien abzuweisen.

2. Ziff. 8 des Dispositivs des Entscheids des Regionalgerichts Maloja 
vom 30. April/27. August 2019 sei vollumfänglich zu bestätigen, jedoch 
wie folgt zu ergänzen:

Für den Fall, dass das C._____ Recht das Urteil der schweizerischen 
Gerichte bezüglich der Wohnung in C._____ nicht anerkennen und die 
Wohnung an die Ehefrau zuzuteilen sein sollte, sei die Ehefrau zu ver-
pflichten, eine Ausgleichszahlung aus Güterrecht an den Ehemann 
von CHF 81'233.50 zu bezahlen.

Für den Fall, dass das C._____ Recht das Urteil der schweizerischen 
Gerichte bezüglich der Wohnung in C._____ nicht anerkennen und die 
Wohnung hälftig an die Ehefrau zuteilen sollte, sei die Ehefrau zu ver-
pflichten, eine Ausgleichszahlung aus Güterrecht an den Ehemann 
von CHF 31'733.50 zu bezahlen. 

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (für beide Instanzen) zulasten der Berufungsklägerin. 

J. Mit Berufungsantwort vom 6. Januar 2020 liess die Ehefrau die Abweisung 
der Berufung des Ehemanns, soweit darauf einzutreten sei, beantragen. Gleich-
zeitig stellte sie im Sinne einer vorsorglichen Massnahme das Gesuch, es sei der 
Ehemann zu verpflichten, ihr ab 1. Januar 2020 monatlich im Voraus mindestens 
CHF 1'670.00 (exkl. Kinderzulagen) an den Unterhalt des gemeinsamen Sohnes 
E._____ zu bezahlen. Zur Behandlung des in die Berufungsantwort integrierten 
Gesuches um Erlass vorsorglicher Massnahmen wurde mit Verfügung vom 9. Ja-
nuar 2020 ein separates Verfahren eröffnet (ZK1 20 4).

K. Mit Anschlussberufungsantwort vom 14. Februar 2020 liess die Ehefrau die 
Abweisung der Anträge der Anschlussberufung des Ehemanns beantragen, soweit 
darauf einzutreten sei. Eventualiter sei ihr aus Güterrecht CHF 43'716.50 plus 
C._____ Dinar 20'000.00 zuzusprechen. 

L. Mit Verfügung vom 27. April 2020 wurden die Parteien zu einer mündlichen 
Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen vorgeladen, in deren Rahmen 
auch über eine mögliche Einigung in den Berufungsverfahren ZK1 19 194 und 
ZK1 19 196 verhandelt werden sollte. Zudem wurde die Edition verschiedener Ur-

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kunden zu den aktuellen finanziellen Verhältnissen angeordnet, welche beide Par-
teien mit fristgerechten Eingaben vom 18. Mai 2020 einreichten. Am 3. Juni 2020 
fand die mündliche Verhandlung im Verfahren ZK1 20 4 statt. 

M. Im Nachgang zur mündlichen Verhandlung wurde den Parteien ein umfas-
sender Vergleichsentwurf über die strittigen Punkte in den beiden Berufungsver-
fahren zur Prüfung und allfälligen Bereinigung zugestellt. In der Folge unterzeich-
neten die Parteien am 22./23. September 2020 den nachstehenden, wörtlich wie-
dergegebenen Teilvergleich:

Die Parteien schliessen im Hinblick auf eine teilweise Erledigung der 
mit der Berufung ZK1 19 196 gestellten Anträge auf Vorschlag der 
Vorsitzenden folgenden gerichtlichen Vergleich:

1. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs des Entscheids des Regionalge-
richts Maloja vom 30. April / 27. August 2019 werden aufgehoben. 

2. Die Parteien vereinbaren, dass auf eine Hinterlegung der Reisepapie-
re des gemeinsamen Sohnes E._____ bei der Beiständin verzichtet 
wird. Die Reisepapiere von E._____ sind bei der Kindsmutter als Ob-
hutsinhaberin zu deponieren. B._____ hat A._____ über Destination 
und Dauer jeder Auslandreise mit E._____ vorgängig zu informieren. 
Für die Dauer der Aufenthalte von E._____ bei seinem Vater übergibt 
ihm B._____ jeweils die ID und, falls dies für eine Auslandreise erfor-
derlich ist, auch den schweizerischen Pass.

3. Die Parteien einigen sich auf folgende Besuchs- und Ferienrechtrege-
lung:

- Für die Zeit bis zum 31. Oktober 2020 ist der Vater berechtigt, sei-
nen Sohn E._____ jeden Samstag von 08.30 Uhr bis 16.30 Uhr auf 
eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen. 

- Ab dem 1. November 2020 ist der Vater – unter der Vorausset-
zung, dass die bisherigen Besuche positiv verlaufen sind – berech-
tigt, seinen Sohn E._____ jeweils an einem Wochenende pro Mo-
nat von Samstagmorgen 08:30 Uhr bis Sonntagabend 16:30 Uhr 
sowie an zwei weiteren Samstagen im Monat von 08.30 Uhr bis 
16.30 Uhr auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen.

- Ab dem 1. Mai 2021 ist der Vater – unter der Voraussetzung, dass 
die Besuche mit Übernachtungen beim Vater positiv verlaufen sind 
– berechtigt, seinen Sohn an jedem zweiten Wochenende von 
Samstagmorgen 08.30 Uhr bis Sonntagabend 17.30 Uhr auf eige-
ne Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen. 

- Ab dem 1. November 2021 ist der Vater berechtigt, seinen Sohn 
E._____ an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend 17.30 
Uhr bis Sonntagabend 17.30 Uhr auf eigene Kosten zu sich auf 
Besuch zu nehmen.

- Ebenfalls ab dem 1. November 2021 ist dem Vater zudem ein 
dreiwöchiges Ferienrecht gegenüber seinem Sohn E._____ ein-
zuräumen, wobei dieses, angefangen bei 3 aufeinanderfolgenden 
Tagen, den Bedürfnissen von E._____ folgend, langsam ausge-
baut werden soll.

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Die Übergabe findet jeweils am Wohnort des Kindes (aktuell 
M._____) statt. 

4. Die mit einzelrichterlichem Entscheid des Regionalgerichts Maloja vom 
12. April 2018 im Sinne einer vorsorglichen Massnahme angeordnete 
und von der KESB J._____ mit Entscheid vom 14. Juni 2018 errichtete 
Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB für E._____ soll weiterge-
führt werden. Dabei sind der Beistandsperson zusätzlich zu den be-
reits erteilten Aufträgen folgende Aufgaben und Kompetenzen zu über-
tragen:

- die konkreten Modalitäten zur Umsetzung des Besuchs- und Feri-
enrechts (z.B. Festsetzung der Daten für Besuchstage und Ferien, 
Verschiebung eines bereits festgelegten Besuchstages aus wichti-
gen Gründen) verbindlich festzulegen, falls sich die Parteien darü-
ber nicht einigen können,

- Unterstützungsmassnahmen zu prüfen und nötigenfalls in die We-
ge zu leiten,

- den Übergang von tageweisen Besuchen zu Besuchen mit Über-
nachtungen zu beobachten und nötigenfalls auf eine Anpassung 
der Besuchsregelung hinzuwirken, falls E._____ mit Übernachtun-
gen beim Vater überfordert sein sollte. 

5. Die Parteien beantragen dem Gericht, den gerichtlichen (Teil-)
Vergleich zu genehmigen und über die übrigen Anträge (Berufung und 
Anschlussberufung) im Verfahren ZK1 19 196 (güterrechtliche Ausein-
andersetzung) sowie über die Anträge im Berufungsverfahren ZK1 19 
194 (Kindesunterhalt) zu entscheiden. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens ZK1 19 196, soweit sie für die 
Genehmigung des vorliegenden Vergleichs anfallen, tragen die Partei-
en je zur Hälfte. Die aussergerichtlichen Kosten, die im Berufungsver-
fahren mit Bezug auf den persönlichen Verkehr bis zum Abschluss des 
vorliegenden Vergleichs entstanden sind, werden wettgeschlagen.

7. Die Parteien beantragen dem Gericht, den gerichtlichen Vergleich zu 
genehmigen und das Verfahren im Sinne der vorstehenden Vereinba-
rungen zu erledigen.

8. Diese Vereinbarung wird fünffach ausgefertigt. Je ein Exemplar ist für 
das Kantonsgericht, für jede Partei und deren Rechtsvertreter be-
stimmt.

Bezüglich der übrigen Streitpunkte (einschliesslich der Frage des vorsorglichen 
Unterhalts) waren die Einigungsbemühungen erfolglos geblieben.

N. Für den Fall der Nichteinigung hatte die Ehefrau bereits mit Eingabe vom 5. 
August 2020 Noven vorgebracht, zu denen der Ehemann am 10. September 2020 
Stellung nahm. In der Folge ordnete die Vorsitzende der I. Zivilkammer am 11. 
September 2020 die Vereinigung der Berufungsverfahren ZK1 19 194 und ZK1 19 
196 an. Ferner wurde mitgeteilt, dass auf die Durchführung einer mündlichen Be-
rufungsverhandlung verzichtet und über die Berufungen im Verfahren gemäss Art. 
25 ff. KGV (BR 173.100) entschieden wird. 

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O. Mit Eingabe vom 25. September 2020 liess sich die Ehefrau zur gegneri-
schen Stellungnahme vom 10. September 2020 vernehmen. Am 8. Oktober 2020 
reichte der Ehemann seinerseits eine zusätzliche Stellungnahme zur Frage der 
Kinderalimente ein. Darin machte er eine neu entdeckte Erwerbstätigkeit der Ehe-
frau geltend und beantragte eine entsprechende Beweisabnahme. Mit Stellung-
nahme vom 20. Oktober 2020 äusserte sich die Ehefrau zu ihrem Nebenerwerb 
und gab eine Aufstellung der von Januar bis September 2020 geleisteten Arbeits-
einsätze zu den Akten. Am 6. November 2020 reichte der Ehemann eine replizie-
rende Stellungnahme ein, welche der Ehefrau am 9. November 2020 zur Kenntnis 
gebracht wurde. 

P. Mit Schreiben vom 9. November 2020 reichte die Ehefrau eine Novenein-
gabe ein, in welcher sie über negative Vorkommnisse bei der Ausübung des Be-
suchsrechts berichtete und ihr Einverständnis zu der im Teilvergleich vorgesehe-
nen Ausweitung des Besuchsrechts ab November 2020 (Ziff. 3 Abs. 2-5 der Teil-
einigung) gestützt auf die aktuelle Sachlage zurückzog. Mit Verfügung vom 2. De-
zember 2020 wurde daher eine Beweisabnahme zum Verlauf der Besuchskontak-
te (Einholung eines Berichts der Beiständin) angeordnet. Gleichentags reichte die 
Ehefrau dem Kantonsgericht den von der Beiständin zuhanden des Regionalge-
richts Maloja verfassten Bericht vom 1. Dezember 2020 zur aktuellen Besuchsum-
setzung ein und beantragte, die Teilvereinbarung betreffend persönlichen Verkehr 
nicht zu genehmigen, sondern eine sozialpädagogische Familienbegleitung 
zwecks kindsgerechter Begleitung der Tagesstruktur beim Vater anzuordnen. 

Q. Mit Verfügung vom 16. August 2021 (ZK1 20 4) hiess die Vorsitzende der I. 
Zivilkammer das Gesuch der Ehefrau um Erlass vorsorglicher Massnahmen teil-
weise gut und verpflichtete den Ehemann, der Ehefrau an den Unterhalt des Soh-
nes E._____ mit Wirkung ab dem 6. Januar 2020 und bis zum Vorliegen eines 
rechtskräftigen Entscheides über den Kindesunterhalt einen monatlich zum Vor-
aus zahlbaren Beitrag von CHF 1'000.00 zu bezahlen. Im Übrigen wurde das Ge-
such abgewiesen.

R. Am 27. August 2021 reichte die Ehefrau eine weitere Noveneingabe betref-
fend Stellenwechsel ein. Dazu nahm der Ehemann am 14. September 2021 Stel-
lung. Mit Verfügung vom 17. September 2021 wurde daraufhin die erneute Edition 
von Urkunden zu den aktuellen finanziellen Verhältnissen der Parteien sowie die 
Einholung eines ergänzenden Berichts der Beiständin angeordnet. Dieser Verfü-
gung kamen die Parteien mit Eingaben vom 8. Oktober 2021, 1. November 2021 
und 19. November 2021 (Ehefrau) sowie 11. Oktober 2021 (Ehemann) nach. Die 
Beiständin reichte ihren ergänzenden Verlaufsbericht am 3. November 2021 ein. 

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Der darin erwähnte Kurzbericht des Hausarztes vom 6. Oktober 2021 wurde zu 
einem späteren Zeitpunkt aufforderungsgemäss nachgereicht. 

S. Mit Entscheid vom 8. November 2021 befand die KESB J._____ über die 
Genehmigung der periodischen Rechenschaftsablage der Beiständin für die Zeit 
vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021. Dabei trat sie auf die Anträge der Beiständin 
betreffend Anpassung der bestehenden Kindesschutzmassnahmen nicht ein und 
leitete den Bericht zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht weiter. 

T. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2021 wurde den Parteien Frist angesetzt, 
um im Sinne schriftlicher Schlussvorträge (Art. 232 ZPO) zum Beweisergebnis und 
zur Sache Stellung zu nehmen sowie sich zu den mit dem Rechenschaftsbericht 
gestellten Anträgen der Beiständin zu äussern. Der Ehemann kam dieser Auffor-
derung mit Eingabe vom 18. Januar 2022 nach. Seitens der Ehefrau ging weder 
ein schriftlicher Schlussvortrag noch eine Stellungnahme zu demjenigen des 
Ehemannes ein.

U. Mit Eingaben vom 14. März 2022, 27. Mai 2022 und 25. Oktober 2022 
reichte die Ehefrau verschiedene Urkunden betreffend Eigentumserwerb an der 
Wohnung in C._____ und Darlehensgewährung der Schwester des Ehemannes 
ein, aus welchen sich die Richtigkeit ihrer Vorbringen zur güterrechtlichen Ausein-
andersetzung ergeben soll. 

V. Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens (Proz. Nr. 115-2018-57), des 
Verfahrens betreffend vorsorgliche Massnahmen (Proz. Nr. 135-2017-390) sowie 
des Berufungsverfahrens betreffend vorsorgliche Massnahmen (ZK1 20 4) wurden 
beigezogen. Die Akten der verschiedenen Verfahren (ausser jene des Verfahrens 
ZK1 19 194) werden jeweils mit der letzten Zahl der Verfahrensnummer in eckiger 
Klammer zitiert.

Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

1.1. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen erstinstanzlichen 
Endentscheid, der mit Berufung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a 
ZPO). Gegenstand des Berufungsverfahrens ZK1 19 194 bildet einzig der Kindes-
unterhalt, womit eine rein vermögensrechtliche Streitigkeit vorliegt. In vermögens-
rechtlichen Streitigkeiten ist eine Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der 
zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt 
(Art. 308 Abs. 2 ZPO). An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung haben die Par-

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teien ihre im Schriftenwechsel gestellten Anträge zum Kindesunterhalt bestätigt, 
weshalb zum massgeblichen Zeitpunkt ein monatlicher Betrag von CHF 1'351.00 
(Dezember 2018 bis Oktober 2021) bzw. CHF 1'628.00 (ab November 2021 bis 
zur wirtschaftlichen Selbständigkeit von E._____) im Streit lag. Der erforderliche 
Streitwert war damit offenkundig gegeben. Die Frist zur Einreichung der Berufung 
beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Der begründete Entscheid wurde dem 
Ehemann am 14. Oktober 2019 (act. B.7) zugestellt und die Berufung am 13. No-
vember 2019 zuhanden des Kantonsgerichts der Post übergeben. Die Berufungs-
frist ist damit gewahrt (Art. 142 Abs. 3 ZPO und Art. 143 Abs. 1 ZPO), weshalb auf 
die im Übrigen formgerecht eingereichte Berufung einzutreten ist.

1.2. Gegenstand des Berufungsverfahrens ZK1 19 196 bildet demgegenüber die 
Hinterlegung der Reisedokumente des gemeinsamen Kindes E._____, die Rege-
lung des persönlichen Verkehrs und dessen Überwachung sowie die güterrechtli-
che Auseinandersetzung. Damit ist die Angelegenheit nicht ausschliesslich ver-
mögensrechtlicher Natur, so dass die Berufungsfähigkeit des Entscheids nicht 
vom Erreichen eines bestimmten Streitwerts abhängt (BGE 116 II 493; BGer 
5A_399/2014 v. 17.12.2014 E. 1). Der begründete Entscheid wurde der Ehefrau 
am 19. Oktober 2019 (act. B.2 [196]) zugestellt und die Berufung am 18. Novem-
ber 2019 zuhanden des Kantonsgerichts der Post übergeben. Die Berufungsfrist 
ist damit gewahrt (Art. 142 Abs. 3 ZPO und Art. 143 Abs. 1 ZPO), weshalb auf die 
formgerecht eingereichte Berufung ebenfalls einzutreten ist.

1.3. Die Frist zur Einreichung der Berufungsantwort und einer allfälligen An-
schlussberufung beträgt 30 Tage ab Zustellung der Berufung (Art. 312 Abs. 2 
i.V.m. Art. 313 Abs. 1 ZPO). Die Berufung der Ehefrau wurde dem Ehemann am 
19. November 2019 zugestellt und von diesem am 20. November 2019 entgegen-
genommen (act. C.1 [196]). Die Berufungsantwort sowie die Anschlussberufung 
wurden am 3. Januar 2020 zuhanden des Kantonsgerichts der Post übergeben. 
Beides erfolgte unter Berücksichtigung von Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO innert Frist. 
Auch einer Partei, die schon selber Berufung gegen den erstinstanzlichen Ent-
scheid erhoben hat, steht sodann die Möglichkeit offen, auf die Berufung der Ge-
genpartei noch zusätzlich eine Anschlussberufung zu erheben (BGE 141 III 302). 
Auf die Anschlussberufung ist unter diesen Aspekten einzutreten.

1.4. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist eine Berufung zu begründen. Aus der Be-
gründung muss hervorgehen, welche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids 
angefochten werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochte-
nen Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu entscheiden ist. Die Beru-
fungsschrift hat sich daher mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinanderzuset-

https://swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/3d52f577-b6ba-45f7-8c05-be701a90e1a9?citationId=1c952d54-667c-49a4-943a-c1aff2ddb9a2&source=document-link&SP=9|ushrxh

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zen und soll nicht einfach die Ausführungen vor der ersten Instanz wiederholen. 
Ebenso wenig genügt eine allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid. An-
hand der erstinstanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen 
rechtlichen Schlüsse ist aufzuzeigen, inwiefern sich die Überlegungen der ersten 
Instanz nicht aufrechterhalten lassen. Die Begründung muss genügend ausführlich 
sein, damit die Berufungsinstanz sie ohne weiteres verstehen kann. Dies setzt 
voraus, dass der Berufungskläger die von ihm kritisierten Passagen des Ent-
scheids wie auch die Akten, auf die er seine Kritik stützt, genau bezeichnet. Fehlt 
eine Begründung oder sind die Anträge auch im Lichte der Begründung ungenü-
gend, ist auf die Berufung nicht einzutreten. Die formellen Anforderungen gelten 
unabhängig davon, ob ein Verfahren der Verhandlungs- oder der Untersuchungs-
maxime untersteht (BGE 138 III 374 E. 4.3 = Pra 2013 Nr. 4; BGer 5A_127/2018 
v. 28.2.2019 E. 3 m.w.H.). Sie gelten zudem sinngemäss auch für die Berufungs-
antwort (BGer 4A_580/2015 v.11.4.2016 E. 2.2, nicht publ. in BGE 142 III 271). Ist 
die Begründung zwar nicht gerade ungenügend, aber in der Substanz mangelhaft, 
lässt dies zwar das Eintreten auf sie unberührt, kann sich aber in der materiellen 
Beurteilung nachteilig auswirken. A maiore ad minus ist es auch möglich, das le-
diglich auf einzelne ungenügend begründete Vorbringen bzw. Rügen nicht einge-
treten wird (vgl. zum Ganzen Peter Reetz/Stefanie Theiler, in Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 36 ff. zu Art. 311 ZPO m.w.H.). Die 
Berufungsinstanz ist nicht gehalten, den erstinstanzlichen Entscheid losgelöst von 
konkreten Anhaltspunkten in der Berufungsbegründung von sich aus in jede Rich-
tung hin auf mögliche Mängel zu untersuchen, die eine Gutheissung des Rechts-
mittels ermöglichen könnten. Abgesehen von offensichtlichen Mängeln beschränkt 
sie sich vielmehr darauf, die Beanstandungen zu beurteilen, welche die Parteien in 
ihren schriftlichen Begründungen gegen das erstinstanzliche Urteil erheben (BGE 
147 III 176 E. 4.2.1). Auf die sich aus Art. 311 ZPO ergebenden Anforderungen an 
die Parteivorbringen wird nachfolgend im Sachzusammenhang einzugehen sein.

2. Kognition, Verfahrensmaximen und Novenrecht

2.1. Mit der Berufung als vollkommenes Rechtsmittel kann gemäss Art. 310 
ZPO die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a), die unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts (lit. b) und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit gel-
tend gemacht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vor-
instanzlichen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Reetz/Theiler, in Sut-
ter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 5 ff. zu Art. 310 ZPO).

15 / 68

2.2. Strittig geblieben sind im Berufungsverfahren die Unterhaltsbeiträge für den 
gemeinsamen Sohn, die Regelung des väterlichen Kontaktrechts sowie die güter-
rechtliche Auseinandersetzung. Zudem steht aufgrund der mit dem Rechen-
schaftsbericht gestellten Anträge der Beiständin eine Anpassung der in Zusam-
menhang mit dem persönlichen Verkehr errichteten Kindesschutzmassnahmen in 
Raum. Auf die Kinderbelange finden der Untersuchungsgrundsatz und die Offizi-
almaxime Anwendung (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Demgegenüber gelten bezüg-
lich Güterrecht der Verhandlungsgrundsatz und die Dispositionsmaxime (Art. 277 
Abs. 1 ZPO; Art. 58 Abs. 1 ZPO). 

2.3. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach Art. 
317 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Beweis-
mittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) 
und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden 
konnten (lit. b). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Die strenge 
Untersuchungsmaxime in Kinderbelangen durchbricht jedoch das erwähnte No-
venregime mit der Folge, dass neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungs-
verfahren selbst dann vorgebracht werden können, wenn die Voraussetzungen 
von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 147 III 301 E. 2.2; 144 III 349 E. 
4.2.1 m.w.H. = Pra 2019 Nr. 88). Soweit die von den Parteien neu vorgebrachten 
Tatsachen und Beweismittel die Kinderbelange betreffen, sind sie folglich zuzulas-
sen und, sofern von Relevanz, zu beachten. In Bezug auf die güterrechtliche Aus-
einandersetzung bleibt es dagegen bei der gesetzlichen Novenbeschränkung (so 
bereits BGer 5A_621/2012 v. 20.3.2013 E. 5.1). Wer sich in diesem Zusammen-
hang auf Noven beruft, hat daher die Voraussetzungen für deren Berücksichtigung 
zu substantiieren und zu beweisen (vgl. dazu ausführlich BGer 5A_451/2020 v. 
31.3.2021 E. 3.1.1 m.w.H.). Inwiefern die Parteien dieser Obliegenheit nachge-
kommen sind, wird ebenfalls im jeweiligen Sachzusammenhang zu prüfen sein. 
Dasselbe gilt hinsichtlich ihrer teilweise neuen Rechtsbegehren, welche im Beru-
fungsverfahren bei Geltung der Dispositionsmaxime nur noch unter den Voraus-
setzungen von Art. 317 Abs. 2 ZPO zulässig sind.

3. Kindesunterhalt

3.1. Grundsätze

3.1.1. Der Unterhalt für ein Kind wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung 
geleistet. Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, 
für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten 
von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen sowie die Kosten der 
Betreuung (Art. 276 Abs. 1 u. 2 ZGB). Der Kindesunterhaltsbeitrag soll den Be-

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dürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern 
entsprechen; dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berück-
sichtigen. Ausserdem dient der Unterhaltsbeitrag auch der Gewährleistung der 
Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritte (Art. 285 Abs. 1 u. 2 ZGB). Der 
Kindesunterhalt hat somit die konkreten Bedürfnisse des Kindes abzudecken, wo-
bei gestützt auf die soeben zitierte Bestimmung eine Wechselwirkung besteht zwi-
schen dem Bedarf des Kindes und der Leistungskraft bzw. Lebenshaltung der El-
tern. Geschuldet ist der gebührende Unterhalt, d.h. derjenige, der angesichts der 
gelebten Verhältnisse als angemessen erscheint (Christiana Fountoulakis, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 7. Aufl., Ba-
sel 2022, N 2a zu Art. 285 ZGB). Die Festsetzung des Unterhaltsbeitrags ist ein 
Ermessensentscheid, bei dem alle bedeutsamen Umstände berücksichtigt werden 
müssen (BGer 5A_1017/2014 v. 12.5.2015 E. 4.1).

3.1.2. Für die Bemessung des Kindesunterhalts wird nach neuerer Rechtspre-
chung des Bundesgerichts die zweistufig-konkrete Methode angewendet. Dabei 
werden zum einen die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel festgestellt. 
Hierfür sind nebst allfälligen Vermögenserträgen und Vorsorgeleistungen in erster 
Linie die effektiven oder hypothetischen Erwerbseinkommen der Eltern und gege-
benenfalls auch der Kinder relevant (BGE 147 III 265 E. 7.1). Zu beachten ist, 
dass die bei einem Elternteil vorhandene Arbeitskapazität umfassend auszuschöp-
fen ist. Dies ist ein allgemeiner Grundsatz im Unterhaltsrecht, der jedoch in be-
sonderer Weise für den Kindesunterhalt gilt. Es besteht eine besondere Anstren-
gungspflicht, welche namentlich auch die Freiheit der persönlichen Lebensgestal-
tung und der Realisierung beruflicher Wunschvorstellungen einschränken kann 
(BGE 147 III 265 E. 7.4; BGer 5A_340/2018 v. 15.1.2019 E. 4, je m.w.H.). Schöpft 
ein Elternteil seine Erwerbskraft nicht voll aus, kann ihm ein hypothetisches Ein-
kommen angerechnet werden, sofern eine entsprechende Arbeitstätigkeit zumut-
bar und möglich ist. Welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar erscheint, ist 
eine Rechtsfrage. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit 
möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 143 III 233 
E. 3.2; BGer 5A_743/2017 v. 22.5.2019 E. 5.3.2; 5A_340/2018 v. 15.1.2019 E. 4, 
je m.w.H.). 

3.1.3. Zum anderen wird der gebührende Bedarf der von der Unterhaltsberech-
nung betroffenen Personen ermittelt, der keine feste Grösse ist, sondern sich, wie 
bereits angetönt, aus den konkreten Bedürfnissen und den verfügbaren Mitteln 
ergibt. Den Ausgangspunkt bilden die Richtlinien für die Berechnung des betrei-
bungsrechtlichen Existenzminimums, wobei in Abweichung davon für jedes Kind 

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ein (bei den Wohnkosten des obhutsberechtigten Elternteils abzuziehender) 
Wohnkostenanteil einzusetzen ist; im Übrigen sind auch die Fremdbetreuungskos-
ten zu berücksichtigen. Diese beiden Positionen sowie die in den Richtlinien ge-
nannten Zuschläge (bei Kindern namentlich Krankenkassenprämien, Schulkosten 
und besondere Gesundheitskosten) sind zum Grundbetrag hinzuzurechnen. Bei 
knappen Verhältnissen muss es für den Barunterhalt dabei sein Bewenden haben 
und auch ein allfälliger Betreuungsunterhalt ist auf der Basis des betreibungsrecht-
lichen Existenzminimums des betreuenden Elternteils zu bestimmen. Soweit es 
die finanziellen Mittel zulassen, ist der gebührende Unterhalt indessen zwingend 
auf das sogenannt familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern, auf welches 
diesfalls Anspruch besteht. Hierzu gehören typischerweise die Steuern, ferner ei-
ne Kommunikations- und Versicherungspauschale, über die obligatorische Grund-
versicherung hinausgehende Krankenkassenprämien, den finanziellen Verhältnis-
sen entsprechende (statt am betreibungsrechtlichen Existenzminimum orientierte) 
Wohnkosten, Kosten der Ausübung des Besuchsrechts und allenfalls eine ange-
messene Schuldentilgung. Fixe Zuschläge zum Bedarf (wie in Form der früher 
teilweise üblichen Erhöhung des Grundbetrages um 20%) sind unzulässig. Eben-
so werden z.B. die Kosten für Hobbies oder Ferien nicht hinzugerechnet, sondern 
sind aus dem Überschuss zu decken (vgl. zum Ganzen BGE 147 III 265 E. 7.2; 
zur anteilmässigen Berücksichtigung der Steuern im Bedarf des Kindes auch BGE 
147 III 301 E. 4.2.2). 

3.1.4. Der geschuldete Unterhaltsbeitrag ergibt sich aus der Verteilung der vor-
handenen Mittel vor dem Hintergrund der ermittelten Bedarfszahlen, unter Berück-
sichtigung der Betreuungsverhältnisse und weiterer Umstände des Einzelfalles. 
Soweit die vorhandenen Mittel die (familienrechtlichen) Existenzminima überstei-
gen, kommt es zu einem Überschuss, welchen es zuzuweisen gilt. Bei ungenü-
genden Mitteln ist hingegen das Verhältnis der zueinander in Konkurrenz treten-
den Unterhaltskategorien zu regeln. Nach Gesetz und Rechtsprechung ist dem 
oder den Unterhaltsverpflichteten stets das eigene betreibungsrechtliche Exis-
tenzminimum zu belassen. Aus den weiteren Mitteln ist – jeweils berechnet auf der 
Basis des betreibungsrechtlichen Existenzminimums – der Barunterhalt der min-
derjährigen Kinder, im Anschluss daran der Betreuungsunterhalt und sodann all-
fälliger (nach-)ehelicher Unterhalt zu decken. Erst wenn das betreibungsrechtliche 
Existenzminimum aller Berechtigten gedeckt ist, kann es darum gehen, verblei-
bende Ressourcen in eine erweiterte Bedarfsrechnung aufzunehmen und auf das 
– entsprechend dem dynamischen Begriff des gebührenden Unterhalts je nach 
finanziellen Verhältnissen enger oder weiter bemessene – familienrechtliche Exis-
tenzminimum aufzustocken. Soweit das den Umständen angemessene familien-

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rechtliche Existenzminimum der Elternteile und der minderjährigen Kinder gedeckt 
ist, haben die Eltern aus den verbleibenden Mitteln den (seinerseits auf das famili-
enrechtliche Existenzminimum beschränkten) Volljährigenunterhalt zu bestreiten. 
Ein danach resultierender Überschuss ist ermessensweise auf die daran Berech-
tigten zu verteilen, wobei die Aufteilung in der Regel nach grossen und kleinen 
Köpfen erfolgt (BGE 147 III 265 E. 7.3 m.w.H.).

3.1.5. Steht ein Kind unter der alleinigen Obhut eines Elternteils, indem es in des-
sen Haushalt lebt und den anderen Elternteil nur im Rahmen des Besuchs- und 
Ferienrechts sieht, so leistet der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbei-
trag bereits vollständig in natura, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist 
(sogenannter Naturalunterhalt). Diesfalls ist der Geldunterhalt – vor dem Hinter-
grund der Gleichwertigkeit von Geld- und Naturalunterhalt – vom Grundsatz her 
vollständig vom anderen Elternteil zu tragen, sofern dieser entsprechend leis-
tungsfähig ist. Dies gilt auch, wenn der Betreuungsaufwand mit zunehmendem 
Alter abnimmt, da der betreuende Elternteil weiterhin Naturalunterhalt in der Form 
von Betreuung zu Randzeiten sowie von anderen Aufgaben wie Kochen, Wa-
schen, Einkaufen, Hausaufgabenhilfe, Krankenbetreuung, Taxidiensten sowie Un-
terstützung bei der Bewältigung der Alltags- und sonstigen Sorgen des heran-
wachsenden Kindes leistet. Ein Abweichen von diesem Grundsatz ist allenfalls 
dann geboten, wenn der hauptbetreuende Elternteil (überproportional) leistungs-
fähiger ist als der andere Elternteil (BGE 147 III 265 E. 5.5 u. 8.1).

3.2. Einkommen und Bedarf des Ehemannes

3.2.1. Das Erwerbseinkommen des Ehemannes, der seit vielen Jahren als Mitar-
beiter Hausdienst im Spital R._____ angestellt ist, hat die Vorinstanz auf monatlich 
netto CHF 4'500.00 beziffert (act. B.1, E. 6). Dies entspricht aufgerundet dem Be-
trag, den auch die Parteien in der Berufung (act. A.1, III.2.2) bzw. der Berufungs-
antwort (act. A.1, III.1.6) angegeben haben. In der Zwischenzeit hat der Ehemann 
zugestandenermassen eine Lohnerhöhung (mit Wirkung ab 1. Januar 2021) erhal-
ten (act. A.15, II.4.3). Gestützt auf die Lohnabrechnungen 2021 (act. I.2.2) aner-
kennt er ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 4'422.15 bzw. CHF 4'790.70 
inkl. 13. Monatslohn (act. A.15, II.4.1). Zu berücksichtigen ist, dass bei letzterem 
der Abzug für die Pensionskasse von CHF 251.60 entfällt. Es resultiert demnach 
ein massgebliches Erwerbseinkommen von gerundet CHF 4'810.00. 

3.2.2. Im Verlaufe des Berufungsverfahrens hat die Ehefrau wiederholt geltend 
gemacht, dass der Ehemann aus der Vermietung der Wohnung in C._____ Ein-
künfte erziele, welche bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge zu berücksichti-

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gen seien. Dabei berief sie sich zunächst auf die Steuerveranlagung des Ehe-
mannes für das Jahr 2018, aus welcher Mieteinnahmen von monatlich brutto CHF 
1'000.00 seit August 2018 hervorgehen würden (act. H.1, S. 2; act. H.1, S. 2 und 
H.2, S. 2 [4]). Später reichte sie ein auf Französisch übersetztes Protokoll über 
eine polizeiliche Einvernahme der Schwester des Ehemannes vom 19. Oktober 
2019 (act. B.13) ein, welches beweisen soll, dass letztere von ihrem Bruder zur 
Einziehung von Mietzinszahlungen ermächtigt worden sei, welche sich auf min-
destens CHF 700.00 pro Monat belaufen würden (act. A.4, S. 2). Schliesslich 
brachte die Ehefrau vor, es sei aktenkundig, dass die Liegenschaft (ein dreistöcki-
ges Wohnhaus in einer touristisch interessanten Gegend) seit September 2018 
vermietet sei, weswegen es sich rechtfertige, Einnahmen von monatlich mindes-
tens CHF 400.00 in die Bedarfsrechnung des Ehemannes aufzunehmen (act. A.6, 
S. 2). Vom Ehemann wurde stets bestritten, aus der Vermietung der Wohnung in 
C._____ irgendwelche Einnahmen zu erzielen (so namentlich act. H.1, S. 4 f.; act. 
A.5, S. 3; act. A.15, III.4.1). Einen stichhaltigen Beweis für die geltend gemachten 
Mieteinnahmen hat die Ehefrau in der Tat nicht beibringen können. Zwar trifft es 
zu, dass in der Steuerveranlagung 2018 für besagte Liegenschaft ein Nettoertrag 
von CHF 1'600.00 ausgewiesen wurde (act. C.9 [4]). Dass es sich dabei nicht um 
vom Ehemann angegebene Einkünfte handeln konnte, ergibt sich indessen schon 
daraus, dass der Ehemann mit der Veranlagung aufgefordert wurde, die Liegen-
schaft in C._____ künftig zwecks Satzbestimmung zu deklarieren. Sein Einwand, 
dass die zuständige Veranlagungsbehörde nach Bekanntwerden des Eigentums-
erwerbs von Amtes wegen einen anhand des Kaufpreises errechneten Eigen-
mietwert eingesetzt hat, erscheint unter diesen Umständen plausibel. In der Steu-
erveranlagung 2020 (act. I.2.1) sind denn auch keine Erträge aus Privatliegen-
schaften mehr aufgeführt. Selbst wenn es sodann zutreffen würde, dass die Lie-
genschaft in C._____ tatsächlich vermietet ist und der Ehemann seine Schwester 
mit dem Einzug der Mietzinsen betraut hat, fehlt es jedenfalls an einem Beweis für 
die behauptete Höhe der Mieteinnahmen. Zu Recht hat der Ehemann in diesem 
Zusammenhang nämlich darauf hingewiesen, dass in einem vor erster Instanz 
eingereichten Protokoll vom 8. Mai 2019 über die (angebliche) Vernehmung der 
nicht namentlich genannten Bewohnerin durch zwei von der Ehefrau beauftragte 
Notare (RG act. II/30 [57]) noch von einem monatlichen Mietbetrag von TND 
500.00 (ca. CHF 170.00) die Rede war. Ein höherer Mietzins geht aus den später 
eingereichten Urkunden nicht hervor. Ferner wäre dem Ehemann zuzugestehen, 
dass er die fraglichen Mieteinnahmen für die Begleichung der Schulden verwen-
det, welche er (zumindest teilweise) für den Erwerb der Liegenschaft eingehen 
musste. Zwar bestreitet die Ehefrau in Zusammenhang mit der güterrechtlichen 
Auseinandersetzung, dass der Ehemann von seiner Schwester ein Darlehen von 

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TND 130'000.00 für den Kauf der Liegenschaft erhalten habe, zumal damals nur 
noch der Restkaufpreis von TND 78'000.00 offen gewesen sei und keine Beweise 
für irgendeine Überweisung bzw. Übergabe vorlägen (act. H.2, S. 2 [4]; act. B.12 
[4]). Die Gewährung des Darlehens wie auch dessen Zweck hat die Schwester bei 
der polizeilichen Einvernahme indessen ausdrücklich bestätigt (act. B.13, Frage 
3). Zugleich hat sie angegeben, dass der Bruder ihr erlaubt habe, die Mietzinsen 
zu behalten, um damit einen Teil des Darlehens zurückzubezahlen (act. B.13, 
Frage 5). Bei dieser Sachlage muss als erstellt gelten, dass allfällige Einnahmen 
aus der Vermietung der Liegenschaft in C._____ bis auf weiteres vollumfänglich in 
den Schuldendienst fliessen und der Ehemann daraus aktuell keine Gewinne er-
zielt. An dieser Beurteilung vermögen auch die weiteren, von der Ehefrau einge-
reichten Urkunden (act. C.6, C.12-14) nichts zu ändern. Abgesehen davon, dass 
diese (wie die bereits erwähnten Protokolle) meist nur in französischer Überset-
zung vorliegen und eine Überprüfung ihrer Authentizität daher unmöglich ist, bele-
gen sie einzig, dass die Ehefrau in Zusammenhang mit dem auf den Namen des 
Ehemannes erfolgten Eigentumserwerb und dem von der Schwester zu diesem 
Zweck erhaltenen Darlehen in C._____ verschiedene Gerichtsverfahren gegen 
den Ehemann angehoben und dessen erstinstanzliche Verurteilung wegen Be-
trugs erwirkt hat, welche aufgrund der Berufung des Ehemannes allerdings (noch) 
nicht rechtskräftig wurde. Der Betrugsvorwurf zum Nachteil der Ehefrau scheint im 
Übrigen darin zu bestehen, dass der Ehemann ihr vorgetäuscht habe, die Woh-
nung zu gemeinschaftlichem Eigentum (Kaufvertrag auf den Namen beider Ehe-
gatten) zu erwerben, er die Wohnung im Zusammenwirken mit seiner Schwester 
aber zu Alleineigentum erworben habe. Dass der Ehemann den (Rest-)Kaufpreis 
ohne Aufnahme eines Darlehens hätte bezahlen können und ihm aus der Vermie-
tung der Wohnung Einnahmen in behaupteter Höhe zufliessen würden, lässt sich 
den besagten Urkunden nicht entnehmen. 

3.2.3. Den Grundbedarf des Ehemannes bezifferte die Vorinstanz im schriftlich 
begründeten (berichtigten) Entscheid (act. B.1, E. 6) auf CHF 2'818.00 (Grundbe-
trag CHF 1'200.00, reduzierte Miete CHF 1'060.00, Krankenkasse CHF 321.00, 
Steuern CHF 237.00). Mit seiner Berufung beanstandete der Ehemann die Kür-
zung der ausgewiesenen Mietkosten und verlangte überdies die Berücksichtigung 
einer höheren Steuerlast (CHF 300.00) sowie weiterer Positionen (Serafe-Gebühr 
CHF 30.00, Lohnpfändung/Schuldtilgung CHF 500.00, Kreditraten CHF 461.00). 
Unter Einschluss einer 20%-igen Erhöhung des Grundbetrages beanspruchte er 
somit einen Grundbedarf von CHF 4'462.00 (act. A.1, III.2.2.). Dem hielt die Ehe-
frau in ihrer Berufungsantwort entgegen, dass der Ehemann in seiner Wohnung 
einen Mitmieter beherberge, weshalb ihm nur die Hälfte der Wohnkosten, höchs-

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tens aber ein Betrag von CHF 1'000.00 angerechnet werden könne; auch bestritt 
sie sämtliche weiteren, vom Ehemann geltend gemachten Bedarfspositionen, wel-
che klar hinter dem Unterhaltsanspruch des Sohnes zurückzustehen hätten (act. 
A.2, III.2.6). In seinem Schlussvortrag bezog sich der Ehemann sodann auf den 
zwischenzeitlich ergangenen Massnahmeentscheid vom 16. August 2021 (ZK1 20 
4), in welchem ihm ein (erweiterter) Grundbedarf von CHF 3'302.00 (Grundbetrag 
CHF 1'200.00, Wohnkosten CHF 1'410.00, verbilligte Krankenkassenprämien CHF 
250.00, Kommunikations- und Versicherungspauschale CHF 70.00, Steuern CHF 
372.00) zugestanden wurde (act. F.2, E. 5.2). Mit der Begründung, dass er auch 
nach Ende der Rückzahlung des Kleinkredits bei der D._____ AG noch Schulden 
im Betrage von CHF 50'000.00 habe, welche seine finanziellen Möglichkeiten 
stark einschränken würden, hielt er dafür, dass seinem Grundbetrag ein Betrag 
von mindestens CHF 500.00 für die Schuldentilgung hinzuzurechnen sei (act. 
A.15, II.4.2).

3.2.4. Wie bereits im Massnahmeentscheid festgehalten wurde, hat die Ehefrau 
nicht glaubhaft gemacht, geschweige denn bewiesen, dass der Ehemann in einer 
dauernden Wohngemeinschaft mit einer anderen Person leben würde. Ihm ist da-
her der Grundbetrag für eine alleinstehende Person von CHF 1'200.00 anzurech-
nen. Sodann sind die Wohnkosten zu berücksichtigen. Der Ehemann wohnt immer 
noch in der vormals ehelichen Wohnung, welche ihm mit der im Massnahmever-
fahren unterzeichneten Vereinbarung zur alleinigen Benützung zugewiesen wurde. 
Die monatlichen Mietkosten belaufen sich auf CHF 1'410.00, worin ein Betrag von 
CHF 120.00 für Nebenkosten enthalten ist. Die Vorinstanz führte hierzu aus, die 
Mietausgaben würden verglichen mit denjenigen der Ehefrau als übersetzt er-
scheinen, weshalb sie um CHF 350.00 zu reduzieren seien. Der Ehemann wendet 
dagegen ein, dass er für die 3½-Zimmerwohnung der N._____ einen Mietzins inkl. 
Nebenkosten von CHF 1'410.00 bezahle. Billigeren Wohnraum gebe es in 
O._____ nicht. Durch einen Umzug in Richtung P._____, wo möglicherweise eine 
günstigere Wohnung zu finden sei, würden Pendlerkosten anfallen, welche den 
eingesparten Betrag wieder ausgleichen würden. Sein Mietzins sei denn auch vom 
Betreibungs- und Konkursamt Q._____ anerkannt worden. Die 3½-Zimerwohnung 
benötige er zur Betreuung seines Sohnes an jedem zweiten Wochenende und in 
naher Zukunft auch während drei Wochen Ferien (act. A.1, III.2.2). Zwar verbrach-
te der Sohn bisher weder Wochenenden noch Ferien bei seinem Vater, jedoch 
wird dem Ehemann mit vorliegendem Urteil ein entsprechendes Kontaktrecht ein-
geräumt, welches im Interesse des Kindes baldmöglichst umgesetzt werden soll. 
Dementsprechend ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Möglichkeit zu berück-
sichtigen, dass E._____ bei seinem Vater übernachten wird. Die Wohnung sollte 

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demnach so ausgestaltet sein, dass E._____ in einem separaten, vom Vater ge-
trennten Zimmer, schlafen kann. Insofern erscheint die Grösse der Wohnung mit 
3½ Zimmern nicht als übersetzt. Was die Höhe des Mietzinses anbelangt, so er-
scheint dieser für die Region ebenfalls als angemessen. Der Ehemann arbeitet im 
Spital R._____ in O._____. Die Verlegung seines Wohnsitzes in eine Gemeinde 
mit günstigerem Wohnungsangebot würde, wie er zu Recht vorbringt, mit Arbeits-
wegkosten einhergehen, wodurch die Einsparungen durch tiefere Mietkosten weit-
gehend egalisiert würden. Dem Ehemann sind daher die ausgewiesenen Mietkos-
ten von CHF 1'410.00 an seinen Grundbedarf anzurechnen. Ferner ist in seinem 
Grundbedarf weiterhin ein Betrag von CHF 250.00 für die Krankenkassenprämien 
(KVG und VVG) zu berücksichtigen (act. C.8 [4]; act. I.1.1). Zwar ist belegt, dass 
der Ehemann in der Vergangenheit in den Genuss einer höheren Prämienverbilli-
gung gekommen ist (act. I.2.3; CHF 871.20 im 2020, CHF 339.60 im 2021). In An-
betracht der hohen Franchise des Ehemannes (CHF 2'500.00) und der Ungewiss-
heit über die Höhe der künftigen Verbilligung wird jedoch davon abgesehen, diese 
bei der Bemessung des langfristig geschuldeten Unterhalts in Abzug zu bringen. 
Mit Blick auf die geltend gemachten Kosten für die Radio- und Fernsehgebühren 
kann dem Ehemann zudem eine Kommunikations- und Versicherungspauschale 
von CHF 70.00 angerechnet werden, welche – gleich wie die Steuern und die über 
die obligatorische Grundversicherung hinausgehenden Krankenkassenprämien – 
zum sog. familienrechtlichen Existenzminimum gehört, das bei ausreichenden fi-
nanziellen Verhältnissen der Unterhaltsberechnung zugrunde zu legen ist (vgl. 
vorstehend E. 3.1.3). Gemäss Steuerveranlagung 2020 (act. I.2.1) beliefen sich 
die Steuern bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 40'100.00 (Kan-
ton/Gemeinde) bzw. CHF 42'400.00 (Bund) auf rund CHF 3'840.00 pro Jahr bzw. 
CHF 320.00 pro Monat. Dabei wird es auch künftig in etwa bleiben, zumal sich die 
Veränderungen beim Einkommen und den abziehbaren Unterhaltsbeiträgen unge-
fähr ausgleichen. Damit beläuft sich der erweiterte Grundbedarf des Ehemannes 
auf total CHF 3'250.00. 

3.2.5. Unberücksichtigt bleiben müssen demgegenüber die geltend gemachten 
Beträge für die Schuldentilgung. Der Kleinkredit, für dessen Abzahlung der Ehe-
mann ursprünglich die Anrechnung der monatlichen Raten von CHF 461.00 ver-
langt hatte, sollte nach eigenen Angaben des Ehemannes bis Ende Oktober 2021 
zurückbezahlt worden sein (act. I.2.5). Bei den weiteren Schulden, die gemäss 
seinem Schlussvortrag Berücksichtigung finden sollen, handelt es sich zum gröss-
ten Teil um das Darlehen seiner Schwester S._____. Deren Guthaben bezifferte 
er in seiner Zusammenstellung vom 11. Oktober 2021 noch mit CHF 40'000.00. 
Dieser Betrag soll allerdings weiterhin einer Schuld von TND 130'000.00 entspre-

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chen, so dass die Differenz zu dem in der güterrechtlichen Auseinandersetzung 
angerechneten Betrag (CHF 51'900.00) auf die Kursentwicklung und nicht auf ef-
fektiv geleistete Rückzahlungen zurückzuführen wäre. Dass er derartige Rückzah-
lungen tätigen würde, wurde von ihm denn auch weder geltend gemacht noch 
nachgewiesen. Gemäss dem von der Ehefrau eingereichten Einvernahmeprotokoll 
(act. B.13) soll seine Schwester vielmehr ausgesagt haben, dass der Ehemann ihr 
erlaube, die Mieteinnahmen aus der Wohnung zu behalten, um damit einen Teil 
des Darlehens zurückzubezahlen. Sollte die Schwester darüber hinaus auf einer 
Rückzahlung des Darlehens innert der bei der Hingabe vereinbarten Frist von fünf 
Jahren (RG act. III/43 [57]) bestehen, stünde es dem Ehemann sodann frei, sich 
die dafür erforderlichen Mittel durch eine Veräusserung der (nicht selbstbewohn-
ten) Liegenschaft zu beschaffen. Unter diesen Umständen fällt die Anrechnung 
einer allfälligen Schuldentilgung ausser Betracht. Von Vornherein nicht berück-
sichtigt werden kann schliesslich die Nachzahlung der rückständigen Unterhalts-
beiträge, die der Ehemann aufgrund des Massnahmenentscheides ZK1 20 4 vom 
16. August 2021 zu leisten hat.

3.2.6. Dem Einkommen des Ehemanns von CHF 4'810.00 steht somit ein Grund-
bedarf von CHF 3'250.00 gegenüber. Daraus resultiert ein monatlicher Über-
schuss von CHF 1'560.00. 

3.3. Einkommen und Bedarf der Ehefrau

3.3.1. Bei der Ehefrau ist die Vorinstanz von einem anrechenbaren Nettoeinkom-
men von monatlich CHF 1'900.00 ausgegangen (act. B.1, E. 6). Dagegen brachte 
der Ehemann in seiner Berufung vor, dass die Ehefrau gemäss ihren Aussagen 
vom 1. November 2019 anlässlich einer Sitzung bei der Berufsbeistandschaft neu 
eine Vollzeit-Jahresstelle innehabe, weshalb in der Berechnung ein geschätztes 
Nettoeinkommen von CHF 4'000.00 angenommen werde (act. A.1, III.1.2.1 und 
III.2.2). Die Ehefrau reichte daraufhin mit ihrer Berufungsantwort ihren neuen Ar-
beitsvertrag vom 25. April 2019 (act. C.4) ein. Daraus ging hervor, dass sie seit 
dem genannten Datum zu einem 60%-Pensum als Mitarbeiterin in der Restaurati-
on im T._____ in M._____ arbeitete. Gemäss den in der Folge im Rahmen des 
Massnahmeverfahrens edierten Lohnabrechnungen (act. B.2 [4]) erzielte sie damit 
ein Einkommen von CHF 2'311.00 (Nettolohn nach Abzug der Kinderzulagen und 
des Beitrags an die Kinderbetreuung, aber inklusive Sozialzulage und Anteil 13. 
Monatslohn). Hinzu kam ein Nebenverdienst von etwas mehr als CHF 100.00 pro 
Monat aus unregelmässig geleisteten Arbeitseinsätzen für die U._____ Immobilien 
(act. C.7). Im Massnahmeentscheid vom 16. August 2021 (ZK1 20 4) wurde der 
Ehefrau daher ein monatliches Einkommen von netto CHF 2'400.00 angerechnet 

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(act. F.2, E. 5.4). Ein ähnlich hohes Einkommen hatte sie im Übrigen bereits im 
Jahre 2017 erwirtschaftet (RG act. III/40 [57]). Den im Zuge ihrer Noveneingabe 
vom 27. August 2021 (act. A.13) eingereichten Urkunden zufolge hat die Ehefrau 
ihren Arbeitsvertrag beim T._____ M._____ am 30. August 2021 gekündigt (act. 
I.1.8) und per 1. August 2021 eine neue (auf ein Jahr befristete) Stelle als Fach-
lehrperson Oberstufe (mit einem Pensum von 20-40%) bei der Gemeinde O._____ 
angetreten (act. C.10), wo sie bei einem effektiven Beschäftigungsgrad von 24% 
monatlich netto CHF 1'540.10 ausbezahlt erhält (act. C.11). Wie bereits im Mass-
nahmenentscheid festgestellt wurde, war die Ehefrau sowohl vor als auch nach 
der Trennung stets in einem höheren Pensum erwerbstätig, weshalb von ihr er-
wartet werden durfte, dass sie neben der neuen Anstellung einer anderen Er-
werbstätigkeit nachgeht, um mindestens das bisherige Einkommen zu erzielen. 
Kommt hinzu, dass der gemeinsame Sohn E._____ seit August 2021 den Kinder-
garten besucht und in diesem Jahr das Schuleintrittsalter erreicht hat. Mit der obli-
gatorischen Einschulung des Kindes wird der obhutsberechtigte Elternteil in ver-
bindlicher Weise während der betreffenden Zeit von der persönlichen Betreuung 
entbunden. Gemäss herrschender Lehre und Rechtsprechung ist dem hauptbe-
treuenden Elternteil ab diesem Zeitpunkt eine Erwerbsarbeit von 50% zuzumuten, 
ab dem Eintritt des jüngsten Kindes in die Sekundarstufe I eine solche von 80% 
und ab dessen Vollendung des 16. Lebensjahres ein Vollzeiterwerb (BGE 144 III 
481 E. 4.7.6). Trotz des Stellenwechsels ist bei der Ehefrau daher weiterhin von 
einem (hypothetischen) Einkommen von monatlich CHF 2'400.00 auszugehen. Ob 
bei der Ehefrau mit dem Einstieg als Oberstufenlehrperson längerfristig die Aus-
sicht auf ein höheres Einkommen besteht (hochgerechnet auf ein Pensum von 
50% läge ihr Lohn bei rund CHF 3'200.00, bei 80% sogar bei über CHF 5'000.00), 
lässt sich aktuell noch nicht beurteilen. Sie verfügt zwar über einen in C._____ 
erworbenen Bachelor für Linguistik. Ob sie damit über einen anerkannten, stufen-
gemässen Abschluss verfügt oder auf eine in der Regel befristete Lehrbewilligung 
des Amtes für Volksschule angewiesen ist (vgl. Art. 57 des Schulgesetzes [BR 
421.000]), ist nicht bekannt. Jedenfalls dürfte sie nur für den Fremdsprachenunter-
richt (Englisch und allenfalls Französisch) zum Einsatz kommen, was eine Anstel-
lung in einem höheren Pensum erschwert. Von der beantragten Anrechnung eines 
höheren Einkommens (act. A.15, III.4.3) ist daher vorderhand abzusehen. 

3.3.2. Den Grundbedarf der Ehefrau veranschlagte die Vorinstanz auf CHF  
2'564.00 (Grundbetrag CHF 1'350.00, Mietkostenanteil CHF 600.00, Krankenkas-
se CHF 350.00, ÖV-Kosten CHF 64.00, Steuern CHF 200.00). Wie der Ehemann 
mit seiner Berufung (act. A.1, III.2.2) zu Recht vorbrachte, entfielen mit der Anstel-
lung im T._____ die Kosten für den Arbeitsweg. Auch der von der Vorinstanz ein-

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gesetzte Betrag für Steuern fällt bei der Ehefrau – jedenfalls beim gegenwärtig 
berücksichtigten Einkommen (CHF 2'400.00) – nachweislich nicht an, zumal sie 
als Inhaberin der Obhut von der Anwendung des Verheiratetentarifs profitiert und 
ihr steuerbares Einkommen selbst mit den höheren Unterhaltsbeiträgen unter dem 
(steuerfreien) Betrag von CHF 30'000.00 liegen wird (vgl. für das Jahr 2020 act. 
I.1.1, I.1.2 und I.1.11). Die Ehefrau wohnt mit E._____ seit August 2018 in einer 2-
Zimmer-Wohnung in M._____ und bezahlt dafür (inklusive Nebenkosten) CHF 
850.00 pro Monat (act. B.3 [4]). Davon ist ein Anteil von CHF 580.00 (2/3) in ihrem 
Grundbedarf anzurechnen. Soweit sie geltend macht, dass ihr ein längerfristiger 
Verbleib in der kleinen Wohnung nicht zumutbar sei, weshalb ihr und dem Sohn 
mindestens derselbe Betrag zur Verfügung stehen müsse wie dem Ehemann (act. 
A.4, S. 2), ist ihr entgegenzuhalten, dass bei der Berechnung von Unterhaltsbei-
trägen grundsätzlich nur die tatsächlich bezahlten Kosten berücksichtigt werden 
können, nicht aber hypothetische Ausgaben, von denen man nicht weiss, ob und 
in welcher Höhe sie existieren werden. Nur ausnahmsweise kann für eine Überg-
angszeit – bis die betroffene Person eine Wohnung gefunden hat – eine hypothe-
tische Miete eingesetzt werden. Von einer Übergangssituation kann jedoch keine 
Rede mehr sein, wenn sie seit mehr als einem Jahr andauert und die betroffene 
Person keine Schritte unternommen hat, um eine neue Wohnung zu finden (BGer 
5A_397/2022 v. 17.5.2023 E. 6.2.3; 5A_405/2019 v. 24.2.2020 E. 5.3). Damit 
muss es einstweilen bei der Anrechnung der effektiven Wohnkosten bleiben. Hin-
zu kommen der Grundbetrag von CHF 1'350.00 sowie – gleich wie beim Ehemann 
– eine Kommunikations- und Versicherungspauschale von CHF 70.00. Die Prämi-
en für die Krankenkasse (KVG und VVG) beliefen sich im 2021 sodann – ohne 
Berücksichtigung der Prämienverbilligung von damals knapp CHF 240.00 pro Mo-
nat (act. I.1.12) – auf CHF 380.00 (act. I.1.14). Der erweiterte Grundbedarf der 
Ehefrau beläuft sich demnach gegenwärtig auf total CHF 2'380.00. 

3.3.3. Dem anrechenbaren Einkommen von CHF 2'400.00 steht nach dem Gesag-
ten ein erweiterter Grundbedarf von CHF 2'380.00 gegenüber. Damit ist die Ehe-
frau knapp in der Lage, ihre eigenen Lebenserhaltungskosten vollständig zu de-
cken. Ein Anspruch auf Betreuungsunterhalt besteht folglich nicht (BGE 144 III 
377). Sollte die Ehefrau auch künftig von einer Prämienverbilligung profitieren, 
verbleibt ihr gar ein Überschuss, der ihr für ihre eigenen Bedürfnisse zur Verfü-
gung steht und gegebenenfalls für höhere Wohnkosten eingesetzt werden kann. 

3.4. Bedarf des Sohnes E._____

3.4.1. Für den Sohn der Ehegatten ermittelte die Vorinstanz einen ungedeckten 
Barbedarf von CHF 1'006.00 (Grundbetrag CHF 400.00, Anteil Wohnkosten CHF 

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200.00, Krankenkasse CHF 115.00, Kosten der Kindertagesstätte CHF 511.00, 
abzüglich Kinderzulagen CHF 220.00; act. B.1, E. 6). Dieser Bedarf blieb in der 
Berufung grundsätzlich unbeanstandet. Der Ehemann machte einzig geltend, dass 
die Kosten der Kindertagesstätte mit Emirs Eintritt in den Kindergarten wegfallen 
würden (act. A.1, III.2.3). In der Folge stellte sich heraus, dass der Ehefrau 
während ihrer Anstellung beim T._____ ein Beitrag an die Kosten der Kinderbe-
treuung ausgerichtet wurde. Im Massnahmeentscheid wurden die anrechenbaren 
Kosten daher mit CHF 432.00 beziffert (act. F.1, E. 5.5). Zwischenzeitlich haben 
sich die Kosten erneut reduziert. So bestätigte die Ehefrau mit ihrer Eingabe vom 
19. November 2021 (act. I.1.15), dass sich die Fremdbetreuungskosten von 
E._____ seit dessen Kindergarteneintritt und ihrem Stellenwechsel auf monatlich 
CHF 245.00 beliefen, wovon CHF 125.00 auf die Fremdbetreuung in M._____ und 
CHF 120.00 auf eine solche in Samedan (beides jeweils an zwei Tagen, mit Ver-
pflegung am Mittagstisch) entfielen. Von diesem Betrag kann auch künftig ausge-
gangen werden, zumal der Ehemann in seinem Schlussvortrag selber mit Fremd-
betreuungskosten in besagter Höhe gerechnet und keine weitere Reduktion für die 
Zeit nach Schuleintritt verlangt hat (act. A.15, II.4.4). Zusammen mit dem Grund-
betrag von CHF 400.00, dem auf E._____ entfallenden Anteil an den Wohnkosten 
von CHF 280.00 und den Krankenkassenprämien (KVG und VVG) von CHF 
124.00 (act. I.1.14) – auch bei ihm ohne Berücksichtigung der Prämienverbilligung 
(im Jahre 2021 monatlich CHF 57.00) – resultiert somit ein anrechenbarer Grund-
bedarf von (aufgerundet) CHF 1'050.00. Weitere Positionen, namentlich der von 
der Ehefrau geltend gemachte Betrag von CHF 200.00 für Sport und Freizeit (act. 
A.2, III.1.6 und III.2.8), entfallen. Solche sind bei ausreichenden finanziellen Mit-
teln aus dem auf das Kind entfallenden Überschussanteil zu finanzieren (vgl. vor-
stehend E. 3.1.3). Ebenso entfällt die Ausscheidung eines Steueranteils für das 
Kind, nachdem das steuerbare Einkommen der Ehefrau auch unter Berücksichti-
gung der (höheren) Unterhaltsbeiträge die massgeblichen Grenzwerte nicht über-
steigen wird. Mit Vollendung des 10. Lebensjahres, somit per 1. November 2026, 
wird der Grundbetrag auf CHF 600.00 ansteigen. Gleichzeitig werden die Kosten 
für die Fremdbetreuung nach der allgemeinen Lebenserfahrung kontinuierlich 
zurückgehen und spätestens gegen Ende der Oberstufe gänzlich wegfallen. Ab 
dem 1. November 2026 bis zum Ende der Unterhaltspflicht (vgl. nachstehend E. 
3.5.6) ist bei E._____ dementsprechend von einem erweiterten Grundbedarf von 
CHF 1'150.00 auszugehen. 

3.4.2. Die aktuell durch die Ehefrau bezogenen Kinderzulagen sind an den 
Grundbedarf anzurechnen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Höhe der 
Zulagen ab dem 1. Januar 2023 auf CHF 230.00 (bis anhin CHF 220.00) angeho-

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ben wurde. Damit verbleibt ein für die Unterhaltsbemessung massgeblicher Bedarf 
von CHF 820.00, respektive CHF 920.00 ab 1. November 2026.

3.5. Unterhaltsberechnung

3.5.1. Stellt man dem ungedeckten Grundbedarf von E._____ die für den Lebens-
unterhalt verfügbaren Mitteln des Ehemanns gegenüber, zeigt sich, dass letzterer 
in der Lage ist, das Manko des Kindes vollständig zu decken, und ihm noch ein 
Überschuss von CHF 740.00 verbleibt (= CHF 1'560.00 – CHF 820.00). Nach Er-
höhung des Grundbetrags von E._____ ab 1. November 2026 beträgt der Über-
schuss noch CHF 640.00. 

3.5.2. Im Massnahmenentscheid vom 16. August 2021 (ZK1 20 4) wurde der dor-
tige Überschuss vollständig beim Ehemann belassen. Dies mit der Begründung, 
dass die Verpflichtung des Ehemannes zur Rückzahlung des während des eheli-
chen Zusammenlebens aufgenommenen Kleinkredits bislang nicht in die Berech-
nung eingeflossen sei. Wie bereits ausgeführt wurde, ist der Kleinkredit aber zwi-
schenzeitlich komplett abbezahlt worden und die entsprechende Rückzahlungs-
pflicht des Ehemannes ist dahingefallen. Daher erscheint es angemessen, den 
Sohn E._____ am Überschuss seines Vaters partizipieren zu lassen. Die Vertei-
lung erfolgt dabei entsprechend der bundesgerichtlichen Praxis nach grossen und 
kleinen Köpfen (gemeint: Eltern und minderjährige Kinder), wobei sämtliche Be-
sonderheiten des konkreten Falles wie Betreuungsverhältnisse, überobligatorische 
Arbeitstätigkeit, spezielle Bedarfspositionen und dergleichen zu berücksichtigen 
sind (BGE 147 III 265 E. 7.3 in fine; zum Verteilschlüssel siehe auch BGer 
5A_597/2022 v. 7.3.2023 E. 6.2). Bei den vorliegend gegebenen Verhältnissen – 
auch mit Blick auf das dem Ehemann mit vorliegendem Urteil eingeräumte Be-
suchs- und Ferienrecht, während dessen Ausübung er direkt für Verpflegungs- 
und Freizeitkosten des Kindes aufkommt – rechtfertigt es sich, den Überschussan-
teil von E._____ für die gesamte Dauer der Unterhaltspflicht auf CHF 180.00 fest-
zusetzen. Dadurch wird auch ihm die Befriedigung weiterer Bedürfnisse ermög-
licht. 

3.5.3. Nach dem Gesagten ist der Ehemann somit zu verpflichten, den ungedeck-
ten Grundbedarf seines Sohnes E._____ in der Höhe von CHF 820.00 zu über-
nehmen sowie ihn mit CHF 180.00 an seinem Überschuss partizipieren zu lassen. 
Zusammenfassend ergibt dies einen Unterhaltsbeitrag des Ehemanns von CHF 
1'000.00 pro Monat. Dieser erhöht sich ab 1. November 2026 auf CHF 1'100.00 
(ungedeckter Grundbedarf CHF 920.00, Überschussanteil CHF 180.00). Da die 
Kinderzulage aktuell durch die Mutter bezogen wird, ist diese nicht weiterzuleiten. 

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Sollte diese in Zukunft jedoch vom Ehemann bezogen werden, bestünde gestützt 
auf Art. 285a Abs. 1 ZGB eine Weiterleitungspflicht.  

3.5.4. Anzumerken bleibt, dass dem Ehemann nach Bezahlung der vorstehend 
ermittelten Unterhaltsbeiträge ein Überschuss von monatlich CHF 560.00 bzw. ab 
1. November 2026 noch CHF 460.00 verbleibt. Bei der Ehefrau resultiert demge-
genüber mit dem aktuell anrechenbaren Einkommen (CHF 2'400.00) lediglich ein 
Überschuss von CHF 20.00, bei Hinzurechnung der Prämienverbilligung im bishe-
riger Höhe allenfalls CHF 260.00. Für eine Beteiligung der Ehefrau am Barunter-
halt, wie sie der Ehemann in seiner Berufung – ausgehend von einem mütterlichen 
Einkommen von CHF 4'000.00 – gefordert hatte (act. A.1, III.2.2 in fine), bleibt da-
her kein Raum. Dies gälte im Übrigen selbst bei Berücksichtigung eines Einkom-
mens von CHF 3'200.00 (bei einer 50%-igen Tätigkeit als Oberstufenlehrerin), wä-
re ihr Grundbedarf in diesem Fall doch um die neu anfallenden Steuern und den 
verbesserten finanziellen Verhältnissen angemessene Wohnkosten zu erweitern. 
Die Ehefrau wäre damit nach wie vor nicht in einem Masse leistungsfähiger als der 
Ehemann, welche eine Abweichung vom Grundsatz, wonach der Barunterhalt vom 
nicht obhutsberechtigten Elternteil zu tragen ist, gebieten würde (vgl. vorstehend 
E. 3.1.5).

3.5.6. Die Unterhaltspflicht dauert bis zur Volljährigkeit des Kindes bzw. bis zum 
Abschluss einer angemessenen Ausbildung (Art. 277 ZGB). Dabei ist zu beach-
ten, dass die Berücksichtigung von Naturalunterhalt mit der Volljährigkeit des Kin-
des endet. Selbst wenn tatsächlich noch gewisse Unterstützungsleistungen er-
bracht werden, konzentriert sich die Pflicht, ein volljähriges Kind zu unterstützen, 
auf einen finanziellen Beitrag an den Lebensunterhalt, wozu beide Elternteile im 
Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in gleicher Weise verpflichtet sind 
(BGE 147 III 265 E. 7.3 u. 8.5; BGer 5A_1032/2019 v. 9.6.2020 E. 5.4.2). Da 
E._____ noch sehr jung ist, ist eine Voraussage, wie sich Einkommen und Bedarf 
aller Beteiligten bei seiner Volljährigkeit präsentieren werden, schwierig. Dies gilt 
insbesondere für die Ehefrau, deren Leistungsfähigkeit massgeblich davon ab-
hängt, ob und in welchem Umfang ihr der Einstieg als Oberstufenlehrerin länger-
fristig gelingt.  Aus diesem Grund wird im aktuellen Zeitpunkt – wie bereits im vor-
instanzlichen Entscheid – auf eine Regelung des Mündigenunterhalts verzichtet. 
Die Eltern und das Kind haben sich bei dessen Volljährigkeit entsprechend der 
dannzumaligen und für die weitere Zeit absehbaren Wohn- und Ausbildungssitua-
tion neu über die Tragung des Unterhalts zu verständigen.

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3.6. Fazit

3.6.1. Die Berufung des Ehemannes (ZK1 19 194) ist nach dem Gesagten teilwei-
se gutzuheissen und er ist in Anpassung von Ziff. 6 des Dispositivs des Ent-
scheids des Regionalgerichts Maloja vom 30. April / 27. August 2019 zu verpflich-
ten, an den Unterhalt von E._____ monatlich im Voraus CHF 1'000.00 pro Monat 
ab Vollstreckbarkeit des Urteils bis und mit 31. Oktober 2026 und CHF 1'100.00 ab 
1. November 2026 bis zur Volljährigkeit von E._____ zu bezahlen. 

3.6.2. Die festgesetzten Unterhaltsbeiträge sind gerichtsüblich zu indexieren, 
erstmals per 1. Januar 2025 (Art. 286 Abs. 1 ZGB). Dass die Vorinstanz von einer 
Indexierung abgesehen hat und eine solche vor erster Instanz auch nicht bean-
tragt war, hindert das Berufungsgericht nicht daran, die im Interesse des Kindes 
liegende Anpassung der Unterhaltsbeiträge an die Lebenskosten anzuordnen (Art. 
296 Abs. 3 ZPO).

4. Hinterlegung Reisepapiere

4.1. In Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids vom 30. April / 27. 
August 2019 wies die Vorinstanz die Parteien an, Pass und Identitätskarte von 
E._____ bei der Berufsbeistandschaft zu hinterlegen. Diese Anordnung bildete 
Gegenstand der Berufung der Ehefrau (act. A.1 [196], Ziffer 4 der Rechtsbegeh-
ren; zur Begründung vgl. III.B). Der Ehemann beantragte die Abweisung der Beru-
fung und mithin die Bestätigung der vorinstanzlichen Anordnung, was er unter an-
derem mit der möglichen Gefahr eines Wegzugs der Ehefrau mit dem Sohn nach 
C._____ (wo diese zwischenzeitlich ein Eheschutz- oder Scheidungsverfahren 
sowie ein weiteres Verfahren in Bezug auf die Wohnung eingeleitet habe) begrün-
dete (act. A.2 [196], III.1.3). Im Rahmen der Verhandlung betreffend vorsorgliche 
Massnahmen (ZK1 20 4) einigten sich die Parteien sodann darauf, auf eine Hinter-
legung der Reisepapiere bei der Beiständin zu verzichten; stattdessen sollen die 
Reisepapiere bei der Ehefrau als Obhutsinhaberin deponiert werden, welche sich 
im Gegenzug verpflichtet, den Ehemann über Destination und Dauer jeder Aus-
landreise mit E._____ vorgängig zu informieren und ihm für die Dauer der Aufent-
halte beim Vater die ID und nötigenfalls auch den Reisepass aushändigen. Diese 
Vereinbarung bestätigten beide Parteien mit eigenhändiger Unterzeichnung des 
gerichtlichen (Teil-)Vergleichs vom 22./23. September 2020 (act. F.1 [196]). Den 
Widerruf ihres Einverständnisses beschränkte die Ehefrau in der Folge explizit auf 
die Ziffer 3 Abs. 2-5 der Teileinigung (act. A.10), weshalb die Vereinbarung betref-
fend die Reisepapiere davon unberührt blieb. Auch der Ehemann beantragte in 
seinem Schlussvortrag weiterhin deren Genehmigung (act. A.15, II.1). 

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4.2. Eine Vereinbarung über die Scheidungsfolgen wird erst rechtsgültig, wenn 
das Gericht sie genehmigt hat; die Genehmigung ist zu erteilen, wenn das Gericht 
sich davon überzeugt hat, dass die Ehegatten sie aus freiem Willen und nach reif-
licher Überlegung geschlossen haben und sie klar, vollständig und nicht offen-
sichtlich unangemessen ist (Art. 279 ZPO). Soweit es um Kindesbelange (wie vor-
liegend um einen Aspekt der elterlichen Sorge) geht, finden indes die Offizial- und 
Untersuchungsmaxime Anwendung (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Deren Regelung ist 
daher der Parteidisposition entzogen. Einer diesbezüglichen Vereinbarung kommt 
lediglich die Bedeutung gemeinsamer Anträge zu und sie unterliegt der umfassen-
den gerichtlichen Überprüfung. Für die Genehmigung ist vorausgesetzt, dass mit 
der Vereinbarung das Kindeswohl gewahrt ist. Dieses Erfordernis ist vorliegend 
ohne weiteres erfüllt, ist es doch üblich, dass sich die Reisepapiere des Kindes im 
Gewahrsam des obhutsberechtigten Elternteils befinden und dem andern jeweils 
während der Ausübung des Besuchs- und namentlich des Ferienrechts überlas-
sen werden. Eine Notwendigkeit zur Hinterlegung der Reisedokumente von 
E._____ bestand weder zur Zeit des Abschlusses der Vereinbarung noch besteht 
eine solche aktuell, zumal keine handfesten Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 
ein Elternteil den gemeinsamen Sohn gegen den Willen des anderen Elternteils 
nach C._____ verbringen könnte. Insofern erscheint die Regelung, wonach der 
jeweils andere Elternteil vorgängig über Destination und Dauer einer jeder Aus-
landreise zu informieren ist, im konkreten Fall als ausreichend. Die von den Par-
teien getroffene Vereinbarung bezüglich Hinterlegung der Reisepapiere ist dem-
entsprechend zu genehmigen und zum Urteil zu erheben. 

5. Persönlicher Verkehr

5.1. Grundsätze

5.1.1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder 
Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind Anspruch auf angemessenen 
persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, 
das in erster Linie dem Interesse des Kindes dient. Oberste Richtschnur für die 
Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl. Obgleich das Be-
suchsrecht den Eltern um ihrer Persönlichkeit willen zusteht, hat sich das Gericht 
deshalb in erster Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren; die Interes-
sen der Eltern haben hinter dem vorrangig massgebenden Kindeswohl zurückzu-
treten. In diesem Sinn hat auch der persönliche Verkehr zum Zweck, die positive 
Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu fördern. In der Entwicklung des 
Kindes sind seine Beziehungen zu beiden Elternteilen wichtig, da sie bei der Iden-
titätsfindung eine entscheidende Rolle spielen können. Gerade bei Knaben kann 

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die Orientierungsmöglichkeit an einer väterlichen Identifikationsfigur für die Ent-
wicklung von grosser Bedeutung sein (BGer 5A_377/2021 v. 21.2.2022 E. 5.1 
m.w.H., u.a. auf BGE 131 III 209 E. 4 f.; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, 
Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 7. Aufl., Basel 2022, N 3 ff. zu Art. 273 
ZGB). 

5.1.2. Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, üben 
die Eltern ihn pflichtwidrig aus, haben sie sich nicht ernsthaft um das Kind 
gekümmert oder liegen andere wichtige Gründe vor, so kann ihnen das Recht auf 
persönlichen Verkehr verweigert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). 
Gefährdet ist das Wohl des Kindes, wenn seine ungestörte körperliche, seelische 
oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem 
nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist. Nach bundesgerichtlicher Recht-
sprechung ist bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs zwischen dem 
Kind und dem nicht sorge- oder obhutsberechtigten Elternteil das Gebot der Ver-
hältnismässigkeit zu beachten. So darf eine dauerhafte Einschränkung in der Re-
gel nicht allein wegen elterlichen Konflikten erfolgen, jedenfalls soweit das Ver-
hältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut ist. Kom-
men weniger einschneidende Massnahmen (wie etwa ein begleitetes Besuchs-
recht, Ermahnungen und Weisungen gemäss Art. 273 Abs. 2 ZGB) in Betracht, 
sind diese einem Ausschluss des Besuchsrechts vorzuziehen. Die Einrichtung 
eines beaufsichtigten Besuchsrechts erfordert, wie der Entzug oder die Verweige-
rung des Rechts auf persönlichen Verkehr nach Art. 274 ZGB, konkrete Anhalts-
punkte für eine Gefährdung des Kindeswohls. Die abstrakte Gefahr eines schlech-
ten Einflusses reicht nicht aus, um ein beaufsichtigtes Besuchsrecht einzuführen, 
weshalb bei der Wahl dieser Massnahme eine gewisse Zurückhaltung geboten ist. 
Dasselbe gilt für den Entzug des Ferienanspruchs (BGer 5A_874/2021 
v. 13.5.2022 E. 4.1.1; 5A_848/2021 v. 5.5.2022 E. 3.1; 5A_654/2019 v. 14.5.2020 
E. 3.1; Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 16 zu Art. 274 ZGB).

5.1.3. In der Praxis hat sich in den letzten Jahren eine deutliche Tendenz zur Er-
weiterung des Besuchsrechts gezeigt. Besteht kein Streit über das Besuchsrecht, 
kann sogar eine Regelung in Betracht kommen, die auf eine Gleichberechtigung 
der Eltern in der arbeitsfreien Zeit hinausläuft. Streiten sich die Eltern über das 
Ausmass des Besuchsrechts, tendiert die Praxis bei Kleinkindern zu zwei halben 
Tagen pro Monat, bei Schulkindern zu zwei Wochenenden pro Monat und zwei bis 
drei Ferienwochen (vgl. Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 13 ff. zu Art. 273 ZGB; An-
drea Büchler, in: Roland Fankhauser/Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], FamKomm, 
Kommentar zum Familienrecht, Scheidung, Band I: ZGB, 4. Aufl., Bern 2022, N 23 

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zu Art. 273 ZGB, je m.w.H). Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung al-
lerdings stets betont, dass bei der Regelung des persönlichen Verkehrs den Be-
sonderheiten des konkreten Falles zentrale Bedeutung zukommt. Es kann daher 
willkürlich sein, wenn für die Regelung des Umgangsrecht bloss auf eine Ge-
richtspraxis verwiesen wird, obwohl die Verhältnisse des Einzelfalles ins Auge 
springen (BGE 144 III 10 E. 7.2). Anderseits sind pauschale Besuchsrechtskür-
zungen wegen schlechten elterlichen Einvernehmens nach der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung unzulässig, hätte es der obhutsberechtigte Elternteil doch 
sonst in der Hand, durch Zwistigkeiten mit dem anderen Teil den Umfang des Be-
suchsrechts zu steuern. Eine Einschränkung ist lediglich dann angezeigt, wenn 
das Kind andernfalls überfordert wäre, was indes nicht leichthin anzunehmen ist 
(BGer 5A_79/2014 v. 5.3.2015 E. 5). Von Bedeutung ist in diesem Zusammen-
hang, dass die Eltern in Nachachtung der gesetzlichen Verpflichtung von Art. 274 
Abs. 1 ZGB alles zu unterlassen haben, was das Verhältnis des Kindes zum ande-
ren Elternteil beeinträchtigt. Damit soll der Gefahr gegengesteuert werden, dass 
die Streitigkeiten zwischen den Eltern auf Kosten, oft auch unter Einbezug des 
Kindes fortgesetzt werden. Den obhutsberechtigen Elternteil trifft daher die Pflicht, 
die Beziehung zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil zu fördern und das 
Kind für die Kontaktpflege positiv vorzubereiten (BGE 142 III 1 E. 3.4; Schwen-
zer/Cottier, a.a.O., N 2 f. zu Art. 274 ZGB).

5.1.4. Bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts kommt dem Alter des Kindes ei-
ne entscheidende Bedeutung zu. Ein Kleinkind hat diesbezüglich andere Bedürf-
nisse als ein Jugendlicher. Insbesondere ist das Zeitgefühl bei einem Kleinkind 
anders. Zudem ist die Bindung an einen Elternteil und die Intensität der Beziehung 
zum Besuchsberechtigten bei Kleinkindern zentral. Wichtig ist auch die vor der 
Trennung der Eltern gelebte Betreuung. Die Ausgestaltung hängt ausserdem von 
der Lebensgestaltung der Eltern und des Kindes, den räumlichen Gegebenheiten 
und zeitlichen Verfügbarkeiten der Eltern ab. Für die Umsetzung und namentlich 
auch den Detaillierungsgrad der Regelung ist das Verhältnis zwischen den Eltern 
wichtig (BGer 5A_290/2020 v. 8.12.2020 E. 2.3 m.w.H.). Zu beachten gilt, dass 
sich die jüngere bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht nur dafür ausspricht, 
dass Kleinkinder von ihrem Zeitverständnis her sehr viel häufigere Besuchsrechte 
benötigen, sondern auch dafür hält, dass für die Entwicklung einer nahen Eltern-
Kind-Beziehung sehr viel schneller Übernachtungen miteingeschlossen werden 
sollten (BGer 5A_290/2020 v. 8.12.2020 E. 3.4.1). Allerdings muss das Kind dazu 
auf jeden Fall mit dem Aufenthaltsort vertraut sein und es muss sowohl bereits ein 
regelmässiger Kontakt zum Besuchsberechtigten als auch eine Beziehungsqua-
lität bestehen. Auch wenn es aus kinderpsychologischer Sicht keine fixe Alters-

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grenze für Übernachtungen gibt, scheint bei Kleinkindern ein behutsames Vorge-
hen geboten (Büchler, a.a.O., N 27 zu Art. 273 ZGB m.w.H.). Mit der Schulpflicht 
wird ein wesentlicher Teil der Kinderbetreuung während des Tages durch Dritte, 
nämlich den Kindergarten bzw. die Schule übernommen, was den Tagesablauf 
des Kindes vollständig verändert. Zudem verändert sich auch das Zeitgefühl des 
Kindes und die Notwendigkeit von kurzen Besuchsintervallen, um die Kontinuität 
in der Beziehung zu gewährleisten. Gleichzeitig wirken sich aber auch Trennungs-
zeiten mit zunehmendem Alter anders aus. Insofern sind Abstufungen des Be-
suchsrechts sinnvoll. Sie sind aber nicht Selbstzweck. Vielmehr müssen objektive 
oder psychologische Gründe dargetan werden, warum (erst) mit einem bestimm-
ten Alter oder ab einem bestimmten Zeitpunkt eine Änderung angebracht ist (BGer 
5A_290/2020 v. 8.12.2020 E. 3.3.4). Dabei kann selbstredend nicht entscheidend 
sein, ob der obhutsberechtigte Elternteil mit dem Besuchsrecht bzw. den Über-
nachtungen einverstanden ist oder nicht (BGer 5A_290/2020 v. 8.12.2020 
E. 3.3.2). 

5.1.5. Namentlich wenn bezüglich des persönlichen Verkehrs zwischen den Eltern 
Konflikte bestehen, sollte die Regelung des Besuchsrechts zu einer gewissen 
Stabilität führen und damit auf Dauer angelegt sein (BGE 130 III 585 E. 2.2.2 mit 
Hinweisen). Gleichwohl können Anpassungen an unerwartete Ereignisse und 
kurzfristige Veränderungen im Alltag notwendig sein. Soll der persönliche Verkehr 
nicht zu einer Pflichtübung verkommen, bedarf es einer gewissen Flexibilität. 
Zeichnet sich bei der Regelung des Besuchsrechts ab, dass die Eltern nicht in der 
Lage sein werden, das Umgangsrecht einvernehmlich umzusetzen, kann für das 
Kind gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB eine sog. Besuchsrechtsbeistandschaft er-
richtet werden. Dabei kann der Beistandsperson, welcher ansonsten in erster Linie 
eine beratende und vermittelnde Funktion zukommt, für den Fall der Uneinigkeit 
der Eltern die Kompetenz übertragen werden, im Rahmen der gerichtlich oder 
behördlich verbindlich festgelegten Besuchsordnung die für einen reibungslosen 
Verlauf der einzelnen Besuche nötigen Modalitäten zu konkretisieren. Das kann 
etwa die Festsetzung der konkreten Besuchstage sowie die Verschiebung eines 
bereits festgesetzten Besuchszeitpunktes beinhalten, wenn eine solche Verschie-
bung auf Grund bestimmter neuer Umstände notwendig wird; auch die Planung 
bzw. Koordination des Ferienbezugs kann der Beistandsperson übertragen wer-
den. Denkbar ist sodann, dass die Beistandsperson im Interesse einer spannungs-
freien Ausübung des Besuchsrechts die Art und Weise der Übergaben des Kindes 
bestimmt (vgl. BGer 5A_883/2017 v. 21.8.2018 E. 3.3). Mit der Übertragung der 
Entscheidbefugnis an die Beistandsperson einher geht eine entsprechende Be-
schränkung der elterlichen Sorge. Geht das Entscheidungsrecht hinsichtlich ein-

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zelner Modalitäten des Besuchsrechts als Folge der Uneinigkeit der Eltern auf die 
dafür zuständige Beistandsperson über, haben sich beide Eltern nach dem Ent-
scheid derselben zu richten und ihre Anordnung zu befolgen (BGer 5A_883/2017 
v. 21.8.2018 E. 3.4). 

5.1.6. Im Rahmen eines Scheidungsverfahrens fällt die Anordnung von Kindes-
schutzmassnahmen ausnahmsweise in die Zuständigkeit des Gerichts, wobei der 
Vollzug der angeordneten Massnahmen der Kindesschutzbehörde obliegt (Art. 
315a Abs. 1 ZGB). Als Vollzugsbehörde ist die Kindesschutzbehörde grundsätz-
lich an das Gerichtsurteil gebunden. Allerdings ist sie auch in Fällen gemäss Art. 
315a Abs. 1 ZGB keine reine Vollstreckungsinstanz; sie ist vielmehr grundsätzlich 
befugt, den Vollzug ergänzender Kindesschutzmassnahmen anzuordnen oder den 
Vollzug nötigenfalls (ganz oder teilweise) vorübergehend auszusetzen, soweit das 
Kindeswohl ansonsten ernstlich gefährdet würde (vgl. PKG 2014 Nr. 3 E. 5a; Peter 
Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1-
456 ZGB, 7. Aufl., Basel 2022, N 3 ff. zu Art. 315-315b ZGB).

5.2. Ausgangslage

5.2.1. Die Vorinstanz räumte dem Ehemann ein Besuchsrecht an jedem ersten 
und dritten Wochenende eines Monats, jeweils von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 
18.00, sowie ab Vollendung des fünften Altersjahres ein Ferienrecht von drei Wo-
chen ein. Dem Antrag der Ehefrau, das Besuchsrecht an den zwei Wochenenden 
im Monat bis zum siebten Altersjahr des Kindes jeweils auf den Samstag zu be-
schränken, hielt sie entgegen, dass es Kindern nach der kantonsgerichtlichen 
Rechtsprechung ab Vollendung des zweiten Altersjahres zumutbar sei, beim be-
suchsberechtigten Elternteil zu übernachten (act. B.1, E. 5). Dagegen wehrte sich 
die Ehefrau mit ihrer Berufung, wobei sie namentlich rügte, dass die Vorinstanz es 
trotz des Vorliegens zahlreicher Hinweise unterlassen habe, weitergehende Ab-
klärungen einzuholen sowie sich mit den aktenkundigen Problemen bei der Ausü-
bung des Besuchsrechts auseinanderzusetzen. Sinngemäss machte sie geltend, 
dass die offensichtliche Unerfahrenheit und Überforderung des Kindsvaters im 
Umgang mit seinem Kleinkind der Anordnung eines derart extensiven, für Kinder 
im Vorschulalter unüblichen und sogar über den Antrag des Ehemannes hinaus-
gehenden Besuchsrechts entgegenstünden (act. A.1 [196], III.A). Der Ehemann 
bestritt die von der Ehefrau erhobenen Anschuldigungen und betonte das gute 
Verhältnis zwischen ihm und seinem Sohn. Ferner verfüge er im Gegensatz zur 
Ehefrau über ein familiäres Umfeld in der Schweiz (Mutter in V._____, Tochter in 
W._____) und sei kürzlich Grossvater einer Enkelin geworden; um auch mit 

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E._____ den Kontakt zu seiner Familie pflegen zu können, seien nur Besuchswo-
chenenden geeignet (act. A.2 [196], III.1). 

5.2.2. In der Folge gelang es den Parteien im Zuge der Verhandlung betreffend 
vorsorgliche Massnahmen (ZK1 20 4), sich auch hinsichtlich des persönlichen 
Verkehrs zu einigen. So vereinbarten sie unter Ziffer 3 des (Teil-)Vergleichs vom 
22./23. September 2020 eine stufenweise Erweiterung der Besuchskontakte bis 
hin zu einem Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend bis 
Sonntagabend ab November 2021; ab demselben Zeitpunkt sollte dem Vater ein 
dreiwöchiges Ferienrecht zustehen, wobei den Bedürfnissen des Kindes folgend 
die Dauer der einzelnen Ferienaufenthalte langsam ausgebaut werden sollte. Be-
reits mit Eingabe vom 9. November 2020, während noch laufendem Schriften-
wechsel zu den strittig gebliebenen Punkten, widerrief die Ehefrau ihre Zustim-
mung zur besagten Vereinbarung und beantragte, vor der Genehmigung des Ver-
gleichs einen Bericht der Beiständin einzuholen. Sie begründete dies mit ver-
schiedenen Unregelmässigkeiten, welche sie jeweils der Beiständin gemeldet ha-
be (E._____ werde während der Samstagsbesuche beim Vater unzureichend ver-
pflegt, habe nach den Besuchen beim Vater wiederholt in die Hosen gestuhlt und 
erzählt, dass er im Kinderwagen angebunden gewesen sei, als er in die Hosen 
gemacht habe); nach Auffassung der Ehefrau sei eine sozialpädagogische Famili-
enbegleitung beim Vater unumgänglich und müsse geprüft werden (act. A.10). Der 
Ehemann wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe erneut als unbegründet zurück; 
gegen die Einholung eines Berichts der Beiständin hatte er nichts einzuwenden 
(act. A.11). 

5.2.3. Die Beiständin, X._____, führte in ihrem zuhanden des Regionalgerichts 
Maloja verfassten Bericht vom 1. Dezember 2020 zur aktuellen Besuchsumset-
zung (act. J.1.1) aus, dass die Besuchstage seit März 2020 jeweils am Samstag 
abgehalten und die Übergaben am Bahnhof in M._____ umgesetzt würden. 
Gemäss Rückfrage bei den Eltern hätten die Besuche mehrheitlich stattgefunden, 
jedoch mit etlichen Irritationen und Verunsicherungen bei allen Beteiligten. Zu 
grösseren Unterbrüchen sei es während der Ferien der Eltern (im August und Ok-
tober) gekommen; im Dezember werde die Mutter erneut von Mitte bis Ende Mo-
nat abwesend sein, was auch die Besuchstage beim Vater betreffe. Die Informati-
onen zu Abwesenheiten des Vaters würden erst kurzfristig erfolgen, Rückmeldun-
gen zu E-Mails der Beiständin müssten mehrmals telefonisch bei ihm nachgefragt 
werden. Nach wie vor würden keine gemeinsamen Gespräche zwischen ihr und 
den Eltern stattfinden, was bedeute, dass eine Beratung mit dem Zweck, die El-
tern im Aushandeln von Umsetzungen zu stärken, nicht stattfinden könne. Die Or-

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ganisation und Kommunikation der Eltern berge grosse Risiken, da die Beiständin 
nicht regelmässig ins cc gesetzt werde, Informationen nicht den tatsächlichen 
Grundlagen entsprechen würden und auf Rückfragen von den Eltern verschiedene 
Ausführungen folgen würden, was der Beiständin eine transparente Einordnung 
oder Abfolge der Ereignisse verunmögliche. Die Empfehlung an die Eltern, sich 
bei Frau Y._____ (Elternberatung Graubünden) beraten zu lassen und mit ihr kon-
krete Umsetzungen zu besprechen, würden gemäss deren Rückmeldungen nur 
von der Mutter wahrgenommen; der Vater nehme die Aufforderung zum Gespräch 
mit ihr und der Beiständin zwar gerne wahr, empfinde die Fragen dann jedoch als 
Kontrolle, so dass keine Beratung im eigentlichen Sinne möglich sei. Anlass zu 
gegenseitigen Vorwürfen seien immer wieder die Themen Kleider (Mit- und Rück-
gabe, Wechseln verschmutzter Kleider), Ernährung (Mahlzeiten am Mittag, aktives 
Anbieten von Zwischenmahlzeiten) und altersangepasste Tagesstruktur (TV- und 
Handykonsum, Spielmöglichkeiten, Aufmerksamkeit für Anzeichen von Bedürfnis-
sen wie z.B. WC-Gang, Bewusstheit, was E._____ schon selber steuern, wählen 
und anmelden könne). In ihrem Fazit hielt die Beiständin fest, dass beide Eltern 
ihren Sohn gern hätten und beide nur das Beste für ihn wollten. Jedoch seien we-
der in fachlichen noch in organisatorischen Bereichen Beratungen möglich. Aus-
serdem würden die Eltern jeweils unterschiedliche oder lückenhafte Auskünfte 
geben. Die Vorwürfe an den anderen Elternteil oder die eigenen Bedürfnisse wür-
den das Abwägen des eigenen Handelns für E._____ überlagern. Das Organisie-
ren der Besuche und zukünftig der Ferien könne nur mit umfassenden und diffe-
renzierten gerichtlichen Entscheiden organisiert werden. 

5.2.4. Aus dem vom Kantonsgericht angeforderten, ergänzenden Bericht der Bei-
ständin vom 3. November 2021 zum Verlauf der Besuchskontakte seit Dezember 
2020 geht hervor, dass es im Jahre 2021 wiederholt zu Ausfällen von Besuchsta-
gen gekommen ist, meistens wiederum wegen Ferienabwesenheiten der Eltern, 
anfangs Jahr aber auch, weil E._____ nach Angaben der Mutter nicht zum Vater 
habe gehen wollen. Auf Wunsch der Mutter seien daraufhin elterliche Beratungs-
gespräche im Beisein des Hausarztes Dr. Z._____ abgehalten worden, worauf im 
März ein Besuch in dessen Begleitung und zwei Besuche mit Begleitung eines 
Sozialpädagogen im Betreuten Wohnen "AC._____" stattgefunden hätten. Im April 
habe die Mutter sich geweigert, weiterhin ins AC._____ zu kommen. Die Überg-
aben würden seither wieder am Bahnhof M._____ erfolgen. Im September und 
Oktober sei je ein Besuch ausgefallen, weil der Vater die Mutter am Bahnhof nicht 
habe finden können. Auf entsprechende Frage führte die Beiständin sodann aus, 
dass ihr keine Vorfälle bekannt seien, welche eine Gefährdung des Kindeswohls 
indizieren könnten. Solche seien auch aus den Rückmeldungen von Frau Y._____ 

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nie hervorgegangen. Ebenso habe der Hausarzt Dr. Z._____ nie eine Einschrän-
kung des Kindeswohls feststellen können; gemäss seinem Kurzbericht würde sich 
die Problematik bei den Besuchen einzig auf das destruktive Verhalten der Eltern 
reduzieren. Zur Frage eines schrittweisen Ausbaus der Besuchskontakte im Sinne 
des Teilvergleichs gab die Beiständin zu bedenken, dass als Grundlage die Be-
reitschaft der Eltern, gemeinsame Lösungen zu finden und vor allem eine gemein-
same und situativ angepasste und konfliktfreie Kommunikation zu pflegen, vor-
handen sein müsste, was aus ihrer Sicht nicht der Fall sei; daher sei eine Erweite-
rung des Besuchsrechts, bis Haltungsänderungen und stabile Umsetzungen der 
jetzigen Besuche erlebbar seien, fraglich. Bejaht wird von der Beiständin ferner die 
Notwendigkeit unterstützender Massnahmen. Eine Beistandschaft allein werde 
ausser der Kontrolle über die erfolgten Besuche und der Organisation der Be-
suchsplanung keine Wirkung erzielen können. Damit die Übergaben besser ablau-
fen würden und um Einsicht in die Probleme sowie die Aktivitäten während der 
Besuchszeit zu erhalten, würde es ein Angebot wie die Begleiteten Besuchstage 
von "AA._____" in AB._____ benötigen, welches im Engadin aber nicht zur Verfü-
gung stehe. Bei vorhandener Kapazität biete das Kleinheim AC._____ die Beglei-
tung von Übergaben an; dort könne der Vater auch für Essens- und/oder Spielzei-
ten mit dem Kind und Absprachen für externe Aktivitäten Unterstützung in An-
spruch nehmen. Da mit sozialpädagogischer Begleitung der Übergaben die 
Störungen reduziert werden könnten, sei der Einbezug des AC._____ wenn mög-
lich zu initiieren. Nachdem die Streitigkeiten der Eltern nach drei Jahren immer 
noch hoch seien und ihre Eigenwirksamkeit und Verantwortung für gelingende 
Umsetzungen nur va