# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54c5a945-625d-52da-8dc1-54a89fd321c3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.02.2012 D-677/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-677-2012_2012-02-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­677/2012

U r t e i l   v om   1 3 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;  
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

Parteien A._______, geboren (…),
dessen Ehefrau B._______, geboren (…),
und deren Kinder
C._______, geboren (…),
D._______, geboren (…),
E._______, geboren (…),
F._______, geboren (…),
Serbien,  
alle vertreten durch Annelise Gerber,
(…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 26. Januar 2012 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Beschwerdeführenden  –  der  Ethnie  der  Roma  zugehörige 
serbische Staatsangehörige mit  letztem Wohnsitz  in G._______  –  ihren 
Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 28. November 2011 verliessen 
und am 1. Dezember 2011 via H._______, ihnen unbekannte Länder und 
I._______  illegal  in  die  Schweiz  einreisten,  wo  sie  gleichentags  im 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum J._______ um Asyl nachsuchten,

dass am 7. Dezember 2011 die Befragungen zur Person stattfanden und 
die  Beschwerdeführenden  am  26.  Januar  2012  zu  ihren  Asylgründen 
angehört wurden,

dass  die  Beschwerdeführenden  im  Wesentlichen  ausführten,  in  der 
Heimat würde  ihnen aufgrund  ihrer ethnischen Zugehörigkeit die Rechte 
verwehrt,

dass man die Tochter C._______ nicht in die Spielgruppe aufgenommen 
habe, weil sie Roma sei,

dass  der  Beschwerdeführer  geltend machte,  er  sei  grundlos  von  einem 
Serben angegriffen worden,

dass er diesen Vorfall bei der Polizei angezeigt habe, die Anzeige jedoch 
nicht ernst genommen worden sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  zusätzlich  erklärte,  sie  sei  vom  gleichen 
Serben beim Einkaufen aufgesucht und belästigt worden,

dass sie dies weder ihrem Mann noch den Behörden erzählt habe,

dass  sie  Serbien  einige  Tage,  nachdem  der  Beschwerdeführer 
angegriffen worden sei, verlassen hätten,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  26.  Januar  2012  –  eröffnet  am  30. 
Januar 2012 –  in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche vom 1. Dezember 
2011  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung anführte, Serbien – damals noch  in der 
Union mit Montenegro – sei am 3. April 2003 dem Europarat beigetreten 

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und habe am 3. März 2004 die Konvention vom 4. November 1950 zum 
Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101) 
ratifiziert,

dass Serbien Rechtsnachfolgerin der aufgelösten Union sei,

dass  der  Europarat  Anfang  September  2008  die  Verbesserungen  im 
Demokratisierungsprozess  und  bei  den  Menschenrechten  anerkannt 
habe,

dass  der  Bundesrat  angesichts  der  aufgezeigten  innenpolitischen 
Situation  mit  Beschluss  vom  6.  März  2009  Serbien  als 
verfolgungssicheren Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. 
a  AsylG  bezeichnet  habe,  weshalb  das  Bundesamt  auf  Asylgesuche 
serbischer Staatsangehöriger nicht eintrete, ausser es gebe Hinweise auf 
eine Verfolgung,

dass  derartige  Hinweise,  welche  die  widerlegbare  Vermutung  der 
Verfolgungssicherheit  gemäss  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  umstossen 
könnten, im vorliegenden Fall aus den Akten nicht ersichtlich seien,

dass sich die Situation der ethnischen Minderheiten  in Serbien  im Zuge 
des demokratischen Wandels entspannt habe,

dass  das  Bundesgesetz  zum  Schutz  und  zur  Freiheit  der  nationalen 
Minoritäten am 25. Februar 2002 in Kraft getreten sei,

dass  es  sich  dabei  um  einen  gesetzlichen  Rahmen  handle,  der  die 
Rechte der nationalen Minderheiten und der Angehörigen von ethnischen 
Minderheiten schütze,

dass auch die Roma als nationale Minderheit anerkannt worden seien,

dass  die  Minoritäten  gemäss  dem  Minderheitengesetz  das  Recht  auf 
Schulbildung  in  der  Muttersprache,  das  Recht  auf  den  Gebrauch  der 
Muttersprache  als Amtssprache  sowie  das Recht  auf  Information  in  der 
eigenen Sprache erhielten,

dass zudem die proportionale Vertretung der nationalen Minderheiten  in 
öffentlichen Ämtern vorgesehen sei,

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dass  vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikanen  gegenüber  Roma 
zwar  nicht  restlos  ausgeschlossen  werden  könnten,  der  Staat  selbst 
allerdings Übergriffe seitens Drittpersonen weder billige noch unterstütze,

dass  solche  Vorfälle  auch  in  Serbien  Straftatbestände  darstellten,  die 
strafrechtlich verfolgt würden,

dass  es  zwar  in  einzelnen  Fällen  vorkommen  könne,  dass 
Behördenvertreter  mit  niederen  Chargen  die  notwendigen 
Untersuchungsmassnahmen  trotz  wiederholten  Intervenierens  nicht 
einleiteten, dass jedoch die Möglichkeit bestehe, gegen fehlbare Beamte 
auf  dem  Rechtsweg  vorzugehen  und  die  zustehenden  Rechte  bei 
höheren Instanzen einzufordern,

dass  der  serbische  Staat  bestrebt  sei,  Verfehlungen  von  Beamten  zu 
ahnden,

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden,  sie  seien  von  einem 
Serben  angegriffen  worden  und  die  Polizei  habe  nichts  unternommen, 
unsubstantiiert,  ausweichend  und  widersprüchlich  seien,  weshalb 
erhebliche Zweifel an deren Glaubhaftigkeit bestünden,

dass der Beschwerdeführer sich dahingehend widerspreche, dass er bei 
der Befragung zur Person ausgesagt habe, er sei vom Serben geohrfeigt 
worden  (vgl.  Befragungsprotokoll  vom  7.  Dezember  2011,  A9  S.  7), 
während  er  anlässlich  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  geltend 
gemacht  habe,  er  habe  zwei  Faustschläge  erhalten  (vgl. 
Anhörungsprotokoll vom 26. Januar 2012, A24 S. 3 F20),

dass er auf Vorhalt hin die letztere Aussage bestätigt habe (vgl. A24 S. 3 
F21),

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  der  Befragung  zur  Person 
angegeben  habe,  man  habe  ihren  Mann  geohrfeigt  (vgl. 
Befragungsprotokoll vom 7. Dezember 2011, A10 S. 7), hingegen bei der 
Anhörung  zu den Asylgründen erklärt  habe,  er  habe  zwei Faustschläge 
erhalten (vgl. Anhörungsprotokoll vom 26. Januar 2012, A25 S. 3 F22),

dass sie, als sie auf den Widerspruch angesprochen worden sei, erläutert 
habe, selbst zwei Ohrfeigen erhalten zu haben (vgl. A25 S. 3 F23),

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dass  diese  Aussage  wiederum  ihrer  früheren  Aussage  widerspreche, 
wonach sie vom Serben am Handgelenk gepackt worden sei (vgl. A25 S. 
3 F15),

dass  sie  auch  diesen Widerspruch  nicht  habe  klären  können  (vgl.  A25
S. 4 F24),

dass sich die Beschwerdeführenden auch hinsichtlich des Zeitpunkts der 
Anzeige bei der Polizei widersprächen,

dass  der  Beschwerdeführer  laut  seinen  Aussagen  am  Tag  nach  dem 
Angriff  zur  Polizei  gegangen  sei  (vgl.  A24  S.  4  F28),  wohingegen  die 
Beschwerdeführerin erklärt habe, er habe noch am selben Tag die Polizei 
aufgesucht (vgl. A25 S. 4 F 34 f.),

dass  die  Beschwerdeführerin  auch  diesen Widerspruch  nicht  zu  klären 
vermocht habe (vgl. A25 S. 4 F36),

dass  schliesslich  auch  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  zum 
Polizeibesuch trotz mehrmaligen Nachfragens unpräzise geblieben seien 
(vgl. A24 S. 4 F29 ff.),

dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelinge,  die  Vermutung 
fehlender  Verfolgung  zu  widerlegen,  weshalb  das  BFM  in  Anwendung 
von Art. 34 Abs. 1 AsylG auf die Asylgesuche nicht eintrete,

dass  das  Bundesamt  den  Vollzug  der  Wegweisung  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtete,

dass die Beschwerdeführenden mit Telefaxeingabe vom 6. Februar 2012 
gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erheben und dabei  beantragen  liessen,  es  sei  auf  das Asylgesuch  vom
1. Dezember 2011 einzutreten,

dass  die  Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen und als Folge davon für sie und  ihre 
Kinder die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei,

dass  gegebenenfalls  das  Dossier  dem  BFM  zur  Neubeurteilung 
zurückzugeben sei,

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dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
ersucht wurde,

dass  die  Beschwerde  am  8.  Februar  2012  im  Original  beim  Gericht 
einging,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  beim  Gericht  gleichentags  eintrafen 
(Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 

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weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten 
nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  Safe­Country­Regelung) 
nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung  (Art. 34 
Abs. 1 AsylG),

dass  auf  Beschwerdeebene  unter  Hinweis  auf  verschiedene  Berichte, 
Artikel  und  eine  TV­Reportage  insbesondere  geltend  gemacht  wird,  im 
völligen  Gegensatz  zur  Einschätzung  des  BFM  wiesen  viele 
Organisationen seit langem auf die Diskriminierung der Roma im ganzen 
Balkan hin,

dass die Roma in den Balkanländern Willkür und massiver Korruption auf 
Behördenebene ausgesetzt seien,

dass  auch  davon  auszugehen  sei,  Roma  könnten  ihre  Rechte  nie  bei 
höheren Instanzen einfordern und der serbische Staat könne sie aufgrund 
ihrer  ethnischen  Zugehörigkeit  gegen  Übergriffe  nicht  schützen 
beziehungsweise wolle sie wohl auch nicht effektiv schützen,

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dass die Beschwerdeführenden eine individuelle Bedrohung an Leib und 
Leben geltend machten; dies mit grösster Wahrscheinlichkeit wegen ihrer 
ethnischen Zugehörigkeit,

dass der Vollzug der Wegweisung zum jetzigen Zeitpunkt unzulässig und 
unzumutbar sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  laut  eigenen  Angaben  serbische 
Staatsangehörige  sind,  der  Bundesrat  Serbien  mit  Beschluss  vom  6. 
März 2009 zum "safe country"  im obgenannten Sinn erklärt hat und auf 
diese Einschätzung  im Rahmen der  periodischen Überprüfung  (vgl.  Art. 
6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht zurückgekommen ist,

dass  somit  die  formelle  Voraussetzung  für  den  Erlass  eines 
Nichteintretensentscheides gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG gegeben ist,

dass  diesbezüglich  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die 
zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 
ist,

dass  zu prüfen bleibt,  ob das BFM  im Weiteren  zu Recht  erwogen hat, 
aus den Akten würden sich keine Hinweise ergeben, welche die in Bezug 
auf Serbien bestehende Vermutung der Verfolgungssicherheit widerlegen 
könnten,

dass  das  Bundesamt  in  detaillierter  Art  und  Weise  darlegte,  weshalb 
vorliegend  die  Voraussetzungen  für  ein  Nichteintreten  gemäss  Art.  34 
Abs. 1 AsylG erfüllt seien,

dass das Bundesverwaltungsgericht die entsprechenden vorinstanzlichen 
Erwägungen  als  korrekt  erachtet,  so  dass  vollumfänglich  darauf 
verwiesen werden kann,

dass  insbesondere  auch  den  Ausführungen  des  BFM  hinsichtlich  der 
widersprüchlichen Angaben der Beschwerdeführenden beizupflichten ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  demnach  aus  dem  in  der 
Rechtsmitteleingabe  geltend  gemachten  Vorbringen,  wonach  der 
Umstand, dass sie einmal von Faustschlägen und einmal von Ohrfeigen 
gesprochen  hätten,  ihre  Aussagen  nicht  unglaubhaft  mache,  nichts  zu 
ihrem  Vorteil  abzuleiten  vermögen,  umso  weniger,  als  von  einer 

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tatsächlich  angegriffenen  Person  übereinstimmende  Angaben  erwartet 
werden dürfen,

dass  es  sich  schliesslich  erübrigt,  auf  die  weiteren  in  der  Beschwerde 
gemachten Ausführungen näher einzugehen, da diese zu keiner anderen 
Einschätzung führen können,

dass das BFM angesichts der Sachlage in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 
AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist,

dass  es  sich  somit  erübrigt,  das  Dossier  dem  BFM  zur  Neubeurteilung 
zurückzuweisen, weshalb der entsprechende Antrag abgewiesen wird,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der 
gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das 
heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Auflage, 
Basel 2009, S. 568 Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 

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Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement in casu keine Anwendung findet,

dass  darüber  hinaus  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 
1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder 
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 
Art. 3  EMRK  ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden  im 
Heimatland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), Grund

dass weder die allgemeine Lage in Serbien noch individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  im  Falle  einer 
Rückkehr schliessen lassen,

dass  die  Beschwerdeführenden  im  vorinstanzlichen  Verfahren  diverse 
gesundheitliche Probleme geltend machten,

dass  die  Beschwerdeführerin  angab,  sie  sei  vor  zwei  Jahren  am  Kopf 
wegen eines Tumors operiert worden (vgl. A10 S. 8),

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dass bei der Geburt von Tochter F._______ Komplikationen aufgetreten 
seien (vgl. A25 S. 5 F48)

dass  sie  Kopfschmerzen,  manchmal  auch  Bauchschmerzen  habe  (vgl. 
A25 S. 5 F47, 51),

dass die Tochter C._______ angeblich Sprachschwierigkeiten hat und an 
einem Herzfehler leidet (vgl. A9 S. 8; A24 S. 5 F41),

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Aussagen  zufolge  an  Nervosität, 
Angstzuständen, Müdigkeit und Nachtschweiss leidet (vgl. A24 S. 5 F48),

dass  in  Serbien  die  medizinische  Grundversorgung  für  die  gesamte 
Bevölkerung gewährleistet ist,

dass  das  Krankenversicherungsgesetz  Serbiens  allen  benachteiligten 
Bevölkerungsgruppen, also auch den Roma, das Recht auf medizinische 
Behandlung garantiert,

dass  aus  den  Akten  hervorgeht,  dass  die  Beschwerdeführenden 
krankenversichert sind,

dass  ihre Beiträge an die obligatorische Krankenversicherung durch das 
staatliche  Budget  übernommen  werden  (vgl.  Council  of  Europe: 
Commissioner for Human Rights, Report by the Commissioner for Human 
Rights, Thomas Hammarberg, on his visit to Serbia 13­17 October 2008, 
11.03.2009,  https://www.ecoi.net/file_upload/470_1237291705_commdh­
2009­8­e.pdf, abgerufen am 19.05.2009, S. 33),

dass der Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund aus dem Vorbringen, 
eine Behandlung wäre  in der Heimat wegen  fehlender  finanzieller Mittel 
nicht  gewährleistet  (vgl.  A24  S.  5  F46  f.),  nichts  zu  seinen  Gunsten 
ableiten kann,

dass  sowohl  die  Beschwerdeführerin  als  auch  die  Tochter  C._______ 
sich im Heimatland bereits behandeln liessen (vgl. A9 S. 8; A25 S. 5 F50, 
S. 6 F52), weshalb ihre Gesundheitsprobleme bekannt sind und es ihnen 
zugemutet werden darf, sich allenfalls erneut an einen Arzt zu wenden,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Schule  besuchte  und  Kenntnisse  der 
serbischen Sprache aufweist,

https://www.ecoi.net/file_upload/470_1237291705_commdh-2009-8-e.pdf
https://www.ecoi.net/file_upload/470_1237291705_commdh-2009-8-e.pdf

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dass er  im Weiteren als Tagelöhner und Erntearbeiter  tätig war  (vgl. A9
S. 4),

dass er von den heimatlichen Behörden als arbeitsfähig eingestuft wurde 
(vgl. A9 und A10 S. 8),

dass die Beschwerdeführenden in Serbien ausserdem über ein familiäres 
Beziehungsnetz  verfügen  (Mutter  und  zwei  verheiratete Schwestern  der 
Beschwerdeführerin,  vgl.  A10  S.  5),  welches  ihnen  bei  der 
Wiedereingliederung behilflich sein kann,

dass  angesichts  dieser  Umstände  nicht  zu  erwarten  ist,  die 
Beschwerdeführenden gerieten bei einer Rückkehr nach Serbien  in eine 
existenzbedrohende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung – in 
Übereinstimmung mit dem BFM – als zumutbar zu bezeichnen ist,

dass  vor  diesem  Hintergrund  auch  der  dem  Beschwerdeführer 
zugesicherte Arbeitseinsatz bei der (…) vom 30. Januar bis 31. Juli 2012 
(vgl.  Einladung  der  […]  vom  18.  Januar  2012  betreffend 
Beschäftigungseinsatz) an einer Rückführung nichts zu ändern vermag,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  ihren 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG,  dazu  auch 
BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  demnach  zu 
bestätigen  ist  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser 
Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG),

dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  in Anbetracht des Umstands, wonach sich die Rechtsbegehren als 
aussichtslos  erwiesen  haben,  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
unbesehen  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden 
ebenfalls abzuweisen ist,

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand: