# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee812f45-9931-59f6-8be9-0fddb30a920e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.11.2017 SB170272
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170272_2017-11-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB170272-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

Oberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. 

R. Bretscher 

 

Urteil vom 16. November 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend 
Geldwäscherei und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung,  

vom 21. März 2017 (DG170014) 
 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 23. Januar 

2017 (Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 35 S. 20 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 in 

Verbindung mit Art. 305bis Ziff. 3 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

13. September 2013 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, mit Entscheid 

der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 2014 um ein Jahr verl-

ängert, gewährte bedingte Strafvollzug für eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– wird widerrufen und es wird der Vollzug dieser Geldstrafe angeordnet. 

5. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Februar 

2014 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte Strafvollzug 

für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen und es wird der 

Vollzug dieser Geldstrafe angeordnet. 

6. Der mit Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 2014 

unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte Strafvollzug für 

eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50.– wird widerrufen und es wird der 

Vollzug dieser Geldstrafe angeordnet. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 20. Oktober 

2016 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 363.15 wird zur Deckung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

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8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'100.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 6'637.70   amtl. Verteidigungskosten inklusive Mehrwertsteuer 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-

schuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 

StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

10. (Mitteilung) 

11. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 37 S. 2; Urk. 55 S. 1) 

Das angefochtene Urteil sei aufzuheben. 

Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

Der beschlagnahmte Betrag von Fr. 363.15 sei dem Beschuldigten auszu-

händigen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

Eventualanträge: 

Im angefochtenen Urteil seien die Ziffer 2 und die Ziffern 4 bis 6 aufzuheben. 

Der Beschuldigte sei zu 60 Tagen unbedingter Freiheitsstrafe zu verurteilen.  

-   4   - 

Auf den Widerruf der Strafbefehle gemäss Ziffer 4, Ziffer 5 und Ziffer 6 des 

angefochtenen Urteils sei zu verzichten. Die entsprechenden Probezeiten 

seien um zwei Jahre zu verlängern.  

Unter den üblichen Kostenfolgen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 47 S. 1) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

I.Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 35 S. 3 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil des Be-

zirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 21. März 2017 (Prot. I S. 22 ff.) liess der 

Beschuldigte durch seine amtliche Verteidigung am 30. März 2017 (Datum Post-

stempel) fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 30) und nach Zustellung des be-

gründeten Urteils am 26. Juni 2017 (Urk. 34) – ebenfalls fristgerecht – am 3. Juli 

2017 (Datum Poststempel) dem Obergericht die Berufungserklärung einreichen 

(Urk. 37). Mit Präsidialverfügung vom 18. Juli 2017 wurde die Berufungserklärung 

in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft zugestellt, 

um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, 

um zu seinen finanziellen Verhältnissen verschiedene Auskünfte zu erteilen und 

zu belegen (Urk. 40). Innert Frist reichte der Beschuldigte das ausgefüllte Daten-

erfassungsblatt sowie weitere Unterlagen betreffend seine finanziellen Verhältnis-

se ein (Urk. 42 und 46). Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 25. Juli 

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2017 mit, die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu beantragen und auf eine 

Anschlussberufung zu verzichten (Urk. 47 S. 1). 

1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Beglei-

tung seiner amtlichen Verteidigung (Prot. II S. 4). Vorfragen waren keine zu ent-

scheiden und – abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 54) – 

auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5 f.). 

2. Umfang der Berufung 

Das Urteil der Vorinstanz wird durch die amtliche Verteidigung vollumfänglich an-

gefochten. Damit kann festgehalten werden, dass das vorinstanzliche Urteil in 

keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen ist. Mithin steht der angefochtene Ent-

scheid im Rahmen des Berufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechte-

rungsverbotes gesamthaft zur Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

3. Formelles 

3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. 

3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungs-

instanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. 

II.  Sachverhalt 

1. Unbestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte zeigte sich betreffend das ihm vorgeworfene Verhalten in objek-

tiver Hinsicht geständig. Er räumte ein, dass er mit der "B._____ AG" einen Ar-

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beitsvertrag geschlossen habe, gemäss welchem er sich verpflichtet habe, Geld-

zahlungen, die auf sein Konto bei der "C._____ Bank" erfolgen, abzuheben und 

zusammen mit weiteren Unterlagen nach Russland zu schicken, was er auch ins-

gesamt viermal getan habe (Prot. I S. 7; Urk. 54 S. 7 ff.). Anerkannt wurde anläss-

lich der heutigen Berufungsverhandlung sodann das Vorliegen einer verbrecheri-

schen Vortat (Urk. 55 S. 2). Diese Zugeständnisse des Beschuldigten decken sich 

mit dem übrigen Untersuchungsergebnis, weshalb der Sachverhalt insofern er-

stellt ist. 

2. Bestrittener Sachverhalt 

Nicht geständig zeigte sich der Beschuldigte einzig, was den subjektiven Tatbe-

stand betrifft. Der Beschuldigte habe sich durch den geschickt aufgebauten An-

schein der Betrüger blenden lassen und aufgrund dieser (vorgetäuschten) Fakts 

darauf vertraut, alles gehe mit rechten Dingen vor sich (Urk. 26 S. 5; Urk. 55 

S. 3 ff.). Diesbezüglich ist der Sachverhalt zu erstellen. 

2.1. Subjektiver Tatbestand 

2.1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 23. Januar 2017 vor-

geworfen, der Beschuldigte, welcher bereits im Jahr 2014 in identische Machen-

schaften verstrickt gewesen sei, habe aufgrund der sich ihm präsentierenden Ge-

samtumstände im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss und den folgenden 

Transaktionen (Gelder fragwürdiger Herkunft, Anweisungen einer ihm nicht be-

kannten "D._____", Bargeldtransfer in Umschlägen verpackt nach Moskau) zu-

mindest bewusst und billigend in Kauf genommen, dass diese auf sein Konto bei 

der C._____ Bank eingehenden Zahlungen aus einem Verbrechen stammten. Der 

Beschuldigte habe weiter in Kauf genommen, dass er durch die Barabhebung und 

Weiterleitung dieser Zahlungen, wozu er sich vorgängig vertraglich verpflichtet 

habe, die Auffindung der betreffenden Vermögenswerte von vorgängig von Ver-

mögensdelikten betroffenen Geschädigten wie auch für die Strafverfolgungsbe-

hörden vereitelt. 

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2.1.2. Die amtliche Verteidigung führt zum subjektiven Tatbestand aus, 

der Beschuldigte habe via Internet, der Jobbörse, eine Arbeit gesucht und ein 

entsprechendes Inserat gemacht. In der Folge sei er von der angeblichen 

B._____ AG telefonisch via D._____ kontaktiert worden. Der Beschuldigte habe 

den Handelsregister-Auszug der B._____ AG herausgesucht und die Homepage 

kontaktiert. Diese Homepage sei gefakt, aber sehr professionell gemacht gewe-

sen. Der Handelsregister-Auszug habe den Sitz und die Zeichnungsberechtigten 

bestätigt. Unter Verweis auf einen Artikel in der NZZ folgert die amtliche Verteidi-

gung, der Internetauftritt mit seriösem Antlitz entpuppe sich als raffinierter 

Schwindel, dem offenbar zahlreiche Stellensuchende zum Opfer gefallen seien. 

Der Beschuldigte habe verzweifelt nach Arbeit gesucht und sei hocherfreut gewe-

sen, eine solche gefunden zu haben. Er habe die Anweisungen der angeblichen 

Arbeitgeberin befolgt, die ihn mit dem Anreiz von Geld (Fr. 100.–) zu einem 

schnellen Handeln verleitet hätten. Zudem hätten sie den stellenlosen Beschuldig-

ten mit einem möglichen Verdienst von Fr. 2'400.– pro Monat geködert.  

Der Beschuldigte sei beeindruckt gewesen vom professionellen Internetauftritt der 

B._____ AG. Der Arbeitsvertrag sei vom Zeichnungsberechtigten der  

B._____ AG, E._____, unterzeichnet gewesen. Der Beschuldigte habe dies mit 

dem Handelsregisterauszug überprüft. Neben den Anweisungen zum Überweisen 

des Geldes seien dem Beschuldigten jeweils ein Mietvertrag mitgeschickt worden, 

der die Geschäftsgrundlage der Überweisung mit einem Vertrag belegt habe. Der 

Beschuldigte sei schlicht auf die geschickte Masche hereingefallen. Der Beschul-

digte habe auch geglaubt, dass aufgrund des jüdischen Namens ein Transfer via 

Post sinnvoll sei, da nach seiner Einschätzung jüdische Menschen in Russland 

diskriminiert werden würden. Er habe so nach dem eingetretenen Zweifel nach 

der dritten Überweisung seine Gewissheit konstruiert, dass seine Zweifel unbe-

gründet seien.  

Der Beschuldigte habe bis und mit seiner vierten Überweisung geglaubt, dass er 

den Lohn von Fr. 2'400.– erhalten werde. Wenn er einen Verdacht gehabt hätte, 

dass es sich um Betrüger gehandelt habe, die mittels ihm Geldwäsche betreiben 

würden, hätte er nie auf seinen anstehenden Lohn vertraut. Er habe den Lohn 

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selbstverständlich nie erhalten. Der Beschuldigte sei schamlos ausgenutzt wor-

den. Der Beschuldigte habe bei den ersten drei Überweisungen keinen Verdacht 

gehabt, dass die Gelder deliktischer Herkunft sein könnten. Er habe auf den 

Schein vertraut, den die Auftraggeber mit dem Internetauftritt, der tatsächlich vor-

handenen Firma mit Eintrag im Handelsregister, mit dem Arbeitsvertrag, der durch 

den Zeichnungsberechtigten der Firma unterschrieben gewesen sei, und den Ver-

tragsdokumenten, die die Überweisung plausibel hätten erscheinen lassen, er-

weckt haben. Zwar seien dem Beschuldigten bei der vierten Überweisung offen-

sichtlich Zweifel gekommen. Bei dieser letzten Überweisung habe der Beschuldig-

te aber darauf vertraut, sein Verdacht sei unbegründet. Unter Hinweis auf Bun-

desgerichtsentscheid 6B_115/2007 E. 4.3 scheide eine deliktische Begehung aus, 

da der Beschuldigte nicht eventualvorsätzlich gehandelt habe (vgl. Urk. 26 S. 3 f. 

sowie Urk. 55 S. 2 ff.). 

2.1.3. Mit der Vorinstanz ist zunächst festzuhalten, dass der 53-jährige Beschul-

digte auf Erfahrungen im Finanzbereich zurückblicken kann und auch Tätigkeiten 

im Kaderbereich ausführte. Der Beschuldigte absolvierte eine KV-Lehre auf der 

Handelsbank F._____. In der jüngeren Vergangenheit war der Beschuldigte bis 

ca. ins Jahr 2005 bei der G._____ Mitinhaber, Mitglied des Verwaltungsrates so-

wie im Aussendienst tätig. Er war dort für die Buchhaltung sowie für das Perso-

nalwesen zuständig. Danach war er während zwei bis drei Jahren selbständiger 

Leasingbroker, bevor er bis ca. Ende 2008 für die H._____ AG Leasing-Verträge 

abgeschlossen hat. Nach einem Burnout arbeitete er für die I._____ als Autover-

käufer bis ca. Ende 2011. Anschliessend verkaufte er Krankenkassen, bevor er 

zuletzt über J._____ als Chauffeur tätig war. Aufgrund seines Lebenslaufes kann 

dem Beschuldigten nicht nur ein finanztechnisches Know-How attestiert werden, 

sondern er musste auch mit den Gepflogenheiten eines ordentlichen Bewer-

bungsprozesses vertraut gewesen sein. Dies bestätigte er selber, indem er zu 

Protokoll gab, man müsse einen Lebenslauf schicken, ein Motivationsschreiben 

dazulegen und in der Regel finde ein persönliches Gespräch statt (Urk. 9 S. 6 F/A 

31). Auf explizite Nachfrage des Staatsanwaltes, ob es den Beschuldigten nicht 

stutzig gemacht habe, dass kein Vorstellungsgespräch oder sonstige Vorstel-

lungsmodalitäten stattgefunden hätten, antwortete der Beschuldigte: "Ich war der 

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Meinung, dass für diese Arbeit, die ich für die B._____ AG ausführen sollte, es 

nicht notwendig ist, dass man sich persönlich trifft. Ich war der Meinung, dass es 

ausreicht, wenn alles per Internet bzw. E-Mail abgewickelt wird" (Urk. 9 S. 7 F/A 

38). Weshalb gerade für diese Arbeit ein persönliches Gespräch nicht notwendig 

sein sollte, erschloss sich dem einvernehmenden Staatsanwalt wohl nicht, wes-

halb er den Beschuldigten nochmals fragte. Darauf konzedierte der Beschuldigte, 

er könne dies wirklich nicht sagen (Urk. 9 S. 7 F/A 39).  

Tatsächlich ist kein Grund ersichtlich, weshalb eine (seriöse) Firma bei einem 

derartigen Jobangebot auf ein persönliches Gespräch verzichtet hätte. Es ging im 

Wesentlichen ja darum, eine Person damit zu betrauen, beträchtliche Barmittel 

abzuheben und weiterzuleiten. Ansonsten waren keine grösseren Leistungen zu 

erbringen. Besondere Qualifikationen musste die gesuchte Person nicht mit-

bringen. An erster Stelle wäre die Vertrauenswürdigkeit gestanden, was auch der 

Beschuldigte bestätigte ("Damit meine ich, dass man kein Studium benötigt, um 

diesen Job auszuführen aber es braucht Vertrauen, da ja Geld auf mein Konto 

kommt. Ich hätte mit dem Geld ja abhauen können." oder "Natürlich ist es kein 

grosser Betrag, aber trotzdem braucht es Vertrauen." [Urk. 9 S. 8 F/A 50; Urk. 54 

S. 8]). Ob eine Person vertrauenswürdig ist, lässt sich aber nur bedingt einem Le-

benslauf entnehmen, sondern es ist vielmehr ein persönliches Gespräch mit der 

fraglichen Person angezeigt. So erklärte auch der Beschuldigte selber, er hätte 

keine Person für eine Vertrauensstellung angestellt, ohne dass er diese Person je 

gesehen hätte (Urk. 54 S. 8). Stattdessen wurde vom Beschuldigten lediglich 

dessen Name und Geburtsdatum verlangt, weitere Belege wurden nicht verlangt 

(Prot. I S. 8). Dies hätte den Beschuldigten stutzig machen müssen. 

Was nun den Arbeitsvertrag angeht, so fällt bei näherer Betrachtung mit der Vor-

instanz zwar auf, dass der Text doch recht amateurhaft formatiert und in etwas 

holprigem Deutsch formuliert wurde (Urk. 2/9). Allerdings kommt der Vertrag für 

sich betrachtet noch nicht derart dilettantisch daher, dass der Beschuldigte alleine 

deshalb Zweifel an der Echtheit hätte haben müssen. Solche Zweifel hätten ihm 

aber aufgrund des konkreten Vertragsinhaltes sowie der weiteren Umstände rund 

um den Vertragsabschluss und dessen Ausführung kommen müssen: 

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Vorab hat der Beschuldigte gemäss eigenen Angaben als Verkäufer oder Kurier-

fahrer auf der Jobbörse inseriert (Prot. I S. 7 f.; Urk. 8 S. 6 F/A 39; Urk. 9 S. 6 

F/A 30). Es mutet dann schon seltsam an, dass er schliesslich wegen einer völlig 

anderen Tätigkeit angefragt wurde, als er selber inseriert hat. Dies umso mehr, 

als der Beschuldigte in der Vergangenheit im fraglichen Bereich nie eine Tätigkeit 

ausgeübt hat. Keine Zweifel mehr an der fehlenden Legalität der ihm in Aussicht 

gestellten Tätigkeit hat der Beschuldigte aber haben können, als ihm konkret für 

eine absolut triviale Arbeit – was der Beschuldigte ebenfalls so einschätzte (Urk. 9 

S. 8 F/A 49) –, welche ihn höchstens zwei Stunden pro Tag in Anspruch genom-

men hätte, ein Monatslohn von Fr. 2'400.– angeboten wurde, was bei einer Hoch-

rechnung auf ein 100%-Pensum einen Monatslohn von Fr. 9'600.– ergeben hätte. 

Keine seriöse und sich im legalen Bereich bewegende Unternehmung könnte und 

würde es sich leisten, einem Arbeitnehmer, den sie nie persönlich gesehen hat 

und von dessen Vergangenheit sie nichts weiss, einen derart hohen Lohn nur da-

für zu bezahlen, dass dieser regelmässig Bargeld abhebt, zusammen mit weiteren 

Unterlagen in einen Umschlag steckt und diesen postalisch versendet. Schlicht 

unglaubhaft erscheint die Aussage des Beschuldigten, er habe den Lohn nicht 

aufgerechnet respektive, ihm sei die Höhe des Lohnes im Verhältnis zur Tätigkeit 

nicht unangemessen erschienen (vgl. Urk. 54 S. 8). So fällt doch bei lebensnaher 

Betrachtung auf Anhieb das Missverhältnis zwischen Zeitaufwand und Anforde-

rungsprofil zur Entlöhnung auf, und zwar unabhängig davon, ob man den Lohn 

auf 100% aufrechnet oder nicht. 

Auffällig sind zudem die zahlreichen Passagen im Arbeitsvertrag, welche schlicht 

keinen Sinn ergeben. So konnte auch der Beschuldigte anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung dazu weitestgehend keine Angaben machen, weil sich 

auch ihm der Sinn nicht erschlossen hat (Urk. 54 S. 9 ff.). Widersprüchlich sagt 

der Beschuldigte aus, wenn er auf Ergänzungsfrage des amtlichen Verteidigers 

zu Protokoll gibt, er habe den Arbeitsvertrag nicht durchgelesen, sondern nur die 

Adressen und was er machen müsse angeschaut, ansonsten habe er ihn nur 

überflogen (Urk. 54 S. 15 f.), zumal er vor der detaillierten Befragung zum Ar-

beitsvertrag durch das Gericht nur kurze Zeit vorher erklärte, er habe den Vertrag 

vor dem Unterzeichnen durchgelesen und er habe verstanden, was der Inhalt des 

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Vertrages gewesen sei (Urk. 54 S. 9). Auch vor dem Hintergrund, dass der Be-

schuldigte eine KV-Lehre absolvierte, über 50 Jahre Lebenserfahrung verfügt, in 

der Personalführung tätig war und auch schon Leasingverträge vertrieben hat, er-

scheint es als Schutzbehauptung, dass er – selbst wenn er in jenem Zeitpunkt 

"nach Strohhalmen gegriffen hat" – den Vertrag quasi blind unterschrieben hat.  

Ein weiterer Umstand, welcher beim Beschuldigten Zweifel hätten erwecken müs-

sen, sind die ihm zugesandten Mietverträge. Während der Arbeitsvertrag zwar in 

holprigem, aber durchaus verständlichem Deutsch daherkommt, weisen die Miet-

verträge unverkennbar zahlreiche Rechtschreibefehler auf (Urk. 2/11). Die Miet-

verträge sind sprachlich derart mangelhaft, dass auch nicht nachvollziehbar ist, 

weshalb dem Beschuldigten dies erst beim zweiten oder dritten Mal aufgefallen 

sein soll (Prot. I S. 10). Wenn der Beschuldigte erklärt, es habe "schon zwei drei 

Fehler" gehabt (Prot. I S. 10), dann ist das masslos untertrieben. Davon, dass 

diese "einen professionellen Eindruck hinterlassen" hätten, kann jedenfalls nicht 

die Rede sein (Urk. 55 S. 3). 

Doch nicht nur die Mietverträge, auch die E-Mails vom 14. September 2015 sowie 

vom 15. September 2015, versandt von der Adresse "D._____@ B._____.com", 

wie auch die E-Mail von K._____@B._____.com vom 14. September 2015, wei-

sen Orthographie-Fehler auf (Urk. 2/7, Urk. 2/8 und Urk. 2/10). Unzutreffend ist 

deshalb, wenn der Beschuldigte ausführt, "Frau D._____ hat auch gut Deutsch 

gesprochen und geschrieben" (Urk. 9 S. 8 F/A 48). Selbst wenn es zutreffen soll-

te, dass die Person, welche sich am Telefon ihm gegenüber als D._____ ausge-

geben hat, gut und dialektfrei Deutsch gesprochen hätte, so hätte ihn umso mehr 

zweifeln lassen müssen, dass dieselbe Person plötzlich eine E-Mail in derart 

schlechtem Deutsch verfasste. 

Der Inhalt der E-Mail vom 15. September 2015 lässt zudem tief blicken. Nicht nur 

werden dem Beschuldigten in ihrer Höhe in keiner Weise gerechtfertigte Spesen 

zugebilligt (Fr. 50.– für Fahrtkosten und Fr. 100.– für die Erledigung am gleichen 

Tag, wobei hierzu zu erwähnen ist, dass eine Erledigung innerhalb von 

24 Geschäftsstunden gemäss Ziff. 3.1.5 des "Arbeitsvertrages" zu den üblichen 

Pflichten des Beschuldigten gehörte [Urk. 2/9]), sondern auffällig ist auch der kon-

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spirative Grundton. So wird eindringlich um sofortige Rückmeldung "via maill 

D._____@B._____.com (über die Webseite oder telefonisch) gebeten, wenn die 

Zahlung beim Beschuldigten eingetroffen ist. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb 

der Beschuldigte sofortige Meldung erstatten sollte, wenn der Betrag bei ihm ein-

getroffen ist. In der E-Mail wird ja eingangs darüber informiert, dass der Zah-

lungsauftrag bereits erteilt worden sei, weshalb es keine Probleme mit der Zah-

lung geben sollte, falls diese legitim gewesen wäre. Noch eindringlicher wirken die 

Anweisungen im Zusammenhang mit allfälligen Fragen, wonach "mit keinen ande-

ren Leuten wie beispielsweise dem Manager von der Personalabteilung in Ver-

bindung" getreten werden soll (Urk. 2/10). 

Auch die E-Mail vom 21. September 2015 von D._____@B._____.com zeichnet 

ein klares Bild. Nicht nur weist auch diese E-Mail zahlreiche Rechtschreibefehler 

auf, sondern es wird dem Beschuldigten im Detail erklärt, wie er die Geldbeträge 

zu verschicken habe. So wird ihm – in der Art einer Faltanleitung – erklärt, er solle 

das 4-seitige Dokument, welches er via E-Mail erhalten habe, insgesamt dreimal 

ausdrucken, was dann 12 Papierblätter ergebe. Das einfache Papierblatt solle er 

2 mal biegen, damit es kleiner werde und in den Briefumschlag passe. Er solle 

das Geld da hineinlegen und das Papierblatt mit dem Geld in den Briefumschlag 

legen und zukleben. Anschliessend solle er den Umschlag und die 12 Papiersei-

ten des Vertrages in eine Transparentfolie A4 so ungefähr zwischen 6. und der 7. 

Papierseite des Vertrages legen. Er solle sicherstellen, dass die Geldscheine im 

Briefumschlag nicht sichtbar seien, auch nicht wenn man den Brief gegen das 

Licht halte. Diese Anweisung erfolgt in identischem Wortlaut dann gerade noch 

einmal. In Grossbuchstaben folgt der Hinweis: "ACHTUNG! DIE MÜNZEN IN DAS 

PAKET NICHT HINEINLEGEN! DAS IST STRENG VERBOTEN!" Dieser Hinweis 

wird später ebenfalls nochmals wiederholt. Er solle das Ganze dann zur nächsten 

"Stelle der Swiss Post oder der Post" bringen und am Schalter sagen, dass "Post 

Pack International Priority – EMS" nach Russland schicken zu wollen. Zudem wird 

er instruiert, einen falschen Schätzwert anzugeben (Urk. 2/13).  

Es ist offensichtlich und wird in der Mail gar explizit geschrieben, dass mit dieser 

Vorgehensweise der Versand des Bargeldes kaschiert werden soll. So soll das 

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Geld möglichst mittig (im Umschlag verpackt und zwischen der 6. und 7. Papier-

seite) platziert werden, so dass es möglichst nicht zu ertasten und/oder im Licht 

sichtbar ist. Darin ist auch der Grund zu sehen, weshalb es verboten sei, Münzen 

zu verschicken, wären diese doch leichter zu ertasten. Keine sich im legalen Be-

reich bewegende Unternehmung würde für ihren Zahlungsverkehr einen derarti-

gen (Um-) Weg wählen. 

Die Erklärungsversuche des Beschuldigten, weshalb der Geldtransfer über ihn 

und nicht über firmeneigene Konten der B._____ AG laufen soll, können nicht 

überzeugen (Prot. I S. 10 f.; Urk. 54 S. 13 f.). Der Beschuldigte bringt unter ande-

rem vor, dass "hinter der B._____ AG Juden" seien. Er sei deshalb davon ausge-

gangen, dass sich die B._____ AG allfällige Auseinandersetzungen mit der russi-

schen Justiz habe ersparen wollen (Urk. 9 S. 9 F/A 54). Vorab zeugt diese Aus-

sage davon, dass sich der Beschuldigte offenbar doch einige Gedanken über den 

Grund des konkreten Geldflusses gemacht hat. Dies entgegen seiner Aussage 

vor der Vorinstanz, wonach er sich nicht so richtig dafür interessiert habe, wes-

halb der Transfer über ihn laufen müsse. Überzeugen kann die Aussage in der 

Sache aber nicht. Es ist zwar richtig, dass der Verwaltungsrat der B._____, 

E._____, einen jüdischen Namen trägt. Dass deshalb die B._____ von jüdisch-

gläubigen Personen beherrscht würde, ist damit noch nicht zwingend. Kommt hin-

zu, dass die Beziehungen zwischen Russland und Israel zwar in der Vergangen-

heit nicht immer problemlos gewesen sind, diese sich aber weitgehend normali-

siert haben und sich nicht als derart belastet erweisen, dass die "russische Justiz" 

Zahlungsströme alleine deshalb kontrollieren oder gar blockieren würde, nur weil 

diese von einer AG mit einem Verwaltungsrat, welcher einen jüdischen Namen 

trägt, kommen. Und selbst wenn dem so wäre, so hätte es wesentlich einfachere 

Wege gegeben, als eine externe und unbekannte Person gegen eine hohe Ent-

löhnung zu involvieren, welche die Geldtransfers über ihr eigenes privates Konto 

abwickelt. Dies musste auch der Beschuldigte vor der Vorinstanz und auch an-

lässlich der Berufungsverhandlung letztlich einräumen. So bestätigte er, dass ei-

gentlich auch K._____ die Überweisungen hätte tätigen können (Prot. I S. 11; 

Urk. 54 S. 14).  

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Aufgrund der genannten Umstände kann – entgegen der Ansicht der Verteidigung 

– nicht von einer "geschickte[n] Masche" gesprochen werden (Urk. 26 S. 4). Viel-

mehr strotzt die ganze Sache nur so von Ungereimtheiten, welche jede andere 

Person in der Lage des Beschuldigten aufhorchen und die Geschichte durch-

schauen lassen hätte. Dies muss umso mehr für den Beschuldigten gelten, wel-

cher bereits einschlägig vorbestraft ist, wobei noch hinzukommt, dass der damali-

ge und der aktuelle Sachverhalt grosse Parallelen aufweisen. Zwar weichen die 

äusseren Umstände der Tat von damals ein wenig von der heute zu beurteilenden 

Tat ab, im Kern handelt es sich aber um das gleiche Vorgehen, nämlich um das 

"Zur-Verfügung-Stellen" des privaten Kontos für Geldüberweisungen (vgl. Akten 

des Verfahrens ST.2014.12). Einziger Unterschied zwischen den beiden Sach-

verhalten ist, dass der damaligen Tat eine Einzahlung des Beschuldigten vor-

ausging, ansonsten verhielt es sich aber gleich. Dass es grundsätzlich um das 

Gleiche ging, gestand schliesslich auch der Beschuldigte anlässlich der heutigen 

Berufungsverhandlung ein (Urk. 54 S. 15). 

Was den Verweis der amtlichen Verteidigung auf den NZZ-Artikel angeht (Urk. 26 

S. 3), so vermag der Beschuldigte daraus nichts für seine Position zu gewinnen. 

Im Gegenteil: Dieser Zeitungsartikel wurde bereits am 18. März 2013 und somit 

ca. 2 ½ Jahre vor der nun zu beurteilenden Tat publiziert (Urk. 27/2 S. 1). Der 

modus operandi der Hintermänner war keineswegs ein neues oder singuläres 

Phänomen, sondern zog schon derart weite Kreise, dass eine grosse Tages-

zeitung darüber berichtete. Im Zeitpunkt der Publikation des Artikels waren bereits 

mehr als zehn Unternehmen missbraucht worden, um sogenannte "money-mules" 

anzuwerben. Der Beschuldigte hätte aufgrund der Publikation deshalb über sol-

che dubiose Machenschaften im Bild sein können. Zumindest war ihm gemäss ei-

genen Angaben bekannt, dass im Internet oft betrogen wird (Urk. 9 S. 10 F/A 71). 

Weshalb er sich dann aber im Wesentlichen gerade durch einen Internetauftritt 

von der Echtheit des Jobangebotes hätte überzeugen lassen sollen (vgl. Urk. 26 

S. 3), leuchtet nicht ein. 

Unbehelflich ist auch das Vorbringen der amtlichen Verteidigung, der Beschuldig-

te habe auf seinen Lohn vertraut, woraus geschlossen werden könne, er habe 

-   15   - 

keinen Verdacht gehabt, dass es sich um Betrüger handle. Die amtliche Verteidi-

gung suggeriert hier, dass Betrüger ja schliesslich den Lohn nicht bezahlen, wes-

halb der Beschuldigte dann wohl kaum für diese tätig geworden wäre. Dem kann 

in dieser Absolutheit nicht zugestimmt werden. Die Hintermänner werden ihren 

"money-mules" wohl so lange den Lohn bezahlen, wie es ihren grösseren Zielen 

dienlich ist. Dass der Beschuldigte keinen (Monats-) Lohn erhalten hat, liegt in 

erster Linie daran, dass die Überweisungen auf das Konto des Beschuldigten be-

reits nach kurzer Zeit entdeckt wurden und sein Konto gesperrt wurde. Der Be-

schuldigte hatte somit seinen Nutzen für die Hintermänner verloren. Eine Bezah-

lung machte dann keinen Sinn mehr für sie. 

Aufgrund aller dieser Umstände erhellt, dass dem Beschuldigten bewusst sein 

musste, dass sich die mit ihm interagierende B._____ AG mit ihrem Ansinnen 

nicht im legalen Bereich bewegte. Vielmehr musste ihm, insbesondere auch vor 

dem Hintergrund seiner jüngsten Vorstrafe wegen Geldwäscherei, bewusst sein, 

dass die von ihm empfangenen Beträge deliktisch erlangt wurden. Dadurch, dass 

er die Geldbeträge, wobei letztlich nur die Transaktion 1 zu beurteilen ist, den-

noch von seinem Konto abhob und postalisch nach Russland verschickte, nahm 

er zumindest billigend in Kauf, dass er die Auffindung des betreffenden Vermö-

genswertes vereitelte. Der subjektive Tatbestand ist erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung 

1.1. Den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllt, wer eine Handlung vornimmt, die 

geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von 

Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus ei-

nem Verbrechen herrühren (Art. 305bis Ziff. 1 StGB). Es handelt sich um ein  

abstraktes Gefährdungsdelikt, der Nachweis einer konkreten Vereitelungsgefahr 

oder einer gelungenen Vereitelung ist nicht erforderlich (BGE 127 IV 20 E. 3a, mit 

Hinweisen). 

1.2. Indem der Beschuldigte den auf sein Konto überwiesenen Betrag im Umfang 

von Fr. 2'800.– am 16. September 2015 bar bezogen hat und diesen anschlies-

-   16   - 

send mittels Postversand in einem Briefumschlag verpackt nach Moskau ver-

schickte, nahm der Beschuldigte eine Handlung vor, welche geeignet ist, die Auf-

findung des betreffenden Betrages zu vereiteln (BGE 127 IV 20 E. 3.b). Zudem 

musste dem Beschuldigten in einer Parallelwertung in der Laiensphäre klar sein, 

dass die Gelder aus einer schwerwiegenden Vortat stammen. Hinzuweisen ist auf 

den Entscheid des Bundesgerichts 6P.125/2005 E. 11.2, wonach es zulässig sei, 

aus dem modus operandi einen Rückschluss auf den verbrecherischen Ursprung 

der Werte zu ziehen. Aus den oben geschilderten Umständen (Überweisung vom 

Konto eines unbekannten Dritten, möglichst schnelle Abhebung und Verschie-

bung nach Russland, Bewahren von Stillschweigen etc.) musste der Beschuldigte 

schliessen, dass die Mittel illegalen Ursprungs waren. Es scheint als habe der 

Beschuldigte quasi in bewusster Blindheit gehandelt. Jedenfalls war ihm die Her-

kunft des Geldes im Ergebnis gleichgültig, weshalb das Vorliegen eines Vorsatzes 

beim Beschuldigten zu bejahen ist (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 

6B_627/2012 E. 2.4.). 

1.3. Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersichtlich und 

solche wurden auch von der amtlichen Verteidigung nicht geltend gemacht. Der 

Beschuldigte ist der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig 

zu sprechen. 

IV. Sanktion 

1.1. Wer eine Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB begeht, wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Es sind keine Straf-

schärfungs- oder Strafmilderungsgründe ersichtlich, weshalb die Strafe in diesem 

Strafrahmen zuzumessen sein wird. 

1.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung zutreffend dargestellt, 

sodass darauf verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 13 f.). 

In objektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich der Beschul-

digte als blinder Anweisungsempfänger gesehen hat. Tatsächlich ist es so, dass 

ein wesentlicher Teil der Verschleierungsleistung durch die Hintermänner erfolgte, 

-   17   - 

indem ihm diese die gefälschten Mietverträge zur Verfügung stellten und ihm die 

konkrete Vorgehensweise diktierten. Sein Tatbeitrag bestand somit in der reinen 

Ausführung und "Zur-Verfügung-Stellen" seines Kontos, während die Idee von 

Dritten stammte. Das Ganze erwies sich sodann nicht als besonders raffiniert, 

weshalb das deliktische Verhalten schnell entdeckt und gestoppt werden konnte 

(vgl. Urk. 2/1). Immerhin wurde die Auffindung der Fr. 2'800.– definitiv vereitelt 

und diese konnten nicht mehr erhältlich gemacht werden. Vor dem Hintergrund al-

ler theoretischen denkbaren Geldwäschereihandlungen bewegt sich die vorlie-

gend zu beurteilende Handlung mit dem vergleichsweise geringen gewaschenen 

Betrag von Fr. 2'800.– aber im unteren Bereich. 

Subjektiv ist mit der Vorinstanz von einem leichten Verschulden auszugehen. Der 

Beschuldigte handelte aus rein egoistischen Motiven heraus. Es lag ihm daran, 

mit seinem Handeln möglichst leicht an Geld zu kommen. Eine grosse Überzeu-

gungskraft brauchte es nicht, um den Beschuldigten zur Tat zu motivieren. Die 

Aussicht auf leicht verdientes Geld reichte aus. Zwar ist der amtlichen Verteidi-

gung insofern zuzustimmen, als dass es tatsächlich nur zu einem geringen Ge-

winn für den Beschuldigten kam (Urk. 23 S. 6). Dies aber letztlich auch nur, weil 

die Delinquenz bereits nach kurzer Zeit entdeckt wurde. 

Wenn die Vorinstanz für die gesamte Tatschwere eine Einsatzstrafe von 

60 Tagessätzen oder zwei Monaten Freiheitsstrafe festsetzt, bewegt sie sich da-

mit im untersten Bereich und ist diese – entgegen der Ansicht der amtlichen Ver-

teidigung (Urk. 55 S. 7) – nicht zu hoch ausgefallen. Diese Einsatzstrafe kann 

übernommen werden. 

1.3. Zu den persönlichen Verhältnissen ist aus dem bisherigen Verfahren und der 

heutigen Berufungsverhandlung bekannt, dass der Beschuldigte am tt. August 

1964 geboren und in Zürich-… aufgewachsen ist. Nach Durchlaufen der obligato-

rischen Schulzeit absolvierte er eine KV-Lehre. Danach übte der Beschuldigte 

verschiedenste Tätigkeiten aus. Derzeit ist er als Taxifahrer tätig und verdient 

gemäss eigenen Angaben damit rund Fr. 2'500.– netto pro Monat. Der Beschul-

digte hat kein Vermögen und hohe Schulden, unter anderem wegen Steuern, ei-

nem Kleinkredit und früheren Gerichtsverfahren. Er wohnt bei seiner Mutter in 

-   18   - 

L._____, wofür er ihr Fr. 800.– an die Miete zahlt. Für seine Krankenkasse be-

zahlt der Beschuldigte Fr. 340.–.Der Beschuldigte ist geschieden, ihn treffen aber 

keine Unterstützungspflichten (Urk. 9 S. 2 ff. F/A 5 ff.; Prot. I S. 6 f.; Urk. 54 S. 1 

ff.). Diese Umstände führen zu keiner Modifikation der Einsatzstrafe. 

1.4. Mit der Vorinstanz beträchtlich straferhöhend wirken sich jedoch die teilweise 

einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten wegen Veruntreuung, Betrug und Ur-

kundenfälschung sowie eben wegen Geldwäscherei aus (Urk. 39). 

1.5. Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters mit zu 

berücksichtigen. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren 

(wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit, vgl. dazu TRECHSEL/ 

AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N 22 zu Art. 47; WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Niggli/ 

Wiprächtiger [Hrsg.], BSK Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, N 109 Absatz 2 zu 

Art. 47 StGB). Ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der 

Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wirken strafmindernd 

(WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N 130 und N 131 zu Art. 47 StGB). Das Bundes-

gericht hielt in seinen Entscheiden BGE 118 IV 349 und 121 IV 202 dafür, ein po-

sitives Nachtatverhalten könne zu einer Strafreduktion im Bereich von einem 

Fünftel bis zu einem Drittel führen (vgl. auch WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N 131 

zu Art. 47 StGB). 

Die Vorinstanz hielt dafür, beim Beschuldigten könne nur in geringem Masse von 

Einsicht und Reue ausgegangen werden. Mit seiner Aussage, dass er auf die ge-

schickte Masche hereingefallen und er nicht von einer Straftat ausgegangen sei, 

habe er vielmehr den Eindruck erweckt, sich selbst als Opfer zu sehen (Urk. 35 

S. 15 f.). Dieser Erwägung der Vorinstanz ist zuzustimmen. Zwar entschuldigte 

sich der Beschuldigte bei den Geschädigten anlässlich des Schlusswortes vor  

Vorinstanz und sagte auch an der heutigen Berufungsverhandlung, es tue ihm 

leid, vor allem auch den Geschädigten gegenüber (Prot. I S. 22; Prot. II S. 7). 

Schon in der Untersuchung gab er bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll, es tue 

ihm leid, dass die Rückerstattung des Geldes an die Geschädigten aussichtslos 

sei (Urk. 9 S. 13 F/A 94). Gleichzeitig präsentierte die amtliche Verteidigung an-

lässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und auch heute jedoch ein Bild 

-   19   - 

des Beschuldigten, welches sich nur schwer mit einer tatsächlichen Einsicht ins 

Unrecht der Tat und Reue vereinbaren lässt. So stellte sie den Beschuldigten als 

Person dar, welche verzweifelt um eine Arbeitsstelle bemüht war, und auf den raf-

finierten Schwindel der Hintermänner hereingefallen sei. Sie hätten den Beschul-

digten mit dem hohen Verdienst von Fr. 2'400.– geködert. Diesen Lohn habe er 

dann nie erhalten. Der Beschuldigte sei "schamlos ausgenutzt" worden (Urk. 26 

S. 4; Prot. I S. 19; Urk. 55 S. 5). Der Beschuldigte, so die amtliche Verteidigung, 

sei selber einem Betrug erlegen, bei dem er als Mittel benutzt worden sei (Urk. 26 

S. 5). Eine tatsächliche Einsicht ins Unrecht der Tat kann beim Beschuldigten 

wenn überhaupt nur in geringem Masse vorhanden sein, weshalb ihm nur eine 

geringe Strafreduktion zugestanden werden kann. 

Wohlwollend ist die Vorinstanz, wenn sie dem Beschuldigten sein (Teil-) Ge-

ständnis strafmindernd berücksichtigt. Geständnisse können dann strafmindernd 

berücksichtigt werden, wenn sie Ausdruck von Reue und Einsicht sind, was dem 

Beschuldigten nur bedingt attestiert werden kann. Ein Geständnis führt zudem 

dann zu keiner Strafminderung, wenn es die Strafverfolgung nicht erleichtert hat, 

zum Beispiel wenn der Beschuldigte nur aufgrund der erdrückenden Beweislage 

oder erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden ist 

(TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, in Trechsel/Pieth (Hrsg.), StGB PK, 2. Aufl., Zürich/ 

St.Gallen 2013, Art. 47 N 24). Im vorliegenden Fall ist der Beschuldigte nur in ob-

jektiver Hinsicht geständig. Diesbezüglich erweist sich die Beweislage aber gera-

de als komfortabel. Eine wesentliche Erleichterung der Strafverfolgung erfolgte 

dadurch jedenfalls nicht. Zugute zu halten ist dem Beschuldigten aber, dass er 

teilweise mit den Behörden kooperierte, indem er beispielsweise einen Teil seines 

Mailverkehrs edierte. 

1.6. Unberücksichtigt geblieben ist bei der Strafzumessung durch die Vorinstanz 

die Delinquenz des Beschuldigten während laufender Probezeit. Der Beschuldigte 

wurde mit Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 

2014 wegen Geldwäscherei mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu Fr. 50.–, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, 

sowie mit einer Busse von Fr. 550.– als Zusatzstrafe zum Urteil vom 7. Februar 

-   20   - 

2014 bestraft. Zudem wurde die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur 

/ Unterland vom 13. September 2013 für eine bedingte Geldstrafe angesetzte 

Probezeit von 2 Jahren mit dem Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft 

Aarau vom 15. April 2014 um ein Jahr verlängert (Urk. 39). Die heute zu beurtei-

lende Geldwäschereihandlung nahm der Beschuldigte am 16. September 2015, 

und somit noch innerhalb der laufenden Probezeiten, vor. Dies hat sich spürbar 

straferhöhend auszuwirken. 

Die Vorinstanz erachtete schliesslich eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer 

Strafe von 90 Tagessätzen Geldstrafe oder von 3 Monaten Freiheitsstrafe als der 

Tat und dem Verschulden angemessen. Dies erscheint aufgrund der gesamten 

Umstände doch eher wohlwollend, vermögen die Strafminderungsgründe die 

Straferhöhungsgründe doch bei weitem nicht zu egalisieren. Eine schärfere Be-

strafung verbietet sich jedoch aufgrund des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 

Abs. 2 StPO). Es hat deshalb beim vorinstanzlichen Strafmass sein Bewenden zu 

haben.  

2.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer (unbedingten) Frei-

heitsstrafe von drei Monaten im Sinne von Art. 41 Abs. 1 StGB.  

2.1.1. Grundsätzlich stehen verschiedene Sanktionsarten zur Verfügung. Bei der 

Wahl der Strafart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimm-

ten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ih-

re präventive Effizienz, zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97, E. 4.2; BGE 134 

IV 82, E. 4.1). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur 

Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sank-

tionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche 

Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 134 IV 97, E. 4.2.1 f.; 134 IV 82, E. 4.1). 

Die Freiheitsstrafe ist stets ultima ratio. Diese beträgt in der Regel mindestens 

sechs Monate (Art. 40 StGB). Auf eine unbedingte Freiheitsstrafe unter sechs 

Monaten kann nur ausnahmsweise erkannt werden. Sie ist nur möglich, wenn die 

Voraussetzungen für eine bedingte Strafe im Sinne von Art. 42 StGB nicht gege-

ben sind und gleichzeitig zu erwarten ist, dass eine Geldstrafe oder gemeinnützi-

ge Arbeit nicht vollzogen werden kann (Art. 41 StGB). Bedingte Freiheitsstrafen 

-   21   - 

unter sechs Monaten sind nicht vorgesehen (Art. 42 Abs. 1 StGB). Mit der Be-

stimmung von Art. 41 StGB hat der Gesetzgeber für Strafen bis zu sechs Mona-

ten mithin eine gesetzliche Prioritätsordnung zugunsten nicht freiheitsent-

ziehender Sanktionen eingeführt (BGE 134 IV 82 E. 4.1; BGE 134 IV 60 E. 3.1). 

Vorliegend käme als Sanktion eine Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit oder eine 

kurze Freiheitsstrafe in Betracht. Aufgrund der Subsidiarität von Freiheitsstrafen 

im Bereich unter sechs Monaten ist zunächst zu prüfen, ob eine Geldstrafe oder 

eine gemeinnützige Arbeit vollziehbar wäre. Dabei sind die wirtschaftlichen Ver-

hältnisse des Täters allein kein Kriterium für die Wahl der Strafart (BSK StGB I-

DOLGE, Art. 34 N 25). Mithin ist der Vollzug der Geldstrafe nicht schon deshalb 

unmöglich, weil sie in der Zwangsvollstreckung voraussichtlich nicht erhältlich 

gemacht werden könnte (BGE 134 IV 60 E. 6.5.1 S. 71). Allerdings mag es selte-

ne Ausnahmefälle geben, in denen die Verurteilung zu einer Geldstrafe dennoch 

ausser Betracht fällt aus Gründen, die in der Person des Täters liegen (z.B. bei of-

fensichtlich fehlender Zahlungsbereitschaft). Die Unmöglichkeit, eine Geldstrafe 

zu vollziehen, darf jedoch nicht leichthin angenommen werden, weil das Gesetz 

verlangt, dass bei ihrer Bemessung den persönlichen und wirtschaftlichen Ver-

hältnissen Rechnung zu tragen ist (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ist der Vollzug einer 

Geldstrafe bzw. einer gemeinnützigen Arbeit voraussichtlich möglich, d.h. liegt 

keine negative Vollstreckungsprognose vor, kann eine kurze Freiheitsstrafe nicht 

ausgesprochen werden (vgl. BGE 134 IV 60 E. 8). 

2.1.2. Korrekterweise hat die Vorinstanz erwogen, dass für die Frage, ob weder 

eine Geldstrafe noch gemeinnützige Arbeit vollzogen werden können, die voraus-

sichtliche Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit in den Grundzügen festzusetzen 

ist (TRECHSEL/KELLER, in Trechsel/Pieth (Hrsg.), StGB PK, 2. Aufl., Zürich/ 

St.Gallen 2013, Art. 41 N 23). Sie erwog weiter, dass bei einem Einkommen des 

Beschuldigten von monatlich Fr. 2'500.– bei einem Pauschalabzug von 20% für 

Auslagen wie Krankenkasse, Steuern und Miete ein Tagessatz zwischen Fr. 30.– 

und Fr. 50.– resultiere. Die Geldstrafe würde somit im Bereich zwischen 

Fr. 2'700.– und Fr. 4'500.– zu liegen kommen. Angesichts der Verschuldung des 

Beschuldigten und der zu widerrufenden Geldstrafen von insgesamt Fr. 7'300.– 

sei die Mittellosigkeit klar ausgewiesen und eine Geldstrafe nicht vollziehbar. Der 

-   22   - 

Beschuldigte sei deshalb mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Monaten 

im Sinne von Art. 41 Abs. 1 StGB zu belegen (Urk. 35 S. 18). 

Die Vorinstanz hat es in ihren Erwägungen unterlassen, eine Sanktionierung mit 

gemeinnütziger Arbeit zu prüfen. Eine fehlende Zustimmung des Beschuldigten 

würde die gemeinnützige Arbeit zwar von vorneherein ausschliessen (vgl. Art. 37 

Abs. 1 StGB), allerdings ist die Haltung des Beschuldigten zur Leistung von ge-

meinnütziger Arbeit nicht bekannt, wurde er doch nie danach gefragt. Es ergeben 

sich im Übrigen keine Anhaltspunkte, dass eine gemeinnützige Arbeit im vor-

liegenden Fall a priori nicht vollziehbar oder unzweckmässig wäre. 

Eine kurze unbedingte Freiheitsstrafe kommt aber auch sonst nicht in Frage: Der 

Umstand alleine, dass der Verdienst des Beschuldigten sich nahe am Existenz-

minimum bewegt, macht die Geldstrafe keinesfalls unmöglich. So darf auch bei 

Mittellosigkeit die Vollziehbarkeit einer Geldstrafe nicht ohne Weiteres als un-

wahrscheinlich gelten (BGE 134 IV 60 E. 8.4). Die Geldstrafe steht auch für Mittel-

lose zur Verfügung (BGE 134 IV 60 E. 5.4). Nicht konsequent ist die Vorinstanz, 

wenn sie einerseits einen Tagessatz zwischen Fr. 30.– und Fr. 50.– errechnet und 

andererseits den Beschuldigten für mittellos erklärt und die Geldstrafe deswegen 

für nicht vollziehbar erachtet (Urk. 35 S. 18). Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB be-

stimmt das Gericht die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirt-

schaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils. Einkommens-

schwachen Personen kommt das Gesetz insofern entgegen, als bewusst keine 

Untergrenze des Tagessatzes festgelegt wurde (BGE 134 IV 105), wobei der Ta-

gessatz nur nicht so weit herabgesetzt werden darf, dass er bloss symbolischen 

Wert hat (BGE 134 IV 72), was aber gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

erst bei einem Betrag von unter Fr. 10.– der Fall wäre (BGE 135 IV 184 f.). Nur 

schon der Umstand, dass ein Tagessatz zwischen Fr. 30.– bis Fr. 50.– festgesetzt 

werden konnte, zeigt, dass beim Beschuldigten durchaus noch ein finanzieller 

Spielraum vorhanden ist. So führte auch die amtliche Verteidigung aus, bei der 

Arbeit des Beschuldigten laufe es relativ gut, er könne sein Auskommen finanzie-

ren und er gedenke, bald auch Teile seiner Schulden zurückzubezahlen 

(Urk. 55 S. 7). Ausserdem unterliegt der Beschuldigte keiner Lohnpfändung mehr 

-   23   - 

(Urk. 54 S. 3). Dass der Beschuldigte die Geldstrafe nicht auf einmal und unver-

züglich zahlen könnte, schliesst diese nicht per se aus. Vielmehr ist dies eine 

Frage des Vollzuges der Geldstrafe, wobei der Leistungsfähigkeit des Beschuldig-

ten zum Beispiel mittels Ratenzahlung und/oder Einräumung einer grosszügigen 

Zahlungsfrist (vgl. Art. 35 Abs. 1 StGB) Nachachtung verschafft werden kann. Ei-

ne Sanktionierung des Beschuldigten mittels Geldstrafe ist möglich, weshalb eine 

kurze unbedingte Freiheitsstrafe nicht in Frage kommt. Das vorinstanzliche Urteil 

ist zu korrigieren und anstatt einer Freiheitsstrafe eine Geldstrafe auszufällen. 

2.1.3. Wie soeben erwähnt, bestimmt sich die Höhe der Geldstrafe nach den per-

sönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils. 

Der Beschuldigte verdient mit seiner Tätigkeit als Taxifahrer derzeit durchschnitt-

lich Fr. 2'500.–. Für die Krankenkasse bezahlt der Beschuldigte Fr. 340.–, die 

Steuern belaufen sich auf Fr. 300.– (Urk. 42 und Urk. 54 S. 2). Unter Berücksich-

tigung, dass der Beschuldigte nahe dem Existenzminimum lebt (BGE 134 IV 60 

E. 6.5.2), resultiert ein Tagessatz von Fr. 30.–. 

2.1.4. Der Beschuldigte ist somit mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.– zu bestrafen. 

V. Vollzug 

1.1. Nach Art. 42 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

und/oder den Vollzug einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren aufschie-

ben, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von 

der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Dabei wird eine 

Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt (Art. 44 Abs. 1 StGB). Wurde der 

Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbe-

dingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe 

von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, 

wenn besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB).  

1.2. Der Beschuldigte wurde bei seinen drei Verurteilungen zwar nie mit einer 

Geldstrafe von über 180 Tagessätzen verurteilt. Zu beachten gilt es aber, dass es 

-   24   - 

sich bei der Geldstrafe von 60 Tagessätzen, welche mit Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Februar 2014 ausgesprochen wurde, um 

eine Zusatzstrafe zu der Geldstrafe von 150 Tagessätzen, welche mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 13. September 2013 ausge-

sprochen wurde, handelt. Wären die Taten, weswegen der Beschuldigte mit den 

jeweiligen Strafbefehlen bestraft wurde, gleichzeitig beurteilt worden, hätte somit 

eine Geldstrafe von 210 Tagessätzen resultiert. Ein Strafaufschub für die mit vor-

liegendem Erkenntnis auszusprechende Geldstrafe rechtfertigt sich deshalb nur, 

wenn besonders günstige Umstände beim Beschuldigten vorliegen. 

1.3. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 13. September 2013 wegen Ver-

untreuung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.–, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, bestraft wurde. Der Be-

schuldigte nahm damals in seiner Funktion als Verkaufsberater im Rahmen eines 

Autoverkaufs Fr. 25'000.– entgegen, ohne diese in die Kasse einzuzahlen 

(Urk. 10 im Verfahren D-7/2013/632). Nur rund ein halbes Jahr später wurde der 

Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

7. Februar 2014 wegen Betrug und Urkundenfälschung zu einer bedingt vollzieh-

baren Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.– unter Ansetzung einer Probe-

zeit von 2 Jahren sowie mit einer Busse von Fr. 900.– als Zusatzstrafe zum Straf-

befehl vom 13. September 2013 verurteilt. Der Beschuldigte schloss ein Schein-

leasinggeschäft zum Nachteil der M._____ AG über einen Gabelstapler im Wert 

von Fr. 55'230.– ab (Urk. 30 im Verfahren D-7/2009/7002). Mit Strafbefehl der 

Kantonalen Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 15. April 2014 wurde 

der Beschuldigte schliesslich wegen Geldwäscherei zu einer bedingten Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu je Fr. 50.– als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 

7. Februar 2014 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren verurteilt. Zudem 

wurde die mit Strafbefehl vom 13. September 2013 angesetzte Probezeit von 

2 Jahren um ein Jahr verlängert. Der Beschuldigte war im Dezember 2013 im In-

ternet auf der Suche nach einem Kredit. Nach Abschluss eines dubiosen Kredit-

vertrages wurde vom Beschuldigten die Leistung einer Anzahlung verlangt. Da-

nach erfolgten auf das Konto des Beschuldigten Überweisungen und der Be-

-   25   - 

schuldigte wurde von ihm unbekannten Personen angewiesen, einen bestimmten 

Betrag von seinem Konto abzuheben und via Westernunion zu versenden 

(vgl. Akten im Verfahren ST.2014.12). Diese letzte Verurteilung weist damit er-

hebliche Parallelen zum vorliegenden Fall auf. 

Die bisherigen Verurteilungen des Beschuldigten betreffen zudem unmittelbar 

(Veruntreuung und Betrug) oder mittelbar (Geldwäscherei, welches in erster Linie 

als Delikt gegen die Rechtspflege ausgestaltet ist) Delikte gegen das Vermögen, 

was nicht für eine besonders günstige Prognose spricht. Offensichtlich liess sich 

der Beschuldigte von den bisher jeweils bedingt ausgesprochenen Strafen nur 

ungenügend beeindrucken, wurde er doch nun erneut straffällig.  

In der Rechtsprechung fällt allerdings auf, dass dem gleichzeitigen Widerruf des 

bedingten Vollzugs einer früheren Strafe besonderes Gewicht bei der Prognose-

bildung zukommt (BGE 134 IV 140, BGE 116 IV 100, Urteile des Bundesgerichts 

6B_600/2008 vom 3. Februar 2009, E. 3.3.4., und 6B_7/2009 vom 4. Mai 2009, 

E. 2.1.). Ist mit anderen Worten eine frühere Strafe zu vollziehen, ist häufig davon 

auszugehen, dass der Vollzug einer früheren Strafe die Prognosebildung positiv 

zu beeinflussen vermag und damit besonders günstige Umstände im Sinne von 

Art. 42 Abs. 2 StGB vorliegen. Wie noch zu zeigen sein wird, werden mit vorlie-

gendem Urteil die vom 13. September 2013, 7. Februar 2014 sowie vom 15. April 

2014 bedingt ausgesprochenen Strafen widerrufen. Es ist davon auszugehen, 

dass sich der Beschuldigte dadurch derart beeindrucken lassen wird, dass er von 

künftiger Delinquenz absehen wird. Für die auszusprechende Geldstrafe kann 

ihm deshalb der bedingte Vollzug gewährt werden. Um den verbleibenden Rest-

bedenken in adäquater Weise Rechnung zu tragen, ist die Probezeit auf 4 Jahre 

anzusetzen. 

VI. Widerruf 

1.1. Begeht der zu einer bedingten Strafe Verurteilte während der Probezeit ein 

Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straf-

taten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

-   26   - 

StGB). Ist nicht zu erwarten, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, 

so verzichtet das Gericht auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen 

oder die Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer ver-

längern (Art. 46 Abs. 2 StGB).  

1.2. Die heute zu beurteilende Tat, bei welcher es sich um ein Vergehen handelt, 

fällt in die um ein Jahr verlängerte Probezeit des Strafbefehls der Staatsanwalt-

schaft Winterthur / Unterland vom 13. September 2013, jene des Strafbefehls vom 

7. Februar 2014 der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland sowie in die mit 

Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 2014 ange-

setzte Probezeit. Die Voraussetzung der Rückfalltat nach Art. 46 Abs. 1 StGB ist 

demnach gegeben. Weiter ist für den Widerruf das Vorliegen einer ungünstigen 

Prognose erforderlich. Vom Widerruf kann abgesehen werden, wenn nicht zu er-

warten ist, der Täter werde weitere Straftaten begehen. Mit anderen Worten ist 

eine bedingte Strafe oder der bedingte Teil einer Strafe nur zu widerrufen, wenn 

von einer negativen Einschätzung der Bewährungsaussichten auszugehen ist, 

d.h. aufgrund der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose be-

steht. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer Ge-

samtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung 

miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der 

Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter 

des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Relevante Faktoren 

sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und Arbeitsver-

halten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdungen etc. 

Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides mit-

einzubeziehen (BGE 134 IV 140 E. 4.3 f.). Bei der Beurteilung der Prognose muss 

auch eine mögliche Warnungswirkung der neuen zu vollziehenden Strafe mitbe-

rücksichtigt werden. Das Gleiche gilt in Bezug auf die Wirkung des Vollzugs einer 

Strafe auf Grund des Widerrufs des bedingten Strafvollzuges (BGE 134 IV 140 

E. 4.5). Über die Gewährung und den Widerruf des bedingten Strafvollzuges sind 

wegen unterschiedlicher Grundlagen der Voraussage auch unterschiedliche Ent-

scheide möglich.  

-   27   - 

1.3. Die amtliche Verteidigung führte aus, beim Beschuldigten handle es sich  

bekanntlich um einen "gefallenen Engel", der einmal ein sehr gut verdienender 

Geschäftsmann im Bereich Leasing mit Beteiligung an einer florierenden Firma 

gewesen sei. Mit dem geschäftlichen Absturz sei auch der Absturz in den Bezie-

hungen erfolgt. Im Jahre 2013 sei er vollständig am Ende gewesen, wobei es zu 

einem Suizidversuch gekommen sei. Er habe anschliessend wiederum versucht, 

wirtschaftlichen Anschluss zu erhalten und er sei mit relativ geringen Delikts-

summen straffällig geworden. Beim heute zu beurteilenden Fall sei er erneut in 

die Falle getappt. Es müsse betont werden, dass er nur Fr. 700.– "erwirtschaftet" 

habe. Bei der Tat, die im Strafbefehl vom 15. April 2014 abgehandelt worden sei, 

sei es um Fr. 500.–, also um absolut geringfügige Beträge. In der Zwischenzeit 

habe der Beschuldigte seine neue Berufung gefunden. Er arbeite nun als Taxi-

fahrer für J._____ und übe diese Tätigkeit sehr gerne aus. Er habe auch Pläne, 

dass er sei Taxigewerbe ausbauen könnte. Der Beschuldigte sei sich sicher, dass 

er hier eine Zukunft gefunden habe, die ihm einige wirtschaftliche Perspektiven 

ermögliche. Der Beschuldigte habe auch eingesehen, dass diese Art der dubio-

sen Jobbeschaffung nur Probleme gebe. Es sei damit zu rechnen, dass er nun 

endgültig die Finger davon lasse. Die Prognose erscheine somit als hoffnungsvoll 

(Urk. 26 S. 6; Urk. 55 S. 7 f.). 

1.4. Der Beschuldigte lebt momentan in bescheidenen, aber geordneten Verhält-

nissen bei seiner Mutter. Er geht einer regelmässigen Arbeit als Taxifahrer nach 

und versucht offenbar auch zu expandieren. Anstrengungen des Beschuldigten 

sein Leben in geordneten Bahnen zu halten, sind erkennbar. Der Beschuldigte 

wurde seit der heute zu beurteilenden Tat denn auch nicht mehr erneut straffällig. 

Allerdings sind seit der Tat auch erst rund zwei Jahre verstrichen. Deutlich gegen 

eine günstige Prognose spricht aber der Umstand, dass der Beschuldigte nach 

der jüngsten Verurteilung wegen Geldwäscherei aus dem Jahre 2014 nur gerade 

rund 1 ½ Jahre später erneut eine Geldwäscherei begangen hat. Kommt hinzu, 

dass bereits früher auf einen Widerruf verzichtet und stattdessen auf eine Verlän-

gerung der Probezeit erkannt wurde. Die davon erhoffte Warnungswirkung blieb 

aber aus und der Beschuldigte ist erneut deliktisch aufgefallen. Der bedingte Voll-

-   28   - 

zug der Geldstrafen ist deshalb zu widerrufen und der Vollzug der Geldstrafen ist 

anzuordnen. 

1.5. Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass die Bildung einer Gesamt-

strafe im Sinne von Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB vorliegend nicht in Frage kommt, 

da es sich sowohl bei der neu auszusprechenden als auch bei den bisherigen 

Strafen um Geldstrafen handelt, und die Bildung einer Gesamtstrafe aufgrund der 

klaren bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur in Frage kommt, wenn die beiden 

Strafarten nicht gleichartig sind (BGE 134 IV 246). 

VII. Beschlagnahme 

1.1. Mit Beschlagnahmeverfügung vom 20. Oktober 2016 wurde gestützt auf 

Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO sowie Art. 70 Abs. 1 StGB der Saldo des Kontos bei 

der C._____ Bank AG, IBAN CH… in der Höhe von Fr. 363.15 beschlagnahmt 

(Urk. 11/1).  

1.2. Gemäss Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO kann vom Vermögen der beschuldigten 

Person so viel beschlagnahmt werden, als voraussichtlich nötig ist zur Deckung 

der Verfahrenskosten. Ist die Beschlagnahme eines Vermögenswertes nicht vor-

her aufgehoben worden, so ist über seine Rückgabe an die berechtigte Person, 

seine Verwendung zur Kostendeckung oder über seine Einziehung im Endent-

scheid zu befinden (Art. 267 Abs. 3 StPO). 

1.3. Der vorinstanzliche Entscheid ist zu bestätigen. Aufgrund der finanziellen 

Verhältnisse ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die betreffenden Ver-

mögenswerte im Falle ihrer Freigabe verbrauchen wird, wodurch sie nicht mehr 

zur Deckung der Verfahrenskosten zur Verfügung stünden. Die mit Verfügung 

vom 20. Oktober 2016 beschlagnahmten Fr. 363.15 sind zur Deckung der Verfah-

renskosten zu verwenden. 

-   29   - 

VIII. Kosten und Entschädigung 

1.1. Ausgangsgemäss ist das vorinstanzliche Kostendispositiv (Dispositiv Ziffer 8 

und 9) zu bestätigen. 

1.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-

setzen. 

1.3. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren 

als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre 

vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen 

wurden (BSK StPO-DOMEISEN, Art. 428 N 6). Nach Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO 

können einer Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen und einen für sie günstigen 

Entscheid erwirkt hat, dennoch die Kosten auferlegt werden, wenn der angefoch-

tene Entscheid nur unwesentlich geändert wird. Eine unwesentliche Änderung 

liegt insbesondere dann vor, wenn die Vorinstanz ihr Ermessen anders gewichtet 

hat, so beispielsweise bei der Bemessung der Strafe (BSK StPO-DOMEISEN, 

Art. 428 N 21). 

1.4. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils. Die amtliche Verteidigung ficht das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich an 

und verlangt einen Freispruch unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

des Staates (Urk. 37 S. 2; Urk. 55 S. 1). Auch vor zweiter Instanz bleibt es bei ei-

nem Schuldspruch, allerdings wird der Beschuldigte anstatt mit einer unbedingten 

Freiheitsstrafe mit einer bedingten Geldstrafe bestraft. Der Widerruf der bedingt 

ausgefällten Strafen wird bestätigt, ebenso wie der Entscheid hinsichtlich Be-

schlagnahmung. Da es sich bei der Abänderung der Sanktion nicht um eine un-

wesentliche Änderung des erstinstanzlichen Entscheids handelt, rechtfertigt es 

sich die Kosten des Rechtsmittelverfahrens im Umfang von einem Viertel auf die 

Gerichtskasse zu nehmen, zu drei Vierteln dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

1.5. Der amtliche Verteidiger macht für das Berufungsverfahren einen Aufwand 

von Fr. 2'433.25 zuzüglich des Aufwandes für das Anfertigen des Plädoyers und 

-   30   - 

der Teilnahme an der heutigen Berufungsverhandlung geltend (Urk. 51 und 

Prot. II S. 7). Es erscheint angemessen, die amtliche Verteidigung mit Fr. 4'700.– 

zu entschädigen. Diese Kosten sind zu drei Vierteln einstweilen und zu einem 

Viertel definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten im Umfang der einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen 

Kosten ist vorzubehalten. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis 

Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

13. September 2013 bedingt ausgefällte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– wird vollzogen. 

5. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

7. Februar 2014 bedingt ausgefällte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– wird vollzogen. 

6. Die mit Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 

2014 bedingt ausgefällte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50.– wird 

vollzogen. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

20. Oktober 2016 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 363.15 wird zur  

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

8. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 8 und 9) wird bestätigt. 

-   31   - 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'700.00   amtliche Verteidigung 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auf-

erlegt, zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden zu drei Vierteln einstweilen und zu einem 

Viertel definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht 

des Beschuldigten bleibt im Umfang der einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommenen drei Viertel gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
sowie in vollständiger Ausfertigung an 
− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

− das Bundesamt für Polizei, Meldestelle für Geldwäscherei (MROS), 
Nussbaumstrasse 29, 3003 Bern  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und Formular B 
− die Kasse des Bezirksgerichts Bülach gemäss Dispositivziffer 7 

− das Bezirksgericht Bülach, II. Abteilung. 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

-   32   - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 16. November 2017 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. R. Bretscher 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 16. November 2017
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 35 S. 20 ff.)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 305bis Ziff. 3 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Monaten Freiheitsstrafe.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	4. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 13. September 2013 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, mit Entscheid der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 2014 um ein Jahr verlängert, gewährte beding...
	5. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Februar 2014 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte Strafvollzug für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird widerrufen und es wird der Vol...
	6. Der mit Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 2014 unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte Strafvollzug für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50.– wird widerrufen und es wird der Vollzug di...
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 20. Oktober 2016 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 363.15 wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	8.  Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse...
	10. (Mitteilung)
	11. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 f.)
	Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.
	Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
	Der beschlagnahmte Betrag von Fr. 363.15 sei dem Beschuldigten auszuhändigen.
	Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
	Eventualanträge:
	Im angefochtenen Urteil seien die Ziffer 2 und die Ziffern 4 bis 6 aufzuheben.
	Der Beschuldigte sei zu 60 Tagen unbedingter Freiheitsstrafe zu verurteilen.
	Auf den Widerruf der Strafbefehle gemäss Ziffer 4, Ziffer 5 und Ziffer 6 des angefochtenen Urteils sei zu verzichten. Die entsprechenden Probezeiten seien um zwei Jahre zu verlängern.
	Unter den üblichen Kostenfolgen.
	Erwägungen:
	I. Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 35 S. 3 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
	1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene mündlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Bülach, II. Abteilung, vom 21. März 2017 (Prot. I S. 22 ff.) liess der Beschuldigte durch seine amtliche Verteidigung am 30. März 2017 (Datum Poststempel) fristgere...
	1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigung (Prot. II S. 4). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 54) – auch keine Beweise abz...

	2. Umfang der Berufung
	Das Urteil der Vorinstanz wird durch die amtliche Verteidigung vollumfänglich angefochten. Damit kann festgehalten werden, dass das vorinstanzliche Urteil in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen ist. Mithin steht der angefochtene Entscheid im Rahmen ...

	3. Formelles
	3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.
	3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV ...
	II.  Sachverhalt

	1. Unbestrittener Sachverhalt
	Der Beschuldigte zeigte sich betreffend das ihm vorgeworfene Verhalten in objektiver Hinsicht geständig. Er räumte ein, dass er mit der "B._____ AG" einen Arbeitsvertrag geschlossen habe, gemäss welchem er sich verpflichtet habe, Geldzahlungen, die au...

	2. Bestrittener Sachverhalt
	Nicht geständig zeigte sich der Beschuldigte einzig, was den subjektiven Tatbestand betrifft. Der Beschuldigte habe sich durch den geschickt aufgebauten Anschein der Betrüger blenden lassen und aufgrund dieser (vorgetäuschten) Fakts darauf vertraut, a...
	2.1. Subjektiver Tatbestand
	2.1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 23. Januar 2017 vorgeworfen, der Beschuldigte, welcher bereits im Jahr 2014 in identische Machenschaften verstrickt gewesen sei, habe aufgrund der sich ihm präsentierenden Gesamtumstände im Zusa...
	2.1.2. Die amtliche Verteidigung führt zum subjektiven Tatbestand aus, der Beschuldigte habe via Internet, der Jobbörse, eine Arbeit gesucht und ein entsprechendes Inserat gemacht. In der Folge sei er von der angeblichen B._____ AG telefonisch via D._...
	Der Beschuldigte sei beeindruckt gewesen vom professionellen Internetauftritt der B._____ AG. Der Arbeitsvertrag sei vom Zeichnungsberechtigten der  B._____ AG, E._____, unterzeichnet gewesen. Der Beschuldigte habe dies mit dem Handelsregisterauszug ü...
	Der Beschuldigte habe bis und mit seiner vierten Überweisung geglaubt, dass er den Lohn von Fr. 2'400.– erhalten werde. Wenn er einen Verdacht gehabt hätte, dass es sich um Betrüger gehandelt habe, die mittels ihm Geldwäsche betreiben würden, hätte er...
	2.1.3. Mit der Vorinstanz ist zunächst festzuhalten, dass der 53-jährige Beschuldigte auf Erfahrungen im Finanzbereich zurückblicken kann und auch Tätigkeiten im Kaderbereich ausführte. Der Beschuldigte absolvierte eine KV-Lehre auf der Handelsbank F....
	Tatsächlich ist kein Grund ersichtlich, weshalb eine (seriöse) Firma bei einem derartigen Jobangebot auf ein persönliches Gespräch verzichtet hätte. Es ging im Wesentlichen ja darum, eine Person damit zu betrauen, beträchtliche Barmittel abzuheben und...
	Was nun den Arbeitsvertrag angeht, so fällt bei näherer Betrachtung mit der Vor-instanz zwar auf, dass der Text doch recht amateurhaft formatiert und in etwas holprigem Deutsch formuliert wurde (Urk. 2/9). Allerdings kommt der Vertrag für sich betrach...
	Vorab hat der Beschuldigte gemäss eigenen Angaben als Verkäufer oder Kurierfahrer auf der Jobbörse inseriert (Prot. I S. 7 f.; Urk. 8 S. 6 F/A 39; Urk. 9 S. 6 F/A 30). Es mutet dann schon seltsam an, dass er schliesslich wegen einer völlig anderen Tät...
	Auffällig sind zudem die zahlreichen Passagen im Arbeitsvertrag, welche schlicht keinen Sinn ergeben. So konnte auch der Beschuldigte anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung dazu weitestgehend keine Angaben machen, weil sich auch ihm der Sinn nic...
	Ein weiterer Umstand, welcher beim Beschuldigten Zweifel hätten erwecken müssen, sind die ihm zugesandten Mietverträge. Während der Arbeitsvertrag zwar in holprigem, aber durchaus verständlichem Deutsch daherkommt, weisen die Mietverträge unverkennbar...
	Doch nicht nur die Mietverträge, auch die E-Mails vom 14. September 2015 sowie vom 15. September 2015, versandt von der Adresse "D._____@ B._____.com", wie auch die E-Mail von K._____@B._____.com vom 14. September 2015, weisen Orthographie-Fehler auf ...
	Der Inhalt der E-Mail vom 15. September 2015 lässt zudem tief blicken. Nicht nur werden dem Beschuldigten in ihrer Höhe in keiner Weise gerechtfertigte Spesen zugebilligt (Fr. 50.– für Fahrtkosten und Fr. 100.– für die Erledigung am gleichen Tag, wobe...
	Auch die E-Mail vom 21. September 2015 von D._____@B._____.com zeichnet ein klares Bild. Nicht nur weist auch diese E-Mail zahlreiche Rechtschreibefehler auf, sondern es wird dem Beschuldigten im Detail erklärt, wie er die Geldbeträge zu verschicken h...
	Es ist offensichtlich und wird in der Mail gar explizit geschrieben, dass mit dieser Vorgehensweise der Versand des Bargeldes kaschiert werden soll. So soll das Geld möglichst mittig (im Umschlag verpackt und zwischen der 6. und 7. Papierseite) platzi...
	Die Erklärungsversuche des Beschuldigten, weshalb der Geldtransfer über ihn und nicht über firmeneigene Konten der B._____ AG laufen soll, können nicht überzeugen (Prot. I S. 10 f.; Urk. 54 S. 13 f.). Der Beschuldigte bringt unter anderem vor, dass "h...
	Aufgrund der genannten Umstände kann – entgegen der Ansicht der Verteidigung – nicht von einer "geschickte[n] Masche" gesprochen werden (Urk. 26 S. 4). Vielmehr strotzt die ganze Sache nur so von Ungereimtheiten, welche jede andere Person in der Lage ...
	Was den Verweis der amtlichen Verteidigung auf den NZZ-Artikel angeht (Urk. 26 S. 3), so vermag der Beschuldigte daraus nichts für seine Position zu gewinnen. Im Gegenteil: Dieser Zeitungsartikel wurde bereits am 18. März 2013 und somit ca. 2 ½ Jahre ...
	Unbehelflich ist auch das Vorbringen der amtlichen Verteidigung, der Beschuldigte habe auf seinen Lohn vertraut, woraus geschlossen werden könne, er habe keinen Verdacht gehabt, dass es sich um Betrüger handle. Die amtliche Verteidigung suggeriert hie...
	Aufgrund aller dieser Umstände erhellt, dass dem Beschuldigten bewusst sein musste, dass sich die mit ihm interagierende B._____ AG mit ihrem Ansinnen nicht im legalen Bereich bewegte. Vielmehr musste ihm, insbesondere auch vor dem Hintergrund seiner ...
	III.  Rechtliche Würdigung
	1.1. Den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllt, wer eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem Verbrechen h...
	1.2. Indem der Beschuldigte den auf sein Konto überwiesenen Betrag im Umfang von Fr. 2'800.– am 16. September 2015 bar bezogen hat und diesen anschliessend mittels Postversand in einem Briefumschlag verpackt nach Moskau verschickte, nahm der Beschuldi...
	1.3. Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersichtlich und solche wurden auch von der amtlichen Verteidigung nicht geltend gemacht. Der Beschuldigte ist der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
	IV.  Sanktion
	1.1. Wer eine Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Es sind keine Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe ersichtlich, weshalb die Strafe in diesem Strafra...
	1.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung zutreffend dargestellt, sodass darauf verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 13 f.).
	In objektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich der Beschuldigte als blinder Anweisungsempfänger gesehen hat. Tatsächlich ist es so, dass ein wesentlicher Teil der Verschleierungsleistung durch die Hintermänner erfolgte, indem ih...
	Subjektiv ist mit der Vorinstanz von einem leichten Verschulden auszugehen. Der Beschuldigte handelte aus rein egoistischen Motiven heraus. Es lag ihm daran, mit seinem Handeln möglichst leicht an Geld zu kommen. Eine grosse Überzeugungskraft brauchte...
	Wenn die Vorinstanz für die gesamte Tatschwere eine Einsatzstrafe von 60 Tagessätzen oder zwei Monaten Freiheitsstrafe festsetzt, bewegt sie sich damit im untersten Bereich und ist diese – entgegen der Ansicht der amtlichen Verteidigung (Urk. 55 S. 7)...
	1.3. Zu den persönlichen Verhältnissen ist aus dem bisherigen Verfahren und der heutigen Berufungsverhandlung bekannt, dass der Beschuldigte am tt. August 1964 geboren und in Zürich-… aufgewachsen ist. Nach Durchlaufen der obligatorischen Schulzeit ab...
	1.4. Mit der Vorinstanz beträchtlich straferhöhend wirken sich jedoch die teilweise einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten wegen Veruntreuung, Betrug und Urkundenfälschung sowie eben wegen Geldwäscherei aus (Urk. 39).
	1.5. Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters mit zu berücksichtigen. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren (wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit, vgl. dazu Trechsel/ Affolter-Ei...
	1.6. Unberücksichtigt geblieben ist bei der Strafzumessung durch die Vorinstanz die Delinquenz des Beschuldigten während laufender Probezeit. Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 2014 wegen Geldw...
	2.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer (unbedingten) Freiheitsstrafe von drei Monaten im Sinne von Art. 41 Abs. 1 StGB.
	2.1.1. Grundsätzlich stehen verschiedene Sanktionsarten zur Verfügung. Bei der Wahl der Strafart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive ...
	2.1.2. Korrekterweise hat die Vorinstanz erwogen, dass für die Frage, ob weder eine Geldstrafe noch gemeinnützige Arbeit vollzogen werden können, die voraussichtliche Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit in den Grundzügen festzusetzen ist (Trechsel/Ke...
	Die Vorinstanz hat es in ihren Erwägungen unterlassen, eine Sanktionierung mit gemeinnütziger Arbeit zu prüfen. Eine fehlende Zustimmung des Beschuldigten würde die gemeinnützige Arbeit zwar von vorneherein ausschliessen (vgl. Art. 37 Abs. 1 StGB), al...
	Eine kurze unbedingte Freiheitsstrafe kommt aber auch sonst nicht in Frage: Der Umstand alleine, dass der Verdienst des Beschuldigten sich nahe am Existenzminimum bewegt, macht die Geldstrafe keinesfalls unmöglich. So darf auch bei Mittellosigkeit die...
	2.1.3. Wie soeben erwähnt, bestimmt sich die Höhe der Geldstrafe nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils. Der Beschuldigte verdient mit seiner Tätigkeit als Taxifahrer derzeit durchschnittlich Fr. 2...
	2.1.4. Der Beschuldigte ist somit mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 30.– zu bestrafen.
	V.  Vollzug
	1.1. Nach Art. 42 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe und/oder den Vollzug einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren aufschieben, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer...
	1.2. Der Beschuldigte wurde bei seinen drei Verurteilungen zwar nie mit einer Geldstrafe von über 180 Tagessätzen verurteilt. Zu beachten gilt es aber, dass es sich bei der Geldstrafe von 60 Tagessätzen, welche mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft W...
	1.3. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 13. September 2013 wegen Veruntreuung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 30.–, unter...
	Die bisherigen Verurteilungen des Beschuldigten betreffen zudem unmittelbar (Veruntreuung und Betrug) oder mittelbar (Geldwäscherei, welches in erster Linie als Delikt gegen die Rechtspflege ausgestaltet ist) Delikte gegen das Vermögen, was nicht für ...
	In der Rechtsprechung fällt allerdings auf, dass dem gleichzeitigen Widerruf des bedingten Vollzugs einer früheren Strafe besonderes Gewicht bei der Prognosebildung zukommt (BGE 134 IV 140, BGE 116 IV 100, Urteile des Bundesgerichts 6B_600/2008 vom 3....
	VI.  Widerruf
	1.1. Begeht der zu einer bedingten Strafe Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). Ist nic...
	1.2. Die heute zu beurteilende Tat, bei welcher es sich um ein Vergehen handelt, fällt in die um ein Jahr verlängerte Probezeit des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 13. September 2013, jene des Strafbefehls vom 7. Februar...
	1.3. Die amtliche Verteidigung führte aus, beim Beschuldigten handle es sich  bekanntlich um einen "gefallenen Engel", der einmal ein sehr gut verdienender Geschäftsmann im Bereich Leasing mit Beteiligung an einer florierenden Firma gewesen sei. Mit d...
	1.4. Der Beschuldigte lebt momentan in bescheidenen, aber geordneten Verhältnissen bei seiner Mutter. Er geht einer regelmässigen Arbeit als Taxifahrer nach und versucht offenbar auch zu expandieren. Anstrengungen des Beschuldigten sein Leben in geord...
	1.5. Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB vorliegend nicht in Frage kommt, da es sich sowohl bei der neu auszusprechenden als auch bei den bisherigen Strafen um Geldstr...
	VII.  Beschlagnahme
	1.1. Mit Beschlagnahmeverfügung vom 20. Oktober 2016 wurde gestützt auf Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO sowie Art. 70 Abs. 1 StGB der Saldo des Kontos bei der C._____ Bank AG, IBAN CH… in der Höhe von Fr. 363.15 beschlagnahmt (Urk. 11/1).
	1.2. Gemäss Art. 268 Abs. 1 lit. a StPO kann vom Vermögen der beschuldigten Person so viel beschlagnahmt werden, als voraussichtlich nötig ist zur Deckung der Verfahrenskosten. Ist die Beschlagnahme eines Vermögenswertes nicht vorher aufgehoben worden...
	1.3. Der vorinstanzliche Entscheid ist zu bestätigen. Aufgrund der finanziellen Verhältnisse ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die betreffenden Vermögenswerte im Falle ihrer Freigabe verbrauchen wird, wodurch sie nicht mehr zur Deckung der V...
	VIII.  Kosten und Entschädigung
	1.1. Ausgangsgemäss ist das vorinstanzliche Kostendispositiv (Dispositiv Ziffer 8 und 9) zu bestätigen.
	1.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen.
	1.3. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeins...
	1.4. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Die amtliche Verteidigung ficht das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich an und verlangt einen Freispruch unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staate...
	1.5. Der amtliche Verteidiger macht für das Berufungsverfahren einen Aufwand von Fr. 2'433.25 zuzüglich des Aufwandes für das Anfertigen des Plädoyers und der Teilnahme an der heutigen Berufungsverhandlung geltend (Urk. 51 und Prot. II S. 7). Es ersch...

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 13. September 2013 bedingt ausgefällte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird vollzogen.
	5. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 7. Februar 2014 bedingt ausgefällte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– wird vollzogen.
	6. Die mit Strafbefehl der Kantonalen Staatsanwaltschaft Aarau vom 15. April 2014 bedingt ausgefällte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50.– wird vollzogen.
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 20. Oktober 2016 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 363.15 wird zur  Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
	8. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 8 und 9) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt, zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu drei Vie...
	11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 das Bundesamt für Polizei, Meldestelle für Geldwäscherei (MROS), Nussbaumstrasse 29, 3003 Bern
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und Formular B
	 die Kasse des Bezirksgerichts Bülach gemäss Dispositivziffer 7
	 das Bezirksgericht Bülach, II. Abteilung.

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.