# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5c52627-48e2-55f3-ad91-9e70a46f6066
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.06.2023 725 2022 239 / 138 (725 22 239 / 138)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2022-239---138_2023-06-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 15. Juni 2023 (725 22 239 / 138) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung bei ei-

ner versicherten Person, welche geltend macht, sie habe sich bei einem Treppensturz 

verschiedene Verletzungen zugezogen. 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela 
Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat, 
Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
 
A. Die 1978 geborene A.____ verletzte sich am 1. Februar 2020 bei einem Sturz auf einer 
Treppe. Gemäss Unfallmeldung vom 7. Februar 2020 zog sie sich eine nicht näher bezeichnete 

 

 
 
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"Mehrfachverletzung" zu. Im Zeitpunkt des Unfalls war sie arbeitslos und über die Arbeitslosen-
kasse bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen 
von Unfällen versichert. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen 
Versicherungsleistungen. Nachdem im September 2020 bildgebende Untersuchungen durchge-
führt worden waren, stellte die Suva mit Schreiben vom 7. Oktober 2020 die Leistungen bezüglich 
der geltend gemachten Rückenbeschwerden auf Ende Oktober 2020 ein. In Bezug auf die Schul-
terbeschwerden veranlasste sie weitere Abklärungen. Am 22. und 23. November 2021 erfolgte 
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in der Klinik B._____. Gestützt auf den 
Ergebnisbericht vom 29. Dezember 2021 teilte die Suva der Versicherten am 10. Februar 2022 
mit, dass durch eine weitere Behandlung keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszu-
standes erreicht werden könne und deshalb sämtliche vorübergehenden Leistungen per 28. Feb-
ruar 2022 eingestellt würden. In der Folge prüfte sie den Anspruch der Versicherten auf eine 
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung. Mit Verfügung vom 3. März 2022 lehnte sie 
einen Leistungsanspruch ab, weil weder eine erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung der Er-
werbsfähigkeit noch eine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vorliege. Die dagegen 
erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 5. Juli 2022 ab. 
 
B. Hiergegen reichte A.____, vertreten durch Advokat Erik Wassmer, dieser wiederum ver-
treten durch Christian Fuhrler, mit Eingabe vom 7. September 2022 Beschwerde beim Kantons-
gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) ein. Sie beantragte, es sei der an-
gefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Suva zu verpflichten, ihr eine angemes-
sene Invalidenrente und Integritätsentschädigung auszurichten. Eventualiter sei die Angelegen-
heit zur Neubeurteilung und zu weiteren Abklärungen an die Suva zurückzuweisen; unter o/e-
Kostenfolge. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass die Suva bei ihrem Entscheid 
lediglich die beim Treppensturz zugezogenen Verletzungen an der rechten Schulter, aber nicht 
die unfallkausalen Leiden an der Brustwirbelsäule (BWS), an der Halswirbelsäule (HWS), an der 
Lendenwirbelsäule (LWS) und am rechten Knie bzw. Bein berücksichtigt habe. Weiter beanstan-
dete sie die Ausführungen der Ärzteschaft der Klinik B.____ in ihrem Abklärungsbericht mit EFL 
vom 29. Dezember 2021. Insbesondere seien die bildgebenden Befunde der gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen nicht angemes-
sen berücksichtigt worden.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2002 schloss die Suva auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
D. Die Versicherte hielt in ihrer Replik vom 8. November 2022 und die Suva in ihrer Duplik 
vom 7. Dezember 2022 an den jeweiligen Anträgen und Ausführungen fest.   
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 

 

 
 
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vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene –Beschwerde der Ver-
sicherten vom 7. September 2022 ist demnach einzutreten.  
 
2.1 Streitgegenstand bildet der Einspracheentscheid vom 5. Juli 2022, mit welchem die Suva 
einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung ab-
gelehnt hat.  
 
2.2 In der obligatorischen Unfallversicherung werden nach Art. 6 Abs. 1 UVG, soweit dieses 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun-
fällen und Berufskrankheiten gewährt. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person An-
spruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte 
Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 
UVG Anspruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch 
auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Erleidet die 
versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geis-
tigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine ange-
messene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein 
Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 
UVG). 
 
3.1 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in  
einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht 
(BGE 129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 
natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich orga-
nisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate mit 
der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2).  
 
3.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne de-
ren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des na-
türlichen Kausalzusammenhangs ist somit nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis 
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Per-
son (im Sinne einer Teilursache) beeinträchtigt hat (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.3; Urteil des 

 

 
 
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Bundesgerichts vom 11. Mai 2010, 8C_1032/2009, E. 2). Ob zwischen einem schädigenden Er-
eignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine 
Tatfrage, worüber der Versicherungsträger beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden haben. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen-
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit 
Hinweisen). 
 
3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status 
quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 
erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen).  
 
3.4 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Da-
hinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich 
hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei 
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 12, 
8C_901/2009, E. 3.2 mit Hinweisen). Dabei hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfall-
fremde Ursachen zu erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negati-
ven Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte 
Person nun bei voller Gesundheit ist. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen 
eines Gesundheitsschadens ihre (überwiegend wahrscheinliche) kausale Bedeutung verloren ha-
ben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2018, 8C_276/2018, 
E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.1 Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte ist das Gericht auf ärztliches Fachwissen 
angewiesen (BGE 132 V 93 E. 4). Es hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den So-
zialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c 
ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungs-
gericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 

 

 
 
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Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist etwa den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erör-
terung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Demgegenüber kommt Berichten 
und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im 
Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem 
Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, 
wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs-
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(BGE 145 V 97 E. 8.5 mit Hinweis). 
 
5.1 Unmittelbar nach dem Treppensturz vom 1. Februar 2020 erstellte echtzeitliche medizi-
nische Berichte liegen nicht vor, da die Versicherte am Unfalltag nicht gleich zum Arzt ging. Ge-
mäss den Ausführungen in der Beschwerde fand der erste Arztbesuch am 7. Februar 2020 statt. 
Weitere Angaben hierzu werden jedoch nicht gemacht. Es lässt sich auch kein entsprechender 
Arztbericht in den Akten finden. Anlässlich der telefonischen Auskunft vom 14. April 2020 meinte 
der Bruder der Versicherten, dass die erste Konsultation am 28. Februar 2020 und eine oder zwei 
Wochen später eine weitere beim Hausarzt, Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, 
stattgefunden habe. Weiter teilte der Bruder mit, dass Dr. C.____ kurz darauf an Covid-19 er-
krankt sei, weshalb ein neuer Hausarzt bzw. eine neue Hausärztin habe gesucht werden müssen. 
Dies habe sich allerdings schwierig gestaltet, weil viele Hausarztpraxen während der Corona-
Epidemie keine Neupatienten bzw. Neupatientinnen aufgenommen hätten. Am 19. Mai 2020 gab 
der Bruder an, dass der Stellvertreter von Dr. C.____, Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere 
Medizin, am 8. Mai 2020 seine Schwester untersucht und Physiotherapie verordnet habe. Weder 
von Dr. C.____ noch von Dr. D.____ liegen Arztberichte vor. 
 
5.2 Am 10. Juli 2020 suchte die Versicherte wegen sehr starken Schmerzen rechts im lum-
bosakralen Bereich sowie am rechten Oberarm und an der rechten Schulter notfallmässig die 
Hausarztpraxis Y.____ auf. Da die Versicherte nur wenige Untersuchungen tolerierte, konnte die 

 

 
 
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behandelnde Ärzteschaft keine aussagekräftigen Befunde erheben. Sie lehnte eine Weiterbe-
handlung aufgrund des "nicht möglichen konstruktiven Dialogs" sowie der "nicht möglichen Führ-
barkeit" ab und empfahl dringend eine kreisärztliche Untersuchung (vgl. Bericht vom 25. August 
2020).  
 
5.3 Am 15. Juli 2020 untersuchte Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, die 
Versicherte (vgl. Telefonnotiz der Suva vom 16. Juli 2020). In ihrem Bericht vom 20. Juli 2020 
führte sie aus, dass Dr. C.____ immer noch krankheitsbedingt abwesend sei, weshalb die Versi-
cherte aufgrund ihrer starken Schmerzen ein neues Arbeitsunfähigkeitszeugnis von ihr ge-
wünscht habe. Anlässlich der klinischen Untersuchungen sei eine Bewegungseinschränkung bei 
der LWS festzustellen gewesen. Bei der Hüftflexion habe sich die Versicherte gesperrt. Wegen 
der Corona-Epidemie sei sie bis anhin noch nicht physiotherapeutisch behandelt worden. Eine 
Physiotherapie sei jedoch dringend indiziert. Aufgrund der fehlenden hausärztlichen Begleitung 
empfehle sie eine rasche kreisärztliche Untersuchung. In ihrem Schreiben vom 19. August 2020 
wies Dr. E.____ darauf hin, dass die Anamnese aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse der 
Versicherten über einen Angehörigen habe erfolgen müssen. Sie habe anlässlich der Untersu-
chung über Schmerzen im unteren Rücken, die teilweise bis in die Beine ausstrahlten, geklagt. 
Sie weise ein Schonhinken auf und benutze einen Gehstock rechts. Über die Kausalität zwischen 
dem Treppensturz und der bestehenden Schmerzen könne sie keine Aussagen machen. Da ein 
"konstruktiver Dialog" mit der Versicherten nicht möglich sei, werde sie die Versicherte an die 
offizielle Vertretung von Dr. C.____ überweisen. Arbeitsunfähigkeiten würden nicht mehr attestiert 
werden. 
 
5.4 Da die Versicherte anfangs keine bildgebenden Untersuchungen wünschte, fanden die 
ersten MRT-Untersuchungen des Schultergelenks und der LWS rechts erst am 25. und 28. Sep-
tember 2020 statt (vgl. Berichte vom 25. und 29. September 2020). Der Kreisarzt Dr. med. F.____, 
FMH Chirurgie, führte in seiner Stellungnahme vom 7. Oktober 2020 aus, dass in der Bildgebung 
keine unfallbedingten, strukturellen Läsionen (mehr) im Bereich der LWS nachgewiesen werden 
könnten. Es beständen dort jedoch multiple Veränderungen und Bandscheibenvorwölbungen 
bzw. -protrusionen. Aus unfallkausaler Sicht liege eine Kontusion/Distorsion der LWS, welche 
nach vier bis sechs Monaten folgenlos ausgeheilt sei, bzw. ein degenerativer Vorzustand vor. 
Hinsichtlich der Schulter gebe es Hinweise auf eine kleine intratendinöse Läsion der Supraspi-
natussehne ohne Zeichen einer Degeneration. Aufgrund dieser kreisärztlichen Stellungnahme 
teilte die Suva der Versicherten am 7. Oktober 2020 mit, dass die bis anhin ausgerichteten vo-
rübergehenden Leistungen (Heilkosten) für die heute bestehenden Rückenschmerzen per 
31. Oktober 2020 eingestellt würden. In Bezug auf die Schulterbeschwerden würden weiterhin 
Leistungen erbracht werden. 
 
5.5 Am 9. Oktober 2020 beauftragte die Suva Dr. med. G.____, FMH Chirurgie und FMH 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit der Begutachtung der 
rechten Schulter der Versicherten. In seinem Bericht vom 21. Januar 2021 hielt Dr. G.____ als 
Diagnosen eine intratendinöse Partialläsion der Supraspinatussehne rechts fest. In der Beurtei-
lung führte er aus, es sei vorstellbar, dass durch das Sturzereignis mit axialer Stauchung des 

 

 
 
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rechten Arms die Rotatorenmanschette zwischen Humeruskopf und Acromion gequetscht wor-
den und es dabei zu einer Partialläsion der Supraspinatussehne gekommen sei. Diese kleinen, 
intratendinösen Läsionen könnten sehr schmerzhaft sein und anhaltende Schmerzen verursa-
chen. Da die Versicherte eine recht gute Beweglichkeit zeige, könne es sich jedoch nicht um eine 
höhergradige Sehnenläsion handeln. Durch die Schmerzen komme es sekundär zu Ausweichbe-
wegungen und Verspannungen der Muskulatur des gesamten Schultergürtelbereichs. Erschwe-
rend sei die posturale Insuffizienz, welche sich durch die Schmerzen möglicherweise noch ver-
stärke. Der Umgang mit der Schmerzproblematik sei für die Versicherte schwierig. Da sie bisher 
keine Physiotherapie besucht habe, sei es sinnvoll, zuerst die sekundäre verspannte Muskulatur 
des Schultergürtelbereichs, der Scapula und des Oberarms physiotherapeutisch zu behandeln, 
bevor über invasive Therapien gesprochen werde.  
 
5.6 Nachdem die Versicherte einige Male physiotherapeutisch behandelt worden war, be-
richtete Dr. G.____ am 10. Mai 2021, dass die Physiotherapie die Beschwerdesituation nicht ver-
ändert habe. Weiterhin leide die Versicherte an Restbeschwerden mit Ausstrahlung in den vent-
rolateralen Oberarm und an sekundären Myogelosen der scapulären Muskulatur. Funktionell sei 
die Schulterbeweglichkeit vollständig und es bestehe nur ein minimales Impingement in voller 
Abduktion und Flexion. Er wies darauf hin, dass die geklagten Schmerzen durch die bildgebend 
nachgewiesene kleine Läsion der Supraspinatussehne nicht ausreichend erklärbar seien. Auf-
grund der Gesamtsituation sei von einer operativen Intervention Abstand zu nehmen. Er empfahl 
eine Schmerzbehandlung bei einem Schmerztherapeuten, für welche die Suva am 21. Juni 2021 
auch Kostengutsprache leistete.  
 
5.7 Nach Aufnahme der Behandlung in der Klinik H.____ im November 2021 wurden bild-
gebende Untersuchungen der HWS, der LWS, des rechten Knies und der rechten Schulter an-
gefertigt. Gemäss Befundbericht vom 5. November 2021 konnten im Bereich der HWS keine Auf-
fälligkeiten festgestellt werden. Bei der LWS zeigten sich desgleichen keine Hinweise auf Frak-
turen. Hingegen lägen degenerative Veränderungen der Facettengelenke tief lumbal und ein 
leicht verschmälertes Bandscheibenfach L5/S1 vor. Die ossären Strukturen des Knies seien un-
auffällig; die Gelenkspalten seien allseits erhalten. Auch beim Schultergelenk gebe es keine pa-
thologischen Befunde.  
 
5.8 Aufgrund der von Dr. G.____ geschilderten inkonsistenten Beschwerdeangaben beauf-
tragte die Suva die Klinik B.____ mit einer EFL. Im Bericht vom 29. Dezember 2021 hielt die 
Ärzteschaft als Diagnosen eine Kontusion der rechten Schulter nach Treppensturz vom 1. Feb-
ruar 2020 sowie degenerative Veränderungen der LWS fest. Die Untersuchungsbedingungen, 
insbesondere bei den Schultertests und der neurologischen Untersuchung, seien eingeschränkt 
gewesen und es habe eine schmerzbedingt mässige Kooperation vorgelegen. Es hätten eine 
deutlich ausgeprägte Schonhaltung mit Linkshaltung des Oberkörpers sowie einen Schulterhoch-
stand rechts, eine ausgeprägte Haltungsinsuffizenz mit Kopf- und Schulterprotraktion sowie ein 
muskuläres Defizit im Schulter- und Rumpfbereich festgestellt werden können. Das Gangbild 
ohne Hilfsmittel sei stark verlangsamt gewesen. Zehen- und Hackengang seien aufgrund der an-
gegebenen LWS-Schmerzen praktisch nicht durchführbar gewesen. Bei der HWS habe ein deut-

 

 
 
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licher Hartspann und eine diffuse Druckdolenz im Bereich der Nacken- und Schultergürtelmusku-
latur bestanden. Die Beweglichkeit sei sowohl bei der Flexion/Extension als auch bei der Rotation 
und der Lateralflexion eingeschränkt gewesen. Auf der Höhe der BWS und der LWS habe eine 
diffuse Druckdolenz über der gesamten Wirbelsäule bestanden. Rumpfrotation und Lateralflexion 
seien beidseits schmerzbedingt um 2/3 eingeschränkt gewesen. Bei der rechten Schulter habe 
eine palpatorische Druckdolenz über dem ventralen Humeruskopf, über dem AC-Gelenk sowie 
diffus über dem Sulcus bicipitalis festgestellt werden können. Der Schürzengriff sei bis zur rech-
ten Flanke möglich und der Nackengriff knapp möglich gewesen. Radiologisch habe sich in der 
MRT vom 25. September 2020 einzig eine Tendinopathie der Supraspinatussehne und eine Hy-
perintensität im Übergang zur Infraspinatussehne gezeigt. Differenzialdiagnostisch könne dies 
als eine intratendinöse 3 mm grosse Rissbildung interpretiert werden. Gemäss MRT-Befund vom 
28. September 2020 seien posttraumatische ossäre Veränderungen im Bereich der LWS auszu-
schliessen. Demgegenüber zeigten sich multiple degenerative Veränderungen und Bandschei-
benvorwölbungen bzw. Protrusionen im Bereich L2/L3 und L5/S1 sowie eine diskrete breitbasige 
Bandscheibenprotrusion auf der Höhe L4/5, jeweils ohne Neurokompression oder Stenosen. Das 
Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren 
pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den 
Diagnosen nicht erklären. Die Versicherte habe auch bei den Belastungstests ein dysfunktionales 
Schmerz- und Vermeidungsverhalten gezeigt und sich selbst limitiert, ohne zuvor eine objekti-
vierbare funktionale Problematik gezeigt oder die medizinische Limite erreicht zu haben. Es hät-
ten sich auch gewisse Diskrepanzen und Widersprüchlichkeiten in Bezug auf die aktive Beweg-
lichkeit ergeben. So habe sich in unbeobachteten Situationen ausserhalb der Untersuchung oder 
der Testungen eine deutlich höhere aktive Beweglichkeit beobachten lassen. Aufgrund dieser 
erheblichen Symptomausweitung sei das Zumutbarkeitsprofil unter Berücksichtigung der objekti-
ven Befunde medizinisch-theoretisch formuliert worden. Die angestammte Tätigkeit als Hilfsar-
beiterin in einer Restaurantküche sei der Versicherten ganztags zumutbar, sofern sie keine repe-
titiven Arbeiten über Kopf ausführen müsse. Die gleiche Einschränkung gelte auch für eine leichte 
bis mittelschwere Verweistätigkeit. Von weiteren medizinischen Massnahmen könne keine nam-
hafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden, weshalb von einem medizini-
schen Endzustand auszugehen sei. Gestützt auf diesen Bericht stellte die Suva die vorüberge-
henden Leistungen mit Schreiben vom 10. Februar 2022 per 28. Februar 2022 ein.  
 
5.9 Am 14. März 2022 äusserte sich der behandelnde Arzt der Klinik H.____, Dr. med. 
I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zum Ge-
sundheitszustand der Versicherten. Er diagnostizierte einen Zustand nach Treppensturz im Feb-
ruar 2020 mit Omalgie, Teilruptur, Tendinopathie der Supraspinatussehne, LWS-Syndrom, Sko-
liose, Bandscheibenvorwölbungen L2 bis L4 bei Kontakt der Nervenwurzel L2 rechts und L3 links, 
Bandscheibenprotrusion L4/5 und -vorwölbung L5/S1 und HWS-Syndrom sowie eine Gonalgie 
rechts bei vorbekannter Gelenkspaltverschmälerung medial beidseits rechts. Die Versicherte 
gebe zunehmende Omalgien, vor allem bei Elevation und Retroversion, und Gonalgien rechts 
nach Mehrbelastung, insbesondere beim Treppensteigen, an. In seinem Bericht vom 14. Juli 
2022 wies Dr. I.____ auf die MRT-Untersuchung vom 24. März 2022 hin, bei welcher ein formal 
komplexer Riss des Hinterhorns des medialen Meniskus mit horizontaler Komponente und gering 
disloziertem Lappenriss sowie eine meniskokapsuläre Verletzung mit ödematöser Schwellung 

 

 
 
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und Signalalteration posteromedial festgestellt worden seien (vgl. Befundbericht der J.____, vom 
25. März 2022). Dr. I.____ führte den komplexen Riss des Innenmeniskushorns "mit grosser 
Wahrscheinlichkeit auf ein Unfallgeschehen" zurück. 
 
5.10 Weitere bildgebende Untersuchungen des rechten Schultergelenks fanden am 22. April 
2022 in der J.____ statt. Gemäss Befundbericht vom 22. April 2022 liessen sich im Vergleich zur 
Voruntersuchung jetzt eine abgrenzbare artikularseitige Partialruptur der Supraspinatussehne im 
mittleren posterioren Drittel, eine geringe Tendinopathie der Supraspinatussehne, eine geringe 
AC-Gelenksarthrose sowie Zeichen einer geringen Bursitis subacromialis/subdeltoidea finden.  
 
6.1 Die medizinische Ausgangslage ist schwierig, da die ersten aktenkundigen, echtzeitli-
chen ärztlichen Beurteilungen rund 5 ½ Monate nach dem Unfall erstellt wurden und die ersten 
bildgebenden Untersuchungen erst im September 2020 durchgeführt werden konnten. Der Un-
fallhergang wird vom Bruder der Beschwerdeführerin anlässlich des Telefonats mit der Suva vom 
14. April 2020 beschrieben. Danach sei die Versicherte am 1. Februar 2020 beim Heruntergehen 
der Treppe ausgerutscht, dabei nach hinten und rechtsseitig auf die Steinplatten der Treppe ge-
fallen und gut zehn Stufen in Rücklage heruntergerutscht. Anschliessend habe sie Schmerzen im 
LWS- und BWS-Bereich, am rechten Knie, im Oberschenkel- und Hüftbereich sowie im rechten 
Ellbogen- und Schulterbereich verspürt (vgl. auch Telefonnotiz vom 16. Juli 2020). In der Be-
schwerde machte die Versicherte geltend, dass die Suva die beim Unfall zugezogenen Beein-
trächtigungen an der gesamten Wirbelsäule, am rechten Knie bzw. Bein und an der rechten 
Schulter nicht bzw. unzureichend abklären liess, weshalb die Ablehnung der Leistungspflicht auf 
einen ungenügenden medizinischen Sachverhalt berufe.  
 
6.2 Aufgrund der ärztlichen Berichte der behandelnden Ärzteschaft veranlasste die Suva im 
August 2020 bildgebende Untersuchungen der LWS und der rechten Schulter (vgl. MRT-Befunde 
vom 25. und 29. September 2020). Um die Schulterproblematik fachgerecht beurteilen zu kön-
nen, zog sie den Schulterspezialisten Dr. G.____ bei. Als sich die geklagten Beschwerden an der 
rechten Schulter nicht mehr mit den objektivierbaren Befunden hinreichend erklären liessen, be-
auftragte sie die Klinik B.____ mit einer EFL. Die Notwendigkeit von weiteren Abklärungen ist 
nicht erkennbar und wird von der Versicherten auch nicht substantiiert dargelegt. Es ist somit 
festzustellen, dass die Suva im Bereich der rechten Schulter und der LWS ihrer Abklärungspflicht 
genügend nachgekommen ist.   
 
6.3 Den weiteren initial angegebenen Beschwerden an der BWS, im Oberschenkel- und 
Hüftbereich, am Ellbogen und am rechten Knie bzw. Bein mass die Suva nach Einholung der 
Berichte der Hausarztpraxis Y.____ vom 25. August 2020 und von Dr. E.____ vom 20. Juli 2020 
und 19. August 2020 keine massgebende Bedeutung zu, weshalb sie diesbezüglich keine medi-
zinischen Abklärungen vornahm. Dies zu Recht, wurden doch keine dieser Beschwerden in den 
ärztlichen Berichten, welche rund 5 ½ Monate nach dem Unfall erstellt wurden, dokumentiert. 
Damals machte die Versicherte lediglich Schmerzen am unteren Rücken, welche zum Teil bis in 
die Beine bzw. bis in die Füsse ausstrahlten, sowie am Oberarm/an der Schulter geltend (vgl. Be-
richte von Dr. E.____ vom 19. August 2020 und der Hausarztpraxis Y.____ vom 25. August 2020). 

 

 
 
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Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstanden, dass die Suva davon ausging, allfällige unfallbe-
dingte Beeinträchtigungen in diesen Körperbereichen seien folgenlos abgeheilt. Das Gleiche gilt 
auch für das HWS-Syndrom, zumal der Bruder der Beschwerdeführerin anlässlich der Telefonate 
vom 14. April 2020 und vom 16. Juli 2020 nie über Schmerzen an der HWS berichtete und die 
digitale Röntgenaufnahme vom 5. November 2021 keine Auffälligkeiten der HWS zeigte.  
 
6.4.1 In Bezug auf die geltend gemachten Verletzungen am rechten Knie steht seit der MRT-
Untersuchung vom 25. März 2022 fest, dass dieses einen komplexen Riss des Innenmeniskus 
aufweist. Aufgrund der Aktenlage ist es jedoch – entgegen der Ansicht der Versicherten – un-
wahrscheinlich, dass die Versicherte sich diese Verletzung anlässlich des Treppensturzes vom 
1. Februar 2020 zugezogen hatte. Bei einer solchen Verletzung wäre zu erwarten gewesen, dass 
sie im Juli 2020 der Ärzteschaft der Hausarztpraxis Y.____ und Dr. E.____ auf Knieschmerzen 
aufmerksam gemacht hätte. Sie wies jedoch nie auf eine Knieproblematik hin. Stattdessen schil-
derte sie Schmerzen an der rechten Schulter bzw. am Oberarm sowie an der LWS mit Ausstrah-
lungen bis zum Fuss. Sie klagte auch während den Testungen in der Klinik B.____ im November 
2021 nie über Schmerzen am rechten Knie. Es ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
davon auszugehen, dass allfällige beim Treppensturz vom 1. Februar 2020 zugezogene Kniever-
letzungen wenige Monate nach dem Unfall abgeheilt waren.  
 
6.4.2 Der Einwand der Versicherten, wonach allein wegen der mangelhaften Deutschkennt-
nisse keine Knieschmerzen dokumentiert worden seien, erweist sich als nicht stichhaltig. Aus 
dem Bericht der Klinik B.____ vom 29. Dezember 2021 geht hervor, dass bei der dortigen Abklä-
rung eine Dolmetscherin anwesend war. Wäre damals ihr rechtes Knie relevant beeinträchtigt 
gewesen, wäre dies – trotz beeinträchtigter sprachlicher Verständigung – im Bericht der Klinik 
B.____ erwähnt worden. Auch aus der Tatsache, dass sie bei den Arztbesuchen einen Gehstock 
rechts benutzte, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten, hätte sie doch – worauf die Suva in 
ihrer Duplik vom 7. Dezember 2022 korrekt hinwies – den Gehstock auf der anderen Körperseite 
einsetzen müssen, um eine Entlastung des rechten Knies zu erreichen. Auch aus der Aussage 
von Dr. I.____, wonach die Meniskusverletzung auf ein Unfallgeschehen zurückzuführen sei, 
kann die Versicherte nichts zu ihren Gunsten ableiten. Da Dr. I.____ bei dieser Aussage keinen 
Bezug auf den Treppensturz vom 1. Februar 2020 nimmt, ist es vorstellbar, dass die Versicherte 
in der Zwischenzeit erneut verunfallt ist und sich dabei am rechten Knie verletzt hat. Dafür spricht 
die Tatsache, dass Dr. I.____ auf eine Gelenkspaltverschmälerung hinwies, während rund 4 Mo-
nate vorher anlässlich der digitalen Radiographie vom 5. November 2021 keine auffälligen Ge-
lenkspalten beim rechten Knie festgestellt wurden. Dass Dr. I.____ in seinem Bericht vom 14. 
März 2022 von einem Zustand nach Treppensturz im Februar 2020 mit Gonalgie rechts spricht, 
vermag daran nichts zu ändern, handelt es sich doch bei solchen Formulierungen in Arztberichten 
nur um eine anamnestische Feststellung, welche keine hinreichende Aussage zur Kausalität 
macht (Urteile des Bundesgerichts vom 6. Juni 2006, U 12/06, E. 4.3.1 und vom 16. Juni 2005, 
U 264/04, E. 4.1). Bei dieser Sachlage bestand für die Suva nie Anlass, den gesundheitlichen 
Zustand des rechten Knies abzuklären, weshalb ihr auch in diesem Punkt keine mangelhafte 
Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist.  
 

 

 
 
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6.5 Aufgrund dieser Ausführungen ist festzuhalten, dass für die geltend gemachten Be-
schwerden an der HWS, an der BWS, am rechten Knie bzw. Bein, am Oberschenkel, an der Hüfte 
und am Ellbogen im Zeitpunkt der ersten dokumentierten Arztberichte im Juli 2020 eine allfällige 
Kausalität zum Treppensturz vom 1. Februar 2020 dahingefallen ist bzw. dass die Beschwerden 
auf einen krankheitsbedingten Vorzustand zurückzuführen sind. Damit ist zu prüfen, ob die Suva 
zu Recht die Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerden an der LWS per 31. Oktober 2020 und 
diejenigen an der Schulter per 22. Februar 2021 verneinte und die vorübergehenden Leistungen 
auf diese Zeitpunkte einstellte. 
 
7.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG sind die vorübergehenden Leistungen einzustellen, wenn 
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass-
nahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die 
Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin. Was unter einer namhaften Besserung des 
Gesundheitszustandes zu verstehen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Stei-
gerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Dabei muss 
die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen (BGE 134 V 109 
E. 4.3 mit Hinweisen). Trifft dies nicht mehr zu und ist ein Endzustand eingetreten, ist der Fall 
unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruches auf 
eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen. 
 
7.2 In Bezug auf die LWS-Problematik ist festzuhalten, dass die MRT vom 28. September 
2020 keine Hinweise (mehr) auf unfallbedingte strukturelle Läsionen der LWS ergab. Auch 
Dr. I.____ beschrieb in seinem Bericht vom 14. März 2022 lediglich degenerative Veränderungen 
an der LWS. Bei dieser eindeutigen Befundlage ist nicht zu beanstanden, dass Kreisarzt 
Dr. F.____ zum Schluss kam, die Kontusion bzw. Distorsion der LWS sei vier bis sechs Monate 
nach dem Unfallereignis folgenlos ausgeheilt bzw. danach bestehe lediglich ein degenerativer 
Vorzustand (vgl. Bericht vom 7. Oktober 2020). Da kein Kausalzusammenhang (mehr) zwischen 
den LWS-Beschwerden und dem Ereignis vom 1. Februar 2020 besteht, durfte die Suva die vo-
rübergehenden Leistungen per 31. Oktober 2020 einstellen. Mangels bleibender unfallbedingter 
Beeinträchtigungen und einer erheblichen Schädigung der körperlichen Integrität ist hinsichtlich 
der LWS-Problematik weder eine Invalidenrente noch eine Integritätsentschädigung geschuldet. 
Die Versicherte erhob deshalb gegen die entsprechende Mitteilung vom 7. Oktober 2020 zu Recht 
keine Einwände. 
 
7.3.1 Nachdem der Kreisarzt Dr. F.____ die Unfallkausalität der Schulterbeschwerden in sei-
nem Bericht vom 21. Januar 2021 bejaht hatte, veranlasste die Suva aufgrund nicht hinreichender 
Objektivierung der geklagten Schulterschmerzen eine EFL in der Klinik B.____. Gestützt auf den 
Bericht vom 29. Dezember 2021 ging die Suva davon aus, dass bei der Versicherten eine erheb-
liche Symptomausweitung vorliege und von weiteren medizinischen Massnahmen keine nam-
hafte Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei. Dass die Suva bei dieser Sach-
lage einen Endzustand annahm und sämtliche vorübergehenden Leistungen für die Schulterbe-
schwerden per Ende Februar 2021 einstellte, ist nicht zu bemängeln. Der Bericht der Klinik 

 

 
 
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B._____ erfüllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an einen im Rahmen des Verwal-
tungsverfahrens eingeholten internen Bericht. Die Ärzteschaft der Klinik B._____ untersuchte die 
Versicherte eingehend und umfassend, sie ging einlässlich auf deren Beschwerden ein, sie setzte 
sich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinander und vermittelte so 
ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit der Versicherten 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Es liegen keine ärztlichen Berichte 
vor, welche Zweifel an der Zuverlässigkeit dieser Beurteilung erwecken würden, weshalb der Be-
urteilung der Klinik B._____ volle Beweiskraft beizumessen ist. Es ist demzufolge davon auszu-
gehen, dass die Versicherte ab 1. März 2022 sowohl in ihrer angestammten als auch in einer 
leidensangepassten alternativen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.  
 
7.3.2 Daran ändert auch der Einwand der Versicherten nichts, wonach diese die im Rahmen 
der EFL durchgeführten Testungen aufgrund starker Schmerzen nur erschwert habe ausführen 
können und es deshalb stossend sei, wenn die tatsächlichen Testresultate bei der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt würden. Es wird nicht bestritten, dass die Versicherte 
subjektiv an Schmerzen leidet und sich deshalb ausserstande sieht, einer beruflichen Tätigkeit 
nachzugehen. Mit ihrer Argumentation blendet sie aber den Umstand aus, dass Dr. G.____ – bis 
auf ein minimales Impingement in voller Abduktion und Flexion – eine gute Schulterbeweglichkeit 
feststellen konnte (vgl. Berichte vom 21. Januar 2021 und 10. Mai 2021). Zudem war in der 
Rehaklinik zu beobachten, dass die Versicherte ausserhalb der Testsituationen keine Bewe-
gungseinschränkungen zeigte (vgl. Bericht vom 29. Dezember 2021, S. 7). Es ist deshalb mit der 
Ärzteschaft der Klinik B._____ davon auszugehen, dass sie sich bei den Belastungstests selbst 
limitierte und bei gutem Effort eine bessere Leistung hätte erbringen können. Vor dem Hinter-
grund, dass sie bereits bei Dr. G.____ wechselnde Schmerzpunkte angab und berichtete, ständig 
unter starken Schmerzen der Stufe 10 zu leiden, lässt sich die von der Ärzteschaft der Klinik 
B._____ festgestellte Symptomausweitung nachvollziehen. Folglich ist nicht zu beanstanden, 
dass die Suva die zumutbare Arbeitsfähigkeit aufgrund von medizinisch-theoretischen Überle-
gungen unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests beurteilte. Unter den 
geschilderten Umständen durfte die Suva in Bezug auf die rechte Schulter von einem Endzustand 
ausgehen und den Fallabschluss per 28. Februar 2022 vornehmen.  
 
8.1 Ausgehend von der Zumutbarkeitsbeurteilung der Klinik B._____ ist der Invaliditätsgrad 
zu bestimmen. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 
ATSG anwendbar (Art. 18 Abs. 2 UVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkom-
mensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarkt-
lage erzielen könnte (lnvalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkom-
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er-
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-
den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me-
thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 135 E. 2a und b). 
 

 

 
 
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8.2 In der Verfügung vom 3. März 2022, welche dem angefochtenen Einspracheentscheid, 
zugrunde liegt, ermittelte die Suva bei der Versicherten anhand der Gegenüberstellung von Vali-
den- und zumutbarem Invalideneinkommen einen Invaliditätsgrad von 0 %. Die konkreten Be-
rechnungen werden von der Versicherten nicht beanstandet. Eine Überprüfung des Einkommens-
vergleichs zeigt, dass die von der Suva im Zusammenhang mit der zu berücksichtigenden Nomi-
nallohnentwicklung verwendeten Zahlen an das Jahr 2022 anzupassen wären. Aus einer solchen 
Korrektur würde jedoch immer noch ein Invaliditätsgrad von 0 % resultieren, weshalb diesbezüg-
lich auf weitere Ausführungen verzichtet wird. Damit besteht kein Anspruch auf eine Invaliden-
rente.   
 
8.3.1 Bei der Prüfung der Integritätsentschädigung ist zu beachten, dass eine Schädigung der 
körperlichen, geistigen und psychischen Integrität im Sinne von Art. 24 UVG als dauernd gilt, 
wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht 
(Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982). Er 
ist erheblich, wenn die körperliche, geistige und psychische Integrität, unabhängig von der Er-
werbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Verwaltung und Gericht sind für die 
Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen auf ärztliche Sachverständige angewiesen. Die 
Beurteilung des Integritätsschadens basiert auf dem medizinischen Befund. Verwaltung und Ge-
richt obliegt es danach, gestützt auf die ärztliche Befunderhebung die rechtliche Beurteilung vor-
zunehmen, ob ein Integritätsschaden gegeben ist, ob die Erheblichkeitsschwelle erreicht ist und, 
bejahendenfalls, welches Ausmass die erhebliche Schädigung angenommen hat. 
 
8.3.2 Die Suva verneinte den Anspruch der Versicherten auf eine Integritätsentschädigung für 
die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfallereignis vom 1. Februar 2020 unter Hinweis auf 
die Beurteilung von Dr. F.____ vom 28. Februar 2022. Dr. F.____ hielt darin fest, dass gestützt 
auf den Bericht der Klinik B._____ vom 29. Dezember 2021 mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit davon auszugehen sei, dass eine erhebliche Symptomausweitung vorliege und bei einer 
grösseren Leistungsbereitschaft der Versicherten eine bessere Funktion der rechten Schulter 
möglich wäre. Da zudem gemäss Bildgebung keine Zeichen einer Arthrose vorhanden seien und 
die klinischen Untersuchungen auf keine Instabilität hinweisen würden, sei keine Integritätsent-
schädigung geschuldet. Die Versicherte bringt keine substantiierten Gründe gegen diese Ein-
schätzung vor. Da sie zudem mit den Akten übereinstimmt und die Beeinträchtigungen an der 
rechten Schulter gemäss der Beurteilung von Dr. G.____ geringfügig sind, ist die Beurteilung von 
Dr. F.____ nachvollziehbar. Die Suva lehnte deshalb zu Recht einen Anspruch auf Integritätsent-
schädigung ab.  
 
9. Nach dem Gesagten lässt die vorhandene Aktenlage eine zuverlässige Beurteilung des 
massgebenden medizinischen Sachverhalts zu. Demzufolge ist auf die eventualiter beantragte 
Rückweisung an die Suva zur Vornahme weiterer Abklärungen zu verzichten (sog. antizipierte 
Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). Die gegen den Einsprache-
entscheid vom 5. Juli 2022 erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, wes-
halb sie abzuweisen ist. 
 

 

 
 
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10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.