# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07b85e45-9386-566a-9a15-1218d90e397d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 08.11.2023 S 2023 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-106_2023-11-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 106

3. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin Pedretti

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 8. November 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1984, war zuletzt vom 1. September 2019 bis am 30. April 

2020 in einem 100 %-Pensum als Vizedirektorin bei der B._____ AG in 

C._____ angestellt. Am 12. November 2019 erfolgte ein tätlicher Übergriff 

durch ihren Ex-Partner, wobei sie erheblich verletzt wurde. 

2. Am 12. Mai 2020 meldete sich A._____ unter Hinweis auf diesen Übergriff 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum 

Leistungsbezug an. Letztere führte daraufhin medizinische, berufliche 

sowie erwerbliche Abklärungen durch und teilte A._____ auf deren Antrag 

hin am 16. Dezember 2020 mit, dass die Kosten für den CAS in Event 

Management für den Zeitraum vom 26. Januar 2021 bis zum 27. März 

2022 im Betrag von total CHF 7'750.-- als Massnahme der 

Frühintervention übernommen würden.

3. Die Frühintervention wurde per Ende April 2021 abgeschlossen, woraufhin 

die IV-Stelle A._____ mit Mitteilung vom 6. Mai 2021 Berufsberatung und 

Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten gewährte. In 

dessen Rahmen wurde ein Eingliederungsplan erstellt, wobei die 

Unterstützung durch einen Jobcoach als notwendig erachtet und die 

diesbezüglichen Kosten übernommen wurden (vgl. Mitteilung vom 

17. Dezember 2021).

4. Nachdem A._____ die im Rahmen des CAS-Studiengangs verfasste 

Zertifikatsarbeit im März 2022 nicht bestanden hatte, verlängerte die IV-

Stelle die Massnahme (Ausbildungskurs CAS Event Management) mit 

Mitteilung vom 25. April 2022 für den Zeitraum vom 1. April 2022 bis zum 

30. September 2022 und leistete gleichzeitig Kostengutsprache für 

Coaching-Leistungen.

- 3 -

5. In der Folge reichte A._____ ihre zweite Zertifikatsarbeit nicht fristgerecht 

ein, woraufhin die IV-Stelle die entsprechende Massnahme mit Mitteilung 

vom 23. August 2022 erneut für den Zeitraum vom 1. August 2022 bis zum 

31. Oktober 2022 verlängerte. 

6. Am 29. September 2022 informierte die IV-Stelle A._____ über das 

weitere Vorgehen bezüglich ihrer beruflichen Integration, wobei eine 

Integrationsmassnahme in einer Institution für eine erfolgreiche 

Wiedereingliederung als notwendig erachtet und Letztere deshalb 

verpflichtet wurde, am 31. Oktober 2022 eine Integrationsmassnahme mit 

zwei Stunden an vier Tagen pro Woche im Verein D._____ in E._____ 

anzutreten. Andernfalls würden die Eingliederungsbemühungen 

abgeschlossen. 

7. Nachdem der Verein D._____ der IV-Stelle am 31. Oktober 2022 und 

1. November 2022 mitgeteilt hatte, dass A._____ nicht in der F._____ 

erschienen sei, stellte die IV-Stelle Letzterer mit Vorbescheid vom 

10. November 2022 in Aussicht, die Eingliederungsmassnahme per sofort 

einzustellen, da sie ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen sei.

8. Nach dagegen am 27. November 2022 und 4. Dezember 2022 erhobenem 

Einwand forderte die IV-Stelle A._____ mit Schreiben vom 18. Januar 

2023 erneut auf, am 8. Februar 2023 die Integrationsmassnahme beim 

Verein D._____ in E._____ anzutreten. Andernfalls würden die 

Eingliederungsbemühungen abgeschlossen.

9. Nachdem A._____ bei der IV-Stelle insbesondere die Rückerstattung von 

Reise- und Verpflegungskosten betreffend die von ihr für den Zeitraum 

August 2022 bis Oktober 2022 eigeninitiativ aufgegleisten Projektarbeiten 

beantragt hatte, wurde ihr mit Vorbescheid vom 27. Februar 2023 in 

Aussicht gestellt, die Vergütung solcher Spesen abzulehnen, zumal diese 

- 4 -

nicht im Zusammenhang mit der Kostengutsprache vom 23. August 2022 

betreffend CAS in Event Management stünden. 

10. Mit Verfügung vom 16. März 2023 stellte die IV-Stelle die 

Eingliederungsmassnahme per sofort ein, da A._____ am 8. Februar 2023 

nicht in der F._____ in E._____ erschienen sei und damit ihre 

Mitwirkungspflicht verletzt habe.

11. Gegen den Vorbescheid vom 27. Februar 2023 erhob A._____ am 

30. März 2023 (Poststempel) Einwand. Sie brachte namentlich vor, dass 

der CAS in Event Management nachweislich bis im Februar 2023 stagniert 

habe. Im Rahmen eines Gesprächs im August 2022 seien die von ihr 

eigeninitiativ aufgegleisten Projektarbeiten im Sinne einer 

vorübergehenden Eingliederungsmassnahme besprochen und von Seiten 

der IV-Stelle genehmigt worden. Diese Projektarbeiten seien die 

Grundlage der Kostengutsprache vom August 2022 gewesen. In Letzterer 

sei klar festgehalten worden, dass ihr eine Entschädigung der Spesen 

zustehe. 

12. Am 7. Juni 2023 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass die Kosten für ein 

Aufbautraining bei G._____ für den Zeitraum vom 1. Juni 2023 bis zum 

31. August 2023 übernommen würden.

13. Am 16. Juni 2023 erliess die IV-Stelle einen neuen, denjenigen vom 

27. Februar 2023 ersetzenden Vorbescheid, wobei sie an der Ablehnung 

der Vergütung von Reise- und Verpflegungskosten betreffend 

Projektarbeiten festhielt und darüber hinaus weitere, im Zusammenhang 

mit dem CAS in Event Management stehende Spesen im Betrag von 

insgesamt CHF 793.50 als vergütungspflichtig anerkannte.

- 5 -

14. Mit Mitteilung vom 5. Juli 2023 gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache 

für ein Arbeitstraining bei der H._____ AG für den Zeitraum vom 1. Juli 

2023 bis zum 30. September 2023.

15. Gegen den Vorbescheid vom 16. Juni 2023 erhob A._____ am 18. Juli 

2023 (Poststempel) Einwand, wobei sie an der Rückerstattung ihrer 

Aufwendungen (Reise- und Verpflegungskosten) im Zusammenhang mit 

den im Zeitraum August 2022 bis Oktober 2022 durchgeführten 

Projektarbeiten festhielt.

16. Mit Verfügung vom 9. August 2023 entschied die IV-Stelle wie 

vorbeschieden und lehnte die Vergütung der Reise- und 

Verpflegungskosten betreffend Projektarbeiten ab. Gleichzeitig wurde 

ausgeführt, dass weitere, im Zusammenhang mit dem CAS in Event 

Management stehende Spesen im Betrag von insgesamt CHF 793.50 

übernommen würden, wobei die entsprechende Auszahlung nach 

Rechtskraft dieser Verfügung erfolge. 

17. Das in Bezug auf die Verfügung vom 16. März 2023 hängig gemachte 

Beschwerdeverfahren S 23 54 wurde vom Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden am 4. September 2023 als gegenstandslos 

geworden abgeschrieben.

18. Gegen die Verfügung vom 9. August 2023 erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 14. September 2023 (Poststempel) Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und stellte folgende 

Anträge:

"1. Umgehende vollumfängliche Kostenrückerstattung meiner Aufwendungen (Reise- 

und Verpflegungskosten) im Zeitraum August 2022 bis einschliesslich Oktober 2022 

der genehmigten Projektarbeiten im Rahmen der Kostengutsprache vom August 

2022, u.a. gemäss Art. 9 IVG und Art. 23bis IVV.

- 6 -

2. Nachfolgende Kostenrückerstattung ist umgehend anzuweisen (die u.g. CHF 793.50 

sind hierbei bereits berücksichtigt/abgezogen): CHF 361.-- / CHF 1'805.50 / 

CHF 1'430.--, Summe total: CHF 3'596.50 + der u.g. Betrag von CHF 793.50.

3. Der von Ihnen benannte Betrag von CHF 793.50, siehe Vorbescheid vom 16. Juni 

2023, ist umgehend auszubezahlen."

Dazu führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass die IV-

Stelle bzw. die Berufsberaterin seit zehn Monaten einen grossen 

bürokratischen Aufwand betreibe, um ihr die ihr zustehenden IV-

Leistungen vorsätzlich zu verweigern. Der CAS-Studiengang in Event 

Management habe aufgrund des Abwartens auf die Themenfreigabe 

nachweislich bis im Februar 2023 stagniert. Dennoch habe das Gespräch 

vom 27. Oktober 2023 (recte wohl: 2022) mit ihrem potenziellen neuen 

Arbeitgeber geführt werden müssen, was Kosten von CHF 361.-- 

verursacht habe. Sie sei ihrer Mitwirkungspflicht wiederholt 

nachgekommen und habe die Projektarbeiten selbst initiiert, um von 

August 2022 bis Oktober 2022 einen Anspruch auf vollumfängliche 

Kostengutsprache inkl. Taggelder und Erstattung der Spesen zu haben 

und nicht zu stagnieren. Die ihr gemäss Art. 14quater und Art. 8 Abs. 3 lit. 

ater IVG zustehende Fürsorgepflicht sei in grober und missbräuchlicher 

Weise verletzt worden. Es entbehre jeglicher Grundlage, ihr die 

vollumfängliche Kostenrückerstattung zu verweigern und ihr Engagement 

finanziell und damit existenziell zu bestrafen.

19. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 19. Oktober 2023 auf Abweisung der Beschwerde 

und verwies zur Begründung primär auf die angefochtene Verfügung. 

Ergänzend führte sie namentlich aus, dass die von der 

Beschwerdeführerin im August 2022 bis Oktober 2022 vorgenommenen 

Reisen nach I._____ und J._____ weder im Zusammenhang mit dem 

CAS-Lehrgang Event Management stünden noch für die Absolvierung 

dieses Lehrgangs notwendig gewesen seien. Somit habe die 

- 7 -

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Vergütung dieser Reisekosten. 

Die Verfügung vom 9. August 2023 erweiset sich daher als rechtmässig.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1.1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen 

IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle 

anfechtbar. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. August 2023 

stellt eine solche anfechtbare Verfügung der Invalidenversicherung und 

folglich ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als 

Adressatin der strittigen Verfügung ist die Beschwerdeführerin davon 

berührt und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die 

Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). 

Darauf ist somit einzutreten.

1.2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Da der 

Streitwert unstreitig unter CHF 5'000.-- liegt und für diese Angelegenheit 

- 8 -

keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), ist die 

vorliegende Streitigkeit einzelrichterlich zu entscheiden.

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin in Bezug auf den Zeitraum August 2022 bis Oktober 

2022 zu Recht lediglich Reisekosten (Fahrauslagen und Zehrgeld) in der 

Höhe von insgesamt CHF 4'775.70 (CHF 3'982.20 + CHF 793.50) vergütet 

hat und damit die Übernahme der darüber hinaus geltend gemachten 

Kosten korrekterweise abgelehnt hat. Soweit die Beschwerdeführerin 

darüber hinausgehende Ausführungen macht, insbesondere zum 

Anspruch auf IV-Taggelder, sind diese im vorliegenden Verfahren nicht zu 

hören. Zudem beantragt sie, dass ihr der Betrag in der Höhe von 

CHF 793.50 umgehend zu vergüten sei. Diesbezüglich ist festzuhalten, 

dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 19. Oktober 

2023 zugesichert hat, der Beschwerdeführerin die mit Verfügung vom 

9. August 2023 zugesprochenen Reisekosten in den nächsten Tagen zu 

überweisen, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist (vgl. 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 179 S. 2; vgl. auch die zusammen 

mit der Vernehmlassung eingereichte Übersicht und die entsprechenden 

Rechnungen dazu). Dasselbe gilt in Bezug auf die von der 

Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem in der Beschwerde 

erwähnten Gespräch vom 27. Oktober 2023 (recte wohl: 2022) geltend 

gemachten Kosten von CHF 361.--, da diese ebenfalls bereits vergütet 

wurden (vgl. die zusammen mit der Vernehmlassung eingereichte 

Übersicht und die entsprechende Rechnung dazu).

3.1. Zunächst sind die für die vorliegend zu beantwortende Frage relevanten 

Bestimmungen darzulegen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die von 

der Beschwerdeführerin in ihrem Antrag genannten Bestimmungen von 

Art. 9 IVG und Art. 23bis der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201) im konkreten Fall nicht einschlägig sind. 

- 9 -

3.2. Gemäss Art. 51 Abs. 1 IVG werden dem Versicherten die für die 

Durchführung von Eingliederungsmassnahmen notwendigen Reisekosten 

im Inland vergütet. Ausnahmsweise können Beiträge an die Reisekosten 

im Ausland gewährt werden; der Bundesrat ordnet die näheren 

Bedingungen (Art. 51 Abs.  2 IVG). Art. 90 IVV ist zu entnehmen, dass als 

notwendige Reisekosten im Inland im Rahmen von Art. 51 IVG die Kosten 

von Fahrten zur nächstgelegenen geeigneten Durchführungsstelle gelten. 

Wählt der Versicherte eine entferntere Durchführungsstelle, so hat er die 

dadurch entstehenden Mehrkosten selbst zu tragen (Abs. 1). Vergütet 

werden die Kosten, die den Preisen der öffentlichen Transportmittel für 

Fahrten auf dem direkten Weg entsprechen. Ist die versicherte Person 

wegen Invalidität auf die Benützung eines anderen Transportmittels 

angewiesen, so werden ihr die daraus entstehenden Kosten ersetzt. Nicht 

vergütet werden geringfügige Auslagen für Fahrten im Ortskreis (Abs. 2). 

Die Reisekosten werden nicht vergütet, wenn die versicherte Person mit 

einer der folgenden Eingliederungsmassnahmen unterstützt wird: (lit. a) 

Personalverleih (Art. 18abis IVG); (lit. b) Einarbeitungszuschuss (Art. 18b 

IVG); (lit. c) Kapitalhilfe (Art. 18d IVG) (Abs. 2bis). Ausser den 

Fahrauslagen werden ein Zehrgeld und die notwendigen Nebenkosten, 

insbesondere die Fahrauslagen und das Zehrgeld für eine unerlässliche 

Begleitperson, vergütet. Bei Urlaubs- und Besuchsfahrten wird kein 

Zehrgeld ausgerichtet (Abs. 3). Das Zehrgeld beträgt: (lit. a) bei einer 

Abwesenheit vom Wohnort von fünf bis acht Stunden CHF 11.50 je Tag; 

(lit. b) bei einer Abwesenheit vom Wohnort von mehr als acht Stunden 

CHF 19.-- je Tag; (lit. c) für auswärtiges Übernachten CHF 37.50 je Nacht 

(Abs. 4). Des Weiteren sieht Art. 90bis IVV vor, dass die Beiträge an die 

Aufwendungen für Fahrten vom Inland nach dem Ausland, vom Ausland 

nach dem Inland und im Ausland das Bundesamt für Sozialversicherungen 

(BSV) im Einzelfall festsetzt (vgl. zum Ganzen auch: Kreisschreiben des 

BSV über die Vergütung der Reisekosten in der Invalidenversicherung 

[KSVR, Stand: 1. Januar 2022, Rz. 1 ff.]). 

- 10 -

4.1. Vorliegend teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin auf 

deren Antrag hin am 16. Dezember 2020 mit, dass die Kosten für den CAS 

in Event Management für den Zeitraum vom 26. Januar 2021 bis zum 

27. März 2022 als Massnahme der Frühintervention übernommen würden. 

Gleichzeitig wurde die Beschwerdeführerin betreffend Vergütung von 

Reisekosten und Zehrgeld während den Schultagen auf das Merkblatt 

4.05 "Vergütung der Reisekosten in der IV" (abrufbar unter: 

https://www.ahv-iv.ch/p/4.05.d, zuletzt besucht am 3. November 2023, 

wonach die Reisekosten, die für die Umsetzung der vorgesehenen 

Eingliederungsmassnahme notwendig sind, vergütet werden) 

aufmerksam gemacht (vgl. Bg-act. 37). Nachdem daraufhin die 

Frühintervention per Ende April 2021 abgeschlossen, der 

Beschwerdeführerin am 6. Mai 2021 Berufsberatung sowie Abklärung der 

beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten gewährt worden war und 

Letztere die im Rahmen des CAS-Studiengangs verfasste Zertifikatsarbeit 

im März 2022 nicht bestanden hatte, verlängerte die Beschwerdegegnerin 

die Massnahme (Ausbildungskurs CAS Event Management) mit Mitteilung 

vom 25. April 2022 für den Zeitraum vom 1. April 2022 bis zum 

30. September 2022 und wies die Beschwerdeführerin erneut auf das 

besagte Merkblatt hin (vgl. Bg-act. 44 S. 12 ff., 45, 53 S. 1, 64, 67 und 71 

S. 22). In der Folge reichte die Beschwerdeführerin im Sommer 2022 ihre 

zweite Zertifikatsarbeit nicht fristgerecht ein, woraufhin die 

Beschwerdegegnerin die berufliche Massnahme betreffend CAS in Event 

Management mit Mitteilung vom 23. August 2022 für den Zeitraum vom 

1. August 2022 bis zum 31. Oktober 2022 abermals verlängerte (vgl. Bg-

act. 86 S. 25 und 89). Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführerin für diese 

Zeit ein Taggeld zugesprochen und die Beschwerdegegnerin hielt unter 

Hinweis auf das besagte Merkblatt fest, dass die Mehrkosten für auswärts 

eingenommene Verpflegung und die Reisekosten erstattet würden (vgl. 

Bg-act. 89 S. 1). Aus dem Gesagten erhellt, dass sich die in Bezug auf 

den Zeitraum August 2022 bis Oktober 2022 von der Beschwerdegegnerin 

https://www.ahv-iv.ch/p/4.05.d

- 11 -

erteilte Kostengutsprache einzig auf den CAS-Studiengang in Event 

Management bezieht. Die von der Beschwerdeführerin im Einwand vom 

30. März 2023 vertretene Ansicht, die beiden von ihr eigeninitiativ 

aufgegleisten Projektarbeiten hätten die Grundlage dieser 

Kostengutsprache gebildet, erweist sich somit als unzutreffend (vgl. Bg-

act. 135 S. 1). Auch kann ihrer Auffassung, wonach im Rahmen der 

Kostengutsprache vom August 2022 (in allgemeiner Weise) klar 

festgehalten worden sei, dass die ihr entstehenden Aufwendungen 

entschädigt werden müssten, in dieser Absolutheit nicht gefolgt werden 

(vgl. Bg-act. 135 S. 2). Vielmehr wurde der Beschwerdeführerin am 

23. August 2022 – wie dargelegt – lediglich die Vergütung der Reise- und 

Verpflegungskosten im Zusammenhang mit der Fortsetzung des CAS in 

Event Management zugesichert. Am Gesagten ändert denn auch der 

Umstand nichts, dass die Beschwerdeführerin ihre Zertifikatsarbeit nach 

nicht fristgerechter Abgabe während mehreren Monaten aufgrund eines 

von ihr anhängig gemachten Beschwerdeverfahrens und eines 

anschliessend abzuwartenden Entscheids in Bezug auf die 

Themenfreigabe nicht fortsetzen konnte (vgl. Bg-act. 86 S. 26, S. 29 und 

S. 31, 91, 102, 103, 106, 112 S. 4 ff. und S. 23 f., 131 und 133 S. 7). 

Abgesehen davon, dass die Zusammensetzung des von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Betrags von CHF 3'596.50 nicht 

gänzlich nachvollziehbar ist, ist nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin die Vergütung der Kosten betreffend die Reisen vom 

20. August 2022 bis zum 21. August 2022 (nach I._____ und zurück), vom 

22. August 2022 bis zum 25. August 2022 (nach J._____), vom 

8. September 2022 bis zum 10. September 2022 (nach J._____), vom 

14. September 2022 bis zum 17. September 2022 (nach J._____ und 

zurück), vom 22. September 2022 bis zum 24. September 2022 (nach 

J._____ und zurück) und vom 28. September 2022 bis zum 1. Oktober 

2022 (nach J._____ und zurück) in der Höhe von insgesamt CHF 3'368.20 

(CHF 408.70 + CHF 614.50 + CHF 558.-- + CHF 614.50 + CHF 1'172.50) 

- 12 -

abgelehnt hat (vgl. die zusammen mit der Vernehmlassung eingereichte 

Übersicht und die entsprechenden Rechnungen dazu). Denn einerseits 

hat die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage die Rechnung vom 

4. Oktober 2022 in der Höhe von CHF 408.70 betreffend CAS zweimal 

eingereicht, wobei ihr die entsprechenden Kosten (kulanterweise) einmal 

vergütet wurden (vgl. die zusammen mit der Vernehmlassung eingereichte 

Übersicht und die entsprechenden Rechnungen dazu; vgl. auch Bg-act. 

112 S. 25), und andererseits lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass 

die darüber hinaus geltend gemachten Kosten im Zusammenhang mit 

dem CAS-Studiengang stünden bzw. diese Reisen für die Absolvierung 

des CAS in Event Management notwendig gewesen wären (vgl. 

insbesondere Bg-act. 27). Vielmehr gab die Beschwerdeführerin auf den 

im Recht liegenden Rechnungen vom 14. November 2022 als Reisezweck 

explizit selbst "Projektarbeit" an (vgl. die zusammen mit der 

Vernehmlassung eingereichten Rechnungen). Soweit die 

Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin ausserdem eine grobe 

Verletzung einer Fürsorgepflicht vorwirft, ist darauf hinzuweisen, dass sich 

aus den von ihr in diesem Zusammenhang angeführten Bestimmungen 

(Art. 8 Abs. 3 lit. ater und 14quater IVG) eine solche nicht ableiten lässt und 

diese Bestimmungen auf den konkreten Fall ohnehin keine Anwendung 

finden. Auch ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich, dass die 

Beschwerdegegnerin bzw. die Berufsberaterin der Beschwerdeführerin 

einen grossen bürokratischen Aufwand betrieben hätte, um Letzterer die 

ihr zustehenden IV-Leistungen bewusst zu verweigern. 

4.2. Sodann ist zwar darauf hinzuweisen, dass die Unterstützung der 

Selbstständigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Ziel, im Sommer 2022 

mit einem ersten Projekt zu beginnen, schon anlässlich des Mitte März 

2022 zwischen der Berufsberaterin, der Beschwerdeführerin und ihrem 

ehemaligen Coach stattgefundenen Zoom-Meetings thematisiert wurde 

(vgl. Bg-act. 71 S. 46; vgl. auch Bg-act. 71 S. 44 und S. 53 f. sowie 86 

- 13 -

S. 14). Ausserdem wurde in der Folge im Rahmen des Gesprächs vom 

4. Juli 2022 zwischen denselben Personen insbesondere eine 

Zielvereinbarung betreffend Aufbau der beschwerdeführerischen 

Selbstständigkeit mit Übernahme von Projekten von Auftraggebern im 

Sinne einer Integrationsmassnahme bzw. eines Aufbautrainings gemäss 

Art. 14a IVG für den Zeitraum August 2022 bis Oktober 2022 besprochen, 

obwohl diesbezüglich bereits vorgängig Zweifel geäussert wurden (vgl. 

Bg-act. 86 S. 18 und S. 21, 116 S. 9 ff., 117 S. 7 ff., 118 S. 7 ff., 144 S. 21 

ff. und S. 35 ff.; vgl. auch Bg-act. 86 S. 14 f., S. 24 f. und S. 29 ff.). In dieser 

von Seiten des Coachs und der Beschwerdeführerin am 7. Juli 2022 

unterzeichneten Vereinbarung wurde des Weiteren betreffend Vergütung 

von Reisekosten/Zehrgeld auf das Merkblatt 4.05 "Vergütung der 

Reisekosten in der IV" hingewiesen (vgl. Bg-act. 116 S. 10 f., 117 S. 8 f., 

118 S. 8 f., 144 S. 22 f. und S. 36 f.). Allerdings hat die 

Beschwerdegegnerin die besagte Zielvereinbarung weder unterzeichnet 

noch für die darin festgehaltene Massnahme Kostengutsprache erteilt (vgl. 

Bg-act. 116 S. 11, 117 S. 9, 118 S. 9, 144 S. 23 und S. 37). Vielmehr hat 

Letztere die Beschwerdeführerin mehrmals und auch bereits vor den 

betreffend die Projektarbeiten vorgenommenen Reisen nach J._____ 

darauf aufmerksam gemacht, sie bezüglich ihrer Selbstständigkeit 

finanziell nicht unterstützen zu können (vgl. Bg-act. 86 S. 40, 112 S. 2 ff. 

und S. 14, vgl. auch 134 S. 6). Abgesehen davon erscheint es weder 

plausibel noch nachvollziehbar, wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, 

mit der Bedingung, dass der Beschwerdegegnerin keine Kosten 

entstünden, sei gemeint, den Auftraggebern würden keine 

Entschädigungen ausbezahlt (vgl. Bg-act. 134 S. 7, 135 S. 2 und 150 

S. 3). Im Übrigen mutet es widersprüchlich an, wenn die 

Beschwerdeführerin zunächst gegenüber ihrer Berufsberaterin äussert, ihr 

mit den beiden Projekten aufzeigen zu wollen, dass eine Selbstständigkeit 

funktioniere, sie dann aber wenige Monate später geltend macht, die 

beiden Projektarbeiten stünden in keinerlei Zusammenhang zu der von ihr 

- 14 -

angestrebten Selbstständigkeit (vgl. Bg-act. 112 S. 2 und 134 S. 5). Mit 

Blick auf das Gesagte kann aus dem Verhalten der Beschwerdegegnerin 

kein bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten abgeleitet werden, 

womit es in Bezug auf den Vertrauensschutz gemäss Art. 9 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

bereits an einer hinreichenden Vertrauensgrundlage mangelt (vgl. 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., 

Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 627 mit Hinweisen).

5. Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung vom 9. August 2023 

als rechtens, was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der dagegen 

erhobenen Beschwerde vom 14. September 2023 führt. 

6. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden rechtfertigt es sich, die 

Gerichtskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 

Kostenrahmens auf CHF 500.-- festzusetzen. Diese sind von der 

unterliegenden Beschwerdeführerin zu tragen. 

Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

III. Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 500.-- gehen zulasten von A._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

- 15 -

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]

[Mit Urteil 8C_817/2023 vom 10. Januar 2024 ist das Bundesgericht auf die gegen 

diesen Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.]