# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4d40474-12ce-52c0-a81a-2775c4844c84
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-29
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 29.01.2021 SK 2020 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-88_2021-01-29.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 88

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 29. Januar 2021 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), 
Oberrichterin Bratschi, 
Oberrichter Kiener
Gerichtsschreiberin Baillif

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Berufungsführer 1

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2/Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 3

und

E.________
a.v.d. Rechtsanwalt F.________

Straf- und Zivilkläger/Berufungsführer 4

und

G.________

Strafklägerin (nur gegen Beschuldigten 1)

2

Gegenstand Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 6. Dezember 2019 (PEN 19 418 - 420)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung; nachfol-
gend Vorinstanz) fällte am 6. Dezember 2019 folgendes Urteil (pag. 991 ff.): 

«A. A.________

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen durch 
Konsum einer unbestimmten Menge Cannabis (Marihuana) und Kokaingemisch, letztmals fest-
gestellt am 23.08.2016 in Bern;

2. wegen Tätlichkeiten, angeblich mehrfach begangen in Bern

2.1. im Juli 2016 z.N. von G.________;

2.2. am 19.08.2018 z.N. von G.________;

2.3. am 21.08.2018 z.N. von G.________

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 15.01.2015 in Bern z.N. von 
E.________;

2. der einfachen Körperverletzung, begangen am 15.01.2015 in Bern z.N. von I.________;

3. des Hausfriedensbruchs, begangen am 15.01.2015 in Bern z.N. von E.________;

4. der sexuellen Nötigung, begangen ca. Ende Juli/anfangs August 2016 in Bern z.N. von 
G.________;

5. des versuchten Schwangerschaftsabbruchs, begangen am 19.08.2016 in Bern z.N. von 
G.________;

6. der versuchten einfachen Körperverletzung, begangen am 19.08.2016 in Bern z.N. von 
G.________;

7. der Drohung, mehrfach begangen in der Zeit vom 19. bis 22.08.2016 in Bern z.N. von 
G.________;

4

8. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in Bern, 
durch 

8.1. Gehilfenschaft zu Besitz und Veräusserung einer unbestimmten, den qualifizierten Fall 
ausmachenden Menge Heroingemisch, begangen in der Zeit von November 2014 bis 
zum 15.01.2015;

8.2. Veräusserung und Verschaffen von min. 2 Gramm Kokaingemisch an C.________, 
begangen in der Zeit von ca. anfangs 2014 bis zum 15.01.2015;

8.3. Veräusserung und Verschaffen von min. 1.5 Gramm Marihuana an C.________, be-
gangen in der Zeit von ca. anfangs 2014 bis zum 15.01.2015;

8.4. Veräusserung von ca. 200 Gramm Marihuana an J.________, begangen in der Zeit von 
ca. anfangs 2014 bis zum 15.01.2015;

8.5. Veräusserung von ca. 10 Gramm Marihuana an K.________, begangen in der Zeit von 
ca. anfangs 2014 bis zum 15.01.2015;

8.6. Besitz einer unbestimmten Teilmenge von ca. 135 g Gramm Marihuana, festgestellt 
am 15.01.2015 in Bern

und in Anwendung der 
Art. 34 Abs. 1, 40, 41, 122 aStGB, Art. 22, 25, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 106, 118 Abs. 2, 123 Ziff. 1, 180 
Abs. 1, 186, 189 Abs. 1 StGB, Art. 19 Abs. 1 Bst. c und d, 19 Abs. 2 Bst. a BetmG, Art. 426 Abs. 1 
StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.

Die Polizei- und Untersuchungshaft von 44 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 4‘500.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30.03.2015.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

3. Zu zwei Dritteln der allgemeinen Verfahrenskosten sowie den ihm persönlich zuordenbaren 
Verfahrenskosten (Zusammensetzung gemäss nachfolgender Tabelle) von total CHF 23‘209.55 
(ohne Kosten für die amtliche Verteidigung). 

5

Kosten der Untersuchung CHF 18’330.00
Persönliche Gebühr A.________ CHF 400.00
Persönliche Gebühr C.________ CHF 400.00
Gebühr Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 2’000.00
Kosten des Gerichts CHF 12’000.00
Total CHF 33’130.00

Die gesamten Auslagen setzen sich zusammen aus:

Allgemeine Auslagen der Untersuchung CHF 1’788.30
Persönliche Auslagen A.________ CHF 64.00
Total CHF 1’852.30

Total Verfahrenskosten CHF 34’982.30

Anteil A.________
Zwei Drittel der allgemeinen Gebühren und Auslagen 22’745.53
zuzüglich persönliche Gebühr und Auslagen 464.00

Total anteilsmässige Verfahrenskosten CHF 23’209.55

Die gesamten Gebühren setzen sich zusammen aus:

III.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30.03.2015 gewährte be-
dingte Vollzug wird nicht widerrufen. 

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

B. C.________

IV.

C.________ wird schuldig erklärt:

1. der versuchten räuberischen Erpressung, begangen am 08.01.2015 in Bern z.N. von 
E.________;

2. des Raufhandels, begangen am 15.01.2015 in Bern;

3. der Nötigung, begangen am 15.01.2015 in Bern z.N. von I.________;

4. der versuchten Nötigung, begangen am 15.01.2015 in Bern z.N. von E.________;

5. des geringfügigen Diebstahls, mehrfach begangen in Bern

5.1. am 11.09.2018 z.N. der H.________ (AG) (Deliktsbetrag CHF 68.95);

5.2. am 30.10.2018 um 14.40 Uhr z.N. der L.________ (Genossenschaft) (Deliktsbetrag 
CHF 100.05);

6

5.3. am 30.10.2018 um 16.20 Uhr z.N. der L.________ (Genossenschaft) (Deliktsbetrag 
CHF 58.30);

5.4. am 08.12.2018 z.N. der H.________ (AG) (Deliktsbetrag CHF 70.60);

6. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen in Bern

6.1. am 15.01.2015 z.N. von E.________;

6.2. am 30.10.2018 um 14.40 Uhr z.N. der L.________ (Genossenschaft);

6.3. am 30.10.2018 um 16.20 Uhr z.N. der L.________ (Genossenschaft);

6.4. am 08.12.2018 z.N. der H.________ (AG);

7. der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, begangen in der Zeit vom 19.02.2015 bis 
zum 20.12.2018 durch rechtswidrigen Aufenthalt;

8. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen durch Konsum von 
Marihuana und Kokaingemisch in der Zeit vom 07.12.2016 bis zum 20.12.2018;

und in Anwendung der Art. 40, 41, 156 Ziff. 3 i.V.m. Art. 140 Ziff. 1 aStGB, Art. 22, 47, 48a, 49 Abs. 1 
und 2, 51, 133 Abs. 1, 139 Ziff. 1 i.V.m. 172ter Abs. 1 StGB, 181, 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 Bst. b 
AuG, Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten, als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland vom 05.07.2019.

Die Polizei- und Untersuchungshaft von 22 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 1‘200.00, als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 05.07.2019. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung 
wird auf 12 Tage festgesetzt.

3. Zu einem Drittel der allgemeinen Verfahrenskosten sowie den ihm persönlich zuordenbaren 
Verfahrenskosten (Zusammensetzung gemäss nachfolgender Tabelle) von total CHF 11‘772.75 
(ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

7

Die gesamten Gebühren setzen sich zusammen aus:

Kosten der Untersuchung CHF 18’330.00
Persönliche GebührA.________ CHF 400.00
Persönliche Gebühr C.________ CHF 400.00
Gebühr Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 2’000.00
Kosten des Gerichts CHF 12’000.00
Total CHF 33’130.00

Die gesamten Auslagen setzen sich zusammen aus:

Allgemeine Auslagen der Untersuchung CHF 1’788.30
Persönliche Auslagen A.________ CHF 64.00
Total CHF 1’852.30

Total Verfahrenskosten CHF 34’982.30

Anteil C.________:
Ein Drittel der allgemeinen Gebühren und Auslagen 11’372.77
zuzüglich persönliche Gebühr 400.00

.
Total anteilsmässige Verfahrenskosten CHF 11’772.75

V.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 126 StPO erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass A.________ anerkannt hat, dem Privatkläger E.________ einen Betrag 
von CHF 3‘000.00 (Genugtuung) zu schulden. Die Zivilklage wird in diesem Umfang als gegen-
standslos geworden abgeschrieben. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage des Privatklägers E.________ gegenüber A.________ 
auf den Zivilweg verwiesen.

2. Es wird festgestellt, dass C.________ anerkannt hat, der Privatklägerin H.________ (AG) einen 
Betrag von CHF 400.00 zu schulden. Die Zivilklage wird insoweit als gegenstandslos geworden 
abgeschrieben.

3. Die Zivilklage des Privatklägers E.________ gegenüber C.________ wird auf den Zivilweg ver-
wiesen.

4. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden. 

8

VI.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 27.58 200.00 CHF 5’516.00
CHF 54.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5’570.00 CHF 445.60
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 6’015.60

volles Honorar CHF 6’895.00
CHF 54.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 6’949.00 CHF 555.90
Total CHF 7’504.90

nachforderbarer Betrag CHF 1’489.30

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 58.62 200.00 CHF 11’724.00
CHF 530.20

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 12’254.20 CHF 943.55
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 13’197.75

volles Honorar CHF 14’655.00
CHF 530.20

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 15’185.20 CHF 1’169.25
Total CHF 16’354.45

nachforderbarer Betrag CHF 3’156.70

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 19‘213.35. Es wird diesbezüglich festgestellt, dass Rechtsanwalt 
B.________ bereits ein Kostenvorschuss von CHF 4‘320.00 ausgerichtet worden ist (Verfü-
gung der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 25.05.2016, pag. 724 f.). Nach Ab-
zug des geleisteten Vorschusses ist Rechtsanwalt B.________ damit noch ein Betrag von 
CHF 14‘893.35 auszurichten.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt D.________ die Differenz von CHF 4‘646.00 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

9

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
C.________ durch Rechtsanwalt D.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 21.00 200.00 CHF 4’200.00
CHF 23.10

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 4’223.10 CHF 337.85
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4’560.95

volles Honorar CHF 5’250.00
CHF 23.10

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5’273.10 CHF 421.85
Total CHF 5’694.95

nachforderbarer Betrag CHF 1’134.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 37.00 200.00 CHF 7’400.00
CHF 220.60

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 7’620.60 CHF 586.80
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 8’207.40

volles Honorar CHF 9’250.00
CHF 220.60

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 9’470.60 CHF 729.25
Total CHF 10’199.85

nachforderbarer Betrag CHF 1’992.45

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt D.________ für die amtliche Verteidigung von 
C.________ mit CHF 12‘768.35. 

C.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt D.________ die Differenz von CHF 3‘126.45 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

3. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
E.________ durch Rechtsanwalt F.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 15.83 200.00 CHF 3’166.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3’166.00 CHF 253.30
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3’419.30

volles Honorar CHF 3’957.50
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3’957.50 CHF 316.60
Total CHF 4’274.10

nachforderbarer Betrag CHF 854.80

10

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 40.62 200.00 CHF 8’124.00
CHF 662.35

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 8’786.35 CHF 676.55
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 9’462.90

volles Honorar CHF 10’155.00
CHF 662.35

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 10’817.35 CHF 832.95
Total CHF 11’650.30

nachforderbarer Betrag CHF 2’187.40

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt F.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von E.________ mit CHF 12‘882.20. 

Der Kanton Bern kann von C.________ und/oder A.________ (solidarische Haftung) die Erstat-
tung der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung von E.________ ver-
langen, wenn derjenige sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 
i.V.m. Art. 426 Abs. 4 und Art. 418 Abs. 2 StPO). 

A.________ und C.________ werden verpflichtet, E.________ zuhanden von Rechtsanwalt 
F.________ als Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechts-
pflege und dem vollen Honorar unter solidarischer Haftbarkeit CHF 3‘042.20 zu bezahlen (Art. 
433 Abs. 1 i.V.m. Art. 418 Abs. 2 StPO). Rechtsanwalt F.________ hat in diesem Umfang ge-
genüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

VII.

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände werden E.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:
- 1 Steakmesser VICTORINOX,
- 1 Fleischmesser VICTORINOX FIBROX,
- 1 Fleischmesser IKEA,
- 1 Rüstmesser.

2. Es wird festgestellt, dass folgende Gegenstände bereits vorzeitig vernichtet wurden:
- 1 SoftAir-Pistole,
- 1 Pfefferspray.

3. Folgende Gegenstände werden eingezogen (Art. 69 StGB) und es wird festgestellt, dass sie be-
reits vorzeitig vernichtet wurden:
- brutto insgesamt ca. 135.21g Marihuana in 4 Minigrips à ca. 4.86g, ca. 1.35g, ca. 95g und 

ca. 34g, 
- brutto 1.05g weisses Pulver.

4. Der bei A.________ beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 2‘300.00 wird zur Deckung der Ver-
fahrenskosten von CHF 23‘209.55 verwendet.

A.________ hat damit noch einen Betrag von CHF 20‘909.55 (Verfahrenskosten) zu bezahlen.

11

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
A.________ (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig erteilt (Art. 16 
Abs. 4 DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

7. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
C.________ (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig erteilt (Art. 16 
Abs. 4 DNA-ProfilG).

8. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig 
erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

9. […]»

2. Berufung

Mit Eingabe vom 9. Dezember 2019 meldete Rechtsanwalt D.________ namens 
und auftrags des Beschuldigten 2 / Berufungsführers 2 C.________ (nachfolgend 
Beschuldigter 2) gegen dieses Urteil fristgerecht die Berufung an (pag. 1005). Die 
von Rechtsanwalt B.________ im Auftrag des Beschuldigten 1 / Berufungsführers 
1 A.________ (nachfolgend Beschuldigter 1) innert Frist angemeldete Berufung da-
tiert vom 11. Dezember 2019 (pag. 1014). Schliesslich meldeten auch der Straf- 
und Zivilkläger / Berufungsführer 3 (nachfolgend Straf- und Zivilkläger) sowie die 
Staatsanwaltschaft / Berufungsführerin (nachfolgend Staatsanwaltschaft bzw. Ge-
neralstaatsanwaltschaft) mit Eingaben vom 12. Dezember 2019 (pag. 1016) bzw. 
13. Dezember 2019 (pag. 1018) fristgerecht die Berufung gegen das erstinstanzli-
che Urteil an. 

Die frist- und formgerecht eingereichte Berufungserklärung der Generalstaatsan-
waltschaft datiert vom 28. Februar 2020 und ging gleichentags beim Obergericht 
des Kantons Bern ein (pag. 1175 ff.). Die beiden Beschuldigten 1 und 2 erklärten 
ebenfalls frist- und formgerecht Berufung; der Beschuldigte 1 mit Eingabe vom 
4. März 2020 (pag. 1179 f.), der Beschuldigte 2 mit Schreiben vom 9. März 2020 
(pag. 1182 f.). Der Straf- und Zivilkläger schliesslich reichte seine Berufungser-
klärung fristgerecht mit Eingabe vom 11. März 2020 (pag. 1185 f.) ein. 

Die Generalstaatsanwaltschaft, der Straf- und Zivilkläger sowie die Beschuldigten 2 
und 1 teilten mit jeweiligen Eingaben vom 13., 16., 17. und 18. März 2020 mit, dass 
sie kein Nichteintreten auf die Berufungen der jeweils anderen Parteien beantrag-
ten und auf das Erklären einer Anschlussberufung verzichteten (pag. 1199, 
pag. 1200, pag. 1202, pag. 1204).

In der oberinstanzlichen Verhandlung vom 26. Januar 2021 schliesslich zog 
Rechtsanwalt D.________ namens und auftrags des Beschuldigten 2 die Berufung 
gegen den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Nötigung, begangen am 15. Ja-

12

nuar 2015 in Bern z.N.v. I.________ (Ziff. B.IV.3. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs), zurück (pag. 1307). 

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt F.________ beantragte und begründete für den Straf- und Zivilklä-
ger in der oberinstanzlichen Verhandlung Folgendes (pag. 1307 f.): 

«A. A.________, geb. M.________ (Geburtsdatum), Somalia (SK 20 88)

I. 

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 06.12.2019 insoweit in 
Rechtskraft erwachsen ist, als dass es den Schuldspruch wegen Hausfriedensbruch gemäss 
Ziff. II. 3. sowie die Festsetzung der amtlichen Entschädigung mit den entsprechenden 
Rückerstattungspflichten und Nachforderungsrechten gemäss Ziff. VI. 3. betrifft. 

II.

A.________, vgt., sei schuldig zu erklären der versuchten Tötung, vorsätzlich begangen am 
15.01.2015 am N.________ (Adresse) in 3013 Bern zN von E.________ und angemessen zu 
bestrafen. 

III.

A.________ sei weiter zu verurteilen, dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe von 
CHF 15'000.00 nebst Zins von 5% seit dem 15.01.2015 sowie die Interventionskosten des 
Privatklägers im Berufungsverfahren zu bezahlen; 

IV.

1. Die anteilsmässigen Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zur Bezahlung aufzuerlegen. 
2. Das Honorar für den unentgeltlichen Rechtsbeistand von E.________ für das 

Berufungsverfahren sei gestützt auf die eingereichte Kostennote gerichtlich festzulegen. 
3. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

B. C.________, geb. O.________ (Geburtsdatum), Somalia (PEN SK 20 89)

I. 

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 06.12.2019 insoweit in 
Rechtskraft erwachsen ist, als dass es den Schuldspruch wegen versuchter Nötigung und des 
Hausfriedensbruchs gemäss Ziff. IV. 4. Und 6.1. sowie die Festsetzung der amtlichen 
Entschädigung mit den entsprechenden Rückerstattungspflichten und Nachforderungsrechten 
gemäss Ziff. VI. 3. betrifft. 

II.

C.________, vgt., sei schuldig zu erklären 

13

1. des Raubs, vorsätzlich begangen am 06.01.2015 am N.________ (Adresse) in 3013 Bern zN 
von E.________; 

2. des Angriffs, begangen am 15.01.2015 am N.________ (Adresse) in 3013 Bern zN von 
E.________; 

und angemessen zu bestrafen. 

III.

C.________ sei weiter zu verurteilen, dem Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe von 
CHF 10`000.00 nebst Zins von 5% seit dem 15.01.2015 sowie die anteilsmässigen 
Interventionskosten des Privatklägers im Berufungsverfahren zu bezahlen; 

IV.

1. Die anteilsmässigen Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zur Bezahlung aufzuerlegen. 
2. Das Honorar für den unentgeltlichen Rechtsbeistand von E.________ für das 

Berufungsverfahren sei gestützt auf die eingereichte Kostennote gerichtlich festzulegen. 
3. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.»

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete in der oberinstanzlichen Ver-
handlung für den Beschuldigten 1 die folgenden Anträge (pag. 1310 f.): 

«[…]
II.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichtes Bern-Mittelland vom 
6. Dezember 2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. der Verfahrenseinstellungen gemäss Ziffer A I des Urteils; 

2. der Schuldsprüche wegen der einfachen Körperverletzung, des Hausfriedensbruches, des 
versuchten Schwangerschaftsabbruches, der versuchten einfachen Körperverletzung, der 
Drohungen sowie der Widerhandlung gegen das BetmG gemäss Ziffer A II 2 des Urteiles. 

II.
A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der sexuellen Nötigung, angeblich begangen ca. Ende 
Juli/anfangs August 2016 in Bern z.N. von G.________. 

III.
A.________ sei in Anwendung der massgeblichen Strafbestimmungen zu verurteilen: 

1. zu einer bedingten Freiheitstrafe von 24 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Polizei- und Untersuchungshaft von 44 Tagen bei einer Probezeit von 4 Jahren; 

2. zu einer bedingten Geldstrafe von 280 Tagessätzen zu CHF 30.00 als Zusatzstrafe zum Urteil 
der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30. März 2015;

3. zu 2/3 der erstinstanzlichen Verfahrenskosten; 

4. die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen zu 2/3 der 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

14

IV.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30. März 2015 gewährte 
bedingte Vollzug sei nicht zu widerrufen; 

2. Die Zivilklage des Privatklägers 1 sei - soweit den Betrag von CHF 3'000.00 übersteigend - ab-
zuweisen, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten; 

3. Alle weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen vorzunehmen. […]»

Rechtsanwalt D.________ beantragte und begründete in der oberinstanzlichen 
Verhandlung namens und auftrags des Beschuldigten 2 Folgendes (pag. 1315 f.): 

«[…]
I. Die Ziffern B., IV., Ziffer 1 (Schuldspruch wegen versuchter räubersicher Erpressung) des 

vorinstanzlichen Urteils des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 6. Dezember 2019 sei 
aufzuheben und Herr C.________ sei freizusprechen vom Vorwurf 

1. der versuchten räuberischen Erpressung, angeblich begangen am 8. Januar 2015 am 
N.________ (Adresse) in 3013 Bern z.N. von E.________ (S. 5, B., VI., Ziffer 1.); 

Il. Die Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils (Freiheitsstrafe von 17 Monaten) des Regionalgerichts 
Bern-Mittelland vom 6. Dezember 2019 sei aufzuheben und Herr C.________ sei in 
Anwendung der Artikel

StGB: Art. 10, 12, 22 Abs. 1, 30, 40, 41, 47, 48 lit. e, 49, 51, 106, 109, 133 Abs. 1, 181, 186 
AIG: Art. 115 Abs. 1 lit. b 

zu einer Freiheitsstrafe von maximal 240 Tagen (unter Anrechnung der ausgestandenen 
Polizei- und Untersuchungshaft von 21 Tagen), teilweise als Zusatzstrafe zu den Strafbefehlen 
der 

Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 5. Juli und 10. September 2019, zu verurteilen. 

Ill. Die übrigen Schuldsprüche und Sanktionen des vorinstanzlichen Urteils des Regionalgerichts 
Bern-Mittelland vom 6. Dezember 2019 seien zu bestätigen, sofern diese nicht bereits in 
Rechtskraft erwachsen sind. 

IV. Die Verfahrenskosten für das oberinstanzliche Berufungsverfahren seien dem Kanton Bern 
aufzuerlegen. 

V. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen. […]»

Staatsanwältin P.________ stellte und begründete im Berufungsverfahren ihrer-
seits die folgenden Anträge (pag. 1320 ff.):

«A. A.________

I. 

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht in Fünferbesetzung) vom 6. Dezember 2019 in Rechtskraft erwachsen ist 
hinsichtlich

15

1. der Einstellung des Verfahrens von den Anschuldigungen wegen 

1.1 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsum von Cannabis und 
Kokaingemisch), 

1.2 mehrfachen Tätlichkeiten z.N. von G.________, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten; 

2. der Schuldsprüche wegen 

2.1 einfacher Körperverletzung, begangen am 15.01.2015 zum Nachteil von I.________, 

2.2 Hausfriedensbruchs, begangen am 15.01.2015 z.N. von E.________, 

2.3 versuchten Schwangerschaftsabbruchs, begangen am 19.08.2016 z.N. von G.________, 

2.4 versuchter einfacher Körperverletzung, begangen am 19.08.2016 z.N. von G.________, 

2.5 Drohung, mehrfach begangen in der Zeit vom 19. Bis 22.08.2016 z.N. von G.________,

2.6 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit von ca. anfangs 
2014 bis 15.01.2015;

3. der Verurteilung zur Bezahlung der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten von total 
CHF 23'209.55;

4. des Nichtwiderrufs des Urteils der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30.03.2015;

II. 

A.________ sei zusätzlich schuldig zu erklären: 

1. der versuchten schwere Körperverletzung, begangen am 15.01.2015 in Bern z.N. von 
E.________; 

2. der sexuellen Nötigung, begangen am ca. Ende Juli/anfangs August 2016 in Bern z.N. von 
G.________. 

III.

A.________ sei gestützt hierauf sowie gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung 
von Art. 34 Abs. 1, 40, 41, 122 aStGB, Art. 22, 25, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 106, 118 Abs. 21, 123 Ziff. 
1, 180 Abs. 1, 186, 189 Abs. 1 StGB, art. 19 Abs. 1 Bst. c und d, 19 Abs. 2 Bst. a BetmG, Art. 426 ff. 
StPO
zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Un-
tersuchungshaft von 44 Tagen; 

2. zu einer Geldstrafe von 320 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 9'600.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 30.03.2015, wobei der 
Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 4 Jahren aufzuschieben sei; 

16

3. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine 
angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

B. C.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht in Fünferbesetzung) vom 6. Dezember 2019 in Rechtskraft erwachsen ist 
hinsichtlich 

1. der Schuldsprüche wegen 

1.1 versuchter Nötigung, begangen am 15.01.2015 z.N. von E.________, 

1.2 geringfügigen Diebstahls, mehrfach begangen in Bern z.N. der L.________ (Genossenschaft) 
und der H.________ (AG),

1.3 Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen z.N. von E.________, der L.________ (Genossen-
schaft) und der H.________ (AG),

1.4 Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, begangen in der Zeit vom 19.02.2015 bis 
20.12.2018 durch rechtswidrigen Aufenthalt, 

1.5 Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen durch Konsum von Marihua-
na und Kokaingemisch; 

2. der Verurteilung zur Bezahlung der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten von CHF 11'772.75.

II. 

C.________ sei zusätzlich schuldig zu erklären: 

1. der versuchten räuberischen Erpressung, begangen am 08.01.2015 z.N. von E.________; 

2. des Raufhandels, begangen am 15.01.2015;

3. der Nötigung, begangen am 15.01.2015 z.N. von I.________.

III. 

C.________ sei gestützt hierauf sowie gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung 
von Art. 40, 41, 156 Ziff. 3 i.V.m. Art. 140 Ziff. 1 aStGB, Art. 22, 47, 48a, 49 Abs. 1 und 2, 51, 133 
Abs. 1, 139 Ziff.1 i.V.m. 172terAbs. 1, 181, 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 426 ff. StPO
zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe 20 Monaten, als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 05.07.2019, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 22 
Tagen; 

17

2. zu einer Busse von CHF 2'200.00, als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 05.07.2019 (Ersatzfreiheitsstrafe von 22 Tagen); 

3. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine 
angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

C. Weitere Verfügungen 

1. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht in Fünferbesetzung) vom 6. Dezember 2019 in Rechtskraft erwachsen ist 
hinsichtlich folgender weiterer Verfügungen 

1.1 Herausgabe des Steakmessers, VICTORINOX, des Fleischmessers VICTORINOX FIBROX, des 
Fleischmessers IKEA und des Rüstmessers an E.________ nach Eintritt der Rechtskraft des 
vorliegenden Urteils; 

1.2 Feststellung der vorzeitigen Vernichtung der SoftAir-Pistole und des Pfeffersprays; 

1.3 Einziehung und Feststellung der vorzeitigen Vernichtung von insgesamt ca. 135,2g Marihuana in 
4 Minigrips und brutto 1,05g weisses Pulver; 

1.4 Verwendung des bei A.________ beschlagnahmten Geldbetrags von CHF 2'300.00 zur Deckung 
der Verfahrenskosten, womit A.________ noch einen Betrag von CHF 20'909.55 
(Verfahrenskosten) zu bezahlen hat. 

2. Im Weiteren sei zu verfügen: 

2.1 Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

2.2 Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
A.________ (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig zu erteilen 
(Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 

2.3 Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der 
erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die 
Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

2.4 Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
C.________ (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig zu erteilen (Art. 
16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 

2.5 Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der 
erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von C.________ nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die 
Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

2.6 Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei (Art. 28 Abs. 3 BetmG i.V.m. Anhang Ziff. 13 MVO, der 
Fremdenpolizei der Stadt Bern (Art. 82 VZAE) und dem Staatssekretariat für Migration (SEM; 
Art. 3 Ziff. 1 MVO) mitzuteilen.»

18

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung über 
die beiden Beschuldigten aktuelle Strafregisterauszüge (datierend vom 29. De-
zember 2020, pag. 1255 ff.) eingeholt. Über den Beschuldigten 1 liegt überdies ein 
aktueller Leumundsbericht (datierend vom 22. Dezember 2020, pag. 1246 ff.) vor. 
Weil sich der Beschuldigte 2 nicht mehr im Rückkehrzentrum AF.________ (Orts-
chaft) befand und unbekannten Aufenthaltes war, kam das Ersuchen der Verfah-
rensleitung um Erstellung eines Leumundsberichtes vorerst unerledigt retour (pag. 
1260). In der Folge gingen indessen ein Bericht der Fachstelle Gewalt Bern vom 
12. November 2020 sowie ein Berichtsrapport der Kriminalabteilung der Kantons-
polizei Bern vom 18. Januar 2021 beim Obergericht des Kantons Bern ein, woraus 
ersichtlich ist, dass sich der Beschuldigte 2 aktuell bei seiner Mutter aufhält und als 
Pilotfall durch die Kerngruppe für Gewalt und Radikalisierung der Stadt Bern bzw. 
durch seinen Mentor Q.________ von der Fachstelle Gewalt Bern betreut wird 
(pag. 1262 ff.). 

Schliesslich wurden die Strafklägerin (pag. 1277 ff.), der Straf- und Zivilkläger 
(pag. 1282 ff.), der Beschuldigte 1 (pag. 1291 ff.) und der Beschuldigte 2 
(pag. 1300 ff.) in der oberinstanzlichen Verhandlung erneut befragt. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die teilweise Berufung des Beschuldigten 1 richtet sich gegen Ziff. A.II.4. (Schuld-
spruch wegen sexueller Nötigung) und Ziff. A.II.1. und 2. (Sanktionspunkt) des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs. 

Der Beschuldigte 2 hat das erstinstanzliche Urteil ebenfalls teilweise angefochten. 
Seine Berufung richtete sich zunächst gegen Ziff. B.IV.1. (Schuldspruch wegen 
versuchter räuberischer Erpressung), Ziff. B.IV.3. (Schuldspruch wegen Nötigung) 
und Ziff. B.IV.1. (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe). Die Berufung gegen den 
Schuldspruch wegen Nötigung wurde in der oberinstanzlichen Verhandlung wie be-
reits erwähnt zurückgezogen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft beschränkte ihre Berufung mit Berufungserklärung 
vom 28. Februar 2020 auf die Strafzumessung betreffend die Beschuldigten 1 und 
2 (entsprechend den Ziff. A.II.1. und 2. sowie B.IV.1. und 2. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs; pag. 1176). 

Der Straf- und Zivilkläger seinerseits richtete seine Berufung mit Berufungser-
klärung vom 11. März 2020 gegen Ziff. A.II.1. (Schuldspruch gegen den Beschul-
digten 1 wegen versuchter schwerer Körperverletzung), Ziff. B.V.1. zweiter Ab-
schnitt (Verweisung der Zivilklage gegenüber dem Beschuldigten 1 auf den Zivil-
weg soweit einen Betrag von CHF 3'000.00 übersteigend), Ziff. B.IV.2. (Schuld-
spruch gegen den Beschuldigten 2 wegen Raufhandels) und B.V.3. (Verweisung 
der Zivilklage gegenüber dem Beschuldigten 2 auf den Zivilweg) des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs. 

Damit sind betreffend den Beschuldigten 1 die angefochtenen Ziff. A.II.1. (Schuld-
spruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung), A.II.4. (Schuldspruch wegen 
sexueller Nötigung), A.II.1. (Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren), 

19

A.II.2. (Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 
CHF 30.00), B.V.1. zweiter Abschnitt (Verweisung der Zivilklage gegen den Be-
schuldigten 1 auf den Zivilweg, soweit einen Betrag von CHF 3'000.00 überstei-
gend) und in Bezug auf den Beschuldigten 2 die Ziff. B.IV.1. (Schuldspruch wegen 
versuchter räuberischer Erpressung), B.IV.2. (Schuldspruch wegen Raufhandels) 
und B.IV.1. und 2. (Verurteilung des Beschuldigten 2 zu einer Freiheitsstrafe von 
17 Monaten und zu einer Übertretungsbusse von CHF 1'200.00) des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs durch die Kammer neu zu beurteilen. Ebenso die nicht der 
Rechtskraft zugänglichen Ziff. A.II.3. (Verurteilung des Beschuldigten 1 zu zwei 
Dritteln der allgemeinen Verfahrenskosten sowie den ihm persönlich zuordenbaren 
Verfahrenskosten), B.IV.3. (Verurteilung des Beschuldigten 2 zu einem Drittel der 
allgemeinen Verfahrenskosten sowie den ihm persönlich zuordenbaren Verfah-
renskosten), B.VII.1., 2. und 3. (amtliche Entschädigungen), B.VII.5., 6., 7. und 8. 
(DNA-Profile und biometrische erkennungsdienstliche Daten beider Beschuldigter).

Demgegenüber sind betreffend den Beschuldigten 1 die Ziff. A.I. (Verfahrensein-
stellungen), A.II.2. (Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung), A.II.3. 
(Schuldspruch wegen Hausfriedensbruchs), A.II.5. (Schuldspruch wegen versuch-
ten Schwangerschaftsabbruchs), A.II.6. (Schuldspruch wegen versuchter einfacher 
Körperverletzung), A.II.7. (Schuldspruch wegen Drohung), A.II.8. (Schuldspruch 
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz), A.III. (Widerrufsver-
fahren), B.V.1. erster Abschnitt (Feststellung, dass der Beschuldigte 1 anerkannt 
hat, dem Straf- und Zivilkläger eine Genugtuung von CHF 3'000.00 zu schulden 
und Abschreibung des Zivilverfahrens in diesem Umfang als gegenstandslos) des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs in Rechtskraft erwachsen, mithin nicht mehr 
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. 

In Bezug auf den Beschuldigten 2 sind die Ziff. B.IV.3. (Schuldspruch wegen Nöti-
gung), B.IV.4. (Schuldspruch wegen versuchter Nötigung), B.IV.5. (Schuldspruch 
wegen mehrfachen geringfügigen Diebstahls), B.IV.6. (Schuldspruch wegen mehr-
fachen Hausfriedensbruchs), B.IV.7. (Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen 
das Ausländergesetz), B.IV.8. (Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz), B.V.2. (Feststellung, dass der Beschuldigte 2 anerkannt 
hat, der Zivilklägerin CHF 400.00 zu schulden und Abschreibung des Zivilverfah-
rens in diesem Umfang als gegenstandslos), B.V.4. (Verzicht auf Kostenausschei-
dung für den Zivilpunkt), B.VII.1.-3. (Verfügungen betreffend Einziehung und Ver-
nichtung von beschlagnahmten Gegenständen und Betäubungsmitteln) und 
B.VII.4. (Verwendung des vom Beschuldigten 1 beschlagnahmten Geldbetrages 
von CHF 2'300.00 zur Deckung der Verfahrenskosten) des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs rechtskräftig. 

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Zufolge ei-
genständigen Berufungen der Generalstaatsanwaltschaft betreffend den Sankti-
onspunkt (Ziff. A.II.1. und 2. bzw. B.IV.1. und 2. erstinstanzliches Urteilsdispositiv) 
und des Straf- und Zivilklägers betreffend Ziff. A.II.1. (Schuldspruch gegen den Be-
schuldigten 1 wegen versuchter schwerer Körperverletzung), B.IV.2. (Schuldspruch 
gegen den Beschuldigten 2 wegen Raufhandels), B.V.1. zweiter Abschnitt und 
B.IV.3. (Zivilpunkt) darf das erstinstanzliche Urteil in diesen Punkten auch zum 

20

Nachteil der Beschuldigten 1 und 2 abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO e 
contrario). Hingegen gilt in Bezug auf die übrigen angefochtenen Punkte des erst-
instanzlichen Urteils das Verschlechterungsverbot.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwürfe gemäss Anklageschrift

6.1 Betreffend den Beschuldigten 1

Dem Beschuldigten 1 wird mit Anklageschrift vom 13. Mai 2019 unter anderem 
vorgeworfen, er habe sich der versuchten Tötung, evtl. der versuchten schweren 
Körperverletzung, begangen am 15. Januar 2015 in Bern z.N.v. E.________, 
schuldig gemacht (Ziff. I.A.1. der Anklageschrift). Die Vorinstanz hat diesen Vorwurf 
korrekt wiedergegeben, es wird darauf verwiesen (pag. 1039 f., S. 18 f. erstinstanz-
liche Urteilsbegründung): 
«[…] Nach diversen vorausgegangenen rivalisierenden Streitigkeiten mit E.________ holte 
A.________ in der Absicht, ‹ihm eine Lektion zu erteilen›, einen Baseballschläger aus dem Koffer-
raum seines Autos und begab sich in seine Wohnung im zweiten Stock. Nachdem kurz darauf 
K.________ an seine Tür geklopft und für E.________ um Marihuana gebeten hatte, behändigte 
A.________ den Baseballschläger und ging gemeinsam mit C.________ und K.________ über das 
Treppenhaus ins Parterre zur Wohnung von E.________.

Danach betrat er im Schatten von K.________ die Wohnung, rannte auf E.________ zu, nahm dabei 
den Baseballschläger unter seiner Jacke hervor und sprang aufs Sofa. Als er dabei ausrutschte ge-
lang es E.________, den Schläger festzuhalten. Im anschliessenden Gerangel um den Schläger eilte 
der ebenfalls in der Wohnung anwesende I.________ dem bedrängten E.________ zu Hilfe und 
sprang A.________ von hinten an. Dieser wehrte I.________ mit Hilfe von C.________ ab und schlug 
ihm dabei mit der Faust ins Gesicht, wobei er ihm ein Stück eines Zahnes herausbrach (vgl. Ziff. 3 
hiernach).

Nachdem es C.________ gelungen war, E.________ den Baseballschläger zu entwinden, setzte sich 
A.________ auf den am Boden liegenden E.________ und schlug ihm mit den Fäusten ins Gesicht. 
Danach behändigte er den Baseballschläger erneut und schlug ihn E.________, welcher von 
C.________ in der Zwischenzeit gegen die Wand gedrückt und festgehalten wurde, ins Gesicht. Ob-
wohl E.________ darauf wieder zu Boden ging, schlug A.________ mit dem Baseballschläger 
während mehreren Minuten und z.T. mit hoher Energie weiter auf dessen Rücken, Gesäss und Beine 
ein, während E.________ versuchte, sich kriechend aus der Wohnung zu retten. 

Dabei nahm A.________ in Kauf, E.________ zu töten, evtl. schwer zu verletzen, letzteres namentlich 
durch Zufügung eines schweren Schädel-Hirntraumas mit schwerer Schädigung der geistigen 
und/oder körperlichen Gesundheit, einer Verletzung der Augen, einer argen und bleibenden Entstel-
lung des Gesichts oder einer Verletzung anderer innerer Organe wie der Nieren.

E.________ erlitt durch die Schläge von A.________ neben mehreren Hauteinblutungen u.a. eine 
Rippenserienfraktur, eine Nasenbeinfraktur, eine Orbitalboden-Fraktur i.S. einer Blow-out-Fraktur so-
wie eine Nierenprellung mit Einblutung. […]»

Weiter soll sich der Beschuldigte 1 der sexuellen Nötigung, begangen Ende Ju-
li/Anfang August 2016 in Bern z.N.v. G.________, schuldig gemacht haben 
(Ziff. I.A.4. der Anklageschrift), auch diesbezüglich verweist die Kammer auf die 
korrekte Wiedergabe des Vorwurfs durch die Vorinstanz (pag. 1087 f., S. 66 f. erst-
instanzliche Urteilsbegründung): 
«[…] Nachdem A.________ stetig gedrängt und gedroht hatte, die Beziehung mit ihr zu beenden, wil-
ligte G.________ drei oder vier Male in Analverkehr ein, was ihr jedoch nie gefiel. Als es ihr beim letz-

21

ten Mal Schmerzen bereitete, entzog sie sich ihm aus der knienden ventro-dorsalen Position (‹Hünd-
chenstellung›) nach vorne und sagte, dass es ihr wehtue, sie das nicht mehr wolle und er damit auf-
hören solle. In der Folge drückte A.________ G.________ auf den Bauch, legte sich mit seinem Kör-
per von hinten auf sie und hielt sie mit seinen Händen an ihren seitlich am Körper anliegenden Armen 
fest, sodass sie sich nicht mehr bewegen konnte. Dabei drang er gegen ihren Willen erneut anal in sie 
ein und nötigte sie während fünf bis zehn Minuten, den beischlafsähnlichen Analverkehr zu dulden, 
obwohl sie dabei laut schrie und weinte. Erst nach seinem Orgasmus liess er schliesslich von ihr ab. 
[…]»

6.2 Betreffend den Beschuldigten 2

Dem Beschuldigten 2 wird mit Anklageschrift vom 13. Mai 2019 zum Vorwurf ge-
macht, er habe sich des Raubes, evtl. der räuberischen Erpressung, begangen am 
6., evtl. 8. Januar 2015 in Bern z.N. des Straf- und Zivilklägers schuldig gemacht 
(Ziff. I.B.1 der Anklageschrift). Die Vorinstanz hat diesen Vorwurf korrekt wiederge-
geben, es wird darauf verwiesen (pag. 1040 f., S. 19 f. erstinstanzliche Urteilsbe-
gründung): 
«[…] Nach diversen vorausgegangenen gegenseitigen Provokationen und Drohungen per Telefon 
und mit Kurzmittelungen (SMS) begab sich C.________ zu E.________ in seine Wohnung. Auf des-
sen Frage, warum er so freche Kurzmitteilungen schreibe, antwortete C.________, dass er nicht hier 
sei, um zu ‹quatschen›, sondern um ihm ‹die Fresse zu polieren›. Als sich E.________ in die Küche 
begeben wollte, packte ihn C.________ an den Haaren und warf ihn zu Boden, wo sie sich rauften. 
Dabei schlug C.________ E.________ mehrmals mit der Faust ins Gesicht und forderte von ihm Geld 
für den Ersatz einer Herdplatte, die er zuvor zwar selber kaputt geschlagen hatte, als Auslöser dafür 
aber E.________ verantwortlich machte. Unter dem Eindruck der Schläge und der Drohung von 
C.________, die Wohnung erst wieder zu verlassen, wenn er das Geld habe, lenkte E.________ ein 
und gab ihm ein Säckchen Marihuana im Wert von ca. CHF 200.--, da er kein Geld habe. C.________ 
prüfte den Inhalt des Säckchens, befand ihn für in Ordnung und nahm das Säckchen an sich. Darüber 
hinaus behändigte C.________ CHF 300.-- aus dem Portemonnaie von E.________ und erklärte, er 
werde am nächsten Tag wieder vorbeikommen, um das restliche Geld zu holen. Darauf verliess er mit 
dem Geld und dem Marihuana die Wohnung von E.________. […]»

Weiter soll sich der Beschuldigte 2 gemäss Ziff. I.B.2. der Anklageschrift des An-
griffs, evtl. des Raufhandels, begangen am 15. Januar 2015 in Bern z.N.d. Straf- 
und Zivilklägers und von I.________ schuldig gemacht haben, auch diesbezüglich 
wird auf die vorinstanzliche Wiedergabe des Vorwurfs verwiesen (pag. 1041, S. 20 
erstinstanzliche Urteilsbegründung): 
«[…] Nachdem ihn A.________, welcher E.________ ‹eine Lektion erteilen› wollte, aufgefordert hatte, 
ihn dabei zu begleiten und ihm ‹Rückendeckung› zu geben, begab sich C.________ mit ihm und 
K.________ zur Wohnung von E.________.

Nachdem er die Wohnung hinter K.________ und A.________ betreten hatte, sah C.________, wie 
Letzterer auf E.________ zu stürmte und den mitgeführten Baseballschläger unter seiner Jacke her-
vor nahm. Im anschliessenden Gerangel um den Schläger eilte der ebenfalls in der Wohnung anwe-
sende I.________ dem bedrängten E.________ zu Hilfe und sprang A.________ von hinten an. Als 
A.________ ihn anwies, ‹C.________, häb mir dä wäg› fasste C.________ I.________ von hinten, 
warf ihn gegen die Wand und fixierte ihn dort mit Hilfe seines Knies. Dabei hielt er ihm ein zuvor in der 
Küche behändigtes Messer mit der Schneide vor den Hals, evtl. mit der Spitze gegen den Kopf und 
forderte ihn auf, sich nicht zu bewegen. Anschliessend begab er sich mit dem Messer zu E.________, 
klopfte ihm mit diesem auf die Hand, frage ihn, ob er ‹das Messer wolle›, und forderte ihn auf, den 
Baseballschläger loszulassen. Als dieser nicht gehorchte, zog C.________ am Baseballschläger und 
trag [recte: trat] mit dem Fuss gegen die Brust von E.________, welcher den Schläger los liess und zu 
Boden fiel. Danach schlug C.________ mit dem Baseballschläger zwei bis drei Male gegen das Ge-
säss und die Beide [recte: Beine] von E.________, bis A.________ ihm zurief, ‹C.________, hör uf, 
das isch mini Sach› und ihm den Baseballschläger wegnahm. Danach packte C.________ 

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E.________ am Kragen, hob ihn hoch und drückte ihn an die Wand, worauf A.________ diesem mit 
dem Baseballschläger zuerst ins Gesicht und danach auf Rücken, Gesäss und Beine schlug, während 
E.________ versuchte, sich kriechend aus der Wohnung zu retten.

I.________ erlitt bei dieser Auseinandersetzung durch die Faustschläge von A.________ mehrere 
Hautein- und -unterblutungen im Gesicht, kleinere Schleimhauteinblutungen im Mund sowie eine 
Zahnfraktur.

E.________ erlitt durch die Schläge von A.________ neben mehreren Hauteinblutungen u.a. eine 
Rippenserienfraktur, eine Nasenbeinfraktur, eine Orbitalboden-Fraktur i.S. einer Blow-out-Fraktur so-
wie eine Nierenprellung mit Einblutung. […]»

7. Sachverhalt

7.1 Unbestrittener Sachverhalt

7.1.1 Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. versuchten schweren Körperver-
letzung (Beschuldigter 1)

Die Vorgeschichte zur Intervention der beiden Beschuldigten in der Wohnung des 
Straf- und Zivilklägers am 15. Januar 2015 ist im Wesentlichen unbestritten. Dem-
nach ging den Geschehnissen vom 15. Januar 2015 ein bereits seit einiger Zeit 
zwischen dem Straf- und Zivilkläger sowie den Beschuldigten 1 und 2 schwelender 
Konflikt voraus. Betreffend den 15. Januar 2015 ist erstellt, dass der Straf- und Zi-
vilkläger K.________ in die Wohnung des Beschuldigten 1 hochschickte, um von 
diesem Marihuana zu kaufen. In der Folge behändigte der Beschuldigte 1 einen 
Baseballschläger, den er zuvor im Kofferraum seines Autos mitgeführt hatte, ver-
liess seine Wohnung und ging gemeinsam mit dem ihn als «Rückendeckung» be-
gleitenden Beschuldigten 2 und K.________ über das Treppenhaus ins Parterre 
zur Wohnung des Straf- und Zivilklägers, um diesem eine Lektion zu erteilen. Ob, 
wie der Straf- und Zivilkläger behauptete, neben den beiden Beschuldigten und 
dem als «Türöffner» fungierenden K.________ noch weitere Personen dabei wa-
ren, ist für die oberinstanzlich noch zu beantwortenden Beweisfragen nicht von Be-
deutung und kann offengelassen werden. Unbestritten ist weiter, dass es, nachdem 
die Türe geöffnet worden war und die Männer die Wohnung betraten hatten, so-
gleich zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten 1 
und dem Straf- und Zivilkläger kam. Der Beschuldigte 1 bestreitet in Bezug auf die 
körperliche Auseinandersetzung nicht, den Straf- und Zivilkläger mit den Fäusten 
ins Gesicht und mit dem Baseballschläger gegen die Seite und die Beine geschla-
gen zu haben. Die gemäss der Anklageschrift beim Straf- und Zivilkläger festge-
stellten Verletzungen schliesslich sind ebenfalls unbestritten und aufgrund des 
Arztberichts des X.________ (Spital) und des Gutachtens des Instituts für Rechts-
medizin der Universität Bern (nachfolgend: IRM) objektiviert. Ebenso die Tatsache, 
dass sich der Straf- und Zivilkläger nicht in akuter Lebensgefahr befand und keine 
inneren Schädelverletzungen oder inneren Blutungen diagnostiziert wurden. 

7.1.2 Vorwurf des Angriffs, evtl. des Raufhandels (Beschuldigter 2)

Der in Ziff. I.B.2. der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt ist unbestritten. Ins-
besondere ist aufgrund der übereinstimmenden Angaben des Beschuldigten 2 und 
denjenigen von I.________ erstellt, dass zunächst der Beschuldigte 1 und der 
Straf- und Zivilkläger um den Baseballschläger rangen, anschliessend I.________ 

23

dem Straf- und Zivilkläger zu Hilfe kam, indem er den Beschuldigten 1 von hinten 
ansprang und daraufhin der Beschuldigte 2 schliesslich I.________ von hinten 
fasste, ihn vom Beschuldigten 1 wegzog, ihn gegen die Wand warf und dort unter 
Einsatz eines Messers in Schach hielt. Mit Blick auf die rechtliche Würdigung ist 
damit insbesondere nicht bestritten und erstellt, dass der Beschuldigte 2 erst zu ei-
nem Zeitpunkt in die körperliche Auseinandersetzung eingriff, als bereits drei Per-
sonen aktiv daran beteiligt waren – auf der einen Seite der Beschuldigte 1, auf der 
anderen Seite der Straf- und Zivilkläger sowie I.________. Der Beschuldigte 2 be-
streitet auch die weiteren, in Ziff. I.B.2. der Anklageschrift umschriebenen Ge-
schehnisse nicht, konkret, dass er in der Folge auch den Straf- und Zivilkläger mit 
dem Fuss gegen die Brust getreten, den am Boden liegenden Straf- und Zivilkläger 
mit dem Baseballschläger zwei bis drei Mal gegen das Gesäss und die Beine ge-
schlagen und ihn anschliessend am Kragen gepackt, hochgehoben und ihn an die 
Wand gedrückt hat. 

7.1.3 Vorwurf der räuberischen Erpressung (Beschuldigter 2)

Unbestritten ist zunächst der Anlass des Besuchs des Beschuldigten 2 beim Straf- 
und Zivilkläger; der Beschuldigte 2 wollte Letzterem eine Abreibung verpassen, 
weil dieser ihn immer wieder per SMS provozierte. Unbestritten und angesichts der 
übereinstimmenden Aussagen ist auch erstellt, dass es sogleich nach dem Eintref-
fen des Beschuldigten 2 in der Wohnung des Straf- und Zivilklägers zu einer verba-
len und körperlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden kam, im Zuge wel-
cher der Beschuldigte 2 dem Straf- und Zivilkläger mehre Faustschläge ins Gesicht 
verpasste. Als der Straf- und Zivilkläger versuchte, in die Küche zu rennen um dort, 
wie der Beschuldigte 2 annahm, ein Messer zu behändigen, gelang es dem Be-
schuldigten 2, den Straf- und Zivilkläger an den Haaren zu packen, festzuhalten, zu 
Boden zu reissen und ihm mehrere Faustschläge ins Gesicht zu verpassen. Weiter 
ist unbestritten, dass der Beschuldigte 2 vom Straf- und Zivilkläger in der Folge Er-
satz für eine Herdplatte, welche er in seiner Wut über den Straf- und Zivilkläger 
zerstört hatte, im angeblichen Wert von CHF 1'000.00 forderte. Der Beschuldigte 2 
ist weiter geständig, vom Straf- und Zivilkläger Marihuana im Wert von CHF 200.00 
erhältlich gemacht zu haben. Und schliesslich bestreitet er nicht, dem Straf- und Zi-
vilkläger gesagt zu haben, er komme am nächsten Tag wieder, um die restlichen 
CHF 800.00 zu holen. 

7.1.4 Vorwurf der sexuellen Nötigung (Beschuldigter 1)

Der Beschuldigte 1 ist gemäss seinen Aussagen in der oberinstanzlichen Verhand-
lung geständig, dass er und die Strafklägerin «versucht hätten», Analverkehr zu 
haben. 

7.2 Bestrittener Sachverhalt und Beweisfragen

7.2.1 Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. der versuchten schweren Kör-
perverletzung (Beschuldigter 1)

Näher zu beleuchten ist der Ablauf der Geschehnisse ab dem Moment, als die bei-
den Beschuldigten 1 und 2 im Gefolge von K.________ die Wohnung des Straf- 
und Zivilklägers betraten. Auf der Basis der dabei gewonnenen Erkenntnisse sind 
dann die Fragen zu beantworten, wie genau der Beschuldigte 1 auf den Straf- und 

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Zivilkläger einwirkte, insbesondere ist die Frage nach der Anzahl und der Intensität 
der Schläge mit dem Baseballschläger gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers 
zu klären. Der Beschuldigte 1 bestreitet, den Straf- und Zivilkläger überhaupt mit 
dem Baseballschläger gegen dessen Kopf geschlagen zu haben. Er macht geltend, 
er habe diesem mit dem Baseballschläger nur zwei bis drei Schläge gegen den 
Körper (konkret die Seite, die Beine und das Gesäss) verabreicht. 

7.2.2 Vorwurf der räuberischen Erpressung (Beschuldigter 2)

Der Beschuldigte 2 bestreitet einzig, vom Straf- und Zivilkläger nebst dem von die-
sem erhaltenen Marihuana im Wert von CHF 200.00 auch noch Bargeld in der 
Höhe von CHF 300.00 erhältlich gemacht zu haben.

7.2.3 Sexuelle Nötigung (Beschuldigter 1)

Abgesehen von seinem Eingeständnis in der oberinstanzlichen Verhandlung, wo-
nach er und die Strafkläger versucht hätten, Analverkehr zu haben, bestreitet der 
Beschuldigte 1 den Vorwurf vollumfänglich, insbesondere, dass der Analverkehr 
nicht einvernehmlich gewesen sein soll. 

8. Beweiswürdigung

8.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. pag. 1036 ff., S. 15 ff. 
erstinstanzliche Urteilsbegründung). 

8.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zahlreichen, im Zusammenhang mit den Geschehnissen 
vom 8. Januar 2015 und vom 15. Januar 2015 zu würdigenden Beweismittel – kon-
kret den Anzeigerapport vom 17. Februar 2015 (pag. 151 ff.), den Berichtsrapport 
vom 22. Januar 2015 (pag. 160 ff.), den Austrittsbericht des X.________ (Spital) 
vom 19. Januar 2015 (pag. 171 ff.), den undatierten Bericht des Notfallzentrums 
des X.________ (Spital) (pag. 174 ff.), das IRM-Gutachten vom 25. Januar 2015 
betreffend den Straf- und Zivilkläger (pag. 179 ff.), das IRM-Gutachten betreffend 
I.________ vom 26. Januar 2015 (pag. 183 ff.), die KTD-Akten (pag. 186 ff.), die 
Hausdurchsuchungsbefehle und Durchsuchungsprotokolle betreffend die Haus-
durchsuchungen vom 16. Januar 2015 in den Wohnungen des Beschuldigten 1 und 
des Straf- und Zivilklägers (pag. 116 ff. und pag. 132 ff.), den Brief des Beschuldig-
ten 2 an Staatsanwalt R.________ (pag. 108 f.), die Aussagen des Beschuldigten 1 
(pag. 314 f., pag. 30 ff., pag. 316 ff., pag. 322 ff., pag. 913 ff.), diejenigen des Be-
schuldigten 2 (pag. 372 ff., pag. 79 ff., pag. 381 ff., pag. 390 ff., pag. 405 ff., 
pag. 924 ff.), diejenigen des Straf- und Zivilklägers (pag. 412 ff., pag. 417 ff., 
pag. 421 ff., pag. 907 ff.), diejenigen von I.________ (pag. 244 ff., pag. 247 ff.), die-
jenigen von S.________ (pag. 230 ff., pag. 233 ff.), diejenigen von T.________ 
(pag. 353 ff., pag. 357 ff., pag. 368 ff.) und diejenigen von U.________ 
(pag. 258 ff.) – vollzählig aufgelistet und deren Inhalt korrekt und sehr ausführlich 
zusammengefasst wiedergegeben, es kann darauf verwiesen werden (vgl. 
pag. 1042 ff. S, 21 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung). 

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Auch betreffend den Vorwurf der sexuellen Nötigung hat die Vorinstanz die vor-
handenen Beweismittel vollzählig aufgelistet und zusammengefasst. Es sind dies: 
Der Anzeigerapport vom 22. August 2016 (pag. 442 ff.), der Nachtrag vom 24. Au-
gust 2016 (pag. 453 ff.) und der Nachtrag vom 18. Oktober 2016 (pag. 457 ff.), die 
Beilagen zur Einvernahme vom 22. August 2016 (pag. 517 ff.; d.h. Fotos der Ge-
sichtsverletzungen der Strafklägerin, das Arztzeugnis von Dr. med. V.________ 
vom 22. August 2018 sowie das Ultraschallbild), die Fotos der Verletzung des rech-
ten Oberschenkels der Strafklägerin (pag. 452), die Auswertung des Mobiltelefons 
des Beschuldigten 1 bzw. die darauf sichergestellten zahlreichen SMS der Straf-
klägerin an den Beschuldigten 1 (pag. 568 ff.), die Aussagen der Strafklägerin 
(pag. 507 ff., pag. 520 ff., pag. 527 ff., pag. 898 ff.), diejenigen des Beschuldigten 1 
(pag. 539 ff., pag. 546 ff., pag. 550 ff., pag. 913 ff.) sowie diejenigen von 
W.________ (pag. 559 ff.). 

In der oberinstanzlichen Verhandlung wurden die beiden Beschuldigten erneut zur 
Person und zur Sache (Beschuldigter 1: pag. 1291 ff. und Beschuldigter 2: 
pag. 1300 ff.) sowie der Straf- und Zivilkläger (pag. 1282 ff.) und die Strafklägerin 
(pag. 1277 ff.) zu den angeklagten Vorwürfen befragt. Es wird darauf verzichtet, die 
Aussagen an dieser Stelle zusammengefasst wiederzugeben. Vielmehr wird darauf 
– sofern von Relevanz – direkt im Rahmen der Würdigung hiernach Bezug ge-
nommen. 

8.3 Konkrete Würdigung

8.3.1 Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung, evtl. schweren Körperverletzung

Die Vorinstanz kam nach gesamtheitlicher Würdigung der vorhandenen Beweismit-
tel (vgl. pag. 1074 ff., S. 53 ff. erstinstanzliche Urteilsbegründung), primär gestützt 
auf die Angaben des Beschuldigten 2 zum Beweisschluss, dass der Beschuldigte 1 
dem Straf- und Zivilkläger mit dem Baseballschläger einen einzigen, nicht mit voller 
Wucht ausgeführten bzw. nicht besonders starken Schlag gegen dessen 
Kopf/Gesicht versetzte, während der Beschuldigte 2 den Straf- und Zivilkläger ge-
gen die Wand drückte, und anschliessend auch noch weiter, teilweise recht heftig 
auf den Straf- und Zivilkläger, konkret dessen Beine, Gesäss und die Seite, ein-
schlug, nachdem dieser zu Boden gegangen war (vgl. pag. 1075 f., S. 54 f. erstin-
stanzliche Urteilsbegründung). Die Vorinstanz ging aber auch davon aus, dass der 
Straf- und Zivilkläger den Schlag noch mit seinem Armen abwehren konnte (vgl. 
pag. 1082, S. 61 erstinstanzliche Urteilsbegründung) und dass der Schlag gegen 
den Kopf nicht geeignet war überhaupt tödliche Verletzungen zu bewirken bzw. 
diese zumindest wenig wahrscheinlich waren, jedoch wesentlich heftigere Verlet-
zungen hätte verursachen können, wenn der Beschuldigte 1 den Straf- und Zivil-
kläger an einer nur gering abweichenden Stelle in der Nähe, z.B. dem Auge, dem 
Gehör oder der Schläfe, getroffen hätte (pag. 1081 f., S. 60 f. erstinstanzliche Ur-
teilsbegründung). 

Die Kammer hält vorab fest, dass sich zu den von den beiden Beschuldigten bei 
der Auseinandersetzung verwendeten Gegenständen weder aus den KTD-Akten 
noch aus den Hausdurchsuchungen konkrete Hinweise ergeben. Der vom Be-
schuldigten 1 unbestrittenermassen eingesetzte Baseballschläger konnte nicht er-

26

hoben werden und ob eines (sowie bejahendenfalls, welches) der vier in der Küche 
des Straf- und Zivilklägers sichergestellten Messer vom Beschuldigten 2 verwendet 
wurde, lässt sich einzig anhand der Fotos (pag. 226 ff.) ebenfalls nicht sagen. Wie 
bereits ausgeführt sind demgegenüber die gemäss der Anklageschrift beim Straf- 
und Zivilkläger festgestellten, unbestrittenen Verletzungen aufgrund der Arztberich-
te des X.________ (Spital) (Austrittsbericht vom 15. Januar 2015, pag. 171 ff.; un-
datierter Bericht des Notfallzentrums, pag. 174 ff.) sowie des IRM-Gutachtens 
(pag. 179 ff.) objektiviert und damit erstellt. Mit Blick auf die sich stellenden Beweis-
fragen ist aber auch Fakt, dass sich – insbesondere auch im Gesicht des Straf- und 
Zivilklägers – keine geformten Verletzungen als konkrete Hinweise auf Schläge mit 
dem Baseballschläger fanden. Nach der körperlichen Untersuchung des Straf- und 
Zivilklägers kam das IRM konkret zu folgender Beurteilung (pag. 181): 

«Anlässlich der körperlichen Untersuchung zeigten sich äusserlich Zeichen stumpfer Gewalteinwir-
kung in Form von Hautein- und unterblutungen sowie Hautschwellungen im Bereich des Gesichtes, 
der linken Rumpfseite, beider Oberarme sowie des linken Fusses. Weiterhin fand sich eine Einblutung 
in den Bindehäuten des rechten Auges. Eine Entstehung dieser Verletzungen im Rahmen einer kör-
perlichen Auseinandersetzung ist aus rechtsmedizinischer Sicht möglich, wobei bei einem Teil der 
Verletzungen, beispielsweise beim Hämatom an der linken Rumpfseite, auch Schläge mit dem gel-
tend gemachten Baseballschläger als verursachendes Werkzeug in Betracht kommen. Gemäss In-
formationen des X.________ (Spital) Bern zeigte sich innerlich im Schichtröntgen (CT) eine Nieren-
prellung links. In Zusammenschau mit dem Hämatom an der linken Rumpfseite, welches sich etwa 
auf die Höhe der linken Niere projizierte, spricht dies für eine schwere stumpfe Gewalteinwirkung ge-
gen die linke Körperseite, wie sie zwanglos durch einen mit hoher Energie ausgeführten Schlag mit 
einem Baseballschläger entstanden sein könnte. Geformte Verletzungen als konkrete Hinweise auf 
Schläge mit dem geltend gemachten Baseballschläger fanden sich nicht.»

Zur Frage, ob, in welcher Anzahl und mit welcher Intensität auch Schläge mit dem 
Baseballschläger gegen den Kopf (und auf weitere Körperteile) erfolgt sein könn-
ten, äussert sich das IRM-Gutachten nicht. Es wird nur auf die linke Körperseite 
und die dort festgestellte Nierenprellung Bezug genommen, wobei dieses Verlet-
zungsbild gemäss Gutachten klar für eine schwere stumpfe Gewalteinwirkung ge-
gen die linke Körperseite spricht, wie sie zwanglos durch einen mit hoher Energie 
ausgeführten Schlag mit einem Baseballschläger entstanden sein könnte. Schliess-
lich kann aufgrund des Gutachtens weiter davon ausgegangen werden, dass sich 
der Straf- und Zivilkläger nicht in akuter Lebensgefahr befand (vgl. pag. 181).

Gestützt auf die Aussagen der Beteiligten lässt sich der Geschehensablauf sodann 
zwar nicht bis ins letzte Detail, aber doch in den Grundzügen und im Wesentlichen 
in Übereinstimmung mit der Anklageschrift, festmachen. So wird vom Beschuldig-
ten 1 (pag. 326 Z. 148 f., Z. 157 f.), vom Beschuldigten 2 (pag. 373 Z. 49 ff., 
pag. 393 Z. 114 ff.) und vom Straf- und Zivilkläger (vgl. pag. 413 Z. 56 f., pag. 424 
Z. 108 ff.) zunächst übereinstimmend geschildert, der Beschuldigte 1 sei sofort 
nach dem Öffnen der Wohnungstür und Betreten der Wohnung mit dem Baseball-
schläger auf den Straf- und Zivilkläger losgegangen. Dass er in dieser Anfangs-
phase vom Beschuldigten 1 mit dem Baseballschläger am Kopf getroffen worden 
wäre, erwähnte der Straf- und Zivilkläger in der ersten Einvernahme vom 16. Janu-
ar 2015 nicht. Einen Schlag mit dem Baseballschläger sowie Tritte gegen die Beine 

27

soll ihm der Beschuldigte 1 vielmehr erst in einer späteren Phase verabreicht ha-
ben, nachdem er, der Straf- und Zivilkläger, zu Boden geworfen worden sei 
(pag. 413 Z. Z. 60 f. und Z. 64 f.). Erst in der Einvernahme vom 25. Februar 2015 
sagte der Straf- und Zivilkläger dann aus, der Beschuldigte 1 habe ihn unmittelbar 
nach dem Betreten der Wohnung mit dem Baseballschläger gegen den Kopf schla-
gen wollen (pag. 424 Z. 107 ff.; sinngemäss bestätigt in der oberinstanzlichen Ver-
handlung, vgl. pag. 1287 Z. 41 ff.), er habe diesen ersten Schlag mit der Hand ab-
wehren können, sich dabei durch die Wucht des Schlages die Hand aber selber so 
gegen die Nase geschlagen, dass er sofort zu bluten angefangen und es ihm das 
Nasenbein und die Augenhöhle gebrochen habe (pag. 425 Z. 138 ff.; die Aussagen 
des Straf- und Zivilklägers in der oberinstanzlichen Verhandlung machen inhaltlich 
keinen Sinn, sind mithin nicht glaubhaft vgl. pag. 1287 Z. 15 ff., Z. 27 ff. und 
Z. 32 ff.). Nach diesem ersten Schlag habe er den Baseballschläger festgehalten 
und gegen den Beschuldigte 1 gestossen (pag. 425 Z. 144 ff.). Dass er gegen die 
Wand gedrückt worden sei und weitere Schläge erhalten habe, will der Straf- und 
Zivilkläger nicht mehr mitbekommen habe, da er, nachdem der Beschuldigte 1 am 
Boden auf seine Brust gesessen sei und ihm Faustschläge ins Gesicht verpasst 
habe, während der Beschuldigte 2 ihn mit Schlägen mit dem Baseballschläger ge-
gen die Seite und die Beine traktiert habe, bewusstlos geworden sei (pag. 425 
Z. 150 ff. und Z. 159 ff.; bestätigt auch in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 1286 Z. 4 ff., pag. 1287 Z. 34 ff.). Er sei nach ein paar Minuten wieder zu sich 
gekommen, als er wieder alleine in seiner Wohnung gewesen sei (pag. 426 
Z. 167 f.). In der erstinstanzlichen Hauptverhandlung machte der offenbar stark al-
koholisierte Straf- und Zivilkläger (pag. 911 Z. 5) betreffend die noch offenen Be-
weisfragen keine sachdienlichen Angaben (vgl. pag. 908 Z. 20 ff.). Auch in der obe-
rinstanzlichen Verhandlung gestalteten sich sowohl die Befragung des Straf- und 
Zivilklägers als auch die anschliessende Würdigung seiner Aussagen aufgrund der 
ständigen Zwischenrufe und der zumindest teilweise wirren Ausdrucksweise nicht 
ganz einfach. 

Der Beschuldigte 2 will gemäss seinen stets gleichbleibenden, detaillierten Anga-
ben gegenüber der Polizei am 16. Januar 2015 (pag. 372 ff.), seinen gleichentags 
in der Hafteröffnungseinvernahme gemachten Aussagen (pag. 381 ff.) und seinen 
Aussagen bei der Staatsanwaltschaft am 5. Februar 2015 (pag. 390 ff.) und am 
25. Februar 2015 (pag. 405 ff.) erst mit etwas Verzögerung in die Wohnung ge-
kommen sein, als bereits drei Personen – der Beschuldigte 1, der Straf- und Zivil-
kläger sowie I.________ – auf dem Bett am Ringen waren (pag. 373 Z. 48 ff. und 
Z. 54 ff., pag. 383 Z. 103 f., pag. 393 Z. 114 ff., vgl. auch pag. 396 Z. 201 f., 
pag. 397 Z. 250 ff., pag. 405 Z. 7, pag. 406 Z. 20 f.; bestätigt auch in der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung, vgl. pag. 929 Z. 2 ff.). Er habe um den Mund und 
die Nase von I.________ bereits Blut gesehen, so dass er vermutet habe, dieser 
habe mit dem Baseballschläger einen Schlag abbekommen (pag. 373 Z. 59 ff., vgl. 
auch pag. 393 Z. 118 f.). Auch der Straf- und Zivilkläger soll zu diesem Zeitpunkt 
bereits im Gesicht geblutet haben (pag. 383 Z. 102 f., pag. 397 Z. 249 ff.). Erst in 
diesem Zeitpunkt will der Beschuldigte 2 ins Geschehen eingegriffen, I.________ 
weggezogen und zuerst das angeblich auf dem Boden liegende Messer und dann 
auch den Baseballschläger, um welchen der Beschuldigte 1 und der Straf- und Zi-

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vilkläger immer noch kämpften, ergriffen haben (pag. 373 Z. 59 ff., pag. 383 
Z. 100 ff., Z. 108 f. und Z. 115 ff., pag. 393 Z. 120 ff., pag. 394 Z. 123, Z. 128 ff., 
Z. 147 ff. und Z. 153 ff.; bestätigt auch in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, 
vgl. pag. 929 Z. 3 ff., und in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1303 Z. 26 ff. 
und Z. 30 ff.). Weiter gab der Beschuldigte 2 gleichbleibend an, dass der Beschul-
digte 1, während er, der Beschuldigte 2, den Straf- und Zivilkläger an die Wand ge-
drückt habe, wohl erneut den Baseballschläger ergriffen habe. Jedenfalls habe er 
dann plötzlich den Schläger gesehen, wie sich dieser von hinter ihm in Richtung 
des Straf- und Zivilklägers bewegt habe [sic!]. Der Baseballschläger habe den 
Straf- und Zivilkläger im Gesicht getroffen und dieser sei zu Boden gegangen 
(pag. 374 Z. 67 ff., pag. 383 Z. 122 ff.). In der Einvernahme bei der Staatsanwalt-
schaft vom 5. Februar 2015 gab er sich selber wiederum belastend an, er habe den 
Straf- und Zivilkläger am Kragen gepackt, ihn hochgehoben und gegen die Wand 
gedrückt, er habe dabei schon etwas zugedrückt (pag. 395 Z. 159 f.). Dann sei der 
Beschuldigte 1 mit dem Baseballschläger gekommen und habe den Straf- und Zi-
vilkläger damit, während dieser noch an der Wand gestanden sei, gegen die rechte 
Kopfseite getroffen (pag. 395 Z. 177 f. und Z. 185 f.). Er blieb auch bei dieser Ge-
legenheit dabei, nicht sagen zu könne, wie der Beschuldigte 1 geschlagen habe, 
zumal dieser hinter ihm gewesen sei, er nur von der Seite gesehen habe, «dass 
der Baseballschläger komme» (pag. 395 Z. 188 ff.). Gefragt, wie häufig der Be-
schuldigte 1 gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers geschlagen habe, gab der 
Beschuldigte 2 an, er wisse dies wirklich nicht mehr (pag. 395 Z. 192 f.). Er meinte, 
die schlimmeren Schläge müssten schon zuvor passiert sein, zumal der Straf- und 
Zivilkläger bereits vorher aus Mund und Nase geblutet habe (pag. 395 Z. 193 f., 
pag. 396 Z. 197 f.). Die schlimmeren Schläge habe er nicht gesehen, er gehe da-
von aus, dass diese stattgefunden hätten, als er noch nicht in der Wohnung gewe-
sen sei; es habe schon 15 Sekunden gedauert, bis er in die Wohnung gekommen 
sei (pag. 396 Z. 200 ff.). Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten 2 
spricht insbesondere auch, dass dieser in der Befragung vom 25. Februar 2015 
selbst auf Vorhalt der gegenteiligen Aussagen des Beschuldigten 1, wonach dieser 
nie gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers geschlagen habe, bei seinen bishe-
rigen Aussagen blieb (pag. 405 Z. 5 ff.): «[…] Aber als ich dazwischen ging und 
den Baseballschläger weggenommen habe, mag ich mich daran erinnern, einen 
Schlag von A.________ mit dem Baseballschläger gegen den Kopf gesehen zu 
haben. Das war, als ich E.________ gegen die Wand gedrückt habe». Stets 
gleichbleibend gab der Beschuldigte 2 weiter zu Protokoll, dass der Beschuldigte 1 
auch noch als er, der Beschuldigte 2, am Weggehen gewesen sei, weiter mit dem 
Baseballschläger auf den Straf- und Zivilkläger eingeschlagen habe (pag. 384 
Z. 143 ff., pag. 395 Z. 182 f.). Erst in der oberinstanzlichen Verhandlung wollte sich 
der Beschuldigte 2 dann plötzlich angeblich nicht mehr daran erinnern können, 
dass der Beschuldigte 1 dem Straf- und Zivilkläger mit dem Baseballschläger einen 
Schlag gegen den Kopf verpasste (vgl. pag. 1304 Z. 37 ff., pag. 1305 Z. 1 f.), ge-
schweige denn wollte er Aussagen dazu machen, wie fest der Beschuldigte 1 zu-
geschlagen hat (pag. 1305 Z. 9 f.). Dabei ist für die Kammer recht offensichtlich, 
dass er damit seinen Freund, den Beschuldigten 1, einfach nicht weiter belasten 
wollte. Die Aussage des Beschuldigten 2, wonach er sich erinnern könne, was er 

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selber gemacht habe, nicht aber, was der Beschuldigte 1 gemacht habe (pag. 1305 
Z. 6 f.), ist insofern bezeichnend. Diese wenig glaubhaften Angaben des Beschul-
digten 2 in der oberinstanzlichen Verhandlung vermögen seine bisherigen, sehr 
glaubhaften Schilderungen betreffend den Schlag mit dem Baseballschläger gegen 
den Kopf des Straf- und Zivilklägers deshalb nicht zu entkräften. Auf Vorhalt der 
Aussagen von I.________ und derjenigen des Straf- und Zivilklägers bestritt der 
Beschuldigte 2 sodann in der Hafteröffnungseinvernahme vom 16. Januar 2015 
zunächst noch, dass er selber auch mit dem Baseballschläger zwei bis drei Mal 
gegen die Beine und den Hintern des Straf- und Zivilklägers geschlagen und die-
sen auch getreten hatte (pag. 385 Z. 195 ff., pag. 386 Z. 211 ff.). In der Einvernah-
me vom 5. Februar 2015 gestand er dies jedoch von sich aus ein (pag. 394 
Z. 155 f.: «Ich habe dann 2-3x mit dem Baseballschläger gegen die Beine und den 
Arsch geschlagen. Er hat versucht sich mit den Beinen zu schützen. A.________ 
hat zu mir gesagt ‹C.________ hör uf, das isch mini Sach›. A.________ hat mir 
dann den Baseballschläger weggenommen.»). Er bestätigte dies in der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung vom 2. Dezember 2019 (pag. 929 Z. 8 f.), sowie auch den 
ihm detailliert vorgehaltenen Vorwurf gemäss Ziff. 2 der Anklageschrift (pag. 928 
Z. 23 ff.). 

Zusammenfassend fällt in Bezug auf die Aussagen des Beschuldigten 2 auf, dass 
dieser zwar in der gleich nach der Anhaltung durchgeführten ersten Einvernahme 
vom 16. Januar 2015 seine eigene Rolle zu relativieren und auch das Verhalten 
des Beschuldigten 1 zu erklären bzw. zu rechtfertigen versuchte. So betonte er 
mehrfach, dass man nur habe Eindruck machen bzw. «eine Lektion erteilen» wol-
len und der Beschuldigte 1 vorgängig nichts von «Brätschen» oder Schlagen ge-
sagt habe. Auch dass er erst 15 Sekunden nach den anderen Beteiligten die Woh-
nung des Straf- und Zivilklägers betreten haben will, erachtet die Kammer als un-
glaubhafte Schutzbehauptung – ganz offensichtlich wollte der Beschuldigte 2 mög-
lichst spät vor Ort gewesen sein und möglichst wenig gesehen haben. Weiter ver-
suchte er zuerst auch, Sachen, die ihn selber belasten, auszublenden und sich 
damit in ein besseres Licht zu rücken – so wollte er das von ihm in der Küche 
behändigte Messer (vgl. dazu die Aussagen des Beschuldigten 2 in der oberin-
stanzlichen Verhandlung, pag. 1303 Z. 34 ff., Z. 38 f., Z. 41 f.) zunächst am Boden 
liegend aufgefunden haben und verschwieg zuerst auch den eigenen Messerein-
satz gegen I.________ komplett (vgl. dazu auch die Aussagen des Beschuldigten 2 
in der oberinstanzlichen Verhandlung betreffend den Messereinsatz gegen 
I.________, wonach er sich mit seinen beschönigenden Aussagen habe «den 
Arsch retten wollen», pag. 1304 Z. 18 ff.). Insofern erweisen sich die Aussagen des 
Beschuldigten 2 in den Augen der Kammer nicht in allen Punkten um ein Vielfa-
ches glaubhafter als diejenigen des Beschuldigten 1. Gleichzeitig lieferte er aber 
auch von Anfang an eine ziemliche detaillierte, auch sich selber stark belastende, 
mithin sehr glaubhafte Beschreibung des Ablaufs der Auseinandersetzung. Insbe-
sondere beschrieb er den Schlag mit dem Baseballschläger durch den Beschuldig-
ten 1 gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers stets gleichbleibend, wobei er 
selbst auf Vorhalt der gegenteiligen Angaben des Beschuldigten 1 bei seiner Versi-
on blieb. Die Kammer erachtet insbesondere diese Schilderungen des Beschuldig-
ten 2 als sehr glaubhaft.

30

I.________ sah die beiden Beschuldigten gemäss seinen gleichbleibenden Anga-
ben in der polizeilichen Einvernahme vom 15. Januar 2015 und in der staatsan-
waltschaftlichen Einvernahme vom 25. Februar 2015 in die Wohnung des Straf- 
und Zivilklägers gehen (pag. 245 Z. 44 ff., pag. 249 Z. 59 f.), wobei der Beschuldig-
te 1 einen Baseballschläger dabei gehabt habe (pag. 245 Z. 45 f.). Nachdem er 
plötzlich den Straf- und Zivilkläger schreien gehört habe, sei er gemäss seinen tat-
nächsten und auch detailliertesten Angaben vom 15. Januar 2015 sofort in die 
Wohnung gegangen und habe den beiden Beschuldigten gesagt: «please, don’t kill 
this man» (pag. 245 Z. 46 f.). An dieser Stelle hält die Kammer mit Blick auf die 
rechtliche Würdigung, konkret den subjektiven Tatbestand, bereits fest, dass aus 
dieser Bemerkung in Bezug auf die Tatabsicht des Beschuldigten 1 nichts ge-
schlossen werden kann, zumal sie sich offensichtlich einfach auf die anfängliche 
aggressive Stimmung bezog, nicht hingegen auf das Einwirken durch den Beschul-
digten 1 auf den Straf- und Zivilkläger konkret (vgl. dazu auch die Ausführungen 
von Staatsanwältin P.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, 
pag. 1324 f.). In der Folge schilderte I.________ zuerst seine Auseinandersetzung 
mit dem Beschuldigten 1, bei welcher ihm ein Stück seines Zahns abbrach 
(pag. 245 Z. 48 ff.). Auch den Beschuldigten 2 belastete er insofern, als er angab, 
dieser habe ihm ein Messer an die Kehle gehalten und ihm gesagt, er solle sich 
nicht bewegen (pag. 245 Z. 50 ff.). In der Einvernahme vom 15. Januar 2015 gab 
er zunächst an, der Beschuldigte 1 habe zuerst schätzungsweise ca. fünf Minuten 
lang mit dem Baseballschläger immer wieder auf Gesäss und Beine des Straf- und 
Zivilklägers eingeschlagen (pag. 245 Z. 57 ff.) und sich anschliessend auf dessen 
Brustkorb gesetzt und den Straf- und Zivilkläger mit den Fäusten ins Gesicht ge-
schlagen (pag. 245 Z. 59 ff.). Davon leicht abweichend bzw. seine bisherigen An-
gaben präzisierend gab er gegenüber der Staatsanwaltschaft am 25. Februar 2015 
zu Protokoll, er habe gesehen, wie beide Beschuldigten den Straf- und Zivilkläger 
mit einem Baseballschläger geschlagen hätten – zunächst der Beschuldigte 1, 
dann habe der Beschuldigte 2 den Schläger weggenommen und der Beschuldig-
te 1 habe mit den Fäusten auf den Straf- und Zivilkläger eingeschlagen (pag. 249 
Z. 67 ff., Z. 71 f., Z. 74 f. und Z. 77 ff., pag. 251 Z. 124 ff.). Einen Schlag mit dem 
Baseballschläger durch den Beschuldigten 1 gegen den Kopf des Straf- und Zivil-
klägers erwähnte I.________ in beiden Befragungen nicht. Dies obwohl er ja er-
wiesenermassen dort sass und das gesamte Geschehen beobachtete. Für die 
Kammer ist kein Grund ersichtlich, weshalb I.________ einen Schlag gegen den 
Kopf des Straf- und Zivilklägers nicht hätte erwähnen sollen, wenn er denn einen 
solchen gesehen hätte. Allerdings geht aus den Einvernahmeprotokollen auch her-
vor, dass er nie präzisierend danach gefragt wurde, wohin bzw. gegen welche Kör-
perpartien genau die Schläge mit dem Baseballschläger gerichtet worden seien. 
Nach Auffassung der Kammer vermag die Tatsache, dass er von sich aus keinen 
Schlag mit dem Baseballschläger gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers er-
wähnte, jedenfalls die diesbezüglichen glaubhaften Schilderungen des Beschuldig-
ten 2 nicht zu entkräften. 

Die ebenfalls zur Sache befragten Zeugen S.________ (pag. 230 ff., pag. 233 ff.) 
und T.________ (pag. 353 ff., pag. 357 ff., pag. 368 ff.) konnten zum Ablauf und 

31

den an dieser Stelle noch interessierenden Fragen keine sachdienlichen Angaben 
machen. 

Der Beschuldigte 1 verweigerte in seiner ersten Einvernahme vom 16. Janu-
ar 2015 zunächst gänzlich die Aussage (pag. 314 Z. 9). Gemäss seinen Angaben 
in der anschliessend noch gleichentags durchgeführten Hafteröffnung wollte er am 
Vortag nur versucht haben, sich gegen den Straf- und Zivilkläger zu verteidigen 
(pag. 31 Z. 24 f., Z. 26 f., Z. 29 f.). Gegen seinen Willen sei er von einem Kollegen 
des Straf- und Zivilklägers an der Jacke gepackt und bis vor die Wohnung des 
Straf- und Zivilklägers gezogen worden (pag. 31 Z. 42 ff.), er habe sich dann weh-
ren müssen (pag. 31 Z. 44 f., Z. 45 f., Z. 47). Weiter gab er an, «verteilt» und «be-
kommen» zu haben (pag. 31 Z. 46 f.), aber nicht mehr sagen zu können, wer «ver-
teilt» und wer «was bekommen» habe (pag. 31 Z. 48 f.). Später in derselben Ein-
vernahme antwortete der Beschuldigte 1 auf die präzisierende Frage, was er dem 
Straf- und Zivilkläger «gegeben» habe (pag. 35 Z. 198 ff.): «Die Fäuste». Nicht oh-
ne aber sogleich abschwächend auszuführen, dass er diesen nicht richtig erwischt 
habe, der Straf- und Zivilkläger sich gut habe verteidigen können und ihn, den Be-
schuldigten 1, ja auch nicht richtig erwischt habe (pag. 35 Z. 202 ff.). Weiter gab 
der Beschuldigte 1 in dieser ersten Befragung auf entsprechende Frage hin explizit 
zu Protokoll, keine Waffe/keinen Gegenstand bei sich gehabt zu haben (pag. 32 
Z. 85 f.) bzw. bestritt ausdrücklich, einen Baseballschläger dabei gehabt zu haben 
(pag. 33 Z. 88 ff.). Konsequenterweise stellte er in der Folge auf Vorhalt der Anga-
ben von I.________ auch in Abrede, schätzungsweise fünf Minuten lang mit einem 
Baseballschläger auf den am Boden liegenden Straf- und Zivilkläger eingeschlagen 
zu haben (pag. 33 Z. 102 ff.). Die Frage, warum sich der Straf- und Zivilkläger 
blutüberströmt ins Treppenhaus habe schleppen müssen und jetzt im X.________ 
liege, konnte der Beschuldigte 1 nicht beantworten (pag. 36 Z. 206 ff.) und er 
schwieg auch auf Vorhalt der beim Straf- und Zivilkläger attestierten Verletzungen 
(pag. 36 Z. 223 ff.). Als er schliesslich noch gefragt wurde, warum er die Polizei am 
15. Januar 2015 gefragt habe «aber der andere ist nicht gestorben, oder?!», gab er 
zu Protokoll (pag. 36 Z. 227 ff.): «So wie die Polizei mit mir umgegangen ist, sie 
sind mit mir umgegangen wie ein Mörder. Ich habe nur ‹gschleglet›. […]». Der Ver-
teidigung ist insofern beizupflichten, als sich entgegen der Auffassung des Straf- 
und Zivilklägers (vgl. den oberinstanzlichen Parteivortrag von Rechtsanwalt 
F.________, pag. 1309) aus dieser Frage in Bezug auf die Absicht des Beschuldig-
ten 1 zum Tatzeitpunkt nichts ableiten lässt (vgl. die Ausführungen von Rechtsan-
walt B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, S. 40 Protokoll). Vielmehr 
ist es offensichtlich einzig Ausdruck dessen, was der Beschuldigte 1 anlässlich der 
Einvernahme, mithin zu einem späteren Zeitpunkt, aufgrund der Art und Weise, wie 
er befragt wurde, befürchtete (vgl. dazu auch die Ausführungen von Staatsanwältin 
P.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1325). In der Befragung 
vom 25. Februar 2015 nahm der Beschuldigte 1 seine in der tatnächsten Einver-
nahme gemachten Aussagen dann zurück bzw. bezeichnete diese explizit als 
«nicht richtig» (pag. 322 Z. 5 ff.). Er gab von sich aus zu Protokoll, «wirklich ausge-
rastet» zu sein bzw. «Scheisse gemacht» zu haben (pag. 322 Z. 11 f.) und zu be-
reuen, dass er auf den Straf- und Zivilkläger losgegangen und diesen verletzt habe 
(pag. 322 Z. 12, pag. 323 Z. 16 ff.). Er gestand fortan auch ein, einen Baseball-

32

schläger dabei gehabt zu haben (pag. 323 Z. 28 f., Z. 31 f., Z. 34 ff.; bestätigt in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung, vgl. pag. 916 Z. 28 ff.). Dies jedoch nicht ohne 
die Geschehnisse weiterhin herunter zu spielen und den eigenen Tatbeitrag stark 
zu verharmlosen. So gab er beispielsweise an, er habe recht getrunken (pag. 323 
Z. 47 ff.), relativierte dann aber selber dahingehend, dass er nicht so betrunken 
gewesen sei, dass er nicht mehr gewusst hätte, was er mache (pag. 324 Z. 54 f.). 
Nach wie vor finden sich auch Widersprüche in seinen Angaben. So machte er 
bspw. geltend, er sei nur in die Wohnung des Straf- und Zivilklägers gegangen, weil 
er mit diesem habe reden bzw. diesen habe fragen wollen, warum er ihn, den Be-
schuldigten 1, bedroht habe (pag. 324 Z. 78 ff., Z. 83 f., pag. 326 Z. 131 f.). Den 
Baseballschläger habe er mitgenommen, weil der Straf- und Zivilkläger bekannt 
dafür sei, mit Messern auf andere loszugehen, bzw. um sich in diesem Fall vertei-
digen zu können, «[…] Es war nicht mein Ziel, auf ihn loszugehen.» (pag. 324 
Z. 86 ff.). Dem widersprechend führte der Beschuldigte 1 aber gleichzeitig sich sel-
ber belastend aus, dass er, direkt nachdem die Tür geöffnet worden sei, auf den 
Straf- und Zivilkläger zu gerannt sei und versucht habe, den Baseballschläger her-
vor zunehmen (pag. 326 Z. 148 f., Z. 157 f.). Er sei aufs Sofa gestanden und habe 
den Baseballschläger nach vorne genommen (pag. 326 Z. 158 f.). Er, der Beschul-
digte 1, sei dann ausgerutscht und der Straf- und Zivilkläger habe den Baseball-
schläger auch fassen und festhalten können (pag. 326 Z. 159 ff.). Diese letzten 
Schilderungen stimmen im Wesentlichen mit denjenigen des Straf- und Zivilklägers 
und denjenigen des Beschuldigten 2 überein, sind mithin sehr glaubhaft. Der Be-
schuldigte 1 gestand in der Folge insbesondere auch ein, den Straf- und Zivilkläger 
mit dem Baseballschläger geschlagen zu haben (pag. 327 Z. 189 f.), behauptete 
aber, er habe nur auf den Arm, das Bein, gegen die Rippen bzw. gegen die Seite, 
nicht aber gegen den Kopf geschlagen (pag. 327 Z. 190 f. und Z. 197 f.). «Ich wür-
de nie jemanden mit dem Baseballschläger gegen den Kopf schlagen, das kommt 
nicht gut!» (pag. 327 Z. 191 f., vgl. auch pag. 335 Z. 499 ff. und Z. 505 f.). Dabei 
blieb der Beschuldigte 1 auch in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 917 
Z. 9 ff., Z. 15 ff.). Auf Frage, wie lange er auf den Straf- und Zivilkläger eingeschla-
gen habe, gab der Beschuldigte 1 abweichend von allen anderen Beteiligten zu 
Protokoll, er habe nicht lange, nur zwei bis drei Mal geschlagen (pag. 328 
Z. 205 f.). Er bestritt sodann auf Vorhalt die Aussagen von I.________, dass er 
schätzungsweise fünf Minuten lang mit dem Baseballschläger auf den Straf- und 
Zivilkläger eingeschlagen habe (pag. 328 Z. 232 ff.). In sich widersprüchlich und 
damit unglaubhaft sind sodann seine Behauptungen, wonach er sich einerseits 
überhaupt nicht mehr unter Kontrolle gehabt haben will (pag. 329 Z. 266 ff.), dann 
aber gleichzeitig wissen will, dass er nicht habe gegen den Kopf des Straf- und Zi-
vilklägers schlagen wollen und dies auch nicht getan habe (pag. 329 Z. 270 ff.). Die 
sich aufdrängenden logischen Folgefragen, dass er sich also soweit unter Kontrolle 
gehabt habe, um zu wissen, wohin er schlage oder ob es Zufall gewesen sei, dass 
er den Straf- und Zivilkläger nicht gegen den Kopf getroffen habe, konnte er denn 
auch nicht sinnvoll beantworten (pag. 329 Z. 274 f. und Z. 277 f.). Als völlig un-
glaubhaft erachtet die Kammer schliesslich auch die Behauptung des Beschuldig-
ten 1, wonach er nach der Auseinandersetzung noch mit dem Straf- und Zivilkläger 
gesprochen haben will (pag. 328 Z. 207 f., Z. 210 ff., Z. 235 f., Z. 239 f.). Gleiches 

33

gilt für die Angaben des Beschuldigten 1 in der oberinstanzlichen Verhandlung zu 
diesem Themenbereich, wonach er sich angeblich nicht mehr erinnern kann, wes-
halb er einen Baseballschläger mit zum Straf- und Zivilkläger nahm (pag. 1296 
Z. 18 ff., Z. 23 ff.), wie oft er den Straf- und Zivilkläger mit dem Baseballschläger 
schlug (pag. 1296 Z. 32 f.), wohin genau er schlug (pag. 1296 Z. 35 ff., Z. 39 ff., 
pag. 1297 Z. 1 f.), wann der Beschuldigte 2 in die Auseinandersetzung eingriff 
(pag. 1297 Z. 23 f.), ob der Beschuldigte 2 ein Messer gehabt hat (pag. 1297 
Z. 31 f.) und was er, der Beschuldigte 1, nach dem Verlassen der Wohnung mit 
dem Baseballschläger gemacht hat (pag. 1297 Z. 34 ff., Z. 38 ff., Z. 42 f.). Der Ge-
neralstaatsanwaltschaft ist insofern beizupflichten, als ein derart umfassender an-
geblicher Erinnerungsverlust höchst unglaubhaft ist (vgl. die Ausführungen von 
Staatsanwältin P.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1324).

Nachdem offensichtlich alle Beteiligten dazu neigten, ihre eigene Rolle herunterzu-
spielen, bleiben nicht allzu viele gesicherte Erkenntnisse. Überdies ist zu berück-
sichtigen, dass es sich um ein sehr dynamisches und für alle Beteiligten unüber-
sichtliches Geschehen handelte. Zu bedenken gilt es auch, dass der Straf- und Zi-
vilkläger Erinnerungslücken hatte bzw. geltend machte und aufgrund der erlittenen 
Verletzungen tatsächlich nicht mehr alles mitbekommen haben dürfte. Wie bereits 
ausgeführt hält die Kammer die vorinstanzlichen Erwägungen etwas relativierend 
fest, dass sich auch die Aussagen des Beschuldigten 2 nicht in allen Punkten als 
glaubhaft erweisen. So versuchte dieser zunächst insbesondere auch, sich selber 
in ein besseres Licht zu rücken. Mit Blick auf die im Zentrum stehende Beweisfrage 
des Baseballschlägereinsatzes sind seine oben zitierten Aussagen indessen 
glaubhafter als diejenigen des Beschuldigten 1, welcher zwar zugab, den Straf- und 
Zivilkläger mit dem Baseballschläger geschlagen zu haben, aber immer wieder ex-
plizit betonte, nicht gegen den Kopf geschlagen zu haben. Von den Aussagen der 
weiteren Beteiligten vermögen einzig diejenigen von I.________ substanziell etwas 
beizutragen. Wie bereits ausgeführt erwähnte dieser aber von sich aus nie einen 
Schlag mit dem Baseballschläger gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers. 

Zugunsten des Beschuldigten 1 (und in Übereinstimmung mit der Anklageschrift 
[pag. 778, pag. 783 f]) muss – obwohl die Version des Straf- und Zivilklägers mit 
einem (zusätzlichen) abgewehrten ersten Schlag als durchaus plausibel erscheint – 
davon ausgegangen werden, dass es nur einen Schlag gegen den Kopf bzw. die 
rechte Gesichtshälfte des Straf- und Zivilklägers gab und zwar in jener Situation, in 
welcher der Beschuldigte 2 den Straf- und Zivilklägers gegen die Wand drückte und 
ihn dort fixierte. Dass er dabei in einer stehenden Position war und erst danach zu 
Boden ging, erscheint logisch.

Zur Intensität des Schlages gegen den Kopf lässt sich bei Lichte betrachtet entge-
gen den vorinstanzlichen Annahmen gar nichts sagen. Der Straf- und Zivilkläger 
hat den Schlag gar nicht mitbekommen und der Beschuldigte 2 sah nur, dass der 
Baseballschläger den Straf- und Zivilkläger im Gesicht traf bzw. die rechte Kopfsei-
te traf und der Straf- und Zivilkläger in der Folge zu Boden ging. Nach der Intensität 
des Schlages wurde er soweit ersichtlich gar nie gefragt und wie bereits erwähnt 
enthält auch das IRM-Gutachten dazu keine Feststellungen. Die Überlegungen der 
Vorinstanz betreffend die Wucht des Schlages (pag. 1079 ff., S. 58 der erstinstanz-

34

lichen Urteilsbegründung) sind vor diesem Hintergrund weitgehend spekulativ. Im 
Ergebnis ist jedoch mit der Vorinstanz in dubio pro reo davon auszugehen, dass 
der Schlag mit dem Baseballschläger gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers 
nicht besonders stark war. 

Die Abwehrhandlung des Straf- und Zivilklägers sehen die vorinstanzlichen Erwä-
gungen sodann in einem falschen Zusammenhang (ebenso die Verteidigung, vgl. 
die Ausführungen von Rechtsanwalt B.________ in der oberinstanzlichen Verhand-
lung, pag. 1312). Der Straf- und Zivilkläger sprach immer vom ersten Schlag, den 
er mit der Hand abgewehrt habe (pag. 424 Z. 110: «[…] und wollte mir gegen den 
Kopf schlagen. […]»; pag. 425 Z. 138 ff. auf Frage, ob der erwähnte Schlag der 
erste Schlag gewesen sei: «Ja, diesen konnte ich abwehren. Er hat aufgezogen 
und ich konnte diesen Schlag mit der Hand abwehren. Aber durch die Wucht des 
Schlages hat es meine Hand gegen meine Nase geschlagen und es hat sofort an-
gefangen zu bluten. Dieser 1. Schlag hat mir das Nasenbein und die Augenhöhle 
gebrochen»). Dabei handelt es sich aber nicht um den Schlag, welcher angeklagt 
ist und als erstellt gilt, sondern offensichtlich um denjenigen, welchen der Beschul-
digte 1 ganz am Anfang der Auseinandersetzung bzw. unmittelbar nach dem Betre-
ten der Wohnung des Straf- und Zivilklägers auszuführen versuchte und welchen 
der Straf- und Zivilkläger erfolgreich abgewehrt, sich dabei aber mit der eigenen 
Hand gegen die Nase geschlagen hat. 

Zusammenfasend präsentiert sich der genaue Ablauf der Geschehnisse nach um-
fassender Würdigung der diversen Aussagen wie folgt:

Der Beschuldigte 1 stürmte unmittelbar nach K.________ in die Wohnung des 
Straf- und Zivilklägers und ging sogleich mit erhobenem Baseballschläger auf die-
sen los. Einen ersten Schlag gegen seinen Kopf konnte der Straf- und Zivilkläger 
mit den Händen abwehren, verletzte sich aber dabei. Der Beschuldigte 1 und der 
Straf- und Zivilkläger kämpften in der Folge auf dem Bett um den Baseballschläger. 
Dabei gab der Beschuldigte 1 dem Straf- und Zivilkläger Faustschläge ins Gesicht. 
Zu diesem Zeitpunkt, nachdem er zuvor noch «please don’t kill this man» zu den 
beiden Beschuldigten gesagt hatte, mischte sich auch I.________ zugunsten des 
Straf- und Zivilklägers in die Auseinandersetzung ein, indem er den Beschuldig-
ten 1 von hinten ansprang. Spätestens an dieser Stelle intervenierte auch der Be-
schuldigte 2 und ging auf den Straf- und Zivilkläger und I.________ los. In der Fol-
ge schlug der Beschuldigte 1 dem letzteren ins Gesicht, so dass dieser ein Stück 
Zahn verlor. Der Beschuldigte 1 schlug den Straf- und Zivilkläger mit dem Base-
ballschläger mehrfach gegen die Seite bzw. die Beine. Der Beschuldigte 2 setzte 
seinerseits ein Messer ein, welches er zuvor in der Küche geholt hatte. Zuerst um 
es I.________ an den Hals zu halten und ihn aufzufordern, sich nicht mehr zu be-
wegen. Dann, um den Straf- und Zivilkläger dazu zu bringen, den Baseballschläger 
loszulassen. Nachher schlug auch der Beschuldigte 2 den Straf- und Zivilkläger mit 
dem Baseballschläger zwei bis drei Mal gegen Beine und das Gesäss. Dem Be-
schuldigte 1 nahm dem Beschuldigten 2 den Schläger weg. Letzterer packte den 
Straf- und Zivilkläger am Kragen und fixierte ihn an der Wand. Dann kam der Be-
schuldigte 1 und schlug/traf den Straf- und Zivilkläger mit dem Baseballschläger 
gegen die rechte Kopfseite. Der Beschuldigte 2 legte das Messer in die Küche 

35

zurück, während der Beschuldigte 1 mit dem Baseballschläger weiter auf Rücken 
und Beine des Straf- und Zivilklägers einschlug. 

8.3.2 Vorwurf der räuberischen Erpressung

Objektive Beweismittel, welche den Vorwurf erhärten würden, liegen keine vor – es 
handelt sich um ein typisches Vier-Augen-Delikt. 

Die Aussagen des Beschuldigten 2 zu diesem Vorwurf sind eindrücklich, offen, in 
sich inhaltlich überzeugend und auch gleichbleibend, mithin sehr glaubhaft. Zwar 
wirft er dem Straf- und Zivilkläger massive Provokationen, Drohungen und Be-
schimpfungen vor, belastete aber auch sich selber bereits in der ersten Einver-
nahme vom 16. Januar 2015 stark, indem er von sich aus erzählte, dass er zum 
Straf- und Zivilkläger gegangen sei, um ihm «die Fresse zu polieren» (pag. 374 
Z. 106 ff.; später bestätigt, vgl. pag. 386 Z. 238 f. und Z. 240 ff., pag. 930 Z. 25 ff.; 
bestätigt auch in der oberinstanzlichen Verhandlung, vgl. pag. 1302 Z. 17 f., wo-
nach er dem Straf- und Zivilkläger habe eine Lektion erteilen wollen.) und wie er 
den Straf- und Zivilkläger, als dieser habe in die Küche rennen wollen um ein Mes-
ser zu holen, an dessen Haaren gepackt und zu Boden geworfen habe, sie sich ge-
rauft hätten, der Straf- und Zivilkläger ihn, den Beschuldigten 2, nicht getroffen hät-
te, er, der Beschuldigte 2, den Straf- und Zivilkläger aber schon und zwar mehr-
mals [sic!] mit der Faust ins Gesicht (pag. 374 Z. 110 ff.). Damit gehen seine Anga-
ben betreffend die Schläge sogar über diejenigen des Straf- und Zivilklägers hinaus 
(vgl. die entsprechenden Erwägungen hiernach). Bei diesen Aussagen blieb der 
Beschuldigte 2 auch in der Hafteröffnung vom 16. Januar 2015 (pag. 386 
Z. 243 ff.), in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2. Dezember 2019 
(pag. 930 Z. 4 ff.) und selbst in der oberinstanzlichen Verhandlung (pag. 1302 
Z. 23 ff.). Weiter war der Beschuldigte 2 auch sofort geständig, dem Straf- und Zi-
vilkläger gesagt zu haben, wegen ihm sei seine Herdplatte kaputt und dass er dafür 
von ihm Ersatz verlange und nicht eher gehen werde, als er vom Straf- und Zivil-
kläger Geld dafür erhalte (pag. 375 Z. 117 ff.; später bestätigt, vgl. pag. 386 
Z. 244 ff., pag. 929 Z. 47 ff., pag. 930 Z. 5 f., Z. 20 f. und Z. 29; bestätigt auch noch 
in der oberinstanzlichen Verhandlung [pag. 1302 Z. 18 ff.]). Die Originalität dieser 
Geschichte stellt ein weiteres Realitätskriterium dar bzw. spricht klar dagegen, dass 
der Beschuldigte 2 sie erfunden hat. Weiter blieb der Beschuldigte 2 auch konstant 
dabei, dass der Straf- und Zivilkläger ihm in der Folge Marihuana im Wert von 
CHF 200.00, welches er in einem Säcklein auf sich getragen habe, ausgehändigt 
und gesagt habe, er habe kein Geld (pag. 375 Z. 122 ff., pag. 387 Z. 252 ff., 
pag. 396 Z. 228 ff., pag. 930 Z. 7 f.) und dass er, der Beschuldigte 2, angekündigt 
habe, am nächsten Tag wieder zu kommen um die restlichen CHF 800.00 zu holen 
(pag. 375 Z. 125 ff., pag. 387 Z. 254 f.). Auf Vorhalt der Aussagen des Straf- und 
Zivilklägers 1, wonach er, der Beschuldigte 2, diesem CHF 300.00 gestohlen habe, 
lachte der Beschuldigte 2 in der Hafteröffnung vom 16. Januar 2015 zunächst und 
gab zu Protokoll, dass er nur das Gras genommen habe, hingegen kein Geld 
(pag. 387 Z. 264 ff.). Anschliessend ist jedoch verbalisiert, dass sich der Beschul-
digte schrecklich aufregte (vgl. pag. 387 Z. 274) und es wurde protokolliert was 
folgt (pag. 387 Z. 270 ff.): «Für das werde ich ihm noch so richtig die Schnurre po-
lieren. Jetzt reicht es mir. Was fällt diesem Kerl eigentlich ein. Wenn ich die 

36

CHF 300.- genommen hätte, dann würde ich es sagen. Was soll der Scheiss, war-
um glauben Sie dem?» Die Entrüstung des Beschuldigten 2 wirkt echt. Es ist zu-
dem mit der Vorinstanz und der Verteidigung schlicht nicht einzusehen, wieso er 
die Wegnahme der CHF 300.00 nicht auch noch hätte zugeben sollen, nachdem er 
bereits alles andere zugegeben hatte (vgl. pag. 1073, S. 52 erstinstanzliche Ur-
teilsbegründung; vgl. auch die Ausführungen von Rechtsanwalt D.________ in der 
oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1316). Der Verteidigung ist insbesondere in-
sofern beizupflichten, als dass der Beschuldigte 2 als juristischer Laie nicht wissen 
konnte, dass sich die Frage, ob er neben dem Marihuana auch noch Bargeld mit-
nahm, auf die rechtliche Qualifikation als Raub oder eben nur Versuch dazu, aus-
wirken würde (vgl. S. 44 Protokoll). Der Beschuldigte 2 blieb denn auch konstant 
bei seinen Angaben und bestätigte auch in der oberinstanzlichen Verhandlung 
noch, dass er vom Straf- und Zivilkläger nur Marihuana, hingegen kein Bargeld ge-
nommen habe (pag. 1302 Z. 30 f.). Was schliesslich den Gefühlszustand des Straf- 
und Zivilklägers anbelangt, ist mit der Generalstaatsanwaltschaft ebenfalls auf die 
sich selbst belastenden glaubhaften Angaben des Beschuldigten 2 abzustellen (vgl. 
dazu auch die zutreffenden Ausführungen von Staatsanwältin P.________ in der 
oberinstanzlichen Verhandlung, pag. 1326). Dieser gestand nämlich freimütig ein, 
dass der Straf- und Zivilkläger Angst gehabt habe. Er fügte lediglich an, dass er, 
der Beschuldigte 2, ihm das Marihuana aber nicht habe wegreissen müssen, son-
dern der Straf- und Zivilkläger es ihm gegeben habe (pag. 930 Z. 8, Z. 33 ff. und 
Z. 39 ff., pag. 931 Z. 1 ff., pag. 935 Z. 4 ff.). In der Berufungsverhandlung gab der 
Beschuldigte 2 dann plötzlich seine bisherigen Aussagen etwas relativierend zu 
Protokoll, der Straf- und Zivilkläger habe ihm gesagt «also hier nimm», während die 
Bauchtasche am Straf- und Zivilkläger befestigt gewesen sei (pag. 1302 Z. 35 f.). 
Auf Frage, ob der Straf- und Zivilkläger ihm das Marihuana also gegeben habe, 
gab der Beschuldigte 2 zu Protokoll, er habe dem Straf- und Zivilkläger die 
Bauchtasche dann «weggerissen», nachdem dieser ihm gesagt habe «also hier 
nimm» (pag. 1302 Z. 38 ff.). Draussen habe er das Säcklein mit dem Marihuana 
rausgenommen und die Bauchtasche fortgeworfen (pag. 1303 Z. 1 ff.). Den Vor-
wurf, er habe auch noch CHF 300.00 mitgenommen, wies er jedenfalls weiterhin 
entschieden zurück; er gab in diesem Zusammenhang an, entweder müsse das 
Geld noch in der Bauchtasche sein oder der Straf- und Zivilkläger habe gelogen 
(pag. 1303 Z. 6 f.). Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten 2, mit welchen 
er sämtliche ihm vorgeworfenen Handlungen – ausser der Wegnahme der CHF 
300.00 – von sich aus und weitergehend als die Beschreibungen des Straf- und Zi-
vilklägers (vgl. dazu die Erwägungen hiernach) eingestand, sehr glaubhaft und es 
ist beweiswürdigend darauf abzustellen. 

An dieser Einschätzung vermögen auch die oberflächlichen, in sich widersprüchli-
chen und teilweise aggravierenden Angaben des Straf- und Zivilklägers nichts zu 
ändern. In der ersten Einvernahme vom 16. Januar 2015 gab der Straf- und Zivil-
kläger an, der Beschuldigte 2 sei plötzlich in seine Wohnung gekommen und habe 
ihm von hinten einen Faustschlag verpasst, worauf er, der Straf- und Zivilkläger zu 
Boden gefallen sei (pag. 414 Z. 91 ff.). Wie sich dies genau abgespielt haben soll 
und insbesondere wo genau ihn der von hinten verpasste Faustschlag getroffen 
haben soll, schilderte er jedoch nicht. Erst im Anschluss soll ihn der Beschuldigte 2 

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dann an den Haaren gepackt, bis zur Wohnungstüre geschleppt und ihm mehrere 
Faustschläge gegen seine Arme verpasst haben (pag. 414 Z. 93 f.). Eine Er-
klärung, weshalb der Beschuldigte 2 Letzteres getan haben sollte, blieb der Straf- 
und Zivilkläger schuldig. Er, der Straf- und Zivilkläger, habe um Hilfe geschrien und 
die Nachbarn seien erschienen (pag. 414 Z. 94 f.). Auch diesbezüglich schildert er 
jedoch mit keinem Wort, inwiefern die angeblich aufgetauchten Nachbarn eingegrif-
fen oder einfach nur interagiert hätten. Der Beschuldigte 2 habe dann CHF 300.00 
aus seinem Portemonnaie entnommen und die Wohnung verlassen (pag. 414 
Z. 95 f.). Das Geld sei vom Sozialamt gewesen, drei Mal CHF 100.00, und das Por-
temonnaie habe sich auf dem Küchentisch befunden (pag. 414 Z. 98 f.). Insgesamt 
sind die Angaben des Straf- und Zivilklägers in der ersten Befragung äusserst 
flach, teilweise realitätsfremd und wirken nicht selbsterlebt. Zudem fällt auf, dass er 
das gestohlene Marihuana bei dieser ersten Gelegenheit mit keinem Wort erwähn-
te. Nachdem dieser Vorwurf in den nächsten beiden Einvernahmen vom 23. Janu-
ar 2015 und vom 25. Februar 2015 nicht zur Sprache gekommen war, führte der 
Straf- und Zivilkläger in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 2. Dezember 
2019 im Widerspruch zu