# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c09b52fc-1ae3-557d-848c-ceba6409fbaa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.06.2018 A-3735/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3735-2017_2018-06-12.pdf

## Full Text

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 10.08.2018 (2C_621/2018) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-3735/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richterin Salome Zimmermann,  

Richter Pascal Mollard,    

Gerichtsschreiber Beat König. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch Dr. Klaus Tappolet, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer, 

Stempelabgaben,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Emissionsabgabe; Erlass. 

 

A-3735/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (im Folgenden auch: die Steuerpflichtige) mit Sitz in 

D._______ bezweckt gemäss Handelsregistereintrag den Aufbau und die 

Pflege einer Sammlung zeitgenössischer Kunst […]. Die Steuerpflichtige 

weist ein voll liberiertes, aus 5'000 Namenaktien zu je Fr. 1'000.- bestehen-

des Aktienkapital auf. Die Aktien werden zu 70 % durch B._______ und zu 

30 % durch die C._______ AG gehalten.  

Am 22. September 2010 wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, wonach 

die Aktionärinnen im Umfang von insgesamt Fr. 34'800'000.- (bzw. 

Fr. 24'360'000.- [B._______] sowie Fr. 10'440'000.- [C._______ AG]) «als 

Kapitaleinlage» auf – der Steuerpflichtigen gewährte, zinslose – Aktionärs-

darlehen verzichten.  

B.  

B.a Seit dem 27. Oktober 2010 korrespondierte die Steuerpflichtige (bzw. 

ihre Rechtsvertretung) mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nach-

folgend: ESTV) betreffend die Frage, in welchem Umfang die Steuerpflich-

tige aufgrund des erwähnten Verzichtes auf Darlehensforderungen die 

Emissionsabgabe schuldet und ob sowie gegebenenfalls inwieweit die ge-

schuldete Abgabeforderung zu erlassen ist. Weil die ESTV im Rahmen die-

ser Korrespondenz zunächst eine Emissionsabgabe von Fr. 348'000.- ge-

fordert hatte, bezahlte die Steuerpflichtige diesen Betrag am 17. Dezember 

2010 unter Vorbehalt.  

Mit Valuta 31. Januar 2011 überwies die Steuerpflichtige der ESTV einen 

ihr in Rechnung gestellten Verzugszinsbetrag von Fr. 1'208.35.  

B.b Mit Schreiben vom 1. April 2015 erklärte die ESTV, der Forderungsver-

zicht von Fr. 34'800'000.- unterliege abzüglich des in Art. 6 Abs. 1 Bst. k 

des Bundesgesetzes über die Stempelabgaben vom 27. Juni 1973 (StG, 

SR 641.10) statuierten Freibetrages von Fr. 10'000'000.- der Emissions-

gabe von 1 %. Die ESTV ging mithin nunmehr von einer (ohne Berücksich-

tigung bereits geleisteter Zahlungen) geschuldeten Emissionsabgabe von 

Fr. 248'000.- (statt wie bisher Fr. 348'000.-) aus.  

Die ESTV führte überdies aus, dass die geschuldete Emissionsabgabe von 

Fr. 248'000.- im Betrag von Fr. 26'000.- erlassen werde.  

A-3735/2017 

Seite 3 

B.c Mit Blick auf ihre Ausführungen im genannten Schreiben vom 1. April 

2015 bezahlte die ESTV der Steuerpflichtigen am 15. April 2015 einen Be-

trag von Fr. 26'000.- sowie am 17. April 2015 einen solchen von 

Fr. 100'000.- zurück.  

C.  

Nachdem die Steuerpflichtige am 15. November 2016 mittels Rechtsver-

zögerungsbeschwerde gefordert hatte, die Hauptabteilung Direkte Bun-

dessteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben der ESTV sei anzuwei-

sen, innert angemessener Frist über den beantragten Steuererlass zu be-

finden, erliess die ESTV am 12. Dezember 2016 einen Entscheid, mit wel-

chem sie das Erlassgesuch abwies (die erwähnte Rechtsverzögerungsbe-

schwerde wurde in der Folge aufgrund dieses Entscheids als gegenstands-

los geworden abgeschrieben [Abschreibungsentscheid des BVGer 

A-7131/2016 vom 6. März 2017]).  

D.  

Auf eine Einsprache der Steuerpflichtigen vom 19. Januar 2017 hin ver-

fügte die ESTV (im Folgenden auch: Vorinstanz) mit Einspracheentscheid 

vom 24. Mai 2017 was folgt:  

«1.  Die Einsprache der A._______ AG […] vom 19. Januar 2017 wird ab-

gewiesen.  

2. Die A._______ AG […] schuldet der ESTV die Emissionsabgabe im 

Umfang von insgesamt CHF 248'000.00. 

3. Die A._______ AG […] hat der ESTV zu Recht die Emissionsabgabe 

im Umfang von CHF 222'000.00 bezahlt. Sie schuldet der ESTV somit 

den Restbetrag von CHF 26'000.00 und hat diesen unverzüglich zu 

entrichten.  

4. Die A._______ AG […] schuldet der ESTV für den Zeitraum vom 

22. November 2010 bis 17. Dezember 2010 den Verzugszins von 

Fr. 1'208.35 und hat diesen Betrag mit Valuta 31. Januar 2011 zurecht 

bezahlt. 

5. Die ESTV schuldet der A._______ AG […] auf dem Betrag der zu viel 

bezahlten Emissionsabgabe von CHF 100'000.00 einen Vergütungs-

zins für den Zeitraum vom 17. Dezember 2010 bis 17. April 2015, aus-

machend CHF 21'639.00. 

A-3735/2017 

Seite 4 

6.  Die ESTV verrechnet ihre ausstehende Forderung gemäss vorstehen-

dem Dispositiv mit dem der A._______ AG […] zustehendem Vergü-

tungszins gemäss Ziff. 5. Die Verrechnung erfolgt bei Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Entscheids.» 

E.  

Mit Beschwerde vom 3. Juli 2017 lässt die Steuerpflichtige (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) beim Bundesverwaltungsgericht beantragen, unter 

Aufhebung des Einspracheentscheids der Vorinstanz vom 24. Mai 2017 sei 

«auf dem gesamten Betrag von CHF 248'000 der Erlass nach Art. 12 StG» 

zu gewähren (Beschwerde, S. 2). Eventualiter verlangt die Beschwerde-

führerin, der erwähnte Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei 

auf einem Teilbetrag von Fr. 168'000.- ein Erlass im Sinne von Art. 12 

StG zu gewähren. Was den Zins betrifft, fordert die Beschwerdeführerin, 

die Vorinstanz habe ihr «für die zu viel entrichtete Emissionsabgabe […] 

einen Verzugszins von 5% p.a. seit dem 17. Dezember 2010 zu bezah-

len […] [und] ihr den am 14.01.2011 in Rechnung gestellten und bezahlten 

Verzugszins von CHF 1'208.35 anteilsmässig zurückzuerstatten» (Be-

schwerde, S. 2). Schliesslich fordert die Beschwerdeführerin eine Partei-

entschädigung zulasten der Vorinstanz. 

F.  

Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 9. August 2017, die Be-

schwerde sei vollumfänglich sowie kostenpflichtig abzuweisen. Für den 

Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht in seinem Entscheid auf eine ak-

tenkundige Bilanz der Beschwerdeführerin per 31. August 2010 abstellen 

sollte, ersucht die Vorinstanz ferner darum, dass bei der Kostenverlegung 

berücksichtigt wird, dass diese Bilanz erst mit der Beschwerde eingereicht 

worden sei (Vernehmlassung, S. 3). 

G.  

Mit unaufgefordert eingereichter Stellungnahme vom 31. August 2017 hält 

die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.  

H.   

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die vorliegenden Akten 

wird – soweit entscheidrelevant – im Folgenden eingegangen. 

 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Angefochten ist ein Einspracheentscheid der ESTV, also eine Verfü-

gung nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 

über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, 

SR 172.021). Das Bundesverwaltungsgericht ist die zuständige Beschwer-

deinstanz (Art. 31, Art. 32 e contrario und Art. 33 Bst. d des Bundesgeset-

zes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungs-

gerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). Das Verfahren richtet sich nach dem 

VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Auf die im 

Übrigen mit der notwendigen Beschwerdeberechtigung (Art. 48 Abs. 1 

VwVG) sowie frist- und formgerecht (Art. 50 und 52 VwVG) eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einsprache-

entscheid in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann ne-

ben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrich-

tigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 

Bst. c VwVG).  

1.3 Verwaltungsverordnungen (wie Merkblätter, Richtlinien, Kreisschreiben 

etc.) sind für die Justizbehörden nicht verbindlich (ANDRÉ MOSER et al., 

Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, 

N. 2.173 f.). Die Gerichte sollen Verwaltungsverordnungen bei ihrem Ent-

scheid allerdings mitberücksichtigen, sofern diese eine dem Einzelfall an-

gepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzli-

chen Bestimmungen zulassen (BGE 123 II 16 E. 7; Urteile des BVGer 

A-3274/2017 vom 14. Februar 2018 E. 2.3, A-5769/2016 vom 11. April 

2017 E. 3.2, A-2675/2016 vom 25. Oktober 2016 E. 1.4).  

2.  

2.1 Der Bund erhebt Stempelabgaben unter anderem auf der entgeltlichen 

und unentgeltlichen Begründung und Erhöhung des Nennwerts von Betei-

ligungsrechten in Form von Aktien inländischer Aktiengesellschaften und 

Stammanteilen inländischer Gesellschaften mit beschränkter Haftung 

(sog. Emissionsabgabe; Art. 1 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 und 2 in Verbindung mit 

Art. 5 Abs. 1 Bst. a Lemma 1 und 2 StG). Der Begründung von Beteili-

gungsrechten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a StG gleichgestellt sind Zu-

schüsse, welche die Gesellschafter ohne entsprechende Gegenleistung an 

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Seite 6 

die Gesellschaft erbringen, ohne dass das im Handelsregister eingetra-

gene Gesellschaftskapital oder der einbezahlte Betrag der Genossen-

schaftsanteile erhöht wird (Art. 5 Abs. 2 Bst. a StG). Art. 5 Abs. 2 Bst. a StG 

hat die Bedeutung eines Ersatztatbestandes zur Regel von Art. 5 Abs. 1 

Bst. a StG und bezweckt, die Vermeidung der Emissionsabgabe auf dem 

genannten Weg auszuschliessen (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 

25. Oktober 1972 zu einem neuen Bundesgesetz über die Stempelabga-

ben, BBl 1972 II 1278 ff., 1290; MARCO DUSS et al., in: Martin Zweifel et 

al. [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht II/3, Bundesge-

setz über die Stempelabgaben, 2006 [nachfolgend: Kommentar Steuer-

recht II/3], Art. 5 N. 45). 

Zuschüsse können in Form von Bar- oder Sacheinlagen, durch Gutschrift 

oder Verrechnung oder durch Forderungsverzicht erbracht werden und of-

fen oder verdeckt erfolgen (vgl. zum Zuschuss in Form eines Forderungs-

verzichtes Urteil des BVGer A-1449/2015 vom 2. November 2015 E. 4.1.3, 

mit Hinweisen; siehe ferner DUSS et al., in: Kommentar Steuerrecht II/3, 

Art. 5 N. 58).  

2.2 Gemäss dem am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Art. 6 Abs. 1 Bst. k 

StG sind von der Emissionsabgabe ausgenommen die bei offenen Sanie-

rungen vorgenommene Begründung von Beteiligungsrechten oder die Er-

höhung von deren Nennwert bis zur Höhe vor der Sanierung sowie Zu-

schüsse von Gesellschaftern oder Genossenschaftern bei stillen Sanierun-

gen, soweit (1.) bestehende Verluste beseitigt werden und (2.) die Leistun-

gen der Gesellschafter oder Genossenschafter gesamthaft Fr. 10'000'000.- 

nicht übersteigen. 

2.3  

2.3.1 Bei (abgabepflichtigen) Zuschüssen entsteht die Emissionsabgabe-

forderung im Zeitpunkt des Zuschusses (Art. 7 Abs. 1 Bst. e StG). Mass-

gebend ist dabei grundsätzlich der Zeitpunkt, in welchem der Zuschuss ge-

leistet wird (Urteil des BVGer A-267/2015 vom 13. Juli 2015 E. 2.3), also 

der Zeitpunkt des Verfügungsgeschäftes (BEAT KÖNIG, in: Kommentar 

Steuerrecht II/3, Art. 7 N. 46).  

Die Abgabeforderung beträgt 1 % des Betrages des Zuschusses (Art. 8 

Abs. 1 Bst. b StG).  

Die Abgabeforderung wird bei Zuschüssen 30 Tage nach Entstehung der 

Abgabeforderung fällig (vgl. Art. 11 Bst. c StG; siehe zum Zeitpunkt der 

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Abgabeentrichtung auch Art. 10 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 3. De-

zember 1973 über die Stempelabgaben [StV, SR 641.101]).   

2.3.2 Auf Abgabebeträgen, die nach Ablauf der gesetzlichen Fälligkeitster-

mine ausstehen, ist ohne vorgängige Mahnung ein Verzugszins von 5 % 

pro Jahr geschuldet (vgl. Art. 29 StG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 der 

Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements vom 29. November 

1996 über die Verzinsung ausstehender Stempelabgaben [SR 641.153]). 

Verzugszinsen sind akzessorisch zur Hauptforderung (vgl. dazu MICHAEL 

BEUSCH, Der Untergang der Steuerforderung, 2012, S. 72). 

2.3.3 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ergibt sich, wenn Vergü-

tungszinsen nicht gesetzlich vorgesehen sind, nur ausnahmsweise aus 

Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung, durch Analogieschluss oder 

aus allgemeinen Prinzipien, dass ein Vergütungszins zu bezahlen ist. Ver-

gütungszinsen rechtfertigen sich nach dieser Rechtsprechung insbeson-

dere dort, wo auch der Steuerpflichtige bei nicht rechtzeitiger Zahlung der 

Steuerforderung einen Verzugszins oder Verspätungszins schuldet 

(BGE 143 II 37 E. 5.3; Urteile des BGer 2C_410/2008 vom 28. Oktober 

2008 E. 3.2, 2C_191/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2).  

Das Bundesgericht hat in BGE 108 Ib 12 E. 3 ohne nähere Begründung in 

analoger Anwendung von Art. 1 Abs. 1 der früheren Verordnung vom 

30. Oktober 1978 über die Verzinsung ausstehender Stempelabgaben 

(AS 1978 1800) einen Vergütungszins auf der Rückerstattung einer zu Un-

recht erhobenen Stempelsteuer zugesprochen. Nach Darstellung in 

BGE 143 II 37 E. 5.3 hat das Bundesgericht aber in der Folge die Ausrich-

tung eines solchen Vergütungszinses (mit Urteil vom 25. November 1983, 

in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 53, S. 558 ff.) auf Fälle 

eingeschränkt, bei welchen der Abgabepflichtige zur Vermeidung einer ge-

setzlichen Verzugszinspflicht gezwungen ist, eine ihm gegenüber verfügte 

Abgabe vorläufig unter Vorbehalt zu bezahlen, und er die Abgabepflicht 

gleichzeitig mit Rechtsmitteln bestreitet.  

2.4 Art. 12 StG bestimmt, dass die Emissionsabgabe gestundet oder erlas-

sen wird, wenn bei einer offenen oder stillen Sanierung ihre Erhebung eine 

offenbare Härte für die Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft bedeuten 

würde. Sowohl die (offene oder stille) Sanierung (dazu nachfolgend 

E. 2.4.1) als auch die offenbare Härte (dazu nachfolgend E. 2.4.2) sind un-

abdingbare Voraussetzungen für den Erlass der Emissionsabgabe (vgl. Ur-

teil des BVGer A-577/2013 vom 20. November 2013 E. 2.4). 

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Massgebender Zeitpunkt für die Beurteilung, ob die Voraussetzungen für 

einen Erlass oder eine Stundung im Sinne von Art. 12 StG vorliegen, ist 

der Zeitpunkt, in welchem die zu erlassende Abgabeforderung entstanden 

ist, also der Zeitpunkt der Umsetzung der massgebenden Sanierungs-

massnahmen (IVO P. BAUMGARTNER, in: Kommentar Steuerrecht II/3, 

Art. 12 N. 16).  

2.4.1  

2.4.1.1 Eine Sanierung im Sinne von Art. 12 StG liegt vor, wenn Massnah-

men getroffen werden, um ein Unternehmen aus einer wirtschaftlichen Kri-

sensituation herauszuführen und seinen Fortbestand zu sichern. Handlun-

gen, welche nur kurz greifen und die wirtschaftliche Tätigkeit des Unter-

nehmens nicht auch längerfristig abzusichern vermögen, gelten nicht als 

Sanierung im Sinne von Art. 12 StG. Im Weiteren setzt eine solche Sanie-

rung begriffsnotwendig die Beseitigung von Verlusten voraus (Urteile des 

BVGer A-577/2013 vom 20. November 2013 E. 2.4.1, A-801/2007 vom 

22. Februar 2010 E. 2.2.1.1; Entscheid des Bundesrates vom 19. August 

1992, in: ASA 61, S. 676 f.; MAURUS WINZAP, in: Xavier Oberson/Pascal 

Hinny [Hrsg.], Kommentar Stempelabgaben, 2006, Art. 12 N. 9). 

2.4.1.2 Ein Erlass der Abgabe kommt nur dann in Frage, wenn der Abga-

bepflichtige sanierungsbedürftig ist. Eine Sanierungsbedürftigkeit setzt 

nach Art. 12 StG voraus, dass die Sanierungsmassnahmen zum Ausgleich 

sog. echter Verluste verwendet werden. Dies bedingt, dass der Abgabe-

pflichtige über keine Reserven mehr verfügt, welche die Verluste decken 

würden (Entscheid des Eidgenössischen Finanzdepartementes [EFD] vom 

9. Dezember 1980, in: ASA 49, S. 446 f.; IVO P. BAUMGARTNER, in: Kom-

mentar Steuerrecht II/3, Art. 12 N. 27). Darunter fallen sowohl offene wie 

auch stille Reserven. Eine Unterscheidung nach der Art der Reserven er-

folgt nach der Verwaltungspraxis nicht (vgl. Ziff. 3.3.3 des Kreisschrei-

bens der ESTV Nr. 32 «Sanierung von Kapitalgesellschaften und Genos-

senschaften» vom 23. Dezember 2010; siehe dazu auch Urteile des BVGer 

A-5872/2008 vom 16. Juli 2010 E. 3.1.1, A-801/2007 vom 22. Februar 2010 

E. 2.2.1.2). Letzteres wird in der Literatur so interpretiert, dass nach der 

Verwaltungspraxis unerheblich ist, ob aus rechtlichen oder anderweitigen 

Gründen keine Verrechnung der Reserven mit den Verlusten möglich ist 

(BAUMGARTNER, in: Kommentar Steuerrecht II/3, Art. 12 N. 28, insbeson-

dere mit Hinweis auf den Entscheid des Bundesrates vom 21. Februar 

1996, in: ASA 65, S. 487 ff. [= RDAF 1997 II S. 439 ff.; vgl. zu diesem Ent-

scheid hinten E. 4.3.2.2]).  

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Sanierungsmassnahmen dürfen auch nicht dazu führen, dass nach der 

Ausbuchung der Verluste ein Betrag zur Bildung von Reserven verbleibt. 

Daraus ergibt sich, dass der Teil eines Forderungsverzichtes, welcher den 

Verlustvortrag übersteigt, nicht in den Genuss eines Erlasses kommen 

darf. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz betrifft die Bildung einer Sa-

nierungsreserve, welche im laufenden Geschäftsjahr zur Vornahme von 

geplanten Sanierungsmassnahmen wieder aufgelöst wird (BAUMGARTNER, 

a.a.O., Art. 12 N. 37; WINZAP, a.a.O., Art. 12 N. 15; THOMAS KUNZ/FREDY 

BRÜGGER, Emissionsabgabe – Möglichkeiten und Grenzen des Erlasses, 

in: Steuer Revue 2006, S. 266 ff., S. 269; siehe zum Ganzen Urteil des 

BVGer A-801/2007 vom 22. Februar 2010 E. 2.2.1.2). Darüber hinaus kann 

praxisgemäss auch ein den sofortigen Verlustabbau übersteigender Zu-

schuss als eine zum Steuererlass berechtigende Sanierung qualifiziert 

werden, wenn die dadurch geschaffene Reserve die für das Folgejahr der 

Sanierung budgetierten Verluste abdecken soll und in diesem Zeitraum 

auch tatsächlich zum Ausgleich der Verluste verwendet wird (vgl. MAJA 

BAUER-BALMELLI/THOMAS M. FISLER, Die Praxis der Bundessteuern, Stem-

pelabgaben und Verrechnungssteuer, Bd. 1, 2017, Art. 12 N. 56).  

2.4.1.3 Eine offene Sanierung ist gegeben, wenn das Aktienkapital zwecks 

Beseitigung von Verlusten herabgesetzt und anschliessend wieder erhöht 

wird. Bei der stillen Sanierung werden die Verluste der Gesellschaft mittels 

Forderungsverzichten oder à-fonds-perdu-Zuschüssen der Aktionäre ge-

deckt (Urteil des BVGer A-577/2013 vom 20. November 2013 E. 2.4.2; 

CONRAD STOCKAR, Der Erlass der eidgenössischen Emissionsabgabe, 

in: Der Schweizerische Treuhänder [ST] 5/82, S. 2).  

2.4.2 Bei Anerkennung der Sanierung wird nach der Verwaltungspraxis das 

Vorliegen einer offenbaren Härte vermutet und der Erlass grundsätzlich ge-

währt. Keine offenbare Härte liegt jedoch nach der Praxis vor, wenn die 

Sanierungsbedürftigkeit auf eine verdeckte Gewinnausschüttung zurück-

zuführen ist oder wenn die Gesellschaft nicht mit genügendem Eigenkapi-

tal ausgestattet war (vgl. Urteile des BVGer A-1449/2015 vom 2. November 

2015 E. 4.2.3.4, A-577/2013 vom 20. November 2013 E. 2.4.3, A-801/2007 

vom 22. Februar 2010 E. 2.2.2; BEUSCH, a.a.O., S. 217; WINZAP, a.a.O., 

Art. 12 N. 27). Der Erlass wird somit insbesondere dann verweigert, wenn 

die Sanierungsbedürftigkeit der Gesellschaft auf das Fehlen hinreichender 

eigener Mittel (sog. Unterkapitalisierung) zurückzuführen ist (Urteil des 

BVGer A-577/2013 vom 20. November 2013 E. 2.4.3; IVO P. BAUMGARTNER, 

in: Kommentar Steuerrecht II/3, Art. 12 N. 46). Der Erlass der Stempelab-

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gabe darf nicht dazu führen, unterkapitalisierten Gesellschaften die Kapi-

talbeschaffung unter Umgehung der Abgabe zu ermöglichen (Entscheid 

des Bundesrates vom 15. Januar 1986, in: ASA 55, S. 155; siehe zum Gan-

zen Urteil des BVGer A-577/2013 vom 20. November 2013 E. 2.4.3).  

Die Angemessenheit des «verstempelten» Eigenkapitals wird von 

der ESTV nach den in ihrem Kreisschreiben Nr. 6 vom 6. Juni 1997 ange-

führten Ansätzen überprüft (Praxis bestätigt in Entscheid des Bundesrates 

vom 17. November 2004, in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden 

[VPB] 69.36 E. 4.2 und 5.2). Darin wird in einer Tabelle für jede Position 

der Aktivseite der Bilanz festgelegt, wie hoch das Fremdkapital maximal 

sein darf. Mittels Umkehrschlusses lässt sich derselben Tabelle entneh-

men, wie hoch der Eigenfinanzierungsgrad für jede Aktivposition mindes-

tens sein muss (vgl. KUNZ/BRÜGGER, a.a.O., S. 270). Bei der Berechnung 

des Mindesteigenkapitals ist eine schematische Betrachtungsweise gebo-

ten (vgl. FELIX SCHALCHER, Die Sanierung von Kapitalgesellschaften im 

schweizerischen Steuerrecht, 2008, S. 179 Fn. 1087). Bei Vorliegen einer 

Unterkapitalisierung wird der Erlass allerdings nur insoweit verwehrt, als 

verdecktes Eigenkapital festgestellt wird (vgl. WINZAP, a.a.O., Art. 12 

N. 28 f. zu Art. 12; kritisch zum herrschenden Recht: MARTIN KOCHER, Die 

«Corporate Governance»-Vorlage und der steuerrechtliche Sanierungsbe-

griff, in: ASA 77 S. 282 ff., insbesondere S. 307 f.; siehe zum Ganzen Urteil 

des BVGer A-577/2013 vom 20. November 2013 E. 2.4.3). 

3.  

Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die am 22. September 2010 ver-

einbarten Forderungsverzichte der beiden Aktionärinnen B._______ und 

C._______ AG von insgesamt Fr. 34'800'000.- einen der Emissionsabgabe 

unterliegenden Zuschuss im Sinne von Art. 5 Abs. 2 Bst. a StG bilden. Auch 

besteht unter den Verfahrensbeteiligten Einigkeit, dass die entsprechende 

Leistung der beiden Aktionärinnen nach Art. 6 Abs. 1 Bst. k StG im Umfang 

von Fr. 10'000'000.- von der Emissionsabgabe ausgenommen ist.  

Fraglich und zu klären ist, ob die auf dem verbleibenden Betrag von 

Fr. 24'800'000.- angefallene Emissionsabgabe von 1 % (vgl. E. 2.3.1) bzw. 

von Fr. 248'000.- gestützt auf Art. 12 StG ganz oder teilweise erlassen wer-

den kann.  

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Seite 11 

4.  

4.1 Vorab ist zu klären, welcher Zeitpunkt beim hier zu würdigenden Fall 

für die Beurteilung der Voraussetzungen eines Steuererlasses massge-

bend ist.  

Abzustellen ist – wie dargelegt – auf den Zeitpunkt, in welchem die zu er-

lassende Abgabeforderung entstanden ist bzw. die interessierende Sanie-

rungsmassnahme umgesetzt wurde (vgl. vorn E. 2.4). Vorliegend ist dies 

der Zeitpunkt, per welchen der Zuschuss von Fr. 34'800'000.- geleis-

tet wurde (Zeitpunkt des Verfügungsgeschäftes, vgl. vorn E. 2.3.1). Da 

die beiden Aktionärinnen der Beschwerdeführerin mit der Vereinbarung 

vom 22. September 2010 «per 1.1.2010» auf ihre Darlehensforderungen 

verzichteten (vgl. Akten Vorinstanz, act. 18 Blatt 5), ist letzterer Zeitpunkt 

massgebend. Entgegen der Darstellung in der Beschwerde kann keine 

Rede davon sein, dass der fragliche Zuschuss emissionsabgaberechtlich 

gesehen erst am 22. September 2010 geleistet wurde. Dieser Zeitpunkt ist 

nämlich der im vorliegenden Kontext nicht ausschlaggebende Zeitpunkt 

des Verpflichtungsgeschäftes.  

4.2 Am 1. Januar 2010 (bzw. per 31. Dezember 2009) wies die Beschwer-

deführerin in ihrer Bilanz unbestrittenermassen einen Gesamtverlustbetrag 

von Fr. 29'404'921.71 auf. Nach Abzug des nach Art. 6 Abs. 1 Bst. k StG 

von der Steuer ausgenommenen Betrages von Fr. 10'000'000.- war somit 

im massgebenden Zeitpunkt des Zuschusses (vgl. E. 4.1) ein Verlustbetrag 

von Fr. 19'404'921.71 vorhanden. 

4.3  

4.3.1 Es fragt sich, ob es sich beim zuletzt genannten Betrag von 

Fr. 19'404'921.71 emissionsabgaberechtlich um einen echten Verlust han-

delte, also die Beschwerdeführerin (vor Erhalt des Zuschusses) über keine 

diesen Betrag deckende Reserven verfügte. Denn nur soweit dies der Fall 

wäre, könnte dieser Verlust im entsprechenden Umfang eine Sanierungs-

bedürftigkeit der Beschwerdeführerin begründen und liesse sich der hier 

interessierende Zuschuss im Zusammenhang mit Art. 12 StG (teil-

weise) als Sanierungsmassnahme zum Ausgleich dieses Verlustes aner-

kennen (vgl. E. 2.4.1.2).  

Es ist unbestritten, dass per 1. Januar 2010 (bzw. per 31. Dezember 

2009) bei der Beschwerdeführerin stille Reserven im Betrag von 

Fr. 15'000'000.- auf dem Aktivum «Kunstwerke» vorhanden wa-

ren (vgl. dazu Akten Vorinstanz, act. 11 Blatt 3). Würde der vorn in 

A-3735/2017 

Seite 12 

E. 2.4.1.2 genannten Verwaltungspraxis gefolgt, würde der Verlust von 

Fr. 19'404'921.71 im Betrag dieser stillen Reserven (für die Zwecke der 

Emissionsabgabe) keinen echten Verlust bilden.  

Die Beschwerdeführerin macht freilich geltend, bei den erwähnten stillen 

Reserven würde es sich um Zwangsreserven auf betriebsnotwendigem An-

lagevermögen handeln, dessen Veräusserung die unveränderte Weiterfüh-

rung ihres Unternehmens mit dem statutarischen Gesellschaftszweck 

«Aufbau und Pflege einer Sammlung zeitgenössischer Kunst […]» gefähr-

den würde. Soweit solche Zwangsreserven nach der Verwaltungspraxis zu 

einer Reduktion des Umfanges der (für die Voraussetzung der Sanierungs-

bedürftigkeit massgebenden) echten Verluste führen würden, sei dies un-

vereinbar mit dem Zweck von Art. 12 StG.  

4.3.2  

4.3.2.1 In der Literatur wird mitunter die Meinung vertreten, dass bei der 

Prüfung des erwähnten Erfordernisses, dass weder offene noch stille Re-

serven bestehen (vgl. E. 2.4.1.2), nur stille Willkür- sowie Ermessensreser-

ven, nicht aber Zwangsreserven einzubeziehen seien (in diesem Sinne PE-

TER UEBELHART/THOMAS LINDER/FELIX SCHALCHER, Sanierung von Kapital-

gesellschaften und Genossenschaften, in: ST 3/11, S. 182 ff., S. 183; WIN-

ZAP, a.a.O., Art. 12 N. 21; vgl. auch BAUMGARTNER, a.a.O., Art. 12 N. 29 

und 53; HANS ULRICH MEUTER, Sanierung einer Aktiengesellschaft, in: Zür-

cher Steuerpraxis [ZStP] 2/1998, S. 79 ff., S. 88. Allgemein zum steuer-

rechtlichen Sanierungsbegriff STEPHAN KUHN/RENÉ SCHREIBER, Sanierung 

von Unternehmungen, in: ST 10/10, S. 695 ff., S. 695 f.).  

Zwangsreserven entstehen «von selbst», also ohne Zutun des Unterneh-

mens, und zwar als Differenz zwischen dem tatsächlichen Wert sowie dem 

gesetzlich zulässigen Höchstwert (siehe STEPHAN DEKKER, in: Jeanette K. 

Wibmer [Hrsg.], Aktienrecht Kommentar, 2016, Art. 959c N. 15, mit Hinwei-

sen). Per 1. Januar 2010 zu beachten ist als handelsrechtliche Höchstbe-

wertungsvorschrift, welche die Entstehung von Zwangsreserven zur Folge 

haben kann, insbesondere aArt. 665 des Bundesgesetzes vom 30. März 

1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

(Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR, SR 220) in der Fassung des Bundes-

gesetzes vom 4. Oktober 1991 (AS 1992 733 ff.). Danach darf das Anlage-

vermögen höchstens zu den Anschaffungs- oder den Herstellungskosten 

abzüglich der notwendigen Abschreibungen bewertet werden. Eine Bewer-

tung zum Geschäftswert, wie er nach der allgemein geltenden Bewertungs-

vorschrift von aArt. 960 Abs. 2 OR massgebend war, ist somit nach 

A-3735/2017 

Seite 13 

aArt. 665 OR in der am 1. Januar 2010 in Kraft gewesenen Fassung im 

Aktienrecht unzulässig, soweit dieser Wert die Anschaffungs- oder Herstel-

lungskosten übersteigt (vgl. LUKAS IMARK/LORENZ LIPP, in: Vito 

Roberto/Hans Rudolf Trüeb [Hrsg.], CHK - Handkommentar zum Schwei-

zer Privatrecht, GmbH, Genossenschaft, Handelsregister und Wertpa-

piere – Bucheffektengesetz, 2. Aufl. 2012, Art. 960 OR N. 7; anders dage-

gen noch Urteil des BGer vom 28. April 1961, in: ASA 30, S. 188 ff., E. 3c, 

wo das Bundesgericht die Auffassung als vertretbar bezeichnete, dass 

zum Beispiel eine Liegenschaft, welche an sich unter aArt. 665 OR in der 

[früheren] Fassung des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 1936 

[AS 1937 185 ff.] fallen würde, gestützt auf den allgemeinen Grundsatz von 

aArt. 960 Abs. 2 OR mit einem die Anschaffungs- oder Herstellungskosten 

übersteigenden Betrag in die Bilanz eingesetzt werden darf, «wenn und 

soweit ein offensichtlicher und nach menschlichem Ermessen als dauernd 

zu betrachtender Mehrwert angenommen werden darf»). 

Ohne Realisierung der entsprechenden Vermögenswerte lassen (und lies-

sen) sich Zwangsreserven nur bei Grundstücken und Beteiligungen zur Be-

seitigung einer Unterbilanz auflösen (vgl. Art. 670 Abs. 1 Satz 1 OR; LUKAS 

GLANZMANN, Drohende Zahlungsunfähigkeit, Kapitalverlust und Überschul-

dung, in: Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht [GesKR] 2017, S. 387 ff., 

S. 395). Bei der Auflösung von Zwangsreserven bei Grundstücken und Be-

teiligungen ist handelsrechtlich zudem eine Aufwertungsreserve zu bilden 

(vgl. Art. 670 Abs. 1 Satz 2 OR), welche nur mittels Umwandlung in Aktien-

kapital sowie durch Wiederabschreibung oder Veräusserung der aufgewer-

teten Aktiven aufgelöst werden kann (vgl. Art. 671b OR). Mit anderen Wor-

den darf eine solche Aufwertungsreserve nicht mit dem Bilanzverlust ver-

rechnet werden (WINZAP, a.a.O., Art. 12 N. 21; vgl. auch THOMAS MEISTER, 

in: Jolanta Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], OR Kommentar, 3. Aufl. 2016, 

Art. 671b N. 1, wonach die Aufwertungsreserve die Verwendung des Auf-

wertungsgewinnes für Verlustverrechnungen verhindert).  

Mit Blick auf diese Eigenheiten von Zwangsreserven (bzw. angesichts der 

erwähnten gesetzlichen Beschränkungen der Gestaltungsmöglichkeiten 

der Gesellschaft in Bezug auf die Entstehung und Auflösung von Zwangs-

reserven) ist es geboten, jedenfalls Zwangsreserven auf betriebsnotwen-

digem Anlagevermögen nicht mit einzubeziehen, wenn es im Rahmen der 

Prüfung der Voraussetzungen von Art. 12 StG um die Ermittlung der Höhe 

allfälliger, gegen die Sanierungsbedürftigkeit der Gesellschaft sprechender 

stiller Reserven geht. Zu Ungunsten der um einen Erlass im Sinne von 

A-3735/2017 

Seite 14 

Art. 12 StG ersuchenden Gesellschaft zu berücksichtigen sind bei der Prü-

fung der Sanierungsbedürftigkeit nämlich nur Reserven, die es der Gesell-

schaft ermöglichen, die Verluste selbst zu kompensieren (vgl. Urteil des 

BVGer A-1449/2015 vom 2. November 2015 E. 4.2.3.1) bzw. aus eigener 

Kraft zu überleben (vgl. HANS PETER HOCHREUTENER, Ergänzungsband zu 

'Die Eidgenössischen Stempelabgaben und die Verrechnungssteuer', 

2017, N. 58).  

Eine solche Behandlung von Zwangsreserven auf betriebsnotwendigem 

Anlagevermögen bei der Prüfung der Sanierungsbedürftigkeit steht im Ein-

klang mit dem Sinn und Zweck von Art. 12 StG, zum Fortbestand von in 

eine finanzielle Notlage geratenen Unternehmen sowie zur Sicherstellung 

ihres Weiterbetriebes beizutragen (im Ergebnis ebenso BAUMGARTNER, 

a.a.O., Art. 12 N. 3 und 53). Zum hier gezogenen Schluss passt, dass 

Zwangsreserven nicht als stille Reserven im Sinne des Buchführungs- und 

Rechnungslegungsrechtes betrachtet werden (siehe zum buchführungs- 

und rechnungslegungsrechtlichen Begriff der stillen Reserven DEKKER, 

a.a.O., Art. 959c N. 15, mit Hinweisen). Jedenfalls mit Bezug auf Zwangs-

reserven auf betriebsnotwendigem Anlagevermögen ist nicht ersichtlich, 

weshalb diese für die Zwecke des Tatbestandes von Art. 12 StG abwei-

chend von der buchführungs- sowie rechnungslegungsrechtlichen Termi-

nologie als stille Reserven behandelt werden sollten.  

Im dargelegten Sinne ist der Begriff der bei der Prüfung der Sanierungsbe-

dürftigkeit als Voraussetzung des Steuererlasses nach Art. 12 StG zu be-

rücksichtigenden stillen Reserven dahingehend zu verstehen, dass 

Zwangsreserven auf dem betrieblichen Anlagevermögen nicht als stille Re-

serven gelten (und damit nicht mit einzubeziehen sind). Ferner ist entspre-

chend dieser Betrachtung der Verwaltungspraxis, wonach unerheblich ist, 

ob aus rechtlichen oder anderweitigen Gründen keine Verrechnung der Re-

serven mit den Verlusten möglich ist (vgl. E. 2.4.1.2), nicht uneingeschränkt 

zu folgen. – Anzumerken ist in diesem Kontext, dass sich die Vorinstanz 

bezeichnenderweise nicht mit der Frage nach der Rechtsmässigkeit ihrer 

Praxis im vorliegenden Fall auseinandersetzt.  

4.3.2.2 Die ältere emissionsabgaberechtliche Rechtsprechung vermag die 

soeben gezogenen Schlüsse nicht umzustossen:  

Zwar wurde in einem Entscheid des Bundesrates vom 1. April 1992 

(in: VPB 57.20) festgehalten, ein Sanierungsbedarf im Sinne von Art. 12 

A-3735/2017 

Seite 15 

StG bestehe im Fall, dass Aktiven unterbewertet oder Passiven überbe-

wertet sind, nur dann, wenn nach einer Korrektur dieser Bewertungen noch 

ein Verlust resultiere (E. 4.3.2 des Entscheids). Doch kann daraus nicht 

abgeleitet werden, dass auch Zwangsreserven auf betriebsnotwendigem 

Anlagevermögen im Sinne einer solchen Korrektur aufzulösen wären. Zu-

dem lässt sich nicht mit Recht behaupten, es könnten in einer Konstellation 

wie der vorliegenden nur dann echte, Anlass zu einer Sanierung im Sinne 

von Art. 12 StG gebende Verluste vorliegen, wenn nach Elimination von 

Verlusten mit gegen den Wortlaut von aArt. 665 OR (in der Fassung des 

Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 [AS 1992 733 ff., 786]) verstossen-

den Aufwertungsbuchungen Verluste übrigblieben (in dieser Richtung je-

doch in Bezug auf die entsprechende Vorschrift von aArt. 665 OR in der 

Fassung des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 1936 [AS 1937 185 ff.] 

Entscheid des Eidgenössischen Finanzdepartements [EFD] vom 9. De-

zember 1980, in: ASA 49, S. 445 ff., E. 5). Eine Obliegenheit des Steuer-

pflichtigen, mit solchen Aufwertungsbuchungen Verluste zu tilgen, lässt 

sich namentlich nicht aus dem Umstand ableiten, dass das Bundesgericht 

in seinem erwähnten Urteil vom 28. April 1961 (in: ASA 30, S. 188 ff.) in 

E. 3c im Zusammenhang mit der früheren Wehrsteuer eine gegen 

aArt. 665 OR in der Fassung vom 18. Dezember 1936 verstossende, aber 

von der Generalversammlung der Gesellschaft genehmigte sowie seitens 

der Aktionäre unangefochten gebliebene Aufwertung als für die Steuerbe-

hörde verbindlich bezeichnete.  

Auch der Entscheid des Bundesrates vom 21. Februar 1996 in ASA 65, 

S. 487 ff. (= RDAF 1997 II S. 439 ff.) ist für die vorliegend interessierende 

Thematik nicht einschlägig, da es dabei um die Frage nach einem Erlass 

im Sinne von Art. 12 StG bei einer Sonderkonstellation, nämlich bei einer 

bankenrechtlich zur Bildung von Reserven verpflichteten Bank ging 

(vgl. dazu E. 3.3 dieses Entscheids). Entsprechendes gilt auch für den Ent-

scheid des EFD vom 29. September 1997, wonach im Zusammenhang mit 

einem Erlass gemäss Art. 12 StG bankenrechtliche Vorschriften nicht als 

relevantes Hindernis für eine Verlustbeseitigung mittels Abbaus von Reser-

ven ins Feld geführt werden können (vgl. zu diesem Entscheid BAUER-BAL-

MELLI/FISLER, a.a.O., Art. 12 StG N. 51). Ausschlaggebend für diese beiden 

Entscheide war insbesondere die Überlegung, dass Banken gegenüber 

Gesellschaften, welche nur dem Gesellschaftsrecht unterstehen, nicht pri-

vilegiert werden dürfen. Vergleichbare Fragen der Gleichbehandlung sämt-

licher Steuerpflichtiger stellen sich bei einer Nichtberücksichtigung von 

Zwangsreserven auf dem betriebsnotwenigen Anlagenvermögen – soweit 

ersichtlich – nicht.   

A-3735/2017 

Seite 16 

4.3.3 Im vorliegenden Fall wird richtigerweise nicht in Abrede gestellt, dass 

die unter der Bezeichnung «Kunstwerke» per 31. Dezember 2009 bzw. 

1. Januar 2010 bilanziert gewesenen Vermögensgegenstände Bestandteil 

des betriebsnotwendigen Anlagevermögens der Beschwerdeführerin bilde-

ten. Bei den nicht offen ausgewiesenen Reserven von Fr. 15'000'000.- auf 

diesem Aktivum handelte es sich folglich um aufgrund von aArt. 665 OR 

entstandene Zwangsreserven. 

Im Lichte der vorstehenden Ausführungen schmälert der erwähnte Betrag 

an Zwangsreserven auf betriebsnotwendigem Anlagevermögen von 

Fr. 15'000'000.- den für die Beurteilung der Sanierungsbedürftigkeit 

der Beschwerdeführerin massgebenden Betrag des (emissionsabgabe-

rechtlichen) echten Verlustes nicht. Somit ist entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz (vgl. insbesondere E. 2.2 Bst. b des angefochtenen Einsprache-

entscheids) davon auszugehen, dass der Verlust von Fr. 19'404'921.71 

(vgl. E. 4.3.1) für die Zwecke der Emissionsabgabe in vollem Umfang einen 

echten Verlust bildet.  

4.4 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass ein – eine Sanierungsbedürftig-

keit der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 12 StG begründen-

der – (echter) Verlust von Fr. 19'404'921.71 (sanierungsbedürftiger Betrag) 

gegeben war. Da dieser Verlust durch die per 1. Januar 2010 erfolgten For-

derungsverzichte der beiden Aktionärinnen B._______ und C._______ AG 

gedeckt wurde (und die Beschwerdeführerin ihr Unternehmen nach Erhalt 

des Zuschusses weiterführte), steht ein Steuererlass im Rahmen einer stil-

len Sanierung in Frage (vgl. E. 2.4.1.3).  

Der per 1. Januar 2010 von den Aktionärinnen nach Abzug des Betrages 

von Fr. 10'000'000.- im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. k StG geleistete Zu-

schuss von Fr. 24'800'000.- überstieg den sanierungsbedürftigen Betrag 

von Fr. 19'404'921.71 um Fr. 5'395'078.29. Der letztere Betrag ist damit als 

Übersanierung zu qualifizieren, weshalb hinsichtlich der darauf entfallen-

den Emissionsabgabe von Fr. 53'950.78 der Erlass zu verweigern ist.  

An diesem Ergebnis nichts ändern können die bei der Beschwerdeführerin 

nach dem 1. Januar 2010 vorhanden gewesenen Verluste. Wie näm-

lich den aktenkundigen Bilanzen der Beschwerdeführerin per 31. Dezem-

ber 2010 und 31. Dezember 2011 zu entnehmen ist, wurde der Be-

trag von Fr. 5'395'078.29 einer Kapitaleinlagereserve zugewiesen (Akten 

Vorinstanz, act. 13 Blätter 4 und 10) und damit in den Jahren 2010 und 

A-3735/2017 

Seite 17 

2011 bzw. bis zum 1. Januar 2012 nicht zur Ausbuchung von Verlusten ver-

wendet (vgl. auch das aktenkundige E-Mail vom 18. März 2014 [= Akten 

Vorinstanz, act. 13], wo ausgeführt wird, es sei beabsichtigt, die Sanie-

rungsreserve von [gerundet] Fr. 5'395'078.- in der Jahresrechnung 2013 

mit dem aufgelaufenen Verlustvortrag zu verrechnen). Es lässt sich damit 

nicht davon sprechen, dass die gebildete Sanierungsreserve im laufenden 

Geschäftsjahr des Zuschusses zwecks Vornahme von geplanten Sanie-

rungsmassnahmen wieder aufgelöst wurde. Anders als die Beschwerde-

führerin geltend macht, kann auch nicht angenommen werden, dass die 

Reserve, welche mit dem Zuschuss geschaffen wurde, für das Folgejahr 

der Sanierung budgetierten Verluste abgedeckt hat und sie in diesem Zeit-

raum auch tatsächlich zum Ausgleich der Verluste verwendet wurde. Die 

vorn erwähnten Ausnahmen vom Grundsatz, dass der den Verlustvortrag 

überschiessende Teil eines Forderungsverzichtes nicht in den Genuss ei-

nes Erlasses kommen darf (vgl. E. 2.4.1.2), sind somit im vorliegenden Fall 

nicht einschlägig.  

4.5 Zu prüfen ist sodann für den noch verbleibenden Emissionsabgabebe-

trag von Fr. 194'049.22 (= Fr. 248'000.- – Fr. 53'950.78), ob trotz der Sa-

nierungsbedürftigkeit keine offenbare Härte gegeben war bzw. ob die Be-

schwerdeführerin vor Erhalt des Zuschusses nicht mit ausreichendem Ei-

genkapital ausgestattet, also unterkapitalisiert war.  

Die Verfahrensbeteiligten gehen vor dem Bundesverwaltungsgericht zu-

treffend davon aus, dass unter Anwendung der Ansätze des Kreisschrei-

bens Nr. 6 der ESTV und bei Veranschlagung der Kunstwerke zum mass-

gebenden Verkehrswert, d.h. zum verbuchten Wert zuzüglich des Betrages 

der Zwangsreserven von Fr. 15'000'000.-, ein Soll-Eigenkapital der Be-

schwerdeführerin per 1. Januar 2010 von Fr. 19'925'444.- resultieren 

würde.  

Uneinigkeit besteht jedoch hinsichtlich der Frage, ob zur Feststellung einer 

allfälligen Unterdeckung der letztere Betrag von Fr. 19'925'444.- lediglich 

mit dem Aktienkapital der Beschwerdeführerin von Fr. 5'000'000.- oder 

stattdessen mit der Summe aus diesem Aktienkapital und den Zwangsre-

serven von Fr. 15'000'000.- zu vergleichen ist: Während sich die Vorinstanz 

auf den Standpunkt stellt, der Betrag von Fr. 15'000'000.- lasse sich nicht 

zweimal – einmal bei der Berechnung des notwendigen Eigenkapitals und 

nochmals bei der Beurteilung des vorhandenen Eigenkapitals – berück-

sichtigen, fordert die Beschwerdeführerin, die Zwangsreserven seien bei 

der Prüfung der Eigenkapitalausstattung anzurechnen.  

A-3735/2017 

Seite 18 

Wie BAUMGARTNER (a.a.O., Art. 12 N. 53) richtigerweise festhält, muss eine 

offenbare Härte im Sinne von Art. 12 StG – «dann bejaht werden, wenn 

zwar Reserven bestehen, deren Auflösung jedoch die unveränderte und 

uneingeschränkte Weiterführung des Unternehmens gefährden würde». 

Mit Blick auf diesen Umstand müssen die vorliegenden Zwangsreserven 

auf betriebsnotwendigem Anlagevermögen im Rahmen der Prüfung der 

Frage, ob die Beschwerdeführerin genügend kapitalisiert war, in dem Sinne 

zu ihren Gunsten berücksichtigt werden, als das Soll-Eigenkapital der 

Summe des Aktienkapitals und der Zwangsreserven gegenüberzustellen 

ist. Anders als dies die Vorinstanz suggeriert, läuft das nicht auf eine dop-

pelte Berücksichtigung der Zwangsreserven zugunsten der Beschwerde-

führerin hinaus. Der Einbezug des Reservebetrages bei der Ermittlung des 

massgebenden Verkehrswertes der Kunstwerke als Grundlage zur Bestim-

mung des Soll-Eigenkapitals wirkt sich nämlich im Vergleich zu einem Ab-

stellen auf die Buchwerte dieser Kunstwerke insofern zulasten der Be-

schwerdeführerin aus, als sich damit dieses minimal notwendige Eigenka-

pital erhöht.  

Es erweist sich somit, dass dem Soll-Eigenkapital der Beschwerdeführerin 

von Fr. 19'925'444.- ein Kapital von Fr. 20'000'000.- (= Fr. 5'000'000.- [Ak-

tienkapital] + Fr. 15'000'000.- [Zwangsreserven auf dem betrieblichen An-

lagevermögen]) gegenüberstand. Demzufolge war die Beschwerdeführerin 

nicht unterkapitalisiert und war eine offenbare Härte im Sinne von Art. 12 

StG gegeben.  

Es wird zu Recht nicht in Abrede gestellt, dass die übrigen Voraussetzun-

gen für den Erlass des hier interessierenden Emissionsabgabebetrages 

von Fr. 194'049.22 erfüllt sind. 

5.  

Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführerin die unter Berücksichti-

gung der Abgabebefreiung von Art. 6 Abs. 1 Bst. k StG verbleibende Emis-

sionsabgabeforderung von Fr. 248'000.- im Umfang von Fr. 194'049.22 zu 

erlassen. Es trifft damit die Beschwerdeführerin, soweit von den geleisteten 

Zahlungen und Rückerstattungen abgesehen wird, eine Abgabeschuld von 

Fr. 53'950.78. 

A-3735/2017 

Seite 19 

6.  

Was die Verzugszinsen betrifft, ist Folgendes festzuhalten: 

6.1  

6.1.1 Entsprechend dem vorn Ausgeführten schuldete die Beschwerdefüh-

rerin ohne den erwähnten Steuererlass eine Emissionsabgabe von 

Fr. 248'000.-. Die entsprechende Abgabeforderung entstand dabei am 

1. Januar 2010, da der Zuschuss per diesen Zeitpunkt geleistet wurde 

(vgl. E. 4.1. Die Vorinstanz nimmt im Zusammenhang mit dem Verzugszins 

zu Unrecht an, dass der Zuschuss steuerlich betrachtet erst am 22. Sep-

tember 2010, also im Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung über 

den Verzicht auf die Darlehen geleistet wurde). Die Abgabeforderung 

wurde somit am 31. Januar 2010 fällig (vgl. E. 2.3.1).  

Bis zur per 17. Dezember 2010 erfolgten Überweisung von Fr. 348'000.- 

an die Vorinstanz waren damit (für die Zeitspanne vom 31. Januar 2010 bis 

17. Dezember 2010) Verzugszinsen von Fr. 11'022.22 aufgelaufen 

(Fr. 248'000.- * 5 % * [320 Tage / 360 Tage]; ohne Einbezug der Verzugs-

zinszahlung von Fr. 1'208.35).  

6.1.2 Die hiervor (E. 6.1.1) erwähnten Verzugszinsen sind der Beschwer-

deführerin insoweit zu erlassen, als sie auf den zu erlassenden Emissions-

abgabebetrag von Fr. 194'049.22 entfallen. Dies ergibt sich schon aus der 

akzessorischen Natur der Verzugszinsen (vgl. vorn E. 2.3.2).  

Somit beträgt der für die Zeitspanne vom 31. Januar 2010 bis 17. Dezem-

ber 2010 (ohne Berücksichtigung der bereits erfolgten Verzugszinszah-

lung von Fr. 1'208.35) geschuldete Verzugszins Fr. 2'397.81 

(= Fr. 11'022.22 * [1 – [Fr. 194'049.22 / Fr. 248'000.-]]).  

6.2 Der von der Beschwerdeführerin bezahlte Verzugszins von Fr. 1'208.35 

wurde für den Zeitraum vom 22. November 2010 bis 17. Dezember 2010 

und auf einem seinerzeit von der ESTV angenommenen Abgabebetrag von 

Fr. 348'000.- erhoben (dies zeigt folgende Rechnung: Fr. 348'000.- * 5 % * 

[25 Tage / 360 Tage] = Fr. 1'208.33).  

Unter Verweisung auf einen Abgabebetrag von Fr. 348'000.- kann diese 

Verzugszinszahlung freilich schon deshalb nicht als zu Recht erfolgt quali-

fiziert werden, weil damit die Nichterhebung eines Emissionsabgabebetra-

ges von Fr. 100'000.- aufgrund des Freibetrages nach Art. 6 Abs. 1 Bst. k 

StG und der mit dem vorliegenden Urteil zu gewährende Teilerlass der 

A-3735/2017 

Seite 20 

Emissionsabgabe nicht berücksichtigt würden. Es spricht jedoch nichts da-

gegen, die erwähnte, ursprünglich für den Zeitraum vom 22. November 

2010 bis 17. Dezember 2010 geleistete Zahlung von Fr. 1'208.35 auf den 

Betrag des Verzugszinses von Fr. 2'397.81, welchen die Beschwerdefüh-

rerin gemäss den vorstehenden Ausführungen für die Zeitspanne vom 

31. Januar 2010 bis 17. Dezember 2010 schuldet (vgl. E. 6.1.2), anzurech-

nen.  

6.3 Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die Beschwerdeführerin 

zu Recht einen Verzugszinsbetrag von Fr. 1'208.35 bezahlt hat und sie bei 

Nichtberücksichtigung weiterer, allenfalls erfolgter Zahlungen an die ESTV 

(vgl. dazu hinten E. 8) noch (Rest-)Verzugszinsen von Fr. 1'189.46 für die 

Zeit vom 31. Januar 2010 bis 17. Dezember 2010 zu entrichten hat.   

7.  

Zu beurteilen bleibt der Antrag, es sei auf dem Betrag, welcher an die Be-

schwerdeführerin zurückzuerstatten ist, ein «Verzugszins» (recte: ein Ver-

gütungszins) ab dem 17. Dezember 2010 auszurichten.  

Zwar ist auch bei der Rückerstattung nicht geschuldeter Emissionsabga-

ben grundsätzlich die Bezahlung eines Vergütungszinses denkbar 

(vgl. E. 2.3.3). Indessen ist zu beachten, dass bei einem Sanierungszu-

schuss wie dem vorliegenden auf einer ersten Stufe – namentlich unter 

Berücksichtigung der Regelung des Freibetrages von Art. 6 Abs. 1 Bst. k 

StG – zu bestimmen ist, ob bzw. in welcher Höhe überhaupt ein abgabe-

pflichtiger Betrag vorliegt. Erst auf einer zweiten Stufe stellt sich – auf ent-

sprechendes Gesuch hin (vgl. Art. 17 Abs. 1 StV) – die Frage, ob die auf 

diesem Betrag grundsätzlich geschuldete Emissionsabgabe nach Art. 12 

StG erlassen werden kann.  

Wenn an sich ein abgabepflichtiger Betrag gegeben ist, entsteht die ge-

setzliche Pflicht zur Bezahlung von Verzugszins auf dem Abgabebetrag bei 

Vorliegen eines Erlassgesuches nicht erst, wenn das Gesuch behördlicher-

seits erstinstanzlich oder mit einem Rechtsmittelentscheid abgewie-

sen wurde, sondern bereits ab Fälligkeit des ausstehenden Abgabebetra-

ges (vgl. zur Entstehung der Verzugszinspflicht vorn E. 2.3.2). Auch be-

schlägt ein positiver Erlassentscheid, an welchen die Entstehung eines An-

spruches auf Vergütungszins auf dem zurückzuerstattenden Betrag bei ei-

ner vor diesem Entscheid unter Vorbehalt erfolgten Abgabezahlung an-

knüpfen müsste, als solcher nicht die Entstehung, sondern nur den (allfäl-

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ligen) erlassweisen Untergang der bereits existierenden Verzugszinsforde-

rung. Insofern besteht in der vorliegende Konstellation, bei welcher der von 

der Beschwerdeführerin geforderte Vergütungszins – anders als der unbe-

strittene Vergütungszins von Fr. 21'639.- auf dem infolge der Anwendbar-

keit von Art. 6 Abs. 1 Bst. k StG von Beginn weg zu Unrecht entrichteten 

Betrag von Fr. 100'000.- – auf einen Abgabebetrag entfallen würde, der 

einzig infolge Gewährung des (Teil-)Erlasses der Abgabe nicht geschuldet 

ist, kein enger Konnex zwischen Verzugs- und Vergütungszins, der aus-

nahmsweise die Ausrichtung eines gesetzlich nicht vorgesehenen Vergü-

tungszinses rechtfertigen würde (vgl. E. 2.3.3). Es sind auch keine anderen 

Gründe ersichtlich, welche für die Zuerkennung des für die Zeit ab dem 

17. Dezember 2010 verlangten Vergütungszinses an die Beschwerdefüh-

rerin sprechen.  

Der erwähnte Antrag ist somit unbegründet und abzuweisen.  

8.  

Es ist unbestritten, dass sich zurzeit per Saldo ein von der Beschwerdefüh-

rerin im Zusammenhang mit der Emissionsabgabe auf dem Zuschuss ihrer 

Aktionärinnen bezahlter Betrag von Fr. 222'000.- bei der ESTV befin-

det (vgl. E. 2.3 des angefochtenen Einspracheentscheids). Die ESTV hat 

folglich der Beschwerdeführerin die Differenz zwischen diesem Betrag zum 

einen und der Abgabeschuld von Fr. 53'950.78 sowie des noch geschulde-

ten Verzugszinses von Fr. 1'189.46 für die Zeit vom 31. Januar 2010 bis 

17. Dezember 2010 zum anderen, also einen Betrag von (gerundet) 

Fr. 166'859.80 zurückzuerstatten.  

9.   

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten teilweise gutzuheissen. Disposi-

tiv-Ziff. 2-4 des angefochtenen Einspracheentscheids sind dahingehend 

abzuändern, dass der Beschwerdeführerin die im Zusammenhang mit den 

gemäss Vereinbarung vom 22. September 2010 gewährten Darlehensver-

zichten stehende Emissionsabgabeforderung von Fr. 248'000.- im Umfang 

von Fr. 194'049.22 zu erlassen und ihr unter Berücksichtigung der Verzugs-

zinsen ein Betrag von Fr. 166'859.80 zurückzuerstatten ist.  

Da die ESTV im vorliegenden Fall im Ergebnis über keine ausstehende 

Forderung gegenüber der Beschwerdeführerin verfügt, ist sodann Disposi-

tiv-Ziff. 6 des Einspracheentscheids ersatzlos aufzuheben.  

Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.  

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10.  

10.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten 

ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Vorinstanz sind keine Verfahrens-

kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

Nach dem Vorstehenden unterliegt die Beschwerdeführerin unter Berück-

sichtigung der Abgabeforderung von Fr. 248'000.-, deren Erlass vor dem 

Bundesverwaltungsgericht im Streit liegt, zu rund 20 %. Entsprechend hat 

sie 20 % der auf Fr. 9'000.- festzusetzenden Verfahrenskosten (vgl. Art. 2 

Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]) und damit Fr. 1'800.- zu tragen. Dieser Betrag 

ist dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 9'000.- zu entnehmen. Der 

Restbetrag von Fr. 7'200.- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten.  

10.2 Ausgangsgemäss ist der teilweise bzw. im Umfang von rund 80 % 

obsiegenden Beschwerdeführerin sodann eine reduzierte, mangels Kos-

tennote praxisgemäss auf Fr. 10'800.- festzusetzende Parteientschädi-

gung zulasten der Vorinstanz zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 und 2 

VwVG sowie Art. 7 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 14 VGKE).  

11.  

Soweit es sich beim vorliegenden Urteil um einen Erlassentscheid im Sinne 

von Art. 83 Bst. m des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

desgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110) handelt, kann es 

nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das 

Bundesgericht weitergezogen.  

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. 2-4 des ange-

fochtenen Einspracheentscheids der Vorinstanz vom 24. Mai 2017 werden 

dahingehend abgeändert, dass der Beschwerdeführerin die im Zusam-

menhang mit den gemäss Vereinbarung vom 22. September 2010 gewähr-

ten Darlehensverzichten stehende Emissionsabgabeforderung von 

Fr. 248'000.- im Umfang von Fr. 194'049.22 erlassen und ihr seitens der 

ESTV unter Berücksichtigung der Verzugszinsen ein Betrag von 

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Fr. 166'859.80 zurückerstattet wird. Dispositiv-Ziff. 6 dieses Einspracheent-

scheids wird aufgehoben.  

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.   

2.  

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 9'000.- festgesetzt und im Umfang 

von Fr. 1'800.- der Beschwerdeführerin auferlegt. Dieser Betrag wird dem 

geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 9'000.- entnommen. Der Restbetrag 

von Fr. 7'200.- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine reduzierte 

Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 10'800.- zu bezahlen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; 

Beilage: Rückerstattungsformular) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

Daniel Riedo Beat König 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

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Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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