# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90957176-7282-5982-90b8-19beb958a1ea
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 05.09.2019 VG.2019.00067 (VG.2019.830)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00067_2019-09-05.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 5. September 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00067

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Anwaltskommission des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verletzung von Berufsregeln

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 C.______ wurde im Dezember 2015 wegen einer
  angeblichen […] im Land D.______ verhaftet. Die Eltern von C.______, E.______
  und F.______, wandten sich am 4. Januar 2016 an Rechtsanwalt A.______ und
  baten ihn, C.______ von der Schweiz aus zu unterstützen. C.______
  unterzeichnete die Vertretungsvollmacht am 5. Januar 2016 in […] im Land
  D.______. Am 6. Februar 2016 flog Rechtsanwalt A.______ nach […] im Land
  D.______, von wo aus er am 10. Februar 2016 in die Schweiz zurückreiste.
  C.______ konnte das Land D.______ im April 2016 verlassen und in die Schweiz
  zurückkehren. 

  
	
   

  
	
  1.2 Rechtsanwalt A.______ stellte C.______ für seine
  Bemühungen am 21  Juli 2016 Fr. 33'963.85 und am 21. November 2017
  Fr. 3'750.15 in Rechnung. Am 19. Juni 2018 stellte er beim
  Betreibungsamt […] ein Betreibungsbegehren gegen E.______ über die noch
  ausstehende Honorarforderung von Fr. 25'963.85. Der Zahlungsbefehl vom
  20. Juni 2018 wurde E.______ am 6. Juli 2018 zugestellt. Dieser erhob am
  12. Juli 2018 einen Teilrechtsvorschlag, wobei er den bestrittenen
  Betrag auf Fr. 15'000.- bezifferte.

  
	
   

  
	
  1.3 C.______ und E.______ wandten sich mit Anzeige vom
  26. Juni 2018 an die Anwaltskommission des Kantons Glarus und beschwerten
  sich insbesondere über die Höhe des von Rechtsanwalt A.______ verlangten
  Honorars. Dieser ersuchte die Anwaltskommission am 13. August 2018 um
  Entbindung vom Berufsgeheimnis zur Durchsetzung des Anwaltshonorars. Am
  20. September 2018 entband ihn C.______ vom Berufsgeheimnis. Die
  Anwaltskommission erkannte am 19. März 2019, dass Rechtsanwalt A.______ die
  Berufsregeln verletzt habe und auferlegte ihm eine Disziplinarbusse von Fr. 4'000.-
  (Disp.-Ziff. 1). Gleichzeitig schrieb sie das Verfahren um Entbindung
  vom Berufsgeheimnis als gegenstandslos geworden ab (Disp.-Ziff. 2). Die
  Spruchgebühr im Disziplinarverfahren setzte sie auf Fr. 2'000.- und
  diejenige im Verfahren um Entbindung vom Berufsgeheimnis auf Fr. 200.-
  fest (Disp.-Ziff. 3). Die Kosten auferlegte sie Rechtsanwalt A.______
  (Disp.-Ziff. 4). Ferner sprach sie keine Entschädigungen zu
  (Disp.-Ziff. 5).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Dagegen erhob Rechtsanwalt A.______ am 16. Mai 2019
  Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der
  Disp.-Ziffn. 1, 3, 4 und 5 des Beschlusses der
  Anwaltskommission vom 19. März 2019. Eventualiter sei ihm eine Verwarnung,
  subeventualiter ein Verweis zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung
  mit verbindlichen Weisungen an die Anwaltskommission zurückzuweisen; alles
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Anwaltskommission
  bzw. der Staatskasse. Die Anwaltskommission liess sich am 23. Mai
  2019 vernehmen, stellte aber keinen Antrag. 

  
	
   

  
	
  2.2 Rechtsanwalt A.______ reichte am 4. Juni 2019
  unaufgefordert eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort der Anwaltskommission
  ein, zu welcher sich die Anwaltskommission am 17. Juni 2019 äusserte. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 34 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 23.
  Juni 2000 (BGFA) i.V.m. Art. 16 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes des
  Kantons Glarus vom 5. Mai 2002 (AnwG) zur Behandlung der vorliegenden
  Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

  
	
   

  
	
  1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss
  Art. 107 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom
  4. Mai 1986 (VRG) Mängel des angefochtenen Entscheids oder des Verfahrens
  geltend gemacht werden, worunter die unrichtige oder unvollständige
  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a) sowie die
  unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines Missbrauchs des Ermessens (lit. b)
  fallen. Art. 107 Abs. 2 VRG regelt abschliessend, wann dem
  Verwaltungsgericht ausnahmsweise eine Angemessenheitskontrolle zukommt. Ein
  solcher Ausnahmefall liegt nicht vor.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 12 BGFA gelten für Anwältinnen und
  Anwälte verschiedene Berufsregeln. Dabei verpflichtet die Generalklausel von
  Art. 12 lit. a BGFA die Anwältinnen und Anwälte, ihren Beruf
  sorgfältig und gewissenhaft auszuüben. Weiter haben sie nach Art. 12
  Abs. 1 lit. i BGFA ihre Klientschaft bei Übernahme des Mandats über
  die Grundsätze ihrer Rechnungsstellung aufzuklären und sie periodisch oder
  auf Verlangen über die Höhe des geschuldeten Honorars zu informieren. 

  
	
   

  
	
  2.2 Im Kanton Glarus beaufsichtigt die
  Beschwerdegegnerin die Anwältinnen und Anwälte (Art. 14 BGFA i.V.m. Art. 7
  Abs. 1 und Art. 13 Abs. 2 AnwG). Die Beschwerdegegnerin führt nach Art. 14
  AnwG Disziplinarverfahren durch. Ergibt sich, dass eine Anwältin oder ein
  Anwalt gegen das BGFA verstossen hat, kann die Beschwerdegegnerin als
  Aufsichtsbehörde eine Disziplinarmassnahme gemäss Art. 17 Abs. 1 BGFA
  anordnen. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 

  
	
  3.1.1 Die Beschwerdegegnerin wirft dem Beschwerdeführer
  insbesondere vor, C.______ nicht genügend über das zu bezahlende Honorar
  informiert zu haben. Art. 12 Abs. 1 lit. i BGFA verlange eine
  Aufklärung über die Grundsätze der Rechnungsstellung sowie periodische
  Information über die bereits angefallenen Kosten. Der Anwalt müsse sich im
  Rahmen seiner Aufklärungspflicht in der Regel auch zur mutmasslichen
  Honorarhöhe aussprechen. Eine solche Berufsregel folge – wenn nicht aus
  Art. 12 lit. i BGFA – aus Art. 12 lit. a BGFA. Unabhängig
  von konkreten Auskunftsbegehren müssten Anwälte ihre Klienten unaufgefordert
  periodisch über die Höhe des geschuldeten Honorars unterrichten. Dabei seien
  für die Kadenz die Verhältnisse im Einzelfall massgebend. Der
  Beschwerdeführer habe seit der Übernahme des Mandats am 4. Januar 2016
  in den Monaten Januar und Februar 2016 praktisch täglich für C.______
  gearbeitet. Im Januar 2016 sei ein Honorar von insgesamt Fr. 6'972.- und
  im Februar 2016 ein solches von Fr. 18'306.40 aufgelaufen. Er hätte
  aufgrund des für Privatklienten relativ hohen Honorarvolumens bereits Ende
  Januar 2016 C.______ und E.______ eine erste Zwischenrechnung zustellen
  müssen, spätestens aber Ende Februar 2016, als das Honorarvolumen über
  Fr. 25'000.- gelegen habe. C.______ und E.______ hätten auch nicht damit
  rechnen müssen, dass der Beschwerdeführer die gesamte Reisedauer zum Ansatz
  von Fr. 300.- pro Stunde verrechnen werde. Dass der Beschwerdeführer sie
  darüber und über den wichtigen Umstand, dass die Rechtsschutzversicherung an
  diese Reise keinen Beitrag leisten würde, im Vorfeld der Reise konkret
  informiert hätte, sei weder ersichtlich noch werde dies behauptet. Auch habe
  der Beschwerdeführer nicht darüber informiert, mit welchen Kosten bei einer
  solchen Reise in etwa zu rechnen sei. Bei einer solch besonderen und auch für
  einen Rechtsanwalt nicht alltäglichen Leistung hätte er seine Klientschaft
  über die mutmassliche Honorarhöhe informieren müssen. Der Beschwerdeführer
  habe daher gegen seine Pflicht als Rechtsanwalt, wonach er seinen Beruf
  sorgfältig und gewissenhaft auszuüben habe (Art. 12 lit. a BGFA),
  verstossen.

  
	
   

  
	
  3.1.2 Der Beschwerdeführer vertritt hingegen die
  Auffassung, es bestehe keine Pflicht, in einem konkreten Zeitpunkt eine
  Zwischenrechnung zu stellen. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach
  die bis Ende Januar 2016 angefallenen Kosten für Privatklienten relativ hoch
  sein sollten, entbehre jeder Grundlage und sei willkürlich. Sie zeige nicht
  auf, weshalb aufgrund der Umstände bereits nach einer vergleichsweise kurzen
  Mandatsdauer von einem Monat eine Zwischenrechnung angezeigt gewesen sei.
  Weder C.______ noch E.______ hätten nachgefragt. Eine Zwischenabrechnung
  hätte auch keinen Sinn gemacht, da C.______ diese vom Land D.______ aus nicht
  hätte begleichen können. Eine Zwischenabrechnung hätte sodann nichts am
  Mandat geändert. Er habe zudem C.______ und E.______ vor der Reise nach […]
  im Land D.______ über die damit zusammenhängenden Mehrkosten informiert.
  Diese seien sich bewusst gewesen, dass er die in diesem Zusammenhang
  verwendete Zeit, inklusive der Reisezeit, zum vereinbarten Stundenansatz
  verrechnen werde. Er sei Anfang Februar 2016 bei E.______ zum Mittagessen
  eingeladen gewesen, wobei ihm das Flugticket übergeben worden sei. An dieser
  Besprechung habe er nochmals auf die Kostenfolgen hingewiesen. Die
  Beschwerdegegnerin berücksichtige in keiner Weise die Dankbarkeit und
  Zusicherungen von E.______ und seiner Ehefrau, wonach sie für das gesamte
  Honorar aufkommen und zu ihrem Wort stehen würden. Die Auffassung der
  Beschwerdegegnerin, C.______ und E.______ hätten "nach bestem Wissen und
  Gewissen" nicht damit rechnen müssen, dass er die gesamte Reisezeit in
  Rechnung stellen werde, sei unhaltbar. Sodann hätten die Eltern von C.______
  bereits im Januar 2016 gewusst, dass sich keine Rechtsschutzversicherung an
  den Kosten beteiligen werde.

  
	
   

  
	
  3.2 

  
	
  3.2.1 Die durch Art. 12 lit. i BGFA verlangte Aufklärung
  über die Grundsätze der Rechnungsstellung ist Ausfluss der Pflicht zur
  Schaffung klarer Verhältnisse. Sie dient nicht zuletzt dazu, das
  Vertrauensverhältnis zwischen Anwalt und Klient zu stärken, indem sie
  Streitigkeiten über das Honorar vorbeugt. Der Anwalt hat den Klienten auf
  allfällige gewünschte Vorschüsse, auf den Zeitpunkt der Rechnungsstellung,
  auf die Art des Honorars (Pauschale oder Honorar nach Stundenaufwand), auf
  allfällige Zahlungsfristen und gegebenenfalls auf den Stundenansatz
  hinzuweisen (Walter Fellmann, in Walter Fellmann/Gaudenz G. Zindel [Hrsg.],
  Kommentar zum Anwaltsgesetz, Zürich/Basel/Genf 2011, Art. 12
  N. 157). 

  
	
   

  
	
  Hingegen sagt Art. 12 lit.
  i BGFA nichts zum Erfordernis einer Prognose über die Höhe des
  voraussichtlichen Honorars. In der Lehre und Rechtsprechung ist jedoch allgemein
  anerkannt, dass sich der Anwalt im Rahmen seiner Aufklärungspflicht auch zur
  mutmasslichen Honorarhöhe aussprechen muss. Mehr als die Angabe einer vernünftigen Grössenordnung
  darf vom Anwalt in der Regel allerdings nicht erwartet werden. In den meisten
  Fällen können die Anwälte nämlich bloss den Rahmen abstecken, in welchem sich
  ihr Honorar mutmasslich bewegen wird. Man wird aber vom Anwalt fordern
  dürfen, den Klienten in komplizierten Fällen gerade über die
  Unvorhersehbarkeit des Aufwands zu informieren und auf die absehbaren Risiken
  hinzuweisen, die sich auf die Höhe des Honorars auswirken können. Treten während der Führung eines Mandats
  unvorhergesehene Ereignisse ein, die zu einem wesentlichen Anstieg der
  Anwaltskosten führen, hat der Anwalt seinen Klienten davon in Kenntnis zu
  setzen (vgl. etwa Beschluss der Aufsichtskommission über die
  Rechtsanwälte des Kantons Zug AK 2017 10 vom 5. Juni 2018
  E. 3.1, publiziert in Gerichts- und Verwaltungspraxis des Kantons Zug
  (GVP) 2008, S. 197 ff.; Fellmann, Art. 12
  N. 170 f.; Giovanni Andrea Testa, Die zivil- und standesrechtlichen
  Pflichten des Rechtsanwalts gegenüber den Klienten, Zürich 2001,
  S. 235).

  
	
   

  
	
  3.2.2 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer bei
  der Annahme des Mandats am 4. Januar 2016 mit E.______, welcher ihm
  zusagte, die Anwaltskosten zu übernehmen, ein Honorar von Fr. 300.- pro
  Stunde vereinbarte. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich jedoch die Reise des
  Beschwerdeführers nach […] ins Land D.______ noch nicht ab. Soweit der
  Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, C.______ und E.______ hätten wissen
  müssen, dass er die ganze Reisedauer zum vereinbarten Stundenansatz
  verrechnen werde, da dies üblich sei, ist ihm nicht zu folgen. Zwar darf der
  Anwalt in der Regel Reisezeiten zu den gleichen Ansätzen in Rechnung stellen,
  soweit er diese Zeit nicht anderweitig nutzen kann (Fellmann, Art. 12
  N. 164). Vorliegend handelt es sich aber nicht um eine im Rahmen eines
  Mandats übliche Reise. Der Beschwerdeführer verrechnete für die Reise nach
  und von […] im Land D.______ 14 bzw. 15 Stunden. Wie die
  Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, fallen während einer solch langen
  Reise auch Zeiten an, in welchen der Anwalt nicht für den Klienten tätig ist.
  Zu denken ist dabei an seine Verpflegung, an Schlafen oder an sonstigen
  Zeitvertrieb. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lag es deshalb
  gerade nicht auf der Hand, dass er die volle Reisezeit verrechnen werde. So
  wäre es durchaus denkbar gewesen, analog der Anwesenheit in […] im Land
  D.______ nur die während des Fluges anfallende produktive Arbeitszeit in
  Rechnung zu stellen. Andererseits wäre es auch möglich gewesen, für die
  Flugreise eine Pauschale zu vereinbaren. Jedenfalls war der Beschwerdeführer
  dazu gehalten, vor Reiseantritt klare Verhältnisse zu schaffen und seinen
  Mandanten oder zumindest dessen Vater darüber zu informieren, dass er die
  gesamte Reisedauer zum vereinbarten Stundensatz in Rechnung stellen werde.

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer
  wendet zwar ein, dass er C.______ und E.______ über die Mehrkosten mehrmals
  persönlich oder telefonisch informiert habe. Dass dies zutrifft, lässt sich
  den Akten indessen nicht entnehmen. Es wäre im Mindesten zu erwarten gewesen,
  dass der Beschwerdeführer in einem E-Mail an C.______ und E.______ die
  aufgrund der Reise nach […] im Land D.______ zu erwartenden Mehrkosten
  auflistet und so für klare Verhältnisse sorgt. Dass er dies unterliess, liegt
  wohl in der unzutreffenden Annahme des Beschwerdeführers begründet, die
  Verrechnung der gesamten Reisedauer zum vereinbarten Stundensatz sei
  selbstverständlich. Letztlich lässt sich auch weder aus den E-Mails von
  E.______, welcher mehrmals für den Einsatz des Beschwerdeführers dankte und
  ihm die Zahlung der Rechnung in Aussicht stellte, noch aus den Teilzahlungen
  schliessen, dass der Beschwerdeführer seiner Aufklärungspflicht vor der
  Flugreise nachkam. 

  
	
   

  
	
  Damit hat der
  Beschwerdeführer gegen seine Aufklärungspflicht verstossen, wobei nach der
  hier vertretenen Auffassung eine Verletzung von Art. 12 lit. i
  BGFA, nicht jedoch von Art. 12 lit. a BGFA vorliegt.

  
	
   

  
	
  3.3 

  
	
  3.3.1 Neben der Pflicht zur Aufklärung über die Grundsätze
  der Rechnungsstellung schreibt Art. 12 lit. i BGFA vor, dass die Anwälte ihre
  Klientschaft periodisch oder auf Verlangen über die Höhe des geschuldeten
  Honorars informieren. Auch diese Pflicht dient dazu, Streitigkeiten über die
  Höhe des Honorars zu vermeiden (Botschaft des Bundesrats zum Bundesgesetz
  über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 28. April 1999,
  BBl 1999 6013 ff., 6057 f.). Wie sich aus dem Wortlaut der
  Bestimmung ergibt, hat der Anwalt den Klienten nicht nur auf eine
  entsprechende Frage hin, sondern auch unaufgefordert periodisch über die Höhe
  des geschuldeten Honorars zu unterrichten. In welchen zeitlichen Abständen
  eine Information erforderlich ist, beurteilt sich anhand der konkreten
  Verhältnisse im Einzelfall (Alexander Brunner et al., Anwaltsrecht,
  Zürich/Basel/Genf 2015, S. 175; Fellmann, Art. 12 N. 171 und
  171b). Bei längeren Aufträgen wird eine Periode von vier Monaten bis ein Jahr
  als angemessen erachtet (Brunner, S. 175). 

  
	
   

  
	
  3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht,
  Art. 12 lit. i BGFA schreibe nicht vor, dass Zwischenabrechnungen
  zu erstellen seien, trifft dies zu. Allerdings verkennt er, dass die
  periodische Information über die Höhe des bis zu einem gewissen Zeitpunkt
  geschuldeten Honorars auch durch eine schlichte Mitteilung erfolgen kann.
  Insofern kann er aus dem von ihm geltend gemachten Umstand, dass C.______ vom
  Land D.______ aus ohnehin keine Anwaltsrechnung hätte bezahlen können, nichts
  zu seinen Gunsten ableiten.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  erachtet das ab der Mandatsübernahme vom 4. Januar 2016 bis Ende Januar
  2016 angelaufene Honorar von Fr. 6'972.- (ohne Mehrwertsteuer und
  Spesen) als derart hoch, dass der Beschwerdeführer C.______ und E.______
  bereits Ende Januar 2016 über das aufgelaufene Honorar hätte informieren
  müssen. Es mag zwar zutreffen, dass das bis Ende Januar 2016 angefallene
  Honorar für einen Privatklienten "relativ hoch" war. Indessen
  unterlässt es die Beschwerdegegnerin, die konkreten Umstände des Mandats zu
  berücksichtigen. Wesentliche Bedeutung für die Frage, in welchen Abständen
  über das geschuldete Honorar zu informieren ist, kommt dem Kenntnisstand der
  Klienten zu. Mit anderen Worten ist massgeblich, ob sie den angefallenen
  Aufwand in etwa abschätzen können oder nicht.

  
	
   

  
	
  Im Januar 2016 bestand die
  Tätigkeit des Beschwerdeführers im Wesentlichen aus der Besprechung mit
  E.______, verschiedenen telefonischen und schriftlichen Kontakten per E-Mail
  mit C.______ und E.______, mit Vertretern des Eidgenössischen Departements
  für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie mit dem für C.______ zuständigen Rechtsanwalt
  aus dem Land D.______. Von den im Januar 2016 verrechneten knapp
  25 Stunden entfielen unter anderem eineinhalb Stunden auf die
  Erstbesprechung mit E.______, gut sieben Stunden auf den telefonischen
  Verkehr mit C.______ oder E.______ und knapp neun Stunden auf das Lesen und
  Beantworten von E-Mails. Neben den eigenen Kontakten mit dem Beschwerdeführer
  wurden C.______ und E.______ auch über den weiteren E-Mail-Verkehr des
  Beschwerdeführers informiert, wurde ihnen doch regelmässig eine Kopie der
  E-Mails zugestellt. Damit waren sie fortlaufend über den grössten Teil des
  beim Beschwerdeführer angefallenen Aufwands im Bilde. Anders, als wenn etwa
  langwierige Abklärungen zu tätigen oder komplexe Rechtsschriften zu schreiben
  gewesen wären, für welche der zeitliche Aufwand durch einen juristischen
  Laien nur schwer abzuschätzen ist, bestand vorliegend unter den gegebenen
  Umständen keine Pflicht des Beschwerdeführers, seinen Klienten bereits nach
  knapp einem Monat über das angefallene Honorar zu informieren, war dessen
  Höhe doch für C.______ und E.______ abschätzbar.

  
	
   

  
	
  Im Februar 2016 ist ein
  Honorar von Fr. 18'306.40 (ohne Mehrwertsteuer und Spesen) aufgelaufen.
  Von den verrechneten gut 65 Stunden entfielen knapp 55 Stunden auf
  die Reise nach und den Aufenthalt in […] im Land D.______. Der restliche
  Aufwand fiel wiederum vor allem durch verschiedene Telefongespräche und
  E-Mail-Kontakte an. Der Umfang der Tätigkeit des Beschwerdeführers musste
  C.______ und E.______ im Grossen und Ganzen bekannt gewesen sein. Ausnahme
  bildet einzig die volle Verrechnung der Reisedauer (vgl. dazu vorne
  E. II/3.2.2), indessen darf die diesbezügliche ungenügende Information
  nicht doppelt sowohl unter dem Titel der ungenügenden Information über die
  Höhe des mutmasslichen Honorars als auch unter demjenigen der ungenügenden
  periodischen Information über das geschuldete Honorar sanktioniert werden.
  Zwar wäre es durchaus wünschenswert gewesen, wenn der Beschwerdeführer seinen
  Klienten Ende Februar 2016 über das bereits angefallene Honorar informiert
  hätte, allerdings kann ihm in Anbetracht dessen, dass C.______ und E.______
  seinen Aufwand abschätzen konnten, keine Verletzung von Art. 12
  lit. i BGFA vorgeworfen werden. Indem die Beschwerdegegnerin es
  unterliess, die konkreten Umstände des Einzelfalls zu würdigen und auf einen
  Verstoss gegen Art. 12 lit. i BGFA erkannte, verletzte sie Bundesrecht.
  

  
	
   

  
	
  3.4

  
	
  3.4.1 Art. 398 Abs. 2 des Obligationenrechts vom 30. März
  1911 (OR) schreibt dem Beauftragten vor, das ihm übertragene Geschäft getreu
  und sorgfältig auszuüben. Die Verpflichtung zur sorgfältigen und
  gewissenhaften Ausübung des Anwaltberufs im Sinne von Art. 12
  lit. a BGFA beinhaltet auch die Pflicht, die grundlegenden
  (zivilrechtlichen) Treuepflichten zu beachten. In diesem Zusammenhang kommt
  den Benachrichtigungspflichten des Rechtsanwalts wesentliche Bedeutung zu.
  Dieser hat den Klienten nicht nur auf Verlangen zu informieren. Er muss ihn
  vielmehr unaufgefordert und sofort über alle für die Mandatsführung
  wesentlichen Umstände orientieren (Fellmann, Art. 12 N. 26 und
  29 f.; Testa, S. 84 f.). 

  
	
   

  
	
  3.4.2 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem
  Beschwerdeführer zu Recht vorwirft, er habe seine Orientierungspflicht
  verletzt, indem er C.______ und E.______ nicht darüber informiert habe, dass
  die Rechtsschutzversicherung keinen Beitrag an die Reise nach […] im Land
  D.______ leisten werde. 

  
	
   

  
	
  Die Rechtsschutzversicherung
  G.______ teilte dem Beschwerdeführer am 14. Januar 2016 per E-Mail und
  mittels Schreiben mit, das Ereignis sei nicht versichert, da im
  Strafverfahren eine Versicherungsdeckung bei der Verfolgung fahrlässiger
  Verletzungen von Strafvorschriften bestehe, C.______ aber wegen vorsätzlicher
  Verletzungen von Strafvorschriften verfolgt werde. Der Beschwerdeführer
  leitete das E-Mail pflichtgemäss gleichentags C.______ und E.______ weiter.

  
	
   

  
	
  Die Rechtsschutzversicherung
  H.______ hatte E.______ bereits mit E-Mail vom 12. Januar 2016 darüber
  orientiert, dass bei Anschuldigung vorsätzlicher Rechtsverletzungen keine
  Versicherungsdeckung bestehe. Der Fall sei somit nicht gedeckt. Bei
  rechtskräftiger vollständiger Einstellung des Verfahrens oder rechtskräftigem
  vollständigem Freispruch würden die Kosten aber trotz Anschuldigung einer
  vorsätzlichen Rechtsverletzung grundsätzlich bis zu einer Versicherungssumme
  von Fr. 75'000.- rückerstattet. E.______ leitete das E-Mail am
  14. Januar 2016 dem Beschwerdeführer weiter. Mit E-Mail vom
  29. Januar 2016 teilte die H.______ dem Beschwerdeführer mit, dass die
  Bemühungen vor Ort im Zusammenhang mit dem Conciliation Meeting im Land
  D.______ auch bei einem Freispruch von C.______ nicht vergütet werden könnten.
  Die Anwesenheit des Beschwerdeführers am Meeting im Land D.______ sei nicht
  zwingend nötig, da womöglich auch juristisch ausgebildete Personen der
  Schweizer Botschaft an diesem Meeting teilnehmen würden und die Anwesenheit
  des für C.______ zuständigen Strafverteidigers aus dem Land D.______
  gewährleistet sei. Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, dass er
  dieses E-Mail C.______ und/oder E.______ zeitgerecht von sich aus
  weitergeleitet hat. So ergibt sich aus den Akten, dass C.______ die Weiterleitung
  des E-Mails vom Beschwerdeführer verlangen musste, was er am 25. Januar
  2017 und damit knapp ein Jahr nach der Zustellung des E-Mails an den
  Beschwerdeführer denn auch tat.

  
	
   

  
	
  Soweit der
  Beschwerdeführer ausführt, die H.______ habe E.______ mit E-Mail vom
  12. Januar 2016 darüber informiert, dass bei vorsätzlicher
  Rechtsverletzung keine Versicherungsdeckung bestehe, weshalb C.______ und
  E.______ sehr wohl gewusst hätten, dass sie für die gesamten Kosten selber
  aufkommen müssten, trifft dies nicht zu. Er unterschlägt den wesentlichen
  Umstand, dass bei einem vollständigen Freispruch oder bei einer vollständigen
  Einstellung des Verfahrens eine Versicherungsdeckung bis zu einem Betrag von
  Fr. 75'000.- bestand, obwohl C.______ wegen eines vorsätzlich verübten
  Delikts verfolgt wurde. 

  
	
   

  
	
  Da C.______ und E.______
  folglich davon ausgehen durften, dass die H.______ bei einer Einstellung des
  Verfahrens oder bei einem Freispruch die Kosten übernehmen werde, kommt dem
  E-Mail der H.______ vom 29. Januar 2016 wesentliche Bedeutung zu. Für
  den Entscheid, ob der Beschwerdeführer nach […] im Land D.______ reisen
  sollte oder nicht, war die Kenntnis darüber wesentlich, dass die H.______ es
  als nicht notwendig erachtete, dass der Beschwerdeführer ins Land D.______
  reiste, weshalb sie selbst bei einem Freispruch nichts an die Reisekosten und
  die Bemühungen des Beschwerdeführers in […] im Land D.______ zahlen würde.
  Der Beschwerdeführer wäre daher verpflichtet gewesen, das vorerwähnte E-Mail der
  H.______ C.______ und E.______ nach Empfang umgehend weiterzuleiten, so wie
  er es mit demjenigen der G.______ getan hatte. Indem er dies unterliess,
  hielt er für C.______ und E.______ wesentliche Informationen zurück. Dabei
  ist besonders stossend, dass er E.______ mit E-Mail vom 29. Januar 2016,
  um 22.24 Uhr, die Angaben für die Flugreise nach […] im Land D.______
  mitteilte, den gleichentags um 11.18 Uhr empfangenen abschlägigen
  Entscheid der H.______ hingegen mit keinem Wort erwähnte. Daraus ist ohne
  Weiteres zu folgern, dass der Beschwerdeführer seine Reise ins Land D.______
  nicht gefährden wollte und so im eigenen Interesse anstatt in demjenigen
  seines Klienten handelte. Insgesamt erkannte die Beschwerdegegnerin zu Recht,
  dass der Beschwerdeführer seiner Orientierungspflicht nicht nachgekommen war
  und damit gegen die Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften
  Berufsausübung im Sinne von Art. 12 lit. a BGFA verstossen hat.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 

  
	
  4.1.1 Die Beschwerdegegnerin ging sodann davon aus, dass
  der Beschwerdeführer gegen Art. 12 lit. a BGFA verstossen habe, indem er für
  die Reise nach […] im Land D.______ ein krass übersetztes Honorar in Rechnung
  gestellt habe. Reisezeiten dürfe der Rechtsanwalt zwar in der Regel zu den
  gleichen Ansätzen wie Arbeitszeiten in Rechnung stellen, soweit er diese Zeit
  nicht anderweitig, etwa zum Aktenstudium nutzen könne. Das Honorar müsse
  jedoch angemessen sein, was sich nach den konkreten Umständen beurteile. Der
  Beschwerdeführer habe eine mehrtägige internationale Reise unternommen, auf
  welche die vorgenannte Kostenregelung nicht zugeschnitten sei. Der
  Beschwerdeführer erkläre zwar, ausschliesslich im Interesse seines Mandanten
  gereist zu sein, auf dem Weg jeweils Akten des Mandats studiert sowie
  E-Mail-Nachrichten und Briefentwürfe vorbereitet zu haben und damit während
  der Reisezeit mit mandatsbezogener Arbeit beschäftigt gewesen zu sein. Dies
  könne aber nicht nachvollzogen werden. Es leuchte nicht ein, welche Akten er
  während der Reise gelesen und studiert haben sollte. Für die Rückreise gebe
  der Beschwerdeführer selber an, nur etwas mehr als vier Stunden mit dem
  Mandat beschäftigt gewesen zu sein. Das E-Mail vom 10. Februar 2016,
  welches er gemäss seinen Angaben während seiner Flugreise geschrieben habe,
  habe er seinem Klienten gar ein zweites Mal in Rechnung gestellt.
  Hinsichtlich der verrechneten Reisezeit sei somit die Honorarrechnung krass
  übersetzt. Die Zeit, welche er aufgewendet habe, um während der Reise Akten
  zu studieren, E-Mails vorzubereiten und Briefe zu entwerfen, habe er seinem
  Klienten in Rechnung stellen dürfen. Den Rest aber nicht. 

  
	
   

  
	
  4.1.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin
  berücksichtige zu Unrecht nicht, dass C.______ und E.______ nach Erhalt der
  Honorarrechnungen nicht protestiert hätten, sondern erst reagiert hätten, als
  ihnen klar gewesen sei, dass er den Betreibungsweg beschreiten werde. Die
  vorbehaltlosen und bedingungslosen Anzahlungen bedeuteten nichts anderes als
  eine bedingungslose Anerkennung der Honorarrechnungen. Er habe zudem
  freiwillig seinen Stundenansatz von Fr. 300.- auf Fr. 280.-
  gesenkt. Die Aufsichtsbehörde habe nur einzuschreiten, wenn die Rechnung des
  Anwalts krass übersetzt sei. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Die
  Aufsichtskommission begründe nicht, weshalb eine Reise ins Ausland anders zu
  beurteilen sei als eine solche innerhalb der Schweiz. Auf einen allfälligen
  Mehrwert während der Flugzeit komme es nicht an. Unzutreffend sei
  schliesslich die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass er ein E-Mail
  zweimal verrechnet habe. Er habe nämlich während der Reisezeit die
  E-Mail-Nachrichten offline vorbereitet. Eine nachträgliche Überarbeitung oder
  Ergänzung sei üblich.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Höhe des Honorars gehört grundsätzlich zur
  Vertragsfreiheit. Zuständig für die Überprüfung der geforderten Vereinbarung
  ist der Zivilrichter. Einzig wenn eine krass übersetzte Honorarforderung
  gestellt wird, kann dies zu einer disziplinarrechtlichen Sanktion durch die
  Aufsichtsbehörde führen (Brunner, S. 92; Fellmann, Art. 12
  N. 169). Es ist dabei im Einzelfall abzuklären, ob das Honorar in einem
  angemessenen Verhältnis zum Aufwand stand. Wann ein Honorar krass übersetzt
  ist, beantwortet die Lehre und Rechtsprechung nicht einheitlich. Teilweise
  wird vertreten, eine Abweichung von über 30 % könne zu einer
  Disziplinierung führen (Brunner, S. 92; vgl. auch Entscheid des
  Kantonsgerichts St. Gallen AW.2017.74, AW.2017.75 vom 22. August
  2018 E. 3a). Teilweise wird ausgeführt, ein krass übersetztes Honorar
  liege etwa vor, wenn der Anwalt das Dreifache des angemessenen Betrags
  fordere (Fellmann, Art. 12 N. 169; vgl. auch Entscheid der
  Anwaltsaufsichtskommission Appenzell Ausserrhoden AAK 16 2 vom
  6. April 2017 E. 6.2.4).

  
	
   

  
	
  4.3 Der Beschwerdegegnerin ist zwar zuzustimmen, dass
  nicht davon ausgegangen werden kann, die Verrechnung der ganzen Reisezeit sei
  bei einem interkontinentalen Flug ohne Weiteres üblich und angemessen
  (vgl. dazu vorne E. II/3.2.2). Daraus folgt aber nicht zwingend,
  dass von einem übersetzten Honorar auszugehen ist. Die Beschwerdegegnerin
  betrachtet die Reisekosten isoliert und schliesst daraus, dass der
  Beschwerdeführer die gesamte Reisezeit verrechnete, auf ein krass übersetztes
  Honorar. Damit verkennt sie aber, dass sich die Frage, ob ein krass
  übersetztes Honorar vorliegt, am gesamten Honorarvolumen misst. Dies zeigt
  sich am folgenden Extrembeispiel: Setzt der Anwalt in einem aufwändigen Fall
  für ein E-Mail einen Aufwand von einer Stunde ein, obwohl dafür nur höchstens
  20 Minuten angemessen wären, wäre bei einer isolierten Betrachtung
  dieser Aufwandposition das Honorar bereits krass übersetzt, obwohl der zu
  viel verlangte Aufwand von 40 Minuten im Verhältnis zur Gesamtrechnung
  kaum ins Gewicht fällt.

  
	
   

  
	
  Vorliegend lässt es die
  Beschwerdegegnerin zumindest für den Hinflug offen, welchen zeitlichen
  Aufwand sie für angemessen hält, führt aber aus, dass während des Hinflugs
  nur wenig Aufwand für das Mandat angefallen sei. Für den Rückflug geht sie
  von einem verrechenbaren Aufwand von gut vier Stunden aus. Insgesamt dürfte
  die Beschwerdegegnerin allermindestens die Verrechnung eines Aufwands von
  fünf Stunden für die Hin- und die Rückreise als angemessen erachten. Es ist
  unbestritten, dass der Beschwerdeführer mit seiner Klientschaft einen
  Stundenansatz von Fr. 300.- (ohne Mehrwertsteuer) vereinbarte. Er
  verrechnete insgesamt einen Aufwand von 119,39 Stunden
  (107,35 Stunden plus 12,04 Stunden). Allerdings verwendete er aus
  Kulanzgründen einen reduzierten Stundenansatz von Fr. 280.- (ohne
  Mehrwertsteuer), womit ein Honorar von Fr. 33'429.20 (ohne Mehrwertsteuer
  und Auslagen) resultierte. Für die Reisezeit verrechnete er dabei insgesamt
  29 Stunden. Würde man stattdessen lediglich fünf Stunden als angemessen
  erachten, reduzierte sich der zu entschädigende Aufwand von 119,39 auf
  95,39 Stunden. Unter Berücksichtigung des ursprünglich vereinbarten
  Stundenansatzes von Fr. 300.- (ohne Mehrwertsteuer) verringerte sich das
  geschuldete Honorar auf Fr. 28'617.- (ohne Mehrwertsteuer). Selbst wenn
  man der strengen Ansicht der Beschwerdegegnerin folgt, kann dabei nicht von
  einem krass .ersetzten Honorar ausgegangen werden. Das geforderte Honorar
  liegt nämlich nur knapp 17 % über demjenigen, welches die
  Beschwerdegegnerin im Minimum als angemessen erachtet. Damit wird die
  Erheblichkeitsgrenze, welche ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde rechtfertigt,
  deutlich verfehlt. Das würde im Übrigen auch dann gelten, wenn man lediglich
  den Aufwand bis zur ersten Rechnungsstellung vom 21. Juli 2016
  berücksichtigte, läge doch das Honorar dann bloss um gut 20 % über dem
  im Mindesten gerechtfertigten Honorar.

  
	
   

  
	
  Sodann ist dem
  Beschwerdeführer entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht
  vorzuwerfen, dass er für das E-Mail an den für C.______ zuständigen Rechtsanwalt
  aus dem Land D.______ vom 10. Februar 2016 einen Aufwand von
  0,17 Stunden verrechnete, obwohl er es gemäss seinen Angaben während des
  Rückflugs geschrieben hat. Auch wenn das E-Mail sehr kurz ist, erscheint die
  Begründung des Beschwerdeführers nachvollziehbar, dass er das E-Mail vor dem
  Senden nochmals kontrolliert habe, zumal er es auf Englisch und damit in
  einer Fremdsprache verfasste. Damit kann dem Beschwerdeführer auch nicht
  vorgeworfen werden, er habe eine einzelne Leistung doppelt verrechnet.

  
	
   

  
	
  Zusammenfassend ist
  nochmals daran zu erinnern, dass die Beurteilung von strittigen Honorarforderungen
  dem Zivilrichter obliegt. Die Aufsichtsbehörde hat nur ausnahmsweise
  einzuschreiten. Da selbst bei einer strengen Sichtweise bei Weitem nicht von
  einem krass übersetzten Honorar ausgegangen werden kann, hat die
  Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf eine Verletzung von Art. 12
  lit. a BGFA erkannt. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 

  
	
  5.1.1 Die Beschwerdegegnerin bemängelt schliesslich die
  Transparenz der Rechnungsstellung durch den Beschwerdeführer, worin sie einen
  Verstoss gegen Art. 12 lit. a BGFA sieht. Die erste Honorarrechnung
  über Fr. 33'963.85 datiere vom 21. Juli 2016. Am 16. September
  2016 sei dem Beschwerdeführer die Kulanzzahlung der H.______ über
  Fr. 5'000.- überwiesen worden. Er habe dann von C.______ mit Schreiben
  vom 21. November 2017 die noch ausstehenden Fr. 26'963.85 verlangt,
  wobei die Zahlung der H.______ nur implizit berücksichtigt worden sei. Unklar
  bleibe, weshalb weitere Fr. 2'000.- in Abzug gebracht worden seien.
  Gleichentags habe er zudem eine weitere Honorarrechnung über
  Fr. 3'750.15 ausgestellt. Der Beschwerdeführer habe es unterlassen, die
  Zahlung der H.______ umgehend seinem Klienten anzuzeigen oder ihm eine
  korrigierte Honorarrechnung zuzustellen. Auch habe er ihm keine detaillierte
  Endabrechnung zugestellt, welche die Kostenbeteiligung der H.______ ausweise.
  Erst als C.______ die Honorarforderung nicht beglichen habe, habe er zwei
  Monate nach dem Eingang der Kostenbeteiligung seine Honorarforderung
  reduziert. Die mit dem Schreiben zugestellte Schuldanerkennung habe aber über
  den vollen Betrag von Fr. 33'963.85 gelautet. Hätte C.______ diese
  unterzeichnet, hätte der Beschwerdeführer über einen provisorischen
  Rechtsöffnungstitel verfügt, welcher ihm gar nicht zugestanden hätte.

  
	
   

  
	
  5.1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, aus dem
  Zahlungsbefehl gehe hervor, dass er die damals noch offene Honorarforderung
  von Fr. 25'963.85 in Betreibung gesetzt habe. Diese ergebe sich aus der
  Differenz der Honorarnote vom 21. Juli 2016 über Fr. 33'963.85
  abzüglich der Zahlung der  H.______ von Fr. 5'000.- sowie den beiden
  Ratenzahlungen von Fr. 2'000.- und Fr. 1'000.-. Erst nach einer Besprechung
  vom 31. August 2016 zwischen ihm und der H.______, an welcher auch
  C.______ anwesend gewesen sei, sei die H.______ bereit gewesen, die
  Kulanzzahlung von Fr. 5'000.- zu leisten. Die Zahlung der H.______ habe
  daher bei der Rechnungsstellung vom 21. Juli 2016 nicht berücksichtigt
  werden können. Er habe C.______ und E.______ mitgeteilt, dass die H.______ Fr. 5'000.-
  zahlen werde. Nach Rücksprache mit C.______ habe er die H.______ angewiesen,
  den Betrag auf sein Bankkonto zu überweisen. Es habe kein Grund für eine
  korrigierte Honorarrechnung bestanden, sei doch für alle Beteiligten klar
  gewesen, dass nach Ausstellung der Honorarrechnung vom 21. Juli 2016
  eingehende Zahlungen in Abzug gebracht würden, was gemäss Zahlungsbefehl auch
  so erfolgt sei. Es sei ihm auch nicht vorzuwerfen, dass er auf der
  Schuldanerkennung, welche er am 21. November 2017 C.______ zugestellt
  habe, den effektiv noch zu bezahlenden Betrag nicht aufgeführt habe. Die
  Schuldanerkennung enthalte richtigerweise die Rechnungsnummer, das
  Rechnungsdatum und den Rechnungsbetrag.

  
	
   

  
	
  5.2 Zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung
  im Sinne von Art. 12 lit. a BGFA gehört auch die Pflicht des
  Anwalts, transparente Rechnungen zu stellen. Für den Klienten muss klar
  erkennbar sein, aus welchem Grund er dem Rechtsanwalt was schuldet.

  
	
   

  
	
  5.3 

  
	
  5.3.1 Der Beschwerdeführer stellte C.______ am
  21. Juli 2016 eine Honorarrechnung über Fr. 33'963.85 zu. Mit
  E-Mail vom 13. September 2016 wies er die H.______ an, die Kulanzzahlung
  von Fr. 5'000.- auf sein Konto zu überweisen, was diese mit Valuta vom
  16. September 2016 tat. Mit Valuta vom 27. Februar 2017 leistete E.______
  eine Anzahlung von Fr. 2'000.-. Am 21. November 2017 sandte der Beschwerdeführer
  C.______ eine weitere Honorarrechnung über Fr. 3'750.15. Gleichentags
  sandte er ihm ein als "letzte Mahnung" bezeichnetes Schreiben, in
  welchem er C.______ aufforderte, den noch offenen Betrag von
  Fr. 26'963.85 zu bezahlen. Dem Schreiben war eine Schuldanerkennung und
  eine Entbindungserklärung vom Berufsgeheimnis beigefügt, wobei die
  Schuldanerkennung über den Betrag von Fr. 33'963.85 lautete. Mit Valuta
  vom 21. November 2017 leistete E.______ eine erneute Anzahlung von
  Fr. 1'000.-. Am 19. Juni 2018 betrieb der Beschwerdeführer E.______
  über Fr. 25'963.85.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, wäre
  vom Beschwerdeführer zu erwarten gewesen, dass er den Eingang der Zahlung der
  H.______ umgehend seinem Klienten mitteilt. Allerdings ist zu beachten, dass
  der Beschwerdeführer das E-Mail vom 13. September 2016, mit welchem er
  die H.______ anwies, die Zahlung von Fr. 5'000.- auf sein Konto zu
  leisten, C.______ weiterleitete. Dieser durfte davon ausgehen, dass die
  Zahlung auch tatsächlich geleistet wird. Sodann ist auch anzunehmen, dass er
  Kenntnis von der Anzahlung seines Vaters vom 27. Februar 2017 in der Höhe von
  Fr. 2'000.- hatte. Zwar wäre es wünschenswert gewesen und hätte der
  Transparenz gedient, wenn der Beschwerdeführer bei seinem als "letzte
  Mahnung" bezeichneten Schreiben die eingegangenen Zahlungen aufgeführt
  hätte. Für C.______ war es aber entgegen der Auffassung der
  Beschwerdegegnerin erklärbar, weshalb der Beschwerdeführer am
  21. November 2017 noch Fr. 26'963.85 (Fr. 33'963.85 –
  Fr. 5'000.- – Fr. 2'000.-) forderte. Es bestand für ihn denn auch
  offenbar kein Anlass zur Nachfrage. Allein deshalb kann nicht auf einen
  Verstoss gegen die Berufsregeln erkannt werden. Unverständlich ist hingegen,
  dass der Beschwerdeführer in der dem Schreiben beigelegten Schuldanerkennung
  den vollen Betrag von Fr. 33'963.85 aufführte. Hätte C.______ die
  Schuldanerkennung tatsächlich unterschrieben, hätte der Beschwerdeführer –
  wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt – über einen provisorischen
  Rechtsöffnungstitel verfügt, welcher ihm gar nicht zugestanden hätte.
  Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers oblag es dabei nicht C.______,
  den tatsächlich noch geschuldeten Betrag auf der Schuldanerkennung
  handschriftlich zu vermerken oder eine korrigierte Schuldanerkennung zu
  verlangen. Immerhin ist dem Beschwerdeführer aber zu Gute zu halten, dass er
  am 19. Juni 2018 nur den tatsächlich noch geschuldeten Betrag von
  Fr. 25'963.85 (Fr. 26'963.85 - Fr. 1'000.- [Anzahlung vom
  21. November 2017]) in Betreibung setzte. Daraus kann geschlossen
  werden, dass der Beschwerdeführer zwar bei der Ausfertigung der
  Schuldanerkennung unsorgfältig gearbeitet hatte, von C.______ oder E.______
  aber nicht etwas verlangen wollte, was nicht geschuldet war. Dennoch hat er
  gegen die Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung im Sinne
  von Art. 12 lit. a BGFA verstossen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die Beschwerdegegnerin büsste den Beschwerdeführer
  mit Fr. 4'000.-. Dabei ging sie fälschlicherweise davon aus, der
  Beschwerdeführer habe gegen seine Pflicht zur periodischen Information über
  die bereits angefallenen Kosten verstossen und ein krass übersetztes Honorar
  verlangt. Hingegen bemängelte sie zu Recht, dass der Beschwerdeführer seine
  Klientschaft nicht genügend über die Kosten der Flugreise ins Land D.______
  und die Weigerung der H.______, sich an den Kosten des Einsatzes im Land
  D.______ zu beteiligen, informiert hatte. Auch erkannte sie hinsichtlich der
  Schuldanerkennung – nicht aber bezüglich der Honorarrechnung – zutreffend auf
  eine ungenügende Transparenz der Rechnungsstellung. Da ein nicht
  unerheblicher Teil der dem Beschwerdeführer vorgehaltenen Verletzungen von
  Berufsregeln wegfällt, lässt sich die ausgesprochene Disziplinarmassnahme
  nicht aufrechterhalten. Das Verwaltungsgericht hat daher in freiem Ermessen
  über eine angemessene Sanktion zu befinden.

  
	
   

  
	
  6.2 Art. 17 Abs. 1 BGFA sieht als Disziplinarmassnahmen
  eine Verwarnung (lit. a), einen Verweis (lit. b), eine Busse bis zu
  Fr. 20'000.- (lit. c), ein befristetes Berufsausübungsverbot für
  längstens zwei Jahre (lit. d) sowie ein dauerndes Berufsausübungsverbot
  (lit. e) vor. Disziplinarische
  Sanktionen gegen Anwälte unterstehen dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit.
  Es ist demnach geboten, dass sie zu Art und Schwere der begangenen
  Pflichtwidrigkeit in einem angemessenen Verhältnis stehen und nicht über das
  hinausgehen, was erforderlich ist, um den Schutz des rechtsuchenden Publikums
  zu gewährleisten und Störungen des geordneten Gangs der Rechtspflege zu
  verhindern (BGE 106 Ia 100
  E. 13c).

  
	
   

  
	
  Eine Verwarnung ist nur
  für erstmalige und leichteste Verfehlungen vorgesehen. Der Verweis ist bei
  leichteren Pflichtverletzungen und Fällen, die sich an der Grenze zu
  mittelschweren Fällen angezeigt, während die Busse das "Mittelfeld"
  der disziplinarischen Sanktionen bildet (Tomas Poledna, in Walter
  Fellmann/Gaudenz G. Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz,
  Zürich/Basel/Genf 2011, Art. 17 N. 30 ff.).

  
	
   

  
	
  6.3 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass der
  Beschwerdeführer es unterliess, hinsichtlich der Verrechnung der Reisekosten
  Klarheit zu schaffen. Dabei kommt insbesondere dem Umstand besonderes Gewicht
  zu, dass er C.______ und E.______ nicht darüber informierte, dass die
  Rechtsschutzversicherung selbst im Falle eines Freispruchs sich weigerte, an
  die Reise nach und den Aufenthalt in […] im Land D.______ etwas zu zahlen, da
  sie die Anwesenheit des Beschwerdeführers als nicht notwendig erachtete.
  Unabhängig davon, ob C.______ und E.______ selbst bei Kenntnis aller Umstände
  die Reise ins Land D.______ befürwortet hätten oder nicht, ist zu
  beanstanden, dass der Beschwerdeführer ihnen für die Entscheidfindung
  wesentliche Informationen vorenthielt. Dies lässt einzig den Schluss zu, dass
  der Beschwerdeführer selbst an der Reise ins Land D.______ interessiert war
  und diese nicht gefährden wollte. Damit hat der Beschwerdeführer im
  Zusammenhang mit der Reise ins Land D.______ gegen Art. 12 lit. a
  und lit. i BGFA verstossen, wobei die Verfehlungen nicht mehr leicht
  wiegen, sondern im Bereich der mittelschweren Verletzungen von Berufsregeln
  liegen. Die unsorgfältig ausgefertigte Schuldanerkennung ist hingegen als
  geringer Verstoss gegen Art. 12 lit. a BGFA zu werten, da die
  Forderung aus dem Schreiben, welchem die Schuldanerkennung beigelegt war,
  ohne Weiteres erkennbar war, und da der Beschwerdeführer letztlich nur den
  tatsächlich offenen Betrag in Betreibung setzte. 

  
	
   

  
	
  Da dem Beschwerdeführer
  unter anderem eine mittelschwere Verletzung der Berufsregeln vorzuwerfen ist,
  kommt nach dem Dargelegten weder eine Verwarnung noch ein Verweis in
  Betracht. Folglich ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass sich
  eine Busse als notwendig erweist. Bei der Bemessung der Höhe der Busse ist
  zunächst zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin teilweise zu Unrecht
  auf einen Verstoss gegen die Berufsregeln erkannte (vgl. vorne
  E. II/6.1), was bereits nahelegt, die Busse substantiell zu reduzieren.
  Daneben ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer noch nie disziplinarisch
  sanktioniert wurde. Schliesslich ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ihn
  seine Klientschaft auch nach Empfang der Honorarnote lobte und sich dankbar
  zeigte. Die Eltern von C.______ führten denn auch mehrmals aus, die Forderung
  zu begleichen. Mitunter wohl wegen Zahlungsschwierigkeiten rügte E.______
  erstmals in einem E-Mail vom 24. März 2018 und damit mehr als eineinhalb
  Jahre nach der Rechnungsstellung, dass die Reisekosten zu hoch ausgefallen
  seien. Die Anzeige an die Aufsichtskommission erfolgte sodann erst, nachdem
  der Beschwerdeführer das Betreibungsverfahren eingeleitet hatte. Unter
  Berücksichtigung all dieser Umstände erweist sich eine Busse von
  Fr. 1'500.- als angemessen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Da der Beschwerdeführer
  durch die Beschwerdegegnerin zu Recht sanktioniert wurde, sind die Kosten-
  und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens nicht zu ändern.
  Namentlich bemisst sich der für die Beschwerdegegnerin anfallende Aufwand
  nicht an der Art oder Höhe der zulässigen Sanktion (vgl. auch
  Art. 22 AnwG).

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Zusammenfassend hat der
  Beschwerdeführer gegen Art. 12 lit. a und lit. i BGFA
  verstossen, wofür er mit einer Busse von Fr. 1'500.- zu sanktionieren
  ist. Demgemäss ist seine Beschwerde teilweise gutzuheissen.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Nach Art. 34 Abs. 1 BGFA
  i.V.m. Art. 14 Abs. 2 AnwG und Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG hat
  die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu
  tragen. Unterliegt eine Partei nur teilweise, werden die amtlichen Kosten
  angemessen herabgesetzt (Art. 136 Abs. 2 VRG). Der Beschwerdeführer dringt
  mit seinem Hauptantrag, wonach gegen ihn keine Disziplinarmassnahme
  auszusprechen sei, nicht durch. Hingegen wird die ausgesprochene Busse
  substantiell reduziert. Ausgangsgemäss sind die pauschalen Gerichtskosten von
  Fr. 2'000.- den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Der Kostenanteil
  des Beschwerdeführers von Fr. 1'000.- ist mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss
  von Fr. 2'000.- zu verrechnen. Der restliche Betrag von Fr. 1'000.-
  ist ihm zurückzuerstatten. Der Kostenanteil der Beschwerdegegnerin von
  Fr. 1'000.- ist auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 135 Abs. 1
  VRG). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Dem anwaltlich vertretenen
  Beschwerdeführer steht aufgrund seines teilweisen Obsiegens gemäss Art. 34
  Abs. 1 BGFA i.V.m. Art. 14 Abs. 2 AnwG und Art. 138 Abs. 3
  lit. a VRG zu Lasten der Beschwerdegegnerin eine reduzierte
  Parteientschädigung von Fr. 1'750.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zu.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. In Abänderung von
    Disp.-Ziff. 1 des Beschlusses der Beschwerdegegnerin vom 19. März 2019
    wird der Beschwerdeführer mit einer Busse von Fr. 1'500.- bestraft.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 2'000.- werden zur Hälfte dem Beschwerdeführer
    auferlegt und zur Hälfte auf die Staatskasse genommen. Vom bereits
    geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.- werden dem
    Beschwerdeführer Fr. 1'000.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von Fr. 1'750.-
    (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]