# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7139b9f9-df92-5b5c-9b57-fdcf39639885
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.07.2023 UV 2021/83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-83_2023-07-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/83

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 15.09.2023

Entscheiddatum: 19.07.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 19.07.2023
Art. 9 Abs. 1 UVG, Art. 14 und Anhang 1 Ziff. 2 lit. b "Infektionskrankheiten 
UVV: Der Sachverhalt erweist sich insgesamt noch nicht als spruchreif. Die 
Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die 
notwendigen Abklärungen durchführt bzw. veranlasst und anschliessend 
neu beurteilt, ob die Infektion mit dem Corona-Virus aufgrund der konkreten 
Umstände die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Anerkennung als 
Berufskrankheit vom Typ Infektionskrankheiten erfüllt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Juli 2023, UV 
2021/83).

Entscheid vom 19. Juli 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2021/83

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Debora Bilgeri, AMPARO Anwälte und Notare, 

Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

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gegen

AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen (Berufskrankheit)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte), war seit dem 14. Mai 2018 bei der B.___ 

(nachfolgend: Arbeitgeberin) als Mitarbeiterin Hauswirtschaft in Teilzeit (80%iges 

Arbeitspensum, 33.6 Stunden pro Woche) angestellt und dadurch bei der AXA 

Versicherungen AG (nachfolgend: Versicherung) gegen die Folgen von Unfällen und 

Berufskrankheiten versichert (UV-act. A2).

A.a. 

Die Arbeitgeberin liess über ihre Versicherungsbrokerin, die C.___ AG, der 

Versicherung mit Schadensmeldung vom 17. April 2020 melden, dass die Versicherte 

positiv auf Covid-19 getestet worden sei, unter psychischen Problemen leide und einen 

Suizidversuch unternommen habe. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit seit dem 30. 

März 2020 (UV-act. A1 f.; vgl. UV-act. M1: Bescheinigung positives Testergebnis und 

UV-act. K1 f.: Arbeitsunfähigkeitszeugnisse). Zur Prüfung des Leistungsanspruchs 

stellte die Versicherung der Arbeitgeberin einen Fragebogen zu, welchen diese am 12. 

Mai 2020 ausgefüllt retournierte (UV-act. A3 f., A6). Sie wies die Versicherungsbrokerin 

darauf hin, dass bezüglich des Suizidereignisses eine separate Schadensmeldung 

benötigt werde (UV-act. A3).

A.b. 

Am 13. Mai 2020 teilte die Versicherung der Versicherten mit, da nicht hinreichend 

nachgewiesen sei, dass die Ansteckung mit dem Covid-19 Virus mit einer 

Wahrscheinlichkeit von mindestens 75 % auf ihre berufliche Tätigkeit zurückzuführen 

sei, bestehe keine Leistungspflicht seitens der obligatorischen Unfallversicherung (UV-

A.c. 

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B.  

act. A7). Mit Schreiben vom 22. Dezember 2020 forderte die Versicherte, vertreten 

durch Rechtsanwältin lic. iur. HSG Debora Bilgeri, St. Gallen, die Versicherung auf, auf 

die Leistungsablehnung zurückzukommen und die Covid-19 Erkrankung der 

Versicherten als Berufskrankheit und den daraus folgenden Suizidversuch als 

Unfallereignis anzuerkennen (UV-act. A16).

Mit Verfügung vom 15. Januar 2021 hielt die Versicherung an ihrem ablehnenden 

Leistungsentscheid fest. Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass die 

gesetzlichen Anforderungen an eine Berufskrankheit nicht erfüllt seien (UV-act. A17).

A.d. 

Am 18. Februar 2021 erhob die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin 

Einsprache gegen die Verfügung vom 15. Januar 2021 und forderte deren Aufhebung 

und die Erbringung der gesetzlichen Leistungen für die Berufskrankheit. Zur 

Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass die Ansteckung mit dem Corona-

Virus zu Beginn der Pandemie erfolgt sei. Damals habe es noch keine 

Maskentragpflicht gegeben, Tests seien nicht ausreichend vorhanden gewesen und 

infizierte Heimbewohnerinnen und -bewohner seien möglichst nicht in Spitäler 

überwiesen worden. Das spezifische Expositionsrisiko für Mitarbeitende des B.___ sei 

um ein Vielfaches höher gewesen als beim Rest der Bevölkerung. Für die Versicherte 

habe aufgrund ihrer Tätigkeit ein erhöhtes Infektionsrisiko bestanden (UV-act. A21). Der 

Einsprache beigelegt war der Tagblatt-Zeitungsartikel vom 15. April 2020 über die 

Corona-Lage im B.___ (UV-act. A20).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 5. November 2021 wies die Versicherung die 

Einsprache vom 18. Februar 2021 ab. Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, 

dass die Versicherte keinem spezifischen Berufsrisiko ausgesetzt gewesen sei und 

auch nicht bekannt sei, wo sie sich angesteckt habe. Es sei nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Ansteckung ausschliesslich oder stark 

überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden sei, weshalb das 

Erfordernis des Kausalzusammenhangs nicht erwiesen sei (UV-act. A25).

B.b. 

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C.  

Erwägungen

1.  

Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) durch ihre Rechtsvertreterin am 8. Dezember 2021 Beschwerde 

erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Der Einspracheentscheid vom 5. November 

2021 sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen für die Berufskrankheit 

der Corona-Infektion zu erbringen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Versicherung (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin; act. G1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 2. März 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 

5. November 2021 (act. G5). Miteingereicht wurde die Stellungnahme ihres 

Vertrauensarztes, Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 

17. Februar 2022 (act. G5.2).

C.b. 

Mit Replik vom 29. April 2022 sowie Duplik vom 4. Juli 2022 hielten die Parteien 

unverändert an ihren Anträgen fest (act. G8, G12), worauf die Beschwerdeführerin am 

20. Juli 2022 kurz triplizierte (act. G14).

C.c. 

Am 17. November 2022 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin drei 

Honorarnoten ein (Honorarnote vom 20. April 2021 über Fr. 4'792.40, vom 11. Februar 

2022 über Fr. 4'728.55 und vom 17. November 2022 über Fr. 2'800.25, jeweils inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer, act. G16, G16.1 ff.).

C.d. 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 5. November 2021 (UV-act. A25). Streitig und zu prüfen ist, 

ob die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht ihrerseits zu Recht mit der 

Begründung abgelehnt hat, bei der Erkrankung der Beschwerdeführerin 

(Arbeitsunfähigkeit ab dem 30. März 2020 und positivem "Coronavirus SARS-

CoV-2" [nachfolgend: Corona-Virus] - Testresultat vom 31. März 2020) handle es sich 

nicht um eine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 oder Abs. 2 des Gesetzes 

über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20).

1.1. 

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2.  

Nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist eine allfällige Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Suizidversuch der 

Beschwerdeführerin vom 15. April 2020. Diesbezüglich ist am Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen ein separates Verfahren hängig (UV 2022/01).

1.2. 

Soweit das UVG nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungsleistungen bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). 

Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]), die bei der 

beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder 

bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser 

Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG; siehe 

hierzu nachfolgende Erwägung 2.2). Als Berufskrankheiten gelten auch andere 

Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark 

überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG; 

siehe hierzu nachfolgende Erwägung 2.3).

2.1. 

Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursachung von Krankheiten 

durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG nur 

dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin 

im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. "Ausschliessliche" 

Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der 

schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 

E. 2a, 117 V 355 E. 2a mit Hinweis). Gestützt auf die Delegationsnorm von Art. 9 Abs. 1 

UVG und Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat der 

Bundesrat in Anhang 1 zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe (Ziff. 1) und der 

arbeitsbedingten Erkrankungen (Ziff. 2) erstellt. Die Ziff. 2 ist wiederum unterteilt in lit. a 

"Erkrankungen durch physikalische Einwirkungen" und lit. b "Arbeitsbedingte 

Erkrankungen/Andere Erkrankungen". Zu den Erkrankungen im Sinn von Art. 9 Abs. 1 

UVG gehören gemäss Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV Infektionskrankheiten bei Arbeiten in 

Spitälern, Laboratorien, Versuchsanstalten und dergleichen.

2.2. 

Die Generalklausel von Art. 9 Abs. 2 UVG (vgl. Erwägung 2.1 hiervor) bezweckt, 

allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch entstehen könnten, dass die bundesrätliche 

Liste gemäss Anhang 1 zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, der eine 

Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit 

verursacht wurde. Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des 

2.3. 

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3.  

"ausschliesslichen oder stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 

UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche 

Tätigkeit verursacht worden ist (BGE 117 V 200 E. 2b, 117 V 355 E. 2b mit Hinweis).

Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde vom 8. Dezember 2021 

geltend, dass ihre Erkrankung durch die Infektion mit dem Corona-Virus bedingt sei 

und es sich dabei um eine Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 1 UVG – in Verbindung mit 

einer Listenkrankheit nach Anhang 1 UVV – handle. Begründet wird dies insbesondere 

damit, dass an ihrem Arbeitsort Heimbewohner/innen sowie Mitarbeitende mit dem 

Corona-Virus infiziert gewesen seien. Die damals von der Arbeitgeberin getroffenen 

Schutzmassnahmen seien (retrospektiv betrachtet) mangelhaft und ihr Expositions-/

Infektionsrisiko bei der Arbeit deshalb hoch gewesen. Dagegen sei ihr Expositions-/

Infektionsrisiko ausserhalb der Arbeit aufgrund des schweizweiten Lockdowns, der 

tiefen Anzahl laborbestätigter Fälle im Kanton St. Gallen, ihrem persönlichen Verhalten 

und ihrer privaten Verhältnisse (ausser ihr habe sich niemand der Familie mit dem 

Corona-Virus infiziert) gering gewesen. Ihre Ansteckung mit dem Corona-Virus müsse 

deshalb überwiegend wahrscheinlich bei der Arbeit erfolgt sein. Vorliegend seien nicht 

nur die Voraussetzungen für das Vorliegen einer Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 1 

UVG, sondern auch nach der Generalklausel von Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt (act. G1-3 ff., 

G8).

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin verneint dagegen das Vorliegen einer Berufskrankheit 

sowohl nach Art. 9 Abs. 1 UVG (i.V.m. Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV) als auch nach Art. 9 

Abs. 2 UVG. Hinsichtlich der Voraussetzung "Arbeiten in Spitälern, Laboratorien, 

Forschungsanstalten und dergleichen" (Anhang 1 Ziff. 2 lit. b "Infektionskrankheiten" 

UVV) könne es nicht angehen, alle Arbeiten in diesen Institutionen ohne Differenzierung 

gleich zu behandeln, sei doch die Exposition je nach Berufstätigkeit recht 

unterschiedlich. Vorauszusetzen sei deshalb, dass die versicherte Person einen Beruf 

ausübe, welcher die Pflege und Betreuung von Kranken oder das Arbeiten mit 

infizierten Mitteln beinhalte. Bei Arbeitsverhältnissen in Spitälern und vergleichbaren 

Institutionen sei deshalb zu verlangen, dass es sich um Gesundheits- und 

Pflegepersonal handle, welches direkten Kontakt zu infizierten Patientinnen und 

Patienten habe, die wegen einer Infektion in diesen Einrichtungen behandelt und 

gepflegt würden. Da die Beschwerdeführerin dies nicht erfülle, sei keine 

Leistungspflicht nach Art. 9 Abs. 1 UVG gegeben. Auch nach Art. 9 Abs. 2 UVG 

bestehe keine Leistungspflicht, denn die versicherte Person müsse für eine gewisse 

Dauer einem typischen Berufsrisiko ausgesetzt sein. Eine solche spezifische 

3.2. 

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4.

Gemäss den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen von Dres. med. E.___ und F.___ war die 

Beschwerdeführerin krankheitsbedingt vom 30. März bis 12. April 2020 zu 100 % 

arbeitsunfähig (UV-act. K1 f.). Am 31. März 2020 wurde die Beschwerdeführerin positiv 

auf das Corona-Virus getestet (UV-act. M1). Vor diesem Hintergrund ist davon 

auszugehen, dass die ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit ab dem 30. März 2020 auf 

eine Erkrankung infolge der Infektion mit dem Corona-Virus zurückzuführen ist. Dies 

wurde von den Parteien auch nie bestritten. Nachfolgend ist zu prüfen, ob bei der 

Beschwerdeführerin angesichts dessen und ihrer beruflichen Tätigkeit als Mitarbeiterin 

im Hausdienst eines Alters- und Pflegeheims eine arbeitsbedingte Erkrankung im Sinne 

einer Infektionskrankheit bei Arbeiten in Spitälern, Laboratorien, Versuchsanstalten und 

dergleichen vorliegt.

5.  

berufsbedingte Exposition sei vorliegend nicht erstellt, da die Beschwerdeführerin 

weder in der Pflege von infizierten Patientinnen und Patienten noch in einer stark 

infizierten/infizierenden oder kontaminierten Umgebung – wie dies in einem 

Laboratorium oder einer Versuchsanstalt der Fall sei – arbeite. Ihr Vertrauensarzt Dr. 

D.___ sei in seiner Stellungnahme vom 17. Februar 2022 (act. G5.2) nur von einem 

minimal bis mässig erhöhten Risiko einer Ansteckung bei der Arbeit ausgegangen, 

denn eine Ansteckung sei im Privatbereich genauso möglich gewesen und die meisten 

Infektionen in den Institutionen würden von aussen hineingetragen und nicht 

umgekehrt. Im Weiteren wird geltend gemacht, da bei Pandemien der Beweis einer 

berufsbedingten Ansteckung im Einzelfall nicht geführt werden könne, sei die 

Anerkennung des Einzelfalls ohnehin ausgeschlossen (act. G5-4 ff., G12).

Bei Berufskrankheiten vom Typ "Infektionskrankheiten" gemäss Anhang 1 Ziff. 2 lit. 

b UVV wird verlangt, dass es sich bei der beruflichen Tätigkeit um eine "Arbeit in einem 

Spital, einem Laboratorium, einer Versuchsanstalt oder dergleichen" handelt. Zu klären 

ist daher, ob die Beschwerdeführerin im vorliegend zu beurteilenden Zeitraum (vgl. 

diesbezüglich nachfolgende Erwägung 5.2) "in einem Spital, einem Laboratorium, einer 

Versuchsanstalt oder dergleichen" tätig war (vgl. nachfolgende Erwägung 5.3) und es 

sich dabei um eine "Arbeit" im Sinne der Verordnungsbestimmung handelte (vgl. 

nachfolgende Erwägung 5.4).

5.1. 

Bei der Erkrankung infolge einer Covid-19 Infektion handelt es sich 

unbestrittenermassen um eine Infektionskrankheit. Aufgrund der Arbeitsunfähigkeit ab 

5.2. 

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dem 30. März 2020 und des positiven Testresultates auf das Corona-Virus vom 31. 

März 2020 sowie einer Inkubationszeit bei einer Infektion mit Corona-Virus von 

wenigen bis max. vierzehn Tagen (vgl. die Publikation des Staatssekretariats für 

Wirtschaft [SECO], Wirksamkeit nicht-pharmazeutischer Massnahmen zur 

Eindämmung des Coronavirus, mit Quellenverweis auf das BAG, act. G1.5 Seite 3, 

sowie BAG, Coronavirus: Häufig gestellte Fragen (FAQ), abrufbar unter: 

www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/

aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/haeufig-gestellte-fragen.html? faq-url=/

covid/de/faq-category-node/7122/74402, zuletzt abgerufen am 19. Juni 2023, und RKI-

Codid-19, Kapitel 5) ist die Situation der Beschwerdeführerin in der Zeit von Mitte bis 

Ende März 2020 massgebend bzw. zu beurteilen.

 5.3. 

Die Beschwerdeführerin arbeitete im relevanten Zeitraum bei einer Arbeitgeberin, 

die als Stiftung primär für Menschen nach der Pensionierung verschiedene 

Wohnformen, eine spezialisierte Pflegeabteilung sowie eine Wohngruppe für demenziell 

erkrankte Menschen anbietet. Das Dienstleistungsangebot ist vielseitig und das 

Betreuungsangebot für die über 100 Bewohnerinnen und Bewohner umfassend. So 

werden u.a. Hauswirtschafts- und Pflegeleistungen angeboten. Selbst bei intensiver 

Pflege können die Heimbewohnerinnen und -bewohner im eigenen Zimmer bzw. in der 

eigenen Wohnung bleiben und werden dort behandelt.

5.3.1. 

Da die Beschwerdeführerin somit weder in einem Spital noch in einem 

Laboratorium oder einer Forschungsanstalt arbeitete, ist zu beurteilen, ob sie in einer 

vergleichbaren Institution/Einrichtung gearbeitet hatte. Aufgrund der Form der 

Beherbergung der Heimbewohnerinnen und -bewohner, des umfassenden Angebots 

an Pflegeleistungen sowie des vergleichbar erhöhten Infektionsrisikos in Anbetracht der 

Organisationsform des Heims, der zahlreichen Kontakte zwischen Heimbewohner/

innen, Angestellten und Besuchern sowie des hohen Anteils an betreuungs-/

pflegebedürftigen oder aus anderen Gründen zu einer Risikogruppe gehörenden 

Heimbewohner/innen, ist das Alters- und Pflegeheim als mit einem Spital 

vergleichbaren Institution im Sinne von Anhang 1 Ziff. 2 lit. b "Infektionskrankheiten" 

UVV zu betrachten.

5.3.2. 

 5.4. 

Zur Frage, was unter dem Begriff "Arbeiten" (Anhang 1 Ziff. 2 lit. b 

"Infektionskrankheiten" UVV) zu verstehen ist, vertreten die Parteien unterschiedliche 

5.4.1. 

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Ansichten. Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass in Bezug auf die im 

Verordnungsanhang genannten Institutionen (Spitäler, Laboratorien, 

Forschungsanstalten und dergleichen) eine Beschränkung auf bestimmte Arbeiten/

Tätigkeiten/Funktionen – wie auf dasjenige Personal, welches Infizierte pflege – vom 

Gesetzgeber nicht vorgesehen und damit nicht statthaft sei (vgl. act. G1, G8). Die 

Beschwerdegegnerin vertritt gestützt auf die Empfehlungen der Ad-Hoc-Kommission 

Schaden UVG, Nr. 1/2003 "Erkrankungen im Sinne von Anhang 1 Ziffer 2 lit. b UVV, 

UVG Art. 9, UVV Art. 14 sowie Anhang 1, Ziffer 2, lit. b", Version vom 23. Dezember 

2020 (vgl. www.svv.ch/sites/default/files/2021-01/03-01% 20Erkrankungen%20iS

%20Anhang%201%20D_2021.pdf, zuletzt abgerufen am 25. Juni 2023) die Ansicht, 

dass bereits im Rahmen der Prüfung, ob eine Arbeit in den genannten Institutionen 

(Spitäler, Laboratorien, Forschungsanstalten und dergleichen) vorliegt, eine 

funktionelle/tätigkeitsbezogene Beschränkung auf pflegerische Tätigkeiten mit direktem 

Kontakt zu infizierten Personen oder infektiösem Material vorzunehmen sei (vgl. act. 

G12-4 f.).

Nach dem Wortlaut der Verordnungsbestimmung muss es sich um "Arbeiten" in 

den genannten Institutionen/Einrichtungen handeln. Weitergehende Einschränkungen – 

bspw. eine Beschränkung auf die Pflege infizierter Personen, auf Arbeiten mit 

körperlichem Kontakt mit infizierten Personen oder mit infektiösem Material – enthält 

die Verordnungsbestimmung keine. Es gibt auch keine erläuternden Ausführungen, 

welche Gegenstand des Gesetz- bzw. des Verordnungsgebungsprozesses waren. Bei 

der letzten Revision des Anhangs 1 der UVV vom 21. Februar 2018 (in Kraft seit 1. April 

2018; AS 2018 1025) wurden zwar mehrere Ergänzungen und Präzisierungen 

vorgenommen, nicht jedoch hinsichtlich den in Ziff. 2 lit. b aufgeführten 

Infektionskrankheiten (vgl. den erläuternden Bericht zur Änderung der UVV, Anpassung 

von Anhang 1 [Liste der Berufskrankheiten] vom November 2017, abrufbar unter: 

www.bag.admin.ch/bag/de/home/versicherungen/unfallversicherung/revisionsprojekte/

abgeschlossene-revisionen/anhang-1-uvv-berufskrankheitenliste.html). In Anbetracht 

dessen ist davon auszugehen, dass eine weitergehende konkrete Einschränkung der zu 

berücksichtigenden "Arbeiten" in einer der genannten oder damit vergleichbaren 

Institutionen/Einrichtungen, vom Gesetz- bzw. Verordnungsgeber nicht gewollt waren 

und daher auch nicht statthaft ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das berufliche 

Expositionsrisiko (wie dies bspw. in der Empfehlung der Ad-Hoc-Kommission Schaden 

UVG [Nr. 1/2003, Version vom 23. Dezember 2020] gefordert wird) unbeachtlich wäre. 

Das (individuell-konkret zu bestimmende) berufliche Expositions-/Infektionsrisiko ist 

jedoch nicht bereits an dieser Stelle, sondern erst bei der Prüfung der weiteren 

5.4.2. 

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6.

Für die Anerkennung einer Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG ist im 

Weiteren erforderlich, dass die Erkrankung infolge einer Infektion mit dem Corona-Virus 

zumindest vorwiegend durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst wurde (vgl. dazu 

Erwägung 2.2 hiervor). Erforderlich ist daher eine Beurteilung des Risikos der 

Beschwerdeführerin, sich mit dem Corona-Virus infiziert zu haben, einerseits während 

ihrer Arbeit als Mitarbeiterin Hauswirtschaft im B.___ (siehe diesbezüglich nachfolgende 

Erwägung 6.2) und andererseits während der übrigen Zeit (Freizeit; siehe diesbezüglich 

nachfolgende Erwägung 6.1) sowie im Vergleich.

gesetzlichen Vorgaben (vgl. dazu Art. 9 Abs. 1 UVG und Erwägung 2.2: der 

Unfallversicherer ist leistungspflichtig, wenn eine Infektionskrankheit zu mehr als 50 % 

auf eine beruflich bedingte Exposition zurückzuführen ist; vgl. dazu auch nachfolgende 

Erwägung 6.2) zu beachten, denn das berufliche Expositions-/Infektionsrisiko einer 

Person wird nebst der von ihr konkret in der Institution/Einrichtung ausgeübten 

beruflichen Tätigkeit durch verschiedene weitere Faktoren mitbestimmt wie der Art der 

pathogenen Mikroorganismen (bspw. Covid-19, HIV, Hepatitis, SARS, Ebola etc.), der 

möglichen Infektions-/ Übertragungswegen (bspw. über Körperkontakt, Aerosole, Blut 

etc.), die für eine Infektion erforderlichen Virenlast sowie die getroffenen 

Schutzmassnahmen und deren Wirksamkeit im Arbeitsalltag (vgl. dazu die 

Ausführungen in der Botschaft zum UVG vom 18. August 1976, 76.069, S. 166 und 

187, sowie in der Publikation des Robert Koch Instituts "Epidemiologischer Steckbrief 

zu SARS-CoV-2 und COVID-19" [nachfolgend: RKI-Covid-19], insb. Kapitel 2, 3 und 

20, abrufbar unter: www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/

Steckbrief.html, zuletzt abgerufen am 13. Juli 2023).

Festzuhalten ist soweit, dass es sich bei der von der Beschwerdeführerin dazumal 

ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin im Hausdienst des B.___ um eine Arbeit in einer 

mit einem Spital vergleichbaren Institution gemäss Anhang 1 Ziff. 2 lit. b 

"Infektionskrankheiten" UVV handelte.

5.5. 

 6.1. 

Das Risiko, sich ausserhalb der Arbeitszeit bzw. in der Freizeit mit dem Corona-

Virus zu infizieren, wird insbesondere bestimmt durch das eigene Verhalten und 

dasjenige der Personen, zu welchen enge Kontakte bestehen (wie Familienmitglieder, 

Haushaltsangehörige, enge Freunde etc.), die regionale Corona-Situation und die 

getroffenen allgemeinen und individuellen Schutzmassnahmen. Wie eine im Kanton St. 

6.1.1. 

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Gallen durchgeführte Studie zeigte, ist der wichtigste Risikofaktor im privaten Bereich 

die Exposition gegenüber einem positiven Haushaltsmitglied (vgl. Abschlussbericht 

"COVID-19 bei Spitalmitarbeitenden – eine prospektive Kohortenstudie" vom 

15. September 2022 von PD Dr. Philipp Kohler, Kantonsspital St. Gallen, und Dr. 

Christian Kahler, Ostschweizer Kinderspital, Seite 5, abrufbar unter: www.google.ch/

url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=

web&cd=&ved=2ahUKEwjQiKaN7ZyAAxUXrKQKHQ6tAIQQFnoECBMQAQ&url=https

%3A%2F%2Fwww.bag.admin.ch%2Fdam%2Fbag%2Fde%2Fdokumente%2Fmt

%2Fk-und-i%2Faktuelle-ausbrueche-pandemien%2F2019-nCoV

%2FLiteraturrecherchen%2Finziden

z_symptome_risikofaktoren_cov2erkrankung_hcw.pdf.download.pdf

%2F23_Abschlussbericht_HCWStudie_KSSG.pdf&usg=AOvVaw2qz8AKQSjdO31GEl_

80BC4&opi=89978449, zuletzt abgerufen am 13. Juli 2023).

Vorliegend, wie bereits erwähnt, ist das Infektionsrisiko/Expositionsrisiko in der 

Zeit von Mitte bis Ende März 2020 (vgl. Erwägung 5.2 hiervor) zu würdigen. Dieser 

Zeitraum ist der Anfangsphase der Corona-Epidemie/Pandemie (sogenannte "erste 

Welle") zuzurechnen. Er war geprägt insbesondere durch die ansteigenden Corona-

Fallzahlen in der Schweiz/im Kanton St. Gallen, die Übersterblichkeitsrate bei älteren 

und gesundheitlich vorgeschädigten Personen, die lückenhaften Kenntnisse über das 

Corona-Virus, die Herausforderungen im Umgang mit und in der Behandlung von 

infizierten Personen sowie die Schwierigkeiten bei der Festlegung und Umsetzung von 

wirksamen und angemessenen Schutzmassnahmen zur Verhinderung von Infektionen 

(vgl. dazu die Situationsberichte des BAG zur epidemiologischen Lage in der Schweiz 

und im Fürstentum Liechtenstein, abrufbar unter www.bag.admin.ch/bag/de/home/

krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-

cov/situation-schweiz-und-international.html). So beschloss der Bundesrat angesichts 

der rasanten Ausbreitung der Infektionen am 13. März 2020 ein umfangreiches 

Massnahmenpaket. Dieses beinhaltete u.a. die Schliessung der Läden (mit Ausnahme 

derjenigen des täglichen Bedarfs), der Restaurants, der Bars, der Unterhaltungs- und 

Freizeitbetriebe sowie der Coiffeur- und Kosmetiksalons. Zudem wurden öffentliche 

und private Veranstaltungen verboten und der Grenzübertritt war nur noch in 

bestimmten Fällen gestattet. Am 20. März 2020 beschloss der Bundesrat weitere 

Massnahmen. Es galt fortan ein Mindestabstand zwischen Personen von zwei Metern 

und Ansammlungen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum wurden 

verboten. Ausserdem wurde die Bevölkerung aufgefordert, wenn immer möglich, zu 

Hause zu bleiben und im Home-Office zu arbeiten (vgl. zur damaligen Situation insb. 

6.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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die Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus [COVID-19] vom 

13. und 20. März 2020 [SR 818.101.24, AS 2020 773 und AS 2020 863] und die vom 

BAG diesbezüglich herausgegebenen Erläuterungen vom 13. und 27. Mai 2020 sowie 

act. G1.5).

Die Beschwerdeführerin lebte im relevanten Zeitraum gemäss ihren Aussagen 

zusammen mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, der Schwiegertochter und einer Enkelin 

in einer Wohnung. Zur Corona-Situation in ihrer Familie und ihrem privaten Umfeld 

erklärte sie, dass sich damals ausser ihr niemand mit dem Corona-Virus infiziert habe 

bzw. daran erkrankt sei. Sie habe sich nach Feststellung der Covid-19 Infektion 

gegenüber den anderen sechs Mitbewohnern isoliert. Zu ihren Kontakten zu anderen 

Personen führte sie aus, dass sie bereits vor der Corona-Epidemie sehr zurückgezogen 

gelebt und ihre Freizeit ausschliesslich im Kreise ihrer Familie verbracht habe. Den 

Arbeitsweg (zirka 800 bis 1'000 Meter) habe sie zu Fuss zurückgelegt. Die Einkäufe 

habe die im gleichen Haushalt lebende Schwägerin erledigt (vgl. act. G1-7 Ziff. 11, 

G8-3 f. Ziff. 9).

6.1.3. 

Festzuhalten ist, dass zur Beurteilung des privaten Expositions-/Infektionsrisikos 

relevante Informationen fehlen bzw. nicht ausreichend belegt sind. Insbesondere 

unterliess es die Beschwerdegegnerin, den Sachverhalt hinsichtlich den familiären 

Verhältnissen (wie Angaben zur damaligen Wohnungssituation sowie zur Berufstätigkeit 

und zum Freizeitverhalten der weiteren Haushaltsangehörigen) direkt bei der 

Beschwerdeführerin und ihren Haushaltsangehörigen abzuklären und diesbezüglich 

zweckdienliche Beweismittel einzuverlangen (bspw. Resultate über durchgeführte 

Corona-Tests bei den Haushaltsangehörigen, ärztliche Bestätigungen, dass die 

Haushaltsangehörigen nicht wegen einer Coronainfektion in Behandlung waren, 

Arbeitgeber-/Schulbestätigungen, ob die Haushaltsmitglieder krankheitsbedingte 

Absenzen hatten und ob sie damals im Home Office arbeiteten bzw. lernten). Eine 

ausreichend genaue Bestimmung des privaten Expositions-/Infektionsrisikos ist 

gestützt auf die vorliegende Aktenlage nicht möglich. Die Beschwerdegegnerin wird 

daher entsprechende Abklärungen nachzuholen haben, denn es ist davon auszugehen, 

dass auch nachträglich noch entscheidrelevante Erkenntnisse zur Beurteilung des 

privaten Expositions-/Infektionsrisikos gewonnen werden können. Dies beinhaltet nebst 

der Ergänzung des Sachverhalts insbesondere auch die Einholung einer auf dem 

ergänzten Sachverhalt basierenden fachärztlichen Beurteilung (Infektiologin/

Infektiologe oder gleichwertig) des damaligen privaten Expositions-/Infektionsrisikos 

und dies auch im Vergleich zum damaligen allgemeinen Infektionsrisiko der St. Galler 

Bevölkerung (siehe dazu auch unten Erwägung 6.2.6).

6.1.4. 

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 6.2. 

Das berufliche Infektions-/Expositionsrisiko wird insbesondere durch die in 

Erwägung 5.4.2 genannten Faktoren bestimmt. Von besonderer Relevanz dürfte 

vorliegend sein, dass die Übertragung des Corona-Virus – im Gegensatz zu anderen 

Infektionskrankheiten – nicht nur durch direkten Körperkontakt, sondern auch über 

Aerosole (mit dem Virus kontaminierte Luft) möglich ist und dies selbst nachdem die 

infektiöse Person den Raum verlassen hat. Bei der Ermittlung des Infektions-/

Expositionsrisikos sind auch die getroffenen betrieblichen Schutzmassnahmen und 

deren Wirksamkeit mitzuberücksichtigen bzw. zu würdigen. So kann bspw. das 

Infektionsrisiko einer Hauswirtschaftsmitarbeitenden (ohne Schutzmaske oder mit einer 

Hygienemaske) höher sein als dasjenige einer Pflegekraft (ausgestattet mit einer FFP2-

Schutzmaske, einem Gesichtsschild und einem Schutzanzug). Folglich kann das 

individuelle berufliche Ansteckungsrisiko von Angestellten in einem Spital oder in einem 

Alters- und Pflegeheim nicht alleinig basierend auf der ausgeübten Tätigkeit bestimmt 

werden, mit Ausnahme derjenigen Fälle, in denen eine relevante berufliche Corona-

Viren Exposition tätigkeits-/betriebsbedingt mit hoher Sicherheit ausgeschlossen 

werden kann (in Frage kämen bspw. Mitarbeitende der Finanzbuchhaltung eines 

Spitals, die keinen Kontakt zu Patientinnen und Patienten sowie Angestellten des 

eigentlichen Spitalbetriebs haben). Folglich muss die Anerkennung bzw. 

Nichtanerkennung einer Infektionserkrankung als Berufskrankheit (Art. 9 Abs. 1 UVG) 

stets gestützt auf eine individuell-konkrete Beurteilung des beruflichen Expositions-/

Infektionsrisikos einer Person erfolgen. Dabei sind nebst dem Expositions-/

Infektionsrisiko während der eigentlichen beruflichen Tätigkeit auch dasjenige während 

den in Aufenthalts-, Pausen-, Verpflegungs- und sonstigen Betriebsräumen (wie 

Garderoben, Betriebsmittel- und Abfallentsorgungsräumen) verbrachten Zeiten zu 

berücksichtigen.

6.2.1. 

Zur Klärung des betrieblichen Expositions-/Infektionsrisikos sandte die 

Beschwerdegegnerin der Arbeitgeberin einen Fragebogen zu. Dieser wurde von der 

Leiterin Hauswirtschaft am 12. Mai 2020 beantwortet (vgl. UV-act. A6). Sie erklärte, 

dass die Beschwerdeführerin mit Reinigungsaufgaben betraut war. Sie habe die 

Funktion einer Springerin. So werde sie nicht nur in einer Abteilung, sondern auf 

verschiedenen Abteilungen, dort wo gerade eine Reviermitarbeiterin abwesend sei, 

eingesetzt. Sie reinige dabei regelmässig Bewohnerzimmer, Appartements von 

Bewohnern sowie Nebenräumlichkeiten wie Korridore, Treppenhäuser, Speisesäle usw. 

Dabei kämen regelmässig Arbeitsschritte wie das Entsorgen von Abfällen, das 

Abstauben von Mobiliar in Zimmern, das Staubsaugen und Nasswischen der Böden, 

6.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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das Reinigen von Lavabos, Duschen, WC usw. vor. Zur Frage, ob die vom Bund 

angeordneten Massnahmen (Abstand von zwei Metern zwischen Personen) im 

Arbeitsumfeld der Beschwerdeführerin hätten eingehalten werden können, wurde 

ausgeführt, dass dies bestmöglich umgesetzt worden sei, jedoch nicht immer habe 

eingehalten werden können. Beispielweise wenn ein Bewohner sich immer im Zimmer 

aufhalte, müsse die Reinigung dennoch vollzogen werden, jedoch mit Hygienemaske. 

Im Weiteren erklärte die Hauswirtschaftsleiterin, dass alle Massnahmen des BAG 

umgesetzt worden seien und genügend Material wie Hygienemasken, Handschuhe und 

Desinfektionsmittel zur Verfügung gestanden hätten. Ende März 2020 seien sehr 

wenige Bewohner positiv gewesen. Mit diesen Bewohnern habe die 

Beschwerdeführerin keinen Kontakt gehabt. Jedoch seien nicht nur Bewohner, sondern 

auch Mitarbeitende erkrankt.

Festzuhalten ist, dass die Antworten bzw. Angaben der Arbeitgeberin 

insbesondere zur Tätigkeit der Beschwerdeführerin, zu den betrieblichen 

Begebenheiten, zu den Kontakten zu den Heimbewohnerinnen und -bewohnern und 

weiteren Angestellten, zu den getroffenen Schutzmassnahmen (sowohl bezogen auf die 

Heimbewohnerinnen und -bewohnern als auch auf die Angestellten), zur Anzahl (positiv 

sowie negativ) auf Corona getesteter sowie daran erkrankter Heimbewohnerinnen und -

bewohnern und Angestellten sehr allgemein und vage bzw. unbestimmt gehalten sind 

und auch nicht belegt wurden. Trotzdem unterliess es die Beschwerdegegnerin, die 

Arbeitgeberin aufzufordern, die Aussagen zu quantifizieren (bspw. hinsichtlich 

durchgeführter Corona-Tests, erkrankter Angestellter und Heimbewohner, 

Schutzmaterialverbrauch/-zuteilung etc.) und dies auch zu belegen (bspw. durch 

Vorlage von Corona-Schutzkonzepten, Arbeitsanweisungen, Heim- und 

Hausordnungen, Arbeitspläne etc.). Im Weiteren ist zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin nur die Arbeitgeberin und nicht auch die Beschwerdeführerin zur 

damaligen Arbeitssituation befragte oder ihr zumindest die Gelegenheit gab, zu den 

Antworten der Arbeitgeberin Stellung zu nehmen, zumal einige der gestellten Fragen 

ohnehin nur von der Beschwerdeführerin hätten beantwortet werden können wie die 

Fragen: "Hat sich ein besonderer Vorfall ereignet (z.B. wurde sie angehustet)? " oder 

"Pflegte Frau A.___ in ihrem privaten Umfeld regelmässig Kontakt zu Personen, die sich 

im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit um Personen kümmern, die sich mit Covid-19 

infiziert haben (z.B. Pflegepersonal/Ärzte/Ärztinnen etc. Falls ja, welche 

Schutzmassnahmen traf sie?" (vgl. dazu die Ausführung der Beschwerdeführerin zu 

ihrer damaligen Arbeitssituation, act. G1-4 Ziff. 4, G8-3 Ziff. 8).

6.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Selbst bei diesem unzureichend geklärten Sachverhalt gibt es verschiedene 

Indizien, die für ein erhöhtes Expositions-/Infektionsrisiko der Beschwerdeführerin 

während ihrer Arbeit sprechen. So muss aufgrund des Betreuungs- und 

Pflegekonzepts des Alters- und Pflegeheims (vgl. Erwägung 5.1 hiervor) und der 

Aussagen der Arbeitgeberin (vgl. UV-act. A6) davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin zwar nicht körperlichen, aber dennoch engen Kontakt zu den 

Heimbewohnerinnen und -bewohnern sowie zu den weiteren Angestellten (bspw. 

während den Arbeitspausen) hatte. Das allgemeine Infektionsrisiko im Heim dürfte auch 

dadurch erhöht gewesen sein, dass infizierte Bewohnerinnen und Bewohner – wenn 

immer möglich – nicht in ein Spital überwiesen wurden. Der Einsatz der 

Beschwerdeführerin als Springerin in verschiedenen Abteilungen des Alters- und 

Pflegeheims dürfte ihr Infektionsrisiko nochmals gesteigert haben. Dass es damals nur 

wenige Corona-Erkrankungen im B.___ gegeben habe (vgl. UV-act. A6), steht sodann 

in einem Widerspruch zu einem Tagblatt-Zeitungsartikel vom 15. April 2020 (vgl. act. 

G1.7), in dem ausgeführt wurde, dass Angehörige der Zivilschutzorganisation die 

Mitarbeitenden des Alters- und Pflegeheims unterstützen würden, da es zu 

krankheitsbedingten Personalausfällen gekommen sei. Der Leiter des Alters- und 

Pflegeheim bestätigte denn auch gegenüber der Zeitung die Ansteckungen mit dem 

Corona-Virus im Heim und wurde im Artikel mit den Worten zitiert: "Das Virus ist 

überall". Dass im Alters- und Pflegeheim wirksame Schutzmassnahmen umgesetzt 

worden wären, so dass ein Infektionsrisiko hätte ausgeschlossen werden können, ist 

ebenfalls nicht erwiesen. So gab es damals besondere Schutzvorschriften erst für 

besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die vom BAG im März 

2020 empfohlenen Schutzmassnahmen beruhten auf dem damaligen Wissensstand 

über das Corona-Virus (insb. hinsichtlich der Verbreitungswege des Corona-Virus) und 

dürften zudem den damaligen Begebenheiten (bspw. der Mangel an Schutzmaterialien) 

Rechnung getragen haben. Aufgrund der Angaben der Arbeitgeberin erscheint es 

wahrscheinlich, dass der empfohlene Mindestabstand von zwei Metern zwischen 

Personen (der erst im Massnahmenpaket vom 20. März 2020 enthalten war, vgl. 

Erwägung 6.1.2) insbesondere bei der Zimmerreinigung häufig unterschritten wurde 

(vgl. UV-act. A6, act. G1-3. Ziff. 4, G1-4 Ziff. 5), da sich die Heimbewohnerinnen und -

bewohner wegen der vom Bundesrat angeordneten Massnahmen und der Angst vor 

einer Corona-Infektion auch während des Tages häufig auf ihren Zimmern aufgehalten 

haben dürften. Wegen des damaligen Wissenstandes und des Mangels an wirksamen 

Schutzmaterialien ist auch fraglich, ob bei der Zimmerreinigung die Angestellten sowie 

die dabei anwesenden Heimbewohnerinnen und -bewohner FFP2-Schutzmasken 

trugen (vgl. dazu act. G1.4-3, G1.5-3). Infolge der damaligen Unkenntnis hinsichtlich 

6.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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der Übertragbarkeit des Corona-Virus über Aerosole dürften die Zimmer der 

Heimbewohnerinnen und -bewohner sowie die Aufenthaltsräume im Alters- und 

Pflegeheim auch nicht häufig (stündlich) gelüftet worden sein (vgl. dazu act. G1-4 f. 

Ziff. 4 ff., G1.4 ff.). Dass wie im Einspracheentscheid geltend gemacht, bereits im März 

2020 ein wirksames Corona-Schutzkonzept installiert gewesen sein soll (vgl. UV-act. 

A25-4 Ziff. 4), ist ebenfalls nicht erwiesen. Das als Nachweis vorgelegte Informations- 

und Empfehlungsschreiben des BAG stammt vom 29. April 2020 (vgl. act. G5.4) und 

wurde somit erst nach dem vorliegend relevanten Zeitraum (Mitte bis Ende März 2020) 

herausgegeben. Risikominimierende Massnahmen wie regelmässige Corona-

Schnelltests bei allen Angestellten, Heimbewohnerinnen und -bewohnern zwecks 

Identifikation infizierter jedoch symptomloser Personen gab es damals noch nicht. 

Daher ist nicht ausreichend abgeklärt, ob die Beschwerdeführerin Kontakt zu infizierten 

und damit zu potentiell infektiösen Heimbewohnerinnen und -bewohnern hatte (vgl. 

G1.5, G8-2 Ziff. 4, G8-4 Ziff. 10).

Die Einschätzungen des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin, Dr. D.___, 

vom 17. Februar 2022 (act. G5.2), welcher nicht von einer überwiegend beruflich 

bedingten Ansteckung ausgegangen war, vermögen nicht zu überzeugen, beruhen 

diese doch allein auf den Angaben der Arbeitgeberin vom 12. Mai 2020 (vgl. UV-act. 

A6; zum Beweiswert der Stellungnahme siehe die Erwägung 6.2.3 hiervor) und 

berücksichtigen insbesondere die Möglichkeit der Infektionsübertragung zwischen der 

Beschwerdeführerin und weiteren Angestellten (bspw. während den gemeinsamen 

Arbeits-/Verpflegungspausen) nicht. Konkrete Ansteckungszahlen lagen ihm nicht vor. 

Auch fehlt im vertrauensärztlichen Bericht eine faktenbasierte Auseinandersetzung mit 

dem privaten Expositionsrisiko der Beschwerdeführerin gänzlich. Da die 

Einschätzungen des Vertrauensarztes somit in wesentlichen Punkten auf einem 

unvollständigen Sachverhalt beruhen, kann damit auch nicht – mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit – bewiesen werden, dass das Infektionsrisiko der 

Beschwerdeführerin während ihrer Arbeit und in der Freizeit gleich gewesen sei, zumal 

die Zahl der nachgewiesenen Infektionen im Kanton St. Gallen damals noch gering war 

(per Ende März 2020 gab es im Kanton St. Gallen erst 470 positive Corona-

Testergebnisse und damit weniger als einen Fall auf 1'000 Einwohnerinnen und 

Einwohner).

6.2.5. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im 

Zeitraum von Mitte bis Ende März 2020 bei der Arbeit erheblichen Risiken für eine 

Ansteckung mit dem Corona-Virus ausgesetzt gewesen sein dürfte, zumindest kann 

dies nach der derzeitigen dürftigen Aktenlage nicht ausgeschlossen werden. Zur 

6.2.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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7.  

Beurteilung des damaligen beruflichen Expositions-/Infektionsrisikos der 

Beschwerdeführerin bedarf es daher insbesondere einer Ergänzung der Informationen 

zur damaligen Corona-Situation im B.___ (wie Belege zur Anzahl positiv/negativ auf 

Corona getesteter Heimbewohnerinnen und -bewohner sowie Angestellten, den 

krankheitsbedingten Personalausfällen, den konkret umgesetzten Schutzmassnahmen 

bezogen auf die Heimbewohnerinnen und -bewohner und auf die Angestellten, zu den 

Aufgaben der Beschwerdeführerin [Stellenschrieb, Arbeits-/Einsatzpläne etc.] und zu 

den damaligen betrieblichen Begebenheiten [insb. betrieblich bedingte Kontakte zu 

Heimbewohnerinnen und -bewohnern sowie den weiteren Angestellten und dies auch 

während der Pausen-/Verpflegungszeiten]). Die Beschwerdegegnerin wird 

entsprechende Sachverhaltsabklärungen nachzuholen und basierend auf dem 

ergänzten Sachverhalt eine externe fachärztliche Beurteilung des beruflichen 

Infektionsrisikos (durch eine Fachärztin/einen Facharzt für Infektiologie oder 

gleichwertig) einzuholen haben, denn es ist davon auszugehen, dass nachträglich noch 

entscheidrelevante Erkenntnisse zum beruflichen Expositions-/Infektionsrisikos 

gewonnen werden können.

Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin die Risiken einer Ansteckung mit 

dem Corona-Virus während der Arbeit und während der übrigen Zeit (Freizeit) einander 

gegenüberzustellen und zu prüfen haben, ob die berufsbedingten Ursachen 

(berufsbezogenes Infektionsrisiko) im gesamten Ursachenspektrum (gesamtes 

Infektionsrisiko) mehr als 50 % ausmachen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. 

März 2019, 8C_695/2018, E. 6.1). Über das Vorliegen einer Berufskrankheit wird sie 

daraufhin neu zu verfügen haben.

6.3. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 8. Dezember 

2021 unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 5. November 2021 dahingehend 

gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen und zur Veranlassung 

einer externen fachmedizinischen Beurteilung und anschliessend neuen Verfügung an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

7.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

7.2. 
bis

Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 

132 V 215 E. 6.2). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 5. 

November 2021 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinne der

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) von Fr. 4'000.- zu bezahlen.

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.- bis 

Fr. 15'000.-. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin reichte am 22. November 

2022 drei Honorarnoten ein (vgl. act. G16, G16.1 ff.). Dazu ist festzustellen, dass die 

Honorarnote vom 20. April 2021 über Fr. 4'792.40 den Leistungszeitraum bis 20. April 

2021 und damit die Aufwendungen im Einspracheverfahren betrifft. Da diese nicht 

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sind, können sie auch nicht 

berücksichtigt werden. Die Honorarnoten vom 11. Februar 2022 über Fr. 4'728.55 und 

vom 17. November 2022 über Fr. 2'800.25 betreffen den Zeitraum vom 21. April 2021 

bis 11. Februar 2022 bzw. vom 24. März bis 29. Juli 2022, wobei die Honorarnote vom 

11. Februar 2022 auch die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem zurzeit sistierten 

Beschwerdeverfahren (UV 2022/1) beinhaltet. In Anbetracht dessen erscheint in der 

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.- als angemessen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.07.2023
	Art. 9 Abs. 1 UVG, Art. 14 und Anhang 1 Ziff. 2 lit. b "Infektionskrankheiten UVV: Der Sachverhalt erweist sich insgesamt noch nicht als spruchreif. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen durchführt bzw. veranlasst und anschliessend neu beurteilt, ob die Infektion mit dem Corona-Virus aufgrund der konkreten Umstände die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Anerkennung als Berufskrankheit vom Typ Infektionskrankheiten erfüllt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Juli 2023, UV 2021/83).

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		2025-07-19T00:52:45+0200
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