# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 683c09b7-2c06-54ba-9d07-ec2ebf3492d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.07.2023 E-3891/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3891-2023_2023-07-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3891/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter Manuel Borla;  

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Christa Bucher, HEKS Rechtschutz 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 29. Juni 2023 / N (…). 

 

 

 

E-3891/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 20. Januar 2023 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 16. Januar 2023 

in Kroatien registriert wurde, 

dass am 25. Januar 2023 die Personalienaufnahme (PA) stattfand, 

dass der Beschwerdeführer am 1. Februar 2023 die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung mandatierte, 

dass die Vorinstanz am 2. März 2013 die kroatischen Behörden um Über-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (Neufassung) (ABl. L 180/31 vom 

29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass der Beschwerdeführer am 10. März 2023 mehrere medizinische Be-

richte zu den Akten gab, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich des am 28. April 2023 durchgeführ-

ten Dublin-Gesprächs im Wesentlichen vorbrachte, er sei in Kroatien von 

der Polizei verhaftet, sehr schlecht behandelt, zweimal nach Bosnien-Her-

zegowina zurückgeschafft sowie dazu gezwungen worden, die Fingerab-

drücke abzugeben, wobei er nie beabsichtigt habe, ein Asylgesuch zu stel-

len, 

dass er davon ausgehe, bei einer Überstellung nach Kroatien werde er 

nach Bosnien-Herzegowina und von dort nach Afghanistan abgehschoben, 

weshalb Kroatien für ihn nicht sicher sei, 

dass er ferner erklärte, es gehe ihm in physischer und psychischer Hinsicht 

gut, 

dass die kroatischen Behörden dem Übernahmeersuchen der Vorinstanz 

am 2. Mai 2023 gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO zustimmten, 

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Seite 3 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 29. Juni 2023 auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung nach Kroatien an-

ordnete, den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug beauf-

tragte, die editionspflichtigen Akten aushändigte und festhielt, eine allfällige 

Beschwerde habe keine aufschiebende Wirkung, 

dass der Beschwerdeführer am 12. Juli 2023 Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht erhob und beantragt, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutre-

ten und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen, even-

tualiter sei die angefochtene Verfügung zur rechtsgenüglichen Sachver-

haltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, fer-

ner sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörde unverzüglich an-

zuweisen, von einer Überstellung nach Kroatien abzusehen, bis das Bun-

desverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung ent-

schieden habe und es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren 

sowie auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Beschwerde – wie aus dem Folgenden ersichtlich sein wird 

– als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie im Verfahren einzel-

richterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin bezie-

hungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-

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führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu 

behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),  

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts 

grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 

das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.),  

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG),  

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung festhält, Personen, 

welche gestützt auf die Dublin-III-VO nach Kroatien zurückgeführt würden, 

erhielten Zugang zum dortigen Asylverfahren sowie zu sämtlichen aus dem 

Unions- sowie einschlägigen Völkerrecht fliessenden Rechten, 

dass umfangreiche Abklärungen bis heute keine konkreten Hinweise dafür 

hervorgebracht hätten, dass Dublin-Rückkehrenden eine Rückschiebung 

nach Bosnien und Herzegowina (Kettenabschiebung) oder systematische 

Gewalt seitens der kroatischen Polizeibehörden drohe, 

dass der Umstand, dass die angebliche Verlobte des Beschwerdeführers 

ebenfalls ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt habe, keine Zuständigkeit 

der Schweizer Behörden für sein Asylgesuch begründe, 

dass Kroatien des Weiteren über eine ausreichende medizinische Infra-

struktur verfüge, zu welcher der Beschwerdeführer Zugang habe, weshalb 

insbesondere die bei ihm diagnostizierte Belastungsreaktion einer Über-

stellung nicht entgegenstehe, 

dass in der Rechtsmitteleingabe geltend gemacht wird, die Vorinstanz 

habe in der angefochtenen Verfügung das Krankheitsbild des Beschwer-

deführers, unter anderem die (…) sowie die (…) beziehungsweise sein 

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(…), nicht genügend berücksichtigt und wäre darüber hinaus gehalten ge-

wesen, seinen psychischen Gesundheitszustand weiter abzuklären, 

dass die Vorinstanz sich ferner nicht genügend mit der Situation in Kroatien 

und den vom Beschwerdeführer geschilderten Erlebnissen auseinander-

gesetzt habe, 

dass die Vorinstanz sodann gehalten gewesen wäre, von ihrem Selbstein-

trittsrecht Gebrauch zu machen beziehungsweise sie den ihr zur Verfügung 

stehenden Ermessensspielraum nicht rechtsgenüglich ausgeschöpft und 

dadurch ihr Ermessen unterschritten habe, 

dass die Vorinstanz bereits eingehend auf die völker- sowie unionsrechtli-

chen Verpflichtungen Kroatiens hingewiesen hat, 

dass sich die Dublin-Mitgliedstaaten grundsätzlich auf die Vermutung ver-

lassen können, dass die am gemeinsamen Europäischen Asylsystem be-

teiligten Staaten die Menschenrechte beachten (vgl. dazu BVGE 2010/45 

E. 7.4 f.; ausserdem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union 

[EuGH] vom 21. Dezember 2011 in den verbundenen Rechtssachen          

C-411/10 [N. S./Secretary of State for the Home Department] und C-493/10 

[M. E. u.a. /Refugee Applications Commissioner, Minister for Justice, 

Equality and Law Reform], Rn. 78 ff.; vgl. ferner Erwägung 3 der DubIin-III-

VO), 

dass das Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil E-1488/2020 vom 

22. März 2023 festhielt, es sei – auch vor dem Hintergrund der kolportierten 

Fälle von Pushbacks durch die kroatischen Behörden – nicht davon aus-

zugehen, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Kroatien 

wiesen systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 

und 3 Dublin-III-VO auf, die eine Überstellung von Gesuchstellenden ge-

nerell als unzulässig erscheinen lassen würden (vgl. a.a.O. E 9.5), 

dass die Vorinstanz insofern auch nicht gehalten war, sich vertieft mit den 

vom Beschwerdeführer geltend gemachten Rückführungen nach Bosnien-

Herzegowina auseinanderzusetzen, 

dass diesbezüglich ergänzend festzuhalten ist, dass der Beschwerdefüh-

rer, soweit er erklärt, in Kroatien kein Asylgesuch gestellt zu haben, sich zu 

keinem Zeitpunkt auf irgendein geartetes Aufenthaltsrecht in diesem Staat 

berufen konnte, weshalb auch insofern nicht erhellt, was er aus den 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45

E-3891/2023 

Seite 6 

vorgebrachten Ausschaffungen aus Kroatien zu seinen Gunsten ableiten 

möchte, 

dass der Beschwerdeführer mit dem Vorhalt, die Vorinstanz hätte vertieft 

die Gründe abklären müssen, weshalb er kein Asylgesuch in Kroatien habe 

stellen wollen, verkennt, dass es im Lichte seiner Mitwirkungspflicht viel-

mehr an ihm gelegen hätte, solche darzulegen, wobei offenbleiben kann, 

ob er daraus letztendlich irgendetwas zu seinen Gunsten ableiten könnte, 

dass der Beschwerdeführer gemäss den bei den Akten liegenden ärztli-

chen Unterlagen an einer (…) gelitten hat und angesichts der Trennung 

von seiner Partnerin eine psychosoziale Belastungsstörung aufweist, wo-

bei Verdacht auf eine (…) besteht, 

dass die letztgenannten Probleme mit dem Trennungsprozess von seiner 

– gemäss Darstellung des Beschwerdeführers – Verlobten zusammenhän-

gen, welche sich ebenfalls als Asylsuchende in der Schweiz aufhält und 

den Kontakt zum Beschwerdeführer ablehnt, weshalb er sich bereits 

Selbstverletzungen zugefügt haben soll,  

dass gemäss Praxis von einer ausreichenden medizinischen Infrastruktur 

in Kroatien auszugehen ist (vgl. aus jüngerer Zeit: Urteile des BVGer            

F-3728/2023 vom 7. Juli 2023 E. 8.5, E-3601/2023 vom 5. Juli 2023 

E. 9.2.2, E-474/2023 vom 16. Mai 2023 E. 6.2.4, F-1197/2023 vom 5. Juli 

2023 E. 6.2 ff.), 

dass weiter festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer bei einem Verbleib 

in der Schweiz ebenso mit der Trennungssituation umgehen müsste, 

dass ergänzend festzuhalten ist, dass die Vorinstanz bereits festgestellt 

hat, der Beschwerdeführer vermöge aus dem Umstand, dass sich seine – 

gemäss seiner Darstellung – Verlobte ebenfalls in der Schweiz in einen 

Dublin-Verfahren befinde, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, die 

Rechtsmitteleingabe diesbezüglich keine neuen substantiierten Vorbringen 

enthält und auch keine Unterlagen bei den Akten liegen, welche die tat-

sächliche Natur der geltend gemachten Beziehung konkret darlegen könn-

ten, wobei anzumerken ist, dass die Beschwerdeschrift durchwegs von der 

«Ex-Verlobten» des Beschwerdeführers spricht, 

dass der geltend gemachte gesundheitliche Zustand des Beschwerdefüh-

rers einer Überstellung insgesamt nicht entgegensteht, 

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dass aufgrund des Vorstehenden auch nicht festgestellt werden kann, die 

Vorinstanz habe die Verfahrensrechte des Beschwerdeführers, insbeson-

dere die Pflicht zur sorgfältigen Sachverhaltsfeststellung, verletzt,  

dass namentlich im Umstand, dass die Vorinstanz – wie der Beschwerde-

führer bemängelt – einzelne Krankheitsbilder nicht wörtlich beziehungs-

weise nicht explizit im angefochtenen Entscheid erwähnt haben soll, keine 

relevante Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt werden kann, auf-

grund welcher sich eine Kassation aufdrängte, 

dass schliesslich auch kein Grund, namentlich auch nicht aufgrund des 

psychischen Befindens, für einen Selbsteintritt im Sinne von Art. 17 Dublin-

III-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) durch die Schweizer Behörden besteht,  

dass die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung –

aufgrund der sich aus dem Vorstehenden ergebenden Aussichtslosigkeit – 

abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG) und das Gesuch um Verzicht auf 

Auferlegung eines Kostenvorschusses sowie die Begehren um aufschie-

bende Wirkung der Beschwerde sowie um Aussetzung des Wegweisungs-

vollzuges mit Erlass des vorliegenden Urteils gegenstandslos geworden 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor