# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5f70cc1-ae94-5f12-a90a-868c8e02f785
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.03.2012 IV 2010/143
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-143_2012-03-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/143

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.05.2020

Entscheiddatum: 12.03.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 12.03.2012
Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 28a IVG; Art. 30 IVG Methodenwechsel der 
Invaliditätsbemessung im Rahmen einer Rentenrevision verneint (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. März 2012, IV 
2010/143).

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Matthias Burri

Entscheid vom 12. März 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jürg Dommer, Technikumstrasse 1a, Postfach, 

9470 D.___,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rentenrevision

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Sachverhalt:

A.    

A.a A.___ meldete sich am 10. Februar 2005 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an. Er sei seit 1. Oktober 2003 noch zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 

1). Bis zum 31. August 2004 arbeitete der gelernte Versicherungsfachmann bei der 

B.___ des Kantons St. Gallen. Seit dem 1. September 2004 war er in einem Pensum 

von 50% als Mitarbeiter am Kundenempfang des C.___s des Kantons St. Gallen tätig 

(act 6-1; 28-9). Daneben gehörte er seit 1989 dem Gemeinderat der politischen 

Gemeinde D.___ an (IV-act. 1-5).

A.b Mit Verfügung vom 4. August 2005 sprach die IV-Stelle der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) dem Versicherten mit Wirkung 

ab 1. Juli 2004 eine Viertelsrente zu (IV-act. 19). Gemäss dem Gutachten von Dr. med. 

E.___, Facharzt für Neurologie, Allgemeine Medizin FMH, Psychiatrie und Psycho­

therapie FMH, vom 5. Dezember 2003 leide der Versicherte an einer zwanghaften 

Persönlichkeitsstörung und einer länger dauernden ängstlich-depressiven 

Anpassungsstörung. Er sei er an seinem bisherigen Arbeitsplatz (bei der B.___) nicht 

mehr haltbar und daher voll arbeitsunfähig. Die generelle Arbeitsfähigkeit im Bürosektor 

sei daher derzeit und wohl auch längerfristig um ca. 50% reduziert (IV-act. 9-22 f.). Die 

Tätigkeit als Gemeinderat könne er weiterhin ungehindert ausüben (IV-act. 17-1).

A.c  Die Überprüfung der Rente im Jahr 2007 ergab keine Veränderung des 

Invaliditätsgrads. Es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-

act. 35 ff.).

B.    

B.a Mit Schreiben vom 6. Januar 2009 ersuchte der Versicherte um Erhöhung der 

Viertelsrente auf eine halbe Rente. Für die Bemessung seiner Rente sei auch das 

Einkommen aus seiner Behördentätigkeit angerechnet worden. Seit Januar 2009 

gehöre er nicht mehr dem Gemeinderat D.___ an. Er sei jedoch weiterhin zu 50% im 

C.___ des Kantons St. Gallen tätig (IV-act. 36).

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B.b In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen. Mit Schreiben vom 10. März 

2009 gab der Versicherte an, dass der Gemeinderat D.___ auf die Amtsdauer 2009 - 

2012 restrukturiert worden sei. Die Anzahl Gemeinderäte sei von 9 auf 7 Personen 

reduziert worden. Gleichzeitig sei das Ressortsystem mit einer Ausweitung der 

Kernkompetenz eingeführt worden. Beides zusammen bedeute für die Ratstätigkeit 

eine grössere Arbeitsbelastung und mehr Termindruck. Dies sowie seine 

gesundheitliche Situation seien die Hauptgründe, weshalb er sich nicht mehr für eine 

weitere Amtsdauer zur Verfügung gestellt habe (IV-act. 42). Im Verlaufsbericht vom 22. 

April 2009 führte Dr. med. F.___, FMH Allgemeine Medizin, aus, der 

Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Er sei weiterhin zu 50% 

arbeitsunfähig. Aufgrund seiner psychischen Verfassung sei er jedoch nicht mehr in der 

Lage, die ständig wachsenden Anforderungen im Gemeinderat D.___ zu erfüllen. Die 

Tätigkeit als Gemeinderat sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (IV-act. 44).

B.c Nach Sichtung der Akten hielt die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-

Stelle (RAD) fest, die von Dr. F.___ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% sei bei den 

vorliegenden Diagnosen nachvollziehbar. Eine fachpsychiatrische Behandlung (richtig 

wohl: Begutachtung) sei nicht notwendig. Aus medizinischer Sicht habe sich der 

Gesundheitszustand nicht verändert. Offensichtlich habe sich die Verwertbarkeit der 

50%-igen Arbeitsfähigkeit durch den Wegfall des Amtes als Gemeinderat verändert (IV-

act. 47).

B.d Ferner stellte die IV-Stelle im August 2009 fest, dass die Tätigkeit beim C.___ per 

31. Dezember 2009 beendet werden würde. Die Leiterin Personelles des C.___s des 

Kantons St. Gallen führte im Email vom 14. August 2009 aus, der Versicherte habe im 

Juli 2009 das 63. Altersjahr erreicht. Gemäss Art. 66 der Verordnung über den 

Staatsdienst erfolge der ordentliche Übertritt in den Ruhestand zwischen erfülltem 63. 

und 65. Altersjahr. Der Versicherte habe aus finanziellen Gründen um 

Weiterbeschäftigung bis Ende 2009 ersucht. Dem Gesuch sei am 8. Januar 2009 

entsprochen und die Pensionierung per 31. Dezember 2009 vorgemerkt worden (IV-

act. 50).

B.e Im Abklärungsbericht vom 16. November 2009 hielt die IV-Stelle die 

Voraussetzungen für eine Revision aufgrund des Wegfalls des Einkommens aus der 

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Tätigkeit als Gemeinderat für erfüllt. Der Invaliditätsgrad erhöhe sich per 1. Januar 

2009. Mit der vom Versicherten in die Wege geleiteten Erwerbsaufgabe per 31. 

Dezember 2009 erlösche der Anspruch auf die Invalidenrente. Die Frage nach der 

Einschränkung im Aufgabenbereich stelle sich nicht, da der Versicherte weder 

organisch noch in Bezug auf den Bewegungsapparat ein Gesundheitsproblem habe. 

Auf eine Abklärung vor Ort sei zu verzichten (IV-act. 53).

B.f   Mit Vorbescheid vom 30. November 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Erhöhung seiner Viertelsrente auf eine halbe Rente mit Wirkung ab 1. April 2009 bis 

31. Dezember 2009 in Aussicht (IV-act. 57). Gegen den Vorbescheid erhob der 

Versicherte am 29. Dezember 2009 Einwand. Die halbe Invalidenrente sei ihm vom 

1. Januar 2009 bis zum vorgezogenen Bezug der AHV-Altersrente (1. August 2010) zu 

gewähren. Es bestehe keine Veränderung seines Gesundheitszustands. Unter 

Berücksichtigung des psychologischen Aspekts habe er eine vorzeitige Pensionierung 

mit Vorbezug der AHV-Altersrente per 1. August 2010 geplant. Dies scheine ihm aus 

gesundheitlichen Gründen angezeigt und finanziell machbar (IV-act. 58).

B.g Mit Vorbescheid vom 27. Januar 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Ausrichtung der halben Rente bis 31. Januar 2010 in Aussicht. Die 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit sei aus medizinischer Sicht bereits vor dem Erhöhungsgesuch 

ausgewiesen gewesen. Die Erhöhung erfolge ab dem Monat in dem das Gesuch 

eingereicht worden sei und somit ab 1. Januar 2009. Die Pensionierung sowie der 

Verzicht auf den Erwerb seien aus persönlichen Gründen erfolgt. Mit Verfügung vom 

11. März 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten wie angekündigt eine halbe 

Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Januar 2009 befristet bis 31. Januar 2010 zu (act. G 

1.1).

C.             

C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 5. April 

2010. Die halbe Rente sei ihm entgegen der angefochtenen Verfügung nicht bis 

31. Januar 2010, sondern bis zum vorgezogenen Bezug der Altersrente und somit bis 

31. Juli 2010 zu gewähren (act. G 1).

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C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. Mai 2010 die Abweisung der 

Beschwerde. Aufgrund der Akten, sei darauf zu schliessen, dass der Beschwerdeführer 

die Tätigkeit beim C.___ auch bei voller Gesundheit per 31. Dezember 2009 beendet 

hätte. Entsprechend sei er ab Januar 2010 nicht mehr als erwerbstätigte, sondern als 

nichterwerbstätige bzw. im Haushalt tätige Person zu betrachten. Da einzig psychische 

Beschwerden vorlägen, welche auf die Haushaltstätigkeit keinen Einfluss hätten, 

resultiere bei neuer Qualifikation des Beschwerdeführers als nichterwerbstätige Person 

ein Invaliditätsgrad von 0% (act. G 4).

C.c Mit Replik vom 7. Juli 2010 liess der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch 

Rechtsanwalt Dr. iur. J. Dommer, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin die Gutheissung der Beschwerde beantragen. Die halbe Rente 

sei ihm bis Ende Juli 2010 zuzusprechen (act. G 8). Der Beschwerdeführer macht im 

Wesentlichen geltend, dass die Invalidenrente nach Art. 30 IVG bis zum Bezug der 

AHV-Rente geschuldet sei. Die AHV-Rente werde ab 1. August 2010 ausgerichtet, die 

Invalidenrente sei daher bis Ende Juli 2010 zu bezahlen (act. G 8, S. 3). Sodann sei die 

Einstellung der Invalidenrente in der angefochtenen Verfügung nicht ausreichend 

begründet worden. Die Beschwerdegegnerin habe damit das rechtliche Gehör verletzt. 

Die Verfügung sei daher schon aus formellen Gründen aufzuheben. Darüber hinaus sei 

sie jedoch auch materiell unrichtig. Die Voraussetzungen für einen Methodenwechsel 

zur Berechnung des Invaliditätsgrads seien nicht erfüllt. Die gesundheitliche Situation 

des Beschwerdeführers habe sich nicht verändert, und die Annahme der 

Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer die Erwerbstätigkeit auch bei voller 

Gesundheit Ende 2009 aufgegeben hätte, sei willkürlich. Ohne gesundheitliche 

Probleme hätte der Beschwerdeführer seine Arbeit mit Sicherheit nicht in einem 

Zeitpunkt beendet, in welchem er nicht einmal Anspruch auf eine AHV-Rente gehabt 

hätte. Ferner handle es sich bei der Beendigung der Tätigkeit beim Kanton St. Gallen 

nicht um einen freiwilligen Verzicht auf eine weitere Tätigkeit, und die Beendigung sei 

auch nicht aus allgemein persönlichen Gründen erfolgt, sie sei gesundheitlich bedingt 

gewesen (act. G 8, S. 3). Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass der 

Beschwerdeführer ab Januar 2010 nicht mehr erwerbstätig gewesen wäre, sei nicht nur 

hypothetisch, sondern auch tatsächlich falsch. Dank Glück habe er bei seinem Bruder 

eine administrative Tätigkeit im Rahmen von 40% bis 50% mit weitgehend freier 

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Zeiteiteilung aufnehmen können. Bei dieser Tätigkeit verdiene er deutlich weniger als 

zuletzt beim Kanton St. Gallen (act. G 8, S. 4). 

C.d  Mit Duplik vom 20. Juli 2010 hielt die Beschwerdegegnerin am Antrag der 

Beschwerdeantwort fest. Ergänzend führte sie im Wesentlichen aus, es sei aufgrund 

der Aussagen des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Erlasses der 

Revisionsverfügung davon auszugehen gewesen, dass er neu als im Haushalt tätige 

Person zu qualifizieren sei. Seine Vorbringen betreffend die Tätigkeit bei seinem Bruder 

würden einen Revisionsgrund darstellen, welcher eines neuen Gesuchs bedürfe. Im 

Übrigen sei nicht belegt, dass der Beschwerdeführer tatsächlich eine neue Tätigkeit 

aufgenommen habe. Zudem würde die Aussage nicht stimmen, dass er seine Arbeit 

ohne gesundheitliche Probleme nicht in einem Zeitpunkt beendet hätte, in welchem er 

nicht einmal Anspruch auf eine AHV-Rente gehabt hätte. Er habe aus freien Stücken 

lediglich um eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses bis Ende 2009 ersucht (act. G 

10).

Erwägungen:

1.     

1.1   Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur 

Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung 

jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rente ist nicht nur 

bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann 

revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen 

Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5).

1.2   Im Übrigen erfolgt die Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Art. 28a IVG im 

Revisionsverfahren nach den allgemeinen, für die Invaliditätsbemessung geltenden 

Vorschriften (Rz. 5015 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen 

Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]), 

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nach der allgemeinen Methode für vollzeitlich Erwerbstätige, nach der spezifischen 

Methode namentlich für im Haushalt tätige versicherte Personen und nach der ge­

mischten Methode für Versicherte, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben in einem 

Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig wären. Ob eine versicherte Person als 

ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist, 

ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, 

wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146; 

BGE 117 V 194; vgl. AHI 1997 S. 286; AHI 1996 S. 196). Dabei handelt es sich 

zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische 

Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss, die indessen als 

innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich sind und in aller Regel 

aus äusseren Indizien erschlossen werden müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 

18. Dezember 2009, 9C_559/09, Erw. 4).

1.3   Ein Methodenwechsel darf nach der älteren Praxis nur vorgenommen werden, 

wenn er zwingend notwendig ist (vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 149 Erw. 2). Das ist 

auch heute noch zu postulieren (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Veränderungen der 

familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in: René Schaffhauser / 

Franz Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, 

S. 111). Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der hypothetischen 

Lebensentwicklung voraus. Es wird auf den realen Verlauf persönlicher und familiärer 

Verhältnisse nach Eintritt der Invalidität (und unter den Einwirkungen der Invalidität) 

abgestellt, obwohl diese Verhältnisse an sich ohne kausalen Einfluss auf die Invalidität 

sind. Aus dieser Realität wird auf wesentliche Änderungen im massgeblichen 

hypothetischen Sachverhalt (BGE 117 V 199 Erw. 3b) geschlossen. Auf eindeutige 

Lebensentwürfe und Lebenserfahrungen ist in der modernen Gesellschaft mit gleichen 

Chancen für unterschiedlichste Arten beruflichen Fortkommens allerdings immer 

weniger Verlass. Darum ist es gerechtfertigt, den Methodenwechsel nur bei triftigen 

Gründen zuzulassen. Etwa wenn nach einer eindeutigen (hypothetischen) Sachlage ein 

Festhalten an der bisherigen Methode missbräuchlich wäre. Zur Diskussion steht ein 

hypothetischer Sachverhalt, der nicht mit dem üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann. Verschiedene Hypothesen 

müssen gegeneinander abgewogen werden. Ausschlaggebend ist dabei, welche dieser 

Hypothesen die plausibelste ist (so der Entscheid des Versicherungsgerichts des 

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Kantons St. Gallen vom 27. August 2009, IV 2008/47, Erw. 5.3, mit Hinweisen auf die 

kantonale Rechtsprechung).

1.4   Nach Art. 30 IVG erlischt der Anspruch auf eine Invalidenrente u.a. mit Entstehung 

des Anspruchs auf eine Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung (Für 

Männer mit dem Erreichen des 65. Altersjahres; Art. 21 Abs. 1 lit. a AHVG). Der 

Anspruch auf eine Invalidenrente erlischt auch, wenn die rentenberechtige Person die 

Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung nach Art. 40 AHVG vorbezieht 

(vgl. Rz. 2032 KSIH).

2.     

2.1   Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente des 

Beschwerdeführers zu Recht per 31. Januar 2010 eingestellt hat.

2.2   Soweit der Beschwerdeführer die Verletzung des rechtlichen Gehörs wegen 

unzureichender Begründung der angefochtenen Verfügung geltend macht, ist 

festzuhalten, dass einzig die Gutheissung der Beschwerde beantragt und damit 

sinngemäss auf die vollumfängliche Wahrnehmung des Gehörsanspruchs verzichtet 

wurde. Insofern kann von einer Rückweisung zur Heilung der Gehörsverletzung 

abgesehen werden, zumal dies in vorliegendem Fall zu einem formalistischen Leerlauf 

und zu einer unnötigen Verzögerung des Verfahrens führen würde (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 2. Auflage 2009, Rz. 9 f. zu Art. 42 ATSG).

2.3   Die ursprüngliche Viertelsrente wurde in der angefochtenen Verfügung aufgrund 

des Wegfalls des Einkommens des Beschwerdeführers aus der Tätigkeit als 

Gemeinderat revisionsweise auf eine halbe Rente erhöht. Die Aufgabe dieser Tätigkeit 

wird mit einer grösseren Arbeitsbelastung sowie Termindruck aufgrund der 

Restrukturierung des Gemeinderats begründet. Der RAD hielt die Auffassung von Dr. 

F.___, dass der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sei, die wachsenden 

Anforderungen im Gemeinderat zu erfüllen, bei den vorliegenden Diagnosen 

nachvollziehbar (IV-act. 47). Dies erscheint hinsichtlich der im Gutachten von Dr. E.___ 

(IV-act. 9-20 ff.) festgehaltenen Ungeeignetheit für leitende Funktionen - es ist davon 

auszugehen, dass bei Übernahme eines Ressorts leitende Aufgaben anfallen -, der 

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Kritikintoleranz, herabgesetzten Flexibilität, Fehleinschätzung von 

Kommunikationsproblemen sowie einer langsamen Arbeitsweise, plausibel. Es liegt 

somit eine Sachverhaltsveränderung vor, die sich im erwerblichen Bereich auswirkt und 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, 

selbst wenn der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als stationär beurteilt 

wird (IV-act. 44). Die Voraussetzung für eine Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist 

somit gegeben. Sodann führte Dr. F.___ im Bericht vom 22. April 2009 aus, der 

Beschwerdeführer vermöge durch den Wegfall des Gemeinderatslohns keinen 

zusätzlichen Verdienst erwirtschaften (IV-act. 44). Die Auffassung von Dr. F.___ 

erscheint plausibel. Insbesondere wäre auch zu berücksichtigen, dass es dem 

Beschwerdeführer im Alter von 63 ½ Jahren wohl nicht zumutbar gewesen wäre, den 

Verdienstausfall zu kompensieren. Die Erhöhung der Viertelsrente auf eine halbe Rente 

ist nicht zu beanstanden. Ein Anspruch auf eine halbe Rente hätte sich überdies auch 

dann ergeben, wenn bei der Invaliditätsbemessung auf Seiten des Valideneinkommens 

weiterhin ein Einkommen aus der Gemeinderatstätigkeit angerechnet worden wäre 

(ausgehend von der Hypothese, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall die 

Gemeinderatstätigkeit weitergeführt hätte; vgl. IV-act. 54 zur Invaliditätsbemessung der 

Beschwerdegegnerin).

2.4     Die Beschwerdegegnerin hat mit dem Übertritt in den Ruhestand des 

Beschwerdeführers per 31. Dezember 2009 einen Methodenwechsel in der 

Invaliditätsbemessung vorgenommen. Der Beschwerdeführer sei ab Januar 2010 als 

nichterwerbstätige bzw. im Haushalt tätige Person zu qualifizieren. Sie begründet den 

Methodenwechsel im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer auch bei voller 

Gesundheit per 31. Dezember 2009 mit rund 63 ½ Jahren in den Ruhestand getreten 

wäre. Die Plausibilität dieser Hypothese ist anhand der Frage zu überprüfen, was der 

Beschwerdeführer bei im Übrigen unveränderten Umständen getan hätte, wenn keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Nach Art. 66 Abs. 1 der Verordnung über 

den Staatsdienst vom 5. März 1996 (sGS 143.20) erfolgt der Übertritt in den Ruhestand 

zwischen dem vollendeten 63. und 65. Altersjahr auf Ende des Monats. Es kann nicht 

unbesehen bleiben, dass der Beschwerdeführer ursprünglich Leiter der B.___ war (IV-

act. 9-13). Dr. E.___ hielt es für überwiegend wahrscheinlich, dass die Rückstufung von 

der Leitungsposition bereits krankheitsbedingt aufgrund der Persönlichkeitsstörung 

erfolgte (IV-act. 9-23 f.). Es kann somit davon ausgegangen werden, dass die 

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Validenkarriere des Beschwerdeführers in einer leitenden Position erfolgt wäre, sodass 

die Ausgangslage betreffend Möglichkeiten und Perspektiven einer 

Weiterbeschäftigung wohl nicht zu vergleichen sind, mit jenen in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit am Empfang des C.___s. Sodann hat der Beschwerdeführer die 

Verlängerung der adaptierten Tätigkeit beim C.___ über das 63. Altersjahr hinaus 

offenbar aus finanziellen Gründen veranlasst. Die Ausbildungen seiner Söhne hätten 

noch bis Ende 2009 angedauert. Eine finanzielle Mehrbelastung aufgrund der 

Ausbildung der Söhne hätte auch im Gesundheitsfall bestanden, sodass eine 

Weiterbeschäftigung über das 63. Altersjahr hinaus auf der Hand liegt. Unter diesen 

Umständen ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer als Gesunder die 

verbleibenden 7 Monate bis zur Ausrichtung der vorbezogenen Altersrente mit 

Vollendung des 64. Altersjahrs nicht weitergearbeitet hätte, zumal dies bereits aufgrund 

der finanziellen Konsequenzen naheliegend erscheint. Triftige Gründe die gegen die 

Hypothese einer Weiterbeschäftigung bis zum Bezug der vorgezogenen Altersrente 

bzw. allenfalls bis zum Erreichen des 65. Altersjahrs sprechen sind keine ersichtlich. In 

Würdigung der gesamten Umstände erscheint ein Methodenwechsel in der 

Invaliditätsbemessung nicht gerechtfertigt. Somit besteht der Anspruch auf 

Ausrichtung der Invalidenrente entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin bis 

zum Vorbezug der Altersrente.

2.5   Nebenbei ist anzufügen, dass die angefochtene Verfügung auch dann aufzuheben 

gewesen wäre, wenn sich ein Methodenwechsel als notwendig erwiesen hätte. In 

diesem Fall hätte keine unmittelbare Ablösung der Invalidenrente durch die Altersrente 

stattgefunden. Somit hätte die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente nach 

Art. 88  IVV erfolgen müssen. Nach Art. 88  Abs. 2 lit. a IVV erfolgt die Aufhebung 

der Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung 

folgenden Monats. Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung am 11. März 2010 

erlassen. Dementsprechend hätte die Aufhebung der Rente selbst bei Bejahung des 

Methodenwechsels frühestens per 1. Mai 2010 erfolgen können. Ein Anwendungsfall 

von Art. 88  Abs. 2 lit. b IVV liegt mangels Verletzung einer Meldepflicht nicht vor.

3.     

bis bis

bis

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3.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 11. März 2010 gutzuheissen. Die halbe Invalidenrente 

ist dem Beschwerdeführer wie beantragt bis zum Vorbezug der Altersrente 

auszurichten.

3.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3 

Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der 

Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen 

Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme 

amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz. 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb 

die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

3.3   Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich gemäss 

Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 

Prozesses. Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erst im Rahmen der Replik 

tätig wurde, erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.     

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.      Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtskosten von Fr. 600.--. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

bis

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3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'000.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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