# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12c2c82d-82d1-5b81-8a24-71b1ea91445f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.07.2020 IV 2018/143
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-143_2020-07-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/143

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.11.2020

Entscheiddatum: 03.07.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2020
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Auf das von der IV-Stelle eingeholte 
psychiatrische Teilgutachten kann (auch) angesichts der neueren 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu psychischen Leiden (vorliegend 
insb. eine Depression) abgestellt werden. Invaliditätsgradbestimmung durch 
Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 3. Juli 2020, IV 2018/143).

Entscheid vom 3. Juli 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

IV 2018/143

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Amanda Guyot, GN Rechtsanwälte, 

St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) arbeitete seit 1. März 1994 als Chauffeur 

(Kategorie B) für die B.___ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin; IV-act. 20, 93-3). Daneben 

war er jeweils wenige Stunden pro Monat als C.___ tätig (IV-act. 107, 111f., 116ff.). Ab 

dem 30. Mai 2013 war der Versicherte körperlich bedingt arbeitsunfähig (100 % bis 

01.09.2013, 30 % bis 25.09.2013, 50 % bis 27.10.2013 und 100 % ab 19.11.2013; IV-

act. 21-2f.).

A.a. 

Am 19. Dezember 2013 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen 

(Berufliche Integration/Rente) der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 10).

A.b. 

Im Arztbericht vom 6. Januar 2014 diagnostizierte Dr. med. D.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FHM, eine Panikstörung mit Agoraphobie (ICD-10: 

F41.0) bei rezidivierender Erschöpfungsdepression (ICD-10: F48.0) aufgrund 

mangelnder Unterstützung am Arbeitsplatz (ICD-10: Z56; IV-act. 13). Dr. med. E.___, 

Facharzt für Innere Medizin FMH, erhob im Arztbericht vom 24. März 2014 mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine linksseitige Glutealgie und Hüftschmerzen 

seit 03/2010, Diskushernien L5/S1 rechts, L1/2 und L2/3 seit 09/2013 sowie 

rezidivierende Leistenschmerzen links nach Leistenhernienoperation links am 31. Mai 

2013. Hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als Getränkechauffeur bestehe eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit, denn der Versicherte könne keine Lasten über 10 kg 

heben (IV-act. 31). Im Arztbericht vom 6. November 2014 berichtete Dr. med. F.___ 

vom Muskelzentrum des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) über eine 

Plexusneuritis. Diese bewirke eine Schwäche der Arm-, Hand- und Fingerextension 

A.c. 

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und hauptsächlich eine schmerzbedingte Einschränkung der Kraft. Aufgrund des 

ausgeprägten Schmerzsyndroms sowie der körperlichen Belastung des Patienten als 

Arbeiter in einer Brauerei bestehe eine mindestens 50%ige Einschränkung der 

Arbeitstätigkeit (gemeint wohl: Arbeitsfähigkeit) seit Mai 2014. Eine Erhöhung im Verlauf 

sei gegebenenfalls möglich (IV-act. 47, vgl. IV-act. 48-4ff./15f.).

Mit Schreiben vom 6. Mai 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Gesuches um berufliche Massnahmen mit (IV-act. 71, zur früheren 

Mitteilung vom 27. Oktober 2014, wonach keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien, vgl. IV-act. 46). Auf Verlangen des 

Versicherten (IV-act. 72) erliess die IV-Stelle am 27. Mai 2015 eine beschwerdefähige 

Verfügung (IV-act. 73). Am 31. Mai 2015 endete das Arbeitsverhältnis des Versicherten 

bei der Arbeitgeberin (IV-act. 93-3). Am 25. Juni 2015 erhob der Versicherte, vertreten 

durch Rechtsanwältin lic. iur. Amanda Guyot, St. Gallen, Beschwerde gegen die 

Verfügung vom 27. Mai 2015 (IV-act. 85).

A.d. 

Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2015 stellte die IV-Stelle bei einem ermittelten IV-Grad 

von 13 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 82). Dagegen erhob 

die Rechtsvertreterin des Versicherten am 31. August 2015 Einwand und beantragte 

die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere mindestens einer 

Dreiviertelsrente seit 23. Dezember 2014, sowie die Einholung eines polydisziplinären 

Gutachtens (IV-act. 96).

A.e. 

In der Beschwerdeantwort vom 21. September 2015 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde vom 25. Juni 2015 betreffend berufliche Massnahmen/ 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 98). Am 6. Oktober 2015 zog die Rechtsvertreterin des 

Versicherten die Beschwerde zurück, worauf das Gerichtsverfahren vor dem 

Versicherungsgericht St. Gallen (IV 2015/194) mit Verfügung vom 12. Oktober 2015 

abgeschrieben wurde (IV-act. 101).

A.f. 

Im Verlaufsbericht vom 6. November 2015 berichtete Dr. E.___ über einen 

verschlechterten Gesundheitszustand des Versicherten. Er diagnostizierte mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere eine Neuritis des Plexus brachialis 

rechts, am ehesten des Fasciculus posterior, ein Morton-Neurinom links II. 

A.g. 

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Interdigitalraum, ein Impingement-Syndrom Schulter beidseits, eine Angst- und 

Verarbeitungsstörung, eine Depression, eine Lumboischialgie rechts mit 

intermittierender Nervenwurzelreizung S1 links sowie Leistenschmerzen links (IV-act. 

108). Am 25. November 2015 beschrieb Psychiater Dr. D.___ ebenfalls einen 

verschlechterten Gesundheitszustand. Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

diagnostizierte er schwere depressive Symptome ohne psychotische Symptome 

(ICD-10: F32.2), eine Agoraphobie mit Ausweitung auf andere Situationen = 

beginnende generalisierte Angststörung (ICD-10: F40.8) sowie eine 

Persönlichkeitsänderung mit paranoiden und passiv-aggressiven Zügen nach 

langdauernder Schmerzanamnese (somatisch begründet) und chronifizierter 

Verbitterung (ICD-10: F62.8). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führte er aus, dass dem 

Versicherten weder die angestammte Tätigkeit noch andere Tätigkeiten zumutbar 

seien. Die Leistungsfähigkeit sei "schätzungsweise ¾ (75 %)" vermindert (IV-act. 105). 

Im Arztbericht vom 14. Juni 2016 diagnostizierte PD Dr. med. G.___, Facharzt für 

orthopädische Chirurgie FMH, insbesondere ein Morton Neurom links Interdigitalraum 

II, eine leichte Bursitis trochanterica links, ein chronisches neuropathisches 

Schmerzsyndrom bei abgelaufener Neuritis des Plexus brachialis rechts, eine 

Lumboischialgie rechts mit intermittierender Nervenwurzelreizung S1 links bei LWS-

Degeneration und Diskushernie. Im Weiteren erklärte er, dass die angestammte 

Tätigkeit dem Versicherten nicht mehr zumutbar sei. Leichte wechselbelastende 

Tätigkeiten mit einer Gewichtslimite von 5 kg sollten über vier Stunden pro Tag 

durchgeführt werden können (IV-act. 150). Im Arztbericht vom 27. Juni 2016 ging Dr. 

D.___ von einem verbesserten Gesundheitszustand mit noch mittelschwerer 

depressiver Störung (ICD-10: F32.1) und ansonsten unveränderten Diagnosen aus. 

Zumutbar sei dem Versicherten ein stundenweiser Einsatz (schätzungsweise zwei bis 

drei Stunden pro Tag) als Übersetzer, für Büroarbeit und Kontrolltätigkeiten (IV-act. 

151).

Die IV-Stelle erachtete eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten als 

angezeigt (IV-act. 152f.). Auf Einwand gegen den vorgesehenen Fragenkatalog (IV-

act. 156-1 ff.) verfügte die IV-Stelle am 5. Oktober 2016, am Fragenkatalog gemäss IV-

Rundschreiben Nr. 339 werde festgehalten (IV-act. 159). Dagegen erhob die 

Rechtsvertreterin des Versicherten Beschwerde (IV-act. 160). Diese zog sie jedoch 

A.h. 

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nach Erhalt der Beschwerdeantwort, in der ein Nichteintreten beantragt worden war 

(IV-act. 165), zurück (IV-act. 167-3), worauf das Verfahren vor dem 

Versicherungsgericht St. Gallen (IV 2016/366) mit Verfügung vom 19. Dezember 2016 

abgeschrieben wurde (IV-act. 168).

Am 24. März 2017 reichte die Rechtsvertreterin weitere Arztzeugnisse von Dr. E.___ 

ein. Gemäss diesen war der Versicherte ab dem 17. September 2015 durchgehend bis 

einstweilen Ende April 2017 in einer leidensadaptierten Tätigkeit (keine Lasten grösser 

als 10 kg heben, keine Belastung von Arm/Schulter rechts) zu 20 % arbeitsfähig (IV-

act. 181).

A.i. 

Mit der polydisziplinären Begutachtung wurde die Estimed AG, Zug (nachfolgend: 

Medas), beauftragt (IV-act. 170ff.). Das polydisziplinäre Gutachten stammt vom 29. 

Juni 2017 (IV-act. 183). Die Begutachtungen fanden am 6. März 2017 

(Neuropsychologie durch lic. phil. H.___, Fachpsychologin für Neuropsychologie und 

Psychotherapie FSP), am 31. März 2017 (Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 

durch Dr. med. I.___, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, fallführender 

Gutachter), am 5. April 2017 (Psychiatrie durch Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH), am 19. Mai 2017 (Neurologie durch Prof. Dr. med. K.___, 

Facharzt für Neurologie) und am 22. Mai 2017 (Allgemeine Innere Medizin durch Dr. 

med. L.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin) statt. Dr. I.___ diagnostizierte mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Impingementsyndrom rechte Schulter, eine 

Neuritis des Plexus brachialis rechts, eine Lumboischialgie rechts mit intermittierender 

Nervenwurzelreizung S1 links sowie eine Osteochondrose L5/S1. Im Weiteren führte er 

aus, dass am Untersuchungstag der Verlust der groben Kraft des rechten Arms und die 

eingeschränkte schmerzhafte Beweglichkeit hätten bestätigt werden können. Bezogen 

auf die angestammte Tätigkeit sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. 

In einer Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit aus orthopädisch chirurgischer 

Sicht 100 % (IV-act. 183-30f.). Dr. L.___ erhob aus internistischer Sicht keine 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 183-32/69). Im 

neurologischen Gutachten diagnostizierte Dr. K.___ mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit einen Zustand nach Armplexus-Neuritis rechts mit chronisch 

neuropathischem Schmerzsyndrom und Hypästhesie am rechten Unterarm radialseitig 

sowie Faszikulationen und Tremor am rechten Ober- und Unterarm. Er erachtete die 

A.j. 

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angestammte Tätigkeit als Chauffeur zu 50 % und diejenige als C.___ zu 100 % 

ausführbar. Zur Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit führte er aus, dass das Heben 

von leichten Lasten (< 5 kg) uneingeschränkt durchführbar sei (IV-act. 183-33/82). In 

neuropsychologischer Hinsicht erhob lic. phil. H.___ bis mittelschwere 

Leistungsauffälligkeiten bei den Aufmerksamkeitsfunktionen sowie den mnestischen 

und exekutiven Funktionen. Sie ging aus neuropsychologischer Sicht in Bezug auf eine 

leidensangepasste Tätigkeit von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 

183-34/90). Dr. J.___ diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode ohne 

somatisches Syndrom (ICD-10: F32.10) und eine Panikstörung mit Agoraphobie 

(ICD-10: F40.01), anamnestisch seit ca. 1995 bestehend. Als Verweistätigkeit nannte er 

die angestammte Tätigkeit als C.___. Diesbezüglich betrage die Leistungs- bzw. 

Arbeitsfähigkeit 70 % (IV-act. 183-34f./104/107f.). In interdisziplinärer Hinsicht gingen 

die Gutachter in der angestammten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

und in einer Verweistätigkeit von 30 % ab dem 30. Mai 2015 aus (IV-act. 183-39/49). 

Zur Zumutbarkeit von Eingliederungsmassnahmen aus medizinscher Sicht wurde 

erklärt, dass solche mit Hinblick auf die psychiatrischen und neuropsychologischen 

Erkrankungen mit Vorsicht betrieben werden sollten (IV-act. 183-46).

In der Stellungnahme vom 1. September 2017 erklärte die RAD-Ärztin, dass auf 

das Gutachten abgestellt werden könne, da dieses plausibel und nachvollziehbar sei 

(IV-act. 184).

A.k. 

Am 28. November 2017 erläuterte Dr. I.___ auf Anfrage der IV-Stelle (IV-act. 185) 

das Gutachten wie folgt: Die Adaptionskriterien aus somatischer Sicht bestünden aus 

einer wechselbelastenden Tätigkeit zugunsten einer sitzenden Tätigkeit. Vorwiegend im 

Gehen, auf unebenem Grund ausgeübte Tätigkeiten sollten unterbleiben. Ebenso 

sollten Zwangshaltungen (Bücken, Überkopfarbeiten, Kauern, Knien) vermieden 

werden oder nur in einem geringen, überschaubaren Umfang ausgeübt werden. Das 

Heben und Tragen von Lasten sollte auf ein Gewichtslimit von 5 kg beschränkt sein 

(körperfern/körpernah). Repetitive Tätigkeiten sollten unterbleiben. Aus diesem Grund 

erachte man die vom Versicherten ausgeübte Tätigkeit als C.___ als ideale Tätigkeit (IV-

act. 188).

A.l. 

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B.  

C.  

Mit Vorbescheid vom 14. Dezember 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten 

bei einem ermittelten IV-Grad von 21 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht 

(IV-act. 191).

A.m. 

Mit Schreiben vom 17. Januar 2018 bat die Rechtsvertreterin um Auskunft, ob eine 

Überwachung des Versicherten durchgeführt worden sei und wieso er seit 2015 keine 

Dolmetscheraufträge mehr seitens der IV-Stelle erhalte (IV-act. 192). Eine 

Überwachung wurde von der IV-Stelle mit Schreiben vom 29. Januar 2018 verneint 

(ebenso im Schreiben vom 12. Februar 2018, IV-act. 195). Zu den ausgebliebenen 

Gutachteraufträgen wurde ausgeführt, dass die diesbezügliche Anfrage nicht 

abschliessend für die gesamte IV-Stelle beantwortet werden könne. Es könnten 

verschiedene ausschlaggebende Punkte angenommen werden (Bedarf usw.). Zudem 

müsse bei laufenden IV-Gesuchen eine Befangenheit angenommen werden (IV-act. 

193).

A.n. 

Am 1. Februar 2018 mit ergänzender Begründung vom 16. Februar 2018 erhob die 

Rechtsvertreterin des Versicherten gegen den Vorbescheid Einwand. Verlangt wurde 

die Gewährung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere einer (gemäss Eingabe vom 

16. Februar 2018) ganzen Rente seit 1. Juni 2014 sowie von 

Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 194, 196).

B.a. 

Am 8. März 2018 nahm RAD-Ärztin Dr. med. M.___ zu den medizinischen 

Argumenten des Einwandes Stellung (IV-act. 197).

B.b. 

Am 10. April 2018 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-

act. 198).

B.c. 

Gegen die Verfügung vom 10. April 2018 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 24. April 2018. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren Aufhebung, die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente seit 1. Juni 2014 und die Gewährung von 

beruflichen Massnahmen. Eventualiter seien durch das Gericht weitere medizinische 

Abklärungen zu tätigen, wobei Ergänzungsfragen an die Gutachter zu stellen seien. 

C.a. 

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Subeventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1). Zur 

Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbringen, dass wegen 

Widersprüchen nicht vollumfänglich auf das Medas-Gutachten abgestellt werden 

könne. Es sei deshalb von der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des behandelnden 

Psychiaters von 30 % auszugehen. Ferner sei beim Invalideneinkommen ein Teilzeit- 

und Leidensabzug vom Tabellenlohn von 25 % zu berücksichtigen. Für die 

verbleibende Restarbeitsfähigkeit seien Eingliederungsmassnahmen zu gewähren, 

denn längerfristig sei eine Unterstützung durch Familienmitglieder nicht mehr möglich 

(act. G 1).

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 4. Juni 2018 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zum 

Anfechtungsgegenstand wird erklärt, dass dieser einzig einen allfälligen 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers betreffe. Auf den Antrag bezüglich beruflicher 

Massnahmen sei nicht einzutreten, da mit Verfügung vom 27. Mai 2015 ein solcher 

Anspruch rechtskräftig abgewiesen worden sei. Hinsichtlich des medizinischen 

Sachverhalts wird geltend gemacht, dass dieser mit dem Gutachten und der RAD-

Stellungnahme vom 8. März 2018 umfassend abgeklärt worden sei. Die von den 

Gutachtern aus psychischen Gründen attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit sei bei der letztlich massgebenden juristischen Betrachtung 

nicht ausgewiesen. In der Verfügung werde zu Recht ausgeführt, weshalb die 

Ausprägung der diagnoserelevanten Symptome und Befunde bei der diagnostizierten 

Panikstörung nicht erheblich und eine invalidisierende Auswirkung nicht plausibel sei. 

Der nicht im therapeutischen Bereich liegende Blutserumspiegel der dem 

Beschwerdeführer verordneten Psychopharmaka spreche gegen einen erheblichen 

Leidensdruck auch bezüglich einer mittelgradigen Depression. Beim Beschwerdeführer 

lägen keine Behandlungsresistenz und keine erhebliche körperliche Komorbidität vor. 

Er sei in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig (act. G4).

C.b. 

Mit Schreiben vom 8. Juni 2018 verzichtete der Beschwerdeführer auf die 

Einreichung einer Replik (act. G 6). Der Schriftenwechsel wurde daraufhin für 

abgeschlossen erklärt (act. G 7).

C.c. 

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Erwägungen

1.

Der Beschwerdeführer beantragt im Hauptbegehren die Gewährung von beruflichen 

Massnahmen sowie die Zusprache einer ganzen Invalidenrente seit 1. Juni 2014.

2.

Nachfolgend ist zuerst der Anspruch auf berufliche Massnahmen zu prüfen.

Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstands ist zu beachten, dass im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich lediglich 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die zuständige 

Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stellung 

genommen hat. Insoweit bestimmt vorliegend die Verfügung vom 10. April 2018 den 

beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. An einem 

Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung fehlt es, wenn 

und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1). Über berufliche 

Massnahmen kann im Beschwerdeverfahren allerdings grundsätzlich auch dann 

entschieden werden, wenn sich der durch die angefochtene Verfügung definierte 

Streitgegenstand lediglich auf den Rentenanspruch bezieht. Denn im 

Sozialversicherungsrecht gilt der allgemeine Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl. 

etwa Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, Vorbemerkungen 

N 86 ff.). Ergeht eine Rentenverfügung in Verletzung dieses Grundsatzes, ist sie 

rechtswidrig (vgl. dazu auch Art. 28 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Deshalb muss im Beschwerdeverfahren eine 

solche Verfügung aufgehoben und die Verwaltung verpflichtet werden können, die 

Eingliederung abzuschliessen. Anders verhält es sich jedoch, wenn die IV-Stelle bereits 

zu einem früheren Zeitpunkt rechtskräftig über die beruflichen Massnahmen 

entschieden hat. In diesem Fall kann der Anspruch auf berufliche Massnahmen im 

Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht erneut überprüft werden. Eine Ausnahme 

besteht dann, wenn sich bei der Prüfung des Rentenanspruchs ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt. Diesfalls besteht allenfalls wiederum eine 

Eingliederungspflicht der Verwaltung, weshalb ein allfälliger Anspruch auf berufliche 

Massnahmen erneut zu beurteilen wäre (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 7. August 2018, IV 2017/145, E. 1.1 f.).

2.1. 

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3.

Nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente.

Über die Gewährung von beruflichen Massnahmen befand die 

Beschwerdegegnerin bereits in der Verfügung vom 27. Mai 2015 (IV-act. 73). Die 

Rechtsvertreterin erhob zwar gegen die Verfügung Beschwerde (IV-act. 85), zog diese 

jedoch nach Vorliegen der Beschwerdeantwort am 6. Oktober 2015 zurück, worauf das 

Gerichtsverfahren (IV 2015/194) mit Verfügung vom 12. Oktober 2015 abgeschrieben 

wurde (IV-act. 101). Infolgedessen erwuchs die Verfügung vom 27. Mai 2015 in 

Rechtskraft. Aus dem Einwand vom 1./16. Februar 2018 gegen den 

leistungsablehnenden Rentenvorbescheid wie auch aus der Beschwerdeschrift vom 

24. April 2018 gegen die leistungsablehnende Rentenverfügung vom 10. April 2018 

geht nicht hervor, weshalb sich eine neue Beurteilung der Situation (bspw. ein 

erheblich veränderter Gesundheitszustand mit erheblichen Auswirkungen auf die 

Arbeitsunfähigkeit) aufdrängen würde. Sollte aufgrund der nachfolgenden 

Invaliditätsbemessung bei rentenbegründendem Invaliditätsgrad jedoch (im Sinn des 

Grundsatzes Eingliederung vor Rente) eine Eingliederungspflicht seitens der 

Beschwerdegegnerin im Raum stehen, ist darauf zurückzukommen (vgl. nachstehende 

E. 8.7).

2.2. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (lit. c).

3.1. 

Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), jedoch 

frühestens im Monat der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt (Art. 29 Abs. 1 

IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch 

entsteht (Abs. 3).

3.2. 

Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer 

3.3. 

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Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Nach 

Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist.

3.4. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen, 115 V 133 E. 2).

3.5. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 141 V 9 E. 6.3.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Im Sinne einer 

Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb).

3.6. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

3.7. 

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4.  

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

Sowohl die Beschwerdegegnerin als auch der Beschwerdeführer gehen davon 

aus, dass das Medas-Gutachten die Anforderungen der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung an den Beweiswert von medizinischen Gutachten und Berichten (vgl. 

BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a) grundsätzlich zu erfüllen vermag. Beide 

Parteien gehen sodann vom Vorliegen körperlich bedingter Einschränkungen – wie sie 

im Medas-Gutachten erhoben worden sind (IV-act. 183-38, 188) – aus. Nicht mehr 

zumutbar ist dem Beschwerdeführer das Heben von Lasten schwerer als 5 kg. 

Möglichst zu vermeiden sind Zwangshaltungen (Bücken, Überkopfarbeiten, Kauern, 

Knien) und repetitive Tätigkeiten (vgl. Stellungnahme des RAD vom 1. September 2017, 

IV-act. 184-2). Wegen der körperlichen Leiden ist dem Beschwerdeführer 

unbestrittenermassen die angestammte Tätigkeit als Chauffeur in der 

Getränkeauslieferung nicht mehr zumutbar (vgl. IV-act. 183-39). Bei den psychischen 

Leiden wurde von den Parteien die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode 

ohne somatisches Syndrom (ICD-10: 32.10) nicht in Frage gestellt (IV-act. 184, 190-3, 

act. G 1, G 4). Unterschiedliche Einschätzungen bestehen dagegen hinsichtlich des 

Vorliegens einer Panikstörung, einer Persönlichkeitsänderung sowie der Auswirkungen 

der psychischen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit. Während im Medas-Gutachten vom 

29. Juni 2017 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit 

ausgegangen wird (IV-act. 183-39/89f./107f.), beruft sich der Beschwerdeführer auf 

eine 30%ige (IV-act. 196-4/7, act. G 1-15) und die Beschwerdegegnerin auf eine volle 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (IV-act. 198-2ff., act. G 4-3). Der 

Beschwerdeführer führt zur Begründung insbesondere aus, dass nicht auf das 

Gutachten abgestellt werden könne, denn es weise Widersprüche auf. So würden sich 

die neuropsychologischen Befunde nicht nur auf die angestammte, sondern auch auf 

leidensadaptierte Tätigkeiten auswirken. Zudem dürfe von den Dolmetschereinsätzen 

4.1. 

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5.

Zunächst ist auf die Auswirkungen der psychischen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit 

einzugehen.

nicht auf anderweitige Tätigkeiten geschlossen werden. Ausserdem seien die 

eingeschränkte Sehkraft sowie die Funktionseinschränkungen der rechten Hand und 

des rechten Arms nicht (ausreichend) berücksichtigt worden (vgl. act. G 1-9ff.). Die 

Beschwerdegegnerin begründet die angenommene volle Arbeitsfähigkeit insbesondere 

damit, dass betreffend das depressive Leiden die Therapiemöglichkeiten nicht 

ausgeschöpft seien bzw. die Therapieresistenz noch nicht erstellt sei, denn der 

anlässlich der Begutachtung gemessene Antidepressiva-Serumspiegel sei unter dem 

therapeutischen Referenzbereich gelegen. Im Weiteren sei nicht erstellt, dass sich die 

gutachterlich erhobene Panikstörung mit Agoraphobie auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirke, habe doch der Beschwerdeführer jahrelang ohne krankheitsbedingte Ausfälle 

einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

habe die Augenverletzung bzw. die Sehkraftminderung, da diese nur gering sei (IV-act. 

198-2ff., act. G 4-3).

Zu prüfen ist daher, inwieweit der Beschwerdeführer trotz der geltend gemachten 

psychischen und körperlichen Leiden in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig 

ist. Obwohl von den Gutachtern als leidensangepasste Tätigkeit mehrmals die 

bisherige Nebenerwerbstätigkeit als C.___ angeführt wird, sind nachfolgend auch 

andere leidensangepasste Tätigkeiten in Betracht zu ziehen. Denn Gründe, weshalb 

dem Beschwerdeführer nur die Dolmetscherarbeit, nicht jedoch andere seinen 

gesundheitlichen Einschränkungen Rechnung tragende Tätigkeiten zumutbar sein 

sollen, werden weder von den Gutachtern noch vom Beschwerdeführer geltend 

gemacht und sind denn auch nicht ersichtlich.

4.2. 

Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann nur relevant sein, wenn sie Folge 

einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (vgl. 

Entscheid des Bundesgerichts vom 15. Mai 2017, 8C_95/2017; BGE 130 V 396). Da die 

diagnostische Einordnung einer psychischen Störung allein das objektiv bestehende 

tatsächliche Leistungsvermögen nicht festlegt, sind die funktionellen Folgen der 

Gesundheitsschädigung qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen (vgl. BGE 

141 V 281 E. 3.1, 143 V 418 E. 4.1.2). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1f.) sind grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen 

Beweisbedarf) sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten 

Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Für die Beurteilung des 

5.1. 

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funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss BGE 141 V 281 also in der Regel 

diverse Standardindikatoren beachtlich. Diese hat das Bundesgericht wie folgt 

systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie "funktioneller Schweregrad" mit den 

Komplexen "Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 

und Symptome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; 

Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, 

grundlegende psychische Funktionen) und "sozialer Kontext" sowie Kategorie 

"Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens) mit den Faktoren gleichmässige 

Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und 

behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck.

Das der angefochtenen Verfügung vom 10. April 2018 (IV-act. 198) 

zugrundeliegende Medas-Gutachten vom 29. Juni 2017 (IV-act. 183) wurde vor dem in 

BGE 143 V 418 publizierten Entscheid vom 30. November 2017 erstellt, welcher die 

Anwendbarkeit des strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 auf 

sämtliche psychischen Erkrankungen ausdehnte. Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung verlieren vor BGE 141 V 281 (bzw. vor BGE 143 V 418) erstattete 

medizinische (psychiatrische) Gutachten ihren Beweiswert nicht per se. Vielmehr ist in 

jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im 

Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Licht der 

massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016).

5.2. 

Der psychiatrische Gutachter Dr. J.___ hat sich – wenn auch (da noch) in 

Unkenntnis der heute geltenden bundesgerichtlichen Terminologie sinngemäss – mit 

dem funktionellen Schweregrad der Beeinträchtigung auseinandergesetzt.

5.3. 

Im Gutachten erhob Dr. J.___ die Gesundheitsschädigungen und deren 

Ausprägungen (IV-act. 183-101ff.; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1). Gestützt u.a. auf die 

Aktenlage, eine ausführliche Anamnese, die Blutuntersuchung, die durchgeführte 

Testdiagnostik sowie die am 6. April 2014 eingeholten telefonischen Auskünfte von Dr. 

D.___ (fremdanamnestische Angaben) stellte er die Diagnosen mittelgradige depressive 

Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.10) sowie eine Panikstörung mit 

Agoraphobie (ICD-10: F40.01), anamnestisch seit ca. 1995 bestehend. Im Weiteren 

erklärte er, wieso er nicht wie der behandelnde Psychiater Dr. D.___ auch von einer 

andauernden Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.1) ausgehe; für diese Diagnose 

seien die Kriterien nicht erfüllt (IV-act. 183-107). In Anbetracht der Aktenlage und der 

fachärztlich erhobenen Befunde ist die diagnostische Beurteilung von Dr. J.___ als 

5.3.1. 

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nachvollziehbar und schlüssig einzustufen. So befasste sich der Gutachter ausführlich 

mit den Angaben des Beschwerdeführers, aber er berücksichtigte auch den mit den 

Schilderungen nur teilweise in Einklang zu bringenden Gesamteindruck, den er vom 

Beschwerdeführer in der Untersuchung erlangt hatte. Zudem berücksichtigte er in den 

Akten festgehaltene Feststellungen von Dritten wie etwa die seitens eines Mitarbeiters 

der IV-Stelle festgehaltenen Beobachtungen während Übersetzerdiensten für die IV-

Stelle (IV-act. 183-107). Ferner befasste er sich mit erkannten Widersprüchlichkeiten in 

den Beurteilungen von Dr. D.___. Der RAD hat in der Stellungnahme vom 1. September 

2017 keine Einwände oder Vorbehalte gegen die Diagnostik im Medas-Gutachten 

angebracht (IV-act. 184). Solche sind auch sonst nicht ersichtlich. Dementsprechend 

ist auf die gutachterlich erhobenen Befunde und Diagnosen abzustellen, zumal die 

Gutachter auch keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation fanden (IV-act. 183-42; 

zur Verdeutlichungstendenz vgl. jedoch das psychiatrische Teilgutachten, IV-

act. 183-104 unten).

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zeigte Dr. J.___ ebenfalls nachvollziehbar und 

schlüssig auf, welche Faktoren bzw. Störungen beim Beschwerdeführer aus 

psychischer Sicht leistungslimitierend sind. So setzte er sich mit den depressiven 

Symptomen auseinander (Erhebung des Psychostatus nach AMDP, Psychometrik: 

Hamilton Depression Scale und Beck Depression Inventory). Anschliessend beurteilte 

er die Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit auch unter Einbezug der 

neuropsychologischen Testung durch lic. phil. H.___. Diese ergab bis mittelschwere 

Leistungsauffälligkeiten bei den Aufmerksamkeitsfunktionen sowie den mnestischen 

und exekutiven Funktionen (vgl. IV-act. 183-86ff.). Dr. J.___ wie auch lic. phil. H.___ 

legten offen, weshalb sie aus psychiatrischer bzw. neuropsychologischer Sicht von 

einer Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers von 

30 % seit dem 30. Mai 2015 ausgehen (IV-act. 183-89ff./107f.) und nicht der 

Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. D.___, welcher nach wiederholt 

divergierenden Angaben (vgl. dazu etwa die Zusammenstellung im psychiatrischen 

Gutachten, IV-act. 183-106) zuletzt von einer Arbeitsfähigkeit von ca. 2 bis 3 Stunden 

pro Tag ausgeht (vgl. IV-act. 151), gefolgt sind.

5.3.2. 

Hinsichtlich der von der Beschwerdegegnerin vorgebrachten Argumente zur 

fehlenden Therapieresistenz (IV-act. 198-2) ist festzuhalten, dass das Bundesgericht in 

BGE 143 V 409 seine Rechtsprechung, wonach depressive Störungen leicht- bis 

mittelgradiger Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, 

wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind, aufgegeben hat (vgl. insbesondere 

E. 4.5). Diesem Kriterium kommt für sich betrachtet folglich keine überragende 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

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Bedeutung mehr zu. Im vorliegenden Fall ist überdies festzuhalten, dass sich der 

Beschwerdeführer einer fachärztlichen psychiatrischen Behandlung unterzog (vgl. IV-

act. 183-45f.). Die durchgeführte fachärztliche Behandlung scheint aufgrund der 

vorliegenden Arztberichte zweckmässig und angemessen gewesen zu sein. Sie ist als 

ein Indiz für das Vorliegen einer versicherungsrechtlich relevanten psychischen Störung 

zu werten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). Der anlässlich der Begutachtung erhobene 

Medikamentenspiegel zeigte Werte für Escitalopram und Trazodon, welche unterhalb 

der Referenzbereiche lagen (IV-act. 183-103/105). Die Beschwerdegegnerin stufte dies 

als Indiz für das Nichtvorliegen einer versicherungsrechtlich relevanten Erkrankung ein 

(IV-act. 198-2, act. G 4-3). Diese pauschale Einschätzung geht zu weit. Gemäss der 

fachärztlichen Literatur muss darauf geachtet werden, dass Patienten nicht 

fälschlicherweise der Non-Compliance beschuldigt werden, denn die 

Plasmakonzentration der Antidepressiva könne zwischen einzelnen Patienten erheblich 

variieren (vgl. Edith-Holsboer-Trachsler et. al., Die Akutbehandlung depressiver 

Episoden, Die somatische Behandlung der unipolaren depressiven Störungen: Update 

2016, Teil 1, Richtlinien, Swiss Medical Forum 2016, 16(35), S. 716-724; abrufbar unter: 

www.sgad.ch/wordpress/wp-content/uploads/2016/08/Die-Akutbehandlung-

depressiver-Episoden_20160831.pdf). Vorliegend kann jedenfalls gestützt auf den – 

lediglich einmalig erhobenen – Medikamentenspiegel eine versicherungsrechtlich 

relevante Erkrankung nicht ausgeschlossen werden.

Die Beschwerdegegnerin geht ausserdem davon aus, dass die diagnostizierte 

Panikstörung mit Agoraphobie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat (IV-act. 

198-2). Gemäss den Ausführungen im psychiatrischem Teilgutachten wirken sich die 

Panikattacken insbesondere auf mit der angestammten Tätigkeit als Chauffeur in der 

Getränkeauslieferung vergleichbare Tätigkeiten aus. Dass die Panikstörung generell 

leistungsmindernd wäre, wird dagegen nicht geltend gemacht. Die im 

neuropsychologischen und im psychiatrischen Teilgutachten attestierte Minderung der 

Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit um 30 % ist gemäss den Gutachtern nicht eine Folge 

der diagnostizierten Panikstörung, sondern insbesondere bedingt durch die kognitiven 

Leistungsauffälligkeiten im Aufmerksamkeitsbereich, beim Lernen und 

Frischgedächtnis sowie bei der geistigen Umstellfähigkeit und Flexibilität (vgl. IV-act. 

183-87ff./107f.). Dass die erhobenen Leistungsauffälligkeiten wohl auch durch 

schwankende Anstrengungsbereitschaft gefördert wurden, hat die Neuropsychologin 

im Übrigen ausreichend gewürdigt, indem sie dem Beschwerdeführer etwa für die 

Tätigkeit als Übersetzer keine Unzumutbarkeit, sondern lediglich eine relativ geringe 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 % attestiert hat (vgl. IV-act. 183-90).

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

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6.

Nachfolgend ist auf die Auswirkungen der körperlichen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit 

und die diesbezüglichen Rügen des Beschwerdeführers einzugehen.

Die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von 

70 % ab dem 30. Mai 2015 vermag in Anbetracht der im neuropsychologischen und im 

psychiatrischen Gutachten erhobenen Befunde und Diagnosen zu überzeugen. So 

berücksichtigt das Gutachten die geklagten Beschwerden und die vorhandenen 

medizinischen Akten. Insbesondere erscheint die gegenüber dem behandelnden 

Psychiater abweichende Beurteilung des psychiatrischen Gutachters (welcher auch 

eine Persönlichkeitsänderung und eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte) mit Blick 

auf die erhobenen Befunde als nachvollziehbar (vgl. Stellungnahme des RAD vom 

8. März 2018, IV-act. 197-3). Das Gutachten hat in ausreichendem Masse die nach 

neuer Rechtsprechung für sämtliche psychiatrischen Diagnosen erforderlichen 

Indikatoren des strukturierten Beweisverfahrens berücksichtigt. So fand unter anderem 

eine Auseinandersetzung mit den persönlichen Ressourcen, der Konsistenz der 

Befunde wie auch der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen statt (IV-act. 183-43/45/47f.). Für eine abweichende 

rechtliche Beurteilung hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz der 

psychiatrischen Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bleibt 

somit kein Raum. Überdies liegen keine fachärztlichen Arztberichte vor, welche 

ernsthafte Zweifel am psychiatrischen Teilgutachten zu begründen vermögen.

5.6. 

Im Medas-Gutachten vom 29. Juni 2017 (IV-act. 183) und in der Erläuterung vom 

28. November 2017 (IV-act. 188) werden die bei einer leidensangepassten Tätigkeit zu 

beachtenden Adaptionskriterien genannt (vgl. Erwägung 4.1). Hinsichtlich der Relevanz 

dieser Kriterien besteht grundsätzliche Einigkeit unter den Parteien.

6.1. 

Gemäss Aktenlage beträgt die Sehschärfe des Beschwerdeführers auf dem 

rechten Auge zumindest 0.6 und auf dem linken Auge 1.0 (vgl. IV-act. 196-9/17/20). 

Damit erfüllt er die medizinischen Mindestanforderungen an die Sehschäfte bei den 

Führerausweis-Kategorien A und B (besseres Auge: 0.5, schlechteres Auge: 0.2 oder 

bei einäugigem Sehen: 0.6) und auch bei den Führerausweis-Kategorien C und D 

(besseres Auge: 0.8, schlechteres Auge: 0.5; vgl. Anhang 1 der Verordnung über die 

Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr 

[Verkehrszulassungsverordnung, VZV; SR 741.51]). Da auch anderweitige 

Beeinträchtigungen des Sehvermögens aus den Akten nicht ersichtlich sind, ist nicht 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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7.

Die Arbeits-/Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers stellt sich somit wie folgt dar: In 

der angestammten Tätigkeit als Chauffeur in der Getränkeauslieferung ist der 

Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. In einer – wie im Medas-Gutachten 

definierten – leidensangepassten Tätigkeit, wozu auch die bisherige 

Nebenerwerbstätigkeit als C.___ zählt, besteht psychiatrisch und neuropsychologisch 

bedingt eine 70%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 30. Mai 2015 (IV-act. 183-39, 190-2). Der 

Beginn dieses Attests wird im Gutachten nicht erklärt; möglicherweise liessen sich die 

Gutachter von der auf diesen Zeitpunkt hin erfolgten formellen Auflösung des letzten 

Arbeitsverhältnisses leiten. Für die vorangehende Zeitspanne vom 1. Juni 2014 

(frühester Rentenanspruch aufgrund der IV-Anmeldung vom 19. Dezember 2013 [IV-

act.10; Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch nachfolgende Erwägung 8.8]) bis 29. Mai 2015 

finden sich im Medas-Gutachten keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit. Auch die in 

von einer erheblichen Sehminderung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen 

(vgl. Stellungnahme des RAD vom 8. März 2018, IV-act. 197-2, 198-3).

Zur weiteren Rüge des Beschwerdeführers, dass eine angemessene 

Berücksichtigung der Funktionseinschränkungen der rechten Hand nicht erfolgt sei, ist 

festzustellen, dass im orthopädischen Teilgutachten den Einschränkungen der rechten 

Hand bzw. des rechten Arms Rechnung getragen wurde. So wurde das zumutbare 

Heben und Tragen von Lasten auf 5 kg (körperfern/körpernah) beschränkt (IV-act. 

183-31ff., 188). Zum vorgetragenen Argument, der Beschwerdeführer habe anlässlich 

der Begutachtung einen Kugelschreiber aufgrund des Zitterns kaum halten können 

(act. G 1-12f.), ist anzufügen, dass dem Beschwerdeführer hingegen der Einsatz eines 

Schlüssels mit der rechten Hand gelang (IV-act. 183-28f.). Zudem ist aufgrund der 

bisherigen Erwerbstätigkeiten (Chauffeur in der Getränkeauslieferung, C.___) davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer zumindest kurze handschriftliche Notizen 

erstellen kann. Überdies werden in der heutigen Arbeitswelt Texte, Notizen, 

Arbeitsfortschritte etc. immer häufiger nicht mehr handschriftlich, sondern mittels 

Computertastaturen und elektronischen Datenerfassungsgeräten erfasst. Im Übrigen 

bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus Tätigkeiten (wie 

beispielsweise Überwachungs- und Qualitätssicherungsarbeiten etc.), die keinen 

erheblichen Einsatz beider Arme bzw. Hände erforderlich machen. Insgesamt dürfte es 

selbst bei Berücksichtigung der durch die rechte Hand bzw. den rechten Arm 

bedingten Einschränkungen noch ausreichend Verweistätigkeiten für den 

Beschwerdeführer geben (vgl. auch die Stellungnahme des RAD vom 8. März 2018, IV-

act. 197-3).

6.3. 

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diesem Zeitraum erstellten Arztberichte von Dr. D.___ vom 13. März und 3. Dezember 

2014 (IV-act. 28-1ff., 50-1ff.) sowie von Dr. E.___ vom 24. März und 21. November 

2014 (IV-act. 31-1ff., 48-1ff.) enthalten zumindest keine quantitativen Angaben zur 

Arbeitsfähigkeit adaptiert. Lediglich der RAD hat sich im Rahmen der 

Eingliederungsprüfung am 8. Dezember 2014 zur Arbeitsfähigkeit adaptiert geäussert, 

wobei er seine diesbezügliche Einschätzung von 50 % jedoch nicht begründet hat (IV-

act. 52). Der Beschwerdeführer war jedoch auch während dieser Zeitspanne fähig, 

Dolmetscheraufträge wahrzunehmen (vgl. IV-act. 112-8ff.). Da aus den Akten kein 

plausibler Verlauf in Sinne einer Verbesserung per Ende Mai 2015 ersichtlich ist, 

rechtfertigt es sich, durchgehend von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit adaptiert 

auszugehen. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit für die Zeit zwischen dem 1. Juni 2014 und 

Ende Mai 2015 bleibt beweislos. Von weiteren medizinischen Abklärungen, wie dies 

der Beschwerdeführer in den Eventualanträgen 2 und 3 der Beschwerde vom 24. April 

2018 fordert (act. G 1-2), sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in 

antizipierender Beweiswürdigung zu verzichten ist.

8.

Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im 

Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 

Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1).

8.1. 

Beim Valideneinkommen stellte die Beschwerdegegnerin auf das erzielte 

Einkommen des Beschwerdeführers als Chauffeur in der Getränkeauslieferung und 

C.___ im Jahr 2012 von Fr. 74'796.- ab, rechnete dieses auf das Jahr 2014 hoch und 

ermittelte damit ein Einkommen von Fr. 75'922.- (vgl. IV-act. 189, 198-2). 

Korrekterweise hätte beim Einkommen als Chauffeur in der Getränkeauslieferung von 

den Angaben im Arbeitgeberfragebogen vom 15. Januar 2015 (IV-act. 20-3) 

ausgegangen werden müssen. So betrug das Einkommen des Beschwerdeführers im 

Jahr 2013 Fr. 74'580.-. Nominallohnbereinigt beträgt damit das Einkommen im Jahr 

2014 Fr. 75'052.- (Fr. 74'580 / 126.5 x 127.3; vgl. Nominallohnindex 1993-2019, Tabelle 

NOGA02, Total, Männer, Bundesamt für Statistik). Hinsichtlich der Dolmetschertätigkeit 

ist festzustellen, dass das Einkommen jährlich schwankte, weshalb auf den 

8.2. 

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Durchschnittslohn der Jahre 2009 bis 2013 abzustellen ist (2009: Fr. 587.-; 2010: 

Fr. 1'945.-; 2011: Fr. 735.-; 2012: Fr. 945.-; 2013: Fr. 1'125.-; vgl. IV-act. 15-1, 16-8). 

Hochgerechnet auf das Jahr 2014 beträgt der Durchschnittslohn Fr. 1'092.- (Fr. 610.- 

[Fr. 587.- / 122.5 x 127.3]; Fr. 2'006.- [Fr. 1'945.- / 123.4 x 127.3]; Fr. 752.- [Fr. 735.- / 

124.5 x 127.3]; Fr. 959.- [Fr. 945.- / 125.5 x 127.3]; Fr. 1'132.- [Fr. 1'125.- / 126.5 x 

127.3]). Folglich ist von einen Valideneinkommen von Fr. 76'144.- (Fr. 75'052.- + 

Fr. 1'092.-) auszugehen.

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern 

kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft und das Einkommen angemessen ist und nicht als Soziallohn 

erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 

namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 

oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist 

auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person (nach zumutbarer 

Behandlung und allfälliger Eingliederung) angesichts ihrer Ausbildung und ihrer 

physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss 

werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).

8.3. 

Da kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben ist, ist das Abstellen der 

Beschwerdegegnerin auf den Tabellenlohn gemäss LSE 2014, TA1, Kompetenzniveau 

1, Total, Männer, von Fr. 66'453.- nicht zu beanstanden.

8.4. 

Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter 

und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25 % festzusetzen ist. Eine 

schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, 

129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Die 

Beschwerdegegnerin gewährte einen Tabellenlohnabzug von 10 % (IV-act. 189, 198-2), 

der Beschwerdeführer dagegen verlangt einen solchen von 25 % (act. G 1-15). In 

Anbetracht der qualitativen Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit (siehe 

Erwägung 6.1) und des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers (Jahrgang 

1965) kann ein lohnwirksamer Nachteil nicht ausgeschlossen werden. Vorliegend 

erscheint – auch im Vergleich zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung (eine faktische 

Einhändigkeit oder Beschränkung der dominanten Hand als Zudienhand rechtfertige 

8.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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9.  

einen Tabellenlohnabzug von 20 bis 25 %; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Juni 

2018, 9C_363/2017, E. 4.3 mit Hinweisen; von faktischer Einhändigkeit ist vorliegend 

nicht auszugehen) – ein Tabellenlohnabzug von 10 % als angemessen.

Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % und einem Tabellenlohnabzug von 10 % 

resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 41'865.- (Fr. 66'453.- x 0.7 x 0.9). Dies ergibt 

eine Erwerbseinbusse von Fr. 34'279.- (Fr. 76'144.- - Fr. 41'865.-). Der Invaliditätsgrad 

beträgt somit 45 % (Fr. 34'279.- / Fr. 76'144.-). Dieser berechtigt zum Bezug einer 

Viertelsrente. Selbst bei Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von 15 % würde kein 

höherer Rentenanspruch (IV-Grad: 48 %) resultieren.

8.6. 

Da ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, stellt sich wiederum die 

Frage nach der Eingliederungspflicht der IV (vgl. vorstehende E. 2.2). Diese ist 

vorliegend zu verneinen, da keine beruflichen Massnahmen erkennbar sind, die das 

Invalideneinkommen relevant erhöhen würden, und eine eigentliche Umschulung auch 

mit Blick auf das Alter und die Art der Berufstätigkeit des Beschwerdeführers in der 

Schweiz zu aufwändig und daher nicht mehr verhältnismässig ist. Auch vor dem 

Hintergrund der Art der Beeinträchtigung (psychischer Natur kombiniert mit 

körperlichen Einschränkungen) erscheinen Eingliederungsmassnahmen nicht 

erfolgversprechend.

8.7. 

Die für die Erfüllung des Wartejahrs am 1. Juni 2014 nötige durchschnittliche 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% wird durch die Arztberichte von Dr. E.___ vom 

24. März 2014 (IV-act. 31-1ff.) und von Dr. F.___ vom 6. November 2014 (IV-act. 47) 

belegt. Die Ärzte attestieren dem Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit ab 

dem 30. Mai 2013 im Schnitt eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40 %. Der 

Beschwerdeführer meldete sich am 19. Dezember 2013 zum Leistungsbezug an (IV-

act. 10). In Nachachtung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG (vgl. 

Erwägung 3.1 und 3.2) entsteht der Rentenanspruch am 1. Juni 2014.

8.8. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene 

Verfügung vom 10. April 2018 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 

1. Juni 2014 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

9.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- 

9.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die Verfügung vom 10. April 2018 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Juni 2014 eine Viertelsrente 

zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

erscheint als angemessen. Der Beschwerdeführer dringt mit seinen Rechtsbegehren 

zwar nur teilweise durch. Praxisgemäss ist in derartigen Fällen – da eine umfassende 

Bemessung des Invaliditätsgrads vorzunehmen war und die angefochtene Verfügung 

sich als rechtswidrig erwiesen hat – in Bezug auf die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen jedoch von einem vollen Obsiegen auszugehen. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen. 

Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist ihm 

zurückzuerstatten.

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden 

Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

9.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2020
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Auf das von der IV-Stelle eingeholte psychiatrische Teilgutachten kann (auch) angesichts der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu psychischen Leiden (vorliegend insb. eine Depression) abgestellt werden. Invaliditätsgradbestimmung durch Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Juli 2020, IV 2018/143).

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