# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a73316a-1617-50c0-863d-9c2ed1d79447
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 30.06.2017 PQ170042
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ170042_2017-06-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ170042-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. A. Katzenstein und Ersatzrichter lic. iur. A. Huizinga sowie 

Gerichtsschreiber lic. iur. M. Isler 

Beschluss und Urteil vom 30. Juni 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

sowie 

 
B._____,  

Verfahrensbeteiligte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Gutachten / Erziehungsfähigkeit 

 

Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksrates Hinwil vom 24. Mai 
2017; VO.2015.42 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Hinwil) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. B._____, geboren tt.mm.2003, ist die Tochter von A._____. Am 4. Septem-

ber 2008, als B._____ gut 5jährig war, entzog die damals zuständige Sozialbe-

hörde C._____ der Mutter die elterliche Obhut. Seitdem war B._____ fremdplat-

ziert und lebte im Kinderheim D._____ in E._____. Aktuell ist B._____ bis zu den 

Sommerferien 2017 (14. Juli 2017) bei der Mutter untergebracht. 

 Mit Schreiben vom 16. Februar 2010 an die Vormundschaftsbehörde 

C._____ beantragte die Mutter die Wiedererteilung der Obhut (vgl. act. 9/7/79 = 

KESB act. 79). Im Verlaufe jenes Verfahrens, das sich verschiedentlich wegen 

erhobener Rechtsmittel in die Länge zog bzw. zieht, holte die Sozialbehörde 

C._____ ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über die Mutter ein, welches am 

21. Mai 2013 der nunmehr zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 

Bezirk Hinwil (KESB Hinwil) erstattet wurde. Die Ergänzung des Gutachtens ging 

am 10. April 2014 bei der Behörde ein. Am 22. September 2015 traf die KESB 

Hinwil ihren Entscheid: Der Antrag der Mutter auf Wiederherstellung der elterli-

chen Obhut über B._____ wurde abgewiesen; abgewiesen wurde auch der Antrag 

auf Erstellung eines neuen Erziehungsfähigkeitsgutachtens. Daneben wurden 

weitere Anordnungen erlassen, die im aktuellen Kontext nicht weiter von Belang 

sind (vgl. BR act. 9/2).  

2. Diesen Entscheid fochten sowohl B._____ als auch die Mutter separat an. 

Beide beantragten die Wiedererteilung der Obhut (heute: Aufenthaltsbestim-

mungsrecht) über B._____ an die Mutter, ausserdem die Erstellung eines neuen 

Erziehungsfähigkeitsgutachtens unter Ernennung eines neuen Gutachters (vgl. 

BR act. 9/1 und BR act. 9/29/1). Mit Beschluss vom 9. November 2016 vereinigte 

der Bezirksrat Hinwil die beiden Verfahren (BR act. 28). Im gleichen Beschluss 

erwog der Bezirksrat Hinwil, das kritisierte Gutachten stamme aus dem Jahre 

2013 resp. 2014 und sei nunmehr nicht mehr aktuell. Im weiteren führte der Be-

zirksrat aus, an der Anhörung mit der Beschwerdeführerin habe sich keine offen-

sichtliche Veränderung feststellen lassen, welche eine Rückkehr von B._____ 

nach Hause ohne weitere Abklärungen rechtfertigen würde. Zudem seien seit 

- 3 - 

dem Erlass des angefochtenen Entscheides zwei Vorfälle aktenkundig geworden, 

welche ein Eingreifen der Polizeikräfte nötig gemacht hätten. Eine augenscheinli-

che Stabilisierung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin liege nicht 

vor, so dass es angezeigt sei, ein aktuelles Gutachten über den Gesundheitszu-

stand und die Erziehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin einzuholen. Mit der 

Begutachtung wurde das Medizinische Zentrum …, Zürich, betraut und beauf-

tragt, ein interdisziplinäres Gutachten durch Spezialisten aus den Fachbereichen 

Innere Medizin, Psychiatrie und Neuropsychologie zu erstellen (BR act. 9/28). 

Dieser Beschluss blieb unangefochten. 

 In der Folge liess sich die Beschwerdeführerin dem Bezirksrat Hinwil gegen-

über zu den in diesem Beschluss genannten Gutachterpersonen und den Gutach-

tensfragen vernehmen. Dies veranlasste den Bezirksrat Hinwil zu einem weiteren 

Beschluss vom 21. Dezember 2016, in welchem er an den Gutachterpersonen 

und der Fragestellung gemäss seinem früheren Beschluss vom 9. November 

2016 festhielt. Im weiteren bewilligte er der Beschwerdeführerin die unentgeltliche 

Rechtspflege (vgl. BR act. 9/42). Auch dieser Beschluss blieb unangefochten. 

3. In einem weiteren Beschluss vom 18. Januar 2017 erteilte der Bezirksrat 

Hinwil im Sinne einer superprovisorischen Massnahme der Beschwerdeführerin 

für B._____ vorübergehend bis zu den Sommerschulferien (14. Juli 2017) das 

Aufenthaltsbestimmungsrecht. Anlass dieser neuen Massnahme war der Um-

stand, dass B._____ nach den Weihnachtsferien sich weigerte, ins Kinderheim 

D._____ zurückzukehren, und eine zwangsweise Rückführung nicht als ange-

bracht beurteilt wurde. Ferner wurde die Beschwerdeführerin auf die nach wie vor 

bestehende Geltung der Anordnung des interdisziplinären Gutachtens und wur-

den Mutter und Tochter auf ihre Mitwirkungspflichten hingewiesen (BR act. 9/45). 

Ein Rechtsmittel gegen diesen Entscheid wurde nicht angegeben und auch nicht 

ergriffen. 

4. Nachdem die Beschwerdeführerin in einem Schreiben vom 12. April 2017 

dem Bezirksrat Hinwil mitgeteilt hatte, sie sei nicht bereit, an der medizinischen 

Abklärung mitzuwirken (BR act. 9/59), offensichtlich nach Erhalt von Untersu-

chungsterminen (vgl. BR act. 9/58), fasste der Bezirksrat Hinwil am 24. Mai 2017 

- 4 - 

erneut Beschluss. Darin hielt er vorab fest, die Beschwerdeführerin verhalte sich 

widersprüchlich, da sie in ihrer Beschwerde vom 9. November 2015 selber die 

Einholung eines neuen Erziehungsfähigkeitsgutachtens beantragt habe. Im weite-

ren erachtete es der Bezirksrat Hinwil angesichts der Weigerung der Beschwerde-

führerin, sich der Begutachtung zu stellen, für notwendig, diese Verpflichtung 

zwangsweise durchzusetzen, und versah daher die Verpflichtung zur Mitwirkung 

bei der Begutachtung mit der Androhung der Bestrafung wegen Ungehorsams 

gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB im Widerhandlungs-

fall (BR act. 9/63 = act. 7).  

5. Gegen diesen Entscheid lässt die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

12. Juni 2017 Beschwerde erheben (act. 2). Sie beantragt die Aufhebung des an-

gefochtenen Beschlusses wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs (1.), even-

tualiter die Aufhebung von Dispositiv Ziffer II, d.h. der Strafandrohung wegen Un-

gehorsams gegen eine amtliche Verfügung (2.), subeventualiter die Aufhebung 

von Dispositiv Ziffer I, d.h. Verzicht auf eine Begutachtung durch das Medas Insti-

tut (3.). Ferner beantragt sie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege in-

klusive Rechtsverbeiständung (4.). 

6.1. Die KESB Hinwil hat das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederertei-

lung des Aufenthaltsbestimmungsrechts über die Tochter B._____ an sie abge-

wiesen. Die Klärung dieser Frage ist nach wie vor beim Bezirksrat Hinwil hängig.  

 Anders als die KESB Hinwil hielt es der Bezirksrat Hinwil für angezeigt, ein 

neues Gutachten einzuholen, da das bisherige veraltet sei. Weiteres oder Nähe-

res zum Inhalt des Gutachtens führte er nicht aus. Die Beschwerdeführerin be-

mängelt aber zu Unrecht, der Bezirksrat Hinwil habe zu ihrer Kritik am Gutachten 

nicht Stellung genommen (act. 2 S. 3). In ihrer Beschwerde an den Bezirksrat 

Hinwil fehlt es an konkreten Kritikpunkten formeller oder inhaltlicher Art am Gut-

achten (vgl. BR act. 9/29/1), ihre Kritik bezog sich vielmehr auf die Beurteilung 

u.a. des Gutachtens durch die KESB, die sie als willkürlich bezeichnete (a.a.O.). 

Bei seinem Entscheid stützte sich der Bezirksrat Hinwil sodann auf den entspre-

chenden Antrag der Beschwerdeführerin (BR act. 9/28 S. 4/5), die das vorliegen-

de Gutachten massiv kritisierte und immer noch kritisiert (act. 2 S. 2).  

- 5 - 

6.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Haltung der Beschwerdeführerin zur Erstat-

tung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens ambivalent, um nicht zu sagen wider-

sprüchlich ist. So hat sie den Entscheid der KESB Hinwil, der die Einholung eines 

neuen Gutachtens gerade nicht vorsah, beim Bezirksrat Hinwil angefochten und 

die Einholung eines Gutachtens verlangt. Im Verfahren vor der Kammer will sie 

hingegen davon nichts mehr wissen und lehnt die Einholung eines Gutachtens 

strikt bzw. zum jetzigen Zeitpunkt ab (act. 2 S. 3 Rz 8). Anders als in Zivilprozes-

sen kommt es in Verfahren vor der KESB und damit zusammenhängenden 

Rechtsmittelverfahren nicht auf Parteianträge an (Art. 446 Abs. 3 ZGB). Vielmehr 

kann von der Behörde/dem Gericht eine Massnahme angeordnet werden, die gar 

nicht beantragt worden ist, und umgekehrt. Die Widersprüchlichkeit schadet inso-

fern nicht, ist aber gleichwohl ein Zeichen von grosser Unschlüssigkeit und In-

konstanz und in dem Sinne nicht bedeutungslos.  

6.3. Im Rahmen des Erwachsenen- und Kindesschutzes ist die Behörde gehal-

ten, den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen (Art. 446 Abs. 1 ZGB). Die 

Behörde zieht die erforderlichen Erkundigungen ein und erhebt die notwendigen 

Beweise. Nötigenfalls ordnet sie das Gutachten einer sachverständigen Person 

an (Art. 446 Abs. 2 ZGB). Hier hat die KESB Hinwil zur Frage der Erziehungsfä-

higkeit der Beschwerdeführerin als notwendige Voraussetzung zur Wiederertei-

lung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes ein Fachgutachten eingeholt, welches 

ergänzt wurde (KESB act. 9/29/137 und /159). 

 Die KESB Hinwil hat in ihrem Entscheid ausführlich und detailliert zum Gut-

achten resp. den von der Beschwerdeführerin aufgeworfenen Fragen und Kritik-

punkten Stellung genommen und die Empfehlungen unter Einbezug der im Zeit-

punkt ihres Entscheides aktuellen Umstände sorgfältig gewürdigt (BR act. 9/2 

S. 4-9). 

6.4 Wie erwähnt lehnt die Beschwerdeführerin das über sie erstellte Erziehungs-

fähigkeitsgutachten als unvollständig und falsch ab (act. 2 S. 2/3).  

 Richtig ist, dass das Gutachten keine konkrete psychiatrische Diagnose über 

die Beschwerdeführerin enthält. Eine solche ist jedoch nicht unabdingbar, um ei-

- 6 - 

ner Person die Erziehungsfähigkeit abzusprechen, wie es auch umgekehrt denk-

bar ist, dass eine Person mit einer psychiatrischen Diagnose erziehungsfähig sein 

kann. Hier ist anhand der referierten Untersuchungsbefunde, der geführten Ge-

spräche mit den die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzten, der Informationen 

von Drittpersonen und der Akten die Darstellung im Gutachten, die Beschwerde-

führerin sei seit vielen Jahren grossen Stimmungsschwankungen unterworfen, die 

sich in ausgeprägter Hilflosigkeit und Unsicherheit zeigten, häufig jedoch zu Hy-

peraktivität, Agitiertheit, aggressiven Durchbrüchen, irrealen Wahrnehmungen 

und sozialer Unangepasstheit führten (KESB act. 9/7/137 S. 25), ohne weiteres 

nachvollziehbar. Dass sich an dieser gutachterlichen Einschätzung in der Zwi-

schenzeit grundsätzlich etwas geändert hätte, lässt sich den Akten nicht entneh-

men und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht behauptet. Daran ändert 

nichts, dass die Beschwerdeführerin, wie sie darlegt, in den vergangenen Jahren 

eine beispiellose Mitwirkung und Erduldung aller Reglementierungen, Kontrollen, 

Beurteilungen und Schikanen, Weisungen bezüglich Therapien, Vorschriften etc. 

gezeigt und sich bis anhin allen Anordnungen gebeugt haben soll (act. 2 S. 3 

Rz 8). 

6.5. Das Gutachten stammt vom März 2013, und die Ergänzungen datieren vom 

April 2014, d.h. die fachliche Beurteilung der Erziehungsfähigkeit liegt mittlerweile 

4 resp. 3 Jahre zurück. Dies besagt entgegen der Auffassung des Bezirksrates 

Hinwil allein allerdings noch nichts darüber, ob auch die darin getroffenen Fest-

stellungen und Beurteilungen überholt und veraltet sind und einer Neuüberprü-

fung bedürfen. Immerhin darf festgehalten werden, dass sich Wesens- und Per-

sönlichkeitszüge sowie Charaktereigenheiten einer erwachsenen Person tenden-

ziell eher weniger grundlegend verändern. Selbstredend nicht nachzeichnen kann 

das Gutachten die seitherigen Geschehnisse und Ereignisse. Dies macht aber ein 

Gutachten nicht per se wertlos.  

 Das Gutachten stützte sich auf insgesamt vier psychologische Untersuchun-

gen der Beschwerdeführerin, die sich teilweise über mehrere Stunden erstreck-

ten; hinzu kamen eine Untersuchung von B._____ sowie Gespräche mit verschie-

denen Personen (vgl. KESB act. 9/7/137 S. 2). Im Gutachten selber werden die 

- 7 - 

Planung und der Ablauf der Begutachtung beschrieben, sodann die psychologi-

sche Untersuchung der Beschwerdeführerin, beinhaltend die klinische Beobach-

tung der Beschwerdeführerin, die Angaben zur Situation und zur Vorgeschichte, 

die Angaben zum Lebenslauf, die psychologische Untersuchung zur Persönlich-

keit sowie die Zukunftsvorstellungen der Beschwerdeführerin, referiert (a.a.O. 

S. 6-16). Daneben enthält das Gutachten auch die Einschätzung der psychologi-

schen Untersuchung von B._____ (a.a.O. S. 17-20), basierend auf der klinischen 

Beobachtung, den Angaben zur aktuellen Situation, psychologischen Tests zur 

Befindlichkeit, zur psychischen Verfassung und zur Emotionsregulierung. Darge-

stellt werden schliesslich die Inhalte der mit verschiedenen Personen geführten 

Gespräche (a.a.O. S. 21-25), darunter dem seinerzeitigen behandelnden Psychia-

ter und dem Hausarzt der Beschwerdeführerin. 

 Der Bezirksrat Hinwil hielt wie erwähnt dafür, eine Stabilisierung des Ge-

sundheitszustandes der Beschwerdeführerin sei nicht ersichtlich und es lasse sich 

keine Veränderung feststellen, die eine Rückkehr von B._____ zur Mutter ohne 

weitere Abklärungen erlaubte (BR act. 9/28). Hieraus den Schluss zu ziehen, es 

sei ein neues Gutachten einzuholen, überzeugt allerdings nicht. Ein Gutachten 

erwiese sich dann als nötig, wenn bei der Beschwerdeführerin seit der erfolgten 

Begutachtung nunmehr Anzeichen und Hinweise für verändertes Verhalten und 

einen stabilisierten Gesundheitszustand vorlägen, was Anlass böte, ihre Erzie-

hungsfähigkeit erneut zu überprüfen. Fehlt es aber an solchen Anhaltspunkten, 

besteht kein Anlass für eine neuerliche gutachterliche Abklärung. Der Entscheid 

der Vorinstanz, über die Beschwerdeführerin ein weiteres Gutachten einzuholen, 

bzw. der vor-instanzliche Entscheid, die Anträge der Beschwerdeführerin auf voll-

ständigen Verzicht auf eine Begutachtung abzuweisen, ist daher aufzuheben. 

Damit entfällt eine Prüfung der angedrohten Bestrafung im Falle der Nichtmitwir-

kung auf deren Verhältnismässigkeit und Angemessenheit. 

6.6. Hinzu kommt Folgendes: Das Verfahren auf Rückplatzierung von B._____ 

zur Mutter ist seit Mai 2011, d.h. seit nunmehr vollen sechs Jahren pendent, ohne 

dass ein rechtskräftiger Entscheid getroffen werden konnte. Bereits diese über-

mässig und nicht restlos erklärbar lange Verfahrensdauer gebietet eine rasche 

- 8 - 

Entscheidung; eine weitere Verzögerung, welche sich durch die Einholung eines 

entbehrlichen Gutachtens unweigerlich ergäbe, ist nicht mehr hinnehmbar und 

grenzte an Rechtsverweigerung, zumal die umfangreichen Akten ausreichend 

Aufschluss geben über die persönliche, familiäre und gesundheitliche Situation 

der Beschwerdeführerin und ihre teilweise von erheblichen Schwierigkeiten ge-

prägte Lebensgestaltung in den vergangenen Jahren.  

 Ferner ist festzuhalten, dass B._____ wie eingangs erwähnt seit Januar 

2017 aufgrund einer entsprechenden Anordnung des Bezirksrates Hinwil bei ihrer 

Mutter in C._____ wohnt. Dieser Aufenthalt ist bis zu den unmittelbar bevorste-

henden Sommerferien (14. Juli 2017) befristet. Anhand verschiedener Berichte 

ergibt sich unzweifelhaft, dass B._____ von der Ungewissheit über ihre nächste 

Zukunft sehr belastet ist, auch ihre schulischen Leistungen beeinträchtigt und ihre 

sozialen Kontakte geschmälert sind (vgl. BR act. 9/55, 9/57, 9/62, 9/67-69). Eine 

derartige Unsicherheit ist einer heranwachsenden Jugendlichen nicht zumutbar. 

Der Bezirksrat Hinwil wird daher dringend eingeladen, die Frage nach der Wie-

dererteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes raschmöglichst zu entscheiden. 

7. Bei diesem Ausgang sind die Kosten dieses Verfahrens auf die Staatskasse 

zu nehmen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist in-

sofern gegenstandslos. Die Beschwerdeführerin erweist sich als mittellos im Sin-

ne von Art. 117 lit. a ZPO; da ihr Antrag zudem nicht aussichtslos war (Art. 117 

lit. b ZPO) und sich die anwaltliche Vertretung als notwendig erweist (Art. 118 

Abs. 1 lit. c ZPO), ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bestellung einer 

unentgeltlichen Rechtsbeiständin gutzuheissen. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird abgeschrieben, soweit es die Bezahlung von Gerichtskos-

ten betrifft. 

- 9 - 

2. Der Beschwerdeführerin wird für das vorliegende Verfahren in der Person 

von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin 

bestellt. 

3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

Es wird erkannt:  

1. Der Beschluss des Bezirksrates Hinwil vom 24. Mai 2017, mit welchem die 

Anträge der Beschwerdeführerin betreffend vollständigen Verzicht auf eine 

Begutachtung abgewiesen wurden, wird aufgehoben. Es wird kein weiteres 

Gutachten zur Erziehungsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingeholt. 

2. Der Bezirksrat Hinwil wird angewiesen, das bei ihm hängige Verfahren be-

treffend Wiederherstellung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes der Be-

schwerdeführerin über ihre Tochter B._____ raschmöglichst mit einem Sa-

chentscheid zu erledigen. 

3. Für das Verfahren vor der Kammer werden keine Kosten erhoben.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, die Kindesvertreterin  

RA lic. iur. Y._____, … [Adresse], die Kindes- und Erwachsenenschutzbe-

hörde Hinwil, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des 

Kantons Zürich), im Dispositivauszug Ziffer 1 an das Medizinische Zentrum 

…, Frau F._____, … [Adresse], sowie – unter Rücksendung der eingereich-

ten Akten – an den Bezirksrat Hinwil, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

- 10 - 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 92 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. M. Isler 
 
 
versandt am: 
 
 

	Beschluss und Urteil vom 30. Juni 2017
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgeschrieben, soweit es die Bezahlung von Gerichtskosten betrifft.
	2. Der Beschwerdeführerin wird für das vorliegende Verfahren in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
	3. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschluss des Bezirksrates Hinwil vom 24. Mai 2017, mit welchem die Anträge der Beschwerdeführerin betreffend vollständigen Verzicht auf eine Begutachtung abgewiesen wurden, wird aufgehoben. Es wird kein weiteres Gutachten zur Erziehungsfähigke...
	2. Der Bezirksrat Hinwil wird angewiesen, das bei ihm hängige Verfahren betreffend Wiederherstellung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes der Beschwerdeführerin über ihre Tochter B._____ raschmöglichst mit einem Sachentscheid zu erledigen.
	3. Für das Verfahren vor der Kammer werden keine Kosten erhoben.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, die Kindesvertreterin  RA lic. iur. Y._____, … [Adresse], die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Hinwil, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich), im Dispositivaus...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...