# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f8bf147-ca1e-5053-8e04-c7132d2964ef
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 09.12.2021 S 2020 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2020-78_2021-12-09.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 78

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin ad hoc Guhl

URTEIL

vom 9. Dezember 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

Dr. A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

AHV-Ausgleichskasse, 

Beschwerdegegnerin

betreffend AHV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1941, bezieht seit dem 1. April 2006 eine Kinderrente 

für seine Tochter B._____, Jahrgang 1993.

2. Mit Schreiben vom 2. Juli 2016 ersuchte die AHV-Ausgleichskasse des 

Kantons Graubünden (nachfolgend Ausgleichskasse) A._____ darum, 

einen aktuellen Ausbildungsnachweis für B._____ nachzureichen. Da die 

entsprechenden Unterlagen nicht innert Frist nachgereicht wurden, wurde 

die Kinderrente wie angekündigt per Ende Juli 2016 eingestellt. 

3. Mit Schreiben vom 29. März 2018 teilte A._____ der Ausgleichskasse mit, 

dass er nun in der Lage sei, eine Immatrikulationsbestätigung der 

Universität C._____ für das Herbstsemester 2016 und eine 

Immatrikulationsbescheinigung der D._____ University vom 1. September 

2017 als Ausbildungsnachweis vorzulegen. Damit sei der Rentenanspruch 

vom 1. Juli 2016 bis 31. Dezember 2016 sowie jener vom 1. September 

2017 bis 1. September 2018 ausgewiesen. Zudem informierte er die 

Ausgleichskasse darüber, dass seine Tochter vom 1. Januar 2017 bis am 

1. September 2017 ein Praktikum in E._____ absolviert habe und er die 

erforderliche Bescheinigung zwecks restlicher Abrechnung nachreichen 

werde, sobald er sie erhalten habe. 

4. Am 17. Juli 2018 machte die Ausgleichskasse A._____ darauf 

aufmerksam, dass nach wie vor die Ausbildungsbestätigung von der 

Universität C._____ für die Monate August 2016 bis Dezember 2016 und 

der Praktikumsvertrag für das Praktikum in E._____ fehlten. 

5. Mit Schreiben vom 12. August 2019 stellte A._____ der Ausgleichskasse 

eine Praktikumsbestätigung zu. Demnach absolvierte die Tochter ein 

Praktikum bei «The European Law Students' Association» (nachfolgend 

ELSA) in E._____ im Zeitraum vom 1. Juli 2016 bis am 31. Juli 2017. 

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6. Mit Verfügungen vom 27. Januar 2020 hielt die Ausgleichskasse fest, dass 

für den Zeitraum vom 1. August 2016 bis zum 30. Juni 2017 und dem 

1. Oktober 2017 bis zum 31. August 2018 die Kinderrenten nachträglich 

ausbezahlt würden.

7. Gegen soeben genannte Verfügungen erhob A._____ am 7. Februar 2020 

Einsprache mit dem Antrag auf weitere Nachzahlungen im Umfang von 

CHF 3'760.-- samt Verzugszins von 5 %. Begründend führte er an, dass 

dies einem durchgehenden Anspruch vom 1. Juli 2016 bis 31. August 

2018 entspräche. Mit Einspracheentscheid vom 18. Mai 2020 wies die 

Ausgleichskasse die Einsprache ab. 

8. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 16. Juni 2020 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag, die 

Verfügungen vom 27. Januar 2020 betreffend zusätzliche Nachzahlungen 

der AHV-Kinderrenten sowie der Einspracheentscheid vom 18. Mai 2020 

seien aufzuheben und die Ausgleichskasse sei zu verpflichten, dem 

Beschwerdeführer CHF 2'867.-- samt Zins zu 5 % ab dem 1. August 2018 

für einen Betrag von CHF 2'820.-- zu bezahlen. Zur Begründung führte der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass die gesamte 

Praktikumsdauer von 13 Monaten seiner Tochter mitberücksichtigt werden 

müsse, da das Praktikum von der Universität D._____ reglementarisch 

vorgesehen sei. Zudem müsse die Zeitspanne vom Abschluss des 

Praktikums bis zum Beginn des Herbstsemesters 2017 in D._____ in der 

Nachzahlung ebenfalls als Ausbildung mitberücksichtigt werden.

9. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Juli 2020 schloss die Ausgleichskasse 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und 

beantragte die Androhung einer reformatio in peius, wonach dem 

Beschwerdeführer in Abänderung der Verfügungen vom 22. (recte: 

27.) Januar 2020 und des Einspracheentscheids vom 18. Mai 2020 keine 

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Kinderrente im Zeitraum vom 1. August 2016 bis 30. September 2017 

zugesprochen werde und die Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde 

zu geben sei. Begründend führte sie im Wesentlichen an, dass die 

Annahme in den Verfügungen vom 27. Januar 2020, dass das Praktikum 

faktisch geboten gewesen sei, einer genaueren Prüfung nicht standhalte. 

So sei das absolvierte Praktikum weder gesetzlich noch reglementarisch 

vorausgesetzt noch faktisch geboten gewesen. Deshalb könne das 

Praktikum nicht als Ausbildung anerkannt werden. Dies habe zur 

Konsequenz, dass sich die Tochter für den Zeitraum vom 1. August 2016 

bis zum 30. September 2017 nicht in Ausbildung befunden habe und der 

Beschwerdeführer deshalb in diesem Zeitraum keinen Anspruch auf 

Kinderrente habe. 

10. Am 11. August 2021 teilte die zuständige Instruktionsrichterin dem 

Beschwerdeführer mit, dass das streitberufene Gericht nach vorläufiger 

Sach- und Rechtslage eine reformatio in peius ins Auge fasse, wonach in 

Abänderung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 18. Mai 2020 

und der zugrundliegenden Verfügungen vom 27. Januar 2020 dem 

Beschwerdeführer keine Kinderrente im Zeitraum vom 1. August 2016 bis 

30. September 2017 zustünde. Zur Begründung wurde angeführt, dass 

zweifelhaft sei, ob das Praktikum seiner Tochter bei ELSA International in 

E._____ habe als Ausbildung zugelassen werden dürfen. Dem 

Beschwerdeführer wurde infolge der in Aussicht genommenen Aufhebung 

des Einspracheentscheids und einer damit einhergehenden möglichen 

Schlechterstellung in Anwendung von Art. 61 lit. d ATSG die Möglichkeit 

zur Stellungnahme und zum Rückzug der Beschwerde gegeben. 

11. Mit Schreiben vom 26. August 2021 stellte der Beschwerdeführer ein 

Gesuch um Fristerstreckung, da er noch ausländische Akten beschaffen 

müsse. Die Instruktionsrichterin entsprach mit Schreiben vom 27. August 

2021 dem Gesuch. 

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12. Der Beschwerdeführer reichte trotz der ihm erstreckten Frist keine 

Eingabe ein. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. Mai 2020 sowie auf die 

eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) entscheidet, in 

Abweichung von Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), über 

Beschwerden gegen Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler 

Ausgleichskassen das Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse. 

Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid der Ausgleichskasse Graubünden vom 18. Mai 2020 

(Beschwerdeführerische Akte [Bf-act.] 1, Beschwerdegegnerische Akte 

[Bg-act.] 52), so dass die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden zu bejahen ist. Die sachliche Zuständigkeit des 

streitberufenen Gerichts zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde 

ergibt sich aus Art. 57 ATSG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach 

das Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht 

Beschwerden gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in 

Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der 

Beschwerde unterliegen. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Das angerufene Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher 

Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet (Art. 43 

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Abs. 3 lit. a VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) 

vorgeschrieben ist. Da der Streitwert mit CHF 2'867.-- darunterfällt, wäre 

die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben. Gemäss Art. 43 Abs. 4 

VRG kann indes auf Anordnung der zuständigen Einzelrichterin in 

Dreierbesetzung entschieden werden, was angesichts der 

auszusprechenden reformatio in peius der Fall ist.  

3. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob das von der Tochter des 

Beschwerdeführers absolvierte Praktikum in E._____ als Ausbildung 

anzusehen ist und der Anspruch auf Kinderrente aufgrund dieses 

Praktikums zu Recht bejaht wurde. Überdies ist zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer zusätzlich Anspruch hat auf Kinderrenten für die 

Monate Juli 2017 bis September 2017. 

4.1. Personen, welchen eine Altersrente zusteht, haben für jedes Kind, das im 

Falle ihres Todes eine Waisenrente beanspruchen könnte, Anspruch auf 

eine Kinderrente (Art. 22ter Abs. 1 Satz 1 AHVG). Der Anspruch auf die 

Waisenrente entsteht am ersten Tag des dem Tode des Vaters oder der 

Mutter folgenden Monats. Er erlischt mit der Vollendung des 18. 

Altersjahres oder mit dem Tod der Waise (Art. 25 Abs. 4 AHVG). Für 

Kinder, die noch in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch bis zu 

deren Abschluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr. Der 

Bundesrat kann festlegen, was als Ausbildung gilt (Art. 25 Abs. 5 AHVG).

4.2. In Ausbildung ist ein Kind, wenn es sich auf der Grundlage eines 

ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten 

Bildungsganges systematisch und zeitlich überwiegend entweder auf 

einen Berufsabschluss vorbereitet oder sich eine Allgemeinausbildung 

erwirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb verschiedener Berufe (Art. 

49bis Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Laut Art. 49ter Abs. 1 

AHVV endet eine Ausbildung mit einem Berufs- oder Schulabschluss. 

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Gemäss Art. 49ter Abs. 2 AHVV gilt die Ausbildung auch als beendet, wenn 

sie abgebrochen oder unterbrochen wird oder wenn ein Anspruch auf eine 

Invalidenrente entsteht. Die Waisen- bzw. Kinderrente für in Ausbildung 

begriffene 18- bis 25-jährige Waisen oder Kinder erlischt mit Ablauf des 

Monats, in dem die Ausbildung abgeschlossen wird (Wegleitung über die 

Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenversicherung [RWL], Stand 1. Januar 2020, Rz. 3357 Satz 1). Für 

18- bis 25-jährige Kinder, die die Ausbildung erst nach zurückgelegtem 18. 

Altersjahr und nach Entstehung des Anspruchs der Eltern auf eine 

Invaliden- oder Altersrente aufnehmen, beginnt die Kinderrente in der AHV 

mit dem Monat nach Beginn der Ausbildung zu laufen (RWL Rz. 3346). 

Als Beginn der Ausbildung gilt der Zeitpunkt, ab dem die Person den 

erforderlichen Ausbildungsaufwand erbringt, zum Beispiel Vorlesungen 

und Kurse besucht. Es ist daher nicht auf den formellen Semesterbeginn 

(Immatrikulationsbestätigung) abzustellen, sondern auf die effektive 

Aufnahme des Studiums (RWL Rz. 3368).

4.3. Ein Praktikum wird als Ausbildung anerkannt, wenn es gesetzlich oder 

reglementarisch eine Voraussetzung bildet für die Zulassung zu einem 

Bildungsgang oder zu einer Prüfung, oder wenn es zum Erwerb eines 

Diploms oder eines Berufsabschlusses verlangt wird (RWL Rz. 3361). 

Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, wird ein Praktikum als 

Ausbildung trotzdem anerkannt, wenn es für eine bestimmte Ausbildung 

faktisch geboten ist und mit dem Antritt des Praktikums tatsächlich die 

Absicht besteht, die angestrebte Ausbildung zu realisieren und das 

Praktikum im betreffenden Betrieb höchstens ein Jahr dauert (RWL 

Rz. 3361.1). Auch wenn Verwaltungsweisungen wie die RWL sich an die 

Durchführungsstellen richten und für das Sozialversicherungsgericht nicht 

verbindlich sind, soll dieses sie bei seiner Entscheidung berücksichtigen, 

sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende 

Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das 

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Gericht weicht nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, 

wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben 

darstellen (BGE 140 V 299 E. 3 m.H.). 

4.4. Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht 

jedes Praktikum als Ausbildung verstanden werden kann. Ein Praktikum 

ist nur dann im Sinne einer Ausbildung zu verstehen, wenn mit dem Antritt 

des Praktikums tatsächlich die Absicht besteht, die angestrebte 

Ausbildung zu realisieren (BGE 139 V 209 E.5.3). Bei Praktika, bei denen 

nicht von vornherein ein bestimmter Berufsabschluss angepeilt wird, ist 

besonders zu prüfen, ob eine systematische Vorbereitung auf ein 

Berufsziel hin erfolgt, und zwar auf der Grundlage eines 

ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten 

(üblichen) Lehrganges (vgl. BGE 139 V 122 E.3.2; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_177/2015 vom 14. Oktober 2015 E.5.1.2). Damit der 

Bildungsgang anerkannt werden kann, müssen hohe Anforderungen 

bezüglich des Umfangs der Informationen über Lerninhalte, Lernkontrollen 

(Qualifikationsverfahren) sowie Ziele und Anforderungen in beruflicher und 

schulischer Hinsicht erfüllt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_404/2015 vom 22. Dezember 2015 E.4.3.1). Keine Ausbildung im 

Sinne von Art. 49bis AHVV liegt dann vor, wenn eine Tätigkeit lediglich 

ausgeübt wird, um sich dabei einige Branchenkenntnisse und Fertigkeiten 

anzueignen, um die Anstellungschancen zu verbessern oder um eine 

Berufswahl zu treffen (vgl. BGE 140 V 314 E.3.2; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_209/2020 vom 24. August 2020 E.3 und 8C_177/2015 

vom 14. Oktober 2015 E.5.1.1 m.H.; RWL Rz. 3362). So wurde ein 

Hochschulpraktikum, das für die Zulassung zu einem Studiengang von 

Nutzen, aber nicht notwendig ist, vom Bundesgericht nicht als Ausbildung 

anerkannt (Urteil des Bundesgerichts 9C_209/2020 vom 24. August 2020 

E.4.2). 

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5.1. Vorliegend schloss die Tochter des Beschwerdeführers das 

Frühjahrssemester 2016 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der 

Universität C._____ ab. Anschliessend absolvierte sie ein Praktikum beim 

International Board of the European Law Students' Association («ELSA 

International») in E._____ vom 1. Juli 2016 bis 31. Juli 2017. Danach 

nahm die Tochter im September 2017 den Studiengang «International 

Business and Management» an der Universität D._____ auf. 

5.2. Dem Beschwerdeführer kann nicht gefolgt werden, wenn er ohne weitere 

Substanziierung vorbringt, dass das Praktikum bei ELSA International 

reglementarisch für das anschliessend aufgenommene Studium an der 

Universität D._____ vorgesehen sei, denn es finden sich in den Akten 

keine diesbezüglichen Hinweise. Auf dem eingereichten 

Leistungsnachweis vom 12. Dezember 2018 über das erste Studienjahr 

2017 in International Business and Management («Study Progress 

Overview») ist kein Praktikum genannt (Bf-act. 7). Auch der eingereichten 

Immatrikulationsbestätigung ist unter dem Abschnitt «Angaben zum 

Studiengang» keine Information zu entnehmen, wonach das Praktikum bei 

ELSA International für das Studium International Business and 

Management an der Universität D._____ reglementarisch bzw. gesetzlich 

eine Voraussetzung für die Zulassung zum Studium oder zu einer Prüfung 

war (Beschwerdegegnerische Akten "Ausbildungsnachweise" 

[Bg-act. "Ausbildungsnachweise"] 4). Nachfolgend soll deshalb geprüft 

werden, ob das Praktikum bei ELSA International faktisch geboten war.

5.3. In den Verfügungen vom 27. Januar 2020 und im Einspracheentscheid 

vom 18. Mai 2020 ging die Beschwerdegegnerin noch davon aus, dass 

jenes Praktikum im Hinblick auf  das Studium der Tochter des 

Beschwerdeführers an der Universität D._____ anerkannt war. Im 

Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens beantragte die 

Beschwerdegegnerin jedoch die Androhung einer reformatio in peius in 

dem Sinne, dass dem Beschwerdeführer in Abänderung der Verfügungen 

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vom 22. (recte: 27.) Januar 2020 und des Einspracheentscheids vom 

18. Mai 2020 im Zeitraum vom 1. August 2016 bis 30. September 2017 

keine Kinderrente zugesprochen werde. Die Beschwerdegegnerin 

begründet dies damit, dass aus den Akten keine Hinweise ersichtlich 

seien, wonach das Praktikum faktisch geboten war. Die Argumentation der 

Beschwerdegegnerin, wonach das Absolvieren des Praktikums bei ELSA 

International faktisch nicht geboten gewesen sei, blieb seitens des 

Beschwerdeführers unbestritten.

5.4. Die Tochter des Beschwerdeführers absolvierte ein Praktikum bei ELSA 

International in E._____ vom 1. Juli 2016 bis 31. Juli 2017. Hierbei handelt 

es sich um den internationalen Dachverband der lokalen/nationalen ELSA-

Vereinigungen (weltweit eine der grössten Vereinigungen von 

Rechtswissenschaftsstudierenden), welche insbesondere der 

Koordination des Netzwerks unter den Studierenden dient 

(vgl. https://elsa.org/international-focus-programme/, zuletzt besucht am 

9. Dezember 2021). Gemäss Praktikumsbestätigung, ausgestellt am 27. 

August 2018, nahm die Tochter die Funktion als F._____ der von ELSA 

International organisierten «Moot Court Competitions» wahr. Es ist jedoch 

weder behauptet noch belegt, dass sie selber Teilnehmerin einer solchen 

(Lehr-)Veranstaltung (simulierte Gerichtsverhandlung) war. Weiter war sie 

während des Praktikums zuständig für die Koordination der Lokalgruppen 

von ELSA auf nationaler Ebene (Bg-act. "Ausbildungsnachweise" 2 S. 3). 

Aus der eingereichten Praktikumsbestätigung geht nicht hervor, welche 

Bildungsziele, Lerninhalte oder beruflichen Ansprüche das Praktikum bei 

ELSA International umfasste (Bg-act. "Ausbildungsnachweise" 2 S. 3 ff.). 

Es ist nicht ersichtlich, ob und inwiefern das Praktikum bei ELSA 

International für eine bestimmte Ausbildung faktisch geboten war – weder 

für das nach dem Frühjahrssemester 2016 letztlich abgebrochene 

Rechtsstudium an der Universität C._____ noch für das Studium in 

International Business and Management an der Universität D._____ ab 

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September 2017, weil mit dem Antritt des Praktikums tatsächlich die 

Absicht hätte bestehen müssen, eine angestrebte Ausbildung zu 

realisieren. Das Praktikum fand zwischen zwei unterschiedlichen 

Studiengängen an zwei unterschiedlichen Universitäten statt, so dass es 

nicht in systematischer Vorbereitung auf ein Berufsziel hin erfolgte und 

nicht im Rahmen eines ordnungsgemässen Lehrgangs. Eine andere 

Bedeutung dieses Praktikums - dass es faktisch geboten gewesen wäre - 

wurde vom Beschwerdeführer auch nicht substanziiert vorgetragen.

Viel eher ist davon auszugehen, dass das Praktikum der Tochter dazu 

diente, eine Berufs- bzw. Studienwahl zu treffen. Gemäss oben zitierter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt ein derartiges Praktikum jedoch 

keine Ausbildung im Sinne von Art. 49bis Abs. 1 AHVV dar. 

5.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Praktikum bei der ELSA 

International nicht als Ausbildung im Sinne von Art. 49bis Abs. 1 AHVV 

qualifiziert werden kann, da es weder gesetzlich noch reglementarisch 

eine Voraussetzung war für die Zulassung zum Studium an der Universität 

D._____ noch faktisch geboten war. Damit erübrigt sich auch das 

Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach der Zeitraum zwischen dem 

Abschluss des Praktikums und der Aufnahme des Studiums 

mitberücksichtigt werden müsse, da sich diese Situation vergleichen lasse 

mit Semesterferien in einem üblichen Studium. Dies weil sich die Tochter 

ohnehin seit dem 1. Juli 2016 nicht mehr in Ausbildung befand (Art. 49ter 

Abs. 2 AHVV) und unbestrittenermassen erst ab dem 1. September 2017, 

dem Zeitpunkt des Beginns des Studiums in International Business and 

Management an der Universität D._____, wieder eine Ausbildung im Sinne 

von Art. 49bis Abs. 1 AHVV vorlag. Für 18- bis 25-jährige Kinder, die die 

Ausbildung erst nach zurückgelegtem 18. Altersjahr und nach Entstehung 

des Anspruchs der Eltern auf eine Invaliden- oder Altersrente aufnehmen, 

beginnt die Kinderrente in der AHV mit dem Monat nach Beginn der 

Ausbildung zu laufen (RWL Rz. 3346).

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6.1. Gestützt auf Art. 61 lit. d ATSG wird im kantonalen 

Sozialversicherungsgerichtsverfahren die Verwirklichung des materiellen 

Rechts über das individuelle Rechtsschutzinteresse gestellt, was sich auf 

das Legalitätsprinzip und das Gleichbehandlungsgebot zurückführen 

lässt. Sofern ein reformatorischer Entscheid möglich ist und die 

Angelegenheit nicht aus anderen Gründen zurückgewiesen werden muss, 

ist das kantonale Sozialversicherungsgericht verpflichtet, eine reformatio 

in peius ins Auge zu fassen. Ob eine solche denn auch tatsächlich 

vorzunehmen ist, da das objektive Recht durchgesetzt werden soll, oder 

ob im Einzelfall das subjektive Rechtsschutzinteresse überwiegt, verbleibt 

im Rahmen dieses Spannungsverhältnisses der Überprüfung durch das 

kantonale Gericht (BGE 144 V 153 E.4.2.4). Auf jeden Fall darf dieses 

nicht nur dann einen angefochtenen Entscheid (im Rahmen des 

Streitgegenstandes) in peius reformieren, wenn dieser zweifellos unrichtig 

und die Korrektur von erheblicher Bedeutung ist. Denn wenn eine 

versicherte Person gegen einen noch nicht rechtskräftigen Verwaltungsakt 

den Rechtsweg beschreitet, muss sie im Rahmen des Streitgegenstandes 

infolge von Art. 61 lit. d ATSG mit einer Schlechterstellung rechnen. 

6.2. Gestützt auf die obigen Ausführungen ist das Praktikum der Tochter des 

Beschwerdeführers bei ELSA International vom 1. Juli 2016 bis 31. Juli 

2017 nicht als Ausbildung im Sinne von Art. 49bis Abs. 1 AHVV zu 

qualifizieren. Sie setzte ihre Ausbildung nach Studiumsabbruch an der 

rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität C._____ im Sommer 

2016 mit Aufnahme des Studiums in International Business and 

Management an der Universität D._____ am 1. September 2017 fort. 

Damit befand sie sich vom 1. Juli 2016 bis 31. August 2017 nicht in 

Ausbildung. Es ist in Abweisung der Beschwerde und den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 18. Mai 2020 über die Verfügungen vom 27. 

Januar 2020 in peius reformierend festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Kinderrente für den Zeitraum vom 

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1. August 2016 bis 30. September 2017 hat. Ausgangsgemäss erübrigen 

sich Weiterungen zu den vom Beschwerdeführer anbegehrten Zinsen auf 

seiner Kinderrenten-Forderung von CHF 2'820.-- (vgl. Art. 26 Abs. 2 

ATSG). 

7. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG in Verbindung mit Art. 82a ATSG 

(Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21. Juni 2019) ist das 

kantonale Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – ausser 

bei leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb 

vorliegend keine Kosten erhoben werden. Die Beschwerdegegnerin hat 

keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. In Abweisung der Beschwerde und den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 18. Mai 2020 über die Verfügungen vom 

27. Januar 2020 in peius reformierend wird festgestellt, dass A._____ 

keinen Anspruch auf eine Kinderrente für den Zeitraum vom 1. August 

2016 bis 30. September 2017 hat. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]