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**Case Identifier:** 625c2a3b-c265-5f5a-b242-989593dc4d2f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.01.2023 200 2022 263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-263_2023-01-31.pdf

## Full Text

200 22 263 IV
WIS/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. Januar 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. März 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Dem 1991 geborenen A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
wurden ab 1999 Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) in Form von medizinischen Massnahmen im Zusammenhang mit den 
Geburtsgebrechen Ziffer 164 und 404 des Anhangs der Verordnung vom 
9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21 [in Kraft 
gestanden bis 31. Dezember 2021]; Akten der IV- Stelle des Kantons Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 5, 13, 29, 39) zuge-
sprochen.

Im Mai 2009 erfolgte unter Hinweis auf eine Muskelentfernung nach Tumor-
resektion am linken Oberschenkel eine Anmeldung zum Bezug von weite-
ren IV-Leistungen (AB 46). Nach Vornahme beruflicher und medizinischer 
Abklärungen gewährte die IVB Frühinterventionsmassnahmen (Eingliede-
rungsberatung [AB 49]) und berufliche Massnahmen (erstmalige berufliche 
Eingliederung in Form eines Praktikums im Hinblick auf eine Lehre als … 
von 14. September 2009 bis 28. Februar 2010 [AB 59], eines Arbeitstrai-
nings von 1. Januar bis 31. Juli 2012 [AB 89] und einer Ausbildung zum … 
EFZ von 1. August 2012 bis 31. Juli 2015 [AB 95; vgl. auch AB 75, 92]). 
Nachdem die IVB den Versicherten vorgängig infolge vorzeitiger Auflösung 
des Lehrverhältnisses zur Schadenminderung aufgefordert hatte (AB 113), 
verfügte sie am 29. April 2013 den Abschluss der beruflichen Massnahmen 
(AB 118) bzw. verneinte einen Anspruch auf berufliche Massnahmen.

Im November 2017 stellte der Versicherte unter Hinweis auf „kaputte Knie 
und linker Oberschenkel“ neuerlich ein Leistungsgesuch (AB 136). Nach-
dem die IVB abermals medizinische Erhebungen getätigt hatte, forderte sie 
den Versicherten mit Schreiben vom 9. September 2020 (AB 217) im Rah-
men seiner Mitwirkungspflichten zu einer abstinenzorientierten Psychothe-
rapie (Alkohol und Computergebrauch) auf. Ferner gewährte sie Integrati-
onsmassnahmen in Form eines Belastbarkeitstrainings (AB 218) und eines 
Aufbautrainings (AB 242), wobei der Versicherte Letzteres vorzeitig ab-
brach (AB 250 f.). Mit Mitteilung vom 17. Juni 2021 (AB 275) hielt die IVB 

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fest, dass die Massnahme rückwirkend per 15. Januar 2021 abgebrochen 
werde und teilte dem Versicherten mit, dass er bei veränderten Verhältnis-
sen ein neues Gesuch einreichen könne. Sodann liess die IVB den Versi-
cherten bidisziplinär begutachten (psychiatrisch-rheumatologisches Gut-
achten vom 12. Januar 2022 [AB 294.1 ff.]) und stellte ihm mit Vorbescheid 
vom 3. Februar 2022 (AB 298) in Aussicht, einen Leistungsanspruch man-
gels Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung zu verneinen. 
Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 299) verfügte sie am 16. März 
2022 dem Vorbescheid entsprechend (AB 302).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 2. Mai 2022 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Verfügung vom 16. März 2022 sei aufzuheben und dem Be-
schwerdeführer seien Eingliederungsmassnahmen zu gewähren.

2. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Dem Gesuchsteller sei für das Beschwerdeverfahren das Recht auf unentgeltli-

che Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm die unterzeichnende Anwältin bei-
zuordnen.

-Unter Kosten- und Entschädigungsfolge-

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 
2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. März 2022 
(AB 302). 

Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege 
ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung 
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebe-
gehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Anfechtungs- 
und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die Verwaltungsverfü-
gung insgesamt angefochten wird (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 165; SVR 
2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1). Streitgegenstand bildet das aufgrund der 
Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene Rechtsverhältnis. Anfech-
tungs- und Streitgegenstand beziehen sich auf ein (materielles) Rechtsver-
hältnis, sei es auf eines (z.B. Rentenanspruch), sei es auf mehrere Rechts-
verhältnisse (z.B. Eingliederungs- und Rentenanspruch). Bezieht sich also 
die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten 
Rechtsverhältnisse, gehören die nicht beanstandeten – verfügungsweise 
festgelegten – Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, aber nicht 
zum Streitgegenstand (BGE 125 V 413 E. 2a S. 415). Den Parteianträgen 
kommt entsprechend dem Verfügungsgrundsatz für die Festlegung des 
Streitgegenstandes vorrangige Bedeutung zu. So wie die versicherte Per-
son sich mit einer Verfügung durch Nichtanfechtung abfinden kann, so 
steht ihr auch die Befugnis zu, nur einzelne der verfügungsweise geregel-

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ten Rechtsverhältnisse durch Beschwerde richterlich überprüfen zu lassen 
(BGE 118 V 311 E. 3b S. 314).

Streitig ist einzig die Zusprache von Eingliederungsmassnahmen. Dies er-
gibt sich aus dem Rechtsbegehren. Nichts Anderes ist der Begründung zu 
entnehmen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 
146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene 
Verfügung datiert vom 16. März 2022 (AB 302), womit sie nach dem In-
krafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Der Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen wurde mit Mitteilung vom 17. Juni 2021 
(AB 275) abgewiesen, wobei festgehalten wurde, der Beschwerdeführer 
könne ein neues Gesuch einreichen, wenn sich die Verhältnisse änderten. 
Erstmals beantragte der Beschwerdeführer im Rahmen des Einwandes 
vom 25. Februar 2022 (AB 299) wieder Eingliederungsmassnahmen, mithin 
sind die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der 
seit dem 1. Januar 2022 gültigen Fassung massgebend. 

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-

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nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Drohende Inva-
lidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend 
wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist 
unerheblich (Art. 1novies IVV).

Gemäss Art. 8 Abs. 1ter IVG wird bei Abbruch einer Eingliederungsmass-
nahme nach Massgabe von Art. 8 Abs.1 und 1bis IVG eine wiederholte 
Zusprache derselben oder einer anderen Eingliederungsmassnahme 
geprüft.

Der Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die beruf-
liche Eingliederung (Integrationsmassnahmen) im Sinne von Art. 14a 
Abs. 1 IVG haben Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu min-
destens 50 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind (lit. a) sowie nicht erwerbs-
tätige Personen vor der Vollendung des 25. Altersjahres, sofern sie von 
einer Invalidität bedroht sind (Art. 8 Abs. 2 ATSG). 

2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 

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zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110).

2.3.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.2.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.3.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 

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Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich – das Folgende entnehmen:

3.1.1 Im Verlaufsbericht der Psychiatrischen Dienste C.________ vom 
14. November 2018 (AB 170) diagnostizierte die Psychologin M. Sc. 
D.________, Eidg. anerkannte Psychotherapeutin, mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung (ICD-10 F41.0), eine mittelschwere de-
pressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie eine hypochondrische Störung 
(ICD-10 F45.2; S. 4 Ziff. 2.5). Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
(S. 2 Ziff. 1.3). Sobald sich die depressive Symptomatik und die Angstsym-
ptomatik gebessert hätten, könne von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit 
ausgegangen werden (S. 5 Ziff. 2.7). Gegenwärtig fänden alle zwei Wo-
chen Einzelsitzungen statt, zudem zwei Mal pro Woche eine Angstgruppe 
(S. 2 Ziff. 1.2).

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3.1.2 Der Beschwerdeführer befand sich vom 12. März bis 29. Mai 2019 
in teilstationärer Behandlung in der Tagesklinik E.________ der Psychiatri-
schen Dienste C.________ (AB 183). Im entsprechenden Verlaufsbericht 
wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressi-
ve Episode, DD eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F32.1), 
sowie Störungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.1), 
diagnostiziert (S. 4 Ziff. 2.5). Die weitere Prognose sei unter Berücksichti-
gung der bisherigen Krankheitsgeschichte und des Verlaufs in der Tages-
klinik (frühzeitiger Austritt) als mittelmässig günstig zu beurteilen (Ziff. 2.7).

3.1.3 Im Verlaufsbericht vom 19. April 2021 (AB 264) diagnostizierte die 
Psychologin M. Sc. D.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F32.1), eine Agoraphobie, aktuell teilremittiert (ICD-10 F40.0), und 
einen Verdacht auf selbstunsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1; 
S. 1 Ziff. 3). Der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (Ziff. 1). Die 
IV-Massnahme sei im Januar 2021 aufgrund von Überforderungen (Angst 
vor Versagen, sich eingeschränkt und unter Druck fühlen etc.) durch multi-
ple Belastungen, was zu Blockaden, Weinanfällen, starken Gefühls-
schwankungen und Verstärkung von hypochondrischen Ängsten und de-
pressiver Symptomatik geführt habe, abgebrochen worden. Das Ende der 
IV-Massnahme stelle eine Entlastung dar und langsam gehe es dem Be-
schwerdeführer wieder besser mit Abnahme der Ängste, verbessertem 
Antrieb und mehr Zuversicht. Er habe aber weiterhin grosse Angst vor er-
neutem Versagen (Ziff. 4). Gegenwärtig fänden alle zwei bis drei Wochen 
ambulante Sitzungen statt. Zudem erfolge ein Besuch durch die Psychia-
trie-Spitex ca. alle zwei Wochen. Demnächst folge eine Gruppentherapie 
(S. 2 Ziff. 7). Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 11).

3.1.4 Im Gutachten vom 12. Januar 2022 (AB 294.1 ff.) führten Dipl. Arzt 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und 
Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie 
Rheumatologie, in der interdisziplinären Beurteilung (AB 295.2) folgende 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 4 Ziff. 4.2):

• Rezidivierende depressive Störung, aktuell formal leichtgradig depressive Episo-
de (ICD-10 F33.0), medikamentös zurzeit unbehandelt

• Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)

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• Akzentuierte Persönlichkeit mit selbstunsicher-ängstlichen, abhängigen und 
anamnestisch hypochondrischen Zügen (ICD-10 Z73.1)

• Fortgesetzter übermässiger Alkoholabusus (ICD-10 F10.1)
• Internet-Gamen (ICD-10 F63.8)
• Chronisches thorakovertebrales und lumbospondylogenes Syndrom bei statisch 

ungünstigem Hohl-Rund-Rücken sowie muskulärer Dysbalance.

Was die Arbeitsfähigkeit (in bisheriger und angepasster Tätigkeit) betreffe, 
seien dem Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht körperlich 
schwere oder vorwiegend mittelschwere Tätigkeiten oder Tätigkeiten mit 
langdauernd vorgeneigtem Stehen oder Sitzen nicht zumutbar. Dagegen 
bestünden rein rheumatologisch unter angepassten Bedingungen (vgl. 
hierzu auch AB 294.1 S. 20 Ziff. 8.1) keine zeitlichen oder leistungsmässi-
gen Einschränkungen für körperlich leichte bis teilweise mittelschwere, 
wechselbelastende Tätigkeiten. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der 
psychiatrischen Krankheitskomponente, die im Vordergrund stehe, bestehe 
integrativ seit August 2018 eine fortgesetzt abzuleitende 100%ige Arbeits-
unfähigkeit für Tätigkeiten unter Bedingungen der freien Wirtschaft. Der 
Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht erneut auf einen rehabilita-
tiven Therapie- und beruflichen Wiedereingliederungsprozess, aktuell über 
den Zwischenschritt einer Tagesklinikbehandlung und Stabilisierung im 
geschützten Rahmen, angewiesen (AB 295.2 S. 5 Ziff. 4.7). 

Dipl. Arzt F.________ führte im psychiatrischen Teilgutachten (AB 295.1) 
aus, die Entwicklung einer Angstpathologie könne diagnostisch mindestens 
seit dem Bericht der Psychiatrischen Dienste H.________ vom August 
2018 nachvollzogen werden. Es würde zeitweise über regelmässig auftre-
tende Panikattacken mit ausgeprägter vegetativer Begleitsymptomatik be-
richtet. Auch im aktuellen psychopathologischen Untersuchungsbefund 
habe der Beschwerdeführer Angst- und Stresserleben gezeigt. Er sei deut-
lich verschwitzt und angespannt gewesen und habe Angsterleben in der 
unbekannten Situation mit dem unbekannten Untersucher bei durchgängig 
erhöhtem Stresslevel vermittelt. Aktuell stelle sich die Angstpathologie 
gemäss den Angaben des Beschwerdeführers und der Aktenlage kompen-
siert dar, dies sei sehr wahrscheinlich im Rahmen der beruhigten und eher 
reizarmen Umgebung in der häuslichen Situation ohne externe Arbeits- 
oder Beschäftigungsstruktur zu erklären. Unter forcierten insbesondere 
externen beruflichen und interpersonellen Anforderungen/Stressoren müs-
se diesbezüglich angesichts des Längsverlaufs sehr wahrscheinlich mit 

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einer erneuten Beschwerdezunahme gerechnet werden. Zugrunde liege 
eine sich im Längsverlauf zunehmend andeutende persönlichkeitstrukturel-
le Disposition mit vulnerablen, selbstunsicher-ängstlichen, abhängigen und 
hypochondrischen Anteilen. Der Störungsteil habe sich wahrscheinlich früh 
bei vorberichtetem POS (psychoorganisches Syndrom) entwickelt, psycho-
dynamisch sei diesbezüglich in der Ausgestaltung insbesondere die Belas-
tung durch die Krebserkrankung 2008 mitzugewichten. In diesem Zusam-
menhang seien offensichtlich unter anderem durch die Belastung in der 
Corona-Situation frühere Belastungsdynamiken reaktiviert worden, und 
auch eine zeitweise dargestellte hypochondrische Komponente könne 
diesbezüglich nachvollzogen werden. Im Rahmen der Angstpathologie ha-
be sich, sehr wahrscheinlich im Sinne einer emotionsdämpfenden Selbst-
medikation, ein regelmässiger Alkoholabusus entwickelt, der auch aktuell 
fortgesetzt anzunehmen sei und sehr wahrscheinlich auch durch die per-
sönlichkeitsstrukturelle Disposition mitgetriggert werde. Zusätzlich müsse 
mindestens von sehr regelmässigem Gamen im Internet im Rahmen der 
abhängigen Muster ausgegangen werden. Auf affektiver Störungsebene 
könnten aus der psychiatrischen Aktenlage depressive Zustandsbilder hin-
reichend sicher nachvollzogen werden, sehr wahrscheinlich sei mindestens 
im Rahmen der krisenhaften Dekompensation Anfang 2021 formal der 
Ausprägungsgrad einer depressiven Episode erfüllt, aktuell sei die diesbe-
zügliche Symptomatik einem leichtgradig depressiven Zustandsbild zuzu-
ordnen (S. 20 f. Ziff. 6). Seit 2018 seien umfangreiche psychotherapeuti-
sche und medikamentöse, psychiatrisch-psychopharmakologische Behand-
lungsbemühungen erfolgt. Dabei habe der Beschwerdeführer gut auf wie-
derholt absolvierte ambulante bzw. teilstationäre Angstprogramme ange-
sprochen. Dieser psychotherapeutische Behandlungsteil solle im ambulan-
ten Setting fortgesetzt werden. Gleiches gelte für eine wiederaufzuneh-
mende anxiolytisch-antidepressive Basis-Psychopharmaka-Medikation, die 
sehr wahrscheinlich nie über längere Zeit konsequent eingenommen wor-
den und aktuell abgesetzt sei. Ebenfalls unzureichend sei die aktuelle am-
bulante psychotherapeutische Behandlungssituation bei Unterbruch wegen 
Mutterschaftsurlaub der zuständigen Therapeutin. Idealerweise solle als 
Vorbereitung auf einen erneuten Wiedereingliederungsversuch erneut eine 
tagesklinische Vorbehandlung erfolgen. Schliesslich sei unbedingt eine 

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erneute Alkohol-Abstinenz zur nachhaltigen Stabilisierung der Gesund-
heitssituation und Belastbarkeit notwendig (S. 24 Ziff. 7.2).

Im rheumatologischen Teilgutachten (AB 294.1) führte Dr. med. 
G.________ aus, es bestehe eine Fehlstatik des Rumpfes mit Hohl-Rund-
Rücken, die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei in allen Abschnitten und 
Richtungen jedoch frei, lokale Druckdolenzen fänden sich über der oberen 
bis mittleren Brustwirbelsäule, am thorakolumbalen Übergang und lumbo-
sakral. Der periphere Gelenkstatus sei vollständig unauffällig. An den unte-
ren Extremitäten fänden sich muskuläre Dysbalancen mit Verkürzungen 
der ischiocruralen Muskulatur und des M. rectus femoris beidseits, zusätz-
lich bestünden links nach Resektion des M. vastus lateralis myofasziale 
Dolenzen am Trochanter major und im Tractus iliotibialis sowie in der ver-
kürzten Adduktorenmuskulatur. Hinweise für eine radikuläre Reizsympto-
matik bestünden nicht. Radiologisch könne die Fehlstatik mit Hohl-Rund-
Rücken bestätigt werden, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule 
bestünden nicht. Die Hauptproblematik bestehe in der Fehlstatik der Wir-
belsäule und der muskulären Dysbalance der unteren Extremitäten, was 
Rückenschmerzen bei vermehrter statischer Belastung wie längerem Sit-
zen oder Stehen erklären könne. Andere somatische Beeinträchtigungen 
von Seiten des Bewegungsapparates seien klinisch nicht fassbar (S. 18 
Ziff. 7.1). In körperlich leichten bis teilweise mittelschweren, wechselbelas-
tenden Tätigkeiten ohne langdauerndes vorgeneigtes Stehen oder Sitzen, 
ohne häufiges Gehen in unebenem Gelände und ohne häufiges Heben 
oder Tragen von Lasten über fünf Kilogramm oder gelegentlichen Einzel-
lasten über 20 Kilogramm und ohne häufige Arbeiten in gebückter Körper-
stellung bestünden keine zeitlichen oder leistungsmässigen Einschränkun-
gen (S. 20 Ziff. 8.1). Zu empfehlen sei ein regelmässiges, konsequentes 
Trainingsprogramm zur Kräftigung der rumpfstabilisierenden Muskulatur 
und Behebung der muskulären Dysbalance der unteren Extremitäten. Bei 
konsequenter Durchführung in genügender Intensität könne innerhalb von 
ca. vier Monaten eine deutliche Steigerung der körperlichen Leistungs-
fähigkeit erreicht werden, sodass prinzipiell auch körperlich mittelschwere 
Tätigkeiten in Wechselbelastung als zumutbar gelten könnten (Ziff. 8.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 13

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

3.3 Das bidisziplinäre Gutachten vom 12. Januar 2022 (AB 294.1 ff.) 
erfüllt – jedenfalls was die erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen 
betrifft – die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung gestellten Anfor-
derungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb 
grundsätzlich darauf abzustellen ist. Die Feststellungen der Gutachter be-
ruhen auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 14

Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getrof-
fen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend und die gezoge-
nen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar 
und einleuchtend begründet. Die gutachterlichen Einschätzungen sind zwi-
schen den Parteien denn auch unbestritten.

Somatischerseits zeigte Dr. med. G.________ gestützt auf die anlässlich 
der Exploration erhobenen Befunde und die bildgebenden Untersuchungen 
nachvollziehbar auf, dass beim Beschwerdeführer ein chronisches thorako-
vertebrales und lumbospondylogenes Syndrom bei statisch ungünstigem 
Hohl-Rund-Rücken sowie muskulärer Dysbalance besteht (AB 294.1 S. 16 
Ziff. 6.1, S. 18 Ziff. 7.1). Im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils (körperlich 
leichte bis teilweise mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne 
langdauerndes vorgeneigtes Stehen oder Sitzen, ohne häufiges Gehen in 
unebenem Gelände und ohne häufiges Heben oder Tragen von Lasten 
über fünf Kilogramm oder gelegentlichen Einzellasten über 20 Kilogramm 
und ohne häufige Arbeiten in gebückter Körperstellung) trug er den Beein-
trächtigungen angemessen Rechnung, womit überzeugt, dass er dem Be-
schwerdeführer für körperlich schwere oder mittelschwere Tätigkeiten eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit eine 
vollständige Arbeitsfähigkeit attestierte. Zudem legte der Experte einleuch-
tend dar, dass bei konsequenter Durchführung eines regelmässigen Trai-
ningsprogramms eine deutliche Steigerung der körperlichen Leistungs-
fähigkeit erreicht werden kann, wodurch dem Beschwerdeführer schliess-
lich auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung zumut-
bar sind (AB 294.1 S. 20 Ziff. 8.1). 

In psychiatrischer Hinsicht setzte sich Dipl. Arzt F.________ im Rahmen 
der diagnostischen Herleitung einlässlich mit den psychiatrischen Vordia-
gnosen, dem bisherigen Behandlungsverlauf und den Befunden der gut-
achterlichen Exploration auseinander (vgl. AB 295.1). Mit Blick auf die Be-
funderhebung (wie unter anderem: angespannt, schwitzend, Angsterleben 
vermittelnd, im Antrieb leichtgradig herabgesetzt, psychomotorisch ange-
spannt, innere Unruhe vermittelnd, leicht gedrückte Grundstimmung, stre-
ckenweise dysphorisch, ich-strukturelle Vulnerabilität, zum Teil emotional 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 15

instabil, Verzweiflung transportierend, durchgängiges Angsterleben mit 
erhöhtem Stresslevel, abhängige Züge betreffend Alkoholkonsum und On-
line-Gamen [AB 295.1 S. 17 ff. Ziff. 4.1]) überzeugen die durch den Exper-
ten gestellten Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell 
formal leichtgradig depressive Episode (ICD-10 F33.0), einer Agoraphobie 
mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), eines fortgesetzten übermässigen Alko-
holabusus (ICD-10 F10.1), des Internet-Gamens (ICD-10 F63.8) sowie ei-
ner akzentuierten Persönlichkeit mit selbstunsicher-ängstlichen, abhängi-
gen anamnestisch hypochondrischen Zügen (ICD-10 Z73.1; AB 295.1 
S. 20 Ziff. 6). Dabei fallen letztere jedoch als Z-Diagnose klassifizierte 
Störung nicht unter den Begriff der invalidenversicherungsrechtlich erhebli-
chen Gesundheitsbeeinträchtigung (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 1. Juni 2022, 8C_804/2021, E. 4.1.3). 

Mithin ist der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt; weiterer 
medizinischer Abklärungen bedarf es nicht (vgl. zur antizipierten Beweis-
würdigung BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.

4.1 Zu prüfen bleibt anhand des strukturierten Beweisverfahrens nach 
BGE 141 V 281, ob der psychiatrischerseits attestierten 100%igen Arbeits-
unfähigkeit (AB 295.1 S. 26 Ziff. 8.1) aus rechtlicher Sicht gefolgt werden 
kann, wobei hierfür der Beschwerdeführer die materielle Beweislast zu tra-
gen hat (vgl. E. 2.3.3 hiervor).

4.2 Was die Prüfung der ersten Ebene betrifft (vgl. E. 2.3.2 f. hiervor), 
sind die klassifikatorischen Vorgaben eingehalten (vgl. AB 295.1 S. 20 ff. 
Ziff. 6). Hinweise auf aggravierende oder simulierende Darstellungstenden-
zen konnte der Experte keine feststellen (S. 25 Ziff. 7.3). Die Prüfung der 
ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Gesundheitsschaden 
nicht aus, womit auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren 
die ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren 
Leistungsvermögens zu erfolgen hat (vgl. E. 2.3.4 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 16

4.3 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.3.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-
hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 ff.). Im 
Rahmen der Untersuchung konstatierte Dipl. Arzt F.________ – nebst un-
auffälligen Befunden – unter anderem etwa eine Angespanntheit, ein 
Schwitzen, ein das Angsterleben Vermitteln, einen leichtgradig herabge-
setzten Antrieb, eine psychomotorische Angespanntheit, eine innere Unru-
he sowie eine leicht gedrückte Grundstimmung (vgl. AB 295.1 S. 17 ff. 
Ziff. 4.1). Es ergeben sich keine Anhaltspunkte, die eine schwerere Aus-
prägung der diagnoserelevanten Befunde nahelegten, als der gestellten 
Diagnose bereits inhärent ist (vgl. Entscheid des BGer vom 9. Mai 2019, 
9C_755/2018, E. 4.2.1, mit Hinweis auf BGE 143 V 418 E. 5.2.2 S. 425). 

Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Betreffend die bisherigen 
Behandlungen führte der Gutachter aus, es seien seit 2018 umfangreiche 
psychotherapeutische und medikamentöse, psychiatrisch-psychopharma-
kologische Behandlungsbemühungen erfolgt. Dabei habe der Beschwerde-
führer gut auf wiederholt absolvierte ambulante bzw. teilstationäre Angst-
programme angesprochen. Dieser psychotherapeutische Behandlungsteil 
sollte im ambulanten Setting fortgesetzt werden. Gleiches gelte für eine 
wiederaufzunehmende anxiolytisch-antidepressive Basis-Psychopharmaka-
Medikation, die (bei wiederholt unter der Nachweisgrenze bzw. dem thera-
peutischen Bereich liegenden Serumspiegeln) sehr wahrscheinlich nie über 
längere Zeit konsequent eingenommen worden sei und aktuell abgesetzt 
sei. Ebenfalls sei die aktuelle ambulante psychotherapeutische Behand-
lungssituation unzureichend. Idealerweise sollte als Vorbereitung auf einen 
Wiedereingliederungsversuch erneut eine tagesklinische Vorbehandlung 
erfolgen (AB 295.1 S. 24 Ziff. 7.2). Der Beschwerdeführer gab anlässlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 17

der Begutachtung denn auch selbst an, 14tägige Psychotherapietermine zu 
haben, wobei diese im Zeitpunkt der Untersuchung eher weniger regel-
mässig gewesen seien, und seit zwei Monaten keine Medikamente mehr 
einzunehmen (S. 11 Ziff. 3.1). Mithin sind die Therapiemöglichkeiten nicht 
ausgeschöpft und es liegt keine ausgewiesene Behandlungsresistenz vor. 
Überdies erachtete der Gutachter eine Alkoholabstinenz als unbedingt not-
wendig sowie dem Beschwerdeführer zumutbar (S. 24 Ziff. 7.2). 

Was den Indikator Komorbiditäten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.) 
anbelangt, führte der Gutachter aus, im Rahmen der Angstpathologie habe 
sich, sehr wahrscheinlich im Sinne einer emotionsdämpfenden Selbstmedi-
kation, ein regelmässiger Alkoholabusus entwickelt, der aktuell fortgesetzt 
anzunehmen sei und sehr wahrscheinlich auch durch die persönlichkeitss-
trukturelle Disposition mitgetriggert würde (AB 295.1 S. 21 Ziff. 6). Eine 
Wechselwirkung zwischen den rheumatologischen Beschwerden und den 
psychischen Symptomen postulierten die Sachverständigen nicht.

4.3.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) diagnostizierte der Psychiater zwar eine akzentuierte Persönlichkeit 
mit selbstunsicher-ängstlichen, abhängigen und anamnestisch hypochon-
drischen Zügen (ICD-10 Z73.1; AB 295.1 S. 20 Ziff. 6). Nichtsdestotrotz 
erachtete er die aktuell vermittelte Motivation für einen beruflichen Wieder-
eingliederungsprozess, das höflich-bemühte Auftreten bei gepflegtem äus-
serem Erscheinungsbild und die Pünktlichkeit explizit als Ressourcen. Fer-
ner besteht gemäss gutachterlicher Einschätzung eine erhebliche Leis-
tungsreserve in der guten Ausgangsintelligenz (S. 25 Ziff. 7.4). 

4.3.3 In Bezug auf den Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302) ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zwar 
sozial zurückgezogen lebt, jedoch kein ausgeprägter sozialer Rückzug vor-
liegt. Der Gutachter hielt fest, der Beschwerdeführer wohne alleine in einer 
Wohnung. Die Wohnung sei aber in einem 3-Parteien-Haus, welches er mit 
seinem Vater und seiner Schwester bewohne. Er versuche um acht Uhr 
aufzustehen, sei dann am Handy, game, schreibe etwas, spiele mit seiner 
Katze und warte auf den Abend, dass der Vater und die Schwester nach 
Hause kämen, damit er reden und ein Bier trinken könne. Dann game er 
auch noch mit Kollegen. Seine Hobbys seien Lesen und Schreiben, er 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 18

schreibe gerade an einem Buch. Er mache auch gerne Fantasy-Spiele, 
nicht im Internet, sondern mit Kollegen am Tisch. Hierfür habe er einen 
Kollegen, mit dem er sich mindestens einmal im Monat treffe (AB 295.1 
S. 16 Ziff. 3.2). Mithin verfügt der Beschwerdeführer weiterhin über ver-
schiedene, wenn auch geringe, persönliche, familiäre und soziale Ressour-
cen.

4.4 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303).

4.4.1 Betreffend den Indikator der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 
281 E. 4.4.1 S. 303 f.) führte der Gutachter zwar aus, es bestehe eine 
häusliche Nischenexistenz ohne externe Arbeits- oder Beschäftigungs-
struktur (AB 295.1 S. 24 Ziff. 7.1). Die durch den Beschwerdeführer ge-
schilderte Tagesstruktur sowie die erhaltenen Fähigkeiten und Ressourcen 
(Spielen mit der Katze, Schreiben und Lesen, soziale Kontakte [vgl. S. 16 
Ziff. 3.2]) lassen auf ein Aktivitätenniveau schliessen, welches nicht ohne 
weiteres mit der aus psychiatrischer Sicht attestierten 100%igen Arbeitsun-
fähigkeit vereinbar ist. Diesfalls wären – im Gegensatz zu einer bloss teil-
weisen Arbeitsunfähigkeit, welche unter Umständen noch ein bestimmtes 
Mass an (Freizeit-) Aktivität zulässt (vgl. Entscheid des BGer vom 11. Mai 
2020, 9C_765/2019, E. 4.4.3) – doch weitaus höhere Einschränkungen im 
Aktivitätenniveau zu erwarten.

4.4.2 Was den Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) anbe-
langt, hielt der Gutachter fest, es erfolgten seit 2018 umfangreiche psycho-
therapeutische und medikamentöse Behandlungsbemühungen, wobei der 
Beschwerdeführer gut auf wiederholt absolvierte ambulante bzw. teilstatio-
näre Angstprogramme angesprochen habe (AB 295.1 S. 24 Ziff. 7.2). Zu-
dem wird er schon längere Zeit durch die Psychiatrie-Spitex betreut (S. 15 
Ziff. 3.2). Mithin ist zwar von einem Leidensdruck auszugehen, gleichzeitig 
bestehen jedoch insoweit Zweifel an dessen Erheblichkeit, als der Be-
schwerdeführer im Begutachtungszeitpunkt keine Medikamente mehr ein-
nahm. Zudem muss davon ausgegangen werden, dass die anxiolytisch-
antidepressive Basis-Psychopharmaka-Medikation vermutlich nie längere 
Zeit konsequent eingenommen wurde, lagen doch die Serumspiegel wie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 19

derholt unter der Nachweisgrenze bzw. dem therapeutischen Bereich 
(S. 24 Ziff. 7.2). Überdies brach der Beschwerdeführer die teilstationäre 
Behandlung vorzeitig ab (vgl. AB 183 S. 3 Ziff. 2.1, S. 4 Ziff. 2.7). Ebenso 
ist den Akten zu entnehmen, dass die ambulante psychotherapeutische 
Behandlung lediglich im Abstand von jeweils zwei Wochen erfolgte (vgl. 
etwa AB 170 S. 2 Ziff. 1.2, 264 S. 2 Ziff. 7).

4.5 Wenngleich die Komorbiditäten und der Leidensdruck allenfalls für 
eine gewisse funktionelle Einschränkung bzw. eine gewisse Ressourcen-
hemmung sprechen, stehen die übrigen Indikatoren bzw. Komplexe sowie 
die Kategorie „Konsistenz“ der psychiatrisch attestierten Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % (vgl. E. 3.3 hiervor) entgegen. Mithin sind in der Gesamtbetrach-
tung die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizinisch 
festgestellten psychischen Beeinträchtigung anhand der Standardindikato-
ren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, weshalb das Vorliegen eines 
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens zu verneinen ist. In 
Bezug auf die diagnostizierte affektive Störung (ICD-10 F33.0; AB 295.1 
S. 20 Ziff. 6) korreliert diese Schlussfolgerung im Übrigen auch mit den 
höchstrichterlichen Grundsätzen zu derartigen Gesundheitsschädigungen 
leicht- bis mittelgradiger Ausprägung (vgl. BGE 148 V 49). Vor diesem Hin-
tergrund ist auf die psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit aus rechtli-
cher Optik nicht abzustellen.

5.

Der somatische Gesundheitsschaden vermag gestützt auf das von 
Dr. med. G.________ formulierte Zumutbarkeitsprofil (vgl. AB 294.1 S. 20 
Ziff. 8.1) offensichtlich keine Invalidität zu begründen. Zusammen mit der 
Beschwerdegegnerin ist folglich ein invalidisierender Gesundheitsschaden 
zu verneinen, was eine bestehende oder drohende Invalidität von vornher-
ein ausschliesst (vgl. E. 2.2 hiervor).

Mangels Invalidität erfüllt der Beschwerdeführer die Anspruchsvorausset-
zungen nach Art. 8 IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) nicht. Konkrete Anhaltspunkte, 
welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine unmittelbar drohen-
de Invalidität bzw. eine bevorstehende signifikante Verschlechterung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 20

Gesundheitszustandes und damit auf einen bevorstehenden Eintritt der 
Erwerbsunfähigkeit (vgl. E. 2.2 hiervor) schliessen lassen, sind aufgrund 
der Akten ebenfalls nicht ersichtlich und werden durch den Beschwerdefüh-
rer auch nicht geltend gemacht. 

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, zur Begründung des Anspruchs 
auf Eingliederungsmassnahmen i.S.v. Art. 14a IVG genüge der Eintritt ei-
ner mindestens seit sechs Monaten bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 
50 %, diese müsse sich nicht zur Erwerbsunfähigkeit oder gar zur Invali-
dität verdichtet haben (Beschwerde S. 5 Ziff. 19), ist entscheidend, dass 
keine solche Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist. So kann weder der in 
psychiatrischer Hinsicht attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus recht-
licher Sicht gefolgt werden (vgl. E. 4. hiervor) noch ist aufgrund der Akten 
eine sechs Monate andauernde Arbeitsunfähigkeit belegt.

Sodann vermag der Beschwerdeführer aus dem Untersuchungsbericht von 
med. pract. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Re-
gionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 21. Juli 2020 (AB 211) nichts zu sei-
nen Gunsten abzuleiten (Beschwerde S. 6 Ziff. 23), erachtete der RAD-Arzt 
im Mai 2021 zur genauen Diagnostik und Klärung der Eingliederungs- und 
Arbeitsfähigkeit schliesslich zutreffend eine psychiatrische Begutachtung 
als notwendig (AB 265). 

6.

Nach dem Dargelegten lehnte die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen zu Recht ab, womit die Beschwerde abzuwei-
sen ist.

7.

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 21

gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne der Prozessarmut ist 
aufgrund seiner Sozialhilfebedürftigkeit ausgewiesen (Akten des Be-
schwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 11). Zudem kann das Verfahren 
nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwen-
digkeit einer Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als 
amtliche Anwältin ist demnach gutzuheissen.

7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege ist er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 
VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu 
befreien. 

7.3 Entsprechend dem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

7.4 Festzusetzen bleibt indes das amtliche Honorar von Rechtsanwältin 
B.________.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 22

ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 1. Juni 2022 macht Rechtsanwältin B.________ ein 
Honorar von Fr. 3'250.-- zuzüglich Mehrwertsteuer von Fr. 250.25 (7.7 %) 
geltend. Dabei wird die benötigte Anzahl Stunden für die jeweiligen 
Bemühungen nicht angegeben. Mit Blick auf andere, bezüglich des objektiv 
erforderlichen Prozessaufwandes, der Bedeutung der Streitsache und der 
Schwierigkeit des Prozesses vergleichbare Verfahren und die dafür vom 
angerufenen Gericht zugesprochenen Parteientschädigungen erscheint 
vorliegend ein Aufwand von rund 13 Stunden mit einem in der Praxis re-
gelmässig vorkommenden Stundenansatz von Fr. 250.-- als angemessen. 
Insofern kann vorliegend im Sinne der Prozessökonomie darauf verzichtet 
werden, die Kostennote zur Verbesserung an Rechtsanwältin B.________ 
zurückzuweisen. Der tarifmässige Parteikostenersatz ist mithin auf 
Fr. 3'500.25 (Fr. 250.-- x 13 Stunden, zuzüglich Mehrwertsteuer [MWST] 
von Fr. 250.25 [7.7 % von Fr. 3'250.--], inkl. Auslagen) festzusetzen.

Davon ist Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 2'600.-- (13 h x 
Fr. 200.--) zuzüglich Mehrwertsteuer von Fr. 200.20 (7.7 % von Fr. 2'600.--
), inkl. Auslagen, total somit eine Entschädigung von Fr. 2'800.20 auszu-
richten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers 
gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der 
Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'500.25 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'800.20 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2023, IV/22/263, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.