# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80c580fb-2573-52aa-8645-1a3e15acc4d3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-26
**Language:** de
**Title:** IV-Stelle hat Rentenanspruch - in Abweichung vom selbst eingeholten Gutachten - zu Unrecht verneint; Prozentvergleich; Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2013.00221
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00221.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00221
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
26. März 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein
Goecke Laur Reger-
Wyttenbach
Zürcher & Meier Rhein Rechtsanwälte
Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene
X.___
meldete sich am 28. März 2011 zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration, Rente) der Eidgenössischen Inva
lidenversicherung (IV) an (Urk. 8/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin erwerbliche, berufliche sowie medizinische Ab
klärungen, zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 8/25; vgl. auch Urk. 8/6) bei und liess die Versicherte am
14.
Mai
, am
1. Juni
und am 7. August
2012
von den Ärzten der Klinik
Y.___
bidisziplinär
begutachten (vgl. Expertise vom 15. August 2012; Urk. 8/54). In der Folge teilte sie
ihr
mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2012 (Urk. 8/63) mit, dass angesichts der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit kein Rentenanspruch bestehe
, und verfügte
am 30. Januar 2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X.___
am 4. März 2013 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung vom 30. Januar 2013 aufzuheben.
2.
Es sei der Versicherten mindestens eine halbe Invalidenrente auszurich
ten.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
.
4.
Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
5.
Es sei der Beschwerdeführerin ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person des Unterzeichnenden beizugeben.“
Die IV-Stelle schloss am 4. April 2013 auf Abweisung der Beschwerde (vgl.
Be
schwerdeantwort
, Urk. 7). Nachdem der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 9. April 2013 (Urk. 9) die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechts
anwalt Silvan Meier Rhein als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorlie
gende Verfahren bestellt worden war, hielt sie
replicando
an ihren Anträgen fest (Urk. 12). Die IV-Stelle teilte am 24. Juli 2013 ihren Verzicht auf eine Duplik mit (Urk. 15), was der Beschwerdeführerin am 25. Juli 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invaliden
einkommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend
objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
2
8.
Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Leistungsverweigerung im Wesentlichen
damit, dass die Beschwerdeführerin
– entgegen der Be
urteilung des begutachtenden Psychiaters der Klinik
Y.___
-
aufgrund der bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen in der
bisherigen Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin
nicht in invalidenversicherungsrechtlich relevanter Weise in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei (Urk. 2, Urk. 7).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt,
gestützt auf das Gutachten
der Klinik
Y.___
vom 15. August 2012 (Urk. 8/54)
sei davon auszugehen, dass
sie – auch in einer Verweistätigkeit – zu 50 % arbeitsunfähig sei. Demnach habe sie Anspruch auf mindestens eine halbe Rente (Urk. 1 S. 4 f.
, Urk. 12 S. 2 ff.
).
3.
3.
1
Dr. med.
Z.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, stellte am 13. April 2011 folgende Diagnosen (Urk. 8/14 S. 6):
-
Lumbospondylogenes
und
radikuläres
(S1 links) Syndrom
-
Schulterarmsyndrom, rechts mehr als links, mit
Epicondylitis
radialis
und
ulnaris
beidseits
-
Reaktive Depression
Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der Invalidität ihres Ehemanns gezwungen gewesen, eine Arbeit in einem Putzinstitut aufzunehmen. Die
s
habe zu immer
ausgeprägteren
Überlastungssymptomen
und ab 9. November 2010 zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit geführt. Ein Arbeitsversuch halbtags habe am 22. Februar 2011 abgebrochen werden müssen. Bei der Untersuchung hätten sich mehr oder weniger schmerzhafte Muskelverspannungen und immer wieder
radikuläre
Befunde (Ischias rechts, C7 rechts, vorübergehendes CTS) gezeigt. Eine entzündliche rheumatische Krankheit bestehe nicht. In der angestammten Tätigkeit sei die Prognose betreffend Arbeitsfähigkeit ungünstig (U
rk. 8/14 S. 6). Die leicht übergewichtige Beschwerdeführerin, die nur gebrochen Deutsch spre
che, habe einen fe
inen Bewegungsapparat, der
zu Verspannungen
neige
. Auf
grund der sozialen Situation habe sie sich eher z
u lange überfordert, was eine ph
y
si
sche und psychische Überlastung zur Folge gehabt habe. Von einer Wie
dereingliederung in die angestammte Tätigkeit als Putzfrau in einem Reini
gungsinstitut müsse daher abgesehen werden.
In einer angepassten Tätigkeit (in einem Privathaushalt oder in der Kinderbetreuung beziehungsweise leichte Fab
rikarbeit) sei nach der stationären Rehabilitation, für die sie wegen der aktuellen Dekompensation angemeldet sei, eine Arbeit halbtags wieder denkbar.
Nach
schon früher bestandene
n
Phasen von (Teil-) Arbeitsunfähigkeit sei die Be
schwerdeführerin infolge einer Dekompensation vom 21. April bis 9. Mai 2010 sowie
vom 9. bis 21. November 2010 zu 100 % und in der Folge bis 18. Februar
2011
noch zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 19. Februar 2011 bestehe ein
e gänzliche Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/14 S. 7).
3.2
Nachdem sie die Beschwerdeführerin vom
6.
bis 20. April 2011 stationär behan
delt hatten, stellten die Ärzte des
A.___
, Klinik für Rheu
matologie und Rehabilitation, am 5. Mai 2011 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/22 S. 13):
-
Chronische
Zervikobrachialgien
rechts, seit 2009
-
Haltungsinsuffizienz mit
Kopfprotraktion
,
myofasziale
Beschwerden
-
leichte
Epicondylopathia
humeri
ulnaris
stärker als
radialis
rechts
-
RF: Hypermobilität,
Beighton
Score 4/9 (Hyperextension Ellbogen- und Kniegelenke beidseits)
-
Subakutes
lumboradikuläres
Reizsyndrom (L5)/S1 links
-
MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 24. März 2011 STZ: L5/S1 leichte
Chondrose
und kleine
breitbasige
Diskushernie links mit
fora
minaler
Kompression S1 links
-
Längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) mit zunehmender
Schmerz
chronifizierung
-
Adipositas Grad I
-
BMI 30,6 kg/m
2
-
Vitamin D-Insuffizienz
-
Vitamin D 25 (OH) 47,3
nmol
/l
Die Beschwerdeführerin weise
myofaszial
bedingte
Zervikobrachialgien
rechts mit begleitender
Epicondylopathia
humeri
ulnaris
und ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5/S1 links auf. Mittels ambulanter Physiotherapie lasse sich noch eine Besserung der Beschwerden erzielen. Hinsichtlich der überdies bestehenden reaktiven längeren Depression mit zunehmender
Schmerzchronifizierung
stehe die Sorge um die finanzielle Situation bei Rentenverlust des Ehemanns im Zuge der IV-Revision sowie die eigene Sorge betreffend den Arbeitsplatz im Zentrum. Aus rheumatologischer Sicht bestehe für leichte bis mittelschwere Arbeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der im Vordergrund stehenden Depression sei der Beschwerdeführerin, die schon vor vier Jahren in psychiatrischer Be
handlung gestanden habe, noch bis 6. Mai 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert worden. Ab 7. Mai 2011 sei ihr die angestammte Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar; dabei sei indes das Heben und Tragen schwerer Lasten mit gleichzeitigen lumbal-aktiven Bewegungen zu vermeiden (Urk. 8/22 S. 14).
3.
3
Dr. med.
B.___
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, stellte am 13. Mai 2011 nachstehende Diagnosen (Urk. 8/17 S. 1):
-
Lumbospondylogenes
Syndrom
-
Differentialdiagnose:
lumboradikuläres
Syndrom S1 links (MRI vom 24. März 2011)
-
Schulter-/Armsyndrom, rechts mehr als links, mit/bei
-
Epic
ondylopathia
humeri
radialis
me
hr als
ulnaris
,
rechts mehr
als links
-
PHS
tendopathica
rechts
-
z
ervikospondylogene
m
Syndrom rechtsbetont
Differentialdiagnose:
-
muskuläre
Dysbalance
aufgrund eines CTS, Schulter- oder
Nackenproblems
-
keine Hinweise für entzündlich rheumatische Erkrankung
-
Depression
Die Beschwerdeführerin sei wegen des
lumboradikulären
Syndroms S1 links immer noch in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt, und die
E
pic
ondylopathia
humeri
radialis
rechts hindere sie an der Ausübung mittelschwerer und schwerer manueller Arbeiten (Fensterputzen, repetitive Bewegungen mit Faustschluss etc.).
In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit
. Eine leichtere Tätigkeit sei ihr ab 16. Mai
2011 wieder zu 75 % zumutbar, wobei diese Arbeitsfähigkeit sich möglicherweise beziehungsweise – bei Ausübung einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit - sicher noch steigern lasse (Urk. 8/17 S. 1
f.
).
3.4
Am 4. Juli 2011 stellte Dr.
B.___
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/22 S. 5):
-
Schulter-/Armsyndrom, rechts mehr als links, mit/bei
-
Epicondylopathia
humeri
radialis
und
ulnaris
,
rechts mehr als links
-
PHS
tendopathica
rechts mit Bursitis
subacromialis
-
zervikospondylogenem
Syndrom rechtsbetont, seit 2009
-
Hyperlaxität
(
Beigthon
-Score 4/9)
-
Status nach subakutem
lumboradikulärem
Reizsyndrom L5/S1 links
-
MRI vom 24. März 2011: kleine
breitbasige
Diskushernie links mit
fora
minaler
Kompression S1 links
-
Depression
Seit drei bis vier Jahren
bestünden – bei Belastung zunehmende -
Gelen
ks-, Kreuz- und Nackenschmerzen
,
weshalb
die Beschwerdeführerin, die eine Invali
denrente
(
richtig wohl: ein Krankentaggeld
)
von 25 % beziehe,
im Rahmen ihres Vollzeitpensums
„
alle Stunden
“
Pause gemacht
habe
(Urk. 8/22 S. 6)
.
Obwohl
ihr seit dem 22. November 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde, sei es zu keiner Besserung gekommen. Eine Steigerung dieser Arbeitsfä
higkeit sei – weil der Beschwerdeführer
in
keine leichtere Arbeit gegeben worden sei (Urk. 8/22 S. 7) - nicht möglich gewesen.
Es würden eine psychiatrische und eine physiotherapeutische Behandlung durchgeführt  (Urk. 8/22 S. 6).
In einer behinderungsangepassten
Tätigkeit
l
a
sse sich wohl im weiteren Verlauf eine 60 bis 75%ige Arbeitsfähigkeit erreichen (Urk. 8/22 S. 8).
3.5
Am 5. September 2011 berichtete Dr.
B.___
,
ab
22. November 2010 sei die Be
schwerdeführerin in der Tätigkeit als Reinigungsfachfrau mit mittelschwerer bis zum Teil schwerer Arbeit zu 50 %, intermittierend auch
zu 100 % - arbeitsun
fähig
gewesen
(Urk. 8/25 S.
9
).
Ab dem 1. September 2011 habe das Pensum auf
6
0 % gesteigert werden können.
Ein Arbeitsversuch im Vollzeitpensum sei auf
grund der Zunahme der Beschwerden gescheitert. In der bisherigen Tätigkeit, in der die
–
rechtsdominant
e,
an Schmerzen im rechten Arm leide
nde – Beschwer
deführerin häufig
Fenster
putz
en müsse, sei sie weiterhin zu 4
0
%
a
rbeitsun
fähig
. Eine leichtere Arbeit in einem 60
%
übersteigenden Pensum habe ihr die Arbeitgeberin leider nicht anbieten können.
Durch die (Änderungs- [vgl. Urk. 8/25 S. 14]) Kündigung (Urk. 8/25 S. 15) sei die depressive Komponente noch verschlimmert worden (Urk. 8/25 S. 1
0
).
3.6
Dr. med.
C.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie
,
nahm im Rahmen eines operativen Eingriffs am 16. Februar 2012 eine
Denervation
des
Epicondylus
humeri
radialis
rechts mit gleichzeitiger Dekompression des
Nervus
radialis
im
Supinatorkanal
vor (vgl. Operationsbericht, Urk. 8/46). Am 14. Mai 2012 gab er an
,
die Operation habe eine deutliche Besserung betreffend die
Epi
condylitis
humeri
radialis
gebracht
. Allerdings klage die Beschwerdeführerin weiterhin über Schmerzen im Bereich des
Olecranon
und des
Epicondylus
humeri
ulnaris
sowie über Schulterbeschwerden
(Urk. 8/45).
3.7
Das MRI der LWS vom 25. Mai 2012 ergab eine – gegenüber der Vorunter
suchung vom 24. März 2012 – minime Progredienz der
breitbasigen
Diskusher
nie
L5/S1 mit leichter Kompression von S1 links, Tangierung S1 rechts sowie (unverändert)
neuroforaminaler
Stenose L5 links mit Tangierung bis leichter Kompression bei im Übrigen unverändertem Befund (Urk. 8/42 S. 2).
3.8
Dr. med.
D.___
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte am 3. Juli 2012
folgende
, seit 2004 bestehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/49 S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
chotische Symptome, ICD-10 F33.2
-
Posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
, ICD-10 F43.1
Die Beschwerdeführerin habe sich, nachdem sie von einem Landsmann verge
waltigt worden sei, im Jahr 2004 wegen einer schweren Depression und einer massiven PTBS-Symptomatik bei ihr - Dr.
D.___
– in ambulante Behand
lung begeben. Aufgrund der Depression beziehungsweise krankheitsbedingter Arbeitsausfälle sei ihr später die Stelle gekündigt worden. Nachdem sie vom Täter – gegen sie und auch gegen ihre Kinder gerichtete - Morddrohungen erhalten habe, habe sie ihren Ehemann über die Vergewaltigung informiert. Die Ehe sei dara
ufhin in die Brüche ge
gangen
; es sei täglich zu
Auseinanderset
zun
gen und Vorwürfen seitens des Ehemanns, der sich in dieser Zeit fast zwan
zig Mal habe operieren lassen müssen, gekommen. Wegen der Gefahr der
Chronifi
zierung
der
schwerst
ausgeprägten PTBS-Symptomatik und der nicht
aushalt
baren
Situation
zu Hause
sei die – damals voll arbeitsunfähige – Beschwerde
führerin im Rahmen der Psychotherapie stets motiviert worden, wieder eine Arbeit aufzunehmen. Die Schwangerschaft der ältesten Tochter habe das schon schwierige Familienleben noch zusätzlich erheblich belastet. Die Beschwerde
führerin sei immer wieder suizidal gewesen. Im Rahmen der seit 2009 ausgeüb
ten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin geleistete
relativ
schwere körperliche Arbeit habe die Beschwerdeführerin in ihrem Zustand nicht
mehr
ausüben
kön
nen. In den Jahren 2011 und 2012 sei es zu depressiven Episoden, immer wie
der zu Arbeitsausfällen und zu einer Zunahme der körperlichen Symptomatik gekommen. Im Vordergrund des psychischen Zustandsbild stehe die depressive Störung mit grosser Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Hoffnungs
lo
sig
keit und bedrückter Stimmungslage
(Urk. 8/49 S. 2)
. Die Beschwerdeführerin sei
in der angestammten Tätigkeit
seit Januar 2010
zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/49
S. 3
).
Mit der Wiederaufnahme der Arbeit sei nicht zu rechnen. Anzumerken sei, dass
es sich bei der
Beschwerdeführerin
um
keine Simulantin
handle
. Da auch ihr Ehemann psychisch krank sei, s
ei
das Familienleben am Entgleisen. Die Ehegatten sähen keine Zukunft mehr und seien völlig aufgelöst; ein Familiendrama sei nicht auszuschliessen (Urk. 8/49 S. 4).
3.9
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer psychiatrischen und rheumatologischen Unter
suchung stellten die Ärzte der Klinik
Y.___
im Gutachten vom 15. August 2012 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/54 S. 10):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen, ICD-10 F33.11
-
Zervikobrachiales
Syndrom rechts bei
-
Status nach operativer
Denervation
des
Epicondylus
humeri
radialis
am 16. Februar 2012 und
-
Status nach operativer Carpaltunnel-Dekompression am 10. November 2007 mit
-
leichter
subacromialer
Bursitis bei intakter
Rotatorenmanschette
(Ultra
schall vom Mai 2011)
-
Lumbospondylogenes
Syndrom links bei
-
Diskushernie L5/S1 mit leichter Kompression der Nervenwurzel S1 links, Tangierung der Nervenwurzel S1 links mit möglicher leichter Kompression
-
bildgebend im Wesentlichen stationär (MRI vom Mai 2012 gegenüber MRI vom März 2011)
-
klinisch ohne
radikuläre
Zeichen
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen:
-
Posttraumatische Belastungsstörung, ICD-10 F43.1
-
Nikotinabusus
, ICD-10 F17.1
-
Fibromyalgie
-
Adipositas Grad I (BMI 33,1 kg/m
2
)
-
Vitamin D-Mangel, Erstdiagnose April 2011, damals 47
nmol
/l, jetzt 55
nmol
/l
Aus somatischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.
Die angestammte Tätigkeit, in der die Explo
randin gemäss den Angaben ihrer Arbeitgeberin ausschliesslich leichte
Reini
gungsarbeiten
zu verrichten habe, sei ihr vollzeitlich zumutbar (Urk. 8/40 S. 31). Unter Berücksichtigung
auch der psychischen
Beeinträchtigung bestehe s
eit Ja
nuar
2010 – sowohl in der ang
estammten als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
-
eine
50%
ige Ar
beitsunfähig
keit
(Urk. 8/54 S. 10 f.). Eine Verbesse
rung dieser Restarbeitsfähigkeit sei – vordergründig aufgrund der psychischen Symptomatik - nicht zu erwarten (Urk. 8/54 S. 11).
3.10
In ihrer gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 30. August 2012 (Urk. 8/62 S. 6)
gelangte
med.
pract
.
E.___
, Fachär
ztin für O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie, Ärztin des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV,
zum Schluss
,
dass
aus somatischer Sicht in einer leidensangepassten Tätig
keit stets eine 100%ige Arbeitsfähi
gkeit bestanden habe
. Hinsichtlich der psy
chischen Symptomatik,
deretwegen
die Gutachter der Klinik
Y.___
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen seien, sei der Beschwerdeführerin eine Schadenminderungspflicht (konsequente psychiatrische und
S
chmerztherapie sowie medikamentöse Behandlung) aufzuerlegen.
3.11
Die RAD-
Ärztin Dr. med.
F.___
, Fachärztin FMH für Arbeitsmedizin und Allgemeine Medizin, hielt in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 30. August 2012 fest, die psychiatrische Anamnese
im Gutachten der Klinik
Y.___
ent
spreche insbesondere betreffend Aktivitäts- und Funktionsniveau in keiner Weise derjenigen der Rheumatologie. Die Angaben der Beschwerdeführerin
seien widersprüchlich. Auf ihre Schilderungen gegenüber dem begutachtenden Psychiater könne nicht abgestellt werden, da die zeitnahen Angaben anlässlich der rheumatologischen Teilbegutachtung eindeutig glaubwürdiger seien. Eine vom Schmerzerleben losgelöste, eigenständige, erhebliche psychische Komorbi
dität sei nicht glaubhaft dargestellt, nicht nachvollziehbar und nicht plausibel. Finanzielle Sorgen seien als IV-fremde psychosoziale Faktoren zu werten. Die Schmerzstörung sei als überwindbar zu taxieren und vermöge daher keinen Anspruch auf Leistungen der IV zu begründen.
Es seien die von der Rechtspre
chung für
somatoforme
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze anzuwen
den. Die bisherige körperlich leichte Tätigkeit in der Reinigung sei der Beschwerdeführerin demnach weiterhin vollzeitlich zumutbar (Urk. 8/62 S. 7).
4.
4.1
Aufgrund der
Ak
ten steht fest, dass die Beschwerdeführerin sowohl an somati
schen wie auch an psychischen Beschwerden leidet.
Da sich die
Auswirkung der Gesundheitsstörungen auf die Arbeitsfähigkeit
aufgrund der vorhandenen
Arzt
berichte
nicht
zuverlässig
beurteilen
liess
, liess die IV-Stelle die
Beschwerde
führerin
Mitte 2012
von den Ärzten der Klinik
Y.___
bidisziplinär
begutachten.
In ihrer
Expertise
vom 15. August 2012 (Urk. 8/54)
gelangten diese
gestützt auf die medizinischen Akten
(Urk. 8/40 S. 4 ff., Urk. 8/54 S. 2 f.)
, die Angaben der Beschwerdeführerin
(Urk. 8/40 S. 21 f., Urk. 8/54 S. 4 f.)
und die Ergebnisse ih
rer fundierten rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung
(Urk. 8/40 S. 23 ff., Urk. 8/54
S. 6 f.)
mit einleuchtender Begründung zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
zwar
aus somatischer Sicht
bei der Ausübung der
ange
stammten und
auch
einer anderen leidensangepassten Tätigkeit
nicht einge
schränkt
,
aus psychischen Gründen
indes
in jeglicher Tätigkeit
zu
50 %
arbeits
unfähig sei
(Urk.
8/
40 S. 31, Urk. 8/54 S. 10 f.
).
Diese überzeugende
, sich unter anderem auf testpsychologische Untersuchungen
(Urk. 8/54 S. 7)
stützende
Einschätzung
wird durch die
– auf den Akten beru
hen
de –
Beurteilung
von
Dr.
F.___
vom
30.
August 2012 (Urk. 8/62 S. 6 f.)
nicht in Frage gestellt.
Die genannte
RAD-Ärztin,
welche
Arbeits- und
All
gemein
medizinerin
ist und über
keinen
Fach
arzt
titel in Psychiatrie verfügt,
verneinte das Vorliegen eines relevanten psychischen Gesundheitsschaden
s
einerseits mit der Begründung, die
Schmerzstörung
sei überwindbar
.
Die behan
delnden und begutachtenden Ärzte gingen indes - nebst einer sich nicht (mehr) auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden
posttraumatischen
Belastungsstörung – von einer depressiven Störung aus.
Dabei wies das Ergebnis der anlässlich der ersten Untersuchung durch den psychiatrischen Gutachter der Klinik
Y.___
durchgeführten testpsychologischen Abklärung (Beck
Depressions
Inventar) gar auf eine schwere depressive Symptomatik hin (
Urk
8/54 S. 7).
Eine
Schmerz
störung
, wie sie Dr.
F.___
annahm
(Urk. 8/62 S. 7)
,
stellten die weiteren Ärzte
nicht einmal differentialdiagnostisch fest
.
Was
sodann
die – nach Lage der Akten zweifellos bestehenden – ungünstigen psychosozialen Faktoren anbelangt,
mit der sich Dr.
F.___
die psychischen Beschwerden erklärte
(Urk. 8/62 S. 7)
,
finden die erhobenen
psychischen
Befunde
in den psychosozi
alen und soziokulturellen Umständen keineswegs ihre hinreichende Erklärung (vgl.
hiezu
E. 1.4)
.
Die
von der IV-Stelle gestellte Frage, ob bei einer allfällig attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit psychosoziale Faktoren über
wögen oder ob ein psychisches Leiden mit Krankheitswert ursächlich für die bescheinigte Leistungseinbusse sei (Urk. 8/30 S. 3),
verneinten
die Gutachter der Klinik
Y.___
denn
auch klar
,
indem
sie
fest
hielten
, dass die 50%ige Arbeits
unfähigkeit ausschliesslich auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zu
rückzuführen sei (Urk. 8/54 S. 9).
Etwas Gegenteiliges
geht auch
aus den Beur
teilungen der behandelnden Ärzte nicht
hervor
.
Dass die Beschwerdeführerin aufgrund der psychischen Gesundheitsstörung
seit Januar 2010
nicht nur zu 50 %, sondern gar gänzlich arbeitsunfähig sei
, wie
ihr
dies die
behandelnde Psychiaterin Dr.
D.___
bescheinigte
(vgl. Bericht vom 3. Juli 2012, Urk. 8/49 S. 2 f.)
,
ist schliesslich schon aufgrund der
über diesen
Zeitpunkt
hin
aus
gezeigten effektiven Leistungsfähigkeit auszuschliessen.
Die Beschwerde
führerin erfüllte nämlich aktenkundig – wenn auch
mit Unterbrüchen
–
tat
sächlich noch ein 50
%- und für kurze Zeit gar ein volles Pensum (vgl.
hiezu
etwa Urk. 8/21, Urk. 8/24 S. 1 und S. 3 f., Urk. 8/25 S. 10). Entsprechend der tatsächlich
noch
gezeigten Leistungsfähigkeit erfolgte denn im Rahmen einer
von der Arbeitgeberin ausgesprochenen
Änderungskündigung per 1. November 2011 auch eine Reduktion des Arbeitspensums von 100 auf 50 % (Urk. 8/25 S. 15 und S. 12 f.)
.
4.2
D
ie Beschwerdeführerin
schöpft die ihr attestierte 50%ige Restarbeitsfähigkeit mit der Weiterführung der Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin bei der bisheri
gen Arbeitgeberin im Pensum von 50 % voll aus. Da sie dabei einen 50 % unter dem
Valideneinkommen
liegenden Lohn erzielt, hat
sie
A
nspruch auf eine – auf einem Invaliditätsgrad von 50 % beruhende
–
halbe
Invalidenrente.
Angesichts der seit 1. Januar 2010
bestehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 8/54 S. 10)
und der am 28. März 2011 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug (Urk. 8/4) beginnt der Re
ntenanspruch am 1.
September
2011 (Art. 2
8
Abs. 1
lit
. b in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG).
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (vgl. Verfügung vom 9. April 2013, Urk. 9) machte mit Honorarnote vom
21.
März 2014 (Urk. 17) einen – als angemessen erscheinenden – Aufwand von
10,87
Stunden und
Bar
auslagen
von Fr.
65.20
geltend.
Unter Berücksichtigung eines praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 200.-- sowie der Barauslagen von Fr.
65.20
(je zuzüg
lich Mehrwertsteuer) ist die
Entschädigung daher auf insgesamt Fr.
2‘418.35
festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin ist demnach zu ver
pflichten, Rechtsan
walt Silvan Meier Rhein eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘418.35
zu bezah
len.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der
Beschwerde
wird
die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 30. Januar 2013 aufgehoben
,
und es wird festgestellt
, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
September
2011
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
, Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein, Zürich,
eine
Prozessentschä
digung
von Fr.
2‘418.35
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Pensionskasse der
G.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer