# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90b18287-84d8-560f-95eb-6fb35eb07498
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2017 200 2017 274
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-274_2017-07-11.pdf

## Full Text

200 17 274 IV bis 
200 17 276 IV (3)
FUR/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend drei Verfügungen vom 15. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ meldete sich am 20. November 2014 
(Eingang bei der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin]) unter 
Hinweis auf unfallbedingte linksseitige Hüftprobleme bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, 
Antwortbeilagen [AB] 2). Im Rahmen der Abklärung der medizinischen und 
erwerblichen Verhältnisse sprach die IVB dem Versicherten vom 21. De-
zember 2015 bis 20. März 2016 einen Arbeitsversuch in einem Pensum 
von 50 % zu (AB 46, vgl. auch AB 48), welcher in der Folge bis am 19. Juni 
2016 verlängert wurde (AB 62, vgl. AB 59). Nachdem der Versicherte per 
20. Juni 2016 eine Festanstellung im Umfang von 50 % erhalten hatte 
(AB 73), schloss die IVB die beruflichen Eingliederungsmassnahmen mit 
Verfügung vom 2. September 2016 (AB 89) ab. Gleichzeitig stellte sie hin-
sichtlich des Anspruchs auf weitere Leistungen eine separate Verfügung in 
Aussicht. Gestützt auf die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes (RAD) vom 4. Oktober 2016 (AB 95) sowie nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (AB 98, 101), verfügte die IVB am 15. Februar 2017 
(AB 110) über den Rentenanspruch wie folgt: Vom 1. Mai bis 31. Dezember 
2015 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % Zusprache einer ganzen Rente, 
in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Mai 2016 aufgrund des Bezuges eines 
vollen Taggeldes keine Ausrichtung von Rentenleistungen sowie vom 
1. Juni bis 31. August 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % Zusprache 
einer halben Rente. Da der Invaliditätsgrad ab 1. September 2016 weniger 
als 40 % betrage, wurde der Rentenanspruch per 31. August 2016 aufge-
hoben. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 14. März 2017 (Poststempel) unter 
Beilage dreier Verfügungen vom 15. Februar 2017 (Rentenentscheid 
[AB 110], Invalidentaggeld vom 21. bis 31. Dezember 2015 [AB 111 S. 3 f.] 
sowie Invalidentaggeld vom 1. bis 19. Juni 2016 [AB 111 S. 1 f.]) Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 3

schwerde. Sinngemäss beantragt er die Bezahlung einer Lohndifferenz und 
eines durch das Gericht zu beziffernden Schadens inkl. Zinsen, die Bezah-
lung einer Umschulung, die Gewährung von Arbeitsvermittlung und Wie-
dereingliederungsbemühungen sowie eine generelle Überprüfung der Vor-
gehensweise der Beschwerdegegnerin.

Am 21. März 2017 liess der Beschwerdeführer dem Gericht eine weitere 
Eingabe zukommen und am 21. April 2017 reichte er aufforderungsgemäss 
zusätzliche Unterlagen zum sinngemäss gestellten Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege ein. Eine neuerliche Stellungnahme des Beschwerdefüh-
rers ging am 11. Mai 2017 beim Gericht ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Am 12. und 29. Juni 2017 gingen beim Gericht je weitere Eingaben des 
Beschwerdeführers ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätz-
lich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die 
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver-
fügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den 
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt 
fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils-
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 
131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). 

Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. Februar 2017 (AB 110), 
mit welcher dem Beschwerdeführer eine befristete Rente zugesprochen 
wurde. Die zwei weiteren Verfügungen vom gleichen Tag, mit welchen 
Taggeldleistungen für die Zeit vom 21. bis 31. Dezember 2015 (AB 111 
S. 3 f.) sowie vom 1. bis 19. Juni 2016 (AB 111 S. 1 f.) zugesprochen wur-
den, wurden der Beschwerde zwar beigelegt, aber inhaltlich nicht bean-
standet. Zudem besteht kein Anlass zur Annahme deren Unrichtigkeit. So-
weit der Beschwerdeführer in der Beschwerde weitergehende Forderungen 
wie Schadenersatz, Zins, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Wiederein-
gliederungsbemühungen geltend macht, so ist darauf mangels einer Sa-
churteilsvoraussetzung – dem Anfechtungsgegenstand – nicht einzutreten. 
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die beruflichen Massnahmen mit Ver-
fügung vom 2. September 2016 (AB 89) abgeschlossen wurden, wogegen 
der Beschwerdeführer keine Beschwerde erhob. Streitig und zu prüfen ist 
damit vorliegend einzig der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invaliden-
rente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Die RAD-Ärztin Dr. med. B.________, Fachärztin für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte im Bericht 

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vom 28. April 2015 (AB 28) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Dia-
gnose eines Zustandes nach Hüfttotalprothesenimplantation links am 
27. Januar 2014. Die Belastbarkeit der linken Hüfte sei für eine Sitzdauer 
von mehr als einer Stunde eingeschränkt. Von den Spezialisten würden 
gute Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt und in die Wege geleitet. Eine 
volle Einsatzfähigkeit bestehe in einer angepassten, wechselbelastenden, 
teilweise sitzenden Tätigkeit, z.B. im … oder in der … . Eine höhere Be-
lastbarkeit als die 50%ige Tätigkeit als … erscheine augenblicklich nicht 
realistisch. Die Beschwerden seien medizinisch nachvollziehbar, wobei es 
sich jedoch bei technisch einwandfreier Operation um eine temporäre Ge-
sundheitsbeeinträchtigung und nicht um einen auf Dauer invalidisierenden 
Schaden handle. Die vollständige Wiedereingliederung in die angestammte 
Tätigkeit sollte im Rahmen einer postoperativen 18-Monats-Kontrolle über-
prüft werden.

3.1.2 Im Bericht vom 14. Januar 2016 (AB 50) diagnostizierten die Ärzte 
des Spitals C.________ einen Verdacht auf ein symptomatisches lumbora-
dikuläres Schmerzsyndrom im Distributionsgebiet L5/S1 sowie einen Status 
nach Hüft-TP Revision, Adhäsiolyse und Wechsel der mobilen Komponen-
ten bei unklaren Schmerzen Hüfte links mit Verdacht auf mögliche Schaft-
lockerung nach Verhebetrauma bei Status nach Hüft-TP-Implantation links 
vom 24. Januar 2014. Der Rücken müsse weiter bzw. nochmals abgeklärt 
werden. Die Hüfte bewege schmerzfrei und vollumfänglich und auch der 
Beschwerdeführer selbst habe das Gefühl die Beschwerden würden vom 
Rücken her kommen.

3.1.3 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital E.________, stellte im 
Bericht vom 8. April 2016 (AB 77 S. 5) die folgenden Diagnosen: Lumbosa-
krales Schmerzsyndrom und Verdacht auf teilweise radikuläres Schmerz-
syndrom L5 sowie linksseitige Hüftschmerzen bei Status nach Hüft-TP links 
und Revision Hüft-TP links, letztmalig am 22. September 2015 (vgl. AB 37 
S. 2 f.). Es bestehe ein zufriedenstellender Verlauf nach diagnostischer 
Infiltration. Die zweite Infiltration foraminal L4/5 habe eine relevante 
Schmerzlinderung gebracht, so dass der akute Schmerz eindeutig zurück-
gegangen sei und sich auch die Gefühlsstörungen erholt hätten. Der Or-

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thopäde hielt fest, es könne davon ausgegangen werden, dass die Ner-
venwurzel L4 nach den Hüftoperationen tatsächlich irritiert gewesen sei, so 
dass sich diese nun nach der zweiten diagnostischen Infiltration eindeutig 
beruhigt habe. Die Arbeitsfähigkeit könne nun nach einem guten Aufbau-
training allenfalls ab Juni / Juli wieder gesteigert werden. Bezüglich des 
Rückens gebe es im angestammten Beruf keine Einschränkungen.

3.1.4 Im Bericht vom 4. Oktober 2016 (AB 95) hielt die RAD-Ärztin Dr. 
med. B.________ fest, es liege keine Diagnose (mehr) vor, die in der an-
gestammten oder einer angepassten (vorwiegend sitzend ausgeübten) 
Tätigkeit einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Funktionelle Ein-
schränkungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit würden keine be-
schrieben. Aus medizinischer Sicht sei nach erfolgreicher Infiltrationsthera-
pie der radikulären Beschwerden bei bekannter Diskushernie L5/S1 eine 
volle Arbeitsfähigkeit gegeben. Eine körperlich schwere Tätigkeit sei wegen 
der Gesundheitsschäden nicht mehr zumutbar. Bis 1. September 2016 sei 
auf die attestierten Arbeitsunfähigkeiten abzustützen. Laut letztem Bericht 
des Spitals E.________ vom 8. April 2016 sei ab Juni / Juli die bisherige 
Arbeitsfähigkeit von 50 % zu steigern (vgl. AB 77 S. 5). Es sei davon aus-
zugehen, dass innert vier bis acht Wochen eine volle Arbeitsfähigkeit (8,5 
Stunden pro Tag) erreicht werden könne. Flankierende therapeutische 
Massnahmen wie intensive Stabilisierungsübungen für Rücken- und Hüft-
muskulatur in Eigenregie würden im Rahmen der Schadenminderungs-
pflicht vorausgesetzt.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Der RAD steht den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus-
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Er setzt die für die IV 
nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versi-
cherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben-
bereich auszuüben (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Oktober 
2014, 8C_197/2014, E. 4.1). Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versi-
cherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) führt 
der RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leis-
tungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchungen durch. In 
den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztli-

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chen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit 
nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt 
insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befas-
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Entscheid des 
BGer vom 25. März 2011, 9C_58/2011, E. 2.2).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 15. Februar 2017 (AB 110) massgeblich auf den Bericht der RAD-
Ärztin Dr. med. B.________ vom 4. Oktober 2016 (AB 95) gestützt. 

Vorliegend geht es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehen-
den medizinischen Sachverhalts, womit der RAD von einer eigenen ärztli-
chen Untersuchung absehen konnte (E. 3.2.2 hiervor). Eine solche ist um-
so weniger geboten, als nicht eine psychiatrische Beurteilung im Raum 
steht – welche nur ausnahmsweise in Form eines reinen Aktengutachtens 
erfolgen soll –, sondern ein ausführlich dokumentierter somatischer Befund 
(vgl. Entscheid des BGer vom 4. September 2013, 9C_164/2013, E. 3.2.3). 
Die Beurteilung durch Dr. med. B.________, welche über die hier gefragten 
fachlichen und persönlichen Qualifikationen verfügt, beruhte auf einem lü-
ckenlosen Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status. Bei 
vollständiger Aktenlage konnte sie sich ein umfassendes Bild zu den Be-
funden machen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 
E. 5b). Damit erfüllt ihr Bericht die beweisrechtlichen Anforderungen und es 
kann vollumfänglich darauf abgestellt werden. An dieser Einschätzung 
vermag der Beschwerdeführer mit seiner vorwiegend pauschalen Bestrei-
tung und ohne Einreichung weiterer Arztberichte, welche allenfalls neue 
Erkenntnisse zur medizinischen Sachlage zu liefern vermöchten – hierzu 
genügen lediglich ohne zusätzliche Angaben ausgestellte Arbeitsunfähig-
keitszeugnisse (vgl. Beschwerdebeilage [act. I] 22 f.) nicht –, keinen Zweifel 
hervorzurufen. 

Nachdem beim Beschwerdeführer am 27. Januar 2014 eine Hüfttotalpro-
thesenimplantation links vorgenommen wurde, gestaltete sich der postope-
rative Verlauf zunächst unbefriedigend (Bericht des Spitals C.________ 
vom 5. Juni 2014 [AB 14 S. 12 f.]), wobei im September 2014 eine – zwar 
intermittierende – fast vollständige Beschwerdefreiheit vorlag (Bericht des 

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Spitals C.________ vom 5. September 2014 [AB 6 S. 7]). Infolge eines vom 
Beschwerdeführer im Juni 2014 im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als 
… erlittenen Verhebetraumas, traten starke lumbale Rückenschmerzen mit 
Ausstrahlung in den linken Oberschenkel auf (vgl. Notfallbericht vom 
13. Juni 2014 [AB 14 S. 10 f.]). Im Juli 2014 hielten die Ärzte des Spitals 
C.________ denn auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest (AB 14 S. 8). 
Nach Beschwerdepersistenz im Zusammenhang mit der Lumboischialgie 
links im Januar 2015 (AB 22), wurde im März 2015 über eine komplexe 
Problematik mit einer schmerzhaften femoro-patellären Knieproblematik mit 
belastungsabhängigen Knieschmerzen berichtet (AB 24 S. 4). Am 22. Sep-
tember 2015 wurde eine Hüftprothesenrevision vorgenommen (AB 37 
S. 2 f.), wobei der Beschwerdeführer im Januar 2016 eine lokale lumbale 
Anlaufsteifigkeit sowie Rotations- und Reklinationsschmerzen beklagte, 
welche die Ärzte des Spitals C.________ zu weiteren Abklärungen veran-
lassten (AB 50; vgl. auch Stellungnahme von Dr. med. B.________ vom 
26. Januar 2016, wonach die Arbeitsleistung nach den weiteren Abklärun-
gen neu zu bewerten sei [AB 51]). Zwei in der Folge vorgenommene Infil-
trationen brachten eine Besserung bzw. eine eindeutige Beruhigung der 
Problematik (AB 77 S. 5, vgl. auch Bericht des Spitals E.________ vom 
28. Februar 2016 [AB 77 S. 6 f.]). Diese medizinischen Ausführungen über-
zeugen, weshalb schlüssig und nachvollziehbar ist, dass Dr. med. 
B.________ am 4. Oktober 2016 festhielt, innert vier bis acht Wochen (seit 
dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 8. April 2016 [AB 77 S. 5]) 
könne mit einer vollen Arbeitsfähigkeit (8,5 Stunden pro Tag) gerechnet 
werden (AB 95 S. 6), wobei das Leistungsprofil sowohl in der bisherigen 
Tätigkeit als … als auch in einer angepassten, vorwiegend sitzenden Tätig-
keit gelte. In der Folge ist entsprechend der Beurteilung der RAD-Ärztin auf 
die folgendermassen attestierten Arbeitsunfähigkeiten abzustellen (AB 95 
S. 2, 3 und 6):

• 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 15. September 2013 bis 21. September 2014 (AB 14 

S. 3, 18 S. 8)

• 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 22. September 2014 bis 12. Februar 2015 (AB 14 S. 3, 

33)

• 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 13. Februar bis 25. Mai 2015 (AB 33, 80.2 S. 3)

• 70%ige Arbeitsunfähigkeit vom 26. Mai bis 5. Juli 2015 (AB 33) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 12

• 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 6. Juli bis 4. November 2015 (AB 34, 40 S. 2, 95 S. 3)

• 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Januar bis 31. Mai 2016 (AB 51, 64, 95 S. 3)

Ab dem 1. Juni 2016 besteht sowohl in der bisherigen wie auch in einer 
angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit. 

4.

Für die einzelnen Zeitabschnitte der Arbeitsunfähigkeit (E. 3.3 hiervor) ist 
nachfolgend der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 13

E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 
E. 2.2).

4.4 Der frühestmögliche Rentenbeginn ist mit Blick auf den Umstand, 
dass ein allfälliger Rentenanspruch frühestens nach Ablauf der Karenzfrist 
von sechs Monaten seit der vorliegend am 20. November 2014 bei der Be-
schwerdegegnerin eingegangenen Anmeldung (AB 1; Art. 29 Abs. 1 IVG) 
entsteht, der Monat Mai 2015. Mit der seit 15. September 2013 vorliegen-
den Arbeitsunfähigkeit war das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 IVG) in diesem 
Zeitpunkt erfüllt, womit ein erster Einkommensvergleich grundsätzlich auf 
das Jahr 2015 hin vorzunehmen wäre (BGE 129 V 222).

4.4.1 Da beim Beschwerdeführer im Mai 2015 nach wie vor eine seit Fe-
bruar 2015 andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätig-
keiten bestand (vgl. AB 33), ist ihm ab dem 1. Mai 2015 ohne Vornahme 
eines Einkommensvergleichs eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Mit 
der vom 26. Mai bis 5. Juli 2015 während lediglich knapp sechs Wochen 
vorgelegenen gesundheitlichen Verbesserung in dem Sinne, als dass eine 
Arbeitsfähigkeit von 30 % attestiert wurde (AB 33), liegt ein Revisionsgrund 
vor (E. 2.3 hiervor), der in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV jedoch un-
berücksichtigt zu bleiben hat. 

4.4.2 Im Zeitpunkt des Stellenverlusts der ursprünglichen Tätigkeit bei der 
F.________ AG per Ende Oktober 2015 – was grundsätzlich einen Revisi-
onsgrund darstellt (E. 2.3 hiervor) – lag nach wie vor und bis am 4. Novem-
ber 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor (AB 40 S. 2). Demnach ist 
die bis dahin zugesprochene ganze Rente (E. 4.4.1 hiervor) weiterhin aus-
zurichten. Die aufgrund der vom 5. November bis 31. Dezember 2015 nicht 
vorhandenen Arbeitsunfähigkeitsatteste anzunehmende gesundheitliche 
Verbesserung ist insoweit unbeachtlich, als sie weniger als drei Monate 
andauerte (Art. 88a Abs. 1 IVV).

4.4.3 Mit der seit 1. Januar 2016 attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % 
(AB 51, 64) ist ein weiterer medizinischer Revisionsgrund im Sinne einer 
gesundheitlichen Verbesserung ausgewiesen, womit ein (neuer) Einkom-
mensvergleich vorzunehmen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 14

Da der Beschwerdeführer seine seit dem 1. Mai 2012 in einem 100 %-
Pensum bzw. seit 22. September 2014 in einem 50 %-Pensum als … bei 
der F.________ AG inngehabte Anstellung per Ende Oktober 2015 aus 
gesundheitlichen Gründen verlor (vgl. AB 19, IV-Protokoll per 11. Mai 2017 
[im Gerichtsdossier], Eintrag vom 10. August 2015), ist das Validenein-
kommen anhand des zuletzt im Jahr 2012 ohne Gesundheitsschaden er-
zielten Lohnes von Fr. 74‘142.-- (AB 19 S. 2) zu ermitteln. Indexiert auf das 
Jahr 2016 resultiert somit ein Betrag von Fr. 75‘891.65 (Fr. 74‘142.-- / 
101.7 x 104.1 [BFS, Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-
2016, Total, Zahlen 2012 und 2016]). Für das Invalideneinkommen ist 
mangels Ausübung einer zumutbaren Erwerbstätigkeit – vom 21. Dezem-
ber 2015 bis 19. Juni 2016 wurde ein Arbeitsversuch durchgeführt (AB 48, 
59) und ab 20. Juni 2016 hatte der Beschwerdeführer ein unter dem medi-
zinischen Zumutbarkeitsprofil liegendes Pensum von 50 % inne (AB 73) – 
von den Tabellenlohnwerten gemäss LSE auszugehen (E. 4.3 hiervor). 
Gestützt auf die LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Total, Kompe-
tenzniveau 1, Männer (Fr. 5‘312.--), ergäbe dies in einem 50 %-Pensum, 
angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (BFS, Tabelle 
T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun-
gen; mangels Zahlen für das Jahr 2016 werden diejenigen des Jahres 2015 
herangezogen) sowie indexiert auf das Jahr 2016 hin (BFS, Tabelle 
T1.1.10 [vgl. vorstehend]), ein massgebliches Jahreseinkommen von 
Fr. 33‘516.30 (Fr. 5‘312.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.2 x 104.1 x 0.5). Bei Ge-
genüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert eine Erwerbs-
einbusse von Fr. 42‘375.35 (Fr. 75‘891.65 - Fr. 33‘516.30), welche einem 
Invaliditätsgrad von gerundet 56 % entspricht (vgl. zur Rundung BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Demnach wäre die seit 1. Mai 2015 zu-
gesprochene ganze Rente mit der (spätestens [vgl. E. 4.4.2 hiervor]) seit 
1. Januar 2016 vorliegenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätz-
lich ab dem 1. April 2016 auf eine halbe Invalidenrente herabzusetzen (vgl. 
E. 2.2 hiervor sowie Art. 88a Abs. 1 IVV). Da der Beschwerdeführer vom 
21. Dezember 2015 bis 19. Juni 2016 jedoch einen Arbeitsversuch in ei-
nem 50 %-Pensum absolvierte (AB 48, 59) und entsprechende Taggeld-
leistungen bezog (AB 54, 69), konnte der Rentenanspruch in jenem Zeit-
punkt nicht entstehen bzw. wurde er unterbrochen (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG). 
Somit hat die Beschwerdegegnerin für die Zeit vom 1. bis 19. Juni 2016 zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 15

Recht eine Kürzung der seit 1. Juni 2016 zugesprochenen Rente vorge-
nommen (vgl. AB 111 S. 1).

4.4.4 Ab 1. Juni 2016 liegt eine vollständige Arbeitsfähigkeit sowohl in der 
bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit vor (vgl. E. 3.3 hiervor). 
Aus medizinischer Sicht wird eine angepasste Tätigkeit als vorwiegend 
sitzende Arbeit umschrieben (AB 95 S. 6). Die bis zum Eintritt des Gesund-
heitsschadens seit dem 1. Mai 2012 ausgeübte Tätigkeit als … bei der 
F.________ AG erfüllte dieses Anforderungsprofil (vgl. AB 19 S. 6), womit 
dem Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 
und 16 ATSG) keine Einschränkung mehr entsteht. Selbst bei Annahme 
einer solchen und demnach Vornahme eines Einkommensvergleichs, er-
gäbe sich mit Blick auf die Zahlen in vorstehender Erwägung 4.4.3 ein Vali-
deneinkommen von Fr. 75‘891.65 sowie ein Invalideneinkommen von 
Fr. 67‘032.65 (Fr. 5‘312.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.2 x 104.1). Daraus resul-
tierte eine Erwerbseinbusse von Fr. 8‘859.-- bzw. ein rentenausschliessen-
der Invaliditätsgrad von gerundet 12 % (vgl. E. 2.2 hiervor). Somit ist in 
Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV die seit Juni 2016 ausgerichtete halbe 
Invalidenrente per 31. August 2016 aufzuheben.

4.5 Zusammenfassend ist dem Beschwerdeführer – unter Berücksichti-
gung der jeweiligen Kürzungen aufgrund des Taggeldbezugs (AB 111) – 
vom 1. Mai bis 31. Dezember 2015 eine ganze und vom 1. Juni bis 31. Au-
gust 2016 eine halbe Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Ab 
dem 1. September 2016 besteht kein Rentenanspruch mehr.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 15. Februar 
2017 (AB 110) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit darauf einzu-
treten ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 16

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt. Vorbehalten bleibt das nachstehend zu prüfende Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege (E. 6.3 hiernach).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder der Beschwerdefüh-
rer (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) noch 
die obsiegende Beschwerdegegnerin als öffentlich-rechtliche Anstalt des 
Kantons Bern einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

6.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 
und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VR-
PG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]).

6.3.1 Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Pro-
zesskosten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die 
zur Deckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind 
(BGE 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen 
Verhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; 
SVR 2009 UV Nr. 12 S. 50 E. 4.1). Die Grenze für die Annahme von Be-
dürftigkeit im Sinne der Regeln über die unentgeltliche Verbeiständung liegt 
höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (RKUV 
2000 KV 119 S. 155 E. 2). 

Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegeh-
ren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind 
als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 17

werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 
sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-
tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu 
einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde (BGE 
140 V 521 E. 9.1 S. 537).

6.3.2 Mit den eingereichten Unterlagen (vgl. act. I 8 - 11, 18 - 20) ist hin-
reichend dargetan, dass der Beschwerdeführer bedürftig ist. Zudem kann 
die vorliegend ohne anwaltliche Vertretung erhobene Beschwerde gerade 
noch nicht als aussichtslos im hiervor dargelegten Sinn (E. 6.3.1) bezeich-
net werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist deshalb gut-
zuheissen und der Beschwerdeführer ist damit – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald 
er innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in 
der Lage ist – vorläufig von der Pflicht zur Bezahlung der Verfahrenskosten 
zu befreien.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird hinsichtlich der Ver-
fahrenskosten gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/274, Seite 18

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.