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**Case Identifier:** 5eb057d3-761f-51e5-bd2b-e0747c869c9e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.11.2022 3-BB.2020.12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-BB-2020-12_2022-11-23.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-BB.2020.12       
P 153 
 

 

 

 

Urteil vom 23. November 2022 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Lämmli  

Richterin Sramek  

Gerichtsschreiberin Schaffner          

 

 
 

   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ 

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 12. November 2020 

betreffend Direkte Bundessteuer 2017 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 15. Oktober 2019 wurde A. von der Steuerkommission 

Q. für die direkte Bundessteuer 2017 zu einem steuerbaren Einkommen 

von CHF 94'164.00 veranlagt. Dabei wurden unter anderem die folgenden 

Beträge zum Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 

hinzugerechnet: 

 

Privatanteil Spesen                                         2'500.00 
Privatanteil Auto                                                 600.00 
Privatanteil Telefon                                            200.00 
Aufrechnung freiw. Zuwendung   600.00 
Aufrechnung übersetzter Mietanteil  4'000.00 
Privatanteil GA  300.00 

 

2.  

Gegen die Veranlagungsverfügung vom 15. Oktober 2019 erhob A. mit 

Schreiben vom 12. November 2019 Einsprache. Sie stellte sinngemäss 

den Antrag, die Aufrechnungen bezüglich Spesen, Auto, Telefon sowie 

übersetzter Mietanteil seien zu streichen. 

 

3. 

Mit Entscheid vom 12. November 2020 hiess die Steuerkommission Q. die 

Einsprache teilweise gut. Sie reduzierte das steuerbare Einkommen auf 

CHF 89'700.00. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 12. November 2020 (Zustellung am 18. No-

vember 2020) hat A. mit Beschwerde vom 11. Dezember 2020 

(Postaufgabe am 12. Dezember 2020) an das Spezialverwaltungsgericht, 

Abteilung Steuern, weitergezogen. Sie stellt folgende Anträge: 

 

"1.1 Antrag 
Das Steueramt der Stadt Q. ist zu verpflichten, die Akten dahingehend zu 
berichtigen, dass mein Geschäft als C. (Beilage 17) bezeichnet wird. Das 
Steueramt der Stadt Q. stellt mit geeigneten Mitteln sicher, dass die falsche 
Bezeichnung der Betriebsstätten (D., siehe Beilage 2 und 3 jeweils Seite 
3) nicht erneut bei Veranlagungen herangezogen oder in der 
Korrespondenz verwendet wird. 
 
[…] 
 
2.1. Antrag 
Die Einschätzung des steuerbaren Einkommens und die interkantonale 
Ausscheidung sind so vorzunehmen, dass diese die tatsächlichen Verhält-
nisse abbilden. 
[…] 
 

 - 3 - 

 

 

3.1. Antrag 
Folgende Aufrechnungen sind ungerechtfertigt und es sind die tatsächli-
chen Aufwände zu berücksichtigen: 

- Der Aufwand für Reise- und Repräsentationsspesen ist in vol-
lem Umfang als Aufwand zuzulassen und wie deklariert zu 
übernehmen. 

- Aufrechnung 2017 Total CHF 600.--, davon Q. CHF -.--. 
- Reise- und Repräsentationsspesen werden, wie auch alle anderen 

Aufwände und Erträge, weiterhin nach effektivem Aufwand und auf-
grund von Belegen verbucht. 

 
[…] 
 
4. 1. Antrag 
Folgende Aufrechnungen sind ungerechtfertigt und es sind die tatsächli-
chen Aufwände zu berücksichtigen: 
 

- Der Privatanteil Auto ist wie deklariert zu übernehmen. 
- Aufrechnung 2017 Total CHF 600.--, davon Q. CHF -.— 
- Aufrechnung 2016 Total CHF 600.--, davon Q. CHF 90.—" 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

5. 

Die Steuerkommission Q. und das Kantonale Steueramt beantragen die 

Abweisung der Beschwerde. 

 

6. 

A. hat eine Replik erstattet. 

 

7. 

A. hat aufforderungsgemäss ergänzende Unterlagen eingereicht. 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die vorliegende Beschwerde betrifft die direkte Bundessteuer 2017. Mass-

gebend für die Beurteilung ist somit das Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG). 

 

2. 

Vorab ist festzuhalten, dass soweit Antrag Ziff. 4.1. das Steuerjahr 2016 

betrifft, im vorliegenden Verfahren nicht darauf einzutreten ist. 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe die Steuerbehörde mehr-

mals mündlich und schriftlich darauf aufmerksam gemacht, dass es sich 

bei ihrem Betrieb um ein C. (Baunebengewerbe) handle und nicht um ein 

D.. Die Steuerbehörde habe eine Korrektur verweigert. Sie bestehe darauf, 

dass die Steuerbehörde künftig in der Veranlagung und in der 

Korrespondenz die korrekte Bezeichnung verwende. 

 

3.2. 

Die Steuerkommission Q. führt in der Vernehmlassung vom 7. Januar 2021 

dazu aus, dass auf das Begehren nicht einzutreten sei, da sich die falsche 

Bezeichnung der Einzelunternehmung nicht auf die Steuerfaktoren 

auswirke. Die Anpassung sei seitens des Steueramtes für die Folgejahre 

vorgemerkt.  

 

3.3. 

Der Adressat einer Verfügung oder eines Entscheides braucht ein Rechts-

schutzinteresse, um diese(n) anfechten zu können (§ 42 Abs. 1 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 

[VRPG]; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 92 StG N 15 

ff.). Ein schutzwürdiges eigenes Interesse liegt vor, wenn die Gutheissung 

des Rechtsmittels dem Steuerpflichtigen einen praktischen Nutzen bringen 

kann, d.h. einen Nachteil abwendet, den der angefochtene Entscheid für 

ihn zur Folge hätte (VGE vom 21. Oktober 2009 [WBE.2009.74]). 

 

Die Anfechtung einer Verfügung, die den Adressaten nicht belastet, ist un-

zulässig (VGE vom 8. Dezember 2008 [WBE.2008.114]). An einem Rechts-

schutzinteresse mangelt es insbesondere, soweit sich das Begehren nur 

gegen die Begründung der angefochtenen Verfügung richtet und keine Ab-

änderung der festgesetzten Steuerfaktoren – oder gegebenenfalls der 

Steuersätze, der Steuerbeträge oder der Dauer der Steuerpflicht – verlangt 

wird (vgl. VGE vom 16. Juni 2010 [WBE.2009. 245]). 

 

 - 5 - 

 

 

3.4. 

Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin in der Steuererklärung ihre 

Tätigkeit als XY angab. Die Steuerkommission Q. bezeichnete in der 

Veranlagung die Betriebstätte als D.. Selbst wenn die Veranlagung 2017 

entsprechend abgeändert würde, würden sich die Steuerfaktoren aber nicht 

verändern, da trotz falscher Bezeichnung der Fahrzeugaufwand sowie die 

Reise- und Repräsentationsspesen berücksichtigt wurden, wenn auch 

nicht in vollem Umfang. Infolge dessen hat die Beschwerdeführerin 

diesbezüglich kein Rechtsschutzinteresse (vgl. Erw. 3.3.). Auf die 

Beschwerde ist diesbezüglich zwar nicht einzutreten. Dennoch ist es 

angezeigt die richtige Bezeichnung der Tätigkeit der Beschwerdeführerin 

zu verwenden. 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdeführerin ist selbständig erwerbstätige XY mit Werkstatt in 

S.. Sie deklarierte für das Jahr 2017 ein Einkommen aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit von CHF 104'522.00.  

 

4.2. 

Mit vorliegender Beschwerde wurden explizit nur die Aufrechnungen der 

Repräsentationsspesen von CHF 600.00 sowie des Privatanteils an den 

Fahrzeugkosten von CHF 1'800.00 angefochten. Die weiteren Aufrechnun-

gen sind demzufolge nicht mehr zu prüfen. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG werden bei den selbständig Erwerbenden die 

geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten von den steuerbaren 

Einkünften abgezogen. Gewinnungskosten sind Aufwendungen, welche 

mit der Einkommenserzielung in einem direkten, ursächlichen Zusammen-

hang stehen. Zur Hauptsache bestimmt sich der Gewinnungskostencha-

rakter von Auslagen eines selbständig Erwerbenden nach betriebswirt-

schaftlichen Gesichtspunkten. Dabei interessiert, ob die Tätigkeit, welche 

den Aufwand verursacht hat, durch den Zweck des Unternehmens gedeckt 

ist. Darauf, ob sich der Aufwand bei zweckmässiger betrieblicher Organi-

sation hätte vermeiden lassen, kommt es nicht an. Vielmehr ist entschei-

dend, ob der Aufwand in Erwartung einer wirtschaftlichen Gegenleistung 

erbracht worden ist. Auch nach Auffassung des Verwaltungsgerichts lässt 

sich nur unter Zugrundelegung einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise 

ermitteln, welche Aufwendungen geschäftsmässig begründet sind (VGE 

vom 25. August 2008 [WBE.2007.17]; RGE vom 15. November 2006 

[3-RV.2005.50351]; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, 

Muri-Bern 2015, § 36 StG N 5 ff.). 

 

 - 6 - 

 

 

5.1.2. 

Nach Gesetz, Lehre und Rechtsprechung hört die Abzugsfähigkeit von Ge-

winnungskosten eines selbständig Erwerbenden dort auf, wo es sich ganz 

oder teilweise um Kosten zu privaten Zwecken (oder um die Beanspru-

chung von Wirtschaftsgütern des Unternehmens zu privaten Zwecken), ak-

tivierungspflichtige Aufwendungen oder Tilgung von Schulden handelt 

(Art. 34 DBG; RGE vom 15. November 2006 [3-RV.2005.50351]). Bei Auf-

wendungen, die teils geschäftlich, teils privat veranlasst sind, ist eine Auf-

teilung in einen Gewinnungskosten- und einen Privatanteil vorzunehmen 

(VGE vom 17. Dezember 2013 [WBE.2013.304], mit Hinweis; SGE vom 

25. Oktober 2018 [3-RV.2018.24]; SGE vom 23. Juli 2015 [3-RV.2015.14]). 

 

5.1.3. 

Bei der Abgrenzung von Geschäfts- und Privataufwand ist regelmässig 

eine ermessensweise Festsetzung des Privatanteils erforderlich, so etwa 

bei den Fahrzeug- oder Telefonkosten. Dabei handelt es sich jedoch um 

eine Beurteilung der Frage, ob Auslagen zum geschäftsmässig begründe-

ten Aufwand gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG zu rechnen sind oder zu den pri-

vaten Lebenshaltungskosten gemäss Art. 34 lit. a DBG, und nicht um eine 

Ermessensveranlagung im Sinne von Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG (vgl. VGE 

vom 8. April 2009 [WBE.2008.304] bestätigt durch BGE vom 4. Dezember 

2009 [2C_452/2009]). Daher sind Aufrechnungen von verbuchten Ausla-

gen auch dann ohne vorgängige Mahnung zulässig, wenn die Aufteilung 

auf Geschäfts- und Privataufwand nach Ermessen erfolgt. 

 

5.1.4. 

Bei der Ermessenskontrolle durch die Steuerjustiz ist Zurückhaltung gebo-

ten, und es ist nur dann einzugreifen, wenn erhebliche Tatsachen für eine 

andere als die angefochtene Veranlagung sprechen. Eine Aufhebung der 

Ermessensveranlagung kommt nur in Frage, wenn sie geradezu unmöglich 

erscheint und damit willkürlich ist. Dies gilt auch, wenn es sich nicht um 

eine Ermessensveranlagung im eigentlichen Sinne handelt, sondern um 

eine Schätzung von Privatanteilen (VGE vom 8. April 2009 [WBE.2008. 

304] bestätigt durch BGE vom 4. Dezember 2009 [2C_452/2009]). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, gilt im Steuerverfahren in ent-

sprechender Anwendung des in Art. 8 ZGB niedergelegten Grundsatzes, 

dass derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-

sen hat, der aus ihr Rechte ableitet. Die Veranlagungsbehörde trägt dem-

zufolge die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen 

oder erhöhen, der Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld 

aufheben oder mindern (BGE 140 II 248, 133 II 153; Urteil des Bundesge-

richts vom 15. September 2014 [2C_112/2014]; VGE vom 30. März 2011 

 - 7 - 

 

 

[WBE.2011.2], VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009.268]; Kommentar 

zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 174 StG N 28).  

 

5.2.2. 

Gewinnungskosten sind als von den steuerbaren Einkünften abziehbare 

Aufwendungen somit grundsätzlich vom Steuerpflichtigen zu beweisen. 

Kann nicht der absolute Beweis erbracht werden, so liegt es im Ermessen 

der Steuerbehörde, den Abzug entsprechend der Gegebenheiten des Ein-

zelfalls zu würdigen und gegebenenfalls nur teilweise anzuerkennen. Die 

nur teilweise Ankerkennung des Abzugs (bzw. die Aufrechnung eines Pri-

vatanteils) ist somit Ergebnis der Beweiswürdigung durch die Steuerbe-

hörde. Zu einer Umkehr der Beweislast führt dieser Vorgang nicht, auch 

dann nicht, wenn sich die Aufrechnung des Privatanteils im Ergebnis steu-

ererhöhend auswirkt. 

 

6. 

6.1. 

Die Beschwerdeführerin besass im Jahr 2017 nach eigenen Angaben kein 

privates Zweitfahrzeug. Für geschäftliche Fahrten habe sie den zweisitzi-

gen Kleinlieferwagen „XZ“ genutzt. Der Beschwerde wurde zudem ein Foto 

eines Kofferraumes voll mit XV beigelegt (Beilage 16).  

 

In der Erfolgsrechnung 2017 verbuchte die Beschwerdeführerin im „Konto 

4460 Betriebsaufwand Fahrzeuge“ CHF 3'674.86 als Fahrzeugkosten. Da-

von verbuchte sie einen Privatanteil von CHF 1'200.00. 

 

6.2. 

Die Steuerkommission Q. rechnete einen Privatanteil an den Fahr-

zeugkosten von CHF 1'800.00 auf. Sie führt dazu aus, dass im Veranla-

gungsverfahren der Betrag auf die minimale Berechnungsvariante der 

Mehrwertsteuer erhöht und der Betrag von CHF 600.00 zusätzlich aufge-

rechnet worden sei. Insgesamt würden keine Gründe vorgebracht, die ein 

Abweichen von der Mehrwertsteuer-Lösung rechtfertigen würden (Ein-

spracheentscheid).  

 

Die Beschwerdeführerin entgegnet, der Fahrzeugaufwand 2017 sei viel tie-

fer ausgefallen als üblich, weshalb der Privatanteil entsprechend dem tat-

sächlichen Aufwand reduziert worden sei (Beschwerde). Da sie in einer Ar-

beitswoche jeweils an fünf bis sechs Tagen gearbeitet habe, sei diese Auf-

teilung vernünftig und verhältnismässig. Zudem könne bei überwiegend ge-

schäftlicher Nutzung sowie in Fällen, in denen die private Nutzung eines 

Geschäftsfahrzeuges erheblich eingeschränkt sei, von der Mehrwert-

steuer-Regel abgewichen werden. 

 

 - 8 - 

 

 

6.3. 

6.3.1. 

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (EStV) regelt die Bewertung von Na-

turalbezügen im Bereich der direkten Bundessteuer mit Merkblättern. Die 

Merkblätter haben zwar keine Gesetzeskraft und binden weder die Rechts-

unterworfenen noch die Gerichte, sind jedoch im Sinne einer Auslegungs-

hilfe heranzuziehen (BGE 131 II 1; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Ok-

tober 2011 [2C_95/2011] = Pra 2012 Nr. 87; VGE vom 25. April 2014 

[WBE.2013.333]). 

 

6.3.2. 

Gemäss Ziffer 5 des Merkblattes N1/2007 (Naturalbezüge von Selbständig-

erwerbenden) der EStV kann der Privatanteil an den Autokosten entweder 

effektiv oder pauschal ermittelt werden (Hervorhebungen im Original): 

  

"5. Privatanteil an den Autokosten 
 
Der Privatanteil an den Autokosten kann entweder effektiv oder pauschal 
ermittelt werden. 
 
a) Effektive Ermittlung 
Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten Fahr-
zeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer anhand 
eines Bordbuches nachgewiesen werden, sind die effektiven Kosten pro-
portional auf die geschäftlich und privat zurückgelegten Kilometer aufzu-
teilen. 
 
b) Pauschale Ermittlung 
Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten Fahr-
zeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer anhand 
eines Bordbuches nicht nachgewiesen werden, ist pro Monat 0.8 % des 
Kaufpreises (exkl. MWST), mindestens aber CHF 150 zu deklarieren." 

 

In lit. b der Vorbemerkungen zum Merkblatt N1/2007 ist festgehalten, dass 

 

"[d]ie hiernach angegebenen Pauschalbeträge [...] Durchschnittsansätze 
dar[stellen], von denen in ausgesprochenen Sonderfällen nach oben oder 
nach unten abgewichen werden kann." 

  

6.3.3. 

Die Wegleitung zur Steuererklärung 2017 des Kantons Aargau enthält in 

Anhang IX eine Tabelle zur pauschalen Ermittlung des Privatanteils an den 

Autokosten. Gemäss dieser Tabelle wird der Privatanteil an den Fahrzeug-

kosten aufgrund des Katalogpreises, der gesamten Fahrleistung im Jahr 

und einer geschätzten privaten Fahrleistung festgelegt.  

 

Die Tabelle beruht auf dem Merkblatt N1/2001 (Naturalbezüge von Selb-

ständigerwerbenden) der EStV und der darin in Ziffer 5. lit. b statuierten 

pauschalen Ermittlungsmethode des Privatanteils an den Autokosten, die 

 - 9 - 

 

 

dann zur Anwendung kommt, wenn die in Ziffer 5. lit. a beschriebene Er-

mittlung aufgrund der tatsächlichen Kosten nicht möglich ist. Bei dieser 

pauschalen Methode wird der Privatanteil an den Autokosten wie in der 

vorerwähnten Tabelle anhand einer Schätzung der privaten Fahrleistung 

festgelegt. Das Merkblatt N1/2001 wurde für die nach dem 30. Juni 2007 

abgeschlossenen Geschäftsjahre Selbständigerwerbender ersetzt durch 

das Merkblatt N1/2007 (vgl. Vorbemerkungen lit. a zum Merkblatt 

N1/2007). 

 

6.3.4. 

Das (damalige) Steuerrekursgericht hat im RGE vom 25. März 2010 (3-RV. 

2009.64 = AGVE 2010 S. 277) festgehalten, dass bei Selbständiger-

werbenden ohne Bordbuch grundsätzlich die Pauschalmethode gemäss 

Merkblatt N1/2007 (pro Monat 0,8 % des Kaufpreises) zur Ermittlung des 

Privatanteils an den Fahrzeugkosten Anwendung zu finden hat. Die Pau-

schalmethode gemäss Merkblatt N1/2001 der EStV – auf der die Tabelle in 

der Wegleitung 2017 beruht – ist für nach dem 30. Juni 2007 abgeschlos-

sene Geschäftsjahre grundsätzlich nicht mehr anwendbar.  

 

Auch wenn - wie bei jeder Pauschalierung - damit gewisse Ungleichheiten 

in Kauf genommen werden, resultiert in einer Vielzahl von Fällen ein ange-

messenes Resultat. Ein Abweichen vom Ansatz von 0.8 % pro Monat ist, 

abgesehen vom Fall der Führung eines Bordbuches (effektive Methode), 

bloss in Sonderfällen, in denen die pauschale Ermittlung des Privatanteils 

nicht sachgerecht erscheint, angezeigt (zum Beispiel bei Luxusfahrzeugen 

oder sehr hoher bzw. sehr tiefer privater Nutzung).  

 

Wer vom der Pauschalmethode zugrundeliegenden Erfahrungssatz (nach 

oben oder nach unten) abweichen will, hat den Nachweis zu erbringen, 

dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Wenn der Privatanteil gemäss 

der MWSt-Regelung nach Ansicht der Steuerbehörden zu tief ausfällt, hat 

diese glaubhaft zu machen und anhand von Indizien aufzuzeigen, dass ein 

Abweichen nach oben gerechtfertigt ist. Nur dann ist der Privatanteil hilfs-

weise anhand des Merkblattes N1/2001 gestützt auf eine Schätzung der 

privat gefahrenen Kilometer festzusetzen. Bringt hingegen der Steuer-

pflichtige vor, der gemäss der MWSt-Regelung bestimmte Privatanteil sei 

zu hoch, hat er die Gründe hierfür glaubhaft darzulegen. 

 

6.3.5. 

Der Privatanteil an den Autokosten ist somit bei Selbständigerwerbenden 

nach der Pauschalmethode grundsätzlich gemäss dem Ansatz von 0,8 % 

(mindestens CHF 150.00) pro Monat zu berechnen, von dem in zu begrün-

denden Ausnahmefällen abgewichen werden kann. Wenn davon abgewi-

chen wird, ist der Privatanteil hilfsweise anhand des Merkblattes N1/2001 

gestützt auf eine Schätzung der privat gefahrenen Kilometer festzusetzen. 

 

 - 10 - 

 

 

6.3.6. 

Vorliegend ist den Akten zu entnehmen, dass mit dem XZ zwischen dem 

17. Januar 2017 (Rechnung Nr. aaa der E. AG: 152'038 km) und dem 25. 

August 2017 (Rechnung Nr. bbb der E. AG: 165'341 km) in 221 Tagen 

13'303 km zurückgelegt wurden. Hochgerechnet auf 365 Tage ergibt das 

im Jahr 21'971 km. Aufgrund der Bauart und des Modells des Fahrzeuges 

ist es für private Fahrten deutlich weniger geeignet als für geschäftliche 

Zwecke. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der XZ nur 

wenig privat genutzt wurde. Damit ist ein Abweichen von der MWSt-

Regelung und ein hilfsweiser Rückgriff auf das Merkblatt N1/2001 

gerechtfertigt.  

 

Die Tabelle in diesem Merkblatt berechnet den Privatanteil als Anteil der 

Gesamtkosten gemäss der privat zurückgelegten Strecke im Verhältnis zur 

Gesamtfahrleistung. So sieht sie zum Beispiel vor, dass bei einem Katalog-

preis von ca CHF 12'000.00 und einer Gesamtfahrleistung von 20'000 km 

pro Jahr, der Privatanteil bei wenig privater Fahrleistung (5'000 km) rund 

einem Viertel der Gesamtkosten beträgt. Vorliegend verbuchte die Be-

schwerdeführerin einen Privatanteil von rund einem Drittel der Kosten. Auf-

grund der Bauart des Fahrzeuges und der selbständigen Tätigkeit der Be-

schwerdeführerin ist dieser Privatanteil von CHF 1'200.00 glaubhaft und 

auf eine Aufrechnung zu verzichten.  

 

6.4. 

Die Beschwerde wird in diesem Punkt gutgeheissen und der Privatanteil 

der Fahrzeugkosten auf CHF 1'200.00 festgesetzt. 

 

7. 

7.1. 

Die Rekurrentin hat Repräsentationsspesen von CHF 6'104.10 ("Konto 

4750 Reise-, Repräsentationsspesen") verbucht. Die Steuerkommission Q. 

hat davon in Anwendung einer Tagespauschale von CHF 25.00 für 220 

Arbeitstage pauschal CHF 600.00 als nicht geschäftsmässig begründet 

erachtet. 

 

Die Rekurrentin hat festgehalten, in den Spesen für Kundenbetreuung 

seien nur Auslagen für ihre auswärtige Verpflegung, Kundeneinladungen 

sowie Einladungen mit Lieferanten und Mitarbeitern enthalten. Die Spesen 

seien belegt, geschäftsmässig begründet und damit abziehbar. Die Auf-

rechnung sei zu streichen. 

 

7.2. 

Der Verwendungsnachweis von Spesen setzt nicht nur das Sammeln von 

Belegen voraus. Vielmehr haben aus den einzelnen Belegen, die einkom-

menssteuerrechtlich zur Begründung von Berufsauslagen anerkannt 

werden sollen, überprüfbare Hinweise hervorzugehen, in welchem 

 - 11 - 

 

 

Zusammenhang der Aufwand angefallen ist. Nur Auslagen, die direkt oder 

unmittelbar für die Erzielung von Einkommen aufgewendet werden, sind im 

Sinne von Art. 27 DBG geschäftsmässig begründet. Es kann nicht daran 

vorbeigesehen werden, dass es nach den Regeln der Beweislastverteilung 

dem Steuerpflichtigen obliegt, die geschäftsmässige Begründetheit von 

Auslagen nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Quittierte 

Rechnungen und Belege ohne Angabe des Zahlenden sind grundsätzlich 

beweisuntauglich. Um Missbräuche zu vermeiden, muss auch der 

unmittelbare organische Zusammenhang zwischen solchen Auslagen und 

dem Berufseinkommen erstellt sein (VGE vom 29. Januar 1992 [1990/294] 

= AGVE 1992 S. 225; RGE vom 23. Juni 2005). 

 

7.3. 

Die im "Konto 4750 Reise-, Repräsentationsspesen" verbuchten Belege 

genügen den Anforderungen an Spesenbelege offensichtlich nicht. Wenn 

die Vorinstanz nur eine Aufrechnung von CHF 600.00 vorgenommen hat, 

ist sie der Rekurrentin bereits stark entgegengekommen, hat jedoch im 

Grundsatz einen gewissen Kundenbetreuungsaufwand und eigene 

geschäftsmässige Aufwendungen anerkannt. Festzustellen ist sodann, 

dass Konsumationen an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ohne 

ausdrücklichen Nachweis des Gegenteils durch die Rekurrentin 

regelmässig dem Privatbereich zuzuordnen sind. Darunter fallen – ohne 

konkrete Angaben zu den Leistungsempfängern und zum geschäftlichen 

Zusammenhang – folgende verbuchten Ausgaben: 

 

Samstag, 29. April 2017 F., S. CHF 74.00 

Samstag, 29. April 2017  G., S. CHF 143.60 

Montag, 1. Mai 2017  H., S. CHF 46.00 

Montag, 1. Mai 2017  I., S. CHF 16.40 

Montag, 1. Mai 2017  I., S. CHF   5.40 

Samstag, 17. Juni 2017 J. CHF 31.80 

Samstag, 1. Juli 2017 K. CHF     173.80 

Samstag, 8. Juli 2017 L. CHF 98.90 

Samstag, 15. Juli 2017 H., S. CHF 17.30 

Samstag, 15. Juli 2017 M., S. CHF   9.00 

Samstag, 9. Sept. 2017 N. CHF     214.70 

Sonntag, 24. Sept. 2017  O., T. CHF     119.00 

Samstag, 28. Okt. 2017 M., S. CHF 13.50 

Samstag, 9. Dez. 2017 P. CHF     332.00 

 

Total CHF  1’295.40 

 

Diese "Kontrollrechnung" zeigt, dass eine Aufrechnung von CHF 600.00 

keinesfalls übersetzt ist. Der Privatanteil ist demnach um CHF 600.00 auf 

CHF 1'200.00 zu erhöhen.  

 

 - 12 - 

 

 

Fraglich ist vorliegend auch, ob die zahlreichen Belege für einen Kaffee und 

ein French Croissant jeweils früh morgens nicht eher den Lebenshaltungs-

kosten zuzurechnen wären. Da weder vom Kantonalen Steueramt, noch 

vom Gemeindesteueramt Q. eine reformatio in peius beantragt wurde, kann 

auf eine solche verzichtet werden.  

 

8. 

Zusammenfassend ist der Privatanteil der Fahrzeugkosten um CHF 600.00 

auf CHF 1'200.00 zu reduzieren. Hingegen ist der Privatanteil an den Re-

präsentationsspesen um CHF 600.00 auf CHF 1'200.00 zu erhöhen.  

 

9. 

Dementsprechend ist die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer 

2017 abzuweisen. 

  

10. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Es ist keine Par-

teientschädigung auszurichten (Art. 144 Abs. 4 DBG). 

 

 

 

  

 - 13 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Beschwerdeführerin hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens, beste-

hend aus einer Staatsgebühr von insgesamt CHF 400.00, der Kanzlei-

gebühr von CHF 180.00 und den Auslagen von CHF 100.00, insgesamt 

CHF 680.00 zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin  

das Kantonale Steueramt 

das Gemeindesteueramt Q. 

die Eidg. Steuerverwaltung, Hauptabteilung direkte Bundessteuer 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie der Entscheid 

zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (§§ 28 

und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezem-

ber 2007 [VRPG]). 

 

  

 - 14 - 

 

 

 
   

Aarau, 23. November 2022 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Schaffner