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**Case Identifier:** 36fca3ad-504c-5d5e-af28-e023d0af23f6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-10-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.10.2015 BVGE 2015/33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2015-33_2015-10-16.pdf

## Full Text

Finanzhilfen. Kinder- und Jugendförderung 2015/33 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 469 

 

4 Schule – Wissenschaft – Kultur 
Ecole – Science – Culture 
Scuola – Scienza – Cultura 

33 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung II 
i.S. Verband X. gegen Bundesamt für Sozialversicherungen 

B‒1950/2014 vom 16. Oktober 2015 

Finanzhilfen für Modellvorhaben. 

Art. 8 Abs. 1 Bst. a KJFG. 

1. Der Bund unterstützt ausserschulische Arbeit mit Kindern und 
Jugendlichen nur ergänzend (E. 3.4). 

2. Ein Modellvorhaben im Sinne von Art. 8 KJFG kann nur dann 
subventioniert werden, wenn es einmalig ist und innovativen Ge-

halt hat (E. 6.1.3.1). 

3. Die Wiederholung eines bereits früher unterstützten Projekts ist 
von der Finanzhilfe des Bundes ausgeschlossen (E. 6.1.3.3). 

Aides pour des projets pouvant servir de modèle. 

Art. 8 al. 1 let. a LEEJ. 

1. La Confédération ne soutient les activités extrascolaires avec des 
enfants et des jeunes qu'à titre complémentaire (consid. 3.4). 

2. Un projet pouvant servir de modèle au sens de l'art. 8 LEEJ ne 
pourra être subventionné que s'il est unique et qu'il a un contenu 

novateur (consid. 6.1.3.1). 

3. L'aide financière de la Confédération est exclue pour la répétition 
d'un projet qui a déjà été soutenu (consid. 6.1.3.3). 

Aiuti finanziari per progetti modello. 

Art. 8 cpv. 1 lett. a LPAG. 

1. La Confederazione sostiene delle attività extrascolastiche per fan-
ciulli e giovani soltanto a titolo complementare (consid. 3.4). 

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470 BVGE / ATAF / DTAF 

 

2. Un progetto che funge da modello ai sensi dell'art. 8 LPAG potrà 
beneficiare di aiuti finanziari a condizione che sia unico ed abbia 

un contenuto innovativo (consid. 6.1.3.1). 

3. La concessione di aiuti finanziari federali per la ripetizione di un 
progetto già promosso in precedenza è esclusa (consid. 6.1.3.3). 

 

Am 21. November 2013 ersuchte der Verband X. das Bundesamt für So-

zialversicherungen (BSV, nachfolgend auch Vorinstanz) um Finanzhilfen 

für Modellvorhaben gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. a des Kinder- und Jugend-

förderungsgesetzes vom 30. September 2011 (KJFG, SR 446.1) für das 

Projekt « Zukunftskonferenz 2014 ». Da X. bereits im Jahre 2012 eine 

Zukunftskonferenz durchgeführt hatte, lehnte die Vorinstanz das Gesuch 

mit Verfügung vom 12. März 2014 ab. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die dagegen am 9. April 2014 erho-

bene Beschwerde ab. 

Aus den Erwägungen: 

3.  
3.1 Nach Art. 67 Abs. 2 BV kann der Bund in Ergänzung zu kanto-
nalen Massnahmen die ausserschulische Arbeit mit Kindern und Ju-

gendlichen unterstützen. Dabei ist nach dem Willen des Gesetzgebers das 

Subsidiaritätsprinzip zu beachten: Der Bund wird nur ergänzend tätig 

(Botschaft vom 20. November 1996 über eine neue Bundesverfassung, 

BBl 1997 I 1, 284, nachfolgend: Botschaft zur BV). Demnach gibt Art. 67 

Abs. 2 BV dem Bund nur eine parallele und subsidiäre Kompetenz, 

Aktivitäten zur Förderung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen 

(Botschaft vom 17. September 2010 zum KJFG, BBl 2010 6803, 6817, 

nachfolgend: Botschaft zum KJFG). Deren Förderung ist primär Sache der 

Kantone und Gemeinden. 

Das Subsidiaritätsprinzip ist in Art. 5a BV verankert und gilt für die Zu-

weisung und Erfüllung staatlicher Aufgaben. Ihm liegt die Idee zugrunde, 

dass der Bund im Bundesstaat nicht Aufgaben an sich ziehen soll, welche 

die Gliedstaaten ebensogut erfüllen können, für die es also keinen zwin-

genden Grund zur bundesweiten Vereinheitlichung gibt. Die in der BV 

vorgenommene Aufgabenteilung ist Ausdruck dieses Gedankens (Bot-

schaft zur BV, BBl 1997 I 1, 209). Das Prinzip bezieht sich nur auf die 

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verschiedenen Staatsebenen und ist ein bundesstaatliches beziehungswei-

se föderalistisches. Es soll keine unmittelbare Geltung im Verhältnis Staat-

Private entfalten (SCHWEIZER/MÜLLER, in: St. Galler Kommentar, Die 

schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, Art. 5a Rz. 7), wirkt 

sich aber mittelbar auch auf die Privaten aus. Der Grundsatz ist nicht 

unmittelbar justiziabel (einklagbar; SCHWEIZER/MÜLLER, a.a.O., Art. 5a 

Rz. 16). 

3.2 Solange die Kantone und Gemeinden objektiv in der Lage sind, 
aus eigener Kraft die ausserschulische Arbeit mit Kindern und Jugend-

lichen zu fördern, ist diese Förderung folglich keine Bundesaufgabe. So 

erfüllt beispielsweise auch eine in Not geratene Person die Vorausset-

zungen von Art. 12 BV (Recht auf Hilfe in Notlagen) nicht und ist nicht 

anspruchsberechtigt, solange sie objektiv fähig ist, sich selbst die not-

wendigen Mittel zu verschaffen (vgl. HÄFELIN/HALLER/KELLER, Schwei-

zerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, Rz. 916). Auch kommt ‒ als 

weiteres Beispiel ‒ eine Bundesintervention (Art. 52 Abs. 2 BV) nur in 

Betracht, wenn sich der betroffene Kanton nicht selbst oder mit Hilfe 

anderer Kantone schützen kann (HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., 

Rz. 1040). 

3.3 Dass die ausserschulische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen 
gemäss Art. 67 Abs. 2 BV nur subsidiär durch den Bund unterstützt wird, 

entspricht dem Sozialziel betreffend Kinder und Jugendliche, welches in 

Art. 41 Abs. 1 Bst. g BV formuliert ist. Danach erfolgt deren Unterstüt-

zung durch Bund und Kantone nur in Ergänzung zu persönlicher Verant-

wortung und privater Initiative und nicht an deren Stelle. Zudem können 

Bund und Kantone bloss im Rahmen ihrer verfassungsmässigen Zustän-

digkeiten und ihrer verfügbaren Mittel Unterstützung gewähren (Art. 41 

Abs. 3 BV). Dabei ist im Verhältnis zwischen Bund und Kantonen zu 

berücksichtigen, dass der Bund nur die Aufgaben übernimmt, welche die 

Kraft der Kantone übersteigen oder einer einheitlichen Regelung durch 

den Bund bedürfen (Art. 43a Abs. 1 BV). Dieser Vorrang der Kantone 

gegenüber dem Bund gründet ebenfalls im Subsidiaritätsprinzip (vgl. 

E. 3.1; HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 1051; SCHWEIZER/MÜLLER, 

a.a.O., Art. 5a Rz. 7).  

3.4 Die Unterstützung ausserschulischer Arbeit mit Kindern und 
Jugendlichen ist damit in erster Linie Aufgabe der Privaten, erst in zweiter 

Linie, wenn die Privaten kräftemässig überfordert sind, Aufgabe der Kan-

tone (und ihrer Gemeinden) und erst in dritter Linie, wenn nämlich auch 

deren Kräfte versagen, Aufgabe des Bundes (Botschaft zur BV, BBl 1997 

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I 1, 204; Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6804). Aus dem Sozialziel 

von Art. 41 Abs. 1 Bst. g BV können folgerichtig keine unmittelbaren 

Ansprüche auf staatliche Leistungen abgeleitet werden (Art. 41 Abs. 4 

BV). Die Gestaltung staatlicher Kinder- und Jugendförderung verbleibt 

daher primär im Zuständigkeits- und Aufgabenbereich der Kantone und 

Gemeinden (Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6817). Unterstützun-

gen des Bundes können in Übereinstimmung mit Art. 67 und Art. 5a BV 

folglich insbesondere unter dem KJFG nur ergänzend erfolgen (vgl. Bot-

schaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6825).  

3.5 In diesem einschränkenden Rahmen kommt dem Bund anderer-
seits die Aufgabe zu, im gesamtschweizerischen Kontext Aktivitäten der 

ausserschulischen Arbeit zu fördern, die gegenseitige Abstimmung der Kin-

der- und Jugendpolitik zwischen den drei staatlichen Ebenen ‒ Gemeinden, 

Kantone und Bund ‒ und Nichtregierungsorganisationen zu unterstützen, 

Impulse für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendpolitik zu ge-

ben sowie die horizontale Koordination auf Bundesebene sicherzustellen 

(Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6824). Zeitlich befristete Subven-

tionen des Bundes zugunsten von Kantonen, Gemeinden oder Privaten 

sind im Sinne einer impulsgebenden Anschubfinanzierung zu verstehen 

(vgl. Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6852). Der Gesetzgeber hat 

hiermit seinen politischen Willen zur Selektion zum Ausdruck gebracht. 

4.  
4.1 Die Ausrichtung von Finanzhilfen an private Trägerschaften zur 
Förderung ihrer ausserschulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen 

ist in den Art. 6‒10 KJFG geregelt. Der Bundesrat hat diese Bestimmun-

gen in der Kinder- und Jugendförderungsverordnung vom 17. Oktober 

2012 (KJFV, SR 446.11) konkretisiert. In Art. 6 KJFG (Allgemeine Vor-

aussetzungen) wird ausdrücklich festgehalten, dass der Bund privaten 

Trägerschaften Finanzhilfen nach diesem Gesetz gewähren kann (aber 

nicht muss). Zudem ergibt sich aus Art. 12 Abs. 1 KJFG, dass Finanzhilfen 

nach diesem Gesetz im Rahmen der bewilligten Kredite gewährt werden. 

Damit hat der Gesetzgeber zum Ausdruck gebracht, dass grundsätzlich 

‒ das heisst bei Wahrung der verfassungsrechtlichen Schranken ‒ kein 

Rechtsanspruch auf Finanzhilfen besteht (so auch die Botschaft zum 

KJFG, BBl 2010 6803, 6846). Daher sind Finanzhilfen nach dem KJFG 

an private Trägerschaften nicht als Anspruchs-, sondern als Ermessenssub-

ventionen einzustufen.  

Finanzhilfen. Kinder- und Jugendförderung 2015/33 

 

 

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4.2 Das Wesensmerkmal einer Ermessenssubvention ist, dass es im 
Entschliessungsermessen der verfügenden Behörde liegt, ob sie im Ein-

zelfall eine Subvention zusprechen will oder nicht (vgl. WIEDERKEHR/ 

RICHLI, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. I, 2012, Rz. 1476; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 

2010, Rz. 440; FABIAN MÖLLER, Rechtsschutz bei Subventionen, Diss. 

Basel 2006, S. 44 f.; BARBARA SCHAERER, Subventionen des Bundes 

zwischen Legalitätsprinzip und Finanzrecht, Berner Diss. 1992, S. 178). 

Können wegen beschränkter finanzieller Mittel nicht alle Projekte berück-

sichtigt werden, welche grundsätzlich die Anforderungen für die Zuspre-

chung einer Ermessenssubvention erfüllen würden, sind die zuständigen 

Behörden verpflichtet, Prioritätenordnungen aufzustellen (Art. 13 Abs. 1 

und 2 des Subventionsgesetzes vom 5. Oktober 1990, SuG, SR 616.1). Die 

Behörde hat nach pflichtgemässem Ermessen relative Kriterien festzule-

gen, die es erlauben, die Anzahl der an sich subventionierbaren Gesuche 

nach dem Grad ihrer Subventionswürdigkeit sachgerecht zu priorisieren. 

Derartige einheitliche Beurteilungskriterien dienen dazu, eine möglichst 

rechtsgleiche und willkürfreie Behandlung der Beitragsgesuche zu ge-

währleisten (vgl. Urteile des BVGer B‒3939/2013 vom 10. Dezember 

2014 E. 2.2 und B‒6272/2008 vom 20. Oktober 2010 E. 4.3). 

4.3 Typischerweise ist das Ermessen der Behörde im Bereich der 
Finanzhilfen, auf die kein Rechtsanspruch besteht, besonders gross, soweit 

es um die Bestimmung und Anwendung der Prioritätskriterien geht (vgl. 

Urteile des BVGer B‒3939/2013 E. 2.2 und B‒6272/2008 E. 4.3). Räumt 

das Gesetz der Behörde ein grosses Ermessen bei seiner Anwendung ein, 

übt das Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss Zurückhaltung bei der 

Beurteilung. Geht es hingegen um die richtige Rechtsanwendung, nament-

lich die Auslegung des Gesetzes, handelt es sich dabei nicht um einen Er-

messensentscheid der Behörde, weshalb die Verletzung von Bundesrecht 

vom Bundesverwaltungsgericht frei geprüft wird. 

5.  
5.1 Das KJFG und die dazugehörende KJFV sind seit dem 1. Januar 
2013 in Kraft. Sie lösten das bis dahin geltende Jugendförderungsgesetz 

vom 6. Oktober 1989 (JFG, AS 1990 2007 ff.) und die Jugendförderungs-

verordnung vom 10. Dezember 1990 (JFV, AS 1990 2012 ff.) ab. Mit dem 

KJFG will der Gesetzgeber die Finanzhilfen mehr inhaltlich (thematisch 

und strategisch) steuern, um die Mittelvergabe wirksamer und effizienter 

zu gestalten (vgl. Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6805 und 6822). 

Der Gesetzgeber will selektiv sein (vgl. auch E. 3.5). Das KJFG stellt die 

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Finanzhilfen im entsprechenden Bereich denn auch auf eine neue Grund-

lage. So sind nun insbesondere die Prüfung und Gewährung von Finanz-

hilfen sowie die Kompetenzen des BSV grundlegend anders geregelt als 

im JFG (eingehend dazu Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803 ff.). 

5.2 Nach Art. 1 Bst. a KJFG regelt das Gesetz die Unterstützung 
privater Trägerschaften, die sich der ausserschulischen Arbeit mit Kindern 

und Jugendlichen widmen. Gemäss der Zweckbestimmung des Art. 2 

KJFG will der Bund mit dem Gesetz die ausserschulische Arbeit mit 

Kindern und Jugendlichen fördern. Er will dazu beitragen, dass Kinder und 

Jugendliche in ihrem körperlichen und geistigen Wohlbefinden gefördert 

werden, sich zu Personen zu entwickeln, die Verantwortung für sich selber 

und für die Gemeinschaft übernehmen und sich sozial, kulturell und poli-

tisch integrieren können (Art. 2 KJFG). Der Begriff der ausserschulischen 

Arbeit wird in Art. 5 Bst. a KJFG umschrieben: Es handelt sich dabei um 

verbandliche und offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen samt 

niederschwelligen Angeboten. Gemäss Art. 6 KJFG kann der Bund priva-

ten Trägerschaften Finanzhilfen gewähren, sofern sie (kumulativ) schwer-

punktmässig in der ausserschulischen Arbeit tätig sind oder regelmässig 

Programme im Bereich ausserschulischer Arbeit anbieten, nicht nach Ge-

winn streben und dem Anspruch von Kindern und Jugendlichen auf beson-

deren Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung 

im Sinne von Art. 11 Abs. 1 BV Rechnung tragen.  

5.3 Art. 8 KJFG (Finanzhilfen für Modellvorhaben und Partizipa-
tionsprojekte von gesamtschweizerischer Bedeutung) lautet wie folgt: 

1 Der Bund kann privaten Trägerschaften Finanzhilfen für zeitlich be-

grenzte Vorhaben von gesamtschweizerischer Bedeutung gewähren, 

die: 

a. Modellcharakter für die Weiterentwicklung der ausserschuli-

schen Arbeit haben; oder 

b. in besonderer Weise die Beteiligung von Kindern und Jugend-

lichen an der Entwicklung und Umsetzung des Projekts fördern. 

2 Der Bundesrat kann für die Gewährung von Finanzhilfen für Mo-

dellvorhaben und Partizipationsprojekte thematische Schwerpunkte 

und Zielvorgaben festlegen. 

Finanzhilfen an private Trägerschaften gemäss Art. 8 Abs. 1 KJFG werden 

nur auf Gesuch hin ausgerichtet (Art. 11 Abs. 1 SuG). Der Gesuchsteller 

muss der zuständigen Behörde alle erforderlichen Auskünfte erteilen 

(Art. 11 Abs. 2 SuG). Im Subventionsverfahren steht die Mitwirkung des 

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Antragsstellenden im Zentrum des Entscheidungsprozesses der Behörde 

(Urteil des BVGer B‒5547/2014 vom 17. Juni 2015 E. 3.2). 

5.4 Die KJFV enthält die Legaldefinition, was als « Vorhaben mit 
Modellcharakter » beziehungsweise « Modellvorhaben » nach Art. 8 

Abs. 1 Bst. a KJFG zu betrachten ist. Demnach handelt es sich bei diesen 

Vorhaben um einmalige, höchstens drei Jahre dauernde Projekte, welche 

innovative Aspekte enthalten, welche auf andere Kontexte übertragbar 

sind, für die ein Bedürfnis nachgewiesen ist und für die der Wissenstrans-

fer sichergestellt ist (Art. 8 Abs. 1 KJFV).  

Art. 10 KJFV formuliert sodann die näheren Anforderungen an ein Gesuch 

von privaten Trägerschaften um Finanzhilfen für ein Modellvorhaben nach 

Art. 8 KJFG. Das Gesuch ist jeweils bis Ende Februar, Ende Juni oder 

Ende November beim BSV einzureichen (Abs. 1) und muss mindestens 

Angaben enthalten über die Art, den Umfang, das Ziel, den Nutzen und 

den Modellcharakter des geplanten Projekts, die am Projekt beteiligten 

Personen und Organisationen sowie die Finanzierung und das Budget des 

geplanten Projekts (Abs. 2). Das BSV kann für die Einreichung der Ge-

suche unter anderem Formulare anbieten und Richtlinien über die Einzel-

heiten erlassen (Art. 5 KJFV). Das BSV entscheidet nach einer Prüfung 

der eingereichten Gesuche spätestens vier Monate nach Ablauf der Ein-

reichungsfrist (Art. 11 Abs. 1 und 4 KJFV).  

6.  
6.1 Der Beschwerdeführer rügt, die angefochtene Verfügung verletze 
Art. 8 Abs. 1 Bst. a KJFG, da er die dortigen Voraussetzungen erfüllt habe, 

und macht im Rahmen dessen eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung 

durch die Vorinstanz geltend. Umstritten und zu prüfen ist demnach, ob 

der Beschwerdeführer die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Finanz-

hilfe nach Art. 8 Abs. 1 Bst. a KJFG erfüllt. 

6.1.1 Die erste Voraussetzung ist jene der privaten Trägerschaft. Ge-
mäss der Legaldefinition in Art. 5 Bst. b KJFG sind unter dem Begriff 

« private Trägerschaft » private Verbände, Organisationen und Gruppie-

rungen zu verstehen, welche ausserschulische Arbeit leisten. Als solche 

gilt verbandliche und offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen samt 

niederschwelligen Angeboten (Art. 5 Bst. a KJFG). Der Gesetzgeber führt 

als eine der privaten Trägerschaften beispielhaft den Beschwerdeführer an 

(Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6810). Somit ist die erste Voraus-

setzung von Art. 8 Abs. 1 Bst. a KJFG ohne Weiteres gegeben. 

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476 BVGE / ATAF / DTAF 

 

6.1.2 Umstritten und näher zu prüfen ist hingegen, ob die Vorausset-
zung eines zeitlich begrenzten Vorhabens erfüllt ist. (…) 

6.1.3  
6.1.3.1 Das KJFG schweigt zur zeitlichen Begrenzung eines Modellvor-
habens. Aus Art. 8 Abs. 1 KJFV geht aber hervor, dass Modellvorhaben 

nach Art. 8 KJFG nur einmalig stattfinden und höchstens bis zu drei Jahre 

dauern dürfen. Die Vorhaben müssen zudem ausdrücklich innovative As-

pekte enthalten (Art. 8 Abs. 1 KJFV). Aus Sicht des Gesetzgebers handelt 

es sich um ein zeitlich begrenztes Vorhaben, wenn dieses nur einmal jähr-

lich stattfindet (vgl. Botschaft zum KJFG, BBl 2010 6803, 6843). Der 

Gesetzgeber versteht demnach die zeitliche Begrenzung eines Vorhabens 

nicht nur punktuell, sondern er lässt auch dessen Aufteilung in mehrere 

Teile zu, sofern es im Übrigen eine zeitliche Eingrenzung aufweist. Somit 

ist im Sinne des Gesetzgebers ein Vorhaben dann als zeitlich begrenzt zu 

erachten, wenn es sich insgesamt nicht über einen unbefristeten Zeitraum, 

einen nicht näher bestimmten Zeitraum von mehreren Jahren oder auf an-

dere Weise über einen längeren Zeitraum erstreckt. Dabei ist nicht auszu-

schliessen, dass ein Vorhaben über einen begrenzten Zeitraum ‒ wie zum 

Beispiel einige wenige bestimmte Jahre ‒ verteilt beispielsweise einmal 

pro Jahr durchgeführt wird. Dieses darf jedoch insbesondere nicht Teil 

einer regelmässigen, unbefristeten Tätigkeit sein. Denn wenn ein Vorha-

ben zu einer solchen gehört, ist es nicht mehr zeitlich begrenzt. 

Zu berücksichtigen ist überdies, dass ein Vorhaben nur dann als einmalig 

zu betrachten ist, wenn es innovativen Gehalt hat. Nach der Botschaft zum 

KJFG ist die Unterstützung von Projekten der ausserschulischen Arbeit 

insbesondere mit Blick auf die mit der Totalrevision des Gesetzes ange-

strebte verstärkte Förderung innovativer Formen der Kinder- und Jugend-

arbeit von Bedeutung. Es war dem Gesetzgeber ein Anliegen, dass nach 

Art. 8 Abs. 1 Bst. a KJFG Finanzhilfen für Projekte mit Modellcharakter 

ausgerichtet werden können, die ein entsprechendes Potenzial zur Leis-

tung eines wesentlichen Beitrags zur Innovation von Formen und Arbeits-

methoden der ausserschulischen Arbeit aufweisen (vgl. Botschaft zum 

KJFG, BBl 2010 6803, 6844). Demzufolge können nicht jedem einmali-

gen Projekt Fördergelder des Bundes zugesprochen werden. 

6.1.3.2 Wie in E. 6.1.3.1 vorstehend ausgeführt, ist die Vorschrift von 
Art. 8 Abs. 1 KJFV so zu verstehen, dass ein Vorhaben auch einmalig sein 

kann, wenn es innerhalb des maximalen Zeitraums von drei Jahren auf 

jährlich stattfindende Teilvorhaben aufgeteilt ist. Diese müssen als solche 

erkennbar sein, das heisst insbesondere klarerweise zusammengehören, 

Finanzhilfen. Kinder- und Jugendförderung 2015/33 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 477 

 

und gemeinsam ein einziges Vorhaben bilden, das einmalig ist. Die 

Teilvorhaben können neben- oder nacheinander stattfinden, letzterenfalls 

auch mit einem zeitlichen Unterbruch. Für die Annahme der Unterteilung 

eines Projekts genügt es aber nicht, wenn über drei Jahre verteilt jährlich 

ähnliche Vorhaben stattfinden oder diese Teil eines anderen Projekts sind. 

Während im zweiten Fall das andere Projekt länger als drei Jahre dauern 

könnte, fehlt es im ersten Fall unter Umständen an der Einmaligkeit eines 

Vorhabens. Denn ein solches ist unter anderem nicht bereits dann einmalig, 

wenn in ihm im Vergleich zu einem anderen lediglich die Rahmenbedin-

gungen wie das Thema, der Ort und die Teilnehmer ändern. Vielmehr muss 

das Projekt als solches innovativ sein (vgl. Urteil des BVGer C‒7833/2010 

vom 4. März 2013 E. 5.3). Es muss, wie Art. 8 Abs. 1 KJFV ausdrücklich 

erwähnt, innovative Aspekte aufweisen. 

6.1.3.3 In den vorinstanzlichen Richtlinien vom 1. Januar 2014 über die 
Gesuchseinreichung betreffend Finanzhilfen nach dem KJFG, die für das 

Jahr 2014 galten, ist ein Projekt als ein einmaliges zielgerichtetes Vorha-

ben definiert, das aus einer Menge von Tätigkeiten mit Anfangs- und 

Endtermin besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von 

Zwängen bezüglich Zeit, Ressourcen und Qualität ein Ziel zu erreichen 

(Art. 3 Bst. f dieser Richtlinien). Diese Definition knüpft an das Verständ-

nis dessen an, was schon nach den im Jahre 2013 gültigen Richtlinien unter 

einem erst- beziehungsweise einmaligen Projekt zu verstehen ist. In jenen 

gilt als eines der generellen Kriterien für die Förderung eines Vorhabens 

gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. a KJFG, dass das Projekt erst- oder einmalig 

durchgeführt wird (Ziff. 2 Bst. d des Anhangs 3 der entsprechenden Richt-

linien vom 1. Februar 2013). Eine Wiederholung eines bereits einmal 

durchgeführten Projekts ist damit von Finanzhilfe ausgeschlossen. Diese 

vorinstanzliche Regelung, welche die Einheitlichkeit der Verwaltungs-

praxis zu Art. 8 Abs. 1 KJFV im Jahre 2014 bezweckte, entspricht dem 

Willen des Verordnungsgebers (s. E. 6.1.3.2). 

Die ab dem 1. Januar 2015 geltenden Richtlinien der Vorinstanz gelangen 

vorliegend nicht zur Anwendung (…). 

6.1.3.4 Im « Gesuchsformular Modellprojekte 2013 » war vom Gesuch-
steller unter dem Titel « Grundvoraussetzungen Kinder- und Jugendförde-

rungsgesetz » insbesondere mittels Anbringens eines Kreuzchens zu bestä-

tigen, dass es sich um ein Projekt handelt, welches zum ersten Mal und/ 

oder einmalig durchgeführt wird, und dass das Projekt maximal eine Dauer 

von drei Jahren hat. Der Beschwerdeführer hat dies mittels entsprechender 

Angaben bestätigt (…). 

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6.1.3.5 Vorliegend sah das Projekt « Zukunftskonferenz 2014 » des Be-
schwerdeführers inhaltlich ein Programm mit im Wesentlichen zwei wie-

derkehrenden Arbeitsformen, nämlich den Formen « Plenum » und « ge-

leitete Arbeitsgruppen », vor. Im Plenum fanden die Begrüssung und der 

Abschluss, Informationen, Präsentationen, Referate sowie Abstimmungen 

statt. In den geleiteten Arbeitsgruppen wurden unter der Leitung jeweils 

einer Person Gruppenarbeiten zur Reflexion, zum gegenseitigen Aus-

tausch, zur gemeinsamen Entscheidfindung und zur Erarbeitung von Prä-

sentationen durchgeführt. Die Mittagspause mit einem Stehlunch diente 

ebenfalls dem wechselseitigen Austausch (…). Auch das Projekt « Zu-

kunftskonferenz 2012 » arbeitete im Wesentlichen mit den Formen « Ple-

num » und « geleitete Arbeitsgruppen » und den vorstehend beschriebenen 

Formelementen. Thematisch ging es in beiden Zukunftskonferenzen um 

die eigene Zukunft des Beschwerdeführers, darum wurde das Vorhaben 

beide Male « Zukunftskonferenz » genannt. Unterschiedlich waren abge-

sehen von den verschiedenen Grund- beziehungsweise Ausgangslagen 

und dem Veranstaltungsjahr lediglich die Anordnung der Elemente im 

Konferenzverlauf und deren konkrete Inhalte. Die Methodik der Zukunfts-

konferenz 2014 war angesichts dieser Übereinstimmungen im Grundsatz 

gleich wie jene der Konferenz im Jahre 2012 (« Zukunftskonferenz » bzw. 

« Grossgruppenkonferenz », vgl. < https://de.wikipedia.org/wiki/Zu-

kunftskonferenz >, abgerufen am 03.09.2015). 

In diesen Merkmalen können keine innovativen Aspekte im Sinne von 

Art. 8 Abs. 1 KJFV erkannt werden. Vielmehr liegt sowohl der Zukunfts-

konferenz 2012 wie auch jener des Jahres 2014 dasselbe Modell zugrunde, 

wie der Beschwerdeführer selbst dargelegt hat (E. 6.1.3.5). Dass die Teil-

nehmenden der Zukunftskonferenz 2014 einen Prozess zu einem Ver-

bandsdenken hin durchlaufen hätten (E. 6.1.2.1), ist als inneres subjektives 

Geschehen nicht nachprüfbar und kann nicht als Nachweis der erforder-

lichen Innovation genügen.  

Dass es sich bei den Zukunftskonferenzen 2012 und 2014 um ein in sich 

geschlossenes, zweiteiliges Einzelprojekt handle und erst die Gesamtheit 

beider Projekte die erforderliche Innovation schaffe, wird vom Beschwer-

deführer nicht geltend gemacht. Vielmehr spricht er von einer allfälligen 

weiteren Zukunftskonferenz (E. 6.1.3.5), was auf eine regelmässig ge-

plante Aktivität hindeutet. 

6.1.3.6 Die Vorinstanz hat damit zu Recht die Erst- beziehungsweise Ein-
maligkeit der Zukunftskonferenz 2014 verneint. 

Finanzhilfen. Kinder- und Jugendförderung 2015/33 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 479 

 

6.1.4 Da bereits die Voraussetzung der Erst- beziehungsweise Ein-
maligkeit des Vorhabens nicht erfüllt ist, sind die weiteren Vorausset-

zungen für die Zusprechung von Fördergeldern des Bundes gemäss Art. 8 

Abs. 1 Bst. a KJFG nicht mehr zu prüfen. 

7. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet 
und ist daher abzuweisen.