# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c70cd3c-76c9-55a5-a911-b3b2a0b02a3c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 E-6079/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6079-2006_2011-12-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­6079/2006

U r t e i l   v om   2 1 .   D e z embe r   2 0 1 1  

Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz),
Richter Kurt Gysi, Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis.

Parteien A._______
Sri Lanka,
vertreten durch Emil Robert Meier, Rechtsanwalt, 
Regensbergstrasse 3, Postfach 153, 8157 Dielsdorf,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 25. Juli 2006  / N_______.

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Sachverhalt:

A.  
Der Beschwerdeführer,  ein Angehöriger  der  tamilischen Ethnie,  verliess 
Sri  Lanka  laut  seinen  Angaben  am  30.  Juni  2006  mit  Hilfe  eines 
gefälschten Passes und gelangte mit dem Flugzeug von Colombo nach 
Rom. Von dort  habe  ihn  ein Schlepper  per Auto  am 3.  Juli  2006  in  die 
Schweiz gefahren. Im Empfangszentrum (EVZ) Kreuzlingen suchte er am 
selben  Tag  um Asyl  nach.  Am  5.  Juli  2006  fand  dort  die  summarische 
Befragung zu den Personalien und dem Reiseweg (Protokoll: A1) und am 
20. Juli 2006 die Anhörung zu den Asylgründen (Protokoll: A12) statt.

B.  
B.a    Zu  seinen  Lebensumständen  im  Heimatland  machte  der 
Beschwerdeführer  geltend,  er  sei  in  B._______,  Jaffna,  geboren,  habe 
aber  seit  Kleinkindesalter  und  bis  zur  Ausreise  in  Trincomalee 
(Ostprovinz)  gelebt.  Von  Beruf  sei  er  (…).  In  Trincomalee  habe  er  (…) 
zurückgelassen.

B.b  Der  Beschwerdeführer  machte  zu  seinen  Asylgründen  geltend,  er 
habe in den Jahren 1996 bis 2000 in einem von den Liberation Tigers of 
Tamil  Eelam  (LTTE)  kontrollierten  Gebiet  (Muthur)  für  die  Organisation 
Traktor  gefahren  und  andere Arbeiten  verrichtet,  sei  aber  nicht Mitglied 
der  Organisation  gewesen.  1996  habe  ihn  die  Armee  einmal 
festgenommen, geschlagen und am selben Tag wieder freigelassen.

Von Mai 2000 bis am 13. April 2006 habe er  für (…) als (…) gearbeitet. 
Für die Organisation Tamil Peravai habe er, ohne dort Mitglied gewesen 
zu sein, Fotokopien angefertigt und bei Streiks mitgeholfen.  Im Rahmen 
seiner  Tätigkeit(…)  habe  er  in  von  den  LTTE  kontrollierte  Gebiete, 
beispielsweise  nach  C._______,  fahren  müssen.  Manchmal  sei  er  von 
den  LTTE  gezwungen  worden,  Pakete  mitzuführen.  Im  Februar  2005 
habe er im Auftrag der LTTE drei Personen nach D._______ mitnehmen 
müssen. Am folgenden Tag sei er  in Trincomalee von der sri­lankischen 
Armee verhaftet worden. Er  sei  zum  (…) Camp  in E._______ gebracht, 
befragt  und  geschlagen  worden.  Man  habe  wissen  wollen,  wen  er  ins 
LTTE­Gebiet geführt habe, ob er auch Waren dorthin transportiere und ob 
er  in  der  Gegenrichtung  Personen  aus  dem  LTTE­Gebiet  nach 
Trincomalee bringe. Nachdem sich sein Arbeitgeber, der Projekt­Direktor, 
beim Kommandanten der Armee für ihn eingesetzt habe, sei er nach zwei 
Tagen, am 22. Februar 2005, freigelassen worden.

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Schliesslich  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  im  Februar  2006 
habe F._______,  ein Mitglied  der  LTTE,  ihn  gezwungen,  ein Paket  von 
G._______  nach  H._______  zu  überbringen.  Am  7.  April  2006  sei 
I._______,  ein  Mann  für  den  er  im  Büro  jeweils  Fotokopien  angefertigt 
habe,  in  (…)  erschossen  worden.  Am  (…)  2006  sei  in  K._______  eine 
Bombe  explodiert;  in  diesem  Zusammenhang  sei  ein  Mann,  der 
manchmal in Begleitung von I._______ ins Büro gekommen sei, verhaftet 
worden. Am (…) April 2006 sei der Beschwerdeführer abends zu Hause 
von  zwei Armeeangehörigen  in  Zivil  verhaftet worden. Sie  hätten  ihn  in 
ein  Camp  namens  (…),  einige  Kilometer  von  K._______  entfernt, 
gebracht. Während  der  ersten  drei  Tage  sei  er  in  einem  kleinen Raum 
festgehalten,  immer  wieder  befragt  und  geschlagen  worden;  nur  zum 
Essen sei er  jeweils  in den Essensraum der Soldaten gebracht worden. 
Jeder,  der  ihn  dort  gesehen  habe,  habe  ihn  beschimpft  und  als  LTTE­
Angehörigen  bezeichnet.  Am  ersten  Tag  sei  er  in  Ohnmacht  gefallen, 
nachdem man  ihn auf Kopf und Nacken geschlagen habe. Auch an den 
folgenden  zwei  Tagen  sei  er  mit  einem  Stock  auf  Rücken  und  Arme 
geschlagen  worden;  man  habe  ihm  den  Stock  auch  in  den  Bauch 
gestossen  und  die  Arme  verdreht.  Sie  hätten  ihm  gesagt,  sie  wüssten, 
dass er für die LTTE Dinge transportiere. Sie hätten auch wissen wollen, 
mit wem er zu  tun gehabt habe  im Zusammenhang mit den Fotokopien, 
die  er  angefertigt  habe. Nachdem er  von Personen  befragt worden  sei, 
die nur singhalesisch oder schlecht tamilisch gesprochen hätten, habe ihn 
am dritten Tag  jemand verhört, der einigermassen verständlich  tamilisch 
gesprochen habe.  Ihm gegenüber  habe er  dann eingestanden,  dass es 
I._______  gewesen  sei,  der  jeweils  ins  Büro  gekommen  sei  und  ihn 
gebeten  habe,  Fotokopien  zu  machen.  Auch  von  der  Übergabe  des 
Paketes  in  H._______  habe  er  erzählt  und  die  Soldaten  an  den 
betreffenden  Ort  geführt.  Sonst  habe  er  nie  etwas  gestanden,  sondern 
stets gesagt, nichts mit den LTTE zu tun zu haben. Nach dem dritten Tag 
in  Haft  habe  er  jeweils  in  einem  Raum  geschlafen,  wie  ihn  auch  die 
Soldaten  zur  Verfügung  gehabt  hätten,  und  er  habe  im  Camp 
Putzarbeiten verrichten müssen, wobei er weiterhin beschimpft und auch 
geschlagen worden sei, beispielsweise wenn er gesagt habe, er sei fertig 
mit  den  Putzarbeiten.  Am  (…)  2006  habe  es  ein  Bombenattentat  auf 
einen  Major  in  L._______  gegeben.  Die  Armee  habe  darauf  vom  (…) 
Camp  aus  die  Gegend  von  Muthur  bombardiert.  In  jener  Nacht  sei  er 
zusammen mit  zwei weiteren Häftlingen,  die  als  Folge  von Schlägen  in 
einem  sehr  schlechten  gesundheitlichen  Zustand  gewesen  seien,  in 
einem  Jeep mitgenommen worden. Man  habe  sie  erschiessen wollen – 
das habe er  den Gesprächen der Begleitpersonen entnommen. Bei  der 

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Einfahrt  in die Stadt sei er kurzentschlossen aus dem Jeep gesprungen 
und habe sich dabei am Fuss verletzt. Er sei zu einem Freund der Familie 
gegangen,  der  alles  Weitere  organisiert  habe.  Zuerst  habe  er  sich  im 
Haus  eines  Singhalesen  aufgehalten  und  sei  dann  nach Negombo  und 
schliesslich  L._______  gelangt.  Auch  seine  Frau  habe  sein Weggehen 
gewollt; sie sei im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzungen (…) 
angeschossen worden, ihre (…) seien damals ums Leben gekommen. Er 
gehe  davon  aus,  dass  er  wegen  seiner  Flucht  von  der  sri­lankischen 
Armee gesucht werde. Dass auch die LTTE ihn suchen, habe er kurz vor 
seiner Ausreise erfahren, da sie  ihm eine Aufforderung, sich zu melden, 
zugestellt haben. 

Der  Beschwerdeführer  reichte  seine  Identitätskarte,  seinen 
Geburtsschein  und  diverse  Fotos  im  Original  sowie  Führerschein, 
Heiratsurkunde,  Arbeitsausweise,  Zeugnisse  und Bestätigungsschreiben 
in Kopie ein.

C. 
Mit Verfügung vom 25. Juli 2006 – eröffnet am selben Tag – stellte das 
BFM  fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht, 
wies  sein Asylgesuch  ab,  verfügte  seine Wegweisung  aus  der  Schweiz 
und ordnete den Wegweisungsvollzug an.

Die  Abweisung  wurde  namentlich  damit  begründet,  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  im Zusammenhang mit  der  geltend  gemachten Haft 
im  April  2006  seien  unglaubhaft,  weil  sie  in  wesentlichen  Punkten 
Widersprüche enthielten oder der allgemeinen Erfahrung oder Logik des 
Handelns  widersprächen. Was  er  zu  den  Ereignissen  im  Februar  2005 
und  in  den  Neunzigerjahren  sage,  sei  mangels  zeitlich  und  sachlich 
genügenden  Kausalzusammenhangs  zwischen  Verfolgung  und  Flucht 
nicht  asylrelevant.  Der  Vollzug  der Wegweisung  sei  zulässig,  zumutbar 
und möglich.

D. 
Mit Beschwerde vom 24. August 2006 gelangte der Beschwerdeführer an 
die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) und 
beantragte die Aufhebung der BFM­Verfügung und die Rückweisung der 
Angelegenheit  an  die Vorinstanz,  eventualiter  die Gewährung  von Asyl, 
subeventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme.

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Zur  Begründung  des  Hauptantrages  führte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  aus,  soweit  das  BFM  ihm  Widersprüche  in  seinen 
Vorbringen  vorhalte,  basierten  diese  auf  einer  falschen,  teilweise 
aktenwidrigen  Feststellung  des  Sachverhalts.  Auch  die  übrigen 
Argumente,  die  das  BFM  für  die  fehlende  Glaubwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers  anführe,  seien  nicht  geeignet.  Die  Beweismittel 
vermöchten  zumindest  zu  belegen,  dass  der  Beschwerdeführer  seitens 
der  LTTE  gesucht  werde.  Dass  er  in  den  Neunzigerjahren  in  einem 
Armeecamp  verprügelt  worden  sei,  sei  in  der  Tat  wohl  nicht  mehr 
asylrelevant. Das gelte aber nicht  für die Verhaftung vom Februar 2005, 
weil  der  sachliche  und  zeitliche  Zusammenhang  zur  ein  Jahr  später 
erfolgten  Verhaftung  gegeben  sei.  Der  Beschwerdeführer  sei  bereits 
zweimal  staatlicher  Verfolgung  ausgesetzt  gewesen.  Nachdem  er 
anlässlich  der  zweiten  Verhaftung  eingestanden  habe,  Fotokopien 
angefertigt und ein Paket für die LTTE überbracht zu haben, sei evident, 
dass die sri­lankischen Behörden ihn suchten und er bei einer Rückkehr 
nach Sri Lanka in asylrelevanter Weise gefährdet wäre. Auch seitens der 
LTTE drohe ihm Verfolgung; dafür spreche die ihm zugestellte Vorladung 
sowie  der  Umstand,  dass  seine  Familienmitglieder  auch  nach  seiner 
Ausreise von unbekannten Personen bedroht worden seien. 

Eventualiter sei zu kassieren, da das BFM wegen falscher Annahme der 
Unglaubhaftigkeit die Asylrelevanz gar nicht geprüft habe.

Wegen  der  Verschlechterung  der  Situation  in  Sri  Lanka  sei 
subeventualiter ein Wegweisungsvollzug jedenfalls unzumutbar, was sich 
allein schon daraus ergebe, dass der Beschwerdeführer aus dem Norden 
Sri Lankas stamme und seit Kindesalter in Trincomalee gelebt habe.

Der  Beschwerdeführer  reichte  je  einen  Brief  (…)  und  (…)  im  Original 
samt  Übersetzung  ins  Deutsche  ein.  Darin  wird  im  Wesentlichen 
ausgeführt,  die  allgemeine  Situation  sei  gewaltbeladen,  es  hätten  sich 
unbekannte  Personen  nach  dem  Beschwerdeführer  erkundigt  und  die 
Familie werde bedroht. Ein Nachbar bestätigt in seinem in Kopie und mit 
Übersetzung  vorliegenden  Brief,  er  sei  Zeuge  der  Festnahme  des 
Beschwerdeführers im April 2006 gewesen. Gemäss einem fotokopierten, 
aber  original  unterschriebenem  Brief  des  Tamil  Eelam  Administrative 
Service vom  (…) wurde der Beschwerdeführer auf den  (…) vorgeladen, 
unter  der  Androhung  rechtlicher  Massnahmen  für  den  Fall  des 
Nichterscheinens. 

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E. 
Der mit Zwischenverfügung der ARK vom 28. August 2006 eingeforderte 
Vorschuss an die Verfahrenskosten  im Betrag von Fr. 600.− wurde vom 
Beschwerdeführer fristgerecht geleistet.

F. 
Mit  Eingabe  vom  6.  November  2006  machte  der  Beschwerdeführer 
geltend,  seine  in  Sri  Lanka  verbliebene  Familie  habe  inzwischen  ihren 
Aufenthaltsort  in  das  Flüchtlingscamp  (…)  verlegen  müssen.  Die 
Kriegshandlungen  zwischen  der  sri­lankischen  Armee  und  den  LTTE 
beträfen die Gegend von Muthur und Trincomalee besonders stark. Der 
Eingabe wurde eine in die englische Sprache übersetzte Bestätigung (…) 
beigelegt, wonach die Familie des Beschwerdeführers sich seit dem (…) 
dort aufhalte. 

G. 
Mit  Schreiben  vom  November  2006  teilte  der  zuständige 
Instruktionsrichter  der  ARK  dem  Beschwerdeführer  mit,  das 
Beschwerdeverfahren  werde  ab  1.  Januar  2007  vom 
Bundesverwaltungsgericht weitergeführt.

H. 
H.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  4.  März  2008  lud  der  zuständige 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  das  BFM  zum 
ergänzenden Schriftenwechsel ein und verwies explizit auf ein kurz zuvor 
ergangenes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2008/2).

H.b.  Mit  Vernehmlassung  vom  18.  März  2008  hob  das  BFM  die 
angefochtene  Verfügung  vom  25.  Juli  2006  betreffend  den  Vollzug  der 
Wegweisung (Ziffern 4 und 5 des Dispositivs) wiedererwägungsweise auf 
und  ordnete  aufgrund  des  als  unzumutbar  erkannten 
Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers 
an.

I. 
I.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  März  2008  forderte  der 
Instruktionsrichter  den  Beschwerdeführer  zur  Einreichung  einer 
Kostennote auf. 

I.b. In seiner Kostennote vom 31. März 2008 machte der Rechtsvertreter 
des Beschwerdeführers Kosten von insgesamt Fr. 1901.47 geltend.

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J. 
J.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Oktober  2011  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  BFM  zur  Vernehmlassung  ein.  Es  führte 
dazu  aus,  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  habe  (…)  geltend 
gemacht, dass am (…) mehrere Polizisten sie zu Hause aufgesucht und 
nach ihrem Ehemann gefragt hätten, worauf sie sich an die (…) gewendet 
habe. Die  (…) habe die  betreffende Polizeistation  kontaktiert.  Als Folge 
davon  hätten  sich  wiederum  Polizisten  bei  der  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers  beschwert  und  sie  beschimpft.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  verwies  in  der  Verfügung  auf  ein  Schreiben 
der (…), welches diese Aussagen stütze.

J.b. In seiner Vernehmlassung vom 14. November 2011 führte das BFM 
unter  anderem  aus,  die  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  habe  sich  seit 
Beendigung  des  militärischen  Konflikts  zwischen  der  sri­lankischen 
Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich gebessert. Dabei seien die 
LTTE  vernichtend  geschlagen  worden,  weshalb  von  ihnen  keine 
Verfolgung  mehr  ausgehe.  Die  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachten  Probleme  mit  den  sri­lankischen  Sicherheitskräften  lägen 
inzwischen über  fünfeinhalb  Jahre  zurück und  fielen  in  eine Zeit,  in  der 
sich die politische Situation wieder verschlechtert habe und der staatliche 
Sicherheitsapparat,  insbesondere  in  der  Herkunftsregion  des 
Beschwerdeführers,  seine  Repressionsmassnahmen  rigoros  verschärft 
habe;  inzwischen  sei  die  Situation  völlig  verändert.  Selbst  bei 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers wäre heute davon 
auszugehen, dass er über kein ausreichendes Profil verfügen würde, das 
zur Annahme  führen könnte,  er wäre mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit 
von  asylrelevanten  Schwierigkeiten  betroffen.  Er  sei  nicht  Mitglied  der 
LTTE  gewesen,  und  die  angeblichen  kurzzeitigen  Überprüfungen  oder 
Festnahmen hätten nicht zu Strafverfahren geführt, so dass heute keine 
Verdachtsmomente gegen  ihn mehr bestünden. An dieser Einschätzung 
vermöchten auch die Vorbringen der Ehefrau des Beschwerdeführers  in 
ihrem Verfahren nichts zu ändern.

J.c. In seiner Replik vom 1. Dezember 2011 macht der Beschwerdeführer 
im  Wesentlichen  geltend,  an  der  Verfolgungshaltung  der  sri­lankischen 
Regierung  gegenüber  der  tamilischen  Minderheit  habe  sich  auch  nach 
der Zerschlagung der LTTE wenig geändert. Er sei mehrfach seitens der 
sri­lankischen  Sicherheitskräfte  verdächtigt  worden,  die  LTTE  zu 
unterstützen, und deswegen auch festgenommen worden. Also gehöre er 
einer Risikogruppe an. Für seine Gefährdung spreche auch der Umstand, 

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dass  seine  Ehefrau  immer  wieder,  auch  kürzlich,  von 
Sicherheitsangehörigen  nach  seinem  Verbleib  gefragt  werde. 
Abschliessend  verweist  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Schreiben  auf 
seinen  fünfeinhalbjährigen  Aufenthalt  in  der  Schweiz,  seinen  guten 
Leumund und seine stabilen Lebensverhältnisse hier – insbesondere lebe 
er ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand – und macht geltend, 
jedenfalls  sei  auch  heute  noch  von  der  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs auszugehen.

Zusammen  mit  der  Eingabe  reichte  der  Beschwerdeführer  zwei 
Schreiben  in  englischer  Sprache  vom  27.  und  28.  November  2011  (in 
Kopie) ein. Die Verfasser, ein Rechtsanwalt und ein Friedensrichter aus 
Trincomalee,  führen  darin  aus,  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers 
werde auch heute noch von unbekannten Personen und Angehörigen der 
Sicherheitskräfte  aufgesucht  und  nach  dem  Verbleib  ihres  Ehemannes 
gefragt. Dieser sei in Sri Lanka zweifellos an Leib und Leben gefährdet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in 
der Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  (Art. 105  des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurteilung 
der  bei  der  ARK  hängigen  Rechtsmittel  übernommen.  Das  neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

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1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 AsylG und Art. 50 VwVG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Mit der wiedererwägungsweisen Aufhebung der Dispositivziffern 4 und 5 
der  angefochtenen  Verfügung  vom  25.  Juli  2006  und  gleichzeitigen  
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  durch  die  BFM­Verfügung  vom        
18.  März  2008,  erweist  sich  die  vorliegende  Beschwerde  betreffend 
Vollzug  der  Wegweisung  als  gegenstandslos  und  ist  als  solche 
abzuschreiben.  Verfahrensgegenstand  bilden  demzufolge  nur  noch  die 
Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft,  Verweigerung  des  Asyls  und 
Wegweisung. 

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG sind Personen, 
die  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten, 
wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit 
sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck 
bewirken. 

Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  erfüllt  eine  asylsuchende  Person  die 
Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG,  wenn  sie  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  mit  gutem 
Grund  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  befürchten  muss,  die  ihr 
gezielt  und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt  zu werden 
drohen  und  vor  denen  sie  keinen  ausreichenden  staatlichen  Schutz 

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erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f., BVGE 2008/4 E. 5.2, jeweils 
mit weiteren Hinweisen).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft,  wenn  sie  genügend 
substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 
vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  nicht 
widersprüchlich  sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Die 
asylsuchende  Person  muss  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  wenn  sie  wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt, 
mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung 
verweigert.  Glaubhaftmachung  impliziert  ferner  –  im  Gegensatz  zum 
strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum 
für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des asylsuchende 
Person.  Eine  Behauptung  gilt  bereits  als  glaubhaft  gemacht,  wenn  der 
Richter oder die Richterin von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie 
aber überwiegend  für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. 
Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der 
Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber  in Würdigung der gesamten 
Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die 
vorgebrachte  Darstellung  des  Sachverhalts  sprechen.  Entscheidend  ist 
im  Sinne  einer  Gesamtwürdigung,  ob  die  für  die  Richtigkeit  des 
dargelegten  Sachverhalts  sprechenden  Gründe  überwiegen  oder  nicht; 
dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen.

5. 
Der  Beschwerdeführer  moniert  zu  Recht,  die  vom  BFM  gegen  seine 
Glaubwürdigkeit  verwendeten  Argumente  basierten  auf  einem  unrichtig 
festgestellten Sachverhalt. Das BFM hält ihm im Zusammenhang mit den 

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Umständen  der  Haft  im  (…)  Camp  vor,  er  habe  anlässlich  der 
Bundesanhörung  wiederholt  angegeben,  von  den  sri­lankischen 
Behörden  regelmässig  verpflegt  worden  zu  sein,  während  er  anlässlich 
der  summarischen  Befragung  explizit  erklärt  habe,  in  den  ersten  drei 
Tagen  keine Nahrung  erhalten  zu  haben. Der  vom BFM  zitierten Stelle 
des  Protokolls  der  summarischen  Befragung  (A1  S.  6)  lässt  sich  aber 
diesbezüglich  einzig  der  Satz  entnehmen:  "Sie  gaben  mir  nichts  zu 
essen". Aus dem Kontext ergibt  sich ohne Weiteres, dass er sich dabei 
auf  den  ersten  Tag  bezogen  hat.  Dasselbe  ergibt  sich  aus  dem 
Anhörungsprotokoll (A12 S. 9), wo er angibt, die Zelle, in der er die ersten 
drei Tage verbracht habe, erstmals am zweiten Tag verlassen zu haben; 
sie  hätten  ihn  zum  Essen  gebracht.  Auch  der  zweite  dem 
Beschwerdeführer  in Zusammenhang mit dieser Haft entgegengehaltene 
Widerspruch – der Beschwerdeführer habe erst  im weiteren Verlauf der 
Bundesanhörung  plötzlich  vorgebracht,  er  habe  gegenüber  den  sri­
lankischen  Behörden  auch  eingestanden,  erzwungenermassen  Pakete 
für  die  LTTE  transportiert  zu  haben,  nachdem  er  vorerst  angegeben 
habe,  lediglich Fotokopien angefertigt zu haben –  lässt sich so nicht auf 
die  Akten  gründen.  Der  Beschwerdeführer  hatte  zum  einen  nämlich 
bereits  anlässlich  der  summarischen  Befragung  ausgesagt,  er  habe  im 
(…) Camp von sich aus von dem Paket erzählt, und die Soldaten hätten 
ihn zum Übergabeort beim Schulhaus geführt (A1 S.7). Er hat aber nicht, 
wie  vom  BFM  behauptet,  im  Verlauf  der  Bundesanhörung  "plötzlich" 
(nämlich  auf  S.  10  von  A12)  vorgebracht,  dass  er  gegenüber  den  sri­
lankischen  Soldaten  auch  eingestanden  habe,  Pakete  für  die  LTTE 
zwangsweise  transportiert  zu  haben,  sondern  er  hatte  bereits  zuvor, 
unmittelbar nach seiner Aussage, er habe am dritten Tag ein Geständnis 
bezüglich  der  Kopien  abgegeben,  zu  Protokoll  gegeben,  er  habe  dann 
erzählt über dieses Paket, das er nach H._______  im Februar gebracht 
habe,  und  er  habe  ihnen  den Ort  (…)  gezeigt,  wo  er  das  Paket  einem 
Mann übergeben habe (A12 S. 4).

Nachdem  das  BFM  sich  im  Rahmen  seiner  Vernehmlassung  vom  14. 
November  2011  zur  Asylrelevanz  der  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachten Verfolgung unter der Prämisse der Glaubhaftigkeit geäussert 
und  der  Beschwerdeführer  Gelegenheit  zur  Replik  erhalten  hat,  ist  der 
Hauptantrag auf Rückweisung der Sache ans BFM abzuweisen.

6. 
Das  BFM  erachtet  das  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte 
Kernvorbringen  seines  Asylgesuches,  nämlich  die  Festnahme  am  (…) 

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2006 und die darauffolgende Haft – Umstände, die schliesslich zu seiner 
Ausreise geführt hätten – als unglaubhaft. Das Bundesverwaltungsgericht 
kommt zu einem anderen Schluss:

6.1. Soweit das BFM dem Beschwerdeführer Widersprüche bezüglich der 
Verweigerung  oder  Abgabe  von  Essen  während  des  ersten  Tages 
beziehungsweise  der  ersten  drei  Tage  und  dem  Umfang  seines 
Geständnisses  entgegenhält,  kann  auf  das  unter  Erwägung  5  Gesagte 
verwiesen  werden;  die  beiden  angeblichen  Widersprüche  sind  geklärt. 
Auch  die  übrigen  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  dieser  Haft  sind 
substanziiert, in sich stimmig ausgefallen und enthalten eine Vielzahl von 
Realzeichen.  Ein  solches  ist  etwa  darin  zu  sehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  seinen  Vorbringen  nebensächliche  Einzelheiten 
schildert,  welche  für  das  Kerngeschehen  in  der  Aussage  unnötig  sind. 
Das  tut  er  beispielsweise  dort,  wo  er  umschreibt,  wie  er  zunächst  von 
einer  Person  befragt  worden  sei,  die  nur  die  singhalesische  Sprache 
gesprochen  habe,  am  Morgen  darauf  von  einer  gebrochen  tamilisch 
sprechenden  Person  und  erst  am  dritten  Tag  von  jemandem,  der 
einigermassen verständlich tamilisch gesprochen habe (vgl. A1 S. 5; A12 
S. 3 f. und 8 f.) oder wenn er auf die Frage, wann er aus der Ohnmacht 
aufgewacht  sei,  antwortet,  er  wisse  die  Zeit  nicht,  er  sei  in  einer  Ecke 
gewesen und habe geweint. Er  habe  zu Gott  gebetet  und geweint  (vgl. 
A12 S. 7 f.). 

6.2.  Soweit  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  entgegenhält,  die 
Vorbringen  zu  seiner  Flucht  seien  realitätsfremd, weil  die  sri­lankischen 
Behörden  im  Umgang  mit  Kollaborateuren  der  LTTE  höhere 
Sicherheitsmassnahmen  träfen,  ist  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführer nie geltend gemacht hatte, ein Kollaborateur der LTTE 
gewesen zu sein oder diese – ohne Zwang – unterstützt zu haben; er hat 
vielmehr  ausgesagt,  abgesehen  vom  gelegentlichen  Anfertigen  von 
Kopien  und  der  gelegentlichen  Überbringung  von  Waren  für  die  LTTE 
nichts mit der Organisation zu tun gehabt zu haben (vgl. A12 S. 4 f.). Die 
Art und Weise, wie der Beschwerdeführer festgenommen wurde, und der 
Umgang mit  ihm während der Haft  lässt darauf schliessen, dass die sri­
lankischen Behörden ihrerseits den Beschwerdeführer nicht ernsthaft der 
eigentlichen  Kollaboration  mit  den  LTTE  verdächtigt  hatten,  sondern 
vielmehr  davon  ausgingen,  er  könne  ihnen  aufgrund  seiner  beruflichen 
Tätigkeit  Informationen  liefern.  Für  diese Einschätzung  spricht  etwa  der 
Umstand, dass sie anlässlich der Festnahme gesagt hätten,  sie würden 
ihn nur für ein Verhör mitnehmen und wieder freilassen (vgl. A1 S. 5; A12 

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S. 3), dass sie ihm anlässlich der Befragungen gesagt hätten, sie würden 
ihm  nichts  tun,  wenn  er  über  Personen,  die  er  kenne,  erzählen  würde 
(vgl.  A12  S.  5  und  10),  dass  er  ab  dem  vierten  Tag  bessere 
Haftbedingungen gehabt habe, nämlich  in einen Raum gebracht worden 
sei, wo auch Armeeleute lebten, und ein Bett erhalten habe, wie es auch 
Soldaten benutzten, sowie für seine Notdurft eine Toilette habe benutzen 
können  (A12  S.  11  f.).  Schliesslich  sagt  der  Beschwerdeführer  auf  die 
Frage, weshalb er nicht gefesselt worden sei, selbst aus, möglicherweise 
hätten die Soldaten ihn einfach normal auf dem Jeep mitnehmen wollen; 
er  habe  ja  nur  aus  der  Art,  wie  sie  untereinander  gesprochen  hätten, 
geschlossen,  dass  er  und  die  beiden  anderen Häftlinge möglicherweise 
erschossen werden sollten, er habe Angst gehabt, seit er im Camp Lärm 
gehört habe (A12 S. 6 f.). Auch zu dieser Flucht sind seine Aussagen im 
Übrigen stimmig ausgefallen und enthalten Realzeichen, so in der Art und 
Weise,  wie  er  die  Vorkommnisse  umschreibt,  etwa  den  Zustand  der 
anderen  Häftlinge,  oder  wie  sein  Entschluss  gefallen  sei,  vom  Jeep  zu 
springen,  und  er  sich  den  Fuss  verletzt  habe  (A12  S.  5,  14  f.). 
Schliesslich  sprechen auch seine Narbe am Fuss und die  tatsächlichen 
Gegebenheiten  im  Osten  Sri  Lankas  im  Zeitraum  der  vom 
Beschwerdeführer geltenden Haft und späteren Flucht aus dem Camp für 
seine  Glaubwürdigkeit.  Die  Situation  im  betreffenden  Gebiet 
verschlechterte  sich  seit  dem  Sommer  2005  kontinuierlich  (vgl.  BVGE 
2008/2 E. 7.2.1). Die Erschiessung von I._______, dem Präsidenten des 
(…),  der  Bombenanschlag  in  K._______  vom  (…)  2006,  der 
Selbstmordanschlag  in  L._______  am  (…)  sowie  die  unmittelbar  darauf 
folgenden Angriffe der sri­lankischen Armee auf Stellungen der Rebellen 
im Distrikt Trincomalee sind durch öffentlich zugängliche Quellen belegt. 
Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  lassen  sich  ohne  weiteres  mit 
diesen tatsächlichen Begebenheiten vereinbaren. 

6.3.  Insgesamt  überwiegen  die  für  die  Richtigkeit  des  vom 
Beschwerdeführer  dargelegten  Sachverhalts  sprechenden  Gründe 
deutlich, weshalb  der  folgenden Würdigung  der  unter  den Buchstabe B 
dargelegte Sachverhalt zu Grunde zu legen ist. 

7.  
7.1.    Es  ist  davon  auszugehen,  dass  die  sri­lankischen  Behörden 
jedenfalls  bis  zum Ereignis  im April  2006,  das  schliesslich  zur Ausreise 
des  Beschwerdeführers  geführt  hat,  kein  asylrechtlich  relevantes 
Interesse  an  ihm  hatten.  Das  ergibt  sich  schon  daraus,  dass  er  in  der 
Lage  war,  sich  2000  oder  2001  auf  legalem Weg  einen  authentischen 

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Reisepass mit  einer  fünfjährigen Gültigkeitsdauer  zu beschaffen,  den er 
bis  ins  Jahr  2008  habe  verlängern  lassen  und  mit  dem  er  2005  nach 
Hong Kong und wieder zurück gereist sei (vgl. A1 S.3).

7.2.    Was  die  geltend  gemachte  Festnahme  am  (…)  2006  und  die 
anschliessende  zweiwöchige  Haft  betrifft,  so  dürfte  es  –  ohne  die 
Übergriffe  verharmlosen  zu  wollen  –  den  geltend  gemachten  Schlägen 
und  Demütigungen  an  der  Intensität  mangeln,  um  sie  als  ernsthafte 
Nachteile  im  Sinne  von  Art.  3  zu  qualifizieren.  Soweit  der 
Beschwerdeführer geltend macht, es habe ihm die Erschiessung gedroht, 
handelt  es  sich  um  eine  blosse  Vermutung.  Es  kann  zwar  nicht 
ausgeschlossen werden, dass die Soldaten damals vor dem Hintergrund 
der  eskalierten  Situation  tatsächlich  die  Erschiessung  der  drei 
Gefangenen beabsichtigten. Gerade so gut denkbar  ist aber auch, dass 
der Beschwerdeführer sie angesichts der singhalesischen Sprache, die er 
nach  eigener Beschreibung  nur wenig  versteht,  falsch  verstanden  hatte 
oder  dass  die  Soldaten  den  Häftlingen  mit  ihren  Äusserungen  Angst 
einflössen  wollten  oder  dass  sich  die  Äusserung  nur  auf  die  zwei 
Mitgefangenen,  welche  ja  im  Unterschied  zu  ihm  übel  zugerichtet  und 
wohl  auch  schwerwiegender  Taten  verdächtigt  worden  waren,  bezogen 
hatten. Wie bereits  in anderem Zusammenhang ausgeführt  (vgl. E. 6.1), 
lassen  die  gesamten  Umstände  darauf  schliessen,  dass  die  sri­
lankischen Behörden den Beschwerdeführer am (…) 2006 nicht aufgrund 
seiner  tatsächlichen  oder  vermuteten  politischen  Haltung  oder  wegen 
seiner  Ethnie  –  also  aus  einem  asylrechtlich  relevanten  Motiv – 
festgenommen  haben,  sondern  um  von  ihm  Informationen  zum  Umfeld 
von  I._______  beziehungsweise  zu  Personen  zu  erhalten,  die  ihn 
gezwungen  hatten,  im  Rahmen  seiner  Tätigkeit  (…)  Waren  oder 
Personen für die LTTE zu transportieren. Letztlich kann die Frage, ob der 
Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  die  Voraussetzungen  von 
Art.  3  AsylG  erfüllte,  offen  bleiben,  weil  für  die  Beurteilung  der 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  die  Situation  im  Zeitpunkt  der  Ausreise 
massgebend  ist,  sondern  vielmehr  die  Frage  entscheidend  ist,  ob  die 
Furcht  vor  Verfolgung  aktuell  noch  begründet  erscheint.  Dabei  sind 
allfällige Veränderungen der objektiven Situation  im Heimatland seit  der 
Ausreise zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.3 mit Hinweisen). 

7.3.  Als der Beschwerdeführer im Frühjahr 2006 festgenommen worden 
war,  hatte  sich  die  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  wieder  erheblich 
verschlechtert.  Bereits  im  August  2005  wurden  die  Emergency 
Regulations (Prevention of Terrorism Act; PTA)  reaktiviert, nachdem der 

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damalige  Aussenminister  Kadirgamar  ermordet  worden  war.  Beide 
Konfliktparteien  verstiessen  wiederholt  gegen  die 
Waffenstillstandsvereinbarung.  Besonders  betroffen  vom  daraus 
resultierenden  Anstieg  von  schweren  Menschenrechtsverletzungen 
waren die von Tamilen und Muslimen bewohnten Gegenden  im Norden 
und  Osten  Sri  Lankas,  darunter  die  Distrikte  Kilinochchi,  Vavuniya  und 
Trincomalee (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.2.1).

Demgegenüber  stellt  sich  die  Situation  im  Heimatstaat  des 
Beschwerdeführers  heute  wesentlich  anders  dar.  Am  19.  Mai  2009 
verkündete  die  Regierung  Sri  Lankas  offiziell  den  Sieg  der 
Regierungstruppen über die LTTE, und Präsident Rajapakse erklärte den 
seit  26  Jahren  andauernden  Krieg  für  beendet.  Das 
Bundesverwaltungsgericht hat vor kurzem im Rahmen eines Urteils eine 
umfassende Analyse der Lage in Sri Lanka vorgenommen. Darin geht es 
von  einer  seit  Beendigung  des militärischen  Konflikts  zwischen  der  sri­
lankischen Armee und den LTTE erheblich verbesserten Lage aus, selbst 
wenn sich das Land  immer noch  in einem Entwicklungsprozess befinde. 
Insbesondere  die  Sicherheitslage  habe  sich  nach  der  militärischen 
Vernichtung  der  LTTE  in  bedeutsamer Weise  stabilisiert  (vgl.  BVGE E­
6220/2006 vom 27. Oktober 2011).

7.4.    Eine  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  wird  nicht  schon  begründet 
durch  Vorkommnisse  oder  Umstände,  die  sich  früher  oder  später 
möglicherweise  ereignen  könnten,  sondern  erst, wenn  konkreter  Anlass 
zur  Annahme  besteht,  die  Verfolgung  werde  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zeit  geschehen.  Eine  solchermassen 
begründete Furcht ist vorliegend nicht anzunehmen. 

7.4.1.  Die  LTTE  gelten,  wie  erwähnt,  im  gesamten  Staatsgebiet  Sri 
Lankas  als  militärisch  vernichtet  (vgl.  a.a.O.,  E.9.1.1).  Soweit  der 
Beschwerdeführer eine Verfolgung durch die LTTE geltend macht, kann 
demnach,  wie  das  BFM  in  seiner  Vernehmlassung  vom  14.  November 
2011  zutreffend  festhält,  im  heutigen  Zeitpunkt  eine  solche 
ausgeschlossen werden.

7.4.2. Was eine allfällige Verfolgung seitens der sri­lankischen Behörden 
anbelangt,  so  ist  zwar  auch  heute  noch  davon  auszugehen,  dass 
Personen,  denen  Verbindungen  zu  den  LTTE  unterstellt  werden,  einer 
erhöhten Gefahr unterliegen (vgl. a.a.O., E. 8.1). 

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Die sri­lankischen Behörden wussten spätestens  im Februar 2005, dass 
der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  (…)  gewisse  Gefälligkeitsdienste  für 
die  LTTE  übernahm.  Dennoch  ist  er  nach  der  Fürsprache  seines 
Vorgesetzten  wieder  freigelassen  worden  und  konnte  seine 
Chauffeurtätigkeit  fortsetzen. Dabei  dürfte  auch mitgespielt  haben,  dass 
sich  (…)  in  dieser  Region  unterwegs  ist,  eine  gewisse  Tätigkeit  für  die 
LTTE gar nicht verhindern liess, was den Behörden zweifelsohne bekannt 
war.  Auch  dass  er  nach  diesem  Ereignis  auf  legalem  Wege  einen 
Reisepass  erlangen  und  damit  aus­  und  auch wieder  einreisen  konnte, 
bestätigt  die  Annahme,  dass  er  von  den  sri­lankischen  Behörden  nicht 
verdächtigt worden war,  in engerer Verbindung zu den LTTE zu stehen. 
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereignisse rund um seine 
Festnahme  am  (…)  2006  und  die  anschliessende  Haft  lassen  darauf 
schliessen, dass auch damals das  Interesse der Behörden vorab darauf 
gerichtet war, Informationen von ihm zu erlangen, zumal er (…) in LTTE­
Gebieten unterwegs war und I._______ im Büro (…) verkehrte. 

Vor  diesem  Hintergrund  und  angesichts  der  aktuellen  Situation  in  Sri 
Lanka  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im 
heutigen Zeitpunkt von den sri­lankischen Behörden gesucht wird und mit 
erheblicher  Wahrscheinlichkeit  dort  ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  des 
Asylgesetzes  zu  befürchten  hätte.  Daran  vermögen  die  kürzlich 
eingereichten  Bestätigungsschreiben,  die  im  Übrigen  nur  in  Kopie 
vorliegen, für sich alleine nichts zu ändern. Bemerkenswert ist in diesem 
Zusammenhang der Umstand, dass die Familie  des Beschwerdeführers 
inzwischen wieder an der ursprünglichen Wohnadresse in (…) lebt. Nach 
Einschätzung  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  auch  nicht  generell 
davon auszugehen, dass abgewiesene tamilische Asylsuchende, die aus 
der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren, seitens der dortigen Behörden 
aufgrund  ihrer  langen  Landesabwesenheit  respektive  ihrem  langen 
Aufenthalt  in  der  Schweiz  als  Oppositionelle  wahrgenommen  werden. 
Dass  die  sri­lankischen  Behörden  gerade  den  Beschwerdeführer 
verdächtigen  sollten,  während  seines  Aufenthalts  in  der  Schweiz  mit 
führenden LTTE­Kadern Kontakte gepflegt zu haben – was gemäss dem 
wiederholt  zitierten  Urteil  (a.a.O.,  E.  8.4.3.)  allenfalls  eine  konkrete 
Gefährdung  bei  der  Wiedereinreise  bedeuten  könnte  –  ist  nicht 
anzunehmen,  nachdem  sie  dies  vor  seiner  Ausreise  und  nach  seinem 
Geständnis bezüglich der Gefälligkeiten für die LTTE nicht getan hatten.

Insgesamt  besteht  kein  konkreter  Anlass  zur  Annahme,  nach  einer 
allfälligen  Wiedereinreise  in  Sri  Lanka  wäre  der  Beschwerdeführer  mit 

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beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit ernsthalten Nachteilen 
im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt.

8. 
Auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  und  den 
Stellungnahmen  sowie  auf  die  eingereichten  Beweismittel  einzugehen 
erübrigt  sich,  weil  sie  am  Ergebnis  nichts  zu  ändern  vermögen. 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht 
gelungen  ist,  eine  asylrelevante  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
darzutun.  Das  BFM  hat  demzufolge  zu  Recht  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft verweigert und das Asylgesuch abgewiesen.

9. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Der  Beschwerdeführer  ist  nicht  im  Besitz  einer  ausländerrechtlichen 
Aufenthaltsbewilligung  und  hat  auch  keinen  Anspruch  auf  Erteilung 
einer solchen (vgl. Art. 32 Bst. a Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen 
vom  11.  August  1999  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Die Wegweisung  wurde 
demnach zu Recht angeordnet.

10. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde  ist  demzufolge  bezüglich  der  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft,  der  Gewährung  von  Asyl  und  der  Wegweisung 
abzuweisen.

11. 
Nachdem  die  Beschwerde  betreffend  Wegweisungsvollzug  als 
gegenstandslos abgeschrieben und im Übrigen abgewiesen wird, ist über 
die  Kosten  und  allfälligen  Entschädigungen  zu  befinden.  Bei  der 
vorliegenden  Sachlage  –  die  wiedererwägungsweise  erfolgte  vorläufige 
Aufnahme  durch  das  BFM  im  Vernehmlassungsverfahren  ist 
verfahrensmässig als Obsiegen zu werten – ist praxisgemäss von einem 
hälftigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen.

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11.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten zur Hälfte, das 
heisst  im  Umfang  von  Fr.  300.−,  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 3 und 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind mit dem am 
9.  September  2006  geleisteten  Kostenvorschusses  von  Fr.  600.–  zu 
verrechnen; Fr. 300.– sind zurückzuerstatten.

Dem  teilweise  obsiegenden  Beschwerdeführer  ist  eine  reduzierte 
Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen  Kosten 
zuzusprechen  (Art.  7 Abs.1  und  2 VGKE). Die  vom Rechtsvertreter  am 
31.  März  2008  eingereichte  Kostennote  erscheint  hinsichtlich  des 
ausgewiesenen  Zeitaufwandes,  dem geltend  gemachten Stundenansatz 
und  den  Barauslagen  im  Betrag  von  Fr.  1901.50  (inkl. 
Mehrwertsteueranteil)  als  angemessen.  Der  seither  aufgelaufene 
Zeitaufwand wird auf zwei Stunden geschätzt  (Replik vom 1. Dezember 
2011)  und  ist  zu  einem  Ansatz  von      Fr.  220.−,  zusätzlich  8% 
Mehrwertsteueranteil, mithin Fr. 475.20, in Anschlag zu bringen. Die vom 
BFM  zu  entrichtende,  auf  die  Hälfte  reduzierte  Parteientschädigung  ist 
nach dem Gesagten auf Fr. 1188.35 festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite) 

E­6079/2006

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Der  Antrag  auf  Rückweisung  der  Angelegenheit  an  die  Vorinstanz  wird 
abgewiesen.

2. 
Die  Beschwerde wird  betreffend  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft, 
Ablehnung  des  Asylgesuches  und  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
(Dispositiv Ziff. 1 ­ 3 der angefochtenen Verfügung) abgewiesen.

3. 
Das  Beschwerdeverfahren  wird  als  durch Wiedererwägung  seitens  des 
BFM  gegenstandslos  geworden  abgeschrieben,  soweit  es  den 
Wegweisungsvollzug (Dispositiv Ziff. 4 ­ 5 der angefochtenen Verfügung) 
betrifft.

4. 
Die  Verfahrenskosten  werden  im  Umfang  von  Fr.  300.–  dem 
Beschwerdeführer  auferlegt.  Nach  Verrechnung  mit  dem  am  9. 
September  2011  geleisteten  Kostenvorschusses  sind  ihm  Fr.  300.– 
zurückzuerstatten.

5. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  reduzierte 
Parteientschädigung von Fr. 1188.35 auszurichten.

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Stöckli Esther Karpathakis

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Seite 20

Versand:

E­6079/2006

Seite 21

Zustellung erfolgt an:

– den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben,  Beilage: 
Formular "Zahladresse")

– das BFM, Asyl und Rückkehr, Zentrale Verfahren und Rückkehr (die 
Akten  N_______  verbleiben  aufgrund  des  hängigen 
Beschwerdeverfahrens  (…)  beim  Bundesverwaltungsgericht  (per 
Kurier; in Kopie)

– die kantonale Migrationsbehörde (in Kopie)