# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f519e42b-53ca-5939-b1cc-aba8927ca011
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.06.2021 IV 2019/282
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-282_2021-06-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/282

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.12.2021

Entscheiddatum: 21.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2021
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung Administrativgutachten. 
Beweiskraft der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für 
leidensangepasste Tätigkeiten bejaht. Kein rentenbegründender 
Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 21. Juni 2021, IV 2019/282).

Entscheid vom 21. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Miriam Lendfers und 

Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2019/282

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Philip Stolkin, Freiestrasse 76, Postfach 420, 

8032 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ litt in der Kindheit an einer angeborenen Epilepsie (Geburtsgebrechen 

Nr. 387 bzw. zunächst Geburtsgebrechen alt-Nr. 388). Die Invalidenversicherung 

erbrachte seit 2. Januar 1981 die zu deren Behandlung erforderlichen medizinischen 

Massnahmen bis 30. April 1999 (IV-act. 2 ff.; insbesondere IV-act. 22).

A.a. 

Am 13. Februar 2017 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen zum Leistungsbezug an (IV-act. 31). Der behandelnde Dr. med. B.___, 

Facharzt für Innere Medizin, gab im ärztlichen Bericht zur Eingliederung vom 16. März 

2017 an, die Versicherte leide an einem Mischödem der Unterschenkel und Füsse 

sowie an einem Status nach tiefer Beinvenenthrombose rechts bei einem Status nach 

undislozierter distaler Fibulafraktur rechts am 16. Oktober 2015. Ihren Beruf als 

Coiffeuse könne sie ca. 3 bis 4 Stunden pro Tag ausüben (IV-act. 57; siehe auch den 

Bericht von Dr. B.___ vom 13. Juli 2017, worin er die Ausübung der bisherigen 

Tätigkeiten [Coiffeuse und Raumpflegerin] während täglich 4 ½ Stunden für zumutbar 

hielt, IV-act. 70).

A.b. 

Im «Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt» 

führte die Versicherte am 10. Juli 2017 aus, sie würde im Gesundheitsfall mit einem 

100%igen Pensum einer (selbstständigen) Erwerbstätigkeit als Coiffeuse nachgehen 

(IV-act. 72). Am 13. September 2017 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt 

der Versicherten durch. Die Abklärungsperson hielt im Bericht vom 12. Oktober 2017 

fest, gemäss Betätigungsvergleich bestehe eine 55%ige Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Coiffeuse. Es könne nachvollzogen werden, dass die 

Versicherte aktuell ein 100%iges Erwerbspensum ausüben würde (IV-act. 81).

A.c. 

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Die behandelnde Dr. med. C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

berichtete am 26. Oktober 2017, die Versicherte befinde sich in einem psycho-

physischen Erschöpfungszustand, sei sehr wenig belastbar und habe eine sehr 

niedrige Stresstoleranz. Sie habe eine akzentuierte altruistische Persönlichkeit und 

könne nicht «nein» sagen. Aus psychiatrischer Sicht bescheinigte sie der Versicherten 

für die Tätigkeit als Coiffeuse eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. An einem anderen 

Arbeitsplatz, wo die Versicherte keine grossen körperlichen Belastungen haben würde, 

würde sie von der psychischen Seite überfordert und wahrscheinlich schnell psychisch 

dekompensieren (IV-act. 85; siehe auch den Bericht von Dr. C.___ vom 18. Januar 

2018 [Datum Posteingang IV-Stelle], IV-act. 162).

A.d. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 10., 11., 12. September und am 

3. Oktober 2018 polydisziplinär (psychiatrisch, allgemeininternistisch, orthopädisch, 

neurologisch und angiologisch) im ZMB Zentrum für Medizinische Begutachtung 

untersucht. Im Gutachten vom 6. November 2018 diagnostizierten die ZMB-

Sachverständigen als Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine chronisch-

venöse Insuffizienz, Stadium I nach Widmer beidseits; ein Lymphödem am rechten 

Vorfuss; ein Lipödem beidseits und eine Dysthymia (ICD-10: F34.1). Aus 

allgemeininternistischer, orthopädischer und neurologischer Sicht wurde der 

Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Der psychiatrische und der 

angiologische Gutachter - dieser allerdings nur bezogen auf die angestammte Tätigkeit 

als Coiffeuse - bescheinigten der Versicherten je eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus 

gesamtmedizinischer Sicht wurde eine Arbeitsunfähigkeit bzw. eine 

Rendementverminderung von 20 % bezogen auf die angestammte Tätigkeit 

bescheinigt. Für leidensangepasste Tätigkeiten wurde ausschliesslich aus 

psychiatrischer Sicht eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 212, 

insbesondere IV-act. 212-10 und IV-act. 212-16 f.).

A.e. 

Der RAD-Arzt Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie, vertrat in der Stellungnahme 

vom 9. November 2018 die Auffassung, die gutachterliche Beurteilung erfülle die 

versicherungsmedizinischen Anforderungen. Allerdings begründe eine Dysthymia aus 

versicherungsmedizinischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 214). Am 24. Januar 2019 äusserte sich die Versicherte zur gutachterlichen 

Beurteilung, die sie aus verschiedenen Gründen nicht für beweiskräftig hielt (IV-

A.f. 

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act. 222). Auf Ersuchen der IV-Stelle vom 29. Januar 2019 (IV-act. 224) nahmen der 

angiologische und psychiatrische ZMB-Gutachter am 1. März 2019 ergänzende 

Ausführungen zu ihrer Einschätzung vor, an der sie festhielten (IV-act. 229). Am 

24. April 2019 nahm der psychiatrische ZMB-Gutachter zudem Stellung (IV-act. 234) 

zum von der Versicherten am 25. Februar 2019 eingereichten Bericht von Dr. C.___ 

vom 6. Februar 2019 (IV-act. 226 f.).

Auf Anfrage der IV-Stelle vom 20. März 2019 (IV-act. 237) begründete Dr. B.___ 

die von ihm zuhanden der Versicherten bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 

dem 1. Februar 2019 mit der Persistenz der teils invalidisierenden Schmerzen und Par­

aesthesien an den unteren Extremitäten infolge ihres ausgeprägten Mischödems der 

unteren Extremitäten, das weiterhin bestehe (Stellungnahme vom 2. Mai 2019, IV-

act. 238). Der RAD-Arzt Dr. D.___ führte hierzu aus, nachdem Dr. B.___ keinerlei neue 

relevante medizinische Erkenntnisse vorbringe, seien die gutachterlichen 

Einschätzungen wesentlich überzeugender. Ergänzende medizinische Abklärungen 

seien nicht angezeigt (IV-act. 239).

A.g. 

Die IV-Stelle ermittelte einen 6%igen Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten 

mit Vorbescheid vom 23. Mai 2019 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-

act. 242). Dagegen erhob die Versicherte am 24. Juni 2019 Einwand und beantragte die 

Ausrichtung einer Rente basierend auf einem 100%igen Invaliditätsgrad (IV-act. 246). 

Mit dem Einwand reichte sie eine undatierte Stellungnahme von Dr. B.___ (IV-

act. 246-7 f.), ein Kostengutsprachegesuch für eine apparative Kompressionstherapie 

bei Lymph- bzw. Lipödem bds. «mit drohender Invalidisierung» von Dr. med. E.___, 

Facharzt für Chirurgie, speziell Gefässchirurgie, sowie für Phlebologie, vom 

25. September 2018 (IV-act. 246-9) und eine Stellungnahme zum Gutachten von 

Dr. C.___ vom 12. Dezember 2018 (IV-act. 246-10 f.) ein. Der psychiatrische ZMB-

Gutachter, der angiologische ZMB-Gutachter und die neurologische ZMB-Gutachterin 

nahmen am 10. September 2019 Stellung zum Einwand und den damit eingereichten 

medizinischen Beilagen. Sie hielten an ihrer ursprünglichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 

fest (IV-act. 251). Am 13. September 2019 würdigte der RAD-Arzt Dr. D.___ die 

gutachterliche Stellungnahme vom 10. September 2019 und gelangte zur Auffassung, 

dass es bei der bisherigen gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleibe (IV-

A.h. 

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B.  

Erwägungen

1.

act. 253). Die IV-Stelle verfügte am 25. September 2019 die Abweisung des 

Rentengesuchs (IV-act. 254).

Gegen die Verfügung vom 25. September 2019 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 28. Oktober 2019. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren 

Aufhebung und die Zusprache einer Rente basierend auf einem 100%igen 

Invaliditätsgrad; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung bringt sie im 

Wesentlichen vor, dass die gutachterliche Beurteilung nicht beweiskräftig sei. Des 

Weiteren rügt sie die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Ermittlung des 

Invalideneinkommens (act. G 1). Die Beschwerdeführerin reicht mit der ergänzenden 

Eingabe vom 25. Februar 2020 weitere Berichte der behandelnden medizinischen 

Fachpersonen ein (Bericht von Dr. B.___ vom 6. Februar 2020, act. G 7.1, und von 

Dr. C.___ vom 6. Februar 2019, act. G 7.2; siehe hierzu auch IV-act. 227) und hält eine 

Oberbegutachtung für erforderlich (act. G 7).

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. April 2020 

die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass die 

Sachverständigen des ZMB die Beschwerdeführerin umfassend polydisziplinär 

untersucht hätten und die gutachterliche Beurteilung in jeder Hinsicht nachvollziehbar 

sei. Das Invalideneinkommen sei im Rahmen einer Parallelisierung festgesetzt worden 

(act. G 10).

B.b. 

Nachdem die Beschwerdeführerin die mehrmals erstreckte Frist für eine Replik 

unbenützt liess, erklärt das Versicherungsgericht den Schriftenwechsel am 

18. September 2020 für abgeschlossen (act. G 19). Gleichentags geht beim 

Versicherungsgericht ein Schreiben der Beschwerdeführerin ein, worin sie ausführt, 

dass die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 9. April 2020 nichts 

substantiell Neues vorgebracht habe, weshalb sich Weiterungen erübrigen würden (act. 

G 20).

B.c. 

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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

1.4. 

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2.

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu prüfen, ob das ZMB-

Gutachten vom 6. November 2018 eine für die Ermittlung der Invalidität der 

Beschwerdeführerin beweiskräftige Arbeitsfähigkeitsschätzung enthält. Diese hält die 

gutachterliche Einschätzung aus verschiedenen Gründen für mangelhaft (siehe etwa 

act. G 1, Rz 28).

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

Die Beschwerdeführerin rügt, dass im Rahmen der gutachterlichen Abklärung des 

Lymphödems auf eine Volumenmessung verzichtet worden sei (act. G 1, Rz 15 und 

Rz 20, und act. G 7, Rz 7). Zudem hätten die Sachverständigen des ZMB zu wenig 

gewürdigt, dass das Lymphödem irreversibel sei und es im Tagesverlauf auch durch 

Kompressionsstrümpfe nicht mehr beeinflusst werden könne. Gerade diese 

Irreversibilität führe zu den invalidisierenden Schmerz- und Druckleiden, verhindere das 

lange Stehen als Coiffeuse und im Haushalt (act. G 1, Rz 16 und Rz 23, und act. G 7, 

Rz 5, Rz 8 und Rz 9).

2.1. 

Aus dem angiologischen Teilgutachten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 

nicht bloss Gelegenheit erhielt, sich zu ihrem Beinleiden und Schwellungszuständen zu 

äussern, sondern der angiologische Experte hierzu eine vertiefende Befragung 

durchführte (IV-act. 212-57 f.). Seine Einschätzung beruht ausserdem auf einer 

umfassenden klinischen Untersuchung (IV-act. 212-58 f.), die am späten Nachmittag 

bzw. frühen Abend stattfand («von 17 bis 18 Uhr», IV-act. 212-57 oben).

2.1.1. 

Die Kritik der Beschwerdeführerin und von Dr. B.___ bezieht sich hauptsächlich 

auf die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf die primär stehend zu 

verrichtende Tätigkeit als Coiffeuse. Sowohl aus der gutachterlichen Beurteilung (IV-

act. 212-61) als auch aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin (siehe hierzu etwa 

act. G 1, Rz 16 und Rz 23; siehe auch die Leidensangaben im Bericht von Dr. B.___ 

vom 22. Februar 2018, IV-act. 166-2 Mitte) und von Dr. B.___ (Stellungnahme vom 

6. Februar 2020, act. G 7.1, S. 3) geht nachvollziehbar hervor, dass vor allem das 

2.1.2. 

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dauernde Stehen, wie es etwa mit der Tätigkeit als Coiffeuse verbunden ist, zu 

schmerzhaften Schwellungszuständen in den Beinen und einer Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht führt. Damit decken sich die Wahrnehmungen 

von Dr. C.___ (siehe deren Ausführungen zu den belastungsabhängigen schmerzhaften 

Schwellungen in den Beinen vom 6. Februar 2019, act. IV-act. 227). Angesichts des 

ausgewiesenen belastungsabhängigen Charakters des Beinleidens leuchtet die 

gutachterliche Schlussfolgerung ein, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit (mit 

der Möglichkeit intermittierenden Beinhochlagerung und Möglichkeit zur Bewegung) 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus angiologischer Sicht nicht 

eingeschränkt ist (IV-act. 212-62). Für die Bemessung der Invalidität (Art. 7 i.V.m. Art. 8 

Abs. 1 ATSG) nicht entscheidend ist hingegen die Arbeitsfähigkeit für die 

angestammte, nicht leidensangepasste Tätigkeit als Coiffeuse. Die von Dr. B.___ 

ausschliesslich zur Dokumentation der Zunahme des vorbestehenden Mischödems 

unter den konkreten Arbeitsbedingungen als Coiffeuse geforderte Volumetrie (act. 

G 7.1, S. 2 Mitte) vermag deshalb von vorneherein keine Erkenntnisse bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten zu liefern. Folglich vermag das 

Fehlen einer Volumetrie keinen Mangel an der gutachterlichen Beurteilung - jedenfalls 

bezogen auf die entscheidrelevante Frage nach der Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten - zu begründen. Ergänzend kann auf die plausiblen 

Ausführungen des angiologischen Gutachters zur Dokumentation von Schwellungs­

zuständen verwiesen werden (Stellungnahmen vom 1. März 2019, IV-act. 229-2 f., und 

vom 10. September 2019, IV-act. 251-4 Mitte).

Ausserdem bringt die Beschwerdeführerin gegen die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vor, die behandelnden medizinischen Fachpersonen seien 

von deutlich tieferen Arbeitspensen ausgegangen (act. G 1, Rz 18 und Rz 22, und act. 

G 7, Rz 3, Rz 6 und Rz 11 f.).

2.2. 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein den 

Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 

351 f. E. 3a und b) - wie das vorliegende ZMB-Gutachten (siehe hierzu nachstehende 

E. 2.4) - nicht in Frage gestellt werden kann und nicht Anlass zu weiteren Abklärungen 

besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu 

einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten 

abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv 

feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, welche im Rahmen der 

Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen 

2.2.1. 

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Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 

4.3 mit Hinweisen).

Was die Kritik des langjährig behandelnden Dr. B.___, der zugleich Ehegatte 

einer ehemaligen Chefin der Beschwerdeführerin ist (IV-act. 212-77 unten), anbelangt, 

so beschlägt diese vor allem die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

bezogen auf die nicht leidensangepasste Tätigkeit als Coiffeuse (siehe hierzu auch 

vorstehende E. 2.1.2). Die von ihm bescheinigte Arbeitsunfähigkeit begründete er denn 

auch mit dem belastungsabhängigen Beinleiden (siehe etwa die Stellungnahme vom 

2. Mai 2019, IV-act. 238; vgl. auch die Stellungnahme vom 6. Februar 2020, act. G 7.1, 

insbesondere S. 2 Mitte, wo er sich zur belastungsabhängigen Zunahme des 

Lymphödems und den dadurch verursachten Schmerzen äussert). Es fehlt von ihm 

jedoch eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten. Soweit er hierzu überhaupt Stellung nahm, beschränkte sich seine 

Schätzung auf die nicht näher begründete Angabe, dass der Beschwerdeführerin eine 

leidensangepasste Tätigkeit «3-4 Stunden täglich» möglich sei (Bericht vom 

22. Februar 2018, IV-act. 166-4). Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung ist nicht 

ansatzweise begründet und steht im klaren Widerspruch zur von Dr. B.___ damals für 

die angestammte, nicht leidensangepasste Tätigkeit als Coiffeuse («aktuelle AUF 

beträgt 40%», IV-act. 166-5) höher eingeschätzte 60%ige Restarbeitsfähigkeit. Auch in 

den übrigen Stellungnahmen nahm Dr. B.___ keine nachvollziehbar begründete 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten vor. Er 

benannte auch keine für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten objektiv wesentlichen Gesichtspunkte, welche die ZMB-Gutachter und -

Gutachterin ausser Acht gelassen haben. Im Übrigen hat sich der angiologische ZMB-

Gutachter eingehend und plausibel mit der Kritik von Dr. B.___ auseinandergesetzt (IV-

act. 251-3 ff.). Darauf wird verwiesen.

2.2.2. 

Weder aus der von Dr. C.___ verfassten Stellungnahme vom 6. Februar 2019 

(act. G 7.2 bzw. IV-act. 227) noch derjenigen vom 18. Januar 2018 (Datum Posteingang 

bei der Beschwerdegegnerin; IV-act. 162) ergeben sich objektiv wesentliche 

Gesichtspunkte, welche der psychiatrische ZMB-Gutachter bei seiner Einschätzung 

unberücksichtigt liess. Im Gegensatz zur gutachterlichen Beurteilung, die sowohl 

schlüssige Ausführungen zur (In-)Konsistenz der Beschwerden (IV-act. 212-16 oben 

und IV-act. 212-90: Diskrepanz zwischen geltend gemachter Leistungsinsuffizienz und 

Aktivitätenlage) als auch zu den aus den Alltagsaktivitäten hervorgehenden erheblichen 

Ressourcen der Beschwerdeführerin beinhaltet (siehe etwa IV-act. 212-80), gründet die 

2.2.3. 

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3.

Auf der Grundlage der für leidensangepasste Tätigkeiten gutachterlich bescheinigten 

90%igen Arbeitsfähigkeit kann die konkrete Ermittlung der Vergleichseinkommen, 

insbesondere auch die Höhe eines allfälligen Tabellenlohnabzugs, offenbleiben. Denn 

selbst wenn zugunsten der Beschwerdeführerin, aus deren Erwerbsbiografie keine 

Hinweise auf ein über dem vom Bundesamt für Statistik ermittelten Medianlohn für 

Hilfsarbeiterinnen (siehe hierzu: vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe 

der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019) liegendes Valideneinkommen 

hervorgehen (vgl. IV-act. 55 und IV-act. 240), ein Prozentvergleich vorgenommen 

würde, resultierte bei einem nach der Rechtsprechung insgesamt höchstens zulässigen 

25%igen Tabellenlohnabzug (BGE 126 V 75) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C.___ nicht auf einer erkennbaren Konsistenz- und 

Ressourcenprüfung.

Als weiteren Mangel macht die Beschwerdeführerin geltend, ihr psychisches 

Leiden sei unterschätzt worden. Insbesondere seien belastende Erlebnisse in der 

Vergangenheit (wie etwa der frühe Tod des Vaters) vom psychiatrischen ZMB-

Gutachter nicht ausreichend gewürdigt worden (act. G 1, Rz 21 f. und Rz 23, und act. 

G 7, Rz 15). Diese Kritik erweist sich als aktenwidrig (siehe die vom psychiatrischen 

Gutachter im Rahmen der umfassenden vertiefenden Befragung erhobenen Antworten 

der Beschwerdeführerin in IV-act. 212-75 ff., die er bei der versicherungsmedizinischen 

Würdigung berücksichtigte, IV-act. 212-83 f.), womit sich unter zusätzlichem Verweis 

auf die gutachterlichen Ausführungen vom 10. September 2019 (IV-act. 251-2) 

Weiterungen erübrigen.

2.3. 

Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten fällt des Weiteren ins Gewicht, dass sie auf 

eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die 

medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert. Die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Leiden wurden umfassend sowie interdisziplinär 

berücksichtigt und namentlich im Rahmen einer Konsistenz- und Ressourcenprüfung 

gewürdigt. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter 

bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden wären. Ein weiterer Abklärungsbedarf besteht folglich nicht, 

weshalb der Antrag der Beschwerdeführerin (act. G 7, Rz 16) um eine 

Oberbegutachtung abzuweisen ist.

2.4. 

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Der Invaliditätsgrad betrüge bestenfalls aufgerundet bloss 33 % (10 % + [90 % 

x 25 %]).

4.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Eine Gerichtsgebühr von 

Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. 

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr 

daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2021
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung Administrativgutachten. Beweiskraft der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bejaht. Kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 2021, IV 2019/282).

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		2025-07-19T02:42:08+0200
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