# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ad73dcc-52b4-5516-ac07-7851018c932c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240086-O1
**Docket/Reference:** SB240086-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240086-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB240086-O/U/hb

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichterin lic. 

iur. Ohnjec und Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie die Gerichts-

schreiberin MLaw Hug-Schiltknecht

Urteil vom 20. August 2025

in Sachen

A._____, in Sicherheitshaft, 

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur., LL.M. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

sowie

1.

2.

3.

4.

5.

B._____, 

C._____, 

D._____, 

E._____, 

F._____, 

- 2 -

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, Advokaturbüro 

Kernstrasse, Kernstr. 8/10, Postfach, 8021 Zürich 1

2, 3 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, Advokaturbüro Kernstrasse, 

Kernstr. 8/10, Postfach, 8021 Zürich 1

betreffend versuchter Mord etc. und Widerruf  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 

13. Dezember 2023 (DG230125)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 20. Juli 2023 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/22).

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

–

der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 1);

–

des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dos-

sier 1 und 2) sowie

–

der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Dossier 2).

2.

Der  Beschuldigte  wird  vom  Vorwurf  des  mehrfachen  versuchten,  teilweise 

qualifizierten  Raubes  im  Sinne  von  Art. 140  Ziff.  1,  Ziff.  3  und  eventualiter 

Ziff. 4 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB freigesprochen (Dossier 1 

und 2). 

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute  428 Tage  durch  Haft  erstanden  sind,  sowie  mit  einer  Busse  von 

CHF 800.–.

4.

a)

Es  wird  eine  vollzugsbegleitende  ambulante  Massnahme  (deliktorien-

tierte gewaltpräventive Therapie) im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.

b)

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

c)

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuld-

haft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen.

5.

Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

28. Juni 2022 ausgefällten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu CHF 30.– wird 

widerrufen. Die Geldstrafe ist zu bezahlen.

- 4 -

6.

Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB für die 

Dauer von 10 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem (SIS) angeordnet.

7.

Dem Beschuldigten wird in Anwendung von Art. 67b StGB für die Dauer von 

5 Jahren gerichtlich verboten, mit der Privatklägerin 1 (B._____) in irgendeiner 

Weise (persönlich, telefonisch, schriftlich, SMS, E-Mail, etc.) Kontakt aufzu-

nehmen oder durch Drittpersonen aufnehmen zu lassen und sich ihr zu nä-

hern. 

8.

a)  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) Scha-

denersatz von CHF 818.80.– sowie EUR 8'194.60, je zuzüglich 5 % Zins ab 

13. Dezember 2023, zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird festgestellt, dass der 

Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 aus dem eingeklagten Ereignis 

dem  Grundsatze  nach  schadenersatzpflichtig  ist.  Zur  genauen  Feststellung 

des  Umfanges  des  Schadenersatzanspruches  wird  die  Privatklägerin 1  auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

b)  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung 

von CHF 45'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 11. Oktober 2022 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 abgewiesen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (C._____) eine Genug-

tuung von CHF 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 11. Oktober 2022 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 abgewie-

sen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 (D._____) eine Genug-

tuung von CHF 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 11. Oktober 2022 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 3 abgewie-

sen.

- 5 -

11. a)

Der  Beschuldigte  wird  verpflichtet,  der  Privatklägerin 4  (E._____)  eine 

Umtriebsentschädigung von EUR 144.40 zu bezahlen.

b)  Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 eine Genugtuung 

von CHF 2'000.– zu bezahlen.

12. Die  folgenden,  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich 

vom 3. Juli 2023 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vaten-Triage, unter der Polis-Nr. 1 lagernden Gegenstände werden dem Be-

schuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben 

und andernfalls der Lagerbehörde nach Ablauf von drei Monaten zur gutschei-

nenden Verwendung überlassen:

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Jeanshose grau und Leibchen grau (Asservat-Nr. A016'635'191)

Notebook HP Envy (Asservat-Nr. A016'635'226)

iPhone Apple (Asservat-Nr. A016'635'237)

Powerbank Bridgestone Driveguard (Asservat-Nr. A016'635'259)

USB-Stick Aufschrift verkehrstheorie.ch (Asservat-Nr. A016'635'260)

Herrenbekleidung (Asservat-Nr. A016'635'282)

13. Die  folgenden,  bei  der  Kantonspolizei  Zürich,  Asservaten-Triage,  unter  der 

Polis-Nr. 1 lagernden Gegenstände, Spuren und Spurenträger werden einge-

zogen  und  der  Lagerbehörde  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  zur  Vernichtung 

überlassen:

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Tatort-Fotografie (Asservat-Nr. A016'640'269)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'429)

Halsbekleidung (Asservat-Nr. A016'640'430)

Bettwäsche (Asservat-Nr. A016'640'510)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'587)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'623)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'634)

Daktyloskopische Spur Fotografie (Asservat-Nr. A016'640'725)

Daktyloskopische Spur Fotografie (Asservat-Nr. A016'640'736)

- 6 -

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IRM-Fotografie (Asservat-Nr. A016'636'865)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'636'934)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'636'956)

– 

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'636'967)

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DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'636'989)

IRM-Fotografie (Asservat-Nr. A016'634'198)

Vergleichs-WSA (Asservat-Nr. A016'640'292)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'316)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'327)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'338)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'349)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'361)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'372)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'383)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'407)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'640'418)

Vergleichs-WSA (Asservat-Nr. A016'634'212)

Vergleichs-WSA (Asservat-Nr. A016'640'543)

DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'356'197)

DNA-Tape (Asservat-Nr. A016'356'186)

- 7 -

14. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

8'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

6'800.00   Gebühr für das Vorverfahren

901.05   ärztliche Untersuchung PKin 1

346.50   IRM Gutachten BES

880.00    Auswertung Handy und Datensicherung

48.00   Asservate IRM

743.50   ärztliche Untersuchung BES

1'123.65   Toxikologisches Gutachten 

13'650.00   Psychiatrisches Gutachten

20'084.50   amtl. Verteidigung (inkl. Barauslagen; nicht mehrwertsteuerpflichtig)

16'150.50   unentgeltl. Rechtsvertretung PKin 1 (inkl. Barauslagen und Mwst)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

15. Die  Kosten  der  Untersuchung  und  des  gerichtlichen  Verfahrens,  mit  Aus-

nahme  derjenigen  der  amtlichen  Verteidigung  sowie  der  unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin 1, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsver-

tretung der Privatklägerin 1 werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men.  Die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  gemäss  Art. 135  Abs. 4 

StPO und Art. 426 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (C._____) für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung von CHF 1'288.90 zu bezahlen.

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 (D._____) für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung von CHF 1'288.90 zu bezahlen.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 206 S. 2)

- 8 -

1.

Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 1) 

frei zu sprechen.

2.

Der Beschuldigte sei wegen Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.

3.

Der Beschuldigte sei wegen mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne 

von Art. 186 (Dossier 1 und 2) schuldig zu sprechen.

4.

Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten bedingt 

zu bestrafen, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren, unter An-

rechnung der erstandenen Haft seit dem 11. Oktober 2022.

5.

Von der Bestrafung mit einer Busse und der Festsetzung einer Ersatz-

freiheitsstrafe sei abzusehen. Insbesondere sei von einer stationären 

Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB abzusehen.

6.

Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich (2. Abteilung) vom 28. Juni 

2022 wegen Nötigung (Versuch) im Sinne von Art. 181 StGB mit einer 

bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen à CHF 30.– gewährte Probe-

zeit von 2 Jahren sei um ein Jahr ab Urteilsdatum zu verlängern.

7.

Der Beschuldigte sei nach der heutigen Verhandlung, aus der Untersu-

chungshaft zu entlassen.

8.

9.

Es sei von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen.

Dem Beschuldigten sei in Anwendung von Art. 67b StGB für die Dauer 

von 5 Jahren gerichtlich verboten mit der Privatklägerin 1 (B._____) in 

irgendeiner Weise Kontakt aufzunehmen oder durch Drittpersonen auf-

nehmen zu lassen und sich ihr zu nähern.

10. Die als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände seien dem Be-

schuldigten zurückzugeben bzw. nach Eintritt der Rechtskraft des Ent-

scheides auszuhändigen: es handelt sich dabei um eine Jeanshose 

- 9 -

und Leibchen, einem Notebook, einem I-Phone, Powerbank, USB-

Stick, diverse Herrenkleider.

11. Für die Geltendmachung allfälliger rechtlicher Ansprüche der Privatklä-

gerschaften 1 (B._____), 2 (C._____), 3 (D._____) und 4 (E._____) soll 

auf den Zivilweg verwiesen werden.

12. Die Kosten der Untersuchung und des Verfahrens vor Bezirksgericht 

und vor Obergericht Zürich seien auf die Staatskasse zu nehmen und 

dem Beschuldigten aufzuerlegen, jedoch infolge Uneinbringlichkeit zu 

erlassen.

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen.

b)

Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(Urk. 205)

1.

Bestätigung von Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 5-17 des vorinstanzlichen 

Urteils.

2.

Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 7 Monaten sowie 

mit einer Busse von CHF 500.00.

3.

4.

Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB.

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten.

c)

Der Privatkläger 1-3:

(Urk. 207)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

d)

Der Privatklägerin 4:

(Urk. 73)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

- 10 -

________________________________________

Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung

A.

1.

Verfahrensgang

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abtei-

lung, vom 13. Dezember 2023 gemäss dem eingangs erwähnten Urteilsdispositiv 

schuldig gesprochen. Das Urteil wurde gleichentags mündlich eröffnet und im Dis-

positiv übergeben (Prot. I S. 27). Der Beschuldigte meldete innert Frist mit Ein-

gabe vom 21. Dezember 2023 Berufung an (Urk. 63). Die Berufungserklärung 

reichte er mit Eingabe vom 26. Februar 2024 (Datum Poststempel: 28. Februar 

2024) ebenfalls innert Frist ein (Urk. 70; Urk. 66/2). Auf die Fristansetzung vom 

4. März 2024 erhob die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: 

Staatsanwaltschaft) Anschlussberufung (Urk. 71; Urk. 74). Die Privatklägerin 4 

beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (vgl. Urk. 71; Urk. 73 

S. 2). Die Privatkläger 1-3 und 5 liessen sich innert Frist nicht vernehmen 

(Urk. 71; Urk. 72/2; Urk. 72/4; Urk. 75). 

2.

In der Berufungserklärung stellte der Beschuldigte unter anderem den Be-

weisantrag, es sei ein Obergutachten eines neuen, unabhängigen Sachverständi-

gen anzuordnen, das sich zur Schuldfähigkeit, einer allfälligen psychischen Stö-

rung, der Legalprognose sowie der Indikation für eine strafrechtliche Massnahme 

des Beschuldigten äussere (Urk. 70 S. 1). Diesem Beweisantrag folgend und 

nachdem der Assistenzarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik Rheinau, 

Dr. med. G._____, erklärt hatte, dass sich seit der Einweisung des Beschuldigten 

klare Hinweise ergeben hätten, welche das psychiatrische Gutachten von 

Dr. med. H._____ vom 31. März 2023 als überholt erscheinen liessen (Urk. 93), 

wurde mit Beschluss vom 5. Juli 2024 ein ärztliches Gutachten über den körperli-

chen und geistigen Zustand des Beschuldigten, dessen Schuldfähigkeit zur Zeit 

- 11 -

der Tat sowie die Zweckmässigkeit einer Massnahme nach den Art. 56 bis 64 

StGB bei Dr. med. I._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Zertifi-

zierter Forensischer Psychiater SGFP, in Auftrag gegeben und den Parteien Frist 

angesetzt, um fakultativ zur Person des Gutachters Stellung zu nehmen und all-

fällige Ergänzungsfragen an diesen zu richten (Urk. 100). 

3.

Mit Datum vom 18. November 2024 wurden die Parteien auf den 20. Au-

gust 2025 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 139).

4.

Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. I._____ über den Beschuldig-

ten vom 24. März 2025 ging am Folgetag hierorts ein (Urk. 170; Urk. 172). Mit 

Präsidialverfügung vom 28. März 2025 wurde der amtlichen Verteidigung, der 

Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerschaft Frist angesetzt, um ihnen das 

rechtliche Gehör zum Gutachten und zu allfälligen Folgen für das Verfahren im 

Hinblick auf die Massnahme zu gewähren (Urk. 173), worauf seitens der Staats-

anwaltschaft stillschweigend verzichtet wurde. Mit Eingabe vom 2. Juni 2025 er-

klärte der amtliche Verteidiger, einstweilen auf eine vorgängige schriftliche Stel-

lungnahme zum genannten Gutachten zu verzichten (Urk. 184). Die Vertreterin 

der Privatkläger 1-3 reichte ihre Stellungnahme mit Eingabe vom 6. Juni 2025 ein 

(Urk. 185), woraufhin dem Gutachter Dr. med. I._____ Gelegenheit gegeben 

wurde, sich zu dieser Stellungnahme zu äussern (Urk. 187). Die diesbezügliche 

Stellungnahme von Dr. med. I._____ ging am 18. Juli 2025 hierorts ein (Urk. 197).

5.

Zur Berufungsverhandlung vom 20. August 2025 erschienen der Beschul-

digte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

Staatsanwältin lic. iur. J._____ als Vertreterin der Anklagebehörde sowie Rechts-

anwältin lic. iur. Y._____ als Vertreterin der Privatkläger 1, 2 und 3 (Prot. II S. 12). 

Das Urteil erging gleichentags nach erfolgter Beratung im Anschluss an die Beru-

fungsverhandlung (Prot. II S. 47 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte 

der Beschuldigte erneut den Beweisantrag, es sei Dr. med. I._____ als sachver-

ständiger Zeuge einzuvernehmen (Prot. II S. 16). Wie nachfolgend aufzuzeigen 

sein wird, erübrigt sich die Einvernahme von Dr. med. I._____ als sachverständi-

ger Zeuge (vgl. Ziffer VI.A.2.2.3). Vorfragen wurden keine aufgeworfen (Prot. II 

S. 16). Das Verfahren erweist sich demgemäss als spruchreif.

- 12 -

Umfang der Berufung

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

B.

1.

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Dabei ist es na-

heliegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprüfung des Urteils 

einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den angefochtenen Punkten 

besteht. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Freispruch gelten für 

den Fall der Gutheissung automatisch auch damit zusammenhängende Folge-

punkte des Urteils, wie zum Beispiel Nebenfolgen von Entscheiden über Einzie-

hungen, Zivilpunkte sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, als angefoch-

ten. Bestätigt das Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die weiteren nicht an-

gefochtenen Urteilspunkte bei einer Beschränkung der Berufung nicht zu überprü-

fen (BGE 147 IV 93 E. 1.5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 

12. Januar 2022 E. 2.2 [nicht publ. in BGE 148 IV 22]; vgl. auch SCHMID/JOSITSCH, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. Auflage, Zü-

rich/St. Gallen 2023, N 18 zu Art. 399 StPO; HUG/SCHEIDEGGER in: Donatsch/Lie-

ber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-

nung StPO, 3. Auflage, Zürich 2020, N 19 und 20 zu Art. 399 StPO). Auch wenn 

das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am 

Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, 

welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 

E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 

mit Hinweisen).

2.

Der Beschuldigte verlangt in der Berufungserklärung einen vollumfängli-

chen Freispruch sowie die Abweisung der Zivilforderungen mit ausgangsgemäs-

ser Kosten- und Entschädigungsregelung (Urk. 70 S. 1). Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung anerkannte der Beschuldigte im Gegensatz zur Berufungser-

klärung die Schuldsprüche betreffend Tätlichkeiten und mehrfachen Hausfrie-

densbruchs und zog somit die Berufung diesbezüglich zurück. Das Kontakt- und 

Rayonverbot gegenüber der Privatklägerin 1 anerkannte der Beschuldigte eben-

- 13 -

falls. Hinsichtlich des Vorwurfs der versuchten vorsätzlichen Tötung verlangt er 

weiterhin einen Freispruch. Des Weiteren ficht der Beschuldigte das vorinstanzli-

che Urteil betreffend die Bestrafung, den Widerruf, die Massnahme, die Landes-

verweisung, die Beschlagnahmungen sowie die Zivilansprüche an (Urk. 206 

S. 2 f.).

3.

Die Staatsanwaltschaft beschränkt ihre Anschlussberufung auf die Schuld-

sprüche betreffend die versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie die Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB, die Freisprüche betreffend den mehrfach versuchten, teil-

weise qualifizierten Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1, Ziff. 3 und eventualiter 

Ziff. 4 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie die Bemessung der 

Strafe (Urk. 74 S. 1 f). Anlässlich der Berufungsverhandlung schränkte die Staats-

anwaltschaft ihre Anschlussberufung zu Gunsten des Beschuldigten weiter ein, 

konkret auf die Bemessung der Strafe, und beantragt die Bestätigung von Dispo-

sitiv-Ziffern 1, 2 und 5-17 des vorinstanzlichen Urteils sowie die Anordnung einer 

stationären Massnahme nach Art. 59 StGB, unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zu Lasten des Beschuldigten (Urk. 205 S. 1).

4.

In Rechtskraft erwachsen ist das vorinstanzliche Urteil somit bezüglich der 

Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldsprüche betreffend mehrfachen Hausfriedens-

bruch und Tätlichkeiten), 2 (Freispruch betreffend mehrfachen versuchten, teil-

weise qualifizierten Raub), 7 (Kontakt- und Rayonverbot) und 14 (Kostenfestset-

zung), was mittels Beschluss festzustellen ist. Im übrigen Umfang steht der ange-

fochtene Entscheid – teilweise unter Beachtung des Verschlechterungsverbotes 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) – im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Disposition.

II. Prozessuales

A.

Anwendbares Recht

Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Zürich erging am 13. Dezember 

2023 (Urk. 67). Das Berufungsverfahren richtet sich somit nach den bis zum 

- 14 -

31. Dezember 2023 geltenden Bestimmungen der Strafprozessordnung (Art. 453 

Abs. 1 StPO).

B.

1.

Verwertbarkeit der Aussagen von K._____ sowie L._____

Hinsichtlich der Wahrung des Konfrontationsanspruchs der beschuldigten 

Person im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO ist grundsätzlich zu bemerken, dass 

dieser verlangt, dass die beschuldigte Person in die Lage versetzt wird, ihr Frage-

recht tatsächlich auszuüben und damit die Glaubhaftigkeit einer Aussage infrage 

stellen zu können. Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich die einvernommene 

Person in Anwesenheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert 

(BGE 140 IV 172 E. 1.5; Urteile des Bundesgerichts 6B_1067/2023 vom 2. April 

2025 E. 3.1.2; 6B_1454/2022 vom 20. März 2023 E. 2.4.1; 6B_1092/2022 vom 

9. Januar 2023 E. 2.3.3; 6B_1133/2019 vom 18. Dezember 2019; je mit Hinwei-

sen). Dem Anspruch, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, kommt grundsätz-

lich absoluter Charakter zu. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Ge-

richtshofs für Menschenrechte (EGMR), welcher sich das Bundesgericht ange-

schlossen hat, kann jedoch auf eine Konfrontation des Beschuldigten mit dem Be-

lastungszeugen oder auf die Einräumung der Gelegenheit zu ergänzender Befra-

gung des Zeugen unter besonderen Umständen verzichtet werden. Erforderlich ist 

in diesen Fällen jedoch, dass der Angeschuldigte zu den belastenden Aussagen 

hinreichend Stellung nehmen konnte, die Aussagen sorgfältig geprüft wurden und 

ein Schuldspruch nicht allein darauf abgestützt wurde. Ausserdem darf der Um-

stand, dass die beschuldigte Person ihre Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen 

konnte, nicht in der Verantwortung der Behörde liegen (BGE 131 I 476 E.2.2 und 

2.3.4 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des EGMR; Urteile des Bundesge-

richts 6B_920/2023 vom 22. August 2024 E. 2.1.2; 6B_1137/2020 vom 17. April 

2023 E. 1.4.2.1). 

2.

Die oben zitierten besonderen Umstände liegen hier nicht vor. Gestützt auf 

die Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EGMR sind mangels Gewäh-

rung der Teilnahmerechte des Beschuldigten die polizeilichen Einvernahmen von 

K._____ (Urk. D1/5/1) und L._____ (Urk. D1/5/2) somit mit der Vorinstanz (vgl. 

Urk. 67 S. 18 f.) nicht zulasten des Beschuldigten verwertbar. Im Übrigen er-

- 15 -

scheint ohnehin fraglich, ob die beiden Auskunftspersonen mit ihren Aussagen et-

was zur Aufklärung des eigentlichen Tatgeschehens hätten beitragen können.

III. Sachverhalt

Anklagevorwürfe

Zu den vollständigen und detaillierteren Anklagevorwürfen ist auf die Ankla-

A.

1.

geschrift zu verweisen (Urk. D1/22). 

2.

Zusammengefasst wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten im We-

sentlichen vor, am 12. Juli 2022 (Dossier 2) sowie am 11. Oktober 2022 (Dos-

sier 1) in der Nacht in dasselbe Zimmer in einer Wohnung im Mehrfamilienhaus 

an der M._____-strasse 2 in N._____ eingedrungen zu sein, mit der Absicht im 

Zimmer der Privatklägerinnen 1 und 4 Geld bzw. Wertgegenstände an sich zu 

nehmen und diese für sich zu verwenden. Als die dort schlafende Privatklägerin 1 

(Dossier 1) bzw. die dort schlafende Privatklägerin 4 (Dossier 2) jeweils erwacht 

sei, habe der Beschuldigte die Privatklägerinnen 1 und 4 körperlich angegriffen, 

um den jeweiligen Diebstahl vollenden zu können. Letztlich sei es ihm jedoch 

nicht gelungen, den jeweiligen Diebstahl zu vollenden, da er habe flüchten müs-

sen.

3.1. Hinsichtlich des Übergriffs auf die Privatklägerin 1 (Dossier 1) wird dem Be-

schuldigten konkret vorgeworfen, er habe durch das gewissenlose, ohne jeden 

vernünftigen Grund erfolgte, rücksichts- und hemmungslose massive Würgen und 

auch Zuhalten des Mundes, bewusst und gewollt eine konkrete akute Gefahr für 

das Leben der Privatklägerin 1 erzeugt. Dies habe der Beschuldigte mit seinem 

Tun auch beabsichtigt, eventualiter zumindest in Kauf genommen. Die Gefahr des 

Todeseintritts habe sich nicht verwirklicht, weil die Privatklägerin 1 massive Ge-

genwehr geübt habe und den Beschuldigten derart in die Hand gebissen habe, 

dass er von ihr abgelassen habe und er habe flüchten müssen. 

3.2. Hinsichtlich des Übergriffs auf die Privatklägerin 4 (Dossier 2) wird dem Be-

schuldigten konkret vorgeworfen, auf die Privatklägerin 4 gestürzt zu sein, und sie 

- 16 -

mit beiden Händen fest über der Decke auf Höhe Brust in die Matratze gedrückt 

zu haben, um sie ruhig zu stellen und den Diebstahl vollenden zu können. Wie-

derum habe die Privatklägerin 4 durch ihre Gegenwehr den Beschuldigten in die 

Flucht geschlagen.

B.

1.

Grundlagen der Beweiswürdigung

Zu den allgemeinen Beweiswürdigungsregeln (insb. der freien Würdigung 

der Beweismittel, der Unschuldsvermutung, der Aussage-gegen-Aussage-Kon-

stellation) kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 67 S. 14 ff.) 

und die einschlägige Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 147 IV 534 

E. 2.3.3; 146 IV 88 E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 1.1; 144 IV 345 E. 2.2.3.2; 138 V 74 

E. 3; 124 IV 86 E. 2a; je mit Hinweisen) verwiesen werden. Die nachfolgenden 

Ausführungen verstehen sich als Ergänzungen bzw. punktuelle Hervorhebungen.

2.

Insbesondere ist festzuhalten, dass auch bei überschaubaren Sachverhal-

ten und wenigen Aussagen ein glaubhaftes Lügen durchaus möglich ist. 

Ausserdem kann insbesondere ein kurzes, wahrheitswidriges Kerngeschehen 

nahtlos in ein wahres Peripheriegeschehen eingebettet werden. Insgesamt ist die 

Antwort auf die Frage entscheidend, ob die einvernommene Person ihre Aussa-

gen vernünftigerweise so hätte deponieren können, wenn sie das Berichtete nicht 

erlebt hätte. Das Vorhandensein von Realitätskriterien bedeutet noch nicht, dass 

eine Aussage wahr ist. Vielmehr muss eine Kompetenzanalyse ergeben, dass 

eine Person nicht in der Lage wäre, den dargelegten Sachverhalt zu erfinden (vgl. 

BENDER/HÄCKER/SCHWARZ, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 5. Auflage 2021, 

S. 78 Rz 332-334).

3.

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu be-

weisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Der 

Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Eine Mehrzahl von Indizien, 

welche für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen 

- 17 -

lassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den 

vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundes-

gerichts 6B_295/2024 vom 10. März 2025 E. 2.3.2; 6B_916/2023 vom 1. Oktober 

2024 E. 2.2; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 [nicht publ. in: BGE 147 

IV 176]; je mit Hinweisen). Der Indizienprozess als solcher verletzt weder die Un-

schuldsvermutung noch die aus ihr abgeleiteten Teilrechte (Urteile des Bundesge-

richts 6B_1097/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 3.2; 6B_1018/2021 vom 24. Au-

gust 2022 E. 2.1.1 f.; 6B_188/2022 vom 17. August 2022 E. 3.2; 6B_245/2020 

vom 6. Mai 2020 E. 3.3.3). Der Grundsatz "in dubio pro reo" als Entscheidregel 

verlangt nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den 

für den Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel 

kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des Bundesge-

richts 6B_1019/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 1.3.3; 6B_1302/2020 vom 3. Fe-

bruar 2021 E. 1.2.3 [nicht publ. in: BGE 147 IV 176]; je mit Hinweisen).

C.

1.

Erstellung der Sachverhalte

Vorbemerkung

1.1. Unbestritten und erstellt hinsichtlich beider Dossiers ist, dass der Beschul-

digte sowohl am 12. Juli 2022 (Dossier 2) als auch am 11. Oktober 2022 (Dos-

sier 1) in das Zimmer der Privatklägerin 4 bzw. der Privatklägerin 1 in der genann-

ten Wohnung eingedrungen ist. Diesbezüglich ist auf die zutreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 67 S. 13).

1.2. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der Vorwurf seitens 

der Vertreterin der Privatkläger 1-3, der Beschuldigte solle unter anderem die Pri-

vatklägerinnen 1 und 4 beobachtet haben (vgl. Urk. 185 S. 5) – welcher sodann 

auch aktenwidrig von der Vorinstanz aufgegriffen wurde (vgl. Urk. 67 S. 24 und 

S. 38) – zu Recht keinen Eingang in die Anklageschrift gefunden hat, zumal es 

keine handfeste Beweise hierfür gibt. So brachten dies die Privatklägerinnen 1 

und 4 selber nicht vor (vgl. Urk. D1/4/2 und Urk. D2/3/3). O._____ – eine ehema-

lige Bewohnerin des tatrelevanten Zimmers, welche als Zeugin einvernommen 

- 18 -

wurde – führte zwar anlässlich ihrer Einvernahme aus, dass es sich beim Nach-

bar, welcher sie beobachtet habe, um eine Person mit dunkler Hautfarbe gehan-

delt habe. Sie konnte den Beschuldigten jedoch nicht als vermeintlichen Stalker 

identifizieren (vgl. Urk. D1/5/3 F/A 15, F/A 17 und F/A 23). Gemäss den Zeugen-

aussagen der Mitbewohner des Beschuldigten war er allerdings im relevanten 

Zeitraum der einzig dunkelhäutige Mann im Haus, welcher dort wohnte, was wie-

derum stark auf ihn deutet (Urk. D1/5/7 F/A 44; Urk. D1/5/8 F/A 28). 

2.

Dossier 1 / Vorfall vom 11. Oktober 2022

2.1. Standpunkt des Beschuldigten

Insgesamt bestritt der Beschuldigte konstant, die Privatklägerin 1 gewürgt zu ha-

ben (Urk. D1/3/2 F/A 23; Urk. D1/3/3 F/A 6; Urk. D1/3/4 F/A 48 f.; Urk. 46 S. 21; 

Prot. II S. 34). Vor Vorinstanz gab er erstmals zu, der Privatklägerin 1 den Mund 

zugehalten zu haben, um sie damit zur Ruhe bringen zu können, damit sie nicht 

weiter schreien könne (Urk. 46 S. 20 f.). Der Beschuldigte bestritt jedoch, mit Tö-

tungsabsicht gehandelt zu haben, und erklärte, er habe überhaupt nicht vorge-

habt, die Privatklägerin 1 körperlich zu attackieren oder zu verletzen (Urk. D1/3/5 

F/A 42; Urk. 46 S. 22; Prot. II S. 34). 

2.2. Würdigung

2.2.1. Die Vorinstanz hat die im vorliegenden Verfahren relevanten Aussagen und 

Beweismittel betreffend Dossier 1 umfassend, vollständig und korrekt aufgeführt 

und zusammengefasst (Urk. 67 S. 27 ff.). Darauf kann im Sinne von Art. 82 Abs. 4 

StPO verwiesen werden. Im Sinne einer Rekapitulation sowie als Ergänzung ist 

hervorzuheben, was folgt:

2.2.2. Hinsichtlich der Aussagen der Privatklägerin 1 ist mit der Vorinstanz festzu-

halten, dass diese sehr detailliert und lebensnah sind und im Wesentlichen über-

einstimmen. Zudem wirken sie authentisch, wobei sich verschiedene für eine 

Traumatisierung typische Merkmale finden lassen. Hervorzuheben ist das aufge-

löste Wirken und zeitweise – bei den kritischen Schilderungen – starke Weinen 

der Privatklägerin 1 anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, welche 

- 19 -

auf Video aufgezeichnet wurde. Mit der Vorinstanz sprechen ihre Gestik und Mi-

mik sowie ihr allgemeines Auftreten dafür, dass sie das Berichtete erlebt hat 

(vgl. Urk. D1/4/3). Dafür, dass es sich – wie von der Privatklägerin 1 geschildert – 

um einen "Überlebenskampf" handelte (Urk. D1/4/1 F/A 60) und sie regelrecht To-

desangst hatte (Urk. D1/4/2 F/A 22), spricht die Bisswunde, welche die Privatklä-

gerin 1 dem Beschuldigten zufügte, aufgrund welcher sie schlussendlich zwei ih-

rer unteren Schneidezähne samt Wurzel verlor, als der Beschuldigte die Hand 

vom Mund der Privatklägerin 1 wegzerrte. Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

der Privatklägerin 1 spricht weiter, dass sie nachvollziehbar schildern konnte, was 

dieser Vorfall in ihr ausgelöst hat. So gab sie an, dass sie nicht mehr normal wei-

termachen könne, wie eine normale Person. Sie schlafe nicht und sehe Sachen, 

die nicht da seien. Sie höre Sachen, die nicht da seien und fürchte sich vor Vie-

lem. Es gehe ihr nicht wirklich gut (Urk. D1/4/2 F/A 43). Die psychische Verfas-

sung der Privatklägerin 1 ist sodann dokumentiert und lässt sich mit ihren Aussa-

gen in Einklang bringen (Urk. 45/1a). Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der 

Privatklägerin 1 spricht zudem, dass sie den Beschuldigten nicht mehr belastet 

als nötig. So gab sie beispielsweise an, dass er sie nicht am Körper angefasst 

habe und sie nicht das Gefühl gehabt habe, dass er aufgrund eines sexuellen Mo-

tivs gekommen sei bzw. gehandelt habe. Er habe die Möglichkeit gehabt, sie se-

xuell zu missbrauchen, weil sie ohne Pyjama schlafe. Er habe sie jedoch nur am 

Hals und am Gesicht angefasst (Urk. D1/4/1 F/A 12 und F/A 51; Urk. D1/4/2 

F/A 21 und F/A 49). Des Weiteren schilderte sie die subjektiven Symptome einer 

sauerstoffmangelbedingten Hirnfunktionsstörung nachvollziehbar, schlüssig und 

frei von Übertreibungen. So gab sie auf Nachfrage an, dass sie nicht bewusstlos 

gewesen sei, aber sie sei schlaff gewesen, als ob sie jeden Moment habe umkip-

pen können. Man spüre, wie die Energie aus dem Körper ziehe, als ob man das 

Licht lösche. Wie wenn man lange auf dem Kopf stehe und dann wieder normal, 

wenn man so Flecken sehe. Sie habe so schwarze Flecken gesehen (Urk. D1/4/1 

F/A 65 und F/A 66; Urk. D1/4/2 F/A 26). Insgesamt sind die Aussagen der Privat-

klägerin 1 mit der Vorinstanz als glaubhaft zu qualifizieren, weshalb darauf abzu-

stellen ist.

- 20 -

2.2.3. Die Aussagen der Privatklägerin 1 lassen sich sodann mit den objektiven 

Beweismitteln, konkret mit dem Gutachten des Institut für Rechtsmedizin (nachfol-

gend: IRM) vom 27. Oktober 2022 zur körperlichen Untersuchung der Privatkläge-

rin 1 (Urk. D1/9/2), der Fotodokumentation der Verletzungen der Privatklägerin 1 

(Urk. D1/10/2) sowie mit dem Gutachten des IRM vom 20. Oktober 2022 zur kör-

perlichen Untersuchung des Beschuldigten (Urk. D1/8/6), in Einklang bringen. Die 

in den Gutachten des IRM aufgeführten Befunde stimmen mit dem von der Privat-

klägerin 1 geschilderten Ablauf überein. Das Gutachten des IRM vom 27. Oktober 

2022 zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin 1 hält fest, dass kratzerar-

tige Hautabschürfungen an der rechten Wange sowie dem linken Kieferwinkel 

übergehend auf die linke Halsaussenseite haben festgestellt werden können, de-

ren Entstehung durch den von der Privatklägerin 1 geltend gemachten Würgevor-

gang plausibel sei. Darüber hinaus seien keine objektiven Befunde, die dafür 

sprechen, dass es bei den beiden Würgevorgängen zu einer kreislaufrelevanten 

Halskompression (Stauungsblutungen in der Gesichtshaut und / oder den Kopf-

schleimhäuten) gekommen sei, festgestellt worden. Auch in den spitalärztlichen 

Untersuchungen seien – bis auf die ausgefallenen Zähne im Unterkiefer – Trau-

mafolgen insbesondere im Schädelinneren und den Halsweichteilen und -gefäs-

sen ausgeschlossen worden. Dass bei der Privatklägerin 1 keine gravierenden 

objektiven Spuren des Würgevorgangs festgestellt wurden, erstaunt indes nicht, 

da das Würgen mit beiden Händen gemäss Aussagen der Privatklägerin 1 nur 

kurz dauerte ("ein paar Sekunden bis eine Minute" [Urk. D1/4/1 F/A 20]). Das Gut-

achten hält weiter fest, dass – den subjektiven Angaben der Privatklägerin 1 fol-

gend – subjektive Symptome einer sauerstoffmangelbedingten Hirnfunktionsstö-

rung vorliegen, die auf eine Lebensgefahr schliessen lassen. Weiter sei aus 

rechtsmedizinischer Sicht hinsichtlich des Zuhaltens des Mundes anzumerken, 

dass es sich bei einer solchen Verlegung der Atemwege um einen lebensbedroh-

lichen Vorgang handle, da die Gefahr eines Erstickens deutlich erhöht sei. An der 

Mundschleimhaut seien zwar keine Verletzungen festgestellt worden, welche mit 

den Angaben des Mundzuhaltens in Einklang zu bringen seien. Dies stelle jedoch 

nicht unbedingt einen Widerspruch dar, da es sich bei solch einem Vorgang um 

eine spurenarme Methode handle, welche nicht selten ohne äusserlich sichtbare 

- 21 -

Befunde bleibe. Hinsichtlich des von der Privatklägerin 1 berichteten Urinabgangs 

gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft könne nicht beurteilt werden, 

ob es sich hierbei tatsächlich um einen unwillkürlichen Urinabgang im Rahmen 

des Würgevorgangs handle, da die Privatklägerin 1 gegenüber dem IRM einen 

Urinabgang verneinte, weshalb das IRM auf eine Einschätzung verzichtet habe 

(Urk. D1/9/2 S. 5 f.). Ob es zu einem unwillkürlichen Urinabgang im Rahmen des 

Würgevorgangs gekommen ist, kann jedoch offenbleiben und ist für die Erstellung 

des Sachverhalts ohnehin nicht von Relevanz, zumal dies auch nicht angeklagt 

ist.

2.2.4. Hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten ist mit der Vorinstanz 

(vgl. Urk. 67 S. 31 ff.) zu bemerken, dass diese wirr, ausweichend und lebens-

fremd wirken. Es gelang ihm nicht, den Ablauf des Vorfalls schlüssig darzulegen. 

Sodann weisen seine Aussagen zahlreiche Widersprüche auf. Während der Be-

schuldigte zu Beginn der Untersuchung gänzlich in Abrede stellte, die Privatkläge-

rin 1 gewürgt zu haben (Urk. D1/3/1 F 55; Urk. D1/3/2 F/A 19 und F/A 23), gab er 

im Verlauf der Untersuchung zu, die Privatklägerin 1 leicht berührt zu haben 

(Urk. D1/3/4 F 49). Er habe sie jedoch nicht am Hals gepackt, sondern nur im Un-

terkieferbereich festgehalten (Urk. 1/3/3 F/A 11; Urk. D1/3/4 F/A 57). Der Beschul-

digte machte sowohl vor Vorinstanz als auch anlässlich der Berufungsverhand-

lung ähnliche Angaben. So sei er, als er von der Privatklägerin 1 entdeckt worden 

sei, zügig auf sie zugegangen und habe sie zwar am Unterkinn/Hals angefasst, 

aber nicht am Hals gewürgt (Urk. 46 S. 18 ff.; Prot. II 34 ff.). Die Schilderung des 

Umstands, wie bzw. warum es dazu kam, dass er auf die Privatklägerin 1 losging, 

statt zu flüchten, nachdem er von der Privatklägerin 1 entdeckt worden war, ver-

mag nicht zu überzeugen. Der Beschuldigte gab mehrfach an, der Grund sei ge-

wesen, dass er habe verhindern wollen, dass sie so laut schreie, dass alle Nach-

barn kommen. Er sei zu ihr gegangen und habe sie beruhigen wollen, weshalb er 

sie auch am Unterkinn angefasst habe. Vor Vorinstanz gab er sodann zu, der Pri-

vatklägerin 1 den Mund zugehalten zu haben, um sie zur Ruhe zu bringen bzw. 

am Schreien zu hindern. Weiter brachte er vor Vorinstanz das erste Mal vor, die 

Privatklägerin 1 aus Reflex angegriffen zu haben (Urk. D1/3/1 F/A 45 f.; 

Urk. D1/3/2 F/A 20; Urk. D1/3/4 F/A 100 und F/A 101; Urk. 46 S. 18 ff.; 

- 22 -

Prot. II S. 34). Es erscheint wenig nachvollziehbar bzw. lebensfremd, dass sich 

der Beschuldigte entscheidet, die Privatklägerin 1 körperlich anzugreifen – aus 

Reflex oder weshalb auch immer – statt so schnell wie möglich das Zimmer der 

Privatklägerin 1 zu verlassen, um ihr Schreien zu verhindern. Anzufügen ist, dass 

es zudem völlig lebensfremd und nicht nachvollziehbar erscheint, dass jemand 

auf die Art, wie der Beschuldigte vorging, überhaupt beruhigt werden kann. Die 

Darstellung des Beschuldigten erweckt erhebliche Zweifel, weshalb darauf zur Er-

stellung des Sachverhalts nicht abzustellen ist.

2.2.5. Vorab ist entgegen der Ansicht der Verteidigung festzuhalten, dass es sich 

im vorliegenden Fall nicht nur um eine Aussage-gegen-Aussage-Situation handelt 

(vgl. Urk. 206 S. 5 ff. und S. 18). Vielmehr gibt es objektive Beweismittel, konkret 

das Gutachten des IRM vom 27. Oktober 2022 zur körperlichen Untersuchung der 

Privatklägerin 1 (Urk. D1/9/2), die Fotodokumentation der Verletzungen der Pri-

vatklägerin 1 (Urk. D1/10/2) sowie das Gutachten des IRM vom 20. Oktober 2022 

zur körperlichen Untersuchung des Beschuldigten (Urk. D1/8/6), welche zwar kei-

nen direkten Beweis für die Tathandlungen des Beschuldigten liefern, jedoch 

Hilfstatsachen sind, die zweifelsfrei erstellt sind. Diese Hilfstatsachen stützen al-

les, was die Privatklägerin 1 in ihren Einvernahmen ausgesagt hat. Zusammen-

fassend ist somit festzuhalten, dass sich der äussere Sachverhalt gestützt auf die 

glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1 sowie die objektiven Beweismittel der 

Anklageschrift entsprechend erstellen lässt. Hinsichtlich des inneren Sachverhalts 

ist zu bemerken, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 bewusst angriff, kon-

kret sie würgte und ihr den Mund zuhielt, mit der Absicht, sie ruhig zu stellen. 

Dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 mit direktem Vorsatz umbringen wollte, 

kann ihm indes nicht nachgewiesen werden. Dass Würgen sowie das Zuhalten 

des Mundes geeignet ist, eine Lebensgefahr zu begründen, mithin sogar zum Tod 

eines Menschen führen kann, muss – wie auch im Gutachten des IRM vom 

27. Oktober 2022 zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin 1 (Urk. D1/9/2 

S. 6) zutreffend umschrieben – nicht weiter erörtert werden. Im Übrigen hat der 

Beschuldigte auch selber anerkannt, dass Würgen zum Tod führen kann (Urk. 46 

S. 22). Dass der Beschuldigte von der Privatklägerin 1 abliess und sich somit die 

Gefahr des Todeseintritts nicht verwirklichte, ist einzig dem Umstand geschuldet, 

- 23 -

dass sich die Privatklägerin 1 massiv zur Wehr setzte und den Beschuldigten der-

art in die Hand biss, dass er nicht anders konnte, als seine Handlung abzubre-

chen, worauf er flüchtete. 

Zum inneren Sachverhalt ist weiter festzuhalten, dass es sehr viele objek-

tive Hinweise dafür gibt, dass der Beschuldigte Geldsorgen hatte. Dies hat so-

dann auch die Vorinstanz korrekt festgestellt (Urk. 67 S. 24 ff.). So verlor der Be-

schuldigte seine Vorlehrstelle bei der P._____AG (Urk. D1/5/5), bekam eine 

Geldstrafe bzw. die Auferlegung der Verfahrenskosten aus seiner Verurteilung im 

Juni 2022 (vgl. Beizugsakten Urk. 32; Urk. 199), die er zu bezahlen hatte, und 

nahm ein zinsloses Darlehen bei seinen WG-Mitbewohnern auf (Urk. D1/5/7 F/A 

35). Weiter wurde er insgesamt sieben Mal befragt und sagte konstant aus, dass 

er aus Geldnot in die Wohnung eingedrungen sei und im Zimmer nach Bargeld 

und Wertgegenständen gesucht habe (Urk. D1/3/1 F/A 11, F/A 19 und F/A 76; 

Urk. D1/3/2 F/A 13 f.; Urk. D1/3/3 F/A 14, F/A 17 und F/A 49; Urk. D1/3/4 F/A 12, 

F/A 17, F/A 26, F/A 30, F/A 38, F/A 68, F/A 71 und F/A 121; Urk. D1/3/5 F/A 15, 

F/A 21 und F/A 25 ff.; Urk. 46 S. 11; Prot. II S. 28 ff.). Dass der Beschuldigte so-

mit ein finanzielles Motiv für den Einstieg in die Wohnung hatte, lässt sich daher 

nicht eindeutig widerlegen, da es dafür deutliche Indizien gibt. Nachdem die 

Staatsanwaltschaft jedoch die Anschlussberufung eingeschränkt hat 

(vgl. Urk. 205 S. 1), erübrigt sich die Auseinandersetzung mit der Frage, ob der 

Beschuldigte in Diebstahlsabsicht handelte. 

Betreffend das Tötungsdelikt wird zum inneren Sachverhalt auf die rechtli-

che Würdigung verwiesen (vgl. nachstehend Ziffer IV.B). 

IV. Rechtliche Würdigung

A.

Vorbemerkung

Da die Vorinstanz die Diebstahlsabsicht des Beschuldigten als nicht erstellt erach-

tete, würdigte sie das Verhalten des Beschuldigten betreffend Dossier 1 in rechtli-

cher Hinsicht unter anderem als versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 67 S. 38 ff.). Die Ver-

- 24 -

teidigung verlangt im Berufungsverfahren einen Freispruch von diesem Vorwurf 

(Urk. 206 S. 2). Da die Staatsanwaltschaft im Gegensatz zur Anschlussberufungs-

erklärung in diesem Punkt die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt 

(Urk. 205 S. 1), steht die Beurteilung des Vorwurfs lediglich unter Berücksichti-

gung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Dis-

position. 

B.

Dossier 1

Versuchte vorsätzliche Tötung

1.

Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, erfüllt den Grundtatbestand der vor-

sätzlichen Tötung von Art. 111 StGB und wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf 

Jahren bestraft. 

2.

Mit zutreffender Begründung, auf die an dieser Stelle in Anwendung von 

Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich verwiesen werden kann, hat die Vorinstanz 

dargelegt, dass der objektive Tatbestand der vorsätzlichen Tötung erfüllt ist, je-

doch mangels Todeseintritt bei der Privatklägerin 1 auf eine versuchte Tatbege-

hung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB zu schliessen ist (Urk. 67 S. 39 ff.). Auf-

grund der Beweislage kann dem Beschuldigten dabei zwar eine direkte Tötungs-

absicht nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden. Indessen bedarf es einer 

solchen auch nicht zwingend, handelt doch bereits vorsätzlich, wer die Verwirkli-

chung der Tat für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den 

Fall seines Eintritts in Kauf nimmt bzw. sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch un-

erwünscht sein (sog. Eventualvorsatz, Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB; BGE 149 IV 

248 E. 6.3 mit Hinweisen). Zur Annahme eines Tötungsvorsatzes müssen zum 

Wissenselement weitere Umstände hinzukommen. Solche liegen namentlich vor, 

wenn der Täter das ihm bekannte Risiko in keiner Weise kalkulieren und dosieren 

kann und der Geschädigte keinerlei Abwehrchancen hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_98/2024 vom 13. Dezember 2024 E. 2.3.5; 

7B_704/2023 vom 13. Februar 2024 E. 2.2.5; je mit Hinweisen). Bleibt es dem Zu-

fall überlassen, ob die Gefahr sich verwirklicht oder nicht, liegt (versuchte) eventu-

alvorsätzliche Tötung vor (Urteil des Bundesgerichts 6B_98/2024 vom 13. De-

- 25 -

zember 2024 E. 2.3.5 mit Hinweisen). Diesbezüglich ist nach Massgabe des vor-

stehend ermittelten Beweisergebnisses davon auszugehen, dass der Beschul-

digte mit dem Würgen und Zuhalten des Mundes der Privatklägerin 1 deren Tod 

in Kauf genommen hat, zumal diese beiden Verhaltensweisen geeignet sind, den 

Tod eines Menschen herbeizuführen. Dadurch, dass der Beschuldigte – wie er es 

selbst aussagte (vgl. Prot. II S. 34 ff.) – in Panik geraten ist, war das ihm bekannte 

Risiko für ihn in keiner Weise mehr kalkulier- und dosierbar (vgl. vorstehend Ziffer 

III.C.2.2.4 f.). Für sein Verhalten hat der Beschuldigte keine Erklärung, was so-

dann mit den Ausführungen im Gutachten von Dr. med. I._____ übereinstimmt, 

welcher festhält, dass die Tatmotivation des Beschuldigten durch Konzeptlosigkeit 

und fehlenden roten Faden geprägt ist (Urk. 170 S. 43). So gesehen, war es letzt-

lich nur dem Zufall zu verdanken, dass es der Privatklägerin 1 gelang, sich so 

massiv zu wehren, dass der Beschuldigte schliesslich von ihr abliess und eine 

konkrete Lebensgefahr für sie ausblieb. Was die versuchte Tötung der Privatklä-

gerin 1 anbelangt, handelte der Beschuldigte demnach eventualvorsätzlich im 

Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. 

3.

Der Beschuldigte ist somit hinsichtlich Dossier 1 ferner der versuchten vor-

sätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen.

V. Strafzumessung

A.

Standpunkt der Parteien

Die Verteidigung hat sich für den Fall einer Verurteilung des Beschuldigten wegen 

sämtlicher der in Betracht kommenden Delikte nicht zur Strafhöhe geäussert 

(Urk. 206 S. 2). Die Staatsanwaltschaft beantragt anlässlich der Berufungsver-

handlung die Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren 

und 7 Monaten sowie mit einer Busse von Fr. 500.– (Urk. 205 S. 1). 

- 26 -

Grundlagen der Strafzumessung

Die allgemeinen Regeln und Kriterien der Strafzumessung wurden im vor-

B.

1.

instanzlichen Urteil korrekt wiedergegeben (Urk. 67 S. 48 ff.), worauf zu verwei-

sen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO).

2.

Im Hinblick auf die Bildung einer Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist 

auf die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den Grundsätzen der 

Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und zur Gesamtstrafenbildung nach Art. 49 

Abs. 1 StGB in Anwendung des Asperationsprinzips vorab hinzuweisen (BGE 144 

IV 313 E. 1.1; 144 IV 217 E. 3; 142 IV 137 E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.2; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2; je mit Hinweisen). 

Der Gesetzgeber hat für den Bereich der leichteren und mittleren Kriminalität die 

Geldstrafe als die der Freiheitsstrafe vorgehende Regelsanktion vorgesehen 

(BGE 134 IV 82 E. 4.1). Das Bundesgericht bekräftigt auch in seiner neueren 

Rechtsprechung den Vorrang der Geldstrafe gegenüber der Freiheitsstrafe im 

Strafbereich von bis sechs Monaten und die Ungleichartigkeit von Freiheitsstrafe 

und Geldstrafe (BGE 144 IV 217 E. 3.3.3 und 3.6). Es hält dabei unter Hinweis 

auf den Gesetzgeber auch nach der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich 

am Prinzip der Zulässigkeit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter 

Anwendung der konkreten Methode fest. Dass die anzuwendenden Strafbestim-

mungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 3.3.4 und 3.5.4; 137 IV 57 E. 4.3.1). Das Gericht hat sich 

zur Wahl der Strafart für die konkreten Delikte zu äussern und hat – nach 

Festsetzung einer hypothetischen Einsatzstrafe für das schwerste Delikt – 

namentlich bei alternativ zur Verfügung stehender Geld- oder Freiheitsstrafe für 

die weiteren Delikte im Hinblick auf das Gebot der Verhältnismässigkeit 

anzugeben, warum sie für diese weiteren Taten jeweils eine Freiheitsstrafe für 

erforderlich hält (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4, 4.1 und 4.3). Ferner ist mit der Vorin-

stanz festzuhalten (Urk. 67 S. 50 f.), dass bei der Wahl der Sanktionsart als wich-

tiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkun-

gen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu be-

rücksichtigen ist (BGE 134 IV 97 E. 4.3). Nach dem Prinzip der Verhältnismässig-

- 27 -

keit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldaus-

gleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weni-

ger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 

E. 5.2). Hält das Gericht im Rahmen der Gesamtstrafenbildung für einzelne De-

likte im konkret zu beurteilenden Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeits-

prinzips eine Geldstrafe nicht mehr für schuldadäquat und zweckmässig, hindert 

Art. 41 Abs. 1 StGB es nicht daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als 

sechs Monaten zu erkennen, wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs 

Monate übersteigt (BGE 144 IV 217 E. 4.3).

3.

Eine Strafe ist für folgende Delikte festzusetzen, wobei sich der jeweilige 

Strafrahmen wie folgt präsentiert:

• Vorsätzliche Tötung: Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren (Art. 111 StGB);

• Hausfriedensbruch: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 186 StGB);

 • Tätlichkeiten: Busse (Art. 126 StGB).

C.

1.

Konkrete Strafzumessung

Schwerstes Delikt

Für die Gesamtstrafenbildung ist von der versuchten vorsätzlichen Tötung als 

dem schwersten Delikt auszugehen und dafür eine Einsatzstrafe festzusetzen, 

welche hernach mit den für die übrigen Delikte auszufällenden Strafen angemes-

sen zu asperieren ist. Da vorliegend keine aussergewöhnlichen Umstände er-

sichtlich sind, welche es rechtfertigen würden, den ordentlichen Strafrahmen zu 

verlassen, ist die Deliktsmehrheit, die versuchte Tatbegehung sowie die mindes-

tens mittelgradige Minderung der Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 49 Abs. 1 

StGB innerhalb des Strafrahmens straferhöhend resp. strafmindernd zu berück-

sichtigen (BGE 136 IV 55 E. 5.8 mit Hinweisen).

2.

Versuchte vorsätzliche Tötung (Dossier 1)

2.1.

In objektiver Hinsicht ist bezüglich des Tatvorgehens zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte in der Nacht in das Schlafzimmer der Privatklägerin 1 ein-

drang und sie unvermittelt angriff, als sie erwachte und ihn bemerkte. Sie befand 

- 28 -

sich somit in einer besonders schutz- und wehrlosen Position und war dem Be-

schuldigten komplett ausgeliefert.  Der Beschuldigte offenbarte ein erhebliches 

Aggressionspotenzial, zumal er – ohne Vorbereitung und Planung – mit blossen 

Händen massiv auf die Privatklägerin 1 einwirkte. Schwer zu Lasten des Beschul-

digten fällt sodann ins Gewicht, dass er erst von der Privatklägerin 1 abliess, als 

sich diese so massiv wehrte, dass der Beschuldigte aufgrund seines schmerzen-

den Daumens gar nicht anders konnte. So biss ihn die Privatklägerin 1 derart fest, 

dass er, als er die Hand von ihrem Mund wegzerrte, ihr sogar zwei der unteren 

Schneidezähne samt Wurzel ausriss. Die Tatausführung zeugt somit von einer 

ausgesprochenen Brutalität. Hypothetisch ausgehend vom vollendeten Delikt er-

scheint für das massive gewalttätige Tatverhalten des Beschuldigten eine hypo-

thetische Einsatzstrafe im Bereich von 13 Jahren Freiheitsstrafe dem erheblichen 

Verschulden angemessen.

2.2.1. In subjektiver Hinsicht fällt zu Gunsten des Beschuldigten in Betracht, dass 

er nicht mit direktem Vorsatz, sondern nur mit Eventualvorsatz handelte. Das Tat-

motiv blieb letztlich im Dunkeln, wobei finanzielle Interessen (Diebstahlsabsicht) 

nicht widerlegt werden können. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass der Be-

schuldigte und die Privatklägerin 1 in keiner Beziehung zueinander standen, sie 

für den Beschuldigten somit eine fremde Person war, die ihm rein gar nichts zu-

leide getan hatte. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten insbesondere vor-

zuwerfen, dass es angesichts der wehrlosen Situation der Privatklägerin 1 selbst 

für einen Diebstahlsversuch gemäss eigenen Aussagen des Beschuldigten nicht 

nötig gewesen wäre, sie derart brutal anzugreifen, denn er hätte nach seiner Ent-

deckung durch sie einfach flüchten und den Tatort unerkannt verlassen können. 

Die subjektive Tatschwere vermag das erhebliche objektive Tatverschulden nur 

leicht zu relativieren, insbesondere wegen des Eventualvorsatzes. Es resultiert 

insgesamt eine Reduktion von 0.5 Jahren Freiheitsstrafe. 

2.2.2. Gemäss Gutachten von Dr. med. I._____, welches am 24. März 2025 er-

stellt wurde, ist dem Beschuldigten für den Tatzeitraum eine mittelgradige Ein-

schränkung der Steuerungsfähigkeit und damit eine mindestens mittelgradige 

Minderung der Schuldfähigkeit zu attestieren (Urk. 170 S. 46; vgl. nachstehend 

- 29 -

Ziffer VI.C.3). Dies ist verschuldens- bzw. strafmindernd anzurechnen, was mit ei-

ner Reduktion von 3.5 Jahren Freiheitsstrafe zu berücksichtigen ist.

2.3. Das Risiko der Todesfolge war aufgrund des massiven Würgens und dem 

Zuhalten des Mundes hoch und verwirklichte sich glücklicherweise nur aufgrund 

der massiven Gegenwehr der Privatklägerin 1 nicht. Trotzdem kommt das Aus-

mass der erlittenen Verletzungen der Privatklägerin 1 einer schweren Körperver-

letzung gleich, zumal sie zwei ihrer unteren Schneidezähne samt Wurzel verlor 

sowie massive psychische Folgen (vgl. Urk. 33/1; Urk. 45/1a; Urk. 45/2a) der Tat 

davontrug. Trotz dieser schwerwiegenden Tatfolgen ist die hypothetische Einsatz-

strafe für das vollendete Delikt angesichts des minder schweren Erfolgs im Ver-

gleich zu einer vollendeten vorsätzlichen Tötung deutlich zu reduzieren, sodass  

für die versuchte vorsätzliche Tötung aufgrund des insgesamt knapp mittelschwe-

ren Verschuldens eine (hypothetische) Einsatzstrafe von 7 Jahren Freiheitsstrafe 

resultiert.

3.

Gesamtstrafenbildung

3.1. Hausfriedensbruch (Dossier 1)

3.1.1. Betreffend die objektive Tatschwere kann auf die zutreffenden Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 67 S. 52 f.), wobei ergänzend festzu-

halten ist, dass das objektive Tatverschulden aufgrund der massiven Verletzung 

des Hausrechts und der Privatsphäre der Privatklägerin 1, wodurch ihr Sicher-

heitsgefühl stark beeinträchtigt wurde, als  erheblich einzustufen ist. Somit er-

scheint eine Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten bzw. 21 Monaten dem ob-

jektiven Tatverschulden als angemessen. 

3.1.2. Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich, wobei ihm eine min-

destens mittelgradige Minderung der Schuldfähigkeit attestiert wird, welche ver-

schuldens- bzw. strafmindernd anzurechnen ist. Die subjektive Tatschwere ver-

mag dadurch die objektive Tatschwere zu reduzieren. Dem ist mit einer Reduktion 

von 7 Monaten Freiheitsstrafe Rechnung zu tragen.

- 30 -

3.1.3. Aufgrund des Tatverschuldens sowie der auszufällenden Strafe fällt die Be-

strafung mit einer Geldstrafe von vornherein ausser Betracht. Das Tatverschulden 

des Beschuldigten erweist sich dennoch insgesamt als erheblich und es wäre für 

sich betrachtet eine Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten bzw. 14 Monaten 

auszusprechen. Es rechtfertigt sich, die Einsatzstrafe in Anwendung des Asperati-

onsprinzips um 8 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen, zumal der Hausfriedens-

bruch in einem unmittelbaren zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der 

versuchten vorsätzlichen Tötung steht, was verschuldensmässig zu berücksichti-

gen ist.

3.2. Hausfriedensbruch (Dossier 2)

3.2.1. Betreffend die objektive Tatschwere kann auf die zutreffenden Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 67 S. 53), wobei ergänzend festzuhal-

ten ist, dass das objektive Tatverschulden trotz der massiven Verletzung des 

Hausrechts und der Privatsphäre der Privatklägerin 4 nur leicht weniger schwer 

wiegt als das objektive Tatverschulden des Hausfriedensbruchs betreffend Dos-

sier 1, da der Beschuldigte durch das geöffnete Fenster direkt einsteigen konnte 

und sich keinen Zugang zum Zimmer erschaffen musste. Dennoch wurde auch 

das Sicherheitsgefühl der Privatklägerin 4 durch den Hausfriedensbruch stark be-

einträchtigt, was naturgemäss psychische Folgen mit sich bringt. Das objektive 

Tatverschulden wiegt mittelschwer. Somit erscheint – isoliert betrachtet – eine 

Freiheitsstrafe von 1.5 Jahren bzw. 18 Monaten dem objektiven Tatverschulden 

als angemessen.

3.2.2. Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich, wobei ihm eine min-

destens mittelgradige Minderung der Schuldfähigkeit attestiert wird, welche ver-

schuldens- bzw. strafmindernd anzurechnen ist. Das subjektive Tatverschulden 

vermag dadurch das objektive Tatverschulden zu reduzieren. Dem ist mit einer 

Reduktion von 6 Monaten Freiheitsstrafe Rechnung zu tragen. 

3.2.3. Aufgrund des Tatverschuldens sowie der auszufällenden Strafe fällt auch 

hier die Bestrafung mit einer Geldstrafe von vornherein ausser Betracht. Das Tat-

verschulden des Beschuldigten erweist sich insgesamt als keinesfalls leicht und 

- 31 -

es wäre für sich betrachtet eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten auszusprechen. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist alsdann die Einsatzstrafe um 7 Monate 

zu erhöhen.

4.

Zwischenfazit

Aus den tatbezogenen Faktoren resultiert eine (hypothetische) Gesamtstrafe von 

8 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe. 

5.

Täterkomponenten

5.1.

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen zunächst auf die entsprechenden und 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 67 S. 54 ff.) sowie auf die nach-

stehend zur Landesverweisung gemachten Erwägungen (vgl. nachstehend Zif-

fer VII.B.2) verwiesen werden. Weiter lässt sich dem Führungsbericht des Ge-

fängnisses Zürich vom 25. Juli 2025 zusammenfassend entnehmen, dass die Be-

treuung des Beschuldigten anspruchsvoll und herausfordernd sei, wobei die 

Schwankungen und Veränderungen im Vollzugsverhalten des Beschuldigten 

deutlich stabiler geworden seien. So sei er verlegt worden auf die oberste Etage 

des Gefängnisses, was ihm helfe, Struktur und Sicherheit aufzubauen. Hervorzu-

heben ist, dass seit der Rückkehr aus der Psychiatrischen Universitätsklinik 

Rheinau – wo der Beschuldigte aufgrund eines Vorfalls bzw. Angriffs auf das Ge-

fängnispersonals erneut eingewiesen worden war – keine negativen Rapporte 

oder Führungsblatteinträge aufgrund unerwünschtem Verhalten erstellt werden 

mussten (Urk. 200 S. 3). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Be-

schuldigte keine wesentlichen Ergänzungen zu seinen persönlichen Verhältnissen 

(Prot. II S. 17 ff.). Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich 

strafzumessungsneutral aus. 

5.2. Der Beschuldigte verfügt über eine Vorstrafe (Urk. 199): Er wurde mit Urteil 

des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 28. Juni 2022 wegen versuchter 

Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.– bei Ge-

- 32 -

währung einer Probezeit von 2 Jahren verurteilt. Da der Beschuldigte während ei-

ner laufenden Probezeit delinquierte, ist dies straferhöhend zu berücksichtigen. 

Die Freiheitsstrafe ist somit um 1 Jahr zu erhöhen, womit sich eine Freiheitsstrafe 

von 9 Jahren und 3 Monaten ergibt.

5.3. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und im 

Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhalten 

eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wir-

ken strafmindernd. Vorliegend ist der Beschuldigte lediglich hinsichtlich der Vor-

würfe des Hausfriedensbruchs in beiden Dossiers geständig. Dies jedoch nur auf-

grund der erdrückenden Beweislage. Eine bei der Strafzumessung zu berücksich-

tigende Einsicht oder Reue ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz beim Be-

schuldigten sodann nicht festzustellen (vgl. Urk. 67 S. 56). Die Würdigung des 

Nachtatverhaltens des Beschuldigten vermag die Strafzumessung nicht zu beein-

flussen. Es bleibt daher bei einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 3 Monaten.

6.

Tätlichkeiten

Der Beschuldigte übte gegenüber der Privatklägerin 4 unvermittelt und überra-

schend mit blossen Händen Gewalt aus. Sie blieb zwar körperlich unversehrt, lei-

det jedoch unter den psychischen Folgen der Tat (vgl. Urk. D2/3/3 F/A 24 ff.). Die 

Privatklägerin 4 war eine dem Beschuldigten völlig unbekannte Person. 

Verschuldenserschwerend kommt hinzu, dass der Beschuldigte nur von ihr ab-

liess, weil sie sich wehrte. Da auch für dieses Delikt die verminderte Schuldfähig-

keit des Beschuldigten zu berücksichtigen ist, erscheint eine Busse von Fr. 500.– 

als angemessen.

7.

Ergebnis der Strafzumessung

Der Beschuldigte ist – unter Anrechnung der bis zur Berufungsverhandlung er-

standenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft gemäss Art. 51 StGB von insge-

samt 1045 Tagen (Urk. D1/15/8; Urk. D1/15/19; Urk. D1/15/22; Urk. D1/15/30; 

Urk. 23; Urk. 53; Urk. 91) – mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 3 Monaten 

sowie einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen.

- 33 -

8.

Vollzug

8.1. Ein vollständiger oder teilweiser Aufschub der auszufällenden Freiheits-

strafe von 9 Jahren und 3 Monaten steht vorliegend bereits aus objektiven Grün-

den nicht zur Diskussion (vgl. Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB). Die Frei-

heitsstrafe ist zu vollziehen.

8.2. Die Busse ist von Gesetzes wegen zu bezahlen. Für den Fall, dass der Be-

schuldigte  die  Busse  schuldhaft  nicht  bezahlt,  ist  eine  Ersatzfreiheitsstrafe  von 

5 Tagen festzulegen (Art. 106 Abs. 2 StGB).

9.

Widerruf 

9.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen des Widerrufs zutreffend 

dargelegt (Urk. 67 S. 57 f.). Darauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen 

verwiesen werden.

9.2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 28. Juni 2022 

wurde der Beschuldigte wegen versuchter Nötigung zu einer – bei einer Probezeit 

von 2 Jahren – bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je Fr. 30.– verurteilt 

(Urk. 199). Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. Bei den vorliegenden zu be-

urteilenden Delikten handelt es sich um Verbrechen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 

StGB und damit um Rückfalltaten im Sinne von Art. 46 Abs. 1 StGB, die während 

der mit Urteil angesetzten Probezeit begangen wurden. 

9.3. Der Beschuldigte liess sich von einer bedingten Geldstrafe nicht beeindru-

cken, sondern delinquierte während laufender Probezeit erneut. Das psychiatri-

sche Gutachten von Dr. med. I._____ attestiert dem Beschuldigten sodann eine 

Rückfallgefahr (Urk. 170 S. 47; vgl. nachstehend Ziffer VI.C.4). Es ist somit in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz von einer ungünstigen Prognose auszuge-

hen, womit die Voraussetzungen für den Widerruf der bedingten Geldstrafe vom 

28. Juni 2022 erfüllt sind.

- 34 -

9.4. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abtei-

lung, vom 28. Juni 2022 ausgefällten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.– ist daher zu widerrufen.

9.5. Da die Strafe für die neuen, nach dem Urteil vom 28. Juni 2022 begange-

nen Taten, in einer Freiheitsstrafe besteht und es sich bei der zu widerrufenden 

Strafe um eine Geldstrafe handelt, liegt diesbezüglich – in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz – kein Anwendungsfall von Art. 46 Abs. 1 StGB (Gesamtstrafenbil-

dung) vor.

VI. Massnahme

Ausgangslage

Die Vorinstanz ordnete gestützt auf das psychiatrische Gutachten von 

A.

1.

Dr. med. H._____ vom 31. März 2023 (Urk. D1/16/13) eine vollzugsbegleitende 

ambulante Massnahme (deliktorientierte gewaltpräventive Therapie) im Sinne von 

Art. 63 StGB an (Urk. 67 S. 66 ff. und S. 89). 

2.1. Der Beschuldigte liess dagegen Berufung erheben und stellte in der Beru-

fungserklärung den Beweisantrag, es sei ein Obergutachten eines neuen, unab-

hängigen Sachverständigen anzuordnen, das sich zur Schuldfähigkeit, einer allfäl-

ligen psychischen Störung, der Legalprognose sowie der Indikation für eine straf-

rechtliche Massnahme des Beschuldigten äussere. Eventualiter beantragte er, es 

sei Dr. med. H._____, welcher das psychiatrische Gutachten vom 31. März 2023 

verfasst habe, als sachverständiger Zeuge einzuvernehmen (Urk. 70 S. 1 f.). Die-

sem Beweisantrag folgend und nachdem der Assistenzarzt der Psychiatrischen 

Universitätsklinik Rheinau, Dr. med. G._____, erklärt hatte, dass sich seit der Ein-

weisung des Beschuldigten klare Hinweise ergeben hätten, welche das psychiatri-

sche Gutachten von Dr. med. H._____ vom 31. März 2023 als überholt erschei-

nen liessen (Urk. 93), wurde mit Beschluss vom 5. Juli 2024 ein ärztliches Gut-

achten über den körperlichen und geistigen Zustand des Beschuldigten, dessen 

Schuldfähigkeit zur Zeit der Tat sowie die Zweckmässigkeit einer Massnahme 

nach den Art. 56 bis 64 StGB bei Dr. med. I._____, Facharzt für Psychiatrie und 

- 35 -

Psychotherapie, Zertifizierter Forensischer Psychiater SGFP, in Auftrag gegeben 

(Urk. 100). Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. I._____ über den Beschul-

digten vom 24. März 2025 ging am Folgetag hierorts ein (Urk. 170).

2.2.1. Dr. med. I._____ hält in seinem Gutachten vom 24. März 2025 im Wesentli-

chen fest, dass es insbesondere in den Jahren 2021/2022 zu den strafrechtlichen 

Verhaltensweisen gekommen sei, in der zweiten Jahreshälfte 2023 zum Ausbruch 

der Schizophrenie. Retrospektiv dürfe man daher die Jahre etwa 2020 bis 2023 

als Prodromalphase ansehen, das heisse eine Vorlaufphase, in der sich die 

Krankheit entwickelt habe, aber noch nicht manifestiert gewesen sei, und der Be-

schuldigte bereits Defizite gezeigt habe. Dies erkläre sodann die bizarren Kompo-

nenten im Auftreten des Beschuldigten. Damit meint Dr. med. I._____ konkret das 

konzeptlose Vorgehen des Beschuldigten und den fehlenden roten Faden in Be-

zug auf seine Tatmotivation. So griff der Beschuldigte die Opfer an, als er sie bzw. 

sie ihn entdeckten, anstatt zu flüchten. Dies obwohl er selber angab, jeweils nur 

aus Geldnot in das Zimmer eingestiegen zu sein, und er nicht einmal nach Wert-

gegenständen suchte. Weiter ist festzuhalten, dass Beweismittel vorliegen, bei 

welchen es sich um Indizien handelt, dass es der Beschuldigte gewesen ist, der 

schon bei O._____ – eine ehemalige Bewohnerin des tatrelevanten Zimmers – 

diese Wohnung bzw. dieses Zimmer immer wieder beobachtet und sich nicht 

nachvollziehbar verhalten hat, indem er auf Signale ihrerseits nicht reagierte und 

weiter starrte (vgl. Urk. D1/5/3 F/A 13 ff.; vorstehend Ziffer III.C.1.2). Dr. med. 

I._____ hält sodann weiter fest, dass die Diagnose einer Schizophrenie in den 

Austrittsberichten klar dargelegt sei. Der Haftverlauf gestalte sich problemati-

scher, der Beschuldigte verarbeite den Umgang mit den Aufsehern paranoid und 

sei wiederholt körperlich aggressiv gegen diese gewesen. Der Beschuldigte be-

richte von Gedankenbeeinflussung, Stimmenhören, auch imperativen Stimmen, 

nach denen er sich aber nicht generell richte. Weiter beschreibe der Beschuldigte 

wahnhafte Verarbeitung der Realität, insbesondere gegenüber dem Personal des 

Gefängnisses. Es sei davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte in einer Pro-

dromalphase der sich entwickelnden schizophrenen Erkrankung befunden habe 

und sich dies auf die Tatmotivation und sein gezeigtes Tatverhalten ausgewirkt 

habe. So kommt Dr. med. I._____ zum Schluss, dass im Begutachtungszeitraum 

- 36 -

des Vorgutachtens von Dr. med. H._____ keine ausreichenden Symptome doku-

mentiert oder feststellbar gewesen seien, welche die Annahme des Vorliegens ei-

ner Schizophrenie ermöglicht hätten. Daher sei dieses Vorgutachten mittlerweile 

überholt, zumal auch Dr. med. H._____ bei Kenntnisnahme dieser manifest ge-

wordenen Erkrankung wohl eine Vorlaufphase der Prodromalphase annehmen 

und daher auch das gewaltsame Agieren im Sinne einer Überlastung der Steue-

rungsfähigkeit bewerten würde (Urk. 170 S. 40 und S. 48).

2.2.2. Aus den Akten geht hervor, dass der Beschuldigte erstmals vor Vorinstanz 

am 13. Dezember 2023 äusserte, Stimmen zu hören (Urk. 46 S. 2). Am 14. Mai 

2024 rief der betreuende Psychiater des Beschuldigten, Dr. med. Q._____, an 

und teilte mit, dass der Beschuldigte nicht hafterstehungsfähig sei und in eine Kli-

nik eingewiesen werden müsse. Gemäss dem Gefängnis Zürich sei der Beschul-

digte zudem auch gewalttätig und übergriffig (Urk. 79). Gemäss E-Mail des Assis-

tenzarztes der Psychiatrischen Universitätsklinik Rheinau, Dr. med. G._____, vom 

21. Mai 2024 habe sich der Beschuldigte beim Duschgang zunächst angepasst 

und kooperativ verhalten, als er für den Duschgang vorübergehend aus der mobi-

len Fixation entfixiert worden sei. Nach der Dusche habe er spontan ein T-Shirt 

um die rechte Faust gewickelt und sich in Kampfstellung begeben. Man habe ihn 

mittels Pflegeaufgebot und eines Deltamitarbeiters zunächst mobil fixiert, wobei er 

Widerstand geleistet habe. Man habe ihn dann in sein Zimmer geführt und wieder 

fünf-Punkte-fixiert (Urk. 83/1). Am 19. Juni 2024 rief Dr. med. G._____ an und er-

klärte, das Gericht über die neusten medizinischen Erkenntnisse informieren zu 

wollen. So hätten sich in den letzten fünf Wochen seit der Einweisung des Be-

schuldigten in die Psychiatrische Universitätsklinik Rheinau klare Hinweise erge-

ben, welche das bisherige Gutachten von Dr. med. H._____ vom 31. März 2023 

als überholt erschienen liessen, wobei es konkrete Anhaltspunkte gebe, dass der-

zeit eine neue Diagnose gestellt und damit auch die Frage nach der geeigneten 

Massnahme neu beurteilt werden müsse. Zudem müsse gutachterlich geklärt wer-

den, inwiefern sich die neue Diagnose retrospektiv auf die Schuldfähigkeit des 

Beschuldigten zum Tatzeitpunkt auswirke (Urk. 93). 

- 37 -

2.2.3. Die Ausführungen im Gutachten von Dr. med. I._____ decken sich somit 

mit den Akten und sind schlüssig sowie nachvollziehbar. Es besteht nicht die ge-

ringste Veranlassung, diese gutachterliche Schlussfolgerung von Dr. med. 

I._____ in Frage zu stellen. Die Vertreterin der Privatkläger 1-3 führte im Wesent-

lichen zusammengefasst aus, dass für die Privatkläger 1-3 die Schlussfolgerun-

gen des Gutachtens von Dr. med. I._____ nicht nachvollziehbar seien. So würden 

sich die Privatkläger 1-3 angesichts des Aufwands, welcher für den Beschuldigten 

betrieben werde (psychiatrische Behandlungen, Therapien, Begutachtungen 

usw.), als Opfer in den Hintergrund gedrängt und vergessen fühlen. Weiter sei es 

für sie unverständlich, dass der Beschuldigte weiterhin uneinsichtig und unkoope-

rativ sei. Nicht zuletzt würden sie deshalb fürchten, dass der Beschuldigte nach 

der Haftentlassung erneut zuschlagen könnte (Urk. 185 S. 7 f.; Urk. 207 S. 1 ff.). 

Die Vertreterin der Privatkläger 1-3 bzw. die Privatkläger 1-3 verkennt bzw. ver-

kennen dabei, dass genau mit einem solchen, wie im Gutachten von Dr. med. 

I._____ empfohlenen Setting – konkret der Anordnung einer stationären Mass-

nahme – der Rückfallgefahr des Beschuldigten erfolgsversprechend begegnet 

werden kann. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle noch darauf hinzuwei-

sen, dass eine stationäre Massnahme deutlich länger dauern kann als eine 

schuldangemessene Strafe, da das Ziel der Behandlung die deutliche Minimie-

rung der Rückfallgefahr darstellt. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung kritisierte die Verteidigung diverse 

Punkte am Gutachten von Dr. med. I._____ (Urk. 206 S. 11). So zum Beispiel, 

dass eine unzureichende Exploration stattgefunden habe. Dies trifft allerdings 

nicht zu. Im Gegenteil hat Dr. med. I._____ den Beschuldigten dreimal exploriert 

(vgl. Urk. 170 S. 24 ff.). Entgegen der Ansicht der Verteidigung sind sodann die 

Prognoseinstrumente im Gutachten von Dr. med. I._____ genannt worden und im 

Anhang vorhanden. Des Weiteren hat Dr. med. I._____ diese in den Kontext ge-

stellt und hat dann in Bezug auf die begangen Delikte eine deliktsspezifische 

Überprüfung sämtlicher Tatsachen vorgenommen und schlüssig dargelegt, wie er 

zu seiner Diagnose gekommen ist (vgl. Urk. 170 S. 31 ff.). Im Übrigen sind die Kri-

tikpunkte der Verteidigung am Gutachten von Dr. med. I._____ nicht substantiiert, 

weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.

- 38 -

Weder ist die Vertreterin der Privatkläger 1-3 mit ihrer im Wesentlichen un-

sachlichen Kritik noch die Verteidigung mit ihrer erneuten Kritik zu hören, zumal – 

wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – das Gutachten von Dr. med. I._____ 

vom 24. März 2025 insgesamt nachvollziehbar, schlüssig und überzeugend ist 

und keine triftigen Gründe ersichtlich sind, die eine Abweichung von diesem Gut-

achten rechtfertigen würden. Es bestehen somit keine Zweifel, dass sich der Be-

schuldigte im Tatzeitpunkt in einer Prodromalphase der sich entwickelnden schi-

zophrenen Erkrankung befunden hat. Entgegen der Ansicht der Vertreterin der 

Privatkläger 1-3 ändert daran die Tatsache, dass niemand aus dem nahen Umfeld 

des Beschuldigten irgendwelche Veränderungen seines Verhaltens, seines Cha-

rakters oder seines Lebensstils wahrgenommen hat, nichts, zumal Dr. med. 

I._____ im Gutachten überzeugend festhält, dass die Krankheit zwar schon vor 

Ausbruch – also in der Prodromalphase – zu psychischen Belastungen und Sym-

ptomen geführt habe, der Beschuldigte jedoch in der Lage gewesen sei, diese 

zeitweise zu kaschieren (Urk. 170 S. 46). 

Aufgrund der Vollständigkeit und Schlüssigkeit des Gutachtens von Dr. 

med. I._____ bedarf es somit weder weiterer Erläuterungen noch Ergänzungen 

des Gutachtens, weshalb der Beweisantrag der Verteidigung, Dr. med. I._____ 

sei als sachverständiger Zeuge einzuvernehmen, abzuweisen ist, da sich Weite-

rungen zum Gutachten erübrigen. Schliesslich sei der Vollständigkeit halber dar-

auf hingewiesen, dass es die Verteidigung unterliess, den Beweisantrag zu be-

gründen, weshalb er ohnehin abzuweisen gewesen wäre (vgl. Prot. II S. 16).

2.2.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das psychiatrische Gutachten von 

Dr. med. H._____ vom 31. März 2023 (Urk. D/1/16/13) überholt ist, da sich die 

psychische Störung des Beschuldigten, konkret die paranoide Schizophrenie, erst 

nach diesem Gutachten manifestiert hat. Folglich ist nicht weiter auf dieses Gut-

achten einzugehen, sondern ausschliesslich auf das überzeugende psychiatri-

sche Gutachten von Dr. med. I._____ vom 24. März 2025 (Urk. 170) abzustellen.

3.

Die Staatsanwaltschaft hat betreffend die Anordnung einer ambulanten 

Massnahme keine Berufung erhoben, sondern lediglich die Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils beantragt (Urk. 74  2). Dr. med. I._____ empfiehlt zur Be-

- 39 -

handlung der psychischen Störung eine stationäre Massnahme nach Art. 59 

StGB. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass gestützt auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung die Umwandlung einer ambulanten in eine stationäre Mass-

nahme im Rechtsmittelverfahren als zulässig einzustufen ist, was damit zu be-

gründen ist, dass ein solches Vorgehen im objektiven Interesse des Betroffenen 

liegt, mit seiner psychischen Störung umgehen zu können und nicht rückfällig zu 

werden (BGE 148 IV 89 E. 4.3; 144 IV 113 E. 4.3). Im Übrigen erscheint ohnehin 

fraglich, ob das Verschlechterungsverbot im vorliegenden Fall anwendbar wäre, 

zumal für den Beschuldigten gestützt auf das Gutachten von Dr. med. I._____ 

vom 24. März 2025 eine neue Diagnose, konkret die paranoide Schizophrenie, 

vorliegt, welche der Vorinstanz noch gar nicht bekannt war. 

B.

1.

Rechtliche Grundlagen

Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn die Voraussetzungen von Art. 56 

Abs. 1 StGB erfüllt sind, nämlich, dass eine Strafe allein nicht geeignet ist, der 

Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen (lit. a), ein Behandlungsbe-

dürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert (lit. b). Zu-

dem müssen die spezifischen Voraussetzungen der Art. 59 bis 61, 63 oder 

64 StGB erfüllt sein (Art. 56 Abs. 1 lit. c StGB). Eine stationäre therapeutische 

Massnahme nach Art. 59 StGB zur Behandlung von psychischen Störungen ist 

anzuordnen, wenn der Täter psychisch schwer gestört ist, er ein Verbrechen oder 

Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang 

steht, und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner psy-

chischen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen (Art. 59 Abs. 1 

StGB).

2.

Die stationäre therapeutische Massnahme muss verhältnismässig sein 

(Art. 36 Abs. 2 und 3 BV; Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Verhältnismässigkeitsprinzip 

verlangt, dass die Massnahme geeignet ist, beim Betroffenen die Legalprognose 

zu verbessern. Weiter muss die Massnahme notwendig sein. Sie hat zu unterblei-

ben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten 

Erfolg ausreichen würde. Dieses Kriterium trägt dem Aspekt des Verhältnisses 

zwischen Strafe und Massnahme bzw. der Subsidiarität von Massnahmen Rech-

- 40 -

nung. Schliesslich muss zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Zweck eine 

vernünftige Relation bestehen (Verhältnismässigkeit i.e.S.). Das bedeutet, dass 

die betroffenen Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen. Bei einer 

Prüfung des Zweck-Mittel-Verhältnisses fallen im Rahmen der Gesamtwürdigung 

auf der einen Seite insbesondere die Schwere des Eingriffs in die Freiheitsrechte 

des Betroffenen in Betracht. Auf der anderen Seite sind das Behandlungsbedürf-

nis sowie die Schwere und die Wahrscheinlichkeit künftiger Straftaten relevant 

(vgl. BGE 142 IV 105 E. 5.4; 137 IV 201 E. 1.2; Urteile des Bundesgerichts 

6B_876/2022 vom 14. November 2022 E. 1.1.1; 6B_326/2020 vom 17. April 2020 

E. 3.3.3; 6B_835/2017 vom 22. März 2018 E. 5.2.2; mit Hinweisen, nicht publ. 

in: BGE 144 IV 176). Die Dauer der (stationären) Massnahme hängt von deren 

Auswirkungen auf die Gefahr weiterer Straftaten ab, wobei die Freiheit dem Be-

troffenen nur so lange entzogen werden darf, als die von ihm ausgehende Gefahr 

dies zu rechtfertigen vermag. Die Massnahme dauert aber grundsätzlich so lange 

an, bis ihr Zweck erreicht ist oder sich eine Zweckerreichung als aussichtslos er-

weist (BGE 145 IV 65 E. 2.3.3; 142 IV 105 E. 5.4; je mit Hinweisen).

3.

Das Gericht stützt sich bei seinem Entscheid über die Anordnung einer 

Massnahme auf eine sachverständige Begutachtung (Art. 56 Abs. 3 StGB). Diese 

äussert sich über die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Behandlung 

des Täters, die Art und die Wahrscheinlichkeit weiterer möglicher Straftaten und 

die Möglichkeiten des Vollzugs der Massnahme (Art. 56 Abs. 3 StGB; Art. 182 

StPO; BGE 146 IV 1 E. 3.1; 134 IV 315 E. 4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 

7B_1016/2024 vom 29. Oktober 2024 E. 2.1.1). Das Gericht würdigt Gutachten 

grundsätzlich frei (Art. 10 Abs. 2 StPO). In Fachfragen darf es davon indessen 

nicht ohne triftige Gründe abweichen und Abweichungen müssen begründet wer-

den. Auf der anderen Seite kann das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise 

bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen gegen das 

Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV) verstossen (zum 

Ganzen: BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 141 IV 369 E. 6.1; Urteile des Bundesgerichts 

6B_3/2025 vom 29. April 2025 E. 2.4; 6B_828/2019 vom 5. November 2019 

E. 1.2.5).

- 41 -

C.

Medizinische Diagnose sowie ärztliche Schlussfolgerungen und Empfeh-

lungen

1.

Diagnose

Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. I._____ gelangt in seinem Gutach-

ten vom 24. März 2025 zum Schluss, dass im Tatzeitraum sowie auch aktuell so-

wohl der schädliche Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1) als auch die parano-

ide Schizophrenie (ICD-10: F20.0) als Diagnosen vorlagen bzw. bestehen. Kon-

kret führte er aus, dass der Beschuldigte in den Tatzeiträumen psychisch schwer 

gestört im Sinne einer Prodromalphase einer paranoiden Schizophrenie gewesen 

sei. Erst nach dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. H._____ vom 

31. März 2023 sei diese Erkrankung erstmals derart manifest geworden, im Sinne 

von einem florid-psychotischem Schub mit wahnhaft verzerrter Realitätswahrneh-

mung, sodass eine klare Diagnose durch die stationären Aufenthalte möglich ge-

worden sei. Retrospektiv müsse daher von einem Krankheitsverlauf (Prodromal-

phase) gesprochen werden, in welchem sich die Krankheit entwickelt habe und 

vor Ausbruch schon zu psychischen Belastungen und Symptomen geführt habe, 

welche der Beschuldigte aber in der Lage gewesen sei, zeitweise zu kaschieren. 

Eine Abhängigkeit zu Suchtstoffen bestehe zwar nicht, aber zumindest ein heikler 

Umgang mit Alkohol im Sinne eines schädlichen Gebrauchs. Der körperliche Zu-

stand des Beschuldigten sei gemäss vorliegenden Daten und auch den eigenen 

Angaben des Beschuldigten als tadellos bzw. gesund beschreibbar gewesen und 

sei es aktuell immer noch (Urk. 170 S. 41 und S. 46).

2.

Deliktszusammenhang der Störung

Gemäss Erkenntnis des psychiatrischen Gutachters Dr. med. I._____ besteht die 

psychische Störung weiterhin und steht in Zusammenhang mit den Straftaten des 

Beschuldigten (Urk. 170 S. 46).

3.

Schuldfähigkeit

Der Gutachter Dr. med. I._____ kommt in seinem Gutachten zum Schluss, dass 

für beide Tatvorwürfe von einem analogen Deliktmechanismus auszugehen sei. 

- 42 -

Eine Berücksichtigung der schizophrenen Erkrankung unter der Annahme, dass 

im Tatzeitraum bereits erste Symptome vorgelegen haben, jedoch noch nicht in 

einer florid-wahnhaften Verkennung, ergebe eine Belastung, welche die Steue-

rungsfähigkeit betreffe. Die Einsichtsfähigkeit in das Unrecht der Tathandlungen 

sei grundsätzlich gegeben, allenfalls lasse sich in der Tatsequenz des Aggressi-

onsdurchbruchs eine leichte Minderung der Einsicht begründen, die Steuerungs-

fähigkeit hingegen sei zumindest mittelgradig eingeschränkt. Daraus ergebe sich 

für beide Tatvorwürfe eine mindestens mittelgradige Minderung der Schuldfähig-

keit nach Art. 19 Abs. 2 StGB (Urk. 170 S. 42 ff. und S. 46). 

4.

Legalprognose

Die Rückfallgefahr für erneute, auch schwere Gewaltdelikte wird vom Gutachter 

Dr. med. I._____ als deutlich bis hoch eingestuft. Für Sexualdelikte mit nötigen-

dem Verhalten sei sie zumindest mittelgradig ausgeprägt. Bei optimaler Behand-

lung der Schizophrenie würde sich jedoch eine günstige Prognose ergeben mit 

geringer Rückfallgefahr für Sexual- und Gewaltstraftaten bzw. aggressiven Ver-

haltensweisen, da die Grundpersönlichkeit wohl keine Gewaltbereitschaft be-

gründe. Weiter hält Dr. med. I._____ fest, dass diese Legalprognose auf der psy-

chischen Störung erheblicher Schwere im Sinne einer paranoiden Schizophrenie 

gründe und indirekt auch auf heikle Persönlichkeitsmerkmale, so ein traditionelles 

Geschlechterrollenverständnis und einer schamhaften Besetztheit bezüglich psy-

chischer Erkrankung und Sexualität. Die Lebensumstände seien mittelbar bedingt 

tatbegünstigend gewesen, da eine Tagesstruktur gefehlt und eine adäquate Be-

handlung nicht stattgefunden habe, während die Tatumstände vom Beschuldigten 

selbst konstelliert worden seien. Der Beschuldigte gefährde die öffentliche Sicher-

heit im Sinne der Prognose, es sei unbehandelt mit weiteren Gewalthandlungen 

zu rechnen, auch mit sexueller Gewalt. Eine Strafe allein sei nicht geeignet, der 

Rückfallgefahr erfolgsversprechend zu begegnen (Urk. 170 S. 44 f. und S. 47).

5.

Massnahmenindikation

5.1. Der Gutachter Dr. med. I._____ hält fest, dass eine therapeutische Be-

handlung erforderlich sei, um die psychische Störung zu behandeln. So erscheine 

- 43 -

eine stationäre Behandlung in einer spezialisierten Einrichtung, das heisst in einer 

forensischen Klinik, geeignet und auch erforderlich. Aus gutachterlicher Sicht 

empfehle sich daher die Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 

StGB (Urk. 170 S. 45 und S. 47).

5.2.

Zur Frage der Anordnung einer ambulanten Massnahme nach Art. 63 StGB 

führte der Gutachter Dr. med. I._____ aus, eine solche wäre unzureichend wegen 

der fehlenden Krankheitseinsicht und dem damit mangelnden Problembewusst-

sein, der fehlenden Medikamentencompliance sowie der unzureichenden Intensi-

tät einer solchen Behandlung (Urk. 170 S. 45 und S. 47). 

5.3. Weiter dürfe die Massnahmefähigkeit des Beschuldigten als ausreichend 

eingestuft werden, wobei die Bereitschaft des Beschuldigten jedoch gering sei. Er 

möchte in keiner Weise als krank tituliert werden und sich auch nicht einer klini-

schen Behandlung unterziehen. Doch sei er dennoch bei den bisherigen Klinikauf-

enthalten ausreichend compliant gewesen. Im Falle der Massnahme nach Art. 59 

StGB wäre diese sodann auch gegen den Willen des Beschuldigten ausgespro-

chen erfolgsversprechend. So gelangt der Gutachter Dr. med. I._____ in seinem 

Gutachten zum Schluss, dass sich durch die empfohlene Massnahme der Rück-

fallgefahr erfolgsversprechend begegnen lasse, auch wenn diese gegen den Wil-

len des Beschuldigten angeordnet würde (Urk. 170 S. 45 und S. 48). 

D.

1.

Würdigung

Gemäss überzeugenden Erkenntnissen des Gutachters Dr. med. I._____ 

weist der Beschuldigte eine schwere psychische Störung auf, die weiterhin be-

steht. Die Störung steht mit den Anlasstaten, drei Verbrechen und zwei Vergehen 

– mithin Straftaten von einiger Schwere – in direktem Zusammenhang. Beim Be-

schuldigten ist ohne optimale Behandlung von keiner günstigen Prognose auszu-

gehen. Vielmehr ist unbehandelt mit weiteren Gewalthandlungen des Beschuldig-

ten zu rechnen, auch mit sexueller Gewalt. Ohne Intervention ist somit keine Ver-

besserung der Rückfallgefahr des Beschuldigten zu erwarten, und der von ihm 

ausgehenden Gefahr kann allein durch eine Strafe nicht begegnet werden. Eine 

mildere Massnahme, konkret eine ambulante Massnahme, ist aufgrund der feh-

- 44 -

lenden Krankheitseinsicht und dem damit mangelnden Problembewusstsein, der 

fehlenden Medikamentencompliance und der unzureichenden Intensität einer sol-

chen Behandlung ausgeschlossen, da sie unzureichend wäre. Dementsprechend 

besteht die Indikation für eine stationäre Massnahme, indem die Einweisung des 

Beschuldigten in eine psychiatrisch-forensische Klinik angezeigt ist. 

2.

Seitens des Gutachters Dr. med. I._____ wird überzeugend dargelegt, 

dass Institutionen vorhanden sind, die eine angemessene Behandlung bieten kön-

nen. Eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB sei ausgesprochen erfolgs-

versprechend. Anlässlich der Berufungsverhandlung zeigte sich der Beschuldigte 

nicht krankheitseinsichtig. So erklärte er, dass er sich nicht krank fühle und des-

halb nicht verstehe, weshalb der Psychiater dies so angegeben habe (Prot. II 

S. 24). Des Weiteren nimmt der Beschuldigte die Medikamente nicht mehr, weil er 

– gemäss eigener Angabe – keine mehr gehabt habe (Prot. II S. 20). Aufgrund 

der dem Beschuldigten attestierten deutlichen bis hohen Rückfallgefahr und der 

damit einhergehenden schlechten Legalprognose erscheint es jedoch unange-

messen, alleine aufgrund der Massnahmewilligkeit des Beschuldigten von einer 

stationären Massnahme abzusehen, zumal das Gutachten ausdrücklich festhält, 

dass eine stationäre Therapierung auch gegen den Willen des Beschuldigten aus-

gesprochen erfolgsversprechend sei. Des Weiteren ergaben sich anlässlich der 

Berufungsverhandlung klare Hinweise auf wahnhafte Interpretationen und Über-

zeugungen (Stimmenhören, Gefängnispersonal wolle ihm Schlechtes etc.; 

Prot. II S. 24 ff. und S. 47), was sich sodann mit den Ausführungen im Gutachten 

von Dr. med. I._____ deckt (Urk. 170 S. 30). Der Beschuldigte war bei den bishe-

rigen Klinikaufenthalten ausreichend motiviert. Vor dem Hintergrund, dass nun die 

Alternative zwischen dem Strafvollzug einerseits und einer stationären Mass-

nahme andererseits vorliegt, erscheint es angemessen, für den Beschuldigten 

eine strukturierte, langfristig ausgelegte stationäre Therapie anzuordnen, und so 

zu versuchen, seine schwere psychische Störung zu behandeln und die deutliche 

bis hohe Rückfallgefahr – für Sexualdelikte mit nötigendem Verhalten ist diese zu-

mindest mittelgradig – zu mindern.

- 45 -

3.

Hinsichtlich der Prüfung der Verhältnismässigkeit ist darauf hinzuweisen, 

dass die Gewaltbereitschaft des Beschuldigten von Delikt zu Delikt deutlich zuge-

nommen hat. Des Weiteren ist gemäss Gutachten von Dr. med. I._____ vom 

24. März 2025 ohne entsprechende – unter anderem auch medikamentöse – Be-

handlung mit einer Zunahme an aggressiver Ladung und Gespanntheit aufgrund 

der paranoiden Verarbeitung zu rechnen (vgl. Urk. 170 S. 41). Somit drängt sich 

der Schluss auf, dass vom Beschuldigten ohne angemessene Behandlung auf-

grund seiner schweren psychischen Störungen eine erhebliche Gefahr zur Ver-

übung schwerer bzw. noch schwererer Straftaten ausgeht und diese Gefahr ohne 

entsprechende Intervention zunehmen wird. Der Massnahmenzweck, durch The-

rapierung des Beschuldigten die vermehrte Anwendung von Gewalt und damit 

auch schwere Straftaten in Zukunft zu verhindern, überwiegt die persönlichen In-

teressen des Beschuldigten somit deutlich. Zudem werden die Erfolgsaussichten 

einer stationären Massnahme – sogar gegen den Willen des Beschuldigten – als 

ausgesprochen erfolgsversprechend eingeschätzt. Ohne stationäre therapeuti-

sche Massnahme ist die Verbesserung der Legalprognose aber gänzlich ausge-

schlossen und im Gegenteil eine Zunahme an Delinquenz des Beschuldigten zu 

erwarten. Der Rückfallgefahr kann sodann auch nicht durch eine ambulante 

Massnahme wirksam begegnet werden. Eine mildere angemessene Massnahme 

als die stationäre Therapie kommt somit nicht in Frage, womit die Anordnung ei-

ner stationären Massnahme als verhältnismässig erscheint.

4.

In Würdigung sämtlicher Umstände sind alle Voraussetzungen für die An-

ordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB gegeben, wes-

halb eine solche anzuordnen ist. 

E.

Aufschub des Strafvollzugs zufolge Anordnung der stationären Massnahme

Nach Art. 57 Abs. 2 StGB geht der Vollzug einer stationären Massnahme im Sinne 

von Art. 59 ff. StGB einer zugleich ausgesprochenen Freiheitsstrafe vor, was der 

Klarheit halber im Dispositiv festzuhalten ist. 

- 46 -

VII. Landesverweisung

A.

1.

Ausgangslage

Die Vorinstanz hat einen persönlichen schweren Härtefall beim Beschuldig-

ten verneint und ihn für die Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen (Urk. 67 

S. 59 f. und S. 89). 

2.

Mit seiner Berufung beantragt der Beschuldigte das Absehen von einer 

Landesverweisung (Urk. 51 S. 2; Urk. 206 S. 2). Die Staatsanwaltschaft beantragt 

im Rahmen ihrer Anschlussberufung die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 74 S. 3; Urk. 205 S. 6).

B.

1.

Härtefallprüfung

Bezüglich der rechtlichen Grundlagen der Landesverweisung kann zwecks 

Vermeidung von Wiederholungen auf die entsprechenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 67 S. 59 ff.). Der Beschuldigte ist eritreischer 

Staatsangehöriger. Bei der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB han-

delt es sich um eine Katalogtat für eine obligatorische Landesverweisung im 

Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB.

2.

Der Beschuldigte ist in Eritrea auf die Welt gekommen und wuchs dort bei 

seinen Eltern und seinen vier Geschwistern auf. Seine Eltern sowie einer seiner 

Brüder und seine zwei Schwestern leben nach wie vor in Eritrea, während sein 

anderer Bruder in Deutschland lebt. Der Beschuldigte brach mit 14 Jahren die 

Schule ab und arbeitete danach auf dem Landwirtschaftsbetrieb seiner Familie 

und/oder als Goldwäscher, um seine Eltern finanziell zu unterstützen. Der Be-

schuldigte reiste im Juli 2014, mithin mit 19 Jahren, in die Schweiz ein und stellte 

ein Asylgesuch. Zu den Gründen seiner Ausreise gab der Beschuldigte gegen-

über den Asylbehörden mitunter an, dass er Eritrea verlassen habe, weil ihm we-

gen des Schulabbruchs der Einzug in den Militärdienst gedroht habe. Mit Ent-

scheid des Staatssekretariats für Migration SEM vom 10. Februar 2023 wurde das 

Asylgesuch des Beschuldigten abgelehnt. Der Beschuldigte wurde jedoch, da er 

die Flüchtlingseigenschaft erfüllt, als Flüchtling vorläufig aufgenommen (Migrati-

- 47 -

onsakten S. 27 ff.; einlässlicher nachstehend unter Ziffer V.3.1.). Nachdem er im 

Jahre 2019/2020 ein Praktikum in einer Holzwerkstatt in Zürich R._____ gemacht 

hatte, fand der Beschuldigte im Jahr 2021 eine Anstellung bei der P._____AG in 

Rümlang, wo er eine Vorlehre absolvierte und eine Schreinerlehre in Aussicht 

hatte. Das Anstellungsverhältnis wurde indes – aus Gründen, welche vorliegend 

nicht abschliessend beurteilt werden können und auch nicht müssen – im Februar 

2022 gekündigt (vgl. Urk. D1/1/5/4-5; Urk. 46 S. 7). Seit dem Verlust seiner Ar-

beitsstelle wurde der Beschuldigte monatlich mit Fr. 500.– bis Fr. 600.– (zuzüglich 

Miete und Krankenkasse) durch Leistungen der Sozialhilfe unterstützt. Auf den 

Beschuldigten lauten derzeit sechs Verlustscheine in der Höhe von insgesamt 

Fr. 5'463.05 (Urk. 31). Der Beschuldigte hat hier weder eine eigene Familie noch 

eine feste Partnerschaft. 

3.

Die Vorinstanz verneinte einen schweren persönlichen Härtefall im Sinne 

von Art. 66a Abs. 2 StGB (vgl. Urk. 67 S. 64). Dieser Schlussfolgerung sowie der 

entsprechenden – sehr ausführlichen – Begründung der Vorinstanz kann gefolgt 

werden. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, ist darauf zu verweisen 

(Urk. 67 S. 59-65). Im Sinne einer Rekapitulation ist insbesondere hervorzuheben, 

dass die vorläufige Flüchtlingseigenschaft des Beschuldigten der Anordnung einer 

Landesverweisung nicht per se entgegensteht. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich 

zu Recht fest, dass sich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht voraussagen lässt, ob 

der Beschuldigte zum Zeitpunkt des dereinstigen Vollzugs der Landesverweisung 

die Flüchtlingseigenschaft nach wie vor erfüllen wird, zumal der Beschuldigte mit 

vorliegendem Urteil mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren (unter Anrechnung 

von 1045 Tagen, die bereits durch Haft erstanden sind) bestraft wird, welche zu-

gunsten der stationären Massnahme aufgeschoben wird. Eine definitive Prüfung 

der rechtlichen Durchführbarkeit der Landesverweisung kann somit aufgrund des 

Nichtvorhandenseins stabiler Verhältnisse nicht durchgeführt werden. Weder sei-

tens des Beschuldigten noch der Verteidigung wurden sodann weitere ausserge-

wöhnliche persönliche Umstände geltend gemacht, welche eine Gefährdung in 

seinem Heimatland begründen würden (vgl. Urk. 206 S. 14 ff.). Der Vollständigkeit 

halber ist darauf hinzuweisen, dass den Beschuldigten diesbezüglich eine Mitwir-

kungspflicht trifft (Urteil des Bundesgerichts 6B_1367/2022 vom 7. August 2023 

- 48 -

E. 1.4.3). Der Beschuldigte verfügt sodann über keine abgeschlossene Berufs-

ausbildung und ist deshalb auf Sozialhilfe angewiesen. Vor diesem Hintergrund ist 

mit der Vorinstanz – entgegen der Ansicht der Verteidigung – von einer unter-

durchschnittlichen Integration zu sprechen. Im Lichte dieser Erwägungen ist mit 

der Vorinstanz ein Härtefall klar zu verneinen. Der Beschuldigte erklärte im Übri-

gen auf Nachfrage, was eine Landesverweisung für ihn bedeuten würde, dass er 

damit leben könne und eine Landesverweisung für ihn kein grosses Thema wäre. 

Sollte er ausser Landes verwiesen werden, werde er es akzeptieren und gehen 

(Urk. D1/3/5 F/A 47; Urk. 46 S. 29; Prot. II S. 22 f.). 

4.

Mit der Vorinstanz ist ebenfalls der Vollständigkeit halber zu erwähnen, 

dass auch im Falle eines schweren Härtefalls das öffentliche Interesse an der 

Landesverweisung dem privaten Interesse des Beschuldigten am Verbleib in der 

Schweiz überwiegen würde, zumal vom Beschuldigten eine erhöhte Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit ausgeht, ist er doch bezüglich der versuchten vorsätzlichen 

Tötung, eines der schwersten gemäss Schweizerischem Strafgesetzbuch mögli-

chen Delikte, schuldig zu sprechen, und seine Tathandlungen gegen ihm völlig 

unbekannte junge Frauen zeigen bei der festgestellten Rückfallgefahr eine erheb-

liche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

C.

Dauer der Landesverweisung

Nachdem die Vorinstanz die Dauer der Landesverweisung auf 10 Jahre festsetzte 

und die Staatsanwaltschaft diesbezüglich kein Rechtsmittel erhob, hat es dabei 

sein Bewenden (Art. 391 Abs. 2 StPO). Der Vollständigkeit halber ist darauf hin-

zuweisen, dass die Dauer von 10 Jahren im Hinblick auf die Schwere der Strafta-

ten sowie den persönlichen Umständen des Beschuldigten und dem Ausmass der 

Gefährdung der Sicherheit und Ordnung als verhältnismässig erscheint.

D.

1.

Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem

Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mitglieds-

taats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsassoziation be-

sitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe der Bedeutung des 

- 49 -

Falles im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge-

schrieben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 vom 20. De-

zember 2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des SIS-II, Abl. 

L 381/4 vom 28.12.2006 [SIS-II-VO], abgelöst durch Art. 21 und 24 Verordnung 

(EU) 2018/1861 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. November 

2018 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informa-

tionssystems (SIS) im Bereich der Grenzkontrollen, zur Änderung des Überein-

kommens zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen und zur Ände-

rung und Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 [Verordnung (EU) 

2018/1861]; in der Schweiz in Kraft getreten am 11. Mai 2021 [SR 

0.362.380.085]). Die Voraussetzungen zur Ausschreibung einer gestützt auf 

Art. 66a und Art. 66abis StGB ausgesprochenen Landesverweisung gemäss SIS-

II-Verordnung sind weitestgehend identisch mit den Voraussetzungen gemäss der 

nunmehr anwendbaren Verordnung (EU) 2018/1861. Deshalb kann weiterhin auf 

die Gerichtspraxis zur SIS-II-Verordnung abgestellt werden. Die Ausschreibung 

erfolgt, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung oder die nati-

onale Sicherheit besteht. Das ist insbesondere der Fall, wenn die betreffende Per-

son in einem Mitgliedstaat wegen einer Straftat verurteilt wurde, die mit einer Frei-

heitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist (Art. 24 Ziff. 2 Bst. a Verord-

nung (EU) 2018/1861), oder wenn der begründete Verdacht besteht, dass sie 

schwere Straftaten begangen hat, oder wenn konkrete Hinweise dafür bestehen, 

dass sie solche Taten im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats plant (Art. 24 Ziff. 2 

Bst. b Verordnung (EU) 2018/1861). Art. 24 Abs. 2 Bst. a Verordnung (EU) 

2018/1861 setzt weder eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 

einem Jahr voraus noch verlangt die Bestimmung einen Schuldspruch wegen ei-

ner Straftat, die mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr bedroht ist. Inso-

weit genügt, wenn der entsprechende Straftatbestand eine Freiheitsstrafe im 

Höchstmass von einem Jahr oder mehr vorsieht. Indes ist im Sinne einer kumula-

tiven Voraussetzung stets zu prüfen, ob von der betroffenen Person eine Gefahr 

für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht (Art. 21 Ziff. 2 Verordnung 

(EU) 2018/1861). An die Annahme einer solchen Gefahr sind keine allzu hohen 

Anforderungen zu stellen. Entscheidend ist zudem nicht das Strafmass, sondern 

- 50 -

in erster Linie die Art und Häufigkeit der Straftaten, die konkreten Tatumstände 

sowie das übrige Verhalten der betroffenen Person (BGE 147 IV 340 E. 4.8; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_932/2021 vom 7. September 2022 E. 1.8.3).

2.

Der Heimatstaat des Beschuldigten ist Eritrea. Dieser Staat ist weder Mit-

glied der Europäischen Union noch der Europäischen Freihandelsassoziation. Der 

Beschuldigte ist demnach Drittstaatsangehöriger. Die Ausschreibung der Landes-

verweisung im SIS ist verhältnismässig, da vom Beschuldigten eine Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit ausgeht. Die Anordnung der Ausschreibung im SIS ist daher 

zu bestätigen.

VIII. Zivilforderungen

1.

Keiner der Privatkläger 1-4 erhob Berufung, womit ihrerseits die Dispositiv-

ziffern 8-11 des vorinstanzlichen Urteils unangefochten blieben. Seitens der Ver-

teidigung, die den Antrag stellte, die Zivilklagen seien vollumfänglich abzuweisen 

(Urk. 70; Urk. 206 S. 3), wurden keine substantiierten Ausführungen zu den Zivil-

begehren der Privatkläger 1-4 bzw. den Erwägungen der Vorinstanz dazu ge-

macht (Urk. 206 S. 12 f.). Nachdem sich die diesbezüglichen Erwägungen im 

vorinstanzlichen Urteil (Urk. 67 S. 72 ff.) als zutreffend erweisen, kann zur Ver-

meidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich darauf verwiesen werden. Die 

vorinstanzliche Regelung der Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Pri-

vatkläger 1-4 ist zu bestätigen. Im Übrigen stellt die verminderte Schuldfähigkeit 

des Beschuldigten keinen Reduktionsgrund für die Bemessung der Genugtuung 

dar (vgl.  Urteile des Bundesgerichts 6B_604/2012 vom 16. Januar 2014 E. 6.3.3; 

6B_795/2009 vom 13. November 2009 E. 5.2). 

2.1.1. Der Beschuldigte ist demnach zu verpflichten, der Privatklägerin 1 Scha-

denersatz von Fr. 818.80 sowie EUR 8'194.60, je zuzüglich 5 % Zins seit 13. De-

zember 2023, zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist festzustellen, dass der Beschuldigte 

gegenüber der Privatklägerin 1 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze 

nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

- 51 -

Schadenersatzanspruchs ist die Privatklägerin 1 auf den Weg des Zivilprozesses 

zu verweisen.

2.1.2. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, der Privatklägerin 1 Fr. 45'000.– zu-

züglich 5 % Zins seit 11. Oktober 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbe-

trag ist das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 abzuweisen. 

2.2. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, dem Privatkläger 2 Fr. 1'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins seit 11. Oktober 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

ist das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 abzuweisen. 

2.3. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, der Privatklägerin 3 Fr. 1'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins seit 11. Oktober 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

ist das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 3 abzuweisen.

2.4.1. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, der Privatklägerin 4 eine Umtriebsent-

schädigung von EUR 144.40 zu bezahlen. 

2.4.2. Der Beschuldigte ist zu verpflichten, der Privatklägerin 4 Fr. 2'000.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen.

IX. Beschlagnahmen und Sicherstellungen

Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragt der Beschuldigte die Herausgabe 

der beschlagnahmten Gegenstände bzw. deren Aushändigung nach Eintritt der 

Rechtskraft des Entscheids. Dabei handle es sich konkret um eine Jeanshose 

und ein Leibchen, ein Notebook, ein I-Phone, eine Powerbank, ein USB-Stick so-

wie diverse Herrenkleider (Urk. 206 S. 3). Der Beschuldigte unterliess es jedoch, 

substantiierte Einwendungen zu machen (vgl. Urk. 206 S. 17), weshalb ohne Wei-

teres auf die diesbezüglichen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden kann (Urk. 67 S. 85 ff.). Des Weiteren ist auch bezüglich der Sicherstel-

lungen bzw. der DNA-Spuren bzw. Spurenträger auf die zutreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 67 S. 85 ff.). Die entsprechenden Regelun-

gen betreffend die Beschlagnahmen und Sicherstellungen bzw. die DNA-Spuren 

bzw. Spurenträger können somit unverändert in das vorliegende Berufungsurteil 

- 52 -

aufgenommen werden. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Asservaten-Nr. der 

beschlagnahmten (Urk. D1/14/5) sowie sichergestellten Gegenstände, Spuren 

und Spurenträger (Urk. D1/10; Urk. D1/14/4; Urk. D2/5/1) korrekt im Dispositiv 

des vorinstanzlichen Urteils übernommen wurden, weshalb darauf zu verweisen 

ist (Urk. 67 S. 90 ff.).

X. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Da es auch im Berufungsverfahren bei den Schuldsprüchen bleibt 

(Art. 426 Abs. 1 StPO), ist das vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispo-

sitiv (Dispositivziffern 15-17) zu bestätigen.

2.1. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In-

wiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt 

insbesondere davon ab, in welchem Ausmass ihre mit der Berufungserklärung ge-

stellten Anträge gutgeheissen werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

7B_829/2023 vom 19. September 2024 E. 4.2; 7B_168/2022 vom 25. März 2024 

E. 4.2.1).

2.2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 6'000.– zu ver-

anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. b GebV OG).

2.3. Der amtliche Verteidiger ist durch die Gerichtskasse zu entschädigen 

(Art. 135 StPO in Verbindung mit Art. 426 StPO). Er machte mit Kostennote vom 

20. August 2025 – unter Einbezug eines im Voraus geschätzten Zeitaufwandes 

für die Berufungsverhandlung samt Hin- und Rückweg – für das obergerichtliche 

Verfahren einen Zeitaufwand von rund 42.30 Stunden geltend (Urk. 211). Nach 

genauer Betrachtung der Honorarnote fällt auf, dass eine Position datiert aus dem 

Jahr 2023 mit einem Stundenaufwand von 3.70 Stunden fälschlicherweise Ein-

gang in die Honorarnote gefunden hat. Es rechtfertigt sich deshalb, Rechtsanwalt 

- 53 -

lic. iur. X._____ mit pauschal Fr. 9'000.– (inkl. Auslagen und eines geschätzten 

Zeitaufwandes für die Nachbesprechung) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO ist vor-

zubehalten.

2.4. Die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin 1 ist ebenfalls aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen (Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 

Abs. 1 StPO). Sie machte für das obergerichtliche Verfahren einen Aufwand in 

Höhe von Fr. 10'048.60 geltend (Urk. 209). Dieser Aufwand erscheint angemes-

sen. Allerdings wurde der Zeitaufwand für die Berufungsverhandlung zu tief ge-

schätzt, weshalb diesbezüglich ein Zuschlag zu machen ist. Rechtsanwältin 

lic. iur. Y._____ ist entsprechend mit pauschal Fr. 10'200.– (inkl. MwSt. und Aus-

lagen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rückzahlungspflicht des Be-

schuldigten gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO 

ist ebenfalls vorzubehalten.

3.1. Der Beschuldigte vermag sich in zweiter Instanz mit seinem Antrag auf 

Freispruch nicht durchzusetzen, weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfah-

rens – mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerin 1 – vollumfänglich aufzuerlegen sind. Obwohl die 

Staatsanwaltschaft anlässlich der Berufungsverhandlung ihre Anschlussberufung 

einschränkte, rechtfertigt sich eine Abweichung dieser Kostenregelung nicht, zu-

mal das Gutachten von Dr. med. I._____ erst nach der Erhebung der Anschluss-

berufung eintraf und auch die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung 

andere Anträge stellte.

3.2.

Für eine Abschreibung der Verfahrenskosten, wie dies von der Verteidi-

gung gefordert wird (Urk. 206 S. 3), besteht kein Anlass. Angesichts der ungewis-

sen Zukunft können die Verfahrenskosten nicht bereits im jetzigen Zeitpunkt ab-

geschrieben werden. Vielmehr können allfällige knappe finanzielle Verhältnisse 

des Beschuldigten auch später beim Kostenbezug (Art. 425 StPO) berücksichtigt 

werden. 

- 54 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abtei-

lung, vom 13. Dezember 2023 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise 

(Schuldsprüche betreffend mehrfachen Hausfriedensbruch und Tätlichkei-

ten), 2 (Freispruch betreffend mehrfachen versuchten, teilweise qualifizierten 

Raubes), 7 (Kontakt- und Rayonverbot) und 14 (Kostenfestsetzung) in 

Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig der versuchten vorsätzlichen 

Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1).

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon 1045 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft bis und mit 

heute erstanden sind, sowie mit Fr. 500.– Busse.

3.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

4.

Der mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 28. Juni 2022 

gewährte bedingte Vollzug der Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

wird widerrufen. Die Geldstrafe ist zu bezahlen.

5.

Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. Der 

Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.

6.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB für 10 Jahre 

des Landes verwiesen.

- 55 -

7.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

8.

a)

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) Scha-

denersatz von Fr. 818.80 sowie EUR 8'194.60, je zuzüglich 5 % Zins seit 

13. Dezember 2023, zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird festgestellt, dass der 

Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 aus dem eingeklagten Ereignis 

dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung 

des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin 1 auf den Weg des Zi-

vilprozesses verwiesen.

b)

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Fr. 45'000.– zu-

züglich 5 % Zins seit 11. Oktober 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 abgewie-

sen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (C._____) Fr. 1'000.– 

zuzüglich 5 % Zins seit 11. Oktober 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 abgewie-

sen.

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 (D._____) Fr. 1'000.– 

zuzüglich 5 % Zins seit 11. Oktober 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 3 abgewie-

sen. 

11. a)

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 (E._____) eine 

Umtriebsentschädigung von EUR 144.40 zu bezahlen. 

b)

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 Fr. 2'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen. 

12. Die sämtlichen, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 3. Juli 2023 (Urk. D1/14/5) beschlagnahmten und bei der Kantonspoli-

zei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Polis-Nr. 1 lagernden Gegenstände 

- 56 -

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlan-

gen herausgegeben und andernfalls der Lagerbehörde nach Ablauf von drei 

Monaten zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

13. Die sämtlichen, gemäss Asservat-Liste des Forensischen Instituts vom 

14. Juli 2022 (Urk. D2/5/1), gemäss Sicherstellungsliste der Stadtpolizei Zü-

rich vom 11. Oktober 2022 (Urk. D1/14/4) und gemäss Spurenbericht des 

Forensischen Instituts vom 31. Oktober 2022 (Urk. D1/10) bei der Kantons-

polizei Zürich, Asservaten-Triage, unter der Polis-Nr. 1 lagernden Gegen-

stände, Spuren und Spurenträger werden eingezogen und der Lagerbe-

hörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen.

14. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositivziffern 

15-17) wird bestätigt.

15. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

9'000.–   amtliche Verteidigung

10'200.–   unentgeltliche Verbeiständung (inkl. 8,1 % MWST)

13'500.–   Gutachten.

16. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin 1, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1 

werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

pflicht des Beschuldigten bleibt vorbehalten.

17. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 1 bzw. der Vertretung 
der Privatkläger 2 und 3 vierfach für sich und zuhanden der 
Privatkläger 1-3 (übergeben) sowie an die Privatkläger 4-5

- 57 -





den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 1 bzw. der Vertretung 
der Privatkläger 2 und 3 vierfach für sich und zuhanden der 
Privatkläger 1-3 sowie an die Privatkläger 4-5

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

















die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

in die Akten Geschäfts-Nr. GG220085-L des Bezirksgerichtes Zürich 
betreffend Dispositivziffer 4

das Obergericht des Kantons Zürich, Zentrales Inkasso betr. Vollzug 
der Geldstrafe gemäss Dispositivziffer 4

die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Asservaten-Triage, gemäss Dis-
positivziffer 12 und 13 unter Beilage einer Kopie von Urk. D1/14/5, 
Urk. D2/5/1, Urk. D1/14/4, Urk. D1/10

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestim-
mung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B.

18. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

- 58 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 20. August 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

MLaw Hug-Schiltknecht