# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb379ad8-c94b-575d-8bfd-9812fd130f69
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-05-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.05.2018 D-4556/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4556-2015_2018-05-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4556/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  M a i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

B._______, geboren am (...), 

Sri Lanka,   

beide vertreten durch Livia Kunz, MLaw, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 22. Juni 2015 / N_______. 

 

 

 

D-4556/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführer – srilanki-

sche Staatsangehörige tamilischer Ethnie aus C._______ (D._______) – 

ihre Heimat zu einem unbekannten Zeitpunkt auf dem Luftweg und gelang-

ten über E._______ am 7. Juli 2014 illegal in die Schweiz, wo sie am 9. Juli 

2014 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl 

nachsuchten. Am 21. Juli 2014 (A._______) und am 13. August 2014 

(B._______) fand im EVZ F._______ die Befragung zur Person (BzP) statt. 

A.b Mit Schreiben vom 1. Dezember 2014 zeigte G._______ von der (Nen-

nung Rechtsvertretung) die Übernahme des Mandats an. 

A.c Mit Präsidialentscheiden der (Nennung Behörde) vom (...) wurde für 

die Beschwerdeführer per (...) eine Beistandschaft nach Art. 306 Abs. 2 

ZGB errichtet und H._______ zu ihrer Berufsbeiständin ernannt. 

A.d Am 17. Dezember 2014 wurden die Beschwerdeführer in Anwesenheit 

ihrer Vertrauensperson (beziehungsweise Rechtsvertreterin) durch das 

BFM angehört. 

A.e Zur Begründung ihrer Asylgesuche brachten die Beschwerdeführer im 

Wesentlichen vor, sie hätten ihn I._______ die Schule bis zur (...) respek-

tive (...) Klasse besucht. Mit den Behörden ihres Landes hätten sie selber 

keine Probleme gehabt, sie seien jedoch wegen ihres Vaters immer wieder 

in Schwierigkeiten geraten. Dieser habe bei (Nennung Arbeitgeber und 

Funktion) gearbeitet und sei plötzlich von der Armee gesucht worden, wes-

halb er mit der Arbeit aufgehört habe. Danach habe sich ihr Vater einen 

Lastwagen gekauft und sei mit diesem einer Erwerbstätigkeit nachgegan-

gen. In der Folge seien Soldaten wiederholt bei ihnen zu Hause erschienen 

und hätten nach ihrem Vater gesucht, weshalb sie von dort in das Haus 

ihrer (Nennung Verwandte) umgezogen seien. Aber auch in diesem Haus 

habe die Armee nach dem Vater gesucht, weshalb dieser schliesslich nicht 

mehr nach Hause gekommen sei. Eines Tages sei bei einer solchen Kon-

trolle ihre Mutter von den Soldaten geschlagen worden. Als sie die Solda-

ten angefleht hätten, ihre Mutter nicht zu schlagen, seien auch sie geschla-

gen worden. Ihre Mutter habe Angst um ihre Sicherheit bekommen und sie 

zu ihrem (Nennung Verwandter) gebracht, wo sie sich fortan aufgehalten 

hätten. Ihre Mutter aber habe an einem anderen Ort geschlafen. Später 

seien die Soldaten auch zum (Nennung Verwandter) nach Hause gekom-

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Seite 3 

men, um nach ihrem Vater zu suchen. Da es dort nicht mehr sicher gewe-

sen sei respektive ihre Mutter Angst um ihr Leben gehabt habe, seien sie 

zu ihrer in der Schweiz lebenden (Nennung Verwandte) geschickt worden. 

Sie hätten ihre Heimat in Begleitung eines ihnen unbekannten Ehepaares, 

das nur Englisch mit ihnen gesprochen habe, von Colombo aus verlassen. 

Die Beschwerdeführer reichten Kopien ihrer Geburtsurkunden inklusive 

Übersetzungen zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 22. Juni 2015 – eröffnet am 23. Juni 2015 – stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte deren Asylgesuche ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung aus 

der Schweiz sowie den Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfü-

gung damit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführer weder den Anfor-

derungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG (SR 142.31) noch 

denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG genügten. 

Zudem sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und mög-

lich zu erachten. 

C.  

Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 23. Juli 

2015 liessen die Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung 

Beschwerde erheben und darin die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung, die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu weitergehenden 

Abklärungen des Sachverhalts, eventualiter die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl und subeventualiter die 

Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie die An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme beantragen. In prozessualer Hinsicht 

ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sowie um Ernennung ihrer Rechtsvertretung als amtliche 

Rechtsbeiständin gemäss Art. 110a Abs. 1 AsylG. Auf die Begründung wird, 

soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Ihrer Rechtsmitteleingabe legten sie (Auflistung Beweismittel) bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 26. August 2015 

wurde den Beschwerdeführern mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Ver-

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fahrens in der Schweiz abwarten dürften. Die Rechtsvertreterin wurde auf-

gefordert, bis zum 10. September 2015 einen Beleg über die Ermächtigung 

durch Beiständin H._______ zur Führung der vorliegenden Mandate ein-

zureichen, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. 

E.  

Mit Eingabe vom 10. September 2015 reichte die Rechtsvertreterin der Be-

schwerdeführer die Ermächtigung zur Vertretung im Asylverfahren durch 

die Beiständin zu den Akten und teilte gleichzeitig mit, dass seit dem (...) 

nicht mehr H._______, sondern J._______ die Beiständin der Beschwer-

deführer sei. 

F.  

Auf Nachfrage des Bundesverwaltungsgerichts per E-Mail vom 22. Sep-

tember 2015 teilte (...) von der (Nennung Rechtsvertretung) gleichentags 

mit, dass der (Nennung Rechtsvertretung) weder von der Kinder- und Er-

wachsenenschutzbehörde (KESB) noch von anderen Amtsstellen des Kan-

tons K._______ oder des Bundes für das Verfahren vor dem Bundesver-

waltungsgericht Aufwendungen vergütet würden. Deshalb werde in den 

Beschwerdeverfahren jeweils der Antrag auf Ernennung einer amtlichen 

Rechtsvertretung sowie auf die Ausrichtung von Parteikosten gestellt. 

G.  

Mit Verfügung vom 25. September 2015 wurden die Gesuche um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

und um Erlass des Kostenvorschusses gutgeheissen. Das Gesuch um 

amtliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 110a AsylG wurde ebenfalls 

gutgeheissen und den Beschwerdeführern eine amtliche Rechtsbeiständin 

in der Person von MLaw Livia Kunz bestellt. Sodann wurde die Vorinstanz 

in Anwendung von Art. 57 VwVG zur Einreichung einer Stellungnahme bis 

zum 12. Oktober 2015 eingeladen. 

H.  

Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 6. Oktober 2015 fest, die 

Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Be-

weismittel, welche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu 

rechtfertigen vermöchten, und verwies im Übrigen auf seine Erwägungen 

im angefochtenen Entscheid, an denen vollumfänglich festgehalten werde. 

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Seite 5 

I.  

Das Bundesverwaltungsgericht brachte den Beschwerdeführern die Ver-

nehmlassung des SEM am 8. Oktober 2015 zur Kenntnis. 

J.  

Per 1. Mai 2017 ernannte die (Nennung Behörde) L._______ zum neuen 

Beistand der Beschwerdeführer. Das Mandat der (Nennung Behörde) für 

B._______ wurde ab (...) von M._______ geführt. Mit Entscheid der (Nen-

nung Behörde) vom (...) wurde das Ende der Beistandschaft für A._______ 

mit dem Erreichen der Volljährigkeit per (...) von Gesetzes wegen festge-

stellt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.2 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Be-

schwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist einzutreten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.   

3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides 

im Wesentlichen fest, die Beschwerdeführer hätten beide sehr viele Fragen 

mit "ich weiss nicht" beantwortet und einprägsame Vorfälle, bei denen die 

Soldaten zu ihnen nach Hause gekommen seien, auf knappe und unvoll-

ständige Weise beantwortet. In Berücksichtigung des jungen Alters der Be-

schwerdeführer könne aus diesen unsubstanziierten Angaben nicht grund-

sätzlich der Schluss gezogen werden, dass sie die geschilderten Ereig-

nisse gar nicht erlebt hätten. Andererseits würden ihre Angaben in ihrer 

Knappheit aber auch keine Merkmale oder Indizien dafür liefern, dass sie 

sich in der Tat auf einen wahren Sachverhalt beziehen würden. Vor diesem 

Hintergrund müsse festgestellt werden, dass ihre Geschichte in verschie-

dener Hinsicht Fragezeichen aufwerfe. So mute es seltsam an, warum die 

Eltern der Beschwerdeführer das Land nicht gemeinsam mit ihnen verlas-

sen hätten, da doch eigentlich der Vater derjenige gewesen sei, den die 

sri-lankischen Behörden verfolgt hätten. Ebenso erstaune, weshalb ihre El-

tern sie nicht erst einmal an einen anderen Ort in Sri Lanka geschickt und 

abgewartet hätten, ob sie als Minderjährige, die mit den Problemen des 

Vaters nichts zu tun gehabt hätten, dort nicht in Ruhe gelassen würden. 

Wenn sich ihre Eltern tatsächlich um ihr Wohl Sorgen gemacht hätten, so 

sei kaum begreiflich, warum sie sie auf diese potenziell gefährliche, illegale 

Reise in ein fremdes Land geschickt hätten, in dem ihr Schicksal für sie 

kaum voraussehbar gewesen sein könne, ohne vorher alle anderen Alter-

nativen ausgeschöpft zu haben. Hätten ihre Eltern aber tatsächlich keine 

andere Lösung mehr gesehen, als ihre Kinder ins Ausland zu schicken, so 

scheine zumindest fraglich, weshalb sie dann ihre jüngere Schwester nicht 

auch mit ihnen hätten mitreisen lassen. In Anbetracht dieser Umstände 

würden grundlegende Zweifel hinsichtlich der Glaubhaftigkeit ihrer Vorbrin-

gen bestehen.  

Wie aus den Angaben klar hervorgehe, hätten die Beschwerdeführer nicht 

selber im Fokus der Verfolgung durch die sri-lankischen Behörden gestan-

den, sondern ihr Vater. Die für sie daraus resultierenden Nachteile seien 

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gewesen, dass sie (Nennung Häufigkeit) hätten umziehen müssen, durch 

die wiederholten Hausbesuche der Soldaten verängstigt worden seien und 

ihnen die Soldaten ein- bis zweimal mit der Hand auf den Rücken geschla-

gen hätten. Während eine solche Situation gerade für Kinder zweifellos 

sehr belastend sein müsse, könne hier dennoch keine Gezieltheit und In-

tensität der Verfolgung ausgemacht werden, welche die beschriebenen 

Nachteile als asylrelevant erscheinen lassen würden. Erstens bestünden 

keine Hinweise dafür, dass ihnen seitens der Soldaten Schlimmeres ge-

droht hätte, wenn sie in Sri Lanka geblieben wären. Die Beschreibungen 

der Beschwerdeführer würden vielmehr darauf hindeuten, dass die Solda-

ten an ihnen persönlich kein Interesse gehabt und lediglich von ihnen Notiz 

genommen hätten, als sie sich selber aktiv in das Geschehen eingemischt 

hätten. Zweitens sei anzunehmen, dass sie nicht weiter behelligt worden 

wären, wenn sie an einen anderen Ort in Sri Lanka beziehungsweise zu 

jemand anderem wohnen gegangen wären. Sie hätten zwar angegeben, 

infolge von Belästigungen (Nennung Häufigkeit) umgezogen zu sein, doch 

seien sie dabei innerhalb von C._______ und in Häusern von Verwandten 

geblieben, was erkläre, weshalb die Soldaten weiterhin zu ihnen gekom-

men seien. Hätte man sie jedoch – zumindest vorübergehend – an einen 

anderen Ort geschickt, so wären sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

in Ruhe gelassen worden. Die Vorbringen könnten daher nicht als asylre-

levant eingestuft werden.  

Da die Vorbringen der Beschwerdeführer weder glaubhaft noch asylrele-

vant seien, sei zu prüfen, ob sie im Falle der Rückkehr nach Sri Lanka 

dennoch begründete Furcht vor Verfolgungsmassnahmen im Sinne von 

Art. 3 AsylG hätten. Die sri-lankischen Behörden würden gegenüber Per-

sonen tamilischer Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri 

Lanka zurückkehrten, eine erhöhte Wachsamkeit aufweisen. Die Be-

schwerdeführer seien tamilischer Ethnie und hätten ihre Heimat vor knapp 

einem Jahr verlassen. Diese beiden Umstände würden jedoch gemäss 

herrschender Praxis nicht ausreichen, um von Verfolgungsmassnahmen 

bei ihrer Rückkehr auszugehen. Zu prüfen seien weitere Faktoren, welche 

kumuliert mit den beiden vorgängig erwähnten eine Gefährdung im Sinne 

von Art. 3 AsylG zu begründen vermöchten. Die Herkunft aus dem Norden 

Sri Lankas könne die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden den Be-

schwerdeführern gegenüber im Rahmen der Wiedereinreise und Wieder-

eingliederung erhöhen. Trotz dieses zusätzlichen Faktors gebe es jedoch 

keinen hinreichend begründeten Anlass zur Annahme, dass sie Massnah-

men zu befürchten hätten, welche über einen sogenannten Background 

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Check (Befragungen, Überprüfung von Auslandaufenthalten und Tätigkei-

ten in Sri Lanka und im Ausland) hinaus gehen würden, zumal angesichts 

ihrer Minderjährigkeit so gut wie auszuschliessen sei, dass die sri-lanki-

schen Behörden ihnen staatsfeindliche Absichten unterstellen könnten. 

Demzufolge würden sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen. 

3.2 Demgegenüber wendeten die Beschwerdeführer in ihrer Beschwerde-

schrift zunächst in formeller Hinsicht ein, bei Asylverfahren unbegleiteter 

Minderjähriger (UMA) gehe die Untersuchungspflicht der Vorinstanz viel 

weiter als bei volljährigen Asylsuchenden. Vor allem sei die Schwelle der 

Zumutbarkeit der Mitwirkung gemäss Art. 8 AsylG bei Minderjährigen höher 

anzusetzen als bei Volljährigen, insbesondere betreffend die Pflicht zur 

Beibringung von Beweismitteln. Auch die Vorbringen müssten von der Vor-

instanz mit besonderer Sorgfalt und allenfalls mittels weiterer Abklärungen 

im Heimatland geprüft werden (mit Verweis auf Entscheidungen und Mit-

teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004/30). 

Das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem Grundsatzentscheid 

BVGE 2014/30 die Anforderungen an die Befragung von UMA genannt, 

welche diese erfüllen müsse, damit die betreffende Befragung als Grund-

lage zum Entscheid über ein Asylgesuch geeignet sei. Weiter sei im Rah-

men der Prüfung der Zumutbarkeit einer Wegweisung das Kindeswohl als 

gewichtiger Aspekt zu berücksichtigen. Dabei ergebe sich für die Asylbe-

hörden daraus die Verpflichtung, von Amtes wegen abzuklären, welche Si-

tuation sich für Minderjährige im Falle einer Rückkehr realistischerweise 

ergeben könne. Im Fall eines UMA hebe das Bundesverwaltungsgericht 

hervor, dass in der Praxis deshalb nicht nur abzuklären sei, ob das Kind im 

Falle einer Rückkehr in den Heimat- oder Herkunftsstaat im Sinne des Ge-

setzes konkret gefährdet wäre, sondern auch, ob das Kind zu seinen Eltern 

oder anderen Angehörigen zurückgeführt werden könne und ob diese in 

der Lage seien, seine Bedürfnisse abzudecken. Dabei genüge es nicht, 

bloss festzustellen, dass im Heimat- oder Herkunftsstaat Eltern oder an-

dere Angehörige leben würden. Es sei vielmehr konkret abzuklären, ob das 

betreffende Kind tatsächlich in sein familiäres Umfeld zurückgeführt wer-

den könne beziehungsweise ob es – wo dies nicht möglich sei oder nicht 

dem Wohl des Kindes entspreche – anderweitig untergebracht werden 

könne. Zudem habe die Vorinstanz im Hinblick auf die Anordnung des 

Wegweisungsvollzugs geeignete Massnahmen zu treffen, damit die min-

derjährige Person bei ihrer Rückkehr von ihren Eltern, anderen Angehöri-

gen oder von einer Behörde oder Institution, die in der Lage sei, dem Kind 

bei seiner Ankunft weiterzuhelfen, in Empfang genommen werde, so dies 

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in Anbetracht des Alters des Betroffenen und damit im Interesse des Kindes 

erforderlich erscheine. 

Dem Vorwurf unsubstanziierter Aussagen sei zu entgegnen, dass in casu 

strittig sei, ob die Beschwerdeführer die Gelegenheit erhalten hätten, ihre 

Asylgründe glaubhaft darzulegen. Zu berücksichtigen sei dabei, dass sie 

zum Zeitpunkt der Befragung (recte: Anhörung) erst wenige Monate in der 

Schweiz gewesen seien, nie zuvor in ihrem Leben behördlich befragt wor-

den seien und erst langsam mit dem Konzept des Asylverfahrens in der 

Schweiz vertraut würden. In den ersten Monaten ihres hiesigen Aufenthal-

tes hätten sie stark unter den erlebten Geschehnissen und der Trennung 

von der Familie gelitten. Ihre Verunsicherung sei bei der Anhörung offen-

sichtlich gewesen und die Hilfswerkvertretung schliesse bei A._______ 

eine Traumatisierung nicht aus. Sodann falle an den Anhörungen der Vor-

instanz auf, dass sich diese von den Anhörungen von erwachsenen Perso-

nen nicht unterscheiden würden. Zwar seien Fragen wiederholt, aber nur 

selten anders gestellt respektive kindergerecht formuliert worden. Die di-

versen Fragen nach Gefühlen seien für Kinder schwierig zu beantworten, 

gerade bei einer allfälligen Traumatisierung. Bei der Anhörung von UMA 

habe die Vorinstanz eine bedeutend grössere Verantwortung, der befrag-

ten Person auch wirklich die Möglichkeit zu geben, das von ihr Erlebte in 

einer Weise zu schildern, dass es geglaubt werden könne. Sie hätten nicht 

widersprüchlich ausgesagt, sondern seien bemüht gewesen, auf die ge-

stellten Fragen zu antworten. Sie seien bereit, in einer weiteren Anhörung 

auf konkretere Fragen detailreichere Antworten zu geben. Das SEM sei in 

ihrem Fall voreilig zum Schluss gelangt, dass ihre Vorbringen nicht ge-

glaubt werden könnten. Zudem habe es die Vorinstanz bei der Prüfung der 

Frage, ob sie tatsächlich in ihr familiäres Umfeld zurückgeführt werden 

könnten, unterlassen, entsprechende Abklärungen vorzunehmen. So seien 

sie beispielsweise nicht gefragt worden, bei wem sie bei einer hypotheti-

schen Rückkehr nach Sri Lanka wohnen und ob sie zur Schule gehen 

könnten. Anlässlich ihrer Anhörung sei die Situation bei einer allfälligen 

Rückkehr gar kein Thema gewesen.  

Für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht davon ausgehe, sie hät-

ten ihre Vorbringen noch nicht genügend konkretisiert, werde die Rückwei-

sung der Sache im Sinne der obigen Ausführungen an das SEM beantragt. 

Insbesondere seien sie durch eine Fachperson mit Erfahrung bei der Be-

fragung von UMA anzuhören und es sei eine allfällige Wegweisung unter 

dem Aspekt des Kindeswohls zu prüfen. 

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Die Vorinstanz sei sodann zu Unrecht von der fehlenden Glaubhaftigkeit 

ihrer Vorbringen ausgegangen. Die abgegebenen Informationen seien den 

Umständen entsprechend detailliert, authentisch und widerspruchsfrei. Bei 

ihnen handle es sich um einen (...)- und einen (...)-jährigen Jungen, die in 

ihrer Erscheinung eher noch jünger und verängstigt wirken würden. Es 

habe in der Hand der Vorinstanz gelegen, ihnen die Fragen auf eine Art zu 

stellen, die sie hätten beantworten können. Sie seien nie zuvor in einer 

Befragungssituation gewesen und das SEM hätte ihnen auf die Sprünge 

helfen und sich besser verständlich machen müssen. Ausserdem hätten 

sie auf die im angefochtenen Entscheid aufgeführten Vorwürfe angespro-

chen werden sollen. So hätten ihre Eltern das Land nicht gemeinsam mit 

ihnen verlassen, da ihr Vater verschwunden sei und es für ihre Mutter 

schwieriger und gefährlicher gewesen sei, als Frau mit drei Kindern auszu-

reisen. Ausserdem habe ihnen ihre Mutter nicht mitgeteilt, warum sie nicht 

mitgereist sei. Es könne sein, dass diese auf eine Rückkehr ihres Vaters 

hoffe und danach mit diesem gemeinsam ausreise. Da ihre Familie – ab-

gesehen von Verwandten in der Region – keine Verwandten oder Bekann-

ten in Sri Lanka habe, hätten sie ihre Eltern nicht zunächst an einen ande-

ren Ort in Sri Lanka geschickt. Ausser den nächsten Verwandten würde in 

ihrer Region niemand sie aufnehmen wollen, da dies zu Problemen mit der 

Armee geführt hätte. Ferner seien die Alternativen zu einer Flucht aus dem 

Heimatstaat – entgegen der vorinstanzlichen Ansicht – ausgeschöpft ge-

wesen. So hätten sie bereits (Nennung Häufigkeit) den Wohnort gewech-

selt und, wie erwähnt, im übrigen Gebiet von Sri Lanka keine Zufluchts-

möglichkeiten gehabt. Ausserdem sei es das Sicherste gewesen, sie zu 

ihrer (Nennung Verwandte) in die Schweiz zu schicken. Sodann sei ihre 

Schwester erst (...) Jahre alt, weshalb es auch in der Not nicht möglich 

gewesen sei, diese von der Mutter zu trennen. Zudem seien weitere 

Gründe denkbar, so beispielsweise der Umstand, dass die Gefahr einer 

Entführung oder Verfolgung eher die Jungen statt ein Mädchen treffe. So-

mit werde deutlich, dass der Vorwurf der Unglaubhaftigkeit einer eingehen-

den Prüfung nicht standhalte. Weiter sei die Verneinung der Asylrelevanz 

durch die Vorinstanz nicht nachvollziehbar. Es handle sich bei der von 

ihnen erlittenen Vorverfolgung (wiederholte Suchmassnahmen nach dem 

Vater in der elterlichen Wohnung) um eine durch die Verfolgung ihres Va-

ters ausgelöste Reflexverfolgung, welche sich gezielt gegen sie respektive 

die Familienangehörigen gerichtet habe. Die Vorinstanz erwecke mit ihrer 

Argumentation den Eindruck, die Möglichkeit einer solchen Reflexverfol-

gung nicht geprüft zu haben. Insgesamt bestehe für sie die begründete 

Furcht, bei einer Rückkehr in das Heimatland asylrelevant verfolgt zu wer-

den. 

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Seite 11 

4.   

4.1 Vorliegend ist hinsichtlich der formellen Rüge festzustellen, dass die 

Asylanhörungen der Beschwerdeführer den Anforderungen an die Befra-

gung von UMA des in der Beschwerdeschrift zitierten Urteils BVGE 

2014/30 durchaus zu genügen vermögen. Die an die Beschwerdeführer 

gestellten Anforderungen an die Glaubhaftmachung weichen in der Tat von 

jenen ab, die in objektivierter Weise an einen durchschnittlichen Erwach-

senen gestellt werden, und eine entsprechende Differenzierung ist in der 

angefochtenen Verfügung zu erkennen. Die an die Beschwerdeführer ge-

richteten und kurz gehaltenen Fragen wurden in einer Weise formuliert, 

welche darauf hinweisen, dass sich der Befrager des BFM bemühte, eine 

angenehme Befragungssituation zu schaffen. Es wurden den Beschwer-

deführern zunächst Fragen zu den persönlichen Verhältnissen im Heimat-

land, so insbesondere zum Schulbesuch, zu ihrer Reise in die Schweiz und 

zum Kontakt mit den Eltern seit ihrer Ankunft gestellt und aus dem Kontext 

der Anhörungen ergibt sich, dass dies behutsam vonstattenging. An dieser 

Einschätzung vermag der Hinweis der Hilfswerkvertretung am Schluss der 

Anhörung von A._______, der Gesuchsteller sei eigenen Angaben zufolge 

aufgrund der Anhörungssituation aufgeregt und habe Angst, beziehungs-

weise die Bemerkung am Schluss der Anhörung von B._______, wonach 

die Anhörungssituation den Gesuchsteller B._______ scheinbar sehr ver-

unsichert habe, im Wesentlichen nichts zu ändern. Die Beschwerdeführer 

erhielten zunächst Gelegenheit, ihre Asylgründe in freier Erzählform vorzu-

bringen, und anschliessend wurden reichlich präzisierende Fragen gestellt. 

Aus den Anhörungsprotokollen wird ersichtlich, dass die Fragen direkt an 

die Beschwerdeführer gestellt und überwiegend offen verfasst wurden. 

Zwar formulierte der Befrager vorliegend die jeweiligen Antworten der Be-

schwerdeführer nicht neu beziehungsweise um, um sicherzugehen, dass 

er deren Inhalt auch wirklich korrekt erfasste. Diesbezüglich ist jedoch an-

zumerken, dass viele Antworten so kurz oder klar waren, dass sich eine 

Umformulierung der Frage erübrigte, da aus den Antworten für den Befra-

ger kein Missverständnis resultieren konnte und er überdies bei längeren 

Antworten genaue Nachfragen zu seinem besseren Verständnis stellte 

(vgl. act. A18/9 S. 3 f.; A17/20 S. 6 ff.). Auch versuchte der Befrager ab und 

zu, einzelne Fragen unter verschiedenen Blickwinkeln zu stellen (so bspw. 

A17/20 F132 oder F158 S. 12 und 14). Sodann wurden im angefochtenen 

Entscheid die Antworten vor dem Hintergrund des Entwicklungsstandes 

der Beschwerdeführer gewürdigt (vgl. act. A20/10 S. 3). So wurde ausge-

führt: "Unter Berücksichtigung ihres jungen Alters kann aus diesen unsub-

stanziierten Angaben nicht grundsätzlich geschlussfolgert werden, dass 

Sie die geschilderten Ereignisse nicht erlebt haben. Andererseits liefern 

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Seite 12 

Ihre Aussagen in ihrer Knappheit aber auch keine Merkmale oder Indizien 

dafür, dass Sie sich in der Tat auf einen wahren Sachverhalt beziehen." 

Danach wurden vom SEM vor diesem Hintergrund – somit in Berücksichti-

gung des jugendlichen Alters der Beschwerdeführer – Überlegungen an-

gestellt, weshalb die Vorbringen in verschiedener Hinsicht Fragen aufwer-

fen. Ausgehend von der übereinstimmenden Angabe der Beschwerdefüh-

rer, ihre Mutter habe Angst um sie respektive Angst um ihr Leben gehabt 

(vgl. act. A18/9 S. 3; A17/20 S. 5), wurden nachfolgend im Wesentlichen 

die Verhaltensweisen ihrer Eltern respektive ihrer Mutter thematisiert. Auch 

wenn die Beschwerdeführer den Beweggrund ihrer Mutter kannten, wes-

halb sie von dieser ins Ausland geschickt wurden, dürfte es ihnen jedoch 

nur bedingt möglich gewesen sein zu erkennen, warum ihre Mutter bezie-

hungsweise ihre Eltern vor einer Ausreise aus der Heimat nicht zunächst 

andere Alternativen ausschöpften, um ihnen allenfalls einen weiteren Auf-

enthalt in Sri Lanka zu ermöglichen, respektive warum die Eltern nicht zu-

sammen mit ihnen ausreisten, weshalb in diesem einen Punkt mit der Vor-

instanz in der Würdigung der Vorbringen nicht einig gegangen werden 

kann. Immerhin ist in diesem Zusammenhang noch anzumerken, dass der 

Beschwerdeführer A._______ im Rahmen seiner Anhörung die expliziten 

Nachfragen, ob er selber auch Sri Lanka habe verlassen wollen und ob er 

seine Mutter gefragt habe, ob sie mitkomme, lediglich in ausweichender 

Weise beantwortete (vgl. act. A17/20 S. 17). Insgesamt können vorliegend 

aufgrund obiger Erwägungen die zu beurteilenden Anhörungen dennoch 

als Grundlage zum Entscheid über die Asylgesuche der Beschwerdeführer 

verwendet werden, zumal das SEM letztlich – trotz der aufgeführten Zwei-

fel an der Glaubhaftigkeit – die Asylrelevanz der Fluchtvorbringen prüfte 

und dieselbe im Folgenden zu Recht verneinte (vgl. Ziff. 4.2 nachfolgend). 

Sodann vermag die angefochtene Verfügung auch mit Blick auf das im 

Rahmen der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu be-

rücksichtigende Kindeswohl einer Überprüfung standzuhalten. Gemäss ei-

nem der in der Beschwerdeschrift zitierten Urteile des Bundesverwaltungs-

gerichts (E-4429/2008 vom 1. September 2008) entstehe aus der Notwen-

digkeit, das Kindeswohl zu berücksichtigen, die Verpflichtung, von Amtes 

wegen abzuklären, welche Situation sich für unbegleitete Minderjährige im 

Falle einer Heimkehr realistisch erweise ergeben könnte. Dabei ist auch 

abzuklären, ob das Kind zu seinen Eltern oder anderen Angehörigen zu-

rückgeführt werden kann und ob diese in der Lage sind, seine (dem Alter, 

der physischen und psychischen Verfassung, der Herkunft etc. entspre-

chenden) Bedürfnisse abzudecken. Diesen Anforderungen kam das SEM 

vorliegend im Rahmen der durchgeführten Anhörungen durchaus nach und 

D-4556/2015 

Seite 13 

legte in seinen Erwägungen in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise 

dar, welche wirklichkeitsnahen Konstellationen sich für die Beschwerdefüh-

rer bei einer Rückkehr ergeben könnten. Dabei ist mit der Vorinstanz einig 

zu gehen, dass die Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge den aktu-

ellen Aufenthaltsort ihrer Eltern zwar nicht kennen würden, jedoch eine 

Kontaktaufnahme mit diesen über ihre Verwandten zweifelsohne möglich 

sein sollte und im Falle eines für die Beschwerdeführer ungeeigneten el-

terlichen Wohnorts diese bei verschiedenen, in C._______ wohnhaften 

Verwandten – bei welchen sie teilweise schon gelebt hätten – leben können 

(vgl. act. A20/10 S. 7). In diesem Zusammenhang ist insbesondere hervor-

zuheben, dass A._______ anlässlich seiner Anhörung – welche fünf Mo-

nate nach der Einreise der Beschwerdeführer in die Schweiz stattfand – 

ausführte, er habe seit seiner Ankunft insgesamt zweimal Kontakt mit sei-

nen Eltern gehabt. Diese hätten jeweils seine (Nennung Verwandte) in der 

Schweiz angerufen, wenn sie sich beim (Nennung Verwandter) aufgehal-

ten hätten, wann wisse er aber nicht mehr so genau. Die in Sri Lanka le-

benden (Aufzählung Verwandte) würden noch immer im gleichen Dorf an 

der gleichen Adresse (C._______) leben (vgl. act. A17/20 S. 2 f.). Der Um-

stand, dass sich die Eltern der Beschwerdeführer selbstständig bei der in 

der Schweiz lebenden (Nennung Verwandte) meldeten, lässt den Schluss 

zu, dass diese den Kontakt zur (Nennung Verwandte) und mithin zu den 

Beschwerdeführern problemlos herzustellen imstande sind. Umgekehrt 

dürfte es auch der (Nennung Verwandte) ohne weiteres möglich sein, zu-

mindest über die nach wie vor im Herkunftsort wohnenden Verwandten ei-

nen Kontakt mit den Eltern herzustellen. Doch selbst für den Fall, dass sich 

eine solche Kontaktaufnahme als schwierig oder unmöglich erweisen sollte 

respektive trotz erfolgreicher Herstellung eines Kontakts zu den Eltern eine 

Wohnsitznahme der Beschwerdeführer bei denselben aus irgendwelchen 

Gründen nicht möglich sein sollte oder sich als ungeeignet erweisen würde, 

halten sich im Herkunftsdorf der Beschwerdeführer – wie die Vorinstanz in 

zutreffender Weise erkannte – noch immer etliche nahe Verwandte auf, bei 

denen sie in der Vergangenheit teilweise bereits lebten und wo eine er-

neute Wohnsitznahme für sie als möglich und zumutbar zu erachten ist und 

sie somit ohne grössere Probleme zu anderen Angehörigen zurückgeführt 

werden könnten. 

Das Bundesverwaltungsgericht geht aufgrund obiger Erwägungen insge-

samt davon aus, dass die Beschwerdeführer ihre Vorbringen im Rahmen 

der Anhörungen in genügender Weise zu konkretisieren vermochten, wes-

halb die in der Beschwerdeschrift dargelegte formelle Rüge vorliegend 

nicht durchzudringen vermag. Dem entsprechenden Rückweisungsantrag 

D-4556/2015 

Seite 14 

ist demnach nicht stattzugeben, weshalb auch die damit verbundenen Be-

weisanträge auf erneute Anhörung der Beschwerdeführer durch eine Fach-

person mit Erfahrung bei der Befragung von UMA und Prüfung einer allfäl-

ligen Wegweisung unter dem Aspekt des Kindeswohls abzuweisen sind. 

4.2 In materieller Hinsicht schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht – 

unbesehen einer Prüfung der Glaubhaftigkeitsfrage – in casu der Einschät-

zung des SEM zur Asylrelevanz der Vorbringen gemäss Art. 3 AsylG voll-

umfänglich an. Diesbezüglich erkannte die Vorinstanz in der angefochte-

nen Verfügung mit zutreffender Begründung, dass nicht die Beschwerde-

führer im Visier der sri-lankischen Sicherheitskräfte standen, sondern de-

ren Vater. Wegen dieser Suche seien sie (Nennung Häufigkeit) – innerhalb 

der gleichen Ortschaft – umgezogen, durch die wiederholten Hausbesuche 

der Soldaten verängstigt und von diesen einmal geschlagen worden, als 

sie diese angefleht hätten, ihre Mutter nicht zu schlagen (vgl. act. A18/9 

S. 3; A17/20 S. 5). Sodann habe ein Soldat A._______ bei seinen (Nen-

nung Verwandte) ein weiteres Mal geschlagen beziehungsweise diesem 

einmal einen Schlag auf den Rücken versetzt, um ihn einzuschüchtern (vgl. 

act. A17/20 S. 13). Bezüglich des letzteren Vorfalls ist am Rande noch an-

zumerken, dass sich die Beschwerdeführer diesbezüglich deutlich wider-

sprachen, zumal A._______ anführte, dass seine (Nennung Verwandte) 

sowie sein Bruder B._______ dabei gewesen seien, als er einen Schlag 

auf den Rücken erhalten habe, und sie deswegen geweint hätten, 

B._______ hingegen einen solchen Vorfall mit keinem Wort erwähnte, son-

dern geltend machte, wenn die Soldaten gekommen seien, habe sie ihre 

(Nennung Verwandte) jeweils ins Bett geschickt respektive sein Bruder 

A._______ sei nicht immer gleichzeitig mit ihm ins Bett gegangen, sondern 

sei länger aufgeblieben, wobei er nicht wisse, was dieser so gemacht habe 

(vgl. act. A18/9 S. 4 f.; A17/20 S. 13). Unbesehen der Glaubhaftigkeit des 

letzteren Übergriffs auf den Beschwerdeführer A._______ sind aber die 

von den Beschwerdeführern erlittenen Nachteile– entgegen der in der Be-

schwerdeschrift geäusserten Ansicht – insgesamt als nicht asylrelevant zu 

qualifizieren. So sind Angriffe auf die in Art. 3 AsylG genannten Rechtsgüter 

dann asylrelevant, wenn sie eine bestimmte Intensität erreichen. So muss 

zur Gefährdung des Lebens eine direkte und ernsthafte Todesgefahr vor-

liegen. Eine Gefährdung des Leibes erreicht die geforderte Intensität dann, 

wenn dem Betroffenen ernsthafte Verletzungen (physischer oder psychi-

scher Natur) zugefügt worden sind. Leichtere Eingriffe in die körperliche 

Integrität erreichen die nötige Intensität wiederum nicht. Auch nicht jedem 

Eingriff in die Bewegungsfreiheit kommt Asylrelevanz zu. Einerseits ist bei 

der Beurteilung die Dauer der Inhaftierung, andererseits die Behandlung 

D-4556/2015 

Seite 15 

während dieser in Betracht zu ziehen. So erreicht etwa eine kurzzeitige 

Inhaftierung oder Internierung begleitet von allgemein "schlechten" Bedin-

gungen im Normalfall die erforderliche Intensität zur Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft nicht. Bei der Beurteilung, ob erlittene Eingriffe in-

tensiv genug sind, ist mitzuberücksichtigen, dass mehrere Eingriffe in die 

in Art. 3 AsylG genannten Rechtsgüter, die zwar für sich allein die nötige 

Intensität nicht erreichen, insgesamt gesehen das Mass des Erträglichen 

überschreiten können. Mehrere Eingriffe im obgenannten Sinne, die nicht 

intensiv genug sind, können zu einem unerträglichen psychischen Druck 

führen, der für die betroffene Person ein weiteres Verbleiben im Heimatland 

verunmöglicht. Dabei ist zu beachten, dass der von einem Gesuchsteller 

geltend gemachte psychische Druck objektiv gesehen nachvollziehbar sein 

muss. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich bezüglich der Frage der 

Intensität von Eingriffen keine generellen Kriterien aufstellen lassen. Viel-

mehr ist im konkreten Einzelfall zu entscheiden, ob die für die Zuerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft notwendige Intensität der Beeinträchtigungen 

erreicht oder das Mass der Erträglichkeit eines psychischen Druckes über-

schritten ist. Die von den Beschwerdeführern in diesem Zusammenhang 

geltend gemachten Nachteile lassen jedoch keine Hinweise erkennen, 

dass die angeführten Schikanen eine asylrelevante Intensität erreicht ha-

ben könnten. Zudem ist auch nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführer 

von den sri-lankischen Sicherheitskräften gezielt gesucht worden wären. 

Ebenso wenig lässt sich die Annahme einer Reflexverfolgung rechtfertigen. 

Unter Reflexverfolgung sind behördliche Belästigungen oder Behelligun-

gen von Angehörigen aufgrund des Umstandes zu verstehen, dass die Be-

hörden einer gesuchten, politisch unbequemen Person nicht habhaft wer-

den oder schlechthin von deren politischer Exponiertheit auf eine solche 

auch bei Angehörigen schliessen. Der Zweck einer solchen Reflexverfol-

gung kann insbesondere darin liegen, Informationen über effektiv gesuchte 

Personen zu erlangen, beziehungsweise Geständnisse von Inhaftierten zu 

erzwingen. Die Ausführungen der Beschwerdeführer lassen kein persönli-

ches und gezieltes Interesse der Sicherheitskräfte an ihren Personen er-

kennen, zumal jene zwar wohl auf der Suche nach ihrem Vater gewesen 

seien, zu diesem Zweck aber ihre Mutter oder ihre Grosseltern nach dem 

Verbleib befragt und lediglich am Rande und auch nur dann von den Be-

schwerdeführern Notiz genommen hätten, als sich diese selber direkt an 

die Soldaten gewendet hätten. Zwar mag der Umstand, dass die Be-

schwerdeführer bei den wiederholten Suchmassnahmen der Soldaten 

nach ihrem Vater zugegen gewesen, von diesen immerhin mindestens ein-

mal geschlagen worden seien und (Nennung Häufigkeit) ihren Wohnort 

D-4556/2015 

Seite 16 

hätten wechseln müssen, eine subjektive Furcht vor künftiger Verfolgung 

als nachvollziehbar erscheinen lassen. Jedoch sind aus objektiver Sicht 

aufgrund der Suche nach dem Vater mit Blick auf die Beschwerdeführer 

keine Verfolgungsmassnahmen zu erkennen. Obwohl sie ihren Angaben 

zufolge wiederholt von Belästigungen der Soldaten mitbetroffen gewesen 

seien, wurden sie jedoch von diesen in keiner Weise gezielt aufgesucht 

oder jemals nach dem Verbleib ihres Vaters gefragt. Sodann ist zu berück-

sichtigen, dass sie zwar wiederholt den Wohnsitz gewechselt hätten, dabei 

aber innerhalb des gleichen Dorfes und in Häusern von Verwandten ge-

blieben seien. Es ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass sie bei geeig-

neter Verlegung ihres Wohnsitzes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

von weiteren Behelligungen verschont geblieben wären. Ausserdem liegen 

derzeit keine Hinweise vor, welche auf eine künftige Furcht vor einer Re-

flexverfolgung schliessen lassen. Eine solche Befürchtung haben die Be-

schwerdeführer denn auch im Rahmen der durchgeführten Befragungen 

zu keinem Zeitpunkt geäussert. Insgesamt sind daher auch die Vorausset-

zungen für die Annahme einer Reflexverfolgung nicht gegeben. 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hält im Urteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 (als Referenzurteil publiziert) fest, bestimmte Risikofaktoren 

(Eintrag in die „Stop-List“, Verbindung zu den Liberation Tigers of Tamil 

Eelam [LTTE] und exilpolitische Aktivitäten) seien als stark risikobegrün-

dend zu qualifizieren, da sie unter den im Entscheid dargelegten Umstän-

den bereits für sich alleine genommen zur Bejahung einer begründeten 

Furcht führen könnten. Demgegenüber würden das Fehlen ordentlicher 

Identitätsdokumente, eine zwangsweise respektive durch die Internatio-

nale Organisation für Migration (IOM) begleitete Rückführung sowie gut 

sichtbare Narben schwach risikobegründende Faktoren darstellen. Dies 

bedeute, dass diese in der Regel für sich alleine genommen keine rele-

vante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu begründen vermöchten. Jegli-

che glaubhaft gemachten Risikofaktoren seien in einer Gesamtschau und 

in ihrer Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Um-

stände in einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel zu erwä-

gen, ob mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung bejaht werden müsse (vgl. a.a.O., E. 8.5.5). 

Da sich aus den Asylvorbringen keinerlei Verbindung der Beschwerdefüh-

rer zu den LTTE ergeben, solche auch nicht geltend gemacht wurden und 

sie sich nicht exilpolitisch betätigen, erfüllen sie keine der oben erwähnten 

stark risikobegründenden Faktoren. Alleine aus der Zugehörigkeit zur tami-

D-4556/2015 

Seite 17 

lischen Ethnie, der über (...)jährigen Landesabwesenheit, dem hinduisti-

schen Glauben und ihrer ursprünglichen Herkunft aus der Nordprovinz Sri 

Lankas können sie keine Gefährdung ableiten. Auch das Fehlen ordentli-

cher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka und eine zwangs-

weise respektive durch die IOM begleitete Rückführung nach Sri Lanka 

sind schwach risikobegründende Faktoren, die nicht zur Annahme geeig-

net sind, dass sie bei einer Rückkehr von den sri-lankischen Behörden als 

Bedrohung wahrgenommen würden und ihnen ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG drohen könnten. Solches ergibt sich auch nicht aus 

den während des Verfahrens eingereichten Dokumenten. 

4.4 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände und Vorbringen folgt, 

dass das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführer 

verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt hat. 

5.   

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4, 2011/24 E. 10.1 S. 502, 2009/50 E. 9 

S. 733, m.w.H.). 

6.   

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2   

6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

D-4556/2015 

Seite 18 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be-

schwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Hei-

matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei-

sungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4). 

Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wie-

derholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkeh-

renden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine 

Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des 

EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 

37). Weder aus den Ausführungen der Beschwerdeführer noch aus den 

Akten ergeben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-

ner Ausschaffung nach Sri-Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wären. Sodann sind keine Hinweise ersichtlich, dass die Schweiz 

ihre aus der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte der Kinder 

vom 11. August 1999 (Kinderrechtskonvention, KRK, SR 0.107) fliessen-

den Verpflichtungen, so insbesondere Art. 22 KRK, vorliegend missachtet 

D-4556/2015 

Seite 19 

hätte. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

6.3  

6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

6.3.2 Vorliegend ist zunächst in allgemeiner Hinsicht anzumerken, dass in 

der Heimat der Beschwerdeführer weder Krieg noch eine Situation allge-

meiner Gewalt herrscht. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lanki-

schen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. 

6.3.3 Im Zusammenhang mit der Anordnung des Wegweisungsvollzugs 

von UMA ist die Vorinstanz gemäss BVGE 2015/30 von Amtes wegen ver-

pflichtet, spezifische Abklärungen der persönlichen Situation unter dem 

Blickwinkel des Kindeswohls vorzunehmen, widrigenfalls der Sachverhalt 

nicht als korrekt und vollständig festgestellt gilt (namentlich im Hinblick auf 

den Entscheid über die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs; vgl. 

BVGE 2015/30 E. 7.3). Wie in E. 4.1 vorstehend bereits dargelegt, lebte 

die Vorinstanz in casu im Rahmen der Anhörungen den entsprechenden 

Anforderungen nach und erörterte in ihrem Entscheid in überzeugender 

Weise, welche realistische Situation sich für die Beschwerdeführer bei ei-

ner Rückkehr in ihre Heimat ergeben könnte. Zudem ist vorliegend insbe-

sondere zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer A._______ am 

(...)  volljährig wurde und daher nicht mehr als UMA gilt. Deshalb ist es 

seinem nach wie vor minderjährigen Bruder B._______ möglich, zusam-

men mit seinem mittlerweile erwachsenen Bruder in seine Heimat zurück-

zukehren. In persönlicher Hinsicht müssen die Beschwerdeführer nicht be-

fürchten, in Sri Lanka in eine existenzielle Notlage zu geraten. So verfügen 

sie in ihrer Heimat über ein soziales Beziehungsnetz (Nennung Verwandte) 

und haben bislang die ersten (...) beziehungsweise (...) Schuljahre in ihrer 

Herkunftsregion absolviert (vgl. act. A3/10 S. 4 f.; A9/10 S. 4 f.), weshalb 

sie bei einer Rückkehr auf eine gleichwertige Lebens- und Wohnsituation 

zurückgreifen können, und es ist ihnen zuzumuten, die unterbrochene 

Schulausbildung wieder aufzunehmen. Wie bereits oben in Ziffer 4.1 aus-

geführt, können die Beschwerdeführer vorliegend angesichts der beste-

henden Kontaktmöglichkeiten zu ihren in Sri Lanka lebenden Verwandten 

D-4556/2015 

Seite 20 

respektive Eltern ohne Weiteres zu ihren Angehörigen zurückgeführt wer-

den. Ferner verfügen sie in der Schweiz und in N._______ über weitere 

Verwandte, die sie im Bedarfsfall zumindest in finanzieller Hinsicht unter-

stützen könnten (vgl. act. A3/10 S. 5; A9/10 S. 5). Es ist darauf hinzuwei-

sen, dass blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen 

die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, nicht genügen, um 

eine Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 

2010/41 E. 8.3.6 S. 591; 2008/34 E. 11.2.2 S. 512). 

6.3.4 Bei der Würdigung des Kindswohls – vorliegend nur noch bezüglich 

des Beschwerdeführers B._______ – weist die Vorinstanz des Weiteren zu 

Recht darauf hin, dass dieser sich erst seit Juli 2014 in der Schweiz befin-

det. Dieser vergleichsweise kurze Zeitraum und die Verfahrensakten las-

sen in der Tat nicht auf eine aussergewöhnliche Verwurzelung in der 

Schweiz schliessen. Das Gericht schliesst sich zudem den vorinstanzli-

chen Feststellungen an, wonach keine in erheblichem Mass erfolgte Prä-

gung durch das hiesige kulturelle und soziale Umfeld, welche im Fall der 

Rückkehr des heute (...)-jährigen Beschwerdeführers B._______ nach Sri 

Lanka eine Entwurzelung aus dem sozial-schulischen oder persönlichen 

Umfeld bedeuten könnte, bestehe, weshalb davon ausgegangen werde, 

dass er sich bei einer Rückkehr dort wieder integrieren könne. Dabei dürfe 

ihm insbesondere die Fortführung seiner schulischen Ausbildung mühelo-

ser gelingen als dies in der Schweiz der Fall wäre. Sodann führte 

B._______ in der BzP an, er habe in Sri Lanka an (Nennung Leiden) gelit-

ten und habe als Mittel dagegen mit (Nennung Therapie). Seit er in der 

Schweiz sei, gehe es ihm gut. Zudem bezeichneten sich beide Beschwer-

deführer als gesund (vgl. act. A3/10 S. 8; A9/10 S. 8). Somit ist die Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs bezüglich des Beschwerdeführers 

B._______ auch im Lichte der Kinderrechtskonvention zu bestätigen. 

Insgesamt kann nicht auf eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 

Abs. 4 AuG geschlossen werden, weshalb sich der Vollzug der Wegwei-

sung auch als zumutbar erweist. 

6.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführern, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

D-4556/2015 

Seite 21 

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – 

angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.   

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den 

Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit 

Verfügung des Instruktionsrichters vom 25. September 2015 unter ande-

rem die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Erlass des Kostenvorschusses 

gutgeheissen wurden und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich 

ihre finanzielle Lage seither entscheidrelevant verändert hätte, ist auf die 

Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

8.2 Mit Verfügung vom 25. September 2015 wurde ausserdem das Gesuch 

um amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110a Abs. 1 VwVG) und 

den Beschwerdeführern ihre Rechtsvertreterin als Rechtsbeiständin zuge-

ordnet. Demnach ist dieser ein amtliches Honorar für ihre notwendigen Auf-

wendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Die Rechtsvertreterin 

reichte keine Kostennote zu den Akten. Auf die Nachforderung einer sol-

chen wird indessen verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2), weil im vorliegenden Verfahren 

der notwendige Aufwand zuverlässig abgeschätzt werden kann. Gestützt 

auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) 

ist das der Rechtsvertreterin für das Beschwerdeverfahren zulasten der 

Gerichtskasse auszurichtende Honorar auf insgesamt Fr. 1000.– (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

D-4556/2015 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird zulasten der Gerichtskasse ein Ho-

norar von Fr. 1000.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Thomas Wespi Stefan Weber 

 

 

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