# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 144244d2-8833-5f6b-a4f8-5d0d1c8fb451
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.07.2010 UV 2009/64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-64_2010-07-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/64

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.04.2020

Entscheiddatum: 12.07.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 12.07.2010
Art. 18 Abs. 1 UVG; Adäquanzbeurteilung nach Schleudertrauma-Praxis (BGE 
134 V 109) bei mittelschwerem (Verkehrs-)Unfall (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juli 2010, UV 
2009/64).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Adrian Rothenberger

Entscheid vom 12. Juli 2010

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Zürcherstrasse 191, 

Postfach 1011, 8501 Frauenfeld,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1961 geborene B.___ arbeitete seit Oktober 1993 bei der A.___ als 

Betriebsmitarbeiter und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfallversichert. Am Abend des 27. Mai 

2007 erlitt er im Ausland einen Verkehrsunfall. Nach eigenen Angaben verlor er bei 

nasser Fahrbahn mit einer Geschwindigkeit von rund 70 km/h die Kontrolle über sein 

Fahrzeug, prallte zuerst in die rechte Leitplanke, geriet anschliessend auf die 

Gegenfahrbahn und kollidierte dort frontal mit einem entgegenkommenden 

Lieferwagen (Suva-act. 12).

A.b   Nach der medizinischen Erstversorgung im Ausland wurde der Versicherte nach 

der Rückreise in die Schweiz vom 29. bis 31. Mai 2007 im Spital Wil hospitalisiert. Die 

behandelnden Ärzte diagnostizierten ein Schleudertrauma mit multiplen Kontusionen 

sowie einen Abriss der palmaren Platte des linken Ringfingers (Suva-act. 4).

A.c   Am 3. September 2007 führte Dr. med. C.___, Facharzt für Radiologie, im Zentrum 

für bildgebende Diagnostic, eine triplanare vertebro-spinale Magnet­

resonanztomographie (MRI) durch. Dabei stellte er eine leichte linksbetonte Protrusion 

der Bandscheibe C6/C7 ohne Hernierungsnachweis und eine kleinste Ruptur des 

Anulus fibrosus C7/Th1 fest. Im Übrigen sei das MRI unauffällig, insbesondere könnten 

weder posttraumatische ossäre Läsionen noch eine radikuläre Kompression festgestellt 

werden (Suva-act. 25). Auf Anfrage von Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie, 

Kreisarzt Suva St. Gallen, vom 13. Dezember 2007 bestätigte Dr. C.___, dass er im 

Rahmen der Untersuchung keinerlei Veränderungen habe feststellen können, die durch 

ein traumatologisches Ereignis bedingt seien. Vielmehr seien alle festgestellten 

Veränderungen degenerativer Natur (Suva-act. 48).

A.d   Am 26. Oktober 2007 fand eine kreisärztliche Untersuchung des Versicherten 

durch Dr. D.___ statt. Dieser diagnostizierte eine Beschwerdesymptomatik mit 

Schmerzen im Bereich der HWS, Kopfschmerzen, Schmerzen bei Belastung der 

oberen Extremität, Schwindelanfällen und angegebenen Gedächtnisstörungen bei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zustand nach Autounfall am 27. Mai 2007 ohne Besserungstendenz sowie einen 

konsolidierten knöchernen Abriss der Fibrocartilago volaris des linken Ringfingers mit 

Spaltbildung intraartikulär im distalen Gelenksanteil volar. Im Rahmen mehrfacher 

Überprüfungen habe der Versicherte eine praktisch normale HWS-Beweglichkeit bei 

fehlenden kursorisch-neurologischen Ausfallerscheinungen, fehlendem Nystagmus und 

negativem Romberg-Test gezeigt (Suva-act. 24).

A.e   Am 19. November 2007 nahm der Versicherte seine ehemalige Tätigkeit bei der 

A.___ mit einem Arbeitspensum von 50% versuchsweise wieder auf (Suva-act. 42), 

musste den Arbeitsversuch aber nach einer Woche aufgrund von Kopf- und 

Nackenbeschwerden wieder abbrechen (Suva-act. 45).

A.f    Eine neurologische Untersuchung des Versicherten fand am 7. Dezember 2007 

durch Dr. med. E.___, Facharzt für Neurologie, statt. Dabei konnten keine fokal 

neurologischen Defizite, insbesondere keine Hinweise für radikuläre Symptome, ein 

peripheres Kompressionssyndrom oder spinale Auffälligkeiten festgestellt werden. Es 

bestehe kein Hinweis für eine strukturelle Läsion. Unter diesen Umständen sei der 

Versicherte aus neurologischer Sicht in einer leichten körperlichen Tätigkeit zu 

mindestens 50% arbeitsfähig, wobei eine schrittweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit 

möglich sein sollte (Suva-act. 46).

A.g   Mit Schreiben vom 20. Dezember 2007 forderte die Suva den Versicherten auf, 

seine Tätigkeit bei der A.___ per 7. Januar 2008 vorerst halbtags, und ab dem 

21. Januar 2008 vollzeitlich wieder aufzunehmen, da die noch geklagten Beschwerden 

nicht mehr adäquat kausal zum Unfallereignis vom 27. Mai 2007 seien (Suva-act. 53). 

Dieser Aufforderung kam der Versicherte nicht nach, woraufhin die Suva am 11. Januar 

2008 die Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Januar 2008 verfügte (Suva-

act. 55, 57).

B.       

B.a   Nachdem ein am 15. Januar 2008 angetretener, erneuter Arbeitsversuch bereits 

am 17. Januar 2008 wieder abgebrochen wurde (Suva-act. 61, 68), erhob 

Rechtsanwältin Barbara Wyler, Frauenfeld, für den Versicherten am 24. Januar 2008, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ergänzt durch Eingabe vom 17. April 2008 (Suva-act. 87), Einsprache gegen die 

Verfügung vom 11. Januar 2008 (Suva-act. 71). Sie beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die (Weiter-)Ausrichtung von Taggeldern auf der Basis 

einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 1. Februar 2008. Es seien die gesetzlichen 

Leistungen zu erbringen, namentlich seien die Heilungskosten zu übernehmen und 

allenfalls eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung auszurichten. Zusätzlich 

seien tatsächliche und medizinische Abklärungen zu tätigen, insbesondere sei ein inter- 

und polydisziplinäres Gutachten durch eine unabhängige Gutachterstelle anfertigen zu 

lassen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Schliesslich sei dem Versicherten 

die unentgeltliche Verfahrensführung und Verbeiständung zu gewährleisten.

B.b   Mit Arztbericht vom 27. März 2008 diagnostizierte der Hausarzt, Dr. med. F.___, 

Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, beim Versicherten eine HWS-Kontusion, 

multiple Prellungen sowie eine posttraumatische Verarbeitungsstörung und eine 

reaktive Depression nach schwerem Autounfall am 27. Mai 2007. Zudem stellte er sich 

auf den Standpunkt, die Schilderung der Beschwerden sei jeweils einfühlsam und 

glaubwürdig gewesen. Den Antrag, den Versicherten in Bellikon zu rehabilitieren, habe 

die Suva ohne Angabe von Gründen abgelehnt. Anfangs Februar 2008 habe er den 

Versicherten deshalb über die Krankenkasse für einen Rehabilitationsaufenthalt nach 

Valens geschickt. Er sei sicher, dass beim Versicherten der Arbeitswille bestehe. Aus 

medizinischer Sicht handle es sich bei den Beschwerden des Versicherten um klare 

Unfallfolgen (Suva-act. 86).

B.c   Die Zeit vom 5.  bis 26. März 2008 verbrachte der Versicherte im 

Rehabilitationszentrum Klinik Valens. Im Austrittsbericht vom 26. März 2008 stellten die 

behandelnden Ärzte beim Versicherten ein chronisch zervikozephales Syndrom, eine 

diskrete Bandscheibenprotrusion C6/7 ohne spinale oder radikuläre Kompression, eine 

muskuläre Dysbalance bzw. Fehlhaltung sowie eine posttraumatische 

Belastungsstörung mit depressiver Symptomatik fest. Es bestehe eine 

schonungsbedingte Dekonditionierung, aber auch mangelnde Bereitschaft, ein 

gewisses Mass an unvermeidbaren Beschwerden bei Belastung zu tolerieren und an 

effektiven funktionellen Leistungslimiten zu arbeiten. Der Versicherte zeige ein 

selbstlimitierendes Verhalten, ohne dass aber körperliche oder funktionelle Limiten 

beobachtet werden könnten. Seine Leistungsbereitschaft sei "im Wesentlichen als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

fraglich" zu qualifizieren. Auffällig seien die ständige Schmerzmimik und der leidende 

Eindruck. Schliesslich habe der Versicherte bei den arbeitsbezogenen Tests mehrfach 

Inkonsistenzen gezeigt. Unter Berücksichtigung der ergonomischen Leistungsfähigkeit 

sei er für eine wechselbelastende mittelschwere Arbeit ganztags arbeitsfähig (Suva-

act. 97).

B.d   Mit Schreiben vom 26. März 2008 kündigte die A.___ das Arbeitsverhältnis mit 

dem Versicherten per 30. Juni 2008 (Suva-act. 107).

B.e   Im Auftrag des Kollektiv-Krankentaggeldversicherers der A.___ wurde der 

Versicherte am 23. April 2008 psychiatrisch begutachtet. Dabei kam Dr. med. G.___, 

Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie, zum Schluss, dass der Versicherte aus 

psychiatrischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Die von den Ärzten 

der Klinik Valens gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei 

unhaltbar, zeigten sich beim Versicherten doch die typischen Symptome einer solchen 

Störung (insbesondere Flash-backs, intrusiv sich aufdrängende Gedanken, Albträume, 

Vermeiden von Autofahrten etc.) nicht. Im Vordergrund stünden aggravatorische 

Verhaltensweisen, eine Selbstlimitierung und die mangelnde Bereitschaft, Leistung zu 

erbringen. Es liege keine klinisch relevante Depression vor, sondern eine dysthym-

dysphorisch gefärbte Verbitterung. Um dem Versicherten Gelegenheit zu geben, sich 

an die neue Situation anzupassen und mit der Stellensuche zu beginnen, sei seine 

Arbeitsfähigkeit ab 1. Juni 2008 auf 50% und ab 1. Juli 2008 auf 100% festzulegen 

(Suva-act. 108).

B.f    Mit Eingabe vom 10. Juli 2008 äusserte sich die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers zu den zwischenzeitlich angefallenen Akten, insbesondere zum 

psychiatrischen Gutachten von Dr. G.___. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass die 

Resultate durch Verständigungsprobleme verfälscht worden seien. Zudem habe sich 

der Gutachter zu fachfremden Fragen geäussert und dadurch seinen 

Zuständigkeitsbereich überschritten. Der Versicherte sei früher unauffällig gewesen und 

nicht - wie vom Gutachter geschildert - häufig leidend. Am Antrag auf interdisziplinäre 

Begutachtung hielt die Rechtsvertreterin fest. Zudem verlangte sie eine 

Verfahrenssistierung bis zum Abschluss der in Auftrag gegebenen neurologischen 

Abklärung durch Dr. med. H.___, Facharzt für Neurologie, (Suva-act. 117).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.g   Am 16./17. September 2008 wurden im upright mri zentrum zürich 

Magnetresonanztomogramme der HWS und des craniocervicalen Übergangs erstellt. 

Darauf waren nach Ansicht von Dr. med. I.___, Facharzt für Medizinische Radiologie, 

keine strukturellen Veränderungen der Kopfgelenkbänder bzw. eine craniocervicale 

Instabilität zu erkennen. Auffällig seien lediglich die deutlich eingeschränkte Rotation 

nach links und rechts. Zudem seien eine deutliche Diskusdegeneration C6/7 und eine 

flache dorsale in Extension zunehmende Protrusion im selben Segment ersichtlich. 

Eine Wurzelkompression sowie eine spinale oder foraminale Stenose seien nicht 

erkennbar (Suva-act. 125).

B.h   Die Ärzte des Universitätsspitals Zürich, in dem am 1. September 2008 ein MRI 

des Schädels, KM-verstärkt mit Spektroskopie erstellt wurde, fanden bei doppelt so 

hohen Werten für den Cholinpeak im Bereich Amygdala links im Übrigen regelrechte, 

altersentsprechende Strukturen ohne Hinweise für sonstige postkontusionelle Läsionen 

(Beilage zu Suva-act. 137).

B.i     Mit Schreiben vom 30. September 2008 und Verfügung vom 3. November 2008 

lehnte die Invalidenversicherung, bei der sich der Versicherte in der Zwischenzeit zum 

Leistungsbezug angemeldet hatte, sowohl einen Anspruch auf berufliche Massnahmen 

wie auf eine Invalidenrente ab. Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherte in 

einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Der Invaliditätsgrad betrage 

8% (Suva-act. 127, 128).

B.j     Am 4. November 2008 reichte die Rechtsvertreterin des Versicherten einen 

Zwischenbericht von Dr. H.___ vom 31. Oktober 2008 und einen audio-

neurootologischen Bericht von Dr. med. J.___, Facharzt für Otorhinolaryngologie, vom 

28. Oktober 2008 ins Recht. In seinem Bericht äusserte Dr. H.___ die Ansicht, dass 

erhöhte Cholinwerte über dem linken Hippokampus "eine chronische - im Falle des 

Patienten traumatisch bedingte - axonale Veränderung [bezeugten], die die derzeitige 

depressive Grundstimmung als organisch bedingte Unfallfolgen erklärt". Eine 

Schlafanalyse vom 7. auf den 8. Juli 2008 habe zudem gezeigt, dass der Versicherte an 

einem deutlichen PLM-Syndrom leide, wobei eine recht deutliche 

Schlafzeitunterschätzung aufgefallen und die geklagte Insomnie bestätigt worden 

seien. Ein Arbeitsversuch mit einem Pensum von 30% könne diskutiert werden (Suva-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

act. 131). Dr.  J.___ kam zum Schluss, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer 

milden traumatischen Hirnverletzung und einer multisegmentalen Funktionsstörung der 

cervicalen Bewegungssegmente ausgegangen werden müsse. Es liege objektiv eine 

mittelgradige vestibuläre Funktionsstörung linksbetont vor. Dies könne zu einer 

Atrophie des Hippokampus, einer Störung des räumlichen Gedächtnisses und zu 

weiteren kognitiv-mnestischen Defiziten führen (Suva-act. 130).

B.k   Am 23. Januar 2009 wurde im Universitätsspital Zürich erneut ein MRI des 

Schädels mit MR-Spektroskopie und Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) gemacht. Im 

Vergleich zum Vor-MRI vom 1. September 2008 ergebe sich keine Veränderung. 

Insbesondere finde sich kein Hinweis auf Blutabbauprodukte oder andere strukturelle 

Veränderungen, jedoch seien die Cholin-Werte im Hippokampus/Amygdala-Bereich auf 

der linken Seite um ca. 30% erhöht. Ein korrelierendes DTI-Resultat liege nicht vor 

(Suva-act. 154).

B.l     Mit Entscheid vom 5. Mai 2009 wies die Suva die Einsprache des Versicherten 

zufolge fehlender Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem 

Unfallereignis vom 27. Mai 2007 ab (Suva-act. 157).

C.       

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die von B.___ am 8. Juni 2009 durch seine 

Rechtsvertreterin beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen angehobene 

Beschwerde mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien 

Taggelder auf der Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 1. Februar 2008 

auszurichten sowie die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Zusätzlich seien 

tatsächliche und medizinische Abklärungen zu tätigen, insbesondere sei ein inter- und 

polydisziplinäres Gutachten durch eine unabhängige Gutachterstelle anfertigen zu 

lassen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem sei ihm die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren. Schliesslich sei das Verfahren zu sistieren, bis die 

Ergebnisse des Distorsionstrauma-MRIs der Neuroradiologie des Universitätsspitals 

Zürich bzw. ein weiterer Bericht von Dr. J.___ nachgereicht werden könnten. Entgegen 

der Ansicht der Beschwerdegegnerin seien die Unfallfolgen mit Blick auf die 

Ergebnisse der medizinischen Abklärungen von Dr. H.___ und Dr. J.___ organisch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausgewiesen. Auch fänden noch weitere ärztliche Behandlungen und Untersuchungen 

statt, weshalb der Fallabschluss durch die Suva verfrüht erfolgt sei. Entgegen der 

Einschätzung der Beschwerdegegnerin sei das Unfallereignis vom 27. Mai 2007 als 

schwer zu qualifizieren, weshalb die Adäquanz von Vornherein zu bejahen sei. Selbst 

wenn das Ereignis aber als mittelschwer eingestuft werde, lägen medizinisch 

nachweisbare strukturelle Veränderungen vor. Schliesslich seien die Kriterien der 

Arbeitsanstrengungen und der Fehlbehandlung im vorliegenden Fall erfüllt. Allenfalls 

seien zusätzliche tatsächliche und medizinische Abklärungen zu tätigen (act G 1).

C.b   Am 15. Juni 2009 ergänzte die Rechtsvertreterin die Beschwerde mit einer 

Stellungnahme von Dr. J.___ vom 11. Juni 2009 zum Einspracheentscheid vom 5. Mai 

2009 (act. G 7).

C.c   Mit Beschwerdeantwort vom 17. August 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bekräftigte ihren 

Standpunkt, wonach im HWS- und Kopfbereich keine unfallkausalen strukturellen 

Schäden objektiviert werden konnten, woran auch der audio-neurootologische Bericht 

von Dr. J.___ nichts zu ändern vermöge, zumal sich die Ätiologie und die 

Unfallkausalität der von ihm postulierten Gleichgewichtsstörungen mit seinen 

Untersuchungsmethoden gar nicht beweisen liessen. Aus neurootologisch-

wissenschaftlicher Sicht sei es sogar generell unmöglich, aufgrund pathologischer 

neurootologischer Befunde eine exakte Kausalitätsbegründung zu erstellen. Der Bericht 

sei aufgrund der verwendeten Fachtermini für medizinische Laien nur schwer 

verständlich und berücksichtige die massgebenden Akten nicht. Für die erhöhten 

Cholinwerte gebe es mannigfaltige Ursachen, was auch Dr. H.___ anerkenne. Die von 

Dr. H.___ gezogenen Schlüsse seien wissenschaftlich nicht fundiert. Insgesamt sei mit 

den Ausführungen von Dr. H.___ weder die Organizität noch die Unfallkausalität der 

geklagten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen. In diesem 

Zusammenhang verweist die Beschwerdegegnerin auf eine medizinische Beurteilung 

von Dr. med. K.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Suva 

Versicherungsmedizin, vom 7. August 2009 (Suva-act. 159), wonach ein erhöhter 

Cholinwert gerade gegen das Vorliegen einer Depression spreche, hätten 

Untersuchungen doch gezeigt, dass depressive Patienten deutlich niedrigere 

Cholinspiegel im Hippokampus und zudem teilweise ein kleineres Volumen des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hippokampus aufweisen würden. Vorliegend sei der Cholinwert aber nicht vermindert, 

sondern im Gegenteil erhöht. Die von Dr. H.___ angeführten neuroradiologischen 

Untersuchungen stünden noch im Anfangsstadium der klinischen Erprobung und seien 

keineswegs allgemein anerkannt. Die Resultate der von ihm durchgeführten 

Schlafanalyse seien summarisch und unvollständig, und vermöchten eine erworbene 

Schlafstörung, insbesondere deren Unfallkausalität, keineswegs zu belegen. Sie 

erachte deshalb den Fallabschluss für nicht verfrüht, zumal eine namhafte Besserung 

der Beschwerden mittels weiterer Behandlungen nicht habe erreicht werden können, 

was aus dem Bericht von Dr. E.___ und demjenigen der Klinik Valens ersichtlich sei. Mit 

Erreichen des Status quo sine im Zeitpunkt des Fallabschlusses entfalle die 

Notwendigkeit einer Adäquanzprüfung. Selbst wenn aber eine Adäquanzprüfung 

vorzunehmen wäre, sei keines der erforderlichen Kriterien erfüllt (act. G 11).

C.d   Mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 bewilligte der Präsident des 

Versicherungsgerichts dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung durch seine bisherige Rechtsvertreterin (act. G 17).

C.e   Mit Replik vom 16. November 2009 kritisierte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers insbesondere, dass die Beschwerdegegnerin die Person und 

Methoden von Dr. J.___ völlig ungerechtfertigt als untauglich darstelle. Die 

neurootologischen Untersuchungen, die im Hearing Balance Mobility Centre in St. 

Gallen seit Jahren durchgeführt würden, seien vielmehr Tarmed-anerkannt und würden 

von allen Krankenkassen und Versicherungen bezahlt. Der Fallabschluss sei eindeutig 

zu früh erfolgt, zumal der Beschwerdeführer erst im abschliessenden neurologischen 

Bericht von Dr. H.___ vom 22. April 2009 erstmals wieder zu 30% arbeitsfähig 

geschrieben worden sei. Von einem selbstlimitierenden, unkooperativen Verhalten des 

Beschwerdeführers könne keine Rede sein, habe er doch seine Erwerbsfähigkeit 

aufgrund eigener, tatkräftiger Bemühungen steigern können. Die Adäquanz zwischen 

Beschwerden und Unfallereignis sei schliesslich gegeben (act. G 20). Zur Ergänzung 

der Replik reichte die Rechtsvertreterin zudem am 17. November 2009 ein Schreiben 

des RAV Oberuzwil vom 15. September 2009 ins Recht, worin der Beschwerdeführer 

zur Teilnahme an einem Einsatzprogramm angewiesen wurde (act. G 22).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.f    In ihrer Duplik vom 1. Dezember 2009 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde und stellte sich auf den Standpunkt, dass die 

von Dr. J.___ angewandten Methoden nach geltender höchstrichterlicher 

Rechtsprechung nicht geeignet seien, Ätiologie und Unfallkausalität der Beschwerden 

zu beweisen. Die Behauptung, man habe die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

dank der Behandlungen der Dres. H.___ und J.___ von 0% auf 30% erhöhen können, 

sei absurd, zumal bei objektiver Betrachtung bereits seit anfangs 2008 eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestehe (act. G 24).

Erwägungen:

1.        

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des 

Unfalls vom 27. Mai 2007 bis zum 31. Januar 2008 und erbrachte entsprechende 

Versicherungsleistungen. Streitig und zu prüfen ist, ob sie die Ausrichtung von weiteren 

Leistungen ab 1. Februar 2008 wegen fehlender Adäquanz der Beeinträchtigungen des 

Beschwerdeführers mit dem Unfallereignis zu Recht verweigerte.

2.        

2.1     Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist der Ansicht, die 

Beschwerdegegnerin habe den Fall zu früh abgeschlossen. Ausgehend von Art. 19 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) hat der Versicherer 

nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung - sofern allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind - 

Heilbehandlung und Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 

erwartet werden kann. Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands vorliegt, 

bestimmt sich dabei nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder 

Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Ist 

durch eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Steigerung der 

unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten, ist der Fall unter 

Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 

V 109 E. 4.1 und 4.3 mit Hinweisen).

2.2    In seinem Bericht vom 7. November 2007 äusserte sich Dr. D.___ wie folgt: 

"Dr. F.___ und ich stimmen darin überein, dass, abgestützt auf das Ergebnis der 

neurologischen Untersuchung, wie auch unter Berücksichtigung des Verlaufes und des 

Ergebnisses der nun eingeleiteten Physiotherapie, mit grosser Wahrscheinlichkeit ein 

positives Ergebnis von einer stationären Rehabilitation in Bellikon erwartet werden 

könne" (Suva-act. 34). Fünf Wochen später stellte er sich im Memo vom 18. Dezember 

2007 auf den Standpunkt, angesichts der Gesamtsituation sei vom Eintritt des Status 

quo sine auszugehen und der Fall abzuschliessen. Anderseits frage er sich, "ob bei 

Bewertung der gesamten Angelegenheit, nicht doch eine entsprechende Rehabilitation 

in Bellikon der Sache als Ganzes dienen und zur Reintegration des Patienten beitragen 

könnte". Er schlage deshalb die wohlwollende Prüfung einer Rehabilitation vor (Suva-

act. 50). Diese widersprüchlichen Aussagen zeigen, dass auch Dr. D.___ von der 

Richtigkeit eines Fallabschlusses im Dezember 2006 noch keineswegs überzeugt war. 

Dies umso mehr, als er letztlich die Durchführung einer Rehabilitation beantragte, was 

darauf schliessen lässt, dass er zumindest von der Möglichkeit einer Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit ausging. Erachteten aber sowohl der Kreisarzt wie auch der Hausarzt 

eine Besserung des Gesundheitszustands durch eine stationäre Rehabilitation noch für 

wahrscheinlich, erweist sich der von der Beschwerdegegnerin per 31. Januar 2008 

vorgenommene Fallabschluss in der Tat als verfrüht.

2.3    Demgegenüber geht aus dem Austrittsbericht der Reha-Klinik Valens vom 

26. März 2008 hervor, dass im Rahmen der dreiwöchigen Rehabilitation nur eine 

minimale Verbesserung der Beweglichkeit erreicht werden konnte. In Bezug auf die 

Schmerzen hätten keine wesentlichen Änderungen beobachtet werden können. Beim 

Beschwerdeführer bestehe eine schonungsbedingte Dekonditionierung und mangelnde 

Bereitschaft, Beschwerden bei Belastung zu tolerieren und an Leistungslimiten zu 

arbeiten. Auf eine physiotherapeutische Behandlung hätte verzichtet werden müssen, 

da er auf eine solche mit Schmerzausweitung reagiert habe. Er beurteile seine 

Beschwerden bei Austritt als unverändert und sehe sich kaum arbeitsfähig. Ungeachtet 

dieser Einschätzung sei er für eine wechselbelastete mittelschwere Arbeit ganztags 

arbeitsfähig. In Bezug auf das weitere therapeutische Vorgehen sei ein Heimprogramm 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

instruiert worden. Zudem sei ein weiterführendes aktives Training 3-mal pro Woche im 

Rahmen einer physiotherapeutisch geleiteten Medizinischen Trainingstherapie (MMT) 

zu empfehlen. Im Licht dieser Äusserungen stand bei Austritt aus der Rehaklinik Valens 

am 26. März 2008 fest, dass mit keiner namhaften Steigerung der unfallbedingt 

beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen mehr zu rechnen 

war, nicht zuletzt, weil davon auszugehen war, dass solche bereits an der im gezeigten 

mangelhaften Kooperation des Beschwerdeführers scheitern würden.

2.4    Nach dem Gesagten steht fest, dass der Fallabschluss per 31. Januar 2008 

verfrüht erfolgte. Ein solcher hätte vielmehr erst nach durchgeführter Rehabilitation per 

26. März 2008 vorgenommen werden sollen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der 

Beschwerdeführer demnach noch Anspruch auf vorübergehende Leistungen, 

namentlich ein Taggeld und die Übernahme der Heilungskosten. Nachfolgend zu 

prüfen ist demnach noch, ob der Beschwerdeführer ab 27. März 2008 Anspruch auf 

weitere Versicherungsleistungen hat, was die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

11. Januar 2008 und Einspracheentscheid vom 5. Mai 2009 mangels adäquater 

Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 27. Mai 

2007 implizit verneint hat.

3.        

3.1    Die gemäss Rechtsprechung geltenden Voraussetzungen für die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers, insbesondere jene des natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs hat die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 

5. Mai 2009 zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Anzufügen bleibt, 

dass im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne 

weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 

365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht 

(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade 

klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt 

zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall 

ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, 

dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft 

werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden 

Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik 

aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 

ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen 

aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit 

BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum 

adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass 

die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den 

organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, 

ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren 

bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte 

Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 

335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie 

Schädel-Hirntraumata anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen 

eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 17. August 2004 [U 243/03] i/S O.G.; RKUV 2000 Nr. U 395 

S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

3.2     

3.2.1           Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung erst dann gesprochen werden, wenn die 

erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. 

BGE 134 V 109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit 

Hinweisen [U 479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). So können 

beispielsweise Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im 

Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit Hinweisen, sowie vom 7. 

Februar 2008, U13/07, E. 3.2 und 3.3). Im vorliegenden Fall zeigte eine erste 

Untersuchung der HWS im Spital Wil anhand von im Ausland gemachten 

Röntgenbildern keine Hinweise auf Frakturen (Suva-act. 4). Ein am 3. September 2007 

erstelltes triplanares vertebro-spinales MRI zeigte nach Ansicht von Dr. C.___ keine 

Anzeichen für posttraumatische ossäre Läsionen bzw. einer allfälligen radikulären 

Kompression (Suva-act. 25). Auf Nachfrage von Dr. D.___ bestätigte Dr. C.___, dass 

sämtliche am 3. September 2007 festgestellten Veränderungen und damit auch die 

leichte linksbetonte Protrusion der Bandscheibe C6/C7 und die kleinste Ruptur des 

Anulus fibrosus C7/Th1 degenerativer Natur seien (Suva-act. 48). Am 

16./17. September 2008 erstellte Dr.  I.___ ein MRI der HWS und des craniocervicalen 

Übergangs. Auch daraus konnten weder strukturelle Veränderungen der 

Kopfgelenkbänder bzw. eine craniocervicale Instabilität noch eine Wurzelkompression 

oder eine spinale oder foraminale Stenose festgestellt werden (Suva-act. 125).

3.2.2           Zu den von Dr. J.___ festgestellten Befunden ist festzuhalten, dass es sich 

nach der Rechtsprechung bei der Posturographie um eine in Fachkreisen zwar nicht 

unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit 

längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode handelt, deren Wissenschaftlichkeit 

nach dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu 

gewinnenden Erkenntnisse sind indessen beschränkt. Die Posturographie liefert zwar 

zusätzliche Informationen und es lassen sich damit sonst nicht fassbare 

Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur 

Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt 

sich daraus nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung 

vestibulärer Störungen. Daraus folgt, dass sich aus der Beurteilung des medizinischen 

Sachverhalts durch Dr. J.___ direkt verwertbare Aussagen zur Unfallkausalität nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ableiten lassen (vgl. die Urteile des EVG vom 29. März 2006, U 254/04 und U 197/04, 

bestätigt durch Urteil vom 1. September 2009, 8C_964/2008, E. 3.2.3).

3.2.3           Auch die von Dr. H.___ geäusserte Ansicht, wonach die erhöhten 

Cholinwerte eine chronische - im Fall des Patienten traumatisch bedingte - axonale 

Veränderung bezeugten, die die derzeitige depressive Grundstimmung als organisch 

bedingte Unfallfolge erklärten, überzeugt nicht. Einerseits ist es nicht nachvollziehbar, 

wieso die erhöhten Cholinwerte, die nach dieser Aussage offenbar gewöhnlich auf eine 

chronische axonale Veränderung hinweisen, im vorliegenden Fall gerade auf eine 

traumatisch bedingte axonale Veränderung schliessen lassen sollen. Ebenfalls nicht 

verständlich ist, wie eine depressive Grundstimmung organisch bedingt sein soll, zumal 

es sich dabei um eine psychiatrische und nicht um eine somatische Diagnose handelt. 

In dieser Hinsicht ist anzumerken, dass Dr. G.___ beim Beschwerdeführer keine 

psychiatrische Erkrankung feststellen konnte. Schliesslich wird ebenfalls nicht dargetan 

und ist auch nicht ersichtlich, wie die erhöhten Cholinwerte resp. eine traumatisch 

bedingte axonale Veränderung eine Unfallkausalität der von Dr. H.___ attestierten 

depressiven Grundstimmung darzulegen imstande wären.

3.2.4           Damit sind vorliegend keine strukturellen Veränderungen objektivierbar.

4.        

4.1    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass 

bei Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Verletzungen auch ohne 

nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall 

funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für 

ein Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Ist ein 

Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert 

und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch 

BGE 117 V 369 Erw. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts 

(Urteile vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S 

G.) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung 

von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis 

höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in 

diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren. Die 

andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

4.2    Vorliegend klagte der Beschwerdeführer offenbar bereits anlässlich seiner 

Hospitalisierung im Ausland unmittelbar nach dem Unfall über Beschwerden in der 

Halsregion resp. an der HWS ("con cervicalgia", "contrazione antalgica del collo"; vgl. 

Suva-act. 143). Auch die Ärzte des Spitals Wil diagnostizierten am 31. Mai 2007 ein 

Schleudertrauma und bezeichneten die HWS als druckdolent. In der Erstbefragung 

durch die Beschwerdegegnerin am 13. September 2007 klagte der Beschwerdeführer 

ebenfalls über Nackenschmerzen. Zudem leide er an Kopfschmerzen, Schwindel, 

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen und Schlafschwierigkeiten. Am 

21. September 2007 füllte der Beschwerdeführer zusammen mit seinem Case Manager 

das "Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen" aus. Darin gab er an, 

unmittelbar nach dem Unfall an Nackenbeschwerden sowie Schmerzen im linken 

Finger gelitten zu haben. Innert Stunden hätten sich Kopfschmerzen, Schwindel und 

Konzentrationsschwierigkeiten resp. Gedächtnisstörungen eingestellt (Suva-act. 15). 

Unter diesen Umständen ist ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfallereignis vom 27. Mai 2007 und den geklagten Beschwerden als Folgen einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Nachdem in den Akten 

keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses eine 

psychische Problematik als Ursache der Beschwerden in den Vordergrund gerückt ist, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

hat die Adäquanzbeurteilung anhand der in BGE  117 V 359 festgelegten bzw. den mit 

BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien zu erfolgen.

5.        

5.1    Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach der 

Schleudertrauma-Praxis im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies 

trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 

ernsthaft ins Gewicht fällt. Bei der Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis 

anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen 

banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und 

schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während 

der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres 

bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 

Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens 

allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die 

unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte 

Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo 

im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser 

Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen 

werden (BGE 134 V 126 E. 10.1). Für einen adäquaten Kausalzusammenhang sprechen 

nach dieser Rechtsprechung besonders dramatische Begleitumstände resp. eine 

besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen; eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche 

Beschwerden; eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert; ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie 

eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 130 

E. 10.3).

5.2    Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, das Unfallereignis vom 

25. Mai 2007 sei als mittelschwerer Unfall zu qualifizieren (act. G 3.1). Vergleicht man 

die im Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2010 (8C_786/2009, E. 4.6.2) 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

überblicksweise dargestellte höchstrichterliche Rechtsprechung zur Abgrenzung 

mittelschwerer Unfälle im engeren Sinn von mittelschweren Unfällen an der Grenze zu 

schweren Unfällen bei Verkehrsunfällen und den vorliegend zu beurteilenden, eingangs 

geschilderten Unfallhergang, ist diese Qualifikation nicht zu beanstanden.

5.3    Ausgehend von einem mittelschweren Unfall ist für die Bejahung der Adäquanz 

erforderlich, dass ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist 

oder mindestens drei unfallbezogene Kriterien gegeben sind (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5).

5.3.1           Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund 

des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 

Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008. 

U 56/07, E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine 

gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des 

Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2008, 

8C_39/2008, E. 5.2). Im vorliegenden Fall verlor der Beschwerdeführer mit einer 

Geschwindigkeit von 70 km/h offenbar zufolge Aquaplanings die Kontrolle über sein 

Fahrzeug, prallte zuerst in die rechte Leitplanke, schleuderte auf die linke Fahrbahn. 

Gemäss Polizeibericht vom 27. Mai 2007 versuchte der entgegenkommende 

Lieferwagen noch, nach links auszuweichen. Nichtsdestotrotz kam es zur Kollision. 

Obwohl diesem Unfallhergang eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen 

werden kann, ist das Kriterium besonders dramatischer Begleitumstände oder einer 

besonderen Eindrücklichkeit unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung zu verneinen. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang ein Urteil 

des EVG vom 28. Juni 2005 (U 282/05), in dem die besondere Eindrücklichkeit eines 

Verkehrsunfalls selbst in einem Fall verneint wurde, in dem ein Fahrzeug auf der 

Autobahn bei regennasser Fahrbahn und einer Geschwindigkeit von 100-110 km/h ins 

Schleudern geriet, sich drehte, in einen Graben am Strassenrand geriet und sich 

zweimal überschlug, bis es auf dem Dach liegend zum Stillstand kam. Mit Blick auf das 

Unfallereignis können auch die vom Beschwerdeführer zusätzlich zum 

Schleudertrauma erlittenen Verletzungen, hauptsächlich Kontusionen im Brustbereich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sowie einen Abriss der palmaren Platte des linken Ringfingers, nicht als schwer oder 

von besonderer Art eingestuft werden.

5.3.2           Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung ist offensichtlich nicht erfüllt. Nebst ungefähr wöchentlichen 

Konsultationen beim Hausarzt (vgl. Suva-act. 47) absolvierte der Beschwerdeführer 

zwischen Ende Mai und Ende Oktober 2007 lediglich eine Physiotherapiesequenz 

(Suva-act. 24/4). Anschliessend ging er zweimal wöchentlich in das Spital Wil zur 

Physiotherapie (vgl. Suva-act. 108/11). Vom 5.  bis 26. März 2007 befand sich der 

Beschwerdeführer in der Klinik Valens (Suva-act. 97). Diese Behandlungen liegen im 

unteren Bereich dessen, was nach einem erlittenen Schleudertrauma der HWS bzw. 

einer äquivalenten Verletzung mit ähnlichem Beschwerdebild üblich ist. Die zeitliche 

Inanspruchnahme der genannten Behandlungen ist insgesamt nicht als derart intensiv 

zu werten, als dass deswegen von einer erheblichen - im Sinn einer sich allein daraus 

ergebenden zusätzlichen - Mehrbelastung aussergewöhnlicher Natur gesprochen 

werden könnte. Gesamthaft ist eine spezifische, den Beschwerdeführer speziell 

belastende ärztliche Behandlung im Sinn dieses Kriteriums nicht belegt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. August 2008, 8C_144/2008, E. 7.3).

5.3.3           Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann auch das Kriterium 

erheblicher Beschwerden nicht bejaht werden. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den 

glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person 

durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Der 

Beschwerdeführer klagt vor allem über Kopf- und Nackenschmerzen sowie über 

Schwindel und Gedächtnisverlust. Auch wenn an sich nicht anzuzweifeln ist, dass der 

Beschwerdeführer tatsächlich an den geklagten Beschwerden leidet, ist mit der 

Beschwerdegegnerin insbesondere im Hinblick auf die vom ihm in der Klinik Valens 

und der psychiatrischen Begutachtung gezeigten Aggravationstendenz zumindest 

deren geklagte Intensität zweifelhaft. Dies umso mehr, als es dem Beschwerdeführer 

trotz geklagter Beschwerden weiterhin möglich ist, ohne jegliche Einschränkung, 

insbesondere ohne Konzentrationsprobleme und Angstgefühle, Auto zu fahren (vgl. 

Suva-act. 157/11). Insgesamt ist deshalb das Kriterium der erheblichen Beschwerden 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.3.4           Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hat, ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind 

aus den Akten nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht 

substantiiert geltend gemacht. Der blosse Hinweis, der Beschwerdeführer hätte sich im 

Spital im Ausland nicht fachgerecht behandelt gefühlt, genügt nicht. Aus der ärztlichen 

Behandlung und den (erheblichen) Beschwerden darf zudem nicht bereits auf einen 

schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2009, 8C_626/2009, E. 4.3).

5.3.5           Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, so ist nicht 

die Dauer der Arbeitsunfähigkeit massgebend, sondern eine erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte 

Anstrengungen unternimmt. Gelingt es der versicherten Person trotz solcher 

Anstrengungen nicht, ihre Arbeitsfähigkeit ganz oder teilweise wiederzuerlangen, ist ihr 

dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar 

sein, sich durch aktive Mitwirkung rasch möglichst wieder optimal in den 

Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können 

sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Mass arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 129 f. E. 10.2.7). Vorliegend attestierten vorerst 

die Ärzte des Spitals Wil, anschliessend der Hausarzt dem Beschwerdeführer eine volle 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 4 f., 49). Aus neurologischer Sicht erachtete Dr. E.___ den 

Beschwerdeführer ab 7. Dezember 2007 in einer leichten Tätigkeit mindestens 50% 

arbeitsfähig, wobei eine schrittweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit möglich sei (Suva-

act. 46). Nach der Durchführung diverser Tests der ergonomischen Leistungsfähigkeit 

erachteten auch die Ärzte der Rehaklinik Valens den Beschwerdeführer ab 26. März 

2008 in einer wechselbelastenden mittelschweren Arbeit ganztags arbeitsfähig (Suva-

act. 97/4). Schliesslich qualifizierte auch Dr. G.___ am 23. Mai 2008 eine fortdauernde 

Krankschreibung unter Hinweis auf eine drohende Chronifizierung bzw. Zementierung 

des Zustandsbildes aus psychiatrischer Sicht für kontraproduktiv (Suva-act. 108/21). 

Was die Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, so 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unternahm der Beschwerdeführer am 18. November 2007 den Versuch, die vor dem 

Unfall ausgeübte Tätigkeit mit einem halben Arbeitspensum auszuüben. Diesen 

Arbeitsversuch brach er nach einer Woche schmerzbedingt ab (Suva-act. 38, 45). Auf 

Druck der Beschwerdegegnerin nahm der Beschwerdeführer am 15. Januar 2008 seine 

angestammte Tätigkeit erneut halbtags auf, legte diese aber wegen Schmerzen bereits 

am 17. Januar 2008 wieder nieder. Eigene ernsthafte Bemühungen um die Aufnahme 

einer anderen, den geklagten Beschwerden angepassten Tätigkeit unternahm der 

Beschwerdeführer offenbar nicht. Vielmehr äusserte er sich gegenüber seinem Case 

Manager und im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung jeweils dahingehend, dass 

aufgrund seiner Schmerzen eine berufliche Rückkehr vorerst ausgeschlossen sei. Vor 

diesem Hintergrund ist das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit ebenfalls nicht 

erfüllt. Die kurzen Arbeitsversuche reichen zudem nicht aus, um von ernsthaften 

Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit auszugehen, zumal der zweite 

Arbeitsversuch - wie bereits erwähnt - lediglich unter Androhung einer 

Leistungseinstellung von Seiten der Beschwerdegegnerin angetreten wurde.

5.3.6           Zusammenfassend ist bei einem als mittelschwer zu qualifizierenden 

Unfallereignis kein Adäquanzkriterium erfüllt. Das Vorliegen eines adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 25. Mai 2007 und den nach dem 

26. März 2008 fortbestehenden Beschwerden muss deshalb verneint werden, weshalb 

die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen 

verneinte. Daran vermöchten auch weitere tatsächliche und medizinische Abklärungen 

- wie vom Beschwerdeführer unsubstantiiert beantragt - nichts zu ändern, zumal davon 

kein Erkenntnisgewinn zu erwarten ist. Während das Unfallgeschehen in tatsächlicher 

Hinsicht durch den Polizeibericht und die Aussagen des Beschwerdeführers 

hinreichend erstellt ist, steht aufgrund der bereits durchgeführten medizinischen 

Abklärungen, insbesondere der beiden von der HWS erstellten MRI und der 

neurologischen Abklärung durch Dr. E.___ fest, dass beim Beschwerdeführer keine 

strukturellen Veränderungen der HWS objektivierbar sind. Davon abweichende 

Befunde sind unwahrscheinlich (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 131 I 153 E. 3; 

Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2010, 8C_956/2009, E. 4.2 je mit Hinweisen). 

Die demnach durchzuführende Adäquanzprüfung würde unweigerlich zum selben 

Resultat führen, weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann.

6.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.1    Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 5. Mai 2009 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde soweit aufzuheben, als darin der Anspruch auf 

vorübergehende Leistungen (Taggeld, Heilbehandlung) bereits per 31. Januar 2008 

anstatt per 26. März 2008 verneint wurde. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Nachdem der 

Beschwerdeführer fast vollumfänglich unterliegt, hat er keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung von Seiten der Beschwerdegegnerin.

6.2    Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung verpflichtet, für die 

Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick 

auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der 

Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit 

Fr. 3'200.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 

5. Mai 2009 soweit aufgehoben, als darin der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Versicherungsleistungen (Taggeld, Heilbehandlung) bereits per 31. Januar 2008 anstatt 

per 26. März 2008 verneint wurde. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Der Staat hat Rechtsanwältin Barbara Wyler, Frauenfeld, mit Fr. 3'200.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.07.2010
	Art. 18 Abs. 1 UVG; Adäquanzbeurteilung nach Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) bei mittelschwerem (Verkehrs-)Unfall (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juli 2010, UV 2009/64).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:35:10+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen