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**Case Identifier:** 6742c8dc-5a5f-5ba3-a9b8-f2f7b3442c0c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.06.2020 720 19 373/140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-373-140_2020-06-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. Juni 2020 (720 19 373 / 140) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advo-
katin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1961 geborene A.____ war seit 1. Juni 2005 zuerst in einem Vollpensum und ab 
1. Januar 2012 in einem Pensum von 80 % als Sachbearbeiterin bei B.____ angestellt. Dieses 
Arbeitsverhältnis wurde ihr durch die Arbeitgeberin per Ende Dezember 2016 aufgrund "eines 
Stellenabbaus im Rahmen eines Optimierungsprojekts" gekündigt. Am 11. Juli 2017 meldete 
sich A.____ unter Hinweis auf ein Rückenleiden und eine Depression bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach ersten Abklärungen der ge-
sundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse gewährte die IV-Stelle Basel-Landschaft der 

 

 
 
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Versicherten ab Januar 2018 berufliche Massnahmen der IV in Form von Arbeitstrainings. In 
deren Verlauf gelangte die Abteilung Berufsberatung der IV-Stelle jedoch zur Auffassung, dass 
sich aktuell keine Pensumssteigerung erzielen lasse, weshalb man den Eingliederungsauftrag 
beende. Dies teilte sie A.____ am 13. Juni 2018 mit, gleichzeitig orientierte sie die Versicherte 
darüber, dass man das Dossier zur Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs an die hierfür 
zuständige Abteilung weiterleite. Letztere gab in der Folge zusätzliche Abklärungen - insbeson-
dere zum aktuellen Gesundheitszustand der Versicherten - in Auftrag. Nachdem deren Ergeb-
nisse vorlagen, wies die IV-Stelle einen Rentenanspruch von A.____ - nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 16. Oktober 2019 ab. Zur Begründung machte sie 
geltend, die Abklärungen hätten ergeben, dass aus medizinsicher Sicht für den Zeitraum vom 
10. Juli 2017 bis Ende Oktober 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne. Seit 
1. November 2017 sei der Versicherten die angestammte Bürotätigkeit jedoch wieder ohne Ein-
schränkungen ganztags zumutbar. Somit seien die Voraussetzungen für einen Rentenanspruch 
nicht erfüllt. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 
9. November 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsgericht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es 
sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihr die gesetzliche Invalidenrente auszurichten. 
Eventualiter sei der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt durch das Gericht im Rahmen 
eines psychiatrischen Gutachtens abzuklären, subeventualiter sei die Sache zur Abklärung des 
rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; 
unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Januar 2020 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. 
C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, 
vom 17. Januar 2020 und eine Aktennotiz des RAD-Arztes Dr. med. D.____, Facharzt für All-
gemeinmedizin, vom 22. November 2019 bei.  
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep-
lik vom 6. Februar 2020 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesent-
lichen bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle wiederum beantragte in ihrer Duplik vom 
28. Februar 2020 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-

 

 
 
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teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 9. November 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 

 

 
 
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2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, ob und gegebe-
nenfalls in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beein-
trächtigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-

 

 
 
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pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 
vom 6. März 2019, 9C_609/2018, E. 3.2.2).  
 
4.1 Vorliegend gab die IV-Stelle nach dem erfolglosen Abschluss der vorerst gewährten 
beruflichen Massnahmen zur Abklärung des aktuellen Gesundheitszustands und der Arbeitsfä-
higkeit der Versicherten bei den Dres. med. E.____, Rheumatologie FMH und Innere Medizin 
FMH, und F.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein bidisziplinäres (rheumatologi-
sches/psychiatrisches) Gutachten in Auftrag.  
 
4.2.1 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 21. Januar 2019 gelangte Dr. E.____ zum 
Ergebnis, dass keine rheumatologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
bestehen würden. Als Gesundheitsbeeinträchtigungen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
diagnostizierte er (1) ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei (1.1) ausgeprägter Fehl-
form (ausgeprägte Hyperkyphose der BWS, kompensatorische Hyperlordose der LWS), (1.2) 
altersentsprechenden degenerativen Befunden und Status nach M. Scheuermann sowie (1.3) 
tendomyotischen Befunden im Sinne von muskulären Verspannungen und Insertionstendinosen 
der Beckenkämme beidseits; (2) eine Adipositas per magna, (3) Genua valga beidseits, (4) 
Knick-Senk-Spreizfüsse beidseits und (5) ein Lymphödem. Was die Arbeitsfähigkeit der Explo-
randin betreffe, würden sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, wonach diese aus somati-
scher Sicht jemals eingeschränkt gewesen sei. Auch aktuell bestehe aus seiner fachärztlichen 
Optik für die angestammte Bürotätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bezogen auf ein Ganz-
tagespensum. Aufgrund dieser Einschätzung entfalle die Beantwortung der Frage nach der Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit. Es sei jedoch zu erwähnen, dass der Ver-
sicherten aufgrund der Rückenproblematik keine dauernd mittelschweren oder schweren Arbei-
ten möglich seien.  
 
4.2.2 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 25. Januar 2019 gelangte Dr. F.____ zur Auffas-
sung, dass sich aus psychiatrischer Sicht ebenfalls keine Diagnose mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit erheben liesse. Als Leiden ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lägen ein 
Status nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) und eine 
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) vor. In seiner Beurteilung führte Dr. F.____ aus, die 
Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei von ihrer Persönlichkeit her nicht beeinträchtigt. Die Explo-
randin sei belastet durch die erfolglose Arbeitssuche. Trotz intensivem Bemühen habe sie nur 
Absagen erhalten, was sie bedrücke. Zudem sei sie auch durch die ungewisse berufliche und 
finanzielle Zukunft belastet. Die Versicherte lebe alleine, versorge den Haushalt selbständig, sie 
gehe einigen Interessen nach und pflege regelmässig soziale Kontakte. In der Untersuchungs-
situation habe die Explorandin einzig leichte Einschränkungen aufgrund der Rückenbeschwer-
den geschildert, die sich vor allem bei längerem Stehen bemerkbar machen würden. Sie besu-
che deswegen regelmässig eine physiotherapeutische Behandlung. Dass sie im Alltag (auch) 
durch psychische Beschwerden beeinträchtigt sei, habe die Explorandin nicht berichtet. Im 
Rahmen der Untersuchung hätten keine psychopathologischen Befunde erhoben werden kön-
nen.  
 

 

 
 
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Bei der Versicherten sei 2017 in der Klinik G.____ eine mittelgradige depressive Episode diag-
nostiziert worden. Die depressive Symptomatik sei ganz eindeutig durch den Verlust des Ar-
beitsplatzes und die erfolglose Arbeitssuche ausgelöst worden. Es handle sich also um eine 
Anpassungsstörung. Es liessen sich keine Hinweise für eine eigenständige, endogene Depres-
sion finden. Die depressive Symptomatik habe sich vollständig zurückgebildet. Bereits beim 
Austritt aus der Klinik G.____ seien lediglich noch minimale Symptome vorhanden gewesen. 
Somit könne rückwirkend aus psychiatrischer Sicht nur vorübergehend eine geringgradige Be-
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Im Rahmen der durchgeführten beruflichen 
Massnahmen habe die Explorandin Schwierigkeiten gehabt, sich auf neue Situationen einzu-
stellen. Sie habe zeitlebens bei einer Bank gearbeitet, sie habe nach wie vor Mühe zu akzeptie-
ren, dass sie entlassen worden sei, und sie habe Schwierigkeiten, sich in neue Berufsfelder 
einzuarbeiten. Dies lasse sich aber nicht durch ein psychiatrisches Leiden begründen. Die de-
pressive Störung Episode sei remittiert, aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähig-
keit mehr.  
 
4.2.3 Im Rahmen ihrer interdisziplinären Konsensbeurteilung vom 25. Januar 2019 hielten 
die Dres. E.____ und F.____ fest, dass bei der Versicherten aus rheumatologischer und aus 
psychiatrischer Sicht in der angestammten Bürotätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % beste-
he. Unter diesen Umständen stelle sich die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer angepass-
ten Verweistätigkeit nicht. Immerhin sei diesbezüglich zu erwähnen, dass der Versicherten auf-
grund der Rückenproblematik keine dauernd mittelschweren oder schweren Arbeiten möglich 
seien.  
 
4.3 Nachdem die Versicherte nach Erstellung des erwähnten bidisziplinären Gutachtens 
zusätzliche aktuelle Arztberichte eingereicht hatte, legte die Beschwerdegegnerin diese Doku-
mente den Gutachtern Dres. E.____ und F.____ vor. In seinen ergänzenden Ausführungen vom 
18. Juli 2019 hielt Dr. E.____ zusammenfassend fest, dass die ihm zusätzlich zur Verfügung 
gestellten Akten keine neuen diagnostischen, bisher nicht bekannten Aspekte umfassen wür-
den. Sein Gutachten vom 21. Januar 2019 habe deshalb nach wie vor volle Gültigkeit. Sodann 
wies auch Dr. F.____ in der Stellungnahme vom 19. August 2019 zusammenfassend darauf 
hin, dass sich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten in Anbetracht der in der Zwi-
schenzeit eingegangenen Akten aus seiner fachärztlichen Sicht nicht verändert habe. Es wür-
den sich keine Hinweise finden, wonach die Explorandin jemals während längerer Zeit an einer 
mittelgradigen oder schweren depressiven Episode gelitten habe. Somit könne aus psychiatri-
scher Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.  
 
5. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2019 bei 
der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf die Er-
gebnisse, zu denen die Gutachter Dres. E.____ und F.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten 
vom 21./25. Januar 2019 gelangten. Sie ging davon aus, dass der Versicherten zwar vom 
10. Juli 2017 bis Ende Oktober 2017, d.h. für die Zeit kurz vor, während und noch kurz nach 
dem stationären Aufenthalt in der Klinik G.____ eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werden 
könne. Seit dem 1. November 2017 sei ihr jedoch gemäss den gutachterlichen Feststellungen 
die angestammte Bürotätigkeit wieder ohne Einschränkungen ganztags zumutbar. Diese vor-

 

 
 
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instanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hier-
vor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezial-
ärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier 
keine vor. Das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 21./25. Januar 2019 
weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt 
wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unter-
suchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten ab-
gegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der 
Beurteilung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich ausreichendmit den vorhan-
denen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und es ist in den Schlussfolge-
rungen überzeugend.  
 

6. Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Be-
weiskraft des Gutachtens der Dres. E.____ und F.____ vom 21./25. Januar 2019 in Frage zu 
stellen.  
 
6.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Versicherte - zu Recht - keinerlei Einwände gegen das 
rheumatologische Teilgutachten von Dr. E.____ erhebt. Somit kann an dieser Stelle von weite-
ren Erörterungen zur überzeugenden gutachterlichen Beurteilung des somatischen Gesund-
heitszustands abgesehen werden.  
 
6.2 Die Rügen der Beschwerdeführerin richten sich allesamt gegen die beweisrechtliche 
Verwertbarkeit des psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. F.____ vom 25. Januar 2019. 
 
6.2.1 Nach Auffassung der Versicherten ist Dr. F.____ in seinem Gutachten nur unzu-
reichend auf die abweichenden Einschätzungen der behandelnden Fachärzte eingegangen, die 
alle von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgehen würden. Hält man sich einzig das 
psychiatrische Teilgutachten vom 25. Januar 2019 vor Augen, so ist der Beschwerdeführerin 
zuzugestehen, dass die Auseinandersetzung mit den früheren Untersuchungen und Berichten 
eher knapp ausgefallen ist. Gleichzeitig ist aber festzuhalten, dass sich Dr. F.____ dafür in sei-
ner Stellungnahme vom 19. August 2019 im gewünschten Masse mit den aktuellen Berichten 
der behandelnden Ärzte befasst. Dem eingangs erwähnten Einwand der Beschwerdeführerin 
kann letztlich deshalb nicht beigepflichtet werden. 
 
6.2.2 Ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdeführerin sodann aus 
den von ihr angerufenen Berichten der behandelnden Ärzte. Gemäss Austrittsbericht der Klinik 
G.____ vom 10. Oktober 2017 litt die Versicherte beim Klinikeintritt am 15. August 2017 an ei-
ner mittelgradigen depressiven Episode. Diese besserte sich im Laufe des Aufenthaltes mit der 
Folge, dass der Zustand bei Austritt am 26. September 2017 noch als minimal depressiv be-
schrieben wurde. Der Beschwerdeführerin wurde deshalb von Seiten der Klinikärzte vom 
15. August 2017 bis Ende September 2017 eine vollständige und anschliessend bis Mitte Okto-

 

 
 
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ber 2017 noch eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Aus diesem Bericht lässt sich somit 
keine mindestens ein Jahr ohne wesentlichen Unterbruch dauernde, durchschnittlich mindes-
tens 40 %-ige Arbeitsunfähigkeit, wie sie Art.  28 Abs.1 lit. b IVG für die Erfüllung des Wartejah-
res voraussetzt, und erst recht keine darüber hinaus anhaltende Arbeitsunfähigkeit ableiten. Zu 
den Berichten der früher behandelnden Dr. med. H.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vom 28. August 2017 und 2. Juli 2018 ist zu sagen, dass diese eher kurz ausgefallen sind mit 
der Folge, dass ihnen im Hinblick auf die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruchs wenig 
Substanzielles entnommen werden kann. Was die nach Erstellung des Gutachtens verfassten 
Berichte betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass das Zeugnis von Dr. med. I.____, Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, vom 16. Juli 2019 einzig eine Arbeitsunfähigkeits-Bestätigung ent-
hält, die aber in keiner Weise begründet wird und deshalb im vorliegenden Zusammenhang 
nicht verwertbar ist. Im Bericht von med. pract. J.____, Facharzt für Anästhesiologie, vom 
12. April 2019 wird zwar festgehalten, dass sich bei der Versicherten "jetzt sicherlich eine aktive 
mittelschwere Depression" finde, als Grundlage für diese Diagnose wird aber einzig auf eine - 
im Bericht nicht weiter geschilderte - Befragung der Patientin verwiesen; ein psychopathologi-
scher Befund ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Ausserdem ist zu beachten, dass es sich bei 
med. pract. J.____ nicht um einen Facharzt für Psychiatrie, sondern um einen solchen für Anäs-
thesiologie handelt, was bei der beweisrechtlichen Würdigung seiner psychiatrischen Einschät-
zungen ebenfalls zu berücksichtigen ist. Insgesamt sind seine Ausführungen jedenfalls nicht 
geeignet, den ausschlaggebenden Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens von 
Dr. F.____ vom 25. Januar 2019 in Frage zu stellen. Dasselbe gilt sodann für den Austrittsbe-
richt des Reha-Zentrums K.____ vom 12. Juni 2019. Als erstes fällt auf, dass der Austrittbericht 
zwar eine umfangreiche und detaillierte Diagnoseliste enthält, diese ist aber praktisch wörtlich 
aus dem vorausgegangenen Bericht von med. pract. J.____ vom 12. April 2019 übernommen 
worden. In psychiatrischer Hinsicht werden als Diagnosen ein "chronisches Schmerzsyndrom 
Stad. II nach Gerbershagen mit biopsychosozialen Konsequenzen" und eine rezidivierende de-
pressive Störung, aktuell mittelgradige Episode, genannt. Leider kann aber auch diesem Bericht 
kein eigentlicher psychopathologischer Befund entnommen werden. Bereits dadurch wird seine 
beweisrechtliche Verwertbarkeit für das vorliegende Verfahren erheblich geschmälert. Dazu 
kommt, dass die Versicherte laut Bericht in den Therapiesitzungen als Ängste und Belastungen 
einerseits ihre Arbeitslosigkeit und anderseits ihre Schwierigkeiten mit der Abgrenzung von der 
im gleichen Haushalt lebenden Mutter nannte. Wie der Gutachter Dr. F.____ in seiner Stellung-
nahme vom 19. August 2019 zutreffend festhält, spricht dies deutlich dafür, dass die Versicher-
te (auch) während des Klinikaufenthalts in erster Linie unter psychosozialen Belastungen litt. 
Hinweise für die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode lassen sich den Ausführun-
gen der Klinikärzte hingegen kaum entnehmen.  
 
6.3 Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung 
des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so besteht kein Anlass, dem in der Be-
schwerde vom 9. November 2019 gestellten Eventualantrag der Beschwerdeführerin zu ent-
sprechen, wonach der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt durch das Gericht im Rah-
men eines psychiatrischen Gutachtens abzuklären sei. Der Anspruch auf rechtliches Gehör 
umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde 
zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indes-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich 
sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die 
vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhalts ergeben und die-
ser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet wer-
den. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung zulässig (BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). 
 
7. Nach dem Gesagten ist die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen, dass der Versi-
cherten nach einer vorübergehenden, vom 10. Juli 2017 bis Ende Oktober 2017 dauernden 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 1. November 2017 die Ausübung der angestammten Bü-
rotätigkeit aus medizinischer Sicht wieder ohne Einschränkungen zumutbar war. Somit ist aber 
nicht zu beanstanden, dass sie in der angefochtenen Verfügung vom 16.Oktober 2019 ent-
schieden hat, die in Art. 28 Abs. 1 IVG genannten Voraussetzungen eines Rentenanspruchs 
seien nicht erfüllt. Die von der Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
8.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle.  
 

  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

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