# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3c103d5-4d64-5fc1-8919-0031d66f2932
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2008 E-6923/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6923-2006_2008-09-02.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6923/2006 und E-6924/2006/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Blaise Pagan, Richter Kurt Gysi,
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

1. A._______, 
    Türkei,
2. B._______, sowie deren
Kind C._______, Türkei,
alle vertreten durch lic. iur. Peter Frei, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM; vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge [BFF]),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Aufhebung der vorläufige Aufnahme;
Verfügungen des BFF vom 26. November 2002 / 
N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6923/2006 & E-6924/2006

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die  Beschwerdeführerin  1  zunächst  vorbrachte,  sie  habe  ihren 
Heimatstaat  am 5. Mai  1995  über  den Flughafen  Istanbul  verlassen 
und sei via Albanien und Italien am 12. Mai 1995 illegal in die Schweiz 
eingereist,  wo  sie  noch  am  gleichen  Tag  im  Empfangszentrum 
D._______ um Asyl ersuchte,

dass sie am 19. Mai 1995 im Transitzentrum E._______ summarisch 
befragt wurde, bevor am 12. Juli 1995 die kantonale Anhörung durch 
die Fremdenpolizei des Kantons F._______ stattfand und schliesslich 
am 16. November 1995 die ergänzende Anhörung durchgeführt wurde,

dass sie dabei im Wesentlichen vorbrachte, sie sei  ethnische Kurdin 
mit letztem Wohnsitz in G._______, Elbistan,

dass sie sich vor fünf Jahren von ihrem Ehemann getrennt und diesen 
zusammen mit ihren Kindern in H._______ zurückgelassen habe,

dass sie sich danach in ihren Herkunftsort G._______ zu ihren Eltern 
begeben habe,

dass sich in ihrem Dorf sowohl Revolutionäre als auch PKK-Mitglieder 
aufgehalten hätten,

dass sie diese unterstützt habe, indem sie Essen gekocht und Wäsche 
gewaschen habe,

dass sie auch an Versammlungen der  DEV-Sol  und der  PKK teilge-
nommen habe,

dass ihr Ehemann politisch aktiv und deswegen vor ihrer Hochzeit  in-
haftiert gewesen sei,

dass die Militärpolizei häufig Razzien durchgeführt und dabei auch ihr 
Haus durchsucht habe,

dass sie in ständiger Angst vor Übergriffen durch das türkische Militär 
gelebt habe,

dass sie selbst jedoch nie festgenommen oder verurteilt  worden und 
auch kein Strafverfahren gegen sie hängig sei,

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dass sie sich auf Anraten ihres Vaters im April 1995 nach Istanbul be-
geben und dort ihre Ausreise organisiert habe,

dass sich die Beschwerdeführerin 1 nach ihrer Ankunft in der Schweiz 
in  die  psychiatrische  Universitätspoliklinik  F._______  in  Behandlung 
begab und sie in der Folge am 24. August 1995 wegen Suizidalität in 
die psychiatrische Klinik I._______ eingewiesen wurde,

dass sie die Klinik am 9. Januar 1996 verlassen konnte und danach in 
ambulanter Behandlung bei Dr. med. J._______ stand,

dass Dr. med. J._______ in ihrem Bericht vom 12. März 1996 bei der 
Beschwerdeführerin  eine  depressive  Entwicklung  mit  chronischer 
Suizidalität  bei  wahrscheinlich histrionischer Persönlichkeit  diagnosti-
zierte,

dass das BFF das Asylgesuch der Beschwerdeführerin 1 vom 12. Mai 
1995 mit Verfügung vom 3. April  1996 ablehnte und die Wegweisung 
aus der Schweiz anordnete, wobei der Vollzug wegen Unzumutbarkeit 
zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben wurde,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die geltend 
gemachte Verfolgung sei durch die schwierige Situation im Herkunfts-
ort bedingt,

dass die Beschwerdeführerin 1 sodann keine landesweite Verfolgung 
geltend mache, weshalb es ihr möglich sei, sich den Benachteiligun-
gen durch eine innerstaatliche Umsiedlung zu entziehen,

dass überdies kein genügender Grund zur Annahme bestehe, die Be-
schwerdeführerin  1 sei  in  ihrem Heimatstaat  in  asylrelevanter  Weise 
verfolgt worden,

dass ihre Vorbringen den Anforderungen an Art. 3 AsylG nicht stand-
halten würden und unter diesen Umständen die Glaubhaftigkeit  ihrer 
Vorbringen nicht geprüft werden müsse,

dass die Beschwerdeführerin 1 mit Schreiben vom 14. Mai 1996 gegen 
diesen  Entscheid  bei  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) Beschwerde einreichen liess und dabei beantragte, es sei der 
angefochtene  Entscheid  aufzuheben,  es  sei  ihre  Flüchtlingseigen-
schaft festzuN._______ und es sei ihr Asyl zu gewähren, eventualiter 

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sei  der Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass die  ARK die Beschwerde mit  Urteil  vom 23. Juli  1996 insofern 
guthiess, als sie die Ziffern 1, 2 und 3 der angefochtenen Verfügung 
vom 3. April  1996 aufhob und die Sache zur  Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückwies,

dass das BFF die Schweizerische Vertretung in Ankara mit Schreiben 
vom 5. August 1997 mit weiteren Abklärungen gemäss Art. 16c Abs. 1 
aAsylG (heute Art. 41 Abs. 1 AsylG) betraute,

dass die Schweizerische Vertretung in Ankara dem BFF mit Schreiben 
vom 1. Dezember 1997 das Ergebnis der getätigten Abklärungen zu-
kommen liess,

dass das BFF der Beschwerdeführerin 1 mit  Schreiben vom 5. März 
1998  Gelegenheit  bot,  sich  zu  den  Botschaftsabklärungen  vom  1. 
Dezember 1997 zu äussern,

dass diese in ihrer Stellungnahme vom 30. April 1998 rügte, es sei ihr 
aufgrund der ihr zugestellten Aktenstücke nicht möglich, sich zum In-
halt der Botschaftsabklärung zu äussern, zumal daraus die Namen der 
Informanten  sowie  die  angewandten  Abklärungsmethoden  nicht  er-
sichtlich seien,

dass  sodann  der  von  ihr  eingereichte  Nüfus  im  Rahmen  der  Bot-
schaftsabklärung nicht überprüft worden sei, weshalb die Abklärungen 
als nicht abgeschlossen zu betrachten seien und auch eine rechtsge-
nügliche inhaltliche Stellungnahme dazu nicht möglich sei,

dass die bisherige Rechtsvertreterin,  K._______, mit  Schreiben vom 
29. Mai 1998 an das BFF mitteilte, die Beschwerdeführerin 1 habe ihr 
Mandat zurückgezogen,

dass  die  Beschwerdeführerin  1  am  30.  Juni  1998  erneut  in  der 
psychiatrischen Klinik I._______ hospitalisiert wurde,

dass die Beschwerdeführerin 1 mit Schreiben vom 21. Juli 1998 einen 
ärztlichen Bericht  von Dr. med. L._______  vom 1. Juli  1998  zu den 
Akten reichen liess,

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dass  sich  Rechtsanwalt  M._______  mit  Schreiben  vom  4.  Februar 
1999 an das BFF – unter Beilage der entsprechenden Vollmacht vom 
13. Januar 1999 – als neuer Rechtsvertreter auswies und gleichzeitig 
um Akteneinsicht ersuchte,

dass  Rechtsanwalt  Peter  Frei  mit  Schreiben  an  das  BFF  vom  28. 
September  1999  mitteilte,  die  Beschwerdeführerin  1  habe  ihn  als 
Rechtsvertreter  mandatiert  und  er  gleichzeitig  um  Akteneinsicht  er-
suchte,

dass  Rechtsanwalt  Peter  Frei  mit  Schreiben  an  das  BFF  vom  4. 
November 1999 mitteilte, er habe die Akten vom vormaligen Rechts-
vertreter M._______ erhalten, welcher auf sein Mandat verzichte,

dass der  Bundesgrenzschutz  mit  Schreiben vom 13. Juni  2000 dem 
BFF mitteilte, der am 3. April 2000 beantragte Fingerabdruckvergleich 
habe keine Ergebnisse geliefert,

dass das BFF die französischen Behörden am 3. Juli 2000 um Rück-
übernahme des Ehemannes der Beschwerdeführerin ersuchte,

dass die französischen Behörden am 4. Juli  2000 mitteilten,  die Be-
schwerdeführerin 1 sei 1992 in Frankreich wegen Drogenhandels und 
illegalen  Waffenbesitzes  zu  5  Jahren  Gefängnis  sowie  le-
benslänglichem Landesverweis verurteilt und in der Folge in die Türkei 
abgeschoben worden,

dass die Beschwerdeführerin 1 im Jahre 1997 illegal nach Frankreich 
zurückgekehrt  sei  und versucht  habe, eine Aufenthaltsbewilligung zu 
erlangen,

dass  sie  seither  verschwunden  sei  und  die  Polizei  ihren  Aufenthalt 
schliesslich in Deutschland ermittelt habe,

dass die Kinder der Beschwerdeführerin 1 an der genannten Aufent-
haltsadresse nicht hätten aufgefunden werden können und diese sich 
vermutlich  bei  der  Beschwerdeführerin  1  in  Deutschland  aufhalten 
würden,

dass die französischen Behörden sodann die Rückübernahme der Be-
schwerdeführerin 1 ablehnten,

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dass  das  BFF  am 19.  September  2000  eine  ergänzende  Anhörung 
durchführte,

dass die Beschwerdeführerin 1 dabei zugab, bezüglich der Asylgründe 
falsche Angaben gemacht zu haben,

dass  sie  sich  von  ihrem  Ehemann  scheiden  lassen  wolle  und  das 
Scheidungsverfahren bereits im Gang sei,

dass sie weiter geltend machte, die Kurden würden in der Türkei unter-
drückt  und  verfolgt,  weshalb  sie  nicht  in  ihren  Heimatstaat 
zurückkehren könne,

dass sie zur Untermauerung ihrer Vorbringen anlässlich der Anhörung 
vom 19. September 2000 einen Haftbefehl vom 16. September 1998 zu 
den Akten reichte,

dass das BFF die Schweizerische Vertretung in Ankara mit Schreiben 
vom 2. Oktober 2000 mit  Abklärungen gemäss Art. 41 Abs. 1 AsylG 
betraute,

dass  die  Beschwerdeführerin  1  mit  Schreiben  vom 5. Oktober  2000 
das Scheidungsurteil des Bezirksgerichts F._______ vom 17. Juli 2000 
- mit Rechtskraftbescheinigung vom 30. September 2000 - einreichen 
liess,

dass die Schweizerische Vertretung in Ankara in ihrem Schreiben an 
das BFF vom 28. November 2000 mitteilte, bezüglich der Beschwerde-
führerin 1 liege weder ein politisches noch ein gemeinrechtliches Da-
tenblatt  vor  und  diese  werde  weder  auf  nationaler  noch  auf  lokaler 
Ebene gesucht und unterstehe keinem Passverbot,

dass  der  von der  Beschwerdeführerin  1  anlässlich  der  ergänzenden 
Anhörung  eingereichte  Haftbefehl  aufgrund  der  amtsinternen  Doku-
mentenanalyse vom 3. Januar 2001 als gefälscht erkannt wurde,

dass der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 15. Januar 2001 mitteilte, 
die Beschwerdeführerin 1 sei von Dr. L._______ am 9. Januar 2001 - 
bis  Ende  März  2001 -  in  die  psychiatrische Universitätsklinik  einge-
wiesen worden, wo sie sich seither in der geschlossenen Psychiatrie-
abteilung aufhalte,

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dass das BFF der Beschwerdeführerin 1 mit Schreiben 12. März 2001 
Gelegenheit bot, sich bis zum 22. März 2001 zu den Ergebnissen der 
Botschaftsabklärung sowie zum Ergebnis der amtsinternen Dokumen-
tenanalyse zu äussern,

dass  der  Rechtsvertreter  mit  Schreiben  an  das  BFF  vom  21.  März 
2001 mitteilte, die Beschwerdeführerin 1 sei aufgrund ihres Zustandes 
nicht in der Lage, eine inhaltliche Stellungnahme abzugeben,

dass er gleichzeitig beantragte, es sei vor dem Entscheid über die Auf-
hebung  der  vorläufigen  Aufnahme von  der  psychiatrischen  Universi-
tätsklinik ein ärztliches Zeugnis einzuholen,

dass  das  BFF  die  Fremdenpolizei  des  Kantons  F._______  mit 
Schreiben vom 2. Mai  2001 aufforderte,  bis zum 1. September 2001 
eine  Stellungnahme bezüglich  einer  vorläufigen  Aufnahme im  Sinne 
von  Art.  44  Abs.  3  aAsylG  zusammen  mit  dem  ausgefüllten 
Antragsformular einzureichen,

dass der Rechtsvertreter dem BFF mit Schreiben vom 14. August 2001 
mitteilte,  die  drei  jüngeren  Kinder,  N._______,  O._______  und 
B._______, seien in die Schweiz eingereist  und würden sich bei der 
Beschwerdeführerin 1 aufhalten,

dass er weiter vorbrachte, die Beschwerdeführerin 1 sei von ihrem Ex-
Ehegatten mehrmals belästigt, bedroht und misshandelt worden,

dass  er  darum  ersuchte,  die  Kinder  N._______,  O._______  und 
B._______  in  das  laufende  Verfahren  der  Beschwerdeführerin  1 
einzuschliessen,

dass die Beschwerdeführerinnen am 5. Oktober 2001 durch das Migra-
tionsamt des Kantons F._______ angehört wurden,

dass die Beschwerdeführerin 1 zur Einreise ihrer Kinder im Wesentli-
chen vorbrachte,  ihre Tochter  N._______ sei  bereits  zu ihrer  älteren 
Schwester  nach  Frankreich  zurückgekehrt,  um  dort  ihre  Schulaus-
bildung abzuschliessen,

dass alle Kinder, mit  Ausnahme ihrer ältesten Tochter, P._______, in 
Frankreich  geboren  seien  und  auch  die  französische 
Staatsbürgerschaft besitzen würden,

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dass sie selbst im Jahre 1982 nach Frankreich gezogen sei und sich 
dort bis zu ihrer Ausweisung im Jahre 1995 mittels einer B-Bewilligung 
aufgehalten habe,

dass sich ihre Kinder seit ihrer Inhaftierung bis 1999 bei ihrem Gross-
vater aufgehalten hätten und diese nach dessen Tod von einem Onkel 
väterlicherseits  beziehungsweise  einer  Tante  aufgenommen  worden 
seien,

dass der Onkel die Kinder geschlagen und schliesslich auf die Strasse 
gesetzt habe,

dass ihre Kinder im Juli 2001 mit dem Auto legal in die Schweiz ge-
kommen  seien,  diese  jedoch  keine  Reise-  oder  Identitätspapiere 
besitzen würden,

dass  die  Beschwerdeführerin  1  sodann  aufgefordert  wurde,  bei  den 
französischen  Behörden  amtliche  Dokumente  für  ihre  Kinder  zu  be-
schaffen und diese dem BFF einzureichen,

dass  die  Beschwerdeführerin  2  anlässlich  ihrer  Anhörung  ihrerseits 
vorbrachte, sie besitze weder eine Geburtsurkunde noch sonst irgend-
welche Ausweisdokumente,

dass sie Frankreich verlassen habe, nachdem ihre Grossmutter nach 
dem Tode des  Grossvaters  nicht  mehr  für  sie  und ihre  Geschwister 
habe sorgen wollen,

dass sie in der Folge bei ihrer älteren Schwester gelebt und fortan die 
übrigen Geschwister nicht mehr gesehen habe,

dass sie abgesehen davon in Frankreich nie Probleme gehabt habe,

dass sie zu ihrer Mutter in die Schweiz habe kommen wollen,

dass sie zuvor noch nie in der Türkei gewesen sei,

dass  die  Fremdenpolizei  des  Kantons  F._______  in  ihrer 
Stellungnahme vom 11.  Oktober  2001  den  Vollzug  der  Wegweisung 
der Beschwerdeführerin 1 beantragte,

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dass  das  BFF  der  Beschwerdeführerin  1  mit  Schreiben  vom  28. 
Februar 2002 Gelegenheit  bot,  sich bis zum 11. März 2002 zu einer 
allfälligen Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu äussern,

dass  das  Fristerstreckungsgesuch vom 11. März  2002 gutgeheissen 
und die Frist mit Verfügung vom 13. März 2002 bis zum 29. März 2002 
erstreckt wurde,

dass  die  Asyl-Organisation  F._______  mit  Schreiben  vom  13.  März 
2002  einen  Bericht  betreffend  die  gesundheitliche  und  familiäre 
Situation  der  Beschwerdeführerin  1  sowie  bezüglich  deren 
Erwerbstätigkeit zu den Akten reichte,

dass  die  Beschwerdeführerin  1  in  ihrer  Stellungnahme vom 2. April 
2002 ausführte, ein allfälliger Wegweisungsvollzug in die Türkei wäre 
aufgrund ihrer psychologischen Verfassung mit einer erheblichen Ge-
fährdung ihres Gesundheistzustands verbunden,

dass sie in der Türkei sodann über kein tragfähiges persönliches oder 
soziales Beziehungsnetz verfüge, welches sie im Falle einer Rückkehr 
in sozialer, finanzieller und insbesondere medizinischer Hinsicht unter-
stützen könne,

dass zudem die Voraussetzungen einer  Rückkehr  aus  medizinischer 
Sicht nicht genügend abgeklärt worden seien,

dass ein Wegweisungsvollzug deshalb eine konkrete und schwerwie-
gende Gefährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(ANAG,  SR  142.20;  neu  Art.  83  des  Bundesgesetzes  vom  16. 
Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 
142.20]) darstelle,

dass  bezüglich  der  in  der  Schweiz  lebenden  Kinder  bis  dato  keine 
Wegweisung verfügt worden sei, weshalb ein allfälliger Wegweisungs-
vollzug der Beschwerdeführerin 1 gegen den Grundsatz der Familien-
einheit gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG verstossen würde,

dass die in der Schweiz lebenden Kinder in Frankreich geboren und 
aufgewachsen seien und nie in der Türkei gelebt hätten, weshalb ein 
Wegweisungvollzug  in  den  Heimatstaat  der  Beschwerdeführerin  1 
nicht zumutbar sei, 

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dass sodann das Vorliegen der Voraussetzungen einer schwerwiegen-
den persönlichen Notlage im Sinne von Art. 44 Abs. 3 aAsylG zu prü-
fen sei,

dass das BFF mit Verfügung vom 26. November 2002 das Asylgesuch 
der  Beschwerdeführerin  1  vom 12. Mai  1995 ablehnte,  die  Wegwei-
sung  sowie  den  Vollzug  anordnete  und  gleichzeitig  die  am  3.  April 
1996 angeordnete vorläufige Aufnahme aufhob,

dass  das  BFF  mit  gleichem  Datum  auch  das  Asylgesuch  der  Be-
schwerdeführerin 2, datiert vom 1. Juli 2001, abwies und die Wegwei-
sung sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFF seinen Entscheid damit  begründete,  die Beschwerde-
führerin 1 habe die Schweizer Asylbehörden sowohl hinsichtlich ihrer 
angeblichen Verfolgungssituation in der Türkei wie auch bezüglich ihrer 
persönlichen Lebenssituation massiv getäuscht,

dass das BFF ihre Asylvorbringen als unglaubhaft erachte und diese 
durch ihr missbräuchliches Verhalten ihre persönliche Glaubwürdigkeit 
eingebüsst habe,

dass sich der von ihr eingereichte Haftbefehl aufgrund einer amtsinter-
nen Dokumentenanalyse als Fälschung erwiesen habe,

dass aufgrund der Aktenlage sowie der Aussagen der Beschwerdefüh-
rerin 1 keine Hinweise auf eine qualifizierte exilpolitische Tätigkeit vor-
liegen würden, weshalb diese für den Fall einer Rückkehr in den Hei-
matstaat keine begründete Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung 
glaubhaft machen könne,

dass sich die mit Verfügung vom 3. April 1996 angeordnete vorläufige 
Aufnahme  auf  inzwischen  als  tatsachenwidrig  erkannte  Vorbringen 
stütze, weshalb die vorläufige Aufnahme hinfällig geworden sei,

dass aufgrund ihrer reduzierten persönlichen Glaubwürdigkeit –  ent-
gegen ihren Aussagen – davon ausgegangen werde,  sie  verfüge im 
Heimatstaat über ein familiäres Beziehungsnetz und es ihr folglich zu-
gemutet werden könne, mit ihren Kindern dorthin zurückzukehren,

dass eine adäquate psychiatrische Behandlung – sofern sie diese tat-
sächlich benötige – auch im Heimatstaat möglich sei,

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dass sie die Schweizerischen Asylbehörden über ihre persönliche Si-
tuation fortwährend getäuscht habe und nach wie vor von fürsorgeri-
scher Unterstützung abhängig sei, was gegen die Annahme einer er-
folgreichen Integration spreche,

dass sodann keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen würden, dass 
sich  ihr  Ex-Ehegatte  noch in  der  Türkei  aufhalte  und es  ihr  möglich 
und  zumutbar  sei,  die  türkischen  Behörden  im  Bedrohungsfall  um 
Schutz zu ersuchen, 

dass die vorläufige Aufnahme schliesslich auch gestützt auf Art. 14a 
Abs. 6 ANAG (neu Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG) aufzuheben sei, da sie in 
Frankreich  wegen  eines  Betäubungsmitteldeliktes  und  illegalen  Waf-
fenbesitzes  zu  einer  fünfjährigen  Haftstrafe  verurteilt  und  mit  einem 
definitiven Landesverweis belegt worden sei, womit sie auch eine Ge-
fahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Schweiz darstelle,

dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  Abs.  1 
AsylG  aufgrund  der  fehlenden  Flüchtlingseigenschaft  keine  Anwen-
dung finde und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben 
würden, dass ihr im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe 
oder Behandlung drohe,

dass weder die im Heimatstaat herrschende politische Situation noch 
andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den Hei-
matstaat sprechen würde und der Vollzug der Wegweisung ausserdem 
technisch möglich und praktisch durchführbar sei,

dass die  Beschwerdeführerin  1 aufgrund der  Aktenlage die Kriterien 
für  die  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 44  Abs. 3 
aAsylG nicht erfülle und sich die Direktion für Sicherheit und Soziales 
des Kantons F._______ mit  Schreiben vom 11. Oktober 2002 zudem 
für den Vollzug der Wegweisung ausgesprochen habe,

dass es der Beschwerdeführerin 2 zuzumuten sei, zusammen mit ihrer 
Mutter in die Türkei zurückzukehren, zumal sie bei ihren Grosseltern 
aufgewachsen  und  ihr  von diesen  die  türkische  Sprache  und  Kultur 
vermittelt worden sei,

dass die Beschwerdeführerin 2 nicht mehr schulpflichtig sei, ihre bis-
herige schulische Ausbildung in  Frankreich absolviert  habe und auf-

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grund ihres zweijährigen Aufenthaltes in der Schweiz nicht von einer 
fortgeschrittenen Integration gesprochen werden könne,

dass die Beschwerdeführer - vertreten durch Rechtsanwalt Peter Frei - 
mit  Eingabe vom 30. Dezember 2002  bei  der  Schweizerischen Asyl-
rekurskommission (ARK) Beschwerde erhoben und dabei beantragten, 
es  seien  die  angefochtenen  Verfügungen  bezüglich  des 
Wegweisungsvollzugspunktes  aufzuheben,  es  sei  festzustellen,  dass 
der Wegweisungsvollzug nicht zulässig und nicht zumutbar erscheine 
und das BFF sei anzuweisen, die vorläufige Aufnahme der Beschwer-
deführerin 1 zu verlängern und die Beschwerdeführerin 2 vorläufig auf-
zunehmen,

dass sie in prozessualer Hinsicht beantragten, es sei ihnen die unent-
geltliche  Rechtspflege  zu  bewilligen  und  gleichzeitig  ein  unentgeltli-
cher Rechtsbeistand in  der Person des unterzeichnenden Rechtsan-
walts beizugeben,

dass auf  die Begründung -  soweit  für  den Entscheid wesentlich -  in 
den Erwägungen eingegangen wird,

dass die zuständige Instruktionsrichterin mit  Zwischenverfügung vom 
10. Januar 2003 feststellte, die Beschwerde richte sich ausschliesslich 
gegen  den  Vollzug  der  Wegweisung,  weshalb  die  Verfügungen  des 
BFF vom 26. November 2002, soweit diese die Frage der Flüchtlingsei-
genschaft betreffen, in Rechtskraft erwachsen seien und demnach die 
Wegweisung als solche nicht mehr zu überprüfen sei,

dass damit  Gegenstand des Verfahrens lediglich die Frage bilde,  ob 
die Wegweisung zu vollziehen oder ob an Stelle des Vollzugs eine vor-
läufige Aufnahme anzuordnen sei,

dass  aufgrund  des  engen  persönlichen  und  sachlichen  Zusammen-
hangs die beiden unter der gleichen Verfahrensnummer geführten Be-
schwerdeverfahren zu vereinigen seien und über beide Beschwerden 
zum gleichen Zeitpunkt zu befinden sei,

dass aufgrund der auf dem Sicherheitskonto der Beschwerdeführerin 1 
genügend vorhandenen finanziellen Mittel die Beschwerdeführerinnen 
nicht bedürftig seien, weshalb die zuständige Instruktionsrichterin das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 
65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

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waltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  abwies  und  gleichzeitig  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete,

dass sie das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Erfüllung der Voraussetzungen 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abwies,

dass das BFF in seiner Stellungnahme vom 10. Februar 2003 ausführ-
te, die Beschwerdeführerin 1 sei mit Verfügung vom 3. April 1996 - ent-
gegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift - nicht wegen ihres 
Gesundheitszustandes sondern aus humanitären Erwägungen vorläu-
fig aufgenommen worden,

dass  sich  in  der  Zwischenzeit  jedoch  herausgestellt  habe,  dass  die 
diese  schwer  kriminell  gewesen  sei  und  eine  Gefährdung  für  die 
Sicherheit der Schweiz darstelle,

dass diese die Schweizerischen Behörden über die tatsächlichen Ge-
gebenheiten  getäuscht  und  damit  ihre  Mitwirkungspflicht  in  grober 
Weise verletzt habe, was sich nicht einfach - wie in der Beschwerde 
behauptet - auf ihre angeschlagene psychische Konstitution zurückfüh-
ren lasse,

dass das BFF sodann keinen Grund habe, die Informationen der fran-
zösischen Behörden bezüglich des ergangenen Strafurteils anzuzwei-
feln  und  es  schliesslich  der  Beschwerdeführerin  1  im Rahmen ihrer 
Mitwirkungspflicht obliege, den Schweizerischen Asylbehörden diesbe-
zügliche Beweismittel einzureichen,

dass die Beschwerdeführerin 2 den Schweizerischen Asylbehörden bis 
dato  keine  Reise-  oder  Identitätspapiere  eingereicht  habe,  was 
ebenfalls ein Verstoss gegen die Mitwirkungspflicht darstelle,

dass die zuständige Instruktionsrichterin der ARK den Beschwerdefüh-
rerinnen  mit  Zwischenverfügung  vom 12.  Februar  2003  Gelegenheit 
bot, sich bis zum 28. Februar 2003 zur Vernehmlassung der Vorinstanz 
zu äussern,

dass  die  Beschwerdeführerinnen  in  ihrer  Stellungnahme  vom  27. 
Februar 2003 ausführten, die Beschwerdeführerin 1 habe für ihre Ver-
gehen eine mehrjährige Haftstrafe verbüsst und gelte damit nach den 
allgemeinen Grundsätzen des Strafrechts als rehabilitiert, 

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dass diese seit ihrer Ankunft in der Schweiz nie Anlass zu Klagen ge-
geben habe, weshalb nicht von einer Gefährdung der inneren Sicher-
heit der Schweiz gesprochen werden könne,

dass von einer erheblichen, krankheitsbedingten Beeinträchtigung ih-
res Verhaltens ausgegangen werden müsse, auch wenn kein psychiat-
risches Gutachten über ihre Zurechnungsfähigkeit vorliege,

dass  ihre  gesundheitliche  Situation  einen  Wegweisungsvollzug  nicht 
zulasse, zumal ein solcher mit  einer schwerwiegenden Gesundheits-
gefährdung bis hin zur Suizidalität verbunden wäre,

dass die Anordnung der vorläufigen Aufnahme der Beschwerdeführe-
rin 2 – welche nie in der Türkei gelebt habe – sodann eine adäquate 
Lebensperspektive eröffne,

dass  eine  erneute  Trennung  der  Beschwerdeführer  mit  unab-
schätzbaren  Problemen  verbunden  wäre  und  diese  im  Falle  eines 
Wegweisungsvollzugs  in  die  Türkei  vor  den  Behelligungen  des  Ex-
Ehegatten und Vaters nicht sicher sein könnten,

dass der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 3. Januar 2005 eine Kos-
tennote einreichte,

dass die Beschwerdeführerin 1 mit Datum vom 7. August 2005 von der 
Kantonspolizei  Basel-Stadt  wegen  rechtswidriger  Ausreise  aus  der 
Schweiz verzeigt wurde, nachdem diese am 6. August 2005 durch die 
Grenzbehörden anlässlich der Einreise von Frankreich her kommend 
angehalten worden war,

dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 20. April 2006 mittei-
len liess, sie sei – aufgrund der Ausrichtung von Ergänzungsleistungen 
– seit dem 1. April 2006 nicht mehr auf die öffentliche Fürsorge ange-
wiesen,

dass  das  BFM  das  Migrationsamt  des  Kantons  F._______  mit 
Schreiben  vom  25.  April  2006  aufforderte,  sich  bezüglich  der 
Beschwerdeführerin  1  bis  zum  11.  Juli  2006  zum  Vorliegen  einer 
schwerwiegenden persönlichen Notlage im Sinne von Art. 44 Abs. 3 
aAsylG zu äussern,

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dass das Migrationsamt des Kantons F._______ mit Schreiben vom 30. 
Mai 2006 dem BFM den angeforderten Bericht zustellte und gleichzei-
tig den Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin 1 beantragte,

dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 18. Juli 2006 betreffend 
einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  ausführte,  die  Voraus-
setzungen zu deren Annahme seien in keiner Hinsicht erfüllt und eine 
Rückkehr in den Heimatstaat sei nach wie vor zumutbar, weshalb am 
angeordneten Wegweisungsvollzug festgehalten werde,

dass sich die Beurteilung der Frage, ob eine schwerwiegende persönli-
che Notlage vorliege, auf der Grundlage des Berichts der Fremdenpoli-
zei  des Kantons F._______ vom 30. Mai  2006 beurteile,  in  welchem 
diese den Vollzug der Wegweisung beantragt habe,

dass  die  Beschwerdeführer  in  ihrer  Stellungnahme  vom  30.  August 
2006  ausführten,  die  Beschwerdeführerin  1  halte  sich  seit  über  elf 
Jahren legal  in  der  Schweiz  auf  und habe sich  stets  an die  hiesige 
Rechtsordnung gehalten, weshalb der von den Migrationsbehörden ins 
Auge gefasste Wegweisungsvollzug angesichts der Verwurzelung mit 
den hiesigen Lebensverhältnissen äusserst fragwürdig erscheine,

dass sich die Beschwerdeführerin  1 trotz ihres Gesundheitszustands 
stets um Beschäftigung bemüht habe und seit dem 1. April 2006 auch 
nicht mehr auf die öffentliche Fürsorge angewiesen sei,

dass bezüglich der Beschwerdeführerin 1 das Vorliegen einer schwer-
wiegenden Notlage insgesamt zu bejahen sei,  weshalb  ein  Wegwei-
sungsvollzug wegen Unzumutbarkeit ausscheide,

dass die Beschwerdeführerin 2 einen rechtwesentlichen Teil ihrer Ado-
leszenz bei ihrer Mutter in der Schweiz verbracht, sich hier gut einge-
lebt  und  stark  verwurzelt  habe  und  seit  Anfang  Mai  2006  in  einem 
städtischen Altersheim als Praktikantin arbeite, nachdem sie zuvor drei 
Jahre die Schule besucht und danach ein hauswirtschaftliches Fortbil-
dungsjahr absolviert habe,

dass diese der öffentlichen Fürsorge nur in sehr beschränktem Um-
fang zur Last gefallen sei und ihr die in Aussicht genommene Berufs-
perspektive in absehbarer Zeit die finanzielle Unabhängigkeit erlauben 
werde,

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dass unter Berücksichtigung der Umstände und mit Blick auf die enge 
Beziehung  zur  Mutter  die  Voraussetzungen  einer  schwerwiegenden 
Notlage erfüllt seien und deshalb auch in diesem Fall von einem Weg-
weisungsvollzug abzusehen sei,

dass die Beschwerdeführerin 2 gemäss Mitteilung des Bevölkerungs-
amtes  der  Stadt  F._______  vom 18.  März  2008  am 14.  März  2008 
einen Sohn, C._______, zur Welt brachte,

dass die Beschwerdeführerin 2 mit Verfügung vom 22. April 2008 unter 
Fristansetzung  von  der  neu  zuständigen  Instruktionsrichterin 
aufgefordert  wurde,  sich  zu  einem  allfälligen  Wegweisungsvollzug 
nach  Frankreich  zu  äussern  und  dem  Bundesverwaltungsgericht 
Auskunft  zu  erteilen  über  ihre  familiären  Verhältnisse,  über  ihre 
Berufsausbildung sowie über eine allfällige Erwerbstätigkeit,

dass sich die Beschwerdeführerin  2 mit  Schreiben vom 7. Mai  2008 
fristgerecht vernehmen liess,

dass sie bezüglich eines Wegweisungsvollzugs nach Frankreich aus-
führte, sie verfüge nicht über die französische Staatsangehörigkeit und 
besitze  keine  französischen  Identitäts-  oder  Reisepapiere,  weshalb 
eine Rückkehr nach Frankreich schon aus tatsächlichen Gründen nicht 
möglich sei,

dass sie sodann wegen ihrer Beziehung zum Kindsvater in Auseinan-
dersetzungen mit ihren in Frankreich lebenden Angehörigen stehe und 
ein Wegweisungsvollzug dorthin somit nicht in Frage komme,

dass sich der Kindsvater in einer schweizerischen Strafanstalt befinde 
und sie diesen zusammen mit  den Kind unregelmässig  besuche,  je-
doch regelmässig telefonischen Kontakt habe,

dass das Kindsverhältnis zum Vater in rechtlicher Hinsicht noch nicht 
habe etabliert  werden können, dieser das Kind jedoch förmlich aner-
kennen wolle,

dass  sie  aufgrund  ihres  ungesicherten Aufenthaltsstatus  weder  eine 
Arbeits-  noch  eine  Lehrstelle  habe  antreten können,  sie  aber  bereit 
und willens sei, sofort eine Erwerbstätigkeit zu beginnen, sobald sie ei-
nen Ausländerausweis erhalte,

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dass die Instruktionsrichterin mit Datum vom 11. Juni 2008 zusätzliche 
Abklärungen  beim  Centre  de  Coopération  Policière  et  Douanière 
franco-suisse  de  Genève-Cointrin  (CCPD)  betreffend 
Staatsangehörigkeit und allfälliger Aufenthaltstitel der Beschwerdefüh-
rerin 2 veranlasste,

dass das CCPD mit Fax vom 5. August 2008 mitteilte, die Beschwerde-
führerin 2 sei bei den französischen Behörden nicht verzeichnet,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  am 1.  Januar  2007  die  bei  der 
ARK hängigen Rechtsmittel übernommen hat und dabei das neue Ver-
fahrensrecht anwendet (Art. 53 Abs. 2 VGG),

dass die Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass die vorliegende Beschwerde ausschliesslich auf den Vollzug der 
Wegweisung beschränkt ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 

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oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  sich  die  Beschwerdeführerin  1  sich  eigenen  Angaben  zufolge 
rund  15  Jahre  lang  in  Frankreich  aufhielt,  bevor  sie  1995  nach 
Verbüssung einer  mehrjährigen Gefängnisstrafe  definitiv  des  Landes 
verwiesen und in die Türkei abgeschoben wurde,

dass sie nach kurzem Aufenthalt im Heimatstaat am 12. Mai 1995 ille-
gal in die Schweiz einreiste, wo sie noch am gleichen Tag in der Emp-
fangsstelle D._______ ein Asylgesuch stellte,

dass die sich seither ununterbrochen in der Schweiz aufhielt,

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dass sie seit April 2006 neben einer IV-Rente zusätzlich Ergänzungs-
leistungen erhält und seit diesem Zeitpunkt nicht mehr auf die öffentli-
che Fürsorge angewiesen ist,

dass  sie  gemäss  eigenen  Angaben,  abgesehen  von  ihrer  betagten 
Mutter, über kein familiäres Netz im Heimatstaat verfügt,

dass  die  Beschwerdeführerin  2  gemäss  eigenen  Aussagen  in 
Frankreich geboren und aufgewachsen ist, jedoch nie die französische 
Staatsbürgerschaft erworben hat,

dass  sie  sich  im Jahre  2001  zu Ihrer  Mutter  in  die  Schweiz  begab, 
nachdem sich die Verwandten väterlicherseits angeblich nicht mehr um 
sie hätten kümmern wollen,

dass sie in der Schweiz ihre Schulausbildung abgeschlossen und auch 
bereits eine Schnupperlehre als Pflegerin absolviert hat,

dass es ihr aufgrund ihres Status als Asylsuchende bisher nicht mög-
lich war, eine Lehrstelle anzutreten,

dass es ihr jedoch nach Erhalt eines Ausländerausweises möglich sein 
sollte, eine Erwerbstätigkeit zu beginnen, wodurch sie nicht länger auf 
die öffentliche Fürsorge angewiesen sein würde,

dass sie am 14. März 2008 ihren Sohn C._______ zur Welt brachte,

dass sie sodann die französische Staatsbürgerschaft  nicht  erworben 
hat und damit über kein dauerndes Aufenthaltsrecht für das französi-
sche Staatsgebiet besitzt,

dass  damit  ein  Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführer  nach 
Frankreich ausgeschlossen ist,

dass die Beschwerdeführerinnen gemäss Aktenlage in der Türkei über 
kein  Beziehungsnetz  verfügen  und  im  Falle  eines 
Wegweisungsvollzugs weder eine konkrete Wohnmöglichkeit noch das 
wirtschaftliche Fortkommen gesichert sind,

dass  insbesondere  die  Beschwerdeführerin  2  nie  in  ihrem 
tatsächlichen  Heimatland  gelebt  hat  und  sich  schon  deshalb  eine 
Integration äusserst schwierig gestalten dürfte,

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dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu be-
zeichnen ist,

dass es sich damit erübrigt, auf die geltend gemachten gesundheitli-
chen Probleme der Beschwerdeführerin 1 näher einzugehen,

dass sich aus den Akten ferner keine Hinweise auf ein Verhalten der 
Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  ergeben,  welche  eine  nähere 
Prüfung unter  dem Gesichtspunkt  von Art. 83  Abs. 7 AuG bedingen 
würden,

dass die  Beschwerdeführerin  1 sodann für  die ihr  zur Last  gelegten 
Delikte eine mehrjährige Gefängnisstrafe verbüsst und damit im straf-
rechtlichen Sinne als rehabilitiert zu gelten hat,

dass  die  in  Frankreich  begangenen  Delikte  sodann  nach 
schweizerischem Recht in der Zwischenzeit verjährt sind (vgl. Art. 97 
StGB),

dass die angefochtenen Verfügungen Bundesrecht verletzen (Art. 106 
AsylG), weshalb die Beschwerden gutzuheissen und die beiden Verfü-
gungen des BFF vom 26. November 2002 aufzuheben sind,

dass das BFM sodann anzuweisen ist, den Aufenthalt der Beschwer-
deführer  nach  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
regeln,

dass die Beschwerdeführer bei gegebener Sachlage mit ihren Begeh-
ren durchgedrungen sind,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens in der Regel keine Kosten 
auferlegt werden (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass  einer  obsiegenden  Partei  Verfahrenskosten  auferlegt  werden 
dürfen, die sie durch Verletzung von Verfahrenspflichten verursacht hat 
(vgl. Art. 63 Abs. 3 VwVG),

dass die Beschwerdeführerin 1 die Schweizerischen Asylbehörden mit 
unwahren Angaben und gefälschten Beweismitteln massiv  getäuscht 
hat  und  damit  umfangreiche,  mit  zusätzlichen  Kosten  verbundene 
Abklärungen  verursacht  hat,  was  als  mutwillige  Prozessführung  zu 
bezeichnen ist,

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dass  den  Beschwerdeführern  deshalb  Kosten  in  der  Höhe  von  Fr. 
800.--  auferlegt  werden,  welche  durch  die  auf  dem  bestehenden 
Sicherheitskonto  vorhandenen finanziellen Mittel gedeckt sind,

dass  die  ganz  oder  teilweise  obsiegende  Partei  grundsätzlich 
Anspruch  auf  Ausrichtung  einer  Parteientschädigung  für  die  ihr 
notwendigerweise  erwachsenen,  verhältnismässig  hohen  Kosten  hat 
(vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG),

dass aus den selben Gründen, aus welchen bereits die Kostenauflage 
erfolgte, auf die Ausrichtung einer Parteientschädigung zu verzichten 
ist,

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Ziffern 4 und 5 der Verfügungen des BFF vom 26. November 2002 
werden aufgehoben. 

3.
Das  BFM  wird  angewiesen,  die  Beschwerdeführer  vorläufig  in  der 
Schweiz aufzunehmen.

4.
Die Verfahrenskosten im Sinne von Art. 63 Abs. 3 VwVG in der Höhe 
von Fr. 800.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt.

5.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

6.
Der als gefälscht erkannte Haftbefehl des Asliye Ceza Mahkemesi von 
Kagithane vom 16. September 1998 wird eingezogen.

7.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerinnen  (Einschreiben; 
Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- das Migrationsamt des Kantons F._______ (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand: 17. September 2008

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