# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdae95e5-2d61-5fd8-ace8-eec2a3fdd4f1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.01.2022 A-2244/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2244-2020_2022-01-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2244/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richter Raphaël Gani, Richter Keita Mutombo, 

Gerichtsschreiberin Anna Strässle. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, 

(…), 

vertreten durch 

PricewaterhouseCoopers AG, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, 

Vorinstanz, 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer (2006 - 2009); Leistungen im Konzern. 

 

 

 

A-2244/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige), mit derzeitigem Sitz in 

(Ort), war unter der Mehrwertsteuernummer (…) vom 1. Januar 2003 bis 

zum 31. März 2010 im Register der mehrwertsteuerpflichtigen Personen 

bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen. Seit dem 

1. April 2010 ist sie Mitglied der Mehrwertsteuergruppe «B._______ AG» 

und unter deren Mehrwertsteuernummer vermerkt. Laut damaligem sowie 

heutigem Handelsregistereintrag bezweckt sie unter anderem die Führung 

und Beratung von Unternehmen (…). 

B.  

B.a Am 11., 12. und 14. Oktober 2010 führte die ESTV bei der Steuerpflich-

tigen – damals noch in (Ort) domiziliert – eine Mehrwertsteuerkontrolle 

durch. Sie überprüfte die Steuerperioden 1. Quartal 2006 bis 4. Quartal 

2009 (Zeit vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2009). Dabei stellte die 

ESTV unter anderem zu hohe Vorsteuerabzüge auf Verpflegungsaufwen-

dungen, zu Unrecht nicht vorgenommene Vorsteuerkorrekturen für von der 

Steuer ausgenommene Schulungsleistungen sowie nicht deklarierte steu-

erbare Leistungen durch Personalverleih gegenüber der B._______ AG 

(«Managementdienstleistungen») fest. Mit der Einschätzungsmitteilung 

(EM) Nr. (…) («Verfügung») vom 28. Oktober 2010 forderte die ESTV von 

der Steuerpflichtigen für die Steuerperiode vom 1. Quartal 2006 bis 

4. Quartal 2009 Mehrwertsteuern im Betrag von Fr. 876'938.-- nebst Ver-

zugszins (Steuerkorrektur zugunsten der ESTV) nach. 

B.b Mit Schreiben vom 29. November 2010 («Einsprache») bestritt die 

mittlerweile vertretene Steuerpflichtige bei der ESTV die mit EM Nr. (…) in 

Ziffer 2 (Ziff. 2.1-2.3) festgesetzten Nachforderungen und beantragte, es 

sei festzustellen, dass die Bemessungsgrundlage der Mehrwertsteuer auf 

den von der Steuerpflichtigen an die B._______ AG erbrachten Verwal-

tungsdienstleistungen für die Steuerperiode 2008 Fr. 1'811'323.-- betrage 

und die Mehrwertsteuer somit auf Fr. 137'660.55 herabzusetzen sei. Die 

EM sei bezüglich der Ziffern 2.1-2.3 aufzuheben, und es sei der Steuer-

pflichtigen eine Gutschrift im Umfang von Fr. 909'106.-- zzgl. Vergütungs-

zins auszustellen. Für die Steuerperiode 2007 sei demzufolge ein Gutha-

ben von Fr. 53'632.--, für die Steuerperiode 2008 ein Guthaben von 

Fr. 249'533.-- und für die Steuerperiode 2009 eine Steuerforderung (der 

ESTV) von Fr. 98'757.-- festzusetzen. Eventualiter sei die EM bezüglich 

der Ziffern 2.1-2.3 im Umfang von Fr. 863'471.-- aufzuheben, und es sei 

A-2244/2020 

Seite 3 

der Steuerpflichtigen eine Gutschrift in Höhe von Fr. 863'471.-- zzgl. Ver-

gütungszins auszustellen. Für die Steuerperiode 2007 sei demzufolge ein 

Guthaben von Fr. 53'632.--, für die Steuerperiode 2008 ein Guthaben von 

Fr. 203'898.-- und für die Steuerperiode 2009 eine Steuerforderung der 

ESTV von Fr. 98'757.-- festzusetzen; alles unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zu Lasten des Bundes. 

Die Ziffer 1 (Ziff. 1.1 und 1.2) betreffend die Berichtigung des Vorsteuerab-

zugs auf Verpflegungsaufwendungen und zu Unrecht nicht vorgenomme-

nen Vorsteuerkorrekturen für von der Steuer ausgenommene Schulungs-

leistungen – ausmachend Fr. 13'467.80 – wurde hingegen nicht bestritten. 

B.c Mit Schreiben vom 6. Oktober 2011 bat die ESTV um Einreichung di-

verser Unterlagen und Beantwortung einiger Fragen bzgl. der Nachbelas-

tungen in Ziffern 2.1-2.3. Die erfragten Informationen wurden der ESTV in-

nert verlängerter Frist mit Schreiben vom 30. November 2011 zugestellt. 

C.  

Mit Verfügung vom 11. Mai 2015 hiess die ESTV die Bestreitung der Steu-

erpflichtigen vom 29. November 2010 teilweise gut und setzte die Nachbe-

lastungen für die Steuerperioden vom 1. Quartal 2006 bis 4. Quartal 2009 

in Höhe von Fr. 830'272.60 nebst Verzugszins fest. 

D.  

Mit Schreiben vom 11. Juni 2015 erhob die Steuerpflichtige Einsprache ge-

gen die Verfügung vom 11. Mai 2015. Sie beantragte, es sei festzustellen 

dass sie (die Steuerpflichtige) für die Steuerperioden 2006 bis 2009 zu-

sätzlich zu ihren eigenen Abrechnungen den Betrag von Fr. 13'467.65 – 

d.h. lediglich die nicht bestrittenen Nachbelastungen betreffend die Berich-

tigung des Vorsteuerabzugs auf Verpflegungsaufwendungen und zu Un-

recht nicht vorgenommenen Vorsteuerkorrekturen für von der Steuer aus-

genommene Schulungsleistungen (vgl. Sachverhalt Bst. B.b) – zzgl. Ver-

zugszins schulde. 

E.  

Mit Einspracheentscheid vom 27. Februar 2020 wies die ESTV die Ein-

sprache ab (Ziff. 1), setzte die Steuer(nach)forderung gegenüber der Steu-

erpflichtigen für die Steuerperioden vom 1. Quartal 2006 bis 4. Quartal 

2009 (Zeit vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2009) gemäss der Erwä-

gung 2.3 fest (Ziff. 2) und bezifferte diese für die erwähnten Steuerperioden 

auf Fr. 830'272.60 zzgl. Verzugszins von 5 % vom 31. Dezember 2008 

A-2244/2020 

Seite 4 

(mittlerer Verfall) bis 31. Dezember 2009 bzw. 4.5 % seit 1. Januar 2010 

bis 31. Dezember 2011 bzw. 4 % seit dem 1. Januar 2012 (Ziff. 3). In der 

fraglichen Zeit gelte die Steuerpflichtige und nicht die B._______AG in wirt-

schaftlicher Hinsicht als Arbeitgeberin des Konzernführungspersonals und 

habe im Umfang von rund Fr. 4'920'448.-- Leistungen aus Personalverleih 

bzw. Nachbelastungen in Höhe von Fr. 347'540.90 zu versteuern. Was die 

Zeit vom 1. November 2009 bis 31. Dezember 2009 betreffe, so gälten die 

erwähnten Mitarbeitenden aus mehrwertsteuerrechtlicher Sicht jedoch als 

bei der B._______AG angestellt, welcher auch die diesbezüglichen Perso-

nalaufwendungen zuzurechnen seien. Sodann hätten die ursprünglich in 

Rechnung gestellten Stewardship-Kosten (in Höhe von Fr. 9'239'154.10) 

an die B._______ AG nicht auf Fr. 2'411'783.59 korrigiert werden dürfen. 

F.  

Mit Beschwerde vom 28. April 2020 gelangte die Steuerpflichtige (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) an das Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragt, der Einspracheentscheid vom 27. Februar 2020 sei – mit Ausnahme 

der Nachbelastung im Betrag von Fr. 13'467.80 – aufzuheben und es sei 

festzustellen, dass die von ihr fakturierten Stewardship-Kosten für das Ge-

schäftsjahr 2008 aufgrund der vertraglichen Vereinbarung Fr. 2'411'783.59 

zzgl. Mehrwertsteuer betragen hätten und ihr – der Beschwerdeführerin – 

der Betrag von Fr. 469'264.-- gemäss Gutschrift wieder gutzuschreiben sei; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. Bei 

vollumfänglicher bzw. teilweiser Bestätigung des Einspracheentscheides 

sei aufgrund der durch die ESTV verschuldeten langen Verfahrensdauer 

auf die Erhebung von Verzugszinsen zu verzichten. Die Beschwerdeführe-

rin moniert, das Konzernleitungspersonal sei in der massgeblichen Zeit so-

wohl aus zivilrechtlicher Sicht als auch nach wirtschaftlich tatsächlichen 

Kriterien bei der B._______ AG und nicht bei ihr (der Beschwerdeführerin) 

angestellt gewesen. Die administrative Abwicklung der Arbeitgeberfunktio-

nen durch sie (die Beschwerdeführerin) könne daran nichts ändern. Der 

Aussenauftritt sei bei der Beurteilung, wer im Konzern als Arbeitgeberin 

gelte, nicht relevant. Die ursprünglich in Rechnung gestellten Stewardship-

Kosten in Höhe von Fr. 8'586'574.44 (zzgl. MWST in Höhe von 

Fr. 652'579.66; insgesamt folglich Fr. 9'239'154.10) resultierten aufgrund 

einer für Steuerzwecke vorgenommenen Korrektur, seien somit einzig aus 

steuerlichen Gründen erstellt worden und würden somit nicht dem Wert der 

effektiv erbrachten Leistungen entsprechen; diese betrügen vielmehr rund 

Fr. 2'412'000.--. 

A-2244/2020 

Seite 5 

G.  

Die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) beantragt in ihrer Vernehmlas-

sung vom 23. Juni 2020 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde 

unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin. Sie betont erneut, 

wirtschaftlich betrachtet sei die Beschwerdeführerin im Innen- als auch im 

Aussenverhältnis als Arbeitgeberin aufgetreten. Der Versuch einer rückwir-

kenden Geltung von zivilrechtlichen Vertragsbestimmungen – die Arbeits-

verträge des weiteren Konzernführungspersonals seien nämlich erst Ende 

September 2009 per 1. Januar 2009 auf die B._______ AG übertragen 

worden – vermöge daran nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin könne 

selber nicht genau darlegen, welche effektiven Leistungen der B._______ 

AG erbracht worden seien und verweise lediglich auf allgemeine vertragli-

che Abmachungen zur Kostenüberwälzung an die Konzerngesellschaften 

(Service Agreement). 

H.  

Mit unaufgefordert eingereichter Stellungnahme vom 30. Juli 2020 weist 

die Beschwerdeführerin insbesondere erneut darauf hin, dass in Konzern-

verhältnissen nicht einzig auf den Aussenauftritt der Mitarbeitenden abge-

stellt werden könne, da die Arbeitgeberin und die Funktion der Mitarbeiten-

den für unabhängige Dritte oft nicht erkennbar seien. 

I.  

Auf die einzelnen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die vorhande-

nen Akten wird – soweit entscheidrelevant – in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes-

gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, 

SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine 

solche liegt hier nicht vor. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 

27. Februar 2020 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Die 

Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwal-

tungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

zuständig. 

A-2244/2020 

Seite 6 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der angefochtenen Verfügung 

und von dieser betroffen. Sie ist damit zur Beschwerdeerhebung berechtigt 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Ver-

letzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder 

unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 

1.6 Im Beschwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime, wonach die 

entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von sich aus 

abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen muss. Der Untersu-

chungsgrundsatz wird im Mehrwertsteuerverfahren indes dadurch relati-

viert, dass den Verfahrensbeteiligten spezialgesetzlich statuierte Mitwir-

kungspflichten auferlegt werden (vgl. Art. 13 VwVG; BVGE 2009/60 

E. 2.1.2). Die Beschwerdeinstanz nimmt jedoch nicht von sich aus zusätz-

liche Sachverhaltsabklärungen vor oder untersucht weitere Rechtsstand-

punkte, für die sich aus den vorgebrachten Rügen oder den Akten nicht 

zumindest Anhaltspunkte ergeben (BVGE 2010/64 E. 1.4.1; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 1.49 ff., 1.54 f., 3.119 ff.). Sodann gilt im Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht der Grundsatz der freien Beweiswürdi-

gung. Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid dar-

über, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder 

nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Be-

weiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebli-

che Sachumstand verwirklicht hat (BGE 130 II 482 E. 3.2; vgl. ausführlicher 

statt vieler: Urteil des BVGer A-719/2018 vom 2. Mai 2019 E. 2.5). 

1.7 Ist ein Sachverhalt nicht erstellt bzw. bleibt ein Umstand unbewiesen, 

ist zu regeln, wer die Folgen der Beweislosigkeit trägt. Im Steuerrecht gilt 

grundsätzlich, dass die Steuerbehörde die (objektive) Beweislast für Tatsa-

chen trägt, welche die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuer-

A-2244/2020 

Seite 7 

forderung erhöhen (steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen). Dem-

gegenüber ist die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und 

steuermindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsa-

chen, welche eine Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung bewirken 

(anstelle vieler: BGE 140 II 248 E. 3.5; Urteile des BGer 2C_709/2017 vom 

25. Oktober 2018 E. 3.2 und 2C_715/2013 vom 13. Januar 2014 E. 2.3.3; 

Urteil des BVGer A-6390/2016 und A-6393/2016 vom 14. September 2017 

E. 1.4 mit weiteren Hinweisen). 

1.8 Gestützt auf den Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen 

(vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG), welcher im Beschwerdeverfahren gilt, ist das 

Bundesverwaltungsgericht verpflichtet, auf den unter Mitwirkung der Ver-

fahrensbeteiligten festgestellten Sachverhalt die richtigen Rechtsnormen 

anzuwenden (statt vieler: BGE 131 II 200 E. 4.2). Dies bedeutet, dass das 

Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde auch aus anderen als den 

geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Ent-

scheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen kann, die von jener 

der Vorinstanz abweicht (sog. Motivsubstitution; vgl. BVGE 2007/41 E. 2; 

Urteile des BVGer A-6966/2018 vom 24. Oktober 2019 E. 1.5 und 

A-3678/2016 vom 6. August 2018 E. 2.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 

a.a.O., Rz. 1.54). 

1.9 Am 1. Januar 2010 ist das (neue) Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 

über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. In mate-

rieller Hinsicht bleiben die bisherigen Vorschriften auf alle während ihrer 

Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen, entstandenen Rechtsverhält-

nisse und erbrachten Leistungen anwendbar (Art. 112 Abs. 1 und 2 

MWSTG). Vorliegend geht es um Steuerkorrekturen betreffend die Jahre 

2006 bis 2009. In materieller Hinsicht kommt daher das am 1. Januar 2001 

in Kraft getretene Mehrwertsteuergesetz vom 2. September 1999 

(aMWSTG, AS 2000 1300) sowie die dazugehörige Verordnung vom 

29. März 2000 (aMWSTGV, AS 2000 1347) zur Anwendung. 

Demgegenüber findet das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht auf 

sämtliche im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängige Verfahren sofort Anwen-

dung (Art. 113 Abs. 3 MWSTG). 

  

A-2244/2020 

Seite 8 

2.  

2.1 Mehrwertsteuerpflichtig ist unter dem aMWSTG, wer eine mit der Er-

zielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit 

selbstständig ausübt, sofern seine Lieferungen und seine Dienstleistungen 

sowie sein Eigenverbrauch im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- über-

steigen (Art. 21 Abs. 1 aMWSTG). Steuerpflichtig sind namentlich natürli-

che Personen, Personengesellschaften, juristische Personen des privaten 

und öffentlichen Rechts, unselbstständige öffentliche Anstalten sowie Per-

sonengesamtheiten ohne Rechtsfähigkeit, die unter gemeinsamer Firma 

Umsätze tätigen (Art. 21 Abs. 2 aMWSTG). Ausgenommen von der sub-

jektiven Mehrwertsteuerpflicht sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz 

bis zu Fr. 250'000.--, sofern die nach Abzug der Vorsteuer verbleibende 

Steuer regelmässig nicht mehr als Fr. 4'000.-- im Jahr beträgt (Art. 25 

Abs. 1 aMWSTG; vgl. BGE 138 II 251 E. 2.2). 

2.2 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland gegen Entgelt erbrachten 

Lieferungen von Gegenständen und Dienstleistungen (Art. 5 Bst. a und b 

aMWSTG), sofern die entsprechenden Umsätze nicht ausdrücklich von der 

Mehrwertsteuer ausgenommen sind (Art. 18 aMWSTG). Gemäss Art. 6 

Abs. 1 aMWSTG liegt eine Lieferung vor, wenn die Befähigung verschafft 

wird, in eigenem Namen über einen Gegenstand wirtschaftlich zu verfügen 

oder wenn ein Gegenstand zum Gebrauch oder zur Nutzung überlassen 

wird (Art. 6 Abs. 2 Bst. b aMWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, 

die keine Lieferung eines Gegenstandes ist (Art. 7 Abs. 1 aMWSTG). 

2.3  

2.3.1 Damit überhaupt eine steuerbare Leistung vorliegt, muss sie im Aus-

tausch mit einem Entgelt erfolgen (sog. «Leistungsaustausch», neurecht-

lich: «Leistungsverhältnis»). Die Entgeltlichkeit stellt – vom Eigenverbrauch 

abgesehen – ein unabdingbares Tatbestandsmerkmal einer mehrwertsteu-

erlichen Leistung dar. Besteht zwischen Leistungserbringer und -empfän-

ger kein Austauschverhältnis im erwähnten Sinn, ist die Aktivität mehrwert-

steuerlich irrelevant und fällt nicht in den Geltungsbereich der Mehrwert-

steuer (anstelle vieler: BGE 132 II 353 E. 4.3; BVGE 2010/6 E. 3.1; [zum 

aMWSTG und MWSTG]: Urteil des BVGer A-6671/2015 und A-6674/2015 

vom 9. August 2016 E. 2.2.2). Ein Leistungsaustausch ist auch unter na-

hestehenden Personen (vgl. nachfolgend: E. 2.6) möglich (BGE 138 II 239 

E. 3.2). Die Annahme eines Leistungsverhältnisses setzt voraus, dass zwi-

schen Leistung und Entgelt eine innere wirtschaftliche Verknüpfung, wel-

che nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien (sogleich: E. 2.4) zu be-

urteilen gilt, gegeben ist (BGE 138 II 239 E. 3.2, 132 II 353 E. 4.1 und 126 

A-2244/2020 

Seite 9 

II 443 E. 6a, je mit weiteren Hinweisen; ausführlicher [zum aMWSTG]: Ur-

teile des BVGer A-719/2018 vom 2. Mai 2019 E. 3.1.3 und A-5567/2015 

vom 20. Januar 2016 E. 2.1.2). 

2.3.2 Im Rahmen der Beurteilung, ob ein mehrwertsteuerlich relevantes 

Leistungsverhältnis vorliegt, stellt sich die Frage, wer als Leistungserbrin-

ger und wer als Leistungsempfänger zu gelten hat (vgl. dazu Urteil des 

BGer 2A.215/2003 vom 20. Januar 2005 E. 6.4 f.; [zum aMWSTG]: Urteile 

des BVGer A-457/2014 vom 21. August 2014 E. 3.3.1 und A-2967/2008 

vom 11. August 2010 E. 2.3.1). Bei der Ermittlung des mehrwertsteuerli-

chen Leistungserbringers ist das Auftreten gegen aussen im eigenen Na-

men massgeblich ([zum aMWSTG]: Urteil des BVGer A-457/2014 vom 

21. August 2014 E. 3.3.2 mit weiteren Hinweisen). Das Handeln wird 

grundsätzlich demjenigen mehrwertsteuerlich zugerechnet, der nach aus-

sen, gegenüber Dritten im eigenen Namen auftritt. Massgebend ist dabei 

die Frage, wie die angebotene Leistung für die Allgemeinheit bzw. für den 

neutralen Dritten objektiv erkennbar in Erscheinung tritt (vgl. statt vieler: 

[zum MWSTG]: Urteile des BVGer A-4326/2019 vom 22. Juni 2021 E. 2.3.3 

und A-5345/2018 vom 3. Oktober 2019 E. 2.2.3; [zum aMWSTG]: Urteile 

des BVGer A-719/2018 vom 2. Mai 2019 E. 3.1.4 und A-457/2014 vom 

21. August 2014 E. 3.3.2; vgl. auch: RALF IMSTEPF, Der mehrwertsteuerli-

che «Aussenauftritt», in: Archiv für schweizerisches Abgaberecht [ASA] 82 

S. 451 ff.). 

2.3.3 Die Steuer wird vom Entgelt berechnet (Art. 33 Abs. 1 aMWSTG), 

dieses stellt die Bemessungsgrundlage dar. Zum Entgelt gehört alles, was 

der Empfänger oder an seiner Stelle ein Dritter als Gegenleistung für die 

Lieferung oder die Dienstleistung aufwendet, einschliesslich Spenden, die 

unmittelbar den einzelnen Umsätzen des Empfängers als Gegenleistung 

zugeordnet werden können. Die Gegenleistung umfasst auch den Ersatz 

aller Kosten, selbst wenn diese gesondert in Rechnung gestellt werden. Im 

Falle einer Lieferung oder Dienstleistung an eine nahestehende Person 

(vgl. nachfolgend: E. 2.6) gilt als Entgelt der Wert, der unter unabhängigen 

Dritten vereinbart würde (Art. 33 Abs. 2 aMWSTG). Diese Bestimmung ent-

spricht dem im Steuerrecht bekannten Grundsatz des Drittvergleichs 

(«dealing at arm's length»; vgl. BGE 142 II 488 E. 3.5.2; Urteile des BGer 

2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 3.1 und 2A.11/2007 vom 25. Oktober 

2007 E. 2.3.2; vgl. ausführlich [zum aMWSTG]: Urteil des BVGer 

A-3376/2014 vom 10. Februar 2015 E. 3.3.1 mit weiteren Hinweisen). Die 

Anwendbarkeit dieses Artikels bedingt eine Leistung zu einem Vorzugs-

preis, also zu einem Entgelt, welches nicht mit dem Preis übereinstimmt, 

A-2244/2020 

Seite 10 

den ein unabhängiger Dritter zu bezahlen hätte (sog. Drittpreis). Im Weite-

ren muss es sich beim Empfänger der Leistung um eine nahestehende 

Person (E. 2.6) handeln. Rechtsfolge einer solchen Leistung zu einem Vor-

zugspreis an eine nahestehende Person ist, dass für die Bemessung der 

Mehrwertsteuer eine besondere (fiktive) Bemessungsgrundlage herange-

zogen wird. Die Leistung wird auf den Wert korrigiert, der unter unabhän-

gigen Dritten vereinbart würde. Massgebend ist der Drittpreis, d.h. der 

Preis, den ein Dritter der gleichen Abnehmerkategorie auf dem Markt übli-

cherweise für dieselbe Leistung zu bezahlen hätte (sog. Marktwert; vgl. Ur-

teil des BGer 2C_778/2008 vom 8. April 2009 E. 3.1; ausführlich zum Gan-

zen auch [zum aMWSTG]: Urteil des BVGer A-3376/2014 vom 10. Februar 

2015 E. 3.3.2 f. mit weiteren Hinweisen). 

Dieser Drittpreis ist in den meisten Fällen kein exakter Wert, sondern kann 

nur annäherungsweise bestimmt werden (statt vieler: Urteil des BVGer 

A-3376/2014 vom 10. Februar 2015 E. 3.3.4). Zur Ermittlung des Drittprei-

ses – namentlich in Konzernen – können Methoden, die auch bei den di-

rekten Steuern Anwendung finden, herangezogen werden, wie unter ande-

rem die Kostenaufschlags- bzw. Cost Plus-, die Preisvergleichs- oder die 

Wiederverkaufspreismethode. Bei ersterer Methode wird von den verbuch-

ten Kosten ausgegangen und darauf wird ein Gewinnzuschlag berechnet 

([zum MWSTG]: vgl. Urteile des BVGer A-2490/2020 vom 18. November 

2020 E. 2.2.4 und A-5431/2015 vom 28. April 2016 E. 2.4; [zum aMWSTG]: 

Urteil des BVGer A-104/2013 vom 22. Juli 2013 E. 4.3; BOSSART/CLAVA-

DETSCHER, in: Zweifel/Beusch/Glauser/Robinson [Hrsg.], Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 

2015 [nachfolgend: Kommentar MWSTG], Art. 24 N 59 ff.). Diese Metho-

den wurden im Wesentlichen entsprechend vom Bundesgericht bestätigt 

(vgl. Urteile des BGer 2C_495/2017 und 2C_512/2017 vom 27. Mai 2019 

E. 7.2.2 und E. 11.1 sowie 2C_443/2020 vom 8. Oktober 2020, insbeson-

dere E. 3.2.2; [zum MWSTG]: Urteil des BVGer A-2490/2020 vom 18. No-

vember 2020 E. 2.2.4). Die ESTV hat somit zur Ermittlung des Drittpreises 

grundsätzlich eine Schätzung durchzuführen und sich dabei an die im Zu-

sammenhang mit der Ermessenseinschätzung entwickelten Prinzipien zu 

halten ([zum MWSTG]: Urteil des BVGer A-2490/2020 vom 18. November 

2020 E. 2.2.5; [zum aMWSTG]: Urteil des BVGer A-3376/2014 vom 

10. Februar 2015 E. 3.3.4). 

2.4 Die mehrwertsteuerliche Qualifikation von Vorgängen hat nicht in erster 

Linie aus einer zivil- bzw. vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach wirt-

A-2244/2020 

Seite 11 

schaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (sog. «wirtschaftliche Be-

trachtungsweise»). Die zivil- bzw. vertragsrechtliche Sicht ist demnach 

nicht entscheidend, hat aber immerhin Indizwirkung (BVGE 2007/23 

E. 2.3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler [zum MWSTG]: Urteile des BVGer 

A-4326/2019 vom 22. Juni 2021 E. 2.3.1 und A-5345/2018 vom 3. Oktober 

2019 E. 2.2.1; [zum aMWSTG]: Urteile des BVGer A-3437/2015 vom 

2. Mai 2016 E. 2.2.2 und A-5567/2015 vom 20. Januar 2016 E. 2.1.2, je mit 

weiteren Hinweisen). Auch die buchhalterische Erfassung von Leistungen 

kann nach konstanter Rechtsprechung lediglich ein Indiz für eine mehr-

wertsteuerrechtliche Qualifikation sein, vermag jedoch die wirtschaftliche 

Realität nicht zu ändern ([zum aMWSTG]: Urteil des BVGer A-3437/2015 

vom 2. Mai 2016 E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). 

2.5 Beim Personalverleih überlässt der Arbeitgeber (Verleiher) einem Drit-

ten Arbeitnehmer. Gewerbsmässiger Personalverleih bedingt eine Bewilli-

gung gemäss den Art. 12 ff. des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1989 

über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (AVG, SR 823.11). 

Beim Personalverleih handelt es sich grundsätzlich – mit Ausnahme von 

dem vorliegend nicht relevanten Art. 18 Ziff. 12 aMWSTG – um eine steu-

erbare Dienstleistung (vgl. Urteil des BGer 2C_612/2007 vom 7. April 2008 

E. 7.4; [zum aMWSTG]: Urteil des BVGer A-457/2014 vom 21. August 

2014 E. 3.5; siehe nachfolgend im Konzern: E. 2.6.2). 

2.6  

2.6.1 Als nahestehende Personen gelten unter dem hier anwendbaren 

aMWSTG unter anderem auch liierte Unternehmen wie beispielsweise 

Konzerngesellschaften (statt vieler [zum aMWSTG]: Urteile des BVGer 

A-3376/2014 vom 10. Februar 2015 E. 3.3.2 und A-5154/2011 vom 24. Au-

gust 2012 E. 2.3.2, je mit weiteren Hinweisen, und A-1576/2006 vom 6. No-

vember 2008 E. 3.2; BOSSART/CLAVADETSCHER, Kommentar MWSTG, 

Art. 3 N 149; vgl. [zum MWSTG]: BOSSART/CLAVADETSCHER, Kommentar 

MWSTG, Art. 3 N 179 und MARC VOGELSANG, Leistungen an eng verbun-

dene und nahestehende Personen im Mehrwertsteuerrecht, in: Expert 

Focus [EF] 4/21, S. 193 ff., S. 194). Unter Konzerngesellschaften als na-

hestehende Personen sind steuerbare Umsätze – wie gezeigt (E. 2.3.3) – 

zum Drittpreis zu fakturieren ([zum aMWSTG]: Urteile des BVGer 

A-3376/2014 vom 10. Februar 2015 E. 3.3.2 ff. mit weiteren Hinweisen und 

A-1576/2006 vom 6. November 2008 E. 3.2; MARTIN KOCHER, Die Holding-

gesellschaft im schweizerischen Mehrwertsteuerrecht, Grundsätzliche As-

pekte unter Einbezug des «Konzern-Mehrwertsteuerrechts», in: ASA 74 

S. 609 ff., S. 641). 

A-2244/2020 

Seite 12 

2.6.2 Laut Art. 663e Abs. 1 des Obligationenrechts vom 30. März 1911 

(OR, SR 220) in seiner vorliegend anwendbaren und bis Ende 2012 gel-

tenden Fassung (AS 1992 733; aufgehoben durch Ziff. I 1 des BG vom 

23. Dezember 2011 [Rechnungslegungsrecht], mit Wirkung seit 1. Januar 

2013 [AS 2012 6679]) fasst in einem Konzern eine Gesellschaft durch 

Stimmenmehrheit oder auf andere Weise eine oder mehrere Gesellschaf-

ten unter einheitlicher Leitung zusammen. Die tatsächlich ausgeübte ein-

heitliche Leitung gilt dabei als zwingend notwendiges Merkmal für das Vor-

liegen eines Konzerns (KARIN BEYELER, Konzernleitung im schweizeri-

schen Privatrecht, Zürich 2004, S. 23, 117; vgl. auch: KOCHER, a.a.O., 

S. 609 ff., S. 616 ff. mit Hinweisen; [zum aMWSTG]: Urteil des BVGer 

A-1576/2006 vom 6. November 2008 E. 4.1 mit weiterem Hinweis). Wird 

eine solche einheitliche Leitung ausgeübt, ist konzernleitende Gesellschaft 

häufig die Gesellschaft, die die massgeblichen Beteiligungen an den Toch-

tergesellschaften innehat und somit eine einheitliche Leitung durchsetzen 

kann (sog. aktive Holdinggesellschaft). Die Konzernleitung kann (als Gan-

zes) aber auch bei einer Management- oder Betriebsgesellschaft angesie-

delt sein, wobei die Holding einzig den Zweck hat, die Beteiligungen zu 

halten, ohne sie aktiv zu verwalten (sog. passive Holdinggesellschaft; aus-

führlich [zum aMWSTG]: Urteil des BVGer A-1576/2006 vom 6. November 

2008 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen; vgl. zur subjektiven Mehrwertsteuer-

pflicht von Holdinggesellschaften: KOCHER, a.a.O., S. 609 ff., S. 628 ff.). In 

einen privatwirtschaftlich organisierten Konzern eingebundene Betriebsge-

sellschaften erbringen in aller Regel steuerbare Lieferungen und Dienst-

leistungen. Managementgesellschaften übernehmen gewisse Leitungs-

funktionen und/oder «vermieten» Führungskräfte und anderes Personal an 

Konzerngesellschaften. Die Leistungen solcher Gesellschaften sind in aller 

Regel ausschliesslich steuerbar (vgl. E. 2.5; KOCHER, a.a.O., S. 609 ff., 

S. 618 f.). 

Hierbei obliegt im Konzern dem Verwaltungsrat der konzernleitenden Ge-

sellschaft die unübertragbaren Aufgaben – wie etwa die Oberleitung oder 

Oberaufsicht – gemäss Art. 716a Abs. 1 OR. Soweit jedoch keine solchen 

unübertragbaren Aufgaben betroffen sind, kann der Verwaltungsrat nach 

Art. 716b OR die Geschäftsführung – unter Einhaltung bestimmter Form-

vorschriften – übertragen. Unter anderem können etwa operationelle Auf-

gaben an eine «Konzernleitung» innerhalb der Muttergesellschaft oder an 

eine Managementgesellschaft delegiert werden (zum Ganzen ausführlich 

[zum aMWSTG]: Urteil des BVGer A-1576/2006 vom 6. November 2008 

E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 

A-2244/2020 

Seite 13 

2.7 Über die Steuer wird grundsätzlich vierteljährlich abgerechnet (Art. 45 

Abs. 1 Bst. a aMWSTG), wobei die steuerpflichtige Person gegenüber der 

ESTV innert 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode unaufgefordert 

in der vorgeschriebenen Form über die Steuer und die Vorsteuer abzurech-

nen hat (Art. 46 aMWSTG). Die Steuerforderung ist innert 60 Tagen nach 

Ablauf der Abrechnungsperiode durch die steuerpflichtige Person zu be-

gleichen (Zahlungsfrist; Art. 47 Abs. 1 aMWSTG bzw. Art. 86 Abs. 1 

MWSTG). Bei verspäteter Zahlung ist ohne Mahnung und unabhängig vom 

Verschulden ein Verzugszins zu bezahlen (Art. 47 Abs. 2 aMWSTG bzw. 

Art. 87 MWSTG). Der Verzugszinssatz beläuft sich gemäss der massgebli-

chen Verordnung für die Zeit bis zum 31. Dezember 2009 auf 5 % und vom 

1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2011 auf 4.5 %. Ab dem 1. Januar 

2012 beträgt er noch 4 % (Art. 90 Abs. 3 Bst. b aMWSTG bzw. Art. 108 

Bst. a MWSTG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 Bst. a-c der Verordnung des EFD vom 

25. Juni 2021 über die Verzugs- und die Vergütungszinssätze auf Abgaben 

und Steuern [SR 631.014]). Sind mehrere Abrechnungsperioden betroffen, 

wird der Verzugszins praxisgemäss ab dem mittleren Verfall erhoben ([zum 

MWSTG]: Urteile des BVGer A-2589/2020 vom 3. Mai 2021 E. 2.6 und 

A-5551/2019 vom 14. Januar 2021 E. 2.5.6; [zum aMWSTG]: Urteil des 

BVGer A-719/2018 vom 2. Mai 2019 E. 3.7 f.). 

3.  

Im vorliegenden Fall ist die B._______ AG die Muttergesellschaft des 

C._______ Konzerns und hält als dessen Holdinggesellschaft die Beteili-

gungen an den in- und ausländischen Tochtergesellschaften; so auch an 

der Beschwerdeführerin – und zwar zu 100 % (Beschwerdebeilage [BB] 

12, Organisationsreglement der B._______ AG vom 16. April 2007, 

Ziff. 1.2). Der Verwaltungsrat der B._______ AG trägt die Verantwortung 

für die Oberleitung der Gesellschaft, die Ausgestaltung der Organisation, 

(…). Die Konzernleitung (setzt sich zusammen) aus dem Chief Executive 

Officer (CEO), dem Chief Financial Officer (CFO) und (allfällig) weiteren 

Mitgliedern. Dem CEO obliegt die Verantwortung für die operationelle Ge-

schäftsführung des Konzerns (BB 12, Organisationsreglement der 

B._______ AG vom 16. April 2007, Art. 1.1, 2.3 und 4). Die Beschwerde-

führerin als Konzern- bzw. Betriebsgesellschaft führt und berät insbeson-

dere die B._______ AG und deren Beteiligungsgesellschaften und erbringt 

diesen damit verbundene Dienstleistungen technischer, kommerzieller und 

administrativer Art (vgl. Sachverhalt Bst. A). Vorliegend ist somit zunächst 

einmal unbestritten, dass es sich bei der B._______ AG und der Beschwer-

deführerin als Konzerngesellschaften um nahestehende Personen im 

Sinne des aMWSTG handelt (vgl. E. 2.6), dass die Beschwerdeführerin 

A-2244/2020 

Seite 14 

während der streitbetroffenen Periode subjektiv mehrwertsteuerpflichtig 

war – die Beschwerdeführerin wurde erst im April 2010 in die Mehrwert-

steuergruppe eingebunden – und sie an die B._______ AG Leistungen ge-

gen Entgelt erbracht hat, mithin ein mehrwertsteuerlicher Leistungsaus-

tausch vorliegt (vgl. E. 2.3.1 und E. 2.6.2). 

Strittig ist vorliegend jedoch unter anderem, ob der CEO, Herr D._______, 

und das weitere Konzernführungspersonal bei der Beschwerdeführerin an-

gestellt waren – die Beschwerdeführerin somit deren Arbeitgeberin und 

letztendlich Leistungserbringerin war – und die der B._______ AG weiter-

belasteten Personalkosten als steuerbarer Personalverleih qualifiziert oder 

ob die B._______ AG in der massgeblichen Zeit selber als Arbeitgeberin 

der betreffenden Personen galt und somit keine Mehrwertsteuer geschul-

det ist (E. 3.1). Sodann ist der Frage nachzugehen, in welchem Umfang 

die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 der B._______ AG Leistungen er-

bracht hat bzw. wie hoch die hierfür zu verrechnenden Stewardship-Kosten 

sind (E. 3.2). Als Stewardship-Kosten werden vorliegend die Kosten für 

Leistungen im Zusammenhang mit der Verwaltung des Vermögens der 

B._______ AG bezeichnet, welche direkt der B._______ AG in Rechnung 

gestellt und von dieser zu tragen sind (vgl. Beschwerde, S. 10; siehe auch: 

BB 26, Service Agreement zwischen der Beschwerdeführerin und der 

B._______ AG, S. 4, welches von Kosten im Zusammenhang mit der Funk-

tion der B._______ AG als Anteilseignerin der Tochtergesellschaften 

spricht). 

3.1  

3.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, im Konzern müsse das Arbeits-

verhältnis immer einer konkreten Konzerngesellschaft zugeteilt werden, da 

dem Konzern keine Rechtsfähigkeit zukomme. Hierbei sei auf den tatsäch-

lichen Willen der Parteien bzw. die Sichtweise der Vertragsparteien abzu-

stellen und nicht auf die Sichtweise von Dritten. Herr D._______, der CEO, 

sei mit Beschluss vom 16. August 2007 zum Präsidenten und Delegierten 

des Verwaltungsrats der B._______ AG ernannt sowie von deren General-

versammlung gewählt und mit Handelsregistereintrag vom 31. August 

2007 als solcher eingetragen worden. Dies sei zudem mit Anstellungsver-

trag vom 6. September 2007 arbeitsvertraglich umgesetzt worden. 

Schliesslich sei Herr D._______ vom Verwaltungsrat der B._______ AG 

auch zu deren CEO ernannt worden; er sei somit zugleich Mitarbeiter als 

auch Organ der B._______ AG. Der tatsächliche Wille der Parteien sei so-

mit eindeutig: der Arbeitsvertrag sollte zwischen der B._______ AG und 

Herrn D._______ geschlossen werden. Diese formellen Gegebenheiten 

A-2244/2020 

Seite 15 

würden sich auch im Aussenauftritt zeigen: diverse Verträge habe Herr 

D._______ in seiner Funktion als CEO der B._______ AG unterzeichnet, 

sei somit auf Weisung der B._______ AG tätig geworden und wirtschaftlich 

betrachtet auch für Dritte als Angestellter Letzterer aufgetreten. Letztlich 

sei der Aussenauftritt bei der Beurteilung, wer im Konzern Arbeitgeber sei, 

nicht relevant; vielmehr sei auf das Vertragsverhältnis abzustellen. Die Viel-

zahl von Urteilen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, ob ein un-

selbstständiges Arbeitsverhältnis vorliege, seien vorliegend nicht anwend-

bar. Für Dritte sei im Konzernverhältnis nämlich nicht immer erkennbar, für 

wen die Gegenseite auftrete und oft sei dies auch nicht relevant. Überdies 

habe Herr D._______ in seiner Funktion als Präsident/Delegierter des Ver-

waltungsrats keine (zusätzliche) Vergütung erhalten. Sodann seien alle An-

stellungsverhältnisse sämtlicher weiterer Mitglieder, deren Tätigkeit im Zu-

sammenhang mit der Verwaltung des Holdingvermögens ständen, per 

1. Januar 2009 mit allen Rechten und Pflichten auf die B._______ AG über-

tragen und entsprechende Personalkosten umgebucht worden. Da sie – 

die Beschwerdeführerin – zentral die administrative Abwicklung des ge-

samten (Konzern-)Personals übernommen habe, habe sie auch die Bezah-

lung der Löhne sowie die Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge be-

sorgt und die Lohnausweise erstellt. Diese Tätigkeit mache sie aber nicht 

zur Arbeitgeberin, wenn der tatsächliche Wille und die Verträge auf eine 

andere Arbeitgeberin schliessen liessen. Hierbei seien die Personalkosten 

auf die B._______ AG umgebucht und bei dieser als Personalaufwand in 

den Jahresrechnungen ausgewiesen worden. Im Rahmen ihrer Stellung-

nahme weist die Beschwerdeführerin erneut darauf hin, dass in Konzern-

verhältnissen nicht einzig auf den Aussenauftritt der Mitarbeitenden abge-

stellt werden könne, da die Arbeitgeberin und die Funktion der Mitarbeiten-

den für unabhängige Dritte oft nicht erkennbar seien. Daneben sei bei-

spielsweise Herr D._______ auch wirtschaftlich betrachtet auf Weisung 

und somit als Angestellter der B._______ AG tätig geworden. Sie habe – 

entgegen der Aussagen der Vorinstanz – die rückwirkende Übertragung 

der Arbeitsverträge nicht verschwiegen; bereits mit Einsprache seien Ko-

pien der Übertragungsvereinbarungen eingereicht worden. Die B._______ 

AG habe wirtschaftlich betrachtet auch schon vor der Übertragung ein Wei-

sungsrecht gehabt; die vertraglichen Gegebenheiten hätten einfach noch 

nicht den wirtschaftlichen Tatsachen entsprochen. Die rückwirkende Ein-

tragung der B._______ AG im Mehrwertsteuerregister durch die Vorinstanz 

widerspreche deren Behauptung, diese habe der Beschwerdeführerin 

keine Managementleistungen erbracht. 

A-2244/2020 

Seite 16 

Die Vorinstanz moniert demgegenüber, in der fraglichen Zeit gelte die Be-

schwerdeführerin und nicht die B._______ AG in wirtschaftlicher und tat-

sächlicher Hinsicht als Arbeitgeberin des Konzernführungspersonals und 

habe im Umfang von rund Fr. 4'920'448.-- Leistungen durch Personalver-

leih zu versteuern. Hierfür spreche insbesondere, dass in den Jahren 2007 

und 2008 der Lohn von Herrn D._______ und ab Januar 2009 bis Ende 

Oktober 2009 auch der Lohn für das übrige Konzernführungspersonal von 

der Beschwerdeführerin ausbezahlt und von dieser (erst Ende Oktober 

2009) der B._______ AG belastet worden sei. Die Lohnentrichtung gelte 

als Hauptverpflichtung der Arbeitgeberin. Zudem seien bis Oktober 2009 

die Sozialversicherungsbeiträge – auch eine wichtige Verpflichtung der Ar-

beitgeberin – für die fraglichen Mitarbeitenden bei der Beschwerdeführerin 

verbucht und abgerechnet worden; diese sei als Arbeitgeberin gegenüber 

der Ausgleichskasse aufgetreten. Auch die Lohnausweise seien bis Okto-

ber 2009 durch die Beschwerdeführerin ausgestellt worden, wodurch Letz-

tere zum wiederholten Male gegen aussen als Arbeitgeberin aufgetreten 

sei. Sodann seien auch die betroffenen Mitarbeitenden selbst regelmässig 

als «Mitarbeitende der Beschwerdeführerin» gegen aussen aufgetreten. 

Weiter sei ebenfalls die Miete der damaligen Liegenschaft (Mietaufwand, 

Reinigungs- und Unterhaltsaufwand sowie Büromaterialaufwand), in wel-

cher sowohl die Beschwerdeführerin als auch die B._______ AG domizili-

erten, vollumfänglich von Ersterer getragen worden, wobei sich auch die 

gesamte Büroeinrichtung im Besitz der Beschwerdeführerin befunden 

habe. Die B._______ AG habe hingegen nicht über eigene Büroräumlich-

keiten verfügt, weshalb sie der Beschwerdeführerin – hätten die fraglichen 

Mitarbeitenden als ihre Arbeitnehmenden gegolten – für die Benützung 

hätte Miete bezahlen müssen; selbst wenn es sich um Grossraumbüros 

gehandelt hätte. Vorliegend sei aber keinerlei Entschädigung von der 

B._______ AG an die Beschwerdeführerin gezahlt worden, was darauf hin-

deute, dass die Mitarbeitenden bei der Beschwerdeführerin angestellt wa-

ren. Sämtliche Verwaltungsaufwendungen des Konzernführungspersonals 

seien von der Beschwerdeführerin getragen worden. Die (teilweise nach-

träglich erstellte) zivilrechtliche Ausgestaltung (der Arbeitsverträge) stimme 

nicht mit der wirtschaftlichen Betrachtungsweise überein, wobei letzterer 

im Mehrwertsteuerrecht der Vorrang zu geben sei. Dass Herr D._______ 

als Verwaltungsrat bei der B._______ AG tätig war und er auch als CEO 

des Konzerns Aufgaben wahrgenommen habe, sei unbestritten bzw. 

schliesse nicht aus, dass er bei der Beschwerdeführerin angestellt gewe-

sen sei. Was die Zeit vom 1. November 2009 bis 31. Dezember 2009 be-

treffe, so gälten die erwähnten Mitarbeitenden aus mehrwertsteuerrechtli-

A-2244/2020 

Seite 17 

cher Sicht als bei der B._______ AG angestellt, welcher auch die diesbe-

züglichen Personalaufwendungen zuzurechnen seien. In ihrer Vernehm-

lassung führt die Vorinstanz weiter aus, die Beschwerdeführerin habe ver-

schwiegen, dass die Arbeitsverträge des weiteren Konzernführungsperso-

nals erst Ende September 2009 [recte: Ende Oktober 2009] und damit 

rückwirkend per 1. Januar 2009 auf die B._______ AG übertragen worden 

seien. Die arbeitsrechtlichen Weisungsbefugnisse dürften in der fraglichen 

Zeit somit ebenfalls bei der Beschwerdeführerin gelegen haben. Der Ver-

such einer rückwirkenden Geltung von zivilrechtlichen Vertragsbestimmun-

gen vermöge nichts daran zu ändern, dass wirtschaftlich betrachtet die Be-

schwerdeführerin im Innen- als auch im Aussenverhältnis als Arbeitgeberin 

aufgetreten sei. Sie – die Vorinstanz – habe die Untersuchungsmaxime 

nicht verletzt, da sie eingehend untersucht und ausführlich dokumentiert 

habe, weshalb sie aus wirtschaftlicher Sicht die Beschwerdeführerin als 

Arbeitgeberin qualifiziere. Entgegen den Behauptungen der Beschwerde-

führerin gehe sie nicht davon aus, dass die B._______ AG der Beschwer-

deführerin Managementleistungen erbracht habe. Die Rechnung 

Nr. 2009-0048 sei zu Unrecht ausgestellt worden, wobei die von der 

B._______ AG abgerechnete Mehrwertsteuer lediglich deshalb nicht korri-

giert worden sei, weil die Beschwerdeführerin bereits den Vorsteuerabzug 

zu 100 % vorgenommen hatte. 

3.1.2 Dass die fraglichen Mitarbeitenden ab dem 1. November 2009 aus 

mehrwertsteuerrechtlicher Sicht bei der B._______ AG angestellt waren 

und dieser demzufolge die Personalaufwendungen zuzurechnen sind, liegt 

nicht im Streit. Zudem ist nicht bestritten und ergibt sich aus den Akten, 

dass der CEO als Verwaltungsrat bei der B._______ AG tätig war und in 

seiner Funktion als CEO auch Aufgaben für den Konzern wahrgenommen 

hat. 

Folgende Gründe bzw. Indizien sprechen jedoch dafür, dass der CEO und 

das weitere Konzernführungspersonal in der streitbetroffenen Zeit tatsäch-

lich bei der Beschwerdeführerin angestellt waren: 

3.1.2.1 Operationelle Aufgaben können – wie in Erwägung 2.6.2 dargestellt 

– an eine «Konzernleitung» innerhalb der Muttergesellschaft oder an eine 

Managementgesellschaft delegiert werden. Vorliegend bezweckt die Be-

schwerdeführerin unter anderem die Führung der B._______ AG sowie die 

Erbringung von damit verbundenen Dienstleistungen (vgl. Sachverhalt 

Bst. A). Die Beschwerdeführerin selbst lässt sodann verlauten, sie nehme 

«die Rolle der Management-Gesellschaft wahr und erbring[e] zentrale 

A-2244/2020 

Seite 18 

Dienstleistungen für alle C._______ Gesellschaften» (Beschwerdeschrift, 

S. 6). Laut Organisationsreglement besteht vorliegend die Konzernleitung 

aus dem CEO, dem CFO und allfällig weiteren Konzernleitungsmitgliedern, 

wobei dem CEO die Verantwortung für die operationelle Geschäftsführung 

des Konzerns obliegt und er in der Ausübung der Geschäftsführung durch 

die übrigen Mitglieder der Konzernleitung unterstützt werde (siehe bereits: 

E. 3). Zwar lässt sich in den Akten ein Anstellungsvertrag des CEO mit der 

B._______ AG finden, gemäss welchem der CEO gleichzeitig in seiner 

Funktion als Mitglied und Delegierter des Verwaltungsrats bestätigt wird 

(Vernehmlassungsbeilage [VB 6], Antwortschreiben der Beschwerdeführe-

rin vom 30. November 2011, Beilage 30, Anstellungsvertrag zwischen der 

B._______ AG und Herrn D._______ vom 6. September 2007). Die weite-

ren betroffenen Konzernleitungsmitglieder waren im relevanten Zeitraum 

jedoch alle vertragsrechtlich bei der Beschwerdeführerin angestellt (vgl. 

sogleich: E. 3.1.2.2). All diese Hinweise lassen darauf schliessen, dass 

vorliegend die Konzernleitungsaufgaben der Holding an die Beschwerde-

führerin als Managementgesellschaft delegiert wurden und somit auch die 

Mitarbeitenden, welchen die operationelle Geschäftsführung bzw. Kon-

zernleitung oblag, bei der Beschwerdeführerin tatsächlich angestellt wa-

ren. 

3.1.2.2 Wie soeben erwähnt, lassen auch die Anstellungsverträge keinen 

anderen Schluss zu. Laut Akten befanden sich alle massgeblichen Kon-

zernleitungsmitglieder – bis auf den CEO – in einem vertragsrechtlichen 

Anstellungsverhältnis mit der Beschwerdeführerin (VB 6, Antwortschreiben 

der Beschwerdeführerin vom 30. November 2011, Beilage 31, Anstellungs-

vertrag zwischen der B._______ AG und Herrn E._______ vom 24. August 

2007 [inkl. Übertragung auf die Beschwerdeführerin vom September 2007]; 

Beilage 32, Anstellungsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und 

Herrn F._______). Dies lässt sich auch den Übertragungsvereinbarungen 

zwischen der Beschwerdeführerin und den einzelnen (Konzernleitungs-

)Mitarbeitenden entnehmen. Darin wird nämlich geregelt, dass ein «Teil der 

zwischen der A._______ AG und deren Mitarbeitenden bestehenden An-

stellungsverhältnisse mit Wirkung zum 1. Januar 2009 mit allen Rechten 

und Pflichten auf die B._______ AG […] übertragen [werden]. Die bisher 

erreichte Betriebszugehörigkeit bei der A._______ AG [werde] selbstver-

ständlich angerechnet […]» (VB 3, Bestreitung der Beschwerdeführerin 

vom 29. November 2010, Beilage 19, Vereinbarungen über die Übertra-

gung des Anstellungsvertrags vom 30. September 2009 mit den Herren 

E._______, G._______, F._______, H._______ und I._______). Demnach 

war das weitere Konzernführungspersonal letztlich auch zivilrechtlich bei 

A-2244/2020 

Seite 19 

der Beschwerdeführerin angestellt. Da die Anstellungsverträge erst Ende 

Oktober 2009 rückwirkend auf den 1. Januar 2009 auf die B._______ AG 

übertragen wurden, lag die arbeitsrechtliche Weisungsbefugnis wohl tat-

sächlich bis Ende Oktober 2009 bei der Beschwerdeführerin. Zwar lässt 

sich den Akten keine (schriftliche) Übertragung des Anstellungsverhältnis-

ses mit dem CEO entnehmen. Wie nachfolgend (E. 3.1.2.3) ersichtlich, 

wurde jedoch bezüglich des CEOs in tatsächlicher Hinsicht im Wesentli-

chen gleich verfahren, wie gegenüber dem weiteren Konzernführungsper-

sonal, was als Indiz dafür gilt, dass die Beschwerdeführerin auch die fakti-

sche Arbeitgeberin des CEOs war. 

3.1.2.3 Den zivilrechtlichen Anschlussverträgen zwischen Konzernfüh-

rungspersonal und der Beschwerdeführerin wurde auch in tatsächlicher 

Hinsicht bereits vor November 2009 nachgelebt: Einerseits ergibt sich aus 

den Akten, dass in den Jahren 2007 und 2008 der Lohn des CEOs und ab 

Januar 2009 bis Ende Oktober 2009 auch der Lohn für das übrige Kon-

zernführungspersonal von der Beschwerdeführerin ausbezahlt worden ist 

(BB 19, Buchhaltungsdetails zu den Personalkosten der Jahre 2007, 2008 

und 2009). Sodann ergibt sich aus den Buchhaltungsdetails bzw. Konten-

blättern der Beschwerdeführerin und der B._______ AG hinsichtlich der 

Jahre 2007 und 2008, dass jeweils keine Umbuchungen (von Personalkos-

ten) – ausser jenen für den CEO – zwischen der Beschwerdeführerin und 

der B._______ AG getätigt wurden. Im Jahr 2009 wurden die Personalkos-

ten an die B._______ AG zwar umgebucht, jedoch erst Ende Dezember 

2009 und nicht anlässlich der Übertragung der Anstellungsverträge Ende 

Oktober 2009. Die Personalkosten für den CEO wurden Ende Juni 2009 

auf die B._______ AG umgebucht und die Umbuchung per 31. Dezember 

2009 wieder storniert (BB 19, Buchhaltungsdetails zu den Personalkosten 

der Jahre 2007, 2008 und 2009; VB 1, Kontrollbericht, Beilage 10.1-10.10). 

Daraus lässt sich schliessen, dass die Beschwerdeführerin die Personal-

kosten zumindest für das übrige Konzernführungspersonal getragen und 

dies auch so in ihren Geschäftsbüchern kontiert hatte. Die Entrichtung des 

Lohnes gemäss Art. 319 OR gehört zu den Hauptverpflichtungen des Ar-

beitgebers. Wird der Lohn – wie vorliegend – in der relevanten Periode 

durch die Beschwerdeführerin beglichen, gilt dies als Indiz dafür, dass sie 

während der massgeblichen Periode in der Rolle der Arbeitgeberin amtete. 

Bezüglich des CEOs wurde zwar der Lohn durch die Beschwerdeführerin 

getilgt, es fanden jedoch tatsächlich Umbuchungen auf die B._______ AG 

statt. Andererseits lässt sich den Akten entnehmen, dass auch die Sozial-

versicherungsbeiträge für die fraglichen Mitarbeitenden, wie AHV/IV/EO-

A-2244/2020 

Seite 20 

Beiträge, Arbeitslosenversicherungsbeiträge, Pensionskassenbeiträge 

und dergleichen bei der Beschwerdeführerin verbucht und abgerechnet 

worden sind (BB 19, Buchhaltungsdetails zu den Personalkosten der Jahre 

2007, 2008 und 2009; VB 1, Kontrollbericht, Beilage 10.1-10.10); diejeni-

gen Kosten des CEOs wurden jedoch wiederum auf die B._______ AG 

umgebucht. Trotzdem bestätigte die zuständige Ausgleichskasse sowohl 

für zwei Konzernleitungsmitglieder als auch für den CEO, dass ab dem 

1. November 2009 von der B._______ AG das AHV-pflichtige Einkommen 

abgerechnet worden ist (VB 6, Antwortschreiben der Beschwerdeführerin 

vom 30. November 2011, Beilagen 33-35, Versicherungsunterstellung bei 

der Ausgleichskasse des Kantons […] vom 2. November 2011). Im Um-

kehrschluss und auch mit Blick auf die Buchhaltungsbelege ist daraus er-

sichtlich, dass bis Ende Oktober 2009 von der Beschwerdeführerin das 

AHV-pflichtige Einkommen abgerechnet wurde; sowohl für die Konzernlei-

tungsmitglieder als auch für den CEO. Weshalb bezüglich Letzteren eine 

Umbuchung auf die B._______ AG getätigt wurde, ist mit Blick darauf und 

auf Nachfolgendes unklar. Letztlich zeigen auch die Lohnausweise, dass 

das weitere Konzernführungspersonal und der CEO bis Ende Oktober 

2009 wohl bei der Beschwerdeführerin beschäftigt waren. Für das Kon-

zernführungspersonal wurden diese von Januar 2009 bis Ende Oktober 

2009 durch die Beschwerdeführerin ausgestellt, ab 1. November 2009 

dann von der B._______ AG. Für den CEO wurden die Lohnausweise der 

Jahre 2007 bis und mit Ende Oktober 2009 durch die Beschwerdeführerin 

ausgestellt, ab 1. November 2009 wiederum durch die B._______ AG 

(VB 6, Antwortschreiben der Beschwerdeführerin vom 30. November 2011, 

Beilagen 36-38, Lohnausweise Konzernleitungsmitglieder und CEO). 

3.1.2.4 Ein letztes Indiz dafür, dass die Konzernleitungsmitglieder und der 

CEO bei der Beschwerdeführerin angestellt waren, ergibt sich schliesslich 

daraus, dass die Miete der damaligen Liegenschaft, in welcher sowohl die 

Beschwerdeführerin als auch die B._______ AG während der vorliegend 

massgeblichen Zeit domiziliert waren, vollumfänglich durch die Beschwer-

deführerin bezahlt worden ist. Unbestritten ist sodann und ergibt sich aus 

den Akten, dass sich auch die gesamte Büroeinrichtung im Besitz der Be-

schwerdeführerin befunden bzw. die B._______ AG über keine eigenen 

Büroräumlichkeiten bzw. -einrichtungen verfügt hat und für den CEO Büro-

einrichtungsgegenstände auf Kosten der Beschwerdeführerin beschafft 

wurden (VB 6, Antwortschreiben der Beschwerdeführerin vom 30. Novem-

ber 2011, S. 5; VB 6, Antwortschreiben der Beschwerdeführerin vom 

30. November 2011, Beilagen 28 und 29, Jahresrechnung der Beschwer-

A-2244/2020 

Seite 21 

deführerin per 31. Dezember 2008 und 2009; VB 1, Kontrollbericht, Bei-

lage 5a-f). Der Mietaufwand, Reinigungs- und Unterhaltsaufwand sowie 

Büromaterialaufwand sind durch die Beschwerdeführerin auch nicht für die 

Berechnung der erbrachten Leistungen bzw. den Stewardship-Anteil 

(hierzu eingehend: E. 3.2) an die B._______ AG berücksichtigt worden 

(VB 6, Antwortschreiben der Beschwerdeführerin vom 30. November 2011, 

Beilage 21, «Cost Center Details» 2008 der Beschwerdeführerin [= BB 

31]). Auch der Umstand, dass somit keinerlei Mietentschädigung von der 

B._______ AG an die Beschwerdeführerin gezahlt worden ist, deutet 

schliesslich darauf hin, dass die Konzernleitungsmitglieder und der CEO 

bei der Beschwerdeführerin angestellt waren. Ansonsten wäre nämlich für 

die Benützung der Büroräumlichkeiten der Beschwerdeführerin durch die 

Angestellten der B._______ AG tatsächlich eine Mietzinszahlung fällig ge-

wesen. Letztlich ergibt sich aus den Akten, dass sämtliche Verwaltungsauf-

wendungen des Konzernführungspersonals wie beispielsweise Telefon-

rechnungen, Reisespesen, Kreditkartenrechnungen und dergleichen von 

der Beschwerdeführerin beglichen wurden (VB 1, Kontrollbericht, Bei-

lage 6a und 6b sowie 11k) – auch dies gilt als Indiz dafür, dass die Be-

schwerdeführerin als Arbeitgeberin agierte. 

3.1.2.5 Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zum 

Schluss kam, die Beschwerdeführerin gelte in der massgeblichen Zeit als 

Arbeitgeberin der betroffenen Konzernleitungsmitglieder und des CEOs. 

3.1.3 Was die Beschwerdeführerin hiergegen vorbringt, vermag daran 

nichts zu ändern: 

3.1.3.1 Der Arbeitsvertrag sei – so die Beschwerdeführerin – formell zwi-

schen der B._______ AG und dem CEO geschlossen worden. Sodann 

seien die Anstellungsverhältnisse sämtlicher betroffener Konzernleitungs-

mitglieder per 1. Januar 2009 (rückwirkend) von der Beschwerdeführerin 

auf die B._______ AG übertragen und entsprechende Personalkosten um-

gebucht worden. Die B._______ AG habe wirtschaftlich betrachtet aber 

auch schon vor der Übertragung ein Weisungsrecht gehabt; die vertragli-

chen Gegebenheiten hätten einfach noch nicht den wirtschaftlichen Tatsa-

chen entsprochen. Vertragsrechtlich gelte die B._______ AG als Arbeitge-

berin (ausführlich: E. 3.1.1). 

Hierzu kann auf das bereits in E. 3.1.2.2 f. Ausgeführte verwiesen werden. 

Alle weiteren Konzernleitungsmitglieder befanden sich in einem vertrags-

rechtlichen Anstellungsverhältnis mit der Beschwerdeführerin. Die Verträge 

A-2244/2020 

Seite 22 

wurden zwar tatsächlich auf die B._______ AG übertragen, aber erst Ende 

Oktober 2009 und zwar rückwirkend auf den 1. Januar 2009. In der Zeit bis 

Ende Oktober 2009 galt die Beschwerdeführerin somit in tatsächlicher und 

somit massgeblicher Hinsicht (vgl. E. 2.4) als Arbeitgeberin. Dies spricht 

gerade dafür, dass die arbeitsrechtliche Weisungsbefugnis bis Ende Okto-

ber 2009 bei der Beschwerdeführerin lag. Jedenfalls hat die Beschwerde-

führerin ihre Behauptung nicht rechtsgenügend belegt, dass die B._______ 

AG bereits vor der Übertragung Ende Oktober 2009 über ein Weisungs-

recht gegenüber diesen Mitarbeitenden verfügte. In den Jahren 2007 und 

2008 fand bezüglich des übrigen Konzernführungspersonals keine Umbu-

chung von Personalkosten statt; im Jahr 2009 wurden diese erst Ende De-

zember 2009 auf die B._______ AG umgebucht. Die Beschwerdeführerin 

hat somit in der massgeblichen Zeit die Personalkosten getragen und diese 

in ihren Geschäftsbüchern kontiert. In den Akten liess sich zwar keine 

(schriftliche) Übertragung des Anstellungsverhältnisses mit dem CEO von 

der Beschwerdeführerin an die B._______ AG entnehmen. Da jedoch auch 

bezüglich des CEOs in tatsächlicher Hinsicht im Wesentlichen gleich ver-

fahren wurde, wie gegenüber dem weiteren Konzernführungspersonal, gilt 

auch hier die Beschwerdeführerin als faktische Arbeitgeberin. Hierbei fällt 

sodann ins Gewicht, dass es wohl wenig Sinn gemacht hätte den CEO, 

welchem die operationelle Geschäftsführung oblag und die Konzernfüh-

rungsmitglieder, welche ihm bei der Ausübung der Geschäftsführung un-

terstützten, unterschiedlich zu behandeln und Ersteren bei der B._______ 

AG zu beschäftigen, während die weiteren Mitarbeitenden bei der Be-

schwerdeführerin angestellt waren. 

3.1.3.2 Die Beschwerdeführerin entgegnet sodann, sie habe lediglich zent-

ral die administrative Abwicklung des gesamten (Konzern-)Personals über-

nommen. Hierdurch sei sie auch um die Bezahlung der Löhne sowie die 

Abrechnung der Sozialversicherungsbeträge besorgt gewesen und habe 

die Lohnausweise erstellt. Diese Tätigkeit mache sie aber nicht zur Arbeit-

geberin, wenn der tatsächliche Wille und die Verträge auf eine andere Ar-

beitgeberin schliessen liessen; dies sei vergleichbar mit der Situation, 

wenn Liegenschaftseigentümer für die Anstellung eines Hauswarts eine 

Liegenschaftsverwaltung beauftragen würden. Die Personalkosten seien 

auf die B._______ AG umgebucht und bei dieser als Personalaufwand in 

den Jahresrechnungen ausgewiesen worden (vgl. bereits: E. 3.1.1). 

Wie gezeigt, hat als rechtsgenügend erstellt zu gelten, dass die Beschwer-

deführerin in der zu beurteilenden Zeit in tatsächlicher und somit massge-

blicher Hinsicht als Arbeitgeberin der Konzernführungsmitglieder und des 

A-2244/2020 

Seite 23 

CEOs galt. Auch die Personalkosten waren in den Geschäftsbüchern der 

Beschwerdeführerin kontiert. Die Beschwerdeführerin hat somit nicht bloss 

die rein administrative Abwicklung der Löhne und dergleichen übernom-

men, sondern agierte als Arbeitgeberin; ein Vergleich mit einer Liegen-

schaftsverwaltung geht somit fehl. 

3.1.4 Die der B._______ AG weiterbelasteten Personalkosten qualifizieren 

somit aus Sicht der Mehrwertsteuer als steuerbarer Personalverleih. 

3.2 Schliesslich gilt zu klären, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin 

im Jahr 2008 der B._______ AG Leistungen erbracht hat bzw. wie hoch die 

hierfür zu verrechnenden Stewardship-Kosten sind. 

3.2.1 Die Beschwerdeführerin moniert unter anderem, die ursprünglich in 

Rechnung gestellten Stewardship-Kosten in Höhe von Fr. 8'586'574.44 

(zzgl. MWST in Höhe von Fr. 652'579.66; insgesamt folglich 

Fr. 9'239'154.10) resultierten aufgrund einer für Steuerzwecke vorgenom-

menen Korrektur und seien somit einzig aus (direkt-)steuerlichen Gründen 

erstellt worden und entsprächen somit nicht dem Wert der effektiv erbrach-

ten Leistungen. Eigentlich habe im Jahr 2008 handelsrechtlich vor Verrech-

nung der Management Fees an die B._______ AG nämlich ein Verlust in 

Höhe von Fr. 7'837'300.88 resultiert, welcher aufgrund des Steuerrulings 

um einen Zielgewinn von einem Zwölftel des Personalaufwandes im Betrag 

von Fr. 749'273.57 habe korrigiert werden müssen. 

Sie habe unter anderem mit der B._______ AG ein branchenübliches Ser-

vice Agreement abgeschlossen, in welchem die Managementdienstleistun-

gen und die Anteile der Stewardship-Kosten in Appendix 1 verbindlich ge-

regelt worden seien. Danach entfielen von den gesamten an die B._______ 

AG erbrachten Leistungen 4.77 Vollzeitstellen (von insgesamt 17.1) auf die 

Stewardship-Aktivitäten (ausmachend 27.9 %); rund 72.5 % (recte: 

72.1 %; entspricht Differenz zwischen 100 % und 27.9 %) seien konzern-

interne Verrechnungen. Die effektiven Stewardship-Kosten seien anhand 

des ausgewiesenen Gesamtaufwands im Jahr 2008 in Höhe von 

Fr. 29'884'000.-- berechnet worden. Dieser sei um die direkt verrechenba-

ren Kosten von Fr. 21'078'000.--, die betrieblich der Beschwerdeführerin 

oder einer Konzerngesellschaft zugeordnet werden konnten und somit 

nicht für die Berechnung der Stewardship-Kosten berücksichtigt wurden, 

gekürzt worden. Vom Rest sei in Anwendung des vertraglich verbindlichen 

Service Agreements der Stewardship-Anteil berechnet worden, welcher 

A-2244/2020 

Seite 24 

Fr. 2'411'783.11 (recte: Fr. 2'411'783.59) betrage. Schliesslich seien die ur-

sprünglich in Rechnung gestellten Stewardship-Kosten in Höhe von 

Fr. 8'586'574.44 aufgrund des Steuerrulings auf den effektiven Stewards-

hip-Anteil von Fr. 2'411'783.11 (recte: Fr. 2'411'783.59) korrigiert und in den 

Büchern beider Gesellschaften verbucht worden. Ihre Schuld gegenüber 

der B._______ AG habe somit Fr. 6’174'790.85 [recte: Fr. 6'174'791.33] be-

tragen. Da ihr (der Beschwerdeführerin) im Falle der Geltendmachung 

durch die B._______ AG die Überschuldung gedroht hätte, habe Letztere 

beschlossen, als Sanierungsmassnahme auf die Forderung zu verzichten. 

Aus Sicht der Mehrwertsteuer qualifiziere dieser Forderungsverzicht je-

doch als Nichtentgelt; ihm liege kein Leistungsaustausch zugrunde, wes-

halb er auch keine Mehrwertsteuerfolgen auslöse. Die ESTV könne dem-

nach nicht einfach auf die ursprüngliche – gemäss Steuerruling eruierte – 

Rechnung abstellen und die korrigierte Rechnung gemäss effektiv geschul-

deten Kosten einfach ignorieren. Die ESTV hätte die Angemessenheit der 

korrigierten Rechnung bestreiten und nachweisen müssen, dass effektiv 

höhere Kosten zu fakturieren gewesen wären. 

Die Vorinstanz entgegnet insbesondere, die ursprünglich der B._______ 

AG in Rechnung gestellten Stewardship-Kosten (in Höhe von 

Fr. 8'586'574.44) hätten nicht auf Fr. 2'411'783.59 korrigiert werden dürfen. 

Dass es sich bei der Differenz zwischen diesen beiden Beträgen – wie von 

der Beschwerdeführerin geltend gemacht – um direkt einer einzelnen Kon-

zerngesellschaft zuordenbare Kosten handeln solle, sei nämlich nicht er-

sichtlich und werde weder glaubhaft gemacht noch belegt. Vielmehr stell-

ten diese Kosten «allgemeine Kosten» dar, da sie gerade nicht einem be-

stimmten Leistungsempfänger zuordenbar seien. Letztlich habe die 

B._______ AG die ursprünglich in Rechnung gestellten Kosten in Höhe von 

Fr. 9'239'154.10 (inkl. Mehrwertsteuer) durch den Forderungsverzicht auch 

tatsächlich beglichen. In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, sie 

habe geprüft, welche effektiven Leistungen die Beschwerdeführerin an die 

B._______ AG erbracht hätte, wobei sie sich auf die Angaben der Be-

schwerdeführerin gestützt habe. Letztere vermöge selber nicht genau dar-

zulegen, welche Leistungen im Detail in welchem Umfang erbracht worden 

seien. Die Beschwerdeführerin stütze sich wohl lediglich auf allgemeine 

vertragliche Abmachungen zur Kostenüberwälzung an die Konzerngesell-

schaften (Service Agreement). Die Vorinstanz weist erneut darauf hin, aus 

den «Cost Center Details» sei ersichtlich, dass es sich bei der Differenz 

zwischen der ursprünglichen und der korrigierten Rechnung um allgemeine 

Kosten und gerade nicht um direkt den Tochtergesellschaften verrechen-

A-2244/2020 

Seite 25 

bare Kosten handle. Sie habe keine Schätzung, Hochrechnung oder der-

gleichen vorgenommen, sondern lediglich geprüft, ob der ursprünglich in 

Rechnung gestellte Betrag zu Recht korrigiert worden sei. Der Konzern 

habe sich in einer Umbruchphase befunden, weshalb auch ausserordent-

liche «allgemeine» Kosten als plausibel erscheinen würden. Ausserdem 

sei der ursprünglich bezahlte Betrag von der B._______ AG bezahlt, bei 

beiden Gesellschaften verbucht worden und die Korrektur erst nach dem 

von der Revisionsstelle testierten Geschäftsabschluss erfolgt. 

3.2.2  

3.2.2.1 Unter Konzerngesellschaften als nahestehende Personen sind 

steuerbare Umsätze zum Drittpreis zu fakturieren (E. 2.3.3 und E. 2.6.1). 

Vorliegend stellte die Beschwerdeführerin in ihrer ursprünglichen Abrech-

nung vom 31. Dezember 2008 an die B._______ AG für ihre Dienstleistun-

gen Stewardship-Kosten für das Geschäftsjahr 2008 in Höhe von 

Fr. 9'239'154.10 (Fr. 8'586'574.44 zzgl. MWST in Höhe von Fr. 652'579.66) 

in Rechnung. Dieser Rechnung war eine Anlage beigefügt, welche über die 

Details der Berechnung Aufschluss gab. Daraus ist ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin das Total Personalaufwand in Höhe von 

Fr. 8'991'282.78 durch Zwölf dividierte und so einen Zielgewinn von 

Fr. 749'273.57 (vgl. E. 3.2.1) erhielt. Letzteren addierte sie zum Verlust (vor 

Steuern) in Höhe von Fr. 7'837'300.88, woraus die besagten Stewardship-

Kosten in Höhe von Fr. 8'586'574.44 resultierten (vgl. zum Ganzen aus-

führlich: BB 22, Rechnung 2008-0221 vom 31. Dezember 2008). Laut Be-

schwerdeführerin basierte ihre Berechnung auf einem Steuerruling mit der 

kantonalen Steuerbehörde, gemäss welchem der Beschwerdeführerin die 

Festsetzung des steuerbaren Reingewinnes schätzungsweise aufgrund ei-

nes Gewinnzuschlages von einem Zwölftel des Personalaufwandes gestat-

tet wurde (BB 20, Steuerruling mit dem kantonalen Steueramt […] vom 

18. März 1998). Somit hat die Beschwerdeführerin die Stewardship-Kosten 

in ihrer ursprünglichen Abrechnung aufgrund der Kostenaufschlags- bzw. 

Cost Plus-Methode geschätzt. 

3.2.2.2 Wie gezeigt (E. 2.3.3), kann in einem Konzern zur Ermittlung des 

Drittpreises unter anderem die Kostenaufschlags- bzw. Cost Plus-Me-

thode, welche grundsätzlich bei den direkten Steuern Anwendung findet, 

herangezogen werden. Auch vorliegend ging die Beschwerdeführerin von 

den verbuchten (Personal-)Kosten aus und berechnete darauf einen Ge-

winnzuschlag von einem Zwölftel. Die ursprüngliche Rechnung der Be-

schwerdeführerin vom 31. Dezember 2008 ist somit insofern grundsätzlich 

drittpreiskonform. 

A-2244/2020 

Seite 26 

3.2.3  

3.2.3.1 Mittlerweile hat die Beschwerdeführerin ihre ursprüngliche Rech-

nung jedoch korrigiert (BB 32, Korrekturabrechnung vom 12. November 

2009; vgl. auch BB 33 und 34) und stellt sich auf den Standpunkt, diese sei 

einzig aus steuerlichen Gründen – nämlich um den Zielgewinn gemäss 

Steuerruling betreffend die direkten Steuern zu erreichen – erstellt worden 

und entspreche nicht dem Wert der effektiv erbrachten Leistungen. Um 

Letztere zu berechnen sei vielmehr das Service Agreement heranzuzie-

hen. 

Gemäss neuer Abrechnung vom 30. September 2009 an die B._______ 

AG stellte die Beschwerdeführerin für ihre Dienstleistungen Stewardship-

Kosten für das Geschäftsjahr 2008 in Höhe von neu Fr. 2'595'079.14 

(Fr. 2'411'783.59 zzgl. MWST in Höhe von Fr. 183'295.55) in Rechnung 

(BB 28, Rechnung 2009-0238 vom 30. September 2009). Für die Berech-

nung stützte sich die Beschwerdeführerin auf eine Beilage namens «Cost 

Center Details» (vgl. ausführlich: BB 31, «Cost Center Details» 2008 der 

Beschwerdeführerin). Diese Beilage ist in die Bereiche «General Manage-

ment», «HR», «Legal», «Finance» und in einen nicht genauer bezeichne-

ten Bereich, welcher laut Beschwerdeführerin direkt verrechenbare Kos-

ten, welche betrieblich der Beschwerdeführerin oder einer Konzerngesell-

schaft zuzuordnen seien, gegliedert. Aus der Spalte «Neuberechnung – 

Actuals 2008» ergibt sich jeweils die Grundlage für die Neuberechnung. 

Dem «Total» auf der letzten Seite ebendieser Spalte ist zu entnehmen, 

dass sich der Gesamtaufwand der Beschwerdeführerin im Jahr 2008 auf 

Fr. 29'884'000.-- belief. Hiervon zog die Beschwerdeführerin das Total des 

nicht genau bezeichneten Bereichs der angeblich direkt verrechenbaren 

Kosten in Höhe von Fr. 21'078'000.-- ab. Die Differenz von Fr. 8'806'000.-- 

wurde in einem nicht näher aufgezeigten Verhältnis auf die bereits bezeich-

neten Bereiche «General Management» (Fr. 3'952'000.--), «HR» 

(Fr. 1'042'000.--), «Legal» (Fr. 539'000.--) und «Finance» (Fr. 3'273'000.--) 

aufgeteilt. Schliesslich wurde in Anwendung des Service Agreements für 

diese Bereiche der Stewardship-Anteil berechnet: konkret für den Bereich 

«General bzw. Group Management» von insgesamt Fr. 3'952'000.-- in 

Höhe von 30 % (ausmachend Fr. 1'185'600.--), für das «HR» im Betrag von 

Fr. 1'042'000.-- von 0 % (ausmachend Fr. 0.--), für den Bereich «Legal Ser-

vices» von Fr. 539'000.-- in Höhe von 15 % (ausmachend Fr. 80'850.-- [laut 

Service Agreement würde der Stewardship-Anteil jedoch 20 % betragen]) 

und für die Gruppe «Financial Services» von insgesamt Fr. 3'273'000.-- 

von 35 % (ausmachend Fr. 1'145'550.--). Hieraus resultierten Stewardship-

A-2244/2020 

Seite 27 

Kosten in Höhe von insgesamt rund Fr. 2'412'000.-- (dies entspricht 

ca. 8 % des Gesamtaufwands). 

3.2.3.2 Vorliegend hat die Vorinstanz keine Ermessenseinschätzung vor-

genommen. Vielmehr hat die Beschwerdeführerin ihre ursprüngliche Rech-

nung in Anwendung der Randziffer 808 der Wegleitung 2008 zur Mehrwert-

steuer (gültig ab 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009) selber storniert 

und der B._______ AG eine neue Rechnung erstellt. Laut Randziffer 808 

kann, wenn sich nachträglich herausstellt, dass die dem Kunden fakturierte 

Mehrwertsteuer unter anderem zu hoch ist, beispielsweise aufgrund einer 

falschen Berechnungsgrundlage, eine Korrektur durch eine formell richtige 

Nachbelastung bzw. Gutschrift getätigt werden. Im Resultat handelt es sich 

bei der vorliegenden Rechnungskorrektur um eine steuermindernde Tatsa-

che. Mit Blick auf die allgemeinen Beweislastregeln, gemäss welchen die 

steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und steuermindernden 

Tatsachen beweisbelastet ist (E. 1.7), hat nunmehr die Beschwerdeführe-

rin aufzuzeigen, dass sie die ursprüngliche Rechnung zu Recht korrigiert 

hat. 

3.2.4  

3.2.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt unter anderem vor, die Vorinstanz 

habe nie ernsthaft geprüft, welche effektiven Leistungen sie – die Be-

schwerdeführerin – der B._______ AG erbrachte habe. Bei ihrer ursprüng-

lichen Rechnung handle es sich um nichts anderes, als die Umsetzung des 

Steuerrulings (betreffend die direkten Steuern). Diese Rechnung habe kei-

nerlei Bezug zu den effektiv erbrachten Leistungen und beruhe auf einer 

Systematik, die mit den angefallenen Kosten und deren Umlage an die 

Konzerngesellschaften nichts zu tun habe (Beschwerde, S. 18). Die Ange-

messenheit des von der Vorinstanz nachgeforderten (und auf der ur-

sprünglichen Rechnung beruhenden) Betrages sei nie nachgewiesen wor-

den; jedenfalls entspreche dieser in keiner Weise ihrer Kostenstruktur, wür-

den doch auf diese Weise knapp 40 % der gesamten Kosten der Be-

schwerdeführerin der B._______ AG weiterbelastet, obwohl sie als Ma-

nagement-Gesellschaft für die ganze C._______ Gruppe tätig sei (Be-

schwerde, S. 5). Mitunter hätten sechzehn von siebzehn Mitarbeitenden 

der Beschwerdeführerin zu 100 % für die B._______ AG tätig sein müssen, 

um Stewardship-Kosten in Höhe der ursprünglichen Rechnung zu verursa-

chen. Dies sei mit Blick darauf, dass die konzerninternen Verrechnungen 

rund 72.1 % ausmachten, die Stewardship-Kosten aber bloss 27.9 % be-

tragen würden, nicht nachvollziehbar. Auch die 3 ‰-Regel, welche zur 

Überprüfung der Angemessenheit der Kostenverrechnung herangezogen 

A-2244/2020 

Seite 28 

werden könne, zeige, dass die von der ESTV zugrunde gelegte Bemes-

sungsgrundlage völlig unrealistisch sei (Beschwerde, S. 20, vgl. auch 

S. 11). 

Die Vorinstanz erwidert, sie habe hinsichtlich der erbrachten Leistungen 

auf Nachfrage bei der Beschwerdeführerin lediglich die Information erhal-

ten, es seien Leistungen gemäss dem Service Agreement erbracht wor-

den; weiterführende Angaben bezüglich des Umfangs der effektiv erbrach-

ten Leistungen seien nicht eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin 

selbst könne nicht genau darlegen, welche Leistungen im Detail in wel-

chem Umfang erbracht worden seien und verweise lediglich auf allgemeine 

vertragliche Abmachungen zur Kostenüberwälzung an die Konzerngesell-

schaften (Service Agreement). Weshalb nicht ungefähr sechzehn Mitarbei-

tende der Beschwerdeführerin ein Jahr für die B._______ AG tätig gewe-

sen sein konnten, vermöge diese nicht aufzuzeigen. Sodann habe sich der 

C._______ Konzern in der massgeblichen Zeit in einer Umbruchphase be-

funden, weshalb es auch plausibel erscheine, dass ausserordentliche «all-

gemeine» Kosten entstanden bzw. Leistungen zu erbringen gewesen 

seien, welche keiner Tochter- bzw. Schwestergesellschaft in Rechnung ge-

stellt hätten werden können, sondern der B._______ AG zu verrechnen 

gewesen seien (Vernehmlassung, S. 4 f.; vgl. auch: Einspracheentscheid, 

S. 10 f.). 

Vorliegend kann der Vorinstanz nicht vorgehalten werden, sie habe nie 

ernsthaft geprüft, welche effektiven Leistungen die Beschwerdeführerin der 

B._______ AG erbracht hat. Hierfür ist die Vorinstanz auf die Angaben der 

Beschwerdeführerin angewiesen. Ausserdem muss vorliegend – wie ge-

zeigt (E. 3.2.3.2) – nicht die ESTV nachweisen, dass effektiv höhere Kos-

ten zu verrechnen gewesen wären, sondern es liegt im Gegenteil an der 

Beschwerdeführerin aufzuzeigen, dass sie die ursprüngliche Rechnung zu 

Recht korrigiert hat. Diesbezüglich verweist die Beschwerdeführerin insbe-

sondere auf ihr Service Agreement, welches sie bei der Erstellung der ur-

sprünglichen Rechnung aber zumindest grundsätzlich ausser Acht liess 

und vielmehr eine Verrechnung gemäss Steuerruling abwickelte. Darauf ist 

sie grundsätzlich zu behaften. Zunächst ist festzustellen, dass das sich in 

den Akten befindliche Service Agreement (BB 26) weder unterschrieben 

noch datiert ist. Aber selbst mit einer nachträglichen Anwendung des Ag-

reements vermag die Beschwerdeführerin die effektiven Leistungen im vor-

liegenden Fall nicht aufzuzeigen und darzulegen, dass die ursprüngliche 

Rechnung falsch war und von ihr (der Beschwerdeführerin) folglich zu 

Recht korrigiert wurde. Auch der Hinweis auf ihre Kostenstruktur vermag 

A-2244/2020 

Seite 29 

dies nicht nachzuweisen, da mit Blick auf die unbestrittenermassen vorlie-

gende Umbruchphase des C._______ Konzerns in der massgeblichen Zeit 

tatsächlich ausserordentliche «allgemeine» Kosten denkbar sind, welche 

der B._______ AG zu verrechnen waren und es nicht abwegig erscheint, 

dass überdurchschnittlich viele Mitarbeitende tatsächlich für die Holding ar-

beiteten. Die 3 ‰-Regel als annäherungsweise Ermittlung des Werts der 

Leistungen im Zusammenhang mit der Führung eines Konzerns kann zwar 

zur Anwendung kommen, wenn zwischen Tochter- und Holdinggesellschaft 

Abmachungen und Aufzeichnungen über die durch die Holding zu tragen-

den Stewardship-Kosten und jene an die Tochtergesellschaften weiter ver-

rechenbaren Kosten fehlen. Werden jedoch – wie im zugrundeliegenden 

Fall – konkrete Vereinbarungen über die Höhe der Stewardship-Kosten ge-

troffen und solche Abrechnungen erstellt – vorliegend ursprünglich mittels 

der Cost Plus-Methode, welche teilweise auch den Verteilschlüssel des 

eingereichten Service Agreements berücksichtigt –, muss tatsächlich da-

von ausgegangen werden, dass diese den wirtschaftlich tatsächlichen Ver-

hältnissen eher entsprechen. Dies spricht gegen die Anwendbarkeit einer 

nicht spezifizierten Pauschale. Dass eine Pauschale auch lediglich die re-

gelmässig anfallenden Kosten aufzuzeigen vermag und sich nur bedingt 

während einer Umbruchphase eignet, erscheint plausibel. Somit gelingt es 

der Beschwerdeführerin auch anhand dieser Pauschale nicht darzulegen, 

dass die ursprüngliche Rechnung falsch war bzw. zu Recht korrigiert 

wurde. 

3.2.4.2 Wie gezeigt, stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, 

um die effektiv geschuldeten Stewardship-Kosten zu ermitteln, sei auf das 

vertraglich verbindliche Service Agreement (und die eingereichten «Cost 

Center Details») abzustellen. Darin werde festgehalten, welcher Anteil bei 

den Leistungen «Group Management», «Financial Services», «HR» und 

«Legal Service» den Stewardship-Kosten zugewiesen werde. Im Service 

Agreement sei ausserdem vorgesehen, dass die betrieblich direkt zuord-

enbaren Kosten von ihr (der Beschwerdeführerin) bzw. den betroffenen 

Tochtergesellschaften zu tragen seien und nicht in die Berechnung des 

Stewardship-Anteils einfliessen dürften (Beschwerde, S. 19). Die effekti-

ven Stewardship-Kosten seien daher anhand des ausgewiesenen Gesamt-

aufwands im 2008 in Höhe von Fr. 29'884'000.-- berechnet worden. Dieser 

sei um die direkt verrechenbaren Kosten von Fr. 21'078'000.--, die betrieb-

lich der Beschwerdeführerin oder einer Konzerngesellschaft zugeordnet 

werden konnten, gekürzt worden. Vom Rest sei in Anwendung des Service 

Agreements der Stewardship-Anteil berechnet worden, welcher rund 

Fr. 2'412'000.-- betrage (Beschwerde, S. 12). 

A-2244/2020 

Seite 30 

Die Vorinstanz hält dagegen, die Differenz zwischen der ursprünglichen 

und der nachträglich korrigierten Rechnung stellten laut Beschwerdeführe-

rin Aufwendungen aus dem Bereich «Management-Fees» (an andere 

Tochtergesellschaften oder die B._______ AG) dar, also ein nicht «genau» 

benannter Bereich. Dass es sich bei diesen Kosten, welche unter anderem 

auch Positionen wie «Abschr. Sachanlagen», «Drucksachen» und allge-

meine Personalkosten umfassten, um direkt einer einzelnen Tochtergesell-

schaft zuordenbare Kosten handeln solle, sei nicht ersichtlich und werde 

weder glaubhaft gemacht noch belegt. Vielmehr stellten diese Kosten «all-

gemeine Kosten» dar, da sie gerade nicht einem bestimmten Leistungs-

empfänger zuordenbar seien. Dass sie daher – wie in der ursprünglichen 

Rechnung – auf die anderen Kostenstellengruppen umgelegt und in die-

sem, entsprechend dem Verteilschlüssel im Service Agreement, als Ste-

wardship-Kosten in Rechnung gestellt worden seien, sei nachvollziehbar 

und berücksichtige somit auch die vertragliche Abmachung bzw. entspre-

che dem Service-Agreement. Letztlich habe die B._______ AG die ur-

sprünglich in Rechnung gestellten Kosten in Höhe von Fr. 9'239'154.10 

(inkl. Mehrwertsteuer) auch tatsächlich (durch den Forderungsverzicht) be-

glichen und die Beschwerdeführerin habe für die erbrachte Leistung ein 

Entgelt in dieser Höhe erhalten; bei beiden sei dies auch verbucht worden. 

Diese Kosten seien auch nie an eine der Tochtergesellschaften weiterver-

rechnet worden. Als Bemessungsgrundlage für die nachweislich erbrachte 

Leistung sei das tatsächlich empfangene Entgelt heranzuziehen (Ver-

nehmlassung, S. 4 f. und Einspacheentscheid, S. 10 f.). 

Wie bereits dargetan (E. 3.2.3.1), ist die Beilage «Cost Center Details» in 

die Bereiche «General Management», «HR», «Legal», «Finance» und in 

einen nicht genauer bezeichneten Bereich gegliedert. Die Differenz zwi-

schen der ursprünglichen und der nachträglich korrigierten Rechnung re-

sultiert vorliegend insbesondere daraus, ob das Total dieses nicht exakt 

bestimmten Bereichs in Höhe von Fr. 21'078'000.-- den direkt verrechen-

baren Kosten oder den «allgemeinen Kosten» zugeordnet wird. Laut Be-

schwerdeführerin handelt es sich hierbei um direkt verrechenbare Kosten, 

welche betrieblich der Beschwerdeführerin oder einer Konzerngesellschaft 

zuzuordnen seien. Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, diese 

Kosten stellten «allgemeine Kosten» dar, da sie gerade nicht einem be-

stimmten Leistungsempfänger zuordenbar seien. Vorliegend enthält der 

nicht genau bestimmte Bereich besagter Beilage Positionen wie unter an-

derem «Abschr. Sachanlagen», «Drucksachen» und allgemeine Personal-

kosten. Dass es sich insbesondere hierbei um direkt einer einzelnen Toch-

tergesellschaft zuordenbare Kosten handeln soll, ist – in Übereinstimmung 

A-2244/2020 

Seite 31 

mit der Vorinstanz – tatsächlich nicht ersichtlich, belegt oder glaubhaft ge-

macht. Laut Beschwerdeführerin würden jedoch insbesondere Reise- und 

Repräsentationsaufwand, Meetings, Seminare, Messen und Events, Post-

aufwand, Security Leistungen und IC (wohl intercompany) Weiterbelastun-

gen als direkt verrechenbare Kosten gelten. Aber auch diese Behauptung 

ist weder begründet noch wird sie von der Beschwerdeführerin weiter be-

legt. Einzig bezüglich IC Weiterbelastungen führt die Beschwerdeführerin 

aus, diese stellten gruppeninterne Verrechnungen (insbesondere für IT, 

R&D [wohl Forschung und Entwicklung] etc.) dar, «die von verschiedenen 

C._______ Gesellschaften für die ganze Gruppe erbracht werden, und an-

schliessend über die Beschwerdeführerin auf der Basis der Service-Agree-

ment wieder auf alle Konzerngesellschaften zu belasten wären. Es handelt 

sich bei diesen Kosten auf jeden Fall nicht um Stewardship-Kosten, die 

einzig von der B._______ AG zu tragen sind» (Beschwerde, S. 11). Als Bei-

lage reicht die Beschwerdeführerin Konto-Details ein (BB 4, Konto-Details 

582000 A._______ AG Aufwand Direktleistungen Konzern 2008). Diese 

zeigen zwar auf, dass verschiedene C._______ Gesellschaften Leistungen 

erbracht bzw. entsprechende Aufwände auf diesem Konto verbucht wur-

den. Die diesbezüglichen Aussagen der Beschwerdeführerin, dass es sich 

um gruppeninterne Verrechnungen handle, die von verschiedenen 

C._______ Gesellschaften für die ganze Gruppe erbracht wurden und über 

sie (die Beschwerdeführerin) wieder auf alle Konzerngesellschaften zu be-

lasten wären, weist aber eher darauf hin, dass es sich bei den Kosten des 

nicht genau bestimmten Bereichs gerade nicht um Kosten handelt, die ei-

nem bestimmten Leistungsempfänger zuordenbar sind und diese letztlich 

auch nicht an eine der Tochtergesellschaften weiterverrechnet wurden. Je-

denfalls vermag die Beschwerdeführerin auch mit dieser Behauptung nicht 

glaubhaft zu machen oder zu belegen, dass es sich um direkt einer einzel-

nen Tochtergesellschaft zuordenbare Kosten handelt. 

Insgesamt ist bei dieser Ausgangslage nicht zu beanstanden, dass die Vor- 

instanz geschlossen hat, bei den streitbetroffenen Kosten handle es sich 

nicht um direkt einer einzelnen Tochtergesellschaft zuordenbare Kosten, 

sondern vielmehr um «allgemeine Kosten» und auf die ursprüngliche 

Rechnung abstellte, in welcher diese «allgemeine Kosten» schliesslich auf 

andere Kostenstellengruppen umgelegt wurden und in der jeweiligen 

Gruppe – entsprechend dem Verteilschlüssel im Service Agreement – als 

Stewardship-Kosten in Rechnung gestellt wurden. In Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz wurde somit in der ursprünglichen Rechnung auch der Ver-

teilschlüssel des Service Agreement berücksichtigt. 

A-2244/2020 

Seite 32 

3.2.4.3 Das Service Agreement entspreche – so die Beschwerdeführerin – 

den internationalen Standards zur Festlegung der Transferpreise und auch 

der Vergleich mit anderen internationalen Konzernen zeige, dass die ver-

wendeten prozentualen Anteile zur Berechnung der Stewardship-Kosten 

den üblichen Gepflogenheiten entsprechen würden (Beschwerde, S. 19 f.). 

Ob das zugrundeliegende Service Agreement tatsächlich den internationa-

len Standards zur Festlegung der Transferpreise und im vorliegenden Fall 

den Drittpreisen entspricht, ist weder nachgewiesen noch belegt. 

3.2.5 Zusammenfassend gelingt es der Beschwerdeführerin folglich nicht 

aufzuzeigen, dass sie die ursprüngliche Rechnung zu Recht korrigiert hat. 

Als Bemessungsgrundlage für die erbrachten Stewardship-Leistungen ist 

daher auf den gemäss ursprünglicher Rechnung festgesetzten Betrag in 

Höhe von Fr. 8'586'574.44 abzustellen. 

3.3  

3.3.1 Bei vollumfänglicher oder teilweiser Bestätigung des Einspracheent-

scheids sei – so die Beschwerdeführerin – aufgrund der durch die ESTV 

verschuldeten langen Verfahrensdauer auf die Erhebung von Verzugszin-

sen zu verzichten. Die ESTV habe sich nach den Einwänden gegen die EM 

im Oktober 2010 viereinhalb Jahre Zeit gelassen, eine Verfügung zu erlas-

sen. Alsdann habe sie (die Beschwerdeführerin) davon ausgehen dürfen, 

dass ihre Einwände gegen die EM Erfolg haben würden, da ihr die Mehr-

wertsteuer auf der Gutschrift, die nun Gegenstand des Verfahrens sei, am 

3. September 2010 vorbehaltlos ausbezahlt worden sei. Für den Ein-

spracheentscheid habe die ESTV nochmals vierdreiviertel Jahre ge-

braucht. Dies habe zur Folge, dass sie heute nur unter erschwerten Bedin-

gungen Unterlagen aus den Jahren 2006 bis 2009 beschaffen könne. 

Sollte es ihr somit nicht mehr möglich sein, den Sachverhalt zu beweisen, 

dürfe ihr dies nicht zum Nachteil gereichen. Inzwischen belaufe sich der 

Verzugszins auf über 40 % der allenfalls geschuldeten Mehrwertsteuer. 

Den Verzugszinslauf durch Bezahlung zu stoppen sei bei angespannten 

finanziellen Verhältnissen und einer Verlustsituation oft nicht möglich (Be-

schwerde, S. 4 und 21). 

Die Vorinstanz entgegnet, die Beschwerdeführerin hätte seit Erhalt der EM 

im Oktober 2010 jederzeit die Möglichkeit gehabt, den geschuldeten Be-

trag ohne weitere Verzugszinsfolgen einzuzahlen. Dem Umstand, dass 

dies bei angespannten finanziellen Verhältnissen und einer Verlustsituation 

A-2244/2020 

Seite 33 

nicht möglich sei, könne nicht Rechnung getragen werden, da die gesetz-

liche Grundlage bzgl. Verzugszins eindeutig sei. Der Beschwerdeführerin 

sei durch die lange Verfahrensdauer somit kein Nachteil erwachsen. Was 

die Bemessungsgrundlage betreffe, habe die Beschwerdeführerin im Übri-

gen bereits im Jahr 2011 nicht genau darlegen können, welche Leistungen 

im Detail in welchem Umfang erbracht worden seien. Die lange Verfahrens-

dauer habe somit nichts damit zu tun gehabt. 

3.3.2 Die steuerpflichtige Person hat gegenüber der ESTV innert 60 Tagen 

nach Ablauf der Abrechnungsperiode unaufgefordert in der vorgeschriebe-

nen Form über die Steuer und die Vorsteuer abzurechnen und die in die-

sem Zeitraum entstandene Steuerforderung zu begleichen, andernfalls 

ohne Mahnung und unabhängig vom Verschulden ein Verzugszins ge-

schuldet ist (E. 2.7). Vor dem Hintergrund dieser klaren Regelung vermag 

die Argumentation der Beschwerdeführerin, sie habe aufgrund der vorbe-

haltlosen Ausbezahlung der Mehrwertsteuer auf der Gutschrift am 3. Sep-

tember 2010 durch die ESTV davon ausgehen dürfen, dass ihre Einwände 

gegen die EM Erfolg haben würden, nicht zu überzeugen. Es wäre an ihr 

gewesen, sich um die Begleichung ihrer Steuerschuld (unter Vorbehalt) zu 

kümmern, andernfalls die Verzugszinsen ohne Weiteres zu laufen begin-

nen. Ob sie den Verzugszinsenlauf durch Bezahlung aufgrund angespann-

ter finanzieller Verhältnisse und einer Verlustsituation nicht stoppen konnte, 

spielt somit keine Rolle; solches hat sie denn auch nicht weiter belegt. 

Ebenfalls rechtlich festgelegt ist die Höhe des Verzugszinses. Schliesslich 

ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass die Beschwerdeführerin bereits 

im Jahr 2011 nicht genau belegen konnte, welche Leistungen im Detail in 

welchem Umfang erbracht worden sind und die Verfahrensdauer daher 

nicht zur Folge gehabt hat, dass die Beschwerdeführerin unter erschwerten 

Umständen Unterlagen beschaffen musste. Dementsprechend ist die Be-

schwerde auch bezüglich dieses Antrags abzuweisen. 

3.4 Zusammenfassend hat als rechtsgenügend erstellt zu gelten, dass die 

Beschwerdeführerin für den fraglichen Zeitraum in tatsächlicher und somit 

massgeblicher Hinsicht als Arbeitgeberin der Konzernführungsmitglieder 

und des CEOs galt und die der B._______ AG wieterbelasteten Personal-

kosten folglich als steuerbarer Personalverleih qualifizieren (vgl. E. 3.1.2.5 

und E. 3.1.4). Als Bemessungsgrundlage für die erbrachten Stewardship-

Leistungen ist ausserdem auf den gemäss ursprünglicher Rechnung fest-

gesetzten Betrag abzustellen, da es der Beschwerdeführerin nicht aufzu-

zeigen gelingt, dass sie diese zu Recht korrigiert hat (vgl. E. 3.2.5). Somit 

A-2244/2020 

Seite 34 

erweist sich der vorinstanzliche Einspracheentscheid als rechtmässig. Die 

Beschwerde ist daher vollumfänglich abzuweisen. 

4.  

4.1 Ausgangsgemäss hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Ver-

fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 7'500.-- 

festzusetzen (vgl. Art. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvor-

schuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

4.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG 

e contrario). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 7'500.-- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der von dieser einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

A-2244/2020 

Seite 35 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Anna Strässle 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

Versand: