# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a7be1b7-5ccd-5d7a-9502-f9d4623c7347
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-10-30
**Language:** de
**Title:** Rentenherabsetzung gestützt auf interdisziplinäres Gutachten rechtens; Invalideneinkommen auf falscher zeitlicher Basis ermittelt
**Docket/Reference:** UV.2012.00186
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2012.00186.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2012.00186
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiber Klemmt
Urteil
vom
30. Oktober 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG
lic
.
iur
. Melanie Keller
Badenerstrasse
141, Postfach 1372, 8026 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Ineichen
Lischer
Zemp
, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1955 geborene
X.___
arbeitete seit dem 1. Dezember 1980 als Elektro-Hilfsmonteur bei der Firma
Y.___
AG (
Urk.
8/1
), als
er am 5. August 1999 in einen Autounfall verwickelt wurde, bei dem er einen Kopfanprall, eine Schlüsselbeinluxation links sowie eine Rippenkontusion rechts erlitt und bei welchem
auch
Familienmitglied
er
ums Leben kam
en
(
Urk.
8/1-2,
Urk.
8/5,
Urk.
8/8,
Urk.
8/20,
Urk.
8/153 S. 2,
Urk.
8/201 S. 10
). In der Folge war er 100%ig arbeitsunfähig.
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) anerkannte ihre Leistungspflicht als obligatorischer Unfallversicherer, richtete Taggelder aus und übernahm die Kosten der Heilbehandlung
(vgl.
Urk.
8/13,
Urk.
8/89
,
Urk.
8/124
)
.
Ein Arbeitsversuch am 29. Mai 2000 scheiterte (
Urk.
8/26,
Urk.
8/29).
Nebst den anhaltenden Schulterbeschwerden litt der Ver
sicherte auch unter Schmerzen in
der Lendenwirbelsäule
(
Urk.
8/20,
Urk.
8/37
,
8/90),
welche
von den Ärzten auf eine
Rezessusstenose
L5 links bei
linkslatera
ler
Diskushernie L5/S1 zurückgeführt wurden und mittels einer operativen De
kompression des
Rezessus
L5 über das
interlaminäre
Fe
n
ster L4/5 und L5/S1 am 14. Juni 2000 behandelt wurden (
Urk.
8/110)
.
Am 10. November 2000
erfolgte die operative Stabilisation des linken
Acromio-Claviclargelenks
nach
Waever
-Dunn (
Urk.
8/175).
Wegen
Angstzuständen, Schlaflosigkeit, innerer Unruhe und weiterer psychischer Symptome begab sich der Versicherte bei
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung (
Urk.
8/83
,
Urk.
8/153
).
Per 30. April 2003 stellte die
Suva die Taggeldleistungen und
die Übernahme der
Heilungskosten ein, soweit diese nicht die notwendige psycho
therapeutische Behandlung betrafen (
Urk.
8/160).
Gestützt auf die Beurteilung
vom 17. April 2003
von
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie von der Abteilung Versicherungsmedizin der Suva
(
Urk.
8/163), sowie die Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Chirurgie, vom 1
2.
Mai 2003 (
Urk.
8/175
)
sprach
die Suva
dem Versicherten
mit Verfügung
vom
20. Juni 2003
ab 1. Mai 2003
eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
100 %
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 25 %
zu
(
Urk.
8/181
)
. Dies
e
Verfügung wurde rechtskräftig.
Mit Mit
teilung vom 20. Juli 2006 bestätigte
die
Suva die laufende
Rente
nach Über
prüfung des Anspruchs
(
Urk.
8/190; vgl. auch
Urk.
8/188-189
).
1.2
Die Invalidenversicherung, welche dem Versicherten mit Wirkung ab
1. August 2000
eine ganze Rente ausrichtete
(
Urk.
8/98)
, veranlasste im Rahmen einer Rentenrevision eine interdisziplinäre
(internistische, rheumatologische und psychiatrische)
B
egutachtung des Versicherten
. Gestützt auf das Gutachten vom
3. Oktober 2010 des Instituts
C.___
(
Urk.
8/201)
ging sie von einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes aus und hob die laufende
ganze Rente
mit Verfügung vom 13. April 2012 auf
(
Urk.
8/194
)
.
Das vom Versicherten dagegen eingeleitete Beschwerdeverfahren wird ebenfalls mit heutigem Urteil des Sozialversicherungsgerichts
im Verfahren IV.2012.00540
erledigt.
Nach
dem
die Suva
vom Rentenrevisionsverfahren der Invalidenversicherung
Kenntnis erlangt
(vgl.
Urk.
8/191)
und das
Gutachten
des Instituts
C.___
vom 3. Oktober 2010 zugestellt erhalten hatte,
nahm s
ie ebenfalls eine Rentenrevision vor.
Mit Verfügung vom 26. April 2012
(
Urk.
8/195
)
und diese bestätigendem
Einspracheen
t
scheid
vom 26. Juli 2012 (
Urk.
2) setzte die Suva die laufende 100%-Rente
ab dem 1. Juni 2012
herab
,
basierend auf dem neu ermittelten Invaliditätsgrad von 36 %.
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch
die DAS Rechtsschutz
-Versicherungs-AG,
lic
.
iur
. Melanie Keller
, mit Eingabe vom 3. September 2012 Beschwerde und beantrag
t
e, es sei ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vo
m 25. September 2012 beantragte
die Suva die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Im Rahmen von Replik (
Urk.
11) und Duplik (
Urk.
16) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
In
prozessualer
Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss
des ebenfalls beim Sozialversicherungsgericht
hängigen
Beschwerdeverfahrens
IV.2012.00540
betreffend
die
Aufhebung der Rente der Invalidenversicherung
(
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
11 S. 3
).
Da beide Verfahren – sowohl die Rente der Unfall- als auch
diejenige
der Invalidenversicherung – vom gleichen Spruchkörper mit heutigem Urteil erledigt werden, ist die not
wendige Koordination gewährleistet. Auf eine förmliche Sistierung des Verfah
rens
konnte
daher verzich
tet werden
.
2.
2.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 des Bundesgeset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 ATSG).
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Eine bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachver
haltes stellt demgegenüber keine revisionsrechtlich relevante Änderung dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_373/2012 vom 2
5.
Oktober 2012, E. 3.2 mit Hin
weisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 f. E. 3 mit Hinweisen; BGE 133 V 108 E. 5.4).
3.
3.1
Die Suva begründete die
Herabsetzung der 100%
-Rente auf eine solche von 36 % damit, aufgrund des Gutachtens
des Instituts
C.___
vom
3.
Oktober 2010 stehe fest, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit 100%ig arbeitsfähig sei. Es bestehe kein Anlass, von der gutachterlichen Beurteilung abzuweichen, erfülle diese doch
sämtliche
an ein beweiskräftiges Gutachten gestellten Anforderungen. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführer
s habe sich wesentlich
verbessert. Ausgehend von einem hypothetischen
Valideneinkommen
von Fr. 83‘272.-- und
einem im Jahr 2012
zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommen von Fr. 53‘266.-- errechne sich ein Invaliditätsgrad von 36 %, welcher Anspruch auf die entsprechend herabgesetzte Rente gebe (
Urk.
2
,
Urk.
7,
Urk.
16
).
3.2
Der Beschwerdeführer verlangt dagegen
die Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 2
6.
Juli 2012 und
die Weiterausrichtung der laufenden Rente und macht
– durch Verweisung auf seine Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 1
5.
Mai 2012 im Verfahren IV.2012.00540 betreffend die Aufhebung der Rente der Invalidenversicherung -
geltend,
eine Verbesserung des Gesundheits
zustandes sei im
Gutachten
des Instituts
C.___
nicht nachvollziehbar begründet worden. Da
mit sei kein Revisionsgrund
vorhanden und der Anspruch auf die laufende Rente bestehe unverändert. Im Übrigen
könne
auch
nicht auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im
Gutachten
von C.___
abgestellt werden, da d
as Gutachten nicht die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an die Qualität eines Fach
berichtes
erfülle
. Zum einen sei die attestierte uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht angesichts der von den Gutachtern erhobenen Befunde nicht nachvollziehbar. Zum anderen lasse das psychiatrische Teilgutachten eine Auseinandersetzung mit der divergierenden Beurteilung von
Dr.
Z.___
missen.
Dr.
Z.___
behandle ihn seit über zehn Jahren, weshalb er den
chronifizierten
Krankheitsverlauf mit einer Wesensänderung besser habe beobachten können als die Gutachter, welche für ihre Beurteilung bloss auf eine Momentaufnahme hätten abstellen können. Die von den Gutachtern
erwähnte fehlende Medikamenteneinnahme sei zudem für psychisch Erkrankte geradezu typisch und nicht geeignet, das Nichtbestehen einer psychischen Erkrankung zu begründen
(
Urk.
1,
Urk.
3/4,
Urk.
11
).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers wesentlich verbessert hat.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung ist die ursprüngliche Rentenverfügung der
Suva vom 2
0.
Juni 200
3
(
Urk.
8/181
). Die
Mitteilung vom
2
0.
Juli 2006,
mit welcher die 100%-Unfallr
ente
nach einer erstmaligen Überprüfung bestätigt wurde
(
Urk.
8/190
)
,
basierte
lediglich auf einer kurzen Befragung des Beschwer
deführers und dessen Antwort, dass er immer noch keiner Arbeit nachgehe (
Urk.
8/188-189). Damit bildet sie keine taugliche Vergleichsgrundlage.
4.2
4.2.1
Der Verfügung vom 2
0.
Juni 2003
(
Urk.
8/181)
, mit welcher dem
Beschwerdefüh
rer
wegen der un
fallbedingten Beeinträchtigung
der linken Schulter und der psychischen Beschwerden
(
Urk.
8/177
S. 1
; vgl. auch
Urk.
8/110 =
Urk.
8/135 S. 2
)
die ganze Rente zugesprochen worden war, lagen in medizinischer Hinsicht die
Beurteilungen des Psychiaters
Dr.
A.___
von der Abteilung Versicherungsmedizin der Suva vom 1
7.
April 2003 (
Urk.
8/163) so
wie von Kreisarzt der
B.___
vom 1
2.
Mai 2003 (
Urk.
8/175) zugrunde (
Urk.
8/177 S. 2). Diese Beurteilungen ergingen wiederum im Wesentlichen gestützt auf die Befunde, welche in den Berichten
der Schulterspezialisten der Orthopädischen
K
linik
D.___
vom 1
3.
August 2001 (
Urk.
8/110 =
Urk.
8/135) so
wie
des behandelnden Psychiaters
Dr.
Z.___
vom 2
7.
Januar 2003 (
Urk.
8/153; vgl.
Urk.
8/163 S. 2)
festgehalten wurden.
Die Schulterspezialisten der Orthopädischen
K
linik
D.___
diagnosti
zierten in ihrem Bericht über die Verlaufskontrolle vom 1
3.
August 2001
einen Status nach AC-Stabilisation nach
Waever
-Dunn Schulter links am 1
0.
November 2000 bei Status nach Autounfall mit AC-Luxation
Tossy
III vom
5.
August 199
9.
Weiter hielten die Ärzte fest, der
Beschwerdeführer
leide unter persistierenden krampfartigen Schmerzen, insbesondere im Bereich des
Inervationsgebietes
des
Nervus
radialis
, mit Schmerzausstrahlung in die Finger I-III
.
Nach umfassender radiologischer Abklärung, Infiltration
subakromial
,
glenohumeral
und im AC-Ge
lenk ohne relevantes Ansprechen sowie
elektroneurolo
gischer Untersuchung habe kein strukturelles Korrelat, welches die invalidisie
renden Schmerzen erklären könnte, gefunden werden können. Die Behandlung der linken Schulter werde deshalb abgeschlossen, und es könne diesbezüglich auch keine Arbeitsunfähigkeit mehr aufrechterhalten werden (
Urk.
8/110 =
Urk.
8/135).
Kreisarzt
Dr.
B.___
interpretierte die Befunde in seiner Beurteilung des Integritätsschadens vom 1
2.
Mai 2003 als schwere Instabilität des
Acromio-Claviculargelenkes
(
Urk.
8/175).
Der behandelnde Psychiater
Dr.
Z.___
führte in seinem ausführlichen Bericht vom 2
7.
Januar 2003 die Diagnosen einer andauernden Persönlichkeitsstörung nach einem Autounfall mit tödlichem Ausgang auf dem Boden einer zwang
haften Persönlichkeit sowie ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannter Diskushernie auf. Der Beschwerdeführer habe während den Therapiesitzungen traurig, innerlich verspannt, psychomotorisch unruhig und gleichzeitig gereizt gewirkt. Er habe über Schuldgefühle, Alpträume und
schlechten Schlaf
wegen des Unfalls vom
5.
August 1999 berichtet. Er müsse ständig an die Kinder der beim Unfall verstorbenen Schwester denken, habe sich zunehmend von der Umgebung zurückgezogen, wage nicht mehr, mit dem Auto zu fahren, und sei nicht imstande, seine Arbeit zu verrichten, was ihn
äusserst
depressiv mache.
Nach der ersten Therapiesitzung vom 1
1.
Oktober 2000 habe er,
Dr.
Z.___
, die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung mit depressiven und ängstlichen Symptomen gestellt.
Laut
Dr.
Z.___
ging es bei den psychothera
peutischen Gesprächen zuerst um den Aufbau von Vertrauen und danach um die Verarbeitung des erlebten Unfalls. Zudem seien ihm Antidepressiva und
Anxiolytika
verordnet worden.
Wegen der Unfähigkeit zur tieferen Einsicht in seine Situation habe sich der Zustand aber
chronifiziert
und einen invalidisie
renden Verlauf genommen. Da es sich um ein Zusammenspiel körperlicher und seelischer Faktoren nach einer extremen Belastung (Unfall mit tödlichem Aus
gang) handle, seien die Beschwerden bis jetzt therapieresistent, und es zeigten sich zunehmend Symptome einer andauernden Persönlichkeitsänderung, welche allmählich das klinische Bild dominierten.
A
us psychiatrischer Sicht
sei der
Be
schwerdeführer
zu 100 %
arbeitsunfähig (
Urk.
8/153
).
Der
Suva-Versicherungs
mediziner
Dr.
A.___
stimmte
Dr.
Z.___
insofern zu, als dass der Beschwerde
führer im beschriebenen Zustand nicht arbeitsfähig sei,
jedoch
rechnete
Dr.
A.___
langfristig mit einer Verminderung der Symptomatik (
Urk.
8/163 S. 2 f.).
4.2.2
Am 1
9.
und 2
1.
Juli 2010
wurde der Beschwerdeführer im Institut C.___
interdisziplinär internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet (
Urk.
8/201 S. 1 ff.). Zusätzlich fertigten die Gutachter am 1
9.
Juli 2010 Röntgenbilder der Wir
belsäule, des rechten Kniegelenks sowie des linken Schultergelenks an (
Urk.
8/201 S. 28 f.) und führten eine Laboruntersuchung, ein Ruhe-EKG und eine kleine Lungenfunktionsprüfung durch (
Urk.
8/201 S. 21). Das Gutachten wurde am
3.
Oktober 2010 erstattet.
Der
Beschwerdeführer
gab den Gutachtern an, im Vordergrund stünden seine Schmerzen im Bereich der linken Schulter, welche Tag und Nacht bestünden. Beim Hochheben des Armes habe er zudem stärkste Schmerzen im Hinterkopf links. Weiter leide er unter Rückenschmerzen etwas links im Bereich der ehe
maligen Operationsstelle, welche über die Hüfte entlang des lateralen Ober
schenkels zur Kniekehle und von dort an der Innenseite des Unterschenkels über die Ferse zu den Zehen I und II ziehen würden. Die Schmerzen in den Zehen träten zwei- bis dreimal pro Woche auf. Ferner bestünden Gefühlsstörungen im Bereich des medialen Unterschenkels und Fusses. In psychischer Hinsicht werde er dadurch beeinträchtigt, dass er immer wieder über den Unfall und die drei Kinder, welche deswegen jetzt ohne Eltern seien, nachdenken müsse. Zudem mache er sich Gedanken über die Arbeit, da er seine ehemaligen Kollegen zur Arbeit gehen sehe (
Urk.
8/201 S. 17 f., 24 f., 38 f., 45).
Die internistische Untersuchung ergab das Bild eines 55-jährigen, übergewichti
gen Mannes in unauffälligem Allgemeinzustand bei altersentsprechend norma
lem klinischem Status (
Urk.
8/201 S. 16, 18 ff., 45).
Anlässlich der rheumatologischen Untersuchung waren die
Impingement
-,
Rotatorenmanschetten
- und ACG-Tests beidseits nicht spezifisch positiv. Der Gutachterin fiel eine gesamthaft kräftig ausgebildete Muskulatur des gesamten Bewegungs- und Halteapparates auf, welchen sie als Ausdruck dafür wertete, dass die Muskulatur kontinuierlich beansprucht werde. Dennoch bestand im Bereich des Schultergürtels eine deutliche muskuläre
Dysbalance
mit
Hyperto
nus
insbesondere der
Scaleni
links mehr als rechts und multiplen
Triggerpunk
ten
. Die Insuffizienz der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur führe zusam
men mit einer Fehlhaltung sowie den degenerativen Veränderungen (Status nach Dekompression des
Rezessus
LWK5 über das
interlaminäre
Fenster
LWK4/5 und LWK5/SWK1 links mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel L5 und S1 links am 1
4.
Juni 2000, multisegmentale
Osteochondrosen
mit ventralen Spondylosen und
Spondylarthrosen
betont LWK5/SWK1 beidseits sowie eine ausgeprägte Narbenbildung linksseitig entlang des Zugangswegs und
epidural
bei Status nach der Operation vom 1
4.
Juni 2000) zu einer ständigen Fehl- und Überbelastung insbesondere des Achsenorgans und aktuell einer konsekutiven Funktionsstörung des rechten ISG. Eine
Dupuytren’sche
Kontraktur insbeson
dere im Bereich des Ringfingers links, welche operationsbedürftig sei, führe auch aktuell zu einer gewissen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit insbesondere für feinmotorische Tätigkeiten. Hinweise auf eine
floride
neuroradikuläre
Symptomatik hätten nicht bestanden. Die subjektiv angegebene Hypästhesie des medialen und lateralen Unterschenkels sowie sockenförmig des gesamten linken Fusses entspreche keinem
Dermatom
respektive Innervationsgebiet eines Nervs. Das Fehlen des linksseitigen Achillessehnenreflexes sei als Residuum bei Status nach S1-Wurzelkompression zu werten und ohne eigentlichen Krankheitswert. Es bestehe eine auffallende Diskrepanz zwischen den objektivierbaren klini
schen und radiologischen Befunden und den vom
Beschwerdeführer
demons
trierten Beschwerden und Schmerzen. Unter Berücksichtigung aller Befunde und Gegebenheiten limitiere das chronische
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom links durch die Einschränkung der Belastbarkeit des linken Schultergelenks, der Lendenwirbelsäule und beider Hände die Arbeitsfähigkeit. Für die zuletzt ausge
übte Tätigkeit als Elektromonteur bestehe keine Arbeitsfähigkeit, in einer opti
mal dem Leiden angepassten Tätigkeit könne dem
Beschwerdeführer
hingegen eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert werden. Aufgrund feh
lender fachärztlicher Berichte und des Fehlens objektiv erhobener, versicherungsmedizinisch nachvollziehbarer Befunde und Funktionsdefizite ab 2002 könne der Verlauf im retrospektiven Längsschnitt nicht beurteilt werden, so dass die Beurteilung ab sofort gelte (
Urk.
8/201 S. 22 ff., 32 ff. S. 45 f.).
Im Rahmen der eineinhalb-stündigen psychiatrischen Ex
ploration wurde ein weitgehend normaler psychischer B
efund erhoben. Laut dem psychiatrischen Gutachter war der vom
Beschwerdeführer
angegebene Tagesablauf mit Hobbys und Interessen weitgehend unauffällig. Ein klinisch relevanter Rückzug lasse sich aufgrund dessen nicht vermuten. Nach eigenen Angaben sei das Vermeidungsverhalten des
Beschwerdeführer
s darauf begrenzt, dass er nicht mehr selbst Auto fahre (als Beifahrer aber schon mitfahre). Albträume würden im Durchschnitt nur noch zweimal wöchentlich auftreten, über Nachhallerinnerungen und vegetative Reaktionen bei Hinweisreizen habe er erst auf Nachfrage hin berichtet. Er vermeide auch keine Reisen in den Bereich des Unfallortes. Mit den ihn plagenden Schuldgefühlen gehe er konstruktiv um,
indem er die Kinder der bei dem Verkehrsunfall umgekommenen Person finanziell unterstütze. Die auf
grund von
Schlafstörungen verordnete Medikation mit
Trittico
100 mg nehme er nicht regelmässig ein. Die Behandlungsfrequenz von vier- bis sechswöchigen rund fünfzehnminütigen Psychotherapiegesprächen weise nicht auf einen er
heblichen Leidensdruck hin. Die angegebenen Beschwerden liessen sich diag
nostisch am ehesten als
Dysth
y
mia
(ICD-10; F34.1) verschlüsseln. Aus psychi
atrischer Sicht sei der Beschwerdeführer für sämtliche Tätigkeiten zu 100
% ar
beitsfähig, wobei aufgrund der fehlenden Medikamenteneinnahme davon aus
gegangen werden müsse, dass schon seit 2007 keine relevanten Beschwerden mehr bestanden hätten und der
Beschwerdeführer
uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen sei (
Urk.
8/201 S. 34 ff., 39, 54 ff.).
In der abschliessenden interdisziplinären versicherungsmedizinischen Beurtei
lung hielten die Gutachter fest, aus rheumatologischer Sicht sei der
Beschwer
deführer
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Elektromonteur zu 100 % ar
beitsunfähig. In einer optimal dem Leiden angepassten, wechselbelastenden, leichten bis selten mittelschweren Tätigkeit ohne das mehr als gelegentliche Ar
beiten über die Armhorizontale hinaus, ohne repetitive, stereoty
p
e Bewegungs
abläufe, ohne das Arbeiten in Zwangshaltungen, ohne das Tragen und Heben von Lasten körperfern und ohne besondere Anforderungen an die feinmotorischen sowie kraftfordernden Fähigkeiten im Bereich der linken mehr als rechten Hand sei aus interdisziplinärer Sicht eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit von 100 % zu attestieren (
Urk.
8/201 S. 47 ff.).
4.3
4.3.1
Der Beschwerdeführer be
streitet den Beweiswert des
Gutachtens
von C.___
vom
3.
Oktober 2010.
In der Expertise wurden die vom
Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden, seine anamnestischen Angaben und die
Vorakten
berücksichtigt. Der
Beschwer
deführer
wurde fachärztlich-internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch und damit hinsichtlich der relevanten Beschwerden allseitig und umfassend untersucht. Die medizinischen Zusammenhänge wurden im Gutachten ebenso wie die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerungen begründet. Damit sind die höchstrichterlichen Anforderun
gen an beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlagen grundsätzlich erfüllt
(BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die vom
Beschwerdeführer
vorgebrachte Kritik,
die attestierte uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht sei angesichts der von den Gutachtern erhobenen Befunde nicht nachvollziehbar,
ist nicht stichhaltig. Im rheumatolo
gischen Teilgutachten wurden die erhobenen Befunde und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen äusserst eingehend und aus versicherungsmedizinischer Perspektive überzeugend dargelegt, insbesondere auch durch das Aufzeigen von verbliebenen Ressourcen und Inkonsistenzen anlässlich der
klinischen Untersu
chung (
Urk.
8/201
S. 22 ff.).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers setzte
sich die
psy
chiatrische Teilgutachterin sehr wohl mit der divergierenden Beurteilung von
Dr.
Z.___
auseinander. Dies ergibt sich bereits daraus, dass die von
Dr.
Z.___
in den
- zu
Handen
der Invalidenversicherung erstellten -
Berichten vom 1
5.
April u
nd 2
4.
August 2009
aufgeführten Befunde zu Beginn ihres Teilgutachtens detail
liert wiedergegeben werden
(
Urk.
8
/
201
S. 34 f.). Die gutachterliche Beurteilung, dass seit 2007 keine relevanten psychischen Be
schwerden mehr bestanden (
Urk.
8/201
S. 47), lässt – auch wenn dies im Gutachten nicht ausdrücklich vermerkt wurde - keinen ander
en Schluss zu, als dass die
Teilgutachterin
des Instituts C.___
aufgrund der erhobenen Befunde zu einer anderen Beurteilung der psychischen Belastbarkeit gelangte als
Dr.
Z.___
in seinen Berichten vom
2
4.
August 2009 sowie vom 1
0.
Mai 201
0.
Da
Dr.
Z.___
in seinen Berichten relevante Fakten wie den weitgehend unauffälligen Tagesablauf, die unbestrittenermassen nicht mehr regelmässige beziehungsweise fehlende Medikamenteneinnahme sowie die ge
genüber der internistischen Gutachterin eingeräumte Besserung der
psychischen Symptomatik (
Urk.
8/201
S. 18) nicht berücksichtigte, ist seine abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht überzeugend. Zudem dürfte die Behandlungsfrequenz von vier- bis sechswöchentlichen fünfzehnminütigen Psychotherapiesitzungen bei
Dr.
Z.___
eine mit der eineinhalbstündigen psychiatri
schen Exploration im Institut C.___
vergleichbar
sorgfältige
Befundaufnahme
nur un
zureichend erlaubt haben
. Deshalb kann der Beschwerdeführer aus dem Um
stand, dass ein langjährig behandelnder Arzt die Entwicklung einer Gesundheitsstörung oft besonders gut beurteilen kann, nichts zu seinen Gunsten ablei
ten. Sein Einwand, die Beurteilung der psychiatrischen Teilgutachterin habe bloss auf einer Momentaufnahme beruht, geht deshalb fehl, weil sich die Gut
achterin anhand der medizinischen
Vorakten
, der Krankenkassenakten zu den abgerechneten Medikamenten, der ausführlichen Anamnese und der detaillier
ten subjektiven Angaben zum Tagesablauf und zur Entwicklung der Symptome ein realistisches Bild über die Entwicklung des Gesundheitszustands machen konnte. Die abweichende Beurteilung des behandelnden Psychiaters
Dr.
Z.___
vermag die Beweiskraft des Gutachtens
von C.___
mithin ebenfalls nicht zu erschüt
tern.
Schliesslich ist die fehlende Medikamenteneinnahme in Verbindung mit den übrigen, weitgehend unauffälligen Befunden entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers durchaus geeignet, Rückschlüsse auf die psychische Befind
lichkeit zuzulassen.
Es ergibt sich, dass
das
Gutachten
des Instituts C.___
vom
3.
Oktober 2010
grundsätzlich geeignet ist, den Beweis über die dem Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch zumutbaren Tätigkeiten zu erbringen.
4.3.2
Zu prüfen bleibt, ob sich der Gesundheitszustand seit Erlass der Rentenverfügung vom 2
0.
Juni 2003 wesentlich verbessert hat und da
her
ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG vorliegt.
Hinsichtlich der
unfallgeschädigten
linken
Schulter unt
erscheiden sich die von den
Gutachtern
des Instituts C.___
erhobenen Befunde nicht wesentlich von denjenigen, die im Bericht
der
Schulterspezialisten der Orthopädischen
K
linik
D.___
vom 1
3.
August 2001
dokumentiert sind. Da die Beurteilungen auch hinsichtlich der Auswirkung der Beeinträchtigungen in der linken Schult
er auf die Arbeitsfähigkeit im W
esentlichen übereinstimmen – während die Ärzte
der Orthopädischen
K
linik
D.___
dem
Beschwerdeführer
keine
Ar
beits
un
fähigkeit
mehr bescheinigten (
Urk.
8/110 =
Urk.
8/135
)
, attestierten die Gutachter
des Instituts C.___
dem
Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung der einge
schränkten Belastbarkeit des linken Schultergelenks
eine 100%ige Arbeitsfähig
keit für leidensangepasste Tätigkeiten
(
Urk.
8/201 S. 46 f.
)
, wobei die Ärzte übereinstimmend auf eine Diskrepanz zwischen objektivem Befund und ge
klagten Beschwerden hinwiesen
(
Urk.
8/110 =
Urk.
8/135,
Urk.
8/201 S. 30
)
– kann davon ausgegangen werden, dass sich die gesundheitliche Situation in der linken Schulter seit der erstmaligen Rentenzusprechung nicht wesentlich verän
dert hat.
Im Vergleich zu
den vom behandelnden Psychiater
Dr.
Z.___
in seinem
Berich
t vom 2
7.
Januar 2003 beschriebenen Befunden wurden
von
den
Gutachtern
des Instituts
C.___
Fakten wie
ein
weitgehend unauffällige
r
Tagesablauf, die unbestrittener
massen nicht mehr regelmässige beziehungsweise fehlende
E
innahme
von Psychopharmaka
sowie die gegenüber der internistischen Gutachterin einge
räumte Besserung der
psychischen Symptomatik (
Urk.
8/201
S. 18)
festgestellt
,
welche für eine Verbesserung
des
psychischen Gesundheit
szustands
sprechen
.
Dr.
Z.___
b
erücksichtigte diese relevanten Fakten
in den Berichten zu
Handen
der Invalidenversicherung vom 1
5.
April und 2
4.
August 2009 (vgl.
Urk.
8/34 S. 34 f.)
nicht, weshalb seine
in diesen Berichten geäusserte Einschätzung,
dass sich der psychische Gesundheitszustand nicht verbessert habe,
nicht überzeug
t
.
Die von
Dr.
Z.___
in
diesen Berichten
attestierten schweren psychischen Prob
leme lassen sich zudem nur schwerlich mit der Behandlungsfrequenz von vier- bis sechswöchentlichen
fünfzehnminütigen Psychotherapiesitzungen vereinba
ren. Weiter fällt auf, dass
Dr.
Z.___
in seinem Bericht vom
2
7.
Januar 2003
noch festhielt, der Beschwerdeführer könne gar nicht mehr Auto fahren (
Urk.
8/153
S.
2
). Der psychiatrischen Gutachterin gab er hingegen an, dass er heute als Beifahrer Auto fahren könne. Auch aus seinen übrigen Angaben an
lässlich der Begutachtung und angesichts der von der psychiatrischen Gutach
terin erhobenen
leichtgradigen
Befunde ist zu schliessen, dass die anfänglich bestehenden posttraumatischen Symptome zwischenzeitlich zurückgingen und sich der Beschwerdeführer mit den Unfallfolgen weitgehend arrangiert hat be
ziehungsweise die (psychotherapeutische) Verarbeitung des Unfalls grösstenteils erfolgreich abgeschlossen ist. Damit ist eine wesentliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen.
Die wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes bildet einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG (vorstehend E. 1.4).
5.
5.1
Aufgrund des überzeugend
en und voll beweiskräftigen
Gutachtens
des Instituts C.___
steht fest, dass der Beschwerdeführer
in einer
den unfallbedingten Beeinträchtigun
gen in der linken Schulter
angepassten
Tätigkeit z
u 100 % arbeitsfähig ist (
Urk.
8/201
S. 47 ff.).
Zu prüfen bleibt, wie sich die medizinisch-theoretische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erwerblich auswirkt.
5.2
Die Suva hat den Invaliditätsgrad mittels eines Einkommensvergleichs ermittelt
(
Urk.
2 S. 3 f.)
. Der Beschwerdeführer bringt dagegen keine Einwände vor. Nicht zu beanstanden ist, dass die S
uva
für die Bemessung
des
hypothetischen
Vali
den
einkommens
(
Fr.
83‘272.-- [
Urk.
2 S. 4])
auf
das
von der Invalidenversiche
rung für
das Jahr 2010 ermittelte
Einkommen abstellte (
Urk.
8/195 S. 2; vgl. auch
Urk.
8/194
)
.
Ebenfalls zulässig ist die Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens
aufgrund des
Tabellenl
ohns für einfache und repetitive Hilfsarbeiten
gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 201
0 des Bundesam
tes für Statistik.
Da das
Valideneinkommen
auf Basis des Lohnindexes für 2010 ermittelt wurde
, geht es hingegen nicht an, beim
ermittelten Jahreseinkommen von
Fr.
61‘311.-- (
Urk.
2 S. 3)
die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2012 hinzuzurechnen. Nach Berücksichtigung des leidensbedingten Abzugs von 15 %
(
vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75
)
beläuft sich das Invalideneinkommen im Jahr 2010 auf
Fr.
52‘114.35 (und nicht, wie von der Suva angenommen,
Fr.
53‘266.-- [
Urk.
2 S.4]).
Gemessen am
Valideneinkommen
von
Fr.
83‘272.-- ergibt sich so bei einer invaliditätsbedingen Erwerbseinbusse von
Fr.
31‘157.65 ein Invaliditätsgrad von
gerundet 37
%
.
Der Beschwerde
führer
hat folglich
ab
1.
Juni 2012
Anspruch auf eine Invalidenrente von 37
%
.
Insofern ist die Beschwerde
teil
weise gutzuheissen.
6.
Der Beschwerdeführer obsiegt teilweise, allerdings gemessen an seinem Antrag auf Weiterausrichtung der bisherigen 100%-Rente in lediglich minimalem Um
fang (
im Verhältnis
1 zu 74
).
Zudem bemängelte er den vom Gericht von Amtes wegen korrigierten Einkommensvergleich in seinen Rechtsschriften nicht. Da er mit Ausnahme der Beschwerdeerhebung nichts zu seinem minimalen teilweisen Obsiegen be
i
trug
, r
echtfertigt sich die Zusprechung einer Parteientschädigung nicht.
Das Gericht erkennt:
1.
In
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der
Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt
vom 2
6.
Juli 2012
aufgehoben, und es wird festgestellt, dass
der Beschwerdeführer
ab
1.
Juni
20
12
Anspruch auf
eine Invali
denrente von 37
%
hat.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Dem Beschwerdeführer
wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu
enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GrünigKlemmt
WG/YK/JMversandt