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**Case Identifier:** 2b78bad2-8a4d-5a44-87d0-886cb5967a6d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.05.2021 200 2020 751
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-751_2021-05-26.pdf

## Full Text

200 20 751 IV
LOU/BRO/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Mai 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. September 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nachdem der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) im April 2007 einen Unfall erlitten hatte, meldete er sich im Sommer 
2008 unter Hinweis auf einen Status nach zwei Operationen an der rechten 
Schulter nach einer Rotatorenmanschettenruptur bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 5 S. 60). In 
der Folge erteilte die IVB dem Versicherten Kostengutsprache für ein Ar-
beitstraining in der Abklärungsstelle C.________ (AB 41) und schloss die 
beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 17. Mai 2010 (AB 42) ab. So-
dann sprach sie ihm mit Verfügung vom 3. Mai 2011 (AB 48 S. 2 ff.) für die 
Zeit vom 1. April bis 31. Oktober 2008 sowie vom 1. Juni bis 31. Oktober 
2009 eine ganze und vom 1. November 2008 bis 31. Mai 2009 sowie vom 
1. November bis 31. Dezember 2009 eine halbe Rente zu und verneinte 
einen darüber hinausgehenden Rentenanspruch (AB 48 S. 16). Diese Ver-
fügung blieb unangefochten. 

Nach einem weiteren Unfall im Juni 2013 (AB 55.6) ersuchte der Versicher-
te unter Hinweis auf einen Sehnenriss am linken Oberarmgelenk und er-
folgter Operation erneut um Leistungen der IV (AB 50). In der Folge tätigte 
die IVB medizinische und erwerbliche Abklärungen. Zudem erteilte sie dem 
Versicherten Kostengutsprache für ein Arbeitstraining in der Abklärungs-
stelle D.________ (AB 75), welches unter Hinweis auf zu viele Absenzen 
vorzeitig abgebrochen wurde (AB 98, 108 S. 1 f.). Mit Vorbescheid vom 
19. August 2015 (AB 85) stellte die IVB sodann die Ablehnung des Ren-
tenanspruchs in Aussicht. Auf dagegen erhobenen Einwand (AB 94) hin 
nahm die IVB weitere Abklärungen vor; insbesondere holte sie auf Empfeh-
lung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 110 S. 2) ein psychia-
trisches Gutachten bei Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie sowie praktische Ärztin, ein (psychiatrisches Gutach-
ten vom 1. Juni 2016 [AB 116.1]). Gestützt darauf sah die IVB mit neuem 
Vorbescheid vom 17. Juni 2016 (AB 117) erneut die Ablehnung des Leis-

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tungsgesuchs vor und verfügte am 8. September 2016 (AB 122) entspre-
chend dem Vorbescheid (AB 117).

Im April 2019 gelangte der Versicherte unter Hinweis auf erfolgte Schulter-
operationen, eine schwere Depression, Angstzustände sowie Schwindel 
abermals an die IVB (AB 123, 133). Diese tätigte wiederum erwerbliche 
und medizinische Abklärungen; insbesondere liess sie den Versicherten 
orthopädisch-psychiatrisch durch die Medizinisches Gutachtenzentrum 
F.________ (MEDAS) begutachten (Gutachten vom 18. Dezember 2019 
[AB 150.1 f.]) und holte einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb ein (AB 
154 S. 2 ff.). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 156, 160) 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 4. September 2020 (AB 162) bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 15 % einen Anspruch auf eine Rente. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 2. Oktober 2020 Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 4. September 2020 sei aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer rückwirkend 
ab 1. Oktober 2019 eine halbe Invalidenrente auszurichten.

2. Eventualiter: Die Verfügung vom 4. September 2020 sei aufzuheben 
und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
rückwirkend ab 1. Oktober 2019 eine Viertelsrente auszurichten. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit Beschwerdeantwort vom 4. November 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 4. September 2020 
(AB 162). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerde-
führers. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG).

2.2.1 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 
141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen 
(BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 

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nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.2 und 2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-

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sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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2.5

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue 
Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist 
(Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). 

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 9

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, 
weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu beurteilen ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Ver-
gleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 8. September 2016 (AB 122) 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 4. September 2020 (AB 162) 
eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erhebli-
chen Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.3 f. hiervor). 

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3.2 Die Verfügung vom 8. September 2016 (AB 122) stützte sich in 
medizinsicher Hinsicht betreffend den psychischen Gesundheitszustand 
auf das Gutachten von Dr. med. E.________ vom 1. Juni 2016 (AB 116.1), 
wonach der Beschwerdeführer maximal einmal pro Monat in psychothera-
peutischer Behandlung war und seine Compliance in Bezug auf die Medi-
kamenteneinnahme ungenügend bzw. nicht nachweisbar war (AB 116.1 
S. 6, S. 11, S. 13 unten und S. 17 Ziff. V/1 f.). Das anlässlich der Begutach-
tung erwähnte Stimmenhören (AB 116.1 S. 8) war dem behandelnden 
Psychiater nicht bekannt (AB 116.1 S. 6). Es bestanden keine relevanten 
Funktionseinschränkungen und deutliche Anhaltspunkte für Selbstlimitie-
rung (AB 116.1 S. 15 Ziff. II/3 f.). Ausserdem mangelte es dem Beschwer-
deführer an Kooperation betreffend Eingliederung (AB 116.1 S. 16 Ziff. III/3 
und S. 17 Ziff. V/4), es bestanden Aggravationstendenzen (AB 116.1 S. 17 
Ziff. VI/1) und lediglich ein geringer Leidensdruck (AB 116.1 S. 18 Ziff. 
VI/4). Im Ergebnis anerkannte die Gutachterin damals keine psychiatrische 
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 116.1 S. 12 unten). Ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein Status nach einer leichten An-
passungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 
F43.22) genannt (AB 116.1 S. 13 oben). Hinsichtlich der somatischen Ein-
schränkungen stützte sich die Beschwerdegegnerin damals im Wesentli-
chen auf das durch den Arzt der G.________ med. pract. H.________, 
Facharzt für Chirurgie, formulierte (AB 68 S. 21) und durch den RAD-Arzt 
Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, bestätigte 
(AB 72 S. 2) Zumutbarkeitsprofil. Der verfügte Invaliditätsgrad von 18 % 
ergab sich infolge eines leidensbedingten Abzuges von 20 % (AB 122 S. 
2). 

3.3 Seit der Verfügung vom 8. September 2016 (AB 122) präsentiert 
sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Der Beschwerdeführer war vom 15. Januar bis 13. Februar 2019 in 
der Klinik J.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 22. Februar 
2019 stellten die Ärzte der Klinik folgende Diagnosen (AB 132 S. 1):

• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode oh-
ne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)

• Diabetes mellitus, Typ 2: Mit sonstigen näher bezeichneten Komplika-
tionen: Als entgleist bezeichnet (ICD-10 E11.61)

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• Krankheiten der Bänder: Schulterregion (Klavikula, Skapula, Akromio-
klavikular-, Schulter-, Sternoklavikulargelenk; ICD-10 M24.2)

Ausserdem hielten sie fest, bei der beobachteten Symptomatik seien sie 
von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Epi-
sode ohne psychotische Symptome, ausgegangen. Unter regelmässiger 
pflegerischer Betreuung und der vorgegebenen therapeutischen Struktur 
sei der Beschwerdeführer affektiv leichter sowie stabiler gewesen und habe 
zunehmend aktiv in der Therapie mitgewirkt. Er habe jedoch wenig Verän-
derungsmotivation gezeigt und habe eher wenig vom stationären Setting 
profitiert. Unter den psychiatrisch-psychotherapeutischen Massnahmen 
habe eine leichte Besserung der Symptomatik erreicht werden können 
(AB 132 S. 4). Beim Klinikaustritt hätten noch ein leichtgradig depressives 
Syndrom und eine leichte innere Unruhe bestanden (AB 132 S. 5). 

3.3.2 Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, erklärte in seinem Bericht vom 23. Mai 2019 (AB 125 S. 1), der Be-
schwerdeführer sei wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, mit-
telgradige bis schwere Ausprägung, seit September 2016 regelmässig bei 
ihm in psychiatrischer Behandlung. Es bestehe ein progredient schlechter 
Verlauf. Er sei wegen zunehmender Verschlechterung seines psychischen 
Zustands in die Klinik J.________ überwiesen worden. Nach dem ersten 
Aufenthalt im Jahr 2017 sei sein psychischer Gesundheitszustand für län-
gere Zeit stabil gewesen. Aufgrund einer erneuten Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes sei der Beschwerdeführer für die Zeit vom 15. Ja-
nuar bis 13. Februar 2019 abermals hospitalisiert worden. Nach der Entlas-
sung habe sich der Beschwerdeführer in einem leicht gebesserten psychi-
schen Zustand befunden. Aktuell fühle er sich hoffnungs- sowie machtlos 
und präsentiere eine allgemeine Unsicherheit, ein mangelndes Selbstwert-
gefühl sowie eine negative Selbsteinschätzung. Zudem habe er kreisende 
Gedanken und beschäftige sich ständig mit den Symptomen. Dadurch be-
stehe ein hoher Leidensdruck. Aktuell sei er mit seinen ungenügenden ko-
gnitiven Ressourcen und ungünstigen psychosozialen Kontextfaktoren (ge-
ringer Ausbildungsstand, ungünstiges Wiedereingliederungsalter, Unter-
stützung durch die Familie, subjektives Krankheitsgefühl) nicht in der Lage, 
eine Arbeitsleistung in der freien Wirtschaft zu erlangen (AB 125 S. 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 12

3.3.3 Im Verlaufsbericht vom 27. Juni 2019 (AB 136 S. 2 ff.) vermerkte 
Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, die Situation 
habe sich seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Dezember 2014 
grundsätzlich nicht geändert. Einzig sei ein chronischer Schwindel unklarer 
Ätiologie zu den Schmerzen hinzugekommen (AB 136 S. 2). Der Gesund-
heitszustand sei stationär und seit der letzten Diagnosestellung habe sich 
keine Änderung ergeben (AB 136 S. 2 Ziff. 1 f.). Sowohl das bilaterale zer-
vikobrachiale Schulter-/Armsyndrom als auch die rezidivierende depressive 
Störung hätten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 136 S. 2 Ziff. 3). Der 
Beschwerdeführer fühle sich aufgrund der beidseitigen Schulterschmerzen 
nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen (AB 136 S. 3 Ziff. 12). Offenbar 
sei es ihm nicht mehr möglich, der bisherigen Tätigkeit nachzugehen und 
eigener Aussage zufolge sei ihm gar keine Tätigkeit mehr zumutbar 
(AB 136 S. 3 Ziff. 13 f.). 

3.3.4 Im bidisziplinären Gutachten vom 18. Dezember 2019 
(AB 150.1 f.) stellten die Experten in interdisziplinärer Gesamtbeurteilung 
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 150.1 
S. 25 Ziff. IV lit. b):

• Impingement der rechten Schulter mit Partialruptur der Infraspinatus-
sehne bei Status nach offener Reinsertion der Supraspinatussehne 
11/2007 sowie Schulterarthroskopie und offener Supraspinatusseh-
nen-Reinsertion und Bizepstenodese 05/2008

• Ruptur der Supraspinatussehne sowie beginnende Akromioklavikular-
gelenksarthrose bei Status nach Arthroskopie sowie offener Rotato-
renmanschetten-Reinsertion, Bizepstenodese und Akromioplastik links 
11/2013

• Osteochondrose C6/7 (6./7. Halswirbel) mit möglicher Kompromittie-
rung der Nervenwurzel C7 links

• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis 
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.1, F33.2)

Im orthopädischen Teilgutachten vom 18. Dezember 2019 (AB 150.1 
S. 1 ff.) legte Dr. med. M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, dar, die Schmerzen in der 
rechten Schulter und die abnormen Untersuchungsbefunde derselben 
könnten teilweise auf das im MRI (vgl. AB 150.4 S. 3) sichtbare Impinge-
ment sowie die Partialruptur der Infraspinatussehne zurückgeführt werden. 
Auch die Schmerzen in der linken Schulter und die pathologischen objekti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 13

ven Befunde derselben seien partiell mit der im MRI (vgl. AB 150.4 S. 1) 
dargestellten Ruptur der Supraspinatussehne und der beginnenden Akro-
mioklavikulargelenksarthrose vereinbar. Das Ausmass der subjektiven Ein-
schränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit durch die Schulter-
schmerzen beidseits und das Ausmass der präsentierten pathologischen 
Untersuchungsbefunde der Schultern könne mit den MRI-Befunden aber 
nur unvollständig plausibilisiert werden. Es müsse von einer Symptomaus-
weitung ausgegangen werden. Die Ursache der beidseitigen Hüftgelenk-
schmerzen seien bei normalem klinischem und radiologischem Befund un-
klar geblieben. Bei der klinischen Untersuchung sei eine schmerzhaft ein-
geschränkte Halswirbelsäulenbeweglichkeit aufgefallen. Die weiteren Ab-
klärungen, insbesondere mittels MRI (vgl. AB 150.4 S. 2), zeigten eine Os-
teochondrose in den Segmenten C6/7 mit möglicher Kompromittierung der 
Nervenwurzel C7 links, welche medizinisch-theoretisch die Arbeitsfähigkeit 
einschränke (AB 150.1 S. 12 f. Ziff. 6). Der Gesundheitszustand habe sich 
seit der Verfügung vom 8. September 2016 (vgl. AB 122) dahingehend ver-
ändert, als die jüngst durchgeführten MRI (vgl. AB 105.4 S. 1 und S. 3) in 
der linken Schulter eine Ruptur der Supraspinatussehne sowie eine begin-
nende AC-Gelenksarthrose und in der rechten Schulter ein Impingement 
bei weiterhin bestehender Partialläsion der Infraspinatussehne sichtbar 
gemacht hätten. Zudem sei anlässlich der Begutachtung eine Osteochon-
drose in den Segmenten C6/7 mit möglicher Kompromittierung der Ner-
venwurzel C7 links nachgewiesen worden (AB 150.1 S. 18 Ziff. 8.1). In Be-
zug auf die Arbeitsfähigkeit führte der Experte sodann aus, aus orthopädi-
scher Sicht sei für die postoperativen Rehabilitationszeiten von November 
2007 bis September 2008 und von November 2013 bis April 2014 sowohl in 
der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit von einer 
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Von Mai 2014 bis zur Begutach-
tung am 18. Dezember 2019 sei der Beschwerdeführer in seiner ange-
stammten Tätigkeit als … bei voller Stundenpräsenz 70 % arbeitsfähig ge-
wesen. Seit dem Begutachtungszeitpunkt bestehe in der angestammten 
Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei voller Stundenpräsenz. Ab Okto-
ber 2008 seien angepasste körperlich leichte Tätigkeiten ohne repetitive 
Bewegungen der Schultern und ohne Arbeiten über Tischhöhe bei voller 
Stundenpräsenz zu 100 % zumutbar. Seit dem Zeitpunkt der Begutachtung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 14

sollte es sich zusätzlich um Arbeiten ohne häufige inklinierte, reklinierte und 
rotierte respektive starre Kopfhaltungen handeln (AB 150.1 S. 16 f. Ziff. 8). 

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 18. Dezember 2019 (AB 150.2) er-
klärte Dr. med. N.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
insbesondere, der psychische Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
hätten sich seit dem Gutachten vom 2. (recte: 1.) Juni 2016 respektive der 
Untersuchung vom 26. April 2016 (vgl. AB 116.1) erheblich verändert. Beim 
Exploranden könne mindestens seit März 2019 eine erhebliche Verschlech-
terung des psychischen Zustandsbildes erhoben werden und es könne eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere 
Episode ohne psychotische Symptome, diagnostiziert werden (AB 150.2 S. 
29 Ziff. 8.3). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt er fest, aus psychiatri-
scher Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit eine 40%ige Arbeits-
fähigkeit bei vollem Stundenpensum (AB 150.2 S. 27 f. Ziff. 8.1). Ab etwa 
März 2019 könne in einer leidensadaptierten Tätigkeit (Tätigkeiten ohne 
erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck [Stressbelastung], 
ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne Anforderung an die Konzentra-
tionsfähigkeit, ohne vermehrte Kundenkontakte, ohne Tätigkeiten in gros-
sen Teams und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung) eine 50%ige 
Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum angenommen werden. Für den 
Zeitraum vor März 2019 könnten die Einschränkungen aufgrund der unge-
nauen anamnestischen Angaben und der fehlenden psychiatrischen Arzt-
berichte nicht eingeschätzt werden (AB 150.2 S. 28 Ziff. 8.2). Unter regel-
mässiger Einnahme der verordneten Medikamente sei in Abhängigkeit von 
psychosozialen Faktoren innerhalb eines Jahres eine Besserung des psy-
chischen Zustandsbildes mit Leistungssteigerung zu erwarten. Es sei in 
einer adaptierten Tätigkeit eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit 
von etwa 60 % zu erwarten (AB 150.2 S. 29 Ziff. 8.2). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 15

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision 
erstellten Gutachtens hängt wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend 
auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – be-
zieht (SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1). 

3.4.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.5 Anhand der nach der Neuanmeldung vom 12. April 2019 (AB 123, 
133) eingeholten Arztberichte (Austrittsbericht der Klinik J.________ vom 
22. Februar 2019 [AB 132], Bericht des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. K.________ vom 23. Mai 2019 [AB 125 S. 1] und Verlaufsbericht 
von Dr. med. L.________ vom 27. Juni 2019 [AB 136 S. 2 ff.]) könnte frag-
lich sein, ob überhaupt eine revisionsrechtlich relevante Veränderung des 
Gesundheitszustandes vorliegt, zumal Dr. med. L.________ von einem 
stationären Gesundheitszustand berichtete (AB 136 S. 2 Ziff. 1) und bei 
Eintritt in die Klinik J.________ am 15. Januar 2019 zwar eine depressive 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 16

rezidivierende Störung, gegenwärtig schwere Episode, bestand, diese aber 
nach lediglich vier Wochen nur noch leichtgradig ausgeprägt war (AB 132 
S. 1 und S. 4 f.). Aus dem in der Folge veranlassten orthopädisch-
psychiatrischen Gutachten vom 18. Dezember 2019 (AB 150.1 f.) geht je-
doch in Bezug auf die beiden Schultergelenke sowie die neu belegte Os-
teochondrose in den Segmenten C6/7 mit möglicher Kompromittierung der 
Nervenwurzel des Segments C7 links eine Verschlechterung des somati-
schen Gesundheitszustandes hervor (AB 150.1 S. 18 Ziff. 8.1). Bereits da-
her ist eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten, 
sodass der Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allsei-
tig neu zu prüfen ist (vgl. E. 2.5.5 hiervor). 

3.6 Die angefochtene Verfügung vom 4. September 2020 (AB 162) 
basiert in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem bidisziplinären 
Gutachten der MEDAS vom 18. Dezember 2019 (AB 150.1 f.). Sowohl die 
orthopädische (AB 150.1 S. 1 ff.) als auch die psychiatrische (AB 150.2 
S. 1 ff.) Beurteilung erfüllt die vorerwähnten Beweisanforderungen (vgl. 
E. 3.4.1 f. hiervor) und erbringt vollen Beweis, was zwischen den Parteien 
denn auch unbestritten ist. 

3.6.1 Dr. med. M.________ setzte sich in seiner Beurteilung sorgfältig 
mit den orthopädischen Einschränkungen auseinander. Die Beurteilung ist 
für die streitigen Belange umfassend und beruht auf einlässlichen Explora-
tionen, inklusive Labor- sowie radiologische Untersuchungen (AB 150.1 
S. 11 f. Ziff. 4.3, 150.3 f.). Er hatte Kenntnis von den Vorakten (AB 150.1 
S. 4 ff. Ziff. 2) und setzte sich auch mit dem Bericht des Arztes der 
G.________ med. pract. H.________ vom 16. April 2015 (vgl. AB 68 S. 20 
f.) auseinander (AB 150.1 S. 15 Ziff. 7.3). In orthopädischer Hinsicht liegt 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Impingement der rechten Schul-
ter mit Partialruptur der Infraspinatussehne, linksseitig eine Ruptur der Su-
praspinatussehne sowie beginnende Akromioklavikulargelenksarthrose und 
eine Osteochondrose der Segmente C6/7 mit möglicher Kompromittierung 
der Nervenwurzel C7 links vor. Jedoch konnte das Ausmass der subjekti-
ven Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit durch die Schul-
terschmerzen beidseits und das Ausmass der präsentierten pathologischen 
Untersuchungsbefunde der Schultern mit den MRI-Befunden (AB 150.4 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 17

S. 1 und S. 3) nur unvollständig plausibilisiert werden. Vollständig unklar 
blieben bei normalem klinischem und radiologischem Befund die geklagten 
Hüftgelenkschmerzen. Es muss von einer Symptomausweitung ausgegan-
gen werden (AB 150.1 S. 13 Ziff. 6). Aufgrund der Laboruntersuchungen ist 
denn auch anzunehmen, dass der Beschwerdeführer entgegen seinen An-
gaben die Schmerzmittel nicht regelmässig einnimmt (AB 150.1 S. 15 
Ziff. 7.3). Die aus Anamnese, Befund und Diagnose getroffene Einschät-
zung, wonach in der angestammten Tätigkeit als … ab Mai 2014 eine 
30%ige und ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine 50%ige Arbeitsun-
fähigkeit bei voller Stundenpräsenz bestehe (AB 150.1 S. 16 Ziff. 8), über-
zeugt. Ebenso die Einschätzung, wonach für körperlich leichte Tätigkeiten 
ohne repetitive Bewegungen der Schultern, ohne Arbeiten über Tischhöhe 
und ohne Arbeiten mit häufig inklinierter, reklinierter und rotierter respektive 
starrer Kopfhaltung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (AB 150.1 S. 17 
Ziff. 8). In den Akten finden sich keine medizinischen Berichte, die gegen 
die Zuverlässigkeit dieser Expertise sprechen. Dr. med. L.________ stellte 
bei seiner Angabe, wonach sich der Beschwerdeführer aufgrund der Schul-
terschmerzen nicht in der Lage fühle, einer Arbeit nachzugehen, und er 
eigenen Angaben zufolge keiner Tätigkeit nachgehen könne (AB 136 S. 3 
Ziff. 12 und Ziff. 14), offensichtlich einzig auf subjektive Angaben des Be-
schwerdeführers ab, ohne dies mit objektiven Befunden nachvollziehbar zu 
untermauern.

3.6.2 In psychiatrischer Hinsicht legte Dr. med. N.________ nach sorg-
fältiger Anamnese- und Befunderhebung (AB 150.2 S. 9 ff. Ziff. 3 f.) schlüs-
sig und für den Rechtsanwender anhand der klassifikatorischen Vorgaben 
nachvollziehbar und einleuchtend dar, dass die Voraussetzungen für die 
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel-
gradige bis schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.1, 
F33.2), erfüllt sind (vgl. AB 150.2 S. 18 Ziff. 6.1 und S. 21 Ziff. 7.1; vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 169 ff.). Dem Beschwerdeführer ist es aus gutachterlicher (rein 
psychiatrischer) Sicht möglich, in seiner angestammten Tätigkeit 8 bzw. 8.5 
Stunden am Tag zu arbeiten, wobei eine 60%ige Leistungseinschränkung 
anzunehmen ist (AB 150.2 S. 27 f. Ziff. 8.1). In einer leidensadaptierten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 18

Tätigkeit (Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten 
Zeitdruck [Stressbelastung], ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne 
Anforderung an die Konzentrationsfähigkeit, ohne vermehrte Kundenkon-
takte, ohne Tätigkeiten in grossen Teams und ohne überdurchschnittliche 
Dauerbelastung) ist der Beschwerdeführer seit ca. März 2019 50 % arbeits-
fähig. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit vermag der Beschwerdeführer auch 
nicht aus dem Bericht von Dr. med. K.________ vom 23. Mai 2019 (AB 125 
S. 1) abzuleiten, da dieser seine Einschätzung, wonach es dem Beschwer-
deführer nicht möglich sei, eine Arbeitsleistung in der freien Wirtschaft zu 
erlangen, nicht medizinisch begründete. 

Zu prüfen bleibt, ob gestützt auf die psychiatrische Diagnose und anhand 
des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 der Beweis einer 
rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit zu erbringen ist, wobei der Be-
schwerdeführer die materielle Beweislast zu tragen hat (vgl. E. 2.2.2 und 
E. 2.2.4 hiervor sowie E. 4 hiernach).

4.

4.1 Die klassifikatorischen Vorgaben hinsichtlich der gestellten Dia-
gnose sind im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. N.________ 
vom 18. Dezember 2019 (AB 150.2) – wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.6.2 
hiervor) – eingehalten. Im Gutachten vom 18. Dezember 2019 (AB 150.1 f.) 
ging jedoch insbesondere der orthopädische Gutachter von einer Sym-
ptomausweitung aus (AB 150.1 S. 13 Ziff. 6) und aufgrund der Laborunter-
suchung muss davon ausgegangen werden, dass die Schmerzmittel nicht 
regelmässig eingenommen werden (AB 150.1 S. 15 Ziff. 7.3). Sodann fand 
auch der psychiatrische Experte Hinweise auf Aggravation und auf einen 
sekundären Krankheitsgewinn (AB 150.2 S. 22 Ziff. 7.1). Die Verdeutli-
chung der körperlichen Beschwerden geht einher mit einer deutlichen 
Selbstlimitierung und fehlender Motivation zur Eingliederung (vgl. AB 150.2 
S. 24 Ziff. 7.2). Diese Einschätzungen sind nicht neu, sondern zeigten sich 
bereits im psychiatrischen Gutachten vom 1. Juni 2016 (AB 116.1), indem 
das geltend gemachte Stimmenhören nicht verifiziert werden konnte 
(AB 116.1 S. 14) und vorher wie nachher nie vorgebracht wurde. Auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 19

Dr. med. E.________ bemerkte eine Verdeutlichung bis Aggravation und 
wies darauf hin, dass die demonstrierte Bewegungseinschränkung im lin-
ken Arm weder mit dem Steuern des Autos noch mit der unwillkürlichen 
Kratzbewegung an der linken Wange zu vereinbaren ist (AB 116.1 S. 14 
und S. 17 Ziff. VI/1). Dies floss im Sinne eines Längsschnittes (und nicht 
als blosse Momentaufnahme) in das Gutachten vom 18. Dezember 2019 
(AB 150.1 f.) ein und ist vorliegend zu berücksichtigen (Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 3. März 2021, 8C_407/2020, E. 6.1). Trotz Hinwei-
sen darauf, ist eine Aggravation jedoch nicht ausgewiesen. Die Prüfung auf 
der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Gesundheits-
schaden nicht aus (vgl. E. 2.2.3 hiervor), womit auf der zweiten Ebene an-
hand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetrische Beurteilung 
des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen hat (vgl. 
E. 2.2.2 und E. 2.2.4 hiervor).

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex „Gesundheitsschädigung“ (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Im Rahmen der Untersuchung fielen die diagnoserelevanten 
Befunde gemäss dem Experten mittelgradig bis schwer ausgeprägt aus 
(rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere 
depressive Episode; AB 150.2 S. 18 Ziff. 6.1). Anlässlich der psychiatri-
schen Untersuchung konstatierte der Experte insbesondere, der Be-
schwerdeführer wirke in der Stimmung niedergeschlagen, affektiv überwie-
gend stark vermindert mitschwingend, teils nahezu regungslos vor sich 
hinstarrend, mit kurzer Stimmungsaufhellung und Lächeln bei Ablenkung. 
Zudem wirke er psychomotorisch verlangsamt und im Antrieb deutlich ver-
mindert. Hinzu kämen kognitive Störungen mit Konzentrationsstörungen 
und Gedächtnisschwierigkeiten, wobei diese teilweise auch auf mangelnde 
Mitwirkung zurückzuführen seien. Ausserdem wirke er negativistisch und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 20

auf die erlittenen Unfälle mit Schulterverletzung eingeengt, äussere 
Schuldgefühle und wirke resigniert. Die Motivation und das Interesse er-
schienen deutlich vermindert und es würden leichte Ein- und Durch-
schlafstörungen angegeben mit subjektiv vermehrter Müdigkeit tagsüber. 
Zudem erscheine das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen deutlich 
vermindert. Hinzu kämen soziales Rückzugsverhalten und die Angabe von 
Libidoverlust (AB 150.2 S. 17 Ziff. 4.3 und S. 21 Ziff. 7.1). Unter diesen 
Umständen ist eine mittelgradige bis schwere Ausprägung der diagnosere-
levanten Befunde plausibilisiert. Indessen ist die Depression bei Einhalten 
der Therapie offensichtlich sehr gut behandelbar, konnte der Zustand des 
Beschwerdeführers während der stationären Behandlung in der Klinik 
J.________ doch innert kurzer Zeit verbessert und stabilisiert werden 
(AB 132 S. 4 f.). Im Übrigen ist zu beachten, dass die gesundheitlichen 
Probleme durch psychosoziale Faktoren (fehlendes Einkommen mit Ab-
hängigkeit von finanzieller Unterstützung durch die Kinder und mangelnde 
Integration [AB 150.2 S. 22 f. Ziff. 7.1]) mitbestimmt wurden, welche sich 
grundsätzlich nicht invaliditätsbegründend auswirken (vgl. hierzu BGE 
139 V 547 E. 3.2.2 S. 552, 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 
S. 189 E. 3.2; BGer 8C_407/2020, E. 4.1). 

4.2.1.2 Sodann ist auf Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Aus den Akten geht hervor, 
dass der Beschwerdeführer seit September 2016 eine regelmässige ambu-
lante psychiatrische Behandlung, kombiniert mit einer antidepressiven Me-
dikation, erhält (AB 125 S. 1, 150.2 S. 23 Ziff. 7.2). Allerdings ergaben die 
Medikamentenblutspiegelbestimmungen, dass die neuroleptische Abend-
medikation nicht eingenommen wurde (AB 150.2 S. 23 Ziff. 7.2). Demnach 
muss von einer unzureichenden Kooperation und Compliance des Be-
schwerdeführers ausgegangen werden. Der Gutachter erwartet unter re-
gelmässiger Einnahme der verordneten Medikation eine Besserung des 
psychischen Zustandsbildes (AB 150.2 S. 23 Ziff. 7.2). So verbesserte sich 
dieses denn auch während der lediglich vierwöchigen Hospitalisation in der 
Klinik J.________ mit der vorgegebenen therapeutischen Struktur (AB 132 
S. 4 f.). Der Gutachter legte dar, dass die therapeutischen Optionen bisher 
nicht ausgeschöpft wurden und die Fortsetzung der regelmässigen psych-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 21

iatrischen und psychotherapeutischen Behandlung, kombiniert mit einer 
ausreichend dosierten antidepressiven Medikation, zu empfehlen sei. Sollte 
unter ambulanten therapeutischen Massnahmen keine ausreichende Bes-
serung des psychischen Zustandsbildes zu erreichen sein, könnte zudem 
eine teilstationäre tagesklinische Behandlung durchgeführt werden (AB 
150.2 S. 24 Ziff. 7.2). Mithin kann entgegen der Ansicht des Beschwerde-
führers (Beschwerde S. 7 Ziff. IV/2) von einer therapeutisch nicht mehr an-
gehbaren psychischen Störung bzw. einer Behandlungsresistenz keine 
Rede sein. In diesem Zusammenhang erscheint denn auch die Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit durch den Psychiater nicht stringent, indem er diese 
nach Austritt aus der Klinik J.________ – obwohl damals lediglich noch ein 
leichtgradig depressives Syndrom bestand (AB 132 S. 5) – bleibend auf 
50 % bei voller Präsenz bestimmte (AB 150.2 S. 28 Ziff. 8.2). Zugleich un-
verständlich ist, weshalb bei Wahrung der ärztlichen und pharmakologi-
schen Therapie eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 60 % nicht 
möglich sein sollte (vgl. AB 150.2 S. 29 Ziff. 8.2), obwohl es während dem 
Aufenthalt in der Klinik J.________ innert lediglich vier Wochen zu einer 
deutlichen Besserung der Beschwerden kam. 

In Bezug auf die berufliche Eingliederung ist sodann festzuhalten, dass das 
2015 bei der Abklärungsstelle D.________ durchgeführte Arbeitstraining 
aufgrund zu vieler Krankheitstage vorzeitig abgebrochen wurde (AB 108). 
Allerdings zeigte der Beschwerdeführer gegenüber der Massnahme von 
Anfang an sehr wenig Interesse sowie Motivation, erklärte nachdrücklich, er 
sei nicht arbeitsfähig, und wollte die Massnahme mehrfach abbrechen 
(AB 108 S. 2). Insofern ist es – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht er-
kannte (Beschwerdeantwort S. 4 lit. C Ziff. 13) – nicht erstaunlich, dass die 
Massnahme ohne Erfolg blieb und der Beschwerdeführer kann daraus 
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Anderweitige Eingliederungsversuche 
sind nicht aktenkundig und der Beschwerdeführer betont weiterhin – trotz 
anderer ärztlicher Beurteilung (AB 150.1 S. 26 Ziff. IV lit. c) – nicht arbeits-
fähig zu sein (AB 136 S. 3 Ziff. 12 ff.,150.1 S. 9 Ziff. 3.2). Zudem wies der 
psychiatrische Gutachter darauf hin, dass einer Eingliederung keine medi-
zinischen Hinderungsgründe entgegenstünden. Eine Eingliederung sei auf-
grund mangelnder Motivation jedoch wenig aussichtsreich (AB 150.2 S. 24 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 22

Ziff. 7.2). Vor diesem Hintergrund kann auch nicht von einer Eingliede-
rungsresistenz ausgegangen werden. 

4.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 
S. 429 f., 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt, führten die Gutachter 
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nebst der rezidivie-
renden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episo-
de ohne psychotische Symptome, ein Impingement der rechten Schulter 
mit Partialruptur der Infraspinatussehne, eine Ruptur der Supraspinatus-
sehne sowie beginnende Akromioklavikulargelenksarthrose der linken 
Schulter sowie eine Osteochondrose C6/7 mit möglicher Kompromittierung 
der Nervenwurzel C7 links auf (AB 150.1 S. 25 Ziff. IV lit. b). Die somati-
schen Diagnosen haben sich auf das Zumutbarkeitsprofil ausgewirkt 
(AB 150.1 S. 26 Ziff. IV lit. c). Wechselwirkungen zwischen den somati-
schen und den psychiatrischen Diagnosen wurden hingegen nicht postu-
liert. Im Übrigen wurde eine anhaltende somatoforme Störung verneint 
(AB 150.2 S. 22 Ziff. 7.1). 

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) schloss der psychiatrische Gutachter eine Persönlichkeitsstörung 
aus und legte dar, der Beschwerdeführer habe über Jahre einer beruflichen 
Tätigkeit nachgehen können, habe soziale Kontakte gehabt und es bestehe 
seit Jahren eine aufrechte Partnerbeziehung ohne wesentliche familiäre 
Probleme. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung, Realitätsprüfung, Urteils-
bildung, Affektsteuerung, Impulskontrolle, Intentionalität und der Antrieb 
erschienen vor allem durch die rezidivierende depressive Störung beein-
trächtigt (AB 150.2 S. 22 Ziff. 7.1). Demnach ist die Persönlichkeit im We-
sentlichen intakt, wenn auch beeinflusst durch die depressive Störung. 

4.2.3 Zum Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
ist ein sozialer Rückzug festzustellen (AB 150.2 S. 9 Ziff. 3.1 und S. 20 
Ziff. 7.1). Der Beschwerdeführer wohnt aber immerhin mit seiner Ehefrau 
und einem der Söhne in einer Mietwohnung und hat – wenn auch wenig – 
Kontakt zu den übrigen fünf Kindern (AB 150.2 S. 14 Ziff. 3.2.9). Der Gut-
achter nannte denn auch die aufrechte Partnerbeziehung ohne wesentliche 
familiäre Probleme als Ressource. Im Übrigen hielt er fest, der Beschwer-
deführer wirke im Untersuchungszeitpunkt erschwert kommunikations- und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 23

kontaktfähig und zeige zumindest wenige Interessen (Fernsehen; AB 150.2 
S. 27 Ziff. 7.4). Damit kann der Beschwerdeführer auf zwar beschränkte 
aber qualitativ gute Ressourcen in Form einer intakten familiären Struktur 
ohne relevante Probleme und einer jahrelangen guten Beziehung zur Ehe-
frau zählen. 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Dar-
unter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303 f.).

4.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäten-
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) hielt der psychiatrische Gutachter dafür, es sei eine relativ 
gleichmässige Einschränkung zu erheben (AB 150.2 S. 24 Ziff. 7.3). Auf-
grund der Angaben des Beschwerdeführers gegenüber dem Gutachter ist 
– obwohl verschiedene Inkonsistenzen bestehen (vgl. E. 4.1 hiervor) und 
nicht sämtliche Beschwerden objektiviert werden konnten – davon auszu-
gehen, dass der Beschwerdeführer tatsächlich keinen sehr aktiven Tages-
ablauf hat und insbesondere keinen Hobbys nachgeht. Immerhin ist jedoch 
insofern eine gewisse Tagesstruktur auszumachen, als er am Morgen je-
weils um 5.30 Uhr aufsteht und zweimal am Tag mit der Ehefrau spazieren 
sowie regelmässig einkaufen geht (AB 150.2 S. 14 f. Ziff. 3.2.11). Im Übri-
gen war es ihm möglich, im Sommer 2019 in den … zu fliegen (AB 150.2 S. 
13 Ziff. 3.2.4, 154 S. 3 Ziff. 1.1). 

4.3.2 In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
ausgewiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inan-
spruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) ist zu wiederholen, dass sich der Beschwerdeführer zwar in regel-
mässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung befindet (AB 125 S. 1), er 
jedoch die verordnete neuroleptische Abendmedikation nicht einnimmt 
(AB 150.2 S. 23 Ziff. 7.2). Zudem zeigte er anlässlich der Hospitalisation in 
der Klinik J.________ nur wenig Veränderungsmotivation (AB 132 S. 4). 
Das ungenügende Einhalten der Therapie weist auf einen lediglich gerin-
gen tatsächlichen Leidensdruck hin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 24

4.4 Im Rahmen der Beweiswürdigung ergibt die Gesamtbetrachtung, 
dass die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizinisch 
festgestellten psychischen Beeinträchtigungen anhand der Standardindika-
toren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt sind, weshalb das Vorliegen 
eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens zu verneinen 
ist. Insbesondere stehen die Indikatoren Behandlungs- und Eingliede-
rungserfolg oder -resistenz sowie behandlungs- und eingliederungsana-
mnestisch ausgewiesener Leidensdruck der attestierten 50%igen bzw. 
40%igen Arbeitsunfähigkeit entgegen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, 
weshalb trotz offensichtlich guter Behandelbarkeit der depressiven Störung 
die Arbeitsfähigkeit nicht auf über 40 % gesteigert werden können sollte. 
Folglich nahm die Beschwerdegegnerin – entgegen der Ansicht des Be-
schwerdeführers (Beschwerde S. 6 f. Ziff. IV/1) – keine unzulässige juristi-
sche Parallelprüfung vor (vgl. BGE 145 V 361 E. 3.2.2 S. 364 und E. 4.3 
S. 367 f., 144 V 50 E. 4.3 S. 54). Damit bleibt aus rechtlicher Sicht allein die 
somatisch begründete qualitative Einschränkung (körperlich leichte Tätig-
keiten ohne repetitive Bewegungen der Schultern, ohne Arbeiten über 
Tischhöhe sowie ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte respektive 
starre Kopfhaltung) im medizinischen Zumutbarkeitsprofil bei 100%iger 
Arbeitsfähigkeit (AB 150.1 S. 17 Ziff. 8) massgebend. Zu prüfen bleiben die 
erwerblichen Auswirkungen dieser Ausgangslage. 

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 25

abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 
S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun-
gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 
führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 26

ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist in der angestammten Tätigkeit seit De-
zember 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (AB 150.1 S. 16 
Ziff. 8). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichti-
gung des Wartejahrs und der Neuanmeldung im April 2019 (AB 123, 133) 
in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.3 hier-
vor) auf den 1. Dezember 2020 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist 
ein Einkommensvergleich durchzuführen.

5.4 Die Beschwerdegegnerin nahm den Einkommensvergleich vorlie-
gend dergestalt vor, dass sie sowohl das Validen- als auch das Invaliden-
einkommen auf der Grundlage desselben Tabellenlohnes (LSE 2018, TA1, 
Kompetenzniveau 1, Männer, Total) bestimmte (AB 154 S. 5 Ziff. 5.2), was 
vom Beschwerdeführer mit Blick auf seine Erwerbsbiographie (vgl. 
AB 150.1 S. 8 Ziff. 3.2 und S. 14 Ziff.7.1) und den Umstand, dass er die 
ihm zumutbare medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, zu 
Recht nicht beanstandet wird. Da bei dieser Ausgangslage der Invaliditäts-
grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit entspricht, kann eine detaillierte Be-
rechnung unterbleiben (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2). In somatischer 
Hinsicht erleidet der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit nur 
funktionelle Einschränkungen im Rahmen des eingeschränkten Zumutbar-
keitsprofils (AB 150.1 S. 17 Ziff. 8). Diesen ist mit dem durch die Be-
schwerdegegnerin vorgenommenen leidensbedingten Abzug von 15 % 
(vgl. E. 5.2 hiervor) genügend Rechnung getragen. Demnach resultiert ein 
rentenausschliessender (vgl. E. 2.3 hiervor) Invaliditätsgrad von 15 % (100 
./. [100 x 0.85]). Der Vollständigkeit halb sei erwähnt, dass der in der Ver-
fügung vom 8. September 2016 (AB 122) gewährte höhere Abzug von 
20 % die Frage des Invalideneinkommens nicht zu präjudizieren vermag, 
da keine Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen besteht (vgl. E. 2.5.5 
hiervor). Auch ein Abzug von 20 % ergäbe jedoch einen rentenausschlies-
senden Invaliditätsgrad von 20 % (100 ./. [100 x 0.80]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 27

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 4. September 
2020 (AB 162) nicht zu beanstanden, womit die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen ist. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2021, IV/20/751, Seite 28

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.