# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dce66c9a-5201-5800-aa87-2a3ad820b376
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.10.2022 720 22 81/250
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-81-250_2022-10-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 

vom 27. Oktober 2022 (720 22 81 / 250) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Ablehnung des Revisionsgesuchs infolge mangelnder Glaubhaftmachung einer 

wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Cedric  
Cucinelli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  

Betreff IV-Rente 

 

 

A. Die 1966 geborene A.____ meldete sich am 23. Juli 2002 unter Hinweis auf eine ver-

minderte Belastbarkeit infolge einer Psychose erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversi-

cherung (IV) zum Leistungsbezug an. Die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte 

in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab. Mit Verfügung vom 18. Au-

gust 2003 und mit Wirkung ab 1. Januar 2002 sprach sie eine Viertelsrente zu. Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache wurde mit Einspracheentscheid vom 9. Januar 2004 abgewie-

sen. In der Folge lehnte die IV-Stelle mehrere Revisionsgesuche mit Mitteilungen vom 20. Juli 

 

 
 
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2005, 5. Oktober 2007 und mit Verfügung vom 27. November 2013 sowie mit Mitteilung vom 28. 

November 2019 aufgrund eines unveränderten Anspruchs auf eine Viertelsrente ab. Das gegen 

die Verfügung vom 27. November 2013 geführte Beschwerdeverfahren schrieb das Kantonsge-

richt des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) am 28. 

April 2014 als gegenstandslos ab, weil der Kostenvorschuss nicht bezahlt wurde.  

 

B. Am 7. September 2021 stellte A.____ ein neues Revisionsgesuch mit dem Hinweis da-

rauf, dass sie ihre 20%-Stelle als Küchenhilfe beim Mittagstisch der Gemeinde B.____ im August 

2020 verloren habe, und dass ihr Ehemann seit August 2021 unverschuldet arbeitslos sei. Mit 

Schreiben vom 8. September 2021 wies die IV-Stelle A.____ darauf hin, dass die Revision einer 

laufenden Rente nur möglich sei, wenn sie glaubhaft darlege, dass sich die tatsächlichen Ver-

hältnisse seit dem ursprünglichen Entscheid in einer für den Anspruch erheblichen Weise verän-

dert haben. Da A.____ in ihrem Gesuch keine neuen Tatsachen geltend machte, wurde sie dazu 

aufgefordert, bis zum 19. Oktober 2021 durch Einreichen weiterer Unterlagen darzulegen, dass 

sich ihr Gesundheitszustand in einer für den Anspruch massgeblichen Weise verändert habe. Bei 

unbenutztem Fristablauf oder bei ungenügender Glaubhaftmachung der veränderten Verhält-

nisse könne die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren nicht eintreten. Am 22. September 2021 

schickte ihr die IV-Stelle dieses Schreiben erneut. In der Folge erfolgte innert Frist keine Eingabe 

der Versicherten, sodass die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 23. Dezember 2021 ein Nichteintre-

ten auf das Revisionsgesuch ankündigte. Nach erneutem Ausbleiben einer Reaktion seitens 

A.____ trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Februar 2022 androhungsgemäss auf das Leis-

tungsbegehren nicht ein.  

 

C. Hiergegen erhob A.____ am 8. März 2022 bzw. mit unterschriebener Fassung vom 

18. März 2022 und ergänzend mit Eingabe vom 17. April 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht. 

Zur Begründung gab sie an, dass sie versucht habe, im primären Arbeitsmarkt eine Arbeitsstelle 

zu finden und dass sie momentan beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum angemeldet sei. 

Anlässlich der arbeitsrechtlichen Massnahme sei ihr mitgeteilt worden, dass sie sich nicht für den 

ersten Arbeitsmarkt qualifizieren würde. Der Beschwerde lag eine Erklärung von Dr. med. 

C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bei, wonach sich der Zustand weiterhin ver-

schlechtern würde und eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Ausserdem brachte die Be-

schwerdeführerin vor, sie habe aufgrund von Art. 36 IVG Anspruch auf eine ordentliche Rente, 

wobei ihr mindestens für die Dauer von 16 Jahre entsprechende Erziehungsgutschriften anzu-

rechnen seien.  

 

D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 2. Mai 2022 auf Abweisung der Be-

schwerde. Ihrer Vernehmlassung lag die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. D.____, FMH 

Psychiatrie und Psychotherapie sowie Allgemeine Innere Medizin, vom 29. März 2022 bei.  

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  

 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 

vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-

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gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-

rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 

Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und 

Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als 

Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfü-

gungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig. Die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin setzte sich in ihrer 

Eingabe nicht mit dem Nichteintreten der IV-Stelle auseinander und brachte nur materielle Ein-

wände ein, was grundsätzlich den formellen Voraussetzungen für eine gültige Beschwerde nicht 

genügen würde. Im weitesten Sinn ist allerdings davon auszugehen, dass sie sich sinngemäss 

auch gegen das Nichteintreten auf ihr Revisionsgesuch durch die IV-Stelle gewendet hat. Die 

formellen Voraussetzungen sind deshalb als knapp erfüllt zu erachten. Auf die im Übrigen frist-

gerecht eingereichte Beschwerde vom 8. März 2022 ist demnach einzutreten. 

 

2. Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet einzig die Frage, ob 

die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2022 zu Recht nicht 

auf das erneute Leistungsbegehren der Versicherten vom 7. September 2021 eingetreten ist. Das 

Gericht darf daher keine materielle Prüfung des Leistungsbegehrens vornehmen. Es kann bei 

einer allfälligen Gutheissung der Beschwerde die IV-Stelle lediglich anweisen, auf das Gesuch 

einzutreten. Auf das Hauptbegehren der Beschwerdeführerin, wonach ihr die gesetzlichen Leis-

tungen unter Berücksichtigung entsprechender Erziehungsgutschriften zuzusprechen seien, 

kann daher nicht eingetreten werden. 

 

3.1 Die Neuanmeldung eines Rentenanspruchs wird materiell nur geprüft, wenn die versi-

cherte Person glaubhaft macht, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten rechts-

kräftigen Entscheidung in einem für den Rentenanspruch erheblichen Mass verändert haben (Art. 

87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. 

Januar 1961). Gelingt ihr dies nicht, so wird auf das Gesuch nicht eingetreten. Ist die anspruchs-

erhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs-

begehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 31. August 2016, 8C_325/2016, E. 2.1 mit Hinweisen). Die Eintretens-

voraussetzung nach Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 IVV soll verhindern, dass sich die 

Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Anspruchsprüfung immer wieder mit gleich-

lautenden und nicht näher begründeten Rentengesuchen befassen muss (BGE 130 V 71 E. 3.2.3 

mit Hinweisen). Die Rechtskraft der früheren Verfügung steht einer neuen Prüfung so lange ent-

gegen, wie der seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht verändert hat. Die 

Verwaltung verfügt bei der Beurteilung der Eintretensvoraussetzungen über einen gewissen 

Spielraum. So hat sie zu berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere 

Zeit zurückliegt, und kann an die Glaubhaftmachung dementsprechend mehr oder weniger hohe 

Anforderungen stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.1 mit 

weiteren Hinweisen). 

 

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3.2 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den 

Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss also nicht nach dem im Sozialversicherungs-

recht sonst üblichen Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt 

sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachum-

stands wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglich-

keit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstel-

len lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der An-

spruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend ge-

machten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts vom 31. August 2016, 

8C_325/2016, E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

3.3 In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, substanzielle Anhaltspunkte für eine 

allfällige neue Prüfung des Leistungsanspruchs darzulegen. Wird im Revisionsgesuch kein Ein-

tretenstatbestand glaubhaft gemacht, sondern nur auf ergänzende Beweismittel, insbesondere 

Arztberichte hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen 

seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel an-

zusetzen. Diese Beweismittel müssen geeignet sein, den entsprechenden Beweis zu erbringen. 

Die Fristansetzung ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten nicht auf die Einsprache 

eingetreten wird (BGE 130 V 64 E. 5.2.5, Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2016, 

9C_367/2016 E. 2.3). Wenn die der Neuanmeldung beigelegten ärztlichen Berichte so wenig 

substanziiert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls 

rechtfertigen würde, ist die IV-Stelle unter Umständen zur Nachforderung weiterer Angaben ge-

halten. Dies ist nur aber immerhin dann der Fall, wenn den - für sich allein genommen nicht 

Glaubhaftigkeit begründenden - Arztberichten konkrete Hinweise entnommen werden können, 

wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche Änderung 

vorliegt (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2016, 8C_244/2016, E. 2.1 mit Hinweisen). Im 

Übrigen bedeutet eine blosse Abklärung durch die Verwaltung, so das Einholen eines einfachen 

Arztberichtes, allein noch kein materielles Eintreten auf die Neuanmeldung (Urteil des Bundes-

gerichts vom 28. Mai 2009, 9C_286/2009, E. 2.2.3 mit Hinweis). 

 

3.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-

validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, die 

auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine 

Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht. Vorliegend er-

folgte die letzte materielle Prüfung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin mit Verfügung 

vom 27. November 2013. Demgemäss beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsäch-

lichen Verhältnissen erfolgt ist, die ein Eintreten auf die Neuanmeldung rechtfertigt, durch Ver-

gleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt vom 27. November 2013 bestanden hat, mit demje-

nigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2022. 

 

4.1 Im vorliegenden Fall beantragte die Beschwerdeführerin mit Revisionsgesuch vom 

7. September 2021 eine Anpassung ihrer Rente. Zur Begründung gab sie an, dass sie ihre Ar-

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beitsstelle als Küchenhilfe beim Mittagstisch der Gemeinde B.____ im Rahmen eines 20%-Pen-

sums im August 2020 verloren habe, weil sie zu langsam gearbeitet habe. Zusätzlich sei ihr Ehe-

mann seit August 2021 arbeitslos und habe grösste Mühe, eine Stelle zu finden. Sie beziehe 

Arbeitslosentaggelder. Die Arbeitslosenkasse habe ihr empfohlen, sich bei der IV-Stelle bezüglich 

einer Rentenanpassung zu melden. Als Grund gab sie an, dass sich ihr Haushaltseinkommen 

erheblich reduziert habe. Ausserdem wies sie darauf hin, dass bei der Berechnung ihrer bisheri-

gen Rente ab dem Jahr 2003 die Betreuung der Kinder nicht berücksichtigt worden sei. Sie habe 

ihre Töchter bis zu deren Volljährigkeit betreut. Die jüngere Tochter wohne aufgrund ihrer ge-

sundheitlichen Beschwerden weiterhin zu Hause und sei zum Teil weiterhin auf Unterstützung 

angewiesen. Dem Antrag der Versicherten vom 7. September 2021 liegt die Kündigung des Ar-

beitsvertrages als Küchenhilfe vom 24. Juni 2020 bei. Weitere Unterlagen hat die Beschwerde-

führerin weder mit ihrem Antrag eingereicht, noch hat sie ergänzende Beweismittel in Aussicht 

gestellt. 

 

4.2 Nebst der Begründung im Revisionsantrag, der letztlich einzig auf einem reduzierten 

Haushaltseinkommen infolge Arbeitslosigkeit des Ehemannes und auf der Auflösung des Arbeits-

verhältnisses der Beschwerdeführerin ein Jahr vor Einreichung ihres Revisionsantrags beruht, 

werden im Revisionsgesuch vom 7. September 2021 keine Tatsachenänderungen geltend ge-

macht, die Anlass für eine erneute Prüfung des Rentenanspruches geben würden. Lediglich mit-

telbar stellt sich demnach die Frage, ob für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses als Küchen-

hilfe ein Jahr vor Einreichung des Revisionsgesuches gesundheitliche Gründe bzw. eventuell 

eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Versicherten massgebend sein könnten. 

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin bereits zuvor durch ihr psychi-

sches Leiden im Alltag und auch bei der Eingliederung ins Erwerbsleben erheblich beeinträchtigt 

gewesen ist und ihr deshalb schon dazumal durchwegs eine sehr hohe Einschränkung in der 

Arbeitsfähigkeit attestiert worden war. Mit der Tatsache alleine, dass ihre Arbeitsstelle als Kü-

chenhilfe gekündigt worden ist, ist mithin noch keine massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft 

gemacht. Deshalb hat die IV-Stelle der Versicherten mit Schreiben vom 8. September 2021 zu 

Recht eine Frist angesetzt, um entsprechend neue Tatsachen vorzubringen. Ob die Vorausset-

zungen für eine Nachfristansetzung durch die IV-Stelle im Sinne der in Erwägung 3.3 hiervon 

erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung überhaupt erfüllt gewesen sind, nachdem die 

Beschwerdeführerin bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei medizinische Unterlagen für die Glaubhaft-

machung eines verschlechterten Gesundheitszustandes beigelegt oder in Aussicht gestellt hat, 

kann dabei offenbleiben. Jedenfalls hat die IV-Stelle mit der angesetzten Nachfrist der Beschwer-

deführerin explizit noch einmal Gelegenheit gegeben, zur Glaubhaftmachung einer erheblichen 

Veränderung ihrer gesundheitlichen Verhältnisse allfällige Beweismittel einzureichen. Die IV-

Stelle hat der Beschwerdeführerin namentlich auch erklärt, dass die Revision einer laufenden 

Rente nur möglich sei, wenn sie glaubhaft darlege, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit 

dem ursprünglichen Entscheid in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert haben. 

Andererseits hat sie die Versicherte explizit aufgefordert, innert der angesetzten Frist bis am 19. 

Oktober 2021 durch das Einreichen weiterer Unterlagen eine entsprechende Änderung ihrer ge-

sundheitlichen Verhältnisse zu belegen. Die Beschwerdeführerin wurde schliesslich auch darauf 

hingewiesen, dass die IV-Stelle bei unbenutztem Fristablauf oder bei ungenügender Glaubhaft-

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machung der veränderten Verhältnisse auf das Leistungsbegehren nicht eintreten werde. Den-

noch hat sich die Versicherte innert angesetzter Frist nicht mehr vernehmen lassen. Auch von 

dritter Seite sind keine Arztberichte oder sonstige Belege für eine Tatsachenänderung eingegan-

gen. Zwei Monate nach Ablauf der Nachfrist reagierte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 23. De-

zember 2021 und kündigte ein Nichteintreten auf das Revisionsgesuch an. Auch anschliessend 

hat die Versicherte nicht reagiert. 

 

4.3 Wenn die Verwaltung eine Nichteintretensverfügung erlässt, die den Erfordernissen ge-

nügt und der versicherten Person Gelegenheit gegeben hat, innert angesetzter Nachfrist noch 

allfällige Belege einzureichen, ist dem Gericht bei der Überprüfung einer Nichteintretensverfü-

gung auf Beschwerde hin jener Sachverhalt zu Grunde zu legen, wie er sich der Verwaltung 

dargeboten hat (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversiche-

rung, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, Rz 124 zu Art. 30 - 31 IVG, BGE 130 V 64 E. 5.2.5). 

Nur wenn die IV-Stelle auf die von ihr angesetzte Frist zur Einreichung von Beweismitteln zurück-

kommt, indem sie erst nach Ablauf der Nachfrist eingereichte Arztberichte trotzdem berücksichtigt 

bzw. während des Verwaltungsverfahrens, das mit der Verfügung ihren Abschluss findet, darauf 

abstellt, sind diese bereits von der IV-Stelle miteinbezogenen Arztberichte im Beschwerdefall 

auch im gerichtlichen Verfahren zu berücksichtigen. 

 

4.4 Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin während des Verwaltungsverfahrens 

bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung unbestrittenermassen keinerlei medizinischen Be-

lege eingereicht, sodass eine Verschlimmerung ihres Gesundheitszustands nicht glaubhaft ge-

macht worden ist. Einen Arztbericht hat sie erstmals zusammen mit ihrer Beschwerde beim Kan-

tonsgericht eingereicht. Trotz vorgängiger und unmissverständlicher Nachfristansetzung durch 

die IV-Stelle samt Aufklärung über die Folgen bei Ausbleiben entsprechender Nachweise   wur-

den damit im der Beschwerde vorangehenden Verwaltungsverfahren keine Veränderungen ge-

sundheitlicher Natur glaubhaft gemacht. Bei dieser Ausgangslage aber bleibt dem Gesagten zu-

folge (oben, Erwägung 4.3) kein Spielraum, die IV-Stelle nachträglich zu einer materiellen Prü-

fung des Revisionsgesuchs der Versicherten anzuhalten. Erst im Beschwerdeverfahren einge-

reichte Belege können mit anderen Worten vom Kantonsgericht nicht auf die Glaubhaftmachen 

einer massgeblichen Veränderung geprüft werden, weil sie der IV-Stelle im Zeitpunkt der Nicht-

eintretensverfügung nicht vorgelegen haben. Die IV-Stelle ist daher mit Verfügung vom 9. Feb-

ruar 2022 androhungsgemäss zu Recht nicht auf das Revisionsgesuch eingetreten. Die Be-

schwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. Der Beschwerdeführerin steht es allerdings frei, 

eine allfällige Verschlechterung unter Berücksichtigung der Erwägungen (vgl. E. 3.1 ff. hiervor) 

erneut bei der IV-Stelle glaubhaft zu machen.   

 

5.  Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-

willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 

ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 

in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 

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20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-

senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin die unterliegende Partei, wes-

halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Eine Parteientschädigung an die Beschwerde-

führerin ist bei diesem Verfahrensausgang nicht zuzusprechen. 

  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 

kann.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-

deführerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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