# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0f642cc-7a71-5b0b-accb-672b45f55962
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-29
**Language:** de
**Title:** Unfallbegriff mangels ungewöhnlichem äusseren Faktor verneint bei drohendem Kippen eines Rollers und entsprechendem Nachfassen bzw. Halten.Keine Listenverletzung nach Art. 9 Abs. 2 UVV.
**Docket/Reference:** UV.2016.00096
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2016.00096.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2016.00096
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil
vom
29. März 2017
in Sachen
Sanitas
Grundversicherungen AG
Hauptsitz
Jägergasse 3, 8004 Zürich
Beschwerdeführerin
Zustelladresse:
Sanitas
Versicherungsrechtsdienst
Postfach, 8021 Zürich
gegen
AXA Versicherungen AG
Generaldirektion
General
Guisan
-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X.___
(folgend: der Versicherte) ist seit dem
8.
Februar 1999 für die
Y.___
tätig
und in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (folgend: AXA) gegen Berufs- und
Nicht
berufsunfälle
versichert. Mit Schadenmeldung vom 2
5.
November 2015 wurde der AXA angezeigt, dass der Versicherte am 1
9.
November 2015 beim Anhalten mit dem Roller ein wenig das Gleichgewicht verloren habe
.
Da der Roller
begonnen habe
auf die linke Seite zu kippen, habe
d
er
Versicherte
ihn
blitz- und
ruckartig und aus voller Kraft wieder aufgerichtet, wobei er ein starkes Ziehen an der linken Schulter sowie im Ar
m verspürt habe (
Urk.
9/A1). Die
erstbehandelnde
n Ä
rzt
e
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Chirurgie, und med.
pract
.
A.___
, Assistenzarzt, diag
nostizierten
anlässlich der Konsultation vo
m 2
2.
November 2015 1) eine Distorsion Schulter links mit
Myogelose
M.
trapezius
vom 2
0.
November 2015 und 2) einen Diabetes Mellitus Typ II, Erstdiagnose unbekannt, diäte
tisch eingestellt (
Urk.
9/M1).
Mit Verfügung vom 2
8.
Januar 2016 (
Urk.
9/A8) verneinte die AXA mangels Vorliegens eines Unfalls respektive einer
unfall
ähnlichen
Körpersc
hädigung eine Leistungspflicht. Hiergegen erhob der Ver
sicherte am
1.
Februar 2016 (
Urk.
9/A9 und
Urk.
9/
A11) und die
Sanitas
Grundversicherungen AG (folgend:
Sanitas
) am 2
5.
Februar 2016 Einsprache (
Urk.
9/A15). Mit
Einspracheentscheid
vom
9.
März 2016 wies die AXA die Einsprachen ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die
Sanitas
am 1
4.
März 2016 Beschwerde und beantragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Februar 2016 (richtig:
9.
März 2016) sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflich
ten, die gesetzlichen Leistungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversi
cherung (UVG) für das Unfallereignis vom 1
9.
November 2015 zu vergüten (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
August 2016 schloss die
Beschwer
degegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
9/A1-A17 und
Urk.
9
/
M1-M2), was der Beschwerdeführerin am 3
1.
August 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
dafür, dass
der Unfallbegriff nicht erfüllt sei, da
k
ein äusserer Faktor, welcher darüber hinaus ungewöhnlich sei,
vorliege
. Des Weiteren lasse sich nicht erkennen, dass der beabsichtigte Bewegungsablauf anders verlaufen sei als geplant oder dass dieser durch einen programmwidrigen Faktor unterbrochen worden sei. Das Verlieren des Gleichgewichts und Ausbalancieren eines Motorrades, im Besonderen beim Anhalten, gehöre zum üblichen Ablauf beim Motorradfahren.
Entsprechend liege kein Unfall im Rechtssinne vor. Da keine Listenverletzung nach
Art.
9
Abs.
2
der Verordnung über die Unfall
versicherung (
UVV
)
vorliege, bestehe auch kein Anspruch infolge einer unfallähnlichen Körperschädigung.
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor (
Urk.
1), dass der Versicherte am Haltepunkt der Kreuzung im Begriff gewesen sei, das Gleichgewicht nach links zu verlieren und
versucht habe,
das über 400 kg schwere, sich noch leicht bewegende Fahrzeug r
uckartig und mit vollster Kraft
aufzufangen. Ziel sei es somit ge
wesen, den Sturz des Rollers und
sich selbst zu verhindern. Es habe sich somit um eine instinktive Abwehrmass
nahme gegenüber einer von aussen drohenden, ebenfalls augenfälligen Gefahr, nämlich einem Sturz, gehandelt. Diese Situation könne nicht als üblich oder gewöhnlich beim Halten eines Rollers bezeichnet werden
. Der ungewöhnliche äussere Faktor liege somit in der Überanstrengung, die plötz
lich und heftig auf den linken Arm eingewirkt habe. Folglich sei ein Unfall im Rechtssinne anzunehmen.
1.3
In der Beschwerdeantwort
(
Urk.
8)
ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass anhand der medizinischen Akten keine frische, klar traumatisch-bedingte Verletzung oder Gewebeschädigung habe dokumentiert werden können. Ebenso wenig sei eine Pathologie oder Diagnose gestellt worden, welche auf einen plötzlichen Ruck im Nacken-/Schulterbereich, einem Reissen des Armes oder auf eine Überdehnung des Gelenkes hätte zurückgeführt werden können
.
Auch seien im Anschluss an das Ereignis lediglich degenerative Pathologien oder Befunde erhoben worden, welche nach medizinischer Erfahrung auch als alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Verän
derungen eines Körperteils innerhalb eines durchaus normalen
Geschehens
ablaufs
auftreten könnten. Entsprechend könne das Ereignis nur dann als Unfall betrachtet werden, wenn die „unkoordinierte Bewegung“ zum Auffan
gen bzw. Ausbalancieren des Motorrades unter besonders sinnfälligen Umständen stattgefunden hätte, was in
casu
nicht der Fall sei.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier zu beurteilende Ereignis
hat sich am
1
9.
November 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
2.2.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
2.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Fol
gen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rah
men des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschrei
tet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnli
che Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, d.h. einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Kon
stitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen).
2.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne unge
wöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
3.
3.1
In der Unfallmeldung vom 2
5.
November 2015 gab der Versicherte an, dass er beim Anhalten mit seinem Roller Suzuki 650 (er habe noch nicht vollstän
dig gestoppt gehabt), ein wenig das Gleichgewicht verloren habe, sodass der Roller beg
o
nn
en habe
auf die linke Seite zu kippen. Blitz- und ruckartig habe
er ihn aus voller Kraft wieder aufgerichtet. Dabei habe er ein starkes Ziehen an der linken Schulter sowie am Arm verspürt (
Urk.
9/A1).
3.2
Dr.
Z.___
und med.
pract
.
A.___
hielten in ihrem Bericht vom
3.
Dezember 2015 (
Urk.
9/M1) fest, der Versicherte berichte, dass er am
19.
November 2015 mit dem linken Arm den Töff habe aufheben müssen. Ein Sturzereignis habe nicht stattgefunden. Seither bestünden Schmerzen im Bereich der linken Schulter, die sich am ehesten wie ein starkes Ziehen bis in den linken Arm oder wie Muskelkater anfühle. Die Schmerzen hätten immer mehr zugenommen, so dass er nun auf dem Notfall vorstellig geworden sei.
3.3
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin (
Urk.
9/A2) führte der Versicherte aus, dass er beim Anhalten an der Kreuzung mit seinem Motorrad Suzuki 650 (er habe noch nicht vollständig gestoppt gehabt) plötzlich das Gleichge
wicht verloren habe und mit dem Motorrad links am Stürzen gewesen sei. Da das Motorrad am Kippen gewese
n sei, habe er es blitzartig und
ruckartig mit vollster Kraft wieder aufzurichten versucht. Beim Aufrich
ten habe er im sel
ben Augenblick
durch den Ruck einen plötzlichen starken Schmerz und ein Ziehen an der ganzen linken Schulter und Arm bis zu den Fingern verspürt. Dieser Schmerz sei in den Folgetagen noch viel stärker und beinahe uner
träglich geworden.
3.4
Mit Schreiben vom
7.
Januar 2016 konstatierte
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für
Allgemeine Medizin, dass seines
Erachtens die Kriterien für einen Unfall gegeben seien, da es sich um ein plötzliches, unerwart
etes Ereignis gehandelt habe. Der Versicherte
sei bis zu diesem Ereignis beschwerdefrei gewesen. An einer Kreuzung habe
er
mit seinem Motorrad anhalten wollen. Bevor es zum Stehen gekommen sei, habe er das Gleichge
wicht verloren und das Motorrad sei nach links gekippt. Er habe mit der lin
ken Hand das Motorrad auffangen können, habe den Arm allerdings deutlich überdehnen müssen. Durch das Gewicht des Motorrades habe er einen Ruck im Nacken-/Schulterbereich gespürt, was bei überdehntem Arm zu einem Reissen in diesem Gebiet geführt habe. Er habe einen Ruck und ein Ziehen im ganzen linken Schulter-/Armbereich gespürt.
Da es aufgrund der Anamnese mit dem massiv überdehnten Arm und zusätz
lich durch das schwere Gewicht des fallenden Motorrades, verbunden mit der Gegenreaktion des Körpers zu einer ausgedehnten Überdehnung gekommen sei, habe er davon ausgehen müssen, dass eine Nervenschädigung vorhanden sein könnte. Es wäre zweifellos fatal gewesen, hätte er eine Nervenläsion übersehen. Hätte es sich jedoch um ein normales Nacken-, Schulter-,
Armsyndrom gehandelt, hätte er zweifellos mit weiteren Abklärungen zuge
wartet. Auch das
C.___
sei von einer Distorsion des Schultergelenkes und somit von einem Unfall ausgegangen. In diesem Fall sei die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung durch einen ungewöhnlichen äusseren Faktor auf den Arm absolut gegeben. Und dieser habe auch eine Beeinträchtigung des körperlichen Gesundheitszustandes zur Folge gehabt (
Urk.
9/A5 und
Urk.
9/A9
/B
).
4.
Strittig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin aufgrund des Ereignis
ses vom 1
9.
November 2015 eine Leistungspflicht bezüglich der
geltend gemachten Beschwerden
trifft, w
as
voraussetzt, dass das Geschehen einen Unfall
oder eine unfallähnliche Körperschädigung
im Rechtssinne darstellt.
4.1
4.
1.1
Laut Sachverhaltsschilderungen des Versicherten anlässlich der
Unfallmel
dung
und nach Rückfrage der Beschwerdegegnerin verlor der Versicherte während dem Anhalten sein Gleichgewicht ein wenig, so dass der Roller begann auf die linke Seite zu kippen. Blitz- und ruckartig habe er ihn aus voller Kraft wieder aufgerichtet, was zu Schmerzen in der linken Schulter und
im
Arm geführt habe (E. 3.1 und E. 3.3).
4.
1.
2
Die vom Versicherten ausgeführte reflexartige Bewegung beim
Aufrichten des Motorrades
wurde durch keinen ungewöhnlichen
äusseren
Faktor beein
trächtigt und d
as Vorliegen eines ungewöhnlichen
äusseren
Faktors ist
- ent
gegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin -
auch nicht bereits des
halb zu bejahen, weil die Bewegung reflexartig
bzw. instinktiv
ausgeführt wurde
(mit weiteren Hinweisen: Urteil des Bundesgerichts vom 2
3.
Mai 2006 U
144/06
E. 2.2).
So hat das
Bundesgericht in
ähnlich gelagerten Fällen das Vorliegen eines ungewöhnlichen
äusseren
Faktors
verneint
. So etwa beim reflexartigen Auf
fangen eines weggekippten Einkaufswagens (Urteil
des Bundesgericht
U
222/05 vom 21. März 2006 E. 3.2), beim
ruckartigen
Nachfassen
einer abrutschenden Vakuumstufe von ca. 25 bis 30 kg (Urteil
des Bundesgerichts
U 360/02 vom 9. Oktober 2003 E. 3.3.3 und 3.4) und
reflexartigen Nachfas
sen
eines weggleitenden Radiators von 100 kg (Urteil
des Bundesgerichts
U
110/99 vom 12. April 2000 E. 3), beim Wiederherstellen des
Gleichge
-
wichts durch eine heftige Handbewegung anlässlich des Transports einer 100 bis 150 kg schweren Türe (Rechtsprechungsbeilage zum SUVA-Jahresbericht
1988 Nr. 8 S. 15
; vgl. Urteil des Bundesgericht
U 144/06 vom 2
3.
Mai 2006
E. 2.2)
, beim Heben eines ca. 60 kg wiegenden Papierstapels und reflexarti
gen
Nachfassen
, als dieser in sich zusammenzufallen drohte (
Rechtspre
chungsbeilage
zum SUVA-Jahr
esbericht 1981 Nr. 4 S. 7
; vgl.
Urteil des Bun
desgericht U 144/06 vom 2
3.
Mai 2006 E. 2.2
),
beim ruckartigen An-sich-Nehmen eines von einem fahrbaren Wagenheber herunterzufallen drohenden Motors mit einem Gewicht von ca. 80 kg (SUVA-Jahresbericht 1962 Nr. 3a S. 17; Urteil des Bundesgerichts U
144/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.2)
und
beim
reflexartigen
Hochreissen
einer Topfpflanze, die auf einem Transportroller stand, der wegzukippen drohte
(Urteil des Bundesgerichts vom 2
3.
Mai 2006
E. 2.2).
4.1.3
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen insbesondere vor, dass das ruckar
tige Betätigen des Armes mit vollster Kraft nicht als üblich oder gewöhnlich beim Halten eines Rollers bezeichnet werden könne.
Der Versicherte ist zumindest seit dem 2
9.
September 2014 Halter des in Frage stehenden Rollers (
Urk.
3/7). Entsprechend ist davon auszugehen, dass im Hinblick auf die Gewöhnung des Versicherten an das Rollerfahren, das Anhalten und Ausbalancieren, bzw. das allfällig notwendige Festhalten eines Rollers, welcher zu Kippen droht, nicht zu einem
ausseror
dentlichen Kraft
aufwand bzw.
einer sinnfälligen
Überanstrengung
führt.
Das Ereignis vom 1
9.
November 2015 erfüllt damit den Unfallbegriff nicht.
4.2
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass d
ie Distorsion der linken Schulter mit
Myogelose
M.
trapezius
(
Urk.
9/M1)
nicht unter die
Listenverlet
zungen
nach
Art.
9
Abs.
2 UVV
fällt
, da dieser nur eigentliche
Gelenksver
renkungen
(Luxationen), nicht aber unvollständige Verrenkungen (
Subluxa
tionen
) oder Distorsionen erfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts
U
236/04 vom 1
0.
Januar 2005 E. 3.1).
Auch die anlässlich des MRI vom
5.
Dezember 2015 erhobenen Befunde fallen nicht unter die Listenverletzungen (
Urk.
9/M2; vgl. E. 2.3).
Damit ist z
u Recht unbestritten, dass eine
unfallähn
liche
Körperschädigung mangels Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV ausser Betracht fällt (vgl.
Urk.
9/M1-M2;
Urk.
1 und
Urk.
2).
4.
3
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Ereignis vom 1
9.
November 2015
den Unfallbegriff nicht erfüllt
und keine Listenverletzung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV vorliegt
.
Entsprechend erweist sich der
Einspracheentscheid
als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Sanitas
-
AXA Versicherungen AG
-
X.___
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler