# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3cdc451a-3f4c-5e09-ba17-d0a8c565a0db
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 22.05.2018 PG180002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_PG180002_2018-05-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 
 

Geschäfts-Nr. PG180002-O/U 

Mitwirkend: Der Obergerichtsvizepräsident lic. iur. M. Langmeier sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu 

 

Verfügung vom 22. Mai 2018 
 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Gesuchstellerin und Klägerin 

 

gegen 

 

B._____ GmbH, (vormals C._____ GmbH) 
Gesuchsgegnerin und Beklagte 

 

betreffend Ernennung eines Einzelschiedsrichters 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Am 11. Juli 2016 bzw. 24. August 2016 schlossen die A._____ AG (nachfol-

gend: Gesuchstellerin) und die C._____ GmbH, welche in der Zwischenzeit 

in die B._____ GmbH umfirmiert worden ist (nachfolgend: Gesuchsgegne-

rin), einen Mandatsvertrag nach Art. 394 ff. OR ab. Dieser enthält in Ziff. VII 

eine Schiedsgerichtsklausel (act. 2/1). 

2. Mit Eingabe vom 12. März 2018 gelangte die Gesuchstellerin an den Präsi-

denten des Obergerichts des Kantons Zürich und ersuchte um Ernennung 

eines Einzelschiedsrichters (act. 1). Der ihr mit Verfügung vom 22. März 

2018 (act. 3) auferlegte Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- leistete die Ge-

suchstellerin fristgerecht (act. 4). Mit Verfügung vom 10. April 2018 wurde 

der Gesuchsgegnerin sodann das rechtliche Gehör gewährt (act. 5). Am 

18. April 2018 teilte die Gesuchsgegnerin mit, sie sei mit dem Schreiben der 

Gesuchstellerin vom 12. März 2018 nicht einverstanden und halte an ihrer 

Meinung gemäss Schreiben vom 19. Dezember 2017 fest (act. 6). Die Ein-

gabe vom 18. April 2018 wurde der Gesuchstellerin am 4. Mai 2018 zur 

Kenntnisnahme zugestellt (act. 8).    

II. 

1. Die Gesuchstellerin bringt zur Begründung ihres Gesuchs (act. 1) vor, ge-

stützt auf den erwähnten Mandatsvertrag habe sie für die C._____ GmbH 

umfangreiche Buchhaltungs-, Abstimmungs- und Treuhandarbeiten er-

bracht. Die der Gesuchsgegnerin zugestellte Rechnung sei von dieser nicht 

beglichen worden. Die Einleitung des Schiedsverfahrens erfolge in diesem 

Zusammenhang.  

2. Die Gesuchsgegnerin führt in ihrer Eingabe vom 18. April 2018 (act. 6) aus, 

sie könne der Ansicht der Gesuchstellerin nicht folgen. Die Gesuchstellerin 

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habe dem neuen Geschäftsführer der Gesuchsgegnerin bei der Firmen-

übernahme in Bezug auf den Bestand der offenen Schulden falsche Aus-

künfte erteilt und ihn schlecht beraten (act. 7). Zudem stelle ihm die Ge-

suchstellerin Rechnungen zu, welche nicht für die Gesuchsgegnerin be-

stimmt seien (act. 6).  

III. 

1.1. Die Gesuchstellerin beruft sich hinsichtlich der Zuständigkeit des Präsiden-

ten des Obergerichts des Kantons Zürich zur Ernennung eines Einzel-

schiedsgerichts auf den Mandatsvertrag vom 11. Juli 2016 bzw. 24. August 

2016, welchen sie mit der C._____ GmbH abgeschlossen hat (act. 2/1). 

1.2. Nach Art. 361 ZPO sind die Parteien befugt, das Verfahren zur Ernennung 

der Mitglieder des Schiedsgerichts autonom festzulegen, sei es, dass sie 

das Ernennungsverfahren in einer Schiedsvereinbarung oder in einem sepa-

raten Vertrag selbst festlegen oder sei es, dass sie dazu auf eine Schieds-

ordnung verweisen (Berger/Kellerhals, Internationale und interne Schiedsge-

richtsbarkeit in der Schweiz, Bern 2006, Rz 742; BSK ZPO-Habegger, 

Art. 361 N 12). Ferner sind die Parteien frei, die Ernennung des Schiedsge-

richtsmitglieds selbst vorzunehmen oder diese einer dritten Stelle zu über-

tragen. In letzterem Falle hat die beauftragte Stelle bestimmbar und unab-

hängig bzw. unparteilich zu sein. Als beauftragte Stelle kommen nicht nur 

private, sondern auch staatliche Stellen wie der Präsident des Obergerichts 

in Frage (BSK ZPO-Habegger, Art. 361 N 4 und 14; BK ZPO-Boog/Stark-

Traber, Art. 361 N 24 f.). Wird ein staatliches Gericht mit der Ernennung be-

traut, so ist es gemäss Art. 362 Abs. 3 ZPO verpflichtet, die Ernennung vor-

zunehmen, ausser eine summarische Prüfung ergäbe, dass zwischen den 

Parteien keine Schiedsvereinbarung bestehe (BK ZPO-Boog/Stark-Traber, 

Art. 361 N 28, BGE 118 Ia 20 E. 2b). 

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1.3. Dem zwischen der C._____ GmbH und der Gesuchstellerin am 11. Juli 2016 

bzw. 24. August 2016 abgeschlossenen Mandatsvertrag kann in Ziff. VII die 

folgende Schiedsklausel entnommen werden (act. 2/1): 

 "Schiedsgerichtsklausel 

(1)  Die Parteien vereinbaren für sämtliche Streitigkeiten aus diesem Ver-

trag ein Einzelschiedsgericht, gewählt durch den Präsidenten des 

Obergerichtes des Kantons Zürich anzuerkennen. 

(2) Das Schiedsgericht entscheidet endgültig" 

 Am tt. November 2016 (SHAB Publikation am tt. November 2016) übernahm 

D._____ die Funktion des Geschäftsführers der C._____ GmbH. Gleichzeitig 

wurde er als alleiniger Gesellschafter der Gesuchsgegnerin ins Handelsre-

gister eingetragen (act. 2/3). Am tt. Januar 2017 (SHAB Publikation am 

tt. Februar 2017) wurde die C._____ GmbH sodann in die B._____ GmbH 

umfirmiert (act. 2/3). Der von der C._____ GmbH als juristische und damit 

eigenständige Person unterzeichnete Mandatsvertrag vom 11. Juli 2016 

bzw. 24. August 2016 hatte auch nach der Firmenübernahme durch 

D._____ und der Änderung der Firma Bestand, zumal keine Anhaltspunkte 

für eine Kündigung bestehen. Die Gesuchstellerin führte in ihrem Gesuch 

vom 12. März 2018 hierzu ausdrücklich aus, eine Kündigung sei bis anhin 

nicht erfolgt (act. 1 S. 2). Die Gesuchsgegnerin bestritt dies in ihrer Eingabe 

vom 18. April 2018 nicht (act. 6). Demnach ist von einem nach wie vor gülti-

gen Mandatsvertrag auszugehen. Hinweise, dass zwischen den Parteien 

keine gültige Schiedsvereinbarung getroffen wurde, bestehen sodann keine. 

Entsprechendes wird denn auch von keiner der Parteien vorgetragen (act. 1 

und act. 6). Damit ist gemäss der gültigen Vereinbarung im Mandatsvertrag 

vom 11. Juli 2016 bzw. 24. August 2016 der Präsident des Obergerichts des 

Kantons Zürich zur Ernennung des Einzelschiedsrichters zuständig. 

2. Das Verfahren zur Bestellung des Schiedsgerichts durch die beauftragte 

Stelle ist gesetzlich nicht geregelt. Treffen die Parteien dazu keinerlei Ver-

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einbarung, ist die dritte Stelle in Bezug auf das Ernennungsverfahren grund-

sätzlich frei (BK ZPO-Boog/Stark-Traber, Art. 361 N 30; Rüede/Hadenfeldt, 

Schweizerisches Schiedsgerichtsrecht, 2. Auflage, Zürich 1993, S. 136; ZK 

ZPO-Grundmann, Art. 361 N 22). Den Parteien muss jedoch das Recht ein-

geräumt werden, in gleichem Masse an der Konstituierung des Schiedsge-

richts teilzunehmen und einen gleichartigen Einfluss auf die Wahl des 

Schiedsgerichts auszuüben (BK ZPO-Boog/Stark-Traber, Art. 361 N 30 und 

37; BSK ZPO-Habegger, Art. 361 N 14). Mit der Gewährung des rechtlichen 

Gehörs (act. 5) wurde die Gesuchsgegnerin gleichermassen in das vorlie-

gende Verfahren einbezogen wie die Gesuchstellerin. Die Gesuchsgegnerin 

brachte keine Einwendungen gegen die Bestellung eines Einzelschiedsrich-

ters vor (act. 6). Demnach steht der Ernennung eines solchen nichts entge-

gen. 

3. Auf entsprechende Anfrage hin erklärte sich Rechtsanwalt MLaw E._____, 

... [Adresse], bereit, in der vorliegenden Angelegenheit das Amt des Einzel-

schiedsrichters zu übernehmen (vgl. Protokoll S. 6). Er hat keine näheren 

Beziehungen zu einer der Prozessparteien. 

IV. 

1. In Anwendung von § 13 Abs. 1 GebV OG ist die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 2'000.- festzusetzen und gemäss Art. 111 Abs. 1 ZPO mit dem von der 

Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- zu verrechnen. 

2. Die beim Obergericht entstandenen Kosten werden praxisgemäss von der 

Gesuchstellerin mit dem Hinweis bezogen, dass im Schiedsverfahren über 

deren endgültige Tragung zu entscheiden sein wird. Ebenso wird das 

Schiedsgericht über die Höhe einer allfälligen Parteientschädigung für das 

vorliegende Ernennungsverfahren zu befinden haben. 

3. Das gemäss Art. 356 Abs. 2 ZPO für die Ernennung zuständige staatliche 

Gericht ist einzige kantonale Instanz i.S.v. Art. 75 Abs. 2 lit. a BGG. Ein posi-

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tiver Ernennungsentscheid eines staatlichen Gerichts stellt keinen Endent-

scheid i.S.v. Art. 90 BGG und auch keinen Vor- und Zwischenentscheid 

i.S.v. Art. 92 f. BGG dar, da er keinen nicht wieder gutzumachenden Nach-

teil i.S.v. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu bewirken vermag. Entsprechend ist ein 

positiver Ernennungsentscheid nicht anfechtbar (BSK ZPO-Habegger, 

Art. 362 N 43; BK ZPO-Stark-Traber, Art. 362 N 52) bzw. erst zusammen mit 

dem später ergehenden Schiedsspruch (Dasser, in: Oberhammer [Hrsg.], 

Kurzkommentar ZPO-Dasser, Art. 362 N 11).  

 

Es wird verfügt: 

1. In Gutheissung des Gesuchs der Gesuchstellerin wird Rechtsanwalt MLaw 

E._____, ... [Adresse], als Einzelschiedsrichter für die zwischen den Partei-

en bestehende Streitigkeit betreffend den Mandatsvertrag ("Mandatsauf-

trag") vom 11. Juli 2016 bzw. 24. August 2016 ernannt.  

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt und mit dem von der Ge-

suchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- verrechnet. 

3. Die Kosten des Verfahrens werden einstweilen von der Gesuchstellerin be-

zogen; über deren definitive Tragung wird das Schiedsgericht zu entschei-

den haben. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen; über eine allfällige 

Parteientschädigung für das Ernennungsverfahren sowie deren Höhe wird 

das Schiedsgericht zu befinden haben. 

5. Schriftliche Mitteilung gegen Empfangsschein an: 

− die Gesuchstellerin,  
− die Gesuchsgegnerin,  
− Rechtsanwalt MLaw E._____, ... [Adresse], als Einzelschiedsrichter,  
− die Obergerichtskasse. 

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Zürich, 22. Mai 2018 
 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Verwaltungskommission 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Lic. iur. A. Leu 
 
versandt am: 

	Verfügung vom 22. Mai 2018
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	IV.
	Es wird verfügt:
	1. In Gutheissung des Gesuchs der Gesuchstellerin wird Rechtsanwalt MLaw E._____, ... [Adresse], als Einzelschiedsrichter für die zwischen den Parteien bestehende Streitigkeit betreffend den Mandatsvertrag ("Mandatsauftrag") vom 11. Juli 2016 bzw. 24....
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt und mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- verrechnet.
	3. Die Kosten des Verfahrens werden einstweilen von der Gesuchstellerin bezogen; über deren definitive Tragung wird das Schiedsgericht zu entscheiden haben.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen; über eine allfällige Parteientschädigung für das Ernennungsverfahren sowie deren Höhe wird das Schiedsgericht zu befinden haben.
	5. Schriftliche Mitteilung gegen Empfangsschein an:
	 die Gesuchstellerin,
	 die Gesuchsgegnerin,
	 Rechtsanwalt MLaw E._____, ... [Adresse], als Einzelschiedsrichter,
	 die Obergerichtskasse.