# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6619124-61b5-5661-bc69-51c31ae477c7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 21.12.2021 110 2021 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2021-92_2021-12-21.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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BVD 110/2021/92

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 21. Dezember 2021

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer 1

Frau D.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Frutigen, Bauverwaltung, Vordorfgasse 1, 
3714 Frutigen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Frutigen vom 14. April 
2021 (Baugesuch Nr. 2018-0044; Abbruch und Wiederaufbau Weidhaus, A.________strasse 
11a) sowie die Verfügung des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 15. Juli 2020 
(G.-Nr. 2016.JGK.397)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführenden erwarben im Jahr 2015 die Parzelle Frutigen Gbbl. Nr. 
B.________ mit den beiden Weidhäusern Nr. 11a und 11b, die beide über einen kleinen Wohnteil 
verfügten. Das Weidhaus A.________strasse 11a war damals im Bauinventar der Gemeinde als 
erhaltenswert eingestuft. Mit kleiner Baubewilligung vom 20. September 2018 bewilligte die 
Gemeinde Frutigen den Abbruch und vergrösserten Wiederaufbau des Weidhauses Nr. 11a, den 
Neubau einer Zufahrt vom Nachbargebäude Nr. 9 (Parzelle Nr. E.________) zum Weidhaus Nr. 
11a sowie den Neubau einer Güllengrube und eines Mistplatzes.1 Das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung (AGR) beurteilte das Bauvorhaben als zonenkonform im Sinne von Art. 16a RPG2.3 

2. Aufgrund einer Anzeige nahm die Gemeinde zusammen mit Vertretern des Amts für Wasser 
und Abfall (AWA) und des AGR am 7. August 2019 eine baupolizeiliche Kontrolle auf der Parzelle 

1 Kleine Baubewilligung vom 20. September 2018, Vorakten pag. 59.
2 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).
3 Verfügung des AGR vom 6. Juli 2018, Vorakten pag. 62.

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Nr. B.________ vor. Dabei stellte sie auch fest, dass das Weidhaus Nr. 11a und die 
Zufahrtsstrasse teilweise vom dem bewilligten Projekt abwichen. Am 13. August 2019 eröffnete 
die Gemeinde ein baupolizeiliches Verfahren, in dessen Verlauf ein weiterer Augenschein mit den 
Fachbehörden stattfand. 

Folgende Änderungen wurden festgestellt:4
 Erstellung eines betonierten Laufhofs 
 Anpassungen der ostseitigen Stallfenster im Erdgeschoss (EG)
 ostseitige Einwandung der südseitigen Laube im Obergeschoss (OG)
 Einbau eines WC mit Handwaschbecken im Heuraum OG
 Einbau von zwei Dachflächenfenstern im südseitigen Hauptdach
 Dacheindeckung mit Metallpaneelen anstelle von Ziegeln
 Erstellung des Zufahrtswegs als Kies-/Schotterweg anstelle eines Spurwegs mit grünem 

Mittelstreifen.

Die Beschwerdeführenden reichten am 20. August 2019 Projektänderungspläne und am 20. April 
2020 revidierte Pläne ein. Die Gemeinde nahm die Planeingabe als nachträgliches Baugesuch 
entgegen. Gegen das Bauvorhaben ging eine Einsprache ein.

3. Mit Verfügung vom 15. Juli 2020 beurteilte das AGR den betonierten Laufhof, die Anpassung 
der ostseitigen Stallfenster, die ostseitige Einwandung der Laube sowie den Einbau eines WC mit 
Handwaschbecken im Heuraum als zonenkonform. Hingegen verweigerte das AGR die 
Feststellung der Zonenkonformität für den Einbau der beiden Dachflächenfenster, für die 
Eindeckung des Weidhauses mit Metallpaneelen und für den Kies-/Schotterweg. Mit Teilbau-, 
Teilabschlags- und Wiederherstellungsverfügung vom 14. April 2021 bewilligte die Gemeinde den 
betonierten Laufhof/Mistplatz, die Anpassungen der ostseitigen Stallfenster im EG, die ostseitige 
Einwandung der Laube im OG sowie den Einbau eines WC mit Handwaschbecken im Heuraum 
OG (Ziff. 5.1). Den übrigen Vorhaben erteilte sie den Bauabschlag und ordnete die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes innert 90 Tagen ab Rechtskraft des Entscheids 
wie folgt an (Ziff. 5.2):

 «Rückbau der zwei nicht baubewilligten Dachflächenfenster
 Rückbau der Dacheindeckung mit Metallpaneelen und Neueindeckung mit Ziegeln rot gemäss 

Baueingabe vom 11.06.2018
 Rückbau Zufahrtsweg als Kies-/Schotterweg zu einem einfachen Spurweg mit grünem Mittelstreifen wie 

ursprünglich beantragt und bewilligt.»

4. Die Beschwerdeführenden reichten am 11. Mai 2021 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie stellen folgende Rechtsbegehren:

1. «Der Entscheid vom 14. April 2021 sei aufzuheben.
2. Die Verfügung des AGR vom 15. Juli 2020 sei aufzuheben.
3. Die Eindeckung des Dachs mit Metallpaneelen sei zu bewilligen.
4. Eventualiter sei der Entscheid über die Eindeckung/Wiederherstellung des Dachs bis zum Erlass der 

kantonalen Richtlinien über das Dachmaterial auf Alp- und Weidegebäuden zu sistieren.
5. Der Kies-/Schotterweg sei in seiner jetzigen Ausgestaltung zu bewilligen und auf die Wiederherstellung 

sei zu verzichten.
6. Die Dachfenster seien zu bewilligen.
7. Eventualiter sei die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bezüglich Dachfenster bis zum 

Entscheid über das Dachmaterial zu sistieren.

4 Vgl. Verfügung des AGR vom 15. Juli 2020 zur Zonenkonformität, Vorakten pag. 13.

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8. Auf die Einsprache […] sei nicht einzutreten, bzw. sei diese abzuweisen.»
5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet5, holte die Vorakten ein 
und führte den Schriftenwechsel durch. Es gab dem Einsprecher Gelegenheit, sich am 
Beschwerdeverfahren zu beteiligen. Mit Schreiben vom 8. Juni 2021 teilte dieser mit, dass er auf 
eine weitere Beteiligung verzichte. Die Gemeinde beantragt mit Stellungnahme vom 18. Juni 2021, 
die Beschwerde sei abzuweisen. Das AGR beantragt mit Stellungnahme vom 21. Juni 2021 
ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. 

6. Auf Frage des Rechtsamts gaben die Beschwerdeführenden Auskunft zum verwendeten 
Dachmaterial (Eingabe vom 28. August 2021). Das Rechtsamt, holte einen Fachbericht der 
kantonalen Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) ein. Die Parteien 
erhielten Gelegenheit, sich zum Bericht der OLK vom 16. September 2021 zu äussern. Davon 
machten einzig die Beschwerdeführenden mit Stellungnahme vom 26. Oktober 2021 Gebrauch.

7. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht der OLK wird, soweit für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide und baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 BauG6 können innert 
30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden (Art. 40 und 49 
BauG). Verfügungen des AGR über die Zonenkonformität bei Bauvorhaben ausserhalb der 
Bauzone sowie über Ausnahmegesuche nach den Art. 24 bis 24e und Art. 37a RPG können 
zusammen mit dem Bauentscheid ebenfalls mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden 
(Art. 84 Abs. 4 BauG). Die BVD ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

b) Die Beschwerdeführenden sind als Baugesuchstellende und Adressaten der 
Wiederherstellungsverfügung zur Beschwerde befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG und Art. 65 VRPG7). 
Sie sind durch die vorinstanzlichen Entscheide beschwert und daher zur Beschwerdeführung 
legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

c) Anfechtungsobjekte bilden die Verfügung des AGR und die Verfügung der Gemeinde. Der 
Streitgegenstand braucht sich nicht mit den Anfechtungsobjekten zu decken, kann aber auch nicht 
über dieses hinausgehen. Die Beschwerdeführenden können den Streitgegenstand jedoch im 
Verlauf des Verfahrens einschränken.8 Die Beschwerdeführenden fechten einzig den 
Teilbauabschlag (und damit sinngemäss auch die Verweigerung der Feststellung der 
Zonenkonformität nach Art. 16a RPG ) sowie die angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen 
an. Nur dies ist Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens bei der BVD.

5 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).
6 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
8 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 12 bis 14.

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2. Sistierungsgesuch, Allgemeines 

a) Die Beschwerdeführenden beantragen eine Sistierung des Verfahrens betreffend die 
Dacheindeckung und die Dachflächenfenster, bis der Kanton die Richtlinien zu Dachmaterialien 
in der Landwirtschaftszone erlassen habe. Das AGR bringt vor, es seien Abklärungen im Gange, 
das Resultat sei noch offen. Vorliegend sei ein Zuwarten nicht gerechtfertigt, weil die die 
Eindeckung mit Metallpaneelen in Überschreitung eines anderslautenden Bauentscheids erfolgt 
sei. 

Es besteht kein zureichender Grund für eine Sistierung des Verfahrens gemäss Art. 38 VRPG. Es 
ist ungewiss, wann und mit welchem Inhalt Richtlinien zu Dachmaterialien erlassen werden. 
Richtlinien sind Verwaltungsverordnungen, die eine einheitliche Praxis der Verwaltungsbehörden 
sicherstellen sollen. Als Rechtsmittelbehörde wäre die BVD nicht daran gebunden. Hinzu kommt, 
dass es sich vorliegend um ein nachträgliches Baugesuch handelt. Es besteht ein grosses 
öffentliches Interesse daran, dass ein unrechtmässiger Zustand nicht über längere Zeit bestehen 
bleibt, sondern dass über die allfällige Bewilligungsfähigkeit und im abschlägigen Fall über die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes entschieden wird. Mit diesem Entscheid wird der 
Sistierungsantrag gegenstandslos und ist vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

b) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer Baubewilligung 
ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens Vorschriften missachtet, 
so setzt die Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG9). Voraussetzung für 
den Erlass einer Wiederherstellungsverfügung ist, dass das ausgeführte Vorhaben 
baubewilligungspflichtig ist. Die Pflichtigen haben die Möglichkeit, innert 30 Tagen ein 
nachträgliches Baugesuch einzureichen, welches die Wiederherstellungsverfügung aufschiebt 
(vgl. Art. 46 Abs. 2 Bst. b BauG). Kann das Bauvorhaben auch nachträglich nicht bewilligt werden, 
entscheidet die Baubewilligungsbehörde zugleich darüber, ob und inwieweit der rechtmässige 
Zustand wiederherzustellen ist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). Die Wiederherstellungsmassnahme 
muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz 
nicht verletzen. Eine Massnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel 
zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen Zustands nötig ist und die 
Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.10 
Generell besteht ein grosses öffentliches Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 
Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von unrechtmässigen Bauten und 
Anlagen. Das Bundesgericht misst der Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustandes grosses Gewicht zu, vor allem wenn das Raumplanungsrecht betroffen ist. Werden in 
der Landwirtschaftszone widerrechtliche Bauvorhaben nicht beseitigt, sondern auf unabsehbare 
Zeit geduldet, wird der Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet in Frage gestellt 
und rechtswidriges Verhalten belohnt.11

3. Dacheindeckung mit Metallpaneelen

a) Für den Neubau des Weidhauses Nr. 11a wurde ein Dach mit roten Ziegeln bewilligt. Die 
Beschwerdeführenden erstellten stattdessen eine Dacheindeckung mit gefärbten Metallpaneelen 

9 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 9; 
BVR 2013 S. 85 E. 5.1.
11 Vgl. BGE 136 II 359 E. 6 mit Hinweisen; VGE 2019/317 vom 12. Oktober 2020 E. 7.1 mit Hinweisen; BGer 
1C_272/2019 vom 28. Januar 2020 E. 6.4. 

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(Profilblech SP 41 mit Seite «B» [Dach], Stahl 0,7 mm, RAL 8014 sepiabraun12). Sie machen 
geltend, das frühere Weidhaus sei seit 1970 mit Wellblech eingedeckt gewesen und mit dieser 
Dacheindeckung als erhaltenswert eingestuft worden. Dementsprechend sollte auch dieser 
Zustand erhalten werden. Massgebender Vergleichszustand sei nicht ein Dach mit roten Ziegeln. 
Dachbedeckungen mit Blech kämen aufgrund ihrer Vorteile häufig vor und seien seit längerer Zeit 
Teil des Landschaftsbildes. Die OLK bestätige, dass eine gute Gesamtwirkung entstehe und das 
Landschaftsbild nicht gestört werde. Die Metallpaneelen würden auch altern und eine Patina 
ansetzen. Eine Wiederherstellung des Zustands wie vor 1970 wäre zudem weder gerechtfertigt 
noch verhältnismässig.

Das AGR weist darauf hin, dass das frühere Weidhaus über eine Ziegeleindeckung verfügt habe, 
die sowohl auf der Foto des Inventarblattes zum Bauinventar als auch auf der Foto des 
Augenscheins von 2016 noch erkennbar sei. Die Wellblecheindeckung sei darübergelegt worden. 
Beim bewilligten Neubauprojekt seien die Aspekte der Wahrung des Erscheinungsbildes und des 
Erhalts der Identität und zusätzlich die Voraussetzungen für die Qualität einer Ersatzbaute des 
Baudenkmals gemäss Art. 10b BauG berücksichtigt worden. Mit der Ziegeleindeckung seien auch 
die Kriterien der BSIG Nr. 7/721.0/14.413 für bauliche Veränderungen an temporären Bauten erfüllt 
gewesen. Verglichen mit dem früheren Weidhaus führten die nun montierten Metallpaneelen zu 
einer markanten Veränderung des Erscheinungsbildes. Weder sei die erforderliche 
Wesensgleichheit gewahrt noch seien die Anforderungen von Art. 10b BauG an eine Ersatzbaute 
für das erhaltenswerte Gebäude eingehalten.

b) Das frühere Weidhaus stammte von 1814 und war als erhaltenswertes Baudenkmal 
inventarisiert. Baudenkmäler sind herausragende Objekte und Ensembles von kulturellem, 
historischem oder ästhetischem Wert (Art. 10a Abs. 1 BauG). Sie sind erhaltenswert, wenn sie 
wegen ihrer ansprechenden architektonischen Qualität oder ihrer charakteristischen 
Eigenschaften geschont werden sollen (Art. 10a Abs. 3 BauG). Im Bauinventar wurde das 
Weidhaus (frühere Gebäudenummer 2071) wie folgt beschrieben:

«Einfacher, währschaft gefügter Kantholz-Blockbau. Mehrzweckbau mit Wohnteil im O und Scheunenteil im 
W. An der O-Laube erneuerte Brüstung. Im hölzernen, traufseitig erschlossenen Stallgeschoss Türpfosten 
von eindrücklicher Dimension. Talseitig Stallvorbau unter Pultdach, w-seitig gestrickter Anbau mit 
geständertem, vertikal verschaltem OG unter Dachverlängerung. Wie das Bauernhaus F.________ Nr. 1979 
hat G.________ dieses Weidhaus für sich selber errichtet. Steile Hanglage mit grandiosem Ausblick über 
dem Frutigtal.» 

c) Es ist auf verschiedenen Fotos dokumentiert, dass das frühere Weidhaus mit roten 
Dachziegeln eingedeckt war.14 Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurden Wellblechelemente über 
die Ziegel montiert, die das Ziegeldach jedoch nicht vollständig bedeckten. Die 
Wellblechabdeckung erweckt den Anschein einer eher behelfsmässigen Lösung für ein 
sanierungsbedürftiges Dach. Die montierten Wellbleche waren irrelevant für die Einstufung des 
damaligen Gebäudes als Baudenkmal. 

12 Angaben der Beschwerdeführenden vom 28. August 2021.
13 BSIG Nr. 7/721.0/14.4, Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, BSIG-Information vom 18. 
Dezember 2017, Möglichkeiten zum Ausbau, zur Umnutzung und Abparzellierung von temporär genutzten 
landwirtschaftlichen Bauten mit Wohnteil (Alphütten, Weidhäuser, Sömmerungsbetriebe, Vorsässe…) ausserhalb der 
Bauzonen.
14 Foto des Augenscheins vom 24. März 2016, Vorakten pag.16, Foto in den Beilagen zur Beschwerde; Inventarblatt 
des Bauinventars, Beilage zur Stellungnahme des AGR vom 21. Juni 2021; Foto auf dem am 20. September 2018 
bewilligten Plan «Baugesuch (bestehendes Gebäude)».

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d) Gemäss Art. 10b Abs. 3 BauG sind erhaltenswerte Baudenkmäler in ihrem äusseren 
Bestand und mit ihren bedeutenden Raumstrukturen zu bewahren. Ein Abbruch ist zulässig, wenn 
die Erhaltung unverhältnismässig ist; im Falle einer Neubaute ist das Baudenkmal durch ein 
gestalterisch ebenbürtiges Objekt zu ersetzen. Die Ebenbürtigkeit der Ersatzbaute war somit 
Voraussetzung dafür, dass das erhaltenswerte Weidhaus abgebrochen und durch einen Neubau 
ersetzt werden durfte. Ebenbürtigkeit bedeutet sowohl eine hohe Eigenqualität als auch eine dem 
Schutzzweck entsprechende Einpassung in die Umgebung.15 

e) Die OLK hielt in ihrem Fachbericht fest, das Dach sei als gleichgeneigtes, rechtwinkliges 
Satteldach gestaltet. Die einfache Dachform ergebe zusammen mit den gut gestalteten First-, Ort- 
und Traufpartien sowie der Gebäudeproportion und der Fassadengestaltung insgesamt eine gute 
Gesamtwirkung. Auch wenn durch die sorgfältige Ausgestaltung des Daches mit nicht 
unterbrochener First- und Trauflinie zusammen mit der gewählten Profilierung und Farbe der 
Metallpaneelen insgesamt eine gute Gestaltung des Daches entstehe, sei das ausgeführte Dach 
mit Metallpaneelen nicht ebenbürtig mit einem neuen Ziegeldach. Die Ebenbürtigkeit hänge im 
Wesentlichen von der Textur und der Mattheit der Oberfläche sowie vom natürlichen 
Alterungsprozess des Dachmaterials ab. Gegenüber einer Eindeckung mit Ziegeln würden die 
Metallpaneelen vermutlich über Jahre hinweg kaum Patina ansetzen und wenige Ausfärbungen 
aufweisen. Dadurch würde sich das Dach optisch kaum mit der Gebäudefassade verbinden, die 
einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen sei.16 

f) Beim Ersatzprojekt wurde eine Dacheindeckung mit roten Ziegeln bewilligt, wie sie auch 
beim abzubrechenden Baudenkmal bestand. Damit erfüllte das Neubauvorhaben die 
gestalterischen Anforderungen an eine ebenbürtige Ersatzbaute. Die Eigenqualität des Gebäudes 
hängt nicht nur von der architektonischen Gestaltung ab, sondern auch von der Materialisierung 
der Fassaden und des Dachs. Die Dacheindeckung, die oft als fünfte Fassade bezeichnet wird, 
wirkt sich auf das gesamte Erscheinungsbild des Gebäudes aus. 

Tonziegel haben eine leicht poröse, matte Oberfläche. Sie setzen eine Patina an und dunkeln 
nach, wobei dies auf dem Dach (und auch bei den einzelnen Ziegeln) nicht einheitlich geschieht. 
Ziegeldächer erhalten dadurch im Verlauf der Zeit eine lebendige, natürliche Erscheinung. 
Demgegenüber weisen Metallpaneele mit einer Farbbeschichtung in der Regel eine hohe 
Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse auf. Sie zeigen über lange Zeit keine Alterungsspuren. Die 
vorliegend gewählten Metallpaneele reflektieren zudem das Licht stärker als Ziegel. Deshalb 
verändert sich die Dachfarbe je nach Lichteinfall. Auf den Fotos der OLK, die von der Strasse 
oberhalb des Gebäudes aufgenommen wurden, erscheint das Dach satt dunkelbraun (oder 
sepiabraun). Auf den Fotos, die auf dem Vorplatz südöstlich des Weidhauses oder von einem 
Standort weiter unten aufgenommen wurden, erscheint das Dach hingegen hell und hat eine 
undefinierbare gräuliche Farbe.17 Aufgrund der Materialeigenschaften wird sich das 
Erscheinungsbild der Metallpaneelen über viele Jahre kaum wahrnehmbar verändern, so dass 
das Dach des Weidhauses über längere Zeit wie neu aussehen wird. Demgegenüber unterliegt 
die Holzfassade des Gebäudes einem sichtbaren Alterungsprozess. Der unterschiedliche 
Alterungsprozess vermindert die optische Verbindung zwischen Dach und Fassade. Die 
Voraussetzung der Ebenbürtigkeit zum früheren Baudenkmal ist mit der erstellten 
Dacheindeckung nicht gegeben, wie die OLK nachvollziehbar begründet. Das Bauvorhaben wäre 
mit diesen Metallpaneelen nicht bewilligungsfähig gewesen. Diese Dacheindeckung kann auch 
nachträglich nicht bewilligt werden.  

15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 10a-10f 
N. 6b.
16 Fachbericht der OLK vom 16. September 2021.
17 Foto in der Beilage zur Stellungnahme des AGR vom 21. Juni 2021; Foto in der Beilage zur Eingabe der Gemeinde 
vom 27. August 2021.

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g) Die OLK hielt in ihrem Bericht weiter fest, das Landschaftsbild werde durch die 
Materialisierung des Daches mit Metallpaneelen grundsätzlich nicht gestört. Ein Ziegeldach hätte 
jedoch den Vorteil, dass es sich durch die mit der Zeit angesetzte Patina und die Verfärbungen 
vermutlich optisch mit der natürlich alternden Holzfassade besser verbinden würde. 

In der Landwirtschaftszone hat die Einordnung eines Bauvorhabens in das Orts- und 
Landschaftsbild besonderes Gewicht. Dies ergibt sich namentlich aus Art. 3 Abs. 2 RPG, wonach 
die Landschaft zu schonen ist und sich Siedlungen, Bauten und Anlagen in die Landschaft 
einordnen sollen. Zudem dienen Landwirtschaftszonen nebst anderem der Erhaltung der 
Landschaft (Art. 16 RPG). Die allgemeinen Vorschriften betreffend Ästhetik und Ortsbildschutz 
gelten auch in der Landwirtschaftszone. Die Gemeinde hat in ihrem Baureglement Vorschriften 
zur Bau- und Aussenraumgestaltung erlassen. Der Gestaltungsgrundsatz von Art. 411 GBR18 
verlangt, dass Bauten und Anlagen so zu gestalten sind, dass zusammen mit ihrer Umgebung 
eine gute Gesamtwirkung entsteht. Dies geht über das kantonale Beeinträchtigungsverbot von 
Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus und hat daher eigenständige Bedeutung. Im vorliegenden Fall spricht 
die OLK nur davon, dass die Metalleindeckung das Landschaftsbild grundsätzlich nicht störe. Dies 
genügt jedoch nicht; verlangt ist vielmehr eine gute Gesamtwirkung. Das Dach des Weidhauses 
ist vor allem von oben und von der Strasse her gut einsehbar. Es unterscheidet sich deutlich von 
den verwitterten Dächern der übrigen Scheunen und Weidhäusern.19 Mit der Beständigkeit seines 
Materials würde die erstellte Metalleindeckung auch in diesem Betrachtungsperimeter über lange 
Zeit einen Kontrast bilden. Die Frage braucht aber nicht vertieft zu werden, weil die Metallpaneele 
bereits gestützt auf die Vorschriften zu Ersatzbauten für Baudenkmäler nicht bewilligungsfähig 
sind. Das Interesse des Denkmalschutzes steht auch raumplanungsrechtlich einer Bewilligung 
entgegen (Art. 34 Abs. 4 RPV20).

h) Die Dacheindeckung mit Metallpaneelen kann nicht bewilligt werden. Es besteht ein 
unrechtmässiger Zustand. Die Gemeinde ordnete den Rückbau der Dacheindeckung mit 
Metallpaneelen und die Neueindeckung mit roten Ziegeln an. Diese Massnahme ist erforderlich 
und geeignet, um den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen. Eine mildere Massnahme 
besteht nicht. Die Anordnung liegt im öffentlichen Interesse des Denkmalschutzes und der 
Wahrung der Landschaft. Das Interesse an der Einhaltung der bau- und raumplanungsrechtlichen 
Bestimmungen ist bei Bauten ausserhalb der Bauzone besonders gewichtig. Es gilt zu verhindern, 
dass Bauherrschaften belohnt werden, die ein Baugesuch mit einem bewilligungsfähigen 
Ersatzprojekt einreichen und dieses bei der Ausführung abändern. Die Beschwerdeführenden 
wichen bewusst von der Baubewilligung ab und handelten daher im baurechtlichen Sinne 
bösgläubig. Die angeordnete Wiederherstellungsmassnahme ist zumutbar.

4. Dachflächenfenster

a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, das Regierungsstatthalteramt Frutigen habe auf ihre 
Anfrage hin mitgeteilt, dass die Dachflächenfenster gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. g BewD21 nicht 
bewilligungspflichtig seien. Auf Aufforderung des AGR hätten sie die Dachflächenfenster in den 
Plänen eingezeichnet und seien davon ausgegangen, dass es damit erledigt sei. Nun seien sie 
erstaunt über den abschlägigen Entscheid.22 Das Weidhaus sei nur erhaltenswert gewesen, vor 
diesem Hintergrund müsse der Einbau der Dachflächenfenster bewilligungsfähig sein. 

18 Baureglement der Gemeinde Frutigen, vom Amt für Gemeinden und Raumordnung genehmigt am 13. April 2012. 
19 Vgl. Fotos der OLK.
20 Raumplanungsverordnung des Bundesrats vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1).
21 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
22 Vgl. Fassadenplan in den Vorakten, mit Stempel «ungültig».

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Das AGR weist darauf hin, dass der Einbau von Dachflächenfenstern in der Landwirtschaftszone 
immer baubewilligungspflichtig sei. Sie wirkten sich stark prägend auf das Erscheinungsbild des 
Weidhauses aus. Bei Temporärwohnbauten seien Dachflächenfenster gemäss der BSIG-
Information explizit untersagt. 

b) Die geltend gemachte Auskunft des Regierungsstatthalteramts ist nicht belegt. Die Auskunft 
würde ohnehin keinen Anspruch auf eine Baubewilligung schaffen, denn die Anforderungen an 
Vertrauensschutz nach Art. 9 BV23 sind hoch. Es ist nicht klar, wie die Frage gelautet hatte, ob 
sich die Auskunft auf das konkrete Bauvorhaben bezog und vorbehaltlos erteilt wurde oder ob es 
sich um eine allgemeine, unverbindliche Rechtsauskunft handelte. Die Auskunft wurde zudem 
nicht von der Gemeinde als zuständige Baubewilligungsbehörde erteilt. Den 
Beschwerdeführenden musste auch klar sein, dass für ein Bauvorhaben in der 
Landwirtschaftszone das AGR beigezogen werden muss. Selbst wenn eine Vertrauensgrundlage 
entstanden wäre, bleibt die Interessenabwägung im Einzelfall vorbehalten. Im vorliegenden Fall 
ist Bundesrecht betroffen. Ausserhalb der Bauzone überwiegt grundsätzlich das öffentliche 
Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts.24 

c) Bauten und Anlagen dürfen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden 
(Art. 22 RPG). Die Behörden haben vor der Errichtung der Baute oder Anlage zu prüfen, ob die 
massgebenden Vorschriften eingehalten werden (vgl. Art. 2 BauG). Es besteht somit ein 
grundsätzliches Bauverbot, das nur durch eine Bewilligung beseitigt werden kann.25 Von der 
Baubewilligungspflicht ausgenommen sind Bauvorhaben, die aufgrund ihrer Geringfügigkeit 
keiner vorgängigen Kontrolle bedürfen (vgl. Art. 1b BauG). In Art. 6 BewD werden solche 
Bauvorhaben genannt. Darunter fallen unter anderem bis zu zwei Dachflächenfenster von 0,8 m2 
Grösse. Die Baubewilligungsfreiheit gilt aber nicht vorbehaltlos, wie der einleitende Satz von Art. 
6 Abs. 1 BewD festhält. Liegt ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone und ist es geeignet, die 
Nutzungszone zu beeinflussen, ist es baubewilligungspflichtig (vgl. Art. 7 BewD). Der Einbau von 
Dachflächenfenstern wirkt sich einerseits auf das Erscheinungsbild aus und kann andererseits 
eine neue Nutzung des Raums ermöglichen, welche die Zonenkonformität beschlägt. Der Einbau 
der Dachflächenfenster war baubewilligungspflichtig. 

d) Die Beschwerdeführenden führen u.a. ein kleines landwirtschaftliches Gewerbe mit rund 
0,533 SAK (Stand 2019).26 Das untere, ebenerdige Geschoss des Weidhauses dient als Stall. 
Darüber liegt das sogenannte «Erdgeschoss» mit einem Wohnteil, der aus einer Küche 
(«Feuerhaus») und einem Stübli besteht. An die Küche grenzt hangseitig ein Lagerraum für Stroh. 
Die nordwestliche Hälfte des «Erdgeschosses» dient als Heuraum. Über dem «Erdgeschoss» liegt 
ein Dachraum, der auf den bewilligten Plänen keine Nutzungsangabe hat. Die beiden 
Dachflächenfenster wurden in der südöstlichen Dachfläche eingebaut und belichten den 
Dachraum oberhalb des Wohnteils. 

e) Das AGR hielt in der angefochtenen Verfügung fest, der Einbau der Dachflächenfenster sei 
nicht landwirtschaftlich begründet. Dachflächenfenster seien ohnehin bei Weidhäusern nicht 
zugelassen. In seiner Stellungnahme im Beschwerdeverfahren führte das AGR aus, die beiden 
Dachflächenfenster seien in einem Dachgeschossraum eingebaut worden, der angrenzend an den 
Heuraum als vollständig offene, landwirtschaftlich begründete Remisierungsfläche bewilligt 

23 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101).
24 Vgl. zum Ganzen BGE 143 V 95 E. 3.6.2, 137 II 182 E. 3.6.2; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 621 und 624 ff.
25 Ruch in Praxiskommentar RPG, Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, 2020, Art. 22 N. 8.
26 Amt für Landwirtschaft und Natur LANAT, Fachbericht zur Zonenkonformität vom 19. September 2019, Vorakten 
pag. 44.

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worden sei. Die Dachflächenfenster ermöglichten, den Raum mit einfachen Mitteln zu einer der 
BGF anrechenbare Raumreserve umzunutzen. Da die maximal mögliche BGF-Fläche des 
Weidhauses im baubewilligten Projekt bereits mit den Räumen Feuerhaus und Stübli im 
Erdgeschoss vollständig ausgeschöpft worden sei, würden zusätzliche, der BGF anrechenbare 
Flächen das Mass der zulässigen Wohnfläche überschreiten. 

f) Im vorinstanzlichen Verfahren hatten die Beschwerdeführenden geltend gemacht, die 
Dachflächenfenster dienten der natürlichen Belichtung des Heuraums, da kein elektrischer Strom 
vorhanden sei.27 Dies wurde in Zusammenhang mit der Voranfrage geklärt. Für den Neubau des 
Weidhauses planten die Beschwerdeführenden ursprünglich vier Fenster im Dachraum.28 Das 
AGR hielt in der Voranfrage mit E-Mail vom 21. Dezember 2016 unter anderem fest, für die 
Nutzung des Dachraums zur Heulagerung sei keine Befensterung erforderlich. Auf den Einbau 
von Fenstern sei zu verzichten.29 Die Beschwerdeführenden reichten ein Bauprojekt ein, das im 
Dachraum keine zusätzliche Befensterung vorsah. Der Einbau der Dachflächenfenster lässt sich 
auch nachträglich nicht landwirtschaftlich begründen. 

g) Das Weidhaus konnte von den Behörden nie vollständig besichtigt werden. Das AGR hielt 
fest, der als Strohlagerraum bewilligte Raum hinter dem «Feuerhaus» (Küche) sei am 
Augenschein vom 10. Februar 2020 mit fest verschraubten Platten zum Heuraum abgetrennt 
gewesen. Auch der darüber liegende Dachraum habe nicht uneingeschränkt besichtigt werden 
können.30 Es sei festgestellt worden, dass die offene Fläche über dem Wohnteil mit einer 
Trennwand vom Heuraum abgetrennt worden sei. Dadurch sei ein eigenständiger Raum 
entstanden, der mit den zwei Dachflächenfenstern belichtet werde. Eine allfällige Umnutzung 
dieses Raumes zu Wohnzwecken wäre mit geringem baulichem Aufwand möglich. Es sei zu 
vermuten, dass im Strohraum ein Aufstieg zum darüber liegenden Raum bestehe oder noch 
geplant sei.31 Die Beschwerdeführenden reichten trotz entsprechender Aufforderung nie einen 
Plan des Dachgeschosses mit Einzeichnung der Wände und der Nutzung ein.32

h) Mit dem Einbau der zwei Dachflächenfenster wird der bereits mit einer Wand abgetrennte 
Dachraum über dem Wohnteil natürlich belichtet, so dass er mit geringem baulichen Aufwand zum 
Wohnen umgenutzt werden könnte. Die Beschwerdeführenden ersuchten im nachträglichen 
Baugesuch nicht um eine Vergrösserung des Wohnteils und eine solche wurde vom AGR bereits 
mehrfach ausgeschlossen. Für das neue Weidhaus erachtete das LANAT einen Wohnteil 
aufgrund der weniger betreuungsintensiven Mutterkuhhaltung nicht unbedingt als 
betriebsnotwendig.33 Zur Wahrung des Besitzstands konnte im Weidhaus dennoch wieder ein 
flächengleicher Wohnteil von rund 33 m2 erstellt werden.34 Eine Vergrösserung der altrechtlichen 
Wohnfläche schloss das AGR im damaligen Baubewilligungsverfahren mehrmals aus, weil dies 
eine Nutzungserweiterung oder –änderung des Weidhauses ermöglichen würde und mit dem 
Raumplanungsrecht nicht vereinbar wäre. Beim Bauprojekt durften auch keine Raumreserven 

27 Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom 20. August 2019, Vorakten pag. 46.
28 Vgl. Pläne vom 15. Dezember 2015, 4. November 2016 und 1. Februar 2017, Vorakten.
29 Vorakten, Register Voranfrage.
30 Vgl. Stellungnahme des AGR vom 21. Juni 2021 zur Beschwerde und Beilage (Aktennotiz des AGR vom 11. Februar 
2020).
31 Stellungnahmen des AGR vom 1. Oktober 2019 und vom 27. Mai 2020, Vorakten pag. 42 und 25.
32 Vgl. Aktennotiz der Gemeinde zum Augenschein vom 10. Februar 2020, Vorakten pag. 31; Schreiben der Gemeinde 
vom 6. April 2020, Vorakten pag. 29.
33 LANAT, Fachbericht zur Zonenkonformität vom 28. Januar 2016, Vorakten pag. 64.
34 Vgl. Verfügung AGR vom 6. Juli 2018 und Kleine Baubewilligung der Gemeinde Frutigen vom 20. September 2018, 
Vorakten pag. 59 ff. 

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geschaffen werden, welche mit geringem Aufwand zu Wohnraum umgenutzt werden könnten.35 
Eine Bewilligung zur Umnutzung des Dachraums zu Wohnzwecken steht daher nicht in Aussicht.

i) Die Dachflächenfenster wirken sich in ästhetischer Hinsicht auf das Erscheinungsbild eines 
Gebäudes aus. Weidhäuser wurden ursprünglich nur saisonal während einiger Wochen genutzt. 
Der Wohnteil war untergeordnet und hatte einen bescheidenen Ausbaustandard, wie das auch 
beim abgebrochenen Weidhaus der Fall war.36 Der Haupteindruck des Gebäudes war geprägt 
durch den flächenmässig grösseren Scheunenteil. Moderne Dachflächenfenster verändern den 
ursprünglichen Charakter und das Erscheinungsbild eines Weidhauses stark. Nach der BSIG-
Information ist der Einbau von Dachflächenfenstern daher nicht zulässig.37 

j) Nach dem Gesagten ist der Einbau der beiden Dachflächenfenster nicht bewilligungsfähig. 
Die Gemeinde hat diesem Vorhaben zu Recht den Bauabschlag erteilt. Die Dachflächenfenster 
sind unrechtmässig. Zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ordnete die Gemeinde 
den Rückbau der beiden Dachflächenfenster an. Diese Massnahme ist geeignet und erforderlich 
zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes. Bauvorhaben, die auch nachträglich nicht 
bewilligt werden können, müssen grundsätzlich entfernt werden. Der verlangte Rückbau liegt auch 
im öffentlichen Interesse. Die Dachflächenfenster verändern den Charakter des Weidhauses und 
würden eine unrechtmässige Umnutzung des Dachraums zu Wohnzwecken begünstigen. Dies 
würde dem raumplanerischen Grundsatz der Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet 
widersprechen. Den Beschwerdeführenden war aus der Voranfrage und dem 
Baubewilligungsverfahren bekannt, dass im Dachraum keine Fenster zulässig sind. Sie handelten 
bösgläubig. Die Entfernung der Dachflächenfenster ist zumutbar. 

5. Zufahrtsweg (von Haus Nr. 9 zu Haus Nr. 11a)

a) In Zusammenhang mit dem Abbruch und Neubau des Weidhauses Nr. 11a bewilligte die 
Gemeinde eine Zufahrt, die vom Nachbargebäude Nr. 9 zum Weidhaus Nr. 11a führt. Die Strecke 
ist rund 120 m lang und verläuft entlang der Höhenkurve relativ eben. Bewilligt wurde ein 
Zufahrtsweg mit einem 80 cm breiten begrünten Mittelstreifen («Wiesenstreifen»), der in die 
Kofferung eingebaut wird.38 Die Beschwerdeführenden erstellten einen vollflächigen Kies-
/Schotterweg ohne grünen Mittelstreifen. Sie bringen vor, der Zufahrtsweg sei gemäss der 
Baubewilligung erstellt worden. Der Mittelstreifen sei inzwischen begrünt.

Das AGR macht geltend, das frühere Weidhaus habe über keine befahrbare Zufahrt verfügt. Weil 
die Nutzung der Ersatzbaute überwiegend zonenkonform sei, sei auch die Erstellung einer neuen 
Hauszufahrt als landwirtschaftlich begründet und somit zonenkonform im Sinne von Art. 16a RPG 
beurteilt worden. Bei einer Zufahrt seien jedoch die Auswirkungen auf Raum und Umwelt 
gebührend zu berücksichtigen. Ein einfacher, sickerfähiger Spurweg in Kies oder Mergel mit 
einem grünen Mittelstreifen stelle eine landschaftsverträgliche und für die Befahrung mit 
landwirtschaftlichen Fahrzeugen dienliche Hauszufahrt dar. Damit ein grüner Mittelstreifen 

35 Vgl. Stellungnahme des AGR vom 1. Oktober 2019, Vorakten pag. 42 ff.; diverse E-Mails in den Akten zur 
Voranfrage.
36 Vgl. Fotos in den Vorakten, Register Voranfrage; Fotos vom Augenschein von 2016, Beilage zur Stellungnahme des 
AGR zur Beschwerde. 
37 BSIG Nr. 7/721.0/14.4, Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, BSIG-Information vom 18. 
Dezember 2017, Möglichkeiten zum Ausbau, zur Umnutzung und Abparzellierung von temporär genutzten 
landwirtschaftlichen Bauten mit Wohnteil (Alphütten, Weidhäuser, Sömmerungsbetriebe, Vorsässe…) ausserhalb der 
Bauzonen, Ziff. 2.1.
38 Vorakten, Massangabe gemäss Plan «Querschnitt Zufahrtsweg». Der Plan entspricht nicht dem angegebenen 
Massstab «1:20», sondern etwa einem Massstab 1:50.

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entstehen und dauerhaft bestehen könne, sei der Einbau von Humus und eine Ansaat zur 
Begrünung erforderlich. 

b) Die Ausführungen des AGR überzeugen und entsprechen der ständigen Praxis. Ausserhalb 
der Bauzone muss eine Zufahrt so naturnah wie möglich ausgestaltet werden, damit die 
Landschaft geschont wird (vgl. Art. 3 Abs. 2 und Art. 16 RPG). Ein Spurweg mit grünem 
Mittelstreifen entspricht diesen Anforderungen. Er wirkt natürlich und ordnet sich besser in das 
Landschaftsbild ein als ein vollflächiger Kies-/Schotterweg. Die Baubewilligung für die neue 
Zufahrt setzte daher voraus, dass ein begrünter Mittelstreifen erstellt wird. Das Bauvorhaben 
wurde entsprechend beantragt und so bewilligt. Der erstellte Kies-/Schotterweg ohne 
ausgebildeten begrünten Mittelstreifen kann nicht bewilligt werden.  

c) Der von der Gemeinde angeordnete Rückbau des bestehenden Kies-/Schotterwegs zu 
einem Spurweg mit grünem Mittelstreifen ist erforderlich und geeignet, um den rechtmässigen 
Zustand herzustellen. Es besteht keine mildere Massnahme. Der Umstand, dass sich auf den 
nichtbefahrenen Stellen inzwischen einige Pflanzen angesiedelt haben, ist mit einem fachgerecht 
erstellten Wiesenstreifen in einer Humusschicht nicht vergleichbar. Auf einer Kies- oder 
Schotterfläche wachsen nicht die gleichen Pflanzen wie auf Humus. Damit eine kräftige, 
durchgehende Grasnarbe wächst, die dauerhaft bestehen kann, muss beim Mittelstreifen Humus 
eingebaut und eine Ansaat eingebracht werden. Das Abweichen von der Baubewilligung darf nicht 
belohnt werden. Die verfügte Wiederherstellungsmassnahme liegt im überwiegenden öffentliche 
Interesse. Die angeordnete Massnahme ist zumutbar.  

6. Beweisantrag

a) Sowohl die Gemeinde als auch das AGR beantragen die Durchführung eines Augenscheins. 
Das AGR weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Gebäude innen nie vollständig 
habe besichtigt werden können. 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 21 ff. VRPG) verpflichtet die Behörden, die von den 
Parteien angebotenen Beweise abzunehmen, sofern diese nötig sind für die Klärung des 
Sachverhalts. Wenn die Behörde bei freier, pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung 
gelangt, die vorhandenen Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung des 
Sachverhalts oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von 
Bedeutung, so kann sie auf das Erheben weiterer Beweise verzichten. Diese sogenannte 
antizipierte Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.39

b) Die Vorakten und die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beweismittel erlaubten, ohne 
weitere Beweismassnahme über die Beschwerde zu entscheiden. Der abgesperrte 
Strohlagerraum, die Trennwand im Dachraum und dessen allfällige Nutzung waren nicht 
Gegenstand der angefochtenen Verfügungen und bildeten daher auch nicht Streitgegenstand des 
Beschwerdeverfahrens. Es ist Sache der Baupolizeibehörde der Gemeinde, baupolizeiliche 
Sachverhalte abzuklären. Für die hier zu beurteilenden Fragen war ein Augenschein nicht 
erforderlich. Der Beweisantrag wird abgewiesen.

7. Kosten

39 BVR 2017 S. 255 E. 5.1, 2012 S. 252 E. 3.3.3, je mit Hinweisen.

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a) Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
unterliegen die Beschwerdeführenden und haben die Verfahrenskosten zu übernehmen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG). Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer 
Pauschalgebühr. Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche 
Gebühren erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf 
CHF 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV40). Die Kosten der OLK (CHF 850.– 
gemäss Rechnung vom 6. Oktober 2021) werden gestützt auf Art. 11 GebV zusätzlich erhoben. 
Die von den Beschwerdeführenden zu bezahlenden Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren 
betragen somit CHF 1650.–.

b) Es sind keine ersatzfähigen Parteikosten entstanden (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Teilbau-, Teilabschlags- und 
Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Frutigen vom 14. April 2021 und die Verfügung 
des Amts für Gemeinden und Raumordnung vom 15. Juli 2020 werden bestätigt.

2. Das Sistierungsgesuch wird als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

3. Die Verfahrenskosten von CHF 1650.– werden den Beschwerdeführenden zur Bezahlung 
auferlegt. Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine separate Zahlungseinladung 
folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau D.________ und Herrn C.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Frutigen, Bauverwaltung, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per E-Mail
- Kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK), Gruppe Oberland, 

zur Kenntnis

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

40 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

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Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.