# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd205a61-dd16-5605-ae67-d2e01ee0694f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2025 D-6549/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6549-2025_2025-09-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6549/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Lukas Müller, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer; 

Gerichtsschreiber Ronny Fischer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar,  

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 28. Juli 2025. 

 

 

 

D-6549/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 6. September 2023 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 13. September 2023 fand die Personalienaufnahme, am 

16. November 2023 die Anhörung zu den Asylgründen und am 22. Juli 

2025 eine ergänzende Anhörung statt.  

Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei türkischer Staatsangehöriger 

kurdischer Ethnie, in B._______ (Provinz C._______) geboren und in 

D._______ aufgewachsen, wo er bis (…) gelebt habe. Danach sei er mit 

seiner Familie wegen einer Blutrache ausgehend von einem Streit zwi-

schen seinem Onkel väterlicherseits und einem Angehörigen der seither 

verfeindeten Familie nach E._______ gezogen. Er habe einen Mittelschul-

abschluss und als (…), (…) und (…) gearbeitet. Politisch habe er sich ab 

(…) im Umfeld der Halkların Demokratik Partisi (HDP) engagiert, an 

Newroz-Feiern, Kundgebungen und Parteiveranstaltungen teilgenommen 

sowie Unterstützende zu den Wahlen gefahren und bei organisatorischen 

Arbeiten geholfen. Am (…) sei er auf dem Heimweg von der Polizei ange-

halten und zum Besitzer der Bäckerei, in der er gearbeitet habe, befragt 

worden. Der Besitzer der Bäckerei sei ebenfalls Mitglied der HDP. Die Po-

lizisten hätten ihm eine Telefonnummer übergeben, unter der er Informati-

onen weiterleiten solle. Nachdem er dies verweigert habe, sei er am (…) 

erneut von der Polizei kontrolliert, bedroht und zur Zusammenarbeit ge-

zwungen worden. Ihm sei angedroht worden, getötet zu werden sowie ihn 

lächerlich zu machen und Bilder an seine Familie zu schicken. Er habe die 

Kooperation zugesagt, sei freigelassen worden, aber nicht nach Hause zu-

rückgekehrt. Zwei Tage später habe ihn die Polizei zu Hause gesucht. Sein 

Anwalt habe ihn darüber informiert, dass gegen ihn ein Verfahren eröffnet 

und ein Haftbefehl erlassen worden sei, auf dessen Unterlagen ein Ge-

heimhaltungsbeschluss liege. Bereits zuvor sei er wegen seiner kurdischen 

Herkunft und politischen Aktivitäten mehrfach in Polizeigewahrsam genom-

men und misshandelt worden. Im Jahr (…) sei bei einer Hausdurchsu-

chung bei seinem Onkel sein Nasenbein durch Polizeigewalt gebrochen 

worden; eine Anzeige sei erfolglos geblieben. Nach den jüngsten Drohun-

gen sei er nach F._______ geflüchtet und habe die Türkei am (…) in einem 

Lastwagen versteckt verlassen. Später habe er von seinem Vater erfahren, 

dass sein ehemaliger Arbeitgeber mutmasslich festgenommen worden sei. 

Im Falle einer Rückkehr befürchte er Inhaftierung, Folter sowie Racheakte 

im Zusammenhang mit der Blutrache. 

D-6549/2025 

Seite 3 

B.  

Am 20. November 2023 wurde das Asylverfahren des Beschwerdeführers 

dem erweiterten Verfahren zugeteilt.  

C.  

Mit Verfügung vom 28. Juli 2025 (zugestellt am 29. Juli 2025) stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ord-

nete deren Vollzug an, beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Voll-

zug der Wegweisung und händigte die editionspflichtigen Akten aus. 

D.  

Mit Eingabe vom 28. August 2025 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung 

des SEM aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm 

Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewäh-

rung des Kostenvorschussverzichts. 

E.  

Am 29. August 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

D-6549/2025 

Seite 4 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufge-

zeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 

zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.2  

4.2.1 Nach Prüfung der Akten ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

festzustellen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderun-

gen an die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG respektive denjenigen 

an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermö-

gen, weshalb vorab auf die ausführlichen sowie zutreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz zu verweisen ist (vgl. angefochtene Verfügung S. 4–7). Die 

vorinstanzliche Schlussfolgerung ist weder in tatsächlicher noch in rechtli-

cher Hinsicht zu beanstanden. Die unsubstantiierten und unbelegten Be-

schwerdevorbringen sind nicht geeignet, zu einer von der Vorinstanz ab-

weichenden Betrachtungsweise zu gelangen, vermögen sie dieser doch 

nichts Stichhaltiges entgegenzuhalten (vgl. Beschwerde S. 4–8). 

D-6549/2025 

Seite 5 

4.2.2 Was die generell behaupteten erlittenen Nachteile oder Diskriminie-

rungen aufgrund der Ethnie und Herkunft des Beschwerdeführers anbe-

langt, hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt, dass es sich bei diesen 

nicht um ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes handelt, die einen 

Verbleib im Heimatland verunmöglicht oder unzumutbar erschwert hätten, 

konnte der Beschwerdeführer doch in der Türkei bis zu seiner Ausreise 

trotzdem ein geregeltes Leben führen, die Mittelschule abschliessen und 

verschiedene Arbeitstätigkeiten ausüben. Die vom Beschwerdeführer in 

diesem Zusammenhang konkret geltend gemachten Vorkommnisse gehen 

in ihrer Intensität nicht über die Nachteile hinaus, welche weite Teile der 

kurdischen Bevölkerung in der Türkei in ähnlicher Weise treffen können. 

Im Übrigen stellt das Bundesverwaltungsgericht in konstanter Praxis sehr 

hohe Anforderungen an die Bejahung einer Kollektivverfolgung, die im Fall 

der Kurden – auch unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Ent-

wicklungen in der Türkei – nicht erfüllt sind (vgl. zum Ganzen das Refe-

renzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 8. November 2024). 

4.2.3 Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe die flücht-

lingsrechtliche Relevanz der von ihm geltend gemachten Blutrache ver-

kannt, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Flüchtlingseigenschaft setzt eine 

Verfolgung aus den in Art. 3 Abs. 1 AsylG abschliessend genannten Moti-

ven (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten so-

zialen Gruppe oder politische Anschauung) voraus. Die vom Beschwerde-

führer geschilderte Blutrache gründet nach seinen eigenen Angaben auf 

kriminellen Handlungen seines Onkels väterlicherseits (vgl. SEM-

act. 15/10 F50 f., 53). Es handelt sich demnach um eine private Fehde, der 

offensichtlich kein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv zugrunde liegt.  

Hinsichtlich des Vorbringens, der türkische Staat sei bei Blutrachekonflik-

ten schutzunwillig oder schutzunfähig, ist festzustellen, dass diese pau-

schale und unsubstantiierte Behauptung durch die Faktenlage im konkre-

ten Fall widerlegt wird. Der Beschwerdeführer führte selbst aus, dass sich 

sowohl sein Onkel als auch die Person, auf die dieser geschossen haben 

soll, in Haft befinden würden (vgl. SEM-act. 15/10 F58). Dies belegt eine 

funktionierende Strafverfolgung und widerspricht damit der Annahme einer 

fehlenden Schutzfähigkeit des Staates. Gemäss ständiger Praxis des Bun-

desverwaltungsgerichts gelten die türkischen Behörden in Fällen von Blut-

rache denn auch grundsätzlich als schutzfähig und schutzwillig (vgl. Urteile 

des BVGer D-3389/2025 vom 26. Mai 2025 E. 6.5 und E-5699/2023 vom 

28. März 2024 E. 6.3). Es wäre dem Beschwerdeführer zuzumuten gewe-

sen, diesen Schutz in Anspruch zu nehmen, was er nach eigener Aussage 

aus traditionellen Gründen unterliess (vgl. SEM-act. 35/13 F19). 

D-6549/2025 

Seite 6 

Schliesslich entkräftet auch der vom Beschwerdeführer geschilderte Ge-

schehensablauf die Annahme einer landesweiten, unausweichlichen Ge-

fahr. Nach dem Umzug von D._______ nach E._______ im Jahr (…) ist 

der Familie im Zusammenhang mit der Blutrache nachweislich nichts zu-

gestossen (vgl. SEM-act. 35/13 F18). Die blosse Angst, von der gegneri-

schen Familie gesucht zu werden (vgl. SEM-act. 35/13 F39), vermag eine 

objektiv begründete Furcht nicht zu substantiieren.  

4.2.4 Was die geltend gemachte politische Verfolgung anbelangt, so errei-

chen die Vorbringen des Beschwerdeführers, einzeln und in ihrer Gesamt-

heit betrachtet, nicht die für die Annahme einer asylrelevanten Verfolgung 

erforderliche Intensität und auch ein unerträglicher psychischer Druck ist 

zu verneinen, zumal er – wie bereits zuvor erwähnt – in der Türkei bis zu 

seiner Ausreise trotzdem ein geregeltes Leben führen konnte. Die vom Be-

schwerdeführer dargelegten politischen Aktivitäten für die HDP, wie die 

Teilnahme an Newroz-Feiern und Kundgebungen, Reinigungsarbeiten 

oder das Fahren von Wählern zur Urne (vgl. SEM-act. 15/10 F41), sind als 

niederschwellig einzustufen. Er hatte keine besondere Funktion inne und 

ist nicht in exponierter Weise in Erscheinung getreten. Ein solches Profil 

begründet für sich allein kein nachhaltiges Interesse der türkischen Behör-

den. Bezüglich der in diesem Kontext erlittenen Nachteile ist zudem fest-

zuhalten, dass diese keinen direkten Kausalzusammenhang zu seiner 

Ausreise im September (…) aufweisen. Die mehrmaligen, jeweils nur we-

nige Stunden dauernden Ingewahrsamnahmen (vgl. SEM-act. 15/10 F47 

f.) führten nie zu einem Strafverfahren. Der gravierende Vorfall des Nasen-

beinbruchs ereignete sich bereits (…) im Rahmen einer Hausdurchsu-

chung bei seinem als kriminell eingestuften Onkel (vgl. SEM-act. 35/13 

F68) und war mithin nicht aufgrund seiner eigenen politischen Betätigung 

gezielt gegen ihn gerichtet. 

4.2.5 Hinsichtlich des als unmittelbar fluchtauslösend geschilderten Ver-

suchs der Polizei, ihn zur Bespitzelung seines ehemaligen Arbeitgebers zu 

nötigen, ist festzustellen, dass der Grund für diesen Druck hinfällig gewor-

den ist. Der Beschwerdeführer gab an, von seinem Vater erfahren zu ha-

ben, dass sich sein ehemaliger Arbeitgeber mutmasslich in Haft befinde 

(vgl. SEM-act. 35/13 F43). Damit besteht für die türkischen Behörden so-

weit ersichtlich kein Anlass mehr, vom Beschwerdeführer Informationen 

über diesen zu verlangen. Damit entfällt die objektive Grundlage der 

Furcht, weshalb nicht davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr aus diesem spezifischen Grund ernsthaften Nachteilen 

ausgesetzt wäre. 

D-6549/2025 

Seite 7 

4.2.6 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, die Vorinstanz 

habe das gegen ihn eingeleitete Strafverfahren zu Unrecht als nicht asyl-

relevant eingestuft, vermag er ebenfalls nicht durchzudringen. Der Be-

schwerdeführer hat für die Existenz eines Strafverfahrens sowie eines 

Haftbefehls keinerlei Beweismittel eingereicht. Der Verweis auf einen Ge-

heimhaltungsbeschluss, welcher seinem Anwalt die Akteneinsicht verun-

mögliche (vgl. SEM-act. 35/13 F57), bleibt eine unsubstantiierte und nicht 

überprüfbare Behauptung. Selbst wenn man von der Existenz eines sol-

chen Verfahrens ausginge, würde dies nicht automatisch zur Anerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft führen. Entscheidend ist, ob mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit eine Verurteilung zu einer Strafe droht, die einen ernst-

haften Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG darstellt. Dafür gibt es vorliegend 

keine Hinweise, da nicht klar ist, was dem Beschwerdeführer überhaupt 

vorgeworfen wird. Der strafrechtlich als unbescholten geltende Beschwer-

deführer war weder als Parteifunktionär tätig noch ist er durch exponierte 

öffentliche Kritik am Regime hervorgetreten (vgl. SEM-act. 15/10 F41). An-

haltspunkte für schwerwiegende politische Vorwürfe sind demnach nicht 

ersichtlich, da der Beschwerdeführer mithin über kein geschärftes opposi-

tionelles Profil verfügt. Die Aussage seines Anwalts, er wisse nicht, ob der 

Beschwerdeführer sieben Jahre Haft bekommen oder nur für kurze Zeit 

festgenommen würde (vgl. SEM-act. 35/13 F55), ist rein spekulativ, zumal 

der Anwalt den Inhalt der Akten angeblich nicht kennt. Es ist daher gestützt 

auf die Aktenkundigen Umstände davon auszugehen, dass selbst im Falle 

einer Verurteilung mit einer bedingten Strafe zu rechnen wäre, welche die 

Schwelle der Asylrelevanz nicht erreicht (vgl. Referenzurteil BVGer E-

4103/2024 vom 8. November 2024 E. 8.7.1 f.). 

4.3 Zusammenfassend liegen keine konkreten Hinweise darauf vor, dass 

der Beschwerdeführer einer asylbeachtlichen Verfolgung oder einer ent-

sprechenden Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle seiner Rück-

kehr in die Türkei ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu 

gewärtigen hätte. Folglich hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingsei-

genschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

5.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

D-6549/2025 

Seite 8 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-

liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, findet der in 

Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers 

in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder 

Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine Menschenrechtssitua-

tion im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 

Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Weder die allgemeine Lage in der Türkei noch individuelle Gründe wirt-

schaftlicher oder sozialer Natur lassen auf eine konkrete Gefährdung des 

Beschwerdeführers im Fall einer Rückkehr schliessen. Diesbezüglich kann 

vollumfänglich auf die zutreffenden und überzeugenden vorinstanzlichen 

Ausführungen verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung S. 7 f.). 

Der Beschwerdeführer verfügt über einen Mittelschulabschluss, Arbeitser-

fahrung in diversen Branchen (vgl. SEM-act. 15/10 F16) sowie über ein 

D-6549/2025 

Seite 9 

familiäres Umfeld und Freunde in der Türkei, bei welchen er während sei-

nes dortigen Aufenthalts hat leben können. Es ist davon auszugehen, dass 

es ihm angesichts seiner Ausbildung, seines Alters und seiner Berufserfah-

rungen möglich sein wird, einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können und 

er damit bei einer Rückkehr in keine existenzbedrohende Notlage geraten 

dürfte. Es liegen sodann keine gesundheitlichen Gründe vor, welche gegen 

die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würden. Damit er-

weist sich auch der Vollzug der Wegweisung als zumutbar.  

6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

Das Eventualbegehren ist abzuweisen. 

7.   

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit 

dem vorliegenden Urteil wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses gegenstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-6549/2025 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lukas Müller Ronny Fischer