# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a998bff6-95ba-506b-b446-cef9ce29515f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.07.2010 D-4023/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4023-2010_2010-07-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4023/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Markus König, Richter Martin Zoller; 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 8. April 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4023/2010

Sachverhalt:

A.  
A.a Der Beschwerdeführer,  ein  aus der  B._______ stammender  sri -
lankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  mit  Wohnsitz  in 
C._______,  suchte  mit  in  englischer  Sprache  verfasstem Schreiben 
vom 3. April  2007 (Eingang Botschaft: 15. Mai  2007) an die Schwei-
zerische Vertretung in Colombo um Asyl in der Schweiz nach.

A.b Mit Schreiben vom 13. Juli 2007 forderte die Schweizerische Bot-
schaft  in  Colombo den Beschwerdeführer  auf,  seine Vorbringen und 
allfällige unterstützende Dokumente sowie Kopien von Identitätspapie-
ren als seine letzte und bindende Eingabe („final and binding submis-
sion“)  bis  zum 25. August  2007 einzureichen,  sofern  er  am Gesuch 
festhalten wolle.

A.c Mit  Eingabe vom 5. Juli  2007 (Eingang Botschaft: 13. Juli  2007) 
reichte der Beschwerdeführer bei der Botschaft ein Schreiben ein, in 
welchem er sein Asyl- und Einreisegesuch erneuerte und detaillierter 
ausführte.

A.d Mit  neuerlichem Schreiben  der  Schweizerischen  Botschaft  vom 
8. August  2007 forderte diese den Beschwerdeführer auf,  seine Vor-
bringen  und  allfällige  unterstützende  Dokumente  sowie  Kopien  von 
Identitätspapieren als  seine letzte  und bindende Eingabe („final  and 
binding submission“)  bis  zum 14. September  2007 einzureichen,  so-
fern er am Gesuch festhalten wolle.

A.e Mit Eingabe vom 23. August 2007 (Eingang Botschaft: 28. August 
2007) reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben ein, in welchem er 
seine  aktuelle  Situation  darlegte  und  dem  er  diverse  Beweismittel 
(Auflistung Beweismittel) beilegte.

A.f Zur Begründung seines Gesuchs führte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen  an,  in  den  letzten  zwanzig  Jahren  vor  allem  in 
D._______ als E._______ unterwegs gewesen zu sein. Am Y._______ 
sei er von Angehörigen des Criminal Investigation Departement (CID) 
unter  Verdacht  festgenommen,  eingeschüchtert  und  wiederholt  ge-
schlagen worden. Die Polizei habe in den Printmedien veröffentlichen 
lassen,  dass  sie  einen  Angehörigen  der  F._______  festgenommen 
habe.  Nach  (...)  Haft  sei  er  vom  G._______  am  Z._______  be-

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dingungslos freigelassen worden, da seine Unschuld erwiesen worden 
sei.  Die  Polizei  habe  ihn  aber  auch  nach  seiner  Entlassung  noch 
immer  sporadisch  kontrolliert.  Aufgrund  der  veränderten  Situation  in 
seiner  Heimat  habe  er  am  W._______  auf  der  Polizeistation  er-
scheinen müssen, wo er befragt worden sei. Nach der Befragung sei 
er aufgefordert worden, eine Kopie seiner Identitätskarte abzugeben, 
dies  auf  Veranlassung  des  CID-Hauptquartiers  in  Colombo.  In  der 
Folge sei er immer wieder und bis heute polizeilich kontrolliert und be-
fragt  worden. Ausserdem befürchte  er  von  unbekannter  Seite  Über-
griffe  auf  seine  Person,  habe  er  doch  Todesdrohungen  erhalten. 
Diesen  Umstand  habe  er  den  zuständigen  Polizeibehörden,  dem 
Präsidenten  von Sri  Lanka,  der  Menschenrechtskommission  von  Sri 
Lanka  (HRC)  sowie  dem  Internationalen  Roten  Kreuz  (ICRC)  ge-
meldet,  ohne  dass  jedoch  irgendwelche  Schritte  zu  seinem  Schutz 
eingeleitet worden wären.

A.g Mit Eingabe vom 5. September 2007 (Eingang Botschaft: 13. Sep-
tember 2007) reichte der Beschwerdeführer nochmals sein Schreiben 
vom 23. August 2007 und die mit  diesem eingereichten Beweismittel 
ein.  Als  zusätzliche  Beweismittel  wurden  mit  dieser  Eingabe  (Auf-
listung Beweismittel) ins Recht gelegt.

A.h Mit  Schreiben vom 17. September 2007 sowie vom 16. Oktober 
2007 überwies die Schweizerische Botschaft in Colombo - ohne den 
Beschwerdeführer angehört zu haben - das Asylgesuch und die einge-
reichten Unterlagen des Beschwerdeführers an das BFM.

A.i Mit Schreiben der Vorinstanz vom 15. Januar 2010 wurde dem Be-
schwerdeführer  mitgeteilt,  dass  aufgrund  der  dargelegten  Gefähr-
dungslage, der eingereichten Dokumente und weiterer Schreiben und 
Unterlagen die Sachlage als erstellt und eine Befragung durch die Bot-
schaft  als  nicht  nötig  erachtet  werde. In  Berücksichtigung sämtlicher 
Fakten und Umstände ziehe das BFM eine Ablehnung des eingereich-
ten Asyl- und Einreisebewilligungsgesuches in Betracht, zumal er nicht 
als  schutzbedürftig  im Sinne des Asylgesetzes betrachtet  werde. Zu 
dieser Einschätzung wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zur 
Stellungnahme sowie zur Darlegung allfällig weiterer Asylgründe, die 
sich seit  der Einreichung des Gesuches ergeben haben könnten, in-
nert angesetzter Frist eingeräumt.

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A.j Die Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 27. Februar 2010 
ging am 4. März 2010 bei der Schweizerischen Botschaft in Colombo 
ein.

A.k Mit  Schreiben  vom 8.  März  2010  überwies  die  Schweizerische 
Botschaft  in  Colombo die Stellungnahme des Beschwerdeführers an 
das BFM.

B.  
B.a Mit Verfügung vom 8. April 2010 wies das BFM das Einreise- und 
Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art.  20  Abs. 2  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  i.V.m.  Art.  3 
AsylG ab. Zur  Begründung führte  die  Vorinstanz aus,  bezüglich  des 
Verfahrens bei  Asylgesuchen aus dem Ausland sehe die Praxis  vor, 
dass Gesuchsteller  von der jeweiligen schweizerischen Vertretung in 
der Regel zu ihren Asylgründen angehört würden. Von dieser allgemei-
nen  Regel  könne  abgewichen  werden,  wenn  dies  aus  organisatori-
schen und kapazitätsmässigen Gründen faktisch nicht möglich sei. Sei 
der Sachverhalt bereits aufgrund der schriftlichen Eingaben entscheid-
reif erstellt, könne sich eine Anhörung ebenfalls erübrigen. Bei Anhö-
rungsverzicht  sei  jedoch  das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren  (BVGE 
2007/30), was vorliegend geschehen sei. Unter Einbezug des Antwort -
schreibens vom 27. Februar 2010 erachte das BFM die Aktenlage als 
rechtsgenüglich erstellt.

Weiter  sei  bei  offensichtlich  fehlender  Schutzbedürftigkeit  darauf  zu 
verzichten, auf allfällig vorhandene Unglaubhaftigkeitselemente in den 
Asylvorbringen des Beschwerdeführers einzugehen.

Zwar  treffe  es  zu,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Jahre  V._______ 
während  (...)  festgehalten  worden  sei  und  diese  Massnahme  einen 
Eingriff  in seine physische Bewegungsfreiheit  sowie körperliche Inte-
grität  darstelle.  Gemäss  seinen  Angaben sei  er  zudem nach  seiner 
Freilassung mehrmals von Angehörigen der srilankischen Sicherheits-
kräfte befragt worden. Das BFM könne deshalb die Bedenken des Be-
schwerdeführers vor erneuten Übergriffen durch die Sicherheitskräfte 
durchaus nachvollziehen. Seine geltend gemachte Angst vor einer er-
neuten Verfolgung durch den srilankischen Staat vermöge jedoch die 
Wahrscheinlichkeit einer einreisebeachtlichen Bedrohung im heutigen 
Zeitpunkt  nicht  hinlänglich  zu  begründen. Die  Inhaftierung  im  Jahre 
V._______ sei im Zusammenhang mit den „Emergency Regulations“, 

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welche  den  srilankischen  Sicherheitskräften  erlaubten,  verdächtige 
Personen  ohne  Anklage  für  längere  Zeit  in  Haft  zu  nehmen, 
geschehen.  Da  jedoch  die  Bewilligung  der  Einreise  nicht  dem 
Ausgleich vergangenen Unrechts diene, sondern demjenigen gewährt 
werden solle,  der aktuell  des Schutzes des Zufluchtslandes bedürfe, 
komme  der  Inhaftierung  des  Beschwerdeführers  keine 
einreiserelevante  Bedeutung  zu.  Ausserdem  sei  den  Akten  zu 
entnehmen,  dass  dieser  aufgrund  einer  richterlichen  Verfügung 
bedingungslos freigelassen worden sei. Dies belege zweifelsfrei, dass 
die  srilankische  Justiz  den  Beschwerdeführer  keiner  strafrechtlich 
relevanten Tätigkeiten mehr verdächtige, womit er grundsätzlich keine 
weiteren strafrechtlichen Verfolgungsmassnahmen mehr zu befürchten 
habe.

Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Befragun-
gen  durch  Angehörige  der  Sicherheitskräfte  an  dessen  Wohnort  sei 
festzuhalten,  dass  es  sich  hierbei  um örtlich  beschränkte  Übergriffe 
lokal stationierter Sicherheitskräfte handle. Aus den Akten würden sich 
keine Hinweise darauf ergeben, dass dem Beschwerdeführer aus den 
erwähnten Übergriffen asylrelevante Nachteile erwachsen wären.

Soweit  der Beschwerdeführer anführe, in jüngster Zeit  immer wieder 
kontrolliert und befragt worden zu sein, sei anzuführen, dass der inner-
staatliche  bewaffnete  Konflikt  zwischen  den  LTTE  und  der  srilanki-
schen Regierung viele Opfer gefordert habe und zahlreiche Personen 
tamilischer  Ethnie  unter  dem  Verdacht  von  Verbindungen  zur  LTTE 
festgenommen und in der Haft oft misshandelt worden seien. Auch der 
Beschwerdeführer  selber  sei  ein  Opfer  dieses  Konfliktes  geworden, 
weshalb das BFM viel Verständnis für dessen Angst vor weiteren Ver-
folgungsmassnahmen und seinen  Wunsch,  in  die  Schweiz  auszurei-
sen,  habe. Jedoch  seien  die  Anforderungen an eine Einreisebewilli-
gung in die Schweiz hoch und diese werde nur erteilt, wenn mit über -
wiegender  Wahrscheinlichkeit  von  einer  akuten  Gefährdung  der  ge-
suchstellenden Person bei einem weiteren Verbleib in Sri Lanka aus-
gegangen werden müsse. Der Beschwerdeführer sei jedoch nicht als 
akut  gefährdet  anzusehen: So befinde sich das gesamte Land nach 
Beendigung des Krieges erstmals seit  dem Jahre 1983 wieder unter 
Regierungskontrolle und die Anzahl von Gewaltereignissen habe sich 
vermindert,  auch  wenn  die  generelle  Sicherheits-  und  Menschen-
rechtssituation noch nicht befriedigend sei. Da den Akten keine Hin-
weise zu entnehmen seien, dass sich der Beschwerdeführer politisch 

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engagiert  hätte,  sei  kein  Verfolgungsinteresse  der  srilankischen  Be-
hörden an ihm ersichtlich.

Zwar  werde  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  auch 
noch von Unbekannten bedroht und dieser habe sich vergeblich an die 
Polizei und an weitere Behörden gewendet. Jedoch könne kein Staat 
die absolute Sicherheit seiner Bürger jederzeit und überall garantieren. 
Vom srilankischen Staat  könne nicht  erwartet  werden, dass er  jeder 
Person mit einem gewissen Gefährdungsgrad einen umfassenden Per-
sonenschutz zukommen lasse. Einen derartigen Schutz würden nur ei-
nige wenige besonders gefährdete Personen, zu denen der Beschwer-
deführer  nicht  gehöre,  erhalten.  Ausserdem  sei  es  offensichtlich  zu 
keinen  konkreten  Übergriffen  gekommen.  Wenn  eine  unbekannte 
Gruppierung  tatsächlich  die  Absicht  hätte,  den  Beschwerdeführer 
ernsthaft  zu  verfolgen,  wäre  dies  erwartungsgemäss  längstens  ge-
schehen, zumal er offensichtlich seit Jahren an der gleichen Adresse 
in C._______ wohnhaft sei.

Der Beschwerdeführer sei daher insgesamt nicht auf den Schutz der 
Schweiz angewiesen, zumal keine beachtliche Wahrscheinlichkeit be-
stehe, dass dieser in absehbarer Zukunft von einreiserelevanter Verfol-
gung betroffen würde. An dieser  Einschätzung vermöchten auch die 
eingereichten Dokumente nichts zu ändern, zumal diese lediglich Vor-
bringen stützten,  deren Glaubhaftigkeit  vorliegend nicht  in  Frage ge-
stellt worden sei.

Aufgrund  der  Dokumentation  der  geltend  gemachten  Vorkommnisse 
und  der  schriftlichen  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  sei  der 
Sachverhalt  als erstellt  zu betrachten. Seinen Ausführungen im Rah-
men  des  rechtlichen  Gehörs  zu  einem allfällig  negativen  Entscheid 
ohne vorgängige Anhörung könnten keine Hinweise entnommen wer-
den,  dass  ihm  durch  das  Ausbleiben  einer  Anhörung  Nachteile  er-
wachsen wären. Daher könne im vorliegenden Gesuch auf eine per-
sönliche Anhörung durch die Schweizer Botschaft verzichtet werden.

B.b Die  Verfügung  wurde  am  8.  April  2010  via  EDA-Kurier  an  die 
Schweizerische Vertretung in Colombo geschickt und diese aufgefor-
dert, den Entscheid dem Beschwerdeführer zuzustellen.

C.
Mit an die Schweizerische Vertretung in Colombo gerichteter Eingabe 

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vom 13. Mai  2010  (Eingang  Botschaft:  18. Mai  2010;  Eingang  beim 
Bundesverwaltungsgericht: 4. Juni 2010) beantragte der Beschwerde-
führer sinngemäss die Bewilligung der Einreise in die Schweiz sowie 
die Gewährung von Asyl. Zur Begründung wiederholte er im Wesent-
lichen  seine  bereits  im  Asylgesuch  vorgebrachte  Gefährdung  und 
führte  ergänzend aus,  zwischen dem (...)  und (...)  seien täglich  An-
gehörige der Polizei und des CID zum Teil in seiner Abwesenheit zu 
Hause  erschienen  und  hätten  sich  nach  ihm erkundigt  und  ihn  teil -
weise stundenlang befragt. Darauf habe er sich am U._______ auf der 
Polizeistation  nach  dem  Grund  dieser  Überwachung  seiner  Person 
erkundigt;  der  zuständige  Polizeioffizier  habe  aber  solche  Er-
kundigungen seiner Untergebenen verneint. In der Folge habe er sich 
mit  seiner  Familie  zu  einem  Verwandten  begeben.  Am  T._______ 
hätten  sich  bewaffnete  Unbekannte,  die  in  einem  (...)  vorgefahren 
seien,  beim  Eigentümer  des  Grundstücks  nach  ihm  erkundigt. 
Glücklicherweise sei er nicht dort  gewesen und habe danach seinen 
Wohnsitz nach H._______ verlegt. Nach dem Sieg der Regierung über 
die LTTE würden Tamilen generell und noch mehr solche, die Verbin-
dungen zu den LTTE gehabt hätten, von den Behörden gesucht. Aus 
diesen Gründen seien er  und seine Familie  gezwungen,  sich immer 
wieder bei anderen (...) – die sie aber nur kurz beherbergen könnten – 
aufzuhalten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  vorinstanzliche  Verfügung  wurde  am 8. April  2010  vie  EDA-
Kurier  an  die  Schweizer  Vertretung  in  Colombo übermittelt  und  von 

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dieser  an  den  Beschwerdeführer  weitergeleitet. Wann die  Verfügung 
des BFM vom 8. April 2010 dem Beschwerdeführer eröffnet wurde, ist 
nicht aktenkundig. Die Beschwerde vom 13. Mai 2010 ging am 18. Mai 
2010 bei der Botschaft ein. In Ermangelung eines Zustellnachweises 
der Schweizer Vertretung wird vorliegend zu Gunsten des Beschwer-
deführers davon ausgegangen, er habe seine Beschwerde rechtzeitig 
der Botschaft übergeben respektive zugestellt. Die Beschwerde ist so-
mit frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer ist durch 
die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 
daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  Abs. 1 
AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.4 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsge-
richt kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriften-
wechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2.
Das BFM hat in Nachachtung des Grundsatzurteils des Bundesverwal-
tungsgerichts  BVGE 2007/30 in  casu dem Beschwerdeführer  in  kor-
rekter Weise das rechtliche Gehör gewährt und dessen Stellungnahme 
vom 27. Februar 2010 im angefochtenen Entscheid vom 8. April 2010 
entsprechend gewürdigt.

3.  
3.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet  werden  kann  (Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss 
Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Ein-
reise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 
ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweize-

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rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem anderen Grund nach Art. 3 
Abs. 1 AsylG bestehe.

3.2 Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung sind 
grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein wei-
ter  Ermessensspielraum zukommt. Neben der  erforderlichen Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe 
zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen ande-
ren  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsu-
che  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilations-
möglichkeiten in  Betracht  zu  ziehen. Ausschlaggebend für  die  Ertei -
lung der Einreisebewilligung ist  dabei die Schutzbedürftigkeit der be-
troffenen Personen,  mithin  die  Prüfung der  Fragen,  ob eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann (vgl. dazu beispielsweise Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts D-2490/2009 vom 16. Juni 2009, mit weiteren Hin-
weisen).

3.3 Die sachverhaltsmässigen Grundlagen werden in ihren wesentli-
chen Punkten weder vom Bundesamt noch vom Bundesverwaltungs-
gericht  in  Frage gestellt.  Zur  Prüfung steht  vorliegend,  ob die vorin-
stanzlichen Erwägungen zur fehlenden Einreisebeachtlichkeit der vor-
gebrachten  Benachteiligungen  zutreffend  sind.  Die  betreffenden  Er-
kenntnisse des Bundesamtes sind in casu nach Prüfung der Akten zu 
bestätigen.

Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  vorliegend  vom  Beschwerdeführer 
weder eine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz geltend gemacht 
wurde noch eine solche aus den Akten ersichtlich ist.

Weiter  hat  das  BFM im angefochtenen Entscheid  zu  Recht  und  mit  
zutreffender  Begründung  hinsichtlich  der  Inhaftierung  des  Be-
schwerdeführers  im  Jahre  V._______  ausgeführt,  dass  dieser  Haft 
keine einreiserelevante Bedeutung zukommt, zumal es sich dabei nicht 
um eine aktuell andauernde Verfolgung handelt und dem Beschwerde-
führer  der  Verbleib  in   seiner  Heimat  weiterhin  zugemutet  werden 
kann.

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Soweit  der  Beschwerdeführer  auf  seit  seiner  Entlassung  im  Jahre 
V._______  weiter-  und  bis  heute  andauernde  Kontrollen  und 
Befragungen durch die örtliche Polizei hinweist, ist festzuhalten, dass 
diese  Ereignisse  vor  dem  Hintergrund  der  Bekämpfung  des 
Terrorismus der LTTE durch die srilankische Armee zu sehen sind. So 
haben die srilankischen Behörden – namentlich im Grossraum Colom-
bo – die Sicherheitsmassnahmen auch nach der Niederlage der LTTE 
nicht gelockert. Daher laufen aufgrund der angespannten Lage in Sri 
Lanka Männer tamilischer Herkunft  Gefahr, überall  und jederzeit  von 
srilankischem Sicherheitspersonal einer minuziösen Personenkontrolle 
unterzogen  und  öfters  auch  für  eingehendere  Abklärungen  auf  den 
Posten  mitgenommen  oder  in  ein  Armeecamp  beordert  zu  werden. 
Derartigen  Massnahmen  kommt  indessen  bereits  aufgrund  ihrer 
Eingriffsdauer  und  Intensität  kein  Verfolgungscharakter  zu. In  Bezug 
auf  den  Beschwerdeführer  stellen  die  geschilderten  Vorfälle,  auch 
wenn diese schon während längerer Zeit andauern sollen, – entgegen 
der  Ansicht  in  der  Beschwerdeschrift  –  noch  keine  ernsthaften 
Nachteile  im  Sinne  des  Gesetzes  dar,  zumal  der  Beschwerdeführer 
sich weder politisch betätigte noch irgendwelche Verbindungen zu den 
LTTE pflegte respektive ein entsprechender behördlicher Verdacht im 
Jahre V._______ gerichtlich aus dem Weg geräumt wurde. Dass er ge-
genüber  andern  srilankischen  Staatsangehörigen  tamilischer  Ethnie 
allenfalls  vermehrt  Kontrollen  der  Sicherheitskräfte  ausgesetzt  war, 
kann  auch  dadurch  erklärt  werden,  dass  er  sich  gemäss  eigenen 
Angaben als  E._______ während der  letzten (...)  Jahre  vor allem in 
der I._______ von Ort zu Ort begeben habe.

Der Beschwerdeführer weist  ferner auf verbale Bedrohungen seitens 
Unbekannter  hin. Auch hätten bewaffnete Gruppierungen an seinem 
Wohnort  nach ihm gefragt. Abgesehen vom Umstand,  dass  der  Be-
schwerdeführer in seinen diversen Eingaben keine konkreten Details 
zu den erwähnten Bedrohungen, deren Urheberschaft und deren mög-
lichen Gründe  anzugeben vermag,  bleibt  festzuhalten,  dass  die  von 
ihm  geschilderten  diesbezüglichen  Schwierigkeiten  –  bei  allem  Ver-
ständnis für seine schwierige Situation – keine Gefährdung im Sinne 
von Art. 3 AsylG darstellen. So vermögen die angeführten Ereignisse 
zum heutigen Zeitpunkt  weder  zu  einer  objektiv  begründeten Furcht 
vor zukünftiger Verfolgung im Sinne der zu beachtenden Bestimmun-
gen zu führen noch vermag der Beschwerdeführer daraus einen einrei-
serelevanten  Sachverhalt  für  sich  abzuleiten.  Eine  Verfolgung  durch 

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Dritte  ist  nach  der  Schutztheorie  dann  flüchtlingsrechtlich  relevant, 
wenn dem Asylsuchenden im Heimatland kein adäquater Schutz zur 
Verfügung steht. Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatstaat 
ist als ausreichend zu qualifizieren, wenn die betroffene Person effek-
tiv Zugang zu einer funktionierenden und effizienten Schutzinfrastruk-
tur  hat  und  ihr  die  Inanspruchnahme eines  solchen innerstaatlichen 
Schutzsystems individuell zumutbar ist. Eine Garantie für langfristigen 
individuellen Schutz kann jedoch nicht verlangt werden. Keinem Staat 
gelingt  es,  die  absolute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und 
überall  zu garantieren (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  D-
2838/2007 vom 15. Mai  2009; Entscheidungen und Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr. 18 
E. 10.3.2. S. 204; EMARK 1996 Nr. 28 S. 271 f.). Für den Beschwerde-
führer ist nach diesen Massstäben hinreichender Schutz durch die hei-
matlichen Behörden gewährleistet. Nach den Erkenntnissen des Bun-
desverwaltungsgerichtes funktioniert der srilankische Polizei- und Jus-
tizapparat grundsätzlich und ist darauf bedacht, seine Unabhängigkeit 
zu wahren. Polizeiliche Aufgaben werden wahrgenommen und eine ef-
fektive Strafverfolgung wird ermöglicht. Somit sprechen vorliegend kei-
ne Gründe dafür, dass in Sri Lanka keine wirksame und funktionieren-
de Infrastruktur zur Schutzgewährung zur Verfügung steht. Zudem er-
geben sich aus den Akten keine Hinweise, dass die staatliche Schutz-
infrastruktur dem Beschwerdeführer nicht zugänglich wäre und die sri-
lankischen Behörden offensichtlich aus einem Grund nach Art. 3 AsylG 
nicht  willens wären,  ihm Schutz vor allfälligen Übergriffen der  ange-
führten Drittpersonen zu gewähren und zu diesem Zweck konkrete und 
geeignete Massnahmen zu treffen. Es ist demnach davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer objektiv Zugang zu den Strafverfolgungs-
behörden  hat.  Den  Akten  zufolge  hat  sich  der  Beschwerdeführer 
wegen des auf ihn ausgeübten behördlichen Drucks seitens der Polizei 
seines Wohnortes bei  derselben und an anderen Stellen beschwert. 
Es wird vorliegend jedoch nicht ersichtlich, dass er dies explizit wegen 
der  Bedrohung  von  unbekannter  Seite  auch  getan  hätte.  In  seiner 
Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer nichts geltend, das 
auf entsprechende Schritte in dieser Richtung hinweisen würde, was 
angesichts der Schwere der Drohungen – er bringt in seinen Eingaben 
vom 23. August  2007 und vom 5. September 2007 vor, Morddrohun-
gen  zu  erhalten  –  erstaunt.  Es  steht  dem Beschwerdeführer  jedoch 
aufgrund obiger Ausführungen offen und ist  ihm zuzumuten,  sich im 
Bedarfsfall  bei  den srilankischen Behörden um Schutz  zu  bemühen. 
Schliesslich  hat  die  Vorinstanz  in  diesem Zusammenhang  zu  Recht 

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bemerkt,  dass es diesbezüglich – trotz der offenbar bereits während 
längerer Zeit andauernden Bedrohung – noch nie zu einem konkreten 
Übergriff auf den Beschwerdeführer gekommen ist, obwohl dieser seit 
Jahren an der gleichen Adresse in C._______ wohnhaft ist.

Unter diesen Umständen vermögen die geltend gemachten Ereignisse 
praxisgemäss nicht  zur  Anerkennung der  Flüchtlingseigenschaft  und 
zur Gewährung des Asyls zu führen.

3.4 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände 
und Vorbringen des Beschwerdeführers  sowie  der  eingereichten Be-
weismittel ist zusammenfassend festzustellen, dass dieser die Voraus-
setzungen für die Bewilligung der Einreise nicht erfüllt. Es erübrigt sich 
angesichts der oben stehenden Ausführungen, auf  die weiteren Vor-
bringen in der Beschwerde im Einzelnen weiter einzugehen, da sie am 
Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hat daher die Ein-
reise des Beschwerdeführers zu Recht verweigert und das Asylgesuch 
abgewiesen.

4.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

5.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  dessen  Kosten  grund-
sätzlich  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5 
VwVG). In Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21.  Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  ist  jedoch  aus  verwaltungs-
ökonomischen  Gründen  auf  die  Erhebung  von  Verfahrenskosten  zu 
verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft in Colombo Ref. Nr. (...); per EDA-Kurier)

- die Schweizerische Botschaft in Colombo (mit der Bitte, das Urteil 
dem  Beschwerdeführer  gegen  Unterzeichnung  der  beigelegten 
Empfangsbestätigung oder gegen postalischen Rückschein zu eröff-
nen und den Eröffnungsbeleg dem Bundesverwaltungsgericht zuzu-
stellen; per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 
(per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand: 

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