# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 964fa1c5-56bf-5836-adeb-b18c320a7b38
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.11.2016 200 2015 944
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-944_2016-11-18.pdf

## Full Text

200 15 944 IV
LOU/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. November 2016

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
erlitt im Mai 1994 einen Unfall und bezieht seit dem 1. November 2001 eine 
ganze Rente (Invaliditätsgrad von 100 %) bzw. seit dem 1. Oktober 2002 
eine halbe Rente (Invaliditätsgrad von 63 %) der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV), welche anlässlich der 4. IVG-Revision per 1. Januar 
2004 auf eine Dreiviertelsrente erhöht wurde (Akten der IV, Antwortbeila-
gen [AB] 5 S. 23 f., 51, 58 f., 71). Im Rahmen einer von Amtes wegen 
durchgeführten Revision tätigte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) neuerliche medizinische Abklärungen, wobei sie im Dezember 
2014 eine orthopädische und psychiatrische Beurteilung durch den Regio-
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) vornehmen liess (AB 89 ff.). Nach Eingang 
eines anonymen Hinweises, wonach der Versicherte als ... tätig sei und 
Arbeiten im ... erledige (AB 103), wurde vom September 2014 bis Januar 
2015 zudem eine Observation durchgeführt (Bericht über die Beweissiche-
rung vor Ort [BvO] vom 23. März 2015; AB 92). Nachdem der RAD zu den 
Observationsunterlagen Stellung genommen (AB 98 f.) und die IVB den 
Versicherten mit den Ergebnissen der BvO konfrontiert hatte (AB 101), sis-
tierte sie die Rentenzahlungen mit Verfügung vom 22. Juli 2015 (AB 102) 
per sofort. Ferner hob sie die bisherige IV-Rente – nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (AB 105 f., 109) – mit Verfügung vom 28. Septem-
ber 2015 (AB 110) rückwirkend per 31. August 2014 auf und hielt fest, dass 
für die Zeit ab 1. September 2014 eine unrechtmässige Erwirkung der Ren-
te vorliege, wobei sie hierfür eine separate Verfügung über die Rückerstat-
tung der zu Unrecht bezogenen Leistungen in Aussicht stellte. Einer dage-
gen erhobenen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.

B.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 3

Hiergegen erhob der Versicherte am 29. Oktober 2015 Beschwerde mit 
dem sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung aufzuheben und 
auf die rückwirkende Rentenaufhebung zu verzichten. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Dezember 2015 wurde das mit der 
Beschwerde gestellte Gesuch um Befreiung von den Verfahrenskosten 
infolge verspäteter Ergänzung (vgl. hierzu die prozessleitende Verfügung 
vom 19. November 2015) als zurückgezogen abgeschrieben.

In der Beschwerdeantwort vom 3. Februar 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit seinen An-
trägen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 4

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 28. September 2015 (AB 110). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch resp. die Aufhebung der In-
validenrente per Ende August 2014. Über die Rückforderung der seit Sep-
tember 2014 weiterhin bezogenen Rentenleistungen wurde dabei (noch) 
nicht verfügt, weshalb diese nicht Gegenstand des vorliegenden Verfah-
rens bildet (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 
E. 2.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 5

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

2.3.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.3.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

2.3.4 Gemäss dem revidierten Art. 88bis Abs. 2 lit. b (in Kraft seit 1. Januar 
2015) der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 
(IVV; SR 831.201) erfolgt die rückwirkende Leistungsanpassung bei einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 6

Meldepflichtverletzung oder bei einer unrechtmässigen Erwirkung der Leis-
tung unabhängig davon, ob diese ein Grund für die Weiterausrichtung der 
Leistung war. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer ist zwar ausdrücklich mit der Rentenaufhe-
bung einverstanden (Beschwerde S. 1, AB 109 S. 1), dennoch ist zunächst 
von Amtes wegen zu prüfen, ob die Revisionsvoraussetzungen erfüllt sind.

Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 15. August 2003 (AB 51) 
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab 1. November 
2001 eine ganze bzw. ab 1. Oktober 2002 eine halbe Invalidenrente zu, 
welche im Rahmen der 4. IVG-Revision bei unverändertem Invaliditätsgrad 
per 1. Januar 2004 auf eine Dreiviertelsrente erhöht wurde (AB 58 f.). Letz-
tere wurde mit Mitteilung vom 10. Februar 2010 (AB 71) bestätigt, ohne 
dass dabei eine umfassende Prüfung der anspruchserheblichen Tatsachen 
stattgefunden hat. Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden demnach die 
rentenzusprechende Verfügung vom 15. August 2003 (AB 51) und die 
nunmehr angefochtene rentenaufhebende Verfügung vom 28. September 
2015 (AB 110).

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 15. August 2003 (AB 51) präsentierte 
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Wesentlichen wie 
folgt:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 7

3.2.1 Im Bericht vom 16. Juni 2000 (AB 5 S. 21) hielten die Ärzte des Spi-
tals B.________ einen Status nach Schulterkontusion 1994 sowie eine 
progrediente Schultersymptomatik im Sinne einer alten Rotatoren- und Su-
praspinatusläsion fest. Weiter führten die Ärzte aus, die Ruptur der Sehne 
des Musculus supraspinatus sei ohne vollständigen Ausriss, zudem beste-
he eine beginnende AC-Gelenksarthrose sowie ein laterales down sloping 
des Acromions mit Impingement.

3.2.2 Im Austrittsbericht der Rehaklinik C.________ vom 6. Juli 2001 
(AB 46 S. 10 ff.) stellten die Ärzte hauptsächlich die folgenden Diagnosen: 

• Funktionsstörung der rechten Schulter
• Myofasziales Schmerzsyndrom der Schulter- und Nackenregion rechts
• Verdacht auf (vorwiegend) sensible Läsion des unteren Armplexus oder der Wurzel 

C8
• Anpassungsstörung mit Gereiztheit und Rückzugstendenz (ICD-10 F43.28)

Sieben Monate nach der durchgeführten Schulterarthroskopie, offenen 
Akromioplastik sowie transossären Refixation (23. Oktober 2000) bestün-
den noch ausgeprägte Beschwerden. Insgesamt erweise sich die rechte 
Schulter im Rahmen der Therapie noch als wenig belastbar. Zurzeit könne 
der dominante rechte Arm lediglich für sehr leichte Tätigkeiten eingesetzt 
werden. Nicht zumutbar seien Arbeiten, die repetitive Schultergelenksbe-
wegungen erforderten, Arbeiten über Brusthöhe, Arbeiten mit Schlägen 
oder Vibrationen auf den rechten Arm, Heben und Tragen von mittelschwe-
ren und schweren Lasten sowie Arbeiten auf Leitern und Gerüsten. 

3.2.3 Die Ärzte des Spitals D.________ führten im Bericht vom 4. Oktober 
2001 (AB 12 S. 8 f.) persistierende Schulterschmerzen rechts bei Status 
nach Trauma am 30. Mai 1994, Verdacht auf frozen shoulder sowie Status 
nach Akromioplastik rechts am 23. Oktober 2001 (richtig: 23. Oktober 
2000) auf. In der klinischen Untersuchung hätten sich keine sicher objekti-
vierbaren radikulären Ausfallsymptome gezeigt. Zu diskutieren bleibe eine 
Plexusaffektion, wobei hierfür weder sichere klinische noch elektrophysio-
logische Befunde nachweisbar gewesen seien.

3.2.4 Anlässlich der Abschlussuntersuchung vom 6. September 2002 
(AB 33) stellte der SUVA-Kreisarzt keine Anzeichen einer neurovegetativen 
Dystonie fest. Weiter fänden sich keine Anzeichen einer radikulären Sym-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 8

ptomatik mit einwandfreien Sehnenreflexen, ohne Anzeichen irgendeiner 
Atrophie oder funktionellen Störung der Peripherie. Von Seiten des Rump-
fes und der unteren Extremitäten bestehe keine Pathologie (S. 6 f.). Zu-
mutbar sei weiterhin (vgl. auch Bericht des SUVA-Kreisarztes vom 25. Ok-
tober 2001 [AB 10 S. 6]) eine Ganztagesbelastbarkeit in einer leicht bis 
vermutlich mittelschwer belastenden ... Tätigkeit, auch mit dem rechten 
(dominanten) Arm, wobei die Funktion des Vorderarmes, der Hand und der 
Finger nicht eingeschränkt sei. Ungünstig seien Tätigkeiten, die das häufig 
repetitive oder andauernde Anheben des Armes oder Abduzieren notwen-
dig machten, Schläge und Vibrationen sowie (zurzeit) Zwangshaltungen 
(S. 7).

3.2.5 Im psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik C.________ vom 
26. September 2002 (AB 46 S. 4 f.) führten die behandelnden Ärzte aus, es 
bestehe eine depressive Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21), reaktiv auf 
Unfall und Unfallfolgen sowie psychosoziale Belastungen, und dissoziative 
Bewegungsstörungen (ICD-10 F44.4) bei einem maladaptiven Bewälti-
gungsmuster. Aufgrund dieser Diagnosen werde die Arbeitsfähigkeit zu-
sätzlich eingeschränkt und insgesamt auf ca. 50 % geschätzt.

3.2.6 Die Ärzte der Rehaklinik C.________ hielten in einem weiteren Be-
richt vom 26. Mai 2003 (AB 46 S. 1 f.) fest, seit der Schulteroperation vom 
23. November 2000 (richtig: 23. Oktober 2000) bestehe eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit bzw. seit dem 1. Oktober 2002 eine solche von 50 % be-
dingt durch die schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit des rechten 
Schultergelenks in Verbindung mit der zusätzlichen dissoziativen Bewe-
gungsstörung.

3.3 Die nun angefochtene Verfügung vom 28. September 2015 
(AB 110) stützt sich massgeblich auf die folgenden medizinischen Berichte:

3.3.1 Am 8. Dezember 2014 wurde der Beschwerdeführer von den RAD-
Ärzten Dres. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, und F.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. 

Im Bericht vom 18. Dezember 2014 (AB 89) diagnostizierte Dr. med. 
E.________ eine persistierende Bewegungseinschränkung und ein sekun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 9

däres Impingement der rechten Schulter bei Status nach Supraspinatusre-
fixation, subacromialer Dekompression mit Acromioplastik vom 23. Oktober 
2000, eine Chondropathie femorales Gleitlager der Patella mit degenerati-
ven Veränderungen des rechten Knies sowie einen Verdacht auf eine Fas-
ciitis plantaris beidseits. Anlässlich der eigenen Untersuchung habe sich 
klinisch eine verminderte Beweglichkeit der rechten Schulter mit einem 
zusätzlichen subacromialen Impingement bei jedoch intakter Rotatoren-
manschette und entsprechend guter Kraftentwicklung ergeben. Das MRI 
habe aktuell keine Anhaltspunkte für eine entzündliche Affektion des Schul-
tergelenks ergeben. Die Muskulatur der Rotatorenmanschette sei kräftig 
ausgebildet und es ergebe sich kein Hinweis für einen verminderten Ge-
brauch der rechten oberen Extremität. Zumutbar seien sämtliche leichten 
bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten unterhalb der Schulterhorizon-
talen mit der rechten oberen Extremität; bezüglich der linken oberen Ex-
tremität respektive der unteren Extremitäten liessen sich keine Einschrän-
kungen formulieren. Nicht zumutbar seien Schlag- und Vibrationsbelastun-
gen der rechten Schulter. Eine angepasste Tätigkeit könne in einem ganz-
tägigen Pensum mit einer maximalen Leistungsminderung von 10 bis 15 % 
– wegen Bewegungseinschränkungen und vermehrter Pausen – zugemutet 
werden. Bezüglich Geh-, Steh- und Sitzfähigkeit bestünden keine Ein-
schränkungen.

Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 29. Dezember 2014 (AB 91) als 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine sonstige (anhalten-
de) Reaktion auf eine schwere Belastung, ICD-10 F43.8, bei Verletzung der 
rechten oberen Extremität als Folge eines Arbeitsunfallereignisses am 
30. Mai 1994 und Operation der rechten Schulter am 23. Oktober 2000 
sowie Status nach Anpassungsstörung, ICD-10 F43.28 / F43.21, auf. Diffe-
rentialdiagnostisch hielt er eine Dysthymia, ICD-10 F34.1, fest. Ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien Probleme in Verbindung mit der Aus-
bildung (ICD-10 Z55) und mit der Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56). Ab dem 
Zeitpunkt der RAD-Untersuchung (8. Dezember 2014) sei aufgrund der 
funktionellen psychischen Beeinträchtigungen, im Besonderen einer anzu-
nehmenden verminderten Belastungstoleranz, medizinisch-theoretisch in 
einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % (Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 10

zeitpensum von ca. acht Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche) mit 
einer verminderten Leistungsfähigkeit von 20 % auszugehen. 

In der Konsensbeurteilung vom 16. Dezember 2014 kamen die beiden Ärz-
te überein, dass aus orthopädischer und psychiatrisch-psychotherapeuti-
scher Sicht in einer angepassten Tätigkeit bei voller Arbeitsfähigkeit (ganz-
tägiges Arbeitspensum) eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 
20 % resultiere (AB 90 S. 6, 91 S. 22). 

3.3.2 Am 27. Mai 2015 (AB 98 f.) nahmen die RAD-Ärzte Dres. med. 
E.________ und F.________ zu den Ergebnissen der BvO (AB 92) Stel-
lung.

Dr. med. F.________ führte aus, es ergäben sich keine besonderen Dis-
krepanzen zwischen den Ergebnissen der psychiatrischen Untersuchung 
und jenen der BvO. Die differentialdiagnostische Überlegung einer Dys-
thymia, deren Kriterien bereits damals (anlässlich der Untersuchung vom 
8. Dezember 2014) nicht gänzlich vorhanden gewesen seien, könne auf-
grund der BvO verworfen werden. Das psychiatrische Zumutbarkeitsprofil 
sei hinsichtlich der Leistungsfähigkeit anzupassen: Aufgrund einer leicht 
verminderten Belastungstoleranz bestehe in einer angepassten Tätigkeit 
(ohne besondere psychische Belastungen wie z.B. Übernahme hoher Ver-
antwortung, ohne besonderen Leistungs- und Zeitdruck und ohne komple-
xe Aufgaben) eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (Arbeitszeitpensum von ca. 
acht Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche) mit einer verminderten 
Leistungsfähigkeit von 10 % (AB 98 S. 4).

Dr. med. E.________ hielt fest, die Schulter werde gemäss den Ergebnis-
sen der BvO in unbeobachtet geglaubten Situationen weniger in einer 
Schonhaltung gehalten und sei insgesamt noch besser beweglich als 
während der Untersuchung gezeigt. Es ergäben sich auch Anhaltspunkte, 
dass die Kraftminderung der rechten Hand nicht so ausgeprägt sei, wie 
während der Untersuchung demonstriert. Aus orthopädischer Sicht sei das 
Zumutbarkeitsprofil demnach ebenfalls leicht anzupassen, indem im unte-
ren Bewegungssegment keine merkbare Funktionseinbusse bestehe, was 
heisse, dass für ideal angepasste Tätigkeiten keine Leistungsminderung zu 
erwarten sei (AB 99 S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 11

Aus orthopädischer und psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht resultie-
re ab Beginn der BvO (4. September 2014 [vgl. AB 92 S. 3]) in einer ange-
passten Tätigkeit gesamthaft bei voller Arbeitsfähigkeit (ganztägiges Ar-
beitspensum) eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 10 % (AB 98 
S. 5).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 28. September 
2015 (AB 110) stützte sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die 
Ausführungen der RAD-Ärzte Dres. med. E.________ und F.________ 
vom 18. und 29. Dezember 2014 sowie vom 27. Mai 2015 (AB 89, 91, 98 f. 
bzw. E. 3.3 hiervor). Diese hatten Kenntnis der Vorakten und haben sämtli-
che zur Verfügung stehenden Informationen in ihren Beurteilungen gewür-
digt. Die Ausführungen zu den medizinischen Zusammenhängen sind ein-
leuchtend, die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 
überzeugend begründet und es bestehen keine Zweifel an deren Zuverläs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 12

sigkeit und Schlüssigkeit. Insgesamt erfüllen die Berichte die Vorausset-
zungen der Rechtsprechung an medizinische Expertisen (E. 3.4 hiervor), 
so dass darauf abgestellt werden kann.

3.5.1 In somatischer Hinsicht führte Dr. med. E.________ im Bericht vom 
18. Dezember 2014 nachvollziehbar und überzeugend aus, bei zwar (nach 
wie vor) verminderter Beweglichkeit der rechten Schulter bestehe in einer 
angepassten Tätigkeit bei einer maximalen Leistungsminderung von 10 bis 
15 % eine ganztägige Arbeitsfähigkeit (AB 89 S. 4). Nach Kenntnis der 
Bildaufnahmen der (unbestrittenermassen zulässigen [Art. 59 Abs. 5 IVG] 
und gebotenen) BvO hielt er fest, in ideal angepassten Tätigkeiten sei 
überhaupt keine Leistungsminderung zu erwarten (AB 99 S. 2). Dies deckt 
sich im Wesentlichen mit den Angaben der den Beschwerdeführer in den 
Jahren 2000 bis 2003 behandelnden bzw. untersuchenden Ärzten, wonach 
in einer den körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit bereits 
damals von einer ganztägigen Belastbarkeit ausgegangen wurde (vgl. 
E. 3.2.2 und 3.2.4 hiervor). Auch die Erkenntnisse aus der BvO (vgl. AB 92, 
98) vermögen die gegenüber Dr. med. E.________ geltend gemachten 
Schmerzen nicht im vom Beschwerdeführer angegebenen Umfang (vgl. 
AB 89 S. 2) zu bestätigen. Die Bildaufnahmen der BvO zeigen den Be-
schwerdeführer vor allem beim Autofahren, aber auch beim Training, spa-
zierend sowie beim Einkaufen und zudem Tragen und Einladen von Ta-
schen. Zwar sind keine extremen Bewegungen mit der rechten Schulter zu 
sehen, aber es ergeben sich auch keine Anhaltspunkte, die eine relevante 
Behinderung erkennen liessen. Insofern ist in somatischer Hinsicht mit der 
Anpassung des Zumutbarkeitsprofils zwar eine Veränderung, aber keine 
revisionsrechtlich wesentliche eingetreten.

3.5.2 Dagegen hat sich in revisionsrechtlicher Hinsicht eine massgebliche 
Veränderung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Situation ergeben. 
Zu der von den Ärzten der Rehaklinik C.________ diagnostizierten Anpas-
sungsstörung (vgl. AB 5 S. 8 und 15, 46 S. 1 und 4 bzw. E. 3.2.5 f. hiervor) 
führte Dr. med. F.________ im Bericht vom 29. Dezember 2014 überzeu-
gend aus, selbst jene mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) 
sei gemäss ICD-10 auf eine Dauer von zwei Jahren beschränkt, weshalb 
die Angaben, wonach eine solche seit 2001 bestanden habe, (diagnos-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 13

tisch) nicht ICD-10-konform sei (AB 91 S. 19; vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 
2014, S. 210). Es sei nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer durch 
die anfänglich möglicherweise nicht richtig erkannte Diagnose der Verlet-
zung der rechten oberen Extremität als Folge eines Arbeitsunfalls im Mai 
1994 und einer gemäss seinen Angaben subjektiv nicht erfolgreich verlau-
fenen Operation der rechten Schulter im Oktober 2000 eine besondere 
Belastung erfahren habe. Dies insbesondere, als er im Rahmen eines Re-
habilitationsaufenthaltes von Mai bis Juni 2001 (vgl. AB 12 S. 10 ff.) davon 
ausgegangen sei, dass sich die Beschwerden von Seiten der oberen Ex-
tremität möglicherweise nicht mehr bessern würden. Die subjektiv angege-
benen und die objektivierbaren Symptome einerseits sowie deren Zusam-
menhang mit belastenden Ereignissen und einer besonderen Lebensver-
änderung andererseits seien zwar mit der Diagnose einer Anpassungs-
störung vereinbar, da jedoch die beschränkte Dauer von maximal zwei Jah-
ren bereits überschritten worden sei, werde diagnostisch aus dem Kapitel 
F43 „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“ die 
nicht näher definierte Diagnose „sonstige Reaktionen auf schwere Belas-
tung“ (ICD-10 F43.8) gewählt. Dies stellt nicht allein eine Änderung der 
Diagnose dar, sondern ist gleichzeitig eine damit notwendigerweise ver-
bundene Änderung des Sachverhalts. Die zur Diskussion gestellte Differen-
tialdiagnose einer Dysthymia (ICD-10 F34.1; AB 91 S. 17) wurde von Dr. 
med. F.________ nach Kenntnis der Bildaufnahmen der BvO, welche eine 
Person, die am öffentlichen Leben teilnimmt zeigt, in schlüssiger Weise 
verworfen (AB 98 S. 3). Selbst wenn eine solche nach wie vor in Erwägung 
gezogen bzw. allenfalls sogar bejaht würde, handelte es sich dabei praxis-
gemäss um eine grundsätzlich nicht invalidisierende leichte Beeinträchti-
gung aus dem depressiven Formenkreis (vgl. Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 6. März 2014, 8C_806/2013, E. 6.2 sowie SVR 2011 IV 
Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2). Schliesslich seien bei der RAD-Untersuchung auch 
die Kriterien für eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4) nicht 
ausreichend vorhanden gewesen. Im Besonderen habe ein völliger oder 
teilweiser Verlust der Kontrolle von Körperbewegungen oder Lähmungen, 
insbesondere der oberen Extremität, nicht festgestellt werden können. Zu-
dem wäre eine körperliche Krankheit bei einer dissoziativen Störung aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 14

zuschliessen, hier sei jedoch ein (wenn auch nur noch geringfügiges) orga-
nisches Korrelat von Seiten der rechten oberen Extremität vorhanden 
(AB 91 S. 20; vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 219 ff.). In der 
Folge ging Dr. med. F.________ aufgrund der lediglich noch leichten funk-
tionellen psychischen Beeinträchtigungen (sonstige [anhaltende] Reaktion 
auf eine schwere Belastung, ICD-10 F43.8) in einer angepassten Tätigkeit 
nachvollziehbar von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % mit einer Leistungs-
verminderung von 10 % aus (AB 99). Nach dem Dargelegten ist nicht von 
einer abweichenden Würdigung eines unveränderten medizinischen Sach-
verhalts, sondern von einer wesentlichen Veränderung im Gesundheitszu-
stand auszugehen; so hat sich denn auch der psychiatrische Befund zwi-
schen 2002 (Bericht der Rehaklinik C.________ vom 26. September 2002 
[AB 45 S. 33]) und 2014 (Bericht des RAD vom 29. Dezember 2014 [AB 91 
S. 16]) wesentlich verändert. Die früher geltend gemachten und Basis für 
die damalige Diagnose einer dissoziativen Bewegungsstörung bildenden 
körperlichen Einschränkungen waren anlässlich der RAD-Untersuchung 
vom 8. Dezember 2014 nicht (mehr) ausreichend vorhanden. Zudem konn-
te die Diagnose einer Anpassungsstörung nicht mehr bestätigt werden. 

Damit ist eine gesundheitliche Verbesserung eingetreten, in deren Folge 
eine freie und umfassende Prüfung des Rentenanspruchs vorzunehmen ist 
(vgl. E. 2.3.2 hiervor). Soweit der Beschwerdeführer ausführt, die behan-
delnde Psychiaterin habe immer eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert 
(Beschwerde S. 2; vgl. auch AB 81 S. 2 [Arbeitsunfähigkeit von 63 %]), 
vermag dies angesichts der Erkenntnisse der RAD-Ärzte sowie der BvO 
nicht zu überzeugen.

3.5.3 Ausgehend vom ab dem 4. September 2014 (Beginn der BvO) gül-
tigen Zumutbarkeitsprofil mit einer vollen Arbeitsfähigkeit (ganztägiges Ar-
beitspensum) in einer angepassten leichten bis gelegentlich mittelschweren 
Tätigkeit unterhalb der Schulterhorizontalen (unter Vermeidung von Schlag- 
und Vibrationsbelastungen der rechten Schulter, ohne besondere psychi-
sche Belastungen wie z.B. Übernahme hoher Verantwortung, ohne beson-
deren Leistungs- und Zeitdruck und ohne komplexe Aufgaben) bei einer 
verminderten Leistungsfähigkeit von 10 % (AB 98 S. 4 f. bzw. E. 3.3.2 hier-
vor), ist nachstehend der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 15

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 16

sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

4.4 Aufgrund des unter Erwägung 3.5.3 Dargelegten ist spätestens im 
September 2014 (Beginn der BvO) ein Revisionsgrund ausgewiesen und 
zu diesem Zeitpunkt ein Einkommensvergleich durchzuführen. 

4.5 Der in ... geborene Beschwerdeführer hat gemäss eigenen Angaben 
nach zwei Jahren eine Lehre als ... abgebrochen. Im Jahr 1989 ist er in die 
Schweiz eingereist und arbeitete von 1990 bis zum Unfall Ende Mai 1994 
bei der G.______AG (AB 1 S. 3 f. Ziff. 4.1 und 6.2, 5 f., 9). Seither, d.h. seit 
mehr als 20 Jahren, geht er keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, weshalb 
nicht davon ausgegangen werden kann, dass er immer noch bei der dama-
ligen Arbeitgeberin angestellt wäre. Somit lässt sich aufgrund der tatsächli-
chen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare 
Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, weshalb es gestützt auf 
statistische Zahlen und somit die LSE 2012 zu bestimmen ist. Massgebend 
hierfür ist im vorliegenden Fall Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total, 
Männer. Diese Zahl spiegelt eine breite Palette möglicher Tätigkeiten wie-
der. Der gleiche Wert ist für das Invalideneinkommen heranzuziehen, da 
der Beschwerdeführer im hier massgeblichen Zeitpunkt keine Erwerbstätig-
keit aufgenommen hat, obwohl ihm dies zumutbar gewesen wäre (100%ige 
Festanstellung erst ab September 2015 [vgl. AB 114 f., Beschwerde S. 1]). 
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellen-
lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls ent-
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück-
sichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. Entscheid des BGer vom 
7. April 2016, 9C_898/2015, E. 1). Der Beschwerdeführer ist gemäss den 
schlüssigen Feststellungen der RAD-Ärzte in einem vollzeitigen Arbeits-
pensum mit einer Leistungseinschränkung von 10 % arbeitsfähig (vgl. 
E. 3.5.3 hiervor). Dies begründet keinen behinderungsbedingten Abzug 
vom Tabellenlohn, da den entsprechenden Einschränkungen bereits mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 17

der reduzierten Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 10 % ausreichend 
Rechnung getragen wurde, so dass diese nicht zusätzlich mittels eines 
leidensbedingten Abzugs zu berücksichtigen sind (vgl. u.a. Entscheid des 
BGer vom 7. März 2014, 9C_841/2013, E. 4.6). Hier beruhen zudem beide 
Vergleichseinkommen auf statistischen Grössen, weshalb invaliditätsfrem-
de Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie) bei beiden 
Einkommen zu berücksichtigen wären und deshalb kein Abzug zu ge-
währen ist (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 
Somit resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 10 % (vgl. 
E. 2.2 hiervor). 

4.6 Auch der Zeitpunkt der Rentenaufhebung per Ende August 2014 ist 
unter Berücksichtigung der spätestens im September 2014 eingetretenen 
Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht zu beanstanden (Art. 88bis 
Abs. 2 lit. b IVV), denn es ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer die 
spätestens seit der BvO dokumentierte wesentliche Verbesserung hätte 
melden können und müssen. Es kann offen bleiben, ob hier gar eine un-
rechtmässige Erwirkung im Sinne des Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV vorliegt. 
Demnach erweist sich die angefochtene Verfügung vom 28. September 
2015 (AB 110) als rechtens und ist die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Nov. 2016, IV/15/944, Seite 18

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.