# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 896e11b0-e989-516e-8021-21184b41d829
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2003-12-18
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission INUM 18.12.2003 JAAC 68.76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_011_JAAC-68-76--_2003-12-18.pdf

## Full Text

JAAC 68.76

Auszug aus dem Entscheid der Rekurskommission
UVEK vom 18. Dezember 2003 [REKO UVEK D-2003-26]

Art. 16-16h LIE. Art. 24 LAT. Mise en place d’une installation de
radiocommunication mobile sur un pylône pour ligne à haute tension
existant en dehors de la zone à bâtir.

- Une évaluation combinée de différentes sources d’émissions est
permise uniquement lorsque les rayonnements peuvent être imputés à
l’installation litigieuse en termes de destination et de relation spatiale
(consid. 7.2).

- Tout comme dans la procédure cantonale d’autorisation de construire,
l’art. 24 LAT et la jurisprudence y relative sont déterminants pour
l’installation d’une antenne de radiocommunication mobile sur un
pylône pour ligne à haute tension existant en dehors de la zone à
bâtir. L’autorité fédérale chargée de l’approbation des plans doit donc
commencer par examiner le besoin d’une nouvelle installation. Elle
doit ensuite, moyennant la prise en compte de toutes les installations
d’émission déjà existantes et planifiées, rechercher des implantations
alternatives et déterminer dans le cadre d’une pesée complète des
intérêts la solution globalement la meilleure dont les effets en terme
d’espace et sur l’environnement sont les plus restreints (consid. 8.2 s.).

- Obligation de l’autorité chargée de l’approbation des plans de
consulter les autorités fédérales compétentes dans le cadre d’une
procédure concentrant plusieurs décisions (consid. 8.3.3).

- Des avantages tels que la co-utilisation d’une installation existante
et d’une infrastructure disponible dans un lieu déjà grevé ne suffisent
pas à justifier une implantation en dehors de la zone à bâtir sans avoir
examiné les alternatives possibles (consid. 8.5).

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Art. 16-16h EleG. Art. 24 RPG. Errichtung einer Mobilfunkanlage auf
bestehendem Hochspannungsmast ausserhalb der Bauzone.

- Eine kombinierte Beurteilung verschiedener Emissionsquellen ist nur
zulässig, soweit die Strahlungen auf Grund des Verwendungszwecks
und des räumlichen Zusammenhangs der fraglichen Anlage
zugerechnet werden können (E. 7.2).

- Für die Errichtung einer Mobilfunkantenne auf einem bestehenden
Hochspannungsmast ausserhalb der Bauzone sind ebenso wie
im kantonalen Baubewilligungsverfahren Art. 24 RPG sowie die
dazu ergangene Rechtsprechung massgebend. Demnach hat auch
die Plangenehmigungsbehörde des Bundes vorerst den Bedarf
an einer neuen Anlage abzuklären. Anschliessend hat sie unter
Einbezug aller bereits bestehenden und geplanten Sendeanlagen nach
Alternativstandorten zu suchen und im Rahmen einer umfassenden
Interessenabwägung die insgesamt beste Lösung mit möglichst geringen
Auswirkungen auf Raum und Umwelt zu finden (E. 8.2 f.).

- Pflicht der Plangenehmigungsbehörde, die Fachbehörden des Bundes
im konzentrierten Entscheidverfahren anzuhören (E. 8.3.3).

- Vorteile wie die Mitbenützung einer bestehenden Anlage und
vorhandener Infrastruktur an einem bereits vorbelasteten Ort
vermögen einen Standort ausserhalb der Bauzone ohne Abklärung
möglicher Alternativen noch nicht zu begründen (E. 8.5).

Art. 16-16h LIE. Art. 24 LPT. Realizzazione di un’installazione di
radiocomunicazione mobile su un traliccio dell’alta tensione già
esistente al di fuori della zona edificabile.

- Una valutazione combinata di diverse fonti di emissioni è ammissibile
solo nella misura in cui le radiazioni possono essere imputate
all’installazione in questione a causa dello scopo di utilizzo e della
relazione di spazio (consid. 7.2).

- Come nella procedura di rilascio del permesso di costruzione
cantonale, per la realizzazione di un’antenna per la
radiocomunicazione su un traliccio dell’alta tensione già esistente
al di fuori della zona edificabili sono rilevanti l’art. 24 LPT e la relativa
giurisprudenza. Sulla base di questi elementi, anche l’autorità di
approvazione dei piani della Confederazione deve dapprima chiarire la
necessità di una nuova installazione. In seguito, l’autorità deve cercare
luoghi alternativi tenendo conto di tutte le installazioni di emissione già
esistenti e pianificate e, nel quadro di una ponderazione completa degli
interessi, essa deve trovare la soluzione complessivamente migliore con
i più bassi effetti sul territorio e l’ambiente (consid. 8.2 f.).

- Obbligo dell’autorità di approvazione dei piani di consultare le
autorità specializzate della Confederazione nella procedura di
decisione concentrata (consid. 8.3.3).

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- Vantaggi quali la possibilità di utilizzare un’installazione esistente ed
un’infrastruttura operativa in un luogo che già subisce immissioni non
bastano a giustificare l’installazione al di fuori della zona edificabile
senza chiarire le possibili alternative (consid. 8.5).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

Am 17. Dezember 2001 reichte die X AG beim Eidgenössischen
Starkstrominspektorat (ESTI) ein Gesuch für die Ergänzung der
Richtstrahlantennenanlage auf dem ausserhalb der Bauzone von Maladers
gelegenen Hochspannungsmast Nr. 18 der von ihr betriebenen 60/60/10
kV-Leitung Lüen-Chur ein. Geplant war die Installation zweier Antennen
der Y AG auf der Mastspitze für den Mobilfunk GSM 900/1800 MHz und
UMTS sowie zweier Gitterrost-Serviceplattformen für Montagearbeiten.
Mangels Bereinigung der Einsprachen überwies das ESTI das Gesuch am
21. November 2002 dem Bundesamt für Energie (BFE) zum Entscheid,
welches die Planvorlage am 21. März 2003 mit Auflagen genehmigte. Dagegen
gelangten A und B mit Beschwerde vom 2. Mai 2003 an die Rekurskommission
des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und
Kommunikation (REKO/UVEK).

Aus den Erwägungen:

7.2. Weiter verlangen die Beschwerdeführerinnen eine kombinierte
Beurteilung der Strahlungsbelastung unter Berücksichtigung aller elektrischer
Anlagen in der Nähe ihrer Liegenschaft (60/60/10 kV-Stromleitung mit zehn
Kabeln, bestehende und geplante Antennenanlage mit sechs Antennen,
Versorgungseinheit, Podest mit Maschinerie für die Antennenanlage
unter dem Mast Nr. 18, Transformatorenstation neben dem Mast Nr. 18,
Mobilfunkantenne auf dem Mast Nr. 22, Mobilfunkantenne in der Nähe von
Mast Nr. 17 [recte: Fernsehsendeanlage], verschiedene verkabelte elektrische
Leitungen).

Der Anlagegrenzwert ist eine Emissionsbegrenzung für die von einer
Anlage allein erzeugte Strahlung (Art. 3 Abs. 6 der Verordnung vom
23. Dezember 1999 über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung [NISV],
SR 814.710). Damit fragt sich, welche Strahlungsquellen einer Anlage - im
vorliegenden Fall der strittigen Mobilfunkanlage - zuzurechnen sind. Das
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) als Fachinstanz
des Bundes hat diesbezüglich in seiner Vernehmlassung ausgeführt, dass
für die Anlagezugehörigkeit der Verwendungszweck und der räumliche
Zusammenhang massgebend seien. Hinsichtlich Sendeanlagen für Mobilfunk
und drahtlose Teilnehmeranschlüsse folgt aus Anhang 1 Ziff. 61 und 62
NISV, dass darunter Sendeanlagen von zellularen Mobilfunknetzen und
Sendeanlagen für drahtlose Teilnehmeranschlüsse mit einer gesamten
äquivalenten Strahlungsleistung (ERP) von mindestens 6 W, nicht aber
Richtfunkanlagen fallen. Weiter gelten als Anlage alle Sendeantennen, die
auf demselben Mast angebracht sind oder die in einem engen räumlichen
Zusammenhang, namentlich auf dem Dach des gleichen Gebäudes, stehen.
Wie das BUWAL zu Recht festgehalten hat, können nach dem Kriterium des
Verwendungszwecks die Strahlungen, die von der Richtstrahlantenne, den

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Frei- und Kabelleitungen oder der Transformatorenstation erzeugt werden,
nicht zur Strahlung der Mobilfunkanlage gezählt werden. Nach dem Kriterium
des räumlichen Zusammenhangs gehören die mehr als 200 m entfernten und
wesentlich tiefer bzw. höhere gelegenen Mobilfunkantenne auf dem Mast
Nr. 22 und Fernsehsendeanlage - diese unabhängig vom Verwendungszweck -
ebenfalls nicht zur strittigen Mobilfunkanlage auf dem Mast Nr. 18 (vgl. zum
Begriff des engen räumlichen Zusammenhangs das Urteil des Bundesgerichts
vom 8. April 2002, 1A.10/2001). Mit dem BUWAL ist damit einig zu gehen, dass
die von den Beschwerdeführerinnen verlangte kombinierte Beurteilung der
Strahlungsbelastung nicht zulässig ist.

8. Die Beschwerdeführerinnen stellen ferner den Bedarf an einer
zusätzlichen Mobilfunkanlage in Frage. Ihrer Ansicht nach reicht die
Abdeckung durch bestehende Sendeanlagen im fraglichen Gebiet aus.
Ebenso erachten sie den von der Beschwerdegegnerin 2 gewählten
Standort auf dem Mast Nr. 18 als nicht zwingend und verweisen auf
mögliche Alternativstandorte wie insbesondere den Mast Nr. 22 mit einer
Mobilfunkantenne der Firma V oder die Fernsehsendeanlage der W AG.

8.1. Mobilfunkantennen auf bestehenden Hochspannungsmasten sowie
dazugehörende Installationen wie Container bzw. Installationsschränke
sind im bundesrechtlichen Plangenehmigungsverfahren nach dem
Bundesgesetz vom 24. Juni 1902 betreffend die elektrischen Schwach- und
Starkstromanlagen (EleG, SR 734.0) zu bewilligen (Entscheid REKO/UVEK
vom 12. Februar 2003, D-2002-29, E. 3.3, teilweise publiziert in VPB 67.87). Die
Erteilung einer solchen Plangenehmigung beinhaltet eine Baubewilligung
im Sinne von Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über
die Raumplanung (Raumplanungsgesetz [RPG], SR 700). Für geplante
Antennenanlagen innerhalb der Bauzone hat die REKO/UVEK im genannten
Entscheid bereits festgehalten, dass im Plangenehmigungsverfahren nach
Bundesrecht analog zu den in einem kantonalen Baubewilligungsverfahren
geltenden Grundsätzen weder eine Bedürfnisprüfung noch eine Suche
nach Alternativstandorten unter Berücksichtigung der Netze aller
Mobilfunkanbieterinnen erfolgen müsse, soweit kantonales oder kommunales
Recht keine entsprechende Koordinationspflicht vorschreiben. Für eine
Anlage innerhalb der Bauzone bestehe grundsätzlich ein Anspruch auf
Bewilligungserteilung, sofern die Anlage dem Zweck der entsprechenden
Nutzungszone entspreche und die Anforderungen des kommunalen und
kantonalen Rechts (insbesondere des Baurechts) und des Bundesrechts
(namentlich der NISV) erfüllt seien (Entscheid REKO/UVEK vom 12. Februar
2003, D-2002-29, E. 4.3.2, teilweise publiziert in VPB 67.87).

8.2. Der für die vorliegend strittige Mobilfunkanlage vorgesehene Standort
auf dem Mast Nr. 18 liegt in der Forstwirtschafts- und Kiesabbauzone
ausserhalb der Bauzone der Gemeinde Maladers. Weil die Errichtung der
Anlage bauliche Massnahmen erfordert und der Zweck des bestehenden
Hochspannungsmasts nicht geändert, sondern ergänzt wird, findet die in
Art. 24a RPG vorgesehene Ausnahmebewilligung keine Anwendung. Demnach
ist für die Errichtung einer Mobilfunkantenne auf einem bestehenden
Hochspannungsmast ausserhalb der Bauzone ebenso wie im kantonalen
Baubewilligungsverfahren Art. 24 RPG massgebend. Danach dürfen Bauten

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006146.pdf?ID=150006146
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006146.pdf?ID=150006146

und Anlagen nur dann ausserhalb der Bauzone errichtet werden, wenn der
Zweck des Bauvorhabens einen Standort ausserhalb der Bauzone erfordert
und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen.

8.2.1. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die
Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 Bst. a RPG dann zu bejahen, wenn
eine Anlage aus technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen oder
wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone
angewiesen ist (so genannte positive Standortgebundenheit), oder wenn
ein Werk aus bestimmten Gründen in einer Bauzone ausgeschlossen ist
(so genannte negative Standortgebundenheit). Dabei genügt eine relative
Standortgebundenheit: Erforderlich ist nicht, dass überhaupt kein anderer
Standort in Betracht fällt. Es müssen jedoch besonders wichtige und objektive
Gründe vorliegen, die den vorgesehenen Standort gegenüber Standorten
innerhalb der Bauzone als viel vorteilhafter erscheinen lassen. Diese
Voraussetzungen beurteilen sich nach objektiven Massstäben, auf die
subjektiven Vorstellungen und Wünsche des Einzelnen kommt es dabei nicht
an (BGE 129 II 63 E. 3.1, BGE 124 II 252 E. 4a, BGE 108 Ib 359 E. 4a).

8.2.2. Nebst der Standortgebundenheit setzt eine Baubewilligung nach Art. 24
RPG voraus, dass der geplanten Anlage keine überwiegenden Interessen
entgegenstehen (Art. 24 Bst. b RPG). Die Interessenabwägung verlangt,
dass die betroffenen Interessen ermittelt, beurteilt und im Entscheid
möglichst umfassend berücksichtigt werden (Art. 3 Abs. 1 und 2 der
Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV], SR 700.1; BGE 129 II
63 E. 3.1, BGE 123 II 256 E. 5.b.aa).

8.2.3. Mobilfunkantennen bilden Teile eines Netzes, welches der Versorgung
mit Mobiltelefonie dient. Mit der Errichtung neuer Antennen bezweckt die
Mobilfunkbetreiberin in der Regel, eine Abdeckungslücke des eigenen Netzes
zu beseitigen oder die Netzkapazitäten zu verbessern. Die Rechtsprechung
hat sich bereits mehrfach mit dem Bau von Mobilfunkantennen ausserhalb
der Bauzone auseinandergesetzt. Danach ist ein Antennenstandort ausserhalb
der Bauzone grundsätzlich dann zu bejahen, wenn eine Deckungs- oder
Kapazitätslücke aus funktechnischen Gründen mit einem oder mehreren
Standorten innerhalb der Bauzone nicht in genügender Weise beseitigt
werden kann bzw. es bei einem Standort innerhalb der Bauzone zu einer
nicht vertretbaren Störung der in anderen Funkzellen des Netzes verwendeten
Frequenzen kommen würde. Nicht ausreichend sind jedoch wirtschaftliche
Vorteile des gewählten Standortes oder zivilrechtliche Gründe für die
Standortwahl wie z. B. die Weigerung eines Eigentümers, einer Antenne auf
seinem Baugrundstück zuzustimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai
2003, 1A.186/2002, E. 3.1, mit Hinweis auf den Entscheid der Bau-, Verkehrs-
und Energiedirektion des Kantons Bern vom 12. Dezember 2000 [BVR 2001 252
E. 5c]).

In seiner neuesten Rechtsprechung hat das Bundesgericht ausgeführt,
dass nicht jedweder funktechnische Vorteil zur Bejahung der relativen
Standortgebundenheit führen könne, sondern es müsse zusätzlich geprüft
werden, ob ein ausserhalb der Bauzone erzielbarer Abdeckungsvorteil
so wichtig sei, dass er den vorgesehenen Standort gegenüber Standorten
innerhalb der Bauzone als «viel vorteilhafter» erscheinen lasse. Der Begriff
der Standortgebundenheit setze somit ebenfalls eine Interessenabwägung

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_129_II_63&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_124_II_252&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_108_Ib_359&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_129_II_63&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_129_II_63&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_123_II_256&resolve=1

voraus. Weil sich diese Prüfungspunkte mit den wesentlichen Elementen
der Interessenabwägung nach Art. 24 Bst. b RPG überschneiden würden,
könne die Standortgebundenheit nicht losgelöst von der gesamthaften
Interessenabwägung beurteilt werden. Zu prüfen sei somit, ob überhaupt
ein Bedürfnis für die Versorgung des fraglichen Gebiets mit Mobiltelefonie
bestehe und wenn ja, in welcher Qualität. Ferner müsse geprüft werden, ob
die gewünschte Versorgung des fraglichen Gebiets nicht auf andere Weise,
z. B. durch den Ausbau oder die Mitbenutzung von bereits bestehenden
Sendemasten oder den Abschluss eines «Roamingvertrages» sichergestellt
werden könne. Dies setze voraus, dass die bereits bestehenden und geplanten
Sendeanlagen aller Mobilfunkanbieterinnen innerhalb und ausserhalb der
Bauzone in die Prüfung miteinbezogen werden. Beim Vergleich zwischen dem
projektierten Standort und möglichen Alternativstandorten seien nicht nur
funktechnische Aspekte, sondern auch alle anderen Interessen, namentlich
des Natur- und Landschaftsschutzes, zu berücksichtigen, um die insgesamt
beste Lösung mit möglichst geringen Auswirkungen auf Raum und Umwelt zu
finden (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2003, 1A.186/2002, E. 3.4, mit
Hinweisen, u. a. auf BGE 129 II 63 E. 3.3).

8.3. Was die Anwendung von Art. 24 RPG angeht, so vertreten Vorinstanz
und ESTI im vorliegenden Verfahren die Ansicht, es sei Sache des Kantons,
sich in seiner Stellungnahme zu den Fragen der Raumplanung und den
Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung zu äussern.
Allein die kantonalen Behörden könnten im konkreten Fall die Situation vor
Ort beurteilen und die Koordination einer geplanten Antenne mit anderen
bereits bestehenden oder geplanten Anlagen sicherstellen. Vorliegend habe
das kantonale Amt für Raumplanung in seiner Stellungnahme vom 14. März
2002 keine Einwände gegen die geplante Antennenanlage vorgebracht.
Weiter habe die Gesuchstellerin mit den eingereichten Unterlagen die
Standortgebundenheit des Vorhabens nachgewiesen. Aus dem Protokoll
der Einspracheverhandlung geht ergänzend hervor, dass vier Standorte zur
Auswahl gestanden sind, die Abdeckung in der Gemeinde Maladers schlecht
und der Standort auf dem Hochspannungsmast eine gute Lösung sei.

8.3.1. Vorab ist festzuhalten, dass die kantonale Fachstelle zu
raumplanungsrechtlichen Fragen gar nicht Stellung genommen hat. Auch
aus den Vorakten geht nicht hervor, welche Deckungs- oder Kapazitätslücken
die Beschwerdegegnerin 2 aus welchen Gründen mit der geplanten Anlage
schliessen bzw. welche Empfangsqualität sie mit der geplanten Anlage
erreichen möchte, so dass der Vorinstanz bzw. dem ESTI vorzuwerfen ist,
den Bedarf an einer neuen Antennenanlage im fraglichen Gebiet nicht
abgeklärt zu haben. Hinsichtlich der Frage der Standortgebundenheit der
geplanten Anlage fehlen den Vorakten Anhaltspunkte dafür, ob untersucht
worden ist, welche Sendeanlagen in der Region in- und ausserhalb der
Bauzonen bereits bestehen und welche geplant sind. Weiter ist unklar,
welche drei Alternativstandorte bei der Standortwahl anlässlich der
Einspracheverhandlung in die Überlegungen einbezogen worden sind und ob
noch weitere Alternativstandorte geprüft worden sind. Der Entscheid für den
Standort auf dem Mast Nr. 18 wurde offenbar damit begründet, dass dieser
Standort funktechnische Vorteile aufweise. Die Vorinstanz bzw. das ESTI
haben indessen für diesen Entscheid, obwohl die Standortgebundenheit der
Anlage von den Einsprechenden bestritten wurde, weder aussagekräftige

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_129_II_63&resolve=1

Unterlagen wie Abdeckungskarten eingefordert, noch haben sie weitere
Vor- und Nachteile möglicher Alternativstandorte geprüft. Damit fehlen
dem angefochtenen Entscheid die von Art. 24 RPG und Art. 3 RPV verlangten
Abklärung darüber und Begründung dafür, dass der bewilligte Standort die
insgesamt beste Lösung mit den geringsten Auswirkungen auf Raum und
Umwelt ist.

Zwar trifft es zu, dass der Stellungnahme des Kantons in
Plangenehmigungsverfahren nach Bundesrecht besondere Bedeutung
zukommt, insbesondere wenn es um die Abklärung der örtlichen Verhältnisse,
der Berücksichtigung kantonalen und kommunalen Rechts und der
Koordination der geplanten Anlage mit den anderen Standorten der
Gesuchstellerin und den Netzen der übrigen Mobilfunkbetreiberinnen geht.
Dies entbindet die Genehmigungsbehörde des Bundes jedoch nicht davon,
bei nicht ausreichenden Informationen durch den Kanton gestützt auf den
Grundsatz der Feststellung des Sachverhaltes von Amtes wegen (Art. 12 des
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
[VwVG], SR 172.021) selber entsprechende Abklärungen zu tätigen.
Diesbezüglich besteht eine Mitwirkungspflicht der Gesuchstellerin, hat diese
doch im Gesuch unter anderem Angaben über den Zusammenhang der
geplanten Anlage mit bestehenden Anlagen, die Begründung des Projektes, die
Auswirkungen auf die Umwelt und die Landschaft und die Abstimmung mit
der Raumplanung zu machen (Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 2. Februar
2000 über das Plangenehmigungsverfahren für elektrische Anlagen [VPeA], SR
734.25).

8.3.2. Die Vorinstanz hat somit in Verletzung von Art. 12 VwVG den
Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt. Weiter ist der angefochtene
Entscheid nicht rechtsgenüglich begründet. Eine mangelhafte Begründung
hat wiederum eine Verletzung des Anspruchs der Verfügungsadressaten auf
rechtliches Gehör zur Folge (Alfred Kölz / Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 354 f., mit
Hinweisen).

8.3.3. Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) rügt in diesem
Zusammenhang, es sei im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens gar
nicht konsultiert worden. Dies habe zur Folge gehabt, dass es seinen von der
Leitbehörde abweichenden Standpunkt bezüglich der Anwendung von Art. 24
RPG erst im Beschwerdeverfahren habe einbringen können.

Für die Anhörung der Fachbehörden im konzentrierten Entscheidverfahren
gilt Art. 62a des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom
21. März 1997 (RVOG, SR 172.010) und für das Bereinigungsverfahren
Art. 62b RVOG (Art. 16g EleG). Die Fachbehörden haben das Recht und
die Pflicht, ein Vorhaben aus ressortspezifischer Sicht zu prüfen und
der Leitbehörde entsprechende Anträge zu stellen. Damit werden nicht
nur allfällige Uneinigkeiten offen gelegt (Botschaft des Bundesrates vom
25. Februar 1998, BBl 1998 III 2599), sondern die Leitbehörde wird zur
Auseinandersetzung mit den Fachbehörden gezwungen und muss für den Fall,
dass sie den gestellten Anträgen nicht folgen kann oder diese mit Anträgen
anderer Fachbehörden nicht vereinbar sind, das Bereinigungsverfahren
einleiten. Können bestehende Meinungsverschiedenheiten nicht ausgeräumt
werden und wird somit keine einvernehmliche Lösung gefunden, so hat

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die Leitbehörde in ihrem Entscheid die abweichenden Stellungnahmen der
Fachbehörden inhaltlich korrekt wiederzugeben (vgl. Art. 62b Abs. 3 RVOG).
Eigener Sachverstand der Leitbehörde kann die Fachkompetenz der anderen
Bundesstellen nicht ersetzen. Umwelt- und Raumplanungsfachbehörden beim
Bund sind das BUWAL und das ARE. Sie sind zwingend nach den Vorschriften
des RVOG anzuhören (vgl. dazu Entscheid REKO/UVEK vom 31. Juli 2000,
B-2000-67 E. 6 ff., teilweise publiziert in VPB 64.119).

Zwar besteht offenbar zumindest zwischen dem ARE und dem ESTI gestützt
auf ein Schreiben vom 30. August 2000 eine Vereinbarung, wonach in gewissen
Fällen auf die Anhörung verzichtet werden kann. Eine solche Vereinbarung
ist gestützt auf Art. 62a Abs. 4 RVOG zulässig, soweit sie Bagatellfälle regelt
(BBl 1998 2614), um unnötigen Verwaltungsaufwand zu vermeiden. Weil
vorliegend offensichtlich kein solcher Bagatellfall vorliegt, haben das ESTI
bzw. die Vorinstanz Bundesrecht verletzt, indem sie die Bundesstellen nicht
angehört haben.

8.3.4. Grundsätzlich entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache
selbst und weist diese nur ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen
an die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Die REKO/UVEK verfügt
über volle Kognition (E. 5). Weil die Fragen der Anwendbarkeit von Art. 24
RPG und des Prüfungsumfanges in Plangenehmigungsverfahren nach
Bundesrecht für Mobilfunkantennen noch nicht richterlich beurteilt
worden sind, hat die REKO/UVEK von einer Rückweisung abgesehen und
die von der Beschwerdegegnerin 2 anlässlich des Augenscheins und der
mündlichen Verhandlung anerbotenen Beweismittel zur Klärung des
Sachverhaltes entgegen genommen, zumal die Beschwerdeführerinnen
Gelegenheit erhielten, dazu Stellung zu nehmen. Auch die Fachbehörden
des Bundes erhielten Gelegenheit, sich zum Verfahren eingehend zu äussern.
Verfahrensmängel gelten damit als geheilt. Festzuhalten ist jedoch, dass die
REKO/UVEK in der Regel einen Rückweisungsentscheid fällt, wenn gravierende
Verfahrensmängel vorliegen und ein umfassendes Beweisverfahren
nachgeholt werden muss (Entscheid REKO/UVEK vom 31. Juli 2000, B-2000-67,
E. 7, teilweise publiziert in VPB 64.119; vgl. auch Kölz/Häner, a.a.O., Rz. 694).

8.4. Aus den Ausführungen der Beschwerdegegnerin 2 anlässlich des
Augenscheins und der mündlichen Verhandlung und ihren schriftlichen
Stellungnahmen folgt, dass sie mit der geplanten Anlage beabsichtigt, die
Abdeckung ihres Mobilfunknetzes auf und entlang den Strecken Chur-Malix
und Chur-Passugg, im Talbereich der Plessur zwischen Chur und Passugg
sowie im Dorf Passugg zu verbessern. Ihr geht es darum, einerseits für
Fahrzeuglenker auf der Strasse von Chur nach Malix und nach Passugg die
Empfangsleistung derart zu verbessern, dass Gespräche infolge zu geringer
Sendeleistung nicht mehr unterbrochen werden. Gemäss ihren Ausführungen
ist dafür eine Pegelstärke von mindestens -83dBm (Farbbereiche dunkelblau,
rot, orange und gelb) erforderlich. Bereits ein kurzer Strassenabschnitt mit
geringerer Empfangsleistung führe dazu, dass ein Gespräch abgebrochen
werde und die Gesprächsteilnehmer gezwungen seien, eine neue Verbindung
aufzubauen. Andererseits beabsichtigt die Beschwerdegegnerin 2, im
fraglichen Gebiet den Empfang innerhalb von Gebäuden zu ermöglichen
bzw. zu verbessern, wofür eine Pegelstärke von -71dBm (dunkelblau

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004517.pdf?ID=150004517
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004517.pdf?ID=150004517

und rot), in gewissen Häusern von -75dBm (dunkelblau, rot und orange)
erforderlich sei. Als Beweis für die behaupteten Abdeckungslücken hat die
Beschwerdegegnerin diverse Abdeckungskarten eingereicht.

8.4.1. Hinsichtlich der Aussagekraft der Abdeckungskarten hat die
Beschwerdegegnerin 2 anlässlich der mündlichen Verhandlung ausgeführt,
dass diese auf Computerberechnungen basierenden Karten nicht an
allen Orten die effektive Empfangsstärke wiedergeben würden, weil
die topographischen Einzelheiten, natürliche Hindernisse wie Bäume
und Reflexionen nicht berücksichtigt werden könnten. Die Abdeckung
in der Nähe einer Antenne sei oft besser als auf einer Karte dargestellt
und mit zunehmender Entfernung von der Antenne könne die effektive
Empfangsstärke schlechter sein als berechnet. Gemäss Aussagen der
Beschwerdegegnerin 2 zeige sich diese Diskrepanz in Churwalden. Gemäss
Abdeckungskarte 5 weise das Dorf zwar eine optimale Abdeckung auf
(dunkelblauer Bereich). Messungen hätten jedoch ergeben, dass auf Grund
der grossen Distanz zwischen der Antenne auf dem Parpaner Rothhorn und
Churwalden der Empfang innerhalb von Gebäuden ungenügend sei.

Festzustellen ist somit, dass die aus den Abdeckungskarten hervorgehenden,
mit Farben kenntlich gemachten unterschiedlichen Empfangsleistungen
als Annäherung an die tatsächlich zu erwartenden Verhältnisse zu
betrachten sind und die Zuverlässigkeit der Karten von der Distanz zwischen
Antenne und Empfangsort abhängig ist. Weil diese Einschränkung für
alle Abdeckungskarten gleichermassen gilt, besteht kein Anlass, an der
grundsätzlichen Aussagekraft der Abdeckungskarten zu zweifeln bzw. deren
Plausibilität generell in Frage zu stellen, zumal eine realitätsgetreuere
Wiedergabe der Abdeckungsverhältnisse nur mittels aufwändiger Messungen
und nach Errichtung einer geplanten Anlage möglich sein dürfte. Auch die
Beschwerdeführerinnen behaupten nicht, die Abdeckungskarten seien ein
untaugliches Mittel, um die bestehende und prognostizierte Abdeckung
beurteilen zu können. Anlässlich der mündlichen Verhandlung haben sie
jedoch eingewendet, es sei nicht nachvollziehbar, dass im Abdeckungsplan 8,
welcher die Empfangsstärke wiedergebe, wenn die geplante Antenne
auf der Fernsehsendeanlage der W AG installiert würde, das gerade
Strassenstück kurz vor Malix nicht im dunkelblauen Pegelbereich liege,
obwohl dieser Streckenabschnitt vom Fernsehsendemast aus einsehbar sei.
Die Beschwerdegegnerin 2 hat nicht ausgeschlossen, dass die tatsächliche
Empfangsleistung einer Antenne auf der Fernsehsendeanlage auf der
gesamten Strecke Chur-Malix zu einer Abdeckung im dunkelblauen Bereich
führen könnte. Dass ein infolge des Kiesabbaus abgetragener Hügel Ursache
einer allfälligen Diskrepanz zwischen computerberechneter und tatsächlicher
Empfangsstärke sein kann, wie die Beschwerdeführerinnen vermuten,
kann ausgeschlossen werden. Denn den Computerberechnungen dürften
kaum derart detailliert erfasste topographische Einzelheiten zu Grunde
liegen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass eine auf der fraglichen Strecke
allenfalls bessere Empfangsleistung mit der zuvor angeführten relativen

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Aussagekraft der Abdeckungskarten zusammenhängt. Die REKO/UVEK sieht
deshalb keinen Anlass, von einer falschen Berechnung auszugehen bzw. die
Abdeckungskarte 8 verifizieren zu lassen.

8.4.2. Aus den eingereichten Abdeckungskarten 5 und 5.1 geht hervor, dass
das Mobilfunknetz der Beschwerdeführerin 2 in den genannten Gebieten
Deckungslücken bzw. Gebiete mit geringerer Empfangsstärke aufweist. Das
Bedürfnis der im Konkurrenzkampf mit anderen Mobilfunkanbieterinnen
stehenden Beschwerdegegnerin 2, die Qualität auf ihrem Funknetz im
fraglichen Gebiet zu verbessern, um ihrer Kundschaft insbesondere auf
den Strassen und in Gebäuden einen ununterbrochenen Empfang zu
ermöglichen, ist demnach ausgewiesen. Im Übrigen ist die Verwendung
eines Telefons mit Freisprecheinrichtung während der Fahrt grundsätzlich
erlaubt (vgl. e contrario Ziff. 311 der Bussenliste im Anhang 1 der
Ordnungsbussenverordnung vom 4. März 1996 [OBV], SR 741.031).

8.4.3. Im Zusammenhang mit dem Bedarf wenden die
Beschwerdeführerinnen weiter ein, die beabsichtigte Abdeckung könne
auch nur mit einer Antenne mit Azimut 270 und anderer Elevation erreicht
werden, so dass die nach Chur gerichtete Antenne mit Azimut 305 überflüssig
sei. Die Beschwerdegegnerin 2 beabsichtigt vom vorgesehenen Standort aus
ein Gebiet mit nicht ausreichender Empfangsleistung abzudecken, welches
ungefähr von Azimut 140 bis Azimut 310 reicht (Azimut 0 entspricht der
Nordrichtung), mithin einen Bereich von rund 170 Grad umfasst. Vorgesehen
sind zwei Antennen mit Azimut 185 bzw. 305. Jede Antenne weist horizontal
einen ellipsenförmigen Strahlungsbereich auf, dessen Öffnungswinkel gemäss
technischen Angaben im vollen Leistungsbereich je nach Frequenzbereich 115
bis 125 Grad und bei noch halber Strahlungsleistung (Half-power BeamWidth)
63 bis 67 Grad beträgt. Bereits auf Grund dieser technischen Gegebenheiten
überzeugt die Argumentation der Beschwerdegegnerin 2, für die Abdeckung
des fraglichen Gebietes, dessen Bedarf ausgewiesen ist, zwei Antennen
zu benötigen. Der Einwand der Beschwerdeführerinnen, die Antenne mit
Azimut 305 strahle über die Häusergruppe beim Mast Nr. 22 hinweg, trifft
zwar zu. Allerdings dürfte sich auf Grund der grossen Distanz von mehr als
200 m zwischen dem Mast Nr. 18 und der Häusergruppe kaum Probleme im
Zusammenhang mit der NISV stellen. Demzufolge besteht keine Veranlassung,
die Anzahl und die Hauptstrahlrichtung der Antennen in Frage zu stellen.

8.5. Damit stellt sich die Frage nach dem optimalen Standort für die
geplante Antennenanlage. Bei der Prüfung, welche Alternativstandorte
in die Betrachtung einzubeziehen sind, ist zu berücksichtigen,
dass mit dem vorgesehenen Standort auf dem Mast Nr. 18 eine aus
raumplanungsrechtlichen Überlegungen grundsätzlich erwünschte Bündelung
von Infrastrukturanlagen erreicht würde und auf Grund der bereits
vorhandenen Installationen nur die beiden Antennen und keine zusätzlichen
Bauten, insbesondere keine Installationsschränke, errichtet werden müssten.
Zudem wären die erforderlichen Leitungen und die Stromzufuhr bereits
vorhanden. Gegen den sich am Rand einer Kiesabbauzone befindenden
Standort auf einem bestehenden Hochspannungsmast sprechen auch keine
Gründe des Natur- und Heimatschutzes. Schliesslich sind am vorgesehenen
Standort die Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung eingehalten. Weil

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es sich jedoch um einen Standort ausserhalb der Bauzone handelt, vermögen
diese Vorteile den Standort noch nicht zu begründen und es sind Alternativen
abzuklären.

8.5.1. Als Alternativstandorte ausserhalb der Bauzone wurden von
der Beschwerdegegnerin 2 der näher bei Chur stehende Mast Nr. 22
der 60/60/10 kV-Leitung Lüen-Chur mit einer bereits vorhandenen
Mobilfunkanlage der V sowie die knapp ausserhalb des Dorfes Maladers
stehende Fernsehsendeanlage der W AG berücksichtigt. Ein Vergleich der
Abdeckungskarten 6, 7 und 8 ergibt, dass die Antennen vom geplanten
Standort aus die Abdeckungslücken auf den Strecken Chur-Malix und
Chur-Passugg, im Talbereich der Plessur zwischen Chur und Passugg sowie
in Passugg selber - wenn auch teilweise mit geringfügigen Unterschieden -
am besten zu beheben vermögen. Weiter ist in Betracht zu ziehen, dass die
Fernsehsendeanlage in der Naturschutz- und Archäologiezone liegt, an diesem
Standort aber zusätzlich Installationsschränke errichtet und Leitung verlegt
werden müssten. Beim Mast Nr. 22 müsste die Beschwerdegegnerin 2 ebenfalls
Installationsschränke errichten. Weitere Alternativstandorte ausserhalb
der Bauzone sind nicht erkennbar und wurden auch nicht geltend gemacht.
Festzustellen ist somit, dass eine Standortoptimierung ausserhalb der Bauzone
nicht in Betracht fällt.

8.5.2. Bei der Berücksichtigung von Alternativen innerhalb der Bauzone von
Maladers sind vorab die topographischen Gegebenheiten zu berücksichtigen.
Das Dorf liegt am Hang des stark ansteigenden Ochsenbergs. Der Hang ist
im Bereich des Dorfes leicht nach vorne gedrückt, so dass der westliche
Teil des Dorfes in südwestlicher Richtung nach Malix, Churwalden und
ins Landwassertal ausgerichtet ist, während sich der Rest des Dorfes in
südöstlicher Richtung nach Praden und dem Aroser Weisshorn orientiert.
Der Höhenunterschied zwischen dem tiefer gelegenen südlichen und
dem höher gelegenen nordöstlichen Dorfteil beträgt mehr als 100 m.
Diese topographischen Gegebenheiten führen dazu, dass, wie die
Beschwerdegegnerin 2 in der mündlichen Verhandlung glaubhaft dargelegt
hat, als Alternativen innerhalb der Bauzone solche Standorte eher in Frage
kommen, die am südwestlich ausgerichteten Hang liegen und die nicht zu
tief gewählt sind. Aber auch die mögliche Belastung durch nichtionisierende
Strahlung spricht dafür, einen möglichen Alternativstandort möglichst am
westlichen Dorfrand zu wählen. Aus den Abdeckungskarten 10 und 11 zu
den von der Beschwerdegegnerin 2 gewählten beiden Standorten innerhalb
der Bauzone ergibt sich, dass diese Standorte den Bereich Meiersboden im
Talbereich der Plessur und auch den zweiten Teil der Strecke Chur-Malix
nicht optimal abdecken würden, auch wenn die berechnete Pegelstärke
zumindest für Fahrzeuglenker ausreichend sein dürfte. Gemäss glaubhaften
Ausführungen der Beschwerdegegnerin 2 müssten zudem die Antennen an
einem Standort innerhalb der Bauzone freistehend auf einem 20-25 m hohen
Mast errichtet werden; ein Dachaufbau dürfte an der fehlenden Dämpfung der
Holzdächer scheitern.

8.5.3. Anlässlich der mündlichen Verhandlung hat sich weiter gezeigt, dass
entgegen den Überlegungen des ARE die Wahl eines Standorts innerhalb der
Bauzone von Maladers einen anderen geplanten Antennenstandort nicht
überflüssig machen würde. Auch die Optimierung einer anderen geplanten
Anlage würde den Standort Maladers nicht erübrigen.

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Die in Churwalden von der V geplante freistehende Mobilfunkantenne
ausserhalb der Bauzone, welche von der Beschwerdegegnerin 2 und
der W AG mitbenützt werden soll, bezweckt eine bessere Abdeckung im
Dorf Churwalden (Abdeckungskarte 9). Eine weitere Mobilfunkanlage in
der Region ist von der W AG und der Beschwerdegegnerin 2 auf einem
Hochspannungsmast ausserhalb der Bauzone von Tschiertschen geplant
und bezweckt die Abdeckung der Lücken östlich von Maladers zwischen
Calfreisen und St. Peter, im und um das Dorf Tschiertschen sowie in Richtung
Aroser Weisshorn (ebenfalls Abdeckungskarte 9). Einer Optimierung
dieser drei Standorte im Hinblick darauf, dass allenfalls nur noch zwei
Anlagen notwendig wären, stehen in erster Linie die geographischen
und topographischen Verhältnisse - grosse Distanzen zwischen den
einzelnen Versorgungsgebieten und teilweise fehlender Sichtkontakt -
aber auch die sich aus den Mitbenützungsverhältnissen in Tschiertschen
und Churwalden ergebenden unterschiedlichen Interessen der beteiligten
Mobilfunkbetreiberinnen entgegen.

Die Planung der Beschwerdegegnerin 2 sieht vor, dass nach einer allfälligen
Inbetriebnahme der Sendeanlagen in Maladers und in Tschiertschen
insbesondere östlich von Maladers bis Calfreisen, aber auch östlich von
Passugg und in Praden Gebiete mit geringer Empfangsleistung bestehen
bleiben. Ob die Beschwerdegegnerin 2 für diese Gebiete eine weitere Antenne
benötigen wird, konnte sie anlässlich der mündlichen Verhandlung nicht
sagen. Unbestritten führte die Beschwerdegegnerin 2 jedoch aus, dass sich
aus einer Zusammenlegung der vorliegend strittigen Antennen mit einer
allfälligen zusätzlich erforderlichen, in östlicher Richtung strahlenden
Antenne an einem Standort innerhalb der Bauzone Probleme mit dem
Schutz vor nichtionisierender Strahlung ergeben würden, müsste doch ein
Grossteil des Dorfes Maladers überstrahlt werden. Zudem ist fraglich, ob die
topographischen Verhältnisse - der Maststandort würde tiefer liegen als der
östlich gelegene Dorfteil - eine solche Optimierung überhaupt zuliessen.

8.6. Der Vergleich der in Frage kommenden Antennenstandorte ergibt,
dass der vorgesehene Standort sowohl im Hinblick auf die funktechnische
Abdeckung wie auch aus Sicht des Landschaftsschutzes Vorteile gegenüber
den möglichen Alternativstandorten in- und ausserhalb der Bauzone aufweist.
Aus Sicht des Natur- und Heimatschutzes haben die zuständigen Stellen des
Kantons und des Bundes keine Einwände vorgebracht und die Bestimmungen
des Umweltschutzrechts sind am vorgesehenen Standort eingehalten. Als
Nachteil ist demgegenüber in Betracht zu ziehen, dass der vorgesehene
Standort ausserhalb der Bauzone liegt. Bei der Abwägung raumplanerischer
Interessen ist jedoch zu berücksichtigen, dass am vorgesehenen Standort
die Mitbenützung einer bestehenden Infrastrukturanlage an einem bereits
vorbelasteten Standort vorgesehen ist und mit Ausnahme der beiden
Antennen auf der Mastspitze und den beiden Standringen (vgl. dazu E. 9)
keine zusätzlichen baulichen Massnahmen erforderlich wären. Weil bei der
Wahl eines Standortes innerhalb der Bauzone die gesamte Anlage bestehend
aus einem 20-25 m hohen Mast, Antennen und Installationsschränken erstellt
werden müsste, so dass diese Anlage wesentlich stärker optisch ins Gewicht
fallen würde und eine solche Standortwahl nicht im Sinne einer Optimierung

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eine zusätzlich geplante Anlage überflüssig machen würde, spricht eine
gesamthafte Abwägung der Vor- und Nachteile für den gewählten Standort,
weil er die geringsten Auswirkungen auf Raum und Umwelt nach sich zieht.

Ergänzend ist festzuhalten, dass der geplanten Mobilfunkanlage am
vorgesehenen Standort keine kommunalen und kantonalen Vorschriften
des Bau- und Planungsrechts entgegenstehen. Die kommunale Behörde
hat der Beschwerdegegnerin 2 mit einem Dienstleistungsvertrag das Recht
eingeräumt, die Anlage zu erstellen und zu betreiben. Die angehörten
kantonalen Behörden haben sich für die Plangenehmigung ausgesprochen
und die verlangten Auflagen und Bedingungen hat die Vorinstanz in die
Plangenehmigung aufgenommen.

Festzuhalten ist somit, dass die Wahl des Antennenstandortes auf dem Mast
Nr. 18 mit dem Bundesrecht vereinbar ist.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 68.76 - Auszug aus dem Entscheid der Rekurskommission UVEK vom 18. Dezember

2003 [REKO UVEK D-2003-26]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2004
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Band 68
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus dem Entscheid der Rekurskommission UVEK vom 18. Dezember 2003 [REKO UVEK D-2003-26]