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**Case Identifier:** 346e2b41-d4f5-5028-a80d-f1e35fe47923
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-24
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 24.10.2022 S 2020 159
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-159_2022-10-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 24. Oktober 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA MLaw B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2020 159

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Urteil S 2020 159

A. Nachdem sich der Versicherte, A.________, Jahrgang 1971, zuletzt als 
Sachbearbeiter bei der C.________ Polizei tätig, bereits in jungen Jahren wegen eines 
Keratokonus beider Augen zweimal bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug angemeldet 
hatte (IV-act. 1 f.), erfolgte eine neuerliche Leistungsanmeldung aufgrund von 
gesundheitlichen Einschränkungen am Rücken, Knie und Fuss (defekte Bandscheibe und 
instabile Wirbelkörper LWK 2/3, Lähmungserscheinungen durch Einengung der Wurzel L2 
rechts, Facettengelenksarthrose LWK 4/5 und LWK 5/SWK 1 mit kleinen Geoden LWK 4/5 
beidseits, Arthrose im Mittelfuss rechts und Knorpelschäden am Knie rechts) am 23. April 
2018 (IV-act. 11). Die IV-Stelle holte in der Folge bei den behandelnden Ärzten aktuelle 
Berichte ein, zog die Akten der Unfallversicherung bei und liess den Versicherten 
daraufhin durch die MEDAS Bern polydisziplinär (Neurologie, Psychiatrie, Orthopädie, 
Allgemeine Innere Medizin, Neuropsychologie und Gastroenterologie) begutachten. Dabei 
ergaben die durchgeführten medizinischen Abklärungen eine zumutbare 70%ige 
Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum ab Januar 2018 
und eine volle Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit (IV-act. 136). Gestützt darauf 
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Vorbescheid vom 10. September 2020 (IV-
act. 142) bzw. Verfügung vom 27. Oktober 2020 (IV-act. 158) ab.

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 27. November 2020 liess A.________ 
beantragen, die Verfügung vom 27. Oktober 2020 sei aufzuheben, es seien ihm die 
gesetzlichen Leistungen nach IVG, namentlich eine Invalidenrente, zu gewähren und er 
sei durch das Gericht begutachten zu lassen. Eventualiter sei die Sache zwecks 
Neubegutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. In materieller Hinsicht stellte 
sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Standpunkt, mangels Beweiskraft 
könne auf das Gutachten der MEDAS Bern nicht abgestellt werden. 

C. Der mit Verfügung vom 30. November 2020 verlangte Kostenvorschuss von 
Fr. 800.– wurde vom Beschwerdeführer fristgerecht bezahlt.

D. Mit Vernehmlassung vom 12. Januar 2021 beantragte die IV-Stelle die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

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Urteil S 2020 159

1. Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten, geänderten Be-
stimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Am 1. Januar 2022 ist 
weiter das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung in Kraft getreten (IVG; 
SR 831.20; Weiterentwicklung der IV, Änderung vom 19. Juni 2020). Das 
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab; in 
zeitlicher Hinsicht sind, vorbehältlich abweichender Übergangsbestimmungen, diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung hatten (vgl. etwa BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; 131 V 
9 E. 1; 129 V 354 E. 1, je mit Hinweisen). Die hier angefochtene Verfügung erging am 
27. Oktober 2020; die zu beurteilende Beschwerde wurde am 27. November 2020 der 
Post übergeben. Anwendbar sind demnach die bis zum 31. Dezember 2020 gültigen 
Normen des ATSG, des IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201). Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus Art. 82a ATSG 
(Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21. Juni 2019), der ebenfalls vorsieht, dass für 
im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – 
Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige 
Verfügung am 27. Oktober 2020; diese ging tags darauf bei der Rechtsvertreterin des 
Beschwerdeführers ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt 
Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift 
wurde am 27. November 2020 der Post übergeben und ging am 30. November 2020 beim 
Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige 
Beschwerdefrist wurde somit gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der angefochtenen 
Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, 

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Urteil S 2020 159

weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem 
Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; 
BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.2 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich). 

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc). 
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 
entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

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Urteil S 2020 159

Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Die 
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aber als vereinbar 
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So ist namentlich den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche 
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung grundsätzlich volle Beweiskraft zuzuerkennen, 
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. 
Demgegenüber darf und soll der Richter in Bezug auf Berichte von Hausärzten – wie auch 
von behandelnden Fachärzten (EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4) – der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten 
aussagen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Berichte der behandelnden 
Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie grundsätzlich mit 
Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den 
behandelnden Spezialarzt und namentlich für den therapeutischen Psychiater mit seinem 
besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten, welcher die geklagten Beschwerden als 
Faktum hinzunehmen hat (BGer 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3 mit 
Hinweisen). Immerhin verpflichtet aber jede substanziiert vorgetragene Einwendung den 
Richter, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung 
folgend zu prüfen, ob sie in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schluss-
folgerungen eines vom Gericht oder von der Verwaltung förmlich bestellten Gutachters 
derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 
351 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen).

4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stellt zur Beurteilung des Rentenanspruchs auf das 
polydisziplinäre Gutachten der MEDAS Bern vom 26. August 2020 ab. Als Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nahmen die Gutachter eine Somatisierungsstörung 
(ICD-10 F45.0) an. Folgenden weiteren Diagnosen massen die Gutachter keinen Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit zu:

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- Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1)
- Minimale kognitive Einschränkungen in Aufmerksamkeit, Gedächtnis und 

Exekutivfunktionen

- Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei/mit:
- St. n. Dekompression und dorsoventraler Stabilisation LWK 2/3 am 26. Oktober 

2017 wegen therapieresistentem lumboradikulärem Schmerzsyndrom L2 rechts bei 
Chondrose LWK 2/3 mit Instabilität bei atypischem Laminadefekt LWK 2

- St. n. Facettengelenksblockade L5/S1 am 23. Januar 2018
- St. n. Facettengelenksblockade L4/5 bds. am 3. April 2018
- St. n. Kryorhizotomie L4/5 bds. am 2. Mai 2018
- regelrechten Verhältnissen im Bereich der Spondylodese und Cage-Anlage L2/3 mit 

leichter Anschlussdegeneration L3/4 mit Osteochondrose und rechtsseitiger 
Facettengelenksarthrose (MRI vom 6. März 2020) und konventionell radiologisch 
(8. Mai 2020) weiterhin ohne Lockerungszeichen oder Materialbruch, ohne 
Imbalance in der Sagitalebene, ohne Lithesis und ohne wesentliche degenerative 
Veränderungen

- neurologisch ohne signifikante radikuläre Störungssymptomatik
- elektromyographisch ohne Pathologie in den Myotomen L4, L5 und S1 rechts
- Lasègue negativ

- Myofasziales Beschwerdebild aus dem Thoracic-Outlet-Segment links mehr wie 
rechts

- Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei/mit:
- mittelgradigen Foramenstenosen C6 und C8 rechts mit ansonsten leichten 

degenerativen Veränderungen der HWS (MRI vom 6. März 2020)

- Restbeschwerden Hüfte bds. bei/mit:
- St. n. Hüftarthroskopie rechts, intraartikuläre Synovektomie und Labrumresektion 

sowie anschliessende Schenkelhalstaillierung Hüfte rechts am 26. September 2018 
bei femoro-acetabuläres Impingementsyndrom (FAI) vom kombinierten Cam- / 
Pincertyp mit Labrumrissbildung Hüfte rechts

- radiologisch leichten degenerativen Veränderungen mit Offeststörung bds. (Rö vom 
6. März 2020)

- weiterhin diskreter CAM Impingement Konstellation bds. links betont

- Knieschmerzen rechts bei/mit:
- St. n. Kniearthroskopie rechts mit lateraler Meniskushinterhornteilresektion, 

Resektion des Knorpeltraktes und Durchführung von Microfrakturierungen 
posterolateral Meniskushinterhornbereich am 17. März 2012 wegen 
posttraumatischer laterale Meniskushinterhornläsion mit begleitendem lokalisiertem 
Knorpelschaden Knie rechts (UE vom 3. März 2012)

- konventionell radiologisch altersentsprechende Verhältnisse (Rö vom 6. März 2020)
- moderate Chondropathie Grad II retropatellar und femorotibial ohne neuen 

Meniskusriss, regredienter Gelenkerguss (MRI vom 8. Mai 2020)

- Residuelle Schulterschmerzen rechts bei/mit:
- Einschränkung Schürzengriff rechts und minimal in Vorwärtselevation
- St. n. Schulterarthroskopie rechts, intraartikulärem Débridement, Tenotomie und 

Tenodese LHB und Revision des Labrums sowie subacromiale Dekompression, 
Bursektomie, anteriore Acromioplastik und AC Gelenksresektion mit Co-Planing der 
lateralen Clavicula am 9. Juni 2016

- geringgradige gleno-humerale Degeneration rechts (Rö vom 6. März 2020)

- St. n. nicht dislozierter Tuberculum-majus-Fraktur rechts

- St. n. Ellbogenkontusion rechts am 8. Juni 2010 (beim Fussballspielen) mit 
Absprengung ossärer Fragmente und Extensionsdefizit

- St. n. Dekompression N. ulnaris links am 12. Juni 2019 bei Kubitaltunnelsyndrom links 
elektroneurografisch verifiziert

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- St. n. OSG-Distorsion rechts 1995 und 2003 und St. n. OSG-Arthroskopie rechts, 
intraartikuläres Débridement und Synovektomie und offener Bandrekonstruktion am 
20. Februar 2014 bei/mit:
- leichte degenerative Veränderungen OSG rechts und Lisfranc rechts

- Prae-Adipositas = Übergewicht I (BMI 29.0)

- Divertikulose mit Divertikulitis und Abszessbildung, ICD-10/K57.8 mit Zustand nach 
Sigmaresektion und Exstirpation einer kolovesikalen Fistel im Oktober 2014

- Leichtes Schlafapnoe-Syndrom, deutlich lageabhängig (ED Januar 2020)

Was die funktionellen Einschränkungen anbelangt, wurden in somatischer Hinsicht eine 
Minderbelastbarkeit des Achsenskeletts, der Schulter rechts, des rechten Knies und der 
Hüfte beidseits angenommen. In psychiatrischer Hinsicht zeigten sich mittelgradige bis 
schwere Beeinträchtigungen in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, mittelgradige 
Störungen der Initiierung von Spontanaktivität und leichte bis mittelgradige Störungen der 
Selbstbehauptungsfähigkeit. Ansonsten ergaben sich nur leichte oder keine 
Einschränkungen und eine verminderte Stresstoleranz ("bei länger anhaltendem 
psychischem Stress und in Überforderungssituationen kann es zu Vermeidung, Rückzug 
und Somatisierung kommen"). Betreffend Persönlichkeit zeigte sich eine anankastisch-
perfektionistische Persönlichkeitsstruktur im Sinne einer -akzentuierung. Gleichzeitig 
wurde aber auch angemerkt, dass auch eine altruistische, leistungsbetonte und 
leistungsbereite Persönlichkeit mit Neigung zur Rationalisierung vorliege. Der 
psychiatrische Teilgutachter stellte fest, dass der Versicherte wegen seiner guten 
persönlichen und beruflichen Ressourcen und der aktuell nur geringen funktionellen 
Einbussen (allenfalls marginale Beeinträchtigungen im privaten Kontext mit vorwiegenden 
Einschränkungen im Beruf) nach einer adäquaten Therapie voraussichtlich wieder in der 
Lage sein werde, an seine frühere berufliche Leistungsfähigkeit anzuknüpfen. 
Voraussetzung dafür sei jedoch, dass es ihm gelinge, die Hemmnisse eines Transfers in 
die Arbeitswelt zu überwinden und er dann auch bereit sei, seine Aktivitäten und 
Kompetenzen dem beruflichen Bereich zur Verfügung zu stellen. Nach einer Therapie sei 
mit einer vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Im Rahmen der Konsistenzprüfung ergaben 
sich Diskrepanzen zwischen den privaten und beruflichen Aktivitäten. Nicht alle vom 
Versicherten berichteten Funktionseinbussen konnten als plausibel und reproduzierbar 
betrachtet werden. Des Weiteren war der Medikamentenspiegel für Escitalopram und 
Trazodon unter der Nachweisschwelle und für Pregabalin weit unterhalb des 
therapeutischen Bereichs. Dass ein Retard-NSAR in mittlerer Dosierung als 
Schmerzreserve eingesetzt wird, sprach gemäss den Gutachtern gegen das Vorliegen 
erheblicher Schmerzen. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die bisherige Tätigkeit 
bezogen auf ein 100%-Pensum ab Januar 2018 zu 70 % zumutbar sei. Nach erfolgter 

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Behandlung sei von keiner Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit [recte: wohl 
Arbeitsfähigkeit] mehr auszugehen. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe eine 
durchgängige und auch retrospektiv geltende volle Arbeitsfähigkeit. Davon ausgenommen 
seien die peri- und postoperativen Zeiten von maximal drei Monaten nach der LWS-
Operation im Oktober 2017 bzw. maximal sechs Wochen nach der Operation in 
Ellenbogenhöhe 2019. Betreffend Begründung der Gesamtarbeitsunfähigkeit merkten die 
Gutachter an, es dominierten rückblickend die Auswirkungen der Somatisierungsstörung. 
Die somatischen Faktoren erklärten nicht den dysfunktionalen Beschwerdenverlauf. Was 
das Zumutbarkeitsprofil anbelangt, wurde darauf hingewiesen, dass das Heben und 
Tragen von schweren Lasten von mehr als 5 kg, Arbeiten verbunden mit Zwangshaltungen 
des Kopfes und des Rumpfes sowie ständige Überkopfarbeiten, Arbeiten in gebückter, 
kniender und gehockter Stellung, rein gehende und rein stehende Arbeiten wie auch das 
Gehen auf unebenem Boden und das Begehen von Treppen oder Gerüsten, das 
Hantieren mit vibrierenden und schlagenden Maschinen rechts sowie Arbeiten mit längerer 
Armvorhaltepositionen nicht mehr zumutbar seien. Aus psychiatrischer Sicht erscheine im 
Rahmen der zukünftigen beruflichen Tätigkeit eine individuelle Einarbeitungszeit sinnvoll 
und empfehlenswert. Dabei sei gegebenenfalls der Einsatz eines Coachings zu 
empfehlen. Der Versicherte sollte durch kognitive, emotionale und interaktionelle 
Anforderungen nicht überfordert werden (IV-act. 136). Dieses Gutachten wurde von RAD-
Arzt Dr. med. D.________, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, der IV-Stelle als 
Entscheidungsgrundlage empfohlen (IV-act. 140). 

4.2 Würdigend ist festzustellen, dass das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS Bern 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.3 vorstehend) erfüllt. Das Gutachten ist 
umfassend und basiert auf Kenntnis der Vorakten sowie auf einer eingehenden 
neurologischen, psychiatrischen, orthopädischen, internistischen, neuropsychologischen 
und gastroenterologischen Abklärung. Zudem enthält das Gutachten anamnestische 
Angaben, es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und 
vermittelt ein vollständiges Bild seines Gesundheitszustandes. Die Schlussfolgerungen 
sind zudem begründet, einleuchtend und nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt damit 
grundsätzlich voller Beweiswert zu. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die vom 
Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen und Einwendungen gegen das Gutachten 
stichhaltig sind und an dessen Beweiswert etwas zu ändern vermögen.

4.3

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4.3.1 Soweit sich der Beschwerdeführer zunächst auf den Standpunkt stellt, die 
Gutachter hätten sich nicht fundiert mit seinem Arbeitsplatzprofil auseinandergesetzt, kann 
ihm nicht gefolgt werden. Die Gutachter haben das Arbeitsplatzprofil des 
Beschwerdeführers als HR Sachbearbeiter im administrativen Bereich als leichte 
wechselseitige Arbeit beschrieben. Auch wenn es zutreffen mag, dass an eine solche 
Tätigkeit erhöhte geistige Anforderungen gestellt werden, vermag der Beschwerdeführer 
daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, wurden die im Rahmen der 
neuropsychologischen Abklärung festgestellten Einschränkungen in Aufmerksamkeit, 
Gedächtnis und Exekutivfunktionen doch lediglich als minimal bezeichnet. Die Gutachterin 
interpretierte die objektivierten Defizite denn auch als Normvariante oder aber im Rahmen 
der Schmerzproblematik (vgl. IV-act. 136 S. 168 ff.). Angesichts der geringen Ausprägung 
erscheint es somit nachvollziehbar, wenn der in neuropsychologischer Hinsicht gestellten 
Diagnose keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde. Dass keine 
namhaft limitierende kognitive Störung besteht, zeigt sich im Übrigen auch daran, dass der 
Beschwerdeführer weiterhin in der Lage ist, Auto zu fahren, lässt das gezeigte Verhalten 
in Anbetracht der enormen motorischen und kognitiven Anforderungen, welche das 
Autofahren an eine Person stellt, gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung doch auf 
nicht unerhebliche Ressourcen schliessen (BGer 9C_363/2018 vom 10. Oktober 2018 E. 
4.3.2.1). Im Übrigen wurden auch in den Vorakten kaum kognitive Einschränkungen 
genannt (vgl. IV-act. 136 S. 170). Weil die festgestellten kognitiven Einschränkungen des 
Beschwerdeführers minim sind und keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben, leuchtet 
es auch ein, dass sich anlässlich der klinisch-psychiatrischen Untersuchung keine 
relevanten kognitiven Defizite ergeben haben (vgl. IV-act. 136 S. 92). Die Aufmerksamkeit, 
Konzentration, Auffassung und Abstraktion sowie das Gedächtnis waren im Rahmen der 
klinischen Untersuchung nicht bedeutsam reduziert (vgl. IV-act. 136 S. 93). Das gleiche 
Bild zeigte sich auch während der neurologischen Untersuchung. Störungen der 
Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit sowie Gedächtnisfunktionen waren jedenfalls 
nicht feststellbar. In kognitiver Hinsicht fielen trotz der Untersuchung bis um 18.10 Uhr 
keine Müdigkeit oder erhöhte Ermüdbarkeit auf. Ebenfalls waren keine 
Konzentrationsstörungen oder Merkfähigkeitsstörungen feststellbar (vgl. IV-act. 136 
S. 75). Von einer Widersprüchlichkeit zwischen den einzelnen Teilgutachten kann somit 
gerade keine Rede sein. Angesichts der Tatsache schliesslich, dass die festgestellten 
kognitiven Einschränkungen des Beschwerdeführers minim sind und ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit bleiben, erübrigen sich auch weitere Abklärungen bezüglich kognitiver 
Anforderungen an die angestammte Tätigkeit. 

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4.3.2 Der Einwand, das MEDAS-Gutachten sei nicht nach den Leitlinien der 
Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) verfasst 
worden, verfängt ebenso wenig. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend darauf 
hingewiesen hat, schreiben weder Gesetz noch Rechtsprechung den Psychiatern eine 
Begutachtung nach den entsprechenden Richtlinien vor. Die Leitlinien stellen eine 
Orientierungshilfe für die gutachtenden Fachpersonen dar und sollen die Gutachtenspraxis 
im Hinblick auf die normativ massgeblichen Gesichtspunkte konkretisierend anleiten. Ein 
Gutachten verliert demnach nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an 
diese anlehnt (BGer 8C_270/2019 vom 5. September 2019 E. 4.1.2 mit mehreren 
Hinweisen). An dieser weiterhin geltenden höchstrichterlichen Rechtsprechung vermag 
auch der vom Beschwerdeführer genannte Bericht "Evaluation der medizinischen 
Begutachtung in der Invalidenversicherung" vom 10. August 2020 nichts zu ändern. 
Inwiefern das Fähigkeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit ungenügend diskutiert bzw. 
beschrieben sein soll, vermag der Beschwerdeführer nicht überzeugend darzutun. Wie die 
Beschwerdegegnerin zutreffend festgestellt hat, wird das Fähigkeitsprofil sowohl im 
orthopädischen Teilgutachten in körperlicher Hinsicht (vgl. IV-act. 136 S. 139) als auch im 
psychiatrischen Teilgutachten – "Im Rahmen seiner zukünftigen beruflichen Tätigkeit 
erscheint eine individuelle Einarbeitungszeit sinnvoll und empfehlenswert, dabei ist ggf. 
der Einsatz eines Coachings falls notwendig zu empfehlen. Der Versicherte sollte durch 
kognitive, emotionale und interaktionelle Anforderungen nicht überfordert werden." (vgl. 
IV-act. 136 S. 103) – hinreichend beschrieben. Nicht unberücksichtigt bleiben darf in 
diesem Zusammenhang sodann, dass nach adäquater Behandlung der 
Somatisierungsstörung wieder mit einer Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten, mithin 
auch in der angestammten, gerechnet wird (vgl. IV-act. 136 S. 12 und 103), sodass sich 
die Sachverständigen ohnehin nicht weiter mit den Anforderungen an eine angepasste 
Tätigkeit auseinanderzusetzen hatten. 

4.3.3 Ebenfalls fehl geht der Einwand, die starken Schmerzen hätten bei der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit keine Berücksichtigung gefunden. Die Schmerzen fanden 
durchgehend Erwähnung im Gutachten. Sodann ist mit der Beschwerdegegnerin 
festzustellen, dass die Schmerzen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dahingehend 
berücksichtigt wurden, als im Rahmen der Somatisierungsstörung eine Einschränkung von 
30 % anerkannt wurde. 

4.3.4 Unbehelflich ist des Weiteren auch der Einwand, die Gutachter hätten es 
unterlassen, sich mit den abweichenden Einschätzungen der Fachärzte 

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auseinanderzusetzen. Einleitend ist diesbezüglich darauf hinzuweisen, dass im 
vorliegenden Fall eine polydisziplinäre Begutachtung ja gerade deshalb in Auftrag 
gegeben wurde, weil die behandlerseits andauernd attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
somatisch, klinisch befundlich nicht nachvollziehbar war (vgl. dazu RAD-Stellungnahme 
von Dr. D.________ vom 2. Oktober 2019 [IV-act. 91]). Des Weiteren hatten die Gutachter 
Kenntnis der Beurteilung der behandelnden Ärzte, wurden ihnen doch sämtliche IV-Akten 
zur Verfügung gestellt. Dementsprechend finden sich im polydisziplinären Gutachten auch 
eine zehnseitige Aktenzusammenfassung und in den Teilgutachten ein jeweiliger 
fachspezifischer Aktenauszug, sofern Vorakten in den einzelnen Disziplinen überhaupt 
vorhanden waren. In den Teilgutachten haben sich die Sachverständigen und 
insbesondere auch gerade die orthopädische Expertin denn ausführlich mit den 
behandlerseits gestellten Diagnosen auseinandergesetzt. Vorliegend bestehen jedenfalls 
keine Zweifel daran, dass die wichtigsten Akten von den Gutachtern nicht nur zur Kenntnis 
genommen, sondern auch gebührend berücksichtigt wurden. Attestieren die 
behandelnden Ärzte dem Beschwerdeführer schliesslich eine höhere Arbeitsunfähigkeit 
als die Gutachter, kann er alleine daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Vielmehr ist in 
diesem Zusammenhang auf die Erfahrungstatsache zu verweisen, wonach behandelnde 
Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. E. 3.3 vorstehend). 
Rechtsprechungsgemäss lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der 
therapeutisch tätigen (Fach)-Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich 
bestellten fachmedizinischen Experten andererseits (BGE 124 I 170 E. 4) jedenfalls nicht 
zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer 
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine 
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – 
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, was vorliegend allerdings nicht 
der Fall ist. Im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung liessen sich die körperlichen 
Beschwerden gerade nicht ausreichend somatisch erklären, weshalb eine 
Somatisierungsstörung nach ICD-10 F45.0 diagnostiziert und hieraus eine 30%ige 
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert wurde. Im Übrigen ist 
festzustellen, dass bis zum Zeitpunkt der polydisziplinären Begutachtung weder eine 
psychiatrische noch eine neuropsychologische Abklärung stattgefunden hat, weshalb 
diesbezüglich mangels entsprechender Vorakten auch keine Auseinandersetzung 
stattfinden konnte. 

12

Urteil S 2020 159

4.3.5 Nach dem soeben Dargelegten ist festzustellen, dass sich die Vorbringen des 
Beschwerdeführers insgesamt als nicht stichhaltig erweisen und nicht geeignet sind, die 
ausschlaggebende Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens der MEDAS Bern in 
Frage zu stellen. Dies gilt umso mehr, als die Einwände des Beschwerdeführers nicht mit 
medizinischen Ausführungen eines Arztes untermauert wurden. Ohnehin liegen überhaupt 
keine ärztlichen Berichte oder Stellungnahmen vor, die sich mit dem Gutachten 
auseinandersetzen bzw. aufzeigen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Es darf 
davon ausgegangen werden, dass die ausgewiesenen gutachterlichen Fachärzte die 
Gesundheitsstörungen und die daraus abgeleiteten Einschränkungen in objektiver Hinsicht 
besser einzuschätzen vermögen als der Beschwerdeführer als medizinischer Laie. 

4.4
4.4.1 Neben den durch den Rechtsanwender zu prüfenden allgemeinen 
beweisrechtlichen Vorgaben an ein Gutachten ergibt sich aus BGE 141 V 281, dass die 
ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den 
spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, zwar den 
rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit im Sinne von Art. 7 
Abs. 2 ATSG nicht erbringen kann, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-
psychiatrischen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet 
werden kann. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die 
medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer 
Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren, die 
Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung. Die 
Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die 
Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob 
und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen 
Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen. Im Rahmen der Beweiswürdigung 
obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in concreto ausschliesslich funktionelle 
Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die 
Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 144 V 50 E. 4.3 
mit Hinweis auf BGE 143 V 418 E. 6).

13

Urteil S 2020 159

4.4.2 Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche 
psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten 
Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der 
Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis 
mittelschwere Depressionen). Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen 
Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418; 143 V 409; 
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):

- Kategorie "funktioneller Schweregrad"
- Komplex "Gesundheitsschädigung"

- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
- Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz 
- Komorbiditäten 

- Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen)
- Komplex "Sozialer Kontext" 

- Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
- gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen 
- behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck 

Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz 
(BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. BGer 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4). 

4.4.3 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus juristischer Sicht soll keine losgelöste 
juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens 
stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die 
funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und 
widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung 
tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer 
Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus 
juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis 
für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann 
als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im 
Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung 
in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. 
Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den 
Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person 
auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3).

4.4.4

14

Urteil S 2020 159

4.4.4.1 Mit Bezug auf den funktionellen Schweregrad rügt der Beschwerdeführer die 
fehlende Berücksichtigung der akzentuierten Persönlichkeitszüge. Mit BGE 143 V 418 
vollzog das Bundesgericht eine Abkehr von der früher praktizierten Ausscheidung 
einzelner Beschwerden wegen fehlender invalidenversicherungsrechtlicher Relevanz. 
Dementsprechend ist neu auch ein leichtes affektives Leiden wie z.B. die Dysthymie zu 
berücksichtigen, wenn es im Einzelfall zusammen mit anderen Befunden – wie etwa einer 
ernsthaften Persönlichkeitsstörung – zu einer erheblichen Beeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit führen kann (BGE 143 V 418 E. 8.1). Vorliegend wies 
Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, würdigend 
darauf hin, dass der Versicherte eine anankastisch-perfektionistische 
Persönlichkeitsstruktur (im Sinne einer -akzentuierung) zeige, aber auch eine altruistische, 
leistungsbetonte und leistungsbereite Persönlichkeit mit Neigung zur Rationalisierung 
vorliege. Bei länger anhaltendem psychischem Stress und in Überforderungssituationen 
könne es bei ihm zu Vermeidung, Rückzug und Somatisierung kommen. Anhaltspunkte für 
eine Persönlichkeitsstörung konnte der psychiatrische Teilgutachter nicht finden. Die 
komplexen Ich-Funktionen zeigten sich intakt (vgl. IV-act. 136 S. 101). Angesichts dessen 
kann – auch wenn aufgrund der akzentuierten Persönlichkeitszüge von einer auffälligen, 
möglicherweise ressourcenraubenden Persönlichkeitsstruktur zu sprechen ist – 
festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer über nicht gänzlich ungünstige 
persönliche Ressourcen verfügt. Sodann ist in Anbetracht des vom Beschwerdeführer 
angegebenen Tagesablaufs (vgl. IV-act. 136 S. 91) auf einige Ressourcen zu schliessen. 
Diese Gegebenheiten sind auch unter dem Titel des "sozialen Kontexts" von Bedeutung. 
In diesem Zusammenhang sind sodann die Feststellungen des Sachverständigen zu 
erwähnen, wonach ein wirksames soziales Netzwerk vorhanden sei und intakt erscheine 
(Familie, Kollegen). Von dort erhalte er volle soziale Unterstützung. Von einem sozialen 
Rückzug könne nicht ausgegangen werden (vgl. IV-act. 136 S. 102). Dies erscheint in 
Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit 1999 verheiratet ist, mit seiner 
Ehefrau und den zwei Kindern, die ihn allesamt unterstützen, zusammenwohnt, mit ihnen 
Ausflüge unternimmt, auch Kontakt zum Vater besteht und der Freundeskreis trotz 
Krankheit ebenfalls weiterhin gut erhalten geblieben ist, als nachvollziehbar. Mit dem 
Gutachter darf somit von einem intakten sozialen Umfeld ausgegangen werden. Weiter 
wurde darauf hingewiesen, dass bislang keine psychiatrische-therapeutische Behandlung 
erfolgt sei, diese jedoch in Anbetracht der psychiatrischen Diagnose vorrangig wäre. Die 
Behandlungsmassnahmen seien somit nicht ausgeschöpft. Unter Berücksichtigung der 
geringen Leistungsdefizite sei nach einer Therapie mit einer positiven Prognose und einer 
vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (vgl. IV-act. 136 S. 101). Unter diesen Umständen ist 

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Urteil S 2020 159

nicht davon auszugehen, dass eine schwere und therapeutisch nicht mehr angehbare 
psychische Störung vorliegt. Was allfällige Komorbiditäten anbelangt, liegen orthopädische 
Gesundheitsstörungen vor (u.a. lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, 
cervicospondylogenes Schmerzsyndrom, Restbeschwerden Hüfte beidseits, 
Knieschmerzen rechts, residuelle Schulterschmerzen rechts), welche die Arbeitsfähigkeit 
hingegen nur qualitativ einschränken. Hinweise für eine namhaft limitierende kognitive 
Störung bestehen nicht, wurden die festgestellten kognitiven Einschränkungen doch 
lediglich als minimal und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eingestuft. Weitere 
psychiatrische Erkrankungen wurden – abgesehen von der Somatisierungsstörung und 
der Persönlichkeitsakzentuierung, die ausreichend berücksichtigt wurden, – 
ausgeschlossen; es konnten auch keine depressiven Symptome exploriert werden. Die 
Ausprägung der Gesundheitsstörung stufte der psychiatrische Teilgutachter sowohl 
retrospektiv als auch aktuell als leichtgradig ein (vgl. IV-act. 136 S. 102). Dies erscheint in 
Anbetracht des erhobenen psychopathologischen Befunds und der gemäss Mini-ICF-
Rating erhaltenen Funktionen und Ressourcen – abgesehen von der Flexibilität und 
Umstellungsfähigkeit, der Selbstbehauptungsfähigkeit und der Fähigkeit zu Spontan-
Aktivitäten zeigten sich nur leichte oder gar keine Einschränkungen (vgl. IV-act. 136 S. 
102) – als schlüssig und nachvollziehbar. Aus psychiatrischer Sicht zeigten sich jedenfalls 
nur geringe Defizite (vgl. IV-act. 136 S. 102). Würdigend kam Dr. E.________ zum 
Schluss, dass der Versicherte wegen seiner guten persönlichen und beruflichen 
Ressourcen und der aktuell nur geringen funktionellen Einbussen nach einer adäquaten 
Therapie voraussichtlich wieder in der Lage sein werde, an seine frühere berufliche 
Leistungsfähigkeit anzuknüpfen (vgl. IV-act. 136 S. 101). Aufgrund der Somatisierung ging 
der Sachverständige von einer aktuellen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 % aus. 
Nach Abschluss der Behandlungsmassnahmen rechnete er hingegen wieder mit einer 
vollen Arbeitsfähigkeit und zwar auch in der angestammten Tätigkeit (vgl. IV-act. 136 
S. 103). Nach dem soeben Ausgeführten ist festzustellen, dass sich der Gutachter 
eingehend mit dem Gesundheitsschaden, der Persönlichkeit und den Ressourcen des 
Beschwerdeführers befasste. Gestützt auf seine nachvollziehbaren und überzeugenden 
Ausführungen lässt sich aus juristischer Sicht feststellen, dass sich auch mit Blick auf die 
Standardindikatoren kein Nachweis für eine mehr als leichtgradige Einschränkung des 
funktionellen Leistungsvermögens durch die diagnostizierten Störungen findet. Angesichts 
der leichten Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der bestehenden Ressourcen, 
des intakten sozialen Kontexts und der guten Prognose bzw. Therapierbarkeit vermag es 
einzuleuchten, wenn der psychiatrische Teilgutachter zum Zeitpunkt der Untersuchung 
eine Einschränkung von 30 % annahm. 

16

Urteil S 2020 159

4.4.4.2 Weiter wirft der Beschwerdeführer dem Gutachter vor, im Rahmen der 
Konsistenzprüfung die Einschränkung im Aktivitätenniveau und den Leidensdruck falsch 
erfasst zu haben. 

Diesbezüglich sind die Ausführungen des Gutachters dahingehend zu konkretisieren, als 
ein gewisser Rückzug im Alltag festzustellen ist. Er trifft sich zwar nach wie vor mit 
Freunden und Bekannten, unternimmt ab und zu einen Tagesausflug mit der Familie, 
übernimmt einige Aufgaben im Haushalt und geht mit dem Hund spazieren. Allerdings gab 
er anlässlich der Begutachtung auch zu Protokoll, dass er zeitlebens sehr sportlich 
ausgerichtet gewesen sei. Neben dem Fussballspielen sei er auch gewandert und Ski 
gefahren. Dies gehe momentan fast gar nicht mehr (vgl. IV-act. 136 S. 91 f.). Das 
Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers nahm aufgrund der gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen in leichtem Ausmass ab, was auch Dr. E.________ anzuerkennen 
scheint, geht er doch von marginalen Beeinträchtigungen im privaten Kontext aus (vgl. IV-
act. 136 S. 101). Bei gleichzeitig vorwiegenden Einschränkungen im Beruf ist dem 
Gutachter indes zuzustimmen, dass eine gewisse Diskrepanz zwischen den privaten und 
beruflichen Aktivitäten besteht. Von einer gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus kann nach dem soeben Dargelegten jedenfalls nicht die Rede sein und 
zwar auch dann nicht, wenn im privaten Rahmen ein gewisser Rückzug durchaus 
beobachtet werden kann. Die Konsistenzprüfung durch den Sachverständigen zeigte 
sodann gewisse weitere Inkonsistenzen, so konnten nicht alle vom Versicherten 
berichteten Funktionseinbussen (z.B. schnelle Ermüdbarkeit und anhaltende 
Tagesmüdigkeit) als plausibel und reproduzierbar betrachtet werden. Soweit dies der 
Beschwerdeführer nicht nachvollziehen kann, kann ihm nicht gefolgt werden. Wie sich aus 
den einzelnen Teilgutachten ergibt, wurde die seitens des Beschwerdeführers 
angegebene Müdigkeit zur Kenntnis genommen und an mehreren Stellen der Gutachten 
wiedergegeben. Entgegen seinen Angaben konnte eine Ermüdung im Rahmen der 
einzelnen Untersuchungen hingegen nicht festgestellt werden. Im neurologischen 
Teilgutachten wurde hierzu festgehalten, dass während der Untersuchung in kognitiver 
Hinsicht keine Müdigkeit oder erhöhte Ermüdbarkeit aufgefallen seien (vgl. IV-act. 136 
S. 75). Dabei nahm der Sachverständige auch Bezug zur Polygraphie vom 30. Januar 
2020 und merkte an, dass diese insgesamt nur ein leichtes obstruktives 
Schlafapnoesyndrom ergeben habe. Diese relativ geringen Befunde der Polygraphie 
würden gut erklären, dass auch im klinischen Eindruck trotz langer ausführlicher 
Befragung bis in die Abendstunden keine Müdigkeit erkennbar gewesen sei und somit 

17

Urteil S 2020 159

auch keine relevante Tagesschläfrigkeit bestehe. Allenfalls könne bei sehr monotonen 
Tätigkeiten eine etwas schnellere Ermüdung einsetzen (vgl. IV-act. 136 S. 78). Im 
Rahmen der psychiatrischen Exploration war die Ermüdung ebenfalls nicht erkennbar (vgl. 
IV-act. 136 S. 93). Schliesslich liessen sich auch während der neuropsychologischen 
Untersuchung weder Ermüdungszeichen noch ein Leistungsabfall beobachten (vgl. IV-
act. 136 S. 166). Dies stand im Widerspruch zu den Ausführungen des 
Beschwerdeführers, gab er doch von Beginn weg eine erhöhte und im Verlauf dann 
zunehmende Müdigkeit an, wofür sich dann aber kein klinisches Korrelat finden liess (vgl. 
IV-act. 136 S. 170). Auch wenn es zutreffen mag, dass der klinische Eindruck während 
einer Begutachtung nicht unbesehen auf einen achtstündigen Arbeitstag übernommen 
werden kann, darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass die neurologische Untersuchung 
immerhin mehr als drei Stunden und insbesondere auch bis in die früheren Abendstunden 
hinein gedauert hat (von 15.00 bis 18.15 Uhr). Trotz dessen war keine erhöhte 
Ermüdbarkeit feststellbar, was sich auch mit den Erkenntnissen aus den anderen 
Untersuchungen deckt. Wie der Neurologe schliesslich nachvollziehbar dargelegt hat, 
steht diesen Feststellungen auch das Ergebnis der Polygraphie nicht entgegen. Die 
Ausführungen der Sachverständigen hinsichtlich Müdigkeit erscheinen nach dem soeben 
Dargelegten somit schlüssig. Des Weiteren zeigten sich Inkonsistenzen betreffend 
Medikation, ergab die Blutanalyse (vgl. IV-act. 136 S. 105) doch eine fehlende oder 
unzureichende Einnahme von Medikamenten, welche als regelmässig eingenommen 
deklariert wurden (vgl. IV-act. 136 S. 101). So lag der Medikamentenspiegel für 
Escitalopram (Cipralex) und Trazodon (Trittico) unter der Nachweisschwelle und für 
Pregabalin weit unterhalb des therapeutischen Bereichs, was eine Einnahme der 
genannten Medikamente gemäss Auffassung der Gutachter als äusserst unwahrscheinlich 
macht (vgl. IV-act. 136 S. 11). Soweit der Beschwerdeführer dagegen einwendet, eine 
ungenügende Konzentration von Medikamenten im Blut bedeute noch nicht, dass die vom 
Hausarzt verordneten Psychopharmaka nicht eingenommen würden, kann er daraus 
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend darauf 
hingewiesen hat, bleiben unabhängig vom Wert der Blutanalyse die durch die subjektiven 
Angaben des Beschwerdeführers hervorgebrachten Inkonsistenzen hinsichtlich der 
Medikamenteneinnahme bestehen. Während der Beschwerdeführer nämlich gegenüber 
dem Gastroenterologen angegeben hatte, am Tag der Blutentnahme unter der 
gastroenterologischen Untersuchung vom 17. Juni 2020 sowohl Trittico als auch 
Citalopram bzw. Escitalopram eingenommen zu haben, räumte er fast zwei Monate 
danach ein, dass er nach der per Ende April 2020 erfolgten Verordnung von Pregabalin 
die Medikamente Escitalopram und Trittico relativ rasch abgesetzt habe und seit 

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Urteil S 2020 159

Anfang/Mitte Juni 2020 nur noch bei Bedarf Ibuprofen Retard 800 einnehme (vgl. IV-
act. 136 S. 11 f. und 175). Es besteht somit ein Widerspruch zu seinen ursprünglichen 
dem Gastroenterologen gegenüber gemachten Angaben. Nach dem soeben Dargelegten 
erscheinen die gutachterlich festgestellten Inkonsistenzen schlüssig. 

Ebenfalls nachvollziehbar sind die Ausführungen zum Leidensdruck. Das Gericht und wohl 
auch die Gutachter bezweifeln nicht, dass ein gewisser Leidensdruck vorhanden ist, nahm 
der Beschwerdeführer – wie aus dem psychiatrischen Teilgutachten ersichtlich wird (vgl. 
IV-act. 136 S. 89) – doch verschiedenste Behandlungsmassnahmen in Anspruch. Dies 
ergibt sich auch aus den im vorliegenden Beschwerdeverfahren neu aufgelegten 
medizinischen Berichten. Dem stehen jedoch die Feststellungen des neurologischen 
Teilgutachters, wonach die Therapiemassnahmen aktuell als gering zu bezeichnen seien, 
nicht entgegen. Der Neurologe begründet dies damit, dass keine regelmässige Einnahme 
von Schmerzmitteln erfolge (vgl. IV-act. 136 S. 81). Wie sich aus dem Teilgutachten ergibt, 
nimmt der Beschwerdeführer keine regelmässige Schmerzmedikamente, sondern nur 
allenfalls bedarfsweise Dafalgan ein (vgl. IV-act. 136 S. 73) und dies trotz Angaben von 
Schmerzen in einer Stärke von 5–8/10 (vgl. IV-act. 136 S. 78). Angesichts dessen 
erscheinen die Ausführungen des neurologischen Teilgutachters schlüssig. In diesem 
Zusammenhang sind sodann auch die Angaben des Beschwerdeführers gegenüber dem 
psychiatrischen Teilgutachter zu erwähnen, wonach er einmal täglich 75 mg Pregabalin 
einnehme. Gemäss Ausführungen des Sachverständigen entspricht diese Einnahmedosis 
jedoch bei weitem nicht den allgemeinen Empfehlungen zur Dosierung von Pregabalin bei 
der Behandlung von chronischen Schmerzen, wird seitens des Herstellers und der 
verschiedenen Fachgesellschaften doch vielmehr eine Dosierung zwischen 150 bis 600 
mg angegeben (vgl. IV-act. 136 S. 94). Wie aus dem Gutachten des Weiteren hervorgeht, 
nimmt der Beschwerdeführer seit Anfang/Mitte Juni 2020 nur noch bei Bedarf Ibuprofen 
Retard 800 ein. Der Umstand, dass ein Retard-NSAR in mittlerer Dosierung als 
Schmerzreserve eingesetzt wird, spricht gemäss Auffassung der Gutachter ebenfalls 
gegen das Vorliegen erheblicher Schmerzen (vgl. IV-act. 136 S. 12). Wird seitens der 
Gutachter ein hoher Leidensdruck bezweifelt, erscheint dies unter Berücksichtigung des 
soeben Dargelegten jedenfalls nachvollziehbar. Daran ändert auch der Umstand nichts, 
dass sich der Beschwerdeführer im Nachgang zur polydisziplinären Begutachtung 
testphasenweise einen Neurostimulator implantieren liess. Denn wie bereits dargelegt, 
wird das Vorhandensein eines gewissen Leidensdrucks und die Inanspruchnahme 
weiterer Therapiemassnahmen nicht bestritten. Entgegen der Auffassung des 

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Urteil S 2020 159

Beschwerdeführers erscheint es somit nachvollziehbar, auf welchen Feststellungen die 
Konsistenzprüfung des Gutachters basiert. 

5. Zusammenfassend ist es somit nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin das Gutachten der MEDAS Bern vom 26. August 2020 als 
beweiskräftig angesehen und darauf abgestellt hat. Daraus folgt, dass die 
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint, sich 
die angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2020 mithin als rechtmässig erwiesen hat. 
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie vollumfänglich 
abzuweisen ist. 

6. Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung 
und/oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein 
bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich und weitere Beweismassnahmen 
könnten an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, kann auf die Abnahme 
weiterer Beweise in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 122 V 157 
E. 1d).

Mit dem voll beweiskräftigen Gutachten der MEDAS Bern ist der medizinische Sachverhalt 
umfassend geklärt und von einer weiteren Begutachtung des Beschwerdeführers sind 
auch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass sein Antrag auf Einholung eines 
Gerichtsgutachtens in zulässiger Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung 
abzuweisen ist. Schliesslich ist festzuhalten, dass der Beschwerdegegnerin auch keine 
Verletzung der Abklärungspflicht im Sinne von Art. 43 ATSG vorgehalten werden kann.

7. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten gestützt auf Art. 69 
Abs. 1bis IVG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wobei eine Spruchgebühr von 
Fr. 800.– dem angefallenen Verfahrensaufwand angemessen erscheint. Eine 
Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht zuzusprechen.

20

Urteil S 2020 159

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Dem Beschwerdeführer wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, die mit 
dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 24. Oktober 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am