# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0feeb3cc-9a50-5707-a43c-66790135a7c1
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-06-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 12.06.2025 710 24 346 (710 2024 346)
**Docket/Reference:** 710 24 346
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_710-24-346_2025-06-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 12. Juni 2025 (710 24 346) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Alters- und Hinterlassenenversicherung  

 

 

Die Voraussetzungen für eine Schadenersatzforderung nach Art. 52 AHVG sind vorlie-

gend erfüllt. Der Forderungsbetrag ist jedoch zu reduzieren.  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Andreas Blattner, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, 
Postgasse 3, Postfach 201, 4147 Aesch BL 

  
 
gegen 
 
 

 Ausgleichskasse Basel-Landschaft, Rechtsdienst, Hauptstrasse 
109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Schadenersatz  
 
 
 
A. Die B.____ AG mit Sitz in X.____ war ab 1. März 2014 als beitragspflichtige Arbeitge-
berin bei der Ausgleichskasse Basel-Landschaft (Ausgleichskasse) angeschlossen. A.____ war 
vom 26. September 2019 bis 16. März 2021 als Verwaltungsrat mit Kollektivunterschrift zu 
zweien im Handelsregister eingetragen. Daneben figurierte auch C.____ vom 26. September 
2019 bis 3. Dezember 2020 als Verwaltungsrat mit Kollektivunterschrift zu zweien. Am 26. Ok-

 

 
 
Seite 2    

tober 2021 wurde über die B.____ AG der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde mit 
Entscheid der Konkursrichterin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 6. Februar 
2023 mangels Aktiven eingestellt. Die Gesellschaft wurde von Amtes wegen gelöscht (Publika-
tion im Schweizerischen Handelsamtsblatt [SHAB] vom 9. Februar 2023). 
 
Mit Verfügung vom 15. Mai 2024 forderte die Ausgleichskasse von A.____ als früherem Mitglied 
des Verwaltungsrats Schadenersatz in der Höhe von Fr. 91'776.60 für offen gebliebene Bei-
tragsforderungen entsprechend der beigeschlossenen Aufstellung. Zur Begründung führte sie 
im Wesentlichen an, dass in Missachtung von Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Al-
ters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 in Verbindung mit 
Art. 34 ff. der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 
31. Oktober 1947 offene Beitragsforderungen entstanden seien, die bei der B.____ AG nicht 
mehr im ordentlichen Beitragsverfahren einbringlich seien. A.____ sei Mitglied des Verwal-
tungsrats gewesen und damit verantwortliches Arbeitgeberorgan gemäss Art. 52 AHVG, wes-
halb die Schadenersatzforderung gegenüber ihm verfügt werde. Die gegen diese Verfügung 
erhobene Einsprache hiess die Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom  
14. Oktober 2024 insoweit teilweise gut, als sie die Schadenersatzforderung um Fr. 28'626.85 
auf Fr. 63'149.75 reduzierte. Die Schadenersatzforderung sei lediglich bis zum gesellschaftli-
chen Ausscheiden von A.____, mithin bis Ende November 2020, zu berücksichtigen.  
 
B. Mit Eingabe vom 11. November 2024 erhob A.____, vertreten durch Silvan Ulrich, Ad-
vokat, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte er, es seien die Verfügung vom 15. Mai 2024 und der Ein-
spracheentscheid vom 14. Oktober 2024 aufzuheben; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht beantragte er die Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Zur Be-
gründung führte er im Wesentlichen an, dass er als Verwaltungsrat stets darauf geachtet habe, 
die nach seinem Informationsstand bestehenden Schulden gegenüber der Ausgleichskasse zu 
begleichen. Er habe sich auch rechtzeitig darum gekümmert, die in eine Liquiditätskrise gerate-
ne Konkursitin zu sanieren. Die Ausstände seien erst gegen Ende seiner kurzen Amtszeit ent-
standen, die Konkursitin sei demnach nicht über längere Zeit auf Kosten der AHV weitergeführt 
worden. Aufgrund des Jahresabschlusses 2019 habe kein Zweifel daran bestanden, dass die 
Konkursitin finanziell gesund dagestanden habe. Mit den in Aussicht gestellten Zahlungen von 
knapp Fr. 4 Mio. im Dezember 2020 hätte auch der Liquiditätsengpass beseitigt werden sollen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 28. November 2024 schloss die Ausgleichskasse auf 
Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung nahmen der Beschwerdeführer und sein 
Rechtsvertreter teil. C.____ wurde als Zeuge in seiner früheren Funktion als Verwaltungsrat 
befragt. Die Parteien hielten im Wesentlichen an ihren Anträgen und Begründungen fest. Auf 
die Aussagen des Zeugen und die Ausführungen der Parteien wird – soweit erforderlich – in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 
 
  

 

 
 
Seite 3    

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechtes (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide der Versi-
cherungsträger Beschwerde erhoben werden. Jeder Kanton bestellt ein Versicherungsgericht 
als einzige Instanz zur Beurteilung von Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherung 
(Art. 57 ATSG). Laut § 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Kantonsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons zur Beurteilung von Beschwerden gegen Einspracheentschei-
de der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG sachlich zuständig. Nach Art. 52 Abs. 5 des 
Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 
1946 ist in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG für Beschwerden betreffend Schadenersatz-
ansprüche der Ausgleichskassen das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in 
dem die als Arbeitgeberin auftretende juristische Person ihr statutarisches Domizil hat, unge-
achtet des jeweiligen Wohnsitzes der in Anspruch genommenen Organe. Da die B.____ AG 
ihren statutarischen Sitz in X.____ hat, ist somit auch die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts gegeben. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 
 
2. Nach Art. 52 Abs. 1 AHVG hat eine Arbeitgeberin, welche der AHV durch absichtliche 
oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden zufügt, diesen zu ersetzen. 
Handelt es sich bei der Arbeitgeberin um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mit-
glieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen. 
Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen 
Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG). Art. 52 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach 
öffentlichem Recht vor. Damit eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle Haf-
tungsvoraussetzungen gegeben sein, das heisst es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf 
ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten der Arbeitgeberin und – subsidiär – des ver-
antwortlichen Organs zurückzuführen ist. 
 
3.1 Voraussetzung für eine Haftung nach Art. 52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines 
Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschuldeter Beitrag entgeht. 
Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, den die Ausgleichskasse nicht erhältlich 
machen kann. Nach ständiger Rechtsprechung beschlägt die Schadenersatzpflicht nach Art. 52 
AHVG sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberbeiträge (Sozialversicherungsrecht - 
Rechtsprechung [SVR] 2007, AHV Nr. 2, E. 3). Zudem bilden auch Verwaltungs- und Betrei-
bungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen Bestandteil des 
Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (vgl. BGE 121 III 382 E. 3bb; ferner 
Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2013, 9C_646/2012, E. 4.1).  
 
3.2 Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Bei-
träge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden können. Dies trifft 
dann zu, wenn die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit der Arbeitgeberin nicht mehr im 
Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden können. Eine solche tatsächliche Uneinbring-
lichkeit liegt namentlich vor, wenn die Ausgleichskasse in der gegen die Arbeitgeberin eingelei-

 

 
 
Seite 4    

teten Betreibung auf Pfändung zu Verlust gekommen ist. Der Pfändungsverlustschein gemäss 
Art. 115 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 149 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und 
Konkurs (SchKG) vom 11. April 1889, welcher den Schaden grundsätzlich und in masslicher 
Hinsicht umschreibt, manifestiert, dass die Arbeitgeberin ihre Beitragspflicht nicht erfüllt hat und 
damit realistischerweise auch der Schadenersatzpflicht nach Art. 52 Abs. 1 AHVG nicht nach-
kommen kann. Deshalb steht einer Belangung der subsidiär haftbaren Organe ab Zeitpunkt der 
Ausstellung des Pfändungsverlustscheins nichts im Weg (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
29. März 2023, 9C_321/2022, E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen). 
 
3.3 Die Beschwerdegegnerin macht aufgrund ungedeckt gebliebener Beitragsforderungen 
einen Schaden im Umfang von Fr. 63'149.75 geltend. Mit den beigebrachten Unterlagen belegt 
die Beschwerdeführerin ihre Forderung hinreichend substanziiert und schlüssig. Die geltend 
gemachten Beträge stimmen sowohl mit den offenen Forderungen gemäss dem Kontoauszug 
der Ausgleichskasse vom 9. September 2024 (vgl. act. 224) als auch mit den der Ausgleichs-
kasse letztlich ausgestellten Pfändungsverlustscheinen überein (vgl. act. 538-550).  
 
4.1 Der Schaden der Ausgleichskasse muss auf ein widerrechtliches Verhalten des Scha-
denersatzpflichtigen zurückzuführen sein. Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. der 
Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 
schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu 
bringen und zusammen mit seinen eigenen Beiträgen der Ausgleichskasse periodisch zu ent-
richten hat. Diese werden von der Ausgleichskasse aufgrund der voraussichtlichen Lohnsumme 
festgesetzt, wobei die Arbeitgeber wesentliche Änderungen der Lohnsumme während des Jah-
res zu melden haben. Nach Ablauf einer Abrechnungsperiode, welche jeweils das Kalenderjahr 
umfasst, nimmt die Ausgleichskasse aufgrund der Abrechnung der Arbeitgeber den Ausgleich 
zwischen den geleisteten Akontobeiträgen und den tatsächlich geschuldeten Beiträgen vor, 
wobei ausstehende Beiträge innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen sind (Art. 36 
Abs. 3 und 4 AHVV). Diese Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine 
gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-rechtliche Aufgabe. Dazu erklärte das Bundesgericht wie-
derholt, dass die Nichterfüllung dieser öffentlich-rechtlichen Aufgabe eine Missachtung von Vor-
schriften im Sinne von Art. 52 AHVG bedeute und die volle Schadensdeckung nach sich ziehe 
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2023, 9C_321/2022, E. 4.1; BGE 118 V 193 E. 2a; 
vgl. auch MARCO REICHMUTH, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 
AHVG, Freiburg 2008, Rz. 504).  
 
4.2 Im vorliegenden Fall muss der Arbeitgeberin insofern eine Missachtung von Vorschrif-
ten vorgeworfen werden, als sie den ihr obliegenden Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur 
unvollständig nachkam und damit öffentlich-rechtliche Vorschriften verletzte. Sie wurde deswe-
gen von der Ausgleichskasse wiederholt gemahnt und betrieben. Mit dieser Vorgehensweise 
verletzte die Arbeitgeberin öffentlich-rechtliche Vorschriften, womit ein widerrechtliches Verhal-
ten gegeben ist.  
 
5. Zwischen dem bei der Ausgleichskasse eingetretenen Schaden und dem pflichtwidri-
gen Verhalten der Arbeitgeberin bzw. ihrer Organe muss sodann ein adäquater Kausalzusam-

 

 
 
Seite 5    

menhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 
eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge-
meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen her-
beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er-
scheint (BGE 118 V 286 E. 1c). Vorliegend ist offensichtlich, dass das pflichtwidrige Verhalten 
der Arbeitgeberin nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfah-
rung geeignet war, den entstandenen Schaden zu bewirken. Der adäquate Kausalzusammen-
hang ist somit ebenfalls zu bejahen. 
 

6.1 Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem Wort-
laut des Art. 52 Abs. 1 AHVG darin, dass die Missachtung von Vorschriften in absichtlicher oder 
grobfahrlässiger Weise erfolgt ist. Art. 52 Abs. 1 AHVG statuiert demnach eine Verschuldens-
haftung aus öffentlichem Recht. Sowohl die Arbeitgeberin als auch das allfällige Arbeitgeberor-
gan muss ein Verschulden treffen. Verlangt wird damit ein doppeltes oder zweistufiges Ver-
schulden (vgl. REICHMUTH, a.a.O., Rz. 535). Nach der Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG ist es – 
allenfalls abgesehen von kurzfristigen Ausständen – grobfahrlässig, Löhne zu bezahlen, wenn 
die darauf geschuldeten AHV-Beiträge nicht gedeckt sind. Solches Verhalten ist den verant-
wortlichen Organen grundsätzlich als qualifiziertes Verschulden zuzurechnen, was die volle 
Schadenersatzpflicht nach sich zieht, sofern die weiteren Haftungsvoraussetzungen gegeben 
sind. Der Grund für diese Praxis liegt in der besonderen Natur der AHV-Beiträge, hinsichtlich 
welcher der Arbeitgeber die Funktion eines Vollzugsorgans ausübt (Art. 51 AHVG). Daraus re-
sultiert eine besondere Pflicht, für die ordnungsgemässe Bezahlung der Beiträge zu sorgen 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2024, 9C_88/2023, E. 4.3.1).  
 
6.2 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob und inwieweit der entstandene Schaden auf 
ein qualifiziert schuldhaftes Verhalten der B.____ AG zurückzuführen ist. Das Bundesgericht 
geht in seiner Praxis davon aus, dass bei Verletzung der Beitragszahlungs- und Abrechnungs-
pflicht ein Verschulden der Arbeitgeberin grundsätzlich gegeben ist. Lediglich wenn besondere 
Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft 
erscheinen lassen, entfällt eine Haftung (vgl. FREY FÉLIX/MOSIMANN HANS-JAKOB/BOLLINGER 
SUSANNE, AHVG/IVG Kommentar, 2018, Rz. 12 zu Art. 52; REICHMUTH, a.a.O., Rz. 536; 
THOMAS NUSSBAUMER, Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG in: AJP 1996 
S. 1077 f. mit Hinweisen auf BGE 108 V 183 E. 1b und ZAK 1985 S. 576 E. 2). Zu diesen be-
sonderen Umständen gehört etwa, wenn es einem Arbeitgeber, der sich in schwieriger finanzi-
eller Lage befindet, durch das (absichtliche) Nichtbezahlen der Beiträge gelingt, das Überleben 
des Unternehmens zu sichern. Es muss aber feststehen, dass der Arbeitgeber im Zeitpunkt, in 
welchem er diese Entscheidung trifft, aufgrund der objektiven Umstände und einer seriösen 
Beurteilung der Lage damit rechnen durfte, die Forderung der Ausgleichskasse innert nützlicher 
Frist befriedigen zu können (BGE 108 V 183 E. 2). Die höchstrichterliche Rechtsprechung geht 
diesbezüglich davon aus, dass dies mittels eines konkreten Sanierungskonzeptes detailliert 
aufgezeigt werden muss (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: 
Bundesgericht, III. und IV. öffentlich-rechtliche Abteilung] vom 19. November 2003, H 397/01, 
E. 6.2.3 mit Hinweis auf BGE 108 V 183 E. 2, 121 V 243; UELI KIESER, Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum AHVG, in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesge-

 

 
 
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richts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Auflage, Zürich 2020, Art. 52 AHVG, Rz. 57). Es muss 
demzufolge sowohl ein materielles, inhaltliches Element (die seriösen Sanierungsaussichten) 
als auch ein zeitliches Element (binnen nützlicher Frist) erfüllt sein. Nach der strengen bundes-
gerichtlichen Praxis genügt hingegen die Aussicht auf eine Befriedigung in fernerer Zukunft 
(oder gar erst nach Durchführung eines schuldbetreibungsrechtlichen Verfahrens) nicht zur Ent-
lastung (vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 23. März 2010, AK.2008.00050, 
E. 5.3.2). In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass fehlende finanzielle Mittel der Gesell-
schaft für sich allein keinen Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgrund darstellen, da ansons-
ten die Haftungsvorschrift von Art. 52 Abs. 1 AHVG weitgehend ihres Gehaltes entleert würde 
(Urteile des Kantonsgerichts vom 7. April 2016, 710 14 238/84, E. 8.1 und vom 10. Dezember 
2015, 710 14 283/326, E. 3.4). 
 
6.3.1 Vorliegend verletzte die B.____ AG die Beitragszahlungspflicht (vgl. E. 4.2 hiervor), 
weshalb grundsätzlich von einem Verschulden ihrerseits auszugehen ist. Der Beschwerdeführer 
macht geltend, dass am 1. Januar 2020 keine offenen Forderungen der Beschwerdegegnerin 
gegenüber der AG bestanden hätten. Am 3. August 2020 habe ein Guthaben der AG von 
Fr. 2'112.35 gegenüber der Beschwerdegegnerin bestanden, sodass sämtliche bis dahin ge-
stellten Rechnungen bezahlt gewesen seien. Die Ausstände hätten mit der Akontorechnung für 
den Monat August 2020 begonnen. Die Verwaltungsräte hätten stets darauf geachtet, die be-
stehenden Schulden gegenüber der Ausgleichskasse zu begleichen, und sich rechtzeitig darum 
gekümmert, die in eine Liquiditätskrise geratene Konkursitin zu sanieren. Aufgrund des Jahres-
abschlusses 2019 habe für den Beschwerdeführer kein Zweifel daran bestanden, dass die Kon-
kursitin finanziell gesund dagestanden habe. Aufgrund des Zwischenabschlusses per 30. Juni 
2020 und der in Aussicht gestellten Zahlungen von knapp Fr. 4 Mio. im Dezember 2020 hätte 
auch der Liquiditätsengpass beseitigt sein sollen. Deshalb habe der Beschwerdeführer aus gu-
tem Grund davon ausgehen können, dass die Sanierungsmassnahmen erfolgreich sein werden.  
 
6.3.2 Es trifft zwar entsprechend den Ausführungen des Beschwerdeführers zu, dass die seit 
dem Jahr 2019 ausstehenden Beiträge bis Ende Juli 2020 auf dem Konto ausgeglichen wurden 
bzw. zu diesem Zeitpunkt vorübergehend keine Beträge gegenüber der Beschwerdegegnerin 
mehr offen waren (vgl. Kontoauszug vom 9. September 2024, act. 224 ff.). Sofern er sich damit 
aber auf den Entlastungsgrund der kurzen Dauer des Beitragssaustands berufen möchte, gilt es 
daran zu erinnern, dass eine relativ kurze Dauer des Beitragsausstands zwar gegen einen 
Normverstoss von einer gewissen Schwere sprechen kann, jedoch stets eine Würdigung sämt-
licher konkreter Umstände des Einzelfalls Platz zu greifen hat. Die Frage der Dauer des Norm-
verstosses ist somit ein Beurteilungskriterium, welches im Rahmen der Gesamtwürdigung zu 
berücksichtigen ist (BGE 121 V 243 E. 4b mit Hinweis; vgl. auch Urteile des EVG vom 2. Juli 
2003, H 179/01, und vom 13. Februar 2001, H 404/99). So vermag auch ein kurzer Ausstand 
nicht zwangsläufig zu einer Entlastung des verantwortlichen Organes zu führen, wenn vorher 
die Beitragsabwicklung nicht klaglos war (vgl. Urteil des EVG vom 11. Juli 2006, H 67/06, 
E. 5.4). Vorliegend gilt es zunächst zu berücksichtigen, dass die B.____ AG ihrer Beitragspflicht 
bis zu diesem Zeitpunkt nicht klaglos nachgekommen war, sondern, wenn auch nur vereinzelt, 
gemahnt werden musste (vgl. bspw. die Ratenmahnung aus dem Tilgungsplan vom 17. April 
2019 [act. 1169] sowie die Mahnungen vom 14. August 2019 und 14. November 2019 [act. 

 

 
 
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1128 und 1060]). Als Verwaltungsrat hatte der Beschwerdeführer von diesen aufgetretenen 
Versäumnissen gegenüber der Ausgleichskasse unbestrittenermassen Kenntnis. Von einer Wi-
derrechtlichkeit wird nicht nur bei Nichtbezahlung, sondern auch bei verspäteter Bezahlung von 
Beiträgen gesprochen (vgl. REICHMUTH, a.a.O., Rz. 504). Es kann somit keine Rede von einer 
ausgeglichenen Finanzlage bis im August 2020 sein. Seit Mitte 2020 sind die Ausstände 
schliesslich kontinuierlich angestiegen, weil ungenügende Zahlungen geleistet worden sind. 
Dies spricht zugleich gegen die Annahme, dass ein Sanierungskonzept vorlag, aufgrund des-
sen nunmehr davon auszugehen wäre, dass die Forderungen der Ausgleichskasse innert nütz-
licher Frist hätten befriedigt werden können. Ein solches Konzept hat detailliert aufzuzeigen, 
dass und in welchem Zeitraum die zurückgestellten Gläubigerforderungen ─ insbesondere die 
geschuldeten Sozialversicherungsbeiträge ─ bezahlt werden können. Der Mandatsvertrag zwi-
schen der Arbeitgeberin und Herrn D.____ vom 18. Oktober 2020 vermag kein solches Konzept 
darzustellen. Der Einsatz von Herrn D.____ ist zudem erst per Dezember 2020 belegt. Bereits 
zu einem früheren Zeitpunkt war indessen bekannt, dass das Unternehmen in eine finanzielle 
Schieflage geraten war. Dem Protokoll der Generalversammlung vom 28. Oktober 2020 lässt 
sich hierzu unter anderem entnehmen, dass die Finanzierungsvereinbarungen mit der Kredit-
geberin per Juli 2020 abgelaufen und die ausstehenden Beträge fällig geworden seien, wobei 
die Kreditgeberin mittlerweile eine Betreibung für eine Forderung von eineinhalb Millionen Fran-
ken eingeleitet habe. Neue Kredite hätten nicht ausgehandelt werden können. Diese Angaben 
wurden anlässlich der vorliegenden Zeugenbefragung bestätigt und bekräftigt, dass den Ver-
waltungsräten der Umstand bekannt gewesen sei, wonach im Falle der geltend gemachten 
Rückforderung der eineinhalb Millionen Franken seitens der Kreditgeberin eine Überschuldung 
der Arbeitgeberin gedroht habe. In Bezug auf die Finanzierung geht aus ebendiesem Protokoll 
sodann lediglich hervor, dass das zukünftige Mitglied des Verwaltungsrats, Herr D.____, mit der 
Sanierung der AG beauftragt werde und eine Auffanggesellschaft vorschlage. Die Vorausset-
zung, wonach die ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge innert nützlicher Frist beglichen 
werden können, bedingt indessen, dass konkrete, objektive Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 
das Unternehmen in absehbarer Zeit saniert werden kann. Ein detailliertes Sanierungskonzept 
lässt sich jedoch weder aus den zitierten Unterlagen herauslesen noch wurde ein solches im 
vorliegenden Verfahren vorgelegt. Auch anlässlich der Parteiverhandlung wurde einzig bestä-
tigt, dass eine Auffanggesellschaft angestrebt worden sei. Hierbei gilt es zu beachten, dass es 
als Rechtfertigung oder Entschuldigung für die Nichtbezahlung von Sozialversicherungsbeiträ-
gen nicht genügt, dass Hoffnung auf die Sanierung des Unternehmens besteht. Eine ernsthafte 
und rasche Tilgungsabsicht der hier zur Diskussion stehenden Beitragsschulden gegenüber der 
Ausgleichskasse, wie sie rechtsprechungsgemäss ausnahmsweise als Exkulpationsgrund an-
erkannt werden kann, kann daraus jedenfalls nicht abgeleitet werden. Der Argumentation des 
Beschwerdeführers, wonach aufgrund des Zwischenabschlusses per 30. Juni 2020 und der 
angeblich in Aussicht gestellten, jedoch nicht nachgewiesenen bzw. offensichtlich ausgebliebe-
nen Zahlungen von Fr. 4 Mio., auch der Liquiditätsengpass beseitigt sein sollte, kann mit Blick 
auf die dokumentierten AHV-Beitragsausstände und die Finanzlage der AG nicht gefolgt wer-
den. Der Beschwerdeführer vermochte im Übrigen auch nicht darzulegen, weshalb die Aus-
stände bei der behaupteten guten Finanzlage der Arbeitgeberin nicht beglichen worden waren, 
sondern sich diese ─ wie dargelegt ─ kontinuierlich vergrösserten. So oder anders bleibt es bei 

 

 
 
Seite 8    

einer Verletzung der Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht, womit ein Verschulden der 
Arbeitgeberin gegeben ist.  
 
7.1 Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, die im Zeitpunkt der Geltendmachung der 
Haftung nicht mehr besteht oder infolge Konkurseröffnung nicht mehr belangbar ist, so können 
gegebenenfalls subsidiär die verantwortlichen Organe in Anspruch genommen werden (vgl. 
BGE 123 V 15 E. 5b). Diesbezüglich ist abzuwägen, ob und inwieweit eine Handlung der juristi-
schen Person einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche respektive faktische 
Stellung innerhalb der Gesellschaft zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, 
hängt demnach entscheidend von der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von 
der juristischen Person übertragen wurden (BGE 108 V 202 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b; Ur-
teil des EVG vom 18. Januar 2005, H 77/03). Das Bundesgericht betont in diesem Zusammen-
hang regelmässig, dass an die Sorgfaltspflicht der Organe einer Aktiengesellschaft grundsätz-
lich strenge Anforderungen zu stellen sind (ZAK 1985 S. 620). Dabei stützte es sich stets auf 
Art. 754 Abs. 1 OR in Verbindung mit Art. 759 Abs. 1 OR, wonach alle mit der Verwaltung, Ge-
schäftsführung oder Kontrolle einer Aktiengesellschaft betrauten Personen sowohl der Gesell-
schaft als auch den Gesellschaftsgläubigern solidarisch für den Schaden verantwortlich sind, 
den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung der ihnen obliegenden Pflichten verursa-
chen. Der Regelung von Art. 754 OR unterliegen namentlich die Personen mit formeller Organ-
stellung, d.h. die Mitglieder des Verwaltungsrats, und zwar unabhängig davon, ob sie sich mit 
der Geschäftsführung der Gesellschaft befassen (vgl. BSK-OR II-GERICKE/ 
HÄUSERMANN/WALLER, 6. Auflage, 2024, N 4 zu Art. 754).  
 
7.2 Nach ständiger Rechtsprechung zu Art. 52 AHVG dauert die Verantwortlichkeit eines 
Verwaltungsrats in der Regel bis zum Moment seines tatsächlichen Austritts aus dem Verwal-
tungsrat, und nicht bis zum Zeitpunkt der Löschung seiner Funktion im Handelsregister. Das gilt 
jedenfalls in denjenigen Fällen, in denen die Betroffenen nach ihrer Demission keinen Einfluss 
mehr auf den Gang der Geschäfte und keine Entschädigung für ihre Verwaltungsratsstellung 
erhalten haben. Demnach kann ein Verwaltungsrat nur für Schaden haftbar erklärt werden, der 
auf die Nichtbezahlung von Beiträgen zurückzuführen ist, welche im Zeitpunkt seines effektiven 
Austritts bestanden und fällig waren. Vorbehalten bleibt der Fall, in dem der Schaden durch 
Handlungen verursacht worden ist, deren Wirkungen sich erst nach seinem Rücktritt als Verwal-
tungsrat entfaltet haben (vgl. BGE 126 V 61 E. 4a sowie REICHMUTH, a.a.O., Rz. 244 f. mit Hin-
weisen). 
 
7.3.1 Den vorliegenden Akten kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer in der 
B.____ AG seit Ende September 2019 als Verwaltungsratsmitglied mit Kollektivunterschrift zu 
zweien eingetragen war. Der Beschwerdeführer unterstand damit ab diesem Zeitraum unstreitig 
der formellen Organhaftung und kann somit grundsätzlich für die Handlungen und Unterlassun-
gen der konkursiten Gesellschaft belangt werden. Wie oben (vgl. E. 7.2 hiervor) ausgeführt, 
dauert die Verantwortlichkeit eines Verwaltungsrats in der Regel bis zum tatsächlichen Austritt 
aus dem Verwaltungsrat, und nicht bis zum Zeitpunkt der Löschung seiner Funktion im Han-
delsregister, wobei für den Nachweis des Ausscheidens bei unverändert belassenem Handels-
registereintrag ein höherer Beweisgrad als die überwiegende Wahrscheinlichkeit verlangt wird 

 

 
 
Seite 9    

(vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 20. Februar 2014, 710 13 322 / 52, E. 5.2). Die Löschung 
der Funktion des Beschwerdeführers als Verwaltungsrat im Handelsregister erfolgte erst per 
16. März 2021. Fraglich ist, ob das Ausscheiden des Beschwerdeführers aus dem Verwaltungs-
rat bereits per Dezember 2020 hinreichend erstellt ist. Hierzu liegt eine Kündigung des Man-
datsvertrags vom 18. September 2020 sowie eine nicht unterzeichnete Bekanntgabe der De-
mission zuhanden des Handelsregisteramts bei den Akten. Ferner ergibt sich aus dem Protokoll 
der Generalversammlung vom 28. Oktober 2020 die Wahl eines neuen Mitglieds des Verwal-
tungsrats, wobei sich darin keine Angaben zum konkreten Austrittszeitpunkt finden. Die Be-
schwerdegegnerin ging davon aus, dass der Beschwerdeführer per Dezember 2020 die Funkti-
on des Verwaltungsrates nicht mehr ausübte und deshalb keinen Einfluss auf den Gang der 
Geschäfte der B.____ AG mehr hatte. Aus den vorliegenden Unterlagen ergeben sich tatsäch-
lich keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer nach November 2020 weiterhin im rele-
vanten Geschäftsbereich als faktisches Organ tätig gewesen wäre. Es ist demnach von seinem 
tatsächlichen Austritt per Ende November 2020 auszugehen.  
 
7.3.2 Die B.____ AG ist bei einem wechselnden Personalbestand zwischen 10 und 50 Per-
sonen als kleines Unternehmen zu bezeichnen, welches namentlich über eine einfache Verwal-
tungsstruktur verfügte. Entsprechend darf von den Organen der Überblick über alle Belange 
verlangt werden und es sind an deren Sorgfaltspflicht grundsätzlich strengere Anforderungen zu 
stellen (vgl. Urteil des EVG vom 18. Januar 2005, H 77/2003, E. 6.4; BGE 108 V 202 E. 3a). In 
seiner Eigenschaft als geschäftsführender Verwaltungsrat, dem die Geschäftsführung im admi-
nistrativen und finanziellen Bereich des Unternehmens oblag, hatte der Beschwerdeführer auch 
darauf zu achten, dass keine Beitragsausstände entstehen und massgebender Lohn nur in dem 
Umfang ausgerichtet wird, als die darauf geschuldeten, unmittelbar mit der Lohnauszahlung 
anfallenden Beitragsverbindlichkeiten bezahlt oder doch wenigstens sichergestellt werden kön-
nen (Urteil des EVG vom 25.  Oktober 2004, H 239/03, E. 3.4; SVR 1995 AHV Nr. 70 S. 214 E. 
5). Vorliegend unterliess es der Beschwerdeführer trotz seiner formellen Organstellung inner-
halb der B.____ AG, sich während seiner Tätigkeit als Verwaltungsrat um die ihm im Zusam-
menhang mit der Abrechnung und Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge obliegenden 
Aufgaben und Pflichten zu kümmern. Im Weiteren muss sich der Beschwerdeführer entgegen-
halten lassen, dass er während längerer Zeit Löhne bezahlte, ohne dass die darauf geschulde-
ten Sozialversicherungsbeiträge (vollständig) gedeckt gewesen wären. Die geschilderten Ver-
haltensweisen sind zweifellos als ein qualifiziertes Verschulden im vorstehend (vgl. E. 7.1 hier-
vor) umschriebenen Sinne zu werten, weshalb auch diese Haftungsvoraussetzung gegeben ist.  
 
7.3.3 Der Beschwerdeführer macht im Rahmen seiner persönlichen Entlastung geltend, dass 
die ausstehenden Beiträge erst gegen Ende seiner kurzen Amtszeit im August 2020 entstanden 
seien. Was die Haftung in zeitlicher Hinsicht anbelangt, so gilt es zu berücksichtigen, dass der 
Beschwerdeführer seit Ende September 2019 Verwaltungsrat der B.____ AG war. Entspre-
chend haftet er für den gesamten Zeitraum, in dem er formelles Organ war und für die Arbeit-
geberin somit disponieren und Zahlungen an die Ausgleichskasse veranlassen konnte (vgl. 
BGE 103 V 120 E. 5; REICHMUTH, a.a.O., Rz. 256). Die Haftung erstreckt sich sodann auch auf 
Beitragsausstände, die im Zeitpunkt seines Eintritts bereits fällig waren (vgl. BGE 123 V 173 
E. 3a; FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 52). Wie dargelegt (vgl. E. 6.3.2 hier-

 

 
 
Seite 10    

vor), kann vorliegend nicht von einer ausgeglichenen Finanzlage bis im August 2020 gespro-
chen werden und der Beschwerdeführer hatte mit Eintritt in den Verwaltungsrat Einsicht in die 
bzw. Kenntnis der administrativen und finanziellen Belange der AG. Sofern er anlässlich der 
Parteiverhandlung als persönlichen Entlastungsgrund überdies vorbrachte, dass er die finanzi-
ellen Belange an die interne Finanzabteilung delegiert habe, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt 
werden. Eine entsprechende Delegation wurde zu keinem Zeitpunkt belegt. Dessen ungeachtet 
verkennt der Beschwerdeführer, dass der Verwaltungsrat sich nicht dadurch seiner Überwa-
chungspflicht nach Art. 716a Abs. 1 OR entbinden kann, indem er seine Geschäftsführungs- 
und Vertretungsbefugnisse an Dritte delegiert. Die Passivität trotz möglicher Kenntnis ausste-
hender Beitragszahlungen ist in diesem Fall als grobfährlässig zu bewerten (ZAK 1989 104). 
Bei einfachen und leicht überschaubaren Verhältnissen ─ wie sie vorliegend gegeben sind ─ 
muss vom Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft der Überblick über alle wesentlichen Belan-
ge der Firma selbst dann verlangt werden, wenn gewisse Befugnisse von aussenstehenden 
Personen wahrgenommen werden. Insbesondere kann er sich nicht damit rechtfertigen, dass er 
keine Einsicht in die Buchführung und den Zahlungsverkehr gehabt habe (vgl. 
FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 52 mit Hinweis auf BGE 112 V 1; vgl. ferner 
auch die Ausführungen im Parallelverfahren 710 24 352). Aus dem Vorbringen, wonach er sich 
auf die Richtigkeit der seitens der Finanzabteilung zugestellten Zahlungslisten verlassen und 
daher keine Kenntnis von den Ausständen und Mahnungen gehabt habe, kann er daher nichts 
zu seinen Gunsten ableiten. Ausser den genannten Einwänden bringt der Beschwerdeführer 
keine weiteren Gründe vor, die geeignet wären, die Missachtung der Beitragszahlungspflicht als 
gerechtfertigt oder zumindest als entschuldbar erscheinen zu lassen. Die Akten enthalten eben-
falls keine zusätzlichen Anhaltspunkte, die gegen eine Schadenersatzpflicht des Beschwerde-
führers sprechen würden. Damit haftet er für sämtliche Beitragsausstände, die bis zu seinem 
Ausscheiden Ende November 2020 fällig wurden. 
 
8.1 Es bleibt über die Höhe der Schadenssumme zu befinden, welche der Beschwerdefüh-
rer der Ausgleichskasse zu ersetzen hat. Die Ausgleichskasse macht aufgrund der ungedeckt 
gebliebenen Forderung einen Schaden im Umfang von Fr. 63'149.75 geltend, welcher – wie 
dargelegt (vgl. E. 3.3 hiervor) – hinreichend belegt ist. Entgegen der Auffassung des Beschwer-
deführers trifft es sodann nicht zu, dass ausschliesslich die Beiträge aus der Rechnung vom 
September 2020 während seiner Amtszeit fällig wurden. Dies gilt im Übrigen auch für die Nach-
forderung aus der Arbeitgeberkontrolle gemäss Beitragsabrechnung vom 13. Oktober 2020. 
Massgebend ist nicht, auf welchen Zeitpunkt sich die Forderung bezieht, sondern wann sie ein-
gefordert und fällig geworden ist. Dies war zu einem Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer über 
das Vermögen der B.____ AG disponieren und allfällige Zahlungen an die Ausgleichskasse 
veranlassen konnte. Verwaltungsratsmitglieder haften nicht nur für die laufenden Sozialversi-
cherungsbeiträge solidarisch, sondern auch für Beitragsschulden, die vor dem Eintritt des neu-
en Mitglieds in den Verwaltungsrat entstanden sind. Gemäss der Rechtsprechung hat ein neues 
Verwaltungsratsmitglied die Pflicht, nicht nur für die Bezahlung der laufenden Beiträge sondern 
und gerade für die Begleichung verfallener, vor seiner Verwaltungsratstätigkeit entstandener 
Beitragsschulden besorgt zu sein, weil in beiden Fällen ein adäquater Kausalzusammenhang 
zwischen der Untätigkeit des Organs und der Nichtbezahlung der Beiträge besteht (Pra 84 
(1995) Nr. 90, E. 4c; ZAK 1992, S. 254 f. E. 7b). Ferner verkennt der Beschwerdeführer unter 

 

 
 
Seite 11    

anderem bei seiner Argumentation, dass die geschuldeten Beiträge innert 30 Tagen ab Rech-
nungsstellung automatisch zur Zahlung fällig werden (vgl. E. 4.1) und hierfür keine Mahnung 
vorausgesetzt wird. Aus dem geltend gemachten Umstand, dass möglicherweise nicht alle Bei-
tragsabrechnungen während seiner Amtszeit gemahnt wurden, kann er demnach nichts zu sei-
nen Gunsten ableiten. Allerdings ist dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass die Jahres-
rechnung der Lohnbeiträge 2021 (Rechnung vom 7. Januar 2021 über Fr. 25'985.95) erst zu 
einem Zeitpunkt fällig wurde, als er bereits aus dem Verwaltungsrat ausgetreten war. Wie dar-
gelegt (vgl. E. 7.2 hiervor), haftet ein Verwaltungsrat nur für den Schaden, der auf die Nichtbe-
zahlung von Beiträgen zurückzuführen ist, welche im Zeitpunkt seines effektiven Austrittes be-
standen und fällig waren. Vorbehalten bleibt der Fall, in dem frühere Handlungen und Unterlas-
sungen eines Organs adäquat kausal dazu führen, dass Beiträge nicht bezahlt werden können 
(vgl. auch FREY/MOSIMANN/BOLLINGER, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 52). Eine Pflichtverletzung in die-
sem Sinne ist vorliegend weder ausgewiesen noch wird eine solche seitens der Ausgleichskas-
se geltend gemacht. Die geltend gemachte Rückforderung ist daher um den Betrag von 
Fr. 25'985.95 zu reduzieren.  
 
8.2 Die ziffernmässige Höhe des Schadens wird seitens des Beschwerdeführers sodann 
nicht substanziiert bestritten. Nicht abschliessend überprüft werden können vorliegend die in 
der Schadenersatzforderung aufgeführten Verwaltungskosten, Mahngebühren, Verzugszinsen 
und Betreibungskosten. Wie detailliert die in der Aufstellung enthaltenen Positionen zu belegen 
sind, hängt wesentlich davon ab, ob und inwieweit der Beschwerdeführer die Beitragsforderung 
substantiiert bestreitet (vgl. Urteil des EVG vom 20. August 2002, H 295/01, E. 4.3). Gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss das (kantonale) Gericht die von der Ausgleichskas-
se ermittelte Schadenersatzforderung betragsmässig nicht überprüfen, wenn es die schadener-
satzpflichtige Person unterlässt, den eingeklagten Schadensbetrag substanziiert zu bestreiten. 
Der Verwaltungsprozess ist zwar vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, dies entbindet je-
doch die rechtsuchende Partei nicht davon, selber die Beanstandungen vorzubringen, die sie 
anzubringen hat (Rügepflicht), und ihrerseits zur Feststellung des Sachverhaltes beizutragen 
(Mitwirkungspflicht; Urteil des EVG vom 19. Juli 1996, H 313/95, E. 4; ZAK 1991 S. 126 E. II/1b; 
vgl. auch THOMAS NUSSBAUMER, Das Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: René 
Schaffhauser/Ueli Kieser [Hrsg.], Aktuelle Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 
1998, S. 119). Dieser höchstrichterlichen Auffassung ist jedenfalls dann ohne Weiteres beizu-
pflichten, wenn den Akten – anhand einer summarischen Prüfung – keine Anhaltspunkte für 
eine offensichtliche Unrichtigkeit der geltend gemachten Beiträge entnommen werden können. 
 
9. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfassend, dass die 
Ausgleichskasse den Beschwerdeführer im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
14. Oktober 2024 zu Recht zur Bezahlung von Schadenersatz verpflichtete. Die Schadenersatz-
forderung ist indessen von insgesamt Fr. 63'149.75 auf Fr. 37'163.-- zu reduzieren. Die Be-
schwerde ist in diesem Sinne teilweise gutzuheissen.  
 
10.1 Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das AHVG keine grundsätzli-
che Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 

 

 
 
Seite 12    

10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerde nur teilweise gutgeheissen wurde, kann dem Be-
schwerdeführer nur eine reduzierte Parteientschädigung ausgerichtet werden (vgl. § 21 Abs. 1 
VPO, wonach der ganz oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Parteientschädi-
gung zugesprochen werden kann). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner 
Honorarnote vom 12. Juni 2025 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand 
von 13 Stunden und 10 Minuten geltend gemacht. Dieser Zeitaufwand erweist sich in Anbe-
tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen 
sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur An-
wendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Zusätzlich gewährt das 
Gericht 2 Stunden und 30 Minuten für die Parteiverhandlung mit Vorbesprechung und Anreise. 
Nicht zu beanstanden sind ferner auch die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von 
Fr. 65.60. Aufgrund der nur teilweisen Gutheissung der vorliegenden Beschwerde ist die Zu-
sprechung einer Parteientschädigung von der Hälfte des geltend gemachten Honorars gerecht-
fertigt. Demnach hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 2'152.85 (inkl. Auslagen und 8,1 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  
 
 
 
  

 

 
 
Seite 13    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die 
Schadenersatzforderung in Abänderung des angefochtenen Ein-
spracheentscheids vom 14. Oktober 2024 auf den Betrag von 
Fr. 37'163.-- reduziert wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die Ausgleichskasse Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer 
eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'152.85 (inkl. 
Auslagen und 8,1 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gegen diesen Entscheid haben die Parteien am 13. November 2025 Beschwerde beim Bun-
desgericht erhoben (siehe nach Vorliegen der Urteils: Verfahren-Nr. 9C_632/2025 und 
9C_633/2025).