# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 525ddd20-194d-5469-8df7-d5e7c5711be6
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-23
**Language:** de
**Title:** In psychiatrischer Hinsicht vermögen weder die Berichte der behandelnden Psychiaterin noch das zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstellte Gutachten zu überzeugen; in somatischer Hinsicht ist unzureichend abgeklärt, ab welchem Zeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit bestand; Rückweisung zur polydisziplinären Begutachtung.
**Docket/Reference:** IV.2019.00105
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00105.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00105
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiber Würsch
Urteil
vom
2
3.
Oktober 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Fiona Carol
Forrer
Advokaturbüro
Auf der Mauer 4, Postfach 3074, 8034 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1986,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert
u
nd war seit dem
7.
Oktober 2014
in einem bis 3
1.
Dezember 2016 befristeten Arbeitsverhältnis
bei der
Y.___
als Mitarbeiter in der Warenlogistik
angestellt
.
Ferner war er ab dem
1.
Oktober 2014 auf Abruf bei der
Z.___
,
A.___
, als Servicemitarbeiter tätig
(
Urk.
6/
5, 6/27/73, 6/27/78 f., 6/27/81 und 6/
29
). Am
12.
August 2015
erlitt er eine offene Achillessehnenruptur links, als er
von hinten von einem
Gabels
tapler angefahren wurde
(
Urk.
6/11/54 f., 6/11/79).
Die Verletzung wurde in der Folge mehrfach operativ
versorgt
(Urk. 6/11/10 ff., 6/11/56 f.)
;
d
ie Suva erbracht
e
die gesetzlichen Leistungen (Urk. 6/11/73).
Unter Hinweis auf
die Achillessehnenruptur
meldete
sich der Versicherte
am 26.
Januar 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst
einem Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/29) unter anderem die
Akten der Suva
ein (
Urk.
6/11, 6/27 und 6/37). Nach Eingang weiterer medizinischer Unterlagen
(
Urk.
6/12,
6/
14
f.
, 6/
19
, 6/21, 6/23, 6/30/4 f. und 6/35)
stellte sie dem Versicherten mit Vorbe
scheid vom 1
6.
November 2016 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht, da keine drei vollen Beitragsjahre vorlägen (
Urk.
6/39).
Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
6/
41), nahm die IV-Stelle
ergänzende
Abklärungen bezüglich der Beitragsdauer vor (vgl.
Urk.
6/48 ff.).
Ausserdem zog sie
weitere
Akten der Suva bei (
Urk.
6/58, 6/76).
Nach Rücksprache mit dem Re
gionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
Urk.
6/84/2 f.) erliess sie am
8.
Dezember 2017 einen neuen Vorbescheid,
in welchem
sie
vorsah,
dem Versicherten
für den befristeten Zeitraum von August 2016 bis und mit Juni 2017 eine ganze
Invali
denrente
zuzusprechen
(
Urk.
6/86).
Der Versicherte erhob auch gegen diesen Vor
bescheid Einwand (
Urk.
6/88, 6/98). Nach Eingang diverser weiterer ärztlicher Unterlagen (
Urk.
6/
94, 6/97, 6/102, 6/107, 6/121 und 6/125), Akten des Kranken
taggeldversicherers, welche namentlich ein psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med. B.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
2.
Juni 2018
enthielten
(
Urk.
6/99, 6/132) sowie mehreren RAD-Stellungnahmen (
Urk.
6/116/3, 6/126/2 und 6/133/1 f
f
.) verfügte die IV-Stelle am 2
8.
Dezember 2018 im angekündigten Sinne (
Urk.
2 =
Urk.
6/135, 6/137).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
1.
Februar 2019 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm auch ab dem
1.
Juli 2017 die gesetzlichen Leistungen in Form einer Invalidenrente auszurichten. Eventualiter
sei ein polydisziplinäres
Gutachten anzuordnen und die Sache zwecks Klärung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Des Weiteren seien unter Erbringung von Taggeldleistungen berufliche Massnahmen zu gewähren
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
März 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
2.
März 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3
.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbring
en (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
.2
Für die Frage der zumutbaren Arbeitsleistung bei psychischen Erkrankungen sind nach der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung sämtliche psychischen Lei
den einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (BGE 143 V 409, 143 V 418). Für die Prüfung hat das Bundesgericht spezielle Standardindikatoren entwickelt. Diese im Regelfall beachtlichen Indikatoren wurden wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1
:
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung
,
IVV)
analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
derung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung
vom 2
8.
Dezember 2018 erwog die Beschwer
degegnerin zusammengefasst,
der Beschwerdeführer
sei
seit seinem Unfall vom 1
2.
August 2015 in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Nach Ablauf des Wartejahr
e
s habe dies auch für angepasste Tätigkeiten gegolten, wes
halb bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
ab August 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe.
Wie aus den Akten der Suva hervorgehe, habe ab Ende März 2017 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten vorgelegen. Die psychischen Einschränkungen seien nicht zu berück
sichtigen, da noch Behandlungsoptionen
bestünden
und nicht von einer chroni
schen Krankheit auszugehen sei. Mittels Einkommensvergleichs ergebe sich unter Anrechnung eines leidensbedingten Abzuges ein Invaliditätsgrad von 15
%
. Ab Juli 2017, drei Monate nach Eintritt der Verbesserung des Gesundheitszustandes, bestehe somit kein Rentenanspruch mehr.
Die im Rahmen des
Vorbescheidver
fahrens
eingegangenen medizinischen Unterlagen seien dem RAD vorgelegt wor
den und würden keine neuen Diagnosen ausweisen, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
In Bezug auf das Gesuch um Gewährung beruflicher Massnahmen sei
im Übrigen
insbesondere
anzumerken, dass der Beschwerdefüh
rer nicht über die in diesem Zusammenhang notwendigen Deutschkenntnisse verfüge (
Urk.
2 S. 5 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerdeschrift vom
1.
Februar 2019 im Wesentlichen geltend,
auch ab Juli 2017 Anspruch auf eine Invalidenrente zu haben. Bereits aus rein psychiatrischer Sicht
sei
sowohl für die Vergangenheit als auch
für die Gegenwart eine 50-100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
Die von fachärztlicher Seite gestellten Diagnosen seien geeignet, sich invalidisierend auszuwirken, da
diese
in Wechselwirkung mit dem Fussleiden
eine erhebliche Leistungseinschränkung im Erwerbsbereich zur Folge hätten.
In Nachachtung der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung stehe die fehlende Therapieresis
tenz dieser Beurteilung ebenfalls nicht entgegen
(
Urk.
1 S. 14 ff.).
Sollte dieser Auffassung nicht gefolgt werden können, sei die Einholung eines polydisziplinä
ren Gutachtens anzuordnen, um die funktionellen Folgen und Wechselwirkungen der verschiedenen Erkrankungen in Einklang mit der höchstrichterlichen Praxis anhand einer
Indikatorenprüfung
zu würdigen.
Es gehe entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin nicht an, die psychischen Beschwerden isoliert zu
betrachten und mit einer völlig haltlosen Begründung auszuklammern (
Urk.
1 S.
14).
Sollte
die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit im Zuge der weiteren medizini
schen Abklärungen in naher Zukunft für zumutbar erachtet werden, so hätte die Beschwerdegegnerin
überdies
berufliche Massnahmen zu gewähren (
Urk.
1 S. 16).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
zog sich
am 1
2.
August 2015 eine offene Achillessehnen
ruptur links
zu
, als er von hinten von einem Gabelstapler angefahren wurde.
Gleichentags wurde er im
C.___
operativ versorgt (
Urk.
6/11/54 ff.).
Aufgrund einer Wundheilungsstörung
beziehungsweise einer
low
-grade-Infek
tion
litt
er
in der Folge unter persistierenden Schmerzen (vgl. Urk. 6/11/26, 6/11/37).
Im Rahmen weiterer operativer Eingriffe wurden am 11., 1
8.
u
nd 2
3.
Dezember 2015 in der
D.___
unter anderem
Débridements
und eine Resektion der Achillessehne vorgenommen (
Urk.
6/11/10 ff.).
Gemäss Austrittsbericht vom
4.
Januar 2016
sei der Beschwerdeführer am 31.
Dezember 2015 schmerzkompensiert, mit reizlosen Wundverhältnissen und in gutem Allge
meinzustand
nach Hause
entlassen worden (Urk. 6/132/6 f.).
Seitens der behan
delnden Ärzte war ab dem Unfalldatum bis auf Weiteres durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (
Urk.
6/12/1, 6/12/8 ff.).
3.2
Vom 1
9.
bis 2
5.
Februar 2016 war der Beschwerdeführer erneut in der
D.___
hospitalisiert, wobei ein Transfer des
flexor
hallucis
longus
(FHL) am linken Fuss durchgeführt wurde (
Urk.
6/27/15 ff.).
Im Rahmen der nach
folgenden physiotherapeutischen Behandlung
zog
er sich
am 2
0.
Juni 2016 ein Extensionstrauma im linken oberen Sprunggelenk zu
, was immediate Schmerzen im Bereich der Achillessehne zur Folge hatte
.
Das Transplantat blieb j
edoch intakt, was mittels MRI a
m 2
1.
Juni 2016 f
estgestellt werden konnte (Urk.
6/27/95, 6/37/17 f.).
Im weiteren Verlauf sei
es gemäss Bericht der
D.___
vom
2.
August 2016 zu einer Besserung der Beschwerden
gekommen
, wobei der Beschwerdeführer nach wie vor
Krücken verwendet habe
(
Urk.
7/30/4).
3.3
Vom
7.
September bis
7.
Oktober 2016 nahm der Beschwerdeführer eine ambu
lante Rehabilitation in der
E.___
in Anspruch, wobei neben der Fussproblematik eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) festgestellt wurde (
Urk.
6/35/1).
Letztere se
i gemäss
lic
. phil. F.___
durch die anhaltende Belastungssituation getriggert worden und beein
trächtige die Schmerzbewältigung im Sinne einer somatoformen Komponente. Dies führe zu einer arbeitsrelevanten Leistungsminderung (Urk. 6/35/12).
Insge
samt wurde im Austrittsbericht vom 2
1.
Oktober 2016 festgehalten, dass weder eine wesentliche Verbesserung der Schmerzproblematik noch der körperlichen Leistungsfähigkeit habe erreicht werden können. Der Beschwerdeführer entlaste stets den linken Fuss und sehe sich aufgrund der Schmerzen und aus Angst vor einer Verschlimmerung nicht in der Lage, sich vom Gebrauch der Gehstöcke sukzessive zu entwöhnen (
Urk.
6/35/4). Die bisherige Tätigkeit wurde vorläufig für nicht mehr zumutbar erachtet. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit für leidensadap
tierte Tätigkeiten wurde
keine Einschätzung getroffen mit der Begründung, dass sich der Beschwerdeführer nach wie vor in der medizinischen Phase befinde (
Urk.
6/35/2).
3.4
Weiteren Berichten der
D.___
vom
2
6.
September, 24. No
vember und 1
2.
Dezember 2016 ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass
die Beweglichkeit des Fusses trotz regelmässiger Physiotherapie stagniert habe.
Die Schmerzen würden ebenfalls persistieren (vgl.
Urk.
6/37/72 f., 6/58/15 f. und 6/58/30 f.).
3.5
Am 3
1.
März 2017 wurde der Beschwerdeführer durch
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Radiologie, im Auftrag der Suva kreisärztlich untersucht.
Dieser konnte gemäss Bericht gleichen Datums eine deutliche Atrophie der Muskulatur des linken Unterschenkels und
diskreter
auch des Obe
rschenkels objektivieren, was auf eine stark verminderte Aktivität des linken Fusses hindeute. Der Beschwerdeführer habe sich durch das Gehen mit dem Unterarmgehstock auf der rechten Seite eine derart ineffiziente Gangart angeeignet, dass es höchstwahr
scheinlich zu einer deutlichen Fehlbelastung der rechten unteren Extremität sowie des Rückens und zu einer unerwünschten übermässigen Entlastung des geschädigten linken Unterschenkels komme. Zudem scheine der Gehstock eine klar vorhandene Selbstlimitierung zu fördern. Ziel müsse die vollständige Stock
entwöhnung sein, sodass der Schwund der Unterschenkelmuskulatur aufgehalten werden könne
. Der Beschwerdeführer sehe die Schuld für seinen aktuellen Zustand beim Gabelstapler und bei den Ärzten, die seiner Meinung nach durch ihr Verhalten für den im Verlauf aufgetretenen Infekt verantwortlich seien. In dieser Sache perseveriere er. Ein Wille, sich auch selbst an einer positiven Beein
flussung des aktuellen Gesundheitszustandes zu beteiligen, sei nicht erkennbar. Demzufolge sei von medizinischen Massnahmen keine namhafte Verbesserung des gegenwärtigen Zustands
mehr
zu erwarten. Eine Wiedereingliederung in die angestammte Tätigkeit als Mitarbeiter in der Warenlogistik sei nicht mehr denk
bar. Zumutbar seien ganztags leichte bis mittelschwere, vorwiegend (zu 95
%
) sitzend auszuübende Tätigkeiten, bei denen Fuss und Unterschenkel links nicht beansprucht oder benötigt würden.
Die Phasen im Gehen oder Stehen dürften die maximale Dauer von je zehn Minuten nicht überschreiten. Arbeiten im Knien oder in der Hocke seien nicht möglich. Das Tragen von Lasten von über fünf Kilogramm und das Treppensteigen (ohne Lasten) sei
en
gelegentlich zumutbar
(
Urk.
6/58/113
f.).
3.6
Mit Bericht vom 1
8.
Juni 2017
stellte
Dr.
med.
H.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
folgende Diagnosen:
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
chronische Schmerzen bei Status nach Arbeitsunfall mit langwieriger Behandlung mit mehrmaligen Operationen,
nicht zufriedenstellender
Rehabilitation, starke
r
psychosoziale
r
Belastung und psychiatrische
r
Komorbidität.
Der Beschwerdeführer habe sich vom 2
3.
März bis 3
0.
August 2016 bei ihr in Behandlung befunden und habe die Therapie ab dem 2
6.
April 2017 wieder auf
genommen.
Die depressive Symptomatik stehe derzeit im Vordergrund.
Insbeson
dere sei die Stimmung depressiv, voller Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut. Der Beschwerdeführer fühle sich zudem unruhig, nervös und müde. Er leide an aus
geprägten Schlafstörungen. Nebst einer starken Rückzugstendenz bestünden
auch
ein Interesseverlust sowie Freudlosigkeit. Suizidgedanken würden hie und da auftreten.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe
generell eine
70%ige Arbeitsunfä
higkeit (Urk. 6/76/90 f.).
Bei unveränderten Diagnosen
attestierte
Dr.
H.___
in weiteren Berich
ten vom 2
7.
Februar und 1
5.
März 2018
für den Zeitraum
von Dezember 2015 bis Oktober 2017 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit für jeglichen Tätigkeitsbereich. Seit
dem
liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor
(Urk. 6/102/4, 6/107/4). Der Beschwerdeführer sei vorläufig psychisch nicht belastbar und könne nur mit grosser Mühe seine Alltagsroutine bewältigen (Urk. 6/107/4).
An dieser Einschät
zung hielt
Dr.
H.___
im Wesentlichen auch mit Bericht vom 1
4.
Sep
tember 2018 fest. Eine Arbeit sei aus psychiatrischer Sicht
wenn überhaupt
nur
in einem
50
%
-Pensum
im
geschützten Rahmen zumutbar.
Bei jeglicher Zunahme des schon vorhandenen gross
en psychisch-sozialen Drucks sei
mit einer psychi
schen
Dekompensation zu rechnen (Urk.
6/125/1 f.).
3.7
Dr.
med. I.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, äusserte sich in seinem Bericht vom 11. Septem
ber 2018 dahingehend, dass der Beschwerdeführer nur noch fähig sei, an einem Gehstock zu gehen; der linke Fuss sei in
Equinus
-Position
ver
steift und erlaube kein Abrollen (
Urk.
6/125/3). Im angestammten Beruf bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Von rein somatischer Seite sei der Beschwerdeführer für sitzende Tätigkeiten
mit kurzen Gehdistanzen
sicherlich mindestens zu 50
%
arbeitsfähig
(
Urk.
6/125/4 f.).
3.8
Dr.
B.___
hielt in seinem zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstellten psychiatrischen Gutachten vom 2
2.
Juni 2018 fest,
der Beschwerdeführer
habe im Rahmen der Exploration
berichtet,
dass sich sein gesamtes Leben nach dem Unfall verändert habe
; für ihn sei nichts mehr wie zuvor. Er habe sich in seinem
ganzen Wesen verändert, worunter auch die Ehe gelitten habe, sodass es zur ein
vernehmlichen Trennung gekommen sei. Zuvor sei er leistungsfähig, engagiert und motiviert gewesen
. Neben seiner Tätigkeit bei der
Y.___
sei er noch in einem Restaurant angestellt gewesen. Aktuell fühle er
sich oft gereizt und
führe aggres
sive Impulse manchmal ab
, indem er gegen Gegenstände schlage
. Er meide zudem den Kontakt zu anderen Personen und «akzeptiere» den Unfall sowie die stigma
tisierenden Einschränkungen nicht. Im Weiteren leide er an Kopfschmerzen, wenn er zu viel fernsehe, sowie an schlechten Träumen vom Unfall und den Spitalau
fenthalten (
Urk.
6/132/14 f.).
Aus fachärztlicher Sicht sei der Beschwerdeführer
bewusstseinsklar und zu den Qualitäten Person, Situation, Ort sowie Zeit vollständig orientiert gewesen.
Durch Ängste, Zwänge oder paranoide Ideen habe er nicht beeinträchtigt gewirkt. Sowohl die Auffassung als auch die mnestischen Funktionen seien intakt gewe
sen.
Durch das Gangbild mit stark nach aussen rotiertem Fuss habe er deutlich stigmatisiert gewirkt.
Die Kontaktaufnahme sei zunächst zögerlich erfolgt, wobei der Beschwerdeführer unter anderem bei der Schilderung des Unfallablaufs und der Schmerzen immer wieder leicht geweint habe. Die Stimmung sei allerdings nicht tief deprimiert gewesen; der Beschwerdeführer habe eher verbittert gewirkt und sein Gedankengang sei auf den Unfall und dessen Folgen eingeengt gewesen. Gestik und Mimik hätten in ihrem Spektrum reduziert gewirkt. Leicht beeinträch
tigt erschienen sei ferner die Ausdauer. Insgesamt hätten sich
trotz nachvollzieh
barer und differenzierter Bes
chreibung des Unfallablaufs, der Unfallfolgen sowie der
ärztlichen Interventionen auch Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Konzentration ergeben. Überdies habe eine leichte psychomotorische Unruhe bestanden. Bei normalem psychischen Antrieb
habe der Beschwerdeführer inner
lich leicht angespannt gewirkt. Eine Suizidalität
sei nicht erkennbar gewesen
(
Urk.
6/132/16).
Dr.
B.___
schloss
auf der Grundlage dieser Befunde
auf die Diagnose
eine
r
sons
tige
n
Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.8
).
Die psychische Störung sei reaktiv und Folge des
im August 2015 erlittenen
Unfalls respektive der
frustranen
Behandlungsversuche.
Eine posttraumatische Belastungsstörung bestehe demge
genüber nicht, da das belastende Ereignis nicht katastrophenartigen Ausmas
ses
beispielsweise vergleichbar einer Folterung oder Terrorismus
gewesen sei.
Aus rein psychiatrischer Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten mit den psychischen, intellektuellen und kognitiven Anforderungen des bisherigen Berufs zu 50
%
beeinträchtigt. Eingeschränkt seien auch Konzentration und Ausdauer für intellektuell anspruchsvolle Tätigkeiten wie Umschulungen oder Sprachkurse über das bisher erreichte Niveau hinaus (
Urk.
6/132/16 ff.).
3.9
Nach Einsichtnahme in die medizinischen Akten hielt
RAD-Arzt
Dr.
med.
J.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewe
gungsapparates,
in seiner
abschliessenden
Stellungnahme vom 2
2.
Oktober 2018 fest, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Mitarbeiter in der Warenlogistik seit dem Unfall am 1
2.
August 2015 dauerhaft nicht mehr zumut
bar sei.
Bis zum 3
1.
März 2017 habe aus somatischer Sicht auch für leidensadap
tierte Tätigkeiten, welche dem vom Kreisarzt der Suva erstellten Belastungsprofil entsprächen, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seither sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. In psychiatrischer Hinsicht habe von Oktober 2016 bis zum 2
2.
Juni 2018 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Seit diesem Datum
betrage die Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkei
ten 50
%
(
Urk.
6/133/2).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist in erster Linie, ob die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer zu Recht für den befristeten Zeitraum von August 2016 bis und mit Juni 2017 eine ganze Invalidenrente
zugesprochen hat
oder ob auch darüber hinaus ein Rentenanspruch besteht (vgl. E. 2.1 f. vorstehend).
In diesem Zusam
menhang ist vor
weg
zuschicken
, dass unbestritten gebliebene Bezugszeiten nicht von der gerichtlichen Beurteilung auszuklammern sind,
selbst
wenn
die Verwal
tung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zuspricht und beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen ange
fochten wird.
Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zuspre
chung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers betrifft, gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass die in diesem Zusammen
hang bestehenden Einschränkungen
bei der
Ermittlung
der Arbeitsfähigkeit
nicht zu berücksichtigen seien, da die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft seien und kein chronisches Krankheitsbild vorliege (
Urk.
1 S. 5).
Sie wich damit nicht nur von der Beurteilung der behandelnden Psychiaterin
Dr.
H.___
ab
,
welche für den Zeitraum von Dezember 2015 bis Oktober 2017 eine generelle 70%ige und danach
mit Ausnahme von
Tätigkeiten in geschütztem Rahmen
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 6/102/4, 6/107/4
und
6/125/1 f.
).
Auch auf die Einschätzung des Gutachters
Dr.
B.___
, welcher sowohl für die angestammte als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (
Urk.
6/
132/18 f.),
stellte
die Beschwerdegegnerin
nicht ab.
4.2.2
Dr.
B.___
erstellte sein Gutachten im Auftrag
des Krankentaggeldversicherers, weshalb seiner Expertise
der Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Fest
stellungen zu
kommt
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_580/2018 vom 14.
Nove
mber 2018 E. 4.1 mit Hinweisen), sofern sie als schlüssig erscheint, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei ist und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen
(BGE 134 V
231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE
125 V 351 E. 3b/
ee
).
Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten ver
sicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständi
ger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stel
len. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergän
zende Abklä
rungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1
; 139 V 225 E. 5.2; 135 V
465 E. 4.4 und E.
4.7).
Der Beschwerdeführer weist zu Recht auf die aktuelle höchstrichterliche Recht
sprechung hin, wonach grundsätzlich für sämtliche psychischen Leiden ein
indi
katorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 Anwendung findet, um Aufschluss über das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen zu erhalten (vgl. BGE
143 V 409 E. 4.5.1
und 143 V 418 E. 7.1).
In
casu
nahmen
weder
Dr.
B.___
noch die Beschwerdegegnerin
rechtsgenüglich
auf die
massgebenden Indikatoren (vgl. E. 1.3.2 vorstehend)
Bezug
.
Im Einklang mit
der Argumentation der Beschwerdegegnerin mag es zwar zutreffen, dass
in Anbetracht der vom Gutach
ter aufgezeigten Behandlungsoptionen (vgl. Urk. 6/132/18) nicht auf eine Thera
pieresistenz geschlossen werden kann.
Dies allein genügt
rechtsprechungsgemäss
jedoch nicht, um einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
verneinen zu können
.
Des Weiteren beinhaltet das psychiatrische Gutachten nur eine Auseinanderset
zung mit der Einschätzung von
lic
. phil.
F.___
vom 1
7.
Oktober 2016, nicht jedoch mit den
im Vergleich dazu deutlich
aktuelleren Berichten der behandelnden
Psychiaterin Dr.
H.___
(
Urk.
6/132/19 f.).
Ferner äus
serte
sich
Dr.
B.___
nicht retrospektiv zu einer allfälligen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, sondern
nahm
in diesem Kontext
bloss auf den Un
tersuchungs
zeitpunkt Bezug. Einzig der Hinweis darauf, dass die psychische Störung durch den im August 2015 erlittenen Unfall verursacht worden sei, ermöglicht keine Rückschlüsse auf den
Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
(Urk.
6/132/18 f.)
,
was mit Blick auf die Rentenherabsetzung und die hierfür erforderlichen Revisionsgründe massgebend sei
n
kann
.
Gesamthaft bestehen somit in mehrfacher Hinsicht
zumindest geringe
Zweifel an der Zuverlässigkei
t
und Schlüssigkeit
des Gutachtens von
Dr.
B.___
. In Nach
ach
tung der
zitierten
bundesgerichtlichen Praxis kann darauf folglich nicht abge
stellt werden.
Mit dem Gesagten geht einher, dass auch die abschliessende Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt Dr.
J.___
vom 22. Oktober 2018 nicht zu überzeugen vermag, da diese in psychiatrischer Hinsicht nicht auf selbständigen Untersuchungen, sondern in wesentlichen Punkten auf den nicht beweiskräftigen Einschätzungen von
Dr.
B.___
basiert, ohne dass diese einer kritischen Würdigung
oder dem strukturierten Beweisverfahren
unterzogen worden wären (vgl. Urk. 6/133/2).
4.2.3
Soweit der Beschwerdeführer der Meinung ist, dass auf der Basis der Berichte von
Dr.
H.___
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähig
keit ausgewiesen sei, ist ihm zu widersprechen.
Es ist daran zu erinnern, dass
behandelnde
Arztpersonen
beziehungsweise Therapiekräfte
erfahrungsgemäss
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen
, weshalb eine direkte Leistungszuspr
echung
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte im Streitfall kaum je in Frage kommt
(BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
.
Eine solche
rechtfertigt sich im konkreten Fall in Anbetracht dessen
umso weniger, dass sich
Dr.
H.___
mit den Interessen des Beschwerdeführers über das Mass hin
aus identifiziert
e
, das bei einer
behandeln
den Arzt
person
zu erwarten wäre.
So
hielt sie
nicht nur in einem Zeugnis vom
5.
August 2017 zuhanden der Gläubiger des Beschwerdeführers fest, dass dieser aus medizinischen Gründen nicht in der Lage sei, seinen finanziellen Verpflich
tungen nachzukommen (Urk. 6/99/8).
In einem weiteren Schreiben vom 2
5.
No
vember 2017 wandte sie sich ausserdem an die Wohngemeinde des Beschwerde
führers und
ersuchte darum, ihn und seine Familie
in diverser Hinsicht
zu unter
stützen (
Urk.
6/99/40).
Dies zeigt illustrativ auf, dass ein Rollenwechsel von der behandelnden Therapeutin zur Parteivertreterin stattgefunden hat, was die
Beweiskraft der Berichte von
Dr.
H.___
erheblich
mindert
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_695/2019 vom 1
8.
Dezember 2019 E. 4.3 mit Hinweis).
Gestützt darauf
fällt
die Zusprechung einer Invalidenrente daher
ausser Betracht
.
4.2.4
Zusammengefasst kann anhand der derzeitigen Aktenlage nicht mit dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestellt werden,
ob und inwiefern sich der psychische
Gesundheitsschaden
im zeitlichen Verlauf auf das funktio
nelle Leistungsvermögen des Be
schwerdeführers ausgewirkt hat
. Weitere Abklä
rungen sind in diesem Kontext
folglich
un
abdingbar
.
4.3
4.3.1
In somatischer Hinsicht
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass dem Beschwerdeführer die
Ausübung der
angestammte
n
Tätigkeit als Mitarbeiter in der Warenlogistik seit dem Unfall vom 1
2.
August 2015 nicht mehr
möglich
sei
(
Urk.
2 S. 5). Dieser Feststellung hat der Beschwerdeführer nicht widersprochen (vgl.
Urk.
1). Sie
stimmt insbesondere mit der kreisärztlichen Beurteilung von
Kreisarzt
Dr.
G.___
vom 31.
März 2017
überein, welche
auch
von
Dr.
J.___
vom RAD übernommen wurde.
Es
ist nachvollziehbar, dass die
vorwiegend stehend
und
gehend
ausgeübte Tätigkeit
in der Logistik (vgl.
Urk.
6/29/5)
auf
grund der erlittenen Achillessehnenverletzung und der
damit verbundenen
einge
schränkten Gehfähigkeit dauerhaft nicht mehr zugemutet werden kann (Urk. 6/58/113 f., 6/133/2).
4.3.2
Dr.
G.___
erachtete leichte bis mittelschwere, vorwiegend (zu 95
%
) sitzend auszuübende Tätigkeiten, bei denen Fuss und Unterschenkel links nicht bean
sprucht oder benötigt würden
,
für ganztags zumutbar
. Die Phasen im Gehen oder Stehen dürften die maximale Dauer von je zehn Minuten nicht überschreiten. Arbeiten im Knien oder in der Hocke seien nicht möglich. Das Tragen von Lasten von über fünf Kilogramm und das Treppensteigen (ohne Lasten) sei gelegentlich zumutbar (
Urk.
6/58/114).
Sowohl der RAD als auch die Beschwerdegegnerin schlossen auf dieser Grundlage darauf, dass es dem Beschwerdeführer seit dem 3
1.
März 2017
aus rein somatischer Sicht
möglich sei, einer leidensadaptierten Tätigkeit in einem 100%-Pensum nachzugehen (
Urk.
2 S. 5, Urk. 6/133/2).
Dies erscheint grundsätzlich schlüssig
und
wird
entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers namentlich nicht mit Blick auf den Bericht von
Dr.
I.___
vom 1
1.
September 2018 widerl
egt. Dieser stufte überwiegend
sitzende Tätigkei
ten mit kurzen Gehdistanzen
zu mindestens 50
%
als zumutbar ein,
was eine 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht ausschliesst. Er
legte
zudem
nicht dar, weshalb die Arbeitsfähigkeit in einer
dem Belastungsprofil
angepassten Tätigkeit aufgrund der Fussbeschwerden
quantitativ
eingeschränkt sein sollte (
vgl.
Urk.
6/125/4 f.).
Dem Untersuchungsbericht von
Dr.
G.___
kann allerdings nicht entnommen werden,
ab welchem Zeitpunkt eine leidensangepasste Tätigkeit aus somatischer Sicht wieder zumutbar war. Als Kreisarzt der Suva hatte er sich in erster Linie mit
der Frage zu befassen, ob von medizinischen Massnahmen noch eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erwarten war oder nicht (vgl. Urk. 6/58/108). Eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, welche inva
lidenversicherungsrechtlich von Relevanz ist, erfolgte dagegen nicht.
In diesem Kontext
ist nicht auszuschliessen
, dass
bereits vor dem 3
1.
März 2017 wieder eine (teilweise) Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten bestand
, zumal
sich der Beschwerdeführer
letztmals
am 1
9.
Februar 2016 einem operativen Eingriff unterzogen hatte (vgl.
Urk.
6/27/15 ff.) und
nach einigen Monaten der Rekonva
leszenz
bis zur kreisärztlichen Untersuchung weder radiologisch noch klinisch wesentliche Veränderungen festgestellt werden konnten (vgl. Urk. 6/27/95, 6/35/4, 6/37/72 f., 6/58/13-16, 6/58/30 f.).
In diesem Zusammenhang
ist somit ebenfalls eine
präzise
fachärztliche
Einschätzung
notwendig
, wobei dies im Ergebnis zur Folge haben kann, dass dem Beschwerdeführer
allenfalls
nicht von August 2016 bis Juni 2017, sondern
für einen kürzeren Zeitraum eine
(
ganze
)
Invalidenrente zuzusprechen ist.
4.4
Nach dem Gesagten
fehlt
es
an einer beweiskräftigen medizinischen Grundlage, welche es ermöglichen würde, den allfälligen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung aus rechtlicher Sicht abschliessend zu beurteilen.
Da sich der Sachverhalt somit als ungenügend abklärt erweist, wird die Beschwerdegegnerin angesichts des geltenden Untersuchungsgrundsatzes (
Art.
43
Abs.
1 ATSG) weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen haben
(vgl. E. 1.5 vorstehend)
. Dabei
drängt sich eine p
olydisziplinäre Begutachtung auf, da sowohl somatische als
auch
psychiatris
che Beschwerdebilder vorliegen und von fachärztlicher Seite eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen zwi
schen den krankheitswertigen Störungen erforderlich ist.
Demzufolge
ist die angefochtene Verfügung vom
2
8.
Dezember 2018 (
Urk.
2)
im Sinne des Eventualantrages des Beschwerdeführers
aufzuheben und die Angele
genheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergän
zender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und sodann über den Leistungsanspruch neu entscheide.
5
.
5
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5
.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsie
gende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Prozessentschädigung ermessens
weise festzusetzen. Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von
Fr.
2'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
8.
Dezember 2018 auf
gehoben und die Sache an diese zurückgewiesen wird, damit sie nach ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessentschä
digung von
Fr.
2’500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Fiona Carol
Forrer
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWürsch