# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 349ab4f3-a9b5-55e5-a658-563feb5c2407
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.05.2017 C-6018/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6018-2015_2017-05-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-6018/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richterin Franziska Schneider,  

Richter Vito Valenti,    

Gerichtsschreiber Roland Hochreutener. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Comité de protection des travailleurs fronta-

liers européens, 3, route de Mulhouse, FR-68190 Ensisheim,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Neuanmeldung,  

Verfügung vom 31. Juli 2015. 

 

 

 

C-6018/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Die am (…) geborene, verwitwete Schweizer Bürgerin A._______ 

(nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin), Mutter von 

B._______ (geb. […]) und wohnhaft in C._______ (F), ist gelernte Schnei-

derin, arbeitete laut Arbeitgeberauskunft von Januar 1988 bis zur krank-

heitsbedingten Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 30. November 2011 

mit einem Pensum von 65 % als Hausdienstangestellte im Pflegeheim 

(…/BS) und entrichtete laut Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) von 

Januar 1994 bis November 2009 Beiträge an die obligatorische Alters-, 

Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; Akten der IV-Stelle 

des Kantons Basel-Stadt gemäss Aktenverzeichnis und -nummerierung 

vom 13.11.2015; nachfolgend: act.] act. 37, S. 2 f. [IK-Auszug]; act. 1, S. 1 

- 6; act. 9, S. 2; act. 10, S. 3; act. 13, S. 2; act. 69, S. 2).  

A.b Aufgrund ihrer Knie- und Rückenbeschwerden (Gonarthrose am rech-

ten Knie sowie Diskopathie L5/S1) meldete sich die Versicherte am 7. Au-

gust 2009 bei der IV-Stelle des Kantons Basel-Stadt (nachfolgend: IV-

Stelle; Posteingang: 3. September 2009) zum Leistungsbezug an (act. 1, 

S. 1 - 11). Die IV-Stelle führte daraufhin erwerbliche und medizinische Ab-

klärungen durch, indem sie die Arbeitgeberin um detaillierte Angaben zum 

Arbeitsverhältnis ersuchte, Arztberichte beizog und ihren Regionalen Ärzt-

lichen Dienst (RAD) um eine persönliche Untersuchung der Versicherten 

zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf und in einer alter-

nativen Verweistätigkeit ersuchte (act. 9, S. 1 - 26; act. 11 - 18). 

A.c Gestützt auf eine persönliche Untersuchung der Versicherten vom 

19. Januar 2010 hielt RAD-Ärztin Dr. med. D._______ als Diagnosen einen 

Status nach Operation mit Einsatz einer Knie-Totalprothese rechts vom 

29. Januar 2009 bei Valgusgonarthrose mit postoperativem Flexionsdefizit, 

eine Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose; PSCHYREMBEL, Klini-

sches Wörterbuch, 264. Aufl., S. 1816), eine Uncarthrose und eine ventrale 

spondylophytäre Ausziehung an der Halswirbelsäule sowie eine Spon-

dylarthrose an der Lendenwirbelsäule mit Diskusprotrusion (L5/S1) fest. In 

ihrer Leistungsfähigkeitsbeurteilung kam sie zum Schluss, dass – unter Be-

rücksichtigung des gesamten Schmerzsyndroms, des Flexionsdefizits 

beim rechten Knie sowie der vorbestehenden Diagnosen – im Zeitpunkt 

ihrer Untersuchung für die angestammte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsun-

fähigkeit bestehe, während eine optimal angepasste Verweistätigkeit im 

Umfang von 50 % zumutbar sei (act. 23, S. 1 - 4).  

C-6018/2015 

Seite 3 

A.d Der von der IV-Stelle mit der Abklärung beauftragte Dr. med. 

E._______, Facharzt FMH für Rheumatologie, hielt mit rheumatologischem 

Gutachten vom 6. Februar 2012 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit einen Status nach Arthroskopie des rechten Kniegelenks 

vom 3. Juni 2005, einen Status nach Arthroplastik beim rechten Kniegelenk 

(Totalprothese 01/2009), eine Rhizarthrose (links ausgeprägter als rechts) 

mit Arthrosplastik des Daumengelenks links am 25. Februar 2010, patho-

morphologische Veränderungen im Sinne von Osteochondrosen, Spondy-

losen und Unkarthrosen im HWS-, BWS- und LWS-Bereich sowie eine ge-

neralisierte Fibromyalgie fest. In seiner Leistungsbeurteilung kam er zum 

Schluss, dass der Versicherten ihre bisherige Tätigkeit seit Januar 2009 

nicht mehr zumutbar sei; in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit sei ihr 

demgegenüber eine Leistungsfähigkeit von 50 % zu attestieren (act. 69, 

S. 1 - 20).  

A.e Mit Vorbescheid vom 10. Oktober 2012 stellte die IV-Stelle der Versi-

cherten mit Wirkung per 1. März 2010 eine ganze und ab 1. Mai 2010 eine 

Dreiviertelsrente in Aussicht (act. 78). Am 26. Oktober 2012 teilte die IV-

Stelle der Versicherten allerdings mit, dass sich die dem Vorbescheid zu-

grunde gelegte Bemessungsmethode (allgemeiner Einkommensvergleich) 

gestützt auf eine interne Qualitätskontrolle als falsch erwiesen habe, wes-

halb umgehend weitere Abklärungen in die Wege geleitet würden (act. 79). 

A.f Im Rahmen einer Haushaltsabklärung vor Ort ermittelte die IV-Stelle 

mit Bericht vom 15. Januar 2013 für den Haushalt (Anteil 35 %) eine Ein-

schränkung von 21 % (act. 86, S. 1 - 7).  

A.g Mit Vorbescheid vom 26. Februar 2013 stellte die IV-Stelle der Versi-

cherten in Anwendung der gemischten Methode die Abweisung des Leis-

tungsbegehrens in Aussicht (Invaliditätsgrad: 33 %; act. 91, S. 1 - 4). 

A.h Mit Verfügung vom 10. Mai 2013 bestätigte die IVSTA den Vorbescheid 

und verneinte einen Rentenanspruch der Versicherten (act. 98, S. 1 - 3). 

Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 16. Dezember 2013 meldete sich die Versicherte un-

ter Hinweis auf einen beigelegten Arztbericht vom 29. November 2013 er-

neut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Posteingang: 3. Januar 

2014; act. 99, S. 1 - 4).  

C-6018/2015 

Seite 4 

B.b Die IV-Stelle veranlasste daraufhin bei Dr. med. F._______, Facharzt 

FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, und Dr. med. G._______, 

Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein bidisziplinäres 

(rheumatologisch-psychiatrisches) Gutachten, welches am 29. September 

2014 erstattet wurde (nachfolgend: bidisziplinäres Gutachten; act. 116, S. 1 

- 29 ff.). In ihrer Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, 

dass aus gesamtmedizinischer Sicht die psychiatrische Beurteilung mit ei-

ner Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 30 % über-

wiege. Der Schmerzproblematik werde im Rahmen der psychiatrischen 

Beurteilung im Zusammenhang mit den akzentuierten Persönlichkeitszü-

gen und der Angstsymptomatik genügend Rechnung getragen. 

B.c RAD-Arzt Dr. med. H._______ hielt mit abschliessender Stellung-

nahme vom 8. Oktober 2014 fest, dass auf das bidisziplinäre Gutachten 

abzustellen sei, da dieses umfassend sei. Überdies finde eine Auseinan-

dersetzung mit den Vorakten statt, und die Schlussfolgerungen seien nach-

vollziehbar (act. 119).  

B.d Mit Vorbescheid vom 18. Februar 2015 stellte die IV-Stelle die Abwei-

sung des Leistungsbegehrens in Aussicht (act. 120, S. 1 - 3). 

B.e Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch das Comité de Protec-

tion des Travailleurs Frontaliers européens (nachfolgend: Vertreter), mit 

Eingabe vom 9. März 2015 Einwand und kündigte darin die Nachreichung 

weiterer Akten an (act. 121). 

B.f Mit Eingabe ihres Vertreters vom 13. März 2015 liess die Versicherte 

der IV-Stelle weitere Arztberichte zukommen (act. 123, S. 1 - 9).  

B.g Mit Verfügung vom 31. Juli 2015 bestätigte die IVSTA den Vorbescheid 

und lehnte das Leistungsbegehren erneut ab. Zur Begründung führte sie 

im Wesentlichen aus, die von ihr veranlassten spezialärztlichen Untersu-

chungen hätten keine wesentliche und dauerhafte Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustandes ergeben. Die Prüfung der von ihr mit Einwand vom 

13. März 2015 nachgereichten medizinischen Akten durch ihren RAD habe 

ergeben, dass dieser auch unter Berücksichtigung der neuen Berichte an 

seiner bisherigen Einschätzung festhalte (act. 128). 

C.   

C.a Mit Eingabe ihres Vertreters vom 10. August 2015 (Posteingang: 

21. August 2015) wandte sich die Beschwerdeführerin an die IVSTA und 

C-6018/2015 

Seite 5 

teilte ihr mit, dass sie mit den in der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 

2015 gezogenen Schlussfolgerungen nicht einverstanden sei (Akten der 

IVSTA gemäss Aktenverzeichnis vom 25.11.2015 [nachfolgend: IVST-act.] 

18). Nachdem sie von der IVSTA auf die Rechtsmittelbelehrung und die 

Vorgehensweise bei einer Anfechtung der Verfügung hingewiesen worden 

war (IVST-act. 19), erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihres Ver-

treters vom 18. September 2015 (Poststempel: 23.09.2015) Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung verwies sie auf die 

der Beschwerde beigefügten Arztberichte, welche eine Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustandes belegen würden (Akten im Beschwerdever-

fahren [BVGer act.] 1 samt Beilagen).  

C.b Mit Vernehmlassung vom 25. November 2015 stellte die Vorinstanz 

unter Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle vom 13. November 2015 

den Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt die IV-

Stelle im Wesentlichen vor, das von ihr veranlasste bidisziplinäre (rheuma-

tologisch-psychiatrische) Gutachten von Dr. med. F._______ und Dr. med. 

G._______ vom 29. September 2014 sei vollumfänglich beweiskräftig, so-

dass im Ergebnis von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Verweistätigkeit auszugehen sei. Mit den im Vorbescheid- und Beschwer-

deverfahren eingereichten Berichten würden keine neuen Befunde geltend 

gemacht, welche geeignet wären, das bidisziplinäre Gutachten in Zweifel 

zu ziehen (BVGer act. 3 samt Beilagen).  

C.c Mit Zwischenverfügung vom 11. Dezember 2015 gab der Instruktions-

richter der Beschwerdeführerin Gelegenheit, bis zum 26. Januar 2016 ei-

nerseits eine Replik samt entsprechenden Beweismitteln einzureichen 

(Ziff. 2); anderseits ersuchte er die Beschwerdeführerin um Erläuterung der 

Frage, inwiefern aus ihrer Eingabe vom 10. August 2015 an die Vorinstanz 

hervorgehe, dass es sich um eine Beschwerdeschrift handle (BVGer 

act. 4).  

C.d Mit Eingabe ihres Vertreters vom 11. Januar 2016 teilte die Beschwer-

deführerin dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass sie in ihrem Schreiben 

vom 10. August 2015 ihr fehlendes Einverständnis mit der angefochtenen 

Verfügung deutlich mit den Worten „nous ne sommes pas d’accord“ mitge-

teilt habe, weshalb eine Beschwerdeschrift vorliege (BVGer act. 6 samt 

Beilagen).  

C-6018/2015 

Seite 6 

C.e Mit Eingabe vom 12. Februar 2016 verzichtete die Vorinstanz unter 

Verweis auf die Vernehmlassung der IV-Stelle vom 13. November 2015 auf 

eine Duplik (BVGer act. 10 samt Beilage). 

C.f Der vom Bundesverwaltungsgericht eingeforderte Kostenvorschuss 

von Fr. 400.- wurde am 3. März 2016 zugunsten der Gerichtskasse über-

wiesen (BVGer act. 11). 

C.g Mit Zwischenverfügung vom 8. März 2016 schloss der Instruktionsrich-

ter den Schriftwechsel, vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen, ab 

(BVGer act. 12).  

C.h Mit Eingabe vom 26. April 2016 liess die Beschwerdeführerin dem Bun-

desverwaltungsgericht unaufgefordert einen Arztbericht vom 9. März 2016 

zukommen (BVGer act. 14 samt Beilage). 

C.i Mit Eingabe ihres Vertreters vom 24. Juni 2016 nahm die Beschwerde-

führerin erneut unaufgefordert Stellung und reichte weitere Akten ein 

(BVGer act. 16 samt Beilagen).  

C.j Mit unaufgeforderter Eingabe ihres Vertreters vom 1. Dezember 2016 

übermittelte die Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungsgericht einen 

Operationsbericht vom 20. September 2016 (BVGer act. 18 samt Beilage).  

C.k Der Instruktionsrichter liess der Vorinstanz mit Zwischenverfügung 

vom 7. Dezember 2016 die unaufgefordert eingereichte Eingabe vom 

1. Dezember 2016 samt Operationsbericht zukommen und forderte diese 

überdies auf, bis zum 6. Januar 2017 zur Frage Stellung zu nehmen, ob 

und gegebenenfalls inwiefern der Einsatz einer Totalprothese des linken 

Knies zu einer Änderung des Gesundheitszustandes führe (BVGer 

act. 19). 

C.l Mit Eingabe vom 30. Dezember 2016 übermittelte die Vorinstanz dem 

Bundesverwaltungsgericht eine Stellungnahme der IV-Stelle vom 20. De-

zember 2016 samt einer Stellungnahme des RAD-Arztes vom 14. Dezem-

ber 2016 und weiteren Berichten (BVGer act. 20 samt Beilagen).  

C.m Innert der vom Bundesverwaltungsgericht angesetzten Frist nahm die 

Beschwerdeführerin mit Eingabe ihres Vertreters vom 7. Februar 2017 

Stellung und reichte wiederum weitere neue Berichte ein (BVGer act. 22 

samt Beilagen). 

C-6018/2015 

Seite 7 

C.n Mit Zwischenverfügung vom 13. Februar 2017 schloss der Instrukti-

onsrichter den Schriftenwechsel – vorbehältlich weiterer Instruktionsmass-

namen – ab (BVGer act. 23).  

D.  

Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel wird – soweit entscheidwe-

sentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]) und die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der ange-

fochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb sie zur 

Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; vgl. 

auch Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

1.2 Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innert 30 Tagen nach 

Eröffnung der Verfügung einzureichen. Zur Fristwahrung reicht auch die 

Einreichung bei einem Versicherungsträger (Art. 8 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 2 

VwVG; vgl. auch Art. 60 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 ATSG; UELI KIE-

SER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 60 N. 16). Daraus folgt, dass die 

Beschwerdeführerin die Frist mit Eingabe ihres Vertreters vom 10. August 

2015 (Posteingang: 21. August 2015) an die Vorinstanz (IVST-act. 18) ge-

wahrt hat.  

1.3 Beantragt die Beschwerdeführerin – wie hier – sinngemäss die Aufhe-

bung des vorinstanzlichen Entscheids, so ist ein zusätzlicher Antrag zu ei-

nem neuen Entscheid in der Sache nicht zwingend notwendig. Unter Um-

ständen ist ein Antrag von der Beschwerdeinstanz mittels Beizugs der Be-

schwerdebegründung nach Treu und Glauben zu ergänzen oder zu korri-

gieren. Besonders bei nicht anwaltlicher Vertretung dürfen in sprachlicher 

und formeller Hinsicht keine allzu strengen Anforderungen gestellt werden. 

Ein sinngemässer Antrag, welcher sich aus dem Zusammenhang unter Zu-

hilfenahme der Begründung ergibt, ist genügend (Urteil des BVGer 

A-3274/2012 vom 25. März 2013 E. 1.3.1; FRANK SEETHALER/FABIA PORT-

MANN, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 52 N. 45 ff.). 

C-6018/2015 

Seite 8 

Mit Blick auf diese Rechtsprechung genügt die an die Vorinstanz gerichtete 

Eingabe vom 10. August 2015 (IVST-act. 18), zusammen mit der ergän-

zenden Begründung vom 11. Januar 2016 (BVGer act. 6), den Mindestan-

forderungen hinsichtlich Begründung und Anträgen.  

1.4 Nachdem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist auf 

die Beschwerde vom 10. August 2015 (Posteingang: 21. August 2015) ein-

zutreten (Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 220 E. 3.1.1; 131 V 242 E. 2.1). Damit ist vorliegend grund-

sätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügungen 

(hier: 31. Juli 2015) eingetretenen Sachverhalt abzustellen. Neue Tatsa-

chen, die sich vor Erlass der streitigen Verfügung verwirklicht haben, die 

der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr nicht berücksichtigt 

wurden (unechte Noven), können im Verfahren vor dem Sozialversiche-

rungsgericht vorgebracht werden und sind zu würdigen. Später eingetre-

tene Tatsachen (echte Noven), die zu einer Änderung des Sachverhalts 

geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen, sondern 

gegebenenfalls im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1; BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen). Immerhin 

sind indes Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, im hängigen Ver-

fahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in en-

gem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im 

Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des BGer 

C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).  

2.2 Soweit die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eine nach 

dem 31. Juli 2015 eingetretene Verschlechterung ihres Gesundheitszu-

standes geltend macht, ist er darauf hinzuweisen, dass eine solche grund-

sätzlich nicht im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens, sondern im Rah-

men einer Neuanmeldung bei der zuständigen IV-Stelle vorzubringen ist 

(vgl. dazu Art. 87 Abs. 2 IVV; SR 831.201). Auf die nachträglich eingereich-

ten Arztberichte, welche auf die Entwicklung des Gesundheitszustandes 

der Beschwerdeführerin nach dem 31. Juli 2015 Bezug nehmen, ist dem-

nach vorliegend nicht einzugehen.  

C-6018/2015 

Seite 9 

Nachdem die Streitsache – wie nachfolgend darzulegen ist – zur Durchfüh-

rung weiterer Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen ist, wird diese indes die nachträglich einge-

reichten Berichte, zusammen mit dem neuen Gutachten (vgl. dazu nach-

folgende E. 5.2, 6 und 8.4), zu berücksichtigen haben.  

3.  

3.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV ist bei Grenzgängern die IV-Stelle, in deren 

Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt, zur Entge-

gennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies gilt auch für ehe-

malige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen 

Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesund-

heitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die 

Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

3.2 Die Beschwerdeführerin war zuletzt als Grenzgängerin im Kanton Ba-

sel-Stadt erwerbstätig (act. 9, S. 1 - 7) und lebte, namentlich auch im Zeit-

punkt der Neuanmeldung, in C._______ (F), wo sie heute noch lebt. Sie 

macht einen Gesundheitsschaden geltend, der unter anderem auf die Zeit 

ihrer Tätigkeit als Grenzgängerin zurückgeht und zu deren Abbruch geführt 

haben soll. Unter diesen Umständen waren die IV-Stelle Basel-Stadt zur 

Entgegennahme und Prüfung der IV-Anmeldung und die IVSTA für den Er-

lass der angefochtenen Verfügung zuständig. 

4.   

4.1 Die Beschwerdeführerin ist Schweizer Staatsbürgerin und lebte im 

Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2015 in 

Frankreich. Der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der 

schweizerischen Invalidenversicherung richtet sich sowohl in materiell-

rechtlicher als auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht nach schweizeri-

schem Recht, insbesondere dem IVG, der IVV, dem ATSG sowie der Ver-

ordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, 

SR 830.11; vgl. zur grundsätzlichen Anwendbarkeit des Freizügigkeitsab-

kommens und der entsprechenden Koordinierungsvorschriften Art. 2 

Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 Bst. c der am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnung [EG] Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher-

heit [SR 0.831.109.268.1]). 

C-6018/2015 

Seite 10 

4.2 Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln sind in verfahrensrecht-

licher Hinsicht diejenige Rechtssätze massgebend, welche im Zeitpunkt 

der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).  

In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sach-

verhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Damit finden im vorlie-

genden Verfahren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften 

Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2015 

in Kraft standen.  

4.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an 

die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet 

hat, das heisst während mindestens drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG (in 

der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung; AS 2007 5129). Diese Bedin-

gungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine Voraussetzung, so ent-

steht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist (ULRICH 

MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 36 N. 2 f.).  

Laut IK-Auszug hat die Beschwerdeführerin von Anfang 1994 bis Novem-

ber 2009 Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet (act. 37, S. 2 f.); 

sie erfüllt mithin ohne Weiteres die Mindestbeitragsdauer für den Anspruch 

auf eine ordentliche Invalidenrente. 

4.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Abs. 2 hat 

den Begriff der Erwerbsunfähigkeit nicht modifiziert, BGE 135 V 215 

C-6018/2015 

Seite 11 

E. 7.3). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

4.5 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fas-

sung) haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbs-

fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten 

oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-

unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres 

zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c).  

4.6  

4.6.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 

(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt-

liche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4; 115 V 133 E. 2). 

4.6.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder 

Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 352 E. 3a). 

4.6.3 Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur 

Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs 

C-6018/2015 

Seite 12 

zur Verfügung. Sie setzen dabei insbesondere die für die Invalidenversi-

cherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit 

der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im 

Aufgabenbereich auszuüben (Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 Abs. 1 Satz 1 

IVV). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Gut-

achten im Sinn von Art. 44 ATSG nicht erfasst werden, weshalb die in die-

ser Norm enthaltenen Verfahrensregeln bei der Einholung von RAD-berich-

ten keine Wirkung entfalten (BGE 135 V 254 E. 3.4 S. 258 ff.; Urteil des 

BGer 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1). Der Beweiswert 

von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist nach der Rechtsprechung 

mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleich-

bar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gut-

achten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arztperson 

über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 

E. 1.2.1 S. 219 f.). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Ab-

klärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann bereits bei Vorlie-

gen geringer Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit nicht abge-

stellt werden (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 

Urteil 8C_385/2014 E. 4.2.2).  

4.7 In einem jüngst ergangenen Grundsatzentscheid (BGE 141 V 281) hat 

das Bundesgericht seine langjährige Praxis zu den anhaltenden somato-

formen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden 

(vgl. dazu die Übersicht im Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialver-

sicherung über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, 

KSIH [gültig ab 1. Januar 2015], Rz. 1017.4 1/14) einer eingehenden Prü-

fung unterzogen und in wesentlichen Teilen geändert. Danach gilt insbe-

sondere die Überwindbarkeitsvermutung im Sinne der bisherigen 

Schmerz- und Überwindbarkeitspraxis (vgl. dazu BGE 131 V 49 E. 1.2 

S. 50, 130 V 352) nicht mehr. Die Frage, ob ein psychosomatisches Leiden 

zu einer ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit führt, stellt sich nun 

nicht mehr im Hinblick auf die Widerlegung der Ausgangsvermutung. An-

hand eines Katalogs von Indikatoren erfolgt neu vielmehr eine ergebnisof-

fene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshin-

dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspoten-

zialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsver-

mögens (BGE 141 V 281 E. 3.5 und 3.6). Das bisherige Regel-Ausnahme-

modell (Überwindbarkeitsvermutung; BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50) soll dem-

nach in Weiterführung der Rechtsprechung (BGE 139 V 547) durch ein so-

genanntes (durch Indikatoren) strukturiertes Beweisverfahren ersetzt wer-

C-6018/2015 

Seite 13 

den. Unter dem Aspekt des funktionellen Schweregrades sind die Kom-

plexe "Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der diagnoserelevanten Be-

funde, Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz und Kom-

borbiditäten), "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsstruktur, Persönlichkeitsent-

wicklung und -störungen, persönliche Ressourcen) und "Sozialer Kontext" 

(Abgrenzung psychosozialer und soziokultureller Faktoren einerseits und 

Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds anderseits) zu 

prüfen. Die auf diesem "Grundgerüst" beruhenden Folgerungen müssen 

schliesslich einer Konsistenzprüfung standhalten, welche einerseits die 

Teilfragen der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereich und anderseits den behandlungs- und ein-

gliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck umfasst (BGE 

141 V 281 E. 4.1.3; vgl. dazu auch JÖRG JEGER, Die neue Rechtsprechung 

zu psychosomatischen Krankheitsbildern, in: Jusletter vom 13. Juli 2015, 

Rz. 30 ff.; THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E. MEIER, Schmerzrechtsprechung 

2.0, in: Jusletter 29. Juni 2015, Rz. 32 ff.).   

In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 

(betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Be-

gutachtung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem 

Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. 

Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit 

seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entschei-

dend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweis-

grundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6). In sinnge-

mässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten 

Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen 

administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – ge-

gebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine 

schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben 

oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umstän-

den eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).  

4.8 Bereits nach der bisherigen (vor BGE 141 V 281 geltenden) Rechtspre-

chung zählten depressive Störungen nicht zu den unklaren Beschwerde-

bildern. Danach war nicht von einem syndromalen Beschwerdebild auszu-

gehen, wenn die depressive Erkrankung nicht bloss als eine Begleiter-

scheinung eines psychogenen Schmerzgeschehens, sondern als ein 

selbstständiges, davon losgelöstes Leiden erschien. Auch nach dieser 

Rechtsprechung galt eine zuverlässig diagnostizierte, die Arbeitsfähigkeit 

wesentlich beeinträchtigende depressive Störung nicht als überwindbares 

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C-6018/2015 

Seite 14 

Beschwerdebild (Urteil des BGer 8C_14/2014 vom 30. April 2014 E. 4.2.5). 

Demgegenüber hatte nach dieser Rechtsprechung die depressive Erkran-

kung invaliditätsrechtlich keine weitergehende Bedeutung, wenn eine so-

matoforme Schmerzstörung oder ein anderes psychosomatisches Leiden 

(vgl. dazu KSIH Rz. 1017.4 1/14) und eine depressive Erkrankung im Sinne 

einer blossen Begleiterscheinung zum unklaren Beschwerdebild vorlag 

(Urteile des BGer 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1; 

9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2). Liegen ein syndromales Leiden 

und eine depressive Erkrankung vor, und ist die depressive Erkrankung als 

selbstständiges Leiden, losgelöst vom unklaren Beschwerdebild, anzuse-

hen, so waren bereits nach der bisherigen Rechtsprechung in erster Linie 

die fachärztlichen Feststellungen des Gesundheitszustandes und der Ar-

beitsunfähigkeit massgeblich (Urteile des BGer 8C_278/2014 vom 24. Juni 

2014 E. 5.1.2; 8C_251/2013 vom 14. Februar 2014 E. 4.2.2; vgl. dazu auch 

RAHEL SAGER, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depres-

sionen, SZS 04/2015 S. 308 ff., 312 f.). 

Nach der mit BGE 141 V 281 begründeten neuen Rechtsprechung sind die 

bisherigen Kriterien "psychiatrische Komorbidität" und "körperliche Be-

gleiterkrankungen" zu einem einheitlichen Indikator zusammenzufassen. 

Erforderlich ist danach eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen 

und sonstigen Bezüge der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden 

krankheitswertigen Störungen. Eine Störung, welche nach der Rechtspre-

chung als solche nicht invalidisierend sein kann (vgl. SVR 2011 IV Nr. 17 

[9C_98/2010] E. 2.2.2), ist nicht Komorbidität (vgl. SVR 2012 IV 

[9C_1040/2010] Nr. 1 E. 3.4.2.1), sondern allenfalls im Rahmen der Per-

sönlichkeitsdiagnostik zu berücksichtigen. Das Erfordernis einer Gesamt-

betrachtung gilt grundsätzlich unabhängig davon, wie es um den Zusam-

menhang zwischen dem Schmerzsyndrom und der Komorbidität bestellt 

ist. Daher verliert beispielsweise eine Depression nicht mehr allein wegen 

ihrer (allfälligen) medizinischen Konnexität zum Schmerzleiden jegliche 

Bedeutung als potentiell ressourcenhemmender Faktor (vgl. dazu bei-

spielsweise die Urteil des BGer 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E. 3.1). Be-

schwerdebilder jedoch, die bloss als diagnostisch unterschiedlich erfasste 

Varianten derselben Entität mit identischen Symptomen erscheinen, sind 

von vornherein keine Komorbidität. Andernfalls würde die auf mehrere Ar-

ten erfass- und beschreibbare Gesundheitsbeeinträchtigung doppelt ver-

anschlagt (E. 4.3.1.3 mit Hinweisen).  

4.9 Die Feststellungen der aus dem Ausland stammenden Beweismittel, 

wie insbesondere auch ärztliche Berichte und Gutachten, unterliegen der 

C-6018/2015 

Seite 15 

freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Ver-

sicherungsgerichts [EVG, ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen 

des Bundesgerichts] vom 11. Dezember 1981 i.S. D; EVG vom 11. Dezem-

ber 1981 i.S. D; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 

351 E. 3a). 

5.  

Nachfolgend ist vorab zu prüfen, ob die Vorinstanz ihrer Abklärungspflicht 

im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG rechtsgenüglich nachgekommen ist.  

5.1  Hinsichtlich der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Leis-

tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen 

Verfügung liegen insbesondere die folgenden Gutachten und Arztberichte 

vor: 

- Gestützt auf eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin 

vom 30. Januar 2012 hielt Dr. med. E._______ mit rheumatologischem 

Gutachten vom 6. Februar 2012 als Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit einen Status nach Arthroskopie des rechten Kniege-

lenks vom 3. Juni 2005, einen Status nach Arthroplastik beim rechten 

Kniegelenk (Totalprothese 01/2009), eine Rhizarthrose (links ausge-

prägter als rechts) sowie pathomorphologische Veränderungen im 

Sinne von Osteochondrose, Spondylosen und Unkarthrosen im HWS-, 

BWS- und LWS-Bereich fest. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit führte er einen Status nach Hysterektomie (1992), einen 

Status nach zweimaligem Rehaaufenthalt (bisher ohne besonderen Er-

folg; dritter Rehaaufenthalt im April 2012 vorgesehen) sowie eine mor-

bide Adipositas (BMI 41.5) an. Ferner hielt er fest, dass auf der psy-

chisch-geistigen Ebene zunächst kein besonderer Befund festzustellen 

gewesen sei. Bei der demonstrierten Beschwerdesymptomatik und in 

ihrer Behinderung sei eine Verdeutlichungstendenz festzustellen. Im Zu-

sammenhang mit dem rechten Knie sei auf die im Jahr 2005 nach einer 

Arthroskopie entstandene Algodystrophie sowie auf die Entwicklung ei-

ner generalisierten Fibromyalgie, was wiederum auf eine gewisse psy-

chische Instabilität hindeute, hinzuweisen („unverbindliche Aussage!“). 

Bei der persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin habe sich 

ein ausgeprägtes Streck- und Beugedefizit ergeben. Im Bereich der 

Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule habe er eine mässige Zunahme 

der Osteochondrose, Spondylose und vor allem der Unkarthrosen fest-

gestellt. Diese Veränderung erkläre gewissermassen die allgemeinen 

C-6018/2015 

Seite 16 

Rückenbeschwerden beziehungsweise die Beschwerden am Ach-

senskelett bei fehlenden neurologischen Ausfällen. Die Beweglichkeit 

der Wirbelsäule sei mechanisch bedingt eingeschränkt. Die Entwicklung 

dieser allgemeinen Schmerzsymptomatik an den peripheren Gelenken 

– obere und untere Extremitäten – und auch der gesamten Wirbelsäule 

führe dazu, dass die Beschwerdeführerin heute eine Reintegration in 

eine alternative Tätigkeit definitiv ablehne. Gemäss Angaben der Be-

schwerdeführerin sei sie froh, wenn sie morgens aufstehen und ihren 

Haushalt mit Hilfe ihrer Freundin erledigen könne. Gestützt auf diese 

Befunde und Diagnosen kam der Rheumatologe zum Schluss, dass die 

Beschwerdeführerin ab Januar 2009 nicht mehr für Arbeiten mit Heben 

und Lagerung von Lebensmitteln oder Getränken sowie Arbeiten in ge-

bückter Haltung, mit Treppensteigen und auch nicht Laufen auf unebe-

nem Boden, eingesetzt werden könne. In einer dem Leiden angepass-

ten Tätigkeit unter Vermeidung von Arbeiten in kauender oder hocken-

der Stellung, ohne Zwangshaltung der Wirbelsäule, ohne Heben schwe-

rer Gewichte (maximal 10 kg), bei vornehmlich sitzender Tätigkeit mit 

der Möglichkeit, das Bein zu strecken und zu bewegen, sei der Be-

schwerdeführerin demgegenüber eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumut-

bar. Es seien keine weiteren sonstigen oder zusätzlichen Leistungsmin-

derungen zu berücksichtigen. Nach erfolgter Arthroplastik (am rechten 

Kniegelenk) vom 29. Januar 2009 sei eine Arbeitsunfähigkeit von rund 

drei Monaten zu berücksichtigen; dies bedeute, dass die Beschwerde-

führerin ab Mai 2009 zu 50 % arbeitsfähig gewesen wäre. Infolge der 

Daumenoperation im Februar 2010 sei von einem Unterbruch von rund 

zwei Monaten auszugehen (Februar und März 2010). Somit wäre die 

Beschwerdeführerin ab April 2010 bis zum Zeitpunkt der Untersuchung 

für eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % arbeitsfähig gewesen 

(act. 69, S. 1 - 20). 

- Mit Kurzbericht vom 13. März 2013 hielt RAD-Arzt Dr. med. H._______ 

nach Prüfung der eingereichten Arztzeugnisse bezüglich Arbeitsunfä-

higkeit fest, es handle sich lediglich um eine andere Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit bei gleichen objektivierbaren Befunden. Das rheuma-

theologische Gutachten erfülle die Anforderungen an die Beweiskraft, 

weshalb die neuen Unterlagen aus Sicht des RAD nicht geeignet seien, 

dieses Gutachten in Zweifel zu ziehen (act. 95). 

- Im (mit Neuanmeldung vom 3. Januar 2014 eingereichten) Arztbericht 

29. November 2013 hielt der Rheumatologe, Dr. med. I._______, unter 

C-6018/2015 

Seite 17 

anderem ein ängstlich-depressives Syndrom („syndrome anxyo-dépres-

sif“) fest, welches wahrscheinlich reaktiver Natur sei und für welches 

demnächst eine psychiatrische Beurteilung eingeholt werde (act. 99, 

S. 3 f.). 

- Dr. med. H._______ kam mit Bericht vom 20. März 2014 zum Schluss, 

dass aufgrund des neu eingereichten Berichts eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes zumindest glaubhaft gemacht worden sei. 

In den bisherigen Abklärungen seien immer nur somatische Befunde 

angeführt und untersucht worden, während im neu eingereichten Be-

richt erstmals ein ängstlich-depressives Syndrom genannt werde. Dem-

entsprechend empfehle er die Einholung eines rheumatologisch-psychi-

atrischen Gutachtens (act. 101, S. 2). 

- In seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 17. September 2014 

führte der Rheumatologe, Dr. med. F._______, als Diagnose mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich eine Gonarthrose links 

(ICD-10 M 17.1) an. Im Weiteren führte er aus, aufgrund der Zunahme 

der lokalen Beschwerden im Bereich des rechten Knies sei im Jahr 2005 

erstmalig eine arthroskopische Operation durchgeführt worden mit an-

schliessend deutlicher Schmerzverstärkung und Verdacht auf ein Chro-

nic-Regional-Pain-Syndrom (CRPS Typ I, Algodystrophie, M. Sudeck). 

Dieses sei allerdings bildgebend mittels Szintigrafie nicht verifiziert wor-

den. Eine Beschwerdelinderung habe sich in der Folge nicht ergeben. 

Im Jahr 2009 sei eine Knie-Totalprothese rechts bei Gonarthrose einge-

setzt worden. Aufgrund der Beschwerdepersistenz speziell der 

Knieproblematik rechts sei alsdann im Jahr 2012 ein Wechsel der Knie-

Totalprothese 2012 mit verlängertem Schaft und Führung vorgenom-

men worden. Es sei von einem guten postoperativen Ergebnis auszu-

gehen, wobei die Schmerzsymptomatik allerdings weiterhin persistiert 

habe. Ferner bestünden degenerative Veränderungen im Bereich der 

Lendenwirbelsäule, betont im lumbosakralen Segment bei Diskopathie 

und Spondylarthrosen ohne Zeichen einer Nervenkompression. Im Be-

reich der Halswirbelsäule bestünden ab C3/4 nach distal linksbetonte 

Unkarthrosen sowie Spondylarthrosen mit Einschränkung der Beweg-

lichkeit. Die degenerativen Veränderungen im Bereich des Achsenske-

lettes könnten jedoch als mässig interpretiert werden und vermöchten 

das Ausmass des Beschwerdebildes nicht zu erklären. Das Hauptbe-

schwerdebild sei ein Wide-Spread-Pain-Syndrome (Fibromyalgie) wel-

ches eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik sowie funktionelle und ve-

getative Beschwerden aufweise. Die medikamentösen Massnahmen 

C-6018/2015 

Seite 18 

mit Einnahme von Analgetika sowie die physio- und balneotherapeuti-

schen Massnahmen hätten keinen grossen Effekt gezeigt. Mit führend 

in dieser Symptomatik sei eine Erschöpfung, eine verminderte Erho-

lungsfähigkeit während des Nachtschlafes, welcher durch Schmerzen 

fragmentiert werde sowie Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörun-

gen. Aus rheumatologischer Sicht sei infolge der pathologischen Verän-

derungen im Bereich beider Knie eine Belastungslimitierung gegeben, 

wobei der Zeitpunkt ab Januar 2009 festzusetzen sei. Die angestammte 

Tätigkeit in der Hauswirtschaft könne lediglich in einem Pensum von 

maximal 40 % ausgeführt werden, und zwar verteilt auf fünf Wochen-

tage. In einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit, vorwiegend Sit-

zen, bestehe medizintheoretisch eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit. Die Re-

duktion von 20 % ergebe sich aus der ausgesprochenen Schmerzsymp-

tomatik, dem vermehrten Erholungsbedarf bei Erschöpfungssympto-

men, der ausgeprägten muskulären Dysbalance und dem vermehrten 

Pausenbedarf. Dies seien Einschränkungen der Leistungsfähigkeit aus 

schmerzmedizinischer Sicht. Insgesamt handle es sich um eine „PÖES-

BONG“-Beurteilung (recte: „Päusbonog“ [pathogenetisch-ätiologisch 

unklare syndromale Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische 

Grundlage]-Beurteilung).  

Von weiteren operativen Massnahmen sei aktuell infolge der Schmerz-

krankheit nur ein partieller schmerzlindernder Effekt zu erwarten. Medi-

kamentöse Massnahmen seien gemeinsam mit der psychiatrischen Be-

urteilung zu fassen, wobei aus schmerzmedizinischer Sicht ein 

schmerzdistanzierendes Medikament mit schlaffördernder Wirkung zum 

Einsatz kommen sollte. Es müsse der Einsatz von Paracetamol oder 

Opioiden geprüft werden. Entgegen der im rheumatologischen Gutach-

ten vom Februar 2012 vertretenen Beurteilung habe die Rhizarthrose 

nach seiner Meinung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, zumal ein 

guter postoperativer Verlauf bestehe und kaum Beschwerden hätten ob-

jektiviert werden können. In Abweichung vom Gutachten 2012, wo die 

Veränderungen im Bereich des Achsenskelettes als mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit gewertet worden seien, stufe er diese Diagnose als 

solche ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein. Zur Begründung dieser 

abweichenden Beurteilung führte der Rheumatologe aus, dass „die 

Schmerzsymptomatik durch die Fibromyalgie die Hauptbeschwerden 

darstellen und zu Übersteuerung der medizinisch theoretisch möglichen 

Schmerzen im Achsenskelett“ führe. Die von Dr. med. E._______ attes-

tierte 50%ige Arbeitsfähigkeit sei überdies nicht mit dem von der IV-

Stelle verfügten Invaliditätsgrad von 33.5 % kompatibel und stimme 

C-6018/2015 

Seite 19 

auch mit der aktuellen rheumatologischen Beurteilung, welche – infolge 

der Hauptschmerzsymptomatik durch die Fibromyalgie – eine bessere 

Arbeitsfähigkeit attestiere (recte: nicht überein; act. 116, S. 18 f.).  

Dr. med. G._______ führte im Rahmen seiner psychiatrischen Teilbe-

gutachtung als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

depressive Episode mittleren Grades (ICD-10 F 32.1), eine generali-

sierte Angststörung (ICD-10 F 41.1) sowie akzentuierte Persönlichkeits-

züge vom selbstunsicheren, etwas zwanghaften Typ (ICD-10 Z 73.1) an. 

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er Pani-

kattacken (ICD-10 F 41.0) und eine Klaustrophobie (ICD-10 F40.2) fest. 

In seiner Beurteilung hielt er überdies fest, die Beschwerdeführerin sei 

in gedrückter Stimmung, die affektive Schwingungsfähigkeit sei nicht 

gegeben, sie zeige einen Interesseverlust, eine Freudlosigkeit, einen 

verminderten Antrieb, eine erhöhte Ermüdbarkeit und berichte auch 

nachvollziehbar über ein Morgentief. Die Explorandin sei bei der Unter-

suchung psychomotorisch gehemmt. Sie habe Insuffizienz- und Wertlo-

sigkeitsgefühle, eine ängstlich-pessimistische Zukunftsperspektive so-

wie Suizidwünsche. Sie berichte auch über Schlafstörungen und über 

Vergesslichkeit. Bei der Untersuchung habe „grob geprüft“ keine Beein-

trächtigung der Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleis-

tung festgestellt werden können. Es müsse angenommen werden, dass 

die Vergesslichkeit der Beschwerdeführerin im Rahmen der Depression 

zustande gekommen sei. Neben der depressiven Symptomatik bestehe 

auch eine Angstproblematik. Sie lebe seit Jahren mit dem Gefühl und 

der Befürchtung, dass ein Unglück passiere. Differenzialdiagnostisch 

müsse bei der Beschwerdeführerin an eine anhaltend somatoforme 

Schmerzstörung gedacht werden. In Anbetracht der multiplen Gelenks-

probleme, der Osteochondrose und Spondylose sowie Unkarthrosen 

stufe er organische Ursachen für die Schmerzentwicklung als Hauptur-

sache ein. Darüber hinaus führte er wörtlich Folgendes aus: „Exakt da-

von, vor allem was die Muskelschmerzen angeht, eine anhaltend soma-

toforme Schmerzstörung abzugrenzen, ist derart schwierig, dass der 

Referent auf diese Diagnose verzichtet“ (act. 116, S. 26). Sicher sei 

aber, dass die depressive Symptomatik und Schmerzproblematik mitei-

nander in einem „Circulus vitiosus“ verbunden seien, indem die Schmer-

zen wie aber auch die Depression die jeweiligen Copingmechanismen 

beeinträchtigen würden. Aus psychiatrischer Sicht müsse in Anbetracht 

der Angstsymptomatik und der mittelgradigen depressiven Episode von 

einer 30%igen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit un-

C-6018/2015 

Seite 20 

geachtet der somatischen Befunde ausgegangen werden. Diese Beein-

trächtigung sei mit den reduzierten psychischen Ressourcen, der De-

pressivität und der Angsterkrankung zu begründen. Unter Berücksichti-

gung der zumutbaren Willensanstrengung sei es ihr aber ungeachtet 

der körperlichen Einschränkungen zumutbar, ein Pensum von 70 % – 

verteilt auf je 3 Stunden vormittags und 3 Stunden nachmittags – zu 

bewältigen (act. 116, S. 24 ff.). 

In ihrer Konsensbeurteilung kamen die beiden Spezialisten zum 

Schluss, dass aus gesamtmedizinischer Sicht die psychiatrische Beur-

teilung mit einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

von 30 % überwiege. Die fachspezifisch festgestellten Arbeitsunfähig-

keiten könnten nicht additiv verrechnet werden. Der Schmerzproblema-

tik werde im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung im Zusammen-

hang auch mit den akzentuierten Persönlichkeitszügen und der Angst-

symptomatik genügend Rechnung getragen (act. 116, S. 28 f.).  

- Mit Bericht vom 4. November 2014 kam RAD-Arzt Dr. med. H._______ 

– gestützt auf eine Würdigung des bidisziplinären Gutachtens – zum 

Schluss, dass die depressive Entwicklung laut den Ausführungen der 

Gutachter nicht gänzlich losgelöst von den somatisch empfundenen 

Beschwerden betrachtet werden könne; sie würden sich vielmehr ge-

genseitig in den Copingstrategien beeinflussen. Die Kriterien seien 

ausreichend und nachvollziehbar diskutiert worden; sie seien nur teil-

weise erfüllt. Seit der letzten Verfügung sei im Wesentlichen von gleich-

artigen Beschwerden auszugehen. Diese würden aber von den Gut-

achtern „leicht anders gewichtet“ (act. 119, S. 1 - 4). 

- Der Rheumatologe, Dr. med. I._______, führte mit Bericht vom 5. De-

zember 2014 aus, er habe beim linken Knie eine moderate Schwellung 

befundet, welche er in der Folge punktiert habe (act. 123, S. 4). 

- Mit Bericht vom 12. März 2015 hielt der behandelnde Psychiater, Dr. 

med. J._______, insbesondere fest, dass die Beschwerdeführerin an 

einem schweren depressiven Syndrom und an einer chronischen Fib-

romyalgie leide. Die klinische Untersuchung habe einen traurigen Ge-

sichtsausdruck, eine depressive Stimmung, eine psychomotorische 

Verlangsamung, eine Lustlosigkeit, eine Anhedonie (eingeschränkte 

Fähigkeit, Freude zu zeigen; PSCHYREMBEL, a.a.O., 103), eine Abkap-

selungstendenz, mehrmaliges nächtliches Erwachen, einen Angstzu-

C-6018/2015 

Seite 21 

stand mit vielen funktionellen Beschwerden sowie kognitive Beein-

trächtigungen (Gedächtnis und Konzentration) ergeben. Die Entwick-

lung sei gekennzeichnet durch eine fehlende Verbesserung des Ge-

sundheitszustandes. Es sei eine regelmässige psychiatrische Behand-

lung mit langfristiger psychopharmakologischer Medikamentenein-

nahme (Zoloft: 10 mg pro Tag) erforderlich (act. 123, S. 3). 

- Dr. med. H._______ kam in seiner Beurteilung vom 14. Juli 2015 zum 

Schluss, dass der Bericht des behandelnden Psychiaters vom 12. März 

2015 eine subjektive Verschlechterung der psychischen Situation schil-

dere. Beim depressiven Syndrom seien allerdings Schwankungen im 

Verlauf nicht ungewöhnlich. Ein Vergleich der psychopathologischen 

Befunde zwischen dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. 

G._______ und dem Bericht des behandelnden Psychiaters zeige 

keine Differenzen. Die gleichen Kriterien und gleichen Zustände seien 

vom behandelnden Psychiater lediglich hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 

anders gewichtet worden. Nachdem das bidisziplinäre Gutachten for-

mal alle Bedingungen für die Beweiskraft erfülle und die Schlussfolge-

rungen gut nachvollziehbar seien, könne aus Sicht des RAD am Vor-

bescheid festgehalten werden (act. 125, S. 2). 

5.2  

Die Vorinstanz stützte ihre Beurteilung in der angefochtenen Verfügung auf 

die dargelegten medizinischen Gutachten und Berichte. Wie nachfolgend 

darzulegen ist, sind die von der Rechtsprechung an ein beweiskräftiges 

Gutachten gestellten Anforderungen (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 

E. 3a S. 352 m.H.) vorliegend nicht erfüllt.  

5.2.1 Nach der neuen Rechtsprechung zu den syndromalen Beschwerde-

bildern (vgl. E. 4.8 hievor) kommt der genauen Diagnosestellung gemäss 

Klassifikationssystem in zweifacher Hinsicht eine erhebliche Bedeutung 

zu. Zum einen fordert das Bundesgericht, dass sich der medizinische Gut-

achter strenger an den Klassifikationssystemen orientiert und in der Folge 

nur diejenigen Befunde, welche auch für die Diagnose der Gesundheitsbe-

einträchtigung massgebend gewesen sind, für die Begründung der Leis-

tungseinschränkung berücksichtigt. Zum andern soll auch dem diagnose-

inhärenten Schweregrad vermehrt Rechnung getragen werden. Diagnose-

stellung und – in der Folge – Invaliditätsbemessung haben folglich stärker 

als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten 

Befunde zu berücksichtigen. Es muss medizinisch schlüssig begründet 

C-6018/2015 

Seite 22 

sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter Zu-

mutbarkeitsbeurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit ergibt (vgl. BGE 141 V 574 E. 4.2). In diesem 

Zusammenhang ist auch erforderlich, dass der medizinische Gutachter 

den fraglichen Befund plausibel einer Diagnose zuordnen kann (vgl. dazu 

BGE 141 V 281 E. 2.1.1, E. 2.2 und E. 3.2; MICHAEL E. MEIER, Ein Jahr 

neue Schmerzrechtsprechung, in: Jusletter 11. Juli 2016, S. 16 ff. mit zahl-

reichen Hinweisen; THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E. MEIER, Einordnung von 

BGE 141 V 281 aus rechtswissenschaftlicher Sicht, in: HAVE 2015 

S. 438 f.). 

Vorliegend geht Dr. med. F._______ aus rheumatologischer Sicht von einer 

leistungsbeeinträchtigenden ausgesprochenen Schmerzsymptomatik (Re-

duktion von 20 %) aus, welche als syndromales Leiden einzustufen sei (vgl. 

116, S. 19). Die Fibromyalgie weise dabei eine ausgeprägte 

Schmerzsymptomatik mit funktionellen und vegetativen Beschwerden auf 

(act. 116, S. 18). Zwar hat der Rheumatologe die Diagnose nach ICD-10 

(M 17.1; Gonartrhose) gestellt; allerdings hat er es unterlassen, sich ein-

gehend mit den diagnoserelevanten Befunden auseinanderzusetzen. Die 

blosse Annahme, dass über das Fibromyalgie-Syndrom hinaus eine „ge-

neralisierte chronische Schmerzkrankheit vermutlich“ diagnostiziert wer-

den müsse (act. 116, S. 19), wird – mit Blick auf die dargelegten hohen 

beweisrechtlichen Anforderungen (E. 4.7 und 4.8 hievor) – dem Erfordernis 

der eingehenden und umfassenden Abklärung des medizinischen Sach-

verhaltes nicht gerecht. Wenn Dr. med. F._______ der Fibromyalgie in der 

Auflistung der Diagnosen auf der einen Seite keinen Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit zubilligt (act. 116, S. 17), auf der anderen Seite in seiner Be-

urteilung der Arbeitsfähigkeit – unter Hinweis auf die ausgesprochene 

Schmerzsymptomatik und die muskuläre Dysbalance – aber dennoch eine 

20%ige Reduktion der Arbeitsfähigkeit attestiert (act. 116, S. 17), so begibt 

er sich in einen Widerspruch, der weder durch die weiteren Aussagen im 

Gutachten noch durch andere ärztliche Berichte aufgelöst worden ist.  

5.2.2 Nicht überzeugend ausgefallen sind in diesem Zusammenhang auch 

die Aussagen von Dr. med. G._______ insoweit, als er eine Abgrenzung 

der Muskelschmerzen von einer somatoformen Schmerzstörung als „derart 

schwierig“ eingestuft hat, dass er auf eine entsprechende Diagnose ver-

zichtet hat (act. 116, S. 26). Mit Blick auf die erhöhten Anforderungen an 

die Diagnosestellung ist eine eingehende Prüfung und Diskussion über Art 

und Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde geboten, was der psy-

chiatrische Experte vorliegend unterlassen hat.  

C-6018/2015 

Seite 23 

Die psychiatrischen Abklärungen erweisen auch insoweit als unvollständig, 

als sich Dr. med. G._______ – mit Ausnahme eines von der Beschwerde-

führerin zur Untersuchung mitgebrachten Kurzberichts von Dr. med. 

J._______ (act. 116, S. 10) – nicht auf entsprechende Berichte der behan-

delnden Psychiaterin respektive des behandelnden Psychotherapeuten 

abstützen konnte, da solche seitens der IV-Stelle offenbar nicht eingeholt 

wurden. Der psychiatrische Gutachter musste sich unter diesen Umstän-

den auf die pauschale Angabe beschränken, es lägen keine relevanten 

psychiatrischen Akten vor, welche zu kommentieren wären (act. 116, 

S. 27). Zur Erstattung eines aussagekräftigen psychiatrischen Gutachtens 

gehören indes zwingend aktuell verfasste IV-Arztberichte des behandeln-

den Psychiaters respektive des behandelnden Psychotherapeuten (vgl. 

dazu Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten [nach-

folgend: Qualitätsleitlinien] – Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie 

und Psychotherapie SGPP, in: SZS 2016 S. 435 ff., insbesondere S. 448). 

Als Folge dieses Mangels konnte der psychiatrische Gutachter auch keine 

Analyse des Verlaufs der bisherigen Behandlungen vornehmen; diese ist 

indes ebenfalls unabdingbar für eine verlässliche Beurteilung von Schwe-

regrad, Prognose und leistungsbezogener Arbeitsfähigkeit (Qualitätsleitli-

nien, S. 461).   

Aufgrund dieses Mangels beruht sodann auch die Schlussfolgerung von 

Dr. med. H._______ in seiner Stellungnahme vom 4. November 2014, wo-

nach seit der letzten Verfügung „im Wesentlichen von gleichartigen Be-

schwerden ausgegangen werden“ müsse (act. 119, S. 4), nicht auf einer 

rechtsgenüglichen medizinischen Grundlage.  

5.2.3 Aus dem Gutachten geht überdies auch nicht nachvollziehbar hervor, 

wie die Prüfung der Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnis-

leistung im Einzelnen erfolgt ist. Der blosse Hinweis, bei Untersuchung 

habe „grob geprüft“ keine Beeinträchtigung festgestellt werden können, ge-

nügt jedenfalls in Fällen wie dem vorliegenden, wo die psychiatrischen Di-

agnosen selbst nach Auffassung der Gutachter einen wesentlichen Ein-

fluss auf die Leistungsbeurteilung haben, nicht.  

5.2.4 Nach der neuesten Rechtsprechung bedarf es in diesem Zusammen-

hang überdies einer Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sons-

tigen Bezüge der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheits-

wertigen Störungen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Im bidisziplinären Gutach-

ten fehlt es indes an der erforderlichen eingehenden Gesamtbetrachtung 

C-6018/2015 

Seite 24 

der Wechselwirkungen zwischen der Depression und Schmerzsymptoma-

tik. 

5.2.5 Aus dem Gesagten folgt, dass die notwendige Konkretisierung in Be-

zug Schwere und Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde der 

Schmerzkrankheit respektive der Fibromyalgie fehlt. Darüber hinaus ge-

nügt die psychiatrische Begutachtung den rechtsprechungsgemässen An-

forderungen insbesondere deshalb nicht, weil das Gutachten ohne Beizug 

der Berichte der behandelnden Fachärzte respektive Therapeuten erstellt 

wurde. Sodann fehlt es auch an der gebotenen Gesamtbetrachtung der 

Wechselwirkungen zwischen Depression und Schmerzsymptomatik. 

Daraus folgt, dass sich der gesundheitliche Zustand und insbesondere 

dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit unter Berück-

sichtigung der medizinischen Beweismittel, wie sie der Vorinstanz im Zeit-

punkt der angefochtenen Verfügung vom 31. Juli 2015 vorlagen, nicht 

schlüssig beurteilen lassen. Damit steht fest, dass das bidisziplinäre Gut-

achten den rechtsprechungsgemässen Anforderungen im Sinne der neuen 

Schmerzrechtsprechung nicht standhält. Es bedarf demnach einer umfas-

senden Neubegutachtung im Rahmen eines strukturierten Beweisverfah-

rens.  

6.  

Vorliegend hat die IV-Stelle im Rahmen ihrer Haushaltsabklärung vom 

10. Januar 2013 für den Haushalt (Anteil: 35 %) eine Einschränkung von 

21 % ermittelt (Bericht vom 15. Januar 2013; act. 86, S. 1 - 7). In der an-

gefochtenen Verfügung ist die Vorinstanz im Ergebnis weiterhin von einer 

Einschränkung im Haushaltsbereich von 21 % ausgegangen, im Wesentli-

chen mit der Begründung, es bestehe keine wesentliche und dauerhafte 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz damit ihrer Abklärungspflicht 

hinreichend nachgekommen ist. Dabei ist unbestritten, dass die Beschwer-

deführerin ohne Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin in einem Pensum 

von 65 % erwerbstätig gewesen wäre und dass die Rentenbemessung in 

Anwendung der gemischten Methode zu erfolgen hat (vgl. dazu auch Urteil 

des BGer 8C_940 vom 19. April 2016 E. 5 mit Hinweisen). Anders als im 

Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-

rechte (EGMR) Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09) 

verhält es sich vorliegend auch nicht so, dass die Beschwerdeführerin we-

C-6018/2015 

Seite 25 

gen der Wahrnehmung von Betreuungsaufgaben gegenüber Familienmit-

gliedern lediglich eine Teilzeiterwerbstätigkeit ausgeübt hätte. Es ist somit 

nicht ersichtlich, inwiefern die Anwendung der gemischten Methode zu ei-

ner Verletzung des Rechts auf Achtung des Privat- und Familienlebens füh-

ren könnte. Die Invaliditätsbemessung ist demnach vorliegend weiterhin 

nach der gemischten Methode vorzunehmen.  

6.1 Die Abklärung vor Ort ist für gewöhnlich die geeignete Vorkehr zur Be-

stimmung der Behinderung im Haushalt. Grundsätzlich stellt sie auch dann 

eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer 

psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psy-

chischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Wi-

dersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedi-

zinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre ge-

wohnten Aufgaben zu erfüllen, ist indes in der Regel den ärztlichen Stel-

lungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haus-

haltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt 

möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbun-

denen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des BGer 9C_228/2009 vom 

5. November 2009 mit Hinweis und I 311/03 vom 22. Dezember 2003 

E. 5.3, in: AHI 2004 S. 137).  

Nach der Praxis kann bei im Ausland wohnenden Versicherten unter Um-

ständen auf eine Haushaltsabklärung an Ort und Stelle im Sinn von Art. 69 

Abs. 2 IVV verzichtet werden. Diesfalls hat die Einschätzung der Invalidität 

im gewohnten Aufgabenbereich allerdings unter Mitwirkung eines Arztes 

zu erfolgen und dieser hat sich ausführlich und detailliert zu den von der 

versicherten Person angegebenen Einschränkungen zu äussern (vgl. Ur-

teil des BGer I 733/06 vom 16. Juli 2007 E. 4.2.2). Die Praxis der Vor-

instanz, bei Versicherten im Ausland die erforderlichen Informationen über 

die tatsächlichen Verhältnisse an Ort und Stelle mit einem entsprechenden 

Fragebogen zu erheben und daran eine Beurteilung der eingeholten Aus-

künfte durch die Ärzte des medizinischen Dienstes anzuschliessen, wird 

vom Bundesverwaltungsgericht im Grundsatz geschützt und insbesondere 

damit begründet, dass die Invalidenversicherung ansonsten auf der gan-

zen Welt entsprechend qualifizierte und erfahrene Abklärungspersonen 

einsetzen müsste, was einen unverhältnismässigen Aufwand darstellen 

würde. Zu beachten ist allerdings, dass sich die Beurteilung der Ärzte auf 

substanziierte Erhebungen der tatsächlichen Verhältnisse zu stützten hat 

(Urteile des BVGer C-7026/2013 vom 9. September 2015 E. 5.5.1; C-

4491/2013 vom 4. Mai 2015 E. 6.9).  

C-6018/2015 

Seite 26 

6.2 Vorliegend hat die IV-Stelle im Anschluss an die Neuanmeldung weder 

eine Haushaltsabklärung veranlasst noch die tatsächlichen Verhältnisse an 

Ort und Stelle mit einem entsprechenden Fragebogen erhoben und ge-

stützt darauf eine ärztliche Beurteilung der Beeinträchtigung im Haushalt 

durch die Gutachter oder Ärzte des medizinischen Dienstes in die Wege 

geleitet. Vielmehr hat sie ohne weitere Prüfung das Ergebnis der früheren 

Haushaltsabklärung vom 10. Januar 2013 (act. 86, S. 1 - 7) der neuen Be-

urteilung zugrunde gelegt.  

Im Rahmen der rheumatologischen Begutachtung führte die Beschwerde-

führerin aus, sie könne ihren Haushalt derzeit nur mit nachbarlicher Hilfe 

erledigen, müsse viel Zeit aufwenden und sei in den täglichen Aktivitäten 

eingeschränkt. Bei zunehmender Unfähigkeit im eigenen Haushalt sei ak-

tuell auch eine Abklärung mit Haushalthilfe im Gang (act. 116, S. 12 und 

S. 14). Überdies kam auch Dr. med. F._______ in seiner rheumatologi-

schen Beurteilung zum Schluss, dass die angestammte Tätigkeit in der 

Hauswirtschaft nur noch in einem Pensum von maximal 40 % ausgeübt 

werden könne (act. 116, S. 19). Aufgrund dieser gutachtlichen Einschät-

zung hätte die Vorinstanz in Nachachtung ihrer Abklärungspflicht (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) erneut eingehend prüfen müssen, ob und gegebenenfalls 

inwiefern sich die Einschränkung der Leistungsfähigkeit im eigenen Haus-

halt seit der Haushaltsabklärung vom 10. Januar 2013 (act. 86, S. 1 - 7; 

Abklärungsbericht vom 15. Januar 2013) verändert hat, zumal hier neu 

noch die psychisch bedingte Einschränkung zu beachten ist. Mit Blick auf 

die neu zur Diskussion stehende psychiatrische Diagnose wäre die Vor-

instanz gehalten gewesen, die durch die Schmerzstörung und die Depres-

sion bedingten Einschränkungen in der Haushaltführung durch eine Haus-

haltsabklärung, kombiniert mit einer ärztlichen Einschätzung der Leis-

tungsfähigkeit, erneut eingehend abzuklären. Mit der pauschalen Über-

nahme der Anfang 2013 ermittelten Einschränkung hat sie ihre Pflicht zur 

Abklärung des massgeblichen Sachverhaltes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ver-

letzt.  

6.3 Daraus folgt, dass die Streitsache auch wegen unvollständiger Sach-

verhaltsabklärung bezüglich der Einschränkungen im Haushalt an die Vor-

instanz zurückzuweisen ist. Aufgrund der unmittelbaren Nähe des Woh-

norts der Beschwerdeführerin (C._______/F) zur Schweiz respektive zu 

Basel ist die Haushaltsabklärung mittels eines Augenscheines vor Ort 

durchzuführen. Ferner ist die Haushaltsabklärung zeitlich vor der medizini-

schen Begutachtung durchzuführen; dies ermöglicht den Gutachtern, sich 

C-6018/2015 

Seite 27 

ein Bild von den konkreten Verhältnissen im Haushalt zu machen. Im Ein-

zelnen ist unter Berücksichtigung der gegebenen medizinischen Ein-

schränkungen abzuklären, welche Haushalttätigkeiten der Beschwerde-

führerin tatsächlich noch in welchem Umfang möglich sind, und welche 

nicht mehr. Weiter sind Abklärungen zur Gewichtung der einzelnen Haus-

halttätigkeiten sowie zur Schadenminderungspflicht vorzunehmen. Die Vo-

rinstanz wird die Beschwerdeführerin bezüglich der offengebliebenen Tat-

sachen zu befragen haben, und die Einschränkungen auch unter Beizug 

eines Rheumatologen und eines Psychiaters eingehend abklären müssen.  

7.  

Die am 5. November 1954 geborene Beschwerdeführerin ist inzwischen 

62-jährig. Verlässliche gutachtliche Feststellungen der medizinisch-theore-

tischen Restarbeitsfähigkeit liegen nach dem Gesagten derzeit noch nicht 

vor.   

7.1 Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage der Verwertbarkeit der Rest-

arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Fest-

stehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzu-

stellen. Diese steht fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüg-

lich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 

E. 3.3 und 3.4).   

7.2 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich invaliditätsfremder 

Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusam-

men mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu füh-

ren kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfä-

higkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr 

nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die 

Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (vgl. zum Ganzen Ur-

teil des BGer 8C_482/2010 vom 27. September 2010 E. 4.2 mit Hinwei-

sen). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene 

Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, 

lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt 

ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verwei-

sungstätigkeiten massgebend sind (beispielsweise Art und Beschaffenheit 

des Gesundheitsschadens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs- 

und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persön-

lichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, 

beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 

angestammten Bereich). Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat 

C-6018/2015 

Seite 28 

etwa einen 60-jährigen Versicherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der 

Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. 

Es sah aber mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeits-

markt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten 

auf dem hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich al-

tersunabhängig nachgefragt werden und der Versicherte zwar einge-

schränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im 

Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch 

im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig war. Bejaht hat das Bundesge-

richt auch die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-

jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychischer und 

physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheumatologische und kardi-

ale Probleme) um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit.  

Verneint wurde hingegen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines 

über 61-jährigen Versicherten, der über keine Berufsausbildung verfügte, 

bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren 

feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass, dessen Teilar-

beitsfähigkeit weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen unterlag und 

dem von den Fachleuten der Berufsberatung die für einen Berufswechsel 

erforderliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wurde. Als unverwertbar 

erachtet wurde auch die 50%ige, durch verschiedene Auflagen zusätzlich 

limitierte Arbeitsfähigkeit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multip-

len, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden, ebenso eine 

50 %-ige Arbeitsfähigkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen 

Monat alten Versicherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden 

Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Rechtsprechungsübersicht 

aus dem Urteil des BGer 8C_482/2010 vom 27. September 2010, E. 4.2 

mit Hinweisen). Ebenfalls verneint wurde die Verwertbarkeit der Restar-

beitsfähigkeit bei einem im Zeitpunkt der Verfügung 61 ½-jährigen Versi-

cherten, bei welchem das fortgeschrittene Alter in Verbindung mit dem 

Herzleiden und der damit verknüpften Verzögerung einer allfälligen Schul-

teroperation eine Situation mit vielen Unwägbarkeiten entstand. Es müsse 

damit gerechnet werden, dass eine Anstellung durch krankheitsbedingte 

Unterbrüche geprägt und eine halbwegs ungestörte Tätigkeit gar nicht 

möglich sei. Dies halte potenzielle Arbeitgeber davon ab, das Risiko einer 

mit solchen Komplikationen behafteten Anstellung einzugehen (Urteil des 

BGer 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 3.4).  

7.3 Spätestens im Zeitpunkt, da der medizinische Sachverhalt rechts-

genüglich abgeklärt sein wird, hat die Vorinstanz auch die Frage zu prüfen, 

C-6018/2015 

Seite 29 

ob der Beschwerdeführerin mit Blick auf die ihr gegebenenfalls noch attes-

tierte Restarbeitsfähigkeit eine Verwertung noch zumutbar ist. Dabei wird 

sie neben der medizinisch-theoretischen Leistungsfähigkeit auch noch die 

vorstehend genannten Kriterien (E. 7.2 hiervor) in die Beurteilung mitein-

zubeziehen haben.  

8.   

8.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das von der Vorinstanz ver-

anlasste bidisziplinäre Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforde-

rung an die Beweiskraft nicht erfüllt. Vorliegend sind ergänzende Experti-

sen in den Fachbereichen Psychiatrie und Rheumatologie geboten. Mit der 

Expertise sind nicht vorbefasste Gutachter zu betrauen. Ob neben den ge-

nannten Fachdisziplinen auch noch weitere Spezialisten beigezogen wer-

den, ist dem pflichtgemässen Ermessen der Gutachter zu überlassen, zu-

mal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Fragestellung über 

die erforderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. dazu Urteil des BGer 

8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E.6.3.1). Dabei erfordert die bundes-

gerichtliche Praxisänderung im Bereich der psychosomatischen Leiden 

(BGE 141 V 281) im vorliegenden Fall die Anwendung des strukturierten 

Beweisverfahrens.  

8.2 Die Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu erfolgen, zumal die 

Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizerischen Versiche-

rungsmedizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 9C_235/2013 

vom 10. September 2013 E. 3.2; Urteil des BVGer C-4677/2011 vom 

18. Oktober 2013 E. 3.6.3). Der dem Gutachtensauftrag beizulegende Fra-

genkatalog hat sämtliche Standardindikatoren der neuen Rechtsprechung 

(BGE 141 V 281 E. 4.1.3) zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführerin ist 

das rechtliche Gehör zu gewähren und es ist ihr Gelegenheit zu geben, 

Zusatzfragen zu stellen (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258 ff.). 

Es sind zudem keine Gründe ersichtlich, welche eine Begutachtung in der 

Schweiz als unverhältnismässig erscheinen liessen, zumal die Beschwer-

deführerin in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze wohnt.  

8.3 Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung 

des Sachverhaltes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ist unter diesen Umständen mög-

lich, da sie in der notwendigen Beantwortung der bisher ungeklärten Fra-

gen nach den Auswirkungen des Gesundheitszustandes auf die Arbeits- 

respektive Leistungsfähigkeit begründet liegt (vgl. BGE 137 V 210 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_690%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-210%3Ade&number_of_ranks=0#page210

C-6018/2015 

Seite 30 

E. 4.4.1.4). Hinzu kommt, dass die Vorinstanz auch die gebotenen Abklä-

rungen im Haushalt unterlassen hat, was von ihr nachzuholen ist. Eine 

Rückweisung ist darüber hinaus auch deshalb geboten, weil die Vorinstanz 

zur Frage der Zumutbarkeit der Verwertung der Resterwerbsfähigkeit Stel-

lung zu beziehen hat.  

8.4 Die Beschwerde ist demnach insoweit gutzuheissen, als die angefoch-

tene Verfügung vom 31. Juli 2015 aufzuheben ist und die Akten, ein-

schliesslich der im Beschwerdeverfahren nachgereichten Befund- und 

Arztberichte (vgl. E. 2.2 hievor),  im Sinne der Erwägungen an die Vor-

instanz zur Durchführung weiterer Abklärungen im Sinne von E. 8.1 und 

E. 8.2 und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung zurückzuwei-

sen sind. 

9.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

9.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine 

Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Par-

tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall der Beschwerde-

führerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Dieser ist der geleistete 

Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden ebenfalls 

keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

9.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG 

in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Ver-

waltung (vgl. dazu auch BGE 122 V 278 E. 3e/aa; Urteile des BVGer C-

1006/2012 vom 31. August 2012 und C-1451/2011 vom 9. Februar 2012 

E. 9.2). Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung auf-

grund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Der Vertreter 

hat sich zunächst mit Eingabe vom 10. August 2015 an die für die Beurtei-

lung der Beschwerde nicht zuständige Vorinstanz darauf beschränkt, das 

Nicht-Einverständnis mit der angefochtenen Verfügung zu erklären 

(act. 130, S. 4), auf richterliche Rückfrage den Beschwerdewillen zu bestä-

tigen (BVGer act. 4, 6) und weitere ärztliche Berichte ins Recht zu legen 

(BVGer act. 1 samt Beilagen, BVGer act. 14 samt Beilage, BVGer act. 16 

C-6018/2015 

Seite 31 

samt Beilagen, BVGer act. 18 samt Beilage sowie BVGer act. 22 samt Bei-

lagen). Zur Begründung der Beschwerde wurde sinngemäss kurz ausge-

führt, die ärztlichen Dokumente würden eine Verschlechterung des Ge-

sundheitszustandes der Beschwerdeführerin beweisen (BVGer act. 1). Für 

die Beschwerdeschrift und auch für die Folgekorrespondenz ist von einem 

minimalen Zeitaufwand auszugehen. Auch die weiteren Eingaben (Einrei-

chung von Arztberichten) dürften keinen hohen Zeitaufwand verursacht ha-

ben. Eine hohe Komplexität und Schwierigkeit der Rechtslage ist zu ver-

neinen. Die Vertretung wurde nicht durch einen Anwalt, sondern durch ei-

nen Gewerkschaftssekretär wahrgenommen. Unter Berücksichtigung des 

Verfahrensausgangs und des aktenkundigen Aufwands ist eine Parteient-

schädigung von Fr. 500.- (inkl. Auslagen; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 10 Abs. 1 und 2 VGKE) gerechtfertigt.  

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die Verfü-

gung vom 31. Juli 2015 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen wird, damit sie die erforderlichen zusätzlichen Abklärungen 

und Beurteilungen im Sinne von Ziff. 8.1 und 8.2 der Erwägungen vor-

nehme und anschliessend neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Verfahrenskos-

tenvorschuss von Fr. 400.- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 500.- zugesprochen. 

 

 

 

 

C-6018/2015 

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4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: 

Formular Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David Weiss Roland Hochreutener 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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