# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22ef82f6-4cee-5ffd-841b-f423d5f4ce55
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 14.11.2023 VKL.2022.2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VKL-2022-2_2023-11-14.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VKL.2022.2 / sb / fi 

(Vers.-Nr. 756.2738.1625.88)  

Art. 100 

 

 

Urteil vom 14. November 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichter Kathriner  

Oberrichterin Peterhans  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Klägerin   A._____  

vertreten durch lic. iur. Rémy Wyssmann, Rechtsanwalt, 

Schachenstrasse 34b, Postfach, 4702 Oensingen  

 

 
   

Beklagte   AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, General-Guisan-Strasse 40,  

Postfach, 8401 Winterthur  

vertreten durch Dr. iur. Elisabeth Glättli, Rechtsanwältin,  

Probst Partner AG Rechtsanwälte, Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur  

 

 
 

Gegenstand  Klageverfahren betreffend BVG 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1966 geborene Klägerin war seit dem 1. April 2004 für die B._____ AG 

als Betriebsmitarbeiterin tätig und in dieser Eigenschaft bei der Beklagten 

beruflich vorsorgeversichert. Am 15. März 2013 meldete sie sich wegen 

Rücken- und Nackenschmerzen bei der IV-Stelle des Kantons Aargau zum 

Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. 

Diese verneinte mit Verfügung vom 21. Februar 2014 einen Anspruch der 

Klägerin auf eine Invalidenrente der IV. Die Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft. Am 9. August 2018 meldete sich die 

Klägerin erneut bei der IV-Stelle des Kantons Aargau zum Leistungsbezug. 

Diese sprach ihr in der Folge mit zwei Verfügungen vom 24. und 

26. November 2020 gestützt auf ein von ihr eingeholtes polydisziplinäres 

Gutachten der BEGAZ GmbH, Binningen, vom 10. August 2020 bei einem 

Invaliditätsgrad von 72 % rückwirkend ab dem 1. Februar 2019 eine 

unbefristete ganze Invalidenrente der IV zu. Die Beklagte verneinte mit 

Schreiben vom 6. und 19. April 2021 eine Leistungspflicht ihrerseits.  

 

2. 

2.1. 

Die Klägerin erhob am 4. Januar 2022 Klage beim Versicherungsgericht 

des Kantons Aargau und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin seit wann rechtens die ge-
setzlichen und reglementarischen Leistungen nach Massgabe eines IV-
Grades von 72% zuzüglich einem Verzugszins zu 5% seit wann rechtens 
auszurichten. 
 
2. 
Es sei gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK eine öffentliche Gerichtsverhand-
lung mit Publikums- und Pressefreiheit durchzuführen. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten." 

 

2.2. 

Mit Klageantwort vom 25. April 2022 beantragte die Beklagte die Abwei-

sung der Klage.  

 

2.3. 

Mit Replik vom 4. Juli 2022 hielt die Klägerin im Wesentlichen an ihrer 

Rechtsauffassung fest und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Die Klage sei gutzuheissen. 
  

 - 3 - 

 

 

2. 
Dem MEDAD-Gutachter Dr. C._____ sei gerichtlich folgende Frage zu 
stellen: 
[…] 
 
3. 
Dr. D._____ sei gerichtlich folgende Frage zu stellen: 
[…] 
 
4. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten." 

 

2.4. 

Die Beklagte hielt mit Duplik vom 24. Oktober 2022 im Wesentlichen an 

ihrem Rechtsbegehren und dessen Begründung fest. 

 

2.5. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 8. November 2022 wurden die 

Akten der Invalidenversicherung (nachfolgend IV-act.) beigezogen. 

 

2.6. 

Mit Triplik vom 16. Januar 2023 hielt die Klägerin im Wesentlichen erneut 

an ihrer Rechtsauffassung fest und ergänzte ihre Anträge gemäss Replik 

vom 4. Juli 2022 wie folgt: 

 

"1. 
Die Klage sei gutzuheissen. 
 
2. 
Dem MEDAD-Gutachter Dr. C._____ seien gerichtlich folgende Fragen zu 
stellen: 
 
2.1 […] 
 
2.2 […] 
 
3. 
Dr. D._____ sei gerichtlich folgende Frage zu stellen: 
[…] 
 
4. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten." 

 

Mit Eingabe vom 13. Februar 2023 hielt die Beklagte im Wesentlichen an 

ihrem Rechtsbegehren und dessen Begründung gemäss Klageantwort 

vom 25. April 2022 und Duplik vom 22. Oktober 2022 fest. 

 

2.7. 

Mit Eingabe vom 23. Mai 2023 stellte die Klägerin folgende Rechtsbegeh-

ren: 

 

 - 4 - 

 

 

 
"1. 
Das Ergänzungsgutachten von Dr. med. C._____, Facharzt FMH für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Mai 2023 sei als Urkunde 47 zu 
den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen. 
 
2. 
Die Honorarrechnung von Dr. med. C._____, Facharzt FMH für Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 15. Mai 2023 per CHF 3'000.-- sei als 
Urkunde 48 zu den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen. 
 
3. 
Der Bericht von Dr. med. D._____ vom 1. Mai 2023 sei als Urkunde 49 zu 
den Akten zu nehmen und zum Beweis zuzulassen. 
 
4. 
Die Beklagte sei gerichtlich zu verpflichten, die Honorarkosten des Gut-
achters Dr. med. C._____ in der Höhe von CHF 3'000.-- gemäss 
Honorarrechnung vom 15. Mai 2023 zur Bezahlung zu übernehmen. 
 
5. 
Die Klage sei vollumfänglich gutzuheissen. 
 
6. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten." 

 

2.8. 

Mit einer weiteren Eingabe vom 16. August 2023 stellte die Klägerin fol-

gende Rechtsbegehren: 

 

"1. 
Es sei eine gerichtliche Begutachtung den Fall der Klägerin betreffend 
durchzuführen. Eventualiter: Dr. med. C._____ sei gerichtlich zum Fall der 
Klägerin zu befragen. 
 
2. 
Dem unterzeichneten Rechtsanwalt sei das vollständige Urteil des Versi-
cherungsgerichts des Kantons Aargau (VKL.2022.8) vom 28. September 
2022 in anonymisierter Form zukommen zu lassen. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten." 
 

 

2.9. 

Am 28. August 2023 wurde vor dem Versicherungsgericht eine öffentliche 

Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchgeführt. Anlässlich der Ver-

handlung stellte die Klägerin folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. 
Die Klage sei vollumfänglich gutzuheissen. 
 
 
 

 - 5 - 

 

 

2. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin seit wann rechtens die ge-
setzlichen und reglementarischen Leistungen nach Massgabe eines IV-
Grades von 50% zuzüglich einem Verzugszins zu 5% seit wann rechtens 
auszurichten. 
 
3. 
Die Beklagte sei gerichtlich zu verpflichten, die Honorarkosten des Gut-
achters Dr. med. C._____ in der Höhe von CHF 3'000.-- gemäss 
Honorarrechnung vom 15. Mai 2023 zur Bezahlung zu übernehmen. 
 
4. 
Es sei der Klägerin eine Parteientschädigung in der Höhe der eingereich-
ten detaillierten Kostennote ihres Rechtsanwalts gerichtlich zuzusprechen. 
 
5. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten." 

 

2.10. 

Am 4. September 2023 beantragte die Beklagte Akteneinsicht, die ihr am 

8. September 2023 gewährt wurde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Klägerin macht im Wesentlichen geltend, ab dem 15. Februar 2012 be-

stehe eine anspruchsbegründende Invalidität. Soweit die IV-Stelle des Kan-

tons Aargau mit Verfügung vom 21. Februar 2014 einen Anspruch ihrer-

seits auf eine Invalidenrente der IV verneint habe, bestehe keine Bindung 

der Beklagten an diesen Entscheid. Bei richtiger Betrachtung liege zudem 

ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen der aktuellen 

– und von der IV-Stelle des Kantons Aargau mit Verfügungen vom 24. und 

26. November 2020 mit Wirkung ab dem 1. Februar 2019 anerkannten – 

Invalidität der Klägerin und den bereits während des Vorsorgeverhältnisses 

der Parteien vorgelegenen, eine Arbeitsunfähigkeit begründenden Ge-

sundheitsschäden der Klägerin vor. Sie habe daher Anspruch auf eine In-

validenrente der beruflichen Vorsorge zu Lasten der Beklagten. Die Be-

klagte macht demgegenüber zusammengefasst geltend, es fehle vorlie-

gend an den Anspruchsvoraussetzungen des engen sachlichen und auch 

zeitlichen Zusammenhangs. Entgegen der Ansicht der Klägerin sei die Ver-

fügung der IV-Stelle des Kantons Aargau vom 21. Februar 2014 zudem für 

die Beklagte verbindlich. Die Klägerin habe ihr gegenüber daher keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente. 

 

Streitig und zu prüfen ist damit, ob die Klägerin gegenüber der Beklagten 

einen Anspruch auf Leistungen aus beruflicher Vorsorge hat.  

 

 - 6 - 

 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Gemäss Art. 23 lit. a BVG haben Personen Anspruch auf Invalidenleistun-

gen, die im Sinne der IV mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der 

Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert wa-

ren.  

 

2.1.2. 

Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrich-

tung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt 

des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Versichertes Ereignis 

nach Art. 23 lit. a BVG ist der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache 

zur Invalidität geführt hat, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in 

welchem Mass daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht 

(BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68). 

 

2.1.3. 

Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit ist die Einbusse an funktionellem Leis-

tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen 

(BGE 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23 mit Hinweisen). Die Arbeitsunfähigkeit muss 

ferner erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein (Urteil des Eidgenös-

sischen Versicherungsgerichts B 18/97 vom 29. April 1998), und sie muss 

mindestens 20 % betragen (Urteile des Bundesgerichts 9C_102/2014 vom 

1. September 2014 E. 1.1, 9C_569/2013 vom 18. Februar 2014 E. 1.1 und 

9C_934/2012 vom 18. Juli 2012 E. 2; MARC HÜRZELER, in: Schnei-

der/Geiser/Gächter [Hrsg.], Kommentar BVG und FZG, 2. Aufl. 2019, N. 8 

zu Art. 23 BVG). 

 

2.2. 

2.2.1. 

Tritt während der Versicherungsperiode eine Arbeitsunfähigkeit ein, die 

einen Anspruch auf Invalidenleistungen zur Folge hat, muss die Vorsorge-

einrichtung den Fall übernehmen, selbst wenn der Invaliditätsgrad sich 

nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses verändert. Die Leistungs-

pflicht einer Vorsorgeeinrichtung für eine erst nach Beendigung des Vor-

sorgeverhältnisses eingetretene oder verschlimmerte Invalidität setzt in-

dessen in jedem Fall voraus, dass zwischen relevanter Arbeitsunfähigkeit 

und nachfolgender Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusam-

menhang besteht (BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68). 

 

2.2.2. 

Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass 

bis zum Eintritt der Invalidität ohne wesentlichen Unterbruch (auch) in einer 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten Tätigkeit eine Arbeits-

 - 7 - 

 

 

unfähigkeit von wenigstens 20 % bestand. Die Unterbrechung des zeitli-

chen Konnexes erfordert eine länger andauernde (annähernd) vollständige 

Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22; Urteil des Bundesge-

richts 9C_653/2016 vom 2. März 2017 E. 3). Eine nachhaltige, den zeit-

lichen Zusammenhang unterbrechende Erholung ist anzunehmen, wenn 

während mehr als dreier Monate eine Arbeitsfähigkeit von über 80 % in 

einer angepassten Erwerbstätigkeit vorgelegen hat (BGE 144 V 58 E. 4.5 

S. 63). Eine drei Monate oder länger andauernde (annähernd) vollständige 

Arbeitsfähigkeit ist ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeit-

lichen Zusammenhangs, sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der 

Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich darstellt (BGE 134 V 20 

E. 3.2.1 S. 22 f. und SVR 2014 BVG Nr. 1 S. 1, 9C_98/2013 E. 4.1). Der 

zeitliche Zusammenhang kann daher auch bei einer länger als drei Monate 

dauernden Tätigkeit gewahrt sein, wenn eine dauerhafte berufliche Wie-

dereingliederung unwahrscheinlich war, etwa weil die Tätigkeit (allenfalls 

auch erst im Rückblick) als Eingliederungsversuch zu werten ist oder mass-

geblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte (BGE 134 V 20 

E. 3.2.1 S. 22 f., SVR 2010 BVG Nr. 18 S. 70, 9C_169/2009 E. 3.2 sowie; 

Urteil des Bundesgerichts 9C_569/2013 vom 18. Februar 2014 E. 1.2.2 

und E. 5.3). 

 

2.2.3. 

In sachlicher Hinsicht liegt ein enger Zusammenhang vor, wenn der Ge-

sundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, von der Art her 

im Wesentlichen derselbe ist, welcher der Erwerbsunfähigkeit zu Grund 

liegt (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22 und 123 V 270 E. 1c S. 265). Ist die bei 

noch bestehender Versicherungsdeckung eingetretene Arbeitsunfähigkeit 

somatisch, die Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung begrün-

dende Invalidität jedoch psychisch bedingt, muss sich die Störung während 

des Vorsorgeverhältnisses manifestiert und das Krankheitsgeschehen er-

kennbar mitgeprägt haben. In der Regel wird dabei nicht vorausgesetzt, 

dass während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses beziehungsweise vor 

dem Ende der Nachdeckungsfrist (für die Risiken Tod und Invalidität) die 

Arbeitsfähigkeit psychisch bedingt (mindestens zu 20 % wie bei körper-

lichen Beeinträchtigungen) eingeschränkt war. Umso grössere Bedeutung 

kommt dem Nachweis zu, dass das Leiden sich manifestiert und das Krank-

heitsgeschehen erkennbar mitprägt hatte, an welchen demzufolge keine zu 

geringen Anforderungen gestellt werden dürfen. Verlangt sind grundsätz-

lich echtzeitliche Belege, aus denen sich allenfalls im Verbund mit späteren 

fachärztlichen Berichten gewichtige Anhaltspunkte ergeben, wonach bei 

noch bestehender Versicherungsdeckung psychische Beeinträchtigungen 

mit Auswirkungen auf das Krankheitsgeschehen bestanden (SVR 2022 

BVG Nr. 6 S. 21, 9C_181/2021 E. 4.3 und SVR 2017 BVG Nr. 19, 

9C_583/2016 E. 3.1 und E. 5.1). 

 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-20%3Ade&number_of_ranks=0#page20

 - 8 - 

 

 

2.3. 

Ein Entscheid der IV-Stelle ist für eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge 

verbindlich, insbesondere hinsichtlich des IV-Grades und Rentenbeginns, 

einschliesslich dem dafür massgebenden Beginn der Arbeitsunfähigkeit in 

angestammter Tätigkeit, sofern sie in das invalidenversicherungsrechtliche 

Verfahren einbezogen wurde, die konkrete Fragestellung für die Beurtei-

lung des Rentenanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung entschei-

dend war und die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise auf-

grund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhalt-

bar erscheint (BGE 143 V 434 E. 2.2 S. 437 und 133 V 67 E. 4.3.2 S. 69 

sowie SVR 2021 IV Nr. 38 S. 116, 9C_552/2020 E. 3.2). Dies gilt auch für 

rentenaufhebende Entscheide der IV-Stelle (BGE 133 V 67 E. 4.3.3 

S. 69 f.). 

 

2.4. 

2.4.1. 

Gemäss dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung sind die Beweise frei, 

das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Das bedeutet, dass alle Beweismittel, unab-

hängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach 

zu entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-

teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Eine Tatsache darf nur 

dann als bewiesen angenommen werden, wenn der Rechtsanwender von 

ihrem Bestehen überzeugt ist. Bei einander widersprechenden medizi-

nischen Berichten darf der Prozess nicht erledigt werden, ohne das ge-

samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, weshalb 

sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abgestellt wird 

(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 und Urteil des Bundesgerichts 9C_179/2011 

vom 16. Mai 2011 E. 3.1.1). 

 

2.4.2. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situa-

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

3. 

3.1. 

In rechtlicher Hinsicht ist vorab festzuhalten, dass angesichts des versi-

cherten Jahreslohns der Klägerin von Fr. 45'890.00 in den Jahren 2012 und 

 - 9 - 

 

 

2013 (vgl. KB 3 und 4) vorliegend einzig Leistungen der obligatorischen 

beruflichen Vorsorge in Frage stehen. Dies ist zwischen den Parteien denn 

auch zu Recht unumstritten. Gleiches gilt für den Umstand, dass das Ar-

beitsverhältnis der Klägerin mit der B._____ AG durch Kündigung der Ar-

beitgeberin per 30. September 2013 (KB 6 [auch RB 30]) geendet hat und 

sie damit – unter Berücksichtigung der Nachversicherungsfrist gemäss 

Art. 10 Abs. 3 Satz 1 BVG – bis zum 31. Oktober 2013 bei der Beklagten 

berufsvorsorgeversichert war.  

 

3.2. 

Zur Beurteilung des von der Klägerin geltend gemachten Leistungsan-

spruchs sind im Wesentlichen folgende Umstände massgebend: Dem Be-

richt von Prof. Dr. med. E._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 

sowie für Rheumatologie, und Assistenzarzt Dr. med. F._____, 

Kantonsspital G._____, vom 15. Oktober 2012 ist gestützt auf eine MRI-

Untersuchung der LWS vom 31. Mai 2012 (vgl. hierzu den Bericht von 

Dr. med. H._____, Facharzt für Radiologie, Röntgeninstitut I._____, vom 

31. Mai 2012 in IV-act. 6, S. 4) zu entnehmen, dass die Klägerin unter 

einem chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom ohne sicheren 

Hinweis auf eine radikuläre Symptomatik leide (IV-act. 6, S. 2, resp. Re-

plikbeilage [RB] 31). Eine in der Folge durchgeführte SPECT-CT-Unter-

suchung der LWS zeigte gemäss Bericht von Prof. Dr. med. E._____ und 

Dr. med. F._____ vom 9. November 2012 eine aktivierte Facettengelenks-

arthrose LWK3/4 (IV-act. 6, S. 1). Dem Bericht des Hausarztes der Klägerin 

Dr. med. D._____, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 8. April 

2013 zu Handen der IV-Stelle des Kantons Aargau ist als Diagnose ein 

chronisches lumbo- und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom zu ent-

nehmen. Anamnestisch bestünden seit ungefähr Dezember 2011 Rücken-

beschwerden. Es sei wiederholt zu Perioden der Arbeitsunfähigkeit gekom-

men (vgl. auch dessen Arztzeugnisse in IV-act. 12, S. 2 ff.). Ab etwa Feb-

ruar 2013 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit wegen der chronischen 

lumbospondylogenen Schmerzproblematik mit verminderter körperlicher 

Leistungsfähigkeit. Ob infolge des "missmutigen Zustands auch eine psy-

chische Einschränkung bestehe", konnte Dr. med. D._____ nicht beurtei-

len. Es sei eine stationäre Rehabilitation vorgesehen (IV-act. 14, S. 2 f. 

[auch RB 37]). Diese fand vom 26. April bis 16. Mai 2013 in der Klinik 

J._____ statt. Dem diesbezüglichen Bericht von Dr. med. K._____, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Rheumatologie, und 

Assistenzärztin prakt. med. L._____ vom 22. Mai 2013 ist wiederum die Di-

agnose eines chronischen lumbo- und zervikospondylogenen Schmerzsyn-

drom zu entnehmen. Anamnestisch bestünden die Beschwerden seit "ca. 

einem Jahr" und persistierten bis heute, so dass die Klägerin nur leichteste 

Tätigkeiten übernehmen könne. Analgesie, Infiltrationen und Physiothera-

pie hätten keine Besserung gebracht. Die Beschwerden hätten ferner "auf 

die Stimmung gedrückt". Im Rahmen der Rehabilitation sei es zu einer Be-

schwerdebesserung gekommen. Aus medizinischer und rehabilitativer 

 - 10 - 

 

 

Sicht bestehe eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit mit leichten, wechselnden Tä-

tigkeiten (IV-act. 20, S. 2 f. [auch RB 38]). Nach Angeben der damaligen 

Arbeitgeberin der Klägerin sei diese mit der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 

nicht einverstanden gewesen "und habe sich vom Hausarzt wieder zu 

100 % krankschrieben lassen" (vgl. die Telefonnotiz vom 12. Juni 2013 in 

IV-act. 21).  

 

3.3. 

In der Folge liess die Krankentaggeldversicherung die Klägerin durch 

Dr. med. M._____, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, orthopädisch beurteilen. Diese 

hielt in ihrem Untersuchungsbericht vom 23. August 2013 unter 

Bezugnahme auf den Austrittsbericht der Klinik J._____ vom 22. Mai 2013 

sowie die Ergebnisse der vorerwähnten bildgebenden Untersuchungen 

und nach eigener Untersuchung der Klägerin fest, es würden weitgehend 

altersentsprechende Befunde an der Wirbelsäule und den grossen/kleinen 

Gelenken der oberen/unteren Extremitäten ohne nervenwurzelbezogenes 

neurologisches Defizit, jedoch auch reproduzierbare Schmerzen 

nuchal/lumbal in Muskulatur und Weichteilen sowie die Notwendigkeit einer 

deutlichen Gewichtsreduktion bestehen (IV-act. 29, S. 12, resp. 

Klagebeilage [KB] 16). Es liege aktuell eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit durch eine verminderte körperliche Belastbarkeit bei 

erheblichem Körpergewicht und muskulärer Dekompensation vor. In einer 

angepassten körperlich leichten und im Sitzen zu verrichtenden Tätigkeit 

bestehe ab dem 1. Oktober 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Diese 

könne innerhalb von vier bis sechs Wochen auf 75 % gesteigert werden 

und betrage ab dem 1. Januar 2014 schliesslich 100 % (IV-act. 29, S. 13 

[auch KB 16]). Dr. med. N._____, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der 

IV-Stelle des Kantons Aargau, schloss sich dieser Beurteilung mit 

Stellungnahme vom 11. Oktober 2013 an und hielt fest, körperlich 

belastende beziehungsweise stehende Tätigkeiten seien "auf Dauer 

ungünstig". Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

leichten sitzenden Tätigkeit durch Dr. med. M._____ sei schlüssig und 

nachvollziehbar (IV-act. 31, S. 2). Der Hausarzt der Klägerin 

Dr. med. D._____ erachtete die Beurteilung von Dr. med. M._____ in 

seinem Schreiben vom 25. Oktober 2013 als vollständig und sehr gut. 

Indes ging er – ohne Differenzierung zwischen angestammter und 

angepasster Tätigkeiten – weiterhin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

aus (vgl. IV-act. 38, S. 3, resp. Triplikbeilage [TB] 45]). Nach neuerlicher 

Rücksprache mit RAD-Arzt Dr. med. N._____, welcher mit ergänzender 

Stellungnahme vom 31. Januar 2014 an seiner Beurteilung vom 

11. Oktober 2013 festhielt (vgl. IV-act. 42, S. 2), entschied die IV-Stelle des 

Kantons Aargau die Anmeldung der Klägerin zum Leistungsbezug vom 

15. März 2013 (IV-act. 4 [auch KB 15]) betreffend in ihrer Verfügung vom 

21. Februar 2014, die Klägerin könne bei einem Valideneinkommen von 

Fr. 45'890.00 und einem Invalideneinkommen von Fr. 53'912.00 in einer 

 - 11 - 

 

 

aus medizinischer Sicht zumutbaren angepassten Tätigkeit einen ver-

gleichbaren Verdienst wie bis anhin erzielen. Aus erwerblicher Sicht sei da-

her keine Lohneinbusse ausgewiesen, weshalb keine leistungsbegrün-

dende Invalidität bestehe (IV-act. 43 [auch KB 17]). 

 

3.4. 

Am 9. August 2018 meldete sich die Klägerin erneut bei der IV-Stelle des 

Kantons Aargau zum Leistungsbezug an (IV-act. 48). Aus den während 

dieses Neuanmeldungsverfahrens zu den Akten genommenen ärztlichen 

Berichten ergibt sich insbesondere, dass sich die Klägerin seit einer weite-

ren stationären Rehabilitation vom 13. April bis 3. Mai 2017 (vgl. den dies-

bezüglichen Bericht der Klinik J._____ vom 8. Mai 2017 in IV-act. 62 [auch 

RB 39]) in psychiatrischer Therapie befindet (vgl. den Bericht von 

Dr. med. D._____ vom 10. September 2018 in IV-act. 59, S. 3). Den 

Berichten von Chefarzt Dr. med. O._____ und Dr. med. P._____, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik Q._____ vom 

16. Januar 2018 (IV-act. 68. S. 3 ff. [auch RB 42]) und von 

Dr. med. P._____ vom 3. Oktober 2018 (IV-act. 67, S. 3 ff. [auch RB 41]) 

ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass es vor dem Hintergrund einer 

Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands im Januar 2017 

zu einer depressiven Exazerbation im Sinne einer Anpassungsstörung 

gekommen sei, weshalb die Klägerin im Januar 2017 zur Behandlung 

zugewiesen (IV-act. 67, S. 4) worden sei. Diagnostisch bestünden eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig mit 

somatischem Syndrom (ICD-10 F33.2) sowie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45; vgl. IV-act. 68, S. 5 [auch 

RB 42]). Am 15. Februar 2019 ersuchte die IV-Stelle des Kantons Aargau 

Dr. med. P._____ um eine Verlaufsbeurteilung sowie um Zustellung 

sämtlicher Berichte seit 2016 (IV-act. 72). Am 24. Juni 2019 erstattete 

Dr. med. P._____ einen Verlaufsbericht, reichte indes keine weiteren 

Berichte zu den Akten (IV-act. 83). Dem von RAD-Arzt Dr. med. N._____ 

mit Stellungnahme vom 28. November 2019 empfohlenen (vgl. IV-act. 89, 

S. 3 f. [auch TB 44]) polydisziplinären BEGAZ-Gutachten vom 10. August 

2020 ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass die Klägerin seit Dezember 

2017 in der angestammten Tätigkeit voll und in einer angepassten Tätigkeit 

zu 70 % arbeitsunfähig sei (vgl. IV-act. 121.2, S. 11 f. [auch KB 18]). In der 

Folge sprach die IV-Stelle des Kantons Aargau dieser nach Rücksprache 

mit ihrem RAD (vgl. IV-act. 123, S. 4 f.) mit zwei Verfügungen vom 24. und 

26. November 2020 bei einem Invaliditätsgrad von 72 % rückwirkend ab 

dem 1. Februar 2019 eine unbefristete ganze Invalidenrente der IV zu (IV-

act. 131 f. [auch KB 19 f.]).  

 

 - 12 - 

 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Für die Zeit während der Versicherungsdeckung bei der Beklagten finden 

sich in den Akten zahlreiche Berichte und Arztzeugnisse des Hausarztes 

der Klägerin Dr. med. D._____, in welchen der Klägerin eine Arbeitsunfä-

higkeit attestiert wurde. Hierbei findet indes keine Unterscheidung 

zwischen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer angepass-

ten Tätigkeit statt respektive es fehlen Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit. Erst im Bericht von Dr. med. K._____ und 

prakt. med. L._____ vom 22. Mai 2013 über die stationäre Rehabilitation 

vom 26. April bis 16. Mai 2013 waren erstmals zumindest gewisse Ausfüh-

rungen zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit enthalten, wurde 

dort doch eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leichten wechselbelasten-

den Tätigkeiten attestiert. Dem von der Krankentaggeldversicherung ein-

geholten Untersuchungsbericht von Dr. med. M._____ vom 23. August 

2013, bei welchem es sich nicht um ein Gutachten nach Art. 44 ATSG 

handelt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_668/2018 vom 5. April 2019 

E. 3.3, 9C_580/2018 vom 14. November 2018 E. 4.1 und 8C_682/2017 

vom 14. Februar 2018 E. 5), ist schliesslich für eine angepasste körperlich 

leichte und im Sitzen zu verrichtende Tätigkeit ab dem 1. Oktober 2013 

eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zu entnehmen, welche innerhalb von vier 

bis sechs Wochen auf 75 % gesteigert werden könne und ab dem 1. Januar 

2014 schliesslich 100 % betrage (vgl. zum Ganzen vorne E. 3.3.). Dr. med. 

M._____ gab ferner an, die Arbeitsfähigkeit sei bei weitgehend altersent-

sprechenden Befunden an der Wirbelsäule und den grossen/kleinen Ge-

lenken der oberen/unteren Extremitäten ohne nervenwurzelbezogenes 

neurologisches Defizit durch "eine verminderte körperliche Belastbarkeit 

bei erheblichem Körpergewicht und muskulärer Dekompensation einge-

schränkt" (IV-act. 29, S. 13 [auch KB 16]). Eine blosse Dekonditionierung 

stellt indes keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 8C_793/2021 vom 30. März 2022 E. 5.3, 

8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 4.2 und 9C_848/2016 vom 

12. Mai 2017 E. 4.2). Die Formulierung im Untersuchungsbericht von 

Dr. med. M._____ lässt denn auch keinen Zweifel daran, dass nicht eine 

Angewöhnung an ein Leiden, sondern an das Arbeiten an sich gemeint ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_785/2017 vom 20. Februar 2018 

E. 1.2.2). Dr. med. M._____ beschrieb denn auch nirgends die Notwendig-

keit einer vorgängigen Durchführung medizinischer oder beruflicher Mass-

nahmen im Sinne eines Vorbehalts bezüglich der ab dem 1. Januar 2014 

attestierten vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Sie ging 

demnach nicht davon aus, dass diese erst nach (erfolgreicher) Durchfüh-

rung medizinischer oder beruflicher Massnahmen umgesetzt werden 

konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 961/06 vom 19. November 2007 

E. 3.2; siehe ferner vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_432/2015 vom 

23. September 2015 E. 5.2, 9C_141/2009 vom 5. Oktober 2009 E. 2.3.1 

 - 13 - 

 

 

und 9C_53/2008 vom 18. Februar 2009 E. 3; je mit Hinweis auf Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 2/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.2).  

 

4.1.2. 

Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

während der Dauer der Versicherungsdeckung bei der Beklagten erscheint 

damit insgesamt nicht als überwiegend wahrscheinlich (vgl. zum Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit statt vieler BGE 139 V 176 

E. 5.3 S. 186, 138 V 218 E. 6 S. 221 und 126 V 353 E. 5b S. 360), zumal 

auch der Hausarzt Dr. med. D._____ nach Lage der Akten nicht durch-

gängig eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attes-

tiert hat (vgl. dazu die Arztzeugnisse in IV-act. 12, S. 2 ff. sowie in KB 7). 

Daran vermag entgegen der Ansicht der Klägerin (vgl. insb. Verhandlungs-

protokoll, S. 3 [mit Verweis auf die Plädoyernotizen, S. 3 f.]) nichts zu än-

dern, dass der rheumatologische BEGAZ-Gutachter – welcher im Übrigen 

für die Zeit ab dem 1. August 2013 gestützt auf den Untersuchungsbericht 

von Dr. med. M._____ vom 23. August 2013 von einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit mit Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 10 % aus-

ging – bezüglich des zeitlichen Verlaufs der Arbeitsfähigkeit ausführte, es 

habe gemäss den Akten "initial eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab Be-

schwerdebeginn" und damit gemäss Aktenlage ab dem 8. Mai 2012 be-

standen (IV-act. 121.7, S. 15 [auch RB 43]). Dieser Beurteilung fehlt eine 

nachvollziehbare Begründung anhand echtzeitlicher Befunde und sie 

scheint ferner auf den (damaligen) Angaben des Hausarztes der Klägerin 

zu basieren, welche indes nach dem Dargelegten gerade nicht eine ange-

passte Tätigkeit betrafen. Zudem bezog sich die gutachterliche Angabe auf 

einen Zeitraum ausserhalb der für die IV relevanten Periode und ist damit 

für die Beklagte nicht verbindlich (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 9C_876/2011 vom 7. Mai 2012 E. 3.3 und I 349/05 vom 21. April 

2006 E. 2.3).  

 

4.2. 

4.2.1. 

Für die Zeit nach Ende der Versicherungsdeckung bei der Beklagten ging 

nach Lage der Akten lediglich der Hausarzt der Klägerin Dr. med. D._____ 

weiterhin – und nach wie vor ohne Differenzierung zwischen angestammter 

und angepasster Tätigkeit und ohne Nennung veränderter Befunde (vgl. 

hierzu auch die von Dr. med. D._____ geführte Krankengeschichte [KG] 

der Klägerin in RB 34) – von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. bspw. 

das Arztzeugnis vom 29. Mai 2015 in KB 7), wobei er in seinem Schreiben 

vom 25. Oktober 2013 selbst eingeräumt hatte, dass ihm "als Nicht-Ortho-

päde ein abschliessendes Urteil […] nicht möglich" sei (vgl. IV-act. 38, S. 3 

[TB 45]). Die IV-Stelle des Kantons Aargau verneinte mit Verfügung vom 

21. Februar 2014 einen Invalidenrentenanspruch der Klägerin (vgl. dazu 

vorne E. 3.3.). Die Beklagte war in dieses von der IV-Stelle das Kantons 

 - 14 - 

 

 

Aargau durchgeführte invalidenversicherungsrechtlich Verfahren einbezo-

gen worden (vgl. insb. IV-act. 43, S. 1 [auch KB 17], wonach ihr die Verfü-

gung vom 21. Februar 2014 zugestellt wurde). Der negative Leistungsent-

scheid der IV-Stelle des Kantons Aargau ist für die Beklagte demnach ins-

besondere hinsichtlich des Fehlens eines anspruchsbegründenden Invali-

ditätsgrads ab dem 1. Januar 2014 sowie im Speziellen der diesem zu 

Grunde liegenden Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung verbindlich, waren (unter 

anderem) diese Faktoren doch für die Beurteilung des Rentenanspruchs 

gegenüber der Invalidenversicherung entscheidend und erweist sich ferner 

die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer 

gesamthaften Prüfung der Akten insbesondere mit Blick auf die vorerwähn-

ten (fach-)ärztlichen Berichte nicht als offensichtlich unhaltbar. Die damals 

bereits rechtskundig vertretene Klägerin focht die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Aargau vom 21. Februar 2014 denn auch nicht an.  

 

4.2.2. 

Im weiteren Verlauf finden sich über Monate keine medizinischen Akten, 

welche auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit hindeuten würden. Insbesondere geht solches entgegen der An-

sicht der Klägerin (vgl. insb. Verhandlungsprotokoll, S. 4 [mit Verweis auf 

die Plädoyernotizen, S. 4]) gerade nicht aus dem Bericht der Klinik J._____ 

vom 22. Mai 2013 hervor. Erst am 21. August 2014 ist der hausärztlichen 

KG zu entnehmen, dass es zu einer Exazerbation der chronischen 

Schmerzsymptomatik gekommen sei (vgl. RB 34). Ob damit eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit einher-

ging, kann offen bleiben, denn aus Sicht der beruflichen Vorsorge besteht 

damit eine Periode voller Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten (vgl. 

zu deren Massgeblichkeit statt vieler BGE 144 V 58 E. 4.4 f. S. 62 f. sowie 

SVR 2022 BVG Nr. 17 S. 63, 9C_296/2021 E. 5.1 und E. 5.2) von über 

einem halben Jahr. Dass eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbs-

fähigkeit oder berufliche Wiedereingliederung objektiv unwahrscheinlich 

gewesen wäre, ergibt sich aus den Akten zudem nicht. Dass die Klägerin 

im fraglichen Zeitraum keine Erwerbstätigkeit aufnahm, hat demnach keine 

medizinischen Gründe. Die anwaltlich vertretene Klägerin substantiiert zu-

dem auch nicht hinreichend, weshalb eine dauerhafte Wiedererlangung der 

Erwerbsfähigkeit oder berufliche Wiedereingliederung damals objektiv un-

wahrscheinlich gewesen sein soll (vgl. zur Substantiierungspflicht als Aus-

fluss der Mitwirkungspflichten der Parteien statt vieler HÜRZELER/BÄTTIG-

LISCHER, in: Hürzeler/Stauffer [Hrsg.], Basler Kommentar Berufliche Vor-

sorge, 2021, N. 66 zu Art. 73 BVG mit Hinweisen). Es ist damit mit dem 

massgebenden Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzu-

nehmen, dass eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit oder 

berufliche Wiedereingliederung nicht objektiv unwahrscheinlich gewesen 

ist. Damit ist ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen relevanter Ar-

beitsunfähigkeit und nachfolgender Invalidität, auf welche die Klägerin vor-

liegend ihr Leistungsbegehren stützt, zu verneinen.  

 - 15 - 

 

 

4.3. 

Hinsichtlich der von der Klägerin angeführten psychischen Beschwerden 

ist ferner Folgendes zu ergänzen: Im den rentenzusprechenden Verfü-

gungen der IV-Stelle des Kantons Aargau vom 24. und 26. November 2020 

zu Grunde liegenden BEGAZ-Gutachten vom 10. August 2020 wird der 

Klägerin eine namhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch in einer 

angepassten Tätigkeit infolge eines psychischen Gesundheitsschadens at-

testiert (vgl. IV-act. 121.2, S. 12 [auch KB 18], sowie den psychiatrischen 

Teil des Gutachtens in IV-act. 121.6, S. 14 f. [auch RB 33]). Aus den echt-

zeitlichen Berichten ergibt sich für die Zeit ab Februar 2012 und während 

der Dauer der Versicherungsdeckung indes keine manifestierte psychische 

Beeinträchtigung, welche das Krankheitsgeschehen erkennbar mitgeprägt 

hätte. Insbesondere fehlt es an einer entsprechenden (fachärztlichen) Di-

agnose, begab sich die Klägerin doch erst mehrere Jahre nach Ende der 

Versicherungsdeckung bei der Beklagten in entsprechende (fachärztliche) 

Behandlung (vgl. hierzu vorne E. 3.4.). Auch wurden im Rahmen der sta-

tionären Rehabilitation in der Klinik J._____ im Frühling 2013 keine 

psychischen Auffälligkeiten beschrieben, obschon die Klägerin angab, ihre 

Beschwerden hätten "auf die Stimmung gedrückt", weshalb sie "Cipralex 

einnehme" (IV-act. 20, S. 2 [auch RB 38]). Das Medikament Cipralex wurde 

ursprünglich im Mai 2012 "gegen Schmerzen" hausärztlich verordnet (vgl. 

insb. die KG-Einträge von Dr. med. D._____ zwischen dem 16. Mai und 

dem 25. Oktober 2012 in RB 34). Alleine aus der Verwendung eines 

Medikaments kann aber nicht auf einen Gesundheitsschaden geschlossen 

werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_286/2017 vom 19. Juni 2017 

E. 5.2). Hausarzt Dr. med. D._____ beschrieb ferner lediglich 

psychiatrische Verdachts- oder Differentialdiagnosen (vgl. bspw. dessen 

KG-Einträge vom 24. Oktober 2012 und vom 9. Januar sowie 20. Juni 2013 

in RB 34) und hielt darüber hinaus am 8. April 2013 explizit fest, er könne 

nicht beurteilen, ob wegen des "missmutigen Zustands auch eine 

psychische Einschränkung bestehe". Weitere diesbezügliche Abklärungen 

leitete er nicht ein (vgl. IV-act. 14, S. 2 f. [auch RB 37]). Insgesamt kann 

damit entgegen der Ansicht der Klägerin (vgl. insb. Verhandlungsprotokoll, 

S. 4 [mit Verweis auf die Plädoyernotizen, S. 4]) nicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine bereits während der Versi-

cherungsdeckung manifestierte psychische Beeinträchtigung geschlossen 

werden. Daran vermag auch die von der Klägerin eingeholte ergänzende 

Stellungnahme des psychiatrischen BEGAZ-Gutachters vom 15. Mai 2023 

(Beilage 47 zur Eingabe der Klägerin vom 23. Mai 2023) nichts zu ändern, 

wird doch auch dort das Fehlen entsprechender (echtzeitlicher fachärzt-

licher) Diagnosen explizit anerkannt. Ähnliches gilt für den nicht fachärzt-

lichen Bericht des Hausarztes der Klägerin Dr. med. D._____ vom 1. Mai 

2023 (Beilage 49 zur Eingabe der Klägerin vom 23. Mai 2023), in welchem 

– im Widerspruch zur vorerwähnten echtzeitlichen Dokumentation von 

Dr. med. D._____, wonach er nicht beurteilen könne, ob eine psychische 

Einschränkung bestehe – retrospektiv das Vorliegen einer psychischen 

 - 16 - 

 

 

Störung "vor dem 31. Oktober 2013" postuliert wird, fehlt es doch auch hier-

für an entsprechenden Hin- beziehungsweise Nachweisen in den echtzeit-

lichen Akten. Soweit der von der Klägerin nunmehr als invalidisierend gel-

tend gemachte Gesundheitsschaden auf psychischen Beschwerden be-

ruht, fehlt es am engen sachlichen Zusammenhang. 

 

4.4. 

Zusammengefasst ergibt sich damit, dass eine anspruchsbegründende Ar-

beitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit während der Zeit der Versi-

cherungsdeckung sowie ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammen-

hang zwischen der Arbeitsunfähigkeit während der Versicherungsdeckung 

und der nunmehr geltend gemachten Invalidität nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt sind. Eine Leistungspflicht der Beklagten fällt da-

mit ausser Betracht. Soweit noch aktuell, sind von den weiteren von der 

Klägerin beantragten Beweiserhebungen (Partei- oder Zeugenbefragung, 

Einholung eines gerichtlichen Gutachtens, Beizug weiterer Akten etc.) 

keine wesentlichen zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf 

in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist (vgl. statt vieler BGE 144 

V 361 E. 6.5 S. 368 f. mit Hinweis und BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.).  

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Klage abzuweisen. 

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG). 

 

5.3. 

Der Klägerin steht gemäss Verfahrensausgang (§ 64 Abs. 3 VRPG i.V.m. 

Art. 106 ZPO) und der obsiegenden Beklagten als Sozialversicherungsträ-

gerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf eine Parteient-

schädigung zu. 

 

5.4. 

Die von der Klägerin eingeholte ergänzende Stellungnahme des psychiat-

rischen BEGAZ-Gutachters vom 15. Mai 2023 war weder zur Begründung 

eines engen sachlichen Zusammenhangs geeignet noch konnte sie in 

sonst irgendeiner Form die Entscheidfindung des Gerichts beeinflussen. 

Die Kosten für die fragliche Stellungnahme in der Höhe von Fr. 3'000.00 

(vgl. die Honorarrechnung vom 12. Mai 2023 in Beilage 48 zur Eingabe der 

Klägerin vom 23. Mai 2023) sind demnach nicht nach Art. 45 Abs. 1 ATSG 

(vgl. zu dessen Anwendbarkeit Art. 73 Abs. 2 BVG i.V.m. § 58 Abs. 2 

VRPG) der Beklagten aufzuerlegen (vgl. zum Ganzen statt vieler Ueli Kie-

ser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 27 ff. zu Art. 45 ATSG mit Hinwei-

sen). Der Antrag auf Kostenübernahme ist folglich abzuweisen.  

 - 17 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Klage wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 14. November 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Berner