# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13ccb2dc-9747-5ff4-9208-0fe0a7f246a1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.11.2010 D-7804/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7804-2009_2010-11-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7804/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Martin Zoller (Vorsitz), 
Richter Markus König, 
Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.

A._______, geboren (...), Kamerun,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
18. November 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7804/2009

Sachverhalt:

A.
A.a Der  Beschwerdeführer  stellte  am  2.  März  2007  am  Flughafen 
B._______ ein Asylgesuch. Am 4. März 2007 wurde er dort zu seinen 
Personalien sowie zu seinem Reiseweg und am 12. März 2007 auch 
zu seinen Asylgründen befragt.

Nach einem schriftlichen Austausch mit dem UNHCR / Verbindungs-
büro für die Schweiz und Liechtenstein bewilligte das BFM dem Be-
schwerdeführer mit Verfügung vom 16. März 2007 die Einreise in die 
Schweiz.  In  der  Folge  wurde  er  dem  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum C._______ zugewiesen, wo er am 21. März 2007 erneut zu 
seinen Personalien und zu seinem Reiseweg angehört wurde. Für den 
Aufenthalt  während  der  Dauer  des  Asylverfahrens  wurde  er  dem 
Kanton D._______ zugeteilt. Die zuständige kantonale Behörde hörte 
ihn am 10. Mai 2007 eingehend zu seinen Asylgründen an. 

A.b Anlässlich  der  Befragungen  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend, er stamme aus E._______ und habe seit dem 
Jahre 1997 in Yaoundé Wirtschaftswissenschaften studiert. Zwei Jahre 
später  habe  er  sich  erstmals  an  einem Studentenstreik  beteiligt.  Im 
Jahre 2000 sei er bei der Teilnahme an einer Demonstration gegen die 
schlechten  Transportmöglichkeiten  von  Studenten  verhaftet  worden. 
Dabei sei er von einem Polizisten derart mit einem Stock geschlagen 
worden,  dass  er  einen Oberschenkelbruch erlitten  habe,  welcher  im 
Spital habe operiert werden müssen.

Anfangs 2003 habe er sich mit anderen Studenten zur Gründung einer 
Organisation  namens  "Association  pour  la  Défense  des  Droits  des 
Etudiants  du  Cameroun"  (ADDEC  oder  A.D.D.E.C.)  versammelt.  Er 
selber  habe  das  Amt  des  "Censeur"  übernommen  und  damit  dem 
ADDEC-Führungsgremium  angehört.  Schon  im  Mai  2003  sei  die 
ADDEC  vom  Bildungsministerium  für  illegal  erklärt  worden.  Im 
folgenden  Jahr  sei  er  –  der  Beschwerdeführer  –  im  Gefolge  einer  
grossangelegten Durchsuchungsaktion  der  Wohnungen von ADDEC-
Mitgliedern  verhaftet  worden;  dabei  sei  auch  sein  Reisepass  be-
schlagnahmt worden. Dank der Hilfe eines mit ihm bekannten Polizei -
offiziers habe er drei Monate später seinen Pass zurückerhalten. 

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Im August  und September  2005 habe die  ADDEC ihre Forderungen 
nach einer Verbesserung der Situation der Studenten erneuert. In der 
Folge  sei  er  –  wie  alle  anderen  ADDEC-Mitglieder  –  von  der  Uni -
versität  Yaoundé  suspendiert  worden.  Auch  habe  er  eine  Vorladung 
erhalten,  wonach  er  sich  am  16.  November  2005  auf  dem  Polizei-
posten zu melden habe. Zur gleichen Zeit hätten an den sechs staat -
lichen  Universitäten  Kameruns  Protestaktionen  stattgefunden.  Der 
Vorladung auf den 16. November 2005 habe er keine Folge geleistet,  
weshalb  er  vier  Tage  später  anlässlich  eines  nahe  der  Universität 
stattfindenden  ADDEC-Treffens  gemeinsam  mit  dem  ADDEC-
Präsidenten  festgenommen  und  auf  das  "Secrétariat  d'Etat  à  la 
Défense" (SED) beziehungsweise in  ein  Gefängnis gebracht  worden 
sei. Am 9. Dezember  2005 sei  er  wieder  freigelassen worden,  doch 
habe er sich zur Behandlung der aufgrund der in der Haft  erlittenen 
Misshandlungen umgehend für  zwei  Monate in Spitalpflege begeben 
müssen.  Wenig  später  sei  die  ADDEC  offiziell  anerkannt  worden. 
Wahrscheinlich  habe es  sich  dabei  nur  um ein  Täuschungsmanöver 
gehandelt, denn bereits im April 2006 sei er von dem ihm bekannten 
Polizeiinspektor  darüber  informiert  worden,  dass  sämtliche  ADDEC-
Mitglieder  per  Haftbefehl  gesucht  würden.  Aus  Angst  vor  einer  er-
neuten Festnahme sei er untergetaucht und habe sich in den Städten 
E._______, Bafoussam, Douala und Yaoundé versteckt gehalten.

Im August 2006 habe er sich entschlossen, Kamerun zu verlassen. Er 
habe sich – mit der Absicht, sein Studium in Nikosia (Zypern) fortzu-
setzen – ein Studiendossier zusammengestellt. Am 27. Februar 2007 
habe er seine Heimat zusammen mit  sechs anderen Personen über 
den  Flughafen  von  Douala  verlassen.  Nach  Zwischenlandungen  in 
B._______ und Athen seien sie in Larnaka (Zypern) gelandet. Dort sei 
ihm  und  einem  anderen  Mitreisenden  jedoch  trotz  einem  fünfzehn 
Tage  gültigen  Visum  am  28.  Februar  2007  die  Einreise  verweigert 
worden. Er sei nach B._______ zurückgeschickt worden, wo er am 2. 
März 2007 ein Asylgesuch stellte.

A.c Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Befragungen zahlreiche 
Dokumente  und  Beweismittel  zu  den  Akten:  einen  kamerunischen 
Reisepass,  eine  kamerunische  Identitätskarte,  einen  Geburtsschein, 
eine  ADDEC-Mitgliederkarte  in  Kopie,  verschiedene  Unterlagen  be-
treffend  Studien  und  Arbeitseinsätze  in  Yaoundé  und  betreffend  Zu-
lassung am F._______ in Nikosia, zwei Strafregisterauszüge sowie – 
jeweils  als  Faxkopien  –  eine  polizeiliche  Vorladung,  ein  ärzt liches 

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Zeugnis und eine Verfügung, wonach er von sämtlichen Universitäten 
Kameruns suspendiert sei. 

B.
Mit  Verfügung vom 18. November 2009 – eröffnet  am 20. November 
2009 – lehnte das BFM das Asylgesuch mit der Begründung ab, die 
Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit nicht stand. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer – 
obwohl  er  über  Kontaktpersonen in Kamerun verfüge und genügend 
Zeit dafür gehabt hätte – die von ihm in Aussicht gestellten Dokumente 
bis  anhin  nicht  eingereicht,  und  die  polizeiliche  Vorladung,  die 
Suspendierung von der Universität sowie das Arztzeugnis lägen ledig -
lich  in  der  leicht  fälschbaren  Form  von  Faxkopien  vor.  Gleichzeitig 
ordnete  das  BFM die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der 
Schweiz an und stellte fest, der Vollzug der Wegweisung sei zulässig,  
zumutbar und möglich. 

C.
C.a Der  Beschwerdeführer  beantragte  beim  Bundesverwaltungs-
gericht mit  Eingabe vom 16. Dezember 2009 – unter Aufhebung der 
vorinstanzlichen  Verfügung  –  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigen-
schaft und die Gewährung des Asyls. Eventuell sei die Unzulässigkeit 
und  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung 
zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-
zichten. 

C.b Am  18.  Dezember  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  zur 
Untermauerung  seiner  Anträge  –  auf  deren  Begründung,  soweit  für 
den  Entscheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  ein-
gegangen wird – einen auf  den 7. Mai  2006 datierten Haftbefehl  im 
Original zu den Akten. 

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom 24.  Dezember  2009  teilte  das  Bundes-
verwaltungsgericht  dem  Beschwerdeführer  vorab  mit,  er  könne  ge-
stützt auf Art. 42 Abs. 1  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31)  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten. 
Sodann  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Gesuche  um  Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mit  der  Begründung  der  nicht 

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nachgewiesenen Bedürftigkeit ab und forderte den Beschwerdeführer 
– unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall – auf, bis 
zum 8. Januar 2010 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- 
einzuzahlen  oder  eine  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung  einzu-
reichen.

Der Kostenvorschuss wurde in der Folge am 6. Januar 2010 bezahlt. 

E.
Das BFM beantragte  mit  Vernehmlassung vom 16. August  2010  die 
Abweisung  der  Beschwerde,  da  diese  keine  neuen  erheblichen  Tat-
sachen  oder  Beweismittel  enthalte,  welche  eine  Änderung  seines 
Standpunktes rechtfertigen könnten.

Die  Vernehmlassung  wurde  dem  Beschwerdeführer  am  18.  August 
2010 zur Kenntnisnahme zugestellt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das  BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). 
Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt  und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung; er ist  daher zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Wie das BFM in seiner angefochtenen Verfügung vorab zutreffend 
feststellte,  entsprechen  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in 
wesentlichen Punkten nicht den Tatsachen. 

So steht  die Behauptung des Beschwerdeführers,  es habe im Jahre 
2005 in Kamerun nur einen Studentenstreik gegeben und dieser habe 
im November 2005 stattgefunden (vgl. Vorakten A14 S. 8),  in Wider-
spruch  zu  den  gesicherten  Erkenntnissen  der  Schweizer  Asyl-
behörden,  wonach  bereits  im  April  2005  an  allen Universitäten 
Kameruns – und nicht etwa, wie in der Beschwerde (vgl. S. 2) als Er-
klärungsversuch vorgebracht,  nur an der Universität Yaoundé I – ge-
streikt  wurde  und  es  dabei  zum  Teil  auch  zu  blutigen  Zusammen-
stössen zwischen Studenten und der Polizei kam. Der Umstand, dass 

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sich der Beschwerdeführer als angeblich aktives Mitglied der ADDEC 
und eingeschriebener Student an der Universität Yaoundé II  nicht an 
den im April  2005 stattgefundenen Streik an der dortigen Universität 
erinnern konnte, spricht – wie das BFM zutreffend bemerkte – gegen 
das von ihm geltend gemachte Engagement. 

Des Weiteren gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er habe sich am 
Morgen des 20. November  2005 allein  mit  dem ADDEC-Präsidenten 
"Jonthu  Mouafou"  im  Vereinslokal  befunden,  als  sie  beide  verhaftet 
und zur "Brigaderie du Lac" in Yaoundé gebracht worden seien (vgl.  
A14 S. 7 ff.). Diese Aussage stimmt indessen nicht mit  der Tatsache 
überein,  dass  der  Führer  der  ADDEC,  Mouafo  Djontu,  am 
30. November  2005  zusammen  mit  seinem  Stellvertreter,  Lindjoum 
Mbouwou, sowie mehreren Studenten festgenommen wurde. Überdies 
steht der Umstand, dass die Festgenommenen nach einer Woche dem 
"Procureur de la République" vorgeführt und anschliessend – unter der 
Auflage, bald vor Gericht zu erscheinen – aus der Untersuchungshaft 
entlassen wurden, in Widerspruch zu den Angaben des Beschwerde-
führers,  die  Festgenommenen  seien  am  9.  Dezember  2005  wieder 
freigelassen worden, weil nichts gegen sie vorgelegen habe, weshalb 
es seines Wissens auch nie zu einer Anklage gekommen sei (vgl. A14 
S. 7). In Bezug auf die in der Beschwerde (vgl. S. 2) enthaltene Rüge, 
das  BFM  habe  es  unterlassen,  seine  Behauptungen  mit  einer 
Informationsquelle zu unterlegen, ist festzuhalten, dass sich das BFM 
–  wie  das  Bundesverwaltungsgericht  –  auf  verschiedene  Quellen 
stützt,  welche  alle  allgemein  zugänglich  sind  und  daher  nicht  im 
Einzelnen genannt werden müssen. 

4.2 Sodann machte der Beschwerdeführer widersprüchliche Angaben 
zur Anzahl und zum Zeitpunkt der Verhaftungen: Während er zunächst 
nur  über  Festnahmen in  den Jahren  2000  und  2005  berichtete  und 
erklärte, einer weiteren Verhaftung im Jahre 2004 entkommen zu sein 
(vgl. A14 S. 4 ff.), behauptete er in der kantonalen Anhörung, in den 
Jahren 1999, 2000 und 2005 festgenommen worden zu sein (vgl. A39 
S. 16).

Sich widersprechende Aussagen machte der Beschwerdeführer auch 
zur Art der bei der Festnahme im Jahre 2000 erlittenen Verletzung. So 
erklärte er anlässlich der Befragung im Flughafen B._______ vom 12. 
März 2007, er sei derart  mit einem Schlagstock misshandelt worden, 
dass  "der  Knochen  herausgekommen"  sei  und  man habe  operieren 

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müssen, "um ihn wieder reinzubringen" (vgl. A14 S. 5). Demgegenüber 
gab  er  in  der  kantonalen  Anhörung  zu  Protokoll,  auf  dem 
Kommissariat sei bemerkt worden, dass sein Bein angeschwollen sei, 
weshalb  er  ins  Krankenhaus  gebracht  worden  sei  (vgl.  A39  S.  17). 
Entgegen der in der Beschwerde (vgl. S. 2 f.) vertretenen Auffassung 
schloss  das  BFM  aus  den  im  Flughafen  gemachten  Aussagen  be-
rechtigterweise auf  einen offenen Oberschenkelbruch; die Erklärung, 
mit  dem Satz,  "der  Knochen  kam heraus",  habe  er  nur  ausdrücken 
wollen, dass das Bein zum Richten der Knochen habe geöffnet werden 
müssen, vermag dabei nicht zu überzeugen. 

Schliesslich widersprach sich der Beschwerdeführer auch in Bezug auf 
seinen Aufenthalt vor der Ausreise Ende Februar 2007 aus Kamerun. 
Während er in der Flughafenbefragung vom 5. März 2007 und auch in 
der Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ vom 
21.  März  2007  angab,  bis  zum  Tag  seiner  Ausreise  im  Quartier  
G._______ in Yaoundé gelebt zu haben (vgl. A10 S. 6 und A23 S. 2),  
behauptete er in der kantonalen Anhörung, nur bis Februar 2005 im 
Quartier G._______ gewohnt zu haben; danach habe er "wie ein Tier",  
ohne  festen  Wohnsitz,  gelebt  und  sich  in  verschiedenen  Städten 
versteckt gehalten (vgl. A39 S. 6).

4.3 Die  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers  werden  dadurch  erhärtet,  dass  diese  –  wie  in  der 
angefochtenen  Verfügung  ebenfalls  zutreffend  bemerkt  wurde  –  in 
wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des 
Handelns widersprechen. 

So  erscheint  es  wenig  glaubwürdig,  dass  der  angeblich  von  den 
kamerunischen  Sicherheitsbehörden  mittels  Haftbefehl  im  ganzen 
Land  gesuchte  Beschwerdeführer  Kamerun  ohne  Probleme  unter 
Vorweisung seiner eigenen Identitätspapiere über den internationalen 
Flughafen von Douala ausreisen konnte (vgl. Stempel  auf  S. 10 des 
Reisepasses).  Die  Feststellung,  beim  Beschwerdeführer  handle  es 
sich nicht  um eine behördlich gesuchte Person, wird durch den Um-
stand bestärkt, dass der Beschwerdeführer zwei  Strafregisterauszüge 
(einer davon auf den 1. Dezember 2006 datiert, der andere undatiert) 
erhalten  und  eingereicht  hat,  welche  dessen  untadeligen  Leumund 
bestätigen  (vgl.  A22  und  A23  S.  7).  Die  beiden  –  nicht  in  sich 
stimmigen  –  Erklärungen,  die  Person,  die  den  Strafregisterauszug 
unterzeichne,  wisse  nicht,  ob  man  von  der  Staatspolizei  gesucht 

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werde,  überdies  habe  er  sich  die  Papiere  durch  eine  Drittperson 
besorgen  lassen  (vgl.  A14  S.  11),  beziehungsweise  es  würden  in 
Kamerun  nur  Verurteilungen  mit  Bestrafungen  ab  drei  Monaten  im 
Strafregisterauszug  festgehalten,  im  Übrigen  sei  er  mehrmals 
verhaftet, aber nie verurteilt worden (vgl. Beschwerde S. 2), vermögen 
indessen nicht zu überzeugen.

Wie  in  der  angefochtenen  Verfügung  ebenfalls  zutreffend  bemerkt 
wurde,  entspricht  das Verhalten des Beschwerdeführers,  von Januar 
2003 bis anfangs Januar 2007 immer wieder für den "Service d'Appui 
aux  Initiatives  Locales  de  Développement"  (SAILD)  in  Yaoundé  ge-
arbeitet zu haben (vgl. die im Original eingereichte Arbeitsbestätigung 
vom 5. Januar 2007 und A23 S. 3) nicht  demjenigen einer Person, die  
sich  vor den Behörden hätte verstecken müssen. Der  Einwand,  auf-
grund der Probleme mit den Behörden und der Polizei sei es ab 2005 
nur  noch  sehr  selten  –  und  nur,  wenn  es  "die  Umstände  erlaubt" 
hätten,  "vor  allem,  wenn  es  sich  um Arbeit  in  ländlichen  Gebieten"  
gehandelt  habe  –  zu  Einsätzen  gekommen  (vgl.  Beschwerde  S.  2), 
überzeugt ebenfalls nicht.

4.4 Schliesslich  sind  auch  die  sich  bei  den  Akten  befindenden  Be-
weismittel nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung des Sachver-
haltes zu führen. 

4.4.1 Die  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten,  seine 
Identität, seine Studien in Yaoundé und die Zulassung zum F._______ 
in  Nikosia  (Zypern)  betreffenden  Dokumente  sowie  die  bereits 
erwähnten  Strafregisterauszüge  geben  keinerlei  Hinweise  auf  eine 
Verfolgungssituation. Das am 10. Dezember 2005 ausgestellte, nur als 
kaum  leserliche  Faxkopie  vorliegende  ärztliche  Zeugnis  bestätigt 
lediglich, dass der Beschwerdeführer Verletzungen am Rücken und an 
den Beinen aufweist.

Was den auf den 11. Oktober 2005 datierten Beschluss des "Ministre 
de  l'enseignement  supérieur",  den  Beschwerdeführer  von  allen  Uni-
versitäten Kameruns auszuschliessen, sowie die an den Beschwerde-
führer  adressierte  polizeiliche Vorladung für  den 16. November  2005 
betrifft,  so  wies  das  BFM  berechtigterweise  darauf  hin,  diese 
Dokumente lägen bloss in der leicht fälschbaren Form von Faxkopien 
vor. Ebenfalls nur als Kopie wurde der ADDEC-Mitgliederausweis ein-

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gereicht,  wobei  auffällt,  dass der  Nachname des Beschwerdeführers 
dort mit "Qzoupeth" angegeben wird. 

4.4.2 In  Bezug  auf  die  weitere  Feststellung  der  Vorinstanz,  der  Be-
schwerdeführer  habe  entgegen  seinen  Versprechungen  weder 
Zeitungsartikel, die seine Mitwirkung bei der ADDEC belegen würden, 
noch die Originale der abgegebenen Beweismittel eingereicht, wird in 
der  Beschwerde  (vgl.  S. 3)  geltend  gemacht,  der  Beschwerdeführer 
habe  sich  verschiedene  Dokumente  aus  Kamerun  über  das  Rote 
Kreuz in I._______ schicken lassen. Da er sich zum Zeitpunkt des Ein-
treffens der Dokumente im Spital befunden habe, habe sich ein Freund 
darum  gekümmert  und  die  Papiere  zusammen  mit  seinen  eigenen 
dem BFM geschickt.

Entgegen  der  Vermutung  des  Beschwerdeführers  befinden  sich  im 
Dossier  seines Freundes und Reisegefährten J._______ (...;  dessen 
ebenfalls am 2. März 2007 gestelltes Asylgesuch wurde vom BFM mit 
Beschluss vom 27. November  2008 wegen Rückzug nach Heirat  mit 
einer  in  Deutschland  wohnhaften  deutschen  Staatsangehörigen  als 
gegenstandslos  geworden  abgeschrieben)  jedoch  keine  ihn  selber 
betreffenden Dokumente im Original. 

4.4.3 Das  einzige  auf  Beschwerdeebene  eingereichte  Beweismittel, 
ein  Haftbefehl  ("Mandat  d'arrêt"),  vermag –  obwohl  im  Original  vor-
liegend  –  die  gewichtigen  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Vor-
bringen des Beschwerdeführers ebenfalls nicht zu beseitigen. Gemäss 
den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  sind  in  Kamerun 
fast alle Dokumente ohne Weiteres gegen entsprechende Bezahlung 
erhältlich. Der Verdacht, dass sich der Beschwerdeführer den nunmehr 
eingereichten  Haftbefehl  auf  diese  Art  besorgt  haben  könnte,  ergibt 
sich  insbesondere auch aus dem Umstand, dass solche Dokumente 
üblicherweise  gar  nicht  in  private  Hände  gelangen  und  der  Be-
schwerdeführer  anlässlich  der  Befragungen  auch  erklärt  hatte,  den 
Haftbefehl selber nie gesehen zu haben (vgl. A 14 S. 4 und A39 S. 15). 
Zudem fällt auf, dass der – vom Beschwerdeführer nachträglich ohne 
entsprechendes Zustellcouvert  zu  den Akten  gegebene – Haftbefehl 
gewisse Unstimmigkeiten aufweist: So wird als Ausstellungsdatum des 
Dokumentes  der  7.  Mai  2006  genannt,  was  in  Widerspruch  zu  den 
Angaben  des  Beschwerdeführers  steht,  im  April  2006  erfahren  zu 
haben, dass er per Haftbefehl polizeilich gesucht werde (vgl. A14 S. 4).  
Ausserdem  erscheint  es  seltsam,  dass  unter  "Berufe"  des 

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Beschwerdeführers  "Student  an  der  Universität  Yaoundé  II"  und 
"ADDEC-Mitglied",  mit  dem  Zusatz  der  Funktion  ("censeur"), 
aufgeführt wird. 

4.5 Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht 
standhalten.  Es  kann  darauf  verzichtet  werden,  auf  die  übrigen  Er -
wägungen  der  Vorinstanz  und  auf  die  weiteren  Darlegungen  in  der 
Beschwerdeschrift  (etwa  auf  die  Bemerkungen  zum  Begriff  der 
"Glaubhaftmachung") näher einzugehen. Das Asylgesuch wurde vom 
Bundesamt nach dem Gesagten zu Recht abgewiesen. 

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung  noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art.  44  Abs.  1  AsylG;  vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

6.2.1 So darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein 
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem 
sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-

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den (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens 
vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Kamerun  ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

6.2.3 Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 
den Fall einer Ausschaffung nach Kamerun dort mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi -
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hin-
weisen;  EGMR  [grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen). Das  ist  jedoch  vorliegend  nicht  der  Fall,  zumal  es  dem 
Beschwerdeführer – wie oben unter Ziff. 4 der Erwägungen ausführlich 
dargelegt wurde – nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante Ver-
folgungssituation glaubhaft zu machen. 

6.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

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6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.3.1 Der  Versuch,  des  seit  1982  in  Kamerun  ununterbrochen  als 
Präsident amtierenden Paul Biya, mit einer Verfassungsänderung die 
bisherige Amtszeitbeschränkung für Staatschefs abzuschaffen, führte 
gegen  Ende  des  Jahres  2007  zu  massiven  innenpolitischen 
Spannungen,  und  im  Februar  2008  in  Douala,  in  Yaoundé  sowie  in 
verschiedenen anderen Städten im Westen Kameruns zu blutigen Aus-
einandersetzungen  zwischen  Demonstranten  und  Sicherheitskräften. 
Nach Zugeständnissen seitens der Regierung beruhigte sich die Lage 
wieder. Auch die am 11. April 2008 erfolgte, die Amtszeitbeschränkung 
für  Staatschefs  betreffende  Verfassungsänderung  löste  keine  neuen 
Unruhen  aus.  Unklar  ist,  ob  sich  die  politische  Lage  vor  den  für 
Oktober  2011  vorgesehenen  Präsidentschaftswahlen,  zu  denen 
voraussichtlich auch der heute 78-jährige Amtsinhaber antreten wird, 
wieder  zuspitzen  wird.  Im  jetzigen  Zeitpunkt  herrscht  in  Kamerun 
jedoch  klarerweise  nicht  eine  generell  unsichere,  von  Krieg, 
Bürgerkrieg  und  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  geprägte  Lage, 
aufgrund  derer  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  einer 
konkreten Gefährdung ausgesetzt würden. 

6.3.2 Sodann bestehen auch keine anderen Hinweise, dass der Be-
schwerdeführer bei seiner Rückkehr nach Kamerun in eine konkrete, 
seine  Existenz  bedrohende  Situation  geraten  könnte.  Er  ist  noch 
relativ jung, alleinstehend und soweit aktenkundig gesund. Er verfügt 
über  eine  ausgezeichnete  Schulbildung  (Wirtschaftsstudium)  sowie 
über  Berufserfahrung  (unter  anderem  bei  der  Organisation  SAILD 
sowie  in  einem Fleischverarbeitungsbetrieb  in  der  Schweiz).  Zudem 
wohnen  seine  nächsten  Angehörigen  (Mutter  und  zahlreiche  Ge-
schwister)  nach  wie  vor  in  Kamerun  und  es  ist  davon  auszugehen, 
dass diese ihm bei der Reintegration behilflich sein werden.

6.3.3 Angesichts  der  gesamten  Umstände  kann  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als zumutbar bezeichnet werden. 

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6.4 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist  der  durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig,  
zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten desselben dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG sowie Art. 
1-3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]). Diese werden auf  Fr. 600.--  bestimmt und sind mit  dem 
am 6. Januar 2010 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu 
verrechnen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Mandat d'arrêt)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni

Versand: 

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