# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd4859f2-ec00-5e8c-adb1-eb8d42c2278f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 20.10.2022 3-RV.2021.41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2021-41_2022-10-20.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2021.41       
P 142 
 

 

 

 

Urteil vom 20. Oktober 2022 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Schatzmann  

Richter Herzog  

Gerichtsschreiberin Betsche          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____ AG in Liquidation  

 

vertreten durch E._____ AG,  

 

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Sektion juristische Personen, vom 11. Februar 2021 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2017 und 

Direkte Bundessteuer 2017 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Verfügung vom 27. August 2020 wurde die A. AG in Liquidation vom 

Kantonalen Steueramt (KStA), Sektion juristische Personen (JP), für die 

Kantons- und Gemeindesteuern 2017 zu einem steuerbaren Reingewinn 

von CHF 2'608'996.00 und zu einem steuerbaren Eigenkapital von 

CHF 2'922'096.00 veranlagt. Dabei wurden gegenüber der Selbstdeklara-

tion verschiedene Aufrechnungen – so insbesondere eine Rückstellung be-

treffend die C. AG von CHF 2'310'105.00 – zum steuerbaren Reingewinn 

hinzugerechnet.  

 

1.2. 

Mit Verfügung vom 27. August 2020 wurde die A. AG in Liquidation vom 

KStA JP für die Direkte Bundessteuer 2017 mit den gleichen Aufrechnun-

gen wie bei den Kantons- und Gemeindesteuern 2017 zu einem steuerba-

ren Reingewinn von CHF 2'608'996.00 veranlagt.  

 

2. 

Mit Korrekturverfügungen vom 24. September 2020 wurde die A. AG in Li-

quidation für die Kantons- und Gemeindesteuern 2017 zu einem steuerba-

ren Reingewinn von CHF 2'341'942.00 und zu einem steuerbaren Eigen-

kapital von CHF 2'922'096.00 (unverändert) sowie für die Direkte Bundess-

steuer 2017 mit einem steuerbaren Reingewinn von CHF 2'341'942.00 ver-

anlagt. 

 

3. 

Die A. AG in Liquidation liess mit Schreiben vom 29. September 2020 Ein-

sprache gegen das "Rektifikat Veranlagungsmitteilungen 2016/2017 der 

Staats- und Gemeindesteuern sowie Direkte Bundessteuern sowie gegen 

die Veranlagungsmitteilungen 2015-2020 Staats- und Gemeindesteuern 

sowie Direkte Bundessteuer" erheben. Dabei wurde eine Reduktion des 

steuerbaren Reingewinnes 2017 auf CHF 0.00 beantragt.  

 

4. 

Mit Entscheid vom 11. Februar 2021 hiess das KStA JP die Einsprache 

teilweise gut. Der für die Kantons- und Gemeindesteuern 2017 und die Di-

rekte Bundessteuer 2017 massgebliche steuerbare Reingewinn wurde auf 

CHF 2'212'958.00 reduziert und das für die Kantons- und Gemeindesteu-

ern 2017 massgebliche steuerbare Kapital auf CHF 2'513'540.00 festge-

setzt.  

 

 - 3 - 

 

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 11. Februar 2021 (am 12. Februar 2021 der 

Vertreterin im Einspracheverfahren [D. gmbh] und am 15. Februar 2021 der 

Liquidatorin [E. AG] zugestellt) hat die A. AG in Liquidation durch die Liqui-

datorin mit Rekurs und Beschwerde vom 16. März 2021 (Postaufgabe am 

gleichen Tag) an das Spezialverwaltungsgericht weiterziehen lassen mit 

dem 

 

"I. RECHTSBEGEHREN 
 
1. Der Einspracheentscheid betreffend die Kantons- und Gemeindesteu-

ern 2017 sei aufzuheben und es sei auf die Aufrechnung der Rückstel-
lung C. AG zu verzichten. 
 

2. Der Einspracheentscheid betreffend die direkten Bundessteuern 2017 
sei aufzuheben und es sei auf die Aufrechnung der Rückstellung C. AG 
zu verzichten." 

 

und dem 

 
"II. PROZESSUALES RECHTSBEGEHREN: 
 
1. Das Verfahren sei mit dem Verfahren betreffend die Kantons- und Ge-

meindesteuern sowie die direkten Bundessteuern Jahr 2015 zu verei-
nigen. 

 
2. Das Verfahren sei zu sistieren. 

 

 - Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -" 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

6. 

Das KStA beantragt die teilweise Gutheissung des Rekurses (recte: Rekurs 

und Beschwerde). Der steuerbare Reingewinn sei auf CHF 1'580'757.00 

und das steuerbare Eigenkapital auf CHF 2'210'339.00 festzulegen. 

 

7. 

Die A. AG in Liquidation hat mit Schreiben vom 22. Juli 2021 an den mit 

Rekurs/Beschwerde gestellten Anträgen festhalten lassen. 

 

8. 

Die A. AG in Liquidation hat aufforderungsgemäss weitere Unterlagen ein-

reichen lassen.  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Der Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2017. Massgebend 

für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 1998 (StG), 

die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 2000 (StGV)  

 

1.2. 

Für die Beurteilung der Beschwerde betreffend die Direkte Bundessteuer 

2017 ist das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezem-

ber 1990 (DBG) massgebend.  

 

2. 

2.1. 

Mit Rekurs und Beschwerde vom 16. März 2021 hat die A. AG in Liquida-

tion den Einspracheentscheid des KStA vom 11. Februar 2021 betreffend 

Kantons- und Gemeindesteuern 2015 sowie direkte Bundesteuer 2015 an 

das Spezialverwaltungsgericht weitergezogen. Mit Schreiben vom 22. Juli 

2021 hat die A. AG in Liquidation den Rekurs und die Beschwerde zurück-

gezogen. Das Spezialverwaltungsgericht hat das Verfahren infolge Gegen-

standslosigkeit mit Beschluss vom 1. September 2021 von der Kontrolle 

abgeschrieben. Dementsprechend ist der prozessuale Antrag auf Verfah-

rensvereinigung gegenstandslos. 

 

2.2. 

Gleichermassen wird der Antrag auf Sistierung mit dem Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichtes vom 10. August 2021 (B-1113/2021; vgl. Ziff. 3.2. 

nachfolgend) und mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos. 

 

3. 

3.1. 

Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin wurde am tt.mm. 2008 gegründet und 

– nach Sitzverlegungen (Q., R.) – am tt.mm. 2012 mit Sitz an der X-Strasse 

6 in S. in das Handelsregister des Kantons Aargau eingetragen. Die Ge-

sellschaft bezweckte bis zum 17. November 2014 "…". Ab dem 17. Novem-

ber 2014 wurde der Zweck wie folgt neu gefasst: "…" (Internet-Handelsre-

gisterauszug vom tt.mm. 2022).  

 

3.2. 

Gemäss Verfügung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA 

vom 12. Mai 2020 wurde die A. AG aufgelöst und in Liquidation gesetzt. 

Als Liquidatorin wurde die E. AG eingesetzt. Mit Verfügung vom 8. Feb-

ruar 2021 hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA über die 

 - 5 - 

 

 

A. AG in Liquidation mit Sitz in S. mit Wirkung ab dem tt.mm. 2021 den 

Konkurs eröffnet. Die E. AG wurde als Konkursliquidatorin eingesetzt. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die verfügten Anordnungen der Eid-

genössischen Finanzmarktaufsicht FINMA mit Urteil vom 10. August 

2021 (B-1113/2021) bestätigt. Dementsprechend ist die Liquidatorin zur 

Rekurs- und Beschwerdeführung legitimiert. 

 

4. 

4.1. 

Im Jahr 2017 war die Rekurrentin/Beschwerdeführerin im Kanton Aargau 

unbestrittenermassen kraft persönlicher Zugehörigkeit (100 %) steuer-

pflichtig. 

 

4.2. 

Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ist einzig noch die vom KStA JP er-

folgswirksam und kapitalbildend (stille Reserve) vorgenommene Aufrech-

nung der Rückstellung betreffend die C. AG von CHF 2'310'105.00 umstrit-

ten. Weitere Aufrechnungen sind damit nicht mehr Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens, so dass auf diese im Grundsatz nicht weiter einzuge-

hen ist.  

 

Hingegen hat das KStA JP in Sachen Mikrokredit F. nachträglich vernehm-

lassungsweise eine Rückstellung im Geschäftsjahr 2016 anerkannt. Dem-

entsprechend wurden vom KStA JP die daraus resultierenden Korrekturen 

vorgenommen bzw. deren Auswirkungen auch bei der Festsetzung der für 

das Jahr 2017 massgebenden Steuerfaktoren (insbesondere der verän-

derte Verlustvortrag; vgl. Erw. 4.5.) übernommen. Darüber hinausgehend 

kann im Rekursverfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie 

Direkte Bundessteuer 2017– nachdem der Rekurs/die Beschwerde betref-

fend das Steuerjahr 2015 zurückgezogen und die Veranlagungen 2016 

nicht mit Rekurs/Beschwerde angefochten wurden – mangels Antrages 

keine zusätzliche Rückstellung betreffend Mikrokredit F. berücksichtigt 

werden. 

 

4.3. 

Im Einspracheentscheid wurde zur Begründung ausgeführt, die Rekurren-

tin/Beschwerdeführerin habe Anleihensobligationen der C. AG aus Emissi-

onen 2013 (aaa) und 2017 (bbb) im Umfang von CHF 21 Mio. sowie Aktien 

der C. AG vermittelt. Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin sei reine Vermitt-

lerin gewesen. Es seien ihr Provisionen von CHF 1.2 Mio. zugeflossen. Die 

letzte Provisionszahlung sei im November 2017 erfolgt. Per Ende 2017 

habe die Rekurrentin/Beschwerdeführerin eine Rückstellung von 

CHF 2'310'105.00 und eine Rückstellung für latente Steuern von 

CHF 475'000.00 verbucht. G., VR-Präsident der Rekurrentin/Beschwerde-

führerin, sei bis Juni 2017 auch Verwaltungsrat der C. AG gewesen.  

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H. habe dem Verwaltungsrat der C. AG bis April 2018 angehört. Die Rekur-

rentin/Beschwerdeführerin habe bis Ende 2017 Anleihen der C. AG von 

CHF 10'000.00 gehalten. In den Jahren 2018 und 2019 seien (weitere) 

Rückkäufe erfolgt. Die im Jahr 2017 verbuchte Rückstellung von 

CHF 2'310'105.00 sei im Jahr 2018 auf CHF 670'000.00 reduziert worden, 

was dem Wert der noch selbst gehaltenen Wertschriften entsprochen habe. 

Die Differenz von CHF 1'640'105.00 sei über die Erfolgsrechnung aufgelöst 

worden. Im Dezember 2018 habe die Rekurrentin/Beschwerdeführerin mit 

der C. AG eine Ablösungsvereinbarung geschlossen. Die C. AG habe von 

den Investoren die Anleihensobligationen zu rund 50 % des Nominalwertes 

erworben. Gemäss Vereinbarung habe die Rekurrentin/ Beschwerdeführe-

rin dann 50 % des Nominalwertes von der C. AG zurückerstattet erhalten. 

Die Abschlüsse für die C. AG hätten keine Haftung und damit keine Ersatz-

zahlungen der Rekurrentin/Beschwerdeführerin ausgelöst. Die im Rahmen 

der "Zedierung" der Investitionen der C. AG erfolgten Zahlungen und Auf-

wendungen seien als Aufwendungen für die Kundenpflege bzw. die Siche-

rung des Rufes in der Branche zu qualifizieren. Der Aufwand für die Kun-

denpflege könne frühestens in dem Jahr geltend gemacht werden, in wel-

chem die Verträge für die Ersatzzahlungen abgeschlossen worden seien 

und somit die Verpflichtung zur Zahlung entstanden sei. Somit habe Ende 

2017 nur im Umfang der selbst gehaltenen Wertschriften der C. AG ein 

Verlustrisiko bestanden. Nur im Umfang von CHF 10'000.00 sei eine Rück-

stellung geschäftsmässig begründet. Der steuerbare Reingewinn wurde 

wie folgt berechnet: 

 

Reingewinn gemäss Jahresrechnung  CHF 10'612.00 

Privatanteile Auto CHF 20416.00 

Rückstellung C. AG CHF 2'300'105.00 

Korrektur Steueraufwand CHF -15'000.00 

Vorjahresverluste CHF -103'175.00 

steuerbarer Gewinn CHF 2'212'958.00 

 

Das steuerbare Eigenkapital wurde wie folgt festgesetzt: 

 

Eigenkapital gemäss Jahresrechnung CHF 276'991.00 

Versteuerte stille Reserven: 

- Mikrokredit und C. AG CHF 2'635'105.00 

- Darlehen/Rückstellung Darlehen CHF -362'556.00 

Steuern CHF -36'000.00 

steuerbares Eigenkapital CHF 2'513'540.00 

 

4.4. 

Mit Einsprache und Rekurs/Beschwerde wurde geltend gemacht, die Re-

kurrentin/ Beschwerdeführerin habe ab dem Jahr 2013 von der C. AG aus-

gegebene Anleihensobligationen an eigene Kunden vermittelt, verkauft und 

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abgelöst. Mit Kunden der C. AG seien sodann von der Rekurrentin/Be-

schwerdeführerin Vereinbarungen geschlossen worden, mit denen Anteile 

der C. AG von CHF 5.82 Mio. gezeichnet worden seien. In den Vereinba-

rungen habe sich die Rekurrentin/Beschwerdeführerin verpflichtet, die Ver-

pflichtungen der C. AG gegenüber den Anleihensgläubigern der Anleihen 

2013 (aaa) und 2017 (bbb) sowie die Aktien zu übernehmen und selbstän-

dig zu tilgen. Auch seien von Kunden Aktien der I. AG im Wert von 

CHF 2.85 Mio. gekauft worden. Das Ausfallrisiko habe bei der Rekurren-

tin/Beschwerdeführerin somit mehrere Millionen betragen. Im Jahr 2018 sei 

die Besicherung eines Teils der Anleihensobligationen durch nachrangige 

Schuldbriefe auf Liegenschaften in T. problematisch geworden. Aufgrund 

der Kündigung der Hypothek für die Liegenschaft in T. habe die C. AG mas-

sive Liquiditätsprobleme gehabt. Am Bilanzstichtag sei ein Mittelabfluss so-

mit mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen. Es werde im Ein-

spracheentscheid zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Rekurren-

tin/Beschwerdeführerin als reine Vermittlerin keinem Haftungsrisiko ausge-

setzt gewesen sei. Es werde dabei ausser Acht gelassen, dass den Kunden 

für Retrozessionen, welche die Rekurrentin/Beschwerdeführerin für die 

Vermittlung erhalten hatte, Herausgabeansprüche zugestanden hätten. 

Ebenso seien Schadenersatzansprüche zu befürchten gewesen. Um die-

sen Verlustgefahren Rechnung zu tragen, sei eine Rückstellung für Ansprü-

che aus Verpflichtungen von CHF 1.73 Mio. und eine Rückstellung von 

rund CHF 480'000.00 für Herausgabeansprüche von Retrozessionen ge-

bildet worden. Diese Rückstellungen seien aus handelsrechtlicher Sicht 

zwingend vorzunehmen gewesen. 

 

4.5. 

In der Vernehmlassung führte das KStA vorerst aus, die Darlehensverträge 

betreffend Mikrokredit F. sähen keine Haftung der Rekurrentin/Beschwer-

deführerin für ein Ausfallrisiko vor. Erst mit den Abtretungserklärungen 

habe die Rekurrentin/Beschwerdeführerin die Verpflichtung zur Zahlung an 

die Investoren mittels Abgeltung durch Anleihen der J. übernommen. Die 

Abtretung der Mikrokredit-Darlehen an die Rekurrentin/Beschwerdeführe-

rin sei per 30. Juni 2016 erfolgt. Eine Rückstellung per 31. Dezember 2015 

sei daher nicht möglich gewesen. Im Nachgang zu den Einspracheent-

scheiden der Jahre 2015 und folgende seien weitere Unterlagen einge-

reicht worden, die im Umfang von insgesamt CHF 360'00.00 einen Rück-

stellungsbedarf zu begründen vermöchten. Dem sei bei der Berechnung 

von Reingewinn und Kapital in den Steuerjahren ab 2016 Rechnung zu tra-

gen. 

 

Sodann sähen die mit den Kunden abgeschlossenen Vermittlungsverträge 

der Jahre 2013 - 2017 betreffend C. AG (Aktien und Anleihen) keine Haf-

tung der Rekurrentin/Beschwerdeführerin gegenüber den Investoren vor. 

Ebenso begründe der zwischen der Rekurrentin/ Beschwerdeführerin und 

der C. AG geschlossene Vermittlungsvertrag keine Haftung. Erst mit der 

 - 8 - 

 

 

Unterzeichnung der (nachgelagerten) Abtretungsvereinbarungen zwischen 

den Kunden und der Rekurrentin/Beschwerdeführerin ab dem Jahr 2018 

sei eine Vergütung vereinbart worden. Per Ende 2017 habe kein Ausfallri-

siko bestanden. Eine Rückstellung für Retrozessionen, welche ihren Ur-

sprung in vergangenen Geschäftsjahren hätten, könne nicht nachgeholt 

werden.  

 

Für die im Jahr 2017 ausbezahlten Retrozessionen sei eine Rückstellung 

zulässig, wobei davon auszugehen sei, dass nicht alle Anleger die Forde-

rung geltend machen würden. Die Rückstellung von CHF 478'200.92 

müsste daher noch mit der entsprechenden Eintretenswahrscheinlichkeit 

gewichtet werden. 

 

Der steuerbare Reingewinn wurde gestützt auf diese Ausführungen für die 

Jahre 2015 bis 2017 wie folgt neu berechnet: 

 

Steuerbare Reingewinn 2015 2016 2017 

RG gem. Jahresrechnung 106'512 10'049 10'612 

gwL - Privatanteile Auto 11'495 24'532 20'416 

RST Mikrokr. / C. 335'000 - 2'300'105 

RST Mikrokr. /C. - K.  -329'000 31000 

RST Mikrokr. /C. - Retrozess.   -478'201 

Darlehen / RST Darlehen -223'800 -138'756 - 

Darlehen H. / RST H.    

Korrektur Steueraufwand -22'000 1'000 129'000 

Vorjahresverluste  - -432'175 

Total 207'207 -432'175 1'580'757 

Steuerbarer Gewinn neu 207'207 0 1'580'757 

 

Das steuerbare Eigenkapital wurde in der Folge für die Jahre 2015 bis 2017 

ebenfalls neu berechnet: 

 

Steuerbares Eigenkapital 2015 2016 2017 

EK gem. Jahresrechnung 256'330 266'379 276'991 

vstR RST Mikrokr. / C. 335'000 335'000 2'635'105 

RST Mikrokr. / C. - K. - -329'000 31'000 

RST Mikrokr. /C. - Retrozess. - - -478'201 

vstR Darlehen / RST Darlehen -223'800 -362'556 -362'556 

Darlehen H. / RST H.    

Korrektur Steueraufwand -22'000 -21'000 108'000 

Total 345'530 -111'177 2'210'339 

Steuerbares EK 345'530 100'000 2'210'339 

 

 - 9 - 

 

 

4.6. 

Den mit der Vernehmlassung beantragten Korrekturen zu Gunsten der Re-

kurrentin/Beschwerdeführerin ist Folge zu geben. Nachfolgend ist damit 

einzig noch auf die Rückstellungen im Zusammenhang mit möglichen For-

derungen betreffend die C. AG einzugehen. 

 

5. 

5.1. 

Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn (§ 67 StG/Art. 57 DBG). 

Der steuerbare Reingewinn setzt sich zusammen aus dem Saldo der Er-

folgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrages der Vorjahre 

und allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiede-

nen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von ge-

schäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden, wie insbeson-

dere geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen und Rückstellun-

gen (§ 68 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 StG/Art. 58 Abs. 1 Bst. b DBG). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Gemäss § 69 Abs. 1 lit. f StG und § 21 Abs. 1 lit. a StGV sowie Art. 63 

Abs. 1 DBG gehören Rückstellungen zum geschäftsmässig begründeten 

Aufwand, wenn sie für im massgeblichen Geschäftsjahr begründete Ver-

pflichtungen, deren Höhe noch unbestimmt ist, vorgenommen werden. Mit 

der Rückstellung wird ein tatsächlich oder zumindest wahrscheinlich verur-

sachter, in seiner Höhe aber noch nicht genau bekannter Aufwand oder 

Verlust der laufenden Geschäftsperiode gewinnmindernd angerechnet, ob-

wohl er geldmässig erst in einer späteren Periode verwirklicht wird. Bei Vor-

nahme des Abschlusses ist noch unbekannt, zu welchem Zeitpunkt, in wel-

cher Grösse oder ob überhaupt dereinst ein Verlust oder eine wirkliche 

Leistungspflicht entsteht. Bilanzmässig sind Rückstellungen Passiven. Sie 

bilden Schulden der Unternehmung, die am Bilanzstichtag vorhanden sind, 

aber in ihrem Rechtsbestand oder in ihrer Höhe noch nicht genau festste-

hen (vgl. Art. 959 Abs. 5 OR; R. Gutsche, in: Rechnungslegung nach Obli-

gationenrecht, veb.ch Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich, 2019, Art. 959a 

OR, Rz 128 ff.). Sie dienen der Zuordnung einer bestimmten Verpflichtung 

oder eines Verlustrisikos zur Periode ihrer Verursachung (Kommentar zum 

Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, § 69 StG N 8 mit Ver-

weis auf 36 StG N 29 f., mit Hinweisen). Voraussetzung der Rückstellung 

ist, dass ein Verlust am Bilanzstichtag mit grosser Wahrscheinlichkeit fest-

steht und sich in absehbarer Zeit geldmässig auswirken wird. Ausgangs-

punkt bildet die Handelsbilanz. Die Veranlagungsbehörde hat nur einzu-

greifen, wenn die Voraussetzungen für eine Rückstellung nicht erfüllt sind 

oder, wenn der Steuerpflichtige das Verlustrisiko offensichtlich überbewer-

tet hat (zum Ganzen: VGE vom 18. September 2007 [WBE.2007.29]).  

 

 - 10 - 

 

 

5.2.2. 

Rückstellungen sind im Gegensatz zu Abschreibungen nicht definitiv, son-

dern provisorisch. Sie sind aufzulösen, wenn sie nicht oder nicht mehr im 

bisherigen Umfang geschäftsmässig begründet sind (ausdrücklich in Art. 

63 Abs. 2 DBG); die Auflösung kann von den Steuerbehörden erzwungen 

werden. Die geschäftsmässige Begründetheit einer Rückstellung kann 

denn auch jederzeit überprüft werden, ohne dass neue Tatsachen einge-

treten sind (VGE vom 18. September 2007 [WBE.2007.29]). Geschäfts-

mässig nicht begründete Rückstellung werden zum Reingewinn hinzuge-

rechnet (§ 68 Abs. lit. b Ziff. 2 StG/Art. 58 Abs. 1 Bst. b DBG).  

 

5.2.3. 

Abzugrenzen sind die Rückstellungen von den transitorischen Passiven, 

bei denen sowohl der Eintritt des Ereignisses als auch die Höhe der Kosten 

sicher sind (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 36 StG 

N 29a; Zur Behandlung von Provisionen: Schweizer Handbuch der Wirt-

schaftsprüfung, Band Buchführung und Rechnungslegung [nachfolgend: 

HWP], Zürich 2014, S. 216, Ziff. IV.2.24.3). Transitorische Passiven gelten 

als kurzfristige Verbindlichkeiten, da sie voraussichtlich innerhalb eines 

Jahres ab Bilanzstichtag oder innerhalb des normalen Geschäftszyklus zur 

Zahlung fällig werden (HWP, S. 58, Ziff. II.4.2.2).  

 

5.3. 

5.3.1. 

Die Gewinnermittlung knüpft an die konkrete mit der Steuererklärung ein-

gereichte Handelsbilanz an (sog. formelle Massgeblichkeit der Handelsbi-

lanz; vgl. dazu Rolf Benz, Handels- und steuerrechtliche Grundsätze ord-

nungsgemässer Bilanzierung, Zürich 2015, S. 195; Brigitte Knobbe-Keuk, 

Bilanz- und Unternehmenssteuerrecht, 9. Auflage, Köln 1993, S. 22), so-

weit diese den materiell-rechtlichen Anforderungen des Handelsrechts (An-

bindung der Steuerbilanz an die Handelsbilanz nach dem Grundsatz der 

sog. materiellen Massgeblichkeit der Handelsbilanz; vgl. dazu wiederum 

Rolf Benz, a.a.O., S. 195; Brigitte Knobbe-Keuk, a.a.O., S. 21) entspricht. 

Aus der formellen Massgeblichkeit der mit der Steuererklärung eingereich-

ten – von der Revisionsstelle geprüften und von der Generalversammlung 

genehmigten – Bilanz ergibt sich in beweisrechtlicher Hinsicht zunächst 

eine Vermutung dafür, dass die in diesen verbuchten Aufwendungen und 

Erträge auch in steuerlicher Hinsicht tatsächlich Aufwendungen und Er-

träge darstellen. Mit Blick auf die Aufwendungen ist damit zunächst von 

einer tatsächlichen Vermutung für deren (steuerlich gesehen) geschäfts-

mässige Begründetheit auszugehen (Peter Locher, Kommentar zum DBG, 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, II. Teil, Therwil/Basel, Art. 58 

DBG N 170, mit Hinweisen).  

 

 - 11 - 

 

 

5.3.2. 

Will die Steuerbehörde einem verbuchten Aufwand die geschäftsmässige 

Begründetheit absprechen, muss sie dementsprechend darlegen, dass ein 

realer Aufwand, der durch die entsprechende Aufwandbuchung abgebildet 

wird, auch nach Studium der Belege, auf welche die Buchhaltung aufbaut, 

nicht erkennbar ist (Beweislast auf Seiten der Steuerbehörde; vgl. Peter 

Locher, a.a.O., Art. 58 DBG N 170).  

 

Dabei genügt es nicht, wenn die Steuerbehörde Umstände darlegt, die aus 

betriebswirtschaftlicher Perspektive allenfalls einen etwas geringeren Auf-

wand zu rechtfertigen vermöchten. Die Steuerbehörde kann sich nicht an 

die Stelle des Unternehmens setzen und die Opportunität unternehmeri-

scher Entscheidungen in Zweifel ziehen (VGE vom 20. Juni 2019 [WBE. 

2019.21], Erw. 2.3.).  

 

Die Steuerbehörden sind hingegen insoweit nicht an die von der steuer-

pflichtigen Person geführte kaufmännische Buchhaltung gebunden, als 

steuerrechtliche Korrekturvorschriften bestehen (Urteil des Bundesgerichts 

vom 30. Juli 2015 [2C_374/2014], Erw. 3.5.1, mit Verweisen; Ernst Höhn/ 

Robert Waldburger, Steuerrecht, Band II, 9. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien 

2002, § 46 Rz. 10).  

 

Gelingt der Steuerbehörde indessen der Nachweis von Tatsachen, welche 

überhaupt oder masslich den entsprechenden Aufwand als nicht nachvoll-

ziehbar bzw. inexistent erscheinen lassen, tritt ein Beweislastwechsel ein. 

Dann obliegt es der Gesellschaft, die natürliche Vermutung für den fehlen-

den Aufwandcharakter zu entkräften, indem sie Umstände benennt und 

nachweist, welche die entsprechende Aufwandbuchung zu rechtfertigen 

vermögen.  

 

5.4. 

Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin ist nach den genannten Grundsätzen 

an die von ihr vorbehaltlos mit der Steuererklärung 2017 eingereichte und 

unterzeichnete Jahresrechnung gebunden. Davon abzuweichen ist damit 

nur, wenn handelsrechtliche oder steuerrechtliche Vorschriften solches ge-

bieten.  

 

6. 

6.1. 

Zur Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit der Rückstellung ist 

auf die von der Rekurrentin/Beschwerdeführerin betreffend C. AG und I. 

AG abgeschlossenen Vereinbarungen abzustellen. 

 

 - 12 - 

 

 

6.2. 

6.2.1. 

Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin ist gegenüber den Investoren insbe-

sondere mit der "Reservationsvereinbarung B. für Anteile an der Anlei-

hensobligation der C. AG 2017", der "Reservationsvereinbarung für Anteile 

an den Anleihensobligationen der C. 2017" wie auch mit dem Aktienkauf-

vertrag betreffend Kauf von Aktien der C. AG von der I. AG als Vermittlerin 

aufgetreten. Eine weitergehende Rechtsbeziehung – insbesondere als Ver-

tragspartei – bestand gemäss diesen Vereinbarungen nicht. Weiterge-

hende Verträge, insbesondere Vermögensverwaltungsverträge zwischen 

den Investoren und der Rekurrentin/Beschwerdeführerin befinden sich 

nicht in den Akten. 

 

6.2.2. 

Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin hat Vermittlungsverträge abgeschlos-

sen, so mit der I. AG vom 12./15. April 2013 und vom 24. April 2017 sowie 

mit der C. AG vom 12./15. April 2013 und 24. April 2017. Mit diesen Verträ-

gen wurde insbesondere die Provisionierung der Rekurrentin/Beschwerde-

führerin geregelt. Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin hat gestützt auf die 

Verträge von der C. AG und der I. AG (somit von "Dritten" im Sinne der 

Rechtsprechung; vgl. Erw. 6.2.4.) in erheblichem Umfang Provisionen er-

halten. 

 

6.2.3. 

Am 11. Dezember 2018 wurde sodann die Vereinbarung (Vernehmlas-

sungsbeilage 7) zwischen der C. AG und der Rekurrentin/Beschwerdefüh-

rerin abgeschlossen. Danach hatte die Rekurrentin/Beschwerdeführerin 

die Verpflichtungen der C. AG gegenüber den Anleihensgläubigern zu 

übernehmen und Forderungen selbständig zu tilgen und ebenso Aktien zu 

übernehmen. Die C. AG verpflichtete sich im Gegenzug Kompensations-

zahlungen "im Umfange von jeweils der Hälfte des Nennwertes inklusive 

Agio betreffend der Anleihe aaa und jeweils der Hälfte des Nennwertes be-

treffend der Anleihe bbb gegenüber den jeweiligen Anleihensgläubigern", 

maximal CHF 10'800'000.00, zu leisten. In der Folge wurden von der Re-

kurrentin/Beschwerdeführerin verschiedene Abtretungsvereinbarungen mit 

Investoren abgeschlossen (vgl. Vernehmlassungsbeilage 6).  

 

6.2.4. 

Aus dem Bericht der Untersuchungsbeauftragten vom 17. Dezember 2019 

an die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA (nachfolgend: Bericht 

UB), S. 67 ff., geht zu den Rechtsbeziehungen der Rekurrentin/Beschwer-

deführerin das folgende hervor (A. = Rekurrentin/Beschwerdeführerin; C. = 

C. AG): 

  

 - 13 - 

 

 

 

"7.4.1. Rechtsbeziehung zwischen der A. und ihren Kunden 
 
Die A. habe allgemeine Dienstleistungen an ihre Kunden erbracht (Unter-
stützung beim Hauskauf, Unterstützung bei Ehe- und Erbrechtsverträgen 
etc.). Von den Kunden habe man dafür in der Regel kein Honorar erhalten, 
ausser, wenn die A. ein Haus für einen Kunden verkauft habe. Dafür sei 
dann ein Maklerhonorar verlangt worden. Der Anstoss für diese Dienstleis-
tungen der A. sei jeweils durch die Kunden erfolgt. 
 
Die Vermittlung von Anleihen habe sich aus den allgemeinen Dienstleis-
tungen der A. ergeben, beispielsweise, wenn jemand etwas geerbt und 
nach Anlagemöglichkeiten gefragt habe. Man habe dann Vorschläge ge-
macht (vgl. die Dienstleistungen auf unserem Dienstleistungspapier), den 
Kunden aber nicht beraten, sondern über das Produkt informiert und die 
notwendigen Unterlagen abgegeben. 
 
Es würden viele Unternehmungen mit Investmentmöglichkeiten auf die A. 
zukommen. Diese würden jeweils auf ihre Sinnhaftigkeit geprüft und, ob 
diese rechtlich zulässig seien. Aus finanzmarktrechtlicher Sicht kämen ja 
nur gewisse Anlagemöglichkeiten in Frage. 
 
Gemäss L. und G. bestehen keine schriftlichen Verträge zwischen der A. 
und ihren Kunden. Vermögensverwaltungsverträge mit Kunden der A. hät-
ten früher möglicherweise mit der M. bestanden. Diese hätten sich aber 
nicht auf die von A. vermittelten Anleihen bezogen, sondern auf Bankpro-
dukte, die an Kunden vermittelt worden seien. Es seien weder von der A. 
noch von der M. Vermögensverwaltungsgebühren für die von der A. an die 
Kunden vermittelten Produkte verrechnet worden (die M. hätte von diesen 
Produkten gar nichts gewusst). 
 
Gemäss den der UB vorliegenden Unterlagen (auf die zum Teil auch in der 
Befragung vom 29./30. Oktober 2019 Bezug genommen wurden) stammen 
viele Kundenbeziehungen der A. aus der Tätigkeit von G. bei der M. (vgl. 
dazu vorstehend auch Ziffer 3.3.2). Im November 2016 wurde das Arbeits-
verhältnis zwischen der M., G. und H. per 31. Dezember 2016 aufgelöst 
und die Zuweisung der Kunden zwischen den Parteien vereinbart. Vor die-
sem Hintergrund wurden Ende 2016 bzw. anfangs 2017 von den der A. 
zugewiesenen Kunden Ermächtigungen zur Dossierübergabe und Daten-
austausch an die A. unterzeichnet. In der von der M. erstellten Ermächti-
gung zum Datenaustausch wurde darauf hingewiesen, dass der unter-
zeichnende Kunde bestätigt, dass für die Vermögensanlagen bei der C., 
J., N. SA, O. und weitere von der A. angebotenen Vermögensanlagen die 
Beratungshaftung und -Verantwortlichkeit wie bis anhin bei der A. verblei-
ben würde.  
 
Mit Schreiben vom 22. Dezember 2014 informierte die A. die Kunden, die 
in Anleihensobligationen der C. investiert hatten, dass die Beratung für Fi-
nanzprodukte generell über die M. erfolgen würde, für ihre Investition in 
die C. und die Vermittlung aber einzig die A. verantwortlich sei." 
 
7.4.2. Herausgabeansprüche für von der A. vereinnahmte Provisio-

nen aus der Vermittlung von Anleihen und Aktien 
 
Gemäss Art. 400 Abs. 1 OR ist ein Beauftragter schuldig, auf Verlangen 
jederzeit über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, 

 - 14 - 

 

 

was ihm infolge derselben aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu 
erstatten. 
 
Bei Art. 400 Abs. 1 OR handelt es sich um eine umfassende Ablieferungs-
pflicht. Sie ist eine direkte Folge des fremdnützigen Charakters des Auftra-
ges (BK-Fellmann, Art. 400 N 10, 113). Die Herausgabepflicht für die dem 
Beauftragten aus der Auftragsausführung zufliessenden Vermögenswerte 
beruht auf der Überlegung, dass der Beauftragte fremde Interessen be-
sorgt und die damit verbundenen Vermögensveränderungen daher letzt-
lich nur den Auftraggeber treffen sollen. Darüber hinaus handelt es sich 
bei der Herausgabepflicht um eine Konkretisierung der Treuepflicht ge-
mäss Art. 398 Abs. 2 OR.440 
 
Für die Herausgabepflicht ist allein entscheidend, dass der Beauftragte die 
Gegenstände (Vermögenswerte) infolge seiner Auftragsausführung erhal-
ten hat. Zwischen dem Zugang eines Vermögensvorteils und dem Auftrag 
muss ein innerer Zusammenhang bestehen. Bei Zuwendungen Dritter ist 
ein solcher schon dann zu bejahen, wenn die Gefahr besteht, der Beauf-
tragte könnte sich dadurch veranlasst sehen, die Interessen des Auftrag-
gebers nicht ausreichend zu berücksichtigen. 
 
Gemäss Auffassung des Bundesgerichts soll "der Beauftragte durch den 
Auftrag - abgesehen von seinem allfälligen Honorar - weder gewinnen 
noch verlieren; er muss daher alle Vermögenswerte herausgeben, welche 
in einem inneren Zusammenhang zur Auftragsausführung stehen. [...] Zu 
den indirekten Vorteilen, die der Beauftragte herausgeben muss, zählen 
z.B. Rabatte, Provisionen, Schmiergelder usw. 
 
In BGE 138 III 755 ff. bestätigte das Bundesgericht im Wesentlichen seine 
Rechtsprechung zur Ablieferung von Retrozessionen und Vertriebsent-
schädigungen und bejahte auch eine Herausgabepflicht von sog. Bestan-
despflegekommissionen, die einer vermögensverwaltenden Bank von kon-
zemfremden Produktanbietem entrichtet werden. Das Bundesgericht be-
tonte aber, dass die Beurteilung, ob es sich um herausgabepflichtige Zu-
wendungen handelt, nicht losgelöst vom konkreten Verhältnis erfolgen 
kann. Im Hinblick auf den Zweck der Ablieferungspflicht nach Art. 400 
Abs. 1 OR ist vielmehr anhand der Vertragspflichten zu untersuchen, ob 
die gestützt auf [Vertriebsvereinbarungen von Produktanbietem gezahlten 
Bestandespflegekommissionen] die Besorgnis begründeten, der Beauf-
tragte könnte möglicherweise die Interessen des Auftraggebers nicht aus-
reichend wahrnehmen. 
 
Die obigen Überlegungen sind auf die konkreten Umstände zwischen der 
A. und ihren Kunden anzuwenden und anhand einer Gesamtbeurteilung 
ist zu entscheiden, (a) ob sich die Rechtsbeziehung überhaupt als Auftrag 
oder auftragsähnliches Verhältnis bzw. zusammengesetzter Vertrag quali-
fiziert, und - wenn dies bejaht wird - ist zu untersuchen, (b) ob es bei den 
von der A. vereinnahmten Provisionen um herausgabepflichtige Zuwen-
dungen handelt. 
 
Aufgrund der vorliegenden Unterlagen darf davon ausgegangen werden, 
dass zwischen der A. und ihren Kunden kein Vermögensverwaltungsver-
hältnis für die vermittelten Finanzprodukte bestand (vgl. vorstehend Ziffer 
7.4.1 ). Schwieriger zu beurteilen ist die Frage, ob es sich bei der Rechts-
beziehung zu den Kunden im Zusammenhang mit der Vermittlung von Fi-
nanzprodukten um einen Auftrag oder eine auftragsähnliche Rechtsbezie-

 - 15 - 

 

 

hung handelt. Basierend auf den vorstehenden Erkenntnissen zur Rechts-
beziehung (vgl. vorstehend Ziffer 7.4.1) kann dies aus Sicht der UB nicht 
ausgeschlossen werden. Falls ein Auftragsverhältnis oder auftragsähnli-
che Rechtsbeziehung zwischen A. und ihren Kunden bestehen sollte, ist 
u. E. auch ein innerer Zusammenhang zwischen dem Zugang des Vermö-
gensvorteils (Provisionszahlungen an die A. durch die Emittenten) und der 
Auftragsausführung gegeben. 
 
Gemäss L. und G. sei den Kunden bei den vermittelten Anleihensobligati-
onen bewusst gewesen, dass Provisionen bezahlt werden würden. Dies 
sei aus den Emissionsprospekten ersichtlich gewesen. Bei der Vermittlung 
von Darlehen an die N. SA sei der Kunde nicht aktiv darauf hingewiesen 
worden. Ob aus diesem Umstand alleine ein gültiger Verzicht der Kunden 
auf einen allfällig bestehenden Herausgabeanspruch der Kunden abgelei-
tet werden kann, muss bezweifelt werden. Zumindest für einen rechtsgül-
tigen Verzicht des Auftraggebers auf die Herausgabe von Retrozessionen 
und ähnlichen Einnahmen des Vermögensverwalters werden vom Bun-
desgericht relative hohe Anforderungen gesetzt. Die Gültigkeit eines Ver-
zichts setzt voraus, dass der Auftraggeber über die zu erwartenden Retro-
zessionen vollständig und wahrheitsgetreu informiert ist, und dass sein 
Wille, auf deren Ablieferung zu verzichten, aus der Vereinbarung entspre-
chend deutlich hervorgeht. 
 
Es ist somit nicht ausgeschlossen, dass seitens der Kunden der A. Ansprü-
che auf Herausgabe der an die A. im Rahmen der an sie vermittelten Fi-
nanzprodukte geflossenen Provisionen bestehen. Zufolge der Höhe der 
von der A. vereinnahmten Provisionen - alleine in den Jahren 2015 bis 
2018 betrugen diese brutto CHF 9'359'491,70 - besteht für diesen Fall ein 
Risiko, dass die A. überschuldet ist. 
 
Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass zumindest ein Teil der Kun-
den nachträglich auf einen möglichen Herausgabeanspruch rechtsgültig 
verzichtet. 
 
7.4.3. Schadenersatzansprüche von Kunden der A. aus der Vermitt-

lung und Verkauf von Finanzprodukten durch die A. 
 
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen zur Rechtsbeziehung der A. zu 
ihren Kunden (vgl. dazu vorstehend Ziffer 7.4.1) bestehen möglicherweise 
auch Schadenersatzansprüche der Kunden für mögliche Verluste aus den 
von der A. vermittelten und verkauften Finanzprodukten aus sorgfaltswid-
riger Beratung. Im Fokus dürften hier vor allem Ansprüche der Kunden be-
treffend mögliche Verluste aus deren Investitionen in Anleihensobligatio-
nen der C. stehen. Die C. befindet sich offenbar in finanziellen Schwierig-
keiten (vgl. dazu vorstehend Ziffer 4.7.4)." 

 

6.3. 

6.3.1. 

Vorerst ist festzustellen, dass sich im Geschäftsjahr 2017 noch keine Rück-

zahlungsverpflichtungen zu Lasten der Rekurrentin/Beschwerdeführerin 

manifestiert hatten. Solche wurden erst mit dem Abschluss der Vereinba-

rung mit der C. AG vom 11. Dezember 2018 – und damit rund ein Jahr nach 

dem massgeblichen Bilanzstichtag – konkretisiert. Gegen einen Rückstel-

lungsbedarf von CHF 2'310'105.00 spricht auch der Umstand, dass die ver-

 - 16 - 

 

 

buchte Rückstellung von der Rekurrentin/Beschwerdeführerin selbst be-

reits im Jahr 2018 wieder auf CHF 670'000.00 (Eigenbestand an Titeln der 

I. AG und der C. AG per 31. Dezember 2018) reduziert wurde. Allein des-

halb ist die im Geschäftsjahr 2017 verbuchte Rückstellung von 

CHF 2'310'105.00 nicht geschäftsmässig begründet und aufzurechnen.  

 

Hinzu kommt, dass es offensichtlich der Geschäftspraxis der Rekurren-

tin/Beschwerdeführerin entsprach, die Investoren im Sinne einer Abmah-

nung auf Anlagerisiken hinzuweisen. Das ergibt sich beispielhaft aus den 

Darlehensverträgen mit der Mikrokredit F. (Vernehmlassungsbeilage 1), wo 

festgehalten wurde, dass "[d]er Darlehensgeber (…) sich über Internet und 

dem Fact-Sheet, dass diesem Vertrag als Anhang beiliegt, über das Ge-

schäftsmodell informiert und (…) die mit diesem Geschäftsmodell verbun-

denen Risiken" kennt. Auch deshalb kann eine Rückstellung aufgrund des 

Fehlens jeglicher (geltend gemachter) Ansprüche auf Schadenersatz (ins-

besondere aus Beratungsfehlern) der Investoren gegenüber der Rekurren-

tin/Beschwerdeführerin nicht in Frage kommen. 

 

6.3.2. 

Die Ausführungen im Bericht UB ändern an dieser Beurteilung nichts, zu-

mal dieser im Wesentlichen mit dem Fokus auf eine mögliche Überschul-

dung der Rekurrentin/Beschwerdeführerin erstellt wurde (Frage der Kon-

kurseröffnung und folgender Liquidation). Die Ausführungen zu allfälligen 

Schadenersatzansprüchen sind im Bericht UB dementsprechend in rein hy-

pothetischer Art ohne konkreten Bezug zu erwartenden oder sich tatsäch-

lich abzeichnenden Forderungen formuliert. Wegen dieser eingeschränk-

ten Optik ist nicht leichthin von einem (steuerlich relevanten) Rückstel-

lungsbedarf in Bezug auf die Anleihen und Aktien der C. AG auszugehen. 

Insbesondere wurde im Bericht UB das steuerliche Periodizitätsprinzip und 

die Frage, ob Rückstellungen nachgeholt werden dürfen, ausser Acht ge-

lassen.  

 

6.4. 

Zu Recht wird hingegen vom KStA nunmehr die Zulässigkeit einer Rück-

stellung für eine allfällige Rückforderung von Retrozessionen im Umfang 

von CHF 478'201.00 anerkannt, zumal solche Ansprüche nach der im Be-

richt UB zutreffend dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung als 

sehr wahrscheinlich gelten konnten. 

 

6.5. 

6.5.1. 

Im Ergebnis ist der Rekurs/die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der für 

die Kantons- und Gemeindesteuern 2017 massgebliche Reingewinn redu-

ziert sich von CHF 2'212'958.00 um CHF 632'201.00 (Rückstellung Retro-

zessionen von CHF 478'201.00 abzüglich Auflösung Rückstellung K. 

CHF 31'000.00 abzüglich Korrektur Steueraufwand von CHF 129'000.00 

 - 17 - 

 

 

abzüglich bereits berücksichtigte Korrektur Steueraufwand von 

CHF  15'000.00 zuzüglich Verlustvortrag CHF 432'175.00 abzüglich bereits 

berücksichtigter Vorjahresverlust von CHF 103'175.00) auf 

CHF 1'580'757.00. Das steuerbare Eigenkapital beträgt CHF 2'210'339.00. 

 

6.5.2. 

Der für die direkte Bundessteuer 2017 massgebliche Reingewinn beträgt 

CHF 1'580'757.00 (gleiche Berechnung wie bei den Kantons- und Gemein-

desteuern 2017). 

 

7. 

7.1. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt die Rekurrentin/Beschwerdeführe-

rin gemessen an ihren Anträgen zu rund 30 %. Sie hat daher die Kosten 

des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens zu 70 % zu tragen (§ 189 Abs. 1 

StG/Art. 144 Abs. 1 DBG).  

 

7.2. 

7.2.1. 

Die Vertreterin im Rekurs- und Beschwerdeverfahren amtet seit dem 

30. Juni 2020 als Liquidatorin der Rekurrentin/Beschwerdeführerin. Damit 

hat sie Organstellung. Entsprechend ist zu prüfen, ob die Rekurrentin 

gleichwohl einen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat.  

 

7.2.2. 

Gemäss § 189 Abs. 2 StG ist der (teilweise) obsiegenden steuerpflichtigen 

Person nur für die Vertretung durch eine Anwältin oder einen Anwalt, eine 

Notarin oder einen Notar oder durch eine Steuerberaterin oder einen Steu-

erberater eine angemessene Entschädigung zuzusprechen. Die in eigener 

Sache handelnde, nicht durch einen Dritten vertretene oder beratene Partei 

ist deshalb praxisgemäss nicht entschädigungsberechtigt.  

 

Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts stellt das gesellschaftsrecht-

liche Organ der nicht vertretenen Partei entschädigungsrechtlich gleich 

(vgl. AGVE 2007 S. 224 ff., mit zahlreichen Hinweisen).  

 

7.2.3. 

Zum gleichen Ergebnis führt im vorliegenden Fall die Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichtes sowie des Bundesgerichtes gestützt auf Art. 64 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. De-

zember 1968 (VwVG), auch wenn dort die Entscheidung, ob eine Partei-

entschädigung zugesprochen wird, davon abhängig ist, ob ein anwaltliches 

Organ im Rahmen seiner (berufsspezifischen) anwaltlichen oder gesell-

schaftsrechtlichen Tätigkeit agiert hat (vgl. BGE 115 Ia 197; Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts vom 10. April 2008 [A-1420/2006]; Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts vom 21. November 2007 [B-1211/2007]; VwVG, 

 - 18 - 

 

 

Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Christoph 

Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Zürich/ St. Gallen 2008, 

Art. 64 N 14). 

 

Es liegt auf der Hand, dass die Vertreterin gerade wegen der beruflichen 

Qualifikationen bzw. deren Spezialisierung die Vertretung im beschwerde-

verfahren obliegt. Entsprechend überwiegt die gesellschaftsrechtliche Tä-

tigkeit. Die Vertreterin der Rekurrentin/Beschwerdeführerin agierte in ihrer 

Funktion als Liquidatorin agierte und trat daher als Organ auf.  

 

7.3. 

Im Ergebnis kann der Liquidatorin weder nach § 189 Abs. 2 StG, noch nach 

Art. 144 DBG eine Parteientschädigung zu gesprochen werden.  

 

 

  

 - 19 - 

 

 

 
    

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

1.1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird der Reingewinn für die Kan-

tons- und Gemeindesteuern 2017 auf CHF 1'580'757.00 festgesetzt. Das 

steuerbare Eigenkapital beträgt CHF 2'210'339.00. 

 

1.2. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Reingewinn für die di-

rekte Bundessteuer 2017 auf CHF 1'580'757.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin hat die Kosten des Verfahrens, beste-

hend aus einer Staatsgebühr von CHF 10'000.00, der Kanzleigebühr von 

CHF 260.00 und den Auslagen von CHF 100.00, insgesamt 

CHF 10'360.00, zu 70 % mit CHF 7'252.00 zu bezahlen.  

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Rekurrentin/Beschwerdeführerin (2) 

das Kantonale Steueramt 

die Eidg. Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer 

das Gemeindesteueramt S. 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrungen  

 

Kantons- und Gemeindesteuern 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

 - 20 - 

 

 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 196 

und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

Direkte Bundessteuer 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie der Entscheid 

zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (§§ 28 

und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezem-

ber 2007 [VRPG]). 

 

 
   

Aarau, 20. Oktober 2022 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Betsche