# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb61f8b7-adf8-59c1-98c6-f14b02dade31
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.08.2008 D-4505/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4505-2008_2008-08-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4505/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Daniel Schmid,
Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A._______,Sri Lanka,
wohnhaft (Adresse) (Sri Lanka),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 22. Mai 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4505/2008

Sachverhalt:

A.
Der Vater des Beschwerdeführers - ein Tamile aus (Ort) - gelangte am 
2. Juli 2007 mit einem Schreiben, welchem  diverse Dokumente beige-
legt waren, an die Schweizerische Vertretung in Colombo (Eingangs-
stempel: 17. Juli 2007; vgl. A1).

Darin wurde einleitend auf verschiedene Ereignisse in der Familie des 
Beschwerdeführers Bezug genommen, angefangen bei einem Überfall 
auf dessen Grossvater durch unbekannte Täter im Jahr 1987. Im Juni 
1989 sei der Vater des Beschwerdeführers von unbekannten Personen 
festgenommen worden; diese hätten versucht, ihn zu vergiften und ihn 
dabei misshandelt. Am 25. Januar 1991 seien der Schwager des Va-
ters und am 22. Mai 1992 die beiden Onkel B._______ und C._______ 
des Beschwerdeführers entführt worden; später sei bekannt geworden, 
dass die Onkel durch unbekannte Täter erschossen worden seien. Am 
6. Juli 1992 seien der Onkel D._______ und die Grossmutter des Be-
schwerdeführers  durch  unbekannte  Täter  erschossen  worden.  Seit 
dem 17. Februar 1995 wurde die Mutter des Beschwerdeführers ver-
misst. Am 30. März 1995 hätten unbekannte Täter um 22 Uhr 30 ver-
sucht, den Vater des Beschwerdeführers zu Hause umzubringen; um 
23 Uhr hätten unbekannte Täter die Tante des Beschwerdeführers un-
ter Drohung mit einer Schusswaffe aufgefordert, von einer Suche nach 
den verschwundenen Angehörigen abzusehen. Am 20. Juni 1995 sei 
der Onkel E._______ des Beschwerdeführers verschwunden.

Am 13. März 2004 sei der Beschwerdeführer etwa um 5 Uhr nachmit-
tags entführt worden; nachdem dies der Polizei von (Ort), dem Interna-
tionalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Sri Lanka Monito-
ring Mission (SLMM) gemeldet worden sei, sei er dem Vater vom Ge-
richt übergeben worden. Am 15. Oktober 2006 seien unbekannte Täter 
in das Haus des Vaters des Beschwerdeführers eingedrungen und hät-
ten unter Drohung mit einer Schusswaffe die Nummern der Identitäts-
karte des Vaters, der Mutter und des Beschwerdeführers notiert. Am 
26. Oktober 2006 hätten unbekannte Täter versucht, den Beschwerde-
führer zu entführen, was durch das Einschreiten einer Frau habe ver-
hindert werden können. Am 19. Januar 2007 sei der Beschwerdeführer 
in  der  Nähe  des  Elternhauses  durch  unbekannte  Personen  verfolgt 
worden. Schliesslich hätten sich am 28. Januar 2007 unbekannte Per-
sonen in der Nähe des Elternhauses nach dem Beschwerdeführer er-

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kundigt. Der Vater habe in (Ort) die Menschenrechtskommission, das 
IKRK,  die  Armee,  den  Polizeiposten  sowie  den  Geheimdienst  infor-
miert.

B.
Mit Schreiben vom 10. August 2007 teilte die Schweizerische Vertre-
tung dem Vater des Beschwerdeführers mit, seine Eingabe werde als 
Asylgesuch für seinen Sohn entgegengenommen. Gleichzeitig forderte 
sie ihn auf, die Vorbringen ("grievances") und allfällige entsprechende 
Beweismittel  sowie Kopien von Identitätspapieren als  letzte und bin-
dende Eingabe ("your final and binding submission") bis zum 14. Sep-
tember 2007 einzureichen, sofern er nach wie vor an seinem Gesuch 
festhalten wolle (vgl. A2/1).

C.
C.a Mit Schreiben vom 9. September 2007 an die Schweizerische Ver-
tretung  machte  der  Beschwerdeführer  Folgendes  geltend:  Am 
13. März 2007 habe er sich frühmorgens zum Bahnhof von (Ort) bege-
ben. Auf dem Weg zur Bushaltestelle sei er von ihm unbekannten, be-
waffneten Personen in einen dunklen Raum entführt und dabei miss-
handelt  worden.  Auf  Intervention  der  (Name)  hin  sei  er  schliesslich 
freigelassen worden. Am 26. Oktober 2006 habe sich der bereits von 
seinem Vater erwähnte, von diesem auf den 15. Oktober 2006 datierte 
Vorfall mit den Identitätskarten zugetragen. Ebenfalls am 26. Oktober 
2006  habe  der  bereits  vom  Vater  geschilderte  Entführungsversuch 
stattgefunden. Am 9. Januar 2007 habe er - der Beschwerdeführer - in 
einer Fahrradwerkstatt unbekannte Personen angetroffen, woraufhin er 
sich aus Furcht entfernt  habe; in der Folge habe er Schüsse gehört 
und sei von denselben Personen verfolgt worden; der Werkstattbesit-
zer  sei  erschossen  worden.  Am 28.  Januar  2007  hätten  sich  unbe-
kannte Personen bei seinen Nachbarn nach ihm erkundigt. Am 28. Au-
gust 2007 sei er um 13 Uhr 33 in Colombo von einer unbekannten Per-
son telefonisch unter Todesandrohung für den Unterlassungsfall zu ei-
nem Treffen aufgefordert worden; diesen Vorfall habe er der Polizei ge-
meldet. Im Übrigen habe er eine schwierige Kindheit verbracht: Im Al-
ter von fünf Jahren habe er seine Mutter verloren; am 20. Juni 1995 sei 
sein Onkel E._______ verschwunden; er habe erfahren, dass - als er 
auch fünf  Jahre alt  gewesen sei  -  bewaffnete Täter  versucht  hätten, 
seinen  Vater  zu  erschiessen;  er  habe  gehört,  dass  sein  Onkel 
F._______ im Jahr 1991 ebenfalls entführt worden sei. Aus all diesen 
Gründen  sei  er  sehr  niedergeschlagen.  Zudem werde  er  wiederholt 

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durch unbekannte bewaffnete Personen bedroht. Sein Vater habe die 
Vorfälle  der  Polizei  gemeldet,  obwohl  er  zum  Stillschweigen 
angehalten  worden  sei.  Zudem  habe  er  das  IKRK  sowie  den 
militärischen und zivilen Geheimdienst informiert (vgl. A4).

C.b Am 10. September 2007 liess der Vater des Beschwerdeführers 
der  Schweizerischen  Vertretung  unter  anderem  ein  Schreiben  vom 
26. Oktober 2006 des Abgeordneten G._______ des Parlaments von 
Wanni und ein solches vom 10. August 2007 von H._______ von der 
United National Party (UNP) des Wanni-Distrikts in Kopie zukommen 
und  stellte  gleichzeitig  die  Nachreichung  eines  Polizeiberichts  in 
Aussicht (vgl.  A3/5).

D.
Am 2. November 2007 wurde der Beschwerdeführer durch einen Mitar-
beiter der Schweizerischen Vertretung zu seinen Asylgründen befragt. 
Dabei wiederholte er im Wesentlichen die bisherigen Vorbringen (vgl. 
A5/18).

E.
In  einem  der  Schweizerischen  Vertretung  per  Telefax  übermittelten 
Schreiben vom 21. November 2007 (Eingangsstempel  des Originals: 
26. November  2007)  an den Präsidenten  von Sri  Lanka wiederholte 
der Vater des Beschwerdeführers die bisherigen Vorbringen teilweise. 
Zudem wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei in Colombo zwei-
mal  von der  Polizei  festgenommen und wieder  freigelassen worden. 
Am 16. November 2007 sei er erneut festgenommen und ins Welikada-
Gefängnis überführt worden. Es werde um Freilassung ersucht, da er 
keine Delikte begangen habe (vgl. A9/3).

F.
Mit Schreiben vom 5. Dezember 2007 teilte der Beschwerdeführer der 
Schweizerischen Vertretung unter Bezugnahme auf das Schreiben sei-
nes Vaters vom 21. November 2007 mit, er sei am 16. November 2007 
von der Polizei wegen Terrorverdachts festgenommen und am 27. No-
vember 2007 gegen Kaution freigelassen worden. Am 1. Januar 2008 
würde  eine  Gerichtsverhandlung  stattfinden.  Gleichzeigt  reichte  er 
eine Festnahmebescheinigung zu den Akten (vgl. A10/7).

G.
Mit Schreiben vom 8. Januar 2008 teilte der Vater des Beschwerdefüh-
rers  der  Schweizerischen  Vertretung  mit,  dass  dieser  am  1.  Januar 

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2008  mangels  Beschuldigungen  gerichtlich  freigelassen  worden  sei. 
Da der Beschwerdeführer weder in (Ort) noch in Colombo sicher sei, 
halte er sich an einem geheimen Ort auf (vgl.  A11/3).

H.
Am 18. Februar  2008 (Datum des Eingangsstempels)  trafen bei  der 
Schweizerischen Vertretung den Vorfall  vom 16. November  2007 be-
treffende Akten ein (vgl. A12/11).

I.
Mit über die Schweizerische Vertretung an den Beschwerdeführer ver-
sandter Verfügung vom 22. Mai 2008 wies das BFM dessen Einreise- 
und Asylgesuch ab.

J.
Mit am 24. Juni 2008 bei der Schweizerischen Vertretung eingetroffe-
ner und von diesem an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter 
englischsprachiger  Eingabe  vom 15.  Juni  2008   beantragte  der  Be-
schwerdeführer sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe-
ben und ihm die Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungswei-
se Asyl zu gewähren.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine Aus-
nahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

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1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht worden. Der 
Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 so-
wie 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. Das 
Bundesverwaltungsgericht hat dabei aus prozessökonomischen Grün-
den  auf  eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde  zur 
Übersetzung in eine Amtssprache verzichtet, da die Rechtsmittelanträ-
ge verständlich sowie begründet sind. Der vorliegende Entscheid er-
geht indessen in deutscher Sprache (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 
6 AsylG).

2.

2.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet werden kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 
20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise 
zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eid-
genössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische 
Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 
die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Le-
ben oder für die Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
bestehe.

2.2 Bei  diesem Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e. g. S. 131 ff., welche dort  akzentuierte Praxis angesichts bloss 

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redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des 
Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat).

3.

3.1 Die Schweiz gewährt Flüchtlingen unter Vorbehalt von Ausschluss-
gründen auf Gesuch hin Asyl (Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Wer um 
Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zu-
mindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die Flüchtlingseigen-
schaft erfüllen Personen, welche in ihrem Heimatstaat oder im Land, 
wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-
gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer po-
litischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind oder 
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. 
Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, 
Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-
chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.1.1 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff., 2005 
Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der  Subsidiarität  des flüchtlingsrechtli-
chen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  im 
Weiteren voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland kei-
nen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 
S. 193).

4.

4.1 Das BFM führte  zur  Begründung  seiner  Verfügung  im Wesentli-
chen Folgendes aus: Die sich auf  (Ort)  beziehenden Vorbringen des 
Beschwerdeführers  würden  zahlreiche  Unglaubhaftigkeitselemente 
aufweisen. So habe er in seiner schriftlichen Eingabe vom 10. (recte: 
9.)  September  2007  geltend  gemacht,  nach  der  Verschleppung  im 
März 2004 durch ein Kinderhilfswerk freigekommen zu sein, wogegen 
er anlässlich der Befragung von einer Befreiung durch die SLMM ge-
sprochen habe. In derselben Eingabe seien verschiedene Daten falsch 

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aufgeführt.  Bei  verschiedenen  Vorfällen  gelinge  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht,  einen  direkten  Bezug  zu  sich  selbst 
herzustellen,  so beispielsweise,  als  am 19. Januar  2007 in  (Ort)  ein 
Werkstattbesitzer erschossen worden sei oder als er im August 2007 
in  seinem  Dreiradfahrzeug  in  offensichtlich  rein  krimineller  Absicht 
bedroht worden sei. Sodann vermöge nicht zu überzeugen, dass der 
Vater des Beschwerdeführers seit dem Jahr 1995 keine Probleme mit 
den Liberation  Tigers of  Tamil  Eelam (LTTE) gehabt  habe,  da diese 
von  seinem  Tod  ausgegangen  seien,  zumal  der  Beschwerdeführer 
erklärt  habe, dass den LTTE nahe stehende Personen mehrmals mit 
dem  Vater  gesprochen,  Fotos  mitgenommen  und  die  Personalien 
sämtlicher  Familienmitglieder  notiert  hätten; hätte  der  Vater  von den 
LTTE etwas zu befürchten gehabt, wäre er bei diesen Gelegenheiten 
aufgedeckt worden. Ferner habe der mit den LTTE in Zusammenhang 
stehende  Probleme  geltend  machende  Beschwerdeführer  nicht 
befriedigend  zu  erklären  vermögen,  weshalb  er  verschiedene 
Unterstützungsschreiben  je  eines  Abgeordneten  der  Tamil  National 
Alliance  (TNA)  und  der  United  National  Party  (UNP)  besitze.  Auch 
vermöge nicht  zu überzeugen,  weshalb die LTTE ein derart  grosses 
Verfolgungsinteresse  am  Beschwerdeführer  haben  sollte.  Lediglich 
wegen Differenzen mit dem Grossvater des Beschwerdeführers würde 
dieser - im Gegensatz zu seinem Vater -  kaum derart durch die LTTE 
behelligt. Demnach bestünden grosse Zweifel in Bezug auf die in (Ort) 
geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen.  Namentlich  sei  weder 
glaubhaft,  dass  er  im  März 2004 von den LTTE verschleppt  worden 
sei,  noch dass diese das geltend gemachte Verfolgungsinteresse an 
ihm  besitze.  Folglich  sei  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  national 
bekannt  sei  und  seine  Verfolger  oder  die  LTTE ein  Interesse  daran 
hätten,  ihn  landesweit  zu  suchen.  Aufgrund  der  Konfliktsituation  in 
(Ort)  sei  jedoch  nicht  auszuschliessen,  dass  es  dort  in  der 
Vergangenheit  zu  Übergriffen  auf  den  Beschwerdeführer  gekommen 
sei  oder  in  Zukunft  zu  Übergriffen  bewaffneter  Akteure  kommen 
könnte. Diesen lokal bedingten Problemen habe er sich jedoch durch 
einen Wegzug nach Colombo entzogen. In Colombo habe er sich bei 
der  Polizei  registriert  und  würde  sich  bei  Verwandten  aufhalten,  die 
dort  schon lange etabliert  seien. Zwar sei er am 16. November 2007 
festgenommen  und  vor  Gericht  gebracht,  jedoch  in  allen  Punkten 
freigesprochen  worden.  Aufgrund  der  Aktenlage  könne  nicht  davon 
ausgegangen  werden,  dass  er  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  in 
einem absehbaren Zeitraum mit einem gezielten Verfolgungsinteresse 
von Seiten der srilankischen Behörden rechnen müsste. Gestützt auf 

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die Aktenlage gelte er den Behörden gegenüber als unbescholten und 
habe  von  den  srilankischen  Sicherheitskräften  keine  direkte 
Verfolgungsmotivation  zu  befürchten. Die  Tatsache,  dass  er  aus  der 
Region  (Ort)  stamme,  teile  er  mit  Tausenden  weiteren  Tamilen  in 
Colombo  und  begründe  kein  asylerhebliches  Risikoprofil.  Zwar  sei 
denkbar, dass er von der srilankischen Armee und Polizei anlässlich 
von  Kontrollen  vorübergehend  festgehalten  werden  könnte.  Diese 
verschärften  Sicherheitsbestimmungen  der  srilankischen  Regierung 
seien  jedoch  ebenfalls  nicht  einreisebeachtlich.  Daran  vermöchten 
auch die zu den Akten gereichten Dokumente nichts zu ändern.

4.2 In der Beschwerde wurde ausgeführt, die Familie des Beschwer-
deführers kenne G._______ seit  dem Jahr 1990, bevor dieser Parla-
mentsabgeordneter geworden sei. G._______ sei zuvor unter anderem 
Präsident des Roten Kreuzes gewesen, als der Onkel des Beschwer-
deführers erschossen worden sei, und habe der Familie verschiedent-
lich geholfen. Auf diese Weise sei der Beschwerdeführer in den Besitz 
des Schreibens von G._______ gelangt. Auch H._______ sei seit 13 
Jahren, bevor er Parlamentsabgeordneter geworden sei, mit der Fami-
lie des Beschwerdeführers bekannt. Sodann hielt dieser an der Glaub-
haftigkeit seiner Vorbringen fest und machte ergänzend geltend, dass 
am 17. Mai 2008 um 6 Uhr 30 sein enger Freund I._______ von einer 
unbekannten Bande erschossen worden sei. Dieselbe hätte versucht, 
den Beschwerdeführer zu entführen, aber irgendwie sei es seinem Va-
ter  und seiner Mutter  gelungen,  ihm das Leben zu retten. Die Täter 
hätten die Eltern davor gewarnt, die Polizei oder eine andere Organi-
sation über den Vorfall zu informieren, und würden die Eltern weiterhin 
bedrängen, ihnen den Beschwerdeführer auszuliefern. Der Vater habe 
das IKRK davon benachrichtigt. Der Beschwerdeführer habe anlässlich 
der Befragung durch die Schweizerische Vertretung einige Fehler ge-
macht. Diese seien auf seinen falschen Zungenschlag beziehungswei-
se  Versprecher  zurückzuführen. Er  halte  jedoch an den schriftlichen 
geschilderten Vorfällen fest. Als Christ sage er die Wahrheit.

4.3 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in 
der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. Mithin wurden 
die  Schilderungen  einzelner  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht  als  den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  nicht  genügend 
qualifiziert, wogegen andere Vorfälle entweder nicht ihn direkt betref-
fen oder flüchtlingsrechtlich nicht beachtlich sind. Diesbezüglich wird 
auf Erwägung 4.1 verwiesen.

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Auch  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  sind  nicht  geeignet,  an 
dieser  Einschätzung etwas zu ändern. So vermag die Erklärung der 
Herkunft  des  Schreibens  des  UNP-Abgeordneten  -  diejenige  der 
Schreiben  des  TNA-Abgeordneten  schilderte  der  Beschwerdeführer 
bereits  im  Rahmen  der  Befragung  durch  die  Schweizerische 
Vertretung  -  die  Erwägung  der  Vorinstanz,  wonach  das  von  ihm 
geltend  gemachte  Verfolgungsinteresse  der  LTTE  an  ihm  nicht 
glaubhaft  erscheine,  nicht  zu  entkräften.  Sodann  ist  aus  den  Akten 
kein Zusammenhang der bedauerlichen Tötung des engen Freundes 
I._______  des  Beschwerdeführers  mit  dessen  eigenen 
Verfolgungsvorbringen ersichtlich, zumal dessen Behauptung, bei den 
Tätern  handle  es  sich  um  eine  unbekannte  Bande,  welche  mit 
derjenigen  identisch  sei,  die  ihn  zu  entführen  versucht  habe,  nicht 
nachvollziehbar  ist.  Sollte  in  diesem  Zusammenhang in  der 
Beschwerde  auf  einen  weiteren  Entführungsversuch  Bezug 
genommen werden, so wäre dieses Vorbringen als nicht glaubhaft zu 
qualifizieren,  zumal  sich  der  Beschwerdeführer  gemäss  dem 
Ausführungen  im  Schreiben  seines  Vaters  vom  8.  Januar  2008  an 
einem  geheimen  Ort  aufhält  (vgl.  Sachverhalt,  Bst.  G).  Schliesslich 
erweisen  sich  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten 
Verständigungsschwierigkeiten  als  unbehelflich,  zumal  ihm  das 
Befragungsprotokoll rückübersetzt wurde und er erklärte, dass dessen 
Inhalt  mit seinen Aussagen übereinstimme (vgl. A5/18, S. 18). Mithin 
muss er sich bei seinen Aussagen behaften lassen.

4.4 Zusammenfassend  ist  deshalb  festzustellen,  dass  es  dem  Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf weitere Vorbringen in 
der Beschwerde einzugehen, da sie am Ergebnis nichts ändern kön-
nen. Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Ein-
reise in die Schweiz verweigert  beziehungsweise dessen Asylgesuch 
abgelehnt.

4.5 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-
gung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-

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lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. a des Reglements vom 21. 
Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht, VGKE, SR 173.320.2) ist allerdings auf die Erhe-
bung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizerischen Ver-
tretung in Colombo (per EDA-Kurier)

- die Schweizerische Vertretung in Colombo, mit der Bitte um Eröff-
nung des Urteils an den Beschwerdeführer und um Zustellung der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungsge-
richt (per EDA-Kurier, In Kopie)

- das BFM, mit den Akten Ref.-Nr. N_______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand: 

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