# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f19950f7-c5f0-5463-8114-ee906c43dc78
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.03.2015 A-178/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-178-2014_2015-03-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 23.05.2016 (2C_354/2015) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-178/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  M ä r z  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter André Moser, Richter Maurizio Greppi,    

Gerichtsschreiber Pascal Baur. 

 

 
 

Parteien 

 
Engadiner Kraftwerke AG, 7530 Zernez,   

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Mariella Orelli und 

Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Burger, Homburger AG, 

Hardstrasse 201, Postfach 314, 8037 Zürich, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Swissgrid AG,  

Werkstrasse 12, 5080 Laufenburg,   

Beschwerdegegnerin,  

 

Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Verzugszinsen auf der Rückerstattung für im Jahr 2010 ge-

leistete SDL-Akontozahlungen. 

 

 

A-178/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verordnung vom 12. Dezember 2008 änderte der Bundesrat die Strom-

versorgungsverordnung vom 14. März 2008 (StromVV, SR 734.71) per 1. 

Januar 2009 in mehreren Punkten ab und ergänzte sie um verschiedene 

diese Änderung betreffende Übergangsbestimmungen (vgl. AS 2008 

6467). Eine dieser Bestimmungen, Art. 31b StromVV (per 1. März 2013 

aufgehoben durch Ziff. I der Verordnung vom 30. Januar 2013 [AS 2013 

559]; nachfolgend: aArt. 31b StromVV), verpflichtete die nationale Netzge-

sellschaft bzw. die Swissgrid AG, den Netzbetreibern und den am Übertra-

gungsnetz direkt angeschlossenen Endverbrauchern in den Jahren 2009-

2013 die Kosten für allgemeine Systemdienstleistungen (SDL) höchstens 

im Umfang von 0,4 Rappen pro kWh anzulasten (Abs. 1). Ausserdem ver-

pflichtet sie sie, in diesem Zeitraum den Teil der Kosten der allgemeinen 

SDL (nachfolgend: SDL-Kosten), der mit diesem Tarif nicht gedeckt werden 

könne, den Betreiberinnen von Kraftwerken mit einer elektrischen Leistung 

von mindestens 50 MW gemäss deren Anteil an der Bruttoenergieerzeu-

gung individuell in Rechnung zu stellen (Abs. 2). 

B.  

B.a Mit Verfügung vom 6. März 2009 legte die Eidgenössische Elektrizi-

tätskommission ElCom den Tarif für allgemeine SDL für das Jahr 2009 auf 

0,77 Rappen pro kWh fest und lastete 0,4 Rappen den Endverbrauchern 

an (Dispositivziffer 2). Weiter setzte sie den Anteil, den die – im Anhang 2 

der Verfügung aufgelisteten – Betreiberinnen von Kraftwerken mit einer 

elektrischen Leistung von mindestens 50 MW übernehmen sollten, auf 

0,45 Rappen pro kWh fest (Dispositivziffer 3). Sie führte dazu aus, die 

Swissgrid AG habe ihr nach Bekanntwerden der tatsächlichen SDL-Kosten 

einen Bericht zur Genehmigung vorzulegen und die genehmigten anre-

chenbaren Kosten den erwähnten Kraftwerkbetreiberinnen individuell 

nachzubelasten oder gutzuschreiben.  

B.b Mit einer analogen Verfügung vom 4. März 2010 legte die ElCom den 

Tarif für allgemeine SDL für das Jahr 2010 auf 0,76 Rappen pro kWh fest 

und auferlegte 0,4 Rappen den Netzbetreibern und den am Übertragungs-

netz direkt angeschlossenen Endverbrauchern (Dispositivziffer 4). Ausser-

dem setzte sie den von den Betreiberinnen von Kraftwerken mit einer 

elektrischen Leistung von mehr als 50 MW zu übernehmenden Betrag auf 

0,42 Rappen pro kWh fest (Dispositivziffer 5). 

A-178/2014 

Seite 3 

C.  

Die Engadiner Kraftwerke AG, eine Kraftwerkbetreiberin im Sinne von aArt. 

31b Abs. 2 StromVV, erhob gegen die Tarifverfügung der ElCom vom 4. 

März 2010 – wie schon gegen jene vom 6. März 2009 – zwar Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht (Beschwerdeverfahren  

A-2864/2010). Sie bezahlte jedoch die von der Swissgrid AG für ihren An-

teil an den SDL-Kosten für das Tarifjahr 2010 gestellten Akontorechnungen 

(nachfolgend: SDL-Akontorechnungen), wenn auch nur unter Vorbehalt 

und ohne Anerkennung einer Schuldpflicht. 

D.  

Mit Urteil A-2607/2009 vom 8. Juli 2010 (teilweise abgedruckt in 

BVGE 2010/49) hiess das Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde 

der Gommerkraftwerke AG, einer weiteren Kraftwerkbetreiberin im Sinne 

von aArt. 31b Abs. 2 StromVV, gegen die Verfügung der ElCom vom 

6. März 2009 teilweise gut und hob Dispositivziffer 2 Satz 2, wonach die 

SDL-Kosten den Endverbrauchern nur im Umfang von 0,4 Rappen pro 

kWh angelastet werden dürfen, sowie Dispositivziffer 3 dieser Verfügung 

mit Bezug auf sie auf. Zur Begründung führte es aus, Abs. 2 von aArt. 31b 

StromVV sei verfassungs- und gesetzeswidrig, Abs. 1 gesetzeswidrig. Die-

ses Urteil blieb unangefochten und wurde rechtskräftig. 

E.  

Am 14. Juni 2012 zog die ElCom die Tarifverfügung vom 4. April 2010 (u.a.) 

mit Bezug auf die Engadiner Kraftwerke AG in Wiedererwägung und hob 

deren Verpflichtung zur Übernahme von SDL-Kosten für das Tarifjahr 2010 

auf. Das Bundesverwaltungsgericht schrieb darauf das Verfahren A-

2864/2010 betreffend die Beschwerde der Engadiner Kraftwerke AG gegen 

diese Verfügung am 18. September 2012 als gegenstandslos geworden 

ab. In der Folge stellte die Engadiner Kraftwerke AG der Swissgrid AG be-

ziffert Rechnung für die Akontozahlungen (nachfolgend: SDL-Akontozah-

lungen), die sie für ihren (vermeintlichen) Anteil an den SDL-Kosten für das 

Tarifjahr 2010 geleistet hatte, zuzüglich Zins von 4,14 % für die Dauer eines 

Jahres auf dem um die Mehrwertsteuer reduzierten Betrag dieser Zahlun-

gen. Am 9. Oktober 2012 bezahlte ihr die Swissgrid AG den in Rechnung 

gestellten Betrag. 

F.  

Mit Gesuch vom 8. November 2012 beantragte die Engadiner Kraftwerke 

AG bei der ElCom, es sei die Swissgrid AG zu verpflichten, ihr für die SDL-

A-178/2014 

Seite 4 

Akontozahlungen, die sie für das Tarifjahr 2010 entrichtet habe, eine zu-

sätzliche Zahlung von Fr. 142'269.85 zuzüglich Zins von 5 % ab dem 

10. Oktober 2012 zu leisten. Mit Verfügung vom 14. November 2013 ver-

pflichtete die ElCom die Swissgrid AG, der Engadiner Kraftwerke AG für 

das Tarifjahr 2010 einen (zusätzlichen) Betrag von Fr. 91'948.– zuzüglich 

Verzugszinsen von 5 % ab dem 9. Oktober 2012 (Dispositivziffer 1) zu leis-

ten. Bei der Berechnung dieses Betrags ging sie davon aus, auf den ent-

richteten Akontozahlungen sei aufgrund einer Mahnung der Engadiner 

Kraftwerke AG ab dem 28. Dezember 2010 ein Verzugszins von 5 % ge-

schuldet. Die Gebühren für die Verfügung auferlegte sie zu einem Viertel 

der Swissgrid AG und zu drei Vierteln der Engadiner Kraftwerke AG (Dis-

positivziffer 3). 

G.  

Gegen diese Verfügung der Elcom (nachfolgend: Vorinstanz) erhebt die 

Engadiner Kraftwerke AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 10. Ja-

nuar 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, es 

sei die Swissgrid AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, 

ihr für das Tarifjahr 2010 über den in der angefochtenen Verfügung zuge-

sprochenen Betrag hinaus die Differenz zwischen Fr. 148'557.87 zuzüglich 

Zins von 5 % ab dem 9. Oktober 2012 und dem in der angefochtenen Ver-

fügung zugesprochenen Betrag samt Zins (Rechtsbegehren 1) zu leisten, 

mithin den Betrag, der sich ihrer Ansicht nach zusätzlich ergibt, wenn auf 

den SDL-Akontozahlungen bereits ab deren Entrichtung ein Verzugszins 

von 5 % berechnet wird. Ausserdem seien die Gebühren des vorinstanzli-

chen Verfahrens in Aufhebung von Dispositivziffer 3 der angefochtenen 

Verfügung (vollumfänglich) der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen 

(Rechtsbegehren 2). 

Eventualiter beantragt sie, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, 

ihr über den in der angefochtenen Verfügung festgesetzten Betrag hinaus 

den Betrag zuzüglich Zins zu bezahlen, der sich ihrer Meinung nach zu-

sätzlich ergibt, wenn auf den SDL-Akontozahlungen ab dem Zeitpunkt ihrer 

Entrichtung bis zum massgeblichen späteren Zeitpunkt des Verzugsein-

tritts – dem 22. April 2010, dem 8. Juli 2010 oder dem 28. Dezember 2010 

gemäss der angefochtenen Verfügung – ein Bereicherungszins von 4,55 % 

und ab diesem Zeitpunkt ein Verzugszins von 5 % berechnet wird. 

H.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2014 

A-178/2014 

Seite 5 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie (teilweise im-

plizit) vor, der Verzug der Beschwerdegegnerin sei nicht bereits im Zeit-

punkt der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen und auch nicht in einem 

anderen von der Beschwerdeführerin genannten Zeitpunkt eingetreten. 

Massgeblich sei vielmehr der in der angefochtenen Verfügung genannte 

Zeitpunkt. Der Beschwerdeführerin stehe im Weiteren kein Bereicherungs-

zins zu. 

I.  

Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 

25. März 2014, der sie eine Liste mit den Valutadaten der von der Be-

schwerdeführerin für das Tarifjahr 2010 geleisteten SDL-Akontozahlungen 

beilegt, ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. Wie die Vorinstanz ist 

sie der Ansicht, die von der Beschwerdeführerin genannten Zeitpunkte für 

den Eintritt des Verzugs bzw. den Beginn des Zinsenlaufs seien nicht ein-

schlägig. Wie diese bestreitet sie zudem einen Anspruch der Beschwerde-

führerin auf Bereicherungszins. 

J.  

Am 8. April 2014 bezahlt die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 

den in der angefochtenen Verfügung festgesetzten Betrag, zuzüglich Ver-

zugszins von 5 % ab dem 9. Oktober 2012. 

K.  

Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 12. Mai 2014 an der Be-

schwerde fest, passt ihr Rechtsbegehren 1 in Berücksichtigung der Zah-

lung der Beschwerdegegnerin vom 8. April 2014 an und äussert sich er-

gänzend. 

L.  

Die Beschwerdegegnerin hält in ihrer Stellungnahme vom 3. Juni 2014 an 

ihrer Beschwerdeantwort fest und macht vereinzelte zusätzliche Bemer-

kungen. 

M.  

Die Vorinstanz beantragt in ihrer Stellungnahme vom 3. Juni 2014 weiter-

hin die Abweisung der Beschwerde und nimmt ergänzend Stellung. 

N.  

Die Beschwerdeführerin bekräftigt in ihren Schlussbemerkungen vom 

23. Juni 2014 ihre Begehren und äussert sich ergänzend namentlich zur 

Frage des Anspruchs auf Bereicherungszins. 

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Seite 6 

O.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten be-

findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

Eintreten 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern sie von einer Vo-

rinstanz nach Art. 33 VGG stammen und keine Ausnahme gemäss Art. 32 

VGG vorliegt.  

Die angefochtene Verfügung ist eine Verfügung im erwähnten Sinn und 

stammt von einer eidgenössischen Kommission gemäss Art. 33 Bst. f 

VGG; eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Der Vorinstanz 

kommt weiter hinsichtlich Streitigkeiten, welche die Anwendung des Strom-

versorgungsgesetzes vom 23. März 2007 (StromVG, SR 734.7) und seiner 

Ausführungsbestimmungen betreffen, eine umfassende Entscheidkompe-

tenz zu (vgl. Art. 22 Abs. 1 und 2 StromVG; Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts A-3343/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 1.1.2.4 f.). Mit der ange-

fochtenen Verfügung entschied sie über die Folgen, die daraus resultieren, 

dass die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin für das Tarifjahr 

2010 Akontozahlungen für den Anteil an den SDL-Kosten leistete, den sie 

gemäss der damals geltenden verfassungs- und gesetzeswidrigen Bestim-

mung von aArt. 31b Abs. 2 StromVV übernehmen sollte. Sie war entspre-

chend zum Erlass der Verfügung befugt. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

somit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig 

(vgl. auch Art. 23 StromVG). 

1.2 Zur Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht ist nach Art. 48 Abs. 1 

VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat 

oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene 

Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung oder Änderung hat. Die Beschwerdeführerin beteiligte sich 

am vorinstanzlichen Verfahren, drang mit ihren Rechtsbegehren jedoch nur 

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Seite 7 

teilweise durch. Sie ist somit formell und materiell beschwert und ohne Wei-

teres zur Beschwerde legitimiert. 

1.3  

1.3.1 Streitgegenstand in der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist 

das durch die angefochtene Verfügung geregelte Rechtsverhältnis, soweit 

es im Streit liegt. Fragen, über welche die erstinstanzlich verfügende Be-

hörde nicht entschieden hat, darf die zweite Instanz nicht beurteilen, an-

sonsten sie in die funktionelle Zuständigkeit der ersten Instanz eingreifen 

würde (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.8). Aus prozessökonomischen 

Gründen kann allerdings ausnahmsweise auf Begehren, die über den vo-

rinstanzlichen Streitgegenstand hinausgehen, eingetreten werden, wenn 

sie zu diesem einen (sehr) engen Bezug haben und die Verwaltung im 

Laufe des Verfahrens Gelegenheit hatte, sich zur neuen Streitfrage zu äus-

sern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.254/2004 vom 7. Februar 2005 E. 

2.3 mit Hinweisen; BVGE 2009/37 E. 1.3.1; Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts A-832/2014 vom 20. August 2014 E. 1.3; MOSER/ BEUSCH/KNEU-

BÜHLER, a.a.O., Rz. 2.210). 

1.3.2 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin auf der 

Rückerstattungsforderung der Beschwerdeführerin ab dem von der Vo-

rinstanz für den Verzugseintritt als massgeblich erachteten Zeitpunkt, d.h. 

dem 28. Dezember 2010, einen Verzugszins von 5 % zu entrichten hatte. 

Streitig ist jedoch einerseits, ob der Verzug bereits mit der Entrichtung der 

SDL-Akontozahlungen unter Vorbehalt eintrat und die Beschwerdegegne-

rin daher ab diesem Zeitpunkt bis zu dem von der Vorinstanz für den Ver-

zugseintritt als massgeblich erachteten späteren Zeitpunkt zusätzliche Ver-

zugszinsen zu bezahlen hat (vgl. Rechtsbegehren 1). Umstritten ist ande-

rerseits, ob die Beschwerdeführerin für den Fall, dass dies zu verneinen 

ist, ab der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen bis zum – ebenfalls strei-

tigen – massgeblichen späteren Zeitpunkt des Verzugseintritts Anspruch 

auf Bereicherungszins hat (vgl.  Eventualbegehren). Streitig ist zudem die 

Verlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens (vgl. Rechtsbegeh-

ren 2). 

1.3.3 Während die Beschwerdeführerin mit dem Rechtsbegehren 1 nicht 

über den Streitgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens hinausgeht, da 

sie bereits dort Verzugszins ab Entrichtung der SDL-Akontozahlungen gel-

tend machte, und die mit Rechtsbegehren 2 geforderte Kostenverlegung 

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Seite 8 

der vor der Vorinstanz verlangten entspricht, beantragt sie Bereicherungs-

zins erstmals im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Auf dieses Begehren 

müsste somit im Prinzip nicht eingetreten werden, zumal es sich hinsicht-

lich der tatsächlichen Anspruchsvoraussetzungen vom Begehren auf zu-

sätzlichen Verzugszins unterscheidet. Es hat allerdings einen engen Bezug 

zu diesem Begehren und damit zum Streitgegenstand des vorinstanzlichen 

Verfahrens. Die Vorinstanz konnte sich im Rahmen des vorliegenden Be-

schwerdeverfahrens zudem dazu äussern, ebenso die Beschwerdegegne-

rin. Da Erstere in ihren Stellungnahmen einen Anspruch der Beschwerde-

führerin auf Bereicherungszins verneint, sprechen weiter auch prozessöko-

nomische Gründe für ein ausnahmsweises Eintreten auf dieses Begehren. 

Die Frage braucht letztlich jedoch nicht abschliessend beantwortet zu wer-

den, wäre das Begehren doch – wenn darauf eingetreten werden dürfte – 

abzuweisen (vgl. E. 9). 

1.4 Die Beschwerde wurde im Weiteren frist- und formgerecht eingereicht 

(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb – unter Vorbehalt 

der vorstehenden Ausführungen (vgl. E. 1.3.3) – darauf einzutreten ist. 

Kognition 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft angefochtene Verfügungen auf 

Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens, unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts und – grundsätzlich – Unangemessenheit 

(vgl. Art. 49 VwVG). Soweit es um Verfügungen der Vorinstanz geht, ist 

allerdings zu beachten, dass diese keine gewöhnliche Vollzugsbehörde ist, 

sondern eine verwaltungsunabhängige Kollegialbehörde mit besonderen 

Kompetenzen. Als Fachorgan ist sie Regulierungsinstanz mit besonderer 

Verantwortung. Dies rechtfertigt eine gewisse Zurückhaltung bei der Über-

prüfung ihrer Verfügungen, befreit das Bundesverwaltungsgericht aber 

nicht davon, die Rechtsanwendung auf die Vereinbarkeit mit Bundesrecht 

zu überprüfen. Die Vorinstanz amtet sodann in einem höchst technischen 

Bereich, in dem sowohl Fachfragen im Bereich der Stromversorgung als 

auch solche mit ökonomischer Ausrichtung zu beantworten sind. Dabei 

steht ihr – wie anderen Behördenkommissionen auch – ein eigentliches 

"technisches Ermessen" zu. Bei der Beurteilung ausgesprochener Fach-

fragen darf ihr daher ein gewisser Ermessens- und Beurteilungsspielraum 

belassen werden, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-

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Seite 9 

punkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfas-

send durchgeführt hat (vgl. BGE 133 II 35 E. 3; 132 II 257 E. 3.2; 131 II 13 

E. 3.4; 131 II 680 E. 2.3.2; BVGE 2009/35 E. 4; Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-549/2013 vom 4. August 2014 E. 2; MOSER/BEUSCH/KNEU-

BÜHLER, a.a.O., Rz. 2.154 ff.). 

Natur des Rechtsverhältnisses 

3.  

Wie erwähnt (vgl. E. 1.3.2), ist vorliegend einerseits streitig, ob der Verzug 

bereits mit der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen unter Vorbehalt ein-

trat und die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin daher ab die-

sem Zeitpunkt bis zu dem von der Vorinstanz für den Verzugseintritt als 

massgeblich erachteten späteren Zeitpunkt zusätzliche Verzugszinsen zu 

bezahlen hat (vgl. Rechtsbegehren 1). Andererseits ist umstritten, ob die 

Beschwerdeführerin für den Fall, dass dies zu verneinen ist, ab der Ent-

richtung der Akontozahlungen bis zum – ebenfalls streitigen – massgebli-

chen späteren Zeitpunkt des Verzugseintritts Anspruch auf Bereicherungs-

zins hat (vgl. Eventualbegehren). Streitig ist zudem die Verlegung der Kos-

ten des vorinstanzlichen Verfahrens (vgl. Rechtsbegehren 2). Nachfolgend 

wird zunächst die erste Frage (vgl. E. 4 ff.), anschliessend die zweite (vgl. 

E. 7 ff.) und schliesslich die dritte geprüft (vgl. E. 10). Vorab ist an dieser 

Stelle auf die Rechtsnatur des Rechtsverhältnisses einzugehen, welches 

zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin hinsicht-

lich der Beiträge an die SDL-Kosten nach aArt. 31b Abs. 2 StromVV bzw. 

der entsprechenden Akontozahlungen bestand.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich zum Verhältnis zwischen Kraft-

werkbetreiberinnen im Sinne von aArt. 31b Abs. 2 StromVV, die SDL-Akon-

tozahlungen leisteten, und der Beschwerdegegnerin bereits im Urteil A-

3305/2011, A-3516/2011 vom 26. März 2012 (teilweise abgedruckt in 

BVGE 2013/13) geäussert, jedoch bloss in allgemeiner Weise. Aus diesen 

allgemeinen Äusserungen geht nicht hervor, welche Rechtsbeziehungen 

zwischen diesen Kraftwerkbetreiberinnen und der Beschwerdegegnerin im 

hier massgeblichen Zeitraum konkret existierten. Aufschlussreich ist in die-

ser Hinsicht hingegen die massgebliche Ausgabe des Marktmodells für 

elektrische Energie – Schweiz (MMEE) (vgl. Verband Schweizerischer 

Elektrizitätsunternehmen, Branchenempfehlung Strommarkt Schweiz, 

Marktmodell für die elektrische Energie – Schweiz [MMEE], Ausgabe 2009, 

S. 8 ff.). 

A-178/2014 

Seite 10 

3.2 Aus diesem Dokument ist ersichtlich, dass zwischen den Kraftwerkbe-

treiberinnen im Sinne von aArt. 31b Abs. 2 StromVV, die an die Netzebene 

1 (Übertragungsnetz) angeschlossen waren, und der Beschwerdegegnerin 

mehrere, unterschiedliche Gegenstände betreffende Vertragsbeziehungen 

bestanden. Zusätzlich existierte die hier interessierende Beziehung betref-

fend den Anteil an den SDL-Kosten nach aArt. 31b Abs. 2 StromVV bzw. 

die entsprechenden Akontozahlungen. Diese unterschied sich von den 

Vertragsbeziehungen zum einen dadurch, dass sie keinen Austausch von 

Leistungen zum Gegenstand hatte, sondern eine einseitig von den erwähn-

ten Kraftwerkbetreiberinnen zu erbringende Leistung bzw. entsprechende 

Akontozahlungen. Zum anderen basierte sie nicht auf einer Vereinbarung. 

Die grundsätzliche Pflicht zur Entrichtung der Akontozahlungen wie auch 

deren Höhe ergaben sich vielmehr aus aArt. 31b Abs. 2 StromVV in Ver-

bindung mit den Tarifverfügungen der Vorinstanz vom 6. März 2009 und 

4. März 2010; die grundsätzliche Pflicht zur Leistung der definitiven SDL-

Beiträge und deren Höhe wiederum wären aus dieser Verordnungsbestim-

mung in Verbindung mit der Verfügung der Vorinstanz vom 14. April 2011, 

mit der diese die SDL-Kosten für das Tarifjahr 2009 genehmigte, bzw. einer 

entsprechenden Genehmigungsverfügung für das Tarifjahr 2010 resultiert.  

Zwischen den erwähnten Kraftwerkbetreiberinnen und der Beschwerde-

gegnerin bestand insoweit somit keine vertragliche Geschäftsbeziehung, 

sondern ein durch die genannten öffentlich-rechtlichen Vorgaben determi-

niertes Schuldverhältnis. Dies gilt auch bezüglich der Kraftwerkbetreiberin-

nen im Sinne von aArt. 31b Abs. 2 StromVV, die nicht dem Übertragungs-

netz, sondern einer tieferen Netzebene angeschlossen waren. Das MMEE, 

Ausgabe 2009, wies das Verhältnis entsprechend in beiden Fällen nicht als 

Vertrags-, sondern als "Verrechnungs-" Verhältnis aus (vgl. S. 9).  

3.3 Aus der Rechtsnatur dieses Verhältnisses folgt zwar, dass es klar von 

den erwähnten vertraglichen Geschäftsbeziehungen zwischen den be-

troffenen Kraftwerkbetreiberinnen und der Beschwerdegegnerin zu unter-

scheiden ist und daher namentlich nicht einfach den für diese Beziehungen 

geltenden vertraglichen Regeln unterstellt werden darf. Entgegen der An-

sicht der Beschwerdeführerin ergibt sich daraus hingegen nicht, dass es 

als abgaberechtlich zu qualifizieren ist. Die von den vertraglichen Ge-

schäftsbeziehungen abweichende Rechtsnatur resultierte daraus, dass der 

Verordnungsgeber einen Aspekt des umfassenderen Rechtsverhältnisses 

zwischen den betroffenen Kraftwerkbetreiberinnen und der Beschwerde-

gegnerin selbst regelte. Diese punktuelle Regelung änderte indes nichts 

daran, dass die Beschwerdegegnerin auch in dieser Hinsicht gegenüber 

A-178/2014 

Seite 11 

den betroffenen Kraftwerkbetreiberinnen nicht zu hoheitlichem Handeln 

befugt war und keine Verfügungskompetenz hatte, sondern ihnen vielmehr 

als gleichrangige Akteurin gegenüberstand, die aus den erwähnten öffent-

lich-rechtlichen Vorgaben nicht nur berechtigt, sondern wie sie auch daran 

gebunden war. Ihre Stellung war somit nicht mit der einer Steuer- oder Ver-

anlagungsbehörde vergleichbar, die dem Steuer- oder Abgabepflichtigen 

hoheitlich gegenübertritt und dessen Leistungspflicht mittels Verfügung 

festsetzt.  

Es kann deshalb offen bleiben, ob – was zwischen den Parteien streitig ist 

– das Verhältnis zwischen den betroffenen Kraftwerkbetreiberinnen und 

der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der regulierten Frage der (vermeintli-

chen) Beitragspflicht nach aArt. 31b Abs. 2 StromVV bzw. der entsprechen-

den Akontozahlungen als öffentlich-rechtlich zu qualifizieren ist. Auch wenn 

dem so wäre, wären die rechtsgrundlos erbrachten SDL-Akontozahlungen 

wegen der rechtlichen Stellung der Beschwerdegegnerin nicht mit entspre-

chenden Leistungen an eine Steuer- oder Veranlagungsbehörde vergleich-

bar. Sie könnten daher auch nicht den für derartige Leistungen allenfalls 

geltenden besonderen Regeln unterstellt werden (vgl. E. 5.4.2). Eine Klä-

rung der Frage ist zudem auch wegen des Begehrens auf Zusprechung 

von Bereicherungszins nicht erforderlich (vgl. E. 9.5.1). 

Zusätzlicher Verzugszins (Rechtsbegehren 1) 

4.  

Die Beschwerdeführerin nennt im Zusammenhang mit ihrem Begehren auf 

zusätzlichen Verzugszins (vgl. Rechtsbegehren 1) die Gründe, wieso der 

Verzug bereits mit der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen unter Vorbe-

halt eingetreten sei (vgl. dazu nachfolgend E. 5 f.). Soweit sie sich dabei 

nicht auf besondere Regeln beruft, geht sie mit der Beschwerdegegnerin 

und der Vorinstanz zu Recht davon aus, zur Bestimmung des Zeitpunkts 

des Verzugseintritts sei mangels einer Regelung im Stromversorgungs-

recht grundsätzlich auf die Kriterien von Art. 102 OR abzustellen (entweder 

direkt [bei einer Qualifikation der Rückerstattungsforderung der Beschwer-

deführerin als privatrechtlich] oder unter Heranziehung dieser Kriterien im 

öffentlichen Recht [bei einer Qualifikation dieser Forderung als öffentlich-

rechtlich]; vgl. BGE 127 V 377 E. 5e/bb; Urteil des Bundesgerichts 

9C_66/2012 vom 25. Juni 2012 E. 3.2; Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts A-2483/2013 vom 17. März 2014 E. 2.5.3 m.w.H. und A-2619/2009 

vom 29. November 2011 E. 5). Nachfolgend ist daher vorab, soweit erfor-

derlich, auf diese Bestimmung einzugehen. 

A-178/2014 

Seite 12 

4.1 Nach Art. 102 Abs. 1 OR wird der Schuldner einer fälligen Verbindlich-

keit grundsätzlich durch Mahnung des Gläubigers in Verzug gesetzt. Unter 

Mahnung wird dabei die an den Schuldner gerichtete, empfangsbedürftige 

Erklärung des Gläubigers verstanden, mit der dieser in unmissverständli-

cher Weise die unverzügliche Erbringung der fälligen Leistung fordert. Aus 

der Erklärung muss für den Schuldner nicht nur klar hervorgehen, dass der 

Gläubiger die Leistung endgültig verlangt; sie muss vielmehr auch die zu 

erbringende Leistung so genau bezeichnen, dass er erkennt, was der Gläu-

biger fordert. Geht es um eine Geldforderung, ist deren Höhe in der Regel 

zu beziffern. Auf eine Bezifferung in der Mahnung selbst kann aber verzich-

tet werden, wenn auf eine früher zugestellte Rechnung verwiesen wird, die 

den Betrag nennt, oder wenn die genaue Höhe der fälligen Geldforderung 

noch nicht feststeht (vgl. zum Ganzen BGE 129 III 535 E. 3.2.2; WOLFGANG 

WIEGAND, in: Basler Kommentar OR I, 5. Aufl. 2011, nachfolgend: BSK OR 

I, Art. 102 N. 5 und 7 m.w.H.; JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, in: Orell Füssli 

Kommentar OR, 2. Aufl. 2009, Art. 102 N. 3 f.; INGEBORG SCHWENZER, 

Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 6. Aufl. 2012, Rz. 

65.08 f.).  

4.2 Wurde für die Erfüllung der Forderung ein bestimmter Verfalltag verab-

redet oder ergibt sich ein solcher infolge einer vorbehaltenen und gehörig 

vorgenommenen Kündigung, gerät der Schuldner auch ohne Mahnung des 

Gläubigers mit Ablauf dieses Tages in Verzug (Art. 102 Abs. 2 OR). Die 

Mahnung ist in diesen Fällen entbehrlich, weil sich der Schuldner ohne be-

sonderen Hinweis darüber im Klaren sein muss, wann er seine Verbind-

lichkeit zu erfüllen hat. Dies gilt im ersten Fall allerdings nur, wenn das ge-

naue Datum des Verfalltags in der Vereinbarung genannt wird oder der 

Schuldner die Möglichkeit hat, es aus der Vereinbarung zu ermitteln 

(vgl. zum Ganzen BGE 116 II 441 E. 2a; Urteile des Bundesgerichts 

5C.97/2006 vom 30. Juni 2006 E. 2.3.1, 5C.177/2005 vom 25. Februar 

2006 E.6.1 und 4C.245/2004 vom 12. November 2004 E. 2.5; WIEGAND, 

a.a.O., Art. 102 N. 10 m.w.H.; KREN KOSTKIEWICZ, a.a.O., Art. 102 N. 3 und 

8; SCHWENZER, a.a.O., Rz. 65.10 f.). 

 

 

5.  

A-178/2014 

Seite 13 

5.1 Die Beschwerdeführerin bringt zugunsten des Verzugseintritts im Zeit-

punkt der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen unter Vorbehalt vor, das 

Bundesgericht habe in einem Fall, in dem der Betroffene eine Abgabefor-

derung bezahlt, gleichzeitig jedoch berechtigterweise die Richtigkeit der 

Veranlagung bestritten und sich das Recht vorbehalten habe, den zu viel 

bezahlten Betrag zurückzufordern, festgestellt, dieses Vorgehen könne als 

Mahnung betrachtet werden, die das Gemeinwesen in Verzug gesetzt 

habe (vgl. BGE 95 I 258 E. 3). Angesichts dieser Rechtsprechung, die all-

gemein für Fälle gelte, in denen ein Rechtssubjekt gestützt auf Verwal-

tungsrecht unrechtmässig zur Zahlung eines Abgabebetrags verpflichtet 

werde, seien die Vorbehalte, die sie mit den SDL-Akontozahlungen ver-

bunden habe, als Mahnungen zu qualifizieren. Dafür spreche insbeson-

dere auch der Umstand, dass es sich nicht rechtfertige, einen Schuldner, 

der aufgrund einer gesetzes- und verfassungswidrigen Verordnungsbe-

stimmung verpflichtet sei, eine Geldsumme vorerst zu bezahlen und den 

Ausgang eines gerichtlichen Normenkontrollverfahrens abzuwarten, das 

wirtschaftliche Risiko dieser Bestimmung tragen zu lassen. Unerheblich sei 

zudem, ob die Rechnungsstellung der Beschwerdegegnerin auf hoheitli-

chem Verfügungshandeln basiert habe. Für den Zinsenlauf könne es nicht 

darauf ankommen, ob die Zahlungsempfängerin die verfügende Behörde 

sei oder nur deren Verfügung vollziehe. 

5.2 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, die Beschwerdeführerin 

könne aus BGE 95 I 258 nichts zu ihren Gunsten ableiten, da der vorlie-

gend zu beurteilende Sachverhalt anders gelagert sei. Ihre Rechnungsstel-

lung für die SDL-Akontozahlungen habe nicht auf hoheitlichem Verfü-

gungshandeln beruht. Die Vorbehalte der Beschwerdeführerin hätten sich 

somit anders als der Vorbehalt im zitierten Bundesgerichtsentscheid nicht 

gegen eine (provisorische) Veranlagungsverfügung gerichtet. Es sei daher 

nicht gerechtfertigt, sie – und damit die Endverbraucher – mit Verzugszin-

sen von 5 % ab Zahlung unter Vorbehalt zu belasten. 

5.3 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, der von der 

Beschwerdeführerin zitierte Bundesgerichtsentscheid sei vor über 40 Jah-

ren ergangen. Es handle sich um einen Einzelfallentscheid in einem spezi-

fischen Normenbereich, der vom Bundesgericht für andere Bereiche bis-

lang nicht bestätigt worden sei. Eine konstante bundesgerichtliche Praxis, 

die den Beginn des Zinsenlaufs in einer Konstellation wie der vorliegenden 

im Sinne der Beschwerdeführerin festlege, bestehe somit nicht. Eine Mah-

nung setze im Weiteren eine unmissverständliche Erklärung des Gläubi-

gers an den Schuldner voraus, worin dieser die unverzügliche Erfüllung 

A-178/2014 

Seite 14 

verlange. Eine Zahlung unter Vorbehalt könne nicht so gedeutet werden, 

dass der Gläubiger den entsprechenden Geldbetrag in dem Moment, in 

dem er die Zahlung vornehme, vom Schuldner zurückverlange. Werde ein 

Geldbetrag unter Vorbehalt bezahlt, sei vielmehr gerade ungewiss, ob der 

Leistende zu einem späteren Zeitpunkt die Rückerstattung verlangen 

werde. Eine Zahlung, bei der sich der Leistende ausdrücklich eine spätere 

Rückerstattung vorbehalte, könne daher nicht als Mahnung im Sinne von 

Art. 102 Abs. 1 OR interpretiert werden. 

5.4  

5.4.1 Der von den Parteien erwähnte BGE 95 I 258 betrifft den Fall eines 

Ersatzpflichtigen, der den von der zuständigen Behörde festgesetzten Mi-

litärpflichtersatz bezahlte, um einen Auslandurlaub zu erwirken, die Rich-

tigkeit der Veranlagung jedoch berechtigterweise bestritt und sich das 

Recht vorbehielt, den zu viel bezahlten Betrag zurückzufordern. Das Bun-

desgericht führte dazu aus, in diesem Vorgehen "[könne] eine gültige 

'Mahnung' erblickt werden, welche das Gemeinwesen in Verzug setzte" 

(vgl. E. 3 des Urteils). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, bestätigte es 

diesen Entscheid in der Folge allerdings nicht. In einem späteren Urteil aus 

dem Jahre 1983 verwies es für die Frage, ob bei einer derartigen Konstel-

lation von einem Verzug auszugehen sei, überdies auf seine Ausführungen 

zum Vergütungszins in diesem Urteil sowie auf einen weiteren Entscheid 

(BGE 108 Ib 12 E. 3), in dem es der beschwerdeführenden Person in ana-

loger Anwendung der massgeblichen abgaberechtlichen Bestimmung ei-

nen Vergütungszins zusprach (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. No-

vember 1983 in Sachen M.E.D. [teilweise abgedruckt in ASA 53 S. 558 ff.] 

E. 3). Es ist daher fraglich, ob es eine Konstellation wie die in BGE 95 I 258 

beurteilte weiterhin als Verzugssituation qualifizieren würde. Dies gilt umso 

mehr, als diese Qualifikation – wie die Vorinstanz ebenfalls zu Recht vor-

bringt – nur schwer mit den Anforderungen an eine Mahnung vereinbar ist, 

wie sie in Rechtsprechung und Lehre genannt werden (vgl. E. 4.1).  

5.4.2 Wie es sich mit der Aktualität von BGE 95 I 258 genau verhält, 

braucht allerdings nicht abschliessend beantwortet zu werden. Dies wäre 

nur dann erforderlich, wenn die in diesem Entscheid beurteilte Situation mit 

der hier zu beurteilenden vergleichbar wäre. Dies ist jedoch nicht der Fall. 

Wie dargelegt (vgl. E. 3.3), bestand zwischen der Beschwerdegegnerin 

und der Beschwerdeführerin hinsichtlich der (vermeintlichen) Beitrags-

pflicht nach aArt. 31b Abs. 2 StromVV bzw. der entsprechenden Akonto-

zahlungen kein Subordinations- resp. kein abgaberechtliches Verhältnis. 

A-178/2014 

Seite 15 

Die Beschwerdegegnerin war gegenüber der Beschwerdeführerin nicht zu 

hoheitlichem Handeln befugt und hatte keine Verfügungskompetenz. Sie 

stand ihr vielmehr als gleichrangige Akteurin gegenüber, die aus den öf-

fentlich-rechtlichen Vorgaben nicht nur berechtigt, sondern wie sie auch 

daran gebunden war. Ihre Stellung entsprach somit gerade nicht jener der 

Veranlagungsbehörde in BGE 95 I 258, die dem dortigen Beschwerdefüh-

rer hoheitlich gegenübertrat und dessen Leistungspflicht mittels Veranla-

gungsverfügung festsetzte.  

Auch wenn sich die grundsätzliche Pflicht der Beschwerdeführerin zur Be-

zahlung der SDL-Akontorechnungen aus öffentlich-rechtlichen Vorgaben, 

namentlich der Tarifverfügung der Vorinstanz vom 4. März 2010 ergab, sind 

die rechtsgrundlos erfolgten Akontozahlungen wegen der rechtlichen Stel-

lung der Beschwerdegegnerin bzw. der Rechtsnatur des zwischen dieser 

und der Beschwerdeführerin bestehenden Verhältnisses daher nicht mit 

der Leistung des Beschwerdeführers in BGE 95 I 258 an die Veranlagungs-

behörde zu vergleichen. Sie könnten deshalb entgegen der Ansicht der Be-

schwerdeführerin, die die unterschiedliche Rechtsstellung der Beschwer-

degegnerin zu Unrecht als irrelevant qualifiziert, auch nicht dieser Recht-

sprechung unterstellt werden, hätte dies doch zur Folge, dass die Be-

schwerdegegnerin wie eine Steuer- oder Veranlagungsbehörde bzw. wie 

eine hoheitlich handelnde Leistungsempfängerin behandelt würde, 

obschon sie dies gerade nicht ist. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch 

– wie die Beschwerdeführerin in ihrer Replik einräumt – nie anerkannt, sie 

müsse auf den SDL-Akontozahlungen ab deren Entrichtung Verzugszinsen 

leisten.  

5.4.3 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, ihre Vorbehalte seien ge-

stützt auf BGE 95 I 258 E. 3 als Mahnungen zu qualifizieren, die die Be-

schwerdegegnerin im Zeitpunkt der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen 

in Verzug gesetzt hätten, erweist sich dies demnach als unzutreffend. 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich zugunsten des Verzugseintritts im 

Zeitpunkt der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen unter Vorbehalt aus-

serdem auf Art. 7 KG (SR 251). Danach verhalten sich marktbeherr-

schende Unternehmen unzulässig, wenn sie durch den Missbrauch ihrer 

Stellung auf dem Markt andere Unternehmen in der Aufnahme oder Aus-

übung des Wettbewerbs behindern oder die Marktgegenseite benachteili-

gen (Abs. 1). Als unzulässige Verhaltensweise fällt dabei namentlich die 

A-178/2014 

Seite 16 

Erzwingung unangemessener Preise oder sonstiger unangemessener Ge-

schäftsbedingungen in Betracht (Abs. 2 Bst. c).  

Nach Ansicht der Beschwerdeführerin handelt die Beschwerdegegnerin in-

soweit missbräuchlich bzw. will sie insoweit eine unangemessene Ge-

schäftsbedingung im Sinne von Art. 7 KG erzwingen, als sie als marktbe-

herrschendes Unternehmen für den Beginn des Verzugszinsenlaufs auf 

den Rückerstattungsforderungen für die zu Unrecht entrichteten SDL-

Akontozahlungen eine Mahnung verlange. Die Vorinstanz hätte deshalb 

eine kartellrechtlich angemessene Regelung in dem Sinn treffen müssen 

(und dürfen), dass der Lauf der Verzugszinsen 30 Tage nach der Rech-

nungsstellung der Beschwerdegegnerin für die SDL-Akontozahlungen, mit-

hin mit deren Leistung begonnen habe. Da sie dies in Verletzung von Bun-

desrecht nicht getan habe, müsse das Bundesverwaltungsgericht diese 

Regel anordnen und bei der Berechnung der Verzugszinsen berücksichti-

gen.  

6.2 Die Beschwerdegegnerin bringt namentlich vor, die allgemeinen Re-

geln, die in den vertraglichen Beziehungen zwischen ihr und der Beschwer-

deführerin gälten, seien auf die SDL-Akontozahlungen nicht anwendbar 

gewesen, da für eine vertragliche Beziehung in dieser Hinsicht kein Raum 

bestanden habe. Mangels einer derartigen Beziehung komme das KG 

nicht zur Anwendung. Sollte dieses wider Erwarten doch anwendbar sein, 

fehlte es an einem missbräuchlichen Verhalten ihrerseits, sei doch keine 

Benachteiligung der Marktgegenseite ersichtlich bzw. liege kein wettbe-

werbsrelevanter Sachverhalt im Sinne von Art. 7 Abs. 1 KG vor. Ebenso 

wenig bestehe eine Situation im Sinne von Art. 7 Abs. 2 Bst. c KG, da diese 

Bestimmung eine hier nicht vorliegende offensichtliche Ausbeutung verhin-

dern wolle. 

6.3 Die Vorinstanz macht geltend, es könne offen bleiben, ob das KG zur 

Anwendung komme, sei sie doch als Behördenkommission des Bundes 

und Aufsichtsbehörde über die Einhaltung der Stromversorgungsgesetzge-

bung nicht befugt, im Bereich des Privatrechts neue kartellrechtskonforme 

Vertragsbestimmungen zu schaffen, wie dies die Beschwerdeführerin ver-

lange. Art. 7 Abs. 2 Bst. c KG setze als Missbrauchstatbestand im Weiteren 

unter anderem ein ausbeuterisches Verhalten voraus. Inwiefern ein sol-

ches vorliege, wenn für den Beginn des Verzugszinsenlaufs nach den gel-

tenden obligationenrechtlichen Regeln auf ein den Verzug auslösendes Er-

eignis und nicht auf die Zahlung unter Vorbehalt abgestellt werde, sei nicht 

ersichtlich.  

A-178/2014 

Seite 17 

6.4  

6.4.1 Wie dargelegt (vgl. E. 3.2. f.), war das Rechtsverhältnis zwischen den 

Kraftwerkbetreiberinnen im Sinne von aArt. 31b Abs. 2 StromVV und der 

Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Beiträge an die SDL-Kosten bzw. der 

entsprechenden Akontozahlungen klar von den übrigen Beziehungen zwi-

schen diesen Parteien zu unterscheiden. Insbesondere beruhte es abwei-

chend davon nicht auf einer vertraglichen Grundlage und hatte es keinen 

Austausch von Leistungen zum Gegenstand. Zwischen der Beschwerde-

führerin und der Beschwerdegegnerin bestand entsprechend hinsichtlich 

der Frage, ab wann auf den Forderungen auf Leistung der in Rechnung 

gestellten SDL-Akontozahlungen bzw. allfälligen Rückerstattungsforderun-

gen gegebenenfalls Verzugszinsen zu entrichten seien, keine Vereinba-

rung. Namentlich existierte weder ein tatsächlicher noch ein normativer 

Konsens, dass die in den vertraglichen Geschäftsbeziehungen zwischen 

diesen Parteien geltenden Verfalltagsgeschäfts-Regeln anzuwenden 

seien. Ebenso wenig ist ersichtlich bzw. erstellt, dass die Beschwerdegeg-

nerin von der Geltung dieser Regeln für die Rechnungsstellung für die 

Akontozahlungen von Kraftwerkbetreiberinnen im erwähnten Sinn ausging 

oder sie in einem konkreten Fall auf diese Rechnungen anwandte.  

6.4.2 Das Fehlen einer einschlägigen vertraglichen Verzugsregelung be-

deutet nun jedoch – entgegen dem, was die Beschwerdeführerin offenbar 

annimmt – nicht, bei der Frage, ab wann auf den Rückerstattungsforderun-

gen für die zu Unrecht entrichteten SDL-Akontozahlungen Verzugszinsen 

zu leisten sind, gehe es darum, das durch öffentlich-rechtliche Vorgaben 

determinierte Rechtsverhältnis insoweit nachträglich um eine angemes-

sene Regel zu ergänzen. Vielmehr geht es um die Eruierung der Antwort, 

die sich aus der Anwendung der allgemeinen Verzugsregeln auf die Rück-

erstattungsforderungen für diese Zahlungen ergibt. Mit dem Argument, der 

Beginn des Verzugszinsenlaufs setze eine Mahnung voraus, stellt die Be-

schwerdegegnerin demnach keine Geschäftsbedingung für dieses Verhält-

nis auf. Vielmehr bringt sie zum Ausdruck, welche Antwort sie den allge-

meinen Verzugsregeln bezüglich der vorliegend streitigen Frage entnimmt. 

Es kann ihr folglich allein schon deshalb nicht vorgeworfen werden, sie 

handle mit ihrer Forderung missbräuchlich im Sinne von Art. 7 Abs. 1 KG 

bzw. sie wolle eine unangemessene Geschäftsbedingung im Sinne von Art. 

7 Abs. 2 Bst. c KG erzwingen. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin er-

weist sich daher bereits aus diesem Grund als unzutreffend, weshalb nicht 

weiter darauf eingegangen zu werden braucht.  

A-178/2014 

Seite 18 

6.4.3 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin trat der Verzug der Be-

schwerdegegnerin somit nicht im Zeitpunkt der Leistung der SDL-Akonto-

zahlungen unter Vorbehalt ein. Damit erweist sich das Rechtsbegehren 1 

als unbegründet, weshalb es abzuweisen ist. 

Ergänzender Bereicherungszins (Eventualbegehren) 

7.  

Im Zusammenhang mit dem Eventualbegehren der Beschwerdeführerin 

stellt sich einerseits die Frage, ob für den Verzugseintritt von einem frühe-

ren Zeitpunkt auszugehen ist, als ihn die Vorinstanz in der angefochtenen 

Verfügung als massgeblich erachtete. Andererseits ist zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführerin ab der Entrichtung der SDL-Akontozahlungen bis zum 

massgeblichen späteren Zeitpunkt des Verzugseintritts Bereicherungszins 

zusteht. Nachfolgend wird zunächst auf erstere (vgl. E. 7.1 ff. und E. 8), 

anschliessend auf letztere Frage (vgl. E. 9) eingegangen. 

Verzugseintritt 

7.1 Die Beschwerdeführerin macht im Zusammenhang mit ihrem Eventu-

albegehren geltend, ihre Beschwerde gegen die Tarifverfügung der Vo-

rinstanz vom 4. März 2010 sei als verzugsauslösende Mahnung zu qualifi-

zieren, da sie damit unmissverständlich zum Ausdruck gebracht habe, die 

für das Tarifjahr 2010 geleisteten Akontozahlungen zurückfordern zu wol-

len.  

7.2 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung mit Verweis auf 

das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2619/2009 vom 29. Novem-

ber 2011 aus, die Beschwerdeführerin habe in der Beschwerde gegen die 

Tarifverfügung der Vorinstanz vom 4. März 2010 einzig die Aufhebung jener 

Dispositivziffer beantragt, mit welcher der von den Kraftwerkbetreiberinnen 

im Sinne von aArt. 31b Abs. 2 StromVV zu übernehmende Anteil an den 

SDL-Kosten festgesetzt worden sei. Ein konkretes Leistungsbegehren auf 

Rückerstattung der entrichteten SDL-Akontozahlungen habe sie jedoch 

nicht gestellt. Ihre Beschwerde könne daher nicht als Mahnung qualifiziert 

werden.  

7.3  

7.3.1 Das von der Vorinstanz zitierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

betrifft die Beschwerde einer Kraftwerkbetreiberin im Sinne von aArt. 31b 

A-178/2014 

Seite 19 

Abs. 2 StromVV, mit der diese die Aufhebung von Dispositivziffer 3 der Ta-

rifverfügung der Vorinstanz vom 6. März 2009 (vgl. Bst. B.a) und die Rück-

erstattung allfälliger bereits geleisteter SDL-Akontozahlungen zuzüglich 

Verzugszins von 5 % ab dem jeweiligen Zahlungseingang beantragte (vgl. 

Bst. D des Urteils). Das Bundesverwaltungsgericht führte hinsichtlich des 

Zeitpunkts des Verzugseintritts in Übereinstimmung mit Lehre und Recht-

sprechung (vgl. BGE 130 III 591 E. 3; WIEGAND, a.a.O., Art. 102 N. 9) aus, 

das gerichtliche Geltendmachen einer Forderung sei eine Art der Mah-

nung, wobei der Verzug in dem Moment eintrete, in dem die Rechtsschrift 

dem Schuldner zugestellt werde. Es stellte deshalb im beurteilten Fall für 

den Eintritt des Verzugs auf den Zeitpunkt ab, in dem die Beschwerde-

schrift der Beschwerdegegnerin zuging, dies allerdings nur hinsichtlich all-

fälliger bis zu diesem Zeitpunkt bereits geleisteter SDL-Akontozahlungen 

(vgl. E. 5 des Urteils).  

7.3.2 Im Unterschied zur beschwerdeführenden Kraftwerkbetreiberin im 

vorstehend erwähnten Fall beantragte die Beschwerdeführerin in ihrer Be-

schwerde vom 22. April 2010 gegen die Tarifverfügung der Vorinstanz vom 

4. März 2010 unbestrittenermassen nicht, die Beschwerdegegnerin sei zur 

Rückzahlung (allfälliger) bereits geleisteter SDL-Akontozahlungen zu ver-

pflichten. Vielmehr beschränkte sie sich darauf, (u.a.) die Aufhebung jener 

Dispositivziffer zu fordern, mit welcher der von den Kraftwerkbetreiberinnen 

im Sinne von aArt. 31b Abs. 2 StromVV zu übernehmende Anteil an den 

SDL-Kosten festgesetzt wurde (Dispositivziffer 5 der Tarifverfügung vom 4. 

März 2010; vgl. Bst. B.b). 

Sie machte somit mit ihrer Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht 

keine Rückerstattungsforderung gegen die Beschwerdegegnerin für (allfäl-

lige) für das Tarifjahr 2010 bereits geleistete SDL-Akontozahlungen gel-

tend. Ihre Beschwerde kann daher, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, 

nicht als Mahnung qualifiziert werden. Dies gilt im Übrigen umso mehr, als 

die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch keine 

Akontozahlungen für das Tarifjahr 2010 geleistet hatte, ihre Rückerstat-

tungsforderung in diesem Zeitpunkt mithin noch gar nicht bestand (vgl. Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts A-2619/2009 vom 29. November 2011 

E. 5). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, der Verzug sei bereits 

im Zeitpunkt der Erhebung der erwähnten Beschwerde eingetreten, erweist 

sich dies demnach als unzutreffend. 

8.  

A-178/2014 

Seite 20 

8.1 Die Beschwerdeführerin bringt in der Beschwerde im Zusammenhang 

mit ihrem Eventualbegehren weiter vor, sollten die Zahlungsvorbehalte 

nicht als Mahnungen qualifiziert werden, seien sie jedenfalls als Vereinba-

rung eines Verfalltags zu interpretieren. Dies in dem Sinne, dass gegebe-

nenfalls jener Tag als Verfalltag gelte, an dem die Rechtsgrundlage für die 

SDL-Akontozahlungen als rechtswidrig qualifiziert werde. Mit Urteil  

A-2607/2009 vom 8. Juli 2010 habe das Bundesverwaltungsgericht dies 

getan. Ab diesem Zeitpunkt sei die Beschwerdegegnerin folglich ohne be-

sonderen Hinweis zur Rückerstattung der SDL-Akontozahlungen verpflich-

tet gewesen.  

In der Replik führt sie aus, die Frage, ob die Beschwerdegegnerin einen 

Verfalltag habe vereinbaren können, stelle sich nicht, habe sich diese doch 

nach Treu und Glauben darüber im Klaren sein müssen, dass sie spätes-

tens mit dem erwähnten Urteil in Verzug geraten sei. 

8.2 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, der Verzug könne nicht am 

Tag des Urteils A-2607/2009 des Bundesverwaltungsgerichts eingetreten 

sein, da sie mit der Beschwerdeführerin keinen Verfalltag vereinbart habe. 

Im Weiteren sei nicht nachvollziehbar, inwieweit dieses Urteil, das eine 

Drittperson betroffen habe, für die Beschwerdeführerin relevant gewesen 

sein solle. 

8.3  

8.3.1 Die Beschwerdeführerin reichte im vorinstanzlichen Verfahren zwei 

einschlägige Schreiben an die Beschwerdegegnerin aus der Zeit vor dem 

Ergehen des Urteils A-2607/2009 des Bundesverwaltungsgerichts ein. Im 

ersten Schreiben weist sie zunächst darauf hin, sie begleiche die konkret 

betroffenen SDL-Akontorechnungen nur unter ausdrücklichem Vorbehalt 

und ohne Anerkennung einer Schuldpflicht. Der Vorbehalt beziehe sich auf 

allfällige Rechts- und Schiedsverfahren oder sonstige Rechtsbehelfe ir-

gendwelcher Art, die das Inkasso überhöhter Rechnungen durch die Be-

schwerdegegnerin unter dem Titel Systemdienstleistungen feststellten. An-

schliessend hält sie fest, es könne ihr dereinst keine freiwillige Bezahlung 

einer Nichtschuld im Sinne von Art. 63 Abs. 1 OR entgegengehalten wer-

den und sie behalte sich ausdrücklich ein Rückforderungs- bzw. Verrech-

nungsrecht bezüglich allenfalls zu viel bezahlter Beträge bei künftigen 

Rechnungen vor. Dieser Vorbehalt gelte auch für die kommenden Monats-

zahlungen, solange die Frage der Netznutzungsentgelte nicht definitiv ge-

regelt sei. Im zweiten Schreiben bekräftigt sie den Vorbehalt des ersten 

A-178/2014 

Seite 21 

Schreibens und erhebt einen weiteren Vorbehalt hinsichtlich der rückwir-

kenden Erhöhung des zu übernehmenden Anteils an den SDL-Kosten.  

8.3.2 Aus diesen Schreiben geht nicht hervor, dass die Beschwerdegegne-

rin ihr bezahlte SDL-Akontobeträge ohne besonderen Hinweis zurückzuer-

statten habe, wenn in einem Verfahren festgestellt werden sollte, sie seien 

zu Unrecht entrichtet worden. Vielmehr legen sie nahe, die Beschwerde-

führerin werde die entsprechenden Beträge in einem solchen Fall aus-

drücklich zurückfordern oder sie von künftigen Rechnungsbeträgen in Ab-

zug bringen. Die Schreiben lassen somit sowohl offen, ob die Beschwer-

degegnerin solche Beträge überhaupt zurückzahlen müsste  

– oder die Beschwerdeführerin sie stattdessen verrechnen würde –, als 

auch, wann die Rückzahlung gegebenenfalls zu erfolgen hätte. Sie können 

daher nicht dahingehend interpretiert werden, die Beschwerdeführerin ver-

lange die Rückerstattung solcher Beträge zu einem bestimmten Zeitpunkt 

bzw. an einem bestimmten Tag.  

Mangels einer entsprechenden Willensäusserung können die Vorbehalts-

schreiben von vornherein nicht als Grundlage für eine Verfalltagsvereinba-

rung herangezogen werden, wie sie die Beschwerdeführerin in der Be-

schwerde geltend macht. Ebenso wenig musste die Beschwerdegegnerin 

aufgrund dieser Schreiben nach Treu und Glauben davon ausgehen, mit 

dem Urteil A-2607/2009 des Bundesverwaltungsgerichts sei sie automa-

tisch und ohne Mahnung der Beschwerdeführerin in Verzug geraten. Deren 

Vorbringen erweist sich demnach bereits aus diesen Gründen als unzutref-

fend, weshalb nicht weiter darauf eingegangen zu werden braucht.  

8.3.3 Damit bleibt es beim Zeitpunkt, den die Vorinstanz in der angefoch-

tenen Verfügung für den Verzugseintritt als massgeblich erachtete, d.h. 

beim 28. Dezember 2010, ist doch, wie erwähnt (vgl. E. 1.3.2), unbestrit-

ten, dass die Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt einen Verzugszins 

von 5 % zu entrichten hatte. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin 

bis zu diesem Zeitpunkt einen Anspruch auf Bereicherungszins hat. 

 

Bereicherungszins 

9.  

A-178/2014 

Seite 22 

9.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, gemäss der stromversorgungs-

rechtlichen Regelung dürfe die Beschwerdegegnerin das betriebsnotwen-

dige Vermögen mit einem kalkulatorischen Zinssatz, der seit dem 1. März 

2013 dem durchschnittlichen Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of 

Capital [WACC]; Art. 13 Abs. 3 Bst. b StromVV) entspreche, verzinsen und 

diese Zinsen als anrechenbare Kapitalkosten über den Netznutzungstarif 

den Endverbrauchern anlasten. Aus den Geschäftsberichten der Be-

schwerdegegnerin gehe hervor, dass sie dies in den Jahren 2009 und 2010 

getan habe, und zwar jeweils mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 4,55 

%. Sie habe somit auf den SDL-Akontozahlungen für das Tarifjahr 2010 

einen Zins gezogen, der nach den Regeln des Bereicherungsrechts Be-

standteil der Bereicherungsforderung bilde und an sie herauszugeben sei. 

Daran änderten die Einwände der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin 

nichts. Insbesondere hätten die Akontozahlungen dieser direkt Kapital zu-

geführt und deren betriebsnotwendiges Vermögen bzw. deren Nettoum-

laufvermögen (NUV) erhöht; wie sie intern verbucht und ob sie zur Beglei-

chung laufender Rechnungen verwendet worden seien, spiele keine Rolle. 

Aus einem Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 9. Februar 2011 gehe 

im Übrigen hervor, dass die Vorinstanz ursprünglich eine WACC-Verzin-

sung der gesamten Akontozahlungen anerkannt habe. 

Sollte für die Verzinsung nicht auf den WACC abzustellen sein, habe ihr 

die Beschwerdegegnerin zumindest den Zins zu bezahlen, den sie dadurch 

eingespart habe, dass sie auf dem Markt nicht Kapital in der Höhe der 

Akontozahlungen habe aufnehmen müssen. Den massgeblichen Zinssatz 

bzw. die Höhe der in diesem Sinne eingesparten Finanzierungskosten 

habe das Bundesverwaltungsgericht gemäss der im Beschwerdeverfahren 

geltenden Untersuchungsmaxime von Amtes wegen zu ermitteln. Sollte es 

zum Schluss kommen, es obliege ihr in dieser Hinsicht eine Mitwirkungs-

pflicht, sei sie bereit, den Beweis dafür anzutreten, dass der Beschwerde-

gegnerin Finanzierungskosten mindestens in der Höhe des beantragten 

Bereicherungszinses entstanden wären, wenn sie im Frühjahr 2009 und 

dann wieder Ende 2009 innert kürzester Zeit die von ihr und weiteren grös-

seren Kraftwerkbetreiberinnen geleisteten Beträge auf dem Kapitalmarkt 

hätte beschaffen müssen. 

9.2 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die von der Beschwerdefüh-

rerin geleisteten SDL-Akontozahlungen hätten nicht zu einer Erhöhung ih-

res betriebsnotwendigen Vermögens geführt. Dessen Verzinsung mit dem 

WACC begründe daher keinen bereicherungsrechtlichen Anspruch der Be-

schwerdeführerin. Dies gälte hinsichtlich des Nettoumlaufvermögens 

A-178/2014 

Seite 23 

(NUV) selbst dann, wenn die flüssigen Mittel aus den Akontozahlungen 

nicht umgehend verwendet, sondern auf einem Bankkonto gehalten wor-

den wären, da sie dieses Vermögen nicht nach der bilanziellen, sondern 

nach der von der Vorinstanz angeordneten Umsatzmethode berechne. 

Auch auf den weiteren Bestandteilen des betriebsnotwendigen Vermögens 

habe sie wegen der Akontozahlungen keine höheren kalkulatorischen Ka-

pitalkosten geltend machen können. Das Anlagevermögen habe sich durch 

diese Zahlungen nicht verändert; die Deckungsdifferenzen seien ebenfalls 

nicht betroffen gewesen, da die Tarifeinnahmen zur Deckung der laufenden 

Kosten benötigt worden seien. Die Beschwerdeführerin übersehe, dass 

zwischen dem betriebsnotwendigen Vermögen, welches mit dem WACC 

verzinst werde, und jenem, das in ihren Büchern ausgewiesen sei, unter-

schieden werden müsse. 

9.3 Die Vorinstanz bringt vor, beim Betrag, der sich durch die Verzinsung 

der für den Betrieb des Übertragungsnetzes notwendigen Vermögenswerte 

mit dem WACC ergebe, handle es sich nicht um eine ungerechtfertigte Be-

reicherung, welche die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu-

rückzuerstatten habe, sondern um anrechenbare Kosten im Sinne der 

Stromversorgungsgesetzgebung. Der gesetzliche Verzinsungsanspruch 

bestehe weiter unabhängig davon, wer die anrechenbaren Kosten konkret 

übernehme. Grundlage für die Verzinsung mit dem WACC bilde ausserdem 

lediglich ein Sechstel der in den Tarifverfügungen der Netzebene 1 aner-

kannten SDL-Kosten. Die Beschwerdegegnerin hätte im Übrigen selbst 

dann einen Verzinsungsanspruch gehabt, wenn die Beschwerdeführerin 

keine Akontozahlungen geleistet hätte, da sie berechtigt gewesen wäre, 

die dadurch entstehende Unterdeckung mit dem WACC zu verzinsen. 

Dass sie ursprünglich eine WACC-Verzinsung der SDL-Akontozahlungen 

anerkannt habe, treffe im Übrigen nicht zu. 

9.4  

9.4.1 Gemäss einem allgemeinen Rechtsgrundsatz sind Zuwendungen, 

die aus einem nicht verwirklichten oder nachträglich weggefallenen Grund 

erfolgten, zurückzuerstatten. Dieser Grundsatz, der für das Privatrecht in 

Art. 62 Abs. 2 OR festgehalten wird, gilt auch im Verwaltungsrecht, selbst 

wenn er in der einschlägigen Gesetzgebung nicht ausdrücklich festgelegt 

ist, und zwar gleichermassen für ungerechtfertigte Leistungen vom Ge-

meinwesen wie von Privaten (vgl. zum Ganzen BGE 135 II 274 E. 3.1; 124 

II 570 E. 4b; 105 Ia 214 E. 5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-

A-178/2014 

Seite 24 

2483/2013 vom 17. März 2014 E. 2.3.1 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, All-

gemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 187 und 760; MOOR/POL-

TIER, Droit administratif, vol. II, 3ème éd., Berne 2011, p. 169).  

9.4.2 Im Privatrecht sind neben dem – grundlos erworbenen – Kapital 

grundsätzlich auch die Zinsen, die der Bereicherungsschuldner effektiv da-

rauf gezogen hat, zurückzuerstatten (sog. Bereicherungszins; BGE 130 V 

414 E. 5.2; 116 II 689 E. 3.b/bb; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-

2483/2013 vom 17. März 2014 E. 2.3.3 m.w.H.; GAUCH/SCHLUEP/ SCHMID, 

Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Bd. I, 9. Aufl. 2008, 

Rz. 1525; VON TUHR/PETER, Allgemeiner Teil des schweizerischen Obliga-

tionenrechts, Bd. I, 1979, S. 501). Nach SCHULIN sind zur Bereicherung 

ausserdem die nach allgemeiner Lebenserfahrung gezogenen Zinsen zu 

zählen (vgl. SCHULIN, in: BSK OR I, Art. 64 OR N. 4b mit Hinweisen). Ob 

auch im Verwaltungsrecht ein Anspruch auf Bereicherungszins besteht o-

der ungerechtfertigte Zuwendungen vom Gemeinwesen nur zu verzinsen 

sind, wenn der Leistende einen – grundsätzlich positivrechtlich vorzuse-

henden – Anspruch auf Vergütungszins hat, der unabhängig davon be-

steht, ob Zinsen gezogen wurden (vgl. zu den Voraussetzungen für einen 

solchen Anspruch Urteile des Bundesgerichts 2C_411/2008 vom 28. Okto-

ber 2008 E. 3.2, 2C_410/2008 vom 28. Oktober 2008 E. 3.2 und 

2C_191/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts A-2483/2013 vom 17. März 2014 E. 2.3.5), erscheint offen (vgl. Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts  

A-2483/2013 vom 17. März 2014 E. 2.3.4; IMBODEN/RHINOW, Schweizeri-

sche Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 6. Aufl. 1986, Nr. 32 V S. 192 

m.w.H.; MOOR/POLTIER, op. cit., p. 170). Die Frage braucht vorliegend al-

lerdings nicht geklärt zu werden (vgl. E. 9.5.1). 

9.4.3 Die Bereicherung im Sinne des Bereicherungsrechts besteht in der 

Differenz zwischen dem (höheren) jetzigen und dem (tieferen) Vermögens-

stand, der ohne das bereichernde Ereignis vorläge. Die Vermögensdiffe-

renz kann sich nicht nur aus einer Vergrösserung, sondern auch aus einer 

Nichtverminderung des Vermögens ergeben. Im zweiten Fall liegt eine so-

genannte Ersparnisbereicherung vor, die entweder auf einer Nichtvermin-

derung der Aktiven oder einer Nichterhöhung der Passiven beruht (vgl. 

BGE 129 III 646 E. 4.2; SCHULIN, a.a.O., Art. 62 N. 5 ff.). Gemäss der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung setzt der Bereicherungsanspruch keine 

unmittelbare Vermögensverschiebung zwischen Bereicherungsgläubiger 

und -schuldner voraus; auszugleichen ist vielmehr die Bereicherung, die 

der Bereicherungsschuldner auf Kosten eines anderen erlangt hat 

A-178/2014 

Seite 25 

(vgl. BGE 129 III 646 E. 4.2; 129 III 422 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 

4C.338/2006 vom 27. November 2006 E. 3.1; SCHULIN, a.a.O., Art. 62 N. 8 

und 8a). 

9.5  

9.5.1 Die Beschwerdeführerin bringt zwar, wie dargelegt (vgl. E. 9.1), vor, 

die Beschwerdegegnerin habe auf den SDL-Akontozahlungen für das Ta-

rifjahr 2010 einen Zins in der Höhe des WACC gezogen. Ihrer Ansicht nach 

soll sie dies aber nicht dadurch getan haben, dass sie direkt auf diesen 

Zahlungen effektiv einen Zins in dieser Höhe erwirtschaftete, sondern indi-

rekt dadurch, dass sie ihr angeblich im Umfang dieser Zahlungen erhöhtes 

NUV bzw. betriebsnotwendiges Vermögen rechnerisch mit diesem Satz 

verzinste und den berechneten Zins über den Netznutzungstarif den End-

verbrauchern anlastete. Die Beschwerdeführerin erhebt somit keinen An-

spruch auf einen Bereicherungszins im vorstehend erwähnten Sinn 

(vgl. E. 9.4.2). Vielmehr stützt sie den geltend gemachten bereicherungs-

rechtlichen Anspruch auf Verzinsung der rechtsgrundlos geleisteten SDL-

Akontozahlungen mit dem WACC auf den stromversorgungsrechtlichen 

Mechanismus der Verzinsung des NUV. Dies vermag nicht zu überzeugen. 

9.5.2 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin bei einer 

Zahlungsverweigerung der Beschwerdeführerin eine Unterdeckung ver-

zeichnet hätte und sie diese gemäss dem stromversorgungsrechtlichen 

Mechanismus der Verzinsung von Unterdeckungen rechnerisch mit dem 

WACC hätte verzinsen und den berechneten Zins über den SDL-Tarif den 

zur Kostentragung Verpflichteten hätte anlasten können. Sie hätte dem-

nach in diesem Sinn hinsichtlich der ausgebliebenen SDL-Akontozahlun-

gen gleich vorgehen können, wie sie es nach Ansicht der Beschwerdefüh-

rerin bezüglich der geleisteten Zahlungen tat. Ihre Vermögenssituation 

ohne diese Zahlungen hätte sich insoweit somit nicht von der Vermögens-

situation unterschieden, die gemäss der Beschwerdeführerin mit diesen 

Zahlungen bestand. Selbst wenn das NUV der Beschwerdegegnerin durch 

diese Zahlungen tatsächlich um deren Umfang erhöht worden sein sollte – 

was die Beschwerdeführerin allerdings lediglich mehr oder weniger pau-

schal behauptet – und diese dadurch indirekt in der erwähnten Weise mit 

dem WACC verzinst worden sein sollten, wäre demnach eine Bereicherung 

der Beschwerdegegnerin im vorstehend dargelegten Sinn (vgl. E. 9.4.3) zu 

verneinen, da gegenüber der Situation ohne diese Zahlungen insoweit 

A-178/2014 

Seite 26 

keine Vermögensdifferenz bestünde. Das Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin erweist sich somit bereits aus diesem Grund als unzutreffend, wes-

halb nicht weiter darauf eingegangen zu werden braucht.  

9.5.3 An diesem Ergebnis vermag im Übrigen auch das von der Beschwer-

deführerin erwähnte Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 9. Februar 

2011 nichts zu ändern. Dies schon deshalb, weil sich daraus  

– wie auch aus der darin zitierten Verfügung der Vorinstanz vom 11. No-

vember 2010 betreffend "Kosten und Tarife 2011 für die Netznutzung Netz-

ebene 1 und Systemdienstleistungen" – nicht ergibt, dass die Vorinstanz 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin bzw. der weiteren betroffenen 

Kraftwerkbetreiberinnen auf einen Bereicherungszins in der Höhe des 

WACC auf den entrichteten SDL-Akontozahlungen anerkannte.  

9.6  

9.6.1 Soweit die Beschwerdeführerin alternativ geltend macht, die Be-

schwerdegegnerin habe durch ihre SDL-Akontozahlungen die Aufnahme 

von Kapital auf dem Kapitalmarkt und damit Finanzierungskosten mindes-

tens in der Höhe des von ihr geforderten Bereicherungszinses vermieden, 

macht sie zwar eine Ersparnisbereicherung der Beschwerdegegnerin gel-

tend (vgl. E. 9.4.3). Auch dieses Vorbringen vermag jedoch nicht zu über-

zeugen.  

9.6.2 Wie dargelegt (vgl. E. 9.5.2), hätte die Beschwerdegegnerin bei einer 

Zahlungsverweigerung der Beschwerdeführerin die daraus resultierende 

Unterdeckung rechnerisch mit dem WACC verzinsen und den berechneten 

Zins über den SDL-Tarif den zur Kostentragung Verpflichteten anlasten 

können. Den Finanzierungskosten, die ihr nach Ansicht der Beschwerde-

führerin ohne die SDL-Akontozahlungen für das Tarifjahr 2010 entstanden 

wären, wären somit die aus dem stromversorgungsrechtlichen Mechanis-

mus der Verzinsung von Unterdeckungen resultierenden Erträge gegen-

übergestanden. Eine Ersparnisbereicherung in dem Sinn, wie sie die Be-

schwerdeführerin mehr oder weniger pauschal geltend macht, käme somit 

nur in Betracht, wenn die angeblichen Finanzierungskosten höher ausge-

fallen wären als diese Erträge.  

Solches wird von der Beschwerdeführerin, die sich zu dieser Frage nicht 

äussert, allerdings weder explizit noch implizit geltend gemacht und ent-

sprechend in keiner Weise substantiiert. Vielmehr begnügt sie sich damit, 

A-178/2014 

Seite 27 

mit der Formulierung, der Beschwerdegegnerin wären mindestens Finan-

zierungskosten in der Höhe des geforderten Bereicherungszinses entstan-

den, vage und implizit die Möglichkeit anzudeuten, dass die angeblichen 

Finanzierungskosten – in welchem Umfang auch immer – höher ausgefal-

len wären als die von ihr im vorliegenden Beschwerdeverfahren geltend 

gemachte Bereicherungsforderung. Es bleibt deshalb völlig offen, ob und, 

falls ja, inwieweit der Beschwerdegegnerin ihrer Ansicht nach höhere Fi-

nanzierungskosten im erwähnten Sinn entstanden wären und gegebenen-

falls wieso. Dies genügt angesichts ihrer trotz der grundsätzlichen Geltung 

der Untersuchungsmaxime im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwal-

tungsgericht (auch) in tatsächlicher Hinsicht bestehenden Begründungs-

pflicht (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-

tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 144; MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.120) nicht, weshalb insoweit nicht wei-

ter auf ihr Vorbringen eingegangen zu werden braucht. 

9.6.3 Damit erweist sich auch dieses Vorbringen und entsprechend das 

Begehren der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe ihr auf den SDL-

Akontozahlungen für das Tarifjahr 2010 ab deren Entrichtung bis zum Ver-

zugseintritt einen Bereicherungszins zu leisten, insgesamt als unbegrün-

det. Ihr Eventualbegehren ist daher abzuweisen. 

Neuverlegung Verfahrenskosten (Rechtsbegehren 2) 

10.  

10.1 Wie erwähnt (vgl. Bst. G), beantragt die Beschwerdeführerin, es seien 

die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens neu (vollumfänglich) der Be-

schwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Rechtsbegehren 2). Zwar begründet 

sie dieses Begehren nicht; es ist jedoch davon auszugehen, sie erachte 

die Beschwerdegegnerin bei einer Gutheissung des Rechtsbegehrens 1 

als im vorinstanzlichen Verfahren vollumfänglich – statt bloss teilweise – 

unterliegend.  

10.2 Wie dargelegt, ist das Rechtsbegehren 1 abzuweisen. Gleiches gilt 

für das Eventualbegehren. Soweit die Verfügung der Vorinstanz durch 

diese Begehren angefochten wird, ist sie demnach zu bestätigen. Es be-

steht entsprechend kein Anlass, die Kosten des vorinstanzlichen Verfah-

rens im Sinne der Beschwerdeführerin neu zu verlegen. Deren Begehren 

ist daher abzuweisen. 

Fazit 

A-178/2014 

Seite 28 

11.  

Damit erweisen sich die Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin als un-

begründet. Gleiches gilt für deren Eventualbegehren. Die Beschwerde ist 

daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.  

Kosten und Entschädigung 

12.  

12.1 Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unter-

liegend. Sie hat deshalb die auf Fr. 1'500.– festzusetzenden Verfahrens-

kosten (vgl. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]) zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 6a VGKE). Der einbe-

zahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwen-

det. 

12.2 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat ihren internen Rechtsdienst 

mit der Interessenwahrung betraut und ist nicht durch externe Anwälte ver-

treten, weshalb ihr keine Parteientschädigung zusteht (Art. 8 ff. VGKE, 

insb. Art. 9 Abs. 2 VGKE). Die Vorinstanz hat als Bundesbehörde ebenfalls 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

Gleiches gilt für die unterliegende Beschwerdeführerin (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah-

renskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

A-178/2014 

Seite 29 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 231-00019; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Kathrin Dietrich Pascal Baur 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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