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**Case Identifier:** 10c7966e-d261-5f38-abc2-d46a92e33595
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2014 200 2013 1137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1137_2014-07-11.pdf

## Full Text

200 13 1137 IV
SCI/MAK/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2014

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Mauerhofer

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, IV/13/1137, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ (Jg. 1964) besuchte von 1983 bis 1984 eine …schule und 
schloss diese Ausbildung erfolgreich ab, arbeitete jedoch anschliessend 
nicht in diesem Bereich, sondern in verschiedenen ungelernten Tätigkeiten 
(Antwortbeilage [AB] 22/3, 69/4). Zuletzt war sie beim … B.________ tätig. 
Diese Anstellung als Mitarbeiterin im … verlor sie per Ende April 2009 (AB 
9/1). Sie ist geschieden, hat zwei erwachsene Töchter und lebt alleine in 
einer 2 ½ -Zimmer-Wohnung (AB 69/3, 69/9). 

A.________ leidet an einer idiopathischen Skoliose, die in den Jahren 1980 
und 1981 operiert wurde (AB 1/7, 19/2) und für welche die Invaliden-
versicherung (IV) damals Hilfsmittel zusprach (AB 6/2 f.). Mit Anmeldung 
vom 3. August 2010 beantragte die Versicherte erneut Leistungen der IV 
(AB 1). Die IV-Stelle Bern (IVB) gewährte zunächst berufliche Massnahmen 
(AB 29, 31 f.) und prüfte anschliessend den Rentenanspruch. Dabei ging 
sie davon aus, als Gesunde wäre die Versicherte im Umfang eines 80 %-
Pensums erwerbstätig. Gestützt auf medizinische und erwerbliche Erhe-
bungen kam sie zum Schluss, es bestehe keine Erwerbseinbusse; auf die 
Durchführung einer Haushaltabklärung wurde verzichtet. Nach erledigtem 
Vorbescheidverfahren (AB 40) erliess sie am 12. Januar 2012 eine Verfü-
gung, wonach das Leistungsbegehren mangels Invalidität abgewiesen 
werde (AB 41). Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Am 25. Juli 2012 reichte die Versicherte bei der IVB eine Neuanmeldung 
ein und machte sinngemäss eine Verschlechterung geltend (AB 47). Die 
IVB trat auf die Neuanmeldung ein und traf erneut erwerbliche und medizi-
nische Abklärungen (AB 48 ff.). Unter anderem liess sie den Abklärungs-
dienst am Domizil der Versicherten ein Gespräch führen. Im diesbezügli-
chen Bericht vom 15. August 2013 wurde auf die Auflistung der Einschrän-
kungen bei den einzelnen Haushaltarbeiten verzichtet und stattdessen hin-

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sichtlich des Haushalts eine Einbusse von pauschal 0 % festgelegt (AB 
69/10). Weiterhin ausgehend von einer hypothetischen Erwerbstätigkeit 
von 80 % im Gesundheitsfall ermittelte die IVB eine gewichtete Erwerbs-
einbusse von 30 %. Mit Vorbescheid vom 22. August 2013 stellte sie der 
Versicherten in Aussicht, sie werde den Rentenanspruch bei einem IV-
Grad von 30 % abweisen (AB 70). 

Unter Mithilfe ihrer Tochter erhob die Versicherte dagegen Einwand (AB 
71 ff.) und reichte einen zusätzlichen Arztbericht vom 8. November 2013 
ein (AB 77). Die IVB hielt an ihrer Auffassung fest und verfügte am 18. No-
vember 2013 gemäss Vorbescheid (AB 78). 

C.

Mit Beschwerde vom 13. Dezember 2013 hat die Versicherte die Verfügung 
der IVB vom 18. November 2013 (AB 78) bei der IVB angefochten. Diese 
hat die Eingabe an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern weitergelei-
tet. A.________ beantragt sinngemäss, die Verfügung sei aufzuheben und 
die Sache sei zu weiteren Abklärungen an die IVB zurückzuweisen. Mit 
Eingabe vom 15. Januar 2014 (Poststempel) ersucht sie ausserdem um 
unentgeltliche Rechtspflege (uR).

Die IVB schliesst mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2014 auf Abwei-
sung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 18. November 2013 
(AB 78). Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch. Zu prüfen ist, ob im 
massgeblichen Vergleichszeitraum eine rentenrelevante Änderung einge-
treten ist. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-

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reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 
28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. ge-
mischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

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2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV; bis 31. Dezember 2011 Art. 87 Abs. 3 und 4 
IVV).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 
3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts-
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue 
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festge-
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 
3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

2.6 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 
44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Gesundheitszustand 
habe sich verschlechtert. Sie sei inzwischen noch ungefähr zu 50 % ar-

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beitsfähig. Bei einer weiteren Verschlechterung bedürfe sie einer operati-
ven Behandlung. 

3.2 Unbestritten ist, dass die Verwaltung auf die Neuanmeldung vom 
25. Juli 2012 (AB 47) eingetreten ist, und dass demnach die Eintretens-
frage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

Was die Frage nach dem Eintritt einer rentenrelevanten Verschlechterung 
angeht, bildet massgebender Vergleichszeitpunkt die unangefochten in 
Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 12. Januar 2012, mit der ein Ren-
tenanspruch mangels Invalidität verneint worden war (AB 41). Die IVB 
stützte sich dabei in medizinischer Hinsicht massgeblich auf den Bericht 
der damaligen Hausärztin, Dr. med. C.________ (Allgemeine Medizin 
FMH) vom 15. Februar 2011 (AB 25/1 f.), den Sprechstundenbericht von 
Prof. Dr. med. D.________ (Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates FMH) vom 8. Oktober 2010 (AB 25/4 f.) und die 
Aktenbeurteilung der RAD-Ärztin, Dr. med. E.________ (Innere Medizin 
FMH) vom 17. Juni 2011 (AB 33).

Dr. med. C.________ diagnostizierte ein chronisches rezidivierendes Lum-
balsyndrom und Zervikothorakalsyndrom, Zustand nach thorakolumbaler 
Skoliose-Aufrichtung und Fusion, Zustand nach Materialentfernung wegen 
Infekt (Harringtonstab). Der Zustand sei stationär (AB 25/1). Sie verwies 
ferner auf die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch Prof. 
Dr. med. D.________ im Bericht vom 8. Oktober 2010. Dieser hatte – bei 
identischen Diagnosen – eine sitzende Tätigkeit empfohlen, bei der die 
Beschwerdeführerin gelegentlich aufstehen und sich bewegen könne. In 
einer solchen, angepassten Tätigkeit könne mindestens eine 50 – 70 %-ige 
Arbeitsbelastung erreicht werden (AB 25/4).

Dr. med. E.________ diagnostizierte einen Status nach thorakolumbaler 
Skolioseaufrichtung und Fusion sowie einen Status nach Implantat-
entfernung wegen Infektes, beides vor Jahren, ein chronisches rezidivie-
rendes Lumbovertebralsyndrom bei Spondylarthrose und beginnendem 
Drehgleiten und Anteriolisthesis und ein chronisch rezidivierendes Zerviko-
thorakalsyndrom bei mässiggradigen degenerativen Veränderungen C5/C6 
und C6/C7 (AB 33). Hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils schloss auch sie 

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sich der Beurteilung durch Prof. Dr. med. D.________ an, die nachvollzieh-
bar sei. Zumutbar sei demgemäss eine körperlich leichte, vorwiegend sit-
zende Tätigkeit, mit der Möglichkeit, sich zwischendurch zu bewegen, wo-
bei das mögliche Pensum zwischen 50 – 70 % betrage. Das Einstiegspen-
sum liege bei 50 %, je nach Verlauf sei eine Steigerung auf maximal 70 % 
denkbar. 

4.

4.1 Bezüglich der Entwicklung des Gesundheitszustands wie auch der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit seit Erlass der Verfügung vom 12. Januar 
2012 (AB 41) lässt sich den Akten Folgendes entnehmen:

4.1.1 Prof. Dr. med. D.________ diagnostizierte mit Bericht vom 11. Mai 
2012 (AB 47/3) eine Lumboischialgie rechts bei Verdacht auf symptomati-
sche Spinalstenose L4/5 bei degenerativer Olisthese sowie eine thorako-
lumbale Kyphoskoliose bei Zustand nach posteriorer instrumentierter Fusi-
on und Implantatentfernung bei Infekt vor vielen Jahren. Die Situation im 
Spinalkanal habe sich mittlerweile verändert und es habe sich eine relevan-
te Stenose etabliert. Mittelfristig sei eine chirurgische Intervention nicht zu 
umgehen. 

4.1.2 Mit Bericht vom 17. Juli 2012 (AB 47/2) erklärte Prof. Dr. med. 
D.________, aktuell beurteile er die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 
Tätigkeit mit ungefähr 50 %. Subjektiv gehe es der Beschwerdeführerin 
momentan etwas besser. Früher oder später sei eine Operation aber un-
umgänglich. Falls sich eine akute Schmerzexazerbation einstelle, wäre 
eine Infiltrationsbehandlung der Facettengelenke L4/5 sicherlich eine gute 
Therapieoption.

4.1.3 Bezugnehmend auf ein Erstgespräch vom 13. Juni 2012 erstattete 
Dr. med. F.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH) der Hausärz-
tin am 18. Juni 2012 Bericht (AB 54/8 f.). Sie diagnostizierte darin in psych-
iatrischer Hinsicht eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem 
Syndrom (ICD-10: F32.11) bei psychosozialer Belastungssituation infolge 

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Arbeitslosigkeit und möglicherweise bevorstehender Operation bei Zunah-
me der Rückenschmerzen seit Dezember 2011. 

4.1.4  Die Hausärztin der Beschwerdeführerin, Dr. med. G.________ (All-
gemeine Innere Medizin FMH) wiederholte mit Bericht vom 7. November 
2012 (Eingang IVB; AB 54) die von den behandelnden Spezialärzten ge-
nannten Diagnosen (vgl. vorstehend E. 4.1.1 – 4.1.3). und erklärte, bezüg-
lich der verbleibenden Arbeits- und Leistungsfähigkeit könne sie sich nicht 
äussern, da es dazu einer Abklärung bedürfe (S. 4 Ziffer 1.7). 

4.1.5 Am 22. März 2013 wurde die Beschwerdeführerin durch die RAD-
Ärztin, Dr. med. E.________, exploriert (AB 62). Mit Bericht vom 28. März 
2013 (AB 61) diagnostizierte sie chronische Rückenschmerzen bei ausge-
prägter thorakolumbaler Kyphoskoliose, eine Segmentinstabilität L4/L5 bei 
schwerer Spondylarthrose sowie eine interkurrente radikuläre Symptomatik 
und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Adipositas (BMI 34) 
sowie anamnestisch Psoriasis (Hautbefall). Der Versicherten sei eine leich-
te, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit zum Positionswechsel 
und unter Einhaltung der Rückenergonomie in einem Pensum von 50 % 
zumutbar. Die Gewichtslimite betrage generell 1 - 2 kg, gelegentlich bis 
max. 5 kg. Die Verschlechterung sei nachgewiesen und ab Januar 2012 
dokumentiert. 

4.1.6 Prof. Dr. med. D.________ erklärte mit Sprechstundenbericht vom 
8. November 2013 (AB 77), im Vergleich zur letzten Kontrolle vor 16 Mona-
ten sei der Zustand der Beschwerdeführerin einigermassen stationär. Es 
seien vom klinischen Aspekt her keine neuen Befunde zu erheben. Die 
Hauptschmerzhaftigkeit liege paravertebral rechts, bewegungsabhängig 
auch einschiessend. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 
Tätigkeit von 50 %. Er hebt ferner hervor, die Beschwerdeführerin präsen-
tiere sich klinisch in einem weit besseren Zustand, als man dies vom bild-
gebenden Befund her erwarten würde; dementsprechend erscheine ihm 
auch die Prognose nicht günstig. 

4.2  Die fachärztlichen Berichte von Prof. Dr. med. D.________ stim-
men mit der Beurteilung durch die RAD-Ärztin, Dr. med. E.________, 
vollständig überein. Diese hatte die Beschwerdeführerin vorgängig unter-

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sucht. Der Umstand, dass Dr. med. E.________ nicht über eine fachärztli-
che Ausbildung im Bereich Orthopädie verfügt, schränkt die Beweiskraft 
ihres Berichts somit nicht ein. Nach Erlass des Vorbescheids vom 22. Au-
gust 2013 (AB 70) hat Prof. Dr. med. D.________ mit Bericht vom 8. No-
vember 2013, basierend auf einer Untersuchung vom 6. November 2013 – 
übereinstimmend mit der Beurteilung von Dr. med. E.________ –, eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert und eine seit ca. 16 Monaten dauernde 
stationäre Situation bestätigt (AB 77). Darauf ist abzustellen.

Die von Prof. Dr. med. D.________ zugleich vorgebrachte Anregung, es sei 
eine Neubeurteilung vorzunehmen, ist unter diesen Umständen für das 
vorliegende Verfahren nicht von Bedeutung: Basierte sie auf der – prognos-
tischen – Annahme, der Gesundheitszustand dürfte sich mittelfristig weiter 
verschlechtern, so ist darauf hinzuweisen, dass allfällige zukünftige Ver-
schlechterungen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind. Soll-
te die Empfehlung einer Neubeurteilung hingegen auf einem retrospektiven 
Vergleich mit dem Zustand anlässlich der rentenablehnenden Verfügung 
vom 12. Januar 2012 basieren, so wären auch unter diesem Aspekt keine 
weiteren Abklärungen geboten, bestätigte der RAD doch die Einschätzun-
gen des Facharztes. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, 
dass seit Erlass der rentenablehnenden Verfügung eine gesundheitliche 
Verschlechterung und daraus folgend grössere Einschränkungen in der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgewiesen sind. Es liegt damit ein Revi-
sionsgrund vor und der Rentenanspruch ist, abstellend auf das Zumutbar-
keitsprofil, wie es sowohl der RAD als auch der behandelnde Facharzt for-
muliert haben, allseitig frei zu prüfen. 

5.

5.1 Die Anwendung der gemischten Methode und die Annahme eines 
Status von 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Aufgabenbereich Haushalt im 
Gesundheitsfall werden seitens der Beschwerdeführerin nicht bestritten. 
Ebenso wenig bestehen Anhaltspunkte, dass der Status fehlerhaft festge-
legt worden wäre. 

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5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV 
Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen 
bei Versicherten, die nach Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich noch 
leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist 
in der Regel vom durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn („Total“) für 
Männer oder Frauen bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforde-
rungsniveau 4) auszugehen. Dabei sind in erster Linie die Lohnverhältnisse 
im privaten Sektor massgebend (SVR 2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc). Da 
den Tabellenlöhnen generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu 
Grunde liegt, ist eine Umrechnung auf eine betriebsübliche durchschnittli-
che Wochenarbeitszeit erforderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Dieser ist auf insgesamt höchstens 25 

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% zu begrenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; 
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

5.2.2 Die Beschwerdegegnerin hat bei der Ermittlung der erwerblichen 
Einschränkungen ein lohnstatistisch basiertes Valideneinkommen von 
Fr. 53‘167.65 angenommen (AB 69/8, Ziff. 3.9), dies ausgehend von Tabel-
le TA7, Ziffer 23 (Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten), Anfor-
derungsniveau 4 der LSE 2010. Dem kann nicht gefolgt werden: Seit 1984 
verfügt die Beschwerdeführerin über einen …abschluss, sie war jedoch nie 
länger auf diesem Gebiet tätig. Vielmehr hat sie vor Erlass der Verfügung 
seit mehr als zehn Jahren stets als … gearbeitet (AB 22/3), was somit als 
angestammte Tätigkeit zu gelten hat. Abweichend von der Beschwerde-
gegnerin ist daher auf das Einkommen in der letzten Anstellung als Mitar-
beiterin im … bei der Unternehmung B.________ – die der Beschwerdefüh-
rerin nicht mehr zumutbar ist – abzustellen, zumal davon auszugehen ist, 
dass sie bei guter Gesundheit weiterhin dort beschäftigt wäre. Im Jahr 2008 
erzielte sie dort bei einem Pensum von 77,4 % (100 / 42 x 32.50) ein Jah-
reseinkommen von Fr. 41‘069.-- (AB 9/2; vgl. auch IK-Auszug, AB 48). Die-
ses Einkommen ist auf ein 80 %-Pensum aufzurechnen und auf das Jahr 
2012 hin zu indexieren (da die Zahlen für 2013 noch fehlen), was ein Vali-
deneinkommen von Fr. 44‘737.35 ergibt (Fr. 41‘069.-- / 77,4 x 80 / 126,3 x 
130,5 / 100 x 102 [Nominallohnindex Frauen 1993 – 2010 Bst. D und 2010 
– 2012 Bst. C; abrufbar unter www.bfs.admin.ch]). Dieses ist offensichtlich 
nicht unterdurchschnittlich. 

Da die Beschwerdeführerin derzeit keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist 
das Invalideneinkommen anhand eines lohnstatistischen Medianlohns zu 
bestimmen. Gemäss Tabelle TA1 der LSE 2010 (Totalwert, Frauen; abruf-
bar a.a.O.) betrug der Medianlohn im Anforderungsniveau 4 („einfache und 
repetitive Arbeiten“) monatlich Fr. 4‘225.--. Arbeitszeitbereinigt und nach 
Vornahme der Indexierung beläuft sich das lohnstatistische Jahresein-
kommen bei einem Pensum von 50 % auf Fr. 26‘955.90 (Fr. 4‘225.-- / 40 x 
41,7 x 12 / 100 x 102 x 0.5; abrufbar a.a.O.). Zufolge der Einschränkungen 
im Rendement ist sodann ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn 
von 10 % zu gewähren (vgl. vorstehend E. 2.4), ausmachend Fr. 2‘695.60. 

http://www.bfs.admin.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, IV/13/1137, Seite 14

Nach Abzug desselben resultiert ein Invalideneinkommen von 
Fr. 24‘260.30.

Die Erwerbseinbusse beträgt somit Fr. 20‘477.05 (Fr. 44‘737.35 - 
Fr. 24‘260.30) was – ungewichtet – 45.77 % entspricht. Nach Vornahme 
der Gewichtung ergibt sich im erwerblichen Bereich eine Einbusse von 
36.62 % (45.77 % / 100 x 80).

5.2.3 Was die Einschränkungen im Aufgabenbereich angeht, wurde an-
lässlich der Erhebung vom 15. August 2013 (AB 69/10) unter Ziffer 6 fest-
gehalten, die Beschwerdeführerin könne sich nach eigenen Angaben um 
ihren Haushalt selbständig kümmern. Sie komme mit den anfallenden 
Haushaltarbeiten gut allein zurecht, wenngleich gewisse Tätigkeiten wie 
etwa die Bodenpflege mühsamer seien. Diese könne sie nicht mehr eine 
Stunde am Stück verrichten. Sie könne sich die Arbeiten gut selber eintei-
len. Zwischendurch hüte sie ihr Enkelkind für einige Stunden, nehme je-
doch keine regelmässigen Betreuungspflichten wahr. Die Abklärungsfach-
person erklärte ferner, sie habe die Wohnungsräumlichkeiten besichtigt. 
Die Wohnung sei gepflegt, ordentlich und sauber. Auf eine tabellarische 
Erfassung der im Einzelnen anfallenden Haushaltarbeiten wurde verzichtet, 
dementsprechend fehlt es auch an einer prozentualen Erhebung der allfäl-
ligen Einschränkungen. 

5.2.4 Grundsätzlich kann es zwar durchaus zulässig sein, global zu er-
klären, eine Versicherte sei in sämtlichen Haushalttätigkeiten überhaupt 
nicht eingeschränkt, oder jedenfalls nicht in einem Umfang, der – nach ei-
ner allenfalls vorzunehmenden Gewichtung – eine massgebliche Invalidität 
begründen könnte.

5.2.5 Im vorliegenden Fall kommt unbestritten die gemischte Methode zur 
Anwendung, eine gesundheitliche Beeinträchtigung samt invalidisierenden 
Folgen im Erwerbsbereich ist ausgewiesen. Bezüglich der Haushaltarbeiten 
werden von der Beschwerdeführerin Einschränkungen geltend gemacht, 
was seitens der Abklärungsperson auch dokumentiert wurde. Unter diesen 
Umständen kann auf eine fachgerechte, d.h. detaillierte und aufgeschlüs-
selte, Erhebung nicht verzichtet werden. Gleich wie im erwerblichen Be-
reich hat die Einschätzung der Einschränkungen im Aufgabenbereich durch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, IV/13/1137, Seite 15

Vergleich des aktuellen Zustands mit jenem bei guter Gesundheit zu erfol-
gen. Dabei ist davon auszugehen, die Versicherte verwerte ihre Restar-
beitsfähigkeit im Erwerbsbereich mit all ihren Folgen (zeitliche Beanspru-
chung, Ermüdung, Schonungsbedarf) im medizinisch für möglich erklärten 
Umfang. Es geht daher nicht an, die Haushaltbesorgung auf der Basis ei-
ner hierfür voll zur Verfügung stehenden Zeit pauschal für zumutbar zu 
erklären. Ein Abweichen vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 
ATSG) ist vorliegend auch nicht mit einer Verletzung der Mitwirkungspflicht 
bei der Abklärung zu begründen, zumal dafür keinerlei Anhaltspunkte be-
stehen. Der Abklärungsbericht vom 15. August 2013 ist daher in diesem 
Punkt als unvollständig zu bezeichnen. Ebenso wenig lässt sich argumen-
tieren, allfällige Einschränkungen im Haushalt wären von vornherein nicht 
geeignet, einen rentenrelevanten IV-Grad zu bewirken (vgl. Verfügung vom 
12. Januar 2012, AB 41): Mit Blick darauf, dass im erwerblichen Bereich 
eine gewichtete Einschränkung von 36.62 % besteht (vgl. vorstehend 
E. 4.4), ergäbe bereits eine ungewichtete Einschränkung im Aufgabenbe-
reich von 15 % – ausmachend gewichtet 3 % – einen IV-Grad von (gerun-
det) 40 % (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123), was Anspruch 
auf eine Viertelsrente begründen würde (vgl. vorstehend E. 2.2). 

5.2.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt hinsicht-
lich des Aufgabenbereichs ungenügend abgeklärt ist. Die Beschwerde ist 
daher gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung vom 18. November 2013 
(AB 78) ist aufzuheben und die Akten sind an die Beschwerdegegnerin zur 
Vornahme von weiteren Abklärungen im Sinne der vorstehenden Erwägung 
4.5 und anschliessender Prüfung der Leistungsansprüche der Beschwerde-
führerin zurückzuweisen. Sollte es zudem Anhaltspunkte für Veränderun-
gen der Verhältnisse seit Erlass der Verfügung vom 18. November 2013 
geben, so wäre auch diesen vor Erlass der neuen Verfügung nachzugehen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistunglen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, IV/13/1137, Seite 16

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(BVR 2009 S. 187 E. 4.1.1). 

6.2 Da der Aufwand für die Beschwerdeführung nicht das Mass dessen 
überstieg, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener Angelegenheiten 
zugemutet werden darf, hat die anwaltlich nicht vertretene Beschwerdefüh-
rerin trotz ihres Obsiegens keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Partei-
entschädigung (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

6.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (uR) ist als gegen-
standslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 18. November 2013 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2014, IV/13/1137, Seite 17

5. Zu eröffnen (R):
- A.________ (samt eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.