# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de778b1a-884a-5ddf-bcf2-c25ec0916620
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2000-07-07
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Rekurskommission für Forschungsförderung 07.07.2000 JAAC 65.90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_025_JAAC-65-90--_2000-07-07.pdf

## Full Text

JAAC 65.90

Auszug aus einem Urteil der Eidgenössischen
Rekurskommission für die Unfallversicherung vom

7. Juli 2000 i.S. X AG gegen die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt SUVA [REKU 391/98]

Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten. Anforderungen
an die Konformität einer Elementbauanlage. Verkaufsverbot einer
diesbezüglich nicht genügenden Anlage bis zum Vorliegen eines
Sicherheitsnachweises einer akkreditierten Drittstelle (Art. 11 STEG).

- Nova im Beschwerdeverfahren (E. 2).

- Grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen an
technische Einrichtungen und Geräte (z. B. die Maschinenrichtlinie der
Europäischen Gemeinschaften) haben einen verbindlichen Charakter
(Art. 3-4a STEG; E. 4).

- Globale Konzeption beim Inverkehrbringen von technischen
Einrichtungen und Geräten: Der Inverkehrbringer muss sich zwingend
an die in Art. 4 STEG genannten grundlegenden Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen halten, wobei er auch die volle Beweislast
für deren Einhaltung trägt. Hält er nachgewiesenermassen die in
Art. 4a STEG genannten technischen Normen ein, wird die Beweislast
abgeschwächt (E. 6).

- Prüfung der Konformität der vorliegend in Verkehr gebrachten
Elementbauanlage. Der von der Beschwerdeführerin im
Verfahren eingereichte Sicherheitsnachweis erbringt den
Beweis für die Einhaltung der grundlegenden Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen nicht. Zulässigkeit des von der SUVA
verfügten Verkaufsverbots (E. 7).

- Zulässigkeit der mit diesem Verkaufsverbot ausnahmsweise
verbundenen Auflage, dass eine akkreditierte Drittstelle den
geforderten Sicherheitsnachweis erstellen soll (E. 8).

1

Sécurité d’installations et d’appareils techniques. Exigences de
conformité auxquelles doit répondre une installation pour la
construction d’éléments. Interdiction de vente d’une installation ne
satisfaisant pas à ces exigences, jusqu’à ce qu’un organisme agréé ait
établi un certificat de sécurité (art. 11 LSIT).

- Faits nouveaux dans la procédure de recours (consid. 2).

- Les exigences essentielles de sécurité et de santé auxquelles doivent
satisfaire les installations et appareils techniques (p. ex. la Directive
des communautés européennes relative aux machines) ont un caractère
contraignant (art. 3-4a LSIT; consid. 4).

- Approche globale valable pour la mise en circulation d’installations
et d’appareils techniques: celui qui en met en circulation est tenu de
respecter les exigences essentielles de sécurité et de santé désignées à
l’art. 4 LSIT et doit apporter la preuve complète du respect de celles-ci.
S’il prouve qu’il a respecté les normes techniques prévues à l’art. 4a
LSIT, le fardeau de la preuve s’allège (consid. 6).

- Examen de la conformité de l’installation mise en circulation en
l’espèce. Les pièces justificatives versées au dossier par la recourante
en cours de procédure ne suffisent pas à prouver que les exigences
essentielles de sécurité et de santé ont été respectées. Admissibilité de
l’interdiction de vente ordonnée par la CNA/SUVA (consid. 7).

- Il est admissible d’assortir, à titre exceptionnel, l’interdiction de vente
de l’obligation de faire appel à un organisme agréé pour établir la
preuve du respect des exigences essentielles de sécurité (consid. 8).

Sicurezza di installazioni e apparecchi tecnici. Esigenze di conformità
che devono essere rispettate da un’installazione per la costruzione
di elementi. Divieto di vendita di un’installazione che non rispetta
tali esigenze, fino al momento in cui un organo accreditato non abbia
rilasciato un certificato di sicurezza (Art. 11 LSIT).

- Fatti nuovi nella procedura di ricorso (consid. 2).

- I requisiti essenziali di sicurezza e di salute che le installazioni e gli
apparecchi tecnici devono rispettare (ad. es. la direttiva delle Comunità
europee relativa alle macchine) hanno carattere vincolante (art. 3-4a
LSIT; consid. 4).

- Valutazione globale valida per la messa in circolazione di installazioni
ed apparecchi tecnici: chiunque mette in circolazione simili
installazioni e apparecchi deve osservare i requisiti essenziali di
sicurezza e di salute previsti dall’art. 4 LSIT, e deve dimostrare che
tali requisiti sono stati rispettati. Se è provato che le norme tecniche
menzionate dall’art. 4a STEG sono ossequiate, l’onere della prova viene
relativizzato (consid. 6).

2

- Esame della conformità dell’installazione messa in circolazione
nella fattispecie. La prova della sicurezza presentata dalla ricorrente
durante la procedura non dimostra che sono state rispettate le esigenze
essenziali di sicurezza e di salute. Ammissibilità del divieto di vendita
ordinato dall’Istituto nazionale svizzero di assicurazione contro gli
infortuni (consid. 7).

- A titolo eccezionale, è possibile prevedere, oltre al divieto di vendita,
l’obbligo di rivolgersi ad un organo accreditato per provare che i
requisiti essenziali di sicurezza sono stati rispettati (consid. 8).

Der Betrieb X AG lieferte der Firma Z AG Ende 1997/Anfang 1998
eine Elementbauanlage zur Herstellung und Manipulation von
Grosswandelementen. Kurz darauf ereignete sich in der Z AG ein tödlicher
Unfall beim Betrieb dieser Anlage. Nachdem die SUVA die X AG mehrmals
vergeblich aufgefordert hatte, verschiedene Unterlagen zur Konformität der
Elementbauanlage beizubringen, verfügte sie ein Verkaufsverbot für die
Anlagen gleichen Typs der X AG. Das Verkaufsverbot sollte solange bestehen,
bis die X AG die Anlage durch eine akkreditierte Drittstelle habe prüfen lassen
und die festgestellten Sicherheitsmängel alle behoben wären.

Aus den Erwägungen:

1.a. Gemäss Art. 11 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Sicherheit von
technischen Einrichtungen und Geräten vom 19. März 1976 (STEG, SR
819.1) können die Vollzugsorgane im nachträglichen Kontrollverfahren
anordnen, dass technische Einrichtungen und Geräte, die den grundlegenden
Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen oder den anerkannten Regeln
der Technik nicht genügen, nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Das
Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
(Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], SR 172.021) ist anwendbar (Art. 11
Abs. 3 STEG). Laut Art. 12 Abs. 1 STEG unterliegen letztinstanzliche
kantonale Entscheide und die Entscheide der Fachorganisationen und
Institutionen der Beschwerde an die eidgenössische Rekurskommission für
die Unfallversicherung (REKU). Die allgemeinen Bestimmungen über die
Bundesrechtspflege finden Anwendung (Art. 12 Abs. 2 STEG). Gemäss Art. 11
Bst. a der Verordnung über die Sicherheit von technischen Einrichtungen
und Geräten vom 12. Juni 1995 (STEV, SR 819.11) obliegt die Kontrolle über
die Einhaltung der Vorschriften über das Inverkehrbringen für technische
Einrichtungen und Geräte, die vorwiegend in Betrieben benützt werden,
Organen der betrieblichen Unfallverhütung, namentlich der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA). Nach Art. 12 Abs. 2 STEV bringt das
Vollzugsorgan, wenn ein Produkt den Vorschriften nicht entspricht, dem
Inverkehrbringer das Ergebnis des Kontrollverfahrens zur Kenntnis und gibt
ihm Gelegenheit zur Stellungnahme. Hierauf ordnet es gegebenenfalls die
nötigen Sicherheitsmassnahmen mittels Verfügung an und räumt für deren
Befolgung eine angemessene Frist ein.

3

Die SUVA war somit für den Erlass der angefochtenen
Verkaufsverbotsverfügung zuständig und der Rechtsweg der Beschwerde an
die REKU gegeben.

b.-c. (Übrige Eintretensvoraussetzungen erfüllt.)

2. Der Streitgegenstand im Verfahren vor der REKU wird durch die
angefochtene Verfügung bestimmt. Im Beschwerdeverfahren dürfen im
Rahmen des Streitgegenstandes bisher noch nicht gewürdigte, bekannte wie
auch bis anhin unbekannte Sachverhaltsumstände, die sich zeitlich vor oder
erst im Laufe des Rechtsmittelverfahrens zugetragen haben, vorgebracht
werden. Dem Urteil der REKU ist somit der Sachverhalt zu Grunde zu legen,
wie er sich im Zeitpunkt der Entscheidung verwirklicht hat und bewiesen
ist. Dies fliesst aus dem Untersuchungsgrundsatz und der freien Kognition
in Bezug auf die Überprüfung des Sachverhalts (vgl. Art. 12 und Art. 49
VwVG; vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil der Rekurskommission
EVD vom 21. Mai 1999 i.S. R. AG; vgl. auch VPB 61.31 E. 3.2.3 S. 318 ff. und
60.8 E. 2 S. 67 ff. ; vgl. für das Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren
BGE 122 II 385 E. 2 und BGE 105 Ib 163; vgl. dazu auch André Moser /
Peter Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen Rekurskommissionen,
Basel 1998, S. 74 f.; Alfred Kölz / Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1998, Rz. 611 ff. und 939 ff.; Fritz
Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 253 ff.).

Aus dem Gesagten geht hervor, dass die zusätzlich durch die
Beschwerdeführerin im September 1999 beigebrachten Unterlagen, bestehend
aus den Betriebsanleitungen und einem Sicherheitsnachweis, im vorliegenden
Verfahren zu berücksichtigen sind.

3.a. Gegenstand der angefochtenen Verfügung ist das Verkaufsverbot,
mit welchem die Elementbauanlagen mit Aufstelltischen und
Elementlagersystemen der Beschwerdeführerin so lange belegt sind, bis
diese durch eine akkreditierte Drittstelle den Nachweis der Sicherheit des
Aufstelltisches und des Elementlagers inklusive der Schnittstellen erbringt.

Es ist somit eingehend festzuhalten, dass sich das Verkaufsverbot nicht
bloss gegen die bereits in Betrieb genommene Anlage bei der Firma Z
richtet, sondern gegen die von der Beschwerdeführerin produzierten
Elementbauanlagen dieser Art. Erfasst sind jedoch nur die Anlagen der
Beschwerdeführerin, welche mit Aufstelltisch und «Bahnhof» verbunden
sind. Das Verkaufsverbot betrifft hingegen nicht sämtliche Anlagenteile
(«Schmetterlings»-Wendetisch, Zwischenförderer).

b. Zu untersuchen ist somit einerseits, ob die Anlagen dieses Typs
(Aufstelltisch und «Bahnhof» zur Manipulation von Grosswandelementen,
wobei Ausgangspunkt die bei der Firma Z installierte Anlage ist) wegen
Verstosses gegen das STEG und die STEV nicht verkauft werden dürfen (unten
E. 7), und andererseits, ob es zulässig ist, das Verkaufsverbot bis zum Vorliegen
einer externen Sicherheitsexpertise durch eine akkreditierte Drittstelle

4

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003446.pdf?ID=150003446
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_122_II_385&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_105_Ib_163&resolve=1

aufrecht zu erhalten (E. 8). Vorweg werden die für die Beantwortung dieser
Fragen massgebenden gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze dargestellt
(E. 4-6).

4.a. Technische Einrichtungen und Geräte dürfen nur in Verkehr gebracht
werden, wenn sie bei ihrer bestimmungsgemässen und sorgfältigen
Verwendung Leben und Gesundheit der Benützer und Dritter nicht gefährden.
Sie müssen den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen
nach Art. 4 STEG entsprechen, oder, wenn keine solchen Anforderungen
festgelegt worden sind, nach den anerkannten Regeln der Technik hergestellt
worden sein (Art. 3 STEG). Art. 4 STEG bestimmt, dass der Bundesrat die
grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen festlegt und
dabei das entsprechende internationale Recht berücksichtigt. Gemäss Art. 4a
STEG bezeichnet das zuständige Bundesamt im Einvernehmen mit dem
Bundesamt für Aussenwirtschaft (BAWI, heute Staatssekretariat für Wirtschaft
[seco]) die technischen Normen, welche geeignet sind, die grundlegenden
Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen zu konkretisieren (Abs. 1). Soweit
möglich bezeichnet es international harmonisierte Normen (Abs. 2). Es kann
unabhängige schweizerische Normenorganisationen beauftragen, technische
Normen zu schaffen (Abs. 3).

Gestützt auf Art. 4a STEG bezeichnet das seco (früher Bundesamt für
Wirtschaft und Arbeit [BWA] bzw. Bundesamt für Industrie, Gewerbe
und Arbeit [BIGA]) die technischen Normen, welche geeignet sind, die
grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen für Maschinen
im Sinne von Art. 2 Abs. 1 STEV zu konkretisieren. Diese werden mit
Titel sowie Fundstelle oder Bezugsquelle im Bundesblatt veröffentlicht
(Art. 8 STEG). Es handelt sich dabei um europäische Normen, die im
Auftrag der Kommission der Europäischen Gemeinschaften (EG) sowie der
Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) - welcher auch die Schweiz
angehört - erarbeitet und vom Europäischen Normungsausschuss (CEN)
bzw. vom Europäischen Normungsausschuss für Elektrotechnik (CENELEC)
angenommen wurden und als harmonisierte Normen gelten.

Gibt es keine spezifisch vom Bundesrat erlassenen grundlegenden Sicherheits-
und Gesundheitsanforderungen, so sind die anerkannten Regeln der
Technik einzuhalten. Unter «anerkannten Regeln der Technik» sind alle
technischen Festlegungen zu verstehen, welche nach national, möglichst
aber auch international herrschender Auffassung geeignet sind, unter
verhältnismässigem Aufwand die Sicherheit eines bestimmten Geräts zu
gewährleisten. In Frage kommen in erster Linie internationale oder nationale
technische Normen, imWeiteren aber auch Empfehlungen oder andere
Festlegungen aus Fachkreisen (vgl. den STEG-Kommentar, Ausgabe Mai 1998,
hrsg. von der Eidgenössischen Kommission für technische Einrichtungen und
Geräte [EKTEG][28], S. 10).

b. In Anwendung von Art. 3 Abs. 1 STEV gelten für Maschinen die
grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften nach Anhang
I der EG-Richtlinie Nr. 89/392 vom 14. Juni 1989 zur Angleichung der
Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für Maschinen (Maschinenrichtlinie;
vgl. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften [ABl.] Nr. L 183/9 vom
29. Juni 1989, geändert durch die Richtlinien Nr. 91/368 vom 20. Juni 1991
[ABl. Nr. L 198/16 vom 22. Juli 1991], Nr. 93/44 vom 14. Juni 1993 [ABl. Nr. L

5

175/12 vom 19. Juli 1993] und Nr. 93/68 vom 22. Juli 1993 [ABl. Nr. L 220/1 vom
30. August 1993], heute gesamthaft kodifiziert in der Richtlinie Nr. 98/37 vom
22. Juni 1998 [ABl. Nr. L 207/1 vom 23. Juli 1998]).[29]

c. Zu bemerken ist, dass die grundlegenden Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen, wie sie z.B. in der Maschinenrichtlinie
enthalten sind, Zielvorgaben sind, welche rechtlich verbindlich
sind (vgl. Vorbemerkung 2 zum Anhang I der Richtlinie Nr. 89/392,
vgl. auch Art. 3 STEG). Sicherheitsnormen hingegen sind technische
Spezifikationen, welche die rechtsverbindlichen grundlegenden Sicherheits-
und Gesundheitsanforderungen konkretisieren. Diese haben keinen
obligatorischen Charakter. Ihre Anwendung bleibt freiwillig. Allerdings
wird bei Erzeugnissen, die gemäss den harmonisierten und im Amtsblatt der
Europäischen Gemeinschaften veröffentlichten Normen hergestellt worden
sind, davon ausgegangen, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen
erfüllt sind. Es ist in diesem Fall - d.h. bei der nachweisbaren Einhaltung
dieser technischen Normen - nicht mehr Sache des Herstellers, zu beweisen,
dass die Anforderungen eingehalten sind. Produziert der Hersteller dagegen
nicht bzw. nicht ausschliesslich nach solchen Normen, so muss er nachweisen
können, dass die grundlegenden Anforderungen erfüllt sind. Die technischen
Normen zeigen somit allgemein anerkannte Mittel auf, wie die Zielvorgaben
erreicht werden können. Der gemäss Art. 3 Abs. 1 STEV anwendbare Anhang
I der Richtlinie Nr. 89/392 legt hingegen allgemein gültige verbindliche und
wesentliche Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen fest, die durch eine
Reihe von detaillierten Anforderungen für bestimmte Maschinengattungen
ergänzt werden (vgl. Ingress der Richtlinie Nr. 89/392).

d. Wer eine technische Einrichtung oder ein Gerät in Verkehr bringen will,
muss also nachweisen können, dass die Einrichtung oder das Gerät den
grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entspricht
(Art. 4b Abs. 1 STEG). Werden technische Einrichtungen und Geräte nach
den technischen Normen gemäss Art. 4a STEG hergestellt - und kann
dies nachgewiesen werden -, so wird vermutet, dass die grundlegenden
Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen erfüllt sind (vgl. Abs. 2 derselben
Bestimmung). Wer Geräte in Verkehr bringt, die den technischen Normen
nach Art. 4a STEG nicht entsprechen, muss nachweisen, dass sie die
grundlegenden Anforderungen auf andere Weise erfüllen (Abs. 3). Sind keine
grundlegenden Anforderungen festgelegt worden, so muss nachgewiesen
werden können, dass die technische Einrichtung oder das Gerät nach den
anerkannten Regeln der Technik hergestellt worden ist (Art. 4b Abs. 4 STEG).

5. Der Bundesrat regelt gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. a STEG das Verfahren zur
Überprüfung der Konformität mit den grundlegenden Anforderungen.
Er kann für Geräte mit einem erhöhten Risiko den Beizug einer
Konformitätsbewertungsstelle vorschreiben, welche bescheinigt, dass das
Gerät mit den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen
übereinstimmt (Art. 5 Abs. 2 STEG). Laut Anhang 1 der STEV ist der Beizug
einer Konformitätsbewertungsstelle zwingend für die in Buchstabe A./b und
A./c genannten Maschinen (vgl. zur abschliessenden Liste dieser Maschinen
den Anhang IV der Richtlinie Nr. 98/392). In den übrigen Fällen erfolgt die
Ausstellung der Konformitätserklärung durch den Hersteller selbst.

6

Wer Maschinen in Verkehr bringt, hat mit einer Konformitätserklärung
zu bescheinigen, dass insbesondere die grundlegenden Sicherheits-
und Gesundheitsanforderungen erfüllt sind. Dabei muss die
Konformitätserklärung für Maschinen die Voraussetzungen von Anhang
2 der STEV erfüllen (Art. 7 Abs. 1 und 2 STEV). Laut Art. 8 STEV müssen
zum Nachweis der Erfüllung der Anforderungen nach Art. 4b des Gesetzes
innert angemessener Frist hinreichende technische Unterlagen beigebracht
werden können, wobei die speziellen Anforderungen gemäss Anhang 3 STEV
gelten. Gemäss diesem Anhang (Buchstabe A.) muss der Inverkehrbringer
für Maschinen die folgenden, der Komplexität der Maschine entsprechenden
Unterlagen verfügbar machen können: (a) einen Gesamtplan der Maschine
sowie die Steuerkreispläne, (b) detaillierte und vollständige Pläne, eventuell
mit Berechnungen, Versuchsergebnissen usw. für die Überprüfung der
Übereinstimmung der Maschine mit den grundlegenden Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen, (c) eine Liste der grundlegenden Anforderungen,
der Normen und der anderen technischen Spezifikationen, die bei der
Konstruktion der Maschine berücksichtigt wurden, (d) eine Beschreibung
der Lösungen, die zur Verhütung der von der Maschine ausgehenden Gefahren
gewählt wurden, (e) wenn die Konformität nach einer Norm nach Art. 4a
des Gesetzes erklärt wird, die dies vorschreibt, jeglichen technischen Bericht
über die Ergebnisse der Prüfungen, die der Hersteller nach seiner Wahl selbst
durchgeführt hat oder durch eine fachlich kompetente Stelle ausführen liess,
(f) ein Exemplar der Betriebsanleitung der Maschine, (g) bei Serienfertigung
eine Zusammenstellung der im Herstellerbetrieb getroffenen Massnahmen zur
Gewährleistung der Übereinstimmung der Maschinen mit den Bestimmungen
dieser Verordnung, (h) wenn die Kenntnisse über die Baugruppen unerlässlich
oder notwendig sind, um die Übereinstimmung mit den grundlegenden
Sicherheitsanforderungen prüfen zu können, detaillierte Pläne und sonstige
genaue Angaben über die für die Herstellung der Maschine verwendeten
Baugruppen.

6.a. Aus diesen gesetzlichen Bestimmungen ergibt sich, dass das System
des STEG auf die in den Europäischen Gemeinschaften geltenden Regeln
abgestimmt ist (mit dem Zweck, Handelshemmnisse abzubauen; vgl. dazu
das Bundesgesetz über die technischen Handelshemmnisse vom 6. Oktober
1995 [THG], SR 946.51). Das System, welches für das Inverkehrbringen
von technischen Einrichtungen und Geräten gewählt wurde («Globale
Konzeption»), basiert auf folgenden Elementen:

- den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen (welche
zwingendes Recht darstellen [vgl. Vorbemerkung 2 zum Anhang I der
Maschinenrichtlinie; Urteil der REKU i.S. F. S. vom 12. August 1999, REKU
365/97, E. 3c; vgl. den bereits erwähnten STEG-Kommentar der EKTEG, S. 13]
und für Maschinen im Anhang I der Maschinenrichtlinie enthalten sind),

- den bezeichneten technischen Normen (welche grundsätzlich fakultativ sind
und in Bezug auf den Nachweis der Konformität mit den grundlegenden
Anforderungen zu einer Umkehr der Beweislast führen, indem es für
den Hersteller genügt, nachzuweisen, dass er diese technischen Normen
eingehalten hat),

7

- den verschiedenen Verfahren zur Konformitätsbewertung (welche
sicherstellen sollen, dass systematisch überprüft wird, ob ein Gerät den
grundlegenden Anforderungen genügt, wobei diese Prüfung - ausser in
den Fällen, in welchen eine Konformitätsbewertungsstelle beizuziehen ist
- grundsätzlich in der Eigenverantwortung des Herstellers liegt)

- sowie den Mitteln zum Nachweis der Konformität gegenüber den
Vollzugsorganen des STEG (vgl. dazu auch den STEG-Kommentar der EKTEG,
S. 11).

b. Es kann festgehalten werden, dass der Inverkehrbringer in formeller
Hinsicht gewisse Anforderungen erfüllen muss, damit er sein Gerät in Verkehr
bringen kann (z.B. Erstellung einer Konformitätserklärung, allenfalls unter
Beizug einer akkreditierten Prüfstelle). Darüber hinaus trifft ihn aber auch
die Beweislast dafür, dass sein Gerät mit den grundlegenden Sicherheits-
und Gesundheitsanforderungen übereinstimmt. Dies ergibt sich daraus,
dass diese Beweislast abgeschwächt ist für den Fall, dass er nachweisen
kann, dass er bei der Herstellung seines Geräts eine für anwendbar erklärte
technische Norm befolgt hat. Diesfalls muss er lediglich nachweisen, dass
er die entsprechende technische Norm bei der Herstellung eingehalten
hat, und es obliegt dem Vollzugsorgan nachzuweisen, dass trotzdem die
zwingenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen nicht erfüllt sind
(vgl. auch oben E. 4d). Falls keine technischen Normen eingehalten worden
sind, obwohl solche bestehen, obliegt der Beweis für die Übereinstimmung
mit den grundlegenden Anforderungen dem Hersteller und (im Falle
einer nachträglichen Kontrolle) nicht dem Vollzugsorgan. Im System der
nachträglichen Kontrolle hat das Vollzugsorgan jedoch auf jeden Fall bei einem
Eingreifen darzulegen, aus welchen Gründen es gerade im Hinblick auf die
materielle Seite (Übereinstimmung mit den grundlegenden Anforderungen)
diese für verletzt hält. Es hat somit darzulegen, aus welchen Gründen es
den Nachweis des Herstellers als nicht genügend erachtet. Insofern trifft das
Vollzugsorgan auf jeden Fall die Pflicht, sich - gestützt auf die vom Hersteller
bereit zu haltende Dokumentation - eingehend mit dem kontrollierten und
allenfalls zu beanstandenden Gerät zu befassen.

7.a. Da die Anlage in der Firma Z aus vier Elementen
(«Schmetterlings»-Wendetisch, Zwischenförderer, Aufstelltisch und
«Bahnhof») besteht, sei nochmals festgehalten, dass sich der Streitgegenstand
- mithin das Verkaufsverbot - im vorliegenden Fall lediglich auf die zwei
letztgenannten Anlagenteile beschränkt (vgl. oben E. 3a).

Aus den Akten ergibt sich Folgendes:

Beim Betrieb der Elementanlage in der Firma Z ereignete sich (…) 1998
ein tödlicher Unfall. Als versucht wurde, ein Grosswandelement aus dem
«Bahnhof» auf den angedockten Aufstelltisch zu verschieben, stürzte das
Element um und er-drückte einen Arbeiter der Firma Z. Im damaligen
Zeitpunkt bestanden offenbar - wie sich aus dem Unfallrapport (...) ergibt
- offensichtliche Mängel an der Anlage (insbesondere zu schwache und
zu kurze Führungsrohre; ...). Auch formelle Anforderungen, welche der
Inverkehrbringer zu erfüllen hat, waren nicht eingehalten (fehlende
Konformitätserklärung, fehlende Betriebsanleitung). Die Beschwerdeführerin
beruft sich darauf, dass im Unfallzeitpunkt die Anlage gar nicht übergeben
war.

8

In der Folge wurden an der Anlage in der Firma Z offenbar Verbesserungen
vorgenommen. Anlässlich eines Besuchs der Anlage am 8. Juni 1998 stellte
die SUVA jedoch immer noch Mängel fest, die im ungünstigsten Fall zum
Herauskippen eines Elements aus den Führungsrohren hätten führen können.
Am 8. Juli 1998 reichte die Beschwerdeführerin der SUVA eine korrigierte
Betriebsanleitung sowie eine Konformitätserklärung ein, welche gemäss SUVA
den Anforderungen nun weitgehend genügten. Diese Unterlagen konnte die
SUVA der REKU nicht einreichen - immerhin sei hier festgehalten, dass eine
Konformitätserklärung nicht genügend sein kann, wenn die effektive oder
materielle Konformität nicht gegeben ist. Aus den Unterlagen geht im Übrigen
hervor, dass die SUVA anlässlich ihrer Treffen mit der Beschwerdeführerin
diese auf verschiedene konkrete Mängel hingewiesen hatte, diese jedoch - wie
sich aus Nachkontrollen ergeben habe - nicht alle Mängel behoben hatte. (…)

Anlässlich des Augenscheins der REKU vom 3. September 1999 wurde
ebenfalls festgestellt, dass die Anlage in der Firma Z seit dem Unfall 1998
verändert worden war. Insbesondere war das obere Führungssystem
des Aufstelltisches auf 12 Meter verlängert worden, weiter wurden die
Führungs- bzw. Sicherungsrohre und die Laufrollen verstärkt sowie die
Querverriegelung eingangs des «Bahnhofs» verbessert. Die SUVA wies jedoch
anlässlich des Augenscheins darauf hin, dass nicht ausgeschlossen werden
könne, dass versteckte Mängel immer noch zu einem Unfall führen könnten;
es fehle insbesondere eine Schnittstellengefährdungsanalyse.

Im Anschluss daran reichte die X AG zusätzliche Akten ein, insbesondere einen
Sicherheitsnachweis betreffend die Anlage Z. Massgebend ist darin der Punkt
4, welcher den hier streitigen Aufstelltisch und das Elementlager betrifft. Im
Einzelnen behandelt der Sicherheitsnachweis das Absenken des Aufstelltisches
(4.1), die Standsicherheit des Aufstelltisches (4.2), den Fahrantrieb des
Aufstelltisches (4.3), die Verriegelung und Zentrierung des Aufstelltisches
(4.4), die oberen Führungsschienen am Aufstelltisch und «Bahnhof» (4.5),
die Führungsstangen an den Elementen (4.6), das Umkippen der Elemente
im «Bahnhof» (4.7), die Bahnhofwagen (4.8), den Stahlbau des «Bahnhofs»
(4.9) sowie den Elementbahnhof (4.10). Unter jedem Punkt wird jeweils das
Schutzziel formuliert und angefügt, mit welchen Massnahmen die Sicherheit
gewährleistet werden soll. Unter einzelnen Punkten wird auf physikalische
Berechnungen verwiesen, welche im Anhang zum Sicherheitsnachweis
aufgeführt werden.

b. Wie bereits oben unter E. 2 festgehalten, ist die Angelegenheit unter
Berücksichtigung der zusätzlich eingereichten Akten zu beurteilen. Die REKU
prüft somit, ob sich ein Verkaufsverbot auch angesichts des im September
1999 zusätzlich eingereichten Sicherheitsnachweises immer noch rechtfertigt.

Die SUVA äussert sich zu diesem zusätzlichen Sicherheitsnachweis und
kommt zum Schluss, dass dieser immer noch ungenügend sei (...). Dabei
ist zu bemerken, dass sie angesichts der in E. 2 dargestellten Grundsätze
ebenfalls verpflichtet war, die seit Erlass der Verfügung veränderte Sachlage
mit zu berücksichtigen, zumindest müsste sie sich entgegenhalten lassen,
dass die REKU den neuen Angaben Rechnung trägt. Daher ist der Hinweis
auf die Tatsache, dass der Sicherheitsnachweis nicht die ursprüngliche
Anlage betrifft, nur von untergeordneter Bedeutung. Dies um so mehr, als
sich das Verkaufsverbot gemäss der SUVA ja gegen sämtliche Anlagen dieses

9

Typs richtet. Der SUVA ist hingegen zuzustimmen, dass die Konformität
grundsätzlich beim Inverkehrbringen gegeben sein muss. Insbesondere
wirkt sich die Konzeption des STEG selbstverständlich auf die Phase
der Planung und Konstruktion einer technischen Einrichtung aus (vgl.
Ziff. 3 der Vorbemerkungen zum Anhang I der Maschinenrichtlinie;
STEG-Kommentar der EKTEG, S. 23). Allerdings ist die gerichtliche Bestätigung
eines Verkaufsverbotes nicht angebracht einzig aufgrund der Tatsache, dass
im Zeitpunkt des Inverkehrbringens ein verlangter Sicherheitsnachweis
nicht vorhanden war (vgl. E. 2). Es kann hier im Übrigen offen bleiben, ob die
Tatsache, dass im Zeitpunkt des Inverkehrbringens gemäss der SUVA gewisse
Anforderungen nicht erfüllt waren, andere Sanktionen nach sich zieht.

c. Im Einzelnen kritisiert die SUVA, dass die Sicherheitsüberlegungen im
vorliegenden Fall offenbar während der Produktions- und Konstruktionsphase
nicht erfolgt waren und erst nach dem Unfall sicherheitstechnische
Überlegungen zu Veränderungen an der Anlage geführt hätten. Zwar seien
bei einer Sichtkontrolle keine offensichtlichen Mängel mehr erkennbar,
doch könnten versteckte Mängel nicht ausgeschlossen werden. Um
solche auszuschliessen, brauche es eine fachmännisch ausgeführte
Sicherheitsanalyse. Diesen Anforderungen genüge jedoch die eingereichte
Unterlage nicht. Anhand von vier Sollfunktionen wird erläutert, dass der
Sicherheitsnachweis nach wie vor ungenügend sei.

So werde (…) nichts oder nur Ungenügendes ausgeführt betreffend folgender
Risiken:

(Auflistung)

Zur mangelnden Festigkeit (…) wird erwähnt, dass im durch die
Beschwerdeführerin gelieferten Sicherheitsnachweis die Berechnungen
fehlen.

(…)

Die SUVA betont überdies, dass die Risikoeinschätzung (Schadensausmass
und Eintretenswahrscheinlichkeit) für keine der im Sicherheitsnachweis
erwähnten Gefahren ermittelt worden sei.

Weiterhin wird angeführt, dass für einzelne Gefährdungen Massnahmen
vorgesehen und im Sicherheitsnachweis erwähnt würden. Diese Massnahmen
seien auch in die Betriebsanleitungen eingebaut worden. Inwieweit diese
Massnahmen aber dem auftretenden Risiko entsprechen würden, sei aufgrund
der fehlenden Risikoanalyse nicht ersichtlich.

d. Der SUVA ist darin beizupflichten, dass die durch die Beschwerdeführerin
eingereichte Sicherheitsanalyse offensichtlich noch schwerwiegende
Lücken aufweist. Dabei handelt es sich bei den von der SUVA genannten
Gefährdungen, wie aus einem Vergleich mit dem verbindlichen Anhang
I der Maschinenrichtlinie hervorgeht, um durch die grundlegenden
Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen erfasste Punkte (vgl. z.B.
Ziff. 1.3 «Schutzmassnahmen gegen mechanische Gefahren», Ziff. 1.5.1
«Gefahren durch elektrische Energie», Ziff. 1.5.3 «Gefahren durch
nicht-elektrische Energie», Ziff. 1.5.4 «Gefahren durch fehlerhafte Montage»,
Ziff. 1.5.15 «Sturzgefahr»; vgl. auch Ziff. 4 «Grundlegende Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen zur Ausschaltung der speziellen Gefahren durch

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Hebevorgänge», insbesondere Ziff. 4.1.2.2 «Führungen und Laufbahnen»,
Ziff. 4.1.2.3 «Festigkeit» sowie Ziff. 4.1.2.7 «Gefahren durch beförderte
Lasten»). Einerseits zeigt die Auflistung der SUVA deutlich, dass gewisse der
Gefährdungen von der X AG weder erkannt noch als solche aufgeführt und
behandelt worden sind. In dieser Hinsicht ist somit festzustellen, dass der
Nachweis für die Übereinstimmung mit den grundlegenden Sicherheits- und
Gesundheitsanforderungen noch immer nicht erbracht ist, denn der Hersteller
ist gemäss Ziff. 3 der Vorbemerkungen zum Anhang I der Maschinenrichtlinie
verpflichtet, eine Gefahrenanalyse vorzunehmen, um alle mit seiner Maschine
verbundenen Gefahren zu ermitteln. Andererseits weist die SUVA aber
auch zu Recht darauf hin, dass die Systematik des Sicherheitsnachweises
in formeller Hinsicht ungenügend ist. Beispielsweise ist die Risikoeinschätzung
auch für jene Gefährdungen, welche angeführt worden sind, nicht ermittelt. In
der Tat ist unter diesen Umständen auch nicht geklärt, ob die vorgesehenen
Sicherheitsmassnahmen zweckmässig und ausreichend sind.

Es sei in diesem Zusammenhang auch auf die harmonisierte technische
Norm EN 1050, Sicherheit von Maschinen - Leitsätze zur Risikobeurteilung
(Fundstelle in BBl 1998 V 5193), verwiesen. Gemäss dieser Norm sind bei
der Risikobeurteilung aus formeller Sicht gewisse Schritte einzuhalten,
damit eine umfassende Überprüfung vorgenommen werden kann. So soll
gewährleistet werden, dass ein Gerät im Hinblick auf die Übereinstimmung
mit den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen
untersucht worden ist. Zu diesen Schritten gehören die Risikoanalyse
(Bestimmung der Grenzen der Maschine, Identifizierung der Gefährdungen
und Risikoeinschätzung [Ausmass des Schadens, Eintrittswahrscheinlichkeit]),
die Risikobewertung und, wo erforderlich, die Risikominderung (vgl. im
Detail Ziff. 4.1 der EN 1050). Anhand dieser Norm ist klar erkennbar, dass der
von der Beschwerdeführerin eingereichte Sicherheitsnachweis in formeller
wie auch materieller Hinsicht Mängel aufweist. Eine Risikobeurteilung als
Folge von logischen Schritten, welche die systematische Untersuchung von
Gefährdungen, die von Maschinen ausgehen, erlauben (vgl. Ziff. 4.1 EN 1050),
ist mit dem durch die Beschwerdeführerin eingereichten Sicherheitsnachweis
nicht gegeben.

e. Es kann somit zusammenfassend festgehalten werden, dass selbst unter
Berücksichtigung der während dem vorliegenden Verfahren zusätzlich
eingereichten Unterlagen der Nachweis für die Übereinstimmung der
Anlagenbestandteile Aufstelltisch und «Bahnhof» mit den grundlegenden
Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen nicht erbracht ist. Unter diesen
Umständen erweist sich das Verkaufsverbot, welches die SUVA erlassen hat,
als gerechtfertigt. Da sich beim Betrieb der - zwar inzwischen verbesserten -

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Anlage auch ein tödlicher Unfall ereignet hat und von der Anlage angesichts
ihrer Grösse und der Grösse der bearbeiteten Elemente doch erhebliche
Gefährdungen ausgehen, erscheint ein Verkaufsverbot als verhältnismässig.

8. Es ist somit noch zu untersuchen, ob sich im vorliegenden Fall die
getroffene Verwaltungsmassnahme im Sinne von Art. 11 Abs. 2 STEG, d. h.
das Verkaufsverbot, mit der Auflage verbinden lässt, dass eine akkreditierte
Drittstelle den geforderten Sicherheitsnachweis erstellen muss.

a. Vorab ist festzuhalten, dass die zu beurteilende Anlage nicht unter
diejenigen Maschinen fällt, bei welchen von Gesetzes wegen eine Drittstelle
obligatorisch beizuziehen ist, damit eine gültige Konformitätserklärung
ausgestellt werden kann (vgl. Art. 5 Abs. 2 STEG und Anhang 1 STEV in
Verbindung mit Anhang IV Maschinenrichtlinie, welche diese Maschinen
abschliessend aufführt). Somit kann festgehalten werden, dass der Beizug
einer Drittstelle durch die Kontrollbehörde nicht gestützt auf diese
Gesetzesbestimmung gefordert werden kann.

b. Die SUVA ist als Vollzugsorgan ermächtigt, im nachträglichen
Kontrollverfahren ein Verkaufsverbot zu erlassen (Art. 11 Abs. 2 STEG).
Sie ist gemäss Art. 12 Abs. 2 STEV ebenfalls dazu ermächtigt, die nötigen
Sicherheitsmassnahmen mit einer Verfügung anzuordnen. Dabei ist zu
bejahen, dass sie in einer derartigen Verfügung ausnahmsweise auch
bestimmt, unter welchen Bedingungen ein Verkaufsverbot aufzuheben
wäre. Im Sinne der Rechtssicherheit ist es auch für den betroffenen
Betrieb von Interesse, dass er sich im Klaren darüber ist, welche Auflagen
er noch zu erfüllen hat, damit die Massnahme aufgehoben werden
kann. Allerdings ist, da das Gesetz vorschreibt, in welchen Fällen eine
Konformitätsbewertungsstelle beizuziehen ist, im konkreten Fall genau zu
untersuchen, ob sich eine derartige Anordnung rechtfertigt. Grundsätzlich ist
es nämlich Sache des Herstellers, das Konformitätsbewertungsverfahren
in eigener Verantwortung durchzuführen. Es liegt aber auch in seiner
Verantwortung, den Beweis dafür zu erbringen, dass die grundlegenden
Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen erfüllt sind. Das Vorgehen der
SUVA, welche den Beizug einer Drittstelle verfügte, rechtfertigt sich somit
nur, wenn einerseits die Komplexität der zu kontrollierenden Maschine dies
erfordert, indem beispielsweise - wie im vorliegenden Fall - nur mit einer
eingehenden Sicherheitsanalyse nachgewiesen werden kann, dass die Anlage
den grundlegenden Anforderungen entspricht, und sich andererseits anhand
des konkreten Einzelfalls zeigt, dass der betroffene Betrieb zu einer solchen
selber nicht in der Lage ist.

c. Im vorliegenden Fall wurde offenbar die Anlage bereits in Betrieb
genommen, als sie noch erhebliche Mängel aufwies; festzustellen ist
jedenfalls, dass es beim Betrieb dieser Anlage zu einem tödlichen Unfall
gekommen ist. Weiterhin ist zu bemerken, dass die Konformitätserklärung
erst in einem späteren Zeitpunkt erstellt worden ist. Aus dem Verlauf der
Angelegenheit geht zudem hervor, dass die Herstellerin offenbar in der Tat
erst im Nachhinein (nach dem Unfall und nachdem die SUVA erhebliche
Mängel feststellte) tätig wurde und beanstandete Mängel behob bzw.
geforderte Unterlagen erstellte (…). Unter diesen Umständen stellt sich
tatsächlich die Frage, inwieweit bei Planung, Konzeption und Herstellung
der Anlagenbestandteile die grundlegenden Sicherheitsanforderungen

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überhaupt im Auge behalten worden sind, zumal aus den Akten die
Auffassung der Beschwerdeführerin erkennbar wird, die Anlage werde von
der SUVA abgenommen bzw. die Mängel seien von dieser aufzuzeigen, um
anschliessend durch den Hersteller korrigiert werden zu können (...). Die
Beschwerdeführerin erhielt im Weiteren selbst noch im Beschwerdeverfahren
Gelegenheit, einen zusätzlichen, korrekten Sicherheitsnachweis zu erbringen;
dieser erwies sich - wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht - jedoch
erneut als offenbar ungenügend.

Angesichts der Tatsache, dass es der Herstellerin obliegt, den
Sicherheitsnachweis zu erbringen, ist die Auferlegung der Bedingung des
Beizugs einer akkreditierten Drittstelle zu bestätigen. Es soll nicht ermöglicht
werden, dass durch das wiederholte Vorlegen neuer Beweisstücke und
neuer Abänderungen letztlich die Beweislast umgekehrt wird, indem es
immer wieder dem Vollzugsorgan zugeschoben wird darzulegen, warum
eine bestimmte zusätzlich getroffene Abänderung noch immer nicht einen
genügenden Beweis für die Übereinstimmung mit den grundlegenden
Anforderungen darstellt. Im vorliegenden Fall ist ersichtlich, dass die
Beschwerdeführerin nicht in der Lage war, die Übereinstimmung mit den
grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen zu belegen,
obschon sie dazu mehrmals Gelegenheit hatte und durch die SUVA auch in
verschiedenen Schreiben auf die erforderlichen Punkte aufmerksam gemacht
worden ist. Daher rechtfertigt es sich vorliegend auch, das Verkaufsverbot bis
zum Vorliegen einer Expertise durch eine akkreditierte Drittstelle aufrecht zu
erhalten.

Es ist aber nochmals zu betonen, dass sich diese Situation nur ausnahmsweise
präsentiert und es dem Vollzugsorgan auch nicht freigestellt ist, bei jedem
noch so geringen Zweifel an der Einhaltung der Sicherheitsanforderungen
kurzum den Beizug einer Drittstelle zu verlangen und derart auf dem
Vollzugsweg den Anwendungsbereich des Anhangs 1 der STEV faktisch
auszuweiten.

9. Aus diesen Gründen ist die Beschwerde abzuweisen.

10. (Kosten)

[28] Gemäss den Erläuterungen zum Vernehmlassungsentwurf zur Änderung
der STEV existiert die EKTEG nicht mehr. Der STEG-Kommentar kann beim
Staatssekretariat für Wirtschaft (seco), Bundesgasse 8, 3003 Bern, bezogen
werden.
[29] Die europäischen Richtlinien können beim Schweizerischen
Informationszentrum für technische Regeln (switec), Bürglistrasse 29, 8400
Winterthur, bezogen werden.

Allgemeine Angaben zur Eidgenössischen Rekurskommission für die
Unfallversicherung

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http://www.admin.ch/ch/d/cf/ko/index_35.html
http://www.admin.ch/ch/d/cf/ko/index_35.html

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 65.90 - Auszug aus einem Urteil der Eidgenössischen Rekurskommission für die

Unfallversicherung vom 7. Juli 2000 i.S. X AG gegen die Schweizerische

Unfallversicherungsanstalt SUVA [REKU 391/98]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2001
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Band 65
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Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus einem Urteil der Eidgenössischen Rekurskommission für die Unfallversicherung vom 7. Juli 2000 i.S. X AG gegen die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA [REKU 391/98]