# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c47f560-ecb7-508a-b0da-f5e8d600b4fa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.08.2017 D-6803/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6803-2015_2017-08-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6803/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A u g u s t  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti, Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. Ursina Bernhard, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Anerkennung als Flüchtling; 

Verfügung des SEM vom 29. September 2015 / N_______. 

 

 

 

D-6803/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein aus 

B._______ stammender eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer Ethnie, 

seine Heimat am 21. April 2014 auf dem Landweg und gelangte über 

C._______, D._______ und E._______ am 23. Juni 2014 illegal in die 

Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

F._______ ein Asylgesuch einreichte. Dort wurde am 11. Juli 2014 die Be-

fragung zur Person (BzP) durchgeführt. Dabei führte er zu den Gründen 

seines Asylgesuchs an, er habe befürchtet, irgendwann nach G._______ 

in den Militärdienst mitgenommen zu werden. Wenn man schlechte Noten 

in der Schule habe, sei die Gefahr gross, eingezogen zu werden. Er habe 

zwar von den Militärbehörden bis zu seinem Ausreiseentschluss nichts ge-

hört. Da er jedoch keinen Dienst habe leisten und einem Aufgebot zuvor-

kommen wollen, sei er rechtzeitig ausgereist. Zusammen mit Freunden, die 

sich in der gleichen Situation wie er befunden hätten, sei er am 21. April 

2014 zu Fuss auf illegalem Weg nach C._______ gelangt. Sein Bruder 

H._______ sei auch in Gefahr gewesen, zum Militärdienst eingezogen zu 

werden, und habe sogar eine Vorladung erhalten. Bevor es dazu gekom-

men sei, habe H._______ jedoch Eritrea im Jahre (...) verlassen. 

A.b Mit Entscheid des SEM vom 21. Juli 2014 wurde der Beschwerdefüh-

rer für den weiteren Aufenthalt dem Kanton I._______ zugewiesen. 

A.c Mit Schreiben vom 14. Januar 2015 zeigte Frau (...) von der (Nennung 

Rechtsvertretung) die Übernahme des Mandats an und ersuchte um voll-

ständige Akteneinsicht und um Einräumung des Rechts auf Stellungnahme 

nach abgeschlossener Instruktion. 

A.d Am 15. Januar 2015 wurde der Beschwerdeführer in Anwesenheit sei-

ner Rechtsvertretung durch das SEM angehört. Dabei machte er zur Be-

gründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, da seine Mutter 

ein Kind bekommen habe, habe er die Schule für einen oder zwei Monate 

unterbrechen und zuhause helfen müssen. Durch diese Schulabsenz habe 

er viele Prüfungen verpasst und dadurch schlechte Resultate erhalten. We-

gen ungenügender Punkte sei es ihm danach verwehrt worden, die Schule 

weiterhin zu besuchen. Sodann sei er eines Tages, wann wisse er nicht 

mehr, auf dem Weg zu einem Laden in eine Razzia geraten. Die Soldaten 

hätten die Leute mitgenommen und überprüft. Da er noch einen bis Ende 

des Schuljahres gültigen Schülerausweis besessen habe und die Soldaten 

zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst hätten, dass er die Schule nicht 

D-6803/2015 

Seite 3 

mehr besuchen dürfe, habe man ihn gehen lassen. Etwa eine Woche spä-

ter sei über die Schule eine Vorladung zugestellt worden, die seine Mutter 

entgegengenommen habe. Diese habe ihm gesagt, dass er von der Schule 

verwiesen worden sei und nach G._______ einrücken müsse. Dort müsse 

man glaublich eine militärische Ausbildung durchlaufen, er wisse es aber 

nicht genau. Ferner habe er von seiner Familie erfahren, dass er einmal 

nach seiner Ausreise zu Hause von den Behörden gesucht worden sei. Auf 

die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Zum Beleg seiner Vorbringen reichte er (Nennung Beweismittel) zu den 

Akten. 

A.e Mit Eingabe vom 20. August 2015 liess der Beschwerdeführer dem 

SEM Kopien (Nennung Beweismittel) zukommen. 

A.f Mit Schreiben vom 15. September 2015 ersuchte der Beschwerdefüh-

rer die Vorinstanz um Mitteilung, bis wann er mit einem Asylentscheid rech-

nen könne. 

A.g Mit Zwischenverfügung vom 23. September 2015 stellte das SEM dem 

Beschwerdeführer bezüglich seines Akteneinsichtsgesuchs eine Kopie des 

Aktenverzeichnisses sowie Kopien der von ihm gewünschten Akten – so-

weit nicht der Geheimhaltung gemäss Art. 27 VwVG unterliegend – zu. 

B.  

Mit Verfügung vom 29. September 2015 – eröffnet am 30. September 

2015 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-

eigenschaft nicht, und lehnte dessen Asylgesuch ab. Die Vorinstanz be-

gründete die Abweisung des Asylgesuchs damit, dass die Vorbringen des 

Beschwerdeführers weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-

mäss Art. 7 AsylG (SR 142.31) noch denjenigen an die Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 3 AsylG genügten. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei-

sung aus der Schweiz, schob den Vollzug der Wegweisung jedoch wegen 

Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. 

C.  

Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 22. Oktober 

2015 liess der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung Be-

schwerde erheben und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständigen Abklärung des 

Sachverhalts, eventualiter die Aufhebung von Ziffer 1 des Dispositivs des 

D-6803/2015 

Seite 4 

angefochtenen Entscheids und die Anerkennung als Flüchtling beantra-

gen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sowie um die Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als unentgelt-

liche Rechtsbeiständin. Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesent-

lich, in den Erwägungen eingegangen. 

Seiner Eingabe legte er (Auflistung Beweismittel) bei. 

D.  

Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 30. Oktober 2015 wurde dem 

Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten dürfe. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Erlass des Kos-

tenvorschusses wurden gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses wurde verzichtet. Das Gesuch um amtliche Rechtsverbeistän-

dung gemäss Art. 110a AsylG wurde ebenfalls gutgeheissen und dem Be-

schwerdeführer eine amtliche Rechtsbeiständin in der Person von lic. iur. 

Ursina Bernhard bestellt. Sodann wurde das SEM gestützt auf Art. 57 

VwVG eingeladen, bis zum 16. November 2015 eine Vernehmlassung ein-

zureichen. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 11. November 2015 hielt die Vorinstanz – 

unter Hinweis auf ihre ergänzenden Bemerkungen – an ihren bisherigen 

Erwägungen vollumfänglich fest. 

F.  

Mit Verfügung vom 13. November 2015 wurde dem Beschwerdeführer die 

vorinstanzliche Vernehmlassung zugestellt und ihm gleichzeitig die Mög-

lichkeit eingeräumt, bis zum 30. November 2015 dazu Stellung zu nehmen. 

G.  

Mit Eingabe vom 30. November 2015 legte der Beschwerdeführer seine 

Replik ins Recht. 

H.  

Mit Urteil des (...) vom (...) wurde der Beschwerdeführer der (Nennung De-

likte) schuldig erklärt und zu (Nennung Strafmass) verurteilt. 

 

D-6803/2015 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

1.4 Mit der vorliegenden Beschwerde wird im Hauptpunkt die Aufhebung 

der vorinstanzlichen Verfügung und die Rückweisung der Sache an das 

SEM zur vollständigen Sachverhaltsabklärung, im Eventualstandpunkt die 

Anerkennung des Beschwerdeführers als Flüchtling beantragt. Gegen-

stand des Beschwerdeverfahrens bildet demnach vorerst die Prüfung des 

Kassationsantrages und – sofern dieser nicht gutgeheissen wird – der 

Frage, ob das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu 

Recht verneint hat. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

D-6803/2015 

Seite 6 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides 

im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer habe sich im Verlaufe des 

Verfahrens in mehrere markante Unstimmigkeiten verstrickt, so hinsichtlich 

der Umstände, die zu seinem Schulabbruch und einem möglichen militäri-

schen Aufgebot nach G._______ geführt hätten sowie bezüglich der Schil-

derung seiner illegalen Ausreise nach C._______. Die von ihm abgegebe-

nen Erklärungen hätten nicht zu überzeugen vermocht, zumal von einer 

asylsuchenden Person erwartet werden dürfe, dass sie ihre fluchtbegrün-

denden Schlüsselerlebnisse detailgetreu und widerspruchsfrei darzulegen 

vermöge. Sowohl das militärische Aufgebot wie auch die Razzia in seinem 

Wohnort – welche seinem Vernehmen nach die Vorladung nach 

G._______ erst ermöglicht habe – würden zweifellos zu den Erlebnissen 

gehören, welche den Ausschlag für die Ausreise aus seinem Heimatstaat 

gegeben hätten. Auch die Schilderung der Ausreise nach C._______ sei 

nicht als schlüssig zu erachten. Besonders hellhörig mache dabei seine 

Behauptung, eritreische Soldaten hätten ihn um ein Haar erwischt. Selbst 

auf Nachfrage habe er dieses – auch erst in der vertieften Anhörung gel-

tend gemachte – Schlüsselerlebnis nur sehr wortkarg und platt zu schildern 

vermocht. Es bestünden insgesamt überwiegende Zweifel an der Glaub-

haftigkeit der erlittenen Vorverfolgung sowie der illegalen Ausreise und es 

entstehe der Eindruck, er habe seine Vorbringen in der Anhörung dramati-

siert, um sein Asylgesuch zu untermauern. Doch selbst bei Wahrunterstel-

lung der geltend gemachten Razzia in B._______ und des Aufgebotes 

nach G._______ sei nicht ersichtlich, inwiefern er mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft staatlichen Verfolgungsmassnah-

D-6803/2015 

Seite 7 

men ausgesetzt gewesen sein sollte, falls er in seinem Heimatland geblie-

ben wäre. Es könne daher von einem menschenunwürdigen Leben, dem 

er sich nur durch eine Flucht ins Ausland habe entziehen können, nicht die 

Rede sein. Indessen ergebe sich im eritreischen Kontext die Gefahr einer 

künftigen Verfolgung regelmässig auch aus dem Umstand einer illegalen 

Ausreise im dienstpflichtigen Alter. Refraktion und Desertion würden in Erit-

rea schwer bestraft und glaubhafte Vorbringen dieser Art vermöchten da-

her gemäss Praxis des SEM und gemäss Entscheidungen und Mitteilun-

gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006/3 eine 

Furcht vor asylrelevanter Verfolgung zu begründen. Es sei daher zu prüfen, 

ob er Eritrea illegal verlassen habe. Gemäss Art. 11 der Proclamation No. 

24/1992, welche die Ein- und Ausreise nach und von Eritrea regle, sei ein 

legales Verlassen des Landes ausschliesslich mit einem gültigen Reise-

pass und einem zusätzlichen Ausreisevisum möglich. Die Ausreise ohne 

die erforderlichen Dokumente werde gemäss Art. 29 des Erlasses mit einer 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren und/oder einer Busse bis zu 10‘000 Birr 

– der in Eritrea bis zur Einführung der eigenen Landeswährung Nakfa gül-

tigen äthiopischen Währung – bestraft. In der Praxis würden Ausreisevisa 

bereits seit mehreren Jahren nur noch unter sehr restriktiven Bedingungen 

und gegen Bezahlung hoher Geldbeträge an wenige, als loyal beurteilte 

Personen ausgestellt. Zu beachten sei weiter, dass Kinder ab elf Jahren, 

Männer bis zum Alter von 54 Jahren und Frauen bis 47 Jahre grundsätzlich 

von der Visumserteilung ausgeschlossen seien. Der Beschwerdeführer 

habe eigenen Angaben zufolge seine Heimat im April 2014, mithin im Alter 

von (...) Jahren, verlassen. Gemäss dieser Darstellung wäre mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit von einer illegalen Ausreise auszugehen. In-

dessen wecke die substanzlose Schilderung der Flucht ernsthafte Zweifel 

an der persönlichen Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers und lasse 

darauf schliessen, dass er die wahren Umstände seiner Ausreise verheim-

liche. Namentlich sei nicht auszuschliessen, dass er Eritrea bereits zu ei-

nem erheblich früheren Zeitpunkt verlassen habe. Dabei sei zu berücksich-

tigen, dass sich nicht nur in den Nachbarstaaten Äthiopien und Sudan, son-

dern auch in Kenia, Uganda, Saudi-Arabien, Israel und Südafrika eine 

grosse eritreische Diaspora gebildet habe. Zwar könne aus der Unglaub-

haftigkeit seiner Vorbringen nicht auf eine legale Ausreise geschlossen 

werden. Jedoch genüge es genauso wenig, sich auf die notorisch schwie-

rige legale Ausreise zu berufen, ohne die konkreten Ausreisegründe und -

umstände glaubhaft darzutun. Auch im dargelegten länderspezifischen 

Kontext treffe die gesuchstellende Person von Gesetzes wegen die Be-

weis- und Substanziierungslast gemäss Art. 7 und 8 AsylG. Mithin müsse 

diese das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen beweisen oder 

D-6803/2015 

Seite 8 

glaubhaft machen. Unter diesen Umständen sei festzustellen, dass dies 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei. Entsprechend der Praxis des 

Bundesverwaltungsgerichts sei daher davon auszugehen, dass er Eritrea 

auf legale Weise verlassen habe. 

3.2 Demgegenüber wendete der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde-

schrift zunächst in formeller Hinsicht ein, er sei von der Vorinstanz zu seiner 

Ausreise nicht kindesgerecht befragt worden. Bei Asylverfahren unbeglei-

teter minderjähriger Asylsuchender (UMA) gehe die Untersuchungspflicht 

der Vorinstanz wesentlich weiter als bei volljährigen, um Asyl ersuchenden 

Personen. Vor allem sei die Schwelle der Zumutbarkeit der Mitwirkung ge-

mäss Art. 8 AsylG bei Minderjährigen höher anzusetzen als bei Volljähri-

gen, insbesondere betreffend die Pflicht zur Beibringung von Beweismit-

teln. Auch die von UMA in den Anhörungen zu den Fluchtgründen und wei-

teren entscheidrelevanten Punkten gemachten Vorbringen müssten von 

der Vorinstanz mit besonderer Sorgfalt und allenfalls mittels weiterer Ab-

klärungen im Heimatland geprüft werden (mit Verweis auf EMARK 

2004/30). Das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem Grundsatzurteil 

E-1928/2014 vom 24. Juli 2014 (= BVGE 2014/30, Anmerkung des Bun-

desverwaltungsgerichts) die Anforderungen an die Befragung von UMA ge-

nannt, welche diese erfüllen müsse, damit die betreffende Befragung als 

Grundlage zum Entscheid über ein Asylgesuch geeignet sei und auf sie 

abgestellt werden könne. Vorliegend seien vor allem die folgenden, im zi-

tierten Urteil genannten Kriterien massgebend: Bei der Befragung sei den 

besonderen Aspekten der Minderjährigkeit Rechnung zu tragen und die 

Vorinstanz müsse die erforderlichen Massnahmen ergreifen, damit sich 

der/die UMA wohl fühle. Die befragende Person müsse für die Befragung 

von UMA speziell qualifiziert und geschult sein, habe für eine einladende 

Atmosphäre zu sorgen und Empathie zu zeigen, das Verhalten und die 

non-verbale Kommunikation des UMA zu beobachten, die Fragen direkt an 

den/die UMA zu stellen, die Fragen unter verschiedenen Blickwinkeln so-

wie auch offene Fragen zu stellen und diese nachfolgend zu präzisieren 

und habe die Antworten des UMA neu zu formulieren, um sich zu verge-

wissern, dass die Antwort richtig verstanden worden sei. Die Antworten 

seien vor dem Hintergrund des Entwicklungsstandes der/des UMA zu wür-

digen, wobei das Alter bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der Rich-

tigkeit der Aussagen zu berücksichtigen sei. In casu sei strittig, ob der Be-

schwerdeführer die Gelegenheit erhalten habe, seine Asylgründe glaubhaft 

darzulegen. Zu berücksichtigen sei dabei, dass er sich erst seit Juni 2014 

in der Schweiz aufhalte und erst langsam mit dem Konzept des Asylverfah-

D-6803/2015 

Seite 9 

rens in der Schweiz vertraut werde. Die durchgeführten Befragungen wür-

den sich in casu von Befragungen erwachsener Personen kaum unter-

scheiden und es sei nicht erkennbar, dass eine kindesgerechte Befragung 

durchgeführt und auf ihn, als minderjährigen Beschwerdeführer, entspre-

chend eingegangen worden sei. Wohl habe man ihn zu Beginn der Anhö-

rung nach seinem Befinden und der Situation seiner Familie in Eritrea be-

fragt, wobei man versucht habe, ihn dadurch an das Thema heranzuführen. 

Im weiteren Verlauf der Anhörung habe sich jedoch der Stil geändert. Fra-

gen seien nicht anders formuliert und auch nur dann wiederholt worden, 

wenn er diese nicht verstanden habe. Zwar enthalte die Anhörung Sequen-

zen, in denen die befragende Person versucht habe, ihn abzuholen. Dabei 

habe es sich jedoch meist um unwesentliche Themen gehandelt. Zur ille-

galen Ausreise seien lediglich acht bis zehn Fragen gestellt und dabei sei 

in keiner Weise auf die Fähigkeiten eines minderjährigen Asylsuchenden 

eingegangen worden. Die Fragen seien klassisch, kurz und knapp ausge-

fallen und für eine Person in seiner Situation ungeeignet. Insgesamt seien 

weite Teile der Anhörung für ihn schlecht verständlich und nicht nachvoll-

ziehbar gewesen. Er sei gerne bereit, in einer weiteren Anhörung zu kon-

kreteren Fragen detailreiche Antworten zu geben. Das SEM sei in seinem 

Fall voreilig zum Schluss gelangt, dass seine Vorbringen nicht geglaubt 

werden könnten. Deshalb sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen und insbesondere sei er durch eine Fachperson 

mit Erfahrung bei der Befragung von UMA anzuhören. 

Die Vorinstanz sei sodann zu Unrecht von der fehlenden Glaubhaftigkeit 

seiner Vorbringen zur illegalen Ausreise ausgegangen. Er habe auf die we-

nigen Fragen zwar kurze, aber klare Antworten gegeben und bei Unklar-

heiten nachgefragt. Die befragende Person habe es unterlassen, genauer 

nachzufragen, wann, wo, wie und warum er sein Heimatland verlassen 

habe, und belasse es bei acht bis zehn Fragen zu diesem Thema. Zudem 

sei zum diesbezüglich einzigen von der Vorinstanz angeführten Vorwurf, 

seine Ausführungen zur illegalen Ausreise seien „nur sehr wortkarg“ und 

„platt“ ausgefallen, zu sagen, dass sich seine Aussage, wonach sie von 

den Soldaten erwischt worden und danach von dort weggerannt seien, auf 

einen Zeitpunkt beziehe, in welchem er sich bereits in C._______ aufge-

halten habe. Die befragende Person habe es unterlassen, genauer bei ihm 

nachzufragen, wie und wo diese Begegnung mit den Soldaten stattgefun-

den habe. Erst auf Nachfrage der Hilfswerkvertretung hin werde geklärt, 

dass sich diese Situation in C._______ abgespielt habe. Dass er diesbe-

züglich keine ausschweifenden Erklärungen abgegeben habe, könne ihm 

als UMA nicht angelastet werden. Irritierend seien die Anmerkungen bei 

D-6803/2015 

Seite 10 

der Rückübersetzung, wo ihm offensichtlich eine weitere Frage gestellt 

worden sei und er irreführende Angaben gemacht habe, zumal er im Ge-

gensatz zu vorherigen Aussagen nicht mehr gewusst habe, wo er die Sol-

daten auf der Flucht tatsächlich angetroffen habe. In Anbetracht seiner 

Ausführungen vor seiner Rechtsvertreterin, wonach er in Eritrea Soldaten 

von weitem gesehen habe und in C._______ vor Soldaten weggerannt sei, 

wären diese Aussagen soweit erklärbar. Er habe eindeutig ein Durcheinan-

der zwischen den Soldaten, die er in Eritrea, und jenen, die er in C._______ 

angetroffen habe, gemacht. Es sei verständlich und nachvollziehbar, dass 

er nach einer über dreistündigen Anhörung (inkl. Rückübersetzung) ge-

wisse Realitäten verdreht habe und diese nicht mehr widerspruchsfrei habe 

angeben können. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass es in der BzP unter-

lassen worden sei, auf die illegale Ausreise näher einzugehen. Es seien 

lediglich Fragen zu seinem weiteren Reiseweg von C._______ bis in die 

Schweiz gestellt worden. Die von der Vorinstanz aufgeführten Unstimmig-

keiten würden sich demnach erklären lassen. Er stamme unbestrittener-

massen aus Eritrea und sei im April 2014 zusammen mit zwei Freunden 

illegal ausgereist. Eine Möglichkeit, das Heimatland legal zu verlassen, sei 

angesichts seines Alters, seiner Vorbringen und der in der Rechtsmittelein-

gabe zitierten Rechtsprechung als undenkbar zu erachten. Deshalb sei von 

einer illegalen Ausreise aus Eritrea und dem Vorliegen von subjektiven 

Nachfluchtgründen auszugehen, weshalb ihm die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen sei. 

3.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdefüh-

rer rüge namentlich eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, da 

sie (bei den Befragungen und bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit) die 

Minderjährigkeit des Beschwerdeführers ungenügend berücksichtigt habe. 

Die Ansicht, wonach sich die Befragungen von jenen erwachsener Perso-

nen nicht unterscheiden würden, könne nicht geteilt werden. Namentlich 

das Protokoll der Anhörung zeuge davon, dass die befragende Person je-

derzeit um eine angenehme Atmosphäre bemüht gewesen sei, den Be-

schwerdeführer jeweils „abgeholt“ habe und freundliche, altersgerechte 

Fragen gestellt habe. Auch der pauschale Hinweis auf BVGE 2014/30 

könne in diesem Zusammenhang nicht genügen, um eine andere Sicht-

weise herbeizuführen. Gemäss dem genannten Grundsatzurteil seien bei 

Befragungen namentlich Alter, Reifegrad und Komplexität der Vorbringen 

zu berücksichtigen. Hierzu sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

bei der BzP (...) und bei der Anhörung rund (...) Jahre alt gewesen sei. 

Zudem gehe es gerade beim Reiseweg keineswegs um komplexe Sach-

zusammenhänge, vielmehr werde hier eine auf Erlebnissen basierende 

D-6803/2015 

Seite 11 

Schilderung erfragt. Konkret seien im Rahmen der Anhörung beispiels-

weise die Antworten auf die Fragen „Bitte erzähle mir den Weg von 

B._______ an die (...) Grenze. Wo seid ihr durchgekommen?“ und „Du hast 

gesagt, du bist von Soldaten erwischt worden. Kannst du das noch etwas 

ausführlicher erzählen?“ besonders unbefriedigend ausgefallen. Die er-

wähnten Fragen seien einfach gehalten und klar formuliert. Der Beschwer-

deführer werde eingeladen, die Stationen seiner Reise anzugeben respek-

tive die zuvor angedeutete Begegnung mit Soldaten genauer auszuführen. 

Von einem bald (...)jährigen Jugendlichen hätte hier eine lebensnahe, eini-

germassen substanziierte Schilderung erwartet werden dürfen. Wie sich 

die Begegnung mit dem/den Soldaten abgespielt haben solle, bleibe wei-

terhin unklar. Der Beschwerdeführer habe in der Anhörung von mehreren 

Soldaten gesprochen, die ihn und seine Fluchtgefährten entdeckt hätten. 

Dies solle sich einerseits in C._______ und andererseits auf ihm unklarem 

Gebiet zugetragen haben. In der Beschwerdeschrift werde dieses „Durch-

einander“ mit der Dauer der Befragung erklärt. Auch sei hier nun von einem 

einzigen Soldaten die Rede. Auf diesen seien die Fluchtgefährten gemäss 

Ziffer 3.2. der Beschwerdeschrift klarerweise noch auf eritreischem Gebiet 

getroffen. Auch unter Berücksichtigung der Ausführungen der Rechtsver-

tretung entstehe damit kein stimmiges Gesamtbild des fraglichen Vorfalls. 

Mit Blick auf die eventualiter beantragte Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft sei festzustellen, dass aus der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen 

nicht auf eine legale Ausreise geschlossen werden könne. Jedoch könne 

es genauso wenig genügen, sich auf die notorisch schwierige Ausreise zu 

berufen, ohne die konkreten Ausreisegründe und -umstände glaubhaft dar-

zutun. Auch im dargelegten länderspezifischen Kontext treffe die gesuch-

stellende Person von Gesetzes wegen die Beweis- und Substanziierungs-

last gemäss Art. 7 und 8 AsylG. Mithin müsse sie das Vorliegen von sub-

jektiven Nachfluchtgründen beweisen oder zumindest glaubhaft machen. 

Mit anderen Worten führe die Schwierigkeit einer legalen Ausreise nicht zu 

einer Umkehr der Beweislast, wie dies auch das Bundesverwaltungsge-

richt wiederholt festgestellt habe. Entsprechend den Erwägungen im ange-

fochtenen Entscheid sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, das 

Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen glaubhaft zu machen. Ge-

mäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sei daher davon auszu-

gehen, dass er Eritrea auf legale Weise verlassen habe. 

3.4 In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer grundsätzlich an seinen 

Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe fest und fügte an, er sei zum Zeit-

punkt der Befragungen minderjährig gewesen – und sei dies auch heute 

noch –, weshalb die aus der Konvention der Vereinten Nationen über die 

D-6803/2015 

Seite 12 

Rechte der Kinder vom 11. August 1999 (Kinderrechtskonvention, KRK, SR 

0.107) fliessenden Ansprüche (insbesondere für die Durchführung einer 

kindesgerechten Anhörung) zur Anwendung kommen müssten. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst in formeller Hinsicht, er sei von 

der Vorinstanz zu seiner Ausreise nicht kindesgerecht respektive ohne ge-

bührende Berücksichtigung seiner Minderjährigkeit befragt worden. 

4.1.1 Das erstinstanzliche Asylverfahren hat insbesondere im Fall unbe-

gleiteter Minderjähriger gewissen Anforderungen zu genügen. Zunächst 

hat das SEM, sofern es an der vorgetragenen Minderjährigkeit einer asyl-

suchenden Person zweifelt, noch vor der Anhörung zu den Asylgründen 

das Alter zu prüfen. Kommt es zum Schluss, dass die asylsuchende Per-

son minderjährig und unbegleitet ist, hat es ihr für die Dauer des Asylver-

fahrens einen Rechtsbeistand beizuordnen (vgl. statt vieler EMARK 1998 

Nr. 13 S. 84 ff.; 1999 Nr. 2 E. 5 S. 11 f. und 2004 Nr. 30 S. 204 ff.). Überdies 

hat es unter anderem bezüglich der Art und Weise der Anhörung gewisse 

Regeln zu beachten. In erster Linie muss es bereits zu Beginn der Anhö-

rung darum bemüht sein, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, welches 

sich auf die Bereitschaft der minderjährigen Person, über ihre Erlebnisse 

zu berichten, förderlich auswirkt. Zu diesem Zweck soll die Vorinstanz der 

minderjährigen Person bereits zu Beginn der Anhörung in einer altersge-

rechten Sprache deren Ziel sowie die darauf anwendbaren Regeln erläu-

tern und ihr alle Personen, die an der Anhörung mitwirken, vorstellen sowie 

deren Rolle erklären. Zudem hat das SEM – wiederum in einer für die min-

derjährige Person verständlichen Art – darauf hinzuweisen, dass es wichtig 

ist, anlässlich der Anhörung die Wahrheit zu sagen, aber auch sicherzu-

stellen, dass die minderjährige Person versteht, dass es nicht per se rich-

tige oder falsche Antworten gibt, und dass es möglich ist, dass sie nicht alle 

Fragen beantworten kann. Während der Anhörung hat die Vorinstanz das 

Verhalten der minderjährigen Person zudem zu beobachten und jede Form 

der nonverbalen Kommunikation zu vermerken. Auch hat sie sich um eine 

wohlwollende und neutrale Haltung zu bemühen. Besonders wichtig er-

scheint es zudem, dass die Fragen, insbesondere in einer ersten Phase, 

offen formuliert werden, um einen freien Bericht zu fördern. Stellt sich her-

aus, dass es der minderjährigen Person schwer fällt, über gewisse Ereig-

nisse zu sprechen, sollte vorläufig das Thema gewechselt und erst zu ei-

nem späteren Zeitpunkt in der Anhörung wieder darauf zurückgekommen 

werden (vgl. zum Ganzen und m.w.H. BVGE 2014/30 E. 2.3).  

D-6803/2015 

Seite 13 

4.1.2 Selbst wenn das erstinstanzliche Asylverfahren diesen Anforderun-

gen nicht genügt, kommt eine Rückweisung der Sache an das SEM nur in 

Frage, wenn der Sachverhalt infolgedessen unvollständig oder unrichtig 

festgestellt worden und mithin der Untersuchungsgrundsatz gemäss 

Art. 12 VwVG verletzt ist (vgl. BVGE 2014/30 E. 3.3) oder wenn infolge 

Nichtbeachtung der Pflicht, einer minderjährigen Person eine Rechtsver-

beiständung beizuordnen, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt 

(vgl. EMARK 1999 Nr. 2 E. 5; 2006 Nr. 14 E. 6.6). 

4.1.3 Vorliegend ist hinsichtlich der formellen Rüge festzuhalten, dass die 

Asylanhörung des Beschwerdeführers den Anforderungen des in der Be-

schwerdeschrift zitierten BVGE 2014/30 an die Befragung von UMA zu ge-

nügen vermag. In der Tat kann der in der Beschwerdeschrift vertretenen 

Ansicht, die Anhörung habe sich nicht von derjenigen einer erwachsenen 

Person unterschieden, nicht gefolgt werden. So bestehen in den Akten 

keine Hinweise darauf, dass die befragende Person der Minderjährigkeit 

des Beschwerdeführers nicht gebührend Rechnung getragen hätte. Zu-

nächst weichen die an den Beschwerdeführer gestellten Anforderungen an 

die Glaubhaftmachung durchaus von jenen ab, die in objektivierter Weise 

an einen durchschnittlichen Erwachsenen gestellt werden, und eine ent-

sprechende Differenzierung ist in der angefochtenen Verfügung zu erken-

nen. So hält die Vorinstanz nach einer ersten Darstellung von divergieren-

den Aussagen zwischen der BzP und der Anhörung fest, dass „erste Zwei-

fel in Bezug auf die Glaubhaftigkeit“ seiner Aussagen entstehen würden. 

Danach werden weitere Unstimmigkeiten im Sachverhaltsvortrag aufge-

zeigt, welche „stutzig“ machen würden und die Vorinstanz „hellhörig“ hätten 

werden lassen. Erst am Schluss ihrer Erwägungen, die sich ohnehin nur 

auf die frappantesten Ungereimtheiten in den Asylgründen beschränkt hät-

ten, kommt die Vorinstanz dann zum Schluss, dass die Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit der erlittenen Vorverfolgung und der illegalen Ausreise die 

„Oberhand“ gewinnen würden (vgl. act. A19/7 S. 2 f.). Immerhin ist an die-

ser Stelle mit Nachdruck anzuführen, dass es sich beim Beschwerdeführer 

im Zeitpunkt der Anhörung um einen knapp (...)jährigen Jugendlichen mit 

über (...)jähriger Schulbildung gehandelt hat (im Zeitpunkt der BzP war er 

lediglich ein halbes Jahr jünger), der somit nur noch (Nennung Zeitdauer) 

vor seiner Volljährigkeit stand. So sind gemäss BVGE 2014/30 E. 2.3.2 sol-

che spezifischen Faktoren, wie gerade das Alter und der Reifegrad des 

UMA, bei der Anhörung zu berücksichtigen. Die Anhörung des Beschwer-

deführers musste sich deshalb nicht im gleichen Masse von derjenigen ei-

ner erwachsenen Person unterscheiden, wie dies im Falle des in BVGE 

D-6803/2015 

Seite 14 

2014/30 zu beurteilenden und damals erst zwölfjährigen Beschwerdefüh-

rers der Fall gewesen war. Sodann ist dem SEM beizupflichten, dass die 

befragende Person anlässlich der Anhörung zweifelsohne bemüht war, 

eine jederzeit angenehme Atmosphäre zu schaffen und beizubehalten, auf 

den Beschwerdeführer auch einging und seinem Alter entsprechende Fra-

gen stellte, was er denn auch in seiner Rechtsmitteleingabe teilweise sel-

ber eingesteht. Die Kritik, dass die Vorinstanz zwar versucht habe, ihn ab-

zuholen, was jedoch nur bei unwesentlichen Themen geschehen sei, ver-

mag nicht zu überzeugen, zumal es nicht darauf ankommen kann, in wel-

chem Zeitpunkt sich der Beschwerdeführer abgeholt fühlt, sondern darauf, 

dass sich die befragende Person während der Anhörung ständig bemüht, 

auf ihn einzugehen, was vorliegend zweifelsohne zugetroffen hat. Der An-

sicht, dass die Fragen „Wann war das, bitte?“, „Was meinst du, bitte? Die, 

die „was“ nicht hatten?“ und „Bitte schildere mir, wie du von Eritrea nach 

C._______ gekommen bist.“ Zeugnis einer geänderten Befragungsart ab-

legen und sich als Fragen an erwachsene Personen darstellen würden, 

kann nicht gefolgt werden. So wird einerseits nicht ausgeführt, wie sich 

diese klar und einfach formulierten Fragen im Falle des Beschwerdeführers 

anders hätten präsentieren sollen, und andererseits wurden diese offen 

gehaltenen Fragen im Verlauf der Anhörung durch weitere Fragen präzi-

siert beziehungsweise bei Nachfragen des Beschwerdeführers umformu-

liert (vgl. act. A14/16 S. 10 und 13 f.). Aus dem Kontext der Anhörung ergibt 

sich, dass diese behutsam vonstattenging. Der Beschwerdeführer erhielt – 

nach einer Reihe von einleitenden Fragen zu seinen persönlichen Verhält-

nissen – zunächst Gelegenheit, seine Asylgründe in freier Erzählform vor-

zubringen, und anschliessend wurden dazu präzisierende Fragen gestellt. 

Aus dem Anhörungsprotokoll wird ersichtlich, dass die Fragen direkt an den 

Beschwerdeführer gestellt und überwiegend offen verfasst wurden (mit 

Ausnahme von Frage 11, wo sich die befragende Person direkt an den 

Übersetzer wendete zwecks kurzer Übersetzung eines bei der Anhörung 

eingereichten Beweismittels). Zwar artikulierte der Befrager vorliegend die 

jeweiligen Antworten des Beschwerdeführers nur selten neu (vgl. act. 

A14/16 S. 5 F. 37/38, S. 9 F. 81, S. 10 f. F. 101 und F. 104, S. 11 F. 112 und 

116) beziehungsweise formulierte sie wenig um, um sicherzugehen, dass 

er deren Inhalt auch wirklich korrekt erfasste (vgl. act. A14/16 S. 4 F. 22, 

S. 6 F. 48, S. 8 F. 72 und 77). Diesbezüglich ist jedoch anzumerken, dass 

viele Antworten so kurz oder klar waren, dass sich eine Umformulierung 

der Frage erübrigte, da aus diesen für die befragende Person kein Miss-

verständnis resultieren konnte und sie überdies bei längeren Antworten ge-

naue Nachfragen zu ihrem besseren Verständnis stellte (vgl. A14/16 

D-6803/2015 

Seite 15 

S. 8 ff.). Dem Vorhalt, es seien nur acht bis zehn Fragen zur illegalen Aus-

reise gestellt worden, welche kurz, knapp und für einen jungen Menschen, 

der sich zum ersten Mal in Europa aufhalte und sich der Wichtigkeit der 

Antworten nicht bewusst sei, ungeeignet seien, ist entgegenzuhalten, dass 

sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Anhörung bereits (...) Monate 

in der Schweiz aufhielt. Angesichts der überaus grossen eritreischen 

Diaspora in der Schweiz und des Umstandes, dass sich der ältere Bruder 

ebenfalls seit (...) in der Schweiz aufhält, ist davon auszugehen, dass er 

bei seinem – wenn auch erstmaligen – Aufenthalt in Europa respektive 

während seines Asylverfahrens Unterstützung von seinen Landsleuten und 

seinem Bruder erhielt, weshalb ihm die Wichtigkeit der Asylbefragungen 

beziehungsweise der entsprechenden Antworten durchaus bekannt gewe-

sen sein dürfte. Des Weiteren wurde er zu Beginn der Anhörung auf die 

Wichtigkeit seiner Aussage hingewiesen (vgl. act. A14/16 S. 2 oben). So-

dann ist es nicht der Vorinstanz anzulasten, wenn der Beschwerdeführer 

auf die bezüglich seiner Ausreise offen formulierten Fragen lediglich mit 

meist wenig aussagekräftigen Sätzen antwortete, zumal auch keine Hin-

weise ersichtlich sind, dass es ihm schwer gefallen wäre, über gewisse 

Vorkommnisse zu sprechen. Zudem fand die Anhörung im Beisein seiner 

Rechtsvertretung statt, die offenbar keinen Anlass zu ergänzenden Fragen 

oder Bemerkungen hatte (vgl. act. A14). Schliesslich verzichtete auch die 

anwesende Hilfswerksvertreterin auf Fragen oder Bemerkungen und no-

tierte auf dem Unterschriftenblatt weder Beobachtungen noch Anregungen 

für weitere Sachverhaltsabklärungen oder Einwände zum Protokoll. Insge-

samt kann vorliegend aufgrund obiger Erwägungen die zu beurteilende An-

hörung als Grundlage zum Entscheid über das Asylgesuch des Beschwer-

deführers verwendet werden. 

4.1.4 Das Bundesverwaltungsgericht geht zusammenfassend davon aus, 

dass der Beschwerdeführer seine Vorbringen im Rahmen der Anhörung in 

genügender Weise zu konkretisieren vermochte, weshalb die in der Be-

schwerdeschrift dargelegte formelle Rüge vorliegend nicht durchzudringen 

vermag. Dem entsprechenden Antrag auf Rückweisung der Sache zur wei-

tergehenden Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes an die Vor-

instanz ist demnach nicht stattzugeben, weshalb auch der damit verbun-

dene Beweisantrag auf erneute Anhörung des Beschwerdeführers durch 

eine Fachperson mit Erfahrung bei der Befragung von UMA und Prüfung 

einer allfälligen Wegweisung unter dem Aspekt des Kindeswohls abzuwei-

sen ist. Sodann ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer mittlerweile 

die Volljährigkeit erreicht hat und deshalb im Urteilszeitpunkt nicht mehr als 

UMA angesehen werden kann. 

D-6803/2015 

Seite 16 

4.2 In materieller Hinsicht schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht der 

Einschätzung des SEM zur Glaubhaftigkeit der Vorfluchtgründe vollum-

fänglich an. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände vermö-

gen die von der Vorinstanz aufgezeigten Unstimmigkeiten nicht schlüssig 

aufzulösen. So schilderte er im Rahmen der BzP die Umstände, die ihn 

veranlasst hätten, die Schule abzubrechen und das Land zu verlassen, an-

ders als in der nachfolgenden Anhörung. Insbesondere brachte er erst in 

der Anhörung vor, eine militärische Vorladung nach G._______ erhalten zu 

haben. Wohl kommt dem Protokoll der BzP angesichts des summarischen 

Charakters nur ein beschränkter Beweiswert zu. Widersprüche dürfen für 

die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur dann herangezogen werden, wenn 

klare Aussagen an der BzP in wesentlichen Punkten der Asylbegründung 

von den späteren Aussagen in der Anhörung bei der Vorinstanz diametral 

abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche 

später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits bei der BzP 

zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer 

D-100/2014 vom 20. April 2016 mit Verweis auf EMARK 1993 Nr. 3). Da 

der Beschwerdeführer in der BzP die in der späteren Anhörung genannten 

zentralen Asylgründe (Erhalt einer militärischen Vorladung und Flucht aus 

Angst vor Einberufung) zu keinem Zeitpunkt erwähnte und auch auf Nach-

frage nach weiteren, bislang noch nicht genannten Gründen, die gegen 

eine Rückkehr in seinen Heimatstaat sprechen könnten (vgl. act. A4/10 

S. 7 f.), keine zusätzlichen Sachverhaltselemente vorbrachte, durfte das 

SEM die diesbezüglichen Ungereimtheiten zu Recht zur Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit heranziehen. Auch der Hinweis, es sei verständlich und 

nachvollziehbar, dass er nach einer über dreistündigen Befragung (inkl. 

Rückübersetzung) gewisse Realitäten verdreht habe und nicht mehr wider-

spruchsfrei habe aussagen können, bleibt in diesem Zusammenhang un-

behelflich. Zudem wurde die – abzüglich der Pausen keine drei Stunden 

dauernde – Anhörung genau vor der Rückübersetzung für eine Pause un-

terbrochen, so dass es dem Beschwerdeführer möglich gewesen sein 

dürfte, die Rückübersetzung seiner Angaben einigermassen erholt anzu-

gehen (vgl. act. A14/16 S. 14 unten). Das SEM hat somit die Anerkennung 

des Beschwerdeführers als Flüchtling aufgrund der geltend gemachten 

Vorfluchtgründe zu Recht verweigert. 

5.  

5.1 Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer wegen seiner Ausreise 

aus Eritrea bei einer Rückkehr dorthin – mithin wegen subjektiver Nach-

fluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG – befürchten müsste, ernsthaften Nach-

teilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. In Anbetracht der 

D-6803/2015 

Seite 17 

nachfolgenden Ausführungen kann darauf verzichtet werden zu prüfen, ob 

die vom Beschwerdeführer dargelegte illegale Ausreise aus Eritrea glaub-

haft ist. 

5.2 Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss 

Art. 54 AsylG kein Asyl, werden aber als Flüchtlinge vorläufig aufgenom-

men. Als subjektive Nachfluchtgründe gelten insbesondere das illegale 

Verlassen des Heimatlandes (sog. Republikflucht), das Einreichen eines 

Asylgesuchs im Ausland oder exilpolitische Betätigungen, wenn sie die Ge-

fahr einer zukünftigen Verfolgung begründen. Durch Republikflucht zum 

Flüchtling wird, wer wegen illegaler Ausreise Sanktionen des Heimatstaa-

tes befürchten muss, die bezüglich ihrer Intensität ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG darstellen (BVGE 2009/29).  

5.3 Im Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publi-

ziert) gelangte das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass im Kon-

text von Eritrea die illegale Ausreise allein zur Begründung der Flüchtlings-

eigenschaft nicht ausreicht. Vielmehr bedarf es hierzu zusätzlicher An-

knüpfungspunkte, welche die asylsuchende Person in den Augen der erit-

reischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen und dadurch 

zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten 

(vgl. a.a.O. E. 5).  

5.4 Aufgrund des Urteils D-7898/2015 kann – wie oben erwähnt – auf eine 

eingehende Glaubhaftigkeitsbeurteilung der illegalen Ausreise des Be-

schwerdeführers verzichtet werden. So ist selbst bei Wahrunterstellung 

das Vorliegen zusätzlicher Faktoren in seinem Falle zu verneinen. Der – 

damals minderjährige – Beschwerdeführer machte im vorinstanzlichen 

Verfahren keine eigenen Kontakte mit dem Militär glaubhaft geltend und 

auch andere Anknüpfungspunkte, welche ihn in den Augen des eritrei-

schen Regimes als Person mit geschärftem Profil erscheinen lassen könn-

ten, sind nicht ersichtlich. Somit bleibt festzuhalten, dass die illegale Aus-

reise allein keine Furcht vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung 

zu begründen vermag.  

6.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Verfol-

gungsgründe im Sinne von Art. 3 respektive von Art. 54 AsylG ersichtlich 

sind, weshalb die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint 

hat. 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/29

D-6803/2015 

Seite 18 

7.   

Da das SEM in seiner Verfügung vom 29. September 2015 die vorläufige 

Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz wegen Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzuges angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss 

weitere Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungs-

vollzugs. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten 

grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 30. Oktober 2015 wurde jedoch 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG – infolge der ausgewiesenen prozessualen Be-

dürftigkeit des Beschwerdeführers und nachdem sich bei einer summari-

schen Prüfung der Akten die gestellten Rechtsbegehren nicht als aus-

sichtslos erwiesen – gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses verzichtet. An dieser Einschätzung ist auch im Urteilszeitpunkt 

festzuhalten, weshalb keine Kosten zu erheben sind. 

9.2 Mit Verfügung vom 30. Oktober 2015 wurde ausserdem das Gesuch 

um amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110a Abs. 1 VwVG) und 

dem Beschwerdeführer seine Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbei-

ständin bestellt. Demnach ist dieser ein amtliches Honorar für ihre notwen-

digen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Die Rechts-

vertreterin reichte mit ihrer Rechtsmitteleingabe vom 22. Oktober 2015 eine 

Kostennote zu den Akten. Darin wird ein Aufwand von 11 Stunden à 

Fr. 250.–, total (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) Fr. 3020.– ausgewie-

sen. Dieser Aufwand erscheint vorliegend angemessen. Jedoch ist der gel-

tend gemachte Stundenansatz von Fr. 250.– als übersetzt zu qualifizieren 

und auf Fr. 150.– zu kürzen. So wurde die Rechtsvertreterin bereits in der 

Verfügung des Instruktionsrichters vom 30. Oktober 2015 darauf aufmerk-

sam gemacht, dass bei amtlicher Vertretung für nicht-anwaltliche Vertrete-

rinnen und Vertreter von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– 

D-6803/2015 

Seite 19 

ausgegangen werde. In Berücksichtigung der Kostennote, der nachträgli-

chen Stellungnahme vom 30. November 2015, der obigen Ausführungen 

und der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 7–11 sowie 12 VGKE) 

ist das der Rechtsvertreterin für das Beschwerdeverfahren zulasten der 

Gerichtskasse auszurichtende Honorar auf insgesamt Fr. 1900.– (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6803/2015 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird zulasten der Gerichtskasse ein Ho-

norar von Fr. 1900.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Wespi Stefan Weber 

 

 

Versand: