# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82bfca9e-8088-5a05-9829-a02256ae7883
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2018 C-17/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-17-2016_2018-08-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-17/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Franziska Schneider,  

Richterin Michela Bürki Moreni,  

Gerichtsschreiberin Nadja Francke. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Vereinigte Staaten von Amerika), 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch  

(Verfügung datiert vom 6. August 2015). 

 

 

 

C-17/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die am (…) 1976 geborene, verheiratete und seit August 2012 in den 

USA wohnhafte schweizerische Staatsangehörige A._______ (nachfol-

gend: Versicherte oder Beschwerdeführerin) hatte in der Schweiz von Au-

gust 1993 bis August 1996 eine Lehre in einer Apotheke und Drogerie in 

(…) absolviert und zuletzt vom 1. Dezember 2011 bis 14. Februar 2012 als 

Outsourcing-Koordinatorin für Laboranalysen bei der B._______ AG in (…) 

gearbeitet (Akten der Invalidenversicherungsstelle für Versicherte im Aus-

land [nachfolgend: act.] 5, 19). Seit 1. Juni 2012 war sie als Hausfrau tätig 

(act. 5, S. 5).  

A.b Die Versicherte liess der Invalidenversicherungsstelle für Versicherte 

im Ausland (nachfolgend: IVSTA) am 28. Oktober 2014 per E-Mail ihre An-

meldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung, datiert 

vom 25. März 2014, zukommen mit dem Hinweis, dass sie der IVSTA diese 

Anmeldung bereits vor Monaten per Post gesandt und noch keine Antwort 

erhalten habe (act. 4). Mit Schreiben vom 3. November 2014 bestätigte die 

IVSTA den Erhalt der Anmeldung und forderte die Versicherte mit Schrei-

ben vom 12. November 2014 auf, den Rentenantrag ordnungsgemäss zu 

stellen (act. 6). Die Versicherte reichte am 22. November 2014 (Eingang 

bei der IVSTA gemäss Stempel am 3. Dezember 2014) eine schriftliche 

Bestätigung ein, wonach sie in den USA nie der Sozialversicherung unter-

stellt gewesen sei (act. 8). Am 9. Dezember 2014 teilte die IVSTA der Ver-

sicherten mit, dass sie keinen Antrag vom 25. März 2014 erhalten habe 

und forderte die Versicherte auf, den an diese retournierten Antrag bis zum 

20. Januar 2015 neu zu datieren, zu unterzeichnen und die erwähnten nö-

tigen Dokumente einzureichen (act. 9).  

A.c In ihrer Anmeldung gab die Versicherte an, seit Januar 2013 an der 

Krankheit “Essentielle Thrombozytose“ zu leiden (act. 5, S. 5). Auf Auffor-

derung der IVSTA reichte sie diesbezüglich ärztliche Berichte ein 

(act. 10-14). Nach weiteren Abklärungen zur Erwerbssituation bzw. zum 

Aufgabenbereich (act. 15-20) und unter Berücksichtigung einer Stellung-

nahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes C._______ (nachfolgend: 

RAD) vom 14. April 2015, wonach die Versicherte im Aufgabenbereich 

Haushalt zu 100 % arbeitsfähig sei (act. 21), stellte die IVSTA der Versi-

cherten mit Vorbescheid vom 17. April 2015 die Abweisung des Leistungs-

begehrens in Aussicht (act. 22).   

C-17/2016 

Seite 3 

A.d Am 21. Mai 2015 (Poststempel) erhob die Versicherte Einwand gegen 

den Vorbescheid und beantragte sinngemäss die Ausrichtung einer IV-

Rente. Sie machte unter Beilage weiterer medizinischer Unterlagen gel-

tend, dass die krankheitsbedingte Einschränkung ihrer Leistungsfähigkeit 

im Alltag bei weit mehr als 50 % liege, was ihre behandelnde Ärztin bestä-

tigen könne. Zudem wies sie erneut darauf hin, dass ihre Anmeldung bei 

der IVSTA bereits im Frühling 2014 erfolgt sei (act. 23-32).  

A.e Die IVSTA legte die von der Versicherten eingereichten medizinischen 

Unterlagen dem RAD zur Beurteilung vor. Gestützt auf dessen Stellung-

nahme vom 3. August 2015, wonach die Versicherte im Haushalt seit Feb-

ruar 2013 zu 20 % arbeitsunfähig sei (act. 36), wies die IVSTA mangels 

anspruchsbegründender Invalidität das Rentengesuch der Versicherten mit 

Verfügung vom 6. August 2015 ab (act. 38).  

A.f Nach zwei erfolglosen Zustellversuchen (act. 40-47) bestätigte die Ver-

sicherte der IVSTA am 21. September 2015 den Erhalt der Verfügung 

(act. 48). Mit Schreiben vom 4. November 2015 (Poststempel) wies sie da-

rauf hin, dass die Verfügung aufgrund der fehlenden Rechtmittelbelehrung 

unvollständig sei. Sie bat unter “Rückweisung“ der Verfügung vom 6. Au-

gust 2015 um Zustellung einer kompletten Verfügung (act. 49). Daraufhin 

sandte die IVSTA der Versicherten am 24. November 2015 die “Original-

Verfügung vom 6. August 2015“ per Einschreibesendung erneut zu 

(act. 50).  

B.  

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 22. Dezember 2015 

(Postaufgabe) Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der 

Verfügung und die Ausrichtung einer IV-Rente basierend auf einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 50 %. Zur Begründung führte sie unter Verweis 

auf einen beigelegten aktuellen Bericht ihrer behandelnden Ärztin vom 

15. Dezember 2015 an, dass sich ihr Gesundheitszustand dahingehend 

weiter verschlechtert habe, dass die ständige Belastung durch die Krank-

heit bzw. die Medikamente eine Depression ausgelöst habe, welche be-

handelt werde. Die medizinische Sachlage sei von einem ausgewiesenen 

Experten auf dem Gebiet der “Essentiellen Thrombozythämie“ unter Be-

rücksichtigung der neuen Informationen zu ihrem Gesundheitszustand neu 

zu beurteilen und gestützt darauf der Invaliditätsgrad festzulegen. Dabei 

sei sie nicht als Hausfrau einzustufen, sondern als Vollzeiterwerbstätige. 

Vor dem Umzug in die USA, der aufgrund einer Versetzung der Stelle ihres 

Partners erfolgt sei, sei sie in der Schweiz einer Vollzeitbeschäftigung 

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nachgegangen und habe sich auch in den USA nach Erhalt der Arbeitser-

laubnis immer um eine Arbeitsstelle bemüht, was sich aber durch das Auf-

treten der chronischen Krankheit als sehr schwierig erweise (Akten im Be-

schwerdeverfahren [nachfolgend: BVGer-act.] 1).  

C.  

C.a Im Rahmen eines Gesuchs um Fristerstreckung vom 3. März 2016 

teilte die IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) dem Bundesverwaltungsgericht 

mit, dass entsprechend dem Vorbringen der Beschwerdeführerin die Sta-

tusfrage nicht wie rechtsprechungsgemäss gefordert nach deren hypothe-

tischen Willen und unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände abge-

klärt worden sei (BVGer-act. 5). Basierend auf der Einstufung als Voller-

werbstätige ersuchte die Vorinstanz den RAD um Einschätzung der Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen sowie einer lei-

densangepassten Tätigkeit (act. 53). In seiner Stellungnahme vom 5. April 

2016 attestierte der RAD der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit 

in der bisherigen Tätigkeit von 50 % von Februar 2013 bis Februar 2015. 

Seit März 2015 betrage die Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Verbesse-

rung des Gesundheitszustandes noch 20 %. Im Haushalt und in einer lei-

densadaptierten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit Februar 2013 zu 

höchstens 20 % arbeitsunfähig (act. 54). 

C.b Gestützt auf diese Stellungnahme des RAD beantragte die Vorinstanz 

mit ihrer Vernehmlassung vom 14. April 2016 die Abweisung der Be-

schwerde. Zur Begründung hielt sie fest, dass ausgehend von einer seit 

Februar 2013 bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der bisherigen 

Tätigkeit der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente nach Ab-

lauf der einjährigen Wartefrist am 1. Februar 2014 zwar entstanden sei. 

Jedoch sei der Anspruch ausgehend von der seit März 2015 wieder beste-

henden vollen allgemeinen Arbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung der 

gesetzlich vorgesehenen Dreimonatsfrist am 1. Juni 2015 erloschen. Da 

der Rentenanspruch frühestens 6 Monate nach dessen Geltendmachung 

entstehen könne, sei aufgrund der vorliegenden Anmeldung vom 3. No-

vember 2014 kein Rentenanspruch mehr gegeben (BVGer-act. 9).  

D.  

Mit Instruktionsverfügung vom 20. April 2016 wurde die Beschwerdeführe-

rin aufgefordert, gleichzeitig mit der Replik aktuelle Arztberichte zur psychi-

atrischen sowie hämatologischen Therapie einzureichen (BVGer-act. 10). 

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Seite 5 

E.  

Unter Beilage zweier ärztlicher Berichte vom 19. Mai 2016 und vom 29. Mai 

2016 machte die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 31. Mai 2016 

(Postaufgabe) – sinngemäss unter Aufrechterhaltung ihrer Rechtsbegeh-

ren – geltend, dass der RAD bei seiner Einschätzung der Arbeitsunfähig-

keit von 50 % ihre bestehenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigun-

gen nicht miteinbezogen habe. Überdies bestritt sie, dass ab März 2015 

eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes eingetreten sei (BVGer-

act. 11).  

F.  

Unter Verweis auf die der Duplik beigelegte Stellungnahme des RAD vom 

11. Juli 2016, wonach sich aus den neu eingereichten ärztlichen Berichten 

keine relevanten Gesichtspunkte ergäben, die eine abweichende Haltung 

zu begründen vermochten, hielt die Vorinstanz an ihrem Antrag der Be-

schwerdeabweisung fest und verwies zur Begründung auf ihre Vernehm-

lassung (BVGer-act 13). 

G.  

Mit Eingabe vom 27. September 2016 (Postaufgabe) wurde seitens der 

Beschwerdeführerin an den Beschwerdeanträgen und deren Begründung 

festgehalten (BVGer-act. 15). Die Eingabe wurde der Vorinstanz am 

11. Oktober 2016 zur Kenntnisnahme zugestellt und der Schriftenwechsel 

abgeschlossen (BVGer-act. 16).  

H.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird 

– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG ; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefoch-

tenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdi-

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ges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb sie zur Er-

hebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; Art. 59 ATSG 

[SR 830.1]).  

1.2 Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben wurde.  

1.2.1 Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innert 30 Tagen 

nach Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die Rechtsmittelfrist beginnt 

im Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung zu laufen. Die Verfügung 

gilt als zugestellt, wenn sie vom Adressaten oder einer anderen hierzu be-

rechtigten Person entgegengenommen oder in den Briefkasten des Adres-

saten eingeworfen ist (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 7. Aufl., 2015, S. 232, Rz 1067). Die Beweislast für das Zustell-

datum bzw. den Beginn der Frist liegt bei der eröffnenden Behörde (MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge-

richt, 2. Aufl. 2013, S. 76, Rz 2.112). Bei der Würdigung von Beweisen im 

Zusammenhang mit der Zustellung von Verfügungen gilt der im Sozialver-

sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit (KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 49 Rz 51).  

1.2.2 Die Vorinstanz sandte der Beschwerdeführerin die auf den 6. August 

2015 datierte Verfügung mittels eingeschriebener Post zu (act. 39). Da die 

Beschwerdeführerin mitteilte, die Verfügung nicht erhalten zu haben 

(act. 40), folgte seitens der Vorinstanz am 8. September 2015 ein weiterer 

Zustellversuch, der gemäss Bescheid der Beschwerdeführerin ebenfalls 

erfolglos blieb (act. 44). Auf die Mitteilung der Vorinstanz vom 21. Septem-

ber 2015, dass die Verfügung erneut per eingeschriebener Post versandt 

worden sei, antwortete die Beschwerdeführerin gleichentags, dass sie die 

Verfügung erhalten habe (act. 48). Da sich aus den Akten der Vorinstanz, 

welche die Beweislast betreffend den Zustellungszeitpunkt trägt, kein 

Nachweis ergibt, der eine frühere Zustellung der Verfügung belegt, ist auf 

die Darstellung der Beschwerdeführerin abzustellen und überwiegend 

wahrscheinlich davon auszugehen, dass sie die Verfügung erst am 

21. September 2015 erhalten hat, womit die Rechtsmittelfrist grundsätzlich 

ab diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen hat.  

1.2.3 Unbestritten ist jedoch, dass die am 21. September 2015 zugestellte 

Verfügung aufgrund der fehlenden Rechtsmittelbelehrung einen Mangel 

aufgewiesen hat (vgl. Art. 49 Abs. 3 ATSG). Nach der Rechtsprechung ist 

nicht jede mangelhafte Eröffnung, insbesondere auch nicht die Eröffnung 

ohne Rechtsmittelbelehrung, schlechthin nichtig mit der Konsequenz, dass 

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die Rechtsmittelfrist nicht zu laufen beginnt (BGE 122 V 189 E. 2). Mit an-

deren Worten können auch fehlerhafte Verfügungen in Rechtskraft erwach-

sen, wenn sie nicht rechtzeitig angefochten werden (Urteil des BGer 

1A.1/2007 vom 18. April 2007 E. 2.2). Aus Art. 49 Abs. 3 ATSG ergibt sich 

allerdings, dass der betroffenen Person aus der mangelhaften Eröffnung 

kein Nachteil erwachsen darf. Es muss so verfahren werden, dass die Mög-

lichkeit, ein Rechtsmittel zu ergreifen, nicht eingeschränkt oder vereitelt 

wird, was konkret bedeuten kann, dass ein Rechtsmittel trotz verspäteter 

Einreichung entgegenzunehmen ist (KIESER, a.a.O., Art. 49 Rz 62). Der 

Empfänger einer mangelhaften Verfügung kann den Beginn des Fristen-

laufs jedoch nicht beliebig hinauszögern, wenn er einmal Kenntnis von der 

ihn betreffenden Verfügung erhalten hat. Es ist mit Treu und Glauben nicht 

zu vereinbaren, dass eine Verfügung wegen mangelhafter Eröffnung jeder-

zeit angefochten werden kann; vielmehr muss der Empfänger eine solche 

Verfügung innerhalb einer vernünftigen Frist – z. B. durch ein Wiedererwä-

gungsgesuch – in Frage stellen (BGE 122 V 189; Urteil 1A.1/2007; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., S. 234 f., Rz. 1079) oder sich nach den in 

Frage kommenden Rechtsmitteln erkundigen, wenn er den Verfügungs-

charakter erkennen kann und sie nicht gegen sich gelten lassen will (Urteil 

des BGer 8C_206/2010 vom 25. Mai 2010  E. 2; BGE 129 II 125 E. 3.3; 

119 IV 330 E. 1c; vgl. zum Ganzen: HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

S. 234, Rz 1075 ff.; KIESER, a.a.O., Art. 49 Rz 59 ff.). Welche Schritte von 

einer Person erwartet werden, hängt von den Umständen des Falles, ins-

besondere von der Dringlichkeit der Sache, ab (Urteil 1A.1/2007 E. 2.3.2).  

1.2.4 Die Beschwerdeführerin reagierte auf die am 21. September 2015 

erhaltene Verfügung mit Schreiben vom 4. November 2015. Gemäss die-

sem Schreiben hatte sie den Mangel der fehlenden Rechtsmittelbelehrung 

erkannt und forderte die Vorinstanz unter “Zurückweisung“ (Rücksendung) 

der zugestellten Verfügung auf, ihr eine “komplette Verfügung“ zuzustellen 

(act. 49). Die Vorinstanz sandte der Beschwerdeführerin in der Folge am 

24. November 2015 die “Original-Verfügung vom 6. August 2015“, ein-

schliesslich Rechtsmittelbelehrung zu (act. 50), woraufhin die Beschwer-

deführerin am 22. Dezember 2015 Beschwerde ans Bundesverwaltungs-

gericht erhob (BVGer-act. 1).  

1.2.5 Mit ihrem Schreiben vom 4. November 2015 verlangte die Beschwer-

deführerin eine Neueröffnung der Verfügung. Diesem Gesuch ist die Vo-

rinstanz mit der am 24. November 2015 erfolgten Zusendung der erneuten, 

nun mit einer (wenn auch unvollständigen) Rechtsmittelbelehrung verse-

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henen Verfügung nachgekommen, womit eine neue Rechtsmittelfrist aus-

gelöst wurde. Das Gesuch der Beschwerdeführerin ist innerhalb von rund 

6 Wochen nach Verfügungszustellung und damit innerhalb einer vernünfti-

gen Frist erfolgt. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine 

Person, welcher die IV-Stelle die Verweigerung von Leistungen zu Unrecht 

nicht in Verfügungsform, sondern formlos – und damit ebenfalls mangelhaft 

– mitgeteilt hat, rechtsprechungsgemäss grundsätzlich ein Jahr Zeit hat, 

um ihr Nichteinverständnis zu erklären (BGE 134 V 145 E. 5; MEYER/REICH-

MUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 58 

Rz 3). Hinzu kommt, dass die rechtsunkundige Beschwerdeführerin nicht 

anwaltlich vertreten war, womit betreffend das rechtsprechungsgemässe 

Erfordernis der Einhaltung einer vernünftigen Frist nicht gleich hohe Anfor-

derungen gestellt werden können wie bei einer anwaltlich vertretenen Per-

son. Schliesslich bestand im vorliegenden Fall auch keine besondere zeit-

liche Dringlichkeit in Bezug auf eine Reaktion seitens der Beschwerdefüh-

rerin.  

1.2.6 Folglich ist die am 24. November 2015 versandte und gemäss An-

gabe der Beschwerdeführerin anfangs Dezember 2015 ihr zugestellte 

(BVGer-act. 1, S. 1), neu eröffnete Verfügung – unabhängig von ihrer ab-

weichenden Datierung – als Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Be-

schwerde zu betrachten. Die von der Beschwerdeführerin dagegen am 

22. Dezember 2015 erhobene Beschwerde ist innert der ab Verfügungszu-

stellung ausgelösten 30-tägigen Rechtsmittelfrist (Art. 60 Abs. 1 ATSG; 

vgl. auch Art. 50 Abs. 1 VwVG) und damit fristgerecht erfolgt (vgl. auch Ur-

teil des BGer 9C_755/2013 vom 11. Juli 2014).  

1.3 Nachdem im Übrigen auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet 

wurde (BVGer-act. 4) und die Beschwerde formgerecht erfolgte 

(vgl. Art. 52 Abs. 1 VwVG), ist darauf einzutreten.  

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet wie 

ausgeführt die Verfügung vom 24. November 2015, mit der die Vorinstanz 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente abgewie-

sen hat. Streitig und zu prüfen ist, ob die Abweisung zu Recht erfolgt ist.  

  

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Seite 9 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin ist schweizerische Staatsangehörige und 

wohnt in den USA. Die Prüfung ihres Anspruchs auf eine Rente der schwei-

zerischen Invalidenversicherung richtetet sich jedoch ungeachtet des am 

1. August 2014 in Kraft getretenen Abkommens zwischen der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika über 

soziale Sicherheit (SR 0.831.109.336.1; nachfolgend Sozialversicherungs-

abkommen) allein nach den schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. Ur-

teil des BVGer C-8059/2016 vom 5. April 2018 E. 3.1). 

3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 24. November 2015) eingetretenen Sachver-

halt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die sich erst später verwirk-

lichen, sind insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand 

in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung 

im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (Urteil des BGer 

9C_67/2012 vom 4. Juli 2012; vgl. BGE 99 V 98). 

3.3 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 

E. 3.1.1; 130 V 329). Im vorliegenden Verfahren finden demnach jene Vor-

schriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 

24. November 2015 in Kraft standen (so auch die Normen des auf den 

1. Januar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision [IV-Revi-

sion 6a], AS 2011 5659); weiter aber auch solche, die zu jenem Zeitpunkt 

bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls 

früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind. 

3.4 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt 

werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (einschliesslich 

der Überschreitung oder des Missbrauchs von Ermessen), beruhe auf ei-

ner unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 

3.5 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz be-

herrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. 

C-17/2016 

Seite 10 

Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge-

richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von 

ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Ge-

richt seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vor-

sieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fäl-

len. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-

weisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr je-

ner Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Ge-

schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 

E. 6 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3; SVR 2011 UV 

Nr. 11 S. 39, 8C_693/2010 E. 10; vgl. auch Urteil des BGer 9C_732/2015 

vom 29. März 2016 E. 3.1.2). 

3.6 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Be-

weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver-

lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 

351 E. 3a). 

4.  

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

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Seite 11 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

4.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherte Anspruch auf eine 

Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungs-

massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a); 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-

destens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b); und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Bst. c). Die einjährige War-

tezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % 

vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c).  

5.  

5.1 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, 

nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die er-

forderlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem Durchführungs-

organ die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Un-

tersuchungsgrundsatz abzuklären, sodass gestützt darauf die Verfügung 

über die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; BGE 

136 V 376 E. 4.1.1). Auf dem Gebiet der Invalidenversicherung obliegen 

diese Pflichten der (zuständigen) Invalidenversicherungsstelle (Art. 54 - 56 

in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 lit. c - g IVG).  

5.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und 

im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4).  

5.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der Expertin 

C-17/2016 

Seite 12 

oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351 

E. 3a) und ob der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver-

fügt (Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1). Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

kunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten 

(vgl. dazu Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2 mit Hin-

weis auf BGE 125 V 352 E. 3a). 

5.4 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, jedoch hat die Recht-

sprechung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 

351 E. 3b).  

5.4.1 In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-

ten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den 

allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt 

(Urteil des EGV I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweis auf BGE 

125 V 351 E. 3b/cc).  

5.4.2 Auf Stellungnahmen des RAD resp. der medizinischen Dienste kann 

für den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen soll, nur 

abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforde-

rungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des EGV I 694/05 vom 

15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Ein-

zelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen, an-

dernfalls ein gewichtiges Indiz gegen die Zuverlässigkeit ihrer Expertise 

oder Stellungnahme vorliegt. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit 

eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fach-

kenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung 

eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ein 

entsprechender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zumindest 

des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG I 178/00 

vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des BGer 9C_410/2008 vom 8. Septem-

ber 2008 E. 3.3; I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 

vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 

[nicht publizierte Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 

254]).  

C-17/2016 

Seite 13 

5.4.3 Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person durch 

den RAD untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV (SR 831.20) führt der 

RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leis-

tungsanspruchs nur "bei Bedarf" selber ärztliche Untersuchungen durch. In 

den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztli-

chen Unterlagen ab. Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu bean-

standen, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 

und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der 

Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich 

aufgrund vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen 

können (Urteile des BGer 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011; 

9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. November 

2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen; RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4 und 1988 

U 56 S. 371). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärun-

gen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann jedoch bereits bei Vor-

liegen geringer Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit nicht ab-

gestellt werden (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4; 122 V 157 E. 1d).  

6.  

6.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz ihrer Abklärungspflicht im 

Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG rechtsgenüglich nachgekommen ist. Zwar 

sind dabei grundsätzlich nur die bis zum Erlass der Verfügung vom 24. No-

vember 2015 vorliegenden medizinischen Akten zu berücksichtigen, je-

doch können gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch Arztbe-

richte zum Krankheitsverlauf, welche nach Verfügungserlass entstanden 

sind, in die Beurteilung miteinbezogen werden, soweit sie Rückschlüsse 

auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gege-

bene Situation erlauben (statt vieler: Urteil BGer 8C_71/2017 vom 20. April 

2017 E. 8.3). 

6.2 Hinsichtlich der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Leis-

tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin liegen insbesondere die folgenden 

Arztberichte und Unterlagen vor: 

– Die behandelnde Ärztin der Beschwerdeführerin in den USA, Dr. med. 

D._______, “E._______ Health Care“, Abteilung Hämatologie, hielt in 

ihrem Bericht vom 19. August 2014 fest, dass bei der Beschwerdefüh-

rerin eine “Essentielle Thrombozythämie“ (JAK-2 positiv) mit starker 

Vermehrung der Thrombozyten im Blut (Thrombozytose) vorliege. Als 

C-17/2016 

Seite 14 

Symptome bestünden Kopfschmerzen und Schwindel. Die Beschwer-

deführerin sei von ihrem bisherigen Arzt Dr. F._______ mit dem Medi-

kament “Hydroxyurea“ zur Normalisierung der Anzahl Blutplättchen be-

handelt worden (vgl. Laborbericht vom 20. Februar 2013, act. 13), wo-

bei als Nebenwirkung Fatigue und extreme Übelkeit aufgetreten seien. 

Anlässlich der ersten Konsultation im “E._______“ am 30. Mai 2013 

habe die Beschwerdeführerin ihrem Vorschlag zugestimmt, die Be-

handlung bei ihr symptomorientiert weiterzuführen. Seit der Verlaufs-

kontrolle im Juli 2013 habe die Beschwerdeführerin mal stärkere, mal 

schwächere Symptome von Schwindel gehabt, was dahingehend in 

Korrelation mit der Anzahl Blutplättchen gestanden habe, dass bei 

mehr als 1 Mio. Plättchen die Symptome Fatigue und Schwindel zuge-

nommen hätten. Aktuell bestünden als Beschwerden Episoden von 

Sehstörungen gefolgt von intensiven Kopfschmerzen (zwei Vorfälle vor 

zwei Wochen). Weiter beklage die Beschwerdeführerin eine lähmende 

Fatigue, aufgrund derer es ihr nicht möglich sei zu arbeiten. Bei der 

letzten Konsultation am 22. Juli 2014 sei die Dosis von “Hydroxyurea“ 

erhöht worden, was zu einer Verringerung der Kopfschmerzen geführt 

habe (act. 10).  

– Dr. med. G._______, “H._______ Clinic“, Abteilung Hämatologie, an 

welchen Dr. D._______ die Beschwerdeführerin zur Abklärung weiterer 

Behandlungsmöglichkeiten überwiesen hatte, bestätigte in seinem Be-

richt vom 24. Oktober 2014 die Diagnose “Essentielle Thrombozythä-

mie“ (JAK-2 positiv). Er hielt fest, dass die erhöhte Dosis von “Hydro-

xyurea“ entsprechend den Angaben der Beschwerdeführerin zwar zu 

einer Verbesserung der Schwindelsymptome geführt habe, die Fatigue 

sich aber verschlimmert habe. Die Blutplättchenzahl habe auch unter 

der erhöhten Dosis nicht auf unter 900‘000 verringert werden können. 

Er empfehle zur Kontrolle der vasomotorischen Symptome die Ein-

nahme von “Baby-Aspirin“ zwei Mal statt wie bisher ein Mal täglich, so 

dass die nicht sehr wirksame “Hydroxyurea“-Therapie allenfalls weg-

gelassen werden könne. Falls dies keinen Erfolg habe, sei ein Behand-

lungsversuch mit “Pegasys“ in Betracht zu ziehen (act. 11).  

– Unter Berücksichtigung der Berichte von Dr. D._______ vom 19. Au-

gust 2014 und von Dr. G._______ vom 24. Oktober 2014 sowie unter 

Annahme, die Beschwerdeführerin sei als Hausfrau einzustufen (act. 

20), hielt die RAD-Ärztin Dr. I._______, Fachärztin FMH für Innere Me-

dizin, in ihrer Stellungnahme vom 14. April 2015 fest, dass bei der Be-

schwerdeführerin die Diagnose “Essentielle Thrombozythämie“ (D45) 

C-17/2016 

Seite 15 

auf Grundlage einer JAK-2-Genmutation vorliege. Hinweise auf Kom-

plikationen mit Thrombosen oder Blutungen gebe es nicht. Beschrie-

ben würden eine Fatigue und Schwindelsymptome. Die Arbeitsfähigkeit 

im Haushalt erscheine im Kontext der wenig Symptome aufweisenden 

Erkrankung nicht eingeschränkt (act. 21).  

– Mit Einwand vom 21. Mai 2015 gegen den Vorbescheid der Vorinstanz 

legte die Beschwerdeführerin neben den bereits eingereichten Arzt- 

und Laborberichten (act. 24-26) weitere Laborberichte von Februar 

2013 (act. 31 und 32, S. 2, 3), sowie Verlaufs- und Laborberichte von 

Dr. D._______ vom 12. Dezember 2013 (act. 27), vom 19. August 2014 

(act. 28, 29) und vom 14. Oktober 2014 (act. 30) ins Recht. Zu ihrem 

aktuellen Gesundheitszustand hielt die Beschwerdeführerin fest, dass 

sie in ihrem Alltag durch die starken Müdigkeitssymptome, irritierenden 

Sehstörungen und die Nebenwirkungen der Medikamente erheblich 

eingeschränkt sei. Da das Medikament “Hydroxyurea“ nach bereits 

zwei Jahren nicht mehr wirksam gewesen sei, habe sie auf das wö-

chentlich zu injizierende “Pegasys“ wechseln müssen, welches starke 

Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Angstzustände und starke Na-

cken-, Arm- und Rückenschmerzen hervorrufe. Die extreme Müdigkeit 

habe sich nicht verbessert und werde gemäss Dr. D._______ durch die 

Krankheit und zum Teil durch die Behandlung verursacht. Hinzu 

komme die durch die Folgen der Krankheit und Behandlung bedingte 

psychische Belastung. Unter Angabe der Telefonnummer von 

Dr. D._______ hielt die Beschwerdeführerin fest, diese könne bestäti-

gen, dass ihre Einschränkung im Alltag bei weit mehr als 50 % liege 

(act. 23).  

– In Würdigung aller vorliegenden medizinischen Akten stellte RAD-Ärz-

tin Dr. I._______ am 3. August 2015 fest, dass die Beschwerdeführerin 

seit 2013 an Episoden von Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen im 

Zusammenhang mit der im Februar 2013 diagnostizierten Throm-

bozythämie leide. Hinzu kämen eine erhöhte Müdigkeit sowie eine re-

aktionäre Senkung der Stimmung. Betreffend die einzig im 2013 be-

schriebenen Episoden von Sehstörungen, gefolgt von intensiven Kopf-

schmerzen, sei keine präzise Diagnose gestellt worden. Die Schwin-

delepisoden hätten sich verbessert, die intensive Müdigkeit sei aber 

geblieben, wie in verschiedenen Berichten erwähnt werde. Die Schwie-

rigkeit bei der Behandlung sei, dass einerseits die Anzahl der Blutplätt-

chen reduziert, andererseits die von der Beschwerdeführerin geltend 

gemachten Symptome wie Asthenie behandelt werden müssten. Es 

C-17/2016 

Seite 16 

habe sich gezeigt, dass die bei der Beschwerdeführerin durchgeführte 

Behandlung der “Essentiellen Thrombozythämie“ nur zum Teil wirksam 

sei. Es sei nachvollziehbar, dass die erhöhte Müdigkeit einen Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit habe. Entsprechend den von der Beschwerde-

führerin im Fragebogen vom 14. Januar 2015 angegebenen Einschrän-

kungen bei den Haushaltstätigkeiten (act. 17) sei von einer 20 %igen 

Arbeitsunfähigkeit im Haushalt seit Februar 2013 auszugehen (act. 36).  

– Dr. D._______ führte im mit Beschwerde vom 22. Dezember 2015 ein-

gereichten Bericht vom 15. Dezember 2015 aus, dass die Behandlung 

der Beschwerdeführerin mit “Hydroxyurea“ aufgrund der sich ver-

schlechterten Fatigue nicht erfolgreich gewesen sei und deshalb – auf 

Empfehlung von Dr. G._______ – seit Februar 2015 eine Behandlung 

mit pegyliertem Interferon erfolge. Unter dieser Behandlung habe sich 

die Anzahl der Blutplättchen umgehend normalisiert. Die Beschwerde-

führerin leide an depressiven Symptomen, wogegen ihr Zoloft ver-

schrieben worden sei, was sie aber nicht vertragen habe. Im Vorder-

grund stehe aber nach wie vor die Fatigue, wodurch es der Beschwer-

deführerin nicht möglich sei, mehr als 2 Stunden am Tag zu arbeiten. 

Danach sei eine Ruhepause von mehreren Tagen nötig. Die Fatigue 

der Beschwerdeführerin lasse sich nicht länger auf die schlecht kon-

trollierte “Essentielle Thrombozythämie“ zurückführen, zumal die An-

zahl Blutplättchen seit März 2015 im Normbereich liege (BVGer-act. 1).  

– RAD-Ärztin Dr. I._______ kam am 19. Februar 2016 zum Schluss, dass 

unter Berücksichtigung des Berichts von Dr. D._______ vom 15. De-

zember 2015 eine Anpassung der Arbeitsfähigkeitsschätzung erforder-

lich sei. Die seit Februar 2015 neu begonnene Behandlung sei erfolg-

reich, so dass sich die Anzahl Blutplättchen seit März 2015 normalisiert 

habe. Gemäss Aussagen von Dr. D._______ lasse sich die Fatigue 

nicht mehr auf die “Essentielle Thrombozythämie“ zurückführen. Es sei 

ansonsten kein medizinischer Grund zur Erklärung der Asthenie er-

sichtlich. Auch die übrigen medizinischen Berichte stellten die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Symptome (Schwindel, Kopf-

schmerzen, Fatigue, etc.) in Zusammenhang mit der Anzahl Blutplätt-

chen, was die Aussage von Dr. D._______ bekräftige. Aus diesem 

Grund dürfe ab März 2015 eine höhere als die bisher attestierte Ar-

beitsfähigkeit von 80 % erwartet werden (act. 52).  

C-17/2016 

Seite 17 

– Basierend auf der von der Vorinstanz im Rahmen der Vernehmlassung  

neu vorgenommenen Einstufung der Beschwerdeführerin als Voller-

werbstätige wurde RAD-Ärztin Dr. I._______ von der Vorinstanz aufge-

fordert, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen 

Tätigkeit sowie in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu beurteilen. Am 

5. April 2014 hielt sie fest, dass sich die Krankheit der Beschwerdefüh-

rerin seit Februar 2013, als die ersten Symptome beschrieben worden 

seien, einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Aufgrund der 

erhöhten Müdigkeit und den vielen medizinischen Konsultationen sei in 

der zuletzt ausgeführten Arbeitstätigkeit von einer seit Februar 2013 

bestehenden 50 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Unter Berück-

sichtigung, dass sich die Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich 

Haushalt freier organisieren könne, werde ab dem gleichen Zeitpunkt 

eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20 % attestiert. Das Gleiche 

gelte für eine leidensadaptierte Tätigkeit. Seit März 2015 habe sich die 

Situation aus hämatologischer Sicht normalisiert. Da sich die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachte Müdigkeit ab diesem Zeitpunkt 

nicht mehr auf die “Essentielle Thrombozythämie“ zurückführen lasse 

und sich aus den Akten diesbezüglich auch sonst keine Erklärung er-

gebe, sei ab März 2015 von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in 

der zuletzt ausgeführten Tätigkeit auf 80 % auszugehen (act. 54).  

– Mit der Replik reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht 

von Dr. D._______ vom 19. Mai 2016 ein, welcher mit jenem vom 

15. Dezember 2015 identisch ist. Gemäss einem ebenfalls beigelegten 

Bericht von Dr. med. J._______, “K._______“, vom 29. Mai 2016 war 

die Beschwerdeführerin seit 11. November 2015 in psychiatrischer Be-

handlung. Er hielt fest, die Beschwerdeführerin habe seit Beginn der 

Behandlung mit Interferon über Ängste, Depression, Energielosigkeit 

und Müdigkeit geklagt. Es seien Behandlungen mit “Zoloft“, “Effexor“, 

“XR“ und “Buspirone“ versucht worden, doch die Beschwerdeführerin 

habe keines der Medikamente vertragen. Sie klage noch immer über 

die gleichen Symptome (BVGer-act. 11).  

– Am 11. Juli 2016 kam RAD-Ärztin Dr. I._______ zum Schluss, dass die 

eingereichten medizinischen Berichte keine abweichende Beurteilung 

ihrerseits zu begründen vermochten. Dr. J._______ habe keine Diag-

nose genannt und sich auf die Auflistung der von der Beschwerdefüh-

rerin beklagten Symptome beschränkt. Als Ursache für die Symptome 

sehe er die Behandlung mit Interferon. Dem könne nicht gefolgt wer-

C-17/2016 

Seite 18 

den, zumal die Spezialistin Dr. D._______ entsprechende Nebenwir-

kungen von Interferon nicht erwähnt habe und sie von einer aus häma-

tologischer Sicht stabilisierten Situation spreche (BVGer-act. 13).  

6.3 Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte von 

Dr. D._______ vom 15. Dezember 2015 und 19. Mai 2016 sowie von Dr. 

J._______ vom 29. Mai 2016 sind zwar nach Erlass der Verfügung vom 

24. November 2015 entstanden, erlauben aber Rückschlüsse auf den im 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorgelegenen Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin und sind deshalb bei der Beurteilung der Frage, ob die 

Vorinstanz den medizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt hat, 

zu berücksichtigen.  

6.4 Die Vorinstanz stützte sich bei der Abweisung des Rentengesuchs der 

Beschwerdeführerin auf die Stellungnahmen der RAD-Ärztin 

Dr. I._______. Diese beurteilte den Gesundheitszustand und die Arbeitsfä-

higkeit der Beschwerdeführerin anhand der eingereichten medizinischen 

Akten, ohne eine eigene Untersuchungen vorgenommen zu haben. Wie 

erwähnt, ist eine eigene Untersuchung durch den RAD nicht zwingend er-

forderlich, eine Aktenbeurteilung mithin zulässig, vorausgesetzt, dass die 

Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen 

Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Im Weiteren dürfen 

auch nicht geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen Beurteilung vorliegen (vgl. E. 5.4.3). Diese Voraus-

setzungen sind vorliegend in mehrerer Hinsicht nicht erfüllt: 

6.4.1 In diagnostischer Hinsicht fällt zunächst auf, dass die von den behan-

delnden Hämatologen in den USA und die von der RAD-Ärztin gestellte 

Diagnose bzw. vorgenommenen Klassifikation der Erkrankung der Be-

schwerdeführerin nicht übereinstimmen. Während Dr. D._______ und 

Dr. G._______ eine “Essentielle Thrombozythämie (ET)“ diagnostizierten, 

welche im Klassifikationssystem ICD-10 (damals geltende Version) unter 

D47.3 aufgeführt ist, sprach die RAD-Ärztin in ihren Stellungnahmen zwar 

auch von “Essentieller Thrombozythämie“, subsumierte die Erkrankung 

aber ohne weitere Begründung unter D45 des ICD-10-Katalogs (“Poly-

cythaemia vera“, vgl. act. 21). In diesem Zusammenhang stellt sich auch 

die Frage, ob RAD-Ärztin Dr. I._______ als Fachärztin für Innere Medizin 

ohne (ersichtliche) weitere Spezialisierung die notwendigen fachlichen 

Kompetenzen hat, um die selten vorkommende Erkrankung der Beschwer-

deführerin aus dem Spezialbereich Hämatologie unter Einbezug aller rele-

vanten Kriterien zu beurteilen. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit 

C-17/2016 

Seite 19 

dem Krankheitsbild und den Berichten der behandelnden Hämatologen in 

den USA ist ihren Stellungnahmen jedenfalls nicht zu entnehmen.  

6.4.2 Im Weiteren ergeben die medizinischen Akten insofern ein unvoll-

ständiges Bild, als dass die Berichte der behandelnden Hämatologen in 

den USA keine Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin enthalten. Erst im Bericht vom 15. Dezember 2015 (sowie im identi-

schen Bericht vom 19. Mai 2016) gab Dr. D._______ zwar an, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund der Fatigue höchstens 2 Stunden pro Tag 

arbeiten könne, aber dann eine Ruhepause für mehrere Tage benötige 

(BVGer-act. 1). Jedoch bleibt unklar, auf welche Tätigkeit sich die Angaben 

von Dr. D._______ beziehen (Haushalt, bisherige Arbeitstätigkeit oder lei-

densadaptierte Tätigkeit). Die von der RAD-Ärztin gestützt auf diese un-

vollständigen medizinischen Aktenlage vorgenommene Einschätzung, wo-

nach die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeführten Arbeitstätigkeit 

von Februar 2013 bis Februar 2015 zu 50 % und ab März 2015 zu 80 % 

arbeitsfähig sei (act. 54), ist daher nicht nachvollziehbar, zumal sie auf die 

Angaben von Dr. D._______ auch keinerlei Bezug nahm.  

6.4.3 Betreffend den Krankheitsverlauf bestritt die Beschwerdeführerin, 

dass es ab März 2015 zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes 

bzw. der Arbeitsfähigkeit gekommen sei. Die RAD-Ärztin stützte sich bei 

ihrer entsprechenden Annahme auf den Bericht von Dr. D._______ vom 

15. Dezember 2015, wonach die im Februar 2015 neu eingeleitete Behand-

lung der “Essentiellen Thrombozythämie“ mit pegyliertem Interferon zu ei-

ner umgehenden Normalisierung der Anzahl Blutplättchen geführt habe, so 

dass die Anzahl seit März 2015 im Normbereich liege. Die Fatigue der Be-

schwerdeführerin lasse sich nicht länger auf die “schlecht kontrollierte Es-

sentielle Thrombozythämie zurückführen“ (BVGer-act. 1). Die RAD-Ärztin 

schloss daraus, dass mangels einer anderen aus den Akten ersichtlichen 

medizinischen Erklärung für die Fatigue von einer Verbesserung des Ge-

sundheitszustands bzw. der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 

März 2015 auszugehen sei (act. 52). Diese Schlussfolgerung vermag nicht 

zu überzeugen. Dr. D._______ hielt zwar fest, dass die “Essentielle Throm-

bozythämie“ seit März 2015 nicht mehr als Ursache für die Fatigue zu be-

trachten sei, zumal die Anzahl Blutplättchen seither im Normbereich liege 

und damit keine schlecht kontrollierte “Essentielle Thrombozythämie“ mehr 

vorliege, jedoch ging sie nicht von einer Verbesserung des Gesundheits-

zustandes der Beschwerdeführerin aus, attestierte sie dieser doch eine Ar-

beitsfähigkeit von lediglich höchstens 2 Stunden pro Tag mit anschliessend 

erforderlicher mehrtägiger Ruhepause. Dass sich gemäss der RAD-Ärztin 

C-17/2016 

Seite 20 

in den medizinischen Akten keine Erklärung für die Fatigue finden lasse, 

muss nicht heissen, dass es keine Erklärung gibt, und schon gar nicht, 

dass eine Fatigue nicht mehr vorläge. Zwar ist den medizinischen Berich-

ten zu entnehmen, dass die Fatigue in einem gewissen Zusammenhang 

mit der “Essentiellen Thromobzythämie“ bzw. der Anzahl Blutplättchen 

stand, wie die RAD-Ärztin zur Bekräftigung ihrer Ansicht feststellte, jedoch 

wurde in den gleichen medizinischen Berichten auch ein Zusammenhang 

zwischen der Fatigue und der Behandlung mit “Hydroxyurea“ beschrieben, 

wobei sich die Fatigue auch unter der neuen Therapie mit pegyliertem In-

terferon gemäss den vorliegenden medizinischen Berichten vom 15. De-

zember 2015 sowie 19. und 29. Mai 2016 nicht besserte (BVGer-act. 1, 

11), was die RAD-Ärztin ausser Acht liess. Daraus ergibt sich, dass die 

Ursache der Fatigue nicht geklärt ist und sie eventuell auch mit der Be-

handlung mit pegyliertem Interferon zusammenhängen (vgl. z.B. Arzneimit-

tel-Kompendium unter www.compendium.ch, wonach u. a. Müdigkeit und 

Depression als unerwünschte Wirkungen bei einer Behandlung mit “Pe-

gasys“ [Wirkstoff: pegyliertes Interferon] auftreten können) oder einen an-

deren, noch nicht abgeklärten medizinischen Grund haben könnte. Jeden-

falls wären diesbezüglich weitere Abklärungen nötig gewesen.  

6.4.4 Schliesslich beanstandete die Beschwerdeführerin zu Recht, dass 

die RAD-Ärztin bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die psychischen Be-

einträchtigungen nicht miteinbezogen habe (BVGer-act. 11). Die RAD-Ärz-

tin liess die im knapp gehaltenen Bericht von Dr. J._______ vom 29. Mai 

2016 beschriebenen psychischen Beschwerden ausser Acht mit der Be-

gründung, dass Dr. J._______ keine Diagnose genannt und sich darauf 

beschränkt habe, die von der Beschwerdeführerin beklagten Symptome 

aufzulisten (BVGer-act. 13). Tatsächlich erweist sich Dr. J._______s Be-

richt als unvollständig und lückenhaft. Allerdings ergeben sich daraus Hin-

weise, die einen zwingenden weiteren Abklärungsbedarf des psychischen 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin begründen. Die psychi-

schen Beschwerden waren immerhin von einem derartigen Schweregrad, 

dass Dr. J._______ zur Behandlung eine medikamentöse Therapie für not-

wendig erachtete, wobei eine Behandlung trotz Versuchen mit verschiede-

nen Medikamenten aufgrund von Unverträglichkeit seitens der Beschwer-

deführerin nicht möglich war (vgl. BVGer-act. 13). Hinzu kommt, dass auch 

Dr. D._______ in ihrem Bericht vom 15. Dezember 2015 bereits auf die bei 

der Beschwerdeführerin vorliegende depressive Symptomatik sowie die 

diesbezüglich erfolgende Behandlung hinwies (BVGer-act. 1). Die RAD-

Ärztin, welche Fachärztin der Inneren Medizin ist, durfte somit nicht von 

C-17/2016 

Seite 21 

vornherein und ohne weitere Abklärungen annehmen, dass bei der Be-

schwerdeführerin keine psychischen Beschwerden mit Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit bestünden.  

6.5 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die medizinische Aktenlage un-

vollständig ist und die Daten auch nicht unbestritten sind. Aus diesem 

Grund kann auf die Aktenbeurteilungen der RAD-Ärztin als Grundlage für 

die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin nicht abgestellt werden. Daraus folgt, dass die Vo-

rinstanz den relevanten medizinischen Sachverhalt nicht rechtsgenüglich 

abgeklärt hat. Mangels einer zuverlässigen medizinischen Entscheid-

grundlage ist es vorliegend demzufolge nicht möglich, mit dem im Sozial-

versicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit zu beurteilen, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe und 

ab wann die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ordentliche Invaliden-

rente hat.   

6.6 Die Angelegenheit ist zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärun-

gen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Um eine vollständige und umfas-

sende (auch rückwirkende) Beurteilung des Gesundheitszustandes bzw. 

der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu ermöglichen, erscheint 

eine Begutachtung in der Schweiz unumgänglich. Die Vorinstanz wäre auf-

grund des ungenügend abgeklärten Sachverhalts bereits vor Verfügungs-

erlass gehalten gewesen, eine Begutachtung zu veranlassen, was sie nun 

nachzuholen haben wird; ein Gerichtsgutachten fällt mithin ausser Be-

tracht. Vorliegend sind Expertisen in den Fachbereichen Hämatologie und 

Psychiatrie (unter Berücksichtigung der Standardindikatoren gemäss 

neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung, BGE 141 V 281) geboten. Ob 

neben den genannten Fachdisziplinen auch noch weitere Spezialisten bei-

gezogen werden, ist dem pflichtgemässen Ermessen der Gutachter zu 

überlassen, zumal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Fra-

gestellung über die erforderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. dazu 

Urteil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E.6.3.1).  

7.  

7.1 Im Weiteren stellt sich noch die Frage nach dem Status der Beschwer-

deführerin.  

C-17/2016 

Seite 22 

7.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 

gestützt auf deren Angaben in der Anmeldung zunächst als Hausfrau ein-

stufte (act. 5, S. 5; act. 20). Im Beschwerdeverfahren wechselte sie dann 

den Status der Beschwerdeführerin ohne nähere Begründung von Haus-

frau auf vollzeitlich erwerbstätig (BVGer-act. 9). Dies offenbar aufgrund der 

Beschwerde vom 22. Dezember 2015, worin die Beschwerdeführerin vor-

gebracht hatte, sie sei vor dem Umzug in die USA in der Schweiz einer 

Vollzeiterwerbstätigkeit als Mikrobiologie-Laborantin nachgegangen. Zu-

dem habe sie gleich nach der Ankunft in den USA eine Arbeitserlaubnis 

eingeholt und sich seit deren Erhalt ständig um Arbeit bemüht, was sich 

aber durch das Auftreten der chronischen Krankheit kurz nach dem Umzug 

als sehr schwierig erweise (BVGer-act. 1, S. 2). 

7.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig 

oder als nichterwerbstätig einzustufen ist (Statusfrage), was je zur Anwen-

dung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommens-

vergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) führt, ergibt sich aus 

der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen 

täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entschei-

dend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicher-

ten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in wel-

chem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen 

versicherten Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, 

sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- 

und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen 

Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 

Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie 

sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei 

für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) 

Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1; 

137 V 334 E. 3.2; 125 V 146 E. 2c; Urteil BGer 9C_645/2015 vom 3. 

Februar 2016 E. 2.3). 

 

7.4 Die Statusfrage ist hypothetisch zu beurteilen, unter Berücksichtigung 

der ebenfalls hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten 

Person. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen einer direkten 

Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren 

Indizien bzw. Umständen erschlossen werden (Urteile BGer 8C_157/2017 

vom 6. November 2017 E. 1.3; 9C_222/2016 vom 19. Dezember 2016 

E. 4.2; 9C_497/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 3.1). Insbesondere hat 

C-17/2016 

Seite 23 

auch die vor Eintritt der Invalidität ausgebübte Tätigkeit nur Indizien-

charakter und wirkt im Hinblick auf die Statusfrage nicht präjudizierend 

(MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Art. 5 

Rz 9, 24). Bei der Beurteilung der Statusfrage hat immer eine einlässliche 

Würdigung der gesamten Verhältnisse des Einzelfalls zu erfolgen 

(MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 5 Rz 25 mit Hinweis auf BGE 117 V 194).  

7.5 Weder der Hinweis der Beschwerdeführerin auf eine in der Vergangen-

heit ausgeübte vollzeitliche Erwerstätigkeit noch die Behauptung, sie habe 

sich in den USA ständig um Arbeit bemüht, ohne dafür entsprechende 

Nachweise vorzulegen, reichen vor dem Hintergrund der dargelegten 

Rechtslage aus, um die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit als im hypothetischen Gesundheitsfall Vollzeiterwerbstätige 

zu qualifzieren. Im Übrigen liegen zu den Umständen und den Verhältnis-

sen der Beschwerdeführerin in den USA keine Angaben vor. Die Vorinstanz 

wird hierzu weitere Abklärungen zu treffen und die Statusfrage unter ein-

lässlicher Würdigung der gesamten Verhältnisse zu entscheiden haben.  

8.  

8.1 Schliesslich ist vorliegend noch auf die strittige Frage des frühestmög-

lichen Rentenbeginns, welcher durch den Zeitpunkt der Anmeldung der Be-

schwerdeführerin zum Leistungsbezug determiniert wird, einzugehen. 

Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) sieht vor, 

dass der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG ent-

steht.   

8.2 Während die Vorinstanz vom 3. November 2014 als Anmeldedatum 

ausging (BVGer-act. 9), womit eine Rente frühestens ab 1. Mai 2015 aus-

gerichtet werden könnte (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG), behauptete die Be-

schwerdeführerin, sie habe der Vorinstanz die Anmeldung bereits “im Früh-

ling“ 2014 per Einschreiben geschickt (act. 7; 23, S. 2.).  

8.3 Eine Anmeldung zum Leistungsbezug liegt dann vor, wenn erkennbar 

wird, dass die anmeldende Person Leistungen beansprucht, d. h. den Wil-

len zum Ausdruck bringt, sich darum zu «bewerben» (KIESER, a.a.O. 

Art. 29 Rz 12). In zeitlicher Hinsicht ist nicht das Eintreffen der Anmeldung 

beim Versicherungsträger, sondern die Übergabe an die Post massgebend 

(KIESER, a.a.O. Art. 29 Rz 35). Grundsätzlich hat die Anmeldung mit dem 

amtlichen Formular zu erfolgen (Art. 29 Abs. 2 ATSG und Art. 65 Abs. 1 

C-17/2016 

Seite 24 

IVV). Sind die Formvorschriften nicht erfüllt (z.B. fehlende Unterschrift, feh-

lende notwendige Beilagen), ist der anmeldenden Person eine Nachfrist 

zur Verbesserung anzusetzen und es sind ihr die Folgen der Nichtverbes-

serung anzudrohen (vgl. Art. 40 Abs. 2 ATSG), welche in der Regel darin 

bestehen, dass auf die Anmeldung nicht eingetreten wird (KIESER, a.a.O, 

Art. 29 Rz 39). Wird eine Anmeldung nicht formgerecht eingereicht, so ist 

für die an die Anmeldung geknüpften Rechtswirkungen trotzdem der Zeit-

punkt massgebend, in dem sie der Post übergeben wird (Art. 29 Abs. 3 

ATSG). Der Eintritt dieser Wirkung setzt allerdings voraus, dass der fragli-

che Mangel innert nützlicher Frist behoben wird. Wenn die betreffende Per-

son eine Frist, welche ihr vom Versicherungsträger (rechtsgenüglich) an-

gesetzt wird, zunächst unbenutzt verstreichen lässt, kann eine Berufung 

auf Art. 29 Abs. 3 ATSG nicht mehr erfolgen (KIESER, a.a.O, Art. 29, Rz 52 

mit Hinweisen). Ist der Zeitpunkt der Anmeldung strittig, trägt die anmel-

dende Person die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit (KIESER, a.a.O, 

Art. 29 Rz 37).  

8.4 Die Beschwerdeführerin reichte im Anhang ihrer E-Mail vom 28. Okto-

ber 2014 ihre Anmeldung zum Leistungsbezug auf dem amtlichen Formu-

lar, datiert vom 25. März 2014, ein und wies darauf hin, dass sie diese An-

meldung bereits vor Monaten per Post gesandt, aber noch keine Antwort 

erhalten habe (act. 4). Zum Nachweis ihrer Behauptung, sie habe die An-

meldung der Vorinstanz im Frühling 2014 per Einschreiben gesandt (act. 8, 

S. 1), legte die Beschwerdeführerin eine Kopie eines an die Vorinstanz 

adressierten Briefumschlags ins Recht (act. 8, S. 2). Die Vorinstanz machte 

daraufhin geltend, keinen Antrag vom 25. März 2014 erhalten zu haben 

(act. 9). Auf dem eingereichten Briefumschlag ist weder das Datum des 

Poststempels lesbar, noch ergibt sich, dass der Brief per Einschreiben ver-

sandt wurde (im Gegensatz zum Briefumschlag der Beschwerde: “regis-

tered mail“, BVGer-act. 1). Es wäre an der Beschwerdeführerin gewesen, 

weitere Belege (z. B. eine Versandbestätigung der Post) vorzulegen, nach-

dem sie von der Vorinstanz erfahren hatte, dass diese die geltend ge-

machte Anmeldung nicht erhalten hatte. Anhand der vorliegenden Akten ist 

die behauptete Postübergabe einer Anmeldung im Frühling 2014 jedenfalls 

nicht rechtsgenüglich erstellt, weshalb praxisgemäss auf die Darstellung 

der Sendungsempfängerin abzustellen ist (Urteil des BGer 8C_262/2012 

vom 8. Juni 2012; Urteil des EVG H 392/00 vom 20. September 2002 E. 1.2 

je mit weiteren Hinweisen). 

C-17/2016 

Seite 25 

8.5 Auf der anderen Seite ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz 

vom 3. November 2014 als Anmeldezeitpunkt ausgeht. Dieses Datum kor-

reliert einzig mit der Bestätigung der Vorinstanz, die Anmeldung erhalten 

zu haben (act. 3), jedoch ist wie erwähnt nicht der Zeitpunkt des Empfangs, 

sondern derjenige der Postübergabe einer Anmeldung massgeblich (KIE-

SER, a.a.O. Art. 29 Rz 35). Mit ihrer E-Mail vom 28. Oktober 2014 brachte 

die Beschwerdeführerin ihren Willen, sich zum Leistungsbezug anzumel-

den, klar zum Ausdruck. Die Vorinstanz nahm denn auch im Schreiben vom 

12. November 2014 Bezug auf den “Rentenantrag vom 28. Oktober 2014“ 

und forderte die Beschwerdeführerin auf, den Rentenantrag ordnungsge-

mäss zu stellen mit dem Hinweis, dass sie die bereits erhaltenen Antrags-

unterlagen für die weitere Gesuchsbearbeitung in den Akten behalte 

(act. 6). Wenngleich die Beschwerdeführerin mit ihrer E-Mail-Eingabe vom 

28. Oktober 2014 nicht alle Formvorschriften eingehalten hatte (fehlende 

Unterschrift, fehlende schriftliche Bestätigung, in den USA nie der Sozial-

versicherung unterstanden zu haben, fehlende Dokumente vgl. act. 8, 9), 

ist betreffend die an die Anmeldung geknüpften Rechtswirkungen gemäss 

dargestellter Rechtslage der 28. Oktober 2014 das massgebliche Datum, 

zumal die Vorinstanz nicht behauptete, die Beschwerdeführerin habe die 

Anmeldung nicht ordnungsgemäss verbessert. Folglich ist in Anwendung 

von Art. 29 Abs. 1 IVG der frühestmögliche Rentenbeginn der 1. April 2015.  

9.  

9.1 Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 

Parteientschädigung. 

9.2 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine 

Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Par-

tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall der Beschwerde-

führerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der Vorinstanz werden 

ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der von 

der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– (BVGer-

act. 4) wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu-

rückerstattet. 

9.3 Der obsiegenden, nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin 

sind keine verhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihr keine 

Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

  

C-17/2016 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinn teilweise gutheissen, als die Verfügung 

vom 24. November 2015 (datiert vom 6. August 2015) aufgehoben und die 

Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückgewiesen wird.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 400.– wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils zurückerstattet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christoph Rohrer Nadja Francke 

 

  

C-17/2016 

Seite 27 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift ist 

in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begrün-

dung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-

schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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