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**Case Identifier:** 07118c47-5299-56aa-abc3-3ef3195a25a4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.09.2025 IV 2024/205
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-205_2025-09-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/205

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.10.2025

Entscheiddatum: 25.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 25.09.2025
Art. 43 und 44 ATSG. Frage, ob die an ME/CFS leidende Beschwerdeführerin 
ihre Mitwirkungspflicht verletzt hat, indem sie sich gegen die Wahrnehmung 
eines externen neuropsychologischen Gutachtens gestellt hat. Subjektive 
Zumutbarkeit aufgrund der Crash-Gefahr nicht ohne Weiteres gegeben. 
Aufhebung der Nichteintretensverfügung und Rückweisung an die 
Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines versicherungsexternen 
psychiatrischen Gutachtens vor Ort (inklusive Zumutbarkeitsbeurteilung 
einer externen Begutachtung)(Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 25. September 2025, IV 2024/205).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/17 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung III 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 25. September 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn (Vorsitz), Versicherungsrichterin 
Marie Löhrer und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin 
Beatrice Borio  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/205 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, Schwager  
Mätzler Schneider, Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente (Nichteintreten) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/205 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich im Februar 2022 (IV-act. 2 f.; Eingangsdatum 23. 
Februar 2022) mit dem Formular «Anmeldung für Erwachsene: Berufliche Integration/Rente» wegen 

generalisierter Angststörung (ICD-10: F41.1), rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode (ICD-10: F33.2), komplexer posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS; ICD-

10: F43.1) seit Kindheit (IV-act. 99-4) sowie Status nach Covid-19 Erkrankung November 2020 mit 

protrahierter Fatigue Symptomatik und Status nach Epstein-Barr-Virus (EBV) im Alter von 17 Jahren 
mit mehrjährigen Fatigue-Symptomen (gemäss Angaben von pract. med. B.___, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. April 2022 [IV-act. 16]; für eine ausführliche chronologische 

Zusammenstellung medizinischer Abklärungen und des Krankheitsverlaufs ab 2004 vgl. act. G1.4) bei 

der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an. Den Akten ist zudem zu entnehmen, dass bei der Versicherten 2016 eine 

seronegative Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert worden war (vgl. u.a. IV-act. 37-3, 42-15, 99-4). 

A.b Die IV-Stelle führte am 29. April 2022 ein Assessment mit der Versicherten durch (IV-act. 28-4). 
Am 23. Mai 2022 trat die Versicherte ein Aufbautraining bei C.___ an (IV-act. 21-1, 29), das bis 22. 

November 2022 hätte dauern sollen (IV-act. 20-5, 21). Am 29. August 2022 begab sie sich in Kur nach 

D.___, wobei das Aufbautraining nicht abgebrochen, sondern Krankentage genommen wurden (IV-act. 

29-1). Die Kur musste jedoch vorzeitig am 1. September 2022 aufgrund von Rückenschmerzen und 

einmaliger Emesis bei Verdacht auf virale Gastroenteritis notfallmässig abgebrochen werden (IV-act. 

37-3 f.). Am 20. September 2022 trat die Versicherte freiwillig aufgrund einer depressiven Symptomatik 

und bei generalisierter Angststörung sowie komplexer PTBS in das E.___ zur stationär-psychiatrischen 
Behandlung ein (IV-act. 42-15). In der Folge hob die IV-Stelle mit Mitteilung vom 29. September 2022 

die Integrationsmassnahme per 7. Oktober 2022 auf (IV-act. 30). Am 18. November 2022 wurde die 

stationär-psychiatrische Behandlung im E.___ abgeschlossen (IV-act. 42-15). Die zuständigen Ärzte 

des E.___ organisierten aufgrund bestehender Sorgen der Versicherten, ihren Alltag infolge der nach 

wie vor bestehenden Erschöpfung nicht bestreiten zu können, ein Unterstützungsangebot 

(psychiatrische Spitex; Möglichkeit des Besuches der niederschwelligen Tagesklinik F.___; IV-act. 42-

10). 

A.c Im November 2022 startete die Versicherte aufgrund der Pensionierung von pract. med. B.___ 
die psychiatrische Behandlung bei Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie 

(vgl. IV-act. 58-1, 73; act. G1-4 Ziff. 9). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.d Am 19. September 2023 fand auf Zuweisung von Dr. med. H.___, Fachärztin FMH für Allgemeine 
Innere Medizin, eine telefonische MedAmbi Long Covid Sprechstunde, Erstkonsultation, bei Dr. med. 

I.___, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin J.___ im Spital Z.___, statt. Dr. I.___ stellte die 

Diagnose Myalgische Enzephalomyelitis (ME)/Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS), ICD-10: G93.3, 

bei Erstsymptomatik ungefähr 2004 nach viralem Allgemeininfekt (vermutlich EBV), mehrjähriger 
Crash-Episode nach körperlicher/geistiger Überlastung im Rahmen des Studiums 2013 und erneuter 

Exazerbation nach Covid-19 Infektion November 2020. Zudem vermerkte er anamnestisch eine PTBS 

seit Kindheit (IV-act. 73-8 f.). Klinisch hielt er folgende Symptome fest: Fatigue, schwere körperliche 

und geistige und emotionale Belastungsintoleranz (PEM), Hitzeintoleranz, Brain-Fog, Konzentrations- 

und Gedächtnisprobleme (aktuell ca. 2 h/Tag etwas klarer), krampfartige Rückenschmerzen, 

Appetitlosigkeit, Übelkeit, seltenes Erbrechen, ausgeprägte Insomnie (Ein- und Durchschlafstörung), 

visuelle und akustische Reizüberflutung, schwere Angst-Symptomatik (IV-act. 73-8, -10). 

A.e K.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom IV-internen regionalen ärztlichen 
Dienst (RAD) notierte am 6. November 2023, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht die Diagnosen 

einer generalisierten Angststörung, des CFS sowie der seronegativen Hashimoto-Thyreoiditis 

nachvollziehbar begründet seien, während die Diagnosen einer PTBS sowie einer rezidivierenden 

depressiven Störung nicht belegt seien. Sie erachtete eine vertiefte medizinische Abklärung als 

angezeigt (IV-act. 76-4). Gestützt darauf beschloss die IV-Stelle nach einer internen interdisziplinären 
Besprechung, ein neuropsychologisches Konsil in Auftrag zu geben und anschliessend eine 

polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen (IV-act. 77-2). 

A.f Mit Schreiben vom 31. Januar 2024 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zur Klärung der 
Leistungsansprüche eine aktuelle neuropsychologische Untersuchung (Konsilium mit Fatigue 

Symptomatik) erforderlich sei und dass Dr. phil. L.___, Psychologe und eidg. anerkannter 

Psychotherapeut, damit beauftragt werde (IV-act. 81). Dieser schlug der Versicherten am 28. März 2024 

als Termin für die Untersuchung den 8. Mai 2024 vor (IV-act. 87). 

A.g Am 19. April 2024 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.  
L. Gmünder, der IV-Stelle mitteilen, dass der mit Dr. L.___ vereinbarte Termin habe abgesagt werden 

müssen, da ein Konsilium bei Dr. L.___ oder eine andere externe physische Begutachtung die reelle 

Gefahr berge, dass sich ihr Gesundheitszustand weiter und nachhaltig verschlechtere. Dem Schreiben 

legte sie drei ärztliche Berichte bei (Bericht von Dr. I.___ vom 20. September 2023 [vgl. vorstehenden 

Sachverhalt A.d], Bericht von Dr. G.___ vom 15. April 2024 [IV-act. 90-4], Bericht von Dr. H.___ vom 

17. April 2024 [IV-act. 90-5]). Anhand der bereits vorliegenden ärztlichen Berichte und allfälliger 
Auskünfte von Ehemann und Mutter sei es möglich, eine genügend gesicherte Aussage über den 

Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu treffen (IV-act. 90-1 ff.). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.h Die RAD-Ärztin nahm am 6. Mai 2024 Stellung zum Einwand der Versicherten und kam zum 
Schluss, dass keine dauerhaften Schäden oder Nebenwirkungen zu erwarten seien. Eine 

vorübergehende Symptomverschlechterung, wie von den behandelnden Ärzten angegeben, sei aus 

versicherungsmedizinischer Sicht möglich, berge jedoch keine Gefahr schwerwiegender oder 

lebensbedrohlicher Folgen (IV-act. 92-2). 

A.i Daraufhin leitete die IV-Stelle gleichentags das Mahn- und Bedenkzeitverfahren ein. Darin 
forderte sie die Versicherte «letztmals» auf, sich einer Begutachtung bei Dr. L.___ zu unterziehen, sich 

dafür bis spätestens 15. Mai 2024 mit Dr. L.___ in Verbindung zu setzen und ihr den Termin mitzuteilen. 

Sollte sie die Auflagen nicht erfüllen, werde die IV-Stelle die Erhebungen bezüglich ihres Gesuches um 

Rentenleistungen einstellen und Nichteintreten beschliessen (IV-act. 93). Nach mehrfacher 

telefonischer und E-Mail-Korrespondenz mit dem Rechtsvertreter erklärte sich die IV-Stelle damit 

einverstanden, mit dem Erlass des Vorbescheids zuzuwarten (IV-act. 94 ff.). 

A.j Am 14. Juni 2024 begab sich die Versicherte in Begleitung ihres Ehemanns zur Long Covid 
Sprechstunde bei Dr. I.___ (IV-act. 99-3 ff.). In seinem Bericht hielt Dr. I.___ fest, dass die körperliche 

Untersuchung erwartungsgemäss keine neuen Erkenntnisse gebracht habe. Auch laborchemisch 

hätten keine Hinweise auf differentialdiagnostische Ursachen erhoben werden können. Die 

psychometrische Abklärung hätte nur partiell durchgeführt werden können, da die Versicherte am Ende 

der Konsultation keine Energie mehr dafür gehabt habe. Insgesamt sei die Symptomatik weiterhin im 
Rahmen der ME/CFS-Symptomatik plausibel erklärt. Eine mehrstündige neuropsychologische 

Abklärung oder andere kognitiv/körperlich belastende Untersuchungen sollten, wenn irgendwie 

möglich, unterbleiben, da sich hieraus zumeist kein relevanter medizinischer informativer Mehrgewinn 

ableiten lasse (nach 3-jähriger Klinik) und in diesem Fall mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit mit einer 

ausgeprägten Crash-Symptomatik im Sinne einer langanhaltenden gesundheitlichen Verschlechterung 

zu rechnen sei (IV-act. 99-3 ff.). 

A.k Mit Schreiben vom 25. Juli 2024 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle, alle möglichen 
Abklärungen mit Ausnahme der Begutachtung vorzunehmen und einen Rentenbescheid anhand der 

Akten und diesen Abklärungen zu treffen. Dem Schreiben legte sie den Bericht von Dr. I.___ zur 

Sprechstunde vom 14. Juni 2024 (vgl. vorstehenden Sachverhalt A.j) sowie einen persönlichen 

Erfahrungsbericht ihres Ehemanns vom 19. Juli 2024 (IV-act. 99-7) bei. Sollten die Angaben im Bericht 

von Dr. I.___ nicht zur Beurteilung der Gesundheitssituation genügen, so werde der RAD gebeten, sich 

mit diesem in Verbindung zu setzen (IV-act. 99). 

A.l Die RAD-Ärztin nahm am 29. August 2024 Stellung zum erneuten Einwand der Versicherten und 
hielt an ihrer bisherigen Auffassung fest (IV-act. 100). Gestützt auf diese Beurteilung forderte die IV-

Stelle die Versicherte mit Schreiben vom 30. August 2024 letztmals auf, sich bis 18. September 2024 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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mit der Gutachtenstelle in Verbindung zu setzen und einen neuen Termin zu vereinbaren, ansonsten 

die Erhebungen bezüglich ihres Gesuchs um Rentenleistungen eingestellt und Nichteintreten 

beschlossen werde (IV-act. 101). 

A.m Daraufhin liess die Versicherte mit E-Mail vom 16. September 2024 den Erlass einer anfechtbaren 
Verfügung beantragen (IV-act. 104-1). 

A.n Am 16. September 2024 erliess die IV-Stelle eine Nichteintretensverfügung mit der Begründung, 
das Gesuch könne nicht bearbeitet werden, da sich die Versicherte weiterhin weigere, an der 

neuropsychologischen Untersuchung teilzunehmen, und damit ihrer Mitwirkungspflicht nicht 

nachkomme (IV-act. 107). 

B.   

B.a Dagegen erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt Gmünder, am 18. Oktober 2024 Beschwerde. Sie stellte folgende Rechtsbegehren (act. 

G1): 

1. «Die Verfügung vom 16. September 2024 sei aufzuheben, auf das Leistungsbegehren sei einzutreten und der 

Beschwerdeführerin sei ab Juli 2022 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. 

2. Eventualiter sei auf das Leistungsbegehren einzutreten und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, ohne 

Einholung eines Gutachtens mit Begutachtung ausser Haus einen materiellen Rentenentscheid zu fällen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.»  

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2024 beantragte die IV-Stelle (nachfolgend: 
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G4). 

B.c In ihrer Replik vom 13. Februar 2025 hielt die Beschwerdeführerin an ihren bisherigen 
Rechtsbegehren fest (act. G6). 

B.d Mit Schreiben vom 21. Februar 2025 teilte die Beschwerdegegnerin mit, auf eine Duplik zu 
verzichten und an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festzuhalten (act. G8). 

B.e Am 12. März 2025 beantragte der Rechtsvertreter pauschal eine Parteientschädigung in Höhe 
von Fr. 4'000.– (zzgl. MwSt. und Barauslagen), wobei er ausführte, dass sein effektiver Aufwand 

aufgrund des gesundheitsbedingt erschwerten Klientenkontakts einiges höher gelegen habe (act. G10). 

B.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den 
(medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Erwägungen 
1.   

Strittig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht nicht auf das Leistungsbegehren eingetreten ist mit 

der Begründung, die Beschwerdeführerin habe ihre Mitwirkungspflicht verletzt, weil sie sich nicht der 

angeordneten neuropsychologischen Begutachtung unterzogen habe. Nicht Anfechtungsgegenstand 

bildet hingegen das materielle Rentenbegehren, zumal die Beschwerdegegnerin nicht darüber verfügt 

hat. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

2.   

2.1 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a; vgl. auch Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 

lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Rechtserheblich sind dabei alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen 

Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. Weitere Abklärungen sind etwa vorzunehmen, wenn der 

festgestellte Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche 

Tatfrage bisher auf einer unvollständigen Beweisgrundlage beantwortet wurde. In diesem Rahmen 

haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann 

vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus 

den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 146 V 240 E. 8.1 mit 

Hinweisen; MIRIAM LENDFERS, N 88 zu Art. 61, in: Ueli Kieser/Matthias Kradolfer/Miriam Lendfers 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 

ATSG, 5. Aufl. 2024 [nachfolgend zitiert: Kommentar ATSG). Auch aufwendige, mühsame und 
zeitraubende Abklärungen müssen grundsätzlich vorgenommen werden, wenn anders der Sachverhalt 

nicht abgeklärt werden kann (Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, N 86 zu Art. 43). Die 

Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 

erforderlichen Tatsachen hinreichend Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2022, 

9C_58/2022, E. 4.1.2). 

2.2 Eine unabdingbare gesetzlich verankerte Voraussetzung für die Zusprache einer Leistung der IV 
ist die medizinische Abklärung der objektiven Gesundheitsschäden (Art. 7 Abs. 2, Art. 16 und Art. 43 

Abs. 1 ATSG). Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von 

Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich 

festzuhalten (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Er bestimmt die Art und den Umfang der notwendigen Abklärungen 

(Abs. 1bis). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Abs. 2). Kommen die versicherte Person 

oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in 

unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder 

die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich 

mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen. Ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen 
(Abs. 3). 

2.3 Der abklärungspflichtige Versicherungsträger verfügt hinsichtlich der für die Durchführung der 
medizinischen Erhebungen zu verwendenden Methoden über einen grossen Ermessensspielraum 

(BGE 147 V 16 E. 7.4.1 mit Hinweisen). Der Entscheid, ob aufgrund der vorhandenen Akten bereits 

eine rechtsgenügliche Beurteilung vorgenommen werden kann oder eine zusätzliche Abklärung 

angezeigt ist, liegt demnach ebenso im Ermessen der Verwaltung wie die Wahl der Art der Abklärung 

(Art. 43 Abs. 1bis ATSG). In dieses Ermessen greifen die Gerichte ohne triftigen Grund nicht ein (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 19. März 2024, 8C_828/2013, E. 2.1 mit Hinweisen). 

2.4 Welche Beweismittel im Verwaltungsverfahren zulässig sind, wird im ATSG nicht abschliessend 
geregelt. Das Gesetz erwähnt Formulare, Arztberichte, Daten im Rahmen der Amtshilfe und der 

Verwaltungshilfe, mündliche und schriftliche Auskünfte, Observationen sowie Gutachten und setzt 

weiter die Zulässigkeit von Abklärungen, welche die Teilnahme der Partei verlangen (z.B. körperliche 

Untersuchung) voraus (Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, N 34 f. zu Art. 43, mit Hinweisen auf die 
entsprechenden Gesetzesartikel). Ergänzend zu den ATSG-Bestimmungen ist der in Art. 12 des 

Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) enthaltene Katalog von 

Beweismitteln zu beachten (vgl. Art. 55 Abs. 1 VwVG). Daneben können auch weitere, im Gesetz nicht 

aufgeführte Beweismittel berücksichtigt werden (Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, N 38 zu Art. 43; 

Kommentar ATSG-LENDFERS, N 107 zu Art. 61). 

2.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt sodann der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 
ATSG). Danach ist für den Beweiswert grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch 

dessen Kennzeichnung massgebend. Die Verwaltung – bzw. im Streitfall das Gericht – hat sich 

aufgrund des gesamten, verfahrensmässig korrekt erhobenen Beweisergebnisses eine Auffassung 

darüber zu erarbeiten, ob die infrage stehende Tatsache nachgewiesen ist oder nicht (Kommentar 

ATSG-WIEDERKEHR, N 64 zu Art. 43; Kommentar ATSG-LENDFERS, N 111 zu Art. 61). Das Gericht hat 

seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2 und 119 V 7 E. 

3c/aa, je mit Hinweisen; Kommentar ATSG-LENDFERS, N 110 zu Art. 61). 

2.6  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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2.6.1 Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, 
hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Damit wird eine 

spezifische Mitwirkungspflicht der betreffenden Person festgelegt. Diese Mitwirkungspflicht wird an die 

doppelte Voraussetzung geknüpft, dass die Untersuchung notwendig und der versicherten Person 

zumutbar ist. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist die Weigerung, sich einer Begutachtung zu 
unterziehen, grundsätzlich entschuldbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 10. Dezember 2010, 

8C_733/2010, E. 5.3, und vom 3. November 2009, 8C_528/2009, E. 7.2). In diesem Sinn liegt die 

medizinische Begutachtung nicht im uneingeschränkten Ermessen der rechtsanwendenden Stellen.  

2.6.2 Eine Begutachtung gemäss Art. 44 ATSG ist dann notwendig, wenn es andere Beweismittel nicht 
erlauben, einen medizinischen Sachverhalt zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (vgl. vorstehende E. 2.5) zu erheben (UELI KIESER, Gutachten im 

Sozialversicherungsrecht, in: HAVE 2020 S. 146 ff., 149). Dabei wird die administrative 

Erstbegutachtung – abgesehen von begründeten Fällen – regelmässig polydisziplinär und zufallsbasiert 

angelegt (BGE 139 V 349 E. 3.2). 

2.6.3 Zumutbar ist die Mitwirkung, wenn der verfolgte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zur 
Beeinträchtigung der pflichtigen Person steht (Verhältnismässigkeitsprinzip). Für diese Beurteilung sind 

sowohl die objektiven als auch die subjektiven Umstände zu berücksichtigen, wobei die zu Art. 21 Abs. 

4 ATSG entwickelten Grundsätze analog gelten (Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, N 96 zu Art. 43). 
Selbst Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen, welche eine wesentliche Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit versprechen, sind unzumutbar, wenn sie eine Gefahr für Leben und Gesundheit 

darstellen (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Dementsprechend sind Massnahmen zur blossen Abklärung des 

massgeblichen medizinischen Sachverhalts, welche das Risiko einer dauerhaften Verschlechterung 

des Gesundheitszustands beinhalten, erst recht nicht zumutbar. Die Frage der subjektiven 

Zumutbarkeit ist ebenfalls objektiv zu klären: Es geht mithin nicht etwa darum, ob die betreffende Person 

aus ihrer eigenen, subjektiven Wahrnehmung heraus die Untersuchung als zumutbar erachtet, sondern 

darum, dass die subjektiven Umstände, etwa Alter, Gesundheitszustand, bisherige Erfahrungen mit 

Abklärungen, in einer objektiven Betrachtung dahingehend gewürdigt werden, ob diese Umstände die 

Untersuchung zulassen oder nicht (BGE 134 V 64 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Die üblichen 

Untersuchungen in einer Gutachtenstelle sind ohne konkret entgegenstehende Umstände generell als 

zumutbar zu betrachten (Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2020, 8C_283/2020, E. 4.2.1 mit 

Hinweisen). Unzumutbarkeit kann etwa dann vorliegen, wenn eine versicherte Person aufgrund ihres 

Gesundheitszustands (vorübergehend) nicht in der Lage ist, ihren Mitwirkungspflichten nachzukommen 
(Urteile des Bundesgerichts vom 10. Dezember 2010, 8C_733/2010, E. 5.3, und vom 22. März 2010, 

9C_994/2009, E. 5.2). Es obliegt in erster Linie der versicherten Person, gegen die Zumutbarkeit einer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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gutachterlichen Abklärung im vorgesehenen Zeitraum sprechende Umstände darzutun, zu begründen 

und zu belegen (vgl. Kommentar ATSG-LENDFERS, N 101 ff. zu Art. 61). 

3.  

3.1 Gestützt auf die Beurteilungen der RAD-Ärztin vom 6. November 2023 (IV-act. 76) und vom 6. 
Mai 2024 (IV-act. 92) ging die IV-Stelle davon aus, dass die geforderte neuropsychologische 
Begutachtung sowie die anschliessende polydisziplinäre Begutachtung notwendig seien (IV-act. 77-2; 

act. G4-5 Ziff. 2.3). Dagegen vertritt die Beschwerdeführerin die Ansicht, ihr Gesundheitszustand sei 

genügend abgeklärt, weshalb ein Gutachten nicht notwendig sei (act. G1-10 Ziff. 22).  

3.2 Vorliegend ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, soweit sie vorbringt, ein materieller 
Entscheid über den Rentenanspruch könne ohne weitere Abklärungen nicht erfolgen. Zwar hat die 

RAD-Ärztin festgestellt, dass (zumindest) die Diagnosen einer generalisierten Angststörung, des CFS 

sowie der seronegativen Hashimoto-Thyreoiditis von den behandelnden Ärzten nachvollziehbar 

begründet worden seien (IV-act. 76-4). Doch fehlen – gemäss nachvollziehbaren Angaben der RAD-

Ärztin (IV-act. 76-4) und der IV-Stelle (IV-act. 77-2) – etwa weitere Abklärungen in Bezug auf die 

depressive Episode und PTBS und ist die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit genauer zu 

untersuchen (zur Frage der Notwendigkeit einer neuropsychologischen Untersuchung siehe jedoch 

nachstehende E. 4.3). Diesbezüglich ist insbesondere anzumerken, dass das Bundesgericht die 

Zusprache von Rentenleistungen im Streitfall nicht bzw., wenn überhaupt, nur äusserst selten einzig 
gestützt auf die Berichte der behandelnden Stellen zulässt (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5).  

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin stellt sich sodann auf den Standpunkt, ihr seien die angeordnete 
neuropsychologische Untersuchung, gefolgt von einer externen polydisziplinären Begutachtung, 

aufgrund ihrer Erkrankung an einer ME/CFS (ICD-10: G93.3) nicht zumutbar, da die damit verbundenen 

Anstrengungen und Einflüsse mit hoher Wahrscheinlichkeit eine langdauernde oder gar dauernde 

Verschlechterung des Gesundheitszustands zur Folge hätten (act. G1-12 Ziff. 33 ff.). 

4.2 Das Durchführen externer Untersuchungen und Begutachtungen ist einer versicherten Person – 
je nach Gesundheitsbeeinträchtigung und -zustand – nicht in jedem Fall zumutbar. Bei der von den 

behandelnden Stellen vordergründig gestellten Diagnose ME/CFS handelt es sich um eine chronische 

neuroimmunologische Systemerkrankung unklarer Ätiologie, die oft zu einem hohen Grad körperlicher 

Beeinträchtigung führen kann (PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 269. Aufl. 2023, S. 322). Die 

Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft ME/CFS seit 1969 als neurologische Erkrankung ein (ICD-

10: G93.3). ME/CFS ist ein eigenständiges, komplexes Krankheitsbild; es ist nicht mit dem Symptom 
Fatigue zu verwechseln, das ein typisches Begleitsymptom vieler chronisch-entzündlicher 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Erkrankungen sein kann. Von ME/CFS Betroffene leiden unter einer schweren Fatigue (körperlicher 

Schwäche), die das Aktivitätsniveau erheblich einschränkt, sowie unter neurokognitiven, autonomen 

und immunologischen Symptomen. Kardinalsymptom für ME/CFS ist die Postexertionelle Malaise 

(PEM) bzw. die Postexertionelle neuroimmune Erschöpfung (PENE; spezifischere Bezeichnung, die auf 

die neuroimmunologischen und energetischen Dysfunktionen bei ME/CFS hinweist). Darunter ist eine 
ausgeprägte und anhaltende (stunden- bis tagelang andauernde) Verschlechterung der Symptomatik 

nach einer nicht im Verhältnis dazu stehenden körperlichen oder geistigen Anstrengung zu verstehen 

(PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 322, 1404). Die PEM tritt typischerweise schon nach geringer Belastung wie 

z.B. nach wenigen Schritten auf. Schon kleine Aktivitäten können in der Folge zu tagelanger Bettruhe 

zwingen (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1404). Neben der PEM können betroffene Personen unter 

Symptomen des autonomen Nervensystems wie Herzrasen, Schwindel, Benommenheit und 

Blutdruckschwankungen leiden, wodurch sie nicht mehr für längere Zeit stehen oder sitzen können. 

Medizinisch spricht man dabei von der orthostatischen Intoleranz. Dazu können immunologische 

Symptome wie ein starkes Krankheitsgefühl, schmerzhafte und geschwollene Lymphknoten, 

Halsschmerzen, Atemwegsinfekte und eine erhöhte Infektanfälligkeit kommen. Zahlreiche betroffene 

Personen leiden zudem unter ausgeprägten Schmerzen wie Muskel- und Gelenkschmerzen und 

Kopfschmerzen eines neuen Typus. Hinzu kommen Muskelzuckungen und -krämpfe, massive 

Schlafstörungen und neurokognitive Symptome wie Konzentrations-, Merk- und Wortfindungsstörungen 
(oft als «Brain Fog» bezeichnet; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 322) sowie die Überempfindlichkeit auf 

Sinnesreize (vgl. <https://www.enableme.ch/de/behinderungen/me-cfs-mehr-als-nur-erschopfung-

9599>, zuletzt abgerufen am 1. Juli 2025). Eine durch ME/CFS hervorgerufene Arbeitsunfähigkeit (Art. 

6 ATSG) und eine daraus resultierende Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 1 ATSG) kann folglich zu einer 

Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG und Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) führen (so auch der Entscheid des Kantonsgerichts Luzern 

vom 11. Dezember 2024, LGVE 2025 III Nr. 1, 5V 23 272, E. 7.2.2.2).  

4.3 Zu beachten ist, dass gerade dem Auftreten von PENE mit einer gängigen neuropsychologischen 
Testung kaum Rechnung getragen wird, weil diese nach der besonderen Anstrengung (Testung) auftritt. 

So kann die begutachtete Person unter Umständen in der Situation der Begutachtung diese besondere 

Anstrengung leisten, die nachfolgende PENE wird dann allerdings nicht von der Testung erfasst, 

wodurch die Aussage von Dr. I.___, wonach von einer neuropsychologischen Untersuchung vorliegend 

kein Mehrwert zu erwarten sei, nachvollziehbar erscheint und die Aussagekraft eines 

neuropsychologischen Gutachtens für diese Form der Krankheit fraglich ist (vgl. dazu auch Entscheid 
des Kantonsgerichts Luzern vom 30. Oktober 2023, LGVE 2024 III Nr. 4, 5V 22 26, insbesondere E. 

8.5.3, mit Hinweis auf den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. September 

2022, 200 22 328 IV und 200 22 401 IV, wo die Aussage einer Neuropsychologin angeführt wird, 

wonach eine neuropsychologische Untersuchung aufgrund des zu kurzen Beobachtungszeitraums 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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nicht dafür geeignet sei, eine allfällige Fatigue-Symptomatik zu objektivieren bzw. zu beurteilen). 

ME/CFS bedarf häufig einer speziellen Überprüfung, um die von der betroffenen Person geschilderten 

Beschwerden objektivieren zu können, weil bis heute die Mechanismen der Entstehung noch nicht 

genügend erforscht sind und es an einer nachweisbaren organischen Grundlage weitgehend fehlt. So 

führte auch Dr. I.___ in seinem Bericht vom 20. September 2023 aus, dass beweisende oder 
auszuschliessende Marker bislang ebenso wenig existieren würden wie zielgerichtete Therapien. Die 

aktuellen Möglichkeiten der schulmedizinischen Diagnostik würden meist keine messbaren 

pathologischen Befunde ergeben und stünden somit in drastischer Diskrepanz zur häufig 

immobilisierenden Krankheitssymptomatik mit den entsprechenden Auswirkungen im beruflichen als 

auch privaten Alltag (IV-act. 73-10 f.).  

4.4 Hinsichtlich der Zumutbarkeit einer externen neuropsychologischen Begutachtung, gefolgt von 
einer polydisziplinären Begutachtung, für die Beschwerdeführerin ist – wie gesagt (vgl. vorstehende E. 

2.6.3) – zwischen der objektiven und der subjektiven Zumutbarkeit zu unterscheiden. Die objektive 

Zumutbarkeit der neuropsychologischen bzw. späteren polydisziplinären Begutachtung ist für die 

vorgesehene diagnostische Massnahme bzw. Abklärung der Leistungsfähigkeit ohne Weiteres zu 

bejahen (vgl. vorstehende E. 2.6.3). Näherer Betrachtung bedarf indessen die subjektive Zumutbarkeit, 

worauf nachfolgend einzugehen ist. Die Aktenlage präsentiert sich dabei im Wesentlichen wie folgt: 

4.5 Dr. I.___ äusserte sich in seinem Bericht vom 20. September 2023 zur telefonischen 
Sprechstunde vom 19. September 2023, und damit noch bevor eine Begutachtung überhaupt zum 

Thema geworden war, dahingehend, dass bei ME/CFS Betroffenen die Belastungsgrenze oft so tief sei, 

dass bereits leichte Alltagstätigkeiten eine Crash-Symptomatik auslösen könnten und eine Aktivität 

unterhalb der Belastungsgrenze kaum möglich sei. Stationäre Rehabilitations-Massnahmen seien 

entsprechend ungeeignet, da diese ein Mindestmass an Belastbarkeit erfordern und in diesem 

Patientenkollektiv häufig überfordernd wirken würden mit konsekutiver Verschlechterung der 

Symptomatik (IV-act. 73-11). Spezifisch bezogen auf die Situation der Beschwerdeführerin führte 

sodann Dr. G.___ im Arztzeugnis vom 15. April 2024 aus, dass für die Beschwerdeführerin aufgrund 

von ME/CFS mit ausgeprägter physischer und psychischer Belastungsintoleranz bzw. PEM bereits die 

Aussicht, für eine neuropsychologische Abklärung nach M.___ reisen zu müssen, eine massive 

Überforderung ihrer körperlichen und geistigen Ressourcen mit anhaltender Schlaflosigkeit, Übelkeit, 

Erbrechen und Erschöpfung bedeute (IV-act. 90-4). Die Situation wurde sodann auch von Dr. H.___ so 

eingeschätzt. Sie hielt fest, dass der Beschwerdeführerin die Wahrnehmung einer 

neuropsychologischen Abklärung in Anbetracht des aktuell vorliegenden Gesundheitszustands weder 
möglich noch zumutbar sei. Weder körperlich noch geistig oder emotional sei die Beschwerdeführerin 

in der Lage, sich diesem Termin zu widmen. Dank viel Disziplin bzw. Timing von kleinsten 

Alltagsbelastungen könne nun erstmals eine Annäherung an einen einfachen Alltag zuhause (mit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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zusätzlich grosser Unterstützung von Familie und Spitex) erreicht werden. Es vergehe dennoch kein 

Tag, ohne dass die Beschwerdeführerin mit Symptomen (lähmende Müdigkeit, Brain Fog, Erbrechen, 

Übelkeit etc.) zu kämpfen habe. Kleinste Überbelastungen könnten zu einer mehrtägigen PEM führen 

(IV-act. 90-5). Schliesslich kam auch Dr. I.___ nach einer Untersuchung der Beschwerdeführerin am 

14. Juni 2024 zum Schluss, dass eine mehrstündige neuropsychologische Abklärung oder andere 
kognitiv/körperlich belastende Untersuchungen, wenn irgendwie möglich, unterbleiben sollten, da sich 

hieraus zumeist kein relevanter medizinischer informativer Mehrgewinn ableiten lasse (nach dreijähriger 

Klinik) und im Fall der Beschwerdeführerin mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit basierend auf 

Erfahrungswerten von einer ausgeprägten Crash Symptomatik im Sinne einer langanhaltenden 

gesundheitlichen Verschlechterung auszugehen sei (IV-act. 99-4, -6).  

4.6 Vorliegend hat die RAD-Ärztin die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht und die 
Vorbringen der Beschwerdeführerin bzw. ihrer behandelnden Medizinalpersonen, eine externe 

Begutachtung könnte ihren Gesundheitszustand nachhaltig schädigen, nicht schlüssig widerlegt. 

Aufgrund der Aktenlage ist die derzeitige Zumutbarkeit einer mehrstündigen neuropsychologischen 

Untersuchung, gefolgt von einer externen polydisziplinären Administrativbegutachtung, als 

Abklärungsinstrument fraglich. Wie sich aus dem dargelegten Sachverhalt ergibt, vertreten mehrere 

behandelnde Medizinalpersonen die Auffassung, dass solche externen Begutachtungen, insbesondere 

die zeitlich vorgelagerte neuropsychologische Abklärung, bei der Beschwerdeführerin einen Crash 
auslösen und zu einer möglicherweise dauerhaften Verschlechterung des Gesundheitszustands führen 

könnten. Diese Beurteilung stimmt mit den Erkenntnissen aus der im Recht liegenden Fachliteratur 

betreffend ME/CFS überein (vgl. etwa KATHRYN HOFFMANN et al., Interdisziplinäres, kollaboratives D-A-

CH Konsensus-Statement zur Diagnostik und Behandlung von Myalgischer 

Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom, in: Wiener klinische Wochenschrift [2024] 136 

[Suppl. 5] S. 103 ff., 106 f.; act. G1.9). In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass 

Dr. I.___ neben der körperlichen und laborchemischen Untersuchung am 14. Juni 2024 auch eine 

psychometrische Abklärung vornehmen wollte, diese aber nur partiell durchgeführt werden konnte, da 

die Beschwerdeführerin am Ende der Konsultation keine Energie mehr dafür gehabt habe (IV-act. 90-

4). An der Bedeutung dieser Ausführungen vermag die Behauptung der RAD-Ärztin, wonach eine 

vorübergehende Symptomverschlechterung aus versicherungsmedizinischer Sicht möglich sei, jedoch 

keine Gefahr schwerwiegender oder lebensbedrohlicher Folgen berge, nichts zu ändern. Insbesondere 

kann die Aussage, dass die behauptete Unzumutbarkeit der neuropsychologischen Untersuchung nicht 

habe nachgewiesen werden können (IV-act. 92-2), nicht als ausreichende Begründung für eine 
subjektive Zumutbarkeit angesehen werden, zumal auch die medizinische Literatur davon ausgeht, 

dass jeder «Crash» das potenzielle Risiko einer permanenten Verschlechterung des Gesamtzustandes 

berge (vgl. etwa HOFFMANN et al., a.a.O., S. 21 f.).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.7  

4.7.1 Die Aussagen der RAD-Ärztin, worauf sich die Verwaltung in ihrem Nichteintretensentscheid 
abgestützt hat, und diejenige von Dr. I.___, Dr. G.___ und Dr. H.___ widersprechen einander diametral. 

Weil erstere nicht weiter begründet und letztere aus den vorerwähnten Gründen zwar nicht ohne 

Weiteres übernommen werden können, aber trotzdem, insbesondere vor dem Hintergrund der 
medizinischen Literatur, Zweifel an der Zumutbarkeit wecken, sind zusätzliche Erhebungen notwendig, 

um die Frage bezüglich allfälliger Auswirkungen bzw. deren Dauer auf den Gesundheitszustand einer 

wie auch immer gearteten Begutachtung und damit letztlich hinsichtlich der Zulässigkeit einer 

weitergehenden medizinischen Abklärung zuverlässig beantworten zu können. Dabei obliegt es primär 

der IV-Stelle, die zusätzlichen Abklärungen zu veranlassen. Da sich die RAD-Ärztin jedoch – wie es 

aus ihren Stellungnahmen vom 6. Mai 2024 (IV-act. 92) und vom 29. August 2024 (IV-act. 100) zu den 

Einwänden der Beschwerdeführerin hervorgeht – dazu bereits eine Meinung gebildet hat und zwischen 

dem Rechtsvertreter und der IV-Stelle bzw. dem RAD mehrmals der Einwand der Unzumutbarkeit 

besprochen wurde, scheint eine vom RAD durchgeführte ärztliche Untersuchung, wie sie in Art. 49 Abs. 

2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) vorgesehen ist, vorliegend nicht 

zielführend. Die Frage nach der subjektiven Zumutbarkeit einer externen neuropsychologischen und 

polydisziplinären Begutachtung kann daher einzig verwaltungsextern beantwortet werden. Aus den 
nachfolgenden Gründen ist dieser Aspekt durch eine psychiatrische Gutachtensperson zu prüfen, wobei 
es sich allerdings aufdrängt, sich nicht auf jenen Aspekt zu beschränken.  

4.7.2 Für die Beurteilung der subjektiven Zumutbarkeit einer externen Begutachtung ist es 
unabdingbar, die von der Beschwerdeführerin beklagten Beeinträchtigungen diagnostisch einzuordnen. 

Im Zusammenhang mit der/dem hier im Raum stehenden ME/CFS ist eine besonders sorgfältige 

Abgrenzung zu psychischen Erkrankungen vorzunehmen. Die Diagnose einer ME/CFS ist anhand 

etablierter klinischer Kriterien zu prüfen. Zumal vorliegend auch psychiatrische Diagnosen gestellt 

wurden, ist zwingend erforderlich, dass eine psychiatrische Facharztperson die Abgrenzung zur/zum 

ME/CFS vornimmt (vgl. hierzu HOFFMANN et al., a.a.O., S. 107). Hinsichtlich der Ausgestaltung dieser 

Begutachtung ist daran zu erinnern, dass Auskünfte Dritter zulässige Beweismittel im IV-Verfahren 

darstellen (vgl. zu den möglichen Beweismitteln vorstehende E. 2.4). Gemäss den Akten erfährt die 

Beschwerdeführerin seit November 2022 Unterstützung durch die Spitex (vgl. etwa IV-act. 42-10, 58-1, 

73-9; act. G1-10 Ziff. 24). Nebst der damit einhergehenden Möglichkeit einer schriftlichen Befragung 

der Leistungserbringerinnen ist deshalb auch zu erwarten, dass bei der Spitex Unterlagen über die 

erbrachten Leistungen vorhanden sind. Diese Unterlagen – aus denen sich zumindest ergeben müsste, 
wie oft und zu welchen Zeiten die Spitex Leistungen erbracht hat und welche Leistungen erbracht 

wurden – könnten zur Objektivierung des Unterstützungsbedarfs der Beschwerdeführerin bzw. des 

funktionellen Schweregrades ihrer Einschränkungen mit relativ geringem Aufwand beigezogen werden. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/17 

Auf diese Weise könnte ermittelt werden, wie sich ein «normaler» Tag im Leben der 

Beschwerdeführerin gestaltet. Im Rahmen der Abklärungen betreffend Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) sind 

die Angaben von qualifizierten Personen, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse 

sowie der Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeit haben, die sich aus den von den 

Medizinalpersonen gestellten Diagnosen ergeben, zu berücksichtigen, wobei ein plausibler, detailliert 
begründeter Bericht zu erstellen ist (vgl. Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, N 46 zu Art. 43). Es ist nicht 

einzusehen, weshalb eine ähnliche Abklärung im vorliegenden Fall nicht auch erfolgen könnte. 

Schliesslich kann auch der von der Beschwerdeführerin am 25. Juli 2024 eingereichte 

Erfahrungsbericht ihres Ehemanns (IV-act. 99-7), der sie täglich unterstützt, Hinweise auf den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin liefern. Dasselbe gilt für die vier typischen Tagesabläufe 

(schlimmer bis normaler Tag) der Beschwerdeführerin, welche deren Mutter schilderte (act. G1.7). Was 

die ärztliche Behandlung betrifft, bieten sich sodann gezielte Fragen insbesondere auch an Dr. I.___ 

und Dr. G.___ an. Vorliegend wäre etwa von Relevanz, wie die Diagnose ME/CFS anhand des 

körperlichen Zustands objektiviert werden konnte (z.B. ärztlich festgestellte Muskulatur bzw. 

Muskelhypotrophie, Sauerstoffsättigung, gemessener Blutdruck und Puls, dokumentierte Anzeichen für 

Dehydrierung, mangelnd gepflegter Allgemeinzustand, verlangsamte oder anderweitig auffällige 

Kommunikation, schmerzverzerrtes Gesicht, steife Bewegungen, Wegknicken der Beine, Fallenlassen 

von Gegenständen, etc.). Zur/zum ME/CFS existieren internationale Konsenskriterien (ICC 
[Weiterführung der CCC; HOFFMANN et al., a.a.O., S. 108]; vgl. INTERNATIONALES KONSENSGREMIUM, 

Myalgische Enzephalomyelitis, in: Bruce M. Carruthers/Marjorie I. van de Sande [Hrsg.], Internationale 

Konsensleitlinie für Ärzte, S. 6 ff., abrufbar unter <https://www.me-aktuell.de/wp-

content/uploads/ME_IC_Leitlinie.pdf>, act. G1.11; <https:// cdn.sgme.ch/pdf/ICC_deutsch.pdf>, 

abgerufen am 2. Juli 2025), und der Schweregrad wird nach der sogenannten Bell Skala und dem 

FUNCAP55 bestimmt (HOFFMANN et al., a.a.O., S. 112 f.; <https://sgme.ch/bell-skala> und 

<https://sgme.ch/funcap>, jeweils abgerufen am 2. Juli 2025). Sowohl die ICC als auch die Kriterien der 

Bell Skala bzw. des FUNCAP55 können zumindest in einem gewissen Grad mit klinischen Befunden 

und Beobachtung objektiviert werden. Es wäre daher wünschenswert, wenn die Facharztperson hierzu 

Informationen bei Dr. I.___ einholen würde. Darüber hinaus wird die Facharztperson die 

Beschwerdeführerin mindestens an zwei Terminen aufsuchen müssen: einmal für die Exploration (mit 

Befragung und Befunderhebung) und ein weiteres Mal für die Verifizierung bzw. Charakterisierung einer 

PEM. Im Anschluss an die Abklärungen vor Ort müssen dann die Funktionseinbussen eingeschätzt 

werden; hierfür ist selbst dann eine Indikatorenprüfung im Sinn von BGE 141 V 281 vorzunehmen, wenn 
neben einer ME/CFS – für welche bislang ein validierter Biomarker fehlt (vgl. dazu Entscheid des 

Kantonsgerichts Luzern vom 30. Oktober 2023, LGVE 2024 III Nr. 4, 5V 22 26, E. 7.3 vierter Absatz) – 

keine psychiatrische Diagnose zu stellen ist. Weil die psychiatrische Gutachtensperson ausserdem 

anlässlich der Konsistenzprüfung unter anderem auch die körperlichen Auswirkungen der teilweisen 

Immobilität sowie Bettlägerigkeit der Beschwerdeführerin zu würdigen haben wird, ist nebst dem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Psychostatus überdies ein minimaler somatischer Status zu erheben, wozu aufgrund ihrer 

medizinischen Grundausbildung ohne Weiteres auch eine psychiatrische Facharztperson in der Lage 

ist. Insbesondere auch aus prozessökonomischen Gründen drängt sich aufgrund des Dargelegten eine 

umfassende psychiatrische Begutachtung direkt vor Ort auf. In deren Rahmen wird dann ebenfalls die 

Zumutbarkeit einer allfälligen weiteren bi- oder polydisziplinären externen Begutachtung zu klären sein. 
Für die psychiatrische Begutachtung vor Ort hat die Beschwerdegegnerin die Vorgaben von Art. 44 

ATSG zu beachten. Im Anschluss an die psychiatrische Begutachtung (inklusive 

Zumutbarkeitsbeurteilung einer externen Begutachtung) sind allenfalls weitere fachmedizinische 

Beurteilungen aus somatischer Sicht zu veranlassen. Die erforderlichen Abklärungen werden jedenfalls 

im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips so auszugestalten sein, dass einerseits deren Zweck erfüllt 

werden kann und anderseits ebenfalls den Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin Rechnung 

getragen sowie allfällige negative Auswirkungen nach Möglichkeit vermieden werden. Zu denken ist 

etwa an einen – wie von der Beschwerdeführerin bereits angeboten (act. G1-6 Ziff. 13; vgl. auch act. 

G6-2 Ziff. 4) – Hausbesuch oder an einen Abklärungsort in der Nähe des Wohnortes der 

Beschwerdeführerin (vgl. zum Ganzen Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 11. Dezember 2024, 

LGVE 2025 III Nr. 1, 5V 23 272, E. 7.3.2.2 f.). 

4.7.3 Sollte sich herausstellen, dass gemäss der psychiatrischen Begutachtung weitere erforderliche 
Abklärungen nicht zumutbar sind, muss darauf verzichtet werden und es ist mit den übrigen zur 
Verfügung stehenden Mitteln der am ehesten zutreffende Sachverhalt zu erstellen (vgl. Kommentar 

ATSG-WIEDERKEHR, N 99 zu Art. 43). Erst wenn dies nicht möglich sein sollte, wäre das Gesuch zufolge 

Beweislosigkeit zulasten der Beschwerdeführerin abzuweisen. Eine erneute Sanktionsverfügung käme 

diesfalls nicht in Betracht. 

5.   

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage die 

(subjektive) Zumutbarkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit der vorgesehenen polydisziplinären 

Begutachtung nicht mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

beurteilt werden kann. Aufgrund der medizinischen Berichte lässt sich nicht ausschliessen, dass die 

Weigerung der Beschwerdeführerin, sich extern begutachten zu lassen, auf krankheitsbedingten 

Gründen und nicht auf einem ihr vorzuwerfenden Verschulden gründet. Da die Verletzung der 

Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht nur relevant ist, wenn sie in unentschuldbarer Weise erfolgt, und 

vorliegend ein Rechtfertigungsgrund zumindest ansatzweise erkennbar ist und sich das Verhalten der 

Beschwerdeführerin nicht als schlechthin unverständlich erweist (vgl. Kommentar ATSG-WIEDERKEHR, 
N 107 N 43), war die angefochtene Verfügung vom 16. September 2024 nicht gerechtfertigt. Die 

Beschwerde ist demnach gutzuheissen und die Sache zur Fortführung des Verfahrens – Einholung 

eines verwaltungsexternen psychiatrischen Gutachtens vor Ort (inklusive Zumutbarkeitsbeurteilung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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einer externen Begutachtung) – an die IV-Stelle zurückzuweisen. Vor diesem Hintergrund kann 

vorliegend auf die Prüfung des Einwands der Beschwerdeführerin, wonach die RAD-Ärztin über keine 

Berufsausübungsbewilligung in der Schweiz verfüge (act. G1-11 Rz. 26), verzichtet werden. 

6.    

6.1 Die Beschwerde ist dahingehend gutzuheissen, dass die Verfügung vom 16. September 2024 
aufzuheben und die Angelegenheit zur Fortführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis Fr. 1'000.– festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.– erscheint im vorliegenden Verfahren als angemessen. Da bei 

der Bemessung der Gerichtskosten wie bei der Bemessung der Parteientschädigung (vgl. nachfolgende 

E. 6.3) von einem vollständigen Unterliegen der Beschwerdegegnerin auszugehen ist, hat diese die 

gesamten Gerichtskosten zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Gerichtskostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.– (act. G2, G3) ist ihr zurückzuerstatten. 

6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten gegenüber der Beschwerdegegnerin. Eine Rückweisung gilt rechtsprechungsgemäss 

als ein vollständiges Obsiegen (BGE 141 V 281, 137 V 57). Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.– bis Fr. 15'000.–. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

erscheint mit Blick auf den von Rechtsanwalt Gmünder geltend gemachten Vertretungsaufwand, unter 

gleichzeitiger Berücksichtigung des durchschnittlichen Aktenumfangs sowie der Entschädigungspraxis 

in anderen Fällen, eine pauschale Entschädigung von Fr. 4'000.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen. Demnach hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit 

Fr. 4'000.– zu entschädigen. 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Verfügung vom 16. September 2024 

aufgehoben und die Angelegenheit zur Fortführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Im Übrigen wird auf die Beschwerde 

nicht eingetreten. 

2.  
Die Gerichtskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der geleistete 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 4'000.– 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.09.2025
	Art. 43 und 44 ATSG. Frage, ob die an ME/CFS leidende Beschwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht verletzt hat, indem sie sich gegen die Wahrnehmung eines externen neuropsychologischen Gutachtens gestellt hat. Subjektive Zumutbarkeit aufgrund der Crash-Gefahr nicht ohne Weiteres gegeben. Aufhebung der Nichteintretensverfügung und Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines versicherungsexternen psychiatrischen Gutachtens vor Ort (inklusive Zumutbarkeitsbeurteilung einer externen Begutachtung)(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. September 2025, IV 2024/205).

		2026-01-28T04:07:26+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen