# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cda2a446-07f0-5c24-8282-48b55c5f48f2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.03.2024 C-4546/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4546-2020_2024-03-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4546/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Selin Elmiger-Necipoglu (Vorsitz), 

Richterin Caroline Gehring, Richter Christoph Rohrer,    

Gerichtsschreiberin Helena Falk. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland), 

vertreten durch MLaw Michael Walder,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Berufliche Massnahmen und Rente, 

Verfügung vom 14. Juli 2020. 

 

 

 

C-4546/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer), geb. 1975, 

ist deutscher Staatsangehöriger und lebt in Deutschland (Akten der IV-

Stelle B._______ gemäss Aktenverzeichnis vom 22. Oktober 2020 [nach-

folgend IV-act.] 1). Er ist verheiratet und Familienvater (IV-act. 1; 53 [S. 5]; 

BVGer-act. 1 [Beilage 6, S. 3]). Von Januar 2008 bis Ende Februar 2017 

war er als Grenzgänger in der Schweiz beschäftigt (IV-act. 9, 12 [S. 2], 22). 

Dabei arbeitete er als Software-Developer für ein Unternehmen (sowie das 

Nachfolgeunternehmen) im Kanton B._______, im Jahr 2016 zu einem 

Pensum von 80%, im Übrigen zu einem Pensum von 100% (IV-act. 1 [S. 

17], 12 [S. 3], 33 [S. 52]). In dieser Zeit entrichtete er die obligatorischen 

Beiträge an die schweizerische Alters-, Invaliden- und Hinterlassenenver-

sicherung (vgl. IK-Auszug in IV-act. 9). Seinen letzten effektiven Arbeitstag 

hatte der Versicherte am 13. Mai 2016; danach war er krankgeschrieben 

(IV-act. 12 [S. 2]). Der Arbeitgeber löste das Arbeitsverhältnis per Ende 

Februar 2017 auf (IV-act. 12 [S. 2, 8], 33 [S. 28]). 

B.  

B.a Am 2. November 2016 meldete sich der Versicherte bei der schweize-

rischen Invalidenversicherung wegen einer Depression, gegenwärtig 

schwere Episode, zum Leistungsbezug an (IV-act. 1).  

B.b Die IV-Stelle B._______ (nachfolgend: IV-Stelle B._______) tätigte in 

der Folge weitere Abklärungen, in beruflicher wie auch in medizinischer 

Hinsicht.  

Am 25. April 2018 stellte die Klinik C._______, Klinik für Psychosomatische 

Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, D-(…), dem Versicherten fol-

gende Diagnosen (IV-act. 38): 

- Rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradig (ICD-10 F33.1) 

- Verdacht auf Asperger Syndrom (ICD-10 F84.5) 

- Hypakusis links (ICD-10 H93.2) 

- Übergewicht (ICD-10 E66.90). 

Die Klinik berichtete insbesondere, der Versicherte sei vom 25. Januar 

2018 bis zum 28. März 2018 in stationärer Behandlung und vom 17. Mai 

2016 bis zum Zeitpunkt der Klinikentlassung arbeitsunfähig gewesen 

(S. 2 f.). Nach der Rehabilitation sei er arbeitsfähig entlassen worden.  

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Seite 3 

B.c Mit Vorbescheid vom 28. August 2019 stellte die IV-Stelle B._______ 

die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 52). Dagegen 

erhob der Versicherte am 25. September 2019 Einwand (IV-act. 53). Er 

verwies dabei insbesondere auf das Gutachten des Psychiaters und Neu-

rologen Dr. D._______, (…), vom 26. April 2019 (vgl. IV-act. 53 [S. 5-10] 

und 60 [S. 2-5]), welches im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung 

erstellt wurde und darauf, dass bei ihm inzwischen ein Aspergersyndrom 

diagnostiziert worden sei.  

Im betreffenden Gutachten wurden folgende Diagnosen festgehalten: 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode 

(ICD-10 F33.2) 

- Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5). 

Sodann wurde insbesondere angegeben, derzeit bestehe kein ausreichen-

des Leistungsvermögen in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Software-

entwickler (IV-act. 53, S. 10). Dieses liege unter drei Stunden täglich. Das-

selbe gelte für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Arbeitsunfähigkeit be-

stehe seit Mai 2016 (IV-act. 60, S. 3). Die Leistungsminderung dauere vo-

raussichtlich bis November 2020 an (S. 5). 

B.d Mit Bescheid vom 14. Dezember 2019 sprach die deutsche Renten-

versicherung dem Versicherten vom 1. Dezember 2016 bis zum 31. Mai 

2022 eine Rente wegen voller Erwerbsminderung zu (vgl. IV-act. 62 - 64). 

B.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle B._______ hielt am 

19. Dezember 2019 insbesondere fest (vgl. Case Report in IV-act. 79, S. 

14 f.), das sehr kurz gehaltene Gutachten der Deutschen Rentenversiche-

rung vom April 2019 vermöge weder formal noch inhaltlich den geforderten 

bundesgerichtlichen Qualitätskriterien zu genügen. Unter Berücksichti-

gung der gesamten Aktenlage sei aus versicherungsmedizinischer Sicht 

von keinem Gesundheitsschaden mit andauernder Einschränkung der Ar-

beitsfähigkeit im invaliditätsrechtlich relevanten Sinne auszugehen. Es lä-

gen massive invaliditätsfremde Belastungsfaktoren vor, ohne welche die 

depressive Symptomatik nicht denkbar wäre (S. 10). Beim Beschwerde-

führer bestehe spätestens seit der Entlassung aus der stationären Rehabi-

litationsbehandlung (d.h. seit Ende März 2018) eine volle Arbeitsfähigkeit 

in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit. 

B.f Am 14. Juli 2020 erliess die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nach-

folgend: IVSTA oder Vorinstanz) die angekündigte Verfügung (IV-act. 81). 

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Seite 4 

C.  

C.a Gegen die Verfügung vom 14. Juli 2020 erhob der Versicherte am 

14. September 2020 (Posteingang: 15. September 2020) Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer-act. 1), unter Beilage diverser 

Arztberichte. Er stellte folgende Anträge: 

- Es seien die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2020 aufzuhe-

ben und dem Beschwerdeführer die ihm zustehenden invalidenversicherungs-

rechtlichen Leistungen zuzusprechen. 

- Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts, 

insbesondere zwecks externer fachärztlicher Begutachtung, an die Beschwer-

degegnerin zurückzuweisen. 

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

C.b Der am 6. Oktober 2020 eingeforderte Kostenvorschuss von Fr. 800.- 

ging rechtzeitig beim Bundesverwaltungsgericht ein (BVGer-act. 3, 5). 

C.c Mit Vernehmlassung vom 18. November 2020 (Posteingang: 19. No-

vember 2020) beantragte die Vorinstanz, unter Hinweis auf die Stellung-

nahme der IV-Stelle B._______ vom 12. November 2020, wonach auf eine 

Äusserung verzichtet werde, die Beschwerde sei abzuweisen und die an-

gefochtene Verfügung sei zu bestätigen (BVGer-act. 7). 

C.d Am 20. November 2020 wurde der Schriftenwechsel abgeschlossen 

(BVGer-act. 8). 

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird 

– soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verwaltungsgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]; Art. 69 Abs. 1 Bst. b des 

Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen 

Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

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Seite 5 

Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; 

Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher – nachdem der 

Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde – einzutreten (Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG; Art. 60 ATSG). 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Laut 

Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesge-

setzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die 

einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG finden 

die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung Anwendung 

(Art. 1a - 26bis und 28 - 70 IVG), sofern das IVG nicht ausdrücklich eine 

Abweichung vom ATSG anordnet. 

2.  

Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die In-

validenversicherung (IVV, SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-Stelle, 

in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbstätigkeit ausüben, zur Entge-

gennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Dies gilt auch für 

ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen 

Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesund-

heitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die 

Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. 

Der Beschwerdeführer war bei Eintritt des geltend gemachten Gesund-

heitsschadens als Grenzgänger im Kanton B._______ erwerbstätig und 

hatte im Zeitpunkt der Anmeldung in Deutschland Wohnsitz. Demnach war 

die kantonale IV-Stelle zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung 

zuständig, währenddessen die angefochtene Verfügung vom 14. Juli 2020 

zu Recht von der IVSTA erlassen wurde. 

3.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

leistungsabweisende Verfügung vom 14. Juli 2020. Streitig und vom 

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Seite 6 

Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist damit, ob die Vorinstanz den An-

spruch des Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmassnahmen 

sowie – subsidiär (Grundsatz «Eingliederung vor Rente») – auf eine 

schweizerische Invalidenrente zu Recht ablehnte (vgl. dazu Urteil des 

BVGer C-4760/2018 vom 25. Juli 2019 E. 2, den Betreff der angefochtenen 

Verfügung und den Antrag des Beschwerdeführers auf eine befristete 

Rente in BVGer-act. 1 [S. 6]). Nach dem in der Invalidenversicherung gel-

tenden Grundsatz «Eingliederung vor Rente» (vgl. dazu MEYER/REICH-

MUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 2022, Art. 1a 

N 2; vgl. auch Art. 28 Abs. 1 Bst. a IVG) ist die vorgängige Prüfung berufli-

cher Eingliederungsmassnahmen nämlich inhärenter Bestandteil der Prü-

fung des Rentenanspruchs (Urteil des BVGer C-2109/2021 vom 24. Feb-

ruar 2023 E. 4.4.2). Der Anspruch auf eine Rente ist mit anderen Worten 

nicht zu prüfen, solange Eingliederungsmassnahmen in Betracht fallen 

könnten (Urteil des BGer 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 E. 5.1 

m.w.H.).  

4.  

4.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier den 14. Juli 2020) eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, bilden demgegenüber im Regelfall Gegenstand einer 

neuen Verwaltungsverfügung (BGE 121 V 362 E. 1b). Indes sind Tatsa-

chen, die sich erst später verwirklichen, soweit zu berücksichtigen, als sie 

mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und ge-

eignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beein-

flussen (BGE 121 V 362 E. 1b; Urteil des BGer 8C_506/2022 vom 21. Juni 

2023 E. 4 m.H.). Ferner hat das Gericht Unterlagen, die sich über den mas-

sgebenden Zeitraum aussprechen, auch dann zu berücksichtigen, wenn 

sie auf einen Zeitpunkt nach dem Verfügungserlass datieren (Urteil des 

BGer 8C_295/2021 vom 9. August 2021 E. 3.4 m.H.). 

4.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 174 E. 4.1; 146 

V 364 E. 7.1; 139 V 335 E. 6.2; 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 329 E. 2.2 f.). 

Deshalb sind vorliegend die Vorschriften, welche spätestens am 14. Juli 

2020 (Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) in Kraft stan-

den, anwendbar. Nicht zur Anwendung gelangen demgegenüber insbeson-

dere die im Rahmen der sogenannten «Weiterentwicklung der IV» erst per 

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Seite 7 

1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen im IVG, in der IVV sowie 

im ATSG (AS 2021 705, BBl 2017 2535). 

4.3 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger, wohnt in 

Deutschland und war in der Schweiz erwerbstätig. Damit gelangen das 

Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und 

die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der so-

zialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die 

Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 

883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), 

zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die durch die Verord-

nungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Än-

derungen in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-Mitglied-

staaten anwendbar. Das Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität 

beurteilt sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA und der Koordi-

nierungsvorschriften nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 

E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4; Urteil des 

BVGer C-5368/2020 vom 14. Februar 2023 E. 3.2). 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

5.2 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Demnach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 

136 V 376 E. 4.1.1). Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsge-

richte haben zusätzliche Abklärungen insbesondere dann vorzunehmen 

oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder an-

derer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass 

besteht (BGE 117 V 282 E. 4a m.H.; zum Ganzen auch: BGE 144 V 427 

E. 3.2; vgl. auch Urteil des BVGer C-1424/2021 vom 13. Dezember 2023 

E. 4.2). 

5.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den 

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Seite 8 

angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, 

die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

5.4 Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozial-

versicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen demnach 

nicht. Vielmehr gilt ein Beweis als erbracht, wenn für die Richtigkeit der 

Sachbehauptung nach objektiven Gesichtspunkten derart gewichtige 

Gründe sprechen, dass andere denkbare Möglichkeiten vernünftigerweise 

nicht massgeblich in Betracht fallen (BGE 144 III 264 E. 5.1; 140 III 610 

E. 4.1). Gilt es, zwischen zwei oder mehreren Möglichkeiten zu entschei-

den, haben der Richter und die Richterin jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen für die wahr-

scheinlichste halten (BGE 144 V 427 E. 3.2; 138 V 218 E. 6; 126 V 353 

E. 5b; Urteil des BVGer C-7332/2007 vom 6. März 2009 E. 3.3.3). 

6.  

6.1 Vorliegend beantragte der Beschwerdeführer die ihm zustehenden in-

validenversicherungsrechtlichen Leistungen und im Eventualantrag die 

Rückweisung zur weiteren, insbesondere medizinischen Abklärung 

(BVGer-act. 1). Er begründete seine Anträge im Wesentlichen damit, von 

Mitte Mai 2016 bis Ende März 2018 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

ausgewiesen; deshalb hätte ihm zumindest eine befristete Rente zuge-

sprochen werden müssen (S. 6). In der Zeit nach dem Aufenthalt in der 

Klinik C._______ habe eine gewisse Stabilisierung seines Gesundheitszu-

standes stattgefunden, weshalb er, der Beschwerdeführer, sich beim Ar-

beitslosenamt als teilweise arbeitsfähig gemeldet habe (S. 8). Die Stabili-

sierung sei jedoch nicht anhaltend gewesen. Darum habe er sich wieder 

abgemeldet. Er wolle zwar arbeiten, benötige dafür aber die Unterstützung 

der Vorinstanz. Ausserdem habe er die therapeutischen Möglichkeiten aus-

geschöpft. An der Beurteilung der RAD-Ärztin, wonach er voll arbeitsfähig 

sei, ergäben sich Zweifel (S. 9). So habe er, der Beschwerdeführer, nach 

dem Klinikaufenthalt erneut an schweren depressiven Episoden gelitten (S. 

10). Der Arbeitsplatzverlust sei nicht Folge der psychosozialen Umstände, 

sondern Folge der Erkrankung, wobei das Aspergersyndrom gemäss ärzt-

licher Einschätzung Ursache für seine depressive Störung bilde. Ohnehin 

liege kein feststehender (medizinischer) Sachverhalt vor, womit eine 

blosse Aktenbeurteilung ungenügend sei (S. 11). Auch sei das Gutachten 

von Dr. D._______ unzureichend gewürdigt worden. Weitere Abklärungen 

seien notwendig, wobei ein Facharzt mit entsprechender Expertise 

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Seite 9 

bezüglich Autismusspektrumstörungen beauftragt werden sollte, sofern in 

der vorliegenden Angelegenheit ein externes Gutachten eingeholt werde 

(S. 13). 

Die Vorinstanz verzichtete auf eine Stellungnahme zu den Vorbringen in 

der Beschwerde, wie auch zu den neu eingereichten medizinischen Akten 

(BVGer-act. 7). In der angefochtenen Verfügung vertrat sie die Auffassung, 

das Gutachten der Deutschen Rentenversicherung sei nicht beweiskräftig, 

weshalb die attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar sei. Ein As-

pergersyndrom liege nicht vor, und selbst wenn ein solches vorläge, würde 

es die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers quantitativ nicht beeinträch-

tigen. Insgesamt liege keine gesundheitliche Einschränkung vor, welche 

eine bleibende oder länger dauernde Erwerbsunfähigkeit begründe. Viel-

mehr bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. Eine 

Invalidität sei mithin nicht ausgewiesen.  

6.2  

6.2.1 Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte 

haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 

soweit: 

a.  diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder 

zu verbessern; und  

b.  die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt 

sind. 

Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von 

der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Fest-

legung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des 

Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1bis).  

Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 (in der bis Ende 

Dezember 2021 gültigen Fassung) aus medizinischen Massnahmen 

(Bst. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein-

gliederung (Bst. abis), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erst-

malige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapital-

hilfe) (Bst. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (Bst. d). 

6.2.2 Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entsteht frühestens 

mit der Unterstellung unter die obligatorische oder die freiwillige Versiche-

rung und endet spätestens mit dem Ende der Versicherung (Art. 9 Abs. 1bis 

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Seite 10 

IVG). Mit anderen Worten muss eine Person der Versicherung unterstellt 

sein, sobald und solange sie Eingliederungsmassnahmen beansprucht. 

Diese (an sich selbstverständliche) Voraussetzung ergibt sich bereits aus 

der Gesetzessystematik und gilt für alle Eingliederungsmassnahmen (vgl. 

BGE 145 V 266 E. 4.2; 143 V 261 E. 5.2.1 m.w.H.). 

6.2.3 Gemäss Anhang XI, Schweiz, Ziffer 8 der Verordnung (EG) Nr. 

883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 

zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (in Kraft seit 1. April 

2012, SR 0.831.109.268.1) gilt ein Arbeitnehmer oder Selbständiger, der 

den schweizerischen Rechtsvorschriften über die Invalidenversicherung 

nicht mehr unterliegt, weil er seine existenzsichernde Erwerbstätigkeit in 

der Schweiz infolge Unfalls oder Krankheit aufgeben musste, als in dieser 

Versicherung versichert für den Erwerb des Anspruchs auf Eingliederungs-

massnahmen bis zur Zahlung einer Invalidenrente und während der Durch-

führung dieser Massnahmen, sofern er keine anderweitige Erwerbstätigkeit 

ausserhalb der Schweiz aufnimmt (vgl. dazu und zum Folgenden Urteile 

des BVGer C-2678/2017 vom 30. August 2023 E. 10.2; C-2653/2019 vom 

22. Februar 2022 E. 6.2.1 ff.; C-2011/2019 vom 19. Januar 2021 E. 8.2.1; 

je m.H.). Diese (Nachversicherungs-)Norm wurde in Ziffer 1011 des Kreis-

schreibens über das Verfahren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV 

(KSBIL; gültig ab 4. April 2016, Stand 1. Januar 2020) konkretisiert. Der 

Nachversicherungsschutz gilt auch während der Durchführung der Einglie-

derungsmassnahmen, sofern der Arbeitnehmende oder Selbständigerwer-

bende keine anderweitige Erwerbstätigkeit ausserhalb der Schweiz auf-

nimmt; er endet hingegen beim Bezug einer (ganzen oder teilweisen) Inva-

lidenrente, bei abgeschlossener erstmaliger Eingliederung oder beim Be-

zug einer Leistung der Arbeitslosenversicherung des Wohnlandes (vgl. zur 

Frage des Bezugs von Arbeitslosengeld: BGE 132 V 53 E. 6.6 und Urteil 

des BVGer C-5086/2018 vom 29. November 2019 E. 6). 

6.3  

6.3.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und bei 

Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet 

hat (Art. 36 Abs. 1 IVG). Die Voraussetzung der Mindestbeitragsdauer für 

den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente ist vorliegend zweifels-

ohne erfüllt (vgl. IK-Auszug [IV-act. 9]), weshalb darauf nicht näher einzu-

gehen ist. 

C-4546/2020 

Seite 11 

6.3.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

ferner Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Einglie-

derungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% be-

steht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe 

Rente, bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 

70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis zum 31. Dezem-

ber 2021 geltenden Fassung]). 

6.3.3 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch sodann frü-

hestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-

tungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, 

der auf die Vollendung des 18. Lebensjahres folgt. 

7.  

7.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 

IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbs-

unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein-

trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 

vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

7.2 Sogenannte invaliditätsfremde Faktoren fallen bei der Bestimmung der 

sozialversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsfähigkeit grundsätzlich aus-

ser Betracht. Sie vermögen weder einen Anspruch auf berufliche Massnah-

men noch auf eine Rente der Invalidenversicherung zu begründen (zu den 

beruflichen Massnahmen vgl. Urteil des BGer 9C_207/2018 vom 16. April 

2018 E. 3.2.5; zur Rente vgl. BGE 107 V 17 E. 2c).  

C-4546/2020 

Seite 12 

Im Urteil 9C_776/2010 vom 20. Dezember 2011 äusserte sich das Bundes-

gericht in E. 2.3.3 (siehe auch BGE 139 V 547 E. 3.2.2) diesbezüglich wie 

folgt: "Soweit ein verselbständigter Gesundheitsschaden im Rechtssinne 

gegeben ist (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a), ist für dessen Anspruchserheb-

lichkeit nicht bedeutsam, ob soziale Umstände bei seiner Entstehung eine 

massgebende Rolle spielten. Kein verselbständigter Gesundheitsschaden 

liegt jedenfalls dann vor, wenn durch soziale Umstände verursachte psy-

chische Störungen wieder verschwinden, wenn die Belastungsfaktoren 

wegfallen (SVR 2008 IV Nr. 2 S. 203, 9C_830/2007 E. 4.2). Die erwähnten 

Elemente fliessen auch in die Folgenabschätzung ein: Die funktionelle, 

letztlich erwerbsbezogene Auswirkung eines Gesundheitsschadens wird 

auch anhand der individuellen Eigenschaften der versicherten Person be-

stimmt (vgl. BRUNNER/BIRKHÄUSER, Somatoforme Schmerzstörung - Ge-

danken zur Rechtsprechung und deren Folgen für die Praxis, insbesondere 

mit Blick auf die Rentenrevision, BJM 2007 S. 181 ff.). Psychosoziale und 

soziokulturelle Faktoren sind also mittelbar invaliditätsbegründend, wenn 

und soweit sie den Wirkungsgrad der – unabhängig von den invaliditäts-

fremden Elementen bestehenden – Folgen des Gesundheitsschadens be-

einflussen (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 

514/06 E. 2.2.2.2; THOMAS LOCHER, Die invaliditätsfremden Faktoren in der 

rechtlichen Anerkennung von Arbeitsunfähigkeit und Invalidität, in: 

Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], 2003, 

S. 253; vgl. aus medizinischer Sicht JÖRG JEGER, Wer bemisst invaliditäts-

fremde [soziokulturelle und psychosoziale] Ursachen der Arbeitsunfähig-

keit - der Arzt oder der Jurist?, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2008, 

Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], 2009, S. 166 ff.)." Das Beschwerdebild mit-

prägende psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie 

unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflussen und nicht bloss mittelbar 

eine (verselbständigte) Gesundheitsschädigung aufrechterhalten oder ihre 

(unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden) Folgen 

verschlimmern, sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung somit 

als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Faktoren auszuschei-

den (vgl. Urteil des BGer 8C_14/2017 vom 15. März 2017 E. 5.3 m.H. auf 

BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1 und E. 4.3.1.1; Urteil des BVGer C-198/2019 

vom 13. Dezember 2021 E. 6.4.2). 

Grundsätzlich ist das Asperger-Syndrom – für sich allein besehen – nicht 

invalidisierend. Es kann aber die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen (vgl. Ur-

teil des BVGer C-3894/2015 vom 8. Februar 2017 E. 6.2.4; aber auch Urteil 

des BGer 9C_508/2014 vom 16. Oktober 2014 und Urteil des BVGer A-

6367/2012 vom 20. Mai 2014 E. 4.1). 

C-4546/2020 

Seite 13 

7.3 Der Begriff der Invalidität im eingliederungsrechtlichen Sinne lässt sich 

nicht allgemein definieren, sondern nur unter dem Gesichtswinkel des zur 

Beurteilung anstehenden Leistungsanspruchs von Art. 12 ff. IVG (Urteil C-

4760/2018 E. 5.2.1; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 8 N 14). 

8.  

8.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können bzw. bei der Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit stützen sich die Verwaltung und – im Beschwerdefall – 

das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebenenfalls auch 

anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Ärztliche Aufgabe ist es, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsfähig ist (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4; Urteil 

des BVGer C-4564/2020 vom 2. Juni 2022 E. 4.6).   

8.2 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt vielmehr der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, 

das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge-

mäss zu würdigen. Die Feststellungen ausländischer Versicherungsträger, 

Krankenkassen, Behörden und Ärzte sind bezüglich Invaliditätsgrad und 

Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz 

nicht verbindlich; vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende 

Beweismittel der freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. dazu z.B. Ur-

teile des BVGer C-3782/2021 vom 8. September 2023 E. 7.2.2; C-

6073/2020 vom 4. August 2022 E. 3.7.2; C-5049/2013 vom 13. Februar 

2015 E. 3.2 m.H.). 

8.3 Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung 

in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten auf-

zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S. 112 E. 3b). So ist 

hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes entscheidend, ob dieser 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Zudem muss der Arzt oder 

die Ärztin über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil 

C-4546/2020 

Seite 14 

des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.; Urteil des 

BVGer C-4822/2020 vom 24. August 2022 E. 4.5). 

8.4 Aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Guns-

ten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall eine direkte Leistungszu-

sprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und 

Ärzte kaum je in Frage kommen. Berichte der behandelnden Ärztinnen und 

Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Pa-

tienten vielmehr mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 

351 E. 3b/cc; Urteil des BGer 9C_468/2009 vom 9. September 2009 

E. 3.3.1; Urteil des BVGer C-6073/2020 vom 4. August 2022 E. 3.7.4 

m.H.). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie für den be-

handelnden Spezialarzt (Urteil des EVG I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 

m.H.). Allerdings dürfen auch die potentiellen Stärken der Berichte behan-

delnder Ärzte nicht vergessen werden, namentlich wenn sie wichtige – und 

nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte be-

nennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt ge-

blieben sind (Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.; 

vgl. auch Urteile des BVGer C-1424/2021 vom 13. Dezember 2023 

E. 6.4.3; C-6357/2020 vom 28. September 2022 E. 6.6). 

8.5 Von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 

Gutachten von medizinischen Sachverständigen, die den Anforderungen 

der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zu-

erkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4; 135 V 465 E. 4.4 m.H.). 

8.6 Die Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) oder 

des medizinischen Dienstes der IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersu-

chungen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fach-

ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachver-

halts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Per-

son in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 

21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 

vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1; je m.H.). Die Aufgabe der versicherungsinter-

nen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – 

gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal-

tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu 

entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen 

C-4546/2020 

Seite 15 

und versicherungsmedizinisch zu würdigen (vgl. Urteile des BGer 

9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3; 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 

E. 4.4 m.H.). Dazu gehört auch, bei widersprüchlichen medizinischen Ak-

ten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die 

andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vor-

zunehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer C-6073/2020 vom 

4. August 2022 E. 3.7.4; C-2463/2021 vom 15. März 2022 E. 4.5). Beste-

hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

RAD-Berichte, sind rechtsprechungsgemäss weitere Abklärungen vorzu-

nehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4; 122 V 157 E. 1d; 

Urteile des BGer 8C_551/2020 vom 15. Dezember 2020 E. 3; 

9C_730/2018 vom 27. März 2019 E. 5.1.2; Urteile des BVGer C-4822/2020 

vom 24. August 2022 E. 4.6; C-1424/2021 vom 13. Dezember 2023 

E. 6.4.4). 

8.7 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende so-

matoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches 

Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis 

mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409 E. 4.5.2), sind für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Be-

rücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits 

und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das 

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 

281 E. 2, 3.4 - 3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6, 8.1). Die für 

die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das Bundes-

gericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie «funk-

tioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheitsschädi-

gung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Be-

handlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten 

[E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, 

grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kontext» 

(E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens 

[E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenni-

veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und 

C-4546/2020 

Seite 16 

behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). 

9.  

Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:  

9.1 Nach den Angaben gegenüber der Krankentaggeldversicherung be-

steht beim Beschwerdeführer seit dem 10. Juli 2015 eine Arbeitsunfähig-

keit (IV-act. 33, S. 69). 

Dr. E._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte am 

18. Juni 2016 aus, der Beschwerdeführer habe sie am 12. Mai 2016 zum 

ersten Mal konsultiert (IV-act. 33, S. 91 f.). Er leide seit Juli 2015 an Er-

schöpfungszuständen und habe eine Reihe an privaten und beruflichen 

Belastungen. Die Psychiaterin stellte dem Beschwerdeführer die Diagnose 

einer schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2). Dieser sei derzeit 

stationär behandlungsbedürftig und daher vollständig arbeitsunfähig. Die 

Einweisung sei am 12. Mai 2016 erfolgt. Nach Abklingen der Depression 

sei von der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit auszugehen, wobei eine 

weitere psychotherapeutische Behandlungsbedürftigkeit anzunehmen sei, 

um das erreichte Ergebnis zu stabilisieren. 

9.2 Dr. F._______, Facharzt für Radiologie, stellte am 22. Juni 2016 beim 

Beschwerdeführer ein unauffälliges Schädel-MRT fest (IV-act. 33, S. 86). 

Dieser sei zur Abklärung gekommen, um betreffend die depressive Epi-

sode (EEG mit Allgemeinveränderung) eine organische Ursache auszu-

schliessen. 

9.3 Die Klinik G._______, Akutklinik für Psychische und Psychosomatische 

Erkrankungen, berichtete am 28. Oktober 2016 (IV-act. 23), der Beschwer-

deführer sei von Mitte Mai 2016 bis Anfang September 2016 in vollstatio-

närer und danach bis Ende September 2016 in teilstationärer Behandlung 

gewesen. Er leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen-

wärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2). Die Verdachtsdiagnose eines As-

perger-Syndroms sei diagnostisch mit standardisierten Instrumenten samt 

Elternfragebogen abgeklärt und sodann ausgeschlossen worden (S. 5 f.). 

Eine geplante Entlassung habe aufgrund einer akuten Krise mit deutlicher 

Verschlechterung der depressiven Symptomatik und begleitenden Sui-

zidgedanken mit akuten Suizidplänen verschoben werden müssen (S. 6). 

C-4546/2020 

Seite 17 

9.4 Dr. H._______, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychothera-

pie, berichtete am 22. November 2016, der Beschwerdeführer leide seit ca. 

2015 an einer rezidivierenden Depression (ICD-10 F33.2), welche sich auf 

die Arbeitsfähigkeit auswirke (IV-act. 15). Dieser nehme regelmässig ner-

venärztliche Gespräche, eine antidepressive Medikation und Psychothera-

pie (geplant) in Anspruch. Er sei als Informatiker von Mitte Mai 2016 bis 

Ende November 2016 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Die bisherige Tä-

tigkeit sei nicht mehr zumutbar. Im weiteren Verlauf sei gegebenenfalls ein 

stufenweiser Einstieg möglich, wobei die Leistungsfähigkeit vermindert sei. 

Eine Arbeit sei drei Stunden im Tag zu bewältigen. Bei einer beruflichen 

Eingliederung bestehe Dekompensationsgefahr.  

9.5 Am 8. Februar 2017 berichtete Dr. H._______ unter anderem, beim 

Beschwerdeführer zeige sich weiterhin eine mässiggradige Konzentrati-

onsminderung, neben einer verminderten Belastbarkeit (IV-act. 33, S. 75). 

Dieser sei affektiv vermindert schwingungsfähig. Dadurch sei er in seiner 

Selbstbehauptungsfähigkeit, seiner Flexibilität, seiner Umstellungsfähig-

keit und der Durchhaltefähigkeit deutlich eingeschränkt. Der Arbeitgeber 

habe dem Beschwerdeführer gekündigt; dieser werde von seiner Ehefrau 

unterstützt. Gegenwärtig bestehe seitens der depressiven Störung eine 

mittelschwere bis schwere Episode. Im angestammten Beruf und auch in 

anderen Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%.  

9.6 Am 23. Mai 2017 erläuterte Dr. H._______, es lägen weiterhin eine 

ausgeprägte Minderung der Belastbarkeit, der Umstellungsfähigkeit und 

der Selbstbehauptungsfähigkeit, eine ausgeprägte Beeinträchtigung der 

Kontaktfähigkeit zu anderen Menschen und Gruppen, eine Beeinträchti-

gung der fachlichen Kompetenz, Lernstörungen sowie eine Beeinträchti-

gung der Fähigkeit zur Selbstversorgung vor (IV-act. 33, S. 73). Es bestehe 

eine rezidivierende depressive Störung mit schweren Episoden. Der Be-

schwerdeführer sei zu 100% arbeitsunfähig. Bei der Zuweisung einer an-

deren zumutbaren Erwerbstätigkeit (als der bisherigen Arbeit) bestehe die 

Gefahr einer narzisstischen Kränkung mit depressiver Dekompensation, 

Verzögerung der Rekonvaleszenz und Gefahr einer erheblichen gesund-

heitlichen Verschlechterung.  

9.7 Am 9. November 2017 gab Dr. H._______ an, der Beschwerdeführer 

leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, bei Dysthymie (IV-

act. 27). Es bestehe eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Durchhaltefä-

higkeit, der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Fähigkeit zur Planung 

und Strukturierung von Aufgaben und darin, die tägliche Routine 

C-4546/2020 

Seite 18 

durchzuführen. Sodann sei eine ausgeprägte Beeinträchtigung der Selbst-

behauptungsfähigkeit, der Kontaktfähigkeit zu anderen Menschen und 

Gruppen wie auch eine Beeinträchtigung der Fähigkeit zu familiären und 

intimen Beziehungen zu verzeichnen. Des Weiteren sei die Fähigkeit zu 

ausserberuflichen Aktivitäten und Hobbys beeinträchtigt. Es bestehe ge-

genwärtig keine Arbeitsfähigkeit. Es fänden regelmässige nervenärztliche 

Gespräche, eine medikamentöse Therapie sowie wöchentliche Psychothe-

rapien statt. Bis anhin habe sich keine wegweisende Befundänderung er-

geben. Aufgrund der Chronifizierung sei eine Verbesserung der Arbeitsfä-

higkeit derzeit nicht erreichbar.  

9.8 Vom 25. Januar 2018 bis zum 1. März 2018 weilte der Beschwerdefüh-

rer erneut in einer stationären Rehabilitation (IV-act. 26).  

Im ärztlichen Entlassungsbericht vom 25. April 2018 (IV-act. 38; zu den Di-

agnosen vgl. E. B.b hiervor) führte die Klinik C._______ aus, Einschrän-

kungen im Sinne eines negativen Leistungsbildes ergäben sich aus psy-

chotherapeutischer Sicht aufgrund einer deutlich erhöhten Stressvulnera-

bilität, einer beeinträchtigten Kontaktfähigkeit zu Dritten, einer beeinträch-

tigten Abgrenzungs-, Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit sowie einer 

beeinträchtigten Selbstbehauptungsfähigkeit (S. 3). Arbeitsfelder mit er-

höhten Anforderungen in diesen Bereichen sollten daher vermieden wer-

den. Es werde ein stufenweiser Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit an ei-

nem reiz- und konfliktarmen Arbeitsplatz empfohlen. Einschränkungen im 

Sinne eines negativen Leistungsbildes ergäben sich aus somatischer Sicht 

ferner aufgrund der Hyperakusis, sodass eine erhöhte Lärmexposition ver-

mieden werden sollte. Die depressive Störung sei im August 2015 erstmals 

aufgetreten. Seit Mai 2016 finde eine psychiatrische Behandlung statt 

(S. 8). Vom 18. Mai 2016 bis zum 27. September 2016 habe eine stationäre 

Behandlung in einer psychosomatischen Akutklinik stattgefunden, gefolgt 

von einer ambulanten Behandlung mit Beratung und Medikamenten. Seit 

Oktober 2016 finde eine psychotherapeutische Behandlung statt. Beim Be-

schwerdeführer bestehe ein klinisch bedeutsames Ausmass autistischer 

Eigenschaften (S. 13). Es liege allerdings keine Sicherheit bezüglich der 

Autismusspektrumstörung vor, vielmehr sei eine diagnostische Klärung im 

Rahmen der Autismusambulanz notwendig (S. 18). Dem Beschwerdefüh-

rer sei während der Behandlung insbesondere der Zusammenhang zwi-

schen Depression, Ängsten und körperlichen Beschwerden deutlich ge-

worden. Die Klinik empfahl nebst der Weiterführung der ambulanten Psy-

chotherapie insbesondere Ergotherapie und die Durchführung eines sozi-

alen Kompetenztrainings (S. 21). 

C-4546/2020 

Seite 19 

9.9 Dr. I._______, Arzt für HNO-Heilkunde und Psychotherapie, stellte am 

11. Juli 2018 folgende Diagnosen (IV-act. 33, S. 87): 

- Ohrdruck (ICD-10 H92.0), Dys- und Hyperakusis (ICD-10 H93.2) 

- Cranio-mandibuläre Dysfunktion (CMD; ICD-10 K07.6) 

- Rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.x). 

Dr. I._______ gab insbesondere an, der Beschwerdeführer leide an Über-

empfindlichkeit auf Alltagsgeräusche, die ihm teilweise Schmerzen berei-

teten. Beim Beschwerdeführer liege eine auf die Tief- und Hochfrequenz-

Bereiche beider Ohren begrenzte Hyperakusis, eine Dysakusis mit soma-

toformen Begleitsymptom (Vibrieren) bei normaler Hörschwelle bds. und 

eine CMD mit Bruxismus vor. 

9.10 Die Klinik J._______ diagnostizierte am 11. Oktober 2018 eine Autis-

musspektrumstörung, Asperger-Syndrom (ICD-10 F85.4; BVGer-act. 1, 

Beilage 6, S. 7). Sie stellte fest, der Beschwerdeführer erfülle die Kriterien 

eines Asperger-Syndroms mit Einschränkungen im interaktionellen und 

kommunikativen Bereich und der Präferenz von stereotypen, restriktiven 

Verhaltensweisen und Interessen. Die anhaltenden Schwierigkeiten im so-

zialen Bereich liessen sich durch die Störung erklären. Hinweise auf eine 

selbstunsichere, zwanghafte oder paranoide Persönlichkeitsakzentuierung 

liessen sich durch die Diagnose der Autismusspektrumstörung ausrei-

chend erklären. Insgesamt sei die Ausprägung der autistischen Funktions-

einschränkungen im geringfügigen Bereich, jedoch eindeutig vorhanden. 

Der Beschwerdeführer habe viele Einschränkungen hochgradig kompen-

siert, was jedoch mit einer erhöhten Anstrengung einhergehe. Durch diese 

Anforderungen in sozialen Kontakten tendiere der Beschwerdeführer zu 

depressiven Symptomen. Insgesamt sei die Wahrscheinlichkeit einer psy-

chotischen oder depressiven Krise bei Betroffenen eines Asperger-Syn-

droms erhöht. Somit sei der Beschwerdeführer prinzipiell für einen Beruf 

sehr geeignet, er benötige jedoch eventuell Unterstützung im sozialen Be-

reich. Hier werde dem Beschwerdeführer einerseits eine psychotherapeu-

tische Begleitung empfohlen. Andererseits könne ein Berufsbild sinnvoll 

sein, in dem er seine ausgesprochenen Stärken auch einsetzen könne (S. 

8). Hierbei könne eventuell ein Nachteilsausgleich sinnvoll sein, um bei-

spielsweise seinen Arbeitsplatz für ihn optimaler zu gestalten. 

9.11 Der Gutachter der Deutschen Rentenversicherung, Dr. D._______, 

stellte am 26. April 2019 fest (vgl. IV-act. 53 [S. 5-10] und 60 [S. 2-5]; zu 

den Diagnosen vgl. E. B.c hiervor), der Beschwerdeführer habe 

C-4546/2020 

Seite 20 

Schwierigkeiten, selbst auf einfache Fragen zu antworten (IV-act. 53, S. 9). 

Er befinde sich in regelmässiger psychiatrischer Behandlung, in medika-

mentöser Behandlung (Escitalopram) und in einer ambulanten Gruppen-

therapie für Aspergerpatienten. Derzeit bestehe kein ausreichendes Leis-

tungsvermögen für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als·Softwareentwickler 

(S. 10). Dieses liege unter drei Stunden täglich. Dasselbe gelte für den 

allgemeinen Arbeitsmarkt. Insgesamt sei aber von einer Besserung auszu-

gehen, so dass eine Nachuntersuchung in etwa eineinhalb Jahren stattfin-

den solle. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe seit Mai 2016 (IV-act. 60, S. 3). 

Die Leistungsminderung dauere voraussichtlich bis November 2020 an (IV-

act. 60, S. 5). 

9.12 Dr. H._______ (BVGer-act. 1, Beilage 3) stellte am 4. Februar 2019 

folgende Diagnosen: 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy-

chotische Symptome (ICD-10 F33.2) 

- Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5) 

- Standunsicherheit (ICD-10 R26.8). 

Am 6. Mai 2019 berichtete der Arzt (BVGer-act. 1, Beilage 5), der Be-

schwerdeführer klage weiterhin über eine verminderte Belastbarkeit, sozi-

alen Rückzug sowie ein Gefühl der Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit. 

Mittlerweile habe als Ursache seiner rezidivierenden depressiven Störung 

ein Asperger-Syndrom nachgewiesen werden können. Es erfolge eine re-

gelmässige nervenärztliche supportive Behandlung; eine Psychotherapie 

sei bereits durchgeführt worden. Aus seiner Sicht, der Sicht des Arztes, sei 

eine Umschulung sinnvoll. Seit Oktober 2017 habe sich keine wesentliche 

Änderung des Gesundheitszustands ergeben. Es sei auch mit keiner we-

sentlichen Änderung zu rechnen, wenn es nicht gelinge, einen angepass-

ten Arbeitsplatz zu organisieren. Aufgrund der Chronifizierung wie auch 

des bisherigen Verlaufes sei nicht mehr davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer einen vollschichtigen Beruf in seiner gewählten Tätigkeit 

ausüben können. 

Am 7. Mai 2019 bestätigte Dr. H._______ die oben genannten Diagnosen, 

mit Ausnahme der Standunsicherheit (BVGer-act. 1, Beilage 4). Er berich-

tete, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben eine Selbsthil-

fegruppe besuche sowie sich einer Therapie mittels Psychotherapie und 

Medikation unterziehe. Dr. H._______ bestätigte, dass der Beschwerde-

führer insgesamt weniger auf seine Defizite fixiert sei. Weiterhin sei er aber 

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Seite 21 

in seinen Formulierungen zwanghaft, und es bestehe weiterhin eine redu-

zierte Alltagsfähigkeit. 

9.13 Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle B._______ führte 

am 19. Dezember 2019 aus, das sehr kurz gehaltene Gutachten der Deut-

schen Rentenversicherung vom April 2019 vermöge weder formal noch in-

haltlich den geforderten bundesgerichtlichen Qualitätskriterien zu genügen 

(vgl. Case Report in IV-act. 79, S. 14 f.). Die getroffene diagnostische Ein-

schätzung und die beurteilte Arbeitsunfähigkeit liessen sich nicht nachvoll-

ziehen. Inkonsistenzen zwischen diagnostischer Einschätzung und durch-

geführten medizinischen Massnahmen würden nicht diskutiert. So sei es 

aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar, dass einerseits eine 

schwere depressive Episode diagnostiziert werde, gleichzeitig die antide-

pressive Medikation reduziert und ausgeschlichen sowie keine regelmäs-

sige hochfrequente psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen 

werde. Der RAD verwies im Übrigen auf seine Stellungnahme vom 22. Mai 

2018 (IV-act. 79, S. 9 f.), wonach sich keine Hinweise auf ein Asperger-

Syndrom ergäben und dieses ohnehin keine quantitative Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit hätte, weil der Versicherte problemlos eine Berufsaus-

bildung habe ablegen und seiner letzte Tätigkeit ohne Einschränkung habe 

nachgehen können. Unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage sei 

aus versicherungsmedizinischer Sicht von keinem Gesundheitsschaden 

mit andauernder Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im invalidenversiche-

rungsrechtlich relevanten Sinne auszugehen. Es lägen massive invalidi-

tätsfremde Belastungsfaktoren mit Konflikten am letzten Arbeitsplatz mit 

nachfolgender Kündigung, Arbeitslosigkeit, finanziellem Verlust im Rah-

men von Börsenspekulationen im Dezember 2017 und nachfolgenden 

partnerschaftlichen Problemen vor, ohne welche die depressive Sympto-

matik nicht denkbar wäre. Es bestehe spätestens seit der Entlassung aus 

der stationären Rehabilitationsbehandlung (d.h. seit Ende März 2018) eine 

volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in einer adaptierten 

Tätigkeit. In der Haushaltführung bestehe keine erhebliche Einschränkung 

(IV-act. 79, S. 11). 

10.  

10.1 Die Vorinstanz stellte für ihre leistungsabweisende Verfügung im We-

sentlichen auf die RAD-Berichte vom 13. Februar 2018, 22. Mai 2018 und 

19. Dezember 2019 (IV-act. 79, S. 7 ff., 9 f., 14) ab, die allesamt von 

Dr. K._______ verfasst wurden.  

C-4546/2020 

Seite 22 

Vorab bleibt festzuhalten, dass diese Berichte nicht auf eigenen persönli-

chen Untersuchungen des Beschwerdeführers basieren, obgleich es nach 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts für eine überzeugende psychiat-

rische Exploration in aller Regel eines Gesprächs mit dem Patienten be-

darf, ist doch gerade im Rahmen der Psychiatrie der persönliche Eindruck 

von ausschlaggebender Bedeutung (vgl. Urteile des BGer 8C_721/2014 

vom 27. April 2015 E. 7.3; I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1; Ur-

teil des BVGer C-3894/2015 vom 8. Februar 2017 E. 6.2.3). 

10.2 Vorliegend wurden von der RAD-Ärztin Dr. K._______, deren Spezia-

lisierung nicht aus den Akten hervorgeht, keine medizinischen Befunde er-

hoben. Vielmehr hat sie sich darauf beschränkt, einzelne medizinische Be-

richte zu würdigen, ohne deren Auswahl zu begründen. Es erfolgte mithin 

weder eine ausführliche noch eine vollständige Würdigung des medizini-

schen Sachverhalts. Die RAD-Ärztin setzte sich auch nicht mit den wieder-

holt diagnostizierten, teilweise schweren Depressionen des Beschwerde-

führers, der mehrfach attestierten Arbeitsunfähigkeit und den Wechselwir-

kungen zwischen Asperger-Syndrom und Depressionen auseinander. Ins-

besondere hat sie nicht berücksichtigt, dass das Aspergersyndrom Ursa-

che für die schweren, langanhaltenden Depressionen des Beschwerdefüh-

rers sein dürfte (vgl. dazu E. 9.10, 9.12 hiervor) und hat sich auch nicht 

dazu geäussert, welche Bedeutung dies für die Arbeitsfähigkeit bzw. den 

Leistungsanspruch des Beschwerdeführers haben dürfte. Auch nahm die 

RAD-Ärztin an, ohne dies nachvollziehbar zu begründen bzw. indem sie 

einseitig auf die Einschätzung der Klinik G._______ (vgl. E. 9.3 hiervor) 

abstellte, ein Aspergersyndrom sei beim Beschwerdeführer nicht ausge-

wiesen, obwohl diverse Berichte (vgl. E. 9.10 - 9.1.10 hiervor) diese Diag-

nose klar bestätigen. Ferner ging sie davon aus, das Aspergersyndrom 

habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, da der Beschwerdeführer jah-

relang seiner bisherigen Tätigkeit habe nachgehen können. Dieser Tatsa-

che allein kommt aber keine entscheidende Bedeutung zu, denn erstens 

kann sich ein bestehender Gesundheitszustand verschlechtern bzw. sich 

erst mit der Zeit auf die Arbeitsfähigkeit auswirken und zweitens deuten die 

vorliegenden medizinischen Akten klar darauf hin, dass der Beschwerde-

führer seine gesundheitlichen Schwierigkeiten jahrelang kompensieren 

konnte und ihm dies erst mit der Zeit nicht mehr gelang, weil die damit 

verbundene, zu hohe Anstrengung bei ihm Depressionen auslöste (vgl. 

dazu E. 9.10 hiervor). Im Übrigen beliess es die RAD-Ärztin dabei, Inkon-

sistenzen in den vorliegenden Akten bzw. im Gutachten von Dr. D._______ 

zu benennen (vgl. angefochtene Verfügung, S. 2), ohne diese auszuräu-

men bzw. im Detail zu beleuchten. Immerhin schien sie sich der 

C-4546/2020 

Seite 23 

Diskrepanzen bezüglich der Diagnosen und der Einschätzung der Arbeits-

unfähigkeit gewahr zu sein, schlug sie doch zunächst noch eine gutachter-

liche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes vor (vgl. Case Report S. 

9 [IV-act. 79]). Nach seiner Entlassung aus der stationären psychosomati-

schen und psychotherapeutischen Rehabilitationsbehandlung erachtete 

sie den Beschwerdeführer allerdings wieder als voll arbeitsfähig. Daran 

hielt sie auch im Einwandverfahren fest, obschon im Gutachten vom 26. 

April 2019 der Deutschen Rentenversicherung dem Beschwerdeführer auf-

grund einer rezidivierenden depressiven (gegenwärtig schweren) Störung 

und der Diagnose eines Asperger-Syndroms erneut eine Arbeitsunfähigkeit 

in jeglicher Tätigkeit attestiert wurde. Dass die RAD-Ärztin bei dieser un-

klaren Aktenlage eine Begutachtung als nunmehr nicht angezeigt hielt, er-

scheint insofern widersprüchlich und vermag nicht zu überzeugen (siehe 

Bericht vom 19. Dezember 2019 in IV-act. 79, S. 14).  

10.3 Sodann fehlt in den Akten eine Auseinandersetzung damit, dass die 

bisherige Tätigkeit als Softwareentwickler gemäss Angabe des Arbeitge-

bers insbesondere ein hohes Mass an Teamarbeit, Kommunikationsfähig-

keiten, Flexibilität und Anpassung an sich stetig verändernde Aufgaben er-

fordert (IV-act. 12, S. 7), der Beschwerdeführer aber gemäss ärztlicher Ein-

schätzung bezüglich dieser Eigenschaften Schwierigkeiten aufweist (vgl. 

z.B. IV-act. 27 und 33 [S. 75], wonach der Beschwerdeführer in der Kon-

taktfähigkeit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit beeinträchtigt ist). 

10.4 Schliesslich hat die IV-Stelle die von der Rechtsprechung vorgese-

hene Indikatorenprüfung nicht vorgenommen. Eine Indikatorenprüfung 

hätte sich allerdings schon mit Blick auf die Frage der Komorbiditäten (z.B. 

Asperger, Depressionen, Hypakusis) und die Tatsache, dass der Be-

schwerdeführer sich mehreren intensiven Behandlungen, darunter insbe-

sondere zwei stationären Klinikaufenthalten, unterzogen hatte, die aber al-

lesamt trotz hoher Behandlungsmotivation (vgl. IV-act. 23 [S. 5], 38, [S. 17, 

19]) nicht zureichend erfolgreich waren, geradezu aufgedrängt. Sie ist mit 

Blick auf die vorliegenden Akten allerdings noch gar nicht möglich, da es 

an einer psychiatrischen, lege artis gestellten Diagnose fehlt. 

10.5 Die IV-Stelle scheint zu verkennen, dass sie – wie vorstehend in E. 5.2 

dargelegt – eine Untersuchungspflicht trifft. Das bedeutet, dass sie (und 

nicht der Beschwerdeführer) die notwendigen Abklärungen zum Gesund-

heitszustand der leistungsansprechenden Person von Amtes wegen vor-

zunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen haben (Art. 43 

Abs. 1 ATSG). Dabei sind weitere Abklärungen so lange erforderlich, bis 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/009a850a-224d-4484-b7d9-f9344eb17197/042b0d3b-5456-43fd-b41a-c0571c3f6493/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/009a850a-224d-4484-b7d9-f9344eb17197/042b0d3b-5456-43fd-b41a-c0571c3f6493/source/document-link

C-4546/2020 

Seite 24 

der massgebliche Sachverhalt mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt ist (Urteil des BGer 8C_815/2012 vom 21. Ok-

tober 2013 E. 3.2.1; KIESER, a.a.O., Art. 43 N 20). Wenn sich bereits auf-

grund der vorbestehenden Aktenlage schlüssig und mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit das Bild einer Limitierung allein durch invaliditäts-

fremde psychosoziale Belastungsfaktoren ergibt, ohne Anhaltspunkte für 

ein verselbständigtes krankheitswertiges Geschehen, ist die Einholung ei-

nes externen Gutachtens nicht notwendig und darf die IV-Stelle darauf ver-

zichten, ohne damit den Untersuchungsgrundsatz zu verletzen (BGer 

9C_262/2018 vom 22. August 2018 E. 4.2.1). Zwar begründet allein die 

Diagnose eines Asperger-Syndroms keine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von 

Art. 6 ATSG, doch kann diese Erkrankung Vorläufer oder Ausdruck von an-

deren Gesundheitsstörungen sein oder auch zu einer Einschränkung der 

psychischen Integrität mit Folgen für die Arbeitsfähigkeit führen. Vorliegend 

bestehen genügend Anhaltspunkte, dass beim Beschwerdeführer eine in-

validenrechtlich relevante Krankheit vorliegen könnte. So wird ihm seit Jah-

ren eine Depression diagnostiziert, welche zu einem wesentlichen Teil mit 

schweren Episoden einhergeht. Wiederholt waren Klinikaufenthalte und 

darüber hinaus intensive Therapien, seien es psychotherapeutische oder 

medikamentöse, erforderlich. Dass die Vorinstanz vor diesem Hintergrund 

weitere Abklärungen, die sorgfältig und allseitig hätten erfolgen müssen, 

unterliess, lässt sich nicht rechtfertigen.  

10.6 Zusammenfassend lässt sich die angefochtene Verfügung der Vo-

rinstanz, die sich weitgehend auf die Einschätzung der RAD-Ärztin stützt, 

wonach der Beschwerdeführer spätestens seit dem 25. April 2018 in jegli-

cher Tätigkeit voll arbeitsfähig sein soll, aufgrund der vorhandenen Unter-

lagen nicht schlüssig nachvollziehen. Weder sind den Akten umfassende 

Befunde zu entnehmen noch steht der medizinische Sachverhalt mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit fest. Ebenso liegt, in Missachtung des Un-

tersuchungsgrundsatzes, weder eine einlässliche Auseinandersetzung mit 

der Gesamtheit der Akten noch die erforderliche Würdigung der Arbeitsfä-

higkeit des Beschwerdeführers aus einer Gesamtsicht vor, insbesondere 

was die Wechselwirkung der Depression und des Aspergersyndroms be-

trifft. Somit fehlen auch die Grundlagen für eine rechtsgenügliche Indikato-

renprüfung. Zusammengefasst sind die von der Rechtsprechung aufge-

stellten beweisrechtlichen Anforderungen an einen Bericht des internen 

medizinischen Dienstes (vgl. E. 8.6 hiervor) vorliegend offensichtlich nicht 

erfüllt. Vielmehr bestehen namhafte Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, weshalb ergänzende Abklä-

rungen vorzunehmen sind.    

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/11aba152-38dc-436c-a898-abc5ede2b43e/citeddoc/200242a8-3354-4cfa-a2c6-14f393100ebe/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/11aba152-38dc-436c-a898-abc5ede2b43e/citeddoc/200242a8-3354-4cfa-a2c6-14f393100ebe/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/0c85004d-48ca-4717-bf48-a7f1dd476f8a/citeddoc/cf3798b2-7d3e-4006-8b50-3e4187af131c/source/document-link

C-4546/2020 

Seite 25 

Im Übrigen liegen auch keine anderen, beweiskräftigen medizinischen Be-

richte im Recht, die aus einer Gesamtsicht eine umfassende Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ermöglichen würden (vgl. dazu 

E. 8.4 hiervor). 

11.  

Vorliegend könnte, sobald die notwendigen umfassenden medizinischen 

Abklärungen vorgenommen wurden, ein Anspruch auf berufliche Massnah-

men gegeben sein, wobei diesbezüglich vorab zu prüfen wäre, ob die ver-

sicherungsmässigen Voraussetzungen gegeben sind (vgl. dazu E. 6.2.2 

hiervor). In diesem Zusammenhang wird die Vorinstanz namentlich abzu-

klären haben, ob der Beschwerdeführer in Deutschland Leistungen im 

Sinne einer beruflichen Eingliederung bezogen hat bzw. bezieht und ob 

durch diesen Leistungsbezug allenfalls der Nachversicherungsschutz des 

Beschwerdeführers geendet hat mit der Folge, dass kein Anspruch auf Ein-

gliederungsmassnahmen gemäss der schweizerischen Invalidenversiche-

rung (mehr) bestünde. 

Da berufliche Massnahmen in Betracht fallen, erweist sich die Rentenprü-

fung als verfrüht. Sollte sich im Laufe der weiteren Abklärungen ergeben, 

dass sich berufliche Massnahmen erübrigen, bliebe der Rentenanspruch 

zu prüfen. Dabei wäre unter Umständen auch die Statusfrage, d.h. die 

Frage, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer erwerbstätig gewesen 

wäre, wäre er gesund geblieben, zu klären, nachdem der Beschwerdefüh-

rer angegeben hatte, dass er zwecks Kinderbetreuung sein Arbeitspensum 

allenfalls reduziert hätte (vgl. dazu IV-act. 79, S. 4). 

12.  

12.1 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz den rechtserheblichen Sach-

verhalt in Verletzung von Art. 43 ff. ATSG offensichtlich mangelhaft abge-

klärt, womit die entscheidwesentlichen Aspekte ungeklärt geblieben sind. 

Folglich steht einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren 

Abklärungen und hernach neuem Entscheid nichts entgegen (vgl. BGE 139 

V 99 E. 1.1; 137 V 210 E. 4.4.1.4; Urteil des BVGer C-977/2020 vom 6. Juli 

2023 E. 10.1). 

12.2 Die Vorinstanz ist mithin in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG an-

zuweisen, nach Aktualisierung und Vervollständigung der medizinischen 

Akten, eine Begutachtung des Beschwerdeführers zu veranlassen (so 

auch betreffend berufliche Massnahmen in Urteil des BVGer C-801/2019 

vom 19. Mai 2022 E. 6). Mit Blick auf die im Raum stehenden Befunde und 

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Seite 26 

Diagnosen erscheinen Expertisen in den Fachbereichen HNO-Heilkunde 

und Psychiatrie (letztere insbesondere unter Berücksichtigung der Stan-

dardindikatoren gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung [BGE 143 V 

418; 143 V 409; 141 V 281]) erforderlich, wobei, soweit möglich, Experten 

im Bereich Autismusspektrumstörung bzw. Asperger einzubeziehen sein 

werden. Ob neben den genannten Fachdisziplinen weitere Spezialisten 

beizuziehen sind, ist dem pflichtgemässen Ermessen der Gutachter zu 

überlassen, zumal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Fra-

gestellung über die erforderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. dazu 

BGE 139 V 349 E. 3.3; Urteil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Oktober 

2008 E. 6.3.1). 

12.3 Die Begutachtung hat in der Schweiz zu erfolgen, da die Abklärungs-

stelle mit den Grundsätzen der schweizerischen Versicherungsmedizin 

vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 9C_235/2013 vom 10. Sep-

tember 2013 E. 3.2; statt vieler Urteil des BVGer C-3864/2017 vom 

11. März 2019 E. 7.5 m.w.H.) und vorliegend keine Gründe ersichtlich sind, 

die eine Begutachtung in der Schweiz als unverhältnismässig erscheinen 

liessen. Im Weiteren ist die Gutachterstelle nach dem Zufallsprinzip ge-

mäss Zuweisungssystem «SuisseMED@P» zu ermitteln (vgl. dazu BGE 

139 V 349 E. 5.2.1 und Art. 72bis Abs. 2 IVV). Dem Beschwerdeführer sind 

die ihm zustehenden Mitwirkungsrechte einzuräumen (vgl. BGE 137 V 210 

E. 3.4.2.9). 

12.4 Nach Vornahme der medizinischen Abklärungen wird die Vorinstanz 

weitere Abklärungen (z.B. beruflicher Natur) zu treffen und hernach über 

die beruflichen Massnahmen und gegebenenfalls die Rentenfrage zu ent-

scheiden haben. 

13.  

13.1 Die Rückweisung der Sache zu erneuter Abklärung gilt für die Frage 

der Auferlegung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung als voll-

ständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das ent-

sprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (vgl. 

BGE 146 V 28 E. 7; 141 V 281 E. 11.1; Urteil 8C_554/2023 vom 16. Januar 

2024 E. 5). 

13.2 Dem obsiegenden Beschwerdeführer sind keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen, weshalb ihm der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.- 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten ist. Der Vor-

C-4546/2020 

Seite 27 

instanz sind ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 

Abs. 2 VwVG). 

13.3 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund 

der Akten festzusetzen (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung 

des Verfahrensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, 

der Bedeutung der Streitsache, des durchgeführten einfachen Schriften-

wechsels und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfah-

rens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen Ent-

schädigungen erscheint eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 2’300.- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. Art. 9 Abs. 1 VGKE 

in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE]) angemessen (vgl. dazu auch Urteil 

des BVGer C-5345/2019 vom 13. Februar 2020 S. 5). 

Als (unterliegende) Bundesbehörde hat die Vorinstanz keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario sowie Art. 7 

Abs. 3 VGKE). 

(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

  

C-4546/2020 

Seite 28 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung vom 

14. Juli 2020 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne 

der Erwägungen und anschliessenden Neuverfügung an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der Kostenvorschuss von Fr. 800.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-

genden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung zulasten der Vor-

instanz in der Höhe von Fr. 2'300.- zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und das Bun-

desamt für Sozialversicherungen. 

(Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Selin Elmiger-Necipoglu Helena Falk 

 

 

  

C-4546/2020 

Seite 29 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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