# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60aa15b0-d5c3-5c0e-b0c0-a4f02063e089
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.01.2012 E-168/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-168-2012_2012-01-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­168/2012

U r t e i l   v om   1 3 .   J a nua r   2 0 1 2  

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber, 
Gerichtsschreiber Nicholas Swain.

Parteien A._______,
Algerien, 
c/o Bundesamt für Migration, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  29.  Juni  2011  auf  ein  erstes 
Asylgesuch  des Beschwerdeführers  vom 29. Mai  2011  gestützt  auf Art. 
32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug 
anordnete,

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass  der  Beschwerdeführer  am  22.  November  2011  erneut  in  der 
Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  am  19.  Dezember  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ)  B._______  eine  Befragung  zur  Person  stattfand  und  ihm 
anschliessend  das  rechtliche  Gehör  zu  den  im  ersten  sowie  im 
vorliegenden Verfahren vorgebrachten Asylgründen gewährt wurde,

dass  das  BFM  am  5.  Januar  2012  eine  direkte  Anhörung  des 
Beschwerdeführers durchführte,

dass  er  zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuchs  im  Wesentlichen 
vorbrachte, er habe im ersten Asylverfahren falsche Angaben gemacht  

dass  er  sein  Heimatland  verlassen  habe,  weil  er  keinen  Militärdienst 
leisten wolle, und befürchte, deswegen Nachteile zu erleiden,

da  er  ausserdem  Angst  habe,  von  den  Terroristen  umgebracht  zu 
werden, welche ihn einmal angesprochen und aufgefordert hätten, für sie 
zu arbeiten,

dass er im September 2011 von einem Freund telefonisch erfahren habe, 
dass er von den Terroristen gesucht werde,

dass  er  ferner  wirtschaftliche  Probleme  in  seinem  Heimatstaat  gehabt 
habe,

dass  das BFM mit  Verfügung  vom  5.  Januar  2012  –  gleichentags  eröff  
net − in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

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dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  den 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  seinem  zweiten  Asylverfahren 
fehle es an der Asylrelevanz beziehungsweise sie seien als unglaubhaft 
zu erachten,

dass seine Befürchtungen wegen des nicht geleisteten Militärdiensts als 
nachgeschoben  zu  erachten  seien,  weil  er  sie  anlässlich  des  ersten 
Asylverfahrens nicht erwähnt habe und zudem darin keine Verfolgung im 
asylrechtlichen Sinne erblickt werden könne,

dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zu  der  angeblichen 
Bedrohung  durch  Terroristen  sehr  vage  ausgefallen  seien  und  im 
Widerspruch zu seinen diesbezüglichen Aussagen anlässlich des ersten 
Asylverfahrens  stehen  würden,  weshalb  sie  als  unglaubhaft  zu 
bezeichnen  seien  und  nicht  auf  eine  konkrete  Verfolgung  schliessen 
liessen,  

dass sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben würden, ihm 
im drohe Falle einer Rückkehr  in den Heimatstaat eine durch Art. 3 der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder 
Behandlung  und  weder  die  im  Heimatstaat  herrschende  politische 
Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs sprechen würden,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  10.  Januar  2012  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei in materieller Hinsicht beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei 
aufzuheben  und  es  sei  ihm  das  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  die 
Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen,

dass  er  in  formeller  Hinsicht  um  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. 
Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) 
und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,

dass  er  weiter  beantragte,  es  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung 
auszusetzen,  jegliche  Datenweitergabe  an  die  Behörden  seines 
Heimatstaates  sei  zu  unterlassen,  und  er  sei  in  einer  separaten 

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Verfügung  über  eine  allenfalls  bereits  erfolgte Weitergabe  von Daten  in 
Kenntnis zu setzen,

dass er schliesslich um Einsicht in sämtliche Verfahrensakten ersuchte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  11.  Januar  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  die  Vorinstanz  ihre  Verfügung  mündlich  eröffnet  und  summarisch 
begründet hat, 

dass Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG den Parteien grundsätzlich 
schriftlich  zu  eröffnen  und  diesfalls  als  solche  zu  bezeichnen,  zu 
begründen  und  mit  einer  Rechtsmittelbelehrung  zu  versehen  sind  (vgl. 
Art. 34 Abs. 1 und 35 Abs. 1 VwVG),

dass  Verfügungen  und  Entscheidungen  im  Asylverfahren  in  geeigneten 
Fällen  mündlich  eröffnet  und  summarisch  begründet  werden  können, 

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wobei  die  mündliche  Eröffnung  samt  Begründung  protokollarisch 
festzuhalten und den Asylsuchenden ein Protokollauszug auszuhändigen 
ist (vgl. Art. 13 Abs. 1 und 2 AsylG), 

dass  die  mündliche  Eröffnung  des  Entscheids  im  Anschluss  an  die 
Anhörung  vom  5.  Januar  2012  erfolgte  und  dem  Beschwerdeführer 
zusammen mit den Anhörungsprotokollen und weiteren editionspflichtigen 
Akten das schriftliche Entscheidprotokoll übergeben wurde, 

dass diese Vorgehensweise des BFM mithin korrekt ist, 

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der 
Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb 
welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur 
Beurteilung unterbreiten können,

dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über 
den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des 
Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was 
Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in: 

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Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH 
AUER,  Streitgegenstand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der 
verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997, S. 63),

dass  die  angefochtene  Verfügung  keine  Regelung  betreffend 
Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält,

dass mit dem in der Rechtsmitteleingabe gestellten Begehren, es sei die 
Flüchtlingseigenschaft festzustellen, der Streitgegenstand in unzulässiger 
Weise  über  den  in  der  angefochtenen  Verfügung  geregelten 
Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S.  63; 
BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb darauf nicht einzutreten ist,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  oder  ihr 
Gesuch  zurückgezogen  haben  oder  während  des  hängigen 
Asylverfahrens  in  den  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  zurückgekehrt  sind 
(Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  die 
Anhörung  Hinweise  auf  zwischenzeitlich  eingetretene  Ereignisse  ergibt, 
die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft  zu begründen, oder die  für 
die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind,

dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  Ereignisse  vorliegen,  welche 
geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  vom  engen 
Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen ist,

dass  jedoch  gleichzeitig  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung 
reduzierter  Beweismassstab  zur  Anwendung  kommt,  weshalb  auf  ein 
Asylgesuch bereits dann eingetreten werden muss, wenn sich Hinweise 

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auf  eine  relevante  Verfolgung  ergeben,  welche  nicht  von  vornherein 
haltlos sind (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 17),

dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen in der Schweiz bereits 
ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat,

dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung ausführlich  und  –  nach 
Prüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts – 
überzeugend dargelegt hat, aus den Vorbringen des Beschwerdeführers 
würden  sich  keine  Anhaltspunkte  für  nach  Abschluss  des  ersten 
Asylverfahrens in der Schweiz eingetretene, flüchtlingsrechtlich relevante 
Ereignisse ergeben, welche als nicht haltlos zu bezeichnen wären,

dass  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  vollumfänglich  auf  die 
diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird,

dass  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe,  in  welcher  der 
Beschwerdeführer  lediglich  pauschal  auf  seine  Gefährdung  im 
Heimatstaat  verweist,  ohne  im  Einzelnen  auf  die  Argumentation  der 
Vorinstanz  einzugehen,  nicht  geeignet  sind,  zu  einer  anderen 
Einschätzung zu führen,

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  737),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

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dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Algerien noch individuelle Gründe des 
jungen,  alleinstehenden  und  gemäss  Aktenlage  gesunden 

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Beschwerdeführers  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer 
Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist, 

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
der  Antrag  auf  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  der  Beschwerde, 
sowie das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen im Zusammenhang mit 
einer Datenweitergabe an den Heimatstaat hinfällig geworden sind, 

dass  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  es  seien  bereits  Daten  an  den 
Heimatstaat  übermittelt  worden,  weshalb  auf  das  Begehren  um 
entsprechende Offenlegung nicht einzugehen ist,

dass mit vorliegendem Direktentscheid ohne vorgängige Instruktion auch 
das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
gegenstandslos geworden ist,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art.  65 Abs.  1 VwVG abzuweisen 
ist, da die Begehren ­ wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 
­  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  weshalb  die  kumulativen 
Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

dass schliesslich auch das Gesuch um Akteneinsicht abzuweisen ist, da 
dem Beschwerdeführer  alle  gemäss Aktenverzeichnis  editionspflichtigen 

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Akten  vom  BFM  zusammen  mit  der  angefochtenen  Verfügung 
ausgehändigt wurden,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.− 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1 
VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Nicholas Swain

Versand: