# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d0f8a5b-fef2-5a59-be3f-db314664737f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 25.03.2021 720 19 229/84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-229-84_2021-03-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 25. März 2021 (720 19 229 / 84) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Beweiskraft eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens, in welchem die begut-

achtende psychiatrische Fachperson keine eigene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in ih-

rem Fachgebiet vorgenommen hat; Verwertung der Restarbeitsfähigkeit von 60 % bei ei-

ner an mehrfachen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidenden versicherten Person, 

welche seit vielen Jahren vom Arbeitsmarkt abwesend ist. 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Tobias Treyer, Advokat, 
BALEX Advokatur & Notariat, Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
 
A. Der 1965 geborene A.____ meldete sich erstmals am 27. Februar 2008 bei der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 8. Juni 2011 

 

 
 
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sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) dem Versicherten gestützt auf das Gutachten 
der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) vom 21. Dezember 2009 und deren Ergänzung 
vom 14. Oktober 2010 für die Zeit vom 1. Januar 2008 bis 31. März 2009 eine befristete ganze 
Invalidenrente und vom 1. April 2009 bis 31. Januar 2010 eine befristete Dreiviertelsrente zu. Für 
die Zeit ab 1. Februar 2010 lehnte sie einen Rentenanspruch ab. Die gegen diese Verfügung 
erhobene Beschwerde vom 8. Juli 2011 wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 10. November 2011 rechtskräftig ab.  
 
B. Am 16. Mai 2012 reichte der Versicherte, vertreten durch Advokat Tobias Treyer, bei der 
IV-Stelle ein Gesuch um Umschulung ein. Nachdem berufliche Massnahmen erfolglos geblieben 
waren, klärte die IV-Stelle die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse erneut ab. Gestützt 
auf die medizinische Aktenlage – insbesondere das Gutachten der Swiss Medical  
Assessment and Business Center (SMAB) AG vom 25. November 2016 – ermittelte sie für die 
Zeit vom 1. November 2012 (= 6 Monate nach der Anmeldung) bis 5. Dezember 2012 einen 
Invaliditätsgrad von 69 %, vom 6. Dezember 2012 bis 27. Mai 2014 einen solchen von 100 % und 
ab 28. Mai 2014 einen solchen von 31 %. In der Folge sprach sie dem Versicherten in der ange-
fochtenen Verfügung vom 27. Mai 2019 in Anwendung von Art. 88a der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 für die Zeit vom 1. November 2012 bis 28. Feb-
ruar 2013 eine Dreiviertelsrente und für Zeit vom 1. März 2013 bis 31. August 2014 eine ganze 
Invalidenrente zu. Für die Zeit danach lehnte sie einen Rentenanspruch ab.  
 
C. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Advokat Tobias 
Treyer, am 30. Juni 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht. Im Wesentlichen beantragte er, es 
sei ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung über den 28. Mai 2014 bzw. 31. August 2014 
hinaus eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei der Fall zur Neubeur-
teilung an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte der Versicherte den An-
trag, es sei seine Ehefrau vorzuladen und zu seiner physischen sowie psychosozialen Funktions-
fähigkeit zu befragen. Ausserdem sei der Klinik B.____ und der Klinik C.____ die Frage zu unter-
breiten, ob sie gestützt auf die bekannten und behandelten Gebrechen eine 100%ige Arbeitsfä-
higkeit sowohl in der angestammten als auch in einer alternativen Tätigkeit bestätigen könnten. 
In der Begründung machte er im Wesentlichen geltend, dass die IV-Stelle den physischen und 
psychischen Gesundheitszustand sowie das Zusammenspiel dieser gesundheitlichen Leiden 
nicht ausreichend habe abklären lassen und den Langzeitfolgen der diversen Operationen sowie 
der anhaltenden erheblichen Schmerzbelastungen keine Rechnung getragen habe. Das Gutach-
ten der SMAB AG vom 25. November 2016, auf welches sich die IV-Stelle bei der Beurteilung 
des Rentenanspruchs stütze, sei deshalb ungenügend. Ausserdem sei es ihm aufgrund des feh-
lenden Schulabschlusses und der fehlenden Berufsausbildung, der 12-jährigen gesundheitsbe-
dingten Abwesenheit auf dem Arbeitsmarkt sowie seiner vielen gesundheitlichen Funktionsein-
schränkungen nicht möglich, einen Invalidenlohn von Fr. 66'453.-- zu erzielen.  
 
D. Mit Verfügung vom 8. Juli 2018 bewilligte das Kantonsgericht dem Versicherten die un-
entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter. 
 

 

 
 
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E.  In ihrer Vernehmlassung vom 23. Juli 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde.  
 
F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 17. Oktober 2019 stellte das Kantonsgericht den Fall 
aus. Es kam zum Schluss, dass das Gutachten der SMAB AG vom 25. November 2016 nicht 
beweiskräftig genug sei, um darauf abstellen zu können. Da auch die übrigen bei den Akten lie-
genden medizinischen Berichte nicht genügend beweiskräftig seien, sei eine abschliessende Be-
urteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich. 
Es stellte deshalb den Fall aus und ordnete ein polydisziplinäres Gutachten mit den Disziplinen 
Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin und Psychiatrie bei der MEDAS Zentralschweiz in Luzern 
(MEDAS) an. Das Gutachten der MEDAS wurde am 1. Mai 2020 erstattet.  
 
G. In seiner Stellungnahme vom 28. Mai 2020 liess der Versicherte durch seinen Rechtsver-
treter ausführen, dass die MEDAS-Gutachter zum Schluss gekommen seien, er sei aus somati-
scher Sicht zu 60 % eingeschränkt. Weiter stehe fest, dass die Restarbeitsfähigkeit infolge der 
psychischen Belastung zusätzlich reduziert sei. Den Umfang dieser Einschränkung könnten die 
Gutachter jedoch nicht quantifizieren. Aufgrund der medizinischen Aktenlage sei von einer Rest-
arbeitsfähigkeit von höchstens 40 % auszugehen. Aus diesem Grund seien seine Rechtsbegeh-
ren dahingehend zu präzisieren, als ihm angesichts der maximalen 40%igen Restarbeitsfähigkeit 
eine unbefristete Dreiviertelsrente rückwirkend ab 28. Mai 2014 zuzusprechen sei. Mit Eingabe 
vom 2. Juni 2020 liess er dem Gericht zudem den Röntgenbefund der Hände vom 28. Mai 2020 
zukommen.  
 
H. Die IV-Stelle stellte in ihrer Eingabe vom 8. Juli 2020 mit Verweis auf die Stellungnahmen 
von Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädie sowie für Physikalische und Rehabilitative Medizin, 
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), und von Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, 
RAD, vom 4. Juni 2020 sowie von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, 
vom 6. Juli 2020 fest, dass das Gutachten der MEDAS vom 1. März 2020 weder in somatischer 
noch in psychiatrischer Hinsicht zu überzeugen vermöge. Gemäss den Einschätzungen der RAD-
Ärzte habe vom 2. November 2015 bis 21. November 2018 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit in 
einer Verweistätigkeit bestanden. Aufgrund des operativen Eingriffs am 22. November 2018 sei 
vorübergehend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit bis 6. Januar 2019 und danach wieder von 
einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Verweistätigkeit auszugehen. Da-
raus folge, dass ab November 2015 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausge-
wiesen sei. Damit habe der Versicherte unter Berücksichtigung von Art. 88a IVV ab 1. Februar 
2016 Anspruch auf eine unbefristete Viertelsrente. Sollten die Einschätzungen der RAD-Ärzte 
nicht überzeugen, so werde beantragt, bei der MEDAS Rückfragen zur Arbeitsfähigkeit und zu 
deren Verlauf zu stellen. 
 
I. In der Folge holte das Kantonsgericht bei der MEDAS am 29. Juli 2020 ein Ergänzungs-
gutachten ein, welches am 15. September 2020 einging. Darin nahm das Gutachterteam der 
MEDAS Stellung zu den einzelnen Kritikpunkten der RAD-Ärzte. Es kam insgesamt zum Schluss, 
dass die abweichende Einschätzung der RAD-Ärzte nicht nachvollziehbar begründet sei, weshalb 
es an ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung festhalte.  

 

 
 
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J. Nach Vorliegen der RAD-Stellungnahmen von Dr. D.____ vom 28. September 2020 und 
von Dr. F.____ vom 1. Oktober 2020 stellte sich die IV-Stelle am 5. Oktober 2020 nach wie vor 
auf den Standpunkt, dass dem Versicherten ab Januar 2016 eine leidensangepasste Verweistä-
tigkeit ganztags mit einer Leistungseinschränkung von 75 % zumutbar sei.  
 
K. In seiner Eingabe vom 9. Oktober 2020 hielt der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter 
daran fest, dass in einer leidensangepassten Verweistätigkeit lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 
maximal 40 % bestehe. 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – 
Beschwerde vom 30. Juni 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu 
verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 

 

 
 
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2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, 
dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren 
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen 
definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden 
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ande-
rerseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 
281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen 
Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer 
rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person 
die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 3.7.2). 
 
2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist.  
 
3.1 Gestützt auf ihre medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach die IV-Stelle dem 
Versicherten in der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2019 für die Zeit vom 1. November 
2012 bis 28. Februar 2013 eine befristete Dreiviertelsrente und für Zeit vom 1. März 2013 bis 31. 
August 2014 eine befristete ganze Invalidenrente zu. In ihrer Eingabe vom 8. Juli 2020 aner-
kannte sie zudem einen Anspruch auf eine unbefristete Viertelsrente ab 1. Februar 2016. Der 
Versicherte stellt nicht in Frage, dass ihm die zugesprochene befristete Dreiviertelsrente und die 
ganze Invalidenrente zustehen. Er beantragt in seiner Beschwerde einzig, dass ihm in Abände-
rung der angefochtenen Verfügung mit Wirkung ab 28. Mai 2014 bzw. in Berücksichtigung der 
dreimonatigen Frist von Art. 88a IVV ab 1. September 2014 eine angemessene Invalidenrente 
auszurichten sei.  
 
3.2 Wie das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute: sozialrechtliche 
Abteilungen des Bundesgerichts) im Grundsatzentscheid 125 V 413 in Präzisierung seiner Recht-
sprechung klargestellt hat, wird mit der rückwirkenden Zusprechung einer befristeten Invaliden-
rente ein Rechtsverhältnis im anfechtungs- und streitgegenständlichen Sinne geregelt. Werden 
nur die Befristung der Leistungen oder einzelne Bezugszeiten angefochten, wird damit die rich-
terliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene 
Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Streitgegenstand des vorliegenden 
Verfahrens bildet demnach grundsätzlich der Rentenanspruch des Versicherten ab 1. November 
2012 als Ganzes, über den die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2019 be-
funden hat, und nicht nur der beschwerdeweise gerügte Anspruch ab 28. Mai 2014 bzw. 1. Sep-
tember 2014. In diesem Zusammenhang gilt es nun allerdings zu beachten, dass sich weder aus 

 

 
 
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den Parteivorbringen noch aus den Akten irgendwelche Anhaltspunkte ergeben, wonach sich die 
für die Zeiträume vom 1. November 2012 bis 28. Februar 2013 und vom 1. März 2013 bis 31. 
August 2014 erfolgten Rentenzusprachen als unzutreffend erweisen könnten. Unter diesen Um-
ständen kann im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens davon abgesehen werden, 
den Rentenanspruch des Versicherten für die Zeit vom 1. November 2012 bis 31. August 2014 
einer weitergehenden Prüfung zu unterziehen. Zu prüfen ist im Folgenden somit einzig, ob und 
in welcher Höhe der Versicherte ab 1. September 2014 Anspruch auf eine Rente hat. Massge-
bend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 
2019 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der 
richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Ge-
richt – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-
tet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 
5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen 

 

 
 
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Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, 
wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergut-
achten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Be-
urteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
5.1 Gemäss dem gerichtlichen Gutachten der MEDAS vom 1. Mai 2020 wurde der Versi-
cherte von Dr. med. G.____ (orthopädisch), von Dr. med. H.____ (neurologisch), von Dr. med. 
I.____ (psychiatrisch) und von Dr. med. J.____ (rheumatologisch) untersucht. Aus gesamtmedi-
zinischer Sicht führten die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) 
eine chronische, den Daumenstrahl zentrierte Schmerzsymptomatik an der linken Hand bei Sta-
tus nach Dekompression des 1. Strecksehnenfaches im April 2007, nach Dekompression des 
Nervus medianus und der Bandplastik des 1. Strecksehnenfaches im Oktober 2008 und bei Rhi-
zarthrose, (2) eine rezidivierende Schmerzsymptomatik am Daumenstrahl rechts bei Status nach 
Handoperation 1987 und bei Rhizarthrose, (3) ein chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom 
mit degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS) (Osteochondrosen mit lateraler 
Diskushernie) C5/6 und C6/7 bei Status nach Dekompression und Spondylodese C5/6 und C7 
im April 2013 und nach multiplen interventionellen zervikalen Schmerztherapien von 2014 bis 
2017, (4) ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei Segmentdegeneration L5/S1, (5) einen 
Status nach Schulteramyotrophie mit schmerzhafter Funktionseinschränkung der linken Schulter, 
(6) ein femoropatelläres und mediales Schmerzsyndrom beim Kniegelenk links bei Kniedistorsion 
mit Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB) im Januar 2014, bei arthroskopischer VKB-
Rekonstruktion im Januar 2014, bei dreimaliger arthroskopischer Revision im November 2014, 
Mai 2015 und Oktober 2015, bei femoropatellärem Knorpelschaden sowie bei Knorpelschaden 
beim medialen Femurkondylus und bei chronischer Tendinose der distalen Patellarsehne, (7) ein 
femoropatelläres und mediales Schmerzsyndrom beim Kniegelenk rechts bei Meniskushinter-
hornläsion medial und bei arthroskopischer Teilmeniskektomie medial im November 2018, (8) 
eine Fasziitis plantaris (= Fersensporn) beidseits sowie (9) eine chronische Schmerzstörung mit 
psychischen und somatischen Faktoren auf. Aufgrund der Vielzahl relevanter Erkrankungen am 
Bewegungsapparat (Komorbidität) und der sich daraus ergebenden Interferenzen sei der Versi-
cherte in seiner angestammten Tätigkeit als Baupolier vollständig arbeitsunfähig. In einer vorwie-
gend zwischen Stehen und Sitzen wechselbelastenden Tätigkeit bestehe bei einer zeitlichen Be-
lastung von 80 % eines vollschichtigen Pensums eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte 
sollte bei der Arbeit nur kurz herumgehen müssen. Tätigkeiten mit Heben von Lasten über 5 kg 
links, in gebückter oder kauernder Stellung, auf den Knien, mit Besteigen von Gerüsten oder 
Leitern, mit Kraftaufwand mit den Händen sowie Verrichtungen über dem Kopf seien nicht mehr 
möglich. Die linke Hand könne vorwiegend nur noch als Haltehand für leichte Gegenstände ge-
braucht werden. Diese Einschränkungen beständen seit der Begutachtung durch die SMAB AG 
im Jahr 2016. Bereits damals seien gesundheitliche Einschränkungen und Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit beschrieben worden, wie sie heute vorlägen.  

 

 
 
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5.2 Dem im Hauptgutachten integrierten rheumatologischen Teilgutachten von Dr. J.____ 
ist zu entnehmen, dass der Versicherte anlässlich der Untersuchung über seit längerer Zeit be-
stehende Schmerzen im tieflumbalen Bereich, am Nacken, an den beiden Kniegelenken, in der 
linken Schultergegend, an beiden Händen im Bereich des Daumenwurzelgelenks und radialseits 
am Vorderarm geklagt habe. Seit Anfang 2020 beständen zudem Fersenschmerzen beidseits 
und ein am Abend auftretendes maschinenartiges Ohrgeräusch (Tinnitus) rechts. Die Beschwer-
den an der rechten Hand seien auf den Sturz vom Baugerüst im Jahr 1987 zurückzuführen. Nach 
Versorgung der Unfallfolgen und der Rehabilitation habe der Versicherte bis 2007 seine ange-
stammte Tätigkeit auf dem Bau wieder vollumfänglich nachkommen können. Im Frühling 2007 
habe der Versicherte über Schmerzen am linken Vorderarm berichtet. Die Beschwerden verbes-
serten sich nach den operativen Eingriffen im April und Oktober 2007 nicht wesentlich. Die Prob-
lematik an der linken Hand sei Ursache der anhaltenden Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit als Baupolier. Heute zeigten sich bei beiden Händen eine  
Rhizarthrose und eine Arthrose beim Daumenwurzelgelenk. Im Bereich des 1. Strecksehnenfa-
ches lasse sich dagegen keine Pathologie nachweisen.  
 
Die MRT-Untersuchung der HWS vom 7. März 2008 habe degenerative Veränderungen auf der 
Höhe C5/6 und C6/7 in Form von Osteochondrosen mit breitbasiger Diskushernie ohne sichere 
Nervenwurzelkompression gezeigt. Im Juni 2008 habe die behandelnde Orthopädin ein radikulä-
res Reiz- und ein sensibles Ausfallsyndrom C6 und C7 links beschrieben. Bei einer neurologi-
schen Abklärung hätten eine Plexusneuritis links mit schwerer Scapula alata und leichte bis 
schwere Atrophien verschiedener Muskeln und der Infraspinatussehne samt entsprechender 
Paresen festgestellt werden können. An der heutigen Untersuchung liessen sich nur noch leichte 
Atrophien und eine Schwäche mit einer diskreten Scapula alata links nachweisen. Die nachfol-
genden MRT-Bilder der HWS von Dezember 2008, Februar 2009 und November 2009 seien mit 
den Befunden der MRT von März 2008 vergleichbar. Ab September 2010 sei im Schmerzzentrum 
X.____ eine Vielzahl von interventionellen und konventionellen Schmerztherapien durchgeführt 
worden. Der operative Eingriff an der HWS vom 15. April 2013 habe die starken Armschmerzen 
links günstig beeinflussen können. Geblieben sei ein chronisches residuelles Zervikalsyndrom 
mit eingeschränkter HWS-Beweglichkeit. Die Druckdolenz sei diffus und nicht einer bestimmten 
anatomischen Struktur zuordenbar. Die reaktiven Weichteilveränderungen seien moderat. Es lä-
gen keine Anhaltspunkte für eine radikuläre Komponente vor. Dr. J.____ ging davon aus, dass 
im Bereich der HWS ein Anteil somatisch nicht erklärbarer Schmerzen im Form einer chronischen 
Schmerzstörung vorliege, welche das somatische Leiden beeinflusse.  
 
Im lumbalen Bereich sei am 19. Dezember 2008 bildgebend eine breitbasige Diskushernie L5/S1 
mit Tangierung der Nervenwurzel L5 links, aber ohne eindeutige Zeichen einer Nervenwurzel-
kompression beschrieben worden. Aktuell liege ein chronisches rezidivierendes Lumbovertebral-
syndrom mit degenerativer Veränderung auf der Höhe L5/S1 ohne Zeichen einer radikulären 
Kompression vor.  
 

 

 
 
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Weiter habe der Versicherte am 2. November 2013 beim Aussteigen aus dem Auto eine Ruptur 
des VKB links erlitten, welche am 23. Januar 2014 eine operative Kreuzbandrekonstruktion er-
fordert habe. Der postoperative Verlauf sei von persistierenden Knieschmerzen geprägt gewe-
sen, weshalb im November 2014, Mai 2015 und Oktober 2015 arthroskopische Eingriffe erfolgt 
seien. Das chronisch beklagte Schmerzbild habe dadurch jedoch nicht wesentlich beeinflusst 
werden können. Bei der heutigen Untersuchung hätten sich das linke Knie klinisch reizlos und die 
Kreuz- und Seitenbänder stabil präsentiert. Es bestehe lediglich ein leichter Patellaschiebe-
schmerz. Dazu passe der bildgebend nachgewiesene Knorpelschaden an der Patellarrückfläche. 
Ein Teil der Beschwerden sei einem femoropatellären Schmerzsyndrom und ein Teil einer we-
sentlichen psychosomatischen Schmerzkomponente in Form einer chronischen Schmerzstörung 
zuzuordnen.  
 
Beim rechten Kniegelenk zeige die MRT einen Knorpelschaden an der Patellarrückfläche. Die 
geklagten Beschwerden entsprechen nur teilweise einem femoropatellären Schmerzsyndrom zu-
zuordnen. Da die Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Beschwerden und den Befunden am 
Bewegungsapparat rechts gross sei, sei auch rechts davon auszugehen, dass eine chronische 
Schmerzstörung das subjektiv empfundene Leiden verstärke.  
 
Bei den Fersen bestehe eine vermehrte Druckdolenz am Ursprung der Plantaraponeurose am 
Calcaneus mit verkürztem Musculus gastrocnemius. Insgesamt sei es aufgrund der seit Jahren 
bestehenden polytopen Schmerzsymptomatik zu einer zentralen Sensitisierung gekommen, wel-
che zu einer Chronifizierung der Schmerzen geführt habe.  
 
5.3 In orthopädischer Hinsicht stellte Dr. G.____ in seinem Fachgutachten vom 30. März 
2020 fest, dass es in Bezug auf die rechte Hand in den letzten Jahren zunehmend zu belastungs-
abhängigen Schmerzen an der rechten Daumenwurzel gekommen sei. Dort habe sich eine Rhi-
zarthrose ausgebildet, welche gelegentlich Beschwerden bereite, aber die Funktion nur wenig 
beeinträchtige. Bei der linken Hand bestehe seit den Operationen im April 2007 und Oktober 2007 
eine Funktionseinschränkung, welche die Hauptursache der seit 2007 anhaltenden Arbeitsunfä-
higkeit sei. Am 1. Strecksehnenfach lasse sich keine Schmerzsymptomatik nachweisen. Auf der 
linken Seite lasse sich klinisch eine Rhizarthrose und eine beginnende Arthrose beim MCP-
Gelenk I finden. Im Nackenbereich bestehe aktuell eine leichte Tendenz zur Scapula alata links 
bei Schulterbewegungen und eine schmerzhafte geringgradige Bewegungs- und Krafteinschrän-
kung der linken Schulter. Dadurch sei der Versicherte beim Heben von Lasten und bei endstän-
digen Bewegungen funktionell eingeschränkt. An der HWS seien nach der Operation im April 
2013 eine Bewegungseinschränkung und ein zervikozephales Schmerzsyndrom mit Schmerz-
verstärkung bei längerem Einhalten der gleichen Stellung und endständig bei Bewegungen der 
HWS verblieben. Wegen chronischer Schmerzen an der Lendenwirbelsäule (LWS) sei im De-
zember 2008 erstmals eine MRT-Untersuchung erfolgt, welche eine breitbasige Diskushernie 
L5/S1 mit Wurzeleinengung L5 links gezeigt habe. Seither bestehe ein chronisches lumboverteb-
rales Schmerzsyndrom ohne wesentliche Ausstrahlungen in die Beine und ohne neurologische 
Ausfälle. Bei längerem Gehen, Stehen und Sitzen komme es im lumbosakralen Übergang zu 
Schmerzverstärkungen. Trotz verschiedener Revisionseingriffe beständen beim linken Kniege-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lenk vor allem femoropatelläre Beschwerden und eine chronische Tendinose an der distalen Pa-
tellarsehne. Auch auf der rechten Seite lasse sich nach der arthroskopischen Teilmeniskektomie 
ein fermoropatelläres Überlastungssyndrom und eine chronische Tendinose der distalen Patel-
larsehne finden. Schmerzen lägen vor allem beim Anlaufen, bei längerem Gehen in der Ebene 
und bei längerem Sitzen mit leicht flektierten Kniegelenken vor. Zu Schmerzexazerbationen 
komme es beim Bergauf- und Bergabgehen sowie beim Treppensteigen. Knieende oder kau-
ernde Positionen könne der Versicherte schmerzbedingt nicht mehr einnehmen. Bei den Füssen 
bestände eine Fasziitis plantaris bei verkürztem Musculus gastrocnemius und eine Senkspreiz-
fussstellung.  
 
5.4 Die Neurologin, Dr. H.____, führte in ihrem Teilgutachten vom 8. April 2020 aus, dass 
sich aktuell bei der klinischen Untersuchung ein zervikovertebrales Syndrom mit deutlicher Ein-
schränkung der HWS-Beweglichkeit finden lasse. Fassbar sei auch ein erhöhter Muskeltonus der 
Nacken- und Schultermuskulatur. Die Scapula links sei leicht höherstehend, eine eigentliche Sca-
pula alata bestehe jedoch nicht mehr. Trotz Schmerzangabe finde sich bei der Kraftprüfung eine 
volle Kraft im Bereich der linken Schulter. Einzig die Armelevation links sei leicht eingeschränkt, 
wahrscheinlich residuell bei Status nach neuralgischer Schulteramyatrophie. Diese Einschrän-
kung sei funktionell jedoch nicht relevant. Die chronischen Nackenschmerzen ausstrahlend in 
den Hinterkopf und zur linken Schulter sowie die persistierenden ausgeprägten spontanen und 
belastungsabhängigen Schulterschmerzen könnten aus neurologischer Sicht nicht erklärt wer-
den. Die als nicht schmerzhaft beschriebene Ausstrahlung in den linken Arm stehe im Hintergrund 
und wirkten sich funktionell nicht relevant aus. Zeichen für eine radikuläre sensomotorische Aus-
fallsymptomatik lägen keine vor. Beim linken Daumengrundgelenk bestehe eine schmerzhafte 
Beweglichkeit mit ausgeprägter Druckschmerzhaftigkeit bis zum radialen Handgelenk. Bei beiden 
Knien lasse sich eine Druckdolenz der Muskelansätze finden, welche sich neurologisch nicht er-
klären lasse. Ebenso wenig könne der lokale Druckschmerz an den Fersen und am linken Vorfuss 
neurologisch objektiviert werden. In Bezug auf das lumbovertebrale Syndrom sei eine einge-
schränkte Wirbelsäulenbeweglichkeit und eine Druckdolenz der Muskelansätze am Beckenkamm 
links festzustellen. Zur Beurteilung der chronischen Lumbalgie werde auf das orthopädische Gut-
achten verwiesen. Insgesamt ergäben sich aus neurologischer Sicht aufgrund der noch residuel-
len Beeinträchtigungen an der linken Schulter und des Status nach zervikaler Spondylodese C5/6 
und C6/7 mit zervikalem Reiz- und Ausfallsyndrom C6/7 nur minimale funktionelle Einschränkun-
gen im Alltag. Das Ausmass der beklagten Schmerzen sei nicht bzw. nur teilweise durch einen 
Gesundheitsschaden aus dem neurologischen Fachgebiet zu erklären.  
 
5.5 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 11. März 2020 kam Dr. I.____ nach einer Ausei-
nandersetzung mit mehreren Differenzialdiagnosen zum Schluss, dass der Versicherte die diag-
nostischen Kriterien für eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak-
toren (ICD-10 F45.41), eine chronische, gegenwärtig weitgehend remittierte, noch subsyndro-
male depressive Störung (ICD-10 F32.8) sowie eine Nikotinabhängigkeit, ständiger Substanzge-
brauch (ICD-10 F17.2) erfülle. Psychiatrisches Hauptleiden sei die chronische Schmerzstörung. 
Der Versicherte habe wenig Introspektionsfähigkeit und wenig Zugang zu seinen Gefühlen, so 
dass von einer Alexithymie (Gefühlsblindheit) gesprochen werden könne, welche typisch für So-
matisierungsstörungen sei. Seine Schilderung der Beschwerden sei mehr emotional als sachlich, 

 

 
 
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relativ vage und wenig differenziert. Die langjährige Vorgeschichte mit chronisch therapieresis-
tenten Schmerzen würde wahrscheinlich zur anhaltenden Schmerzsymptomatik beitragen. Kli-
nisch sei eine gedrückte Stimmung und ein Libidoverlust feststellbar. Diese Symptome entsprä-
chen einer subsyndromalen Depression mit Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit. Die Diag-
nose der Nikotinabhängigkeit werde gestellt, weil ein regelmässiger Nikotingebrauch in Kenntnis 
der schädlichen Folgen bestehe. Die psychische Komponente der Schmerzen schränke die Kon-
zentrationsfähigkeit des Versicherten leicht ein. Dazu kämen Schwankungen in der Leistungsfä-
higkeit, Schlafstörungen mit erhöhter Tagesmüdigkeit und vermehrtem Pausenbedarf. Durch 
harte Arbeit und grosse Leistung habe sich der Versicherte in seinem Berufsleben Anerkennung 
holen können. Sein Selbstwertgefühl hänge von seiner Leistungsfähigkeit ab. Es bestehe ein 
deutlicher Leidensdruck. Die Tatsache, dass er erst spät gelernt habe, Signale seines Körpers zu 
beachten und auf seine Grenzen Rücksicht zu nehmen, habe die Entwicklung einer Somatisie-
rungsstörung begünstigt. Er verfüge aber auch über Persönlichkeitszüge und Copingmuster, die 
sich positiv auf das Schmerzgeschehen auswirkten. So sei er dankbar für sein Leben, seine Er-
folge und die Chancen, die ihm geboten worden seien. Er engagiere sich sehr für seine Familie. 
Seine leicht überdurchschnittliche Intelligenz erleichtere es ihm, neue Wege zu begehen. Ge-
mäss der modernen Schmerzforschung handle es sich bei chronischen Schmerzkrankheiten um 
komplexe biospsychosoziale Phänomene. Dabei könnten die biologischen, psychischen und psy-
chosozialen Aspekte nicht streng voneinander getrennt werden. Aus psychiatrischer Sicht er-
schwerten die psychischen Störungen die Umsetzung der aus somatischer Sicht noch möglichen 
Arbeitsfähigkeit. Dieser "Effekt" sei schwierig zu beziffern. Eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
aus rein psychiatrischer Sicht sei nicht sinnvoll. Die psychische Komponente sei daher erst bei 
der Einschätzung der Gesamtarbeitsfähigkeit aus interdisziplinärer Sicht berücksichtigt worden.  
 
5.6  Nachdem die Stellungnahmen der Parteien zum Gutachten der MEDAS beim Gericht 
eingegangen waren, kam das instruierende Präsidium am 29. Juli 2020 zum Schluss, dass den 
Einwänden der IV-Stelle zu folgen sei. So fehle es aus psychiatrischer Sicht an einer abschlies-
senden Beurteilung der Frage, ob und in welchem Umfang die psychischen Störungen die Ar-
beitsfähigkeit beeinflussten. Darüber hinaus sei die interdisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit nicht eindeutig genug, um zu bestimmen, in welchem Umfang der Versicherte in einer voll-
zeitlichen Verweistätigkeit eingeschränkt sei. Es wurde deshalb eine Ergänzung des Gerichtsgut-
achtens eingeholt. Das Gutachterteam der MEDAS führte am 15. September 2020 aus, dass das 
Vorgehen des begutachtenden Psychiaters, die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht um-
fangmässig nicht zu beziffern, mit dem federführenden Rheumatologen, Dr. J.____, abgespro-
chen gewesen sei. An diesem Vorgehen werde weiterhin festgehalten. Denn eine strenge quan-
titative Aufteilung der somatischen und psychischen Faktoren widerspreche den Erkenntnissen 
der modernen Schmerzforschung. Es gehöre zu den besonderen Chancen eines polydisziplinä-
ren Gutachtens, eine Gesamtschau der gesundheitlichen Einschränkungen zu erstellen und den 
betroffenen Menschen nicht in einzelne Fachgebiete "aufzustückeln". Nur so könnten Interaktio-
nen von Soma, Psyche und der vorliegenden ausgeprägten Multimorbiditäten angemessen ge-
würdigt werden. Die von ihnen attestierte Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 60 % lasse sich aus 
der dem Versicherten zumutbaren Präsenz von 80 % und der Leistungsfähigkeit von 75 % (0,8 x 
0,75 = 0,6) berechnen. Auch die RAD-Ärzte gingen davon aus, dass der Versicherte nur noch 
eine Leistungsfähigkeit von 75 % aufweise. Eine Diskrepanz bestehe jedoch in der zumutbaren 

 

 
 
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zeitlichen Präsenz. Aufgrund der multiplen Erkrankungen in verschiedenen Bereichen am Bewe-
gungsapparat und der chronischen Schmerzsymptomatik sei es dem Versicherten – entgegen 
der Ansicht des RAD – nicht möglich 2 x 4 Stunden täglich ohne Pausen oder/und ohne späteren 
Arbeitsbeginn bzw. ohne früheren Arbeitsschluss zu arbeiten. Er benötige Pausen von ca. 1,5 
Stunden pro Tag, was eine Einschränkung der zumutbaren Präsenz von ca. 20 % ergebe.  
 
6.1.1 Das Gericht sieht keine zwingenden Gründe, von den Schlussfolgerungen des Gutach-
terteams der MEDAS abzuweichen. Das umfassende Gutachten vom 1. Mai 2020 samt Ergän-
zung vom 15. September 2020 ist sorgfältig erstellt worden. Es beruht auf allseitigen Untersu-
chungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben 
worden. Das Gutachten zeichnet sich durch eine umfassende und einleuchtende Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation aus. Das 
Hauptgutachten weist zwar einen speziellen Aufbau auf, indem das rheumatologische Teilgut-
achten in ungewohnter Weise im Hauptgutachten integriert ist. Dieses Vorgehen wird jedoch auf 
Seite 81 unter Ziffer 8 erklärt. Danach habe der federführende Rheumatologe, Dr. J.____, das 
Hauptgutachten unter Berücksichtigung des orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen 
Teilgutachtens verfasst. Die Endfassung der Expertise sei sodann dem Gutachterteam zur Stel-
lungnahme unterbreitet worden. Diese Begründung leuchtet ein. Auch wenn das Gutachten durch 
dieses Vorgehen etwas an Übersichtlichkeit verliert, ist es nachvollziehbar.  
 
6.1.2 Entgegen der Ansicht von Dr. F.____ in seiner Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 
erweist sich die von Dr. I.____ vorgenommene Konsistenzprüfung als substantiiert und nachvoll-
ziehbar. Dr. I.____ hat in seinem Fachgutachten vom 11. März 2020 die vom Bundesgericht bei 
psychischen Störungen geforderte Indikatorenprüfung vorgenommen. Er befasste sich dabei un-
ter anderem auf Seite 9 f. seines Fachgutachtens ausführlich mit der Konsistenz und Plausibilität 
der Angaben des Versicherten. Er stellte fest, dass die vom Versicherten geschilderten Be-
schwerden, die Darstellung des Tagesablaufs, der Aktivitäten und der sozialen Kontakte mit sei-
nen Befunden und denjenigen in den Akten im Wesentlichen konsistent seien und eine gleich-
mässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen bestehe. Es gibt keine 
gewichtigen Anhaltspunkte, an dieser Feststellung zu zweifeln. Das Vorbringen von Dr. F.____, 
wonach aus der Tatsache, dass der Versicherte mindestens 40 Minuten Auto fahren könne, auf 
eine massgebliche psychische und somatische Belastbarkeit geschlossen und dies nicht mit dem 
leidenden Schmerzgebaren des Versicherten bei der psychiatrischen Untersuchung in Einklang 
gebracht werden könne, ändert nichts daran. Hierzu stellte das Gutachterteam der MEDAS in 
seinem Ergänzungsgutachten vom 15. September 2020 zu Recht fest, dass aus einer 40-minüti-
gen Aktivität keine zuverlässigen Aussagen zur Leistungsfähigkeit während einer 40-Stundenwo-
che gemacht werden könnten. 
 
6.1.3 Auch in somatischer Hinsicht prüften die Experten die Konsistenz der Angaben des Ver-
sicherten. So bemerkte Dr. G.____, dass sich anamnestisch keine Inkonsistenzen finden liessen. 
Bei der klinischen Untersuchung habe sich jedoch eine gewisse Auffälligkeit zwischen den ange-
gebenen Funktionseinschränkungen der linken Hand und der beobachteten Funktionsfähigkeit 
beim An- und Ausziehen gezeigt. So habe der Versicherte entgegen seinen Angaben die linke 
Hand normal mit Spitzgriff zwischen Daumen und Fingern benützen können. Dr. H.____ stellte 

 

 
 
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aus neurologischer Sicht in der klinischen Untersuchung ein deutliches Schmerzverhalten fest, 
was sie aber nicht als Hinweis auf eine Inkonsistenz, sondern als eine gewisse Verdeutlichungs-
tendenz interpretierte. In der Konsensbeurteilung kam das Gutachterteam übereinstimmend und 
damit abweichend von der Auffassung von Dr. D.____ in seiner Stellungnahme vom 28. Septem-
ber 2020 zum Schluss, dass sich zwar gewisse Inkonsistenzen finden liessen, die jedoch nicht 
als wesentlich zu bezeichnen seien. In Anbetracht der festgestellten geringen Inkonsistenzen be-
steht kein Anlass, diese gutachterliche Feststellung in Zweifel zu ziehen.  
 
6.1.4 Zu keinem anderen Ergebnis führt die von den RAD-Ärzten festgestellte Inkonsistenz 
zwischen den Angaben des Versicherten über die Dosierung der Medikamente und dem gemes-
senen tiefen Medikamentenspiegel. Zu diesem Vorbringen führten die Experten einleuchtend 
aus, dass bei jahrelangen chronischen Schmerzkrankheiten das Schmerzerleben mit Analgetika 
und nicht-steroidalen Antirheumatika nicht mehr wesentlich beeinflusst werden könne, weshalb 
bei solchen Schmerzpatienten immer wieder eine unregelmässige Einnahme von Schmerzmitteln 
zu beobachten sei. Dazu komme, dass die Nebenwirkungen – wie hier beim Versicherten – oft 
grösser seien als der subjektive Nutzen einer medikamentösen Therapie. Es könnten deshalb 
aus dem tiefen Medikamentenspiegel keine Rückschlüsse auf die empfundene Schmerzintensität 
des Versicherten gezogen werden. 
 
6.2 Die weiteren Einwände des RAD bzw. der IV-Stelle vermögen ebenso wenig erhebliche 
Zweifel an der Beweistauglichkeit der Beurteilung des Expertenteams der MEDAS zu erwecken. 
Dr. F.____ beanstandet in seiner Stellungnahme vom 6. Juli 2020 unter anderem, dass der psy-
chiatrische Gutachter, Dr. I.____, keine eigene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in seinem Fach-
gebiet vorgenommen habe, womit die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweis-
kräftiges Gutachten nicht erfüllt seien. In dieser Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass die Frage, 
ob ein Gutachten beweiskräftig ist oder nicht, im konkreten Einzelfall danach zu beurteilen ist, ob 
sich gestützt auf das Gutachten die rechtsrelevanten Fragen beantworten lassen (BGE 143 V 
124 E. 2.2.4). Die Beweiskraft kann somit einem polydisziplinären Gutachten nicht deshalb ab-
gesprochen werden, weil es an einer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer Disziplin fehlt. Dies 
gilt umso mehr, als gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei einem interdisziplinären 
Gutachten der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit auf der Grundlage 
einer Konsensdiskussion grosses Gewicht zukommt, sofern diese – wie hier – durch die an der 
Begutachtung mitwirkenden Fachärzte erfolgt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Novem-
ber 2019, 9C_461/2019, E. 4.1; EVALOTTA SAMUELSSON, Wieviel Wert für welchen medizinischen 
Beweis?, in: Jusletter 22. Dezember 2014, S. 12). Das Fachgutachten von Dr. I.____ verliert 
somit nicht an Beweiskraft, nur weil es keine eigene fachärztliche Beurteilung des Umfangs der 
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Versicherten aufweist. Von Bedeutung ist einzig, dass die psy-
chischen Funktionsbeeinträchtigungen Eingang in die Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit 
gefunden haben, was hier im MEDAS-Gutachten erfolgt und mit der ergänzenden Stellungnahme 
vom 15. September 2020 bestätigt worden ist. 
 
6.3 Die Auffassung von Dr. D.____, wonach die vom MEDAS-Expertenteam festgestellte 
zeitliche Einschränkung des zumutbaren Arbeitspensums von 20 % unbegründet sei, ist nicht 
stichhaltig. Gemäss seiner Ansicht sei eine 20%ige Einschränkung nur dann plausibel, wenn die 

 

 
 
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Schmerzen sowohl bei der zumutbaren Präsenz als auch bei der Einschätzung der Leistungsper-
formance berücksichtigt würden, was aber eine unzulässige doppelte Berücksichtigung der 
Schmerzkomponente darstelle. Das Gutachterteam greift dieses Vorbringen in seinem Ergän-
zungsgutachten vom 15. September 2020 auf und bestreitet ausdrücklich ein solches Vorgehen. 
Es erklärt, dass chronische Schmerzen Einfluss sowohl auf die Durchhaltefähigkeit und die Kon-
zentration als auch auf die Bewegungsabläufe, das Arbeitstempo und die Fehlerquote hätten. 
Damit seien die zumutbare Präsenz und die Leistungsfähigkeit betroffen, weshalb chronische 
Schmerzen in diesen beiden Bereichen adäquat zu berücksichtigen seien (vgl. Ziffer 10 des Er-
gänzungsgutachtens). Diese Begründung ist nachvollziehbar und zeigt deutlich auf, dass die 
chronischen Schmerzen nicht doppelt berücksichtigt worden sind. 
 
6.4 Damit bildet das Gutachten der MEDAS zusammen mit seiner Ergänzung vom 15. Sep-
tember 2020 eine ausreichend zuverlässige und rechtsgenügliche Grundlage, um den Gesund-
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beurteilen zu können. Es ist deshalb da-
von auszugehen, dass der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr 
arbeitsfähig ist. Dagegen ist es ihm zumutbar, einer leidensangepassten Verweistätigkeit im Um-
fang von 60 % nachzugehen.  
 
6.5 Gemäss der vorliegenden medizinischen Aktenlage besteht kein Grund von einer maxi-
malen 40%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, wie es der Versicherte geltend macht. Entgegen 
seinen Ausführungen hat das Gutachterteam der MEDAS in Ziffer 18 des Ergänzungsgutachtens 
deutlich festgehalten, dass es bei seiner Zumutbarkeitsbeurteilung die psychischen Beeinträchti-
gungen berücksichtigt habe. Eine weitere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lässt sich somit aus 
medizinischer Sicht nicht rechtfertigen. Daran ändert auch der im Beschwerdeverfahren einge-
reichte Röntgenbericht vom 28. Mai 2020 nichts. Wie der RAD-Arzt, Dr. D.____, in seiner Stel-
lungnahme vom 28. September 2020 zu Recht feststellte, sind die Befunde an der linken Hand 
unauffällig. Rechts zeigten sich nur diskrete Veränderungen einer beginnenden Arthrose im Dau-
mengrundgelenk und eine mässige Arthrose im Interphalangealgelenk des Daumens. Die 
Schlussfolgerung von Dr. D.____, wonach diese gering ausgeprägten Befunde die Arbeitsfähig-
keit in einer dem Versicherten zumutbaren Tätigkeit nicht beeinflussten, ist bei dieser Sachlage 
ohne weiteres nachvollziehbar. 
 
6.6 Von weiteren medizinischen Beurteilungen oder den vom Versicherten beantragten Ab-
klärungen sind keine neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten. Es kann deshalb von 
deren Durchführung abgesehen werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 132 
V 393 E. 3.3, 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a).  
 
7.1 Gemäss Gutachten der MEDAS gilt die gutachterliche Einschätzung der 60%igen Ar-
beitsfähigkeit ab Begutachtungszeitpunkt in der SMAB AG. Zur Begründung wurde ausgeführt, 
dass damals etwa die gleichen gesundheitlichen Einschränkungen und Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit wie heute beschrieben worden seien. In der Tat zeigt ein Blick in das polydiszip-
linäre Gutachten der SMAB AG vom 25. November 2016 auf, dass die anlässlich der fachärztli-
chen Untersuchungen im September 2016 festgestellten Funktionseinschränkungen mit denjeni-

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gen des MEDAS-Gutachterteams im Wesentlichen vergleichbar sind. Es ist deshalb nachvoll-
ziehbar, dass der Zeitpunkt der Begutachtung in der SMAB für den Beginn der 60%igen Arbeits-
fähigkeit als massgebend erachtet wurde. Da die letzte fachärztliche Untersuchung in der SMAB 
AG vom 29. September 2016 datiert, rechtfertigt es sich ab 1. Oktober 2016 von  
einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auszugehen.  
 
7.2 Was die Zeit vom 28. Mai 2014 bis Ende September 2016 anbelangt, so geht aus dem 
Gutachten der MEDAS hervor, dass der Versicherte ab dem Unfallereignis vom 2. November 
2013 – mit Ausnahme von kürzeren, d.h. weniger als 3 Monate andauernden und somit gemäss 
Art. 88a IVV nicht zu berücksichtigenden attestierten Teilarbeitsfähigkeiten – in seiner ange-
stammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war. So wurde das linke Knie am 23. Januar 2014 
erstmals operiert. Danach bestand gemäss Stellungnahme von Dr. E.____ vom 6. Februar 2014 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 30. April 2014. Entgegen den Ausführungen des RAD-
Arztes ist aus den medizinischen Akten zu schliessen, dass diese Arbeitsunfähigkeit über den 
30. April 2014 andauerte (vgl. Berichte der Klink B.____ vom 25. April 2014 und des Spitals 
K.____ vom 2. Februar 2016). Zwar erachteten die behandelnden Ärzte des Spitals K.____ es 
dem Versicherten als zumutbar, eine rein sitzende Tätigkeit zu 100 % auszuüben (vgl. Bericht 
vom 2. Februar 2016). Diese Beurteilung bezieht sich jedoch ausdrücklich nur auf die Kniebe-
schwerden, wiesen die Ärzte doch gleichzeitig darauf hin, dass eine zervikale und lumbale Prob-
lematik bestehe, welche die Arbeitsfähigkeit des Versicherten erheblich einschränke. Eine wei-
tere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit nahm auch der Kreisarzt Dr. med. 
L.____, FMH Chirurgie, am 10. September 2014 vor. Seine Einschätzung, wonach der Versi-
cherte in einer leidensangepassten Arbeit zu 100 % arbeitsfähig sei, bezieht sich auch hier nur 
auf die linksseitigen Kniebeschwerden, weshalb sie keine Gültigkeit für die übrigen gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen haben kann. Dazu kommt, dass der Versicherte aufgrund des zweiten 
operativen Eingriffs am linken Knie am 14. November 2014, also bereits rund 2 Monate nach der 
kreisärztlichen Untersuchung, wieder zu 100 % arbeitsunfähig war. Damit dauerte die vom Kreis-
arzt bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit weniger als 3 Monate an, weshalb sie gestützt auf Art. 
88a Abs. 1 IVV vorliegend nicht zu berücksichtigen ist. Die ab 14. November 2014 bestan-
dene vollständige Arbeitsunfähigkeit erfuhr gemäss den medizinischen Akten bis zur dritten Knie-
operation vom 7. Mai 2015 keine wesentliche Veränderung (vgl. Berichte Spitals K.____ vom 22. 
Januar 2015, 4. Februar 2015, 3. März 2015 und 2. Februar 2016). Entgegen der Auffassung von 
Dr. E.____ kann gestützt auf den Bericht des Spitals K.____ vom 18. Juni 2015 nicht davon aus-
gegangen werden, dass die Arbeitsunfähigkeit nur bis 1. Juni 2015 gedauert hat. Denn gemäss 
Bericht des Spitals K.____ bestand am 13. Juli 2015 immer noch eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit. Rund 2 ½ Monate später erfolgte am 8. Oktober 2015 ein weiterer operativer Eingriff am 
Knie. Der behandelnde Arzt des Spitals K.____ bescheinigte dem Versicherten am 26. November 
2015, 13. Januar 2016, 2. Februar 2016 und 23. März 2016 jeweils eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit. Für die Zeit danach bis zur Begutachtung durch die SMAB AG im September 2016 
liegen – bis auf die Eintragungen im Unfallschein – keine Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit vor. 
Den medizinischen Akten ist jedoch zu entnehmen, dass sich der gesundheitliche Zustand des 
Versicherten bis September 2016 nicht wesentlich verändert hat (vgl. Bericht der M.____ AG vom 
3. Mai 2016). Schliesslich zahlte auch die Suva dem Versicherten aufgrund einer 100%igen Ar-
beitsunfähigkeit Taggelder bis 30. November 2017 aus (vgl. Verfügung vom 23. November 2017). 

 

 
 
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Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, für die Zeit von Ende März 2016 bis Ende September 
2016 von einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.  
 
7.3 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass dem Gutachten der MEDAS vom 
1. Mai 2020 samt Ergänzungsgutachten vom 15. September 2020 volle Beweiskraft zukommt. 
Demzufolge besteht ab dem 1. Oktober 2016 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensange-
passten Tätigkeit. Für die Zeit vom 28. Mai 2014 bis 30. September 2016 ist gestützt auf die 
medizinische Aktenlage von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.  
 
8.1 Im Weiteren ist gemäss dem Vorbringen des Versicherten zu prüfen, ob seine ihm ver-
bleibende Restarbeitsfähigkeit von 60 % auf dem realen Arbeitsmarkt verwertbar ist. Der Versi-
cherte ist der Ansicht, dass dies aufgrund seiner mehrfachen gesundheitlichen Einschränkungen, 
der "12-jährigen Leidensgeschichte und Arbeitsunfähigkeit" sowie fehlender Schul- und Berufs-
ausbildung nicht realistisch sei. Es ist mit dem Versicherten einig zu gehen, dass im Rahmen der 
Invaliditätsbemessung bei der Bestimmung des trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zumut-
barerweise erzielbaren Einkommens nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegan-
gen werden darf. Insbesondere kann dort nicht von einer Arbeitsgelegenheit gesprochen werden, 
wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegli-
chene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich und das Finden einer entspre-
chenden Stelle daher zum vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Bundesge-
richts vom 3. Januar 2018, 8C_434/2017, E. 7.2.1). Es ist jedoch zu beachten, dass der ausge-
glichene Arbeitsmarkt ein theoretischer und abstrakter Begriff ist. Er berücksichtigt die konkrete 
Arbeitsmarktlage nicht, d.h. er umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht 
vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvali-
der, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, 110 V 273 
E. 4b).  
 
8.2 Ausgehend von diesen Grundsätzen kann vorliegend kein fehlender Zugang des Versi-
cherten zum Arbeitsmarkt im Sinne von Art. 16 ATSG begründet werden. Zwar leidet er an meh-
reren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Es kann jedoch nicht gesagt werden, dass von ihm 
oder von seinem Umfeld Vorkehren verlangt würden, die unter Berücksichtigung der gesamten 
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht mehr zumutbar wären, zumal 
der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts vom 6. Mai 2020, 8C_30/2020, E. 5.3 und vom 8. Mai 2013, 8C_728/2012, E. 
4.3.3). Diese Stellen- und Arbeitsangebote zeichnen sich dadurch aus, dass behinderte Person 
bei solchen Stellen mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen 
können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). 
Die gesundheitlichen Limitierungen schränken die Chancen des Versicherten auf eine Arbeits-
stelle zwar erheblich ein, lassen sie aber nicht völlig unrealistisch erscheinen. Weil dem Versi-
cherten trotz ausgewiesener Einschränkungen weiterhin eine 60%ige Präsenz am Arbeitsplatz 
zumutbar ist, kann letztlich auch nicht davon gesprochen werden, dass ihm allfällige Verweistä-
tigkeiten deshalb nicht zur Verfügung stehen würden, weil er ein zu kleines Pensum zu absolvie-

 

 
 
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ren in der Lage wäre. Zudem verfügt er über eine Anlehre als Maurer und jahrelange Berufser-
fahrung als Polier mit Kontrollfunktion und Weisungsbefugnis, weshalb nicht von einer gänzlich 
fehlenden Ausbildung gesprochen werden kann, welche der Verwertung seiner Restarbeitsfähig-
keit entgegenstehen würde. Des Weiteren erweist sich sein Einwand, wonach er aufgrund der 
langjährigen vollständigen Arbeitsunfähigkeit für eine lange Zeit vom Arbeitsmarkt abwesend ge-
wesen sei, nicht als stichhaltig, geht doch aus den medizinischen Akten hervor, dass von Oktober 
2009 bis November 2012 und ab Oktober 2016 eine zumutbare (Teil)Arbeitsfähigkeit in einer 
Verweistätigkeit vorlag, welche er hätte verwerten können. Aus einer nichtinvaliditätsbedingten 
arbeitsmarktlichen Desintegration kann nicht auf eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
geschlossen werden. Bei dieser Sachlage ist die Verwertbarkeit der dem Versicherten verblei-
benden Arbeitsfähigkeit auf einem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu bejahen. 
 
9.1 Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu 
prüfen. Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 
zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der 
Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 
1). 
 
9.2.1 Für die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invalidität er-
zielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im massgebenden Zeitpunkt auf 
Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Da nach empirischer Fest-
stellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist 
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Ein-
tritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens-
entwicklung angepasste Verdienst (BGE 139 V 28 E. 3.3.2).  
 
9.2.2 Nach der Rechtsprechung ist für die Festsetzung des Invalideneinkommens primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität keine Erwerbstätigkeit mehr aus, namentlich weil sie nach 
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-
werbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne der 
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen wer-
den (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen). 
 
9.3 Aufgrund dieser Grundsätze ist der Invaliditätsgrad entsprechend der unterschiedlichen 
Arbeitsunfähigkeitsperioden zu ermitteln. Dabei steht fest, dass der Invaliditätsgrad für die Zeit 

 

 
 
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vom 28. Mai 2014 bis 30. September 2016 bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 100 % be-
trägt. 
 
9.4 Entsprechend der gutachterlich festgestellten 60%igen Arbeitsfähigkeit in einer Ver-
weistätigkeit ab 1. Oktober 2016 ist der Einkommensvergleich für das Jahr 2016 vorzunehmen. 
Gemäss rechtskräftigem Urteil des Kantonsgerichts vom 11. November 2011 belief sich das Va-
lideneinkommen im Jahr 2009 auf Fr. 95'348.--. Dabei wurde auf die Angaben der ehemaligen 
Arbeitgeberin abgestellt, bei welcher der Versicherte vor Eintritt des Gesundheitsschadens gear-
beitet hat (vgl. Erwägung 4.2 des zitierten Urteils). Dieses Valideneinkommen ist an die bis 2016 
erfolgte Nominallohnlohnentwicklung anzupassen. Demgemäss ist im Jahr 2016 von einem mas-
sgebenden Valideneinkommen von Fr. 98'829.88 (0,7 % [2010], 1,0 % [2011], 0,7 % [2012], 0,5 
% [2013], 0,5 % [2014], -0,2 % [2015], 0,4 % [2016]; vgl. BFS T1.1.05 Nominallohnindex, Männer, 
2007 – 2010, Baugewerbe, T1.2.10 Nominallohnindex, Männer, 2011 – 2015, Baugewerbe/Bau 
und T1.2.15 Nominallohnindex, Männer, 2016 - 2018, Baugewerbe/Bau) auszugehen. 
 
9.5.1 In Bezug auf das Invalideneinkommen hat das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 
11. November 2011 das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabelle TA1 der LSE 2008, Total, 
Anforderungsniveau 1 (seit 2012: Kompetenzniveau 4) ermittelt (vgl. Erwägung 4.3.1 des zitierten 
Urteils). Da der Versicherte seither keiner Erwerbstätigkeit nachging, ist das Invalideneinkommen 
für 2016 desgleichen gestützt auf die Tabelle TA1, Anforderungsniveau 1, zu berechnen. Wird 
der hier massgebende Tabellenlohn der LSE 2016 von monatlich Fr. 5'340.-- auf die betriebsüb-
liche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. BFS betriebsübliche wöchentliche Arbeits-
zeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, 2016) umgerechnet, ergibt sich ein Betrag von 
Fr. 66'803.40 (12 x Fr. 5'340.-- x 41,7 Stunden : 40). Bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 
60 % beträgt das Invalideneinkommen Fr. 40'082.04 (Fr. 66'803.40 x 60 %). 
 
9.5.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE ermittelt, ist der entspre-
chende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal 
separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invalidenein-
kommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-kategorie 
und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen. Er darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 
322 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Rechtsprechungsgemäss ist ein Abzug auf dem Invalidenein-
kommen insbesondere dann zu gewähren, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör-
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 
E. 5a/bb; MARCO WEISS, Der Abzug vom Tabellenlohn gemäss der Lohnstrukturerhebung, in: 
HAVE 2020, S. 265 mit Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Weiter ist zu be-
achten, dass bei Männern, die behinderungsbedingt nur mehr einer Teilzeitarbeit nachgehen kön-
nen, unter dem Titel Beschäftigungsgrad gegebenenfalls ein Abzug vom Tabellenlohn anerkannt 
wird, weil Teilzeitarbeit bei Männern statistisch gesehen vergleichsweise weniger gut entlöhnt 
wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Juni 2019, 9C_232/2019, 
E. 3.1 und vom 9. Mai 2019, 9C_38/2019, E. 3.5; WEISS, a.a.O., S. 265). Vorliegend sind dem 
Versicherten gemäss Zumutbarkeitsbeurteilung der MEDAS unter anderem nur noch leichte, 

 

 
 
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wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar. Dazu kommt, dass er mit beiden Händen keine kraft-
aufwändigen Arbeiten verrichten kann, wobei er die linke Hand praktisch nur noch als Haltehand 
für leichte Gegenstände einsetzen kann. Zudem ist es dem Versicherten nicht mehr möglich, ein 
Ganztagespensum zu absolvieren. Gemäss MEDAS-Gutachten beträgt das zumutbare Arbeits-
pensum rein zeitlich betrachtet 80 %. Unter diesen Umständen erscheint ein Tabellenlohnabzug 
von 10 % als gerechtfertigt. Nach Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % 
beläuft sich das Invalideneinkommen auf Fr. 36'073.84 (Fr. 40'082.04 x 90 %). Die Auffassung 
der IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung vom 23. Juli 2019, wonach eine Kürzung des Tabellenlohns 
nicht angebracht sei, kann nicht gefolgt werden, ging sie doch davon aus, dass der Versicherte 
ein vollschichtiges Ganztagespensum ausüben könne.  
 
9.6 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalideneinkommen von Fr. 36'073.84 dem 
oben ermittelten Valideneinkommen von Fr. 98'829.88 gegenüber, so ergibt sich eine Erwerbs-
einbusse von Fr. 62'756.04 bzw. ein Invaliditätsgrad von gerundet 63 % (vgl. zur Rundungspraxis 
des Bundesgerichts: BGE 130 V 121). Bei einem ab 1. Oktober 2016 berechneten Invaliditätsgrad 
von 63 % hat der Versicherte Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.  
 
9.7 Was die unbestritten gebliebene Zeit vom 1. November 2012 bis 27. Mai 2014 anbelangt, 
kann auf die Berechnung der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2019 ver-
wiesen werden. 
 
9.8 Im Zusammenhang mit der Zusprechung einer Invalidenrente sind die Bestimmungen 
nach Art. 88 ff. IVV zu beachten. Bei einer Verbesserung der Erwerbs- und Leistungsfähigkeit ist 
gemäss Art. 88a Abs. 1 und 2 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung 
oder Aufhebung der Leistung bzw. Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in welchem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiter andauern wird. Demzufolge hat der Versicherte für die Zeit vom 1. 
November 2012 bis 28. Februar 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, für Zeit vom 1. März 
2013 bis 31. Dezember 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. Januar 2017 
Anspruch auf eine unbefristete Dreiviertelsrente. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheis-
sen.  
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Gemäss 
§ 20 Abs. 3 VPO sind der IV-Stelle als unterliegende Partei die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-
- aufzuerlegen. 
 
10.2  Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu über-
nehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so 
übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs 

 

 
 
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unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Vorliegend 
war das Gericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 17. Oktober 2019 zum Ergebnis 
gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage 
nicht möglich sei. Das Gutachten der SMAB AG vom 25. Dezember 2016, auf welches sich die 
IV-Stelle in der angefochtenen Rentenverfügung abstützte, erwies sich als nicht genügend be-
weiskräftig, um darauf abstellen zu können. Auch die übrigen bei den Akten liegenden medizini-
schen Berichte bildeten keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Demnach wies das Verwal-
tungsverfahren Untersuchungsmängel auf, welche die Einholung eines polydisziplinären Gutach-
tens bei der MEDAS notwendig machte. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gezeigt 
hat, war das Gutachten der MEDAS vom 1. Mai 2020 samt Ergänzung vom 15. September 2020 
für eine abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts unerlässlich. Es rechtfertigt 
sich deshalb, die Kosten, welche sich gemäss Rechnungen vom 15. September 2020 auf insge-
samt Fr. 19'876.60 belaufen, der IV-Stelle zu überbinden.  
 
10.3 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs-
gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der 
unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Beim Entscheid über die Verlegung 
der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Da der Versicherte vor-
liegend obsiegt hat, ist ihm eine Parteientschädigung zuzusprechen. Sein Rechtsvertreter hat in 
seiner Kostennote vom 16. November 2020 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Zeit-
aufwand von 26,25 Stunden ausgewiesen, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- 
und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversiche-
rungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stunden-
ansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Damit beläuft sich die geltend gemachte Parteientschädi-
gung auf insgesamt Fr. 7'067.80 (26,25 Stunden à Fr. 250.-- + 7,7 % Mehrwertsteuer).  
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Basel-Landschaft vom 27. Mai 2019 insoweit geändert, als 
festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Novem-
ber 2012 bis 28. Februar 2013 Anspruch auf eine befristete Dreiviertels-
rente, für Zeit vom 1. März 2013 bis 31. Dezember 2016 Anspruch auf 
eine ganze Invalidenrente und ab 1. Januar 2017 Anspruch auf eine un-
befristete Dreiviertelsrente hat.   

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten der MEDAS Zentralschweiz 
in der Höhe von insgesamt Fr. 19'876.60 werden der IV-Stelle Basel-
Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 7'067.80 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) auszurichten.