# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f50019eb-5cfc-5e07-917e-a9850549871d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 30.06.2021 UV 2020/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-44_2021-06-30.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/8

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/44

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 04.01.2022

Entscheiddatum: 30.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 30.06.2021
Art. 6 UVG. Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
einer versicherten Paraplegie und einem rund 30 Jahre später sich 
ereigneten Sturz aus dem Rollstuhl mit dabei erlittenen Schulterläsionen. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 30. Juni 2021, UV 2020/44). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_596/2021.

Entscheid vom 30. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2020/44

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Michael Bütikofer, MLaw, WEISSBERG BÜTIKOFER, 

Zentralstrasse 47, Postfach 93, 2502 Biel/Bienne,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) stürzte am 4. Oktober 1989 bei der Arbeit als 

Bauarbeiter ca. 8 bis 10 Meter zu Boden und erlitt dabei Rippenserienfrakturen 2 bis 5 

links mit epipleuralem Hämatom, eine Lungenkontusion sowie eine BWK 7-

Luxationsfraktur, welche zu einer Paraplegie ab Th 7 führte (Suva-act. 244). Die Suva 

anerkannte ihre Leistungspflicht und sprach dem Versicherten aufgrund der 

verbliebenen Beeinträchtigungen ab 1. Oktober 1993 eine Invalidenrente gestützt auf 

einen Invaliditätsgrad von 66.66 %, eine Hilflosenentschädigung sowie eine 

Integritätsentschädigung, basierend auf einer Integritätseinbusse von 90 %, zu (Suva-

act. 247-1 ff., 248-10 ff.).

A.a. 

Im April 2015 verletzte sich der Versicherte gemäss eigenen Angaben beim 

Autofahren an der rechten Schulter. Am 4. Februar 2019 wurde diesbezüglich eine 

grosse Rotatorenmanschettenruptur (Supraspinatus komplett, Infraspinatus partiell 

transmural, Subscapularis partial) diagnostiziert und die Schulter am 14. Februar 2019 

operiert (Suva-act. 206, 209, 217). Mit Schreiben vom 7. Februar 2019 hatte die Suva 

eine Leistungspflicht abgelehnt, da der Versicherte für diesen Unfall nicht bei der Suva 

versichert gewesen sei (Suva-act. 207).

A.b. 

Am 9. Juli 2019 meldete der Versicherte der Suva, dass er am 8. Juli 2019 beim 

Rückwärtsfahren mit dem Rollstuhl an der Bettkante hängengeblieben und mit der 

linken Schulter auf den Boden gestürzt sei (Suva-act. 222). Die am 16. Juli 2019 

durchgeführte indirekte MR-Arthrographie des linken Schultergelenks zeigte eine akute 

A.c. 

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B.

Gegen die Verfügung vom 13. Dezember 2019 liess der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwältin Géraldine Hert von der Schweizer Paraplegiker Vereinigung, am 23. 

Januar 2020 Einsprache erheben. Die Verfügung sei aufzuheben und dem Versicherten 

seien die gesetzlichen Leistungen aus UVG infolge Unfalls vom 8. Juli 2019 zu 

erbringen. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen (Suva-act. 279). Mit 

Entscheid vom 14. Mai 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 297).

C.  

traumatische Rotatorenmanschettenruptur (Supraspinatus/Infraspinatus) Schulter links 

nach Sturz, weshalb die Indikation zur Rekonstruktion gestellt wurde (Suva-act. 225, 

230-5 f.). Der operative Eingriff erfolgte am 31. Juli 2019 (Schulterarthroskopie links, 

subakromiale Dekompression, Bizepstenodese, Rotatorenmanschetten-

Rekonstruktion; Suva-act. 282-23). Die Suva verneinte eine Leistungspflicht (Suva-act. 

227, 236) und verfügte entsprechend am 13. Dezember 2019. Bei den 

Schulterbeschwerden links handle es sich nicht um Folgen eines bei der Suva 

versicherten Unfalls. Auch bestehe keine Haftung aus Adäquanz aus dem Schaden 

vom 4. Oktober 1989, da aufgrund der Unfallfolgen mit neuen Unfällen nicht konkret zu 

rechnen gewesen sei (Suva-act. 273).

Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Mai 2020 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), mittlerweile vertreten durch Rechtsanwalt Michael 

Büttikofer, Biel, am 15. Juni 2020 Beschwerde erheben. Der Einspracheentscheid sei 

aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, dem 

Beschwerdeführer die ihm im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 8. Juli 2019 

zustehenden Leistungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) seit wann rechtens auszurichten. Eventualiter sei der Einspracheentscheid 

aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen verbunden mit der Anordnung, eine neue 

Verfügung im Sinne der Beschwerde zu erlassen. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 1).

C.a. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der 

Gesundheitsschäden in der linken Schulter leistungspflichtig ist.

In der Beschwerdeantwort vom 26. August 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 2. September 2020 hielt Rechtsanwalt Büttikofer unverändert an 

den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 5) und reichte eine 

Honorarnote über Fr. 3'240.50 ein (act. G 5.2).

C.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und hielt mit 

Eingabe vom 8. Oktober 2020 am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 

7).

C.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

C.e. 

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Eine Haftung besteht auch für indirekte bzw. mittelbare 

Unfallfolgen (vgl. dazu unter anderem Urteil des Bundegerichts vom 17. November 

2009, 8C_595/2009, E. 2.2). Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, 

N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019; Alexandra Rumo-Jungo/ André Pierre Holzer, Bundesgesetz über 

die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer (Hrsg.), Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).

1.1. 

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2.

Unbestritten ist, dass im Zeitpunkt des Unfalls vom 8. Juli 2019 keine Versicherungs­

deckung mehr bei der Beschwerdegegnerin bestand. Weiter ist medizinisch 

überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass der Sturz aus dem Rollstuhl ursächlich war 

für die Rotatorenmanschettenruptur an der linken Schulter, welche am 31. Juli 2019 

einen operativen Eingriff notwendig machte (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.c). 

Diesbezüglich diagnostizierte Dr. med. B.___, Oberarzt Orthopädie der 

Universitätsklinik C.___, mit Bericht vom 23. Juli 2019 eine akute traumatische 

Rotatorenmanschettenruptur (Supraspinatus, Infraspinatus) Schulter links nach Sturz 

vom 8. Juli 2019 und führte bezüglich Ursache unmissverständlich aus, dass sich der 

Beschwerdeführer anlässlich des Sturzes eine grosse Supra- und 

Infraspinatussehnenruptur zugezogen habe, weshalb eine Indikation für eine frühzeitige 

Rekonstruktion bestehe (Suva-act. 230-5 f.). An der Beurteilung der traumatischen 

Genese ändert nichts, dass der Beschwerdeführer, wie es sein Rechtsvertreter richtig 

ausführt (act. G 1 S. 5 f.), bereits vor dem Unfall vom 8. Juli 2019 auch aufgrund der 

Paraplegie bzw. der daraus resultierenden Belastungen durch die Rollstuhlmobilität an 

degenerativ bedingten Beschwerden an den Schultern litt (act. G 1.5). Diese führten 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 

61 lit. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es 

abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem 

Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche 

Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur 

dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 

genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 

die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).

1.2. 

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jedenfalls weder zu konkreten Behandlungen noch zu zusätzlichen Arbeitsunfähigkeiten 

und stehen vorliegend nicht zur Beurteilung. Damit ist auch gesagt, dass allfällige 

leistungsbegründende Spätfolgen an der linken Schulter (vgl. dazu Art. 11 der 

Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202] und Art. 21 UVG), 

herrührend vom Unfall vom 4. Oktober 1989, nicht zur Diskussion stehen.

3.

Zu prüfen ist, ob der Sturz aus dem Rollstuhl vom 8. Juli 2019 und damit die dabei 

erlittenen Gesundheitsschäden in der linken Schulter, welche am 31. Juli 2019 eine 

Operation notwendig machten, in einem natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfall vom 4. Oktober 1989 und der dabei 

unter anderem erlittenen Paraplegie ab Th 7 stehen. Ist dies der Fall, hat die 

Beschwerdegegnerin die dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis vom 8. Juli 2019 zustehenden Leistungen zu erbringen.

Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 4. Oktober 1989 

und dem Sturz aus dem Rollstuhl am 8. Juli 2017 ist ohne weiteres zu bejahen. Der 

Beschwerdeführer ist als Folge des versicherten Unfalls vom 4. Oktober 1989 bzw. der 

dabei erlittenen Paraplegie ab Th 7 auf einen Rollstuhl angewiesen. Wäre dies nicht der 

Fall, hätte es nicht zu einem Sturz aus demselben kommen können (conditio sine qua 

non; vgl. KOSS UVG-Nabold, N 58 zu Art. 6).

3.1. 

Zu prüfen bleibt, ob auch ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. 

Rechtspolitischer Zweck der Adäquanz bildet die Begrenzung der Haftung. Es soll 

aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall entschieden werden, ob ein 

Gesundheitsschaden billigerweise noch dem Haftpflichtigen zugerechnet werden kann 

(Urteil des Bundegerichts vom 30. November 2016, 8C_298/2016, E. 5.2 mit Hinweis).

3.2. 

Neuere unfallversicherungsrechtliche Urteile zur Frage der Adäquanz in Fällen 

wie dem vorliegenden, in denen die verunfallte Person einen zweiten, nicht versicherten 

Unfall erleidet, wobei dieser erneute Unfall natürlich kausale Folge des ersten Unfalls 

ist, fehlen (KOSS UVG-Nabold, N 64 zu Art. 6). Es wurden in einem höchstrichterlichen 

Entscheid aus dem Jahr 1919 zwar Voraussetzungen genannt, bei deren Erfüllung eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers mit grosser Wahrscheinlichkeit bestehe (wenn 

der zweite Unfall sich während der Heilungsdauer des ersten ereigne, wenn der 

Versicherte infolge des ersten Unfalls noch seinen bisherigen Lebensgewohnheiten und 

seinem Wirkungskreis entrissen sei oder wenn infolge der ersten Unfallfolgen erhöhtes 

Unfallrisiko bestehe; EVGE Biel, publ. in ZUB 1919 S. 59). Später wurde indes 

3.2.1. 

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festgehalten, dass diese Bedingungen zwar wichtige Entscheidkriterien seien, die 

Adäquanz jedoch nur unter Würdigung aller sozialversicherungsrechtlich erheblicher 

Umstände bejaht oder verneint werden könne (vgl. EVGE 1960 S. 158 ff., S. 164; vgl. 

ferner Entscheid des Kantonsgerichts Wallis vom 11. November 1977 [KVGE Steiner c/ 

Suva] in: Zeitschrift für Walliser Rechtsprechung 1978, S. 326-333). In Beachtung 

sämtlicher relevanter Umstände ist damit in Anwendung der allgemeinen 

Adäquanzformel im vorliegenden Fall zu beurteilen, ob nach dem gewöhnlichen Lauf 

der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung das Ereignis (der Unfall vom 4. 

Oktober 1989 mit erlittener Paraplegie und Fortbewegung im Rollstuhl) an sich 

geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen (Sturz aus dem Rollstuhl auf die 

linke Schulter) herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis 

allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 E. 5a). Bei der Beantwortung dieser 

Frage handelt es sich um ein Werturteil, das das Gericht nach Recht und Billigkeit (im 

Sinne von Art. 4 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) zu treffen hat 

(vgl. BGE 123 III 112 ff. E. 3.a und 3.b).

Der Beschwerdeführer führte am 9. Juli 2019 gegenüber der 

Beschwerdegegnerin aus, dass er am 8. Juli 2019 mit dem Rollstuhl rückwärtsgefahren 

sei. Dabei sei er irgendwie mit dem Rollstuhl an der Bettkante hängengeblieben und 

mit der linken Schulter auf den Boden gestürzt. Er habe instinktiv versucht, die 

operierte rechte Schulter zu schonen, weshalb er auf die linke Schulter gestürzt sei 

(Suva-act. 222; vgl. auch act. G 1 S. 2). Im Folgenden ist von dieser unbestrittenen 

Hergangsschilderung auszugehen. Ob der Beschwerdeführer beim Drehen (vgl. dazu 

Suva-act. 239-2) oder beim Rückwärtsfahren an einem Tisch (vgl. wiederum Suva-act. 

239-2) oder an der Bettkante hängengeblieben ist, ist für die nachfolgende 

Kausalitätsbeurteilung irrelevant.

3.2.2. 

Der Beschwerdeführer ist seit dem Unfall im Jahr 1989 auf einen Rollstuhl 

angewiesen. Er hat sich über die vielen Jahre bis zum Sturz am 8. Juli 2019 ohne 

Zweifel an den Rollstuhl gewöhnt und ist diesbezüglich geübt. Damit sind aber die 

Kriterien, welche für eine Adäquanz sprechen würden (vgl. vorstehende E. 3.2.1), nicht 

erfüllt. Weder ereignete sich der Unfall während der Heilungsdauer des ersten Unfalls 

noch kann gesagt werden, dass der Beschwerdeführer nach dieser langen Zeit 

weiterhin seinen Lebensgewohnheiten und seinem Wirkungskreis entrissen war. Denn 

nach 30 Jahren im Rollstuhl ist ohne weiteres von den neuen Lebensgewohnheiten und 

vom neuen Wirkungskreis als Rollstuhlfahrer auszugehen. Auch bestand bei vieljähriger 

Rollstuhlabhängigkeit und Gewöhnung an die körperlichen Defizite (insbesondere 

Nichtgebrauch der unteren Extremitäten, verminderte Rumpfkraft und -stabilität [vgl. 

3.2.3. 

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4.  

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Mai 2020 nicht 

zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für 

das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren Fassung). 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

dazu Suva-act. 239-2]) kein relevant erhöhtes Unfallrisiko mehr. Im Übrigen ist die 

geltend gemachte verminderte Rumpfkraft und -stabilität in dem Sinne zu relativieren, 

als es dem Beschwerdeführer, wie es die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid 

ausführt (Suva-act. 297-6), gelungen ist, sich während des Sturzes instinktiv auf die 

linke Seite zu drehen (Suva-act. 222). Gestützt auf das Gesagte ist der Sturz vom 8. 

Juli 2019 nicht mehr hinlänglich der Paraplegie anzulasten bzw. führten hauptsächlich 

nicht die Rollstuhlabhängigkeit und die damit verbundenen körperlichen Defizite zum 

Sturz, sondern vielmehr das unerwartete Hängenbleiben an der Bettkante (beim 

Rückwärtsfahren). Damit erscheinen die seit rund 30 Jahren bestehende Paraplegie 

und die damit einhergehende Rollstuhlabhängigkeit nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, den hier zur 

Diskussion stehenden Sturz im Jahr 2019 herbeizuführen. Entsprechend ist die 

Beschwerdegegnerin für die Folgen des Unfallereignisses vom 8. Juli 2019 mangels 

Adäquanz nicht leistungspflichtig. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer im 

Zeitpunkt des Sturzes über keine Unfallversicherungsdeckung mehr verfügte, 

rechtfertigt keine andere Adäquanzbeurteilung, auch nicht aus sozialrechtlicher Sicht. 

Durch die obligatorische Grundversicherung inklusive Unfallversicherung bei der 

Krankenkasse wird der Beschwerdeführer genügend entlastet (vgl. dazu Art. 1a Abs. 2 

lit. b des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]).

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		2024-05-26T22:43:50+0200
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