# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42f26464-575e-5906-bf17-130fab0c8cc1
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-21
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 21.02.2024 601 2023 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2023-66_2024-02-21.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

601 2023 66

Urteil vom 21. Februar 2024

I. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud 
Richter: Dominique Gross

Dina Beti 
Gerichtsschreiber-Praktikant: Steve Bangerter

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Philippe 
Corpataux

gegen

SICHERHEITS-, JUSTIZ- UND SPORTDIREKTION, Vorinstanz

Gegenstand Amtsträger der Gemeinwesen

Eröffnung eines Mobbingverfahrens

Beschwerde vom 11. Mai 2023 gegen den Entscheid vom 30. März 2023

Kantonsgericht KG
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in Anbetracht dessen,

dass A.________ (Beschwerdeführer) von der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport (EKSD) am 
1. Februar 2018 als Verwaltungsadjunkt beim Amt für Sport (SpA) für das B.________) befristet 
angestellt wurde; 

dass aufgrund des Transfers des SpA zur Sicherheits-, Justiz- und Sportdirektion (Vorinstanz) per 
1. Januar 2022 die Vorinstanz als neu zuständige Anstellungsbehörde am 14. Februar 2022 einen 
neuen unbefristeten Arbeitsvertrag mit dem Beschwerdeführer abschloss;

dass der Beschwerdeführer am 10. Februar 2023 bei der Vorinstanz eine Aufsichtsbeschwerde 
sowie einen Antrag auf die Eröffnung eines formellen Mobbingverfahrens zwischen ihm und dem 
Amtsvorsteher einreichte;

dass die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. Februar 2023 anzeigte, dass 
gegen ihn ein ordentliches Kündigungsverfahren eingeleitet wurde, und ihn per sofort von der Arbeit 
freistellte;

dass die Vorinstanz ihm mit Entscheid vom 30. März 2022 (recte: 30. März 2023) mitteilte, dass sie 
der Aufsichtsbeschwerde keine Folge gebe, da sie zum Schluss gekommen sei, dass die von ihm 
erhobenen Vorwürfe das Ergreifen einer Massnahme nicht rechtfertigten. In Bezug auf die Eröffnung 
eines formellen Mobbingverfahrens verfügte die Vorinstanz, dass sie nach der Vorprüfung nicht auf 
den Antrag eintrete, weil kein Mobbing glaubhaft gemacht worden sei;   

dass die Vorinstanz überdies mit Entscheid vom selben Tag das Dienstverhältnis mit dem 
Beschwerdeführer per 30. Juni 2023 ordentlich auflöste;

dass der Beschwerdeführer am 11. Mai 2023 gegen die ordentliche Kündigung Beschwerde (601 
2023 61) an das Kantonsgericht erhoben hat;

dass er am selben Tag mit einer weiteren Beschwerde (601 2023 66) an das Kantonsgericht 
gelangte und namentlich beantragte, der Entscheid der Vorinstanz sei in Bezug auf die 
Nichteröffnung eines formellen Mobbingverfahrens aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, 
ein Mobbingverfahren gegen den Vorsteher des SpA zu eröffnen;

dass das Kantonsgericht die Beschwerde 601 2023 61 gegen die ordentliche Kündigung mit einem 
separaten Urteil vom heutigen Tag abweist und die ordentliche Kündigung bestätigt; 

erwägend,

dass der Beschwerdeführer gemäss Arbeitsvertrag vom 14. Februar 2022 der Gesetzgebung über 
das Staatspersonal und damit namentlich dem kantonalen Gesetz vom 17. Oktober 2001 über das 
Staatspersonal (StPG; SGF 122.70.1) sowie dem kantonalen Reglement vom 17. Dezember 2002 
über das Staatspersonal (StPR; SGF 122.70.11) unterstand;

dass nach Art. 114 Abs. 1 Bst. a des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die 
Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) i.V.m. Art. 14 Abs. 1 der kantonalen Verordnung vom 

Kantonsgericht KG
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14. Dezember 2015 über Mobbing, sexuelle Belästigung und zwischenmenschliche Probleme am 
Arbeitsplatz (MobV; SGF 122.70.14), das Kantonsgericht insbesondere Beschwerden gegen 
Entscheide der Direktionen des Staatsrats behandelt;

dass nach Art. 76 Abs. 1 Bst. a VRG zur Beschwerde berechtigt ist, wer durch den angefochtenen 
Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. 
Hinsichtlich des erforderlichen Rechtsschutzinteresses ist weiter festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer ein aktuelles praktisches Interesse an der Behandlung seiner Beschwerde 
besitzen muss. Das heisst, dass der durch den Entscheid erlittene Nachteil im Zeitpunkt des Urteils 
noch bestehen muss (BGE 128 II 34 E. 1b). Praktisch ist das Interesse, wenn dieser Nachteil bei 
Gutheissung der Beschwerde beseitigt würde (siehe HÄNER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über 
das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019, Art. 48 N. 19 ff., mit zahlreichen Hinweisen; Urteile KG FR 
601 2016 22 vom 19. April 2016 E. 1c; 601 2016 150 vom 18. November 2016);

dass der Staatsrat gemäss Art. 130 StPG die nötigen Massnahmen zur Vorbeugung, Feststellung 
und Beendigung von Persönlichkeitsverletzungen, insbesondere in Fällen von sexueller Belästigung 
und Mobbing von Seiten der anderen Mitarbeiter bei der Arbeit oder am Arbeitsplatz, ergreift 
(Abs. 1). In den Ausführungsbestimmungen wird ein informelles Beschwerde- und 
Schlichtungsverfahren eingeführt (Abs. 2);

dass mit der MobV, die sich auf Art. 130 StPG stützt, das entsprechende informelle Verfahren 
eingeführt wurde (Art. 1 Abs. 2 MobV). Gemäss diesem Verfahren können Mitarbeiter, die ihre 
berufliche Beziehung zu anderen Mitarbeitern als konfliktträchtig oder problematisch empfinden und 
die sich in ihrer Persönlichkeit verletzt oder belästigt fühlen, an sog. Vertrauenspersonen verwiesen 
werden, welche in der Folge eine Vorprüfung vornehmen und Massnahmen vorschlagen können 
(Art. 9 ff. MobV; vgl. zu diesem Verfahren beispielsweise Urteil KG FR 601 2021 152 vom 12. Mai 
2022, namentlich E. 4); 

dass die MobV gemäss ihrem Art. 1 Abs. 2 MobV "ausserdem [d.h. neben dem Hauptgegenstand 
des informellen Verfahrens] einige Regeln für das formelle Verfahren" festlegt;

dass Art. 14 Abs. 1 MobV zum formellen Verfahren insbesondere festhält, dass es sich nach dem 
VRG richtet, und die Bestimmungen des StPG sowie die besonderen Garantien im Bereich der 
Gleichstellung von Frau und Mann nach der Bundesgesetzgebung vorbehalten bleiben; 

dass das Kantonsgericht mit dem Urteil 601 2023 61 vom heutigen Tag die Beschwerde des 
Beschwerdeführers betreffend die ordentliche Kündigung abweist und die Rechtmässigkeit dieser 
Kündigung bestätigt;

dass aufgrund der Abweisung dieser Beschwerde kein aktuelles praktisches Interesse an der 
Eröffnung des beantragten formellen Mobbingverfahrens besteht. Das Mobbingverfahren zielt wie 
erwähnt namentlich auf Massnahmen zur Vorbeugung, Feststellung und Beendigung von Mobbing 
am Arbeitsplatz. Da das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer aufgehoben wurde, besteht 
auch kein gemeinsames Arbeitsumfeld mehr mit dem Vorsteher des SpA. Überdies können gestützt 
auf ein formelles Mobbingverfahren auch keine Entschädigungsansprüche (oder anderweitige 
Ansprüche, die für ein aktuelles und praktisches Beschwerdeinteresse sprechen würden) geltend 
gemacht werden (siehe zu den Entschädigungsansprüchen Urteil KG FR 601 2021 152 vom 12. Mai 
2022 E. 4.2 und 5). Schliesslich hat der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auch in keiner 
Weise substantiiert, inwiefern er (auch für den Fall einer Abweisung der Beschwerde gegen die 
Kündigung) ein anhaltendes Beschwerdeinteresse hätte;

Kantonsgericht KG
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dass die Beschwerde im Fall, wenn das Rechtsschutzinteresse im Laufe des Verfahrens dahinfällt, 
als gegenstandslos abzuschreiben ist (vgl. u.a. Urteile BGer 4A_226/2016 vom 20. Oktober 2016 
E. 5 und 4A_272/2014 vom 9. Dezember 2014 E. 1.1 und 2);

dass überdies – sofern die Beschwerde nicht ohnehin als gegenstandslos abzuschreiben ist – 
festzuhalten ist, dass es gemäss dem heutigen Urteil 601 2023 61 keine Hinweise auf eine vom 
Amtsvorsteher geschaffene Konflikt- bzw. Mobbingsituation gibt (siehe insbesondere E. 6.5 und 
E. 7), so dass die Vorinstanz auch in der Sache zu Recht auf die Einleitung eines formellen 
Mobbingverfahrens nach Art. 14 f. MobV verzichtet hat bzw. nicht auf den Antrag eingetreten ist;

dass die Beschwerde damit abzuweisen ist, sofern sie nicht ohnehin gegenstandslos ist;

dass die Gerichtskosten, welche auf CHF 500.- festgelegt werden, dem Verfahrensausgang 
entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem Kostenvorschuss zu verrechnen 
sind; der Saldo von CHF 500.- ist ihm zurückzuerstatten (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 des 
kantonalen Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Verfahrenskosten und Entschädigungen in der 
Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]; überdies hat der Beschwerdeführer, wie im Urteil 601 2023 
61 aufgezeigt, durch sein Verhalten der Vorinstanz einen Kündigungsgrund gegeben und damit die 
Gegenstandslosigkeit des Verfahrens implizit verursacht);

dass keine Parteientschädigung geschuldet ist (Art. 137 VRG);

erkennt der Hof:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen, sofern sie nicht ohnehin gegenstandslos ist.

II. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 500.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und 
mit dem Kostenvorschuss verrechnet. Der Saldo von CHF 500.- wird ihm zurückerstattet.

III. Es ist keine Parteientschädigung geschuldet.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten ist innert 30 Tagen die 
Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 21. Februar 2024/dgr/sba

Die Präsidentin Der Gerichtsschreiber-Praktikant