# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa402156-3997-5f6d-9205-179f5e2713d8
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.11.2014 715 2014 204 / 274 (715 14 204 / 274)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2014-204---274_2014-11-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  7. November 2014 (715 14 204 / 274) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Arbeitslosenversicherung 

 

 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung, selbstverschuldete Arbeitslosigkeit 

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber i.V. Thomas Hunkeler 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Unia Arbeitslosenkasse, Poststrasse 5, 4410 Liestal, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 
A.  Der 1984 geborene A.____ war vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2013 als Pfle-
geassistent beim Alterszentrum B.____ tätig. Das Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgeberin 
am 18. Oktober 2013 per 31. Dezember 2013 schriftlich gekündigt. Am 20. Januar 2014 melde-
te sich A.____ zur Arbeitsvermittlung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) und 
am 27. Januar 2014 zum Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung (ALV) ab 
20. Januar 2014 bei der Unia Arbeitslosenkasse (Unia) an. Mit Verfügung vom 17. März 2014 
stellte die Unia A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 1. Januar 2014 für die 
Dauer von 26 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Eine dagegen erhobene Einsprache 
wies die Unia mit Einspracheentscheid vom 17. Juni 2014 ab.  

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am 7. Juli 2014 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er bean-
tragte, der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. Juni 2014 sei aufzuheben.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom 16. Juli 2014 unter Hinweis 
auf ihre Ausführungen in der Verfügung und im angefochtenen Einspracheentscheid auf Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den 
Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeits-
losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich 
zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1  
lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol-
venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorlie-
gend erfüllt der Beschwerdeführer seine Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft. Nach 
§ 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht 
Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf 
die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de ist somit einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den 
Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 
26 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 130.85 be-
läuft sich der Streitwert auf Fr. 3‘402.10, weshalb die Angelegenheit präsidial zu entscheiden 
ist. 
 
2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Schadenminderungspflicht; vgl. BGE 
114 V 285 E. 3, 111 V 239 E. 2a, 108 V 165 E. 2a). Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, 
kann die zuständige Arbeitslosenkasse eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen 
(vgl. Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versiche-
rung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als 
Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschul-
densprinzip beherrscht (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, in: KOLLER/MÜLLER/RHINOW/ZIMMERLI, 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, Basel 
2007, Rz. 822 ff.). 
 
2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech-
tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Selbstver-
schuldete Arbeitslosigkeit liegt unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr 
Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgeberin An-
lass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Die 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine 
fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 beziehungs-
weise Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 vo-
raus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht zwingend eine eigentliche Verletzung arbeits-
vertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr 
sonstiges Verhalten innerhalb und ausserhalb des Betriebs berechtigten Anlass zur Kündigung 
gab (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: Bun-
desgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 
7; 1982 Nr. 18). Erforderlich ist demnach lediglich ein von der Verwaltung beziehungsweise 
dem Gericht nachgewiesenes vermeidbares Fehlverhalten der versicherten Person (vgl. 
JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 108). 
Dabei müssen nicht zwingend Beanstandungen in beruflicher Hinsicht vorgelegen haben. Es 
genügt beispielsweise, dass charakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Arbeit-
nehmer für den Betrieb als untragbar erscheinen lassen, zur Entlassung geführt haben (vgl. 
BGE 112 V 244 f. E. 1). Von selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit im Sinne der Arbeitslosenver-
sicherung ist folglich dann auszugehen, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht 
objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Verhältnissen 
vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. ARV 1998 Nr. 9 S. 44 E. 2b mit Hin-
weisen; GERHARD GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bern und 
Stuttgart 1987, Band I, Rz. 8 zu Art. 30). 
 
2.3 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Internationalen Arbeitsorganisation 
über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über-
einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft trat, kann eine 
Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienst-
ausfall in Folge einer vorübergehenden Arbeitseinstellung ohne Unterbrechung des Beschäfti-
gungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekürzt werden, wenn die zuständige Stelle 
festgestellt hat, dass die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. 
Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 der IAO ist hinreichend bestimmt und klar, um als 
Grundlage eines Entscheides im Einzelfall dienen zu können (vgl. BGE 122 V 54 ff.); er ist da-
her direkt anwendbar. Wegen des Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b des Übereinkom-
mens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nicht jedes schuldhafte 
Verhalten der versicherten Person, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsver-
hältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 
1 lit. a AVIG. Das vorwerfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens 
Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz genügt (vgl. Urtei-

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

le des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b und vom 8. August 2002, C 14/01, E. 1.2). Somit 
darf im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung erfolgen (CHOPARD, a.a.O., S. 76 f.; implizit auch BGE 124 V 236 E. 3b, 
welche Rechtsprechung gemäss BGE vom 17. Oktober 2000, C 53/00, auch im Bereich von 
Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV anwendbar ist). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in 
Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hin-
reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 
mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein 
Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193 E. 2; Urteil des Bundes-
gerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mitwirkungspflicht kommt als allgemeiner 
Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahren zur Anwendung und bedeutet 
das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung des Sachverhalts (vgl. THOMAS LOCHER, 
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 446 f., 489 f.; FRITZ GYGI, 
Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 284 f.). 
 
3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1978, S. 135). Im 
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BARBARA KUPFER BUCHER, Rechtsprechung des Bun-
desgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosen-
versicherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 2013, S. 161). Die blosse Möglichkeit eines 
bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 
121 V 208 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die Anwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV 
(vgl. dazu Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00, E. 3a). Praxisgemäss muss das der 
versicherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last gelegte Verhalten in beweismäs-
siger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt (vgl. Urteile des 
EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe 
im Weiteren auch BGE 112 V 245 E. 1). 
 
3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig auf die Parteivorbringen und 
insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeberin angewiesen. Diese sollte eine Sachverhalts-
darstellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Inte-
resse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. 
Solange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist auf diese ab-
zustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht einzig auf deren Aussagen zu den Um-

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, wenn diese be-
stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt werden (vgl. BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 
Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Das der versicherten 
Person zur Last gelegte Verhalten muss klar feststehen und von dieser vorsätzlich ausgeübt 
worden sein. Ein derartiges Verhalten muss demnach als solches auch bewiesen werden und 
nicht bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialversicherungsrechts erforderlichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 
2006, C 11/06, E. 3). Bei Differenzen zwischen der Arbeitgeberin und dem Arbeitnehmer darf 
somit nicht ohne Weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschlossen wer-
den, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für die sie 
keine Beweise anführen kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/00, E. 2b; BGE 
112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 831). 
 
4. Zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer zur Kündigung Anlass gegeben und 
deshalb die Folgen der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a 
AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV, mithin die Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung, zu tragen hat. Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: 
 
4.1 Der Beschwerdeführer wurde am 10. Oktober 2013 von der Arbeitgeberin schriftlich 
verwarnt. Diesem Schreiben kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer am 
30. September 2013 gefragt habe, ob er in seine Wohnung gehen könne, um seinen Schlüssel 
zu holen, welchen er vergessen habe. Diese Bitte sei ihm genehmigt worden, mit der Abma-
chung, seine Abwesenheit auf maximal 1.5 Stunden zu beschränken. Die Abwesenheit habe 
schliesslich zwei Stunden betragen, wodurch der geplante Ablauf auf der Station gestört wor-
den sei und andere Mitarbeiter auf ihre Pausen hätten verzichten müssen. Weiter sei der Be-
schwerdeführer am 1. Oktober 2013 45 Minuten zu spät zur Arbeit erschienen. Dies habe dazu 
geführt, dass die anfallende Arbeit auf die anwesenden Mitarbeiterinnen habe verteilt werden 
müssen. Am 4. Oktober 2013 sei der Beschwerdeführer zudem, eigenmächtig und ohne Ab-
sprache mit seinem direkten Vorgesetzten oder einer Arbeitskollegin, während der Arbeitszeit 
zur Post gegangen, um private Angelegenheiten zu erledigen. Schliesslich wurde der Be-
schwerdeführer darauf hingewiesen, dass von ihm erwartet werde, dass er sich an Abmachun-
gen und Regeln halte, seinen Dienst im Alterszentrum B.____ pünktlich aufnehme, Pausenzei-
ten einhalte und private Angelegenheiten in die Freizeit lege. Bei einem erneuten Verstoss ge-
gen diese Regeln müsse er mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechnen. Das Schrei-
ben wurde vom Beschwerdeführer unterzeichnet. Am 18. Oktober 2013 kündigte die Arbeitge-
berin das Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2013. Dem Brief der Arbeitgeberin vom 29. Okto-
ber 2013 kann als Kündigungsgrund entnommen werden, dass der Beschwerdeführer trotz 
mehrmaliger Gespräche zum Thema Fehlzeiten, dokumentierter Gespräche sowie einer schrift-
lichen Verwarnung vom 10. Oktober 2013, am 13. Oktober 2013 unentschuldigt der Arbeit fern-
geblieben und telefonisch nicht erreichbar gewesen sei.  
 
4.2 In der Stellungnahme zum Kündigungsgrund vom 25. Februar 2014 äussert der Be-
schwerdeführer gegenüber der Unia, dass er stets bemüht gewesen sei, die Vorgaben der Ar-
beitgeberin zu erfüllen. Der Vorwurf, er habe sich nach der schriftlichen Verwarnung nicht an 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die Vereinbarungen gehalten, erachte er als unqualifizierte und unzutreffende Behauptung sei-
tens der Geschäftsleitung. Das Alterszentrum B.____ würde mit einem sehr knapp bemessenen 
Mitarbeiterstand arbeiten. Beim Dienst vom 13. Oktober 2013 habe es sich um einen kurzfristi-
gen, mündlich eingeplanten Arbeitseinsatz gehandelt. Diesen ausserplanmässigen Einsatz ha-
be er vergessen, was er heute sehr bedaure. Die erwähnten Verwarnungen der Geschäftsfüh-
rung seien Bestandteil des Arbeitsalltags im Alterszentrum B.____ gewesen. 
 
4.3 Die in der Verwarnung vom 10. Oktober 2013 aufgeführten Kritikpunkte betreffend die 
Einhaltung von Abmachungen und Regeln, Pünktlichkeit und Einhaltung von Pausen sind hin-
reichend klar und verständlich verfasst und werden auch vom Beschwerdeführer selbst bestä-
tigt. Die schriftliche Verwarnung wurde sowohl von der Arbeitgeberin als auch vom Beschwer-
deführer unterschrieben. Insgesamt besteht kein Grund an den Aussagen der Arbeitgeberin zu 
zweifeln. Insbesondere ist auch kein Interesse derselben zu erkennen, den Versicherten in ei-
nem ungünstigen Licht erscheinen zu lassen. Im Kündigungsschreiben der Arbeitgeberin vom 
29. Oktober 2013 wird als Kündigungsgrund aufgeführt, dass der Beschwerdeführer trotz der 
Verwarnung am 13. Oktober 2013 unentschuldigt von der Arbeit ferngeblieben und auch nicht 
erreichbar gewesen sei. Dieses Vorhalten wurde vom Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt in 
irgendeiner Weise konkret bestritten. Er führte dazu einzig aus, dass es sich um einen kurzfris-
tig eingeplanten Arbeitseinsatz gehandelt habe und er diesen vergessen habe. In Anbetracht 
der klaren und unbestrittenen Kritikpunkte hat der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten der 
Arbeitgeberin Anlass zur Kündigung gegeben, weshalb seine Arbeitslosigkeit als selbstver-
schuldet im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu bezeichnen ist. 
 
5. In einem nächsten Schritt zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer (eventu-
al)vorsätzliches Verhalten zur Last gelegt werden kann. 
 
5.1 Eventualvorsatz ist anzunehmen, wenn die betroffene Person vorhersehen kann oder 
vorhersehen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt und sie 
eine solche in Kauf nimmt (vgl. Urteil des EVG vom 11. Januar 2001, C 282/00, E. 2b, Urteil des 
Bundesgerichts vom 19. Februar 2010, 8C_804/2009, E. 3.2.2). Somit darf im Rahmen von 
Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung erfolgen (vgl. CHOPARD, a.a.O., S. 76 f.; implizit auch BGE 124 V 236 E. 3b). Diese 
Rechtsprechung ist gemäss Urteil vom 17. Oktober 2000, C 53/00, auch im Bereich von Art. 44 
Abs. 1 lit. a AVIV anwendbar. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 6. Juni 2012, 
8C_872/2011, E. 4.2 (unter Hinweis auf GUIDO JENNY, Basler Kommentar Strafrecht I, 
NIGGLI/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basel 2007, S. 295) die Frage beantwortet, wann ein Verhalten 
(eventual)vorsätzlich und wann ein solches (bewusst)fahrlässig ist. Es führte aus, dass Eventu-
alvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensseite übereinstimmen würden; beide 
Male sei der handelnden Person die Möglichkeit und das Risiko der Tatbestandsverwirklichung 
bewusst. Die entscheidende Differenz liege auf der Willensseite. Auch wer jene Möglichkeit 
erkenne, könne sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit 
der Einstellung handeln, dass schon nichts passieren werde. Das sei der Fall der bewussten 
Fahrlässigkeit. Demgegenüber erfordere der Eventualvorsatz, dass die handelnde Person sich 
für die Tatbestandsverwirklichung entscheide, sie in Kauf nehme und ernstlich in Rechnung 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

stelle. Eventualvorsatz liegt also vor, wenn die handelnde Person den Eintritt des tatbestandli-
chen Erfolgs zwar nicht mit Gewissheit voraussieht, aber doch ernsthaft für möglich hält und ihn 
für den Fall des Eintritts in Kauf nimmt. (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 
8C_504/2007, E. 5.3.2 mit Hinweis). 
 
5.2 Aufgrund der glaubhaften Schilderungen der Arbeitgeberin steht fest, dass es beim 
Beschwerdeführer seit dem 30. September 2013 mehrmals zu Fehlzeiten kam. Neben der 
Fehlzeit wurde dem Beschwerdeführer auch die Missachtung von Regeln und Abmachungen 
sowie mangelnde Pünktlichkeit vorgeworfen. Diese Tatsachen führten zur schriftlichen Verwar-
nung, welche mit einer Kündigungsandrohung als Ausdruck der Ernsthaftigkeit der Äusserung 
ergänzt wurde. Diese ganzen Kritikpunkte wurden vom Beschwerdeführer – wie bereits erwähnt 
– nicht bestritten. Trotz dieser Verwarnung blieb der Beschwerdeführer am 13. Oktober 2013 – 
und damit nur drei Tage nach der schriftlichen Verwarnung – unentschuldigt der Arbeit fern. Mit 
dieser Absenz verletzte der Beschwerdeführer gerade jene arbeitsvertraglichen Pflichten, für 
deren Missachtung er nur drei Tage zuvor ausdrücklich verwarnt worden war. Er legte daher ein 
Verhalten an den Tag, bei dem eine vernünftig handelnde Person damit rechnen musste, dass 
es die Fortdauer des Arbeitsverhältnisses gefährden könnte. Die Tatsache, dass es sich bei 
diesem Arbeitseinsatz wie vom Beschwerdeführer vorgebracht, um einen kurzfristigen und 
mündlich mitgeteilten Einsatz gehandelt habe, vermag daran nichts zu ändern. Unter diesen 
Umständen ist die Auflösung des Arbeitsverhältnisses nachvollziehbar und es steht fest, dass 
der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten das Risiko, arbeitslos zu werden, zumindest even-
tualvorsätzlich in Kauf genommen hat.  
 
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein pflichtwidriges Verhalten in beweismässi-
ger Hinsicht klar ausgewiesen und ein Verschulden an der Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 
Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 AVIV demnach zu bejahen ist. Unter diesen Umständen 
hat die Unia die Anspruchsberechtigung zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit 
vorübergehend eingestellt.  
 
6.1 Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung von 26 Tagen. Die Dauer der Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Ein-
stellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 Tage bei leichtem (lit. a), 
16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschulden. Nach 
§ 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts bzw. bei 
Präsidialentscheiden deren präsidierende Person die angefochtene Verfügung auch auf deren 
Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der von der Kasse ange-
ordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielraum 
ein. 
 
6.2 Die Unia stellte den Beschwerdeführer in der Verfügung vom 17. März 2014  wegen 
selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 26 Tagen in der Anspruchsberechtigung 
ein und ging damit von einem mittelschweren Verschulden aus. Im Einspracheentscheid vom 
17. Juni 2014 hielt sie an der Anzahl Einstelltage fest. 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.3 Das Verschulden des Beschwerdeführers ist unter Berücksichtigung aller objektiven 
und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen. Aufgrund der in den Erwägungen 4 und 5 ge-
machten Ausführungen steht fest, dass der Versicherte durch sein Verhalten die Mitverantwor-
tung für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses trägt. Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist zu 
berücksichtigen, dass er die ihm übertragenen Arbeiten offensichtlich während mehr als acht 
Jahren zufriedenstellend erfüllt hat. In Anbetracht, dass der Beschwerdeführer durch sein Ver-
halten eine Arbeitslosigkeit zumindest eventualvorsätzlich in Kauf genommen hatte, ist eine 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung im mittelschweren Bereich von 26 Tagen jedoch nicht 
zu beanstanden. Die Unia hat ihr Ermessen in Würdigung aller Umstände somit pflichtgemäss 
ausgeübt. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. Juni 2014 ist unter diesen Umstän-
den zu bestätigen und die dagegen gerichtete Beschwerde abzuweisen. 
 
7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess 
vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor-
liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Pro-
zessausgang entsprechend wettzuschlagen. 
 
  

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.