# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac2f3380-4d09-5177-88d1-6c6b81067ebf
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.11.2010 BG.2010.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2010-18_2010-11-25.pdf

## Full Text

Entscheid vom 25. November 2010  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Joséphine Contu, 
Gerichtsschreiberin Andrea Bütler 

   
 
Parteien 

  
STRAFKAMMER DES BUNDESSTRAFGERICHTS, 

Gesuchstellerin 
 

 gegen 
   

1. OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH, 
ZWANGSMASSNAHMENGERICHT, 

 
2. ZWANGSMASSNAHMENGERICHT BERN, 
 
3. TRIBUNAL DES MESURES DE CONTRAINTE 

LAUSANNE, 
 
4. GIUDICE DEI PROVVEDIMENTI COERCITIVI 

LUGANO, 
 
5. BUNDESANWALTSCHAFT BERN, 

Gesuchsgegner 
 

Gegenstand  Örtliche Zuständigkeit (Art. 279 Abs. 1 BStP i.V.m. 
Art. 345 StGB) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BG.2010.18 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- die Strafkammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend „Strafkammer“) am 
25. Oktober 2010 mit einem Gesuch an die I. Beschwerdekammer gelangt 
ist und beantragt, die Zuständigkeit der kantonalen Zwangsmassnahmen-
gerichte bei Verfahren vor dem Bundesstrafgericht ab dem 1. Januar 2011 
wie folgt festzulegen (act. 1): 

 
 „1. Sofern die Verfahrenssprache französisch ist, 

1.1  jenes des Kantons Waadt, wenn das Vorverfahren von der Zweignieder-
lassung Lausanne oder der Bundesanwaltschaft geführt wurde; 

1.2  jenes des Kantons Bern, wenn das Vorverfahren von der Bundesanwalt-
schaft am Hauptsitz Bern geführt wurde; 

 2. Sofern die Verfahrenssprache italienisch ist, jenes des Kantons Tessin; 
3. Sofern die Verfahrenssprache deutsch ist, jenes, wo das Vorverfahren geführt 

wurde (Bern oder Zürich).“ 
 
- die künftigen Zwangsmassnahmengerichte sowie die Bundesanwaltschaft 

Bern am 2. November 2010 zur Gesuchsantwort eingeladen wurden 
(act. 2); 

 
-  das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Zürich am 8. November 2010 

erklärt, sich den Überlegungen der Strafkammer anschliessen zu können 
(act. 4); die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 9. November 2010 mit-
teilt, keine Bemerkungen zu haben, die vorgeschlagene Lösung aber als 
sinnvoll erachte (act. 5); sich das Zwangmassnahmengericht des Kantons 
Bern mit Schreiben vom 12. November 2010 letzterer Einschätzung an-
schliesst (act. 7); das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Tessin die 
Frage nach der Zuständigkeit der I. Beschwerdekammer aufwirft; in der 
Sache die Ansicht vertritt, für die Bestimmung der Zuständigkeit der 
Zwangsmassnahmengerichte bei Verfahren auf Bundesebene sei in erster 
Linie gestützt auf Art. 65 Abs. 2 StBOG der Ort des Sitzes derjenigen Bun-
desanwaltschaft massgebend, in deren Zuständigkeitsbereich das Verfah-
ren geführt werde, wobei die Verfahrenssprache unbeachtlich sei (act. 6); 
das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Waadt auf eine Eingabe ver-
zichtete; 

 
- die Gesuchsantworten den Parteien am 23. November 2010 wechselseitig 

zur Kenntnis gebracht wurden (act. 8, 9); 
 
- sich die Zuständigkeit der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

zum Entscheid über Gerichtsstandsstreitigkeiten aus Art. 345 StGB i.V.m. 

- 3 - 

 

 

Art. 279 Abs. 1 BStP, Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG und Art. 9 Abs. 2 des Reg-
lements vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht (SR 173.710) ergibt;  

 
-  Voraussetzung für die Anrufung der I. Beschwerdekammer jedoch ist, dass 

jemand wegen einer oder mehrerer strafbarer Handlungen verfolgt wird; 
überdies ein Streit über einen interkantonalen Gerichtsstand vorliegen 
muss, über welchen die Kantone einen Meinungsaustausch durchgeführt 
haben (SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in 
Strafsachen, 2. Aufl., Bern 2004, N. 598 f.); 

 
-  in casu weder eine Person strafrechtlich verfolgt wird, noch ein Streit über 

einen interkantonalen Gerichtsstand vorliegt; es vielmehr um die Beantwor-
tung einer künftig sich stellenden Rechts- bzw. Zuständigkeitsfrage geht; 
die I. Beschwerdekammer zur Klärung dieser Sache nicht zuständig ist;  

 
-  nach dem Gesagten auf das Gesuch nicht einzutreten ist; 
 
-  vorliegend keine Gerichtskosten zu erheben sind (Art. 245 Abs. 1 BStP 

i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG); 
 
 
 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten.  
 
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.  

 
 

Bellinzona, 25. November 2010 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
- Obergericht des Kantons Zürich, Zwangsmassnahmengericht 
- Zwangsmassnahmengericht Bern 
- Tribunal des mesures de contrainte Lausanne 
- Giudice dei provvedimenti coercitivi Lugano 
- Bundesanwaltschaft Bern 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.