# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd0d9a55-48ae-53c2-8b42-4b6e42892ed6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.12.2008 ZB 2008 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2008-34_2008-12-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

____________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 08. Dezember 2008 Schriftlich mitgeteilt am:
ZB 08 34/35

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Riesen-Bienz und Zinsli
Aktuarin ad hoc Fischer

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

der B., Beklagte, Beschwerdeführerin und Beschwerdegegnerin, vertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. Ladina Sturzenegger, ℅ Anwaltsbüro Pool, Via Tinus 3, 7500 
St. Moritz, sowie

des A., Kläger, Beschwerdegegner und Beschwerdeführer, vertreten durch lic. iur. 
Daniel Erne, Via Maistra 76, 7504 Pontresina, 

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Maloja vom 03.10.2008, mitgeteilt 
am 13.10.2008, in Sachen des Klägers, Beschwerdegegners und Beschwerdefüh-
rers gegen die Beklagte, Beschwerdeführerin und Beschwerdegegnerin

betreffend aussergerichtliche Entschädigung

hat sich ergeben:

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A. Die Ehe von A. und B. wurde mit Urteil vom 18. September 2003 des Bezirks-
gerichts Maloja rechtskräftig geschieden. Die aus der Ehe hervorgegangenen Kin-
der C., geboren am _ 1986, und D., geboren am _ 1989, wurden unter die alleinige 
elterliche Sorge der Mutter gestellt. Der Vater wurde zu monatlichen Unterhaltszah-
lungen für die beiden Töchter verpflichtet, welche er bis August 2006 auch entrich-
tete. Als Folge des Ausbleibens weiterer Unterhaltszahlungen leitete B. die Betrei-
bungen Nr. 00A, 00B und 00C (ersetzt durch Betreibung Nr. 00D) ein.

B. Am 5. November 2007 liess A. beim Kreispräsidenten Oberengadin ein Ver-
mittlungsbegehren betreffend Abänderung des Scheidungsurteils des Bezirksge-
richts Maloja vom 18. September 2003 und Rückzahlung von Unterhaltsbeiträgen 
einreichen. Die Sühneverhandlung erfolgte am 30. November 2007. Der Rechtsver-
treter von A. reichte an der Sühneverhandlung schriftlich das Rechtsbegehren ein 
und forderte darin eine Anpassung der mit dem Scheidungsurteil genehmigten Kon-
vention betreffend Unterhaltszahlungen und Rückzug der Betreibungen Nr. 00A, 
00B und 99/7 (ersetzt durch Betreibung Nr. 00D). B. begehrte die vollumfängliche 
Abweisung der Klage. Anlässlich der Sühneverhandlung vereinbarten die Parteien 
im Hinblick auf eine mögliche aussergerichtliche Einigung, das Protokoll vorerst of-
fen zu lassen. Die anschliessenden Versuche, die Angelegenheit einvernehmlich zu 
lösen, scheiterten. Auch die ausseramtliche Vergleichsverhandlung vom 5. Dezem-
ber 2007 und weitere Briefwechsel führten zu keiner Übereinkunft. Mit Datum vom 
1. Februar 2008 stellte der Kreispräsident-Stellvertreter Oberengadin den Leit-
schein aus.

C. A. liess am 25. Februar 2008 beim Bezirksgericht Maloja gegen B. eine Fest-
stellungsklage im Sinne von Art. 85a SchKG einreichen. Er beantragte dem Gericht, 
festzustellen, dass er B. keine Unterhaltsbeiträge mehr schulde und forderte, die 
Betreibungen Nr. 00A, 00B und 00D unter entsprechender Kostenfolge aufzuheben. 

In ihrer Prozessantwort vom 22. April 2008 ersuchte B. den Bezirksgerichtspräsi-
denten Maloja, auf die Klage nicht einzutreten, eventualiter die Klage vollumfänglich 
abzuweisen. 

D. Das Bezirksgericht Maloja erliess am 9. Juni 2008 eine Beweisverfügung. 

E. Mit Schreiben vom 21. August 2008 liess A. seine Klage ohne nähere Be-
gründung zurückziehen und beantragte die Festlegung der Kosten- und Entschädi-
gungsfolge nach richterlichem Ermessen. 

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Auf die Aufforderung des Bezirksgerichtspräsidenten, zur Kosten- und Entschädi-
gungsfolge Stellung zu nehmen, reichte die Rechtsvertreterin von B. am 11. Sep-
tember 2008 eine Honorarnote ein und beantragte: 

„Der Kläger sei zu verpflichten, die vermittleramtlichen, gerichtlichen und 
aussergerichtlichen Kosten vollumfänglich zu tragen. 

Die vermittleramtlichen Kosten betragen Fr. 300.00, die aussergerichtlichen 
Kosten der Beklagten betragen Fr. 7'649.10 und die gerichtlichen Kosten hat 
das Gericht festzusetzen.“ 

F. Daraufhin erliess der Bezirksgerichtspräsident am 3. Oktober 2008 eine Ab-
schreibungsverfügung und erkannte darin: 

„1. Die Klage Nr. 130-2008-27 A. c. B. wird infolge Rückzugs abgeschrieben.

2. Die Kosten der Vermittlung von CHF 300.00 sowie die Gerichtskosten in-
klusive Schreibgebühren von CHF 600.00 hat der Kläger zu tragen.

3. Der Kläger hat die Beklagte mit insgesamt CHF 3'340.00 zuzüglich 7.6 % 
MWSt ausseramtlich zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilungen).“

G. Gegen diese Abschreibungsverfügung liess B. am 3. November 2008 Be-
schwerde an den Kantonsgerichtsausschuss Graubünden mit folgendem Rechts-
begehren erheben:

„1. Es sei die Ziffer 3 der angefochtenen Abschreibungsverfügung des Be-
zirksgerichtspräsidiums Maloja vom 3./13. Oktober 2008 aufzuheben und 
Herr A. sei zu verpflichten, Frau B. mit Fr. 7'649.10 ausseramtlich zu ent-
schädigen. 

2. Unter vollständiger gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüg-
lich 7.6% Mehrwertsteuer für das Berufungsverfahren zulasten des Be-
schwerdebeklagten.“ 

In der Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, die Kürzung der Ho-
norarnote um 50% erscheine gesetzlich unhaltbar. A. habe sämtliche geltend ge-
machten vermittleramtlichen, gerichtlichen und aussergerichtlichen Kosten und Auf-
wendungen verursacht. Eine sorgfältige anfängliche Abklärung der Rechtslage 
durch den Rechtsvertreter von A. hätte gezeigt, dass weder die vor Vermittler an-
hängig gemachte Klage noch die beim Bezirksgericht eingereichte abgeänderte 
Klage Aussichten auf Erfolg gehabt hätten. A. habe sich deshalb nicht in guten 
Treuen zur Prozessführung veranlasst gesehen, weswegen ihm sämtliche Kosten 
zu überbinden seien. Eine andere Kostenverteilung entbehre jeglicher gesetzlichen 
Grundlage, da keine Gründe ersichtlich seien, weshalb vom Grundsatz gemäss Art. 
114 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 122 ZPO abzuweichen wäre. Die massive Reduk-
tion der Honorarnote sei willkürlich und verstosse gegen Art. 114 und Art. 122 Abs. 

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1 - 3 ZPO. Der geltend gemachte Aufwand erweise sich unter den gesamten Um-
ständen des Einzelfalles durchaus als angemessen und sei von A. zu übernehmen.

In seiner Beschwerdeantwort vom 24. November 2008 liess A. was folgt beantra-
gen:

„1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungs-
folge zuzüglich 7.6 % MWSt zu Lasten der Beschwerdeführerin.“

Er machte im Wesentlichen geltend, dass im Vorfeld der aufgeführten Klage zahl-
reiche Betreibungs- und Rechtsöffnungsverfahren gegen A. eingeleitet worden 
seien und die Rechtsvertreterin von B. den Sachverhalt und die entsprechenden 
Akten somit bereits gekannt habe. Darüber hinaus sei der Fall wesentlich weniger 
aufwendig und komplex gewesen als die Rechtsvertreterin in ihrer Beschwerde gel-
tend gemacht habe. Aus dieser Optik erscheine der geltend gemachte Honorarauf-
wand als sehr hoch. Die Kosten für die Rechtsvertretung von A. für das Verfahren 
vor erster Instanz würden sich auf rund Fr. 4'500.00 exkl. MwSt. belaufen. Dies, 
obwohl der Rechtsvertreter – im Gegensatz zur Anwältin von B. – ein umfangreiches 
Aktenstudium zu betreiben gehabt habe. Auch aus diesem Grund erscheine die gel-
tend gemachte Honorarnote als überholt. 

H. Bereits bevor A. seine Beschwerdeantwort einreichen liess, erhob er mit 
Schreiben vom 3. November 2008 (Poststempel) seinerseits Beschwerde gegen die 
Abschreibungsverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Maloja und ersuchte, das 
Ganze nochmals zu überprüfen und die Honorarrechnung um mindestens die Hälfte 
zu kürzen. Zur Begründung führte er an, die Höhe der ausseramtlichen Entschädi-
gung werde dem tatsächlichen Aufwand nicht gerecht.

Zu dieser Beschwerde liess B. am 25. November 2008 eine Vernehmlassung mit 
folgenden Rechtsbegehren einreichen:

„1. Es sei die gegnerische Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.

2. Es sei die Ziffer 3 der angefochtenen Abschreibungsverfügung des Be-
zirksgerichtspräsidiums Maloja vom 3./13. Oktober 2008 aufzuheben und 
Herr A. sei zu verpflichten, Frau B. mit Fr. 7'649.10 ausseramtlich zu ent-
schädigen.

3. Unter vollständiger gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüg-
lich 7.6 % Mehrwertsteuer für das Berufungsverfahren zulasten des Be-
schwerdeführers.“ 

Die Vorinstanz hat auf die Möglichkeit, eine Stellungnahme einzureichen, verzichtet.

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I. Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Abschreibungsverfü-
gung sowie den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerde richtet sich gegen eine Abschreibungsverfügung des Be-
zirksgerichtspräsidenten, mithin gegen einen prozesserledigenden Entscheid, ge-
gen welchen gemäss Art. 232 der kantonalen Zivilprozessordnung (ZPO; BR 
320.000) beim Kantonsgerichtsausschuss Beschwerde geführt werden kann. Auf 
die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichten Rechtsmittel ist somit einzutre-
ten. 

Da es sowohl in der Beschwerde von B., als auch in der Beschwerde von A. um die 
Frage der angemessenen aussergerichtlichen Entschädigung geht, rechtfertigt es 
sich, beide Beschwerden zusammenzulegen, die Anträge gemeinsam zu behan-
deln und hierzu ein einziges Urteil zu erlassen. 

2. Die Rechtsvertreterin von B. reichte am 11. September 2008 ihre Honorar-
note beim Bezirksgericht Maloja ein. In der Folge erliess der Bezirksgerichtspräsi-
dent die Abschreibungsverfügung, ohne die eingereichte Honorarnote der Gegen-
partei zur Stellungnahme zu unterbreiten. Dem Wortlaut von Art. 114 ZPO ist zu 
entnehmen, dass der Gerichtspräsident die Höhe der aussergerichtlichen Entschä-
digung festlegt, sofern diese strittig ist. Um festzustellen, ob ein solcher Streitfall 
vorliegt, muss der Gegenpartei die Möglichkeit eingeräumt werden, zur eingereich-
ten Honorarnote Stellung zu nehmen. Unterlässt dies der Gerichtspräsident – was 
im vorliegenden Fall geschehen ist – liegt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
und damit ein Verfahrensfehler vor (vgl. dazu Urteil KGA vom 01.12.2008, ZB 08 
26). Da dieser Verfahrensfehler jedoch von keiner Partei gerügt wurde, kann auf 
weitere Ausführungen hierzu verzichtet werden. 

3. Beim Prüfen der Honorarnote steht dem Richter ein weites Ermessen zu. In 
die Feststellungen des Bezirksgerichtspräsidenten greift der Kantonsgerichtsaus-
schuss im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens nur dann ein, wenn sich der Ge-
brauch des Ermessens als missbräuchlich erweist oder wenn das Ermessen über-
schritten wird, das heisst, wenn sich ein Ermessensentscheid auf keine sachlich 
vertretbaren Gründe abstützen lässt oder dem Gerechtigkeitsgedanken in stossen-

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der Weise zuwiderläuft. Die angefochtene Verfügung kann somit nur beschränkt – 
im eben umschriebenen Sinne – überprüft werden (vgl. PKG 1987 Nr. 17).

4.a)  Gemäss Art. 114 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 122 Abs. 2 ZPO hat der 
Kläger im Falle des Rückzuges der Klage dem Beklagten grundsätzlich alle durch 
den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. In casu bestehen 
die für B. entstandenen notwendigen Kosten aus einem nach Zeitaufwand berech-
neten Honorar und den Barauslagen. 

b/aa) Zur Berechnung des Honorars nach Zeitaufwand ging die Rechtsvertreterin 
von B. von einem Stundenansatz von Fr. 240.00 aus. Dieser Tarif entspricht dem 
bis zum 23. November 2007 durch den Bündnerischen Anwaltsverband (BAV) emp-
fohlenen Normalansatz, welcher weiterhin als angemessen erscheint und somit 
nicht zu beanstanden ist.

bb) Der in der Honorarnote geltend gemachte Zeitaufwand beläuft sich auf 
31 Stunden und 15 Minuten. Aufgrund der genauen Auflistung aller Positionen ist 
ersichtlich, dass allein 11 Stunden und 30 Minuten des aufgeführten Aufwandes 
rechtliche Abklärungen betreffen. Die Vorinstanz sprach der Rechtsvertreterin von 
B. hingegen lediglich einen Zeitaufwand für rechtliche Abklärungen von 1 Stunde 
und 30 Minuten zu, was einer Reduktion von 10 Stunden entspricht.

In der Beschwerdeschrift vom 3. November 2008 begründete die Rechtsvertreterin 
von B. den grossen Zeitaufwand für Rechtsabklärungen mit der Notwendigkeit, ge-
naue und allseitige rechtliche Abklärungen vornehmen zu müssen, um die Prozess-
aussichten beurteilen und den Mandanten beraten zu können. Des Weiteren seien 
im Vorfeld des Vergleichsgesprächs mit dem Rechtsvertreter der Gegenpartei mi-
nuziöse Vorbereitungen und eine konzise Prüfung der rechtlichen Grundlagen er-
forderlich gewesen. Auch die „Klageänderung“ des Beschwerdegegners habe einen 
zusätzlichen Aufwand verursacht. Im Übrigen habe auch der Klagerückzug vor der 
Hauptverhandlung zu diesem grossen Zeitaufwand geführt, da sie zu jenem Zeit-
punkt bereits Vorbereitungen hinsichtlich des Plädoyers getroffen habe.

Die vom Bezirksgerichtspräsidenten vorgenommene Reduktion des verrechneten 
Aufwands für Rechtsabklärungen erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss jedoch 
als zu rigoros. Indessen kann auch den Ausführungen der Beschwerdeführerin nur 
teilweise gefolgt werden. Einen Aufwand von 11 Stunden und 30 Minuten erachtet 
der Kantonsgerichtsausschuss als unverhältnismässig hoch. Es waren keineswegs 
für eine erfahrene Rechtsanwältin schwierige Rechtsfragen zu klären. Ebenso we-
nig stellte sich der Sachverhalt als komplex dar. Einzig die Feststellungsklage nach 

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Art. 85a SchKG war nicht gerade alltäglich. Aus diesen Gründen erscheint ein 
Zeitaufwand für rechtliche Abklärungen von insgesamt 3 Stunden als angemessen. 

cc) Zu den weiteren durch die Vorinstanz vorgenommenen Kürzungen ist folgen-
des festzuhalten:

13.11.2007: Das Eröffnen des Dossiers gehört, wie dies die Vorinstanz richtig fest-
gestellt hat, nicht zu den anwaltlichen Tätigkeiten, sondern ist Aufgabe des Sekre-
tariats. Die Kosten für das Kanzleipersonal sind im Honoraransatz eingeschlossen 
und die Streichung dieser Position durch die Vorinstanz erfolgte somit zu Recht.

23.11.2007: Nicht zu beanstanden ist auch die Streichung des Zeitaufwandes unter 
der Bezeichnung „Vorbereitung Aktendurchsicht“. Die Rechtsvertreterin von B. 
machte geltend, sie habe auch die nachträglich eingereichten Akten sorgfältig sich-
ten und lesen müssen. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden, zumal es 
sich nur um relativ wenige Akten gehandelt und die Rechtsvertreterin bereits zuvor 
1 Stunde und 30 Minuten für Aktendurchsicht verrechnet hat.

05.12.2007: Die Besprechung mit dem gegnerischen Rechtsvertreter lic. iur. Daniel 
Erne gehört entgegen der Ansicht der Vorinstanz zweifellos zu den anwaltlichen 
Tätigkeiten; insbesondere weil im vorliegenden Fall zu jenem Zeitpunkt der Ab-
schluss eines Vergleichs noch möglich erschien. Diese Position ist somit in der Ho-
norarnote zu belassen.

18.12.2007: Das fragliche Antwortschreiben hat die Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin zusammen mit ihrer Eingabe bezüglich Kostenfrage vom 11. Sep-
tember 2008 beim Bezirksgericht Maloja eingereicht und befindet sich bei den Ak-
ten. Eine Streichung dieser Position ist somit ungerechtfertigt.

21./22.04.2008: Die Rechtsanwältin macht einen Zeitaufwand von 9 Stunden für 
das Abfassen und Korrigieren der Prozessantwort geltend. Da die betreffende 
Rechtsschrift knapp 9 Seiten umfasst, ist der Kantonsgerichtsausschuss der Auf-
fassung, dass ein Aufwand von insgesamt 6 Stunden hinreichend sei. Die durch die 
Vorinstanz vorgenommene Kürzung ist somit entgegen der Auffassung von B. nicht 
willkürlich und mit Art. 114 und Art. 122 ZPO vereinbar.

25.08.2008: Die Streichung des Aufwandes für das Verfassen des Fristerstre-
ckungsgesuchs erscheint ungerechtfertigt. Es kommt immer wieder vor, dass eine 
Anwältin aus stichhaltigen Gründen wie vorliegend Landesabwesenheit verhindert 
ist, eine richterliche Frist einzuhalten, weshalb es zu ihrer Tätigkeit gehört, in sol-

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chen Fällen ein Fristerstreckungsgesuch einzureichen. Der Aufwand wird somit in 
der Honorarnote belassen, jedoch auf 15 Minuten reduziert, da dies für das Abfas-
sen von 2 Sätzen ausreichend ist.

dd) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aufgrund der soeben aufge-
führten Korrekturen und der Reduktion des Zeitaufwandes für rechtliche Abklärun-
gen von 11 Stunden und 30 Minuten auf 3 Stunden gegenüber der Berechnung des 
Bezirksgerichtspräsidenten ein zusätzlicher Zeitaufwand von 4 Stunden und 15 Mi-
nuten ergibt. Der Kantonsgerichtsausschuss erachtet somit einen Zeitaufwand von 
gesamthaft 17 Stunden und 45 Minuten als ausgewiesen, was einem Honorar von 
Fr. 4'260.00 entspricht.

c) Kein Grund besteht für eine Kürzung der Barauslagen für Fotokopien, Porti, 
Telefon und Reisespesen in der Höhe von Fr. 194.10. Die von der Vorinstanz an-
gewendete „3%- Regel“ gilt nicht grundsätzlich, sondern stellt lediglich eine Verein-
fachung für die Anwälte dar. Sofern eine plausible und nachvollziehbare Auflistung 
der jeweiligen Auslagen vorliegt, ist eine Kürzung der Barauslagen unbegründet. In 
casu hat die Rechtsvertreterin von B. in ihrer Honorarnote die Zusammensetzung 
des geltend gemachten Betrages für Barauslagen detailliert aufgeführt. Der Betrag 
von Fr. 194.10 gilt nach dem Gesagten als ausgewiesen und wird in der Honorar-
rechnung belassen. Wie die Vorinstanz auf einen Betrag von Fr. 351.50 kommt, ist 
nicht nachvollziehbar. 

d) Demnach ergibt sich der Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädi-
gung in der Höhe von Fr. 4'792.60, die sich wie folgt zusammensetzt:

Honorar nach Zeitaufwand Fr. 4'260.00
Barauslagen Fr. 194.10
Zwischentotal Fr. 4'454.10
7.6% MwSt. Fr. 338.50

Total Fr. 4'792.60

4. Im Vergleich zum Bezirksgerichtspräsidenten Maloja, welcher die ausserge-
richtliche Entschädigung auf Fr. 3'593.85 inkl. MwSt. festlegte, kommt der Kantons-
gerichtsausschuss auf eine gegen Fr. 1'200.00 höhere Entschädigung. Dieser Un-
terschied ist bei diesem Betrag durch das der Vorinstanz zustehende Ermessen 
nicht mehr gedeckt, respektive lässt sich auf keine sachlich vertretbaren Gründe 

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abstützen, weshalb die Beschwerde von B. teilweise gutzuheissen und die ausser-
gerichtliche Entschädigung auf Fr. 4'792.60 festzusetzen ist. 

5. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich gleichzeitig, dass die Be-
schwerde von A. abzuweisen ist. Insbesondere ist sein Vergleich der der Gegen-
partei zuzusprechenden aussergerichtlichen Entschädigung mit der in Rechnung 
gestellten Gerichtsgebühr unstatthaft, da die Festlegung dieser Beträge nach völlig 
unterschiedlichen Grundsätzen erfolgt.

6. B. ist nur mit rund einem Viertel ihres Begehrens durchgedrungen; indessen 
bestand für sie durchaus Anlass, den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten 
Maloja anzufechten. A. beantragte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde 
von B. und unterlag auch mit seiner eigenen Beschwerde, welche allerdings nur 
wenig Aufwand verursachte. Es rechtfertigt sich daher, die Gerichtskosten von Fr. 
1'500.00 (einschliesslich Schreibgebühr) je zur Hälfte B. sowie A. zu überbinden. 
Bei diesem Verfahrensausgang werden die aussergerichtlichen Kosten wettge-
schlagen.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Beschwerde von B. wird teilweise gutgeheissen, die Ziffer 3 der Abschrei-
bungsverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Maloja vom 3./13. Oktober 
2008 aufgehoben und A. verpflichtet, B. eine Entschädigung von Fr. 4'792.60 
(inkl. MwSt.) zu leisten.

2. Die Beschwerde von A. wird abgewiesen.

3. Die Kosten der Beschwerdeverfahren von Fr. 1'500.00 (einschliesslich 
Schreibgebühr) gehen je zu ½ zu Lasten von B. und zu ½ zu Lasten von A.. 
Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 
grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungs-
beschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das 
Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung 
der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. 
BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Be-
schwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der 
Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

5. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden

Der Präsident Die Aktuarin ad hoc