# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc96ad88-d8b4-5cc5-8dce-b2a307b18e06
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.07.2020 100 2019 189
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-189_2020-07-01.pdf

## Full Text

100.2019.189U
HER/SPA/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Juli 2020

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, 
a.o. Verwaltungsrichterin Baerfuss Klossner
Gerichtsschreiber Spring 

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung in-
folge Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons 
Bern vom 26. April 2019; 2018.POM.515)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.07.2020, Nr. 100.2019.189U, 
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Sachverhalt:

A.

Die thailändische Staatsangehörige A.________ (Jg. 1976) heiratete am 
1. Juli 2005 in … den Schweizer Bürger … (Jg. 1954) und erhielt gestützt 
auf diese Ehe eine Aufenthaltsbewilligung. Seit 23. Juni 2010 ist sie im 
Besitz einer Niederlassungsbewilligung. Das Richteramt Solothurn-Lebern 
verurteilte A.________ am 23. Mai 2017 wegen qualifizierter Wider-
handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Förderung der 
Prostitution, qualifizierter mehrfacher Förderung des rechtswidrigen 
Aufenthalts und mehrfacher Beschäftigung von Ausländerinnen und 
Ausländern ohne Bewilligung unter anderem zu einer bedingten 
Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Am 8. Juni 2018 widerrief das Amt für 
Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP; heute Amt für 
Bevölkerungsdienste [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), die Niederlassungs-
bewilligung von A.________ und wies diese unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Hiergegen erhob A.________ am 9. Juli 2018 Beschwerde bei der Polizei- 
und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; heute Sicherheitsdirektion 
[SID]). Mit Entscheid vom 26. April 2019 wies die POM die Beschwerde ab 
und setzte A.________ eine Ausreisefrist bis zum 21. Juni 2019.

C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 3. Juni 2019 Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid 
sei aufzuheben und die Niederlassungsbewilligung sei nicht zu widerrufen; 
eventuell sei eine Verwarnung auszusprechen.

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Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 14. Juni 2019 die Abweisung 
der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid beson-
ders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und 
Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung der Be-
schwerdeführerin und deren Wegweisung aus der Schweiz.

2.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedin-
gungen erteilt (Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 
[Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20]; vor dem 1.1.2019: 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, 
AuG]). Sie kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 63 
Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG bzw. AuG). Darunter ist eine 

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solche von mehr als einem Jahr zu verstehen, wobei unerheblich ist, ob 
diese (teil)bedingt ausgesprochen wurde (BGE 139 I 145 E. 2.1, 139 I 31 
E. 2.1; BGer 2C_99/2019 vom 28.5.2019 E. 4.2). Vorausgesetzt ist, dass 
das Strafurteil in Rechtskraft erwachsen ist (BVR 2015 S. 391 E. 3.1, 2013 
S. 543 E. 3.1). Der Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe ist 
auch bei Ausländerinnen und Ausländern mit Niederlassungsbewilligung 
anwendbar, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und 
ordnungsgemäss in der Schweiz aufgehalten haben (Art. 63 Abs. 2 AuG in 
der Fassung vom 19. Juni 2015 [AS 2016 S. 1249, 1263], Art. 126 Abs. 1 
AIG analog; vgl. BGer 2C_305/2018 vom 18.11.2019 E. 3.2 mit Hinweis; 
zum Übergangsrecht BGer 2C_329/2009 vom 14.9.2009 E. 2.1). 

2.2 Die Beschwerdeführerin wurde am 23. Mai 2017 rechtskräftig zu 
einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt (vgl. vorne Bst. A). Damit hat 
sie den Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe von Art. 63 Abs. 1 
Bst. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. b AIG gesetzt, was sie anerkennt (Be-
schwerde S. 4). Ob angesichts der Schuldensituation zusätzlich der Wider-
rufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG erfüllt ist (schwerwiegender 
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung), kann wie vor der 
Vorinstanz offenbleiben (angefochtener Entscheid E. 2c; Beschwerde S. 3). 
Die Beschwerdeführerin hält die Entfernungsmassnahme jedoch für unver-
hältnismässig (Beschwerde S. 4 ff.).

2.3 Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung 
sind auch bei Vorliegen eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie auf-
grund der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhält-
nismässig erscheinen (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] 
und Art. 96 AIG). Im Rahmen dieser Prüfung sind die öffentlichen Inter-
essen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der öffentlichen 
Sicherheit und Ordnung und die privaten Interessen der betroffenen Person 
am weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen. Zu be-
rücksichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im 
Einzelfall (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1). Beein-
trächtigt die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Be-
ziehungen oder das Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention [EMRK; SR 0.101]; Art. 13 Abs. 1 BV), bilden Grundlage 

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dieser Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV 
(BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1).

3.

Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
an der Wegweisung richtet sich nach der Schwere des Verschuldens, dem 
Verhalten gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im All-
gemeinen und der Rückfallgefahr.

3.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der länger-
fristigen Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Be-
urteilung des öffentlichen Interesses.

3.1.1 Die Schwere des Verschuldens bemisst sich regelmässig nach der 
Höhe der vom Strafgericht verhängten Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 
[Pra 97/2008 Nr. 87]; BVR 2013 S. 543 E. 4.3). Praxisgemäss sprechen 
Freiheitsstrafen ab 24 Monaten für ein schweres Verschulden, da diese 
Fälle bereits als so gravierend eingestuft werden, dass der vollständige 
Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage kommt und mindestens ein Teil 
zwingend vollzogen werden muss. Auch aus fremdenpolizeilicher Sicht be-
deutet eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 24 Monaten 
in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die schweize-
rische Rechtsordnung (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4, 
zur hier infolge langer Aufenthaltsdauer zwar nicht anwendbaren sog. 
«Reneja-Praxis»; in Bezug auf die Beurteilung des Verschuldens sind die 
Erwägungen dennoch massgeblich).

3.1.2 Das Richteramt Solothurn-Lebern verurteilte die Beschwerde-
führerin am 23. Mai 2017 wegen folgender Straftaten zu einer bedingten 
Freiheitsstrafe von 22 Monaten sowie einer bedingten Geldstrafe von 
60 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- (Probezeit je drei Jahre; Akten MIDI 
pag. 116 ff.):

– Verbrechen gegen das Bundesgesetz vom 3. Oktober 1951 über die 
Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittel-

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gesetz, BetmG; SR 812.121; begangen mindestens von Mitte Februar 
2013 bis am 8.10.2014); 

– mehrfache Förderung der Prostitution (begangen ca. von Mitte Februar 
2013 bis am 8.10.2014); 

– mehrfache Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts in Be-
reicherungsabsicht (begangen ca. von Mitte Februar 2013 bis am 
8.10.2014); 

– mehrfache Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne 
Bewilligung im Wiederholungsfall (begangen vom 13.12.2013 bis am 
8.10.2014). 

Bei dieser Ausgangslage spricht schon allein das Strafmass für ein 
schweres Verschulden, liegt dieses doch nur knapp unter der mass-
geblichen Grenze, ab welcher – unabhängig von den jeweiligen Delikten – 
von einem sehr schweren Verstoss gegen die Rechtsordnung auszugehen 
ist (E. 3.1.1 hiervor; vgl. für gleiche Wertung bei einer 20-monatigen 
Freiheitsstrafe VGE 2015/307 vom 12.8.2016 E. 3.2.1 [bestätigt durch 
BGer 2C_861/2016 vom 21.12.2016]). Dass die Strafe weniger als 24 Mo-
nate beträgt und vollständig aufgeschoben werden konnte, ändert daran 
nichts; die «Zweijahresregel» stellt keine fixe Grenze dar, welche weder 
unter- noch überschritten werden dürfte. Entscheidend ist vielmehr die Ab-
wägung der widerstreitenden öffentlichen und privaten Interessen im 
Einzelfall (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4; BGer 2C_626/2017 vom 
12.1.2018 E. 5; VGE 2018/299 vom 6.11.2019 E. 3.1.2). 

3.1.3 Keine andere Einschätzung des Verschuldens ergibt sich aufgrund 
der konkreten Tatumstände. Die Verurteilung wegen Widerhandlungen 
gegen die Betäubungsmittelgesetzgebung sprach das Gericht in An-
wendung von Art. 19 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Abs. 2 Bst. a BetmG aus (Akten 
MIDI pag. 117). Demnach wusste bzw. musste die Beschwerdeführerin an-
nehmen, dass ihre Widerhandlungen mittelbar oder unmittelbar die Ge-
sundheit vieler Menschen in Gefahr bringen können. Damit hat sie ein qua-
lifiziertes Drogendelikt begangen, bei dem die Rechtsprechung ausländer-
rechtlich eine strenge Praxis verfolgt. Gleiches gilt für die Förderung der 
Prostitution nach Art. 195 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; 
SR 311.0), die eine strafbare Handlung gegen die sexuelle Integrität dar-

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stellt (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 125 II 521 E. 4a/aa; BGer 2C_410/2018 
vom 7.9.2018 E. 5.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3 a.E.). Damit verbunden 
darf gemäss ständiger Rechtsprechung in die Würdigung einfliessen, dass 
das mengenmässig qualifizierte Betäubungsmitteldelikt, die Förderung der 
Prostitution sowie auch die qualifiziert begangene Förderung des rechts-
widrigen Aufenthalts (Art. 116 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 3 Bst. a AuG) An-
lasstaten für eine obligatorische strafrechtliche Landesverweisung sind 
(Art. 66a Abs. 1 Bst. h, n und o StGB). Auch wenn diese Bestimmung hier 
nicht direkt anwendbar ist, weil die Taten vor deren Inkrafttreten begangen 
wurden, unterstreicht sie die Schwere der Gesetzesverletzung und ist den 
darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen (Art. 121 Abs. 3 Bst. a 
BV) insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu über-
geordnetem Recht führt (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGer 2C_204/2018 vom 
9.9.2018 E. 5.2 mit Hinweis). Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die 
Straftaten seien alle im Zusammenhang mit «dem Milieu und den Drogen» 
gestanden (Beschwerde S. 5), stellt dies kein Grund dar, die mit ihrem Tun 
verbundene Gefährdung der einschlägigen Rechtsgüter zu relativieren. 
Auch wenn sie selber Drogen konsumiert haben sollte, hilft ihr das nicht. 
Sie macht nicht geltend, in einer eigentlichen Zwangslage gehandelt zu 
haben (vgl. VGE 2018/299 vom 6.11.2019 E. 3.1.3). Dafür finden sich auch 
in den Akten keine Anhaltspunkte. Bei der Festsetzung des Strafmasses 
wurden mildernde Umstände zudem bereits berücksichtigt. Im ausländer-
rechtlichen Verfahren bleibt daher in der Regel kein Raum, die strafrichter-
liche Beurteilung in Bezug auf das Verschulden zu relativieren (BVR 2013 
S. 543 E. 4.2.3). Zusammen mit der Vorinstanz ist unter ausländerrecht-
lichen Gesichtspunkten auf ein schweres Verschulden der Beschwerde-
führerin zu schliessen (angefochtener Entscheid E. 3a/cc).

3.2 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffent-
lichen Sicherheit und Ordnung im Allgemeinen.

3.2.1 Bei Personen, die mehrfach oder sogar regelmässig delinquiert 
haben, besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherheits-
polizeiliches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte 
oder gar notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die 
betreffende Person von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und 

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führt zum Schluss, dass sie nicht willens oder fähig ist, sich an die hiesige 
Rechtsordnung zu halten (vgl. BGE 139 I 145 E. 3.8; BVR 2013 S. 543 
E. 4.3 mit Hinweisen).

3.2.2 Die Beschwerdeführerin war mehrfach wegen Strassenverkehrs-
delikten bzw. Widerhandlungen gegen das Wirtschaftsgesetz des Kantons 
Solothurn verurteilt worden, die sie in den Jahren 2007-2014 begangen hat. 
Daraus resultierten Bussen zwischen Fr. 40.-- und Fr. 500.-- (vgl. Straf-
verfügungen bzw. Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons 
Solothurn, Akten MIDI pag. 65 f., 75 f., 81 f., 100 f.). Zudem machte sie sich 
der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte schuldig (be-
gangen zwischen dem 14.4.2011 und dem 31.1.2012; vgl. Strafanzeige 
vom 21.5.2012, Akten MIDI pag. 88 f.), was am 11. April 2013 eine Ver-
urteilung durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern zu einer be-
dingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 70.-- und einer Busse von 
Fr. 200.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren nach sich zog (Strafregister-
auszug vom 19.12.2017, Akten MIDI pag. 134). Innerhalb dieser Probezeit 
verurteilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn die Beschwerde-
führerin am 12. Dezember 2013 wegen Förderung des rechtswidrigen Auf-
enthalts und der Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne 
Bewilligung (begangen ca. zwischen Anfang November 2010 und Ende Mai 
2011) zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 80.-- bei 
einer erneuten Probezeit von zwei Jahren (Zusatzstrafe zum Strafbefehl 
vom 11.4.2013; Akten MIDI pag. 97 ff.). Wiederum innerhalb der Probezeit 
erging die Verurteilung des Amtsgerichts Solothurn-Lebern vom 23. Mai 
2017, welche das vorliegende ausländerrechtliche Verfahren ausgelöst hat 
(vgl. vorne E. 3.1.2). Das Gericht hat dementsprechend eine Teilzusatz-
strafe zur Verurteilung vom 12. Dezember 2013 ausgesprochen und die 
Geldstrafen vom 11. April 2013 bzw. 12. Dezember 2013 widerrufen (Akten 
MIDI pag. 117 f., 135). Damit ist die Beschwerdeführerin zwischen 2007 
und Oktober 2014 insgesamt siebenmal strafrechtlich in Erscheinung ge-
treten. Auch wenn ihr nicht geradezu notorische Delinquenz unterstellt 
werden kann, ist aus der Anzahl der Verurteilungen doch zu schliessen, 
dass die Beschwerdeführerin etliche Mühe hat, die schweizerische Rechts-
ordnung zu beachten. Negativ ins Gewicht fällt zudem, dass sie wiederholt 
während laufender Probezeit straffällig geworden ist. Zur Schwere des Ver-

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schuldens trägt neben der Mehrfachdelinquenz die lange Deliktsphase von 
rund sieben Jahren bei. Entgegen der Beschwerdeführerin ist bei ihr zudem 
eine Aggravierungstendenz zu beobachten, da sich das Strafmass – ab-
gesehen vom Strafbefehl vom 6. Juni 2014 (Akten MIDI pag. 100 f.) – mit 
jeder Verurteilung steigerte (vgl. VGE 2017/289 vom 1.5.2018 E. 3.3 [be-
stätigt durch BGer 2C_499/2018 vom 30.8.2018], 2016/88 vom 28.12.2016 
E. 3.3, 2015/315 vom 12.7.2016 E. 3.3). Bei dieser Sachlage ist der 
Schluss der Vorinstanz nicht zu beanstanden, das Verhalten der Be-
schwerdeführerin gegenüber der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ver-
leihe dem sicherheitspolizeilichen Interesse an der Entfernungsmassnahme 
zusätzliches Gewicht (angefochtener Entscheid E. 3b/cc).

3.3 Weiter ist die Rückfallgefahr zu beurteilen:

3.3.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso 
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische 
Person verübt hat. Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt-, 
Sexual- und schweren Betäubungsmitteldelikten, muss, angesichts der von 
diesen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr für die Gesellschaft, aus-
länderrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen 
werden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.2; BVR 2013 S. 543 
E. 4.4.1). Da Art. 5 Anhang I des Freizügigkeitsabkommens (FZA; 
SR 0.142.112.681) hier nicht anwendbar ist, bildet zudem das Vorliegen 
einer gegenwärtigen Gefahr nicht Voraussetzung einer Wegweisungs-
massnahme. Vielmehr dürfen auch generalpräventive Überlegungen mit-
berücksichtigt werden (vgl. BGE 136 II 5 E. 4.2 im Umkehrschluss; 
BGer 2C_393/2017 vom 5.4.2018 E. 3.3.3). Der konkreten Prognose über 
das Wohlverhalten (und somit der Rückfallgefahr) sowie dem Resozia-
lisierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im Rahmen der umfassenden 
fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu tragen; 
die beiden Umstände geben aber nicht den Ausschlag (BGE 136 II 5 
E. 4.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.1 mit Hinweisen). 

3.3.2 Die Beschwerdeführerin hat sich zwischen Februar 2013 und Okto-
ber 2014 insbesondere schwerer Betäubungsmitteldelikte und Delikte 
gegen die sexuelle Integrität schuldig gemacht. Selbst ein relativ geringes 
Rückfallrisiko muss daher nicht hingenommen werden. Ferner hat sie sich 

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weder durch frühere strafrechtliche Verurteilungen noch durch laufende 
Probezeiten beeindrucken lassen. Ihr Verhalten lässt auf eine beträchtliche 
Gleichgültigkeit der hiesigen Rechtsordnung gegenüber schliessen (vorne 
E. 3.2.2). Wohl trifft zu, dass seither keine weiteren nennenswerten Straf-
taten aktenkundig geworden sind. Entgegen dem, was die Beschwerde-
führerin vorbringt (vgl. Beschwerde S. 5), hat die Vorinstanz dieses Wohl-
verhalten aber zu Recht vor dem Hintergrund der erst kürzlich ab-
gelaufenen dreijährigen Probezeit sowie des drohenden ausländerrecht-
lichen Bewilligungswiderrufs relativiert (angefochtener Entscheid E. 3c/bb). 
Klagloses Verhalten wird in solchen Zeiten allgemein erwartet und erlaubt 
kaum Rückschlüsse auf die Bewährung nach Ablauf dieser Zeitspannen 
(vgl. BGE 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BGer 2C_417/2018 vom 
19.11.2018 E. 6.3.2, 2C_159/2017 vom 9.2.2018 E. 2.2.2.1, 2C_260/2016 
vom 6.6.2016 E. 2.3; BVR 2013 S. 543 E. 4.4.3). Es ist daher der seit Ende 
der jüngsten Deliktsperiode vergangene Zeitraum von über fünfeinhalb 
Jahren nicht wesentlich zu ihren Gunsten zu berücksichtigen; dies gilt auch 
für den Umstand, dass die Beschwerdeführerin sich ihren Erklärungen 
nach vom (Prostituierten-)Milieu distanziert hat und versucht, einer regel-
mässigen (legalen) Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. Beschwerde S. 5). 
Erneute Delinquenz aus finanziellen Motiven ist nicht auszuschliessen, da 
sie nach wie vor verschuldet ist und ihre übrigen Lebensumstände sich 
nicht wesentlich verändert haben (vgl. VGE 2018/299 vom 6.11.2019 
E. 3.3.3; hinten E. 4.3.2). Der Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe 
heisst schliesslich nicht, dass keine Rückfallgefahr vorliegt (Beschwerde 
S. 6); denn ausländerrechtlich ist ein strengerer Beurteilungsmassstab an-
zulegen als im Strafverfahren (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Unter diesen Um-
ständen kann entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin eine ge-
wisse Rückfallgefahr nicht gänzlich ausgeschlossen werden (Beschwerde 
S. 6). Abgesehen davon durfte die Vorinstanz bei der Beurteilung der Rück-
fallgefahr auch generalpräventive Überlegungen einbeziehen, da die Be-
schwerdeführerin als Drittstaatsangehörige nicht in Freizügigkeitsrechten 
gemäss dem FZA eingeschränkt wird (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Daran ändert 
nichts, dass durch die Entfernungsmassnahme die Pflege familiärer Be-
ziehungen oder das Privatleben beeinträchtigt werden kann (Beschwerde 
S. 5 f.; vgl. VGE 2018/299 vom 6.11.2019 E. 3.3.3 und 5.2). Zu Recht 
bringt die Beschwerdeführerin im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

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verfahren nicht mehr vor (anders noch vorinstanzlich, Vorakten POM 
pag. 18 f.), dass sie eine «biographische Kehrtwende» vollzogen habe, 
welche im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für das Aus-
bleiben weiterer Straftaten sprechen könnte (angefochtener Entscheid E. 5; 
vgl. dazu aus der jüngeren Praxis etwa BGer 2C_1077/2018 vom 6.6.2019 
E. 4.6, 2C_634/2018 vom 5.2.2019 E. 6.3.1 f. mit Hinweisen). Mit der Vor-
instanz kann unter der Berücksichtigung von generalpräventiven Gesichts-
punkten selbst eine geringe Rückfallgefahr nicht hingenommen werden 
(angefochtener Entscheid E. 3c/cc).

3.4 Insgesamt ist die Vorinstanz zu Recht von einem gewichtigen 
öffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der 
damit verbundenen Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz 
ausgegangen (angefochtener Entscheid E. 3d).

4.

Hinsichtlich der privaten Interessen, die der Entfernungsmassnahme ent-
gegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration 
in der Schweiz sowie die der Beschwerdeführerin und deren Familie 
drohenden Nachteile zu berücksichtigen. 

4.1 Je länger eine Ausländerin oder ein Ausländer in der Schweiz an-
wesend war, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die An-
ordnung eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu stellen. Zu be-
rücksichtigen ist auch, in welchem Alter die ausländische Person in die 
Schweiz eingereist ist. Selbst wenn sie hier geboren wurde und ihr ganzes 
bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausländerin oder Ausländer 
der «zweiten Generation»), ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies für ausländische Personen, die 
wie die Beschwerdeführerin als Erwachsene hierher gelangt sind 
(BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1). Der Bewilligungswiderruf ist 
auch nach längerem Aufenthalt in der Schweiz eher zulässig, wenn die 
ausländische Person in der Schweiz nicht integriert ist (vgl. BGE 139 I 31 
E. 3.2; BGer 2A.119/2001 vom 15.10.2001 E. 2b; BVR 2015 S. 487 

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[VGE 2014/339 vom 23.3.2015] nicht publ. 4.1; zum Ganzen BVR 2013 
S. 543 E. 5.1).

4.2 Die heute 44-jährige Beschwerdeführerin hält sich seit Mai 2005 
und damit seit 15 Jahren rechtmässig in der Schweiz auf (vgl. Akten MIDI 
pag. 40). Ihre Aufenthaltsdauer fällt damit vergleichsweise lang aus. Die 
Beschwerdeführerin hat aber die prägenden Abschnitte ihrer Kindheit und 
Jugend sowie den ersten Teil ihres Erwachsenenlebens in der Heimat ver-
bracht; dort wurde sie sozialisiert. Sie verbrachte 143 Tage in Unter-
suchungshaft (vgl. Akten MIDI pag. 118). Seit Juni 2018 beruht ihre An-
wesenheit einzig auf der aufschiebenden Wirkung der im ausländerrecht-
lichen Verfahren erhobenen Rechtsmittel (vorne Bst. B und C). Der Dauer 
des Aufenthalts in Untersuchungshaft und des Aufenthalts aufgrund einer 
vorläufigen Duldung ist kein besonderes Gewicht beizumessen 
(BGE 137 II 1 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 E. 5.1). Die entsprechende Zeit 
kann für die Interessenabwägung nicht ausschlaggebend sein, was aber 
mit der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 7) nichts daran ändert, 
dass sie sich vergleichsweise lang in der Schweiz aufhält.

4.3 Wie die Vorinstanz richtig erkannt hat, ist die Integration der Be-
schwerdeführerin in die hiesigen Verhältnisse nicht gelungen (an-
gefochtener Entscheid E. 4c/cc):

4.3.1 Zunächst hat die Beschwerdeführerin seit ihrer Einreise im 2005 
wiederholt delinquiert, was wesentlich gegen eine erfolgreiche Integration 
spricht; die Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung stellt einen zen-
tralen Aspekt jeglicher Integration dar (Art. 4 Bst. a der hier noch anwend-
baren Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Aus-
länderinnen und Ausländern [VIntA; AS 2007 S. 5551]; heute Art. 58a 
Abs. 1 Bst. a AIG).

4.3.2 Die Beschwerdeführerin führte 2006 und 2007 einen Thai-Massage-
Salon (Akten MIDI pag. 56 f., 62, 64, 163). Zum Teil war sie nebenbei noch 
im Geschäft ihres Ehemanns tätig (Akten MIDI pag. 59). In der Zeitspanne 
von (mindestens) 2008 bis Oktober 2014 arbeitete sie (zusätzlich) in ver-
schiedenen Lokalen im Milieu (Akten MIDI pag. 68, 72, 75, 78, 84, 163). 
Sie bezeichnete sich dementsprechend selber als «Betreiberin einer 

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Seite 13

klassischen Rotlicht-Thai-Massage-Bar» (Akten MIDI pag. 155). Laut 
eigenen Angaben waren ihre Geschäfte zumindest zeitweise «nicht selbst-
tragend» (Akten MIDI pag. 85). Während der verfahrensauslösenden Straf-
untersuchung befand sich die Beschwerdeführerin von September 2015 bis 
Februar 2016 in Untersuchungshaft (Akten MIDI pag. 118, 155). Vom 
18. April 2016 bis zum 23. Dezember 2016 hatte sie eine befristete Vollzeit-
anstellung als «Mitarbeiterin Fabrikation» inne (Akten MIDI pag. 159, 161). 
Über eine Personalvermittlung führte sie vom 3. Mai 2017 bis zum 4. Sep-
tember 2017 temporäre Einsätze als Betriebsmitarbeiterin durch (Akten 
MIDI pag. 162). Bei beiden Anstellungen erhielt sie von ihren Arbeitgebern 
ein positives Arbeitszeugnis (Akten MIDI pag. 161 f.). Von Mai 2018 bis De-
zember 2018 nahm sie über eine Personalvermittlung weitere temporäre 
Arbeitseinsätze wahr – zumeist bei der gleichen Firma in einem Voll-
zeitpensum (Vorakten POM 3A1, Beilagen zur Eingabe vom 3.1.2019). Ab 
dem 29. April 2019 war sie als «CNC-Operateurin/Ungelernt» in einer ver-
mittelten Vollzeitanstellung tätig. Obwohl der Vertrag vom 23. April 2019 die 
Einsatzdauer als «unbestimmt» bezeichnet, hält er zugleich fest, dass der 
Einsatz längstens drei Monate dauert (Beschwerdebeilage [BB] 3). Dass 
der Einsatz verlängert wurde oder sie anderweitig einer Erwerbstätigkeit 
nachgeht, wird von ihr nicht vorgebracht. Es ist der Beschwerdeführerin zu-
gute zu halten, dass sie sich – besonders nach dem verfahrens-
auslösenden Strafverfahren – immer wieder um eine Anstellung bemühte. 
Ihre wirtschaftliche Integration ist jedoch in mehrfacher Hinsicht zu rela-
tivieren: Über rund sechs Jahre hat sie ihren Lebensunterhalt im Milieu und 
dabei zumindest teilweise durch deliktisches Handeln verdient (vgl. vorne 
E. 3.2.2). Von 2016 bis 2019 wechselte sie aufgrund vermittelter Temporär-
anstellungen häufig den Arbeitgeber. Zumeist arbeitete sie für einen mini-
malen Stundenlohn. Sie verfügt damit über keine stabile Erwerbssituation, 
was bei der beruflich-wirtschaftlichen Integration entgegen ihrem Vor-
bringen berücksichtigt werden darf (Beschwerde S. 7; vgl. 
BGer 2C_55/2018 vom 6.2.2019 E. 3.2, 2C_338/2018 vom 23.08.2018 
E. 2.4; VGE 2018/170 vom 31.1.2019 E. 5.3). Dass die Beschwerdeführerin 
soweit aktenkundig in der Schweiz nie Sozialhilfe bezogen hat, ändert 
daran nichts (Akten MIDI pag. 136, 140). Des Weiteren ist sie nicht 
schuldenfrei: Der Auszug aus dem Betreibungsregister vom 11. Dezember 
2017 wies Verlustscheine von Fr. 60'886.95 und Betreibungen von 

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Fr. 12'492.65 aus (Akten MIDI pag. 131; Beschwerde S. 3). Gemäss dem 
aktuellsten in den Akten verfügbaren Auszug aus dem Betreibungsregister 
vom 28. Juni 2018 konnten die Betreibungen zwar auf Fr. 3'850.-- reduziert 
werden. Die Verlustscheine haben sich jedoch nicht verringert (Vorakten 
POM 3A1, BB 3). Mit Blick auf ihre bisherigen Anstellungen ist nicht zu er-
warten, dass sich die finanzielle Situation in absehbarer Zeit grundlegend 
verbessern wird. Die behaupteten Bemühungen zum Schuldenabbau 
bleiben unbelegt (Beschwerde S. 7). Ihre beruflich-wirtschaftliche Inte-
gration zeigt sich damit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz insgesamt 
als unterdurchschnittlich (angefochtener Entscheid E. 4c/aa).

4.3.3 In sozialer Hinsicht ist nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
nebst der intakten ehelichen Beziehung weitere in besonderem Mass ge-
festigte Kontakte oder Freundschaften zur einheimischen Bevölkerung 
pflegen würde. Durch den Betrieb der «Rotlicht-Thai-Massage-Bar» scheint 
sie viel eher soziale Kontakte zu Personen aus dem thailändischen Kultur-
kreis gepflegt zu haben (Akten MIDI pag. 90 ff., 97, 116 ff., 163). Die pau-
schale Behauptung, sie arbeite «mit Schweizern zusammen» und pflege 
«regelmässige Kontakte mit der Familie und im Bekanntenkreis», reichen 
hierfür nicht aus (Beschwerde S. 7). Angesichts der ihr obliegenden Mit-
wirkungspflicht wäre es an ihr selber, solche Kontakte konkret darzutun und 
sachdienlich zu belegen (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AIG und 
dazu etwa BGE 138 II 229 E. 3.2.3; BGer 2C_1033/2014 vom 29.4.2015 
E. 2.3; BVR 2015 S. 91 E. 5.5, 2010 S. 541 E. 4.2.3). In Frage zu stellen ist 
auch die Integration in sprachlicher Hinsicht. Die Beschwerdeführerin be-
zeichnete ihre Deutschkenntnisse selber als «80-90 % im Verstehen und 
60-70 % beim Schreiben» (Akten MIDI pag. 137). Die polizeiliche Ein-
vernahme im Jahr 2012 im Beisein ihres Ehemanns als Übersetzer liegt 
zwar tatsächlich einige Zeit zurück. Da sie sich damals schon sieben Jahre 
in der Schweiz aufhielt und auch heute noch regelmässigen Deutsch-
unterricht nimmt (Beschwerde S. 7), muss zumindest davon ausgegangen 
werden, dass ihr die hiesige Sprache bis heute gewisse Schwierigkeiten 
bereitet (vgl. auch VGE 2018/299 vom 6.11.2019 E. 4.3.3, 2018/305 vom 
31.7.2019 E. 4.3.4). Weder in sozialer noch in sprachlicher Hinsicht wird 
damit ein bedeutendes privates Interesse am weiteren Verbleib in der 
Schweiz begründet.

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4.4 Zu würdigen sind weiter die der Beschwerdeführerin und ihren An-
gehörigen durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile: 

4.4.1 Hinsichtlich der Rückkehr nach Thailand ist von Bedeutung, dass 
die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland aufgewachsen und bis im 
Alter von 29 Jahren gelebt hat. Unter diesen Umständen ist davon aus-
zugehen, dass sie mit der Kultur und Sprache ihrer Heimat nach wie vor 
eng verbunden ist. Sie ist im Übrigen während ihres Aufenthalts in der 
Schweiz in die Heimat zurückgekehrt; aktenkundig ist ein Thailand-
Aufenthalt im Jahr 2018 zur Erledigung von «diverse[n] Angelegenheiten» 
(Akten MIDI pag. 129). Zudem scheint sie in Thailand auf ein gewisses fa-
miliäres Netz zurückgreifen zu können (Akten MIDI pag. 26, 164). Die Be-
schwerdeführerin hat in Thailand eine universitäre Ausbildung genossen. 
Sie hat in ihrem Heimatland unter anderem als Buchhalterin und im 
Marketing gearbeitet bzw. ist einer selbständigen Erwerbstätigkeit im 
Handel mit lokalen Produkten nachgegangen (Akten MIDI pag. 27 ff., 164). 
Unter diesen Umständen ist von guten Voraussetzungen auszugehen, dass 
die unbestrittenermassen gesunde und arbeitsfähige Beschwerdeführerin 
in ihrer Heimat innert absehbarer Zeit beruflich Fuss fassen kann. Es kann 
damit nicht die Rede davon sein, dass sie in Thailand «vor dem Nichts» 
stehe (Beschwerde S. 8). Wohl trifft zu, dass die dortigen Lebensumstände 
und die wirtschaftliche Situation schwieriger sind als in der Schweiz. Darin 
liegen jedoch keine spezifischen persönlichen Umstände, welche eine Aus-
reise als unzumutbar erscheinen liessen, zumal hiervon nicht allein die Be-
schwerdeführerin, sondern die gesamte dort lebende Bevölkerung betroffen 
ist (vgl. BGE 139 II 393 E. 6; BGer 2C_515/2017 vom 22.11.2017 E. 3.2.2, 
2C_904/2010 vom 27.4.2011 E. 2.3.2 [betreffend Rückkehr nach Thailand]; 
BVR 2015 S. 487 [VGE 2014/339 vom 23.3.2015, bestätigt durch 
BGer 2C_338/2015 und 2D_22/2015 vom 12.5.2015] nicht publ. E. 4.4.1). 
Unter dem Aspekt der Reintegration erweist sich die Rückkehr nach Thai-
land insgesamt trotz längerer Abwesenheit ohne weiteres als zumutbar.

4.4.2 In familiärer Hinsicht steht die Beziehung der Beschwerdeführerin 
zu ihrem Ehemann bzw. ihrer in der Schweiz lebenden Schwester zur Dis-
kussion. Sie leitet daraus unter Berufung auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV 
ein gewichtiges Interesse an ihrem Verbleib in der Schweiz ab. Sie macht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.07.2020, Nr. 100.2019.189U, 
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insbesondere geltend, sie lebe in einer intakten Ehe und ihrem Ehemann 
sei es nicht zumutbar, ihr nach Thailand zu folgen (Beschwerde S. 8 f.). 
– Die Beschwerdeführerin ist seit 15 Jahren mit ihrem Schweizer Ehemann 
verheiratet. Das Paar hat ein namhaftes Interesse daran, die Ehe weiterhin 
in der Schweiz zu leben. Was die Beschwerdeführerin betrifft, vermochte 
sie die langjährige und intakte Ehe nicht davon abzuhalten, mehrfach zu 
delinquieren. Mit ihrem Verhalten hat sie den Fortbestand ihres Familien-
lebens in der Schweiz selbstverschuldet und mutwillig aufs Spiel gesetzt. 
Daher hat sie es hinzunehmen, wenn die Beziehung zu ihrem Ehemann 
künftig nur noch unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann 
(BGer 2C_702/2019 vom 19.12.2019 E. 3.5.2). Für den Ehemann dürfte 
eine Wohnsitzverlegung nach Thailand mit Schwierigkeiten verbunden 
sein, obwohl ihm dieses Land durch mehrere Besuche nicht fremd ist 
(Akten MIDI pag. 163). Da vor Verwaltungsgericht rechtsgenüglich nach-
gewiesen werden konnte, dass er über das Erreichen des ordentlichen 
Rentenalters in seiner Firma tätig sein will, kann ihm die Nachfolge nach 
Thailand nicht ohne weiteres zugemutet werden (BB 4-6). Bei einer ört-
lichen Trennung der Eheleute würden die persönlichen Kontakte zwischen 
ihnen zwar erschwert; sie könnten ihre Beziehung aber über die modernen 
Kommunikationsmittel und im Rahmen gegenseitiger Besuche pflegen. Der 
mit der Wegweisung bewirkte Eingriff in das Familienleben ist auch insofern 
zu relativieren, als die Verurteilung vom 23. Mai 2017 einen späteren Auf-
enthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht ein für alle Mal verun-
möglicht. Besteht ein Bewilligungsanspruch fort und kann dannzumal an-
genommen werden, dass sie sich in ihrer Heimat bewährt und keine Gefahr 
für die hiesige Sicherheit und Ordnung mehr bildet, kann sie um Neu-
erteilung einer Bewilligung ersuchen (vgl. BVR 2015 S. 391 E. 4.2 und 7.4; 
BGer 2C_99/2019 vom 28.5.2019 E. 6.4.2 f. mit Hinweisen). Was die Be-
ziehung zu ihrer in der Schweiz lebenden Schwester angeht, kann diese im 
Rahmen der Interessenabwägung nicht wesentlich zu Gunsten der Be-
schwerdeführerin ins Gewicht fallen (Beschwerde S. 8). Die Pflege dieser 
für die Beschwerdeführerin wichtigen Beziehung ausserhalb der Kern-
familie würde durch ihre Wegweisung zwar eingeschränkt. Es bestehen je-
doch keine Anhaltspunkte für ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis, 
weswegen diese Beziehung nicht im Schutzbereich von Art. 8 EMRK und 
Art. 13 BV liegt (vgl. etwa BGE 144 II 1 E. 6.1). Weitere besondere Um-

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stände, die auf Seiten des privaten Interesses stark ins Gewicht fallen 
könnten, liegen nicht vor (vgl. anders etwa BGer 2C_1062/2019 vom 
5.5.2020 E. 6.2).

4.5 Das Recht auf Privatleben gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK, auf welches 
sich die Beschwerdeführerin weiter beruft (Beschwerde S. 8), kann durch 
eine Entfernungsmassnahme verletzt werden, wenn die wegzuweisende 
Person in der Schweiz besonders intensive Beziehungen hat, die über eine 
normale Integration beruflicher oder gesellschaftlicher Natur hinausgehen. 
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist nach einer recht-
mässigen Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren davon auszugehen, dass 
die sozialen Beziehungen in der Schweiz so eng geworden sind, dass eine 
Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf. Im Einzelfall kann es 
sich aber anders verhalten und die Integration auch bei einer über zehn-
jährigen Anwesenheit für die Aufrechterhaltung der Bewilligung (noch) nicht 
genügen (BGE 144 I 266 E. 3.9 mit Hinweisen; vgl. auch 
BGer 2C_436/2018 vom 8.11.2018 E. 2.3, 2C_1035/2017 vom 20.7.2018 
E. 5.1). Es ist im Rahmen einer Gesamtabwägung zu beurteilen, ob Art. 8 
EMRK im Ergebnis verletzt ist (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.8; BVR 2019 S. 314 
E. 5.2.1 [bestätigt durch BGer 2C_292/2019 vom 8.4.2019]). – Die Be-
schwerdeführerin lebt über zehn Jahre in der Schweiz (vgl. vorne E. 4.2). In 
die hiesigen Verhältnisse zu integrieren vermocht hat sie sich aber weder 
sozial noch wirtschaftlich; ihre Mehrfachdelinquenz über viele Jahre betont 
die fehlende Integration in der hiesigen Gesellschaft. Es spricht somit 
einiges dafür, dass der Schutzbereich des Privatlebens von vornherein 
nicht betroffen ist (zur Gesamtabwägung hinten E. 5.1).

4.6 Zusammenfassend fällt somit auf privater Seite vorab die Beziehung 
der Beschwerdeführerin zu ihrem Ehemann ins Gewicht. Die recht lange 
Aufenthaltsdauer in der Schweiz ist hingegen insbesondere mit Blick auf 
die nicht gelungene Integration deutlich zu relativieren; zudem stehen ihrer 
Rückkehr nach Thailand keine wesentlichen Hindernisse entgegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.07.2020, Nr. 100.2019.189U, 
Seite 18

5.

5.1 In der Gesamtabwägung ergibt sich, dass die Vorinstanz die öffent-
lichen Interessen zu Recht als überwiegend beurteilt hat: Die Beschwerde-
führerin wurde unter anderem wegen schwerer Betäubungsmitteldelikte 
und Delikte gegen die sexuelle Integrität zu einer 22-monatigen Freiheits-
strafe verurteilt, womit sie sich ein schweres ausländerrechtliches Ver-
schulden vorwerfen lassen muss. Bereits zuvor war sie mehrmals – zum 
Teil innerhalb der Probezeiten – straffällig geworden. Im Verbund mit einer 
gewissen Rückfallgefahr und generalpräventiven Überlegungen begründet 
dies ein gewichtiges öffentliches Interesse an ihrer Fernhaltung. Die lange 
Aufenthaltsdauer in der Schweiz ist aufgrund der sowohl in beruflich-
wirtschaftlicher als auch sozialer Hinsicht nicht gelungenen Integration zu 
relativieren. Bedeutende Hindernisse stehen der Rückkehr der Be-
schwerdeführerin nach Thailand nicht entgegen. In familiärer Hinsicht wird 
zwar die Beziehung zu ihrem Ehemann eingeschränkt, sollte er in der 
Schweiz verbleiben. Den Kontakt können die beiden jedoch weiterhin 
pflegen. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung 
der Beschwerdeführerin aus der Schweiz erweisen sich demnach auch im 
Licht von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV als verhältnismässig. Unter 
diesen Umständen fällt die von der Beschwerdeführerin im Eventualstand-
punkt (vorne Bst. C) beantragte Verwarnung unter (blosser) Androhung des 
Bewilligungswiderrufs nach Art. 96 Abs. 2 AIG ausser Betracht; eine solche 
würde den öffentlichen Interessen an der Wegweisung nicht gerecht.

5.2 Bei diesem Ergebnis kann auf die Durchführung einer Partei-
befragung verzichtet werden, wie es die Beschwerdeführerin unter ver-
schiedenen Aspekten beantragt (Beschwerde S. 5 ff., 10). Der Sachverhalt 
ergibt sich hinreichend aus den Akten und die rechtliche Beurteilung hängt 
unter den gegebenen Umständen nicht entscheidend vom persönlichen 
Eindruck ab (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 21 N. 6). Der Beweisantrag wird daher abgewiesen (vgl. 
zur sog. antizipierten Beweiswürdigung statt vieler BVR 2017 S. 556 E. 7.4; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 18 N. 9 f.). Der angefochtene Ent-
scheid hält demnach der Rechtskontrolle stand.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 01.07.2020, Nr. 100.2019.189U, 
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6.

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 
Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine 
neue anzusetzen (vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). Sie beträgt nach der Praxis 
des Verwaltungsgerichts in der Regel sechs Wochen, wobei bei der Be-
messung besondere Umstände zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d 
Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige besondere Lage aufgrund des Coronavirus 
rechtfertigt eine etwas längere Frist bis Ende August 2020. Sollte die Aus-
reise bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Reisebeschränkungen nicht 
möglich sein, ist es Sache der Migrationsbehörde, eine neue Frist anzu-
setzen.

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin ver-
fahrenskostenpflichtig; Anspruch auf Parteikostenersatz hat sie nicht 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 31. August 2020.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'500.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.