# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 277431d9-84cd-5a59-b691-26077d90a0b5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-05-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 17.05.2002 BRKE I Nr. 0099/2002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-I-Nr--0099-2002_2002-05-17.pdf

## Full Text

BRKE I Nr. 99/2002 vom 17. Mai 2002 in BEZ 2002 Nr. 37

6. a) Der Rekurrent macht geltend, dass die geplanten Bauten übergeschossig sei-
en. Zur Begründung verweist er auf den in BEZ 2001 Nr. 40 publizierten Entscheid, wo-
nach die zulässige Ausdehnung von Attikageschossen bei Bauten, deren Grundriss die 
Form eines mehr oder weniger langgezogenen Rechtecks aufweise, anhand eines die 
Gebäudelängsseite als Trauffassade annehmenden (hypothetischen) Schrägdachprofils 
zu bestimmen sei. Hiergegen verstosse das streitige Projekt. Bei den vorgesehenen At-
tikageschossen handle es sich daher aufgrund des zitierten Urteils um überzählige Voll-
geschosse.

b) Diese Auffassung ist aus den folgenden Gründen unzutreffend, was dazu führt,
dass sich die Rekursinstanz mit der von der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung geäus-
serten Kritik am genannten Entscheid nicht auseinanderzusetzen braucht. Zu beurteilen 
war in jenem Verfahren ein Flachdachgebäude mit einem Grundriss von 8,15 m x 12,6 m 
und demgemäss einem Verhältnis zwischen Gebäudelänge und -breite von rund 2 zu 3. 
Die Rekursinstanz ging davon aus, dass zumindest ab einem derartigen Verhältnis zwi-
schen Länge und Breite von einem mehr oder weniger langgezogenen Rechteck auszu-
gehen sei und die zulässige Ausdehnung des Attikageschosses – zwecks Unterscheid-
barkeit von Vollgeschossen – nicht anhand eines mit der Gebäudeschmalseite als 
Trauffassade gebildeten hypothetischen Schrägdachprofils bestimmt werden dürfe.

Die vorliegend zu beurteilenden Bauten weisen eine Gebäudebreite von 12,1 m 
und eine Gebäudelänge von 16,1 m auf (Verhältnis 3:4). Ein quadratischer Grundriss, 
bei welchem der Bauherrschaft mit Bezug auf die Ansetzung des hypothetischen Dach-
profils eindeutig die Wahlfreiheit zustünde, liegt damit zwar nicht vor. Umgekehrt unter-
scheiden sich Gebäudelänge und -breite nicht derart ausgeprägt voneinander, dass die 
Ansetzung des Profils des hypothetischen Schrägdaches mit der Gebäudeschmalseite 
als Trauffassade als eindeutige Umgehung der Regelungen gemäss §§ 281 und 292 
PBG anzusehen wäre. Der in BEZ 2001 Nr. 40 publizierte Rekursentscheid ist im richti-
gen Kontext zu sehen. Das Planungs- und Baugesetz schreibt, wie die Vorinstanz in ih-
rer Vernehmlassung zu Recht anführt, nicht explizit vor, wie das für die zulässige Aus-
dehnung von Attikageschossen anzunehmende Profil eines hypothetischen Schrägda-
ches zu bilden sei. Nach der Rechtsprechung sollen jedoch Attikageschosse klar von 
Vollgeschossen unterscheidbar und als Dachgeschosse erkennbar sein. Letzteres wird, 
da Attikageschosse giebelseits bis zu den Vollgeschossfassaden vorspringen dürfen, 
zunichte gemacht, wenn bei Gebäuden mit deutlich unterschiedlicher Länge und Breite 
die Längsseite als (hypothetische) Giebelfassade angenommen wird und das Attikage-

- 2 -

schoss daher über weite Strecken des Gebäudeumfangs mit den Vollgeschossfassaden 
bündig ausgestaltet werden kann.

Diese Problematik stellt sich beim vorliegend streitigen Projekt höchstens in unter-
geordnetem Umfang. Aufgrund der geplanten Grundrisse von 12,1 m x 16,1 m führt die 
Zugrundelegung der Längsseite als (hypothetische) Giebelfassade nicht dazu, dass die 
Attikageschosse im Vergleich zum Regelfall, von welchem der Gesetzgeber beim Erlass 
von § 292 PBG wohl ausging (BEZ 2001 Nr. 40, E. 4 lit. b), in einem Ausmass bis zu 
den Vollgeschossen vorspringen, so dass sie von letzteren nicht mehr zu unterscheiden 
wären. In casu kommt hinzu, dass bei beiden projektierten Bauten südwestseits grösse-
re Balkonvorbauten vorgesehen sind, welche dazu führen, dass die Bauten optisch an-
nähernd als solche mit (dem Bauherrn wie erwähnt bezüglich Dachprofil Wahlfreiheit 
einräumendem) quadratischem Grundriss empfunden werden.

Aus diesen Gründen ist der Einwand der Übergeschossigkeit der geplanten Bauten 
zu verwerfen.