# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 019a75f5-0ed0-5543-8e22-6081d7eb507c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.10.2014 E-898/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-898-2014_2014-10-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-898/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Markus König (Vorsitz), 

Richter Thomas Wespi, Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay. 

   Parteien 
 

A._______, 

Pakistan,   

vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz 

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 1. Mai 2013 / N (…) 

 

 

E-898/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der aus B._______ (C._______, Provinz Pashtunchua) stammende Be-

schwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben 

am (…) Februar 2010 und stellte am 11. Februar 2010 im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) ein erstes Asylgesuch. Am 15. Februar 2010 

verliess er das EVZ und war daraufhin unbekannten Aufenthalts. In der 

Folge schrieb das BFM das Asylgesuch mit Verfügung vom 15. März 

2010 als gegenstandslos geworden ab.  

Der Beschwerdeführer stellte am 12. Mai 2010 in Deutschland ein Asyl-

gesuch. Gestützt auf das Dubliner-Abkommen hiess die Schweiz mit 

Schreiben vom 17. Februar 2011 ein Rücknahmeersuchen dieses Nach-

barstaates, datierend vom 15. Februar 2011, gut. Nach der Wiedereinrei-

se des Beschwerdeführers nahm das Bundesamt mit Verfügung vom 27. 

Mai 2011 das Asylverfahren wieder auf und führte dieses weiter.  

B.  

Die Befragung zur Person (BzP) und summarisch zu den Fluchtgründen 

fand am 27. Mai 2011 im EVZ Basel statt. In der Folge wurde der Be-

schwerdeführer gestützt auf Art. 29 Abs. 1 und Art. 41 Abs. 1 AsylG (SR 

142.21) am 16. Januar 2012 und am 25. März 2013 eingehend zu seinen 

Asylgründen angehört. 

Zur Begründung gab er dabei im Wesentlichen an, er sei wie die ganze 

Familie im Handel tätig respektive in der politischen Administration der 

Region C._______ angestellt gewesen. Im Jahr 2006 sei er von seiner 

normalen staatlichen Arbeitsstelle zum (…) transferiert und dort als (…) 

eingesetzt worden, wo er bis zum (…) 2010 in der Funktion eines (…) tä-

tig gewesen sei. Er habe in dieser Funktion die Bestimmungen und For-

derungen des pakistanischen Staates im Gebiet C._______ bekannt ma-

chen und für deren Umsetzung sorgen müssen. 

Am (…) habe eine amerikanische Drohne das Haus des Beschwerdefüh-

rers zerstört und dabei (…) Menschen getötet. Dieser Angriff habe einen 

Aufstand der Taliban und der Al Kaida provoziert. Er sei dabei vom (…) 

zur Teilnahme an einer militärischen Operation aufgefordert worden. Erst 

unter Druck der zuständigen beiden Militäroffiziere habe er diese am (…) 

in ein seit Generationen seiner Sippschaft gehörendes Berggebiet ge-

führt, von wo aus diese die strategischen Stellungen der Taliban und Al 

Kaida hätten beobachten können. Als sie dort gewesen seien, habe eine 

E-898/2014 

Seite 3 

Helikoptereinheit der pakistanischen Armee das Berggebiet bombardiert. 

Die betroffenen Dorfbewohner hätten ihn gesehen und in der Folge den 

Taliban gemeldet, dass er mit zwei "Gästen" dort gewesen sei.  

Am (…) 2008 hätten das pakistanische Militär und amerikanische Droh-

nen in derselben Region eine (…) beschossen; (…) seien dabei getötet 

worden. Bei deren Beerdigung hätten zwei Führer der Taliban und Al Kai-

da neben der pakistanischen Regierung auch den Beschwerdeführer na-

mentlich als Schuldigen genannt. In der Bevölkerung habe dies keine 

konkreten Reaktionen hervorgerufen. Drei Tage später habe er von den 

Taliban eine Vorladung erhalten, die er aber nicht befolgt habe. In der 

Folge seien die Geschäfte seiner Sippschaft auf dem Basar mit Bomben 

beworfen und ein Cousin sei respektive insgesamt vier Cousins seien ge-

tötet worden. Danach habe die eigene Sippe ihn und seine Familie isoliert 

und ebenfalls mit dem Tod bedroht. 

Am (…) 2009 habe es in der Gegend von B._______ erneut einen Droh-

nenangriff mit Todesopfern gegeben. Der Beschwerdeführer und drei an-

dere Personen – darunter sein Bruder – seien von den Taliban der Spio-

nage beschuldigt worden. Die vier Verdächtigten hätten am (…) 2009 ei-

ne Vorladung der Taliban erhalten. Er und sein Bruder hätten dieser keine 

Folge geleistet, die beiden anderen hätten sich gestellt und seien hinge-

richtet worden. Er (Beschwerdeführer) stehe nun unter Druck seitens der 

Taliban sowie des (…), die von ihm die Teilnahme an verschiedenen Ope-

rationen, (…), verlangt habe, was er verweigert habe. 

(…) 2009 sei er mit seinem Geländewagen ins Spital zu einer Untersu-

chung gefahren; während dieses Termins sei sein Wagen in die Luft ge-

sprengt worden. Er vermute den pakistanischen Geheimdienst als Verur-

sacher, zumal dieser den Vorfall als Selbstmordattentat der Taliban be-

zeichnet habe, was letztere jedoch nicht bestätigt hätten. 

Nach dem Verlassen der Heimat hätten die Taliban seinen alten Vater 

mitgenommen und unter Druck gesetzt. Auf Veranlassung der Ältesten-

versammlung der Taliban sei der Vater freigekommen. 

Zum Beleg reichte der Beschwerdeführer folgende Beweismittel zu den 

Akten: Nationale Identitätskarte, Identity Card der D._______ Chamber of 

Commerce & Industry, Kopien von vier Drohbriefen der Taliban datierend 

vom (…) und (…) 2009 sowie vom (…) und (…) 2011 (je mit deutscher 

Übersetzung), Ausdruck einer Online-Zeitung vom (…) 2010, verschiede-

E-898/2014 

Seite 4 

ne Berichterstattungen und Fotos, Bestätigungsschreiben eines Member 

of National Assembly vom (…) 2011 und (…) 2012 sowie eines Senators 

vom (…) 2011, zwei Arbeitsbestätigungen ([…] 1999 und […] 2009) sei-

nes Engagements zwischen (…) und (…), Bestätigungen für die Tätigkeit 

als Geschäftsmann in D._______, Leumundszeugnis vom (…) 2000 

(Farbkopie).  

C.  

Mit Verfügung vom 1. Mai 2013 – eröffnet am 4. Mai 2013 – stellte das 

BFM fest, dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, seine Asylgrün-

de glaubhaft darzulegen, mithin erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht. 

Die Vorinstanz lehnte als Folge davon sein Asylgesuch ab, verfügte die 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.  

D.  

Mit Eingabe vom 3. Juni 2013 an das Bundesverwaltungsgericht liess der 

Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die vorinstanzliche Ver-

fügung vom 1. Mai 2013 anfechten. In materieller Hinsicht beantragte er 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und die Gewährung des Asyls, eventualiter die Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme zufolge Unzulässigkeit oder mindestens 

wegen Unzumutbarkeit. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er 

die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeistän-

dung sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

Zum Beleg reichte er je eine Fotografie eines zerstörten Hauses und ei-

nes "Shops", ein Schreiben der Leitung des E._______ Spitals vom (…) 

2013 (Kopie), den Ausschnitt aus einem Bericht von Amnesty Internatio-

nal ("The Hands of Cruelty – Abuses by Armed Forces and Taliban in Pa-

kistan's Tribal Area") sowie eine Fürsorgebestätigung zu den Akten. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2013 stellte der Instruktionsrichter 

fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens – geführt 

unter der Dossiernummer E-3154/2013 – in der Schweiz abwarten. Den 

Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG verwies der Instruktionsrichter 

auf einen späteren Verfahrenszeitpunkt, das Gesuch um Beigabe eines 

unentgeltlichen Rechtsvertreters wies er ab. Auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses wurde verzichtet. Gleichzeitig überwies der Instruktions-

richter die Beschwerde der Vorinstanz zur Stellungnahme.  

E-898/2014 

Seite 5 

F.  

Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 24. Juni 2013 vollumfäng-

lich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde.  

Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am  

26. Juni 2013 zur Kenntnis gebracht.  

G.  

Am 24. September 2013 (Poststempel) reichte der Beschwerdeführer 

kommentarlos das Bestätigungsschreiben der Leitung des E._______ 

Spitals vom (…) 2013 (Farbkopie mit zusätzlichen Stempeln und Unter-

schriften zur Beglaubigung) zu den Akten. Am 10. November 2013 reichte 

er eine leicht verkleinerte Kopie des gleichen Dokuments erneut ins 

Recht.  

H.  

Gestützt auf eine Mitteilung der Flughafenpolizei Zürich-Kloten vom  

26. November 2013, wonach der Beschwerdeführer nach F._______ ab-

geflogen sei, ersuchte der Instruktionsrichter dessen Rechtsvertreter mit 

Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2013 um Auskunft darüber, wo 

sich sein Mandant aktuell aufhalte, sowie um Einreichung einer Erklärung 

desselben, aus welcher ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse her-

vorgehe.  

Mit Eingabe vom 27. Dezember 2013 teilte der Rechtsvertreter mit, sein 

Mandant habe sich im Besitz eines – mit Hilfe der (…) und offenbar unter 

Zustimmung des BFM ausgestellten – Reisedokuments für zwei Monate 

nach F._______ zu seiner schwerkranken Mutter begeben. Er habe dabei 

seinen Willen auf Rückkehr und Weiterführung des Asylverfahrens kund-

getan. Sobald er (Rechtsvertreter) weitere Unterlagen habe, werde er das 

Gericht umgehend informieren. 

Am 6. Januar 2014 reichte der Rechtsvertreter die seine Angaben im 

Schreiben vom 27. Dezember 2013 bestätigenden Unterlagen zu den Ak-

ten. Aus diesen gehe hervor, dass der Beschwerdeführer ein bis Mitte 

Februar 2014 gültiges Rückreisevisum erhalten habe. 

Am 8. Januar 2014 reichte der Rechtsanwalt eine E-Mail seines Mandan-

ten nach, aus welcher hervorgehe, dass der Beschwerdeführer an der 

Fortsetzung des Asylverfahrens interessiert sei.  

E-898/2014 

Seite 6 

I.  

Am 18. Februar 2014 klärte das Gericht beim zuständigen Migrationsamt 

ab, ob der Beschwerdeführer sich beim zugewiesenen Aufenthaltskanton 

zurückgemeldet habe, was verneint wurde. 

Daraufhin schrieb der Einzelrichter des Bundesverwaltungsgerichts das 

Beschwerdeverfahren E-3154/2013 mit Beschluss vom 19. Februar 2014 

als gegenstandslos geworden ab. 

J.  

Mit Eingabe vom 20. Februar 2014 (vorweg per Fax, am 21. Februar 

2014 postalisch) ersuchte der Rechtsvertreter um Wiederaufnahme des 

Beschwerdeverfahrens. Er begründete sein Gesuch namentlich damit, 

dass die Auskunft des zuständigen Migrationsamts nicht korrekt gewesen 

sei. Der Beschwerdeführer sei am 12. Februar 2014 über den Flughafen 

Zürich-Kloten in die Schweiz zurückgekehrt, habe am 14. Februar 2014 

eine Besprechung mit der für ihn zuständigen Mitarbeiterin der (…) ge-

habt; dabei sei ihm seine Sozialhilfe ausbezahlt und es sei ein Gesuch für 

ihn um Teilnahme an einem Deutschkurs gestellt worden. Zum Beleg 

reichte er die Originalunterlagen der Flugtickets und -belege, die Kopie 

Reiseausweis für ausländische Personen, die Anmeldung zum Deutsch-

kurs und den Auszahlungsbeleg der Sozialhilfe zu den Akten.  

K.  

Im Rahmen eines mit dem zuständigen Migrationsamt durchgeführten 

Schriftenwechsels konnte der im Gesuch um Wiederaufnahme dargelegte 

Sachverhalt verifiziert werden, woraufhin der Instruktionsrichter mit Be-

schluss vom 6. März 2014 den Abschreibungsentscheid E-3154/2013 

vom 19. Februar 2014 aufhob und das Verfahren – aus archivtechnischen 

Gründen unter der neuen Verfahrensnummer E-898/2014 – weiterführte.  

  

E-898/2014 

Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinn von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinn von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

aus den in Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgesehenen Gründen. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

E-898/2014 

Seite 8 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 

AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das BFM führte zur Begründung seines Entscheids aus, angesichts 

dessen, dass der Beschwerdeführer in einer bedeutungsvollen Position 

als (…) zwischen pakistanischem Staat und den in seiner Heimatregion 

C._______ ansässigen Taliban im Einsatz gewesen sein wolle, seien sei-

ne diesbezüglichen Angaben in wesentlichen Teilen äusserst vage und 

teils ausweichend ausgefallen. 

4.1.1 So habe er bezüglich der behaupteten Bedrohungssituation seitens 

des pakistanischen Staats keine konkreten Angaben machen können; er 

habe von einigen Verfolgungsmassnahmen zwischen 2008 und 2009 ge-

sprochen, jedoch deren Verursacher nicht benennen können. Weiter habe 

er zwar genaue Angaben zu Luftangriffen nennen können, nicht aber zum 

jüngsten Ereignis – als sein Auto vor dem Spital in die Luft gesprengt 

worden sein solle. Da er diesen Vorfall weder dokumentieren noch genau 

datieren habe können, sei dieser als zweifelhaft zu beurteilen. 

4.1.2 Auch seine Angaben der angeblichen Suche nach ihm Ende 2009 

im Haus seines Bruders in Peschawar seien nicht nachvollziehbar, zumal 

er in diesem Zeitraum bei sich zu Hause und als Staatsangestellter tätig 

gewesen sein wolle. Sodann seien die Angaben bezüglich seiner Anstel-

lung beim Geheimdienst widersprüchlich ausgefallen.  

4.1.3 Vom Beschwerdeführer hätten fundierte Angaben über Politik, Akti-

vitäten und Forderungen der Taliban in dieser Region erwartet werden 

können; der Beschwerdeführer habe hierzu jedoch nur oberflächliche, all-

gemeinzugängliche Aussagen machen können. Diese behauptete berufli-

che Tätigkeit erscheine daher nicht glaubhaft. Was die Bedrohungen 

durch die Taliban betreffe, habe er teils unterschiedliche Angaben ge-

macht, weshalb auch dieses Vorbringen mit Zweifeln behaftet sei.  

E-898/2014 

Seite 9 

4.1.4 Letztlich seien seine Schilderungen über den Verbleib der nahen 

Familienangehörigen äusserst vage und wirkten ausweichend, was na-

mentlich vor dem Hintergrund des Umstands, dass er im Heimatland über 

eine Kontaktperson zur Familie verfüge, nicht glaubhaft sei.  

4.1.5 Ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit der Bedrohung durch die 

Taliban – die dazu eingereichten Drohschreiben seien nicht zum Beweis 

geeignet, zumal sie leicht gefälscht werden könnten – wäre diese man-

gels Intensität nicht asylrelevant, zumal sich aus diesen Drohungen zwi-

schen (…) 2008 und (…) 2009 gemäss Akten offenbar keine konkrete 

Verfolgung ergeben habe und der Beschwerdeführer bis (…) 2009 oder 

(…) 2010 weiterhin im Staatsdienst gearbeitet und am gewohnten Wohn-

sitz gelebt habe. Zudem sei die letzte Drohung der Taliban fast ein Jahr 

vor der Ausreise erfolgt und könne daher nicht als fluchtauslösend beur-

teilt werden. 

Die weiteren Beweismittel, Fotos und Bestätigungsschreiben und Arbeits-

bestätigungen könnten keine konkrete Verfolgungssituation belegen re-

spektive hätten diese teilweise keinen Zusammenhang zu den Asylvor-

bringen.  

4.2 In der Beschwerde werden vorweg der Sachverhalt sowie die ent-

sprechenden Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung erneut dar-

gelegt (Beschwerde S. 2 bis 8). 

4.2.1 In der Sache wird im Wesentlichen auf den geltend gemachten Vor-

fall von (…) 2009 hingewiesen, bei dem sein vor dem Spital parkiertes 

Auto in die Luft gesprengt worden sei. Der Beschwerdeführer habe dies-

bezüglich nie von einem "Selbstmordattentat" gesprochen; vielmehr habe 

er ausgesagt, das Auto sei mittels einer ferngesteuerten Bombe zur Exp-

losion gebracht worden. Da die Taliban nicht über die entsprechende 

Technik verfügen würden, habe er dieses Attentat dem pakistanischen 

Geheimdienst zugeschrieben, der den Vorfall dann als Selbstmordattentat 

dargestellt habe. Da es keine polizeiliche Ermittlung gegeben habe, seien 

auch keine Unterlagen greifbar. Zudem sei ja er das eigentliche Ziel die-

ses Attentats gewesen. Dafür spreche auch, dass er an diesem Tag "zu-

fällig" seinen Major im Spital angetroffen habe. Bei der Hausdurchsu-

chung im Mietshaus des Bruders sei nach dem Beschwerdeführer gefragt 

worden, weshalb er vermute, dass er vom Geheimdienst gesucht worden 

sei. Die Angaben zur Anstellung beim (…) seien ebenfalls stimmig: Er sei 

E-898/2014 

Seite 10 

bis (…) 2010 angestellt, nach dem Vorfall von (…) 2009 jedoch nicht 

mehr operativ tätig gewesen.  

4.2.2 Zu den konkreten Zielen der Taliban könne er nicht mehr wissen, als 

allgemein zugänglich sei; es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er dies-

bezüglich spezielle Informationen haben sollte. Es könne hieraus jeden-

falls nicht seine diesbezügliche Tätigkeit in Frage gestellt werden. Er ha-

be als (…) die verschiedenen Informationen zusammengetragen und wei-

tergegeben. Es werde beantragt, diesbezüglich entsprechende Abklärun-

gen über die schweizerische Vertretung in Pakistan zu tätigen. Entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz stelle zudem die Bedrohung durch die Tali-

ban eine asylrechtlich relevante Gefahr dar. Dies gelte namentlich vor 

dem Hintergrund der allgemeinen Lage in Pakistan, wie sie auch aus den 

Ausführungen des eidgenössischen Departements für auswärtige Ange-

legenheiten auf seiner Website hervorgingen. In seiner Heimatregion – 

Grenzgebiet zu Afghanistan – sei die Lage unsicher; diese gelte als 

Rückzugsgebiet afghanischer Talibankämpfer. Der Beschwerdeführer 

werde von den Taliban als Spion betrachtet, weshalb er befürchten müs-

se, in einem "Gerichtsverfahren", welches jeglicher internationaler Stan-

dards spotte, zum Tode verurteilt zu werden.  

4.2.3 Insgesamt sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 

nachgewiesen, zumindest aber glaubhaft gemacht, weshalb ihm diese 

zuzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren sei.  

5.  

Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Würdigung aller massgeblichen 

aktenkundigen Unterlagen zu folgenden Schlussfolgerungen: 

5.1 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seine 

Tätigkeit als (…) im Auftrag (…) zwar wortreich dargelegt hat. Indessen 

ist trotz dieser ausführlichen Darstellung festzuhalten, dass die Vorbrin-

gen in ihrer Gesamtheit mit Bezug auf die individuelle Situation des Be-

schwerdeführers wenig substanziiert sind. Die mit verschiedenen Inter-

netausdrücken und öffentlich zugänglichen Quellen dokumentierten Luft-

angriffe und anderen Schwierigkeiten in der Grenzregion Pakistans zu Af-

ghanistan, der Heimatregion des Beschwerdeführers, sind unbestritten. 

Von diesen Vorfällen sind alle Bewohner dieser Region betroffen. Dabei 

ist mit Bezug auf den Beschwerdeführer festzuhalten, dass ihm – auch 

angesichts der Bestätigungsschreiben von offizieller Seite, so eines Mit-

glieds der National Assembly und eines Senators – zweifellos die Mög-

E-898/2014 

Seite 11 

lichkeit offen gestanden wäre, dieser allgemeinen Gefährungssituation mit 

Hilfe seines persönlichen Netzwerks innerstaatlich auszuweichen. 

5.2 Ungeachtet dessen ist weiter Folgendes festzustellen: 

5.2.1 Vorweg fällt auf, dass der Beschwerdeführer bei der Beschreibung 

seiner beruflichen Tätigkeiten in der BzP die Tätigkeit eines (…) auch an-

deutungsweise mit keinem Wort erwähnt hat. Er führte hier nur an, er sei 

von Beruf Kaufmann, im (…)handel tätig und dabei als Handelsreisender 

in verschiedenen Ländern unterwegs gewesen (vgl. Protokoll EVZ S. 2, 5, 

6, 7). Allein vor diesem Hintergrund sind an diesem Engagement im 

Dienst des (…) klare Zweifel anzumelden. 

Diese werden dadurch erhärtet, dass der Beschwerdeführer in der aus-

führlichen Anhörung einerseits darlegte, als (…) habe er Informationen 

über die Taliban und Al Kaida sammeln und diese den zuständigen pakis-

tanischen Stellen weitergeben müssen. Er habe mit den Taliban auch di-

rekten Kontakt gehabt, sei als (…) in den Besitz geheimer Informationen 

gelangt und habe viele vertrauliche Papiere und Nachrichten bei sich ge-

habt (vgl. Protokoll Bundesamt 25. März 2013 S. 4 und 6). Vor diesem 

Hintergrund ist jedoch die Feststellung der Vorinstanz nicht zu beanstan-

den, dass sowohl seine Angaben zu den Taliban als auch zu seinen Akti-

vitäten insgesamt als nicht fundiert und vage zu beurteilen sind. In der 

Beschwerde (vgl. S. 10) wird eingewendet, er könne mit Bezug auf die 

Taliban nicht mehr wissen, als allgemein zugänglich sei. Diese Aussage 

lässt sich jedoch nicht mit der Aussage vereinbaren, er sei durchaus im 

Besitz geheimer Informationen gewesen. 

Insgesamt sind diese geschilderten (…)arbeiten daher nicht glaubhaft 

gemacht.  

5.2.2 Soweit der Beschwerdeführer Bedrohungen durch die Taliban gel-

tend gemacht hat, hat er dazu auf zwei Drohbriefe Bezug genommen und 

erwähnt, er habe auch gemerkt, zwischen 2008 und 2009 verfolgt respek-

tive beschattet worden zu sein. Er vermute, dies seien die Taliban gewe-

sen, zumal er zu jenem Zeitpunkt mit den pakistanischen Behörden noch 

keine Probleme gehabt habe (vgl. Protokoll der Anhörung vom 16. Januar 

2011 S. 10 f.). Später gab er an, er sei zwischen (…) 2008 und (…) 2010 

viermal von den Taliban attackiert worden; er habe Glück gehabt (vgl. 

Protokoll Bundesamt 25. März 2013 S. 6: "Allah hat mein Leben geret-

tet"). Gemäss diesen Aussagen wären die Verfolgungsmassnahmen 

E-898/2014 

Seite 12 

demnach offensichtlich und aggressiv – mithin nicht nur im Sinn einer Be-

schattung – erfolgt; ausserdem hätte er die Attacken bei dieser Befragung 

zweifelsfrei den Taliban zugeordnet. Hinsichtlich der Drohungen führte er 

aus, die erste sei bei der Beerdigung am (…) 2008 erfolgt, drei Tage spä-

ter habe er eine schriftliche Vorladung der Taliban erhalten. Der letzte 

Drohbrief datiere vom (…) 2009; dieser sei im Anschluss an den Angriff 

vom (…) 2009 ergangen. Die Datierungen der zu den Akten gereichten 

angeblichen Drohbriefe stimmen indessen mit diesen Aussagen nicht 

überein; die Dokumente sind auf den (…) und (…) 2009 datiert. Da der 

Beschwerdeführer die jeweiligen Angriffsaktionen und die darauf erhalte-

nen Drohbriefe klar zeitlich einordnete, kann auch sein Erklärungsver-

such, er könne sich nicht an alle Daten erinnern, hier nicht überzeugen. 

Sofern in diesem Zusammenhang in der Beschwerde (vgl. dort S. 10) ge-

rügt wird, bei diesen beiden Drohbriefen handle es sich nicht um die er-

wähnten Vorladungen, ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdefüh-

rer dies nicht bereits im Rahmen des rechtlichen Gehörs bei der Anhö-

rung vorgebracht hat. Sodann liegen die Dokumente nur in Form von 

leicht fälschbaren Kopien vor, weshalb ihnen entsprechend geringer Be-

weiswert zukommt.  

Nicht zuletzt ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer erwähnt hat, die 

Taliban hätten nicht nur ihm und seiner Familie, sondern allgemein in sei-

ner Region Drohbriefe verschickt (vgl. Protokoll Anhörung 16. Januar 

2011 S. 9 f.); demnach wäre anzunehmen, solche Schreiben hätten all-

gemein als Druckmittel der Taliban die Bevölkerung in der Region in 

Schach halten, nicht aber konkret den Beschwerdeführer treffen sollen. 

Dies gilt umso mehr, als es den Taliban, hätten diese tatsächlich ein be-

sonderes individuell gegen den Beschwerdeführer gerichtetes Interesse 

gehabt, aufgrund ihrer guten lokalen Vernetzung mit hoher Wahrschein-

lichkeit gelungen wäre, des Beschwerdeführers vor seiner Ausreise im 

Februar 2010 habhaft zu werden. Auch diese Ausführungen der Vorin-

stanz sind nicht zu beanstanden. 

5.2.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, auch ins Visier der pakistanischen 

Behörden geraten zu sein. Diese Verfolgung habe sich namentlich im 

Vorfall manifestiert, als sein vor dem Spital parkiertes Auto in die Luft ge-

sprengt worden sei. Als Beweis hierzu reichte er mit der Beschwerde vom 

3. Juni 2013 eine Bestätigung der Leitung des E._______  

Spitals vom (…) 2013 in Kopie zu den Akten. Dasselbe Bestätigungs-

schreiben reichte er am 24. September 2013 (Farbkopie nunmehr mit zu-

sätzlichen Stempeln und Unterschriften als Beglaubigung) und am 

E-898/2014 

Seite 13 

10. November 2013 (Farbkopie) zu den Akten (vgl. auch oben Bstn. D 

und G). Bei diesen auf den ersten Blick identisch scheinenden Schreiben 

fällt auf, dass beim zuerst eingereichten Dokument auf einen Vorfall 

"bomb blast on (…)" Bezug genommen wird. Die beiden nachfolgend ein-

gereichten Dokumente weisen einerseits einen identischen Kopf – mit 

Bezeichnung des Spitals und offensichtlich identischen handschriftlichen 

Angaben einer Fallnummer (…) (?), des Datums und der Telefonnummer 

– auf. Andererseits ist die inhaltliche Mitteilung "TO WHOM IT MAY 

CONCERN" in einem anderen Schriftbild und mit der Formulierung "on 

(…)" (statt "on […]") verfasst. Zumindest bei den beiden nachträglich ein-

gereichten Dokumenten handelt es sich mithin um offensichtlich ver-

fälschte Beweismittel (Collagen). Diese sind offensichtlich nicht geeignet, 

die Angaben des Beschwerdeführers zu belegen, wonach sein Auto zer-

stört worden sei. Im Übrigen wäre schwer nachvollziehbar, wieso die Lei-

tung eines Spitals eine Bestätigung betreffend den Besitzer eines vor 

dem Spitalgebäude parkierten Autos verfassen sollte. Nach dem Gesag-

ten ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass dieser angeblich die Verfol-

gung durch den pakistanischen Staat beweisende Vorfall nicht geglaubt 

werden kann. 

5.2.4 Eine konkret gegen den Beschwerdeführer gerichtete Verfolgung 

durch die pakistanischen Behörden kann auch aus der beim Bruder er-

folgten Hausdurchsuchung (…) 2009 nicht gefolgert werden, zumal der 

Beschwerdeführer hierzu selber angab, er habe angenommen, der Ge-

heimdienst habe nach ihm gesucht. Diese vermutungsweise geäusserte 

Befürchtung genügt indessen nicht zur Annahme einer tatsächlich erfolg-

ten behördlichen Verfolgungsmassnahme. Ausserdem wäre in jenem 

Zeitpunkt für die Behörden naheliegender gewesen, den Beschwerdefüh-

rer an seinem Wohnsitz oder an der Arbeit zu suchen; so will er bis zur 

Ausreise bei sich zu Hause gewesen sein (vgl. Protokoll EVZ S. 1) und 

bis (…) 2009 (vgl. Protokoll Anhörung 25. März 2013 S. 7) respektive bis 

(…) 2010 (vgl. Protokoll Anhörung 16. Januar 2012 S. 8) seiner Arbeit als 

(…) nachgegangen sein. 

5.2.5 Schliesslich finden sich weitere zahlreiche Ungereimtheiten in den 

Aussagen des Beschwerdeführers: 

5.2.5.1 So hat er den Drohnenangriff auf eine islamische Schule in der 

BzP auf den (…) 2008 datiert (vgl. Protokoll EVZ S. 5), während dem er 

nachfolgend vom (…) 2008 sprach (vgl. etwa Protokoll 16. Januar 2012 

S. 5).  

E-898/2014 

Seite 14 

5.2.5.2 Sodann hat er im EVZ erklärt, es sei ein Verwandter namens 

G._______ getötet worden (vgl. Protokoll EVZ S. 5); später sprach er da-

von, es seien vier Cousins, darunter G._______, umgekommen (vgl. Pro-

tokoll Bundesamt 16. Januar 2012 S. 12).  

5.2.5.3 Weiter wird im Bestätigungsschreiben vom 11. November 2011 

eines Members National Assembly festgehalten, der Bruder H._______ 

sei gefangengenommen worden und erst gegen Lösegeldzahlung freige-

kommen. Der Beschwerdeführer hat seinen Bruder H._______ mehrmals, 

dessen Gefangennahme jedoch nicht erwähnt; was er hingegen themati-

siert hatte, ist, dass der Vater einmal von den Taliban mitgenommen, in-

des mittels Lösegeld freigekommen sei (vgl. Protokoll Anhörung 16. Ja-

nuar 2012 S. 7 f.).  

5.2.5.4 Auch fällt auf, dass der Beschwerdeführer bei der BzP bei der 

Frage nach Angehörigen im Heimatland neben den Eltern nur die Namen 

(…) Schwestern nannte und aussagte, H._______ sei sein einziger Bru-

der (vgl. Protokoll EVZ S. 3); später gab er jedoch an, er habe (…) Brü-

der, und konnte den Widerspruch auf Vorhalt hin nicht überzeugend aus-

räumen (vgl. Protokoll Anhörung 16. Januar 2012 S. 15 f.).  

5.2.6 Die weiteren eingereichten Unterlagen zur Situation und den Vorfäl-

len in der Heimatregion des Beschwerdeführers, Arbeitsbestätigungen  

(Tätigkeiten für die "(…) Organisation" betreffend, die er bei der mündli-

chen Befragung nicht weiter erwähnte), Leumundszeugnis,  

Fotografien zerstörter Gebäude und von Menschenansammlungen ver-

mögen keine Beweiskraft hinsichtlich der geltend gemachten Asylvorbrin-

gen zu entfalten. Namentlich sind die Fotografien nicht in der vom Be-

schwerdeführer genannten Weise eindeutig zuzuordnen.  

5.3 In Würdigung der gesamten Aktenlage kommt das Bundesverwal-

tungsgericht vorliegend zum Schluss, dass der Beschwerdeführer keine 

Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. 

Der Sachverhalt ist genügend erstellt; es erübrigen sich weitere Abklä-

rungen vor Ort (vgl. Beschwerde S. 10). Der diesbezügliche Antrag ist 

abzuweisen. 

5.4 Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers nach dem 

Gesagten zu Recht abgelehnt.  

 

E-898/2014 

Seite 15 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie 

bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei-

sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-

nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 

Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

E-898/2014 

Seite 16 

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh-

rers nach Pakistan ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-

ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 

Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 

(vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti-

gen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen.  

7.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinn der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 Mit dem BFM ist einigzugehen, dass in Pakistan zur Zeit weder 

Krieg oder Bürgerkrieg herrscht noch eine Situation allgemeiner Gewalt 

vorliegt, weshalb von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs ausgegangen werden kann. 

7.3.2 Aufgrund der Akten ist sodann auch nicht davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer 

E-898/2014 

Seite 17 

oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten 

würde. So hat er dargelegt, er stamme aus einer wohlhabenden und ein-

flussreichen Sippe und Familie, sei selber namentlich als Kaufmann tätig 

gewesen. Ausserdem sei er gemäss Bestätigungsschreiben für die  

"(…) Organisation" aktiv gewesen und habe in Staatsdiensten gestanden 

– wobei letztere in der geschilderten Form als nicht glaubhaft beurteilt 

werden (vgl. oben). Insgesamt ist jedoch mit Bezug auf den Beschwerde-

führer davon auszugehen, dass er aufgrund seiner mannigfachen berufli-

chen Erfahrungen und seines offenbar breit abgestützten Beziehungsnet-

zes – er erwähnte auch Freunde ausserhalb von C._______ (vgl. Proto-

koll Anhörung 16. Januar 2012 S. 4) – im Heimatstaat bei einer Rückkehr 

seine Existenz wieder wird aufbauen können. Ausserdem halten sich sei-

ne Familienangehörigen in Pakistan auf und es dürfte ihm möglich sein, 

diese wieder ausfindig zu machen.  

7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wären dessen Kos-

ten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da er 

gemäss Akten in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und die 

Beschwerde nicht als aussichtslos im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG beur-

teilt werden musste, ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der 

E-898/2014 

Seite 18 

unentgeltlichen Rechtspflege vorliegend von einer Kostenauflage abzu-

sehen.  

9.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG kann der obsiegenden Partei von Am-

tes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachse-

nen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zugesprochen 

werden (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung 

ausserdem Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, 

SR 173.320.2]). In der Hauptsache stellt sich die Frage einer Parteient-

schädigung angesichts der Abweisung der Beschwerde nicht. Hingegen 

erscheint es aufgrund der Verfahrensumstände als gerechtfertigt, dem 

Beschwerdeführer eine Entschädigung für die notwendigen Vertretungs-

kosten im Zusammenhang mit dem am 6. März 2014 gutgeheissenen 

Gesuch um Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens zuzusprechen. 

Seitens der Rechtsvertretung ist keine Kostennote eingereicht worden, 

weshalb der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Akten festzu-

setzen ist (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehen-

den Bemessungsfaktoren ist die partielle Parteientschädigung aufgrund 

der Akten auf Fr. 500.– (inkl. sämtlicher Auslagen und Nebenkosten) fest-

zusetzen. Dieser Betrag ist dem Beschwerdeführer durch das Gericht zu 

entrichten.  

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-898/2014 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Für das Wiederaufnahmeverfahren wird dem Beschwerdeführer durch 

das Bundesverwaltungsgericht eine partielle Parteientschädigung von 

insgesamt Fr. 500.– ausgerichtet. 

5.   

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Markus König Eveline Chastonay 

 

 

Versand: