# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a4e4bc2-e5f1-5c8a-af6e-0577face327f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 28.09.2023 VBE.2022.426
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-426_2023-09-28.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

 

VBE.2022.426 / lf / fi 
Art. 104 

 

 

Urteil vom 28. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiberin Fricker 

 

 
   

 

 

 

Beschwerde 

führer 1 

 Erben der †A._____, nämlich: 

 

 

B._____   

 

Beschwerde 

führerin 2 

 C._____   

 

Beschwerde 

führer 3 

 D._____   

 

Beschwerde 

führer 4 

 E._____  

 

Beschwerde 

führerin 5 

 F._____   

 

alle vertreten durch Peter Tanner, c/o PTW Treuhand AG, 

Rebbergstrasse 1, 5610 Wohlen 

 

 
   

Beschwerde 

gegnerin  

 SVA Aargau, Ausgleichskasse, Kyburgerstrasse 15, 5001 Aarau 1 

 

 
 

 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend AHVG; Beiträge 

(Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2022) 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Schreiben vom 22. Juli 2022 teilte die Beschwerdegegnerin den Erben 

der 1924 geborenen und am G verstorbenen A._____ (nachfolgend: 

Versicherte) mit, dass diese (nebst weiteren Personen) aufgrund der 

Erzielung eines beitragspflichtigen Kapitalertrags vom 1. bis 31. Dezember 

2019 als Beitragspflichtige angeschlossen worden sei. Mit Verfügung vom 

1. September 2022 erhob die Beschwerdegegnerin von den Erben der 

Versicherten aufgrund eines ihr von der zuständigen Steuerbehörde für die 

direkte Bundessteuer gemeldeten AHV-pflichtigen Kapitalertrages 

(Liquidationsgewinn) der Versicherten für die Beitragsperiode 1. bis 

31. Dezember 2019 persönliche Beiträge für Selbständigerwerbende in der 

Höhe von Fr. 75'848.40 (inklusive Verwaltungskosten und Beitrag an die 

Familienausgleichskasse; zuzüglich Verzugszinsen ab 1. Januar 2020 von 

Fr. 8'659.40 [Akontorechnung vom 22. Juli 2022]) auf Basis eines 

beitragspflichtigen Einkommens von gerundet Fr. 761'500.00. Die dagegen 

erhobene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 24. Oktober 2022 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2022 erhoben die Erben 

der Versicherten (Beschwerdeführende) mit Eingabe vom 23. November 

2022 fristgerecht Beschwerde und stellten folgende Rechtsbegehren: 

 

"19. Der Rentnerfreibetrag ist für die ganze Periode der Bemessung, also 
auf total Franken 16'800.-- (12 x Fr. 1'400.--) festzulegen. 

 
20. Das für die Zinsberechnung massgebende Einkommen ist bis zur Zu-

stellung der Abweichungsbegründung auf einem Liquidationsgewinn 
ohne den auf der Parzelle H angefallenen Gewinn zu berechnen. 
Die SVA soll auf Grund des Beschwerdeentscheides eine transpa-
rente Verzugszinsrechnung erstellen und mit einer Rechtsmittelbeleh-
rung zustellen. 

 
21. Das zu hohe beitragspflichtige Einkommen ist um den Zinsabzug auf 

dem Eigenkapital zu reduzieren." 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 23. November 2022 reichten die Beschwerdeführenden 

die Erbbescheinigung vom 16. März 2021 ein. 

 

2.3. 

Mit Vernehmlassung vom 19. Januar 2023 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Zur Begründung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 24. Okto-

ber 2022 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 80) bzw. der diesem zugrundelie-

genden Beitragsverfügung vom 1. September 2022 (VB 75) führte die Be-

schwerdegegnerin aus, die Versicherte sei infolge eines im Jahr 2019 er-

zielten AHV-pflichtigen Liquidationsgewinns, welcher AHV-rechtlich als 

Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zu werten sei, vom 1. bis 

am 31. Dezember 2019 als "Selbstständigerwerbende" bei ihr (der Be-

schwerdegegnerin) angeschlossen worden. Das von der Steuerbehörde 

gemeldete Einkommen betrage Fr. 689'424.00. Davon sei – der Praxis bei 

einem in den Folgejahren nach Beendigung der selbständigen Erwerbstä-

tigkeit erzielten Liquidationsgewinn entsprechend – der AHV-Rentnerfrei-

betrag für einen Monat in der Höhe von Fr. 1'400.00 (pro rata temporis) 

gewährt worden, denn der Liquidationsgewinn bilde zwar AHV-pflichtiges 

Einkommen, gelte aber nicht als tatsächliche Erwerbstätigkeit (vgl. 

VB 80 ff.). Es sei kein Zinsabzug auf dem Eigenkapital per 31. Dezember 

2019 vorzunehmen. Nach Aufrechnung der persönlichen Beiträge in der 

Höhe von Fr. 73'485.70 ergebe sich für die Beitragsperiode 1. bis 31. De-

zember 2019 ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 761'500.00. Der 

persönliche AHV/IV/EO-Beitrag belaufe sich damit auf Fr. 73'484.40, die 

Verwaltungskosten betrügen Fr. 2'204.40 und der Beitrag an die Familien-

ausgleichskasse belaufe sich auf Fr. 159.60, womit sich ein Total von 

Fr. 75'848.40 ergebe (vgl. VB 75; 80 f.). Die Verzugszinsen seien schliess-

lich korrekterweise auf Fr. 8'659.40 festgelegt worden (vgl. VB 80; 84). 

 

1.2. 

Die Beschwerdeführenden bringen demgegenüber im Wesentlichen vor, 

der fragliche Ertrag aus Geschäftsliegenschaften sei vom 1. Januar bis 

31. Dezember 2019 erwirtschaftet worden; dementsprechend sei für die 

Berechnung des beitragspflichtigen Einkommens der Versicherten ein 

Rentnerfreibetrag in der Höhe von Fr. 16'800.00 (12 x Fr. 1'400.00; Be-

schwerde S. 2 und S. 4) und nicht nur von Fr. 1'400.00 zu berücksichtigen. 

Im Weiteren sei ein Zinsabzug auf dem im Betrieb investierten Eigenkapital 

zu gewähren (vgl. Beschwerde S. 3 f.). Die Verzugszinsberechnung sei zu-

dem neu zu machen, da es nicht das Verschulden der Versicherten gewe-

sen sei, dass die Steuerbehörde erst knapp drei Jahre nach dem 2019 er-

folgten Verkauf der Parzelle H festgelegt habe, dass der Ertrag daraus 

nicht der Grundstückgewinnsteuer unterliege (vgl. Beschwerde S. 2 f.).  

 

1.3. 

Strittig ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin die Höhe der von der Ver-

sicherten bzw. deren Erben für die Beitragsperiode vom 1. bis 31. Dezem-

ber 2019 geschuldeten Beiträge zu Recht auf Fr. 75'848.40 festgelegt hat. 

 - 4 - 

 

 

 

Während die Beschwerdeführenden – nach Lage der Akten zu Recht (vgl. 

VB 8; 59) – anerkennen, dass die persönlichen Beiträge auf der Grundlage 

eines Einkommens von Fr. 689'424.00 zu ermitteln sind, ist zu prüfen, ob 

die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

24. Oktober 2022 für die Berechnung des beitragspflichtigen Einkommens 

zu Recht lediglich einen AHV-Rentnerfreibetrag in der Höhe von 

Fr. 1'400.00 berücksichtigt und keinen Zinsabzug auf dem investierten 

Eigenkapital gewährt hat sowie ob sie korrekterweise die Verzugszinsfor-

derung in der Höhe von Fr. 8'659.40 bestätigt hat. 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 4 Abs. 1 AHVG schulden erwerbstätige Versicherte Beiträge 

auf dem aus ihrer selbstständigen oder unselbstständigen Erwerbstätigkeit 

fliessenden Einkommen. Als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätig-

keit gilt jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger 

Stellung geleistete Arbeit darstellt (Art. 9 Abs. 1 AHVG).  

 

2.2. 

Als selbstständiges Einkommen gelten laut Art. 17 AHVV alle in selbststän-

diger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Ge-

werbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie 

aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Ka-

pital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 DBG und der Gewinne 

aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken 

nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäfts-

vermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG. 

 

Art. 17 AHVV nimmt die in Art. 18 Abs. 1 DBG verwendeten Begriffe wieder 

auf und verweist überdies bezüglich der Kapital- und Überführungsgewinne 

auf Art. 18 Abs. 2 DBG. Dies führt bei der Umschreibung des Einkommens 

aus selbständiger Tätigkeit zu einer Harmonisierung zwischen dem Bei-

tragsrecht der AHV und dem Steuerrecht, soweit das AHVG und die AHVV 

keine abweichenden Regelungen enthalten (vgl. BGE 147 V 114 E. 3.1 f. 

S. 117 mit Hinweis). Nach Art. 37b DBG besteuerte Liquidationsgewinne 

sind in vollem Umfang beitragspflichtig und werden von den Steuerbehör-

den gemeldet (vgl. Rz. 1089.4 und 4019 Wegleitung über die Beiträge der 

Selbständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen [WSN] vom 1. Januar 

2008, Stand 1. Januar 2022). 

 

2.3. 

Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV ermitteln die kantonalen Steuerbehörden das für 

die Bemessung der Beiträge massgebende Erwerbseinkommen auf Grund 

der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer, das im Be-

trieb investierte Eigenkapital auf Grund der entsprechenden rechtskräftigen 

 - 5 - 

 

 

 

kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkantonalen Re-

partitionswerte. 

 

Die Angaben der kantonalen Steuerbehörden sind für die Ausgleichskas-

sen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV). Rechtsprechungsgemäss ist die von 

der Steuerbehörde gemeldete – im Steuerverfahren rechtskräftig gewor-

dene – Qualifikation von Vermögenswerten als Erwerbseinkommen aus 

selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit bzw. als Privat- oder 

Geschäftsvermögen für die Ausgleichskassen grundsätzlich als verbindlich 

zu erachten. Führt eine durch die Steuerbehörden vorgenommene Qualifi-

kation somit zu einem Entscheid mit steuerrechtlichen Auswirkungen, müs-

sen die AHV-Behörden diesfalls nähere Abklärungen nur vornehmen, wenn 

sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (vgl. 

BGE 147 V 114 E. 3.4.2 S. 121 mit Hinweisen). Im Hinblick auf die AHV-

rechtliche Beitragspflicht haben die selbständig erwerbenden Versicherten 

ihre Rechte daher in erster Linie im Steuerjustizverfahren zu wahren und 

von den kantonalen Versicherungsgerichten sind nur ausnahmsweise Be-

richtigungen vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 9C_681/2019 vom 

19. Oktober 2020 E. 3.1 mit Hinweisen). 

 

3. 

3.1. 

Hinsichtlich des von der Beschwerdegegnerin pro rata temporis für einen 

Monat gewährten Rentnerfreibetrags führen die Beschwerdeführenden im 

Wesentlichen aus, im "ausgesetzten" Einkommen von Fr. 689'424.00 sei 

der vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019, mithin in zwölf Monaten, erwirt-

schaftete Ertrag aus den Geschäftsliegenschaften enthalten. Zudem seien 

darin Liquidationsgewinne von 23 Parzellen enthalten. Bei den (an ver-

schiedenen Daten erfolgten) Verkäufen der Parzellen und den Überführun-

gen handle es sich um Transaktionen, die während des ganzen Jahres 

2019 realisiert worden seien, daher seien auch während des ganzen Jah-

res 2019 und nicht nur in einem Monat liquidationssteuerpflichtige Erwerbs-

einkommen erzielt worden. Lediglich die Gewinne seien am 31. Dezember 

2019, nach Verbuchung der angefallenen Verkaufskonten, ausgebucht 

worden (vgl. Beschwerde S. 2). Es sei daher der Rentnerfreibetrag für das 

ganze Jahr von Fr. 16'800.00 zu gewähren (vgl. Beschwerde S. 4). 

 

3.2. 

Gemäss Art. 6quater Abs. 2 AHVV entrichten Frauen, die das 64. Altersjahr 

und Männer, die das 65. Altersjahr vollendet haben, vom Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit nur für den Teil Beiträge, der Fr. 16'800.00 

im Jahr übersteigt.  

 

Der Rentnerfreibetrag wird nur vom Monat an, der auf den 64. (Frauen) 

bzw. auf den 65. Geburtstag (Männer) folgt, und nur bei in dieser Zeit ef-

 - 6 - 

 

 

 

fektiv ausgeübter Erwerbstätigkeit angerechnet (vgl. Rz. 3006 des Kreis-

schreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über die Bei-

tragspflicht der Erwerbstätigen im Rentenalter in der AHV, IV und EO 

[KSR], Stand 1. Januar 2022; vgl. BGE 110 V 236 E. 4 S. 241). Der ganze 

jährliche Freibetrag darf nur dann berücksichtigt werden, wenn auch tat-

sächlich während des ganzen Jahres eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde 

(vgl. UELI KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG, 4. Aufl. 

2020, N. 6. zu Art. 4 mit Hinweis auf BGE 110 V 238 E. 2). Bei Aufnahme 

oder Aufgabe einer selbstständigen Erwerbstätigkeit im Verlauf eines Bei-

tragsjahres ist der Jahresfreibetrag im Verhältnis zur Dauer der Erwerbstä-

tigkeit (pro rata temporis) anzurechnen (vgl. Rz. 3009 KSR; vgl. BGE 110 

V 236 E. 4 S. 241). Der Freibetrag ist nur für Altersrentnerinnen und Alters-

rentner anwendbar, die ein Erwerbseinkommen erzielen und dafür bei-

tragspflichtig sind (Rz. 3013 KSR). 

 

3.3. 

Der Abweichungsbegründung des Steueramts Q._____ für das Jahr 2019 

ist zu entnehmen, dass die Versicherte Einkünfte aus selbstständiger Er-

werbstätigkeit eines Liegenschaftsertrags aus Geschäftsliegenschaften in 

der Höhe von Fr. 8'906.00 erzielt hat (VB 8). Die Beschwerdeführenden 

bringen diesbezüglich vor, dass dieser Ertrag aus den Geschäftsliegen-

schaften in der Zeit vom 1. Januar bis am 31. Dezember 2019 und nicht nur 

in einem Monat erwirtschaftet worden sei (vgl. Beschwerde S. 2). Der Er-

trag aus den Geschäftsliegenschaften liegt jedoch klar unter dem jährlichen 

AHV-Rentnerfreibetrag von Fr. 16'800.00 gemäss Art. 6quater Abs. 2 AHVV, 

womit die Versicherte aufgrund des Ertrages aus den Geschäftsliegen-

schaften allein nicht beitragspflichtig gewesen wäre (vgl. dazu PETER FORS-

TER, AHV-Beitragsrecht, Diss. 2007, S. 58; Botschaft über die neunte Re-

vision der Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 7. Juli 1976 in 

BBl 1976 III 1 431.1 S. 23) und die Beschwerdegegnerin die Versicherte 

damit korrekterweise nicht deswegen vom 1. Januar bis am 31. Dezember 

2019 als Selbstständigerwerbende angeschlossen hat. 

 

Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführenden (vgl. Beschwerde 

S. 2) ist sodann vorliegend nicht massgebend, wann die Parzellen im Jahr 

2019 verkauft wurden; relevant ist vielmehr der Zeitpunkt, in dem der ent-

sprechende Kapitalgewinn vom Geschäfts- ins Privatvermögen überführt 

wurde, was am 31. Dezember 2019 geschah. Letzteres ist ausweislich der 

Akten unbestritten. So führten die Beschwerdeführenden selbst aus, die 

Gewinne aus den verschiedenen Verkäufen seien am 31. Dezember 2019 

"ausgebucht" worden (vgl. Beschwerde S. 2; Beschwerdebeilage 5 f.). In 

der E-Mail vom 19. Juli 2022 hielt das Steueramt Q._____ ebenfalls fest, 

es habe per 31. Dezember 2019 eine Liquidation stattgefunden (VB 5). 

Dies stimmt überein mit der entsprechenden Angabe in der 

"Abweichungsbegründung 2019", gemäss welcher die "Überführungswerte 

per 31.12.2019" berücksichtigt wurden. Zudem wurde mit dem Formular 

 - 7 - 

 

 

 

"Anmeldung von beitragspflichtigem Kapitalertrag" am 29. Juli 2022 auch 

ein einmaliger Liquidationsgewinn gemeldet (VB 58 ff.). 

 

Da nach Art. 17 AHVV insbesondere auch Kapital- und Überführungsge-

winne im Sinne des Bundessteuerrechts als Einkommen aus selbstständi-

ger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG gelten (vgl. E. 2.2. 

hiervor) und der vorliegend massgebende Kapitalgewinn durch die Über-

führung vom Geschäfts- ins Privatvermögen im Dezember 2019 realisiert 

worden ist, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer Beitragspflicht 

der Versicherten ausschliesslich für den Monat Dezember 2019 ausge-

gangen (vgl. KIESER, a.a.O., N. 6. zu Art. 4). Damit hat die Beschwerde-

gegnerin korrekterweise nur den AHV-Rentnerfreibetrag für einen Monat in 

der Höhe von Fr. 1'400.00 (Fr. 16'800.00 / 12) gewährt (vgl. E. 3.2. hiervor). 

 

4. 

Soweit die Beschwerdeführenden zudem einen Zinsabzug auf dem im Be-

trieb investierten Eigenkapital von Fr. 1'699'429.00 verlangen (vgl. Be-

schwerde S. 3 f.), ist darauf hinzuweisen, dass für das Jahr 2019 – generell 

– kein Zins vom Einkommen des im Betrieb investierten Eigenkapitals von 

Selbstständigerwerbenden abzuziehen ist. Der Zins entspricht nach Art. 18 

Abs. 2 AHVV nämlich „der jährlichen Durchschnittsrendite der Anleihen in 

Schweizer Franken der nicht öffentlichen inländischen Schuldner gemäss 

Statistik der Schweizerischen Nationalbank“. Berücksichtigt werden die 

ausgewiesenen Renditen von CHF-Anleihen verschiedener Schuldnerka-

tegorien der drei Rubriken „Pfandbriefinstitute“, „Geschäftsbanken“ sowie 

„Industrie und Handel“ mit einer Laufzeit von acht Jahren. Der Durchschnitt 

beläuft sich für das Jahr 2019 auf -0,003 %. Nach der Rundungsregel von 

Art. 18 Abs. 2 AHVV wird der massgebende Zinssatz auf das nächste halbe 

Prozent auf- oder abgerundet, womit für das Jahr 2019 ein Zinssatz von 

0% resultiert (vgl. Mitteilung des Bundesamtes für Sozialversicherungen an 

die AHV-Ausgleichskassen und EL-Durchführungsstellen Nr. 418 vom 

29. Januar 2020; Art. 18 Abs. 2 AHVV). Die Beschwerdegegnerin hat damit 

richtigerweise keinen Zinsabzug auf dem von der Versicherten im Betrieb 

investierten Eigenkapital für Dezember 2019 abgezogen. 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdeführenden bemängeln des Weiteren die mit der Akonto-

rechnung vom 22. Juli 2022 erhobenen (VB 28) und mit Einspracheent-

scheid vom 24. Oktober 2022 bestätigten (VB 84) Verzugszinsen für die 

Perioden vom 1. Januar bis 20. März 2020 und vom 1. Juli 2020 bis 22. Juli 

2022 in der Höhe von Fr. 8'659.40 (vgl. Beschwerde S. 2 f.). 

 

 - 8 - 

 

 

 

5.2. 

Art. 26 Abs. 1 ATSG sieht eine Verzinsung fälliger Beitragsforderungen vor. 

Gestützt darauf erliess der Bundesrat insbesondere Art. 41bis AHVV, wel-

cher für verschiedene Tatbestände unterschiedliche Zinsfolgen normiert. 

Nach Art. 41bis Abs. 1 lit. b AHVV haben Beitragspflichtige auf für vergan-

gene Kalenderjahre nachgeforderten Beiträgen ab dem 1. Januar nach Ab-

lauf des Kalenderjahres, für welches die Beiträge geschuldet sind, Ver-

zugszinsen zu entrichten. Der Satz für die Verzugszinsen beträgt fünf Pro-

zent im Jahr (Art. 42 Abs. 2 AHVV). Für die Zeit vom 21. März bis 30. Juni 

2020 sind keine Verzugszinsen zu bezahlen (Art. 41bis Abs. 1ter AHVV). Bei 

Beitragsnachforderungen endet der Zinsenlauf mit der Rechnungsstellung, 

sofern die Beiträge innert Frist bezahlt werden (Art. 41bis Abs. 2 AHVV). 

 

Den Verzugszinsen kommt die Funktion eines Vorteilsausgleichs wegen 

verspäteter Zahlung der Hauptschuld zu. Sie bezwecken demnach, unab-

hängig vom tatsächlichen Nutzen und Schaden, den pauschalierten Aus-

gleich des Zinsverlusts des Gläubigers und des Zinsgewinns des Schuld-

ners. Hingegen weist der Verzugszins nicht pönalen Charakter auf und ist 

unabhängig von einem Verschulden am Verzug geschuldet. Für die Ver-

zugszinspflicht im Beitragsbereich ist demnach nicht massgebend, ob den 

Beitragspflichtigen oder die Ausgleichskasse ein Verschulden an der Ver-

zögerung der Beitragsfestsetzung oder -zahlung trifft (BGE 139 V 297 

E. 3.3.2.2 S. 305 und 134 V 202 E. 3.3.1 S. 206 mit Verweis auf BGE 129 

V 345 E. 4.2.1 S. 347; vgl. auch BGE 109 V 1 E. 4a S. 7). Dies gilt auch 

dann, wenn ein Versäumnis einer anderen Amtsstelle – namentlich des 

Steueramtes – vorliegt (BGE 134 V 202 E. 3.3.2 S. 206 und Urteil des Bun-

desgerichts 9C_772/2011 vom 4. November 2011 E. 4.1). 

 

5.3. 

Damit ist für die Verzugszinspflicht und deren Höhe unbeachtlich, ob die 

Versicherte ein Verschulden an der Verzögerung der Beitragsfestsetzung 

oder –zahlung getroffen hatte. Die Aufstellung der Zinsen in der Akonto-

rechnung vom 22. Juli 2022 (VB 28) erweist sich sodann als korrekt (vgl. 

E. 5.2. hiervor: Zinslauf vom 1. Januar 2020 bis 22. Juli 2022, ausgenom-

men die Periode 21. März 2020 bis 30. Juni 2020 822 zinspflichtige Tage; 

Fr. 75'848.40 x 5/100 x 
822/360 = Fr. 8'659.40 [gerundet]) und genügend de-

tailliert begründet, womit sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. 

 

6. 

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2022 (VB 80) ist 

damit zu bestätigen. 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

 - 9 - 

 

 

 

7.2. 

Die vorliegende Streitigkeit betrifft keine Leistungen im Sinne von Art. 61 

lit. fbis ATSG, womit sich die Verfahrenskosten nach kantonalem Recht rich-

ten. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt (§ 22 

Abs. 1 lit. e VKD). Für das vorliegende Verfahren betragen diese 

Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensausgang den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen. 

 

7.3. 

Den Beschwerdeführenden steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 - 10 - 

 

 

 

   

Aarau, 28. September 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Fricker