# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 502a5913-b07b-57d8-bd74-808b44dd49a8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 10.08.2017 SK 2016 432
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-432_2017-08-10.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 16 432

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 10. August 2017 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichter Zihlmann, 
Obergerichtssuppleantin Falkner 
Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

C.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand sexuelle Nötigung, Widerhandlungen gegen das Strassenver-
kehrsgesetz und Widerhandlungen gegen das Personenbeförde-
rungsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 26.10.2016 (PEN 2016 409)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 26. Oktober 2016 sprach das Regionalgericht Bern-Mittelland 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) unter Auferlegung von 1/5 der Verfah-
renskosten, bestimmt auf CHF 1‘662.45, an den Kanton Bern und unter Ausrich-
tung einer Entschädigung von CHF 2‘568.80 von der Anschuldigung der versuch-
ten Erpressung, angeblich begangen im Herbst 2013 zum Nachteil von 
E.________ frei. Hingegen wurde der Beschuldigte der sexuellen Nötigung zum 
Nachteil von C.________ (Straf- und Zivilklägerin, nachfolgend Privatklägerin), der 
mehrfach begangenen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, des 
mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung, der einfachen Ver-
kehrsregelverletzung durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs beim Rückwärtsfah-
ren und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz 
schuldig erklärt und hierfür zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, zu einer 
Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend CHF 10‘800.00, so-
wie zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘800.00 (Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung 30 Tage) und einer Übertretungsbusse von 
CHF 450.00 (Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung 5 Tage) verur-
teilt. Der Vollzug der Freiheits- und Geldstrafe wurde unter Ansetzung einer Probe-
zeit von 2 Jahren aufgeschoben. Weiter wurde der Beschuldigte zur Bezahlung der 
anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 6‘649.80 verurteilt. Die Vorinstanz hat 
auch das amtliche Honorar des Verteidigers des Beschuldigten und des Vertreters 
der Privatklägerin bestimmt, wobei der Beschuldigte zur Rückzahlung verpflichtet 
wurde. Schliesslich wurde der Beschuldigte zur Bezahlung einer Genugtuung von 
CHF 5‘000.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 1. Oktober 2013 verurteilt. Soweit wei-
tergehend wurde die Zivilklage abgewiesen, wobei im Zivilpunkt keine Kosten aus-
geschieden wurden (pag. 382 ff).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ am 27. Oktober 2016 na-
mens des Beschuldigten form- und fristgerecht Berufung an (pag- 444). Am 
21. Dezember 2016 wurde den Parteien die schriftliche Urteilsbegründung zuge-
stellt (pag. 448). Am 3. Januar 2017 reichte Rechtsanwalt B.________ sodann sei-
ne schriftliche Berufungserklärung ein. Darin erklärte er, dass das Urteil mit Aus-
nahme des Freispruchs wegen Erpressung (Ziff. I) und der Ziff. II 2 (Schuldspruch 
Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch), Ziff. II 3 (Schuldspruch wegen 
Führens eines Motorfahrzeuges ohne Berechtigung), Ziff. II 4 (Schuldspruch wegen 
einfacher Verkehrsregelverletzung) und Ziff. II 5 (Schuldspruch wegen Widerhand-
lungen gegen das Personenbeförderungsgesetz) vollumfänglich angefochten wer-
de. Entsprechend verlangte er, dass festzustellen sei, dass die Ziffern I, II 2. – 5. in 
Rechtskraft erwachsen seien und dass der Beschuldigte freizusprechen sei von der 
Anschuldigung der sexuellen Nötigung, angeblich begangen am 21. Septem-

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ber 2013 in F.________ z.N. der Privatklägerin (Ziff. II.1.). Weiter verlangte er die 
Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe und einer Verbindungsbusse, die voll-
umfängliche Abweisung der Zivilklage, eventualiter die Verweisung auf den Zivil-
weg. Schliesslich seien die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu 3/5 dem Be-
schuldigten und zu 1/5 dem Kanton Bern aufzuerlegen, die zweitinstanzlichen Ver-
fahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen und dem Be-
schuldigten sei eine Entschädigung für die oberinstanzlichen Parteikosten in der 
Höhe der noch einzureichenden Kostennote zu bezahlen. Zudem werden sämtliche 
im erstinstanzlichen Verfahren bereits erhobenen Beweismittel angerufen 
(pag. 462 f.). Rechtsanwalt D.________ verzichtete namens und im Auftrag seiner 
Klientin auf eine Anschlussberufung (pag. 469), ebenso die Generalstaatsanwalt-
schaft (pag. 471).

Mit Eingabe vom 13. März 2017 sowie vom 8. Mai 2017 führte Rechtsanwalt 
D.________ aus, die Privatklägerin wünsche weiterhin nicht auf den Beschuldigten 
zu treffen und wolle sich anlässlich der Berufungsverhandlung von ihrer Mutter be-
gleiten lassen. Er beantragte weiter, die Öffentlichkeit sei von der Verhandlung 
auszuschliessen (pag. 497 und 503). Mit Verfügung vom 9. Mai 2017 hiess die Ver-
fahrensleitung die Anträge betreffend Konfrontationsvermeidung und Begleitung 
durch die Mutter gut. Sie dispensierte die Privatklägerin mit Ausnahme ihrer Ein-
vernahme von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung und hiess den Antrag 
auf Ausschluss der Öffentlichkeit insofern gut, als diese während der Einvernahme 
der Privatklägerin ausgeschlossen wird. Soweit weitergehend wurde der Antrag je-
doch abgewiesen. Der Verfahrensleiter gab das Vorgehen bei der Konfrontations-
vermeidung bekannt und forderte die Parteien auf, allfällige Einwände innert 20 
Tagen vorzubringen (pag. 505 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft machte keine 
solchen Einwände geltend (pag. 512), die Privatklägerin hat sich nicht vernehmen 
lassen. 

3. Anträge der Parteien

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung stellte und begründete Rechts-
anwalt B.________ namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 572):

I.

Es sei festzustellen, dass die Ziffern I, II.2., II.3., II.4. und II.5. des Urteils des Regionalgerichts Bern-
Mittelland vom 26. Oktober 2016 in Rechtskraft erwachsen sind. 

II.

Der Beschuldigte A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der sexuellen Nötigung, an-
geblich begangen am 21. September 2013 in F.________ zum Nachteil von C.________. 

III. 

Die Zivilklage sei vollumfänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

IV.

Die noch nicht rechtskräftig verteilten erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 4/5 seinen zu 2/5 dem 
Beschuldigten und zu 2/5 dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

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V. 

Die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich vom Kanton Bern zu tragen. 

VI.

A.________ sei eine Entschädigung für die oberinstanzlichen Parteikosten in Höhe der noch einzurei-
chenden Kostennote zu bezahlen.

Staatsanwalt G.________ stellte und begründete namens der Generalstaatsan-
waltschaft folgende Anträge (pag. 573):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 26.10.2016 
insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als der Beschuldigte

1.1 von der Anschuldigung der versuchten Erpressung freigesprochen worden ist, unter Aus-
scheidung von Verfahrenskosten und unter Ausrichtung einer Entschädigung; 

1.2 schuldig gesprochen worden ist wegen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, 
mehrfach begangen, wegen einfacher Verkehrsregelverletzung und wegen Widerhandlung 
gegen das Personenbeförderungsgesetz, mehrfach begangen; 

2. Der Beschuldigte sei wie in erster Instanz schuldig zu erklären wegen sexueller Nötigung, 
begangen am 21.09.2013 in F.________ zN von C.________. 

3. Er sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten; ihr Vollzug sei unter Ansetzung 
einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben; 

4. Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (DNA, AFIS, Mitteilungen, Honorar der amtli-
chen Verteidigung).

Rechtsanwalt D.________ stellte seinerseits für die Privatklägerin folgende Anträge 
(pag. 567):
1.
Der Beschuldigte sei in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils schuldig zu sprechen der sexuellen 
Nötigung, begangen am 21. September 2013 in F.________ zum Nachteil von C.________, und er 
sei dafür angemessen zu bestrafen.
2.
Der Beschuldigte sei in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu verurteilen, der Privatklägerin eine 
Genugtuung von CHF 5'000.00 zzgl. Zins zu 5% seit 1. Oktober 2013 zu leisten.
3.
Der Beschuldigte sei zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten gemäss Urteil der Vorinstanz zu ver-
urteilen. Weiter sei er gemäss vorinstanzlichem Urteil zu verurteilen, der Privatklägerin den durch die 
amtliche Entschädigung nicht gedeckten Teil ihrer Parteikosten für das erstinstanzliche Verfahren, 
ausmachend CHF 3'929.05, zu ersetzen.
4.
Die Verfahrenskosten für das oberinstanzliche Verfahren seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 
Ferner sei er zu verurteilen, der Privatklägerin die durch die amtliche Entschädigung nicht gedeckten 
Parteikosten für das Berufungsverfahren gemäss einzureichender Honorarnote zu ersetzen. Weiter 
sei er zu verurteilen, der Privatklägerin eine persönliche Entschädigung von pauschal CHF 300.00 für 
ihre Aufwendungen im Zusammenhang mit der Teilnahme an der Berufungsverhandlung zu bezahlen.
5.

5

Das Honorar des amtlichen Vertreters der Privatklägerin sei gestützt auf das gewährte prozessuale 
Armenrecht und unter Berücksichtigung von Art. 30 Abs. 3 OHG gemäss erstinstanzlichem Urteil zu 
bestätigen und für das oberinstanzliche Verfahren gemäss einzureichender Honorarnote gerichtlich zu 
bestimmen.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurde über den Beschuldigten ein aktueller Leumundsbericht 
(pag. 518 ff.) sowie ein aktueller Strafregisterauszug (pag. 522 f.) eingeholt. Mit 
Verfügung vom 7. August 2017 edierte die Verfahrensleitung zudem den im Verfah-
ren SK 16 377 angeforderten Behandlungsbericht betreffend die Privatklägerin 
(pag. 531). Das Schreiben von Dr. med. H.________ der Klinik I.________ vom 
28. April 2014 sowie der Austrittsbericht der Klinik I.________ vom 11. Dezem-
ber 2013 wurden zu den Akten genommen und den Parteien zugestellt 
(pag. 543 ff.). 

Der Beschuldigte und die Privatklägerin wurden anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung beide noch einmal zur Person und kurz zur Sache befragt. 
Schliesslich wurden anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung auch die 
Akten im Verfahren der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland gegen den Beschuldig-
ten wegen Führen eines Personenwagens ohne Berechtigung ediert. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Gegenstand des Verfahrens bildet Ziff. II.1 des erstinstanzlichen Urteils, nämlich 
der Schuldspruch wegen sexueller Nötigung, begangen am 21. September 2013 in 
F.________ z.N. der Privatklägerin; alle übrigen Frei- und Schuldsprüche sind in 
Rechtskraft erwachsen. Gemäss den Ausführungen der Verteidigung anlässlich der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung werden auch die Geldstrafe, die Verbin-
dungsbusse und die Übertretungsbusse nicht mehr angefochten. Die Kammer hat 
daher die Strafzumessung lediglich bezüglich der sexuellen Nötigung zu überprü-
fen. Weiter hat sie auch über die Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie den Zi-
vilpunkt zu befinden. Sie verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Aufgrund der alleinigen 
Berufung des Beschuldigten ist die Kammer an das Verschlechterungsverbot ge-
bunden (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vom 24. Mai 2016 sexuelle Nöti-
gung zum Nachteil der Privatklägerin vorgeworfen. So soll er diese kurz zusam-
mengefasst am 21. September 2013 in F.________ auf das Bett gedrückt und ihre 
Arme festgehalten haben, so dass sie zum Widerstand unfähig gewesen sei. An-
schliessend soll der Beschuldigte die Privatklägerin überall geküsst, berührt und sie 
gewaltsam entkleidet haben. Weiter soll er sie mit den Fingern und der Zunge zwi-
schen den Beinen am Geschlechtsteil berührt und oral befriedigt haben 

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(pag. 280 f.). Ergänzend kann auf die ausführliche Sachverhaltsdarstellung in der 
Anklageschrift verwiesen werden. 

7. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Die Ereignisse rund um den vorgeworfenen Sachverhalt sind im Wesentlichen un-
bestritten. Die Privatklägerin besuchte gemeinsam mit J.________, mit dem sie 
zum damaligen Zeitpunkt eine sexuelle Beziehung unterhielt, den Beschuldigten in 
dessen Wohnung. J.________ und der Beschuldigte sind befreundet bzw. ver-
wandt; auch die Privatklägerin hatte den Beschuldigten vor dem Besuch am 
21. September 2013 bereits mehrere Male getroffen und war demnach mit ihm be-
kannt. Im Verlauf des Abends schlief J.________ infolge eines intensiven Alkohol-
konsums auf dem Sofa in der Wohnung des Beschuldigten ein. Auch der Beschul-
digte hatte Alkohol konsumiert. Weiter ist unbestritten, dass der Beschuldigte die 
Privatklägerin nach einer Massage fragte und sich die beiden anschliessend ins 
Schlafzimmer begaben. Ob die Privatklägerin dem Beschuldigten freiwillig ins 
Schlafzimmer folgte und was sich darin abspielte, ist bestritten und im Folgenden 
durch die Kammer zu klären. 

Weiter ist unbestritten, dass die Privatklägerin am 29. November 2013 zusammen 
mit ihrer Mutter im Zusammenhang mit einer Sachentziehung auf der Polizeiwache 
K.________ erschien und dort angab, anfangs September 2013 in F.________ 
durch den Beschuldigten sexuell genötigt worden zu sein (pag. 79). 

Weiter ist unbestritten, dass die Privatklägerin bereits vor dem fraglichen Vorfall un-
ter (teils schweren) psychischen Problemen litt bzw. nach wie vor leidet. 

8. Objektive Beweismittel

Der Kammer liegt als objektives Beweismittel der Whatsapp Chat zwischen der Pri-
vatklägerin und E.________ vom 14. und 15. Januar 2014 (pag. 88 ff.) vor. Es kann 
auf die entsprechende Aktenstelle sowie die Ausführungen der Vorinstanz hierzu 
verwiesen werden (pag. 398 f., S. 10 f. der Entscheidbegründung). 

9. Subjektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat auch die vorhandenen subjektiven Beweismittel zutreffend wie-
dergegeben und zusammengefasst. Es wird auf die entsprechende Aktenstelle und 
ihre Ausführungen verwiesen. Im Sinne eines kurzen Überblicks werden die sub-
jektiven Beweismittel im Folgenden kurz aufgeführt:

- Aussagen der Privatklägerin gemäss Anzeigerapport vom 11. Dezember 2013 
(pag. 6 ff., pag. 403 f., S. 15 f. der Entscheidbegründung);

- Aussagen der Privatklägerin anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
5. Dezember 2013 (pag. 46 ff., pag. 404 ff., S. 16-19 der Entscheidbegrün-
dung);

- Aussagen der Privatklägerin anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme vom 13. August 2014 (pag. 54 ff., pag. 407 f., S. 19 f. der Entscheidbe-
gründung);

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- Aussagen der Privatklägerin anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 26. Oktober 2016 (pag. 349 ff., pag. 408 f., S. 20 f. der Entscheidbegrün-
dung).

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurde die Privatklägerin erneut 
einvernommen. Sie gab an, sich nicht mehr wirklich an ihre früheren Aussagen 
zum Vorfall erinnern zu können und brachte zur Sache auch keine Ergänzungen 
bzw. Wiederholungen vor. 

Weiter liegen auch die Aussagen des Beschuldigten vor:

- Aussagen des Beschuldigten anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
14. Januar 2014 (pag. 166 ff., S. 413 ff., S. 25-27 der Entscheidbegründung);

- Aussagen des Beschuldigten anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme vom 13. August 2014 (pag. 182 ff., pag. 415 f. S. 27 f. der Entscheidbe-
gründung);

- Aussagen des Beschuldigten anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 26. Oktober 2016 (pag. 358 ff., pag. 416 ff., S. 28 -30 der Entscheid-
begründung).

Auch der Beschuldigte machte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 10. August 2017 erneut Aussagen. Er gab an, sich mehr oder weniger an sei-
ne damaligen Aussagen erinnern zu können und diese zu bestätigen. Falsches ha-
be er nicht gesagt. Korrekturen habe er lediglich bezüglich des Drogenkonsums der 
Privatklägerin anzubringen. Sie habe nicht nur wie behauptet einmal Drogen aus-
probiert, sondern damals viel gekifft sowie Kokain und LSD konsumiert. Es sei 
möglich, dass die von ihr erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit diesem Dro-
genkonsum stehen würden (pag. 559). 

Weiter liegen der Kammer folgende weiteren Aussagen vor:

- Aussagen E.________ anlässlich der polizeilichen Befragung vom 23. Janu-
ar 2014 (pag. 75 ff., pag. 409 f., S. 21 f. der Entscheidbegründung);

- Aussagen E.________ anlässlich der polizeilichen Befragung vom 4. Febru-
ar 2014 (pag. 96 ff.) und anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 
22. September 2015 (pag. 121 ff.): Zusammenfassung Vorinstanz (pag. 410 f., 
S. 22 f. der Entscheidbegründung);

- Aussagen J.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 5. Febru-
ar 2014 (pag. 65 ff., pag. 411, S. 23 der Entscheidbegründung);

- Aussagen L.________ als Zeugin anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Be-
fragung vom 22. September 2015 (pag. 135 ff., pag. 412, S. 24 der Entscheid-
begründung);

- Aussagen M.________ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 
vom 16. Juni 2015 als Zeugin (pag. 146 ff., pag. 412 f., S. 24 f. der Entscheid-
begründung).

Weiter liegen der Kammer auch Arztberichte der behandelnden Psychotherapeutin 
der Privatklägerin, Dr. med. N.________, vom 19. September 2014 (pag. 22 ff.), 

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vom 8. Januar 2015 (pag. 35 ff.) sowie vom 23. Oktober 2016 (pag. 343 ff) vor. Es 
kann auf die entsprechenden Aktenstellen sowie die Zusammenfassung durch die 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 396 ff., S. 8-10 der Entscheidbegründung). Im 
oberinstanzlichen Hauptverfahren wurden auch ein Behandlungsbericht von Dr. 
med. H.________ der Klinik I.________ vom 28. April 2017 sowie der Austrittsbe-
richt vom 11. Dezember 2013 zu den Akten genommen (pag. 543 ff.).

10. Beweiswürdigung durch die Kammer

10.1 Allgemeines und Würdigung des objektiven Beweismittels

Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, sprechen bereits die gesam-
ten Umstände rund um den mutmasslichen sexuellen Übergriff für die Glaubhaftig-
keit der Aussagen der Privatklägerin. Diese hat sich zuerst ihren Eltern anvertraut 
und sich erst auf deren Drängen hin bereit erklärt, Anzeige zu erstatten. Im Gegen-
satz zur Verteidigung erachtet die Kammer diesen Umstand als ein Indiz dafür, 
dass sich der von der Privatklägerin geschilderte Vorfall tatsächlich so zugetragen 
hat. Denn gerade vor dem Hintergrund dass die Privatklägerin erst auf Veranlas-
sung ihrer Eltern Anzeige einreichen wollte, erscheint die Erklärung des Beschul-
digten, die Privatklägerin wolle sich womöglich an ihm rächen, da sie ihn für das 
Scheitern der Beziehung zu J.________ verantwortlich mache, als nicht glaubhaft. 
Hätte die Privatklägerin den Beschuldigten zu Unrecht belasten wollen, ist davon 
auszugehen, dass sie dies aus eigenem Antrieb und unmittelbar nach dem (angeb-
lichen) Vorfall gemacht hätte. Es kann zudem davon ausgegangen werden, dass 
sie diesfalls den Beschuldigten stärker belastet hätte und keine entlastenden Mo-
mente (keine übermässige Gewaltanwendung, freiwilliger Abbruch der sexuellen 
Handlungen, keine Forderung nach aktiven sexuellen Handlungen etc.) vorge-
bracht hätte. 

Auch der (angebliche) Drogenkonsum der Privatklägerin, welchen der Beschuldigte 
anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung als Ursache einer (möglicher-
weise unbewusst erfolgten) Falschbelastung benannte, stellt nach Ansicht der 
Kammer keinen tauglichen Erklärungsversuch dar. Auch diesfalls wäre davon aus-
zugehen, dass eine Strafanzeige früher – also bereits nach dem erstmaligen Auf-
treten entsprechender Vorstellungen – eingereicht worden wäre. Die Privatklägerin 
hat zudem stets ausführliche Angaben gemacht, den Vorfall detailliert und stimmig 
geschildert und insgesamt zu keinem Zeitpunkt Anzeichen dafür gezeigt, dass der 
Vorfall in ihrer Erinnerung aufgrund externer Einflüsse wie z.B. Drogenkonsum ent-
standen sein könnte. Auch die behandelnde Ärztin konnte keine solchen Hinweise 
bzw. generell Hinweise auf regelmässigen Drogenmissbrauch oder wahnhafte Epi-
soden feststellen. Auch wenn die Ärztin keine spezielle Drogenanamnese erhoben 
hatte, kann doch davon ausgegangen werden, dass Missbräuche von psychotro-
pen Substanzen, welche derart schwer wiegende Wahnvorstellungen auslösen 
würden, durch eine ärztliche Fachperson festgestellt worden wären und die Privat-
klägerin auch in anderen Lebensbereichen Symptome gezeigt hätte.

Die Verteidigung moniert, dass sich aus den Arztberichten keine Hinweise auf ei-
nen sexuellen Übergriff ergeben würden. Es verwundere doch sehr, dass die Pri-
vatklägerin den angeblichen sexuellen Übergriff gegenüber ihrer Therapeutin nicht 

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geschildert habe, obwohl sie gemäss eigenen Angaben nachhaltig traumatisiert 
worden sei. Es ist durchaus zutreffend, dass die ärztlichen Berichte der behandeln-
den Therapeutin Dr. med. N.________ kein taugliches Mittel darstellen, um über 
den angeklagten Vorfall Beweis zu führen. Aus den Ausführungen der Therapeutin 
ergibt sich lediglich, dass ein sexueller Übergriff durchaus eine mögliche Erklärung 
für das Verhalten bzw. die psychischen Probleme der Privatklägerin darstelle. Es 
ist zudem unbestritten, dass die Privatklägerin – unabhängig von den mutmassli-
chen sexuellen Übergriffen – seit ihrer Pubertät unter erheblichen psychischen 
Problemen litt bzw. nach wie vor leidet. Da diese damit nicht (ausschliesslich) kau-
sale Folge der Übergriffe sind, sondern dadurch allenfalls verstärkt worden sein 
könnten, verwundert nach Ansicht der Kammer nicht, dass der Übergriff in der The-
rapie nur am Rande thematisiert wurde, zumal dieses Thema insbesondere für eine 
junge Frau doch eher schambehaftet ist. Kommt hinzu, dass anlässlich der Thera-
piesitzungen diejenigen Themen besprochen wurden, welche zum damaligen Zeit-
punkt im Vordergrund standen und entsprechend eine sofortige Intervention erfor-
derten. Der Fokus der Therapie lag auf der Stabilisierung des Zustands der Privat-
klägerin und damit zusammenhängend insbesondere auf ihrer beruflichen Einglie-
derung (vgl. auch Ausführungen der behandelnden Ärztin auf pag. 36 und 344 f.). 
Die Ärztin gab zudem an, dass eine Traumatherapie eine gewisse Stabilität der Pa-
tientin voraussetze, was bei den im Jahr 2015 (erneut) durchgeführten Therapiesit-
zungen offenbar nicht der Fall war (pag. 344 f.). Die von der Privatklägerin gezeig-
ten Reaktionen (Schlafstörungen, Weinen, Selbstverletzungen, pag. 23) sind je-
doch durchaus mit einem sexuellen Übergriff erklärbar, was durch die Ärztin in 
sämtlichen Berichten betont wurde. Die beiden angeklagten Vorfälle wurden zudem 
in den ersten Therapiesitzungen auch thematisiert (pag. 24). 

Zwar hielt Dr. med. H.________ der Klinik I.________, wo die Privatklägerin zwi-
schen dem 11. und 13. November 2013 stationär untergebracht war, in ihrem Be-
richt vom 28. April 2017 fest, dass sich nach Durchsicht der Patientenakten keine 
Hinweise darauf ergeben würden, dass sexuelle Übergriffe stattgefunden hätten 
(pag. 544). Daraus lässt sich jedoch lediglich schliessen, dass die Privatklägerin 
während ihres dreitägigen Aufenthalts in der Klinik keine solchen Vorfälle themati-
siert hatte. Dies ist insbesondere angesichts der Tatsache, dass der emotionale 
Ausnahmezustand offenbar durch die Situation am Arbeitsplatz ausgelöst wurde 
und innerhalb der doch eher kurzen Aufenthaltszeit von drei Tagen noch kein 
genügendes Vertrauensverhältnis, welches die Thematisierung dieses schambe-
hafteten Themas erlaubt hätte, entstehen konnte, nachvollziehbar. Auch Dr. med. 
H.________ erachtet eine Traumatisierung aufgrund sexueller Übergriffe jedoch 
durchaus als möglich (pag. 544). Die Privatklägerin gab schliesslich anlässlich der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung glaubhaft an, die aus den Übergriffen resultie-
renden Probleme eher verdrängt zu haben, sich jedoch dieser in einer stationären 
Therapie nun endlich stellen zu wollen (pag. 556). Die Kammer erachtet daher die 
Umstände rund um die therapeutische Behandlung der Privatklägerin keineswegs 
als Hinweise dafür, dass der vorliegend streitige Übergriff nicht stattgefunden ha-
ben könnte. 

Auch das einzige vorhandene objektive Beweismittel – der Chatverkehr mit 
E.________ – spricht dafür, dass die Privatklägerin den Beschuldigten nicht zu Un-

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recht belasten wollte. Gegenüber E.________ stellte sie klar, dass der Beschuldig-
te sie nicht vergewaltigt habe und sie auch keine entsprechende Anzeige einge-
reicht habe. Die Klarstellung dieses Irrtums bei E.________ bzw. ihre Glaubwür-
digkeit war der Privatklägerin offenbar ein grosses Anliegen. Zudem betonte sie, 
dass sie E.________ diesbezüglich nicht beeinflussen wolle und sie mit Blick auf 
deren Einvernahme nicht über den Vorfall sprechen sollten. Diese Kommunikation 
erfolgte nicht im Wissen darum, dass sie dereinst Eingang in die Akten finden wür-
de. Vor diesem Hintergrund kommt dem Chatverkehr nach Ansicht der Kammer ei-
ne erhebliche Bedeutung zu und zeigt, dass die Privatklägerin darauf bedacht war, 
den Beschuldigten nicht falsch zu belasten.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Umstände rund um den Vorfall sowie 
das vorhandene objektive Beweismittel für die Glaubhaftigkeit der Angaben der 
Privatklägerin spricht, wobei auf deren Aussagen im Folgenden noch näher einzu-
gehen sein wird.

10.2 Würdigung der Aussagen der Privatklägerin

Die Privatklägerin hat sich im Verlauf des Strafverfahrens dreimal eingehend zu 
den Vorwürfen geäussert. Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass ihre Aus-
sagen glaubhaft sind und zahlreiche Realitätskriterien aufweisen. Um unnötige 
Wiederholungen zu vermeiden, verweist die Kammer vollumfänglich auf diese Aus-
führungen und verzichtet an dieser Stelle darauf, diese Kriterien noch einmal zu 
benennen (pag. 420 f., S. 32 f. der Entscheidbegründung). 

Näher einzugehen ist auf den Umstand, dass die Aussagen der Privatklägerin doch 
einige Widersprüche und Unstimmigkeiten im logischen Ablauf enthalten. Diese 
Unstimmigkeiten wurden von der Verteidigung anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung aufgezeigt. Die Aussagen der Privatklägerin zum Vorfall seien 
nicht glaubhaft. So habe sie angegeben, der Beschuldigte sei stark betrunken ge-
wesen. Er soll sie hochgehoben und ins Schlafzimmer getragen, dabei die Türe 
verschlossen und sie ausgezogen haben. Dies sei rein praktisch gar nicht möglich. 
Auch ihre Aussagen zum Kerngeschehen seien widersprüchlich. So sei unklar, wie 
sich das Geschehen abgespielt habe bzw. abgespielt haben konnte und insbeson-
dere auch, was die Privatklägerin und der Beschuldigte nach dem Vorfall getan hät-
ten (pag. 561 f.). 

Zum einen ist anzumerken, dass die von der Verteidigung aufgezeigten Wider-
sprüche im Wesentlichen die Geschehnisse rund um den Übergriff und nicht das 
Kerngeschehen an sich betreffen. Gerade vor dem Hintergrund, dass der Fokus 
der Privatklägerin auf das Kerngeschehen gerichtet war, ist nachvollziehbar, dass 
die Geschehnisse rund um das Ereignis eher in Vergessenheit geraten bzw. nicht 
als wesentlich wahrgenommen und deshalb weniger gut in Erinnerung geblieben 
sind. In der Schilderung des Kerngeschehens vermag die Kammer jedoch keine 
wesentlichen Widersprüche auszumachen. Es gilt zu beachten, dass es sich dabei 
um ein dynamisches Geschehen handelt, welches deshalb auch eher sprunghaft 
geschildert wurde. Bei einem erfundenen Ablauf wäre nach Ansicht der Kammer 
eher davon auszugehen, dass dieser stets gleichbleibend und streng chronologisch 
geschildert würde, zumal der Privatklägerin auch stets die Möglichkeit offen stand 

11

bzw. steht, ihre früheren Aussagen zu lesen und die aktuellen Aussagen dement-
sprechend darauf abzustimmen. Dies ist jedoch vorliegend gerade nicht gesche-
hen. Die Privatklägerin gestand Erinnerungslücken – insbesondere auch anlässlich 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung – nachvollziehbar ein. Dies spricht nach 
Ansicht der Kammer für die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben. 

Dass die Privatklägerin gegenüber ihrer Mutter falsche Angaben gemacht und ei-
nen sexuellen Übergriff erfunden haben soll, um damit von ihrem eigenen Verhal-
ten, welches die Mutter möglicherweise nicht goutieren würde, abzulenken, erach-
tet die Kammer ebenfalls als äusserst unwahrscheinlich. Die Mutter bestätigte, ei-
nen engen Kontakt zu ihrer Tochter zu pflegen (pag. 136). Kommt hinzu, dass die 
Privatklägerin gegenüber ihrer Mutter beide Vorfälle detailliert schilderte, was sich 
insbesondere auch aus den Aussagen der Mutter ergibt (vgl. pag. 138 und 140 f.). 
Dies weist darauf hin, dass ein vertrauensvolles und offenes Verhältnis zwischen 
den beiden besteht.

Die Verteidigung brachte weiter vor, es sei nicht nachvollziehbar, weswegen die 
Privatklägerin gemäss eigenen Angaben (sowie der Aussagen von J.________) 
nicht um Hilfe gerufen habe. Nach Ansicht der Kammer sind für dieses Unterlassen 
verschiedene plausible Erklärungen ersichtlich. Zum einen ist es nicht untypisch, 
dass Opfer von Übergriffen – selbst wenn sie die Möglichkeit dazu haben – in Fol-
ge des Angriffs vor Angst gelähmt oder gehemmt sind, und es deshalb unterlassen, 
zu schreien. Zum anderen wäre für die Privatklägerin von J.________ mutmasslich 
keine Hilfe zu erwarten gewesen. Zum einen war seine Loyalität gegenüber dem 
Beschuldigten auch für die Privatklägerin erkennbar. Zum anderen war er ohnehin 
dabei, seinen Alkoholrausch auszuschlafen, und es wäre keineswegs sicher gewe-
sen, dass er durch die Schreie der Privatklägerin aufgewacht wäre. Angesichts die-
ser verschiedenen Erklärungsmöglichkeiten muss der tatsächliche Grund für dieses 
Unterlassen offen bleiben. Nach Ansicht der Kammer spricht diese Tatsache je-
doch nicht dagegen, dass es tatsächlich zum geschilderten Übergriff gekommen 
ist.

Auch das Verhalten der Privatklägerin nach dem Vorfall – sie hat sich bekanntlich 
noch einmal mit dem Beschuldigten, J.________ und E.________ zum Bowlen ge-
troffen – spricht keineswegs dagegen, dass ein sexueller Übergriff stattgefunden 
haben soll. Zum einen existiert kein typisches Nachtatverhalten des Opfers. Zum 
anderen sind gerade weitere Treffen nach einer Straftat – insbesondere bevor das 
Geschehen durch das Opfer richtig eingeordnet und reflektiert werden konnte – 
nicht gänzlich abwegig und kein Indiz dafür, dass es nicht zu sexuellen Übergriffen 
gekommen ist. Das Treffen ist zudem auf Wunsch von J.________ und nicht auf In-
itiative der Privatklägerin hin erfolgt. Dass sich die Privatklägerin nicht entschieden 
gegen diese Pläne von J.________ stellte, verwundert gerade vor dem Hintergrund 
ihrer bereits damals bestehenden psychischen Labilität nicht. Wie die Vorinstanz 
bereits dargelegt hat, durfte sie von J.________, welcher ihr zum damaligen Zeit-
punkt bereits deutlich gemacht hatte, dass er mit ihr keine Gespräche über ein an-
gebliches Fehlverhalten seines Kollegen führen würde, diesbezüglich ohnehin 
kaum Unterstützung erwarten. Schliesslich erachtet die Kammer auch den Um-
stand, dass die Privatklägerin sich vorderhand noch mit dem Beschuldigten getrof-

12

fen hatte, später jedoch grosse Ängste entwickelt und bei einem zufälligen Treffen 
bei der Staatsanwaltschaft gar einen Zusammenbruch erlitten hatte, nicht als wi-
dersprüchlich. Dass solche Veränderungen im Verhalten eines Opfers erst einige 
Zeit nach einem Vorfall eintreten, ist ebenfalls durchaus vorstellbar. 

Insgesamt hegt die Kammer im Wissen darum, dass die Aussagen der Privatkläge-
rin einige unwesentliche Widersprüche enthalten, keine Zweifel daran, dass sich 
der Sachverhalt im Kern wie von ihr geschildert, zugetragen hat.

10.3 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 

Die Kammer schliesst sich zunächst vollumfänglich der Würdigung der Aussagen 
des Beschuldigten durch die Vorinstanz an und verweist auf diese Ausführungen 
(pag. 426 ff., S. 38-40 der Entscheidbegründung). Ergänzend bzw. präzisierend 
merkt die Kammer Folgendes an: 

Die Vorinstanz hat zutreffend anhand mehrerer Beispiele aufgezeigt, dass der Be-
schuldigte die von der Privatklägerin geschilderten Handlungsabläufe nicht dezi-
diert bestritten, sondern lediglich wenig überzeugend mit «nicht dass ich wüsste» 
geantwortet hatte. Dies verwundert angesichts der Schwere der Vorwürfe doch 
sehr; es wäre nach Ansicht der Kammer zu erwarten, dass solche schwerwiegen-
den Vorwürfe dezidiert in Abrede gestellt würden. 

Weiter fällt auf, dass der Beschuldigte Erklärungsversuche vorbringt, welche zwar 
durchaus nachvollziehbar sind, jedoch tatsächlich nicht (mehr) überprüft werden 
können. So machte er geltend, er könne das Schlafzimmer gar nicht verschlossen 
haben, da er keinen Schlüssel habe (pag. 172). Später brachte er diesen Er-
klärungsversuch nicht mehr vor, was darauf hindeutet, dass es sich tatsächlich nur 
um eine Ausflucht gehandelt hatte (pag. 188). Schliesslich äusserte der Beschul-
digte auch allgemeine und ebenfalls nicht überprüfbare Ausflüchte, welche belegen 
sollen, dass er gegenüber der Privatklägerin keine sexuellen Gefühle gehegt habe. 
Er brachte vor, dass er – wenn er bekifft sei – ohnehin keine Lust auf Sex habe 
(pag. 359).

Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass eine Würdigung der Aussagen des 
Beschuldigten nur schwer möglich ist, da sich dieser naturgemäss zum Kernge-
schehen, welches er bestreitet, nicht äussern kann. Dennoch sind einige Auffällig-
keiten auszumachen. Insbesondere bezüglich der äusserst wichtigen Frage, wes-
wegen es zur Beendigung des körperlichen Kontakts gekommen sei, antwortete 
der Beschuldigte widersprüchlich. So schilderte er anfangs, sie hätten sich gegen-
seitig massiert, wobei nicht mehr geschehen sei, sie sich jedoch bedrängt gefühlt 
und das Schlafzimmer verlassen habe (pag. 171). Später gab er in der gleichen 
Einvernahme an, das gegenseitige Massieren sei beendet worden, da er nicht 
mehr länger massieren wollte (pag. 172). Dabei handelt es sich wie erwähnt um ei-
nen erheblichen Widerspruch im Kerngeschehen, welcher auch nicht mit dem Zeit-
ablauf bzw. der Tatsache, dass der Vorfall dynamisch verlief, erklärt werden kann. 
Zudem fällt auf, dass der Beschuldigte auch Offensichtliches bestreitet. So gab er 
an, dass der Vorschlag, sich gegenseitig zu massieren, zwar von ihm gekommen 
sei. Er hätte jedoch zum damaligen Zeitpunkt keine Hintergedanken gehabt und 
nicht an Sex gedacht (pag. 359). Diese Behauptung kann nach Ansicht der Kam-

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mer nicht zutreffend sein, da ansonsten kaum Anlass für körperliche Berührungen 
bestanden haben dürfte. Dies hat umso mehr zu gelten, als die Privatklägerin zum 
damaligen Zeitpunkt eine sexuelle Beziehung mit J.________ pflegte, was auch 
dem Beschuldigten bewusst war, und die beiden gemäss eigenen Angaben auch 
schon Frauen «geteilt» hatten.

Die Vorbringen der Verteidigung, wonach die Aussagen zum konkreten Vorfall und 
nicht die Glaubwürdigkeit der aussagenden Person im Allgemeinen zu beurteilen 
sind, sind durchaus zutreffend. Dennoch weist das Aussageverhalten des Beschul-
digten – konkret das tatsachenwidrige Bestreiten in Bezug auf den Vorwurf der Er-
pressung zum Nachteil von E.________ (pag. 192) – darauf hin, dass er keine 
Mühe hat, Lügen zu Protokoll zu geben (sofern er davon ausgeht, dass die Behör-
den keine Kenntnis davon haben oder erhalten können) und ein entsprechendes 
Verhalten damit zumindest nicht völlig charakterfremd erscheint. Dies hat auch für 
die neusten Vorwürfe zu gelten, bei denen der Beschuldigte ein ähnliches Verhal-
ten an den Tag gelegt hat. Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung be-
stritt der Beschuldigte – er ist nach wie vor nicht im Besitz eines Führerausweises – 
das Fahrzeug seiner Ehefrau gelenkt zu haben, obwohl – wie den edierten Akten 
entnommen werden kann – Entsprechendes durch die Polizei festgestellt werden 
konnte. 

Schliesslich ist anzumerken, dass sich der Beschuldigte abwertend über die Privat-
klägerin geäussert hatte, was auch darauf hinweist, dass er von eigenem Fehlver-
halten ablenken möchte. So betonte er, dass die Initiative der Körperkontakte auf 
dem Kinderspielplatz von ihr ausgegangen sei (Lapdance) und brachte anlässlich 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vor, dass die Privatklägerin zum damali-
gen Zeitpunkt regelmässig und viel Drogen konsumiert habe. 

Insgesamt erachtet die Kammer die Aussagen des Beschuldigten bezüglich der 
Frage, was am besagten Abend im Schlafzimmer geschehen ist, nicht als glaub-
haft.

10.4 Würdigung der Aussagen von E.________

Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 423 f., S. 35 f. der Entscheidbegründung). Nach Ansicht der Kammer 
drängt sich lediglich eine Ergänzung auf: Das Aussageverhalten von E.________ 
ist insofern bemerkenswert, als sie anfangs angab, die Privatklägerin habe ihr vom 
Vorfall erzählt. Sie habe erzählt, der Beschuldigte habe sie gedrängt, Sex mit ihm 
zu haben. Er habe versucht, sie mit ihm ins Schlafzimmer zu ziehen. Sie habe aber 
gesagt, dass er sie in Ruhe lassen solle, was er ignoriert habe. Es habe ihr aber ir-
gendwann gereicht und sie habe ihm gesagt, dass er aufhören solle, ansonsten sie 
schreien würde. Der Beschuldigte habe sie dann in Ruhe gelassen (pag. 79). Diese 
Aussage ist eher zurückhaltend und für den Beschuldigten so noch nicht allzu be-
lastend. Dies obwohl E.________ zum damaligen Zeitpunkt bereits mit der Privat-
klägerin die bekannte Chatkonversation geführt hatte und auch vom Beschuldigten 
über die erhobenen Vorwürfe informiert worden war (pag. 81 f.). Weiter gab 
E.________ an, sie könne nicht viel dazu sagen, ob die Privatklägerin bezüglich 
der angeblichen Übergriffe die Wahrheit sage. Es sei irgendwie auch auffordernd, 

14

mit dem Kollegen des Freundes etwas zu haben. Sie könne sich nicht vorstellen, 
dass sie klar gesagt habe, dass sie nicht wolle, und er trotzdem weiter gemacht 
habe (pag. 84). Zwei Tage nach dieser Einvernahme brachte E.________ schrift-
lich Ergänzungen an und schilderte Vorfälle, bei denen der Beschuldigte ihre Gren-
zen in sexueller Hinsicht nicht respektiert bzw. sie gar bedroht hatte (pag. 97 f.). 

Es fragt sich daher, auf was diese Relativierung ihrer ersten Aussagen zurückzu-
führen ist. Aus den zeitlichen Abläufen ergibt sich, dass der Beschuldigte 
E.________, welcher er rund CHF 15‘000.00 schuldete, kurz vor ihrer Einvernahme 
kontaktierte. Wenig später überreichte er ihr die von ihr bereits längere Zeit gefor-
derte und erwartete schriftliche Schuldanerkennung. Der Beeinflussungsversuch 
des Beschuldigten – welcher zumindest anlässlich der ersten Einvernahme von 
E.________ noch ziemlich erfolgreich war – ist damit offensichtlich (pag. 102 f.). 
Der Beschuldigte war durchaus gewillt, auf E.________ einen gewissen Druck auf-
zusetzen und die Tatsache, dass er ihr Geld schuldete, was sie jedoch zum dama-
ligen Zeitpunkt noch nicht belegen konnte, zu seinen Gunsten zu nutzen und damit 
Einfluss auf das Strafverfahren zu nehmen. Es zeigt weiter auch, dass das Vorge-
hen des Beschuldigten in dem von E.________ glaubhaft geschilderten Vorfall – er 
hat in sexueller Hinsicht erheblichen Druck ausgeübt – nicht völlig charakterfremd 
ist.

10.5 Würdigung der Aussagen von J.________

Es kann wiederum vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-
stanz verwiesen werden (pag. 424 f., S. 36 f. der Entscheidbegründung), mit der 
Präzisierung, dass J.________ auf entsprechende Frage angab, die Privatklägerin 
habe ihm glaublich einmal etwas sagen wollen. Dass sie ihm von Übergriffen habe 
erzählen wollen, erwähnte J.________ nicht explizit (vgl. pag. 72). Da J.________ 
im fraglichen Zeitpunkt geschlafen hatte, kann er keine dienlichen Angaben zum 
Vorfall machen. Seine Aussagen lassen die von der Privatklägerin beschriebenen 
Handlungen jedoch keineswegs als ausgeschlossen erscheinen. In den Aussagen 
von J.________ zeigt sich, dass er den Beschuldigten als engen Freund betrachtet 
und diesen sehr bewundert (pag. 66). Eine gewisse Parteinahme für den Beschul-
digten ist damit durchaus zu erwarten und könnte wie erwähnt auch eine Erklärung 
dafür darstellen, weshalb die Privatklägerin nicht um Hilfe gerufen hatte.

10.6 Konkrete Beweiswürdigung

In Würdigung sämtlicher Beweismittel geht die Kammer davon aus, dass sich der 
Sachverhalt – auch wenn er nicht mehr in jedem Detail nachvollzogen und erstellt 
werden kann – im Wesentlichen wie angeklagt zugetragen hat und diesbezüglich 
auf die Aussagen der Privatklägerin abgestellt werden kann. Es ist konkret von fol-
gendem Sachverhalt auszugehen: 

Der Beschuldigte führte die Privatklägerin ins Schlafzimmer, wobei offen gelassen 
werden kann und muss, ob sich die Privatklägerin zu diesem Zeitpunkt bereits kör-
perlich bzw. ausdrücklich verbal gegen die Avancen des Beschuldigten gewehrt 
hat. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, kann davon ausgegan-
gen werden, dass die Privatklägerin zum damaligen Zeitpunkt noch keine ernstliche 
Gegenwehr leistete, da sie sich über die Absichten des Beschuldigten noch nicht 

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vollkommen im Klaren war. Der Beschuldigte drückte die Privatklägerin in der Folge 
mit Kraft aufs Bett und fixierte sie mit seinem Körpergewicht, so dass sie nicht in 
der Lage war, ihn von sich wegzustossen. Der Beschuldigte hielt die Privatklägerin, 
welche sich verbal und soweit ihr dies möglich war körperlich zur Wehr setzte, im 
Verlauf der Übergriffe auch an den Armen fest, wobei sich diese über dem Kopf der 
Privatklägerin befanden. Im weiteren Verlauf des Vorfalls entkleidete der Beschul-
digte die Privatklägerin und begann sie am ganzen Körper zu küssen und zu 
berühren. Er befriedigte sie auch oral, wobei er nach einer gewissen Zeit von ihr 
abliess. Dem Beschuldigten war bewusst, dass die Privatklägerin keine sexuellen 
Handlungen mit ihm vornehmen wollte. Dies ergab sich zum einen aus ihrer verba-
len Äusserung, weiter jedoch auch aus ihren Versuchen, sich ihm unter Zuhilfe-
nahme ihrer körperlicher Kräfte, welche der Beschuldigte seinerseits unter Anwen-
dung von körperlichem Zwang überwinden musste, zu entwinden. Der Beschuldigte 
wollte die sexuellen Handlungen an der Privatklägerin trotz ihres Widerstands vor-
nehmen. Nach einiger Zeit liess er jedoch aufgrund der Gegenwehr der Privatklä-
gerin von ihr ab. 

III. Rechtliche Würdigung

11. Rechtliche Grundlagen sexuelle Nötigung

Der sexuellen Nötigung macht sich strafbar, wer eine Person zur Duldung einer 
beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich in-
dem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum 
Widerstand unfähig macht (Art. 189 Abs. 1 StGB). 

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zum objektiven und subjektiven Tat-
bestand zutreffend wiedergegeben, darauf kann verwiesen werden (pag. 433 f., 
S. 45 f. der Entscheidbegründung).

Ergänzend ist zur objektiven Tatbestandsvoraussetzung der Gewalt festzuhalten, 
dass bereits Niederdrücken, mit überlegener Körperkraft festhalten, brutal zu Bo-
den stossen etc. als Gewalt definiert wird (PHILIPP MAIER, in Basler Kommentar 
StGB II, Niggli/Wiprächtiger (Hrsg.), 3. Auflage 2013, N 22 zu Art. 189).

12. Subsumtion

Indem der Beschuldigte die Privatklägerin unter Anwendung seiner Körperkraft 
festgehalten und auf dem Bett fixiert hat, hat er Gewalt angewendet. Die Privatklä-
gerin hat verbal signalisiert, keine sexuellen Kontakte zu wünschen. Sie hat zudem 
versucht, sich dem kräftemässig überlegenen Beschuldigten zu entziehen, was ihr 
jedoch nicht gelungen ist. Die Privatklägerin hat damit den im Sinne des Tatbe-
stands nötigen Widerstand geleistet. Es war ihr nicht zuzumuten, sich weiter zu 
wehren und allenfalls Verletzungen in Kauf zu nehmen, zumal sie dem Beschuldig-
ten als junge Frau körperlich unterlegen war. Der Beschuldigte hat an der Privat-
klägerin sexuelle Handlungen (Küssen und Berühren an den Brüsten und im Intim-
bereich sowie eine beischlafsähnliche Handlung [Oralsex]) vorgenommen. Der ob-
jektive Tatbestand ist damit erfüllt.

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Für den Beschuldigten war erkennbar, dass die Privatklägerin die sexuellen Hand-
lungen ablehnte und sie sich auch dagegen – soweit es ihr möglich war – körper-
lich zur Wehr setzte. Er wollte die sexuellen Handlungen dennoch vornehmen und 
hat ihren Widerstand wissentlich und willentlich überwunden. Der Beschuldigte hat 
daher vorsätzlich gehandelt, auch der subjektive Tatbestand ist erfüllt. 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich, der Beschul-
digte hat sich der sexuellen Nötigung zum Nachteil der Privatklägerin schuldig ge-
macht. 

IV. Strafzumessung

13. Vorbemerkungen

Die für die in Rechtskraft erwachsenen Schuldsprüche ausgesprochene Geldstrafe, 
Verbindungsbusse sowie Übertretungsbusse sind ebenfalls in Rechtskraft erwach-
sen. Es kann vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (pag. 439 f., S. 51 f. der Entscheidbegründung).

Im Folgenden ist die Strafzumessung für die sexuelle Nötigung vorzunehmen. Be-
züglich der allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung kann wiederum auf die 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 436, S. 48 der Entscheidbe-
gründung). 

Der Strafrahmen beträgt gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB Freiheitsstrafe bis zu 10 
Jahren oder Geldstrafe. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, den ordentlichen 
Strafrahmen zu verlassen. Angesichts der Höhe der auszusprechenden Strafe 
kommt von Gesetzes wegen nur eine Freiheitsstrafe in Betracht 
(Art. 34 Abs. 1 StGB). 

14. Objektive Tatkomponenten

14.1 Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Geschütztes Rechtsgut ist das Recht auf Selbstbestimmung in sexueller Hinsicht, 
sowie ferner das Recht auf sexuelle Integrität (TRECHSEL/BERTOSSA in: Praxis-
kommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 2. Auflage 2013, N 1 zu Art. 189).

Das geschützte Rechtsgut wurde vorliegend noch leicht beeinträchtigt. Das sexuel-
le Selbstbestimmungsrecht der Privatklägerin wurde durch die sexuellen Handlun-
gen, welche der Beschuldigte an ihr vorgenommen hat, im Sinne des Tatbestands 
verletzt. Der Beschuldigte hat ihren klaren Willen missachtet und während einigen 
Minuten verschiedene sexuelle Handlungen – von Küssen bis zu Oralverkehr – 
ausgeübt. 

14.2 Art der Tatbegehung / Verwerflichkeit des Handelns

Auch unter Berücksichtigung dieser Tatkomponenten ist von einem leichten Ver-
schulden auszugehen. Die Handlungen des Beschuldigten gingen nicht über die 
Tatbestandsmässigkeit hinaus. Er hat das Opfer zwar mit seinem Körpergewicht fi-
xiert bzw. festgehalten, jedoch nicht mehr Kraft bzw. Gewalt als nötig angewandt. 
Das Opfer konnte sich schlussendlich aus seiner Situation befreien, der Beschul-

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digte hat zu diesem Zeitpunkt keine Gewalt mehr ausgeübt. Weiter ist zu berück-
sichtigen, dass der Übergriff nur verhältnismässig kurze Zeit gedauert hat. 

Der Beschuldigte hat an der Privatklägerin verschiedene sexuelle Handlungen vor-
genommen. Die Küsse und Berührungen wiegen eher leicht. Schwerer wiegt, dass 
der Beschuldigte auch Oralverkehr an der Privatklägerin ausgeübt hat, wobei es 
sich dabei um eine beischlafsähnliche Handlung handelt. 

Die Auswirkungen der Tat auf das Leben der Privatklägerin sind schwer zu beurtei-
len. Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung berichtete sie davon, dass 
sie noch heute unter psychischen Problemen – insbesondere auch im sexuellen 
Bereich – leide. Inwiefern diese Auswirkungen auf das vorliegend zu beurteilende 
Ereignis zurückzuführen sind, ist angesichts der Vorgeschichte schwierig zu beur-
teilen. Es kann jedoch festgehalten werden, dass der Übergriff ihrem psychischen 
Gesundheitszustand sicherlich nicht zuträglich war. 

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung für beischlafsähnliche Handlungen, worunter Oralverkehr fällt, die für 
den Tatbestand der Vergewaltigung vorgesehene Mindeststrafe von einem Jahr 
Freiheitsstrafe nicht wesentlich unterschritten werden darf (BGE 132 IV 120 E. 2.5). 

In Würdigung der gesamten Tatumstände ist vorliegend von einem leichten Ver-
schulden und damit von einer angemessenen Strafe von 14 Monaten Freiheitsstra-
fe auszugehen. 

15. Subjektive Tatkomponenten 

15.1 Willensrichtung und Beweggründe

Der Beschuldigte hat direktvorsätzlich und aus sexuellen Motiven und damit aus 
rein egoistischen Beweggründen gehandelt, wobei dies jedoch tatbestandsimma-
nent und daher neutral zu werten ist. 

15.2 Vermeidbarkeit der Verletzung des Rechtsguts und Strafempfindlichkeit

Die Vermeidbarkeit der Tat war vollständig gegeben. Es ist jedoch zu berücksichti-
gen, dass der Beschuldigte doch in erheblichem Masse Alkohol konsumiert hatte, 
was zu einer gewissen Enthemmung geführt hat. Dies wirkt sich jedoch nicht rele-
vant verschuldensmindernd aus. 

Auch unter Berücksichtigung der subjektiven Tatkomponenten ist von einer ver-
schuldensangemessenen Freiheitsstrafe von 14 Monaten auszugehen. 

16. Täterkomponenten

16.1 Vorleben 

Bezüglich des Vorlebens kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführun-
gen verwiesen werden (pag. 438, S. 50 der Entscheidbegründung). 

Der Beschuldigte ist wegen Hausfriedensbruch, Vergehen gegen das Waffenge-
setz und wegen Diebstahl vorbestraft (pag. 522 f.). Es liegen damit keine einschlä-
gigen Vorstrafen vor. 

18

Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten gestalten sich insgesamt un-
auffällig. Er ist in der Zwischenzeit verheiratet, Vater eines Sohnes und geht einer 
geregelten Erwerbstätigkeit als Kellner im Restaurant O.________ in P.________ 
nach. Diese Umstände sind positiv zu werten. Der Beschuldigte hat nach wie vor 
Schulden in der Höhe von CHF 50‘000.00. Sein Lohn wird im Umfang von 
CHF 400.00 monatlich gepfändet (pag. 518 ff.).

16.2 Persönliche Verhältnisse und Verhalten nach der Tat

Der Beschuldigte ist nicht geständig und hat dementsprechend auch keine Reue 
gezeigt. Dieser Umstand ist neutral zu werten.

Der Beschuldigte hat während hängigem Verfahren erneut delinquiert. So wurde er 
am 27. Februar 2017 wegen Führen eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen 
Führerausweis (begangen am 19. Januar 2017) verurteilt (pag. 523). Da es sich 
dabei in Bezug auf den Schuldspruch wegen sexueller Nötigung jedoch nicht um 
einschlägige Delinquenz handelt, wirkt sich die Straffälligkeit während hängigem 
Verfahren nicht relevant auf die Strafzumessung aus.

16.3 Strafempfindlichkeit

Beim Beschuldigten ist von einer durchschnittlichen Strafempfindlichkeit auszuge-
hen. 

Auch unter Berücksichtigung der Täterkomponenten ist im Verhältnis zum weiten 
Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe von einem leichten Verschul-
den und einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten auszugehen. 

17. Bedingter Vollzug

Dem Beschuldigten ist – was vorliegend bereits das geltende Verschlechterungs-
verbot gebietet – der bedingte Vollzug zu gewähren. Er ist nicht vorbestraft und lebt 
als erwerbstätiger Familienvater in stabilen Verhältnissen. Die Probezeit ist auf das 
gesetzliche Minimum von zwei Jahren festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

18. Fazit Strafzumessung

Der Beschuldigte ist unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Strafzumes-
sungsfaktoren zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu verurteilen. 
Die Probezeit beträgt zwei Jahre. 

V. Zivilpunkt

Die Genugtuungssumme von CHF 5'000.00 zu Gunsten der Privatklägerin, zuzüg-
lich Zins zu 5 % seit dem 1. Oktober 2013, wird mit Verweis auf die erstinstanzli-
chen Erwägungen (pag. 441, S. 53 der Entscheidbegründung) bestätigt. Die Höhe 
der Genugtuung erscheint den konkreten Umständen als angemessen. Auch wenn 
es sich um einen einmaligen Vorfall handelt, wiegt dieser für die Privatklägerin eher 
schwer, hat der Beschuldigte doch an ihr eine beischlafsähnliche Handlung vorge-
nommen. 

19

Die Privatklägerin macht weiter eine pauschale Entschädigung von CHF 300.00 für 
die Teilnahme an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung geltend. Die Privatklä-
gerin ist zur Teilnahme an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung verpflichtet. So-
fern sie Entschädigungsforderungen geltend macht, hat sie dies in Anwendung von 
Art. 433 Abs. 1 StPO zu belegen, was vorliegend nicht erfolgt ist. Soweit weiterge-
hend ist die Zivilklage daher abzuweisen. 

Für die Behandlung des Zivilpunkts werden weder oberinstanzlich noch erstin-
stanzlich Kosten ausgeschieden.  

VI. Kosten und Entschädigung

19. Verfahrenskosten

Der Beschuldigte trägt die erstinstanzlichen Verfahrenskosten, wenn er verurteilt 
wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Vorinstanz hat für den Freispruch vom Vorwurf der 
versuchten Erpressung eine Kostenausscheidung von einem Fünftel vorgenom-
men. Demzufolge hat der Kanton Bern Verfahrenskosten in der Höhe von 
CHF 1‘822.45 zu tragen. Der Beschuldigte wird zur Bezahlung der restanzlichen 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 4/5 von CHF 9‘112.25 (inkl. Kosten der 
schriftlichen Urteilsbegründung), ausmachend CHF 7‘289.80, verurteilt.

Die Kostenverlegung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 2‘500.00, richtet sich nach dem Obsiegen und Unterliegen der Parteien 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschuldigte 
als vollumfänglich unterliegend zu gelten, weswegen er die oberinstanzlichen Ver-
fahrenskosten von CHF 2‘500.00 zu tragen hat. 

20. Amtliche Entschädigung Rechtsanwalt B.________

Soweit der Beschuldigte vor erster Instanz obsiegt, wird das amtliche Honorar von 
Rechtsanwalt B.________ auf CHF 2‘568.80 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 
bestimmt. Soweit der Beschuldigte vor erster Instanz unterliegt, wird das amtliche 
Honorar auf CHF 10‘275.00 bestimmt. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern für 
das erstinstanzliche Verfahren die auf sein Unterliegen entfallende ausgerichtete 
Entschädigung von CHF 10‘275.00 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ 
die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, 
ausmachend CH 2‘406.25, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

Das amtliche Honorar für Rechtsanwalt B.________ wird für die angemessene Ver-
teidigung von A.________ im oberinstanzlichen Verfahren auf CHF 5‘899.40 be-
stimmt. Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfah-
ren ausgerichtete Entschädigung zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ 
die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, 
ausmachend CHF 1‘387.80, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

20

21. Amtliche Entschädigung Rechtsanwalt D.________

Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes der Privatklägerschaft, 
Rechtsanwalt D.________, wird im erstinstanzlichen Verfahren auf CHF 10‘161.40 
bestimmt (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer). A.________ hat dem Kanton Bern 
die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt 
CHF 10‘161.40 und Rechtsanwalt D.________ die Differenz zwischen der amtli-
chen Entschädigung und dem vollen Honorar basierend auf dem kantonalen Stun-
denansatz von CHF 250.00, ausmachend CHF 2‘397.05, zu erstatten, wenn er in 
günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt (Art. 426 Abs. 4 StPO). 

Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes der Privatklägerschaft, 
Rechtsanwalt D.________, wird im oberinstanzlichen Verfahren auf CHF 3‘659.30 
bestimmt (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer). A.________ hat dem Kanton Bern 
die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt 
CHF 3‘659.30 und Rechtsanwalt D.________ die Differenz zwischen der amtlichen 
Entschädigung und dem vollen Honorar basierend auf dem kantonalen Stundenan-
satz von CHF 250.00, ausmachend CHF 864.00, zu erstatten, wenn er in günstige 
wirtschaftliche Verhältnisse gelangt (Art. 426 Abs. 4 StPO).

VII. Verfügungen

Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten 
DNA-Profils (PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 Bst. e DNA-ProfilG).

Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Lö-
schung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf 
der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung 
über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

21

VIII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 26.10.2016 ist insofern in Rechts-
kraft erwachsen, als:

1. A.________ freigesprochen wurde von der Anschuldigung der versuchten Erpres-
sung, angeblich begangen im Herbst 2013 in Q.________, F.________ und anders-
wo zum Nachteil von E.________;

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (1/5), sich zusammenset-
zend aus Gebühren von CHF 1‘600.00 und Auslagen von CHF 62.45, insgesamt be-
stimmt auf CHF 1‘662.45, an den Kanton Bern. 

Hinzu kommen 1/5 der Kosten der schriftlichen Urteilsbegründung von CHF 800.00, 
ausmachend CHF 160.00, insgesamt ausmachend CHF 1‘822.45, zu Lasten des 
Kantons Bern;

2. A.________ schuldig erklärt wurde:
2.1 der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, mehrfach begangen in der 

Zeit von April / Mai 2015 bis am 02.03.2016 in S.________ z.N. von R.________;

2.2 des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung, festgestellt am 11.06.2014 
und am 02.03.2016 und mehrfach begangen im Zeitraum ab April/Mai 2015 bis am 
02.03.2016 in Bern, S.________ und anderswo; 

2.3 der einfachen Verkehrsregelverletzung, begangen am 11.06.2014 in Bern durch 
Nichtbeherrschen des Fahrzeugs beim Rückwärtsfahren;

2.4 der Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz, mehrfach begangen 
durch vorsätzliches Reisen ohne gültigen Fahrausweis oder andere Berechtigung 
2.4.1 am 10.12.2013 auf der Strecke Ostermundigen- Freiburg
2.4.2 am 18.12.2013 in Bern 
2.4.3 am 02.03.2014 in Bern

und in Anwendung der Artikel

34, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 49 Abs. 1, 106 StGB
10 Abs. 2, 31 Abs. 1, 90 Abs. 1, 94 Abs. 1, 95 Abs. 1 Bst. a SVG
57 Abs. 2 Bst. b aPBG

verurteilt wurde:

22

1. zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à CHF 60.00, ausmachend 
CHF 10‘800.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt; 

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘800.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuld-
hafter Nichtbezahlung wird auf 30 Tage festgesetzt;

3. zu einer Übertretungsbusse von CHF 450.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuld-
hafter Nichtbezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt. 

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der sexuellen Nötigung, begangen am 21.09.2013 in F.________ zum Nachteil von 
C.________,

und in Anwendung der Artikel

40, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 189 Abs. 1 StGB
426, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird auf-
geschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt;

2. zur Bezahlung von 4/5 der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 9‘112.25 
(inkl. Kosten der schriftlichen Urteilsbegründung), ausmachend CHF 7‘289.80; 

3. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2‘500.00. 

III.

1. A.________ wird in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 und 49 Abs. 1 OR sowie 
Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 5‘000.00 Genugtuung, zuzüglich 5 % Zins 
seit dem 01.10.2013 an C.________ verurteilt. Soweit weitergehend wird die Zivilkla-
ge abgewiesen.

2. Für die Behandlung des Zivilpunkts werden erstinstanzlich und oberinstanzlich keine 
Kosten ausgeschieden. 

23

IV.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Rechtsan-
walt B.________, wird für das erst- bzw. oberinstanzliche Verfahren wie folgt be-
stimmt:

Erste Instanz

Soweit der Beschuldigte vor erster Instanz obsiegt, wird die Entschädigung seines 
amtlichen Verteidigers wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 11.14 200.00 CHF 2'228.00
Reisezuschlag CHF

CHF 150.50
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2'378.50 CHF 190.30

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2'568.80

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Soweit der Beschuldigte vor erster Instanz unterliegt, wird die Entschädigung seines 
amtlichen Verteidigers wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 44.56 200.00 CHF 8'912.00
Reisezuschlag CHF

CHF 601.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 9'513.90 CHF 761.10

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 10'275.00

volles Honorar CHF 11'140.00
Reisezuschlag CHF

CHF 601.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11'741.90 CHF 939.35

CHF 0.00
Total CHF 12'681.25

nachforderbarer Betrag CHF 2'406.25

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern für das erstinstanzliche Verfahren die auf sein Un-
terliegen entfallende ausgerichtete Entschädigung von CHF 10‘275.00 zurückzuzah-
len und Rechtsanwalt B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädi-
gung und dem vollen Honorar, ausmachend CH 2‘406.25, zu erstatten, sobald es sei-
ne wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

24

Obere Instanz

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 25.70 200.00 CHF 5'140.00
Reisezuschlag CHF

CHF 322.40
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 5'462.40 CHF 437.00

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 5'899.40

volles Honorar CHF 6'425.00
Reisezuschlag CHF

CHF 322.40
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 6'747.40 CHF 539.80

CHF 0.00
Total CHF 7'287.20

nachforderbarer Betrag CHF 1'387.80

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te Entschädigung von insgesamt CHF 5‘899.40 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 1‘387.80, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes der Privatklägerschaft, 
Rechtsanwalt D.________, wird im erst- bzw. oberinstanzlichen Verfahren wie folgt 
bestimmt:

Erste Instanz

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 44.39 200.00 CHF 8'878.00
Reisezuschlag CHF

CHF 530.70
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 9'408.70 CHF 752.70

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 10'161.40

volles Honorar CHF 11'097.50
Reisezuschlag CHF

CHF 530.70
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11'628.20 CHF 930.25

CHF 0.00
Total CHF 12'558.45

nachforderbarer Betrag CHF 2'397.05

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

25

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 10‘161.40 und Rechtsanwalt D.________ die Dif-
ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend 
CHF 2‘397.05, zu erstatten, wenn er in günstige wirtschaftliche Verhältnisse gelangt 
(Art. 426 Abs. 4 StPO). 

Obere Instanz

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 16.00 200.00 CHF 3'200.00
Reisezuschlag CHF

CHF 188.25
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3'388.25 CHF 271.05

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 3'659.30

volles Honorar CHF 4'000.00
Reisezuschlag CHF

CHF 188.25
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 4'188.25 CHF 335.05

CHF 0.00
Total CHF 4'523.30

nachforderbarer Betrag CHF 864.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichte-
te Entschädigung von insgesamt CHF 3‘659.30 und Rechtsanwalt D.________ die 
Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausma-
chend CHF 864.00, zu erstatten, wenn er in günstige wirtschaftliche Verhältnisse ge-
langt (Art. 426 Abs. 4 StPO).

V.

Weiter wird verfügt:

1. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-
Profils (PCN-Nr. .________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

2. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung 
der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bear-
beitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

26

VI.

1. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Straf- und Zivilklägerin a.v.d. Rechtsanwalt D.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv)
- dem Amt für Migration und Personenstand (MIDI)

Bern, 10. August 2017
(Ausfertigung: 7. März 2018 SET)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident:

Oberrichter Vicari

Die Gerichtsschreiberin:

Segessenmann

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.