# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f480386f-38f0-5bd6-8d4c-50cfbb534fc0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 26.03.2025 SBE.2024.52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBE-2024-52_2025-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBE.2024.52  
(ST.2024.134; STA.2024.3939)  

Art. 89 

 

 

Entscheid vom 26. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident 

Gerichtsschreiberin Boog Klingler 

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ AG,  

[…]  

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm,  

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Präsidenten des Bezirksgerichts Zofingen vom 9. Dezem- 

ber 2024 betreffend Rückzug der Einsprache/Rechtskraft des Strafbefehls 

 

in der Strafsache gegen A._____ AG 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Präsident entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Strafbefehl vom 9. August 2024 wurde die A._____ AG (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit 

auf der Autobahn zu einer Busse von Fr. 60.00 verurteilt. Zudem wurden 

ihr Kosten von Fr. 222.00 auferlegt. 

 

1.2.  

Mit Eingabe vom 19. August 2024 erhob die Beschwerdeführerin, handelnd 

durch den Verwaltungsrat B._____, Einsprache gegen den Strafbefehl. 

 

1.3. 

Am 10. Oktober 2024 überwies die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm den 

Strafbefehl als Anklageschrift zur Durchführung des Hauptverfahrens an 

das Bezirksgericht Zofingen. 

 

2. 

2.1. 

Mit Vorladung vom 6. November 2024 wurde die Beschwerdeführerin als 

Beschuldigte zur Hauptverhandlung vom 9. Dezember 2024 vorgeladen. 

B._____ wurde mit separater Vorladung als Auskunftsperson vorgeladen.  

 

2.2. 

Mit Schreiben vom 4. Dezember 2024 teilte die Beschwerdeführerin, han-

delnd durch den Verwaltungsrat B._____, mit, dass dieser aufgrund kurz-

fristig aufgetretener familiärer Ereignisse nicht persönlich an der Hauptver-

handlung erscheinen könne und der Termin durch den bevollmächtigten 

Mitarbeiter C._____ wahrgenommen werde. Dem Schreiben wurde eine 

schriftliche Vollmacht betreffend C._____ beigelegt. 

 

2.3. 

Am 9. Dezember 2024 fand vor dem Präsidenten des Bezirksgerichts Zo-

fingen die Hauptverhandlung statt. B._____ blieb der Verhandlung fern. 

Stattdessen erschien C._____. 

 

2.4. 

Mit Verfügung vom 9. Dezember 2024 schrieb der Präsident des Bezirks-

gerichts Zofingen das Verfahren infolge Rückzugs der Einsprache als erle-

digt von der Kontrolle ab und stellte fest, dass der Strafbefehl 

STA2 ST.2024.3939 der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 9. August 

2024 in Rechtskraft erwachsen sei.  

 - 3 - 

 

 

3. 

3.1. 

Mit Eingabe vom 22. Dezember 2024 erhob die Beschwerdeführerin (han-

delnd durch D._____) Beschwerde ("Widerspruch") gegen die ihr am 

16. Dezember 2022 zugestellte Verfügung des Präsidenten des Bezirksge-

richts Zofingen vom 9. Dezember 2024 und beantragte sinngemäss deren 

Aufhebung.  

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 7. Januar 2025 erstattete die Staatsanwaltschaft Zofin-

gen-Kulm die Beschwerdeantwort und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf einzutreten sei.  

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 7. Januar 2025 verzichtete der Präsident des Bezirksge-

richts Zofingen auf eine Vernehmlassung. 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 16. Januar 2025 erstattete die Beschwerdeführerin (han-

delnd durch den Verwaltungsrat B._____) eine Stellungnahme und reichte 

Kopien von Vollmachten betreffend D._____ und betreffend C._____ ein. 

  

 
   

Der Präsident zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, was im Kanton Aargau ge-

mäss § 3 Abs. 6 lit. a und § 65 Abs. 1 und 2 GOG i.V.m. § 9 f. und Anhang 

1 Ziff. 2 Abs. 5 der Geschäftsordnung des Obergerichts des Kantons Aar-

gau vom 21. November 2012 der Fall ist, beurteilt die Verfahrensleitung die 

Beschwerde gemäss Art. 395 StPO allein, wenn diese ausschliesslich 

Übertretungen (lit. a) oder die wirtschaftlichen Nebenfolgen eines Ent-

scheids bei einem strittigen Betrag von nicht mehr als Fr. 5'000.00 (lit. b) 

zum Gegenstand hat. 

 

Dem gegen die Beschwerdeführerin geführten Strafverfahren liegt einzig 

eine Übertretung zugrunde, weshalb der Präsident der Beschwerdekam-

mer in Strafsachen des Obergerichts als Verfahrensleiter allein zuständig 

ist, über die Beschwerde zu entscheiden. 

 

1.2. 

Verfügungen und Beschlüsse sowie Verfahrenshandlungen der erstin-

stanzlichen Gerichte sind – mit Ausnahme verfahrensleitender Ent-

scheide – gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO mit Beschwerde anfechtbar. 

Nachdem vorliegend eine verfahrensabschliessende Verfügung eines 

 - 4 - 

 

 

erstinstanzlichen Gerichts angefochten wird und keine Beschwerdeaus-

schlussgründe i.S.v. Art. 394 StPO bestehen, ist die Beschwerde zulässig.  

 

1.3. 

1.3.1. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm macht mit Beschwerdeantwort vom 

7. Januar 2025 geltend, dass die Beschwerde durch eine nicht vertretungs-

berechtigte Person eingereicht worden sei. 

 

1.3.2. 

Die Beschwerde wurde im Namen der Beschwerdeführerin erhoben und 

durch D._____ unterzeichnet.  

 

Mit Eingabe vom 16. Januar 2025 bezeichnete die Beschwerdeführerin, 

handelnd durch deren Verwaltungsrat B._____, D._____ als zur Vertretung 

der Beschwerdeführerin berechtigt und beantragte die "abermalige Auf-

nahme des Verfahrens". Der Eingabe wurde eine (vom Verwaltungsrat 

B._____ unterzeichnete) Kopie einer in englischer Sprache verfassten Voll-

macht vom 23. August 2016 beigelegt, gemäss welcher D._____ (neben 

der Führung von Vertragsverhandlungen sowie dem Abschluss bzw. der 

Erfüllung von Verträgen bezüglich noch zu bezeichnender Projekte) unter 

anderem zur Prozessführung für die Beschwerdeführerin oder zur Manda-

tierung von Rechtsanwälten hierfür ermächtigt sei ("D._____ is also fully 

authorized to initiate lawsuit for and on behalf of the company and to em-

power attorney-at-law to do so in order to act for the company").  

 

Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die (wenn auch nur in Kopie ein-

gereichte und aus dem Handelsregister nicht ersichtliche) Vollmacht betref-

fend D._____ nicht bestehen könnte. Dass diese auch die Ermächtigung 

zur Unterzeichnung der vorliegenden Beschwerdeschrift umfasst, erscheint 

zumindest nicht ausgeschlossen. Jedenfalls wurde die durch D._____ un-

terzeichnete Beschwerde im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zumin-

dest nachträglich im Namen der Beschwerdeführerin durch den Verwal-

tungsrat genehmigt. Es ist damit von einer rechtsgültig erhobenen Be-

schwerde auszugehen.  

 

Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist damit einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Zofingen begründete die angefochtene 

Verfügung zusammengefasst damit, dass gemäss Auszug aus dem Han-

delsregister B._____ der einzige Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin 

sei und alleine über eine Einzelunterschriftsberechtigung verfüge. Dagegen 

sei C._____ nicht Verwaltungsrat und es könne nicht davon ausgegangen 

werden, dass er über eine uneingeschränkte Vertretungsbefugnis 

 - 5 - 

 

 

betreffend die Beschwerdeführerin verfüge. An der fehlenden Vertretungs-

macht würde auch die ausgestellte Vollmacht nichts ändern, da sich diese 

einzig auf das vorliegende Strafverfahren beziehe und keine (von Art. 112 

Abs. 1 StPO vorausgesetzte) uneingeschränkte Vertretungsmacht be-

gründe. Zudem sei fraglich, wie C._____ die Beschwerdeführerin über-

haupt hätte vertreten sollen, da er technischer Leiter der Beschwerdefüh-

rerin sei, sich nicht mit administrativen Belangen befasse, sich nur zwi-

schendurch und kurzzeitig in den Büroräumlichkeiten aufhalte und bezüg-

lich der Strafsache nicht instruiert worden sei. C._____ sei damit nicht zur 

Vertretung der Beschwerdeführerin vor dem Strafgericht legitimiert. Damit 

sei zur Hauptverhandlung keine rechtsgültige Vertretung der Beschwerde-

führerin erschienen. Die Beschwerdeführerin sei mit Vorladung vom 6. No-

vember 2024 ausdrücklich auf die Folgen des Nichterscheinens hingewie-

sen worden. Dennoch seien weder ein Verschiebungsgesuch noch über-

prüfbare Unterlagen eingereicht worden, welche die Notwendigkeit der Ab-

senz ihrer Vertretung an diesem Tag belegen würde. Aus der mangelnden 

Instruktion von C._____ müsse zudem geschlossen werden, dass die Be-

schwerdeführerin kein wirkliches Interesse an der Durchführung des Straf-

verfahrens habe. Die Säumnis der Beschwerdeführerin gelte daher als un-

entschuldigt, weshalb die Einsprache als i.S.v. Art. 356 Abs. 4 StPO zu-

rückgezogen gelte und das Verfahren als erledigt abzuschreiben sei. 

 

2.2. 

Mit Beschwerde wird im Wesentlichen vorgebracht, dass C._____ über 

eine vollumfängliche Vollmacht verfüge. C._____ sei gerade auch wegen 

seiner Kompetenz beauftragt worden, die Vertretung der Beschwerdefüh-

rerin wahrzunehmen. Es treffe nicht zu, dass die Beschwerdeführerin kein 

Interesse an der Durchführung des Strafverfahrens habe. Das Gegenteil 

sei der Fall. Die Beschwerdeführerin habe kein Interesse gehabt, das Ver-

fahren durch ein Verschiebungsgesuch in die Länge zu ziehen, weshalb 

ein vollumfänglich bevollmächtigter Vertreter zum Termin aufgeboten wor-

den sei.  

 

2.3. 

Die Staatsanwaltschaft  Zofingen-Kulm verweist in ihrer Beschwerdeant-

wort auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung. 

 

2.4. 

Mit Stellungnahme vom 16. Januar 2025 macht die Beschwerdeführerin, 

handelnd durch den Verwaltungsrat B._____, geltend, dass C._____ über 

eine nicht im Handelsregister eingetragene Vollmacht vom 18. August 2015 

verfüge. Zusätzlich sei C._____ noch eine besondere Vollmacht ausgestellt 

und diese dem Gericht vorgelegt worden, obwohl dies gar nicht nötig ge-

wesen sei. Die Kompetenz von C._____ habe einzig der Verwaltungsrat zu 

beurteilen. Der Stellungnahme wurde die Kopie einer Vollmacht betreffend 

C._____ vom 18. August 2015 beigelegt. 

 - 6 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Mit der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz das Verfahren gestützt 

auf Art. 356 Abs. 4 StPO als durch Rückzug der Einsprache erledigt abge-

schrieben. Gemäss dieser Bestimmung gilt die Einsprache einer Person als 

zurückgezogen, wenn diese der Hauptverhandlung unentschuldigt fern-

bleibt und sich auch nicht vertreten lässt. Verlangt wird, dass die beschul-

digte Person effektiv Kenntnis von der Verhandlung und der Pflicht zum 

persönlichen Erscheinen hat und dass sie hinreichend über die Folgen des 

unentschuldigten Fernbleibens in einer ihr verständlichen Weise belehrt 

wurde. Die Rückzugsfiktion von Art. 356 Abs. 4 StPO kommt nur zum Tra-

gen, wenn aus dem unentschuldigten Fernbleiben nach dem Grundsatz 

von Treu und Glauben  (Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO) auf ein Desinteresse am 

weiteren Gang des Strafverfahrens geschlossen werden kann (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_368/2021 vom 25. Februar 2022 E. 1.1 mit Verweis auf 

BGE 146 IV 286 E. 2.2, BGE 146 IV 30 E. 1.1.1, BGE 142 IV 158 E. 3.1 

und 3.3 sowie BGE 140 IV 82 E. 2.3 und 2.5).  

 

3.2. 

3.2.1. 

Mit Vorladung vom 6. November 2024 wurde die Beschwerdeführerin (ohne 

Nennung einer konkreten für sie handelnden natürlichen Person) als be-

schuldigte Person vorgeladen. Die Vorladung enthielt folgende Hinweise:  

 

"Bleibt die Beschuldigte der Hauptverhandlung unentschuldigt fern, so 

gilt ihre Einsprache als zurückgezogen (Art. 356 Abs. 4 Strafprozess-

ordnung)." 

 

"Erscheinungsplicht: 

Wer von einer Strafbehörde vorgeladen wird, hat der Vorladung Folge 

zu leisten (Art. 205 Abs. 1 Strafprozessordnung, StPO). 

 

Wer verhindert ist, einer Vorladung Folge zu leisten, hat dies dem Ge-

richt unverzüglich mitzuteilen. Die Verhinderung ist schriftlich zu be-

gründen und soweit möglich zu belegen (Art. 205 Abs. 2 StPO). 

 

Eine Vorladung kann aus wichtigen Gründen widerrufen werden. Der 

Widerruf wird erst dann wirksam, wenn er der vorgeladenen Person 

mitgeteilt wird (Art. 205 Abs. 3 StPO)." 

 

B._____ wurde mit separater Vorladung (mit Belehrung zur Erscheinungs-

pflicht gemäss Art. 205 Abs. 1-3 StPO) als Auskunftsperson vorgeladen. 

Einen Hinweis, dass (nur) er als Vertreter der Beschwerdeführerin vorge-

sehen sei, enthielt die Vorladung nicht. 

 

 - 7 - 

 

 

Mit Eingabe vom 4. Dezember 2024 (Posteingang am 5. Dezember 2024) 

teilte der Verwaltungsrat B._____ im Namen der Beschwerdeführerin dem 

Präsidenten des Bezirksgerichts Zofingen mit, dass er am 9. Dezember 

2024 aufgrund familiärer Ereignisse nicht zur Hauptverhandlung erschei-

nen könne. Damit der Termin dennoch durchgeführt werden könne, habe 

er den Mitarbeiter C._____, welcher mit allen erforderlichen Vollmachten 

ausgestattet sei, gebeten, diesen Termin für ihn wahrzunehmen. Am Ter-

min werde dieser eine schriftliche Vollmacht vorlegen. Zudem äusserte sich 

B._____ zur Sache und legte dem Schreiben eine Vollmacht betreffend 

C._____ vom 4. Dezember 2024 bei, gemäss welcher dieser ermächtigt 

sei, den Verwaltungsrat B._____ in der Strafrechtsangelegenheit vor dem 

Bezirksgericht Zofingen zu vertreten und rechtsverbindlich für die Be-

schwerdeführerin aufzutreten.  

 

Das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 4. Dezember 2024 blieb un-

beantwortet. 

 

3.2.2. 

Die Vorladung betreffend die Beschwerdeführerin enthielt damit keinerlei 

Anordnungen betreffend die Erscheinungspflicht einer bestimmten natürli-

chen Person als Vertretung der Beschwerdeführerin. Auch zuvor wurde 

keine natürliche Person als alleinige Vertretung der Beschwerdeführerin 

bestimmt. Auf das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 4. Dezember 

2024 erfolgte überdies keine Reaktion und es erging insbesondere kein 

Hinweis, dass der vom Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin unter Bei-

lage einer Vollmacht als Vertreter eingesetzte C._____ möglicherweise als 

für die Vertretung der Beschwerdeführerin im Strafverfahren nicht geeignet 

erachtet werden könnte. Unter diesen Umständen musste der Verwaltungs-

rat B._____ nicht davon ausgehen, dass der Präsident des Bezirksgerichts 

Zofingen beim mit Schreiben vom 4. Dezember 2024 angekündigten und 

schliesslich auch umgesetzten Vorgehen von einer unzureichenden Vertre-

tung der Beschwerdeführerin und entsprechend von einem unentschuldig-

ten Fernbleiben der Beschwerdeführerin von der Hauptverhandlung aus-

gehen könnte. Dass der Verwaltungsrat B._____ nicht als Vertreter der Be-

schwerdeführerin an der Hauptverhandlung erschien, kann damit auch 

nicht als Desinteresse der Beschwerdeführerin am weiteren Gang des Ver-

fahrens ausgelegt werden. Zudem geht aus dem Schreiben vom 4. Dezem-

ber 2024 hervor, dass die Durchführung der Hauptverhandlung am vorge-

sehenen Termin mit der Bestellung eines Mitarbeiters als Vertreter der Be-

schwerdeführerin gerade hätte ermöglicht werden sollen, was für deren In-

teresse an der Fortführung des Verfahrens spricht. Der bestellte Vertreter 

C._____ beanstandete an der Hauptverhandlung, dass zusätzlich zur 

Busse wegen einer Geschwindigkeitsübertretung Fr. 200.00 hätten gezahlt 

werden müssen. Der Gegenstand des Strafverfahrens war ihm damit zu-

mindest grundsätzlich bekannt. Weitere Fragen etwa zum Erhalt der Ord-

nungsbusse oder zu (in der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 

 - 8 - 

 

 

4. Dezember 2024 erwähnten) früheren Problemen bei der Postzustellung 

wurden C._____ nicht gestellt, womit – trotz seiner grundsätzlichen Aufga-

ben im technischen Bereich – auch nicht von fehlenden Sachkenntnissen 

ausgegangen werden kann (vgl. Protokoll Hauptverhandlung GA act. 31). 

Auch aus der Auswahl des Vertreters bzw. dessen Instruktion kann damit 

nicht auf fehlendes Interesse der Beschwerdeführerin am Fortgang des 

Verfahrens geschlossen werden. 

 

Insgesamt kann vorliegend nicht davon ausgegangen werden, dass die Be-

schwerdeführerin auf die ihr zustehenden Rechte verzichtet hat. Die Vo-

raussetzungen zur Annahme der Rückzugsfiktion gemäss Art. 356 Abs. 4 

StPO sind damit nicht erfüllt.  

 

3.3. 

Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung des Präsidenten 

des Bezirksgerichts Zofingen aufzuheben. Die Sache ist zur Fortführung 

des Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

4. 

Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens sind in Anwen-

dung von Art. 428 Abs. 4 StPO auf die Staatskasse zu nehmen. Der nicht 

anwaltlich verteidigten Beschwerdeführerin ist kein entschädigungspflichti-

ger Aufwand entstanden, weshalb ihr keine Entschädigung auszurichten 

ist. 

 

 
   

Der Präsident entscheidet: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung des Präsidenten des 

Bezirksgerichts Zofingen vom 9. Dezember 2024 aufgehoben. Die Sache 

wird zur Fortführung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

 

2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

 

  

 - 9 - 

 

 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 26. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Boog Klingler