# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa361073-8535-5498-972e-99f0b3f6bf93
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-12
**Language:** de
**Title:** Trotz fortgeschrittenem Alter Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gegeben. Invaliditätsbemessung. Rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
**Docket/Reference:** IV.2016.00402
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00402.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00402
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Leicht
Urteil
vom
12. Juni 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Gehring
Anwaltskanzlei
Kieser
Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene
X.___
war seit dem
1. August 1995
bei der
Y.___
AG
als
Chauffeur in einem vollen Pensum
tätig
, als er
sich
am
8. Juni 2012
bei einem
Verhebetrauma
eine
Rotatorenmanschet
tenläsion
an der linken Schulter zuzog (Urk. 7/13 S. 141 und Urk. 7/13 S. 127)
.
Am 2.
November 2012 wurde
in der chirurgischen Klinik des
Stadt
spitals
Z.___
eine
Arthroskopie
der linken Schulter
durchgeführt (Urk. 7/13 S. 124).
Im
Juni
2013 hat der Versicherte seine Tätigkeit als Chauffeur wieder
zu 100 %
aufgenommen
(Urk. 7/13 S. 88)
. Am 24. Februar 2014 ist eine erneute Arbeitsunfähigkeit eingetreten
. Anlässlich der Konsultation vom 24. Februar 2014 in der chirurgischen Klinik des Stadtspitals
Z.___
wurde
eine Ankerdislokation der linken Schulter
diagnostiziert (Urk. 7/13 S. 37
).
Am 19. März 2014 erfolgte
eine
Arthroskopie
mit Anker-Entfernung
(Urk. 7/13 S. 44).
Am
4. September 2014
meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf
den Unfall vom Juni 2012 und die Operationen vom November 2012 und März 2014
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (Urk.
7/6
). Diese
zog
in der Folge
die Akten der SUVA bei (Urk. 7/13
und Urk. 7/27
), holte
einen Auszug aus dem Indivi
duellen Konto des Versicherten ein (IK-Auszug, Urk.
7/14)
und tätigte medi
zinische und erwerbliche Abklärungen.
Der Arbeitgeber
des Versicherten löste
das Arbeitsverhältnis per 31. Juli 2015
auf, da der Versicherte die Tätigkeit als Chauffeur gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben konnte (Urk. 7/37).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom
23. Februar 2016
bei einem Invaliditätsgrad von 18 %
einen
Rentena
nspruch des Versicherten (Urk.
7/42
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
6.
April 2016
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
,
und es seien ihm die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten, insbesondere eine Invalidenrente, eventuell Eingliederungsmassnahmen (Urk. 1). Mit
Beschwer
deantwort
vom 12. Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 20. Mai 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den n
achfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
die Abklärun
gen hätten ergeben, dass dem Beschwerdeführer nach Ablauf der einjährigen Wartezeit seine angestammte Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr zumutbar sei. In einer angepasst
en Tätigkeit sei ihm jedoch ein
volle
s
Pensum
zumut
bar
.
Da der Invaliditätsgrad lediglich 18 % betrage, bestehe kein Rentenan
spruch
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
die Beschwerdegegnerin habe sich nicht mit den vorgebrachten Einwendungen aus
einandergesetzt. Dadurch habe sie
seinen Anspruch
auf rechtliches Gehör im Sinne der Begründungspflicht
verletzt
.
Eine allfällige Restarbeitsfähigkeit sei infolge seines fortgeschrittenen Alters auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt nicht mehr verwer
tbar.
Die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit lasse sich medizinisch nicht begründen. Es seien wei
tere Abklärungen vorzunehmen
. Selbst bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit habe er Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
(Urk. 1 S. 3 ff.).
3.
3.1
In der angefochtenen Verfügung wurde nur über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers entschieden. Betreffend die beschwerdeweise beantragten beruflichen Massnahmen liegt daher von vornherein kein Anfechtungsobjekt vor, weshalb diesbezüglich nicht auf die Beschwerde einzutreten ist.
3.2
In formeller Hinsicht ist
sodann
die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu prüfen.
Die Begründungspflicht als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör bedeutet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es genügt, wenn die Begründung kurz die Überlegungen nennt, auf die sich der Entscheid stützt und dieser sachgerecht angefochten werden kann (
BGE 124 V 180 E. 1a,
Urteil des Bundesgerichts
8C_30/
2016 vom 8.
März 2016 E. 2
mit weiteren Hinweisen). Im Übrigen kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs nach der Rechtsprechung als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 133 I 201 E.2.2; BGE 127 V 431 E. 3d/aa).
Da der Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung sachgerecht anfechten konnte, ist eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu verneinen.
4.
4.1
Am 20. Juni 2012
erfolgte
ein Arthro-MRI des linken Schultergele
nks
. Dieses ergab eine akute gelenkseitige Teilablösung der
Rotatorenmanschette
am
Tuberculum
majus
humeri bei degenerativer Vorschädigung, einen reaktiven nicht
kommunizierende
n Begleiterguss in der Bursa, ein degenerativ und habituell chronisches Outlet
Impingement
, eine leichte Atrophie der Musku
latur des
Musculus
supra- und
Infraspinatus
und eine Ablösung der krania
len Kante des
Musculus
subscapularis
mit Teilatrophie des Muskels (Urk. 7/13 S. 123).
4.2
Am 2. November 2012 wurden
in der chirurgischen Klinik des Stadtspitals
Z.___
eine
diagnostische
Schulterarthroskopie links, eine
Arthrolyse
, eine
subacromiale
Bursektomie
und
Acromioplastik
und
Rekonstrukiton
des SSC, eine 3-reihige Rekonstruktion des SSP/ISP und eine LHB-
Tenodese
durchge
führt. Im Austrittsbericht vom 6. November 2012 wurde die folgende
Diag
nose
genannt
(Urk. 7/13 S. 124):
Verhebetrauma Schulter links vom 8. Juni 2012 mit
-
Läsion des SSP (Patte II) und
Oberrand
ISP (Patte I)
-
Läsion des SSC (Grad III)
-
b
ei vorbest
e
hendem
Acromionsporn
mit extrinsischem
Imping
e
mentsyndrom
Schulter links
4.3
Im Bericht derselben Klinik vom 31. Dezember 2012 betreffend die Untersu
chung vom 21. Dezember 2012 wurde festgehalten, dass eine Arbeitsfähig
keit als Chauffeur weiterhin nicht gegeben sei (Urk. 7/27 S. 174 f.).
4.4
Im Bericht derselben Klinik vom 10. Mai 2013 betreffen
d
die Untersuchung vom 8. Mai 2013 wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer zeige sich weiter deutlich verbessert, sodass die Arbeitsunfähigkeit im Juni
2013
auf 0 % reduziert werden könne (Urk. 7/13 S. 95).
4.5
Im Bericht derselben Klinik vom 24. Februar 2014 wurden die folgenden Diag
nosen gestellt
(Urk. 7/13 S. 37)
:
1.
Ankerdislokation im Bereich
Subscapularissehne
Schulter links mit/bei
-
St. n.
diagnostischer Schulterarthroskopie links,
Arthrolyse
,
subacromi
ale
Bursektomie
und
Acromioplastik
sowie
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
subscapularis
und Supra-
Infraspinatus
am 2.11.2012 bei
-
St. n.
Subscapularis
III-Läsion,
Supraspinatus
II-Läsion und
Infraspi
natus
I-Lä
sion sowie schwerem
Impi
n
gement
2.
Mässig bis schwere
Coxarthrose
rechts
3.
Kniegelenksbeschwerden links mit/bei
-
St. n. Kniegelenkarthroskopie 10/2011
4.6
Anlässlich der Konsultation vom 3. März 2014 in der chirurgischen Klinik des Stadtspitals
Z.___
wurde ein
Arthro
-CT der Schulter links durchgeführt.
Im Bericht vom 3.
März 2014 wurde ausgeführt, der dislozierte Anker habe sich ventral gleich auf dem
Humeruskopf
liegend, wahrscheinlich intraarti
kulär, in Projektion auf den Verlauf der
Subscapularissehne
dargestellt. Die Sehnen der
Rotatorenmanschette
erschienen intakt mit guter Muskelqualität. D
ie Beschwerden seien mit grösster Wahrscheinlichkeit auf den dislozierten Anker zurückzuführen. Dem Beschwerdeführer sei deshalb eine
arthroskopi
sche
Entfernung des Ankers mit
Bacterologieentnahme
empfohlen worden. Die 100%-
ige
Arbeitsunfähigkeit sei weiter verlängert worden
. Postoperativ sei mit einer Arbeitsunfähigkeit vom 8 bis 12 Wochen zu rechnen (Urk. 7/13 S. 62).
4.7
Am 19. März 2014 erfolgte eine
Schulterarthroskopie links mit Anker-Entfer
nung und Bakteriologien
in der chirurgischen Klinik des Stadtspitals
Z.___
(Urk. 7/13 S. 45). Im Austritts
bericht vom 21.
März 2014 wurde ausgeführt, der postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet (Urk. 7/13 S. 46).
4.8
Im Bericht der chirurgischen Klinik des Stadtspitals
Z.___
vom 3. Juli 2014 wurde festgehalten, der Beschwerdeführer sei
ab dem 18. August 2014
im Sinne eines Arbeitsversuchs voll arbeitsfähig geschrieben worden (Urk.
7/13 S. 18).
4.9
In ihrem Bericht vom 11. September 2014 hielt
die Hausärztin des Beschwer
deführers,
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Innere Medizin FMH, fest, als Chauffeur ohne Gewichtheben oder bis maximal 10 kg erachte sie den Beschwerdeführer als arbeitsfähig (Urk. 7/27 S. 104)
.
4.
10
Im Bericht
der chirurgischen Klinik des Stadtspitals
Z.___
vom 2
.
Oktober
2014
wurde ausgeführt, die Behandlung sei abgeschlossen. Chirurgisch könne aktuell nicht mehr viel gemacht werden. Der Beschwerdeführer sei voll arbeitsfähig für leichtere Arbeiten. Keine repetitiven Schwerarbeiten, kein Heben von Gewichten körperfern und vor allem keine schweren
Überkopfar
beiten
(Urk. 7/17).
4.
11
Im
ihrem
Bericht
vom 23. November 2014 zuhanden der IV-Stelle nannte
Dr.
A.___
die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Verhebetrauma linke Schulter mit
Rotatorenmanschettenläsion
08.06.2012
-
MRT 20.06.2012: gelenkseitige Teilablösung der
Rotatorenman
schette
am Tub.
majus
, Ablösung kraniale Kante des M.
subsca
pularis
mit Teilatrophie
outlet
Impingement
-
MRT 10/2012: extrinsisches
Impingement
bei
Acromionsporn
mit dünner
Supraspinatusseh
n
e
,
evt
. Läsion Se
hne
M.
subscapularis
-
Therapeutische Schulterarthroskopie links mit
Arthrolyse
,
Bursekto
mie
,
Acromioplastik
und Rekonstruktion SSC, SSP/ISP LHB-
Tendodese
11/2012
-
19.03.2014: SAS links, Ankerentfernung bei Ankerdislokation (intra
operativ vereinzelt
Staphylococcus
epidermidis
als Kontami
nation interpretiert)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
erwähnte sie die s
ymptomatische
Coxarthrose
rechts
.
In
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
hielt sie
fest,
als alleinfahrender Chauffeur, der Elektrogeräte und Kabelrollen ausliefere, die zum Teil bis zu 80 Kilogramm wiegten, müsse er intermittierend schwer
kör
perfern
heben, was er nicht mehr könne. Als Chauffeur mit Lieferungen von leichten Gegenständen könne er jedoch durchaus arbeiten (Urk. 7/18 S. 2).
4.
1
2
Im Bericht der der Universitätsklinik
B.___
, Orthopädie, vom 16. Dezember 2014 wurde
als Diagnose ein
Vd
. a. symptomatische
Rotatorenmanschetten
-Partialruptur
Supraspinatus
Schulter links genannt (Urk. 7/23 S. 5).
4.1
3
Dr.
A.___
nannte in ihrem Bericht vom 3. Februar 2015 zuhanden der IV-Stelle die bereits erwähnten Diagnosen und hielt fest, als angepasste Tätigkeit komme zum Beispiel eine Tätigkeit als Chauffeur ohne Heben von schweren Gewichten körperfern oder Arbeiten über dem Kopf in Frage (Urk. 7/24)
.
4.14
Am 26. Januar 2015 wurden ein Arthro-MRI sowie eine Punktion der Schul
ter links durchgeführt. Das Arthro-MRI ergab einen Verdacht auf eine neue kleine
artikularseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
, eine schmale Insertion der
Infraspinatussehne
, wahrscheinlich vorbestehend, etwas progre
dienter Knorpeldefekt am
Humeruskopf
-Zenit und eine unveränderte Labrumdegen
e
ration (Urk.
7/27 S. 75 f.
).
4.1
5
Im Bericht der Universitätsklinik
B.___
, Orthopädie, vom 6. März 2015
betreffend die Konsultation vom 9. Februar 2015
wurde die Diagnose einer symptomatischen
Rotatorenmanschetten
-Partialruptur (
Supraspinatus-Unter
fläche
) Schulter links genannt. Es wurde ausgeführt, das durchgeführte Arthro-MRI zeige eine Ausdünnung der Sehne von
Supraspinatus
und
Inf
raspinatus
sowie den Verdacht
auf eine Partialruptur im Bereich der
Supra
spinatussehnenunterfläche
. Es wurde eine 100%-
ige
Arbeitsunfähigk
eit als Chauffeur attestiert (Urk. 7/25 S. 6 f.).
4.16
RAD-Arzt
Dr.
med.
C.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt in seiner Stellungnahme vom 28. März 2015 fest, ein somatischer Gesundheitszustand einschliesslich einer sich d
a
raus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit sei ausgewiesen. Die Diagnosen mässige bis schwere
Coxarthrose
rechts und Kniegelenkschmerzen links hätten bei aktuell offensichtlich fehlenden wesentlichen Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Für die bisherige/zuletzt ausgeübte Tätigkeit (LKW-Chauffeur mit Ladetätigkeit) bestehe
ab 18. Februar 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Dauer
ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100 %
. F
ür leichtere Arbeit ohne
wiederholte Schwerarbeit, ohne H
eben von Gewichten körperfern und vor allem
ohne schwere
Überkopfarbeiten bestehe eine uneingeschrä
nkte Arbeitsfähigkeit von 100 % (Urk.
7/31 S. 6 f.
).
4.17
Im Bericht
Universitätsklinik
B.___
, Orthopädie,
vom 12. Mai 2015 wurde ausgeführt, dass ein an sich gutes Operationsresultat mit fast vollständiger
Heilung und nur höchst partieller
Reruptur
vorliege. Ein Infekt habe in der Punktion nicht nachgewiesen werden können. Allenfalls müsse bei Persistenz oder Zunahme von Ruheschmerzen die Punktion mit Bestimmung der Zell
zahl und der CRP-Wert wiederholt werden. Ansonsten erscheine eine Opera
tion in dieser Situation mit guter Heilung der Sehne als nicht sinnvoll.
Insbesondere erscheine eine Verbesserung der Belastbarkeit im angestammten Beruf nicht erreichbar.
Eine körperlich schwer belastende Tätigkeit wie Chauffeur von Gütern oder Tätig
keiten auf dem Bau
seien
nicht mehr zumutbar. Sehr leichte Tätigkeiten seien sehr wohl noch vorstellbar (Urk. 7/27 S. 37).
4.18
Am 23. Juni 2015 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung bei der SUVA.
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin für Chirurgie FMH nannte als Diag
nose Restbeschwerden im Bereich der linken Schulter bei partieller
Reruptur
der
Rotatorenmanschette
bei Status nach
Rotatorenmanschetten
rekonstruk
tion
im
November 2012 und Ankerentfernung bei Dislokation
im
März 201
4.
Sie führte aus, das linke Schultergelenk sei reizlos, es bestünden mäs
sige lokale Druckschmerzen über dem
Sulcus
bicipitalis
und dem
Rotatoren
manschettenintervall
. Die Beweglichkeit im Bereich der linken Schulter sei im Seitenvergleich
endgradig
eingeschränkt, ebenso auch die
Kraftentwick
lung
. Entsprechend der dokumentierten Umfangmasse liege keine Mus
kelatrophie im Bereich des Ober- und Unterarms vor, sodass man davon aus
gehen könne, dass der Arm im alltäglichen Leben entsprechend eingesetzt werde. Grob neurologisch könne bis auf eine Hypersensibilität im Bereich des lateralen Oberarms links kein Be
f
und erhoben werden. Die
Muskeleigenre
flexe
seien seitengleich unauffällig. Die Kraftminderung sei links im
Seiten
vergleich
gering ausgeprägt. Aufgrund der klinischen Untersuchung sei der Beschwerdeführer in einer leichten manuellen Tätigkeit
ganztags arbeitsfä
hig
, wobei nur selten Überkopfarbeiten möglich seien und ohne
Gewichtsbe
lastung
, kein Hantieren von Gewichten körperfern, keine einarmige Zug-, Stossbewegungen mit dem linken Arm, kein Bedienen von
vibrationserzeu
genden
Maschinen mit
links (Urk. 7/27 S. 17).
4.19
RAD-Arzt
Dr.
C.___
führte in seiner Stellungnahme vom 29. Juli 2015 aus,
auch unter Berücksichtigung der SUVA-Unterlagen ergebe sich in der bishe
rigen Tätigkeit ab 18. Februar 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Dauer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Im Hinblick darauf, dass am 19. März 2014 die letzte Operation der linken Schulter erfolgt sei, sei retro
spektiv mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass auch für eine angepasste Tätigkeit ab Februar 2014 zunächst keine Arbeitsfähig
keit bestanden habe und erst ab Oktober 2014 die vom Stadtspital
Z.___
attestierte 100%-
ige
Arbeitsfähigkeit, welche nun im kreisärztlichen Untersu
chungsbericht bestätigt worden sei. Es könne auf das in diesem Bericht for
mulierte Zumutbarkeitsprofil a
bgestellt werden (Urk. 7/31 S. 7 f.
).
5.
5.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer
nach dem
Unfall
vom
8. Juni 2012
an einer
Subscapularis
III-Läsion,
Supraspi
natus
II-Läsion und
Infraspinatus
I-Läsion sowie an einem chronischen
Impi
ng
ement
litt.
Am 2. November 2012 wurde eine
Rotatorenmanschetten
rekonstruktion
des
Subscapularis
sowie des Supra- und
Infraspinatus
mit
Tenodese
und
Acromioplastik
durchgeführt. De
r posto
perative Verlauf war komplikationslos
und der Beschwerdeführer war ab Juni 2013 wieder voll arbeitsfähig.
Im Februar 2014 führte
eine
Ankerdislokation im Bereich
Subs
capularissehne
der linken Schulter erneut zu einer Arbeitsunfähigkeit. Im März 2014 erfolgte eine Schulterarthroskopie mit Anker-Entfernung. Auch
diese Operation verlief ohne
Komplikationen.
Der Beschwerdeführer war in der Folge für leichtere Arbeiten
wieder voll arbeitsfähig
. Anfang 2015
diag
nostizierten
die behandelnden Ärzte
sodann einen
Verdacht auf ei
ne
Parti
alruptur
im Bereich der
Supraspinatussehnenunterfläche
und
kamen zum Schluss, dass eine weitere Operation angesichts des guten
Operationsresulta
tes
mit fast vollständiger Heilung und nur höchst partieller
Reruptur
nicht sinnvoll sei.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gingen sie übereinstimmend von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit von 100 % für leichtere Arbeit ohne wiederholte Schwerarbeit, ohne Heben von Gewichten körperfern und vor allem ohne schwere Überkopfarbeiten aus. Dieses Zumutbarkeitsprofil stimmt im Wesentlichen auch mit dem
vom
Kreisarzt der SUVA erhobenen P
r
ofil überein, wonach der Beschwerdeführer in einer leichten manuellen Tä
tigkeit ganztags arbeitsfähig sei, wobei nur selten Überkopfarbeiten möglich seien und ohne Gewichtsbelastung, kein Hantieren von Gewichten
körper
fern
, keine einarmige Zug-, Sto
ssbewegungen mit dem linken Arm und
kein Bedienen von
vibrationserzeugenden Maschinen mit links.
Auch aus den Berichten der Hausärztin des Beschwerdeführers geht nichts anderes hervor. Angesichts der übereinstimmenden Aktenlage
und
der
überzeugenden Beur
teilung des Kreisarztes der SUVA, welche auf einer sorgfältigen Untersu
chung beruht, in Auseinandersetzung mit den vorliegenden Arztberichten vorgenommen wurde, nachvollziehbar begründet ist und damit den
beweis
rechtlichen
Anforderungen
an ärztliche Entscheid
ungs
grundlagen
entspricht (vgl.
E. 1.4
),
erübrigen sich weitere Abklärungen.
I
nwiefern
der
Untersu
chungsgrundsatz
verletzt worden sein soll
– wie
der
Beschwerdeführer gel
tend macht
(Urk. 1 S. 6)
– ist nicht ersichtlich
.
An dieser
Beurteilung
vermag
auch
der im
Rahmen des
Beschwerdeverfahren
s
eingereichte Bericht von Dr. med.
D.___
, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie
vom 1
8.
März 2016
,
nichts zu ändern (Urk.
3
). I
n diesem Bericht
werden
keine nicht bekannten
Diagn
osen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
.
Es handelt sich lediglich um eine andere Einschätzung des
Zumut
barkeitsprofils
, wobei
sich
Dr.
D.___
in seiner Begründung
im Wesentlichen
auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers stützt
, weshalb er die ansonsten übereinstimmende Einschätzung der Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers nicht in Frage zu stellen vermag.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Knie- und Hüftbeschwerden seien gar nicht abgeklärt worden (Urk. 1 S. 5), ist darauf hinzuweisen, dass keiner der behandelnden Ärzte
– nicht einmal
Dr.
D.___
-
einen Einfluss dieser Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers feststellte
, wes
halb auch kein
weiterer
Abklärungsbedarf besteht
.
5.2
Nach dem Gesagten ist
gestützt auf die medizinische Aktenlage
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
seit
Oktober 2014
in einer
be
hinderungsangepassten Tätig
keit
zu 100 % arbeitsfähig ist
, wobei eine ununterbrochene (vgl.
Art.
29
ter
IVV) Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich ab Februar 2014 ausgewiesen ist (E. 4.4 ff.).
6.
6.1
Im Weiteren ist zu prüfen, ob de
r
Beschwerdeführer
aufgrund seines fortge
schrittenen Alters
seine
Restarbeitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
noch
verwerten kann
.
6.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bun
desgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungs
pflicht
nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög
lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bun
desgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbeson
dere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hin
weisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schaden
minde
rungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige
Sachverhaltsfest
stellung
erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
6.3
Im Zusammenhang mit der Frage, ob eine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist,
erachtete
d
as
Bundesge
richt
einen 60-jährigen Versicherten
als
zwar nicht leicht vermittelbar
,
sah
aber mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleich
wohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf dem hypo
thetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden, und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines
Voll
pensums
arbeitsfähig war (Urteil I 376/05 vom
5.
August 2005
E.
4.2). Bejaht hat das
Bundesgericht
auch die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychisch
er und physischer Limitierungen
um 30
%
eingeschränk
ten Leistungsfähigkeit (Urteil I
304/06 vom 2
2. Januar 2007 E.
4.1 und
E.
4.2).
Schliesslich
erachtete das Bundesgericht die Chancen
auf eine Anstellung
eines 60 Jahre alten Versi
cherten, der für körperlich leichte Arbeiten, die abwechslungsweise sitzend oder stehend ausgeführt werden k
onnte
n, ohne
regelmässiges
Heben oder Tragen von Gewichten über
10
kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizon
talen und ohne
regelmässige
Kraftanwendung des linken Arms bei voller Stundenpräsenz im Umfang von 80
%
arbeitsfähig,
als
intakt (Urteil 9C_918/2008 vom 2
8. Mai 2009 E. 4.3).
Als unverwer
tbar erachtete das Bundesgericht
dagegen
die 50
%ige, durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierte Arbeitsfähigkeit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähigkeit eins
chränkenden Beschwerden (Urteil
I
401/01 vom
4.
April 20
02 E. 4c und E. 4d). Auch
hat das Bundesgericht bei einem 60 Jahre alten Versic
herten, welcher in seiner über 20
Jahre dauernden Tätigkeit als Hotelportier meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und behinderungsbedingt nur noch teils stehend, teils sitzend tätig sein
konnte
, wobei nur noch Gewichte bis 5 kg zumutbar und ihm wegen seiner Krankheit sowohl Schichtdienste als auch das Führen von Fahrzeugen und Maschinen nicht mehr möglich
waren
, erkannt, er würde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt keinen Arbeitgeber mehr finden (Urteil 9C_918/2012 vom
10. Mai 2013
E. 3.2
; vgl. auch Urteil 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E. 4.3.2
).
6.4
Männliche Hilfsarbeiter, die vor Eintritt der
Behinderung manuell tätig waren
, werden in der Regel für Handlanger- und andere körperliche
Arbeiten
eingestellt. Der diesen Versicherten offenstehende Arbeitsmarkt ist allerdings nicht
ausschliesslich
auf solche Tätigkeiten beschränkt. In Industrie und Gewerbe werden Arbeiten, welche physische Kraft erfordern, in zunehmen
dem Masse durch Maschinen verrichtet, während den körperlich weniger belastenden Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wach
sende Bedeutung zukommt; auch in diesen Bereichen stehen somit männli
chen Hilfsarbeitern Stellen offen, ebenso im Dienstleistungssektor (Meyer/
Reichmuth
,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich
/Basel/Genf 2014,
Art. 28a
N 142 mit weiteren Hinweisen
).
6.5
Der Beschwerdeführer
hat in
E.___
die obligatorischen Schulen besucht und eine Ausbildung zum Elektroinstallateur absolviert. In der Schweiz hat er seit 1995 als Chauffeur gearbeitet. Über eine in der Schweiz anerkannte
Berufs
lehre
verfügt er nicht. Im massgebenden Zeitpunkt für die Beantwortung
d
er Frage der Verwertbarke
it der (Rest-)Arbeitsfähigkeit,
als die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststand (BGE 138 V 457 E. 3.3 und E. 3.4),
d.h.
im Juni 2015 (
Zeitpunkt der k
reisärztliche
n
Untersuchung), war der im September 1955 geboren
e
Beschwerdeführer 59
Jahre alt. Seither
-
respektive bereits seit Oktober 2014
-
sind ihm
leichte manuelle Tätigkeiten mit seltenen Überkopfarbeiten und ohne Gewichtsbelastung, ohne Hantieren von Gewichten körperfern, ohne einarmige Zug-, Stossbewegungen mit dem linken Arm und ohne Bedienen von vibrationserzeugenden Maschinen mit links in
einem 100%-Pensum zumutbar.
Insbesondere leichte Tätigkeiten im Bereich von Bedienungs- und Überwachungsarbeiten stehen ihm grundsätz
lich noch offen. Dasselbe gilt für Kontrollarbeiten.
Im Übrigen ist eine Chauffeurtätigkeit im PKW ohne Gewichtheben weiterhin zumutbar.
Ange
sichts der dargelegten Grundsätze, der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Men
schen entwickelt hat, und der Kasuistik in vergleichbaren Fällen (vgl. E. 6.3), ist die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers zu bejahen.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwer
deführers in wirtschaftli
cher Hinsicht auswirkt.
7.2
7.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126
V
75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
7.2.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskatego
rie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeits
-
fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft
zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabellenloh
nes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mit
verantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134
V
322 E. 5.2).
7.3
7.3.1
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
vom Erwerbseinkommen von Fr. 68‘900.-- (Fr. 5‘300 x 13, vgl. Urk. 7/21), das der Beschwerdeführer
im Jahr 2014 bei der
Y.___
AG erzielte, aus. A
ngepasst an die
Nominal
lohnentwicklung
bis zum Jahr 2015 (mutmasslicher Rentenbeginn)
ergibt dies ein Valideneinkommen von Fr. 69‘106.70 (68‘900
.—
x 1.003)
.
Der Beschwerdeführer wandte dagegen ein, es seien Lohnbestandteile (Bonus, Ausbildungszulage etc.) nicht berücksichtigt worden (Urk. 1 S. 7).
Ausbil
dungszulagen
stellen jedoch
kein Erwerbseinkommen dar, welches der
AHV-Beitragspflicht unterstehen würde
(vgl. Art. 6 Abs. 2
lit
. g der
Ver
-
ordnung über Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV]), und haben
unberüc
k
sichtigt zu bleiben.
Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Boni betrifft, ist den dem Arbeitgeberfragebogen angehängten Lohnjournalen zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2012 einen Bonus von Fr. 2‘038.-- und in den Jahren 2013 und 2014 je einen Bonus von Fr. 1‘365.-- erhalten hat (Urk. 7/21 S. 7 ff.). Aus dem IK-Auszug geht hervor, dass
die Einkommen in den Vorjahren – abgesehen von 2010 - deutlich tiefer waren (Urk. 7/14), weshalb nicht davon auszugehen ist, dass regelmässige Bonus
zahlungen ausgerichtet worden sind. Selbst wenn man
die ausgewiesenen Bonuszahlungen
zum
Valideneinkommen
hinzurechen würde, würde kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad resultieren.
7.3
.2
Mangels eines tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens stützte sich die
Be
schwerdegegnerin
bei der Berechnung des Invalideneinkommens
auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012, Tabelle
TA
1,
Kompetenz
niveau
1
für
Männer
und ging vom stand
ardisierten, nicht nach Branchen differenzierten Bruttolohn für Männer im privaten Sektor von
Fr.
5‘210
.--
pro Monat
aus
.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen
Wochenarbeits
zeit
von 41.7 Stunden sowie der Nominallohnentwicklung
ergibt dies
für das Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 66‘
356.90
( Fr
. 5‘210
.-- : 40 x 41.
7 x 12 x 1
.008 x 1.007 x 1.003
)
.
N
ach Gewährung eines
leidensbedingten Abzug
s
von 15 %
resultiert
ein Invalideneinkommen von Fr. 56‘
403
.
35
(0.85 x
66‘356.90
)
.
Soweit der Beschwerdeführer pauschal vorbringt, die LSE 2012 sei nicht anzu
wenden, da sie auf anderen statistischen Grundlagen beruhe und es sei deshalb
die
LSE 2010 heranzuziehen
(Urk. 1 S. 8)
, ist darauf hinzuweisen, dass die grundsätzliche Beweiseignung der LSE 2012 zwecks Festlegung de
r Vergleichseinkommen nach Art.
16 ATSG vom Bundesgericht bejaht wurde (
vgl.
BGE 142 V 178 E. 2.5.7
). Der Beschwerdeführer bringt keine konkreten Argumente vor, welche im vorliegenden Fall gegen die Anwendung der LSE 2012 sprechen würden
.
Die
vom
Beschwerdeführer
herangezogene Tabelle
T
17 der LSE 2012
(U
rk. 1 S. 9)
differenziert nach dem Lebensalter. Der Lohn
,
auf den sich der Beschwerdeführer stützt
,
betrifft Männer unter 29 Jahren
und ist somit zum v
ornherein nicht anwendbar. Der zutreffende Betrag für Hilfsarbeitskräfte über 50 Jahre wäre Fr. 5‘682.-- und übersteigt damit den von der
Beschwer
degegnerin
aus Tabelle TA1
herangezogenen Lohn von Fr. 5‘210.--.
Im Übri
gen ist nicht ersichtlich, inwiefern
die
Tabelle
T17
körperlich sehr leichte Tätigkeiten besser berücksichtigen soll. Den Leistungseinschränkungen des Beschwerdeführers hat die Beschwerdegegnerin im Übrigen mit
einem
lei
densbe
dingten
Abzug
Rechnung getragen.
Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug von 15 % erscheint in Anbetracht sämtlicher massge
bender Umstände als angemessen.
7.3.3
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr.
69‘106.70
mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr.
56‘403.35
ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr.
12‘703.35
,
was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerun
det
18
%
entspricht.
7.4
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und ausgangsge
mäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
8
00
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Kaspar Gehring
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstLeicht