# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d0db477-2017-57db-9345-3938b0a64847
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2008 E-6723/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6723-2008_2008-11-06.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6723/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richterin Marianne Teuscher 
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

A._______, Äthiopien,
vertreten durch lic. phil. Chantal Bratschi [..]
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf das Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 16. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6723/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge Äthiopien am 
20. Januar 2008 verliess und am 19. August 2008 in die Schweiz ein-
reiste, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  sie  keine Ausweispapiere  vorlegte,  worauf  sie  mit  einem Infor-
mationsblatt zur Abgabe sämtlicher bei anderen Behörden hinterlegter 
oder  anderweitig  verfügbarer  Identitätsdokumente  innerhalb  von 
48 Stunden aufgefordert wurde,

dass sie am 11. September 2008 im Transitzentrum Altstätten summa-
risch zum Reiseweg und zu den Gründen für das Verlassen des Hei-
matlandes befragt wurde,

dass sie für die weitere Dauer des Verfahrens dem Kanton [...] zuge-
wiesen wurde,

dass  sie  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Transitzentrum  Altstätten 
vom 11. September 2008 angab, sie habe alleine mit ihrem Vater in ei-
nem Dorf namens B._______ gewohnt, 

dass sie ihrem Vater zu Hause geholfen habe, [...] zu verkaufen, 

dass ihr Vater am 27. Tikint 2000 (Oktober bzw. November 2007) von 
äthiopischen Beamten aus politischen Gründen festgenommen worden 
sei, 

dass ihr Beamte am 19. Thasas 2000 (Dezember 2007) mitgeteilt hät-
ten, ihr Vater sei im Gefängnis gestorben, 

dass der Vater  Mitglied der Partei  C._______ gewesen sei  und sich 
seit etwa drei Jahren mit anderen Mitgliedern versammelt habe, 

dass er bereits vor drei Jahren einmal im Gefängnis gewesen sei, wo-
bei sie den Grund nicht kenne,

dass sie zu Hause oft von Beamten aufgesucht worden sei und diese 
das Haus durchsucht hätten, wobei sie behauptet hätten, es befänden 
sich noch Schreiben und Flugblätter dort, 

Seite 2

E-6723/2008

dass sie nach dem Tode auf  der  Gemeinde diesbezügliche Erkundi-
gungen habe einholen wollen, man ihr jedoch gesagt habe, dass sie 
kein Recht zu solchen Fragen habe und mit einer Strafe rechnen müs-
se, 

dass  sie  von  den  Beamten  in  der  Folge  auch  wegen  eines  guten 
Freundes des Vaters, welcher ihr habe helfen wollen, bedroht worden 
sei, 

dass  ihr,  ausser  dass  sie  von  den  Beamten  hin-  und  hergestossen 
worden sei, nichts passiert sei,

dass sie Angst bekommen und deshalb diesen Freund um Fluchthilfe 
gebeten habe, 

dass sie - nach Ausweispapieren gefragt - angab, nie ein Ausweisdo-
kument besessen zu haben,

dass sie zwecks Papierbeschaffung bestenfalls eine Patin kontaktieren 
könne, da sie in Äthiopien keine nahen Verwandten mehr habe, 

dass  die  Beschwerdeführerin  am 10. Oktober  2008 gemäss Art. 29. 
Abs.  1  AsylG  einlässlich  zu  ihren  Ausreisegründen  angehört  wurde 
und auf die dortigen Angaben, soweit von Relevanz, in den nachste-
henden Erwägungen eingegangen wird,

dass das BFM mit Verfügung vom 16. Oktober 2008 in Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegwei-
sung sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung des Nichteintretens  auf  das  Asylge-
such zusammenfassend festhielt, die Beschwerdeführerin habe innert 
48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung  ohne  entschuldbare  Gründe 
keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, sie erfülle die Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht und zusätzliche Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses seien in ihrem Fall aufgrund der Akten-
lage nicht erforderlich,

dass die Beschwerdeführerin am 24. Oktober 2008 (Datum der Einga-
be und des Poststempels) beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhe-

Seite 3

E-6723/2008

bung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  materielle  Prüfung  des 
Asylgesuches,  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzuges, beantragte,

dass sie in  verfahrensrechtlicher Hinsicht  um Gewährung der  unent-
geltlichen Prozessführung und amtliche Verbeiständung ersuchte,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [(VwVG,  SR 172.021])  des  BFM auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet  (Art.  105  Abs.  1  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR  173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
rührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

Seite 4

E-6723/2008

rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde, 

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-
ten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass vorliegend die Nichtabgabe von Reise- oder Identitätspapieren im 
Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG innerhalb von 
48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches sachverhaltsmässig 
erstellt ist,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für  ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere  somit  vorlie-
gend erfüllt ist,

dass die Beschwerdeführerin keine entschuldbaren Gründe (vgl. hierzu 
BVGE 2007/8 E. 3.2 S. 74 f., EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c.aa S. 109 f.) 
für die Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments inner-
halb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen der Asylgesuche nam-
haft  zu machen vermag und auf  Beschwerdeebene dazu keine Stel-
lung mehr genommen wird,

Seite 5

E-6723/2008

dass hierzu, zur Vermeidung von Wiederholungen, auf die zutreffenden 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. daselbst, E. I.1. S. 2 
und 3) verwiesen werden kann,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zur  Gesuchsbegrün-
dung  sodann  anführte,  die  Beschwerdeführerin  habe  zur  Parteimit-
gliedschaft ihres Vater, den Umständen der Inhaftierung sowie zu den 
Örtlichkeiten  in  B._______  widersprüchliche  und  unsubstanziierte 
Angaben gemacht, weshalb diese nicht geglaubt werden könnten, 

dass es die einschlägigen Protokollstellen anführte und feststellte, die 
Beschwerdeführerin  erfülle  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss 
Art. 3 und 7 AsylG, noch würden zusätzliche Abklärungen hinsichtlich 
der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernis-
ses erforderlich sein,

dass sich aufgrund der Akten die vorinstanzlichen Erwägungen als zu-
treffend erweisen,

dass  die  Beschwerdeführerin  zu  ihrem  angeblichen  Herkunftsort 
B._______ in  der  Tat nur  vage Angaben zu machen vermochte  und 
auch die weitere Kenntnis ihrer behaupteten Herkunftsregion und des 
Reiseweges nach Sudan Zweifel aufkommen lässt, 

dass sie beispielsweise hinsichtlich ihres Herkunftsdorfes nicht wuss-
te, wie viele Leute dort leben beziehungsweise aus wievielen Häusern 
es bestehe und ob es überhaupt über ein Gefängnis verfüge (A1/10, S. 
6; A9/16, S. 4), 

dass sie keine umliegenden Dörfer zu nennen vermochte und stattdes-
sen  teilweise  weit  entfernte  Orte  wie  die  Stadt  D._______  (100  km 
südöstlich von E._________, welches bereits zirka 140 km nordöstlich 
von B._______liegt) nannte (A9/16. S. 4), 

dass  sie  auch  den  Namen  des  Gebirges  nicht  wusste,  welches  an 
B._______ grenzt, 

dass sie darüberhinaus auch keine der neun Provinzen zu nennen ver-
mochte und stattdessen vier  Ortschaften,  darunter  das mehrfach er-
wähnte E._______, nannte,

Seite 6

E-6723/2008

dass auch die Darstellung des Reiseweges Zweifel aufkommen lässt, 
gab sie doch fälschlicherweise an, der Grenzort Metema liege auf su-
danesischer Seite (A9/16, S. 10),

dass das BFM als weiteres Unglaubhaftigkeitselement im angefochte-
nen Entscheid  die  divergierenden  Schilderungen im Zusammenhang 
mit der Verhaftung/Ermordung und der politischen Tätigkeit des Vaters 
anführte, 

dass  die  Beschwerdeführerin  im Transitzentrum Altstätten  in  der  Tat 
angab,  ihr  Vater  habe  als  Mitglied  der  C._______  zu  Hause 
Versammlungen  abgehalten,  sei  deswegen  von  Beamten  abgeholt 
worden und angeblich im Gefängnis zu Tode gekommen (A1/10, S. 5), 

dass sie demgegenüber bei der direkten Anhörung angab, sie wisse 
weder, ob ihr Vater in einer Partei gewesen sei, noch, wo er zu Tode 
gekommen sei (A9/16, S. 5), 

dass der Vater überdies zu Hause keine Sitzungen abgehalten habe 
(A9/16, S. 13),

dass weiter  auch die  Schilderungen zu den im Hause aufbewahrten 
Dokumenten,  an  welchen  die  Beamten  interessiert  gewesen  seien, 
nicht zu überzeugen vermögen, 

dass  die  Beschwerdeführerin  nämlich  an  einer  Stelle  angab,  der 
Freund des Vaters habe die Dokumente, deren Versteck sie im Hause 
selbst nicht gefunden habe, zwei Tage nach der Todesmitteilung mitge-
nommen (A9/16,  S. 8),  an  anderer  Stelle  jedoch  ausführte,  der  Be-
kannte habe die Dokumente bereits kurz nach der Verhaftung abgeholt 
(A9/16, S. 13), 

dass  die  Vorbringen in  der  Rechtsmitteleingabe keine Änderung der 
angefochtenen Verfügung zu bewirken vermögen, 

dass  der  Einwand,  bei  den  Aussagen  im  Transitzentrum  Altstätten 
habe die Beschwerdeführerin als Folge der Geheimniskrämerei ihres 
Vaters  nur  Vermutungen zu Protokoll  gegeben,  nicht  zu  überzeugen 
vermag, 

Seite 7

E-6723/2008

dass Gleiches auch für  den Erklärungsversuch gilt,  wonach  die  Be-
schwerdeführerin mit der Aussage, ihr Vater sei im Gefängnis gestor-
ben, nur habe aussagen wollen, dieser sei in Haft gestorben,

dass der  Gesprächsverlauf  im Transitzentrum Altstätten eine diesbe-
zügliche  Klärung  bereits  aufgedrängt  hätte,  die  Beschwerdeführerin 
stattdessen auf  Nachfrage hin anführte,  sie  wisse nicht,  in  welchem 
Gefängnis  von  B._______  der  Vater  inhaftiert  gewesen  sei 
beziehungsweise – auf weitere Nachfrage - sie habe keine Ahnung, ob 
es in ihrem Dorf mehrere Gefängnisse gebe, 

dass  diese  Erklärungsversuche  vielmehr  auf  eine  konstruierte  Ge-
suchsbegründung hindeuten,

dass weiter auch der Einwand in der Beschwerde zur angeblich ersten 
Verhaftung des Vaters vor drei Jahren (vgl. Beschwerdeschrift Seite 6 
oben) nicht zu überzeugen vermag, gab die Beschwerdeführerin doch 
im Transitzentrum Altstätten zu Protokoll, den Grund der damaligen In-
haftierung und späteren Entlassung aus dem Gefängnis nicht zu wis-
sen (A1/10, S. 6), 

dass bei dieser Sachlage anlässlich der direkten Anhörung keine Ver-
anlassung  mehr  bestand,  auf  dieses  vage  Vorbringen  zurückzukom-
men,

dass nach diesen Erwägungen die Einschätzung in der Beschwerde, 
wonach die angefochtene Verfügung einzig auf gesuchten und konstru-
ierten  Widersprüchen  basiere,  vom  Bundesverwaltungsgericht  nicht 
geteilt werden kann, 

dass aufgrund der Aktenlage das Nichtbestehen der Flüchtlingseigen-
schaft einerseits und - wie sich auch noch aus den nachfolgenden Er-
wägungen zum Vollzug der Wegweisung ergibt - das Fehlen von Weg-
weisungsvollzugshindernissen andererseits gleichermassen offensicht-
lich sind,

dass ferner keine Anhaltspunkte für die Annahme zu erkennen sind, 
das BFM habe, um zu seiner Erkenntnis zu gelangen, eine mehr als 
bloss  summarische  materielle  Prüfung  vornehmen  oder  zusätzliche 
sachliche  oder  rechtliche  Abklärungen  treffen  müssen  (vgl.  hierzu 
BVGE 2007/8 E. 5.6.6 S. 91 f.),

Seite 8

E-6723/2008

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführe-
rin nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich  sind,  die  der  Beschwerdeführerin  im  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat droht,

Seite 9

E-6723/2008

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat der 
Beschwerdeführerin  noch individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, 

dass aufgrund der vagen und unzulänglichen Angaben der Beschwer-
deführerin sodann nicht davon auszugehen ist, dass sie in ihrem Hei-
matland über kein Beziehungsnetz verfügt, 

dass demnach der Vollzug der Wegweisung der jungen und -  soweit 
aktenkundig - gesunden Beschwerdeführerin als zumutbar zu erachten 
ist,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  schliesslich  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG 
ungeachtet der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin abzuweisen sind, 
da die Beschwerdebegehren nach dem Gesagten als aussichtslos zu 
bezeichnen sind, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.--
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

Seite 10

E-6723/2008

SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

E-6723/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 
Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewie-
sen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- [Kanton] (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

Versand: 

Seite 12