# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 073c908c-bf09-5ecc-a917-733d06c1bba2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 03.06.2021 SK 2020 300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-300_2021-06-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 20 300 + 301

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. Juni 2021 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Oberrich-
ter Schmid
Gerichtsschreiberin von Teufenstein

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Berufungsführer 1

C.________
a.v.d. Fürsprecher D.________

Beschuldigter 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 2

und

E.________

Straf- und Zivilkläger gegen den Beschuldigten 1

2

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverlet-
zung mit gefährlichem Gegenstand und Raufhandel 

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 9. Mai 2019 (PEN 18 647-649)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung) er-
kannte mit Urteil vom 9. Mai 2019 in der Strafsache gegen A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter 1) und C.________ (nachfolgend: Beschuldigter 2) Folgendes 
(Hervorhebungen im Original; pag. 598 ff.):

A.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 09.08.2015 in Biel/Bienne, 
G.________ z.N. von E.________.

2. des Raufhandels, begangen am 09.08.2015 in Biel/Bienne, G.________

und in Anwendung der 
Art. 22 Abs. 1, 40, 49 Abs. 1 und 2, 122 Abs. 2, 133 Abs. 1 StGB; Art. 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 25 Monaten, als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts 
Berner Jura-Seeland vom 20.11.2015.

2. Zur Tragung der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 9‘550.00 
und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 13‘453.95, insgesamt be-
stimmt auf CHF 23‘003.95 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 10‘102.35).

[…]

II.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit insgesamt CHF 12‘901.60. Abzüglich des bereits geleisteten Vorschusses in der 
Höhe von CHF 5‘503.70 verbleibt ein auszurichtender Betrag von CHF 7‘397.90.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 3‘100.15 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

4

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47 OR sowie Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO weiter verur-
teilt:

1. Zur Bezahlung von EUR 180.00 Schadenersatz an den Straf- und Zivilkläger E.________, unter 
Vorbehalt der Nachklage gemäss Art. 46 Abs. 2 OR.

2. Zur Bezahlung von CHF 3‘500.00 Genugtuung an den Straf- und Zivilkläger E.________.

Soweit weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen.

3. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

B.

I.

C.________ wird schuldig erklärt:

1. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 09.08.2015 in 
Biel/Bienne, G.________ z.N. von F.________

2. des Raufhandels, begangen am 09.08.2015 in Biel/Bienne, G.________

und in Anwendung der 
Art. 34, 42 Abs. 1 und 4, 44, 49 Abs. 1, 123 Ziff. 2 Abs. 2, 133 Abs. 1 StGB; Art. 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 324 Tagessätzen zu CHF 120.00, ausmachend total CHF 38‘800.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 4‘320.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 36 Tage festgesetzt.

3. Zur Tragung der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 9‘550.00 
und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 11‘530.45, insgesamt be-
stimmt auf CHF 21‘080.45 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 9‘635.75).

[…]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘000.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 20‘080.45 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung CHF 8‘635.75).

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II.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von C.________ 
durch Fürsprecher D.________ werden wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher D.________ für die amtliche Verteidigung von C.________ 
mit CHF 11‘444.70. 

C.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecher D.________ die Differenz von CHF 3‘725.20 zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

C.

[F.________]

  D.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

3. Berufung

Gegen dieses Urteil vom 9. Mai 2019 meldeten Rechtsanwalt B.________ für den 
Beschuldigten 1 und die Staatsanwaltschaft fristgerecht Berufung an (pag. 618 
bzw. pag. 624).

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 13. Juli 2020 (pag. 628 ff.).

Am 15. Juli 2020 reichte Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag des 
Beschuldigten 1 form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein (pag. 724 f.). Die 
form- und fristgerechte Berufungserklärung der Generalstaatsanwaltschaft datiert 
vom 3. August 2020 (pag. 727 ff.). 

Am 6. August 2020 teilte die Generalstaatsanwaltschaft innert der mit Verfügung 
vom 5. August 2020 (pag. 731 ff.) angesetzten Frist mit, angesichts der Hauptberu-
fung werde auf die Erklärung einer Anschlussberufung zur Berufung des Beschul-
digten 1 verzichtet. Zudem bestehe aus Sicht der Generalstaatsanwaltschaft kein 
Grund für ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten 1. 

In Bezug auf den von der Verfahrensleitung erhobenen Einwand im Sinne von 
Art. 403 Abs. 1 Bst. a der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR312.0), 
dass den ehemaligen Mitbeschuldigten F.________ betreffend keine Berufungser-
klärung eingegangen sei, präzisierte die Generalstaatsanwaltschaft, ihre Berufung 
richte sich nicht mehr gegen letzteren [pag. 738 f.]). 

Nach Einholung entsprechender Stellungnahmen bei den übrigen Parteien be-
schloss die Kammer am 3. September 2020, auf die Berufung der Generalstaats-
anwaltschaft gegen F.________ werde nicht eingetreten und das Urteil des Regio-

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nalgerichts Berner Jura-Seeland vom 9. Mai 2019 werde damit betreffend 
F.________ rechtskräftig. Gleichzeitig bestimmte die Kammer die Kosten für das 
F.________ betreffende oberinstanzliche Verfahren sowie die Entschädigung von 
dessen Anwalt (pag. 748 ff.).

Am 14. Oktober 2020 wurden die Parteien zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vorgeladen, wobei E.________ (Straf- und Zivilkläger gegen den Beschuldigten 1 
[nachfolgend: Privatkläger]) das Erscheinen freigestellt wurde (pag. 766 ff.). Der 
Privatkläger erschien daraufhin nicht zur Berufungsverhandlung (pag. 837). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Von Amtes wegen wurden über die Beschuldigten 1 und 2 aktuelle Strafregister-
auszüge (beide datierend vom 10. Mai 2021 [pag. 795 f. bzw. pag. 797]), aktuelle 
Betreibungsregisterauszüge (beide datierend vom 28. Mai 2021 [pag. 820 ff. bzw. 
pag. 823 ff.] und Leumundsberichte inklusive Formular über ihre wirtschaftlichen 
Verhältnisse (datierend vom 6. April bzw. 3. Mai 2021 [pag. 787 f. bzw. 
pag. 789 ff.]) eingeholt.

Gestützt auf den Strafregisterauszug über den Beschuldigten 1 vom 10. Mai 2021 
wurden in der Folge die Akten des Urteils der Regionalen Staatsanwaltschaft Ber-
ner Jura-Seeland vom 30. Januar 2020 (BJS 19 22191) ediert. Zudem wurden glei-
chenorts die in der gegen den Beschuldigten 1 hängigen Strafuntersuchung 
BJS 21 4835 bis dato bestehenden Aktenstücke ediert. Kopien des Strafbefehls 
vom 30. Januar 2020, der Eröffnungsverfügung vom 15. Februar 2021 und des 
Einvernahmeprotokolls mit dem Beschuldigten 1 vom 16. Februar 2021 wurden 
den Parteien zugestellt (vgl. pag. 809 f.).

In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurden die von Fürsprecher 
D.________ mit Eingabe vom 28. Mai 2021 eingereichten Unterlagen betreffend 
den Beschuldigten 2 – konkret das Zwischenzeugnis der H.________ AG vom 
17. Juni 2020 (pag. 813 f.), das Diplom «Bachelor of Science .________» der 
I.________ (Hochschule) (pag. 815), das «Diplôme J.________» der «K.________ 
(Schule)» (pag. 816) und die Lohnabrechnungen vom 23. März 2021 (pag. 817), 
vom 20. April 2021 (pag. 818) und vom 20. Mai 2021 (pag. 819) – sowie der von 
Rechtsanwalt B.________ für den Beschuldigten 1 mit Schreiben vom 
27. Mai 2021 eingereichte Lehrvertrag vom 17. Juli 2020 (pag. 806 f.) zu den Akten 
erkannt (pag. 838). Ferner wurden die beiden Beschuldigten erneut zur Person und 
zur Sache befragt (pag. 839 ff. und pag. 845 ff.). 

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte für den Beschuldigten 1 in der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung folgende Anträge (pag. 872; Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen ist, insoweit als 
A.________ des Raufhandels, begangen am 9. August 2015, in Biel, G.________, schuldig er-
klärt wurde (Ziffer A./I./1. Urteilsdispositiv).

2. A.________ sei von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung, angeblich 
begangen am 9. August 2015 am G.________ Biel, z.N. E.________, freizusprechen.

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3. A.________ sei im Sinne einer Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland vom 20. November 2015 (PEN 15 355) zu einer Freiheitsstrafe von 1 Monat zu verurtei-
len. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 
Jahren. 

4. In Bezug auf den Freispruch gemäss Ziffer 2 hiervor seien die erstinstanzlichen Verfahrenskos-
ten auszuscheiden und dem Kanton aufzuerlegen sowie eine angemessene Entschädigung für 
die Verteidigungskosten auszurichten.

5. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen.

6. Das Honorar des amtlichen Verteidigers und die Entschädigung für die Verteidigungskosten im 
oberinstanzlichen Verfahren seien gemäss eingereichter Kostennote zu bestimmen. 

7. Die Zivilklage von E.________ sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in der Berufungsverhandlung Folgendes 
(pag. 870 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 9. Mai 2019 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. A.________ des Raufhandels, begangen am 9. August 2015 in Biel/Bienne, G.________ schul-
dig erklärt wurde;

2. C.________ des Raufhandels, begangen am 9. August 2015 in Biel/Bienne, G.________ schul-
dig erklärt wurde;

3. C.________ zur Tragung der anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 21'080.45 verurteilt wurde.

IA.________ A.________ sei ausserdem schuldig zu erklären der versuchten schweren Körperver-
letzung, begangen am 9. August 2015 in Biel, G.________ z.N. von E.________;

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts Berner 
Jura-Seeland vom 20. November 2015,

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

C.________ sei ausserdem schuldig zu erklären der versuchten schweren Körperverletzung, be-
gangen am 9. August 2015 in Biel, G.________ z.N. von F.________;

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten; unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Pro-
bezeit von 2 Jahren;

2. zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu CHF 130.00, ausmachend total CHF 5'850.00; unter 
Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren;

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3. zur Bezahlung der anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Das Urteil sei der Stadt Biel, Öffentliche Sicherheit, Einwohner- und Spezialdienste, Bereich Mi-
gration mitzuteilen (auszugsweise betreffend C.________; Art. 82 VZAE). 

Fürsprecher D.________ stellte für den Beschuldigten 2 in der Berufungsverhand-
lung folgende Anträge (pag. 869):

1. Es sei festzustellen, dass das [recte: der] erstinstanzliche Schuldspruch wegen Raufhandels 
rechtskräftig ist.

2. Der erstinstanzliche Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Gegen-
stand sei zu bestätigen. 

3. Mein Mandant sei zu verurteilen zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu CHF 120.00, wo-
bei der Vollzug aufzuschieben ist mit einer Probezeit von 2 Jahren.

4. Auf eine Verbindungsbusse sei zu verzichten.

5. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten inkl. Kosten von der amtlichen Verteidigung seien dem 
Staate Bern aufzuerlegen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Vorab ist in Erinnerung zu rufen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland vom 9. Mai 2019 – wie bereits im Beschluss vom 3. September 2020 fest-
gestellt wurde – in Bezug auf sämtliche, den ehemaligen Mitbeschuldigten 
F.________ betreffenden Punkte in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. pag. 747 ff.).

Infolge der beschränkten Berufungen des Beschuldigten 1 sowie der General-
staatsanwaltschaft und weil weder der Beschuldigte 2 noch der Privatkläger Beru-
fung oder Anschlussberufung erhoben haben, ist das Urteil vom 9. Mai 2019 weiter 
insoweit in Rechtskraft erwachsen, als die Beschuldigten 1 und 2 des Raufhandels, 
begangen am 9. August 2015 in Biel/Bienne, schuldig erklärt wurden (Bst. A/Ziff. I/2 
und Bst. B/Ziff. I/2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 600 und pag. 603]).  

Angefochten und von der Kammer zu beurteilen sind demgegenüber die Verurtei-
lung des Beschuldigten 1 wegen versuchter schwerer Körperverletzung 
(Bst. A/Ziff. I/1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 600]), die dafür ausge-
sprochene Sanktion, inklusive die Kosten- und Entschädigungsfolgen, sowie die 
Verurteilungen im Zivilpunkt (Bst. A/Ziff. III/1-3 des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs [pag. 602]). Weiter hat die Kammer den erstinstanzlichen Schuldspruch gegen 
den Beschuldigten 2 wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Gegen-
stand (Bst. B/Ziff. I/1 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 603]) und die 
dafür ausgesprochene Sanktion inklusive Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 
überprüfen.

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Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Mangels eigenständiger Berufung 
oder Anschlussberufung des Privatklägers ist die Kammer in Bezug auf die Zivil-
klage gegen den Beschuldigten 1 an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 
Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil insoweit nicht zu Ungunsten des 
Beschuldigten 1 abändern. In Bezug auf die übrigen zu überprüfenden Punkte gilt 
das Verbot der reformatio in peius nicht.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Anklagesachverhalt

In der Anklageschrift vom 10. Juli 2018 wird dem Beschuldigten 1 vorgeworfen, am 
9. August 2015 um ca. 00:30 Uhr beim G.________ in Biel den Privatkläger im 
Rahmen einer Auseinandersetzung (Anm. Kammer: inzwischen rechtskräftig als 
Raufhandel qualifiziert) mit einem ungefähr 50 Zentimeter langen Holzstock, der 
einen Durchmesser von mehreren Zentimetern aufwies und an der Spitze eventuell 
ein Metallteil hatte, mit voller Wucht oberhalb des rechten Auges an den Kopf ge-
schlagen zu haben. Dadurch habe er dem Privatkläger an der Stirn eine sechs 
Zentimeter lange, klaffende Rissquetschwunde zugefügt, die habe genäht werden 
müssen und eine allfällige Narbe hinterlassen habe. Der Beschuldigte 1 habe zu-
mindest in Kauf genommen, den Privatkläger durch den beschriebenen Stock-
schlag lebensgefährlich zu verletzen und/oder ihm eine arge, bleibende Entstellung 
des Gesichts oder eine andere schwere Körperschädigung zuzufügen (zum Gan-
zen Bst. A/Ziff. 1 der Anklageschrift [pag. 467]).

Dem Beschuldigten 2 wird vorgeworfen, während der erwähnten Auseinanderset-
zung vom 9. August 2015 mit einem ungefähr 50 Zentimeter langen Holzstock, der 
einen Durchmesser von mehreren Zentimetern aufwies und an der Spitze eventuell 
ein Metallteil hatte, aufgezogen und F.________ an die linke Kopfseite geschlagen 
zu haben. F.________ habe dadurch eine ungefähr vier Zentimeter lange Riss-
quetschwunde über dem linken Ohr erlitten, die habe genäht werden müssen und 
eine sichtbare Narbe hinterlassen habe. Der Beschuldigte 2 habe zumindest in 
Kauf genommen, F.________ durch diese Handlung eine lebensgefährliche Verlet-
zung, eine arge und bleibende Entstellung des Gesichtes oder eine andere schwe-
re Körperschädigung zuzufügen (zum Ganzen Bst. B/Ziff. 1 der Anklageschrift 
[pag. 468]).

8. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Das Rahmengeschehen ist unbestritten (vgl. auch S. 8 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 635). Fest steht somit, dass es am 9. August 2015 um 
ca. 00:30 Uhr beim G.________ in Biel zwischen der Gruppe 1, welcher die Be-
schuldigten 1 und 2 (sowie L.________ [Strafbefehl wegen Raufhandels], 
M.________, N.________ und O.________) angehörten, und der Gruppe 2, zu der 
insbesondere der Privatkläger und F.________ (sowie P.________ und 
Q.________ [beide Strafbefehl wegen Raufhandels] und R.________) gehörten, zu 
einer wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung, dem vorliegend von den Be-

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schuldigten nicht mehr bestrittenen Raufhandel, kam. Nach gegenseitigen Provo-
kationen durch Zurufe und Beleidigungen («[I] ficke dini Mueter»), an welchen sich 
insbesondere der Beschuldigte 2 störte, begab sich die Gruppe 1 vom S.________ 
zur Gruppe 2, welche sich beim G.________ aufhielt. Nachdem einige der Beteilig-
ten zunächst versucht hatten, die Situation verbal zu klären, kam es zuallererst 
zwischen Q.________ (Gruppe 2) und L.________ (Gruppe 1) zu einem Handge-
menge. Darauf griff P.________ ein, die Situation eskalierte und es entwickelte 
sich eine Schlägerei zwischen den beiden Gruppen (vgl. u.a. die Aussagen von 
N.________ [pag. 91 Z. 61 ff.] und des Beschuldigten 2 [pag. 97 Z. 90 ff.]). Im 
Rahmen dieser Schlägerei wurden diverse Personen verletzt. Der Privatkläger und 
F.________ erlitten die in der Anklageschrift umschriebenen Verletzungen 
(pag. 467 f.; vgl. auch E. 7 oben) und mussten sich in Spitalpflege begeben. Eben-
falls unbestritten ist, dass die Beschuldigten 1 und 2 einen ungefähr 50 Zentimeter 
langen Holzstock mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern bei sich hatten, 
als sie bei den anderen (der Gruppe 2) eintrafen, und dass der Beschuldigte 2 die-
sen Holzstock gegen Mitglieder der Gruppe 2 einsetzte. 

Angesichts des zumindest impliziten Eingeständnisses des Beschuldigten 2 in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung, das er in der Berufungsverhandlung im We-
sentlichen bestätigte, der Ausführungen von Fürsprecher D.________ im Plädoyer 
im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und des Umstandes, dass der 
Beschuldigte 2 den erstinstanzlichen Schuldspruch akzeptiert hat, ist nunmehr 
auch unbestritten, dass der Beschuldigte 2 F.________ im Rahmen der Auseinan-
dersetzung mit dem Holzstock gegen die linke Kopfseite schlug und ihn dadurch 
wie in der Anklageschrift umschrieben verletzte (vgl. dazu die Aussagen des Be-
schuldigten 2 auf pag. 567 Z. 16 f., wonach er nicht ausschliessen könne, dass er 
es gewesen sei; dass es sein könne, dass er mehr als die zweimal gegen einen der 
Zwillinge zugeschlagen habe; dass es gut sein könne, dass er im Affekt noch mehr 
zugeschlagen habe, sich aber beim besten Willen nicht daran erinnern könne, so-
wie seine Bestätigung dieser Aussagen in der Berufungsverhandlung [vgl. pag. 849 
Z. 3 f.] bzw. die Ausführungen von Fürsprecher D.________ gemäss 
pag. 581 oben: «Nach den Aussagen von F.________ sei nun auch klar, dass es 
nur C.________ [Beschuldigter 2] gewesen sein könne, der F.________ die Verlet-
zung zugefügt habe. C.________ [Beschuldigter 2] sei nicht nicht geständig. Er 
könne sich einfach nicht an den Schlag erinnern. Er nehme diesen Schlag aber auf 
sich».).

Bestritten ist hingegen die Täterschaft des Beschuldigten 1, d.h. es muss beweis-
mässig geklärt werden, ob er mit «seinem» Holzstock seitlich ausholte, mit voller 
Wucht gegen den Kopf des Privatklägers schlug und diesen dadurch wie in der An-
klageschrift bzw. unter Erwägung 7 oben beschrieben verletzte. Von Bedeutung ist 
in diesem Zusammenhang, ob und allenfalls wann der Beschuldigte 1 seinen Holz-
stock wegwarf (Tat er dies, wie er behauptet, bereits als er die Zwillinge erkannte 
oder erst am Ende der Auseinandersetzung, wie Beteiligte geltend machen?). 

Beim Beschuldigten 2 gilt es mit Blick auf die rechtliche Würdigung zu klären, in 
welcher Art und Weise er mit dem Holzstock gegen die linke Kopfseite von 
F.________ schlug. 

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Umstritten ist weiter die Beschaffenheit der von den beiden Beschuldigten einge-
setzten Holzstöcke resp., ob sie an der Spitze etwas Metallenes aufwiesen. 
Schliesslich ist zu ergründen, ob und inwieweit den Beschuldigten 1 und 2 die mög-
lichen Konsequenzen ihres Handelns bekannt waren.

9. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zur Klärung dieser Fragen zur Verfügung stehenden objekti-
ven und subjektiven Beweismittel vollständig und korrekt zusammengefasst, darauf 
kann verwiesen werden (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 636 ff.). Neu in den Akten befinden sich die Protokolle der oberinstanzlichen 
Einvernahmen der beiden Beschuldigten (pag. 839 ff. und pag. 845 ff.), die in Er-
wägung 4 oben erwähnten edierten Unterlagen sowie die in der Berufungsverhand-
lung zu den Akten erkannten Dokumente betreffend den Beschuldigten 2 – d.h. das 
Zwischenzeugnis der H.________ AG vom 17. Juni 2020 (pag. 813 f.), das Diplom 
«Bachelor of Science .________» der I.________ (Hochschule) (pag. 815), das 
«Diplôme J.________» der «K.________ (Schule)» (pag. 816) und die Lohnab-
rechnungen vom 23. März 2021 (pag. 817), vom 20. April 2021 (pag. 818) und vom 
20. Mai 2021 (pag. 819) – und der Lehrvertrag des Beschuldigten 1 vom 17. Ju-
li 2020 (pag. 806 f.). Die oberinstanzlichen Einvernahmen der beiden Beschuldig-
ten werden nachfolgend zusammengefasst wiedergegeben (siehe E. 10 unten). Im 
Übrigen wird – soweit relevant – direkt im Rahmen der konkreten Beweiswürdigung 
auf einzelne Beweismittel eingegangen (E. 11 unten). 

10. Oberinstanzliche Einvernahmen

10.1 Einvernahme des Beschuldigten 1

In der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte 1 im Wesentlichen aus, er 
habe gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung erklärt, weil er es nicht fair finde, 
wenn man für etwas, das man nicht gemacht habe, zwei Jahre «hocken» müsse 
(pag. 841 Z. 39 f.). Er sei ein ehrlicher Mensch und sei bis jetzt immer zu seinen 
Taten gestanden. Zu etwas, das er nicht getan habe, könne er aber nicht stehen 
(zum Ganzen pag. 842 Z. 4 ff.). Seine Gruppe [Gruppe 1] sei damals zur anderen 
Gruppe [Gruppe 2] gegangen, weil deren Mitglieder sie mittels Zurufen schwer be-
leidigt hätten (pag. 842 Z. 14). Auf Frage, weshalb er zunächst nicht erwähnt habe, 
dass er und der Beschuldigte 2 einen Stock mitgenommen hätten, als sie zur ande-
ren Gruppe nach drüben gegangen seien, äusserte der Beschuldigte 1, daran kön-
ne er sich jetzt nicht erinnern. Als er damals von Zuhause abgeholt worden sei, ha-
be er das mit dem Stock eigentlich immer direkt gesagt (zum Ganzen pag. 842 
Z. 18 f.). Beim Holzstock habe es sich um ein Teil eines kaputten Liegestuhls – um 
eine geformte Arm- oder Fusslehne – gehandelt (pag. 842 Z. 22 ff.). Der Liegestuhl 
sei mit Ausnahme des «Tüechlis», auf welchem man draufsitze, aus Holz gewesen 
(pag. 844 Z. 10). Auf Vorhalt, dass der Privatkläger und R.________ übereinstim-
mend geschildert hätten, dass er den Privatkläger mit dem fraglichen Holzstock 
gegen den Kopf geschlagen habe, und auf Frage, weshalb sich die beiden täu-
schen sollten, erklärte der Beschuldigte 1, er könne das nicht sagen, vielleicht, weil 
sie zusammen gesprochen hätten. Es sei aber unmöglich, dass sie dies gesehen 
hätten, schliesslich habe er den Privatkläger nicht mit dem Holzstock geschlagen 

12

(zum Ganzen pag. 842 Z. 34 ff.). Er habe den Holzstock weggeworfen, als er zwei 
[Mitglieder der Gruppe 2] erkannt habe (pag. 842 Z. 39 f.). Weshalb seine Kollegen 
M.________ und N.________ zu Protokoll gegeben hätten, er habe den Holzstock 
bei der Schlägerei dabeigehabt und den anderen damit Angst gemacht bzw. Hiebe 
ausgeteilt, wisse er nicht. Er habe weder Hiebe ausgeteilt noch mit dem Holzstock 
auf jemanden eingeschlagen (zum Ganzen pag. 843 Z. 1 ff.). Seiner Meinung nach 
könne sich der Privatkläger die Verletzung auch bei einem Sturz auf einen Stein 
zugezogen haben; es könne vieles passiert sein (pag. 843 Z. 17 f.). Auf Frage, was 
seines Erachtens passieren könne, wenn man jemandem mit voller Wucht einen 
Holzstock gegen den Kopf schlage, äusserte der Beschuldigte 1 (pag. 843 Z. 22): 
«Ja, sterben…». 

10.2 Einvernahme des Beschuldigten 2

Der Beschuldigte 2 gab in der Berufungsverhandlung zusammengefasst zu Proto-
koll, er sei damals mit seiner Gruppe [Gruppe 1] zur anderen Gruppe [Gruppe 2] 
rübergegangen, weil «ein bisschen eine Gruppendynamik» entstanden sei. Es sei 
viel Alkohol im Spiel gewesen und «man» habe sich gegenseitig «so ein bisschen 
aufgeschaukelt». «Man» habe die Beleidigungen und Zurufe [der Gruppe 2] gehört 
und das Gefühl gehabt, «man» müsse jetzt zur andern Gruppe nach drüben gehen 
(zum Ganzen pag. 848 Z. 10 ff.). Auf Frage, weshalb er unterwegs einen Holzstock 
mitgenommen habe, erklärte der Beschuldigte 2, «man» habe nicht genau ge-
wusst, wie viele Leute dort seien und auf was «man» sich einlasse – also gewis-
sermassen zum Selbstschutz (pag. 848 Z. 17 f.). Er könne sich noch ziemlich gut 
daran erinnern, wie dieser Holzstock ausgesehen habe. Es sei das Teil des Liege-
stuhls gewesen, das man brauche, um die Höhe des Stuhls einzustellen. Es sei so 
ein länglicher, rundlicher, glaublich gerillter Stock gewesen (zum Ganzen pag. 848 
Z. 21 ff.). Er könne sich nicht erklären, weshalb er diesen Stock anschliessend ge-
gen einen der Zwillinge eingesetzt habe. Es sei einfach aus der Situation heraus 
entstanden. Er habe den Stock mitgenommen und in der Hand gehabt und das, 
was man in der Hand halte, das setze man ein. Dummerweise sei es bei ihm halt 
ein Stock gewesen (zum Ganzen pag. 848 Z. 29 ff.). Er wisse nicht, was dazu ge-
führt habe, dass ihn die Beleidigung («[I] ficke dini Mueter») damals derart getroffen 
habe. In der Regel werde er nämlich nicht sehr schnell wütend und könne sich ei-
gentlich auch sehr, sehr gut beherrschen (zum Ganzen pag. 848 Z. 36 ff.). Damals 
habe ihn diese Beleidigung aber in Rage gebracht, vermutlich, weil er sie zuvor 
noch nie «an den Kopf geworfen» bekommen habe und weil er – wie er auf Nach-
frage erklärte im Jahr 2005 (pag. 851 Z. 9) – seine Mutter verloren habe. Vielleicht 
sei er dazumal auch wegen dem ganzen Alkohol etwas sensibel und emotional 
gewesen, weshalb es dann «e chli» ausgeartet sei (pag. 850 Z. 42 ff.). Auf Vorhalt, 
dass er in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht mehr ausgeschlossen ha-
be, F.________ mit dem Holzstock am Kopf getroffen zu haben, sowie, dass er den 
erstinstanzlichen Schuldspruch und damit implizit seine Täterschaft anerkannt ha-
be, erklärte der Beschuldigte 2, es sei so, wie er es damals ausgesagt habe. Bei 
den Namen sei er sich nicht mehr sicher. Beim einen sei es tatsächlich so, dass er 
diesen Stock zur Anwendung gebracht habe, bei der anderen Person sei es nicht 
so. Er bleibe bei der Aussage, die er in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
gemacht habe und anerkenne die Taten, die er begangen habe. Er sei mit dem 

13

erstinstanzlichen Schuldspruch eigentlich einverstanden gewesen (zum Ganzen 
pag. 849 Z. 1 ff.). Die Rissquetschwunde, die F.________ im Rahmen der Ausein-
andersetzung erlitten habe, stamme seines Erachtens aber eher nicht von einem 
Schlag, schliesslich trage man von einem Schlag eher eine Platzwunde davon 
(pag. 849 Z. 12 ff.). Wenn man jemandem mit voller Wucht einen Holzstock gegen 
den Kopf schlage, dann könne dies seines Erachtens beispielsweise Platzwunden, 
Prellungen oder eine Gehirnerschütterung verursachen. Schläge mit einem Holz-
stock könnten jedoch wohl nicht zum Tode führen. Schwere Verletzungen könnten 
zwar schon entstehen, aber keine ernsthaften, lebensbedrohlichen Verletzungen 
(zum Ganzen pag. 849 Z. 25 ff.). Er habe den Stock damals sicher nicht so stark 
bzw. nicht im 45 Grad Winkel aufgezogen, dass er F.________ durch den Schlag 
gegen dessen Kopf schwer hätte verletzen können (pag. 849 Z. 33 f.). 

11. Beweiswürdigung 

11.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussageanalyse

Betreffend die Grundsätze der Beweiswürdigung und die theoretischen Grundlagen 
zur Aussagewürdigung wird auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz verwie-
sen (S. 24 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 651 ff.). 

11.2 Aussagewürdigung durch die Vorinstanz und Ergänzungen der Kammer

Die Vorinstanz hat ihrer abschliessenden Beweiswürdigung je einzeln eine sehr 
sorgfältige Würdigung der Aussagen aller Beteiligten vorangestellt. Darauf kann 
verwiesen werden (S. 26 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 653 ff.). 
Nachfolgend wird betreffend alle befragten Personen je vorab die jeweilige Quint-
essenz der Vorinstanz festgehalten und anschliessend mit den Überlegungen der 
Kammer ergänzt.

11.2.1 Aussagen des Beschuldigten 1

In Bezug auf die Aussagen des Beschuldigten 1 kam die Vorinstanz beweiswürdi-
gend zu folgendem Schluss (S. 28 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 655):

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich aus den Angaben von A.________ [Be-
schuldigter 1] keine weiteren Erkenntnisse zum Kerngeschehen ergeben. Diese erschöpfen sich weit-
gehend in pauschalem Bestreiten, welches in dieser Form und mit der von ihm vorgebrachten Be-
gründung nicht überzeugt. Was die übrigen Aussagen betrifft, muss deren Glaubhaftigkeit aufgrund 
diverser Hinweise auf Lügensignale erheblich in Zweifel gezogen werden.

Auch die Kammer erachtet die Aussagen des Beschuldigten 1 – entgegen dessen 
Verteidigung (vgl. pag. 862) – zumindest soweit das Kerngeschehen angehend als 
unglaubhaft.

Der Beschuldigte 1 stellte sich in sämtlichen Einvernahmen auf den Standpunkt, 
Mitglieder der anderen Gruppe hätten «seiner» Gruppe «I ficke dini Mueter» zuge-
rufen, was den Beschuldigten 2, der seine Mutter verloren habe, gekränkt habe und 
weshalb sie sich zur anderen Gruppe begeben hätten. Auf dem Weg dorthin hätten 
er und der Beschuldigte 2 einen von einem alten Liegestuhl stammenden Holzstock 
behändigt, weil die anderen in Überzahl gewesen seien und sie etwa drei Personen 

14

dabeigehabt hätten, die noch nie «gschleglet» hätten (u.a. pag. 39 Z. 90 ff.). Als sie 
bei der anderen Gruppe angekommen seien, hätten sich L.________ und die Zwil-
linge gegenübergestanden und zu provozieren/streiten begonnen, dann sei die 
Schlägerei gleich losgegangen. Er selber habe seinen Holzstock jedoch fortgewor-
fen, als er die Zwillinge erkannt habe, und habe ausschliesslich zu schlichten ver-
sucht (u.a. pag. 27 Z. 23 ff., pag. 28 Z. 60 ff., pag. 37 Z. 32 ff., pag. 39 Z. 91 und 
Z. 105). Selbst wenn der Beschuldigte 1 die Zwillinge und L.________ womöglich 
zu trennen versucht hat (vgl. dazu die glaubhaften Aussagen von P.________ 
[E. 11.2.9 unten]), weil er beide Kontrahenten kannte, sind seine Aussagen, wo-
nach er den Holzstock vor Beginn der Schlägerei weggeworfen und anschliessend 
einzig geschlichtet habe und der Privatkläger sich wohl bei einem Sturz auf einen 
Stein an der Stirn verletzt habe, als Schutzbehauptungen zu werten:

Der Beschuldigte 1 schilderte das Kerngeschehen nämlich in allen Einvernahmen 
überaus karg, selektiv, wenig detailreich und stereotyp. Daneben mutet speziell an, 
dass er den Privatkläger, den er gemäss Anklageschrift geschlagen haben soll, in 
seiner ersten Einvernahme von sich aus mit keinem Wort erwähnte (vgl. pag. 27-
30) und auf Vorhalt eines Fotos des Privatklägers zu Protokoll gab (pag. 30 
Z. 195 f.): «Den kenne ich nicht und ich habe ich [recte: ihn] auch noch nie gese-
hen. Ich habe ihn dort nicht gesehen […]». Indizien, dass der Beschuldigte 1 zu-
mindest in Bezug auf das Kerngeschehen nicht die Wahrheit sagt, sind auch die 
Umstände, dass er einerseits übermässig abstritt, jemanden geschlagen zu haben, 
und andererseits stets versuchte, sich in besonders gutem Licht darzustellen. So 
äusserte er wiederholt, er habe «100%» niemanden geschlagen (pag. 29 Z. 114), 
er habe «so oder so nicht zugeschlagen» (pag. 31 Z. 202), es stimme «100%» 
nicht, dass er den Privatkläger geschlagen habe (pag. 32 Z. 297 und pag. 40 
Z. 136), er habe nichts gemacht und akzeptiere die Zivilforderung des Privatklägers 
deshalb «nie im Leben» (pag. 40 Z. 146). Gleichzeitig behauptete er, er habe nur 
schlichtend eingewirkt (u.a. pag. 37 f. Z. 47 ff., pag. 561 Z. 2), er habe seinen Kol-
legen «dauernd» gesagt, sie sollten die anderen in Ruhe lassen (pag. 28 Z. 70 f.) 
und am Ende der Auseinandersetzung hätten sich die Zwillinge sogar noch bei ihm 
bedankt, weil er geschlichtet habe (pag. 32 Z. 265). Beschönigend schilderte der 
Beschuldigte 1 nebst dem Vorfall (vgl. u.a. die Aussage auf pag. 27 Z. 27 f.: «Sie 
schlugen sich etwas und redeten anschliessend wieder miteinander und gaben sich 
die Hände.») auch seinen Einsatz des Holzstocks, den er wie erwähnt bereits im 
Zeitpunkt, in dem er die Zwillinge erkannt habe – mithin vor Beginn der Schlägerei 
– fortgeworfen haben will (u.a. pag. 29 Z. 128 f., pag. 39 Z. 105, pag. 561 Z. 8 ff. 
und pag. 842 Z. 39). Eine solche Handlung wäre nicht nur lebensfremd, sondern 
wird – wie sich noch zeigen wird – auch von keinem der anderen Beteiligten ge-
schildert. Auf heikle Fragen und auf Vorhalte, dass andere Beteiligte – selbst aus 
seiner eigenen Gruppe – erwähnt hätten, dass er den Privatkläger mit dem Stock 
geschlagen resp. damit Hiebe ausgeteilt und den anderen damit Angst gemacht 
habe, reagierte der Beschuldigte 1 ausweichend, abstreitend, teilweise mit Gegen-
fragen und ohne überzeugende Erklärungen zu liefern. Auf Frage, ob er jemanden 
geschlagen habe, wenn ja, wen, wie stark, womit und wohin, erklärte der Beschul-
digte 1 in seiner ersten Einvernahme beispielsweise (pag. 29 Z. 110): «Nein, nicht 
einmal. Wen hätte ich schlagen sollen?». Auf Vorhalt, dass er den Privatkläger mit 

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dem Stock geschlagen habe, äusserte er (pag. 31 Z. 219 f.): «Was ich? Ich habe 
nie mit dem Stock ausgeholt. Ich habe auch nicht zugeschlagen. Sie müssen die 
anderen fragen.» bzw. «das stimmt nicht» (pag. 39 Z. 119, pag. 40 Z. 143, 
pag. 561 Z. 44). Die Frage, weshalb seine eigenen Kollegen (N.________ und 
M.________) ihn zu Unrecht belasten sollten, konnte er schliesslich weder in der 
erst- noch in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung beantworten (pag. 561 
Z. 33 f. und Z. 44, pag. 562 Z. 2 und pag. 843 Z. 1 ff.). 

Insgesamt weisen die Aussagen des Beschuldigten 1 somit zahlreiche Lügensigna-
le auf, weshalb insbesondere soweit das Kerngeschehen betreffend nicht auf seine 
Version abgestellt werden kann. 

11.2.2 Aussagen des Beschuldigten 2

Betreffend die Aussagen des Beschuldigten 2 gelangte die Vorinstanz zu folgen-
dem Schluss (S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 657):

Zusammenfassend lassen die Ausführungen von C.________ [Beschuldigter 2] die von der Recht-
sprechung entwickelten Realitätskriterien weitestgehend vermissen. Indessen finden sich in seinen 
Aussagen unzählige Lügensignale, wie beispielsweise inkonstantes Aussageverhalten, fehlende logi-
sche Konsistenz, karge Schilderungen sowie auffallende Erinnerungslücken. Das Gericht beurteilt da-
her zumindest seine ursprünglichen Aussagen als wenig glaubhaft.

Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten 2 in der erst- und der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung resp. seiner impliziten Eingeständnisse und angesichts der Ak-
zeptanz des ergangenen Schuldspruchs, ist die Täterschaft des Beschuldigten 2 
nicht mehr umstritten (siehe dazu auch die Ausführungen unter E. 8 oben). Aus 
Sicht der Kammer bestehen am zumindest impliziten Geständnis keine Zweifel, 
weshalb sich eingehende Ausführungen zu den Aussagen des Beschuldigten 2 
erübrigen. Die anfänglich gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft ge-
machten Aussagen des Beschuldigten 2, in welchen er vehement bestritt, 
F.________ mit dem Holzstock geschlagen zu haben, sind unglaubhaft.

Im Einklang mit den Aussagen der anderen Beteiligten steht die Angabe des Be-
schuldigten 2, wonach er am fraglichen Abend sehr wütend und in Rage gewesen 
sei, weil ihn die Beleidigung, «[I] ficke dini Mueter», aufgrund des Todes seiner 
Mutter vor zehn Jahren persönlich getroffen habe (pag. 97 Z. 87 f. und pag. 850 
Z. 42 ff.). 

Zusammenfassend kann somit insbesondere auf das implizite Geständnis des Be-
schuldigten 2 und auf seine Angaben zu seinem damaligen Gefühlszustand abge-
stellt werden.

11.2.3 Aussagen von F.________ 

Betreffend die Würdigung der Aussagen von F.________ hielt die Vorinstanz fol-
gendes Ergebnis fest (S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 658):

Auf die glaubhaften Aussagen von F.________ kann somit abgestellt werden.

Die Kammer gelangt nach ihrer eigenen Aussagewürdigung zum selben Schluss 
wie die Vorinstanz. F.________'s Aussagen sind widerspruchsfrei, detailliert und 
ehrlich. Sie ergeben ein logisches Ganzes und stimmen – wie sich noch zeigen 

16

wird – mehrheitlich mit den glaubhaften Aussagen anderer Beteiligter 
(u.a. R.________ [E. 11.2.5 unten] und P.________ [E.11.2.9 unten]) überein. 
F.________ beschrieb konstant, als er Q.________ (recte: P.________) habe hel-
fen wollen, habe er gesehen, wie sich eine Person von der anderen Gruppe in das 
Geschehen habe einmischen wollen. Er sei dann zu dieser Person gegangen und 
habe sie mit seinen Händen am Kragen gepackt. Die Person mit dem Bart bzw. 
«C.________», der sich später als der Beschuldigte 2 herausgestellt habe, sei 
schräg vor ihm gestanden und habe dann plötzlich einen Holzstock in der Hand 
gehabt. Dann habe der Beschuldigte 2 mit dem Holzstock auf seine linke Seite des 
Kopfes resp. gegen seine Schläfe geschlagen, worauf er zurückgewichen sei. 
Dann sei schon der zweite Schlag mit dem Stock gekommen, den habe er aber mit 
seiner Hand bzw. mit seinem Unterarm abwehren können (zum Ganzen pag. 200 
Z. 45 ff., pag. 211 Z. 60 und Z. 71 f. sowie pag. 554 Z. 36 ff.). F.________'s Aussa-
gen sind denn auch originell, erklärte er doch beispielsweise, «C.________» bzw. 
der Beschuldigte 2 habe den Stock «im 45 Grad Winkel aufgezogen» und damit 
«voll» gegen seinen Kopf geschlagen (pag. 202 Z. 160 und pag. 211 Z. 60). Auf 
Frage, warum er sich sicher sei, dass es «dieser C.________» bzw. der Beschul-
digte 2 gewesen sei, der ihn geschlagen habe, äusserte F.________ schliesslich 
lebhaft und authentisch (pag. 211 Z. 71 ff.):

Weil nach dem ersten Schlag er [der Beschuldigte 2] mir noch einen zweiten gegeben hat und ich mit 
dem Unterarm abgewehrt habe. Ich habe mir an den Kopf gelangt und habe bemerkt, dass ich blute-
te. Er [der Beschuldigte 2] ist dann auf mich zugekommen und ich bin zurückgewichen. Es war dun-
kel, aber als ich zurückwich, kamen wir ins Licht und ich habe sein Gesicht gesehen. Dieses Gesicht 
vergisst man nicht. In diesem Moment wollte er [der Beschuldigte 2] noch weiter angreifen, aber sein 
Kollege, der N.________ hat mich erkannt. Ich gehe mit ihm jede Woche in die Berufsschule. Er hat 
zu C.________ [dem Beschuldigten 2] gesagt, dass er aufhören solle, da er mich kenne. Dann kam 
der N.________ dazwischen. C.________ [der Beschuldigte 2] sagte dann zu mir, «Bleib da, ich 
schlage dich nicht.». Ich bin dann geblieben. Ich bin dann gestanden. Er kam dann auf mich zu. Er 
hielt den Stock hinter seinem Rücken. Wir haben dann miteinander gesprochen. Wir sagten einander, 
wer wir sind. Scheinbar hat jemand seine Mutter beleidigt. Wegen dem hat es angefangen, wegen ei-
ner Ideologie.

Gesamthaft enthalten F.________'s Aussagen zahlreiche Realkennzeichen, wes-
halb vollumfänglich auf seine Version abgestellt werden kann. 

11.2.4 Aussagen des Privatklägers

Nach Würdigung der Aussagen des Privatklägers gelangte die Vorinstanz zu fol-
gendem Schluss (S. 32 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 659):

Auf die glaubhaften Aussagen von E.________ [Privatkläger] kann somit vollumfänglich abgestellt 
werden.

Die Kammer erachtet die Aussagen des Privatklägers ebenfalls als glaubhaft. Be-
sonders in seiner ersten Einvernahme beschrieb er sehr detailliert, wie die Ausein-
andersetzung begonnen habe und dass er zunächst Q.________ und «dessen An-
greifer» (L.________) habe trennen wollen. Er habe mit seinen Händen zwischen 
die beiden gefasst und sie so auseinanderdrücken wollen. Ein weiterer Typ aus der 
Gruppe 1, der zuerst nur zugeschaut habe, sei dann auf seine rechte Seite ge-

17

kommen, habe ihn mit der linken Hand zurückgestossen und diverse Sachen wie 
«pass uf» und «chills» zu ihm gesagt. Er selber habe entgegnet, dass er gar nichts 
mache und dass er ihn loslassen solle. Diese Kommunikation habe sich dann 
nochmals eins zu eins wiederholt. Danach habe sich der andere Typ zur Seite ge-
dreht, ausgeholt und ihn mit einem Gegenstand mit voller Wucht oberhalb seines 
rechten Auges am Kopf getroffen. Er habe sich in der Folge um ungefähr hundert 
Meter entfernt und sich seinen Kopf im See gewaschen. Das Blut habe aber wei-
terhin stark getropft, weshalb er eine Serviette gesucht habe. R.________ habe ihn 
dann gefunden und zu Fuss an sein Domizil begleitet, von wo sie sich schliesslich 
in den Notfall des Spitalzentrums in T.________ begeben hätten (zum Ganzen 
pag. 142 f. Z. 36 ff.). Weiter gab der Privatkläger konstant zu Protokoll, es sei der 
Beschuldigte 1 gewesen, der ihn geschlagen habe (pag. 144 Z. 92, pag. 154 Z. 107 
und pag. 550 Z. 42) und er erklärte nachvollziehbar, weshalb er sich dabei so si-
cher sei (pag. 154 Z. 110 ff., pag. 155 Z. 127 und Z. 146 f. sowie pag. 551 Z. 2 ff.). 
Er gab auch Erinnerungslücken zu und räumte beispielsweise ein, nicht genau sa-
gen zu können, mit was für einem Gegenstand er geschlagen worden sei; er den-
ke, es müsse sich um einen Holzstock, eine Stange oder einen Schlagring gehan-
delt haben (pag. 143 Z. 62 ff. und pag. 550 Z. 33 ff.). All diese Umstände sprechen 
dafür, dass der Privatkläger die Wahrheit sagt. Schliesslich stimmen seine Aussa-
gen – wie sich sogleich zeigen wird – mit den glaubhaften Schilderungen von 
R.________ (E. 11.2.5 unten) und dem äusseren Ablauf überein. Aus dem Bericht 
des Spitalzentrums T.________ geht nämlich hervor, dass sich der Privatkläger am 
9. August 2015 auf den Notfall begab (pag. 239). Entgegen der Auffassung der 
Verteidigung des Beschuldigten 1 (vgl. pag. 861) weisen die Aussagen des Privat-
klägers somit zahlreiche Realkennzeichen auf, womit auf seine Schilderungen ab-
gestellt werden kann.

11.2.5 Aussagen von R.________ 

R.________'s Aussagen würdigte die Vorinstanz im Ergebnis wie folgt (S. 33 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 660):

Insgesamt wertet das Gericht die Aussagen von R.________ als sehr glaubhaft, weshalb vollumfäng-
lich darauf abgestellt werden kann.

Entgegen der Auffassung der Verteidigung des Beschuldigten 1 (vgl. pag. 861 f.) 
erachtet auch die Kammer R.________'s Aussagen als sehr glaubhaft. Speziell 
seine ersten Angaben gegenüber der Polizei, aber auch seine Schilderungen bei 
der Staatsanwaltschaft und in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung enthalten 
zahlreiche Realkennzeichen:

R.________ beschrieb gleichbleibend und insbesondere in der ersten Einvernahme 
überaus detailliert, was am fraglichen Abend vorgefallen ist und wer was getan hat 
(vgl. pag. 183 ff. Z. 30 ff.). Er erwähnte diverse Konversationen (u.a. pag. 184 
Z. 108 ff., pag. 193 Z. 64, pag. 194 Z. 98 ff.), machte Raum-Zeit-Verknüpfungen 
(u.a. pag. 184 Z. 95 ff., pag. 185 Z. 128 ff.) und erklärte eindrücklich, wie er sich ge-
fühlt und was er sich gedacht habe (u.a. pag. 183 Z. 51, pag. 184 Z. 95, pag. 185 
Z. 116 und Z. 120). Dass seine rund zwei bzw. vier Jahre später bei der Staatsan-
waltschaft und in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gemachten Aussagen 

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etwas weniger detailliert ausfielen, erstaunt angesichts des Zeitablaufs nicht und 
spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Angaben. Schliesslich stimmen 
R.________'s Aussagen, wie im Folgenden dargetan wird, exakt mit denjenigen 
des Privatklägers (E. 11.2.4 oben) und soweit möglich mit denjenigen von 
F.________ (E.11.2.3 oben) und P.________ (E. 11.2.9 unten) überein:

So führte R.________ übereinstimmend mit F.________ aus, letzterer habe den 
Beschuldigten 2 («den Typ mit Bart») und P.________ trennen wollen. Er habe 
sich dann zum Privatkläger umgedreht und habe gehört, wie es «tätschte» bzw. ei-
nen lauten, dumpfen Knall gab, und als er zurückgeschaut habe, habe er 
F.________ zurückweichen sehen (zum Ganzen pag. 184 Z. 81 ff.). Ausserdem 
habe er den Beschuldigten 2 mit dem Holz herumfuchteln sehen (pag. 571 Z. 15) 
resp. erkannt, wie dieser in einer Situation, «C.________ gegen F.________» (Be-
schuldigter 2 gegen F.________), «so parat zum Schlagen», mit dem Stock rumge-
fuchtelt habe (pag. 572 Z. 1 f.).

In Übereinstimmung mit dem Privatkläger schilderte R.________ die Diskussion 
und das Packen/Schubsen zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten 1 
sowie den anschliessenden Schlag des Beschuldigten 1 gegen den Kopf des Pri-
vatklägers. Er führte aus, nachdem er gehört und gesehen habe, wie es «tätschte» 
und F.________ zurückwich, habe er gesehen, wie der Beschuldigte 1 den Privat-
kläger mit seiner linken Hand – in der Bauchgegend – am T-Shirt gepackt und ihm 
gesagt habe, er solle sich nicht einmischen. Der Privatkläger habe daraufhin die 
Hand des Beschuldigten 1 weggeschlagen und ihm gesagt, er solle ihn loslassen. 
Der Beschuldigte 1 habe den Privatkläger aber erneut genau gleich gepackt und 
wieder zu ihm gesagt, er solle sich nicht einmischen, worauf der Privatkläger wie-
derum seine Hand weggeschlagen und der Beschuldigte 1 «kurz seinen Kopf ge-
dreht» und den Privatkläger dann «mit voller Wucht» ins Gesicht geschlagen habe 
(zum Ganzen pag. 184 Z. 81 ff.). 

Insgesamt stimmen R.________'s Aussagen somit mit anderen Beweismitteln übe-
rein, sind nachvollziehbar, authentisch und damit glaubhaft. Daran ändern auch die 
von der Verteidigung des Beschuldigten 1 vorgebrachten Ungenauigkeiten in 
R.________'s Aussagen betreffend die Frage, ob er den Beschuldigten 1 kenne 
(vgl. pag. 861), nichts. Sie sind, weil nicht das Kerngeschehen betreffend, zu relati-
vieren und vermögen R.________'s überzeugende Version nicht zu entkräften. 

11.2.6 Aussagen von M.________

Betreffend die Aussagen von M.________ hielt die Vorinstanz im Ergebnis Folgen-
des fest (S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 661):

Insbesondere die bei der Staatsanwaltschaft gemachten Aussagen von M.________ sind wenig 
glaubhaft, womit auf diese nicht ohne weiteres abgestellt werden kann.

Die Kammer geht mit der Vorinstanz einig, dass M.________’ Aussagen in der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme wenig glaubhaft sind. Schliesslich woll-
te/konnte er sich in dieser Einvernahme – obwohl er seine gegenüber der Polizei 
gemachten Aussagen eingangs bestätigt hatte (pag. 56 Z. 29) – kaum mehr an den 
fraglichen Vorfall erinnern (vgl. pag. 56 ff.). Ausserdem relativierte er die Grösse 
und Beschaffenheit des Holzstocks übermässig, schrumpfte dieser doch von rund 

19

50 Zentimeter Länge und einem Durchmesser von ungefähr vier Zentimetern (Aus-
sage bei der Polizei [pag. 46 Z. 130]) auf ein Stöckchen, das ungefähr 15-20 Zen-
timeter lang resp. «kleiner als ein Lineal» war (Aussage bei der Staatsanwaltschaft 
[pag. 58 Z. 89 f.]). 

Die ersten Aussagen von M.________ erscheinen der Kammer hingegen glaub-
haft. Gegenüber der Polizei schilderte er den Vorfall nämlich relativ detailliert, 
nachvollziehbar, authentisch und – bis auf den Beschuldigten 1 – übereinstimmend 
mit den übrigen Beteiligten. Zudem belastete er seine eigenen beiden Kollegen, in-
dem er erklärte, der Beschuldigte 2, den die Beleidigung («[I] ficke dini Mueter») 
wegen dem Tod seiner Mutter schwer getroffen habe (pag. 44 Z. 31 f.), habe plötz-
lich eine Art Holzstock in der Hand gehabt und damit auf Personen aus der ande-
ren Gruppierung eingeschlagen (pag. 44 Z. 61 f.). Der Beschuldigte 1 habe eben-
falls einen solchen Holzstock gehabt und habe «den anderen» damit Angst ge-
macht (pag. 45 Z. 67). Es bestehen keine Hinweise, dass M.________ die Be-
schuldigten 1 und 2 zu Unrecht belastet hätte, weshalb aus Sicht der Kammer auf 
seine ersten Aussagen abgestellt werden kann.

11.2.7 Aussagen von L.________ 

Bei der Würdigung der Aussagen von L.________ gelangte die Vorinstanz zu fol-
gendem Schluss (S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 661):

Seine Aussagen sind daher eher unglaubhaft.

Die Vorinstanz begründete diese Schlussfolgerung damit, dass es unglaubhaft sei, 
dass L.________ nicht gesehen haben wolle, dass die Beschuldigten bei der Aus-
einandersetzung Stöcke dabeigehabt bzw. eingesetzt hätten (pag. 67 Z. 174 und 
pag. 75 Z. 80 ff.). Es mag sein, dass L.________ die Beschuldigten insoweit zu 
entlasten versucht, schliesslich sind sie befreundet. Allein deswegen sind seine 
Aussagen aus Sicht der Kammer aber nicht unglaubhaft. L.________ sagte näm-
lich widerspruchsfrei, zumindest in der polizeilichen Einvernahme recht detailliert, 
differenziert und weder besonders beschönigend noch übermässig belastend aus. 
Zudem stimmen seine Schilderungen mit den Aussagen anderer Beteiligter übe-
rein, führte beispielsweise doch auch L.________ aus, die Beleidigungen der ande-
ren Gruppe hätten seinen Kollegen, den Beschuldigten 2, «getroffen», weil dieser 
seine Mutter verloren habe. Weiter schilderte er lebensnah, der Beschuldigte 2 sei 
sofort lauter geworden, habe sich angezogen und er selber habe gefühlt, dass es 
zur Eskalation kommen werde. Der Beschuldigte 2 habe nichts mehr zu ihnen ge-
sagt. Den anderen habe er (Beschuldigter 2) aber zugerufen, dass er zu ihnen 
kommen werde. «Von da an sagte er nichts mehr. Er war total beleidigt. Ich ver-
suchte noch, mit ihm zu sprechen, aber es ging nicht mehr» (zum Ganzen pag. 64 
Z. 31 ff.). Auf Frage, ob er und seine Kollegen die anderen irgendwie provoziert 
hätten, räumte L.________ schliesslich ein (pag. 67 Z. 163 f.): «[…] Es kann sein, 
dass wir provozierend wirkten, als wir zu ihnen hingingen. Ich wollte jedoch mit ih-
nen sprechen, weil ich fühlte, dass mein Kollege C.________ [der Beschuldigte 2] 
«hochgefahren» war.». 

20

Diese Aussagen von L.________ erscheinen der Kammer ehrlich und glaubhaft. 
Zumindest was den Zustand des Beschuldigten 2 angeht kann somit auf 
L.________'s Angaben abgestellt werden.

11.2.8 Aussagen von N.________ 

Betreffend N.________'s Aussagen hielt die Vorinstanz im Ergebnis Folgendes fest 
(S. 35 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 662):

Gesamthaft beurteilt das Gericht zumindest die Erstaussagen von N.________ als glaubhaft.

Auch die Kammer erachtet die von N.________ gegenüber der Polizei gemachten 
Aussagen als glaubhaft, sagte er doch widerspruchsfrei und detailreich aus 
(vgl. pag. 80 f. Z. 34 ff.) und schilderte, was er fühlte bzw. dachte («Zuerst fand ich 
das harmlos. Die ganze Sache wurde aber zusehends ernster.» [pag. 80 Z. 48 f.]; 
«Ich selber hatte so etwas noch nie gesehen und hatte etwas Angst.» [pag. 80 
Z. 53 f.]). Er belastete auch eigene Kollegen und erwähnte beispielsweise (pag. 80 
Z. 55 f.): «Ich habe gesehen, dass C.________ [der Beschuldigte 2] einen Holz-
stock hatte und mit diesem zugeschlagen hatte.». Gleichzeitig differenzierte 
N.________ und räumte ein, nicht gesehen zu haben, wen der Beschuldigte 2 mit 
dem Holzstock geschlagen habe. Er kenne aber die Personen der anderen Gruppe 
und habe bei einem gesehen, dass er eine Beule am Kopf gehabt habe. Er könne 
sich gut vorstellen, dass diese von einem Holzstock stamme (zum Ganzen pag. 80 
Z. 56 ff.). Auf Frage, ob er sagen könne, wer konkret Schläge ausgeteilt habe, er-
klärte N.________ (pag. 81 Z. 78 ff.): «Das war am Anfang P.________, welcher 
dem L.________ Fausthiebe austeilte. Q.________ teilte Fausthiebe aus, 
C.________ [der Beschuldigte 2] und A.________ [der Beschuldigte 1] haben mit 
einem Holzstock Hiebe ausgeteilt.». 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sagte N.________ – ähnlich wie 
M.________ – deutlich detailärmer aus. Er wollte sich nicht mehr daran erinnern, 
dass der Beschuldigte 1 – wie er in der ersten Einvernahme noch angeben hatte – 
mit einem Stock geschlagen habe (pag. 92 Z. 90) und bestritt zudem, bei der Poli-
zei gesagt zu haben, dass (auch) der Beschuldigte 2 mit einem Stock geschlagen 
habe (pag. 92 Z. 112). Er bestätigte einzig seine Erstaussagen (pag. 90 Z. 28) und 
dass bei der Auseinandersetzung beide Beschuldigten Holzstöcke dabeigehabt 
hätten (pag. 91 Z. 83 f.). 

Unter diesen Umständen geht die Kammer wie die Vorinstanz davon aus, dass 
N.________'s Aussagen in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme mit Vorsicht 
zu geniessen sind, seine Angaben gegenüber der Polizei hingegen glaubhaft er-
scheinen.

11.2.9 Aussagen von P.________ 

Nach Würdigung der Aussagen von P.________ hielt die Vorinstanz Folgendes 
fest (S. 35 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 662):

Aufgrund der Tatsache, dass sich in den Aussagen von P.________ diverse Realkennzeichen und 
nur wenige bis gar keine Lügensignale finden lassen, kann auf diese abgestellt werden.

21

Die Kammer kommt zum selben Ergebnis wie die Vorinstanz. P.________ sagte 
sehr detailliert, konstant, differenziert und ehrlich aus. Er beschuldigte gar seinen 
Zwillingsbruder Q.________, «gschleglet» zu haben (pag. 122 Z. 47 f., pag. 135 
Z. 120 und pag. 136 Z. 141). Zudem beschrieb er wiederholt, wie er vom Beschul-
digten 2, als er wegen seinem Bruder eingegriffen habe, mit dem Stock geschlagen 
worden sei (pag. 122 Z. 48 ff., pag. 123 Z. 93 und pag. 136 Z. 127 ff.) resp., wie der 
Beschuldigte 2 «einfach wild darauf los «gebrätscht»» und ihn zuerst zwei, drei Mal 
hinten am Kopf und dann noch ein, zwei Mal vorne getroffen habe (pag. 134 
Z. 79 ff.), was grundsätzlich mit der Version des Beschuldigten 2 (u.a. pag. 212 
Z. 124) und – soweit möglich – mit derjenigen von F.________ (E. 11.2.3 oben) 
und R.________ (E. 11.2.5 oben) übereinstimmt. In Bezug auf den Beschuldigten 1 
führte P.________ aus, er und sein Zwillingsbruder hätten den Beschuldigten 1 von 
einem Kleidergeschäft her «etwas» gekannt, weshalb der Beschuldigte 1 sie 
während der Schlägerei «weggezogen» und zu ihnen gesagt habe, er habe ihnen 
nichts gemacht, weil er sie kenne, er habe nur den anderen etwas gemacht 
(pag. 122 Z. 69 ff.). 

P.________ gab denn auch an, gesehen zu haben, dass beide Beschuldigten ei-
nen Stock – den er im Übrigen in beiden Einvernahmen sehr detailliert beschrieb 
(pag. 124 Z. 187 ff. und pag. 134 Z. 65 ff.) – dabeigehabt hätten (pag. 122 Z. 73 f.). 
Ausserdem beteuerte er konstant, es sei der Beschuldigte 1 gewesen, der den Pri-
vatkläger verletzt habe (u.a. pag. 123 Z. 122 f.) und auf Frage, warum er das wisse, 
erklärte er überzeugend (pag. 123 Z. 126 ff.): 

Als wir am Ende mit A.________ [Beschuldigter 1] noch sprachen, sagte A.________ [Beschuldigter 
1] ja, dass er nur den Anderen etwas gemacht habe. E.________ [Privatkläger] und R.________ wa-
ren die Einzigen, welche nahe bei A.________ [Beschuldigter 1] standen. Dies muss gerade am An-
fang passiert sein. Denn E.________ [Privatkläger] und R.________ waren dann weg. 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme räumte P.________ auf Frage, wann 
der Beschuldigte 1 den Privatkläger geschlagen habe, ein, er wisse es nicht. Die 
ganze Sache sei schnell passiert (pag. 137 Z. 174 ff.):

A.________ [Beschuldigter 1] war in seiner Nähe. Ich habe es selber nicht gesehen, als er ihm das 
gegeben hatte. Mein Bruder [Q.________], R.________, F.________ und er selber haben es gese-
hen. Als es angefangen hatte, war A.________ [Beschuldigter 1] ganz in der Nähe von E.________ 
[Privatkläger].

Als er gefragt wurde, wie der Beschuldigte 1 den Privatkläger verletzt habe, erklärte 
P.________ schliesslich, er denke, der Beschuldigte 1 habe dem Privatkläger mit 
einem Gegenstand auf den Kopf bzw. die Stirn «gebrätscht». Mit einer Faust könne 
man diese Verletzung wohl «nicht machen» (zum Ganzen pag. 137 Z. 180). 

P.________’s Aussagen sind somit logisch, authentisch und stimmig; darauf kann 
abgestellt werden.

11.2.10 Aussagen von Q.________ 

Die vorinstanzliche Würdigung der Aussagen von Q.________ ergab Folgendes 
(S. 35 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 662):

22

Im Ergebnis kann festgehalten werden, dass die Aussagen von Q.________ grundsätzlich glaubhaft, 
soweit den Tatbeitrag von A.________ betreffend aber mit Vorsicht zu geniessen sind.

Die Kammer teilt diese Schlussfolgerung der Vorinstanz. Q.________ hat den Tat-
beitrag des Beschuldigten 1 nicht selber gesehen, weshalb auf seine Aussage, wo-
nach der Beschuldigte 1 den Privatkläger wohl mit einem Schlagring geschlagen 
habe, nicht abgestellt werden kann. Diese Angabe macht seine restlichen Schilde-
rungen aber nicht unglaubhaft. Schliesslich erklärte Q.________ plausibel, dass er 
aufgrund der Verletzungen des Privatklägers vermute, dass dieser mit einem 
Schlagring geschlagen worden sei (zum Ganzen pag. 165 Z. 130 ff., pag. 177 
Z. 66 ff.). Ausserdem beschrieb er exakt, wie die fraglichen Stöcke ausgesehen 
hätten (pag. 166 Z. 196 ff. und pag. 178 Z. 106) und gab beispielsweise zu, den 
Mitgliedern der Gruppe 1 (ebenfalls) gesagt zu haben, «fick dini Mueter» (pag. 166 
Z. 190). Übereinstimmend mit dem Privatkläger (E. 11.2.4 oben) schilderte er, wie 
dieser versucht habe, ihn und L.________ zu trennen, worauf die Lage eskaliert sei 
(pag. 163 Z. 32 f., pag. 167 Z. 236 und pag. 179 Z. 135), sich alle geschlagen hät-
ten und alle umher gerannt seien. Schliesslich erwähnte er – in Übereinstimmung 
mit erwiesenen Tatsachen sowie authentisch –, wie er bemerkt habe, dass sein 
Kollege F.________ am Kopf blutete und dass er «keine Sekunde später» einen 
Anruf von R.________ erhalten habe, der ihm gesagt habe, dass der Privatkläger 
sehr stark verletzt sei und aus der Stirn blute, worauf R.________ den Privatkläger 
nach Hause und anschliessend ins Spital begleitet habe (pag. 163 Z. 33 ff.). 

Mit Ausnahme der Angaben zum Tatbeitrag des Beschuldigten 1 kann demnach 
auf Q.________’s Version abgestellt werden.

11.2.11 Aussagen von O.________

O.________ Aussagen sind grundsätzlich glaubhaft. Er beteiligte sich aber nicht an 
der Auseinandersetzung, sondern blieb beim Zelt in der Nähe der U.________ 
(Bar) zurück (pag. 115 Z. 34 ff.). Er kann daher keine Angaben zum Kerngesche-
hen und den zu beantwortenden Beweisfragen machen. Interessanterweise gab er 
immerhin an, seines Erachtens seien beide Gruppierungen auf eine Schlägerei aus 
gewesen (pag. 116 Z. 64) resp. hätten Freude an der Schlägerei gehabt (pag. 118 
Z. 152). 

11.3 Würdigung betreffend Bst. A/Ziff. 1 der Anklageschrift (Beschuldigter 1) – versuchte 
schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverletzung mit gefährlichem Ge-
genstand zum Nachteil des Privatklägers

Mit der Vorinstanz erachtet die Kammer den Umstand, dass die Aussagen des Be-
schuldigten 1 in Bezug auf das Kerngeschehen, d.h. den ihm vorgeworfenen 
Schlag gegen den Kopf des Privatklägers, unglaubhaft sind (siehe E. 11.2.1 oben), 
als nicht entscheidend. Aus den glaubhaften Aussagen der übrigen Beteiligten – 
insbesondere denjenigen des Privatklägers (siehe E. 11.2.4 oben) und von 
R.________ (siehe E. 11.2.5 oben), aber auch der Gebrüder Q.________ und 
P.________, die den Schlag zwar nicht gesehen haben, den Beschuldigten 1 aber 
mit guten Gründen als Täter vermuten (siehe E. 11.2.9 und E. 11.2.10 oben), sowie 
von M.________ und N.________ in deren ersten Einvernahmen (siehe E. 11.2.6 
und E. 11.2.8 oben) – ergibt sich nämlich mit aller Deutlichkeit, dass der Beschul-

23

digte 1 entgegen seinen Behauptungen nicht bloss geschlichtet, sondern den Holz-
stock während der Schlägerei sehr wohl eingesetzt und den Privatkläger damit ver-
letzt hat. 

Betreffend die Wucht des Schlages ist festzuhalten, dass der Schlag, sofern man 
auf die Aussagen des Privatklägers abstellt, «mit voller Wucht» gegen dessen Kopf 
erfolgte (pag. 143 Z. 42 f.). Auch wenn die Wucht nicht genau quantifiziert werden 
kann, zeugt das Verletzungsbild zweifelsfrei von einem kräftigen Schlag. 

Was die Beschaffenheit des Stocks angeht, so ist für die Kammer erstellt, dass der 
Holzstock von einem kaputten Liegestuhl stammt und beide Beschuldigten je ein 
solches Holzstück behändigten und einsetzten. Abstellend auf die übereinstimmen-
den und glaubhaften Aussagen der beteiligten Personen – insbesondere des Pri-
vatklägers (pag. 143 Z. 68 und pag. 156 Z. 177), von Q.________ (pag. 166 
Z. 196 ff. und pag. 178 Z. 106), von R.________ (pag. 187 Z. 16 ff.), von 
F.________ (pag. 202 Z. 146 ff. und pag. 213 Z. 128 ff.) und von M.________ in 
der ersten Einvernahme (pag. 46 Z. 130 f.) – ist sodann erwiesen, dass der Holz-
stock einen Durchmesser von ungefähr vier Zentimetern aufwies und rund 50 Zen-
timeter lang sowie kantig – mithin geformt – war. Ein Metallteil am Ende des Stocks 
wird hingegen einzig – aber relativ dezidiert – von P.________ erwähnt. Er gab an, 
es sei an beiden Enden ein «kleines Metallteil» befestigt gewesen (pag. 124 
Z. 186 ff.) resp., es habe wie ein «Metallrädchen» gehabt, als würde man den 
Stock am Ende durchbohren und dort ein Rad befestigen (pag. 134 Z. 70 ff.). Ob-
wohl die Kammer P.________’s Aussagen generell als glaubhaft erachtet (siehe 
E. 11.2.9 oben), kann in Anbetracht dessen, dass keiner der übrigen Beteiligten ein 
Metallteil oder dergleichen gesehen und/oder erwähnt hat – in Anwendung des 
Grundsatzes «in dubio pro reo» – nicht für erstellt erachtet werden, dass die Holz-
stöcke ein Metallteil aufwiesen. 

Hinsichtlich der Frage, wie der Beschuldigte 1 gegen den Kopf des Privatklägers 
schlug (Wucht des Schlags, Beschaffenheit des Stocks, weitere konkrete Umstän-
de), ergibt die Würdigung der Kammer demnach, dass dies in einem dynamischen 
Geschehen, mit Wucht (weder gezielt noch dosiert) und für den Privatkläger über-
raschend geschah. Der Beschuldigte 1 holte mit dem Holzstock aus, schlug gegen 
den Kopf des Opfers und zog sein Ding ungeachtet der Umstände durch. Die Ver-
letzung, die der Privatkläger dadurch erlitt, sind durch den Arztbericht von 
Dr. V.________ vom 10. August 2015 (pag. 222) und den Bericht des Spitalzen-
trums T.________ vom 24. Juli 2017 (pag. 239) belegt und unbestritten.

Den nachfolgend integral wiedergegebenen Überlegungen der Vorinstanz (S. 36 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 663 f.) kann somit, mit zwei kleinen 
Ergänzungen bzw. Präzisierungen in kursiver Schrift, gefolgt werden: 

[…] So haben der Privatkläger E.________ sowie der Zeuge R.________ je in ihren eigenen Worten 
den Wortwechsel unmittelbar vor dem Schlag und auch die Schlagbewegung gleichermassen detail-
reich und inhaltlich übereinstimmend geschildert (pag. 143 Z. 39 ff., pag. 184 Z. 87 ff.). R.________ 
hat bei der Erstbefragung zudem glaubhaft ausgeführt, wie er A.________ [Beschuldigter 1] nach der 
ersten, vorerst erfolglosen Suche nach E.________ [Privatkläger] wieder angetroffen und dieser den 
Stock (noch immer!) in der Hand gehabt habe. Er habe ihm den Stock deutlich gezeigt und gesagt, er 

24

solle weggehen (pag. 184 Z. 107 ff.). In Anbetracht der hohen Glaubhaftigkeit der Aussagen von 
E.________ [Privatkläger] und R.________ sowie unter Berücksichtigung der zeitnahen Befragung 
(40 bzw. 37 Stunden nach der Schlägerei), der kurzen Zeitspanne zwischen den beiden Einvernah-
men (knapp 30 Minuten), deren jeweiligen Dauer von mindestens einer Stunde und des Umstandes, 
dass beide nicht anwaltlich vertreten sind, hat das Gericht auf die glaubhaften Aussagen des Privat-
klägers und des Zeugen abgestellt.

Weiter ist nicht einzusehen, weshalb E.________ [Privatkläger], der nachweislich verletzt wurde, eine 
andere Person als den tatsächlichen Täter für die Tat verantwortlich machen sollte. Ein Motiv für eine 
Falschbezichtigung ist nicht ersichtlich. Die Erklärung von A.________ [Beschuldigter 1], E.________ 
[Privatkläger] wolle wohl einfach, dass es irgendjemand gewesen sei – was offensichtlich der Fall ist – 
und dieser sein Geld bekomme, ist wenig stichhaltig und als blosse Schutzbehauptung zu werten 
(pag. 561 Z. 24 ff.). Gleiches gilt für die Aussage von A.________ [Beschuldigter 1], R.________ sei 
sich (bei der Staatsanwaltschaft) ja dann doch nicht mehr so sicher gewesen, ob er es gewesen sei, 
der E.________ [Privatkläger] mit dem Stock geschlagen habe (pag. 562 Z. 19 ff.).

Aus der eigenen Gruppe von A.________ [Beschuldigter 1] hat weiter – zumindest in der Erstbefra-
gung – auch M.________ ausgesagt, dass A.________ [Beschuldigter 1] einen Holzstock gehabt und 
den anderen damit Angst gemacht habe (pag. 45 Z. 67).

C.________ gab in der polizeilichen Einvernahme sogar an, gesehen zu haben, wie neben 
C.________ [Beschuldigter 2] auch A.________ [Beschuldigter 1] Hiebe mit einem Holzstock ausge-
teilt habe (pag. 81 Z. 79).

Von der anderen Gruppe sagte P.________ glaubhaft aus, dass er zwar nicht mit eigenen Augen ge-
sehen habe, wie A.________ [Beschuldigter 1] E.________ [Privatkläger] verletzt habe, er aber wis-
se, dass er es gewesen sei, da sie ganz am Ende noch mit A.________ [Beschuldigter 1] gesprochen 
hätten und dieser gesagt habe, dass er ihnen nichts gemacht habe, da er sie kenne und er nur den 
anderen etwas gemacht habe (pag. 122 Z. 72 f., pag. 123 Z. 122 f.). Weiter führte er in Übereinstim-
mung mit den Aussagen von E.________ [Privatkläger] aus, dass E.________ [Privatkläger] und 
R.________ die einzigen gewesen seien, die nahe bei A.________ [Beschuldigter 1] gestanden hät-
ten (pag. 123 Z. 127 f.).

Sodann hat Q.________ angegeben, zwar auch nicht gesehen zu haben, wie A.________ [Beschul-
digter 1] E.________ [Privatkläger] geschlagen habe, aber gesehen zu haben, dass jener einen Stock 
in der Hand gehalten habe (pag. 165 Z. 128 ff.). Gleiches wusste auch F.________ zu berichten 
(pag. 202 Z. 152 f., pag. 555 Z. 26 und Z. 40).

Schliesslich ist zu beachten, dass keine Hinweise bestehen, dass eine andere Person E.________ 
[Privatkläger] die Verletzung an der Stirne zugefügt haben könnte. Keine der befragten Personen 
machte entsprechende Angaben. Auch liegen keine nachvollziehbaren Aussagen vor, wonach nicht 
A.________ [Beschuldigter 1] der Urheber der Verletzung von E.________ [Privatkläger] war.

Zusammenfassend sieht es das Gericht aufgrund der Gesamtheit der Aussagen der Beteiligten, hier-
von insbesondere die bei der Polizei gemachten und damit tatnächsten Aussagen, als erwiesen an, 
dass A.________ [Beschuldigter 1] bei der Auseinandersetzung vom 09.08.2015 den Holzstock ein-
gesetzt und E.________ [Privatkläger] damit mit voller Wucht gegen den Kopf geschlagen hat. Der 
Sachverhalt gemäss Ziff. A.1. AKS ist somit beweismässig erstellt.

Was die Verletzung von E.________ [Privatkläger] und deren Folgen betrifft, sind diese durch den 
Arztbericht von Dr. V.________ vom 10.08.2015 (pag. 222) sowie den Bericht des Spitalzentrums 

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T.________ vom 24.07.2017 (pag. 239) belegt und unbestritten. Demgemäss erlitt E.________ [Pri-
vatkläger] eine 6 cm lange, bis auf den Knochen reichende Weichteilverletzung mit schartigen Wun-
drändern an der Stirne rechts über dem Auge. Zudem wurde ihm eine Gehirnerschütterung attestiert 
(pag. 239). In der Folge war er vier Tage lang zu 100 % arbeitsunfähig (pag. 230). Es lag weder eine 
Bewusstlosigkeit noch eine retrograde Amnesie vor. Eine Schädelfraktur konnte ebenfalls verneint 
werden und es gab auch keine Hinweise auf eine Hirnverletzung oder -blutung. Ein bleibender Scha-
den ist nicht zu erwarten. Allerdings ist eine gut sichtbare Narbe geblieben, wovon sich auch das Ge-
richt anlässlich der Hauptverhandlung überzeugen konnte. Um die Narbe zu korrigieren, unterzog sich 
E.________ [Privatkläger] bis anhin insgesamt sechs Laserbehandlungen (vgl. pag. 596).

In Bezug auf die Beschaffenheit des Holzstockes ist gemäss übereinstimmenden Aussagen erstellt, 
dass dieser ca. 50 cm lang war und einen Durchmesser von ca. 4 cm hatte. Weiter erachtet es das 
Gericht als erwiesen, dass der Holzstock nicht rund, sondern kantig war: Nicht nur A.________ [Be-
schuldigter 1] selbst (pag. 29 Z. 136), sondern etwa auch P.________ haben den Stock entsprechend 
beschrieben (pag. 124 Z. 187). Zudem würde ein Schlag mit einem runden Stock nicht [recte: kaum] 
zu einer derartigen Verletzung führen.

Dem Beschuldigten 1 war gemäss seiner eigenen Aussage in der Berufungsver-
handlung klar, dass ein kräftiger Schlag mit einem Stock gegen den Kopf einer 
Person geeignet ist, diese schwer zu verletzen. Auf Frage, was seiner Meinung 
nach passieren könne, wenn man jemandem mit voller Wucht einen Holzstock ge-
gen den Kopf schlage, gab er an (pag. 843 Z. 22): «Ja, sterben…».

11.4 Würdigung betreffend Bst. B/Ziff. 1 der Anklageschrift (Beschuldigter 2) – versuchte 
schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverletzung mit gefährlichem Ge-
genstand zum Nachteil von F.________ 

Hinsichtlich der Verletzung von F.________ erachtete die Vorinstanz den Sachver-
halt gemäss Anklageschrift beweismässig ebenfalls für erstellt. Sie hielt fest, der 
Beschuldigte 2 habe an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zwar kein eigentli-
ches Geständnis abgelegt, aber im Gegensatz zu den vorherigen Einvernahmen 
den Vorwurf, F.________ mit dem Holzstock geschlagen zu haben, auch nicht 
mehr bestritten. Er habe ausgesagt, nicht komplett ausschliessen zu können, dass 
er es gewesen sei, der F.________ geschlagen habe (pag. 567 Z. 16 f.). So detail-
liert, wie F.________ den Sachverhalt schildere, stehe wohl etwas dahinter, er 
könne sich einfach nicht mehr daran erinnern (pag. 567 Z. 42 f.). Zudem habe der 
Beschuldigte 2 eingestanden, den Holzstock ziemlich die ganze Zeit, bis etwa zum 
Zeitpunkt, als sie sich entschuldigt hätten, in der Hand gehalten zu haben (pag. 567 
Z. 6 f.). Die ursprünglichen Aussagen des Beschuldigten 2, in denen er bestritten 
habe, F.________ geschlagen zu haben, erschienen daher wenig glaubhaft. 
F.________ habe hingegen bereits in der ersten Einvernahme sehr glaubhaft ge-
schildert, wie die Person mit Bart, die sich später als den Beschuldigten 2 heraus-
gestellt habe, ihm schräg gegenübergestanden sei, dann plötzlich einen Holzstock 
in der Hand gehabt habe und ihm damit auf die linke Seite seines Kopfes geschla-
gen habe. Es sei nicht davon auszugehen, dass F.________ die einzige Person mit 
Bart verwechselt habe, habe er doch glaubhaft angegeben, dessen Gesicht im 
Licht erkannt zu haben. Im Übrigen habe der Beschuldigte 2 selbst ausgesagt, gar 
nicht zu behaupten, dass F.________ ihn fälschlicherweise beschuldige, was je-
mand, der nichts getan habe, wohl kaum sagen würde. Das Gericht stelle daher auf 

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die glaubhaften Aussagen von F.________ ab. Schliesslich habe auch der Zeuge 
R.________ davon berichtet, gesehen zu haben, wie «C.________», d.h. der Be-
schuldigte 2, mit dem Stock rumgefuchtelt habe, so «parat zum Schlagen», wobei 
in diesem Moment «C.________» gegen «F.________», d.h. der Beschuldigte 2 
gegen F.________, gewesen sei (pag. 572 Z. 1 f.).

Insoweit schliesst sich die Kammer den Erwägungen der Vorinstanz vollumfänglich 
an. Die Täterschaft des Beschuldigten 2 ist wie erwähnt nicht mehr umstritten und 
angesichts seines zumindest impliziten und glaubhaften Geständnisses sowie der 
sehr glaubhaften Version von F.________ ist – auch aus Sicht der Kammer – er-
wiesen, dass der Beschuldigte 2 F.________ am fraglichen Abend mit dem Stock 
gegen die linke Kopfseite schlug. 

Was die Beschaffenheit dieses Stocks angeht, geht die Kammer – wie unter der 
Erwägung 11.3 oben festgehalten – davon aus, dass beide Beschuldigten je ein 
von einem kaputten Liegestuhl stammendes Holzstück behändigten und einsetz-
ten. Der vom Beschuldigten 2 verwendete Holzstock wies nach Überzeugung der 
Kammer somit dieselbe Beschaffenheit auf wie derjenige, welchen der Beschuldig-
te 1 einsetzte. Er war folglich geformt, rund 50 Zentimeter lang, kantig und wies ei-
nen Durchmesser von ungefähr vier Zentimetern auf (vgl. E. 11.3 oben). 

Zu den Verletzungen von F.________ und zur Wucht des vom Beschuldigten 2 
ausgeführten Schlags hielt die Vorinstanz Folgendes fest (S. 38 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 665): 

Die Verletzung von F.________ und deren Folgen ist durch den Bericht des Spitalzentrums 
T.________ vom 21.06.2016 belegt (pag. 245) und unbestritten. Gemäss Bericht erlitt er eine Riss-
quetschwunde frontoparietal links und eine Druckdolenz an der rechten Hand. Die Wunde musste 
genäht werden und hinterliess eine sichtbare Narbe, was auch auf den im Rahmen der staatsanwaltli-
chen Einvernahmen gemachten Fotos von F.________ gut erkennbar ist (pag. 204 f.; pag. 217). An-
hand des Verletzungsbildes ist weiter festzuhalten, dass der Schlag nicht mit voller Wucht ausgeführt 
wurde.

Was F.________'s Verletzungen betrifft, schliesst sich die Kammer den vorinstanz-
lichen Ausführungen an. Anders verhält es sich mit der Schlussfolgerung der Vor-
instanz, es sei anhand des Verletzungsbildes bei F.________ festzuhalten, dass 
der Schlag des Beschuldigten 2 nicht mit voller Wucht ausgeführt worden sei. An-
gesichts der glaubhaften Aussagen von F.________, des Verletzungsbildes 
(F.________ wurde nicht nur am Kopf, sondern auch an der Hand verletzt 
[pag. 245]) und der überzeugenden Aussagen des Beschuldigten 2 zu seinem da-
maligen Gefühlszustand, die durch Angaben anderer Beteiligter, wonach der Be-
schuldigte 2 der «Rädelsführer» der Gruppe 1 gewesen sei, gestützt werden, ist 
dieser vorinstanzliche Schluss für die Kammer nicht nachvollziehbar:

Zunächst ist gestützt auf die insoweit mit den Schilderungen von P.________ und 
F.________ übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten 2 unbestritten, dass 
dieser den Stock – bevor er F.________ damit traktierte – bereits gegen 
P.________ einsetzte. Er schlug P.________ gegen den Kopf bzw. die Stirn und 
verletzte ihn dadurch oberhalb des linken Auges (zum Ganzen u.a. pag. 97 Z. 102 
ff., pag. 163 Z. 35 ff., pag. 212 Z. 124). Die Verletzung von F.________ – notabene 

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auch am Kopf – blendete der Beschuldigte 2 in seinen ersten Einvernahmen dage-
gen völlig aus (vgl. u.a. pag. 98 Z. 137) und anerkannte – wohl unter dem Eindruck 
der Aussagen von F.________ – erst in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, 
auch F.________ mit dem Stock geschlagen zu haben (pag. 566 ff. Z. 44 ff.). 
F.________ seinerseits schilderte nicht nur diesen einen (angeklagten) Schlag, bei 
dem der Beschuldigte 2 den Stock im 45 Grad Winkel aufgezogen und damit voll 
gegen seinen Kopf geschlagen habe (pag. 202 Z. 160), sondern gab vielmehr an, 
der Beschuldigte 2 habe dann nochmals ausgeholt und versucht, ihn zu treffen. 
Diesen Schlag habe er aber mit der linken Hand (pag. 200 Z. 53 f.) bzw. mit dem 
Unterarm (pag. 554 Z. 40) abwehren können. Damit steht fest, dass der Beschul-
digte 2 während der besagten Auseinandersetzung mindestens zwei Personen 
mehrmals mit dem Holzstock schlug. 

F.________ beschrieb weiter eindrücklich, als er Q.________ (recte: P.________) 
habe helfen wollen, sei «grad einer von links gekommen, der C.________». Er ha-
be seinen Kopf gedreht und da habe er schon den Schlag erhalten (zum Ganzen 
pag. 214 Z. 189 f.). Der Beschuldigte 2 habe mit dem Stock wild um sich geschla-
gen. Er könne aber nicht sagen, ob dadurch [noch] jemand [anderes] verletzt wor-
den sei (zum Ganzen pag. 201 Z. 106 f.). Diese Aussage deckt sich mit derjenigen 
von R.________ und von M.________. Ersterer erwähnte, der Beschuldigte 2 habe 
mit dem Stock herumgefuchtelt (pag. 571 Z. 15 und pag. 572 Z. 1 f.) und letzterer 
berichtete der Polizei, der Beschuldigte 2 habe mit dem Holzstock auf Personen 
aus der anderen Gruppierung eingeschlagen (pag. 44 Z. 61 f.). 

Des Weiteren gilt es zu bedenken, in welchem emotionalen Zustand der Beschul-
digte 2 in die Konfrontation hineinging. Er selber sagte, die Zurufe der anderen 
Gruppe («[I] ficke dini Mueter») hätten ihn sehr getroffen, wütend gemacht und in 
Rage gebracht, weil seine Mutter im Jahr 2005 verstorben sei (pag. 97 Z. 87 f. und 
pag. 850 Z. 42 ff.). M.________ und L.________ bestätigten, dass die Beleidigun-
gen der anderen Gruppe den Beschuldigten 2 «schwer getroffen» hätten (pag. 44 
Z. 31 f.). Weiter führte L.________ aus, der Beschuldigte 2 sei nach den Zurufen 
der Gruppe 2 «sofort lauter» geworden und er (L.________) habe «gefühlt», wie 
der Beschuldigte 2 «hochgefahren» gewesen sei und dass es zur Eskalation kom-
men werde. Der Beschuldigte 2 sei «total beleidigt» gewesen. Er habe noch ver-
sucht, mit ihm zu sprechen, aber es sei nichts mehr gegangen (zum Ganzen 
pag. 64 Z. 31 ff. und pag. 67 Z. 163 f.).

Unter diesen Umständen ist für die Kammer weltfremd, dass das zweimalige Zu-
schlagen des aufgebrachten Beschuldigten 2 gegen F.________ mit vorgängigem 
Ausholen des Holzstocks (zuerst Aufziehen im 45 Grad Winkel und voller Schlag 
gegen den Kopf, dann nochmals Ausholen und Versuch, gegen den Kopf zu schla-
gen) in einem Raufhandel – wie die Vorinstanz in ihrer rechtlichen Würdigung sug-
gerierte (vgl. S. 42 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 669) – irgendwie 
kontrolliert oder dosiert hätte sein können. Die Schläge des Beschuldigten 2 gegen 
F.________ waren vielmehr ungezielt, ungebremst und unkontrolliert.

Aufgrund des Verletzungsbildes ist schliesslich offensichtlich, dass es ein kräftiger 
Schlag war, welchen der Beschuldigte 2 gegen F.________'s Kopf ausführte. Bei 
F.________'s Verletzungen am Kopf und an der Hand handelte es sich nämlich 

28

nicht etwa nur um Bagatellen. Gemäss dem Bericht des Spitalzentrums 
T.________ vom 21. Juni 2016 erlitt F.________ eine Rissquetschwunde frontopa-
rietal links, die auch durch zwei Fotos, die angeblich am 9. August 2015 von einem 
Kollegen aufgenommen wurden, dokumentiert ist (pag. 204 f.). Zudem wurde im 
Spital eine Druckdolenz an der Mittekarpale (=Handwurzelknochen) I Hand rechts 
festgestellt (zum Ganzen pag. 245 f.). F.________ ist daher zuzustimmen, wenn er 
erklärte (pag. 556 Z. 15 ff.): 

Wenn ich z.B. drei Zentimeter weiter vorne getroffen worden wäre, hätte es mich direkt auf die Schlä-
fe getroffen. Dies wäre gut möglich gewesen, da ich gerade den Kopf drehte beim Schlag […]. 

Auch für die Kammer liegt F.________'s Kopfverletzung in gefährlicher Nähe zu ei-
nem Ort (vgl. pag. 204 f.), wo ein Schlag leicht weit gravierender Folgen hätte ha-
ben können. Seine Wunde am Kopf musste ausserdem genäht werden und es 
blieb eine sichtbare Narbe zurück, welche auf den im Rahmen der staatsanwaltli-
chen Einvernahme vom 20. Juni 2017 gemachten Fotos von F.________ gut er-
kennbar ist (pag. 217). Obwohl F.________ von einer Abwehr mit der linken Hand 
sprach, lässt die festgestellte Druckdolenz an der Mittekarpale (= Handwurzelkno-
chen) I Hand rechts (pag. 245) durchaus auf eine nicht unerhebliche Intensität auch 
des von ihm erwähnten zweiten Schlags, den er habe abwehren können, schlies-
sen. Schliesslich hörte es auch R.________ «tätschen» bzw. einen lauten, dump-
fen Knall (pag. 184 Z. 184 ff.). 

Wenngleich die Wucht des vorliegend massgeblichen Schlages letztlich nicht exakt 
quantifiziert werden kann, ist für die Kammer aus den erwähnten Gründen erstellt, 
dass der Beschuldigte 2, der wegen der Zurufe und Beleidigungen der Gruppe 2 
gekränkt und wütend war, mit dem Holzstock ausholte (45 Grad gegen hinten), 
damit kräftig gegen den Kopf von F.________ schlug und ihn wenige Zentimeter 
von der Schläfe weg traf (vgl. pag. 204 f.). Sein Schlag war unvermittelt und unkon-
trolliert, F.________ konnte erst den zweiten Schlag des Beschuldigten 2 rechtzei-
tig erkennen und abwehren. Dem Beschuldigten 2 war, wie er selbst angab, klar, 
dass ein wuchtiger Schlag mit einem Holzstock gegen den Kopf eine Person 
schwer verletzen resp. dieser Platzwunden, Prellungen und/oder eine Gehirner-
schütterung zufügen kann (vgl. pag. 849 Z. 25 ff.).

11.5 Beweisfazit / rechtserheblicher Sachverhalt für die Kammer

Aufgrund der obigen Ausführungen ist für die Kammer erstellt, dass im Rahmen der 
rechtskräftig als Raufhandel qualifizierten, dynamischen Auseinandersetzung vom 
9. August 2015, ca. 00.30 Uhr auf dem G.________ in Biel/Bienne

a) der Beschuldigte 1 mit einem geformten Holzstock von etwa einem halben Me-
ter Länge und einem Durchmesser von mehreren Zentimetern unvermittelt und 
ohne dass das Opfer eine Abwehrchance gehabt hätte, mit Wucht gegen den 
Kopf des Privatklägers schlug und diesem oberhalb des rechten Auges eine 
sechs Zentimeter lange, klaffenden Rissquetschwunde an der Stirn zufügte, die 
genäht werden musste und eine auffällige Narbe zurückliess;

b) der Beschuldigte 2 mit einem Holzstock gleicher Dimension und Beschaffenheit 
aufzog, F.________ unvermittelt und heftig sowie ohne dass dieser eine Ab-
wehrchance gehabt hätte auf die linke Seite des Kopfes schlug und ihm eine 

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ungefähr vier Zentimeter lange Rissquetschwunde über dem linken Ohr zufüg-
te, die genäht werden musste und eine sichtbare Narbe zurückliess.

Beiden Beschuldigten war bei ihrem Handeln bewusst, dass ein wuchtiger Schlag 
gegen den Kopf lebensgefährliche Verletzungen, bleibende Entstellungen des Ge-
sichts oder andere schwere körperliche Schädigungen zur Folge haben können.

III. Rechtliche Würdigung

12. (Versuchte) schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverletzung mit 
gefährlichem Gegenstand

12.1 Theoretische Grundlagen

12.1.1 Schwere Körperverletzung 

Der schweren Körperverletzung nach Art. 122 des alten Schweizerischen Strafge-
setzbuchs (aStGB; SR 311.0 [zur Terminologie aStGB siehe E. 14 unten]) macht 
sich schuldig, wer einen Menschen vorsätzlich lebensgefährlich verletzt, wer vor-
sätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt 
oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend 
arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen 
arg und bleibend entstellt oder wer vorsätzlich eine andere schwere Schädigung 
des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen ver-
ursacht. 

Betreffend die theoretischen Grundlagen zum objektiven und subjektiven Tatbe-
stand von Art. 122 aStGB wird vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-
stanz verwiesen (S. 39 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 666 f.):

[…]

Art. 122 StGB erfasst als Qualifikation zu Art. 123 StGB (einfache Körperverletzung) die Fälle, in de-
nen eine vorsätzlich herbeigeführte Körperverletzung zu einem Verletzungserfolg führt, der mindes-
tens eine der in Art. 122 StGB umschriebenen Alternativen erfüllt. Abs. 1 von Art. 122 StGB erfasst 
die lebensgefährliche Körperverletzung. Lebensgefährlich ist sie dann, wenn sich durch sie die Mög-
lichkeit des Todes dermassen verdichtet, dass sie zur ernstlichen und dringlichen Wahrscheinlichkeit 
wurde. Abs. 2 nennt sodann zunächst die Fälle, in denen der Körper, ein wichtiges Organ – wie etwa 
das Auge – oder Glied eines Menschen verstümmelt oder bleibend unbrauchbar gemacht wird. Weiter 
kann nach Art. 122 Abs. 2 StGB eine schwere Körperverletzung insbesondere dann angenommen 
werden, wenn die Verletzung eine bleibende Arbeitsunfähigkeit oder eine arge und bleibende Entstel-
lung des Gesichts des Opfers zur Folge hat (Art. 122 Abs. 2 StGB). Das Bundesgericht hat festgehal-
ten, das bereits aufgrund des Gesetzeswortlautes feststeht, dass eine erhebliche, aber nur vorüber-
gehende Entstellung für die Erfüllung des Tatbestandes nicht ausreicht. Vielmehr kommt es auf die 
bleibenden Narben oder Veränderungen nach Abschluss des Heilungsprozesses an (BGE 115 IV 17 
E. 1.). Eine arge Entstellung ist zu verneinen bei relativ unauffälligen Narben sowie gut verheilenden 
Schnittwunden, liegt wohl aber vor bei einer nicht ganz wegschminkbaren Narbe infolge einer 
Schnittwunde vom Mundwinkel bis zum Ohransatz, die zwar gut verheilt, aber weiterhin deutlich 
sichtbar ist, und die den Geschädigten mimisch beeinträchtigt (BGE 115 IV 17 E.  2b; BSK StGB II-
ROTH/BERKEMEIER, N 18 zu Art. 122). Dabei sei das momentane subjektive Empfinden des Opfers 

30

nicht entscheidend, denn es sei möglich, dass sich dessen Einstellung zur Verletzung ändert 
(BGE 115 IV 17 E. 2b).

[…]

Der subjektive Tatbestand von Art. 122 StGB erfordert Vorsatz im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB 
(BSK StGB II-ROTH/BERKEMEIER, N 25 zu Art. 122). Demnach begeht ein Verbrechen oder Vergehen 
vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt, wobei vorsätzlich bereits handelt, wer die 
Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Eventualvorsatz).

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt die Konstellation des Eventualvorsatzes vor, wenn 
der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Verwirklichung des Tatbestands für möglich hält, aber den-
noch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag 
er ihm auch unerwünscht sein. Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf 
genommen hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses aufgrund der Umstände entschei-
den. Dazu gehört die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die 
Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je 
grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflicht-
verletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirkli-
chung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn 
sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als 
Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Je 
grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Rechtsgutver-
letzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung 
in Kauf genommen (BGE 133 IV 1 E. 4.1).

Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs 
nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem 
Wissen des Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen wer-
den. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGer 6B_1180/2015 vom 13.05.2016, 
E. 3.2; BGE 133 IV 1 E. 4.1). Solche Umstände liegen etwa vor, wenn der Täter das ihm bekannte Ri-
siko in keiner Weise kalkulieren und dosieren kann und das Opfer keine Abwehrchance hat (BGE 133 
IV 1 E. 4.5.; 131 IV 1 E. 2.2).

Ergänzend bzw. präzisierend ist zum Eventualvorsatz festzuhalten, dass der Täter 
zur Erfüllung desselben zumindest wissen und in Kauf nehmen musste, dass seine 
Handlungen beim Opfer möglicherweise eine schwere Schädigung des Körpers 
bewirken können. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt der Täter 
schon dann mit Wissen, wenn ihm die wesentlichen Umstände im Sinne eines Be-
gleitwissens klar waren (BGE 125 IV 242 E. 3e, mit Hinweisen). Gefordert ist nicht, 
dass er sich gerade die tatsächlich eingetretene Folge vorgestellt hat 
(ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar Strafrecht, 4. A. 2019, N 25 zu Art. 122). 
Seine blosse Hoffnung auf das Ausbleiben der Tatbestandserfüllung schliesst de-
ren Inkaufnahme ausserdem nicht aus (ZR 109/2010 S. 225 ff. E. 2.3.2). Wer sich 
sagt, «es mag so oder anders werden, auf jeden Fall handle ich», handelt eventua-
lvorsätzlich (NIGGLI/MAEDER, a.a.O., N 52 zu Art. 12). Im Übrigen kann Eventual-
vorsatz nicht nur vorliegen, wenn der tatbestandsmässige Erfolgseintritt bloss mög-
lich ist, sondern selbst dann, wenn sich diese Möglichkeit statistisch gesehen nur 
relativ selten verwirklicht (BGE 131 IV 1 E. 2.2). 

31

Ist der Täter nicht geständig, dann kann sich das Gericht für den Nachweis des 
(Eventual-)Vorsatzes regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf 
Erfahrungsregeln stützen, die es erlauben, Rückschlüsse von den äusseren Um-
ständen auf die innere Einstellung des Täters zu ziehen (BGE 134 IV 26 E. 3.2.2, 
mit Hinweisen). Das Gericht darf – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – somit 
insbesondere vom Wissen des Täters auf dessen Willen schliessen, wenn sich ihm 
die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereit-
schaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Er-
folgs gedeutet werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; mit Hinweisen). Allerdings darf 
– wie die Vorinstanz ebenfalls festgehalten hat – nicht alleine vom Wissen des 
Täters um den möglichen Erfolgseintritt auf dessen Billigung geschlossen werden. 
Zur Annahme von Eventualvorsatz müssen zum Wissenselement vielmehr zusätz-
liche (äussere) Umstände hinzukommen (statt vieler Urteil des Bundesgerichts 
6B_1338/2019 vom 8. Juli 2020 E. 1.1.2). Zu diesen Umständen zählt die Recht-
sprechung – nebst den von der Vorinstanz erwähnten Faktoren (Täter kann das Ri-
siko weder kalkulieren noch dosieren; Opfer hat keine Abwehrchancen) – nament-
lich die Grösse des dem Täter bekannten Risikos, die Schwere der Sorgfaltspflicht-
verletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung (BGE 125 IV 
242 E. 3c; BGE 119 IV 1 E. 5a). Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbe-
standsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto 
eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf 
genommen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1338/2019 vom 8. Juli 2020 E. 1.1.2; 
BGE 135 IV 12 E. 2.3.2).

12.1.2 Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand

Nach Art. 123 Ziff. 2 aStGB macht sich schuldig, wer einen Menschen in anderer 
Weise [als in Art. 122 aStGB umschrieben] an Körper oder Gesundheit schädigt 
und dazu einen gefährlichen Gegenstand gebraucht. 

Betreffend den objektiven und subjektiven Tatbestand der einfachen Körperverlet-
zung und der qualifizierten einfachen Körperverletzung kann auf die korrekten Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden, welchen sich die Kammer vollumfäng-
lich anschliesst (S. 42 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 669 f.):

[…]

Art. 123 StGB erfasst alle Körperverletzungen, welche nicht schwer im Sinne von Art. 122 StGB, aber 
auch nicht mehr blosse Tätlichkeiten gemäss Art. 126 StGB sind, also namentlich das Zufügen äusse-
rer oder innerer Verletzungen und Schädigungen wie unkomplizierte, verhältnismässig rasch und pro-
blemlos völlig ausheilende Knochenbrüche oder Hirnerschütterungen, durch Schläge, Stösse oder 
dergleichen hervorgerufene Quetschungen und Schürfungen, ausser wenn sie keine weitere Folge 
haben als eine vorübergehende harmlose Störung des Wohlbefindens. Wo indessen die auch nur 
vorübergehende Störung einem krankhaften Zustand gleichkommt (zum Beispiel durch Zufügen von 
erheblichen Schmerzen), ist eine einfache Körperverletzung gegeben (TRECHSEL/FINGERHUTH, StGB 
Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 123 N 2; BGE 103 IV 65 S. 70). Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, 
wobei Eventualvorsatz genügt (vgl. Art. 12 StGB).

[…]

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/254f1de1-96a8-49d0-8b27-ce1f01b6b3ed/citeddoc/db7b09e4-65f8-44a3-8f72-e46d000e6d3a/source/document-link

32

Die qualifizierte Form der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 StGB ist dann gegeben, 
wenn zwar nach wie vor eine bloss einfache Körperverletzung bewirkt wird, das Tatvorgehen aber be-
sonders gefährlich oder verwerflich erscheint. Besonders gefährlich ist das Vorgehen dann, wenn ein 
Tatmittel verwendet wird, welches ein hohes Risiko einer schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 
erzeugt (BSK StGB-ROTH/BERKEMEIER, Art. 123 N 11). Bei diesen qualifizierten Formen bleibt die 
Strafandrohung zwar unverändert, hingegen entfällt das Antragserfordernis. Der Täter wird von Amtes 
wegen verfolgt.

Qualifizierte einfache Körperverletzung liegt unter anderem dann vor, wenn als Tatmittel ein gefährli-
cher Gegenstand eingesetzt wird. Ein Gegenstand ist nicht von sich aus, per se, gefährlich. Aus der 
Art und Beschaffenheit an sich lässt sich noch kein Schluss auf seine Gefährlichkeit ziehen (TRECH-
SEL/FINGERHUTH, StGB Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 123 N 8). Ausschlaggebend ist vielmehr, 
ob er nach seiner Beschaffenheit so eingesetzt wird, dass die Gefahr einer schweren Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 122 StGB herbeigeführt wird (BSK StGB-ROTH/BERKEMEIER, Art. 123 N 19; 
BGE 101 IV 285). So kann praktisch jeder Gegenstand von einiger Robustheit, Festigkeit und Härte in 
einer tätlichen Auseinandersetzung gefährlich werden, wenn er eben in gefährlicher Weise eingesetzt 
wird. Gemäss Rechtsprechung handelt es sich etwa bei Schlägen ins Gesicht mit einem Eisho-
ckeyschläger oder bei blindem und wuchtigem Losschlagen mit einem Besen- und Pickelstiel als 
Schlaginstrument um den Einsatz eines gefährlichen Gegenstandes (TRECHSEL/FINGERHUTH, StGB 
Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 123 N 13). Ebenso ist ein aus einer rotweissen Bauplanke her-
ausgebrochenes Stück ein gefährlicher Gegenstand, wenn damit auf eine Person eingeschlagen wird. 
Dass die daraus resultierenden Verletzungen des Opfers nicht schwer sind, ist für die Qualifizierung 
unter Art. 123 Ziff. 2 StGB unerheblich (BSK StGB-ROTH/BERKEMEIER, Art. 123 N 64).

Subjektiv ist (Eventual-)Vorsatz erforderlich, der sich auch auf die Qualifikationsmerkmale erstrecken 
muss. Bezüglich des Eventualvorsatzes kann auf die Ausführungen in Ziff. 1.2. hiervor verwiesen 
werden.

12.1.3 Versuch

Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 aStGB liegt vor, wenn der Täter, nachdem er 
mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare 
Tätigkeit nicht zu Ende führt, oder, wenn der zur Vollendung der Tat gehörende Er-
folg nicht eintritt oder nicht eintreten kann. Wie die Vorinstanz korrekt erwogen hat, 
ist ein Versuch anzunehmen, wenn der Täter sämtliche subjektiven Tatbestands-
merkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle ob-
jektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht wären (vgl. S. 40 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 667, mit Verweis auf TRECHSEL/GETH, StGB Praxiskom-
mentar, N 1 zu vor Art. 22).

12.2 Subsumtion betreffend den Beschuldigten 1

Wie unter Erwägung 11.5 ausgeführt, ist erstellt, dass der Beschuldigte 1 mit dem 
zuvor behändigten geformten Holzstock ausholte und mit Wucht gegen den Kopf 
des Privatklägers, der den Schlag nicht kommen sah, schlug. Er traf den Privatklä-
ger oberhalb des Auges auf die Stirn. Der Privatkläger erlitt dadurch eine sechs 
Zentimeter lange und sehr tiefe, bis auf den Knochen reichende Rissquetschwun-
de, die genäht werden musste, und eine Gehirnerschütterung. All dies hatte eine 
einwöchige Arbeitsunfähigkeit zur Folge und trotz diverser Laserbehandlungen ist 
die Narbe des Privatklägers nach wie vor gut sichtbar. Gravierende bleibende 

33

Schäden oder Funktionseinschränkungen wichtiger Organe hat der Privatkläger 
zum Glück keine. Der objektive Tatbestand der vollendeten schweren Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 122 aStGB ist somit nicht erfüllt. 

Ein direkter Vorsatz, d.h. ein Vorsatz, der sich auf eine schwere Schädigung des 
Opfers im Sinne von Art. 122 aStGB gerichtet hätte, kann dem Beschuldigten 1 
nicht nachgewiesen werden. Hingegen ist für die Kammer klar, dass der Beschul-
digte 1 wusste, dass ein wuchtiger Schlag mit einem Holzstock gegen den Kopf ei-
nes Menschen möglicherweise eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 
122 aStGB verursachen kann und dass seine Handlung aufgrund der konkreten 
Umstände nur als Inkaufnahme des Erfolgs gedeutet werden kann: Der Beschul-
digte 1 hielt den Stock – für den Privatkläger unsichtbar – hinter dem Rücken ver-
steckt und schlug völlig überraschend zu, womit der Privatkläger keine Abwehr-
chance hatte. Der Schlag erfolgte im Zuge einer dynamischen und unübersichtli-
chen Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten (Raufhandel). Der Beschuldig-
te 1 konnte seinen Schlag unter diesen Umständen weder gezielt noch dosiert an-
bringen. Das Risiko einer Verletzung des Privatklägers liess sich somit in keiner Art 
und Weise kalkulieren. Der Beschuldigte 1 handelte mithin eventualvorsätzlich.

Indem der Beschuldigte 1 den Schlag gegen den Kopf des Privatklägers ausführte, 
erfolgte der letzte entscheidende Schritt zum Taterfolg bzw. zu den allenfalls eintre-
tenden schweren Verletzungen. Der Beschuldigte 1 hat eine schwere Verletzung 
des Körpers des Privatklägers billigend in Kauf genommen, womit seine Handlung 
als versuchte schwere Körperverletzung zu qualifizieren ist.

Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe liegen keine vor. Der Beschul-
digte 1 ist wegen versuchter schwerer Körperverletzung, begangen am 9. August 
2015 in Biel, zum Nachteil des Privatklägers, schuldig zu sprechen.

12.3 Subsumtion betreffend den Beschuldigten 2

In Bezug auf den Beschuldigten 2 ergab die Beweiswürdigung, dass er mit dem 
zuvor behändigten geformten Holzstock von etwa einem halben Meter Länge und 
einem Durchmesser von mehreren Zentimetern aufzog und F.________ unvermit-
telt sowie heftig auf die linke Seite des Kopfes schlug und ihn oberhalb des linken 
Ohrs in der Nähe der Schläfe traf. F.________ erlitt dadurch eine rund vier Zenti-
meter lange Rissquetschwunde, die genäht werden musste. Auch bei ihm blieb ei-
ne sichtbare Narbe zurück. Gravierenden bleibenden Schäden oder Funktionsein-
schränkungen wichtiger Organe hat F.________ zum Glück keine, weshalb der ob-
jektive Tatbestand der vollendeten schweren Körperverletzung im Sinne von 
Art. 122 aStGB nicht erfüllt ist. 

Ein direkter Vorsatz, d.h. ein Vorsatz, der sich auf eine schwere Schädigung des 
Opfers im Sinne von Art. 122 aStGB gerichtet hätte, kann dem Beschuldigten 2 
nicht nachgewiesen werden. Hingegen ist aus Sicht der Kammer erstellt, dass der 
Beschuldigte 2 wusste, dass ein wuchtiger Schlag mit einem Holzstock gegen den 
Kopf eines Menschen möglicherweise eine schwere Körperverletzung im Sinne von 
Art. 122 aStGB verursachen kann und dass seine Handlung aufgrund der konkre-
ten Umstände nur als Inkaufnahme des Erfolgs gedeutet werden kann: Der Be-
schuldigte 2 war wegen der beleidigenden