# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f2a65c0-9088-5ede-9f27-c7fdafdec73c
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1988 2051
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1988-2051_nodate.pdf

## Full Text

B. Entscheide der Steuerrekurskommission 2050, 2051

zunehmen, da [] eine Kaderposition beim Arbeitgeber bekleidete und die 
Gewinnanteile wiederholt «vergessen» wurden.

StRK 14.5.1987 (Nr. 399)

2051

Nachsteuerverfahren (direkte Bundessteuer) wegen versuchter Steuer­
hinterziehung zufolge Nichtdeklaration des Ehefraueneinkommens.

Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, das Einkommen, das die Ehefrau 
ab 1. Mai 1983 in [] erzielte, weder 1983 mitgeteilt noch in der Steuerer­
klärung 1985 angegeben zu haben. Er bestreitet auch nicht, absichtlich in 
der Rubrik betreffend die Erwerbstätigkeit der Ehefrau «nein» eingesetzt 
zu haben.

Die versuchte Steuerhinterziehung ist in Art. 131 des Bundesbeschlus­
ses über die direkte Bundessteuer (BdBSt) [SR 642.11] geregelt. Art. 131 
Abs. 2 BdBSt sieht eine Busse von 20 bis 20000 Franken vor, wenn sich 
während des Veranlagungs-, Inventarisations-, Einsprache-oder Beschwer­
deverfahrens ergibt, dass ein Steuerpflichtiger zum Zwecke einer zu niedri­
gen Veranlagung oder einer ungenügenden Inventarisation unwahre oder 
unvollständige Angaben gemacht oder die mit der Festsetzung der Steuer 
betrauten Behörden über die für Bestand oder Umfang seiner Steuer­
pflicht wesentlichen Tatsachen durch den Gebrauch falscher, verfälschter 
oder inhaltlich unwahrer Urkunden zu täuschen versucht hat. Der Steuer­
pflichtige hat es unterlassen, die Aufnahme der Erwerbstätigkeit der Ehe­
frau bei [] mitzuteilen. Er hat darüber hinaus noch in der am 21. Oktober 
1985 für die 23. Fteriode Unterzeichneten Steuererklärung unter der die 
Ehefrau betreffenden Rubrik «Erwerbstätigkeit?» mit Schreibmaschine 
«nein» eingesetzt.

Damit hat er zum Zwecke einer zu niedrigen Veranlagung unwahre 
oder unvollständige Angaben gemacht. Die explizite Verneinung des nam­
haften Verdienstes der Ehefrau ist ein typischer Fall der versuchten Steuer­
hinterziehung (vgl. Kreisschreiben vom 2. Mai 1955 betreffend Bussen bei 
Flinterziehungsversuch, abgedruckt in: Masshardt Fl., Kommentar zur di­
rekten Bundessteuer, 2.A. 1985, S .529f.).

Die von der kantonalen Steuerverwaltung vorgenommene Berech­
nung ist nicht zu beanstanden. Im Regelfall beträgt die zu verhängende

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B. Entscheide der Steuerrekurskommission 2051,2052

Busse die Hälfte der beim vollendeten Delikt auszufällenden Strafe (Mass- 
hardt H., a .a .Q , S. 532). Diese Regel wurde im Falle des Beschwerdeführers 
angewendet.

StRK 6.11.1987 (Nr.407)

2052

Verzugszinsen. Wer eine Steuerrechnung nicht auf den Zeitpunkt der Fäl­
ligkeit bezahlt, wird gemäss Art. 100 Abs.1 StG auch ohne besondere 
Mahnung verzugszinspflichtig. Verzugszinsen sind auch dann geschuldet, 
wenn dem Pflichtigen Stundung gewährt worden ist.

1. Das Bundesgericht hat wiederholt den Grundsatz aufgestellt, dass für 
öffentlich-rechtliche Geldforderungen «der allgemeine ungeschriebene 
Rechtsgrundsatz (gelte), dass der Schuldner Verzugszinsen zu entrichten 
hat, wenn er sich mit seiner Leistung in Verzug befindet» (BGE 95 I 263 
mit weiteren Hinweisen auf Judikatur und Literatur). Das gilt selbst dann, 
wenn sich keine Gesetzesbestimmung finden lässt, welche die Verzugs­
zinspflicht ausdrücklich stipuliert. Erst recht sind Verzugszinsen geschul­
det, wenn das in Frage stehende Gesetz die Geltendmachung von Ver­
zugszinsen ausdrücklich vorsieht, wie das in Art. 100 StG der Fall ist. Zwar 
ist einzuräumen, dass Art. 100 StG den Steuerbehörden nurmehr die Mög­
lichkeit einräumt, Verzugszinsen in Rechnung zu stellen. Wird von dieser 
Möglichkeit im Rahmen der Gesetzesanwendung stets Gebrauch ge­
macht, wandelt sich der Sinngehalt der Ermächtigungsnorm in eine ver­
bindliche Pflicht. Der Regierungsrat hat diese Pflicht zur Geltendmachung 
von Verzugszinsen in mehreren Kreisschreiben an die Gemeindesteueräm­
ter verdeutlicht und das Rechtsfolgeermessen auf Verzicht der Erhebung 
von Verzugszinsen auf wenige, präzis bestimmte Fallgruppen beschränkt, 
denen der vorliegend zur Beurteilung anstehende Fall nicht zugeordnet 
werden kann.

Für die Auferlegung von Verzugszinsen bedarf es nach Art. 100 Abs.1 
StG keiner besonderen Mahnung. Die Verzugszinspflicht kann bereits 
dann verfügt werden, wenn die Steuerrechnung «nicht auf den Zeitpunkt 
der Fälligkeit» bezahlt worden ist. Das aber ist vorliegend für alle Steuer­
jahre unbestritten. Der Rekurrent war laufend in Verzug.

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