# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c327f7ba-7964-58f8-bed0-a9bbb4ac09b7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2011 E-6717/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6717-2007_2011-11-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6717/2007

U r t e i l   v om   7 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis, Richterin Emilia Antonioni,   
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.

Parteien A._______, geboren am (…),
Syrien,  
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 24. Januar 2006 / N (…).

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Sachverhalt: 

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  registrierter  staatenloser  Kurde  (Ajnabi)  mit 
letztem  Wohnsitz  in  Qamishli  (Provinz  Hasakah,  Syrien),  verliess  sein 
Heimatland  gemäss  eigenen  Angaben  mit  seiner  damals  schwangeren 
Ehefrau  und  dem  gemeinsamen  Kind  am  (…)  2005  und  hielt  sich 
anschliessend  eineinhalb  Monate  in  der  Türkei  auf,  von  wo  aus  die 
Familie  am  (…)  2005  weiterreiste  und  mit  einem  Lastwagen  über 
unbekannte  Länder  in  die  Schweiz  gelangte.  Am  23. Mai  2005  suchten 
sie  im  Empfangszentrum  (heute:  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum) 
Kreuzlingen  um  Asyl  nach.  Am  30.  Mai  2005  wurde  die  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers und am 31. Mai 2005 er selbst summarisch, sodann 
am  7. Juni  2005  beide  eingehend  zu  den Asylgründen  angehört.  Dabei 
brachten  sie  im  Wesentlichen  vor,  dass  der  Beschwerdeführer  im  (…) 
2004 in Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Kurden vor einem 
Fussballmatch  in  Qamishli  involviert  gewesen  sei.  Nach  den  Newroz­
Feierlichkeiten vom (…) 2005 sei der Beschwerdeführer überdies in eine 
bewaffnete  Auseinandersetzung  mit  Arabern  gelangt;  dabei  sei  ein 
Freund  des  Beschwerdeführers  schwer  sowie  der  Beschwerdeführer 
selbst  an  der  Nase  verletzt  worden.  Um  sich  in  Sicherheit  zu  bringen, 
habe  der  Beschwerdeführer  die  Nacht  bei  einem  Freund  verbracht. 
Nachdem er am (…) 2005 die Stadt verlassen habe, hätten Angehörige 
der Sicherheitskräfte ihn bei ihm zu Hause gesucht und anstelle von ihm 
seinen Bruder verhaftet. Am (…) 2005 sei seine Ehefrau ihm nachgefolgt, 
um  gleichentags  mit  ihm  in  die  Türkei  auszureisen,  nachdem 
Sicherheitsleute wiederum zu Hause nach ihm gefragt hätten. 

B. 
Gemäss  einer  Geburtsmitteilung  der  Gemeinde  Grabs  (Kanton 
St. Gallen) brachte die Beschwerdeführerin am 22. Juni 2005 einen Sohn 
zur Welt.

C. 
Mit Verfügung vom 24. Januar 2006 – eröffnet am 26. Januar 2006 – wies 
das BFM die Asylgesuche des Beschwerdeführers und seiner Familie ab 
und  verfügte  die Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Der  Vollzug  derselben 
wurde  wegen  Unzumutbarkeit  zugunsten  einer  vorläufigen  Aufnahme 
aufgeschoben.

Begründet  wurde  der  Entscheid  im  Wesentlichen  mit  der 
Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  und  seiner 

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Ehefrau (Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]). 
Die  Asylrelevanz  sei  daher  nicht  zu  prüfen.  Auf  die  Details  dieser 
Begründung  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

D. 
Mit  Beschwerde  vom  24. Februar  2006  (Poststempel)  und  einer 
ergänzenden  Eingabe  vom  27. Februar  2006  wandten  sich  der 
Beschwerdeführer  und  seine  Familienangehörigen  an  die  vormals 
zuständige  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK;  heute: 
Bundesverwaltungsgericht) und beantragten, die Verfügung des BFM sei 
aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  Feststellung  des  vollständigen  und 
richtigen  rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das 
BFM zurückzuweisen. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und es 
sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und seiner Familie 
festzustellen  und  ihnen  Asyl  zu  gewähren.  Subeventualiter  sei  die 
Verfügung  bezüglich  der  Dispositivziffern 4  und 5  (Wegweisung  und 
Vollzug)  aufzuheben  und  es  sei  die  Unzulässigkeit  des 
Wegweisungsvollzuges  festzustellen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht 
wurde  um  Ansetzung  einer  angemessenen  Nachfrist  zur  Einreichung 
einer Beschwerdeergänzung nach Akteneinsicht ersucht.

Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  vorgebracht,  dass  das  BFM 
wichtige  Abklärungen  unterlassen,  obwohl  diese  zwingend  notwendig 
gewesen  wären,  und  eingereichte  Beweismittel  nicht  gewürdigt  habe. 
Sodann  könne  auch  keineswegs  aus  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers und seiner Ehefrau gefolgert werden, die Vorbringen 
seien in ihrer Gesamtheit unglaubhaft. Auf die Details dieser Begründung 
wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

E. 
Mit Verfügung vom 7. März 2006 verzichtete die ARK auf die Erhebung 
eines  Kostenvorschusses,  gewährte  dem  Beschwerdeführer 
Akteneinsicht und gab ihm Gelegenheit zur Beschwerdeergänzung.

F. 
Der  Beschwerdeführer  reichte  am  22. März  2006  innert  Frist  eine 
ergänzende  Beschwerdebegründung  nach,  in  der  erneut  vorgebracht 
wurde, der rechtserhebliche Sachverhalt sei vom BFM unvollständig und 
unrichtig  festgestellt  worden.  Zudem  habe  dieses  zu  den  festgestellten 
Widersprüchen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau das rechtliche 

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Gehör nicht gewährt, was dem "Standardvorgehen" widerspreche. Auf die 
Einzelheiten dieser Ausführungen wird – soweit entscheidwesentlich – in 
den Erwägungen eingegangen.

G. 
Am  4. Mai  2006  reichten  der  Beschwerdeführer  und  seine  Familie  ein 
undatiertes fremdsprachiges ärztliches Schreiben des Spitals B._______ 
in Qamishli  (dessen Übersetzung am 23. Mai 2006 nachgeliefert wurde) 
im Original ein, in welchem der Direktor dieses Hospitals bestätigte, dass 
der beim Vorfall vom (…) 2005 verletzte Freund des Beschwerdeführers 
an jenem Tag mit einem Messerstich in der Brust ins Spital eingewiesen 
und  am  (…)  2005  entlassen  worden  sei.  Jener  Freund,  so  der 
Beschwerdeführer,  sei mittlerweile  gemäss Auskunft  von Nachbarn  und 
von dessen Familie verschwunden.

Des Weiteren seien  im Internet Berichte über den Vorfall vom (…) 2005 
erschienen;  der  Ausdruck  eines  solchen  Berichts  des  kurdischen 
Komitees  für Menschenrechte  vom 22. März  2005 wurde  zu  den Akten 
gereicht. Zudem wurden eine ärztliche Bestätigung vom 28. März 2006 – 
wonach  der Beschwerdeführer  eine  verheilte  alte Rissquetschwunde  im 
Bereich des Nasenrückens aufweise –, eine Bestätigung der Yekiti­Partei 
vom  19. März  2006,  dass  der  Beschwerdeführer  Sympathisant  ihrer 
Partei  sei,  sowie  eine CD­ROM mit  einer  Fotografie  und  einem Beitrag 
betreffend  die  Teilnahme  des Beschwerdeführers  an  einer Kundgebung 
vom 14. März 2006 vor der amerikanischen Botschaft in Bern eingereicht.

H. 
Am  16. Juni  2006  nahm  das  BFM  im  Rahmen  einer  ersten 
Vernehmlassung zur eingereichten Beschwerdeschrift Stellung und führte 
aus,  diese  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen 
könnten.  Auf  die  Details  dieser  Ausführungen  wird  –  soweit 
entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

I. 
Am 11. Juli 2006 replizierte der Beschwerdeführer; auf die Details dieser 
Replik  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

J. 
Mit  Schreiben  vom  3. Oktober  2007  teilten  der  Beschwerdeführer  und 

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seine Ehefrau dem – das Beschwerdeverfahren seit dem 1. Januar 2007 
weiterführenden  –  Bundesverwaltungsgericht  mit,  dass  sie  sich  zur 
Scheidung entschlossen hätten, weshalb die Beschwerde betreffend die 
Gattin  des  Beschwerdeführers  und  die  gemeinsamen  Kinder 
vollumfänglich zurückgezogen werde.

Das  Bundesverwaltungsgericht  trennte  sodann  das  Verfahren  des 
Beschwerdeführers  von  jenem  seiner  Gattin  (…)  und  schrieb  Letzteres 
mit  Entscheid  vom  10. Oktober  2007  infolge  Rückzugs  als 
gegenstandslos ab.

K. 
Mit  Verfügung  vom  1. Juli  2011  stellte  das  Bundesverwaltungsgericht 
fest,  dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  einer  Meldung  des 
Ausländeramtes des Kantons St. Gallen seit dem 3. März 2011 aufgrund 
eines  Härtefallgesuchs  im  Besitze  einer  B­Bewilligung  sei,  weshalb  er 
ersucht  werde,  dem  Gericht  mitzuteilen,  ob  er  an  der  Beschwerde 
betreffend Asylgewährung  festhalte oder diese allenfalls zurückzuziehen 
gedenke.  Bei  ungenutzter  Frist  werde  davon  ausgegangen,  dass  der 
Beschwerdeführer  vollumfänglich  an  seinen  Rechtsbegehren  festhalte. 
Mit  Schreiben  vom  18. Juli  2011  teilte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  mit,  er  habe  seinen  Mandanten  mangels  Kenntnis 
von dessen aktueller Adresse nicht kontaktieren können.

L. 
Im Rahmen einer zweiten Vernehmlassung führte das BFM am 4. August 
2011  aus,  den  Beschwerdeakten  seien  keine  Hinweise  zu  entnehmen, 
die  eine Anerkennung des Beschwerdeführers  als Flüchtling  sowie eine 
Asylgewährung  rechtfertigen  könnten.  Daran  ändere  auch  die  aktuelle 
Situation  in  dessen  Heimatland  nichts.  Es  werde  daher  die  Abweisung 
der Beschwerde beantragt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 

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gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig  grundsätzlich  (ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht)  endgültig  (Art. 105  AsylG 
i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 
und Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die 
Beschwerde ist – unter nachfolgendem Vorbehalt – einzutreten.

3. 

3.1.  Die  drei  Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der 
Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit)  sind 
alternativer  Natur:  Sobald  eine  von  ihnen  erfüllt  ist,  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weiteren 
Bedingungen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4). Nachdem 
das BFM mit seiner Verfügung vom 24. Januar 2006 die Unzumutbarkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  festgestellt  und  die  Anwesenheit  des 
Beschwerdeführers  und  dessen  Familienangehörigen  in  der  Schweiz 
gemäss  den Bestimmungen  über  die  vorläufige Aufnahme geregelt  hat, 
ist  auf  das  Begehren  um  Feststellung  der  Unzulässigkeit  nicht 
einzutreten.  Die  Verfügung  des  BFM  vom  24.  Januar  2006  ist  folglich 
hinsichtlich der Dispositivziffern 4 und 5 in Rechtskraft erwachsen.

3.2. Mit der Erteilung einer B­Bewilligung durch den Kanton St. Gallen ist 
die Beschwerde, soweit die Wegweisungsanordnung betreffend, sodann 

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gegenstandslos geworden und diesbezüglich (Anfechtung der Dispositiv­
Ziffer  3  der  vorinstanzlichen  Verfügung)  abzuschreiben.  Nachdem  kein 
Beschwerderückzug erfolgt ist, bleibt vorliegend einzig noch zu prüfen, ob 
die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  sowie  das  Asyl  zu  Recht  verweigert  hat  (Ziffer 1 
und 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung).

4. 

4.1.  In  formeller  Hinsicht  rügte  der  Beschwerdeführer,  sein  rechtliches 
Gehör  sei  verletzt  worden;  zum  Einen  sei  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  unvollständig  festgestellt  und  gewürdigt  und  es  seien 
eingereichte  Beweismittel  nicht  berücksichtigt  worden.  Zum  Andern  sei 
dem  Beschwerdeführer  und  seiner  Ehefrau  bezüglich  den  angeblich 
teilweise unterschiedlichen Schilderungen des Vorfalles  vom März 2005 
das  rechtliche  Gehör  nicht  gewährt  worden,  obwohl  dies  zwingend 
erforderlich gewesen wäre.

Folgender  Sachverhalt  sei  unvollständig  erhoben  bzw.  ungenügend 
gewürdigt  worden:  Die  Verhaftung  des  Bruders  des  Beschwerdeführers 
und  dessen  Freilassung,  die  Auswirkungen  der  Situation  des  verletzten 
Freundes  (dieser  sei  nach  Eintreffen  des  Sicherheitsdienstes  durch 
diesen  registriert  worden)  auf  die  Lage  des  Beschwerdeführers  (es  sei 
davon auszugehen, dass dieser durch den syrischen Sicherheitsdienst im 
gleichen Umfang zur Verantwortung gezogen würde wie dessen Freund) 
sowie  die  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  auf  einer  polizeilichen 
Liste  stehe.  Ferner  sei  auf  die  am  12. Januar  2006  (recte:  11. Januar 
2006)  eingereichten Beweismittel  lediglich  im Sachverhalt,  nicht  aber  in 
den  Erwägungen  der  angefochtenen  Verfügung  eingegangen  worden. 
Zudem  seien  der  Beschwerdeführer  und  seine  Ehefrau  zu  diesen 
Beweismitteln nicht befragt worden. Weitere Abklärungen des BFM wären 
auch  bezüglich  der  durch  den  Beschwerdeführer  bei  der  Anhörung 
gezeigten Narbe (A13, S. 5) erforderlich gewesen.

4.1.1.  Hinsichtlich  der  Rüge,  der  Beschwerdeführer  sei  mit  den 
Widersprüchen  seiner  Aussagen  zu  jenen  seiner  Ehefrau  nicht 
konfrontiert  worden  (vgl.  EMARK  1994  Nr.  14;  PATRICK  SUTTER,  in: 
Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren,  Zürich/St.  Gallen  2008,  Art. 29  N. 14,  Art. 30 
N. 1 f.),  ist  festzustellen,  dass das BFM vor  seiner Entscheidfällung das 
rechtliche  Gehör  (vgl.  dazu  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der 

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Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  [BV,  SR  101] 
und  Art.  29  f.  VwVG)  zu  den  wesentlichen  Widersprüchen  und 
Unstimmigkeiten  zwischen  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  und 
denjenigen  seiner  Ehegattin  hinreichend  gewährt  hat  (vgl.  bspw. 
betreffend  die  Erstbefragung  des  Beschwerdeführers,  welche  am  Tag 
nach  jener  seiner  Ehefrau  stattfand,  A1  S.  6).  Da  die  direkte 
Bundesanhörung  des  Beschwerdeführers  vor  jener  seiner  Gattin 
durchgeführt  wurde,  wurde  diese  zu  den  Widersprüchen  in  deren 
Schilderungen  befragt  (vgl.  A14,  S.  5  und  7).  Im Weiteren  wurde  dem 
Beschwerdeführer Gelegenheit geboten, sich zu eigenen Widersprüchen 
zu  äussern  (vgl.  A13,  S.  10),  obschon  er  keinen  verfahrensrechtlichen 
Anspruch  darauf  hat  (vgl.  EMARK  1994  Nr. 13  E. 3b).  Zudem  hat  das 
BFM  seine  Begründung  in  der  Verfügung  vom  24. Januar  2006  derart 
abgefasst,  dass  der  Beschwerdeführer  diese  auf  Beschwerdeebene 
anfechten  konnte  (vgl.  auch  dazu  BGE  112  Ia  110  sowie  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, N. 2.20). 

4.1.2. Die Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers nach Art. 8 AsylG – 
als  Korrelat  zum  in  Art. 12  VwVG  verankerten  und  der  Behörde 
obliegenden Untersuchungsgrundsatz – verlangt von den Asylsuchenden, 
den Sachverhalt  vorzutragen und gegebenenfalls  durch Beweismittel  zu 
unterlegen.  Im  Rahmen  der  Prüfungspflicht  der  Behörden  hat  sie  alle 
erheblichen  und  rechtzeitig  eingereichten  Parteivorbringen  zu  würdigen 
(Art. 32  Abs. 1  VwVG).  Die  Behörde  ist  ferner  verpflichtet,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  festzustellen  (gegebenenfalls  durch 
weitere  Untersuchungs­  und  Beweismassnahmen).  Erst  in  einem 
nachfolgenden Schritt  ist  im Asylverfahren zu prüfen, ob und wie der so 
ermittelte  Sachverhalt  unter  Art. 3  AsylG  subsumierbar  ist.  Als 
rechtserhebliche Tatsachen sind jene faktischen Grundlagen gemeint, die 
für  die  Regelung  des  in  Frage  stehenden  Rechtsverhältnisses – 
vorliegend die Frage der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung – 
relevant sind. Sachverhaltselemente, die für den Ausgang des Verfahrens 
nicht  wesentlich  sind,  brauchen  nicht  erhoben  zu  werden  (vgl.  EMARK 
2006  Nr. 24  E. 5.1  mit  weiteren  Hinweisen;  CHRISTOPH  AUER,  in: 
Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Kommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG], 
Zürich/St. Gallen  2008,  Art.  12  N. 2).  Ferner  soll  die  Abfassung  der 
Begründung  dem  Betroffenen  ermöglichen,  den  Entscheid 
gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich 
sowohl  der  Betroffene  als  auch  die  Rechtsmittelinstanz  über  die 

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Tragweite  des  Entscheides  ein  Bild  machen  können,  wobei  sich  die 
verfügende  Behörde  allerdings  nicht  ausdrücklich  mit  jeder 
tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand 
auseinander  setzen  muss,  sondern  sich  auf  die  wesentlichen 
Gesichtspunkte beschränken kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2).

Vorab  ist  festzustellen,  dass  weder  den  Befragungsprotokollen  des 
Beschwerdeführers noch  jenen seiner Ehegattin zu entnehmen  ist, dass 
der  schwer  verletzte  Freund  von  Angehörigen  der  Sicherheitskräfte  am 
Ort des Geschehens registriert worden wäre, weshalb nicht weiter auf die 
Rüge  einzugehen  ist,  dieses  Element  und  dessen  mögliche 
Auswirkungen  auf  die  Lage  des Beschwerdeführers  sei  vom BFM nicht 
berücksichtigt worden. 

Nachdem das BFM die Ausführungen des Beschwerdeführers über den 
Vorfall  am 21. März  2005  als  nicht  glaubhaft  erachtete, musste  es  sich 
weder  mit  der  angeblichen  Verhaftung  des  Bruders  des 
Beschwerdeführers,  zumal  diesbezüglich  keine  Beweismittel  eingereicht 
wurden,  noch mit  der  Nasenverletzung  des  Beschwerdeführers,  welche 
er  sich  auch  auf  eine  andere  Weise  zugezogen  haben  könnte,  weiter 
auseinandersetzen. Sodann bestand kein Anlass, auf die am 11. Januar 
2006  zu  den  Akten  gereichten  Beweismitteln  näher  einzugehen,  da  es 
sich dabei lediglich um Berichte über die allgemeine Situation von Kurden 
in Syrien handelte. 

4.2.  Zusammenfassend  gilt  festzuhalten,  dass  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt von der Vorinstanz vollständig und richtig festgestellt und das 
rechtliche Gehör nicht verletzt wurde.

5. 

5.1. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in 
dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer 
politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder 
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des 
Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

5.2. Eine Verfolgungssituation muss in der Regel aktuell sein, um gemäss 
Art. 3  AsylG  als  asylrelevant  zu  gelten.  Dies  bedeutet,  dass  zwischen 

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dem  Ereignis  und  der  Flucht  ein  zeitlicher  Kausalzusammenhang 
bestehen  muss.  Nach  dem  offenen  Konflikt  zwischen  Arabern  und 
Kurden,  der  anlässlich  eines  Fussballspiels  im  (…)  2004  in  Qamishli 
ausbrach, verstrichen zwölf Monate, bis der Beschwerdeführer mit seiner 
Familie Syrien verliessen. In den Protokollen finden sich keine Anzeichen, 
dass  man  ihn  in  dieser  Zeit  verfolgt  hätte  oder  etwas  Auffälliges 
geschehen  wäre  (vgl.  A13,  S. 5),  so  dass  hierbei  nicht  von  einem 
genügend  zeitlichen Kausalzusammenhang  ausgegangen werden  kann. 
Daher wird im Folgenden nur zu untersuchen sein, ob die Geschehnisse 
von (…) 2005 als glaubhafte Vorbringen der Asylrelevanz entsprechen.

6. 

6.1.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

6.2.  Die  von  der  Vorinstanz  angenommene  Unglaubhaftigkeit  der 
Asylvorbringen  führte  diese  auf  die  unterschiedlichen  Aussagen  der 
Eheleute  zurück.  So  habe  die  Ehefrau  bezüglich  der  vorgebrachten 
handgreiflichen  Auseinandersetzung  zwischen  Kurden  und  Arabern  im 
Dorf  C._______  anlässlich  der  Newroz­Feier  vom  (…)  2005  teilweise 
detailliertere und andere Angaben gemacht als ihr Ehemann. Es bestehe 
deshalb  berechtigter Anlass  zur Vermutung,  dass  sich  die Eheleute  auf 
eine  konstruierte  Asylbegründung  und  nicht  auf  tatsächlich  erlebte 
Vorkommnisse stützen würden. Dieser Verdacht werde dadurch erhärtet, 
dass  der  Beschwerdeführer  angegeben  habe,  bei  der 
Auseinandersetzung  habe  der  Sicherheitsdienst  eingegriffen  und 
Personen  festgenommen. Es  stelle  sich  dann  jedoch  die  Frage, warum 
ausgerechnet  der  Beschwerdeführer  sich  unbehelligt  vom  Tatort  habe 
entfernen können; zudem sei nicht nachvollziehbar, dass er sich nur zur 
Behandlung der Verletzung seiner Nase durch seine Ehefrau nach Hause 
begeben haben soll – wo ihn die Sicherheitskräfte sicher zuerst gesucht 
hätten –, um dann aus Angst vor einer Festnahme schon nach kürzester 
Zeit zu einem Freund zu flüchten. Abwegig bzw. realitätsfremd erscheine 
schliesslich,  dass  er  an  jenem  Abend,  als  er  verletzt  nach  Hause 

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gekommen  sei,  nur  seine  Ehefrau  gesehen  habe,  da  Grossfamilien  im 
vorliegenden soziokulturellen Kontext in der Regel die Hauseingänge und 
Gemeinschaftsräume eines Hauses teilen würden.

6.3.  Die  kleinen  Widersprüche  würden  –  so  der  Beschwerdeführer – 
entgegen  der  Meinung  der  Vorinstanz  auf  die  Glaubhaftigkeit  im  Sinne 
von Art. 7 AsylG der Vorbringen hinweisen; bis ins letzte Detail identische 
Schilderungen  eines  Ehepaares  mehrere  Monate  nach  einem  Vorfall 
würden  eher  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  wecken  müssen.  Es 
erscheine auch durchaus einleuchtend, dass der Beschwerdeführer nach 
seiner  Flucht  vom  Tatort  erstens  die  Gefahr  noch  nicht  richtig 
eingeschätzt  habe  und  nach  Hause  gegangen  sei  und  zweitens  seine 
Ehefrau sehen und ihr habe mitteilen wollen, dass er wohlauf sei. Dass er 
erst  nach  einem  Gespräch  mit  ihr  zum  Schluss  gekommen  sei,  es  sei 
wohl besser, sich zu verstecken, unterstreiche die Glaubhaftigkeit seiner 
Vorbringen. Dass die Ehefrau ausführlich über die Vorfälle habe berichten 
können,  erstaune  nicht  aufgrund  des  Umstandes,  dass  sie  die 
Geschehnisse  von  diversen  Personen wiederholt  in  Erfahrung  gebracht 
habe.

6.4.  Im  Rahmen  der  Vernehmlassung  vom  16. Juni  2006  würdigte  das 
BFM die eingereichte ärztliche Bestätigung des B._______­Hospitals vom 
21. März 2005, ein seiner Ansicht nach nicht behördliches Dokument, als 
fälschungsanfälliges  Attest  eines  Arztes,  das  jederzeit  und  aus  reiner 
Gefälligkeit  hätte  ausgestellt  werden  können.  Darüber  hinaus  seien  die 
eingereichten Auszüge der Webseite D._______ vom 24. März 2005 und 
der  Seite  <www.E._______>  (recte:  <E._______>)  in  hohem  Masse 
manipulationsanfällig.  Es  erstaune  zudem,  dass  die  seit  März  2005 
existierenden  Beweismittel  erst  im  Mai  2006  zu  den  Akten  gereicht 
wurden.  Den  Dokumenten  komme  daher  nur  ein  bescheidener 
Beweiswert zu. Ferner sage das ärztliche Attest vom 28. März 2006 über 
das Vorliegen einer alten Rissquetschwunde auf dem Nasenrücken des 
Beschwerdeführers  nichts  über  das  Alter  und  die  genaue  Ursache  der 
besagten Narbe aus, weshalb sie  keinen Beweiswert  für die angebliche 
Beteiligung an der handgreiflichen Auseinandersetzung entfalte. In Bezug 
auf  die  geltend  gemachten  exilpolitischen  Tätigkeiten  sei  festzuhalten, 
dass der Beschwerdeführer  in den Augen der syrischen Behörden nicht 
als politisch vorbelastet gelte; auch habe er sich  in der Schweiz nicht  in 
qualifizierter  Art  und  Weise  exilpolitisch  betätigt.  Es  könne  deshalb 
daraus  kein  erhebliches  zukünftiges  Verfolgungsinteresse  der  syrischen 
Behörden abgeleitet werden.

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6.5. In seiner Replik vom 11. Juli 2006 informierte der Beschwerdeführer, 
dass die Bestätigung des Direktors des B._______­Spitals entgegen der 
Meinung der Vorinstanz nach März 2006 verfasst worden und am 3. Mai 
2006 in die Schweiz gelangt sei. Der Verdacht, es handle sich dabei um 
ein  Gefälligkeitsschreiben,  könne  durch  eine  direkte  Nachfrage  bei  der 
entsprechenden  Person  beseitigt  werden.  Da  sich  der  eingereichte 
Internetartikel  unter  der  Adresse  <F._______>  finden  lasse,  könne  es 
sich  auch  dabei  nicht  um  eine  Fälschung  handeln.  Von  der  Existenz 
dieses  Artikels  habe  der  Beschwerdeführer  erst  über  den  Kontakt  mit 
Verantwortlichen der Yekiti­Partei erfahren. Den Ausführungen des BFM 
bezüglich  der  Irrelevanz  der  politischen  Betätigung  des 
Beschwerdeführers  sei  zudem  entgegenzuhalten,  dass  dieser  wegen 
seiner  Beteiligung  am Vorfall  nach  dem Newroz­Fest  im  (…)  2005  den 
syrischen Behörden durchaus bekannt sei.

6.6.  Nach  einlässlicher  Prüfung  der  Akten  schliesst  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht  den  Ausführungen  der  Vorinstanz  an  und 
kommt  zum  Schluss,  dass  die  Vorbringen  die  Voraussetzungen  der 
Glaubhaftigkeit  im  Sinne  von  Art. 7  AsylG  nicht  erfüllen.  Ob  die 
Auseinandersetzung  mit  den  Arabern  nach  den  Newroz­Feierlichkeiten 
sich  tatsächlich  so  wie  vom  Beschwerdeführer  geschildert  zugetragen 
haben,  ist  vorliegend  nicht  relevant,  da  diese  Ereignisse  keine 
persönliche  Gefahr  einer  Verfolgung  für  den  Beschwerdeführer 
darstellen. Die  individuelle Gefährdung  hätte  für  ihn  erst  seinen Anfang 
genommen, als die Sicherheitskräfte – wie er vorgab – nach ihm suchten. 
Doch  dies  zieht  das Bundesverwaltungsgericht wie  folgend  dargelegt  in 
Zweifel.

6.6.1. Aus den Akten lässt sich nicht entnehmen, wodurch – nach einem 
Zusammenstoss  mit  vielen  Teilnehmenden,  bei  welchen  auch 
Sicherheitskräfte  aufgetaucht  seien  –  Letztere  das  Haus  des 
Beschwerdeführers hätten ausfindig machen können. Nur weil Araber ihn 
vom  Industriequartier  her  gekannt  hätten  (A13,  S. 5),  genügt  dies  nach 
Ansicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  dafür  nicht,  zumal  der 
Beschwerdeführer selber nur das Dorf benennen konnte, wo der Araber 
gewohnt habe, der ihn geschlagen habe (A13, S. 9). Auch kann aufgrund 
der angeblichen – aber nicht bewiesenen – Registrierung des verletzten 
Freundes des Beschwerdeführers nicht auf eine Verfolgung des Letzteren 
geschlossen  werden.  Dies  gilt  insbesondere,  da  der  Beschwerdeführer 
sich  nie  mit  kurdischen  Parteien  befasst  (A13,  S. 5  und  12 f.)  und  nie 
persönlich  mit  den  Sicherheitskräften  Probleme  gehabt  haben  will. 

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Aufgrund  dessen  ist  es  realitätsfremd,  dass  Angehörige  des 
Sicherheitsdienstes den Beschwerdeführer aufgesucht haben sollen.

6.6.2. Hinsichtlich  der  Festnahme  des  Bruders  des  Beschwerdeführers 
am  (…) 2005 sind keine Beweismittel  in den Akten erkennbar, obschon 
seit dem Jahr 2006 genügend Zeit bestanden hätte, solche einzureichen 
beziehungsweise  diesbezügliche  Neuigkeiten  mitzuteilen.  Es  ist  den 
Akten  weiter  nicht  zu  entnehmen,  dass  die  in  Syrien  verbliebenen 
Familienmitglieder  seit  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers  von 
Sicherheitskräften behelligt worden wären.

6.6.3. Die  vorgebrachten  Beweisstücke  –  insbesondere  die  Bestätigung 
des  B._______  Hospitals  in  Kamishly  (Qamishli)  –  tragen  ferner  nichts 
zur  Klärung  einer  individuellen Gefährdung  des Beschwerdeführers  bei, 
da  dieses  Schreiben  nur  die  Einlieferung  einer  Person  namens 
G._______  bestätigt,  wobei  weder  ein  Datum  des  Schreibens  (beim  in 
der  Beschwerdeschrift  angegebenen  13. April  2006  handelt  es  sich  um 
den  Poststempel,  nicht  um  ein  Datum  auf  der  Bestätigung)  noch  der 
Grund  der  angegebenen  Messerstich­Verletzung  ersichtlich  sind,  die 
somit eine andere Ursache haben könnte.

Das Gesagte  gilt  auch  für  das  ärztliche Attest  vom  28. März  2006,  das 
lediglich  eine  verheilte  alte  Rissquetschwunde  im  Bereich  des 
Nasenrückens  des  Beschwerdeführers  bestätigt,  indessen  nichts  über 
das Alter oder die Ursache dieser verheilten Verletzung aussagt.

6.6.4.  Glaubhaftigkeit  bedingt  das  Bestehen  einer  überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit für die Wahrheitskonformität eines geltend gemachten 
Sachverhalts.  Selbst  wenn  die  Eheleute  am  Newroz  2005  an  einer 
Auseinandersetzung  zwischen  Feiernden  und  Sicherheitskräften 
teilgenommen  hätten,  bleiben  vorliegend  die  Schilderungen  über  eine 
allfällige  persönliche  Verfolgung  –  wie  oben  dargelegt  –  indes 
unsubstanziiert,  teilweise  widersprüchlich  (so  sollen  gemäss  dem 
Protokoll  der  Befragung  die  Sicherheitskräfte  zwei  Mal  das  Haus  des 
Beschwerdeführers aufgesucht haben [A1, S. 5; A2, S. 5], während in der 
Anhörung von beiden Eheleuten geschildert wurde, die Sicherheitskräfte 
seien drei bis vier Mal aufgetaucht [A13, S. 10; A14, S. 7]) und es fehlen 
Anhaltspunkte  und  Realkennzeichen  dafür,  dass  der  Beschwerdeführer 
das  Geschilderte  –  vor  allem  was  die  Geschehnisse  nach  den 
Zusammenstössen  und  damit  die  eigentlichen  individuellen 
Verfolgungsmassnahmen  betrifft  –  tatsächlich  durchlebt  hat.  Die  Suche 

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nach dem Beschwerdeführer bei ihm zu Hause ist daher als unglaubhaft 
zu erachten.

6.7.  Nach  Prüfung  der  Akten  und  vor  dem  Hintergrund  obiger 
Erwägungen gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass – 
im  Sinne  einer  Gesamtwürdigung  –  die  Schilderungen  des 
Beschwerdeführers  nicht  überzeugen  und  die  vorinstanzliche 
Einschätzung,  die  Vorbringen  seien  nicht  glaubhaft,  im  Ergebnis  zu 
schützen ist.

7.  

7.1.  Des  Weiteren  machte  der  Beschwerdeführer  implizit  durch  seine 
Eingabe vom 4. Mai 2006 geltend, er sei wegen der Teilnahme an einer 
Kundgebung vom (…) 2006 vor der amerikanischen Botschaft in Bern als 
Flüchtling  anzuerkennen.  Als  Beweismittel  wurden  eine  CD­Rom  sowie 
eine  Fotografie  des  Beschwerdeführers  an  jener  Kundgebung 
eingereicht.

7.2. Wer sich darauf beruft, dass durch ein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsland  –  so  auch  durch  politische 
Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation geschaffen worden sei, macht 
subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (Art. 54  AsylG).  Diese  begründen 
zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch 
nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie 
missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich  gesetzt  wurden  (vgl.  BVGE 
2009/28  E. 7.1).  Massgeblich  ist,  ob  die  syrischen  Behörden  das 
Verhalten des Beschwerdeführers als staatsfeindlich einstufen und dieser 
deswegen  bei  der  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  eine  Verfolgung  von 
Art. 3  AsylG  befürchten  muss.  Es  bleiben  damit  die  Anforderungen  an 
den  Nachweis  einer  begründeten  Furcht  massgeblich  (Art. 3  und  Art. 7 
AsylG).

7.3.  Die  einmalige  Teilnahme  des  Beschwerdeführers  an  einer 
Kundgebung – wobei nicht klar  ist, wogegen protestiert wurde – schätzt 
das Bundesverwaltungsgericht als nicht derart ein, als dass die syrischen 
Behörden  davon  Kenntnis  erhalten  hätten  beziehungsweise  den 
Beschwerdeführer als staatsfeindlich erachten würden. Somit hat sich der 
Beschwerdeführer  nicht  in  qualifizierter  Art  und  Weise  exilpolitisch 
betätigt. Folglich ist eine Erfüllung der Voraussetzungen eines subjektiven 
Nachfluchtgrundes abzulehnen.

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8. 
Das BFM hat  folglich das Asylgesuch des Beschwerdeführers  zu Recht 
abgewiesen  und  dessen  Flüchtlingseigenschaft  verneint;  die 
vorinstanzliche Verfügung ist diesbezüglich zu bestätigen. 

9. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es nicht darauf ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG).  Der  Beschwerdeführer  verfügt  über  eine 
ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung.  Die  angeordnete 
Wegweisung  ist  damit  dahingefallen  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21  E. 11c). 
Deshalb  ist  das  Beschwerdeverfahren  betreffend  die  Wegweisung  und 
deren  Vollzug  infolge Wegfalls  des  Anfechtungsobjekts  gegenstandslos 
geworden (vgl. E. 3.2).

10. 
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  abzuweisen,  soweit  sie  nicht 
abzuschreiben beziehungsweise nicht darauf einzutreten ist.

11. 

11.1.  Vorliegend  sind  reduzierte  Verfahrenskosten  betreffend  die 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl 
(Dispositivziffern  1  und  2)  im  Betrag  von  Fr.  400.­­  (Art.  1  bis  3  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).VGKE) 
wegen Unterliegens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.

11.2. Betreffend die Anordnung der Wegweisung (Dispositivziffer 3) sind 
diese  nach  den  Verfahrensaussichten  vor  Eintritt  der 
Gegenstandslosigkeit  (hier  vor  der  Erteilung  der  Aufenthaltsbewilligung) 
zu  beurteilen.  Nach  einer  summarischen  Prüfung  gelangt  das  Gericht 
zum Schluss, dass die Beschwerde auch diesbezüglich hätte abgewiesen 
werden müssen. So  ist nicht ersichtlich,  inwiefern der Beschwerdeführer 
(ohne Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 14 Abs. 2 AsylG) zu einem 
Aufenthaltsrecht  in der Schweiz gekommen wäre. Die Verfahrenskosten 

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betreffend diesen Teil des Beschwerdeverfahrens im Betrag von Fr. 200.­
­ sind demzufolge auch dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.

11.3.  Die  Verfahrenskosten  von  insgesamt  Fr.  600.­­  sind  somit  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG  i.V.m. Art. 2 
und 3 VGKE, Art. 63 Abs. 1 VwVG).

12. 
Eine Parteientschädigung ist nach dem Gesagten nicht auszurichten (vgl. 
Art. 64 VwVG, Art. 5, 7 und 15 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird, soweit sie sich nicht als gegenstandslos erweist, 
beziehungsweise nicht darauf eingetreten wird, abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30 Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe

Versand: