# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ba9b14b-b0ea-51d9-8aad-f295d5a7e080
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.08.2013 IV 2012/132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-132_2013-08-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/132

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.08.2013

Entscheiddatum: 21.08.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 21.08.2013
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Keine 
rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 21. August 2013, IV 2012/132).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; a.o. Gerichtsschreiberin Andrea Stübi

 

Entscheid vom 21. August 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann + Partner, 

Hanfländerstrasse 67, Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ kollidierte mit ihrem Personenwagen auf der Autobahn mit einem Reh, 

worauf das Fahrzeug an die Böschung prallte, sich überschlug und auf dem Dach 

liegen blieb. Die Versicherte wurde vom 19. September 2005 bis 22. September 2005 

im Spital B.___ hospitalisiert; gemäss Austrittsbericht erlitt sie beim Unfall ein stumpfes 

Thorako-Abdominaltrauma, eine Commotio cerebri, multiple Kontusionen BWS, 

Hemithorax rechts, Schulter rechts und eine HWS-Distorsion (vgl. act. G 4.1.7). Bereits 

im Jahre 1984 hatte sich die Versicherte in der Türkei eine Humerusfraktur zugezogen, 

welche mit einer Plattenosteosynthese versorgt worden war (act. G 6.1.20 und act. G 

6.1.25-19).

A.b  Die Versicherte war über ihre Arbeitgeberin bei der Swica unfallversichert. Diese 

anerkannte ihre Leistungspflicht. Am 21. November 2005 wurde die ärztliche 

Behandlung abgeschlossen und die Versicherte nahm ihre Arbeitstätigkeit bei 

uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit wieder vollumfänglich auf (act. G 6.1.42-29 und 

act. G 6.1.69).

A.c  Die Versicherte wurde von der Swica am 23. März 2009 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet, nachdem ab Oktober 2008 erneut 

eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit aufgetreten war. Die Versicherte wurde im April 

2009 an der rechten Schulter operiert (act. G 6.1.1).

A.d  Die Versicherte hielt sich zwischen dem 3. Juni 2009 und 30. Juni 2009 in der 

Klinik Valens zur Rehabilitation auf. Gemäss Austrittsbericht vom 14. Juli 2009 von Dr. 

med. C.___ und Dr. med. D.___, Rheumatologie, hatte eine intensive Rehabilitation 

stattgefunden. Nach dem Autounfall im September 2005 seien erstmals Schmerzen im 

Bereich des rechten Ellbogens aufgetreten, welche auf eine kubital abstehende 

Osteosyntheseplatte zurückgeführt worden seien. Im Mai bzw. Juli 2007 sei es zu einer 

zweiseitigen Metallentfernung gekommen. Unter der Armbelastung seien erneut 

massive Schmerzen aufgetreten, welche durch eine leichte Ellbogenarthrose nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erklärbar gewesen seien. Im Bereich des Ellbogens sei es im Oktober 2008 bei 

Verdacht auf posttraumatische Vernarbung und beginnende Arthrose zu einer 

arthroskopischen Gelenkstoilette gekommen. Am 14. Mai 2009 sei ein MRI des 

Ellbogens durchgeführt worden (mit Normalbefund). Weitere Abklärungen hätten ein 

dolentes AC-Gelenk gezeigt. Im MRI habe man eine AC-Arthrose mit Subacromial-

Impingement nachgewiesen. Nach zweimaliger BV-kontrollierter Infiltration des AC-

Gelenks im Januar und Februar 2009 habe jeweils eine mehrtägige völlige 

Beschwerdefreiheit resultiert. Nach erneutem Auftreten von Schmerzen sei am 3. April 

2009 eine Schulterarthroskopie rechts mit Acromioplastik und AC-Gelenksresektion 

durchgeführt worden. In gutem und objektiv deutlich verbessertem Allgemeinzustand 

und Bewegungsumfang des rechten Armes habe die Patientin am 30. Juni 2009 die 

Klinik Valens verlassen. Bis zur Nachkontrolle beim Operateur Dr. E.___ sei die 

Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Aufgrund der langen Arbeitsunfähigkeit werde 

danach ein langsamer Wiedereinstieg mit zunächst 50% ab dem 9. Juli 2009 für 1 

Woche mit Steigerung auf 75% und 100% an einem geeigneten Arbeitsplatz ohne 

Überanstrengung des rechten Armes empfohlen (act. G 6.1.25-16 ff.).

A.e  Dr. med. E.___, Orthopädische Chirurgie FMH, hielt mit Arztbericht vom 21. Juli 

2009 ein seit 2008 bestehendes protrahiertes Schulter-Arm-Schmerzsyndrom fest. Die 

bisherige Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin sei aus medizinischer Sicht allenfalls in 

einem zeitlichen Rahmen von 3 bis 4 Stunden pro Tag zumutbar, aktuell bestehe eine 

verminderte Leistungsfähigkeit von mindestens 50%. Dr. E.___ verwies auf die 

konsiliarische Beurteilung durch die Uniklinik Balgrist (act. G 6.1.25-1 ff.).

A.f   Am 19. Oktober 2009 fand eine Arbeitsplatzabklärung durch die IV-Stelle statt. 

Gemäss Bericht der Eingliederungsberaterin vom 21. Oktober 2009 seien 

abwechslungsreiche Tätigkeiten auszuführen. Es gebe viel Handarbeit, tendenziell für 

Rechtshänder eingerichtet. Nur wenig könnte ganz auf links ausgerichtet werden, was 

die Versicherte versucht habe. In geistiger, psychischer Hinsicht bestünden bei der 

Versicherten keine Einschränkungen. Sie scheine eine sehr motivierte, interessierte und 

lernbereite Person zu sein. Die Versicherte werde auch im Lager und in der 

Produktionszuführung eingesetzt, da sie Stapler fahren könne (act. G 6.1.34).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.g  Am 28. Juli 2010 berichtete F.___, Dipl. Sozialarbeiterin FH, die Versicherte habe 

einen therapeutischen Arbeitsversuch (1 Stunde pro Tag, Arbeiten unter 5 kg) nach drei 

Wochen abbrechen müssen, da sich die Schmerzen in der Schulter noch verstärkt 

hätten und sie den Arm kaum mehr habe heben können. Da die Abklärungen und 

Therapien gemäss Dr. med. G.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, abgeschlossen 

seien und der Arbeitsversuch gescheitert sei, sei eine Eingliederung der Versicherten 

nicht mehr möglich. Es sei daher entsprechend die Rentenprüfung zu veranlassen 

(act. G 6.1.49).

A.h  Das vom Unfallversicherer in Absprache mit der IV-Stelle am 15. Januar 2010 in 

Auftrag gegebene AEH-Gutachten wurde am 9. September 2010 durch Dr. med. H.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Dr. med. I.___, FMH Innere Medizin/

Rheumatologie, Dr. med. J.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation/

Rheumatologie sowie Frau K.___, Physiotherapeutin, erstellt (act. G 6.1.51/1-33). Die 

Ärzte stellten die Diagnosen: protrahiertes Schulter-/Arm-Schmerzsyndrom 

rechtsseitig, Status nach stumpfem Thorako-Abdominal-Trauma, Commotio cerebri, 

HWS-Distorsion und Schulterkontusion bei Autounfall am 19. September 2005, 

dysfunktionales Schmerz- und Krankheitsverhalten, ohne Hinweise für psychiatrische 

Erkrankung von Krankheitswert. Zurzeit könne sich die Versicherte die Aufnahme einer 

beruflichen Tätigkeit nicht mehr vorstellen, sie könne auch die Haushaltsarbeiten nicht 

mehr verrichten. Die operativen Interventionen am Ellbogen und an der Schulter hätten 

die Situation eher verschlechtert. Das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in 

einer verminderten Belastungstoleranz des gesamten Schulterbereiches rechts und des 

Ellbogens rechts. Aufgrund der somatischen Befunde sei die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wahrscheinlich auf Dauer nicht mehr zumutbar. 

Einschränkend seien dabei einerseits die geforderten Gewichtsbelastungen als auch 

die repetitiven Arbeiten mit dem rechten Arm. Die angestammte Tätigkeit sei wegen 

den zu hantierenden Gewichten auch aufgrund der "alleinigen" Schulterprobleme 

wesentlich reduziert. In einer leidensangepassten körperlich leichten bis knapp 

mittelschweren Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1.51/9-16,-22). Im 

psychiatrischen Teilgutachten vom 25. Februar 2010 stellte Dr. H.___ keine Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Bei der Explorandin bestehe keine familiäre 

Belastung und es könne keine genetische Vulnerabilität für psychiatrische 

Erkrankungen festgestellt werden. Sie habe am 19. September 2005 einen Autounfall 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erlitten, wobei sie offensichtlich einen psychischen Schock bei einer zweistündigen 

Befreiungsaktion aus dem Auto gut habe verarbeiten können, was auf viele 

Persönlichkeitsressourcen von Seiten der Explorandin hindeute. Der Versicherten 

könne in der angestammten wie in leidensadaptierten Tätigkeiten eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit attestiert werden, aus psychiatrischer Sicht sei sie nie arbeitsunfähig 

gewesen (act. G 6.1.51-5).

A.i   Gemäss FI-Gesprächsprotokoll des RAD vom 24./27. November 2010 berichtete 

Dr. G.___, dass ein Arbeitsversuch der Versicherten im Sommer gescheitert sei. Sie 

habe die Kündigung per 31. November 2010 erhalten. Die Versicherte sei 

leidensadaptiert ab sofort 50% arbeitsfähig, steigerbar; aufgrund des dysfunktionalen 

Krankheitsverhaltens sei das Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit eher nicht 

realistisch (act. G 6.1.55/58).

A.j   Nach Abklärung der Möglichkeiten einer beruflichen Eingliederung (act. G 6.1.57 

und 60), teilte die IV-Stelle der Versicherten am 20. April 2011 mit, der Anspruch auf 

berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Insbesondere fühle sich die Versicherte 

gesundheitsbedingt nicht in der Lage, an Eingliederungsbemühungen aktiv 

mitzuwirken. Unter diesen Voraussetzungen könnten keine erfolgsversprechenden 

Massnahmen durchgeführt werden (act. G 6.1.64).

A.k  Mit Arztbericht vom 14. Mai 2011 berichtete Dr. G.___ über den 

Gesundheitszustand der Versicherten. Als Ursache für eine Arbeitsunfähigkeit sehe er 

eine Affektlabilität, eine depressive Entwicklung und unklare Schulter-/Arm-Schmerzen 

rechts. Es bestehe auf die Dauer eine nicht nachvollziehbare Reaktion auf die wohl 

vorhandenen Schulter-/ Arm-Schmerzen rechts. Es könne mit einer Wiederaufnahme 

der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden, sobald die Patientin dazu psychisch bereit 

sei (act. G 6.1.69).

A.l   Mit Arztbericht vom 31. August 2011 stellte Dr. med. L.___, Fachärztin für 

Psychotherapie und Psychiatrie FMH, die Diagnose einer reaktiven Depression, die seit 

ca. 2009 bestehe, aber keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe. Als 

therapeutische Massnahme seien eine antidepressive Medikation und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychotherapeutische Gespräche in ca. 2-wöchentlichen Intervallen ergriffen worden 

(act. G 6.1.72).

A.m Mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe, da ihr die angestammte Tätigkeit als 

Produktionsmitarbeiterin sowie eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 100% zumutbar 

seien (act. G 6.1.76).

A.n  Mit Schreiben vom 6. Oktober teilte die Versicherte mit, dass sie mit dem 

vorgesehenen Entscheid nicht einverstanden sei. Sie habe in den letzten 3 Jahren 

diverse Operationen und Therapien durchgemacht. Ihr Zustand habe sich dadurch 

nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Da sie wegen Schmerzen nicht mehr 

habe arbeiten können, sei sie durch ihren Arbeitgeber zur IV angemeldet worden. 

Unterdessen sei ihr auch gekündigt worden. Ihr eigener Arzt sowie die Uniklinik Balgrist 

hätten ihr klar gesagt, dass sie diese Schmerzen ihr ganzes Leben lang haben werde. 

Es sei sogar die Rede von einem künstlichen Schultergelenk gewesen. Sie habe am 7. 

November 2011 einen Termin in der Uniklinik Balgrist für weitere Abklärungen. Wenn 

sie mit diesen Schmerzen trotzdem einer Arbeit nachgehen müsse, so bitte sie um 

entsprechende Hilfe auf der Suche nach einer ihr zumutbaren Tätigkeit oder um 

entsprechende Eingliederungsmassnahmen (act. G 6.1.77).

A.o  Mit Schreiben vom 14. November 2011 orientierte Dr. med. M.___, Uniklinik 

Balgrist, dass die Versicherte am 7. November 2011 in einer Schulter-/

Ellbogensprechstunde ambulant untersucht worden sei. Bei der Versicherten zeige sich 

eine schwierige Situation. Sie habe eine diffuse Druckdolenz und Schmerzen in der 

gesamten Schulter vor allem über dem AC-Gelenk sowie im vorderen Schulterbereich. 

Sie habe bereits 2009 eine Abklärung in der Uniklinik Balgrist gehabt mit Infiltration. 

Damals sei die Symptomatik auf das AC-Gelenk gerichtet gewesen. Nun werde erneut 

eine diagnostisch sequenzielle Infiltration AC, subacromial und glenohumeral und ein 

Arthro-MRI durchgeführt. Die Versicherte sage ausdrücklich, dass sie keine Operation 

möchte (act. G 6.1.82).

A.p  Mit Stellungnahme vom 20. Dezember 2011 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, 

dass die Unfallversicherung (Swica) die Taggeldleistungen mit Verfügung vom 16. Juni 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2011 per 31. August 2011 eingestellt und einen Rentenanspruch abgelehnt habe. Sie 

habe daraufhin Beschwerde beim Versicherungsgericht gegen die Verfügung der Swica 

eingereicht. Da es sich bei ihrem Leiden und der daraus folgenden Arbeitsunfähigkeit 

um reine Unfallfolgen handle, ersuche sie, den Entscheid betreffend Rentenanspruch 

aus der Invalidenversicherung bis zum Abschluss des Verfahrens beim 

Versicherungsgericht zurückzustellen. Da sie ihre Teilarbeitsfähigkeit gerne umsetzen 

möchte, bitte sie die IV-Stelle bei der Suche nach einer geeigneten Arbeit behilflich zu 

sein. Gerne erwarte sie diesbezüglich eine baldige Kontaktaufnahme eines 

Eingliederungsspezialisten (act. G 6.1.86).

A.q  Mit Verfügung vom 29. Februar 2012 lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf 

Leistungen der Invalidenversicherung ab. Die angestammte Tätigkeit als 

Produktionsmitarbeiterin sowie eine leidensadaptierte Tätigkeit seien der Versicherten 

zu 100% zumutbar. Demzufolge könne sie ohne weiteres das gleiche 

Jahreseinkommen erzielen wie bisher. Wie die nochmalige Durchsicht der Akten durch 

den RAD zeige, könne an der Arbeitsfähigkeit von 100% festgehalten werden. Es lägen 

keine Berichte, Diagnosen oder Befunde vor, die auf eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes hinweisen würden. Aufgrund des Einwandes vom 20. Dezember 

2011 habe die IV-Stelle auch den Anspruch auf berufliche Massnahmen erneut geprüft. 

Auf aktive Arbeitsvermittlung bestehe nur Anspruch, wenn eine gesundheitsbedingte 

Einschränkung bei der Stellensuche bestehe. Dies sei bei der Versicherten nicht der 

Fall, weshalb das RAV zuständig sei (act. G 6.1.95).

A.r   Mit Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. April 

2012, UV 2011/60 [nachfolgend: UV 2011/60]), wurde die gegen die Einstellung der 

Versicherungsleistungen des Unfallversicherers erhobene Beschwerde vom 18. August 

2011 abgewiesen. Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.    

B.a  Mit Beschwerde vom 17. April 2012 verlangt die Beschwerdeführerin die 

Aufhebung der Verfügung vom 29. Februar 2012. Es sei ihr auf der Basis einer 

medizinisch theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 100% eine ganze IV-Rente 

auszurichten. Das Gutachten AEH attestiere sehr wohl eine erhebliche Einschränkung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in der Arbeitsfähigkeit. So werde im Gutachten festgestellt, dass aufgrund der Befunde 

die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wahrscheinlich auf Dauer 

nicht mehr zumutbar sei. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die 

Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung das Gegenteil behaupte und von 

einer Zumutbarkeit der Fortführung der angestammten Tätigkeit sowie einer 

leidensadaptierten Tätigkeit von 100% ausgehe. Die Beschwerdegegnerin verschweige 

die erheblichen Einschränkungen, welche zu berücksichtigen seien. Zu denken sei hier 

an einen Leidensabzug, aber auch an eine deutliche Einkommenseinbusse. Mit solchen 

Einschränkungen könne nicht davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin das gleiche Einkommen erzielen würde, wie dies ein 

durchschnittlicher gesunder Arbeitnehmer könne. Dabei könne bei diesen 

Einschränkungen von einer Einkommenseinbusse in der adaptierten Tätigkeit von über 

40% ausgegangen werden. Zur konkreten Berechnung des Invalideneinkommens 

könne allerdings nicht Stellung genommen werden, da es die Beschwerdegegnerin 

willkürlich und rechtswidrig verpasst habe, überhaupt eine Berechnung des 

Invalideneinkommens vorzunehmen. Schliesslich müsste sich die Beschwerdegegnerin 

auch mit der Frage auseinandersetzen, ob in einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

überhaupt Arbeiten vorhanden seien, die vorwiegend mit der linken, schwächeren 

Hand ausgeführt werden können (act. G 1).

B.b  In der Beschwerdeergänzung vom 21. Mai 2012 rügt die Beschwerdeführerin 

zusätzlich, die Ellbogenproblematik sei bisher nicht korrekt dargestellt bzw. zu wenig 

ermittelt worden. Auch die AEH-Gutachter hätten die Ellbogenbeschwerden zu Unrecht 

nicht näher abgeklärt. Die Angaben des operierenden Arztes Dr. E.___ könnten nicht 

genügen. Es sei ein Obergutachten nötig (act. G 4).

B.c  Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Im Abschnitt Beurteilung/Diagnose im Gutachten werde 

der Ellbogenproblematik über eine halbe Seite gewidmet und diese umfassend 

gewürdigt. Es sei keinesfalls so, dass die Beschwerden am rechten Ellbogen nicht 

genügend untersucht und gewürdigt worden seien. Vielmehr seien sich die Gutachter 

der Problematik bewusst gewesen und hätten ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung in deren 

Kenntnis abgegeben. Das Gutachten erfülle alle Kriterien der Beweistauglichkeit. 

Irrelevant sei, ob die angestammte Tätigkeit noch zumutbar sei oder nicht. Bei ihrem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

letzten Arbeitgeber habe die Beschwerdeführerin gemäss Auszug aus dem 

Individuellen Konto einen Jahresverdienst von Fr. 40'997.-- (2008) erzielt, was unter 

dem gemäss LSE erzielbaren Durchschnittslohn für Hilfsarbeiterinnen liege. Abzüge 

vom Invalideneinkommen seien vorliegend kaum gerechtfertigt. Selbst wenn man 

jedoch den maximal zulässigen Tabellenlohnabzug von 25% vornehmen würde, reiche 

dies nicht, um einen rententangierenden Invaliditätsgrad zu erreichen. Die faktische 

Einhändigkeit begründe zwar praxisgemäss eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit 

der Arbeitsfähigkeit, doch habe die Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für 

Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten seien, zu finden seien. Es 

bleibe anzumerken, dass eine Gewichtsbelastung des rechten Arms bis zu 10 bis 12 kg 

möglich sein sollte (act. G 6).

B.d  In der Replik vom 14. August 2012 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der 

Beschwerde fest. Die Gutachter hätten sich bei der Beurteilung der 

Ellbogenproblematik auf veraltete Vorakten gestützt und weder eigene Abklärungen 

noch eine eigene Würdigung vorgenommen (act. G 8).

B.e  Auf die Einreichung einer Duplik hat die Beschwerdegegnerin verzichtet (act. G 

10).

 

Erwägungen:

1.     

In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin sowohl einen 

Rentenanspruch wie den Anspruch auf berufliche Massnahmen abgewiesen. Letzteres 

ist von der Beschwerdeführerin nicht angefochten worden. Umstritten ist einzig, ob die 

Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu 

Recht verneint hat. Sollte sich allerdings ergeben, dass ein Rentenanspruch in Frage 

steht, wäre auch die berufliche Eingliederung erneut zu prüfen.

2.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.1   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit 

ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-

Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.2   Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).

2.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1   Es stellt sich zuerst die Frage, ob das vorliegende AEH-Gutachten vom 9. 

September 2010 (act. G 6.1.51) als medizinische Grundlage für die Bemessung des 

Invaliditätsgrades ausreicht. Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene 

Verfügung im Wesentlichen auf das AEH-Gutachten, worin für leidensadaptierte 

Tätigkeiten eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde. Gegen deren 

Beweiskraft bringt die Beschwerdeführerin mehrere Einwände vor.

3.2   Die Gutachter kamen zum Schluss, das arbeitsbezogene Problem bestehe in einer 

verminderten Belastungstoleranz des gesamten Schulterbereichs rechts und des Ell­

bogens rechts aufgrund von Schmerzen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Produktionsmitarbeiterin sei auf Dauer wahrscheinlich nicht mehr zumutbar; hingegen 

sei eine leidensadaptierte Tätigkeit vollumfänglich zumutbar. Wie die 

Beschwerdeführerin zu Recht rügt, wird diese Einschätzung in der angefochtenen 

Verfügung nicht korrekt berücksichtigt, soweit auch die angestammte Tätigkeit als zu 

100% zumutbar erachtet wird. Indessen ist für die Beurteilung des Rentenanspruchs 

nicht die angestammte Tätigkeit massgebend, sondern die Erwerbsunfähigkeit in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit.

3.3   Die Gutachter haben die Vorakten, insbesondere die diversen Röntgenbefunde 

berücksichtigt und eigene somatische und psychiatrische Abklärungen gemacht (vgl. 

act. G 6.1.51-13 f.). Das Gutachten setzt sich sodann nicht nur mit den unfallrelevanten 

Tatsachen und Folgen auseinander. Vielmehr werden generelle Aussagen über die 

Arbeitsfähigkeit und die funktionelle Leistungsfähigkeit gemacht. Es wurden diverse 

unfallfremde Aspekte – mithin das gesamte geklagte Leidensbild - in die Beurteilung 

mit einbezogen. Aus psychiatrischer Sicht wurde kein Leiden mit Krankheitswert 

festgestellt. Die Experten setzten sich auch mit dem dysfunktionalen 

Krankheitsverhalten auseinander und hielten fest, dass dieses keine Arbeitsunfähigkeit 

begründe. Die begutachtenden Ärzte Dr. I.___ und PD Dr. J.___ haben sich eingehend 

mit den vorhandenen Arztberichten und wesentlichen Tatsachen der 

Krankengeschichte auseinandergesetzt und diese im AEH-Gutachten gewürdigt. Sie 

haben zahlreiche Untersuchungen durchgeführt und die Klagen der 

Beschwerdeführerin berücksichtigt. Die medizinischen Überlegungen wirken schlüssig 

und sind überzeugend begründet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.4   Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Ellbogenproblematik nicht korrekt 

dargestellt bzw. zu wenig abgeklärt wurde (act. G 1 und act. G 4). Diesbezüglich finden 

sich im Gutachten auf S. 6 f. Untersuchungsbefunde und Hinweise auf zahlreiche 

Vorakten. Im Abschnitt "Beurteilung/Diagnose" wird ausführlich auf die genannte 

Problematik in ihrem Verlauf eingegangen. So wird festgehalten, dass gemäss 

Anamnese die von der Beschwerdeführerin im Jahr 1984 erlittene Humerusfraktur nach 

deren Versorgung folgenlos verheilte und sich akute Beschwerden im rechten Ellbogen 

erstmals nach dem Aufstehen und Abstützen auf einen Gehstock nach einer 

arthroskopischen Intervention am linken Knie vom 17. Februar 2007 zeigten. Es werden 

die von Dr. E.___ vorgenommenen operativen Schritte aufgeführt und auf dessen 

arthroskopische Untersuchung vom 7. Oktober 2008 hingewiesen, wo sich im 

Wesentlichen am distalen Humerus Knorpelulzerationen und Ulzerationen am Rand des 

Radiusköpfchens sowie eine mässige Chondromalazie an der Spitze des Prozessus 

coracoideus gezeigt hatten. Bei dieser Untersuchung erfolgte zugleich die Behandlung 

der erhobenen Befunde mit einer arthroskopischen Gelenkstoilette und Débridement 

der Vernarbungen (act. G 6.1.30-12). Das scheint die Beschwerdeführerin zu 

übersehen, wenn sie auf diese Befunde hinweist und geltend macht, es wären weitere 

Abklärungen nötig gewesen (Replik S. 4). Nachdem auch nach den Behandlungen 

durch Dr. E.___ die Beschwerden im rechten Ellbogen anhielten, ersuchte dieser die 

Uniklinik Balgrist um eine konsiliarische Beurteilung und organisierte einen 

Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens (act. G 6.1.30-8 und 10). Entgegen der 

Behauptung der Beschwerdeführerin liegt damit nicht allein eine Beurteilung durch den 

Operateur Dr. E.___ vor. In der Uniklinik Balgrist erfolgten auch weitere Behandlungen; 

dabei konnte mittels Infiltrationen lediglich vorübergehend eine Schmerzfreiheit erzielt 

werden. Im Zeitpunkt des Gutachtens war sodann die Aufnahme der 

Beschwerdeführerin im ambulanten interdisziplinären Schmerzprogramm der 

Rheumaklinik des Universitätsspitals Zürich vorgesehen, wie im Gutachten festgehalten 

ist (act. G 6.1.51-11 und 16). All diese Behandlungsschritte werden aufgeführt und 

zusammen mit der eigenen klinischen Untersuchung gewürdigt. Aus dem Umstand, 

dass die Gutachter aufgrund der nach dem Unfall aufgenommenen Röntgenaufnahmen 

die Lage des Osteosynthesematerials projektionsbedingt nicht mit ausreichender 

Sicherheit beurteilen und den weiteren Verlauf nicht mit Sicherheit rekonstruieren 

konnten, lässt sich entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin nicht einfach 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schliessen, das Gutachten sei ungenügend. Es ist vielmehr ein Qualitätszeichen, wenn 

Unsicherheiten explizit angegeben werden. Im Übrigen ist für die Beurteilung der 

Restarbeitsfähigkeit nicht ein einzelner Befund bzw. ein detaillierter Verlauf 

massgebend, sondern hauptsächlich der selber erhobene Befund bzw. dessen 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung. Nach 

Auffassung der Gutachter verbleibt im rechten Ellbogen eine "strukturelle" 

Einschränkung, die aber wegen des maladaptiven Schmerzverhaltens der 

Beschwerdeführerin schwierig (von diesem Verhalten) abzugrenzen sei. Die Gutachter 

gehen letztlich von einer somatisch bedingten Einschränkung des rechten Arms aus, 

die sich qualitativ in der Arbeitsfähigkeit auswirkt, indem der Beschwerdeführerin vor 

allem repetitive Tätigkeiten mit dem rechten Arm (nebst Arbeiten auf Kopf- bzw. 

Überkopfhöhe und Gewichtsbelastungen über 10-12.5 kg) als nicht mehr zumutbar 

erachtet werden (vgl. act. G 6.1.51-22). Entgegen der Behauptung der Beschwerde­

führerin begnügen sich die Gutachter nicht allein in der Wiedergabe der medizinischen 

Vorakten, sondern würdigen diese zusammen mit ihren eigenen Untersuchungen. Von 

einer ungenügenden Abklärung der Ellbogenproblematik kann nicht gesprochen 

werden.

3.5   Dr. med. N.___, Facharzt für Orthopädie vom Spital O.___, erstattete mit 

Schreiben vom 14. März 2009 gegenüber dem Unfallversicherer Bericht (act. G 4.3). 

Ebenso legte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht von Dr. E.___ vom 

3. März 2009 vor (act. G 4.2). Beide Berichte vermögen aber keine abweichende 

gesundheitliche Beurteilung darzulegen, auch wenn sie im AEH-Gutachten nicht 

erwähnt sind. Der Bericht von Dr. N.___ enthält im Wesentlichen eine Anamnese, die im 

AEH-Gutachten auch in dieser Form wiedergegeben wurde. Zudem erstattete Dr. N.___ 

diese Aktenbeurteilung zur Frage, ob der anfangs 2009 geltend gemachte Rückfall 

Folge des Unfalls aus dem Jahr 2005 oder jenem aus dem Jahr 1984 sei (vgl. Anfrage 

des Unfallversicherers vom 12. März 2009 in act. G 6.2). Der Bericht von Dr. E.___ vom 

3. März 2009 an den Unfallversicherer enthält im Wesentlichen dieselben 

Feststellungen, wie er sie in weiteren zahlreich vorhandenen Berichten gemacht hat 

und die im AEH Gutachten berücksichtigt worden sind. Aus diesen Gründen vermögen 

auch diese Arztberichte bzw. deren Nichterwähnung im Gutachten die Beweiskraft des 

AEH-Gutachtens nicht zu erschüttern.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.6   Das AEH-Gutachten vom 9. September 2010 steht schliesslich auch im Einklang 

mit den weiteren Abklärungen der Uniklinik Balgrist. Im Arztbericht vom 14. November 

2011 betreffend die ambulante Untersuchung vom 7. November 2011 führt Dr. med. 

M.___, Uniklinik Balgrist, praktisch dieselben Diagnosen bezüglich des protrahierten 

Schulter-Arm-Syndroms rechts auf. Es zeige sich eine schwierige Situation. Die 

Beschwerdeführerin habe eine diffuse Druckdolenz und Schmerzen in der gesamten 

Schulter. Auch der Ellbogen rechts weise eine deutliche Druckdolenz über der 

Flexionsseite auf. Nach der letzten Abklärung im Jahr 2009 werde nun erneut eine 

Abklärung und Behandlung mit Infiltrationen durchgeführt (act.  G 6.1.82). Im folgenden 

Arztbericht vom 5. Januar 2012 (act. G 6.1/88) mit denselben Diagnosen hält Dr. med. 

P.___, Uniklinik Balgrist, fest, das MRI der Schulter rechts vom 21. Dezember 2011 

habe eine tendinopatische, aber intakte Supraspinatussehne gezeigt. Es bestehe eine 

leichte dorsale Subluxationsstellung des Humeruskopfes und allseits gute 

Muskelqualität. Auf die therapeutischen Infiltrationen habe die Beschwerdeführerin gut, 

aber nicht vollständig angesprochen; weitere (Schmerz-)Behandlungen seien nicht 

geplant. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit ohne Arbeit; er habe sie zur Arbeitssuche 

ermuntert. Wie RAD-Ärztin Dr. Q.___ in ihrer Aktenbeurteilung vom 29. Februar 2012 

festhält, ergeben sich aus diesen Arztberichten zudem keine Hinweise für eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes (act. G 6.1.94).

3.7   Die Beschwerdeführerin selbst macht eine Verschlechterung des Gesundheits­

zustandes geltend. Sie sei nervlich total am Ende. Die Schmerzen würden immer 

unerträglicher und das Ganze belaste sie auch psychisch. Daher befinde sie sich in 

psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. L.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH. Aus dem Bericht vom 31. August 2011 von Dr. L.___ geht 

allerdings keine Arbeitsunfähigkeit hervor. Die von ihr festgestellte reaktive Depression 

(ICD-10:F32.1) führte sie unter Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an 

(vgl. act. G 6.1.72 und act. G 6.1.86). Einzig Dr. G.___ kommt in seinem ärztlichen 

Zeugnis vom 19. Januar 2012 zu einer abweichenden Beurteilung. Er bescheinigt neu 

eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 15. Dezember 2011 mit Vollentlastung der Schulter 

(act. G 6.1.91). Allerdings fehlt eine Begründung für die attestierte Einschränkung von 

50%. Sie steht zudem in ungeklärtem Widerspruch zu dessen früherem Arztbericht 

vom 14. Mai 2011, wo aus seiner Sicht das Schulter-Arm-Syndrom keine 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hatte (act. G 6.1.69). Von daher ist das nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weiter begründete Arztzeugnis vom 19. Januar 2012 weder geeignet, auf eine 

Verschlechterung hinzuweisen, wie RAD-Ärztin Dr. Q.___ festhielt (act. G 6.1/94), noch 

geeignet, Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu wecken.

3.8   Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin gegen 

das AEH-Gutachten vorgebrachten Einwände keine Zweifel an der Beweiskraft des 

Gutachtens entstehen lassen. Des Weiteren bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass 

objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären oder dass seither 

eine Verschlechterung eingetreten wäre. Es ist daher gesamthaft auf die Feststellungen 

des AEH-Gutachtens abzustellen. Mithin ist von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit auszugehen, während die angestammte Tätigkeit nicht mehr 

zumutbar ist. Einschränkungen bestehen seit Oktober 2009 vorab bei repetitiven 

Arbeiten mit dem rechten Arm, bei Arbeiten auf Kopf- resp. Überkopfhöhe und bei 

Gewichtsbelastungen von mehr als 10-12.5 kg. Keine Einschränkungen bestehen bei 

Sitzen, Stehen an Ort, Stehen und Gehen und auch beim Gehen und Treppensteigen 

(act. G 6.1.51-22).

4.     

Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass es eine Arbeitstätigkeit, die auf das 

Leistungsprofil zutreffen würde, nicht gebe. Es stellt sich somit die Frage nach der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit (vgl. act. G 4, Ziff. 13 ff.). Referenzpunkt für die 

Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen 

theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der 

Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der 

Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot 

von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der 

von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar 

sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen 

wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten 

bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche 

Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide 

Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern 

einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, 

wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen 

würden (AHI 1998 S. 291). Für die Beschwerdeführerin stehen - trotz ihrer 

gesundheitlichen Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, 

sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren 

Einsatzmöglichkeiten auszugehen ist. Denn die zumutbare Tätigkeit (vgl. hierzu act. G 

6.1.51-21 f.) ist vorliegend nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der 

allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK 

1989 S. 322 E. 4a). Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend 

hinweist, hat die Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass die faktische Einarmigkeit 

zwar die Verwertbarkeit erheblich erschwert, aber auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten zu finden sind. Darauf ist 

zu verweisen.

5.     

5.1.      Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Beschwerdegegnerin keinen konkreten 

Einkommensvergleich vorgenommen habe. Es trifft zu, dass in der angefochtenen Ver­

fügung einzig festgehalten wird, die Beschwerdeführerin könnte "ohne weiteres" das 

gleiche Jahreseinkommen erzielen wie bisher. Gemäss den Einträgen im Individuellen 

Konto erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 Fr. 37'303.-- und im Jahr 2008 

Fr. 40'997.-- (act. G 6.1/18); von letzterem ging die Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort aus. Indessen erhielt die Beschwerdeführerin in diesen Jahren 

Kranken- bzw. Unfalltaggelder (vgl. Angaben der R.___ vom 29. Mai 2009, act. G 

6.1.23-4), weshalb die Einträge in diesen Jahren nicht als massgebendes 

Valideneinkommen angenommen werden können. Die Arbeitgeberin erklärte im 

erwähnten Bericht, die Beschwerdeführerin würde als Gesunde im Jahr 2009 

Fr. 55'120.-- verdienen (act. G 6.1.23-4). Selbst wenn auf die Zahlen abgestellt würde, 

die dem Entscheid in der Unfallversicherung zugrundeliegen (vgl. UV 2011/60, S. 14: 

Valideneinkommen von Fr. 54'462.-- für 2010, zurückgerechnet auf 2009: Fr. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

53'892.--), so würde kein unterdurchschnittliches Einkommen resultieren, wie die 

Beschwerdegegnerin annimmt. Für dieses Verfahren spricht nichts dagegen, auf die 

Angaben der Arbeitgeberin abzustellen und ein Valideneinkommen von Fr. 55'120.-- für 

2009 anzunehmen.

5.2   Damit bleibt die Höhe des Invalideneinkommens zu ermitteln. Für die Bestimmung 

dieses Einkommens ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person 

angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung 

zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss 

den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1). Abzustellen 

ist auch im vorliegenden Fall auf die LSE-Tabellenlöhne, da die Beschwerdeführerin 

keine ihr zumutbare Tätigkeit ausübt. Im Jahr 2009 betrug der Tabellenlohn der Tabelle 

TA1, Frauen, Anforderungsniveau 4, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 

Arbeitszeit Fr. 52'457.--.

5.3  Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter 

und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine 

schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b 

und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführerin ist nur noch ein 

eingeschränktes Spektrum an leidensangepassten Tätigkeiten zumutbar (körperlich 

leichte Tätigkeit, unter weitgehender Schonung des rechten dominanten Arms). Die 

Höhe des konkreten Leidensabzugs kann allerdings offen bleiben. Selbst wenn wegen 

der faktischen Einarmigkeit vom maximalen Abzug von 25% ausgegangen wird, so 

resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 29% (55'120.-- ./. 

(52'457.-- x 0,75) = 15'777.-- Erwerbsausfall oder 28.6% von 55'120.--).

6.     

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie 

vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihr 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 21.08.2013
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung Gutachten. Keine rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. August 2013, IV 2012/132).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:30:52+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen