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**Case Identifier:** c68d4218-c672-5b50-981a-b23651d81371
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.04.2024 UV 2023/8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2023-8_2024-04-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/25

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/8

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 22.05.2024

Entscheiddatum: 04.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 04.04.2024
Art. 6 Abs. 1 UVG. Art. 9 UVG. Art. 10 UVG. Art. 16 UVG. Vorliegen eines 
Schreckereignisses (häusliche Gewalt) sowie einer Berufskrankheit 
(Covid-19-Erkrankung) verneint. Selbst wenn versicherte Ereignisse bejaht 
würden, müsste der Kausalzusammenhang zwischen den im Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung (ex nunc et pro futuro) noch bestandenen 
Beschwerden und den genannten Ereignissen verneint werden. Abweisung 
der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 4. April 2024, UV 2023/8).

Entscheid vom 4. April 2024

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2023/8

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1, Postfach 

1126, 9001 St. Gallen,

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gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Geschäftsbereich Litigation, Scanning GIC, 

8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war als medizinische Praxisassistentin (MPA) bei der Praxis Dr. B.__ AG tätig 

und dadurch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) 

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als sie 

am 5. Februar 2019 Opfer von häuslicher Gewalt wurde (act. G9.2.1). Die am 13. Juni 

2019 erstbehandelnden Ärzte des Stadtspitals C.___ berichteten gleichentags über 

einen Verdacht auf eine Läsion des Ligamentum collaterale ulnare Daumen links und 

attestierten der Versicherten vom 21. bis 28. Juni 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 

% (act. G9.2.2 f.). Die Zürich entrichtete Taggelder und kam für die Kosten der 

Heilbehandlung auf (act. G9.2.18, act. G9.2.23 f.).

A.a. 

Nach Durchführung einer Sonographie und eines MRI (vgl. act. G9.2.3) hielt die 

behandelnde Ärztin des Stadtspitals C.___ in ihrem Bericht vom 3. Juli 2019 als 

Diagnose ein Hyperextensionstrauma Daumen links bei Status nach Abwehr eines 

tätlichen Angriffs am 5. Februar 2019 fest. Sie führte aus, aufgrund der persistierenden 

Schmerzen sowie Einschränkungen der Feinmotorik werde eine ergotherapeutische 

Therapie initiiert (act. G9.2.14).

A.b. 

Der zwecks Einholung einer Zweitmeinung konsultierte PD Dr. med. D.___, 

Facharzt für Chirurgie, speziell Handchirurgie, befand am 20. Januar 2020, die Ursache 

der Beschwerden der Versicherten sei eindeutig eine beginnende Rhizarthrose links, 

A.c. 

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vermutlich auf dem Boden der Traumatisierungen im Rahmen der häuslichen 

Gewaltakte (act. G9.2.32).

Die Arbeitgeberin meldete der Zürich mit Schadenmeldung vom 11. Mai 2020, die 

Versicherte sei am 3. April 2020 an Covid-19 erkrankt (act. G9.1.2).

A.d. 

Dr. med. E.___, Fachärztin für Neurologie, hatte die Versicherte mit Zeugnis vom 

20. März 2020 aufgrund ihrer medizinischen Vorgeschichte und der damaligen 

Coronavirus-Pandemie nur für Tätigkeiten im Homeoffice, jedoch nicht mit direktem 

Patientenkontakt, für arbeitsfähig befunden (act. G9.1.27).

A.e. 

Dr. med. F.___, Allgemeine Medizin, berichtete am 4. Juni 2020, die Versicherte 

habe im April 2020 eine Covid-19 Infektion im Rahmen ihrer Tätigkeit als MPA in einer 

Hals-Nasen-Ohren (HNO) Praxis erlitten. Der Krankheitsverlauf sei deutlich protrahiert 

gewesen, sie habe jedoch stets ambulant betreut werden können. Derzeit leide die 

Versicherte zusätzlich an den psychischen Folgen der Covid-19-Erkrankung und an 

einer hartnäckigen Laryngitis (act. G9.1.24). Dr. F.___ hatte der Versicherten seit 3. April 

2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (act. G9.1.15 ff., G9.1.35).

A.f. 

Vom 25. Juni bis 26. August 2020 befand sich die Versicherte stationär im 

Rehazentrum Valens. Die dort behandelnden Ärzte hielten in ihrem Austrittsbericht vom 

27. August 2020 als Diagnosen einen Verdacht auf neurologische Folgen einer 

Covid-19 Infektion, einen Verdacht auf Encephalitis im Juni 2012, eine Covid-19 

Infektion im April 2020, ein Asthma bronchiale, eine Atopie und eine 

Anpassungsstörung fest. Sie attestierten der Versicherten vom 25. Juni bis 30. 

September 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Anschliessend bestehe in der 

Tätigkeit als Verwaltungsassistentin Sachbearbeitung eine 25%ige Arbeitsfähigkeit mit 

einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit von 75 % (act. G9.1.65; Dr. E.___ attestierte 

der Versicherten jedoch weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % [act. G9.1.78, 

G9.1.106, G9.1.132, G9.1.134]).

A.g. 

Die Zürich hatte der Versicherten mit E-Mail vom 2. Juli 2020 mitgeteilt, da die 

derzeitigen Symptome auf den Virus zurückzuführen seien, habe sie ihre 

Leistungspflicht für den Virus anerkannt. Es sei jedoch noch zu prüfen, ob die weiterhin 

bestehende Arbeitsunfähigkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. Das Taggeld 

A.h. 

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habe sie im Sinne von Vorleistungen über den Krankentaggeld-Fall an ihre 

Arbeitgeberin abgerechnet (act. G9.1.37).

Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten per 30. 

September 2020 (act. G1.8).

A.i. 

Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 13. 

Oktober 2020 über eine akute Belastungsreaktion nach Covid-19 Infektion und deren 

Folgen (ICD-10: F43.0) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung nach 

häuslicher Gewalt (ICD-10: F43.1). Die Versicherte zeige im Alltag ein starkes Angst- 

und Vermeidungsverhalten. Durch den starken Willen und die Motivation der 

Versicherten stünden die Prognosen für eine positive Entwicklung und eine berufliche 

Wiedereingliederung jedoch günstig (act. G9.1.75).

A.j. 

PD Dr. med. H.___, Facharzt für Angiologie, Venenzentrum I.___, berichtete am 22. 

Januar 2021 unter anderem über rezidivierende veno-thromboembolische Ereignisse. 

Er befand, eine Kompressionsbehandlung sowie eine Antikoagulationstherapie seien 

indiziert (act. G9.1.121).

A.k. 

Dr. med. J.___, Leitender Arzt Innere Medizin, Kantonsspital K.___, berichtete am 

11. Juni 2021, bei der Versicherten bestehe ein Post-Covid-19 Syndrom, wobei 

insbesondere eine ausgeprägte Fatigue sowie die neurologische Symptomatik im 

Vordergrund stünden. Die bislang durchgeführten Abklärungen hätten keine eindeutige 

Ursache für die Symptome gezeigt. Soweit er dies evaluieren könne, bestünden die 

derzeitigen neurologischen Symptome nicht im Zusammenhang mit der möglichen 

Enzephalitis im Juni 2012 (act. G9.1.212). Dr. D.___ berichtete am 28. Juni 2021 über 

eine posttraumatische Rhizarthrose links (act. G9.1.237).

A.l. 

Im Auftrag der Zürich (vgl. act. G9.1.172) wurde die Versicherte im Juni, Juli und 

Oktober 2021 durch Ärzte des Medizinischen Zentrums Römerhof (MZR), Zürich, 

polydisziplinär (internistisch, angiologisch, neurologisch, neuropsychologisch, 

psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 8. November 2021 listeten diese als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine funktionelle neurologische Störung 

mit Sprech- und Gangstörung, eine chronisch venöse Insuffizienz Grad I-II beidseits, 

einen Status nach tiefer Beinvenenthrombose links nach Varizen-Operation vor Jahren, 

A.m. 

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einen Status nach wahrscheinlich nicht getriggerter tiefer Beinvenenthrombose rechts 

vor Jahren, im derzeitigen Duplex postthrombotische Veränderungen der Vena 

femoralis superficialis und der Fibularis-Gruppe links, einen Status nach zweimaliger 

Varizen-Operation beidseits, eine im CT vom 1. Mai 2020 bzw. 21. Januar 2021 

sichtbare anlagebedingte Variante des Verlaufes der thorakalen Aorta mit rechtsseitig 

Aortenbogen mit Kommerell-Divertikel und am 1. Mai 2020 nicht eindeutig 

ausschliessbarer Kommunikation des Divertikels zur linken Aorta subclavia (letzteres 

am 21. Januar 2021 nicht mehr beschrieben), eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine dissoziativ-neurologische Symptomstörung 

(ICD-11: 6B60) mit Beeinträchtigung des Sprechens, des Gangs und mit kognitiven 

Symptomen (ICD-11: 6B60.5, 6B60.7 und 6B60.9) sowie eine akute Belastungsreaktion 

bei anhaltenden Todesdrohungen durch den Exmann (ICD-10: F43.0) auf. Die 

Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als MPA in einer HNO Praxis sowie 

in jeglicher Tätigkeit auf dem primären Arbeitsmarkt seit 2. April 2020 (aus 

psychiatrischer Sicht) zu 100 % arbeitsunfähig. Aus neurologischer Sicht liessen sich 

nur die Geruchs- und Geschmacksstörung im Rahmen eines Post-Covid-Syndroms 

erklären und diese hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer 

Sicht seien die Gesundheitsschäden Folgen der massiven Traumatisierungen während 

der Ehe und nicht eine Folge der Covid-19 Infektion (act. G9.1.297). 

Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. N. Ley, St. Gallen, äusserte 

sich am 11. April 2022 zum Gutachten des MZR und reichte diesbezügliche 

Stellungnahmen von behandelnden Ärzten ein (act. G9.1.340 ff.).

A.n. 

Mit Verfügung vom 9. Mai 2022 lehnte die Zürich eine Leistungspflicht aufgrund 

des Ereignisses vom 5. Februar 2019 ab, erachtete sich jedoch als leistungspflichtig 

bezüglich der Daumenverletzung links aufgrund des Ereignisses vom 5. Februar 2019. 

Sie entschied weiter, die Covid-Erkrankung der Versicherten stelle keine 

Berufskrankheit dar, sodass keine Leistungspflicht der Zürich für die damit in 

Verbindung gebrachten Beschwerden bestehe. Bereits bezahlte Leistungen würden 

von der Zürich nicht zurückgefordert (act. G9.1.353).

A.o. 

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B.  

C.  

Dagegen erhob die Swica Gesundheitsorganisation, Krankenversicherung der 

Versicherten, am 19. Mai 2022 vorsorglich Einsprache (act. G9.1.358, vgl. act. 

G9.1.368). Am 9. Juni 2022 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Ley, 

ebenfalls Einsprache erheben (act. G9.1.364).

B.a. 

Mit Entscheid vom 2. Dezember 2022 wies die Zürich die Einsprachen ab (act. 

G9.1.377).

B.b. 

Dagegen erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten 

durch Rechtsanwältin Ley, am 23. Januar 2023 Beschwerde und beantragte, es seien 

der Einspracheentscheid vom 2. Dezember 2022 sowie die Verfügung vom 9. Mai 2022 

aufzuheben und es seien ihr die versicherten Leistungen auszurichten, namentlich 

Taggeld und Heilkosten. Dies sowohl für das Ereignis vom 3. April 2020 (Covid-19-

Erkrankung) als auch dasjenige vom 5. Februar 2019 (Gewaltdelikt des Ehemannes). 

Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vervollständigung der Abklärungen an die Zürich 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Es sei ihr die unentgeltliche 

Rechtspflege und -verbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. März 2023 die vollumfängliche 

Abweisung der Beschwerde (act. G9).

C.b. 

Mit Schreiben vom 30. März 2023 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch 

der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G10).

C.c. 

In ihrer Replik vom 13. September 2023 liess die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen festhalten (act. G18). Sie liess diverse ärztliche Berichte einreichen (act. 

G18.2 ff.).

C.d. 

Mit Duplik vom 20. November 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

auf Beschwerdeabweisung fest (act. G22).

C.e. 

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Erwägungen

1.

Mit Verfügung vom 9. Mai 2022 bejahte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht 

für die beim Ereignis vom 5. Februar 2019 erlittene Daumenverletzung links, verneinte 

jedoch eine solche aufgrund eines Schreckereignisses und bezüglich der am 3. April 

2020 erlittenen Covid-Erkrankung (im Sinne einer Berufskrankheit). Sie forderte die für 

beide Ereignisse bereits ausgerichteten Leistungen (Taggelder und Heilbehandlung) 

nicht zurück (act. G9.1.353). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass ein 

Unfallversicherer rechtsprechungsgemäss die Möglichkeit hat, die durch Ausrichtung 

von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et 

pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der 

prozessualen Revision einzustellen, das heisst den Fall abzuschliessen; dies mit der 

Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei richtiger Betrachtungsweise – gar 

nicht vor (BGE 130 V 380 E. 2). Nachfolgend ist primär zu prüfen, ob es sich bei den 

genannten Vorfällen um versicherte Ereignisse handelt. Sollte dies bejaht werden, wäre 

sekundär die Kausalität der unbestritten im Verfügungszeitpunkt vom 9. Mai 2022 noch 

vorhandenen Beschwerden zu prüfen.

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 

Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 

UVG). Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind Berufskrankheiten im Sinne von Art. 9 

Abs. 1 und 2 UVG von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt (Art. 9 Abs. 

3 Satz 1 UVG).

1.1. 

Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche 

Versicherungsleistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG). Eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser 

[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

1.2. 

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2.

Bezüglich des Ereignisses vom 5. Februar 2019 ist zwischen den Parteien umstritten, 

ob es sich um ein Schreckereignis handelt. Dies ist nachfolgend zu prüfen.

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Der Beweis des 

natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfalls ist in erster Linie mit den 

Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. 

August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1; KOSS UVG-Nabold Rz 53 zu Art. 53; BSK UVG-

Hofer Rz 66 zu Art. 6). Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30).

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Den von 

Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen 

der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte 

Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 134 V 465 E. 4.4).

1.3. 

Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 

eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder 

den Tod zur Folge hat. Ein menschlicher Angriff (insbesondere eine Straftat wie 

beispielsweise ein Mord, eine Vergewaltigung oder eine Körperschädigung), bei dem 

eine Einwirkung auf den menschlichen Körper erfolgt, ist als Unfallereignis zu werten. 

Erfolgt der Angriff ohne körperliche Verletzung (z.B. Raubüberfall, Drohung, 

Erpressung), ist gegebenenfalls von einem Schreckereignis auszugehen (BGE 129 V 

180 f. E. 2.2; BSK UVG-Hofer, N 43 zu Art. 6). Praxisgemäss werden 

2.1. 

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Schreckereignisse als Einwirkungen auf den menschlichen Körper im Sinne des 

Unfallbegriffs (Art. 4 ATSG) anerkannt. Damit ist ein Ereignis gemeint, das mit einem 

ausserordentlichen psychischen Schock verbunden ist. Dabei muss die seelische 

Einwirkung durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des 

Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst worden sowie überraschend und 

heftig sein. Typische Schreckereignisse sind eine Brandkatastrophe, ein 

Eisenbahnunglück, eine schwere Autokollision, Erdbeben und verbrecherische 

Überfälle. Bei diesen Ereignissen steht, anders als im Rahmen der üblichen Unfälle, die 

psychische Stresssituation im Vordergrund, wogegen dem somatischen Geschehen 

keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann (Urteile des 

Bundesgerichts vom 5. November 2015, 8C_412/2015, E. 2.1, und vom 9. April 2021, 

8C_53/2021, E. 2.3, je mit weiteren Hinweisen sowie Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. 

Aufl. 2020, N 63 & 67 ff. zu Art. 4).

 2.2. 

Die Beschwerdeführerin erlitt unbestritten und glaubhaft über mehrere Jahre 

physische und psychische häusliche Gewalt, ausgeübt durch ihren Ex-Ehemann. Wie 

die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht (act. G9), ist vorliegend jedoch nur 

das gemeldete Ereignis vom 5. Februar 2019 zu berücksichtigen (vgl. act. G9.2.1). Dies 

insbesondere, da es sich bei einem Unfall definitionsgemäss um eine plötzliche 

schädigende Einwirkung auf den menschlichen Körper handelt (Art. 4 ATSG, vgl. E. 1.1) 

und wiederholte Ereignisse über einen längeren Zeitraum (in ihrer Gesamtheit) das 

Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit nicht erfüllen. Bezüglich des genauen Ablaufs 

des Ereignisses vom 5. Februar 2019 finden sich in den Akten abweichende Angaben. 

Deshalb ist im Folgenden zu prüfen, was sich am 5. Februar 2019 überwiegend 

wahrscheinlich zugetragen hat.

2.2.1. 

Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfall- 

bzw. Ereignishergang wird in der Praxis auf die Beweismaxime abgestellt, wonach die 

sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" kurze Zeit nach dem Ereignis in 

der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst 

oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 

anderer Art beeinflusst sein können. Diese Beweisregel kommt jedoch nur dann zur 

Anwendung, wenn der Sachverhalt nicht auf andere Weise mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt werden kann (BSK UVG-Hofer, N 10 zu Art. 

6; KOSS UVG-Nabold, N 10 f. zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 29 f.; BGE 121 

V 47 E. 2a m. w. H.; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2018, 

2.2.2. 

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8C_470/2018, E. 4.1 m. w. H.). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im 

Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 

wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das 

Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit 

Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 f.).

Gemäss Schadenmeldung vom 2. Juli 2019 hat der Ehemann die 

Beschwerdeführerin in der gemeinsamen Wohnung bei einem Streit verletzt. Er sei 

aggressiv geworden, habe sie angegriffen, am Handgelenk gepackt, habe das 

Handgelenk und den Daumen gedreht und sie dann weggestossen. Das Handgelenk 

und der Daumen seien so verletzt worden. Bereits vor dem 5. Februar 2019 habe über 

drei Jahre lang (seit Januar 2017) häusliche Gewalt stattgefunden (act. G9.2.1). Auf 

einem Fragebogen der Beschwerdegegnerin gab die Beschwerdeführerin am 22. Juli 

2019 an, ihr Ehemann habe sie am Handgelenk/Daumen verletzt. Er habe ihren linken 

Daumen massiv nach hinten gedrückt und sie währenddessen weggestossen. Er habe 

ihr Handgelenk fest zugedrückt. Sie habe versucht, sich zu befreien (zurückziehen). Es 

sei danach sofort zu einer Schwellung und Schmerzen am Handgelenk und Daumen 

der linken Hand gekommen. Sie habe die Erstversorgung selbst durchgeführt und habe 

sich sodann am 13. Juni 2019 im Stadtspital C.___ behandeln lassen (act. G9.2.7). 

Diese beiden – rund vier Monate nach dem Ereignis ersten – Schilderungen stimmen, 

abgesehen vom Detaillierungsgrad, überein. Abweichend davon führte die 

Beschwerdeführerin in einer E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 13. September 

2020 aus, sie habe im Rahmen der häuslichen Gewalt insgesamt acht Tätlichkeiten 

physisch und psychisch erleiden müssen. Ihre Verletzung aufgrund der Tätlichkeit vom 

5. Februar 2019 (Würgeangriff gegen ihren Hals) habe eine Behandlung in der 

Notaufnahme des Stadtspitals C.___ notwendig gemacht. Auch während der 

Behandlung in der Notaufnahme sei sie weiterhin von ihrem Exmann bedroht worden, 

so dass sich das Notfallpersonal habe gezwungen gesehen, den Sicherheitsdienst zu 

rufen (act. G9.2.33). Bezüglich diesen Angaben ist zu beachten, dass die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin am 27. August 2020, mithin rund zwei 

Wochen zuvor, mitgeteilt hatte, sie schliesse den Fall ab und erbringe keine weiteren 

Leistungen (act. G9.2.29; vgl. zur Wiedereröffnung des Falls act. G9.2.55). Es ist nicht 

auszuschliessen, dass diese Ankündigung die Schilderungen der Beschwerdeführerin 

2.2.3. 

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in ihrer E-Mail vom 13. September 2020 beeinflusst hat. Gegenüber der 

psychiatrischen Teilgutachterin des MZR berichtete die Beschwerdeführerin am 24. 

Juni 2021 sodann, sie habe 2014 geheiratet und exakt neun Monate später habe sich 

ihr Mann komplett verändert. In den nächsten fünf Jahren hätten insgesamt zehn starke 

physische Tätlichkeiten stattgefunden, auf der psychischen Ebene habe es aber 

bedeutend mehr gegeben. Von den zehn Tätlichkeiten hätten zwei auf der 

Notfallambulanz im Stadtspital C.___ geendet. Die letzte Tätlichkeit sei mit einer 

Tötungsabsicht mit Erwürgen erfolgt. Durch eine Abwehrbewegung sei es auch zur 

Daumenverletzung gekommen. Sie habe massive Todesangst gehabt. Sie sei von 

ihrem Mann fixiert (Hände auf den Rücken, Füsse fixiert und am Bauch fixiert), 

geschlagen und gebissen worden. Meistens sei er auf ihre Hände losgegangen und 

habe ihre Hand an den heissen Backofen gehalten, sodass sie kleben geblieben sei. Er 

habe sie plötzlich ohne Vorankündigung in die Nase gebissen und habe alles über sie 

bestimmt. Sie habe ständig Drohungen von ihrem Exmann erhalten, dass er sie 

umbringen würde, wenn sie etwas nach aussen sagen würde. Der Zufall habe ergeben, 

dass ihrem Exmann eine Zügelkiste auf den Fuss gefallen sei und er habe gemeint, der 

Fuss sei gebrochen, sodass sie ihn ins Stadtspital C.___ habe fahren müssen. Schon 

auf dem Parkplatz sei er cholerisch geworden und sie habe gewusst, dass nun Gewalt 

folgen werde. Er sei schliesslich mitten in der Notfallstation ausgerastet, so dass die 

Security habe kommen müssen. Ein Arzt sei zu ihr gekommen und habe sie gerettet 

und sie gefragt, ob es sein könne, dass nicht ihr Mann der Patient sei, sondern sie. Da 

habe sie ihre Chance erkannt, aus der Gewalt zu entkommen. Wegen des kurz davor 

stattgefundenen Tötungsversuchs sei sie nicht im Spital gewesen. Sie habe ihren 

Daumen selbst reponiert (act. G9.1.297, S. 91 f.). Die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin gegenüber der psychiatrischen Teilgutachterin betreffen 

offensichtlich nur teilweise das Ereignis vom 5. Februar 2019.

Wie sich aus den vorgenannten Aktenstücken übereinstimmend ergibt, hielt der 

Exmann der Beschwerdeführerin am 5. Februar 2019 ihr Handgelenk fest und bog 

ihren linken Daumen nach hinten, so dass es durch die Abwehrbewegung der 

Beschwerdeführerin zu einer Daumenverletzung kam. Eine weitere 

Bedrohungssituation und Gewalt im Sinne eines Erwürgungsversuches berichtete die 

Beschwerdeführerin auch nicht gegenüber den erstbehandelnden Ärzten (act. G9.2.2) 

und ist mit Verweis auf die Angaben der "ersten Stunde" (Juli 2019; act. G9.2.1, G9.2.7) 

nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass 

die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der durch die Beschwerdegegnerin mittels 

Fragebogen detaillierten Erhebung im Juli 2019 bereits getrennt von ihrem Ehemann 

2.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 12/25

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wohnte (act. G9.2.7) und daher kein Grund zur Annahme besteht, dass sie das Ereignis 

aus Selbstschutz verharmlosend darstellte. Vorkommnisse von häuslicher Gewalt 

können zwar grundsätzlich die Voraussetzungen für ein Schreckereignis erfüllen (vgl. 

nachfolgende E. 2.3.2 f.) und dem Ereignis vom 5. Februar 2019 kann eine gewisse 

Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden. Zudem ist durchaus nachvollziehbar, 

dass die Beschwerdeführerin das Ereignis subjektiv als bedrohlich empfunden hat. 

Dennoch ist der Vorfall im Vergleich zu den in E. 2.1 erwähnten Beispielen 

(Naturkatastrophe, schwerer Auto-/Bahnunfall, verbrecherischer Überfall) nicht von 

einer besonderen Heftigkeit und Aussergewöhnlichkeit, die geeignet erscheint, durch 

Störung des seelischen Gleichgewichts – auch bei einer "weiten Bandbreite" von 

Versicherten – typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag 

etc.) hervorzurufen. Eine akute Lebensgefahr bestand (beim überwiegend 

wahrscheinlich erstellten Sachverhalt) für die Beschwerdeführerin nicht. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorfall vom 5. Februar 2019 nicht als 

Schreckereignis qualifiziert werden kann. Selbst wenn zu Gunsten der 

Beschwerdeführerin ein Schreckereignis bejaht würde, wären – wie nachfolgend 

ausgeführt – die im Verfügungsdatum vom 9. Mai 2022, mithin über drei Jahre nach 

dem Ereignis vom 5. Februar 2019, noch bestehenden psychischen Beschwerden 

jedoch nicht unfallkausal. Für die damals noch vorhandenen somatischen Unfallfolgen 

(Daumenverletzung links) erklärte sich die Beschwerdegegnerin unbestritten als 

leistungspflichtig (act. G9.1.353).

 2.3. 

Bei Schreckereignissen, die nicht mit einer körperlichen Beeinträchtigung 

einhergehen oder wenn – wie hier – die somatischen Beeinträchtigungen von 

untergeordneter Bedeutung sind, beurteilt sich der adäquate Kausalzusammenhang 

nach der allgemeinen Adäquanzformel (BGE 129 V 177 E. 4.2; Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 8C_168/2011, E. 3.2). Vorliegend erlitt die 

Beschwerdeführerin ein Hyperextensionstrauma des Daumen links (act. G9.2.14). 

Dabei handelt es sich um eine vergleichsweise geringfügige Verletzung. An den 

adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Schreckereignissen und nachfolgenden 

psychischen Beschwerden werden hohe bzw. strenge Anforderungen gestellt (BGE 

129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2016, 

8C_167/2016, E. 4.1). Die strengen Anforderungen sind insbesondere an den Beweis 

der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, und an die 

Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen 

Schock zu stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 

2.3.1. 

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4.3.1). Nach der Rechtsprechung besteht erfahrungsgemäss die übliche und 

einigermassen typische Reaktion auf solche Schreckereignisse darin, dass zwar eine 

Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen 

oder Monate überwunden wird (SVR 2008 UV Nr. 7 S. 23 E. 2.5; Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Juli 2011, 8C_168/2011, E. 5.3, mit Hinweisen).

Vorerst ist festzuhalten, dass durchaus nachvollziehbar erscheint, dass es bei 

der Beschwerdeführerin infolge der mehrjährigen sehr belastenden Ehe und der 

wiederholten psychischen und physischen häuslichen Gewalt zu psychischen 

Beschwerden kam. Wie erwähnt (E. 2.2.1), sind vorliegend jedoch nur das Ereignis vom 

5. Februar 2019 sowie allfällige Auswirkungen desselben zu berücksichtigen. Der 

Vorfall vom 5. Februar 2019 war für die Beschwerdeführerin unbestritten bedrohlich. 

Das Bundesgericht erachtete jedoch einen Vorfall, in dem eine Versicherte von ihrem 

damaligen Partner geschlagen und gewürgt wurde als nicht geeignet, langjährige, die 

Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigende psychische Beschwerden auszulösen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 31. August 2010, 8C_1062/2009). Die 

höchstrichterliche unfallversicherungsrechtliche Rechtsprechung befasste sich auch 

wiederholt mit Drohungen und Raubüberfällen. In BGE 129 V 177 ging es um eine 

Betriebsleiterin eines Spielsalons, welche spätabends von einem schwarz gekleideten, 

einen schwarzen Motorradhelm mit dunkel getöntem Visier tragenden Mann mit einer 

Handfeuerwaffe mit dem Finger am Abzug bedroht worden war. Der Täter hatte Geld 

verlangt und die Betriebsleiterin nach der Übergabe einer Geldkassette aufgefordert, 

sich auf den Boden zu setzen und keinen Alarm auszulösen, bevor er verschwand. Die 

Betriebsleiterin hatte in der Folge eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach 

chronischer posttraumatischer Belastungsstörung entwickelt. Die Unfallversicherung 

hatte während rund sechs Jahren Leistungen erbracht und diese dann mangels 

adäquater Kausalität eingestellt. Das Bundesgericht erwog, ein solches Ereignis sei 

nicht geeignet, beim Opfer einen dauernden, erheblichen psychischen Schaden mit 

anhaltender Erwerbsunfähigkeit zu verursachen. Die übliche und einigermassen 

typische Reaktion auf einen solchen Überfall dürfte erfahrungsgemäss darin bestehen, 

dass zwar eine Traumatisierung stattfinde, diese aber vom Opfer in aller Regel innert 

einiger Wochen oder Monate überwunden werde. Die psychische Störung und die lang 

andauernde Erwerbsunfähigkeit könnten daher nicht mehr in einem weiten Sinne als 

angemessene und einigermassen typische Reaktion auf das Schreckereignis 

bezeichnet werden (BGE 129 V 177, E. 4.3). Im Ergebnis gleich entschied das 

Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG [heute: Bundesgericht]) auch in einem Fall, 

in dem eine Versicherte auf der Strasse von einem Unbekannten angegriffen, zu Boden 

2.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 14/25

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gedrückt und mit Tötungsabsicht gewürgt worden war (RKUV 1996 Nr. U 256 S. 215), 

und bei einem nächtlichen Angriff eines alkoholisierten Mannes mit Beschimpfungen 

und Würgen einer Versicherten (Urteil des EVG vom 14. April 2005, U 390/04). 

Schliesslich kam das Bundesgericht in diversen Entscheiden zu Raubüberfällen, 

teilweise mit mehreren Tätern und tätlichen Angriffen bzw. Drohungen mit 

Schusswaffen, zum gleichen Schluss (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 4. Juni 

2013, 8C_266/2013, 19. Mai 2015, 8C_44/2015, 29. Februar 2016, 8C_2/2016, und 23. 

Mai 2016, 8C_167/2016; Urteile des EVG vom 4. August 2005, U 2/05 und 14. April 

2008, U 593/06). Auch das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen entschied bei 

einem Versicherten, der unverschuldet Opfer einer gewalttätigen Attacke durch fünf 

Schläger geworden war und diverse Körperverletzungen erlitten hatte, entsprechend 

(Entscheid vom 25. Juni 2012, UV 2011/71, E. 2.6.2).

Das Ereignis vom 5. Februar 2019 hatte unbestritten eine gewisse 

Eindrücklichkeit. Dennoch erscheint das Geschehen für sich alleine nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, mehrjährige psychische Störungen 

auszulösen. So sprechen die Umstände, dass die Beschwerdeführerin sich unmittelbar 

nach dem Vorfall nicht in ärztliche Behandlung begeben hatte und keine 

Arbeitsunfähigkeit bestand als Indizien dafür, dass sie damals keinen 

aussergewöhnlichen psychischen Schock erlitt. Einen Psychiater konsultierte sie 

erstmals im Juni 2020 (act. G9.1.75). Es sind mit Blick auf die geschilderten Fälle beim 

Ablauf des hier zu beurteilenden Vorfalls keine besonderen Umstände auszumachen, 

die eine andere Beurteilung der adäquaten Kausalität rechtfertigen würden. Der 

vorliegende Geschehensablauf ist nicht zu vergleichen mit den seltenen Fällen, in 

denen das Bundesgericht den adäquaten Kausalzusammenhang auch nach mehreren 

Jahren noch bejahte. In einem Urteil vom 27. September 2018 (8C_847/2017) befasste 

sich das Bundesgericht mit einem Fall, in dem eine Versicherte von ihrem Ehemann 

gefesselt, verschleppt und mit dem Tod bedroht worden war. Der Ehemann hatte der 

Versicherten während über dreier Stunden den Eindruck vermittelt, ihr Tod sei 

beschlossene Sache und es gäbe nichts, was sie tun könnte, um diesem Schicksal zu 

entgehen. Das Aggressionspotenzial des psychisch kranken und suizidgefährdeten 

Täters zeigte sich nicht nur durch den tätlichen Übergriff und die ausgestossenen 

Todesdrohungen, sondern es wurde noch untermauert durch die Fahrt an einen 

unbekannten Ort im Wald. Dabei waren vom Ehemann zuvor für die Versicherte nicht 

erkennbare Gegenstände im Kofferraum des Personenwagens verstaut worden, wobei 

der Versicherten bekannt war, dass ihr Ehemann Waffen besass. Weiter machte er ihr 

Mobiltelefon während der Fahrt unbrauchbar, um sie daran zu hindern, Kontakt mit 

2.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 15/25

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einer Drittperson aufzunehmen und gemäss Aussagen des Ehemannes auch, um die 

Ortung des Telefons zu vereiteln. Das Bundesgericht kam aufgrund dieser Umstände 

zum Schluss, dass die durch diese Tat ausgelöste psychische Störung der 

Versicherten auch nach Ablauf von sechs Jahren adäquat kausal auf das 

Schreckereignis zurückzuführen sei. Im Gegensatz dazu kam es vorliegend zwar zu 

einem tätlichen Übergriff und einer Bedrohungssituation. Diese war jedoch von relativ 

kurzer Dauer und es bestand keine unmittelbare Todesgefahr. Auch kam es nicht zu 

erschwerenden Umständen bzw. einer besonders furchterregenden Situation wie die 

Fahrt an einen unbekannten Ort und die vollständige Unmöglichkeit bzw. 

Hoffnungslosigkeit, Hilfe zu erhalten. Im Entscheid vom 1. September 2008, 

8C_522/2007, ging es um eine Mitarbeiterin eines Grosshandels. Diese war 

frühmorgens als erste an ihrem Arbeitsplatz erschienen und von drei schwarz 

gekleideten und vermummten Einbrechern überrascht worden. Diese hatten sie mit 

einer Schusswaffe bedroht, ihr befohlen, sich auf den Boden zu legen, sie an Armen 

und Beinen gefesselt und in eine Toilette eingeschlossen. Dabei hatte sie sich ein 

Hämatom am rechten Hinterkopf zugezogen. Ebenfalls bejaht wurde der adäquate 

Kausalzusammenhang in einem Fall, in welchem das weibliche Opfer von einem 

betrunkenen und mit einem Messer bewaffneten Unbekannten zu sexuellen 

Handlungen in Form von oralem Geschlechtsverkehr gezwungen worden war (Urteil 

des EVG vom 20. Oktober 2006, U 193/06). Vorliegend wurde die Beschwerdeführerin 

körperlich nur leicht verletzt und nicht mit einer Waffe bedroht. Die Beschwerdeführerin 

erwähnte gegenüber dem psychiatrischen Teilgutachter, sie habe massive Todesangst 

gehabt (act. G9.1.297, S. 91 f.). Dies ist zwar angesichts der wiederholten Vorfälle 

häuslicher Gewalt durchaus nachvollziehbar. Dennoch ist das Geschehen vergleichbar 

mit den Fällen der in E. 2.3.2 erwähnten Rechtsprechung, welche als nicht geeignet 

betrachtet wurden, bei den Opfern einen dauernden, erheblichen psychischen Schaden 

mit anhaltender Erwerbsunfähigkeit zu verursachen. Die adäquate Kausalität der über 

die Verfügung vom 9. Mai 2022 hinaus und mithin über drei Jahre nach dem Ereignis 

vom 5. Februar 2019 geklagten psychischen Beschwerden ist somit selbst bei 

Annahme eines Schreckereignisses zu verneinen.

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3.

Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich der 

Covid-19-Erkrankung der Beschwerdeführerin (positiver Test am 7. April 2020 [act. 

G9.1.19]) zu Recht mit der Begründung abgelehnt hat, es handle sich dabei nicht um 

eine Berufskrankheit im unfallversicherungsrechtlichen Sinne (act. G9.1.377).

Als Berufskrankheiten gelten namentlich Krankheiten (Art. 3 ATSG), die bei der 

beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder 

bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser 

Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 UVG). 

Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursachung von Krankheiten durch 

schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG nur dann 

gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im 

gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. "Ausschliessliche" 

Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der 

schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 

E. 2a, 117 V 355 E. 2a mit Hinweis). Gestützt auf die Delegationsnorm von Art. 9 Abs. 1 

UVG und Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat der 

Bundesrat in Anhang 1 zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe (Ziff. 1) und der 

arbeitsbedingten Erkrankungen (Ziff. 2) erstellt. Die Ziff. 2 ist wiederum unterteilt in lit. a 

"Erkrankungen durch physikalische Einwirkungen" und lit. b "Arbeitsbedingte 

Erkrankungen/Andere Erkrankungen". Zu den Erkrankungen im Sinn von Art. 9 Abs. 1 

UVG gehören gemäss Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV Infektionskrankheiten bei Arbeiten in 

Spitälern, Laboratorien, Versuchsanstalten und dergleichen.

3.1. 

Als Berufskrankheiten gelten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen 

wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit 

verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 2 UVG). Die Generalklausel von Art. 9 Abs. 2 UVG 

bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch entstehen könnten, dass die 

bundesrätliche Liste gemäss Anhang 1 zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, 

der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit 

verursacht wurde. Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des 

"ausschliesslichen oder stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 

UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche 

Tätigkeit verursacht worden ist bzw. wenn in einer bestimmten Berufsgruppe viermal 

mehr Fälle auftreten als in der Bevölkerung im Allgemeinen (BGE 116 V 143, 117 V 200 

E. 2b, 117 V 355 E. 2b mit Hinweis).

3.2. 

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Die Beschwerdeführerin verspürte am 2. bzw. 3. April 2020 die ersten Symptome 

einer Covid-19-Erkrankung und der positive Test erfolgte am 7. April 2020 (act. G9.1.2, 

G9.1.19, G9.1.32). Bei der Erkrankung infolge einer Covid-19 Infektion handelt es sich 

unbestrittenermassen um eine Infektionskrankheit. Gemäss Angaben des 

Bundesamtes für Gesundheit (BAG) kann eine Covid-19-Erkrankung zwei bis vierzehn 

Tage nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus auftreten. Im Durchschnitt erkrankt 

man drei bis vier Tage nach der Ansteckung (https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/

krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/coronavirus/covid-19.html, zuletzt abgerufen 

am 21. März 2024). Damit erscheint bei der Beschwerdeführerin eine Ansteckung vom 

29. bis 31. März 2020 als am wahrscheinlichsten, war aber im Zeitraum vom ca. 19. 

März bis zum 1. April 2020 möglich. Die Beschwerdeführerin arbeitete damals als MPA 

und Audiometristin in einer HNO-Praxis, wobei jene bis zum 20. März 2020 ferienhalber 

geschlossen war. Ab 23. März 2020 war die Praxis nur noch vormittags geöffnet und 

empfing ausschliesslich Patienten, welche dringend eine Abklärung oder Behandlung 

benötigten ("Notfallpatienten"). Die Beschwerdeführerin war in einem Pensum von 50 

% beschäftigt. Sie arbeitete an den Vormittagen vom 23., 24., 30. und 31. März 2020 

(act. G9.1.32, G9.1.364). Ab 1. April 2020 wurde die Beschwerdeführerin sodann 

aufgrund des Attestes von Dr. E.___ (vgl. G9.1.27) von ihrer Arbeitspflicht befreit (act. 

G9.1.32, G9.1.364). Eine Ansteckung während der Berufstätigkeit ist damit 

grundsätzlich in Betracht zu ziehen.

3.3. 

Im Folgenden sind vorerst die Voraussetzungen gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG zu 

prüfen. Bei Berufskrankheiten vom Typ "Infektionskrankheiten" gemäss Anhang 1 

Ziff. 2 lit. b UVV wird verlangt, dass es sich bei der beruflichen Tätigkeit um eine "Arbeit 

in einem Spital, einem Laboratorium, einer Versuchsanstalt oder dergleichen" handelt.

3.4. 

Bei einer ambulanten HNO-Praxis handelt es sich weder um ein Spital noch ein 

Labor oder eine Versuchsanstalt. Eine ambulante Arztpraxis, in der Patienten behandelt 

bzw. abgeklärt werden, ist jedoch als vergleichbare Institution im Sinne des Anhangs 1 

Ziff. 2 lit. b UVV zu betrachten.

3.4.1. 

Weiter zu klären ist, was unter dem Begriff "Arbeiten" (Anhang 1 Ziff. 2 lit. b) zu 

verstehen ist. Die Beschwerdegegnerin stellt sich diesbezüglich mit Verweis auf die 

Empfehlungen der Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG, Nr. 1/2003, Erkrankungen im 

Sinne von Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV in der Version vom 23. Dezember 2020 (abrufbar 

unter https://www.svv.ch/de/branche/regelwerke/empfehlungen-der-ad-hoc-

kommission-schaden-uvg, zuletzt abgerufen am 21. März 2024) auf den Standpunkt, 

die Tätigkeit der Beschwerdeführerin habe nicht die Behandlung und Pflege von 

3.4.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 18/25

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infizierten Patienten umfasst. Die berufsbedingte Exposition sei damit zu verneinen 

(act. G9.1.377). Nach dem Wortlaut von Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV muss es sich um 

"Arbeiten" in den genannten Institutionen/Einrichtungen handeln. Weitergehende 

Einschränkungen – beispielsweise eine Beschränkung auf die Pflege infizierter 

Personen, auf Arbeiten mit körperlichem Kontakt mit infizierten Personen oder mit 

infektiösem Material – enthält die Verordnungsbestimmung keine. Es gibt auch keine 

erläuternden Ausführungen, welche Gegenstand des Gesetzes- bzw. des 

Verordnungsgebungsprozesses waren. In Anbetracht dessen ist davon auszugehen, 

dass eine weitergehende konkrete Einschränkung der zu berücksichtigenden 

"Arbeiten" in einer der genannten oder damit vergleichbaren Institutionen/Einrichtungen 

vom Gesetz- bzw. Verordnungsgeber nicht gewollt waren und daher auch nicht 

statthaft ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das berufliche Expositionsrisiko (wie dies 

beispielsweise in der genannten Empfehlung der Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG 

gefordert wird) unbeachtlich wäre. Das (individuell-konkrete) berufliche Expositions-/ 

Infektionsrisiko ist jedoch nicht bereits an dieser Stelle, sondern erst bei der Prüfung 

der weiteren gesetzlichen Vorgaben zu beachten, denn das berufliche Expositions-/

Infektionsrisiko einer Person wird nebst der von ihr konkret in der Institution/

Einrichtung ausgeübten beruflichen Tätigkeit durch verschiedene weitere Faktoren 

mitbestimmt wie der Art der pathogenen Mikroorganismen, der möglichen 

Übertragungswege, der für eine Infektion erforderliche Virenlast sowie die getroffenen 

Schutzmassnahmen und deren Wirksamkeit (zum Ganzen vgl. auch Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Juli 2023, UV 2021/83, E. 5.4.2).

Festzuhalten ist soweit, dass es sich bei der von der Beschwerdeführerin 

dazumal ausgeübten Tätigkeit als MPA und Audiometristin in einer HNO-Praxis, in der 

Patienten mit diversen Beschwerden im HNO-Bereich behandelt bzw. abgeklärt 

wurden, um eine Arbeit in einer mit einem Spital vergleichbaren Institution gemäss 

Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV handelte.

3.4.3. 

Für die Anerkennung einer Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG ist im 

Weiteren erforderlich, dass die Erkrankung infolge einer Infektion mit dem Coronavirus 

zumindest vorwiegend durch die berufliche Tätigkeit ausgelöst wurde (vgl. E. 3.1). 

Erforderlich ist daher eine Beurteilung des Risikos der Beschwerdeführerin, sich mit 

dem Coronavirus infiziert zu haben, einerseits während ihrer Arbeit als MPA in einer 

HNO-Praxis und andererseits während der übrigen Zeit sowie im Vergleich.

3.5. 

Aus den Akten lässt sich nicht abschliessend nachvollziehen, welche Tätigkeiten 

die Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitraum in der HNO-Praxis tatsächlich hat 

3.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 19/25

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ausführen müssen. Gemäss Aussendienstbericht der Beschwerdegegnerin vom 10. 

Juni 2020 hatte sich die Beschwerdeführerin anlässlich eines Gesprächs mit ihrer 

Vorgesetzten am 21. März 2020 geweigert, (auch) künftig Audiometrien durchzuführen. 

Es sei zu einem Streit gekommen und die Beschwerdeführerin habe weiterhin zur 

Arbeit kommen müssen. Ob sie dabei nach wie vor Audiometrien und weitere Arbeiten 

bzw. Abklärungen direkt an den Patienten hat durchführen müssen, ist dem Bericht 

nicht eindeutig zu entnehmen. Darin ist einzig ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe 

die Patienten an der Türe abholen, mit ihnen administrative Arbeiten vornehmen und 

Unterschriften einverlangen müssen (act. G9.1.32). In ihrer Beschwerde vom 23. Januar 

2023 liess die Beschwerdeführerin geltend machen, sie habe als ausgebildete 

Audiometristin diverse Aufgaben direkt an den Patienten durchführen müssen, 

insbesondere Rhinomanometrien, Spirometrien sowie Audiometrien und habe bei 

Streptokokken-Antigen-Schnelltests assistieren müssen. Sie sei bei diesen Tätigkeiten 

auf engem Raum beständig in direktem Kontakt mit Patienten gewesen, welche wegen 

der spezifischen Problematik "Hals-Nasen-Ohren" in aller Regel während der 

Untersuchung keine Masken hätten tragen können und teils aufgrund der 

durchzuführenden Untersuchungen dazu aufgefordert gewesen seien, ihre Atemluft mit 

Nachdruck auszustossen (act. G1). Es ist somit nicht auszuschliessen, dass die 

Beschwerdeführerin teilweise Untersuchungen bzw. Abklärungen an Patienten 

durchführen musste. Da die Beschwerdeführerin jedoch nur am 23., 24., 30. und 31. 

März 2020 an den Vormittagen (während jeweils rund vier Stunden) arbeiten und 

mindestens teilweise administrative Tätigkeiten ausführen musste, ist davon 

auszugehen, dass die direkten Patientenkontakte nicht zahlreich waren. Dies zumal die 

HNO-Praxis pandemiebedingt nur Patienten empfing, bei welchen eine Behandlung 

oder Abklärung dringlich war. Die Patienten der HNO-Praxis wurden im fraglichen 

Zeitraum nicht auf eine Ansteckung mit Covid-19 getestet und der Beschwerdeführerin 

ist nicht bekannt, ob sie mit einem infizierten Patienten in Kontakt kam (act. G9.1.32). 

Aufgrund der damaligen Pandemiesituation kann zwar nicht ausgeschlossen werden, 

dass einer der Patienten der Beschwerdeführerin (unwissentlich) mit Covid-19 infiziert 

war, die HNO-Praxis diente jedoch nicht der spezifischen Behandlung oder Pflege von 

an Covid-19 erkrankten Patienten. Die zweite in der HNO-Praxis angestellte MPA, mit 

welcher die Beschwerdeführerin alternierend im Jobsharing arbeitete, war im fraglichen 

Zeitraum aufgrund der Infektion ihres Sohnes in Quarantäne (act. G9.1.32). Folglich war 

eine Ansteckung der Beschwerdeführerin durch Kontakt mit dieser Kollegin nicht 

möglich. Angaben zum Kontakt mit der vorgesetzten Ärztin sowie einer allfälligen 

Infektion derselben sind nicht bekannt. Insgesamt war das konkrete Expositionsrisiko 

am Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin damit nicht besonders hoch. Es ist nicht zu 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 20/25

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vergleichen mit der Arbeit auf einer Covid-19-Intensivstation oder einer Covid-19-

Pflegeabteilung, insbesondere da kein nachweislicher Kontakt mit einer infizierten 

Person stattfand.

Während der rund 14-tägigen Inkubationszeit war die Beschwerdeführerin nur an 

vier Vormittagen in der HNO-Praxis tätig (vgl. E. 3.3) und befand sich damit den 

Grossteil des relevanten Zeitraums ausserhalb der Praxis. Die Beschwerdeführerin hielt 

am 10. Juni 2020 gegenüber einem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin fest, sie sei 

sich bewusst gewesen, dass sie als Risikopatientin aufpassen müsse. Sie sei privat 

keine Gefahren eingegangen (act. G9.1.32). Den Akten lässt sich entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin bis zum 6. April 2020 vorübergehend mit ihrer betagten Mutter 

zusammengewohnt und diese gepflegt hatte, da diese kurz zuvor an der Wirbelsäule 

operiert worden war (act. G9.1.19, G9.1.32). Eine damalige Erkrankung der Mutter an 

Covid-19 ist nicht aktenkundig. Da auch asymptomatische Personen das Coronavirus 

übertragen können (vgl.  https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/

krankheiten-im-ueberblick/coronavirus/covid-19.html#-2098611660, zuletzt abgerufen 

am 21. März 2024), ist eine Ansteckung der Beschwerdeführerin durch sie jedenfalls 

nicht auszuschliessen. Dasselbe gilt auch für andere Personen, mit welchen die 

Beschwerdeführerin in Kontakt war. Das Coronavirus wird zwar meistens durch 

Tröpfchen und Aerosole übertragen, die von einer angesteckten Person abgegeben 

werden, insbesondere beim Husten, Niesen und lauten Sprechen. Während Tröpfchen 

zu Übertragungen in unmittelbarer Nähe führen, ist eine Ansteckung bzw. Übertragung 

durch Aerosole, welche in der Luft schweben, auch über weitere Distanzen möglich. 

Dies vor allem in geschlossenen Räumen ohne ausreichende Belüftung (vgl. https://

www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/coronavirus/

covid-19.html#-2098611660, zuletzt abgerufen am 21. März 2024). Die 

Beschwerdeführerin lebte ab 7. April 2020 (vgl. act. G9.1.19) alleine in einem Studio. 

Gegenüber der neuropsychologischen Teilgutachterin des MZR führte die 

Beschwerdeführerin aus, das Studio gehöre zu einer grösseren Wohneinheit, sie hätten 

eine Gemeinschaftsküche, für welche einmal pro Woche eine Putzfrau komme (act. 

G9.1.297, S. 79). Wie die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde ausführen liess, 

befanden sich auf dem gleichen Stockwerk noch drei weitere, je als vollständige 

Wohneinheiten voneinander abgetrennte Studios, von denen damals zwei ebenfalls 

vermietet gewesen seien. Den Mietern habe am Ende des Hausgangs eine allgemein 

zugängliche Küche zur Verfügung gestanden. Sie sei jedoch die einzige Person 

gewesen, welche diese Küche benutzt habe. Die Nachbarn hätten ihre Studios zwecks 

Wochenaufenthalt bewohnt und seien in der Regel nur über Nacht anwesend gewesen. 

3.5.2. 

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/coronavirus/covid-19.html#-2098611660
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/coronavirus/covid-19.html#-2098611660

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 21/25

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4.

Eine Berufskrankheit ist damit zu verneinen. Selbst wenn eine solche jedoch bejaht 

würde, wäre – wie nachfolgend ausgeführt – die Leistungseinstellung (ex nunc et pro 

futuro) per 9. Mai 2022 mangels natürlicher Kausalität zwischen der Covid-19-

Erkrankung und der damals noch bestehenden Beschwerden nicht zu beanstanden.

Es habe sich nicht um eine eigentliche Wohngemeinschaft im Sinne sozialen 

Zusammenlebens gehandelt; die Parteien seien je für sich geblieben (act. G1). Eine 

Ansteckung im häuslichen Bereich lässt sich – selbst bei fehlendem direkten Kontakt 

zu den weiteren Mietparteien – zumindest aufgrund von Aerosolen nicht völlig 

ausschliessen. Zudem musste die Beschwerdeführerin ihr Studio auch für alltägliche 

Verrichtungen, insbesondere um Lebensmittel einzukaufen, verlassen. Auch dabei kann 

es zu einer Übertragung des Coronavirus gekommen sein. Diesbezüglich ist darauf 

hinzuweisen, dass im Zeitpunkt der Ansteckung der Beschwerdeführerin in der 

Schweiz die ausserordentliche Lage galt und gewisse Massnahmen im Sinne von 

Ladenschliessungen und Verbot von Veranstaltungen in Kraft waren. Spezielle 

Schutzmassnahmen, insbesondere die Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden und 

Geschäften, wurden jedoch (noch) nicht verordnet (vgl. https://www.admin.ch/gov/de/

start/dokumentation/medienmitteilungen

/bundesrat.msg-id-78454.html, zuletzt abgerufen am 21. März 2024), obwohl die 

Inzidenz damals schon relativ hoch war (vgl. https://idd.bag.admin.ch/diseases/covid/

statistic#oblig-cases-over-time, zuletzt abgerufen am 21. März 2024). Den Akten lässt 

sich ausserdem entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer Covid-19-Infektion 

nebenbei als selbständige Hundetrainerin tätig war (act. G9.1.297, S. 34 f.). Auch eine 

in diesem Rahmen eingetretene Ansteckung ist nicht auszuschliessen.

Zusammengefasst ist vorliegend nicht bekannt, wo und wann genau sich die 

Beschwerdeführerin mit dem Coronavirus infizierte. Aufgrund der vorgenannten Risiken 

erscheint eine Ansteckung im privaten Umfeld ebenso gut möglich wie während der 

Tätigkeit in der HNO-Praxis. Es spricht damit gleich viel für wie gegen eine Ansteckung 

bei der beruflichen Tätigkeit und der Nachweis einer vorwiegenden (mit über 50%iger 

Wahrscheinlichkeit) Verursachung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG ist nicht erbracht. 

Von weiteren Abklärungen sind keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten.

3.5.3. 

Die MZR-Gutachter listeten in ihrem Gutachten vom 8. November 2021 als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem eine funktionelle 

neurologische Störung mit Sprech- und Gangstörung, eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine dissoziativ-neurologische Symptomstörung 

4.1. 

https://idd.bag.admin.ch/diseases/covid/statistic#oblig-cases-over-time

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 22/25

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(ICD-11: 6B60) mit Beeinträchtigung des Sprechens (ICD-11: 6B60.5), mit 

Beeinträchtigung des Gangs (ICD-11: 6B60.7) und mit kognitiven Symptomen (ICD:11: 

6B60.9) sowie eine akute Belastungsreaktion bei anhaltenden Todesdrohungen durch 

den Exmann (ICD-10: F43.0) auf (act. G9.1.297, S. 106). Wie dem Gutachten zu 

entnehmen ist, erkrankte die Beschwerdeführerin im Juni 2012 (vermutungsweise) an 

einer Enzephalitis und war infolgedessen bis im Mai 2015 (andere Angabe: Ende 2016 

[act. G9.1.297, S. 122]) zu 100 % arbeitsunfähig (act. G9.1.297, S. 118). Der 

neurologische Teilgutachter des MZR hielt jedoch fest, die damalige Diagnose sei eher 

beschreibend und vage. Man müsse zumindest diskutieren, ob bei damals im Vergleich 

zur derzeitigen Situation als ähnlich beschriebenen Symptomen nicht auch eine 

funktionelle Symptomatik vorgelegen habe (act. G9.1.297, S. 72). In ihrer 

Konsensbeurteilung befanden die MZR-Gutachter sodann, auch bei den damals (2012 

bis 2016) als neurologisch gewerteten Symptomen und den damit verbundenen 

Arbeitsunfähigkeiten sei zum derzeitigen Zeitpunkt eindeutig klar, dass bereits die 

damaligen Symptome psychischen Ursprungs und auf die massiven Traumatisierungen 

(im häuslichen Bereich) zurückzuführen gewesen seien (act. G9.1.297, S. 123). Der 

neurologische Teilgutachter befand überzeugend, die Gang-, Sprech- und 

Schluckstörungen seien durch eine funktionelle neurologische Störung am besten 

erklärt. Eine solche funktionelle neurologische Störung trete gehäuft bei psychischer 

Komorbidität und auch psychosozialer Belastungssituation auf. Aus neurologischer 

Sicht liessen sich nur die Geruchs- und Geschmacksstörung, welche keinen Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit hätten, im Rahmen eines Post-Covid-Syndroms erklären. Die 

neuropsychologische Teilgutachterin hielt fest, die Zusammenstellung der Befunde der 

Leistungstests liessen auf ein Aggravationsverhalten schliessen. Daher könnten die 

Ergebnisse der Leistungstests inhaltlich nicht interpretiert werden und lieferten wegen 

mangelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde, da sie 

wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau abbildeten (act. 

G9.1.297, S. 119 ff.). Die psychiatrische Teilgutachterin beurteilte, aus psychiatrischer 

Sicht seien die Gesundheitsschäden Folgen der massiven Traumatisierungen die 

gemäss der Beschwerdeführerin neun Monate nach der Heirat im Jahr 2014 

angefangen hätten und nicht Folge der Covid-19-Infektion (act. G9.1.297, S. 126 f.). 

Zusammenfassend waren laut der überzeugenden Beurteilung der MZR-Gutachter die 

im Zeitpunkt des Gutachtens noch bestehenden Beschwerden – mit Ausnahme der 

Geruchs- und Geschmacksstörung – sowie die attestierte Arbeitsunfähigkeit (aus 

neurologischer Sicht 50 %, aus psychiatrischer Sicht 100 % [act. G9.1.297, S. 128 f.]) 

nicht auf die Covid-19-Erkrankung zurückzuführen.

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 23/25

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Der behandelnde Dr. J.___ nahm am 22. Februar 2022 Stellung zum Gutachten 

des MZR. Er befand, auch wenn bei der Beschwerdeführerin eine eindeutige 

psychische Belastungssituation vorliege und diese möglicherweise zu einer 

Beeinflussung der Post-Covid-Symptomatik geführt habe, sei er doch überzeugt, dass 

es sich beim Post-Covid-Syndrom um eine grundsätzlich somatische Erkrankung 

handle (act. G9.1.341, act. G18.2). Am 2. Mai 2023 berichtete Dr. J.___ weiterhin über 

das Vorliegen eines Post-Covid-19 Syndroms, wobei es in den vorangegangenen 

Monaten zu einer Stabilisierung und einer leichten Besserung gewisser Symptome 

gekommen sei (act. G18.3). Dr. J.___ setzte sich in seinen Stellungnahmen nicht 

detailliert mit den Untersuchungen und Ergebnissen des Gutachtens des MZR 

auseinander. Auch begründete er nicht überzeugend, weshalb er nach wie vor vom 

Vorliegen eines Post-Covid-Syndroms ausging. Dipl. med. L.___, Leitende Ärztin am 

Rehazentrum Valens, stellte am 18. Februar 2022 die von der neuropsychologischen 

Teilgutachterin festgestellte Aggravation in Frage, dies insbesondere, da die 

neuropsychologische Abklärung im Rehazentrum Valens zu einem anderen Ergebnis 

gekommen sei und die Beschwerdeführerin sich während der neuropsychologischen 

Begutachtung im MZR unter Druck gefühlt habe. Es dürfe deshalb nicht der falsche 

Schluss gezogen werden, wonach keine neuropsychologische Funktionsstörung 

vorliege, sondern eine dissoziative Störung bestehe. Sie (Dr. L.___) habe im Verlauf der 

Psychotherapie keine schwerwiegende dissoziative Störung feststellen können (act. 

G9.1.342). Diesbezüglich ist mit der Beschwerdegegnerin (act. G9.1.377, S. 10) 

festzuhalten, dass im MZR-Gutachten die neuropsychologischen Resultate zwar 

infolge Aggravation offenbar nicht interpretierbar waren, der psychiatrische 

Teilgutachter sich aber dennoch in der Lage sah, eine psychiatrische Einschätzung zu 

tätigen. Dies, da der posttraumatische Symptomkomplex klinisch eindeutig und stark 

ausgeprägt war (act. G9.1.297). Zudem lassen sich aus der Kritik von Dr. L.___ keine 

Hinweise auf eine Unfallkausalität der noch bestehenden Beschwerden ziehen. 

Vielmehr hielt auch sie fest, dass der Fokus der Therapie auf der Aufarbeitung der 

Erlebnisse während der zweiten Ehe liege (act. G9.1.342). Dr. E.___ hielt in ihrem 

Bericht vom 13. Januar 2023 als Diagnose unter anderem ein Post-Covid-19-Syndrom 

fest und stellte insbesondere die noch vorhandene Fatigue damit in Zusammenhang 

(act. G18.4). Sie begründete dies jedoch nicht. Insgesamt sind die Stellungnahmen der 

behandelnden Ärzte damit nicht geeignet, das überzeugende polydisziplinäre 

Gutachten des MZR in Frage zu stellen.

4.2. 

Zusammenfassend wäre damit selbst bei Vorliegen einer Berufskrankheit die 

natürliche Kausalität zwischen der Covid-19-Erkrankung und den am 9. Mai 2022 noch 

bestehenden Beschwerden zu verneinen. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringen 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 24/25

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

lässt, das Gutachten des MZR lasse zumindest auf eine Teilkausalität der Covid-19-

Infektion schliessen (act. G1, G18), ist dies nicht nachvollziehbar, zumal die Gutachter 

eine (Teil-)Kausalität ausdrücklich verneinten (vgl. act. G9.1.297, S. 126). Die Hinweise 

der Beschwerdeführerin auf eine Studie zu den diversen möglichen Symptomen bei 

einem Post-Covid-19-Syndrom (vgl. act. G18, G18.1) sind sodann nicht geeignet, 

Zweifel an der Beurteilung der MZR-Gutachter zu erwecken, zumal sich die Studie 

nicht auf die konkrete Situation der Beschwerdeführerin bezieht. Weitere medizinische 

Abklärungen erübrigen sich damit.

Im Sinne der Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 2. 

Dezember 2022 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist 

abzuweisen.

5.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

5.2. 
bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 

15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu 

kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70). Somit hat der Staat die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1]).

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 25/25

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2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit Fr. 3'200.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.04.2024
	Art. 6 Abs. 1 UVG. Art. 9 UVG. Art. 10 UVG. Art. 16 UVG. Vorliegen eines Schreckereignisses (häusliche Gewalt) sowie einer Berufskrankheit (Covid-19-Erkrankung) verneint. Selbst wenn versicherte Ereignisse bejaht würden, müsste der Kausalzusammenhang zwischen den im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (ex nunc et pro futuro) noch bestandenen Beschwerden und den genannten Ereignissen verneint werden. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. April 2024, UV 2023/8).

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		2026-01-28T05:26:03+0100
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