# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61eef7a0-898b-527c-b9dd-e63d65c60942
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-13
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 13.04.2017 603 2017 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_603-2017-17_2017-04-13.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

603 2017 17
603 2017 57

Urteil vom 13. April 2017

III. Verwaltungsgerichtshof 

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud 
Richter: Johannes Frölicher 

Dominique Gross 
Gerichtsschreiberin-Praktikantin: Estelle Seiler

Parteien A.________, Beschwerdeführer     

gegen

KOMMISSION FÜR ADMINISTRATIVMASSNAHMEN IM STRASSEN-
VERKEHR, Vorinstanz     

Gegenstand Strassenverkehr und Transportwesen

Wiederzulassung zum motorisierten Strassenverkehr / Verfahrenskosten

Beschwerde vom 26. Januar 2017 gegen die Verfügung vom 22. Dezember 
2016

Kantonsgericht KG

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in Anbetracht dessen

dass das Amt für Strassenverkehr und Schifffahrt (ASS) A.________ (Beschwerdeführer) mit 
Schreiben vom 4. März 2012 aufforderte, in Anwendung von Art. 27 Abs. 1 der Verkehrszulas-
sungsverordnung vom 27. Oktober 1976 (VZV; SR 741.51) ein Arztzeugnis bezüglich seiner Fahr-
eignung beizubringen;

dass aufgrund der Akten davon auszugehen ist, dass diese Verfügung dem Beschwerdeführer 
nicht zugestellt werden konnte: Das ASS hatte vorerst erfolglos versucht, dem Beschwerdeführer 
diese Aufforderung an seiner (ehemaligen) Adresse in B.________ zuzustellen. Anlässlich einer 
Recherche ergab sich, dass der Beschwerdeführer in C.________ wohnhaft sei. Deshalb 
informierte das ASS die zuständigen Behörden in D.________, dass diese nun für die Aufbietung 
zur ärztlichen Untersuchung zuständig seien. In der Folge teilten die E.________ Behörden dem 
ASS jedoch mit, dass der Beschwerdeführer auch in C.________ nicht (mehr) gemeldet sei;  

dass der Beschwerdeführer folglich keine ärztliche Bestätigung bezüglich seiner Fahreignung bei-
brachte und auch nicht von der Möglichkeit Gebrauch machte, freiwillig auf den Führerausweis zu 
verzichten;

dass deshalb die Kommission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr (Vorinstanz) dem 
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3. Mai 2012 den Führerausweis für eine unbestimmte Dauer 
vorsorglich entzog, und darauf hinwies, dass dieser Entscheid aufgrund eines Arztzeugnisses, 
welches bestätigt, dass er physisch wie psychisch in der Lage ist, mit aller Sicherheit ein Motor-
fahrzeug zu lenken, in Wiedererwägung gezogen werden kann. Diese Verfügung konnte dem Be-
schwerdeführer an der (ehemaligen) Adresse in B.________ ebenfalls nicht zugestellt werden, 
weshalb sie im Amtsblatt publiziert wurde;

dass der Beschwerdeführer am 18. März 2016 im F.________-Tunnel eine technische Panne mit 
einem Personenwagen hatte; die angerückte Kantonspolizei G.________ stellte dabei fest, dass 
ihm der Führerausweis gemäss der Verfügung vom 3. Mai 2012 entzogen ist, weshalb sie Bericht 
an die Staatsanwaltschaft H.________ erstattete; 

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 10. Mai 2016 informierte, dass in 
Folge dieses Ereignisses keine neue Massnahme gegen ihn verfügt werde, weil ihm der Führer-
ausweis bereits vorsorglich für eine unbestimmte Dauer entzogen sei; jedoch werde diese neue 
schwere Widerhandlung im Rahmen eines möglichen Gesuchs um Rückerstattung des Führer-
ausweises berücksichtigt;

dass die Staatsanwaltschaft H.________ am 7. Juli 2016 verfügte, dass das Verfahren gegen den 
Beschwerdeführer nicht an die Hand genommen wird. Zur Begründung legte sie insbesondere dar, 
dass der Beschwerdeführer angegeben habe, dass er seit vielen Jahren nicht mehr in der Schweiz 
wohnhaft sei. Er habe vor langer Zeit in B.________ gewohnt und danach kurz in I.________. Er 
sei dann ausgewandert und betreibe im Ausland J.________. Er habe seither keinen Wohnsitz 
mehr in der Schweiz. Im Ausland melde er sich jeweils dort an, wo er gerade tätig sei. In der 
Schweiz habe er immer Nachsendeaufträge an den Wohnort seiner Tochter in Auftrag gegeben; 
die Post sei dort stets zugestellt worden. Die Verfügung des ASS vom 3. Mai 2012, mit dem ihm 
der Führerausweis vorsorglich entzogen wurde, habe er jedoch nie erhalten. Die Staatsanwalt-
schaft folgerte, dass demnach keine Hinweise vorlägen, dass der Beschwerdeführer Kenntnis von 

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der Verfügung des ASS hatte oder hätte haben können; ihm könne mithin weder ein fahrlässiges 
noch ein vorsätzliches Fehlverhalten nachgewiesen werden;  

dass der Beschwerdeführer am 16. Dezember 2016 der Vorinstanz einen Arztbericht betreffend 
seine Fahrfähigkeit einreichte;

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. Dezember 2016 gestützt auf 
diesen Arztbericht ab sofort wieder zum motorisierten Strassenverkehr zuliess. Infolge der Nicht-
anhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft verzichtete die Vorinstanz zudem auf die Verhän-
gung eines Warnungsentzugs infolge des Ereignisses vom 18. März 2016. Der Beschwerdeführer 
wurde weiter aufgefordert, seinen alten blauen Führerausweis gegen den neuen Führerausweis im 
Kreditkartenformat umzutauschen. Schliesslich stellte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer Ver-
fahrenskosten von CHF 105.- in Rechnung;

dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung am 26. Januar 2017 Beschwerde an das 
Kantonsgericht erhob (603 2017 17) und sinngemäss beantragte, dass auf die Ausstellung eines 
neuen Führerausweises im Kreditkartenformat zu verzichten und von der Auferlegung von Verfah-
renskosten abzusehen sei. Am 17. Februar 2017 spezifizierte er, dass er mit dem Austausch des 
Führerausweises einverstanden sei, nicht aber mit den ihm auferlegten Verfahrenskosten von 
CHF 105.-. Am 10. März 2017 beantragte der Beschwerdeführer zudem die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege (603 2017 57); 

dass die Vorinstanz am 20. März 2017 die Abweisung der Beschwerde beantragte;

erwägend

dass das Kantonsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig ist (Art. 12 des kantonalen 
Gesetzes vom 12. November 1981 zur Ausführung der Bundesgesetzgebung über den Strassen-
verkehr [AGSVG; SGF 781.1] in Verbindung mit Art. 114 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes 
vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]). Der Beschwerdeführer ist 
zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 VRG) und die Beschwerdefrist wurde einge-
halten (Art. 79 Abs. 1 VRG);

dass mit der Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden kann, die Rüge der Unangemessenheit aber 
ausgeschlossen ist (Art. 77 f. VRG);

dass vorliegend aufgrund der Beschwerde und der Spezifizierung vom 17. Februar 2017 einzig 
(noch) zu beurteilen ist, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit der Verfügung vom 
22. Dezember 2016 zu Recht Verfahrenskosten von CHF 105.- auferlegte. Weitergehend wurde 
die Verfügung nicht angefochten (bzw. wurde ein Antrag betreffend den Austausch des Führer-
ausweises am 17. Februar 2017 zurückgezogen) und ist demnach in Rechtskraft erwachsen;

dass nach Art. 130 Abs. 1 VRG in erster Instanz die Kosten der Person auferlegt werden, die einen 
Entscheid der Verwaltungsbehörde anbegehrt oder veranlasst;

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dass dem Beschwerdeführer der Führerausweis mit Verfügung vom 3. Mai 2012 vorsorglich ent-
zogen wurde, und dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Der Beschwer-
deführer hielt namentlich mit Schreiben vom 23. August 2016 an die Vorinstanz bzw. mit der Ein-
reichung des Arztberichtes vom 12. Dezember 2016 daran fest, dass er den Führerausweis zu-
rückerhalten möchte, so dass er den angefochtenen Entscheid vom 22. Dezember 2016 im Sinne 
von Art. 130 Abs. 1 VRG anbegehrt bzw. veranlasst hat;

dass nach Art. 18 Abs. 1 des kantonalen Reglements vom 24. August 1982 betreffend die Kom-
mission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr (SGF 781.12) die zuständige Behörde 
der Person, gegen die eine Massnahme ausgesprochen wird, die Verfahrenskosten auferlegt, be-
stehend aus a) einer Gebühr von CHF 50.- bis 500.-; b) den Auslagen, welche sich insbesondere 
aus den Expertenhonoraren, den Zeugenentschädigungen und allen übrigen durch die Instruktion 
verursachten Kosten zusammensetzen;

dass die Verfahrenskosten von CHF 105.- für die Wiedererteilung des Führerausweises grund-
sätzlich durchaus angemessen sind und auch der regelmässigen vorinstanzlichen Praxis entspre-
chen, und dass ferner der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde gar nicht geltend macht, dass 
diese Kosten das Kostendeckungs- bzw. das Äquivalenzprinzip verletzen würden; 

dass indes der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde insbesondere rügt, dass die Vorinstanz 
eine über 50 Jahre alte Adresse verwendet habe; er sei seit 1990 mehrheitlich im Ausland als 
Sportlehrer und Ausbildner im K.________ tätig gewesen und habe sich in I.________ ordentlich 
abgemeldet;

dass demnach vorliegend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz überhaupt zuständig war, den Be-
schwerdeführer mit Verfügung vom 4. März 2012 aufzufordern, ein Arztzeugnis bezüglich seiner 
Fahreignung beizubringen bzw. ihm – mangels Einreichung dieses Zeugnisses – mit Verfügung 
vom 3. Mai 2012 den Führerausweis vorsorglich zu entziehen;

dass Art. 22 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) bestimmt, 
dass Ausweise von den Verwaltungsbehörden erteilt und entzogen werden. Zuständig ist für Fahr-
zeuge der Standortkanton und für Fahrzeugführer der Wohnsitzkanton (Abs. 1). Die gleichen Re-
geln gelten für Fahrzeug- und Führerprüfungen und die übrigen entsprechend vorgesehenen 
Massnahmen (Abs. 2). Für Führer ohne Wohnsitz in der Schweiz ist der Ort massgebend, an dem 
sie sich vorwiegend befinden. Im Zweifelsfall ist der Kanton zuständig, der das Verfahren zuerst 
einleitet (Abs. 3). Die Regel, wonach im Zweifelsfall jener Kanton zuständig ist, der das Verfahren 
zuerst einleitet, greift indes nach der Rechtsprechung und Lehre nur, wenn überhaupt Zweifel über 
den vorwiegenden Aufenthaltsort des Betroffenen bestehen (Urteil BGer 1C_162/2007 vom 
1. November 2007 E. 3; vgl. auch BGE 102 Ib 290 E. 2; BGE 105 IV 70), und sofern die sich als 
zuständig ansehende Behörde dafür objektiv überhaupt in Betracht kommt (Urteil KG BL [KGVVE], 
in BLVGE 2002/2003 S. 365 ff. E. 3c; zum Ganzen auch WEISSENBERGER, Kommentar SVG und 
Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 22 N. 7);

dass der Beschwerdeführer gemäss der Auskunft der Gemeinde B.________ am 28. Juli 1966 
nach B.________ zugezogen ist (von I.________ kommend). Bereits etwa ein halbes Jahr später, 
nämlich am 25. Januar 1967, ist er wieder von B.________ weggezogen und hat sich nach 
C.________ abgemeldet. Die Vorinstanz hatte in casu erfolglos versucht, dem Beschwerdeführer 
das Aufgebot des ASS vom 4. März 2012, wonach er einen Arztbericht betreffend seine 
Fahrfähigkeit einzureichen hatte, an seiner ehemaligen Adresse in B.________ zuzustellen. 

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Anlässlich einer Recherche hat sich daraufhin ergeben, dass der Beschwerdeführer in C.________ 
wohnhaft sei. Deshalb informierte das ASS die zuständigen Behörden in D.________, dass diese 
nun für die Aufbietung zur ärztlichen Untersuchung zuständig seien. In der Folge teilten die 
E.________ Behörden jedoch dem ASS mit, dass der Beschwerdeführer auch in C.________ nicht 
(mehr) gemeldet sei (vgl. Aktennotiz in den Vorakten: "Selon enquête SVA, l'intéressé est inconnu 
à C.________"). Zudem ist der Ausweisinhaber nach Art. 26 VZV insbesondere verpflichtet, den 
zuständigen Behörden innerhalb von 14 Tagen mitzuteilen, wenn er seinen Wohnsitz bzw. 
Hauptaufenthaltsort verlegt, und er muss sich bei einer Wohnsitzverlegung in das Ausland bei der 
bisherigen Behörde abmelden. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers reicht es 
hierfür nicht aus, dass er sich beim Einwohneramt I.________ per 17. Oktober 1990 abgemeldet 
hat, zumal in seinem alten blauen Führerausweis vermerkt ist, dass er per 19. Oktober 1990 nach 
I.________ gezogen ist, was mit der Abmeldung beim Einwohneramt kaum kompatibel erscheint. 
Entsprechend monierte die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 20. März 2017 zu Recht, dass 
die schweizerischen Strassenverkehrsbehörden seit vielen Jahren nie über den tatsächlichen 
Aufenthalt bzw. Wohnsitz des Beschwerdeführers informiert waren, obwohl ihm eine 
entsprechende Pflicht zukam. Die Vorinstanz durfte damit – namentlich gestützt auf die Mitteilung 
der E.________ Behörden im Jahr 2012, wonach der Beschwerdeführer in C.________ nicht 
(mehr) gemeldet sei – davon ausgehen, dass ein Zweifelsfall über den massgebenden Aufenthalt 
des Beschwerdeführers vorliegt bzw. dass sich dieser möglicherweise (wiederum) vorwiegend im 
Kanton Freiburg befindet, und dass demnach der Kanton Freiburg zuständig ist, da hier das 
Verfahren zuerst eingeleitet wurde (Art. 22 Abs. 3 SVG); 

dass demnach gestützt auf Art. 22 Abs. 3 SVG die Vorinstanz für die getroffenen Massnahmen 
örtlich zuständig war;

dass sich demnach – insbesondere gestützt auf Art. 130 Abs. 1 VRG, Art. 18 Abs. 1 des kantona-
len Reglements betreffend die Kommission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr und 
auf Art. 22 Abs. 3 SVG – die von der Vorinstanz erhobenen Verfahrenskosten von CHF 105.- als 
gerechtfertigt erweisen;

dass die Beschwerde (603 2017 17) damit abzuweisen ist; 

dass vorliegend ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird (Art. 129 
VRG) und das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (603 2017 57) mit-
hin als gegenstandslos abzuschreiben ist. Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet (Art. 137 
VRG);

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

  

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erkennt der Hof:

I. Die Beschwerde (603 2017 17) wird abgewiesen. 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (603 2017 57) wird als 
gegenstandslos abgeschrieben. 

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. 

Freiburg, 13. April 2017/dgr

Präsidentin Gerichtsschreiberin-Praktikantin