# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdd6d481-4545-5d1d-8f33-957ccc347eec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.10.2022 D-2937/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2937-2022_2022-10-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2937/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Susanne Bolz-Reimann (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiber Jonas Perrin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kolumbien,   

vertreten durch Werner Amrein, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl);  

Verfügung des SEM vom 9. Juni 2022 / N (…). 

 

 

 

D-2937/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung vom 13. Januar 2021 hiess das SEM das Asylgesuch von 

B._______ – der Mutter des Beschwerdeführers – gut, stellte ihre Flücht-

lingseigenschaft fest und gewährte ihr Asyl in der Schweiz. 

B.  

Mit Eingabe vom 11. April 2022 stellte B._______ beim SEM ein Gesuch 

um Einreisebewilligung und Familienzusammenführung zugunsten des Be-

schwerdeführers – ihres volljährigen Sohnes.  

C.  

Mit Verfügung vom 9. Juni 2022 lehnte das SEM das Gesuch um Einreise-

bewilligung und um Familienzusammenführung ab. 

D.  

Mittels Eingabe seines Rechtsvertreters vom 4. Juli 2022 erhob der Be-

schwerdeführer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und das SEM sei an-

zuweisen, die Familienzusammenführung zu bewilligen; eventualiter sei 

die Sache zur Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens an die Vor-

instanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, der Be-

schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren und es sei von ei-

nem Vollzug der Wegweisung bis zum Ausgang des Verfahrens abzuse-

hen. Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er ein Schreiben von 

Dr. med. C._______, D._______, vom (…) 2022, medizinische Unterlagen 

aus Kolumbien, eine Kopie der Registrierung als geistig beeinträchtigte 

Person beim kolumbianischen Gesundheitsministerium, eine Kopie der Be-

stätigung des kolumbianischen Gesundheitsministeriums betreffend die 

Obhut durch seine Mutter und eine Kopie des Asylentscheids seiner Mutter 

ein. 

E.  

Mit Schreiben vom 6. Juli 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde. Gleichentags lagen dem Bundesverwal-

tungsgericht die vorinstanzlichen Akten in elektronischer Form vor (vgl. 

Art. 109 Abs. 6 AsylG). 

D-2937/2022 

Seite 3 

F.  

Mit Verfügung vom 11. Juli 2022 stellte die Instruktionsrichterin fest, sie 

gehe aufgrund der Akten davon aus, dass der Beschwerdeführer zum Zeit-

punkt des Erlasses der vorinstanzlichen Verfügung nicht in der Schweiz 

anwesend gewesen sei. Die Beschwerdeanträge sowie der ärztliche Be-

richt vom 28. Juni 2022 von Dr. med. C._______, D._______ (Beschwer-

deschrift, Beilage 4), deuteten jedoch darauf hin, dass er sich inzwischen 

in der Schweiz aufhalte. Sie lud die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. 

G.   

In seiner Vernehmlassung vom 14. Juli 2022 hielt das SEM an seiner Ver-

fügung fest. Ergänzend führte es an, es stehe dem Beschwerdeführer frei, 

selbstständig ein Asylgesuch zu stellen oder sich für die Erteilung einer 

ausländerrechtlichen Bewilligung an den Wohnsitzkanton seiner Mutter zu 

wenden. 

H.  

Mit Verfügung vom 22. Juli 2022 räumte die Instruktionsrichterin dem Be-

schwerdeführer Gelegenheit ein, eine Replik und entsprechende Beweis-

mittel einzureichen. 

I.  

Mit Eingabe vom 4. August 2022 teilte der Beschwerdeführer mit, er be-

finde sich – trotz Ablehnung der Einreisebewilligung – bereits in der 

Schweiz. Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung einer Fristerstreckung für 

die Einreichung seiner Replik.  

J.  

In seiner Replik vom 19. August 2022 hielt der Beschwerdeführer an sei-

nen Beschwerdevorbringen fest. Ergänzend führte er an, dass sich eine 

Familienzusammenführung aufgrund seiner Vulnerabilität aufdränge. Zur 

Stützung seiner Vorbringen reichte er eine E-Mail mit drei Links, eine von 

ihm selbst verfasste Zeichnung einer Verfolgungssituation und eine Kopie 

eines Antrags um Personenschutz in Kolumbien ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

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Seite 4 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Partei des Beschwerdeverfahrens kann nur sein, wer partei- und pro-

zessfähig ist. Die Prozessfähigkeit stellt das prozessuale Gegenstück der 

materiell-rechtlichen Handlungsfähigkeit dar und ist grundsätzlich an die 

gleichen Voraussetzungen wie Letztere geknüpft (Art. 12 ff. ZGB). Sie setzt 

demnach Volljährigkeit und Urteilsfähigkeit voraus (Art. 13 ZGB). Volljährig 

ist, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat (Art. 14 ZGB); urteilsfähig ist jede 

Person, der es nicht wegen ihres Kindesalters oder infolge anderer Um-

stände an der Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln (Art. 16 

ZGB). Die Volljährigkeit ist vorliegend unbestritten, jedoch enthält die Be-

schwerde Hinweise auf geistige Einschränkungen des Beschwerdeführers. 

Da die Urteilsfähigkeit vermutet wird, und gemäss den Akten keine konkre-

ten Anhaltspunkte gegen die Annahme seiner Urteilsfähigkeit in Bezug auf 

den Gegenstand des vorliegenden Verfahrens – Gesuch um Schutz und 

Asyl in der Schweiz – sprechen, ist vorerst von der Urteilsfähigkeit des Be-

schwerdeführers auszugehen. Der Beschwerdeführer ist somit partei- und 

prozessfähig. 

1.4 Weiter muss der Beschwerdeführer am vorinstanzlichen Verfahren teil-

genommen haben oder keine Möglichkeit zur Teilnahme gehabt haben 

(Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG). Im vorinstanzlichen Verfahren wurde das Ge-

such um Familienzusammenführung einzig im Namen der Mutter des Be-

schwerdeführers gestellt und auch nur von ihr unterzeichnet; der Be-

schwerdeführer selbst hat am vorinstanzlichen Verfahren somit nicht teil-

genommen. Das Gericht stellt jedoch fest, dass der Beschwerdeführer auf-

grund seines damaligen Aufenthalts in seinem Heimatstaat, der bisher un-

geklärten dortigen Betreuungssituation und seiner geistigen und körperli-

chen Beeinträchtigungen nicht in der Lage gewesen sein dürfte, am vor-

instanzlichen Verfahren teilzunehmen. Angesichts des Umstandes, dass er 

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Seite 5 

inzwischen Kolumbien verlassen und in die Schweiz gereist ist, geht das 

Gericht davon aus, dass er – aufgrund der Beschwerdeerhebung in seinem 

Namen und demjenigen seiner Mutter – der Gesuchseinreichung zumin-

dest konkludent zugestimmt hat. 

1.5 Da er durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und die Beschwerde auch frist- und formgerecht eingereicht 

wurde, ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – darauf ein-

zutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Auf das prozessuale Beschwerdebegehren, der Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zu gewähren und vom Vollzug der Wegweisung 

sei bis zum Ausgang des Verfahrens abzusehen, ist angesichts der auf-

schiebenden Wirkung von Gesetzes wegen nicht einzutreten (Art. 55 

Abs. 1 VwVG). 

3.2 In der Beschwerde werden sowohl die Ablehnung der Einreisebewilli-

gung (Art. 51 Abs. 4 AsylG) als auch die Ablehnung der Familienzusam-

menführung gerügt. Die materiellen Rechtsbegehren sowie die Beschwer-

debegründung des Hauptantrags beziehen sich aber einzig auf die Ableh-

nung der Familienzusammenführung im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG. 

Die Dispositivziffer 1 der vorinstanzlichen Verfügung ist somit mangels An-

fechtung in Rechtskraft erwachsen; ohnehin ist der Beschwerdeführer in-

zwischen selbständig in die Schweiz eingereist.  

3.3 Betreffend den Eventualantrag, die Sache sei zur Durchführung eines 

ordentlichen Asylverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen, stellt das 

Gericht Folgendes fest: Im vorinstanzlichen Verfahren machte die Mutter 

des Beschwerdeführers in ihrem Namen zur Begründung des Gesuchs um 

Einbezug in ihre Flüchtlingseigenschaft geltend, auch ihr Sohn – der Be-

schwerdeführer – sei in Kolumbien aufgrund ihrer politischen Vergangen-

heit Verfolgungshandlungen ausgesetzt gewesen. Dies dürfte den Voraus-

setzungen an den weiten Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 18 AsylG 

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Seite 6 

zwar grundsätzlich genügen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 22 E. 6b), je-

doch handelt es sich bei der Stellung eines Asylgesuchs um ein relativ 

höchstpersönliches Recht, welches grundsätzlich vertretungsfeindlich ist 

(vgl. EMARK 1996 Nr. 5 E. 4b). Vorliegend hätte der Beschwerdeführer – 

aufgrund seiner vermutungsweise bisher anzunehmenden Urteilsfähigkeit 

und der relativ höchstpersönlichen Natur des betroffenen Rechts – bei den 

schweizerischen Asylbehörden nach seiner Ankunft in der Schweiz selbst 

um Schutz vor Verfolgung nachsuchen müssen. Der auf Beschwerde-

ebene erhobene Nebenantrag auf Rückweisung der Sache an die Vor- 

instanz zur Durchführung eines Asylgesuchs stellt somit eine unzulässige 

Erweiterung des Streitgegenstands dar, weshalb nicht darauf einzutreten 

ist. 

3.4 In der Folge ist auf die Beschwerde einzutreten, soweit diese die Frage 

der Familienzusammenführung gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG betrifft. Auf 

alle anderen Begehren wird aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht 

eingetreten.  

4.  

Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden – unter dem Titel Familienasyl – Ehe-

gatten von Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge an-

erkannt und erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände dagegen-

sprechen. Mit dem sogenannten «Familienasyl» erhalten die Angehörigen 

der Kernfamilie die gleiche Rechtsstellung und damit auch denselben 

flüchtlingsrechtlichen Schutz wie der zum Nachzug der Familie berechtigte 

anerkannte Flüchtling (vgl. BVGE 2017 VI/4 E. 3.1 M.W.H.). 

5.  

5.1 Das SEM begründete die Abweisung des Gesuchs um Familienzusam-

menführung damit, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Volljährig-

keit nicht unter die in Art. 51 Abs. 1 AsylG abschliessend genannten an-

spruchsberechtigten Personen fallen würde. 

5.2 In der Beschwerde brachte der Beschwerdeführer demgegenüber vor, 

sein Schicksal sei mit demjenigen seiner Mutter eng verknüpft. Aufgrund 

der politischen Tätigkeit seiner Mutter habe er innerhalb von Kolumbien 

flüchten müssen und sei von den Verfolgern seiner Mutter verhöhnt, gede-

mütigt, verfolgt, bedroht und sogar vergewaltigt worden. Als geistig beein-

trächtigte Person habe er sich nicht wehren oder schützen können. Auch 

sei er daher nicht in der Lage, ohne umfassende Betreuung durch seine 

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Mutter leben zu können; sein Vater sei schon 77 Jahre alt, habe sich nie 

um ihn gekümmert und ihn wegen seiner geistigen Beeinträchtigung 

verstossen. Aufgrund der besonderen Umstände – seiner Beeinträchtigung 

und dem Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Mutter – seien vorliegend die 

Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 AsylG trotz seiner Volljährigkeit erfüllt. 

Ferner sei es nicht nachvollziehbar, dass das SEM nicht von sich aus ent-

weder eine humanitäre Aufenthaltsbewilligung erteilt oder ein ordentliches 

Asylverfahren durchgeführt habe. 

5.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM an seiner Verfügung vom 

9. Juni 2022 fest. Ergänzend verwies es den Beschwerdeführer auf die 

Möglichkeit, in einem Zentrum des Bundes ein Asylgesuch einzureichen 

oder sich an die kantonalen Behörden um Erteilung einer ausländerrecht-

lichen Aufenthaltsbewilligung zu wenden. 

5.4 In der Replik brachte der Beschwerdeführer vor, die Familienzusam-

menführung sei angesichts seiner geistigen Beeinträchtigung die einzig 

adäquate Lösung, zumal es nicht sinnvoll erscheine, selbst ein Asylgesuch 

zu stellen. Der Friedensprozess in Kolumbien sei bisher weitgehend erfolg-

los geblieben; seine eigene Verfolgung aufgrund der politischen Tätigkei-

ten seiner Mutter sei dafür exemplarisch. 

5.5 Das Gericht stellt fest, dass die unter früherem Recht mögliche Erwei-

terung des Adressatenkreises gemäss aArt. 51 Abs. 2 AsylG, namentlich 

um andere nahe Angehörige, sofern besondere Gründe für die Familien-

vereinigung sprechen, mit Wirkung zum 1. Februar 2014 aufgehoben 

wurde (AS 2013 4375 5357; BBl 2010 4455, 2011 7325). Der geltende 

Art. 51 Abs. 1 AsylG zählt ausschliesslich die Ehegatten von Flüchtlingen 

und ihre minderjährigen Kinder abschliessend auf. In der Folge hat das 

SEM in der angefochtenen Verfügung angesichts der Volljährigkeit des Be-

schwerdeführers zu Recht und mit zutreffender Begründung die Vorausset-

zungen für eine Familienzusammenführung nach Art. 51 Abs. 1 AsylG als 

nicht erfüllt erachtet. Die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe vermö-

gen zu keiner anderen Beurteilung zu führen. Auch das Argument, die Vor-

instanz hätte die Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung in Be-

tracht ziehen sollen, erschüttert die Ausführungen der Vorinstanz nicht, zu-

mal für das Gericht nicht ersichtlich ist, auf welche Rechtsgrundlage der 

Beschwerdeführer sich bezieht. 

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Seite 8 

5.6 Das Gericht stellt nach den vorangehenden Ausführungen fest, dass 

es dem Beschwerdeführer freisteht, selbstständig sein relativ höchstper-

sönliches Recht auf Stellung eines Asylgesuchs wahrzunehmen; im Bun-

deszentrum wird er ab Gesuchstellung einen Anspruch auf unentgeltliche 

Beratung und Rechtsvertretung durch eine juristische Fachperson des 

Asylbereichs haben (vgl. Art. 102f AsylG), die für die ihm nötige Unterstüt-

zung besorgt sein wird. 

5.7 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer beantragte die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorste-

henden Erwägungen ergibt sich jedoch, dass seine Begehren als aus-

sichtslos zu bezeichnen sind. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden 

Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb das Gesuch abzuweisen ist. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Bolz-Reimann Jonas Perrin 

 

 

Versand: