# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d45b8922-8ea9-5f3a-9e54-d4838d63a984
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 04.04.2022 120 2022 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2022-3_2022-04-04.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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3013 Bern
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BVD 120/2022/3

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 4. April 2022

in der Beschwerdesache zwischen

C.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

Baupolizeibehörde der Gemeinde Saanen, Bau- und Planungskommission, 3792 Saanen

betreffend die Grillanlage mit zwei Brennkammern, Arbeitsfläche und Becken; 
Rechtsverweigerung

I. Sachverhalt

1. Die A.________ AG ist Eigentümerin der Parzelle Gstaad Grundbuchblatt Nr. E.________ 
in der Dorfkernzone. Anfangs September 2021 erkundigte sich ihre Projektverfasserin bei der 
Gemeinde Saanen, ob der von ihr geplante Aussengrill mit zwei Brennkammern, einer 
Arbeitsfläche sowie einem Becken baubewilligungspflichtig sei. Die Gemeinde erteilte ihr die 
Auskunft, dass sie die Grillanlage wie geplant bauen könne. Im Oktober 2021 begannen in der 
südwestlichen Ecke der Terrasse im 1. Stock die Bauarbeiten.

2. Am 14. Oktober 2021 reichte die Beschwerdeführerin beim Bauinspektorat der Gemeinde 
Saanen eine baupolizeiliche Anzeige ein und verlangte einen Baustopp sowie die Einleitung eines 
Wiederherstellungsverfahrens. Am 15. Oktober 2021 erfolgte eine Kontrolle vor Ort durch das 
Bauinspektorat.

Am 28. Oktober erkundigte sich die Beschwerdeführerin bei der Gemeinde nach dem Stand der 
Angelegenheit und verlangte eine Rückmeldung bis 15. November 2021.1 Mit Schreiben vom 
15. November 2021 erklärte die Gemeinde der Beschwerdeführerin, weshalb die gebaute Anlage 
nicht baubewilligungspflichtig sei und teilte ihr mit, sie verzichte deshalb auf die Einleitung eines 
Wiederherstellungsverfahrens und verfüge keinen Baustopp.

1 Mit Schreiben vom 15. November 2021 erkundigte sich die Beschwerdeführerin erneut nach dem Stand der 
Angelegenheit, da sie das Schreiben der Gemeinde vom 15. November 2021 zu diesem Zeitpunkt noch nicht erhalten 
hatte

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Die Beschwerdeführerin informierte die Gemeinde am 26. November 2021, dass sie nach wie vor 
an ihrer Beurteilung, wonach die Grillanlage baubewilligungspflichtig sei, festhalte. Sie verlangte 
bis am 23. Dezember 2021 den Erlass einer anfechtbaren Verfügung bzw. schlug vor, zunächst 
dem Regierungsstatthalteramt die Frage der Bewilligungspflicht zur Entscheidung zu unterbreiten 
und sie bis 23. Dezember 2021 darüber zu informieren. 

3. Am 21. Januar 2022 reichte die Beschwerdeführerin bei der Bau- und Verkehrsdirektion des 
Kantons Bern (BVD) eine Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen die Gemeinde Saanen ein. Sie 
beantragt:

«1. Es sei festzustellen, dass die zuständige Baupolizeibehörde der Einwohnergemeinde Saanen zu 
Unrecht kein Baupolizeiverfahren betreffend die Baute (Grillanlage mit zwei Brennkammern, Arbeitsfläche 
und Becken) in der südwestlichen Ecke der Terrasse im 1. Stock des «B.________» (Gstaad-Gbbl. Nr. 
E.________; G.________ 55, 3780 Gstaad) eröffnet hat.

2. Die zuständige Baupolizeibehörde der Einwohnergemeinde Saanen sei anzuweisen, unverzüglich ein 
Baupolizeiverfahren betreffend die Baute (Grillanlage mit zwei Brennkammern, Arbeitsfläche und Becken) 
in der südwestlichen Ecke der Terrasse im 1. Stock des «B.________» (Gstaad-Gbbl. Nr. E.________; 
G.________ 55, 3780 Gstaad) zu eröffnen, durchzuführen und mittels anfechtbarer Verfügung 
abzuschliessen. 

3. Eventualiter zu Rechtsbegehren 2: Die zuständige Baupolizeibehörde der Einwohnergemeinde 
Saanen sei anzuweisen, die Frage der Bewilligungspflicht der Baute (Grillanlage mit zwei Brennkammern, 
Arbeitsfläche und Becken) in der südwestlichen Ecke der Terrasse im 1. Stock des «B.________» (Gstaad-
Gbbl. Nr. E.________; G.________ 55, 3780 Gstaad) gemäss Art 48 Abs. 2 Lit. a BewD2 dem zuständigen 
Regierungsstatthalteramt zur Entscheidung zu unterbreiten.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.»

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet3, holte die Vorakten 
ein, führte den Schriftenwechsel durch und gab der Eigentümerin der betroffenen Parzelle die 
Möglichkeit, sich am Verfahren zu beteiligen. Diese verzichtete auf die Beteiligung am Verfahren. 

Die Gemeinde beantragt in ihrer Stellungnahme vom 28. Februar 2022 die Abweisung der 
Beschwerde. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG4 können baupolizeiliche Verfügungen mit Beschwerde bei der 
BVD angefochten werden. Nach Art. 49 Abs. 2 VRPG5 gilt als Verfügung auch das Verweigern 
oder Verzögern einer Verfügung. Da die BVD zuständig ist zur Beurteilung von Beschwerden 

2 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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gegen baupolizeiliche Verfügungen, ist sie auch zuständig zur Behandlung entsprechender 
Rechtsverweigerungs- und Rechtsverzögerungsbeschwerden.6 In diesem Fall gilt das Verweigern 
oder Verzögern einer Verfügung als Anfechtungsobjekt (Art. 60 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 49 Abs. 2 
VRPG). Die BVD ist daher zur Beurteilung der von der Beschwerdeführerin erhobenen 
Rechtsverzögerungsbeschwerde zuständig.

b) Wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung kann grundsätzlich jederzeit 
Beschwerde geführt werden. Gibt jedoch eine bestimmte Handlung oder Äusserung der Behörde 
Anlass zu einer Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungsbeschwerde, so muss die 
Rechtsverweigerung oder -verzögerung innert der Beschwerdefrist gerügt werden. Denn nach 
dem Grundsatz von Treu und Glauben sind alle Beteiligten gehalten, die zumutbare Sorgfalt 
walten zu lassen und als unrechtmässig empfundene Vorkehren innert nützlicher Frist zu rügen.7 
Die ordentliche Rechtsmittelfrist für eine Beschwerde gegen baupolizeiliche Verfügungen beträgt 
30 Tage seit Eröffnung (Art. 49 Abs. 1 BauG). 

Vorliegend gab keine konkrete behördliche Handlung Anlass zur eingereichten 
Rechtsverzögerungsbeschwerde. Die Beschwerdeführerin verlangt in ihrer Beschwerde, das 
Verfahren sei unverzüglich durchzuführen. Ein solches Vorbringen ist nicht fristgebunden und 
kann geltend gemacht werden, sobald die Beschwerdeführerin das Verfahren verschleppt sieht. 
Sie reagierte überdies innerhalb von 30 Tagen seit Ablauf der von ihr mit Schreiben vom 26. 
November 2021 gesetzten Frist. Die Beschwerde vom 21. Januar 2022 erfolgte damit nicht 
verspätet. 

c) Anzeigende, die als Nachbarinnen oder Nachbarn betroffen sind, können sich als Partei am 
baupolizeilichen Verfahren beteiligen (Art. 46 Abs. 2 Bst. a BauG) und Anträge stellen.8 Die 
Beschwerdeführerin hat eine baupolizeiliche Anzeige eingereicht und ist Eigentümerin sämtlicher 
Stockwerkeinheiten der angrenzenden Parzelle und somit unmittelbare Nachbarin der Parzelle mit 
der umstrittenen Grillanlage. Sie ist daher zur Beschwerdeführung legitimiert.9 

d) Erweist sich die Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungsbeschwerde als 
unbegründet, ist sie abzuweisen. Im gegenteiligen Fall führt sie zur Gutheissung und zur 
Anweisung an die fehlbare Behörde, unverzüglich mit einem förmlichen Entscheid in der Sache 
zu befinden. Nur ausnahmsweise fällt die Rechtsmittelinstanz gleich den Entscheid in der 
Hauptsache.10

Soweit sie sich die Beschwerde gegen die Untätigkeit der Gemeinde richtet, ist auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde der Beschwerdeführerin einzutreten. Nicht Gegenstand des 
vorliegenden Verfahrens ist hingegen die Frage, ob die Anlage baubewilligungspflichtig ist, da 
vorliegend kein Entscheid in der Hauptsache getroffen wird und diese Frage nicht entscheidend 
ist bei der Beurteilung der Rechtsverzögerung bzw. Rechtsverweigerung (vgl. nachfolgend Ziffer 
2d). Die Beschwerdeführerin stellt zudem das Begehren, wonach festzustellen sei, die Gemeinde 
habe zu Unrecht kein Baupolizeiverfahren eröffnet und verweist diesbezüglich auf eine 
Lehrmeinung, wonach im Falle der Gutheissung einer Rechtsverweigerungs- oder 
Rechtsverzögerungsbeschwerde festgestellt werde, dass das Verfahren zu Unrecht gar nicht oder 

6 Markus Müller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 91; vgl. auch Zaugg/Ludwig, 
Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 48 N. 3
7 Markus Müller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 99
8 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 2a mit 
Hinweisen auf die Rechtsprechung
9 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 48 N. 3
10 Markus Müller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 101

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verzögert behandelt wurde.11 Ist ein Leistungsbegehren möglich, fehlt für ein 
Feststellungsbegehren das notwendige Feststellungsinteresse.12  Praxisgemäss weist die BVD 
daher im Falle der Gutheissung der Beschwerde die Vorinstanz nur an, unverzüglich zu 
entscheiden ohne gleichzeitige Feststellung der Verzögerung oder Verweigerung.13 Aufgrund des 
Verfahrensausgangs muss vorliegend jedoch nicht abschliessend geklärt werden, ob auf das 
Feststellungsbegehren einzutreten ist.

2. Rechtsverzögerung

a) Nach Eingang der Anzeige prüfte die Gemeinde am nächsten Tag das Vorhaben vor Ort, 
teilte der Beschwerdeführerin jedoch erst auf deren Nachfrage mit Schreiben vom 15. November 
2021 mit, dass sie das Vorhaben für bewilligungsfrei erachte und deshalb keinen Baustopp 
verfüge und kein Wiederherstellungsverfahren einleite. Mit Schreiben vom 26. November 2021 
informierte die Beschwerdeführerin die Gemeinde, dass sie bis am 23. Dezember 2021 eine 
anfechtbare Verfügung oder die Unterbreitung ans Regierungsstatthalteramt verlangt. Am 21. 
Januar 2022 reichte sie bei der BVD Beschwerde wegen Rechtsverweigerung resp. 
Rechtsverzögerung ein. 

b) Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, sie habe auf ihr Schreiben vom 
26. November 2021 bis heute keinerlei Reaktion der Gemeinde erhalten. Seit der baupolizeilichen 
Anzeige sei ein Vierteljahr vergangen, ohne dass die Gemeinde tätig geworden sei. Aufgrund der 
bisherigen Äusserungen und vor allem der ausbleibenden Reaktion der Gemeinde auf die 
Aufforderung zum Erlass einer anfechtbaren Verfügung müsse die Beschwerdeführerin davon 
ausgehen, dass diese nicht willens sei, eine anfechtbare Verfügung zu erlassen, welche der 
Beschwerdeführerin zumindest die Möglichkeit böte, den Rechtsstandpunkt der Gemeinde im 
Beschwerdeverfahren überprüfen zu lassen. Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, die 
Gemeinde führe zu Unrecht kein Baupolizeiverfahren durch. Sie sei anzuweisen, baupolizeilich zu 
handeln, das heisst ein Baupolizeiverfahren zu eröffnen, durchzuführen und mittels anfechtbarer 
Verfügung abzuschliessen, eventuell die Frage der Baubewilligungspflicht dem zuständigen 
Regierungsstatthalteramt zur Entscheidung zu unterbreiten.  

Die Gemeinde bestreitet, dass Private einer Behörde verbindlich Fristen setzen könnten und 
macht insbesondere geltend, sie hätten personelle Engpässe gehabt, da sich die Stellenprozente 
des fachlichen Teils des Bauinspektorats von 370 % Anfang 2021 auf noch 120 % per 1. 
Dezember 2021 verkleinert habe. Zudem verweist die Gemeinde auf die Festtage. Sie habe 
bereits Schritte eingeleitet, um eine Beurteilung der Baubewilligungspflicht beim 
Regierungsstatthalteramt einzuholen. Die Gemeinde bestreitet den Vorwurf der 
Rechtsverweigerung, räumt jedoch ein, dass es angebracht gewesen wäre, die 
Beschwerdeführerin über die Verzögerung zu informieren. 

c) Art. 26 KV14 gibt den Parteien eines Verfahrens das Recht auf einen begründeten Entscheid 
innert angemessener Frist. Dementsprechend wird das Verbot der Rechtsverweigerung 
beziehungsweise Rechtsverzögerung verletzt, wenn die Gemeinde dem aus Art. 26 KV 
abgeleiteten, für alle Verfahren geltenden Beschleunigungsgebot nicht genügend nachkommt. 
Von Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung kann allerdings nicht schon dann die Rede 

11 Müller/Bieri, in: Auer/Müller/Schindler, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Auflage 
2019, Art. 46a N. 26
12 Markus Müller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 73
13 Vgl. z.B. BDE vom 7. August 2020 E. 3b (RA Nr. 120/2020/28); BDE vom 22. September 2016 (RA 
Nr. 120/2016/30) oder BDE vom 7. September 2015 (RA Nr. 120/2015/45) 
14 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1)

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sein, wenn die Behörde eine Eingabe nicht sofort behandelt. Rechtsverzögerung ist nur gegeben, 
wenn sich die Behörde zwar bereit zeigt, den Entscheid zu fällen, ihn aber nicht binnen der Frist 
trifft, die nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände noch als 
angemessen erscheint.15 Die Angemessenheit einer Verfahrensdauer resp. der zwischen den 
einzelnen Verfahrensschritten liegenden Zeit ergibt sich aus den einschlägigen Vorschriften oder 
falls solche fehlen, sind die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen.16 Dazu gehören 
beispielsweise die Schwierigkeit der Sache, der allenfalls drohende Schaden, aber auch, wie stark 
eine Angelegenheit die Beteiligten belastet.17 Die personellen und sachlichen Mittel der befassten 
Behörde sind für die Beurteilung der Angemessenheit der Verfahrensdauer zwar ebenfalls 
miteinzubeziehen, doch vermögen sie längerdauernde Wartezeiten oder wesentliche 
Überschreitungen von Ordnungsfristen nur ausnahmsweise zu rechtfertigen.18 Eine Verzögerung 
eines Beschwerdeverfahrens um einige Monate muss im Allgemeinen hingenommen werden.19 

d) Die zuständige Baupolizeibehörde hat dafür zu sorgen, dass im Bauwesen die gesetzliche 
Ordnung eingehalten wird. Erhält sie Kenntnis von wesentlichen baurechtswidrigen Tatbeständen, 
hat sie von Amtes wegen ein baupolizeiliches Verfahren einzuleiten. Sie hat dementsprechend 
einer Anzeige nachzugehen, mit der sie auf solche Verhältnisse hingewiesen wird und mindestens 
zu prüfen, ob ein unrechtmässiger Zustand besteht, ob eine Baueinstellung und/oder ein 
Benützungsverbot angezeigt sind und ob die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu 
verfügen ist.20 Gestützt auf Art. 1b Abs. 3 i.V.m. Art. 45 Abs. 2 Bst. c BauG hat die zuständige 
Baupolizeibehörde selbst dann mittels Wiederherstellungsverfügung einzuschreiten, wenn die 
fragliche Baute oder Anlage zwar baubewilligungsfrei ist, diese aber die öffentliche Ordnung stört, 
wie insbesondere die Sicherheit, Gesundheit oder den Umweltschutz oder das Orts- oder 
Landschaftsbild.21 Anzeigende, die als Nachbarinnen oder Nachbarn in ihren schutzwürdigen 
Interessen betroffen sind und sich als Partei am baupolizeilichen Verfahren beteiligen, haben 
Anspruch auf Erlass einer anfechtbaren Verfügung, mit welcher das Verfahren abgeschlossen 
wird.

e) Indem die Gemeinde vorliegend aufgrund der Anzeige der Beschwerdeführerin eine 
Baukontrolle durchführte und der Beschwerdeführerin eine Rückmeldung gab, hat sie ein 
Baupolizeiverfahren eingeleitet, dieses aber nicht mittels einer anfechtbaren Verfügung 
abgeschlossen. Das Schreiben vom Freitag, 26. November 2021, mit dem die Beschwerdeführerin 
weitere Schritte von der Gemeinde verlangte, ging bei dieser frühestens am Montag, 29. 
November 2021, ein. Die Beschwerdeführerin liess der Gemeinde somit nur knapp zwei Monate 
Zeit, um zu reagieren, bevor sie Beschwerde wegen Rechtsverweigerung resp. 
Rechtsverzögerung einreichte. Es bestehen keine Vorschriften, die vorgeben würden, innert 
welcher Frist in einem Baupolizeiverfahren weitere Schritte zu erfolgen haben. Im vorliegenden 
Fall war die Baute zwischenzeitlich fertig gestellt worden und es drohte weder der Eintritt der 
Verjährung noch waren andere nicht wiedergutzumachende Nachteile zu befürchten. Zudem ist 
zu berücksichtigen, dass in diese Zeit die Weihnachts- und Festtage fielen. Zwar stehen die 
kantonalen Verwaltungsfristen während dieser Zeit nicht still, praxisgemäss bleiben jedoch viele 
Geschäfte und Gemeinden während dieser Zeit geschlossen, resp. die Bearbeitung von nicht 
fristgebundenen Eingaben dauert wegen reduziertem Personal eher etwas länger. Dass die 
Gemeinde bis am 21. Januar 2022 nicht reagiert hatte, stellt damit keine Rechtsverzögerung dar. 

15 Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N. 1045 f. mit Hinweisen; BGer 1C_229/2017 
vom 28. September 2017 E. 2.5.1
16 Markus Müller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 97
17 Vgl. BGer 1C_229/2017 vom 28. September 2017 E. 2.5.1, m.w.H.
18 Markus Müller, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 98 
19 BDE vom 4. April 2019 E. 3b (RA Nr. 120/2019/3)
20 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 2 und 3
21 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 1b N. 5

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Allerdings hätte die Kundenfreundlichkeit hier geboten, dass die Gemeinde der 
Beschwerdeführerin mitteilt, dass sie nicht innert der von ihr verlangten Frist reagieren könne.

f) Die Beschwerdeführerin verlangte in ihrem Schreiben vom 26. November 2021 bzw. ihrem 
Eventualantrag in der Beschwerde, dem Regierungsstatthalteramt sei die Frage der 
Bewilligungspflicht zur Entscheidung zu unterbreiten. Eine Beurteilung durch das 
Regierungsstatthalteramt nach Art. 48 Abs. 2 Bst. a BewD kann, wenn Zweifel bestehen, ob ein 
Bauvorhaben einer Baubewilligung bedarf, vom zuständigen Regierungsstatthalteramt verlangt 
werden. Allerdings darf das Regierungsstatthalteramt auf ein solches Gesuch nur eintreten, wenn 
ein schutzwürdiges Interesse nachgewiesen ist (Art. 50 Abs. 2 VRPG). Gemäss der 
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts kann mangels schutzwürdigen Interesses kein 
Feststellungsentscheid nach Art. 48 Abs. 2 Bst. a BewD erwirkt werden, wenn wie vorliegend 
bereits ohne Baubewilligung gebaut worden ist.22 In einem solchen Fall hat die Gemeinde bei der 
Prüfung, ob ein baurechtswidriger Tatbestand vorliegt, auch darüber zu entscheiden, ob 
überhaupt eine Baubewilligungspflicht besteht. Es liegt nicht in der Kompetenz des 
Regierungsstatthalteramts, eine entsprechende Feststellungverfügung zu erlassen. Die 
Gemeinde hat daher innert nützlicher Frist das von der Beschwerdeführerin bei ihr initiierte 
Baupolizeiverfahren fortzusetzen und schliesslich mittels anfechtbarer Verfügung abzuschliessen, 
auch wenn sie zum Schluss kommt, die Grillanlage sei baubewilligungsfrei. 

3. Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV23). 
Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Die Verfahrenskosten von CHF 600.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

22 VGE 2015/76 vom 15. Februar 2016 E. 2.4; BDE vom 5. Juli 2019 E. 2a (RA Nr. 120/2019/22)
23 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

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IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Gemeinde Saanen, Bau- und Planungskommission, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.