# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 12afcd5f-7314-5005-9b0b-436bd1a07347
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-27
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (ab 1.1.2010)
**Docket/Reference:** ST.2013.143
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2013_143_ur.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2013.143 

Entscheid 

27. Februar 2014 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A   A G ,   

vertreten durch B GmbH,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (ab 1.1.2010) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (nachfolgend die Rekurrentin) bezweckt die Erbringung von Dienst-

leistungen aller Art, vorwiegend auf dem Gebiet der C, sowie den Vertrieb von Waren 

aller  Art,  insbesondere  von  D.  Sie  hatte  gemäss  Handelsregister  ihren  Sitz  zuerst  in 

Rümlang,  ab  dem  ...  Januar  2009  in  Engelberg  und  hat  ihn  seit  ...  Oktober  2011  in 

Sarnen. Alleinaktionär und Geschäftsführer ist H mit Wohnsitz in Bülach.  

Am 11. September 2012 fand eine Besprechung zwischen Vertretern des kan-

tonalen  Steueramts  und  dem  Alleinaktionär  im  Zusammenhang  mit  dessen  eigener 

Einschätzung  statt.  Dabei  kamen  auch  die  Verhältnisse  der  Rekurrentin  zur  Sprache. 

Mit Verfügung vom 17. Oktober 2012 verlangte die Steuerkommissärin vom Alleinakti-

onär diverse Auskünfte und Unterlagen darüber, wo die Rekurrentin ihre Geschäftstä-

tigkeit ausübt. Dieser antwortete am 30. Oktober 2012. Mit Vorentscheid vom 7. Janu-

ar 2013 beanspruchte der Kanton Zürich die Steuerhoheit über die Rekurrentin ab dem 

1. Januar 2010, da sich der Ort der tatsächlichen Verwaltung am Wohnort des Alleinak-

tionärs  und  Geschäftsführers  in  £Bülach  befinde.  Beim  formellen  Sitz  handle  es  sich 

um ein reines Briefkastendomizil.  

B. Hiergegen erhob die Rekurrentin am 5./6. Februar 2013 Einsprache mit dem 

Antrag, den Vorentscheid aufzuheben. Das kantonale Steueramt wies das Rechtsmittel 

am 6. Mai 2013 ab.  

C. Mit Rekurs vom 11. Juni 2013 wiederholte die Rekurrentin ihren Einsprache-

antrag.  Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  27.  Juni  2013  auf  Abweisung  des 

Rechtsmittels.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Einem Entscheid muss entnommen werden können, was die Steuerbehörde 

verbindlich angeordnet hat, was im Dispositiv geschieht (Richner/Frei/Kaufmann/Meu-

ter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 126 N 14 StG). Das kantona-

le  Steueramt  beansprucht  gemäss  Dispositiv  des  Vorentscheids  vom  7.  Januar  2013 

die Steuerhoheit "ab dem 1. Januar 2010". Dies lässt indessen offen, auf welche nach-

folgenden  Steuerperioden  sich  dies  bezieht,  sodass  unklar  ist,  was  Streitgegenstand 

des  vorliegenden  Rekursverfahren  ist.  Aus  dem  Datum  des  Vorentscheids  sowie  aus 

der  Bezugnahme  auf  die  Verhältnisse  2012  im  Entscheid  ist  zu  schliessen,  dass  das 

kantonale Steueramt damit allgemein die Steuerhoheit ab dem 1. Januar 2010 bis zum 

Datum des Vorentscheids beanspruchen wollte; streitig sind demnach die Steuerperio-

den  2010  bis  und  mit  2012.  Die  Rekurrentin  hat  sich  denn  auch  ausführlich  zu  den 

Verhältnissen nach der Sitzverlegung am ... Oktober 2011 nach Sarnen geäussert. Es 

war  ihr  damit  bewusst,  dass  alle  Steuerperioden  bis  2012  Streitgegenstand  bildeten, 

weshalb ihr aus der Unklarheit bei der Abfassung des Entscheiddispositivs kein Nach-

teil erwuchs.  

2.  a)  Juristische  Personen  sind  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuer-

pflichtig, wenn sich ihr Sitz oder ihre tatsächliche Verwaltung im Kanton befindet (§ 55 

des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Unter Sitz ist der zivilrechtliche bzw. statu-

tarische  Sitz  zu  verstehen.  Die  steuerrechtliche  Zugehörigkeit  bestimmt  sich  vorab 

nach  dem  Ort  des  Sitzes,  sofern  er  nicht  nur  formeller  Natur  ist  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, § 55 N 7 StG). Im letzteren Fall (so genanntes Briefkastendomizil) ist auf 

den  Ort  der  tatsächlichen  Geschäftsführung  abzustellen.  Für  einen  bloss  formellen 

Charakter  des  statutarischen  Sitzes  sprechen  folgende  Umstände  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, § 55 N 8 StG):  

-  Die Gesellschaft unterhält am statutarischen Sitz keine Büros oder sonstigen 

Einrichtungen und ist auch telefonisch nicht erreichbar;  

-   Die Gesellschaft besitzt am Sitz keine wesentliche Infrastruktur; 

-   Am  statutarischen  Sitz  befinden  sich  weder  Leitung  noch  Geschäftseinrich-

tungen (Büroräumlichkeiten, Personal usw.). Vielmehr stellt ein Beauftragter 

der juristischen Person seine Geschäftsadresse zur Verfügung, nimmt allen-

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falls die für diese bestimmte Post entgegen und leitet sie an die Gesellschaft 

weiter;  

-   Anfragen  an  die Gesellschaft  am statutarischen Sitz  werden  von  einem  an-

deren Ort aus erledigt;  

-   Die  Sitzungen  der  Gesellschaftsorgane  werden  nicht  am  statutarischen  Ort 

durchgeführt.  

Der Ort der tatsächlichen Verwaltung liegt nach der Rechtsprechung des Bun-

desgerichts  dort,  wo  eine  Gesellschaft  ihren  wirtschaftlichen  und  tatsächlichen  Mittel-

punkt hat bzw. wo die normalerweise am Sitz sich abspielende Geschäftsführung be-

sorgt  wird  (BGr,  16.  Mai  2013,  2C_1086/2012,  E  2.2,  mit  Hinweisen,  auch  zum  Fol-

genden; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 55 N 11 ff. StG). Massgebend ist somit die 

Führung  der  laufenden  Geschäfte  im  Rahmen  des  Gesellschaftszwecks.  Dabei  ist  es 

kaum denkbar, dass die tatsächliche Verwaltung im Auftragsverhältnis von Dritten aus-

geübt  wird  (BGr,  8. September  2003,  2A.560/2002,  E. 5.2.2).  Das  Bundesgericht 

grenzt  die  Geschäftsleitung  ab  von  der  blossen  administrativen  Verwaltung  einerseits 

und der Tätigkeit der obersten Gesellschaftsorgane anderseits, soweit letztere sich auf 

die  Ausübung  der  Kontrolle  über  die  eigentliche  Geschäftsleitung  und  gewisse 

Grundsatzentscheide  beschränkt.  Entscheidend  ist  jener  Ort,  wo  die  Fäden  der  Ge-

schäftsführung  zusammenlaufen  und  die  wesentlichen  Unternehmensentscheide  fal-

len. Abzustellen ist somit auf den Ort der Führung der laufenden Geschäfte im Sinn der 

obersten Leitung der operationellen Betriebsführung (vgl. Übersicht in Heilinger/Maute, 

Der  Begriff  der  tatsächlichen  Verwaltung  im  interkantonalen  und  internationalen  Ver-

hältnis bei den direkten Steuern, StR 2008, 742 ff.).  

Findet  die  Geschäftsleitung  in  diesem  Sinn  an  verschiedenen  Orten  statt,  so 

kommt  es  auf  das  Zentrum,  d.h.  den  Mittelpunkt  dieser  Tätigkeit  an.  Nicht  entschei-

dend  ist  der  Ort  der  Verwaltungsratssitzungen,  der  Generalversammlungen  oder  der 

Wohnsitz der Aktionäre (BGr, 4. Dezember 2003, 2A.321/2003 E. 3.1 = ASA 75 S. 294; 

Athanas/Giglio  in:  Kommentar  zum  schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2. A., 

2008, Art. 50 N 12 ff. DBG). Liegt die Geschäftsführung und Verwaltung einer Gesell-

schaft aber ausschliesslich in den Händen eines einzigen Aktionärs und Verwaltungs-

rats,  kann  auch  sein  Wohnsitz  als  Mittelpunkt  der  geschäftlichen  Tätigkeiten  gelten, 

wenn  die  Handlungen,  die  im  Rahmen  der  Geschäftsführung  und  Verwaltung  vorge-

nommen werden, auf verschiedene Orte entfallen und die Gesellschaft nicht über feste 

Einrichtungen  und  Personal  verfügt  (Peter  Locher,  Die  Praxis  der  Bundessteuern 

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III. Teil:  Das  interkantonale  Doppelbesteuerungsrecht,  § 4, IB  Nr.  11  sowie  Heilin-

ger/Maute, StR 2008, 757).  

b)  Es  obliegt  der  Steuerbehörde,  jene  Umstände  darzutun  und  zu  beweisen, 

aus denen folgt, dass sich der Sitz im Kanton befindet. Denn gemäss dem generellen 

Grundsatz über die Beweislastverteilung (Art. 8 ZGB) haben im Allgemeinen die Steu-

erbehörden die steuerbegründenden Tatsachen zu beweisen, mithin auch jene, welche 

die Steuerhoheit begründen. Erscheint der vom Steueramt angenommene Sitz im Kan-

ton als sehr wahrscheinlich, genügt dies regelmässig als Hauptbeweis und liegt es als-

dann  an  der  juristischen  Person,  den  Gegenbeweis  zu  erbringen  (StE 1992  B 11.1 

Nr. 11). 

3.  a)  Gemäss  Handelsregister  befand  sich  der  formelle  Sitz  der  Rekurrentin 

zunächst in Rümlang, ab ... Januar 2009 "c/o B GmbH" an der …strasse 14 in Engel-

berg und ab dem ... Oktober 2011 an der …strasse 10 in Sarnen. Nach  der Aufgabe 

der Büroräume in Rümlang per ... April 2008 verfügte sie zunächst über keine eigenen 

Räume mehr. Am ... Januar 2009 schloss sie einen "Miet- und Geschäftsadministrati-

onsvertrag" mit der B GmbH ab. Dieser umfasste die Miete eines Büros und eines Be-

sprechungszimmers  in  den  Räumen  der  Treuhänderin  an  der  …strasse  14  in  Engel-

berg per ... Januar 2009. Demnach war die Rekurrentin berechtigt, diese Örtlichkeiten 

"nach  Absprache"  zu  nutzen.  Weiter  übernahm  die  Treuhänderin  die  Geschäftsadmi-

nistration gemäss einer Liste. Diese enthält die Entgegennahme und Weiterleitung von 

Telefonanrufen und der Post, Personaladministration, allgemeine Administration, Bud-

getierung/Buchhaltung, die Abrechnung der Mehrwertsteuer, die Erstellung der Steuer-

erklärung und der Verrechnungssteuermeldung, die Erstellung von Verträgen mit Kun-

den  sowie  die  Vertragsadministration.  Die  Rekurrentin  leistete  für  die  Benutzung  der 

Räume einen Mietzins von Fr. 500.- pro Monat; weiter zahlte sie der B GmbH ein Ba-

sishonorar von Fr. 500.- pro Monat für die Geschäfts- und Personaladministration so-

wie weitere Entschädigungen zu einem Stundenansatz von Fr. 200.- für Buchhaltungs- 

und  Unternehmensberatungen  sowie  von  Fr.  100.- für  weitere  Leistungen.  Am  ...  Au-

gust 2011 wurde mit Bezug auf den neuen Sitz an der …strasse in Sarnen ein gleich-

lautender Vertrag abgeschlossen, welcher den früheren ersetzte.  

Nach Sachdarstellung der Rekurrentin in der Rekursschrift und in der Auflage-

antwort vom 30. Oktober 2012 verfügt sie selber nur über einen minimalen Bedarf an 

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Büroinfrastruktur. Sie betreue die J und Anwendungen ihrer Kunden und berate sie in 

Bezug  auf  neue  Trends,  Änderungen  und Weiterentwicklungen  der  J.  Diese  Arbeiten 

würden  bei  den  Kunden  vor  Ort  oder  über "Remote  Access"  durchgeführt. Ihre  Mitar-

beiter  verfügten  deshalb  über  einen  Home-Office-Arbeitsplatz  und  einen  Arbeitsplatz 

beim  Kunden.  Schulungen  würden  bei  den  Kunden  oder  beim  Hersteller  abgehalten. 

Gemäss einer Übersicht verfügte sie 2010 über sieben Mitarbeiter mit Wohnorten in K, 

L  (Bayern),  M  (Westfalen),  N,  O  und  I  (2  mal).  Die  Kunden  befinden  sich  in  N,  P,  Q 

sowie  Deutschland  und  Italien.  Eine  zentrale  Büroinfrastruktur  sei  mit  diesem  Be-

triebsmodell  nicht  notwendig.  Die  administrativen  Aufgaben  würden  durch  die  Treu-

händerin  erledigt,  weshalb  der  Geschäftssitz  mit  demjenigen  der  Treuhänderin  zu-

sammengelegt worden sei. Der Geschäftsführer selbst betreue als Projektmanager vor 

allem Kunden im Ausland und halte sich deshalb häufig dort auf. Besprechungen zwi-

schen  ihm  und  dem  Treuhänder  hätten  ca.  5  bis  10  mal  pro  Jahr  stets  an  Freitagen 

oder  am  Wochenende  stattgefunden,  da  der  Geschäftsführer  von  Montag  bis  Freitag 

bei  seinen  Kunden  in  Deutschland  gearbeitet  habe.  Diese  Besprechungen  hätten  je-

weils in  Engelberg oder ausnahmsweise in R stattgefunden. Die Geschäftsunterlagen 

der Rekurrentin hätten sich allesamt in Engelberg befunden. Bis 2011 sei der Gesell-

schafter der B GmbH ca. ein Mal pro Woche in Engelberg gewesen, um die Verwaltung 

der Gesellschaften zu erledigen.  

Aus den Ausführungen der Rekurrentin geht weiter hervor, dass die Eigentümer 

der B GmbH eine Wohnung an der …strasse in Engelberg gemietet hatten mit der Ab-

sicht,  ihren Wohnsitz  dorthin  zu  verlegen.  Am ...  Mai  2008  liessen  sie  eine  Zweignie-

derlassung  der  B  GmbH  dort  eintragen.  2010  fanden  sie  ein  neues  Objekt  an  der 

…strasse 6 in Engelberg, welche sie für zwei Jahre fest mieteten. Da sich ihre Kaufab-

sichten in der Folge zerschlugen, hätten sie anfangs 2011 das Objekt in Sarnen erwor-

ben, dort per ... Juli 2011 eine erneute Zweigniederlassung der GmbH begründet und 

alle Aktivitäten von Engelberg dorthin verlagert. Dort stünden den Kunden bestausges-

tattete Büros zur Verfügung. Die Gesellschafter der B GmbH würden Freitag und Mon-

tag, nach Bedarf auch zu übrigen Zeiten, dort arbeiten und verschieden Gesellschaften 

betreuen. Dienstag bis Donnerstag hätten sie normalerweise am Hauptsitz in S gear-

beitet, ab ... Mai 2011 in T. Pro Jahr seien etwa 6 bis 7 Besprechungen durchgeführt 

worden, was für das Geschäft der Rekurrentin ausgereicht habe. Diese hätten jeweils 

in  Engelberg  bzw.  Sarnen  stattgefunden.  Die  Geschäftsunterlagen  hätten  sich  dort 

befunden oder bei der B GmbH auf dem Server, auf welchen von überall her habe zu-

gegriffen  werden  können.  Als  Beleg  für  diese  Sachdarstellungen  reichte  sie  diverse 

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Quittungen  über  Benzinbezüge  und  Restaurantskonsumationen  ein;  diese  stammten 

von der Rekurrentin, H privat, der Treuhandgesellschaft oder deren Gesellschafter.  

b) Nach dem Gesagten ist vorab die Frage zu beantworten, worin bei der Re-

kurrentin  die  tatsächliche  Geschäftsführung  bestanden  hat.  In  erster  Linie  handelt  es 

sich um die Leitung des operativen Geschäfts, das vor allem die Entscheide über Pro-

dukte,  Kundenverträge  und  Mitarbeitereinsatz  beinhaltet.  Diese  Entscheide  konnten 

bereits aus Gründen der Fachkenntnis nur vom Alleininhaber getroffen werden. Dem-

entsprechend  verfügte  die  B  GmbH  auch  nicht  über  eigentliche  Entscheid-

ungsbefugnisse, sondern umfassten ihre Aufgaben gemäss Geschäftsadministrations-

vertrag vor allem ausführende Tätigkeiten, wozu sie auch über eine Vollmacht verfügte. 

Träger  der  eigentlichen  geschäftsleitenden  Tätigkeit  war  demnach  der  Alleinaktionär. 

Zudem war er einziges Mitglied des Verwaltungsrats und verfügten nur er bzw. ab dem 

...  März  2011  auch  seine  Ehefrau  über  die  Einzelunterschrift.  Daneben  hatten  zwar 

diverse Personen jeweils Kollektivprokura zu zweien; dabei handelte es sich indessen 

immer  um  operativ  tätige  Mitarbeiter  der  Rekurrentin,  nicht  aber  um  Mitarbeiter  der  B 

GmbH. Bei der Frage der Lokalisierung der demnach durch den Alleinaktionär wahrge-

nommenen Geschäftsführung stellt sich das Problem, dass die Rekurrentin nach ihrer 

Schilderung  für  ihre  operative  Tätigkeit  keine  eigentliche  feste  Infrastruktur  benötigte 

und  insbesondere  der  Alleinaktionär  über keinen  festen  Arbeitsplatz  verfügte,  von  wo 

aus er jeweils täglich seiner Erwerbstätigkeit nachging.  

Weiter  stellen  die  der  Rekurrentin  von  der  B  GmbH  zur  Verfügung  gestellten 

Räumen  keine  eigene  Büroinfrastruktur  dar.  So  war  die  Rekurrentin  lediglich  berech-

tigt, die Räume "nach Absprache" zu nutzen. Weiter geht aus den Akten hervor, dass 

die B AG offenkundig ihre Räumlichkeiten einer ganzen Reihe von Gesellschaften zur 

Verfügung  stellte  (vgl.  Augenscheinprotokoll  der  Steuerverwaltung  U).  Diese  Räume 

sind  damit  der  B  AG  selbst  zuzurechnen.  Damit  geht  aber  das  "Mietverhältnis"  nicht 

wesentlich  über  die  blosse  Einräumung  einer  Geschäftsadresse  und  gelegentlicher 

Mitbenützung der Räume hinaus. Mithin ist die örtliche Verankerung schwach.  

Hinzu  kommt,  dass  die  Intensität  der  Geschäftsaktivitäten  der  Rekurrentin  am 

behaupteten statutarischen Sitz in Engelberg bzw. Sarnen im Wesentlichen durch die 

dortigen Aktivitäten der B GmbH bestimmt wird. Es ist aber sehr fraglich, ob diese ihre 

Geschäftstätigkeit wirklich in dem Ausmass nach Engelberg bzw. Sarnen verlagert hat, 

wie sie vorgibt. Sie hat ihren Sitz seit dem ... Mai 2007 ständig in S und wird vom Ehe-

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paar V geführt, welche beide über Einzelunterschrift verfügen und ebenfalls in S wohn-

haft waren (vgl. Handelsregisterauszug). Per ... Mai 2008 wurde eine Zweigniederlas-

sung in Engelberg ins Handelsregister eingetragen, und per ... Juli 2011 eine  weitere 

Zweigniederlassung  in  Sarnen.  Nach  der  Sachdarstellung  in  der  Rekursschrift  beab-

sichtigte das Ehepaar V, den Wohnort nach Engelberg zu verlegen, um der Hektik von 

N  teilweise  zu  entgehen,  und  hätten  sie  deshalb  dort  eine  kleine  Wohnung  gemietet 

sowie  drei  Büroarbeitsplätze  eingerichtet.  Dort  hätten  sie  normalerweise  von  Freitag 

bis  Montag  gearbeitet  und  die  Kunden  aus  der  Innerschweiz  betreut.  Gestützt  darauf 

bezeichnet  sich  der  Gesellschafter  der  B  GmbH  als  "faktischer  Geschäftsführer"  und 

Ansprechpartner der Mitarbeiter bei Fragen bezüglich des Arbeitsverhältnisses.  

Es  erscheint  als  widersprüchlich,  wenn  sich  der  Gesellschafter  der  B  GmbH 

über das Wochenende nach Engelberg bzw. Sarnen begab, um der "Hektik von N" zu 

entgegen,  um  dann  dort  doch  wieder  Mandate  zu  betreuen.  Hinzu  kommt,  dass  die 

Wahrnehmung  vieler  Aufgaben  von  Engelberg  bzw.  Sarnen  aus  bereits  zeitlich  nicht 

möglich gewesen wäre, war er doch den grössten Teil der Arbeitswoche dort unstreitig 

gar  nicht  erreichbar.  Der  Alleinaktionär  der  Rekurrentin  war  demgegenüber  in  Bülach 

wohnhaft  und  musste  geschäftlich  oft  ins  Ausland;  weitere  Kunden  befinden  sich  im 

Raum N und P, ebenso die anderen Mitarbeiter. Aus der Rekursschrift ergibt sich zu-

dem ein starker Wille zur Optimierung der Betriebsabläufe. Es ist deshalb bereits aus 

Gründen der Praktikabilität und Effizienz wenig glaubwürdig, dass sich der Geschäfts-

führer jeweils am Wochenende aus dem Raum N nach Engelberg begab, um dort zu-

sammen  mit  dem  Treuhänder  laufende  Führungsaufgaben  wahrzunehmen.  Vielmehr 

ist  aufgrund  der  geografischen  Nähe  zwischen  dem  Wohnort  des  Alleinaktionärs  der 

Rekurrentin  in  Bülach  zum  in  der  Nachbargemeinde  S  wohnhaften Treuhänder  anzu-

nehmen, dass letzterer des Mandat schwerpunktmässig weiterhin an Sitz der B GmbH 

in  S  betreute.  Dass  der  Kontakt  zwischen  ihnen  jeweils  in  Engelberg  bzw.  Sarnen 

stattgefunden hat, erscheint als lebensfremd. 

Hinzu  kommt,  dass  der  statutarische  Sitz  der  Rekurrentin  ab  ...  Oktober  2010 

bis ... Oktober 2011 (Datum des Handelsregistereintrags des Sitzes in Sarnen) offen-

kundig fiktiv war. Per ... Oktober 2010 zog nämlich die B GmbH in neue Räume an der 

…strasse 6 in Engelberg um. Eine Anpassung des Vertrags mit der Rekurrentin erfolg-

te  jedoch  nicht,  noch  wurde  deren  statutarischer  Sitz  an  die  neue  Adresse  verlegt. 

Gemäss Feststellungen der Steuerbehörde U vom ... Dezember 2011 war nur der Aus-

senbriefkasten  der  B GmbH  in  …strasse  6  in  Engelberg mit  neun  Namen  beschriftet, 

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darunter  auch  demjenigen  der  Rekurrentin.  Damit  wurde  wohl  die  Geschäftsadresse 

der  Rekurrentin  ebenfalls  geändert  und  das  Arrangement  gemäss  Miet-  und  Ge-

schäftsadministrationsvertrag  am  neuen  Ort  weitergeführt.  Indessen  handelte  es  sich 

bei  den  neuen  Räumlichkeiten  an  der  …strasse  während  des  genannten  Zeitraums 

nicht um den statutarischen Sitz der Rekurrentin.  

c) Gestützt auf diese Sachlage ist deshalb der Schluss zu ziehen, dass in En-

gelberg keine wesentlichen administrativen Tätigkeiten vorgenommen wurden und der 

statutarische Sitz deshalb als lediglich formell zu qualifizieren ist.  

d)  Ort  der  tatsächlichen  Verwaltung  war  demnach  dort,  wo  der  geschäftsfüh-

rende Alleinaktionär der Rekurrentin die laufende Geschäftsführung wahrnahm. Es ist 

zu  schliessen,  dass  diese  jeweils  dort  erfolgte,  von  wo  aus  er  täglich  seiner  Tätigkeit 

nachging,  mithin  in  seiner  Eigentumswohnung  in  Bülach.  Dies  wird  auch  dadurch  un-

termauert, dass die Rekurrentin mit Aufgabe der Räume in Rümlang per ... April 2008 

bis  zum  Beginn  des  Miet-  und  Geschäftsadministrationsvertrags  per  ...  Januar  2009 

schon einmal über einen fiktiven statutarischen Sitz verfügt hatte und dennoch die lau-

fende Geschäftsführung wahrgenommen werden musste. Dies konnte während dieser 

Zeit an keinem anderen Ort erfolgen als dort, wo der Alleininhaber selbst verankert war 

und seiner Tätigkeit nachging.  

4. Nach alledem ist der Rekurs abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfah-

rens sind die Kosten der Rekurrentin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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