# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddbf008d-a11f-5198-80d7-4a20893b6475
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.04.2021 E-1259/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1259-2021_2021-04-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1259/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger , 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Othman Bouslimi,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 22. Februar 2021 / N (…). 

 

 

 

E-1259/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 17. August 2020 in der Schweiz um 

Asyl. Seine Personalien wurden am 21. August 2020 aufgenommen (Per-

sonalienaufnahme; PA) und am 17. Dezember 2020 wurde er einlässlich 

angehört. Am 18. Dezember 2020 wurde er dem erweiterten Verfahren zu-

gewiesen und am 15. Februar 2021 ergänzend angehört.  

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend, 

syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie zu sein und aus dem Dorf 

B._______ nahe der Stadt C._______, Provinz Al-Hasaka, zu stammen. Er 

habe bis zur neunten Klasse die Schule in C._______ besucht und anfangs 

Juli 2019 seine Eltern für eine Behandlung der Krebserkrankung seines 

Vaters nach Damaskus begleitet. Nach der Ankunft am Flughafen Damas-

kus habe man ihm zwecks Überprüfung seiner Person seinen syrischen 

Pass und seine syrische Identitätskarte abgenommen und er sei von vier 

militärischen Polizisten mitgenommen worden, wobei er mit verbundenen 

Augen zu einem Militärstützpunkt in der Nähe von D._______ gefahren 

worden sei. Dort habe er während 40 Tagen den militärischen Grundwehr-

dienst in der Abteilung Infanterie absolvieren müssen. In dieser Zeit habe 

er unter Angst gelitten und sich um seinen Vater gesorgt, der während die-

ser Zeit verstorben sei. Nach Beendigung des Grundwehrdienstes sei ihm 

die Flucht von der Kaserne gelungen und habe er sich nach Hause bege-

ben. Einige Tage später habe sein Onkel für dessen Sohn eine neue Iden-

titätskarte ausstellen lassen wollen, wobei ihm mitgeteilt worden sei, dass 

nach ihm, dem Beschwerdeführer, gesucht werde und er sich in Qamishli 

melden müsse. Sein Onkel habe sogleich seine Ausreise organisiert. 

Zur Untermauerung seiner Identität reichte der Beschwerdeführer einen Zi-

vilregisterauszug zu den Akten.  

B.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 22. Februar 2021 stellte die Vor-

instanz fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfülle. Sie lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz an. Wegen Unzumutbarkeit schob sie indes den Vollzug der 

Wegweisung auf und ordnete die vorläufige Aufnahme des Beschwerde-

führers in der Schweiz an. 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch 

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Seite 3 

den rubrizierten Rechtsvertreter – am 18. März 2021 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, der vorinstanzliche Entscheid 

sei aufzuheben und ihm sei unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

in der Schweiz Asyl zu gewähren. In formeller Hinsicht ersuchte er um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG. 

Mit der Beschwerde reichte er eine Kopie der Sterbeurkunde seines Vaters 

samt deutscher Übersetzung zu den Akten. 

D.  

Der Eingang der Beschwerde wurde am 23. März 2021 vom Bundesver-

waltungsgericht bestätigt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

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Seite 4 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung seines Entscheids aus, der Beschwer-

deführer habe nicht glaubhaft machen können, dass er vor seiner Ausreise 

von der syrischen Armee mitgenommen worden sei und den Grundwehr-

dienst absolviert habe. So seien seine Angaben über die Ankunft beim Mi-

litärstützpunkt und dem anschliessenden vierzigtägigen Grundwehrdienst 

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konstruiert ausgefallen. Seinen Äusserungen fehle es an persönlichen Ein-

drücken, zumal aufgrund des einschneidenden Erlebnisses zu erwarten 

gewesen wäre, dass er gewisse Einzelheiten oder Erinnerungen hätte wie-

dergeben können betreffend das Prozedere beim Eintreffen auf dem Mili-

tärstützpunkt, die getragene Militärkleidung, den Militärstützpunkt an sich 

und seine Kameraden. Selbst in Anbetracht seiner Angst um sich und sei-

nen Vater wären detailliertere Angaben zu erwarten gewesen. Des Weite-

ren sei die Beschreibung seiner Flucht unsubstantiiert und nicht überzeu-

gend ausgefallen, so dass auch diese nicht glaubhaft erscheine. Hinzu 

komme, dass er keinerlei militärische Dokumente habe vorweisen können 

und ausgeführt habe, dass man bereits nach einigen Tagen nach der An-

kunft auf dem Militärstützpunkt einen Militärausweis erhalten habe, dies bei 

ihm aber nicht der Fall gewesen sei. Insgesamt würden seine Vorbringen 

den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand-

halten. Angesichts seines Alters könne zwar nicht ausgeschlossen werden, 

dass er bei einem Verbleib in Syrien militärisch ausgehoben worden wäre. 

Die blosse Furcht eines zukünftigen Einzugs in den Militärdienst begründe 

jedoch nach ständiger Praxis die Flüchtlingseigenschaft nicht. Darüber hin-

aus seien den Akten seines in der Schweiz lebenden Bruders (N […]) keine 

gegenteiligen Schlussfolgerungen zu entnehmen.  

5.2 Dem wird auf Beschwerdeebene entgegnet, dass der damals (…)-jäh-

rige Beschwerdeführer sich in einem Schockzustand befunden habe und 

sehr um die Gesundheit seines Vaters besorgt gewesen sei. Der Einzug in 

den Grundwehrdienst sei ganz und gar unerwartet für ihn gewesen. Wäh-

rend der 40 Tage sei er psychisch schwer angeschlagen und in Gedanken 

stets bei seinem kranken Vater gewesen, was erkläre, dass er gewisse De-

tails an der Anhörung nicht habe nennen können. Der Beschwerdeführer 

habe ausserdem den Tagesablauf präzise und detailliert wiedergeben kön-

nen, was nicht möglich wäre, hätte er dies nicht selbst erlebt. Andere Fak-

ten, die ihn nicht direkt betroffen hätten, wie beispielsweise die Kleidung, 

andere Rekruten oder militärische Dokumente, habe er in seinem Zustand 

in Sorge um seinen Vater nicht wahrgenommen, da sie für ihn nicht von 

Relevanz gewesen seien. Entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung 

habe der Beschwerdeführer auch die Flucht glaubhaft geschildert. Er gelte 

mithin als Deserteur. Seine kurdische Ethnie sei als exponierender Faktor 

zu erachten, ungeachtet des Umstandes, dass er nicht politisch aktiv sei 

und nicht aus einer politisch oppositionellen Familie stamme. Dass er aus 

dem Dienst desertiert sei, was ein schweres Vergehen darstelle, verschlim-

mere seine Lage, da er als Verräter angesehen werde und bei einer Rück-

kehr nach Syrien eine unverhältnismässig hohe Strafe zu befürchten hätte. 

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Seite 6 

Hinzu komme, dass auch der Bruder des Beschwerdeführers desertiert sei 

und sich durch seinen aktuellen Aufenthalt in der Schweiz den syrischen 

Behörden entzogen habe. Insgesamt sei der Beschwerdeführer als Re-

gimegegner anzusehen und ernsthaft gefährdet, bei einer Rückkehr eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Behandlung im Sinne von Art.3 AsylG zu er-

fahren.  

6.  

6.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzliche Verfügung im 

Ergebnis zu bestätigen ist.  

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nicht an die Begründung der Vor-

instanz gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG); es kann die Beschwerde auch 

aus anderen Überlegungen als jenen der Vorinstanz abweisen (sog. Mo-

tivsubstitution; vgl. MADELEINE CAMPRUBI in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 

2019, N. 16 zu Art. 62 VwVG; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., S. 398, Rz. 

1136). Vorliegend kann eine abschliessende Auseinandersetzung mit der 

Frage der Glaubhaftmachung der Desertion aus dem Militärdienst unter-

bleiben, da die Vorbringen des Beschwerdeführers sich im Lichte der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts als nicht asylrelevant er-

wiesen.  

6.3 Mit dem Grundsatzentscheid BVGE 2015/3 vom 18. Februar 2015 hat 

das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, eine Wehrdienstverweigerung 

oder Desertion vermöge die Flüchtlingseigenschaft nicht per se zu begrün-

den, sondern nur dann, wenn damit eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 

Abs. 1 AsylG verbunden sei. Mit anderen Worten muss die betroffene Per-

son aus den in dieser Norm genannten Gründen (Rasse, Religion, Natio-

nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politische 

Anschauungen) wegen ihrer Wehrdienstverweigerung oder Desertion eine 

Behandlung zu gewärtigen haben, die ernsthaften Nachteilen gemäss 

Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkommt. In Bezug auf die spezifische Situation in 

Syrien erwog das Gericht weiter, die genannten Voraussetzungen seien im 

Falle eines syrischen Refraktärs erfüllt, welcher der kurdischen Ethnie an-

gehöre, einer oppositionell aktiven Familie entstamme und bereits in der 

Vergangenheit die Aufmerksamkeit der staatlichen syrischen Sicherheits-

kräfte auf sich gezogen habe (a.a.O. E. 6.7.3). Im zur Publikation bestimm-

ten Entscheid E-2188/2018 vom 30. Juni 2020 hat das Gericht seine Praxis 

bestätigt. 

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Seite 7 

6.4 Beim Beschwerdeführer liegen nach Ansicht des Gerichts keine einzel-

fallspezifischen Risikofaktoren vor, die ein politisches Profil seiner Person zu 

begründen vermögen. Der Beschwerdeführer ist zwar kurdischer Ethnie, 

machte jedoch nicht geltend, aus einer oppositionell aktiven Familie zu stam-

men oder selbst regimekritisch politisch tätig gewesen zu sein, Entsprechen-

des verneinte er gar auf Beschwerdeebene (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 7). 

Ebenfalls lassen sich den beigezogenen Akten seines Bruders (N […]) keine 

Hinweise auf ein politisches Profil des Beschwerdeführers oder dessen Fa-

milie entnehmen. Dies wurde auch nicht geltend gemacht. Insgesamt ist da-

her nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer über ein politi-

sches Profil verfügt, welchem entsprechend er vom Regime als Oppositio-

neller wahrgenommen werden könnte und von den syrischen Behörden 

wegen seiner Desertion im Jahr 2019 im Falle einer Rückkehr eine politisch 

motivierte Bestrafung und Behandlung zu gewärtigen hätte, die einer 

flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleich-

kommen würde. 

6.5 Eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung des Beschwerdeführers 

allein aufgrund der illegalen Ausreise aus Syrien und der Asylgesuchstel-

lung in der Schweiz ist gemäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungs-

gerichts (vgl. Urteil des BVGer D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 6.4.3 

[als Referenzurteil publiziert]) nicht anzunehmen, weshalb das Vorliegen 

subjektiver Nachfluchtgründe zu verneinen ist. 

6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asyl-

gründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung respektive eine entsprechende Verfolgungsfurcht zu be-

gründen. Die Vorinstanz hat deshalb zur Recht die Flüchtlingseigenschaft 

verneint und das Asylgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

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Seite 8 

7.3 Präzisierend ist festzuhalten, dass sich aus den vorstehenden Erwä-

gungen nicht der Schluss ergibt, der Beschwerdeführer sei zum heutigen 

Zeitpunkt in seinem Heimatstaat nicht gefährdet. Eine solche Gefähr-

dungslage ist jedoch auf die in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation 

zurückzuführen. Das SEM hat dieser generellen Gefährdung Rechnung 

getragen und den Beschwerdeführer in seinem Asylentscheid vom 

22. Februar 2021 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vor-

läufig aufgenommen. Nach konstanter Praxis sind die Bedingungen für ei-

nen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumut-

barkeit und Unmöglichkeit) alternativer Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt 

ist, ist der Wegweisungsvollzug als undurchführbar zu betrachten und die 

weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen der vor-

läufigen Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2; BVGE 2009/51 

E. 5.4). Entsprechend erübrigen sich weitere Ausführungen in diesem Zu-

sammenhang.  

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerde-

begehren des Beschwerdeführers schon bei Einreichung des Rechtsmit-

tels als aussichtslos zu gelten hatten. Damit ist – ungeachtet der Frage der 

prozessualen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers – eine der kumulativ zu 

erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt und das entspre-

chende Gesuch abzuweisen.  

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili 

 

 

Versand: