# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 751fb228-727a-521e-8219-ca3705c5b2b8
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-26
**Language:** de
**Title:** Nach Rückweisung durch das BGer nahm die IV-Stelle weitere Abklärungen vor; medizinisch-theoretische AUF nicht entscheidend; der Beschwerdeführer vermochte nach Eintritt des Gesundheitsschadens und einer späteren gesundheitlichen Verschlechterung ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter einer GmbH); Rentenanspruch verneint. (BGE 9C_217/2024)
**Docket/Reference:** IV.2023.00277
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00277.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00277
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiber Würsch
Urteil
vom
26. Februar 2024
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
Antoniadis
Advokaturbüro
Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1959, hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war von Januar 2004 bis März 2010 als Geschäftsführer der
Y.___
GmbH,
in Z.___
, tätig, über welche erstmals am 19. Januar 2010 der Konkurs eröffnet wurde. Die diesbezügliche Verfügung des Bezirksgerichts Pfäffikon wurde mit Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1. März 2010 auf
gehoben. Am 7. Mai 2013 wurde über die Gesellschaft erneut der Konkurs eröff
net und das Verfahren in der Folge am 27. Juni 2013 mangels Aktiven eingestellt. Ab April 2010 war der Versicherte als Geschäftsführer für die
A.___
GmbH,
in Z.___
, tätig (Urk.
5
/9/4,
5
/17
und 5
/22). Am 20. September 2012 meldete er sich insbesondere unter Hinweis auf eine dilatative Kardiomyopathie unklarer Genese bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
5
/8 f.).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
tätigte erwerb
liche und medizinische Abklärungen, wobei sie bei der
Begutachtungszentrum B.___
GmbH,
in C.___
, ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gab, welches am 19. August 2015 vor
gelegt wurde (
B.___
-Gutachten;
Urk. 5/76). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(vgl.
Urk.
5/45,
5/80, 5/88 und 5/99) wies sie das Rentenbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 2
1.
November 2017 ab (
Urk.
5/130).
Die vom Versicherten dagegen am
8. Januar 2018
erhobene Beschwerde (Urk.
5/133/3-11
)
wies
das
hiesige
Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2018.00
018
vom
3
0.
April 20
19
ab (
Urk.
5/139).
Dieses sowie die Verfügung der IV-Stelle vom 2
1.
November 2017 hob das Bundesgericht mit Urteil 9C_398/2019 vom 1
0.
September 2019 i
n Gutheissung
der
vom Versicherten erhobenen Beschwerde
(
Urk.
5/140)
auf
und wies die Sache zu
weiteren Abklä
rungen und
neuer Verfügung an die IV-Stelle zurück (
Urk.
5/145).
1.2
Im Zuge der Umsetzung des Rückweisungsurteils
holte die IV-Stelle
Auszüge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
5/
147
[
vgl. auch
:
Urk.
5/135,
Urk.
5/144], 5/169 und 5/207)
,
Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte
(
Urk.
5/164 f., 5/177)
, Buchhaltungsunterlagen der
A.___
GmbH (
Urk.
5/
186)
sowie einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
5/195)
ein.
Des Weiteren
ver
anlasste sie eine Abklärung im Unternehmen des Versicherten (Bericht vom 1
6.
Juli 2021, Urk. 5/197) und nahm Rücksprache mit dem regionalen ärztlichen Dienst (RAD-Stellungnahme vom
4.
März 2023,
Urk.
5/211/9-12).
Mit Vorbe
scheid vom 1.
November 2022 stellte sie dem Versicherten
wiederum
die Abwei
sung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
5/213), wogegen dieser am 3
0.
November
2022 Einwand erhob (
Urk.
5/221). Am
1.
März 2023 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
2 =
Urk.
5/224).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 1
9.
Mai 2023 Beschwerde mit dem Rechtsbegeh
ren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juni 2023 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4), worüber der Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 3
0.
Juni 2023 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
6).
Vom Amtes wegen hat das Gericht den Internetauszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich betreffend die
Y.___
GmbH und die
A.___
GmbH als
Urk.
7/1-2 zu den Akten genommen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da der Zeit
punkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Renten
anspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invalidenrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des line
aren Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Da die Entstehung eines Rentenanspruchs
angesichts der im September 2012 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug
bereits vor dem 1. Januar 2022 in Betracht fällt, sind die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom
1.
März 2023 zusammengefasst, der RAD habe
aufgrund
der nach dem Rückweisungsur
teil des Bundesgerichts getätigten Abklärungen festgestellt, dass ab dem
1.
November 2016 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
bestanden habe. In einer anderen leidensangepassten Tätigkeit habe keine höhere Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Für den Rentenanspruch sei jedoch nicht die Arbeitsunfähigkeit an sich, sondern die erwerbliche Auswirkung der gesundheit
lichen Einschränkungen entscheidend.
Mittels
Einkommensvergleich resultiere
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 5
%
, wobei
das vom Sozial
versicherungsgericht per 2013 festgelegte
Valideneinkommen
zu übernehmen sei,
zumal das
Bundesgericht
dieses
nicht beanstandet
habe
.
Als Invalideneinkommen sei das vom Beschwerdeführer im Jahr 2016 effektiv erzielte Einkommen heran
zuziehen, da er seinen Betrieb erfolgreich habe umstrukturieren und nach der gesundheitlichen Verschlechterung sogar einen noch höheren Verdienst habe erzielen können.
Es seien grundsätzlich die Erwerbseinkom
men massgebend, von denen gemäss
Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG)
Beiträge erhoben worden seien. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei zudem in erster Linie von den tatsächlich erzielten Einkom
men auszugehen. Auch bei
Selbständigerwerbenden
sei in der Regel ein ordentli
cher Einkommensvergleich durchzuführen. Es bestehe vorliegend kein Grund, davon abzuweichen und einen Prozentvergleich vorzunehmen (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 1
9.
Mai 2023 im Wesentlichen vor,
im konkreten Fall lasse die Gegenüberstellung der vor und nach dem Eintritt des Gesundheitsschadens ausbezahlten Löhne und/oder der realisierten Betriebsgewinne keine zuverlässigen Schlüsse auf die Erwerbsein
busse zu. Sowohl die Bestimmung des Validen- als auch des Invalideneinkom
mens erweise sich nicht nur als äusserst schwierig, sondern als schlicht unmög
lich. Auch die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin habe diese Auffassung vertreten
und empfohlen,
für die Invaliditätsbemessung auf das Tätigkeitsprofil und
die
rein medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeits- bzw. Erwerbsfä
higkeit abzu
stellen
(
Urk.
1 S. 9
f.
).
Es gehe insbesondere nicht an, für die
Festle
gung
de
r Vergleichs
einkommen lediglich
auf die IK-Auszüge zu verweisen; hierfür müssten die gesamten Buchhaltungsunterlagen
eingehend und seriös ana
lysiert werden. Unter den gegebenen Umständen
führe
einzig
ein Prozentver
gleich
zu einem korrekten Ergebnis
(
Urk.
1 S. 10 f.).
Ausgehend von de
r
Tatsache, dass die schweren körperlichen
Arbeiten
85-90
%
seiner Tätigkeit ausgemacht hätten und er diese nicht mehr ausüben könne, wäre zumindest in der Theorie bzw. bei gesetzmässigem Handeln der Verwaltung eine ganze Invalidenrente geschuldet. Der Anspruch bestehe seit
1.
März 2013, da sich sein Gesundheitszu
stand nach der
B.___
-Begutachtung verschlechtert habe und deren Datum folg
lich nicht massgebend sein könne. Ein Verlaufsgutachten sei trotz bundesgericht
licher Anweisung nicht eingeholt worden.
Eventualiter werde
gestützt auf die Beurteilung des RAD
die Ausrichtung einer ganzen Rente vom 1.
März 2013 bis 3
1.
März 2014
und einer halben Rente ab April 2014 beantragt, wie es von der Beschwerdegegnerin ursprünglich auch angedacht gewesen sei
(
Urk.
1 S. 13).
3.
3.1
Die erstmalige Beurteilung des Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin beruht
e
in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf dem
B.___
-Gutachten vom
1
9.
August 2015 (
Urk.
5/76). In diesem Zusammenhang kann auf die Ausführun
gen in E.
3.3 des Urteils
IV.2018.00018
des hiesigen
Sozialversicherungsg
erichts vom 3
0.
April 2019 verwiesen werden (
Urk.
5/139/
7-9).
Dem
B.___
-Gutachten
wurde
i
m genannten
Entscheid
Beweiswert zuerkannt
.
Die medizinischen Sachverständigen
gingen davon aus
, dass der Beschwerdefüh
rer seit März 2012 keine schweren körperlichen Arbeiten mehr ausführen könne.
W
ährend leichte körperliche Tätigkeiten seit
August 2012
wieder ohne Limitie
rungen zumutbar seien
, gelte
für mittelschwere Arbeiten
und auch für die ange
stammte Beschäftigung als Geschäftsführer eines Reinigungsunternehmens
seit Sommer 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk.
5/
76/37-39
)
. Das
Bundesgericht
folgte dieser Sichtweise
mit Urteil 9C_398/2019 vom 1
0.
September 2019
inso
fern, als es
von einer uneingeschränkten Einsatzfähigkeit für körperlich leichte Verrichtungen im Zeitpunkt der Begutachtung ausging (E. 4.1;
Urk.
5/145/5).
Allerdings
erkannte es
Anzeichen dafür, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
zwischen dem Begutachtungszeitpunkt im August 2015 und dem Verfügungserlass vom 21.
November 2017 in kardialer Hinsicht verändert haben könnte.
Die
Beschwerdegegnerin wäre daher
so das Bundesgericht wei
ter
gehalten gewesen, den diesbezüglichen Hinweisen im Rahmen einer Ver
laufsbegutachtung vertieft nachzugehen. Die Sache sei
deshalb
zur Vervollstän
digung der medizinischen Tatsachen
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (E. 4.2.1
-
4.3; Urk. 5/145/6-7).
3.2
3.2.1
Im Zuge der Umsetzung dieses Rückweisungsurteils
gelangte
die Beschwerdegeg
nerin
zunächst an die behandelnden Ärzte des Beschwerdeführers.
Dr.
med.
D.___
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie sowie Chefarzt Kardiologie am
Spital E.___
, ging in seinem Bericht vom 2
5.
März 2019 von folgenden Diagnosen aus (
Urk.
5/165/7):
-
dilatative Kardiomyopathie, Erstdiagnose 03/2012
-
leicht eingeschränkte systolische Funktion 07/2018
-
paroxysmales Vorhofflimmern
-
Elektrokonversion am 3
0.
November 2016
-
mittelschweres Schlafapnoe-/Hypopnoe-Syndrom
-
Risikofaktoren: Adipositas, Einnahme von
Imovane
-
Adipositas WHO Grad I
-
Status nach Tabakrauchkonsum (45 pack
years
).
Der Beschwerdeführer habe ab dem 1
2.
September 2018 seine Ernährung umge
stellt und innert drei Monaten 21 Kilogramm abgenommen. Er fühle sich so viel besser
; insbesondere
leide er weniger unter Dyspnoe und schlafe seit der Gewichtsabnahme besser. Gelegentlich komme es zu Schwindel beim Aufstehen und Brennen auf dem Thorax, Letzteres jedoch nicht regelmässig. Die Tagesmü
digkeit sei etwas geringer (
Urk.
5/165/7).
Aus ärztlicher Sicht sei der Verlauf aus
serordentlich erfreulich.
Aufgrund der Gewichtsabnahme scheine es dem Beschwerdeführer etwas besser zu gehen, v.a. was die Dyspnoe und die Psyche anbelange.
Es sei vertretbar, dass er die CPAP-Maske nicht mehr gebrauchen möchte, da das Schlafapnoe-Syndrom mit dem Gewichtsverlust wahrscheinlich weniger ausgeprägt sei
(
Urk.
5/165/8).
3.2.2
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie am Herzzentrum
G.___
,
nahm beim Beschwerdeführer am 2
1.
November 2019 eine ambulante
rhythmologische
Untersuchung vor.
Mit Bericht
gleichen
Datums hielt er fest, dass ein anfallsartiges, symptomatisches Vorhofflimmern bestehe, welches zwei bis zehn Mal pro Tag auftrete
, wobei die Episoden meist wenige Minuten andauerten.
Die Echokardiographie habe einen vergrösserten, nicht
hyperthrophierten
Linksventrikel mit mittelgradig eingeschränkter systoli
scher Pumpfunktion bei globaler Hypokinese ergeben. Die Ejektionsfraktion (EF) habe zwischen 35-40
%
gelegen. Die Vorhöfe seien mittelgradig dilatiert gewe
sen. Zur symptomatischen Therapie sowie namentlich zur Reduktion der Schlag
anfallswahrscheinlichkeit und zur Demenzprophylaxe werde eine Radiofrequenz-
Pulmonalvenenisolation
empfohlen
(
Urk.
5/165/9).
3.2.3
Ebenfalls ausgehend von der Diagnose einer dilatativen Kardiomyopathie
attes
tierte
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit Bericht vom 3
1.
März 2020 eine seit 1
7.
Juli 2019 und bis auf Weiteres andauernde 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Leiter und Mitarbeiter eines Reinigungsinstituts (
Urk.
5/165/2). Er begründete dies mit einer verminder
ten körperlichen Leistungsfähigkeit (
Urk.
5/165/4).
3.2.4
In seinem Bericht vom 1
5.
Oktober 2020
hielt
Dr.
F.___
zunächst fest, den Beschwerdeführer nur ein Mal in seiner Sprechstunde gesehen zu haben.
Er beschrieb sodann nochmals den bereits im Bericht vom 2
1.
November 2019 erwähnten Gesundheitszustand (
Urk.
5/177/1).
Ergänzend führte
Dr.
F.___
aus, dass für den Beschwerdeführer aufgrund der bereits mittelgradig einge
schränkten Herzpumpfunktion, der Adipositas und dem anfallsartigen Vorhof
flimmern
keine körperlich schwer belastenden Tätigkeiten mehr in Frage kämen. Diese wären aufgrund von Atemnot gar nicht durchführbar. Leichte körperliche Tätigkeiten wie Bürotätigkeiten jeder Art
sollten hingegen möglich sein. Für eine genauere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei ein entsprechendes Fachgutachten zu erstellen (
Urk.
5/177/2).
3.2.
5
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
I.___
, Facharzt für Orthopädische Chi
rurgie, äusserte sich in seiner Stellungnahme vom
4.
März 2022 dahingehend, dass sich der Gesundheitszustand seit der
B.___
-Begutachtung in kardiologi
scher Hinsicht objektiv verschlechtert habe. Damals habe der Beschwerdeführer bei der
Fahrradergometrie
noch eine Sollleistung erreicht.
Am 3
0.
Juni 2016 habe demgegenüber eine deutlich unterdurchschnittliche Belastbarkeit auf dem Fahr
radergometer bestanden.
Die Ejektionsfraktion der linksventrikulären Herzfunk
tion habe sich von 41
%
(leichte bis mittelschwere Einschränkung) auf 35-40
%
(mittelgradige Einschränkung) reduziert. Zusätzlich werde seither das symptoma
tische Vorhofflimmern thematisiert (
Urk.
5/211/10).
Der Beschwerdeführer werde bereits ausreichend medizinisch behandelt; weitere medizinische Massnahmen zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit könnten nicht mehr empfohlen werden.
Ab November 2016
dem Beginn des persistierenden Vorhofflimmerns mit deutli
cher Leistungseinbusse
sei
sowohl für die bisherige Tätigkeit als selbständiger Geschäftsführer als auch für leidensangepasste Tätigkeiten von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dem Belastungsprofil entsprächen körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten (
Urk.
5/211/10-11). Weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig (
Urk.
5/211/12).
4.
Der Beschwerdeführer
rügt grundsätzlich zu Recht, dass die Beschwerdegegnerin entgegen dem bundesgerichtlichen Urteil 9C_398/2019
(
Urk.
5/145)
kein
kardio
logisches
Verlaufsgutacht
en
in Auftrag gegeben hat
(
Urk.
1 S. 12 Ziff.
35 f.).
Er bringt jedoch nicht vor,
dass
weitere medizinische Abklärungen
erforderlich
und zielführend wären.
Die Untersuchungspflicht
im Sinne von Art.
43
Abs.
1
und
Art.
61
lit
. c
ATSG
dauert denn auch rechtsprechungsgemäss nur so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts
9C_475/2022 vom 4.
Dezember 2023 E. 4.2 mit Hinweis).
Dies ist vorliegend in Anbetracht de
s
B.___
-Gutachtens vom 1
9.
August 2015 (
Urk.
5/76), der
von der Beschwerde
gegnerin
im Nachgang zum Bundesgerichtsurteil eingeholten Berichte der behan
delnden Ärzte und der RAD-Stellungnahme vom
4.
März 2022 (vgl. vorstehende E. 3.2.1-3.2.5)
für den rentenrelevanten Zeitraum
der Fall.
Der
frühestmögliche Rentenbeginn
ist auf
März 2013
festzulegen, da dem Beschwerdeführer ab März
2012 eine Arbeitsunfähigkeit
für die von ihm ausge
übten schweren körperlichen Arbeiten attestiert wurde
(vgl.
Urk.
5/
76/37-39;
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG) und die in
Art.
29
Abs.
1 IVG vorgesehene sechsmona
tige Karenzfrist seit der Geltendmachung des Leistungsanspruchs im September 2012 (
Urk.
6/9) im März 2013 ebenfalls abgelaufen war.
Auf der Grundlage des
bis zum Begutachtungszeitpunkt im August 2015 (
Urk.
5/76/6) auch vom Bun
desgericht für massgeblich erachteten
B.___
-Gutachtens
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
von August 2012 bis Sommer 2013 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte und mittelschwere Arbeiten
vorlag
.
Danach bestand aufgrund einer Abnahme der linksventrikulären Funktion für mittelschwere kör
perliche Arbeiten nur noch eine 50%ige und lediglich für leichte körperliche Arbeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
5/76/38).
Zu einer
erneute
n
Ver
schlechterung des
kardiologischen
Gesundheitszustandes
kam es
gemäss nach
vollziehbarer Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
I.___
im November 2016
, als ein
persistierende
s
Vorhofflimmern mit deutlicher Leistungseinbusse
einsetzte. Seither besteht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch
für leichte körperli
che Tätigkeiten nur noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
5/211/10-11).
Zwei
fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit d
ieser
versicherungsinternen ärztli
chen Feststellungen
sind nicht auszumachen,
da
zum einen
keine abweichenden fachärztlichen Einschätzungen vorliegen (vgl.
Urk.
5/165/2)
und zum anderen
einleuchtet, dass die mittelgradig eingeschränkte Herzfunktion
mit einer Beein
trächtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit einhergeht.
Wie die Beschwerdegegnerin richtig erkennt, ist
jedoch
nicht die medizinisch-theoretisch bestehende Restarbeitsfähigkeit entscheidend, sondern
ob und in wel
chem Ausmass eine
invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse
besteht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_221/2016 vom 2
1.
Juni 2016 E. 3.2.2
a.E
.)
, worauf im Folgen
den näher einzugehen ist.
5.
5.1
Das Bundesgericht hat sich in seinem Rückweisungsurteil nicht zur
Invaliditäts
bemessung
geäussert (vgl.
Urk.
5/145/7 E. 4.3).
Unverändert
zum vorangegange
nen Urteil IV.2018.00018
(
Urk.
5/139/13-14 E. 6.1) ist festzuhalten, dass die Geschäftsführung einer
Unternehmung
, deren Träger eine Aktiengesellschaft (AG) oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist, in der Regel zwar als unselbständige Erwerbstätigkeit gilt (Urteil des Bundesgerichts 9C_361/2016 vom 2
2.
August 2016 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
Besondere Bedeutung kommt
allerdings
dem Umstand zu
, ob die versicherte Person
einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftspolitik und
-
entwicklung nimmt. Diese Frage kann beantwortet werden, indem die finanzielle Beteiligung, die Zusammensetzung der Leitung der Gesell
schaft und vergleichbare Gesichtspunkte geprüft werden. Verfügt ein Geschäfts
führer einer AG oder einer GmbH über einen massgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft (bspw. aufgrund einer Einzelunterschriftberechtigung), so ist es gerechtfertigt, die Invaliditätsbemessung analog den selbständig Erwerbenden durchzuführen (
vgl. zum Ganzen
Rz
.
3318 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]
, Stand:
1.
Januar 2024).
Der Beschwerdeführer
hatte gemäss seinen verschiedenen Angaben
im Verfahren
bereits
2003 und damit etliche
Jahre vor dem Eintritt seines Gesundheitsschadens ein eigenes Reinigungsunternehmen gegründet
, zunächst die
Y.___
GmbH und
nach deren Liquidation
die
A.___
GmbH
(
Urk.
5/9/4,
5/17/1, 5
/76/17
, 5/135/10
)
und er erklärte mehrfach
, er sei
der
Inhaber
des
Rei
nigungsunternehmens (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
28,
Urk.
5/42/2 f.,
5/197/2).
Bestätigt wird dies durch die Angaben im Handelsregister. Gemäss diesen war der Beschwerdeführer
Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y.___
GmbH mit Einzelunterschriftberechtigung (
Urk.
7/1
)
und i
n gleicher Funktion ist er seit Februar 2010 für die
A.___
GmbH eingetragen, wobei er zudem über sämtliche Stammanteile verfügt (
Urk.
7/2
).
Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich,
die Invaliditätsbemessung anhand der für selbständig Erwer
bende geltenden Regeln durchzuführen
.
5.2
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad
ist
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches Bemessungsverfahren). Der grundsätzliche Unter
schied dieses Verfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invali
dität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die lei
densbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschrän
kung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grund
satz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_208/2019 vom 26. November 2019 E. 3.2, insbesondere mit Hinweis auf BGE 128 V 29 E. 1).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteile des Bundesgerichts 8C_413/2015 vom 3. November 2015 E. 3.3.1 und 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen,
das
der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Indivi
duellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Ein
tritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer län
geren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser entlöhnte andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheits
beeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dar
stellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Erwerbstä
tigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkom
mens
massgebend, selbst wenn besser entlöhnte Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
5.3.2
An den Erwägungen im Urteil IV.2018.00018 zum
Valideneinkommen
(E. 6.3.2;
Urk.
5/139/16)
ist
grundsätzlich
fest
zuhalten
.
Der Beschwerdeführer war vor Ein
tritt des Gesundheitsschadens im Frühjahr 2012 insgesamt während
acht
Jahren in der Reinigungsbranche selbständig erwerbstätig, sodass keine kurze Dauer im Sinne der genannten Rechtsprechung vorliegt. Ferner bestehen keinerlei Anhalts
punkte, dass er ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung sein Reinigungsunter
nehmen zugunsten einer besser entlöhnten anderen Tätigkeit aufgegeben hätte. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers besteht angesichts dieser Gege
benheiten kein Anlass, vom Grundsatz abzuweichen, dass zur Ermittlung des
Valideneinkommens
in erster Linie die aus dem IK-Auszug ersichtlichen Löhne herangezogen werden. In Anbetracht der Schwankungen im Jahresverdienst rechtfertigt es sich, auf den Durchschnitt mehrerer Jahre abzustellen. Dabei ist allerdings dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die
vom Beschwerdeführer zunächst gegründete
Y.___
GmbH ab 2009 in betriebliche Schieflage geriet, was erstmals am 19. Januar 2010 und - nach zwischenzeitlicher Aufhe
bung der entsprechenden Verfügung des Bezirksgerichts Pfäffikon durch das Obergericht des Kantons Zürich - am 7. Mai 2013 definitiv in der Eröffnung des Konkurses und schliesslich am 27. Juni 2013 in der Einstellung des Konkursver
fahrens mangels Aktiven mündete (vgl. Urk. 7/1). Die Jahre 2009 und 2010 sind daher von der Berechnung auszuklammern.
Gestützt auf den IK-Auszug (
vgl.
Urk.
5/17, 5/34
, 5/110 und 5/135) betrug das Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2004
Fr.
75'319.--, im Jahr 2005 Fr. 75'548.--, im Jahr 2006
Fr.
84'700.--, im Jahr 2007
Fr.
96'847.--, im Jahr 2008
Fr.
88'167.-- und im Jahr 2011
Fr.
84'000.--.
D
iese Erwerbseinkommen
sind
je einzeln anhand
der vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Tabelle zur Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
(T39)
ba
sierend auf den jeweiligen Index-Werten der Nominallöhne von Männern im entsprechenden Abrechnungsjahr auf das Jahr 2011 aufzurech
nen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2023 vom
7.
September 2023 E. 4.3).
Dies ergibt für das Jahr 2004 Fr.
82'793.70
(
Fr.
75'319.-- / 1'975 * 2'171)
, für das Jahr 2005
Fr.
82'336.70
(
Fr.
75'548.-- / 1'992 *
2
'171)
, für das Jahr 2006
Fr.
91'302.75
(
Fr.
84'700.-- / 2'014 * 2'171)
, für das Jahr 2007
Fr.
102'713.65
(
Fr.
90'847.-- / 2'047 * 2'171)
, für das Jahr 2008
Fr.
91'496.45
(
Fr.
88'167.-- / 2'092 * 2'171)
und für das Jahr 2011
Fr.
84'000.--, was durchschnittlich
Fr.
89'107
.20 entspricht.
Dieses Zwischenergebnis ist wiederum
um die Entwick
lung der Nominallöhne bis 2013 anzupassen,
womit ein massgebendes
Validen
einkommen
von
Fr.
90'461.70
resultiert (
Fr.
89'107
.20 / 2'171 * 2'204)
.
5.3.3
Ergänzend ist
zum einen anzumerken,
dass es (nach wie vor) an konkreten Anhaltspunkten dafür mangelt, dass der Beschwerdeführer
im Gesundheitsfall
voraussichtlich
ein
en höheren Verdienst
erzielt hätte
.
Bloss
e
Absichtserklärungen genügen in diesem Kontext praxisgemäss nicht
. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche oder die Aufnahme eines Studiums kundgetan worden sein (BGE 145 V
1
41 E. 5.2.1
mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts 8C_399/2023 vom 2
0.
Dezember 2023 E.
2.3.2).
Derartige Vorkehrungen traf der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens nicht
, weshalb auch nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt ist, dass ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Erwerbseinkommen tatsächlich realisiert worden wären.
Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu dieser Thematik (
Urk.
1 S. 10 f.
Ziff.
28 und
Ziff.
32)
erschöpfen sich
vielmehr
in spekulativen Behauptungen
, zumal er sich selbst ebenfalls nicht
annähernd
in der Lage sieht,
einen
potentiell höheren Verdienst im Gesundheitsfall
näher
zu beziffern.
Zum anderen ist
festzuhalten,
dass der Beschwerdeführer
als einzelzeichnungs
berechtigter Gesellschafter und Geschäftsführer der
A.___
GmbH
(vgl. vorstehende E. 5.1)
über das Gesellschaftskapital verfügen und sämtliche Entscheidungen des Unternehmens allein treffen kann, weshalb die
erwirtschafteten, aber nicht ausbezahlten
Gewinne der GmbH nicht aus
zuklammern sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 4.3 und 4.4.1 mit Hinweisen).
Die Buchhaltungsunterlagen der
A.___
GmbH sind allerdings erst ab dem Jahr 2014 aktenkundig (Urk. 5/186) und der Beschwerdeführer betonte wiederholt, die
Buchhaltung aus der Zeit vor dem Eintritt der Invalidität sei nicht mehr vorhanden
und
wäre
auch
nicht aussagekräftig, da der frühere Buchhalter Gelder
veruntreut
habe
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
7 und S. 5
Ziff.
14;
Urk.
5/42/7, 5/197/3).
Unter diesen Umständen
lässt sich nicht feststellen,
welche Betriebsergebnisse
der
Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahr 2012 erzielte
, weshalb eine Anrechnung
seiner
zeitiger
Betriebsg
ewinne oder
-v
erluste nicht möglich ist.
Es hat folglich beim
Valideneinkommen
von Fr.
90'461.70
sein Bewenden.
5.
4
5.4.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Subsidiär können für die Bestimmung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisio
nen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
5.4.2
Der Beschwerdeführer übte auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin seine bisherige Tätigkeit als
Geschäftsführer der
A.___
GmbH aus.
Im Jahr 2013 zahlte er sich einen Lohn von
Fr.
17'480.-- aus (
Urk.
5/207); das damalige Betriebsergebnis ist unbekannt
und
wie bereits erwähnt
gemäss Dar
stellung des Beschwerdeführers nicht
verlässlich
rekonstruierbar
(
vgl.
vorstehende E. 5.3.3)
.
Medizinisch-theoretisch wäre es ihm
von
August 2012
bis Oktober 2016
möglich gewesen, leichte körperliche Tätigkeiten
in einem Vollzeitpensum
auszu
üben (vgl. vorstehende E. 4).
Angesichts
der Umstände wäre es ihm sodann mit Blick auf die ihm obliegende Schadenminderungspflicht zuzumuten gewesen, eine leidensangepasste unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, um eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten.
So ist eine Betriebs
aufgabe nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar und auch das fortge
schrittene Alter des
Beschwerdeführers
(54 Jahre im Jahr 2013)
respektive die ver
bleibende Aktivitätsdauer sprechen nicht per se dagegen (vgl. Urteile des Bundes
gerichts
8C_157/2021 vom
8.
Juni 2021 E. 4.3.3 und
9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E.
3.3.1
, je
mit Hinweisen).
Es sind
ferner
namentlich unter Berücksichtigung der konkreten gesundheitlichen Beeinträchtigung und des ärztlicherseits statuier
ten Belastungsprofils
keine Gegebenheiten ersichtlich, welche die Verwertbarkeit der Leistungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
der
ein breites
Spektrum
geeigneter Einsatzgelegenheiten bietet
in Frage gestellt hätten.
Das Invalideneinkommen für das Jahr 2013 ist folglich gestützt auf die LSE 2012 zu bestimmen. In Anbetracht der fehlenden beruflichen Ausbildung ist auf den Zentralwert für Hilfsarbeiten abzustellen (TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Männer). Das standardisierte monatliche Einkommen beträgt demnach Fr. 5‘210.--. Angepasst an die
seinerzeit
durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T 03.02.03.01.04.01
) und an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2’188 Punkten im Jahr 2012 auf 2’204 Punkte im Jahr 2013 ergibt dies ein Bruttoeinkommen von Fr. 65‘653.70 jährlich (Fr. 5‘210.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2’188 * 2’204). Gründe für die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges vom Invalideneinkommen sind
im Übrigen
nicht ersichtlich. Namentlich der Umstand, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, stellt keinen Grund für einen Leidensabzug dar, da der Tabellenlohn
im Kompetenzniveau 1
bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
511/2022
vom
8
.
Februar
20
23
E.
9.3.3
mit Hinweisen).
5.5
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von Fr.
90’
461.70
und einem Invali
deneinkommen von Fr.
65'653.70
resultiert ein Erwerbsausfall von Fr. 2
4
‘7
9
8.
8
5 und somit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet
27
% (zum Runden: BGE 130 V 121; Urteil des Bundesgerichts 8C_23/2022 vom 21. September 2022 E. 7).
Ergänzend ist
festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung der
verabgabten
Löhne gemäss IK
-Auszug
(
Urk.
5/207)
und der Betriebsergebnisse
ab 2014
(
Urk.
5/186
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 4.3 und 4.4.1 mit Hinweisen)
faktisch auch
im Rahmen der weiteren Aus
übung seiner Geschäftsführertätigkeit
möglich war,
ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erwirtschaften
(Fr.
67'906.24
im Jahr 2014 [
Fr.
0.-- gemäss IK
-Auszug
+
Fr.
67'906.24 Betriebsgewinn],
Fr.
123'335.91 im Jahr 2015 [
Fr.
84'420.-- gemäss IK
-Auszug
+
Fr.
38'915.91 Betriebsgewinn],
Fr.
115'615.81 im Jahr 2016 [Fr. 80'767.-- gemäss IK
-Auszug
+
Fr.
34'848.81 Betriebsgewinn]).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ist es ihm somit gelungen
,
die
Unterneh
men
sstruktur
entsprechend seiner gesundheitlichen
Beeinträchtigung erfolgreich zu reorganisieren, indem er die körperliche Arbeit weitestgehend auf einen lang
jährigen Mitarbeiter
sowie
auf Aushilfskräfte delegiert und sich auf seine Kern
kompetenzen der
Kundena
kquisition und
-
pflege
fokussiert
hat (vgl. Urk.
5/42/3,
5/197/3)
.
Dies wird
ausserdem
dadurch veranschaulicht, dass er
selbst nach Eintritt der Verschlechterung
der
Herzfunktion im November 2016
keine Erwerbseinbusse gewärtigen musste bzw. sein Einkommen gar noch steigern konnte
(Fr.
115
'
261
.2
7
im Jahr 201
7
[Fr.
132’600
.-- gemäss IK
-
Auszug
.
/.
Fr.
17'338.73
Betriebs
verlust
],
Fr.
199'031.59
im Jahr 201
8
[
Fr.
99’450
.-- gemäss IK
-Auszug
+ Fr.
99'581.59
Betriebsgewinn],
Fr.
1
48
'
829
.8
5
im Jahr 201
9
[Fr.
13’247
.-- gemäss IK
-Auszug
+
Fr.
135'582.85
Betriebsgewinn])
.
Vor diesem Hintergrund erschliesst
sich
im Übrigen
entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers
nicht, weshalb d
er Invaliditätsgrad
anhand eines Prozentver
gleichs
bestimmt werden sollte.
Die fraglichen
Vergleichs
einkommen l
a
ssen sich
insbesondere
unter Berücksichtigung der Einträge im IK-Auszug und de
r
Buchhal
tungsunterlagen hinreichend
präzise
ermitteln.
Die tatsächlichen erwerblichen Verhältnisse würden ungerechtfertigterweise ausge
blendet
, wenn
wie beschwer
deweise im Resultat geltend gemacht (
Urk.
1 S. 13
Ziff.
37 f.)
einzig
auf der Basis der medizinisch-theoretisch
attestierten
Arbeitsunfähigkeit
direkt auf den Invali
ditätsgrad geschlossen würde.
Ebenso
wenig erweist sich unter den konkreten Umständen die Invaliditätsbemessung mittels der ausserordentlichen Bemessungs
methode als angezeigt (vgl. diesbezüglich
das
Urteil des Bundesgerichts 8C_208/2019 vom 26. November 2019 E. 3.2, insbesondere mit Hinweis auf BGE 128 V 29 E. 1).
6.
Zusammenfassend
ist nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung vom 1.
März 2023
verneint hat. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und abzuweisen.
7.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu beurtei
len war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind ermessensweise auf Fr.
800
.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
dem
unterliegenden
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWürsch