# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 368a5cb8-8c45-5ee8-8634-e9265f16de21
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 26.02.2016 530 2015 31 (530 15 31)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_530-2015-31_2016-02-26.pdf

## Full Text

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Entscheid vom 26. Februar 2016 (530 15 31) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Nach- und Strafsteuern / geldwerte Leistung 

 

Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Steuerrichter Jörg Felix, Steuerrich-
ter Peter Salathe, Dr. Philippe Spitz, Dr. Pascal Leumann, Gerichts-
schreiberin I. Wissler 
 
 

Parteien A.____, vertreten durch Mahrer Treuhand AG, Hauptstrasse 22, 
4313 Möhlin 
 
 Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 
 Beschwerdegegnerin 
 
 
 

betreffend Nachsteuern zur direkten Bundessteuer 2006 und 2007 
 
 
 
 
 

 
 
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Sachverhalt: 

 

1. Mit Schreiben vom 3. Dezember 2013 leitete die Steuerverwaltung ein Nach- und Straf-

steuerverfahren ein und führte aus, man habe gemäss einer Meldung der Steuerverwaltung des 

Kantons B.____ erfahren, dass infolge Bonitätsrisikos die Zunahme der Kontokorrentschuld des 

Steuerpflichtigen bei der C.____ AG kapitalbildend abgeschrieben und als verdeckte Gewinn-

ausschüttung aufgerechnet worden sei. Die entsprechenden Beträge seien beim Steuerpflichti-

gen für die betreffenden Jahre ebenfalls im Einkommen als verdeckte Gewinnausschüttungen 

aufzurechnen. Zur Gewährung des rechtlichen Gehörs wurde dem Pflichtigen eine 30-tägige 

Frist zur Stellungnahme gewährt, worauf der Vertreter des Pflichtigen mit Schreiben vom 9. Ja-

nuar 2014 u.a. ausführte, die Tatsache, dass Fr. 128‘000.-- sowie Fr. 32‘000.-- vom Pflichtigen 

privat nie versteuert worden seien, sei unbestritten. Fraglich sei nur, ob dies mit einem Nach- 

und Strafsteuerverfahren erfolgen müsse. In diesem Sinne sei zu klären, wieso die definitiven 

Veranlagungen der Privatperson immer vor den definitiven Veranlagungen der C.____ AG er-

folgt seien, wieso im Jahre 2008 durch die Steuerverwaltung die Aufrechnung vorgenommen 

worden und in den Jahren 2006 und 2007 nicht, obwohl Kontakt zwischen den Steuerverwal-

tungen bestanden habe. Im Weiteren sei zu klären, ob die Aufrechnungen nicht privilegiert zu 

besteuern seien. Die Aufrechnungen und somit die Ausschüttungen seien im Jahre 2009 er-

folgt. 

 

 

2. Mit Verfügung betreffend Nachsteuern und Bussen zur direkten Bundessteuer 2006 und 

2007 vom 5. Februar 2015 wurden dem Pflichtigen Nachsteuern in Höhe von Fr. 15‘157.10 so-

wie eine Busse von Fr. 12‘125.00 auferlegt.  

 Zur Begründung führte die Steuerverwaltung aus, infolge des Bonitätsrisikos sei im Kt. 

B.____ die Zunahme der Kontokorrentschuld des Steuerpflichtigen bei der C.____ AG kapital-

bildend abgeschrieben worden. Die entsprechenden Beträge seien beim Steuerpflichtigen für 

die betreffenden Jahre ebenfalls im Einkommen als verdeckte Gewinnausschüttungen aufzu-

rechnen. Ergebe sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht 

bekannt gewesen seien, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräfti-

ge Veranlagung unvollständig sei, so werde die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteu-

er eingefordert. Die vom Vertreter gestellten Fragen seien wie folgt zu beantworten: Die Veran-

lagungen der C.____ AG im Kanton B.____ seien in der Tat später als die privaten Veranlagun-

gen des Steuerpflichtigen ergangen. Dass für die Steuerjahre 2006 und 2007 im Gegensatz 

zum Steuerjahr 2008 keine Aufrechnung erfolgt sei, habe daran gelegen, dass die Meldung des 

 
 
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Kantons B.____ nach Eintritt der Rechtskraft der fraglichen Steuerjahre erfolgt sei. Der Kanton 

Basel-Landschaft habe die Bonität jedoch nicht als unzureichend eingestuft. Hinsichtlich der 

Möglichkeit einer privilegierten Besteuerung sei auszuführen, dass diese ab dem Jahr 2008 

eingeführt worden sei. Die fraglichen Aufrechnungen würden aber die Jahre 2006 und 2007 

betreffen, weshalb eine privilegierte Besteuerung nicht in Frage komme.  

 Wer als Steuerpflichtiger vorsätzlich oder fahrlässig bewirke, dass eine Veranlagung zu 

Unrecht unterbleibe oder dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig sei, werde mit 

einer Busse entsprechend seinem Verschulden bestraft. Vorliegend habe der Steuerpflichtige 

verdeckte Gewinnausschüttungen nicht deklariert. Die Steuerverwaltung des Kantons B.____ 

habe bereits im Jahr 2007 für die Steuerperiode 2005 die C.____ AG darauf aufmerksam ge-

macht, dass die Entwicklung des Kontokorrent kritisch beurteilt werde und eine entsprechende 

Anpassung nötig sei. Trotz dieser Ankündigung sei nichts korrigiert worden, sodass die Steuer-

verwaltung des Kantons B.____ eingegriffen habe. Der Steuerpflichtige habe also wissen kön-

nen, dass eine Aufrechnung drohe, diese aber nicht vermieden. Zudem habe der Steuerpflichti-

ge sich auch nicht bei der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft gemeldet, als er 

von den Aufrechnungen erfahren habe. Damit liege zumindest Eventualvorsatz vor. Bei einer 

vollendeten Steuerhinterziehung betrage die Busse in der Regel das Einfache der Nachsteuer. 

Vorliegend komme die Steuerverwaltung zum Schluss, dass das Verschulden des Steuerpflich-

tigen mittelschwer wiege. Zu seinen Lasten sei das im Verhältnis zum deklarierten sehr erhebli-

che nicht deklarierte Einkommen zu berücksichtigen. Zu seinen Gunsten sei die eher kurze 

Dauer der Hinterziehung, sein bisher einwandfreier steuerlicher Leumund sowie seine gute Ko-

operation bei der Aufklärung des Sachverhaltes zu werten. Unter Berücksichtigung der persön-

lichen Verhältnisse werde die Busse auf 80% der Nachsteuer festgelegt. 

 

 

3. Mit Schreiben vom 5. März 2015 erhob die Vertreterin des Pflichtigen Einsprache und 

begehrte, auf die Belastung einer Steuerbusse von 80 % der Nachsteuer für die direkte Bun-

dessteuer sei zu verzichten. Zur Begründung führte sie aus, im Laufe der Behandlung der Ein-

sprache betreffend die Staats- und die direkte Bundessteuer 2008 habe man die Veranla-

gungsbehörde telefonisch am 15. Juni 2011 darauf aufmerksam gemacht, dass von Seiten der 

Steuerverwaltung B.____ für die Jahre 2006 - 2008 insgesamt Fr. 223‘000.-- aufgerechnet wor-

den seien und nachgefragt, wie das besteuert werde. Die Veranlagungsbehörde habe zugesi-

chert, dass dies abgeklärt werde. Dies komme einer straflosen Selbstanzeige gleich. 

 

 

 
 
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4. Mit Einsprache-Entscheid vom 7. August 2015 wies die Steuerverwaltung die Einspra-

che ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die erhobene Nachsteuer sei nicht bestritten wor-

den. Da Einkommensfaktoren nicht deklariert worden seien, sei die Erhebung von Nachsteuern 

als solche zu bestätigen. Es stelle sich somit die Frage, ob eine straflose Selbstanzeige vorliege 

und ob an Strafsteuer und Bussenhöhe festzuhalten sei. Eine Selbstanzeige habe aus eigenem 

Antrieb von der steuerpflichtigen Person resp. von deren Vertreter zu erfolgen. Mit Datum vom 

20. April 2009 habe das kantonale Steueramt B.____ der Treuhänderin der C.____ AG mitge-

teilt, dass die strittige Gewinnausschüttung pro 2006 und 2007 in der Firma aufgerechnet wer-

den müsse. Mit Schreiben vom 25. Mai 2010 habe der Pflichtige Einsprache gegen seine per-

sönliche Steuerveranlagung 2008 erhoben und im Zusammenhang mit dem fraglichen Konto-

korrentkonto einen Zinsaufwand geltend gemacht. Rund ein Jahr später am 18. Mai 2011, sei 

dem Pflichtigen seitens der kantonalen Steuerverwaltung Basel-Landschaft angezeigt worden, 

dass pro 2008 Fr. 63'000.-- aufzurechnen seien. Als Präsident des Verwaltungsrats der C.____ 

AG habe er bereits im Jahr 2009 von den Gewinnausschüttungen Kenntnis gehabt. lm Rahmen 

seiner Einsprache vom 25. Mai 2010 habe er keinen konkreten Bezug auf die Gewinnausschüt-

tungen oder auf die steuerbare geldwerte Leistung genommen. Erst auf Intervention der Ei-

sprachebehörde seien die fehlenden steuerbaren Einkommensbestandteile zu Tage getreten. 

Im Weiteren sei die erwähnte telefonische Kontaktnahme im Einspracheverfahren 2008 zu spät 

erfolgt. Mit der Ankündigung, das Kontokorrent werde von der Steuerverwaltung des Kantons 

B.____ kritisch beurteilt und es müsse unter Umständen mit einer Korrektur gerechnet werden, 

hätte der Pflichtige wissen können, dass eine einkommensrelevante Aufrechnung drohe. Ein 

eventualvorsätzliches Verhalten sei daher zu bejahen. Die Strafsteuer in Höhe von 80% der 

Nachsteuer erweise sich daher als sachgerecht. 

 

 

5. Mit Schreiben vom 7. September 2015 erhob die Vertreterin des Pflichtigen Beschwerde 

und begehrte, 1. Es sei der Einsprache-Entscheid der Steuerverwaltung Basel-Landschaft vom 

7. August 2015 aufzuheben. 2. Es sei von der Erhebung einer Nachsteuer einschliesslich Ver-

zugszinsen abzusehen. 3. Es sei auf die Erhebung von Steuerbussen im Umfang von 80% der 

Nachsteuer in Höhe von Fr. 12'125.-- zuzüglich Verzugszinsen zu verzichten. 4. Eventualiter 

seien die Strafsteuern angemessen zu reduzieren. 5. Alles unter o/e-Kostenfolge. 

 Zur Begründung führte sie u.a. aus, der Pflichtige sei Aktionär (70% der Aktien) und 

Verwaltungsratspräsident der C.____ AG mit Sitz in E.____. Die C.____ AG verfüge über ein 

Kontokorrent-Konto bei der F.____ Bank. Während der Steuerperioden 2006 und 2007 habe die 

C.____ AG dem Pflichtigen zu privaten Zwecken über das Kontokorrent-Konto ein Darlehen 

 
 
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gewährt. ln den betroffenen Jahren hätten sich die Kontokorrent-Salden auf Fr. -486'000 

(31.12.2006) und Fr. -519'000 (31.12.2007) belaufen. Diese Beträge habe der Pflichtige ent-

sprechend in seiner privaten Steuererklärung als Schuld gegenüber der C.____ AG deklariert 

und sei durch seinen Wohnsitzkanton Basel-Landschaft deklarationsgemäss veranlagt worden. 

Erhöhungen der Darlehen habe die C.____ AG folgerichtig als zusätzliche Forderungen gegen-

über dem Pflichtigen verbucht (Fr. 128'000 im Jahr 2006; Fr. 32'000 im Jahr 2007). lm Umfang 

dieser Erhöhungen habe das Steueramt des Kantons B.____ befunden, dass es sich nicht um 

zusätzliche Forderungen gegenüber dem Pflichtigen, sondern aufgrund des Bonitätsrisikos um 

eine verdeckte Gewinnausschüttung an diesen handle. Entsprechend habe das Steueramt 

B.____ der C.____ AG im Jahr 2006 Fr. 128'000 und im Jahr 2007 Fr. 32'000 kapitalbildend 

abgerechnet (Bildung versteuerte Minus-Reserve). Diese Verfügungen seien rechtskräftig. Zu 

diesem Zeitpunkt habe auch der Pflichtige erstmals erfahren, dass ein Umqualifikations- und 

damit ein Steuerrisiko im Zusammenhang mit der Kontokorrentschuld bestehe. Mit Schreiben 

vom 20. Mai 2009 habe das Steueramt des Kantons B.____ die Steuerverwaltung des Kantons 

Basel-Landschaft über ihre Qualifizierung der Zunahme der Kontokorrentschuld bei der C.____ 

AG als verdeckte Gewinnausschüttung informiert. Am 3. Dezember 2013 habe die Steuerver-

waltung Basel-Landschaft den Steuerpflichtigen A.____ über die Einleitung eines Nach- und 

Strafsteuerverfahrens betreffend die Steuerjahre 2006 und 2007 informiert. Der Steuerverwal-

tung des Kantons Basel-Landschaft seien sämtliche für die Veranlagung massgeblichen Fakto-

ren vorgelegen. Es sei nicht ersichtlich, welche neue Tatsache, die nach Eintritt der rechtskräf-

tigen Veranlagungen bekannt geworden seien eine Nachbesteuerung rechtfertigen würden. Die 

abweichende rechtliche Würdigung eines bekannten Lebenssachverhalts durch einen Nachbar-

kanton stelle keine neue Tatsache dar. Die Nachbesteuerung sei rechtswidrig. 

 Die Steuerbehörde habe zwar die private Kontokorrentschuld des Pflichtigen gegenüber 

der C.____ AG vordergründig als solche anerkannt, hingegen habe sie auch angenommen, 

dass der Pflichtige nicht mehr in der Lage sei den Betrag zurückzuzahlen. Der Pflichtige habe 

aber in den betroffenen Jahren eine Liegenschaft mit einem Verkehrswert von rund Fr. 800'000 

im Umfang von 60% zu Miteigentum besessen. Er habe keinen Anlass gehabt anzunehmen, 

dass die Kontokorrentschuld durch die Behörden zu Einkommen umqualifiziert würde. Tatsäch-

lich habe der Pflichtige von einem Umqualifikations- und Steuerrisiko im Zusammenhang mit 

der Kontokorrentschuld erstmals aufgrund der Veranlagungsvorschläge vom 20. April 2009 und 

damit nach Eintritt der Rechtskraft seiner privaten Veranlagungsverfügungen erfahren. Es fehle 

sowohl an der Tatbestandsmässigkeit als auch an der Strafbarkeit. 

 Selbst wenn das Gericht wider Erwarten zum Schluss gelange, dass der Tatbestand der 

Steuerhinterziehung erfüllt sei, sei auf die Bestrafung des Pflichtigen aufgrund seiner Selbstan-

 
 
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zeige zu verzichten. Der Unterzeichnende habe die Steuerverwaltung Basel-Landschaft im Lau-

fe der Behandlung der Steuerperiode 2008 mittels eines Telefonats mit der Veranlagerin am 15. 

Juni 2011 auf die Aufrechnung durch den Kanton B.____ betreffend die Steuerjahre 2006-2008 

aufmerksam gemacht. Die Selbstanzeige sei am 15. Juni 2011 vor Einleitung der Nach- und 

Strafsteuerverfahren am 3. Dezember 2013 erfolgt.  

 Im Weiteren sei das Strafmass auf höchstens einen Drittel des Regelstrafmasses, min-

destens aber angemessen zu reduzieren. Steuermindernd sei zu berücksichtigen, dass dem 

Pflichtigen, weder Wissen und Wollen noch lnkaufnahme einer Steuerhinterziehung vorgewor-

fen werden könne, sei ihm nicht bekannt gewesen, dass die Kontokorrentschuld teilweise steu-

erbares Einkommen darstellte. Es liege höchstens leichtes Verschulden vor. Die überlange Ver-

fahrensdauer führe zudem zu hohen Verzugszinsen (Fr. 21'159.50), was ebenfalls strafmin-

dernd zu berücksichtigen sei. Schliesslich sei auch auf die mit dieser Aufrechnung verbundene 

enorme finanzielle Belastung hinzuweisen.  

 

 

6. Mit Vernehmlassung vom 4. November 2015 beantragte die Steuerverwaltung die teil-

weise Gutheissung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Steuerverwaltung 

des Kantons B.____ habe bereits im Jahr 2007 für die Steuerperiode 2005 die C.____ AG da-

rauf aufmerksam gemacht, dass die Entwicklung des Kontokorrents kritisch beurteilt werde. 

Trotzdem habe der Pflichtige ab diesem Zeitpunkt nichts an seiner Deklaration geändert und 

seine privaten Aufwendungen weiterhin über das Kontokorrentkonto bei der C.____ AG ge-

bucht. Damit habe er zumindest billigend in Kauf genommen, dass Aufrechnungen in der 

C.____ AG erfolgen würden, was systemimmanent zu verdeckten Gewinnausschüttungen beim 

Aktionär führe. Es sei zumindest von einer eventualvorsätzlichen Erfüllung von Art. 175 DBG 

auszugehen. Eine Selbstanzeige müsse aus eigenem Antrieb erfolgen. lm vorliegenden Fall 

habe das Steueramt des Kantons B.____ mit Schreiben vom 20. Mai 2009 die Steuerverwal-

tung des Kantons Basel-Landschaft über die Umqualifikation der Kontokorrentschuld in eine 

verdeckte Gewinnausschüttung der C.____ AG orientiert. Ab diesem Zeitpunkt sei eine straflo-

se Selbstanzeige grundsätzlich nicht mehr möglich. Es stelle sich die Frage, ob das am 15. Juni 

2011 geführte Telefonat mit der Steuerverwaltung, in welchem auf die Aufrechnung durch den 

Kanton B.____ betreffend die Steuerjahre 2006-2008 (nochmals) aufmerksam gemacht worden 

sei, als Selbstanzeige gewertet werden könnte. Fakt sei, dass obwohl ein Schreiben des Kan-

tons B.____ vom 20. Mai 2009 an die Steuerverwaltung versandt worden sei, die Einleitung des 

Nach- und Strafsteuerverfahrens erst am 3. Dezember 2013 erfolgt sei. Immerhin sei der zeitli-

che Ablauf ein Indiz dafür, dass die Nachfrage des Vertreters kausal zum daraufhin eingeleite-

 
 
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ten Nach- und Strafsteuerverfahren gewesen sei. Demgemäss könne die Busse auf einen Fünf-

tel der hinterzogenen Steuer ermässigt werden, ohne jedoch formell von einer straflosen 

Selbstanzeige auszugehen.  

 

 

7. Mit Schreiben vom 29. Januar 2016 führte der Vertreter aus, von der Erhebung einer 

Nachsteuer einschliesslich der Verzugszinsen sei abzusehen. Nachdem sich die Steuerverwal-

tung in ihrer Vernehmlassung zu diesem Antrag nicht geäussert habe werde davon ausgegan-

gen, dass sie sich diesem Antrag anschliesse. Bezüglich der Busse sei hervorzuheben, dass 

falls von einer Hinterziehung ausgegangen werden sollte eine straflose Selbstanzeige erfolgt 

sei. Immerhin erwähne die Steuerverwaltung, dass das Strafsteuerverfahren ohne Erinnerung 

des Vertreters nie eröffnet worden wäre. Damit sei dargelegt, dass die Straftat vor Einreichen 

der Selbstanzeige unbekannt gewesen sei, womit die Voraussetzungen der Straflosigkeit erfüllt 

seien.  

 

 

 

 

Das Steuergericht zieht  in Erwägung: 

 

1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-

steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-

dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 

1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar 

1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8’000.-- über-

steigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt werden. 

 Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt 

sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 

 

 

2. Strittig ist, ob die Steuerverwaltung zu Recht Einkommensnachsteuern und Bussen für 

die Jahre 2006 und 2007 erhoben hat. 

 

 

 
 
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3. a) Ergibt sich gemäss Art. 151 Abs. 1 DBG aufgrund von Tatsachen oder Beweis-

mittel, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unter-

blieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder 

unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die Steuerbehörde zu-

rückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert. Hat der 

Steuerpflichtige Einkommen, Vermögen und Reingewinn in seiner Steuererklärung vollständig 

und genau angegeben und das Eigenkapital zutreffend ausgewiesen und haben die Steuerbe-

hörden die Bewertung anerkannt, so kann keine Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn die 

Bewertung ungenügend war (Art. 151 Abs. 2 DBG). 

 

 b) Bei rechtskräftigen Veranlagungen ist eine einfache Nachforderung von Steuer-

beiträgen, die nicht durch die Verfügung gedeckt sind, nicht möglich. Das Prinzip der Rechts-

kraft wird jedoch in den Gesetzen regelmässig durchbrochen, indem auch dem Fiskus die Mög-

lichkeit gegeben wird, die Verfügung unter bestimmten Voraussetzungen zu seinen Gunsten 

abzuändern und einen zusätzlichen Steuerbetrag (samt Zins) als Nachsteuer einzufordern 

(Höhn/Waldburger, Steuerrecht Band I, 9. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2001, § 36 N 22). Die 

Nachsteuer ist indessen nicht eine andere oder neue Forderung, sondern bezogen auf den ur-

sprünglichen Steueranspruch lediglich die "Mehrsteuer". Die Nachsteuer wird, als Folge einer 

Unterbesteuerung, mit dem einzigen Zweck erhoben, einen Steuerausfall des Gemeinwesens 

auszugleichen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 

2009, Art. 151 N 3). Von den im ordentlichen Veranlagungsverfahren erhobenen Steuern unter-

scheidet sich die Nachsteuer nur in formeller Hinsicht. Die Nachsteuer hat somit keinen pönalen 

Charakter und ist demzufolge nicht mit einer Busse verbunden und setzt auch kein Verschulden 

des Steuerpflichtigen voraus (vgl. Vallender/Looser in: Kommentar zum Schweizerischen Steu-

errecht I/2b, Art. 151 DBG N 2ff.). Hat jedoch der Steuerpflichtige eine vollständige Deklaration 

der Steuerfaktoren vorgenommen und haben die Steuerbehörden die Bewertung anerkannt, 

kann keine Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn es sich im Nachhinein erweist, dass die 

Bewertung ungenügend war. Da es Sache des Steuerpflichtigen ist sämtliche massgebenden 

Tatsachen bekanntzugeben, kann der Steuerbehörde nicht entgegengehalten werden, sie hätte 

bei genügender Sorgfalt vom richtigen Sachverhalt Kenntnis erhalten können. "Bekannt" ist für 

die Steuerbehörde im Zeitpunkt der Veranlagung nur, aber immerhin, was akten- oder amts-

kundig ist. Dem Steuerpflichtigen obliegt es dabei, den Nachweis zu erbringen, dass der Behör-

de die Tatsache hätte bekannt sein müssen (Höhn/Waldburger, a.a.O., § 36 N 24). 

 

 

 
 
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4. Zufolge des im Steuerrecht geltenden Untersuchungsgrundsatzes haben die Steuerbe-

hörden den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. 

 

a) In Bezug auf die Beweislast ist festzuhalten, dass der Nachweis für steuerbegründende 

Tatsachen der Steuerbehörde, der Beweis für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsa-

chen grundsätzlich aber dem Steuerpflichtigen obliegt; dieser hat steuermindernde Tatsachen 

nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 

140 II 248, E. 3.5; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 7. Aufl., Zü-

rich 2016, S. 519).  

 

b) Die Steuerbehörden müssen den rechtserheblichen Sachverhalt von sich aus richtig und 

vollständig abklären. Der Untersuchungsgrundsatz entbindet die Parteien indessen nicht von 

ihrer Behauptungslast. Es wird erwartet, dass die steuerpflichtige Person die zu ihren Gunsten 

sprechenden Umstände von sich aus vorbringt. Sie ist zur Erteilung umfassender Auskünfte 

über die für die Besteuerung massgebenden Umstände verpflichtet. Beweismittel ist primär die 

mündliche oder schriftliche Auskunft der pflichtigen Person, also die Parteiaussage (Archiv für 

Schweizerisches Abgaberecht [ASA], Bd. 68, S. 461). Bei steuererhöhenden Tatsachen trägt 

die Veranlagungsbehörde die Beweislast; sie hat aber keine Kenntnis vom Sachverhalt, wes-

halb der Gesetzgeber Mitwirkungspflichten des Steuerpflichtigen statuiert. Diese Mitwirkungs-

pflichten ändern zwar an der Beweislastverteilung nichts, wirken sich aber auf die Beweiswürdi-

gung aus: wirkt der Steuerpflichtige trotz Mahnung nicht mit, legt er z.B. die von ihm verlangten 

Unterlagen nicht vor, erscheint er nicht zur Einvernahme usw., obschon die geforderte Mitwir-

kung zumutbar ist, kann die Veranlagungsbehörde den Beweis nicht erbringen, befindet sie sich 

in Beweisnot. Beweisnot des Beweisbelasteten rechtfertigt aber die Überwälzung der Beweis-

last auf den Steuerpflichtigen nicht, die entscheidende Behörde bleibt an die Beweislastregeln 

gebunden (vgl. ASA, Bd. 56, S. 626). Der Steuerpflichtige trägt seinerseits die Beweislast für 

Tatsachen, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben, insbesondere auch dafür, dass 

die geltend gemachte neue Tatsache der Veranlagungsbehörde hätte bekannt sein müssen 

(Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, § 26 Rz. 33). Dass das Steuersub-

jekt in zwar weitreichendem, aber doch begrenztem Umfang zur Mitwirkung bei der Rekonstruk-

tion des steuererheblichen Sachverhalts verpflichtet ist, muss Konsequenzen für die Verteilung 

der objektiven Beweislast haben. Diese beweislastrechtlichen Konsequenzen hängen davon ab, 

ob das Steuersubjekt in gehöriger Weise mitwirkt oder ob es die mögliche und zumutbare Mit-

wirkung pflichtwidrig und schuldhaft verweigert (ASA, Bd. 67, S. 445). Die entscheidende Be-

hörde kann die tatsächlichen Anbringen der Steuerbehörde als erwahrt ansehen, wenn sie 

 
 
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glaubhaft erscheinen. Statt vollständigem Beweis reicht die Glaubhaftmachung aus. Das führt 

dazu, dass der Beweis als vom Beweisbelasteten erbracht erachtet wird, obwohl nichts bewie-

sen worden ist. In jedem Fall muss aber die Mitwirkung des Steuerpflichtigen im geforderten 

Umfang möglich und zumutbar sein (vgl. Behnisch, Die Verfahrensmaximen und ihre Auswir-

kungen auf das Beweisrecht im Steuerrecht, in: ASA, Bd. 56, S. 627; zur Auskunftspflicht aus-

führlich auch Zweifel/Casanova, a.a.O., § 16 Rz. 39 ff.). Die Mitwirkung der steuerpflichtigen 

Person kann somit weder im Veranlagungs- noch im Rechtsmittelverfahren erzwungen werden. 

Die säumige steuerpflichtige Person treffen jedoch Rechtsnachteile und Bussen (vgl. Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 126 N 47). Damit 

wird dem allgemeinen Rechtsgedanken, wonach pflichtwidriges Nichtmitwirken bzw. allgemein 

beweisvereitelndes Verhalten sich nicht lohnen darf, Rechnung getragen (Schär, Normentheo-

rie und mitwirkungsorientierte Beweislastverteilung in gemischten Steuerveranlagungsverfah-

ren, in ASA, Bd. 67, S. 452). 

 

 

5. a) Die kantonale Steuerverwaltung hat zufolge einer Meldung des Sitzkantons der 

C.____ AG eine Aufrechnung im Rahmen der Erhöhung des Kontokorrents des Pflichtigen, auf-

grund eines möglichen Bonitätsrisikos, als verdeckte Gewinnausschüttung resp. geldwerte Leis-

tung vorgenommen und diesen Betrag einer Nachsteuer unterworfen. Zudem sprach sie eine 

Busse aus. Die kantonale Steuerverwaltung veranlagte das Steuerjahr 2006 am 31. März 2008 

und das Jahr 2007 am 19. Februar 2009. Die Meldung durch den Kanton B.____ erfolgte mit 

Schreiben vom 20. Mai 2009 und damit nach den definitiven und rechtskräftigen gewordenen 

Veranlagungen durch den Kanton Basel-Landschaft. 

 

 b) Der Vertreter macht nun geltend, die C.____AG habe gegenüber dem Pflichtigen 

stets eine Darlehensforderung als Aktivum deklariert. Diese Beträge habe der Pflichtige ent-

sprechend in seiner privaten Steuererklärung als Schuld gegenüber der C.____ AG deklariert 

und er sei durch den Kanton Basel-Landschaft demgemäss veranlagt worden. Erhöhungen der 

Darlehen habe die C.____ AG folgerichtig als zusätzliche Forderungen gegenüber dem Pflichti-

gen verbucht. Der Pflichtige habe stets alle seine Einkommens- und Vermögenswerte dekla-

riert. Der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft seien folglich sämtliche für die Ver-

anlagung massgeblichen Faktoren vorgelegen. Es sei nicht ersichtlich, welche neue Tatsache, 

die nach Eintritt der rechtskräftigen Veranlagungen bekannt geworden seien eine Nachbesteue-

rung rechtfertigen würden. Die abweichende rechtliche Würdigung eines bekannten Lebens-

 
 
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sachverhalts durch einen Nachbarkanton stelle jedenfalls keine neue Tatsache im Sinne des 

Gesetzes dar. Die Nachbesteuerung sei folglich rechtswidrig. 

 

 c) Zum Zeitpunkt der Deklaration durch den Pflichtigen betreffend das Jahr 2006 

am 30. Juni 2007 und der anschliessenden Veranlagung am 31. März 2008 sowie der Deklara-

tion betreffend das Jahr 2007 am 30. Juni 2008 und der anschliessenden Veranlagung am 19. 

Februar 2009 war die Tatsache, dass der Kanton B.____ eine Aufrechnung vornehmen wird im 

Kanton Basel-Landschaft noch nicht bekannt. Die Veranlagungen waren zum damaligen Zeit-

punkt nicht unvollständig. Die Steuerverwaltung musste zum Zeitpunkt der Veranlagung der 

natürlichen Person (Beschwerdeführer) auch nicht davon ausgehen, dass bei der juristischen 

Person (C.____ AG) eine Fortführung der Darlehensschuld ohne Konsequenzen bleiben wird, 

weil allenfalls ein Bonitätsrisiko gegeben und damit die Rückzahlung des Darlehens gefährdet 

war. Die kantonale Steuerverwaltung hatte keine Einsicht in die Akten der juristischen Person 

und war bis zur Meldung des Kantons B.____ auch nicht in der Lage einzuschätzen, dass es 

sich allenfalls um eine geldwerte Leistung, welche bei der natürlichen Person zu einer Auf-

rechnung führt, handeln wird. Die Qualifikation des Darlehens von der juristischen Person an 

den Pflichtigen in Form eines stetig zunehmenden Kontokorrents als geldwerte Leistung wird 

vom Pflichtigen denn auch nicht bestritten und bedarf keiner weiteren Vertiefung. Die Umqualifi-

kation des Darlehens erfolgte im Sitzkanton der Aktiengesellschaft. Dass der Kanton B.____ 

dies erst nach der definitiven Veranlagung im Kanton Basel-Landschaft vornahm, liegt offen-

sichtlich daran, dass der Kanton Basel-Landschaft in solchen Konstellationen die Veranlagung 

der natürlichen Person nicht in jedem Fall abwartet, bzw. sich vorliegend gerade nicht veran-

lasst sah mit der Veranlagung zuzuwarten. Insofern handelt es sich auch nicht um eine ur-

sprünglich ungenügende Bewertung eines Sachverhalts oder um einen bereits bekannten 

Sachverhalt, was eine nachträgliche Änderung ausschliesst und dessen korrekte Erfassung im 

Nachsteuerverfahren versagt wäre. Solche nach einer definitiven Veranlagung zutage tretenden 

Tatsachen, sind damit typischerweise in einem Nachsteuerverfahren zu erfassen. Die Nachbe-

steuerung des Darlehens der C.____ AG an den Pflichtigen in Form einer geldwerten Leistung 

ist damit rechtens.  

 

 d) Hinsichtlich der vom Vertreter monierten Verzugszinsen ist festzuhalten, dass 

diese gemäss der gesetzlichen Vorgaben in Art. 151 Abs. 1 DBG geschuldet sind und mit der 

Nachsteuer eingefordert werden. 

 

 

 
 
Seite 12   

6. Die Steuerverwaltung führte neben dem Nachsteuerverfahren auch ein Strafsteuerver-

fahren durch und legte die Busse auf 80% der Nachsteuer fest. Diese wird hingegen, wie im 

Folgenden aufzuzeigen ist, zu Recht bestritten.  

 

 a) Nach Art. 175 Abs. 1 DBG wird, wer als Steuerpflichtiger vorsätzlich oder fahrläs-

sig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskräftige Veran-

lagung unvollständig ist, mit einer Busse bestraft. Die Busse beträgt in der Regel das Einfache 

der hinterzogenen Steuer. Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel ermässigt, 

bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erhöht werden (Abs. 2). Zeigt die steuerpflich-

tige Person erstmals eine Steuerhinterziehung selbst an, so wird von einer Strafverfolgung ab-

gesehen (straflose Selbstanzeige) wenn: (a) die Hinterziehung keiner Steuerbehörde bekannt 

ist; (b) sie die Verwaltung bei der Festsetzung der Nachsteuer vorbehaltlos unterstützt; und (c) 

sie sich ernstlich um die Bezahlung der geschuldeten Nachsteuer bemüht. 

 

 b) Der objektive Tatbestand der vollendeten Steuerhinterziehung setzt voraus, dass 

aufgrund des Verhaltens der steuerpflichtigen Person eine Veranlagung überhaupt unterbleibt 

oder eine rechtskräftige Veranlagung sich als unvollständig erweist und damit ein zu geringer 

Steuerbetrag erhoben wird. Indem die steuerpflichtige Person überhaupt nicht oder unvollstän-

dig veranlagt wird, muss die Steuerbehörde nicht oder unvollständig informiert worden sein, d.h 

man hat sie getäuscht. Diese Täuschung der Steuerbehörde liegt freilich bei einer Steuerver-

kürzung stets vor und ist damit gewissermassen eine notwendige „Begleiterscheinung“ der voll-

endeten Steuerhinterziehung i.e.S. und damit kein selbständiges Tatbestandsmerkmal. Weite-

res Tatbestandsmerkmal bildet der Steuerausfall beim Gemeinwesen. Wo es an einer „Unter-

versteuerung“ gebricht, kann daher weder eine Nachsteuer noch eine Busse erhoben werden.  

  Die Steuerhinterziehung wird zumeist als sog. echtes Unterlassungsdelikt 

dadurch begangen, dass der Steuerpflichtige gesetzlich umschriebene Mitwirkungspflichten 

verletzt. Eine richtige Einschätzung ist im ordentlichen ("offenen" Veranlagungs- bzw. im Steu-

erjustiz-) Verfahren nicht mehr möglich, weil die entsprechenden Steuerperioden bereits rechts-

kräftig veranlagt sind (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. 

Zürich 2009, Art. 175 N 24ff.). 

 

 c) Die Mitwirkungspflicht besteht unabhängig von der objektiven Beweislast. Der 

Steuerpflichtige hat nicht nur an der Feststellung von Tatsachen mitzuwirken, für die er beweis-

belastet ist, sondern auch und gerade an der Ermittlung von Tatsachen, für welche die Veranla-

gungsbehörde die Beweislast trägt. Denn die Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen gründet 

 
 
Seite 13   

im Umstand, dass er die für die Veranlagung massgebenden Tatsachen am besten kennt (vgl. 

Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a Art. 124 DGB N 2ff.). Die Mitwir-

kungspflicht gebietet dem Steuerpflichtigen, an der behördlichen Sachverhaltsermittlung mitzu-

wirken, um so eine vollständige und richtige Veranlagung und Besteuerung zu ermöglichen. Die 

Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen wird vom Gesetz in bestimmten Verfahrenspflichten 

konkretisiert, welche in Sachdarstellungspflichten, Beweisleistungspflichten und in Pflichten zur 

Duldung von Beweiserhebungen bestehen (vgl. Zweifel, a.a.O. Art. 123 N 7). 

 

 d) Der Kanton B.____ hat der kantonalen Steuerverwaltung die in Frage stehende 

Aufrechnung mit Schreiben vom 20. Mai 2009 gemeldet. Der Vertreter des Pflichtigen hat der 

kantonalen Steuerverwaltung diesen Sachverhalt gemäss eigenen Angaben am 15. Juni 2011 

telefonisch ebenfalls mitgeteilt. Über dieses Telefongespräch befinden sich zwar keine Auf-

zeichnungen in den Akten. Hingegen nimmt die Veranlagungsbehörde im E-Mailverkehr mit der 

Steuerverwaltung des Kantons B.____ zeitnah Bezug auf dieses Gespräch. In der Folge wurde 

das Nach- und Strafsteuerverfahren erst rund vier Jahre nach der Meldung des Kantons B.____ 

mit Schreiben vom 3. Dezember 2013 eingeleitet.  

  Die Steuerverwaltung hat nach der ausserkantonalen Meldung über die Aufrech-

nung über zwei Jahre lang nichts unternommen. Selbst nach der Meldung des Vertreters dauer-

te es immer noch zwei weitere Jahre, bis die Steuerverwaltung das Nachsteuerverfahren end-

lich eingeleitet hat. Eine Frist innert welcher ein Steuerpflichtiger eine Meldung über einen steu-

errelevanten Sachverhalt machen muss existiert nicht. Fakt ist, dass die Einleitung des Nach- 

und Strafsteuerverfahrens erst nach der Meldung des Vertreters erfolgt ist und nicht bereits 

nach der ausserkantonalen Mitteilung. Aufgrund dieser aussergewöhnlich langen Zeitspanne 

zwischen der Meldung des Kantons B.____ an die kantonale Steuerverwaltung sowie der Ein-

leitung des Nach- und Strafsteuerverfahrens ist vom Vorwurf der Verletzung der Mitwirkungs-

pflicht des Pflichtigen abzusehen. 

  Wie bereits unter Ziffer 5c der Erwägungen festgehalten, waren die damaligen 

Veranlagungen nicht unvollständig und ist somit zum damaligen Zeitpunkt keinerlei Fehlverhal-

ten des Beschwerdeführers erkennbar. Die Gemeinde hat demzufolge keinen Steuerausfall 

erlitten und ist auch der objektive Tatbestand einer Steuerhinterziehung nicht erfüllt. Insofern ist 

auch die Frage, ob allenfalls von einer Selbstanzeige auszugehen ist, beantwortet. Von einer 

Selbstanzeige ist nur dann auszugehen, wenn dem Täter ein Fehlverhalten vorgeworfen wer-

den kann, wenn eine Steuerhinterziehung zu bejahen ist. Obwohl der Täter tatbestandsmässig, 

rechtswidrig und schuldhaft gehandelt hat, bleibt er bei einer Selbstanzeige gänzlich straflos 

(vgl. Tobias Rohner, Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung und Steuerbetrug, in: Jusletter, 8. 

 
 
Seite 14   

April 2013, Rz 5). Damit scheitert es bereits am objektiven Tatbestand und es erübrigt sich die 

Überprüfung der subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung. Daraus folgt, dass 

sich die Auferlegung einer Busse nicht rechtfertigt und damit aufzuheben ist. Die Beschwerde 

ist in diesem Punkt gutzuheissen. 

 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die Beschwerde als begründet erweist und teil-

weise gutzuheissen ist.  

 

 

7. a) Abschliessend ist über die Kosten zu befinden. Der Beschwerdeführer obsiegt zu 

36% mit seinen Begehren (= Nachsteuer inkl. Busse = 91‘991 = 100%; Busse = Fr. 33‘286 = 

36%). 

  Demgemäss sind dem Beschwerdeführer reduzierte Verfahrenskosten in Höhe 

von Fr. 640.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). 

 

 b) Nach Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 bis 3 des Bundesgesetzes über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG) kann bei Beschwerden in Steuer-

sachen der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Vertreters eine ange-

messene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Der Vertreter 

des Pflichtigen macht gemäss seiner Honorarnote vom 29. Januar 2016 für die beiden Parallel-

verfahren Nach- und Strafsteuern zur Staats- und Gemeindesteuer bzw. zur direkten Bundes-

steuer ein Honorar von insgesamt Fr. 8‘278.20 zu unterschiedlichen Stundenansätzen und ei-

nem Zeitaufwand von 24 Stunden geltend. Der gerichtlich anerkannte Stundensatz für Steuer-

berater und Treuhänder beträgt einheitlich Fr. 150.-- (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts des 

Kantons Basel-Landschaft vom 17. Juni 2009, abgedruckt in: Basellandschaftliche und Basel-

städtische Steuerpraxis [BStPra], Bd. XIX, S. 559 ff.). Die vorliegend geltend gemachten Auf-

wendungen sind zu hoch und werden ermessensweise auf 15 Stunden gekürzt und mit einem 

Stundensatz von Fr. 150.-- abgegolten. Demnach beläuft sich das Honorar auf insgesamt Fr. 

2‘250.--. Bei einem Obsiegen in Höhe von 36 % ist dieses entsprechend auf Fr. 810.-- zu kür-

zen, wobei auf den Fall der Nachsteuern und Bussen zur direkten Bundessteuer Fr. 405.-- resp. 

inkl. Mehrwertsteuer Fr. 437.40 entfallen. Demgemäss wird dem Beschwerdeführer eine redu-

zierte Parteientschädigung von Fr. 437.40 zu Lasten des Staates resp. der Steuerverwaltung 

des Kantons Basel-Landschaft zugesprochen. 

 

  

 
 
Seite 15   

Demgemäss    w i r d  e r k a n n t :  

 

://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen. 

 2. Die Steuerverwaltung wird angewiesen auf die Erhebung einer Busse zu verzichten.  

 3. Der Beschwerdeführer hat gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG die Verfahrenskosten in der 

Höhe von Fr. 640.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 100.--) zu bezahlen, welche mit 

dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. Der zu viel bezahlte Kos-

tenvorschuss von Fr. 360.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

 4. Die Steuerverwaltung hat dem Beschwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung 

in Höhe von Fr. 437.40 (inklusive Auslagen und MWSt) zu bezahlen. 

 5. Mitteilung an den Vertreter, für sich und zhd. des Beschwerdeführers (2), die Eidge-

nössische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerverwaltung des Kantons Basel-

Landschaft (3).