# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1806303f-0b6b-5b3f-a54c-6d5b59a5849d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.07.2017 200 2017 201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-201_2017-07-10.pdf

## Full Text

200 17 201 KV und
200 17 202 KV (2)
SCI/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 10. Juli 2017

Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Visana AG 
Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Einspracheentscheide vom 23. und 24. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2017, KV/2017/201, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
bei der Visana AG (Visana bzw. Beschwerdegegner) obligatorisch gegen 
die Folgen von Krankheiten und Unfall versichert. Der Versicherte meldete 
der Visana am 17. März 2013 (Eingang bei Visana am 26. März 2013), er 
habe am ... Februar 2013 einen Unfall erlitten. Zum Unfallhergang verwies 
er auf einen Polizeibericht und hielt fest, er sei ……. (Akten der Visana, act. 
II 2). Als Verletzungen nannte er „Naken- und Zahnprellungen“ (act. II 2). 

Dr. med. dent. B.________ reichte am 13. Februar 2014 – nach einer Be-
fundaufnahme vom 31. Januar 2014 – ein Zahnschadenformular bzw. ei-
nen Kostenvoranschlag ein (act. II 9-15). Die Visana holte alte Röntgenbil-
der – soweit noch vorhanden (act. II 17, 22) – ein (act. IIA 16 ff.); weiter 
holte sie den Bericht des erstbehandelnden Spitals C.________, Notfall-
zentrum, vom ... Februar 2013 ein (act. II 40 ff.). Nachdem der Vertrauens-
zahnarzt der Visana die Beurteilung vom 10. November 2014 (act. II 52 f.) 
erstellt hatte, lehnte die Visana Leistungen ab mit der Begründung, es liege 
kein Nachweis vor, dass die geltend gemachten Zahnschäden auf den Un-
fall zurückzuführen seien (act. II 45 f.). Damit erklärte sich der Versicherte 
nicht einverstanden und reichte Fotos ein (act. II 47 ff, 57 f.). Die Visana 
nahm weitere Abklärungen vor, u.a. holte sie einen Berichts- und Anzeigen-
rapport der Kantonspolizei ein (act. II 71 ff.). Mit Verfügung vom 1. Juli 
2015 lehnte die Visana die Übernahme der Kosten für die Zahnbehandlung 
ab (Kostenvoranschlag von Fr. 14‘075.45; act. II 95 ff.). Hiergegen erhob 
der Versicherte am 28. August 2015 Einsprache (act. II 107 ff.). Mit Ent-
scheid vom 23. Januar 2017 wies die Visana die Einsprache ab (act. II 111 
ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2017, KV/2017/201, Seite 3

B.

Der Versicherte meldete der Visana am 8. Juli 2015, er habe am ... Juni 
2015 einen (weiteren) Unfall erlitten: „Beim Zerschneiden einer Dachlatte, 
spickte mir diese an den Kiefer. Zahn abgebrochen und bestehende 3er 
Kombination herausgeschlagen“ (act. IIA 2). Es wurden ein Kostenvoran-
schlag und ein Zahnschadenformular von Dr. med. dent. B.________ ein-
gereicht (act. IIA 8 ff.). Die Visana holte Röntgenbilder sowie Orthopanto-
mographien (OPT) ein (act. IIA 16 ff., 25 ff.) und veranlasste eine Beurtei-
lung durch den Vertrauenszahnarzt Dr. med. dent. D.________ (Bericht 
vom 29. Oktober 2015 [act. IIA 35]). Mit Verfügung vom 11. Dezember 
2015 lehnte die Visana die Übernahme der Kosten für die Zahnbehandlung 
ab (Kostenvoranschlag von Fr. 7‘564.95; act. IIA 39 ff.). Hiergegen erhob 
der Versicherte am 11. Januar 2016 Einsprache (act. IIA 45). Mit Entscheid 
vom 24. Januar 2017 wies die Visana die Einsprache ab (act. IIA 48 ff.)

C.

Der Versicherte erhob am 23. Februar 2017 und mit Beschwerdeverbesse-
rung vom 4. März 2017 gegen die Einspracheentscheide der Visana vom 
23. und 24. Januar 2017 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Be-
schwerden. Er beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen 
Einspracheentscheide und die Kostenübernahme für die Behandlung der 
angegebenen Zahnschäden als Folge der Ereignisse vom ... Februar 2013 
und ... Juni 2015. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2017 beantragt die Visana die Abwei-
sung der Beschwerden.

Der Beschwerdeführer reichte danach Eingaben vom 10., 26. und 27. Mai 
2017 sowie 7. Juni 2017 ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2017, KV/2017/201, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit seinen An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantona-
len Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerden einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid der Visana vom 
23. Januar 2017 bezüglich des Unfalls vom ... Februar 2013 (Verfahren 
KV/2017/201; act. II 111 ff.) und der Einspracheentscheid der Visana vom 
24. Januar 2017 bezüglich des Ereignisses vom ... Juni 2015 (Verfahren 
KV/2017/202; act. IIA 48 ff.). Streitig und zu prüfen ist die Kostenübernah-
me für die Behandlung der geltend gemachten Zahnschäden.

1.3 Der Kostenvoranschlag das Verfahren KV/2017/201 betreffend be-
trägt Fr. 14‘075.45 (bezüglich Unfall vom ... Februar 2013; act. II 11) bzw. 
das Verfahren KV/2017/202 betreffend Fr. 7‘564.95 (bezüglich Unfall vom 
.... Juni 2015; act. IIA 8). Der Streitwert liegt daher je Verfahren unter 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kos-
ten der zahnärztlichen Behandlung von Schäden des Kausystems, die 
durch einen Unfall nach Art. 1 Abs. 2 lit. b verursacht worden sind (Art. 31 
Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversiche-
rung [KVG; SR 832.10]). Die soziale Krankenversicherung gewährt Leis-
tungen bei Unfall (Art. 4 ATSG), soweit dafür keine Unfallversicherung auf-
kommt (Art. 1 Abs. 2 lit. b KVG).

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen setzt nebst anderem einen natürlichen 
und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem ein-
getretenen Schaden voraus (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

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zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 
2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 
die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-
sen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

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Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutach-
ters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee 
S. 354). Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrauensärzte haben in 
beweisrechtlicher Hinsicht grundsätzlich den gleichen Stellenwert wie die 
verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der UVG-Versicherer 
(RKUV 2001 KV 189 S. 492 E. 5b).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Nicht umstritten ist, dass der Beschwerdeführer am ... Februar 2013 
einen Unfall hatte (vgl. act. II 71 ff.); streitig ist jedoch, ob er dabei einen 
Zahnschaden gemäss dem Zahnschadenformular vom 31. Januar 2014 
erlitt (vgl. act. II 14 f.). Den Akten ist aus (zahn)medizinischer Sicht das 
Folgende zu entnehmen: 

3.1.1 Im Bericht vom ... Februar 2013 diagnostizierten die Ärzte des Not-
fallzentrums des Spitals C.________ eine Unterkühlung nach Autounfall 
und einen Nasenbeinbruch. Zu den Befunden führten sie u.a. aus, NAP im 
Gesicht sei druckindolent; es lägen kein Kalottenklopfschmerz, keine 
Prellmarken im Gesicht, am Körperstamm oder an den Extremitäten vor; 
die HWS sei druckindolent und frei beweglich; es lägen eine enorale 
Schleimhaut reizlos und ein fehlender Zahn oben rechts (14er) vor, ohne 
blutige Zahntasche (act. II 42). In der Beurteilung hielten die Ärzte fest, sie 
gingen von einer leichten Unterkühlung und einer akuten, posttraumati-
schen Belastungssituation bei Nahtoderfahrung aus. Der Patient sei ge-
wärmt und das Care-Team sei eingeschaltet worden. Das Care-Team habe 

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ein ausgiebiges Gespräch mit dem Patienten geführt. Die körperliche Un-
tersuchung habe sich unauffällig gezeigt. Bei unklarem Unfallmechanismus 
und unklarem Kopfanprall sei ein Schädel-CT durchgeführt worden. Eine 
Blutung oder Fraktur habe darin jedoch ausgeschlossen werden können 
(act. II 41).

3.1.2 Im Zahnschadenformular bzw. Kostenvoranschlag vom 13. Februar 
2014 meldete Dr. med. dent. B.________, die erste Befundaufnahme sei 
am 31. Januar 2014 erfolgt. Als Zahnbefund in Folge des Unfalles gab er 
an, die Zähne 14, 26 und 35 hätten Kronenfrakturen mit Pulpabeteiligung 
erlitten, die Zähne 24 und 25 seien kontusioniert worden, die Brücke 45, 
46, 47 sei subluxiert/gelockert worden (act. II 15; vgl. auch act. II 98). Zur 
Behandlung bzw. Versorgung der Zähne hielt er fest, nach Extraktionen der 
Zähne 14, 26 und 35 erfolge deren Ersatz mit je einem Implantat mit Krone. 
Bei den Zähnen 46, 47 erfolge die Demontage und eine Neuanfertigung der 
Implantatrekonstruktion (act. II 14).

3.1.3 Im Bericht vom 10. November 2014 führte der Vertrauenszahnarzt 
der Beschwerdegegnerin, Dr. med. dent. E.________, aus, die Kausalität 
zwischen den geltend gemachten Zahnschäden und dem Autounfall sei 
nicht gegeben: Das OPT vom 31. Januar 2014 zeige abgebrochene Zähne 
14, 25, 34 mit klar ersichtlichen kariösen Läsionen. Wären die Zähne durch 
den Unfall beschädigt worden, dann hätte der Patient dies bei der Spitalun-
tersuchung gesagt und er wäre viel früher zum Zahnarzt gegangen. Die 
Beweglichkeit der Kronen 46/47 sei völlig „unklar“. Wenn eine zementierte 
Implantatsuprastruktur „locker“ sei, dann könne man sie entfernen, reinigen 
und neu zementieren. Eine Neuanfertigung sei nicht nötig. Der Zahnarzt 
habe keine Beschädigung im Sinne von Porzellanfrakturen geltend ge-
macht und sollten solche geltend gemacht werden, dann müssten diese 
dokumentiert werden (act. II 53). 

3.2

3.2.1 Die Beurteilung des Vertrauenszahnarztes Dr. med. dent. 
E.________ vom 10. November 2014 (act. II 53) erfüllt die Voraussetzun-
gen der Rechtsprechung an medizinische Berichte (E. 2.5). Die Beurteilung 
ist widerspruchsfrei und es sprechen keine Indizien gegen ihre Zuverläs-

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sigkeit. Sie wird nicht in Frage gestellt durch den Umstand, dass der Ver-
trauenszahnarzt der Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer nicht 
persönlich untersucht hat. Aufgrund der Berichte des erstbehandelnden 
Spitals (act. II 40 ff.), des Schadenformulars des behandelnden Zahnarztes 
(act. II 11 ff.) und der diversen Röntgenunterlagen – soweit (noch) vorhan-
den (act. II 94) – konnte sich Dr. med. dent. E.________ ein vollständiges 
Bild machen: Es ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, dass anlässlich des Ereignisses vom ... Februar 2013 (act. II 2) die 
Zähne beschädigt worden wären. Denn aus dem Bericht des Notfallzen-
trums des Spitals C.________ ergibt sich ausdrücklich, dass keine Prell-
marken im Gesicht festzustellen waren. Solche Befunde wären aber zwei-
fellos notwendig, wenn der Unfall zu einer Schädigung der Zähne geführt 
hätte. Denn die weichen Strukturen wären diesfalls zwischen den harten 
Strukturen des Autos und den harten Strukturen der Zähne gelegen. Es ist 
zudem eindeutig widerlegt, dass das Notfallzentrum des Spitals 
C.________ unvollständige Abklärungen vorgenommen hat; vielmehr wur-
de die Zahnsituation wenige Stunden nach dem Ereignis durchaus erho-
ben. Im Bericht vom ... Februar 2013 wurde denn auch ein fehlender Zahn 
14 festgestellt (act. II 42). Dies bedeutet jedoch nicht, dass er anlässlich 
des Ereignisses vom … Februar 2013 herausgebrochen wäre. Vielmehr 
haben die Ärzte ausdrücklich festgehalten, es sei keine blutige Zahntasche 
zu sehen. Wenn Zähne durch ein Anschlagen aus- bzw. abgebrochen 
wären, so wäre dies echtzeitlich sichtbar gewesen und von den Ärzten 
vermerkt worden. 

Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, beim Unfall seien „durch die 
Wucht der zusammengestauchten A-Säule, Zähne ausgeschlagen, die ich 
im Spital vorwies“ (Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. März 2017, 
S. 1), kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer hat ein Foto (unda-
tiert; act. II 49) mit abgebrochenen Zähnen, inkl. einer Implantatschraube, 
erstmals am 25. November 2014, d.h. mehr als 1 ½ Jahre nach dem Unfall, 
bei der Beschwerdegegnerin eingereicht, nachdem die Beschwerdegegne-
rin am 20. November 2014 die Übernahme der Kosten abgelehnt hatte (act. 
II 45 f.). Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass im Bericht vom 
… Februar 2013 des erstbehandelnden Spitals eine Anmerkung erfolgt 
wäre, wenn der Beschwerdeführer diese Zähne im Spital vorgewiesen hät-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2017, KV/2017/201, Seite 10

te. Mit Blick auf die Fotoaufnahme der angeblich beim Unfall beschädigten 
Zähne (insbesondere die Implantatschraube) ist es zudem unglaubwürdig, 
dass bereits wenige Stunden nach dem Unfall die Wunden nicht mehr ge-
blutet hätten bzw. die entsprechende Verletzung nicht mehr sichtbar gewe-
sen wäre (vgl. Eingabe vom 4. März 2017, S. 1), wenn die Zähne kurz vor-
her beschädigt worden wären. Es steht aufgrund der im Bericht vom 
.... Februar 2013 des Notfallzentrums des Spitals C.________ erwähnten 
klinischen Befunde („enorale Schleimhaut reizlos, fehlender Zahn oben 
rechts [14er] ohne blutige Zahntasche“) denn auch fest, dass die Ärzte den 
Mundbereich kontrollierten (vgl. act. II 42). Auch wenn der Beschwerdefüh-
rer bei einem allfälligen Zahnschaden nicht unmittelbar durch die Ärzte des 
Notfallzentrums des Spitals C.________ behandelt worden wäre, hätten sie 
ihn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an einen Zahnarzt überwiesen 
bzw. das Aufsuchen eines Zahnarztes als indiziert bezeichnet und dies 
dementsprechend notiert. Es ist zudem mit der überzeugenden Beurteilung 
von Dr. med. dent. E.________ davon auszugehen, dass sich der Be-
schwerdeführer bei einem Zahnschaden – insbesondere in der Grössen-
ordnung wie er nun angegeben wird (vgl. Fotoaufnahme, gemäss Schrei-
ben des Beschwerdeführers angeblich am 20. März 2013 erstellt [act. II 49, 
88]; vgl. jedoch auch Beschwerdebeilage [BB 4]) – kurz nach dem Ereignis 
vom ... Februar 2013 durch einen Zahnarzt hätte behandeln lassen und er 
damit nicht bis Ende Januar 2014 (d.h. rund ein Jahr) gewartet hätte (vgl. 
Zahnschadenformular [act. II 15]); daran ändert nichts, dass er möglicher-
weise in den ersten Tagen nach dem Ereignis traumatisiert war (vgl. act. II 
73). 

3.2.2 Nachdem die Beschwerdegegnerin beim Beschwerdeführer bezüg-
lich früherer Röntgenbilder nachgefragt hatte, gab dieser an, die Röntgen-
bilder seien beim Unfall am ... Februar 2013 im Fahrzeug gewesen (act. II 
17, 38). Ob dies tatsächlich stimmt, ist fraglich. Zumal der Beschwerdefüh-
rer ein weiteres Foto von Modellen (nebst Zähnen) selbst angeblich drei 
Tage nach dem Unfall angefertigt habe (act. II 88). Wenig überzeugend 
sind schliesslich seine Angaben gegenüber der Beschwerdegegnerin mehr 
als ein Jahr nach dem Unfall, er habe unter Lebensgefahr das Auto …. 
verlassen, sich … zur anderen Seite des Autos begeben und dort die Bei-
fahrerin aus dem Auto befreit, danach seien sie … und er habe die (ver-

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schiedenen) Zähne … ausgespuckt. Dabei müsste er sie aber in der Dun-
kelheit wieder zusammengesammelt haben, wenn er sie wenige Stunden 
später (angeblich) im Spital hätte vorweisen wollen (act. II 108; vgl. auch 
BB 4). Bezüglich der angeblich vorgezeigten Zähne fehlen jedoch – wie 
erwähnt – Vermerke im Bericht des Notfallzentrums des Spitals 
C.________ vom ... Februar 2013 (act. II 42). Bezüglich des Ablaufs konnte 
sich der Beschwerdeführer laut Berichtsrapport der Kantonspolizei vom 
3. März 2013 im Übrigen an die weiteren Vorkommnisse – nachdem das 
Auto …  gelandet war – zeitnah nach dem Ereignis nur bruchstückhaft er-
innern (act. II 73). Eine abschliessende Klärung ist weder möglich noch 
nötig. Denn die vorhandenen echtzeitlichen Unterlagen des Spitals 
C.________ belegen eindeutig, dass der Unfall vom ... Februar 2013 keine 
Zahnschädigung bewirkt hat.

Nicht abschliessend geklärt werden muss unter diesen Umständen, ob es 
sich bei dem vom Beschwerdeführer eingereichten Bild eines … Autos um 
dasjenige des Beschwerdeführers handelt (act. II 47; BB 3, 11). Auch wenn 
das Auto erhebliche Beschädigungen aufweist, so kann nicht festgestellt 
werden, ob diese dem Fahrzeug zugefügt wurden, als es … geschoben 
wurde und der Beschwerdeführer sich noch in diesem befunden hatte, oder 
aber das Auto erst beim … derart beschädigt wurde. Es bleibt die Tatsa-
che, dass die erstbehandelnden Ärzte keine passenden Verletzungen fest-
stellten (act. II 42). 

3.3 Dr. med. dent. E.________ hat damit in der Beurteilung vom 10. 
November 2014 nachvollziehbar und überzeugend eine Kausalität zwi-
schen dem Unfallereignis vom ... Februar 2013 und dem geltend gemach-
ten Zahnschaden ausgeschlossen. Die Beschwerdegegnerin ist für den 
Zahnschaden gemäss Zahnschadenformular vom 31. Januar 2014 nicht 
leistungspflichtig. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht die Kostenüber-
nahme von Fr. 14‘075.45 (act. II 11) abgelehnt. Der Einspracheentscheid 
der Visana vom 23. Januar 2017 (act. II 111 ff.) erweist sich somit als kor-
rekt und die Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2017, KV/2017/201, Seite 12

4.

4.1 Der Beschwerdeführer hatte bereits im Jahr 1993 nach einer Un-
fallmeldung – Sturz mit dem Velo und seitlicher Kopfaufprall auf dem Len-
ker – Behandlungen vergütet erhalten, u.a. die Extraktion des Zahnes 16 
sowie die nachfolgende Behandlung (Extraktion des Zahnes 16 sowie die 
Brückenversorgung 17 x 15 [act. IIA 40; vgl. auch act. II Beilage 1]). In der 
Unfallmeldung vom 8. Juli 2015 gab der Beschwerdeführer an, am ... Juni 
2015 „beim Zerschneiden einer Dachlatte spickte mir diese an den Kiefer. 
Zahn abgebrochen und bestehende 3er Kombination herausgeschlagen“ 
(act. IIA 2, 4). Streitig ist der Kausalzusammenhang zwischen dem Zahn-
schaden (Zahnschadenformular vom 15. Juli 2015 [act. II 10 f.]) und dem 
Ereignis vom ... Juni 2015. Den Akten ist aus (zahn)medizinischer Sicht 
das Folgende zu entnehmen: 

4.1.1 Im Zahnschadenformular gibt Dr. med. dent. B.________ nach Be-
fundaufnahme am 30. Juni 2015 an, es liege eine Wurzelfraktur Zahn 15 
vor und die VMK-Brücke 17 x 15 sei verloren gegangen (act. IIA 10 f.). Zur 
Behandlung hielt er fest, die Krone 17 werde rezementiert und es würden 
zwei Implantate Regio 16 und 15 erfolgen (act. IIA 10). Die Kosten veran-
schlagte der behandelnde Zahnarzt auf Fr. 7‘564.95 (act. IIA 8).

4.1.2 Der Vertrauenszahnarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. dent. 
D.________, führte im Bericht vom 29. Oktober 2015 aus, das Röntgen 
vom 30. Juni 2015 zeige einen stark beschädigten Stumpf des Zahnes 15. 
Vermutlich bestehe mesial eine tiefe Karies. Diese Vermutung werde durch 
das OPT vom 5. Mai 2015 bestätigt. Dort sei deutlich zu erkennen, dass bei 
Zahn 15 im mesialen Bereich aufgrund der profunden Karies bereits ein 
deutliches Stück der Wurzel fehle. Zahn 15 sei bereits vor dem Unfall in 
einem hoffnungslosen Zustand gewesen. Er hätte schon am 5. Mai 2015 
aufgrund der ausgedehnten Läsion nicht mehr therapiert werden können. 
Die ausgedehnte Schädigung sei nicht Folge eines Unfalles, sondern Folge 
von vermeidbaren Zahnschäden. Es handle sich auch nicht um eine Folge-
behandlung des Unfalles des Jahres 1993 (act. IIA 35). 

4.2 Die Beurteilung von Dr. med. dent. D.________ vom 29. Oktober 
2015 (act. IIA 35) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an me-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2017, KV/2017/201, Seite 13

dizinische Berichte (E. 2.5). Die Beurteilung überzeugt, sie ist wider-
spruchsfrei und es sprechen keine Indizien, auch kein Bericht des behan-
delnden Zahnarztes, gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung von Dr. 
med. dent. D.________. Dass er isoliert den (neuen) Zahnschaden beurteilt 
hat, ändert an der Massgeblichkeit des Berichts nichts. Dr. med. dent. 
D.________ hat unter Berücksichtigung der bildgebend dokumentierten 
Situation vor wie nach dem (neuen) Unfall vom ... Juni 2015 eine schlüssi-
ge Beurteilung abgegeben; nichts an diesem Ergebnis ändert, dass er den 
Beschwerdeführer nicht persönlich untersuchte, erlaubten doch die Rönt-
genunterlagen eine umfassende Einschätzung der Situation.

4.3 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom ... Juni 2015 und 
dem Zahnschaden nachgewiesen; letzterer ist vielmehr auf einen kariösen 
Zahn zurückzuführen. Die Beschwerdegegnerin hat somit die Kosten von 
Fr. 7‘564.95 (act. IIA 8) nicht zu übernehmen. Damit erweist sich der ange-
fochtene Einspracheentscheid der Visana vom 24. Januar 2015 (act. IIA 48 
ff.) als korrekt und die Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Verfahren KV/2017/201 und KV/2017/202 werden vereinigt.

2. Die Beschwerde betreffend Einspracheentscheid vom 23. Januar 2017 
(Verfahren KV/2017/201) wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Juli 2017, KV/2017/201, Seite 14

3. Die Beschwerde betreffend Einspracheentscheid vom 24. Januar 2017 
(Verfahren KV/2017/202) wird abgewiesen.

4. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Visana AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.