# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 440c01f3-718d-5559-9127-3875842e7b22
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.10.2006 - 30.09.2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.10.2006 - 30.09.2007
**Docket/Reference:** DB.2011.50
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_50_xm.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.50 
1 ST.2011.77 

Entscheid 

29. Juni 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

In Sachen 

A   A G ,  
vormals B AG,  
Steuergemeinde Zürich,   

vertreten durch ADB Altorfer Duss & Beilstein AG,  
Walchestrasse 15, 8006 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.10.2006 - 30.09.2007 sowie 
Staats- und Gemeindesteuern 1.10.2006 - 30.09.2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. Die B AG (ab 13. Mai 2013 A AG, nachfolgend die Pflichtige) war bis zu 

ihrer Umfirmierung und Zweckänderung in der Vermögensverwaltung, Finanzberatung 

und Finanzanalyse tätig. Konkret betrieb sie das Fondsgeschäft und bewirtschaftete in 

der streitbetroffenen Steuerperiode 2006/07 verschiedene kollektive Anlagefonds liech-

tensteinischen Rechts mit einem Anlagevolumen von rund Fr. 2 Mrd. Diese Fonds ver-

folgten  eine  in  der  konventionellen  Vermögensverwaltung  verbreitete  Anlagestrategie. 

Die Pflichtige war als Portfolio-Managerin der Fonds tätig, d.h. sie legte das Fondsver-

mögen  an,  überwachte  es  und  nahm  Anpassungen  vor.  Diese  Tätigkeit  übte  sie  im 

Auftragsverhältnis  aus,  wobei  Auftraggeberin  die  in  Vaduz/FL  domizilierte  C  AG  war. 

Letzteres  Unternehmen nahm  die  Funktion  der Fondsleitung  wahr  und  ist  gleichzeitig 

die Schwestergesellschaft der Pflichtigen. Gemeinsame 100%ige Aktionärin der Pflich-

tigen  und  der  C  AG  ist  die  D  AG  mit  Sitz  im  Kanton  Zug  bzw.  ab  Frühjahr    2007  im 

Kanton Schwyz. Die Aktionäre der Letzteren wiederum sind E, F und G. Die Pflichtige 

hatte ihren Sitz ursprünglich in Zürich, ab Herbst 2008 bzw. Frühling 2009 nacheinan-

der in zwei Schwyzer Gemeinden.  

Die  Pflichtige  erhielt  von  der  C  AG  für  ihre  Tätigkeit  als  Portfolio-Managerin 

der  drei  Anlagefonds  eine  Entschädigung,  die  sich  in  Abhängigkeit  der  jeweiligen 

Fondsvermögen bemass. Auf dieser Grundlage erzielte sie im Geschäftsjahr 1.10.2006 

- 30.9.2007 einen Dienstleistungsertrag von Fr. 15'530'445.30. Den steuerbaren Rein-

gewinn  gab  sie  in  der  Steuererklärung  2007  mit  Fr.  5'719'900.-  und  das  (steuerbare) 

Eigenkapital mit Fr. 383'000.- an. 

2.  Nachdem  vorgängig  durchgeführte  umfangreiche  Verhandlungen  über  ein 

Ruling  hinsichtlich  der  ausgerichteten  Vergütung  für  die  Tätigkeit  als  Portfolio-

Managerin  gescheitert  waren,  führte  das  kantonale  Steueramt  im  Veranlagungs-/ 

Einschätzungsverfahren der Steuerperiode 1.10.2006 - 30.9.2007 eine diesbezügliche 

Untersuchung durch. Es verlangte mit Auflage und Mahnung vom 8. Mai bzw. 30. Ju-

ni 2009  detaillierte  Angaben  zu  den  Tätigkeiten  der  Pflichtigen  und  der  C  AG  bei  der 

Fondsverwaltung/-leitung, eine Darlegung der Kriterien und Grundlagen zur Festlegung 

der  ausgerichteten  Vergütung  sowie  eine  Begründung  zur  vorgenommenen  Gewinn-

aufteilung  zwischen  den  beiden  Gesellschaften.  Die  Pflichtige  antwortete  am  

3. Juni und 31. Juli 2009. Weil das kantonale Steueramt der Auffassung war, die Pflich-

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tige  sei  damit  Auflage  und  Mahnung  nicht  hinreichend  nachgekommen,  nahm  es  ge-

winnseitig eine "Transferpreis-Korrektur" vor und schätzte diese nach pflichtgemässem 

Ermessen  auf  Fr.  9'620'427.-.  Gestützt  darauf  setzte  es  den  steuerbaren  Reingewinn 

mit Hinweis bzw. Einschätzungsentscheid vom 11. Oktober 2010 sowohl für die direkte 

Bundessteuer  als  auch  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  auf  Fr.  15'340'300.-  

fest  und  übernahm  das  (steuerbare)  Eigenkapital  gemäss  Steuererklärung  mit  

Fr.  383'000.-.  Die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  wurde  mit  Steuerrechnung 

vom 1. November 2011 formell eröffnet. 

B. Hiergegen liess die Pflichtige am 11. November 2010 Einsprache erheben 

und  beantragen,  sie  unter  ersatzloser  Aufhebung  der  Ermessensschätzung  gemäss 

Steuererklärung zu veranlagen bzw. einzuschätzen. Das kantonale Steueramt wies die 

Einsprache am 25. Februar 2011 ab, wobei es an der Aufrechnung der "Transferpreis-

Korrektur" im Umfang von Fr. 9'620'427.- zwar festhielt, diese jedoch nicht mehr nach 

pflichtgemässem  Ermessen  festsetzte,  da  sie  die  Voraussetzungen  für  eine  solche 

Schätzung nun nicht mehr als erfüllt betrachtete. 

C.  Mit  Beschwerde  bzw.  Rekurs  vom  29.  März  2011  liess  die  Pflichtige  den 

Einspracheantrag wiederholen und die Zusprechung einer Parteientschädigung verlan-

gen. Das kantonale Steueramt schloss am 20. April 2011 auf Abweisung der Rechts-

mittel. Zudem sei der Pflichtigen keine Parteienschädigung zuzusprechen. 

Am  17.  Mai  2011  ordnete  das  Steuerrekursgericht  die  Einholung  eines  Gut-

achtens  über  die  Verrechnungspreise  der  Pflichtigen  gegenüber  der  C  AG  an  und 

schlug den Parteien gleichzeitig einen Gutachter vor. Gegen Letzteren erhob das kan-

tonale Steueramt am 10. Juni 2011 Einwendungen. Gleichzeitig beantragte es, auf ein 

Gutachten  zu  verzichten,  da  nur  eine  Rechtsfrage  streitig  sei.  Mit  Verfügung  vom  29. 

Juni  2011  hielt  das  Steuerrekursgericht  an  der Gutachtenseinholung fest und  erklärte 

die Einwendungen gegen den vorgeschlagenen Gutachter als unbegründet. In der Fol-

ge gelangte  das kantonale  Steueramt  dagegen mit  Beschwerde  an  das  Verwaltungs-

gericht.  Dieses  trat  darauf  am  2.  November  2011  vorerst  nicht  ein,  hob  dann  aber  – 

nach vorgängiger Rückweisung der Sache durch das Bundesgericht am 18. Juli 2012 

zur  materiellen  Beurteilung  –  die  Bestellung  des  vorgeschlagenen  Gutachters  wegen 

Befangenheit am 14. August 2013 auf. Am 28. Januar 2014 schlug das Steuerrekurs-

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gericht einen neuen Gutachter vor. Weil die Parteien gegen diesen keine Einwendun-

gen  erhoben,  wurde  er  mit  Verfügung  vom  25.  Februar  2014  definitiv  ernannt  (unter 

gleichzeitiger Zusendung sämtlicher Einschätzungsakten und der Akten des vorliegen-

den Verfahrens). Am 12. Mai 2014 wurden für die Erstellung des Gutachtens notwen-

dige Unterlagen einverlangt und von der Pflichtigen am 2. Juni 2014 eingereicht. Das 

kantonale Steueramt nahm dazu am 27. Juni 2014 Stellung. 

Der Gutachter lieferte die Expertise am 30. März/8. April 2015 ab. Die Pflichti-

ge nahm dazu am 29. April 2015 fristgerecht und das kantonale Steueramt nach Ablauf 

der bis 20. Mai 2015 erstreckten Frist am 22. Mai 2015 (Eingang beim Steuerrekursge-

richt)  Stellung.  Das  kantonale  Steueramt  beantragte  dabei  die  Beantwortung  von  zu-

sätzlichen Fragen durch den Gutachter und die Akteneinsicht in die gesamte "Steuer-

akte" durch diesen. Die Pflichtige wehrte sich am 5. Juni 2015 gegen dieses Ansinnen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Die Frist für eine Stellungnahme zum Gutachten wurde den Parteien bis 

30.  April  2015  angesetzt,  dem  kantonalen  Steueramt  jedoch  auf  Gesuch  hin  bis  

20. Mai 2015 erstreckt (R-act. 61 und 62). Mithin ist fraglich, ob die Stellungnahme des 

Letzteren rechtzeitig erfolgte, da seine Eingabe dem Steuerrekursgericht vom Weibel-

dienst der Staatskanzlei mit interner Post erst am 22. Mai 2015 nach Ablauf der Frist 

überbracht wurde (Eingangsstempel auf R-act. 64). 

b) Eine Frist gilt als eingehalten, wenn die Handlung innerhalb derselben vor-

genommen  wird  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A., 

2009,  Art.  133  N  9  DBG  sowie  §  12  Abs.  3  der  Verordnung  zum  Steuergesetz  vom  

1.  April  1998  [VO  StG],  beide  auch  zum  Folgenden).  Schriftliche  Eingaben  müssen 

spätestens am letzten Tag der Frist an die Behörde gelangt oder der Post übergeben 

sein. Als Post im Sinn dieser Vorschrift gilt ausnahmslos nur die schweizerische Post. 

Die  strikte  Beachtung  dieses  Erfordernisses  gilt  nicht  als  überspitzter  Formalismus  

(vgl. BGE 104 Ia 4). 

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Die  Übergabe  an  die  schweizerische  Post  ist  vollzogen,  wenn  die  Sendung 

von der Postverwaltung zur Beförderung entgegengenommen worden ist (ZBl 48, 356). 

Werden für die Einreichung private Zustelldienste in Anspruch genommen, so gilt erst 

das Datum der Übergabe durch den privaten Dienst an das Gericht als Datum der vor-

genommenen  Handlung.  Der  vom  kantonalen  Steueramt  für  die  Einreichung  seiner 

Stellungnahme  benutzte kantonale Weibeldienst kann  nicht  der  schweizerischen  Post 

gleichgestellt werden. Mithin gilt bei Benützung dieses Dienstes eine Sendung an das 

Steuerrekursgericht  erst  mit  deren  Übergabe  durch  den  Dienst  als  zugestellt  (VGr,  

23.  Mai  2012,  SB.2011.00056,  auch  zum  Folgenden).  Daran  ändert  nichts,  dass  das 

Steuerrekursgericht  für  die  Spedition  seiner  eigenen  Sendungen  diesen Weibeldienst 

ebenfalls benutzt, gehört es als von der Verwaltung vollständig unabhängige Justizbe-

hörde doch nicht zum Verfügungsbereich des kantonalen Steueramts. 

Mithin erweist sich die Stellungnahme des kantonalen Steueramts als verspä-

tet, da sie dem Steuerrekursgericht vom Weibeldienst erst am 22. Mai 2015 überbracht 

wurde. 

Selbst  wenn  aber  der  Weibeldienst  der  schweizerischen  Post  gleichgestellt 

würde und die Stellungnahme dem Steuerrekursgericht schon bei deren Übergabe an 

diesen  als  erfolgt gälte,  läge  Verspätung  vor.  So  ergab  eine  Anfrage  der  Kanzlei  des 

Steuerrekursgerichts  beim  Steuerkommissär,  dass  die  Stellungnahme  aufgrund  von 

"gewissen  Verzögerungen"  in  der  zentralen  Aktenkanzlei  des  kantonalen  Steueramts 

erst am 21. Mai 2015, und damit einen Tag zu spät, "weitergeleitet", d.h. dem Weibel-

dienst übergeben wurde (E-Mail des Steuerkommissärs vom 22. Mai 2015, R-act. 66). 

c)  Erfolgte  die  Stellungnahme  verspätet,  ist  androhungsgemäss  Verzicht  auf 

dieselbe anzunehmen. Die darin erhobenen Einwände und gestellten Anträge des kan-

tonalen Steueramts gelten daher als nicht erfolgt, sodass darauf nicht einzugehen ist. 

Zwecks  Vermeidung  von  Missverständnissen  sei  aber  zumindest  erwähnt,  dass  dem 

Gutachter  sämtliche  Einschätzungsakten  und  die  Akten  des  vorliegenden  Verfahrens 

zur Verfügung gestellt wurden (vgl. Begleitbrief an diesen, R-act. 41). 

2.  Mit  den  Einspracheentscheiden  vom  25.  Februar  2011  (T-act.  43  und  47) 

sind  der  Veranlagungs-  sowie  der  Einschätzungsentscheid  vom  11.  Oktober  bzw.  

1. November 2010 (T-act. 34 und 45) aufgehoben bzw. ersetzt worden.  Mithin ist der 

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Frage, ob die Voraussetzungen für eine ermessensweise Schätzung der streitbetroffe-

nen  "Transferpreis-Korrektur"  erfüllt  waren,  wie  im  Veranlagungs-/Einschätzungs- 

entscheid  noch  angenommen,  nicht  mehr  nachzugehen,  ist  diese  Schätzung  von  der 

Vorinstanz  in  den  Einspracheentscheiden  (S.  4)  doch  ausdrücklich  aufgehoben  wor-

den. Demnach ist nurmehr die Gesetzmässigkeit der Aufrechnung selber zu prüfen, da 

diese weiterhin umstritten ist. 

3.  a)  Die  Pflichtige  erhielt  von  der  C  AG  den  Auftrag  für  die  Ausübung  des 

Portfolio-Managements  von  drei  Anlagefonds  (vgl.  Verwaltungsvertrag  vom  27.  No-

vember  1997,  R-act.  56).  Die  dafür  von  der  C  AG  ausgerichtete  Entschädigung  be-

mass  sich  in  so  genannten  Basispunkten  (BP)  des  jeweiligen  Fondsvermögens  und 

betrug je 60 BP für den "H Fund" und "I Fund" sowie 80 BP für den "J Fund". Bei der C 

AG handelt es sich um die Schwestergesellschaft der Pflichtigen, sodass sich mit Blick 

auf den so genannten Drittmannsvergleich ertragssteuerlich die Frage nach dem Ver-

hältnis  der  gegenseitig  erbrachten  Leistungen,  insbesondere  der  von  der  Pflichtigen 

vereinnahmten Entschädigung, und der sich daraus allenfalls ergebenden Korrektur bei 

dieser Entschädigung (Aufrechnung) stellt: 

b)  aa)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Kapitalgesellschaft  berechnet  sich 

nach Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. De-

zember 1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auf-

grund  des  Saldos  der  Erfolgsrechnung,  erhöht  um  die  der  Rechnung  belasteten,  ge-

schäftsmässig  nicht  begründeten  Aufwendungen,  wie  u.a.  offene  und  verdeckte 

Gewinnausschüttungen  sowie  geschäftsmässig  nicht  begründete  Zuwendungen  an 

Dritte.  

Geschäftsmässig unbegründeter Aufwand liegt vor, wenn dieser keine Grund-

lage  in  der  geschäftlichen  Aktivität  findet,  d.h.  wenn  ein  sachlicher  Zusammenhang 

zwischen  Aufwendung  und  Geschäftsbetrieb  fehlt  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  

Art. 58 N 74 DBG und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 64 N 161 

StG).  Verdeckte  Gewinnausschüttungen  im  Besonderen  sind  in  Erfolgsrechnung  und 

Bilanz  nicht  als  Gewinn  ausgewiesene  Leistungen  einer  Gesellschaft,  mit  denen  sie 

ihren  Aktionären  oder  diesen  nahestehenden  Personen  bewusst  geldwerte  Vorteile 

zuwendet,  die  sie  unbeteiligten  Dritten  nicht  einräumen  würde  (RB 1982  Nr. 72  mit 

Hinweisen;  Markus  Reich,  Verdeckte  Vorteilszuwendungen  zwischen  verbundenen 

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Unternehmen, ASA 54, 621 f.). Die Einräumung geldwerter Leistungen kann nicht nur 

in Form physischer Vermögenszuwendungen an die Aktionäre erfolgen. Vielmehr bildet 

jede  Leistung  der  Gesellschaft  ohne  entsprechende  Gegenleistung,  die  nicht  im  ge-

schäftlichen Interesse, sondern im Interesse der Aktionäre erbracht wird, eine Gewinn-

ausschüttung  (Reich,  ASA,  54,  635  und  639,  auch  zum  Folgenden).  Als  Empfänger 

einer  verdeckten  Gewinnausschüttung  kommen  nicht  nur  die  Anteilsinhaber,  sondern 

auch diesen nahestehende Personen in Betracht (VGr, 27. Januar 1987, SB 51/1986, 

mit  Hinweis  auf  BGr,  17. September  1976,  ASA  45,  595).  Eine  Hauptform  verdeckter 

Gewinnausschüttungen  besteht  darin,  dass  die  Gesellschaft  übersetzte  Gewinnungs- 

und  Anschaffungskosten  aufwendet  und  so  eine  überhöhte  Belastung  eines  Erfolgs- 

oder Bestandskontos bewirkt (Reich, ASA 54, 613 ff.). Möglich ist jedoch auch die Aus-

richtung  einer  verdeckten  Gewinnausschüttung  durch  Verzicht  auf  eine  im  Drittver-

gleich  erbrachte  Leistung.  Diesfalls  liegt  eine Gewinnvorwegnahme  vor (BGr,  19.  No-

vember 2003 = StE 2004 B 72.13.22 Nr. 42).  

Vorliegend  ist  eine  Gewinnvorwegnahme  streitig,  behauptet  das  kantonale 

Steueramt doch, die Pflichtige habe bei der Ausübung ihres Portfolio-Auftrags gegen-

über  der  Schwestergesellschaft  C  AG  auf  ein  marktmässiges  Entgelt  verzichtet  und 

sich dadurch entreichert. 

bb)  Vorteilszuwendungen  an  Schwestergesellschaften,  d.h.  zwischen  Gesell-

schaften, die von denselben Aktionären beherrscht werden, sind (nach der so genann-

ten  Dreieckstheorie)  einerseits  als  verdeckte  Gewinnausschüttung  der  leistenden  Ge-

sellschaft an die Aktionäre und andrerseits als verdeckte Kapitaleinlage der Aktionäre 

in  die  empfangende  Gesellschaft  zu  würdigen  (VGr,  3. Oktober  1989  =  StE 1991 

B 24.4  Nr. 27;  VGr,  19. Dezember  1996,  SB.96.00040).  Ob  eine  Vorteilszuwendung 

geschäftsmässig begründet war, ist ausschliesslich vom Standpunkt der steuerpflichti-

gen  juristischen  Person  aus  zu  beurteilen,  nicht  vom  Standpunkt  des  Konzerns  aus, 

dem sie angehört. Massgebend ist nach anerkannter schweizerischer Auffassung das 

so genannte "at arm's length"-Prinzip (RB 1985 Nr. 42 mit Verweisungen). Zu prüfen ist 

dabei,  wie  gegenüber  einem  unbeteiligten  Dritten  gehandelt  worden  wäre,  d.h.  es gilt 

der Drittvergleich. 

cc)  Ist  streitig,  ob  einer  Leistung  der  steuerpflichtigen  Gesellschaft  eine  Ge-

genleistung  des  Aktionärs  bzw.  der  Schwestergesellschaft  gegenübersteht,  trägt  die 

Gesellschaft  die  Beweislast  für  das  Vorhandensein  einer  solchen  Gegenleistung  

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(VGr,  14. Juli  1999  =  StE 1999  B 72.14.2  Nr. 23;  Martin  Zweifel,  Die  Sachverhaltser-

mittlung  im  Steuerveranlagungsverfahren,  1989,  S. 111  f.,  auch  zum  Folgenden).  Ist 

umstritten,  ob  zwischen  den  gegenseitigen  Leistungen  ein  offensichtliches  Missver-

hältnis  bestehe  und  ob deshalb  auf  eine  verdeckte Gewinnausschüttung  geschlossen 

werden  dürfe,  hat  die  Steuerbehörde  durch  ihre  Untersuchungen  den  steuerbegründ-

enden Umstand des offensichtlichen Missverhältnisses zwischen Leistung und Gegen-

leistung  aufzuzeigen,  mithin  darzutun,  dass  eine  Leistung  der  Gesellschaft ganz  oder 

teilweise  nicht  geschäftsmässig  begründet  sein  kann  (vgl.  StE 1990  B 24.4. Nr. 25). 

Darauf obliegt dem Steuerpflichtigen wiederum der Nachweis, dass trotz Missverhältnis 

zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  keine  verdeckte  Gewinnausschüttung  anzu-

nehmen ist (vgl. StRK II, 26. Mai 1999, 2 ST.1999.194). 

c)  aa)  Bei  multinationalen  Konzernen  mit  grenzüberschreitenden  Transaktio-

nen  hat  sich  zur  Überprüfung  von  gegenseitigen  Leistungen  bzw.  von  Verrechnungs-

preisen innerhalb des Konzerns in der Praxis die Anwendung des Drittvergleichsgrund-

satzes  gemäss  den  Richtlinien  der  OECD  aus  dem  Jahr  1995  –  in  diesen 

Fremdvergleichsgrundsatz  genannt  –  etabliert  (Peter  Eisenring,  in:  Kommentar  zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Internationales Steuerrecht, 2015, Art. 9 N  7 ff. OECD-

MA sowie Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 64 N 193 StG). Dieser Grundsatz gilt nicht 

nur für die Schweiz, die  seit Gründung der OECD 1961 ihr Mitglied ist, sondern auch 

für Nichtmitgliedstaaten der OECD wie z.B. Liechtenstein. 

Bei diesen Richtlinien der OECD handelt es sich allerdings weder um Staats-

vertragsrecht noch um gesetzesvertretende Normen, sondern lediglich um eine Ausle-

gungshilfe zu Art. 9 des OECD-Musterabkommens (OECD-MA). Letztere Bestimmung 

regelt  die  Zuordnung  von  Gewinnen  verbundener  Unternehmen  nach  dem  Grundsatz 

des Dealing at arm's length bzw. des Fremdvergleichsgrundsatzes. Mit Hilfe der Richt-

linien  sollen  die  gegenseitigen  Leistungen  überprüft  und  die  Grundlage  geliefert  wer-

den können, ob eine Korrektur der Verrechnungspreise angezeigt ist und entsprechen-

de,  in  Art.  9  OECD-MA  grundsätzlich  vorgesehene  Gewinnaufrechnungen  durch  die 

Steuerbehörden  im  Einzelfall  zuzulassen  sind.  Das  OECD-MA  stellt  dabei  bloss  eine 

Empfehlung für ein Vertragsmuster eines Doppelbesteuerungsabkommens dar (Matte-

otti/Horn,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Internationales  Steuer-

recht, 2015, Einleitung N 4).  

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Grundlage  für  die  steuerliche  Korrektur  von  Verrechnungspreisen  in  der 

Schweiz  bilden  damit  nach  wie  vor  allein  die  entsprechenden  Vorschriften  in  Art.  58 

DBG  und  §  64  StG  über  die  Aufrechnung  von  verdeckten  Gewinnausschüttungen  

(Eisenring,  Art.  9  N  56  ff.  OECD-MA).  Da  sich  jedoch  die  Anwendung  der  OECD-

Richtlinien –  wie erwähnt – international etabliert hat, ist es naheliegend und sachge-

recht,  diese  bei  Überprüfung  von  Verrechnungspreisen  multinationaler  Unternehmen 

und damit allfällig verbundener verdeckter Gewinnausschüttungen von einer Konzern-

gesellschaft  zur  andern  im  Rahmen  der  Korrekturvorschriften  von  DBG  und  StG  zum 

Tragen  zu  bringen.  Entsprechenden  Sukkurs  leistet  auch  die  Eidgenössische  Steuer-

verwaltung  (ESTV)  in  ihrem  Kreisschreiben  Nr.  4  vom  19.  März  2004  betreffend  Be-

steuerung  von  Dienstleistungsgesellschaften,  indem  sie  darin  in  Erinnerung ruft,  dass 

die  Verrechnungspreisgrundsätze  der  OECD  für  multinationale  Unternehmen  und 

Steuerverwaltungen zu berücksichtigen seien. 

Von  der  Anwendung  der  OECD-Richtlinien  gehen  vorliegend  übereinstim-

mend denn auch die Parteien aus, sodass ihnen auch das Steuerrekursgericht folgt. 

bb) Beim Fremdvergleichsgrundsatz der OECD-Richtlinien wird auf die Preise 

abgestellt, welche zwischen unabhängigen Unternehmen gelten. Zur Ermittlung dieser 

Preise kommen verschiedene Methoden zur Anwendung.  

In  der  ursprünglichen  Fassung  der  OECD-Richtlinien,  die  bis  2010  Geltung 

hatte  und  daher  auf  den  vorliegend  streitigen  Sachverhalt  des  Geschäftsjahres 

1.10.2006  –  30.9.2007  der  Pflichtigen  anzuwenden  ist,  wird  zwischen  "Geschäftsfall-

bezogenen  Standardmethoden"  und  "Geschäftsfallbezogenen  Gewinnmethoden"  un-

terschieden (Kapitel II und III OECD-Richtlinien). Dabei geniesst die erstere Kategorie 

Vorrang (OECD-Richtlinien, Randziffer [Rz] 2.5, 2.49 und 3.49). Innerhalb dieser Kate-

gorie der Standardmethoden ist die Preisvergleichsmethode vor den andern Methoden 

anzuwenden.  Voraussetzung  ist  allerdings,  dass  ausreichende  Fremddaten  vorliegen 

und diese verlässlich angewendet werden können. Diese Methode vergleicht den zwi-

schen verbundenen Unternehmen vereinbarten Preis unmittelbar mit solchen Preisen, 

welche  unabhängige  Unternehmen  bei  vergleichbaren  Verhältnissen  vereinbaren 

(OECD-Richtlinien, Rz 2.5, 2.6, 2.49 und 3.49). Die weiteren Methoden dieser Katego-

rie  sind  die  Wiederverkaufspreismethode  und  die  Kostenaufschlagsmethode  (OECD-

Richtlinien,  Rz  2.14  und  2.27).  Zur  zweiten  Kategorie  der  "Geschäftsfallbezogenen 

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Gewinnmethoden", die erst in zweiter Linie heranzuziehen ist, zählt die Profit-Split Me-

thode und die Nettomargenmethode (OECD-Richtlinien, Rz 3.9, 3.16, 3.19, 3.26). 

cc) Vorliegend dreht sich der Streit zwischen den Parteien um die Frage, wel-

che der erwähnten  Methoden für die Überprüfung der von der C AG an  die Pflichtige 

ausgerichteten  Entschädigung  anzuwenden  ist.  Während  Letztere  für  die  Preisver-

gleichsmethode  plädiert,  verficht  das  kantonale  Steueramt  die  Anwendung  der  Profit-

Split Methode, allerdings ohne den grundsätzlichen Vorrang der Preisvergleichsmetho-

de vor den andern Methoden in Frage zu stellen. 

3. a) aa) Voraussetzung für die Anwendung der Preisvergleichsmethode bildet 

nach  dem  Gesagten,  dass  ausreichende  Fremddaten  vorliegen  und  diese  verlässlich 

angewendet werden können.  

bb) Das kantonale Steueramt bringt in den Einspracheentscheiden diesbezüg-

lich vor, für die Pflichtige existierten keine solche Daten, da sie ein personenbezogenes 

Fondsmanagement  ohne  adäquate  Vertriebsorganisation  wie  z.B.  Geschäftsbanken 

betreibe,  sodass  ein  Preisvergleich  mit  veröffentlichten  Kennzahlen  der  Anlagefonds-

branche  mit  vorwiegend  grossen  und  institutionellen  Fondsanbietern  nicht  in  Frage 

komme. Zudem stünden die einzelnen Fondsgesellschaften regelmässig unter einheit-

licher Leitung, weshalb ein Vergleich mit Preisen solcher Gesellschaften – weil nicht im 

freien Markt gebildet – nicht zulässig sei (T-act. 43 und 47, je S. 7). 

Demgegenüber führt die Pflichtige in Beschwerde und Rekurs aus, der Markt 

für  Vermögensverwaltungsmandate  sei  transparent  und  wettbewerbsintensiv,  sodass 

sich die Bandbreite für marktgerechte Entschädigungen ohne weiteres feststellen las-

se. Ihre Tätigkeit bestehe in der Anlage in kotierte Aktien und Obligationen im Rahmen 

von bestimmten Anlagerichtlinien und stelle eine Standarddienstleistung dar. Für diese 

bestünden in der Finanzbranche statistisch breit abgestützte Marktdaten. Auch gebe es 

in  der  Schweiz  mehrere  Fonds,  deren  Anlagen  von  rechtlich  unabhängigen  Vermö-

gensverwaltern bewirtschaftet würden, darunter zehn Fonds, die den gleichen Anlage-

stil  wie  der  C  AG  verfolgten.  Sie  beantrage  die  Einholung  eines  Amtsberichts,  worin 

Auskunft  zu  geben  sei  über  die  steuerliche  massgebenden  Konditionen,  zu  welchen 

diese  unabhängigen  Vermögensverwalter  für  die  Fondsleitungen  tätig  seien  und  in 

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welcher  Bandbreite  sich  die  dafür  ausgerichteten  Entschädigungen  bewegten  

(R-act. 2 und 5, je S. 13). 

b) Die Frage, ob und inwiefern in der Finanzdienstleistungsbranche im freien 

Markt gebildete  Preise für  die  Ausübung  des  Portfolio-Managements  bei  Anlagefonds 

existieren, ist eine solche tatsächlicher Natur und – entgegen der Auffassung des kan-

tonalen Steueramts – keine Rechtsfrage. Gleiches gilt für die weitere Frage, ob diese 

Preise, soweit sie denn auch existieren, mit den der Pflichtigen zugeflossenen Vergü-

tungen vergleichbar sind, was nur der Fall ist, wenn die Pflichtige ihr Fondsgeschäft auf 

vergleichbare  Weise  wie  die  zum  Vergleich  herangezogenen  Fonds  betreibt.  Das 

Steuerrekursgericht verfügt nicht über die erforderlichen Branchenkenntnisse, um die-

se Fragen kompetent und sicher zu beantworten. Demnach kann es auch nicht darüber 

entscheiden,  ob  die  gemäss  den  OECD-Richtlinien  unstreitig  primär  anzuwendende 

Preisvergleichsmethode zur Überprüfung der fraglichen Entschädigung an die Pflichti-

ge heranzuziehen ist oder nicht. 

Verfügt  die  urteilende  Steuerjustizbehörde  nicht  über  die  für  die  Beurteilung 

erforderliche Sachkenntnis, kann bzw. muss sie zur Beurteilung der tatsächlichen Ver-

hältnisse  einen  Experten  beiziehen  (Art.  142  Abs.  4  i.V.m.  Art.  123  Abs.  2  DBG  und  

§  148  Abs.  3  i.V.m.  §  132  Abs.  2  StG;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  123  N  31 

DBG  und  §  132  N  30  StG).  Demnach  hat  das  Steuerrekursgericht  vorliegend  am  

17.  Mai  2011  zu  Recht  die  Einholung  eines  Gutachtens  angeordnet  (R-act.  13).  Ein 

Amtsbericht würde vom kantonalen Steueramt verfasst und vermöchte zudem nur über 

die  im  Kanton  Zürich  ansässigen  Anlagefonds  Auskunft  zu  geben,  sodass  auf  einen 

solchen zu verzichten ist. 

Die  dem  Gutachter  gestellte  Frage  wurde  derart  formuliert,  dass  dieser  die 

fremdvergleichskonformen Verrechnungspreise für die Dienstleistungen der Pflichtigen 

an  die  C  AG  im  betroffenen  Geschäftsjahr  1.10.2006  -  30.9.2007  losgelöst  von  einer 

bestimmten  Methode  darzulegen  hat.  Dies  hat  seinen  Grund  darin,  dass  bei  Fehlen 

von Fremddaten die Preisvergleichsmethode nicht zum Zug kommen kann und daher 

auf  eine  andere  Methode  abzustellen  ist.  Die  Wahl  und  Durchführung  dieser  andern 

Methode muss dem fachkundigen Gutachter überlassen sein, da hierfür allenfalls wei-

tere  branchenspezifische  Kenntnisse  erforderlich  sind,  so  insbesondere  bei  der  Wie-

derverkaufspreismethode, die sich an Drittpreisen beim Absatz der Produkte oder Leis-

tungen  orientiert,  und  bei  der  Kostenaufschlagsmethode,  welcher  Drittpreise  von 

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Lohnkosten,  Materialkosten  etc.  bei  der  Beschaffung  zugrunde gelegt  werden  (Eisen-

ring,  Art.  9  N  33  OECD-MA).  Über  diese  Kenntnisse  verfügt  das  Steuerrekursgericht 

wiederum nicht. Damit wurde die Frage an den Gutachter mit gutem Grund allgemein 

formuliert und nicht nur darauf eingeschränkt, ob genügend Daten für die Anwendung 

der Preisvergleichsmethode existieren. 

Zusätzlich  zur  Frage  nach  den  fremdenvergleichskonformen  Verrechnungs-

preisen wurden dem Gutachter die vom kantonalen Steueramt in seiner Eingabe vom 

10.  Juni  2011  (R-act.  18)  eventualiter  vorgeschlagenen  Ergänzungsfragen  zur  Beant-

wortung übergeben (Verfügung vom 29. Juni 2011, R-act. 20 bzw. 38). Diese Zusatz-

fragen beschlagen einerseits die vom Gutachter ohnehin vorab durchzuführende Funk-

tions-  (und  Risiko-)analyse  bei  der  Pflichtigen  und  der  C  AG,  die  von  diesem  zu 

erörternden  Grundsätze  bei  Anwendung  der  Preisvergleichsmethode,  sowie  andrer-

seits die vom kantonalen Steueramt verfochtene Profit-Split Methode. Ebenfalls zuge-

lassen wurde die Ergänzungsfrage der Pflichtigen in der Eingabe vom 6. Juni 2011 (R-

act. 15) nach der Bandbreite der marktkonformen Entschädigungen, die für die von ihr 

erbrachten Dienstleistungen in der Anlagefondsindustrie üblicherweise bezahlt werden. 

Damit  wurde  das  rechtliche  Gehör  der  Parteien  zur  Formulierung  der  Gutachterfrage 

gewahrt. 

c) Das Gutachten wurde – nach Bestellung eines neuen Experten anstelle des 

abgelehnten  –  am  30.  März/8.  April  2015  abgeliefert  (R-act.  60).  Der  Experte  kommt 

darin zum Schluss, dass die von der C AG der Pflichtigen ausgerichtete Entschädigung 

fremdvergleichskonform ist.  

4. a) Gutachten unterliegen der freien Beweiswürdigung. Dabei kann sich die 

Prüfung  der  Rechtsmittelbehörde  jedoch  darauf  beschränken,  ob  das  Gutachten  auf 

zutreffender  Rechtsgrundlage  beruhe,  vollständig,  klar,  gehörig  begründet  und  wider-

spruchsfrei sei und ob der Gutachter hinreichende Sachkenntnis sowie die nötige Un-

befangenheit  bewiesen  habe  (RB  2004  Nr.  99,  1997  Nr.  9,  1985  Nr.  47).  Richtig  be-

trachtet  darf  sich  die  Prüfung  der  Rechtsmittelbehörde  in  der  entscheidenden  Frage 

nicht  nur  auf  die  genannten  Punkte  beschränken,  sondern  muss  sie  dies  auch:  Vor-

aussetzung der Einholung eines Gutachtens ist die fehlende Sachkenntnis der Behör-

de.  Es  ist  Letzterer  somit  gar  nicht  möglich,  die  Ausführungen  des  Sachverständigen 

materiell  zu  überprüfen,  weshalb  sich  die  Überprüfung  auf  die  genannten  Punkte  be-

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schränken muss (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 123 N 39 DBG und § 132 N 42 

StG). Widrigenfalls  würde  sich  die  Rechtsmittelbehörde  selber  als  Gutachterin  betäti-

gen,  obwohl  sie  nicht  die  erforderliche  Sachkenntnis  besitzt,  was  nicht  zulässig  ist 

(BGr, 21. Juli 2009, 2C_823/2008, www.bger.ch). 

b) Der vom Steuerrekursgericht beauftragte Gutachter Achim Roeder ist Steu-

erberater  und  Partner  im  Bereich  Global  Transfer  Pricing  Services  der  KPMG  AG  in 

Frankfurt  a.M./Deutschland.  Er  hat  über  zehn  Jahre  Berufs-  und  Projekterfahrung  in 

der internationalen Steuer- sowie Verrechnungspreisberatung und ist Lehrbeauftragter 

an der Ruhr-Universität Bochum (Internetausdrucke vom 7. Januar 2014, R-act. 72). Er 

ist  daher  ohne  Zweifel  befähigt,  die  gestellten  Fragen  nach  der  Fremdvergleichskon-

formität der von der C AG an die Pflichtige entrichteten Entschädigung fachkundig zu 

beantworten.  Dies  wird  denn  auch  weder  vom  kantonalen  Steueramt  noch  von  der 

Pflichtigen in Frage gestellt. Anhaltspunkte, wonach der Gutachter befangen sein könn-

te,  sind  –  anders  als  beim  zuerst  vorgeschlagenen  Gutachter  –  nicht  ersichtlich,  ist 

dieser  doch  bisher  nicht  in  der  Vertretung  von  Steuerpflichtigen  vor  dem  kantonalen 

Steueramt tätig gewesen, sodass kein Vertretungsverhältnis zur Gegenpartei einer der 

Prozessparteien besteht (vgl. die diesbezüglichen Bedenken des Verwaltungsgerichts 

in  seinem  den  ersten  Gutachter  betreffenden  Entscheid  vom  14.  August 2013,  R-act. 

37).  Zudem  hat  er  bisher  nicht  einschlägig,  d.h.  die  Verrechnungspreise  von  Anlage-

fonds betreffend publiziert und steht der Anlagefondsbranche nach Kenntnis des Steu-

errekursgerichts  nicht  nahe.  Daher  gilt  er  nicht  als  befangen.  Damit  übereinstimmend 

machen denn auch die Parteien gegenüber ihm keinerlei Vorbehalte geltend. 

c)  aa)  Im  37  Seiten  umfassenden  Gutachten  führt  der  Experte  sachgerecht 

vorerst eine detaillierte Funktions- und Risikoanalyse bei der Pflichtigen und der C AG 

durch (Ziff. 3, S. 5 - 15). Gemäss seinen Feststellungen wird dabei die Anlagestrategie, 

das  Marketing,  der  Vertrieb  sowie  die  Mandantenbetreuung  von  der  C  AG  bestimmt 

und  das  operative  Portfolio-Management  von  der  Pflichtigen  ausgeübt.  Beiden  Tätig-

keiten  misst  er  eine  wichtige  strategische  Bedeutung  zu,  ohne  jedoch  einer  Tätigkeit 

die grössere Bedeutung zuzuerkennen als der andern. Das Risiko gegenüber den An-

legern, d.h. das eigentliche Geschäftsrisiko, ordnet er jedoch hauptsächlich der C AG 

zu,  ebenso  anteilig  das  Investitions-  und  Marktrisiko.  Zum  andern  Teil  wird  letzteres 

Risiko von der Pflichtigen getragen. Dieses somit auf die Seite der C AG neigende Ri-

sikoprofil  sieht  er  nachvollziehbar  im  bilanzierten  Eigenkapital  der  C  AG  von  Fr. 

1'374'000.- und der Pflichtigen von Fr. 383'000.- abgebildet. 

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bb) Bei Auswahl der anzuwendenden Verrechnungspreismethode (Gutachten 

S. 16 - 23) räumt er der Preisvergleichsmethode sowohl grundsätzlich als auch konkret 

den Vorrang ein. Dies deshalb, weil er die Dienstleistungen der Pflichtigen anhand der 

entsprechenden Kriterien der OECD-Richtlinien entgegen der Auffassung des kantona-

len  Steueramts  in  jeder  Hinsicht  als  vergleichbar  bzw.  ähnlich  mit  den  nämlichen 

Dienstleistungen unabhängiger Vermögensverwalter qualifiziert und keine erheblichen 

Unterschiede zu diesen feststellt (Gutachten, Tabelle auf S. 22). Einschränkungen bei 

einzelnen  Vergleichskriterien  will  er  allenfalls  mit  Anpassungsrechnungen  oder  einer 

Ermittlung  einer  Bandbreite  aus  eingeschränkt  vergleichbaren Werten  begegnen.  Der 

vom kantonalen Steueramt vertretenen Profit-Split Methode erteilt er eine Absage, weil 

er bei den beteiligten Parteien – Pflichtige und C AG – keine einzigartigen (wertvollen) 

Beiträge zur Leistungserbringung ortet. 

Hinsichtlich der zentralen Frage nach den für einen Vergleich zwingend erfor-

derlichen  Fremddaten  führt  der  Gutachter  eine  mehrgliedrige  Analyse  potentiell  ver-

gleichbarer und verfügbarer Vergütungsdaten für Portfolio-Manager über mehrere Da-

tenbanken durch. Er kommt überzeugend zum Schluss, dass diese Daten sowohl von 

der  Menge  als  auch  der  Qualität  her  für  einen  Fremdvergleich  ausreichen.  Gestützt 

darauf  ermittelt  er  zwei  fremdübliche,  keine  Einschränkung  aufweisende  Bandbreiten 

von Vergütungen für die Tätigkeit eines Portfolio-Managers. Diese Bandbreiten führt er 

alsdann in eine einzige über und kommt dergestalt auf eine Bandbreite fremdüblicher 

Vergütungen von 13 BP - 70 BP.  

Die bezüglich dem "H Fund" und dem "I Fund" ausgerichteten Entschädigun-

gen von je 60 BP liegen damit innerhalb dieser Bandbreite und die hinsichtlich des "J 

Fund" bezahlte Entschädigung von 80 BP gar darüber. Der zusammengerechnete Be-

trag aller Entschädigungen ergibt gewichtet zum gesamten Vermögen aller drei Fonds 

ein in der Bandbreite liegender Wert von 61 BP (Gutachten S. 24 - 31). 

cc)  Dieses  Ergebnis  verprobt  der  Gutachter  noch  mit  der  vom  kantonalen 

Steueramt  favorisierten  Profit-Split  Methode.  Die  der  Pflichtigen  ausgerichtete  (ange-

passte) Vergütung liegt danach etwa 15% höher, als es die durch Wertschöpfungsbei-

tragsanalyse durchgeführte Gewinnaufteilungsmethode nahelegen würde. Der Experte 

erachtet damit das Ergebnis der Preisvergleichsmethode als bestätigt und die streitige 

Vergütung insgesamt als fremdvergleichskonform (Gutachten S. 32 - 37). 

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dd) Insgesamt erweist sich das eingeholte Gutachten damit aber in jeder Be-

ziehung als vollständig, nachvollziehbar bzw. widerspruchsfrei und ist gehörig begrün-

det.  Insbesondere  wurden  damit  auch  die  von  den  Parteien  gestellten  Zusatzfragen 

direkt  oder  indirekt  beantwortet.  Eine  weitergehende,  d.h. materielle  Überprüfung  des 

Gutachtens  ist  nach  dem  Gesagten  nicht  zulässig.  Festzuhalten  ist  daher  lediglich, 

dass das vom Gutachter gefundene Resultat einer Überprüfung durch Anwendung der 

vom kantonalen Steueramt favorisierten Profit-Split Methode standhält und daher inso-

fern als verlässlich erscheint. Die Pflichtige schliesst sich den Überlegungen des Gut-

achters – naheliegenderweise – an (R-act. 63). Das kantonale Steueramt hat sich dazu 

zwar  geäussert,  jedoch  ist  auf  seine  Stellungnahme  vom  20.  Mai  2015  (R-act.  64)  – 

wie  erwähnt  –  wegen  Verspätung  nicht  einzugehen  bzw.  Verzicht  auf  Stellungnahme 

anzunehmen. Demnach ist auf das Gutachten als Beweismittel abzustellen. 

5.  Das  vom  Steuerrekursgericht  durchgeführte  Beweisverfahren  hat  damit 

ergeben, dass die der Pflichtigen von der C AG ausgerichtete Entschädigung im Dritt- 

oder Fremdvergleich insofern nicht zu beanstanden ist, als sie sich jedenfalls nicht als 

zu tief erweist. Eine Gewinnvorwegnahme im Sinn eines Einnahmeverzichts der Pflich-

tigen zugunsten der Schwestergesellschaft bzw. der gemeinsamen Holdinggesellschaft 

bzw.  der  diese  beherrschenden  drei  natürlichen  Personen  als  Folge  einer  zu  tiefen 

Entschädigung für die Tätigkeit der Pflichtigen als Portfolio-Managerin liegt nicht vor. 

6. Diese Erwägungen führen zur Gutheissung von Beschwerde und Rekurs.  

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens (inkl. Gutachterkosten) dem 

kantonalen Steueramt aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG). 

Der Pflichtigen ist sodann eine angemessene Parteientschädigung zuzuspre-

chen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren  vom  20. Dezember  1968;  § 152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwal-

tungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai  1959/8. Juni  1997).  Warum  von  einer 

Parteientschädigung  abgesehen  werden  soll,  legt  das  kantonale  Steueramt  trotz  ent-

sprechendem Antrag nicht dar. 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Beschwerdeführerin wird für die Steuerpe-

riode  1.10.2006  -  30.9.2007  mit  einem  steuerbaren  Gewinn  von  Fr.  5'719'900.- 

(Steuersatz 8,5%) veranlagt.  

Das steuerlich massgebende Eigenkapital der Steuerperiode 1.10.2006 - 30.9.2007 

beträgt Fr.  383'000.- (Art. 131 Abs. 1 Satz 2 DBG). 

2.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Die  Rekurrentin  wird  für  die  Steuerperiode 

1.10.2006 - 30.9.2007 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 5'719'900.- (Ge-

winnsteuersatz  8%)  und  einem  steuerbaren  Eigenkapital  von  Fr.  383'000.-  (Kapi-

talsteuersatz 0,75‰) eingeschätzt. 

[…] 

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