# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d62e2f0d-097a-52a1-a3ba-5a2f84a75bfa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.06.2010 D-4521/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4521-2010_2010-06-28.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4521/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

A._______, geboren (...), Nigeria,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 21. Juni 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4521/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein nigerianischer Staatsangehöriger mit 
letztem  Wohnsitz  in  B._______,  sein  Heimatland  eigenen  Angaben 
zufolge am 15. Mai  2010 auf  dem Luftweg verliess und am 17. Mai 
2010 via ihm unbekannte Länder illegal in die Schweiz einreiste,

dass er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ 
um  Asyl  nachsuchte  und  nach  dem  Transfer  ins  Transitzentrum 
D._______ dort am 2. Juni 2010 summarisch befragt wurde,

dass das BFM den Beschwerdeführer am 11. Juni 2010 gestützt auf 
Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
ausführlich zu seinen Asylgründen anhörte,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  vorbrachte,  er  stamme  ursprünglich  aus  dem  Dorf 
E._______ F._______ (Jos South, Plateau State), lebe aber seit dem 
Jahr 2000 bei seinem Onkel in B._______,

dass  er  im  April  2010  von  seinem  Onkel  erfahren  habe,  seine 
Schwester sei anlässlich der Unruhen in der Region Jos in E._______ 
F._______ von Muslimen umgebracht worden,

dass er daraufhin ins Heimatdorf gereist sei  und zusammen mit drei 
Jugendfreunden  sowie  weiteren  jungen  Männern  aus  Rache  vier 
Muslime getötet habe,

dass in der Folge die Polizei auf sie aufmerksam geworden sei und ein 
Bandenmitglied zuhause aufgesucht habe,

dass er aus Angst, ebenfalls von der Polizei oder von Muslimen auf-
gegriffen  zu  werden,  umgehend  abgereist  und  nach  B._______ 
zurückgekehrt sei,

dass sein Onkel von seiner Mutter erfahren habe, was im Heimatdorf 
geschehen sei, und ihm vorgeworfen habe, er sei ein Mörder,

dass  sein  Onkel  gesagt  habe,  er  wolle  nicht  mit  einem Mörder  zu-
sammenleben und er solle zurück ins Heimatdorf gehen,

Seite 2

D-4521/2010

dass er ausserdem gedroht habe, er werde die Polizei rufen, und dies 
schliesslich tatsächlich getan habe,

dass der Beschwerdeführer vor der heranrückenden Polizei geflüchtet 
und zu einem Freund gegangen sei,

dass  er  anschliessend  bei  einem  Freund  dieses  Freundes  Unter-
schlupf gefunden und dieser für ihn die Ausreise aus Nigeria organi-
siert habe,

dass er  befürchte,  bei  einer  Rückkehr ins Heimatland von Muslimen 
umgebracht oder von der Polizei verhaftet zu werden,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle bei den 
Akten zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Verlaufe  des  vorinstanzlichen  Ver-
fahrens  weder  Identitäts-  oder  Reisepapiere  noch  anderweitige  Be-
weismittel zu den Akten reichte,

dass das BFM auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  mit  Ver-
fügung vom 21. Juni 2010 – gleichentags eröffnet – in Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat und die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte,  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  keine 
Identitätspapiere besessen habe, sei unplausibel, zumal das Mitführen 
einer nationalen Identitätskarte in Nigeria für  Erwachsene Pflicht  sei  
und in B._______ häufig Personenkontrollen stattfänden,

dass  der  Beschwerdeführer  jegliche  Bemühungen,  rechtsgenügliche 
Identitätspapiere zu beschaffen, habe vermissen lassen,

dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Reiseweg vage, 
stereotyp und realitätsfremd seien und insgesamt davon auszugehen 
sei, er habe dem BFM bewusst seine Reise- und Identi tätsdokumente 
vorenthalten, um seine Identität und Herkunft zu verschleiern,

dass daher keine entschuldbaren Gründe für das Nichteinreichen von 
Identitäts- oder Reisepapieren vorlägen,

Seite 3

D-4521/2010

dass der Beschwerdeführer keine konkreten Angaben zu seinem an-
geblichen  Heimatdorf  und  dessen  geographische  Einbettung  habe 
machen  können,  weshalb  davon  ausgegangen  werden  müsse,  er 
stamme nicht von dort und sei auch nie dorthin gereist,

dass  die  Asylvorbringen,  welche  sich  auf  dort  Erlebtes  stützten, 
bereits deshalb unglaubhaft seien,

dass die  Vorbringen des Beschwerdeführers ausserdem unplausibel, 
stereotyp und widersprüchlich ausgefallen seien,

dass  im  Übrigen  die  geltend  gemachte  Verfolgung  durch  die  Polizei 
ohnehin nicht asylrelevant sei, da es sich dabei um eine Massnahme 
handle, die rechtsstaatlich legitimen Zwecken diene,

dass der Beschwerdeführer daher die Flüchtlingseigenschaft nicht er-
fülle und auch keine zusätzlichen Abklärungen erforderlich seien,

dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Ak-
ten zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht  vom 22.  Juni  2010  (Poststempel)  anfocht 
und dabei  sinngemäss beantragte,  die  vorinstanzliche Verfügung sei 
aufzuheben,

dass auf die Beschwerdebegründung – soweit  entscheidwesentlich – 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass die  vorinstanzlichen Akten am 23. Juni  2010  beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM 
auf  dem  Gebiet  des  Asylrechts  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 

Seite 4

D-4521/2010

SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art.  37 VGG sowie 
Art. 6 und 105 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  nur  summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Nichteintretens-
entscheide praxisgemäss auf  die Überprüfung der  Frage beschränkt 
ist,  ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten 
ist,

dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit 
darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückgehen  zu  lassen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 
Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

Seite 5

D-4521/2010

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
dagegen  bereits  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwal-
tungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass  auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innert 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder 
wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Bst. b), oder wenn sich auf 
Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll-
zugshindernisses ergibt (Bst. c),

dass der Beschwerdeführer bis heute keine rechtsgültigen Identitäts- 
oder Reisepapiere zu den Akten gereicht hat,

dass er geltend machte, er besitze weder einen Reisepass noch eine 
Identitätskarte und sei  ohne selber etwas bezahlt  zu haben und mit 
einem unbekannten Dokument mit Flugzeug, Zug und Bus von Nigeria 
in die Schweiz gereist,

dass diese Aussage stereotyp und realitätsfremd ist,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Weiteren  zu  seiner  Reise  in  die 
Schweiz  keine  substanziierten  Angaben  machen  konnte  und  insbe-
sondere nicht in der Lage war anzugeben, mit welchem Dokument und 
durch welche Länder er gereist sei,

dass  er  im  Übrigen  bis  heute  keine  ersichtlichen  Anstrengungen 
unternommen hat, um seine Identität zu belegen,

dass  er  ausserdem  in  der  Beschwerde  vorbrachte,  er  habe  seine 
Papiere  wegen  seiner  Probleme  im  Heimatland  nicht  mitnehmen 
können, was im Widerspruch steht zu seiner Aussage anlässlich der 
Anhörungen, wonach er keine Identitätspapiere abgegeben habe, weil 
er nie welche besessen habe,

Seite 6

D-4521/2010

dass es  dem Beschwerdeführer  bei  dieser  Sachlage nicht  gelungen 
ist, entschuldbare Gründe für die Nichteinreichung von Identitäts- oder 
Reisepapieren glaubhaft zu machen,

dass  demnach  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM zu  Recht  davon  aus-
gegangen ist, die Flüchtlingseigenschaft sei nicht gegeben und es be-
stehe aufgrund der Anhörung keine Notwendigkeit zur Vornahme von 
weiteren Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 
eines Wegweisungsvollzugshindernisses,

dass  das  BFM zu  Recht  auf  die  mangelhaften  geographischen  und 
sozio-kulturellen Kenntnisse des Beschwerdeführers bezüglich seiner 
angeblichen  Heimatregion  (Jos/E._______  F._______)  hingewiesen 
hat,

dass  aufgrund  der  Aktenlagen  weder  die  angebliche  (ursprüngliche) 
Herkunft  des  Beschwerdeführers  aus  E._______  F._______  noch 
seine Reise dorthin im Frühling 2010 geglaubt werden können,

dass  demzufolge  auch  die  geltend  gemachte  Verfolgung  durch  die 
Polizei und Muslime unglaubhaft  ist, da diese mit angeblichen Erleb-
nissen  des  Beschwerdeführers  in  E._______  F._______  begründet 
wird,

dass  die  Asylvorbringen  ausserdem vage,  unplausibel  und  teilweise 
widersprüchlich ausgefallen sind, wodurch der Eindruck der Unglaub-
haftigkeit bestätigt wird,

dass  der  angeblich  jahrelange,  fehlende  Kontakt  zwischen  dem Be-
schwerdeführer  und  seinen  angeblich  in  E._______  F._______ 
wohnhaften Familienangehörigen nicht plausibel gemacht wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Weiteren  nicht  in  nachvollziehbarer 
Weise  erklären  konnte,  wie  er  und  seine  Kollegen  ihre  Opfer  als 
Muslime identifizieren konnten (vgl. A1 S. 8, A8 S. 8),

dass zudem die Aussage, wonach sie im Dorf  Ratsat  den Muslimen 
aufgelauert seien, unplausibel erscheint, da es sich bei diesem Ort um 
ein christliches Dorf handelt, welches im März 2010 von muslimischen 
Milizen heimgesucht wurde,

Seite 7

D-4521/2010

dass vor diesem Hintergrund die Darstellung des Beschwerdeführers, 
es wohnten in Ratsat einige Muslime und er und seine Kollegen hätten 
vier davon auf der Strasse umgebracht, unglaubhaft erscheint,

dass  der  Beschwerdeführer  schliesslich  zunächst  aussagte,  seine 
ältere Schwester sei von Muslimen getötet worden (vgl. A1 S. 6), in der 
Direktanhörung jedoch im Widerspruch dazu erklärte, es sei die jünge-
re Schwester gewesen (vgl. A8 S. 5),

dass  er  diesen  Widerspruch  auf  Vorhalt  hin  nicht  in  befriedigender 
Weise auflösen konnte (vgl. A8 S. 7),

dass die Asylvorbringen nach dem Gesagten als offensichtlich haltlos 
zu bezeichnen sind,

dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 
demnach ohne weiteres ausgeschlossen werden kann und auch keine 
zusätzlichen Abklärungen hinsichtlich der Frage des Wegweisungsvoll -
zugs notwendig erscheinen (vgl. dazu auch nachfolgend),

dass darauf verzichtet werden kann, näher auf die Vorbringen in der 
Beschwerde  einzugehen,  da  sie  an  der  vorstehenden  Einschätzung 
nichts zu ändern vermögen,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 
Bst.  a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu 
bestätigen ist,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

Seite 8

D-4521/2010

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation,  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK), der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft 
gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 
ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht, 
2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- oder Herkunftsstaat noch 
individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rück-
kehr schliessen lassen,

Seite 9

D-4521/2010

dass in Nigeria keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, weshalb 
der Wegweisungsvollzug dorthin als generell zumutbar zu erachten ist,

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen alleinstehenden jungen 
Mann handelt,  welcher  über  einen Grundschulabschluss verfügt,  vor 
der Ausreise auf dem Bau gearbeitet hat und an keinen aktenkundigen 
gesundheitlichen Problemen leidet, 

dass  es  ihm  bei  dieser  Sachlage  grundsätzlich  zuzumuten  ist,  im 
Heimatland  wiederum  einer  Erwerbstätigkeit  nachzugehen  und  so 
seinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten,

dass den Akten zufolge mehrere Verwandte des Beschwerdeführers im 
Heimatland  leben  und  mangels  anderweitiger,  konkreter  und  glaub-
hafter  Hinweise  davon  auszugehen  ist,  er  könnte  bei  Bedarf  dieses 
familiäre Beziehungsnetz um Unterstützung angehen,

dass  somit  nicht  zu  erwarten  ist,  der  Beschwerdeführer  würde  bei 
einer Rückkehr nach Nigeria in eine existenzbedrohende Situation ge-
raten, weshalb der Vollzug der Wegweisung insgesamt zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass der vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung demnach zu be-
stätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen ist darzutun, in -
wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder un-
angemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzu-
weisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-4521/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  des  Transitzentrums 
D._______ (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Transitzentrum D._______ (per Telefax zu den Akten Ref.-
Nr.  N  (...),  mit  der  Bitte  um  Eröffnung  des  Urteils  an  den  Be-
schwerdeführer  und  um  Zustellung  der  beiliegenden  Empfangs-
bestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- die zuständige kantonale Behörde (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand:

Seite 11