# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1f497f7-a1ca-5a37-98ca-bb0c2c794bcc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.02.2022 200 2019 553
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-553_2022-02-17.pdf

## Full Text

200 19 553 SCHG
ACT/GET/LAB

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 17. Februar 2022

Vorsitzender Verwaltungsrichter Ackermann
Fachrichter Dr. med. Gubler und Fürsprecher Cadotsch
Gerichtsschreiber Germann

1. CSS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 8)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6005 Luzern

2. Aquilana Versicherungen (BAG Nr. 32)
Bruggerstrasse 46, 5400 Baden 

3. Moove Sympany AG (BAG Nr. 57)
c/o Sympany Gruppe, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

4. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
Av. de la Rasude 8, 1006 Lausanne

5. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

6. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg (BAG Nr. 246)
Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg

7. CONCORDIA 
Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

8. Atupri Gesundheitsversicherung (BAG Nr. 312)
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern

9. Avenir Assurance Maladie SA (BAG Nr. 343)
Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

10. Krankenkasse Luzerner Hinterland (BAG Nr. 360)
Luzernstrasse 19, 6144 Zell

11. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376)
Wankdorfallee 3, Postfach, 3001 Bern

12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

13. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel

14. Easy Sana Assurance Maladie SA (BAG Nr. 774)
Group Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

15. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Birspark 1, Postfach, 4242 Laufen 

16. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK (BAG Nr. 923)
Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich

17. Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994) 
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

18. SWICA Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8401 Winterthur

19. Galenos AG (BAG Nr. 1386)
Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich

20. rhenusana (BAG Nr. 1401)
Widnauerstrasse 6, 9435 Heerbrugg

21. Mutuel Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1479)
Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

22. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509)
Jägergasse 3, Postfach 2010, 8004 Zürich

23. INTRAS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 1529)
Avenue de Valmont 41, 1000 Lausanne 10

24. Philos Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1535)
Group Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

25. Assura-Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully

26. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3015 Bern 

27. Agrisano Krankenkasse AG (BAG Nr. 1560)
Laurstrasse 10, 5200 Brugg AG

28. Helsana Versicherungen AG (BAG Nr. 1562)
Zürichstrasse 130, Postfach, 8600 Dübendorf

29. sansan Versicherungen AG (BAG Nr. 1566)
Fusion per 1. Januar 2017 mit Progrès Versicherungen AG

30. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3015 Bern 

31. Arcosana AG (BAG Nr. 1569)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6005 Luzern

32. vivacare AG (BAG Nr. 1570)
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3015 Bern 

33. Compact Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1575)
Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich

alle vertreten durch den Verein santésuisse, Römerstrasse 20, 
4520 Solothurn und dieser vertreten durch Advocat A.________
Klägerinnen

gegen

B.________ AG
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beklagte

betreffend Klage vom 5. Juli 2019

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 3

Sachverhalt:

Mit Eingabe vom 5. Juli 2019 reichten 33 Krankenversicherer (nachfolgend 
Klägerinnen), alle vertreten durch den Verein santésuisse (nachfolgend 
santésuisse), gegen die B.________ AG (nachfolgend Beklagte) Klage ein 
(pag. 5-14). Sie stellen folgende Rechtsbegehren (pag. 7): 

1. Die Beklagte sei für das Jahr 2017 gemäss Regressionsindex zur Rückzahlung 
von Fr. 480’350.-- an die Klägerinnen zu verpflichten.

2. Eventualiter sei die Beklagte für das Jahr 2017 gemäss ANOVA-Index zur 
Rückzahlung von Fr. 945’959.-- an die Klägerinnen zu verpflichten.

3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Klägerinnen das Recht vorbe-
halten, den Rückforderungsbetrag nach Abschluss des Beweisverfahrens an-
zupassen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellten die Klägerinnen die folgenden An-
träge: 

1. Das vorliegende Verfahren sei bis zum Abschluss der bilateralen Gesprächs-
verhandlungen zwischen der B.________ AG und santésuisse zu sistieren, 
längstens jedoch für ein Jahr.

2. Bei Wiederaufnahme des Verfahrens vor Schiedsgericht sei, sofern gesetzlich 
bzw. sachlich notwendig, ein Vermittlungsverfahren durchzuführen.

Mit Schreiben vom 30. Juli 2019 (pag. 18) zeigte Rechtsanwalt lic. iur. 
C.________ dem Gericht sein Vertretungsverhältnis für die Beklagte an 
und teilte mit, mit der Sistierung des Klageverfahrens einverstanden zu 
sein. 

Entsprechend der mit prozessleitender Verfügung vom 9. Juli 2019 (pag. 
16 f.) erfolgten Aufforderung des Instruktionsrichters reichte die santésuis-
se mit Schreiben vom 7. August 2019 (pag. 20 f.) Vollmachten jener Kläge-
rinnen ein, die nicht Mitglied bei ihr sind (Akten der Klägerinnen [act. I] 3); 
ferner reichte sie die Namensaufstellung des Vergleichskollektivs der 
Facharztgruppe (act. I 12) zu den Akten. Weiter teilte sie mit, die Eingabe 
vom 5. Juli 2019 sei als Klage an die Hand zu nehmen (pag. 21). 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 4

Mit Verfügung vom 8. August 2019 (pag. 23 f.) sistierte der Instruktionsrich-
ter das als Klageverfahren weitergeführte Verfahren. 

Mit Schreiben vom 2. November 2020 (pag. 33) teilte die santésuisse dem 
Gericht mit, die Verhandlungen seien gescheitert. Entsprechend hob der 
Instruktionsrichter die Sistierung des Verfahrens mit Verfügung vom 
11. November 2020 (pag. 35) auf. 

Mit Eingabe vom 25. November 2020 (pag. 36) reichten die Klägerinnen – 
in Nachachtung der prozessleitenden Verfügungen vom 9. Juli 2019 (pag. 
16 f.) sowie 11. November 2020 (pag. 35) – die Umsatzdaten des Refe-
renzkollektivs ins Recht (Akten der Klägerinnen [act. IA]). 

Mit Schreiben vom 25. November 2020 (pag. 39) zeigte Advocat Dr. iur. 
A.________ dem Gericht sein Vertretungsverhältnis für santésuisse bzw. 
die Klägerinnen an.

Mit Klageantwort vom 10. Februar 2021 (pag. 49-68) liess die Beklagte 
diverse Unterlagen, darunter ein mit "Statistik 2017 Praxis B.________ AG" 
betiteltes Dokument der D.________ GmbH vom 27. März 2019 (Akten der 
Beklagten [act. IIA] 2]), ins Recht legen und die folgenden Rechtsbegehren 
stellen (pag. 50): 

1. Die Rückforderungsklage für das Jahr 2017 sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Eventualiter sei im vorliegenden Fall zur Überprüfung der Zahlen der Beklagten 
die systematische Einzelfallprüfung oder repräsentative Einzelfallprüfung mit 
Hochrechnung anzuwenden.

3. Subeventuell sei der Durchschnittskostenvergleich kombiniert mit der analyti-
schen Methode durchzuführen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich der Mehrwertsteuer von 
7.7% zulasten der Klägerinnen.

Weiter seien die Klägerinnen anzuweisen, die Leistungen, welche über 
ZSR-Nummern und K-Nummern erbracht worden seien, aufzuschlüsseln 
(pag. 55, Rz. 2). Den Klägerinnen sei zudem aufzugeben, die Kosten für 
die delegierte Psychotherapie aus der Statistik herauszunehmen (pag. 57 
f., Rz. 5) und "die genauen Unterlagen", wie insbesondere auch die 2017 
verwendete PCG-Liste (PCG = Pharmaceutical cost groups [pharmazeuti-
sche Kostengruppen]), herauszugeben (pag. 59, Rz. 5). 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 5

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. März 2021 (pag. 71) forderte der 
Instruktionsrichter die Beklagte auf, die Namen derjenigen Patienten anzu-
geben, die im Rahmen der delegierten Psychotherapie sowie der Betreu-
ung diverser (namentlich genannter) Institutionen behandelt worden seien; 
die Klägerinnen würden anschliessend gebeten, diese aus der Berechnung 
auszuscheiden. Mit weiterer prozessleitender Verfügung vom 1. April 2021 
(pag. 74) ersuchte er die Beklagte, zusätzlich zu den Daten der Patienten 
auch jene des entsprechenden Versicherers bekanntzugeben. 

Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 (pag. 80-88) legte die Beklagte ein mit "Sta-
tistik 2017 Praxis B.________ AG Analyse der Fallkosten gemäss den Kri-
terien der santésuisse" betiteltes Dokument der D.________ GmbH vom 
12. Mai 2021 (act. IIA 10) sowie – innert instruktionsrichterlich gewährter 
Nachfrist (pag. 90 f.) – mit weiterem Schreiben vom 2. Juni 2021 (pag. 92 
f.) Namenlisten mit Angabe der Krankenversicherungen zu den Akten (act. 
IIA 11). 

Mit Eingabe vom 22. Juli 2021 (pag. 98-101) nahmen die Klägerinnen zur 
gerichtlich geforderten Neuberechnung Stellung und stellten die folgenden 
Anträge (pag. 100 f.): 

"3.1 Es sei die den Klägerinnen gesetzte Frist zur Einreichung neuer Berech-
nungen abzunehmen; 

3.2 Parallel sei die gerichtliche Verfügung vom 07.06.2021, Dispositiv Ziff. 2, 
in Wiedererwägung zu ziehen und im Ergebnis von der Vorgabe an die Kläge-
rinnen, neue Berechnungen ohne Berücksichtigung der Patienten gemäss 
Klageantwort Beilage 11 einzureichen, zu verzichten. 

3.3 Soweit die Verfügung vom 07.06.2021, Dispositiv Ziff. 2, nicht in Wieder-
erwägung gezogen und zurückgenommen würde, sei die Beklagte eventuali-
ter zunächst zu verpflichten, zum einen der effektiv verfügten Auflage 
betreffend delegierte Psychotherapie und zum anderen betreffend Betreuung 
von Patientinnen und Patienten in vier Institutionen nachzukommen, wobei die 
beklagtische Ergänzung auf der Grundlage einer Excel-Datei zu erfolgen ha-
be, welche, bezogen auf jeden Patienten/jede Patientin, die AHV-Nummer 
und die Versicherten-Nummer und den entsprechenden Krankenversicherer 
zur eindeutigen Identifikation auszuweisen habe.

3.4 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. August 2021 (pag. 103) ersuchte 
der Instruktionsrichter die Beklagte, die Daten gemäss Ziffer 3.3 der Einga-
be der Klägerinnen vom 22. Juli 2021 (pag. 100) einzureichen. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 6

Mit "Klageantwort" vom 3. November 2021 (pag. 110-116) bestätigte die 
Beklagte die mit Klageantwort vom 10. Februar 2021 gestellten Rechtsbe-
gehren (pag. 50; 111). Gleichzeitig hielt sie fest, die von den Klägerinnen 
geforderten Daten könnten aus diversen Gründen nicht eingereicht werden 
bzw. dem Beweisantrag dürfe mangels "Beweisfähigkeit" nicht stattgege-
ben werden (pag. 111, Rz. 2). 

Entsprechend dem mit prozessleitender Verfügung vom 15. Dezember 
2021 (pag. 119) erfolgten Ersuchen reichten die Klägerinnen mit Schreiben 
vom 5. Januar 2022 (pag. 120) die PCG-Liste sowie die Ergebnisse betref-
fend weiterer Morbiditätsindikatoren ein (act. IB 3). Mit Eingabe vom 
19. Januar 2022 (pag. 123-129) nahm die Beklagte dazu Stellung. 

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) sind Streitigkeiten zwi-
schen Versicherern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht zu 
entscheiden. Die Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem 
kantonalen Versicherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 Halb-
satz 1 KVG), was der Kanton Bern getan hat (Art. 40 des kantonalen Ge-
setzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze über 
die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung [EG KUMV; BSG 
842.11]).

1.2 Im vorliegenden Verfahren ist eine Streitigkeit zwischen Versiche-
rern und einer Leistungserbringerin – als solche gilt insbesondere auch 
eine juristische Person in Form einer Aktiengesellschaft (vgl. Art. 36a KVG; 
BGE 135 V 237 sowie E. 6.2.1 und E. 6.2.3.2 hinten) – zu beurteilen, wes-
halb die sachliche Zuständigkeit des Schiedsgerichts gegeben ist. Die Pra-
xis der Beklagten liegt im Kanton Bern (act. IIA 3), womit das 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern auch 
örtlich zuständig ist (Art. 89 Abs. 2 KVG). 

Die Vertretungsvollmacht von santésuisse für das vorliegende Verfahren 
ergibt sich für diejenigen Krankenversicherer, die santésuisse-Mitglieder 
sind (vgl. Mitgliederverzeichnis von santésuisse, abrufbar unter 
www.santésuisse.ch), aus Art. 17 der santésuisse-Statuten (vgl. 
www.santésuisse.ch). Bezüglich der klagenden Krankenversicherer, die 
nicht Mitglied von santésuisse sind, wurden entsprechende Prozessvoll-
machten vorgelegt (act. I 3). Sodann ist der Rechtsvertreter von santésuis-
se ordnungsgemäss bevollmächtigt (pag. 40; Art. 15 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) und die Klage entspricht den Formvorschriften (Art. 46 Abs. 2 
EG KUMV i.V.m. Art. 32 Abs. 2 und 3 VRPG). Auf die Klage ist somit einzu-
treten.

1.3 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der Par-
teien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Er-
messen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten der 
klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen, als sie ver-
langt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 
VRPG). 

Vorliegend ist zu prüfen, ob die Beklagte den Klägerinnen für das Jahr 
2017 zu Unrecht erhaltene Vergütungen zurückbezahlen muss und gege-
benenfalls wie hoch der entsprechende Betrag ist.

1.4 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) finden gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem 
kantonalen Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG 
schreibt vor, dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das 
Schiedsgericht die für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwir-

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kung der Parteien festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise 
erhebt und in der Beweiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kan-
ton regelt das Weitere (Art. 89 Abs. 5 Halbsatz 1 KVG). Das Klageverfah-
ren richtet sich vorbehältlich abweichender Regelungen des EG KUMV 
(Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) nach dem VRPG.

1.5 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied einer Abteilung des Ver-
waltungsgerichts als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin oder 
einem Vertreter der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. Diese 
werden von der oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 56 
Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; vgl. 
auch Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 KVG).

2.

2.1 Die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abge-
rechneten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Der Leistungserbringer muss sich in seinen Leis-
tungen auf das Mass beschränken, das im Interesse der Versicherten liegt 
und für den Behandlungszweck erforderlich ist (Art. 56 Abs. 1 KVG). Für 
Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung ver-
weigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu Un-
recht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Abs. 2).

2.2 Gemäss Art. 59 Abs. 1 KVG werden gegen Leistungserbringer, 
welche gegen die im Gesetz vorgesehenen Wirtschaftlichkeits- und Qua-
litätsanforderungen (Art. 56 und 58 KVG) oder gegen vertragliche Abma-
chungen verstossen, Sanktionen ergriffen, welche unter anderem die 
gänzliche oder teilweise Rückerstattung der Honorare, welche für nicht 
angemessene Leistungen bezogen wurden (lit. b), umfassen. Über Sankti-
onen entscheidet das Schiedsgericht nach Art. 89 auf Antrag eines Versi-
cherers oder eines Verbandes der Versicherer (Art. 59 Abs. 2 KVG). 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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Obschon die Rückerstattung der Honorare (Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG) neu 
unter dem Begriff "Sanktionen" (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 KVG) steht, bleibt die 
zu Art. 56 Abs. 2 KVG ergangene Rechtsprechung anwendbar, wonach 
(namentlich) kein Verschulden des Leistungserbringers vorausgesetzt wird 
(BGE 141 V 25 E. 8.4 S. 30).

2.3

2.3.1 Leistungserbringer und Versicherer legen vertraglich eine Methode 
zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit fest (Art. 56 Abs. 6 KVG). Eine Zielset-
zung dieser Norm war, zum einen die Bemessung der Wirtschaftlichkeit der 
Leistungen transparent und namentlich für die Ärzte nachvollziehbar zu 
machen, zum andern die Morbidität des Patientenkollektivs miteinzubezie-
hen (BGE 144 V 79 E. 5.3.1 S. 82 mit Hinweisen).

2.3.2 Zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit kann rechtsprechungs-
gemäss sowohl die statistische Methode (Durchschnittskostenvergleich) als 
auch die analytische Methode (Einzelfallprüfung) – oder eine Kombination 
beider Methoden – zur Anwendung gelangen (BGE 135 V 237 E. 4.6.1 S. 
245). Voraussetzung für die Anwendbarkeit der statistischen Methode ist, 
dass sich das Vergleichsmaterial hinreichend ähnlich zusammensetzt und 
sich der Vergleich über einen genügend langen Zeitraum erstreckt, wo-
durch bloss zufällige Unterschiede mehr oder weniger ausgeglichen wer-
den. Eine Überarztung liegt vor, wenn eine ins Gewicht fallende Zahl von 
Rechnungen desselben Arztes an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl 
von Rechnungen von Ärzten des gleichen Fachbereichs in geographisch 
gleichem Tätigkeitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut im Durch-
schnitt erheblich höher ist, ohne dass den Durchschnitt beeinflussende 
Besonderheiten geltend gemacht werden können. Falls die Wirtschaftlich-
keit in Anwendung der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine Un-
wirtschaftlichkeit nicht schon bei Überschreitung des statistischen 
Mittelwertes (100 Indexpunkte) vermutet werden. Vielmehr ist den Ärzten 
einerseits ein Toleranzbereich und zudem allenfalls ein Zuschlag zu die-
sem Toleranzwert (zu dem den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) 
zuzugestehen, um spezifischen Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen. 
Nach der Rechtsprechung liegt der Toleranzbereich zwischen 120 und 130 

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Indexpunkten (BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 
5.3).

2.3.3 In BGE 130 V 377 hat das Bundesgericht entschieden, dass bei 
der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich die Vergütungen sämtlicher 
verursachten (direkten und veranlassten) Kosten zu berücksichtigen sind, 
und zwar bei der Bestimmung der Indizes im Rahmen der statistischen 
Methode ebenso wie bei der Bemessung der Rückerstattungspflicht. In 
BGE 133 V 37 hat es – in Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung – 
erkannt, dass bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich eine Ge-
samtbetrachtung Platz zu greifen hat und dementsprechend auf den die 
Arzt-, die Medikamenten- und – soweit möglich – die veranlassten Kosten 
berücksichtigenden Gesamtkostenindex abzustellen ist. Schliesslich hat 
das Bundesgericht in BGE 137 V 43 die Rechtsprechung gemäss BGE 130 
V 377 dahingehend geändert, dass von der Rückerstattungspflicht nach 
Art. 56 Abs. 2 KVG nur die direkten Kosten (einschliesslich der abgegebe-
nen Medikamente), nicht hingegen die vom Arzt veranlassten Kosten er-
fasst werden. Nach wie vor ist jedoch die Frage, ob das 
Wirtschaftlichkeitserfordernis erfüllt ist, aufgrund einer Gesamtbetrachtung 
im Sinne von BGE 133 V 37 zu beantworten, wobei ein überdurchschnittli-
cher Anteil an selber erbrachten – bei unterdurchschnittlich ausgelagerten 
– Leistungen zumindest im Sinne einer Praxisbesonderheit zu berücksich-
tigen ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2012, 
9C_110/2012, E. 2.2). Massgebend ist somit der Gesamtkostenindex. Liegt 
dieser innerhalb des Toleranzbereichs, ist das Wirtschaftlichkeitsgebot 
nicht verletzt. Andernfalls ist – in einem zweiten Schritt – zu prüfen, ob die 
direkten Kosten den Toleranzwert übertreffen. Trifft das nicht zu, besteht 
trotz Überarztung keine Rückerstattungspflicht. Es können sich jedoch al-
lenfalls Massnahmen nach Art. 59 Abs. 1 lit. a, c oder d KVG aufdrängen 
(SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.4).

2.4 Der von den Krankenversicherern gestützt auf die statistische Me-
thode um Rückerstattung angegangene Arzt hat aus Gründen des rechtli-
chen Gehörs einen Anspruch darauf, in die für den 
Wirtschaftlichkeitsvergleich herangezogenen Daten Einsicht zu nehmen. 
Bei Anwendung der statistischen Methode der Wirtschaftlichkeitsprüfung 

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hat der Verband der Krankenversicherer deshalb die Namen der Ärzte, 
welche die Vergleichsgruppe bilden, sowie – in anonymisierter Form – de-
ren individuelle Daten aus dem "santésuisse-Datenpool" offenzulegen 
(SVR 2011 KV Nr. 15 S. 59 E. 4.4).

3.

3.1 Die Aktivlegitimation der klagenden Krankenversicherer ergibt sich 
aus Art. 56 Abs. 2 bzw. Art. 59 Abs. 2 KVG. Als Klägerinnen treten vorlie-
gend Krankenkassen auf, die im Jahr 2017 von der Beklagten ausgestellte 
Rechnungen vergütet und santésuisse zur Aufnahme in die Rechnungsstel-
lerstatistik (RSS) gemeldet haben, was denn auch unbestritten ist. Bei den 
im Rubrum des vorliegenden Urteils aufgeführten Krankenversicherern 
handelt es sich um jene, welche im Rubrum der Klage vom 5. Juli 2019 
(pag. 5 f.) aufgeführt sind. Die sansan Versicherungen AG (BAG Nr. 1566; 
Rubrum Ziff. 29) haben mit den Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994; 
Rubrum Ziff. 17) fusioniert, was jedoch nicht von Belang ist, muss doch die 
interne Aufteilung des Rückforderungsbetrages unter den klagenden Kas-
sen nicht in der Klage spezifiziert sein und ist es deshalb auch unerheblich, 
wenn im Rubrum der Klage und des angefochtenen Urteils allenfalls Kas-
sen aufgeführt sind, die inzwischen zu existieren aufgehört haben. Insoweit 
gehen die mit dem vorliegenden Urteil begründeten Rechte und Pflichten 
auf die Rechtsnachfolger der im Rubrum aufgeführten Krankenversicherer 
über. Soweit unterschiedliche Parteibezeichnungen bloss auf einen Na-
menswechsel der klagenden Kassen zurückgehen, liegt darin von vornher-
ein kein rechtlich relevanter Parteiwechsel (Entscheid des BGer vom 10. 
Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 5).

3.2 Die Passivlegitimation der Beklagten als Leistungserbringerin im 
Sinne von Art. 35 Abs. 2 lit. n bzw. Art. 36a KVG (BGE 135 V 237 E. 4.4 S. 
244) ergibt sich aus Art. 56 Abs. 2 bzw. Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG. Vorlie-
gend fordern die Klägerinnen von der Beklagten als Leistungserbringerin 
Vergütungen zurück, von denen sie geltend machen, diese seien zu Un-
recht bezahlt worden.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 12

4.

Die Beklagte bestreitet, dass die Klägerinnen die Klage rechtzeitig einge-
reicht haben (pag. 51 f., Rz. 4). Die (damit aufgeworfene) Frage der Ver-
wirkung der geltend gemachten Rückerstattungsforderung ist von Amtes 
wegen zu prüfen (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute BGer] vom 26. Juni 2003, K 127/01, E. 2).

4.1 Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG (in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier massgeblichen Fassung) erlischt der 
Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die 
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit 
dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. 
Die gleiche Verwirkungsfrist findet auch Anwendung, soweit der 
Rückforderungsanspruch statt auf Art. 25 ATSG auf Art. 56 Abs. 2 KVG 
gestützt wird (BGE 133 V 579 E. 4.1 S. 582). Nach der Rechtsprechung 
wird die (relative) Verwirkungsfrist ein für allemal gewahrt, wenn innerhalb 
eines Jahres nach Kenntnis der RSS (als Grundlage der behaupteten 
Überarztung) das Rückforderungsbegehren bei einer vertraglichen Schlich-
tungsinstanz oder der gesetzlichen Vermittlungsbehörde oder direkt beim 
Schiedsgericht eingereicht wird (Entscheid des BGer vom 25. März 2008, K 
9/07, E. 7.1 und 7.2).

4.2 Die einjährige relative Verwirkungsfrist für die Rückforderung ist im 
vorliegenden Fall eingehalten. Die Datenaufbereitung wurde am 17. Juli 
2018 vorgenommen (act. I 7), während die Klage am 8. Juli 2019 der Post 
übergeben wurde (pag. 15). Es ist kein Grund ersichtlich und wird denn 
auch von der Beklagten nicht substanziiert, weshalb die Klägerinnen be-
reits vor dem 17. Juli 2018 Kenntnis der notwendigen Daten gehabt hätten 
bzw. hätten haben müssen. Da hier Vergütungen für das Jahr 2017 
zurückgefordert werden, ist die Fünfjahresfrist ebenfalls eingehalten.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 13

5.

5.1 Die Klägerinnen stützen sich für ihre Wirtschaftlichkeitsprüfung in 
Bezug auf das Streitgegenstand bildende Statistikjahr 2017 (vgl. E. 1.3 
vorne) auf die statistische Methode bzw. den Durchschnittskostenvergleich, 
konkret auf die sog. zweistufige Regressionsanalyse, eventualiter auf die 
Varianzanalyse ANOVA (ANalysis Of VAriances; nachfolgend ANOVA-
Methode; pag. 7). Bei der zweistufigen Regressionsanalyse (nachfolgend 
Regressionsanalyse) handelt es sich um eine neue Methode der Wirt-
schaftlichkeitsprüfung (vgl. pag. 9, Rz. 7). 

In einem am 27. Dezember 2013/16. Januar 2014 abgeschlossenen Ver-
trag haben die Vereinigung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) auf 
der einen Seite, santésuisse (Die Schweizer Krankenversicherer) und cura-
futura (Die innovativen Krankenversicherer) auf der anderen Seite gestützt 
auf Art. 56 Abs. 6 KVG als statistische Methode zur Kontrolle der Wirt-
schaftlichkeit die Varianzanalyse [ANOVA] festgelegt. Weiter vereinbarten 
die Vertragsparteien, dass das heute verwendete Varianzanalysenmodell 
künftig von Leistungserbringern und Versicherern gemeinsam weiterentwi-
ckelt und unter anderem durch Morbiditätsvariablen ergänzt werden soll 
(BGE 144 V 79 E. 5.1 S. 81). Mit am 10. Juli 2018 bzw. 15./28. August 
2018 unterzeichnetem und mit "die Screening-Methode im Rahmen der 
Kontrolle der Wirtschaftlichkeit gemäss Art. 56 Abs. 6 KVG" betiteltem Ver-
trag (Version vom 20. März 2018; nachfolgend Vertrag vom 20. März 2018 
[act. I 9]) legten FMH, santésuisse und curafutura als Screeningmethode 
die zweistufige Regressionsanalyse fest (Ziff. 1). Das Modell berücksichtigt 
auf der ersten Stufe die Morbiditätsfaktoren Alter und Geschlecht der Pati-
enten, Pharmaceutical cost groups (PCG), Franchisen der Patienten und 
Spitalaufenthalt im Vorjahr der Patienten. Auf der zweiten Stufe berücksich-
tigt es die Faktoren Standortkanton des Leistungserbringers sowie Fach-
arztgruppe (Ziff. 2). Die Vertragsparteien einigten sich auf die Anwendung 
der Methode gemäss Ziff. 1 und Ziff. 2 in sämtlichen Verfahren ab dem 
Statistikjahr 2017 (Ziff. 2). Nach Ziff. 3 des Vertrages wird die Screening-
methode auf Basis des Daten- und Tarifpools der E.________ AG durchge-
führt. Die Regressionsanalyse ergibt Indizes betreffend die direkten Arzt-, 
die direkten und veranlassten Medikamenten-, Labor-, MiGeL- und Physio-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 14

therapiekosten sowie die (direkten und veranlassten) totalen Kosten (vgl. 
act. I 6). 

5.2 Demnach ist für die betreffend das Statistikjahr 2017 geltend ge-
machte Rückforderung die Regressionsanalyse zugrundezulegen. Soweit 
die Klägerinnen sich eventualiter auf die ANOVA-Methode stützen (vgl. 
pag. 7 [Eventualbegehren], pag. 13 f., Rz. 24 ff.) kann ihnen deshalb nicht 
gefolgt werden. Die Varianzanalyse wurde durch die neue 
Screeningmethode der zweistufigen Regressionsanalyse ersetzt und 
Letztere ausdrücklich als auf sämtliche Verfahren ab dem Statistikjahr 2017 
anwendbar erklärt (vgl. E. 5.1 vorne). 

6.

6.1 Die Beklagte beanstandet in grundsätzlicher Hinsicht, die Kläge-
rinnen stützten die Klage allein auf statistische Zahlen und es sei (ver-
tragswidrig) keine "Einzelfallanalyse" erfolgt (pag. 60, Rz. 6; pag. 81, Rz. 2; 
pag. 112 ff.). Damit negiert sie im Ergebnis die Eignung der Regressions-
analyse an sich zum Nachweis unwirtschaftlicher Behandlung (vgl. pag. 
114, Rz. 1).

6.1.1 Die grundsätzliche Eignung des arithmetischen Mittelwertver-
gleichs zum Beweis unwirtschaftlicher Behandlung wurde wiederholt 
bestätigt. Dieser erbringt – entgegen der Beklagten (pag. 66, Rz. 12) – 
nicht bloss einen Indizienbeweis (GEBHARD EUGSTER, Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum KVG, 2. Aufl. 2018, N. 10 zu Art. 56 KVG). Mit dieser 
Methode lässt sich praxisgemäss vielmehr der volle Beweis unwirtschaftli-
cher Behandlung erbringen (GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in: 
Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. Aufl. 2016, S. 677 Rz. 879). 

In Bezug auf die ANOVA-Methode im Besonderen erwog das Bundesge-
richt in BGE 144 V 79 E. 5.3.2 S. 83, im Lichte von Art. 56 Abs. 6 KVG soll 
der beidseitigen Akzeptanz der künftig anzuwendenden Methode der Wirt-
schaftlichkeitskontrolle besonderes Gewicht zukommen. Es könne daher 
nicht als gesetzeswidrig bezeichnet werden, dass die Parteien (FMH sowie 
santésuisse und curafutura) das Varianzanalysemodell ANOVA vereinbart 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 15

hätten. Im Entscheid vom 12. April 2019, 9C_558/2018, E. 7.2, erwog das 
Bundesgericht, die ANOVA-Methode sei weder als mathematisches Modell 
noch in Bezug auf die (RSS-) Datenbasis in Frage zu stellen. Da das Vari-
anzanalysenmodell als akzeptiert zu gelten habe, bedürfe es keiner Darle-
gung der "Methodik", namentlich wie Alter und Geschlecht der Patienten 
sowie kantonale Kostenunterschiede im ANOVA-Index berücksichtigt wür-
den. Nichts Anderes hat hinsichtlich der die ANOVA-Methode ab 2017 ab-
lösenden Regressionsanalyse zu gelten: Da die neue Methode von den 
Leistungserbringern und Versicherern vereinbart worden ist, bedarf es auch 
insoweit keiner Darlegung der Funktionsweise hinsichtlich der einzelnen 
(zusätzlichen) Morbiditätsvariablen im Rahmen des der 
Regressionsanalyse hinterlegten mathematischen Modells. Dies umso 
weniger, als die FMH als Vertreterin der Ärzteschaft in ihrem 
Positionspapier (Stand: 12. Dezember 2019) "Die neue statistische WZW-
Screening-Methode der Krankenversicherer – kurz erklärt." (nachfolgend 
Positionspapier der FMH; vgl. www.fmh.ch -> TARMED -> Wirtschaftlich-
keitsprüfung) zum Schluss kommt, die neue Screening-Methode stelle trotz 
Potential zur Weiterentwicklung (im Vergleich zur bisherigen ANOVA-
Methode) eine deutliche Verbesserung dar, sei wissenschaftlich fundiert 
hergeleitet und transparent; die verwendeten Morbiditätsvariablen erfüllten 
im Rahmen des heute Machbaren die Forderungen der FMH (S. 4). 

6.1.2 Demnach kann (auch) die vertraglich vereinbarte Regressionsana-
lyse Beweis für das Vorliegen einer unwirtschaftlichen Behandlung erbrin-
gen. Zwar trifft es zu, dass im Ingress des Vertrages vom 20. März 2018 
die Screeningmethode als "erster Schritt" der Wirtschaftlichkeitskontrolle 
bezeichnet und in Ziff. 2 festgehalten wird, dass auffällige Kosten noch 
nicht "per se" auf eine unwirtschaftliche Arbeitsweise des betreffenden Arz-
tes schliessen lasse und dass es zwecks Abklärung der Frage, ob ein im 
Sinne der angewendeten Methode auffälliger Arzt unwirtschaftlich arbeite, 
eine "Einzelfallanalyse" durch die santésuisse zu erfolgen habe (act. I 9). 
Dies ändert jedoch nichts daran, dass die von der Beklagten ins Feld ge-
führte Zweistufigkeit (pag. 113, Rz. 1) das Rechenverfahren betrifft, was 
sowohl klar aus dem Vertrag selber (1. Stufe Berücksichtigung der vier de-
finierten Morbiditätsfaktoren; 2. Stufe Berücksichtigung von zwei zusätzli-
chen Faktoren [act. I 9, Ziff. 2]) als auch aus dem Schlussbericht der 

http://www.fmh.ch

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Polynomics vom September 2017 zur im Auftrag von FMH, santésuisse 
und curafutura in Auftrag gegebenen Studie "Weiterentwicklung der statisti-
schen Methode zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit", S. 19 ff., sowie dem 
Dokument "santésuisse Wirtschaftlichkeitsprüfung: Dokumentation der Um-
setzung des Regressionsmodells" (nachfolgend Dokumentation santésuis-
se), S. 4 ff. (beide Dokumente abrufbar unter <www.fmh.ch> ->Themen -
>Wirtschaftlichkeitsprüfung), hervorgeht. Demgegenüber ist gemäss 
Dokumentation santésuisse die im Vertrag nicht näher umschriebene "Ein-
zelfallanalyse" eine individuelle Beurteilung des statistisch auffälligen Arz-
tes, in deren Rahmen dieser Gelegenheit hat, sein Kostenbild zu 
begründen. Dabei ist die Einzelfallprüfung insbesondere nicht zu verwech-
seln mit der sogenannten analytischen Methode; es werden auch keine 
Patientendossiers eingesehen (vgl. Dokumentation santésuisse, S. 3). Die-
se – dem Dargelegten zufolge auch auf der Internetseite der FMH publizier-
te – Kommentierung deckt sich ohne weiteres mit dem Wortlaut im Vertrag 
vom 20. März 2018 und dessen Sinn. Einzelfallanalyse meint demnach 
nicht eine Analyse aller Daten der einzelnen Patienten (also nicht die An-
wendung der analytischen Methode), sondern den Einzelfall des betroffe-
nen Leistungserbringers. Im Ergebnis kann diese Regelung vor dem 
Hintergrund, dass mittels des der Regressionsanalyse zugrundeliegenden 
erweiterten Variablensatzes anerkanntermassen eine im Vergleich zur 
ANOVA-Methode verbesserte Screening-Genauigkeit erzielt werden kann, 
vernünftigerweise nur dahingehend verstanden werden, dass mit der Ein-
zelfallanalyse einzig die Prüfung allfälliger Praxisbesonderheiten – soweit 
diese nicht bereits durch die (zusätzlichen) Variablen bei der Regressions-
analyse abgebildet werden – gemeint ist (vgl. auch Positionspapier der 
FMH, S. 5, Ziff. 4.3 lit. a). Das Erfordernis einer darüberhinausgehenden 
Einzelfallanalyse im von der Beklagten postulierten Sinne (vgl. dazu die 
Analysen der D.________ GmbH [act. IIA 2; 10]) lässt sich demgegenüber 
weder dem Vertrag vom 20. März 2018 noch der zu den bisherigen Prü-
fungsmethoden ergangenen Rechtsprechung entnehmen und ist auch 
sonst nicht ersichtlich. Insbesondere äussern sich die von der Beklagten 
aufgeführten höchstrichterlichen Urteilsreferenzen (pag. 112, Rz. 3) nicht 
ansatzweise im von ihr dargestellten Sinne, wonach bei einer statistischen 
Auswertung "zwingend" eine Einzelfallanalyse zu folgen habe respektive 
verwechselt die Beklagte diese Prüfung mit der analytischen Methode. Im 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 17

Gegenteil wird im Entscheid vom 6. Juni 2016, 9C_570/2015, E. 3.3, an der 
konstanten Praxis festgehalten, wonach der statistischen Methode wenn 
immer möglich der Vorzug vor der analytischen zu gewähren sei. Dies 
muss hier erst recht gelten. 

6.1.3 Es ist demnach nach Vorliegen der Ergebnisse der Regressions-
analyse nicht zusätzlich eine Einzelfallanalyse im Sinne der Beklagten 
durchzuführen. 

6.2 Die Beklagte bringt weiter vor, der Durchschnittskostenvergleich 
sei auch deshalb nicht zulässig, weil die Vergleichsgruppe nicht hinrei-
chend homogen sei. Insbesondere macht sie geltend, sobald – wie vorlie-
gend – mehrere Ärzte über die gleiche ZSR-Nummer abrechneten, könne 
bei einem Vergleich nicht allein auf die ZSR-Nummern abgestellt werden 
(pag. 54, Rz. 1). Vielmehr seien die Leistungen eines jeden Arztes über 
seine K-Nummer zu ermitteln (pag. 55, Rz. 2). Ferner verfügten die bei der 
Beklagten angestellten Ärzte über diverse Fähigkeitszeugnisse (pag. 54, 
Rz. 1).

6.2.1 Der Durchschnittskostenvergleich ist nur dann zulässig, wenn die 
Vergleichsgruppe eine hinreichende Homogenität aufweist. Für die Ver-
gleichsgruppenzuteilung ist grundsätzlich der erworbene FMH-Titel mass-
gebend (vgl. E. 2.3.2 vorne; EUGSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zum KVG, a.a.O., N. 13 und 15 zu Art. 56 KVG). Üben die einzelnen Ärzte 
ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer der juristischen Person aus, so sind Leis-
tungserbringer im Sinne des KVG nicht die Ärzte, sondern es ist die juristi-
sche Person, welche eine Einrichtung im Sinne von Art. 35 Abs. 2 lit. n 
bzw. Art. 36a KVG ist. Da die ZSR-Nummer an den Begriff des Leistungs-
erbringers anknüpft, muss daher nach der Systematik des Gesetzes diese 
Nummer der Einrichtung als solcher zugeteilt werden (BGE 135 V 237 E. 
4.4 S. 244). Hat die juristische Person als solche eine einheitliche ZSR-
Nummer und rechnet sie alle Leistungen über diese ab, können die Leis-
tungen in der Statistik nicht mehr den einzelnen Ärzten zugerechnet 
werden, wenn auf die ZSR-Abrechnungen abgestellt wird. Eine individuelle 
Zurechnung ist in diesem Fall aber auch nicht erforderlich: Ist die Einrich-
tung im Sinne von Art. 36a KVG bzw. die juristische Person, welche eine 
solche Einrichtung betreibt, als Leistungserbringerin zu betrachten, so ist 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 18

konsequenterweise auch die juristische Person und nicht der einzelne darin 
tätige Arzt allenfalls nach Art. 56 Abs. 2 KVG rückerstattungspflichtig. Zu 
diesem Zweck genügt es, dass die Abrechnung und die Datenerfassung für 
die juristische Person gesamthaft erfolgt. Da die massgebenden Durch-
schnittskosten nicht pro Arzt, sondern pro Patient (bzw. pro Behandlungs-
fall) massgebend sind, kann grundsätzlich auch bei einer Gruppenpraxis 
mit mehreren Ärzten ein solcher Kostenvergleich durchgeführt werden, 
indem die Kosten der gesamten Gruppenpraxis in Relation zu der Gesamt-
zahl der darin behandelten Patienten gesetzt wird. Erschwert wird der Kos-
tenvergleich lediglich dann, wenn in der Gruppenpraxis Ärzte 
verschiedener Fachrichtungen tätig sind (vgl. BGE 135 V 237 E. 4.6.4 S. 
246 f.). 

6.2.2 Laut Angaben in der Klage erbringe die Beklagte seit dem 3. Ja-
nuar 2017 als Einrichtung der ambulanten Krankenpflege gemäss Art. 36a 
KVG unter der ZSR-Nr. … Leistungen zulasten der Obligatorischen Kran-
kenpflegeversicherung (OKP). Die Beklagte sei gesellschaftsrechtlich als 
Aktiengesellschaft (AG) organisiert. Als leitender Arzt sei seit dem 3. Janu-
ar 2017 gemäss Zahlstellenregister der E.________ Dr. med. F.________ 
registriert. Er verfüge über den Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin und 
die Fähigkeits-/Fertigkeitsausweise Psychosomatische und Psychosoziale 
Medizin (SAP PM), Delegierte Psychotherapie (FMPP), Sachkunde für do-
sisintensives Röntgen (KHM) und Praxislabor (KHM). Weiter seien eben-
falls seit dem 3. Januar 2017 Dr. med. G.________ (….), Dr. med. 
H.________ (….) und Dr. med. I.________ (…) als angestellte Ärztinnen im 
Zahlstellenregister eingetragen. Sämtliche angestellten Ärzte und Ärztinnen 
verfügten über den Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin. Dr. med. 
G.________ verfüge zudem über den Fähigkeits-/Fertigkeitsausweis Sono-
graphie (SGUM; pag. 8, Rz. 4). 

Sämtliche dieser Angaben der Klägerinnen werden von der Beklagten – zu 
Recht (vgl. <www.medregom.admin.ch> und <www.E.________.ch> 
->Zahlstellenregister (ZSR) ->ZSR Kurzversion für Leistungserbringer) – 
nicht in Frage gestellt bzw. bestätigt (pag. 54, Rz. 1).

http://www.medregom.admin.ch

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 19

6.2.3

6.2.3.1 Die Beklagte ist mit dem Kollektiv der Facharztgruppe Allgemeine 
Innere Medizin zu vergleichen (vgl. E. 6.2.2 hiervor). Dieses umfasst pro 
2017 5'497 Ärzte (act. I 12). Entgegen der Beklagten besteht kein Anlass, 
die Vergleichsgruppe aufgrund der Fähigkeitsausweise (vgl. E. 6.2.2 vorne) 
enger zu fassen, denn die entsprechenden Weiterbildungen sind im gros-
sen Vergleichskollektiv (umfassend nicht allein den Kanton Bern, sondern 
die ganze Schweiz; vgl. pag. 10, Ziff. 9) ebenfalls enthalten und gleichen 
sich somit aus. Namentlich ist auch der Bereich psychosomatische und 
psychosoziale Medizin nicht aus der Vergleichsgruppe auszuscheiden, da 
jene ein zentrales Element der Praxis des Allgemeinmediziners ausmacht 
(vgl. Entscheid des BGer vom 6. Juni 2016, 9C_570/2015, E. 7.4). 

Sodann wird die Psychotherapie von Hausärzten in der Regel zwar nicht 
angeboten. Die Beklagte konnte oder wollte jedoch die entsprechenden, 
mit prozessleitender Verfügung vom 9. August 2021 angeforderten Daten 
(pag. 103) für eine Ausscheidung der entsprechenden Patienten nicht lie-
fern (vgl. pag. 111, Rz. 2). Deren Beibringung wäre indessen notwendig 
gewesen, da eine Identifikation aufgrund der (unvollständigen) Angaben in 
der eingereichten Liste (act. IIA 11) anhand der mit prozessleitender Verfü-
gung vom 22. März 2021 (pag. 71) definierten Kriterien nicht möglich war. 
Dabei ist nicht einsichtig, weshalb die Zustellung der Daten nicht möglich 
sein sollte, zumal die D.________ GmbH in der Lage gewesen sein will, 
eine Neuberechnung im Sinne der prozessleitenden Verfügung vom 22. 
März 2021 vorzunehmen (act. IIA 10 S. 3). Die Nichtlieferung der entspre-
chenden Daten (zur Mitwirkungspflicht der Parteien, vgl. BGE 130 V 377 
nicht publizierte E. 5.1 des Entscheids des EVG vom 18. Mai 2004, K 
150/03) beruht mit Blick auf die beklagtischen Ausführungen vielmehr auf 
rechtlichen Gründen (pag. 111 f., Rz. 2 f.), weshalb insoweit von einer Be-
weisvereitelung auszugehen ist. Dasselbe gilt in Bezug auf die geltend ge-
machte medizinische Betreuung von Patienten mehrerer Institutionen 
(J.________, K.________, L.________ sowie M.________ [act. IIA 9 S. 
15]). Damit sind die entsprechenden Daten nicht auszuscheiden, sondern 
es sind alle Patienten der Beklagten bei der Berechnung zu berücksichti-
gen.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 20

6.2.3.2 Weiter ist nicht entscheidend, dass es sich bei der Beklagten um 
eine AG handelt, die mehrere Ärzte angestellt hat (vgl. E. 6.2.1 vorne). 
Denn dies hat zur Folge, dass auch mehr Patienten behandelt werden, als 
wenn es sich um einen einzelnen Arzt handelt, so dass das Arzt-Patienten-
Verhältnis mit demjenigen anderer Praxen verglichen werden kann resp. 
die Kosten pro Patient Vergleichsgrösse sind. Die Beklagte anerkennt denn 
auch zu Recht, dass sie als Leistungserbringerin im Rechtssinne zu qualifi-
zieren ist (pag. 53, Rz. 1). Demnach ist sie Subjekt der Wirtschaftlich-
keitsprüfung, zumal – was ebenso unbestritten ist (vgl. E. 6.2.2 vorne) – 
alle angestellten Ärztinnen und Ärzte derselben Facharztgruppe an-
gehören. Auch die von der Beklagten ins Recht gelegten Allgemeinen Ge-
schäftsbedingungen des ZSR (act. IIA 4) stipulieren nichts Gegenteiliges, 
wenn in Ziff. 3.1 festgehalten wird, K-Nummern würden Leistungserbrin-
gern für ihre Angestellten erteilt, welche Leistungen zu Lasten der OKP 
erbringen dürfen, die jedoch vom Arbeitgeber abgerechnet werden müss-
ten. Ebenso wenig erlaubt der Vertrag vom 20. März 2018 (act. I 9) einen 
von der gültigen Praxis abweichenden Schluss: Zwar ist darin in Überein-
stimmung mit den beklagtischen Ausführungen (pag. 54, Rz. 2) jeweils von 
"Ärzten" die Rede; dies in Abgrenzung zu anderen Leistungserbringern wie 
z.B. Apothekern. Im Titel wird jedoch ausdrücklich auf Art. 56 Abs. 6 KVG 
und damit auf den Rechtsbegriff des Leistungserbringers Bezug genom-
men. Dass dieser vertraglich modifiziert worden wäre oder nach der Ab-
sicht der Vertragsparteien hätte werden sollen, ist nicht ersichtlich und wäre 
im Übrigen auch nicht zulässig. Für die von der Beklagten geforderte Auf-
schlüsselung der Leistungen anhand der K-Nummern (vgl. pag. 55, Rz. 2) 
besteht deshalb kein Anlass. 

6.3 Weiter kritisiert die Beklagte insbesondere die Verwendung des 
Morbiditätsindikators PCG als nicht aussagekräftig. Massgebend seien 
vielmehr die Diagnosen (pag. 124-127). Ferner seien die übrigen Morbi-
ditätsindikatoren Alter und Geschlecht datenmässig nicht belegt (pag. 123, 
Rz. 1). Mit der Eingabe der Klägerinnen vom 5. Januar 2022 (pag. 120) ist 
die Wirtschaftlichkeitsprüfung betreffend das streitige Statistikjahr 2017 in 
Bezug auf die verwendeten Morbiditätskriterien jedoch rechtsgenüglich 
dokumentiert (act. IB 3). Es bestehen namentlich keine Hinweise dafür, 
dass die vorgelegten Unterlagen "unrichtig und fingiert" sein sollen (pag. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 21

123, Rz. 1), zumal die Beklagte diesen Vorwurf auch nicht weiter substanzi-
iert. 

6.3.1

6.3.1.1 Mit der Verordnung vom 19. Oktober 2016 über den Risikoaus-
gleich in der Krankenversicherung (VORA; SR 832.112.1), welche in Art. 1 
bis auf die Variable "Franchisen der Patienten" dieselben Morbiditätsfakto-
ren enthält wie sie auch das nunmehr Grundlage für die Wirtschaftlich-
keitsprüfung bildende Regressionsmodell auf der ersten Stufe 
berücksichtigt (act. I 9 Ziff. 2), hat der Bundesrat entschieden, den Indikator 
pharmazeutische Kostengruppen (PCG) im Risikoausgleich einzuführen. 

Eine PCG umfasst die Arzneimittel, die bestimmte Wirkstoffe enthalten, die 
für die Behandlung eines bestimmten besonders kostenintensiven Krank-
heitsbildes eingesetzt werden (Art. 4 Abs. 1bis VORA). Für jedes dieser 
Arzneimittel wird eine standardisierte Tagesdosis, eine sogenannte DDD 
(defined daily dose), des darin enthaltenen Wirkstoffs festgelegt. Die Zutei-
lung der Versicherten an eine PCG erfolgt aufgrund einer Mindestmenge 
von im Vorjahr bezogenen Tagesdosen (vgl. MONIKA SCHMID-APPERT, Ge-
zielte Entlastung von Krankenkassen mit kostenintensiven Versicherten, in: 
CHSS 2/2020, S. 35 f.). Die PCG sind im Anhang der Verordnung des EDI 
vom 14. Oktober 2019 über die Umsetzung des Risikoausgleichs in der 
Krankenversicherung (VORA-EDI; SR 832.112.11) festgelegt (Art. 1 
VORA-EDI). Das Eidgenössische Departement des Innern erlässt jährlich 
eine (in der amtlichen Sammlung nicht veröffentlichte [vgl. Anhang VORA-
EDI]) PCG-Liste (Art. 4 Abs. 1 VORA; vgl. SCHMID-APPERT, a.a.O., S. 36). 

Das Ziel der PCG ist es, Versicherte mit kostenintensiven, chronischen 
Krankheiten und entsprechend hohem Leistungsbedarf aufgrund ihres Arz-
neimittelkonsums (Wirkstoff und Menge) zu identifizieren (vgl. Schlussbe-
richt der Polynomics [Universität Basel; nachfolgend Polynomics] vom 
22. Januar 2019 zur vom Bundesamt für Gesundheit [BAG] in Auftrag ge-
gebenen Studie "Aktualisierung der PCG-Liste für den Schweizer Risiko-
ausgleich" [abrufbar unter <www.polynomics.ch> -> Publikationen -> 
Gesundheitswesen]). 

http://www.polynomics.ch

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 17. Februar 2022, 200/19/553 Seite 22

6.3.1.2 Die PCG wurden im Rahmen der Ausgestaltung der neuen Scree-
ningmethode zur Wirtschaftlichkeitsprüfung nach Art. 56 Abs. 6 KVG (Re-
gressionsanalyse) als zusätzlicher Morbiditätsfaktor implementiert (vgl. E. 
5.1 vorne). Eine bestimmte PCG wird jedoch nur dann für eine Facharzt-
gruppe berücksichtigt, wenn mehr als 30 Ärzte innerhalb der Facharztgrup-
pe eine Mindestmenge oder mehr Medikamente aus der entsprechenden 
PCG veranlasst haben (vgl. Dokumentation santésuisse, S. 5). Die gewähl-
te Umsetzung der PCG berücksichtigt, wie viele DDD pro Erkrankte ein 
Arzt im Verhältnis abgibt (Dokumentation santésuisse, S. 5 f.). 

6.3.2 Wie in E. 6.1.1 vorne gezeigt, attestiert die FMH der Regressions-
analyse in Bezug auf die zugrundeliegenden Morbiditätsvariablen die Erfül-
lung des "heute Machbaren". Dies hat auch hinsichtlich der (vertraglich 
vereinbarten) Berücksichtigung der PCG zu gelten, zumal die Beklagte 
keine Dokumente ins Recht legt, die einen anderen Schluss zulässt. Dieser 
Indikator weist – etwa im Gegensatz zu den Diagnosen (pag. 126, Rz. 2) – 
eine geringere Anfälligkeit für Manipulationen auf (vgl. SCHMID-APPERT, 
a.a.O., S. 35). Es besteht kein Grund, die mit der Implementierung beim 
Risikoausgleich erfolgte Anerkennung der PCG als (ein) zuverlässiger Fak-
tor zur Detektion eines kostenintensiven Patientenguts nicht auch auf die 
Belange der Wirtschaftlichkeitsprüfung zu übertragen, wie es die Vertrags-
parteien getan haben. Auch impliziert die konsensuale Berücksichtigung 
der PCG durch die Vertragsparteien ohne weiteres, dass die dafür notwen-
dige Datengrundlage als hinreichend erachtet und namentlich nicht von 
zusätzlichen Erkenntnissen abhängig gemacht wurde. Zwar lag 2017 noch 
nicht die 34er, sondern allein die 24er-Liste vor. Indessen wurde im Vertrag 
(Version vom 20. März 2018) nicht definiert, wie viele PCG bei der Wirt-
schaftlichkeitskontrolle heranzuziehen sind. Daraus ist zu schliessen, dass 
die Vertragsparteien die Berücksichtigung der pharmazeutischen Kosten-
gruppen als zusätzlicher Morbiditätsindikator nicht von der Anzahl der PCG 
(oder anderweitiger Voraussetzungen) abhängig machen wollten. Zudem 
ist es schon aus Gleichbehandlungsgründen ausgeschlossen, für das Jahr 
2017 die spätere 34er-Liste zu verwenden.

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6.3.3 Zusammenfassend ist die Kritik der Beklagten an der Berücksich-
tigung des Morbiditätsfaktors PCG unbegründet und auf die entsprechen-
den Ergebnisse kann abgestellt werden. 

Die von den Klägerinnen ins Recht gelegte Liste (act. IB 3) weist bis auf die 
Ausnahme im Bereich "Glaukom" mit Werten in der Regel unterhalb oder 
doch im Bereich der Vergleichsgruppe keine Auffälligkeiten in Richtung 
eines besonders morbiden Patientenguts auf. Der Einwand, wonach es 
"weniger medikamentenorientiert[e]" Praxen gebe und folglich die PCG 
weniger aussagekräftig sei (pag. 125), lässt sich bei ausgewiesenen Medi-
kamentenkosten für das Statistikjahr 2017 von Fr. 914'727.-- (act. I 6) nicht 
erhärten; auch wird der sinngemässe Einwand, es würden Medikamente 
verabreicht, die von der PCG-Liste nicht erfasst würden (pag. 126), nicht 
substanziiert. Auch leuchtet nicht ein, weshalb die Aussagekraft der PCG 
von der Anzahl der Patienten abhängen soll (pag. 125), berücksichtigt doch 
die gewählte Umsetzung der PCG, wie viele DDD pro Erkrankte der Arzt im 
Verhältnis abgibt (vgl. E. 6.3.1.2 vorne). 

6.3.4 Sodann weisen auch die übrigen Morbiditätsfaktoren keine Auffäl-
ligkeit auf, welche auf ein besonders morbides Patientengut schliessen 
lässt (act. IB 3). Dass schliesslich die Berücksichtigung der Morbiditätsindi-
katoren Alter und Geschlecht nicht separat ausgewiesen wurde, schadet 
nicht, nachdem dies bereits unter der (weniger aussagekräftigen) ANOVA-
Methode nicht erforderlich war (vgl. E. 6.1.1 vorne). 

6.4 Zu prüfen ist im Weiteren das Vorliegen von Praxisbesonderhei-
ten. 

6.4.1 Nach bisher ergangener Rechtsprechung zum Durchschnittskos-
tenvergleich gilt, dass sich bezüglich des statistischen Behandlungsfalls ein 
höheres Honorarvolumen rechtfertigen kann, wenn die Praxis des geprüf-
ten Arztes Merkmale zeigt, die sich vom durchschnittlichen Leistungsspek-
trum seiner Fachgebietsgruppe wesentlich unterscheiden und insofern als 
atypisch erscheinen. Die als solche bezeichneten Praxisbesonderheiten 
müssen durch besondere Merkmale in der Zusammensetzung der Patien-
ten der geprüften Praxis begründet sein. Fallwertwirksamen Praxisbeson-
derheiten wird durch einen Zuschlag zu dem den Toleranzbereich 

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begrenzenden Indexwert Rechnung getragen (EUGSTER, Rechtsprechung 
des Bundesgerichts zum KVG, a.a.O., N. 20 zu Art. 56 KVG). Es genügt 
nicht, Praxisbesonderheiten bloss zu behaupten. Der geprüfte Arzt hat sie 
vielmehr so substanziiert vorzutragen, dass die Prüfinstanzen begründeten 
Anlass zu weiteren Abklärungen haben. Die Substanziierungspflicht um-
fasst nicht nur den Nachweis der Praxisbesonderheiten, sondern auch den 
der damit verbundenen Mehrkosten (vgl. EUGSTER, SBVR, a.a.O., S. 683 f. 
Rz. 908 f.). 

6.4.2 In grundsätzlicher Hinsicht ist zu wiederholen, dass allfällige Pra-
xisbesonderheiten insoweit nicht mehr relevant sind, als sie von den der 
Regressionsanalyse (neu) zugrunde gelegten Morbiditätsvariablen abgebil-
det werden (vgl. auch E. 6.1.2 vorne) und damit bereits in der Auswertung 
enthalten sind. Darüber hinaus vermag die Beklagte vorliegend keine Pra-
xisbesonderheiten darzutun: Dass die Beklagte eine Weiterbildungsstätte 
anbietet (pag. 58, Rz. 5), wird im Rahmen der Facharztgruppe berücksich-
tigt und stellt auch deshalb keine Praxisbesonderheit dar, da dies im gros-
sen Vergleichskollektiv ebenfalls der Fall ist. Weiter wird zwar ein hoher 
Anteil an multimorbiden Patienten behauptet (pag. 58, Rz. 5). Die entspre-
chenden Angaben basieren auf den Kostenanalysen der D.________ 
GmbH (act. IIA 7), welche ihrerseits auf dem Datensatz der Praxissoftware 
Aeskulap (act. IIA 7; pag. 86, Rz. 7) und nicht auf den Daten des vertraglich 
vereinbarten Daten- und Tarifpools der E.________ AG (vgl. act. I 9, Ziff. 3) 
fussen. Die von der Beklagten verwendeten Daten bieten damit keine Ge-
währ dafür, den vertraglich definierten Beurteilungskriterien zu entspre-
chen, womit die entsprechende Praxisbesonderheit nicht hinreichend 
substanziiert ist. Soweit die delegierte Psychotherapie sowie die Übernah-
me der medizinischen Betreuung von Bewohnern diverser Institutionen 
(J.________, K.________, L.________ sowie M.________; act. IIA 9 S. 15) 
nicht bei der Vergleichsgruppenbildung, sondern unter dem Titel der Pra-
xisbesonderheit zu diskutieren wären, gälte das in E. 6.2.3.1 Gesagte: Die 
Beklagte vermag basierend auf den ins Recht gelegten Unterlagen eine 
Praxisbesonderheit nicht rechtsgenüglich zu belegen respektive konnte 
oder wollte im Zuge der gerichtlich durchgeführten Abklärungen (pag. 71) 
die zwecks weiterer Prüfung der beklagtischen Vorbringen erforderlichen 
Daten nicht beibringen. Damit ist keine Praxisbesonderheit erstellt. 

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6.5 Zusammenfassend ist die Wirtschaftlichkeitsprüfung auf der 
Grundlage der vertraglich vereinbarten und (grundsätzlich wie konkret) be-
weistauglichen Regressionsanalyse durchzuführen. Massgebliches Refe-
renzkollektiv ist die Facharztgruppe Allgemeine Innere Medizin; eine 
Praxisbesonderheit ist nicht belegt. Die Bemessung der geltend gemachten 
Rückforderung basiert folglich zulässigerweise auf den Ergebnissen der 
Regressionsanalyse. Für das klageantwortweise im Eventual- bzw. Sube-
ventualbegehren beantragte Vorgehen (vgl. pag. 50) besteht kein Anlass. 
Nicht abgestellt werden kann schliesslich auf die Statistiken der 
D.________ GmbH (act. IIA 2; 10), bieten die dort zugrunde gelegten Da-
ten doch – wie in E. 6.4.2 gezeigt – keine Gewähr dafür, den vertraglich 
definierten Beurteilungskriterien zu entsprechen. Weiter werden in den Sta-
tistiken keine Aspekte aufgezeigt, die begründete Zweifel an der der Re-
gressionsanalyse zugrundeliegenden Methodik zu wecken vermöchten 
bzw. erfolgten die Berechnungen der D.________ GmbH in der Annahme, 
dass dem statistischen Durchschnittskostenvergleich grundsätzlich die Eig-
nung für den Nachweis unwirtschaftlicher Behandlung abgeht (vgl. act. IIA 
10 S. 11 f.), welche Prämisse rechtlich unzutreffend ist (vgl. E. 6.1.1 vorne). 

7.

7.1 Die Frage, ob das Wirtschaftlichkeitserfordernis erfüllt ist, ist bei 
Anwendung des Durchschnittskostenvergleichs basierend auf dem Ge-
samtkostenindex, welcher seinerseits auf einer die direkten und veranlass-
ten Kosten beruhenden Gesamtbetrachtung fusst, zu beantworten (vgl. E. 
2.3.2 f. vorne). Die Beklagte weist für das streitbetroffene Jahr 2017 betref-
fend die totalen Kosten 154 Indexpunkte aus (act. I 6). Indessen kann eine 
Überarztung nicht schon bei einer Überschreitung des Mittelwertes von 100 
Indexpunkten angenommen werden; vielmehr ist (auch bei Anwendung der 
Regressionsanalyse) ein Toleranzbereich zu berücksichtigen (vgl. E. 2.3.2 
f. vorne). Dies anerkennen auch die Klägerinnen (vgl. pag. 11, Rz. 17). 
Während sie jedoch den Toleranzwert bei 120 Indexpunkten festlegen wol-
len, stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, eine Reduktion des Tole-
ranzwertes auf unter 130 Indexpunkte sei nicht statthaft (pag. 66, Rz. 12).

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Wie die Klägerinnen zu Recht ins Feld führen, bezieht die Regressionsana-
lyse im Vergleich zur ANOVA-Methode zusätzliche Faktoren mit ein, so 
dass sich die Aussagekraft des Modells und dadurch die Güte des Verfah-
rens hinsichtlich der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Ärzte wesentlich 
verbessert (pag. 11, Rz. 17). Dieser Einschätzung folgt ausdrücklich auch 
die FMH (vgl. E. 6.1.1 vorne). Im Übrigen wurde seitens der Rechtspre-
chung stets ein Toleranzbereich von 120 bis 130 Indexpunkten anerkannt 
(vgl. E. 2.3.2 vorne; BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; EUGSTER, Rechtsprechung 
des Bundesgerichts zum KVG, a.a.O., N. 19 zu Art. 56 KVG), so dass die 
Absenkung des Toleranzwertes auch vor der geltenden höchstrichterlichen 
Praxis standhält. Zwar vertritt die FMH insoweit eine andere Position, als 
sie weiterhin einen Toleranzwert von 130 Indexpunkten als massgeblich 
erachtet (vgl. Positionspapier der FMH, S. 4, Ziff. 3.2). Indessen ist eine 
vertragliche Regelung des Toleranzwertes bei der Festlegung der Regres-
sionsanalyse als massgebliche Screeningmethode nicht erfolgt. Die Be-
klagte legt keine Dokumente ins Recht und auch anderweitig bestehen 
keine Anhaltspunkte in den Akten, wonach die Parteien anderweitig einen 
spezifischen Toleranzwert festgelegt hätten oder hätten festlegen wollen. In 
Würdigung dieser Umstände ist der Toleranzwert deshalb auf 120 Index-
punkte festzusetzen. 

Demnach überschreitet die Beklagte den Toleranzwert deutlich, womit eine 
Rückerstattung zu erfolgen hat. 

7.2

7.2.1 Wie in E. 6.2.3.1 vorne dargelegt, berechneten die Klägerinnen die 
streitige Rückforderung unter Zugrundelegung des Vergleichskollektivs der 
Fachärztegruppe der Allgemeinen Inneren Medizin sowie – in Überein-
stimmung mit der vertraglichen Regelung (act. I 9 Ziff. 3) sowie der gelten-
den Rechtsprechung (EUGSTER, SBVR, a.a.O., S. 677 Rz. 881) – auf Basis 
der Daten der RSS. Die (auf Grundlage der Regressionsanalyse) durchge-
führte Berechnung der Rückforderung pro Statistikjahr 2017 erfolgte so-
dann in Anwendung der folgenden Formel: 

Rückforderung = Total direkte Kosten x Regressionsindex Totale Kosten ―Toleranzindex (120)
Regressionsindex Totale Kosten

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Hieraus errechneten die Klägerinnen einen Rückforderungsbetrag von 
Fr. 480'350.-- (Fr. 2'175’706.-- x [34/154]; vgl. pag. 12, Rz. 21). 

7.2.2 Die Regressionsanalyse erbringt Indizes in Bezug auf die direkten 
Arzt- sowie die direkten und veranlassten Medikamenten-, Labor-, MiGeL- 
und Physiotherapiekosten (vgl. E. 5.1 vorne). Entsprechend ist bei der Be-
rechnung der Rückforderung der Regressionsindex für die direkten Arzt-
kosten massgeblich. Für die übrigen Kostenarten sind keine separaten, nur 
die direkten Kosten erfassenden Regressionsindizes ausgewiesen, wes-
halb eine Rückforderung insoweit nicht erfolgen kann, da ansonsten unter 
Verwendung der allein vorhandenen Indizes die veranlassten Kosten in die 
Rückforderung einfliessen würden, was nicht zulässig ist (vgl. E. 2.3.3 vor-
ne). Damit bleibt eine allfällige Rückforderung in Bezug auf die übrigen 
Kostenarten unbewiesen. Daraus folgt im Weiteren, dass der Rückforde-
rungsberechnung allein die direkten Arztkosten zugrunde zu legen sind 
(act. I 6 S. 2). 

Demnach berechnet sich die Rückforderung basierend auf folgender For-
mel: 

Rückforderung = Total direkte Arztkosten x Regressionsindex Arztkosten direkt ―120
Regressionsindex Arztkosten direkt

7.2.3 Die Beklagte weist für das Statistikjahr 2017 betreffend die direk-
ten Arztkosten einen Index von 212 aus (act. I 6 S. 1), was weit über der 
Toleranzgrenze von 120 Indexpunkten liegt (vgl. E. 7.1 vorne). Die direkten 
Arztkosten belaufen sich auf Fr. 1'657'867.-- (act. I 6 S. 2). Daraus resultiert 
ein Rückerstattungsbetrag von Fr. 719'451.70 (Fr. 1'657'867.-- x [92/212]). 

8.

Zusammenfassend ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verurtei-
len, den Klägerinnen für das Statistikjahr 2017 den Betrag von 
Fr. 719'451.70 zurückzubezahlen. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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9.

9.1 Für das Klageverfahren werden Kosten erhoben. Die Kosten rich-
ten sich gemäss Art. 47 Abs. 3 EG KUMV nach dem Dekret vom 24. März 
2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (Verfahrenskostendekret, 
VKD; BSG 161.12). Die Verfahrenskosten werden insgesamt auf
Fr. 5’000.-- festgesetzt (Art. 52 VKD). Sie sind der unterliegenden Beklag-
ten zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 
Abs. 1 VRPG) und werden aus dem Vorschuss der Klägerinnen gleicher 
Höhe gedeckt. Die Beklagte hat den Klägerinnen den Vorschuss im Um-
fang von Fr. 5’000.-- zu ersetzen. 

9.2 Die Parteikosten sind ebenfalls nach Massgabe des Unterliegens 
auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 Abs. 
1 VRPG). Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten den 
durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand. Die Be-
messung des Parteikostenersatzes richtet sich nach den Vorschriften der 
Anwaltsgesetzgebung. Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 und 4 des kantonalen 
Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bemisst sich der 
Parteikostenersatz in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und Be-
schwerdeverfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, wobei der Ta-
rifrahmen von Art. 13 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemes-
sung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811) von Fr. 400.-- bis Fr. 11’800.-- pro Instanz zur Anwendung ge-
langt.

Die durch Advocat Dr. iur. A.________ vertretenen Klägerinnen haben An-
spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (BGE 119 V 448 E. 6b S. 456). Dieser 
hat trotz Aufforderung (vgl. prozessleitende Verfügung vom 8. Oktober 
2021) keine Kostennote eingereicht. In der Folge wird die Parteientschädi-
gung vom Schiedsgericht ermessensweise auf pauschal Fr. 7'500.-- inklu-
sive Auslagen und Mehrwertsteuer (MWST) festgesetzt. Diesen Betrag hat 
die Beklagte den Klägerinnen zu ersetzen. 

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Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verurteilt, den Klägerinnen 
für das Jahr 2017 den Betrag von insgesamt Fr. 719'451.70 zurückzu-
erstatten.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 5’000.-- werden der Beklagten zur Be-
zahlung auferlegt und aus dem Vorschuss der Klägerinnen gleicher 
Höhe gedeckt. Der Beklagte hat den Klägerinnen den Vorschuss im 
Umfang von Fr. 5’000.-- zu ersetzen.

3. Die Beklagte hat den Klägerinnen eine Parteientschädigung von 
Fr. 7’500.-- (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Zu eröffnen (R):
- advocat Dr. iur. A.________ z.H. der Klägerinnen  
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beklagten
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.