# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82f68b80-b629-53ba-9245-d286c5b8a5c4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 03.10.2017 SK1 2017 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2017-7_2017-10-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 3. Oktober 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 17 7 [nicht mündlich eröffnet] 19. Dezember 2017

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Michael Dürst und Pedrotti
Aktuar Guetg

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Andri Hotz, 
Goldgasse 11, 7001 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 8. Dezember 2016, mitgeteilt am 
7. Februar 2017, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, Y._____, Privatkläger, vertre-
ten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg, Reichsgasse 65, 7000 Chur, lic. iur. 
F._____, Privatklägerin, gegen den Berufungskläger,

betreffend Körperverletzung etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____1978 in O.1_____ geboren und wuchs zusammen 
mit seiner Schwester in O.2_____ auf. Dort besuchte er acht Jahre die Gemeinde-
schule. Danach besuchte er ein Jahr lang die A._____ Schule in O.3_____. In der 
Folge trat X._____ mehrere Arbeits- bzw. Lehrestellen an, die er jeweils nach kur-
zer Zeit wieder verliess. Er verfügt über keinen Lehrabschluss. 

Die Mutter von X._____ war ihm gegenüber während der gesamten Kindheit und 
Jugendzeit besonders fürsorglich und hat ihn auch materiell sehr verwöhnt. Der 
Vater interessierte sich jedoch nicht für die Belange seines Sohnes. Vielmehr ver-
brachte er seinen Feierabend in Restaurants und Bars, kam oft erst spät abends 
betrunken nach Hause und sorgte für Unruhe. 

Im Schweizerischen Strafregister ist X._____ mit vier Vorstrafen in der Zeit vom 
14. Juli 1999 bis 10. August 2006 verzeichnet. Er wurde jeweils wegen zahlrei-
chen Delikten gegen Leib und Leben (wie Körperverletzung und falscher Alarm), 
Vermögensdelikten (insbesondere Diebstahl und Sachbeschädigung) sowie diver-
ser Vergehen gegen die Freiheit (Freiheitsberaubung, Nötigung, Drohung und 
Hausfriedensbruch), Waffendelikten und Widerhandlungen gegen die Strassen-
verkehrsgesetzgebung verurteilt. Aufgrund dieser Delikte war er in den Jahren 
1998 bis 2007 mehrmals im Straf- und Massnahmevollzug. Nach seiner letzten – 
vorzeitig bedingten – Entlassung im Oktober 2007 bezog X._____ ein Zimmer bei 
der Überlebenshilfe Graubünden (begleitetes Wohnen) und wurde von der Be-
währungshilfe während zwei Jahren begleitet (vgl. staatsanwaltschaftliches act. 
2/1). In verschiedenen Einsatzprogrammen arbeitete er zeitweise bei der B._____ 
und bei C._____. Nach Ablauf der Bewährungszeit ist er in O.4_____ in eine eige-
ne Wohnung gezogen. X._____ wird seit dem Jahre 2014 von der Sozialhilfe un-
terstützt und geht derzeit keiner Erwerbstätigkeit nach. Die Anfang Juli 2016 im 
Rahmen eines Arbeitsprogrammes aufgenommene Tätigkeit als Lagerist bei der 
B._____ brach er nach kurzer Zeit wieder ab. Auch die kurzzeitig bei D._____ auf-
genommene therapeutische Begleitung konnte nach wenigen Sitzungen nicht fort-
gesetzt werden. Gemäss Angaben von X._____ anlässlich seiner Einvernahme 
vor der Vorinstanz (vorinstanzliches act. 9, S. 2) wollte die Therapeutin die Be-
handlung wegen seines Alkoholproblems nicht fortsetzen. Anlässlich seiner Ein-
vernahme vor der Berufungsinstanz gab X._____ zu Protokoll, seit Frühjahr 2017 
von Dr. med. E._____ therapeutisch begleitet zu werden. X._____ wohnt seit dem 
1. Oktober 2016 an der _____strasse in O.4_____.

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B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete am 10. Februar 2015 eine 
Strafuntersuchung gegen X._____ wegen einfacher Körperverletzung zum Nach-
teil von Y._____ und mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz. Mit Verfü-
gung vom 12. März 2015 wurde die Strafuntersuchung wegen versuchter schwe-
rer Körperverletzung zum Nachteil von Y._____ sowie falschen Alarms ausge-
dehnt. Mit weiterer Verfügung vom 30. Juli 2015 erfolgte die Ausdehnung der Un-
tersuchung wegen Sachbeschädigung zum Nachteil von F._____.

D. X._____ befand sich am 23. August 2015 einen Tag in Polizeihaft.

E. Die Staatsanwaltschaft Graubünden ernannte mit Verfügung vom 31. Au-
gust 2015 Rechtsanwalt MLaw Andri Hotz als amtlichen Verteidiger von X._____.

F. Das bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden in Auftrag gegebene 
Gutachten datiert vom 27. Mai 2016 und wurde der Staatsanwaltschaft am 
31. Mai 2016 zugestellt.

G. Bereits mit Anzeigeerstattung vom 4. November 2014 konstituierte sich 
Y._____ als Privatkläger im Straf- sowie im Zivilpunkt (staatsanwaltschaftliches 
act. 6/4). F._____ konstituierte sich ebenfalls als Privatklägerin im Straf- und Zivil-
punkt hinsichtlich des von ihr zur Anzeige gebrachten Sachverhaltes (staatsan-
waltschaftliches act. 9/3).

H. Am 30. September 2016 erhob die Staatsanwaltschaft vor dem damaligen 
Bezirksgericht Plessur Anklage gegen X._____. Der Anklageschrift lag folgender 
Sachverhalt zu Grunde:

1.1 Versuchte schwere Körperverletzung gemäss Art. 122 Abs. 2 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB

Der Beschuldigte schoss am 2./3. November 2014, um Mitternacht, in 
O.4_____, _____, anfangs _____, aus einer Distanz von ca. 20 cm mit 
einer Pfefferpistole, Marke Piexon, Typ Jet Protector JPX, gegen den 
Kopf von Y._____. Bei dieser Pfefferpistole beträgt die Strahlge-
schwindigkeit des Pfefferwirkstoffes 180 m/s (650 km/h) und die 
Reichweite liegt bei 7 Meter. Der Gerätehersteller empfiehlt eine mini-
male Sicherheitsdistanz von 1.5 Meter. Der Beschuldigte hatte Kennt-
nis von den Eigenschaften der Pfefferpistole und des Sicherheitsab-
stands. Durch den Schuss aus einer geringen Instanz [recte: Distanz] 
hielt er es für möglich, Y._____ am Gesicht schwer zu verletzen und 
nahm dies in Kauf. Y._____ zog sich eine Platzwunde an der Oberlip-
pe zu. Er stellte am 4. November 2014 Strafantrag wegen Körperver-
letzung.

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1.2 Mehrfache Widerhandlungen gegen das Waffengesetz gemäss 
Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a, 8 Abs. 2 lit. d und 27 
Abs. 1 WG

Der Beschuldigte hat an seinem Wohnort in O.4_____ an der 
_____gasse auf dem Waffenerwerbsvertrag vom 28. Januar 2014 der 
Firma Piexon gegenüber falsche Angaben gemacht, indem er unter-
schriftlich bestätigt hat, nicht im Strafregister wegen wiederholt began-
gener Verbrechen oder Vergehen eingetragen zu sein. Zu diesem 
Zeitpunkt war der Beschuldigte aber mehrfach im Strafregister wegen 
Verbrechen und Vergehen eingetragen, was er wusste, weshalb er 
nicht berechtigt war, diese Waffe zu erwerben. Dennoch wollte er die-
se Waffe kaufen.

Der Beschuldigte hat wissentlich und willentlich am 2./3. November 
2014, um Mitternacht, in O.4_____, _____, anfangs _____, ohne Waf-
fentragbewilligung eine Waffe (Jet Protector JPX) in der Öffentlichkeit 
getragen.

1.3 Mehrfacher falscher Alarm gemäss Art. 128bis StGB

Der Beschuldigte rief am 12. Januar 2015, um 19.32 Uhr, im Restau-
rant G._____ in O.5_____ von seinem Mobiltelefon (Nr. _____) aus 
grundlos den Sanitätsnotruf an und teilte wider besseres Wissen mit, 
dass bei H._____, _____strasse, O.4_____, eine Sanität gebraucht 
werde, da es diesem schlecht gehe und er in die Klinik I._____ einge-
liefert werden möchte.

Der Beschuldigte gab anlässlich des _____festes am 22. August 2015, 
um 23.52 Uhr, aus der öffentlichen Telefonkabine (Nr. _____) beim 
_____ in O.4_____ grundlos bei der Einsatzleitzentrale der Kantons-
polizei Graubünden wider besseres Wissen eine Bombendrohung für 
den _____platz durch. Er sagte am Telefon: "In einer halben Stunde 
geht auf dem _____platz eine Bombe hoch. Ich rechne sicher mit 200 
Toten. Der Timer ist auf 00.30 Uhr eingestellt, pumpf alle tot!".

1.4 Mehrfache Sachbeschädigungen zum Nachteil von F._____ 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB

Der Beschuldigte warf am Samstag, 14. Februar 2015, zwischen 20.00 
und 21.30 Uhr, einen Joghurtbecher samt Inhalt aus dem Fenster der 
eigenen Wohnung an der _____gasse in O.4_____ an die gegenüber-
liegende Fassade der _____gasse in O.4_____, wodurch diese verun-
reinigt wurde. Am Dienstagabend danach, am 17. Februar 2015, warf 
er eine Pfeffermühle und zwei Wassergläser in das gegenüberliegende 
Fenster an der _____gasse, worauf dieses zerbrach. Der verursachte 
Sachschaden zum Nachteil von F._____ beträgt CHF 3'550.00. Der 
Beschuldigte hielt es für möglich, durch den Wurf dieser Gegenstände 
die Fassade zu verunreinigen respektive das Fenster zu beschädigen 
und nahm dies in Kauf.

I. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 8. Dezember 2016 stellten die Par-
teien folgende Schlussanträge:

Anträge der Staatsanwaltschaft Graubünden:

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1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen wegen

- versuchter schwerer Körperverletzung (Art. 122 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 22 Abs. 1 StGB),

- mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 
lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a, Art. 8 Abs. 2. lit. d und Art. 27 Abs. 
1 WG),

- mehrfachen falschen Alarms (Art. 128bis StGB) und

- mehrfacher Sachbeschädigung zum Nachteil von F._____ (Art. 
144 StGB).

2. Dafür sei er mit 15 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. Die am 23. 
August 2015 verbrachte Polizeihaft von 1 Tag sei gestützt auf Art. 
51 StGB an die Strafe anzurechnen. 

3. Es sei haftbegleitend und für die Zeit danach eine ambulante Mass-
nahme anzuordnen.

4. Es seien folgende Gegenstände gestützt auf Art. 31 Abs. 3 lit. a WG 
einzuziehen:

- Jet Protector JPX LII852 mit Kartusche und Holster und

- Kartuschen zu Jet Protector

5. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden.

Anträge des Beschuldigten:
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten schweren Kör-

perverletzung freizusprechen.

2. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Widerhandlung gegen das 
Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 lit. a, Art. 8 
Abs. 2 lit. d und Art. 27 Abs. 1 WG, des mehrfachen falschen 
Alarms gemäss Art. 128bis StGB sowie der mehrfachen Sachbe-
schädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig zu  sprechen.

3. Dafür sei er mit einer Geldstrafe von maximal 310 Tagessätzen zu 
je CHF 30.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei 
Jahren, zu bestrafen. Auf die Ausfällung einer Busse sei zu verzich-
ten.

4. Die sichergestellten Gegenstände seien einzuziehen und zu ver-
nichten.

5. Der Beschuldigte sei bei der Anerkennung der Zivilforderung von 
F._____ in Höhe von Fr. 388.88 zu befassen. Im Übrigen 
seien die Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen. 

6. Kostenfolge sei die Gesetzliche.

Anträge der Privatklägerin F._____
1. Herr X._____ sei zu verpflichten, F._____ den Betrag von 

Fr. 3'654.00 als Schadenersatz für die im Februar 2015 begangene 
Sachbeschädigung zu bezahlen.

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2. Unter vollumfänglicher gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten-
folge zulasten von Herrn X._____.

Anträge des Privatklägers Y._____
Die Zivilklage sei auf den Zivilweg zu verweisen.

J. Mit mündlich eröffnetem Urteil vom 8. Dezember 2016, mitgeteilt am 
13. Dezember 2016 ohne schriftliche Begründung, erkannte das damalige Be-
zirksgericht Plessur was folgt:

1. X._____ ist schuldig:

- der versuchten schweren Körperverletzung (Art. 122 Abs. 2 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB),

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG,

- des mehrfachen falschen Alarms gemäss Art. 128bis StGB und

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB.

2. Dafür wird X._____ mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten be-
straft, unter Anrechnung der Polizeihaft von einem Tag.

3. Für X._____ wird zudem eine ambulante Massnahme in Form einer 
therapeutischen Begleitung zur Behandlung seiner Persönlichkeitss-
törung und Suchtproblematik angeordnet.

4. Der beschlagnahmte Jet Protector JPX LII852 mit Kartusche und 
Holster (Pos. Nr. 2, GR 2014 11 149, act. 11.2) sowie die weiteren 
sieben Kartuschen (Pos. Nr. 3, GR 2014 11 149; act. 11.2) werden 
gestützt auf Art. 69 StGB gerichtlich eingezogen und sind zu ver-
nichten.

5. a) Die Zivilklage von Y._____ gegen X._____ wird auf den Zivilweg 
verwiesen.

b) Die Zivilklage von F._____ gegen X._____ über CHF 3'564.00 wird 
im Umfang CHF 388.80 infolge Teilanerkennung abgeschrieben. Im 
Übrigen wird X._____ verpflichtet, F._____ den Betrag von 
CHF 3'175.20 zu bezahlen.

6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 21'484.60 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden 
CHF 17'884.60, Gerichtsgebühren CHF 3'600.00) gehen zu Lasten 
von X._____.

b) Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft von 
CHF 180.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. X._____ 
hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteili-
gen. 

7. X._____ wird verpflichtet, F._____ mit CHF 250.00 zu entschädi-
gen.

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8. a) Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Andri Hotz wird für 
das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 7'500.00 (pauschal; inkl. 
Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Diese Entschädigung der 
amtlichen Verteidigung geht zu Lasten des Kantons Graubünden 
und wird aus der Gerichtskasse bezahlt. Vorbehalten bleibt die 
Rückerstattungspflicht von X._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

b) X._____ wird gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO verpflichtet, der 
amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar, mithin CHF 1'497.10, zu er-
statten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

9. a) Es wird davon Vormerk genommen, dass X._____ gegen dieses Ur-
teil am 13. Dezember 2016 beim Bezirksgericht Plessur Berufung 
angemeldet hat.

b) Die eine Berufung anmeldende Partei hat dem Kantonsgericht von 
Graubünden, Poststrasse 14, Postfach, 7001 Chur, innert 20 Tagen 
seit Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungs-
erklärung einzureichen. Darin ist anzugeben, ob das Urteil vollum-
fänglich oder nur in Teilen angefochten wird, welche Abänderungen 
des Urteils verlangt und welche Beweisanträge gestellt werden (Art. 
399 Abs. 3 StPO).

10. Mitteilung.

K. Nach Anmeldung der Berufung durch den amtlichen Verteidiger von 
X._____ am 19. Dezember 2016 teilte das Regionalgericht Plessur am 7. Februar 
2017 das begründete Urteil mit und übermittelte die Berufungsanmeldung samt 
Akten an das Kantonsgericht von Graubünden (vgl. act. D.1).

L. Mit Eingabe vom 28. Februar 2017 reichte der amtliche Verteidiger von 
X._____ (nachfolgend Berufungskläger) eine begründete Berufungserklärung mit 
folgenden Begehren ein:

1. Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und [der] Beru-
fungskläger sei 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG,

- des mehrfachen falschen Alarms gemäss Art. 128bis StGB, so-
wie

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 
StGB

schuldig zu sprechen.

2. Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und der Beru-
fungskläger sei mit einer Geldstrafe von maximal 310 Tagessätzen 
zu je CHF 30.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 
Jahren, zu bestrafen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWST zulasten 
der Vorinstanz.

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Das darin gestellte Begehren um Edition eines Behandlungsberichts aus Händen 
von Dr. med. E._____ wurde mit Schreiben vom 25. September 2017 vorbehaltlos 
zurückgezogen (vgl. act A.3). 

M. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 3. Oktober 2017, zu welcher mit Ver-
fügung vom 6. Juni 2017 vorgeladen worden war, waren der Berufungskläger in 
Begleitung seines amtlichen Verteidigers, die Privatkläger F._____ und Y._____, 
letzterer in Begleitung seines Rechtsvertreters, Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg, 
anwesend. Des Weiteren zugegen waren Staatsanwalt Maurus Eckert sowie zwei 
Polizisten der Kantonspolizei Graubünden. Der Vorsitzende eröffnete die Haupt-
verhandlung um 09.01 Uhr. Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zusam-
mensetzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin der Vorsitzende das 
Gericht für legitimiert erklärte. Anschliessend informierte der Vorsitzende Y._____ 
darüber, dass die ihm gewährte Dispensation von der Hauptverhandlung als Pri-
vatkläger gültig, aber nicht zwingend sei. Y._____ könne entscheiden, in welcher 
Stellung er an der Hauptverhandlung teilnehmen wolle. Y._____ gab diesbezüg-
lich zu Protokoll, dass er als Privatkläger, d.h. als volle Partei an der Verhandlung 
teilnehmen möchte (vgl. Protokoll HV [act.F.2]). Daraufhin erfolgte die Einvernah-
me des Privatklägers Y._____ als Auskunftsperson sowie die richterliche Befra-
gung von X._____ als beschuldigte Person. 

N. Der Berufungskläger hielt an seinen in der Berufungserklärung gestellten 
Rechtsbegehren fest. Eine schriftliche Honorarnote reichte der amtliche Verteidi-
ger nicht ein. Stattdessen machte er – zur Aufnahme ins Protokoll – einen Stun-
denaufwand in Höhe von 10 Stunden zum gesetzlichen Tarif geltend. Die Staats-
anwaltschaft beantragte in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils die kostenfälli-
ge Abweisung der Berufung.

O. Nachdem dem Berufungskläger das letzte Wort erteilt worden war, wurde 
die mündliche Berufungsverhandlung geschlossen. Auf eine mündliche Urteils-
eröffnung wurde verzichtet. Die vorzeitige Dispositivmitteilung gemäss Art. 84 Abs. 
2 StPO erfolgte am 5. Oktober 2017.

II. Erwägungen

1.1 Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. 
Art. 398 Abs. 1 StPO). Somit bezieht sich die Berufung auf Entscheide, in denen 

Seite  9 — 40

über Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 
Satz 1 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzli-
chen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich 
zu Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach 
Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsge-
richt von Graubünden als Berufungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO 
i.V.m. Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, welche Be-
rufung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung 
des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzu-
geben hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c). Die Rechtsmittelfrist beginnt im Falle eines Urteils mit 
der Aushändigung oder Zustellung des schriftlichen Dispositivs (Art. 384 lit. a. 
StPO). Innerhalb des Kantonsgerichts von Graubünden amtet die I. Strafkammer 
als Berufungsinstanz (Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Organisation des Kan-
tonsgerichts; BR 173.100). 

1.2 Gegen das am 8. Dezember 2016 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete 
und am 13. Dezember 2016 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des 
damaligen Bezirksgerichts Plessur gab der Berufungskläger die Berufungsanmel-
dung bereits anlässlich der Urteilsverkündung mündlich zu Protokoll. Ferner liess 
er mit Schreiben vom 19. Dezember 2016 (Poststempel) Berufung anmelden 
(vgl. act. A.1). Die Anmeldung erfolgte somit innert Frist. 

Nach der am 7. Februar 2017 erfolgten Mitteilung des begründeten Urteils liess 
der Berufungskläger dem Kantonsgericht von Graubünden sodann am 28. Febru-
ar 2017 fristgemäss seine begründete Berufungserklärung einreichen. Aus den 
Begehren geht genügend klar hervor, dass sich die Berufung auf den Schuldpunkt 
hinsichtlich der versuchten schweren Körperverletzung (Dispositivziffer 1.) sowie 
die Sanktion (Dispositivziffer 2.) beschränken soll. Gleichzeitig werden die Be-
weisanträge gestellt, Y._____ sowie den Berufungskläger bezüglich des Sachver-
haltsvorwurfes der versuchten schweren Körperverletzung zu befragen (vgl. act. 
A.2).

Dass die Berufungserklärung als "Berufung" bezeichnet wird, ändert an ihrer 
rechtlichen Qualifikation – unter Berücksichtigung des Verbots des überspitzten 
Formalismus von (Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO; Niklaus Schmid, 
Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Auflage, Zürich 2013, N 

Seite  10 — 40

1547) – nichts, zumal an diese Eingabe keine hohen Anforderungen gestellt wer-
den (vgl. Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 
2014, N 1 zu Art. 399 StPO; vgl. zur Berufungsanmeldung Beschluss des Kan-
tonsgerichts von Graubünden SK1 16 44 E. 1b/aa). 

1.3 Der Berufungskläger ist als beschuldigte Person im Sinne von 
Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO Partei und durch den vorinstanzlichen Schuldspruch 
offensichtlich beschwert (vgl. Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die überdies formgerecht 
eingereichte Berufung ist – da die übrigen Prozessvoraussetzungen zu keinen 
Bemerkungen Anlass geben – einzutreten.

1.4 Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht von Graubünden das erstin-
stanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. 
Art. 398 Abs. 2 StPO). Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit 
welchem erstinstanzliche Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher 
Hinsicht mit freier Kognition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, 
Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N 1 
zu Art. 398 StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/
Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). Die Berufung nach Art. 398 
ff. StPO ist ein reformatorisches Rechtsmittel (Franz Riklin, Schweizerische Straf-
prozessordnung, Orell Füssli Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2014, N 1 zu Vorbem. 
Art. 398 StPO). Soweit das erstinstanzliche Urteil angefochten und auf die Beru-
fung eingetreten wurde, ist deshalb ein neues Urteil zu fällen, welches das erstin-
stanzliche Urteil ersetzt (vgl. Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren 
wesentliche Mängel auf, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können, 
so hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur 
Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils 
an das erstinstanzliche Gericht zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden 
Fall kann das Berufungsgericht – wie sich aus den nachstehenden Erwägungen 
ergibt – selber ein Urteil fällen. 

1.5 Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur 
in den angefochtenen Punkten, kann aber zugunsten der beschuldigten Person 
auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Ent-
scheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 1 und 2 StPO). Die nicht angefochtenen 
Urteilspunkte werden – unter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO – rechts-
kräftig (Urteile 6B_428/2013 vom 15. April 2014 E. 3.3; 6B_694/2012 vom 27. Juni 

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2013 E. 1.3). Welche Punkte überprüfbar sind, ergibt sich – allfällige nachträgliche 
Eingrenzungen vorbehalten – aus der Berufungserklärung. Werden wie im vorlie-
genden Fall nur Teile des Urteils angefochten, ist bereits in der Berufungser-
klärung verbindlich anzugeben, auf welche Teile sich die Berufung beschränkt. 

2.1 Die Vorinstanz hat den Berufungskläger wegen versuchter schwerer Kör-
perverletzung gemäss Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen 
Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, des 
mehrfachen falschen Alarms gemäss Art. 128bis StGB, sowie der mehrfachen 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB verurteilt (angefochtenes Urteil 
[B.1], Dispositivziffer 1). Der Berufungskläger beantragt die Aufhebung dieser Dis-
positivziffer unter gleichzeitiger Verurteilung nach den drei letztgenannten Delikten 
(mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 
WG, des mehrfachen falschen Alarms gemäss Art. 128bis StGB, sowie der mehr-
fachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB). Daraus erhellt, dass 
der Berufungskläger das Urteil im Schuldpunkt lediglich hinsichtlich der Verurtei-
lung wegen versuchter schwerer Körperverletzung anficht (vgl. Berufungser-
klärung [act. A. 2], S. 2, Ziff. I./1. und III./1.). Er macht diesbezüglich geltend, er sei 
zu Unrecht wegen Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB verurteilt worden. Es 
treffe nicht zu, dass die Schussabgabe aus einer Distanz von 20 cm erfolgt sei. 
Eine Schussabgabe einer derart kurzen Entfernung hätte zwingend massive Ver-
letzungen zur Folge haben müssen. Die bloss leichten Verletzungen von Y._____ 
seien nur durch eine grössere Schussdistanz erklärbar. Schliesslich macht der 
Berufungskläger geltend, von Y._____ mit einem Messer bedroht worden zu sein. 
Er sei gemäss Art. 15 StGB zur Abwehr des Angriffes mittels Schussabgabe be-
rechtigt gewesen. Er sei vor diesem Hintergrund vom Vorwurf der versuchten 
schweren Körperverletzung freizusprechen. Ausgehend von diesem Freispruch 
müsse auch die Bemessung der Strafe abgeändert werden (15 Monate Freiheits-
strafe). Konkret beantragt er die Ausfällung einer Geldstrafe in Höhe von 310 Ta-
gessätzen à CHF 30.00 (150 Tagessätze Einsatzstrafe für die mehrfache Wider-
handlung gegen das Waffengesetz; 120 Tagessätze für das mehrfache Auslösen 
falschen Alarms; 40 Tagessätze für die mehrfache Sachbeschädigung). 

Die Verurteilung hinsichtlich der Schuldpunkte der mehrfachen Widerhandlung 
gegen das Waffengesetz, des mehrfachen falschen Alarms und der mehrfachen 
Sachbeschädigung sind folglich nicht angefochten. Ebenso wenig ficht der Beru-
fungskläger die von der Vorinstanz angeordnete ambulante Massnahme, die ge-
richtliche Einziehung und Vernichtung des Jet Protectors mit Kartusche und Hols-

Seite  12 — 40

ter inklusive der weiteren sieben Kartuschen sowie die Adhäsionsklage an (vgl. 
Berufungserklärung [act. A.2], S. 2, Ziff. III./3.). 

Der Berufungskläger beantragt die Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Vorinstanz. Den vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsentscheid ficht er 
damit nicht selbständig an, lassen sich doch weder in seinem Plädoyer noch in der 
Berufungserklärung Ausführungen finden, weshalb die vorinstanzliche Kostenre-
gelung rechtsfehlerhaft sein soll. Sein Begehren bezieht sich vielmehr auf die von 
der Berufungsinstanz ohnehin im Rahmen von Art. 428 Abs. 3 StPO vorzuneh-
mende Neuregelung der (vorinstanzlichen) Kostenfolgen. 

2.2 Vor diesem Hintergrund ist lediglich zu prüfen, ob der Berufungskläger ent-
sprechend seines Antrages vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverlet-
zung gemäss Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen ist. Ent-
sprechend der Beantwortung dieser Frage ist sodann die Strafe zu bemessen. Die 
übrigen Delikte, wegen derer der Berufungskläger von der Vorinstanz verurteilt 
worden ist, sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen und bedürfen – ausser 
im Rahmen der Strafzumessung (vgl. E. 11. ff.) – keiner weiteren Erwähnung (vgl. 
E. 2.1). 

3. Der Berufungskläger beantragt in seiner Berufungserklärung, er sowie 
Y._____ seien bezüglich des Schuldpunktes der versuchten schweren Körperver-
letzung einzuvernehmen (Berufungserklärung [act. A.2], S. 3 und 4). Ebenfalls sei 
ein Bericht bei Dr. med. E._____ einzuholen, wonach er bei diesem in Behandlung 
sei. Nachdem der Vorsitzende der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden dem Berufungskläger mit Schreiben vom 20. September 2017 mitge-
teilt hatte, dass der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung dazu befragt 
werde und im Übrigen auch keine Entbindung betreffend Arztgeheimnis vorliege, 
zog der Berufungskläger seinen Editionsantrag mit Schreiben vom 25. September 
2017 zurück (vgl. act. D.11 und act. A.3). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 3. 
Oktober 2017 wurden J._____ als Auskunftsperson und der Berufungskläger als 
beschuldigte Person zur Sache befragt.

4. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.2; BGE 124 I 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Verpflichtung der 
Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie 
sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 

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Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 138 IV 81 E. 2.2 = Pra 2012 Nr. 105). 
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-
ken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die 
Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sa-
che an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat lei-
ten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2; BGE 
134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen). Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht 
gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des 
angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen. Ein Ver-
weis erscheint aber in erster Linie bei nicht streitigen Sachverhalten und abstrak-
ten Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen bei strittigen Sachverhalten 
und Beweiswürdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des konkreten Falls 
nur dann in Frage, wenn die Rechtsmittelinstanz den vorinstanzlichen Erwägun-
gen (vollumfänglich) beipflichtet (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3).

5. Nachfolgend gilt es vorab den Sachverhalt gemäss Ziff. 1.1. der Anklage-
schrift festzustellen (vgl. vorstehend I. H.). 

Die Vorinstanz sah diesen Sachverhalt entsprechend der Ausführungen des Op-
fers, Y._____, als erstellt an. Der Berufungskläger habe ohne ersichtlichen Grund 
mit einer Pfefferspraypistole, Typ JPX Jet Protector, aus einer Distanz von ca. 20 
cm gegen den Kopf von Y._____ geschossen, wodurch sich dieser eine Platz-
wunde an der Oberlippe zugezogen habe. Unmittelbar nach der Tat seien diesem 
aus den Augen und dem Mund unkontrolliert Körperflüssigkeiten ausgetreten und 
auch die rechte Kopfseite sowie der rechte Halsbereich seien mit Pfefferspray-
rückständen kontaminiert gewesen (angefochtenes Urteil [B.1], E. 2.c/dd), S. 12).

Der Berufungskläger ist, was den ihm in Ziff. 1.1 der Anklageschrift vorgeworfenen 
Sachverhalt anbelangt, teilweise geständig, dem Opfer Y._____ am Abend vom 2. 
November 2014 mit einer Pfefferspray Pistole ins Gesicht geschossen zu haben. 
Indes bestreitet er die kurze Schussdistanz von nur 20 cm. Diese habe vielmehr 
mindestens 2 Meter betragen (Berufungserklärung [act. A.2], S. 2 Ziff. 3./1.; Plä-
doyer [act. D.16], S. 1; Einvernahmeprotokoll [act. F.4], S. 4, Frage 9 f.). Auch be-
streitet er, grundlos auf Y._____ geschossen zu haben. Dieser habe von ihm Geld 
verlangt und ihn mit einem Messer bedroht. Angesichts dieser Bedrohungslage sei 
er zurückgewichen, habe die Pfefferpistole gezogen und habe auf Y._____ ge-
schossen (Berufungserklärung [act. A.2], S. 2 Ziff. III./1. ff.; Einvernahmeprotokoll 
[act. F.4], S. 4, Frage 4 und 12, S. 6, Frage 2 f.; staatsanwaltschaftliche act. 6/10, 

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S. 2, Frage 1 und 5; act. 6/14, S. 7 und 9, Frage 9 und 17 sowie act. 1/14, S. 2, 
Frage 3 f.).

Die von der Berufungsinstanz vorzunehmenden Sachverhaltsfeststellungen kön-
nen sich vor diesem Hintergrund auf die vom Berufungskläger bestrittenen Sach-
verhaltsmomente, d.h. auf die Distanz der Schussabgabe sowie auf die behaupte-
te Bedrohung durch Y._____, beschränken.

6.1 Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus 
der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldig-
ten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden ver-
pflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl., Zürich 2014, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen Nachweis sind 
hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrschein-
lichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 
1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswürdigungs-
regel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für 
den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objekti-
ver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilen-
des Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2.a). Bloss theoretische und abs-
trakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind 
und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 
2C_242/2013 vom 25. Oktober 2013 E. 3.1; BGE 138 V 74 E. 7). Bei sich wider-
sprechenden Beweismitteln, wie sie bei einer Situation in der sich be- und entlas-
tende Aussagen gegenüberstehen, muss der Grundsatz "in dubio pro reo" nicht 
zwingend zur Anwendung kommen. Das Gericht kann sich im Rahmen der freien 
Beweiswürdigung davon überzeugen, dass eine der beiden gegensätzlichen Aus-
sagen zutreffend ist (Wolfgang Wohlers, a.a.O., N 12 zu Art. 10 StPO; Brigitte 
Tag, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 83 zu Art. 10 StPO; Urteil des 
Bundesgerichts 1B_31/2015 vom 16. Februar 2015 E. 3.2; BGE 137 IV 122 E. 
3.3). Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und Beschuldigten stellen auch 
bei direkter Beteiligung am Verfahren vollgültige Beweismittel dar und sind ent-

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sprechend richterlich auf ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen (Andreas Do-
natsch, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, N 13 zu Art. 162 StPO). 

6.2 Bei der Abklärung des Wahrheitsgehaltes von Zeugenaussagen bzw. sol-
chen von Auskunftspersonen hat sich die so genannte Aussageanalyse weitge-
hend durchgesetzt. Es geht dabei nicht um die Glaubwürdigkeit der Auskunftsper-
son oder der beschuldigten Person, sondern um die Glaubhaftigkeit ihrer Aussage 
(Martin Hussels, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung der Glaubhaftig-
keitskriterien anhand der Rechtsprechung, in: forumpoenale 6/2012 vom 11. De-
zember 2012, S. 368 und 374). 

Die Glaubhaftigkeit einer konkreten Aussage wird durch methodische Analyse ih-
res Inhalts darauf überprüft, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen 
Aussagen einem tatsächlichen Erleben des Zeugen entspringen. Damit eine Aus-
sage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vor-
handensein von Realitätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesi-
gnalen zu überprüfen. Ausgangspunkt ist die sogenannte Nullhypothese, d.h. die 
Annahme, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist. Erst wenn sich 
diese Annahme anhand der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten 
lässt, wird darauf geschlossen, dass die Aussage dem wirklich Erlebten entspricht 
(BGE 133 I 33 E. 4.3 mit Verweis auf BGE 129 I 49 E. 5 und BGE 128 I 81 E. 2). 
Wahre und falsche Schilderungen erfordern unterschiedliche geistige Leistungen. 
Daher ist zu überprüfen, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der 
Umstände, der intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche 
Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte (vgl. hierzu BGE 
133 I 33 E. 4.2; 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2). Schliesslich gilt es zu berücksichti-
gen, in welchem Umfeld und unter welcher Motivationslage die Aussage gemacht 
wurde. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist dabei primär Sache der 
Gerichte (Urteil des Bundesgerichts 6B_375/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 2.2.2; 
BGE 129 I 49 E. 4 und 5; insbesondere auch BGE 128 I 81 E. 2).

6.3 Y._____ gab bei seinen Einvernahmen den Geschehensablauf im Allge-
meinen konstant und schlüssig wieder. Kongruent führte er jeweils aus, er habe 
den Berufungskläger gegen 20:00 Uhr in der R._____ getroffen, wo er mit diesem 
Bier getrunken habe. Er habe diesen nur flüchtig gekannt und nur ein paar Mal im 
Ausgang gesehen und getroffen. Präzisierend gab er hierzu in der Konfronteinver-
nahme vom 1. September 2015 wieder, den Berufungskläger zwei Wochen vor 
dem Vorfall getroffen und mit ihm ein Bier getrunken zu haben (staatsanwalt-

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schaftliches act. 6/14, S. 7, Frage 8). Anschliessend seien sie gemeinsam ins 
L._____ gegangen und hätten sich dort unterhalten und weiter Bier getrunken. 
Detailliert gibt Y._____ insbesondere die Menge der gekauften Dosenbiere an (4 
Dosen Bier [K._____]), die der Berufungskläger im L._____ gekauft habe, bevor 
sie anschliessend zu diesem nach Hause gegangen seien, wo sie weiter Bier ge-
trunken hätten (staatsanwaltschaftliche act. 6/8, S. 1, Frage 2; act. 6/14, S. 7, Fra-
ge 8; Einvernahmeprotokoll [act. F.3], S. 2). Dass Y._____ indes widersprüchlich 
in der ersten Einvernahme angab, die Initiative etwas essen zu gehen, sei vom 
Berufungskläger gekommen und er zuerst nicht habe mitgehen wollen, in späteren 
Einvernahmen dann aber angab, die Initiative sei von ihm selber ausgegangen, 
lässt seine Aussagen in den Hauptpunkten nicht weniger glaubhaft erscheinen.

Im Speziellen gibt er in seinen Einvernahmen den Geschehensablauf im Zusam-
menhang mit der Schussabgabe übereinstimmend und detailreich wieder, ohne 
dass es jedoch stereotyp oder einstudiert wirkt. So seien er und der Berufungsklä-
ger nach Verlassen von dessen Wohnung in Richtung _____ gegangen. Konkret 
führte er in seiner ersten Einvernahme vom 4. November 2014 hierzu aus: "Wir 
liefen durch die Altstadt zur _____gasse und weiter zum _____. Am Brückli ange-
kommen drehte ich mich zu ihm um und sah im Dunkeln eine Waffe, welche auf 
mich gerichtet war. Die Pistole war wenige Zentimeter von meinem Kopf weg. Of-
fensichtlich hatte er die Pistole gezogen und auf mich gerichtet." (staatsanwalt-
schaftliche act. 6/8, S. 2, Frage 2). In seiner Einvernahme vom 22. Dezember 
2014 (als beschuldigte Person) führte er sodann aus: "Also verliessen wir das 
mehrstöckige Gebäude und gingen durch die Altstadt in Richtung _____. Ich lief 
voraus und bemerkte, dass X._____ nur langsam folgte. Ich blieb stehen und 
drehte mich um. Es war dunkel und ich blickte in den Lauf einer Waffe. Die Waffe 
war auf mich gerichtet. Die Laufmündung befand sich ca. 20 cm vor meinem Ge-
sicht." (staatsanwaltschaftliches act. 6/11, S. 2, Frage 2). In seiner Einvernahme 
anlässlich der Hauptverhandlung vom 3. Oktober 2017 gab Y._____ sodann als 
Auskunftsperson zu Protokoll: "[…] Die Strasse kenne ich nicht. Aber ich bin ganz 
normal voraus gegangen. Habe mich dann umgedreht und nach ihm geschaut, als 
ich plötzlich ein kleines Röhrchen aus Blei oder so gesehen habe […]". Beiläufig 
erwähnte er hierbei, dass er einen Vorsprung zum Berufungskläger gehabt habe, 
weil dieser die Wohnungstüre hätte schliessen müssen. (vgl. Einvernahmeproto-
koll [act. F.3], S. 2). Auch die in den Aussagen wiedergegebenen Gefühle und 
Gedanken sind äusserst authentisch, in ihrer Wiedergabe konstant und sprechen 
für die Erlebnisbasiertheit der Ereignisse. So führte er aus: "Offensichtlich hatte er 
die Pistole gezogen und auf mich gerichtet. Als ich die Situation wahrgenommen 

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habe, löste sich ein Schuss. Ich dachte ich müsse sterben." (staatsanwaltschaftli-
ches act. 6/8, S. 2, Frage 2). Am 22. Dezember 2014 schilderte er den Moment 
wie folgt: "Zuerst wusste ich nicht wie mir geschah. Ich verstand nicht, was dies 
nun soll. Ich vermutete, dass X._____ sich einen Scherz erlaubt. Kaum hatte ich 
die Situation erfasst, löste sich ein Schuss." (staatsanwaltschaftliches act. 6/11, S. 
2, Frage 2). Weiter führte er anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung aus: 
"Ich habe anfänglich nicht realisiert, was da vor sich geht. Ich hatte ja auch ge-
trunken. Aber ich wusste, es war etwas Rundes. Im Hintergrund habe ich den Be-
schuldigten gesehen und mich gefragt, ob ich mich in einem schlechten Film be-
finden würde." (Einvernahmeprotokoll [act. F.3], S. 2). 

Besonders eindrücklich sind auch die Schilderungen der unmittelbaren Schussab-
gabe. Die Gefühle und das Empfinden werden lebhaft und nachvollziehbar um-
schrieben. Der Schuss sei ohrenbetäubend gewesen. Er habe gedacht, dass er 
nun umgebracht werde und sterben müsse. Er habe das Gefühl gehabt, sein Ge-
sicht sei weg, da alles taub gewesen sei. Er sei um sein Leben gerannt, habe sich 
wie ein verängstigtes Kind gefühlt und habe Todesangst gehabt. Es sei der Horror 
gewesen (staatsanwaltschaftliche act. 6/8, S. 2, Frage 2; act. 6/11, S. 2, Frage 2). 
Die Erlebnisbasiertheit zeigt sich denn auch im Verhalten von Y._____. Er reagier-
te anlässlich seiner Einvernahme vor der Berufungsinstanz – wie bereits bei der 
Konfronteinvernahme mit dem Berufungskläger – spür- und sichtbar mit nervösen, 
emotionalen Symptomen. Auch sein Empfinden kurz nach der Tat schildert er ein-
drucksvoll, beispielsweise wie er eine Hühnerhaut bekommen habe, als er den 
Berufungskläger in Begleitung der Polizei vor dessen Hauseingang gesehen habe 
(staatsanwaltschaftliche act. 6/1, S. 4; act. 6/8, S. 3, Frage 10; act. 6/11, S. 2, Fra-
ge 2). 

In seiner ersten Einvernahme vom 4. November 2014 gab Y._____ zur Schussdi-
stanz an, die Pistole sei wenige Zentimeter von seinem Kopf entfernt gewesen. In 
der Einvernahme vom 3. Oktober 2017 präzisierte er diese Aussage dahingehend, 
die Distanz der Laufmündung zu seinem Gesicht habe ca. 20 cm betragen 
(staatsanwaltschaftliche act. 6/8, S. 2, Frage und act. 6/11, S. 2, Frage 2). Auf 
entsprechende Nachfrage des Vorsitzenden zur Schussdistanz gab Y._____ an 
der mündlichen Hauptverhandlung sodann zu Protokoll: "Ich habe die Distanz in 
diesem Moment nicht nachgemessen. Aber ob es jetzt 20 cm, 25 cm, 30 cm oder 
40 cm, mehr waren es nicht, gewesen sind, kann ich nicht sagen." Auf erneute 
Nachfrage bestätigte Y._____, dass die Distanz einen Meter habe betragen kön-
nen, wobei er die Aussage gleich wieder präzisierte und angab: "[…] 20 cm. Zwi-
schen 20 cm und… 40 cm. Nein, entschuldigen Sie, 30 cm, nicht mehr!" (vgl. Ein-

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vernahmeprotokoll [act. F.3], S. 3). Diese unterschiedlichen Distanzangaben ver-
mögen indessen der Glaubhaftigkeit seiner Aussage nicht zu schaden. Einerseits 
ist eine auf den Zentimeter genaue Distanzeinschätzung in einer solchen Situation 
naturgemäss nicht möglich und auch nicht zu erwarten. Vielmehr wird daraus er-
sichtlich, dass er die Distanz weder auswendig gelernt noch stereotyp wiedergibt, 
sondern vielmehr aufgrund seiner Erinnerung einzuschätzen versucht. Im Kern 
sind die Aussagen deckungsgleich. Y._____ gibt nämlich an, dass der Schuss aus 
einer kurzen Distanz abgegeben worden sei, d.h. gemäss seiner Einschätzung 
aus einer Entfernung von nicht mehr als 30 cm. 

Diese Distanzeinschätzung lässt sich im Übrigen auch ohne weiteres und entge-
gen den Ausführungen des Berufungsklägers, welcher geltend macht, Verletzun-
gen aus einer Schussdistanz von 20 cm müssten zwingend massiv sein, mit dem 
objektiven Verletzungsbild in Einklang bringen. Festzuhalten ist vorab, dass die 
Verletzungen von Y._____ zwar nicht als schwer einzustufen sind, diese aber 
auch nicht mehr – wie sie der Berufungskläger verharmlost – als sonderlich 
"leicht" qualifiziert werden können. Anhand des Verletzungsbildes lässt sich so-
dann erkennen, dass Y._____ von der Treibladung nicht frontal, sondern – infolge 
seines Ausweichreflexes – seitlich streifend im Gesicht, insbesondere an der 
Oberlippe, getroffen wurde (Reflexartiges Drehen des Kopfes; vgl. staatsanwalt-
schaftliches act. 6/11, S. 2, Frage 2). Vor diesem Hintergrund müssen denn Ver-
letzungen aus einer entsprechend kurzen Schussdistanz nicht zwingend massiv 
ausfallen.

Zusammenfassend kann nach dem Gesagten festgehalten werden, dass die Aus-
sagen von Y._____ glaubhaft erscheinen. Seine Schilderungen sind stimmig und 
schlüssig und lassen den Ablauf des dem Berufungskläger vorgeworfenen Verhal-
tens als logisch und wahrheitsgetreu erscheinen. 

6.4 Demgegenüber sind die Aussagen des Berufungsklägers bei einer Ge-
samtbetrachtung unglaubhaft und widersprüchlich. So behauptete der Berufungs-
kläger anlässlich der Einvernahme vom 11. November 2014, er habe Y._____ 
noch auf der Strasse zwischen M._____ und N._____ angetroffen, wo ihn dieser 
um Geld gebeten und ihn daraufhin mit dem Messer bedroht haben soll (staats-
anwaltschaftliches act. 6/10, S. 2, Frage 1). Anlässlich der Konfrontationseinver-
nahme vom 1. September 2015 revidierte er seine Aussagen und will sich plötzlich 
wieder erinnern, wie er zusammen mit dem Berufungskläger im Ausgang gewesen 
sei und diesen später zu sich nach Hause genommen habe, wo sie gemeinsam 
noch ein Bier getrunken hätten. Nach dieser Version der Geschehnisse sei er 

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beim O._____-Kaufhaus auf den Privatkläger getroffen (staatsanwaltschaftliches 
act. 6/14, S. 5, Frage 3). Diese fundamental widersprüchlichen Aussagen möchte 
der Berufungskläger damit erklären, dass er betrunken gewesen sei (vor-
instanzliches act. 6/14, S. 6, Frage 5). Wäre dem tatsächlich so gewesen, wäre es 
dem Berufungskläger jedoch kaum möglich gewesen, den fraglichen Abend teil-
weise derart detailliert zu schildern: So habe er sich bis 20:40 Uhr mit einer guten 
Freundin im Restaurant P._____ am _____platz aufgehalten und sei dann mit 
dem Taxi zum Q._____ gefahren von wo aus er nach Hause gelaufen sei. Bei der 
Haustüre angekommen habe er es sich jedoch anders überlegt und sei nochmals 
ins Restaurant gegangen und habe dort zwei Bier getrunken. Daraufhin sei er 
wieder nach Hause gelaufen und zurück in sein Zimmer gegangen. Da er aber 
nicht habe schlafen können, sei er nochmals in den Ausgang gegangen. Da er 
schon schlechte Erfahrungen gemacht habe, habe er den grossen Pfefferspray 
mitgenommen. Er habe ins N._____ etwas trinken gehen wollen und zwischen 
M._____ und N._____ Y._____ getroffen, den er bis dato nicht gekannt habe 
(staatsanwaltschaftliches act. 6/10 S. 1 f., Frage 1). Die teilweise sehr detaillierten 
Angaben stehen in offenbarem Widerspruch zur Berufung auf Trunkenheit als 
Grund der für die fehlenden Detailerinnerungen. Es ist nicht glaubhaft, dass sich 
der Berufungskläger lediglich an den Geschehensablauf kurz vor, während und 
kurz nach der Schussabgabe erinnern kann, während das übrige Geschehen auf-
grund einer alkoholbedingten Amnesie nicht mehr eruierbar sei. Sodann ist auffal-
lend, dass der Berufungskläger erst nach Vorhalt der Aussagen von Y._____, in 
welchem dieser die Wohnung des Berufungsklägers genau und zutreffend be-
schreiben konnte, seine Geschichte änderte. Nicht nachvollziehbar erscheint denn 
auch seine Äusserung, einen totalen Filmriss gehabt zu haben. Doch selbst wenn 
der Berufungskläger sich tatsächlich an kaum mehr etwas erinnern könnte, spricht 
das Nichteingestehen solcher Erinnerungslücken und sein Bemühen, auf jede 
Frage antworten zu können, für die Unrichtigkeit seiner Aussagen. Selbst anläss-
lich seiner Einvernahme vor der Berufungsinstanz und entsprechendem Vorhalt 
des Vorsitzenden hielt der Berufungskläger an seiner Aussage fest, sich infolge 
Filmrisses nur noch an den Tatvorgang vor dem "Brückli" erinnern zu können (vgl. 
Einvernahmeprotokoll [act. F.4], S. 7, Frage 7). 

Besonders unglaubhaft ist auch die (detaillierte) Darstellung des Berufungsklä-
gers, dass er zurückweichen, die Waffe ziehen und einsetzen konnte, obwohl ihm 
ein Messer unmittelbar vor sein Gesicht gehalten worden sein soll. Damit im Wi-
derspruch steht die Angabe von Y._____, dass die Waffe unmittelbar vor seinem 
Gesicht eingesetzt worden sei, was im Übrigen mit dem Verletzungsbild in Ein-

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klang steht (vgl. E. 6.3). Hätte der Berufungskläger zurück weichen können, wäre 
eine Flucht näher gestanden. Nicht glaubhaft erscheint sodann, dass der Beru-
fungskläger bei einem überraschenden Messerüberfall die Nervenstärke gehabt 
hätte, die Waffe innert kürzester Zeit zu ziehen und zu schiessen.

Wie der Berufungskläger angab, wusste Y._____, dass er beim Verlassen der 
Wohnung eine Pfefferpistole mit sich führte (Einvernahmeprotokoll [act. F.4], S. 7, 
Frage 7). Vor diesem Hintergrund erweist sich die behauptete Handlung des Beru-
fungsklägers, J._____ habe ihn mit einem Messer bedroht, als unglaubhaft. Ein 
Täter sucht sich als Opfer in der Regel nicht eine Person, die sich mit Waffenge-
walt wehren kann. 

Obwohl sich der Tatvorgang dem Berufungskläger wie ein Film ins Gedächtnis 
eingebrannt haben soll, sind ihm erstaunlicherweise genauere Angaben bezüglich 
des Messers – insbesondere betreffend die Klingenlänge – nicht mehr möglich. So 
mag er sich nicht einmal mehr daran erinnern, wie Y._____ das Messer gehalten 
haben soll, obwohl ihm dieses Messer unmittelbar vor sein Gesicht gehalten wor-
den sein soll. Je nach Aussage soll die Klingenlänge ca. 8 cm bis 15 cm, ca. 7 cm 
bis 8 cm, oder aber zwischen 25 cm bis 30 cm gemessen haben (staatsanwalt-
schaftliche act. 6/10, Frage 6 und act. 6/14, S. 7, Frage 9; Einvernahmeprotokoll 
[act. F.4], S. 4, Frage 5). Die widersprüchlichen, inkonstanten und ungenauen 
Aussagen erscheinen wenig glaubhaft und nicht realitätsbasiert. Erhärtet wird dies 
durch den Umstand, dass der Berufungskläger zuletzt behauptet, das Messer mit 
einer Klingenlänge zwischen 25 cm bis 30 cm erst bemerkt zu haben, als er damit 
bedroht worden sei. Ein Messer mit einer derart langen Klinge wäre kaum zu ver-
bergen gewesen, zumal der Berufungskläger mit Y._____ einige Stunden – sogar 
gemeinsam in seiner Wohnung – verbrachte. Der Berufungskläger kann sodann 
nicht erklären, woher das Messer kam.

Ferner erscheint unglaubhaft, dass der Berufungskläger, wenn er tatsächlich von 
einer ihm nahezu fremden Person mit einem Messer bedroht worden wäre, diesen 
Vorfall nicht sofort der Polizei gemeldet hätte (vgl. staatsanwaltschaftliche act. 
6/10, S. 2, Frage 2 sowie act. 6/14, S. 8, Frage 10). Es sprengt überdies jegliches 
Vorstellungsvermögen, dass man sich nach einer solchen Extremsituation nach 
Hause begibt und sich ohne weiteres ruhig ins Bett schlafen legt (Einvernahme-
protokoll [act. F.4], S. 4, Frage 13). 

Letztlich erscheint auch das dem Berufungskläger vorgeworfene Verhalten mit 
dessen Persönlichkeit vereinbar. So ist besonders auffällig, dass bei der Polizei 

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insgesamt vier – vom Berufungskläger bestätigte – Vorfälle aktenkundig sind, bei 
denen der Berufungskläger Pfefferspray gegen Personen eingesetzt hat, weil er 
von diesen Personen nach eigener Darstellung angegriffen oder überfallen worden 
sein soll (staatsanwaltschaftliche act. 6/1, S. 5 f.; act. 6/10, S. 5, Frage 31 sowie 
S. 6, Frage 38). Immerhin erscheint es der Berufungsinstanz sonderbar, dass sich 
der Berufungskläger derart oft in Situationen wiederfindet, in denen er – ohne ei-
genes Zutun – in Notwehr Pfefferspray einsetzen musste. Zumindest lässt sich 
daraus eine gewisse Affinität zum Einsatz von Pfefferspray erkennen.

Der Berufungskläger argumentiert, für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spre-
che, dass er seine Verfehlungen bisher stets zugegeben und dafür die Verantwor-
tung übernommen hätte. Der Berufungskläger verkennt dabei, dass dieses Vor-
bringen einzig auf seine Glaubwürdigkeit abzielt, indessen keinerlei Rückschlüsse 
auf die Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage erlaubt (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E.2.4; BGE 128 I 81 E. 2). Seine 
konkreten Aussagen bezüglich der behaupteten Bedrohungslage sind aber – wie 
dargelegt – widersprüchlich, ungenau und wenig konstant und damit als nicht er-
lebnisbasiert einzustufen. 

Auch das berufungsklägerische Vorbringen, Y._____ habe ihn trotz dessen be-
haupteter Angst nach dem Vorfall mehrmals im Ausgang angesprochen, verfängt 
nicht (Berufungserklärung [act. A.2], S. 3, Ziff. 4). Das behauptete nachträgliche 
Verhalten von Y._____ ändert nämlich nichts daran, dass die Aussagen des Beru-
fungsklägers bezüglich der Bedrohungslage als nicht erlebnisbezogen zu qualifi-
zieren sind. Überdies steht dieses Verhalten auch in keinem Zusammenhang mit 
dem geschilderten Geschehensablauf kurz vor und während der Schussabgabe. 

Schliesslich ergibt sich aus den zahlreichen Verurteilungen auch, dass der Beru-
fungskläger durchaus ein Gewaltpotenzial hat, insbesondere dann, wenn er alko-
holisiert ist (vgl. die früheren Verurteilungen wie insbesondere das Urteil des Be-
zirksgerichts Inn vom 14. August 2002, gemäss welchem sich der Berufungskläger 
zahlreicher Körperverletzungen schuldig gemacht hat, indem er grundlos auf Men-
schen losgegangen ist, weil ihm das Aussehen oder die Art unsympathisch war 
[staatsanwaltschaftliches act. 14/5] oder das Urteil des Bezirksgerichts Inn vom 
10. August 2006, gemäss welchem er ohne Grund einen Futterstand angezündet 
hat [staatsanwaltschaftliches act. 14/10]). 

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei gegebener Ausgangslage die 
Täterschaft des Berufungsklägers alleine gestützt auf die Aussagen von Y._____ 

Seite  22 — 40

(Privatkläger) in strafprozessual genügender Art und Weise nachgewiesen werden 
kann. Zwar liegt es in der Natur der Sache, dass die Beweisführung gerade bei 
Vieraugendelikten hauptsächlich auf den Aussagen des Opfers basiert und die 
Richtigkeit seiner Aussagen selten durch objektive Beweise wie Drittaussagen 
oder Sachbeweise verifiziert werden können. Umso entscheidender für eine 
rechtsgenügende Sachverhaltserstellung und die Überprüfung des Wahrheitsge-
haltes der Opferaussagen sind dann aber die im Zusammenhang mit dem Tatge-
schehen beschriebenen Rahmenbedingungen sowie Begleitumstände einer Tat. 
Vorliegend weisen die Aussagen von Y._____ einen derart hohen Detaillierungs-
grad sowie die nötige Konstanz und Schlüssigkeit auf. Demgegenüber sind die 
Darstellungen des Berufungsklägers – insbesondere betreffend die behauptete 
Notwehrsituation – nicht glaubhaft. Seine Aussagen vermögen insbesondere auch 
aufgrund der vorstehend aufgezeigten Widersprüche, der inkonstanten Wiederga-
be sowie diverser unlogischer Momente nicht zu überzeugen und sind vielmehr als 
reine Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Demnach ist von der Darstellung von 
Y._____ auszugehen, wonach der Berufungskläger ohne ersichtlichen Grund mit 
der Pfefferspray Pistole (JPX Jet Protector) aus einer kurzen Distanz von ca. 30 
cm auf den Kopf von Y._____ geschossen hat (Einvernahmeprotokoll [act. F.3], S. 
3). Dadurch zog sich Y._____ eine Platzwunde an der Oberlippe zu. Unmittelbar 
nach der Tat traten aus Augen und Mund unkontrolliert Körperflüssigkeiten aus 
und auch die rechte Kopfseite sowie der rechte Halsbereich waren mit Pfeffer-
sprayrückständen kontaminiert (staatsanwaltschaftliches act. 6/1). 

7.1 In Art. 122 ff. StGB sind die Strafbestimmungen über die Körperverletzung 
geregelt. Nach der gesetzlichen Systematik bildet die einfache Körperverletzung 
(Art. 123 Abs. 1 StGB) den Grundtatbestand. Der Täter erfüllt den objektiven Tat-
bestand der einfachen Körperverletzung dadurch, dass er jemandem auf beliebige 
Weise eine Schädigung an Körper oder Gesundheit zufügt, die aber weder im 
Sinne von Art. 122 StGB schwer sein darf noch als Tätlichkeit nach Art. 126 StGB 
zu werten ist. Von einer Tätlichkeit ist auszugehen, wenn das allgemein übliche 
und gesellschaftlich geduldete Mass einer physischen Einwirkung auf einen Men-
schen überschritten wird, ohne dass dabei eine Schädigung des Körpers oder der 
Gesundheit bewirkt wird (BGE 117 IV 17 E. 2.bb). Eine einfache Körperverletzung 
im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB verlangt demgegenüber eine nicht mehr bloss 
harmlose Beeinträchtigung der körperlichen Integrität oder des gesundheitlichen 
Wohlbefindens (Andreas Roth/Anne Berkemeier, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 3 zu Art. 123 StGB). 
Dies ist immer dann der Fall, wenn innere oder äussere Verletzungen oder Schä-

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digungen zugefügt werden, die meistens eine gewisse Behandlungszeit erfordern 
und nicht in kürzester Zeit vorübergehen und ausheilen respektive nicht nur eine 
bloss vorübergehende harmlose Störung des Wohlbefindens zur Folge haben 
(Andreas Roth/Anne Berkemeier, a.a.O., N 4 zu Art. 123 StGB; Stefan Trech-
sel/Thomas Fingerhut, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar, Schweizeri-
sches Strafgesetzbuch, 2. Auflage, Zürich 2013, N 2 zu Art. 123 StGB m.w.H.). 
Art. 123 Ziff. 2 qualifiziert durch Verzicht auf das Antragserfordernis bei gleich 
bleibender Strafandrohung das besonders gefährliche oder verwerfliche Vorgehen 
insbesondere dann, wenn eine Waffe oder ein anderer gefährlicher Gegenstand 
gebraucht wird. Eine schwere Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB liegt demge-
genüber insbesondere dann vor, wenn ein wichtiges Organ eines Menschen ver-
stümmelt oder unbrauchbar gemacht wird. Die bleibende Entstellung des Gesichts 
muss dabei "arg" sein, was z.B. bei relativ unauffälligen Narben gut verheilter 
Schnittwunden nicht zutrifft (Stefan Trechsel/Thomas Fingerhut, a.a.O., N 8 zu Art. 
122 StGB). Als wichtige Organe gelten alle wesentliche Körperteile und Organe, 
wie insbesondere Schädel und das Auge (Andreas Roth/Anne Berkemeier, a.a.O., 
N 11 und 13 zu Art. 122 StGB). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wo-
bei Eventualvorsatz genügt. 

Hat der Täter alles getan, was nach seiner Vorstellung zur Erfüllung des Tatbe-
stands erforderlich war, ohne dieses Ziel erreicht zu haben, liegt vollendeter Ver-
such vor. Der Versuch ist strafbar, das Gericht kann die Strafe aber mildern 
(Art. 22 Abs. 1 StGB). 

7.2 Die Vorinstanz qualifizierte die Y._____ zugefügten Verletzungen zutreffend 
als einfache Körperverletzung. Einerseits können sie nicht mehr als reine Tätlich-
keit eingestuft werden. Unmittelbar nach der Attacke waren Augen und Mund von 
Gerardo stark gereizt, so dass unkontrolliert Körperflüssigkeiten ausgetreten sind. 
Y._____ litt dabei unter Schmerzen und war in seiner Bewegungsfreiheit stark 
eingeschränkt. Ferner erlitt er infolge des Strahldruckes eine Platzwunde an der 
Oberlippe. Y._____ gab weiter an, dass die Schmerzen ein halbes Jahr gedauert 
hätten und er heute noch Mühe mit seinen Augen hätte (Einvernahmeprotokoll 
[act. F.3], S. 2). Mithin führte die Verletzung zu einer längere Zeit dauernden und 
doch nicht minder erheblichen Beeinträchtigung seines Wohlbefindens. Anderer-
seits sind die eingetretenen Verletzungen aber nicht als dauernde, schwere ge-
sundheitliche Einschränkung i.S.v. Art. 122 StGB zu qualifizieren. Insbesondere 
die resultierende Platzwunde an der Oberlippe heilte in der Folge gut, ohne Kom-
plikationen und ohne sichtbare (entstellende) Vernarbungen zu hinterlassen (vgl. 
Einvernahmeprotokoll [act. F.3], S. 4). Zumindest konnte die I. Strafkammer des 

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Kantonsgerichts von Graubünden anlässlich der Einvernahme von Y._____ keine 
derartigen Vernarbungen oder ähnliches erkennen. 

Indessen kann von Glück gesprochen werden, dass Y._____ keine schwereren 
Verletzungen erlitten hat. Gemäss Hersteller handelt es sich bei der vom Beru-
fungskläger verwendeten Pfefferpistole, Typ JPX Jet Protector, um ein äusserst 
leistungsfähiges Gerät. Auf seiner Homepage führt der Hersteller denn auch die 
folgende Produktwarnung auf (vgl. staatsanwaltschaftliches act. 6/13, S. 7):

"Warning. Never discharge JPX at anyone's face or eyes from a distance of less 
than 5 feet. Due to the high velocity of the liquid spray jet discharged from both 
pepper spray canisters and training canisters, doing so may result in permanent 
blindness, death or other serious injury. The 5 feet minimum distance is measured 
from the end of the nozzle to the face of the assailant." 

Somit wird ausdrücklich ein minimaler Sicherheitsabstand von ca. 1.5 Meter 
(1 foot = 30.48 cm) empfohlen. Bei einer Schussabgabe auf das Gesicht oder die 
Augen in Unterschreitung dieses Sicherheitsabstandes muss folglich mit ernsthaf-
ten Verletzungsfolgen, wie z.B. Blindheit oder gar Todesfolge, gerechnet werden. 
Der Berufungskläger wusste um diese Eigenschaften der Pfefferpistole sowie den 
einzuhaltenden Sicherheitsabstand (staatsanwaltschaftliches act. 6/14, S. 9, Frage 
16). Dennoch schoss er Y._____ aus einer kurzen Distanz von ca. 30 cm gegen 
dessen Gesicht. Unbeachtlich erscheint die genaue Distanzangabe. Ob diese nun 
20 cm oder 30 cm betragen hat, ist unerheblich (vgl. E. 6.3), resultiert im Ergebnis 
doch eine massive Unterschreitung des vorgeschriebenen Mindestabstandes von 
1.5 Meter. Durch sein Verhalten nahm der Berufungskläger zumindest billigend 
schwere Verletzungen bei Y._____ in Kauf, wie namentlich den Verlust des Au-
genlichts, eines Auges oder gar schwerwiegende Entstellungen im Gesicht. Damit 
hat sich der Berufungskläger der versuchten schweren Körperverletzung gemäss 
Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Die versuchte (even-
tual-)vorsätzliche schwere Körperverletzung geht vorliegend, d.h. bei Wissen des 
Täters um die Gefährlichkeit seines Handelns, der vollendeten einfachen Körper-
verletzung vor (Andreas Roth/Anne Berkemeier, a.a.O., N 28 zu Art. 122 StGB mit 
Verweis auf das Urteil des Bundestrafgerichts 6B.954/2010 vom 10. März 2011).

8.1 Der Berufungskläger beruft sich im Zusammenhang mit der Schussabgabe 
auf Notwehr i.S.v. Art. 15 StGB. Er sei zur Schussabgabe gezwungen gewesen, 
weil ihn Y._____ mit einem Messer bedroht habe und von ihm Geld verlangt habe. 

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8.2 Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff be-
droht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den 
Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Angriff ist ein Ver-
halten, das auf Verletzung eines Rechtsgutes, wie z.B. Leib und Leben, gerichtet 
ist (Stefan Trechsel/Christopher Geth, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, 2. Auflage, Zürich 2013, 4 zu Art. 15 StGB). 

8.3 Aufgrund des vorstehend in E. 7.5 Gesagten ist der Sachverhalt hinsichtlich 
des behaupteten Angriffes durch Y._____ nicht erstellt, sondern vielmehr als reine 
Schutzbehauptung des Berufungsklägers zu qualifizieren. In Ermangelung eines 
bestehenden Angriffes bestand keine Notwehrsituation i.S.v. Art. 15 StGB und 
damit kein Rechtfertigungsgrund für die Tat. 

9. Unter Berücksichtigung der unangefochten gebliebenen vorinstanzlichen 
Schuldsprüchen ist der Berufungskläger somit schuldig der versuchten schweren 
Körperverletzung gemäss Art. 122 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, 
des mehrfachen falschen Alarms gemäss Art. 128bis StGB sowie der mehrfachen 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB.

10.1 Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger zu einer Gesamtfreiheits-
strafe von 15 Monaten, unter Anrechnung der Polizeihaft von einem Tag (ange-
fochtenes Urteil [B.1], Dispositivziffer 2). Als Einsatzstrafe setzte die Vorinstanz für 
die versuchte schwere Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von 7 ½ Monaten 
fest. Das Verschulden des Berufungsklägers wiege mittelschwer. Aufgrund der im 
mittleren Masse verminderten Schuldfähigkeit des Berufungsklägers wiege die 
subjektive Tatschwere mittelschwer. Als straferhöhend wertete die Vorinstanz das 
skrupellose Verhalten, das kaltblütige Vorgehen des Berufungsklägers und dass 
er ohne Anlass gehandelt habe. Da kein Erfolg eintrat, sei die Strafe leicht zu re-
duzieren (angefochtenes Urteil [act. B.1], , S. 18, E. 7. c/aa). Straferhöhend werte-
te die Vorinstanz im Weiteren die Begehung weiterer Straftaten. Das Verschulden 
im Zusammenhang mit dem mehrfachen Vergehen gegen das Waffengesetz sei 
unterschiedlich zu beurteilen. In Bezug auf das Tragen der Waffe wiege das Ver-
schulden leicht schwerer, als das Verschulden bezüglich der falschen Angaben 
auf dem Waffenkaufvertrag, das als leicht zu qualifizieren sei. Eine Erhöhung der 
Einsatzstrafe um einen Monat erscheine daher gerechtfertigt. Das Verschulden 
betreffend den mehrfachen falschen Alarm erscheine insgesamt als erheblich. 
Zwar wiege die falsche Alarmierung der Sanität in objektiver und subjektiver 
Tatschwere gering. Doch müsse die objektive Tatschwere der Bombendrohung 

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anlässlich des _____fests als äusserst schwer beurteilt werden, weshalb die Ein-
satzstrafe um fünf Monate zu erhöhen sei. Unter Berücksichtigung der im mittleren 
Masse verminderten Schuldfähigkeit sei das Verschulden von X._____ im Zu-
sammenhang mit der mehrfachen Sachbeschädigung als eher leicht zu beurteilen. 
Die Eintrittsstrafe sei daher um 1.5 Monate zu erhöhen (angefochtenes Urteil [act. 
B.1], S. 18, E. 7.c/cc).

10.2 Der Beschuldige beantragt, Ziffer 2 des angefochtenen Urteils aufzuheben 
und ihn mit einer Geldstrafe von maximal 310 Tagessätzen zu je CHF 30.00, be-
dingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren, zu bestrafen. Nach Wegfall 
der Bestrafung wegen versuchter schwerer Körperverletzung seien die mehrfa-
chen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz als schwerste Tat zu betrachten. 
Diese stünden in einem Gesamtzusammenhang, weshalb es bei der Strafzumes-
sung ausnahmsweise angebracht erscheine, für die mehrfache Tatbegehung eine 
Gesamtstrafe zu bilden. Diese ermittelte Gesamtstrafe sei alsdann als Einsatzstra-
fe einzusetzen und entsprechend der übrigen Straftaten zu erhöhen. Das Ver-
schulden wiege zwar nicht leicht. Doch müsse das Vorleben des Berufungsklägers 
und die Lebensumstände, die nicht ideal gewesen seien, berücksichtigt werden. 
Insbesondere seien die Geständnisse zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Als 
Einsatzstrafe erscheine eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen angemessen, für 
das mehrfache Auslösen von falschem Alarm eine solche von 120 Tagessätzen 
und für die mehrfache Sachbeschädigung erscheine, infolge der verminderten 
Schuldfähigkeit, eine Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen als angebracht. Eine 
Gesamtstrafe in Höhe von 310 Tagessätzen sei schuldangemessen. 

11. Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-
fenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 
vermeiden (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von 
ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 
gegen sie und damit seine Schuld (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; Stefan Trech-
sel/Heidi Affolter-Eijsten, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N. 21 zu Art. 47 StGB; Hans Wi-
prächtiger/Stefan Keller, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-
recht I, 3. Aufl., Basel 2013, N. 117 zu Art. 47 StGB [zit. Basler Kommentar zum 

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StGB I]). Die Strafe muss sich grundsätzlich auf die Schuld beziehen. Das Ver-
schulden soll die Strafe begründen und nach oben begrenzen, wobei Verschulden 
im Sinne dieser Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs ist 
(vgl. Hans Wiprächtiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., 
N. 14 zu Art. 47 StGB).

Für die Bemessung der Höhe der Strafe hat das Gericht das Vorliegen von Straf-
milderungs-, Strafschärfungs-, Strafminderungs- und Straferhöhungsgründe zu 
prüfen. Strafmilderungsgründe im Sinne von Art. 48 StGB und der Strafschär-
fungsgrund der Konkurrenz gemäss Art. 49 StGB können zu einer Erweiterung 
des Strafrahmens nach unten oder oben führen. Strafminderungs- und Strafer-
höhungsgründe sind hingegen Kriterien, die innerhalb des ordentlichen Strafrah-
mens im Rahmen der Strafzumessung nach Art. 47 StGB zu berücksichtigen sind 
(vgl. Christian Schwarzenegger/Markus Hug/Daniel Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl., 
Zürich 2007, S. 58). Es liegt im Ermessen des Sachrichters, in welchem Umfang 
er die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Er ist dabei nicht 
gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie die einzelnen Strafzumes-
sungskriterien berücksichtigt werden (BGE 136 IV 55 E. 5.6 m.w.H.). Spricht das 
Gesetz in einem verschuldensrelevanten Zusammenhang von Strafmilderung bzw. 
Strafminderung, bedeutet dies, dass die Strafe aufgrund des geringeren Verschul-
dens tiefer auszufallen hat, als wenn keiner dieser Gründe vorläge. Es geht dabei 
nicht um eine Herabsetzung der Strafe als solche, sondern um eine Reduktion des 
Verschuldens, das auf der anderen Seite durch Umstände, welche das Tatver-
schulden erhöhen, wieder ausgeglichen werden kann (vgl. zum Ganzen BGE 136 
IV 55 E. 5.5 ff.). 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das ge-
setzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Bei der Bil-
dung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB hat der Richter in einem ersten 
Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die 
Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmin-
dernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Als schwerste 
Straftat gilt die mit dem (abstrakt) schärfsten Strafrahmen bedrohte Tat (BGE 138 
IV 120 E. 5.2; BGE 116 IV 300). In einem zweiten Schritt hat er diese Einsatzstra-
fe unter Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips 
angemessen zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen 

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Umständen Rechnung zu tragen hat (BGE 127 IV 101 E. 2b mit Hinweis; Urteil 
6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 137 
IV 57). Dabei ist nicht zwingend anzugeben, wie hoch die Strafe für das Delikt, 
welches zur Erhöhung der Einsatzstrafe führt, bei getrennter Beurteilung ausfallen 
würde (Urteil des Bundesgerichts 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3.2). 
Indessen greift Art. 49 Abs. 1 StGB aber nur dann, wenn das Gericht im konkreten 
Fall für die einzelnen Normverstösse die gleichen Strafarten ausfällen würde. Es 
genügt dabei nicht, auf die abstrakt angedrohten Strafarten abzustellen (vgl. 
BGE 138 IV 120). Bei ungleichartigen Strafen kommen die Regeln von Art. 49 
Abs. 1 StGB nicht zur Anwendung (vgl. Jürg-Beat Ackermann, a.a.O., N. 87, 89 
und 90 zu Art 49 StGB). In einem solchen Fall müssen die Strafen kumulativ aus-
gefällt werden (vgl. Jürg-Beat Ackermann, a.a.O., N. 92 zu Art. 49 StGB). 

12.1 Die versuchte schwere Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB erweist sich 
vorliegend aufgrund ihres abstrakten Strafrahmens (Freiheitsstrafe bis zu zehn 
Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen) als schwerste Straftat. Die 
versuchte schwere Körperverletzung bildet somit Ausgangspunkt der Strafzumes-
sung. Der Versuch sowie die verminderte Schuldfähigkeit führen zu einer Milde-
rung der Strafe (vgl. Art. 19 Abs. 2 StGB; vgl. Art. 48a Abs. 1 StGB). 

Für die Beurteilung der objektiven Tatschwere ist im Wesentlichen auf die Art und 
Weise des Tatvorgehens abzustellen. Der Berufungskläger schoss Y._____ mit 
einer sehr leistungsfähigen Pfefferpistole aus kürzester Distanz unvermittelt, 
grund- und kommentarlos ins Gesicht. Dies, nachdem er sich Y._____ von hinten 
angenähert hatte. Y._____ war ob diesem schnellen und unvermittelten Vorgehen 
völlig überrascht und nicht im Stande, den Angriff abzuwehren, geschweige denn 
diesem auszuweichen. Das Verhalten des Berufungsklägers zeugt von grosser 
Skrupellosigkeit und erscheint besonders verwerflich. 

Die Schussabgabe führte zwar objektiv nicht zu "schweren" Verletzungen, doch 
war die Wahrscheinlichkeit entsprechend schwerer Verletzungen gross und deren 
Nichteintritt aufgrund der kurzen Schussdistanz dem Glück und Zufall geschuldet. 
Objektiv betrachtet war die Tat extrem gefährlich, was dem Berufungskläger, der 
über die möglichen Folgen einer Schussabgabe aus unter 1.5 Meter informiert 
war, bewusst war. Der Umstand, dass der Berufungskläger lediglich wegen ver-
suchter schwerer Körperverletzung verurteilt wird, führt nicht dazu, von Anfang an 
eine geringere Tatschwere anzunehmen (vgl. Hans Mathys, Leitfaden Strafzu-
messung, Basel 2016, N 90). Die psychischen Auswirkungen auf das Opfer waren 
und sind ebenfalls gravierend. Y._____ hatte Todesangst und leidet heute noch 

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unter den anhaltenden Auswirkungen des Vorfalls. Erheblich ins Gewicht fällt so-
dann auch, dass der Berufungskläger ohne erkennbaren Grund gehandelt hat. Vor 
diesem Hintergrund ist die objektive Tatschwere im mittleren Bereich anzusetzen. 

Hinsichtlich der Beurteilung der subjektiven Tatschwere ist auf das psychiatrische 
Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden abzustellen. Gemäss diesem 
habe es sich beim fraglichen Delikt um eine Impulshandlung gehandelt. Obwohl 
aufgrund der Persönlichkeitsstörung und der tatzeitaktuellen Alkoholisierung nicht 
zu erkennen sei, dass die Einsicht des Berufungsklägers in das Unrecht seines 
Handelns vermindert war, sei vor dem Hintergrund der Art und Kombination der 
Störungen von einer Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit zu sprechen, so-
dass von einer im mittleren Masse verminderten Schuldfähigkeit gesprochen wer-
den könne (staatsanwaltschaftliches act. 2/15, S. 72 f. [insb. S. 78, Frage 5.2.2]). 
Der Sachrichter hat das Gutachten rechtlich zu würdigen. Er ist diesbezüglich frei 
und nicht an die Schlussfolgerungen des Gutachten gebunden (BGE 136 IV 55 E. 
5.6 mit Hinweis auf BGE 129 I 49 E. 4 und BGE 113 IV 1 E. 3 und Felix Bom-
mer/Volker Dittmann, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht 
I, 3. Auflage, Basel 2013 N 35 zu Art. 20 StGB). Insbesondere hat er auch die Ur-
sachen einer verminderten Schuldfähigkeit zu gewichten. Die Schlussfolgerungen 
des Gutachtens erweisen sich als plausibel. Es fehlen Indizien, die Zweifel an den 
Schlussfolgerungen des Gutachtens begründen würden. Es ist somit hinsichtlich 
der versuchten schweren Körperverletzung von einer im mittleren Mass vermin-
derten Schuldfähigkeit auszugehen, welche das subjektive Tatverschulden min-
dert. Zu berücksichtigen ist weiter, dass der nur eventualiter auf die Tatbestands-
verwirklichung gerichtete Wille des Berufungsklägers unter dem Gesichtspunkt 
des Verschuldens gegenüber dem direkt auf die Rechtsgutsverletzung gerichteten 
Willen weniger schwer wiegt. Das Verschulden ist insgesamt im mittleren Bereich 
festzusetzen. 

Bei Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB ist die Strafe zwingend zu reduzieren 
(BGE 121 IV 49 E. 1). Vorliegend rechtfertigt sich aber lediglich eine geringe bis 
mittlere Reduktion der Strafe, war doch die Wahrscheinlichkeit des Verlusts eines 
Auges, bzw. des Augenlichts, oder gar von Gesichtsentstellungen sehr gross. 
Weiter gilt es die Täterkomponente zu würdigen. Der Berufungskläger zeigte sich 
hinsichtlich des vorliegenden Tatvorwurfes weder geständig noch einsichtig, was 
sich nicht straferhöhend auswirkt. Indessen wirkt sich leicht straferhöhend aus, 
dass er die Schuld gänzlich dem Opfer zuschob, indem er behauptete, von diesem 
bedroht worden zu sein. Der Hinweis des Berufungsklägers auf seine schwere 
Jugend ist vorliegend nicht relevant, fand dieser Aspekt doch schon im psychiatri-

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schen Gutachten Beachtung (Hans Mathys, a.a.O., N 285). Zu Gute zu halten ist 
ihm schliesslich, dass er sich im späteren Verlauf des Strafverfahrens – seit Sep-
tember 2015 – wohl verhalten hat. Auch zeigte der Berufungskläger seinen guten 
Willen, seine Lebensumstände positiv zu ändern und begab sich in eine Therapie, 
die nach einem Unterbruch wohl fortgesetzt zu werden scheint (vgl. Einvernahme-
protokoll [act. F.4], S. 2, Frage 4). Diese Aspekte wirken sich spürbar strafmin-
dernd aus. Vor diesem Hintergrund ist die Einsatzstrafe auf 14 Monate festzule-
gen.

Für die Wahl der Strafart sind die gleichen Kriterien heranzuziehen wie für die 
Wahl des Strafmasses, also die Kriterien, die sich aus Art. 47 StGB herleiten las-
sen, namentlich das Gewicht der Tat und das Verschulden. Die Bestimmung des 
Strafmasses und die Wahl der Strafart lassen sich nicht trennen, sondern beein-
flussen sich gegenseitig. Dem Richter steht damit ein weites Ermessen zu (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 4.2.2). Bei der Wahl 
ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre 
Auswirkung auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz 
zu berücksichtigen. Aus obgenannten Ausführungen geht hervor, dass das Ver-
schulden mittelschwer wiegt. Insbesondere aufgrund der objektiven Tatschwere 
und der Tatsache, dass der Berufungskläger trotz mehrfachen Vorstrafen die Tat 
beging, ist eine Geldstrafe nicht zweckmässig. Es ist folglich eine Freiheitsstrafe 
auszusprechen (Art. 40 StGB). 

12.2 Der Strafrahmen für die mehrfachen Vergehen gegen das Waffengesetz 
(vgl. angefochtenes Urteil [B.1], E. 3) beträgt bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder 
Geldstrafe. 

12.3 Das Verschulden im Zusammenhang mit dem Vergehen gegen das Waf-
fengesetz (angefochtenes Urteil [B.1], E. 3) ist unterschiedlich zu beurteilen. Die 
objektive Tatschwere und das subjektive Verschulden wiegen bei den falschen 
Angaben auf dem Waffenkaufvertrag leicht. Der Berufungskläger scheint eine ge-
wisse Affinität für Waffen zu besitzen, pflegt diese und bewahrt diese fein säuber-
lich und systematisch auf. In Bezug auf das Tragen der Waffe ohne Waffentrag-
bewilligung wiegt das Verschulden doch schwerer. Der Berufungskläger nahm die 
Waffe – nach eigenen Aussagen – zum eigenen Schutz mit, da er in der Vergan-
genheit nachts in der Stadt öfters Probleme gehabt habe. Beide Widerhandlungen 
gegen das Waffengesetz stehen indessen in einem derart engen Zusammenhang, 
dass sich hinsichtlich der Strafzumessung eine Gesamtbetrachtung des Verschul-
dens rechtfertigt, zumal das Verschulden im Zusammenhang mit den Falschanga-

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ben auf dem Waffenkaufvertrag im Vergleich zum Tragen der Waffe ohne Waffen-
tragbewilligung nur von sehr untergeordneter Bedeutung ist. 

Weder positiv noch negativ sind die mehreren aktenkundigen Vorfälle zu berück-
sichtigen, in denen der Berufungskläger Pfefferspray gegen Personen eingesetzt 
hat. Der Gutachter attestiert dem Berufungskläger für dieses Delikt keine Ein-
schränkung der Schuldfähigkeit. Da der Berufungskläger bereits mehrfach wegen 
Vergehen gegen das Waffengesetz verurteilt worden war, erscheint lediglich eine 
freiheitsentziehende Massnahme als zweckmässige Sanktion für seine erneute 
Delinquenz.

Im Rahmen der Gesamtbetrachtung ist das Verschulden als mittelschwer zu quali-
fizieren und für beide Delikte eine hypothetische Freiheitsstrafe von 3 Monaten 
auszusprechen. Vor diesem Hintergrund ist die Erhöhung der Einsatzstrafe um 1 
Monat gerechtfertigt.

12.4 Zwischen dem falschen Alarm vom 12. Januar 2015 und dem falschen 
Alarm vom 22. August 2015 besteht weder ein sachlicher noch zeitlicher Zusam-
menhang (vgl. angefochtenes Urteil [act. B.1], E. 4), sodass sie in Bezug auf die 
Strafzumessung getrennt zu beurteilen sind. Die Geldstrafe stellt im Bereich der 
leichteren und mittleren Kriminalität die Hauptsanktion dar (vgl. BGE 134 IV 97 
E. 4.2.1). Die objektive Tatschwere sowie das subjektive Verschulden bezüglich 
des falschen Alarms vom 12. Januar 2015 wiegen derart leicht, dass die Ausfäl-
lung einer Freiheitsstrafe unverhältnismässig erschiene (vgl. Hans Wiprächti-
ger/Stefan Keller, a.a.O., N 34 zu Art. 47 StGB; vgl. nachfolgend E 14.3). Davon 
abweichend ist die Bombendrohung vom 22. August 2015 anlässlich des 
_____fests zu beurteilen. Die objektive Tatschwere ist im oberen Bereich festzu-
setzen. Der Berufungskläger plante die Tat genau und ist auch bei deren Aus-
führung planmässig vorgegangen. Er hat sich Einweghandschuhe besorgt und 
reinigte das Münzgeld, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Es ist dem Zufall 
zu verdanken, dass das Sicherheitsdispositiv aufgrund eines aufmerksamen Poli-
zisten, welcher die Stimme des Berufungsklägers erkannte, nicht eingeleitet wur-
de. Andernfalls durchaus – im Rahmen einer Evakuation des _____platzes – mit 
einer Massenpanik mit möglichen Verletzten oder Toten zu rechnen gewesen wä-
re, zumal die Bevölkerung zum damaligen Zeitpunkt infolge verschiedener An-
schläge im Ausland für diese Thematik sensibilisiert war. Durch die Bombendro-
hung war – wäre diese denn ernst genommen worden – mit dem Einsatz eines 
erheblichen Sicherheitsdispositivs zu rechnen gewesen. Durch die Bindung ent-

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sprechend vieler Ressourcen hätte das Sicherheits- und Rettungspersonal an-
dernorts gefehlt. Das abstrakte Gefährdungspotenzial war mithin erheblich. 

Das subjektive Tatverschulden wiegt mittelschwer. Insbesondere das Tatmotiv 
erweist sich als verwerflich. Der Berufungskläger handelte aus reiner Missgunst 
und Frustration. Ihm sei die Teilnahme am Fest aufgrund finanzieller Engpässe 
vergönnt gewesen. Da er sich am Lärm des Festes gestört habe und überdies den 
Festteilnehmenden den Spass nicht habe gönnen wollen, habe er den falschen 
Alarm abgesetzt. Der Gutachter attestiert dem Berufungskläger für die Tat eine 
volle Schuldfähigkeit. Das Tatverschulden ist somit insgesamt als mittelschwer zu 
beurteilen. 

Zwar war der Berufungskläger von Anfang an geständig, doch führt er seine Tat 
auf externe Faktoren und den Alkoholkonsum zurück. Er zeigte weder Reue noch 
Einsicht, weswegen auch sein Geständnis keinen Einfluss auf die Strafhöhe zei-
tigt. Die schwere Jugend des Beschuldigten wirkt sich geringfügig zu seinen Guns-
ten auf die Sanktion aus. Der Berufungskläger ist mehrfach und einschlägig vor-
bestraft. Vor dem Hintergrund des Gesagten wäre eine hypothetische Freiheits-
strafe von 6 Monaten schuldangemessen. Die Erhöhung der Einsatzstrafe um 2 
Monate erscheint daher gerechtfertigt.

13.1 Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. 
Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip 
nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Geld- und 
Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. 
Die noch nicht berücksichtigten Delikte (Art. 128bis StGB für den falschen Alarm 
vom 12. Januar 2015 sowie Art. 144 Abs. 1 StGB) stellen allesamt Vergehen dar, 
welche sowohl Freiheits- als auch Geldstrafe androhen. In Anbetracht der Schwe-
re der Taten wäre von einer Strafe von jedenfalls unter einem Jahr auszugehen. In 
diesem Bereich sieht das Gesetz sowohl Freiheits- als auch Gelstrafe vor (vgl. Art. 
34 Abs. 1 und Art. 40 Satz 1 StGB). Im Vordergrund steht dabei die Geldstrafe. 
Das ergibt sich aus dem Prinzip der Verhältnismässigkeit, wonach bei alternativ 
zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden soll, 
die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn 
am wenigsten hart trifft. Für die vom Berufungskläger begangenen Vergehen ist 
demnach eine (Gesamt-) Geldstrafe auszusprechen. Die Bildung einer Gesamt-
freiheitsstrafe durch Asperation der für die versuchte schwere Körperverletzung 
ermittelten Einsatzstrafe ist damit ausgeschlossen.

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13.2 Zur Bildung der Gesamtstrafe ist zunächst vom Strafrahmen auszugehen, 
der für die schwerste Tat vorgesehen ist. Als schwerste Tat gilt jene, die mit dem 
schärfsten Strafrahmen (abstrakt) bedroht ist. Massgebend für die Bestimmung ist 
in erster Linie die Deliktsart (d.h. Verbrechen, Vergehen, Übertretung), in zweiter 
Linie das Höchststrafmass und in dritter Linie das höchste Mindeststrafmass. Die 
nachfolgend zu bewertenden Straftaten sind hinsichtlich der genannten Kriterien 
identisch. Sie weisen denselben abstrakten Strafrahmen, Freiheitsstrafe bis zu 
drei Jahren oder Geldstrafe, auf. Folglich ist auf diesen Strafrahmen abzustellen 
(vgl. Jürg-Beat Ackermann, a.a.O., N 116 zu Art. 49 StGB). 

13.3 Die objektive Tatschwere hinsichtlich des falschen Alarms vom 12. Januar 
2015 ist im unteren Bereich anzusiedeln. Die Tathandlung geschah ungeplant und 
spontan aus der Situation heraus. Der der Notrufzentrale geschilderte falsche 
Alarmgrund, eine psychisch angeschlagene Person wolle in die Psychiatrie ein-
gewiesen werden, ist zudem nicht derart gravierend, so dass mit dem Einsatz ei-
nes grosses Sicherheits- oder Sanitätsdispositiv zu rechnen war. Mithin kann von 
einer relativ geringen abstrakten Gefährdung übriger wirklich notbedürftiger Per-
sonen ausgegangen werden, denen aufgrund des falschen Alarms nicht hätte ge-
holfen werden können. Aufgrund des falschen Alarms wurde nämlich lediglich ein 
Krankenwagen abgeordert. Weitere Rettungsressourcen wurden nicht gebunden. 

Das subjektive Tatverschulden ist im geringen bis mittleren Bereich festzulegen. 
Erschwerend ist die Tatsache zu berücksichtigen, dass sich der Berufungskläger 
aus reinem "Jux" zur Tathandlung hinreissen liess. Insgesamt ist das Verschulden 
aber als leicht zu qualifizieren. Der Berufungskläger war bezüglich dieses Delikts 
von Anfang an geständig, was die Strafverfolgung erleichterte. Vor der Berufungs-
instanz zeigte er sich zudem einsichtig (vgl. Einvernahmeprotokoll [act. F.4], S. 5 
Frage 1). Die schwere Jugend wirkt sich leicht strafmindernd aus. Die Strafe ist 
folglich zu reduzieren. 15 Tagessätze erscheinen verschuldensangemessen (Art. 
34 Abs. 1 StGB). Die Höhe des Tagessatzes bestimmt sich nach den persönlichen 
und wirtschaftlichen Verhältnissen zum Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 
StGB). Der Tagessatz für Verurteilte, die nahe am oder unter dem Existenzmini-
mum leben, ist in dem Masse herabzusetzen, dass einerseits die Ernsthaftigkeit 
der Sanktion durch den Eingriff in die gewohnte Lebensführung erkennbar ist und 
andererseits der Eingriff nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen 
als zumutbar erscheint (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Der Berufungskläger lebt von 
Sozialhilfe, verfügt über kein Vermögen und keine anderweitigen Einkünfte. 
Gemäss eigener Auskunft würde ihm von seinem Beistand ein Wochengeld in 
Höhe von CHF 180.00 ausbezahlt. Die Wohnungsmiete sowie Krankenkasse wür-

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den direkt vom Beistand bezahlt. Vor diesem Hintergrund ist die Tagessatzhöhe 
auf CHF 30.00 festzusetzen. Die Einsatzstrafe beträgt folglich 15 Tagessätze à 
CHF 30.00.

13.4 Straferhöhend wirkt sich die Verurteilung wegen mehrfacher Sachbeschä-
digung aus. Das Verschulden des Berufungsklägers im Zusammenhang mit der 
mehrfachen Sachbeschädigung ist als eher leicht zu beurteilen. Der entstandene 
Sachschaden von CHF 3'550.00 ist zwar nicht unerheblich, aber auch nicht be-
sonders gross. Erschwerend tritt indessen hinzu, dass der Berufungskläger ohne 
rechtfertigenden Anlass einzig aus Frustration heraus gehandelt hat und dabei das 
Eigentum von Dritten beschädigt hat. Dieses grundsätzlich mittelschwere Ver-
schulden ist angesichts der im mittleren Masse verminderten Schuldfähigkeit auf 
ein leichtes Verschulden zu mindern. Wiederum gilt es sein Wohlverhalten seit 
dem 15. September 2015 strafmindernd zu berücksichtigen. Die Einsatzstrafe ist 
zu erhöhen. Eine Erhöhung der Anzahl Tagessätze um 25 erscheint verschulden-
sangemessen. 

13.5 Vor dem Hintergrund des Gesagten ist die Geldstrafe für den falschen 
Alarm vom 12. Januar 2015 und für die mehrfache Sachbeschädigung auf 40 Ta-
gessätze à CHF 30.00 festzusetzen. 

14. Insgesamt wäre der Berufungskläger vorliegend somit mit einer Gesamt-
freiheitsstrafe von 17 Monaten kumuliert mit einer Gesamtgeldstrafe von 40 Ta-
gessätzen à CHF 30.00 zu verurteilen. Die Berufungsinstanz ist aber, weil das 
Rechtsmittel ausschliesslich zugunsten des Berufungsklägers erhoben wurde, an 
das vorinstanzliche Strafmass gebunden (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO; Verbot der 
"reformatio in peius"). Es bleibt folglich bei der von der Vorinstanz ausgesproche-
nen Strafe (Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten). 

15.1. Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Täter der bedingte Strafvollzug 
gewährt werden kann (vgl. BGE 143 IV 1 E. 4.2.2). Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB 
schiebt das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe in der Regel auf, wenn eine 
unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung wei-
terer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die Ge-
währung des bedingten Strafaufschubs setzt mit anderen Worten nicht die positive 
Erwartung voraus, der Täter werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwe-
senheit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb 
die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen wer-

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den darf. Er hat im breiten Mittelfeld der Ungewissheit den Vorrang (BGE 134 IV 1 
E 4.2.2).

15.2 Der Berufungskläger weist darauf hin, dass ihm trotz der behaupteten un-
günstigen Prognose der bedingte Strafvollzug zu gewähren sei. Seit dem 1. Okto-
ber 2016 wohne er nun in einer neuen Wohnung. In dem "Loch", in dem er bislang 
gewohnt habe, hätte er kaum Tageslicht gesehen. Durch den Wegzug habe er an 
Lebensqualität dazugewonnen und gehe kaum mehr in den Ausgang (vgl. Ein-
vernahmeprotokoll [act. F.4], S. 2, Frage 1; Plädoyer [act. D.16], S. 3, Ziff. 4). 
Ebenfalls sei er in psychologischer Behandlung.

15.3 Der Berufungskläger ist mehrfach einschlägig vorbestraft (vgl. staatsan-
waltschaftliches act. 2/1). Es liegen zwar mehrere Jahre zwischen diesen Vorstra-
fen und der erneuten Straffälligkeit, der Berufungskläger zeigte indessen sein alt-
bekanntes Verhaltensmuster und delinquierte in hoher Intensität mehrmals trotz 
laufendem Strafverfahren. Er zeigte sich sodann während laufendem Strafverfah-
ren nur bedingt einsichtig und ihm fehlt im Hauptanklagepunkt jegliche Einsicht in 
das von ihm begangene Unrecht. Auch betreffend einzelner weiterer Anklage-
punkte war der Berufungskläger anfänglich nicht geständig und musste mit den 
gegen ihn vorhandenen Beweisen konfrontiert werden, um das Tatverhalten zuzu-
geben. Das Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 27. Mai 
2016 attestiert dem Berufungskläger ein sehr hohes Rückfallrisiko für ähnlich ge-
lagerte Delikte. Sehr ungünstig gewichtet das Gutachten sodann, dass das delikti-
sche Verhalten wie eingeschliffen erscheint und die vielen unterschiedlichen Delik-
te eng an den Lebensstil angeknüpft wirken. Das Gutachten erkennt zudem die 
vorhandene dissoziale Persönlichkeitsstörungen und den Alkoholkonsum als be-
lastend. Insbesondere negativ wirke sich auch die nur ansatzweise vorhandene 
Einsicht in die Alkoholkrankheit aus. Diese Uneinsichtigkeit trat auch anlässlich 
der Einvernahme vor der Berufungsinstanz in Erscheinung. So gab der Beru-
fungskläger anlässlich seiner Einvernahme vor der Berufungsinstanz an, seit ei-
nem Monat keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken zu haben, um nebenbei zu 
erwähnen, dass er am Vorabend der Gerichtsverhandlung etwas getrunken habe 
und ab und zu seine "Bierchen" zu trinken (Einvernahmeprotokoll [act. F.4], S. 2, 
Fragen 1, 2 und 3). Überdies besteht gemäss Gutachten kein sozialer Empfangs-
raum für den Berufungskläger, was sich auf die Prognose ungünstig auswirkt (vgl. 
staatsanwaltschaftliches act. 2/15, S. 73). Es fehlen somit irgendwelche Indizien, 
die Zweifel an den Schlussfolgerungen des Gutachtens begründen würden. Damit 
liegt kein Grund vor, von den plausiblen und nachvollziehbaren Schlussfolgerun-
gen abzuweichen. 

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Nachdem das Gutachten in der vormaligen Wohnsituation des Berufungsklägers 
keinen Grund für sein strafbares Verhalten feststellte, darf – entgegen dem beru-
fungsklägerischen Vorbringen – ausgeschlossen werden, dass der Wohnungs-
wechsel als solcher zu einer verbesserten Prognose führen würde. 

Vor dem Hintergrund des Gesagten ist dem Beschuldigten eine ungünstige Rück-
fallprognose zu stellen, so dass die ausgesprochene Freiheitsstrafe von 15 Mona-
ten zu vollziehen ist. Die erstandene Polizeihaft ist in Anwendung von 
Art. 51 StGB anzurechnen. 

16. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Berufungskläger – unter 
Berücksichtigung der unangefochten gebliebenen vorinstanzlichen Schuld-
sprüchen – der versuchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 Abs. 2 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffenge-
setz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, des mehrfachen falschen Alarms gemäss 
Art. 128bis StGB, sowie der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 
1 StGB schuldig gemacht hat. Hierfür wäre er mit einer Freiheitsstrafe von 17 Mo-
naten sowie einer Geldstrafe mit 40 Tagessätzen à CHF 30.00 zu bestrafen. Infol-
ge des Verschlechterungsverbotes bleibt es aber bei der von der Vorinstanz aus-
gesprochenen Strafe (Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten). Aufgrund der un-
günstigen Prognose ist die Strafe zu vollziehen, wobei die Polizeihaft von einem 
Tag anzurechnen ist. Der Berufungskläger ist mit seinen Anträgen nicht durchge-
drungen. Damit erweist sich seine Berufung als unbegründet und ist abzuweisen.

17. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfah-
renskosten, wenn sie verurteilt wird. Da vorliegend der Schuld- und Strafspruch 
der Vorinstanz nicht zu beanstanden ist, wurden dem Berufungsklägern im ange-
fochtenen Urteil die Verfahrenskosten zu Recht auferlegt.

18.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen gemäss Art. 428 Abs. 1 
StPO die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Da der 
Berufungskläger mit seinen Begehren vollständig unterlegen ist, gehen auch die 
Kosten des Berufungsverfahrens, welche auf CHF 4'000.00 festgelegt werden 
(vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 
350.210]), zu seinen Lasten.

18.2 Gleiches gilt mit Bezug auf die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche 
als Auslagen ebenfalls Teil der Verfahrenskosten bilden (Art. 422 Abs. 1 und 422 
Abs. 2 lit. a StPO). Demzufolge hat der Berufungskläger auch die Kosten seiner 
amtlichen Verteidigung zu tragen, wobei sie vorerst zu Lasten des Kantons 

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Graubünden gehen und aus der Gerichtskasse zu bezahlen sind. Sobald es die 
wirtschaftlichen Verhältnisse des Berufungsklägers gestatten, ist er verpflichtet, 
diese Kosten dem Kanton zurückzuzahlen (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO).

Der amtliche Verteidiger des Berufungsklägers reichte keine schriftliche Honorar-
note ein. Anlässlich der Hauptverhandlung machte er indessen einen Stunden-
aufwand von 10 Stunden zum gesetzlichen Tarif geltend. Dieser Stundenaufwand 
erscheint angesichts der sich stellenden Rechts- und Sachverhaltsfragen ange-
messen. In Anwendung von Art. 5 Abs. 1 HV wird die Entschädigung für die amtli-
che Verteidigung auf CHF 2'224.80 (bestehend aus 10 Stunden à CHF 200.00, 
zzgl. 3% Spesenersatz und 8% Mehrwertsteuer) festgesetzt. 

Da der Berufungskläger zur Tragung der Verfahrenskosten verurteilt wurde (vgl. 
E. 18.1), ist er, sobald es ihm seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, ver-
pflichtet, seinem Verteidiger die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO). Mangels einer 
ins Recht gelegten Honorarvereinbarung wird der zu entschädigende (durch-
schnittliche) Stundenansatz von Rechtsanwalt Andri Hotz auf CHF 240.00 festge-
setzt. Mithin resultiert eine zum vollen Honorar von total CHF 2'565.80 (bestehend 
aus 10h à CHF 240.00, zzgl. 3% Spesen und 8 % Mehrwertsteuer) zu entschädi-
gende Differenz von CHF 432.00.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 
8. Dezember 2016 in den folgenden Punkten nicht angefochten wurde und 
damit in Rechtskraft erwachsen ist:

Ziffer 3. Für X._____ wird zudem eine ambulante Massnahme in Form 
einer therapeutischen Begleitung zur Behandlung seiner Per-
sönlichkeitsstörung und Suchtproblematik angeordnet.

Ziffer 4. Der beschlagnahmte Jet Protector JPX LII852 mit Kartusche 
und Holster (Pos. Nr. 2, GR 2014 11 149, act. 11.2) sowie die 
weiteren sieben Kartuschen (Pos. Nr. 3, GR 2014 11 149; act. 
11.2) werden gestützt auf Art. 69 StGB gerichtlich eingezogen 
und sind zu vernichten.

Ziffer 5. a) Die Zivilklage von Y._____ gegen X._____ wird auf den Zivil-
weg verwiesen.

b) Die Zivilklage von F._____ gegen X._____ über CHF 3'564.00 
wird im Umfang von CHF 388.80 infolge Teilanerkennung ab-
geschrieben. Im Übrigen wird X._____ verpflichtet, F._____ 
den Betrag von CHF 3'175.20 zu bezahlen. 

Ziffer 7. X._____ wird verpflichtet, F._____ mit CHF 250.00 zu ent-
schädigen. 

2. Die Berufung wird abgewiesen. Der angefochtene Entscheid wird unter 
Vorbehalt der vorstehenden Ziffer 1. durch das nachfolgende Urteil ersetzt. 

3. X._____ ist schuldig:

- der versuchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 Abs. 2 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss 
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG,

- des mehrfachen falschen Alarms gemäss Art. 128bis StGB, sowie

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB.

4. Dafür wird X._____ mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten bestraft, unter 
Anrechnung der Polizeihaft von einem Tag.

5. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 21'484.60 (Untersuchungsgebühren 
und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 17'884.60, Ge-
richtsgebühren CHF 3'600.00) gehen zu Lasten von X._____.

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b) Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft von 
CHF 180.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. X._____ hat sich 
daran nach Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen.

6. a) Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Andri Hotz wird für das erst-
instanzliche Verfahren mit CHF 7'500.00 (pauschal; inkl. Barauslagen und 
MwSt.) entschädigt. Diese Entschädigung der amtlichen Verteidigung geht 
zu Lasten des Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse be-
zahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von X._____ gemäss 
Art. 135 Abs. 4 StPO.

b) X._____ wird gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO verpflichtet, der amtlichen 
Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem 
vollen Honorar, mithin CHF 1'497.10, zu erstatten, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben. 

7. Die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 ge-
hen zu Lasten von X._____. 

8. a) Rechtsanwalt MLaw Andri Hotz wird als amtlicher Verteidiger für das Beru-
fungsverfahren zu Lasten des Kantons Graubünden mit to