# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd8b5d90-d0f5-5800-804c-ad62eb452176
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.11.2023 SB220287
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220287_2023-11-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220287-O/U/cs

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichterin lic. iur. Ohn-

jec und Oberrichter lic. iur. Castrovilli sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Brülisauer

Urteil vom 20. November 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Kloiber, 

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

sowie

1. B._____, 
Privatkläger

2. C._____, 
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin

1 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____

betreffend versuchte Vergewaltigung etc.  
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, III. Abteilung, vom 
2. September 2021 (DG210005)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. April 2021 ist die-

sem Urteil beigeheftet (Urk. 30).

Entscheid der Vorinstanz:
(Urk. 190 S. 150 ff.)

Es wird beschlossen:

1. Das Verfahren wird betreffend die Vorwürfe der mehrfachen Verletzung des 

Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und der harten Porno-

grafie (Dossier 4, Anklageziffer XX und XXI) eingestellt.

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

 der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB; 

 der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB;
 des unbefugten Eindringens in eine Datenverarbeitungsanlage im 

Sinne von Art. 143bis StGB (Dossier 3, Anklageziffer XVIII);
 der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB;
 der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmege-

räte im Sinne von Art. 179quater StGB;
 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB;
 der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB;
 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB;
 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB;
 der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB; sowie
 der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

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2. Vom Vorwurf des unbefugten Eindringens in eine Datenverarbeitungsanlage 

im Sinne von Art. 143bis StGB (Dossier 1, Anklageziffer XII) wird der Be-

schuldigte freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 541 Tage 

durch Haft erstanden sind. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

5. Der Antrag auf Anordnung einer ambulanten Behandlung im Sinne von 

Art. 63 StGB wird abgewiesen. 

6. Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67b StGB für die Dauer von fünf 

Jahren untersagt, mit C._____, geboren tt. August 1986, in irgendeiner 

Weise Kontakt aufzunehmen oder durch Dritte aufnehmen zu lassen.

Verstösst der Beschuldigte gegen das Kontaktverbot, muss er damit rech-

nen, gestützt auf Art. 294 Abs. 2 StGB verurteilt zu werden.

Art. 294 Abs. 2 StGB lautet wie folgt: Wer mit einer oder mehreren bestimm-

ten Personen oder mit Personen einer bestimmbaren Gruppe Kontakt auf-

nimmt oder sich ihnen nähert, wer sich an bestimmten Orten aufhält, obwohl 

ihm dies durch ein Kontakt- und Rayonverbot nach Artikel 67b, nach Arti-

kel 50b MStG oder nach Artikel 16a JStG untersagt ist, wird mit Freiheits-

strafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft.

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. Februar 2021 beschlag-

nahmte Barschaft von Fr. 9'679.20 wird zur Deckung der Verfahrenskosten 

und Entschädigungen verwendet. 

8. Die folgenden sichergestellten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 

25. Februar 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, As-

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servaten-Triage, aufbewahrten Gegenstände werden eingezogen und durch 

die Lagerbehörde nach Rechtskraft dieses Entscheides vernichtet:

 Asservat-Nr. A013'617'511 Klebeband
 Asservat-Nr. A013'617'566 IRM-Fotografie Verletzungsaufnahmen 

GES
 Asservat-Nr. A013'617'602 Tatortfotografie IRM 
 Asservat-Nr. A013'617'884 Fotografie Verletzungsaufnahmen BES
 Asservat-Nr. A013'620'627 Vergleich WSA GES
 Asservat-Nr. A013'620'638 DNA Spur Wattetupfer
 Asservat-Nr. A013'620'672 DNA Spur Wattetupfer
 Asservat-Nr. A013'621'073 zwei Kabelbinder
 Asservat-Nr. A013'621'277 Küchentuch
 Asservat-Nr. A013'621'313 Trinkglas
 Asservat-Nr. A013'621'460 DNA Spur Wattetupfer
 Asservat-Nr. A013'621'517 Frotteetüchlein
 Asservat-Nr. A013'621'733 Datensicherung zu A013'617'884
 Asservat-Nr. A013'622'021 DNA Spur Wattetupfer
 Asservat-Nr. A013'622'032 Decke (Baumwolltuch)
 Asservat-Nr. A013'622'043 Kissen weiss
 Asservat-Nr. A013'622'076 Deckenbezug grau
 Asservat-Nr. A013'622'098 Fixleintuch weiss
 Asservat-Nr. A013'622'101 DNA Spur Wattetupfer
 Asservat-Nr. A013'622'134 Schal grau/weiss
 Asservat-Nr. A013'621'233 Herrenhemd

9. Die folgenden sichergestellten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 

25. Februar 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, As-

servaten-Triage, aufbewahrten Gegenstände werden dem Beschuldigten 

oder einem durch ihn bevollmächtigten Vertreter nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheides auf erstes Verlangen gegen Vorlage eines gültigen Aus-

weises durch die Lagerbehörde herausgegeben, ansonsten nach Ablauf ei-

ner unbenutzten Frist von drei Monaten (ab Rechtskraft dieses Entscheides) 

durch die Lagerbehörde der Vernichtung zugeführt:

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 Asservat-Nr. A013'617'408 Herrenjacke
 Asservat-Nr. A013'617'419 Herrenkopfbekleidung (Wollmütze)
 Asservat-Nr. A013'617'420 Halsbekleidung (Schal) 
 Asservat-Nr. A013'617'431 Gürtel
 Asservat-Nr. A013'617'442 Schuhe Dunkelbraun, Grösse 44
 Asservat-Nr. A013'617'453 "Esprit" Herrenhose
 Asservat-Nr. A013'617'464 Herrensocken
 Asservat-Nr. A013'617'475 Herrenunterwäsche
 Asservat-Nr. A013'617'486 "We" Herrenkapuzenjacke
 Asservat-Nr. A013'617'497 "Esprit" T-Shirt
 Asservat-Nr. A013'617'500 "Reusch" Handschuhe
 Asservat-Nr. A013'617'522 Schere
 Asservat-Nr. A013'617'533 "Deuter" Rucksack
 Asservat-Nr. A013'617'544 Handwerkzeug
 Asservat-Nr. A013'617'555 "GoPro 7" (Filmkamera; inkl. Halter, Kabel 

und 2 Akkus)
 Asservat-Nr. A013'617'588 Decke (Kunststoffpelz)
 Asservat-Nr. A013'617'599 Decke (Baumwolltuch)
 Asservat-Nr. A013'617'558 Armkette
 Asservat-Nr. A013'620'616 "Whitings" Herrenarmbanduhr
 Asservat-Nr. A013'628'427 "Apple" Laptop
 Asservat-Nr. A013'628'438 "Dell XPS" Laptop mit Ladekabel
 Asservat-Nr. A013'628'450 "Apple iPad" Tablet
 Asservat-Nr. A013'628'530 "Kingston" Datenträger für Fotokamera
 Asservat-Nr. A013'628'541 "SanDisk Ultra 64GB" Datenträger für Foto-

kamera
 Asservat-Nr. A013'628'563 "SanDisk Ultra 15MB/s 2GB" Datenträger 

für Fotokamera
 Asservat-Nr. A013'628'574 "HITACHI 4GB Microdrive" Datenträger für 

Computer
 Asservat-Nr. A013'628'596 "SanDisk Micro SD" Datenträger für Foto-

kamera
 Asservat-Nr. A013'628'609 "SanDisk Memory Stick Pro Duo 512MB" 

Datenträger für Fotokamera
 Asservat-Nr. A013'628'610 "Sony Memory Stick 64 MB" Datenträger 

für Fotokamera

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 Asservat-Nr. A013'628'621 USB Stick (nur vorderer Teil)
 Asservat-Nr. A013'628'632 "Canon Compactflash Card FC-8M" Daten-

träger für Computer
 Asservat-Nr. A013'628'643 "Dell" Festplatte
 Asservat-Nr. A013'628'767 "Wiko" Mobiltelefon, inklusive Ladekabel
 Asservat-Nr. A013'628'778 "Synology" Disk Station
 Asservat-Nr. A013'628'541 "SanDisk Ultra 64GB" Datenträger für Foto-

kamera
 Asservat-Nr. A013'628'789 Computer Tower Eigenbau
 Asservat-Nr. A013'628'790 "Apple" Computer

10. Die folgenden sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asserva-

ten-Triage, aufbewahrten Gegenstände werden dem Beschuldigten oder ei-

nem durch ihn bevollmächtigten Vertreter nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Entscheides auf erstes Verlangen gegen Vorlage eines gültigen Auswei-

ses durch die Lagerbehörde herausgegeben, ansonsten nach Ablauf einer 

unbenutzten Frist von drei Monaten (ab Rechtskraft dieses Entscheides) 

durch die Lagerbehörde der Vernichtung zugeführt:

 Asservat-Nr. A014'038'325 "iPhone 6 plus"
 Asservat-Nr. A014'038'336 "iPhone 5" schwarz 
 Asservat-Nr. A014'038'347 "NAS Box Synology DS718" 
 Asservat-Nr. A014'500'711 andere Datenträger
 Asservat-Nr. A014'500'744 andere Datenträger
 Asservat-Nr. A013'343'421 "Audi A3"

11. Die folgenden sichergestellten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 

25. Februar 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, As-

servaten-Triage, aufbewahrten Gegenstände werden der Privatklägerin 2 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen gegen 

Vorlage eines gültigen Ausweises durch die Lagerbehörde herausgegeben, 

ansonsten nach Ablauf einer unbenutzten Frist von drei Monaten (ab 

Rechtskraft dieses Entscheides) durch die Lagerbehörde der Vernichtung 

zugeführt:

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 Asservat-Nr. A013'619'471 "Apple iPhone X" (Mobiltelefon)
 Asservat-Nr. A013'620'730 "Brooks" Schuhe
 Asservat-Nr. A013'620'752 Damensocken
 Asservat-Nr. A013'620'763 Trainerhose
 Asservat-Nr. A013'620'774 T-Shirt (weiss)
 Asservat-Nr. A013'620'796 Damenbluse
 Asservat-Nr. A013'620'843 Damenunterwäsche (Slip)
 Asservat-Nr. A013'620'876 Damenunterwäsche (Sport-BH)
 Asservat-Nr. A013'620'956 "Apple" Smartuhr (Armbanduhr)
 Asservat-Nr. A013'621'006 Damensocke
 Asservat-Nr. A013'621'744 SIM-Karte

12. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides werden sämtliche, unter 

der Polis-Geschäfts-Nr. 77561514 sichergestellten Spuren und Spurenträger 

sowie sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, 

aufbewahrten Gegenstände (Asservat-Nr. A014'500'700; Asservat-Nr. 

A014'500'733; Asservat-Nr. A014'500'755) eingezogen und vernichtet. 

13. Die Kantonspolizei Zürich wird angewiesen, sämtliche sich auf dem NAS 

Speichergerät (Asservat-Nr. A014'038'347 "NAS Box Synology DS718") des 

Beschuldigten befindliche Bilder und Videos, welche die Privatklägerin 2 zei-

gen sowie welche Zoophilie zum Inhalt haben, nach Eintritt der Rechtskraft 

und vor einer allfälligen Herausgabe nach Dispositivziffer 10 auf Kosten des 

Beschuldigten unwiderruflich zu löschen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 Schadenersatz in 

Höhe von Fr. 1'215.50 nebst Zins zu 5 % seit dem 10. März 2020 sowie Ge-

nugtuung in Höhe von Fr. 1'000.– nebst Zins zu 5 % seit dem 10. März 2020 

zu bezahlen. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte da-

von Schadenersatz in der Höhe von Fr. 1'000.– anerkannt hat. Im Übrigen 

wird das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 ab-

gewiesen. 

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15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 12'580.65 (inkl. Mehrwertsteuer) 

zu bezahlen.

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in 

Höhe von Fr. 12'194.– nebst Zins zu 5 % seit 16. März 2021 (Erwerbsscha-

den), Fr. 1'174.40 nebst Zins zu 5 % ab 2. September 2021 sowie Genugtu-

ung in Höhe von Fr. 30'000.– nebst Zins zu 5 % seit dem 10. März 2020 zu 

bezahlen. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte Schadenersatz 

im Umfang von Fr. 300.– und Genugtuung im Umfang von Fr. 5'000.– aner-

kannt hat. 

Es wird zudem festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklä-

gerin 2 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach auch für künf-

tigen Schaden ersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges 

des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin 2 auf den Weg des Zi-

vilprozesses verwiesen. 

Im Übrigen wird das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privat-

klägerin 2 abgewiesen.

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton Zürich, Kantonale Opferhilfe-

stelle, Schadenersatz in Höhe von Fr. 13'244.05 zu bezahlen.

18. Rechtsanwältin MLaw W._____ wird für ihre Bemühungen und Auslagen als 

amtliche Verteidigerin mit Fr. 83'212.– (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. 

19. Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ wird für ihre Bemühungen und Auslagen als 

unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin 2 mit Fr. 45'152.25 (inkl. 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

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20. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 8'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'400.–   Gerichtsgebühren Obergericht;

Fr. 5'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 21'645.50   Auslagen (Gutachten);

Fr. 8.35   Entschädigung Zeuge;

Fr. 778.50   Auslagen Abstrich (FOR);

Fr. 83'212.–   amtliche Verteidigung;

Fr. 45'152.25   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 2

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

21. Die Kosten der Untersuchung, der gerichtlichen Verfahren und der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerin 2, ausser diejenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten 

bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

Berufungsanträge:

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 261 S. 3-5 i.V.m. Prot. II S. 72)

" 1. In teilweiser Abänderung von Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Ur-
teils sei A._____

– der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB,

– der mehrfachen Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB [Teil-
Bestätigung Urteil],

– des unbefugten Eindringens in ein Datenverarbeitungssystem im 
Sinne von Art. 143bis StGB (betr. Dossier 3) [Bestätigung Urteil],

– der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 
StGB (betr. Dossier 1) [Bestätigung Urteil],

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– der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 
Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater StGB (betr. Dossier 1) 
[Bestätigung Urteil],

– der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (betr. Anklageziff. I) [Teil-
Bestätigung Urteil],

– der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB [Bestäti-
gung Urteil] sowie 

– des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 
[Bestätigung Urteil]

schuldig zu sprechen bzw. sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.

2. In teilweiser Abänderung von Dispositiv-Ziffer 2 des ange-
fochtenen Urteils sei A._____ von den Vorwürfen

– der versuchten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,

– der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 
StGB,

– der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (betr. Ankla-
geziff. III, VII, XVI, XVII),

– der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB,

– der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 
StGB (betr. Dossier 3), 

– des unbefugten Eindringens in ein Datenverarbeitungssystem im 
Sinne von Art. 143bis StGB (betr. Dossier 1) [Bestätigung Urteil] so-
wie

– der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 
Ziff. 2 Abs. 5 StGB

freizusprechen.

3. In Abänderung der Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des angefoch-
tenen Urteils sei A._____ mit einer bedingt zu vollziehenden Freiheits-
strafe von maximal 8 ½ Monaten und einer bedingt zu vollziehenden 
Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 150.– sowie einer Busse in 
Höhe von Fr. 1'000.– zu bestrafen und die Untersuchungs- und Sicher-
heitshaft sei an die Strafen anzurechnen.

4. Für die erlittene Überhaft sei A._____ eine angemessene 
Entschädigung zu zusprechen.

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5. In Aufhebung der Dispositiv-Ziffer 6 des angefochtenen Ur-
teils sei auf die Anordnung eines Kontaktverbots gegenüber C._____ 
zu verzichten.

6. In teilweiser Abänderung von Dispositiv-Ziffer 14 des ange-
fochtenen Urteils sei auf die Zusprechung der Schadenersatzforderung 
im Fr. 1'000.– (inklusive Zins) übersteigenden Betrag sowie einer Ge-
nugtuung an den Privatkläger 1 zu verzichten.

7. In teilweiser Abänderung der Dispositiv-Ziffer 16 des ange-
fochtenen Urteils sei der Privatklägerin 2 Schadenersatz in Höhe von 
Fr. 7'375.05 nebst Zins zu 5 % seit 30. Januar 2021 (Erwerbsschaden 
vom 1. Oktober 2020 bis 31. Mai 2021), Fr. 1'174.40 nebst Zins zu 5 % 
ab 2. September 2021 (medizinische Kosten) und Fr. 105.90 nebst 
Zins zu 5 % seit 6. Februar 2022 (weitere medizinische Kosten) sowie 
Genugtuung in Höhe von Fr. 5'000.– nebst Zins zu 5 % seit 10. März 
2020 zuzusprechen.

8. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 21 des angefochtenen 
Urteils seien die Verfahrenskosten A._____ lediglich zu einem Drittel 
aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen.

9. A._____ sei eine Entschädigung für die erbetene Verteidi-
gung im Umfang von Fr. 10'937.80 zuzusprechen.

10. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 2. 
September 2021 (DG210005) zu bestätigen und die Anschlussberufun-
gen der Anklägerin sowie der Privatklägerin 2 seien im nicht anerkann-
ten Umfang abzuweisen.

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staats-
kasse zu nehmen.

12. Für das Berufungsverfahren sei die amtliche Verteidigerin 
von A._____ aus der Gerichtskasse angemessen zu entschädigen.

13. Eventualiter sei im Falle der teilweisen oder gänzlichen Be-
stätigung des vorinstanzlichen Urteils, die Strafzumessung zu überprü-
fen und A._____ mit einer Freiheitsstrafe von maximal 2 ½ Jahren und 
einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 150.– zu bestrafen. Die 
Freiheitsstrafe sei teilbedingt auszusprechen, wobei der unbedingt aus-
zusprechende Teil auf 6 Monate festzulegen sei. Die Geldstrafe sei be-
dingt auszusprechen."

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b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl: 
(Urk. 258 S. 1 f.)

" 1. Bestätigung der vorinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Urteilsdispo-
sitiv Ziffer 1; 

2. Bestätigung des vorinstanzlichen Freispruchs gemäss Ur-
teilsdispositiv Ziffer 2;

3. Bestrafung des Beschuldigten mit 7 Jahren Freiheitsstrafe 
(Urteilsdispositiv Ziffer 3);

4. Vollzug dieser Freiheitsstrafe (Urteilsdispositiv Ziffer 4);

5. Anordnung einer ambulanten Behandlung im Sinne von 
Art. 63 Abs. 1 StGB während des Vollzugs der Freiheitsstrafe (Urteils-
dispositiv Ziffer 5);

6. Bestätigung des übrigen vorinstanzlichen Urteils gemäss Ur-
teilsdispositiv Ziffern 6 bis 21;

7. Kostenauflage für das zweitinstanzliche Verfahren."

c) Der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 2: 
(Urk. 259 S. 1 f.)

" Es sei der Beschuldigte in teilweiser Abänderung von Dispositiv Ziffer 16 
des vorinstanzlichen Urteils zu verpflichten, der Privatklägerin 2

Schadenersatz in der Höhe von:

– Fr. 300.– nebst Zins zu 5 % seit 10. März 2020 (Sachschaden gemäss 
Anerkennung des Beschuldigten)

– Fr. 12'194.– nebst Zins zu 5 % seit 16. März 2021 (Erwerbsschaden 
vom 1. Oktober 2020 bis 31. August 2021 gemäss vorinstanzlichem Ur-
teil)

– Fr. 4'440.80 nebst Zins zu 5 % seit 1. November 2021 (weiterer Er-
werbsschaden vom 1. September 2021 bis 31. Dezember 2021)

– Fr. 1'174.40 nebst Zins zu 5 % seit 2. September 2021 (medizinische 
Kosten aus Leistungsabrechnungen vom 3. März 2021, 16. April 2021, 
26. Mai 2021, 7. Juli 2021 gemäss vorinstanzlichem Urteil)

– Fr. 105.90 nebst Zins zu 5 % seit 6. Februar 2022 (weitere medizini-
sche Kosten 2021 aus Leistungsabrechnungen vom 22. September 
2021, 3. November 2021, 7. Januar 2022)

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sowie eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 35'000.– zuzüg-
lich 5 % Zins ab 10. März 2020 

zu bezahlen; 

unter Auferlegung der Kosten zulasten des Beschuldigten, 
wobei die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung vorab aus der Ge-
richtskasse zu erstatten seien."

d) Der Vertretung des Privatklägers 1: 
(Urk. 201; schriftlich)

Verzicht auf Anschlussberufung.

______________________________

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Hinsichtlich des Verfahrensverlaufs bis zum Abschluss des erstinstanzli-

chen Prozesses kann auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid der 

III. Abteilung des Bezirksgerichts Horgen verwiesen werden (Urk. 190 S. 8 ff.). Mit 

vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 2. September 2021 sprach die Vorin-

stanz den Beschuldigten der versuchten Vergewaltigung, der mehrfachen sexuel-

len Nötigung sowie weiterer Delikte schuldig, die er vorwiegend zum Nachteil sei-

ner Ex-Partnerin C._____ (Privatklägerin 2) und teils auch zum Nachteil ihres da-

maligen Verlobten und nachmaligen Ehegatten B._____ (Privatkläger 1) began-

gen hat. In einzelnen Anklagepunkten erging ein Freispruch oder eine Verfahrens-

einstellung. Dafür wurde gegen den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von 6 Jah-

ren verhängt und ein 5-jähriges Kontaktverbot zur Privatklägerin 2 ausgespro-

chen, auf die Anordnung einer ambulanten Massnahme wurde indessen verzich-

tet. Ferner entschied die Vorinstanz über die Schadenersatz- und Genugtuungs-

begehren der Privatkläger 1 und 2. Ebenso befand sie über die Beschlagnahmun-

- 14 -

gen und Sicherstellungen und regelte die Kosten- und Entschädigungsfolgen 

(Urk. 190 S. 150 ff.).

2.1. Gegen den mündlich im Dispositiv eröffneten Entscheid (Prot. I S. 147) 

liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 3. September 2021 fristgerecht Berufung 

anmelden (Urk. 140). Nach Erhalt der begründeten Urteilsausfertigung, die der 

Beschuldigtenseite am 16. Mai 2022 zugestellt wurde (Urk. 187/2), reichte die 

Verteidigung am 6. Juni 2022 rechtzeitig die Berufungserklärung ein (Urk. 194). 

Am 20. Juni 2022 folgte innert Frist die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

Zürich-Sihl (Urk. 197) und am 27. Juni 2022 jene der Privatklägerin 2 (Urk. 199). 

Der Privatkläger 1 verzichtete auf eine Anschlussberufung (Urk. 201).

2.2. In Gutheissung des Beweisantrags der Verteidigung, den diese im Rah-

men der Berufungserklärung eingereicht hatte, wurde mit Präsidialverfügung vom 

26. Juli 2022 vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich die dem Gut-

achten zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin 2 zugrunde liegende Fo-

todokumentation beigezogen. Die übrigen Beweisanträge wurden einstweilen ab-

gewiesen (Urk. 206). Mit Eingabe vom 30. September 2022 stellte die Verteidi-

gung den weiteren Antrag, es seien dem Beschuldigten – so wie auch von der 

Vorinstanz vorgesehen – diverse beschlagnahmte Datenträger herauszugeben. 

Zu diesem Zweck zog der Beschuldigte seine Berufung hinsichtlich der betreffen-

den Dispositivziffern des angefochtenen Entscheids zurück (Urk. 210). Gestützt 

darauf wurde mit Beschluss vom 8. November 2022 festgestellt, dass das Urteil 

der Vorinstanz diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist. Zudem wurde in Über-

einstimmung mit der gleichlautenden Regelung im vorinstanzlichen Entscheid an-

geordnet, dass vor der Herausgabe sämtliche Daten, die einen zoophilen Inhalt 

haben oder die Privatklägerin 2 zeigen, zu entfernen sind (Urk. 217). Am 9. März 

2023 bestätigte die Abteilung Digitale Forensik der Kantonspolizei Zürich, dass 

die zu entfernenden Daten unwiderruflich gelöscht und die zur Herausgabe be-

stimmten Datenträger anschliessend vom Beschuldigten dort abgeholt wurden 

(Urk. 236). 

2.3. In der Folge wurden die Parteien auf den 17. November 2023 zur mündli-

chen Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 237). Bereits zuvor war die Privat-

- 15 -

klägervertreterin mit Eingabe vom 18. November 2022 ans Gericht gelangt und 

hatte gemeldet, dass sich der Beschuldigte das Profil der Privatklägerin 2 auf der 

LinkedIn-Plattform angeschaut habe. Gleichzeitig hatte die Privatklägerin 2 aus-

führen lassen, dass ihr der Beschuldigte auf diversen Kanälen der sozialen Me-

dien zu folgen versuche und dass sie regelmässig SMS und Telefonanrufe von 

Nummern erhalte, die ihr unbekannt seien (Urk. 219). In diesem Zusammenhang 

hatte die Verteidigung daraufhin mehrere Beweisanträge gestellt, die den Nach-

weis erbringen sollen, dass der Beschuldigte weder durch Anrufe noch durch 

Textnachrichten übers Mobiltelefon oder über Social Media mit der Privatkläge-

rin 2 Kontakt aufgenommen hat (Urk. 223). Diesen Beweisanträgen wurde nicht 

stattgegeben (Urk. 242).

2.4. Mit weiterer Eingabe vom 14. Juli 2023 verlangte die Verteidigung so-

dann, es sei polizeilich nach der in Verstoss geratenen Speicherkarte zu suchen, 

auf der den Angaben des Beschuldigten zufolge die Videoaufnahmen des einge-

klagten Vorfalls vom 10. März 2020 enthalten sein sollen (Urk. 238). Auch dieses 

Begehren wurde mit Präsidialverfügung vom 25. Juli 2023 abgewiesen (Urk. 240). 

2.5. Unter dem Datum vom 16. Oktober 2023 adressierten die Eltern des Be-

schuldigten ein Schreiben an das hiesige Gericht, in welchem sie ihre Sicht der 

Dinge schildern (Urk. 245). Dieses Schreiben wurde den Parteien in Kopie zuge-

stellt (Urk. 246/1-4). Ferner stellte die Verteidigung im Vorfeld zur Berufungsver-

handlung mit Eingabe vom 13. November 2023 die Beweisanträge, dass die als 

Beilagen eingereichte Video- und Audiodatei inkl. Transkriptionsprotokoll zu den 

Akten zu nehmen seien (Urk. 250 und Urk. 251/1-3). Am 15. November 2023 zog 

die Staatsanwaltschaft schliesslich ihre Anschlussberufung teilweise zurück 

(Urk. 254).

3. An der Berufungsverhandlung nahmen der Beschuldigte in Begleitung 

seiner amtlichen Verteidigerin, die Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie die 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin 2 teil, welche die eingangs aufgeführten An-

träge stellten (Prot. II S. 10 ff.). Ferner stellte der Vertreter der Staatsanwaltschaft 

im Rahmen der Vorfragen ein Verschiebungsgesuch mit der Begründung, dass 

die Berufungsverhandlung auf der Homepage des Obergerichts des Kantons Zü-

- 16 -

rich zeitweise als unter Ausschluss der Öffentlichkeit angekündigt gewesen sei, 

weshalb sie den Anforderungen von Art. 69 Abs. 1 StPO nicht genüge (Prot. II 

S. 15). Dieser Antrag wurde nach geheimer Beratung in mündlich begründeter 

Form abgewiesen (vgl. Prot. II S. 17). Schliesslich hielt die Verteidigung an ihren 

bisher gestellten Beweisanträgen fest (Prot. II S. 64). 

II. Prozessuales

A. Umfang der Berufung

1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des erstinstanzlichen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Das Beru-

fungsgericht überprüft den vorinstanzlichen Entscheid somit nur in den angefoch-

tenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

2. Der Beschuldigte lässt im Berufungsverfahren – mit Ausnahme der Verur-

teilung wegen Freiheitsberaubung – die durch die Vorinstanz ausgesprochenen 

Schuldsprüche anfechten, auch wenn diese inhaltlich teilweise unbestritten blei-

ben (vgl. hierzu präzisierend Erw. III. C.). Als Folge daraus strebt er sodann eine 

mildere Bestrafung sowie die Aufhebung des ihm auferlegten Kontaktverbots ge-

genüber der Privatklägerin 2 an. Darüber hinaus geht es ihm darum, seine Pflicht 

zur Leistung von Schadenersatz und Genugtuung an die Privatkläger 1 und 2 zu 

reduzieren. Ferner beantragt er eine nur teilweise Auflage der Verfahrenskosten 

und eine Entschädigung für die erlittene Überhaft sowie seine zeitweise erbetene 

Verteidigung (Urk. 194; Urk. 261 S. 3 ff.). Mit ihrer Anschlussappellation verlangt 

die Staatsanwaltschaft demgegenüber – nachdem sie ihre Berufungsanträge mit 

Eingabe vom 15. November 2023 eingeschränkt hatte (Urk. 254) – eine höhere 

Freiheitsstrafe sowie die Anordnung einer ambulanten Massnahme (Urk. 258 

S. 1 f.). Die Privatklägerin 2 schliesslich beschränkte ihre Anschlussberufung auf 

den Zivilpunkt und fordert zusätzlichen Schadenersatz sowie eine höhere Genug-

tuung vom Beschuldigten (Urk. 199; Urk. 259 S. 1 f.). 

3. Aus den Anträgen der Berufungsparteien ergibt sich demnach, dass der 

Vorbeschluss der Vorinstanz, mit welchem das Verfahren betreffend die Vorwürfe 

- 17 -

der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmege-

räte und der harten Pornografie (Dossier 4, Anklageziffern XX und XXI) eingestellt 

wurde, nicht (mehr) angefochten ist. Ebenso sind einerseits der Schuldspruch be-

treffend Freiheitsberaubung gemäss Dispositivziffer 1 (8. Spiegelstrich) des vorin-

stanzlichen Urteils (Anklageziffer II) und der Freispruch vom Vorwurf des unbefug-

ten Eindringens in ein Datenverarbeitungssystem gemäss Dossier 1 (Anklagzif-

fer XII) (Dispositivziffer 2) sowie andererseits die erstinstanzlichen Entscheide 

über die sichergestellten resp. beschlagnahmten Barschaften, Gegenstände und 

Spuren bzw. Spurenträger (Dispositivziffern 7, 8, 11 und 12), die Zusprechung ei-

ner Parteientschädigung an den Privatkläger 1 (Dispositivziffer 15), die Bemes-

sung der Honorare der amtlichen Mandatsträgerinnen (Dispositivziffern 18 

und 19) und die Festsetzung der Verfahrenskosten bis zum Abschluss des erstin-

stanzlichen Verfahrens (Dispositivziffer 20) unangefochten geblieben. Zusammen 

mit den Dispositivziffern 9 und 10 sowie der Dispositivziffer 13 (betreffend die Her-

ausgabe von beschlagnahmten Gegenständen und Datenträgern an den Beschul-

digten sowie die Anordnung, dass vor der Herausgabe bestimmte elektronische 

Daten durch den polizeilichen Spezialdienst zu löschen sind), welche schon mit 

Beschluss vom 8. November 2022 rechtskräftig erklärt wurden (Urk. 217), ist in 

diesem Umfang deshalb mittels Vorabbeschluss festzustellen, dass das Urteil der 

Vorinstanz in Rechtskraft erwachsen ist (BSK StPO II-BÄHLER, Art. 402 StPO 

N 1 f.). In allen übrigen Punkten steht der erstinstanzliche Entscheid demgegen-

über im Rahmen des Berufungsprozesses zur Disposition.

B. Strafanträge

Bei verschiedenen dem Beschuldigten vorgeworfenen und im vorliegenden Appel-

lationsverfahren zu beurteilenden Strafbestimmungen (einfache Körperverletzung 

[Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB], Tätlichkeiten [Art. 126 Abs. 1 StGB], Sachentzie-

hung [Art. 141 StGB], unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem 

[Art. 143bis Abs. 1 StGB], Sachbeschädigung [Art. 144 Abs. 1 StGB], Verletzung 

des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte [Art. 179quater StGB], 

Drohung [Art. 180 Abs. 1 StGB] sowie Hausfriedensbruch [Art. 186 StGB]) handelt 

es sich um Antragsdelikte. Namentlich liegt mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 190 

- 18 -

S. 19 f.) kein Fall von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 5 StGB oder Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB 

vor, da der Beschuldigte und die Privatklägerin 2 nie einen gemeinsamen Haus-

halt auf unbestimmte Zeit geführt haben, weshalb die Tatbestände der Körperver-

letzung und der Drohung in Abweichung von der Anklageschrift nicht als Offizial-

delikte zu beurteilen sind. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, 

wurden die erforderlichen Strafanträge von den dazu berechtigten Privatklägern 1 

und 2 form- und fristgerecht gestellt (Urk. D1/2/1-5). Damit ist diese Prozessvor-

aussetzung erfüllt. 

C. Beweisanträge/Vorfragen

1. Von der Verteidigung wurde im Verlaufe des Appellationsprozesses eine 

Reihe von Beweisanträgen gestellt, die mehrheitlich bereits im Vorfeld der Beru-

fungsverhandlung abgewiesen wurden (Antrag auf aussagepsychologische Be-

gutachtung der Privatklägerin 2, auf Einvernahme von D._____ als Zeuge, auf Er-

mittlung, ob der Beschuldigte die Privatklägerin 2 während des Berufungsverfah-

rens kontaktiert hatte, und auf Suche nach der Speicherkarte, auf der die Filmauf-

nahmen über den eingeklagten Vorfall vom 10. März 2020 enthalten sein sollen) 

(s. dazu auch vorn Erw. I. 2.2. ff.). 

2.1. Im Vorfeld zur Berufungsverhandlung noch nicht behandelt wurden die 

mit Eingabe vom 13. November 2023 gestellten Beweisanträge der Verteidigung, 

wonach die als Beilagen eingereichte Videodatei betreffend den Heiratsantrag 

vom 28. Dezember 2019 und die Audiodatei betreffend das Spazierganggespräch 

vom 9. März 2020 (inkl. Transkriptionsprotokoll des Gesprächs) als Beweise zu 

den Akten zu nehmen seien. Begründet wurden die Anträge damit, dass diese 

Dateien zeigten, dass die Aussagen der Privatklägerin 2 verschiedentlich nicht 

der Wahrheit entsprächen und daher für die Beweisführung hinsichtlich des um-

strittenen Sachverhalts mangels Glaubhaftigkeit nicht taugten. Der Audioauf-

nahme sei zudem zu entnehmen, dass die Privatklägerin 2 Würge- und Miss-

brauchsfantasien habe bzw. dies den Beschuldigten mindestens habe glauben 

lassen. Überdies seien die eingereichten Aufnahmen wichtig, um die damalige 

emotionale Verfassung des Beschuldigten zu verstehen. Vor Vorinstanz sei das 

- 19 -

Einreichen dieser Dateien noch nicht möglich gewesen, da Letzterer während sei-

ner Inhaftierung keinen Zugriff auf seine elektronischen Dateien gehabt habe und 

schliesslich erst bei der Ausarbeitung des Plädoyers klar geworden sei, dass 

diese als Beweise gebraucht würden (Urk. 250 und Urk. 251/1-3; Prot. II S. 75 f.). 

Der Beschuldigte und die Privatklägerin 2 hätten sich im Übrigen x-Mal gegensei-

tig aufgenommen, weshalb nicht erstellt sei, dass es sich um illegale Aufnahmen 

handle. Selbst wenn es illegale Aufnahmen wären, wären diese verwertbar. Einer 

beschuldigten Person müsse es bei einem Beweisnotstand zur Verteidigung ge-

gen einen solch erheblichen Vorwurf, wie er im Raum stehe, möglich sein, Be-

weismittel in analoger Anwendung von Art. 141 Abs. 2 StPO einzureichen (Prot. II 

S. 76 f.).

2.2. Die Staatsanwaltschaft (Urk. 258 S. 4 ff. i.V.m. Prot. II S. 65, 81) und die 

Privatklägerin 2 (Urk. 289 S. 2, 9 f. i.V.m. Prot. II S. 67 ff.) vertreten hingegen die 

Ansicht, dass Letztere nicht gewusst habe, dass sie aufgenommen worden sei 

und auch nie ihr Einverständnis dazu erteilt habe, weshalb es sich um rechtswid-

rig erlangtes Beweismaterial handle, welches auch gemäss Art. 141 Abs. 2 StPO 

nicht verwertbar sei. Die Audiodatei sei willkürlich bzw. selektiv ausgesucht wor-

den, weshalb sie nicht einer umfassenden, objektiven Wahrheitsfindung diene. 

Zudem seien die eingereichten Dateien gesamthaft unerheblich und damit zur 

Aufklärung der Straftaten nicht wie von Art. 141 Abs. 2 StPO vorausgesetzt uner-

lässlich. Sie seien entsprechend aus dem Recht zu weisen. Die Privatklägerin 2 

liess anlässlich der Berufungsverhandlung denn auch Strafantrag gegen den Be-

schuldigten wegen Verletzung von Art. 179ter StGB und Art. 179quater StGB stellen 

(Prot. II S. 69 f.). 

2.3. Beweise, die unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben wur-

den, dürfen nach Art. 141 Abs. 2 StPO nicht verwertet werden, es sei denn, ihre 

Verwertung sei zur Aufklärung "schwerer Straftaten" unerlässlich. Der Begriff der 

schweren Straftat wird im Gesetz nicht definiert. Das Bundesgericht nimmt zur 

Begriffsdefinition eine Interessensabwägung vor: Je schwerer die zu beurteilende 

Straftat ist, umso eher überwiegt das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfin-

dung das private Interesse der beschuldigten Person daran, dass der fragliche 

- 20 -

Beweis unverwertbar bleibt. Demgegenüber ist das Beweismittel dann nicht ver-

wertbar, wenn bei seiner Beschaffung ein Rechtsgut verletzt wurde, das im kon-

kreten Fall den Vorrang vor dem Interesse an der Durchsetzung des Strafrechts 

verdient (vgl. BGE 131 I 272 E. 4.1.2 und E. 4.5). Präzisierend äusserte sich das 

Bundesgericht in BGE 137 I 218 E. 2.3.5.2 zudem dahingehend, als unter den Be-

griff der schweren Straftat vorab Verbrechen in Betracht kämen. In der Lehre wird 

ausserdem die Auffassung vertreten, dass eine "schwere Straftat" im Sinne von 

Art. 141 Abs. 2 StPO nur ein Delikt der Schwerkriminalität sein kann, also ein 

Straftatbestand, bei dem als Strafe ausschliesslich Freiheitsstrafe angedroht ist 

(BSK StPO I-GLESS, Art. 141 StPO N 72).

2.4. Vorwegzunehmen ist, dass weder die Video- noch die Audioaufnahme 

aus dem Recht zu weisen sind, da es möglich sein muss, ihre Verwertbarkeit zu 

beurteilen. Ihre Zulässigkeit als Beweismittel ist sodann vor dem Hintergrund der 

dem Beschuldigten gesamthaft angelasteten Vorwürfe zu prüfen. Der Verteidi-

gung ist insofern zuzustimmen, als dass auch eine beschuldigte Person ein legiti-

mes Interesse daran hat, sich auf Art. 141 Abs. 2 StPO zu berufen, um ihre Un-

schuld zu beweisen. In Anbetracht der im Raum stehenden schwerwiegenden 

Vorwürfe, namentlich der versuchten Vergewaltigung und der mehrfachen sexuel-

len Nötigung, welche als Verbrechen qualifizieren, und der beantragten mehrjähri-

gen Freiheitsstrafe ist deshalb festzustellen, dass selbst wenn die Video- und Au-

dioaufnahmen vom Beschuldigten illegal erlangt worden wären, seine Interessen 

derart gelagert sind, dass die Verwertbarkeit der rubrizierten Beweismittel zu beja-

hen wäre. 

2.5. Bereits an dieser Stelle ist indes zu bemerken, dass die rubrizierten Auf-

nahmen für die Beweiswürdigung nicht von entscheidender Relevanz sind. Bei 

der Audioaufnahme handelt es sich, wie sich auch aus den Aussagen des Be-

schuldigten ergibt (Prot. II S. 38), nur um einen Ausschnitt des Spaziergangsge-

sprächs vom 9. März 2020 (Urk. 251/2-3), weshalb sie von vornherein nicht taug-

lich ist, um die Drohung bzw. das Fehlen einer solchen zu beweisen. Ebenso ver-

mag die Videodatei betreffend den Heiratsantrag vom 28. Dezember 2019 (vgl. 

Urk. 251/1) nicht den vom Beschuldigten gewünschten Beweis zu erbringen (vgl. 

- 21 -

nachstehend Erw. III. D. 3.1.4.) und kann insgesamt auch nichts zur Sachver-

haltserstellung beitragen. 

3. Auf die übrigen Beweisanträge wird, soweit angezeigt, im Rahmen der 

nachstehenden Erwägungen noch einzugehen sein. Davon abgesehen wurden 

von keiner Seite weitere Beweisanträge gestellt oder Vorfragen aufgeworfen, die 

noch zu behandeln wären. Demgemäss erweist sich die Sache als spruchreif. 

D. Begründungspflicht

Nach ständiger Rechtsprechung ist die Begründungspflicht eingehalten, wenn aus 

den Urteilserwägungen die Gründe erkennbar sind, von denen sich das Gericht 

bei seinem Entscheid hat leiten lassen (Urteile Bundesgericht 6B_219/2021 vom 

19. April 2023 E. 2.2; 6B_1097/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 3.4; 6B_85/2022 

vom 25. August 2022 E. 1.2 m.w.H.). Zugleich ist darauf hinzuweisen, dass sich 

die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-

setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr 

kann sich das Berufungsgericht auf die für seinen Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 

E. 1.3.1; Urteil Bundesgericht 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 m.w.H.).

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

A. Anklagevorhalt

1. Gemäss Anklage wird dem Beschuldigten – in chronologischer Reihen-

folge – zusammengefasst vorgeworfen, am 11. Februar 2020 gegenüber der Pri-

vatklägerin 2, mit der er bis kurz davor eine On/Off-Paarbeziehung geführt habe, 

gedroht zu haben, sie und ihren neuen Lebenspartner (den Privatkläger 1) zu tö-

ten, wenn sie eine Familie gründeten (Anklageziffer XV). Anschliessend habe er 

die Privatklägerin 2 im Badezimmer eingeschlossen, wo er sie durch Gewalt dazu 

gebracht habe, ihm den Entsperrcode ihrer Smartwatch bekannt zu geben, damit 

er überprüfen kann, ob sich darauf Aufzeichnungen seiner soeben getätigten Äus-

- 22 -

serung befinden (Anklageziffern XVI-XVIII). Danach habe er die privatklägerische 

Smartwatch zerbrochen (Anklageziffer XIX) (Urk. D1/30 S. 19 ff.). 

2. Darüber hinaus soll der Beschuldigte am 21. oder 22. Februar 2020 in die 

zur Wohnliegenschaft des Privatklägers 1 gehörende Sammelgarage eingedrun-

gen sein, um auf der Unterseite des dort abgestellten privatklägerischen Perso-

nenwagens sein Mobiltelefon samt Powerbank zu befestigen, sodass es ihm am 

Folgetag via GPS-Ortung möglich gewesen sei, dem Fahrzeug des Privatklä-

gers 1 von E._____ bis nach F._____ (Deutschland) zu folgen (Anklageziffer XIV) 

(Urk. D1/30 S. 18). 

3. Schliesslich wird dem Beschuldigten – soweit im Berufungsverfahren 

noch relevant – zur Last gelegt, er habe am 9. März 2020 der Privatklägerin 2 an-

gedroht, der Privatkläger 1 werde sie nicht bekommen, sie würden gemeinsam in 

den Himmel gehen; am 10. März 2020 habe er sich dann Zugang zum Wohnort 

des Privatklägers 1 verschafft, wo sich die Privatklägerin 2 aufgehalten habe, und 

habe sie gewaltsam in die Wohnung gezerrt (Anklageziffern I bis III). Dort habe er 

der Privatklägerin 2 die Smartwatch sowie ihr Mobiltelefon abgenommen und ihr 

erneut mit dem Tod gedroht (Anklageziffern IV und V). Dabei habe er sie gewürgt, 

geknebelt und im WC eingeschlossen (Anklageziffern VI und VII). Anschliessend 

habe er die Privatklägerin 2 an den Händen gefesselt und sie zum Schlafzimmer 

geschleift, wodurch sie am Rücken Verletzungen davongetragen habe (Anklage-

ziffern VIII und IX). Im Schlafzimmer habe er die Privatklägerin 2, die sich bei ei-

nem Fluchtversuch eine von ihm verursachte Kopfverletzung zugezogen habe, 

ans Bett gefesselt (Anklageziffer X). Daraufhin habe er gegen den Willen der Pri-

vatklägerin 2 Oral- und Analsex mit ihr vollzogen sowie seine Finger in ihre Va-

gina eingeführt; ausserdem habe er versucht, mit ihr auch vaginalen Geschlechts-

verkehr zu haben; die sexuellen Handlungen habe er mit seiner mitgeführten Go-

Pro-Kamera aufgezeichnet (Anklageziffer XI). Im Verlaufe seines Übergriffs auf 

die Privatklägerin 2 habe der Beschuldigte schliesslich mehrere Beschädigungen 

an der Wohnungseinrichtung und an persönlichen Gegenständen der Privatklä-

ger 1 und 2 verursacht (Anklageziffer XIII) (Urk. D1/30 S. 2 ff.). 

- 23 -

B. Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte ist hinsichtlich der gegen ihn erhobenen Anklagevorwürfe teil-

weise geständig. Den Sachverhalt im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 21./ 

22. Februar 2020 anerkennt er voll (Urk. 123 S. 10). Beim Vorfall vom 11. Februar 

2020 gibt er zu, der Privatklägerin 2 die Smartwatch entzogen zu haben und darin 

nach allfälligen Tonaufzeichnungen gesucht zu haben, doch bestreitet er das 

Würgen und das Einsperren der Privatklägerin 2 sowie das Aussprechen von Dro-

hungen (Urk. 123 S. 10). Auch hinsichtlich des Geschehens vom 9./10. März 

2020 gesteht der Beschuldigte einen Teil der Anklagevorhalte – zumindest in be-

schränktem Umfang – ein. Dabei stellt er auch diesmal in Abrede, Drohungen ge-

genüber der Privatklägerin 2 ausgestossen zu haben. Zudem wehrt er sich insbe-

sondere dagegen, dass er ein Sexualdelikt begangen haben soll (vgl. Urk. 123 

S. 9 f.). Bei diesem Standpunkt blieb der Beschuldigte auch im Berufungsverfah-

ren (Urk. 261 S. 3, 28 ff., 53 ff.). 

C. Unbestrittene Anklagepunkte

1. Bereits vor Vorinstanz liess der Beschuldigte folgende Anklagepunkte an-

erkennen, welche noch nicht in Rechtskraft erwachsen sind (Urk. 123 S. 8 ff.): 

hinsichtlich des Vorfalls vom 11. Februar 2020 (Dossier 3) den Tatbestand der 

Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB und des unbefugten Eindringens in 

ein Datenverarbeitungssystem im Sinne von Art. 143bis Abs. 1 StGB, indem er ge-

gen den Willen der Privatklägerin 2 ihre Smartwatch vorübergehend an sich ge-

nommen und diese ohne ihre Zustimmung auf allfällige abgespeicherte Tonauf-

zeichnungen durchsucht hat (Anklageziffer XVI teilweise und Anklageziffer XVIII 

ganz), hinsichtlich des Vorfalls vom 21./22. Februar 2020 (Dossier 2) den Tatbe-

stand des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, indem er zwecks An-

bringen eines GPS-Trackers am Fahrzeug des Privatklägers 1 unbefugt in die Ga-

rage an dessen Wohnort eingedrungen ist (Anklageziffer XIV) sowie hinsichtlich 

des Vorfalls vom 10. März 2020 (Dossier 1) wiederum den Tatbestand des Haus-

friedensbruchs und denjenigen der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, indem 

er das Wohnhaus des Privatklägers 1 unberechtigt betreten hat und die Privatklä-

gerin 2 gewaltsam in die Wohnung gezerrt hat (Anklageziffer I teilweise), ebenso 

- 24 -

erneut den Tatbestand der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB, indem er 

der Privatklägerin 2 die Smartwatch und das Mobiltelefon weggenommen hat (An-

klageziffer IV) und ferner den Tatbestand der Verletzung des Geheim- und Privat-

bereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater StGB, indem er gegen 

den Willen der Privatklägerin 2 mittels seiner GoPro-Kamera die sexuellen Hand-

lungen zwischen ihnen filmte (Anklageziffer XI teilweise). 

2. Obwohl der Beschuldigte im Appellationsprozess die Schuldsprüche, wel-

che die Vorinstanz mit Bezug auf die vorgenannten Anklagepunkte gefällt hatte, in 

der Berufungserklärung aus formellen Gründen mitanfechten liess, sind die betref-

fenden Anklagevorwürfe inhaltlich nach wie vor unbestritten (Urk. 194 S. 3; 

Urk. 261 S. 3, 8). Im Berufungsverfahren zudem anerkannt ist – nachdem vor Vor-

instanz nur eine Verurteilung wegen geringfügiger Sachbeschädigung akzeptiert 

wurde (Urk. 123 S. 42 ff.) – der vorinstanzliche Schuldspruch wegen mehrfacher 

Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Anklageziffer XIII), auch 

wenn nach wie vor nicht alle Schadenspositionen anerkannt werden (Urk. 261 

S. 3, 48 ff., 55; vgl. hierzu nachfolgend Erw. III. D. 7.2.8. und 7.3.7.). Demgemäss 

hat es dabei sein Bewenden und der Beschuldigte ist dem Grundsatze nach auch 

zweitinstanzlich im Sinne der aufgeführten Tatbestände schuldig zu sprechen 

(s. aber zur Sachentziehung hinten Erw. III. D. 7.3.2.).

3. Beizufügen ist, dass der Beschuldigte sowohl vor Vorinstanz wie auch im 

Berufungsverfahren (vgl. Urk. 261 S. 3) bereit war, auch eine Verurteilung wegen 

Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu akzeptieren. Indessen lautet 

das Dispositiv des angefochtenen Entscheids im betreffenden Anklagepunkt auf 

den Grundtatbestand der einfachen Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB), weshalb das erstinstanzliche Urteil auch diesbezüglich einer Überprüfung 

zu unterziehen ist. 

- 25 -

D. Bestrittene Anklagepunkte

1. Grundlagen der Beweiswürdigung

Angesichts dessen, dass der Beschuldigte sich lediglich teilweise schuldig be-

kennt, ist der Anklagesachverhalt namentlich in dem Umfang, in dem seine Aus-

sagen denjenigen der Privatklägerin 2 widersprechen, zu erstellen. In Ergänzung 

der an sich zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu den Grundlagen der Be-

weiswürdigung im Strafprozess (vgl. Urk. 190 S. 22 ff.) ist dabei anzuführen, dass 

an den Nachweis von Täterschaft und Schuld zwar hohe Anforderungen zu stel-

len sind. Dabei kann jedoch nicht verlangt werden, dass die Tatschuld gleichsam 

mathematisch sicher und unter allen Aspekten unwiderlegbar feststeht. Es muss 

genügen, wenn vernünftige Zweifel darüber, dass die beschuldigte Person mit ih-

rem Verhalten objektiv und subjektiv den oder die ihr zu Last gelegten Straftatbe-

stände verwirklicht hat, ausgeschlossen werden können (JOSITSCH/SCHMID, Pra-

xiskommentar StPO, Art. 10 StPO N 6 m.w.H.). Im Übrigen verlangt auch der in 

Art. 10 Abs. 3 StPO verankerte Grundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den 

Beschuldigten) nicht, dass bei einzelnen sich widersprechenden Beweismitteln 

unbesehen auf den für die beschuldigte Person günstigeren Beweis abzustellen 

ist. Die Entscheidregel "in dubio pro reo" kommt vielmehr nur und erst dann zur 

Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzes relevante Zweifel 

am Vorhandensein oder Nichtvorhandensein eines Lebenssachverhalts oder 

ernsthaft in Betracht fallende Sachverhaltsalternativen verbleiben (vgl. BGE 144 

IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile Bundesgericht 6B_1019/2021 vom 8. Dezember 2021 

E. 1.3.3; 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.2.3 m.w.H.). Auch eigentliche 

"Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen", in welchen sich als massgebliche Be-

weise belastende Aussagen des mutmasslichen Opfers und bestreitende Aussa-

gen der beschuldigten Person gegenüberstehen, müssen keineswegs zwingend 

gestützt auf den Grundsatz "in dubio pro reo" zu einem Freispruch führen (vgl. Ur-

teile Bundesgericht 6B_726/2021 vom 25. Mai 2022 E. 3.3.3; 6B_1198/2020 vom 

19. Juli 2021 E. 2.1; 6B_892/2020 vom 16. Februar 2021 E. 6.1; 6B_332/2020 

vom 9. Juni 2020 E. 3.2). Vielmehr ist es dann Aufgabe des Gerichts, anhand 

sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche 

- 26 -

Sachdarstellung überzeugender ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt 

der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben 

erfolgen. Zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen ist dabei insbeson-

dere darauf zu achten, ob diese verständlich, zusammenhängend und mit den 

weiteren Beweisen in Einklang stehen (Urteil Bundesgericht 7B_88/2022 vom 

14. Juli 2023 E. 3.1 m.w.H.). 

2. Beweismittel

2.1. Mit Blick auf die Beweiswürdigung kommt den Aussagen der Privatkläge-

rin 2, die diese im Vorverfahren und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung deponiert und deren strafprozessuale Verwertbarkeit zu Recht niemand 

in Frage gestellt hat, wesentliche Bedeutung zu. Dabei ist zu berücksichtigen, 

dass die Privatklägerin 2 während des Vorverfahrens insgesamt viermal einver-

nommen wurde (Urk. D1/5/1-3 und Urk. D1/5/6), wovon die beiden letzten einläss-

lich durchgeführten Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft auf Video festge-

halten wurden (Urk. D1/5/4 und Urk. D1/5/9). Entsprechend konnte sich das Ge-

richt anhand der audiovisuellen Aufnahmen einen nahezu unmittelbaren Eindruck 

auch über das nonverbale Aussageverhalten der Privatklägerin 2 verschaffen. Zu-

sätzlich wurde die Privatklägerin 2 im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung abermals einer ausführlichen Befragung unterzogen (Prot. I S. 17 ff.). 

Auch unter Berücksichtigung der massgeblichen bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung drängt sich unter diesen Umständen mithin keine erneute Einvernahme der 

Privatklägerin 2 im Berufungsverfahren auf (Urteile Bundesgericht 6B_1378/2021 

vom 2. August 2023 E. 2.3.2 m.w.H.; 6B_803/2021 vom 22. März 2023 E. 6.3.1; 

6B_1273/2021 vom 14. März 2023 E. 3.3.4; 6B_1265/2019 vom 9. April 2020 

E. 1.2). 

2.2. Ebenso zentral sind die Aussagen des Beschuldigten, die dieser bei der 

Polizei (Urk. D1/4/1), bei der Staatsanwaltschaft (Urk. D1/4/2-8 bzw. D1/4/10), vor 

dem Zwangsmassnahmengericht (Urk. D1/22/21; Urk. D1/22/35) und vor Schran-

ken der ersten Instanz (Prot. I S. 76 ff.) gemacht hat. Neu kommen sodann die 

Aussagen bei der Berufungsverhandlung hinzu (Prot. II S. 18 ff.). Nachdem der 

Beschuldigte von der ersten Einvernahme an anwaltlich verteidigt war (vgl. 

- 27 -

Urk. D1/17/1; Urk. D1/4/1), ergeben sich auch hinsichtlich seiner eigenen Aussa-

gen keinerlei Zweifel an der beweismässigen Verwertbarkeit. 

2.3. Als Personalbeweise darüber hinaus zu erwähnen sind die – wiederum 

verwertbaren – Aussagen des Privatklägers 1 (Urk. D1/6/1-2) sowie der Zeugin-

nen G._____ (Urk. D1/7/1-2) und H._____ (Urk. D1/7/4). Zu Recht nicht berück-

sichtigt hat die Vorinstanz hingegen die Aussagen der Ex-Partnerin des Beschul-

digten, I._____, da sie keine sachrelevanten Angaben gemacht hat und ihre Aus-

sagen mangels Konfrontation beweismässig ohnehin nicht verwertbar wären 

(Urk. 190 S. 14). 

2.4. Des Weiteren sind die Sachbeweismittel zu berücksichtigen, die bereits 

im angefochtenen Entscheid aufgezählt sind, u.a. die Expertisen des Instituts für 

Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) vom 24. April 2020 und vom 26. Au-

gust 2021, welche die körperliche Untersuchung der Privatklägerin 2 zum Gegen-

stand haben (Urk. D1/10/7 bzw. Urk. 114), sowie die Chatverläufe zwischen der 

Privatklägerin 2 und dem Beschuldigten resp. dem Privatkläger 1 (Urk. D1/19/3/3-

28). Ergänzend ist sodann die im Berufungsverfahren erhobene Fotodokumenta-

tion des IRM über die körperliche Untersuchung der Privatklägerin 2 zu nennen 

(Urk. 208). 

2.5.1. Nach wie vor nicht vorhanden sind demgegenüber die Videoaufnahmen, 

die der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen mittels seiner GoPro-Kamera an-

lässlich des inkriminierten Vorfalls vom 10. März 2020 getätigt hat. Der Beschul-

digte beantragt diesbezüglich, das Berufungsgericht habe die Polizeibehörden da-

mit zu beauftragen, nach der SD-Karte zu suchen, auf der die damaligen Filmauf-

nahmen gespeichert seien, da sich darauf entlastendes Beweismaterial für ihn be-

finde (Prot. II S. 64; Urk. 261 S. 22 f. i.V.m. Prot. II S. 73 f.). 

2.5.2. In der Regel gebietet der strafprozessuale Untersuchungsgrundsatz, den 

Sachverhalt von Amtes wegen zu erheben, wobei die belastenden und die entlas-

tenden Umstände mit der gleichen Sorgfalt zu untersuchen sind (Art. 6 StPO). Un-

tersuchungsgrundsatz und rechtliches Gehör verpflichten das Strafgericht aller-

dings auch auf entsprechendes Parteibegehren hin nicht, Beweiserhebungen vor-

- 28 -

zunehmen, wenn die beantragten Beweise ungeeignet sind (Art. 139 Abs. 1 StPO 

e contrario). Als ungeeignet gelten insbesondere Beweismittel, die offensichtlich 

nicht erhältlich sind (SK StPO I-WOHLERS, Art. 139 StPO N 15).

2.5.3. Zur Begründung ihres Beweisergänzungsbegehrens macht die Verteidi-

gung geltend, der Beschuldigte habe, nachdem er sich am 10. März 2020 von der 

Privatklägerin 2 getrennt habe, die SD-Karte aus seiner GoPro-Kamera entfernt, 

diese mit schwarzem Outdoor-Isolierband umwickelt und sie in der Nähe des pri-

vatklägerischen Wohnorts in einem abgesägten Baumstrunk im Freien versteckt. 

Leider habe er nach seiner Haftentlassung, die über 1 Jahr später stattgefunden 

habe, feststellen müssen, dass sich die Speicherkarte nicht mehr am zurückge-

lassenen Ort befinde. Es sei jedoch seine grosse Hoffnung, dass die SD-Karte 

beispielsweise mit spezialisierten Metalldetektoren oder mittels Einsatz von poli-

zeilichen Spürhunden gefunden werden könne (Urk. 238 S. 2; Urk. 261 S. 22 f.). 

Der Beschuldigte selbst vermutet, dass wahrscheinlich Regen oder ein Tier die 

Karte weggetragen habe, weshalb er sie nicht mehr an der hinterlegten Stelle vor-

gefunden habe (vgl. Urk. 239/2 S. 1). Er konnte diese trotz intensiver Suchbemü-

hungen (Suche mit Hilfe von Metalldetektoren und Vertrauenspersonen sowie In-

aussichtstellen eines Finderlohns) nicht finden (vgl. Urk. 261 S. 23; Urk. 262/1-3). 

Bereits daraus erhellt, dass der in Frage stehende Datenträger – so denn die Be-

hauptungen des Beschuldigten zutreffen – seit nunmehr 3 ½ Jahren irgendwo an 

einer unbestimmten Stelle in einem öffentlich zugänglichen Waldstück liegt oder 

von dorthin an einen anderen unbekannten Ort gelangt ist. Wie in der Präsidial-

verfügung vom 25. Juli 2023 erwogen, mit der bereits im Vorfeld der Berufungs-

verhandlung ein gleichlautendes Beweisbegehren der Verteidigung abgewiesen 

wurde (Urk. 240), ist die Wahrscheinlichkeit, dass die SD-Karte, die eine Grösse 

von nur wenigen cm2 aufweist, heute noch mit verhältnismässigem Aufwand ge-

funden werden kann, demnach verschwindend klein, zumal nicht einmal feststeht, 

ob die Aufnahmen tatsächlich drauf sind (so die Verteidigung in Urk. 261 S. 55), 

und es angesichts der langen Zeitspanne auch für einen ausgebildeten Suchhund 

unmöglich sein dürfte, den Datenträger aufgrund des Geruchs aufzuspüren (vgl. 

Urk. D1/20/3 S. 1 f.). Schon aus diesem Grund ist dem Beweisantrag der Verteidi-

gung nicht stattzugeben.

- 29 -

2.5.4. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang zudem, dass der Beschul-

digte hinsichtlich des Verbleibs der SD-Karte seiner GoPro-Kamera noch an der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung einen völlig anderen Standpunkt vertreten 

hatte. Bis dahin hatte er ausführen lassen, er habe die Gegenstände, die er am 

10. März 2020 bei sich gehabt habe, insbesondere auch die SD-Karte und sein 

Mobiltelefongerät, in einem öffentlichen Abfallkübel entsorgt (Prot. I F/A 120). Es 

sei daher "absolut nicht zu erwarten", dass die Gegenstände noch aufgefunden 

werden können (so ausdrücklich die damalige Verteidigerin in Urk. 123 S. 38 f. 

und in Prot. I S. 137; vgl. dazu auch Urk. 239/1). Ebenso hatte der Beschuldigte 

selbst am 29. April 2020 in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ausgesagt, 

er sei, nachdem er im Anschluss zum Vorfall vom 10. März 2020 vor der Wohnlie-

genschaft der Privatkläger 1 und 2 die Polizei gesehen habe, davongefahren und 

habe sich der von ihm mitgeführten Gegenstände entledigt und sie entsorgt 

(Urk. D1/4/3 F/A 9). Als er in einer späteren Einvernahme danach gefragt wurde, 

worin der Unterschied zwischen Entsorgen und Entledigen bestehe, hatte er so-

dann am 14. Oktober 2020 wörtlich zu Protokoll gegeben: "Ich habe den Prozess 

der Vernichtung nicht miterlebt. Aus diesem Grund wäre es hypothetisch möglich 

gewesen, dass ein Arbeiter das gefunden und mitgenommen hat. Ich gehe davon 

aus, dass es endgültig entsorgt wurde nach so langer Zeit" (Urk. D1/4/6 F/A 39). 

Das Argument der Verteidigung, dass der Beschuldigte bewusst von Entledigen 

und nicht von Entsorgen gesprochen habe (Urk. 261 S. 22 f.), verfängt entspre-

chend nicht, da er trotz verschiedener Wortwahl damit offenkundig stets die Ver-

nichtung der SD-Karte meinte. Wenn der Beschuldigte nunmehr behauptet, dass 

er die Existenz der SD-Karte und deren Versteck bislang den Strafbehörden nicht 

preisgegeben habe, weil er das Vertrauen in diese verloren habe und habe ver-

hindern wollen, dass die Polizei ohne seine Anwesenheit vor Ort nach dem Da-

tenträger sucht, und weil er beabsichtigt habe, nach seiner Haftentlassung eine 

eigene Interessenabwägung in Bezug auf seine Privatsphäre und diejenige der 

Privatklägerin 2 vorzunehmen, um zu entscheiden, ob er die Videoaufnahmen 

einreichen werde oder nicht (vgl. Urk. 238 S. 2; Urk. 261 S. 22 f. i.V.m. Prot. II 

S. 73 f.), so wirkt das vor dem Hintergrund seiner früheren Aussagen demnach 

vorgeschoben und vermag in keiner Weise zu überzeugen. Seine Berufung auf 

- 30 -

angebliche Datenschutzgründe, die ihn vor einer Preisgabe des Verstecks der 

SD-Karte abgehalten haben sollen, steht überdies im Widerspruch zur Haltung, 

die der Beschuldigte anderweitig im Strafprozess eingenommen hat. So hat er an-

lässlich seiner Anhörung beim Zwangsmassnahmengericht am 30. November 

2020 angegeben, es sei ihm schwergefallen, den Behörden den Zugang zu sei-

nen Digitalaccounts freizugeben, da ihm die Privatsphäre viel bedeute. Er habe 

die Zugangsdaten nur deshalb offengelegt, weil er die Wahrheitsfindung be-

schleunigen wolle. Freiheit sei ihm wichtiger als Privatsphäre (Urk. D1/22/35 S. 5). 

Weshalb dies nur für die Freigabe der Passwörter zu seinen elektronischen Da-

ten, nicht aber für das Versteck der SD-Karte Geltung haben soll, bleibt indessen 

unerfindlich. Letztlich erscheint deshalb seine neuerdings aufgestellte Behaup-

tung, wonach er die Speicherkarte nicht zusammen mit den übrigen Utensilien, 

die er damals bei sich hatte, entsorgt haben soll, als unglaubhaft. So oder anders 

hat es sich der Beschuldigte aufgrund seines soeben dargelegten Prozessverhal-

tens selber zuzuschreiben, dass die Filmaufnahmen vom Vorfall vom 10. März 

2020 als Beweismittel fehlen. Entsprechend kann daraus – anders als von der 

Verteidigung geltend gemacht – auch nicht etwa abgeleitet werden, es müsse an-

genommen werden, dass die Aufnahmen tatsächlich einen entlastenden Inhalt für 

den Beschuldigten aufweisen würden. 

3. Glaubwürdigkeit

3.1.1. Was die Beurteilung der Glaubwürdigkeit anbelangt, so darf vorab nicht 

unbeachtet bleiben, dass die Privatklägerin 2 und der Beschuldigte von Ende De-

zember 2018 bis ca. Anfang Januar 2020 eine On/Off-Paarbeziehung geführt ha-

ben, welche als Vorgeschichte auch in die Anklageschrift Eingang gefunden hat 

(Urk. D1/30 S. 2). Wesentlich dabei ist vor allem, dass die Beziehung endete, als 

die Privatklägerin 2 entschied, ihre ungeplant entstandene Schwangerschaft 

durch Abtreibung zu beenden, was gleichzeitig dazu führte, dass die ursprünglich 

eingegangene Verlobung zwischen den beiden aufgelöst wurde, wobei man in der 

Folge jedoch weiterhin freundschaftlichen Umgang miteinander gepflegt hat (vgl. 

zum Ganzen: Urk. 116 S. 2 ff.). Zudem hatten die Parteien Ende Januar 2020 

nochmals einen sexuellen Kontakt (vgl. dazu die Aussage der Privatklägerin 2 in 

- 31 -

Urk. D1/5/3 F/A 13 und die Aussagen des Beschuldigten in Prot. II S. 63; vgl. 

auch Urk. 261 S. 24). Gleichwohl kann nicht gesagt werden, dass diese persönli-

che Beziehung zum Beschuldigten die generelle Glaubwürdigkeit der Privatkläge-

rin 2 negativ zu beeinflussen vermag, war sie doch durchaus in der Lage, dessen 

Charakter differenziert und teilweise sogar sehr positiv darzustellen, indem sie 

ihm beispielsweise beschied, ein sehr guter Informatiker zu sein (Prot. I F/A 10) 

und dass er ihr beim Schwangerschaftsabbruch zur Seite gestanden habe 

(Urk. D1/5/3 F/A 30; Prot. I F/A 24). Zudem bestätigte die Privatklägerin 2, dass 

sie während der Beziehung harmonisch, liebevoll und zärtlich miteinander umge-

gangen seien (Prot. I F/A 9).

3.1.2. Des Weiteren ist nicht zu verkennen, dass die Privatklägerin 2 in einem 

früheren Strafverfahren sexuelle Kontakte zwischen dem von ihr des Stalkings 

verdächtigten D._____ und ihr anfänglich verschwiegen hatte. Wie jedoch selbst 

die frühere Verteidigung einräumen musste, lässt sich daraus keineswegs ablei-

ten, dass sie im aktuellen, gegen den Beschuldigten geführten Strafverfahren die 

Unwahrheit sagt (Urk. 123 S. 14), was sofort einleuchtet, handelt es sich doch um 

zwei unterschiedliche und gänzlich voneinander unabhängige Sachverhaltskom-

plexe. Entsprechend besteht entgegen der Auffassung der Verteidigung kein An-

lass, D._____ einzuvernehmen, damit er darüber berichten kann, wie er die Pri-

vatklägerin 2 in ihrem Aussageverhalten erlebt hat (Urk. 194 S. 8 f.). Der Um-

stand, dass die Privatklägerin 2 in einem früheren Verfahren gewisse für sie nach-

teilige Umstände bewusst zurückbehalten hat, lässt für sich alleine mithin keinen 

direkten Rückschluss auf ihre Glaubwürdigkeit in diesem Verfahren zu, hat jedoch 

im Rahmen der Aussagewürdigung miteinzufliessen und gebietet mit der Verteidi-

gung (vgl. Urk. 261 S. 21) eine vorsichtige Würdigung ihrer Aussagen. 

3.1.3. Nicht zu folgen ist der Verteidigung sodann auch, als sie aufgrund des pri-

vatklägerischen Aussageverhaltens im früheren Stalkingverfahren und der Schil-

derungen des Beschuldigten hinsichtlich von psychischen Auffälligkeiten auf Sei-

ten der Privatklägerin 2 eine aussagepsychologische Begutachtung bei dieser be-

antragt (Urk. 194 S. 7). So drängt sich eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung durch 

eine sachverständige Person nach der Rechtsprechung nur bei besonderen Um-

- 32 -

ständen auf. Dies ist etwa der Fall, wenn bruchstückhafte oder schwer interpre-

tierbare Äusserungen eines Kleinkinds zu beurteilen sind, bei ernsthaften Anzei-

chen geistiger Störungen, welche die Aussageehrlichkeit der einvernommenen 

Person beeinträchtigen könnten, oder wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 

der Aussagende unter dem Einfluss von Drittpersonen steht (BGE 129 IV 179 

E. 2.4; vgl. auch Urteil Bundesgericht 6B_1176/2021 vom 26. April 2023 E. 2.5.2 

m.w.H.). Keiner der zitierten Anwendungsfälle ist bei der Privatklägerin 2 gege-

ben. Daran ändert auch das von der Verteidigung eingereichte Schreiben von 

Dipl.-Psych. J._____ vom Zentrum für Aussagepsychologie Berlin vom 14. Januar 

2021 nichts (Urk. 124/1), das lediglich eine äussert kurzgehaltene Einschätzung 

einer von Beschuldigtenseite mandatierten Stelle über das privatklägerische Aus-

sageverhalten darstellt, welche obendrein auf ungenauen Prämissen zu beruhen 

scheint. So hat die Privatklägerin 2 ihr anfängliches Verschweigen der sexuellen 

Kontakte mit D._____ keineswegs einzig damit begründet, dass sie ihren Lebens-

gefährten nicht über allfällige Seitensprünge informieren wollte, worin die angebli-

che Parallele zum heute zu beurteilenden Fall liegen soll, sondern in gleichem 

Masse auch damit, dass es sich beim einvernehmenden Polizeibeamten um den 

Cousin einer Bekannten gehandelt habe, weshalb sie sich geschämt habe, vor 

ihm sexuelle Intimitäten auszubreiten (Urk. D1/5/6 F/A 33), was doch eine sehr 

spezifische und vor allem eine anders gelagerte Konstellation als hier darstellt. 

Ausserdem ist es nicht so, dass der Beschuldigte den Ablauf der Ereignisse vom 

10. März 2020, insbesondere die Eingangssituation bis zur sexuellen Interaktion, 

sehr ähnlich schildere wie die Privatklägerin 2, sondern es bestehen bereits hin-

sichtlich der Geschehnisse in dieser Phase beträchtliche Diskrepanzen zwischen 

den Sachdarstellungen der beiden, worauf im Rahmen der nachstehenden Aus-

sagewürdigung noch näher einzugehen sein wird. Im Übrigen ist gerade eine sol-

che Prüfung von Widersprüchen im Aussageverhalten verschiedener Verfahrens-

beteiligter primär Aufgabe des Gerichts und nicht eines Sachverständigen (BGE 

129 I 49 E. 4; Urteile Bundesgericht 6B_1454/2022 vom 20. März 2023 E. 2.4.5; 

6B_1090/2018 vom 17. Januar 2019 E. 1.2). Auch diesbezüglich erscheint eine 

Beweisergänzung mithin als nicht angezeigt.

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-I-49%3Ade&number_of_ranks=0#page49
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-I-49%3Ade&number_of_ranks=0#page49

- 33 -

3.1.4. Schliesslich ist auch die von der Verteidigung mit Eingabe vom 13. No-

vember 2023 eingereichte Videodatei, die den Heiratsantrag des Beschuldigten 

an die Privatklägerin 2 zeigt, für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Letzterer 

irrelevant und hat – wie bereits vorstehend ausgeführt (vgl. Erw. II. C. 2.4.) – für 

das vorliegende Strafverfahren keinen Beweiswert, streitet die Privatklägerin 2 

doch zum einen im Berufungsverfahren nicht ab, den Heiratsantrag angenommen 

zu haben (vgl. Prot. II S. 70). Zum anderen kann aufgrund der Kürze der Videose-

quenz (unter 1 Minute) und des gewählten Aufnahmewinkels – das Video zeigt 

die Privatklägerin 2 im Wesentlichen nur bis zur Hüfte – ihre Reaktion nur einge-

schränkt bis gar nicht beurteilt werden (vgl. Urk. 251/1). Entgegen der Verteidi-

gung wirkt sich denn auch das von der Privatklägerin 2 in der Trennungsphase 

gegenüber dem Beschuldigten an den Tag gelegte ambivalente Verhalten nicht 

auf ihre Glaubwürdigkeit aus. Dieser Umstand ist vielmehr im Rahmen der Beur-

teilung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu berücksichtigen (vgl. nachste-

hend Erw. IV. D. 1.2.2.3.).

3.1.5. Einhergehend mit der Vorinstanz ist demzufolge festzuhalten, dass mit 

Ausnahme davon, dass die Privatklägerin 2 in einem früheren Strafverfahren ge-

wisse für sie unangenehme Sachverhaltsaspekte zunächst verschwiegen hat, und 

abgesehen vom Umstand, dass die Privatklägerin 2, die im Strafprozess adhäsi-

onsweise Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche gegenüber dem Beschul-

digten erhebt, ein gewisses finanzielles Interesse am Ausgang des Verfahrens 

hat, keinerlei Hinweise auf eine generell eingeschränkte Glaubwürdigkeit beste-

hen (Urk. 190 S. 27 f.). 

3.2. Ebenso hat sich die Vorinstanz sorgfältig mit der Beurteilung der allgemei-

nen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten auseinandergesetzt. In Anwendung von 

Art. 82 Abs. 4 StPO kann daher vorab auf die diesbezüglichen Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 190 S. 27). So lässt sich für die 

im Berufungsverfahren noch zu prüfenden (bestrittenen) Anklagesachverhalte aus 

dem Umstand, dass der Beschuldigte sich letztlich der Polizei gestellt hat und 

dass er die gegen ihn erhobenen Tatvorwürfe teilweise eingestanden hat (so die 

Verteidigung in Urk. 123 S. 12; vgl. Urk. 261 S. 52 und Prot. II S. 86), nichts We-

- 34 -

sentliches zu seinen Gunsten ableiten. Im Übrigen ist beim Beschuldigten im Ge-

gensatz zur Privatklägerin 2 offensichtlich, dass es ihm offenkundig nach wie vor 

schwer fällt, die Trennung von der Privatklägerin 2 emotional zu verkraften, was 

auch anlässlich der Berufungsverhandlung zum Ausdruck kam (vgl. nachstehend 

auch Erw. V. B. 2.1.). Nur so lässt sich erklären, dass er sie im Verlauf des Straf-

verfahrens beispielsweise als "raffiniert, masochistisch, narzisstisch, zielorientiert 

und herzig" (Urk. D1/4/3 F/A 19) bezeichnet hat, die einen pathologischen Drang 

zum Lügen habe (Urk. D1/22/22 S. 1), und er überdies versucht hat, sie auch mo-

ralisch herabzusetzen, indem er sie etwa als Callgirl (Urk. D1/4/8 F/A 34), das Es-

corterfahrung habe (Urk. D1/4/3 F/A 9), tituliert hat. Der Beschuldigte hat die Pri-

vatklägerin 2 damit nicht bloss als "narzisstisch" bezeichnet, sondern sie wieder-

holt mit negativen Attributen beschrieben, die entgegen der Verteidigung (vgl. 

Urk. 261 S. 27 f.) nicht allesamt auf Gespräche mit der Privatklägerin 2 zurückzu-

führen sind (vgl. hierzu auch nachstehend Erw. III. D. 7.2.7.).

3.3. Ferner hat sich die Vorinstanz auch zutreffend zur Glaubwürdigkeit des 

Privatklägers 1, bei dem es sich um den damaligen Verlobten und nachmaligen 

Ehegatten der Privatklägerin 2 handelt, wie auch von G._____, der Schwester des 

Beschuldigten, geäussert (Urk. 190 S. 28 f.). Als einzig neutrale Aussageperson 

präsentiert sich folglich H._____, die zum Anklagezeitpunkt an derselben Adresse 

wie die Privatklägerschaft wohnhaft war, ansonsten aber in keiner Beziehung zu 

einer der Parteien steht, wobei sie jedoch bei der Beweiswürdigung ohnehin eine 

nur sehr untergeordnete Rolle spielt. 

3.4. Wenn die Vorinstanz bei den einzelnen Aussagepersonen jeweils anführt, 

dass es auf deren Glaubwürdigkeit nicht so sehr ankommt, sondern vorrangig auf 

die inhaltliche Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen abgestellt werden muss (Urk. 190 

S. 27 ff.), so ist dem schliesslich vorbehaltlos beizupflichten. 

4. Inhalt der Aussagen

4.1. Des Weiteren hat die Vorinstanz die Aussagen sämtlicher Beteiligter in 

Bezug auf die sachlich relevanten Inhalte jeweils Punkt für Punkt ausführlich und 

zutreffend wiedergegeben (vgl. Urk. 190 S. 32 ff.), sodass in Anwendung von 

- 35 -

Art. 82 Abs. 4 StPO zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen vorab voll-

umfänglich darauf verwiesen werden kann. Auf die konkreten Aussagen ist nach-

folgend daher nur noch punktuell und ergänzend einzugehen.

4.2. Einleitend bleibt darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte seine 

Erstaussagen erst deponierte, nachdem die Verteidigung volle Akteneinsicht er-

halten hatte (vgl. Urk. D1/4/1-2; Urk. D1/17/5). Insofern ist wenig erstaunlich, dass 

sich die Sachdarstellung der Privatklägerin 2 und des Beschuldigten hinsichtlich 

der äusseren Umstände und des Ablaufs der Geschehnisse weitestgehend de-

cken, sich gleichzeitig aber in den für die Tatbestandsverwirklichung entscheiden-

den Punkten merklich unterscheiden; mithin sind ihre Aussagen nicht derart gleich 

bzw. übereinstimmend, wie es von der Verteidigung mehrfach vorgetragen wurde 

(vgl. Urk. 261 S. 11, 44, 48).

5. Vorfall vom 11. Februar 2020 (Dossier 3)

5.1. Zunächst geht es um den Vorwurf der Drohung, gemäss welchem der Be-

schuldigte beim Treffen mit der Privatklägerin 2 an seinem Wohnort am 11. Fe-

bruar 2020 geäussert haben soll, er werde sie oder den Privatkläger 1 töten, 

würde sie diesem ein Kind schenken; ausserdem soll der Beschuldigte gesagt ha-

ben, dass er den Privatkläger 1 töten werde, indem er einen grossen Stein von 

der 

Autobahnbrücke werfen würde (Anklageziffer XV). Um an den Entsperrcode für 

die Smartwatch der Privatklägerin 2 zu gelangen, die der Beschuldigte ihr zuvor 

vom Handgelenk entrissen hatte, habe dieser sie danach mit einer Hand am Hals 

gewürgt und ihr mehrere Finger in den Mund eingeführt, wodurch er sich der Nöti-

gung schuldig gemacht habe (Anklageziffer XVI). Ausserdem soll er eine weitere 

Nötigung begangen haben, indem er die Privatklägerin 2 gegen ihren Willen meh-

rere Minuten lang im Badezimmer eingesperrt habe (Anklageziffer XVII). Schliess-

lich habe sich der Beschuldigte auch der Sachbeschädigung schuldig gemacht, 

indem er die Smartwatch der Privatklägerin 2 zu Boden geworfen habe, wodurch 

das Displayglas der Uhr zerbrochen sei (Anklageziffer XIX). Der Beschuldigte ist 

geständig, der Privatklägerin 2 ihre Smartwatch entzogen (Anklageziffer XVI teil-

- 36 -

weise) und sich unbefugt Zugang zu den darin enthaltenen Daten verschafft zu 

haben (Anklageziffer XVIII) (Urk. 261 S. 8); im Übrigen bestreitet er die Vorwürfe 

(vgl. Prot. II S. 29 ff.).

5.2.1. Einhergehend mit der Vorinstanz ist dazu festzuhalten, dass die Privatklä-

gerin 2 die Geschehnisse beim damaligen Treffen glaubhaft schildert, indem sie 

den Vorfall bildlich und in ihre Emotionen eingebettet wiedergibt, wobei ihre Aus-

sagen diesbezüglich während des Strafverfahrens grundsätzlich konstant blieben 

(Urk. 190 S. 36). So hat die Privatklägerin 2 bereits im Rahmen der polizeilichen 

Befragung vom 30. April 2020 anschaulich dargelegt, wie sie zur Wohnung des 

Beschuldigten ging, um ihm den Hausschlüssel zurückzugeben und ihre restli-

chen Sachen abzuholen. Der Beschuldigte habe sie gefragt, ob sie bereits Sex 

mit dem Privatkläger 1 gehabt habe. Er könne für nichts garantieren, wenn sie be-

reits vorhätten, eine Familie zu gründen. Als die Privatklägerin 2 nachgefragt 

habe, wie er das meine, habe der Beschuldigte entgegnet, er könne es ihr nicht 

sagen, da er befürchte, die Privatklägerin 2 könne es mit ihrem Mobiltelefon auf-

zeichnen; deshalb habe er sie aufgefordert, ihr Telefon im Wohnzimmer liegen zu 

lassen und ihm ins Badezimmer zu folgen. Dort habe er schliesslich zu ihr gesagt, 

dass er den Privatkläger 1 und sie umbringen würde, falls sie eine Familie grün-

den sollten (vgl. Urk. D1/5/2 F/A 6). Anlässlich der folgenden staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme vom 5. Mai 2020 ergänzte die Privatklägerin 2 sodann, dass 

der Beschuldigte sich dahingehend ausgedrückt habe, dass er einen grossen 

Stein von der Autobahnbrücke werfen würde. Dies habe sie bei der vorangegan-

genen polizeilichen Befragung noch nicht erwähnt (Urk. D1/5/3 F/A 215). Gerade 

die zuletzt genannte Selbstkorrektur, welche spontan und nicht erst auf Frage hin 

erfolgte, spricht dafür, dass die Privatklägerin 2 sich nicht scheut, es offenzule-

gen, wenn sie ihre Aussage verändert, was man nicht von jemandem erwarten 

würde, der absichtlich Falschaussagen produziert. Die Verteidigung selbst führt 

einleitend aus, dass spontane Selbstkorrekturen Realkennzeichen darstellten 

(Urk. 261 S. 17 f.). Ihr ist entsprechend nicht zu folgen, wenn sie später genau 

diese Selbstkorrektur als Argument dafür anführt, dass die Aussagen der Privat-

klägerin 2 nicht glaubhaft seien (Urk. 261 S. 29). Mit der Vorinstanz vermag so-

dann auch der Umstand, dass sie bei der späteren Einvernahme von sich aus nur 

- 37 -

von Drohungen gegenüber dem Privatkläger 1 sprach und nicht mehr ausdrück-

lich auch solche ihr gegenüber erwähnte, die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht 

zu erschüttern (Urk. 190 S. 35). Ein eigentlicher Widerspruch, wie es die Verteidi-

gung darstellt (Urk. 261 S. 14 f.), ist nicht zu erkennen. Vielmehr ist anzunehmen, 

dass die gegen den Privatkläger 1 ausgestossene Drohung aus der Sicht der Pri-

vatklägerin 2 schlimmer war als diejenige, die gegen sie selbst gerichtet war, 

nachdem der Beschuldigte sie hatte gehen lassen, sie aber nicht wissen konnte, 

was er als Nächstes vorhat. Dies fügt sich denn auch nahtlos in die bei den Akten 

liegenden Auszüge aus dem Chat-Verlauf zwischen den Privatklägern 1 und 2 

ein, aus denen hervorgeht, dass die Privatklägerin 2 ihrem Partner unmittelbar 

nach dem eingeklagten Vorfall schrieb, er solle, wenn er im Büro fertig sei, sie so-

fort anrufen, bevor er das Gebäude verlasse, und wonach sie auch in der Folge 

mehrmals bei diesem nachfragte, ob alles in Ordnung sei, sie mache sich Sorgen 

um ihn (Urk. D1/19/3/8). Entgegen der Ansicht der Verteidigung, welche bei ihrer 

Würdigung die soeben zitierten Nachrichten ausklammert (vgl. Urk. 261 S. 28 f.), 

werden die Aussagen der Privatklägerin 2 folglich durch objektive Beweismittel, 

namentlich den direkt im Anschluss an das Ereignis geführten Chat zwischen den 

Privatklägern 1 und 2, gestützt und validiert. 

5.2.2. Nicht zu überzeugen vermag hingegen die gegenteilige Version des Be-

schuldigten bereits insofern, als er beim Treffen an jenem 11. Februar 2020 die 

Privatklägerin 2 einfach darum gebeten haben will, noch mindestens 1 Monat zu-

zuwarten, bis sie mit dem Privatkläger 1 ein Kind zeuge, damit er (der Beschul-

digte) Zeit habe, um die Situation zu verarbeiten (Urk. D1/4/4 F/A 8; vgl. auch 

Prot. II S. 30), lässt sich doch im Gegensatz zur privatklägerischen Sachdarstel-

lung durch den von ihm geschilderten Gesprächsverlauf in keiner Weise erklären, 

weshalb der Beschuldigte auch nach seinen eigenen Aussagen gleich anschlies-

send dazu übergegangen sein soll, der Privatklägerin 2 im Badezimmer die 

Smartwatch zu entreissen (vgl. Urk. D1/4/4 F/A 6; Urk. D1/4/10 F/A 37; Prot. I 

F/A 45; Prot. II S. 31 f.). Solche Strukturbrüche sprechen gegen die Glaubhaftig-

keit von Aussagen.

- 38 -

5.2.3. Für die Glaubhaftigkeit der privatklägerischen Aussagen spricht sodann, 

dass sie in der Lage war, auch hinsichtlich gewisser Nebenaspekte gleichbleibend 

auszusagen, etwa wenn die Privatklägerin 2 hinsichtlich des anschliessenden tät-

lichen Übergriffs im Badezimmer der Wohnung des Beschuldigten konstant aus-

geführt hat, sie sei auf dem Badewannenrand gesessen, als er sie von oben am 

Hals gewürgt habe (Urk. D1/5/2 F/A 38 ff.; Urk. D1/5/3 F/A 220; Prot. I F/A 37). 

Zudem berichtete die Privatklägerin 2 anschaulich von der Atemnot, in die sie 

durch das Würgen geraten ist (Urk. D1/5/3 F/A 224). Dabei ist auch der Vorin-

stanz nicht entgangen, dass die Privatklägerin 2 bei ihren Aussagen eigentlich da-

von spricht, dass sie beim Entreissen der Uhr ein erstes Mal und anschliessend 

nach ihrer Weigerung, den Entsperrcode bekannt zu geben, ein zweites Mal vom 

Beschuldigten gewürgt worden sei, während in der Anklageschrift lediglich steht, 

dass der Beschuldigte sie einzig gewürgt habe, als sie sich geweigert habe, ihm 

den Code für den Zugang zu den Daten auf ihrer Smartwatch preiszugeben (vgl. 

Urk. 190 S. 40). Nachdem für das Gericht der in der Anklage festgehaltene Sach-

verhalt verbindlich ist (Art. 9 StPO), ist nachfolgend allerdings – anders als die 

Vorinstanz dies getan hat – auf den in der Anklageschrift enthaltenen Hergang 

abzustellen, zumal dieser für den Beschuldigten der günstigere ist.

5.2.4. Gleichermassen glaubhaft sind die Aussagen der Privatklägerin 2, wenn 

sie schildert, dass sie kaum mehr einen Ton herausbekommen habe, nachdem ihr 

der Beschuldigte die Finger in den Hals gesteckt habe. Sie habe sich in diesem 

Moment hilflos gefühlt, habe keine Kraft mehr zum Schreien gehabt und geweint. 

Währenddessen habe der Beschuldigte sie für ca. 3 bis 5 Minuten (vgl. zu dieser 

Zeitangabe: Urk. D1/5/3 F/A 236) im Badezimmer eingesperrt und ihre Smart-

watch nach Aufnahmen durchforstet (Urk. D1/5/2 F/A 6; Urk. D1/5/3 F/A 208; 

Prot. I F/A 37). Dabei hat die Vorinstanz richtig erkannt, dass die privatklägerische 

Darstellung auch insofern plausibel ist, als der ungestörte Versuch der Durchsu-

chung der Daten auf der Uhr tatsächlich einige wenige Minuten in Anspruch ge-

nommen haben dürfte (Urk. 190 S. 43). Wenn die Verteidigung moniert, dass die 

Privatklägerin 2 nicht konstant ausgesagt habe, was sie in den Minuten, als sie 

eingesperrt gewesen sei, genau getan habe (Urk. 261 S. 32 f.), so ist dem inso-

fern nicht zuzustimmen, als sie inhaltlich konstant eine Verzweiflung ihrerseits be-

- 39 -

schrieb, welche sich in Weinen, Schreien und an die Türe klopfen äusserte. Im 

Übrigen verbietet es sich, aufgrund von Nuancen im Aussageverhalten zu einzel-

nen, mehr oder weniger willkürlich herausgepickten Nebensächlichkeiten (etwa 

zur unterschiedlichen Anzahl Finger, die ihr beim Würgen in den Mund gesteckt 

wurden) den Schluss zu ziehen, dass die Aussagen der Privatklägerin 2 generell 

nicht konstant und daher unglaubhaft seien (vgl. dazu auch Erw. III. D. 7.2.2.).

5.2.5. Ebenso erweisen sich die Aussagen der Privatklägerin 2 als lebensnah, 

wenn sie detailliert schildert, wie der Beschuldigte sie aufgefordert habe, zu zei-

gen, wo sich die Aufnahmen auf der Smartwatch befinden, er finde sie nicht, wor-

auf sie ihm entgegnet habe, es gebe keine Aufnahmen, da sie nichts aufgezeich-

net habe, und er schliesslich die Uhr mit Gewalt auf den Boden geworfen habe 

(Urk. D1/5/2 F/A 6; Urk. D1/5/3 F/A 208; Prot. I F/A 37). Zudem decken sich die 

Angaben der Privatklägerin 2 nicht nur mit den Aufnahmen des beschädigten Ge-

räts, die sie gleichentags dem Privatkläger 1 geschickt hat (Urk. D1/19/3/8), son-

dern auch mit der Textnachricht des Beschuldigten vom 13. Februar 2020, mit der 

er sich gegenüber der Privatklägerin 2 "wegen ihrer geliebten Uhr" entschuldigt 

(Urk. D1/19/3/9). 

5.2.6. Abgerundet wird das Beweisergebnis schliesslich noch durch weitere 

Textnachrichten, die der Beschuldigte am 13. Februar 2020 der Privatklägerin 2 

geschickt hat. Darin führt er zum einen aus, dass er es krank finde, wie er "ges-

tern" (gemeint ist dem Kontext nach aber eindeutig der 11. Februar 2020) ausge-

tickt sei, es sei ihm peinlich und es tue ihm aufrichtig leid; zum anderen schreibt 

er, dass er ihr nie wieder wehtun wolle und sie künftig wie ein rohes Ei behandeln 

werde (Urk. D1/19/3/9). Dies zeigt eindeutig, dass auch aus Sicht des Beschuldig-

ten bei seinem Verhalten gegenüber der Privatklägerin 2 am besagten Treffen 

Gewalt im Spiel gewesen sein muss, ansonsten kein Anlass bestanden hätte, ihr 

vorzugeben, dass er ihr nie wieder wehtun und in Zukunft sehr vorsichtig mit ihr 

umgehen werde. Bereits aus diesem Grund entpuppen sich die im Strafverfahren 

gemachten Aussagen des Beschuldigten, wonach es abgesehen davon, dass er 

die Privatklägerin 2 bei der Schulter gehalten habe, um an ihre Smartwatch zu ge-

langen, keine tätliche Auseinandersetzung gegeben habe, er sie insbesondere 

- 40 -

weder gewürgt noch eingeschlossen habe (Urk. D1/4/10 F/A 39; Prot. I F/A 45; 

Prot. II S. 32 f.), als reine Schutzbehauptungen. Kommt hinzu, dass der Beschul-

digte beim späteren Vorfall vom 10. März 2020 Fesselutensilien mitgenommen 

hat, weil er eigenen Aussagen zufolge damit rechnete, dass die Privatklägerin 2 

ihm ihr Mobiltelefon nicht freiwillig aushändigen würde (Urk. D1/4/3 F/A 9; vgl. 

auch Prot. II S. 45). In Übereinstimmung mit der Vorinstanz stellt dies zum einen 

ein Indiz dar, dass die Privatklägerin 2 bereits bei der vorangegangenen ähnlich 

gelagerten Situation nicht bereit war, dem Beschuldigten ihre Smartwatch freiwillig 

herauszugeben, und zum anderen dafür, dass Letzterer keineswegs davor zu-

rückschreckt, mit körperlicher Gewalt vorzugehen, um an die privatklägerischen 

Daten zu gelangen (Urk. 190 S. 41).

5.2.7. Ferner verfängt auch der Einwand der Verteidigung nicht, wonach unver-

ständlich sei, weshalb die Privatklägerin 2 den Vorfall vom 11. Februar 2020 nicht 

schon bei ihrer ersten polizeilichen Befragung vom 11. März 2020 vorgebracht 

habe (Urk. 123 S. 29 f.; Urk. 261 S. 29 i.V.m. Prot. II S. 78 f.), da ihr Verhalten – 

sie machte keine ungenauen oder widersprüchlichen Aussagen, sondern sie er-

wähnte den Vorfall damals überhaupt nicht – zu erklären ist. Denn zum einen 

stand die Privatklägerin 2 bei ihrer Erstbefragung noch gänzlich unter dem Ein-

druck der vergleichsweise massiven Geschehnisse vom Vortag, die Gegenstand 

von Dossier 1 der Anklage bilden, während frühere Ereignisse offensichtlich aus-

serhalb ihres damaligen Fokus lagen. Und zum anderen hatte sich der Beschul-

digte im Nachgang zum Vorfall vom 11. Februar 2020 bei der Privatklägerin 2 ent-

schuldigt (Urk. D1/19/3/9), was sie ihm eigenen Aussagen zufolge abgenommen 

hatte (Urk. D1/5/2 F/A 56). Ebenso hatte sich die Privatklägerin 2 nach dem weite-

ren Vorfall vom 22. Februar 2020 nochmals auf eine einvernehmliche Lösung mit 

dem Beschuldigten eingelassen, der sich wiederum reumütig gezeigt hatte, wes-

halb die Privatkläger 1 und 2 letztlich davon abgesehen haben, die Polizei einzu-

schalten (vgl. Urk. 116 S. 6 f.). Insofern ist es durchaus nachvollziehbar, dass die 

Privatklägerin 2 in einem ersten Moment den bzw. die beiden Vorfälle vor dem 

9./10. März 2020 noch unerwähnt liess, sondern diese erst im späteren Verlauf 

der Strafuntersuchung eingebracht hat.

- 41 -

5.2.8. Schliesslich vermag die Verteidigung das bisher Erwogene auch mit dem 

Argument des sog. Phänomens des Parallelerlebnisses nicht umzustossen, wo-

nach die Privatklägerin 2 ein möglichst ähnliches Erlebnis auf den fraglichen Fall 

übertrage bzw. gewisse Sachen vermische, vorliegend beispielsweise mit einem 

Film, welchen sie und der Beschuldigte zusammen angeschaut und in welchem 

Jugendliche einen Stein auf die Autobahn geworfen hätten (Urk. 261 S. 19, 30 

und 38; vgl. auch Prot. II S. 30 f.), zumal es sich hierbei lediglich um eine Vermu-

tung der Verteidigung handelt und die Sachverhaltsversion der Privatklägerin 2 – 

wie dargelegt – in Übereinstimmung mit dem objektiven Beweisergebnis steht. 

Der Sachverhalt betreffend Dossier 3 ist folglich als anklagegemäss erstellt zu be-

trachten. 

5.3.1. Was die rechtliche Würdigung anbelangt, so sieht die Anklage mit Bezug 

auf die im Verlaufe des Vorfalls vom 11. Februar 2020 getätigte Äusserung des 

Beschuldigten, er werde die Privatklägerin 2 oder den Privatkläger 1 töten, falls 

diese zusammen ein Kind bekommen würden, den Tatbestand der Drohung im 

Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB als erfüllt an. Dem ist im Ergebnis zuzustimmen, 

zumal Todesdrohungen grundsätzlich einen schweren Angriff auf das Sicherheits-

gefühl der Betroffenen bedeuten (vgl. BSK StGB II-DELNON/RÜDY, Art. 180 StGB 

N 26). Konkret wurde die Privatklägerin 2 dadurch in Angst und Schrecken ver-

setzt, dass sie befürchtete, der Beschuldigte könne ihrem Verlobten etwas antun, 

was sich nicht zuletzt auch darin zeigt, dass sie dem Privatkläger 1 sogar ein Foto 

des Beschuldigten schickte, damit er sich vor der Gefahr in Acht nehmen könne 

(vgl. Prot. I F/A 37). Dies reicht für die Annahme der Strafbarkeit aus, kann sich 

doch eine Drohung ohne weiteres auch gegen die Rechtsgüter einer Drittperson 

richten (BSK StGB II-DELNON/RÜDY, Art. 180 StGB N 17). Ebenso ist, wie in der 

Anklage umschrieben, als tatbestandsmässig zu werten, dass der Privatkläger 1 

zu einem späteren Zeitpunkt von der Privatklägerin 2 die vom Beschuldigten aus-

gesprochene Todesdrohung gegen ihn vernahm (vgl. PK StGB-TRECHSEL/MONA, 

Art. 180 StGB N 3), zumal der Privatkläger 1 die Drohung gemäss seinen glaub-

haften Aussagen ernst nahm (Urk. D1/6/2 F/A 30 ff.). Der Beschuldigte ist daher 

insofern hinsichtlich von Anklageziffer XV der Drohung schuldig zu sprechen. 

Dass aufgrund der inkriminierten Äusserung des Beschuldigten die Privatkläge-

- 42 -

rin 2 auch um ihre eigene Sicherheit gefürchtet hätte, braucht bei diesem Ergeb-

nis hingegen nicht geprüft zu werden, sodass im Ergebnis einzig die gegen den 

Privatkläger 1 gerichtete Drohung als tatbestandsmässig zu qualifizieren ist. 

5.3.2. Des Weiteren steht nach Massgabe der vorstehenden Erwägungen zum 

Sachverhalt fest, dass der Beschuldigte beim Vorfall vom 11. Februar 2020 unter 

Gewaltanwendung (Würgen und Stecken mehrerer Finger in den Hals) an die 

Smartwatch der Privatklägerin 2 gelangt ist und sie dazu gebracht hat, ihm den 

Entsperrcode preiszugeben. Entsprechend ist der Vorinstanz unter Verweis auf 

ihre zutreffenden Erwägungen vorbehaltslos beizupflichten, wenn sie das Verhal-

ten des Beschuldigten diesbezüglich als Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

qualifiziert. Dasselbe gilt im Übrigen auch, soweit der Beschuldigte daraufhin die 

Privatklägerin 2 durch Einsperren daran hinderte, das Badezimmer zu verlassen, 

damit der Beschuldigte deren Smartwatch danach durchforsten kann, ob eine 

Tonaufzeichnung erstellt wurde (Urk. 190 S. 91 ff.). Obwohl jeweils ein anderes 

Nötigungsmittel (Gewalt resp. Einsperren) eingesetzt wurde und sich der Nöti-

gungszweck (Erlangung der Smartwatch und Bekanntgabe des Entsperrcodes 

resp. Durchsuchen der Daten) leicht voneinander unterscheidet, bilden die beiden 

Nötigungshandlungen dennoch eine räumliche, zeitliche und sachliche Einheit. 

Demgemäss ist in Präzisierung des angefochtenen Entscheids betreffend Ankla-

geziffern XVI und XVII nicht auf mehrfache, sondern auf einfache Nötigung im 

Sinne von Art. 181 StGB zu erkennen. 

5.3.3. Hinsichtlich der beschädigten Smartwatch konzediert schliesslich selbst 

die Verteidigung, dass das Displayglas der Uhr beim Vorfall vom 11. Februar 

2020 zerbrach. Der Beschuldigte soll jedoch die Smartwatch der Privatklägerin 2 

lediglich zugeworfen haben; es sei sie gewesen, die die Uhr nicht habe fangen 

können und zu Boden fallen gelassen habe (Urk. 123 S. 41; Urk. 261 S. 33; so 

auch der Beschuldigte in Prot. II S. 31). Implizit bestreitet die Verteidigung damit 

ein vorsätzliches Handeln seitens des Beschuldigten. Mit Vorsatz handelt, wer die 

Tat mit Wissen und Wollen ausführt, wobei Eventualvorsatz ebenfalls genügt 

(Art. 12 Abs. 2 StGB). Letzterer liegt nach ständiger Rechtsprechung vor, wenn 

der Täter die Verwirklichung des Tatbestands zwar nicht mit Gewissheit voraus-

- 43 -

sieht, aber doch ernsthaft für möglich hält, und die Erfüllung des Tatbestands für 

den Fall, dass sie eintreten sollte, in Kauf nimmt, sich also damit abfindet, mag sie 

ihm auch unerwünscht sein (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1 m.w.H.; 137 IV 1 E. 4.2.3; 

Urteile Bundesgericht 6B_1104/2022 vom 19. April 2023 E. 1.1.2; 6B_123/2022 

vom 8. Dezember 2022 E. 2.3.3). Vorliegend belegt bereits das starke Beschädi-

gungsbild bei der Smartwatch der Privatklägerin 2 (vgl. dazu Urk. D1/19/3/8), 

dass die Uhr aus einer gewissen Höhe auf den Boden gefallen sein muss. Auch 

wenn es zutreffen sollte, dass er das Gerät der Privatklägerin 2 – wie von der Ver-

teidigung vorgetragen – lediglich zugeworfen hat, hat der Beschuldigte damit ein 

Zerbrechen des Displayglases zweifellos in Kauf genommen. Ferner dürfte unbe-

stritten sein, dass die Schadenshöhe die Schwelle zur privilegierten Norm gemäss 

Art. 172ter Abs. 1 StGB (Fr. 300.–) eindeutig übersteigt, hat doch immerhin der Be-

schuldigte selber die Privatklägerin 2 für das zerbrochene Gerät sogleich mit 

Fr. 400.– entschädigt (Urk. D1/4/4 F/A 6). Entsprechend ist der Beschuldigte be-

treffend Anklageziffer XIX der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen, wobei – anders als die Vorinstanz (Urk. 190 S. 95) – 

lediglich auf eine eventualvorsätzliche Tatbegehung geschlossen werden kann. 

5.3.4. Im Übrigen nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz mit Bezug auf 

die Smartwatch zwischen dem Tatbestand der Sachbeschädigung und jenem der 

vorausgegangenen Sachentziehung nach Art. 141 StGB eine unechte Realkon-

kurrenz angenommen hat, womit letztere Norm nicht zur Anwendung gelangt 

(Urk. 190 S. 95 f.), was im Lichte des strafprozessualen Verschlechterungsver-

bots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO ohnehin nicht zu Ungunsten des Beschuldigten 

abgeändert werden könnte, nachdem weder die Staatsanwaltschaft noch die Pri-

vatklägerschaft in diesem Punkt Berufung erhoben haben. 

6. Vorfall vom 9. März 2020 (Dossier 1)

6.1. Beim nächsten Anklagevorwurf geht es darum, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin 2 in Angst und Schrecken versetzt haben soll, als er bei einem ge-

meinsamen Spaziergang am 9. März 2020 ihr gegenüber geäussert habe, es sei 

Vollmond, er werde in dieser Nacht zum Werwolf, er könne für nichts garantieren, 

der Privatkläger 1 werde sie nicht bekommen, sie und er würden gemeinsam in 

- 44 -

den Himmel kommen (Anklageziffer I). Der Beschuldigte bestreitet diesen Vorwurf 

(Prot. II S. 35).

6.2.1. Sachverhaltsmässig ist zunächst unbestritten, dass der Beschuldigte 

beim damaligen Spaziergang davon erfuhr, dass der Privatkläger 1 der Privatklä-

gerin 2 einen Heiratsantrag gemacht hatte (vgl. Urk. D1/4/3 F/A 67; Prot. I F/A 40 

[S. 41]; Prot. II S. 35 f.; vgl. auch Urk. 251/2-3), was Ersteren gemäss eigener 

Aussage fassungslos und überfordert zurückliess (vgl. Urk. D1/4/3 F/A 68 f.; 

Prot. II S. 36 f.). Ebenso ist aufgrund der glaubhaften Schilderungen der Privatklä-

gerin 2 davon auszugehen, dass es daraufhin wieder "ausgeartet" sei, sie das 

Treffen abgebrochen und mit dem Tram alleine nach Hause gefahren sei 

(Urk. D1/5/1 F/A 10; Urk. D1/5/3 F/A 48). In dieses Bild passt auch die einge-

reichte Tonaufnahme, die einen Teil des Spaziergangs aufzeichnet und eine kon-

frontative Haltung des Beschuldigten offenbart (vgl. Urk. 251/2). Ein solches Ge-

schehen lässt sich denn auch ohne weiteres damit in Einklang bringen, dass sich 

der Beschuldigte am folgenden Tag gegenüber der Privatklägerin 2 mit den Wor-

ten entschuldigt hat: "Verzeisch mir dä Talk vo geschtert?" (Urk. D1/19/3/28). 

6.2.2. Trotz gewisser Indizien lässt sich mit der Verteidigung (Urk. 261 S. 15, 34 

i.V.m. Prot. II S. 79) anhand des vorhandenen Untersuchungsergebnisses der ge-

naue Inhalt der Äusserungen des Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin 2 

am 9. März 2020 jedoch nicht erstellen. So ist insbesondere mit Bezug auf die 

Aussage, wonach die Privatklägerin 2 und er gemeinsam in den Himmel kommen 

würden, zu beachten, dass sie bei ihrer Erstbefragung vom 11. März 2020 nicht 

etwa diesen Ausdruck zu Protokoll gegeben hat, wie dies angesichts der einpräg-

samen Wortwahl und des Umstands, dass die Einvernahme nur 2 Tage nach dem 

in Frage stehenden Vorfall stattgefunden hat, zu erwarten gewesen wäre, son-

dern angegeben hat, der Beschuldigte habe zu ihr gesagt, dass sie sich auf dem 

Friedhof wiedersehen würden (Urk. D1/5/3 F/A 10, 87), was zwar eine thematisch 

ähnlich gelagerte, jedoch von der Formulierung her doch deutlich andere Aussage 

darstellt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz deutet zudem auch die nachfol-

gende Textmitteilung vom 10. März 2020, in der sich der Beschuldigte gegenüber 

der Privatklägerin 2 entschuldigt, nicht zwingend darauf hin, dass am Tag zuvor 

- 45 -

Drohungen ausgesprochen wurden (Urk. 190 S. 49). Vielmehr kann die betref-

fende Entschuldigung etwa auch darauf Bezug genommen haben, dass der Be-

schuldigte als Reaktion darauf, dass ihm die Privatklägerin 2 vom Heiratsantrag 

seitens des Privatklägers 1 erzählt hat, dieser angeboten haben soll, ein Ku-

ckuckskind mit ihr zu zeugen (Urk. D1/4/3 F/A 68, 70; so auch die Verteidigung in 

Urk. 261 S. 34), was selbstverständlich schon für sich allein genommen eine völlig 

deplatzierte Aussage ist. 

6.3. Mangels Feststehens eines konkreten drohenden Inhalts der Äusserun-

gen des Beschuldigten anlässlich des Treffens vom 9. März 2020 scheidet dem-

nach eine Subsumtion unter den Tatbestand der Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB in diesem Zusammenhang bereits aus sachverhaltsmässigen Grün-

den aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Lediglich ergänzend ist an dieser Stelle sodann 

beizufügen, dass ohnehin fraglich erscheint, ob die inkriminierten Aussagen des 

Beschuldigten tatsächlich eine angsterzeugende Wirkung auf die Privatklägerin 2 

hatten. So hat die Privatklägerin 2 im Strafprozess bezeichnenderweise von sich 

aus ausgeführt, sie wäre am folgenden Tag nie aus der Wohnung herausgetreten, 

wenn sie auch nur annähernd die Besorgnis oder Zweifel daran gehabt hätte, 

dass der Beschuldigte böse Absichten hegt, als er sie telefonisch um ein klären-

des Gespräch vor dem Haus bat (Prot. I F/A 41). Eine tatbestandsmässige Dro-

hung lässt sich mithin für den 9. März 2020 nicht nachweisen. Diesbezüglich hat 

betreffend Anklageziffer I demnach ein formeller (Teil-) Freispruch zu ergehen. 

7. Vorfall vom 10. März 2020 (Dossier 1)

7.1. Zu untersuchen verbleiben damit die Anklagevorwürfe betreffend die Ge-

schehnisse vom 10. März 2020, soweit sie im Berufungsverfahren noch relevant 

sind und vom Beschuldigten nicht anerkannt werden. Wie bereits erwogen ist der 

Beschuldigte in Dossier 1 namentlich geständig, zuerst einen Hausfriedensbruch 

begangen, anschliessend die Privatklägerin 2 vor ihre Haustüre gelockt, sie über-

wältigt und in die Wohnung gezerrt sowie ihr den Mund zugehalten zu haben (An-

klageziffer I), ihr das Mobiltelefon und die Smartwatch entzogen zu haben (Ankla-

geziffer IV), sie mit Kabelbindern gefesselt und dabei tätlich verletzt zu haben (An-

klageziffer VI) sowie schliesslich illegal Aufnahmen mit der GoPro-Kamera getä-

- 46 -

tigt zu haben (Anklageziffer XI) (Urk. 261 S. 8; Prot. II S. 39 ff.; s. dazu auch vorn 

Erw. II. A. bzw. Erw. III. C.). Vorauszuschicken ist sodann, dass die Vorinstanz 

auch mit Bezug auf die zur Beurteilung verbleibenden, bestrittenen Anklage-

punkte in Dossier 1 eine sorgfältige, nachvollziehbare und überzeugende Beweis-

würdigung vorgenommen hat (Urk. 190 S. 50 ff.). Darauf kann an dieser Stelle in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vorab verwiesen werden. 

7.2.1. Hinsichtlich der Ereignisse vom 10. März 2020 zeichnet sich das Aussa-

geverhalten der Privatklägerin 2, auf das sich die Anklage auch diesmal in erster 

Linie stützt, wiederum durch Detailreichtum, gleichbleibende Struktur und Einbet-

tung ihrer Sachdarstellung in die eigene emotionale Lage aus. So schildert die 

Privatklägerin 2 bereits bei ihrer Erstbefragung vom 11. März 2020 ausführlich, le-

bensnah und absolut plastisch, wie sie auf völlig unerwartete Weise auf den Be-

schuldigten getroffen sei, als sie von der Wohnung des Privatklägers 1 (wohin sie 

gerade umgezogen sei) ins Treppenhaus rausgekommen sei. Dieser habe einen 

Rucksack bei sich gehabt und zu ihr gesagt, jetzt sei es vorbei. Sie habe vor 

Angst geschrien und versucht, sich am Treppengeländer festzuhalten, doch er 

habe sie gewaltsam in die Wohnung gezerrt. Dort habe er die Wohnungstüre von 

innen verschlossen und die Schlüssel in seine Hosentasche genommen. Die Pri-

vatklägerin 2 habe im Eingangsbereich der Wohnung um sich geschlagen, doch 

der Beschuldigte habe ihr zunächst die Smartwatch abgenommen, weil er Angst 

gehabt habe, dass sie etwas aufzeichnen könne. Ebenso habe er ihr mit Gewalt 

das Mobiltelefon entrissen und geschaut, ob irgendwo in der Wohnung Überwa-

chungskameras angebracht seien. Im Eingangsbereich habe die Privatklägerin 2 

versucht, vom Beschuldigten loszukommen, doch dieser habe sie ins nahegele-

gene kleine WC gezogen. Damit sie aufhöre zu schreien, habe er sie mit einem 

Dreieckstuch, welches sie um den Hals getragen habe, gewürgt, und ihr mit ei-

nem weiteren Tuch, das er aus seinem Rucksack herausgenommen habe, den 

Mund geknebelt. Zudem habe er ihr den Kopf runtergedrückt und ihr den Rücken 

über die Toilette gedrückt. Dabei habe er ihr gedroht, sie umzubringen, wenn sie 

nicht stillhalte. Ausserdem habe er Kabelbinder aus seinem Rucksack genom-

men, mit denen er ihre Hände gefesselt habe, sodass sie nichts mehr machen 

könne. Sodann habe er ihr gesagt, er wisse, dass sie ihre fruchtbaren Tage habe, 

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und werde jetzt ein Kuckuckskind mit ihr zeugen, er sei der einzige, der sie 

schwängern würde. In der Folge habe der Beschuldigte die Privatklägerin 2 die 

Treppe hoch zum Sc