# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d256109c-3767-5072-b73a-1f9bd4b0f632
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 20.03.2025 37846
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_37846_2025-03-20.pdf

## Full Text

GERICHTE    VERWALTUNGSGERICHT  Bahnhofplatz 3, Postfach 1241, 6371 Stans  

Tel. 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

 

SV 24 13 

Entscheid vom 28. Oktober 2024 

Sozialversicherungsabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichterin Dr. med. Carole Bodenmüller, 

 Verwaltungsrichter Stephan Zimmerli, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__, 

vertreten durch lic. iur. Patrick Iten, Rechtsanwalt, Blöchlinger 

Iten Fessler Rechtsanwälte Notare, Alter Postplatz 2, Post-

fach, 6371 Stans, 

Beschwerdeführerin, 

gegen 

IV-Stelle Nidwalden, 

Stansstaderstrasse 88, Postfach, 6371 Stans, 

Beschwerdegegnerin. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenstand Leistungen IVG  

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle Nidwalden 

vom 30. April 2024. 

2 │ 30 

 

 

Sachverhalt: 

A.  

a.  

Die 1959 geborene A.__ («Beschwerdeführerin»/«Versicherte») erlitt am 14. September 2012 

bei einem Motorradunfall mehrere Frakturen und Weichteilverletzungen des linken Ober- und 

Unterschenkels. Am 2. Dezember 2012 meldete sie sich bei der IV-Stelle Nidwalden («IV-

Stelle») zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnah-

men/Rente) an (IV-act. 5). Diese holte in der Folge medizinische und berufliche Unterlagen 

sowie laufend die aktualisierten Akten der Unfallversicherung Visana Services AG («Unfallver-

sicherer») ein. Gemäss einem Bericht der Eingliederungsverantwortlichen war eine Arbeitsin-

tegration aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich und die Rentenfrage zu prüfen (IV-

act. 29). In seinen Stellungnahmen vom 23. Oktober 2012 und 25. Februar 2016 (IV-act. 36, 

69) gelangte der regional ärztliche Dienst (RAD) zum Schluss, dass aufgrund des instabilen 

Gesundheitszustands und der noch nicht abgeschlossenen medizinischen Behandlungen der 

weitere Verlauf abzuwarten sei. Zudem bestünden einzig Unfallfolgen eines UVG-versicherten 

Ereignisses, sodass eine Koordination mit dem Unfallversicherer zwingend sei. In einer vom 

Unfallversicherer bei der MEDAS Zentralschweiz veranlassten bidisziplinären Begutachtung, 

erstattet am 6. April 2021 (bzw. ergänzende Stellungnahmen vom 8./9. September 2021), 

wurde aus psychiatrischer Sicht noch ein namhaftes Verbesserungspotential festgehalten; der 

medizinische Endzustand sei frühestens im Sommer 2023 erreicht (IV-act. 140, 144). Im Ok-

tober 2023 informierte der Unfallversicherer die IV-Stelle, er habe im Rahmen des Einigungs-

versuchs eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum Eintritt des Rentenalters anerkannt. 

 

b.  

Die IV-Stelle übernahm die im Rahmen des UVG-Einigungsverfahren durch die Unfallversi-

cherung anerkannte, vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem Verkehrsunfall vom 14. Septem-

ber 2012 für die Ermittlung des IV-Rentenanspruchs im Erwerbsbereich. Die veranlasste 

Haushaltsabklärung erfolgte am 3. Januar 2024 (IV-act. 160). Die IV-Stelle stellt der Beschwer-

deführerin mit Vorbescheid vom 17. Januar 2024 (IV-act. 162) die Ausrichtung einer halben 

Invalidenrente ab 1. September 2013 bis 30. April 2017 in Aussicht. Ab 1. Mai 2017 bis 30. No-

vember 2023 (Eintritt in das ordentliche AHV-Rentenalter) wurde infolge Aufnahme einer An-

stellung als medizinische Praxisassistentin in einem 20%-Pensum ab 1. Februar 2017 – drei 

Monate nach Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse – die Ausrichtung einer Viertelsrente 

3 │ 30 

 

 

in Aussicht gestellt. Die Invaliditätsberechnung erfolgte dabei unter Anwendung der gemisch-

ten Methode mit den Anteilen 50% Erwerbstätigkeit und 50% Aufgabenbereich (Haushalt).  

Die Beschwerdeführerin erhob mit zahlreichen Beanstandungen Einwand (IV-act. 171). Nach 

erneuter Prüfung gelangte die IV-Stelle zum Schluss, dem Einwand könne in einem Punkt 

entsprochen werden. In Anpassung des Vorbescheids anerkannte sie ab dem Unfallzeitpunkt 

für die Dauer der Rollstuhlabhängigkeit bis zum Abschluss der postoperativen Rehabilitations-

phase nach der Operation im September 2015, also bis zum 31. Dezember 2015 eine Ein-

schränkung im Aufgabengebiet im Umfang von 50%. Mit Verfügung vom 30. April 2024 wurde 

der Rentenanspruch für den Zeitraum vom 1. September 2013 bis 31. März 2016 auf eine 

ganze Rente erhöht. Am Entscheid auf Ausrichtung einer halben Invalidenrente für die Zeit 

vom 1. April 2016 bis 30. April 2017 und einer Viertelsrente vom 1. Mai 2017 bis 30. November 

2023 hielt die IV-Stelle demgegenüber fest (IV-act. 174 ff.).  

 

B.  

Hiergegen erhob die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Mai 2024 Beschwerde mit den 

folgenden Anträgen: 

« 1. Die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 30.04.2024 seien, soweit sie die Zeit ab dem 01.04.2016 
betreffen, aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei vom 01.04.2016 bis zum 30.04.2017 eine ganze 
Rente und vom 01.05.2017 bis zum 30.11.2023 mindestens eine Dreiviertelsrente der Invalidenversiche-
rung zuzusprechen. 

 2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese anzuweisen, einen neuen 
Abklärungsbericht Haushalt einzuholen und gestützt darauf über den Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin ab dem 01.04.2016 neu zu verfügen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der Beschwerdegegnerin.»  

Ferner beantragte sie in prozessualer Hinsicht die Durchführung einer öffentlichen Verhand-

lung. 

 

C.  

Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 1. Juli 2024 auf kostenfällige Abweisung der 

Beschwerde. Gleichzeitig überwies sie das Versichertendossier (IV-act. 1 ff.). 

 

4 │ 30 

 

 

D.  

Am 16. Juli 2024 wurden die Parteien zur öffentlichen Verhandlung am 28. Oktober 2024 vor-

geladen.  

 

E.  

Es wurde kein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Art. 6 SRG [NG 264.1] e contrario). Un-

aufgefordert replizierte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 29. Juli 2024, wozu die IV-

Stelle am 22. August 2024 nochmals Stellung nahm.  

 

F.  

Die öffentliche Verhandlung fand am 28. Oktober 2024 statt. Parteiseits anwesend waren die 

Beschwerdeführerin mit ihrem Rechtsvertreter sowie die IV-Stelle, vertreten durch Rechtsan-

wältin Strebel. Die Verhandlung wurde zusätzlich zum schriftlichen Protokoll («VHP») akus-

tisch aufgezeichnet. Die digitale Tonaufnahme sowie das schriftliche Verhandlungsprotokoll 

liegen den Akten bei. Die Parteien hielten unverändert an ihren Anträgen fest. Die Beschwer-

deführerin wurde angehört (Parteibefragung Beschwerdeführerin: «PB-BF») und die Parteien 

erhielten die Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen.  

 

G.  

Die Sozialversicherungsabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die vorliegende Be-

schwerdesache im Anschluss an die öffentliche Verhandlung abschliessend beraten und be-

urteilt. Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie die eingereichten Unterlagen wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

5 │ 30 

 

 

Erwägungen: 

1.  

1.1  

Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem 

Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Die Beschwerde richtet sich 

gegen die Verfügung der IV-Stelle Nidwalden vom 30. April 2024, womit die örtliche Zustän-

digkeit des Verwaltungsgerichts Nidwalden gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit obliegt 

der Sozialversicherungsabteilung (Art. 57 ATSG [SR 830.1] i.V.m. Art. 39 GerG [NG 261.1]), 

welche in Dreierbesetzung entscheidet (Art. 33 Ziff. 2 GerG). Die Beschwerdeführerin hat als 

Adressatin der angefochtenen Verfügung ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, 

weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Nachdem auch Frist und Form (Art. 60 

und Art. 61 lit. b ATSG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

 

1.2  

Mit der Gesetzesnovelle «Weiterentwicklung der IV» traten per 1. Januar 2022 diverse neue 

Bestimmungen im ATSG, im IVG sowie in der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201) in Kraft. Namentlich wurde das abgestufte Rentenmodell durch ein stufen-

loses System ersetzt. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-

bestands Geltung haben (BGE 148 V 174 E. 4.1; 144 V 210 E. 4.3.1). Nicht massgeblich ist 

der Zeitpunkt der Rentenzusprache. Ein allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

wäre vor dem 31. Dezember 2021 entstanden, weshalb auf die bis zum 31. Dezember 2021 

geltenden materiellrechtlichen Bestimmungen abzustellen ist (so auch: Kreisschreiben über 

Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 2022, 

Rz. 9101). Sie werden im Folgenden denn auch in dieser Fassung zitiert. In ihrer revidierten 

Form zitierte Bestimmungen werden entsprechend hervorgehoben. 

 

6 │ 30 

 

 

2.  

2.1  

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, 

Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-

handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-

keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu-

dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

 

2.2  

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: (a) ihre Erwerbs-

fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen nicht durch zumutbare Ein-

gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; (b) während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 

(Art. 6 ATSG) gewesen sind und (c) nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 

(Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

 

2.3  

Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

der versicherten Person ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar-

beitsunfähig ist. Darüber hinaus bilden ärztliche Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für 

die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 

werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4).  

7 │ 30 

 

 

Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess 

gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 

Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweis-

mittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-

anspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be-

richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab-

stellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam-

nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-

ten begründet sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Dennoch 

erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, 

in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Be-

weiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b; vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.4 f.). So ist 

den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, 

welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge-

langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete In-

dizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, Urteil des 

Bundesgerichts 9C_847/2014 vom 25. März 2015 E. 2.2.1 je mit Hinweisen). Den Berichten 

und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen kommt hingegen nicht derselbe Beweis-

wert. Sie sind aber insoweit zu berücksichtigen, als nicht auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen 

(BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.7). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch 

die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten, sondern dessen Inhalt. Eine von anderen mit der versicherten Person befassten 

Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stel-

len. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial 

auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche 

8 │ 30 

 

 

Einschätzungen abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsver-

fahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). 

 

2.4  

Nach dem im Sozialversicherungsprozess geltenden Beweismass der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit ist ein bestimmter Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, wenn er bloss mög-

lich ist; hingegen genügt es, wenn das Gericht aufgrund der Würdigung aller relevanten Sach-

umstände, mithin nach objektiven Gesichtspunkten, zur Überzeugung gelangt ist, dass er der 

wahrscheinlichste aller in Betracht fallenden Geschehensabläufe ‒ bei zwei möglichen Sach-

verhaltsvarianten: die wahrscheinlichere ‒ ist und zudem begründeterweise angenommen 

werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts 

mehr ändern (u.a. Urteil des Bundesgerichtes 9C_717/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 3.3 mit 

weiteren Hinweisen). 

 

2.5  

Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bilden die im Zeitpunkt des Abschlusses des 

Verwaltungsverfahrens (vorliegend die Verfügung vom 30. April 2024) massgeblichen tatsäch-

lichen Verhältnisse (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Später eingetretene Tatsachen sind soweit zu 

berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und 

geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids zu 

beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1 mit Hinwei-

sen). Soweit sich während des Verfahrens ein- beziehungsweise nachgereichte Arztberichte 

zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses äussern oder bereits bei den 

Akten liegende Berichte erläutern und ergänzen, sind auch diese Berichte in die Beurteilung 

einzubeziehen (BGE 130 V 138 E. 2.1 m.w.H.). 

 

3.  

3.1  

Mit Verfügung vom 30. April 2024 erwog die IV-Stelle im Wesentlichen, die Abklärungen hätten 

ergeben, dass die Versicherte seit dem Verkehrsunfall vom 14. September 2012 vollständig 

arbeitsunfähig sei. Bei Eintritt des Versicherungsfalls hätte sie in ihrer angestammten berufli-

chen Tätigkeit als Pflegemitarbeiterin im Vollzeitpensum ein jährliches Einkommen von 

Fr. 64'336.– erzielen können (Lohn pro 2012 im 50%-Pensum Fr. 2'460.– x 13 = Fr. 31'980.–; 

auf ein Vollzeitpensum aufgewertet x 100 : 50 = Fr. 63'960–; der Teuerung angepasst  

9 │ 30 

 

 

x 102.6 : 102). Für die Bemessung der Arbeitsunfähigkeit in ausserhäuslicher Tätigkeit ergebe 

sich eine Einschränkung von 100% (Einkommen ohne Invalidität: Fr. 64'336.–; Einkommen mit 

Invalidität: Fr. 0.–). 

Für die Berechnung sei die gemischte Methode anwendbar. Die Versicherte habe in der Haus-

haltsabklärung zu Protokoll gegeben, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkungen weiter-

hin im Umfang von 50% einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Die Ein-

schränkung im Aufgabengebiet (Haushalt) werde ab Eintritt des Versicherungsfalles, während 

der Zeit in welcher die Versicherte auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen sei, bis zum Ab-

schluss der postoperativen Rehaphase nach der Operation vom September 2015, demnach 

bis 31. Dezember 2015 auf 50% festgelegt. Für die Bemessung des Invaliditätsgrades ergebe 

sich für den Zeitraum vom 1. September 2013 bis 31. März 2016 ein Invaliditätsgrad von 75% 

und somit ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Bei unveränderter vollständiger Ein-

schränkung für ausserhäusliche Tätigkeiten und unter Berücksichtigung der Einschränkung im 

Aufgabengebiet ab 1. Januar 2016 von 14.3% gemäss Haushaltsabklärung vom 3. Januar 

2024, ergebe sich mit Wirkung ab 1. April 2016 (Art. 88a Abs. 1 IVV) bis 30. April 2017 ein 

Invaliditätsgrad von 57.15% und somit ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. 

 

3.2  

Auf das Wesentliche zusammengefasst opponiert die Beschwerdeführerin mit Beschwerde 

vom 28. Mai 2024 gegen die Beurteilung der Statusfrage (nachfolgende E. 4) sowie die Haus-

haltabklärung (nachfolgende E. 5).  

Unumstritten ist die vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem Verkehrsunfall vom 14. Septem-

ber 2012 sowie das Validen- und Invalideneinkommen im erwerblichen Tätigkeitsbereich. In 

zeitlicher Hinsicht ist die Streitsache auf den Zeitraum vom 1. April 2016 bis 30. November 

2023 (Zeitpunkt der Pensionierung) beschränkt, nachdem die IV-Stelle bis am 1. April 2016 

einen Anspruch auf eine volle IV-Rente zuerkannt hat.  

 

4.  

4.1  

Zunächst ist die Statusfrage strittig. Die IV-Stelle bemass den Invaliditätsgrad der Versicherten 

nach der gemischten Methode und setzte den Anteil im Erwerbsbereich und jenen der Haus-

haltstätigkeit je auf 50% fest. 

 

10 │ 30 

 

 

4.2  

Die Beschwerdeführerin moniert das hypothetische erwerbliche Arbeitspensum von 50%. Im 

Zeitpunkt des Verkehrsunfalls habe sie als Pflegemitarbeiterin in einer Betagtensiedlung ge-

arbeitet. In diesem Zeitpunkt habe noch der damals 23-jährige Sohn im Haushalt gewohnt. 

Das Enkelkind, welches sie aktuell ab und zu hüte, sei erst im Oktober 2019 zur Welt gekom-

men. Eine Erhöhung des erwerblichen Arbeitspensums auf 60% sei somit nicht nur möglich, 

sondern überwiegend wahrscheinlich gewesen, da sie die Arbeit sowohl in der Hausarztpraxis 

als auch in der Betagtensiedlung sehr gemocht habe. Sie sei stark gefordert worden, habe 

aber auch sehr viel zurückbekommen. Sie habe auch Weiterbildungen und Kurse absolviert 

(Beschwerde Ziffn. 13-16 S. 6 f.).  

 

4.3  

Bei Versicherten, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Aufgabenbereich tätigt sind, wird 

der Invaliditätsgrad nach der sog. gemischten Methode berechnet: Der Invaliditätsgrad für den 

Erwerbstätigkeits-Teil wird so bestimmt, dass das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre, in Beziehung gesetzt (Art. 28a Abs. 3 Satz 1 IVG i.V.m. Art. 16 

ATSG). Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird für die Bemessung des 

Invaliditätsgrades darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich in diesem zu 

betätigen (Art. 28a Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Abs. 2 IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt 

tätigen Versicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreuung von 

Angehörigen (Art. 27 Abs. 1 IVV). Es sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der 

Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu be-

messen (Art. 28a Abs. 3 Satz 3 IVG). 

Die für die Methodenwahl entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als 

ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich 

danach, was diese bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche 

Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätig-

keit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in wel-

chem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im 

Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso 

wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die 

11 │ 30 

 

 

beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabun-

gen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der 

Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge-

sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 m.w.H.). 

 

4.4  

Als die Beschwerdeführerin am 14. September 2012 verunfallt ist, arbeitete sie in unbefristeter 

Anstellung in einem 50%-Pensum als Pflegemitarbeiterin in einer Betagtensiedlung. Diese 

50%-Teilzeitstelle hatte sie einige Monate vor dem Unfall, am 1. April 2012 neu angetreten 

(IV-act. 1). Im Unfallzeitpunkt war sie rund 53-jährig, stand mithin elf Jahre vor dem ordentli-

chen Pensionsalter. Ihre beiden Kinder waren erwachsen und es fielen keine Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben mehr an. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der damals 23-

jährige Sohn noch im elterlichen Haushalt lebte.  

Der Rechtsvertreter stützt seine Auffassung auf den Abklärungsbericht vom 16. Januar 2024 

(IV-act. 160), wonach die Beschwerdeführerin «das Pensum nach und nach mit Älterwerden 

der beiden Kinder auf 50-60% erhöht hatte» (Beschwerde Ziff. 13, S. 6). Bei genauer Betrach-

tung stimmt diese Aussage nicht dem Wortlaut des Abklärungsberichts überein. Dort wird ein-

zig festgehalten, dass die Beschwerdeführerin «über 20 Jahre in einer Hausarztpraxis in Stans 

[arbeitete]. Anfänglich arbeitete sie in einem kleinem Pensum und hat dann über die Jahre das 

Pensum auf 50-60% erhöht» (Ziff. 4, S. 3). Offenkundig ist diese Angabe mit der schrittweisen 

Erhöhung auf 50-60% vergangenheitsbezogen und bezieht sich auf ihre vormalige Tätigkeit in 

einer Hausarztpraxis. Für die sich hier stellende Statusfrage spielt allerdings keine Rolle mehr, 

ob sie dort einmal 50% oder 60% gearbeitet hat bzw. ob und wann das dortige Pensum in 

welchem Umfang erhöht worden ist. Unumstritten hat sie die Tätigkeit in der Hausarztpraxis 

nämlich noch vor dem Unfall aufgegeben und per 1. April 2012 eine unbefristete 50%-Stelle 

als Pflegemitarbeiterin angetreten. Im Zeitpunkt dieses Jobwechsels waren ihre Kinder bereits 

volljährig und nicht mehr erziehungs- und betreuungsbedürftig. Auch ansonsten gibt es keine 

Anhaltspunkte, die auf eine absehbare Erhöhung des letzten Pensums als Pflegemitarbeiterin 

in einer Betagtensiedlung von 50% auf 60% hindeuten. Die Beschwerdeführerin hat sich im 

Abklärungsverfahren auch nie in dieser Hinsicht geäussert. Im Gegenteil hat sie im Rahmen 

eines Frühinterventionsgesprächs am 14. Februar 2013 – als noch unklar gewesen ist, ob dies 

aus gesundheitlichen Gründen überhaupt möglich ist – angegeben, nach Genesung wieder an 

ihren (letzten) Arbeitsplatz zurückkehren zu wollen (IV-act. 29). Der von der 

12 │ 30 

 

 

Beschwerdeführerin als Begründung genannte Umstand, dass sie ihre Arbeit mochte, lässt 

eine Pensumserhöhung ebenso wenig als wahrscheinlich erscheinen wie die absolvierten 

«Weiterbildungen und Kurse» (Beschwerde Ziff. 13 S. 6). Das Zertifikat Pflegehelferin SRK 

hat die Beschwerdeführerin am 20. Februar 2012 erhalten (IV-act. 9), mithin noch bevor sie 

50%-Stelle in der Betagtensiedlung antrat. Sie hat somit nicht (berufsbegleitend) eine Weiter-

bildung oder Kurs absolviert, nach deren Abschluss eine Pensumserhöhung in Aussicht ge-

standen hätte. 

Unter diesen Umständen ist eine weitere Erhöhung des letzten Pensums von 50% auf 60% 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Es ist für den hypothetischen Gesund-

heitsfall von einer Aufteilung von 50% an erwerblicher Tätigkeit und von 50% im Aufgabenbe-

reich (Haushalt) auszugehen. 

 

5.  

Ferner ist die Einschränkung im Aufgabengebiet (Haushalt) ab dem 1. April 2016 strittig. 

 

5.1  

Eine Abklärungsperson der IV-Stelle führte zur Abklärung der Verhältnisse im Haushalt am 

3. Januar 2024 einen Hausbesuch durch. Im diesbezüglichen Bericht vom 16. Januar 2024 

(IV-act. 160) wird einleitend festgehalten, dass von den folgenden Diagnosen auszugehen sei: 

− Töffunfall mit offener Oberschenkelfraktur am 14.09.2012. Komplizierter Verlauf mit Zweit-

fraktur am 04.06.2013 beim Implantat assoziiertem tiefem Wundinfekt. Implantatentfer-

nung und Behandlung im Liegegips. 

− Anpassungsstörung mit verlängerter depressiver Reaktion 

− Polyarthralgien (ED 8/12) 

− Osteoporose  

− Invasives duktales Mammacarcinom rechts St.n. Lympfektomie 8/2011 und ajd. Radiothe-

rapie 

Die Versicherte habe zu ihrer aktuellen Gesundheitssituation angegeben: «[Sie] könne ihr lin-

kes Bein im Knie nicht biegen und auch die Beweglichkeit im Fussgelenk sei stark einge-

schränkt. Zudem könne sie das Bein nicht vollbelasten. Sie habe auch Gefühlsstörungen an 

der Fusssohle. Die Versicherte gehe an einem Stock, meist auch in der Wohnung. Sie trage 

Spezialschuhe, bei welchen der linke Schuh erhöht wurde, da das Unfallbein durch die Verlet-

zungen und Operationen um 3 cm kürzer geworden ist. [Sie] trägt auch tagsüber eine 

13 │ 30 

 

 

Kompressionsstrumpfhose, da das Bein oft anschwillt. Es musste infolge der Verletzungen viel 

Haut transplantiert werden. Die Haut ist sehr dünn und empfindlich. Sie verspüre Bein- und 

Rückenschmerzen. Mit den Schmerzmitteln sei sie gut und erträglich eingestellt. [Sie] sei stark 

wetterfühlig. Wenn es draussen eisig und glatt sei benötigt [sie] Hilfe und sie gehe nicht alleine 

nach draussen. Betreffend der psychischen Situationen spüre [sie] inzwischen weniger grosse 

Tiefs. Sie spüre immer noch Schwankungen, diese seien nicht mehr so stark. [Sie] sei seit 

dem Ereignis sehr dünnhäutig geworden. Sie sei auch nicht mehr belastbar und sie komme 

schnell an die Grenzen. Es gebe im Alltag banale Auslöser (z.B. ein Velofahrer), welche ihr 

ihren Verlust präsent machen würden und sie traurig stimmten. Sie benötige im Alltag viel 

mehr Ruhepausen, nicht nur aus körperlichen, sondern auch aus psychischen Gründen. In-

zwischen habe die Versicherte sich im Leben so eingerichtet, dass es ihr so gut wie möglich 

gehe und sie in einigermassen stabiler Situation sei. Sie habe oft Mühe mit Einschlafen, da es 

schwierig sei, eine gute und entspannte Position mit dem Bein zu erreichen. Sie sei früher 

Bauchschläferin gewesen. Sie mache zu Hause regelmässige Übungen der Physiotherapie. 

Betreff dem Mammacarcinom sei die Situation stabil und es sei nur noch alle 2 Jahre eine 

Kontrolle notwendig. Gegen die Osteoporose bekomme sie 2x jährlich Prolia s/c verabreicht 

und sie gehe ebenfalls regelmässig zur Kontrolle.» 

Ihren Tagesablauf schilderte die Beschwerdeführerin wie folgt: «[Sie] stehe um 7.30 Uhr auf 

und nehme das Frühstück zu sich. Dann erledige sie die Körperpflege. Sie dusche seit dem 

Unfall nicht mehr, sie habe dabei ein ungutes Gefühl. So wasche sie sich am Lavabo. An-

schliessend erledige sie Hausarbeiten, spiele manchmal mit ihrer Enkelin oder gehe ihren 

Hobbys nach. Nach dem Zubereiten des Mittagessens und anschliessendem Essen halte die 

Versicherte meist eine Mittagsruhe. Am Nachmittag mache sie mal einen Besuch bei ihrer 

Mutter oder nehme Behandlungstermine wahr. Sie hüte einen Tag pro Woche ihre Enkelin, 

die vierjährige Tochter ihres Sohnes. Wenn keine Termine anstünden, ginge sie ihren Hobbys 

nach oder erledige Hausarbeiten. Das Abendessen nehme sie zwischen 17-17.30 Uhr ein. 

Meist esse sie kalte Küche oder Resten. Ihr Ehemann esse meist später. Abends schaue sie 

TV oder lese. Um ca. 22-22.30 Uhr gehe sie zu Bett.» 

Im Weiteren hält der Abklärungsbericht fest, dass der Ehemann der Versicherten teilpensio-

niert ist. Er werde noch bis Ende Juni 2024 Teilzeit bei einer Kooperation als Kassier arbeiten. 

Danach werde er stundenweise weiterarbeiten. Er könne diese Arbeit im Homeoffice erledi-

gen. Die Versicherte selbst sei im November 2023 pensioniert worden. Vorher habe sie zwei 

Halbtage pro Woche in einem Sekretariat gearbeitet. 

14 │ 30 

 

 

Die Behinderung im Aufgabenbereich betrage 14.3%. Die Abklärungsperson ging dafür von 

den folgenden Grundlagen aus: 

Ernährung (Maximum 50%) 

Rüsten, Kochen, Anrichten, alltägliche Reinigung in der Küche, Vorratshaltung 

 Gewichtung 

38.00 % 

Einschränkung 

10.00 % 

Behinderung 

3.80 % 

Angaben der vP: 

Langes Stehen bereitet ihr Mühe. Sie kann keine schweren Pfannen umhertragen, da sie meist einen Stock zum 
Laufen benötigt. Wenn sie den Stock nicht benutzt, hinkt sie stark und geht den Wänden nach. Bei einem auf-
wändigen Menü bereitet sie bereits am Vortag gewisse Arbeiten (z.B. Rüsten, Spätzli kochen) zu. Sie plant sich 
viel Zeit zum Kochen ein, damit sie während der Arbeiten Pausen einlegen kann. Sie kann selbst kochen und 
auch den Tisch decken sowie abräumen. Sie muss dazu mehr laufen, da sie nicht viele Gegenstände miteinan-
der tragen kann. Die Versicherte kann den Geschirrspüler ein- und ausräumen. Ebenso kann sie die Arbeitsflä-
chen in der Küche reinigen. Obere Schränke und Schrankfächer unten sowie den Dampfabzug kann sie nicht 
reinigen. Dies wird von ihrem Ehemann übernommen. 

Anmerkung/Begründung Abklärungsdienst: 

Schadenminderungspflicht durch den Ehemann für das Umhertragen schwerer Pfannen und die Hilfe bei der 
Reinigung berücksichtigt. 

Wohnungs- und Hauspflege (Maximum 30%) 

Aufräumen, Abstauben, Staubsaugen, Bodenpflege, Reinigung sanitärer Anlagen, Betten machen, gründliche 
Reinigung, Abfallentsorgung 

 Gewichtung 

30.00 % 

Einschränkung 

25.00 % 

Behinderung 

7.50 % 

Angaben der vP: 

Leichte Hausarbeiten wie Abstauben Aufräumen, Lavabo und WC reinigen sowie Betten kann die Versicherte 
selbstständig ausführen. Sie verteilt die Arbeiten aufgrund der Bewegungseinschränkungen und auch der ein-
geschränkten psychischen Energie auf die ganze Woche und legt immer wieder Pausen ein. Sie kann auch 
selbst Staubsaugen. Sie verteilt dies ebenfalls auf mehrere Tage. Die Böden reinigt sie nur selten feucht. Dies 
ist für sie schwierig und sehr anstrengend zu erledigen. Dusche, Fenster, sämtliche Schränke oben und unten 
reinigt ihr Ehemann, die Tochter oder ihre Schwiegertochter, da sie dies aufgrund ihrer Bewegungseinschrän-
kung nicht ausführen kann. Ebenfalls kann sie die Vorhänge nicht auf- und abhängen. Dabei hilft ihr oft eine 
Freundin. Beim Bett neu beziehen hilft der Ehemann, da sie das Spannbetttuch nicht selbst anbringen kann. 

Anmerkung/Begründung Abklärungsdienst: 

Schadenminderungspflicht durch den Ehemann für die Mithilfe der Reinigung und Bett frisch beziehen berück-
sichtigt. 

Garten- und Umgebungspflege / Haustierhaltung (Maximum 10%) 

Pflanzen- und Rasenpflege, Reinigung und Unterhalt der Umgebung, Fütterung und Pflege von Haustieren usw. 

 Gewichtung 

2.00 % 

Einschränkung 

0.00 % 

Behinderung 

0.00 % 

 

Angaben der vP: 

Sie kann ihre Pflanzen selbst giessen. Bei der Pflege der Hochbeete und Pflanzenkübel hilft ihr der Ehemann, 
da sie keine schweren Sachen heben kann und den Stock zum Gehen benötigt. Ebenso hilft ihr der Ehemann 
bei der Reinigung des Balkons. 

15 │ 30 

 

 

Anmerkung/Begründung Abklärungsdienst: 

Keine Haustiere vorhanden. Die Schadenminderungspflicht durch den Ehemann wurde berücksichtigt. Deshalb 
kann keine Einschränkung berücksichtigt werden. 

Einkauf sowie weitere Besorgungen (Maximum 10%) 

Alltäglicher Einkauf, Grosseinkauf, administrative Verrichtungen usw. 

 Gewichtung 

10.00 % 

Einschränkung 

0.00 % 

Behinderung 

0.00 % 

Angaben der vP: 

Die Versicherte kann selbstständig mit dem Auto ihren Einkauf erledigen. Sie fährt jeweils in den Länderpark, 
damit sie vor der Witterung geschützt ist. Sie benutzt den Einkaufswagen wie einen Rollator und benutzt viele 
Taschen. Diese kann sie selbstständig ins Auto packen. Ihr Ehemann trägt den Einkauf jeweils vom Auto in die 
Wohnung. Sie kann sämtliche administrativen Angelegenheiten (Post, Bank, Amtsstellen) ohne Einschränkung 
selbst ausführen. Schwere Lebensmittel wie Getränke besorgt ihr Ehemann. 

Anmerkung/Begründung Abklärungsdienst: 

Schadenminderungspflicht durch den Ehemann für das Hochtragen der schweren Taschen und Lebensmittel 
berücksichtigt. Deshalb kann keine Einschränkung berücksichtigt werden. 

Wäsche und Kleiderpflege (Maximum 20%) 

Sortieren, Transportieren, Waschen, Aufhängen, Falten, Bügeln 

 Gewichtung 

10.00 % 

Einschränkung 

0.00 % 

Behinderung 

0.00 % 

Angaben der vP: 

Die Versicherte kann die schmutzige (trockene) Wäsche selbst in die Waschküche tragen. Sie kann die Wasch-
maschine selbst füllen. Die nasse Wäsche wird von ihrem Ehemann oder der Schwiegertochter/Sohn in ihre 
Wohnung gebracht. Dort kann sie die Wäsche selbst an den Windelständer hängen und wieder abhängen. Sie 
kann die Wäsche selbst falten und für kurze Zeit auch bügeln. Sie bügelt nur das Nötigste und kann dies ohne 
Dritthilfe ausführen. Sie kann das Sieb, welches unten an der Waschmaschine ist, nicht selbst reinigen. Dies 
wird durch den Ehemann oder die Angehörigen ausgeführt. Sie kann selbst flicken und Schuhe putzen. 

Anmerkung/Begründung Abklärungsdienst: 

Schadenminderungspflicht für das Hochtragen der nassen Wäsche durch den Ehemann sowie die Siebreinigung 
berücksichtigt. Deshalb kann keine Einschränkung berücksichtigt werden. 

 

Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen (Maximum 50%) 

Pflege/Unterstützung bei Lebensverrichtungen, Erziehung, Hausaufgabenhilfe, Trainingsfahrten, Arzttermine, 
Elterngespräche, Sorgerechtsregelung 

 Gewichtung 

10.00 % 

Einschränkung 

30.00 % 

Behinderung 

3.00 % 

Angaben der vP: 

Die Versicherte hütet einen Tag pro Woche ihre 4-jährige Enkelin ganztags. Sie kann nicht am Boden mit ihrer 
Enkelin spielen, mit ihr allein spazieren oder auf den Spielplatz gehen. Auch als sie kleiner war, konnte sie sie 
nicht selbst umhertragen. Sie hatte immer einen Kinderwagen in der Wohnung. Ihr Ehemann richtete immer ein, 
dass er an diesem Tag ebenfalls zu Hause war. 

16 │ 30 

 

 

Anmerkung/Begründung Abklärungsdienst: 

Die Schadenminderungspflicht durch den Ehemann (ist teilpensioniert und arbeitet im Homeoffice) wird berück-
sichtigt. 

 

Gestützt auf den Abklärungsbericht ging die IV-Stelle im Aufgabengebiet (Haushalt) per 1. Ap-

ril 2016 von einer Einschränkung von 14.3% aus.  

 

5.2  

Die Beschwerdeführerin moniert eine höhere Einschränkung und rügt diesbezüglich, dass die 

IV-Stelle  

− die Schadenminderungspflicht des Ehemanns der Beschwerdeführerin falsch gewichtet 

habe (Beschwerde Ziffn. 17-20, S. 7-10); 

− die Tatsache, dass sie sich erst seit 2019 um ihre Enkeltochter kümmere, falsch berück-

sichtigt habe (Beschwerde Ziffn. 21 f., S. 10); 

− annahm, der höhere Zeitbedarf im Haushaltsbereich werde, durch die nicht vorhandene 

resp. ab 1. Februar 2017 reduzierte Arbeitsfähigkeit, im Rahmen der Wechselwirkung auf-

gewogen (Beschwerde Ziffn. 23-25, S. 10-12); 

− ihre nachträglich (über ihren Rechtsanwalt mit Eingabe vom 16. Februar 2024) zum Haus-

haltsbericht angebrachten Angaben zu ihrer aktuellen Gesundheitssituation in Verletzung 

des rechtlichen Gehörs nicht berücksichtigt habe (Beschwerde Ziff. 12, S. 5 f.); 

− ihre mit Einwand vorgetragene Kritik am Haushaltsbericht als nicht stichhaltig beurteilte 

und darauf abstellte (Beschwerde Ziffn. 26-29, S. 13). 

 

5.3  

5.3.1  

In rechtlicher Hinsicht ist vorab auf die vorstehenden Ausführungen (vgl. E. 4.3) zu verweisen. 

Zu ergänzen ist, dass die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort 

(nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV) für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr 

zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt darstellt. Hinsichtlich des 

Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifi-

zierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus 

den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. 

Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 

17 │ 30 

 

 

Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss 

plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen 

sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Eines 

Arztes, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unter dem Gesichtswinkel 

der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaub-

würdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden 

stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des 

Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätz-

liche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte 

Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweis-

taugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität 

geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widerspre-

chen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur 

Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel 

den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haus-

haltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das 

Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2017 vom 12. Juli 2018 E. 4.2 m.w.H.). 

 

5.3.2  

Die Versicherte muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der 

Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt einer Invalidität zu verhindern (Art. 7 Abs. 1 

IVG). Praxisgemäss ist vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im 

Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger 

Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten 

hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu 

entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich 

reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushalts-

arbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haus-

haltsarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in 

erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen 

in Anspruch nehmen. Für deren Umfang ist sodann nicht die rechtliche Durchsetzbarkeit mass-

gebend, sondern das, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist. Ein invaliditätsbe-

dingter Ausfall darf nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr 

erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige 

18 │ 30 

 

 

verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder eine 

unverhältnismässige Belastung entsteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_525/2023 vom 26. Ok-

tober 2023 E. 4.2 m.H. auf BGE 133 V 504 E. 4.2). 

 

5.4  

5.4.1  

Vorweg ist festzuhalten, dass die Gehörsrüge der Beschwerdeführerin, wonach die IV-Stelle 

ihre nachträglich über ihren Rechtsanwalt mit Einwand vom 16. Februar 2024 «geforderten 

Ergänzungen» zu ihrer aktuellen Gesundheitssituation keine Beachtung geschenkt habe, un-

begründet ist. Die IV-Stelle hat die umstrittenen Beweisthemen (Gesundheitszustand, Ein-

schränkungen im Aufgabenbereich) allesamt gewürdigt und dargelegt, weshalb sie im Aufga-

bengebiet (Haushalt) ab dem 1. April 2016 von einer Einschränkung von 14.3% ausging. Ob 

diese Würdigung korrekt ist, ist keine Frage des rechtlichen Gehörs (bzw. der Begründungs-

pflicht [Art. 29 Abs. 2 BV]), sondern eine solche der materiellen Rechtsanwendung, die nach-

folgend geprüft wird. 

 

5.4.2  

Auch inhaltlich beruft sich die Beschwerdeführerin mit Beschwerde vom 28. Mai 2024 zu Un-

recht auf ihren Einwand vom 16. Februar 2024: Wenn die Beschwerdeführerin im Einwand die 

festgelegten Einschränkungen zwar teilweise mit einer Begründung, aber ohne Bezugnahme 

auf die Akten oder Berichte von Fachpersonen als «offensichtlich zu wenig» (Teilbereich Er-

nährung), «klar zu wenig» (Wohnungs- und Hauspflege), «offensichtlich falsch» (Wäsche und 

Kleiderpflege) bezeichnet oder ausführt eine «Einschränkung von 0% kann offensichtlich nicht 

sein» (Garten- und Umgebungspflege/Haustierhaltung), von «keiner Einschränkung kann al-

len Ernstes nicht gesprochen werden» (Einkauf sowie Besorgungen), wird damit in erster Linie 

eine abweichende Meinung vorgetragen. Eine solche, nicht weiter akten- oder fachberichtge-

stützte Kritik vermag die Haushaltsabklärung einer dafür ausgebildeten Fachperson nicht in 

Zweifel zu ziehen.  

 

19 │ 30 

 

 

5.4.3  

Indes hält die Haushaltsabklärung der medizinischen Aktenlage – mit der sich die Beschwer-

deführerin nicht weiter auseinandersetzt – nicht stand. 

Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes stehen zahlreiche medizinische Akten 

zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. In der Folge werden indessen 

lediglich jene wiedergegeben, die sich nach Auffassung des Gerichts für die Beurteilung der 

Sache als relevant erweisen.  

 

5.4.3.1  

In seinem im Auftrag der Haftpflichtversicherung erstellten orthopädisch-chirurgischen Gut-

achten vom 4. Juli 2016 (IV-act. 79) hielt Dr. med. B.__ fest, die Funktionsstörungen an Knie 

und OSG links, sowie die Vernarbungen und die Sensibilitätsstörungen an der linken Fuss-

sohle führe zur dauernden Stock-Verwendung rechts in Innenräumen. Ausser Haus, in unebe-

nem Gelände, seien zwei Stöcke notwendig. Dadurch sei die rechte dominante Hand für Ar-

beiten in Innenräumen und im Haushalt nicht frei. Ferner wird ausgeführt, dass die Toiletten-

gänge, Garderobe etc. mehr Zeit benötigten, da das Aufstehen, Anlaufen, sich entkleiden, 

absitzen etc. schätzungsweise einen Drittel mehr Zeit beanspruchten. 

Im selben Gutachten weist der Orthopäde auch – erstmals seit dem Unfallereignis – auf die 

psychischen Unfallfolgen hin. Dass im konkreten Fall das Unfallereignis, die komplexen Ver-

letzungen, die lang dauernde und komplikationsreiche Behandlung und die bleibenden körper-

lichen Schädigungen geeignet gewesen seien und sind, sich auf die Psyche auszuwirken, sei 

auch für ihn als Nicht-Psychiater nachvollziehbar. Für die Stellung von psychiatrischen Diag-

nosen, die Einschätzung der Erwerbsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht, die weiteren psychi-

atrische Behandlungsnotwendigkeit und die Einschätzung allfälliger Schäden der psychischen 

Integrität verfüge er aber nicht über die notwendige Fachkompetenz.  

 

5.4.3.2  

Die Psychiaterin Dr. med. C.__ berichtet in ihrem zu Handen der Unfallversicherung erstellten 

Gutachten vom 19. Dezember 2017 (IV-act. 89), die Versicherte habe nach dem Verkehrsun-

fall 2012 eine depressive Störung entwickelt. Diese Erkrankung sei bisher nicht diagnostiziert 

und nicht psychiatrisch behandelt worden, weshalb auch keine Akten vorlägen. Eine Prognose 

zu einer allfälligen Verbesserung sei aktuell nicht möglich, da die bisherigen Behandlungser-

fahrungen fehlten. 

20 │ 30 

 

 

 

5.4.3.3  

Sodann veranlasste der Unfallversicherer bei der MEDAS Zentralschweiz eine bi-disziplinäre 

Begutachtung der Versicherten in den Fachbereichen Psychiatrie und Orthopädie (IV-

act. 140).  

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 22. März 2021, in welchem als Diagnosen mit Auswir-

kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere Panikstörung (ICD-10: F41.01), eine persistie-

rende depressive Störung (DSM-5: F34.1) und eine chronische Schmerzstörung mit somati-

schen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) gestellt werden, äussert sich Dr. med. D.__ 

konkret zu den Einschränkungen im Haushalt. Er hält fest, dass medizinisch-theoretisch für 

leichte Haushaltstätigkeiten eine Einschränkung von 50%, für mittelschwere und schwere eine 

Einschränkung von 70% bestehe. 

 

5.4.3.4  

Im orthopädisch-chirurgischen Teilgutachten vom 28. März 2021 führt der Orthopäde Dr. med. 

B.__ unter anderem aus, dass das bereits in einem früheren Gutachten vom 4. Juli 2016 (vgl. 

E. 5.4.3.1) formulierte Zumutbarkeitsprofil weiterhin Gültigkeit habe. Nicht zumutbar seien: 

− regelmässige andauernde stehende und gehende Tätigkeiten 

− häufiges Gehen auf unebenem Gelände 

− Arbeiten in kniender oder kauernder Position 

− Besteigen von Leitern 

− regelmässiges Treppen-Steigen 

− Tragen von Gegenständen und Lasten ausser Haus (wegen der Stockbenützung) 

Eingeschränkt zumutbar seien: 

− gelegentliche kurze Gehstrecken bis 100 m mit dem Gehstock rechts 

− das Tragen von Lasten bis 5 kg in Innenräumen mit der linken Hand möglich (rechts benö-

tige sie den Gehstock) 

Zumutbar sei eine vorwiegend sitzende leichte Tätigkeit. Ausdrücklich weitert der Orthopäde, 

dass die genannten Einschränkungen auch für die Arbeiten im Haushalt gelten würden. Durch 

den Stockgebrauch in Innenräumen sei die rechte dominante Hand für andere Handgriffe nicht 

einsetzbar.  

  

21 │ 30 

 

 

5.4.4  

Aufgrund der referenzierten Arztberichte entstehen Zweifel an der Schlüssigkeit der Haus-

haltsabklärung vom Januar 2024 (s. vorne E. 5.1), welche die Grundlage für den angefochte-

nen Entscheid bildet. 

Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass die Einschränkungen der Beschwerdeführerin 

im Haushalt neben der – offensichtlichen – physischen zusätzlich eine psychische Kompo-

nente haben. Davon wird zwar auch im Abklärungsbericht vom 16. Januar 2024 ausgegangen, 

wird doch einleitend neben anderen auch die Diagnose einer «Anpassungsstörung mit verlän-

gerter depressiver Reaktion» festgehalten. Es wird ferner relativiert, dass die Versicherte «in-

zwischen weniger grosse Tiefs» und nicht mehr so starke Schwankungen spüre bzw. sie sich 

inzwischen im Leben so eingerichtet habe, dass es ihr so gut wie möglich gehe und sie in 

einigermassen stabiler Situation sei. Geschlussfolgert wird, dass im Aufgabenbereich (Haus-

halt) in Berücksichtigung aller, d.h. auch der psychischen Beschwerden, eine Einschränkung 

von 14.3% bestehe (IV-act. 160). Diese Schlussfolgerung und Relativierung der psychischen 

Folgen lassen sich mit den fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der Beschwerde-

führerin, ihre gewohnten Aufgaben im Haushalt zu erfüllen, nicht in Einklang bringen. Der Psy-

chiater D.__ ging in seinem Teilgutachten vom 22. März 2021 nämlich davon aus, dass nur 

schon aus psychiatrischer Sicht, noch vor Berücksichtigung der physischen Beschränkungen, 

medizinisch-theoretisch für leichte Haushaltstätigkeiten eine Einschränkung von 50%, für mit-

telschwere Haushaltstätigkeiten eine Einschränkung von 70% besteht (vorne E. 5.4.3.3), wo-

bei er nicht bloss – wie die Abklärungsfachperson – von einer Anpassungsstörung mit verlän-

gerter depressiver Reaktion, sondern von einer schweren Panikstörung (ICD-10: F41.01), ei-

ner persistierenden depressiven Störung (DSM-5: F34.1) und einer chronischen Schmerzstö-

rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) ausging. Bei der Einschät-

zung des Psychiaters D.__ handelt es sich um die letzte vorliegende fachpsychiatrische Beur-

teilung. Das darin beschriebene komplexe psychische Beschwerdebild kann nicht mittels eines 

Abklärungsberichts relativiert bzw. entkräftet werden. 

Es liegt folglich eine erhebliche Diskrepanz zwischen fachärztlicher Begutachtung und der Ein-

schätzung im Haushaltsabklärungsbericht vor. Die Abklärungsfachperson beurteilte die psy-

chische Komponente und die diesbezüglich bedingten Einschränkung im Haushalt als weit 

weniger gravierend (oder gar beinahe folgenlos). Diese Abweichung liesse sich lediglich dann 

erklären, wenn es zwischen der Erstellung des Teilgutachtens D.__ im März 2021 und der 

Haushaltsabklärung im Januar 2024 zu einer erheblichen, nachhaltigen Verbesserung des 

psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin gekommen wäre. Eine solche 

22 │ 30 

 

 

ergibt sich aus den Akten indes nicht. Gutachter D.__ hielt in seinem Teilgutachten vom 22. 

März 2021 denn auch fest, dass aus damaliger Sicht zwar weitere Verbesserungen des psy-

chischen Gesundheitszustandes möglich seien. Angesichts der langen Zeit der Chronifizie-

rung vor psychiatrisch-psychotherapeutischem Behandlungsbeginn seien aber keine seriösen 

Angaben darüber möglich, in welchem Ausmass diese Verbesserungen erreicht werden könn-

ten (und bis wann; IV-act. 140). Der weitere Behandlungsverlauf ist nicht dokumentiert, obwohl 

die Beschwerdeführerin bis heute im zweiwöchigen Rhythmus bei der Psychiaterin E.__ in 

ambulanter psychiatrischer Behandlung ist (PB-BF dep. 7 S. 3), was im Übrigen auch im Haus-

haltsabklärungsbericht bei den derzeitigen therapeutischen Behandlungen so vermerkt ist (S. 

2). Ein aktueller Bericht der behandelnden Psychiaterin ist nicht eingeholt worden. Unter die-

sen Voraussetzungen und mangels diesbezüglichen Anhaltspunkten oder ärztlichen Berichten 

ist eine zwischenzeitliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands, welche die 

aufgezeigte Diskrepanz erklären vermöchten, nicht beurteilbar.  

Letztlich bleibt es damit bei einem Widerspruch zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor 

Ort (14.3% AUF) und der (letzten unabhängigen) fachpsychiatrischen Feststellungen (50-70% 

AUF) zur Fähigkeit der Beschwerdeführerin, ihre gewohnten Aufgaben im Aufgabenbereich zu 

erfüllen. Nach der Rechtsprechung ist dabei der ärztlichen Stellungnahme, hier diejenige des 

Psychiaters D.__, mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, 

weil es der Abklärungsperson nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Lei-

dens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (s. vorne E. 5.3.1). Vorlie-

gend kommt als erschwerender Umstand hinzu, dass der Haushaltsbericht bzw. der Versiche-

rungsfall – trotz diesem Widerspruch betreffend das psychiatrische Krankheitsbild – dem RAD 

nicht mehr zur medizinisch-theoretischen Plausibilisierung und (ärztlichen) Prüfung vorgelegt 

worden ist, obschon die letzten Arztberichte in den IV-Akten auf das Jahr 2021 zurückdatieren. 

Auch im angefochtenen Entscheid wird auf diese Diskrepanz und Umstände betreffend die 

psychiatrisch bedingten Einschränkungen nicht mehr weiter eingegangen.  

Die angefochtene Verfügung ist bereits aus diesem Grund aufzuheben und die Sache zur Vor-

nahme der erforderlichen Abklärungen sowie neuen Entscheidung zurückzuweisen.  

 

23 │ 30 

 

 

5.4.5  

Bei diesem Zwischenergebnis erlauben sich der Vollständigkeit halber einige Bemerkungen 

betreffend die orthopädischen Einschränkungen und der diesbezügliche Plausibilität der Haus-

haltsabklärung: 

Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil des orthopädisch-chirurgischen Teilgutachtens der MEDAS 

Zentralschweiz vom 28. März 2021 waren dannzumal (aus orthopädischer Sicht) regelmässige 

andauernde stehende und gehende Tätigkeiten, häufiges Gehen auf unebenem Gelände,  

Arbeiten in kniender oder kauernder Position, Besteigen von Leitern, regelmässiges Treppen-

Steigen wie auch das Tragen von Gegenständen und Lasten ausser Haus (wegen der Stock-

benützung) unzumutbar. Eingeschränkt zumutbar waren gelegentliche kurze Gehstrecken bis 

100 m mit dem Gehstock rechts und das Tragen von Lasten bis 5 kg in Innenräumen mit der 

linken Hand (rechts benötige sie den Gehstock). Zumutbar sei eine vorwiegend sitzende 

leichte Tätigkeit. Untere diesen Voraussetzungen sei die Beschwerdeführerin aus orthopädi-

scher Sicht zu 20% arbeitsfähig (IV-act. 140, s. vorne E. 5.4.3.4).  

Mit Blick auf diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung und das definierte Zumutbarkeitsprofil des 

Orthopäden B.__ bestehen gewisse Zweifel an der (medizinisch-theoretischen) Plausibilität 

der Haushaltsabklärung. Bei einer orthopädiebedingten Arbeitsunfähigkeit von 80% bei gleich-

zeitig erheblichen, teilweise tätigkeitsausschliessenden Einschränkungen derjenigen Körper-

funktionen, die auch im Haushalt notorisch notwendig sind (Stehen, Gehen, Arbeiten in knien-

der oder kauernder Position, Treppen-Steigen, Tragen von Lasten), erscheint eine Einschrän-

kung im Aufgabenbereich (Haushalt) von bloss 14.3% ohne genauere Erläuterungen kaum 

nachvollziehbar. Dies zumal im erwerblichen Bereich einzig eine vorwiegend sitzende leichte 

Tätigkeit als zumutbar bezeichnet worden ist, was die Mutmassung nahe legt, dass auch zahl-

reiche der im Aufgabenbereich (Haushalt) anfallende Tätigkeiten erheblich erschwert sind. Dr. 

med. B.__ hat in seinem orthopädisch-chirurgischen Gutachten denn auch ausdrücklich fest-

gehalten, dass die von ihm für den erwerblichen Bereich genannten Einschränkungen auch 

für die Arbeiten im Haushalt gelten würden. Auch bezüglich der orthopädischen Beschwerden 

fehlt es im Übrigen an einer Stellungnahme des RAD und damit an einer ärztlichen Plausibili-

sierung, was – jedenfalls unter den vorliegenden Umständen – wohl geboten gewesen wäre, 

zumal die letzten Arztberichte in den IV-Akten wie erwähnt auf das Jahr 2021 zurückdatieren.  

 

24 │ 30 

 

 

5.4.6  

Zurecht rügt die Beschwerdeführerin, dass in der Haushaltsabklärung die Schadenminde-

rungspflicht des Ehemannes falsch gewichtet worden sei.  

Konkret wurde dessen Mithilfe in den Bereichen Ernährung (für das Umhertragen schwerer 

Pfannen und die Hilfe bei der Reinigung), Wohnungs-/Hauspflege (für die Mithilfe der Reini-

gung und Bett frisch beziehen), Garten-/Umgebungspflege (für Pflege der Hochbeete sowie 

Pflanzenkübel und die Balkonreinigung), Einkauf/weitere Besorgungen (für das Hochtragen 

schwerer Taschen und Lebensmittel), Wäsche/Kleiderpflege (für das Hochtragen der nassen 

Wäsche und Siebreinigung) und Betreuung von Kindern/Angehörigen (für die Anwesen-

heit/Mitbetreuung der Enkelin) schadensmindernd berücksichtigt. Bei der Berücksichtigung 

der Schadenminderungspflicht wurde darauf abgestellt, dass der Ehemann der Beschwerde-

führerin im Zeitpunkt der Haushaltsabklärung (bzw. bis Ende Juni 2024) über das Pensionsal-

ter hinaus noch einer Teilzeitarbeitstätigkeit (Pensum: 30%) nachgegangen ist. Dabei sei er 

im Homeoffice tätig gewesen und habe die Beschwerdeführerin deshalb im vorgenannten Aus-

mass unterstützten können. Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügung zudem an, 

dass der Ehemann seiner Arbeitstätigkeit auch schon vor der Teilpensionierung überwiegend 

im Homeoffice nachgegangen sei.  

Diese Würdigung überzeugt nicht: Erstens hat der Ehemann der Beschwerdeführerin das or-

dentliche Pensionsalter erst im Jahr 2023 (Jg. 1958) erreicht. Es kann nicht unbesehen von 

der aktuellen Situation bzw. den jetzigen Unterstützungsmöglichkeiten des nun teilpensionier-

ten Ehemannes auf den gesamten Betrachtungszeitraum geschlossen werden. Vor seiner 

Teilpensionierung ist dieser in einem höheren, mutmasslich vollem Pensum arbeitstätig gewe-

sen. Die Schadenminderungspflicht des Ehemannes reicht nur soweit sie ihm üblich und zu-

mutbar ist – umso höher das Arbeitspensum einer Person ist, desto weniger Mithilfe im Auf-

gabenbereich ist üblich bzw. kann ihr zugemutet werden. Mithin steht der Umfang der Scha-

denminderungspflicht des Ehemannes hier in direkter Abhängigkeit zur Höhe von dessen Ar-

beitspensum. Unstrittig hat sich dieses im Jahr 2023 verändert, was aber im Abklärungsbericht 

keine Berücksichtigung gefunden hat. Zweitens liegt der Beurteilung ein Irrtum zugrunde, 

wenn die IV-Stelle aufgrund des Umstands, dass der Ehemann vor bzw. nach seiner Teilpen-

sionierung überwiegend bzw. ausschliesslich im Homeoffice arbeitete, diesem (implizit) eine 

umfassendere Unterstützungspflicht auferlegt, als wenn er auswärtig tätig wäre. Während der 

Arbeitszeit ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, seiner Hauptleistungspflicht, die Leistung 

der Arbeit (Art. 321 OR), nachzukommen. Diese Pflicht gilt unabhängig des vereinbarten Ar-

beitsortes, d.h. auch im Homeoffice. Im Rahmen der Neubeurteilung des Falles wird zu 

25 │ 30 

 

 

berücksichtigen sein, dass während der Arbeitszeit des Ehemannes der Beschwerdeführerin 

diesem keine Mithilfe im Aufgabenbereich üblich und zumutbar ist, auch wenn er sich zufolge 

Homeoffice am selben Ort befindet bzw. befunden hat.  

 

6.  

Demzufolge ist die angefochtene Verfügung vom 30. April 2024 in Gutheissung der Be-

schwerde vom 28. Mai 2024 aufzuheben. Die Sache ist zur Vornahme der erforderlichen Ab-

klärungen sowie neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle zurückzuwei-

sen. 

 

7.  

7.1  

Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis Fr. 1'000.– festgelegt. Beim Ent-

scheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro-

zessausgang abzustellen. Hebt das Verwaltungsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung 

auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen bzw. zum Erlass einer neuen 

Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende 

Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 57 

E. 2.1-2.2; 132 V 215 E. 6.2 je m.w.H.). 

Die Kosten für das vorliegende Verfahren werden auf Fr. 1'000.‒ festgelegt und ausgangsge-

mäss der IV-Stelle auferlegt. Sie werden dem Kostenvorschuss der Beschwerdeführerin in 

derselben Höhe entnommen und sind bezahlt. Die IV-Stelle wird verpflichtet, der Beschwer-

deführerin den Betrag intern und direkt zu erstatten. 

 

7.2  

7.2.1  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten, welche vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf 

den Streitwert nach Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses 

bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG). Die Höhe der Parteientschädigung für das Verfahren 

26 │ 30 

 

 

vor dem kantonalen Versicherungsgericht richtet sich in den Schranken des Bundesrechts 

nach kantonalem Recht. Den kantonalen Gerichten kommt bei der Bemessung ein weiterer 

Ermessensspielraum zu. Als bundesrechtliche Vorgaben zu berücksichtigen sind immerhin 

nebst dem Mass des Obsiegens die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des 

Prozesses (SUSANNE BOLLINGER, in: Frésard-Fellay/Klett/Leuzinger-Naef [Hrsg.], BSK-ATSG, 

1. A, 2019, N 84 zu Art. 61 ATSG m.w.H.). Stellt die ganz oder teilweise obsiegende Partei 

einen entsprechenden Antrag oder ist dies gesetzlich vorgesehen, ist ihr eine angemessene 

Entschädigung zulasten der unterliegenden Partei zuzuerkennen (Art. 14 Abs. 1 SRG).  

Im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht als Versicherungsgericht beträgt das ordentliche 

Honorar Fr. 400.– bis Fr. 6'000.– (Art. 47 Abs. 3 PKoG [NG 261.2]), wobei bei berufsmässigen 

Vertretern Honoraransätze zwischen Fr. 220.– bis Fr. 250.– je Stunde zulässig sind (Art. 34 

Abs. 2 PKoG). Gemäss Art. 32 Abs. 1 PKoG entschädigt das Honorar den Anwalt für die Ver-

richtungen, die unmittelbar mit der berufsmässigen Vertretung oder Verbeiständung der Par-

teien im gerichtlichen Verfahren zusammenhängen, namentlich für die Instruktion, das Stu-

dium der Akten, die Abklärung von Rechtsfragen, die Vergleichsverhandlungen, die ordentli-

chen Rechtsschriften und die Teilnahme an den Gerichtsverhandlungen. Von dieser Bestim-

mung nicht erfasst (und nicht zu entschädigen) sind Sekretariatsarbeiten wie Terminabspra-

chen oder der Versand von Rechtsschriften sowie anwaltschaftliche Kürzestaufwendungen, 

wie etwa die Kenntnisnahme von Vorladungen oder standardisierte Eingaben wie Fristerstre-

ckungsgesuche (Urteile des Obergerichts Nidwalden SA 22 6 vom 12. Januar 2023 E. 5.2.1; 

ZA 22 7 vom 20. Dezember 2022 E. 6.2.2). Massgebend für die Festsetzung des Honorars 

innerhalb der in diesem Gesetz vorgesehenen Mindest- und Höchstansätze sind die Bedeu-

tung der Sache für die Partei in persönlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, die Schwierigkeit 

der Sache, der Umfang und die Art der Arbeit sowie der Zeitaufwand (Art. 33 PKoG). Mit an-

deren Worten ist der effektive bzw. der durch die Rechtsvertretung geltend gemachte Zeitauf-

wand nur einer der nach Art. 33 PKoG für die Honorarfestsetzung massgeblichen Faktoren. 

Nicht jeder effektiv betriebene Aufwand, selbst wenn er im Honorarrahmen liegt, ist per se 

massgebend für die Honorarfestsetzung (Entscheide des Verwaltungsgerichts VA 23 26 vom 

25. Januar 2024 E. 6.2.2; VA 21 23 vom 13. Dezember 2021 E. 7.3.2). Zum Honorar hinzu 

kommen die Auslagen inklusive der Mehrwertsteuer (s. Art. 52 ff. PKoG). 

 

27 │ 30 

 

 

7.2.2  

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht mit Kostennote vom 6. September 2024 

eine Parteientschädigung von Fr. 5'303.– (Honorar Fr. 4'770.85 [19.05 Std. à Fr. 250.–]; Aus-

lagen Fr. 134.80; 8.1% MwSt. Fr. 397.35) geltend. Dieser führte aus, es handle sich dabei 

noch nicht um die vollständige Entschädigungsforderung. Hinzu kämen die Aufwände im Zu-

sammenhang mit der Verhandlung sowie dem Studium des Gerichtsentscheids. Mit Blick auf 

die nachfolgenden Ausführungen hat das Gericht auf die Einforderung einer ergänzten Kos-

tennote verzichtet. 

In materiell-rechtlicher Hinsicht ging es in vorliegendem Beschwerdeverfahren einzig um die 

Statusfrage sowie die Verlässlichkeit des Haushaltsabklärungsberichtes vom 16. Januar 2024. 

Die tatsächliche und rechtliche Fragestellung war somit erheblich eingeschränkt. Relevante 

Noven gab es im Beschwerdeverfahren keine zu beurteilen. Inhaltlich ging es zudem nicht 

grundsätzlich um die Frage, ob ein Rentenanspruch besteht, sondern bloss noch um die Ren-

tenhöhe für einen – zufolge des zwischenzeitlich erreichten Pensionsalters – begrenzenten 

Zeitraum. Die mündliche Verhandlung dauerte denn auch nur eine knappe halbe Stunde. In 

wesentlichen Teilen stützte sich die Beschwerde zudem auf das schon im Vorbescheidverfah-

ren Vorgebrachte und eine Auseinandersetzung mit der medizinischen Aktenlage fehlte. Der 

(mit Blick auf die Bedeutung und Schwierigkeit der Streitsache erforderliche) Aufwand für die 

Redaktion der Beschwerde und Vertretung der Beschwerdeführerin hätte demnach ohne in-

haltliche Abstriche in Grenzen gehalten werden können.  

Ein Teil des Aufwands ist zudem auf eine unaufgeforderte Replik zurückzuführen, für die in 

Ermangelung neuer Tatsachenvorbringen seitens der IV-Stelle kein Anlass bestand. Entspre-

chend war vom Versicherungsgericht denn auch kein zweiter Schriftenwechsel angeordnet 

worden. Aus der Honorarabrechnung (und der stellvertretend durch ihn unterschriebenen Ein-

gabe vom 29. Juli 2024) erhellt ferner, dass ein nicht unerheblicher Teil der verrechneten An-

waltsleistungen (6.15 Std.) durch Rechtsanwalt Josef Fessler erbracht worden sind. Für des-

sen Aufwände ist ebenfalls ein Stundenhonorar à Fr. 250.– ausgewiesen, was aber unzulässig 

ist. Rechtsanwalt Fessler ist in keinem Anwaltsregister eingetragen und somit kein berufsmäs-

siger Vertreter im Sinne des Prozesskostenrechts. Dessen Entschädigung bestimmte sich 

nach Art. 30 PKoG und nicht nach Art. 31 ff. PKoG. Folglich kann er sich auch nicht auf Art. 34 

Abs. 2 PKoG und den darin vorgesehenen Stundensatz für berufsmässige Rechtsvertreter von 

Fr. 250.– berufen. Hinzu kommt, dass aufgrund des Beizugs von Rechtsanwalt Fessler meh-

rere interne Besprechungen zwischen den beiden Anwälten erforderlich waren, was keinen 

entschädigungsbegründenden Aufwand darstellt. Zuletzt enthält die Kostennote diverse 

28 │ 30 

 

 

Einträge für nicht zu entschädigende Aufwände (Terminabsprachen, Versand von Rechts-

schriften, Kenntnisnahmen). Ein Honorar von Fr. 4'770.85 erscheint unter diesen Umständen, 

mit Blick auf die Kriterien von Art. 61 lit. g ATSG bzw. Art. 33 PKoG und im Vergleich zu ähnlich 

gelagerten Fällen als zu hoch, mitunter unangemessen, zumal es sich dabei noch nicht einmal 

um die vollständigen Kostennote gehandelt hat. Die eingegebene Honorarforderung kann des-

halb nicht genehmigt werden und es ist das Honorar nach Ermessen festzusetzen.  

Auch die geltend gemachten Auslagen können in dieser Form nicht erstattet werden: In der 

Auslagenübersicht finden sich die Positionen «E-Mails» sowie «Telefonkosten». Dabei handelt 

es sich nicht um Barauslagen im Sinne von Art. 52 Abs. 1 PKoG. Entsprechend sind die Aus-

lagen mit einem ermessensweise festzusetzenden Pauschalbetrag abzugelten. Dieser beläuft 

sich praxisgemäss auf 3% des Honorars (Urteil des Obergerichts Nidwalden ZA 23 19 vom 

22. Februar 2024 E. 4.3.2). 

 

7.2.3  

Das Honorar ist mit Blick auf die durchschnittliche Bedeutung der Streitsache sowie die eher 

unterdurchschnittliche Schwierigkeit des Prozesses ermessensweise (Art. 61 lit. g ATSG 

i.V.m. Art. 14 Abs. 1 SRG) gerade noch im mittleren Bereich des Honorarrahmens auf 

Fr. 2'500.– festzusetzen, was bei einem Stundenansatz von Fr. 250.– einem angemessenen 

Zeitaufwand von 10 Stunden entspricht. Die Auslagen sind pauschal auf 3% des Honorars 

festzulegen. Die Parteientschädigung beläuft sich demnach auf Fr. 2'783.60 (Honorar 

Fr. 2'500.–; Auslagen Fr. 75.–[pauschal 3%]; 8.1% MwSt. Fr. 208.60). Die unterliegende IV-

Stelle wird verpflichtet, die Beschwerdeführerin intern und direkt mit diesem Betrag zu ent-

schädigen. 

29 │ 30 

 

 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. In Gutheissung der Beschwerde vom 28. Mai 2024 wird die Verfügung der IV-Stelle 

Nidwalden vom 30. April 2024 aufgehoben.  

Die Sache wird zur Vornahme der erforderlichen Abklärungen sowie neuen Entscheidung 

an die IV-Stelle zurückgewiesen. 

 

2. Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.– werden der IV-Stelle auferlegt, mit dem von der Be-

schwerdeführerin geleisteten Vorschuss in derselben Höhe verrechnet und sind bezahlt.  

Die IV-Stelle hat die Beschwerdeführerin für den Kostenvorschuss intern und direkt mit 

Fr. 1'000.– zu entschädigen. 

 

3. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren eine Parteient-

schädigung von Fr. 2'783.60 zu bezahlen. 

 

4. [Zustellung]. 

 

 

Stans, 28. Oktober 2024 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Sozialversicherungsabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig Versand:     

 

30 │ 30 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht 

werden (Art. 82 ff. i.V.m. Art. 90 ff. BGG). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit 

Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal-

ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, 

soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gilt Art. 44 ff. BGG.