# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e1de346-6969-5a4f-8d73-d6b4c62b947e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-05-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 17.05.2005 ZF 2005 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-13_2005-05-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 17. Mai 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 13

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer und Vital 
Aktuar Engler

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der Z., Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. Patrick M. Hoch, Rämistrasse 29, 8001 Zürich,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses P l e s s u r  vom 14. Januar 2005, mit-
geteilt am 14. Februar 2005, in Sachen der Beschwerdeführerin und Berufungs-
klägerin gegen die Y . , Beschwerdegegnerin und Berufungsbeklagte,

betreffend Entschädigung für Betreuung,

hat sich ergeben:

2

A. Die am 24. Mai 1939 geborene, am Down-Syndrom leidende X. 
wurde mit Beschluss der Y. vom 4. März 2003 gestützt auf Art. 369 ZGB bevor-
mundet. Persönlich betreut wurde die Betroffene ursprünglich durch ihre Mutter 
W., später zunehmend auch durch ihre am 15. November 1951 geborene Schwes-
ter Z.. Seit dem Tod der Mutter am 17. Januar 2003 obliegt die Sorge für X. über-
wiegend ihrer Schwester Z.. Sie kann dabei allerdings auf die Unterstützung durch 
die Spitex zählen; ausserdem besteht die Möglichkeit, X. für kürzere oder längere 
Zeit durch Dritte betreuen zu lassen, so etwa im ARGO Wohnheim Chur. Neben 
dieser Tätigkeit geht die ehemalige Sekretärin Z. keinem weiteren Arbeitserwerb 
nach. Sie teilt mit ihrer Schwester deren angestammte Wohnung.

In der Folge bemühte sich der Amtsvormund, Z. zum Abschluss eines Be-
treuungsvertrages zu bewegen, der bei fünf Wochen Ferien eine Betreuungsent-
schädigung von brutto Fr. 3500.00 monatlich vorsah. Hinzu kämen der dreizehnte 
Monatslohn sowie ein Pauschalbetrag von Fr. 1500.00 monatlich für Kost, Logis, 
kleinere Anschaffungen, Ausflüge etc. Für die Begleichung der übrigen zulasten 
von X. gehenden Forderungen wie Steuern, Krankenkassenbeiträge, Kosten der 
Ferien- und Freizeitablösung etc. ist demgegenüber schon jetzt der Vormund be-
sorgt. Z. lehnte den Vorschlag ab, weil auf diese Weise ihre Leistungen, die sie im 
Interesse ihrer Schwester erbringe, nicht ausreichend abgegolten würden.

Für die Zeit seit 1. Januar 2003 erhielt bzw. erhält Z. zulasten ihrer Schwes-
ter X. die im Vertragsentwurf vorgesehene Summe von Fr. 5000.00 pro Monat 
ausbezahlt.

B. Am 19. Oktober 2004 fasste die Y. den folgenden Beschluss, den sie 
am 12. November 2004 schriftlich mitteilte:

„1. Im Sinne eines Grundsatzentscheides wird festgestellt, dass die an Z. 
auszurichtende Entschädigung für die Betreuung von deren Schwes-
ter X. einen monatlichen Betrag in Höhe von Fr. 3500.00, zuzüglich 
13. Monatslohn, nicht übersteigen darf. Der Betrag von Fr. 3500.00 ist 
als Bruttolohn zu verstehen.

 2. Die zur Abgeltung der Auslagen für Kost und Logis sowie für kleinere 
Anschaffungen und gelegentliche Ausflüge etc. zusätzlich von X. an 
Z. zu entrichtende monatliche Pauschale darf den Betrag von Fr. 
1500.00 nicht übersteigen.

 3. Die Kosten dieses Beschlusses in Höhe von Fr. 650.00 gehen zulas-
ten von X. und sind innert 30 Tagen nach Zustellung an die Y., PC 70-
147-2, zu überweisen.

3

 4. (Rechtsmittelbelehrung).

 5. Mitteilung an: …“

C. Hiergegen liess Z. am 25. November 2004 Beschwerde an den Be-
zirksgerichtsausschuss Plessur erklären und beantragen:

„Rechtsbegehren

1. Der Beschluss der Vormundschaftsbehörde Kreis Chur vom 19. Okto-
ber 2004 sei aufzuheben.

2. Die an die Beschwerdeführerin auszurichtende Entschädigung für die 
Betreuung von X. sei auf einen monatlichen Betrag von wenigstens Fr. 
5000.00 brutto (zuzüglich 13. Monatslohn) festzusetzen, rückwirkend 
ab 1. Februar 2003.

3. Die zur Abgeltung der Auslagen für Kost und Logis sowie kleinere An-
schaffungen und gelegentliche Ausflüge zusätzlich von X. an Z. zu ent-
richtende monatliche Pauschale sei auf wenigstens Fr. 2000.00 festzu-
setzen, rückwirkend ab 1. Februar 2003.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin.

Eventualbegehren

Es sei für die Betreuung von X. für die Beschwerdeführerin eine angemes-
sene monatliche Entschädigung sowie eine angemessene monatliche 
Pauschale für die Abgeltung für Kost und Logis, kleinere Anschaffungen, 
gelegentliche Ausflüge etc. festzusetzen, rückwirkend ab 1. Februar 2003.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin.“

D. Mit Urteil vom 14. Januar 2005, mitgeteilt am 14. Februar 2005, er-
kannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur:

„1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die zur Abgeltung der 
Auslagen für Kost und Logis sowie kleinere Anschaffungen und gele-
gentliche Ausflüge von X. an die Beschwerdeführerin zu entrichtende 
monatliche Pauschale ab 1. Januar 2005 auf CHF 2000.00 festge-
setzt.

 2. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen und der Entscheid der 
Y. vom 19. Oktober/12. November 2004 bestätigt.

 3. Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 1500.00 gehen im Umfang 
von CHF 1125.00 zu Lasten der Beschwerdeführerin und sind innert 
30 Tagen auf das PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur 
zu überweisen. Die übrigen Kosten in Höhe von CHF 375.00 gehen 
zu Lasten der Gerichtskasse.

 4. (Rechtsmittelbelehrung).

4

 5. Mitteilung an: …“

E. Hiergegen liess Z. am 7. März 2005 bei der Zivilkammer des Kan-
tonsgerichtes Berufung einlegen mit den Anträgen:

„Rechtsbegehren

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur, 1. Aufsichtsbehörde in Vor-
mundschaftssachen, sei aufzuheben und es sei die Beschwerde vom 
25. November 2004 vollumfänglich gutzuheissen.

2. Die an die Beschwerdeführerin auszurichtende Entschädigung für die 
Betreuung von X. sei auf einen monatlichen Betrag von wenigstens Fr. 
5000.00 brutto (zuzüglich 13. Monatslohn) festzusetzen, rückwirkend 
ab 1. Februar 2003.

3. Die zur Abgeltung der Auslagen für Kost und Logis sowie kleinere An-
schaffungen und gelegentliche Ausflüge zusätzlich von X. an Z. zu ent-
richtende monatliche Pauschale sei auf wenigstens Fr. 2000.00 festzu-
setzen, wobei die Festsetzung rückwirkend ab 1. Februar 2003 zu er-
folgen hat.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Appellatin.

Eventualbegehren

Es sei für die Betreuung von X. für die Beschwerdeführerin eine angemes-
sene monatliche Entschädigung festzusetzen, rückwirkend ab 1. Februar 
2003.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin.“

F. Der Bezirksgerichtsausschuss Plessur und die Y. verzichteten auf 
die Einreichung einer Vernehmlassung.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Gestützt auf Art. 60 EGzZGB oder Art. 63 EGzZGB ergangene Er-
kenntnisse der Bezirksgerichtsausschüsse in Vormundschaftssachen können 
gemäss Art. 64 Abs. 1 EGzZGB mit Berufung bei der Zivilkammer des Kantons-
gerichtes angefochten werden. Von dieser Weiterzugsmöglichkeit machte Z. im 
vorliegenden Fall frist- und formgerecht Gebrauch. Auf ihr Rechtsmittel ist somit 
einzutreten.

5

2. Analog zu der für den Vormund, den Beistand und den Beirat gelten-
den Regelung besitzt Z. einen Anspruch, für die persönliche Betreuung ihrer unter 
Vormundschaft stehenden Schwester X. entschädigt zu werden und zusätzlich die 
aus diesem Tätigwerden erwachsenden Auslagen ersetzt zu erhalten. Da die be-
vormundete Person in sehr guten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt, sind die hier-
für benötigten Mittel vollumfänglich aus ihrem Einkommen bzw. ihrem Vermögen 
aufzubringen. Bei der Festlegung des Betrages, der zur Abgeltung der eigentli-
chen Betreuungsarbeit geschuldet ist, hat die zuständige Behörde im Rahmen ih-
res weiten, pflichtgemäss auszuübenden Ermessens die massgeblichen Um-
stände des Einzelfalles zu berücksichtigen, insbesondere Art und Umfang der kon-
kret zu erbringenden Leistungen, aber auch, inwieweit die betreuende Person 
über besondere berufliche Fähigkeiten verfügt, welche bei der Erfüllung der über-
nommenen Aufgabe sinnvoll eingesetzt werden können (vgl. zum Ganzen Tho-
mas GEISER, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I [Hrsg.: Heinrich HONSELL, Nedim 
Peter VOGT und Thomas GEISER], 2. Aufl., Basel 2002, Art. 416 ZGB N. 1 ff.). All dies 
blieb denn auch vor der Zivilkammer zu Recht unbestritten.

In Übereinstimmung mit der von der Y. vertretenen Auffassung und den 
insoweit zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Urteil des Bezirksgerichts-
ausschusses Plessur erscheint es angezeigt, bei der Festlegung der Z. zustehen-
den Betreuungsentschädigung in etwa vom Lohn auszugehen, der in Chur durch 
die Spitex einer in der Hauspflege tätigen, über keine spezifischen Fachkenntnisse 
verfügenden Person nach einer gewissen Einarbeitungszeit ausgerichtet wird. Die 
im Grundsatzentscheid der Vormundschaftsbehörde anerkannten Fr. 3500.00 
brutto monatlich zuzüglich den 13. Monatslohn tragen dem angemessen Rech-
nung; sie berücksichtigen auf der einen Seite, dass Z. aus einem kaufmännischen 
Beruf kommt, dass sie keine verwertbare Zusatzausbildung vorweisen kann und 
dass sie im eigentlichen Pflegebereich durch die Spitex unterstützt wird, ziehen 
auf der anderen Seite aber auch in Betracht, dass die Beschwerdeführerin und 
Berufungsklägerin nunmehr bereits über eine mehrjährige Erfahrung in der Be-
treuung ihrer behinderten Schwester verfügt. Eine Erhöhung dieses Entgelts auf 
die von Z. beanspruchten Fr. 5000.00 brutto monatlich zuzüglich den 13. Monats-
lohn lässt sich entgegen den Ausführungen ihres Rechtsvertreters nicht einfach 
mit dem pauschalen Hinweis rechtfertigen, dass seine Mandantin während 365 
Tagen im Jahr rund um die Uhr für X. da sein müsse. Eine derartige Lösung, sollte 
sie zur Zeit tatsächlich so gelebt werden, auf Dauer aufrechtzuerhalten, wider-
spräche offenkundig den Interessen der beiden Schwestern. Bei Z. käme es in 

6

absehbarer Zeit zu einer schleichenden Überlastung, die mit dem Anliegen, X. 
eine beständige, fachgerechte und andere soziale Kontakte erlaubende Betreu-
ung zu verschaffen, nicht in Einklang gebracht werden könnte. Ein solcher Zu-
stand darf deshalb nicht einfach durch eine Erhöhung der Entschädigung gleich-
sam zementiert werden. Vielmehr wird es Aufgabe von Z. sein, die von der Vor-
mundschaftsbehörde aufgezeigten Möglichkeiten zur teilweisen Fremdbetreuung 
von X. (stundenweise Beschäftigung im ARGO Wohnheim in Chur, Unterbringung 
an einem Ferienplatz etc.) und damit zur eigenen Entlastung in einem Umfang 
wahrzunehmen, dass ihr noch eine dem genannten Betrag entsprechende Ar-
beitszeit von rund 45 Stunden pro Woche verbleibt. Dabei ist zu berücksichtigen, 
dass zahlreiche Tätigkeiten, die im Alltag anfallen, nicht ohne weiteres aussch-
liesslich dem Bereich Betreuung zugeordnet werden dürfen, sondern in einge-
schränktem Mass auch nötig würden, wenn Z. von der Aufgabe, für X. zu sorgen, 
entbunden wäre. Einzuräumen ist auf der anderen Seite freilich, dass unter den 
gegebenen Verhältnissen (Zusammenleben mit der behinderten Schwester im 
gleichen Haushalt) eine Abgrenzung der verschiedenen Tätigkeiten nicht leicht 
vorgenommen werden kann und dass eine Beschränkung des Betreuungsaufwan-
des nach klaren zeitlichen Vorgaben vielfach nicht möglich ist. Dies lässt es ange-
zeigt erscheinen, das von der Vormundschaftsbehörde festgelegte und vom erst-
instanzlichen Gericht gebilligte Entgelt noch etwas anzuheben, um Fr. 500.00 auf 
Fr. 4000.00 brutto monatlich zuzüglich den 13. Monatslohn. Weitere Erhöhungen 
nur deshalb vorzunehmen, weil X. sich dies an sich leisten könnte, ist demgegenü-
ber nicht gerechtfertigt. Zusammen mit den weiteren Auslagen (vgl. hierzu die 
nachstehende Erwägung) erwachsen ihr bereits so überdurchschnittlich hohe 
Kosten.

Es liegt nichts vor, was dagegen sprechen würde, Z. das ihr unter dem ge-
nannten Titel zustehende Entgelt im ganzen Umfang rückwirkend ab 01. Februar 
2003 zukommen zu lassen.

3. Mit der Ausrichtung einer solchen Betreuungsentschädigung an Z. 
hat es freilich wie gesehen noch nicht sein Bewenden. Darüber hinaus besitzt die 
Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin einen Anspruch, aus Mitteln ihrer 
Schwester einen angemessenen Beitrag an die gemeinsamen Lebenshaltungs-
kosten sowie zur Deckung kleinerer Anschaffungen und anderer Aufwendungen 
des Alltags bezahlt zu erhalten (Wohnen, Nahrung, Bekleidung, Körperpflege, kür-

7

zere Ausflüge etc.). Nicht hinzuzurechnen sind demgegenüber jene Forderungen, 
welche durch den Vormund direkt aus dem Vermögen von X. beglichen werden 
(Steuern, Versicherungsprämien, Spitex, ärztliche Behandlung, Ferienablösung 
etc.). – Im Gegensatz zur Y., welche für den genannten Zweck eine Pauschale 
von Fr. 1500.00 im Monat als angezeigt erachtete, nahm der Bezirksgerichtsaus-
schuss Plessur eine Erhöhung um Fr. 500.00 auf monatlich Fr. 2000.00 vor. Dies 
ist nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens. Während der Vormundschafts-
behörde ein Weiterzug ohnehin verwehrt war, besass Z. kein schützenswertes In-
teresse, sich gegen die bezirksgerichtliche Regelung zu wehren, erhält sie doch 
dadurch jenen Betrag zugesprochen, den sie selber verlangt hat. Sie beanstandet 
aber, dass der Zuschlag nach den Vorstellungen des Bezirksgerichtsausschusses 
Plessur lediglich mit Wirkung ab 01. Januar 2005 gewährt werden soll. Ihrer Mei-
nung nach stehe ihr die Erhöhung bereits ab 01. Februar 2003 zu. Dem ist bei-
zupflichten.

Von Belang ist in diesem Zusammenhang einmal, dass Z. im hier interes-
sierenden Zeitraum (seit dem 01. Februar 2003) zur Abgeltung des auf X. entfal-
lenden Anteils an den genannten, ihr (der Beschwerdeführerin und Berufungsklä-
gerin) erwachsenen Aufwendungen eine monatliche Pauschalentschädigung in 
dem von der Y. als angemessen angesehenen Umfang ausbezahlt wurde. Aner-
kannt ist überdies, dass ihr ein solcher Anspruch weiterhin zusteht. Wenn nun der 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur aufgrund einer nachvollziehbaren, nicht zu be-
anstandenden Berechnung zum Schluss gelangte, dass ein Betrag von Fr. 
1500.00 die mutmasslichen Auslagen nicht zu decken vermöge, und er ihn des-
halb um Fr. 500.00 anhob, ist nicht ersichtlich, aus welchen Gründen solches nicht 
rückwirkend auf den Beginn des grundsätzlichen Leistungsanspruchs gelten soll. 
Die Beschränkung auf die Zeit nach dem von der Vorinstanz als massgeblich er-
achteten Datum (01. Januar 2005) wäre nur angezeigt, wenn die einschlägigen 
Kosten damals im Vergleich zu den vorangegangenen zwei Jahren spürbar ange-
stiegen wären. Hierfür gibt es nun aber keinerlei stichhaltige Anhaltspunkte, und 
es wird denn auch im angefochtenen Urteil dergleichen nicht einmal andeutungs-
weise geltend gemacht. Im Gegensatz zum dort Gesagten geht es hier auch nicht 
um ausserordentliche Auslagen, für welche vom Vormund gesondert Ersatz ver-
langt werden könnte, sondern um die Festlegung einer Pauschale zur Abgeltung 
wiederkehrender, abschätzbarer Auslagen, die bei Z. anfallen und nicht von ihr 
allein zu tragen sind. Ihr Untätigwerden in dem Sinne, dass sie gar nicht erst ver-
sucht hat, einzelne Posten über den Vormund einzutreiben, darf deshalb nicht ein-

8

fach zu ihren Ungunsten dahin ausgelegt werden, dass ihre bis Ende Dezember 
2004 erbrachten Vorleistungen vollständig gedeckt worden seien.

4. Von hier nicht in Betracht fallenden Ausnahmen abgesehen gehen 
in Vormundschaftssachen die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses je nach 
Verfahrensausgang zu Lasten der beschwerdeführenden Partei oder der Gerichts-
kasse; allenfalls haben sich beide daran zu beteiligen. Analog sind nach dem Mass 
des Obsiegens und Unterliegens auch die Kosten des Weiterzugsverfahrens zu 
verteilen. Dringt die betroffene Partei mit ihren Anträgen ganz oder teilweise durch, 
hat sie ausserdem Anspruch auf eine angemessene Umtriebsentschädigung (vgl. 
zum Ganzen PKG 1995-6-35 E. 4).

Durch das Beschreiten des Rechtsweges erreichte Z. nach dem Ergebnis 
des Berufungsverfahrens gegenüber der Anordnung der Vormundschaftsbehörde 
bzw. der Regelung im erstinstanzlichen Urteil insoweit eine Besserstellung, als 
ihrem Antrag entsprechend die monatliche Pauschale für Kost und Logis etc. von 
Fr. 1500.00 auf Fr. 2000.00 angehoben wurde (durch den Bezirksgerichtsaus-
schuss), und zwar rückwirkend ab 01. Februar 2003 (durch die Zivilkammer) und 
nicht erst ab 01. Januar 2005, wie es der Bezirksgerichtsausschuss als gerecht-
fertigt erachtet hatte. Schliesslich erhöhte die Zivilkammer noch das Betreuungs-
entgelt von Fr. 3500.00 auf Fr. 4000.00 im Monat. Die Beschwerdeführerin und 
Berufungsklägerin hatte demgegenüber hierfür bis zuletzt einen Betrag von Fr. 
5000.00 monatlich gefordert. Bei dieser Sachlage erscheint es angezeigt, die Ver-
fahrenskosten beider Instanzen zu einem Zweitel Z. zu überbinden und zu einem 
Zweitel auf die jeweilige Gerichtskasse zu nehmen.

Der Bezirksgerichtsausschuss Plessur sah davon ab, Z. für das erstinstanz-
liche Verfahren eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen; bereits deshalb, weil 
die Beschwerdeführerin solches – offenbar auch an der mündlichen Verhandlung 
– gar nicht erst verlangt habe. Hiergegen wurden vor der Weiterzugsinstanz keine 
Einwendungen erhoben, so dass es damit sein Bewenden hat. Für das Verfahren 
vor der Zivilkammer besitzt Z. aber einen Anspruch auf Ausrichtung einer auf Fr. 
500.00 festzusetzenden reduzierten Parteientschädigung. Damit wird einerseits 
dem Umstand Rechnung getragen, dass die Berufungsklägerin mit ihrem Rechts-
mittel lediglich einen Teilerfolg zu erzielen vermochte, und andererseits berück-
sichtigt, dass der Weiterzug für sie nur mit einem verhältnismässig bescheidenen 

9

Aufwand verbunden war. Insbesondere konnte weitgehend auf bereits Gesagtes 
zurückgegriffen werden.

10

Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und es wird das angefochtene 
Urteil aufgehoben.

2. Die an Z. auszurichtende, zu Lasten ihrer Schwester X. gehende Entschä-
digung für deren Betreuung wird rückwirkend ab 01. Februar 2003 auf mo-
natlich Fr. 4000.00 brutto (zuzüglich 13. Monatslohn) festgesetzt.

3. Die zur Abgeltung der Auslagen für Kost und Logis sowie kleinere Anschaf-
fungen und gelegentliche Ausflüge durch X. an ihre Schwester Z. zu ent-
richtende Pauschale wird rückwirkend ab 01. Februar 2003 auf Fr. 2000.00 
pro Monat festgesetzt.

4. Die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses Plessur von Fr. 1500.00 ge-
hen je zur Hälfte zu Lasten von Z. und der Bezirksgerichtskasse.

Für das vorinstanzliche Gerichtsverfahren wird keine Umtriebsentschädi-
gung zugesprochen.

5. Die Kosten des Verfahrens vor der Zivilkammer des Kantonsgerichtes von 
Fr. 2165.00 (Gerichtsgebühr Fr. 2000.00, Schreibgebühr Fr. 165.00) gehen 
je zur Hälfte zu Lasten von Z. und des Kantons Graubünden.

Der Kanton Graubünden wird überdies verpflichtet, Z. für ihre Umtriebe im 
Berufungsverfahren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 500.00 zu 
bezahlen.

6. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar