# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dbda214-e086-52ea-814a-856c97f0b202
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 31.10.2017 A 2017 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2017-34_2017-10-31.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 17 33 und A 17 34

4. Kammer 

Vorsitz Racioppi
Richter Meisser, Audétat 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 31. Oktober 2017

in der Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin 1

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuern

- 2 -

1. A._____ wohnte im Jahr 2014 in der Gemeinde X._____ und führte dort 

als Selbständigerwerbender das Hotel B._____. Im März 2017 wurde sei-

ne Steuererklärung 2014 von der Steuerverwaltung des Kantons 

Graubünden geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass anstelle des Jahres-

abschlusses 2013/14 derjenige für das Geschäftsjahr 2014/15 eingereicht 

wurde. Zudem stellte die kantonale Steuerverwaltung fest, dass die Ver-

mögensentwicklung im Zeitraum 31. Dezember 2013 bis 31. Dezember 

2014 nicht im Einklang mit dem für denselben Zeitraum deklarierten Ein-

kommen steht.

2. Mit Auflage vom 16. März 2017 forderte die kantonale Steuerverwaltung 

A._____ auf, den Kaufvertrag der Liegenschaft in Y._____, den Finanzie-

rungsnachweis des Kaufs dieser Liegenschaft sowie den Jahresab-

schluss 2013/14 einzureichen. Zudem wurde er aufgefordert, den Finan-

zierungsnachweis für seinen Lebensaufwand vorzulegen.

3. In der Zwischenzeit stellte die kantonale Steuerverwaltung einen Finan-

zierungsfehlbetrag von rund Fr. 160'000.-- zuzüglich Lebenshaltungskos-

ten von rund Fr. 20'000.-- fest. Ende März 2017 soll sich der zuständige 

Steuerkommissär − nach Aussage der kantonalen Steuerverwaltung − te-

lefonisch bei A._____ gemeldet und ihm diesen Fehlbetrag in der Vermö-

gensvorschlagsberechnung mitgeteilt haben. A._____ soll den Vermö-

genszuwachs anlässlich dieses Telefonats damit begründet haben, dass 

er seit seiner Lehrzeit Fahrzeuge angekauft, restauriert und/oder repariert 

und wieder veräussert habe. Aus dieser Tätigkeit soll über die Jahre ein 

Vermögenszuwachs von Fr. 170'000.-- entstanden sein, den er zunächst 

in bar aufbewahrt und anschliessend für den Liegenschaftskauf im Jahr 

2014 benötigt habe.

4. Mit Schreiben vom 2. April 2017 beantwortete A._____ die Auflage vom 

16. März 2017, reichte den Kaufvertrag und den Jahresabschluss 

2013/14 ein und bestätigte teilweise die Ausführungen, die er telefonisch 

- 3 -

gemacht haben soll. Er sei ein bescheidener und sehr sparsamer 

Mensch, unverheiratet und ohne Kinder und sei seit über acht Jahren Ve-

ganer. Bis Oktober 2015 habe er im Nebenhaus seines Backpackers ge-

wohnt und dies in der Steuererklärung auch so deklariert. Im Jahr 2013 

sei sein Vater gestorben und habe ihm einiges an Bargeld und eine Ei-

gentumswohnung hinterlassen. Die Kaufgelegenheit für die Liegenschaft 

in Y._____ sei ebenfalls 2013 zustande gekommen. Nachdem er von der 

Bank eine kurzfristige Absage für eine Hypothek erhalten habe, sei er ge-

zwungen gewesen, sein ganzes Erbe, seine private Vorsorge sowie all 

seine Ersparnisse für den Kauf aufzuwenden.

5. Mangels Einreichung des Finanzierungsnachweises und der Herkunft der 

Mittel für den Liegenschaftskauf soll die kantonale Steuerverwaltung − 

gemäss eigenen Angaben − A._____ anfangs April 2017 erneut telefo-

nisch kontaktiert und ihn aufgefordert haben, die fehlenden Unterlagen 

einzureichen. Im Anschluss reichte A._____ der kantonalen Steuerverwal-

tung diverse Kontoauszüge der C.____ AG, der D.____ sowie der 

E._____ AG ein.

6. Mit Veranlagungsverfügungen für die Kantons- und Gemeindesteuer so-

wie die direkte Bundessteuer 2014 vom 5. April 2017 wurde die Veranla-

gung partiell nach Ermessen vorgenommen. Dabei ging die kantonale 

Steuerverwaltung davon aus, dass A._____ in der Zeitspanne vom 

31. Dezember 2013 bis 31. Dezember 2014 steuerbare Einkünfte von 

Fr. 180'000.-- zugeflossen und nicht deklariert worden sind. Die kantonale 

Steuerverwaltung legte den Steuersatz auf einen Fünftel des steuerbaren 

Betrags, mithin Fr. 36'000.--, fest, weil der Mittelzufluss mutmasslich über 

mehrere Perioden erfolgt sei, dies jedoch nicht im Detail habe ermittelt 

werden können.

- 4 -

7. Ebenfalls am 5. April 2017 leitete die kantonale Steuerverwaltung gegen 

A._____ ein Steuerstrafverfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung 

ein.

8. Mit Stellungnahme zum eingeleiteten Steuerstrafverfahren vom 24. April 

2017 führte A._____ aus, dass er durch Ersparnisse, kostengünstigen 

Lebenswandel und hobbymässigen Handel mit Occasionsfahrzeugen 

zum nicht deklarierten Privatvermögen gekommen sei. Den Vorwurf einer 

versuchten Steuerhinterziehung im Umfang von Fr. 180'000.-- weise er 

von sich, zumal es sich gemäss Bankkonto D._____ um eine einmalige 

Einlage von Fr. 170'000.-- gehandelt habe. Er habe sich diese Geldmen-

ge seit seiner Lehrzeit mit Sparen und Handel mit Occasionsfahrzeugen 

aufgebaut. So sei das Vermögen langsam gewachsen. Es sei für ihn im-

mer klar gewesen, dass er dieses Guthaben einmal in eine Eigentums-

wohnung investieren wolle. Aus seinem Privatvermögen habe er zudem 

Kapital geschlagen. Bei jährlichen Ansparungen von Fr. 2'000.-- ergäben 

sich nach 35 Jahren Fr. 70'000.--. In diesem Zeitrahmen erscheine ein 

Kapitalgewinn auf diesem Privatvermögen von Fr. 100'000.-- (ca. 

Fr. 2'850.-- pro Jahr) durchaus glaubwürdig. Deshalb sei das Strafverfah-

ren einzustellen und die Veranlagungsverfügungen 2014 seien beim Ein-

kommen zu korrigieren.

9. Mit Schreiben vom 2. Mai 2017 führte die kantonale Steuerverwaltung 

aus, dass A._____ selbst einen Vermögenszugang von Fr. 170'000.-- ein-

räume und dass dieses Vermögen hätte deklariert werden müssen. Die 

angebliche Restauration von Fahrzeugen und der Wiederverkauf mit Ge-

winn deuteten nicht auf einen steuerfreien Kapitalgewinn, sondern auf ei-

ne selbständige Erwerbstätigkeit hin. Soweit er behaupte, dass sich die 

Fr. 170'000.-- aus steuerfreien Einkünften zusammensetzten, liege die 

Beweislast bei ihm.

- 5 -

10. Mit Stellungnahme vom 9. Mai 2017 führte A._____ aus, dass er den 

Vorwurf der versuchten Steuerhinterziehung nicht mit den gewünschten 

Nachweisen und sicher nicht lückenlos widerlegen könne. Das bewegli-

che Privatvermögen habe aus Ersparnissen und Kapitalgewinnen aus 

diesen Ersparnissen aus den letzten 35 Jahren bestanden. Es sei nicht 

richtig, dieses Privatvermögen als Einkommen für das Jahr 2014 zu be-

steuern. Der hobbymässige Fahrzeughandel gelte nicht als selbständige 

Erwerbstätigkeit.

11. Mit Einspracheentscheiden vom 31. Mai 2017 für die Kantons-, Gemein-

de- und direkte Bundessteuer 2014 wies die kantonale Steuerverwaltung 

die Einsprache von A._____ vom 24. April 2017 ab. Begründend führte 

sie im Wesentlichen aus, dass A._____ weder im Veranlagungs- noch im 

Einspracheverfahren habe darlegen können, wie die angeblich steuerfrei-

en Einkünfte zustande gekommen seien.

12. Am 2. Juni 2017 erliess die kantonale Steuerverwaltung eine Bussverfü-

gung wegen versuchter Steuerhinterziehung in der Höhe von gesamthaft 

Fr. 10'716.25 (dies entspricht dem um einen Drittel reduzierten einfachen 

Betrag der hinterzogenen Steuern).

13. Gegen die Einspracheentscheide vom 31. Mai 2017 erhob A._____ 

(nachfolgend Beschwerdeführer) am 27. Juni 2017 zwei separate, wört-

lich übereinstimmende Beschwerden (Verfahren A 17 33 betreffend Kan-

tons- und Gemeindesteuer 2014 sowie Verfahren A 17 34 betreffend di-

rekte Bundessteuer 2014) an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem Antrag, den Mittelzufluss von Fr. 170'000.-- nicht als 

steuerbares Einkommen, sondern als Vermögenszuwachs zu betrachten. 

Seit dem Jahr 2014 sei das Vermögen deklariert. Der Vorwurf der ver-

suchten Steuerhinterziehung sei zurückzuziehen und die daraus entstan-

dene Bussverfügung sei zu annullieren. Beim Mittelzufluss von 

Fr. 170'000.-- handle es sich um bewegliches Privatvermögen, das er seit 

- 6 -

seinem 20. Lebensjahr angesammelt habe. Es setze sich zusammen aus 

Ersparnissen in bar, Erträgen aus den gehandelten Fahrzeugen sowie 

aus Gewinnen aus dem An- und Verkauf von Gold(Vreneli) in den letzten 

35 Jahren. Durch konsequentes Sparen während 30 Jahren sei ein Be-

trag von Fr. 72'000.-- (monatlich Fr. 200.--) zusammen gekommen. Ziehe 

man die ersparte Summe von Fr. 72'000.-- vom Mittelzufluss von 

Fr. 170'000.-- ab, blieben Fr. 98'000.-- übrig. Dieser Betrag sei durch den 

Einsatz von beweglichem Privatvermögen erzielt worden, was einem jähr-

lichen Kapitalgewinn von Fr. 3'267.-- entspreche. Sein Vergehen bestehe 

darin, dass er jährlich einen Betrag von Fr. 5'667.-- (Fr. 2'400.-- + 

Fr. 3'267.--) nicht als Vermögen in seiner Steuererklärung deklariert habe. 

Dieser Betrag habe erst errechnet werden können, nachdem er alles zu 

Bargeld gemacht habe, um die fehlende Finanzierung für die Liegenschaft 

in Y._____ sicherzustellen. Die kantonale Steuerverwaltung habe ihn vor-

verurteil und seine Argumente konsequent zurückgewiesen und den ge-

samten Mittelzufluss als Einkommen in einem Jahr auferlegt. Dadurch re-

sultierten hohe Nachsteuern und sehr schmerzhafte Bussverfügungen, 

welche ihn in seiner Existenz einschränkten. Er habe den Vermögenszu-

wachs von Fr. 170‘000.-- im Jahr 2014 ausgewiesen und erläutert, wie 

dieser zustande gekommen sei. Beim Vermögenszufluss handle es sich 

gemäss Steuergesetz um einen steuerfreien Kapitalgewinn auf bewegli-

chem Vermögen.

14. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwer-

degegnerin) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 14. August 2017 auf 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Anfechtungs-

objekte seien einzig die Einspracheentscheide vom 31. Mai 2017. Der 

Beschwerdeführer habe auch gegen die Bussverfügung vom 2. Juni 2017 

sinngemäss Beschwerde erhoben. Diesbezüglich liege noch kein vor 

Verwaltungsgericht anfechtbarer Entscheid vor, weshalb auf die Be-

schwerde insofern nicht einzutreten sei. Die Beschwerdegegnerin habe 

im Zusammenhang mit der Prüfung der Steuererklärung 2014 einen er-

- 7 -

heblichen Vermögenszuwachs festgestellt. Im Rahmen ihrer Untersu-

chungspflicht habe sie versucht, zusammen mit dem Beschwerdeführer 

die Mittelherkunft zu klären. Die Aktenlage lasse keinen sicheren Schluss 

zu, woraus der Fehlbetrag erwirtschaftet worden sei. Tatsache sei, dass 

Einkommen zugeflossen sein müsse, um diese Vermögensentwicklung zu 

finanzieren. Diese Ausgangslage habe Anlass zu einer partiellen Ermes-

senstaxation gegeben. Gemäss interner Abklärungen seien die nicht 

nachgewiesenen Einkünfte als übriges Einkommen und nicht als 

selbständiges Erwerbseinkommen zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer 

sei nicht in der Lage gewesen zu beweisen, dass es sich bei den 

Fr. 180'000.-- um steuerfreie Einkünfte handle, weshalb er die Folgen des 

Beweisnotstands zu tragen habe. Um dem Umstand Rechnung zu tragen, 

dass der Betrag von Fr. 180'000.-- möglicherweise nicht ausschliesslich 

im Jahr 2014, sondern allenfalls über einen längeren Zeitraum erwirt-

schaftet worden sei, sei für die Satzbestimmung auf einen Betrag von 

Fr. 36'000.-- abgestellt worden.

15. Am 5. September 2017 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen 

Anträgen fest und vertiefte im Wesentlichen seine bereits in der Be-

schwerde geäusserte Argumentation. Zusätzlich führte er noch aus, dass 

er dem Steuerkommissär schon anlässlich eines Telefonats seine Er-

sparnisse von Fr. 84'000.-- (Fr. 200.-- pro Monat über 35 Jahre) vorge-

rechnet und ihm klargemacht habe, dass es dafür keine Belege gebe. Für 

die Differenz von Fr. 86'000.-- (Fr. 170'000.-- ./. Fr. 84'000.--) habe er 

ebenfalls keine Belege vorzuweisen. Ein Kapitalzuwachs von Fr. 2'500.-- 

pro Jahr sei durch den An- und Verkauf von Occasionsfahrzeugen aber 

unbestreitbar möglich.

16. Am 18. September 2017 hielt die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf 

ihre Ausführungen in der Vernehmlassung vom 20. Juli 2017 (recte: 

14. August 2017) duplicando an ihren Anträgen fest.

- 8 -

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

in den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 31. Mai 2017 sowie 

auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Art. 6 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) sieht vor, dass das Gericht die Verfahren bei getrennt einge-

reichten Eingaben zum gleichen Gegenstand im Interesse einer zweck-

mässigen Erledigung durch verfahrensleitende Verfügung vereinigen 

kann. Voraussetzung für eine Verfahrensvereinigung ist, dass den Einga-

ben derselbe Sachverhalt zugrunde liegt und sich die gleichen Rechtsfra-

gen stellen (vgl. BGE 128 V 124 E.1 m.w.H.). Dies trifft vorliegend offen-

sichtlich zu. Einerseits stimmt die Beschwerde betreffend die direkte Bun-

dessteuer 2014 mit derjenigen betreffend die Kantons- und Gemeinde-

steuer 2014 wörtlich überein. Anderseits geht es bei beiden Beschwerden 

um den gleichen Sachverhalt und es stehen sich dieselben Parteien ge-

genüber. Zudem ist die Materie steuerrechtlich harmonisiert und es stel-

len sich in beiden Verfahren identische Rechtsfragen. Deshalb hat der In-

struktionsrichter die beiden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfah-

ren A 17 33 und A 17 34 bereits mit prozessleitender Verfügung vom 

29. Juni 2017 vereinigt. Folglich werden die beiden Beschwerden auch 

mit einem Urteil entschieden.

2. a) Anfechtungsobjekte des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Be-

schwerdeverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 31. Mai 2017 

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 2014, mit wel-

chen die Beschwerdegegnerin die Einsprache des heutigen Beschwerde-

führers vom 24. April 2017 abgewiesen und gleichzeitig die im Rahmen 

der Steuerveranlagung der Steuerperiode 2014 vorgenommene Aufrech-

- 9 -

nung beim steuerbaren Einkommen von Fr. 180'000.-- bestätigt hat. Sol-

che Entscheide können gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kan-

tone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steu-

ergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. Art. 29 

Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; 

BR 720.200) mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden angefochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des Ver-

waltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG, wonach das 

Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der 

kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des kantona-

len Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug 

vorsieht, was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der Fall ist. 

Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden Streitsache in die Zu-

ständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden. Der Be-

schwerdeführer ist als formeller und materieller Adressat der angefochte-

nen Einspracheentscheide beschwert und damit zur Beschwerdeerhe-

bung befugt (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist somit − unter Vorbehalt der nachfolgenden Er-

wägung 2b − einzutreten.

b) Der Beschwerdeführer hat mit seiner Beschwerde vom 27. Juni 2017 

sinngemäss auch die Bussverfügung betreffend versuchte Steuerhinter-

ziehung vom 2. Juni 2017 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 10) 

angefochten. Gemäss Art. 182 Abs. 3 i.V.m. Art. 132 Abs. 1 DBG bzw. 

Art. 179 Abs. 5 i.V.m. Art. 137 Abs. 1 StG kann gegen eine Bussverfü-

gung innert 30 Tagen seit Zustellung derselben Einsprache erhoben wer-

den. Erst ein auf eine Einsprache ergangener Einspracheentscheid kann 

gemäss Art. 140 Abs. 1 DBG bzw. Art. 139 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 49 

Abs. 1 lit. b VRG mittels Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden angefochten werden. Soweit der Beschwerdeführer mit 

- 10 -

seiner Beschwerde vom 27. Juni 2017 somit auch die Bussverfügung vom 

2. Juni 2017 anficht, ist auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten. 

Die Beschwerdegegnerin ist diesbezüglich gestützt auf Art. 4 Abs. 3 VRG 

anzuweisen, diesen Teil der Beschwerde als Einsprache gegen die Buss-

verfügung vom 2. Juni 2017 zu behandeln. Gegen den zu fällenden Ein-

spracheentscheid stünde dem Beschwerdeführer sodann − wie gesehen 

− wiederum der Rechtmittelweg ans Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden offen.

c) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegeg-

nerin anlässlich der Veranlagung der Steuerperiode 2014 aufgrund der 

negativen Vermögensvorschlagsberechnung sowie der nicht nachgewie-

senen Herkunft der Mittel zu Recht eine Aufrechnung von Fr. 180'000.-- 

beim steuerbaren Einkommen des Beschwerdeführers vorgenommen und 

den Vermögenszuwachs zum Satz von einem Fünftel, mithin Fr. 36'000.--, 

besteuert hat.

3. a) Gemäss Art. 16 Abs. 1 DBG und Art. 16 Abs. 1 StG unterliegen alle wie-

derkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. In 

Art. 17 - 23 DBG bzw. Art. 17 - 29 StG werden die wichtigsten Einkünfte 

aufgezählt und näher umschrieben. Das DBG wie auch das StG folgen in 

dieser Hinsicht der in Art. 7 StHG zwingend vorgezeichneten Konzeption 

der Einkommensgeneralklausel, kombiniert mit einem exemplifikatori-

schen Einkünftekatalog. Wenn eine Einkunft nicht unter eine der speziell 

aufgeführten Einkommenskategorien von Art. 17 - 23 DBG bzw. Art. 17 - 

29 StG subsumiert werden kann, ist mithin stets noch zu prüfen, ob sie 

gestützt auf die Generalklausel von Art. 16 DBG bzw. Art. 16 StG ein-

kommenssteuerlich zu erfassen ist (vgl. REICH/WEIDMANN, in: ZWEI-

FEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bun-

desgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, 

Art. 16 Rz. 2 f.; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum 

DBG, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 16 Rz. 1 ff.; LOCHER, Kommentar zum 

- 11 -

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 1. Teil, Therwil/Basel 

2001, Art. 16 DBG Rz. 4).

b) Art. 130 Abs. 1 DBG und Art. 130a StG verankern den das Veranla-

gungsverfahren beherrschenden Untersuchungsgrundsatz, indem sie der 

Veranlagungsbehörde die Prüfung der Steuererklärung übertragen und 

sie anhalten, die erforderlichen Untersuchungen vorzunehmen. Der Un-

tersuchungsgrundsatz verpflichtet und berechtigt die Steuerbehörde, den 

massgeblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären. Die Behörde 

hat von sich aus mit allen ihr gesetzlich zur Verfügung stehenden Unter-

suchungsmitteln den materiell wahren Sachverhalt zu erforschen. Sie 

muss einerseits das erforderliche Tatsachenmaterial sammeln und zum 

anderen die materielle Wahrheit feststellen (ZWEIFEL/HUNZIKER, in: ZWEI-

FEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bun-

desgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, 

Art. 130 Rz. 2). Wenn trotz Untersuchung von Amtes wegen der rechtser-

hebliche Sachverhalt ungewiss geblieben ist, trägt die Veranlagungs-

behörde nach der allgemeinen Beweislastregel die objektive Beweislast 

für steuerbegründende, die steuerpflichtige Person dagegen für steuer-

mindernde Tatbestandsmerkmale des Steueranspruchs. Die Beweislast 

für steuerbegründende Tatsachen kann indes namentlich dann der steu-

erpflichtigen Person obliegen, wenn diese die mögliche und zumutbare 

Mitwirkung bei der Abklärung des steuererheblichen Sachverhalts pflicht-

widrig und in schuldhafter Weise unterlassen hat. Wirkte die steuerpflich-

tige Person indes pflichtgemäss mit, bleibt es bei der Grundregel, wonach 

die Veranlagungsbehörde die Beweislast für steuerbegründende Tatsa-

chen zu tragen hat (RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 123 

DBG Rz. 78; ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., Art. 130 DBG Rz. 27 ff.). Diese 

allgemeine Beweislastregel wird immer dann durchbrochen, wenn für das 

Vorhandensein einer Tatsache eine (widerlegbare) gesetzliche oder 

natürliche Vermutung spricht. Unter einer natürlichen Vermutung ist eine 

Tatsache zu verstehen, mit deren Verwirklichung nach der Lebenserfah-

- 12 -

rung gerechnet werden darf, sofern keine Umstände nachgewiesen sind, 

welche diese Annahme widerlegen. Derart als materiell wahr vermutete 

Tatsachen darf die Veranlagungsbehörde ihrem Entscheid ohne weitere 

Abklärungen zugrunde legen. Bestehen allerdings Anhaltspunkte, welche 

offensichtlich geeignet sind, die Vermutung zu entkräften, wird die natürli-

che Vermutung zerstört (vgl. ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., Art. 130 DBG 

Rz. 7 f.). Natürliche Vermutungen bewirken eine Umkehr der Beweislast 

mit der Folge, dass die betreffende Partei nicht nur von der strikten Be-

weisführung entbunden wird, sondern sie von der sie diesbezüglich tref-

fenden (Haupt-)Beweislast befreit wird (vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/ 

MEUTER, a.a.O., Art. 123 DBG Rz. 81).

c) Wenn der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht 

erfüllt oder die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht 

einwandfrei ermittelt werden können, hat die Veranlagungsbehörde die 

Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Sie kann 

dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und Lebensaufwand des 

Steuerpflichtigen berücksichtigen (vgl. Art. 130 Abs. 2 DBG bzw. Art. 46 

Abs. 3 StHG i.V.m. Art. 131 StG). Anlass zu einer Ermessensveranlagung 

bietet jede nicht zu beseitigende Ungewissheit im Sachverhalt, welche es 

der Veranlagungsbehörde verunmöglicht, die Steuerfaktoren oder Teile 

davon aufgrund zuverlässiger Unterlagen einwandfrei zu ermitteln (vgl. 

ZWEIFEL/CASANOVA, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Zürich/Ba-

sel/Genf 2008, § 19 Rz. 10; ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., Art. 130 DBG 

Rz. 30). Auch bei unklarem Sachverhalt muss die Veranlagung möglichst 

wirklichkeitsnah vorgenommen werden, indem die Steuerfaktoren pflicht-

gemäss geschätzt werden (ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., Art. 130 DBG 

Rz. 45 ff.). Allerdings führt nicht jede Ungewissheit im Sachverhalt zu ei-

ner Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen. Der Grundtatbe-

stand, etwa dass Einkommen aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit 

erzielt worden ist, muss gewiss sein. Die pflichtgemässe Schätzung kann 

sich grundsätzlich nur auf das Quantitative beziehen (RICHNER/FREI/ 

- 13 -

KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 130 DBG Rz. 27 f.). Nur ausnahmsweise, 

wenn jegliche Anhaltspunkte fehlen, muss eine Ermessenseinschätzung 

auch ohne konkrete Anhaltspunkte zulässig sein. Das ist etwa dann der 

Fall, wenn eine formell mangelhafte Buchhaltung derart unzuverlässig ist, 

dass sie als Ganzes abgelehnt werden muss. Unter dieser Voraussetzung 

wird in Praxis und Doktrin auch eine sog. Vollschätzung, z.B. aufgrund 

von Erfahrungszahlen, als zulässig erachtet (RICHNER/FREI/KAUFMANN/ 

MEUTER, a.a.O., Art. 130 DBG Rz. 29 und 64; BERGER, Voraussetzungen 

und Anfechtung der Ermessensveranlagung, in: ASA Bd. 75 S. 185 ff., 

193 ff.). Ansonsten dürfen nur jene Einkommensbestandteile ermessens-

weise eingeschätzt werden, die im Rahmen des Veranlagungsverfahrens 

ungewiss geblieben sind (RICHNER/FREI/ KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., 

Art. 130 DBG Rz. 65). Von der Ermessensveranlagung zu unterscheiden 

ist die Aufrechnung. Kann eine steuerpflichtige Person einen verbuchten 

Aufwand nicht näher belegen oder will sie bei Schulden oder Schuldzin-

sen keine Angaben über den Gläubiger machen, so ist nicht nachgewie-

sen, dass der Aufwand geschäftsmässig begründet ist und die steuer-

pflichtige Person hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Solche 

Leistungen werden daher nach ständiger Praxis aufgerechnet. Für eine 

Schätzung im Quantitativen oder eine Ermessensveranlagung ist in einem 

solchen Fall kein Raum (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichtes 

2C_554/2013 vom 30. Januar 2014 E.2.3 und 2.4; BGE 119 Ib 431 E.2c, 

107 Ib 213 E.5).

4. a) Vorliegend stellte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Veranlagung 

der Steuerperiode 2014 fest, dass vom Beschwerdeführer anstelle des 

Jahresabschlusses 2013/14 derjenige für das Geschäftsjahr 2014/15 ein-

gereicht wurde und dass die Vermögensentwicklung im Zeitraum 31. De-

zember 2013 bis 31. Dezember 2014 nicht im Einklang steht mit dem für 

denselben Zeitraum deklarierten Einkommen. Die von der Beschwerde-

gegnerin erstellte Vermögensvorschlagsrechnung ergab, dass die vom 

Beschwerdeführer deklarierten Einkünfte nicht ausreichen, um den aus-

- 14 -

gewiesenen Vermögenszuwachs zu erzielen und zusätzlich den Lebens-

aufwand des Beschwerdeführers zu finanzieren. Aufgrund der negativen 

Vermögensvorschlagsrechnung sowie der nicht nachgewiesenen Her-

kunft des Vermögenszuwachses nahm die Beschwerdegegnerin schliess-

lich in den Veranlagungsverfügungen vom 5. April 2017 beim steuerbaren 

Einkommen des Beschwerdeführers unter Ziff. 4.4 "Weitere Einkünfte" ei-

ne Aufrechnung von Fr. 180'000.-- vor. Dies ist − wie nachstehend darge-

stellt − nicht zu beanstanden.

b) Das in der Steuererklärung deklarierte Reineinkommen hat sowohl den 

Lebensaufwand als auch den Vermögensvorschlag zu decken. Die Ein-

schätzung nach dem Aufwand und dem Vorschlag stützt sich auf die 

Vermutung, diese seien aus steuerbarem Einkommen bestritten worden. 

Dem Steuerpflichtigen steht indessen der Nachweis offen, sowohl Auf-

wand wie Vermögenszunahmen seien aus steuerfreien Einkünften bestrit-

ten worden (AGNER/DIGERONIMO/NEUHAUS/STEINMANN, Kommentar zum 

Gesetz über die direkte Bundessteuer, Ergänzungsband, Zürich 2000, 

Art. 130 DBG). Im vorliegenden Fall beliefen sich die Einnahmen des Be-

schwerdeführers aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Jahr 2014 gemäss 

Veranlagungsverfügungen vom 5. April 2017 (Bg-act. 4 S. 1 - 5) und 

Vermögensvorschlagsberechnung der Beschwerdegegnerin (Bg-act. 4 

S. 8 f.) auf Fr. 10'346.--. Der Vermögenszuwachs im Zeitraum 31. De-

zember 2013 bis 31. Dezember 2014 betrug Fr. 159'439.--. Schon daraus 

resultiert ein Fehlbetrag von Fr. 149'093.--, welcher sich zusätzlich noch 

um die im Jahr 2014 vom Beschwerdeführer bezahlten Versicherungs-

prämien und Beiträge an die Säule 2 und 3a von Fr. 10'906.-- auf rund 

Fr. 160'000.-- erhöht. Das Vermögen ist somit um rund Fr. 160'000.-- an-

gewachsen, wobei bei dieser Berechnung die privaten Lebenshaltungs-

kosten des Beschwerdeführers noch nicht berücksichtigt sind. Mit ande-

ren Worten hätten der Beschwerdeführer im Jahr 2014 noch vor Deckung 

der privaten Lebenshaltungskosten bereits rund Fr. 160'000.-- mehr aus-

gegeben als vorhanden. Folglich hätten aber die Lebenshaltungskosten 

- 15 -

(Ausgaben für Nahrung, Kleidung und Wäsche einschliesslich deren In-

standhaltung, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungs-

einrichtung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslagen für Be-

leuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc.) für den Beschwerdeführer gar 

nicht gedeckt werden können. Zum berechneten Vermögenszuwachs von 

rund Fr. 160'000.-- ist somit noch ein Minimalbetrag für die nicht gedeck-

ten Lebenshaltungskosten hinzuzuzählen. Die Beschwerdegegnerin hat 

für die Lebenshaltungskosten einen Betrag von Fr. 20'000.-- eingesetzt, 

was nicht zu beanstanden ist. Gemäss dem Beschluss der Schuldbetrei-

bungs- und Konkurskammer betreffend die Berechnung des betreibungs-

rechtlichen Existenzminimums vom 18. August 2009 (abrufbar unter 

www.justiz-gr.ch › Gerichte › Kantonsgericht › Dokumentation › Kreis-

schreiben; zuletzt besucht am 12. Dezember 2017) beträgt der Grundbe-

trag für einen alleinstehenden Schuldner zwar bloss Fr. 1'200.-- pro Mo-

nat, was einen betreibungsrechtlichen Grundbedarf für den Beschwerde-

führer von Fr. 14'400.-- ergibt. Nicht im monatlichen Grundbetrag enthal-

ten sind indes Auslagen für Miete, Fahrzeugkosten, Freizeit, Ferien etc. 

Zudem ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auf dem 

Standard des betreibungsrechtlichen Existenzminimums, sondern wohl 

eher auf einem höheren Standard, lebt. Vor diesem Hintergrund sind die 

von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten Lebenshaltungskosten von 

Fr. 20'000.-- nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung dieses Be-

trags resultiert aus der Vermögensvorschlagsrechnung ein Fehlbetrag 

von Fr. 180'000.-- (Fr. 160'000.-- + Fr. 20'000.--).

c) Der Beschwerdeführer bringt verschiedene Argumentationen vor, woher 

der Fehlbetrag von Fr. 180'000.-- stammen soll.

➢ Gemäss Schreiben des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin vom 
2. April 2017 habe er den Betrag von Fr. 170'000.-- (der Beschwerdeführer geht 
fälschlicherweise davon aus, dass der Fehlbetrag aus der Vermögensvor-
schlagsrechnung "lediglich" Fr. 170'000.-- beträgt, wahrscheinlich weil er von 
seinem D._____-Konto diesen Betrag an die Verkäuferschaft der Liegenschaft 
in Y._____ überwiesen hat [vgl. Bg-act. 3 S. 4]) durch Ankauf, Restaurati-

- 16 -

on/Reparatur und Wiederverkauf von Fahrzeugen seit seiner Lehrzeit verdient 
(vgl. Bg-act. 2).

➢ In der Stellungnahme zum eingeleiteten Steuerstrafverfahren vom 24. April 
2017 führt der Beschwerdeführer aus, dass er das Geld seit seiner Lehrzeit 
durch Sparen und Investitionen in Fahrzeuge, welche er mit einem kleinen Pro-
fit für den Zeitaufwand und das Material weiterverkauft habe, aufgebaut habe. 
Im selben Schreiben argumentiert der Beschwerdeführer, dass er aus seinem 
Privatvermögen Kapital geschlagen habe. Bei jährlichen Ansparungen von 
Fr. 2'000.-- ergäben sich nach 35 Jahren Fr. 70'000.--. In diesem Zeitrahmen 
erscheine ein Kapitalgewinn auf diesem Privatvermögen von Fr. 100'000.-- (ca. 
Fr. 2'850.-- pro Jahr) durchaus glaubwürdig (vgl. Bg-act. 6).

➢ Gemäss Beschwerde an das streitberufene Gericht vom 27. Juni 2017 handelt 
es sich beim Mittelzufluss von Fr. 170'000.-- sodann um bewegliches Privat-
vermögen, das er seit seinem 20. Lebensjahr angesammelt habe. Es setze sich 
zusammen aus Ersparnissen in bar, Erträgen aus den gehandelten Fahrzeugen 
sowie aus Gewinnen aus dem An- und Verkauf von Gold(Vreneli) in den letzten 
35 Jahren. Durch konsequentes Sparen während 30 Jahren sei ein Betrag von 
Fr. 72'000.-- (monatlich Fr. 200.-- bzw. jährlich Fr. 2'400.--) zusammen gekom-
men. Ziehe man die ersparte Summe von Fr. 72'000.-- vom Mittelzufluss von 
Fr. 170'000.-- ab, blieben Fr. 98'000.-- übrig. Dieser Betrag sei durch den Ein-
satz von beweglichem Privatvermögen erzielt worden, was einem jährlichen 
Kapitalgewinn von Fr. 3'267.-- entspreche.

➢ In seiner Replik vom 5. September 2017 führt der Beschwerdeführer schliess-
lich noch aus, dass er während 35 Jahren monatlich Fr. 200.-- gespart habe, 
woraus ein Betrag von Fr. 84'000.-- resultiere. Ein Kapitalzuwachs von weiteren 
Fr. 2'500.-- pro Jahr sei durch den An- und Verkauf von Occasionsfahrzeugen 
unbestreitbar möglich.

d) Diese teilweise abenteuerlichen Argumentationen erachtet das streitberu-

fene Gericht als wenig glaubhaft. Einerseits gilt es festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer seine Argumentation immer wieder angepasst und ab-

geändert hat, was für deren Beweiswert nicht gerade förderlich ist. Einmal 

will er das Geld in 35 Jahren mit Fahrzeughandel verdient haben. Dann 

wiederum macht er geltend, er habe das Geld Monat für Monat teilweise 

gespart und den Rest durch Erträge auf dem Ersparten hinzugewonnen. 

Und schliesslich will der Beschwerdeführer wiederum auch noch Gold-

handel betrieben und dadurch den fraglichen Betrag eingenommen ha-

ben. Der Beschwerdeführer hat aber keinerlei Belege, mithin weder Kauf-

verträge für Fahrzeuge, noch Kopien von Fahrzeugausweisen, noch 

- 17 -

Rechnungen für Ersatzteile und/oder vorgeführte Fahrzeuge etc., vorge-

bracht, welche den von ihm behaupteten Occasionsfahrzeughandel 

bestätigen würden. Auch bezüglich des behaupteten Goldhandels hat der 

Beschwerdeführer keine Nachweise eingereicht, obschon der Goldhandel 

wohl kaum unter Privaten erfolgt sein dürfte und Banken grundsätzlich 

sämtliche Belege mindestens zehn Jahre aufbewahren müssen. Ausser-

dem erscheint es auch höchst unglaubwürdig, dass der Beschwerdefüh-

rer den Betrag von Fr. 180'000.-- zu Hause in bar aufbewahrt hat, zumal 

er in den Steuererklärungen der Vorjahre beim Vermögen unbestrittener-

massen keine Bargeldbestände deklariert hat. Auch die angeblichen 

Fahrzeuge oder das angebliche Gold hat er in den Vorjahren nie dekla-

riert. Der Beschwerdeführer hat somit die Mittelherkunft in keiner Art und 

Weise beweisen können. Vielmehr blieben seine Behauptungen, wonach 

sich der Mittelzufluss aus Ersparnissen in bar und Erträgen aus dem 

Handel von Fahrzeugen sowie Gold(Vreneli) in den letzten 35 Jahren er-

geben hat, gänzlich unbewiesen.

e) Obschon der Beschwerdeführer in den Steuererklärungen der Vorjahre 

beim Vermögen − wie gesehen − weder Bargeld- oder Goldbestände 

noch Fahrzeuge deklariert hat, konnte er offenbar einen Betrag von 

Fr. 170'000.-- auf sein D._____-Konto überweisen und am 27. November 

2014 denselben Betrag vom erwähnten D._____-Konto an die Verkäufer-

schaft der Liegenschaft in Y._____ überweisen (vgl. Bg-act. 3 S. 4). Wann 

er dieses Geld auf sein D._____-Konto überwiesen hat und ob er den Be-

trag von Fr. 170'000.-- tatsächlich in bar auf sein Konto einbezahlt hat 

(oder ob er den Betrag von einem anderen, allenfalls nicht deklarierten 

Konto auf sein D._____-Konto überwiesen hat), ist mangels belegmässi-

gen Nachweises nicht bekannt. Wenn der Beschwerdeführer aber vor 

dem Jahr 2014 − gemäss Selbstdeklarationen in den Vorjahren − kein 

Bargeld zu Hause aufbewahrte hat, durfte und musste die Beschwerde-

gegnerin davon ausgehen, dass der Fehlbetrag von Fr. 180'000.-- aus 

unversteuerten Einnahmen herrührt. Die Aussage des Beschwerdefüh-

- 18 -

rers, wonach er − entgegen seinen eigenen Angaben in den Steuerer-

klärungen der Vorjahre − bereits vor dem Jahr 2014 über grössere Er-

sparnisse zu Hause verfügt hat, wurde nicht belegt und ist daher nicht 

bewiesen. Die Folge dieser Beweislosigkeit hat der Beschwerdeführer zu 

tragen. Gemäss Art. 124 Abs. 2 DBG und Art. 127 Abs. 2 StG haben die 

Steuerpflichtigen ihre Steuererklärung nämlich wahrheitsgemäss und 

vollständig auszufüllen. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben bzw. 

dem daraus abgeleiteten Verbot widersprüchlichen Verhaltens müssen 

sich Steuerpflichtige grundsätzlich die im Steuerverfahren abgegebenen 

Erklärungen auch bei späteren Veranlagungen entgegenhalten lassen 

(MÄUSLI-ALLENSPACH/ OERTLI, Das Schweizerische Steuerrecht − ein 

Grundriss mit Beispielen, 8. Aufl., Muri b. Bern 2015, S. 304; vgl. auch 

HÖHN/WALDBURGER, Steuerrecht, Band I, 9. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 

2001, § 34 Rz. 18 mit weiteren Hinweisen). Dies hat auch hinsichtlich Er-

klärungen in den Steuererklärungen zu gelten. Soweit ein Steuerpflichti-

ger mit seiner Steuererklärung somit Angaben vorbringt und in der Folge 

von der ursprünglichen Sachverhaltsdarstellung abweicht, ist grundsätz-

lich der Steuerpflichtige verpflichtet, für den Wahrheitsgehalt seiner geän-

derten Darstellung Beweismittel beizubringen oder solche genau zu be-

zeichnen. Fehlt es daran, so ist der Beweis nicht gehörig angetreten und 

es ist zu Ungunsten des Steuerpflichtigen anzunehmen, der neu behaup-

tete Sachverhalt habe sich nicht verwirklicht (vgl. Urteil des Verwaltungs-

gerichtes des Kantons Graubünden A 14 47 vom 27. Oktober 2015 

E.4c/aa). Wenn der Beschwerdeführer in den Steuererklärungen der Vor-

jahre beim Vermögen somit weder Bargeld- noch Goldbestände und auch 

keine Fahrzeuge deklariert hat und nun geltend macht, dass er − entge-

gen seinen damaligen Deklarationen − bereits vor dem Jahr 2014 über 

grössere Ersparnisse zu Hause verfügt hat, ist der Beschwerdeführer für 

den Wahrheitsgehalt seiner geänderten Darstellung beweispflichtig. Die-

sen Beweis hat er im vorliegenden Verfahren aber in keiner Art und Wei-

se erbracht, weshalb der Beschwerdeführer die Folge dieser Beweislosig-

keit zu seinem Nachteil zu tragen hat.

- 19 -

5. a) Zusammenfassend ergibt sich nach dem vorstehend Gesagten, dass der 

Beschwerdeführer eine schlüssige Erklärung für die erhebliche Differenz 

in der Vermögensvorschlagsrechnung schuldig geblieben ist. Zudem hat 

er den Nachweis der Mittelherkunft für den Fehlbetrag der Vermögens-

vorschlagsrechnung von Fr. 180'000.-- in keiner Weise erbracht. Unter 

diesen Umständen durfte die Beschwerdegegnerin in den Veranlagungs-

verfügungen vom 5. April 2017 davon ausgehen, dass dieser Betrag aus 

steuerbarem Einkommen stammt. Dementsprechend erweist sich die von 

der Beschwerdegegnerin beim steuerbaren Einkommen des Beschwerde-

führers unter Ziff. 4.4 "Weitere Einkünfte" vorgenommene Aufrechnung 

von Fr. 180'000.-- als rechtens. Nur am Rande sei an dieser Stelle noch 

erwähnt, dass der Beschwerdeführer auf dem Fehlbetrag der Vermö-

gensvorschlagsrechnung von Fr. 180'000.-- auch noch Sozialbeiträge hät-

te leisten müssen, wenn die Beschwerdegegnerin auf einen Occasions-

fahrzeughandel und damit eine selbständige Erwerbstätigkeit des Be-

schwerdeführers geschlossen hätte. In diesem Sinne ist die Beschwerde-

gegnerin noch kulant gewesen, indem sie beim zuständigen Gemeinde-

steueramt abgeklärt hat, ob eine solche Tätigkeit des Beschwerdeführers 

dort bekannt war und in der Folge aufgrund der erhaltenen Auskunft eine 

selbständige Tätigkeit des Beschwerdeführers verneint hat. Ausserdem 

hat die Beschwerdegegnerin auch der Tatsache Rechnung getragen, 

dass der Fehlbetrag der Vermögensvorschlagsrechnung von 

Fr. 180'000.-- vom Beschwerdeführer allenfalls nicht ausschliesslich im 

Jahr 2014, sondern über einen längeren Zeitraum erwirtschaftet wurde, 

indem sie für die Satzbestimmung nur auf einen Betrag von Fr. 36'000.-- 

abgestellt hat. Dies hat zur Folge, dass der Beschwerdeführer bezüglich 

Steuerbelastung grundsätzlich gleich behandelt wird, wie wenn er in den 

letzten fünf Jahren regelmässig ein zusätzliches Einkommen von 

Fr. 36'000.-- erzielt und deklariert hätte. Dies scheint der Beschwerdefüh-

rer zu verkennen, wenn er ausführt, dass ihm die Beschwerdegegnerin 

den gesamten Mittelzufluss als Einkommen in einem Jahr auferlegt habe. 

Die angefochtenen Einspracheentscheide vom 31. Mai 2017 erweisen 

- 20 -

sich nach dem Gesagten als rechtens, was zur Bestätigung derselben 

und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerden führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des unterliegenden Beschwerdeführers. 

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel 

keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein An-

lass, weshalb der obsiegenden Beschwerdegegnerin keine Parteien-

tschädigung zusteht.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden wird angewiesen, denje-

nigen Teil der Beschwerden, mit welchem A._____ die Bussverfügung 

vom 2. Juni 2017 anficht, als Einsprache gegen die Bussverfügung vom 

2. Juni 2017 zu behandeln.

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 484.--

zusammen Fr. 2‘484.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

- 21 -

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]