# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a29719e-8a1d-540b-804b-d627c24d371a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 18.12.2017 DG170016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_DG170016_2017-12-18.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Dielsdorf 
II. Abteilung    
 
 

 

Geschäfts-Nr.:  DG170016-D/U1/B-5/vc 

Mitwirkend: Vizepräsident lic. iur. A. Bleuler, Bezirksrichter lic. iur. 

M. Compagnoni, Ersatzrichter lic. iur. A. Jacob sowie Gerichts-

schreiberin MLaw V. Cicco 

Beschluss und Urteil vom 18. Dezember 2017 
(begründete Ausfertigung im Sinne von Art. 82 Abs. 2 lit. b StPO) 

 
in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigte 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 
betreffend Versuchte Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung 
 

Privatkläger 

 

B._____,  
 

vertreten durch lic.iur. Y._____ 

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Anklage: 
(act. D1/22) 

Schlussanträge: 

1. Der Anklägerin: (act. D1/36) 

• Die Beschuldigte sei schuldig zu sprechen im Sinne der Anklageschrift; 

• Bestrafung der Beschuldigten mit 5 ½ Freiheitsstrafe; 

• Entscheid über allfällige Ansprüche der Privatklägerschaft; 

• Kostenauflage. 

2. Des Privatklägers: (act. D1/37) 

• Die Beschuldigte sei der versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tö-

tung schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen; 

• Die Beschuldigte sei gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO zu ver-

pflichten, dem Privatkläger aus dem Strafverfahren entstandene not-

wendige Aufwendungen in der Höhe von Fr. 10'809.04 zu bezahlen; 

• Verzicht auf Genugtuung; 

• Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschuldigten. 

3. Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten: (act. D1/40, Prot. S. 10) 

• Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der versuchten Anstiftung zur vor-

sätzlichen Tötung freizusprechen; 

• Es sei der Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 20'000.– zuzuspre-

chen; 

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• Es sei der Beschuldigten gestützt auf Art. 429 StPO eine Entschädi-

gung von Fr. 39'434.– zuzusprechen; 

• Eventualiter sei der Beschuldigten gestützt auf Art. 431 Abs. 1 StPO 

eine Entschädigung von Fr. 78'740.65 zuzusprechen; 

• Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen; 

• Entschädigung der amtlichen Verteidigung gemäss Kostennote; 

• Antrag der Privatklägerschaft auf eine Parteientschädigung sei abzu-

weisen. 

4. Prozessuale Anträge der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten: 

(act. D1/34) 

• Die polizeiliche Einvernahme vom 27. Dezember 2016 (recte: 

26. Dezember 2016, act. D1/5/1) sei aus den Akten zu entfernen. 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Mit Eingabe vom 13. Juni 2017 überwies die Anklägerin die Anklage-

schrift mit den Untersuchungsakten an das Kollegialgericht in Strafsachen des 

Bezirkes Dielsdorf und erhob gegen die Beschuldigte zufolge versuchter Anstif-

tung zur vorsätzlichen Tötung Anklage (act. D1/1 bis act. D1/24). 

2. Mit Verfügung vom 29. Juni 2017 wurde den Parteien die Gerichtsbe-

setzung bekannt gegeben und mitgeteilt, dass das Gericht nebst der Befragung 

der Beschuldigten keine weitere Beweisabnahmen vorsehe. Gleichzeitig wurde 

den Parteien Frist angesetzt, um eigene Beweisanträge zu stellen (act. D1/25). 

Die Anklägerin und die Verteidigerin der Beschuldigten liessen sich innert Frist 

nicht vernehmen. Die Vertreterin des Privatklägers teilte mit Eingabe vom 4. Juli 

2017 mit, dass man auf das Stellen von Beweisanträgen verzichte, jedoch stellte 

sie den Antrag, es sei anlässlich der Hauptverhandlung im Sinne einer Schutz-

massnahme von einer Begegnung zwischen dem Privatkläger und der Beschul-

digten abzusehen und die Befragung des Privatklägers per Video durchzuführen 

(act. D1/27). Der Vertreterin des Privatklägers wurde daraufhin telefonisch mitge-

teilt, dass das Gericht keine Befragung des Privatklägers vorsehe, weshalb die 

Vertreterin des Privatklägers den Antrag zurückgezogen hat (Prot. S. 6). 

3. In der Folge wurden die Parteien mit Verfügung vom 7. September 

2017 zur Hauptverhandlung auf den 14. Dezember 2017 vorgeladen (act. D1/28). 

Zur Hauptverhandlung sind die Beschuldigte in Begleitung ihres amtlichen Vertei-

diger Rechtsanwalt lic. iur. X._____, für den Privatkläger Rechtsanwältin  

lic. iur. Y._____ und Staatsanwalt lic. iur. C._____ erschienen (Prot. S. 7). Die 

Parteien haben anlässlich der Hauptverhandlung auf eine mündliche Urteilseröff-

nung verzichtet, sodass das Urteilsdispositiv allen Beteiligten im Nachgang 

schriftlich zugestellt wurde (Prot. S. 22; act. D1/44). 

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II. Vorfrage 

1.1 Zu Beginn der Hauptverhandlung machte der amtliche Verteidiger vor-

frageweise ein Beweisverbot geltend und beantragte, es sei die polizeiliche Ein-

vernahme vom 26. bzw. 27. Dezember 2016 der Beschuldigten (act. D1/5/1) aus 

den Akten zu weisen (act. D1/34). Der Beschuldigten sei bereits anlässlich dieser 

polizeilichen Einvernahme die versuchte Anstiftung zur Tötung vorgeworfen wor-

den. Es handle sich somit um einen Fall notwendiger Verteidigung. Die vor der 

Bestellung der amtlichen Verteidigung erhobenen Beweise seien nur gültig, wenn 

die beschuldigte Person auf die Wiederholung der Einvernahme verzichtet habe 

(Art. 131 Abs. 3 StPO). Ein solcher Verzicht liege jedoch vorliegend nicht vor. 

1.2 Die Staatsanwaltschaft stellte sich auf den Standpunkt, dass die poli-

zeiliche Einvernahme der Beschuldigten verwertbar sei. Es gäbe verschiedene 

Urteile, auch solche des Obergerichts, die sagen würden, dass in der Gesamtbe-

trachtung auch die ersten polizeilichen Einvernahmen verwertbar seien, wenn in 

der Folge die Verteidigungsrechte gewahrt seien (Prot. S. 8). 

1.3 Die obenstehende Vorfrage wurde nach kurzer Beratung des Gerichts 

entschieden und der Entscheid wurde den Parteien anlässlich der Hauptverhand-

lung mündlich eröffnet (Prot. S. 8). Da eine Begründung hierzu nur summarisch 

erfolgte und eine Anfechtung eines Entscheids einer Vorfrage erst mit dem En-

dentscheid möglich ist (vgl. HAURI in: Basler Kommentar StPO JStPO, NIG-

GLI/HEER/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basel 2014, 2. Auflage, Art. 339 N 21 [fortan: 

BSK-StPO]), sind an dieser Stelle weitere Ausführungen angezeigt: 

2.1 Gemäss Art. 130 lit. b StPO muss die beschuldigte Person verteidigt 

werden, wenn ihr eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht. Gemäss 

Art. 131 StPO, welcher die Sicherstellung der notwendigen Verteidigung regelt, 

achtet die Verfahrensleitung darauf, dass unverzüglich eine Verteidigung bestellt 

wird (Abs. 1). Sind die Voraussetzungen notwendiger Verteidigung bei Einleitung 

des Vorverfahrens erfüllt, so ist die Verteidigung nach der ersten Einvernahme 

durch die Staatsanwaltschaft, jedenfalls aber vor Eröffnung der Untersuchung, si-

cherzustellen (Abs. 2). Wurden in Fällen, in den die Verteidigung erkennbar not-

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wendig gewesen wäre, Beweise erhoben, bevor eine Verteidigung bestellt worden 

ist, so ist diese Beweiserhebung nur gültig, wenn die beschuldigte Person auf ihre 

Wiederholung verzichtet (Abs. 3). Hat der Beschuldigte somit nicht darauf verzich-

tet, so dürfen die so gewonnenen Beweismitteln nicht verwertet werden und eine 

zusätzliche Interessenabwägung hat in einem solchen Fall nicht stattzufinden 

(Art. 141 Abs. 1 StPO; BJM 2012, 48).  

2.2 Der Beschuldigten wurde bereits anlässlich der polizeilichen Einver-

nahme vom 26. Dezember 2016 die Anstiftung zur Tötung und/oder Körperverlet-

zung vorgeworfen (act. D1/5/1), was schliesslich auch Eingang in die Anklage-

schrift gefunden hat: 

 Frage 52: 

 "D._____ gibt an, dass Sie ihm Fr. 150.– und Frauen angeboten haben, 

wenn er Ihren Ehemann verprügelt. Was sagen Sie dazu?" 

 Frage 53: 

 "D._____ gibt an, dass Sie ihm Fr. 1'000.– angeboten haben, wenn er Ihren 

Ehemann mit mehreren Messerstichen töten würde. Was sagen Sie dazu?" 

 Frage 54: 

 "D._____ gibt an, dass Sie ihm vorgeschlagen haben, ihren Mann als Taxi-

fahrer zu bestellen und ihn im Auto zu töten. Was sagen Sie dazu?" 

 Frage 65: 

 "D._____ hat das Gespräch zwischen Ihnen und ihm mit dem Handy aufge-

zeichnet. Darauf sind Sie zu erkennen, ebenfalls hört man darauf, wie Sie 

D._____ Geld für die Tötung ihres Ehemannes anbieten. Möchten Sie mir an 

dieser Stelle noch etwas sagen?" 

Es muss also für die Ermittlungsbehörde unter diesen Umständen von An-

fang an ohne Weiteres erkennbar gewesen sein, dass ein Fall notwendiger Ver-

teidigung vorlag, denn angesichts der Schwere des Tatverdachts gegen die Be-

schuldigte stand ein Delikt im Raum, welches eine Strafdrohung von weit mehr als 

einem Jahr Freiheitsstrafe vorsieht. 

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3.1 Sind die Voraussetzungen notwendiger Verteidigung bei Einleitung des 

Vorverfahrens erfüllt, so ist die Verteidigung nach der ersten Einvernahme durch 

die Staatsanwaltschaft, jedenfalls aber vor der Eröffnung der Untersuchung, si-

cherzustellen (Art. 131 Abs. 2 StPO). Das Vorverfahren besteht gemäss Art. 299 

Abs. 1 StPO aus dem Ermittlungsverfahren der Polizei und der Untersuchung der 

Staatsanwaltschaft. Ist bereits in diesem Zeitpunkt klar, dass ein Fall notwendiger 

Verteidigung gegeben ist, so muss noch vor der Eröffnung der Untersuchung, die 

Verteidigung sichergestellt werden (BSK-StPO, RUCKSTUHL, Art. 131 N 4f. 

m.w.H.). 

3.2 Die Beschuldigte wurde am 26. bzw. am 27. Dezember 2017 polizeilich 

einvernommen, wobei ihr bereits zu Beginn dieser Einvernahme eröffnet wurde, 

dass gegen sie ein Strafverfahren wegen Anstiftung zur Tötung und/oder Körper-

verletzung eingeleitet worden ist (act. D1/5/1): 

Frage 1:  

"Sie wurden festgenommen, weil Sie 

- eines Verbrechens oder Vergehens verdächtigt 

 Es ist daher gegen Sie ein Strafverfahren wegen Anstiftung zur Tötung / 

Körperverletzung eingeleitet worden und Sie werden als beschuldigte Per-

son einvernommen. Sie haben das Recht, Aussagen und Mitwirkung zu 

verweigern. Sie sind berechtigt, jederzeit auf eigenes Kostenrisiko eine Ver-

teidigung zu bestellen oder gegebenenfalls eine amtliche Verteidigung zu 

beantragen. Sie können einen Übersetzer oder eine Übersetzerin verlangen. 

Haben Sie das verstanden?" 

 Eine Verteidigung für die Beschuldigte hätte somit bereits im Vorverfahren 

sichergestellt werden müssen, denn das Strafverfahren gegen die Beschuldigte 

war bereits eingeleitet gewesen und die Voraussetzungen notwendiger Verteidi-

gung waren erfüllt.  

3.3 Dass die Beschuldigte bei der Einvernahme auf den Beizug eines Ver-

teidigers verzichtet hat, ist unter den gegebenen Umständen unbeachtlich, denn 

die notwendige Verteidigung hätte aus der bestehenden Fürsorgepflicht des Staa-

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tes heraus unabhängig vom Willen der Beschuldigten, allenfalls sogar gegen de-

ren Willen, angeordnet werden müssen (BSK-StPO, RUCKSTUHL, Art. 130 N 1). 

3.4 Die polizeiliche Einvernahme vom 26. bzw. 27. Dezember 2016 ist so-

mit nur gültig, sofern die beschuldigte Person auf ihre Wiederholung verzichtet hat 

(Art. 131 Abs. 3 StPO). Auch wenn die Beschuldigte und ihr Verteidiger keine 

ausdrückliche Wiederholung der Einvernahme beantragt haben, kann daraus 

nicht abgeleitet werden, dass sie stillschweigend auf eine Wiederholung verzichtet 

haben. Vielmehr wäre es Sache der Anklägerin gewesen, gegebenenfalls bei der 

Beschuldigten respektive bei ihrem Verteidiger eine formelle und explizite Ver-

zichtserklärung einzuholen (SCHMID NIKLAUS/JOSITSCH DANIEL, Schweizerische 

Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 

2017, 3. Auflage, 2017, Art. 131 N 7). Dies ist vorliegend aber gerade nicht ge-

schehen, weshalb die polizeiliche Einvernahme aus den Akten zu weisen ist. 

4.1 Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die polizeiliche Einvernahme vom 

26.  bzw. 27. Dezember 2016 nicht als Beweismittel verwertet werden darf. In 

Nachachtung von Art. 141 Abs. 5 StPO ist diese Aufzeichnung aus den Strafakten 

zu entfernen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem 

Verschluss zu halten und danach zu vernichten. 

4.2 Dieser Entscheid ist mittels Beschwerde anfechtbar (act. 393 Abs. 1 

lit. b).  

III. Sachverhaltserstellung 

1. Vorbemerkungen 

1.1 Anklagevorwurf (act. D1/22) 

Die Anklägerin legt der Beschuldigten zusammengefasst zur Last, sie hätte 

jemanden zum Verbrechen der vorsätzlichen Tötung zu bestimmen versucht. So 

habe die Beschuldigte am 26. Dezember 2016 um ca. 18.00 Uhr auf dem Park-

platz an der E._____-strasse 1 in F._____ den ihr bis dahin unbekannten D._____ 

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(fortan: D._____) angesprochen und ihn aufgefordert, ihren Ehemann B._____ 

(fortan: B._____) gegen Entgelt schwer zu verletzen bzw. zu töten. Konkret habe 

die Beschuldigte D._____ auf ihrem Mobiltelefon ein Bild von B._____ sowie dann 

das dort auf dem Parkplatz abgestellte Auto von B._____ samt Nummernschild 

gezeigt und sie habe zu D._____ mehrmals gesagt, dass er B._____ mit einem 

grossen Messer durch mehrere Stiche töten solle, wofür sie D._____ bis zu 

Fr. 1'000.– als Entgelt für die Tat angeboten habe. Des Weiteren habe die Be-

schuldigte D._____ darüber informiert, dass ihr Ehemann mit dem fraglichen Auto 

jeweils am Freitag- und Samstagabend als Taxifahrer tätig sei, und sie habe 

D._____ aufgefordert, dass er B._____ als vermeintlicher Taxifahrgast zwecks 

Tatausführung in diesen Zeiträumen kontaktieren solle. Schliesslich habe die Be-

schuldigte D._____ angewiesen, bei der Tatausführung Handschuhe und Maskie-

rungen zu verwenden, um Spuren zu vermeiden. Dies alles habe jedoch bei 

D._____ keinen entsprechenden Tatentschluss ausgelöst, weshalb es beim Ver-

such der Anstiftung geblieben sei.  

Dieser der Anklageschrift zugrunde liegende Sachverhalt blieb von der Be-

schuldigten zum grössten Teil bestritten. Sie bestritt, D._____ aufgefordert zu ha-

ben, B._____ umzubringen. Sie räumt jedoch ein, D._____ an jenem Abend ge-

sehen zu haben. 

1.2 Anlass für die Strafuntersuchung 

Nachdem D._____ gemäss eigenen Aussagen das Gespräch mit der Be-

schuldigten vom 26. Dezember 2016 heimlich aufgenommen hat, erstattete er 

gleichentags um ca. 20.30 Uhr bei der Kantonspolizei Zürich beim Polizeiposten 

am Hauptbahnhof Zürich gegen die Beschuldigte Anzeige, wobei er das aufge-

nommene Gespräch mit der Beschuldigten dem anwesenden Polizisten übermit-

telt hat. Daraufhin wurde die Beschuldigte noch in der Nacht vom 26. auf den 

27. Dezember 2016 an ihrem Wohnort festgenommen (act. D1/1). 

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2. Allgemeines zur Sachverhaltserstellung 

2.1 Das Gericht hat bei der Sachverhaltserstellung die vorhandenen Be-

weismittel und auch die Behauptungen des Beschuldigten nach dem Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung zu beurteilen (Art. 10 Abs. 2 StPO). In einem Straf-

prozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld hohe Anforderungen zu 

stellen. Gemäss der in Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 10 Abs. 1 StPO verankerten 

Maxime in dubio pro reo ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld die Un-

schuld des Beschuldigten zu vermuten. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der 

Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das 

Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 

Abs. 3 StPO). Die Überzeugung des Gerichts muss auf einem verstandesgemäss 

einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen Beobachter nachvoll-

ziehbar sein. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn das Strafgericht an 

der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Wenn erhebliche oder nicht 

zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so abgespielt hat, 

wie er eingeklagt ist, so ist der Beschuldigte freizusprechen. Die blosse Wahr-

scheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen. Nur wenn sich das 

Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der Existenz noch 

von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu überzeugen vermag, 

kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz in dubio pro reo zur An-

wendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel, 

das heisst solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen, so muss es 

den Beschuldigten freisprechen. 

2.2 Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der Nachweis der Tat 

mit Indizien zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indizien zu würdigen 

ist. Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Be-

schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, d.h. Beweise dafür vorlie-

gen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm 

zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Dabei kann nicht verlangt wer-

den, dass die Tatschuld gleichsam mathematisch sicher und unter allen Aspekten 

unwiderlegbar feststeht. Es muss genügen, wenn vernünftige Zweifel an der 

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Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können. Aufgabe des Gerichts 

ist es, seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesamten Be-

weisergebnisses, zu prüfen, ob es von einem bestimmten Sachverhalt überzeugt 

ist und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden vermag. Es 

liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine abso-

lute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genü-

gen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Hin-

gegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. Lässt 

sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen 

menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies das Gericht nicht, sub-

jektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu sein (vgl. zum Ganzen: BSK-StPO, TO-

PHIN-KE, Art. 10 StPO N 75 ff.; WOLFANG WOHLERS, in: Donatsch/ Hansjakob/ Lie-

ber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, 

Zürich 2014, Art. 10 StPO N 6 ff.; NIKLAUS SCHMID, Handbuch des schweizeri-

schen Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zürich 2017, N 233 ff.; BERNARD CORBOZ, In 

dubio pro reo, ZBJV 7/1993, S. 419 f.; BGE 127 I 38, E. 2.; BGE 120 Ia 31, E. 2.; 

BGE 124 IV 86, E. 2a.). 

2.3 Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so 

sind diese frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Steht Aussage gegen Aussage, 

ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen 

ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es 

vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der 

Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Bei der Würdigung von Aussagen darf 

nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussa-

genden abgestellt werden. Massgebend ist die Glaubhaftigkeit der konkreten, im 

Prozess relevanten Aussagen. Diese sind anhand sog. Realitätskriterien zu prü-

fen. Die wichtigsten Realitätskriterien sind dabei die innere Geschlossenheit und 

Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufes, die konkrete und an-

schauliche Wiedergabe des Erlebnisses sowie die Schilderung des Vorfalles in so 

charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den 

Vorfall selber miterlebt hat, Kenntlichmachung der psychischen Situation von Tä-

ter und Zeuge bzw. unter Mittätern, Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstel-

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lung der eigenen Rolle, Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten 

und die Konstanz der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber 

sowohl Formulierungen als auch Angaben über Nebenumstände verändern kön-

nen. 

2.4 Andererseits sind auch allfällige Fantasie- oder Lügensignale zu be-

rücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen gelten Unstimmigkeiten oder gro-

be Widersprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme oder erhebliche Ab-

schwächungen in den ursprünglichen Anschuldigungen, Übersteigerungen in den 

Beschuldigungen im Verlaufe von mehreren Einvernahmen, unklare, ver-

schwommene oder ausweichende Antworten sowie gleichförmig, eingeübt und 

stereotyp wirkende Aussagen. Fehlen Realitätskriterien oder finden sich Lügen-

signale, so gilt dies als Indiz für eine Falschaussage (vgl. zum Ganzen: ROLF 

BENDER/ARMIN NACK/WOLFANG-DIETRICH TREUER, Tatsachenfeststellungen vor Ge-

richt, 3. Auflage, München 2007, S. 68 ff., 72 ff.; VOLKER DITTMANN, Zur Glaubhaf-

tigkeit von Zeugenaussagen, Plädoyer 2/1997, S. 28 ff. und 33 ff.; ROLF BENDER, 

Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81/1985, 

S. 53 ff.; ROBERT HAUSER, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Berück-

sichtigung des Zivilprozesses, Diss. Zürich 1974, S. 316 ff.). 

2.5 Beim Abwägen von Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaub-

würdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussage zu unterscheiden. 

Während erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person grundsätzlich ge-

traut werden kann, ist letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung be-

deutungsvoll, ob sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder 

nicht (HAUSER, a.a.O., S. 312 ff.). Bei der Würdigung von Aussagen kommt der 

allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person indessen eher eine untergeordnete 

Bedeutung zu. Das Interesse einer Aussageperson am Prozessausgang oder die 

persönliche Bindung zu anderen Prozessbeteiligten ist für sich allein noch kein 

Grund, ihren Aussagen zu misstrauen. Erst das Hinzutreten weiterer – in dieselbe 

Richtung weisender – Indizien gibt begründeten Anlass, Aussagen als unzuver-

lässig zu verwerfen. Nach neuerer Lehre und Rechtsprechung ist daher vielmehr 

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auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Aussagenden abzustellen (BEN-

DER/NACK/TREUER, a.a.O, S. 84 ff.) 

2.6 Was die Aussagen eines Beschuldigten betrifft, so spricht grundsätzlich 

nichts dagegen, die erwähnten Kriterien in analoger Weise heranzuziehen, um 

Aufschluss über die Glaubhaftigkeit einzelner Angaben zu erlangen. Dabei ist je-

doch zu beachten, dass sich die Motivationslage des Beschuldigten in der Regel 

von derjenigen eines Zeugen unterscheidet. Wer eines Deliktes beschuldigt wird, 

dürfte als Direktbetroffener ein erhebliches – grundsätzlich legitimes – Interesse 

daran haben, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht erscheinen zu 

lassen. Daraus darf jedoch nicht bereits der generelle Schluss gezogen werden, 

die Aussagen eines Beschuldigten seien deshalb stets mit grosser Zurückhaltung 

zu würdigen. Dies liefe auf eine rechtsstaatlich unhaltbare Benachteiligung des 

Beschuldigten hinaus, indem zumindest der Anschein oder Eindruck erweckt wür-

de, man glaube ihm von vornherein weniger als etwa einem Belastungszeugen. 

Die besondere Motivationslage ist dennoch insofern von Belang, als der Beschul-

digte bei einzelnen Sachverhaltsbereichen ein zusätzliches und offenkundiges In-

teresse haben kann, nicht die Wahrheit zu sagen, was bei einem (unbeteiligten) 

Zeugen in der Regel nicht der Fall ist.  

3. Beweismittel 

Zur Erstellung des Sachverhalts liegen als Personalbeweise die Aussagen 

der Beschuldigten (act. D1/5/2-7), des Privatklägers B._____ (act. D1/6/1-2) und 

der Zeugen D._____, G._____, H._____ und I._____ bei der polizeilichen und 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vor (act. D1/7/1-5). Hinzu kommt die Par-

teibefragung der Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung (act. D1/35). Als 

Sachbeweismittel liegt insbesondere eine Videoaufnahme im Recht (act. D1/8/3). 

Auf das in den Akten vorliegende Gutachten über die Beschuldigte vom 20. März 

2017 wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung und Strafzumessung näher ein-

gegangen, da es zur Erstellung des Sachverhaltes keinen Beitrag leisten kann 

(act. D1/9/5). 

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Nachfolgend sind nun die zur Anklage gebrachten Sachverhalte anhand der 

vorhandenen Beweismittel zu würdigen. 

4. Sachbeweismittel Videoaufnahme 

4.1 Inhalt 

D._____ hat gemäss eigenen Aussagen das Gespräch mit der Beschuldig-

ten am 26. Dezember 2016 aufgenommen (act. D1/7/1-2), welches er bei der An-

zeigeerstattung dem Polizisten übermittelt hat (act. D1/1 und D1/8/3). 

Das Video dauert 14.55 Minuten. Darin ist folgendes zu hören bzw. zu se-

hen: 

Am Anfang des Videos (Zeit: 00.00 bis 02.00) ist eine Frau zu hören, die mehr-

mals sagt: "Now you can see. Can you see here, if he go out? You can see? 

Sure". D._____ fragt die Frau darauf etwas, was jedoch nicht verstanden werden 

kann. Die Frau antwortet darauf: "No, it's there. When you wait here, you can see, 

he go out". D._____ fragt die Frau: "What time go he out?". Die Frau erwidert da-

rauf: "I don't know, I wait there. No problem. Because, you know, if you sit there, 

you don't can see. Look now…". In diesem Moment fahren zwei Lastwagen auf 

dem Parkplatz herum (Zeit: 01.00). D._____ fragt die Frau etwas, was jedoch 

nicht verstanden werden kann. Auch die Frau kann es erst nach mehrmaligen 

"What" und "Was" verstehen, bis sie antwortet: "Where is working? Your friend? 

Ah yes, my husband is working here. Just only... Tomorrow he has free. Ah, no, I 

think he has not free, he has work. I think he has free no". Die Kamera ist wäh-

rend dieser Zeit stets auf einen Parkplatz gerichtet, wobei das Bild mehrmals 

schwarz ist und nur Stimmen zu hören sind.  

Zeit: 02.00: D._____ fragt die Frau etwas, was jedoch nicht verstanden werden 

kann. Die Frau antwortet darauf mit: "You want to meet like that? You want to 

meet like that? So like that? You look what time he go out". D._____ antwortet da-

rauf: "Not now, I have now a appointment together with my friend now". Erstmals 

bei Zeit 02.16 ist die Kamera auf die Frau gerichtet, wobei die Beschuldigte klar 

zu erkennen ist. Die Beschuldigte sagt zu D._____: "No, no. Next time, you know. 

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I give you hundert francs every month if you look… You tell me, if you don't want". 

D._____ sagt dann (Zeit: 02.32): "I have a friend. No problem. Maybe I don't 

want". Die Beschuldigte erwidert darauf: "If you don't like, you tell me now, then I 

look for another". D._____ fragt dann: "Today?". Die Beschuldigte antwortet da-

rauf: "No, you tell me now, if you don't want. Then I look another person, you 

know". D._____ sagt dann: "Okay. Have you telefon?". Die Beschuldigte antwortet 

mit: "Yes". Die weiteren Wörter können nicht verstanden werden. Ab Zeit 03.03 

sagt die Beschuldigte: "It's difficult, he always make parking there or at the other 

side". Eine Zeit lang wird nicht gesprochen, bis die Beschuldigte sagt 

(Zeit: 03.19): "No, I don't give my telefon… You know why? It's the problem later. 

If you want, then I make to you hundert francs every month. It's not that far away. 

It's only walking distance". D._____ fragt die Beschuldigte: "What I do for hundert 

francs? Hit or what?". Die Beschuldigte antwortet darauf (Zeit: 03.39): "If you 

want, I give you to (oder) two hundert francs, but you make broken her face. Ja… 

Not only, nothing. You make box until he goes to the hospital. I give you to (oder) 

two 500. If you want". D._____ murmelt dann: "I have another. I help you. I don't 

know". Die Beschuldigte fragt: "Hää?". D._____ murmelt jedoch weiter vor sich 

hin mit: "I have another. I help you". Die Beschuldigte erwidert darauf: "No, no. 

Just only like that… If you want to make box and then it's finished… Because you 

know the money of him, he put always in the car" (Zeit: 04.33). D._____ sagt dann 

sehr undeutlich: "But maybe... ah... because I'm Ausländer here, I have no Pa-

pier". Die Beschuldigte sagt darauf: "Ah, but.. Nobodys know. You make that. It's 

not problem. You only must be quiet. You never still… I make… I give to you cash 

500 swiss francs… But you never tell other person, even G._____". D._____ sagt 

dann etwas, was jedoch nicht verstanden werden kann. Die Beschuldigte sagt 

hierauf (Zeit: 05.33): "Yes. If you want. If you have friend, you tell your friend and 

then I give. But you never tell G._____. G._____ is, you know, very big mouth, 

you know". D._____ antwortet hierauf mit (Zeit: 05.51): "No, no. I have a friend". 

Die Beschuldigte fragt: "From where she is come from?". D._____ sagt: "From 

Eritrea". Die Beschuldigte sagt dann: "From Eritrea? What he make? Is he work-

ing? Is working?". D._____ sagt: "Yeah". Die Beschuldigte erwidert: "No, in Zu-

rich, what time of working? Is working? Also for...." Die weiteren Wörter von der 

- 16 - 

 

Beschuldigten und von D._____ können nicht verstanden werden (Zeit: 06.05), 

bis die Beschuldigte fragt: "Is he big man?". D._____ antwortet darauf: "Only…". 

Die Beschuldigte unterbricht ihn und sagt: "Because my man is big, you know. 

1.91" (Zeit: 06.15). D._____ sagt dann: "No problem. I help my friend". Die Be-

schuldigte äussert dann: "Call your friend, if you want". D._____ sagt: "Nein, in 

J._____". Die Beschuldigte sagt dann: "Yeah, you call, if you want. You ask here". 

D._____ führt dann aus: "I know. I go Zurich and ask somebody". Die Beschuldig-

te unterbricht ihn und sagt: "Not in telefon, No, no. Controll. That's because I ne-

ver give my phone number. When you have a friend, tell me. But you never speak 

I'm the wife. Just only one… Tell me if you want to make box, I give you to (oder) 

two 500 swiss francs. You ask, if you have friend. But not tell, I tell. Tell your 

friend. I give the money, when it's finished. When he make box, then I give the 

money". D._____ murmelt dann etwas, was nicht verstanden werden kann. Die 

Beschuldigte führt weiter aus (Zeit: 07.35): "Normally, I put drugs in the car. But I 

don't know where I can buy it. Cocain, you know. You know that?". D._____ fragt: 

"Cocain?". Die Beschuldige antwortet darauf: "Cocain, you know. The drugs, I can 

put in the car of my husband. But I don't know where I can buy… Yes… That's 

why… I like, äähm, if somebodys make box. I don't care. He make shit with me 

and box with me, you know. My husband make box with me". D._____ fragt: 

"Who?". Die Beschuldigte sagt dann weiter: "With me. I'm in the hospital". 

D._____ fragt die Beschuldigte etwas, was jedoch nicht verstanden werden kann. 

Die Beschuldigte antwortet darauf: "If your friend, he tell you, it's okay, you must 

be strong, weil… You know why… He's strong man". D._____ sagt zur Beschul-

digten (Zeit: 08.38): "I ask my friend, knife or what?". Die Beschuldigte antwortet: 

"Yes, knife or box. It's better knife. I give one thousend". D._____ fragt dann leise: 

"With knife, how…". Die Beschuldigte antwortet: "Thousend". D._____ sagt: "One 

thousend? Pas normal". Die Beschuldigte erwidert (Zeit: 09.00): "I give one thou-

send, if you make with the knife. Two, three times. Not only one time". D._____ 

sagt dann: "I would kill him". Die Beschuldigte antwortet darauf (Zeit: 09.17): "I li-

ke". D._____ führt dann weiter aus: "I go now Zurich", worauf die Beschuldigte 

antwortet: "Give your number". D._____ fragt: "My number?", worauf die Beschul-

digte mit "Yes" antwortet und noch hinzufügt: "But don't tell with G._____". 

- 17 - 

 

D._____ sagt "No, no problem". D._____ gibt im weiteren Gespräch der Beschul-

digten seine Nummer und die Beschuldigte fragt ihn am Schluss: "What's your 

name", worauf D._____ ihr seinen Namen gibt (Zeit: 10.05). Aus dem weiteren 

Gespräch geht hervor, dass die Beschuldigte D._____ anruft. Die Beschuldigte 

führt dann weiter aus (Zeit: 10.50): "We took together and then you tell me, if it's 

okay or not. If you are decided to make… Your friend… To make with the knife… 

But you never gonna tell I'm the wife. You speak… And then I give you to (oder) 

two money… Ähm… thousend. But not only one time knifes, two, three times. You 

bring the long knife" (Zeit: 11.28). D._____ fragt die Beschuldigte etwas, was nicht 

verstanden werden kann. Sie führt weiter aus: "Because my husband goes out 

Friday and makes taxi and then you can call: I like taxi. You know. You don't un-

derstand? Better english or german?". D._____ sagt dann "Yeah, Yeah", worauf 

die Beschuldigte ausführt: "My husband working also taxi. Friday evening and Sa-

turday evening. If you want, you can call my husband, if you are ready together 

with your friend, you speak I'm ready and then I give you the telefon number of my 

husband and then or we make call together and then you speak you need taxi. 

You speak arabic?". D._____ bejaht diese Frage, worauf die Beschuldigte aus-

führt (Zeit: 12.28): "Oh, then you can speak with him arabic. He is from Libanon". 

D._____ fragt sie dann: "In seinem Auto?". Die Beschuldigte sagt dann (Zeit: 

13.00): "Yes, in seinem car. If you want, together with and your friend. But be ca-

reful, your hair. It not must be in the car. It must be closed, you know. And wear 

gloves, Handschuh, yes. If you want, tell me, maybe you half half with your friend: 

500 for you and 500 for your friend. And then I give you the money, if you do with 

the knife. It's not my problem. If you make. But please not tell with other person". 

D._____ erwidert hierauf: "No, it's okay", worauf die Beschuldigte sagt: "Isch 

guet". Danach verabschieden sich die Beiden (Zeit: 13.48) und D._____ läuft ei-

ner Strasse entlang, bis er das Video beendet. 

4.2 Verwertbarkeit 

Der Verteidiger der Beschuldigten führte anlässlich der Hauptverhandlung 

aus, dass in den Akten eine vollständige Transkription der Tonaufzeichnung in die 

deutsche Sprache fehle. Englisch sei weder die Amtssprache des Gerichts noch 

- 18 - 

 

eine Landessprache der Schweiz. Ein Beweismittel, welches nicht in der Amts-

sprache abgefasst sei, müsse grundsätzlich professionell übersetzt werden, um in 

einem Gerichtsverfahren verwendet zu werden. Des Weiteren sei die Beschuldig-

te nie im Einzelnen mit den in der Videoaufzeichnung gemachten Aussagen kon-

frontiert worden, weshalb die Videoaufzeichnung bereits aus diesem Grund nicht 

gegen die Beschuldigte verwertet werden dürfe (act. D1/40). 

Es stimmt, dass eine vollständige Transkription des Videos in die deutsche 

Sprache in den Akten fehlt. Fremdsprachige Beweismittel werden – soweit erfor-

derlich – schriftlich oder mündlich zuhanden des Protokolls übersetzt, wenn es 

sich nicht um Eingaben der Parteien handelt (Art. 68 Abs. 3 StPO). Dies fliesst 

aus dem Prinzip, dass der Beschuldigten jene Verfahrensgänge zu übersetzen 

sind, auf deren Verständnis sie angewiesen ist, um ihr ein faires Verfahren zu 

gewährleisten (BGE 118 Ia 462, E. 2a, m.w.H.). Demnach müssen nicht alle Ak-

tenstücke übersetzt werden (Art. 68 Abs. 2 StPO).  

Vorliegend handelt es sich um eine Video- bzw. Tonaufzeichnung über das 

Gespräch zwischen der Beschuldigten und D._____ von jenem Abend. Diese 

Aufzeichnung muss nicht übersetzt werden, da es die eigenen Wörter von der 

Beschuldigten wiedergibt. Eine Übersetzung in die deutsche Sprache ist somit 

nicht erforderlich, da die Beschuldigte verstehen dürfte, was sie selbst gesagt hat. 

Auch ohne die Übersetzung der Tonaufzeichnung ist ein faires Verfahren für die 

Beschuldigte gewährleistet. Auch ist der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu-

zustimmen, dass es Sache des Verteidigers der Beschuldigten gewesen wäre, ei-

nen entsprechenden Antrag auf Übersetzung von wichtig erscheinenden Teilen 

der Strafprozedur rechtzeitig geltend zu machen (BGE 118 Ia 465). 

Des Weiteren wurde der Beschuldigten anlässlich der staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme vom 26. Januar 2017 in Anwesenheit ihres Verteidigers einen 

Teil der Videoaufzeichnung auf einem Grossbild-TV vorgespielt (act. D1/5/4): 

"Frage 31:  

D._____ hat das fragliche Gespräch mit Ihnen aufgezeichnet mit seinem 

Handy. Ich spiele Ihnen diese Aufnahmen in sechs Teilen jetzt integral vor. 

- 19 - 

 

Protokollnotiz: Die Aufzeichnung wird auf einem Grossbild abgespielt. Teil 
1, 2 und 3 können abgespielt werden. Teile 4, 5 und 6 können aus techni-

schen Gründen nicht abgespielt werden. Dies wird nachgeholt. Der STA ver-

liest die Pol. Abschrift von Teilen 4, 5 und 6 gemäss Rapport der Kapo vom 

27.12.2016." 

Daraus wird ersichtlich, dass die Beschuldigte zumindest einen Teil der Vi-

deoaufzeichnung direkt gesehen hat und der andere Teil ihr vorgelesen wurde. 

Sie wurde somit mit dem Inhalt der Video- bzw. Tonaufzeichnung direkt konfron-

tiert. Des Weiteren wurde die Aufzeichnung in die Akten genommen und der Ver-

teidiger der Beschuldigten hätte im Rahmen einer Akteneinsicht die Aufzeichnung 

anhören können (Art. 192 StPO), was er schliesslich auch gemacht hat (act. 

D1/31). 

Andere Beweisverwertungsverbote für die Aufzeichnung werden aus den 

Akten nicht ersichtlich. Unbestritten geblieben ist weiter, dass es sich um die Be-

schuldigte und D._____ handelt, die auf dem Video zu sehen bzw. zu hören sind.  

Die Würdigung der Aufzeichnung für die Sachverhaltserstellung wird ihm 

Rahmen der Glaubhaftigkeit der Aussagen vorgenommen (siehe Ziffer III.12.2 

und III.12.3). 

5. Aussagen des Zeugen I._____ (act. D1/7/5) 

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 7. Februar 
2017 wurde I._____, der Sohn der Beschuldigten, als Zeuge befragt (fortan: 
I._____).  

Zur Beziehung zwischen der Beschuldigten und B._____ führte I._____ aus, 

dass er anfangs eher skeptisch gewesen sei, als ein neuer Mann im Leben seiner 

Mutter erschienen sei. Seine Mutter und B._____ seien am Anfang der Beziehung 

öfters zusammen ausgegangen und hätten Sachen unternommen. Ab etwa 

2010/2011 habe es mehrmals Streit zwischen ihnen gegeben und die ganze Be-

ziehung habe nachgelassen. Körperliche Gewalt habe I._____ nie gesehen, je-

doch habe es häufig Streit und Beschimpfungen gegeben; diese seien durchaus 

- 20 - 

 

gegenseitig gewesen. I._____ habe dies mit seiner Schwester besprochen und 

sie hätten beide empfunden, dass das nicht mehr so weitergehen könne. Auf Vor-

halt, dass seiner Mutter versuchte Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung vorgewor-

fen werde, führte I._____ aus, dass dies absurd sei. Er könne sich nicht vorstel-

len, dass es solche Personen in der Schweiz gebe, die so etwas tun würden, 

bzw., dass seine Mutter auf so eine Idee gekommen sei (act. D1/7/5). 

6. Aussagen der Zeugin H._____ (act. D1/7/4) 

Anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 7. Februar 2017 wurde H._____, 
die Tochter der Beschuldigten, befragt (fortan: H._____). 

H._____ beschrieb die Beziehung zwischen ihrer Mutter und B._____ ähn-

lich wie I._____. Am Anfang sei die Beziehung recht gut gelaufen. Sie selber habe 

Freude gehabt, dass ihre Mutter jemand kennengelernt habe. Ihre Mutter und 

B._____ seien ab und zu ausgegangen und frisch verliebt gewesen. Mit der Zeit 

sei es jedoch weniger gut gelaufen. Ihre Mutter sei oftmals zu Hause geblieben 

und habe nicht rausgehen wollen. Wenn H._____ ihre Mutter gefragt habe, ob sie 

mit ihr ausgehen wolle, habe ihre Mutter nein gesagt, weil B._____ bald von der 

Arbeit heimkäme. H._____ habe keine verbale und/oder physische Gewalt zwi-

schen ihrer Mutter und B._____ gesehen, jedoch teilweise davon telefonisch er-

fahren. So habe ihre Mutter zu ihr einmal am Telefon gesagt, dass B._____ sie 

geschlagen oder mit Schlampe beschimpft habe. I._____ habe H._____ einmal 

telefonisch mitgeteilt, dass ihre Mutter aufgrund eines Vorfalles mit B._____ die 

Wohnung verlassen habe. Als B._____ und ihre Mutter H._____ vor etwa einem 

Jahr besuchen gegangen seien, sei die Stimmung zwischen ihnen "explosiv" ge-

wesen. Als sie die Wohnung verlassen hätten, habe H._____ sie draussen strei-

ten hören. Sie habe das aber nur gehört und nicht gesehen. Zum Vorwurf äusser-

te sich H._____ dahingehend, dass sie es sich nicht vorstellen könne, dass ihre 

Mutter so etwas umsetzen könnte, weil ihre Mutter zu naiv sei. Ihre Mutter sei zu-

dem besonders gutmütig. Ihre Mutter glaube, dass jeder Mensch nur Gutes von 

und für sie wolle. Deswegen werde sie teilweise von philippinischen Bekannten 

hintergangen (act. D1/7/4).  

- 21 - 

 

7. Aussagen des Zeugen G._____ (act. D1/7/3) 

Im Rahmen der Zeugeneinvernahme vom 27. Januar 2017 äusserte 
G._____ (fortan: G._____), dass er die Beschuldigte etwa dreimal bei Philippinern 

zu Hause gesehen habe, zuletzt etwa vor zwei Jahren. Er habe keinen Kontakt zu 

ihr. Mehr könne er dazu nicht sagen und er wisse auch nichts vom Vorfall. Die Po-

lizei sei in die Asylunterkunft gekommen und habe nach ihm gefragt, weshalb er 

sich beim Polizeischalter am Hauptbahnhof Zürich gemeldet habe (act. D1/7/3). 

8. Aussagen des Zeugen D._____ (act. D1/7/1-2) 

8.1 Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 26. Dezember 2016 
wurde D._____ als Auskunftsperson befragt (act. D1/7/1). D._____ wurde befragt, 

wann und wo er das Video, welches er vorhin dem Polizisten übermittelt hat, auf-

genommen habe. Hierzu führte er aus, dass er das Video ca. um 18.00 Uhr bei 

der K._____ auf deren Gelände in F._____ aufgenommen habe. Auf dem Video 

seien nur eine Frau und er zu hören bzw. zu sehen. Die Frau habe nicht bemerkt, 

dass er heimlich das Gespräch aufgenommen habe. Er habe gedacht, wenn er 

zur Polizei gehe, brauche er einen Beweis.  

Zum Kerngeschehen führte D._____ aus, dass er am 26. Dezember 2016 

um ca. 18.00 Uhr das Asylheim verlassen habe, als er eine Frau dort angetroffen 

habe. Die Frau habe ihn angesprochen und gefragt, ob G._____ da sei. D._____ 

habe zu ihr gesagt, dass er G._____ heute nicht gesehen habe. Auf die Frage, 

wer G._____ sei, führte D._____ aus, dass G._____ auch im Asylheim lebe. Die 

Frau besuche G._____ ca. ein- bis zweimal im Monat. D._____ habe gedacht, 

dass er der Frau helfen müsse, weshalb er sie gefragt habe, ob er helfen könne. 

Sie seien dann zusammen zu Fuss zum Lager der L._____ gegangen. Beim 

Parkplatz habe die Frau ihm auf ihrem Mobiltelefon ein Fahrzeug bzw. die Schil-

dernummern eines Personenwagens gezeigt. Die Nummer habe auf ZH 2 gelau-

tet; er habe sich die Nummer merken können. Die Frau habe ihn dann darum ge-

beten, dass er das Bild auf ihrem Mobiltelefon fotografieren solle, jedoch habe er 

kein Akku gehabt. Die Frau habe ihn dann weiter darum gebeten, dass er nach-

schauen solle, ob das Fahrzeug auf dem Firmengelände parkiert sei. Beim ersten 

- 22 - 

 

Versuch habe er das Auto nicht gesehen. Beim zweiten Versuch seien sie dann 

zusammen auf den Parkplatz schauen gegangen, ob das Fahrzeug dort parkiert 

sei. Nachdem sie das Fahrzeug auf dem Parkplatz gesehen hätten, seien sie zur 

Hauptstrasse Richtung K._____ gelaufen. Dort habe es kein Licht gehabt, wes-

halb es dunkel gewesen sei. Er habe irgendwie wieder Akku gehabt und habe ab 

diesem Zeitpunkt das Gespräch zwischen ihm und der Frau aufgenommen. Er 

habe ein Programm auf seinem Mobiltelefon, welches ihm erlaube, heimlich auf-

zunehmen. Die Frau habe nicht bemerkt, dass er das Gespräch aufnehme. 

Die Frau habe ihm auf dem Weg vom Asylheim zur L._____ gesagt, um was 

es gehe. Sie habe ihn gefragt, ob er auf Frauen oder auf Männer stehe. Als 

D._____ zu ihr gesagt habe, dass er auf Frauen stehe, habe die Frau ihm ein Fo-

to eines Mannes auf ihrem Mobiltelefon gezeigt. Sie habe gemeint, dass dies ihr 

Ehemann sei und er sie wegen einer anderen Frau in Stich gelassen habe. Am 

Anfang habe die Frau D._____ aufgefordert, ihren Ehemann zu verprügeln. Dafür 

habe sie ihm Frauen und Geld in Höhe von Fr. 150.– angeboten. Er habe aber 

auch nur Frauen nehmen können. Als sie dann beim Parkplatz bei der L._____ 

angekommen seien, habe die Frau ihm Fr. 1'000.– angeboten, wenn D._____ ih-

ren Ehemann mit einem Messer töten würde. Sie habe zu ihm gesagt, dass er si-

cherlich drei- bis viermal zustechen solle. Die Frau habe ihm aber weder ein Mes-

ser noch Geld gegeben. Er habe auch nicht erfahren, wie ihr Ehemann heisse. 

Die Frau habe zu D._____ nur gesagt, dass ihr Ehemann sie geschlagen habe 

und sie betrügen würde. Auf die Frage, ob die Frau dieses Angebot ernst gemeint 

habe, führte D._____ aus, dass diese Frau ihn ja nicht kenne. Man könne schon 

so etwas zum Spass sagen. Er denke aber, dass die Frau das Angebot ernst ge-

meint habe, weshalb er auch das Gespräch heimlich aufgenommen habe. 

Die Frau habe D._____ mitgeteilt, wo ihr Ehemann arbeite. Sie habe zu 

D._____ auch gesagt, dass ihr Ehemann auch noch als Taxifahrer tätig sei. Sie 

habe D._____ die Nummer ihres Ehemannes geben wollen, damit D._____ bei 

ihm ein Taxi bestellen solle. Die Frau habe D._____ auch Kleider und eine Maske 

geben wollen. Zudem habe sie gesagt, dass er ihr Bescheid geben solle, falls er 

den Auftrag nicht annehmen werde. D._____ habe jedoch zur Frau gesagt, dass 

- 23 - 

 

er den Auftrag nicht annehme, er jedoch jemand anders suchen werde. D._____ 

habe aber nicht vorgehabt, jemand anders zu suchen, sondern er habe direkt zur 

Polizei gehen wollen. Die Frau sei mit seinem Vorschlag einverstanden gewesen 

und er habe ihr seine Nummer gegeben. Sie habe ihn dann unbekannt zurückge-

rufen. Sie habe zu ihm gesagt, dass er niemanden davon erzählen dürfe. Gemäss 

Protokollnotiz habe man auf dem Mobiltelefon von D._____ einen unbekannten 

Anruf feststellen können. Dieser Anruf erfolgte um 18.50 Uhr (act. D1/2/2).  

Nach dem Gespräch sei er gegangen und die Frau sei dort geblieben. Sie 

habe zu ihm gesagt, dass sie ihn anrufen werde, habe jedoch keinen genauen 

Zeitpunkt genannt. Bis jetzt habe sie ihn nicht angerufen. Auf die Frage, wie 

D._____ das Verhalten der Frau beschreiben würde, antwortete er, dass sie nicht 

zufrieden, jedoch auch nicht wütend gewesen sei. Sie sei nicht speziell auffallend 

gewesen. Sie habe jedoch zielstrebig den Auftrag vergeben wollen. D._____ habe 

bei allen Angeboten stets mit "OK" geantwortet. Als er dann heimlich aufgenom-

men habe, habe er zur Frau gesagt, dass er Angst habe und er den Auftrag nicht 

annehmen könne. Die Frau habe dann auch nicht mehr weiter versucht, ihn zu 

überreden. 

8.2 Im Rahmen der Zeugeneinvernahme vom 27. Januar 2017 hat 
D._____ seine Aussagen aus der polizeilichen Einvernahme vom 26. Dezember 

2016 fast ausnahmslos wiederholt (act. D1/7/2). Er führte ergänzend aus, dass, 

als die Frau ihm die Angebote gemacht habe, er zu ihr gesagt habe, dass er ein 

paar Freunde von ihm wegen dieser Sache anfragen werde. Er habe ihr gesagt, 

dass er nun nach Zürich fahren und mit Freunden über ihr Angebot sprechen 

werde. Er habe sich von ihr verabschiedet und sei dann nach Zürich direkt zum 

Polizeiposten gefahren. 

Die Frau habe zu D._____ gesagt, dass ihr Ehemann als Taxifahrer jeweils 

am Freitag- und Samstagabend arbeite. Sie habe zu D._____ gesagt, dass es im 

Auto ihres Ehemannes Geld und Marihuana hätte. D._____ solle sich als Taxigast 

ausgeben und bei der Tat Handschuhe und eine Maske tragen. D._____ solle 

keine Spuren im Taxi hinterlassen. 

- 24 - 

 

Anlässlich dieser Zeugeneinvernahme wurden die Videosequenzen, die 

D._____ aufgenommen hat, vorgespielt. D._____ bestätigte daraufhin, dass er die 

anwesende Beschuldigte beim Gespräch vom 26. Dezember 2016 aufgenommen 

habe. Auf Vorhalt, dass die Beschuldigte ausgeführt habe, dass D._____ die Be-

schuldigte sexuell belästigt habe, antwortete D._____, dass dies nicht stimme. 

D._____ bestritt auch den Vorwurf, dass er B._____ habe umbringen wollen. 

9. Aussagen des Privatklägers B._____ (act. D1/6/1-2) 

9.1 In der polizeilichen Einvernahme vom 27. Dezember 2016 wurde 
der Ehemann der Beschuldigten, B._____, als Auskunftsperson befragt 

(act. D1/6/1). Zur Ehe führte er aus, dass er mit der Beschuldigten keine gute Ehe 

führe. Er leide an der Eifersucht seiner Ehefrau, weshalb es oft Diskussionen und 

Streit gebe, obwohl er ihr treu sei. Er sehe mit ihr keine Zukunft, weshalb er sich 

von ihr trennen bzw. scheiden lassen wolle. Die Beschuldigte sei aber damit nicht 

einverstanden. Sie habe zu ihm gesagt, dass sie sich umbringen werde, falls er 

sich von ihr scheiden lassen werde. B._____ wisse aber nicht, ob sie das ernst 

meine. Sie möchte sich nicht scheiden lassen, weil sie ansonsten alleine sei. 

B._____ möchte aber nicht mehr. Er habe viel Geduld gehabt, aber wenn er so 

weitermachen würde, dann werde er noch krank oder depressiv. 

Auf die Frage, wie oft die Beschuldigte B._____ von der Arbeit abholen 

komme, antwortete B._____, dass sie eigentlich nicht oft komme. Die letzten paar 

Tage hätten sie Streit gehabt, weshalb die Beschuldigte ihn von der Arbeit abge-

holt habe, um zu überprüfen, ob B._____ am Arbeiten sei. B._____ vermute, dass 

die Beschuldigte mit jemanden von der Firma Kontakt habe, der ihr sagen würde, 

wann er anfange und aufhöre zu arbeiten. Ein Arbeitskollege von B._____ habe 

einmal zu B._____ gesagt, dass die Beschuldigte die Ehefrau des Arbeitskollegen 

telefonisch um Auskünfte über B._____ gebeten habe. Der Arbeitskollege habe 

zu B._____ gesagt, dass er zur Polizei gehen würde, wenn die Beschuldigte seine 

Ehefrau weiterhin belästigen würde. B._____ habe die Sache jedoch intern mit 

dem Arbeitskollegen erledigen können.  

- 25 - 

 

Auf die Frage, ob B._____ die Beschuldigte jemals geschlagen habe, ant-

wortete er, nein. Er könne sich vorstellen, dass die Beschuldigte jemandem Geld 

anbieten würde, um ihn auszuspionieren, mehr aber nicht. Er könne sich nicht 

vorstellen, dass die Beschuldigte jemanden beauftragt habe, um ihn zu verletzen. 

Er denke nicht, dass die Beschuldigte zu so etwas im Stande sei. Die Beschuldig-

te habe oft von Selbstmord gesprochen und B._____ könne sich schon vorstellen, 

dass dies wie in einem Film ablaufen solle: Zuerst bringe die Beschuldigte 

B._____ und danach sich selbst um. Die Beschuldigte habe bereits einmal er-

wähnt, dass sie einen Abschiedsbrief geschrieben und diesen bei ihrem Anwalt 

deponiert habe. Er kenne aber ihren Anwalt nicht. Er habe sie aber vor drei Wo-

chen dorthin gefahren.   

9.2 Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 
26. Januar 2017 wurde B._____ insbesondere zu seinen persönlichen Verhält-
nissen befragt (act. D1/6/2). Hierzu führte er im Wesentlichen aus, dass er seit 

ca. 2003 in der Schweiz lebe. Er sei zwei Jahre lang als Asylant in einem Asyl-

heim gewesen, bevor er die Ausweisung erhalten habe und die Schweiz habe 

verlassen müssen. Er sei jedoch in der Schweiz geblieben und habe 2007 via Be-

kannte die Beschuldigte kennengelernt und sie 2008 geheiratet. B._____ habe die 

Beschuldigte schon wegen ihren Schweizer Papieren kennengelernt, aber als sie 

sich näher kennengelernt hätten, habe er sich in die Beschuldigte verbliebt. Er sei 

schockiert darüber, dass seine Ehefrau einen Mann versucht habe anzustiften, 

ihn zu verletzen bzw. zu töten. Das sei für ihn völlig überraschend gekommen.  

10. Aussagen der Beschuldigten (act. D1/5/2-7 und act. D1/35) 

10.1 Die Hafteinvernahme vom 27. Dezember 2016 wurde zum Zweck der 
Bestellung einer Verteidigung für die Beschuldigte unterbrochen (act. D1/5/2). Im 

Rahmen der Fortsetzung der Hafteinvernahme liess sich die Beschuldigte zu den 

gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht vernehmen und verweigerte die Aussage 

(act. D1/5/3). 

10.2 Anlässlich der staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 26. Janu-
ar 2017 äusserte sich die Beschuldigte, dass sie B._____ liebe (act. D1/5/4). Ob 

- 26 - 

 

er sie liebe, dass wisse sie nicht. Auf die Frage, ob sie eifersüchtig sei, antwortete 

sie, dass sie das nicht wisse. B._____ habe zu ihr gesagt, dass er nicht mehr so 

fühle wie früher, als er die C-Bewilligung erhalten habe. Das sei für sie wie ein 

Weltuntergang gewesen. Danach habe B._____ sich immer mehr von der Be-

schuldigten distanziert. Die Beschuldigte habe von ihrer Freundin erfahren, dass 

B._____ seit 2016 eine Liebesbeziehung mit einer anderen Frau habe. Diese 

Frau heisse M._____ und arbeite in der gleichen Firma wie B._____. B._____ ha-

be auch eine Beziehung zu N._____. Es stimme nicht, dass die Beziehung zu 

N._____ beendet sei, so wie dies B._____ geschildert habe. Die Beschuldigte ha-

be B._____ bereits mehrmals darauf angesprochen, aber er gebe ihr einfach kei-

ne Antwort darauf.  

Auf die Frage, ob B._____ sie geschlagen habe, antwortete die Beschuldig-

te, dass B._____ sie mehrmals geschlagen habe. Sie sei deswegen bereits ein-

mal im Spital gewesen. Sie habe eine Halskrause tragen müssen, weil B._____ 

sie gegen den Kopf geschlagen habe. Es sei auch einmal die Polizei gekommen. 

B._____ habe zu ihr gesagt, dass er die Beziehung beenden werde, wenn sie ihn 

anzeige, weshalb sie keine Anzeige gegen ihn erstattet habe.  

Die Beschuldigte bestritt den Vorwurf, dass sie versucht habe, D._____ an-

zustiften, B._____ umzubringen. Vielmehr habe D._____ die Beschuldigte sexuell 

belästigt. Er habe ihr einen Klapps auf den Hintern gegeben und sie eine schöne 

Kleine genannt. Sie habe zu D._____ gesagt, dass er sie in Ruhe lassen solle, 

ansonsten sie die Polizei avisieren werde. Er sei ihr aber nachgelaufen und habe 

weiterhin mit ihr gesprochen. Die Beschuldigte kenne weder D._____ noch 

G._____. Sie habe auch nicht vorgehabt, G._____ an diesem Abend zu treffen. 

Sie sei an diesem Abend dort gewesen, weil sie auf B._____ habe warten wollen. 

Wenn sie mit B._____ Streit gehabt habe, würde B._____ oftmals von der Arbeit 

nicht nach Hause kommen. Auf die Frage, ob die Beschuldigte D._____ Geld an-

geboten habe, um B._____ zu töten, antwortete sie, dass D._____ diesen Vor-

schlag gemacht habe. Er habe von Geld und Messer gesprochen, nicht sie. Sie 

habe daraufhin mit "Gahts no" reagiert. Sie habe zu D._____ gesagt, dass sie 

- 27 - 

 

B._____ liebe und sie so etwas nicht mache. Sie habe D._____ nicht aufgefor-

dert, B._____ umzubringen.  

Nachdem der Beschuldigten die von D._____ aufgenommen Aufzeichnun-

gen teilweise vorgespielt wurden, habe die Beschuldigte angefangen zu weinen 

und gesagt, das sie so etwas nicht mache. D._____ habe sie zum Reden ge-

zwungen. D._____ habe damit angefangen, weil er Geld gebraucht hätte.  

Auf die Ergänzungsfrage der Vertreterin von B._____, weshalb die Beschul-

digte B._____ nicht von der sexuellen Belästigung erzählt habe, antwortete die 

Beschuldigte, dass es an jenem Abend spät geworden sei und die Nachbarn sehr 

laut gewesen seien, weshalb sie sich entschlossen habe, B._____ am nächsten 

Tag davon zu erzählen. 

10.3 Im Rahmen der Einvernahme vom 27. Januar 2017 wurde die Be-
schuldigte zu den Aussagen von D._____ und G._____ befragt (act. D1/5/5). Da-

zu führte sie aus, dass D._____ viel gelogen habe, hingegen habe G._____ die 

Wahrheit gesagt. D._____ habe die Beschuldigte dazu gezwungen und die ganze 

Sache geplant. D._____ habe die Beschuldigte dazu gezwungen, ihm die Auto-

nummer von B._____ zu zeigen. Er habe die Beschuldigte dabei am Arm gepackt. 

Als die Beschuldigte auf ihrem Telefon die Nummer gesucht habe, habe D._____ 

gesehen, dass B._____ auch Taxifahrer sei. Die Beschuldigte habe Angst vor 

D._____ gehabt. Sie habe zu D._____ gesagt, dass sie B._____ liebe und sie 

keine "Scheisse" mit ihm machen würde. D._____ habe sie mehrmals dazu auf-

gefordert, ihre Sätze nochmals zu wiederholen. Die Beschuldigte habe nicht ge-

wusst, dass D._____ ein Video mache. 

10.4 Anlässlich der Einvernahme vom 7. Februar 2017 wurde die Be-
schuldigte zu den Aussagen von ihren Kindern, I._____ und H._____, befragt, 

wobei sie ihre Aussagen bestätigt hat (act. D1/5/6). 

10.5 Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 10. Mai 2017 bestritt die 
Beschuldigte die ihr zu Last gelegten Vorwürfe und machte keine weiteren Aus-

führungen (act. D1/5/7). 

- 28 - 

 

10.6 Im Rahmen der Hauptverhandlung vom 14. Dezember 2017 wurde 
die Beschuldigte nochmals zur Person und zur Sache befragt (act. D1/35). Ergän-

zend führte sie aus, dass sie an jenem Abend nach O._____ gefahren sei, weil 

sie habe wissen wollen, ob B._____ zur Arbeit erschienen sei. B._____ habe sie 

an diesem Tag schlecht behandelt, weswegen sich die Beschuldigte verletzt ge-

fühlt habe. Wenn sie streiten würden, hole die Beschuldigte B._____ von der Ar-

beit ab, weil B._____ ansonsten nicht nach Hause kommen würde. Es stimme, 

dass B._____ ihr an diesem Tag eine SMS geschrieben habe, worin er die Schei-

dung von ihr verlangt habe. B._____ habe dies bereits mehrmals gesagt, aber die 

Beschuldigte glaube ihm nicht. Wenn B._____ solche Sachen schreibe, sei die 

Beschuldigte enttäuscht und aufgebracht. Diese Gefühle könne man aber nicht 

mit der Situation im Jahre 2007 vergleichen, als sich die Beschuldigte nach der 

Scheidung von P._____ habe umbringen wollen. Ihr Ex-Ehemann sei Alkoholiker 

gewesen und die Beschuldigte sei damals alleine mit den zwei Kindern gewesen.  

Als die Beschuldigte zum Video, welches D._____ aufgenommen hat, be-

fragt wurde, ist die Beschuldigte in Tränen ausgebrochen, weshalb die Einver-

nahme beendet wurde.  

11. Allgemeine Glaubwürdigkeit der Verfahrensbeteiligten 

11.1 Allgemeine Glaubwürdigkeit des Zeugen G._____ 

Der Zeuge G._____ kennt gemäss eigenen Aussagen die Beschuldigte, war 

jedoch bei der Tatausführung nicht dabei, weshalb es offen gelassen werden 

kann, wie nahe sich die Beschuldigte und G._____ tatsächlich stehen bzw. ge-

standen haben. Er ist vom vorliegenden Verfahren somit nicht direkt tangiert und 

es werden auch keine Eigeninteressen erkennbar. Unter diesen Umständen kann 

er als neutraler Zeuge eingestuft werden. 

Die Zeugenaussagen sind aufgrund der Anwesenheit der Beschuldigten und 

deren Rechtsvertreter rechtlich verwertbar.  

 

- 29 - 

 

 

11.2 Allgemeine Glaubwürdigkeit der Zeugen H._____ und I._____ 

Diese Zeugen sind vom vorliegenden Verfahren nicht direkt betroffen. Die 

Beschuldigte ist jedoch die Mutter der Zeugen, weshalb die Zeugen versucht sein 

könnten, die Beschuldigte in einem positiven Licht erscheinen zu lassen oder ihre 

Aussagen zu stützen. Entsprechend sind die Aussagen dieser beiden Personen 

vorsichtig zu würdigen, sofern sie überhaupt zur Erstellung des Kernsachverhal-

tes etwas beitragen können.  

Auch ihre Zeugenaussagen sind aufgrund der Anwesenheit der Beschuldig-

ten und deren Rechtsvertreter rechtlich verwertbar. 

11.3 Allgemeine Glaubwürdigkeit des Privatklägers B._____ 

Betreffend die allgemeine Glaubwürdigkeit des Privatklägers ist zu berück-

sichtigen, dass er bei der eigentlichen Tatausführung nicht dabei gewesen ist. 

Dennoch dürfte er als vom vorliegenden Verfahren direkt Betroffener ein (legiti-

mes) Interesse daran haben, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen bzw. 

für die Beschuldigten ungünstigen Licht darzustellen, da er am Ausgang des Ver-

fahrens ein wirtschaftliches Interesse hat. Auch ist auf seine Ehe mit der Beschul-

digten und deren belastetes Verhältnis hinzuweisen. Insgesamt sind seine Aus-

sagen mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen. 

Die Aussagen von B._____ sind in formeller Hinsicht nicht zu beanstanden, 

weshalb sie verwertbar sind.  

11.4 Allgemeine Glaubwürdigkeit der Auskunftsperson D._____ 

Bezüglich des Verhältnisses zwischen D._____ und der Beschuldigten ist in 

Anbetracht des Umstandes, dass ersterer erklärte, die Beschuldigte mehrmals 

beim Asylheim gesehen zu haben, zu ihr jedoch keinen Kontakt zu pflegen, davon 

auszugehen, dass sich die beiden nicht näher kennen. Das wurde auch nicht von 

der Beschuldigten bestritten. Auch wenn keine Eigeninteressen bei D._____ er-

sichtlich werden, sind seine Aussagen mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen, 

- 30 - 

 

da er als direkt Beteiligter bei der Tatausführung versucht sein könnte, die Ge-

schehnisse – womöglich aus Eigenschutz – in einem für ihn günstigen Licht dar-

zustellen. 

Seine Aussagen sind aufgrund der Anwesenheit der Beschuldigten und de-

ren Verteidiger rechtlich verwertbar. 

11.5 Allgemeine Glaubwürdigkeit der Beschuldigten 

Die Beschuldigte hat naturgemäss ein ganz erhebliches, grundsätzlich legi-

times Interesse daran, die Geschehnisse in einem für sie günstigen Licht erschei-

nen zu lassen, geht es für sie doch um die Frage, ob sie eine Verurteilung hinzu-

nehmen hat oder nicht. Daraus darf jedoch nicht bereits der generelle Schluss 

gezogen werden, ihre Aussagen seien mit grosser oder grösster Zurückhaltung zu 

würdigen und per se unglaubhaft. Auch darf aus dem Umstand, dass die Be-

schuldigte während der Untersuchung und auch anlässlich der Hauptverhandlung 

kaum zu den gegen ihr erhobenen Vorwürfen Stellung genommen hat, nicht auf 

ihre Unglaubwürdigkeit geschlossen werden: Als beschuldigte Person ist sie nicht 

zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet und sie kann ihre Aussage verwei-

gern (Art. 113 StPO). Dennoch sind ihre Aussagen mit einer gewissen Zurückhal-

tung zu würdigen. 

Die Aussagen von der Beschuldigten – mit Ausnahme der polizeilichen Ein-

vernahme vom 26. bzw. 27. Dezember 2016 – sind in formeller Hinsicht nicht zu 

beanstanden, weshalb sie verwertbar sind. 

12. Glaubhaftigkeit der Aussagen 

12.1 Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugen G._____, H._____ und 

I._____ des Privatklägers B._____ 

Diese Zeugen haben alle etwas gemeinsam: Sie waren bei der eigentlichen 

Tatausführung nicht dabei, weshalb ihre Aussagen insgesamt keinen Beitrag zur 

Sachverhaltserstellung zu leisten vermögen.  

- 31 - 

 

I._____, H._____ und B._____ wurden insbesondere zur Ehe zwischen der 

Beschuldigten und B._____ befragt. Hierzu haben sie insgesamt gleichlautende 

Aussagen gemacht: Am Anfang der Beziehung sei es gut gelaufen und mit der 

Zeit habe es nachgelassen und es sei öfters zu Streit und Diskussionen gekom-

men. Auch haben alle drei ausgesagt, dass sie sich nicht vorstellen könnten, dass 

die Beschuldigte zu so einer Tat fähig sei. Zum Kerngeschehen konnten sie – wie 

bereits ausgeführt – keine Aussagen machen, weshalb ihre Aussagen zur Erstel-

lung des Sachverhalts irrelevant und auch nicht zu würdigen sind.  

G._____ wurde befragt, weil die Beschuldigte auf dem Video zu D._____ 

gesagt hat: "Don't tell G._____". Aus den Aussagen von D._____ habe man ent-

nehmen können, dass es sich sehr wahrscheinlich um den G._____ handeln wür-

de, der auch im gleichen Asylheim wie D._____ lebt, weshalb G._____ zur Zeu-

geneinvernahme vorgeladen wurde. Zur eigentlichen Tatausführung hat auch 

G._____ jedoch keine Aussagen machen können, weshalb seine Aussagen zur 

Erstellung des Sachverhalts unbedeutend sind. 

12.2 Glaubhaftigkeit der Aussagen der Auskunftsperson D._____ 

Die Aussagen von D._____ sind konstant und kohärent und weisen keine 

Strukturbrüche auf. D._____ hat den Ablauf von jenem Abend widerspruchsfrei 

geschildert. So habe die Beschuldigte D._____ am 26. Dezember 2016 vor der 

Asylunterkunft in F._____ angesprochen. Sie seien dann zusammen zum Park-

platz der K._____ gelaufen, wo die Beschuldigte D._____ auf ihrem Mobiltelefon 

ein Bild von B._____ sowie das dort auf dem Parkplatz abgestellte Auto von 

B._____ samt Nummernschild gezeigt habe. Die Beschuldigte habe D._____ zu-

nächst aufgefordert, das Auto von B._____ auf den Parkplatz suchen zu gehen. 

Später habe sie D._____ aufgefordert, B._____ für Geld oder Frauen zu verprü-

geln. Anschliessend habe die Beschuldigte D._____ Fr. 1'000.– angeboten, wenn 

er B._____ mit einem langen Messer durch mehrere Stiche töten würde. Die Be-

schuldigte habe zu D._____ gesagt, dass B._____ sie schlecht behandeln und er 

sie schlagen und betrügen würde. Ferner habe die Beschuldigte D._____ auch 

darüber informiert, dass B._____ jeweils am Freitag- und Samstagabend als Taxi-

fahrer tätig sei und, dass D._____ als vermeintlicher Taxigast zwecks Tatausfüh-

- 32 - 

 

rung B._____ kontaktieren sollte. Dabei solle D._____ jedoch Handschuhe tra-

gen, um Spuren zu vermeiden. D._____ habe zur Beschuldigten allerdings ge-

sagt, dass er den Auftrag nicht annehmen werde, er jedoch jemand anders su-

chen werde. Er habe aber nicht vorgehabt, jemand anders zu suchen, sondern 

habe direkt zur Polizei gehen wollen, was er schliesslich an jenem Abend auch 

gemacht hat. Die Beschuldigte sei mit dem Vorschlag einverstanden gewesen, 

dass D._____ jemand anders suchen werde. Am Ende des Gesprächs habe 

D._____ der Beschuldigten seine Nummer gegeben und die Beschuldigte habe 

ihn mit unterdrückter Nummer zurückgerufen. 

Diese Darstellung stimmt mit der in den Akten befindlichen Video- bzw. 

Tonaufzeichnung überein, was eine weitere Zugabe für die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen von D._____ darstellt (vgl. Ziff. III.4.1): Am Anfang des Videos hört man 

die Beschuldigte, die sagt: "Now you can see. Can you see here, if he go out?". 

Das weitere Gespräch zwischen der Beschuldigten und D._____ könnte man so 

interpretieren, dass es um die Frage geht, ob D._____ B._____ gegen Entgelt am 

Arbeitsplatz beschatten möchte: "You want to meet like that? You look what time 

he go out" (Zeit: 02.00), "I give you hundert francs every month if you look" 

(Zeit: 02.32), "It's difficult, he always make parking there or at the other side" 

(Zeit: 03.03), "If you want, then I make to you hundert francs every month. It's not 

that far away, It's only walking distance" (Zeit 03.19). Erst als D._____ die Be-

schuldigte fragt, was er für Fr. 100.– machen müsste, schlagen oder was ("What I 

do for hundert francs? Hit or what?") und die Beschuldigte hierauf antwortet, dass 

D._____ B._____ spitalreif schlagen sollte (If you want, I give you to [oder] two 

hundert francs, but you make broken her face. Ja… Not only, nothing. You make 

box until he goes to the hospital. I give you to [oder] two 500. If you want." [Zeit: 

03.39]), wird klar, dass es nicht nur um die Beschattung von B._____ geht. 

D._____ sagt hierauf, dass er sich nicht sicher sei und er einen Freund fragen 

werde ("I have another, I help you, I don't know. […]"). Die Beschuldigte insistiert 

jedoch und sagt, dass D._____ dies einfach niemanden sagen dürfe, auch nicht 

G._____ ("Ah, but… nobodys know. You make that. It's not problem. You only 

must be quiet. You never still… I make… I give to you cash 500 swiss francs… 

But you never tell other prson, even G._____"). Als D._____ aber weiter zögert, 

- 33 - 

 

ist die Beschuldigte einverstanden, dass D._____ einen Freund fragen wird: "If 

you want. If you have friend, you tell your friend, and then I give. But you never tell 

G._____. G._____ is, you know, very big mouth, you know. […] Is he big man? 

Because my man is big, you know. 1.91" (Zeit: 05.33 bis 06.15). D._____ antwor-

tet darauf, dass dies kein Problem sei, er werde seinem Freund helfen ("No prob-

lem. I help my friend"). D._____ erklärt der Beschuldigten dann, dass er nach Zü-

rich gehen und jemanden fragen werde ("I go Zurich and ask somebody"). Die 

Beschuldigte mahnt D._____ jedoch, dass er seinen Freund nicht per Telefon an-

fragen sollte und stellte gleichzeitig in Aussicht, dass sie den Freund von D._____ 

bezahlen werde, wenn es fertig sei ("Not in telefon. No, no. Controll. That's be-

cause I never give my phone number. When you have a friend, tell me. But you 

never speak I'm the wife. […] Tell me if you want to make box, I give you to [oder] 

two 500 swiss francs. You ask, if you have friend. But not tell, I tell. Tell your 

friend, I give the money, when it's finished. When he make box, then I give the 

money"). Im weiteren Gespräch erklärt die Beschuldigte, dass sie im Auto von 

B._____ Kokain platzieren möchte, sie aber nicht wisse, wo sie Kokain kaufen 

kann ("Cocain, you know. The drugs, I can put in the car of my husbund. But I 

don't know where I can buy…"). Des Weiteren teilt die Beschuldigte D._____ mit, 

dass B._____ sie schlecht behandle und sie schlagen würde ("I like, if somebodys 

make box. I don't care. He make shit with me and box with me, you know. My 

husband make box with me […] I'm in the hospital"). D._____ erklärt der Beschul-

digten dann, dass er einen Freund fragen werde und er fragt sie zugleich, ob er 

oder der Freund die Tat mit einem Messer ausführen sollte ("I ask my friend, knife 

or what?" [Zeit: 08.38]). Die Beschuldigte antwortet darauf, dass es besser sei, mit 

einem Messer. Sie würde Fr. 1'000.– geben, wenn D._____ nicht nur einmal, 

sondern zwei- oder dreimal zustechen würde ("Yes, knife or box. It's better knife, I 

give one thousend, if you make with the knife. Two, three times. Not only one time 

[…] You bring the long knife" [Zeit: 09.00 bis Zeit: 10.50]). D._____ sagt dann zur 

Beschuldigten, dass er B._____ so umbringen werde ("I would kill him"), worauf 

die Beschuldigte antwortet, dass ihr das gefalle ("I like"). Aus dem weiteren Ge-

spräch zwischen der Beschuldigten und D._____ kann man entnehmen, dass 

D._____ der Beschuldigten seine Nummer gibt, worauf die Beschuldigte ihn zu-

- 34 - 

 

rückruft. Dass diese Anrufe getätigt wurden, hat man auch aus den Anruferlisten 

der Beschuldigten und von D._____ entnehmen können (D1/2/2). Im weiteren 

Gespräch erklärt die Beschuldigte D._____, wie er die Tat ausführen könnte und 

zwar, dass D._____ B._____ als Taxigast kontaktieren könnte und er die Tat im 

Auto ausführen könnte: "Because my husband goes out Friday and makes taxi 

and then you can call: I like taxi. […] My husband working also taxi. Friday eve-

ning and Saturday evening. If you want, you can call my husband, if you are ready 

together with your friend, you speak I'm ready and then I give you the telefon 

number of my husband and then or we make call together and then you speak 

you need taxi. You speak arabic? […] Yes, in seinem car" (Zeit: 12.28). Auch 

weist die Beschuldigte D._____ daraufhin, dass er eine Maske und Handschuhe 

tragen sollte, damit er keine Spuren hinterlasse: "But be careful, your hair. It not 

must be in the car. It must be closed, you know. And wear gloves, Handschuhe, 

yes" (Zeit: 13.00). Am Schluss des Gespräches fasst die Beschuldigte ihr Angebot 

zusammen und erklärt D._____, dass er mit seinem Freund auch 50:50 machen 

könnte. Sie würde D._____ Fr. 500.– und seinem Freund Fr. 500.– geben, wenn 

sie es mit einem Messer tun würden: "If you want tell me, maybe you half half with 

your friend: 500 for you and 500 for your friend. And then I give you the money, if 

you do with the knife. It's not my problem, if you make. But please not tell with 

other person (Zeit: 13.00)".  

Einerseits muss hier erwähnt werden, dass weder die Beschuldigte noch 

D._____ der englischen Sprache besonders mächtig sind, andererseits geht aus 

dem Gesamtkontext klar heraus, um was sich das Gespräch gehandelt hat: Die 

Beschuldigte hat D._____ aufgefordert, B._____ gegen Entgelt mit einem langen 

Messer durch mehrere Stiche zu töten. Es stimmt, wie der Verteidiger der Be-

schuldigten ausführte, dass die Beschuldigte das Wort töten nie erwähnt hat. 

D._____ hat aber zur Beschuldigten gesagt, dass er B._____ töten würde, wenn 

er ein Messer verwenden werde. Die Beschuldigte hat hierauf mit " I like" geant-

wortet. Auch ist dem Verteidiger der Beschuldigten insoweit zuzustimmen, dass 

die Beschuldigte mit dem Vorschlag einverstanden gewesen war, dass D._____ 

einen Freund suchen werde, der den Auftrag erfüllen werde (vgl. act. D1/40). 

Dennoch wird aus dem Gespräch ersichtlich, dass die Beschuldigte nicht nur den 

- 35 - 

 

Freund beauftragen wollte, sondern auch D._____, da sie z.B. am Schluss er-

wähnte, dass D._____ den Erlös mit seinem Freund hälftig teilen könnte. Auch als 

die Beschuldigte das Geld für die Tat in Aussicht gestellt hat, führte sie z.B. unge-

nau aus: "I give you to (oder) two 500 francs". Entweder wollte die Beschuldigte 

nur D._____ bezahlen oder sie wollte D._____ und seinen Freund für die Tat ent-

lohnen. Beides spricht jedoch dafür, dass die Beschuldigte auch D._____ beauf-

tragen wollte. Zudem hat die Beschuldigte D._____ direkte Anweisungen gege-

ben, wie er die Tat ausführen könnte: D._____ sollte B._____ als vermeintlicher 

Taxigast kontaktieren und Maske und Handschuhe tragen. Ferner hat die Be-

schuldigte D._____ gefragt, ob er Arabisch spreche, denn B._____ spreche Ara-

bisch. Wollte die Beschuldigte nur einen Freund von D._____ beauftragen, dann 

wäre es ohne Belang gewesen, ob D._____ arabisch spricht. 

Der Verteidiger der Beschuldigten monierte zudem, dass die Aussagen von 

D._____ überhaupt nicht glaubhaft sind: D._____ habe die Aussagen hinsichtlich 

der Beziehung der Beschuldigten zu G._____ erfunden (act. D1/40). So habe 

D._____ behauptet, die Beschuldigte habe G._____ mehrmals im Asylheim be-

sucht. Die Beschuldigte hingegen habe ausgeführt, dass sie G._____ kenne, er 

sei der Ex-Freund einer Kollegin. Die Beschuldigte wisse jedoch nicht wo 

G._____ wohne. G._____ führte seinerseits aus, dass er die Beschuldigte vor ca. 

zwei Jahren bei Philippinern gesehen habe. Daraus kann somit – laut dem Vertei-

diger der Beschuldigten – erstellt werden, dass D._____ gelogen habe, weil die 

Beschuldigte in Haft gewesen sei und sie diese Geschichte nicht mit G._____ ha-

be absprechen können. D._____ habe somit die Beschuldigte zuerst angespro-

chen und er habe nun eine Geschichte erfinden müssen, weshalb die Beschuldig-

te ihn angesprochen habe. Hier stellt sich aber die Frage, warum D._____ über-

haupt G._____ erwähnen sollte, wenn – wie der Verteidiger sinngemäss ausführt 

– sich die Beschuldigte und G._____ nicht gut kennen würden? Auch wird aus 

dem Video ersichtlich, dass die Beschuldigte G._____ erwähnt hat und D._____ 

mehrmals aufgefordert hat, G._____ von dieser Geschichte nichts zu erzählen. 

Des Weiteren hat die Beschuldigte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 26. Januar 2017 geäussert, sie kenne keinen G._____ 

(act. D1/5/4). Erst als sie mit den Aussagen von G._____ konfrontiert wurde, be-

- 36 - 

 

stätigte sie die Aussage von G._____, wonach sie sich bei Philippinern zuhause 

gesehen hätten (act. D1/5/3/4). Ob nun D._____ oder die Beschuldigte hinsicht-

lich der Beziehung gelogen haben, ist für die Erstellung des Sachverhaltes nicht 

relevant, da G._____ überhaupt keine Rolle im vorliegenden Sachverhalt spielt. 

12.3 Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschuldigten 

Die Aussagen der Beschuldigten decken sich nicht mit den Aussagen von 

D._____, sind weniger konstant und widerspruchsfrei.  

Die Beschuldigte hat stets ausgeführt, dass D._____ sie zuerst angespro-

chen und sie eine "Kleine Schöne" genannt habe, wobei er ihr einen Klapps auf 

den Hintern gegeben habe. Die Beschuldigte habe D._____ aufgefordert, aufzu-

hören, jedoch sei D._____ ihr weiter hinterher gelaufen. Die Beschuldigte habe 

aber weder die Polizei avisiert noch habe sie B._____ am Abend davon erzählt. 

Zudem führte die Beschuldigte einerseits aus, dass D._____ B._____ habe um-

bringen wollen. D._____ habe von Geld und Drogen gesprochen, nicht sie. Ande-

rerseits erzählte die Beschuldigte aber, dass D._____ sie gezwungen habe, die 

Aussagen, die im Video zu hören sind, zu sagen.  

Dass D._____ zuerst die Beschuldigte sexuell belästigt haben soll, ihr aber 

später angeboten haben soll, ihren Ehemann umzubringen, ist nicht nachvollzieh-

bar. Er ist lebensfremd, eine wildfremde Person anzusprechen und ihr anzubie-

ten, ihren Ehepartner umzubringen, nachdem man sie sexuell belästigt hat. Auch 

stellt sich hier die Frage, weshalb D._____ überhaupt ein solches Angebot ma-

chen sollte. D._____ kennt weder die Beschuldigte noch B._____ persönlich und 

wusste somit nicht von den Eheproblemen. Weiter stellt hier die Frage, weshalb 

die Beschuldigte nicht jemanden um Hilfe gebeten oder sich von D._____ entfernt 

hat, wenn sie sich belästigt gefühlt haben sollte. Fraglich ist auch, weshalb die 

Beschuldigte einen verpassten Anruf von D._____ auf ihrem Mobiltelefon hat, 

seine Nummer gespeichert hat und ihn angerufen hat, wenn sie sich von D._____ 

gestört gefühlt hatte. Eine solche Darstellung spricht nicht für ein tatsächliches Er-

leben, sondern ist als Schutzbehauptung zu interpretieren.  

- 37 - 

 

Des Weiteren liegen – wie bereits erwähnt – auch widersprüchliche Aussa-

gen der Beschuldigten vor: Laut der Beschuldigten habe D._____ B._____ um-

bringen wollen. Als der Beschuldigten aber anlässlich der Einvernahmen erklärt 

wurde, dass D._____ das Gespräch zwischen ihm und ihr aufgenommen habe, 

erwiderte die Beschuldigte, dass D._____ sie gezwungen habe, zu sagen, dass 

sie ihren Ehemann umbringen lassen möchte. Hier blendet die Beschuldigte ihr 

eigenes Verhalten vollkommen aus und schiebt die ganze Verantwortung 

D._____ zu. Aus dem Video wird klar ersichtlich, dass die Beschuldigte das An-

gebot gemacht hat, B._____ zu töten und nicht D._____. Auch entsteht nicht der 

Eindruck, dass D._____ sie zu diesen Aussagen zwang, denn die Gesprächslei-

tung hatte die Beschuldigte inne und auf dem Video wirkte die Beschuldigte ge-

lassen und bestimmt im Ansatz verängstigt. Auch stellt sich in diesem Zusam-

menhang die Frage, weshalb die Beschuldigte Fotos vom Auto samt Autonum-

mernschild von B._____ auf ihrem Mobiltelefon gespeichert hat. Dass D._____ 

sie zu diesen Aussagen zwang, ist daher ebenfalls als eine Schutzbehauptung zu 

qualifizieren. 

Zum eigentlichen Tatgeschehen hat die Beschuldigte nicht viele Aussagen 

gemacht. Oftmals hat sie angefangen zu weinen oder auf die Vorhalte mit "So et-

was mache ich nicht" geantwortet und sich so der Befragung gewissermassen 

entzogen. Auch anlässlich der Hauptverhandlung musste die Befragung der Be-

schuldigten zur Sache abgebrochen werden, weil die Beschuldigte in Tränen aus-

brach und keine Antworten mehr gab. Hier stellte sich die Frage, ob sich die Be-

schuldigte aufgrund der erdrückenden Beweislage überfordert fühlte und auf die-

se Weise eine weitere Befragung verunmöglichte oder ob sie tatsächlich nichts 

zum Tatgeschehen sagen konnte. Dies kann letztlich jedoch offen gelassen wer-

den, denn insgesamt sind die Aussagen der Beschuldigten unglaubhaft und de-

cken sich nicht mit den in den Akten befindlichen Sachbeweismitteln.  

13. Sachverhaltserstellung und Fazit 

Insgesamt deckt sich somit die Sachverhaltserstellung von D._____ voll-

ständig mit der Aktenlage. Es bestehen keine unüberwindbaren Zweifel, dass sich 

der Sachverhalt in objektiver Hinsicht so zugetragen hat, wie er von der Anklage 

- 38 - 

 

umschrieben wird. Entsprechend ist der Anklagesachverhalt als erstellt zu erach-

ten und der nachfolgenden rechtlichen Würdigung zu Grunde zu legen. 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Vorbemerkung 

Die Anklägerin würdigt das Verhalten der Beschuldigten in rechtlicher Hin-

sicht als versuchte Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB (act. D1/22). 

Diese rechtliche Qualifikation blieb vom Verteidiger der Beschuldigten be-

stritten, insbesondere mangle es am Vorsatz der Beschuldigten (act. 40). 

2. Vorprüfung der versuchten Anstiftung 

2.1 Wer jemanden zu einem Verbrechen zu bestimmen versucht, wird we-

gen Versuchs dieses Verbrechens bestraft (Art. 24 Abs. 2 StGB). Vorliegend hat 

die Beschuldigte D._____ aufgefordert, ihren Ehemann B._____ zu töten. Dass 

es nicht zur Tat kam, ist darauf zurückzuführen, dass D._____ sich weigerte, 

B._____ zu töten, und nicht weil D._____ objektiv untauglich gewesen wäre, die 

Tötung auszuführen. Auch liegt kein untauglicher Versuch vor, da D._____ ge-

mäss eigenen Aussagen davon ausgegangen ist, dass die Beschuldigte ihr An-

gebot ernst gemeint hat und er aufgrund dessen das Gespräch zwischen ihm und 

der Beschuldigten heimlich aufgenommen hat (act. D1/7/1). Somit handelt es sich 

um eine vollendet versuchte (erfolglose, aber taugliche) Anstiftung zu einem Tö-

tungsdelikt.  

2.2 Versuchte Anstiftung ist gemäss Art. 24 Abs. 2 StGB nur strafbar, wenn 

es sich bei der Haupttat um ein Verbrechen i.S.v. Art. 10 StGB handelt. Bei der 

vorsätzlichen Tötung nach Art. 111 StGB handelt es sich gemäss Art. 10 Abs. 2 

StGB um ein Verbrechen. Die versuchte Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung ist 

somit strafbar. 

- 39 - 

 

3. Subjektiver Tatbestand 

In einem weiteren Schrift ist zu prüfen, ob die Beschuldigte einerseits 

D._____ vorsätzlich habe zu bestimmen versucht, B._____ zu töten und, ob sie 

die Tötung von B._____ gewollt habe. 

3.1 Vorsatz hinsichtlich der Anstiftungshandlung 

Der Verteidiger der Beschuldigten monierte insbesondere, dass vorliegend 

eine Kettenanstiftung vorliege und dies gerade nicht strafbar sei (act. D1/40). Die 

Beschuldigte habe nicht D._____ anstiften wollen, sondern einen Freund von 

D._____. Um Wiederholungen zu vermeiden kann hierfür auf die Ausführungen 

unter Ziff. III.12.2 verwiesen werden: Aus dem aufgenommen Gespräch zwischen 

der Beschuldigten und D._____ wird klar ersichtlich, dass die Beschuldigte ver-

sucht hat D._____, anzustiften. So hat sie D._____ Geld in Aussicht gestellt und 

ihm konkrete Anweisungen gebegeben wie er die Tat ausführen sollte. Die Be-

schuldigte wollte, dass D._____ ihren Tatentschluss – B._____ umzubringen – 

verwirklicht: Die Beschuldigte hat somit einen direkten Vorsatz bezüglich das Her-

vorrufen des Tatentschlusses bei D._____.  

3.2 Vorsatz hinsichtlich der Haupttat 

Die Beurteilung, inwiefern auf Basis eines erstellten Sachverhalts ein Vor-

satz für eine versuchte Anstiftung zur vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 

StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB erstellt werden kann, stellt eine 

Rechtsfrage dar (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3.; BGE 135 IV 152 E. 2.3.2.). Für eine 

Verurteilung nach Art. 111 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB wird Vor-

satz des Täters gefordert. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen 

oder Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Nach der-

selben Bestimmung handelt bereits vorsätzlich, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt. Der eventualvorsätzlich handelnde Täter nimmt 

den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet 

sich mit ihm ab, mag er ihm auch unerwünscht sein. Dass er den Erfolg "billigt", 

ist nicht erforderlich (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3.; BGE 133 IV 9 E. 4.1., mit Hinwei-

- 40 - 

 

sen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf ge-

nommen hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldig-

ten aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Tä-

ter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfalts-

pflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. Je 

grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer 

die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter 

habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2.; 

BGE 134 IV 26 E. 3.2.2.; 133 IV 9 E. 4.1.). Das Gericht darf vom Wissen des Tä-

ters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so 

wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, 

vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann 

(BGE 137 IV 1 E. 4.2.3.; BGE 133 IV 222 E. 5.3., je mit Hinweisen). Je grösser 

die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die 

Rechtsgutsverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter ha-

be die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2.; 

BGE 133 IV 222 E. 5.3.). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn 

der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahr-

scheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des 

Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlos-

sen werden (BGE 133 IV 9 E. 4.1.; BGE 131 IV 1 E. 2.2., je mit Hinweisen). Ent-

scheidend ist somit, was für Folgen die Beschuldigte aufgrund ihrer Anstiftungs-

handlung für möglich gehalten und in Kauf genommen hat.  

Die Beschuldigte bestritt, dass sie ihren Ehemann umbringen lassen wollte. 

Der Verteidiger der Beschuldigten monierte auch, dass das Wort "kill" bzw. "töten" 

im Gespräch zwischen der Beschuldigten und D._____ nie gefallen ist (act. 

D1/40).  

Aus dem Gespräch der Beschuldigten und D._____ kann entnommen wer-

den, dass man womöglich am Anfang davon gesprochen hat, dass D._____ 

B._____ gegen Entgelt beschatten soll ("You look what time he go out", "I give 

you hundert francs every month if you look", "It's difficult, he always make parking 

- 41 - 

 

there or at the other side", etc.). Danach hat die Beschuldigte ihr Angebot ausge-

weitet, indem sie ausführte: "If you want, I give you to (oder) two hundert francs, 

but you make broken her face […] You make box until he goes to the hospital". 

Später antwortete die Beschuldigte auf die Frage von D._____ "Knife or what": 

"Yes, knife or box. It's better knife. I give one thousend" […] I give one thousend, if 

you make with the knife. Two, three times. Not only one time." D._____ hat dazu 

erwidert: "I would kill him", worauf die Beschuldigte geantwortet hat (Zeit: 09.17): 

"Yes, I like". Später als die Beschuldigte wiederholt ausgeführt hat, dass D._____ 

nicht nur einmal, sondern zwei- oder dreimal zustechen sollte, fügte sie noch hin-

zu: "You bring the long knife". 

Es stimmt, dass die Beschuldigte das Wort "kill" nie ausgesprochen hat, je-

doch wird aus dem Gespräch klar ersichtlich, dass die Beschuldigte B._____ um-

bringen lassen wollte, indem sie auf die Bemerkung von D._____ "I would kill him" 

mit "Yes, I like" reagierte. Auch hat die Beschuldigte während des Gespräches 

mehrfach wiederholt, dass D._____ mehrmals zustechen und ein langes Messer 

dafür benützen sollte.  

Das Bundesgericht hat sich mehrfach mit dem subjektiven Tatbestand bei 

Messerstechereien befasst und jeweils gar die Voraussehbarkeit des Todesfolge 

bei Messerstichen anerkannt. Insbesondere hat es festgehalten, dass das Wissen 

um das Vorhandensein von wichtigen Organen und Blutgefässen im Oberkörper 

als allgemein bekannt vorausgesetzt werden könne und es hat verschiedentlich 

darauf hingewiesen, dass es keiner besonderen Intelligenz bedürfe, um zu erken-

nen dass ungezielte Messerstiche im Oberkörper eines Menschen den Tod zur 

Folge haben können. So entspreche es der allgemeinen Lebenserfahrung, dass 

Messerstiche im Bereich des Oberkörpers zu schwerwiegenden Beeinträchtigun-

gen der körperlichen Integrität führen (statt vieler: BGE 109 IV 6; BGer, Urteil vom 

28. Februar 2011 in 6B_829/2010, E. 3.2). Indem die Beschuldigte D._____ auf-

forderte, ein langes Messer zu benützen und er nicht nur einmal, sondern zwei- 

bis dreimal zustechen sollte, kann ohne Weiteres davon ausgegangen werden, 

dass die Beschuldigte die Tötung von B._____ mindestens als möglich hielt und 

- 42 - 

 

die Tötung in Kauf genommen hat. Aufgrund des Wortlautes ist davon auszuge-

hen, dass sie dies sogar ausdrücklich wollte. 

4. Objektiver Tatbestand 

Die Anstiftung blieb im Versuchsstadium (Art. 22 Abs. 1 StGB) stecken. Der 

Beschuldigten gelang, es wie bereits ausgeführt, nicht, bei D._____ einen endgül-

tigen Tatentschluss zu wecken und ihn demgemäss zur Ausführung zu bewegen. 

Dennoch hat sie aber alles nach ihrer Vorstellung Notwendige getan, um D._____ 

zu überzeugen: Sie hat ihm Geld angeboten, hat genaue Instruktionen gegeben, 

wie er die Tat ausführen sollte (Messer und Taxi) und ihm geraten, Handschuhe 

und Maske zu tragen, um Spuren zu vermeiden. Die Beschuldigte hat D._____ 

ein Bild von B._____ und seinem Motorfahrzeug gezeigt und ihm gezeigt, wo 

B._____ arbeitet. Wie aus dem aufgenommenen Gespräch ersichtlich wird, hat 

die Beschuldigte D._____ mehrmals aufgefordert, B._____ umzubringen und hat 

das Geldangebot stets erweitert, um D._____ zu überzeugen. Die Beschuldigte 

hat somit alles getan, was nach ihrem Plan den letzten Schritt auf dem Weg zum 

Erfolg darstellt.  

Dass es bei D._____ keinen entsprechenden Tatentschluss ausgelöst hat, 

ist unbeachtlich. D._____ hatte das Gefühl, dass die Beschuldigte das Angebot 

ernst gemeint hatte. Das war auch der Grund, weshalb er das Gespräch zwischen 

ihm und der Beschuldigten aufgenommen hat.  

5. Rechtswidrigkeit 

Es werden keine Rechtfertigungsgründe ersichtlich; Rechtswidrigkeit ist so-

mit gegeben. 

6. Schuld 

Tatbeständliches Handeln ist nur dann strafbar, wenn es auch schuldhaft ist, 

d.h., wenn es dem Täter persönlich vorgeworfen werden kann ("nulla poena sine 

culpa").  

- 43 - 

 

Das Gutachten vom 20. März 2017 (act. D1/9/5) stellte fest, dass die Be-

schuldigte aus psychiatrischer Sicht mangels einer Störung der Realitätskontrolle 

und -wahrnehmung fähig war, das Unrecht der ihr vorgeworfenen Tat zu erken-

nen. Die Einsichtsfähigkeit war somit bei der Beschuldigten gegeben. Auch der 

Eindruck anlässlich der Hauptverhandlung von der Beschuldigten und die Akten-

lage stützen diese Auffassung, weshalb die Schuldfähigkeit der Beschuldigten zu 

bejahen ist. 

Die Beschuldigte zeigt jedoch aus forensisch-psychiatrischer Sicht eine 

grenzwertige kognitive Leistungsfähigkeit und auffällige Persönlichkeitszüge, wie 

z.B. dramatisierend, expressiv, impulsiv, rasch wechselnd, die allerdings nicht das 

Ausmass einer Persönlichkeitsstörung erreichen, weshalb keine Massnahmen 

anzuordnen sind. Diese auffälligen Persönlichkeitszüge könnten somit einen 

Grund darstellen, weshalb die Beschuldigte oftmals in Tränen ausgebrochen ist, 

als man ihr vorgehalten hat, dass sie ihren Ehemann habe umbringen wollen. 

7. Fazit 

Die Beschuldigte hat sich der versuchten Anstiftung zur vorsätzlichen Tö-

tung strafbar gemacht. 

V. Strafzumessung und Strafe 

1. Allgemeines 

1.1 Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 

berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach 

der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach 

der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters so-

wie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Um-

ständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 

Abs. 2 StGB). 

- 44 - 

 

1.2 Vorliegend ist die Beschuldigte der versuchten Anstiftung zur vorsätzli-

chen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 und Abs. 2 StGB 

schuldig zu sprechen. Versuchte Anstiftung zur Tötung wird wie Tötungsversuch 

bestraft (Art. 24 Abs. 2 StGB). Der ordentliche Strafrahmen beträgt demnach 

Freiheitsstrafe von 5 bis 20 Jahren (Art. 111 StGB). Dieser Strafrahmen soll nach 

der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch beim Vorliegen von Straf-

schärfungs- oder Strafmilderungsgründen nur dann verlassen werden, wenn aus-

sergewöhnliche Umstände vorliegen, welchen ohne Über- bzw. Unterschreiten 

des ordentlichen Rahmens nicht genügend Rechnung getragen werden könnte 

(vgl. BGE 136 IV 55, E. 5.8).  

2. Tatkomponente 

2.1 Objektive Tatschwere 

Zunächst ist die objektive Tatschwere als Ausgangskriterium für die Ver-

schuldensbewertung festzulegen und zu bemessen. Es gilt zu prüfen, wie stark 

das strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Da-

runter fallen etwa das Ausmass des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, 

Zahl der Verletzten, körperliche und psychische Schäden beim Opfer, Sachscha-

den etc.) sowie die Art und Weise des Vorgehens. Von Bedeutung ist auch die 

kriminelle Energie, wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart wird 

(vgl. HANS MATHYS, Zur Technik der Strafzumessung, in: SJZ 100/2004, S. 175). 

Vorliegend spielt zunächst die Intensität eine Rolle, mit welcher die Beschul-

digte auf D._____ eingewirkt hat. Dabei fällt auf, dass die Beschuldigte "sala-

mitaktiartig" ihr Angebot erweiterte bzw. spontan gedanklich weiterentwickelte von 

dem Schlagen des Ehemannes, über Drogen im Auto deponieren und einem 

Messerangriff bis hin zu zwei- bis dreimaligem Zustechen mit zwei Angreifern mit 

einem langen Messer. Die Beschuldigte hatte sich offensichtlich auch Gedanken 

darüber gemacht, wie der Angriff auf B._____ stattfinden sollte (als Taxifahrer an-

fordern) und welche Sicherungsmassnahmen ergriffen werden sollten (Hand-

schuhe und Maske tragen, zwei starke Männer). Auch hat die Beschuldigte 

D._____ mit unterdrückter Nummer angerufen. Aus dem Gespräch zwischen ihr 

- 45 - 

 

und D._____ kann entnommen werden, dass sie dies bewusst getan hat: "Not in 

Telefon. No, no. Controll. That's because I never give my phone number […]" (act. 

D1/8/3). Die Beschuldigte hat ihr Angebot zielstrebig vergeben wollen, auch wenn 

es bei D._____ keinen entsprechenden Tatentschluss auslöste. Auch sprach die 

Beschuldigte von sich aus und aktiv einen ihr fremden Mann aus dem Asylheim 

an. Ob sie gezielt einen Asylanten ansprechen wollte, also einen Menschen, der 

keinen sicheren Platz in der Gesellschaft hat, aber vermutlich Geld gebrauchen 

kann, erscheint möglich, aber in Anbetracht der grenzwertigen kognitiven Leis-

tungsfähigkeit der Beschuldigten als fraglich. Dennoch ist festzuhalten, dass die 

Beschuldigte für die Tötung ihres Ehemannes lediglich Fr. 1'000.– in Aussicht 

stellte. Sie hat D._____ weder das Geld gegeben noch hat sie ihm die Nummer 

von B._____ oder ihm Handschuhe oder Maske gegeben. Sowohl bezüglich De-

liktserlös als auch bezüglich der Anstiftungstat an sich lassen sich zahlreiche 

schwerere Tathandlungen vorstellen, weshalb die objektive Tatschwere insge-

samt als sehr leicht erscheint.  

2.2 Subjektive Tatschwere 

In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des subjektiven Verschuldens 

vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tat-

schwere tatsächlich anzurechnen ist. Dazu gehören etwa die Frage der Schuldfä-

higkeit sowie das Motiv, wobei beispielsweise egoistische bzw. verwerfliche Be-

weggründe oder das Handeln aus eigenem Antrieb verschuldenserhöhend wir-

ken. Von Bedeutung ist sodann, was der Täter gewollt bzw. in Kauf genommen 

hat. Ferner sind die weiteren subjektiven Verschuldenskomponenten (beispiels-

weise einige in Art. 48 StGB genannt) zu berücksichtigen (vgl. MATHYS, a.a.O., 

S. 175). 

In subjektiver Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass die Beschuldigte mit 

direkten Vorsatz handelte. Der Auslöser für die vorgeworfene Handlung lässt sich 

nicht genau eruieren. Das Gutachten vom 20. März 2017 führt aus, sich die Be-

schuldigte mit einem konservativ-patriarchal geprägten Wertesystem über den 

Ehestatus bzw. den Ehemann definiert. So glaube die Beschuldigte daran, dass 

ein Ehepaar in guten wie in schlechten Tagen zusammenbleiben muss. Wenn 

- 46 - 

 

dieses identitätsbildende Element bedroht wird, kann es zu einer existenziellen 

Selbstwertkrise führen, die unbedingt abgewendet werden muss. Sollte der sub-

jektiv erlebte Leidensdruck dennoch weiter steigen, kann es zu einer Überforde-

rung mit kurzschlüssiger Reaktion kommen (act. D1/9/5, S. 49). Die Beschuldigte 

hat anlässlich der Hauptverhandlung geschildert, dass es an jenem Tag Streit 

zwischen ihr und B._____ gegeben habe. B._____ habe sie schlecht behandelt 

und sie habe geweint. B._____ habe ihr dann später auch eine SMS geschrieben, 

worin er die Scheidung verlangt habe. B._____ habe ihr jedoch nicht das erste 

Mal mit einer Scheidung gedroht. Dennoch kann davon ausgegangen werden, 

dass es die Beschuldigte leid war, unter der Distanzierung und Diffamierung ihres 

Ehemannes zu leiden. So ist die Beschuldigte auch der Meinung, dass B._____ 

sie nur wegen der Schweizer Papiere geheiratet habe und er sie seit mehreren 

Jahren betrüge. Dass sie mit einem solchen Verhalten nicht klar kommt, lässt sich 

auch aus dem nachstellenden Verhalten gegenüber einer potenziellen Rivalin 

(vgl. act. D2) und gegenüber ihren Ehemann selbst entnehmen. Vermutlich hat 

die Beschuldigte somit an jenem Tag keinen Ausweg mehr gefunden und die Tö-

tung ihres Ehemanns als eine Lösung für ihr Leiden angesehen. Die Beschuldigte 

erwähnte an jenem Abend gegenüber D._____ mehrmals, dass B._____ sie 

schlecht behandle, weshalb ein solcher Grund für die Tat nicht von der Hand zu 

weisen ist. Die Tat erscheint dadurch zwar nicht entschuldbar, jedoch ist die Tat 

zumindest im Ansatz aufgrund der histrionischen Persönlichkeitszüge der Be-

schuldigten nachvollziehbar, was zugunsten der Beschuldigten zu werten ist. In 

Anbetracht dessen bleibt die Einschätzung des Tatverschuldens als sehr leicht. 

2.3 Zusammenfassend ist von einen sehr leichten Tatverschulden auszu-

gehen, was in etwa einer hypothetischen Strafe von fünf Jahren entspricht. 

3. Strafmilderung 

3.1 Gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht die Strafe bei Versuch 

mildern. Das Ausmass der Strafreduktion hängt dabei von der Nähe des tatbe-

standsmässigen Erfolgs und von der Schwere der tatsächlichen Folgen der Tat 

ab. Die Reduktion der Strafe wird umso geringer sein, je näher der tatbestands-

mässige Erfolg und je schwerwiegender die Folgen der tatsächlichen Tat waren 

- 47 - 

 

(BSK-StGB, Art. 48a N 24, m.w.H.). Gemäss Rechtsprechung ist die tat- und tä-

terangemessene Strafe grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens 

festzusetzen (BGE 136 IV 55). Der ordentliche Strafrahmen ist nur zu verlassen, 

wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat an-

gedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint. Die Frage einer 

Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschie-

dene verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zusammentreffen, die einen 

objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren, so dass eine Strafe inner-

halb des ordentlichen Strafrahmens dem Rechtsempfinden widerspräche 

(BGE 136 IV 55, S. 63).  

3.2 Wie bereits erwähnt, wird versuchte Anstiftung zur Tötung wie Tö-

tungsversuch bestraft. Dahinter steckt der Gedanke, dass wer alles unternommen 

hat, um die Tötung über einen anderen herbeiführen zu lassen, sich als ebenso 

gefährlich offenbart, wie derjenige, der selbst zum Tötungsversuch schreitet. Im 

Rahmen der Strafzumessung besteht indes Raum, verschieden schwer wiegen-

den Anstiftungsversuchen Rechnung zu tragen. So macht es laut Bundesgericht 

einen Unterschied, ob bereits die Anstiftung selbst scheitert, der Anstifter also 

nicht einmal den Tatentschluss im Täter zu wecken vermag (sog. erfolglose An-

stiftung), oder ob der Täter vom Anstifter überzeugt wird und er sich entscheidet, 

zur Tat zu schreiten, dann jedoch von der Tatausführung abgehalten wird (vgl. 

STRATENWERTH GÜNTER/WOHLERS WOLFANG, Schweizerisches Strafgesetzbuch – 

Handkommentar, Bern 2013, 3. Auflage, Art. 24 N 10). Sowohl bei objektiver Be-

trachtung der Gefährlichkeit als auch aus der subjektiven Sicht des Opfers ist der 

erste Fall der sog. erfolglosen Anstiftung weniger gravierend als der zweite, weil 

der Taterfolg im ersten Fall noch bedeutend ferner ist. Der tatbestandsmässige 

Erfolg der Anstiftung besteht zwar im Wecken des Tatentschlusses und nicht im 

Erfolg der Tat, doch ist der Rechtsprechung bei der Strafzumessung für versuchte 

Delikte nicht nur auf die Nähe des tatbestandsmässigen Erfolgs, sondern auch 

auf die tatsächlichen Folgen der Tat abzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 

6. Juni 2007, 6S.44/2007, m.w.H.). 

- 48 - 

 

3.3 Vorliegend scheiterte die Anstiftung selbst. Die Beschuldigte hat nicht 

einmal den Tatentschluss bei D._____ zu wecken vermocht. D.