# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f08f74c-b6b9-587c-962f-5a470f82b22c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.01.2021 IV 2018/306
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-306_2021-01-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/306

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2021

Entscheiddatum: 25.01.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 25.01.2021
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des Gutachtens. Das bidisziplinäre 
Gutachten ist gestützt auf die Aktenlage nachvollziehbar und überzeugend, 
weshalb darauf abzustellen ist. Insbesondere ist der Beschwerdeführerin zur 
Schmerztherapie die Einstellung einer Basismedikation zumutbar. In der 
Folge ist ein befristeter Rentenanspruch zu bejahen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Januar 2021, IV 
2018/306).

Entscheid vom 25. Januar 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Karin Huber-

Studerus und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2018/306

Parteien

A.___

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Postgasse 5, Postfach 248, 

9620 Lichtensteig,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 16. Februar 2015 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 3). Prof. Dr. med. B.___, Facharzt für Neurochirurgie FMH, hielt im Rahmen 

seiner Verlaufskonsultationen über das Jahr 2015 an der Diagnose einer 

Spondylolisthesis vera L5/S1 mit Wurzelkompression und Radikulopathie L5 rechts, bei 

einem Zustand nach Dekompression und Spondylodese L5/S1 2014, fest (IV-act. 39-4 

bis 14). Im Bericht vom 9. März 2016 zu Handen der IV-Stelle befand er die Versicherte 

in der angestammten Tätigkeit zu 20% arbeitsfähig (IV-act. 39-2 f.). Hausarzt Dr. med. 

C.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Pneumologie FMH, hielt zudem 

im Arztbericht vom 31. März 2016 als weitere Diagnosen einen Status nach toxisch 

getriggertem Asthma bronchiale nach Chlorgasunfall am 16. Juni 2011 bei schwerer 

bronchialer Hyperreagibilität, einen Status nach Nikotinabusus sowie eine Polyallergie 

fest. Aus medizinisch/pneumologischer Sicht sei die Versicherte in körperlich nicht 

belastenden Arbeiten normal arbeitsfähig, jedoch mit Verweis auf die Berichte von 

Prof. B.___ (IV-act. 43).

A.a. 

Nach einer Operation der Beschwerdeführerin am Fuss mit Bandrekonstruktion 

und valgisierender Kalkaneusosteotomie rechts vom 23. Mai 2016 (vgl. IV-act. 60, 73) 

wurden am 20. Februar 2017 die störenden Schrauben in der Ferse wieder entfernt (IV-

act. 88-3, vgl. auch IV-act. 79-1).

A.b. 

Am 8. Dezember 2017 wurde die Versicherte durch Gutachter der Neuroinstitut St. 

Gallen GmbH, IME - Interdisziplinäre Medizinische Expertisen, in orthopädischer und 

psychiatrischer Hinsicht begutachtet. Während der orthopädische Gutachter eine 

A.c. 

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B.  

Arbeitsunfähigkeit von 10% attestierte, befand der psychiatrische Gutachter die 

Versicherte als in seinem Gebiet zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 105-49, 105-103, IME-

Gutachten vom 5. Januar 2018).

Mit Verfügung vom 23. April 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der 

Versicherten um berufliche Massnahmen ab. Da keine gesundheitsbedingten 

Einschränkungen bei der Stellensuche bestünden, bestehe kein Anspruch auf aktive 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 113, 115).

A.d. 

Im Vorbescheid vom 5. Juni 2018 sah die IV-Stelle vor, das Gesuch um 

Invalidenrente abzuweisen. Dabei ging sie im Erwerb, den die Versicherte zu 80% 

ausgeübt hatte, von einem Teilinvaliditätsgrad von 8% und im Haushaltsbereich von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 120). Am 20. Juli 2018 verfügte sie im Sinne 

des Vorbescheids eine Rentenabweisung (IV-act. 122).

A.e. 

Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde von Rechtsanwalt 

lic. iur M. Roos im Namen der Versicherten vom 13. September 2018 mit dem Antrag 

auf deren Aufhebung und auf Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab 16. Februar 

2014. Hinsichtlich der Schmerzen der Beschwerdeführerin und ihrer Nierenfunktion sei 

ein medizinisches Gutachten einzufordern und die Arbeitsfähigkeit abzuklären. Zudem 

sei der Beschwerdeführerin bei der Berechnung ihres Invaliditätsgrads ein 

Leidensabzug zu gewähren und es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur 

Begründung führt der Rechtsvertreter aus, dass der orthopädische Gutachter unter 

anderem unberücksichtigt gelassen habe, dass die Beschwerdeführerin durch eine 

medikamentöse Basistherapie eine Niereninsuffizienz riskieren würde, weshalb eine 

solche nicht zumutbar sei. Zudem weise das orthopädische Teilgutachten mehrere 

wesentliche Fehler auf, weshalb der rechtserhebliche Sachverhalt weder richtig noch 

vollständig abgeklärt worden und eine erneute medizinische Begutachtung notwendig 

sei. Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin zu Unrecht darauf verzichtet, beim 

Valideneinkommen auf Tabellenlöhne abzustellen und einen sog. Leidensabzug 

vorzunehmen (act. G 1). Ebenfalls mit Eingabe vom 13. September 2018 begründet der 

B.a. 

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Erwägungen

1.  

Rechtsvertreter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung (act. G 2).

Mit Beschwerdeantwort vom 16. November 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Als Eventualantrag stellt sie das 

Begehren um Einholung eines Gerichtsgutachtens (act. G 4).

B.b. 

In der Replik vom 4. Januar 2019 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest (act. G 7).

B.c. 

Am 8. Januar 2019 wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das 

Verfahren vor dem Versicherungsgericht durch dieses bewilligt (act. G 9).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 11).B.e. 

Vorliegend ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen der 

Invalidenversicherung zu prüfen.

1.1. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäß Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch maßgebenden Invalidität wird gemäß Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmaßnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

1.2. 

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2.  

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu auf Grund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss).

1.3. 

Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung besagt, dass die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden haben, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten 

(vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, N 54 ff. zu Art. 

43). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

1.4. 

Vorab ist somit zu prüfen, ob das vorliegende IME-Gutachten für eine Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit ausreichend ist und darauf abgestellt werden kann.

2.1. 

Im Teil-Gutachten vom 8. Dezember 2017 stellte Prof. Dr. med. D.___, FMH 

Neurologie, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, keine Diagnosen mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien bei der 

Beschwerdeführerin Probleme mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z 59) sowie ein 

chronischer Schmerz (ICD-10 R 52). Es finde sich weder ein mittel- noch langfristig 

beeinträchtigter Gesundheitszustand auf psychiatrischem Fachgebiet, weshalb aus 

psychiatrischer Sicht auch keine Einschränkung der mittel- und langfristigen 

Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter und in adaptierter Tätigkeit seit Antragstellung 

anhaltend ausgesprochen werden könne (IV-act. 105-50).

2.2. 

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Im Rahmen der orthopädischen Begutachtung diagnostizierte Dr. med. E.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie & Traumatologie des Bewegungsapparats FMH, 

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie bei guter Mobilität 

(ICD-10 M54.97) mit verstärkter tieflumbaler Lordose, regelrecht einliegendem Cage 

nach im Jahre 2014 erfolgter Laminektomie L5 mit Dekompression des Foramen 

intervertebrale L5/S1 links sowie der Nervenwurzeln L5 & S1 nebst interkorporeller 

Spondylodese L5/S1 unter Verwendung eines Cages, sowie eine Bewegungs- und 

Belastungseinschränkung im Bereich des rechten OSG nach im Mai 2016 erfolgter 

valgisierender Calcaneusosteotomie nebst lateraler Bandrekonstruktion, Revision der 

Peronealsehnen und medialer Bandnaht (ICD-10 S93.0) mit postoperativ aufgetretener 

Verkürzung der Achillessehne mit resultierendem Streckdefizit des OSG um 30°. Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lägen ein Status nach 1985 erfolgter Arthroskopie 

des rechten Kniegelenks, gegenwärtig ohne Beschwerdevortrag sowie ohne 

Funktionseinschränkung (ICD-10 M25.5) und ein Status nach 2017 erlittener tiefer 

Beinvenenthrombose rechts, gegenwärtig ohne Beschwerdevortrag sowie ohne 

Funktionseinschränkung (ICD-10 I80.28) vor (IV-act. 105-93).

2.3. 

In seiner Beurteilung hielt Dr. E.___ fest, er gehe sowohl mit den von Prof. B.___ 

erhobenen Untersuchungsbefunden, den daraus abgeleiteten diagnostischen 

Feststellungen, der kurativen Versorgung der LWS in Form einer Dekompression des 

Segmentes L5/S1 nebst Cage gestützter Spondylodese, als auch mit der Versorgung 

des rechten OSG durch Dr. med. F.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, uneingeschränkt einig. Indessen könne 

die anhaltende langwährende Arbeitsunfähigkeit nach der am 18. August 2014 

operativen Versorgung der LWS nicht uneingeschränkt nachvollzogen werden, zumal 

die Beschwerdeführerin im Rahmen der aktuellen Anamneseerhebung angebe, bis zu 

eineinhalb Stunden beschwerdearm gehen zu können und regelmässig mit ihrem 

belgischen Schäferhund spazieren zu gehen. Ferner gebe die Beschwerdeführerin an, 

beschwerdearm bis zu zweieinhalb Stunden sitzen zu können. Auf Nachfrage, inwiefern 

die Beschwerdeführerin von ihren Schmerzmedikamenten profitieren würde, habe sie 

angegeben, bei Bedarf auf Arcoxia 60mg zurückzugreifen, was ca. einmal pro Woche 

der Fall sei. Für den Gutachter ergebe sich daraus eine nicht ohne Weiteres 

nachvollziehbare Diskrepanz. Zum einen gebe die Beschwerdeführerin an, hinsichtlich 

ihrer LWS Schmerzen bis zu VAS 9 sowie ihres rechten OSG bis zu VAS 6 zu 

verspüren. Zum anderen greife sie aber gemäss eigenen Angaben lediglich einmal pro 

Woche auf Arcoxia zurück und es sei ihr möglich, beschwerdearm bis zu eineinhalb 

Stunden zu gehen und bis zu zweieinhalb Stunden am Stück zu sitzen. Daraus 

2.4. 

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schliesse er, dass durchaus von einer Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten 

Tätigkeit auszugehen sei (IV-act. 105-96 f.). Auf Grund der klinischen und 

radiologischen Verlaufsuntersuchung hat sich gemäss dem Gutachter hinsichtlich der 

LWS kein Anhalt auf eine Radikulopathie bei regelrecht einliegendem Cage im Bereich 

des Segmentes L5-S1 gezeigt. Hinsichtlich der im Mai 2016 erfolgten valgisierenden 

Calcaneusosteotomie nebst lateraler Bandrekonstruktion, Revision der Peronealsehnen 

und medialer Bandnaht und der im Februar 2017 erfolgten Metallentfernung zeigten 

sich insgesamt reizlose Weichteilverhältnisse bei verkürzter Achillessehne und infolge 

dessen bestehendem Streckdefizit des rechten OSG von 30° mit einhergehender 

Abrollstörung jedoch ohne objektivierbare collaterale Instabilität. Zur Konsistenz befand 

der orthopädische Gutachter, es bestünden keine Hinweise auf etwaige 

Verdeutlichungstendenzen, Aggravation oder gar Simulation. Jedoch sei auf Grund der 

festgestellten Diskrepanzen durchaus von einer Arbeitsfähigkeit in einer optimal 

adaptierten Tätigkeit auszugehen (IV-act. 105-98 f.).

Betreffend Behandlung und Eingliederung befand Dr. E.___ die 

Beschwerdeführerin in Anbetracht der anhaltenden Schmerzsymptomatik hinsichtlich 

ihrer analgetischen Therapie für nicht adäquat versorgt. Hier sei eine regelmässig 

einzunehmende Basismedikation zu empfehlen. Eine von der Beschwerdeführerin nach 

eigenem Ermessen sporadisch eingenommene Bedarfsmedikation sei nicht zielführend 

und entspreche nicht dem WHO-Stufenschema. Um die unter vermehrter Belastung 

anhaltende Schmerzsymptomatik zu lindern, empfehle er daher zunächst die Einleitung 

einer adäquaten Schmerztherapie idealerweise im Rahmen eines stationären Settings 

in einer Einrichtung, in welcher auch eine schmerzdistanzierende Therapie nebst 

Coaching erfolgen könnte. In Bezug auf das rechte OSG empfahl Dr. E.___ nach 

mittlerweile klinischer Ausheilung der Calcaneusosteotomie sowie der collateralen 

Bandinstabilität das Einleiten eines Propriozeptionstrainings zur Steigerung der 

Stabilität und der Mobilität (IV-act. 105-100).

2.5. 

Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, dass unter Einhaltung qualitativer 

Einschränkungen die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als Inhaberin der Firma G.___ als 

auch diejenige als I.___ als adaptiert angesehen werden könnten. Jedoch sei die 

Beschwerdeführerin auch in einer optimal rückenadaptierten Tätigkeit mit 

intermittierender stehender, gehender und sitzender Körperposition nicht mehr 

uneingeschränkt arbeitsfähig. Aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht 

bestehe auch in einer optimal adaptierten Tätigkeit bezogen auf ein volles Pensum eine 

quantitativ limitierte Arbeitsfähigkeit von 90%. Die Einschränkung von 10% ergebe sich 

als Folge der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, der vermehrten Pausen 

2.6. 

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3.  

sowie der reduzierten Arbeitsschnelligkeit. Es sei hierbei auf eine entsprechende 

Hilfsmittelversorgung zu achten (höhenverstellbarer Schreibtisch, Stehhocker, 

Greifzange). Somit bestehe sowohl in der angestammten als auch einer optimal 

adaptierten Tätigkeit bezogen auf ein volles Pensum lediglich noch eine 

Arbeitsfähigkeit von 90% (IV-act. 105-103). Zum Verlauf äusserte sich der Gutachter 

dahingehend, dass die postoperative Rekonvaleszenz nach lumbaler monosegmentaler 

Spondylodese mit längstens zwölf Monaten beschieden werde. In ihrer angestammten 

Tätigkeit als Inhaberin der Firma G.___ erachte er die Beschwerdeführerin daher nach 

der im August 2014 durchgeführten monosegmentalen Spondylodese spätestens ab 

dem 1. September 2015 wieder zu 50% und ab dem 1. November 2015 wieder zu 90% 

arbeitsfähig. Dies gelte bis zu der am 23. Mai 2016 erfolgten rechtsseitigen 

valgisierenden Calcaneusosteotomie nebst lateraler Bandrekonstruktion, der Revision 

der Peronealsehnen und medialen Bandnaht. In Folge der daraufhin anhaltenden 

Beschwerden mit notwendiger Metallentfernung im Februar 2017 und etwa zeitgleich 

aufgetretener rechtsseitiger tiefer Beinvenenthrombose sei nach der am 23. Mai 2016 

erfolgten Operation von einem bis Juli 2017 anhaltenden instabilen 

Gesundheitszustand sowohl in angestammter als auch adaptierter Tätigkeit 

auszugehen. Seit Juli 2017 bzw. spätestens seit der aktuellen klinischen Untersuchung 

(vom 8. Dezember 2017) erachte er die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer 

angestammten Tätigkeit als Inhaberin der Firma G.___ als auch in einer angepassten 

Tätigkeit bei vollem Pensum zu 90% arbeitsfähig (IV-act. 105-104).

Sowohl im orthopädischen als auch im psychiatrischen Gutachten finden sich 

keinerlei Hinweise, die auf eine fehlende Beweiskraft schliessen lassen. Die Gutachter 

berücksichtigten die Vorakten sowie die geklagten Beschwerden und führten eine 

gründliche Befunderhebung durch. Diese wurde insbesondere von Dr. E.___ im 

orthopädischen Teilgutachten exakt und ausführlich dokumentiert. Zudem erscheinen 

die Schlussfolgerungen nachvollziehbar und unter Berücksichtigung der gültigen 

Vorgaben. Nachfolgend wird daher, soweit angezeigt, auf die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Argumente eingegangen.

2.7. 

Aus Rügen hinsichtlich einer angeblichen Übermüdung des orthopädischen Gut­

achters anlässlich seiner Untersuchung der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 14 Ziff. 52) 

oder auf Grund der Erwähnung, die Beschwerdeführerin habe eine Niederlassungs­

bewilligung anstatt einer Identitätskarte aus ihrer Tasche genommen (vgl. im Gutachten 

IV-act. 105-72), die falsche Jahreszahl bei der Sectio aufgeführt oder keine Sehhilfe 

verwendet, kann für den medizinischen Inhalt des Gutachtens nichts abgeleitet werden. 

3.1. 

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Hinweise des Gutachters auf Inkonsistenzen sowie sein Hinterfragen gewisser von der 

Beschwerdeführerin gemachter Angaben, gehören zur Natur von Begutachtungen und 

das Festhalten solcher Feststellungen sowie deren Interpretation in medizinischer 

Hinsicht stellen den eigentlichen Zweck einer Begutachtung dar und sind nicht als 

Qualitätsmängel oder Widersprüche auszulegen. Im Übrigen verneint der Gutachter ja 

gerade etwaige Verdeutlichungstendenzen, Aggravation oder Simulation (IV-

act. 105-98). Auch die Angabe der Beschwerdeführerin, eine Schmerzintensität von 

VAS 5-6 zu verspüren, nachdem sie während der psychiatrischen Begutachtung 

Arcoxia eingenommen hat, weist nicht auf eine Diskrepanz hin, sondern auf die 

Wirkung des Medikaments (siehe auch nachfolgend E. 3.2 in fine). Überdies stehen die 

Schlussfolgerungen des Gutachters grundsätzlich im Einklang mit den Einschätzungen 

der Behandler (vgl. IV-act. 105-96). Lediglich hinsichtlich der laufenden 

Arbeitsfähigkeitsschätzung weicht der orthopädische Gutachter von jener der 

behandelnden Orthopäden der Beschwerdeführerin ab (vgl. IV-act. 97), wobei aber 

selbst ihr Hausarzt im Bericht vom 20. Juli 2017 – bezüglich der Rückenproblematik 

unter Verweis auf die Berichte des Wirbelsäulenzentrums H.___ – eine "normale" 

Arbeitsfähigkeit für körperlich nicht belastende Arbeiten im Detailhandel/Zoogeschäft 

attestierte (IV-act. 95-2). Auch dies ist nicht außergewöhnlich, ist doch gemäß 

bundesgerichtlicher Praxis davon auszugehen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten 

ihrer Patienten aussagen dürften (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Nachdem die 

Beschwerdeführerin zudem keinerlei abweichende oder anderslautende medizinische 

Berichte eingereicht hat, liegt ebenfalls nichts gegen die Einschätzungen von Dr. E.___ 

vor.

Gegen die von Dr. E.___ genannte Diskrepanz, dass die Beschwerdeführerin zwar 

Schmerzen in ihrer LWS bis zu VAS 9 und im rechten OSG bis zu VAS 6 angebe, aber 

lediglich einmal pro Woche auf das Schmerzmittel Arcoxia zurückgreife, führte ihr 

Rechtsvertreter aus, sie könne ihre Schmerzen dadurch eindämmen, dass sie sich 

Ruhe verschaffe, sich hinlege, den rechten Fuss hochlagere und zusätzlich Wärme 

anwende. Damit erreiche sie eine ähnliche Schmerzreduktion, wie wenn sie auf Arcoxia 

zurückgreife (act. G 1 S. 8 Ziff. 27 ff., vgl. auch IV-act. 105-40). Dagegen hatte Dr. E.___ 

befunden, es liege keine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz vor, 

weshalb keine Gründe gegen die Auferlegung einer intensiven 

Behandlungsmassnahme gegeben seien (IV-act. 105-100). Dass die Schmerzen bei 

Belastung zunehmen, hat Dr. E.___ in seiner Beurteilung berücksichtigt. So ging er 

davon aus, dass für die Beschwerdeführerin eine Basismedikation notwendig sei. 

Weiter führte er dazu aus, die Auferlegung einer intensiven Behandlungsmassnahme 

3.2. 

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mittels einer Basismedikation bzw. zuerst die Einleitung einer adäquaten 

Schmerztherapie erscheine zumutbar (vgl. IV-act. 105-106). Indem die 

Beschwerdeführerin jedoch vorbringt, dass ihr lediglich dann eine Arbeitstätigkeit zuge­

mutet werden könne, wenn sie eine solche ohne die Einnahme von Schmerzmitteln 

umsetzen könnte, verkennt sie die allgemein im Sozialversicherungsrecht geltende 

Schadenminderungspflicht. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht ist die 

versicherte Person jederzeit gehalten, sich im Sinn der Selbsteingliederung einer 

zumutbaren Behandlung zu unterziehen, wenn die Möglichkeit dazu besteht (vgl. Art. 7 

Abs. 2 lit. d IVG). Grundsätzlich sind die Anforderungen an die 

Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der 

Invalidenversicherung in Frage steht, insbesondere wenn der Verzicht auf 

schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst. Nach der Rechtsprechung ist 

die fortgesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Einnahme 

ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine jederzeit zumutbare 

Form allgemeiner Schadenminderung; dazu zählt auch die dauernde Einnahme von 

ärztlich verschriebenen Schmerzmitteln, selbst wenn diese mit Nebenwirkungen 

verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 4.1 mit 

Hinweis). Bei der vorliegend zur Diskussion stehenden Schmerztherapie handelt es sich 

auch hinsichtlich der Nebenwirkungen um einen geringen Eingriff in die 

Persönlichkeitsrechte der Beschwerdeführerin. Es sind daher keine hohen 

Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit der dadurch zu erwartenden Besserung der 

Erwerbsfähigkeit zu stellen. Diese ist in casu, wie die vorstehenden ärztlichen Aus­

führungen belegen, ohne Weiteres zu bejahen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 

20. März 2017, BGE 9C_671/2016, E. 4.1.2.2).

 3.3. 

Die in Bezug auf die Zumutbarkeit der grundsätzlich als geeignet qualifizierten 

Schmerzmedikation vorgebrachte Argumentation der Beschwerdeführerin, sie habe im 

Jahr 2011 eine Niereninsuffizienz erlitten (act. G 1 S. 9 Ziff. 35), ist in den Akten 

nirgends belegt und wurde erstmals im Rahmen der Beschwerde geltend gemacht. 

Dem mit der Beschwerde eingereichten Bericht des Spitals J.___ vom 16. Juni 2011 ist 

zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach einem Explosionsunfall mit 

Chlorgasgranulat in Wasser starke Augenschmerzen sowie eine mittelmäßige akute 

Dyspnoe aufgewiesen habe. Beides konnte rasch und effizient behandelt werden (act. 

G 1.3). Dem Verlaufsbericht von Dr. B.___ zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 9. 

März 2016 waren die ausführlichen Notizen seiner mehrfachen Verlaufskonsultationen 

nach der Rückenoperation vom 18. August 2014 beigelegt. Darin notierte der Arzt 

3.3.1. 

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jeweils die besprochenen, durchgeführten und geplanten Behandlungen, die auch 

medikamentöse Behandlungen umfassten. An keiner Stelle war jedoch die geltend 

gemachte Niereninsuffizienz oder eine darauf gründende 

Medikamentenunverträglichkeit oder Einschränkung auf gewisse Medikamente 

festgehalten (IV-act. 39). Hätte eine im Jahr 2011 erlittene Niereninsuffizienz 

Einschränkungen der Behandlungsmöglichkeiten verursacht, wäre ein solcher Hinweis 

unzweifelhaft notwendig gewesen. Auch den Angaben des Hausarztes Dr. C.___ vom 

31. März 2016 ist nichts Entsprechendes zu entnehmen. Insbesondere hat dieser den 

Vorfall als St. n. toxisch getriggertem Asthma bronchiale nach Chlorgasunfall am 16. 

Juni 2011 festgehalten und diesbezüglich und auch sonst keine Hinweise auf eine 

medikamenteninduzierte Niereninsuffizienz gemacht. Die aktuelle Behandlung der 

Rückenschmerzen sowie des Asthmas erfolge durch ambulante Physiotherapie sowie 

Inhalationsbehandlungen mit Symbicort und Ventolin bei Bedarf. Überdies bestätigte 

der Arzt eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit unter 

Ausschluss von rückenbelastenden Arbeiten (IV-act. 43). Wie ausserdem einer 

Telefongesprächsnotiz der Unfallversicherung vom 1. Mai 2015 zu entnehmen ist, 

nahm die Beschwerdeführerin bereits früher, aber konkret nach 2011 starke 

Schmerzmittel ein (IV-Fremdakten A18), ohne Hinweise auf eine Anpassung infolge 

einer erlittenen Niereninsuffizienz. Zudem geht aus dem Arztbericht von Dr. B.___ vom 

24. Juni 2015 hervor, dass die Beschwerdeführerin damals Brufen als Dauermedikation 

abgesetzt habe und sie es nur noch bei Schmerzspitzen einnehme. Dafür stellte der 

behandelnde Arzt sie auf Palexia 2 x 100mg ret. ein, wobei diese Dosis gegebenenfalls 

auch auf 2 x 150mg ret. hätte gesteigert werden können (IV-Fremdakten M4). Da 

Brufen den Wirkstoff Ibuprofen enthält, welcher sich bei eingeschränkter Nierenfunktion 

negativ auswirken könnte (Abfrage vom 7.12.2020: https://compendium.ch/product/

1331374-brufen-brausegran-600-mg/mpro) erscheint es ebenfalls unwahrscheinlich, 

dass die Beschwerdeführerin zuvor bereits einmal eine Niereninsuffizienz erlitten hatte. 

Nachdem Dr. B.___ dagegen im Bericht vom 16. November 2015 festhielt, es habe sich 

unter multimodaler Schmerztherapie eine deutliche Besserung der wandernden 

Beschwerden ergeben (IV-Fremdakten M6), spricht auch dieser Bericht für die 

Schlussfolgerungen von Dr. E.___ hinsichtlich einer aufzuerlegenden Basismedikation. 

Folglich ist auf Grund der Aktenlage keine Notwendigkeit ersichtlich, weitere 

Abklärungen zur geltend gemachten Niereninsuffizienz durchzuführen. Auch eine 

diesbezügliche Nachfrage bei Dr. med. K.___, Facharzt FMH für Rheumatologie und 

Innere Medizin wie sie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt hat (vgl. 

act. G 7), erscheint nicht zielführend, handelt es sich bei diesem Spezialisten 

schliesslich nicht um einen Nephrologen oder Urologen, welcher hinsichtlich des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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4.  

Nierenzustands der Beschwerdeführerin dienliche Aussagen machen könnte. Zudem 

sind den Akten keine Hinweise auf eine Behandlung durch Dr. K.___ in der vorliegend 

relevanten Zeit bis zur angefochtenen Verfügung zu entnehmen, so dass ein Bericht 

von ihm keinerlei Aufschlüsse hinsichtlich des Gesundheitszustands von der IV-

Anmeldung bis zum Verfügungszeitpunkt erwarten liesse.

Sodann ist der Beschwerdeführerin auch in Bezug auf die mit der Replik geltend 

gemachte Allergie gegenüber "verschiedensten Schmerzmitteln" (act. G 7 S. 5 Ziff. 19) 

entgegenzuhalten, dass solche Präparate, eine Nennung solcher sich allerdings in den 

medizinischen Akten ebenfalls nicht finden lässt, selbstverständlich von der Schmerz­

therapie ausgenommen wären. Schliesslich wurde anlässlich der Begutachtung durch 

die Beschwerdeführerin ebenfalls weder eine Anmerkung bezüglich entsprechender 

Probleme einer Niereninsuffizienz noch von Schmerzmittelunverträglichkeiten 

vorgebracht und auch die Gutachter selbst konnten nichts dergleichen aus dem 

vorhandenen Aktenmaterial entnehmen.

3.3.2. 

Zusammenfassend ist damit auf das beweiskräftige IME-Gutachten vom 5. Januar 

2018 abzustellen und nachfolgend der Invaliditätsgrad zu bemessen.

3.4. 

Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die während 

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung des 

Rentenanspruchs erst von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen 

werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, in jedem Fall aber, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und 

voraussichtlich weiterhin andauern wird (vgl. Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

4.1. 

Der Gutachter Dr. E.___ ging hinsichtlich des zeitlichen Gesundheitsverlaufs wie 

dargetan (vgl. Erwägung 2.6) davon aus, dass von August 2014 bis 1. September 2015 

eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestand, seit dem 1. September 2015 eine 

solche von 50% und ab dem 1. November 2015 eine 90%-ige Arbeitsfähigkeit gegeben 

war. Ab dem 23. Mai 2016 bis Juli 2017 gab er für die angestammten sowie für 

adaptierte Tätigkeiten einen anhaltenden instabilen Gesundheitszustand an (mit 

einhergehender vollständiger Arbeitsunfähigkeit) und seit Juli 2017 bzw. spätestens seit 

der Begutachtung vom 8. Dezember 2017 attestierte er wieder eine 90%-ige 

Arbeitsfähigkeit angestammt sowie adaptiert (vgl. IV-act. 105-104). Auf Grund dieser 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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5.  

Aktenlage ist die einjährige Wartezeit (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) somit per August 

2014 eröffnet und am 31. Juli 2015 erfüllt. Nachdem die Anmeldung im Februar 2015 

erfolgte (IV-act. 3), ist mithin ein allfälliger Rentenanspruch nach Ablauf des 

Wartejahres ab August 2015 zu prüfen (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

Ausgehend von der gutachterlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit ist der 

Invaliditätsgrad anhand des Einkommensvergleichs zu bemessen (vgl. Erwägung 1.2).

5.1. 

Vorab ist festzustellen, wie die Beschwerdeführerin hinsichtlich ihrer Erwerbs- und 

Haushaltstätigkeit zu qualifizieren ist. Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die 

Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zuletzt in einem 80%-Pensum erwerbstätig 

war, von einer auch weiterhin geltenden Tätigkeit im Rahmen eines 80%-Pensums aus, 

ohne sie jedoch je zu ihrem Pensum befragt und auch ohne eine Abklärung vor Ort für 

den Haushaltsbereich durchgeführt zu haben. Diesbezüglich stellte sie auf die Angaben 

der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung ab (vgl. IV-act. 117-2). Zudem 

ging sie davon aus, dass im Haushaltsbereich die Mithilfe des erwachsenen jüngeren 

Sohnes im Rahmen der Schadenminderungspflicht für rückenbelastende 

Haushaltstätigkeiten angerechnet werden könne und somit bei der Hausarbeit keine 

Einschränkungen resultierten (IV-act. 117-2). Die Beschwerdeführerin arbeitete von 

2000 bis 2014 im Umfang von 80% im elterlichen Geschäft, einem Z.___. Im Mai 2014 

wurden die Bereiche des Z.___ aufgeteilt und die Beschwerdeführerin machte sich mit 

dem einen Bereich unter dem Namen G.___ selbständig (IV-act. 8, 117, 119). Gemäss 

ihren eigenen Angaben war das Geschäft erst im Aufbau gewesen, als die 

Krankschreibungen ab Juni 2014 eingetreten waren. Zudem laufe es nicht gut (IV-act. 

105-55, 117). Wie aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) hervorgeht, 

verdiente sie jährlich nie über Fr. 38'928.-- (IV-act. 119), was ebenfalls nicht für ein 

100%-Pensum spricht, hatte sie schliesslich eine zweijährige Ausbildung als 

Bürofachangestellte EFZ sowie Ausbildungen zur Detailhandelskauffrau und 

Tierpflegerin absolviert (IV-act. 105-33 f.). Weiter ist jedoch zu beachten, dass sie 

gemäss den Angaben in ihrem Lebenslauf von 2011 bis 2017 zusätzliche 

Weiterbildungen zur Y.___ und X.___ sowie eine Ausbildung zur W.___ absolvierte (IV-

act. 105-34). Sie bildete sich also offenbar neben der Arbeit weiter. Ihre beiden Söhne 

sind nunmehr erwachsen, ihre finanzielle Lage hingegen prekär. Deshalb ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie ohne gesundheitliche 

Probleme nach Abschluss der Weiterbildung ein 100%-Pensum ausgeübt hätte.

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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Da sich die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Eintritts der relevanten 

Arbeitsunfähigkeit erst im Aufbau der selbständigen Erwerbstätigkeit befand, kann vom 

Grundsatz her mit der Beschwerdegegnerin (vgl. IV-act. 117-2 und 116) und infolge des 

früher doch sehr tiefen Einkommens zu Gunsten der Beschwerdeführerin zur 

Bestimmung des Invaliditätsgrades ein Prozentvergleich erfolgen (zum 

Prozentvergleich siehe Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2019, 9C_851/2018, 

E. 5.1 mit Hinweisen). Demnach entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter allfälliger Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn 

(Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis).

5.3. 

Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% 

gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit 

einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau 

nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit 

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg 

zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Gemäß Rechtsprechung 

hängt die Frage, ob und in welchem Ausmaß Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden 

Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemäßem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische Vornahme 

des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 

und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

5.3.1. 

Laut dem IME-Gutachten wurde die Beschwerdeführerin unter Würdigung aus­

führlicher genannter qualitativer Schonkriterien (vgl. IV-act. 105-101 f.) in einer 

leidensadaptierten, körperlich leichten wechselnd belastenden, überwiegend sitzend 

ausgeführten Tätigkeit aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht rein 

quantitativ zu 100% arbeitsfähig erachtet (Positives Leistungsbild, IV-act. 105-102). 

Dagegen wurde ihr auf Grund der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, 

wegen vermehrten Pausen sowie reduzierter Arbeitsschnelligkeit eine Einschränkung 

von 10% attestiert (IV-act. 105-103), womit die Leistungsminderung auf Grund dieser 

Tatsachen bereits Berücksichtigung fanden. Folglich ist nicht ersichtlich, inwiefern 

weitere Gründe, wie insbesondere das geltend gemachte "höhere Alter" (vgl. act. G S. 

15 Ziff. 58) der im Zeitpunkt, als ihre medizinisch zumutbare (Teil-) Arbeitsfähigkeit auf 

Grund des Gutachtens vom 5. Januar 2018 feststand (vgl. dazu: BGE 138 V 461 E. 3.3), 

5.3.2. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-V-457%3Ade&number_of_ranks=0#page457

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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6.  

erst 49-jährigen Beschwerdeführerin, einen zusätzlichen Leidensabzug rechtfertigen 

würden.

Gemäss vorstehender Erwägung 4.2 war das Wartejahr vorliegend am 31. Juli 

2015 erfüllt und die Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt zu 100% arbeitsunfähig, 

sodass in Anwendung von Art. 29 Abs. 3 IVG bei Vornahme des Prozentvergleichs ab 

1. August 2015 ein Invaliditätsgrad von 100% und damit ein Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente besteht. Nachdem sich die Arbeitsfähigkeit ab September 2015 auf 50% 

erhöhte, reduzierte sich der Invaliditätsgrad nach der dreimonatigen Wartezeit (vgl. 

Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) ab 

1. Dezember 2015 auf 50% und somit der Rentenanspruch auf eine halbe Rente. 

Infolge der weiteren Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab November 2015 auf 90% 

sank der Invaliditätsgrad ab Februar 2016 auf 10%, was ab diesem Zeitpunkt zum 

Erlöschen des Rentenanspruchs führte. Da sodann ab dem 23. Mai 2016 auf Grund 

des instabilen Gesundheitszustands erneut eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

bestand, welche längstens bis Ende November 2017 vorlag, entstand ab August 2016 

erneut ein Anspruch auf eine ganze Rente. Da das Leiden am OSG den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin schon seit 2012 beeinflusste und sie in 

ihrer Arbeitsfähigkeit seitdem zumindest in qualitativer Hinsicht eingeschränkt hatte 

(vgl. insbesondere die Ausführungen des orthopädischen Gutachters, IV-act. 105-95 

und 105-101), war nicht erneut ein Wartejahr zu erfüllen (Art. 29  IVV; Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. Februar 2016, 9C_800/2015, E. 3.2). Nachdem sich der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin spätestens per Dezember 2017 derart 

verbesserte, dass ab diesem Zeitpunkt wieder von einer dauerhaften Arbeitsfähigkeit 

von 90% auszugehen war, resultiert wiederum nach Ablauf von drei Monaten per März 

2018 ein Invaliditätsgrad von 10%, weshalb die Rente per 28. Februar 2018 zu 

befristen ist.

5.4. 

bis

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene 

Verfügung vom 20. Juli 2018 aufzuheben und der Beschwerdeführerin vom 1. August 

2015 bis 30. November 2015 eine ganze Rente, vom 1. Dezember 2015 befristet bis 

zum 31. Januar 2016 eine halbe Rente und vom 1. August 2016 befristet bis 28. 

Februar 2018 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Hinsichtlich eines weiteren Rentenanspruchs ist die Beschwerde abzuweisen.

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 20. 

Juli 2018 aufgehoben und der Beschwerdeführerin rückwirkend für die Zeit vom 

1. August 2015 bis 30. November 2015 eine ganze Rente, vom 1. Dezember 2015 bis 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Dem 

teilweisen Obsiegen entsprechend bezahlen die Beschwerdeführerin und die 

Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr je im Verhältnis von drei Vierteln und einem 

Viertel. Folglich bezahlt die Beschwerdeführerin den Betrag von Fr. 450.-- und die 

Beschwerdegegnerin einen solchen von Fr. 150.--. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der Bezahlung zu befreien.

6.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'500.- bis Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu 

beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf die Anforderungen und 

Komplexität der Streitsache sowie den doppelten Schriftenwechsel eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Entsprechend der Kostenverlegung 

der Gerichtskosten ist die Parteientschädigung zu einem Viertel, d.h. in Höhe von 

Fr. 875.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) von der teilweise unterliegenden 

Beschwerdegegnerin zu erbringen. Die anderen drei Viertel sind um einen Fünftel zu 

kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG) und trägt der Staat. Somit hat der Staat den 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'100.-- 

(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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31. Januar 2016 eine halbe Rente und vom 1. August 2016 bis 28. Februar 2018 eine 

ganze Rente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen 

wird die Beschwerde abgewiesen.

2.

Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 600.-- sind in Höhe von Fr. 150.-- durch die 

Beschwerdegegnerin zu bezahlen. Die Beschwerdeführerin wird zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 450.-- befreit.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin infolge teilweisen Unterliegens 

eine Parteientschädigung von Fr. 875.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

bezahlen.

4.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'100.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.01.2021
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des Gutachtens. Das bidisziplinäre Gutachten ist gestützt auf die Aktenlage nachvollziehbar und überzeugend, weshalb darauf abzustellen ist. Insbesondere ist der Beschwerdeführerin zur Schmerztherapie die Einstellung einer Basismedikation zumutbar. In der Folge ist ein befristeter Rentenanspruch zu bejahen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Januar 2021, IV 2018/306).

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		2025-07-19T03:09:13+0200
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