# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d4044f8-20af-5b72-8a2e-447bc09f4a1a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.07.2009 U 2009 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2009-42_2009-07-24.pdf

## Full Text

U 09 42

3. Kammer 

URTEIL
vom 24. Juli 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Sozialhilfe

1. …, geboren am … 1966, wohnt seit dem 1. Mai 1983 in … Sie ist ledig und 

hat zwei Kinder (…, geboren am 15. Juni 1990 und …, geboren am 11. Juni 

1993). Sie arbeitete im Rahmen eines RAV-Einsatzes für einige Monate im … 

in …, ist zurzeit aber arbeitslos. Seit der Geburt ihres ersten Sohnes wird sie 

öffentlich unterstützt. 

2. Am 26. Februar 2009 liess … durch den Regionalen Sozialdienst ein Gesuch 

um Sozialhilfe ab März 2009 bei der Gemeinde … einreichen. 

3. Mit Verfügung vom 23. April 2009 hiess die Gemeinde das Gesuch um 

öffentlich-rechtliche Unterstützung grundsätzlich gut. Die Gesuchstellerin 

werde ab dem 1. März 2009 für drei Monate mit monatlich Fr. 1'230.-- (inkl. 

Krankenkasse) und für die Monate Juni bis Oktober 2009 mit monatlich Fr. 

830.-- (inkl. Krankenkasse) unterstützt. Die Gewährung von 

Unterstützungsleistungen gelte jedoch nur mit den folgenden Auflagen, 

Kürzungen und Änderungen: Die Miete müsse die Gesuchstellerin ab dem 1. 

Mai 2009 selber direkt beim Vermieter bezahlen, während die Bezahlung der 

Krankenkassenprämien weiterhin über die Gemeinde laufe. Im Übrigen werde 

der Grundbedarf der Gesuchstellerin per 1. Juni 2009 um Fr. 400.-- gekürzt, 

da sie bereits seit Februar 1993 ein Auto besitze. Die Sozialhilfe bezahle 

nämlich grundsätzlich keine Autos und auch aufgrund ihrer gesundheitlichen 

Verfassung sei ein solches nicht nötig. Deponiere sie ihre Autonummer beim 

Strassenverkehrsamt, so werde von der angedrohten Kürzung abgesehen. 

4. Gegen diese Verfügung liess die Gesuchstellerin am 25. Mai 2009 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden erheben. Sie beantragte 

deren Aufhebung sowie die Ausrichtung der beantragten Unterstützung in der 

Höhe von Fr. 1'230.--. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dies habe unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gemeinde zu erfolgen. Ferner 

verlangte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -

verbeiständung. Zur Begründung führte sie aus, dass die Berechnung der 

Ausgabe- und Einnahmepositionen nicht schlüssig sei. Zum einen sei es nicht 

nachvollziehbar, weshalb praktisch der gesamte Lehrlingslohn ihres älteren 

Sohnes auf der Einnahmeseite aufgelistet sei. Dieser verdiene im zweiten 

Lehrjahr monatlich brutto Fr. 680.--, wovon ihr Fr. 620.-- als Einkommen 

angerechnet würden. Es sei nachvollziehbar, dass der Sohn seiner Mutter ein 

angemessenes Entgelt für Kost und Logis abgebe, aber der Betrag von Fr. 

620.-- sei sicherlich zu hoch. Zum anderen berücksichtige die Gemeinde 

betreffend das Auto nicht, dass der Lebensstandard der Beschwerdeführerin 

dadurch wesentlich erhöht werde. Es werde auch nicht beachtet, dass 

sämtliche Auslagen für das Auto (Versicherungen, Strassenverkehrssteuer, 

Benzin und Reparaturen) durch einen Bekannten übernommen würden, 

weshalb die Beschwerdeführerin selber keinerlei Aufwendungen für das Auto 

habe. Es sei deshalb willkürlich und nicht zu rechtfertigen, wenn ihr die 

Gemeinde hierfür eine Pauschale an das Einkommen anrechne. 

5. Die Gemeinde verlangte in ihrer Vernehmlassung vom 16. Juni 2009 die 

Abweisung der Beschwerde. Einführend führte sie aus, dass das Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer IV-Rente abgelehnt worden sei, 

obwohl diese seit Jahren körperliche Leiden geltend mache, was auch deren 

Arzt bestätigt habe. Im Bezug auf den Einbezug des Lohnes ihres Sohnes sei 

anzumerken, dass gestützt auf Art. 10 Abs. 2 der Ausführungsbestimmungen 

zum kantonalen Unterstützungsgesetz (ABzUG; BR 546.270) Jugendlichen 

und jungen Erwachsenen nur dann ein selbständiger Unterstützungsanspruch 

zustehe, wenn sie verheiratet seien oder das Wohnen im elterlichen Haushalt 

nicht zumutbar sei, was in casu beides nicht zutreffe. Gemäss den Richtlinien 

der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (nachfolgend SKOS) sei 

einerseits das Erwerbseinkommen bei der Berechnung der Sozialhilfe zu 

berücksichtigen und andererseits werde beim Absolvieren einer Berufslehre 

eine Integrationszulage von monatlich Fr. 150.-- gewährt. Die 

Beschwerdeführerin ihrerseits habe keinen Anspruch auf eine solche Zulage, 

da diese bei der Erfüllung von Auflagen externer Stellen mit 

Integrationsauftrag nicht zustehe. Betreffend das Auto führte die 

Vernehmlasserin aus, dass die Beschwerdeführerin der Gemeinde stets 

verschwiegen habe, ein solches zu besitzen. Gemäss des Merkblattes 

„Autofahren und Sozialhilfe“ des kantonalen Sozialamtes werde der 

Grundbedarf um Fr. 400.-- gekürzt, wenn der Sozialhilfeempfänger ein Auto 

besitze oder er ein solches mitbenutzen könne bzw. es werde ihm der Wert 

der Naturalleistung als Einnahme berechnet, wenn ihm ein Auto von einer 

verwandten oder bekannten Person zur Verfügung gestellt werde. Davon 

könne im vorliegenden Fall nicht abgesehen werden, zumal die 

Beschwerdeführerin nicht erwerbstätig sei und auch ihr Einsatzort im Rahmen 

ihres RAV-Einsatzes gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen 

gewesen sei. Die Voraussetzungen für die geltend gemachte Kürzung seien 

demnach erfüllt. 

6. In ihrer Replik vom 29. Juni 2009 hielt die Beschwerdeführerin fest, dass sie 

der Gemeinde betreffend den Autobesitz nie irgendwelche wahrheitswidrige 

Angaben gemacht habe. Sie brauche das Auto auch oft für ihre Familie, so 

beispielsweise wenn sie ihren Sohn zu Randzeiten an Kursorte fahren müsse. 

Die nachgewiesene und unbestrittene unentgeltliche Autobenutzung sei für 

ihre Lebensqualität von enormer Tragweite und die vorgesehenen Abzüge 

gingen nun finanziell zu ihren Lasten. Zur Anrechnung des Lehrlingslohnes 

sei festzuhalten, dass ihr Sohn diesen vollumfänglich für eigene Bedürfnisse 

einsetzen könne. Selbst wenn ein geringfügiges Entgelt für Kost und Logis 

wohl richtig wäre, befremde das Anrechnen eines Betrages von Fr. 500.-- 

(recte: Fr. 620.--) auf ihrer Einkommensseite. Die Praxis der Gemeinde führe 

dazu, dass ihr nach Abzug der Kosten für Wohnung und Krankenkasse 

monatlich nur noch wenige hundert Franken zur Verfügung stünden. Sie sei 

ausserdem nach wie vor arbeitslos, wobei die bezogenen Arbeitslosengelder 

vollumfänglich als Einkommen behandelt würden. Gestützt auf diese 

Ausführungen werde an den gestellten Anträgen festgehalten. 

7. Dazu nahm die Gemeinde in der Duplik vom 13. Juli 2009 wie folgt Stellung. 

Der Sohn der Beschwerdeführerin absolviere eine Lehre als Netzelektriker, 

wobei entsprechende Abklärungen ergeben hätten, dass sämtliche Kurse für 

diese Ausbildung in … durchgeführt würden und die Kurszeiten extra so 

gelegt seien, dass auch Kursteilnehmer ausserhalb der Region den Kursort 

mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen könnten. Entgegen den 

Ausführungen der Beschwerdeführerin sei auch der Nachweis der 

unentgeltlichen Autobenutzung nicht erbracht. Es werde nicht bestritten, dass 

ein Auto die Lebensqualität steigern könne, aber die Sozialhilfe habe die 

Aufgabe, eine drohende oder eingetretene Bedürftigkeit zu vermeiden bzw. 

zu beheben, was Kosten für die Nutzung eines Fahrzeuges nicht einschliesse. 

Wie der Sozialhilfebetrag familienintern aufgeteilt werde, sei nicht Sache der 

Behörden und man halte diesbezüglich an den gemachten Ausführungen fest. 

Die Leistungen der Arbeitslosenkasse seien solange an die Gemeinde 

abzutreten, als diese die Sozialhilfeleistungen nicht übersteigen würden. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung vom 23. April 2009, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin den Sozialhilfe-Grundbedarf der Beschwerdeführerin 

ab Juni 2009 um Fr. 400.-- gekürzt hat. Die Beschwerdeführerin verlangt die 

Aufhebung dieser Verfügung sowie die Ausrichtung von Sozialhilfe in der 

Höhe von Fr. 1’230.--.

2. Nach Art. 12 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat, wer in Not gerät und 

nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und 

auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Dieses 

Grundrecht räumt einer hilfsbedürftigen Person einen gerichtlich 

durchsetzbaren Anspruch auf positive Leistung des Staates ein. Als Garantie 

eines menschenwürdigen Daseins ist das Grundrecht auf Existenzsicherung 

unantastbar, womit Schutzbereich und Kerngehalt zusammenfallen. Eine 

Kürzung oder der Entzug verfassungsrechtlich geschützter Existenzmittel ist 

deshalb unzulässig (Art. 36 Abs. 4 BV; MÜLLER/SCHEFER, Grundrechte in der 

Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 777 f.; THÜRER/AUBERT/MÜLLER (Hrsg.), 

Verfassungsrecht der Schweiz, Zürich 2001, N 31 zu § 34).

3. a) Die Beschwerdeführerin rügt zum einen den beinahe vollständigen 

Miteinbezug des Lehrlingslohnes ihres älteren Sohnes in ihr Budget. 

b) Gemäss Art. 276 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) 

müssen die Eltern für den Unterhalt des Kindes aufkommen. Dies geht 

gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB auch über die Mündigkeit des Kindes hinaus, 

sofern es bis dann noch keine angemessene Ausbildung abgeschlossen hat. 

In diesem Fall haben die Eltern, soweit es ihnen zugemutet werden darf, für 

den Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung 

ordentlicherweise abgeschlossen werden kann. Gemäss Art. 276 Abs. 3 ZGB 

sind die Eltern jedoch insofern von ihrer Unterhaltspflicht befreit, als dass es 

dem Kind zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb 

oder anderen Mitteln zu bestreiten. Auch Art. 285 Abs. 1 ZGB hält fest, dass 

der Unterhaltsbeitrag unter anderem das Vermögen und die Einkünfte des 

Kindes berücksichtigen soll. Zu den Einkünften des Kindes gehört in erster 

Linie sein eigenes Erwerbseinkommen, wie beispielsweise der Lehrlingslohn 

(KRAPF, Die Koordination von Unterhalts- und Sozialversicherungsleistungen 

für Kinder, Zürich 2004, Rz. 55 f.). Lebt das Kind mit den Eltern in häuslicher 

Gemeinschaft, so können diese gestützt auf Art. 323 Abs. 2 ZGB dafür einen 

angemessenen Beitrag an den Unterhalt verlangen. Der entsprechende 

Beitrag ist dann beim Einkommen der Eltern zu berücksichtigen. Diese 

können sich auch nicht darauf berufen, das erwerbstätige, mündige Kind leiste 

keinen Beitrag, wenn es dazu in der Lage wäre (ALFRED BÜHLER in: AJP 2002, 

S. 644 bis 661, S. 660). Ein angemessener Beitrag im Sinne des eben 

zitierten Artikels sollte bei einem unmündigen Kind in der Regel nicht mehr als 

60% seines Erwerbseinkommens ausmachen. Bei einem mündigen Kind 

hingegen ist sein Verdienst voll in seine Bedarfsrechnung aufzunehmen 

(WULLSCHLEGER in: SCHWENZER (Hrsg.), FamKomm, Scheidung, Bern 2005, 

Rz. 52 f. zu Art. 285). Der ältere Sohn der Beschwerdeführerin wurde am 15. 

Juni 1990 geboren und ist demnach mündig. Entsprechend den obigen 

Ausführungen muss der Jugendliche soweit als möglich selber für seinen 

Lebensunterhalt aufkommen. Es ist folglich auch rechtmässig, wenn die 

Gemeinde den grossen Teil des Einkommens des Sohnes (monatlich Fr. 

620.--) der Beschwerdeführerin als Einnahme anrechnet. Wenn diese nun 

geltend macht, dass ihr Sohn zu Hause aber nichts abgeben müsse, so ist 

das vorliegend nicht relevant, zumal die familieninterne Aufteilung nicht 

berücksichtigt werden kann. Auch die dem Sohn zugesprochene 

Integrationszulage erfolgte rechtmässig. Das Ziel solcher Zulagen ist es unter 

anderem, berufliche Qualifizierung, Schulung und Ausbildung finanziell zu 

honorieren und zu fördern (vgl. Ziffer C.2 der SKOS-Richtlinien sowie die 

Umsetzung der Richtlinien im Kanton Graubünden). Zusammenfassend kann 

die Beschwerde betreffend die Argumentation zum Einbezug des 

Lehrlingslohnes in die Bedarfsrechnung der Beschwerdeführerin nicht 

geschützt werden.

4. a) Zum anderen rügt die Beschwerdeführerin den Abzug von Fr. 400.-- beim 

Grundbedarf für die Autonutzung. 

b) Das individuelle Unterstützungsbudget setzt sich in jedem Fall aus der 

materiellen Grundsicherung und in vielen Fällen zusätzlich aus 

situationsbedingten Leistungen, aus Integrationszulagen und/oder aus 

Einkommens-Freibeträgen zusammen. Die materielle Grundsicherung 

umfasst alle in einem Privathaushalt notwendigen Ausgabepositionen. Im 

Einzelnen umfasst sie den Grundbedarf für den Lebensunterhalt, die 

Wohnkosten sowie die Kosten für die medizinische Grundversorgung. Unter 

den Grundbedarf fallen unter anderem Ausgabepositionen wie 

Nahrungsmittel, Bekleidung, laufende Haushaltsführung, 

Nachrichtenübermittlung, Körperpflege und Unterhaltung. Es handelt es sich 

bei diesem Betrag um eine Pauschale, die dem Konsumverhalten des 

untersten Einkommensdezils, d.h. der einkommensschwächsten zehn 

Prozent der Schweizer Haushaltungen, entspricht. Festgesetzt wird der 

Grundbedarf für den Lebensunterhalt nach Anzahl Personen in einem 

gemeinsam geführten Haushalt. Der Pauschalbetrag für den Lebensunterhalt 

ermöglicht es unterstützten Personen, ihre verfügbaren Mittel selbst 

einzuteilen und die Verantwortung dafür zu übernehmen (vgl. Ziffern A.6 und 

B.2 der SKOS-Richtlinien). Der Zweck der Pauschalierung des Betrages ist 

die Gewährleistung einer möglichst einheitlichen Praxis. Wie die 

unterstützungsberechtigte Person diesen Beitrag ausgeben will, ist 

grundsätzlich ihr überlassen. Das Sozialhilferecht lässt ihr hier eine gewisse 

Dispositionsfreiheit (WOLFFERS, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. Aufl., 

Bern/Stuttgart/Wien 1999, S. 140 f.). Das Bundesgericht hielt betreffend Auto 

ohne Kompetenzcharakter fest, dass eine, im Interesse der Vereinfachung 

und des Gleichbehandlungsgebots gewählte, weitgehend pauschalierte 

Berechnungsart (in casu des Grundbedarfs) im Einzelfall Spielraum für die 

Finanzierung nicht lebensnotweniger Bedürfnisse lasse. So etwa weil 

vorhandene Mittel teilweise anders als gemäss den im Grundbedarf 

enthaltenen Einzelelementen verbraucht würden, wie wenn beispielsweise für 

Verköstigung weniger als veranschlagt ausgegeben werde. Diese Folge sei 

als systemimmanent hinzunehmen. Bestimmte Kategorien der 

Mittelverwendung für nicht notwendigen Lebensunterhalt wie die Kosten für 

Betrieb und Unterhalt eines Autos herauszugreifen und sie zum alleinigen 

ausschliessenden Kriterium zu machen sei ohnehin willkürlich (BGE 124 I 1 

E. 2c, S. 4 f.; 124 I 97 E. 3b, S. 99 f.). Auch käme es zu einer rechtsungleichen 

Behandlung der verschiedenen Sozialhilfebezüger, wenn nun lediglich der 

Besitz eines Autos, der auch für das Sozialamt ersichtlich ist, zu einer 

Reduktion des Grundbedarfs führen würde. Einen allgemeinen Grundsatz, 

wonach der Besitz eines von der Sozialhilfebehörde nicht bewilligten 

Motorfahrzeugs mit der Unterstützung unvereinbar sei, kennt das 

schweizerische Sozialhilferecht demnach nicht (WOLFFERS, a.a.O., S. 150). 

Entscheidend ist, dass mit dem Unterstützungsbetrag auch jene Kosten 

gedeckt werden, für die er eigentlich vorgesehen ist. Für die Behörde besteht 

demnach kein Grund zum Einschreiten, solange Nahrung, Kleidung und 

Körperpflege der unterstützten Person und ihrer Familie in einem 

angemessenen Umfang gewährleistet sind (WOLFFERS, a.a.O., S. 141). Im 

Übrigen liesse sich auch gar nicht kontrollieren, wofür die einzelnen 

Unterstützten ihr Geld genau ausgeben. Einschreiten muss die Behörde beim 

Besitz eines Autos erst, wenn das Fahrzeug einen erheblichen 

Vermögenswert darstellt oder wenn durch dessen Betrieb die unterstützte 

Person nicht mehr genügend Mittel für ihren Lebensunterhalt hat (vgl. auch 

Entscheid C.7.3 des Regierungsrates des Kantons Schwyz vom 16. 

November 2005, EGVSZ (Entscheide der Gerichts- und 

Verwaltungsbehörden des Kantons Schwyz), 2005, S. 332 ff.). Diesbezüglich 

sind vorliegend jedoch keine Anhaltspunkte ersichtlich und werden auch von 

der Gemeinde nicht vorgebracht. Das Auto der Beschwerdeführerin, ein 

Mazda 323 1.3i, Jahrgang 2/1993 mit ca. 300'000 km (Stand im Dezember 

2008), dürfte weitgehend wertlos sein. Zudem bleibt anzufügen, dass jede zu 

unterstützende Person gestützt auf Art. 5 ABzUG das Recht auf einen 

sogenannten Vermögensfreibetrag hat, der bei der Berechnung der 

Unterstützungsbedürftigkeit und der Bemessung der Unterstützung nicht 

anzurechnen ist. Dieser Vermögensfreibetrag liegt für Einzelpersonen bei Fr. 

4'000.--. Demnach wäre selbst bei einem Auto mit einem gewissen Wert 

dieser Vermögensfreibetrag zu beachten.

Die zuständige Behörde kann die Kosten für ein privates Motorfahrzeug 

übernehmen, wenn eine Person aus gesundheitlichen oder beruflichen 

Gründen darauf angewiesen ist (WOLFFERS, a.a.O., S. 149 f.). Die Übernahme 

dieser Kosten durch die Sozialhilfe wurde in casu weder beantragt noch 

gewährt. Darüber hinaus soll nun aber der Beschwerdeführerin auch noch der 

Grundbedarf um Fr. 400.-- gekürzt werden bzw. soll ihr dieser Betrag als 

Naturalleistung angerechnet werden. Dieses Vorgehen der Gemeinde ist zu 

beanstanden. Es kommt im vorliegenden Fall hinzu, dass die 

Beschwerdeführerin offenbar nichts für das Fahrzeug und dessen Unterhalt 

bezahlen muss. Gemäss den eingereichten Rechnungen werden die 

entsprechenden Beträge allesamt von einem Bekannten übernommen. 

Obwohl dieser ihr gegenüber nicht unterstützungspflichtig wäre, übernimmt er 

jeweils die Kosten für das Auto der Unterstützungsbedürftigen. Es handelt 

sich dabei jedoch nicht um ein Einkommen über das sie frei verfügen kann, 

sondern um einen zweckgebundenen Beitrag. Würde der Beschwerdeführerin 

nun der Grundbedarf gekürzt, so würde sie dafür bestraft werden, dass ihr ein 

nicht unterstützungspflichtiger Dritter die Kosten für die Nutzung des Autos 

bezahlt. Wie andere Sozialhilfeempfänger hat auch sie ein Recht auf den 

gesamten Grundbetrag. Alles andere wäre eine rechtsungleiche Behandlung.

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Sozialhilferecht innerhalb des 

pauschalierten Grundbedarfs eine gewisse Dispositionsfreiheit vorsieht. Der 

Abzug von Fr. 400.-- vom Grundbedarf für die mutmasslichen Betriebskosten 

des von der Beschwerdeführerin benutzten Autos ist daher unzulässig. Die 

Gemeinde ist somit zu einer Unterstützungsleistung von monatlich Fr. 1'230.-- 

verpflichtet. Damit dringt die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde durch. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Verfahrenskosten gemäss Art. 

73 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) zulasten der Beschwerdegegnerin. Entsprechend kommt dem 

von der Beschwerdeführerin gestellten Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege keine eigenständige Bedeutung mehr zu. 

Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel 

verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen. Die Gemeinde hat daher die anwaltlich 

vertretene Gegenpartei aussergerichtlich zu entschädigen. Der mit der am 17. 

Juli 2009 eingereichten Honorarnote geltend gemachte Betrag von Fr. 

2'002.45 (inkl. MWST) erscheint als ausgewiesen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 

betreffend Zeitraum von Juni bis Oktober 2009 aufgehoben. Die Gemeinde … 

wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2009 monatlich Sozialhilfe 

im Betrage von Fr. 1'230.-- auszurichten. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 1'266.--

gehen zulasten der Gemeinde … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Gemeinde … entschädigt … aussergerichtlich mit Fr. 2'002.45 (inkl. 

MWST).