# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba86d243-ef63-5954-a8be-27f32b27cee4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 23.07.2019 460 18 364
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-18-364_2019-07-23.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

23. Juli 2019 (460 18 364)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Beschimpfung 

 
Für die Frage, ob die Versendung von neun Einzahlungsscheinen mit je einem Grossbuchsta-

ben darauf den objektiven Tatbestand der Beschimpfung erfüllt, kann nicht massgeblich sein, 

wie hoch die vom Empfänger der Einzahlungsscheine zu erbringende intellektuelle Eigenleis-

tung ist, um die Buchstaben zusammenzusetzen. Irrelevant ist auch der Umstand, dass aus den 

neun Buchstaben neben dem Wort "Arschloch" ebenfalls das Wort "Scholarch" gebildet werden 

kann, zumal aus den Aussagen des Beschuldigten deutlich hervorgeht, dass er aufgrund der 

vorhandenen zivilrechtlichen Streitigkeit mit dem Privatkläger seinem Ärger auf diese Weise 

Luft verschaffen wollte. Es ist demnach offensichtlich, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 

die neun Buchstaben auf den Einzahlungsscheinen in spezifischer und gewollter Beleidigungs-

absicht hat zukommen lassen. Was die Tathandlung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB anbe-

langt, ist festzuhalten, dass es sich bei mehreren, zusammenzusetzenden Buchstaben durch-

aus um eine Schrift handelt. Selbst wenn es sich bei noch zusammenzusetzenden Buchstaben 

nicht um eine eigentliche Schrift handeln sollte, wäre immer noch die Tathandlung durch „Bild“ 

möglich (E. III. 3.1 – 3.4). 

 
  

 
 
 

 
 
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Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.),  

Richter Markus Mattle; Gerichtsschreiberin Olivia Reber  

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

A.____,  

vertreten durch Fürsprecher Daniel Buchser,  

Sandgasse 1, 5734 Reinach AG,  

Privatkläger und Anschlussberufungskläger 

  

gegen 

 

 B.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg,  

Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand Beschimpfung 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-

Landschaft vom 16. August 2018 

 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgerichts-

vizepräsidium) vom 16. August 2018 wurde B.____ in teilweiser Bestätigung des Strafbefehls 

der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 1. September 

2017 der Beschimpfung schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 

5 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt (Ziff. 1). Die Genugtu-

ungsforderung von A.____ in der Höhe von Fr. 200.-- wurde abgewiesen (Ziff. 2). B.____ wurde 

dazu verurteilt, A.____ gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung in der Höhe von 

Fr. 500.-- zu bezahlen (Ziff. 3). Ausserdem wurden B.____ die Verfahrenskosten, bestehend 

aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 370.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 600.--, in An-

wendung von Art. 426 Abs. 1 StPO auferlegt (Ziff. 4).  

 

B. Gegen dieses Urteil meldete B.____ (nachfolgend: Berufungskläger), vertreten durch 

Advokat Dr. Christian von Wartburg, am 21. August 2018 beim Strafgericht Berufung an.  

 

C. Auch der Privatkläger, A.____, vertreten durch Rechtsanwalt und Fürsprecher Daniel 

Buchser, meldete am 27. August 2018 die Berufung gegen das obgenannte Urteil an.  

 

D. Am 10. Dezember 2018 reichte der Berufungskläger beim Kantonsgericht Basel-

Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), seine Berufungserklärung ein 

und beantragte, es sei der Berufungskläger in Gutheissung der Berufung und in Abänderung 

des Urteils des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 16. August 2018 vom Vorwurf der Beschimp-

fung kostenlos freizusprechen (Ziff. 1). Ferner sei dem Privatkläger keine Parteientschädigung 

gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO zulasten des Beschuldigten zuzusprechen (Ziff. 2). Sodann sei 

gestützt auf Art. 426 StPO dem Berufungskläger eine angemessene Parteientschädigung für 

die gesamte Verteidigung vor erster Instanz zuzusprechen und es seien die Verfahrenskosten 

vollumfänglich zu Lasten des Staates zu verlegen (Ziff. 3). Schliesslich sei dem Berufungsklä-

ger für das zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Entschädigung für die Kosten seiner 

Verteidigung zu entrichten (Ziff. 4); dies alles unter o/e-Kostenfolge.  

 

E. Mit Eingabe vom 17. Dezember 2018 teilte der Privatkläger mit, dass er nach Einsicht-

nahme in das begründete Urteil auf eine eigene Berufung verzichte und deshalb keine Beru-

fungserklärung eingereicht habe, weil sich der Aufwand hierfür nicht lohne. In diesem Sinne 

 
 
 

 
 
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ziehe er die Berufungsanmeldung zurück. Vorbehalten bleibe allerdings die Anschlussberufung 

im Falle der Berufung des Beschuldigten.  

 

F. Das Kantonsgericht verfügte am 19. Dezember 2018 unter anderem, dass die Beru-

fungserklärung des Beschuldigten vom 10. Dezember 2018 an die Gegenparteien geht, die in-

nert 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung schriftlich einen begründeten Antrag auf 

Nichteintreten stellen oder Anschlussberufung erklären können.  

 

G. Daraufhin erhob der Privatkläger (nachfolgend: Anschlussberufungskläger) mit Eingabe 

vom 4. Januar 2019 Anschlussberufung und beantragte, es sei die Berufung des Beschuldigten 

abzuweisen (Ziff. 1), das Urteil im Strafpunkt zu bestätigen (Ziff. 2), der Beschuldigte zu verur-

teilen, dem Anzeiger eine Parteientschädigung von Fr. 1‘706.65 für das erstinstanzliche Verfah-

ren (Ziff. 3), und eine Parteientschädigung von Fr. 632.10 für das Berufungsverfahren zu bezah-

len (Ziff. 4); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten 

(Ziff. 5).  

 

H. Das Kantonsgericht stellte mit Verfügung vom 14. Januar 2019 fest, dass die Staatsan-

waltschaft weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben hat. Ausserdem setzte das Kan-

tonsgericht den Parteien Frist bis zum 25. Januar 2019, um bekanntzugeben, ob sie mit der 

Durchführung des schriftlichen Verfahrens anstelle einer mündlichen Berufungsverhandlung 

einverstanden sind.  

 

I. Am 17. Januar 2019 teilte der Anschlussberufungskläger mit, dass er mit der Durchfüh-

rung des schriftlichen Verfahrens einverstanden sei.  

 

J. Mit Eingabe vom 25. Januar 2019 gab der Berufungskläger kund, dass er mit der Durch-

führung eines rein schriftlichen Verfahrens zurzeit nicht einverstanden sei. Er beantrage jedoch, 

den Parteien vorerst gestützt auf Art. 403 Abs. 4 StPO eine angemessene Frist zur Begründung 

der Berufung zu gewähren. Nach Eingang der schriftlichen Berufungsbegründungen und dem 

Austausch etwaiger Berufungsantworten sei den Parteien noch einmal Gelegenheit zu geben, 

sich zur Frage eines etwaigen Verzichts auf eine mündliche Parteiverhandlung zu äussern.  

 

 
 
 

 
 
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K. Am 28. Februar 2019 reichte der Privatkläger eine Ergänzung zu seiner Anschlussberu-

fungserklärung ein und begehrte die Gutheissung der Anschlussberufung.  

 

L. Der Berufungskläger reichte am 7. März 2019 seine Berufungsbegründung ein und wie-

derholte seine in der Berufungserklärung vom 10. Dezember 2018 gestellten Rechtsbegehren.  

 

M. Am 17. April 2019 reichte der Berufungskläger seine Anschlussberufungsantwort ein 

und begehrte, es sei die Anschlussberufung des Privatklägers vollumfänglich abzuweisen; dies 

unter o/e-Kostenfolge.  

 

N. Mit Verfügung vom 26. April 2019 fragte das Kantonsgericht die Parteien erneut an, ob 

sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens anstelle einer mündlichen Berufungsver-

handlung einverstanden sind.  

 

O. Am 29. April 2019 hielt die Staatsanwaltschaft fest, dass sie keine Einwände gegen die 

Durchführung des schriftlichen Verfahrens habe.  

 

P. Der Berufungskläger teilte dem Kantonsgericht am 9. Mai 2019 mit, dass auch er mit der 

Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden sei.  

 

Q. Mit Verfügung vom 16. Mai 2019 hielt das Kantonsgericht fest, dass gestützt auf Art. 406 

Abs. 2 lit. b StPO das schriftliche Verfahren unter Verzicht auf eine mündliche Berufungsver-

handlung durchgeführt wird. Mit derselben Verfügung schloss das Kantonsgericht schliesslich 

den Schriftenwechsel.  

 

 

Erwägungen 

 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfah-

ren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 399 

StPO meldet die Partei die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit der 

Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll an (Abs. 1) und reicht dem Beru-

 
 
 

 
 
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fungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Beru-

fungserklärung ein (Abs. 3). Die Anschlussberufung richtet sich gemäss Art. 401 Abs. 1 StPO 

sinngemäss nach Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO. Somit ist die schriftliche Anschlussberufung in-

nert 20 Tagen seit Zustellung der Berufungserklärung der Gegenpartei bei der Rechtsmitte-

linstanz einzureichen. Zur Ergreifung der Berufung ist jede Partei legitimiert, die ein rechtlich 

geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 

StPO). Vorliegend haben der Berufungskläger am 21. August 2018 und der Anschlussberu-

fungskläger am 27. August 2018 gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 16. Au-

gust 2018 die Berufung angemeldet. Das begründete Urteil wurde dem Berufungskläger am 

20. November 2018 und dem Anschlussberufungskläger am 21. November 2018 zugestellt. Mit 

Eingabe vom 10. Dezember 2018 erklärte der Berufungskläger beim Kantonsgericht die Beru-

fung. Am 17. Dezember 2018 zog der Anschlussberufungskläger seine Berufungsanmeldung 

zurück, behielt sich jedoch die Anschlussberufung im Falle der Berufung des Beschuldigten vor. 

Mit Eingabe vom 4. Januar 2019 reichte der Anschlussberufungskläger sodann seine An-

schlussberufung ein. Am 7. März 2019 legte der Berufungskläger schliesslich die Berufungsbe-

gründung vor. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, 

als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 

lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung (EG StPO; SGS 250). Da demzufolge sämtliche Formalien erfüllt sind, ist auf die 

Berufung des Beschuldigten sowie auf die Anschlussberufung des Privatklägers einzutreten. 

 

2. Anlässlich seiner Eingabe vom 28. Februar 2019 hat der Anschlussberufungskläger ei-

nen Beweisantrag gestellt, wonach C.____, seine ehemalige Partnerin, als Zeugin zu befragen 

sei. Gemäss Art. 139 Abs. 1 StPO setzen die Strafbehörden zur Wahrheitsfindung alle nach 

dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich zulässig 

sind. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung wird über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, 

der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, nicht Beweis geführt. Der 

obgenannte Beweisantrag des Anschlussberufungsklägers ist abzuweisen, zumal eine Befra-

gung dieser Dame zu einem angeblichen früheren Vorfall für den vorliegend strittigen Fall uner-

heblich ist. 

 

 

 

 
 
 

 
 
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II. Gegenstand der Berufung 

Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in 

den angefochtenen Punkten. Aufgrund des Gegenstandes der Berufung des Beschuldigten so-

wie der Anschlussberufung des Privatklägers stehen vorliegend der Schuldspruch und die 

Strafzumessung (Dispositiv-Ziffer 1), die Entschädigung für die Privatklägerschaft (Dispositiv-

Ziffer 3), sowie die Auferlegung der Verfahrenskosten der ersten Instanz (Dispositiv-Ziffer 4) 

des Urteils des Strafgerichtsvizepräsidiums vom 16. August 2018 zur Disposition, weshalb die-

ses Urteil als teilweise i.S.v. Art. 399 Abs. 3 lit. a und Abs. 4 StPO angefochten gilt. Demgegen-

über ist insbesondere die Abweisung der Genugtuungsforderung des Privatklägers (Dispositiv-

Ziffer 2) durch das vorinstanzliche Urteil mangels Ergreifens eines Rechtsmittels per Urteilstag 

in Rechtskraft erwachsen (Art. 437 Abs. 1 lit. a und Art. 437 Abs. 2 StPO).  

 

 

III. Materielles 

1. Parteistandpunkte 

1.1 Im Strafbefehl vom 1. September 2017 legt die Staatsanwaltschaft dem Berufungskläger 

folgenden Sachverhalt zur Last: „Der Beschuldigte wurde mittels Urteil des Zivilkreisgerichts 

Basel-Landschaft Ost vom 4. April 2017 dazu verpflichtet, der Privatklägerschaft einen Betrag 

über CHF 1'957.50 zu bezahlen. Die Bezahlung wurde am 17. Mai 2017 mittels Posteinzahlung 

geleistet, indem der Beschuldigte die Gesamtsumme des Ausstandes auf neun Einzahlungs-

scheine auf kleinere Beträge aufgesplittet und bei der Mitteilungsspalte jedes Einzahlungs-

scheins jeweils einen Grossbuchstaben angebracht hat, so dass aus diesen das Wort 

„ARSCHLOCH“ gebildet werden konnte, wodurch sich der Geschädigte in seiner Ehre verletzt 

fühlt. Aus den neun Buchstaben kann ansonsten kein sinnvolles Wort gebildet werden."  

 

1.2 Der Vorderrichter bringt im Urteil vom 16. August 2018 zur Begründung insbesondere 

vor, es müsse nicht weiter ausgeführt werden, dass das Wort „Arschloch“ eine Formalinjurie 

darstelle, das heisse ein blosser Ausdruck der Missachtung, ohne dass sich die Aussage er-

kennbar auf bestimmte, dem Beweis zugängliche Tatsachen stütze. Ferner sei davon auszuge-

hen, dass der Tatbestand der schriftlichen Beschimpfung auch verschlüsselte Formen wie 

bspw. spiegelverkehrte oder rückwärts zu lesende Buchstabenkombinationen umfasse, welche 

entschlüsselt gelesen ein Schimpfwort bilden würden. Weiter habe der Beschuldigte in der 

Hauptverhandlung selbst angegeben, er habe mit den auf den Einzahlungsscheinen geschrie-

 
 
 

 
 
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benen Buchstaben nichts gemeint. Die Auswahl zur Bildung eines sinnvollen Wortes aus den 

neun Buchstaben sei aber offenkundig eingeschränkt gewesen. Der Berufungskläger wolle die 

Buchstaben willkürlich ausgewählt haben. Er könne indes jedenfalls keinen nachvollziehbaren 

Grund aufzeigen, weshalb er auf neun Einzahlungsscheinen je einen der fraglichen Grossbuch-

staben als Mitteilung an den Empfänger geschrieben habe. Vom Beschuldigten werde denn 

auch nicht bestritten, dass er überaus verärgert über die Verpflichtung zur Zahlung der Summe 

an den Anschlussberufungskläger gewesen sei. Er habe zunächst 100 Einzahlungsscheine für 

die Zahlung verwenden wollen, was ihm dann jedoch zu aufwändig erschienen sei. Der Beru-

fungskläger habe dem Privatkläger eine verschlüsselte schriftliche Mitteilung beinhaltend das 

Wort „Arschloch“ zukommen lassen, Letzterer habe diese Mitteilung im Sinne des Absenders 

zur Kenntnis genommen und als Beschimpfung empfunden. Demzufolge sei der objektive Tat-

bestand der Beschimpfung erfüllt. Auch der subjektive Tatbestand der Beschimpfung sei gege-

ben.  

 

1.3 Demgegenüber führt der Berufungskläger in seiner Berufungsbegründung vom 7. März 

2019 aus, dass er keine der abschliessend in Art. 177 StGB aufgeführten Tathandlungen be-

gangen habe. Die Buchstaben hätten den Empfänger in völlig zufälliger Reihenfolge erreicht. 

Die von der Vorinstanz vorgebrachten Beispiele seien keine wirklichen Verschlüsselungen. Es 

dürfte kaum jemand zur „Entzifferung“ einer spiegelverkehrten oder rückwärts zu lesenden 

Schrift eine nennenswerte kognitive Leistung erbringen müssen. Auch beim Beispiel mit einem 

Säckchen, das die drei Buchstaben T, O und D enthalte, sei ebenso offenkundig, dass sich die 

Eigenleistung des Empfängers in Grenzen halte, denn möglich seien sechs verschiedene Ab-

folgen. Um eine Beschimpfung durch Schrift annehmen zu können, müsse einem der Sinn der 

Buchstabenfolge geradezu ins Auge springen. Mit den vorliegend in Frage stehenden Buchsta-

ben A, R, S, C, H, L, O, C und H seien 90‘720 unterschiedliche Abfolgen möglich, weshalb vom 

Empfänger eine enorme Eigenleistung verlangt werde. Da in casu die Merkmale einer Schrift 

nicht erfüllt seien und der Inhalt nur durch eine erhebliche Eigenleistung des Privatklägers ent-

standen sei, sei eine einschlägige Tathandlung nicht gegeben, womit der Tatbestand der Be-

schimpfung nicht erfüllt sei.  

 

 

 

 

 
 
 

 
 
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2. Der Tatbestand der Beschimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB 

2.1 Nach Art. 177 Abs. 1 StGB wird, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen be-

straft, wer jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in 

seiner Ehre angreift. Bei Ehrverletzungen unterscheidet man zwischen Tatsachenbehauptun-

gen und Werturteilen. Mit Werturteilen ist die unmittelbare Kundgabe von Geringschätzung oder 

Missachtung gemeint, eine Kundgabe, welche durchaus nicht den Charakter eines „Urteils“ zu 

haben braucht, sondern auch durch beleidigendes Verhalten erfolgen kann. Wird die Tatsa-

chenbehauptung gegenüber Dritten aufgestellt, kann sie beliebig weitergegeben werden und 

damit unabsehbare Folgen für die Ehre des Betroffenen haben. Das Werturteil hingegen er-

schöpft sich in der einmaligen Äusserung. Bei einer Kombination der Unterscheidung beider 

Formen der Ehrverletzung mit einer Unterscheidung der möglichen Adressaten bestehen vier 

Möglichkeiten: die der Tatsachenbehauptung gegenüber dem Verletzten selbst oder gegenüber 

Dritten sowie die des Werturteils gegenüber dem Verletzten selbst oder gegenüber Dritten. Nur 

der Fall der Tatsachenbehauptung gegenüber Dritten ist speziell geregelt, wobei hier noch die 

weitere Unterscheidung danach getroffen wird, ob der Täter wider besseres Wissen handelt 

(Verleumdung; Art. 174 StGB) oder nicht (üble Nachrede; Art. 173 StGB). Die anderen drei Fäl-

le werden im Tatbestand der Beschimpfung gemäss Art. 177 StGB zusammengefasst (GÜNTER 

STRATENWERTH/GUIDO JENNY/FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 

7. Aufl., Bern 2010, § 11 RN 16 f.). Dass es sich im vorliegenden Fall beim Wort „Arschloch“ um 

ein reines Werturteil bzw. um eine Formalinjurie handelt, ist offensichtlich, bereits von der Vor-

instanz korrekt festgestellt worden und zwischen den Parteien auch nicht streitig, weshalb sich 

weitere Ausführungen hierzu erübrigen.  

 

2.2 Zwischen den Parteien ist hingegen umstritten, ob das Einzahlen einer Forderungs-

summe mit neun Einzahlungsscheinen, die jeweils einen Grossbuchstaben enthalten und in 

ihrer Gesamtheit das Wort „Arschloch“ ergeben, eine Tathandlung nach Art. 177 Abs. 1 StGB 

darstellt. Art. 177 Abs. 1 StGB umschreibt das strafbare Verhalten dahingehend, dass der Täter 

„jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre 

angreift“. Einer Beschimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB macht sich demnach strafbar, wer 

eine Tatsachenbehauptung gegenüber dem Verletzten, ein Werturteil gegenüber Dritten oder 

ein Werturteil gegenüber dem Verletzten äussert (STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, a.a.O., § 11 

RN 68). Die Formulierung „in anderer Weise“ bringt zum Ausdruck, dass Art. 177 StGB lediglich 

subsidiär zu Art. 173 StGB oder Art. 174 StGB zur Anwendung gelangt. Die Täterhandlung 

 
 
 

 
 
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kann durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten erfolgen, wobei diese Aufzählung 

abschliessend ist („numerus clausus“). Subjektiv ist Vorsatz erforderlich. Besteht die Beschimp-

fung in einem Werturteil, muss sich der Vorsatz nur darauf richten, dass die Äusserung ehren-

rührig ist (FRANZ RIKLIN, BSK StGB, 4. Aufl., Basel 2019, Art. 177 N 2 ff.).  

 

2.3 Eine Schrift bildet ein System von Zeichen, das durch Lesen, d.h. visuelle Wahrneh-

mung durch eine Person, welche die Symbolik der Zeichen versteht, entschlüsselt wird und be-

liebige und komplexe Informationen und Gedanken übermitteln kann. „Schrifturkunden geben 

durch Buchstaben oder andere Zeichen, die Worte versinnbildlichen, Gedanken kund, und zwar 

derart, dass sie für den Leser der Schrift aus sich selbst heraus verständlich sind“ (BGE 103 IV 

27 E. 13b; STEFAN TRECHSEL/LORENZ ERNI, Praxiskommentar StGB, 3. Aufl., 2018, Vor Art. 251, 

RN 1). Jedes beliebige Zeichensystem – Handschrift, Computerausdruck, Stenografie, Silben-

schrift, Blindenschrift usw. – genügt dazu, wenn mindestens eine zweite Person es versteht; 

beispielsweise bejaht für den Balkencode auf Waren oder für das den vollen Namen vertreten-

de Visum (STEFAN TRECHSEL/LORENZ ERNI, Praxiskommentar StGB, 3. Aufl., 2018, Vor Art. 251, 

RN 1). BGE 111 IV 119 sowie SJZ 84 (1988) Nr. 5 dehnten den Begriff der Schrift auf Compu-

terprogramme aus, die auf Magnetbändern, Disketten usw. gespeichert sind und nur mittels 

eines passenden Gerätes auf dem Bildschirm oder durch Ausdruck lesbar werden. Im Gegen-

satz zum Mikrofilm, der die Schrift nur verkleinert, wurde hier aus kriminalpolitischen Gründen 

die gesetzliche Definition verlassen und der strafrechtliche Schutz vorverlegt. BGE 116 IV 345 

ff. anerkannte die an dieser Rechtsprechung von JENNY und SCHULTZ geäusserte Kritik und 

präzisierte, Schrift seien die Bildschirmanzeige respektive der Ausdruck. Gleichgültig ist jedoch 

das Mittel, womit die Zeichen geschrieben, und die Unterlage, worauf sie angebracht sind, doch 

ist jeweils eine gewisse Dauerhaftigkeit („scripta manent“) zu fordern (STEFAN 

TRECHSEL/LORENZ ERNI, Praxiskommentar StGB, 3. Aufl., 2018, Vor Art. 251, RN 2). Die Schrift 

muss einen menschlichen Gedanken mindestens mittelbar ausdrücken, mithin Erklärung einer 

Person sein (BGE 116 IV 343 E. 5c; STEFAN TRECHSEL/LORENZ ERNI, Praxiskommentar StGB, 

3. Aufl., 2018, Vor Art. 251, RN 3).  

 

3.1 Im vorliegenden Fall bringt der Berufungskläger im Wesentlichen vor, dass bei der Be-

schimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB ein „numerus clausus“ an möglichen Tathandlungen 

vorgegeben sei, und er keine der abschliessend aufgeführten Tathandlungen begangen habe. 

Er führt aus, dass die Versendung von neun Einzahlungsscheinen mit je einem Grossbuchsta-

 
 
 

 
 
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ben darauf den objektiven Tatbestand der Beschimpfung nicht erfülle, da der Anschlussberu-

fungskläger die Buchstaben zunächst habe zusammensetzen müssen und sich durch die Zu-

sammensetzung des Wortes „Arschloch“ in gewisser Weise selber beschimpft habe. Der Sinn 

der dadurch kreierten Wörter hänge in dieser Konstellation einzig und allein von der Vorstellung 

und dem Willen des Empfängers ab. Der Berufungskläger argumentiert mit der vom Empfänger 

der Einzahlungsscheine zu erbringenden intellektuellen Eigenleistung, mit der die Beschimp-

fung überhaupt erst erkennbar werde. Um eine Beschimpfung durch Schrift annehmen zu kön-

nen, müsse einem der Sinn der Buchstabenfolge geradezu ins Auge springen, um immer noch 

von einer Schrift und somit von einer einschlägigen Tathandlung ausgehen zu können.  

 

3.2 Entgegen der Auffassung des Berufungsklägers ist allerdings nicht ersichtlich, was das 

Mass an kognitiver Eigenleistung des Anschlussberufungsklägers mit der Frage zu tun hat, ob 

der objektive Tatbestand der Beschimpfung erfüllt ist oder nicht. Sollte der Empfänger einer 

solchen Nachricht intellektuell nicht in der Lage sein, die einzelnen Buchstaben zusammenzu-

setzen, würde es sich immerhin noch um eine versuchte Beschimpfung handeln. In casu kön-

nen aus den neun Buchstaben aber ohnehin nur die beiden Wörter „Arschloch“ und „Scholarch“ 

sinnvollerweise gebildet werden. Der Geschädigte musste daher keine erhebliche Eigenleistung 

erbringen, um auf das Wort „Arschloch“ zu schliessen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, 

dass der Berufungskläger und der Anschlussberufungskläger im Vorfeld bereits eine zivilrechtli-

che Streitigkeit gegeneinander geführt hatten und der Anschlussberufungskläger davon ausge-

hen konnte, dass die neun Buchstaben auf den Einzahlungsscheinen – welche überdies alle-

samt zur Tilgung derselben Forderungssumme verwendet wurden – zusammengesetzt eine 

Mitteilung an ihn ergeben sollen, welche naheliegenderweise kaum positiven Inhalts war. Dies 

gilt im Unterschied zu dem vom Berufungskläger anlässlich seines Parteivortrages an der 

Hauptverhandlung vor Strafgericht vom 16. August 2018 vorgebrachten Beispiel mit der Buch-

stabensuppe, zumal der Gast im Restaurant – wie die Vorinstanz bereits richtig ausgeführt hat 

– im Regelfall keinen Anlass hat, den Buchstaben in der Suppe eine weitere Bedeutung beizu-

messen und diese zu einem oder mehreren Worten zusammenzusetzen.  
 
Wie bereits erwähnt, kann aus den neun fraglichen Buchstaben sowohl das Wort „Arschloch“ 

als auch das Wort „Scholarch“ gebildet werden. Der Berufungskläger macht geltend, dass da-

her die Ausführung der Staatsanwaltschaft im Strafbefehl vom 1. September 2017, wonach aus 

den neun Buchstaben ansonsten (abgesehen von „Arschloch“) kein sinnvolles Wort gebildet 

werden könne, nicht korrekt sei. Ein Scholarch ist der Leiter einer höheren Bildungseinrichtung, 

 
 
 

 
 
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wobei der Begriff aus den antiken athenischen Philosophenschulen stammt (vgl. Wikipedia). 

Der betreffende Einwand des Berufungsklägers vermag indes nicht zu überzeugen: Zum einen 

erscheint es durchaus fraglich, ob der Berufungskläger das Wort Scholarch überhaupt gekannt 

hat, zumal es nicht gerade durch häufigen Gebrauch allgemein bekannt ist. Zum anderen wäre 

es völlig absurd, wenn der Beschuldigte dem Anschlussberufungskläger im konkreten Kontext 

mit den Einzahlungen ebendieses Wort hätte mitteilen wollen, da dieses Vorgehen offensicht-

lich keinerlei Sinn ergeben hätte. Wahrscheinlicher erscheint es, dass der Berufungskläger 

nach Eröffnung des gegen ihn geführten Strafverfahrens die Hilfe eines Buchstabensalat-

Entschlüsselungsprogramms (beispielsweise http://scrabblemania.de/) in Anspruch genommen 

hat, um zu eruieren, welche Wörter – abgesehen von „Arschloch“ – noch aus den neun Buch-

staben gebildet werden können.  

 

3.3 Was die Tathandlung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB anbelangt, ist festzuhalten, 

dass es sich bei mehreren, zusammenzusetzenden Buchstaben durchaus um eine Schrift han-

delt. Die Buchstaben konnten durch den Anschlussberufungskläger durch Lesen entschlüsselt 

werden. Wie bereits erwähnt, genügt für den Begriff der Schrift jedes beliebige Zeichensystem, 

wenn mindestens eine zweite Person es versteht (vgl. E. 2.3 hiervor). Selbst wenn es sich aber 

bei noch zusammenzusetzenden Buchstaben nicht um eine Schrift handeln sollte, wäre immer 

noch die Tathandlung durch „Bild“ möglich. Jeder einzelne auf einem Einzahlungsschein ver-

merkte Buchstabe stellt ein Bild dar; alle neun Buchstaben auf den Einzahlungsscheinen erge-

ben zusammengesetzt ein Buchstabenbild. Insofern fällt die Tathandlung des Beschuldigten – 

entgegen seiner Auffassung – durchaus unter den „numerus clausus“ gemäss Art. 177 Abs. 1 

StGB. 

 

3.4 In seiner Einvernahme vom 16. August 2017 hat der Berufungskläger explizit ausge-

führt, dass er wütend auf den Anschlussberufungskläger und auf das Urteil des Zivilkreisge-

richts Basel-Landschaft Ost vom 4. April 2017 gewesen sei. Er habe sich dann ursprünglich 

überlegt, die Forderungssumme auf 100 Einzahlungsscheine zu verteilen, so dass der Privat-

kläger für jeden einzelnen Einzahlungsschein eine gewisse Gebühr hätte bezahlen müssen. Er 

sei aber von dieser Idee wieder losgekommen, nachdem er einige Einzahlungsscheine auszu-

füllen begonnen habe und immer wieder das Gleiche habe schreiben müssen. Dies sei ihm 

dann doch zu aufwändig gewesen. Es sei ihm verleidet, und er habe zufälligerweise bei neun 

Einzahlungsscheinen aufgehört. Dass das Wort „Arschloch“ daraus gebildet werden könne, sei 

 
 
 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ein Zufall. Wenn er „Arschloch“ hätte schreiben wollen, hätte er dies auf einem Einzahlungs-

schein ausgeschrieben. Dass er überhaupt Buchstaben auf die Mitteilungszeilen notiert habe, 

habe sich bei einem Monopoly-Spiel mit einem irischen Kollegen so ergeben (vgl. staatsanwalt-

schaftliche Einvernahme vom 16. August 2017, Akten S. 61). Aus diesen Aussagen geht deut-

lich hervor, dass der Berufungskläger aufgrund der zivilrechtlichen Streitigkeit mit dem An-

schlussberufungskläger dermassen aufgebracht war, dass er seinem Ärger irgendwie Luft ver-

schaffen wollte. Er hat selber zugegeben, dass er zunächst 100 Einzahlungsscheine verwenden 

wollte, damit der Anschlussberufungskläger Gebühren zu bezahlen gehabt hätte. Nur weil ihm 

dies in der Folge zu mühsam geworden ist, hat er sich etwas Neues überlegt und ist auf die 

Idee mit den neun Einzahlungsscheinen und der Beschimpfung gekommen. Dass das Wort 

„Arschloch“ nur zufälligerweise entstanden ist und die Buchstaben aus einem Monopoly-Spiel 

resultiert sind, vermag in keinster Weise zu überzeugen und muss als offensichtliche Schutzbe-

hauptung qualifiziert werden. Vielmehr legen es die gesamten Umstände in casu nahe, dass 

der Berufungskläger dem Anschlussberufungskläger die neun Buchstaben auf den Einzah-

lungsscheinen in spezifischer und gewollter Beleidigungsabsicht hat zukommen lassen. 

 

3.5 Insgesamt ist festzuhalten, dass der Berufungskläger mit Wissen und Willen auf den 

Einzahlungsscheinen die neun Buchstaben notiert hat, um den Anschlussberufungskläger mit 

dem Wort „Arschloch“ zu beschimpfen. Die neun zusammenzusetzenden Buchstaben stellen 

zudem sowohl eine Schrift als auch ein Bild dar, unabhängig davon, ob der Anschlussberu-

fungskläger die Buchstaben zunächst zusammensetzen musste und wie intensiv seine dazu 

benötigte kognitive Eigenleistung war. Demzufolge ist vorliegend sowohl der objektive als auch 

der subjektive Tatbestand der Beschimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB erfüllt, weshalb das 

Strafgerichtsvizepräsidium den Berufungskläger mit Urteil vom 16. August 2018 zu Recht der 

Beschimpfung schuldig erklärt hat. In diesem Sinne ist das vorinstanzliche Urteil – welches sich 

im Übrigen sehr detailliert über 14 Seiten mit dem vorliegenden wohl als Bagatelle zu bezeich-

nenden Fall auseinandersetzt – zu bestätigen und die Berufung des Beschuldigten abzuweisen.  

 

 

IV. Strafzumessung 

Der Beschuldigte hat für den Fall der Bestätigung des erstinstanzlichen Schuldspruchs die vom 

Vorderrichter ausgesprochene bedingt vollziehbare Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je   

Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, nicht in Frage gestellt. Das Kantonsgericht schliesst 

 
 
 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sich deshalb den überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz betreffend die Strafzumessung 

an. Auf die korrekten Ausführungen der Erstinstanz zur Strafzumessung kann somit vollumfäng-

lich verwiesen werden (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Beschimpfung wird gemäss Art. 177 

Abs. 1 StGB mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen bestraft. Vorliegend handelt es sich um ei-

nen leichten Fall der Beschimpfung, und die persönlichen Eigenschaften des Berufungsklägers 

sind allesamt neutral zu werten, weshalb die von der Vorinstanz gegenüber dem Beschuldigten 

verhängte Strafe von 5 Tagessätzen à Fr. 30.-- folgerichtig zu bestätigen ist. Die Probezeit ist 

zu Recht auf das gesetzliche Minimum von 2 Jahren gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB beschränkt 

worden, weshalb dies ebenfalls zu bekräftigen ist. Schliesslich erscheint auch der Verzicht auf 

eine Verbindungsbusse im vorliegenden Fall als angemessen.  

 

 

V. Parteientschädigung der Privatklägerschaft 

1.1 Der Vorderrichter hat im Urteil vom 16. August 2018 festgehalten, dass der Vertreter des 

Privatklägers mit der Anzeige und den mit dieser zusammen eingereichten Unterlagen bereits 

die für die Verurteilung des Beschuldigten erforderlichen Unterlagen geliefert und insofern dafür 

gesorgt habe, dass seitens der Strafverfolgungsbehörden mit Ausnahme der Einvernahme des 

Beschuldigten keine weiteren Untersuchungshandlungen notwendig gewesen und die staatli-

chen Kosten für die Untersuchung gering ausgefallen seien. Das Strafgerichtsvizepräsidium ist 

davon ausgegangen, dass es sich um einen Bagatellfall handle, für welchen grundsätzlich der 

Beizug eines Anwalts nicht notwendig, dem Privatkläger jedoch eine Entschädigung für die ge-

ringer ausgefallenen Untersuchungskosten zuzusprechen sei. Nachdem der Gesamtaufwand 

des Privatklägers bekannt sei, erscheine ein Pauschalbetrag von Fr. 500.-- als Entschädigung 

für die beim Staat verringerten Verfahrenskosten als angemessen, zumal auch die Entschädi-

gung eines anwaltlich nicht vertretenen Privatklägers für dessen notwendige Aufwendungen zu 

prüfen wäre.  

 

1.2 In seiner Eingabe vom 4. Januar 2019 führt der Anschlussberufungskläger aus, dass der 

Vorderrichter die geltend gemachte Parteientschädigung massiv gekürzt und bloss einen gerin-

gen Teilbetrag zugesprochen habe, weil nur in diesem Umfang die Arbeit der Strafverfolgungs-

behörden erleichtert bzw. übernommen worden sei. Diese Argumentation sei falsch und sach-

fremd: Die Parteientschädigung entschädige nicht den Staat für dessen Tätigkeit, sondern die 

verletzte Partei für deren Auslagen, welche aufgrund der Straftat entstanden seien. Der Privat-

 
 
 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

kläger sei Opfer einer Straftat geworden und habe einzig deshalb einen Anwalt beauftragt, um 

seinen Anspruch geltend zu machen. Die Mandatierung eines Anwalts sei richtig und ange-

bracht gewesen und die dadurch entstandenen Kosten seien von Gesetzes wegen, unabhängig 

vom Aufwand der Strafverfolgungsbehörden, zu ersetzen. Dass das Gericht auf die Anträge des 

Privatklägers nicht eingegangen sei, ändere nichts daran, dass die Arbeit seines Vertreters 

notwendig, sinnvoll und angemessen gewesen sei. Ausserdem sei nur der absolut notwendige 

Aufwand betrieben worden. Es gebe mithin keinen Grund, die geltend gemachte Parteientschä-

digung zu kürzen.  

 

1.3 Der Berufungskläger verweist diesbezüglich in seiner Anschlussberufungsantwort vom 

17. April 2019 vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz im Urteil vom 16. August 

2018. 

 

2. Die Privatklägerschaft hat gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO gegenüber der be-

schuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen 

im Verfahren, wenn sie obsiegt. Die zu entschädigenden Aufwendungen des Privatklägers für 

die Teilnahme am Verfahren müssen einen gewissen Umfang erreichen, nicht unnötig und 

durch ein schutzwürdiges Interesse gedeckt sein (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Handbuch 

des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, Rn. 1830). Als notwendige Aufwendun-

gen im Verfahren gelten Anwaltskosten, wenn der Privatkläger durch seine Abklärungen we-

sentlich zur Untersuchung einer Strafsache und Verurteilung eines Täters beigetragen hat, da in 

diesem Falle die staatlichen Kosten entsprechend geringer ausfallen müssten und die aufzuer-

legenden Kosten tiefer anzusetzen wären. Auch bei komplexen, nicht leicht überschaubaren 

Straffällen, an deren gründlicher Untersuchung und gerichtlicher Beurteilung der Kläger ein er-

hebliches Interesse hatte oder wenn der Beizug eines Anwalts im Hinblick auf die sich stellen-

den, nicht einfachen rechtlichen Fragen gerechtfertigt erschien, muss von notwendigen Auf-

wendungen ausgegangen werden. Hingegen wird die Haltung, wonach eine anwaltliche Vertre-

tung in Bagatellfällen regelmässig unnötig ist und eine entsprechende Entschädigung deswe-

gen zu verweigern sei, nicht mehr vertreten. Vielmehr wird es, da die Rechts- und Entschädi-

gungsfolgen auch in derartigen Fällen erheblich sein können, auch hier auf die Komplexität der 

sich stellenden Rechtsfragen ankommen müssen (STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, 

BSK StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 433, N 19).  

 

 
 
 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3. Mit vorliegendem Urteil wurde der Schuldspruch des Berufungsklägers wegen Be-

schimpfung bestätigt und die Abweisung der Genugtuungsforderung des Anschlussberufungs-

klägers nicht angefochten, weshalb sie bereits in Teilrechtskraft erwachsen ist. Der Vorderrich-

ter hat dem Privatkläger für seine Aufwendungen zum Strafpunkt gestützt auf Art. 433 Abs. 1 

lit. a StPO eine Entschädigung von Fr. 500.-- pauschal zugesprochen (Dispositiv-Ziffer 3 des 

vorinstanzlichen Urteils). Mit dem Strafgerichtsvizepräsidium ist festzuhalten, dass für die Ver-

tretung der Interessen des Anschlussberufungsklägers im gegebenen Fall grundsätzlich kein 

Anwalt sachlich notwendig erscheint. Der vorliegende Straffall kann weder in tatsächlicher noch 

in rechtlicher Hinsicht als komplex bzw. nicht leicht überschaubar bezeichnet werden, was 

selbst für eine betroffene Laienperson Geltung hat. Der Beizug eines Anwalts war daher im 

Hinblick auf die sich stellenden einfachen Fragen keinesfalls zwingend. Der Privatkläger wäre 

durchaus in der Lage gewesen, die Anzeige, das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 

Ost vom 4. April 2017, die neun Einzahlungsscheine sowie die Stellungnahmen selbst einzu-

reichen. Die Argumentation des Strafgerichts, wonach der Vertreter des Privatklägers mit der 

Anzeige und den mit dieser zusammen eingereichten Unterlagen bereits die für die Verurteilung 

des Beschuldigten erforderlichen Unterlagen geliefert und insofern dafür gesorgt habe, dass 

seitens der Strafverfolgungsbehörden mit Ausnahme der Einvernahme des Beschuldigten keine 

weiteren Untersuchungshandlungen notwendig gewesen und die staatlichen Kosten für die Un-

tersuchung gering ausgefallen seien, ist dennoch nachvollziehbar und schlüssig. Dass dem 

Privatkläger deshalb eine Entschädigung von Fr. 500.-- zu Lasten des Beschuldigten zugespro-

chen wurde, erscheint zwar eher grosszügig, aber durchaus vertretbar, weshalb sich die An-

schlussberufung des Privatklägers im Ergebnis als unbegründet erweist und abzuweisen ist.  

 

 

VI. Verfahrenskosten vor Strafgericht 

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 

StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 

über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Im vorliegenden 

Fall wurde der Berufungskläger von der Vorinstanz verurteilt. Da der Schuldspruch im Beru-

fungsverfahren nicht aufgehoben wurde, rechtfertigt es sich nicht, die Kostenregelung des erst-

instanzlichen Verfahrens zu ändern; sie ist vielmehr zu bestätigen (vgl. Dispositiv-Ziffer 4).  

 

 

 
 
 

 
 
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VII. Kosten vor Kantonsgericht 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden 

Verfahrens, mithin der vollständigen Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowie der An-

schlussberufung des Privatklägers, werden die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der 

Höhe von Fr. 1‘600.--, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1‘500.--, in Anwendung von 

§ 12 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT/BL; SGS 170.31) sowie 

Auslagen von Fr. 100.--, somit total Fr. 1'600.--, zu 4/5 bzw. Fr. 1‘280.-- dem Beschuldigten und 

zu 1/5 bzw. Fr. 320.-- dem Privatkläger auferlegt. Unter diesen Umständen sind auch keine Par-

teientschädigungen zu entrichten.  

 
 
 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 16. August 

2018, auszugsweise lautend:  

 

   "1.   B.____ wird in teilweiser Bestätigung des Strafbefehls der Staats-

anwaltschaft Basel-Landschaft vom 1. September 2017 der Be-

schimpfung schuldig erklärt und verurteilt 

 

zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.--, 

 

bei einer Probezeit von 2 Jahren,  

 

in Anwendung von Art. 177 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 

StGB sowie Art. 44 Abs. 1 StGB. 

 

   2.   Die Genugtuungsforderung von A.____ in Höhe von Fr. 200.-- wird 

abgewiesen.  

 

   3.   B.____ wird dazu verurteilt, A.____ gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO 

eine Entschädigung in Höhe von Fr. 500.-- zu bezahlen.  

 

   4.   Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfahrens 

von Fr. 370.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. 

B.____ trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von Art. 426 

Abs. 1 StPO.“ 

 

     wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowie in 

Abweisung der Anschlussberufung des Privatklägers vollum-

fänglich bestätigt.  

 

 II.  Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gebühr von 

 
 
 

 
 
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Fr. 1‘500.-- und Auslagen von Fr. 100.--, somit total Fr. 1‘600.--, gehen im 

Umfang von 4/5, d.h. Fr. 1‘280.--, zu Lasten des Beschuldigten und im Um-

fang von 1/5, d.h. Fr. 320.--, zu Lasten des Privatklägers.  

 

   Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
Olivia Reber 

 

 

 

 

Gegen diesen Entscheid wurde am 25. Oktober 2019 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah-
rensnummer 6B_1232/2019) erhoben.