# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df26af45-bfd7-5fcb-939b-7a67b6221c8e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.01.2012 D-240/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-240-2012_2012-01-18.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­240/2012/sed

U r t e i l   v om   1 8 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

Parteien A._______, geboren am _______,
B._______, geboren am _______,
C._______, geboren am _______, und
D._______, geboren am _______,
Kosovo,
alle vertreten durch lic. iur. Othman Bouslimi, 
_______, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­
Verfahren);
Verfügung des BFM vom 30. Dezember 2011 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführenden,  Staatsangehörige  des  Kosovo  mit 
letztem Wohnsitz in E._______, ihr Heimatland eigenen Angaben zufolge 
Ende 2010 verliessen und zunächst nach Belgien gelangten,

dass  sie  am  23.  November  2011  von  dort  herkommend  illegal  in  die 
Schweiz  einreisten  und  gleichentags  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum F._______ um Asyl nachsuchten,

dass  die  Beschwerdeführerin  (A._______)  dort  am  30.  November  2011 
summarisch befragt wurde, wobei ihr unter anderem das rechtliche Gehör 
zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  sowie  einer 
damit  verbundenen  Rückschiebung  nach  Belgien  (Dublin­Verfahren) 
gewährt wurde,

dass die Beschwerdeführerin  in der Folge  für die Dauer des Verfahrens 
dem Kanton G._______ zugewiesen wurden,

dass die Beschwerdeführerin  im Rahmen der Befragung vorbrachte,  sie 
und  ihre  Kinder  hätten  sich  ein  Jahr  lang  in  Belgien  aufgehalten,  ihr 
Asylgesuch sei dort jedoch abgelehnt worden und sie seien danach nicht 
mehr unterstützt worden,

dass sie die Kinder nicht mehr habe ernähren können, weshalb sie aus 
Belgien ausgereist seien,

dass  sie  in  Belgien  niemanden  hätten  und  daher  nicht  dorthin 
zurückkehren wollten,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf das Protokoll zu verweisen 
ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  ihre  Identitätskarte  (Original)  sowie  die 
Geburtsscheine der drei Kinder (Kopien) zu den Akten reichte,

dass  das  BFM  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  mit 
Verfügung  vom  30. Dezember  2011  –  eröffnet  am  9.  Januar  2012  –  in 
Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  nach  Belgien  sowie  den 
Wegweisungsvollzug anordnete,

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dass gleichzeitig  festgestellt wurde, einer allfälligen Beschwerde komme 
keine aufschiebende Wirkung zu,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte,  der Abgleich  der Fingerabdrücke  der Beschwerdeführerin mit 
der Zentraleinheit EURODAC habe ergeben, dass sie am 17. September 
2010 in Belgien um Asyl nachgesucht habe,

dass die belgischen Behörden dem Ersuchen des BFM um Übernahme 
der Beschwerdeführenden zugestimmt hätten, womit Belgien gestützt auf 
die  einschlägigen  internationalen  Abkommen  für  die  Durchführung  des 
Asyl­ und Wegweisungsverfahrens zuständig sei,

dass die Beschwerdeführerin  im Rahmen des  ihr  gewährten  rechtlichen 
Gehörs gegen eine Überstellung nach Belgien geltend gemacht habe, sie 
habe in Belgien nichts zu suchen und ihr Asylgesuch sei dort rechtskräftig 
abgelehnt worden,

dass dieser Einwand indessen nicht gegen die Zuständigkeit Belgiens für 
die Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens spreche,

dass  die  Überstellung  nach  Belgien  grundsätzlich  bis  spätestens  am 
20. Juni 2012 zu erfolgen habe,

dass auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nach dem Gesagten 
nicht einzutreten sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  in  einen  Drittstaat  reisen  könnten,  in 
welchem sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG 
fänden,

dass keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 
4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer Rückkehr nach Belgien 
vorlägen  und  auch  nichts  gegen  die  Zumutbarkeit  einer  Wegweisung 
dorthin spreche,

dass  in  Belgien  insbesondere  auch  die  medizinische  Versorgung 
gewährleistet sei,

dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Akten 
zu verweisen ist,

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dass  die  Beschwerdeführenden  diese  Verfügung  mit  Eingabe  vom 
12./13. Januar  2012  (Poststempel)  beim  Bundesverwaltungsgericht 
anfechten  und  dabei  sinngemäss  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung ersuchen liessen,

dass ausserdem beantragt wurde, der Beschwerde sei die aufschiebende 
Wirkung  zu  erteilen  und  es  sei  die  unentgeltliche Rechtspflege  (Art.  65 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren,

dass  der  Beschwerde  ein  Notfall­Bericht  des  Bürgerspitals  H._______ 
(inklusive Beilagen) vom 11. Januar 2012 (Kopie) beilag,

dass  auf  den  Inhalt  der  Beschwerde  –  soweit  wesentlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  16.  Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine  solche Ausnahme  im Sinne  von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG  im 
vorliegenden  Fall  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht 
endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 

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beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass auf Asylgesuche in der Regel unter anderem dann nicht eingetreten 
wird, wenn Asylsuchende  in  einen Drittstaat  ausreisen  können, welcher 
für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens 
staatsvertraglich zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass sich die Beschwerdeführenden den Akten zufolge vor der Einreise in 
die Schweiz seit September 2010 in Belgien aufgehalten und dort bereits 
ein Asylverfahren durchlaufen haben,

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dass  bei  dieser  Sachlage  Belgien  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens betreffend die Beschwerdeführenden zuständig 
ist  (vgl.  die  einschlägigen  Staatsverträge,  namentlich  das  Abkommen 
vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem 
Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­
Assoziierungsabkommen  {DAA},  SR  0.142.392.68]  sowie  die  Dublin­II­
VO  und  die  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2. 
September  2003 mit Durchführungsbestimmungen  zur Verordnung  [EG] 
Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]),

dass das BFM die belgischen Behörden am 15. Dezember 2011 gestützt 
auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­VO  um  Wiederaufnahme  der 
Beschwerdeführenden ersuchte,

dass  die  belgischen  Behörden  der  Wiederaufnahme  der 
Beschwerdeführenden am 20. Dezember 2011 ausdrücklich zustimmten,

dass  die  Beschwerdeführenden  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(Belgien) ausreisen können, welcher für die Durchführung des Asyl­ und 
Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist,

dass die Einwände der Beschwerdeführerin, sie wolle nicht nach Belgien 
zurückkehren,  da  sie  dort  nichts  zu  suchen  habe,  ihr  Asylgesuch  dort 
abgewiesen  worden  sei  und  sie  dort  nicht  mehr  unterstützt  würde, 
unbehelflich ist,

dass Belgien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 
1951  über  die  Rechtstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der 
EMRK  sowie  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen 
Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  ist  und  im  vorliegenden  Fall 
keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Belgien würden sich nicht an 
die daraus resultierenden Verpflichtungen halten,

dass Belgien zudem die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 
2003  (Aufnahmerichtlinie), welche die Mindestnormen  für  die Aufnahme 
und  Betreuung  von  Asylsuchenden  festlegt,  umgesetzt  hat  und  nichts 
darauf hinweist, dass sich Belgien nicht daran hält,

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dass  die  medizinische  Versorgung  der  Beschwerdeführerin,  welche 
gemäss  dem  eingereichten  Arztbericht  möglicherweise  an  einer 
posttraumatischen  Belastungsstörung  leidet,  auch  in  Belgien  ohne 
weiteres  gewährleistet  ist  und  sie  auch  dort  eine  allenfalls  angezeigte 
Traumabehandlung in Anspruch nehmen könnte,

dass  in  der  Beschwerde  vorgebracht  wird,  eine  Wegweisung  der 
Beschwerdeführenden  nach  Belgien  würde  dem  Grundsatz  der  Einheit 
der  Familie  widersprechen,  da  sich  der  Konkubinatspartner  der 
Beschwerdeführerin  und  Vater  ihrer  Kinder,  H.  T.  (vgl.  N  _______; 
erstinstanzlich  hängiges,  ordentliches  Asylverfahren)  in  der  Schweiz 
befinde,

dass  indessen  aufgrund  der  Aktenlage  davon  auszugehen  ist,  die 
Beschwerdeführenden und H. T. bildeten keine Familieneinheit,

dass  die  Beschwerdeführerin  nämlich  aussagte,  H.  T.  stehe  schon  seit 
sieben  Jahren  nicht  mehr  zu  ihr,  sei  nicht  lange  mit  ihr  zusammen 
gewesen und habe dann eine andere Frau geheiratet (vgl. A4 S. 8 und 9),

dass eine Familienzusammenführung  im Sinne von Art.  15 Dublin­II­VO 
demnach nicht angezeigt erscheint,

dass  bei  dieser  Sachlage  für  die  schweizerischen  Asylbehörden  keine 
Veranlassung  besteht,  in  Abweichung  von  der  festgestellten 
Zuständigkeitsordnung  vom  Selbsteintrittsrecht  gemäss  Art.  3  Abs.  2 
Dublin­II­VO  i.V.m.  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung  1  über 
Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) Gebrauch 
zu machen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.2 S. 642 ff.),

dass die weiteren Vorbringen in der Beschwerde an dieser Einschätzung 
nichts zu ändern vermögen, weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen 
ist,

dass das BFM nach dem Gesagten  insgesamt  zu Recht  in Anwendung 
von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der 
Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer  solchen besteht  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb 

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die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  im  Sinne  von  Art.  34  Abs.  2 
Bst. d AsylG, bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren  in den  für 
die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Mitgliedstaat  handelt, 
systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art 
44 Abs. 2 AsylG  i.V.m. Art. 83 Abs. 1  ­ 4 des Bundesgesetzes vom 16. 
Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) (vgl. E­5644/2009 E. 10.2),

dass  die  Prüfung  von  allfälligen  Wegweisungshindernissen  vielmehr 
bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  selber  stattzufinden 
hat, namentlich unter dem Blickwinkel der Souveränitätsklausel von Art. 3 
Abs.  2  Dublin­VO­II,  welche  jedoch  vorstehend  wie  erwähnt  nicht  zur 
Anwendung gelangt,

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug  nach  Belgien 
demnach zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden nach dem Gesagten nicht gelungen 
ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, 
den  rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass sich angesichts des vorliegenden, direkten Urteils  in der Sache ein 
Entscheid  über  das Gesuch,  es  sei  der  Beschwerde  die  aufschiebende 
Wirkung zu erteilen, erübrigt,

dass das in der Beschwerde ausserdem gestellte Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs.  1  VwVG 
abzuweisen  ist,  da  sich  die  Beschwerde  nach  dem  Gesagten  als 
aussichtslos erwies,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.– 
(Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand: