# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8054874-102f-56f5-ada3-b1a78c0eb08f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.12.2017 D-5777/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5777-2014_2017-12-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5777/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  D e z e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richterin Mia Fuchs, Richterin Contessina Theis, 

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

die Ehefrau 

2. B._______, geboren am (…), 

und die Tochter 

3. C._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des BFM vom 5. September 2014 / N (…). 

 

 

 

D-5777/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden reisten am 24. Oktober 2013 mit durch die 

Schweizer Vertretung in D._______ ausgestellten Visa in die Schweiz ein 

und suchten hierzulande am 25. Oktober 2013 um Asyl nach (gleichzeitig 

wie die damals bereits volljährigen Söhne E._______ und F._______ und 

die volljährige Tochter G._______).  

B.  

B.a Die Beschwerdeführenden wurden am 31. Oktober 2013 im Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum H._______ befragt und am 1. Mai 2014 vom 

vormaligen BFM vertieft zu den Asylgründen angehört. 

B.b Der Beschwerdeführer 1 machte im Wesentlichen geltend, er stamme 

aus einer Grossfamilie aus dem etwa 18 Kilometer von der Stadt I._______ 

entfernten Dorf J._______ in der Provinz K._______. Seine Familie habe 

viele Ländereien besessen, aber als die Baath-Partei in den sechziger Jah-

ren an die Macht gekommen sei, sei ein Grossteil des Familienbesitzes 

verstaatlicht und sie seien fortan von den Behörden benachteiligt worden; 

beispielsweise bei behördlichen Erledigungen oder (vergeblichen) Versu-

chen der Kinder, sich um staatliche Anstellungen zu bemühen. Im Jahr 

1985  

oder 1986 sei er einmal wegen Streitigkeiten um die Ländereien etwa zehn 

Stunden von den Behörden festgehalten worden. Ansonsten habe er keine 

Probleme mit der Polizei, dem Militär, einer politischen Partei oder einer 

anderen Organisation gehabt. Er sei nicht politisch tätig gewesen und nie 

festgenommen oder inhaftiert worden. Im Jahr 2011 sei zwischen seiner 

Familie und der aus I._______ stammenden Familie L._______ eine 

Fehde ausgebrochen. Auslöser sei ein Streit seines Cousins M._______ 

am Arbeitsplatz in I._______ gewesen, wo auch N._______ – ein Mitglied 

der besagten Familie L._______ – gearbeitet habe. M._______ sei von An-

gehörigen der Familie L._______ verprügelt worden. Als M._______ die 

Angelegenheit in Begleitung von Verwandten habe klären wollen, sei es zu 

Schusswechseln gekommen, bei denen N._______ tödlich getroffen wor-

den sei. Obwohl sich der Schütze des tödlichen Schusses bei der Polizei 

gestellt habe und bis heute inhaftiert sei, habe die Familie L._______ Ra-

che geschworen. Aus Angst vor Vergeltungsaktionen habe seine Ver-

wandtschaft J._______ kaum noch verlassen. Er sei zwar nicht direkt be-

droht worden, aber bei solchen Familienfehden seien automatisch alle 

männlichen Familienmitglieder betroffen. Es bestehe grundsätzlich für alle 

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Seite 3 

männlichen Verwandten die Gefahr, Opfer einer Blutrachetat zu werden. 

Weil die Mitglieder der Opferfamilie Sympathisanten der syrischen Regie-

rung seien, hätten sie sich mit ihren Problemen nicht an die Behörden wen-

den können. Solange dieser Streit nicht gelöst sei, könne er nicht nach 

Syrien zurückkehren. Des Weiteren habe sich ein in O._______ wohnhaf-

ter Cousin, welcher der Opposition angehöre, sich aber nicht dem nationa-

len Oppositionsrat angeschlossen habe, im Jahr 2013 in einem Fernsehin-

terview regimekritisch geäussert. Kurz danach sei dessen Heimatdorf 

P._______ bombardiert worden. Als sein in der Schweiz wohnhafter 

Schwager von der Möglichkeit der Visumserteilung für Familienangehörige 

berichtet habe, hätten sie sich zur Ausreise aus Syrien entschlossen. An-

fangs Oktober 2013 hätten sie sich illegal in die Türkei begeben. Von dort 

aus seien sie am 24. Oktober 2013 in die Schweiz gelangt.  

B.c Die Beschwerdeführerin 2 machte ihrerseits im Wesentlichen geltend, 

sie stamme aus P._______, habe aber seit der im Jahr 1979 erfolgten Hei-

rat mit dem Beschwerdeführer 1 in J._______ gelebt. Sie habe mit der Po-

lizei, dem Militär, einer Partei oder sonst einer Organisation keine Probleme 

gehabt, sei nie politisch tätig gewesen und nie festgenommen oder inhaf-

tiert worden. Ihre Familie sei aber regimekritisch eingestellt gewesen, da 

das Regime den Grosseltern vor einigen Jahrzehnten Ländereien wegge-

nommen habe. Vor zwei oder drei Jahren habe ihre Familie Probleme mit 

der Familie L._______ aus I._______ bekommen, nachdem ihr Cousin 

M._______ bei der Arbeit Schwierigkeiten mit einem Angehörigen der Fa-

milie L._______ bekommen habe und verprügelt worden sei. M._______ 

habe Anzeige erstattet, aber da diese nicht ernst genommen worden sei, 

sei er zusammen mit seinen Cousins selbst zu der besagten Familie ge-

gangen. Dabei sei es zu Schusswechseln gekommen und ein Mitglied der 

Familie L._______ (N._______) sei tödlich getroffen worden. Sie kenne die 

Details nicht; dies sei Männersache. Ihrer Verwandtschaft sei seither zwar 

nichts zugestossen, aber sie hätten J._______ kaum mehr verlassen res-

pektive nicht mehr nach I._______ gehen können. Frauen würden bei sol-

chen Fehden in Ruhe gelassen und sie persönlich sei auch nicht bedroht 

worden, aber für die männlichen Verwandten sei die Situation gefährlich 

gewesen. Das syrische Regime habe zudem nach einem regimekritischen 

Fernsehinterview ihres in O._______ lebenden Onkels M. S. P._______ 

bombardiert. Auch weitere Dörfer in der Nähe seien bombardiert worden 

und sie hätten Angst gehabt, dass es auch J._______ treffen könnte. Als 

ihr hierzulande wohnhafter Bruder vorgeschlagen habe, sie sollten mittels 

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Familienvisa in die Schweiz kommen, hätten sie sich zur Ausreise ent-

schlossen. Wegen der Familienfehde und des Bürgerkriegs könnten sie 

nicht nach Syrien zurück.  

B.d Die Beschwerdeführerin 3 brachte im Wesentlichen vor, sie habe mit 

der Polizei, dem Militär, einer Partei oder sonst einer Organisation keine 

Probleme gehabt, sei nicht politisch tätig gewesen und nie festgenommen 

oder inhaftiert worden. Sie habe gehört, dass die Behörden ihrem Gross-

vater vor langer Zeit Ländereien weggenommen hätten. Ihre Familie werde 

seither bei Behördengängen benachteiligt. Im Jahr 2011 sei eine Fehde mit 

der Familie L._______ aus I._______, die zuvor mit ihrer Familie nicht be-

kannt gewesen sei, ausgebrochen. Die Familie L._______ habe sich für 

die Tötung eines ihrer Mitglieder rächen wollen. Die genauen Hintergründe 

kenne sie nicht, sie wisse nur, dass der Auslöser eine Streitigkeit am Ar-

beitsplatz eines Cousins gewesen sei. Verwandte, die in I._______ gelebt 

hätten, hätten ihre Geschäfte aufgegeben und seien nach J._______ ge-

zogen, um sich vor der drohenden Blutrache zu schützen. Friedensver-

handlungen seien erfolglos geblieben. Für sie persönlich habe die Fehde 

zwar keine Konsequenzen gehabt, da Frauen nicht bedroht worden seien, 

aber für die männlichen Familienmitglieder sei die Situation gefährlich ge-

wesen. Zudem sei das Dorf ihrer Grosseltern bombardiert worden, nach-

dem ein Onkel ihrer Mutter, der im Jahr 2004 oder 2005 in O._______ der 

Opposition beigetreten sei, im Jahr 2013 ein Fernsehinterview gegeben 

habe.  

B.e Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten 

des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle (vgl. vor-

instanzliche Akten A5, A6, A7, A16, A17 und A18) und die eingereichten 

Beweismittel (Identitätskarten, Familienbüchlein, Polizeirapport von Sep-

tember 2011) verwiesen.  

C.  

C.a Mit Verfügung vom 5. September 2014 – eröffnet am 8. September 

2014 – stellte das BFM fest, dass die Beschwerdeführenden die Flücht-

lingseigenschaft nicht erfüllten. Es lehnte die Asylgesuche ab und ordnete 

die Wegweisung aus der Schweiz an, wobei es den Wegweisungsvollzug 

als unzumutbar erachtete und zugunsten einer vorläufigen Aufnahme der 

Beschwerdeführenden aufschob. 

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C.b Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Vorbringen 

der Beschwerdeführenden vermöchten den Anforderungen an die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu genügen. Auch wenn Blut-

fehden in den betreffenden Gebieten eine lange Tradition hätten, erscheine 

es wenig wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführenden seitens der Op-

ferfamilie asylrelevante Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hätten. 

Die Familienfehde sei seit September 2011 im Gang und bei einer reellen 

Gefahr wäre nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden  

oder ihre Verwandten über zwei Jahre lang keinerlei Nachteile oder direkte 

Verfolgungsmassnahmen erlitten hätten. Es würden auch keine Anhalts-

punkte vorliegen, wonach sich die befürchteten Verfolgungsmassnahmen 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen 

würden. Diese Einschätzung werde durch die Angabe des Sohnes 

E._______ gestützt, wonach sich weitere Verwandte (insbesondere die 

Kernfamilie des Todesschützen) bis heute in Syrien befinden würden. Die 

Umstände der Ausreise (Entschluss zur Ausreise, als sich über einen Ver-

wandten in der Schweiz die Möglichkeit des Erhalts von Familienvisa erge-

ben habe) würden ebenfalls den Schluss nahelegen, dass es nicht ein ei-

gentliches fluchtauslösendes Ereignis gegeben habe. Der Familienfehde 

komme keine Asylrelevanz zu und die Beweismittel vermöchten daran 

nichts zu ändern. Auch das exilpolitische Engagement des Verwandten in 

O._______ entfalte für die Beschwerdeführenden keine Asylrelevanz, zu-

mal sie persönlich aufgrund des erwähnten Fernsehinterviews keine Prob-

leme mit den Behörden gehabt hätten. Es sei davon auszugehen, dass die 

aufgezeigten Nachteile und die geäusserten Ängste vor einer Bombardie-

rung auch ihres Dorfes in der Bürgerkriegssituation und den allgemeinen 

sozialen Lebensbedingungen in den betroffenen Gebieten begründet lä-

gen, und nicht auf die exilpolitische Tätigkeit des besagten Verwandten zu-

rückzuführen seien. Die im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen 

erlittenen Nachteile würden keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes 

darstellen. Die im Zusammenhang mit der Verstaatlichung des Familienbe-

sitzes genannten Schwierigkeiten bei Behördengängen und Anstellungs-

bemühungen würden nicht das Ausmass einer asylbeachtlichen Verfol-

gung erreichen. Da der Wegweisungsvollzug nach Syrien aufgrund der 

dortigen Sicherheitslage als unzumutbar zu erachten sei, seien die Be-

schwerdeführenden vorläufig aufzunehmen. 

D.  

D.a Mit Eingabe vom 8. Oktober 2014 erhoben die Beschwerdeführenden 

durch ihren am 11. September 2014 mandatierten Rechtsvertreter beim 

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Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragten, die vorinstanzli-

che Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur vollständigen und richti-

gen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurtei-

lung zurückzuweisen, unter gleichzeitiger Feststellung des Fortbestehens 

der Rechtswirkungen der vorläufigen Aufnahme. Eventualiter sei die vor-

instanzliche Verfügung aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft festzu-

stellen sowie Asyl zu gewähren. Eventualiter seien sie als Flüchtlinge vor-

läufig aufzunehmen. Eventualiter sei die Unzulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs festzustellen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der Einsicht in die 

vorinstanzlichen Akten A1, A8, A13, A14 und A19, eventualiter um Gewäh-

rung des rechtlichen Gehörs zu den betreffenden Akten, und danach um 

Ansetzung einer Frist zur entsprechenden Beschwerdeergänzung ersucht. 

D.b Zur Begründung machten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen 

geltend, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie nicht 

vollumfängliche Akteneinsicht gewährt habe. In die Akten A1 (Ausdruck E-

Dossier), A8 (Beweismittelkuvert und Inhalt [Polizeirapport]), A13 (medizi-

nisches Attest), A14 (Umschlag Beweismittel) und A19 (interner Antrag auf 

vorläufige Aufnahme) sei Einsicht zu gewähren. Die Vorinstanz habe zu-

dem die Begründungspflicht verletzt, indem sie nicht erklärt habe, weshalb 

sie den Wegweisungsvollzug als unzumutbar erachte, respektive nur auf 

die Sicherheitslage in Syrien verwiesen habe. Auch habe sie die Beweis-

mittel nicht gewürdigt, sondern lediglich die fehlende Asylrelevanz der Vor-

bringen behauptet. Überdies habe die Vorinstanz nicht erwähnt, dass Frie-

densverhandlungen mit der Opferfamilie erfolglos geblieben seien, die Op-

ferfamilie mit der Tötung eines Mitglieds der Täterfamilie gedroht habe und 

sie deshalb ihr Dorf nicht mehr hätten verlassen können, die Opferfamilie 

gross und auf Seite des Regimes sei und sie aus dem Land habe vertrei-

ben wollen, die Anzeige des verprügelten Verwandten M._______ nicht 

ernst genommen worden sei und die Behörden nach dem Vorfall nicht in-

terveniert hätten. Auch sei nicht erwähnt worden, dass sie in der Schweiz 

über ein Beziehungsnetz verfügen würden und sie sich hierzulande gut in-

tegriert hätten. Dies zeige, dass die Vorinstanz den Sachverhalt nicht voll-

ständig und richtig abgeklärt habe, weshalb die Sache zurückzuweisen sei, 

wobei ihnen der Status als vorläufig Aufgenommene zu belassen sei.  

Sollte die Sache nicht zur Neubeurteilung zurückgewiesen werden, seien 

ihre Vorbringen als asylrechtlich relevant zu qualifizieren. Die Opferfamilie 

habe Versöhnungsversuche abgelehnt und jemanden aus der Täterfamilie 

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töten wollen. Sie hätten sich deshalb in ihrem Dorf verstecken müssen. Da 

die Opferfamilie gross und regimetreu sei, hätten die Behörden nichts un-

ternommen, wie die Nichtbehandlung der Anzeige von M._______ zeige. 

Aufgrund dieser Familienfehde bestehe für die männlichen Familienmitglie-

der eine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben. Ihnen sei deshalb nur die 

Flucht ins Ausland geblieben. Die Aussagen des Sohnes E._______ zur 

Familienfehde würden ihre Vorbringen stützen; dessen Asyldossier sei bei-

zuziehen. Etwa ein Monat nach dem Interview des in O. wohnhaften Ver-

wandten sei dessen Heimatdorf von der syrischen Regierung bombardiert 

worden. Es sei allgemein bekannt, dass die Heimatdörfer von Oppositio-

nellen gezielt bombardiert würden. Angesichts des zeitlichen Zusammen-

hangs sei auch vorliegend davon auszugehen, dass die Bombardierung 

aus Rache für das besagte Interview erfolgt sei. Auch wenn ihre Probleme 

mit der Baath-Partei lange zurückliegen würden, hätten diese doch bis zum 

heutigen Zeitpunkt Auswirkungen. Die Behörden würden ihre Angelegen-

heiten nicht erledigen und ihnen keinen Schutz gewähren, wie die Famili-

enfehde zeige. Der Sohn E._______ habe am 1. Oktober 2014 Be-

schwerde gegen den ihn betreffenden negativen Asylentscheid einge-

reicht. Die dortigen Ausführungen würden durch die wörtliche Wiedergabe 

in der vorliegenden Rechtsmitteleingabe zum integralen Bestandteil und 

seien zu berücksichtigen, zumal das BFM in der Verfügung vom 5. Sep-

tember 2014 Bezug auf die Aussagen von E._______ genommen habe. 

Ihnen drohe bei einer Rückkehr nach Syrien asylrechtlich relevante Verfol-

gung von Seiten der Opferfamilie aufgrund der anhaltenden Familienfehde 

sowie seitens des syrischen Regimes und radikaler Islamisten. Sollte die 

Flüchtlingseigenschaft nicht bejaht werden, wäre zumindest die Unzuläs-

sigkeit des Wegweisungsvollzugs wegen drohender Verletzung von Art. 3 

EMRK festzustellen. 

E.  

Am 13. Oktober 2014 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde.  

F.  

Mit Eingabe vom 3. November 2014 reichten die Beschwerdeführenden 

eine Kopie des positiven Asylentscheids des BFM vom 30. Oktober 2014 

betreffend den Sohn E._______ ein.  

G.  

Mit Eingabe vom 25. Februar 2015 reichten die Beschwerdeführenden Ko-

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Seite 8 

pien der positiven Asylentscheide des BFM respektive SEM vom 8. De-

zember 2014 und 12. Januar 2015 betreffend die Kinder F._______ und 

G._______ ein.  

H.  

Mit Eingabe vom 23. März 2015 reichten die Beschwerdeführenden ein 

weiteres Beweismittel ein, bei dem es sich um ein den Beschwerdeführer 1 

betreffendes syrisches Urteil vom 12. Juni 2014 handle.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. Juli 2016 lud die Instruktionsrichterin die 

Vorinstanz zur Beschwerdevernehmlassung ein.  

J.  

In seiner Vernehmlassung vom 29. Juli 2016 beantragte das SEM die Ab-

weisung der Beschwerde. Bei der Aktenpaginierung sei ihm insofern ein 

Fehler unterlaufen, als dass das Beweismittel-Kuvert zweifach aufgeführt 

worden sei (A8 und A14). Der Inhalt des Kuverts und die Beweismittelein-

gabe seien der anwaltlichen Vertretung am 15. September 2014 zugestellt 

worden. Der Vollständigkeit halber würden diese Akten, zusammen mit ei-

ner Kopie des Beweismittel-Kuverts A14, nochmals ediert. Bei der Akte A1 

handle es sich um die Unterlagen zur Visumserteilung, die irrtümlicher-

weise als „Akten anderer Behörden“ paginiert worden seien. Daraus sei 

den Beschwerdeführenden aber kein Nachteil erwachsen. Vorliegend 

werde das betreffende Aktenstück offengelegt. Es sei nicht angezweifelt 

worden, dass sich die Auseinandersetzung im September 2011 in der von 

den Beschwerdeführenden beschriebenen Art zugetragen habe. Die Kopie 

des Polizeirapports vom September 2011 vermöge aber, unabhängig von 

der Frage der Echtheit des Dokuments, nichts an der fehlenden Asylrele-

vanz der vorgebrachten Furcht vor einem Blutracheakt zu ändern. Ohnehin 

knüpfe die Angst vor Blutrache nicht an ein asylerhebliches Merkmal wie 

die ethnische Zugehörigkeit, politische Überzeugung oder religiöse Grun-

dentscheidung an. Die Blutrache sei vielmehr eine archaische Reaktion auf 

die Tötung eines Mannes, eine Genugtuung für das vergossene Blut und 

die Beeinträchtigung der Familienehre. Der Beizug der Asylakten in der 

Schweiz lebender Verwandter sei, wie dies gängiger Amtspraxis entspre-

che, bereits im erstinstanzlichen Verfahren erfolgt, und habe keine Anhalts-

punkte für die Annahme geliefert, dass die Beschwerdeführenden in Syrien 

eine flüchtlingsrelevante Gefährdung zu befürchten hätten. Insbesondere 

die Fluchtgeschichte des Sohnes E._______ weise in einigen Punkten ei-

nen engen Sachzusammenhang mit jener der Beschwerdeführenden auf. 

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Im angefochtenen Entscheid sei dementsprechend auch auf die Aussagen 

von E._______ Bezug genommen worden. Aber das SEM sei vorliegend – 

wie auch im Entscheid bezüglich E._______ – zum Schluss gelangt, dass 

eine begründete Furcht vor Blutracheakten nicht gegeben sei. Die Tatsa-

che, dass E._______ wiedererwägungsweise Asyl gewährt worden sei, sei 

auf die neue Beweislage in Bezug auf Vorbringen, die E._______ persön-

lich, nicht aber die Beschwerdeführenden betreffen würden, zurückzufüh-

ren. Gleiches gelte bezüglich der positiven Asylentscheide betreffend die 

Kinder G._______ und F._______ Hinsichtlich des am 23. März 2015 kom-

mentarlos eingereichten Beweismittels (syrisches Urteil vom 12. Juni 2014 

betreffend die Verurteilung des Beschwerdeführers 1 wegen Teilnahme an 

einer Demonstration und Falschangaben zum Militärdienst seiner Kinder) 

sei nicht aktenkundig, wie, von wem und wann die Beschwerdeführenden 

diese Urteilskopie erhalten oder davon Kenntnis erlangt hätten. Der Be-

schwerdeführer 1 habe nie erwähnt, dass er an Demonstrationen teilge-

nommen habe oder sonst politisch in Erscheinung getreten sei, obwohl er 

nach allfälligen politischen Tätigkeiten gefragt worden sei. Solche Doku-

mente könnten zudem leicht unrechtmässig erworben werden, wodurch 

ihnen nur geringer Beweiswert beizumessen sei. Obwohl es sich um ein in 

Abwesenheit des Beschwerdeführers 1 ergangenes Urteil handle, fehle 

darin sowohl der entsprechende Vermerk als auch der Hinweis auf die 

Möglichkeit der Wiederaufnahme des Verfahrens bei der Rückkehr. Es sei 

daher zu bezweifeln, dass es sich um ein authentisches Gerichtsdokument 

handle. Das SEM erachte den Wegweisungsvollzug gegenwärtig in Würdi-

gung sämtlicher Umstände und unter Berücksichtigung der Aktenlage als 

nicht zumutbar. Auf eine Prüfung weiterer Vollzugshindernisse könne vor 

diesem Hintergrund verzichtet werden. 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 15. August 2016 stellte die Instruktionsrichte-

rin fest, dass das SEM in seiner Vernehmlassung vom 29. Juli 2016 zur 

Frage der Einsicht in die Akten A1 (Unterlagen zur Visumserteilung), A8 

(Beweismittel-Kuvert [nicht existent, da versehentlich doppelt aufgeführt]) 

und A14 (Beweismittel-Kuvert) Stellung genommen und entsprechende 

Einsicht gewährt habe. Den Antrag der Beschwerdeführenden um Einsicht 

in die Akte A19 (interner Antrag auf Gewährung der vorläufigen Aufnahme) 

wies die Instruktionsrichterin ab. Weiter stellte sie den Beschwerdeführen-

den eine Kopie der Akte A13 (Schreiben des Bruders der Beschwerdefüh-

rerin 2 vom 9. November 2013, mit welchem dieser ein ihn betreffendes 

medizinisches Attest vom 8. November 2013 einreichte) sowie das Doppel 

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Seite 10 

der Vernehmlassung vom 29. Juli 2016 samt der vom SEM erstellten Bei-

lagen (Kopien der Akten A1 und A14 [samt Inhalt]) zu und räumte ihnen 

eine Frist zur Replik ein.  

L.  

In ihrer Replik vom 30. August 2016 entgegneten die Beschwerdeführen-

den im Wesentlichen, die nachträgliche Offenlegung der Akten vermöge 

die Verletzung der Aktenführungs- und Paginierungspflicht nicht zu heilen. 

Sie hätten weiterhin begründete Furcht vor Verfolgung durch die Opferfa-

milie. Diese gehöre zu den Anhängern des syrischen Regimes. Sie würden 

hingegen als Oppositionelle betrachtet und könnten keinen Schutz seitens 

der Behörden erwarten. Aus der Vernehmlassung sei nicht ersichtlich, wel-

che Beweismittel und Vorbringen das SEM zu den positiven Asylentschei-

den betreffend die Kinder E._______, F._______ und G._______ veran-

lasst hätten. Weder aus der Verfügung noch aus den Akten sei ersichtlich, 

ob sämtliche Asylakten der Kinder E._______, F._______ und G._______ 

beigezogen und berücksichtigt worden seien. Das SEM habe somit den 

Anspruch auf rechtliches Gehör und die Pflicht zur vollständigen und rich-

tigen Sachverhaltsabklärung verletzt. Bezüglich des syrischen Urteils vom 

12. Juni 2014 nenne das SEM keinerlei Quellen für die Erwartungshaltung, 

die syrischen Behörden würden auf die Möglichkeit der Wiederaufnahme 

des Verfahrens bei der Rückkehr eines in Abwesenheit Verurteilten hinwei-

sen. Zudem lasse das SEM ausser Acht, dass die syrischen Behörden seit 

Ausbruch des Bürgerkriegs willkürlich gegen (vermeintlich) Oppositionelle 

vorgehen würden. Ihre Familie werde seit Jahrzehnten der Opposition zu-

geschrieben. Im Übrigen sei es willkürlich, syrischen Dokumenten wegen 

der Möglichkeit der Fälschung oder des käuflichen Erwerbs grundsätzlich 

einen ausreichenden Beweiswert abzusprechen. Das Urteil vom 12. Juni 

2014, das in Abwesenheit des Beschwerdeführers 1 erfolgt sei, sei auf der 

Tafel des Gerichtshofs veröffentlicht worden. Dort habe es ein Bekannter, 

der als Anwalt im Heimatdorf des Beschwerdeführers 1 tätig sei, gesehen 

und zwei Töchtern des Beschwerdeführers 1, die zu dieser Zeit in Syrien 

wohnhaft gewesen seien, überbracht. Diese hätten daraufhin die in der 

Türkei lebende Schwester informiert, welche wiederum den Beschwerde-

führer 1 im Dezember 2014 über das Urteil in Kenntnis gesetzt und es ihm 

geschickt habe.  

  

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Seite 11 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM respektive 

das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine 

Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref-

fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-

waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser 

bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 

liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entschei-

det. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben  ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen – einzutre-

ten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Auf den Antrag, es sei festzustellen, dass die Rechtswirkungen der vor-

läufigen Aufnahme im Falle der Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

fortbestehen würden, ist zufolge Unzulässigkeit nicht einzutreten. Bei der 

vorläufigen Aufnahme handelt es sich um eine Ersatzmassnahme für eine 

nicht vollziehbare Wegweisung (vgl. BVGE 2009/40 E. 4.2.1), die aufgrund 

ihres akzessorischen Charakters nicht selbständig, sondern nur zusam-

men mit dem Entscheid über die Wegweisung in Rechtskraft erwachsen 

beziehungsweise Rechtswirkungen entfalten kann. Mangels gesetzlicher 

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Seite 12 

Grundlage kann es keinen Ersatz (vorläufige Aufnahme) für eine nicht an-

geordnete Massnahme (Wegweisung) geben (vgl. bspw. Urteile des BVGer 

D-3362/2014 vom 20. September 2017, D-4736/2014 vom 14. August 

2017, D-1948/2015 vom 19. April 2016, D-3280/2014 vom 16. März 2016). 

Die Beschwerdeführenden haben den negativen Asylentscheid und die da-

mit verbundene Wegweisung angefochten. Die von der Vorinstanz ange-

ordnete vorläufige Aufnahme kann somit erst mit der Ausfällung des vorlie-

genden letztinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen. 

3.2 Auf den Eventualantrag um Feststellung der Unzulässigkeit des Weg-

weisungsvollzugs ist in Ermangelung eines schutzwürdigen Interesses 

ebenfalls nicht einzutreten. Gemäss konstanter Rechtsprechung sind die 

Wegweisungsvollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 1 AuG (SR 142.20) 

alternativer Natur (vgl. BVGE 2011/7 E. 8, 2009/51 E. 5.4). Sobald eine 

Bedingung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit) erfüllt ist, 

ist der Vollzug als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesen-

heit der betroffenen Person in der Schweiz gemäss den Bestimmungen 

über die vorläufige Aufnahme zu regeln. Gegen eine allfällige Aufhebung 

der vorläufigen Aufnahme steht wiederum die Beschwerde an das Bundes-

verwaltungsgericht offen (Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG), wobei in 

jenem Verfahren sämtliche Vollzugshindernisse von Amtes wegen und 

nach Massgabe der dannzumal herrschenden Verhältnisse erneut zu prü-

fen sind. Im Übrigen würde eine vorläufige Aufnahme wegen Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs, soweit nicht mit der Flüchtlingseigenschaft 

verbunden, keine andere Rechtsstellung bewirken als eine – wie vorlie-

gend – wegen Unzumutbarkeit angeordnete vorläufige Aufnahme. Das 

Rechtsschutzinteresse der Beschwerdeführenden hinsichtlich der Prüfung 

zusätzlicher individueller Vollzugshindernisse ist folglich zu verneinen. 

4.  

4.1 Die verfahrensrechtlichen Rügen, wonach die Vorinstanz das rechtli-

che Gehör, die Begründungspflicht und die Pflicht zur richtigen und voll-

ständigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt habe, 

sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kassation der 

angefochtenen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-

gen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2004 Nr. 38). 

4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest. Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV, Art. 29 und Art. 32 Abs. 1 VwVG), das alle Befugnisse umfasst, 

D-5777/2014 

Seite 13 

die einer Partei einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirksam zur 

Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). 

Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich zur Sache zu 

äussern, erhebliche Beweismittel beizubringen und mit erheblichen Be-

weisanträgen gehört zu werden sowie Einsicht in die Akten zu nehmen. Mit 

dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen 

tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidung ange-

messen zu berücksichtigen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 

die betroffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfech-

ten kann. Die Behörde muss die wesentlichen Überlegungen nennen, von 

denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht 

erforderlich ist hingegen, dass sich die Begründung mit allen Parteistand-

punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich erwähnt oder widerlegt. Somit darf sich die Vorinstanz bei der 

Begründung der Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken und ist nicht gehalten, sich ausdrücklich mit je-

der tatbeständlichen Behauptung auseinanderzusetzen (vgl. BGE 136 I 

184 E. 2.2.1, 126 I 97 E. 2.b).  

4.3 Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe ihnen in die Ak-

ten A1 (Ausdruck E-Dossier), A8 (Beweismittelkuvert), A13 (medizinisches 

Attest), A14 (Beweismittelkuvert) und A19 (interner Antrag auf vorläufige 

Aufnahme) keine Einsicht gewährt. Diesbezüglich ist auf die Zwischenver-

fügung vom 15. August 2016 zu verweisen, in der bereits festgestellt 

wurde, dass hinsichtlich der Akte A19 keine Verletzung des Akteneinsichts-

rechts vorliegt. Die Nichtexistenz der Akte A8 wurde vom SEM in seiner 

Vernehmlassung vom 29. Juli 2016 hinreichend erklärt (versehentliche 

Doppelaufführung [vgl. A14]). In die Akten A1 (Unterlagen zur Visumsertei-

lung), A13 (Schreiben des Bruders der Beschwerdeführerin 2 [medizini-

sches Attest]) und A14 (Beweismittel-Kuvert [samt Inhalt]) wurde den Be-

schwerdeführenden am 15. August 2016 Einsicht gewährt und sie konnten 

dazu im Rahmen ihrer Replik vom 30. August 2016 Stellung nehmen, so 

dass – wenn überhaupt – keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts be-

ziehungsweise Gehörsverletzung (mehr) vorliegt.  

4.4 Bezüglich der Rüge, die Vorinstanz habe die eingereichten Beweismit-

tel nicht gewürdigt, ist festzustellen, dass das BFM die betreffenden Doku-

mente entgegengenommen, in der Verfügung vom 5. September 2014 ex-

plizit erwähnt (vgl. S. 2 Ziffer 3) und bei der Einschätzung der Frage der 

Asylrelevanz der Fluchtvorbringen berücksichtigt hat (vgl. S. 4 Ziff. 1). Zu-

dem ist hinsichtlich der Würdigung des Polizeirapports von September 

D-5777/2014 

Seite 14 

2011 auch auf die Ausführungen in der Vernehmlassung der Vorinstanz 

vom 29. Juli 2016 zu verweisen (keine Infragestellung des Ereignisses, 

welches die Familienfehde ausgelöst habe). Eine Nichtbeachtung ent-

scheidwesentlicher Beweismittel liegt damit nicht vor. 

4.5 Hinsichtlich des Einwands der Beschwerdeführenden, die Vorinstanz 

hätte die Akten hierzulande lebender Verwandter – insbesondere des Soh-

nes E._______, dessen Aussagen ihre Vorbringen zur Familienfehde stüt-

zen würden – beiziehen müssen, ist auf die Stellungnahme des SEM in 

seiner Vernehmlassung vom 29. Juli 2016 zu verweisen. Den Ausführun-

gen lässt sich entnehmen, dass der entsprechende Beizug und die Prüfung 

eines Verfolgungszusammenhangs erfolgt sind und andere, nicht die Be-

schwerdeführenden betreffende Vorbringen zu den positiven Asylentschei-

den für die Kinder E._______, G._______ und F._______ geführt haben. 

Im Übrigen ist auch bereits aus der angefochtenen Verfügung ersichtlich, 

dass die Akten des Sohnes E._______ beigezogen wurden, verweist die 

Vorinstanz darin doch explizit auf Aussagen von E._______ in dessen Asyl-

verfahren (vgl. S. 3 Ziffer 1). Nur am Rande ist zu erwähnen, dass 

E._______ in seinem separaten Beschwerdeverfahren ebenfalls vom rubri-

zierten Rechtsanwalt vertreten worden ist und dieser somit zweifellos 

Kenntnis von dessen Verfahrensakten hatte. 

4.6 Auch die Rüge, die Vorinstanz habe die Pflicht zur Erstellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts verletzt, indem sie einige Aussagen der 

Beschwerdeführenden nicht explizit erwähnt habe (vgl. Beschwerdeschrift 

vom 8. Oktober 2014 S. 5 und 9 ff.), geht fehl. Die Beschwerdeführenden 

konnten ihre Asylgründe im Rahmen der Befragungen und Anhörungen 

umfassend schildern. Zwar hat sich das BFM in der Verfügung vom 5. Sep-

tember 2014 nicht mit jedem Argument der Beschwerdeführenden einzeln 

und eingehend auseinandergesetzt, dies ist aber entgegen der von den 

Beschwerdeführenden vertretenen Auffassung auch nicht notwendig. Die 

angefochtene Verfügung beinhaltet eine genügend ausführliche Darstel-

lung des Sachverhalts. Aus dem Entscheid wird ersichtlich, von welchen 

Kriterien sich das BFM hat leiten lassen und weshalb es zum ablehnenden 

Ergebnis gelangte. Die Verfügung konnte sachgerecht angefochten wer-

den. Eine Gehörsverletzung liegt nicht vor. Die Vorinstanz erachtete den 

Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung als rechtsgenüglich 

erstellt. Diese Einschätzung ist nicht zu beanstanden. Die Würdigung des 

Sachverhalts bildet nunmehr Gegenstand des Beschwerdeverfahrens.  

D-5777/2014 

Seite 15 

4.7 Die Beschwerdeführenden monieren weiter, die Vorinstanz habe nicht 

ausreichend begründet, weshalb sie den Wegweisungsvollzug als unzu-

mutbar erachte. Diese Rüge ist ebenfalls unbegründet. Aus der Verfügung 

ist ersichtlich, dass das BFM die Beschwerdeführenden aufgrund der durch 

den Bürgerkrieg geprägten Sicherheitslage in Syrien im Sinne von Art. 83 

Abs. 4 AuG für konkret gefährdet hält und deshalb den Wegweisungsvoll-

zug als unzumutbar erachtet. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern die 

Beschwerdeführenden durch die zu ihren Gunsten verfügte vorläufige Auf-

nahme beziehungsweise deren Begründung beschwert sein sollten.  

4.8 Aufgrund des Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Die entsprechenden Rückweisungsanträge sind 

daher abzuweisen.  

 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

Die Flüchtlingseigenschaft erfüllt eine asylsuchende Person dann, wenn 

sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeter-

weise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfol-

gungsmotive zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden 

drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss entfernte Möglichkeit künfti-

ger Verfolgung genügt nicht, sondern vielmehr müssen konkrete Indizien 

die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch und nachvollzieh-

bar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5, 2010/44 E. 3.4). Ge-

zielte, von asylrechtlich relevanter Verfolgungsmotivation getragene Nach-

teile bestehen dann, wenn eine Person nicht lediglich den gleichen Risiken 

und Einschränkungen wie die gesamte Bevölkerung ihres Heimat- oder 

D-5777/2014 

Seite 16 

Herkunftsstaats ausgesetzt ist, sondern darüber hinaus als Individuum we-

gen ihrer politischen oder religiösen Überzeugung oder ihrer Eigenart, Zu-

gehörigkeit oder Herkunft in asylrechtlich relevanter Intensität belangt wird 

(vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1, 2008/12 E. 7). Massgeblich für die Beurteilung 

der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylent-

scheids. Die Gewährung des Asyls kann nicht dazu dienen, einen Aus-

gleich für vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern bezweckt vielmehr, 

Schutz vor künftiger Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine 

Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich-

tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwie-

gen oder nicht (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 E. 5.1). 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es den Beschwer-

deführenden nicht gelingt, eine asylrechtlich relevante Verfolgung darzule-

gen.  

6.2 Hinsichtlich des Vorbringens, wegen einer im Jahr 2011 aufgrund eines 

tödlichen Schusswechsels im Anschluss an eine handgreifliche Auseinan-

dersetzung eines Verwandten am Arbeitsplatz in I._______ entstandenen 

Familienfehde im Oktober 2013 aus Syrien geflohen zu sein, ist festzustel-

len, dass die Beschwerdeführerinnen 2 und 3 eigenen Angaben zufolge als 

Frauen von dem Streit nicht betroffen sind. Ihnen drohen damit in diesem 

Zusammenhang keine ernsthaften Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG. 

Aber auch der Beschwerdeführer 1, der nicht zur Kernfamilie des Todes-

schützen gehöre, wurde laut seinen Aussagen in den zwei Jahren bis zur 

Ausreise von der Opferfamilie, zu der er keinen Kontakt gehabt habe und 

mit der seine Familie zuvor nicht bekannt gewesen sei, nicht persönlich 

bedroht oder behelligt; weder er noch seine (männlichen) Verwandten hät-

ten direkte Verfolgungsmassnahmen erlitten. Aus den Vorbringen der Be-

schwerdeführenden, bei Familienfehden seien grundsätzlich automatisch 

alle männlichen Verwandten unmittelbar in Gefahr, geht keine hinreichend 

D-5777/2014 

Seite 17 

konkrete Bedrohung des Beschwerdeführers 1 hervor, er persönlich wäre 

das anvisierte Ziel von Vergeltungsaktionen, zumal sich der Todesschütze, 

der nicht der Kernfamilie der Beschwerdeführenden angehöre, bei der Po-

lizei gestellt habe und inhaftiert sei. Angesichts der Zeitspanne bis zur Aus-

reise, während der nichts vorgefallen sei, was einem ernsthaften Nachteil 

im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkäme, ist die Ursächlichkeit der besagten 

Familienfehde für die Ausreise der Beschwerdeführenden im Oktober 2013 

zu bezweifeln. Aber selbst bei Bejahung der Kausalität ist der geltend ge-

machten Furcht vor Blutrache – einer archaischen Reaktion auf die Tötung 

eines Mannes respektive eine Genugtuung für das vergossene Blut und 

die Beeinträchtigung der Familienehre – in Ermangelung eines asylbeacht-

lichen Verfolgungsmotivs im Sinne von Art. 3 AsylG die Asylrelevanz abzu-

sprechen (vgl. hierzu das Urteil des BVGer D-670/2014 vom 8. Februar 

2016 E. 6.2.3). 

6.3 Die geltend gemachten Benachteiligungen im Nachgang zur vor meh-

reren Jahrzehnten erfolgten Verstaatlichung eines Teils des Familienbesit-

zes (einmalige Anhaltung des Beschwerdeführers 1 für einige Stunden im 

Jahr 1985 oder 1986 wegen Streitigkeiten um die Ländereien, Schwierig-

keiten bei behördlichen Erledigungen, vergebliche Bemühungen der Kin-

der um staatliche Anstellungen) vermögen mangels flüchtlingsrechtlicher 

Intensität gemäss Art. 3 AsylG keine Asylrelevanz zu entfalten.  

6.4 Mit dem Verweis auf ein regimekritisches Fernsehinterview eines Ver-

wandten in O._______ im Jahr 2013 und die in zeitlicher Nähe erfolgte 

Bombardierung dessen Heimatdorf P._______ sowie weiterer, umliegen-

der Dörfer, vermögen die Beschwerdeführenden ebenfalls keine asylrecht-

lich relevante (Reflex-)Verfolgung zu begründen, zumal sie persönlich auf-

grund des exilpolitischen Engagements des besagten Verwandten keine 

konkreten Probleme mit den syrischen Behörden gehabt hätten. Die Angst 

der Beschwerdeführenden vor Bombardierung auch ihres Wohnorts 

(J._______) ist – wie auch die in der Rechtsmitteleingabe vom 8. Oktober 

2014 vorgebrachte grundsätzliche Furcht vor radikalen Islamisten – ange-

sichts der Kriegswirren verständlich. Es handelt sich dabei aber um den 

Ausdruck einer generellen Gefährdung aufgrund der Bürgerkriegslage vor 

Ort; konkrete Ereignisse, bei denen die Beschwerdeführenden gezielt von 

Regimeangehörigen angegriffen oder von Islamisten bedroht worden 

seien, brachten sie nicht vor. Den kriegsbedingten Ereignissen wurde mit 

der vorläufigen Aufnahme der Beschwerdeführenden infolge Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs Rechnung getragen. 

D-5777/2014 

Seite 18 

6.5 Schliesslich ist auch das erst im Beschwerdeverfahren am 23. März 

2015 kommentarlos eingereichte Dokument, bei dem es sich um ein den 

Beschwerdeführer 1 betreffendes, von der Staatsanwaltschaft in I._______ 

ausgestelltes Urteil vom 12. Juni 2014 handle, nicht geeignet, eine asyl-

rechtlich relevante Verfolgung des Beschwerdeführers 1 seitens der hei-

matlichen Behörden zu belegen. An der Echtheit des besagten Dokuments 

– eine handschriftlich ausgefüllte Formularkopie – bestehen erhebliche 

Zweifel. Die Schilderung in der Replik vom 30. August 2016, wie die Be-

schwerdeführenden in dessen Besitz gelangt sein sollen, vermag nicht zu 

überzeugen, zumal die Aushändigung eines Urteils von der Staatsanwalt-

schaft an eine Drittperson höchst fraglich erscheint. Belege für den geschil-

derten Übermittlungsweg (Aushändigung des Dokuments von der Staats-

anwaltschaft in I._______ an die besagte Drittperson, Versand von Syrien 

in die Türkei und von dort in die Schweiz) liegen nicht vor. Auch ist nicht 

ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführenden das besagte Urteil vom 

12. Juni 2014 erst in ihrer Eingabe vom 23. März 2015 erwähnten, wenn 

sie doch laut den Ausführungen in der Replik vom 30. August 2016 bereits 

seit (spätestens) Dezember 2014 Kenntnis davon gehabt hätten. Die Zwei-

fel erhärten sich im Hinblick auf den Inhalt des Dokuments (Verurteilung 

des Beschwerdeführers 1 wegen der Teilnahme an einer Demonstration in 

I._______ am 3. September 2013 und Falschangaben zu den Kindern im 

Hinblick auf die Verhinderung des Militärdienstes), der gänzlich in Wider-

spruch zu den Angaben des Beschwerdeführers 1 steht. Der Beschwerde-

führer 1 hat weder im erstinstanzlichen Verfahren noch auf Beschwerde-

ebene etwas vorgebracht, das in diese Richtung weisen würde. Er hat nicht 

geltend gemacht, im September 2013 an einer Demonstration in I._______ 

– oder überhaupt je an einer Kundgebung – teilgenommen zu haben. Viel-

mehr hat er ausgesagt, nicht politisch aktiv gewesen zu sein, und (abgese-

hen von einer einmaligen Festhaltung im Jahr 1985 oder 1986) nie Prob-

leme mit der Polizei, dem Militär oder einer anderen Organisation gehabt 

zu haben. Zudem habe er aufgrund der Fehde mit der aus I._______ stam-

menden Familie L._______ J._______ nicht mehr verlassen respektive sei 

nicht mehr nach I._______ gegangen. Als Ausreisegrund machte er aus-

drücklich nur die besagte Familienfehde und die Bombardierung von 

P._______ nach dem Fernsehinterview des Verwandten in O._______ res-

pektive die Bürgerkriegssituation geltend. Des Weiteren wird in dem be-

sagten Dokument lediglich ein Strafrahmen genannt (ein Monat bis ein 

Jahr), obwohl es sich um ein rechtskräftiges Urteil handle und somit das 

effektiv ausgesprochene Strafmass daraus ersichtlich sein sollte. Bei die-

D-5777/2014 

Seite 19 

ser Sachlage kommt dem besagten Dokument mangels glaubhafter Au-

thentizität keine genügende Beweiskraft zu, zumal solche Dokumente 

leicht erhältlich gemacht werden können.  

6.6 Zusammenfassend ist es den Beschwerdeführenden nicht gelungen, 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, im Zeitpunkt ihrer 

Ausreise aus Syrien im Oktober 2013 asyl- respektive flüchtlingsrechtlich 

relevanter Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt gewesen zu 

sein. Konkrete Anhaltspunkte für eine objektiv begründete Furcht vor künf-

tiger gezielter, asylrechtlich relevanter Verfolgung der Beschwerdeführen-

den durch private Drittpersonen, die syrischen Behörden oder radikale Is-

lamisten im Sinne von Art. 3 AsylG liegen aufgrund der Aktenlage ebenfalls 

nicht vor. Das SEM hat damit die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint 

und die Asylgesuche entsprechend abgelehnt. Es erübrigt sich, auf die wei-

teren Ausführungen in den Rechtsmitteleingaben näher einzugehen, da sie 

an der vorliegenden Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermö-

gen. 

7.  

7.1 Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt sie darauf nicht ein, 

verfügt sie in der Regel die Wegweisung und ordnet den Vollzug an; sie 

berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG).  

7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

7.3 Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführenden infolge Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufgenommen. Praxisgemäss stellen 

sich in diesem Zusammenhang keine weiteren Fragen mehr, zumal die 

Wegweisungsvollzugshindernisse alternativer Natur sind und bei Vorliegen 

eines Hindernisses der Vollzug als nicht durchführbar gilt (vgl. hierzu auch 

die vorstehenden Ausführungen unter E. 3.2).  

7.4 Präzisierend ist festzuhalten, dass sich aus den vorstehenden Erwä-

gungen nicht der Schluss ergibt, die Beschwerdeführenden seien zum heu-

tigen Zeitpunkt in ihrem Heimatstaat nicht gefährdet. Eine solche Gefähr-

dungslage ist jedoch auf die in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation 

zurückzuführen. Die Vorinstanz hat dieser generellen Gefährdung Rech-

nung getragen und die Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 83 Abs. 1 

D-5777/2014 

Seite 20 

und 4 AuG wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig 

aufgenommen. Diese Anordnung erwächst mit vorliegendem Urteil in 

Rechtskraft. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG, Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen, 

soweit auf diese einzutreten ist.  

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  

SR 173.320.2]). Die erst nachträglich gewährte Akteneinsicht ist von derart 

untergeordneter Bedeutung, dass sich eine abweichende Kostenauflage 

nicht rechtfertigt.   

D-5777/2014 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: 

 

 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

Versand: