# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e92d9fa8-e2f1-50e5-810a-87ff930975f9
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.08.2018 BG.2018.14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2018-14_2018-08-14.pdf

## Full Text

Beschluss vom 14. August 2018 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Cornelia Cova, 

Gerichtsschreiber Martin Eckner 

 

 

   
Parteien  KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft,  

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

1. KANTON GRAUBÜNDEN, Staatsanwalt-

schaft,  

 

2. KANTON SCHWYZ, Oberstaatsanwaltschaft,  

 

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2018.14 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. A. wird im Wesentlichen vorgeworfen, bei drei Gesellschaften als Gesell-

schafter und Geschäftsführer oder einziges Verwaltungsratsmitglied tätig ge-

wesen zu sein, wobei der Verdacht bestehe, er habe sich in diesem Zusam-

menhang der Misswirtschaft (Art. 165 StGB) und/oder weiterer Konkursde-

likte schuldig gemacht. Die hier primär interessierenden Gesellschaften 

B. GmbH und C. AG (Firmen wie zum Zeitpunkt des Konkurses) hatten zu 

unterschiedlichen Zeitpunkten ihren Sitz im Kanton Schwyz. Jeweils weniger 

als ein Jahr vor den Konkurseröffnungen verlegten die Gesellschaften ihren 

Sitz in den Kanton Graubünden (Z.). A. hatte Wohnsitz in Y. (Kanton Schwyz) 

und jeweils im Rahmen der Sitzverlegung der Gesellschaften seine Organ-

tätigkeiten aufgegeben. 

 

 

B. Die Ermittlungen begannen durch die Projektgruppe "Konkursreiterei" der 

Stadt- und Kantonspolizei Zürich. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat lei-

tete am 28. November 2017 den Meinungsaustausch mit dem Kanton 

Schwyz ein. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz erklärte am 

13. Dezember 2017 und 18. Januar 2018, nicht zuständig zu sein. Der Kan-

ton Graubünden lehnte, vom Kanton Zürich am 21. Dezember 2017 ange-

fragt, die Übernahme des Verfahrens am 3. Januar 2018 ab.  

 

Am 1. März 2018 leitete die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

(nachfolgend "OSTA Zürich") den abschliessenden Meinungsaustausch ein. 

Sie verwies dabei unter anderem auf den Entwurf vom 4. April 2016 einer 

Empfehlung zur "Konkursreiterei" der Schweizerischen Staatsanwälte-Kon-

ferenz (SSK). Die Kantone Graubünden (7. März 2018) und Schwyz 

(21. März 2018) lehnten ihre Zuständigkeit erneut ab.  

 

 

C. Die OSTA Zürich ersuchte am 29. März 2018 die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts um Bestimmung des Gerichtsstandes. Sie beantragt, es 

seien die Strafbehörden des Kantons Graubünden, eventualiter diejenigen 

des Kantons Schwyz für zuständig zu erklären (act. 1). 

 

Der Kanton Graubünden hielt am 13. April 2018 dafür, es sei der Kanton 

Schwyz für zuständig zu erklären (act. 3). Für den Kanton Schwyz (act. 4 

Gesuchsantwort vom 19. April 2018) liegt die Zuständigkeit beim Kanton 

Graubünden. Die Eingaben wurden am 23. April 2018 den Parteien zur 

Kenntnis gebracht (act. 5). 

 

 

- 3 - 

 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und Form, 

vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2014.7 vom 21. März 2014 E. 1) 

sind vorliegend erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf das 

Gesuch um Bestimmung des Gerichtsstands ist einzutreten. 

2.  

2.1 Unter "Konkursreiterei" wird ein systematisch betriebener Markt für "Firmen-

bestattungen" verstanden, welcher sich idealtypisch wie folgt abspielt: Klein-

unternehmer verschiedener Branchen missachten Kapitalschutzvorschriften 

(z.B. Art. 725 Abs. 2 OR), verschleppen den Konkurs oder machen sich sonst 

wie strafbar, namentlich durch Misswirtschaft (Art. 165 StGB). Die Organe 

dieser Gesellschaften – die sog. "Vororgane" – sind bereit, Geld zu bezahlen 

zur Verminderung der persönlichen zivil- und strafrechtlichen Verantwortlich-

keit oder eines Kreditschadens. Vermittler führen Vororgane mit den "Endor-

ganen" (Firmenbestattern) zusammen. Endorgane übernehmen die Gesell-

schaften als einzige Zeichnungsberechtigte, verschleppen den Konkurs 

ohne jede Sanierungsabsicht weiter und missbrauchen zudem des Öfteren 

die konkursreife Gesellschaft als Tatmittel für Bestellungsbetrug.  

Ziffer 4 des Entwurfs vom 4. April 2016 der Empfehlung "Missbrauch Kon-

kursverfahren / Konkursreiterei" der Schweizerischen Staatsanwälte-Konfe-

renz (SSK) betrifft den Gerichtsstand bei Betreibungs- und Konkursdelikten 

von Vororganen (Straftaten nach den Artikeln 163-171bis StGB) und be-

zweckt, Art. 36 Abs. 1 StPO zu präzisieren. Art. 36 Abs. 1 StPO bezeichnet 

die Behörden am Sitz der Schuldnerin als zuständig. Nach dem Entwurf sind 

bei Betreibungs- und Konkursdelikten der Vororgane die Behörden des Or-

tes zuständig an dem die Gesellschaft zur Zeit der Organstellung des Voror-

gans operativ tätig war, vermutungsweise am Ort des während der Organ-

stellung des Vororgans im Handelsregister eingetragenen Sitzes. Gemäss 

Beschlussprotokoll vom 4. April 2016 sei weder eine Vereinigung der Ver-

fahren gegen Vororgane und Endorgane/Vermittler noch eine Gerichts-

standsattraktion der Teilnehmer durch die Mittäter angestrebt; vielmehr 

seien aufgrund der bisherigen Sachlage zumeist getrennte Untersuchungen 

zweckmässig resp. sinnvoll (vgl. act. 1.11). 

- 4 - 

 

 

Die Bemerkungen vom 4. April 2016 zum Entwurf führen aus, Art. 36 Abs. 1 

StPO beantworte die Frage nicht, ob der Sitz im Zeitpunkt der Konkurseröff-

nung oder im Zeitpunkt des tatbestandsmässigen Handelns gemeint sei. Die 

regelmässig mit der Unternehmensübernahme zur "Bestattung" einherge-

hende Sitzänderung führe dazu, dass diese beiden Orte in Bezug auf das 

Vororgan auseinanderfielen (act. 1.11 S. 2). 

 

2.2 Die vorliegende Strafuntersuchung betrifft folgenden Sachverhalt: 

 

 B. GmbH (früher: D. GmbH) 

 06.05.2010 bis 11.06.2012 A. (Vororgan); Gesellschafter und Ge-

schäftsführer mit Einzelunterschrift; Sitz in Y. (SZ), 

 11.06.2012 E. (Endorgan); Sitz neu Z. (GR), 

 10.10.2012 Konkurseröffnung, 

 26.02.2013 Löschung im Handelsregister. 

 

 C. AG 

zuvor F. AG, in X. (SZ), 

13.02.2009 G. AG, in W. (ZG); zwei weitere Vororgane, 

26.04.2012 H. AG, in Y. (SZ); A. (Vororgan); Mitglied Verwaltungsrat mit 

Einzelunterschrift, 

25.06.2013 E. (Vororgan); Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift; Sitz 

neu Z. (GR), 

08.11.2013 I. (Endorgan); Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift, 

21.01.2014 Konkurseröffnung; Löschung im Handelsregister. 

 

 J. GmbH  

31.01.2012 K. GmbH, in V. (ZH); mit diversen Vororganen, 

26.09.2013 J. GmbH, in U. (SZ); A. (Vororgan); Gesellschafter und Ge-

schäftsführer mit Einzelunterschrift, 

13.01.2016 Auflösung von Amtes wegen, 

21.04.2016 Löschung im Handelsregister von Amtes wegen. 

 

Auf dem Betreibungsamt Y. (SZ) sind gegen die nachmalige B. GmbH 17 er-

loschene Betreibungen registriert, gegen die nachmalige C. AG deren sie-

ben. Das Betreibungsamt Höfe hat 16 Betreibungen gegen die nachmalige 

J. GmbH registriert; ausserdem existieren Verlustscheine im Gesamtbetrag 

von CHF 37'986.40. 

 

Das Bezirksgericht Moesa (Kanton Graubünden) eröffnete am 10. Oktober 

2012 den Konkurs über die B. GmbH; das Konkursverfahren ist am 14. No-

vember 2012 mangels Aktiven eingestellt worden. Das Bezirksgericht Moesa 

- 5 - 

 

 

eröffnete am 21. Januar 2014 den Konkurs über die C. AG. Gemäss der Ein-

vernahme des Endorgans sei L. (in ZZ. [SZ]) für die Buchhaltung verantwort-

lich. Die Bilanz sei in YY. (GR) deponiert. Die Gesellschaft verfüge über 

keine Mietverträge und keine Bank- oder Postkonten oder Aktiven bei Dritten 

und ebenso wenig über Fix- oder Mobiltelefonanschlüsse oder Internetzu-

gang. Die Schulden würden rund CHF 200'000.-- betragen. Vermögenswerte 

waren gemäss Inventar keine vorhanden. Das Konkursverfahren ist am 

4. Februar 2014 mangels Aktiven eingestellt worden. Die J. GmbH wurde am 

26. April 2016 von Amtes wegen gelöscht, weil die Gesellschaft keine Ge-

schäftstätigkeit mehr aufwies, keine verwertbaren Aktiven mehr hatte und 

kein Interesse an der Aufrechterhaltung der Eintragung innert angesetzter 

Frist geltend gemacht worden war. 

 

A. wird vorgeworfen, die konkursreifen B. GmbH und C. AG bis zur Abgabe 

an den nächsten Gesellschafter geführt zu haben. Nach der heutigen Ver-

dachtslage waren die Gesellschaften zum Zeitpunkt des Verkaufs, respek-

tive der Mandatsübergabe an das nächste Organ, bereits überschuldet und 

es fehlte zur Weiterführung an genügender Kapitalausstattung. A. habe ge-

mäss Art. 725 OR vorgehen müssen (Zwischenbilanz bei begründeter Be-

sorgnis der Überschuldung bzw. Gang zum Richter bei festgestellter Über-

schuldung). Bei allen drei Gesellschaften wird A. zudem vorgeworfen, die 

Geschäftsbücher nicht oder zumindest nicht vollständig geführt zu haben 

(Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 2. August 2017, S. 4 f., 8).  

 

2.3 Die OSTA Zürich legt dar, der ordentliche Gerichtsstand gemäss Art. 36 

Abs. 1 StPO befinde sich im Kanton Graubünden, dem Sitz der B. GmbH 

und C. AG zur Zeit der Konkurseröffnung. Angesichts dessen, dass der Tat-

ort der Misswirtschaft im Kanton Schwyz liege wie auch der Wohnort von A., 

bestünden durchaus triftige Gründe, um vom ordentlichen Gerichtsstand ab-

zuweichen. Der Entwurf der Empfehlungen einer Arbeitsgruppe der Schwei-

zerischen Staatsanwälte-Konferenz (SSK) zeige, dass dies durchaus auch 

zweckmässig sei. Dies sei sinnvoll aufgrund der näheren Beziehung zum Ort 

der Geschäftstätigkeit, vermutungsweise des im Handelsregister eingetra-

genen Sitzes, während der Verantwortlichkeit des Vororgans (act. 1 S. 6).  

 

Für die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz ist der Gerichtsstand 

nach der klaren gesetzlichen Regelung von Art. 36 Abs. 1 StPO vorliegend 

im Kanton Graubünden. Sie weist darauf hin, dass die Vorschläge der Ar-

beitsgruppe keinen Eingang in die Gerichtsstandsempfehlungen der SSK 

gefunden hätten. 

 

- 6 - 

 

 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden bringt vor, dass die Gesellschaften ope-

rativen Sitz im Kanton Schwyz hatten, als A. seine Pflichten als Geschäfts-

führer bzw. Verwaltungsrat hätte wahrnehmen müssen. Auch A. selbst habe 

seinen Wohnsitz im Kanton Schwyz. Währenddessen würden ihm keine 

Ausführungshandlungen im Kanton Graubünden vorgeworfen. Die Zustän-

digkeit habe sich nach dem tatsächlichen Geschäftssitz der Gesellschaften 

zum Zeitpunkt des mutmasslich deliktischen Handelns zu bestimmen. Es lä-

gen demnach triftige Gründe vor, um vom Gerichtsstand gemäss Art. 36 

Abs. 1 StPO abzuweichen (act. 3). 

 

2.4 Nach Art. 165 Ziff. 1 StGB macht sich der Misswirtschaft strafbar, wer als 

Schuldner namentlich durch arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung 

seine Überschuldung herbeiführt oder verschlimmert, seine Zahlungsunfä-

higkeit herbeiführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit seine 

Vermögenslage verschlimmert, sofern über ihn der Konkurs eröffnet oder 

gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt wird (Art. 165 Ziff. 1 StGB).   

 

Die Bestimmung bedroht die krasse Sorgfaltspflichtverletzung angesichts 

des drohenden Vermögensverfalls mit Strafe. Tatbestandsmässig ist nur ein 

krasses wirtschaftliches Fehlverhalten. Das Eingehen eines jeder Geschäfts-

tätigkeit inhärenten Risikos ist nicht strafbar, auch wenn sich ex post heraus-

stellt, dass eine Fehlentscheidung getroffen worden ist (HAGENSTEIN, Basler 

Kommentar, 3. Aufl. 2013, N. 11 zu Art. 165 StPO). Nach der Rechtspre-

chung liegt eine arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung vor, wenn ge-

setzliche Bestimmungen der Unternehmensführung missachtet werden. 

Dazu gehören insbesondere die Vernachlässigung der Rechnungslegung 

oder die Verletzung der Pflicht des Verwaltungsrats einer Aktiengesellschaft, 

im Falle der Überschuldung den Richter zu benachrichtigen (Urteile des Bun-

desgerichts 6B_199/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 2.3.3; 6B_1047/2015 

vom 28. April 2016 E. 4.3; 6B_366/2015 vom 9. Februar 2016 E. 2.3.2; 

6B_492/2009 vom 18. Januar 2010 E. 2.2; je mit Hinweisen; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.1.1 m.w.H.). 

 

2.5 Gemäss Art. 36 Abs. 1 StPO sind bei Straftaten nach den Artikeln 163–171bis 

StGB die Behörden am Wohnsitz, am gewöhnlichen Aufenthaltsort oder am 

Sitz der Schuldnerin oder des Schuldners zuständig.  

 

Die Beschwerdekammer kann (wie die beteiligten Staatsanwaltschaften un-

tereinander auch) einen andern als den in den Art. 31-37 StPO vorgesehe-

nen Gerichtsstand festlegen, wenn der Schwerpunkt der deliktischen Tätig-

keit oder die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person es erfor-

dern oder andere triftige Gründe vorliegen (Art. 40 Abs. 3 StPO). Ein solches 

- 7 - 

 

 

Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand soll indes die Ausnahme blei-

ben. Die Konkurseröffnung wird im Normalfall für Konkursdelikte als zustän-

digkeitsbegründend erachtet (TPF 2011 178 E. 3.3). Eine Vereinbarung bzw. 

der Beschluss, einen gesetzlich nicht zuständigen Kanton mit der Verfolgung 

zu betrauen, setzt triftige Gründe voraus und die Überlegungen, welche den 

gesetzlichen Gerichtsstand als unzweckmässig erscheinen lassen, müssen 

sich gebieterisch aufdrängen; die Anforderungen für ein Abweichen vom ge-

setzlichen Gerichtsstand sind entsprechend hoch anzusetzen. Überdies 

kann ein Kanton entgegen dem gesetzlichen Gerichtsstand nur für zuständig 

erklärt werden resp. sich selber als zuständig erklären, wenn dort tatsächlich 

ein örtlicher Anknüpfungspunkt besteht (TPF 2012 66 E. 3.1 S. 67 f.; 

TPF 2011 178 E. 3.1 S. 180 f.; jeweils m.w.H.). 

 

 

3.  

3.1 Betreibungs- und Konkursdelikte sollen gleichsam an ihrem Ursprungsort, 

nämlich am Wohnort der Schuldnerin oder des Schuldners, d.h. in der Regel 

am Sitz der betreffenden Unternehmung, verfolgt werden. An diesem Ort 

können die Beweise am besten gesammelt werden. Die Regelung über-

nimmt die bisherige Praxis (Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Verein-

heitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085, S. 1143). 

 

Soweit Konkurs- und Betreibungsdelikte die Interessen der Zwangsvollstre-

ckung (als eines Bestandteils der Rechtspflege im weitesten Sinne) schüt-

zen, drängt sich die Verfolgung am Orte der Zwangsvollstreckung auf (vor 

deren Einleitung die fraglichen Delikte ja gar nicht verfolgt werden können). 

Auch soweit sie Gläubigerinteressen schützen, ist eine enge Bindung an den 

Konkursort gegeben: Eine strafbare Bankrotthandlung liegt nur vor, wenn die 

Verminderung des Schuldnervermögens den Gläubigern im Hinblick auf ihre 

Befriedigung in der Zwangsvollstreckung objektiv zum Nachteil gereicht. Der 

Sitz der Firma bzw. der Ort der Konkursöffnung drängt sich deshalb als Ge-

richtsstand auf. Besteht am Ort der Konkursöffnung dagegen nur ein fiktiver 

Geschäftssitz, so bestimmt sich der Gerichtsstand für die Konkursdelikte 

nach dem tatsächlichen Geschäftssitz bzw. Wohnsitz (SCHWERI/BÄNZIGER, 

Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl. 2004, 

N. 113, im Wesentlichen BGE 106 IV 31 E. 4b S. 34 f. wiedergebend; gl. M.: 

MOSER/SCHLAPBACH, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 36 StPO N. 2; 

SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung Praxiskommentar, 

3. Aufl. 2018, Art. 36 N. 1; FINGERHUTH/LIEBER, Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 36 N. 1).  

 

- 8 - 

 

 

Analog kann sich ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand auch auf-

drängen, wenn eine Sitzverlegung in einen anderen Zuständigkeitsbereich 

in zeitlicher Hinsicht unmittelbar vor einer Insolvenzerklärung erfolgt, sich die 

deliktische Tätigkeit jedoch noch im Zuständigkeitsbereich des ursprüngli-

chen Sitzes abgespielt hat (vgl. hierzu BAUMGARTNER, Die Zuständigkeit im 

Strafverfahren, 2014, S. 314 f.). 

 

3.2 Das Bundesgericht erkannte, dass von jeher ein Bedürfnis bestanden habe, 

die Konkurs- und Betreibungsdelikte nicht am Begehungsort, sondern, so-

weit er damit nicht zusammenfällt, am Wohn- oder Geschäftssitz des Schuld-

ners zu verfolgen, wo in der Regel auch das Betreibungsverfahren durchge-

führt wird. Dies, da diese Delikte wegen der Auswirkungen, die sie auf das 

Vermögen des Täters hätten, welches sich an dessen Wohn- oder Ge-

schäftssitz befinde, bestraft würden (vgl. BGE 72 IV 90). BGE 81 IV 64 be-

jahte, dies gelte auch, wenn der Wohn- oder Geschäftssitz nicht mit dem 

Konkurs- oder Betreibungsort zusammenfalle. Mit BGE 106 IV 31 wurde 

diese Rechtsprechung dahingehend geändert, dass sich der Begehungsort 

allgemein neu am Ort der Konkurseröffnung bestimme, sofern dieser mit 

dem Sitz der Firma zusammenfällt und die Gesellschaft dort nicht nur einen 

rein fiktiven Sitz hatte. In BGE 107 IV 75 wurde diesbezüglich herausgestri-

chen, dass der Gerichtsstand nur dann am Ort der Konkurseröffnung liege, 

wenn im konkreten Fall die besonderen Umstände, die diese Ausnahme zu 

begründen vermögen, auch wirklich erfüllt sind, dass mit anderen Worten 

 sich die Akten, auf die die Untersuchung zurückgreifen muss, am Ort der 

Konkurseröffnung befinden, 

 die in der Untersuchung zu befragenden Zeugen am Konkursort oder in 

dessen Nähe wohnen, 

 und von der Konkursverwaltung für das Strafverfahren allenfalls wichtige 

Aufschlüsse zu erhalten sind (BGE 118 IV 296 E. 3c S. 300 f.). 

 

Das Bundesgericht liess offen, ob für die Festlegung eines abweichenden 

Gerichtsstands auf den Zeitpunkt der Konkurseröffnung oder der strafbaren 

Handlung abzustellen sei (BGE 118 IV 296 E. 3d/e S. 301 f.). 

 

In einem der letzten Urteile des Bundesgerichts in Gerichtsstandssachen be-

fand sich der effektive Sitz der Gesellschaft nicht in Genf. Der dortige Ver-

mögensverwalter leitete die Post ungeöffnet weiter und verfügte über keiner-

lei Unterlagen. Vermutete deliktische Handlungen waren vor der Sitzverle-

gung im Kanton Jura geschehen. Auch dort hatte die Gesellschaft keinerlei 

geschäftliche Aktivitäten entfaltet. Das Geschäft war aber zuvor an eine an-

dere jurassische Gesellschaft übertragen worden. Eine beschuldigte Person 

- 9 - 

 

 

hatte Wohnsitz im Kanton Jura, deren zwei im Kanton Bern (Biel). Die Revi-

sionsgesellschaft war im Kanton Jura domiziliert. Die definitive Rechtsöff-

nung fand im Kanton Jura statt. Das Bundesgericht wich vom Gerichtsstand 

des Konkursortes ab und bezeichnete den Kanton Jura als zuständig (Urteil 

des Bundesgerichts 8G.61/2003 vom 7. Juli 2003 E. 2). 

 

3.3  

3.3.1 Unproblematisch war in der Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts der 

Fall, in welchem der operative Sitz dem Konkursort entspricht. Für eine Ge-

schäftstätigkeit am Sitz sprach z.B. der Ort einer Vertragsunterzeichnung 

und einer Verwaltungsratssitzung (Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BG.2005.32 vom 13. Februar 2006 E. 2.3). Sind zu den Konkursdelikten le-

diglich spärliche Angaben bekannt, so blieb die Zuständigkeit am Konkursort 

(Beschluss des Bundesstrafgerichtes BG.2009.5 vom 23. Juni 2009 E. 2.2). 

Für den formellen Sitz spricht auch, wenn sich dort (am Ort der Konkurser-

öffnung) die Akten befinden, auf die die Untersuchung zurückgreifen muss, 

wenn die in der Untersuchung zu befragenden Zeugen am Konkursort oder 

in dessen Nähe wohnen und wenn von der Konkursverwaltung für das Straf-

verfahren allenfalls wichtige Aufschlüsse zu erhalten sind (Beschlüsse des 

Bundesstrafgerichts BG.2011.5 vom 1. Juni 2011 E. 3.2/3.3 und BG.2014.22 

vom 3. September 2014 E. 2.2, je der oben zitierten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung folgend; BG.2015.23 vom 24. August 2015 E. 3.2 möglicher 

Zeuge am Konkursort). 

 

3.3.2 Ansonsten sind konkrete Hinweise erforderlich, dass der im Handelsregister 

eingetragene Sitz fiktiv gewesen sein soll und die effektive Geschäftstätigkeit 

anderswo vorgenommen wurde. Im Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BG.2018.1 vom 2. März 2018 E. 2.6 war der neue Sitz unbestritten fiktiv. 

Allerdings war der Konkurs ohnehin am alten tatsächlichen Geschäftssitz er-

öffnet worden, weshalb kein materielles Abweichen von Art. 36 Abs. 1 StPO 

vorlag. Der Gerichtsstand war am Konkursort. Der Ort der Geschäftstätigkeit 

und der Konkursort fielen im Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2011.34 

vom 18. Oktober 2011 E. 3.3 auseinander, was an sich gemäss Beschluss 

für den Gerichtsstand am alten Sitz sprach. Davon war aufgrund konkluden-

ter Anerkennung abzuweichen. 

 

Weiter bedeutete in der Rechtsprechung der Umstand, dass eine Gesell-

schaft ihr Domizil bei einem sog. Domizilhalter ("c/o-Adresse") hatte noch 

nicht, dass der Sitz fiktiver Natur ist (Beschlüsse des Bundesstrafgerichts 

BG.2015.23 vom 24. August 2015 E. 3.2; BG.2016.4 vom 7. Juni 2016 

E. 3.2). Nur geringe bis keine operative Geschäftstätigkeit mit einer Strohfrau 

- 10 - 

 

 

als Geschäftsführerin (der faktische Geschäftsführer war in einem Drittkan-

ton) und Geschäftsunterlagen in einem Viertkanton begründeten keine ge-

nügende Geschäftstätigkeit am alten Sitz. Die Zuständigkeit blieb am Kon-

kursort (Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2016.4 vom 7. Juni 2016 

E. 3.2; unter Art. 40 Abs. 3 StPO nicht geprüft). Im Beschluss des Bun-

desstrafgerichtes BG.2018.16 vom 13. Juni 2018 E. 3.3.2 f. lagen nicht aus-

reichend Elemente vor, um ein Abweichen vom gesetzlichen Gerichtsstand 

aufzudrängen oder den gesetzlichen Gerichtsstand als unzweckmässig er-

scheinen zu lassen: Die Gesellschaft war als leerer Mantel erworben worden, 

nahm Sitz beim Endorgan, und übte nach der Sitzverlegung nirgends eine 

Geschäftstätigkeit aus. Betreibungen und Steuerunterlagen waren auch im 

Kanton des Vororgans vorhanden, wo Geschäftstätigkeit ausgeübt worden 

war. Der Tatvorwurf der unterlassenen Buchführung weckte Zweifel, ob über-

haupt Geschäftsunterlagen vorhanden sind. Von Bedeutung war weiter das 

Strafverfahren gegen das Endorgan und die dabei möglicherweise gewon-

nenen Erkenntnisse im Verfahren gegen das Vororgan, wobei keine Mittä-

terschaft bestand. Es blieb beim Gerichtsstand des Konkursortes. 

 

3.3.3 Im Umstand, dass die Strafbehörden eines Kantons bereits ein Strafverfah-

ren gegen das Endorgan u.a. wegen Konkursdelikten führen, die dieselbe 

Aktiengesellschaft betreffen, besteht ein triftiger Grund, um vom gesetzli-

chen Gerichtsstand ausnahmsweise abzuweichen. In diesem Rahmen wird 

die Staatsanwaltschaft Beweise sammeln müssen, die weitgehend auch für 

das Strafverfahren gegen das Vororgan relevant sind. Dies und die nahelie-

gende Mittäterschaft zwischen Vor- und Endorgan führte zu einem abwei-

chenden Gerichtsstand (Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2016.34 

vom 25. Januar 2017 E. 4.2 Gerichtsstand weder am Konkursort noch am 

Ort der Geschäftstätigkeit). 

 

3.4 Der Deliktstyp "Konkursreiterei" strebt an, mittels Weitergabe der Organstel-

lung, Sitzwechsel und anschliessender Konkurseröffnung (zivil- oder straf-

rechtliche) Verantwortlichkeiten zu vermeiden oder auf das Endorgan zu fo-

kussieren (vgl. obige Erwägung 2.1). Bei "Konkursreiterei" kann einige Mo-

nate vor der Konkurseröffnung an keinem Ort mehr eine Geschäftstätigkeit 

ausgeübt werden. Mangels eines fiktiven Sitzes verbleibt damit der Gerichts-

stand am Konkursort (vgl. z.B. die Konstellation im Beschluss des Bun-

desstrafgerichtes BG.2018.16 vom 13. Juni 2018 E. 3.3.2 f.).  

Die massgeblichen Kriterien zur Bestimmung eines Gerichtsstandes in Fäl-

len von "Konkursreiterei" ergeben sich aus der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung, die mit der Einführung des Konkursgerichtsstandes auch kodifi-

ziert werden sollte (vgl. obige Erwägung 3.2). Art. 36 Abs. 1 und 40 Abs. 3 

- 11 - 

 

 

StPO stellen klar, welches die Regel (Konkursort) und welches die Aus-

nahme ist (nicht ganz klar: BGE 107 IV 75 Regeste). Orientierung bietet wei-

ter, dass der Gerichtsstand des Konkursortes als Fiktion des Begehungs- 

oder Erfolgsortes entstanden ist und zwar unter Berücksichtigung der Inte-

ressen der Rechtspflege und der Gläubiger sowie aus Zweckmässigkeits-

überlegungen (BGE 106 IV 31 E. 4b S. 35; 107 IV 75 E. 2 S. 76 f.; 72 IV 90). 

Die Zweckmässigkeit verweist vorrangig auf die Lage und Verfügbarkeit der 

Beweismittel (vgl. BGE 118 IV 296 E. 3c S. 300). Was für die Begründung 

des Konkursortes als Gerichtsstand sprach (Lage Beweismittel), kann in Fäl-

len von "Konkursreiterei" folglich mit ebensolchem Gewicht für ein Abwei-

chen (Art. 40 Abs. 3 StPO) sprechen. Dies relativiert das Gewicht einer ak-

tuellen Geschäftstätigkeit bei der Zuweisung des Gerichtsstands für Delikte 

eines Vororgans. 

 

Gemäss Art. 40 Abs. 3 StPO ("einen andern als den in den Artikeln 31–37 

vorgesehenen Gerichtsstand festlegen") vom Spezialgerichtsstand (Art. 36 

Abs. 1 StPO Gerichtsstand bei Betreibungs- und Konkursdelikten) auf allge-

meinere gesetzliche Gerichtsstände des Begehungs- oder Erfolgsortes 

(Art. 31 StPO Gerichtsstand des Tatortes) abzuweichen, erheischt nach dem 

Gesetz keine allzu hohen Anforderungen. Schliesslich kann am Konkursort 

– wie der vorliegende Fall der C. AG exemplarisch zeigt – in Fällen von "Kon-

kursreiterei" die Gesellschaft vor wenigen Monaten erst ihren neuen Sitz be-

gründet und am neuen Ort keine ersichtliche Aktivität entfaltet haben, die 

Gesellschaftshülle nur mit Schulden gefüllt, die Einvernahme des Endorgans 

wenig ergiebig und auch die Buchhaltung an einem anderen Ort geführt wor-

den sein. In solchen Fällen fördert bezüglich des Vororgans ein Gerichts-

stand am Konkursort weder die Interessen der Rechtspflege noch diejenigen 

von Gläubigern nachhaltig, zumal wenn am früheren Sitz die geschäftlichen 

und vermuteten deliktischen Tätigkeiten stattfanden (vgl. auch die Konstel-

lation im Urteil des Bundesgerichts 8G.61/2003 vom 7. Juli 2003 in obiger 

Erwägung 3.2 in fine). 

 

Insgesamt liegt auch in Fällen von "Konkursreiterei" der Gerichtsstand für 

das Vororgan in erster Linie am Konkursort. Davon kann aus Zweckmässig-

keitsgründen abgewichen werden, wobei keine allzu hohen Anforderungen 

an eine Abweichung auf den gesetzlichen Begehungs- oder Erfolgsort zu 

stellen sind. Massgeblich sind sämtliche Umstände des Einzelfalls und von 

den Parteien im Gerichtsstandsverfahren vor Bundesstrafgericht ist sowohl 

die vermutete "Konkursreiterei", die Lage von vermuteten Beweismitteln wie 

auch die Beschreibung eines allfälligen Zusammenwirkens von Beteiligten 

darzutun (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2018.1 vom 2. März 

2018 E. 2.5 bezüglich Parteirechte).  

 

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4. Vorliegend ist unstrittig, dass die schwersten A. vorgeworfenen Delikte im 

Verdacht auf Misswirtschaft nach Art. 165 Ziff. 1 StGB bestehen (Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) und im Kanton Schwyz begangen 

wurden. Da über die J. GmbH weder der Konkurs eröffnet wurde noch ein 

Strafantrag eines Gläubigers mit Verlustschein vorliegt, fehlt diesbezüglich 

die Strafbarkeitsvoraussetzung für eine Misswirtschaft. Es kommt allenfalls 

Unterlassung der Buchführung nach Art. 166 StGB in Frage (geringere Straf-

drohung: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe). Dies alles ist 

unbestritten. Einigkeit besteht auch darüber, dass der ordentliche Gerichts-

stand nach Art. 36 Abs. 1 StPO im Kanton Graubünden liegt (Z.).  

 

Bezüglich der C. AG sind am Konkursort (Kanton Graubünden) kaum Unter-

lagen vorhanden und keine Hinweise auf Geschäftstätigkeit bekannt. Solche 

sind ohne Bank- und Postkonten geradezu auszuschliessen. Die Sitzverle-

gung erfolgte sieben Monate vor Konkurseröffnung. Im Kanton Schwyz soll 

sich demgegenüber die für die Buchhaltung verantwortliche Person (L.) be-

finden; dort liegt auch der Wohnsitz des Vororgans A.. Die B. GmbH verlegte 

ihren Sitz vier Monate vor Konkurseröffnung vom Kanton Schwyz in den Kan-

ton Graubünden. Involviert ist wiederum das Vororgan A. mit Wohnsitz im 

Kanton Schwyz. 

 

BGE 72 IV 90 erläutert anschaulich, dass bei Konkursdelikten die Auswir-

kung auf das Vermögen im Vordergrund steht und nicht unbedingt mit z.B. 

der Misswirtschaft einhergehende zahlreiche Einzelhandlungen und deren 

Begehungsorte. Dem wird vorliegend ein Gerichtsstand am ehemaligen Sitz 

und Geschäftsort im Kanton Schwyz besser gerecht, als einer am Konkursort 

im Kanton Graubünden. Der Kanton Schwyz verweist zwar generell auf Be-

denken bezüglich der Gefahr widersprechender Verfahrensabläufe und Ent-

scheide (act. 4 S. 3). Es bestehen in den Akten indes keine konkreten Hin-

weise auf Mittäterschaft oder nur auf ein Zusammenwirken von A. mit End-

organen. Bei dieser Sachlage erscheint der Gerichtsstand im Kanton 

Schwyz zweckmässiger, steht der Strafuntersuchung am Begehungsort und 

ehemaligen Ort der Geschäftstätigkeit doch eine Vielzahl von Beweismitteln 

zur Verfügung, was am Konkursort gerade nicht der Fall ist. Damit ist nach 

Art. 40 Abs. 3 i.V.m. Art. 31 Abs.1 StPO der Kanton Schwyz berechtigt und 

verpflichtet, die A. wegen Misswirtschaft etc. vorgeworfenen strafbaren 

Handlungen zu verfolgen und zu beurteilen.  

 

5. Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO). 

  

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafbehörden des Kantons Schwyz sind berechtigt und verpflichtet, die 

A. vorgeworfenen strafbaren Handlungen zu verfolgen und zu beurteilen. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

Bellinzona, 14. August 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich (unter Rücksendung der einge-

reichten Akten) 

- Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.