# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a70c344f-a763-5d38-9c34-2619ea26a9e7
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 10.11.2022 SST.2022.177
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-177_2022-11-10.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

SST.2022.177 

(ST.2021.77; StA.2021.1697) 

 

 

Urteil vom 10. November 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiber Fehlmann 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____, 

geboren am tt.mm.1995, von Spreitenbach, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Thomas Held,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erhob am 8. November 2021 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfachen Fahrens ohne 

Berechtigung, Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 

lit. a sowie lit. b SVG, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG und grober Verletzung der Verkehrsregeln 

durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs. 

 

2. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Bremgarten sprach den Beschuldigten 

mit Urteil vom 14. April 2022 vom Vorwurf der groben Verletzung der 

Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs frei und im Übrigen 

gemäss Anklage schuldig, verurteilte ihn zu einer unbedingten Freiheits-

strafe von 10 Monaten sowie einer Busse von Fr. 100.00, zog den BMW 

M5 ein, gab ihn der C. AG heraus und auferlegte dem Beschuldigten die 

Standplatzkosten vom 17. Februar 2022 bis zur Abholung. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 15. August 2022 beantragte der Beschuldigte 

die Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter Ansetzung einer ange-

messenen Probezeit und den Verzicht auf die Einziehung des beschlag-

nahmten BMW M5 unter Beibehaltung der Herausgabe an die C. AG, wobei 

die Standplatzkosten zu 2/3 auf die Staatskasse zu nehmen seien. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung fand am 10. November 2022 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung richtet sich gegen die Vollzugsform, die (formal angeordnete) 

Einziehung sowie die vollumfängliche Auferlegung der Standplatzkosten. 

Im Übrigen ist das Urteil der Vorinstanz unangefochten geblieben. Eine 

Überprüfung dieser unbestrittenen Punkte findet somit grundsätzlich nicht 

statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die 

Bewährungsaussichten sind anhand einer Gesamtwürdigung der 

 - 3 - 

 

 

 

Tatumstände, des Vorlebens, des Leumunds sowie aller weiteren 

Tatsachen zu beurteilen, die gültige Schlüsse etwa auf den Charakter des 

Täters sowie Entwicklungen in seiner Sozialisation und im Arbeitsverhalten 

bis zum Zeitpunkt des Entscheids zulassen (BGE 134 IV 1 E. 4.2). 

 

Der Beschuldigte ist mehrfach, teilweise einschlägig vorbestraft, was bei 

der Prognosestellung als erheblich ungünstiges Element zu gewichten ist. 

Er wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

24. November 2014 wegen diverser Widerhandlungen gegen das 

Strassenverkehrsgesetz sowie Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz gemäss Art. 19a BetmG zu einer bedingten Geldstrafe von 

100 Tagessätzen sowie einer Busse von Fr. 800.00, mit Urteil des 

Präsidiums des Bezirksgerichts Bremgarten vom 1. Juni 2016 wegen 

diverser Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz sowie 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

BetmG unter Widerruf der Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu einer 

bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen sowie einer Busse von 

Fr. 300.00 und mit Urteil des Präsidiums des Bezirksgerichts Brugg wegen 

diverser Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz sowie 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

BetmG zu einer unbedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen sowie einer 

Busse von Fr. 200.00 verurteilt. 

 

Der Beschuldigte hat regelmässig alle zwei bis drei Jahre delinquiert. Völlig 

unbeirrt von bedingten Geldstrafen sowie unbedingten bzw. widerrufenen 

Geldstrafen in der Höhe von Fr. 3'500.00 bzw. Fr. 3'000.00, wobei es sich 

angesichts seiner finanziellen Verhältnisse (Untersuchungsakten [UA] 

act. 23, monatliches Nettoeinkommen bis März 2021 etwa Fr. 2'400.00) um 

nicht unerhebliche Beträge gehandelt hat, hat er noch während des 

laufenden Strafverfahrens hinsichtlich der Vorwürfe vom 2. Mai 2021 am 

17. September 2021 erneut ohne Berechtigung ein Motorfahrzeug geführt. 

Sein Verhalten weist angesichts dieser regelmässigen Delinquenz eine 

erhebliche Gleichgültigkeit gegenüber den bestehenden Normen auf. 

 

Nach Abschluss der Sekundarschule hat er von 2012 bis 2015 eine 

Ausbildung als Logistiker EFZ und von 2016 bis 2018 eine Maurerlehre 

absolviert. Während etwa eines Jahres arbeitete er bei einem Temporär-

büro, dann als Versicherungsberater, ab 22. März 2021 war er arbeitslos, 

von August 2021 bis April 2022 arbeitete er als Personalberater und ist 

seither wieder arbeitslos. Ab Dezember 2022 könne er wieder im 

Baugewerbe arbeiten. Im November 2022 habe er sich für ein verkehrs-

psychologisches Gutachten angemeldet, damit er seinen Führerausweis 

zurückbekomme. Er ist ledig, hat keine Kinder und ist per 1. Februar 2022 

von seinen Eltern in eine Wohngemeinschaft ausgezogen. Seit dem 

1. Oktober 2022 wohne er bei seiner Freundin, mit der er seit August 2022 

fest zusammen sei und sie heiraten möchte, und zwischendurch wieder bei 

 - 4 - 

 

 

 

seinen Eltern. Er habe fünf laufende Betreibungen von insgesamt rund 

Fr. 8'000.00. Er habe bereits Schulden von rund Fr. 10'000.00 abbezahlt 

(UA act. 22 f.; Protokoll der Hauptverhandlung, vorinstanzliche Akten [VA] 

act.  146 f.; Protokoll der Berufungsverhandlung [Protokoll], S. 2 ff.). 

Insoweit unter diesen Umständen bereits von weitgehend stabilisierten 

Umständen ausgegangen werden kann, so kann diesem Umstand für sich 

alleine keine übermässige Bedeutung zukommen, lagen diese Umstände 

doch – wenn auch nicht immer in gleicher Ausprägung – bereits in der 

Vergangenheit vor und konnten den Beschuldigten damals schon nicht von 

der Begehung weiterer Delikte abhalten. 

 

Im Rahmen des Nachtatverhaltens ist als ungünstiger Faktor die zwischen-

zeitlich mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 5. April 

2022 neu erfolgte Verurteilung wegen Betrugs sowie Urkundenfälschung 

zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen sowie einer Busse von 

Fr. 500.00 zu werten. Positiv zu werten ist, dass der Beschuldigte nach 

eigenen Angaben keine Betäubungsmittel mehr konsumiere und sein 

problematisches Umfeld verlassen habe (Protokoll, S. 4). Ob seine positive 

Veränderung auch von Dauer sein wird, muss sich aber erst noch zeigen. 

 

Es ist von einem grossen Mass an Uneinsichtigkeit und einer eigentlichen 

Unverbesserlichkeit auszugehen. Trotz der von ihm erklärten Berufung hat 

der Beschuldigte die Vorladung zur Berufungsverhandlung dreimal nicht 

abgeholt, so dass ihm diese sogar polizeilich zugestellt werden musste. 

 

Angesichts dieser Umstände ergeben sich ganz erhebliche Bedenken an 

der Legalbewährung des Beschuldigten, die bei einer Gesamtwürdigung 

aller Umstände eine eigentliche Schlechtprognose jedoch ganz knapp noch 

nicht zu begründen vermögen. Entscheidend ist, dass der Beschuldigte 

noch nie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden ist und auch noch keinen 

Tag in Untersuchungshaft verbracht hat. Mithin erscheint vorliegend bereits 

eine bedingt ausgesprochene Freiheitstrafe von 10 Monaten – zusammen 

mit einer langen Probezeit und einer Verbindungsbusse – geeignet, den 

Beschuldigten von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 

abzuhalten. Aufgrund der erheblichen bestehenden Bedenken bezüglich 

der Legalbewährung ist die Probezeit für die Freiheitsstrafe auf 5 Jahre 

festzusetzen. Zudem ist die bedingte Freiheitsstrafe, um einer zukünftigen 

Delinquenz genügend entgegen zu wirken, mit einer Verbindungsbusse als 

in ihrer Summe schuldangemessene Strafe zu kombinieren (vgl. zur Zuläs-

sigkeit: Urteil des Bundesgerichts 6B_1358/2017 vom 11. März 2019 E. 4). 

 

Unter Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten 

Bedeutung der Verbindungsbusse, der wirtschaftlichen Verhältnisse und 

des Verschuldens des Beschuldigten sowie des Umstands, dass das 

Bundesgericht die Obergrenze der Verbindungsstrafe auf 20 % der 

Hauptsanktion festgelegt hat (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4; BGE 134 IV 1 

 - 5 - 

 

 

 

E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 6B_498/2021 vom 30. Mai 2022 E. 2.2), 

ist die Verbindungsbusse auf Fr. 3'000.00 festzusetzen. Insgesamt ergibt 

sich mit der nicht angefochtenen Busse von Fr. 100.00 wegen Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 

BetmG eine Busse von Fr. 3'100.00. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse sowie der Busse ist ausgehend von einem als Umrechnungs-

schlüssel zu verwendenden Tagessatz von Fr. 100.00 auf 31 Tage fest-

zusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

3. 

3.1. 

Das Gericht kann die Einziehung eines Motorfahrzeugs anordnen, wenn 

damit eine grobe Verkehrsregelverletzung in skrupelloser Weise begangen 

wurde und der Täter durch die Einziehung von weiteren groben Verkehrs-

regelverletzungen abgehalten werden kann (Art. 90a Abs. 1 SVG; BGE 

140 IV 133 E. 3.4 f.; BGE 139 IV 250 E. 2.3). 

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat u.a. ausgeführt, dass die Einziehung des BMW M5 

geeignet sei, den Beschuldigten von weiteren Taten abzuhalten. Es 

bestehe insbesondere aufgrund der Vorstrafen sowie der Uneinsichtigkeit 

des Beschuldigten eine hinlängliche Rückfallgefahr. Da der Leasingvertrag 

per 28. Februar 2022 ausgelaufen sei und die C. AG als Eigentümerin die 

Rücknahme des BMW M5 beabsichtige, sei der BMW M5 dieser zur 

Abholung freizugeben. Da der Beschuldigte dadurch nicht mehr auf den 

BMW M5 zugreifen könne, sei eine Verwertung nicht erforderlich. 

 

Der Beschuldigte bringt dagegen im Wesentlichen vor, dass eine Ein-

ziehung unter Enteignung zur Rückübertragung des Eigentums sinnlos sei. 

 

3.3. 

Nachdem die C. AG mit Eingabe vom 23. März 2022 mitgeteilt hat, dass 

der Leasingvertrag über den BMW M5 per 28. Februar 2022 ausgelaufen 

sei und dass weder eine Verlängerung des Leasingvertrags noch eine 

Vereinbarung mit dem Beschuldigten für die Abzahlung des offenen 

Restwerts von Fr. 12'395.30 gemacht worden sei, weshalb um Freigabe 

zur Abholung gebeten werde (Eingabe der C. AG vom 23. März 2022, VA 

act. 162; vgl. auch Eingabe der Verteidigung vom 8. April 2022, VA 

act. 169), verbleibt der BMW M5 nicht länger in der Hand des 

Beschuldigten und ist jener für ihn nicht mehr verfügbar. Der Beschuldigte 

gefährdet unter diesen Umständen mit dem BMW M5 die Verkehrs-

sicherheit nicht (mehr) bzw. eine Einziehung ist zur Verhinderung (weiterer) 

grober Verkehrsregelverletzungen nicht geeignet. Mithin bedarf es – 

entgegen der widersprüchlichen Begründung der Vorinstanz und mit der 

 - 6 - 

 

 

 

Verteidigung sowie der von der Vorinstanz herangezogenen Literaturstelle 

(WEISSENBERGER, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2. Aufl. 2015, 

N. 26 zu Art. 90a SVG) – keiner (formellen) vorgängigen Einziehung zur 

Herausgabe an die Eigentümerin. Der BMW M5 ist vielmehr der C. AG als 

Berechtigte direkt herauszugeben. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung, dass die vorinstanzlich 

ausgesprochene Freiheitsstrafe von 10 Monaten bedingt ausgesprochen 

wird, allerdings kombiniert mit einer Verbindungsbusse und bei einer 

langen Probezeit. Sodann ist von einer formellen Einziehung des BMW M5 

abzusehen und ihm sind keine Standplatzkosten aufzuerlegen (siehe dazu 

nachstehend). Bei diesem Verfahrensausgang sind die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Zu den Verfahrenskosten zählen auch die Standplatzkosten ab dem 

vorinstanzlichen Urteil. Allein der Umstand, dass schliesslich keine 

Einziehung erfolgt und es bei der Herausgabe an die C. AG bleibt, lässt die 

Beschlagnahme noch nicht als eine unnötige oder fehlerhafte 

Verfahrenshandlung erscheinen, welche die Kostentragung durch den 

Staat zur Folge hätte. Die Verlegung dieser Standplatzkosten richtet sich 

nach dem Grundsatz, wonach Kosten zu tragen hat, wer sie verursacht hat. 

Das Berufungsverfahren wurde einzig durch den Beschuldigten eingeleitet. 

Er obsiegt hinsichtlich der angefochtenen (formellen) Einziehung voll-

ständig. Die nach dem erstinstanzlichen Urteil angefallenen Standplatz-

kosten können dem Beschuldigten somit nicht auferlegt werden (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1255/2016 vom 24. Mai 2017 E. 1.5.4 f.). 

 

4.2. 

Der Beschuldigte hat Anspruch auf Entschädigung seiner Aufwendungen 

für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte im Berufungs-

verfahren (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; § 9 AnwT). 

 

Die Entschädigung ist gestützt auf die Kostennote des Verteidigers für die 

auf das Berufungsverfahren vor Obergericht entfallenden Aufwände von 

16.29 Stunden – jedoch bei einem Stundenansatz von Fr. 220.00 statt 

Fr. 300.00 (§ 9 Abs. 2bis AnwT) – zuzüglich der diesbezüglich geltend 

gemachten Auslagen von Fr. 101.10 (reduziert beim Aufwand für 

Fotokopien, da die Entschädigung pro kopierte Seite gemäss § 13 Abs. 3 

AnwT Fr. 0.50 beträgt) und der gesetzlichen Mehrwertsteuer auf gerundet 

Fr. 4'000.00 festzusetzten (§ 9 Abs. 1 und 2bis AnwT; § 13 AnwT). 

  

 - 7 - 

 

 

 

Die Obergerichtskasse ist unter Vorbehalt der Verrechnung (Art. 442 

Abs. 4 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_138/2019 vom 6. August 

2019 E. 4.4) anzuweisen, dem Beschuldigten diesen Betrag auszu-

bezahlen. 

 

5. 

5.1. 

Die vollumfängliche Auferlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten 

erweist sich nach wie vor als zutreffend und bedarf keiner Korrektur 

(Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte wird einzig 

vom Vorwurf der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Nicht-

beherrschen des Fahrzeugs infolge Konsumption freigesprochen, was im 

Berufungsverfahren unangefochten geblieben ist. Damit wird der gesamte 

Verfahrensgegenstand erschöpfend erledigt, so dass für einen Freispruch 

richtigerweise kein Raum bestanden hätte (vgl. BGE 142 IV 378). Es sind 

vorliegend denn auch keine nicht notwendigen Untersuchungshandlungen 

ersichtlich, die zu Mehrkosten geführt haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_580/2019 vom 8. August 2019 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

Was den Umfang der erstinstanzlichen Verfahrenskosten betrifft, so 

können dem Beschuldigten vorliegend die Standplatzkosten – was die 

Vorinstanz denn auch mit keinem Wort begründet – vom 17. Februar 2022 

zumindest bis zum vorinstanzlichen Urteil nicht auferlegt werden, da die 

Kostenfolgen gemäss Art. 421 Abs. 1 StPO im Endentscheid festzulegen 

sind. In diesem Umfang handelt es sich um eine unzulässige nachträgliche 

Kostenauflage. Hat es die Vorinstanz versäumt, eine Rechnung einzuholen 

oder die Kosten zu schätzen, können diese Kosten dem Beschuldigten – 

unabhängig davon, ob er diese verursacht hat und ob diese angemessen 

sind – nicht auferlegt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_633/2015 

vom 12. Januar 2016 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_1294/2020 vom 

31. März 2022 E. 2.3.2). Ausführungen zu den Standplatzkosten des 

Untersuchungsverfahrens sowie bis zum 16. Februar 2022 erübrigen sich 

bereits aufgrund des Verschlechterungsverbots. 

 

5.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine erstinstanzlichen 

Parteikosten selbst zu tragen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO e contrario). 

 

6. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

  

 - 8 - 

 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der groben Verletzung der Verkehrs-

regeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs freigesprochen. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b 

SVG; 

- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG; 

- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG; 

- der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG. 

 

3. 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie gestützt auf Art. 102 SVG, Art. 47, Art. 49 Abs. 1, 

Art. 40, Art. 42, Art. 44 und Art. 106 StGB zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

von 10 Monaten, Probezeit 5 Jahre, sowie einer Busse von Fr. 3'100.00, 

ersatzweise 31 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. 

 

4. 

Der BMW M5 ist der C. AG auf Verlangen herauszugegeben. 

 

Wird der BMW M5 nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft bei der 

E. AG herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

5. 

5.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse 

genommen. 

 

5.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Beschuldigten für das 

Berufungsverfahren, unter Vorbehalt der Verrechnung, eine Entschädigung 

von Fr. 4'000.00 auszubezahlen. 

 

6. 

6.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'811.95 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 950.00; ohne bis zum 14. April 2022 aufgelaufene 

Standplatzkosten) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

 - 9 - 

 

 

 

6.2. 

Der Beschuldigte hat seine im erstinstanzlichen Verfahren entstandenen 

Parteikosten selbst zu tragen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt oder teilbedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ganz oder teilweise ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe wird der Vollzug 

aufgeschoben. Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren 

angesetzt. Hat sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die 

aufgeschobene Strafe nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die 

Freiheitsstrafe dann nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit aber 

ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

  

 - 10 - 

 

 

 

   

Aarau, 10. November 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Six Fehlmann