# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5d61371-9b8e-56c7-8f52-1eae3817cda9
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1993 1254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1993-1254_nodate.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Reqierunqsrates 1253,1254

nicht einzuschreiten. Der grosse Grenzabstand ist deshalb gegen 
Süden einzuhalten.

RRB 30.3.1994

1254

Umweltschutz. Lärmimmissionen neuer ortsfester Anlagen (Art. 7 Abs. 
1 Lärmschutzverordnung, SR 814.41).

Nach Massgabe von Art. 7 Abs. 1 LSV müssen die Lärmimmissionen 
einer neuen ortsfesten Anlage nach den Anordnungen der Vollzugsbe­
hörde so weit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich 
möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a) und die von der Anlage 
allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte nicht über­
schreiten (lit. b). Die letztgenannte Anforderung wiederholt jene von 
Art. 25 Abs. 1 USG; die erstgenannte stützt sich unmittelbar auf Art. 11 
Abs. 12 USG. Beide Anforderungen gelten kumulativ. Letztlich be­
stimmt diejenige Anforderung das erforderliche Mass der Emissions­
begrenzung, die sich im konkreten Einzelfall als die strengere erweist 
(Schrade, in :Kommentar USG, Art. 11 N. 47). Im Anwendungsbereich 

von Art. 25 Abs. 1 USG (Errichtung ortsfester Anlagen) konkretisieren 
somit die Planungswerte nicht das Mass des technisch und betrieblich 
Möglichen und wirtschaftlich Tragbaren (Art. 11 Abs. 2 USG), sondern 
unmittelbar den Grundsatz der Vorsorge nach Art. 1 Abs. 2 USG; sie 
finden demnach als weiteres Vorsorgekriterium neben demjenigen des 
Art. 11 Abs. 2 USG zusätzlich Anwendung (Zäch, Kommentar USG, 
Art. 23 N. 47). Wie indessen beide Kommentatoren betonen, wird in 
der Praxis die Forderung nach Einhaltung der Planungswerte die 
Emissionsbegrenzung nach Art. 11 Abs. 2 USG regelmässig konsu­
mieren, weil mit diesen Werten - von der Immissionsseite her betrach­
tet - generell-abstrakt das wünschbare Mass an Vorsorge bestimmt 
wird. Diese Wertung beeinflusst zugleich die Beurteilung der Verhält­
nismässigkeit und damit der wirtschaftlichen Tragbarkeit auf der Emis­
sions-Seite. Mehr als die Einhaltung der Planungswerte zu verlangen, 
kann mithin nur dann als wirtschaftlich tragbar gelten, wenn sich be­

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reits mit geringem Aufwand eine wesentliche zusätzliche Reduktion der 
Emissionen erreichen lässt (Umweltrecht in der Praxis [URP], 1993, S. 
1991).

Von dieser Betrachtungsweise hat sich denn auch der Gemeinderat 
leiten lassen, wenn er, ausgehend von der ES II und einem Planungs­
wert von 55 dB (A) bzw 45 dB (A), erwogen hat, angesichts der er- 
rechneten Lärmbelastung von 22 dB (A) bei Tag bzw. von 25 db (A) 
bei Nacht sei dem Vorsorgeprinzip gemäss Art. 11 Abs. 2 USG hinrei­
chend Rechnung getragen. Das AFU hat die Lärmprognose auf Voll­
ständigkeit und Richtigkeit hin überprüft. Es hat in seiner Stellung­
nahme ausgeführt, dass, selbst wenn die tatsächliche Situation im 
Lärmgutachten noch mit Ungenauigkeit behaftet wäre, die Beurteilung 
nur unwesentlich anders ausfallen könnte. Dieser Beurteilung Ist zuzu­
stimmen, wurde zur Berechnung im Lärmgutachten doch das von der 
EMPA erarbeitete Berechnungsmodell Strassenlärm verwendet und 
erweisen sich auch die getroffenen Annahmen bezüglich Verkehrsfre­
quenz, Geschwindigkeit etc. grundsätzlich als angemessen; ja es wur­
den z.T. gar Werte angenommen, welche sich zuungunsten der Anlage 
und der Lärmwerte auswirkten, wenn man bedenkt, dass die Kinder­
gartenstrasse, an welcher die fragliche Tiefgarageneinfahrt zu liegen 
kommt, wohl in den allerwenigsten Fällen mit einer - in der Lärmpro­
gnose angenommenen - Geschwindigkeit von 50 km/h befahren wer­
den wird (und kann). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, 
dass etwa eine Verdoppelung des Verkehrsaufkommens nur eine Stei­
gerung des Immissionwertes um 3 dB (A) nach sich zieht. Die von den 
Rekurrenten vorgebrachte Rüge, beim Lärmgutachten handle es sich 
um ein Parteigutachten, ist nach dem Gesagten unbeachtlich, zumal 
es sich bei einer Lärmprognose grundsätzlich um nichts anderes als 
um einen Anwendungsfall der Auskunftspflicht handelt (vgl. Ettler, 
Kommentar USG, Art. 25 N. 24 ff; vgl. zur Frage der Notwendigkeit ei­
ner Lärmprognose auch URP 1992, S. 260f.). Nach dem Lärmgutach­
ten liegt demnach die Immissionsbelastung nach Realisierung des 
Vorhabens beim stärker belasteten Grundstück bei 33 dB(A) am Tag 
und bei 25 dB(A) in der Nacht. Die entsprechenden Werte für das an­
dere Grundstück lauten 29 dB (A) bzw. 20 dB(A). Unter diesen Um­
ständen können keine weiteren Massnahmen verlangt werden, um die 
Immission noch weiter zu reduzieren, zumal der Aufwand hiefür nicht

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A. Entscheide des Reqierunqsrates 1254

mehr als gering einzustufen ist, wie sich aus der plausiblen vorsorgli­
chen Prüfung durch die Baugesuchstellerin ergeben hat.

RRB 7.9.1993

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