# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cab32ac-ec0f-54cb-9ec4-50f5abce1e80
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.06.2018 S 2018 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2018-51_2018-06-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 18 51

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin von Salis und Muratovic als Aktuarin ad hoc

URTEIL

vom 14. Juni 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

- 2 -

1. A._____ meldete am 1. November 2017 einen Anspruch auf Arbeitslo-

senversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab dem 1. Januar 2018 

an. 

2. Mit Schreiben vom 20. Februar 2018 wurde A._____ vom Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angewiesen, sich innert zwei Arbeits-

tagen telefonisch beim KIGA Bewerbungszentrum in Chur (nachfolgend 

Bewerbungszentrum) zu melden, um einen Termin für das Erstellen eines 

aktuellen Bewerbungsdossiers zu vereinbaren.

3. Nachdem sich A._____ bis und mit 26. Februar 2018 nicht meldete, for-

derte ihn das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) 

mit Schreiben vom 27. Februar 2018 zur schriftlichen Stellungnahme be-

treffend Nichtbefolgen von Kontrollvorschriften/Weisungen des RAV auf. 

A._____ erklärte in seiner Stellungnahme vom 7. März 2018, er hätte den 

Zuweisungsbrief des RAV erst am 24. Februar 2018 erhalten bzw. er sei 

erst an diesem Tag in seinem Briefkasten gewesen. Deswegen habe er 

sich nicht innert angesetzter Frist beim Bewerbungszentrum melden kön-

nen. Aufgrund dessen und weil die Behörde am Montag geschlossen sei, 

hätte er sich am Mittwoch gemeldet.

4. Daraufhin wurde A._____ vom KIGA mit Schreiben vom 15. März 2018 

aufgefordert, den Nachweis zu erbringen, dass er sich fristgerecht mit 

dem Bewerbungszentrum in Verbindung gesetzt habe. Am 27. März 2018 

reichte A._____ einen Rechnungsauszug ein, aus welchem lediglich er-

sichtlich war, dass er am 20., 21. und 22. Februar 2018 je einmal auf die 

Nummer des Sozialamtes angerufen hatte.

5. Mit Verfügung vom 4. April 2018 wurde A._____ wegen Nichtbefolgens 

von Kontrollvorschriften/Weisungen des RAV für fünf Tage in der An-

spruchsberechtigung eingestellt. Dagegen erhob A._____ am 6. April 

- 3 -

2018 sinngemäss Einsprache. Begründend führte er an, er hätte eine fal-

sche Kopie des Telefonauszugs mitgeschickt. Er legte der Einsprache die 

Kopie eines anderen Telefonauszugs bei, welche eine telefonische Kon-

taktnahme mit dem Bewerbungszentrum am 28. Februar 2018 um 13:40 

Uhr belegte.

6. Mit Einspracheentscheid vom 19. April 2018 wies das KIGA die Einspra-

che als unbegründet ab. Obschon A._____ einen telefonischen Kontakt 

mit dem Bewerbungszentrum am 28. Februar 2018 habe nachweisen 

können, sei diese Kontaktnahme offensichtlich verspätet erfolgt. Die Be-

hauptung von A._____, das Bewerbungszentrum hätte am Montag ge-

schlossen, treffe ausserdem nicht zu. Der Beschwerdeführer hätte sich 

am Montag, 26. Februar 2018, beim Bewerbungszentrum melden müs-

sen, womit die Kontaktnahme rechtzeitig erfolgt wäre.

7. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 26. April 2018 sinngemäss Beschwerde. Er adressierte die Be-

schwerde an das KIGA (nachfolgend Beschwerdegegner), welches sie 

zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den weiterleitete. Sinngemäss beantragte der Beschwerdeführer die Auf-

hebung des Entscheids. Zur Begründung machte er geltend, die Öff-

nungszeiten des Bewerbungszentrums seien im Zuweisungsbrief des 

RAV wie folgt ausgewiesen: Dienstag bis Freitag jeweils von 08:00 - 

12:00 Uhr und von 13:30 - 16:30 Uhr. Daher sei klar, dass das Bewer-

bungszentrum montags geschlossen sei. Er habe sich auf diese Informa-

tion verlassen.

8. Der Beschwerdegegner beantragte in seiner Vernehmlassung vom 

15. Mai 2018 die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer hät-

te sich unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte mit der telefonischen 

- 4 -

Kontaktnahme vom 28. Februar 2018 zu spät im Bewerbungszentrum 

gemeldet und dadurch eine Weisung missachtet. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

des Beschwerdegegners vom 19. April 2018. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) i.V.m. den Art. 2 sowie Art. 56 

Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Einspracheent-

scheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim 

kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Laut Art. 100 Abs. 3 

AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Ar-

beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 

837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen 

(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das Versicherungs-

gericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der angefochtene Einspra-

cheentscheid wurde vom Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit 

Graubünden (KIGA) als kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG 

erlassen, sodass die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ge-

geben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG 

i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat des angefochtenen Ein-

spracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf 

- 5 -

(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten.

1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht über-

schreitet und aufgrund von Art. 43 Abs. 2 VRG keine Fünferbesetzung 

vorgeschrieben ist. Der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers be-

trägt Fr. 4'370.-- und wird im Umfang von 70 % entschädigt (vgl. be-

schwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). Dies entspricht gemäss Art. 23 

Abs. 1 AVIG und Art. 40a AVIV einem Taggeld von Fr. 141.-- (Fr 4'370.-- : 

21.7 Tage x 0.7). Mit Verfügung vom 4. April 2018, bestätigt durch den 

vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. April 2018, wur-

de der Beschwerdeführer für fünf Tage in der Anspruchsberechtigung 

eingestellt, was einem Streitwert Fr. 705.-- (fünf Tage x Fr. 141.--) ent-

spricht. Da der Streitwert somit unter Fr. 5'000.-- liegt und die Streitsache 

nicht in Fünferbesetzung entschieden werden muss, ist die Zuständigkeit 

der Einzelrichterin gegeben. 

2. Streitig und zu prüfen ist, ob das KIGA den Beschwerdeführer zu Recht 

wegen Nichtbefolgens einer Weisung für fünf Tage in der Anspruchsbe-

rechtigung eingestellt hat. 

3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG muss der Versicherte, der Versicherungs-

leistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeits-

amtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden 

oder zu verkürzen. In Konkretisierung dieser Schadenminderungspflicht 

bestimmt Art. 17 Abs. 3 lit. a AVIG, dass der Versicherte auf Weisung der 

zuständigen Amtsstelle an arbeitsmarktlichen Massnahmen, die seine 

Vermittlungsfähigkeit fördern, und an Fachberatungsgesprächen nach 

Abs. 5 teilzunehmen hat. Der Versicherte ist nach Art. 30 Abs. 1 lit. d 

AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er die Kontrollvor-

- 6 -

schriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, 

namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine arbeitsmarktli-

che Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder 

deren Durchführung oder Zweck durch sein Verhalten beeinträchtigt oder 

verunmöglicht.

3.2. Die tatsächlichen Voraussetzungen für die Einstellung in der Anspruchs-

be-rechtigung müssen mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_307/2016 vom 17. August 2016 E.5.3 m.H.). Das 

dem Versicherten zur Last gelegte Fehlverhalten hat indes praxisgemäss 

klar festzustehen, ansonsten eine Einstellung in der Anspruchsberechti-

gung als verwaltungsrechtliche Sanktion nicht zulässig ist (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 19/06 vom 5. Januar 2007 

E.2.5; KUPFER BUCHER, in: MURER /STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über 

die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 

4. Aufl., Zürich/ Basel/ Genf 2013, Art. 30 AVIG S. 161). Der massgebli-

che Sachverhalt ist sowohl von den zuständigen Verwaltungsbehörden 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG) als auch von dem im Beschwerdefall angerufenen 

Gericht (Art. 61 lit. c ATSG) von Amtes wegen festzustellen. Der Untersu-

chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisführungs-

last begriffsnotwendig aus, da es Sache des Verwaltungsgerichts (oder 

der verfügenden Behörde) ist, für die Zusammentragung des Beweisma-

terials besorgt zu sein. Die Parteien tragen im Sozialversicherungspro-

zess eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 

gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Diese Beweisregel greift al-

lerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sach-

- 7 -

verhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E.6, 117 V 261 E.3b m.H.). 

4.1. Der Beschwerdeführer wurde in der Anspruchsberechtigung eingestellt, 

weil er die Weisung des Beschwerdegegners, sich innert zwei Arbeitsta-

gen telefonisch beim Bewerbungszentrum in Chur zwecks Terminverein-

barung zu melden, missachtet habe. Im vorliegenden Fall ist die Zustel-

lung des Zuweisungsbriefes des RAV vom 20. Februar 2018 im Grund-

satz nicht bestritten; der Beschwerdeführer gelangte schliesslich in des-

sen Besitz. Streitig ist hingegen, wann die Zustellung erfolgt war. Der Be-

schwerdeführer machte bereits im Verwaltungsverfahren geltend, der Zu-

weisungsbrief sei erst am 24. Februar 2018 in seinem Briefkasten gewe-

sen. Den Briefkasten in X._____ leere er jeden Tag. Der Beschwerde-

gegner bestreitet diese Behauptungen. Der Zuweisungsbrief sei am 

20. Februar 2018 versandt worden und mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit innert den darauffolgenden zwei Tagen beim Beschwerdeführer 

eingegangen. 

4.2. Der Zuweisungsbrief wurde unbestrittenermassen weder per Einschrei-

ben noch per A-Post Plus versandt. Aufgrund der allgemeinen Grundsät-

ze gilt bei uneingeschriebener Post grundsätzlich das Einlegen der Sen-

dung in den Briefkasten oder ins Postfach als fristauslösender Zustel-

lungszeitpunkt. Eine erst spätere tatsächliche Entgegennahme durch den 

Empfänger ist nicht massgebend (Urteil des Bundesgerichts 

2C_430/2009 vom 14. Januar 2010 E.2.3-2.5 und 2C_570/2011 vom 

24. Januar 2012 E.4.2). Die Fristen beginnen demnach bereits im Zeit-

punkt der ordnungsgemässen Zustellung zu laufen. Im Unterschied zu 

Sendungen per A-Post Plus kann vorliegend der Zeitpunkt der Deponie-

rung der Sendung im Briefkasten des Beschwerdeführers nicht nachge-

wiesen werden. 

- 8 -

Gemäss den Angaben der Post kommt ein per A-Post versandter Brief bei 

rechtzeitiger Aufgabe schon am folgenden Werktag bzw. ein als B-Post 

aufgegebener Brief innerhalb von maximal drei Arbeitstagen beim Emp-

fänger an. Dabei sind die Briefe bei einer Postfiliale bis zum ordentlichen 

Schalterschluss abzugeben oder bei Benutzung eines Briefeinwurfs vor 

dessen letzter Leerung einzuwerfen. Bei späteren Aufgaben gilt der Fol-

getag als Aufgabetag (https://www.post.ch/de/geschaeftlich/versenden-

und-transportieren/briefe-inland/a-post, zuletzt besucht am 21. Juni 2018). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt ein Fehler bei der 

Postzustellung nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, dass mit der 

Möglichkeit einer grösseren Verspätung nicht gerechnet werden müsste. 

Wenn aber eine aussergewöhnliche Verspätung der Zustellung geltend 

gemacht wird, so trägt derjenige die Beweislast, der eine solche behaup-

tet. Auf die Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustel-

lung vorliegt, ist daher abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände 

nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wo-

bei sein guter Glaube zu vermuten ist (Urteil des Bundesgerichts 

9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E.3.2; 2C_570/2011 vom 24. Januar 2012 

E.4.3). Der Nachweis des Zustellungsdatums kann auch auf Grund von 

Indizien oder gestützt auf die gesamten Umständen erbracht werden (Ur-

teil des EVG C 285/03 vom 5. Juli 2004 E.4.3 m.H.). Unbestritten ist, dass 

der Zuweisungsbrief am 20. Februar 2018 vom zuständigen RAV-Berater 

versandt wurde. Grundsätzlich müsste der Brief bei einer A-Post Sendung 

am nächsten Arbeitstag bzw. am 21. Februar 2018 und bei einer B-Post 

Sendung innerhalb von maximal drei Arbeitstagen d.h. spätestens am 

23. Februar 2018 beim Beschwerdeführer eingegangen sein. Der Be-

schwerdeführer macht aber geltend, dass er seinen Briefkasten in 

X._____ täglich leeren würde und der Zuweisungsbrief erst am 24. Fe-

bruar 2018 im Briefkasten lag. Aus den Akten ergibt sich nicht, ob der 

Zuweisungsbrief per A-Post oder B-Post versandt wurde. Unter der An-

nahme dass der Beschwerdeführer seinen Briefkasten tatsächlich täglich 

https://www.post.ch/de/geschaeftlich/versenden-und-transportieren/briefe-inland/a-post
https://www.post.ch/de/geschaeftlich/versenden-und-transportieren/briefe-inland/a-post

- 9 -

leert, scheint es nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit, dass zwischen 

der Aufgabe eines Briefes als A-Post und dessen Zustellung drei Tage 

verstreichen können oder eine B-Post Sendung einen Tag länger als üb-

lich unterwegs ist. Es bestehen auch keine Indizien für eine vor dem 

24. Februar 2018 erfolgte Zustellung. Es lässt sich im vorliegenden Fall 

im Rahmen der Beweiswürdigung kein Sachverhalt ermitteln, gemäss 

welchem mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit tatsächlich erstellt wäre, dass der Be-

schwerdeführer den Zuweisungsbrief spätestens am 22. Februar 2018 

erhalten hat. Es ist demnach von einer Beweislosigkeit auszugehen, wel-

che von dem Beschwerdegegner zu tragen ist. 

4.3. Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass vorliegend davon 

auszugehen ist, dass der Zuweisungsbrief beim Beschwerdeführer am 

24. Februar 2018 eingegangen ist. 

5.1. Unbestrittenermassen wurde der Beschwerdeführer angewiesen, sich 

innerhalb von zwei Arbeitstagen telefonisch beim Bewerbungszentrum in 

Chur zu melden. Die telefonische Kontaktnahme erfolgte am 28. Februar 

2018 um 13.40 Uhr. Nach Darstellung des Beschwerdegegners geschah 

dies erst, nachdem der Beschwerdeführer zur Stellungnahme aufgefor-

dert worden war. Zudem sei die in der Stellungnahme des Beschwerde-

führers vom 7. März 2018 aufgestellte Behauptung, das Bewerbungszen-

trum hätte am Montag geschlossen, nicht zutreffend. Es sei selbstredend, 

dass die Administration des Bewerbungszentrums auch am Montag be-

setzt sei. Der Beschwerdeführer habe sich somit – selbst bei einer Zustel-

lung des Zuweisungsbriefes am 24. Februar 2018 – verspätet beim Be-

werbungszentrum Chur gemeldet und damit die besagte Weisung miss-

achtet. 

- 10 -

5.2 Der Beschwerdeführer wendet gegen diese Argumentation ein, er habe 

sich auf die Öffnungszeiten des Bewerbungszentrums, welche im Zuwei-

sungsbrief vermerkt waren, verlassen, wonach das Bewerbungszentrum 

jeweils am Montag geschlossen sei. In Wahrung der ihm angesetzten 

zweitägigen Frist, habe er sich am Mittwoch beim Bewerbungszentrum 

gemeldet. 

5.3. Mit Zuweisungsbrief vom 20. Februar 2018 teilte das Regionale Arbeits-

vermittlungszentrum (RAV) dem Beschwerdeführer unter anderem wört-

lich mit (vgl. Bg-act. 5): 

"[…] Um Sie beim Erstellen Ihrer aktuellen Bewerbungsunterlagen zu unterstüt-
zen, weisen wir Sie dem Bewerbungszentrum zu. Bitte melden Sie sich telefo-
nisch innert 2 Arbeitstagen bei: 

KIGA Bewerbungszentrum
Grossbruggerwerg 2

7000 Chur

2. Obergeschoss

Telefon: 081 257 52 15
Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 08.00 – 12.00 Uhr und 13.30 – 16.30 Uhr"

Die im Zuweisungsbrief aufgeführten Öffnungszeiten können sowohl da-

hingehend verstanden werden, dass das Bewerbungszentrum unter der 

genannten Telefonnummer jeweils von Dienstag bis Freitag erreichbar ist 

als auch, dass die telefonische Erreichbarkeit unabhängig von den Öff-

nungszeiten an sämtlichen Arbeitstagen gewährleistet ist. Mittels Recher-

che im Internet stösst man auf eine Übersicht der arbeitsmarktlichen An-

gebote 2018. Darin wird unter dem Titel "Öffnungszeiten" festgehalten, 

dass die persönliche Bewerbungsberatung im Bewerbungszentrum nur 

mit Voranmeldung erfolge und die Infrastruktur jeweils von Dienstag bis 

Freitag 08.00 – 12.00 Uhr und 13.30 – 16.30 Uhr selbständig genutzt 

werden könne. Anmeldungen würden telefonisch unter 081 257 52 15 er-

folgen, wobei keine Angaben über die Telefonzeiten gemacht werden 

- 11 -

(vgl. htt-

ps://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/kiga/dienstleistungen/priv

ate/Documents/Angebotsuebersicht.pdf, S. 72, zuletzt besucht am 

26. Juni 2018). Die telefonische Abklärung im Auftrag der Instruktionsrich-

terin beim Bewerbungszentrum ergab, dass es am Montag offiziell ge-

schlossen ist und sich die Telefonzeiten mit den regulären Öffnungszeiten 

von Dienstag bis Freitag grundsätzlich decken. Dies werde den versicher-

ten Personen auch so mitgeteilt. Wenn es um Sanktionierungen gehe, 

werde der Montag bislang nicht mitgerechnet. 

Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass sich die telefoni-

sche Erreichbarkeit des Bewerbungszentrums mit den im Zuweisungs-

brief genannten Öffnungszeiten deckt. Wortlaut und Darstellung im Zu-

weisungsbrief sind zumindest missverständlich. Der Beschwerdeführer 

wurde angewiesen, sich innerhalb von zwei Arbeitstagen telefonisch im 

Bewerbungszentrum zu melden, wobei die genannten Öffnungszeiten 

gleich unter der Telefonnummer angeführt sind, ohne nähere Erklärungen 

zur telefonischen Erreichbarkeit. Insofern der Beschwerdegegner es als 

selbstredend erachtet, dass die Administration des Bewerbungszentrums 

auch am Montag besetzt sei, und impliziert, dies hätte für den Beschwer-

deführer erkennbar sein müssen, kann ihm aufgrund des Wortlauts und 

der Darstellung des Zuweisungsbriefes nicht gefolgt werden. Vielmehr ist 

es nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer den Zuweisungsbrief da-

hingehend verstand, dass die telefonische Erreichbarkeit mit den ange-

gebenen Öffnungszeiten übereinstimmt und er sich auf diese Information 

verliess.

5.4. Zusammenfassend ist daher nicht mit dem Beweisgrad der überwiegen-

den Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der Beschwerdeführer verspätet 

im Bewerbungszentrum gemeldet hat. Es ist davon auszugehen, dass er 

den Zuweisungsbrief am 24. Februar 2018 erhielt und am 28. Februar 

https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/kiga/dienstleistungen/private/Documents/Angebotsuebersicht.pdf
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/kiga/dienstleistungen/private/Documents/Angebotsuebersicht.pdf
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/kiga/dienstleistungen/private/Documents/Angebotsuebersicht.pdf

- 12 -

2018 das Bewerbungszentrum innert angesetzter Frist kontaktierte. Das 

dem Beschwerdeführer zur Last gelegte Fehlverhalten liegt nicht vor, 

weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung für fünf Tage zu 

Unrecht erfolgte.

6.1. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungsangelegenheiten – ausser im Falle von leichtsinniger 

oder mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine 

Kosten erhoben werden. 

6.2. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Per-

son Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Darunter werden insbesonde-

re die Vertretungskosten der obsiegenden Partei verstanden. Dazu 

zählen die Entschädigung, welche eine Rechtsvertreterin oder ein 

Rechtsvertreter für den erbrachten Aufwand geltend macht, sowie deren 

Barauslagen. Der nicht vertretenen Partei ist nach der Rechtsprechung 

für persönlichen Arbeitsaufwand und Umtrieb grundsätzlich keine Partei-

entschädigung zu gewähren. 

Der Beschwerdeführer war weder im Verwaltungsverfahren noch vor 

Verwaltungsgericht anwaltlich vertreten, weshalb er trotz Obsiegens kei-

nen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat.

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung aufge-

hoben und es wird die Anspruchsberechtigung von A._____ auf Arbeitslo-

senentschädigung für die fünf Einstelltage festgestellt.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

- 13 -

3. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]