# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 140fd4e0-ee84-5cdc-9062-7bee49e5028e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.03.2022 SB210010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210010_2022-03-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210010-O/U/jv 
 
Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. S. Volken und  

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw L. Zanetti 
 

Urteil vom 29. März 2022 

 
in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und I. Berufungsklägerin sowie Anschlussberufungsklägerin 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ 
 

gegen 
 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Wyss,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 
 

sowie 
 

B._____,  
Privatkläger und III. Berufungskläger (Rückzug) 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 
 
betreffend versuchter Mord etc.  
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 25. November 2020 (DG200026) 
 
  

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 4. Februar 

2020 (D1 act. 32, Ordner 10) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 126 S. 222 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Mangels Stellung als Privatklägerinnen werden die Sozialen Dienste Zürich sowie die SVA 

des Kantons Zürich aus dem Rubrum entfernt. 

2. Das Verfahren betreffend die für die Jahre 2015 und 2017 zur Anklage gebrachten Vorwürfe 

des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB wird eingestellt. 

3. Die Beschuldigte ist schuldig 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− des mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie 

− des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB. 

4. Vom Vorwurf des mehrfachen Pfändungsbetrugs im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB sowie 

vom Vorwurf der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte frei-

gesprochen. 

5. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 8 ½ Jahren, wovon 616 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen 

zu CHF 10, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland vom 5. September 2012, und einer Busse von CHF 500. 

6. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Beschuldigte sich seit dem 

12. Dezember 2019 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

7. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Geldstrafe wird im Umfang von 100 Tagessätzen 

aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (60 Tagessätze) wird 

die Geldstrafe vollzogen.  

8. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

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9. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung der Beschuldigten im Sinne von 

Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.  

10. Die Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.  

11. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) 

im Schengener Informationssystem angeordnet. 

12. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____, CHF 9'000, nebst Zins zu 5 % 

seit 7. April 2018, als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbe-

gehren des Privatklägers B._____ abgewiesen. 

13. Die Schadenersatzbegehren der folgenden Privatkläger werden auf den Zivilweg verwiesen:  

− Privatklägerin 2 (Stadt Zürich, Steueramt); 

− Privatklägerin 3 (C._____ AG); 

− Privatkläger 4 (Obergericht des Kantons Zürich). 

14. Die folgenden mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft vom 11. Januar 2019 beschlag-

nahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-DISPO, lagernden Gegenstände werden 

eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet: 

A011'380'895 1 Netzteil für "Samsung" Monitore und Horizon mit Kabel 
und Stecker, ohne Netzkabel, 220 V 

A011'386'406 2 Blister leer, Risperidon, 2mg  

A011'386'440 2 Blister leer, Risperidon, 2mg  

A011'386'508 1 Blister mit 3 Tabletten Temesta 1 mg, sowie 1 leerer Blister 

15. Die folgenden mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft vom 11. Januar 2019 beschlag-

nahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-DISPO, lagernden Gegenstände werden 

nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet: 

A011'380'964 1 Flüssigkeitsprobe aus Kunststoffgefäss mit mutmasslich 
Pfefferminztee, ca. 100 ml 

A011'380'975 1 Flüssigkeitsprobe aus Glas mit mutmasslich Cola, ca. 100 
ml 

A011'380'997 1 Flüssigkeitsprobe aus Glas mit mutmasslich Pfefferminztee, 
ca. 60 ml 

A011'397776 1 Flüssigkeit aus Siphon, ca. 2 dl 

A011'398031 1 Sultanine (mutmasslich) und zwei weitere Fragmente 

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A011'398155 1 Packung Sultaninen, "Coop Qualite & Prix", 300 Gr. 

16. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 22. Mai 2019 aus dem Besitz der Beschul-

digten beschlagnahmte Barschaft von CHF 590 (Ass.-Nr. A011'386'611) sowie die – nicht 

beschlagnahmten aber sich noch im Recht befindlichen – EUR 5, befindlich bei der Kasse 

des hiesigen Bezirksgerichts, werden zur teilweisen Deckung der der Beschuldigten aufer-

legten Verfahrenskosten verwendet. 

17. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Januar 2019 beschlagnahm-

ten und bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-DISPO, lagernden Gegenstände werden nach 

Eintritt der Rechtskraft des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen an den 

Privatkläger B._____ herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden sie der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

  

A011'379'296 1 Herrenslip, schwarz, "SARAN" 

A011'379'309 1 Paar Socken, schwarz 

A011'380'884 1 Ladekabel "Nokia", schwarz, mit Netzteil und Stecker, 
220V 

A011'381'069 1 Jeanshose, hellblau, Diesel 

A011'381'070 1 Trägershirt, weiss, Gr. 8/XL 

A011'381'081 1 Poloshirt, anthrazit, "Charles Voegele" 

A011'391'092 1 Pullover, schwarz, "TCM" 

A011'381'105 1 Kissenüberzug, orange, ca. 50 x 50cm 

A011'381'116 1 Spannbettuch, weiss 

A011'386'382 Elektronisches Flugticket vom 20.1.18, B._____  

A011'387'487 Mietvertrag, Überweisungsbelege 

A011'387'523 2 Schachteln Medikamente (1 Schachtel Novalgin, 1 
Schachtel KCl retard), 

A011'387'534 diverse Papiere, Briefe  

A011'387'578 Kabel schwarz, 220 Volt  

A011'391'165 1 Mobiltelefon Nokia Typ 225, RM-1012 IMEI- Nummer … 

18. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Januar 2019 beschlagnahm-

ten und bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-DISPO, lagernden Gegenstände werden nach 

Eintritt der Rechtskraft des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen an die 

Beschuldigte herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden sie der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen: 

  

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A011'379'990 1 T-Shirt, weiss, mit Landkartensymbolik 

A011'380'000 1 Trainerhose, lachsfarben, mit Schriftzug 

A011'380'920 1 Glas mit Griff 

A011'380'931 1 Glas mit Griff, mit weisser Aufschrift "Time for Tea" 

A011'380'942 1 Glas mit Griff, mit weisser Aufschrift "Time for Tea" 

A011'380'953 1 Glasflasche "EDEN", Aroniabeere, 330 ml 

A011'386'337 1 Mobiltelefon defekt, Samsung, grau, Akku entfernt, Display 
mehrfach zerschlagen 

A011'386'359 diverse Notizen, Post-It mit Handnotizen, Visitenkarten etc. 

A011'386'360 1 Speicherchip, Samsung, Micro SD Karte 16 GB 

A011'386'575 Damentasche schwarz, Marke Fasano, enthaltend: 
 
1 Schlüssel KABA Star D._____ AG, …, …; 
1 Schlüssel KABA Star …, …, …; 
1 Abschnitt Hotel E._____ vom 15.-19.3.18; 
diverse Kassabons; 
1 Paar Medizinalhandschuhe, blau; 
1 Medikament Furadantin 100mg; 
diverse Kosmetika; 
CHF 3.60. 

A011'387'341 Kabel schwarz, 220 Volt 

A011'387'374 1 Computer Toshiba, NB500, schwarz, leicht defekt 

A011'387'410 Arbeitsverträge A._____ 

A011'391 
'198 

1 Mobiltelefon Marke Samsung, Typ Galaxy J3, IMEI-Nummer 
… 

19. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Januar 2019 beschlagnahm-

ten und bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-DISPO, lagernden Gegenstände werden nach 

Eintritt der Rechtskraft des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen an 

F._____ herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden sie der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung überlassen: 

 
 

A011'380'066 1 T-Shirt, dunkelblau, Grösse XXL 

A011'386'315 Visitenkarte, StaPo ZH, KpI G._____ 

A011'391'381 Apple IPhone 6S Plus, IMEI-Nummer … 

20. Der folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Januar 2019 beschlagnahmte 

und bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-DISPO, lagernde Gegenstand wird nach Eintritt der 

Rechtskraft des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen an H._____ her-

ausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird er der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen: 

 
 

A011'380'102 1 T-Shirt, weiss, Grösse XL 

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21. Der folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 11. Januar 2019 beschlagnahmte 

und bei der Kantonspolizei Zürich, FOR-DISPO, lagernde Gegenstand, wird nach Eintritt der 

Rechtskraft des Entscheids bis drei Monate danach auf erstes Verlangen an I._____ her-

ausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird er der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen: 

  

A011'386'326 1 Apple Pad mini, Seriennummer … 

22. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 7. Oktober 2019 lediglich als Beweismittel 

beschlagnahmten, nachfolgend aufgeführten Gegenstände werden bei den Akten belassen: 

  

D1 act. 12/39 Rotes Schreibheft "Die wahre Geschichte" 

D3 act. 7/3 Klarsichtmappe mit diversen Unterlagen 

23. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 

CHF 15'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 7'500.00   Gebühr Strafuntersuchungen 

CHF 3'044.00   Kosten der Kantonspolizei  

CHF 13'960.00   Auslagen Untersuchung 

CHF 31'329.65   Gutachten/Expertisen etc. 

CHF 21.40   Zeugenentschädigung 

CHF 128.60   Diverse Kosten 

CHF 42'813.65   amtliche Verteidigung  

CHF 22'704.25   Vertreter Privatkläger 5 
 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

24. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung für die Privatkläger-

schaft, werden der Beschuldigten zu vier Fünfteln auferlegt. Ein Fünftel der Kosten wird auf 

die Gerichtskasse genommen. 

25. Die Kosten der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten werden zu vier Fünfteln einstwei-

len und zu einem Fünftel definitiv auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO gegenüber der Beschuldigten im Umfang von 

vier Fünfteln.  

- 7 - 

26. Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als unentgeltlicher 

Rechtsvertreter des Privatklägers B._____ mit CHF 22'704.25 (inkl. MwSt., abzüglich 

Akontozahlung von insgesamt CHF 8'000) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

27. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers B._____ werden definitiv 

auf die Gerichtskasse genommen. 

28. (Mitteilungen) 

29. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten A._____ (Urk.  220 S. 1 f.): 

1. Es sei die Beschuldigte freizusprechen und einzig wegen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen mit einer Busse von Fr. 200.00 zu bestrafen. 

Von einer Landesverweisung sei abzusehen und allfällige Zivilansprüche 

seien abzuweisen. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. Die Beschuldigte sei für die entstandenen Anwaltskosten ent-

sprechend der eingereichten Honorarnoten zu entschädigen und ihr sei für 

die erlittene Haft eine angemessene Genugtuung auszurichten. 

2. Eventualiter: Es sei die Beschuldigte wegen versuchten Totschlags sowie 

Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen zu bestrafen, von den übrigen 

Anklagepunkten sei sie freizusprechen. Es sei die Beschuldigte mit einer 

Freiheitsstrafe von maximal vier Jahren sowie einer Busse von Fr. 200.00 zu 

bestrafen, unter Anordnung einer vollzugsbegleitenden ambulanten Behand-

lung. Von einer Landesverweisung sei abzusehen und die vorinstanzliche 

Anordnung betreffend Zivilansprüche sei zu bestätigen. Die erstinstanzliche 

Anordnung betreffend beschlagnahmte Gegenstände sei zu bestätigen. Die 

Verfahrenskosten seien im Umfang von ½ der Beschuldigten aufzuerlegen, 

im übrigen Umfang auf die Staatskasse zu nehmen. Die Beschuldigte sei für 

die entstandenen Anwaltskosten im Umfang von ½ zu entschädigen, im 

Restumfang von ½ seien die Anwaltskosten zufolge amtlicher Verteidigung 

einstweilen auf die Staatskasse zu nehmen. 

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b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 219 S. 2 ff.): 

♦ Es sei A._____ in Abänderung von Disp.-Ziff. 3 und Aufhebung von Disp.-

Ziff. 4 des erstinstanzlichen Urteils wegen 

♦ versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB, 

♦ mehrfachen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, 

♦ mehrfachen betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs im 

Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB, 

♦ Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB sowie 

♦ mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von 

Art. 292 StGB  

schuldig zu sprechen. 

♦ Es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 5 des erstinstanzlichen Urteils A._____ 

mit einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren sowie einer Busse von Fr. 1'500.00 

zu bestrafen. 

♦ Es sei die Strafe in Abänderung von Disp.-Ziff. 7 des vorinstanzlichen Urteils 

vollziehbar zu erklären. 

♦ Es sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen bei schuldhafter Nicht-

bezahlung der Busse festzusetzen (Disp. Ziff. 8 des vorinstanzlichen 

Urteils). 

♦ Es sei A._____ für 15 Jahre des Landes zu verweisen (Disp.-Ziff. 10 des 

vorinstanzlichen Urteils). 

♦ Die Kostenauflage sei anzupassen. 

♦ Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

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c) Der Vertretung des Privatklägers B._____ (Urk. 222 S. 2 f.): 

1. Die Beschuldigte A._____ sei anklagegemäss wegen versuchten Mordes im 

Sinne von Art. 112 eventualiter wegen versuchter Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB begangen zum Nachteil von B._____ schuldig zu sprechen 

und tat- und schuldangemessen zu bestrafen. 

2. A._____ sei zu verpflichten, an B._____ eine Genugtuung in Höhe von 

CHF 9'000.- zu bezahlen; dies zzgl. Zinsen von 5 % daraus ab dem 7. April 

2018. 

3. Die Kosten des gesamten Verfahrens einschliesslich diejenigen der unent-

geltlichen Rechtsvertretung von B._____ seien der Beschuldigten 

aufzuerlegen. 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

25. November 2020 wurde die Beschuldigte A._____ in einigen Punkten anklage-

gemäss schuldig, in anderen Punkten freigesprochen und mit einer Freiheitsstrafe 

von 8 ½ Jahren sowie einer Geldstrafe, teilweise als Zusatzstrafe zu einer Vor-

strafe, und einer Busse bestraft (Urk. 126 S. 222 f.). Gegen diesen Entscheid 

meldeten die Anklagebehörde, die Beschuldigte und der Privatkläger, je mit 

Eingabe vom 30. November 2020, innert gesetzlicher Frist Berufung an (Art. 399 

Abs. 1 StPO; Urk. 116, 117 und 118). Der Privatkläger liess seine Berufung mit 

Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 7. Januar 2021 wieder zurückziehen 

(Urk. 129). Die Berufungserklärungen der Anklagebehörde und der Verteidigung 

gingen ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 

Abs. 3 StPO; Urk. 127 und 132). Die Beschuldigte erklärte innert ihr angesetzter 

Frist, Anschlussberufung zu erheben, ohne diese auf spezifische Dispositivziffern 

des vorinstanzlichen Urteils zu beschränken (Urk. 149). Beweisergänzungsanträ-

ge wurden im Berufungsverfahren nicht gestellt (Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 127 

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und 132). Die Parteien haben ihre Berufungen in ihren Berufungserklärungen je-

weils ausdrücklich teilweise beschränkt (Urk. 127 und 132; Art. 399 Abs. 4 StPO). 

Da sich die Anschlussberufung der Beschuldigten im Zweifel auf alle Dispositiv-

ziffern des vorinstanzlichen Urteils bezieht (ZK-ZIMMERLIN, 3. Auflage, N 3 zu 

Art. 400 StPO), gilt auch die in der ursprünglichen Berufungserklärung der 

Beschuldigten nicht angefochtene Dispositivziffer 12 betreffend die 

Genugtuungsforderung des Privatklägers als angefochten. Im Übrigen ist 

aufgrund des angefochtenen Schuldpunktes auch die vorinstanzliche Anordnung 

einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme (Urteilsdispositiv-Ziff. 9) als 

angefochten zu betrachten, zumal im Falles eines Freispruches vom Vorwurf der 

vorsätzlichen Tötung/Mord voraussichtlich auch die Anordnung einer 

vollzugsbegleitenden Massnahme dahinfallen würde.  

2.2.  Gemäss den Anträgen der Parteien sowie den vorstehenden Ausführungen 

sind im Berufungsverfahren somit die vorinstanzliche Entfernung der Sozialen 

Dienste der Stadt Zürich und der SVA des Kantons Zürich aus dem Rubrum 

(Urteilsdispositiv-Ziff. 1), die vorinstanzliche Teileinstellung des Verfahrens 

(Urteilsdispositiv-Ziff. 2), der vorinstanzliche Schuldspruch wegen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen (Urteilsdispositiv-Ziff. 3 Lemma 3), die 

Vormerknahme betreffend vorzeitigen Strafvollzug (Urteilsdispositiv-Ziff. 6), die 

vorinstanzliche Schadenersatzregelung betreffend die weiteren Privatkläger 

(Urteilsdispositiv-Ziff. 13), die vorinstanzliche Regelung betreffend in der 

Untersuchung beschlagnahmte Gegenstände (Urteilsdispositiv-Ziff. 14-22), die 

vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Urteilsdispositiv-Ziff. 23) sowie die 

vorinstanzliche Entschädigungsregelung betreffend die unentgeltliche 

Rechtsvertretung des Privatklägers (Urteilsdispositiv-Ziff. 26 und 27) nicht 

angefochten. 

Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen 

(Art. 404 StPO). 

3.1. Die amtliche Verteidigerin machte im Rahmen der Vorfragen geltend, die 

Aussagen der Kinder der Beschuldigten und des Privatklägers seien nicht ver-

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wertbar, da sie nach der Eröffnung der Untersuchung als polizeiliche Auskunfts-

personen einvernommen worden seien. Auch in der am Tag nach der 

Untersuchungseröffnung erlassenen Delegationsverfügung vom 7. April 2018 

(D1 Urk. 1/5) seien die Kindern nicht erwähnt (Urk. 215 S. 5 ff.). 

Wenn die Verteidigung beantragt, es sei generell festzustellen, dass die 

polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Aussagen der Kinder F._____, 

H._____ und I._____ im Strafverfahren gegen die Beschuldigte nicht zu 

Ungunsten der Beschuldigten verwertbar sind, ist darauf mangels eines aktuellen 

Feststellungsinteresses nicht einzutreten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1402/2021 vom 23. März 2022 E. 2.; m.H.). Die am Tatmorgen befragten 

Kinder der Parteien wurden jeweils als beschuldigte Personen einvernommen (D1 

Urk. 4/1-3), weshalb der Beschuldigten diesbezüglich gar kein Teilnahmerecht 

zukommen konnte. Fraglich ist zudem ohnehin, ob in Bezug auf den Vorwurf des 

Mords die Aussagen der Kinder für das Beweisergebnis und die rechtliche 

Würdigung überhaupt relevant sind. Wie nachstehend erwogen (vgl. hinten, 

E. II.1.4. ff.), hat die Vorinstanz – in Bezug auf den äusseren Sachverhalt und 

zum Tatmotiv – eine äusserst ausführliche und überzeugende Beweiswürdigung 

vorgenommen (Urk. 126 S. 113 ff.). Der äussere Sachverhalt ergibt sich aus den 

sachlichen Beweismitteln, den Depositionen der Beschuldigten sowie den 

Aussagen des Privatklägers. Dass kein Sexunfall vorliegt, ergibt sich bereits aus 

ihren eigenen inkonstanten Aussagen (Urk. 126 S. 55 ff.). Die Aussagen dieser 

drei Kinder wären relevant in Bezug auf die Frage, ob der Privatkläger zeitnah zur 

Tat oder im Tatzeitpunkt (erhebliche) sexuelle oder körperliche Gewalt gegenüber 

der Beschuldigten angewandt oder angedroht hat, was zur Annahme einer 

Notwehr-/Notstandshandlung führen könnte. Wenn die Aussagen der Kinder 

insoweit gewürdigt werden, werden sie aber nicht zulasten der Beschuldigten, 

sondern höchstens zu deren Gunsten berücksichtigt. Mit der Vorinstanz lassen 

die unglaubhaften Aussagen der Kinder die Annahme einer Notwehr-

/Notstandshandlung nicht zu (Urk. 126 S. 122). Die (alleinigen) Aussagen der 

Beschuldigten zu den übrigen Lebensumständen mit dem Beschuldigten als auch 

zu den Geschehnissen im  Schlafzimmer am Morgen der Tat, sind wiederum 

dermassen inkonstant und  pauschal und damit unglaubhaft, dass gestützt darauf 

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ebenso wenig eine Notwehr-/Notstandshandlung angenommen werden kann 

(Urk. 162 S. 115 ff.; hinten E. II.2.7.). Die Vorinstanz erwog, die Beschuldigte 

habe das Kabel – das Tatinstrument – im Wohnzimmer behändigt (und ins 

Schlafzimmer mitgenommen), was nicht nur gegen eine Notwehrhandlung 

spreche, sondern auch auf ein planmässiges Vorgehen der Beschuldigten 

hindeute, wobei sie auf die (gemäss Verteidigung unverwertbaren) Aussagen des 

Sohns I._____ abgestellt hat (Urk. 162 S. 117 f.). Darauf muss nicht weiter 

eingegangen werden. Die Planmässigkeit des Vorgehens ergibt sich (schon) 

daraus, dass die Beschuldigten den Privatkläger unter einem Vorwand eigentlich 

in die Familienwohnung gelockt und ihm ein von ihr vorher präpariertes toxisches 

Getränk vorgesetzt hat (vgl. hinten, E. II.2.7.). Wenn kein vernünftiger Zweifel 

daran besteht, dass die Beschuldigte den Privatkläger mit dem Kabel strangulierte 

und einzig durch das Erscheinen ihrer Töchter an der weiteren Strangulation 

gehindert wurde, ergibt sich die Strangulation aus ihren eigenen Aussagen 

(Urk. 126 S. 39, S. 41) sowie aus dem Gutachten (Urk. 126 S. 121 f.). Der 

Umstand, dass sie daran (einzig) durch die Töchter gehindert wurde, ergibt sich 

einerseits aus den Aussagen der Beschuldigten, die – ohne Vorhalt einer 

Aussage eines Kinds und obschon unglaubhaft in Bezug auf ihre Angst vor dem 

Beschuldigten – wiederholt schilderte, dass sie mit dem Würgen aufhörte, als die 

Töchter ins Schlafzimmer gekommen seien (D1 Urk. 2/1 S. 4; D1 Urk. 2/2 S. 24). 

Andererseits ergibt sich dies daraus, dass J._____, der mit der Vorinstanz 

(Urk. 126 S. 111) zur Tötung im Allgemeinen relativ konzise und glaubhafte 

Aussagen deponierte, in der parteiöffentlichen Zeugeneinvernahme vom 

14. November 2018 – ohne eine (potentiell) unverwertbare Aussage vorgehalten 

zu bekommen – glaubhaft zu Protokoll gab, dass seine Schwestern ihm erzählt 

hätten, dass die Beschuldigte den Privatkläger mit einem Gegenstand "erwürgt" 

habe und dieser ins Spital habe gehen müssen, die Schwestern die Eltern im 

Zimmer angetroffen hätten und geschockt gewesen seien, dass der Privatkläger 

nicht mehr ansprechbar gewesen sei, der Privatkläger Blut erbrochen habe, die 

Beschuldigte später aus dem Haus habe gehen wollen und die Beschuldigte, als 

die Schwestern ins Zimmer getreten seien, "auf dem Privatkläger" gewesen sei 

und sie die Beschuldigte vom Privatkläger weggezogen hätten (D1 Urk. 5/5 S. 4). 

- 13 - 

Diesem Bericht vom Hörensagen kommt deshalb Bedeutung zu, weil die beiden 

Töchter F._____ und H._____ – wie die Vorinstanz nach ausführlicher Würdigung 

ihrer Aussagen zutreffend konstatiert hat – mit ihrem Aussagenverhalten offenbart 

haben, die Beschuldigte schützen zu wollen (Urk. 126 S. 86, S. 94 f.), und sie ihre 

diesbezüglich teilweise belastenden Aussagen bei der Polizei später in den 

parteiöffentlichen Einvernahmen nicht wiederholt haben, sondern die Aussage 

verweigert haben bzw. mit einem simplen «Ja» die Richtigkeit ihrer Aussagen bei 

der Polizei bestätigt haben (D1 Urk. 4/1/4 S. 7 ff.; D1 4/2/3 S. 8 ff.), womit diese 

insoweit belastenden Aussagen der beiden Augenzeuginnen zur Szenerie beim 

Eintreten im Zimmer grundsätzlich wohl nicht verwertbar sind. Für die Annahme 

eines damals vorhandenen Tötungsvorsatzes sind die Aussagen der Kinder 

irrelevant. Die Beschuldigte ist – auch ohne Berücksichtigung der Aussagen der 

drei erwähnten Kinder zu ihren Lasten – wie nachstehend noch erwogen wird – 

des Mordes schuldig zu sprechen, womit nicht weiter auf die formellen Rügen der 

Verteidigung eingegangen werden muss. 

3.2. Sodann sei die polizeiliche Einvernahme des Sohns J._____ als Aus-

kunftsperson vom 18. März 2019 nicht verwertbar. Es habe sich dabei nicht um 

eine informatorische, einfache, sondern um eine ausführliche, formelle Befragung 

gehandelt, an der ein Teilnahmerecht der Beschuldigten im Sinne von Art. 147 

Abs. 1 StPO bestanden hätte, welches nicht gewährt worden sei. Die Aussagen 

von J._____ am 4. Juni 2019 als Zeuge bei der Staatsanwaltschaft seien gestützt 

auf die unverwertbare polizeiliche Befragung erhobene Beweise und damit 

unverwertbare Folgebeweise (Urk. 215 S. 8 f.)  

Zur Rüge der Unverwertbarkeit von Einvernahmen betreffend den Vorwurf des 

Betrugs und des Pfändungsbetrugs ist wiederum zu betonen, dass kein aktuelles 

Interesse an der Feststellung der Unverwertbarkeit von Personalbeweisen er-

sichtlich ist. Vorauszuschicken ist, dass die Beschuldigte ohnehin vollumfänglich 

vom Vorwurf des Pfändungsbetrugs freizusprechen ist (vgl. hinten, E. II.5.2.). 

Selbiges gilt für den Vorwurf des Betrugs durch unzutreffende Angaben im Antrag 

des Jahres 2011 (vgl. hinten, E. II.4.2.). Zwar ist der Verteidigung insbesondere 

darin zuzustimmen, dass die Untersuchung betreffend Betrug einige Monate vor 

der ersten polizeilichen Einvernahme von J._____ vom 18. März 2019 als 

- 14 - 

Auskunftsperson eröffnet worden war und diese Einvernahme ausführlich war – 

der Umfang des Protokolls beläuft sich auf 18 Seiten. Ob deswegen nicht mehr 

von einer einfachen, informellen polizeilichen Befragung ausgegangen werden 

kann, womit ein Teilnahmerecht der Beschuldigten im Sinne von Art. 147 Abs. 1 

StPO bestanden hätte und verletzt worden wäre, kann offen bleiben. Den bei der 

Polizei gemachten Aussagen von J._____ kommt ohnehin keine entscheidende 

Bedeutung zu. Hinsichtlich des Vorwurfs der falschen Deklaration im Jahr 2016 

sind weite Teile des Anklagesachverhalts gestützt auf Sachbeweise erstellt (vgl. 

hinten, E. II.4.3.; Urk. 126 S. 134 ff.). Dass die Beschuldigte wusste, dass sie 

Liegenschaften hätte deklarieren müssen, ergibt sich aus ihren Aussagen – deren 

Verwertbarkeit die Verteidigung zu Recht nicht in Abrede stellt – zu diesem 

Vorwurf und den deutlichen Hinweisen in den Formularen bzw. Merkblättern in 

albanischer Sprache (Urk. 126 S. 165). Dass sie vom Erwerb der Parzellen in 

K._____ Kenntnis erlangt hatte, bevor sie die Deklaration im Januar 2016 

unterzeichnete, ist gestützt auf Aussagen von J._____, die nicht auf Vorhalte von 

Antworten seiner polizeilichen Einvernahme erfolgten, erstellt. J._____ sagte – mit 

der Vorinstanz (vgl. Urk. 126 S. 157 ff., S. 162 f.) – glaubhaft aus; Abstriche zur 

Glaubhaftigkeit ergeben sich nur hinsichtlich der konkreten Höhe seiner eigenen 

Beteiligung an den Immobiliengeschäften. Er führte anlässlich der 

parteiöffentlichen Zeugeneinvernahme vom 4. Juni 2019 nach korrekter 

Belehrung – insoweit ohne Vorhalt einer Antwort aus seiner polizeilichen 

Einvernahme – aus, dass der Erwerb der Liegenschaften in K._____ in den 

frühen 2010-er Jahren erfolgt sei, dies ein gemeinsames Projekt seiner Eltern 

gewesen sei, über diese Liegenschaften erstmals im Jahr 2012 gesprochen 

worden sei, die Eltern das Haus von Grund auf gebaut hätten, alle in der Familie 

Kenntnis davon gehabt hätten, die Beschuldigte vom Erwerb der Wohnung in 

L._____ erst später erfahren habe, die Beschuldigte sich finanziell an den 

Immobiliengeschäften beteiligt habe und er – J._____ – die Häuser in K._____ 

nach 2013/2014 einmal gesehen habe (D3 Urk. 4/8 S. 6 ff.). Die Verletzung des 

Teilnahmerechts der Beschuldigten an der polizeilichen Einvernahme ihres Sohns 

würde somit nichts daran ändern, dass die vorinstanzliche Sachverhaltswürdigung 

zutreffend ist. Dass die Aussagen der übrigen befragten Familienmitglieder – 

- 15 - 

namentlich hinsichtlich der Kenntnis der Beschuldigten vom Immobilienerwerb in 

K._____ – nicht überzeugen und ihnen für das Beweisresultat kein 

ausschlaggebendes Gewicht zukommt, hat die Vorinstanz mit ausführlicher und 

zutreffender Begründung dargetan (Urk. 126 S. 141 ff., S. 162). Damit erübrigt es 

sich, auf die weitere formellen Rüge der Verteidigung (wiederholt falsche 

Belehrungen des Privatklägers und der Beschuldigten) einzugehen. 

3.3. Weiter brachte die amtliche Verteidigerin im Rahmen der Vorfragen vor, das 

Gutachten des IRM über die körperliche Untersuchung der Beschuldigten (D1 

Urk. 6/10) sei unverwertbar und aus den Akten zu entfernen, da bereits die Unter-

suchung durch den Polizeibeamten am Tatort nicht von der Staatsanwaltschaft 

angeordnet oder nachträglich bestätigt worden sei. Da die entsprechenden Fest-

stellungen unverwertbar seien, führe dies auch zur Unverwertbarkeit des ge-

nannten Gutachtens. Im Übrigen müsse ein Gutachten durch die 

Verfahrensleitung mittels Auftrag eingeholt werden. In diesem Auftrag sei ein 

ausdrücklicher Hinweis auf die Geheimhaltungspflichten und die Folgen eines 

falschen Gutachtens anzubringen. Da vorliegend aber gar nie ein entsprechender 

Auftrag erteilt worden sei, sei das Gutachten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO 

unverwertbar. Eine Verwertung aufgrund der Schwere des der Beschuldigten 

vorgeworfenen Delikts komme dabei nicht in Frage, da das Gutachten für eine 

Verurteilung nicht entscheidend sei (Urk. 215 S. 7 f.). 

Hinsichtlich der Feststellungen des am Tatort im Einsatz stehenden 

Polizeibeamten betreffend die am Hals der Beschuldigten nicht festgestellten 

Verletzungsspuren ist zu bemerken, dass der Spurenbericht der Kantonspolizei 

Zürich (D1 Urk. 9/1) jedenfalls kein Gutachten im Sinne von Art. 184 StPO 

darstellt, was im Übrigen zur Klarstellung auch auf der ersten Seite dieses 

Berichts vermerkt wurde. Es braucht für die Feststellung, ob optisch eine Rötung 

am Hals sichtbar ist, denn auch kein Fachwissen. Weiter handelt es sich auch 

nicht um eine Untersuchung im Sinne von Art. 241 i.V.m Art. 251 StPO, zumal 

eine Rötung schlicht durch eine optische Betrachtung der Haut erkennbar ist, 

wohingegen eine Untersuchung im Sinne von Art. 251 StPO insbesondere die 

Kontrolle von nicht einsehbaren Körperöffnungen und Köperhöhlen, etwa des 

- 16 - 

Anal und Vaginalbereichs, umfassen würde (ZK-KELLER, 3. Auflage, N 12 zu 

Art. 241 StPO). Es liegt weiter auch keine Durchsuchung von Personen im Sinne 

von Art. 249 f. StPO vor, da vorliegend keinerlei eigentliche Zwangsmassnahmen 

angewandt werden mussten und die Beschuldigte abgesehen von einer optischen 

Betrachtung auch keiner weitergehenden Abklärung unterzogen wurde. 

Insbesondere musste sie sich nicht ausziehen und es wurde keine nähere 

Abtastung bzw. Untersuchung der Körperoberfläche vorgenommen. Es handelt 

sich damit vielmehr um eine schlichte Feststellung der am Tatort im Einsatz 

stehenden Beamten der Kriminaltechnik, welche diese ohne jegliche 

Zwangsmassnahmen oder weitere Beeinträchtigung von Persönlichkeitsrechten 

der Beschuldigten durchführen konnten. Die Situation erscheint daher vielmehr 

vergleichbar mit einer Beschreibung des wahrgenommenen Zustandes einer 

Person, wozu es keiner Anordnung oder Bestätigung der Staatsanwaltschaft 

bedarf. Gleiches gilt im Übrigen auch für die Fotografien vom Tatort, auf welchen 

ebenfalls keine Rötung am Hals der Beschuldigten erkennbar ist (D1 Urk. 9/14).  

Das später angefertigte Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin über die 

körperliche Untersuchung der Beschuldigten (D1 Urk. 6/10) basiert sodann 

entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 215 S. 7 f.) nicht auf den 

Feststellungen der Kriminalbeamten am Tatort. Im Übrigen wurde das Gutachten 

gemäss explizitem Hinweis auf der ersten Seite von der fallführenden 

Staatsanwältin mündlich angeordnet und erfolgte gemäss ebenfalls expliziter 

Bestätigung im Gutachten in Kenntnis der Bestimmung von Art. 307 StGB (D1 

Urk. 6/10 S. 1 und 6). Selbst wenn durch die mündliche Anordnung – welche 

angesichts der zeitlichen Dringlichkeit ohne Weiteres nachvollziehbar erscheint – 

den Parteien nicht wie in Art. 184 Abs. 2 lit. c StPO vorgesehen die Gelegenheit 

gegeben wurde, vorgängig Fragen zu formulieren, so ist darauf hinzuweisen, dass 

die Beschuldigte bzw. ihre Verteidigung auch im Nachhinein keine Fragen 

formulierten, welche sie den Gutachtern ergänzend hätten stellen wollen. Was die 

Beschuldigte aus dem Argument, die Gutachter seien nicht auf die 

Geheimhaltungspflicht aufmerksam gemacht worden, ableiten möchte, ist im 

Hinblick auf die Verwertbarkeit des Gutachtens nicht nachvollziehbar, zumal sie 

- 17 - 

nicht geltend macht, die Gutachter hätten Informationen unrechtmässig an Dritte 

weitergegeben.  

II. Schuldpunkt 

1. Sachverhalt betreffend Anklagedossier 1 

1.1.  Der Beschuldigten A._____ wird im Anklagepunkt Dossier 1 zu-

sammengefasst vorgeworfen, sie habe versucht, den Privatkläger B._____ am 

5. April 2018 in der ehelichen Wohnung in Zürich durch die Verabreichung eines 

mit starken Medikamenten versetzen Getränks zu vergiften. Da der Privatkläger 

wider Erwarten nicht starb, sondern nur in eine Tiefschlaf verfiel, habe die 

Beschuldigte am Morgen des 6. April 2018 versucht, ihn mit einem Elektrokabel 

zu erdrosseln. An der für den Privatkläger tödlichen Vollendung dieser 

Strangulation sei die Beschuldigte durch die gemeinsamen Kinder gehindert 

worden, welche die Beschuldigte kurz vor dem Todeseintritt vom Privatkläger 

weggezogen und aus dem Raum entfernt hätten (Urk. 32 S. 3-6).  

1.2.  Die Beschuldigte anerkennt – aktuell – zusammengefasst, dem Privatkläger 

ein mit Medikamenten versetztes Getränk vorgesetzt zu haben. Sie habe jedoch 

keine Tötungsabsicht gehabt, sondern den Privatkläger nur für die Nacht ruhig-

stellen wollen, um vor ihm sicher zu sein. Am nächsten Morgen sei er erwacht 

und habe sie tätlich angegriffen, sie habe sich mit dem Kabel nur – und wiederum 

ohne Tötungsabsicht – verteidigt (Urk. 96 S. 7 bis 14; Urk. 220 S. 21 ff.).  

1.3.  Die Verteidigung beantragte im Hauptverfahren betreffend den Tatvorwurf 

der  versuchten Tötung erst einen Schuldspruch wegen versuchten Totschlags 

(Urk. 105 S. 1). Diesen Antrag zog sie an der Hauptverhandlung nach einer Be-

sprechung mit der Beschuldigten zurück und verlangte rundweg einen Freispruch 

(Prot. I S. 20). Im Berufungsverfahren beantragt nunmehr auch die Verteidigung 

im Hauptantrag einen Freispruch vom Vorwurf der versuchten Tötung (Urk. 220).  

1.4.  Die Vorinstanz hat in den Erwägungen des angefochtenen Entscheides 

äusserst ausführlich sämtliche bisherigen Aussagen der Beschuldigten (Urk. 126 

S. 38 bis 54), des Privatklägers (Urk. 126 S. 64 bis 72) sowie der vier 

- 18 - 

gemeinsamen Kinder (Urk. 126 S. 79 bis 85; S. 89 bis 94; S. 99 bis 104 und 

S. 107 bis 110) sowohl zum Vorwurf der versuchten Tötung wie zum Eheleben 

der Parteien wiedergegeben und diese anschliessend gewürdigt (Urk. 126 S. 54 

bis 64; S. 72-79; S. 85 bis 89; S. 94 bis 99; S. 104 bis 107 und S. 110 bis 113). 

Die Darstellungen der "Aussagen zu den Umständen des gemeinsamen 

Zusammenlebens" sind dabei kongruent mit der entsprechenden Darstellung im 

angefochtenen Urteil betreffend den Privatkläger B._____ als Beschuldigten 

(Urk. 75 im Parallelverfahren SB210009). Im Anschluss hat die Vorinstanz unter 

dem Titel "Fazit" eine wiederum äusserst detaillierte, zusammenfassende 

Beweiswürdigung angestellt (Urk. 126 S. 113 bis 124). Darauf wird vorab zur 

Vermeidung von Wiederholungen wiederum verwiesen (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.5. Die Vorinstanz hat zusammengefasst erwogen, es sei rechtsgenügend er-

stellt, dass die Beschuldigte zumindest daran beteiligt gewesen sei, als dem Pri-

vatkläger am Abend des 5. April 2018 ein mit einer Vielzahl von Tabletten der 

Medikamente Risperidal und Temesta versetztes Getränk verabreicht worden sei. 

Es sei davon auszugehen, dass die Beschuldigte diese Medikamente – nach lan-

ger Abstinenz – einzig zu diesem Zweck kurz vor der Tat bei ihrer Ärztin erhältlich 

gemacht habe. Ob die Beschuldigte – mit der Anklage – beabsichtigt habe, den 

Privatkläger bereits mittels des präparierten Getränks zu töten, oder ihn damit nur 

habe betäuben und widerstandsunfähig machen wollen, könne offen bleiben. 

Auszuschliessen sei, dass der Privatkläger den Medikamentencocktail wissentlich 

und in suizidaler Absicht eingenommen habe. Ferner sei erstellt, dass die 

Beschuldigte am folgenden Morgen des 6. April 2018 den immer noch unter der 

Wirkung der Medikamente stehenden Privatkläger mit dem Elektrokabel 

stranguliert habe, um ihn zu töten. Ein vorheriger Angriff des Privatklägers auf die 

Beschuldigte sei auszuschliessen, weshalb die behauptete Notwehrsituation nicht 

bestanden habe.  

Zum Tatmotiv der Beschuldigten kam die Vorinstanz zusammengefasst zu fol-

gendem Beweisresultat:  

Es sei von einer äusserst konfliktbehafteten Ehe der Parteien mit häufigen, 

heftigen Streitereien auszugehen. Der Privatkläger habe wohl grosse Teile seines 

- 19 - 

Einkommens für sich beansprucht, anstatt dieses in einem adäquaten Umfang der 

Familie zukommen zu lassen. Früher, als der Privatkläger noch alkoholabhängig 

und die Kinder noch klein waren, sei es offensichtlich auch zu massiven körper-

lichen Übergriffen des Privatklägers auf die Beschuldigte (und die Kinder) ge-

kommen. Für den relevanten Zeitraum vor der Tat könnten physische Übergriffe 

des Privatklägers auf die Beschuldigte nicht erstellt, jedoch auch nicht restlos 

ausgeschlossen werden. Die Tat der Beschuldigten sei jedoch hauptsächlich 

durch die allgemeinen ehelichen Konflikte ausgelöst worden, insbesondere da der 

Privatkläger im Februar 2018 sich für eine andere Frau von der Beschuldigten 

habe scheiden lassen und die Nebenbuhlerin habe heiraten wollen und deswegen 

aus der Familienwohnung ausgezogen sei. Er habe seiner Familie auch gedroht, 

Teile des Familienvermögens der Nebenbuhlerin zu schenken. Der Tatzeitpunkt 

erscheine daher nicht zufällig. Hätte die Beschuldigte ein allfälliges durch 

Übergriffe des Privatklägers herbeigeführtes Leiden beenden wollen, hätte sie im 

Übrigen auch gar nicht zur Tat zu schreiten brauchen, da der Privatkläger ja 

ohnehin dabei war, die Beschuldigte bzw. die eheliche Wohnung zu verlassen. 

Die Beschuldigte sei im unmittelbaren Vorfeld der Tat eifersüchtig auf die 

Nebenbuhlerin gewesen und habe den Privatkläger ausspioniert. Der Privatkläger 

habe der Beschuldigten derweil eröffnet, dass er ihre Nebenbuhlerin 

baldmöglichst heiraten werde, und sie hinsichtlich der Einwilligung zur Scheidung 

unter Druck gesetzt. Die Beschuldigte sei aber weder mit der Scheidung noch 

dem Auszug des Privatklägers aus der ehelichen Wohnung einverstanden 

gewesen, was sie sehr stark belastet habe. Der Privatkläger habe ihr gegenüber 

angedroht, dass er eine Liegenschaft an die Nebenbuhlerin übertragen werde. 

Die Beschuldigte habe mithin zweifellos auch unter dem Eindruck gehandelt, dass 

der Privatkläger der Familie vorenthaltenes und gemeinsam geäufnetes 

Familienvermögen der Nebenbuhlerin übertragen werde. Es sei mithin davon 

auszugehen, dass die Beschuldigte den Privatkläger zu töten versuchte, weil sie 

eifersüchtig auf ihre Nebenbuhlerin war, weil sie verhindern wollte, dass der 

Privatkläger mit dieser zusammen kommt, und weil sie zudem das Vermögen der 

Familie sichern wollte. Die Tat sei zudem vor dem Hintergrund einer äusserst 

konfliktbehafteten Beziehung mit dem Privatkläger, welche bei der Beschuldigten 

- 20 - 

über die Jahre hinweg zweifellos einen hohen Leidensdruck verursacht habe, 

begangen worden, wobei nicht vollends ausgeschlossen werden könne, dass die 

Beschuldigte auch im Vorfeld der Tat noch unter Übergriffen des Privatklägers zu 

leiden hatte. 

1.6.  Die appellierende Verteidigung hat die vorinstanzliche Beweiswürdigung an 

der Berufungsverhandlung zusammengefasst wie folgt substantiiert kritisiert: 

Einerseits sei nicht erstellt, dass die Beschuldigte den Privatkläger in die 

Wohnung gelockt habe. Der Anruf der Beschuldigten an den Privatkläger sei 

gemäss Polizeibericht auf dessen Mobiltelefon nicht registriert worden. Die 

Initiative für einen Rückruf sei daher vielmehr initial vom Privatkläger 

ausgegangen (Urk. 220 S. 24 f.). Im Übrigen sei dieser gar nie richtig aus der 

Wohnung im M._____ ausgezogen (Urk. 220 S. 25 f.). Weiter lasse sich anhand 

der erhobenen Beweismittel auch nicht erstellen, dass der Privatkläger am 

Tatmorgen in einem schlafenden oder tiefschlafenden Zustand gewesen sei, 

zumal die konkrete Anzahl verabreichter Medikamente nicht habe festgestellt 

werden können und sich eine Sedierung auch nicht aus der Auswertung der Blut-, 

Urin- und Haarproben ergebe (Urk. 220 S. 27 ff.). 

Hinsichtlich des Geschehens am Morgen des 6. April 2018 macht die 

Verteidigung geltend, es sei entgegen der Darstellung in der Anklageschrift 

vielmehr erstellt, dass die Beschuldigte vom Privatkläger gewürgt worden sei. Es 

hätten auch entsprechende Würgemale an ihrem Hals festgestellt werden 

können. Da es wie zuvor erwähnt auch nicht erstellt sei, dass der Privatkläger am 

Tatmorgen sediert gewesen sei, sei die Darstellung der Beschuldigten, wonach 

sie vom Privatkläger gewürgt worden sei und sie sich hiergegen zur Wehr gesetzt 

habe, glaubhaft. Auch das IRM-Gutachten zur körperlichen Untersuchung der 

Beschuldigten stehe ihrer Darstellung einer Notwehrsituation nicht entgegen 

(Urk. 220 S. 33 ff.). Weiter sei auch nicht erstellt, dass die Beschuldigte das 

Tatkabel mit sich geführt habe, als sie das Zimmer des Privatklägers betreten 

habe (Urk. 220 S. 41 ff.). Im Anschluss an den Vorfall sei die Beschuldigte zwar 

untersucht worden, doch sei für das Gutachten über die körperliche Untersuchung 

- 21 - 

nicht rechtmässig angeordnet worden, weshalb es nicht zu Lasten der 

Beschuldigten verwertbar sei (Urk. 220 S. 40 f.). 

Zur Vorgeschichte macht die Verteidigung ausführlich geltend, die Beschuldigte 

habe bereits seit Jahren unter dem Privatkläger gelitten, welcher Gewalt gegen 

sie angewandt und sie wiederholt vergewaltigt habe. Dies werde auch von den 

gemeinsamen Kindern der Beschuldigten und des Privatklägers sowie weiteren 

Personen wie beispielsweise einer Sozialarbeiterin bestätigt. Entgegen der 

Ansicht der Vorinstanz sei diese häusliche Gewalt nicht nur für den Zeitraum, als 

die Kinder klein waren, sondern auch für den Zeitraum vor der Tat zu bejahen und 

nicht wie die Vorinstanz erwäge "nicht ganz ausgeschlossen" (Urk. 220 S. 3 ff. 

und S. 44). Entgegen der Darstellung in der Anklageschrift und entgegen der 

Auffassung der Vorinstanz sei es daher so, dass die Beschuldigte am Tatmorgen 

nach entsprechender Aufforderung des Privatklägers ohne Tatkabel in dessen 

Zimmer gegangen sei, wo sie von ihm angegriffen worden sei. Sie habe ihn mit 

dem Kabel zwar gewürgt, dies aber nur um sich zu verteidigen (Urk. 220 S. 21 ff.). 

1.7.  Die ebenfalls appellierende Anklagebehörde hat im Berufungsverfahren die 

Beweiswürdigung der Vorinstanz dahingehend kritisiert, es sei entgegen der 

Vorinstanz davon auszugehen, dass die Beschuldigte dem Privatkläger den 

Medikamentencocktail bereits in Tötungs- und nicht lediglich in Sedierungsabsicht 

verabreicht habe. Die Darstellung der Beschuldigten, sie habe den Privatkläger 

nur sedieren wollen, um in der Nacht ihre Ruhe zu haben, sei eine 

Schutzbehauptung. Sie habe sodann um die sedierende Wirkung der 

Medikamente gewusst und diese höchstmöglich dosiert (Urk. 127 S. 2; Urk. 219 

S. 3 ff.).  

1.8. Der Privatkläger wurde gemäss überzeugendem Beweisergebnis der Vor-

instanz durch die Beschuldigte eigentlich in die Wohnung gelockt und er plante 

auch nicht, dort zu übernachten (Urk. 97 S. 3 f.; Urk. 126 S. 120 und S. 66 mit 

Verweis). An diesem von der Vorinstanz sorgfältig begründeten Beweisresultat 

vermag auch das Vorbringen der Verteidigung nichts zu ändern, wonach die 

Anrufe der Beschuldigten an den Privatkläger vom 5. April 2017 von 18:26 Uhr 

und 18:28 Uhr auf dessen Mobiltelefon nicht registriert worden seien, weshalb 

- 22 - 

erstellt sei, dass nicht die Beschuldigte den Privatkläger zu sich nachhause 

gelockt habe (Urk. 220 S. 24 f.). So trifft es zwar zu, dass gemäss Bericht der 

Kantonspolizei Zürich die vom Mobiltelefon der Beschuldigten um 18:26 Uhr und 

18:28 Uhr ausgehenden Anrufe auf dem Mobiltelefon des Privatklägers nicht 

gespeichert worden sind (D1 Urk. 25/3 S. 5). Dies bedeutet indessen in keiner 

Weise, dass die Anrufe nicht stattgefunden hätten oder vom Privatkläger gar nicht 

zur Kenntnis genommen werden konnten. So wird im dem erwähnten Bericht 

beiliegenden "extraction report" festgehalten, dass der Anruf um 18:26 Uhr eine 

Dauer von 1 Minute und 41 Sekunden gedauert hat (D1 Urk. 25/7). Entsprechend 

ist auszuschliessen, dass dies vom Privatkläger noch nicht einmal 

wahrgenommen worden sein soll. Vielmehr ist aus den genannten Auswertungen 

zu schliessen, dass tatsächlich ein Gespräch zwischen dem Privatkläger und der 

Beschuldigten stattgefunden hat, andernfalls man nicht für mehr als eineinhalb 

Minuten einen Anruf offen halten würde. Offenbar wurde der Anruf lediglich auf 

dem Mobiltelefon des Privatklägers nicht gespeichert. 

Umso unglaubhafter ist die Behauptung der Beschuldigten, sie habe den Privat-

kläger für die Nacht sedieren wollen, damit sie ihre Ruhe habe (Urk. 96 S. 12 f.). 

Dies spricht durchaus und mit der Anklagbehörde dafür, dass die Beschuldigte 

den Privatkläger bereits in Tötungsabsicht betäubt hat. Diese Tatversion wird 

weiter durch den Umstand zumindest indiziert, dass die Beschuldigte mit ihrer 

Würgeattacke bis zum nächsten Morgen wartete und dazu ein dünnes 

Elektrokabel verwendete, statt eines wohl effektiveren Tatwerkzeugs wie eines 

etwas dickeren Stricks. Die Strangulationsaktion der Beschuldigten macht den 

Eindruck einer nicht wirklich geplanten, sondern vielmehr eher spontanen Tat, als 

wie wenn die Beschuldigte am Morgen überrascht davon war, dass der 

Privatkläger noch am Leben war, was dann zur Umsetzung ihrer Tötungsabsicht 

die Strangulation notwendig machte.  

Allerdings ist entgegen der Anklagebehörde nicht rechtsgenügend erstellt, dass 

die Beschuldigte den Medikamentencocktail höchstmöglich dosiert hat. Die – 

wenn auch nachgeschobene und daher wenig überzeugende – Behauptung der 

Beschuldigten, sie habe die Medikamente teilweise nicht dem Privatkläger ver-

- 23 - 

abreicht, sondern weggeworfen (Urk. 96 S. 18), kann ihr nicht widerlegt werden. 

Anderes behauptet insbesondere auch die Anklageformulierung nicht, wenn sie 

der Beschuldigten die Verwendung einer "nicht bekannten Anzahl Tabletten" 

vorwirft (Urk. 32 S. 3). Somit bleibt es beim für die Beschuldigte günstigeren 

Beweisresultat der Vorinstanz, dass nicht rechtsgenügend erstellt, respektive 

offen zu lassen, ist, dass/ob die Beschuldigte dem Privatkläger die 

narkotisierende Medikation bereits in der Absicht verabreichte, ihn damit zu töten 

(Urk. 126 S. 121). 

Entgegen der Argumentation der Verteidigung erscheint zudem praktisch ausge-

schlossen, dass die Beschuldigte, welche ihrer Darstellung nach vom nicht sedier-

ten Privatkläger angegriffen worden sei, als nicht besonders grosse Frau den kräf-

tig gebauten und in aggressiver Stimmung befindlichen Privatkläger hätte derart 

überwältigen können, dass sie sich nicht nur aus seinem Würgegriff hätte lösen 

können, sondern gar noch ein Kabel ergreifen und dieses dem Privatkläger um 

den Hals legen wollte, um ihn sodann von hinten (!) zu würgen. Alleine schon auf-

grund der physischen Möglichkeiten der Beschuldigten und des Privatklägers 

ergibt dieser Tatablauf wenig Sinn und ist nicht glaubhaft. Weiter ist aber auch der 

praktische Ablauf nicht einleuchtend, wenn der Privatkläger die Beschuldigte – 

zwar in unterschiedlichen Positionen – aber doch von vorne gewürgt haben soll 

und sie dennoch in der Lage gewesen sei, ihm das Kabel derart um den Hals zu 

legen, dass sie ihn von hinten hätte würgen können. 

Ferner kritisiert die Anklagebehörde die Erwägung der Vorinstanz zur Beweis-

würdigung, es sei nicht gänzlich auszuschliessen, dass die Beschuldigte im 

Vorfeld ihrer Tat Gewalt (auch sexuelle) durch den Privatkläger erlitten habe 

(Urk. 127 S. 3). Aufgrund der vorstehenden Beweiswürdigung zu den dem 

Privatkläger (als Beschuldigten) gemachten Vorwürfen erscheint solches in der 

Tat als eher unwahrscheinlich: Der Privatkläger hatte eine Geliebte, er hatte sich 

von der Beschuldigten abgewandt, wollte die eheliche Gemeinschaft aufgeben 

und hatte sich auch bereits eine neue Wohnung gesucht und bezogen. Dass er 

sich der Beschuldigten auch unmittelbar vor ihrer Tat noch sexuell aufdrängte, 

erscheint daher eher unglaubhaft, ist mit der Staatsanwaltschaft (Urk. 219 S. 5) 

- 24 - 

indessen auch nicht ausgeschlossen. Die in der Tat häufigen Streitereien wurden 

sodann offenbar beidseitig impulsiv und heftig geführt (vgl. das Nachstehende 

zum Tatvorwurf der Tätlichkeiten). Gleichwohl ist in aller Deutlichkeit festzuhalten, 

dass sich aus den bei den Akten liegenden Videoaufnahmen der Familie aus den 

Wochen/Monaten vor dem Tatzeitpunkt ergibt (HD Urk. 25/1-2), dass die Familie 

bzw. die Beschuldigte und der Privatkläger durchaus auch sehr harmonisch 

beisammen sein konnten und sich das von der Beschuldigten gezeichnete Bild 

eines eigentlichen Ehemartyriums jedenfalls zumindest für diesen Zeitraum kurz 

vor der Tat nicht in der geschilderten Intensität bestätigt. Sollten sich kurz vor der 

Tat der Beschuldigten aber gleichwohl tatsächlich Übergriffe des Privatklägers auf 

diese ereignet haben, sind diese jedenfalls mit der Anklagebehörde (Urk. 127 

S. 3; Urk. 219 S. 8; aber auch mit der Vorinstanz, Urk. 126 S. 123) als nicht 

kausal für den Tatentschluss der Beschuldigten zur Tötung des Privatklägers zu 

werten. Der Privatkläger wollte die Beschuldigte verlassen und hatte sich auch 

schon eine neue Unterkunft eingerichtet. Im Übrigen wäre die Beschuldigte, selbst 

wenn der Privatkläger – wie es die Verteidigung geltend macht (Urk. 220 S. 25) – 

im Tatzeitpunkt teilweise auch noch in der Wohnung in M._____ verkehrt sein 

sollte, keineswegs verpflichtet gewesen, ihm weiterhin Einlass in die Wohnung zu 

gewähren, zumal er unbestrittenermassen bereits eine andere eigene Wohnung 

angemietet hatte und entsprechend nicht mehr auf die Wohnung der Familie 

angewiesen war, weshalb die Beschuldigte die restlichen in der Wohnung 

verbliebenen Effekten des Privatklägers auch vor der Haustüre zur Abholung 

hätte deponieren können. Die Beschuldigte hätte sich demnach ihrer nicht 

einleuchtenden Darstellung zufolge ausgerechnet dann durch einen 

Tötungsversuch den Übergriffen des Beschuldigten zu entledigen versucht, als 

die von ihr geltend gemachte und seit Jahren bestehende Drucksituation doch 

gerade in der Auflösung begriffen war. Mit anderen Worten wäre das seitens der 

Beschuldigten behauptete eheliche Martyrium – so es denn überhaupt existiert 

hätte – im Tatzeitpunkt somit auch ohne die Beseitigung des Privatklägers bereits 

beendet gewesen. 

- 25 - 

1.9.  Zusammenfassend ergibt sich daher das gleiche Beweisresultat, wie es be-

reits die Vorinstanz festgestellt hat, weshalb in allen Teilen auf die entsprechen-

den Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist (Urk. 126 S. 120 ff.). 

2. Rechtliche Würdigung betreffend Anklagedossier 2 

2.1.  Im Hauptverfahren beantragte die Anklagebehörde einen Schuldspruch der 

Beschuldigten wegen versuchten Mordes, eventualiter wegen versuchter vorsätz-

licher Tötung (Urk. 126 S. 3). Die Vorinstanz sprach gemäss dem Eventualantrag 

der Anklagebehörde der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig (Urk. 126 

S. 222). Im Berufungsverfahren beantragt die appellierende Anklagebehörde nun 

in Abweichung ihres früheren Eventualantrags einen Schuldspruch wegen ver-

suchten Mordes (Urk. 127; Urk. 219). Die Verteidigung beantragte im Haupt-

verfahren – wie bereits vorstehend erwogen – erst einen Schuldspruch wegen 

versuchten Totschlags (Urk. 105 S. 1), um dann an der Hauptverhandlung nach 

Rücksprache mit der Beschuldigten auf einen Antrag auf Freispruch zu wechseln 

(Prot. I S. 20). Im Berufungsverfahren wird nun im Hauptantrag auch von Seiten 

der Verteidigung ein Freispruch vom Vorwurf der versuchten Tötung bzw. 

versuchten Mord beantragt (Urk. 220 S. 1).  

2.2. Die Vorinstanz hat völlig überzeugend und in Übereinstimmung mit den 

aktuellen, zitierten Anträgen der Parteien festgestellt, dass die Beschuldigte 

wissentlich und willentlich versucht hat, den Privatkläger zu töten (Urk. 126 S. 125 

und S. 128 f.). In der Folge hat sie zu den Tatbeständen des Totschlags (Art. 113 

StGB) und des Mordes (Art. 112 StGB) sowie zum Versuch (Art. 22 StGB) die 

notwendigen theoretischen Erwägungen angestellt (Urk. 126 S. 125 bis 129), 

worauf verwiesen wird. 

2.3. Zur Würdigung hat die Vorinstanz anschliessend erwogen, die seitens der 

Verteidigung (eventualiter) geltend gemachten privilegierenden Tatumstände des 

Totschlags seien aus den folgenden Gründen zu verneinen:  

Eine heftige Gemütsbewegung im Sinne von Art. 113 StGB habe nicht 

vorgelegen. In Anbetracht des konkreten Vorgehens der Beschuldigten, 

- 26 - 

insbesondere betreffend die Beschaffung der Medikamente, die Betäubung des 

Privatklägers am Vorabend und die Behändigung des Tatwerkzeugs könne von 

einem Affekt bzw. von einem unmittelbar vorausgehend gefassten Tatentschluss 

keine Rede sein. Die Beschuldigte habe ferner wohl eine konfliktreiche – und für 

sie teilweise auch leidvolle – Beziehung zum Privatkläger geführt. Aufgrund der 

weiteren im Zeitpunkt der Tat aktuellen Umstände, gemäss welchen der 

Privatkläger eine neue Frau kennengelernt, aus der ehelichen Wohnung 

ausziehen und die Nebenbuhlerin baldmöglichst habe heiraten wollen, habe die 

Beschuldigte auch zweifellos eine gewisse seelische Belastung empfunden. 

Entgegen der Verteidigung sei jedoch nicht von einer grossen seelischen 

Belastung im Sinne von Art. 113 StGB auszugehen. Aus Sicht der Beschuldigten 

hätten andere Auswege bestanden, ihr Leiden zu beenden, zumal der 

Privatkläger doch ohnehin gerade daran war, sie zu verlassen und aus der 

ehelichen Wohnung auszuziehen. Selbst wenn man eine grosse seelische 

Belastung bejahen würde, würde es an der Entschuldbarkeit fehlen. Es sei 

nämlich nicht davon auszugehen, dass ein vernünftiger Mensch aus den gleichen 

sozialen Verhältnissen wie die Täterin unter den gleichen Bedingungen leicht in 

einen solchen Gemütszustand versetzt worden und zur Tat geschritten wäre. So 

sei doch der Auszug des den Leidensdruck verursachenden Partners absehbar 

gewesen. Insgesamt sei die Tat der Beschuldigten folglich nicht als Totschlag im 

Sinne von Art. 113 StGB zu qualifizieren (Urk. 126 S. 126 f.). 

2.4.  Zur Frage der Mordqualifikation im Sinne des (früheren Alternativ- und 

heutigen ausschliesslichen) Antrags der Anklagebehörde hat die Vorinstanz er-

wogen, die Tatausübung durch die Beschuldigte, insbesondere in Anbetracht der 

vorangegangenen Betäubung des Privatklägers mit einem Medikamentencocktail, 

sei als heimtückisch und perfide zu qualifizieren. Der Zweck der Tat sei von relativ 

niederen Beweggründen mitgetragen worden, habe die Beschuldigte den Privat-

kläger doch aus Eifersucht und zur Sicherung des familiären Vermögens zu töten 

versucht. Die gegen den Privatkläger erhobenen Vorwürfe, gemäss welchen es 

wiederholt zu Vergewaltigungen, zu sexuellen Nötigungen und zu Tätlichkeiten 

gegenüber der Beschuldigten gekommen sein soll, hätten sich im gegen ihn ge-

führten Verfahren nicht erhärten lassen und er sei in Anwendung des 

- 27 - 

Grundsatzes "in dubio pro reo" freigesprochen worden. In Anbetracht der 

diesbezüglich getätigten Aussagen aller Beteiligten sei jedoch nicht gänzlich 

ausgeschlossen worden, dass die Beschuldigte im Vorfeld der Tat Opfer von 

durch den Privatkläger verübter (sexueller) Gewalt geworden sei. Zwar sei nicht 

wirklich glaubhaft, dass die Beschuldigte vorwiegend zur Tat schritt, um durch 

Handlungen des Privatklägers verursachte Leiden zu beenden, zumal der 

Privatkläger sie ja ohnehin gerade verlassen wollte. Dennoch habe aber die 

Tatmotivation der Beschuldigten teilweise auch durch von ihr erlittene Übergriffe 

des Privatklägers beeinflusst worden sein können, weshalb die Tat der 

Beschuldigten nicht als besonders skrupellos im Sinne von Art. 112 StGB 

qualifiziert werden könne (Urk. 126 S. 127 f.). 

2.5.  Die appellierende Anklagebehörde kritisiert dies im Berufungsverfahren 

dahingehend, die Vorinstanz habe eingehend dargelegt, dass den Behauptungen 

der Beschuldigten hinsichtlich angeblich erlebter sexueller Gewalt nicht zu folgen 

sei. Da der Privatkläger die Beschuldigte habe verlassen und seiner Geliebten 

auch das Vermögen habe geben wollen, sei die Tat der Beschuldigten die letzte 

Gelegenheit gewesen, einerseits den Privatkläger zu hindern, die Beschuldigte zu 

verlassen, und andererseits das Familienvermögen zu erhalten. Dieses Motiv des 

Vermögenserhalts sei besonders verwerflich und lasse sich nicht mit negativen 

Gefühlen der Beschuldigten, auch nicht mit allenfalls doch erlittenen Übergriffen 

im Eheleben, verrechnen. Die Beseitigung des Privatklägers zum 

Vermögenserhalt sei besonders skrupellos und die Vorgehensweise besonders 

hinterlistig, grausam, verwerflich und perfid gewesen. Ein allenfalls übergriffiges 

Verhalten des Privatklägers hätte auch in keinem Zusammenhang zur perfiden 

und hinterlistigen Vorgehensweise der Beschuldigten gestanden. Wohl sei die 

Ehe der Parteien konfliktbeladen, die Beschuldigte jedoch nicht ausschliesslich 

Opfer gewesen. Zudem würden negative Gefühle nicht mit dem besonders 

verwerflichen Tötungsmotiv verrechnen. Insgesamt sei das Verhalten der 

Beschuldigten besonders verwerflich gewesen, was zur rechtlichen Qualifikation 

des versuchten Mordes führe (Urk. 127 S. 3 f.; Urk. 219 S. 6 ff.).  

- 28 - 

2.6. Eine vorsätzliche Tötung ist als Mord zu qualifizieren, wenn der Täter be-
sonders skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der 

Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Mord 

zeichnet sich nach der Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse 

Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Es 

geht um die besonders verwerfliche Auslöschung eines Menschenlebens. Für die 

Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung auf 

äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese müssen 

nicht alle erfüllt sein, um Mord anzunehmen. Entscheidend ist eine 

Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände der Tat. Eine besondere 

Skrupellosigkeit kann beispielsweise entfallen, wenn das Tatmotiv einfühlbar und 

nicht krass egoistisch war, so etwa wenn die Tat durch eine schwere 

Konfliktsituation ausgelöst wurde (Urteil des Bundesgerichts 6B_136/2014 vom 

21. Juli 2014 E. 1.3.1.; BGE 144 IV 345 E. 2.1.1. mit Verweis auf die weitere 

Praxis). Die Annahme besonders skrupellosen Handelns wird durch eine 

Verminderung der Schuldfähigkeit des Täters nicht ausgeschlossen (BSK-StGB 

SCHWARZENEGGER, Art. 112 N 28, mit Verweisen auf die Praxis).  

2.7.  Gemäss vorstehendem Beweisergebnis hat die Beschuldigte den 

Privatkläger am Abend des 5. April 2018 unter einem Vorwand eigentlich in die 

Familienwohnung gelockt und ihm ein von ihr vorher präpariertes toxisches 

Getränk vorgesetzt. Die Art der kurz vorher erfolgten Beschaffung der 

verwendeten Medikamente lässt keinen anderen Schluss zu, als dass die Tat 

mindestens über mehrere Tage geplant und somit keine spontane Aktion war. 

Unbesehen, ob die Beschuldigte den Privatkläger bereits mit der Verabreichung 

des vergifteten Getränks töten wollte, griff sie diesen jedenfalls am nächsten 

Morgen noch im sedierten Zustand an und wollte ihn mit einem Kabel bis zum 

Tod strangulieren, woran sie einzig durch die eingreifenden und sie aufhaltenden 

Töchter gehindert wurde. Indem sie den Privatkläger geplant mittels einer List und 

der Verwendung eines extra zu diesem Zweck erhältlich gemachten 

Medikamentencocktails in den Zustand der Wehrlosigkeit versetzte, um den 

Wehrlosen anschliessend mit einem Kabel zu erwürgen, hat sie  mit der 

- 29 - 

Anklagebehörde hinterlistig, perfide und grausam gehandelt. Die Tatausführung 

war somit im Sinne von Art. 112 StGB besonders verwerflich.  

In ihrer Berufungsbegründung hält die appellierende Anklagebehörde dafür, der 

Beweggrund der Beschuldigten und der Zweck ihrer Tat seien eigentlich einzig 

die Erhaltung des Familienvermögens gewesen; der Privatkläger habe durch 

seine Beseitigung daran gehindert werden sollen, seiner ausserehelichen 

Geliebten das gemeinsam geäufnete Familienvermögen zu schenken (Urk. 127 

S. 3 f.). Diese Darstellung greift in ihrer Absolutheit wohl zu kurz: Wohl hatte der 

Privatkläger der Beschuldigten Schenkungen an seine Geliebte in Aussicht 

gestellt und versuchte die Beschuldigte dies zu verhindern. Allerdings gründete 

die Tat der Beschuldigten und somit ihr Motiv sicherlich auch in ihrem verletzten 

Stolz ob der Tatsache, dass der Privatkläger sie nach einem langjährigen, von ihr 

als schwierig erlebten Eheleben kurzerhand für eine Konkurrentin verlassen 

wollte. Schliesslich suchte die Beschuldigte mit ihrer Tat auch gerade dies zu 

verhindern. In der Anklageschrift hat die Anklagebehörde dies auch so dargestellt 

(Urk. 32 S. 5 f.). Das Tatmotiv (der Beweggrund) der Beschuldigten bestand somit 

wohl aus mehreren Komponenten (vgl. dazu auch die korrekten Erwägungen der 

Vorinstanz: Urk. 126 S. 179 f.). Die Beseitigung des Privatklägers zur Erhaltung 

des Familienvermögens erscheint dabei hab- und raffgierig und mithin tatsächlich 

besonders verwerflich (zur Qualifikation der Tötung eines Menschen aus 

finanziellen Beweggründen vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.3.1.; vgl. weiter BSK StGB 

SCHWARZENEGGER, Art. 112 N 10, je mit Verweisen auf die Praxis). Dies gilt 

gemäss Praxis auch für die Absicht, einen sich abwendenden Lebenspartner 

einer Nebenbuhlerin schlicht vorzuenthalten (Urteil 6B_540/2017 vom 

16. Oktober 2017, E. 2.4. mit Verweis auf Urteil 6S.357/2004 vom 

20. Oktober 2004, E. 2.2). Verletzter Stolz aufgrund des Verlassen-Werdens nach 

langer gemeinsamer, schwieriger Ehezeit würde diese Voraussetzung für sich 

hingegen (noch) nicht erfüllen.  

Zum Letztgenannten, der Darstellung des gemeinsamen Ehelebens der Parteien, 

befindet sich die Anklagebehörde aufgrund ihrer Anklageerhebung gegen beide 

Ehepartner gezwungenermassen in einem gewissen Widerspruch: So macht sie 

- 30 - 

einerseits im Verfahren gegen die Beschuldigte geltend, diese habe nicht eigent-

lich unter gravierenden Übergriffen des Privatklägers gelitten, weshalb ihre Tat 

nicht als immerhin einfühlbarer Versuch der Beendigung eines Martyriums zu wer-

ten sei. Andererseits hält die Anklagebehörde auch im Berufungsverfahren gegen 

den Privatkläger als Beschuldigten dafür, der Privatkläger habe die Beschuldigte 

nur kurze Zeit vor ihrer Tat mehrfach vergewaltigt respektive sexuell genötigt und 

Tätlichkeiten gegen sie verübt.  

Die Vorinstanz ging – wie bereits erwogen – zugunsten der Beschuldigten davon 

aus, "dass nicht vollends ausgeschlossen werden kann, dass die Beschuldigte 

auch im Vorfeld der Tat noch unter Übergriffen des Privatklägers zu leiden hatte" 

(Urk. 126 S. 124). Diese pauschale Vermutung genügt nun – entgegen der Vor-

instanz und sinngemäss mit der appellierenden Anklagebehörde – nicht, um bei 

einer Gesamtwürdigung der Umstände (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

6B_685/2017 vom 20. September 2017, E. 2.1.) von einer Mordqualifikation abzu-

sehen: Gemäss Beweisresultat ist wohl anzunehmen, dass der Privatkläger die 

Beschuldigte vor diversen Jahren geschlagen hat. Von tatbeständlich-relevanten 

sowohl gewalttätigen wie sexuellen Übergriffen wird der Privatkläger als Be-

schuldigter jedoch freigesprochen (vgl. Parallelverfahren SB210009). Vielmehr 

wird die Beschuldigte wegen Tätlichkeiten schuldig gesprochen (vgl. hinten 

E. II.3.2), was belegt, dass sie zumindest im tatzeitnahen Eheverlauf nicht einfach 

nur physisches Opfer (sondern auch Täterin) war und sich evidentermassen auch 

zur Wehr zu setzen wusste. 

Daran ändert auch der Umstand nichts Entscheidendes, dass – gemäss Vor-

instanz  – "die äusserst konfliktbehaftete Beziehung zum Privatkläger bei der 

Beschuldigten über die Jahre hinweg einen hohen Leidensdruck verursacht hat" 

(Urk. 126 S. 124). Im Tatzeitpunkt standen die konkret aufgezeigten, besonders 

verwerflichen Tatmotive der Beschuldigten im Vordergrund und überwiegten ein 

allenfalls zusätzlich vorhandenes, diffuses Leiden unter einer konfliktbeladenen 

und nun zerbrechenden Ehe.  

Somit war nicht nur die Art der Tatausführung besonders verwerflich, sondern wa-

ren es auch mehrere Komponenten des Tatmotivs. Dies führt konsequenterweise 

- 31 - 

mit der appellierenden Anklagebehörde zur Qualifikation des der Beschuldigten 

vorgeworfenen, erstellten Tatverhaltens als versuchten Mord gemäss Art. 112 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. In diesem Sinne ist die Beschuldigte schuldig zu 

sprechen. 

3. Anklagedossier 2 

3.1.  Die Vorinstanz hat die Beschuldigte vom Vorwurf der Tätlichkeiten gemäss 

Anklageziffer D2 freigesprochen (Urk. 126 S. 223). Der Privatkläger ficht dies im 

Berufungsverfahren nicht an (Urk. 129). Die Anklagebehörde hingegen ficht den 

Freispruch an mit der Begründung, der Privatkläger habe zwar die fraglichen 

Tätlichkeiten unterschiedlich geschildert, es bestehe jedoch kein Zweifel, dass die 

Beschuldigte sich wie ihr vorgeworfen verhalten habe (Urk. 127 S. 4; Urk. 219 

S. 9 f.). Die Beschuldigte selber beantragt einen Freispruch, ohne sich materiell 

zu diesem Punkt zu äussern (Urk. 220 S. 1).  

3.2.  Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beschuldigten und des Privatklägers 

zitiert und dann geschlossen, der Anklagesachverhalt sei nicht rechtsgenügend 

erstellt (Urk. 126 S. 130 f. mit Verweisen). Diese Beweiswürdigung erweist sich 

mit der Anklagebehörde als allzu milde für die Beschuldigte: Wohl hat der 

Privatkläger nicht über sämtliche Einvernahmen komplett kongruente 

Schilderungen zum inkriminierten tätlichen Angriff der Beschuldigten gemacht. Er 

hat jedoch immerhin konstant geschildert, dass die Beschuldigte ihn mit einem 

Gegenstand, diesen ab der zweiten Einvernahme als Fernbedienung 

konkretisiert, mehrfach gegen den Kopf zu schlagen versucht und dabei einmal 

am Kopf schmerzhaft getroffen habe. Welchen – geringen – Stellenwert sämtliche 

Prozessparteien dem diesem Anklagepunkt zugrundeliegenden Sachverhalt 

beigemessen haben, geht im Übrigen auch daraus hervor, dass der Privatkläger 

an der Hauptverhandlung im Verfahren gegen die Beschuldigte zu diesem 

tätlichen Übergriff gar nicht befragt worden ist (Urk. 97). Die Bestreitung der 

Beschuldigten bestand hingegen auf entsprechenden Vorhalt aus einer 

ausholenden Tirade von Gegen-Vorwürfen, wonach der Privatkläger sie bedroht 

sowie sexuell und tätlich angegriffen habe, um anschliessend bei der Polizei eine 

Falschanzeige zu deponieren (Urk. 96 S. 16 f.).  

- 32 - 

Auch ohne ärztliches Attest, welches eine Kopfverletzung belegen würde, ist 

aufgrund der diesbezüglich ausreichend stimmigen Darstellungen des Privat-

klägers erstellt, dass die Beschuldigte ihm Ende Januar 2018 am gemeinsamen 

Wohnort zumindest einmal schmerzhaft mit einer Fernbedienung auf den Kopf 

geschlagen hat. Dadurch hat sie ohne Weiteres den Tatbestand der Tätlichkeiten 

im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB erfüllt, wofür sie schuldig zu sprechen ist. Da 

nicht von wiederholter Tatausführung auszugehen ist, liegt kein Fall im Sinne von 

Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB und somit kein Offizialdelikt vor. Der entsprechend 

notwendige Strafantrag ist vorhanden (Ordner 11 Dossier D2 Urk. 2).  

- 33 - 

4. Anklagedossier 3 

4.1.  Die Vorinstanz hat die Beschuldigte des mehrfachen Betrugs schuldig ge-

sprochen. Die Beschuldigte beantragt diesbezüglich – entgegen ihren Anträgen 

im vorinstanzlichen Verfahren (Urk. 105 S. 1 ff.; Prot. I S. 20) – einen Freispruch 

(Urk. 220 S. 1). 

4.2.  Der Beschuldigten wird betreffend das Jahr 2011 vorgeworfen, am 

29. April 2011 gemeinsam mit B._____ gegenüber dem Sozialamt deklariert zu 

haben, sie würden gemeinsam bloss über CHF 310.25 Bankguthaben verfügen. 

Tatsächlich hätten sie aber über ein Guthaben von CHF 449.55 verfügt. Zudem 

habe die Beschuldigte im Juni und Juli 2011 ein Erwerbseinkommen in Höhe von 

CHF 5'542.– erzielt. Weiter sei B._____ ab 2011 Besitzer (gemeint wohl 

Eigentümer) eines Gebäudes mit Garage in K._____ (Kosovo) im Wert von ca. 

Euro 46'357.– gewesen (Urk. 32). 

Der für den Vermögensstand relevante Zeitpunkt ist jener der Deklaration, zumal 

diese die eigentliche der Beschuldigten vorgeworfene Tathandlung darstellt. Unter 

Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann nicht erstellt wer-

den, dass der Wert der bereits im Jahr 2011 gehaltenen Liegenschaften einen 

den Freibetrag von CHF 10'000.– übersteigenden Wert aufgewiesen haben, 

zumal nicht klar ist, ob die Parzellen damals bereits bebaut waren (Urk. 126 

S. 138 sowie Urk. 75 S. 86 f. im Parallelverfahren SB210009). Die Vorinstanz hat 

ebenfalls bereits zutreffend erwogen, dass auch hinsichtlich der Bankguthaben 

auf den Zeitpunkt der Deklaration, mithin den 29. April 2011, abzustellen ist, 

wobei das zu diesem Zeitpunkt vorhandene Guthaben von CHF 8.25 

vernachlässigbar erscheint. Es kann hierzu ebenfalls auf die ausführlichen und 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 126 S. 136 f.). 

Vor diesem Hintergrund bleibt einzig das von der Beschuldigten erzielte 

Einkommen rechtlich einzuordnen. Das Erwerbseinkommen bei der N._____ AG 

hat die Beschuldigte erst in den Monaten Juni und Juli 2011 erwirtschaftet und es 

wurde ihr entsprechend auch nicht früher ausbezahlt. Für die Deklaration am 

29. April 2011 ist dieses Erwerbseinkommen entsprechend nicht von Relevanz. 

- 34 - 

Die Vorinstanz stützt sich sodann darauf, dass die Beschuldigte bereits seit dem 

1. Juni 2010 regelmässig durch die  Arbeitslosenversicherung unterstützt worden 

sei, unter anderem auch am 18. April 2011, mithin kurz vor der fraglichen 

Deklaration am 29. April 2011 (Urk. 126 S. 136). Mit dieser Argumentation 

verkennt die Vorinstanz indessen, dass der Beschuldigten eine Nichtdeklaration 

von Ersatzeinkommen aus der Arbeitslosenversicherung in der Anklageschrift gar 

nicht vorgeworfen wird. Da die Anklageschrift den Sachverhalt aber 

abschliessend umschreibt (Art. 350 Abs. 1 StPO), kann dies der Beschuldigten 

nun nicht anstelle der Nichtdeklaration von Erwerbseinkommen zum Vorwurf 

gemacht werden. Hinsichtlich der Deklaration im Jahr 2011 lässt sich daher nicht 

erstellen, dass die Beschuldigte im relevanten Tatzeitpunkt ein in der 

Anklageschrift erwähntes zu deklarierendes Einkommen erzielt hat oder sie 

daneben über ein den Freibetrag übersteigendes Vermögen verfügt hat. 

Die Beschuldigte ist daher betreffend die Deklaration im Jahr 2011 vom Vorwurf 

des Betruges im Sinne von Art. 146 StGB freizusprechen. 

4.3 Zum Jahr 2016 behauptet die Anklagebehörde, entgegen der Vorinstanz sei 

nicht davon auszugehen, dass die Beschuldigte erst Ende 2016 vom Erwerb der 

massgeblichen Liegenschaft gewusst habe. Sämtliche Familienmitglieder hätten 

"zeitnah" vom jeweiligen Erwerb von Grundstücken erfahren. Zur Begründung 

verweist die Anklagebehörde insbesondere auf die Aussagen des gemeinsamen 

Sohnes der Parteien, J._____ und macht hierzu geltend, es sei lebensfremd 

anzunehmen, sie habe nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt von den Liegen-

schaften gewusst, zumal die Ehe der Parteien nicht schon immer dysfunktional 

gewesen sei (Urk. 127 S. 5; Urk. 219 S. 10).  

Die Vorinstanz hat auch zu diesem Anklagepunkt eine ebenso ausführliche wie 

präzise Beweiswürdigung vorgenommen (Urk. 126 S. 135-165), insbesondere 

auch unter Berücksichtigung der Aussagen des Sohnes J._____ (Urk. 126 S. 153-

159). Ihr Schluss, für eine Kenntnis der Beschuldigten vor dem Jahr 2016 über 

den im Jahr 2014 erfolgten Erwerb der Liegenschaft in L._____ gäbe es keine 

rechtsgenügenden Beweismittel, ist zutreffend. Mangels anderer verbindlicher 

Beweismittel ist auf die eigene Aussage der Beschuldigten abzustellen. Und wenn 

- 35 - 

diese unbestimmt das Jahr 2016 genannt hat, ist konsequenterweise und 

zugunsten der Beschuldigten auf das letztmögliche Datum des Jahres 2016 

abzustellen (Urk. 126 S. 164). Die pauschale Behauptung der Anklagebehörde, 

die Grundstückkäufe seien eine gemeinsame Sache der Eheleute gewesen und 

die Ehe der Parteien sei nicht durchwegs dysfunktional gewesen, vermögen die 

detaillierte Beweiswürdigung der Vorinstanz nicht in Zweifel zu ziehen. Wie 

bereits eingangs festgehalten, hatte die Beschuldigte bereits vor dem Jahr 2016 

Kenntnis von den fraglichen Liegenschaften in K._____ (vgl. vorne E. I.3.2). 

Zutreffend und ausführlich erwog die Vorinstanz schliesslich, dass die Leistungen 

der Sozialen Dienste nicht ausgerichtet worden wären, wenn die Beschuldigte 

und der Privatkläger die beiden Grundstücke in K._____ deklariert hätten 

(Urk. 126 S. 139 f.). Auf diese zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann 

verwiesen werden. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 220 S. 58 f.) 

kann im Übrigen nicht gesagt werden, eine Realisierung der Vermögenswerte 

wäre aufgrund kurzfristiger und geringfügiger Unterstützung ohnehin als nicht 

zumutbar beurteilt worden. Gemäss den einschlägigen Richtlinien kann die 

kurzfristige Unterstützung bloss gegen die Zumutbarkeit der sofortigen 

Realisierung sprechen (vgl. Zürcher Sozialhilfehandbuch, Ziff. 9.3.01 Ziff. 2). Da 

die Beschuldigte vorliegend keineswegs auf die Grundstücke im Kosovo 

angewiesen war, erscheint es jedenfalls nicht als von vornherein klar, dass die 

Realisierung bei korrekter Deklaration als unzumutbar eingeschätzt worden wäre. 

Im Übrigen ist auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen. 

Anzufügen bleibt lediglich, dass es sich – entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 220 S. 58) – bei den in den Akten liegenden Auskünfte über den Wert der 

Liegenschaften (D3 Urk. 2/2/10-17 insbesondere D3 Urk. 2/2/12), welche von 

der Vorinstanz in die Beweiswürdigung miteinbezogen wurden, nicht etwa um 

(Wert-)Gutachten im Sinne von Art. 184 StPO handelt, bei welchem die ent-

sprechenden Formvorschriften einzuhalten gewesen wären. Vielmehr stellen sie 

schlicht Urkunden dar, welche – wie auch die Fotografien der fraglichen Liegen-

schaften – einer freien Beweiswürdigung zugänglich sind. Die Vorinstanz hat 

diese daher in zutreffender Weise in ihre Beweiswürdigung miteinbezogen, 

welcher – wie ausgeführt – zu folgen ist. 

- 36 - 

4.4.  Insgesamt ist der Schuldspruch wegen mehrfachen Betrugs betreffend die 

Deklaration im Jahr 2016 im Umfang des angefochtenen Urteils zu bestätigen. 

Hinsichtlich der Deklaration im Jahr 2011 ist die Beschuldigte vom Vorwurf des 

Betruges freizusprechen. 

5. Anklagedossier 4 

5.1.  Die Vorinstanz hat die Beschuldigte schliesslich vom Vorwurf des 

mehrfachen Pfändungsbetrugs gemäss Anklagepunkt D4 freigesprochen 

(Urk. 126 S. 223). Die Verteidigung der Beschuldigten hatte sich vor Vorinstanz 

einer Verurteilung nicht widersetzt (Urk. 105 S. 1 ff.). Im Berufungsverfahren hält 

die appellierende Anklagebehörde dafür, die Eheleute A._____B._____ hätten als 

gemeinsames Projekt im Ausland Grundeigentum erworben, wobei aus 

soziokulturellen Gründen alleine der Privatkläger nach aussen aufgetreten sei. 

Der Umstand, dass der Grad der Finanzierung und die Details der Transaktionen 

im Vorverfahren strittig geblieben seien, ändere nichts daran, dass bei 

Vermögenswerten, welche möglicherweise mit  gemeinsamen Mitteln erworben 

worden seien, gemäss Art. 200 Abs. 2 ZGB Miteigentum vermutet werde. Das 

eheliche Vermögen sei im Pfändungsvollzug daher zu deklarieren gewesen, was 

die Beschuldigte pflichtwidrig unterlassen habe (Urk. 127 S. 5; Urk. 219 S. 11 f.; 

vgl. Urk. 32 S. 7-9).  

5.2.  Die Vorinstanz hat diesbezüglich ausführlich erwogen, das fragliche Grund-

eigentum im Ausland sei entgegen der Anklagebehörde nicht eheliches 

Vermögen, sondern aktenkundig Vermögen des Privatklägers gewesen (Urk. 126 

S. 171 f.; vgl. Dossier 3 Ordner 12 Urk. 2/2/9 ff.). Die Anklagebehörde relativiert 

ihre gegenteilige – und nicht belegte – Behauptung selber, wenn sie in ihrer 

Berufungserklärung angibt, das Grundeigentum sei "möglicherweise" mit 

gemeinsamen Mitteln erworben worden und im Miteigentum gestanden (Urk. 127 

S. 5; Urk. 219 S. 11). Selbst im massgeblichen Anklagesachverhalt wird 

inkonsequent zuerst – eindeutig und ausschliesslich – der Privatkläger als 

"Besitzer" (recte: Eigentümer) der Liegenschaften genannt und werden diese 

anschliessend als "ehelichen Besitz" (recte: wohl eheliches Gesamteigentum) 

bezeichnet (Urk. 32 S. 9). Auch der Verweis der Anklagebehörde auf die 

- 37 - 

gesetzliche Vermutung von Art. 200 Abs. 2 ZGB vermag hinsichtlich der 

Erstellung des Anklagesachverhalts nichts Entscheidendes beizutragen. So 

besagt Art. 200 Abs. 2 ZGB zwar, dass bei Ehegatten Miteigentum vermutet 

werde, wenn kein Beweis erbracht werden könne, dass ein Vermögenswert dem 

einen oder dem anderen Ehegatten gehöre. Es handelt sich dabei indessen um 

eine gesetzliche (Rechts-)Vermutung, deren Vermutungsbasis auch widerlegt 

werden kann (BSK-HAUSHERR/AEBI-MÜLLER, N 16 ff. zu Art. 200 ZGB). Im 

Strafrecht gelten zudem andere Prozessmaximen als im Zivilrecht, weshalb es 

nicht möglich ist, diese zivilrechtliche Vermutung unbesehen ins Strafrecht zu 

übertragen. Für einen Schuldspruch sind die Tatbestandsvoraussetzungen 

vielmehr strikt zu beweisen. Im Übrigen wäre aber bereits prinzipiell fraglich, ob 

die Miteigentumsvermutung nach Schweizer Recht betreffend die 

Vermögenswerte im Kosovo zur Anwendung gelangen könnte. Weiter hat die 

Vorinstanz schliesslich überzeugend erwogen, dass Dritteigentum und 

Anwartschaften gegenüber den Zwangsvollstreckungsbehörden nicht zu 

deklarieren sind. 

5.3. Die Beschuldigte hat demnach bereits den objektiven Tatbestand von 

Art. 163 Ziff. 1 StGB nicht erfüllt. Der angefochtene Freispruch ist daher zu bestä-

tigen.  

VII. Sanktion / Massnahmen / Landesverweisung 

1. Sanktion für versuchten Mord 

1.1.  Mord im Sinne von Art. 112 StGB wird bestraft mit lebenslänglicher Frei-

heitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren. Die Beschuldigte hat sich 

des Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht, weshalb das 

Gericht die Strafe mildern kann. Mildert das Gericht die Strafe, ist es weder an die 

angedrohte Mindeststrafe noch die angedrohte Strafart gebunden (Art. 48a 

StGB); grundsätzlich erfolgt allerdings eine Strafminderung innerhalb des or-

dentlichen Strafrahmens; dieser ist nur in Ausnahmefällen zu verlassen (BGE 136 

IV 63). Die versuchte Tötung kann, angesichts des bloss fakultativen Strafmilde-

- 38 - 

rungsgrunds von Art. 22 Abs. 1 StGB, gleich hart bestraft werden wie die vollen-

dete Tat (BGE 137 IV 113 E.1.4.2.). Somit resultiert vorliegend zwar ein theoreti-

scher Strafrahmen von Busse bis lebenslängliche Freiheitsstrafe. Da der fakultati-

ve Strafmilderungsgrund nachstehend auch tatsächlich strafmindernd zu berück-

sichtigen ist, jedoch diesbezüglich kein spezieller Ausnahmefall vorliegt, ist die 

Strafe allerdings in concreto zwischen 10 und 20 Jahren Freiheitsstrafe festzuset-

zen (Art. 40 Abs. 2 StGB). Ein weiterer Strafmilderungsgrund, namentlich eine 

tatzeitaktuelle Verminderung der Schuldfähigkeit der Beschuldigten (Art. 19 

Abs. 2 StGB), liegt nicht vor (vgl. D1 Urk. 7/1 S. 68). 

Der Umfang der Reduktion der Strafe aufgrund des Umstandes, dass lediglich 

ein Versuch vorliegt, hängt unter anderem von den tatsächlichen Folgen der Tat 

und der Nähe des tatbestandsmässigen Erfolgs ab (Urteil 6B_912/2018 vom 

19. September 2019 E. 3.4, vgl. zum alten Recht BGE 127 IV 101 E. 2b S. 103; 

121 IV 49 E. 1b S. 54; bestätigt in den Urteilen 6B_587/2015 vom 6. April 2016 

E. 1.3.3 und 6B_281/2014 vom 11. November 2014 E. 3.6). 

1.2.  Die appellierende Anklagebehörde beantragt im Berufungs- wie bereits im 

Hauptverfahren für die Beschuldigte eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren (Urk. 126 

S. 3; Urk. 127 S. 8; Urk. 219 S. 2).  

1.3.  Zur Strafzumessung plädierte die Anklagebehörde an der 

Hauptverhandlung, die Beschuldigte habe den Privatkläger in seinem vertrauten 

Umfeld hinterlistig beseitigen wollen, weil er finanziell gefährlich und abtrünnig 

geworden sei. Er sei wenige Sekunden vor dem Eintritt des Todes gestanden. Die 

Tat zeuge von überaus grosser krimineller Energie und müsse von relativ langer 

Hand geplant gewesen sein (Urk. 104 S. 19 f.). An der Berufungsverhandlung 

betonte die Anklagebehörde, dass die ihrer Ansicht nach andere rechtliche 

Qualifikation – welcher wie aufgezeigt zu folgen ist – auch zu einer von der 

vorinstanzlichen Strafzumessung abweichenden Beurteilung führen müsse. Im 

Übrigen sei die vorinstanzliche Strafzumessung auch dann zu milde ausgefallen, 

wenn man von einer versuchten Tötung ausginge. Insbesondere räume die 

Vorinstanz dem Umstand, dass der Privatkläger nicht lange an den Folgen der 

Tat gelitten habe, eine zu grosse Bedeutung ein. Es sei demgegenüber stärker zu 

- 39 - 

gewichten, dass der Privatkläger dem Tod extrem nahe gewesen sei. Die 

festgestellten und unter anderem auch fotografisch festgehaltenen 

Stauungsblutungen würden eindrücklich zeigen, dass der Tod ohne Intervention 

innert nur kurzer Zeit eingetreten wäre und zudem ein reflektorischer Herztod 

jederzeit zu befürchten gewesen sei. Diese Nähe des Erfolgseintritts rechtfertige 

nur eine geringfügige Herabsetzung der Strafe, auch wenn die letztlich 

verursachten Verletzungen objektiv nicht schwer wiegen würden (Urk. 219 S. 12).  

Wie bereits vorstehend erwogen, hat die Beschuldigte den Privatkläger unter 

einem Vorwand in eine ihm vertraute, vermeintlich sichere Umgebung gelockt und 

mit einem vergifteten Getränk in den Zustand der Wehrlosigkeit versetzt, um ihn 

am nächsten Morgen mit einem Kabel zu erdrosseln. Dieses Tatvorgehen war 

heimtückisch, hinterhältig, brutal und niederträchtig. Diese Beurteilung gilt auch 

für mehrere der Beweggründe der Beschuldigten: Sie wollte den Privatkläger 

beseitigen, damit dieser die Familie nicht durch Schenkungen an seine neue 

Geliebte finanziell schädige, und sie wollte verhindern, dass der Beschuldigte sich 

von ihr abwendet und mit einer neuen Partnerin eine Liebesbeziehung eingehen 

kann. Allerdings hat bereits die Anklagebehörde richtig bemerkt, dass eine solche 

Qualifikation der Tatausführung wie des Tatmotivs bereits in der Skrupellosigkeit 

des Mord-Tatbestandes aufgeht (Urk. 104 S. 19 f.). 

Der Anklagebehörde ist aber auch beizupflichten, dass die gesamte Tatausfüh-

rung der Beschuldigten, die sich über einen längeren Zeitraum hinzog, von gros-

ser Kaltblütigkeit und hoher krimineller Energie zeugt. Die Beschuldigte wollte den 

Privatkläger ferner nicht mit einem spontanen Tatentschluss beseitigen. Sie be-

schaffte sich bereits Tage zuvor die anschliessend eingesetzten Sedativa und 

lockte den Privatkläger mehrere Stunden vor der Tatausführung telefonisch in die 

Falle.  

Die zerrüttete Ehesituation mag die Beschuldigte belastet haben; dieser Umstand 

entlastet ihr Tatverschulden jedoch nicht in erheblichem Umfang. Kausal für die 

Tatausführung waren die obgenannten, skrupellosen Beweggründe. Die aufgrund 

der häufigen ehelichen Streitigkeiten missliche Lage wäre für sie sowieso beendet 

- 40 - 

gewesen, da der Privatkläger bereits ausgezogen war und sich definitiv von ihr 

abwenden wollte (vgl. vorne E. II.1.8). 

Insgesamt wäre die Beschuldigte bei vollendetem Mord mit 17 Jahren Freiheits-

strafe zu bestrafen. 

Vorliegend führt die Tatsache, dass der Tod beim Privatkläger nicht eingetreten 

ist und es somit beim Versuch blieb, zu einer Strafminderung. Mit der Vorinstanz 

befand sich der Privatkläger, dessen Gesicht bereits blau angelaufen war, in 

höchster Lebensgefahr. Dies wird auch im medizinischen Gutachten des USZ 

fachärztlich bestätigt (D1 Urk. 8/9 S. 6). Wären die Kinder der Parteien nur 

geringfügig später eingeschritten, wäre der Privatkläger mit Sicherheit gestorben. 

Der Todeseintritt stand unmittelbar bevor. Das Ausbleiben des deliktischen 

Erfolgs geht somit in keiner Weise auf ein Verhalten der Beschuldigten zurück: 

Die durch Geräusche alarmierten Kinder der Parteien stürmten an den Tatort, 

unterbrachen die Strangulationshandlung und zogen die Beschuldigte vom 

Privatkläger weg. 

In Berücksichtigung, dass der objektive Tatbestand infolge Nicht-Eintretens des 

deliktischen Erfolges nicht vollständig erfüllt wurde, ist aufgrund des Verschuldens 

der Beschuldigten eine Einsatzstrafe von 14 Jahren Freiheitsstrafe festzusetzen.  

1.4.  Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-

lichen Verhältnisse der Beschuldigten ausführlich angeführt (Urk. 126 S. 188 f.). 

An der Berufungsverhandlung wurden diese Angaben im Wesentlichen bestätigt 

(Urk. 217 S. 2 ff.). Die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten wirken sich 

strafzumessungsneutral aus.  

Mit der Vorinstanz wirken sich die beiden Vorstrafen leicht straferhöhend aus 

(Urk. 131). Eine besondere Strafempfindlichkeit weist die Beschuldigte nicht auf. 

Die Beschuldigte präsentierte zwar diverse, teilweise haarsträubende Lügen-

geschichten und bestreitet bis heute eine Tötungsabsicht gegenüber dem Privat-

kläger respektive behauptet, in einer Notwehrsituation gehandelt zu haben. 

Gleichwohl sind ihre Eingeständnisse betreffend Verabreichung der Medikamente 

- 41 - 

leicht strafmindernd zu berücksichtigen. Insgesamt wird die aufgrund der Vor-

strafen vorzunehmende Strafschärfung damit wieder ausgeglichen. 

Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente strafzumessungsneutral aus, weshalb 

für den versuchten Mord eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren auszufällen ist.  

1.5. Der Anrechnung der seit Tatbegehung erstandenen Haft sowie des vorzeiti-

gen Strafvollzugs von 1454 Tagen steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).  

2. Sanktion für mehrfachen Betrug 

2.1. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte in Abgeltung des mehrfachen Betrugs mit 

einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu Fr. 10.– bestraft, teilweise als Zusatz-

strafe zu einer Vorstrafe aus dem Jahr 2012 (Urk. 126 S. 223). Die Verteidigung 

hat sich weder im Haupt- noch im Berufungsverfahren diesbezüglich zu einem 

Strafmass geäussert (Urk. 105; Urk. 132; Urk. 220). Die appellierende Anklage-

behörde beantragt die Aussprechung einer Freiheitsstrafe (Urk. 219 S. 1).  

2.2. Zur Begründung, weshalb nicht eine Geld-, sondern eine Freiheitsstrafe 

auszufällen sei, macht die Anklagebehörde einzig einen gegenüber der 

vorinstanzlichen Beurteilung höheren Deliktsbetrag geltend (Urk. 127 S. 6). 

Diesbezüglich wird der Anklagebehörde wie vorstehend erwogen nicht gefolgt. 

Die Vorinstanz hat zu Recht für den mehrfachen Betrug lediglich eine Geldstrafe 

ausgesprochen (vgl. Urk. 126 S. 184 f.).  

2.3.  Bei der objektiven Tatschwere des Sozialhilfebetruges gemäss Dossier 3 

ist zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte durch ihr betrügerisches Tun für sich 

und ihre Familie sieben Monate lang im Jahr 2016 Sozialhilfeleistungen von 

CHF 7'188.10 bezog. Dabei ist ihr anzulasten, dass sie im Jahr 2016 die beiden 

Liegenschaften in K._____ im Wert von EUR 35'568.– bzw. EUR 54'560.– nicht 

offen legte. Die Deliktsperiode und die von den Sozialen Diensten erhältlich 

gemachten Deliktsbeträge sind als klein zu bezeichnen und zeugen – für sich 

betrachtet – nicht von erheblicher krimineller Energie. Die zu Unrecht 

empfangenen Leistungen ermöglichten zwar keine kostspielige Lebensführung; 

sie werden für die Beschuldigte und ihre Familie aber doch einen merklichen 

- 42 - 

Beitrag an den Lebensunterhalt bedeutet haben. Dass die Schadenssumme für 

die Sozialen Dienste angesichts deren grossen Gesamtbudgets umgekehrt keine 

spürbaren Folgen gehabt haben wird, kommt der Beschuldigten indes nicht 

zugute. Die im Jahr 2016 verschwiegenen Vermögenswerte betrugen mehr als 

EUR 90'000.– (ohne die beiden Liegenschaften in L._____), wobei die 

Beschuldigte aus den Grundstücken bislang selbst keinen Nutzen gezogen hat, 

standen sie doch zu keiner Zeit in ihrem Eigentum, sondern in jenem des 

Privatklägers B._____. Die objektive Tatschwere wiegt aber dann erschwerend, 

wenn ein Betrug im Bereich der Sozialhilfe begangen wird, da damit ein System 

ausgenützt wird, welches gerade für die Schwächsten der Gesellschaft essentiell 

ist. Durch den Missbrauch dieses Systems wird denn auch das Vertrauen der 

Gesellschaft in diese wichtige Institution geschwächt, worunter wiederum jene zu 

leiden haben, welche tatsächlich auf diese Unterstützung angewiesen sind. 

Betreffend die subjektive Tatschwere ist zu bemerken, dass die Beschuldigte in 

Bezug auf das Verschweigen von Einkommens- und Vermögenswerten direkt-

vorsätzlich gehandelt hat, weshalb sich unter diesem Titel keine Verschuldens-

minderung ergibt. Die Beschuldigte mag einen Teil der empfangenen Leistungen 

auch im Interesse ihrer Kinder verwendet haben. Verfehlt wäre jedoch, per se von 

nicht egoistischen Motiven zu sprechen. 

Die verschuldensangemessene Strafe ist vor diesem Hintergrund auf 120 Tages-

sätze festzulegen Diese ist angesichts der Vorstrafen der Beschuldigten zudem 

leicht um 10 Tagessätze zu erhöhen, womit eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen 

resultiert. Die Höhe des Tagessatzes ist mit der Vorinstanz auf Fr. 10.– 

festzulegen. Da entgegen der Vorinstanz hinsichtlich der Deklaration im 

Jahr 2011 ein Freispruch erfolgt, muss keine Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 5. September 2012 ausgefällt 

werden. 

3. Sanktionen für Übertretungen 

3.1.  Schliesslich hat die Vorinstanz die Beschuldigte wegen Ungehorsams gegen 

eine amtliche Verfügung mit einer Busse von Fr. 500.– bestraft (Urk. 126 S. 223). 

- 43 - 

Die appellierende Anklagebehörde beantragt eine Erhöhung, da das Verschulden 

nicht mehr leicht wiege (Urk. 127 S. 7).  

3.2.  Die ausführlichen und sorgfältigen Erwägungen der Vorinstanz zur Bussen-

bemessung sind entgegen der Anklagebehörde nicht zu kritisieren, sondern viel-

mehr zu übernehmen (Urk. 126 S. 186 bis 188).  

3.3.  Heute ist die Beschuldigte zusätzlich und entgegen dem angefochtenen und 

aufzuhebenden Freispruch der Vorinstanz für die Tätlichkeit vom 31. Januar 2018 

zu bestrafen. Insgesamt erscheint eine Busse von Fr. 1'000.– zur Sanktionierung 

beider Übertretungen angemessen. 

4. Vollzug 

 Die Freiheitsstrafe ist aufgrund der Strafhöhe ohne Weiteres zu vollziehen 

(vgl. Art. 42 f. StGB). Die Vorinstanz hat die Geldstrafe teilbedingt ausgesprochen 

(Urk. 126 S. 223). Die Beschuldigte wird noch eine lange Zeit im Strafvollzug ver-

bringen, welcher sie mit Sicherheit nachhaltig beeindrucken wird. Daher kann ihr 

für die Geldstrafe der vollbedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit 

von 2 Jahren gewährt werden (Art. 44 Abs. 1 StGB). Die Busse ist zu bezahlen. 

Für den Fall der schuldhaften Nicht-Bezahlung ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von 

10 Tagen festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB).  

5. Massnahme 

5.1. Die Vorinstanz hat für die Beschuldigte eine strafvollzugsbegleitende 

ambulante Massnahme angeordnet (Urk. 126 S. 223). Die Verteidigung beantragt 

im Eventualantrag die Bestätigung dieses Entscheides (Urk. 132 S. 2; Urk. 220 

S. 1). Die Anklagebehörde opponiert dagegen nicht (Urk. 127; Urk. 219). 

5.2. Die Anordnung einer vollzugsbegleitenden Massnahme erweist sich vor-

liegend als nicht notwendig, zumal bei der Beschuldigten – obschon gemäss 

gutachterlicher Einschätzung die feststellbaren dissozialen und teilweise auch 

strategisch-manipulativen Persönlichkeitszüge als tatbegünstigend zu erachten 

sind bzw. mit der Tat in einem moderaten Zusammenhang stehen (D1 Urk. 7/4 

- 44 - 

S. 66 und S. 69, Ordner 3) – keine eigentliche psychische Störung ausgewiesen 

ist und die Beschuldigte im Rahmen des noch länger andauernden Strafvollzugs 

ohnehin auf die Betreuungsangebote der Vollzugsbehörden wird zurückgreifen 

können. Von der Anordnung einer vollzugsbegleitenden Massnahme ist daher 

abzusehen. 

6. Landesverweisung 

6.1.  Die Vorinstanz hat die Beschuldigte für 7 Jahre des Landes verwiesen 

(Urk. 126 S. 223). Die appellierende Verteidigung beantragt, es sei infolge eines 

Härtefalls auf eine Landesverweisung zu verzichten (Urk. 132 S. 2; Urk. 220 S. 1). 

Die appellierende Anklagebehörde beantragt, die Dauer der Landesverweisung 

sei auf 15 Jahre festzusetzen (Urk. 127 S. 9; Urk. 219 S. 3).  

6.2.  Zum Theoretischen zur Anordnung einer Landesverweisung gemäss 

Art. 66a Abs. 1 StGB und insbesondere zur Härte-Fall-Regelung in Abs. 2 dersel-

ben Bestimmung wird auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz ver-

wiesen (Urk. 126 S. 200-205). Die Beschuldigte hat mit der Begehung eines ver-

suchten Mordes fraglos eine Katalogtag im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB 

begangen. 

6.3.  Zur persönlichen Situation der Beschuldigten, welche die Verteidigung als 

Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB qualifiziert sehen will, hat die Vor-

instanz erwogen, die Beschuldigte habe zwar ein starkes persönliches Interesse 

am Verbleib in der Schweiz, zumal ihre vier Kinder hier leben. Sie lebe sodann 

wohl seit bald 30 Jahren in der Schweiz, sei aber nicht hier aufgewachsen, 

sondern im Alter von 24 Jahren als Asylantin in die Schweiz gekommen. Heute 

verfüge sie über eine Niederlassungsbewilligung. Sie sei in der Schweiz zumeist 

arbeitstätig gewesen und damit in wirtschaftlicher Hinsicht relativ gut integriert. 

Sie habe aber auch stets Beziehungen in den Kosovo unterhalten. So hätten sie 

die Ferien mit der Familie im Kosovo vor allem bei ihren Eltern verbracht, so dass 

ihre Eltern und ihre Geschwister eine Art Vorbilder gewesen seien. Zudem habe 

die Beschuldigte gemeinsam mit ihrem Ehemann den Erwerb einer Liegenschaft 

in K._____ – mithin in ihrem Heimatort – angestrebt, um dort die Ferien zu 

- 45 - 

verbringen. Gemäss den eigenen Aussagen der Beschuldigten lebt ihre gesamte 

Verwandtschaft – mit Ausnahme ihrer volljährigen Kinder und ihres Noch-

Ehemannes – im Ausland. Die Beschuldigte selbst habe anlässlich der 

Hauptverhandlung ausgesagt, ihre Mutter lebe seit höchstens zwei Jahren in 

Deutschland. Auch ihre drei Schwestern und ihr Bruder würden nicht mehr im 

Kosovo, sondern in Deutschland, Österreich und der Schweiz leben. Es sei davon 

auszugehen, dass die Beschuldigte während den Jahren, welche sie in der 

Schweiz lebte, stetig Beziehungen im Kosovo pflegte. Zudem spreche die 

Beschuldigte immer noch hauptsächlich Kosovo-Albanisch und könne sich somit 

ohne Weiteres in ihrer Heimat verständigen. Weiter sei die Beschuldigte weder 

abhängig von einer in der Schweiz ansässigen Person, noch sei eine Person von 

ihrer Anwesenheit in der Schweiz abhängig. Ihre vier Kinder – welche allesamt 

über die Schweizerische Staatsbürgerschaft verfügen – seien mittlerweile 

volljährig. Das Verhältnis zu volljährigen Kindern falle nur dann unter das durch 

Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Familienlebens, 

wenn ein über die üblichen familiären Beziehungen bzw. emotionalen Bindungen 

hinausgehendes, besonderes Abhängigkeitsverhältnis bestehe; namentlich 

infolge von Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen bei körperlichen oder geistigen 

Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten. Von einem erhöhten 

Betreuungs- oder Pflegebedürfnis im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis könne 

auch betreffend die Tochter H._____ nicht ausgegangen werden. Eine 

Landesverweisung sei mit Hinblick auf die enge familiäre Beziehung der 

Beschuldigten zu ihren Kindern – insbesondere zu ihren beiden Töchtern – zwar 

zweifellos als sehr einschneidend zu erachten, vermöchte aber in Anbetracht der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung noch keinen Härtefall zu begründen. Der 

Anspruch auf Schutz des Privatlebens könne zwar auch ohne Familienbezug 

tangiert sein, wenn ein Ausländer bzw. eine Ausländerin ausgewiesen werden 

soll. Aus dem Anspruch auf Schutz des Privatlebens ergäbe sich ein Recht auf 

Verbleib im Land aber nur unter besonderen Umständen. Eine lange Anwesenheit 

und die damit verbundene normale Integration genügten hierfür nicht; erforderlich 

seien besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private 

Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur. Solche über eine normale 

- 46 - 

wirtschaftliche Integration hinausgehende besonders intensive Verknüpfungen mit 

der Schweiz lägen in casu nicht vor. Auch vor diesem Hintergrund sei – in 

Anbetracht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung – ein Härtefall folglich zu 

verneinen (Art. 126 S. 205-207). 

All dies ist nach wie vor zutreffend. Die Verteidigung vermag im 

Berufungsverfahren nichts Neues vorzubringen, was zu einem anderen Schluss 

führen würde (Urk. 220 S. 61 f.). Allein die Tatsache, dass die jüngste Tochter 

offenbar in psychiatrischer Behandlung ist und die Beschuldigte als wichtigste 

Bezugsperson nennt, die sie vermisse (Urk. 167/1), vermag bei der Beschuldigten 

noch keinen Härtefall zu begründen. Die Beschuldigte wird noch mehrere Jahre 

im Freiheitsentzug verbringen müssen, was die Enge der Beziehung zu ihren 

Kindern ohnehin negativ tangieren wird. In dieser Zeit wird sich die jüngste 

Tochter auch ohne einen Beizug ihrer Mutter therapieren lassen und 

zurechtfinden müssen. Die offenbar gegenüber der Psychiaterin gemachten 

Aussagen von H._____ passen im Übrigen zu denjenigen, die sie im 

Strafverfahren als Auskunftsperson deponiert hat. Diese sind vor dem Hintergrund 

des klaren Beweisresultats dahingehend zu qualifizieren, dass H._____ die 

Beschuldigte um jeden Preis unterstützen wollte (vgl. dazu die ebenso 

ausführliche wie zutreffende Beweiswürdigung der Vorinstanz, Urk. 126 S. 94-99) 

und offenbar immer noch will. Die Kinder der Beschuldigten werden zum 

Zeitpunkt der frühestmöglichen Entlassung der Beschuldigten zudem zwischen 

Ende 20 und Mitte 30 Jahre alt, somit erwachsene und selbstständige 

Persönlichkeiten sein. 

Auch das weiter vorgebrachte Argument der Beschuldigten, sie fürchte sich vor 

dem Privatkläger, welcher sie auch vor der Berufungsverhandlung anlässlich 

eines Besuches im Gefängnis bedroht habe, weshalb sie ihm im Kosovo, wo die 

rechtsstaatlichen Strukturen schlechter ausgebaut seien als in der Schweiz, 

schutzlos ausgeliefert sei, verfängt nicht. Sollte sich die Beschuldigte tatsächlich 

vor dem Privatkläger fürchten, so ist nicht einleuchtend, inwiefern sie durch einen 

Aufenthalt in der Schweiz vor ihm geschützt sein sollte. Im Übrigen bestehen aber 

auch keine objektiven Hinweise, dass