# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce7f4581-bd85-5e03-8e1b-eea6db9374be
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.10.2022 200 2021 301
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-301_2022-10-20.pdf

## Full Text

200 21 301 IV
SCI/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Oktober 2022

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Pensionskasse C.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 24. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), zuletzt bei der D.________ AG als … bzw. … erwerbstätig, mel-
dete sich im August 2018 unter Hinweis auf eine Erbkrankheit (Myotone 
Dystrophie Typ I [Curschmann Steinert]) bei der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 2; 18; 30 S. 3). Die 
IVB holte u.a. Berichte behandelnder Ärzte ein, klärte den Sachverhalt in 
erwerblicher Hinsicht ab und liess durch ihren Abklärungsdienst einen Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 38 S. 2 ff.). Zudem veran-
lasste die IVB bei Dr. med. E.________, Fachärztin für Neurologie, ein 
Gutachten (Expertise vom 12. Februar 2020 [act. II 62.1]), nachdem sich 
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zunehmend verschlech-
tert hatte und das Arbeitsverhältnis mit der D.________ AG auf Ende Juni 
2019 aufgelöst worden war (vgl. Aufhebungsvereinbarung vom 26. März 
2019; Akten des Sozialdienstes F.________ [nachfolgend Sozialdienst; act. 
III]). Nach Erstattung der neurologischen Expertise liess die IVB durch ihren 
Abklärungsdienst die erwerblichen und häuslichen Verhältnisse der Versi-
cherten erneut abklären (Abklärungsbericht vom 10. Juli 2020 [act. II 76 S. 
2 ff.]) und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 15. Juli 2020 (act. II 
77) bei einem nach der gemischten Methode (Erwerb 48%/Haushalt 52%) 
ermittelten Invaliditätsgrad von 40% die Ausrichtung einer Viertelsrente ab 
April 2019 in Aussicht. Dagegen erhoben die Versicherte und der Sozial-
dienst Einwand (act. II 78; 84), woraufhin die IVB einen weiteren, sich auf 
eine Korrektur der Invaliditätsbemessung beschränkenden Abklärungsbe-
richt (act. II 88 S. 2 ff.) beizog. Nach erneuter Durchführung des Vorbe-
scheidverfahrens unter Einholung einer Stellungnahme des 
Abklärungsdienstes (act. II 93 S. 2 ff.) entschied die IVB mit Verfügung vom 
24. März 2021 (act. II 95) wie in den Vorbescheiden in Aussicht gestellt 
(Ausrichtung einer Viertelsrente ab April 2019 bei einem Invaliditätsgrad 
von 40%). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 3

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 26. April 2021 Beschwerde erheben. Sie stellt die folgen-
den Anträge: 

1. Die Verfügung vom 24. März 2021 sei aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine 
ganze IV-Rente zu bezahlen.

2. Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren unter Beiordnung des Unterzeichnenden als amtlicher 
Anwalt.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2021 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin unter Hinweis auf die Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 
25. Mai 2021 (in den Gerichtsakten) die Abweisung der Beschwerde.  

Mit prozessleitender Verfügung vom 24. Mai 2022 lud der Instruktionsrich-
ter die Pensionskasse C.________ zum Verfahren bei. Weiter ordnete er 
im Rahmen von Beweismassnahmen an, die Beschwerdegegnerin habe 
dem Gericht einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK) der 
Beschwerdeführerin einzureichen; ferner habe die Beschwerdeführerin die 
von ihr geltend gemachten Pflegetätigkeiten zu Gunsten ihres Vaters näher 
zu beschreiben, chronologisch einzuordnen und entsprechende Belege 
einzureichen bzw. Personen (z.B. behandelnde Ärzte des Vaters) zu be-
zeichnen, welche in dieser Hinsicht nähere Auskunft erteilen könnten. 
Gleichzeitig habe sie mitzuteilen, ob sie für diese Tätigkeit Betreuungsgut-
schriften nach Art. 29quinquies des Bundesgesetzes über die Alters- und Hin-
terlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) geltend gemacht habe; und 
schliesslich würden die Sozialdienste G.________ und F.________ gebe-
ten, dem Gericht die vollständigen Akten der Beschwerdeführerin einzurei-
chen. 

Mit Schreiben vom 2. Juni 2022 reichte die Beschwerdegegnerin einen die 
Beschwerdeführerin betreffenden IK-Auszug ein (Akten der Beschwerde-
gegnerin [act. IIA] 1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 4

Am 8. bzw. 10. Juni 2022 reichten der Sozialdienst F.________ sowie die 
Gemeindeverwaltung G.________ dem Gericht die die Beschwerdeführerin 
betreffenden Dossiers ein (act. III und IIIA [USB-Stick]). 

Mit Schreiben vom 13. Juni 2022 liess die Beschwerdeführerin mitteilen, für 
die Hilfeleistungen zugunsten des Vaters keine Betreuungsgutschriften 
geltend gemacht zu haben. Mit weiterer Eingabe vom 22. Juni 2022 reichte 
der Rechtsvertreter ein Schreiben der Beschwerdeführerin vom 10. Juni 
2022 zu den Akten (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 5), in welchem 
sie festhielt, ihren kranken Vater gepflegt zu haben.

Von der mit prozessleitender Verfügung vom 23. Juni 2022 gewährten 
Möglichkeit zur abschliessenden Stellungnahme machten weder die Par-
teien noch die Beigeladene Gebrauch. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. März 2021 (act. II 
95). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente der IV und dabei insbesondere die Frage, ob die Be-
schwerdeführerin Anspruch auf eine höhere als eine Viertelsrente hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist vorliegend der Rentenanspruch 
nach den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (nachfolgend aArt.) zu 
prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 6

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Ren-
te, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Drei-
viertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Ren-
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Bis zum Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) – angefochtenen Verfügung vom 
24. März 2021 (act. II 95) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 7

3.1.1 Mit Bericht vom 26. November 2018 (act. II 30 S. 3 ff.) hielt Dr. 
med. H.________, Fachärztin für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine myotone 
Dystrophie Typ I, M. Curschmann Steinert, ED 2017, fest. Diese sei mole-
kulargenetisch nachgewiesen (vgl. act. II 18). Bei der Beschwerdeführerin 
manifestierten sich leichtgradige Muskelschwächen vor allem an Händen 
und an den Füssen. Darüber hinaus beständen Schwächen der Stamm-
muskulatur, welche häufig zu Rückenschmerzen führten und häufig litten 
die Betroffenen auch an einer Müdigkeit (act. II 30 S. 3 f.). Die therapeuti-
schen Massnahmen seien Physiotherapie, welche die Progredienz nicht 
vermindern, jedoch sekundäre Folgen wie Rückenschmerzen mildern kön-
ne. Es sei mit einer verminderten Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Das aktuelle 
Arbeitspensum von 50% sei angemessen. Es sei zu vermuten, dass die 
Beschwerdeführerin an ihrer Leistungsgrenze arbeite (S. 4).

3.1.2 Dr. med. I.________, Fachärztin für Medizinische Genetik, hielt im 
Bericht vom 18. April 2019 (act. II 41 S. 3 ff.) fest, die Beschwerdeführerin 
habe zwischenzeitlich ihre Stelle verloren, dies im Zusammenhang mit ei-
nem deutlichen Fortschreiten der Krankheit mit genereller Müdigkeit und 
zunehmender Schwäche der Beine (Treppensteigen) und im Schultergürtel 
(S. 4).

3.1.3 Im Bericht vom 2. Mai 2019 (act. II 41 S. 2) hielt Dr. med. 
J.________, Fachärztin für Kardiologie, fest, die Beschwerdeführerin sei 
von kardialer Seite weiterhin beschwerdefrei. Klinisch und anamnestisch 
beständen keine Hinweise auf eine Herzinsuffizienz oder eine Arrhythmie. 
Das Ruhe-EKG und die Echokardiografie seien unverändert im Vergleich 
zu 2017.

3.1.4 Am 30. August 2019 wurde im Spital K.________ eine Polisomno-
graphie durchgeführt. Im entsprechenden Bericht vom 17. September 2019 
(act. II 62.2 S. 6) wurde festgehalten, die Untersuchung zeige eine schwe-
re, prädominant obstruktive Schlafapnoe mit zentralen Anteilen. 

3.1.5 Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, hielt im Bericht 
vom 9. Dezember 2019 (act. II 62.2 S. 3) fest, die Beschwerdeführerin sei 
im gegenwärtigen Zustand nicht in der Lage, ihren Beruf als … mit im We-

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sentlichen … in einem … auszuführen, auch nicht in einem Teilpensum. 
Die durch die Krankheit ausgelösten Einschränkungen führten auch zu er-
heblichen Beeinträchtigungen bei anderen Tätigkeiten. 

3.1.6 Im neurologischen Gutachten vom 12. Februar 2020 (act. II 62.1) 
diagnostizierte Dr. med. E.________ eine myotone Dystrophie Typ I, Cur-
schmann Steinert, ED 04/19 (richtig: 2017; ICD-10 G71.1) sowie ein 
Schlafapnoesyndrom (ED 08/19; ICD-10 G47.3). Die Erkrankung gehe ein-
her mit Herzrhythmus- und Hormonstörungen, Verdauungsproblemen, Mü-
digkeit und Augenlinsentrübungen. Aus diesem Grunde seien ergänzend 
internistische Abklärungen erfolgt, die jedoch bisher keine Hinweise auf 
konkomitierende Erkrankungen ergeben hätten. Zwischen 2017 und 2019 
habe sich der Zustand der Beschwerdeführerin verschlechtert. Die neuro-
logische Untersuchung ergebe eine angedeutete Facies myopathica mit 
leichter Lidptose beidseits und teilweise verminderter Kraft der mimischen - 
und der Halsmuskulatur, eine distal betonte Schwäche der Extremitäten-
muskulatur beidseits bei intakter Sensibilität und eine Rumpffehlhaltung. 
Die Gehfähigkeit sei eingeschränkt. Es beständen Gleichgewichtsstörun-
gen (ohne Schwindel [S. 17]). Obwohl neuropsychologisch nicht gezielt 
evaluiert worden sei, hätten sich im Gespräch Hinweise auf kognitive Ein-
schränkungen besonders beim Erfassen von komplexen Inhalten ergeben. 
Die geschilderte Symptomatik sowie die neurologischen Untersuchungsbe-
funde seien kongruent und vereinbar mit der Diagnose einer myotonen 
Dystrophie Typ I. Die Krankheit sei bisher milde verlaufen, habe aber in 
den letzten beiden Jahren eine schnelle Progression gezeigt, weniger im 
Hinblick auf die Ausprägung der Paresen, sondern betreffend die Belast-
barkeit und Ausdauer, was zu einer deutlichen Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit geführt habe (S. 18). Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit (… in der …) betrage bezogen auf ein 100%-Pensum 0% (S. 19). 
Bei einer angepassten Tätigkeit müsste es sich um eine vorwiegend sit-
zende Arbeit handeln ohne repetitive manuelle Tätigkeiten. Manuelle Tätig-
keiten könnten nur zeitlich begrenzt ausgeübt werden. Die 
Beschwerdeführerin benötige vermehrt Pausen, um die Muskulatur zu ent-
lasten, aufzustehen und umherzugehen. Stehende und gehende Tätigkei-
ten, Tragen von Gegenständen, Bücken, Überkopfarbeiten, repetitive 
Handbewegungen, Treppensteigen, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 9

en nicht zumutbar. Bei einer solchermassen angepassten Tätigkeit betrage 
die Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum noch 20% (S. 20). Die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit April 2019 (S. 19 f.). Eine 
langsam zunehmende Verminderung der Leistungsfähigkeit könne auf-
grund der eigen- und fremdanamnestischen Angaben seit Anfang 2018 
angenommen werden. Diese könne nachträglich nicht prozentual beziffert 
werden (S. 19).

3.2 Das neurologische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 
12. Februar 2020 (act. II 62.1) erfüllt die Anforderungen der Rechtspre-
chung an Expertisen (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 
232, 125 V 351 E. 3a S. 352) und erbringt vollen Beweis. Das Gutachten ist 
in Bezug auf die befundmässige und diagnostische Einschätzung sowie die 
daraus resultierende Arbeits- und Leistungsfähigkeitsbeurteilung (Folgeab-
schätzung) nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind überzeugend 
begründet. Danach liegt – in Übereinstimmung mit den Berichten der be-
handelnden Ärzte (vgl. E. 3.1 vorne) – im Wesentlichen eine myotone Dys-
trophie Typ I, Curschmann Steinert, vor, welche das funktionelle 
Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in Bezug auf die angestammte 
Tätigkeit als … in der … im Umfang von medizinisch-theoretisch 100% (Ar-
beitsfähigkeit 0%) respektive in einer den Leiden angepassten Tätigkeit um 
80% (Arbeitsfähigkeit 20%) beeinträchtigt, wobei diese Einschätzung ab 
April 2019 gilt. Diese gutachterlichen Einschätzungen werden von der Be-
schwerdeführerin ausdrücklich anerkannt (vgl. Beschwerde, S. 3, Art. 2). 
Für die Zeit vor April 2019 wurde durch den RAD eine Arbeitsunfähigkeit 
von 50% in der angestammten Tätigkeit bescheinigt (vgl. act. II 30 S. 4), 
wobei diese ab Anfang 2018 kontinuierlich entstand (act. II 62.1 S. 19). 

4.

Der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns ist in Anbetracht der 
im August 2018 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug (act. II 2) sowie 
der seit Anfang 2018 allmählich eingetretenen Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes mit einhergehender allmählicher Reduktion der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit (vgl. act. II 62.1 S. 19) der Monat Februar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 10

2019 (Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG; act. II 76 S. 16; 88 S. 8). 
Dies ist unbestritten. 

5.

5.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode, welche sich aus dem Status ergibt (Art. 
16 ATSG sowie aArt. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

5.2 In der angefochtenen Verfügung vom 24. März 2021 (act. II 95) 
legte die Beschwerdegegnerin der Ermittlung des Invaliditätsgrades einen 
Status von 48% Erwerb und 52% Haushalt zugrunde (S. 5). Beim Anteil 
Erwerb ging die Beschwerdegegnerin von den Angaben der ehemaligen 
(und langjährigen) Arbeitgeberin (D.________ AG) im Fragebogen für Ar-
beitgebende vom 21. September 2018 aus, worin die allgemeine betriebs-
übliche Arbeitszeit mit 41 Wochenstunden und die Arbeitszeit der 
Beschwerdeführerin mit 17.54 Wochenstunden angegeben wurde (act. II 
12 S. 3). Daraus resultiert ein Pensum von 42.78% bzw. gerundet 43% 
(17.54/41 x 100; vgl. act. II 76 S. 5 f.). Unter zusätzlicher Berücksichtigung 
von Überstundenarbeit (vgl. act. II 15.1 ff. [Stundenausgleich]) im Umfang 
von 5% errechnete die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Tätigkeit bei 
der D.________ AG ein durchschnittliches Pensum von 46% (43-48%/2). 
Zusätzlich berücksichtigte sie die in den Jahren 2016 und 2017 vorüberge-
hend und auf Abruf ausgeübte Tätigkeit bei der M.________ AG (vgl. act. II 
8 S. 3; 38 S. 3) mit zusätzlichen 2%. Hieraus errechnete sie einen Anteil 
Erwerb von insgesamt 48% (46% + 2%; vgl. act. II 76 S. 7) und legte die-
sen auch dem für die Ermittlung des Invaliditätsgrades massgeblichen Sta-
tus zugrunde. 

Die Beschwerdeführerin stellt die Berechnung dieser Pensen (zu Recht) 
nicht in Frage (Beschwerde, S. 6, Art. 5). Sie macht jedoch geltend, sie 
würde bei guter Gesundheit einer Vollzeittätigkeit nachgehen (Beschwerde, 
S. 6 f., Art. 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 11

5.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1). Bei im Haushalt tätigen Versi-
cherten sind die gesamten persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli-
chen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs-
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und 
die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu 
berücksichtigen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der 
versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 
würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2020 IV 
Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1). Ein starker Indizwert ist dabei jener Tätigkeit bei-
zumessen, welche bei Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich – und 
unter Umständen seit längerer Zeit – ausgeübt wurde (Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 15. März 2022, 8C_669/2021, E. 5.3.2).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge-
sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialver-
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.4

5.4.1 Bei der ersten Erhebung zu den erwerblichen und häuslichen Ver-
hältnissen am 29. März 2019 gab die Beschwerdeführerin auf die Frage, ob 
sie ohne gesundheitliche Einschränkung eine Erwerbstätigkeit ausüben 
würde, gemäss Abklärungsbericht vom 17. April 2019 (act. II 38 S. 2 ff.) an, 
bei guter Gesundheit würde sie sicher 100% arbeiten. Bis vor drei Wochen, 
als sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe, hätte sie sich eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 12

Vollzeitanstellung auch noch vorstellen können. Die Rollenverteilung 
während der (von Oktober 2009 bis April 2015 [act. II 32 S. 3]) dauernden 
Ehe sei klar gewesen. Sie habe sich Kinder gewünscht, was leider nicht ge-
klappt habe. Der Ehemann habe voll gearbeitet, sie habe sich um die 
Haushaltung gekümmert und "am …" gearbeitet. Das Pensum könne sie 
nicht genau benennen. Sie habe bei der D.________ AG nach der Tren-
nung angefragt, ob sie mehr arbeiten könne, doch man habe das Pensum 
nicht erhöhen wollen, weil man keine hochprozentigen Anstellungen verge-
be. Sie habe aber dann bei ihrem Vater gelebt und ihn gepflegt und den 
Haushalt gemacht. Deshalb habe sie keine anderen Bemühungen unter-
nommen. Der Vater sei 2016 verstorben. Anfangs 2017 sei sie mit ihrem 
neuen Partner zusammengezogen. Dieser werde vom Sozialdienst unter-
stützt. Das Geld sei knapp. Sie habe auf dem Internet für andere Stellen 
geschaut, aber da seien überall nur Teilzeitstellen angeboten worden. Im 
letzten Jahr habe sie keine Stellenbemühungen gemacht. Die Wohnungs-
suche habe Priorität gehabt (act. II 38 S. 4).

Anlässlich der Erhebung vom 18. Mai 2020 gab die Beschwerdeführerin 
gegenüber der Abklärungsperson gemäss Abklärungsbericht vom 10. Juli 
2020 (act. II 76 S. 2 ff.) an, sie denke weiterhin, dass sie bei guter Gesund-
heit 100% arbeiten würde. Stellenbemühungen habe sie keine gemacht. 
Sie sei jetzt beim Sozialdienst angegliedert. Auf ihre Angaben bei der Ab-
klärung vom 29. März 2019 angesprochen, wonach sie im Internet keine 
höhere Anstellung als bei der D.________ AG gefunden habe, habe die 
Beschwerdeführerin gesagt, dass sie auch nicht mehr habe arbeiten wol-
len, da ihr damaliger Partner immer nur zu Hause herumgesessen sei und 
vom Sozialdienst gelebt habe und sie nicht für ihn habe arbeiten wollen. 
Sie brauche nicht viel zum Leben (S. 5).

5.4.2 Zwar trifft es nach dem Dargelegten zu, dass die Beschwerdefüh-
rerin anlässlich der ersten Erhebung zu den erwerblichen und häuslichen 
Verhältnissen dem Abklärungsdienst gegenüber angab, im hypothetischen 
Gesundheitsfall eine Vollzeittätigkeit auszuüben. Allerdings hat sie diese 
Angaben anlässlich der zweiten Erhebung vom 18. Mai 2020 zumindest 
relativiert. In der Tat erlauben die Akten nicht den Schluss auf eine im Vali-
ditätsfall ausgeübte 100%ige Erwerbstätigkeit: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 13

5.4.2.1 So geht aus der Erwerbsbiographie hervor, dass die Beschwerde-
führerin ihr erstes massgebliches Einkommen von 1997 bis 2004 bei der 
N.________ AG erzielte. Danach war die Beschwerdeführerin von 2004 bis 
2005 arbeitslos. Anschliessend war sie bis 2009 abwechslungsweise ar-
beitslos oder in kürzeren Anstellungen. Im Jahr 2009 trat die Beschwerde-
führerin dann eine Arbeitsstelle bei der D.________ AG an, welches 
Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2019 aufgelöst wurde (Aufhebungsverein-
barung vom 26. März 2019 [act. III]). In der Zeit von 2006 bis 2009 betru-
gen die (kontinuierlich abnehmenden) Jahreseinkommen (inklusive 
Arbeitslosenentschädigungen) zwischen Fr. 32'409.-- (2006) und 
Fr. 22'204.-- (2009), wobei die bei den diversen Arbeitgebern erzielten Ein-
kommen weder einzeln noch in der Summe auf eine Vollzeittätigkeit 
schliessen lassen. Das in der Zeit zwischen 2009 und 2019 bei der 
D.________ AG erzielte Einkommen bewegte sich sodann im Bereich von 
durchschnittlich Fr. 25'000.-- (act. II 8 S. 3-5), woraus folgt, dass das Er-
werbspensum zu keinem Zeitpunkt erheblich über 50%, sicher aber nie im 
Bereich einer Vollzeittätigkeit lag. Die Beschwerdeführerin gab denn auch 
gegenüber der Beschwerdegegnerin an, ihr Pensum habe 45-60% (act. II 2 
S. 6) bzw. 45% (act. II 45 S. 2) betragen. Dass gesundheitliche Gründe der 
Aufnahme einer höherprozentigen Erwerbstätigkeit im Wege standen – wie 
die Beschwerdeführerin beschwerdeweise zumindest andeutet (S. 6, Art. 5) 
– ist nicht erstellt, bestehen doch keine konkreten Anhaltspunkte in den 
Akten, wonach ihr funktionelles Leistungsvermögen medizinisch-
theoretisch bereits vor Anfang 2018 (vgl. act. II 62.1 S. 19) massgeblich 
eingeschränkt gewesen wäre. Auch stehen dem Einwand der Beschwerde-
führerin, eine Vollzeitanstellung wäre bei der D.________ AG nicht möglich 
gewesen (vgl. auch Beschwerde, S. 7, Art. 5), die Angaben der Personal-
verantwortlichen entgegen, wonach "alle Beschäftigungsgrade" möglich 
gewesen seien (act. II 73). Ferner bestehen keine Hinweise in den Akten, 
wonach sich die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit effektiv auf Voll-
zeitstellen beworben hätte. Sie gab anlässlich der Erhebungen vom 29. 
März 2019 und 18. Mai 2020 denn auch selber an, "Über das letzte Jahr" 
(act. II 76 S. 5) keine (auf ein 100%-Pensum ausgerichtete) Stellen-
bemühungen gemacht zu haben. Schliesslich stellt auch der Umstand, wo-
nach die bei der N.________ AG innegehabte Anstellung gemäss Einwand 
vom 28. Januar 2021 einem 100%-Pensum entsprochen habe (vgl. act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 14

90 S. 1), kein stichhaltiges Indiz für eine hypothetische Vollzeittätigkeit im 
Beurteilungszeitraum dar, liegt diese Tätigkeit doch über 15 Jahre zurück 
(act. II 8 S. 4), womit sie für die Statusfrage mit Blick auf die seit 2005 do-
kumentierte, keine Vollzeitpensen beinhaltende Erwerbsbiographie nicht 
mehr massgeblich ist. 

Übte die Beschwerdeführerin demnach zuletzt über mindestens 10 Jahre 
hinweg ein Teilzeitpensum aus, ohne dass gesundheitliche Gründe gegen 
die Aufnahme einer Vollzeittätigkeit sprachen, ist dies praxisgemäss als 
starkes Indiz dafür zu werten, dass auch im hier relevanten Beurteilungs-
zeitraum bis zur angefochtenen Verfügung vom 24. März 2021 im Gesund-
heitsfall keine Vollzeittätigkeit ausgeübt worden wäre (vgl. E. 5.3 vorne). 

5.4.2.2 Die Beschwerdeführerin anerkennt ausdrücklich, dass sie ihre 
Tätigkeit bei der D.________ AG stets ihm Rahmen von Teilzeitpensen 
verrichtete. Sie macht jedoch geltend, während der Ehe von 2009 bis 2015 
habe eine "traditionelle Rollenverteilung" bestanden, bei welcher sie mit 
Blick auf den (schliesslich nicht erfüllten) Kinderwunsch den Haushalt ge-
führt habe, während ihr damaliger Ehemann einer Erwerbstätigkeit nach-
gegangen sei (vgl. E. 5.4.1 vorne; Beschwerde, S. 7, Art. 5). Daraus kann 
sie jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, ständen doch dergestalt fami-
liäre Umstände der Aufnahme einer Vollzeittätigkeit nicht a priori entgegen. 
Anders gewendet stellt die geltend gemachte Tatsache, wonach sich die 
Beschwerdeführerin während sechs Jahren aufgrund eines persönlichen 
bzw. im Rahmen der Partnerschaft getroffenen Entscheids weiterhin mit 
einem Teilzeitpensum begnügte, vielmehr ein Indiz gegen die Aufnahme 
einer Vollzeittätigkeit im Gesundheitsfall dar. Daran ändert auch der Umzug 
zum Vater nichts. 

Die Beschwerdeführerin bringt vor, im Anschluss an die Ehe habe sie ihren 
kranken Vater gepflegt und dessen Haushalt besorgt, was ihr die Aufnah-
me einer weiteren Erwerbstätigkeit (über die Trennung vom Ehemann hin-
aus) verunmöglicht habe (E. 5.4.1 vorne; Beschwerde, S. 6 f., Art. 5). Im 
Rahmen der gerichtlichen Beweiserhebungen (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 24. Mai 2022) präzisierte sie ihre Angaben mit Schreiben vom 
22. Juni 2022 jedoch ausdrücklich dahingehend, eigentliche Pflegeleistun-
gen seien nicht erbracht worden. Die Beschwerdeführerin hat denn auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 15

keine Betreuungsgutschriften im Sinne von Art. 29septies AHVG geltend ge-
macht, wie sie mit Schreiben vom 13. Juni 2022 ausdrücklich einräumte. 
Sodann wurden hinsichtlich der übrigen Leistungen – so bezüglich der gel-
tend gemachten Besorgung des Haushalts – keine Dokumente ins Recht 
gelegt, welche die ins Feld geführte Unterstützung hinreichend (und echt-
zeitlich) belegen (vgl. act. I 5). Eine Betreuung im Sinne von aArt. 27 Abs. 1 
IVV und ein dadurch reduziertes Leistungsvermögen im erwerblichen Be-
reich ist damit nicht erstellt. Doch selbst wenn von einer im Sinne von aArt. 
27 Abs. 1 IVV relevanten Betreuungspflicht und einem Aufgabenbereich im 
normativen Sinne auszugehen wäre, vermöchte die Beschwerdeführerin 
daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, dauerte die der Aufnahme einer 
weiteren Erwerbstätigkeit angeblich entgegenstehende Pflege des Vaters 
gemäss Angaben in der Beschwerde doch maximal zwei Jahre bis Ende 
November 2016 (Eingabe der Beschwerdeführerin vom 22. Juni 2022; Be-
schwerde, S. 6, Art. 5), womit auch höchstens für diesen Zeitraum dadurch 
reduzierte Ressourcen im erwerblichen Bereich begründbar wären. Dies 
genügt nicht als Erklärung dafür, dass die Beschwerdeführerin dem Darge-
legten zufolge spätestens seit 2009 und über November 2016 hinaus allein 
eine Teilzeittätigkeit ausübte (vgl. E. 5.4.2.1 vorne). Die Gutachterin Dr. 
med. E.________ hat nachvollziehbar dargelegt, dass sich die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit erst ab Anfang 2018 kontinuierlich verschlechterte. 

5.4.2.3 Schliesslich verweist die Beschwerdeführerin auf die finanzielle 
Notwendigkeit, einer vollen ausserhäuslichen Tätigkeit nachzugehen (Be-
schwerde, S. 7, Art. 5). Nach der höchstrichterlichen Praxis kommt (auch) 
den wirtschaftlichen Verhältnissen keine alleinentscheidende Bedeutung 
zu, selbst dann nicht, wenn im Falle der Nichtausübung einer Erwerbstätig-
keit das Existenzminimum unterschritten wird (BGer, 8C_669/2021, E. 
5.3.2). Nichts Anderes hat unter den gegebenen Umständen vorliegend zu 
gelten: Zwar bezieht die Beschwerdeführerin Sozialhilfe und lebt auch ihr 
aktueller Partner in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen (Intakebe-
richt vom 21. April 2020 [act. III]). Seit Januar 2020 wohnen sie gemeinsam 
in einer Einzimmerwohnung (act. II 76 S. 9). Die Verschlechterung der wirt-
schaftlichen Verhältnisse (mit Bezug von Sozialhilfe) der Beschwerdeführe-
rin ist indessen im Wesentlichen die Folge des (krankheitsbedingten) 
Stellenverlusts bei der D.________ AG, weshalb dieser Umstand nichts zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 16

Klärung der Statusfrage beiträgt. Doch selbst wenn dies ausgeklammert 
und namentlich berücksichtigt wird, dass auch ihr Partner in bescheidenen 
finanziellen Verhältnissen lebt (Beschwerde, S. 7, Art. 5), bleibt darauf hin-
zuweisen, dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben anläss-
lich der Erhebungen vom 18. Mai 2020 "nicht viel zum Leben" brauche (act. 
II 76 S. 5) und gemäss der Beschwerde auch bei "Vollzeit" allein ein be-
scheidenes Einkommen generieren würde (S. 7, Art. 5), woraus zu schlies-
sen ist, dass die bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnisse der 
Beschwerdeführerin entgegen der beschwerdeweisen Darstellung kein 
Indiz für die Annahme einer Vollzeittätigkeit im Gesundheitsfall darstellen.

5.4.3 Demnach ist in Würdigung der gesamten persönlichen, familiären, 
sozialen und erwerblichen Verhältnisse (vgl. E. 5.3 und 5.4.2 vorne) eine im 
Gesundheitsfall hypothetisch ausgeübte Vollzeittätigkeit nicht erstellt. 
Demgegenüber erweist sich die Status-Einschätzung der Beschwerdegeg-
nerin als die wahrscheinlichere und damit als die überwiegend wahrschein-
liche im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 5.3 vorne; Entscheid des BGer 
vom 7. Dezember 2011, 9C_541/2011, E. 5.1). 

5.5 Zusammenfassend ist von einem Status von 48% Erwerb und 52% 
Haushalt auszugehen.

6.

6.1 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
(Einkommensvergleichsmethode) festgelegt. Waren sie daneben auch im 
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf 
einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle 
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 
290 E. 4 S. 293). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 17

6.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

6.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 
(LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV 
Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

6.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des 
Invaliditätsgrads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und 
der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich 
summiert (aArt. 27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in 
Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind 
Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen 
Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale 
Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den 
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 18

27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die 
Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der 
Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur 
Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, 
ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 
27bis Abs. 4 IVV). 

6.4 Die Beschwerdeführerin stellt die Berechnung des Invaliditätsgra-
des für den erwerblichen Bereich zu Recht nicht in Frage (Beschwerde, 
S. 4, Art. 3): 

Weil für eine anderweitige berufliche Entwicklung im hypothetischen Ge-
sundheitsfall keine Anhaltspunkte bestehen, legte die Beschwerdegegnerin 
hinsichtlich des Valideneinkommens zutreffenderweise das bei der 
D.________ AG zuletzt im Jahre 2017 erzielte und indexbereinigte (vgl. 
Entscheid des BGer vom 10. Mai 2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5) Jahresein-
kommen von Fr. 24'064.-- (act. II 8 S. 3) bzw. Fr. 24'558.77 zugrunde (vgl. 
E. 6.2.1 vorne). Zusätzlich berücksichtigte sie das bei der M.________ AG 
im selben Jahr erzielte Jahreseinkommen von Fr. 1'057.-- (act. II 8 S. 3) 
und rechnete die Summe der beiden Einkommen, ausmachend 
Fr. 25'615.77, auf ein 100%-Pensum auf, woraus sich ein für den gesamten 
Beurteilungszeitraum massgebliches Valideneinkommen von Fr. 56'924.-- 
ergibt (act. II 88 S. 8). 

Hinsichtlich des Invalideneinkommens (vgl. E. 6.2.2 vorne) hat die Be-
schwerdegegnerin für die Zeit ab Februar 2019 auf das effektiv bei der 
D.________ AG erzielte Einkommen abgestellt (act. II 75 S. 10), gilt doch 
insoweit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (vgl. 
E. 3.2 vorne). Eine höhere Arbeitsunfähigkeit ist mit Blick auf das Gutach-
ten vom 12. Februar 2020 nicht mehr zu erstellen, hielt Dr. med. 
E.________ doch fest, dass sich die Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vor April 
2019 prozentual nicht beziffern lässt (act. II 62.1 S. 19). Das insoweit ermit-
telte Invalideneinkommen von Fr. 26'910.-- ist somit nicht zu beanstanden. 
Für die Zeit ab April 2019 legte die Beschwerdegegnerin der Ermittlung des 
Invaliditätsgrades im erwerblichen Bereich praxisgemäss den Tabellenlohn 
gemäss LSE 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 182), Wert TOTAL, Frauen, Kompetenzniveau 1, zugrunde und berech-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 19

nete unter Berücksichtigung einer (auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
noch verwertbaren) 20%igen Arbeitsfähigkeit sowie eines nicht zu bean-
standenden leidensbedingten Abzugs von 15% (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 
327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481) ein massgebliches (aufindexiertes) Invali-
deneinkommen von Fr. 9'388.-- (act. II 88 S. 8). 

Der Invaliditätsgrad für den erwerblichen Bereich beträgt für die Zeit ab 
Februar 2019 folglich 52.73% ([Fr. 56'924.-- - Fr. 26'910.--]/Fr. 56'924.-- x 
100) bzw. gewichtet 25.31% (52.73% x 0.48), und für die Zeit ab April 2019 
83.51% ([Fr. 56'924.-- - Fr. 9’388.--]/Fr. 56'924.-- x 100) respektive gewich-
tet 40.08% (83.51% x 0.48). 

6.5 Zu bestimmen bleibt der Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich. Die 
Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf die Angaben im Abklärungsbe-
richt Haushalt/Erwerb vom 10. Juli 2020 bzw. den darin durchgeführten 
Betätigungsvergleich (act. II 76 S. 10-16). 

6.5.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.5.2 Der Abklärungsbericht vom 10. Juli 2020 basiert auf einer Erhe-
bung der häuslichen und erwerblichen Verhältnisse durch den spezialisier-
ten Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin vor Ort und erfolgte in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 20

Kenntnis der medizinischen Situation und namentlich des Gutachtens von 
Dr. med. E.________ vom 12. Februar 2020 (vgl. act. II 76 S. 7). Den ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin liegt bzw. lag 
ausschliesslich eine somatische bzw. neurologische Krankheit zugrunde, 
wobei die sich körperlich manifestierenden funktionellen Einschränkungen 
klar im Vordergrund stehen. Bei einer solchen Konstellation erweist sich 
der von einer Fachperson verfasste Abklärungsbericht praxisgemäss als 
geeignetes Beweismittel zur Feststellung der Beeinträchtigungen im Haus-
halt, was auch aus dem in der Beschwerde zitierten Entscheid des BGer 
vom 8. Februar 2012, 8C_620/2011, E. 4, klar hervorgeht. Die gegenteilige 
Auffassung der Beschwerdeführerin geht somit fehl, da hier gerade nicht 
die Beurteilung einer psychischen Erkrankung im Vordergrund steht, was 
die Beschwerdeführerin denn auch anerkennt, wenn sie gleichzeitig 
festhält, es liege "selbstverständlich" keine psychische Krankheit vor (Be-
schwerde, S. 5, Art. 4). Der von ihr beantragten Nachfrage bei der Gutach-
terin Dr. med. E.________ (Beschwerde, S. 6, Art. 4) bedarf es somit nicht. 
Ferner stützt sich das Ergebnis im Abklärungsbericht auf die Angaben der 
Beschwerdeführerin zu den sozialen und erwerblichen Verhältnissen und 
zum Haushalt. Die im Abklärungsbericht enthaltene Umschreibung der 
Haushaltsaufgaben entspricht den Vorgaben von Rz. 3087 KSIH (in Kraft 
gestanden bis 31. Dezember 2021). Die Gewichtung der einzelnen Aufga-
benbereiche hält sich sodann innerhalb der dort angegebenen Bandbreiten 
und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht zu beanstanden. Auf 
den Abklärungsbericht vom 10. Juli 2020 kann somit abgestellt werden (vgl. 
E. 6.5.1 vorne). Dasselbe gilt auch für den (ebenfalls auf einer Erhebung 
vor Ort beruhenden) Abklärungsbericht vom 17. April 2019 (act. II 38 S. 2 
ff.), welcher im Bericht vom 10. Juli 2020 vollständig wiedergegeben wird, 
sowie für den Abklärungsbericht vom 29. Dezember 2020 (act. II 88 S. 2 
ff.), welcher jedoch im Vergleich zum Bericht vom 10. Juli 2020 einzig An-
passungen bei der Invaliditätsberechnung im erwerblichen Bereich beinhal-
tet.

6.5.3 Was die Beschwerdeführerin gegen die Abklärungsberichte vor-
bringt, führt zu keinem anderen Schluss: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 21

So beanstandet sie, das von der Gutachterin Dr. med. E.________ definier-
te Zumutbarkeitsprofil widerspreche einer häuslichen Tätigkeit, wenn sie 
ausführe, dass manuelle Tätigkeiten nur zeitlich begrenzt ausübbar seien 
und dass die Arbeit vorwiegend sitzend auszuführen sei, sei doch augenfäl-
lig, dass dies mit einer Tätigkeit im Haushalt keinesfalls vereinbar sei. 
Wenn nun im Rahmen der geltend gemachten Schadenminderung der 
Partner für sämtliche Einschränkungen aufkommen müsse, dann werde nie 
mehr eine Einschränkung im Haushalt resultieren (Beschwerde, S. 5, Art. 
4). 

Mit diesem pauschal gehaltenen Einwand verkennt die Beschwerdeführe-
rin, dass im Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushalt nicht 
die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend ist, son-
dern wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung 
konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle (vgl. Art. 69 
Abs. 2 Satz 2 IVV) zu erheben ist (Entscheid des BGer vom 16. Juni 2021, 
9C_80/2021, E. 3.1). Dabei ist nach der höchstrichterlichen Praxis vom 
Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der 
Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünf-
tiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Ent-
schädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten 
bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die 
Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren 
und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der 
Haushaltsarbeiten ermöglichen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im 
Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Auf-
gaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen ge-
gen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch 
nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhält-
nismässige Belastung entsteht (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509). Im Weiteren 
ist zu beachten, dass bei der Bewältigung des eigenen Haushalts in der 
Regel mehr Spielraum und Flexibilität für die Einteilung sowie die Aus-
führung der Arbeit besteht als im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses. 
Vermag die versicherte Person wegen ihrer Beeinträchtigung gewisse 
Tätigkeiten lediglich noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand zu 
meistern, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit entsprechend aufteilen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 22

wobei sie die durch den gesundheitsbedingten Wegfall der erwerblichen 
Beschäftigung gewonnene Zeit auf die Aufgaben im Haushalt zu verwen-
den hat (Entscheid des BGer vom 7. Januar 2020, 8C_748/2019, E. 6.2.1).

Diese Grundsätze sind auch vorliegend einschlägig: Dass Dr. med. 
E.________ für die Zeit ab April 2019 in erwerblicher Hinsicht in der ange-
stammten Tätigkeit keine und in einer den Leiden angepassten Tätigkeit 
nurmehr eine Arbeitsfähigkeit von 20% attestierte (act. II 62.1 S. 19 f.), 
lässt keinen direkten Rückschluss auf die konkreten Auswirkungen des 
Gesundheitsschadens im Aufgabenbereich Haushalt zu, weil die Be-
schwerdeführerin die häuslichen Verrichtungen bei allein noch stark redu-
zierter Präsenz im erwerblichen Bereich (20%) selber einteilen und auf den 
ganzen Tag verteilen kann. Dabei steht zwar fest, dass die Beschwerdefüh-
rerin körperlich beeinträchtigt ist, wobei sich die Einschränkungen qualitativ 
punktuell und quantitativ häufig in einer generellen Verlangsamung auswir-
ken. Es ist aber mit Blick auf die Feststellungen des Abklärungsdienstes 
nachvollziehbar und schlüssig, dass sie innerhalb der zur Verfügung ste-
henden Zeit und unter Mithilfe des Partners bei entsprechender (gleichbe-
rechtigter) Aufteilung der Aufgaben die Tätigkeiten im Haushalt im 
massgeblichen Beurteilungszeitraum noch bewältigen kann. Entscheidend 
ist dabei, dass die Beschwerdegegnerin unter dem Titel der Schadenmin-
derungspflicht nicht die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen 
Funktionen oder insgesamt auf den Partner überwälzt (BGE 133 V 504 E. 
4.2 S. 510), sondern seine zumutbare Mithilfe auf Teilverrichtungen be-
schränkt hat. Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass die blosse Ver-
langsamung bei der Verrichtung nicht als Einschränkung berücksichtigt 
werden kann, zumal – wie gezeigt – der Beschwerdeführerin auch die Zeit, 
welche sie nicht mehr für eine Tätigkeit im Erwerbsbereich aufwenden 
muss, zur Verfügung steht. 

6.5.4 Zusammenfassend liegen keine klar feststellbaren Fehleinschät-
zungen vor, welche ein gerichtliches Eingreifen in das Ermessen der Ab-
klärungsperson zu rechtfertigen vermöchten (vgl. E. 6.5.1 vorne). Der 
Sachverhalt erweist sich für die Beurteilung der Einschränkungen im Auf-
gabenbereich Haushalt somit als rechtsgenüglich abgeklärt und weitere 
Abklärungen sind auch insoweit nicht erforderlich.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 23

6.5.5 Gestützt auf den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 10. Juli 
2020 (act. II 76 S. 2 ff.) beträgt die mittels Betätigungsvergleich ermittelte 
Einschränkung für den gesamten Beurteilungszeitraum 0% (S. 16). 

6.6 Bei einer gewichteten Einschränkung im erwerblichen Bereich von 
25.31% ab Februar 2019 bzw. von 40.08% ab April (vgl. E. 6.4 vorne) und 
einer Einschränkung von 0% im Aufgabenbereich resultiert ein gesamthaf-
ter Invaliditätsgrad (vgl. E. 6.3 vorne) von gerundet (zur Rundung: vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 S. 123) 25% ab Februar 2019 bzw. 40% ab April 2019, 
womit ab April 2019 Anspruch auf eine Viertelsrente besteht (vgl. E. 2.3 
vorne). 

6.7 Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
24. März 2021 als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen. 

7.

Mit der Abweisung der Beschwerde ist die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend zu betrachten. Damit wird sie kostenpflichtig (Art. 108 VRPG), wes-
halb nachfolgend vorab das Gesuch um Erteilung des Rechts auf 
unentgeltliche Rechtspflege zu prüfen ist. 

7.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der dokumentierten 
finanziellen Verhältnisse respektive ihrer Sozialhilfebedürftigkeit ausgewie-
sen (act. I 3). Im Weiteren ist die Beschwerde nicht als aussichtslos zu qua-
lifizieren und die anwaltliche Verbeiständung ist geboten, weshalb die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 24

Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechts-
pflege vorliegend erfüllt sind. Das entsprechende Gesuch der Beschwerde-
führerin ist somit gutzuheissen und es ist ihr Rechtsanwalt B.________ als 
amtlicher Anwalt beizuordnen.

7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 7.1 hiervor) wird die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

7.3 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss] und Art. 108 Abs. 3 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ 
als amtlicher Anwalt bleibt dessen amtliches Honorar festzulegen.

7.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWST) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der 
Stundenansatz Fr. 200.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 25

7.3.2 Mit Kostennote vom 11. August 2022 macht Rechtsanwalt 
B.________ einen Aufwand von 13.75 Stunden geltend (vgl. auch Schrei-
ben vom 8. Juni 2021), was nicht zu beanstanden ist. Gestützt darauf ist 
der tarifmässige Parteikostenersatz auf total Fr. 3'763.50 festzusetzen (Ho-
norar: Fr. 3'450.--; Auslagen: Fr. 44.40; MWST: Fr. 269.10 [7.7% auf 
Fr. 3'494.40]). Demnach ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 
Fr. 2‘750.-- (13.75 Stunden x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 44.40 
und die MWST von 7.7% auf Fr. 2'794.40, ausmachend Fr. 215.15, total 
somit eine Entschädigung von Fr. 3'009.55, auszurichten. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem 
Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

7.4 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungs-
trägerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. dazu auch 
BGE 128 V 124 E. 5b S. 133; Entscheid des BGer vom 3. Juni 2009, 
8C_951/2008, E. 7).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2022, IV/21/301, Seite 26

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'763.50 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'009.55 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Pensionskasse der C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334,

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.