# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7ed5b6b-9b1b-5c5f-95d9-cb4ab0b6b517
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2014 C-2800/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2800-2011_2014-11-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-2800/2011, C-155/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richter Markus Metz, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,    

Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. 

 

 
 

Parteien 

 
A.________, (Deutschland),   

vertreten durch lic. iur. Andreas Hebeisen, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Berufliche Massnahmen; Verfügung vom 29. März 2011  

Invalidenrente; Verfügung vom 22. November 2011. 

 

 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist am 

(…) 1960 geboren, deutscher Staatsangehöriger und in Deutschland 

wohnhaft. Er arbeitete ab 1988 in der Schweiz als Grenzgänger, ab 1991 

als gelernter Gipser/Stuckateur (Vorakten der IV-Stelle des Kantons 

Z._______ [nachfolgend: Z.] 1, 100.1) und leistete Beiträge an die 

Schweizerische Alters-, Hinterlassenen und Invalidenversicherung (Z. 3).  

A.b Am 22. August 1994 brach er sich bei einem Sportunfall das obere 

rechte Sprunggelenk (OSG-Luxationsfraktur [Weber-C] mit abgespreng-

tem Volkmann'schen Dreieck [Z. 15.7 f.]). Nach mehreren Operationen 

und einem Aufenthalt in der Reha-Klinik in Y._______ gingen Gutachter 

im Oktober 1995 von einer wieder erlangten vollen Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit, vorbehältlich einer Belastungserprobung (Z. 15.30), 

bzw. in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit (Z. 15.2) aus. Nach ei-

nem weiteren Aufenthalt in der Reha-Klinik in Y._______ vom (…) März 

bis (…) April 1996 wurde eine Wiedereingliederung als Gipser als nicht 

mehr sinnvoll erachtet und eine Wiedereingliederung durch die Invaliden-

versicherung empfohlen (Z. 43.43). Im Oktober 1996 schloss die Schwei-

zerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) die Heilbehandlung ab 

(Z. 41). Mit Wiedererwägungsverfügung vom 3. Dezember 1996 teilte die 

SUVA dem Versicherten mit, sie werde die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

vorläufig anerkennen und das Taggeld entsprechend nachzahlen; je nach 

Vorgehen der Invalidenversicherung werde sie die weitere Leistungs-

pflicht definieren (Z. 43.29). 

A.c Nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi-

cherung (vgl. nachfolgend B.) sprach die SUVA A._______ schliesslich 

mit Verfügung vom 10. November 2003 eine Invalidenteilrente ab 1. März 

2003 von Fr. 988.– bei einer verbleibenden Erwerbsunfähigkeit von 23% 

zu. Gleichzeitig sprach sie ihm eine Integritätsentschädigung von 

Fr. 14'580.– bei einer Integritätseinbusse von 15% zu (Z. 215.2 ff.). Die 

am 17. November 2003 erhobene Einsprache wies die SUVA am 

10. März 2004 ab (Z. 216, 232). Der Einspracheentscheid erwuchs in 

Rechtskraft, nachdem der Beschwerdeführer seine Beschwerde beim 

Versicherungsgericht des Kantons Z._______ zurückgezogen hatte 

(Z. 241).  

 

 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 3 

B.  

B.a Am 23. März 1995 meldete sich der Versicherte via die Landesver-

sicherungsanstalt S._________ bei der Schweizerischen Invalidenversi-

cherung zum Bezug von IV-Leistungen an (Z. 3 ff.). Nach Durchführung 

mehrerer Arbeitsversuche (vgl. Gutachten Uniklinik X.______ [Beschwer-

deakten C-155/2012 {nachfolgend C-act.} 10 Beilage S. 4 und 12]), Ab-

schluss der Heilbehandlung durch die SUVA im Oktober 1996 und weite-

rer Abklärungen zur Gesundheitssituation erwies sich, dass der Versi-

cherte in seinem Beruf als Gipser/Stuckateur nicht mehr arbeiten könne, 

weshalb seitens der IV-Stelle des Kantons Z._______ (nachfolgend IV-

Z._______) ab 1997 erste Massnahmen zur beruflichen Eingliederung 

geprüft wurden (Z. 40, 43.10, 49, 64, 71.4). 

B.b  

B.b.a Mit Verfügung vom 27. September 1999 sprach die IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) dem Versi-

cherten berufliche Massnahmen vom 19. April 1999 bis 15. Oktober 2000 

zu (Umschulung zum technischen Kaufmann, Schule in W._______; 

Z. 71.1). Da der Versicherte die Schule nur unregelmässig und zuletzt gar 

nicht mehr besuchte, wurde die Massnahme abgebrochen und wurden 

weitere Umschulungen geprüft (chronologisch: Z. 84, 88, 97, 112, 114, 

117.4, 117.1, 118).  

B.b.b Mit Verfügung vom 23. November 1999 sprach die IVSTA dem Ver-

sicherten vom 1. November 1996 bis 15. Juni 2000 Taggelder zu und ver-

rechnete den Taggeldanspruch mit den bereits von der SUVA vorgeleiste-

ten Unfalltaggeldern, unter Abzug von Taggeldern für unentschuldigte Ab-

senzen während 37 Tagen (Z. 80).   

 

Der Versicherte erhob gegen diese Verfügung am 10. Januar 2000 bei 

der Eidgenössischen AHV/IV-Rekurskommission für Personen im Ausland 

(nachfolgend: Rekurskommission AHV/IV) Beschwerde und beantragte 

im Wesentlichen ein höheres Taggeld seit 1. November 1996 sowie die 

durchgehende lückenlose und ausnahmslose Zusprache und Ausrichtung 

der Taggelder seit 1. November 1996.  

 

Mit Urteil vom 18. September 2001 wies die Rekurskommission AHV/IV 

die Beschwerde ab (Beschwerdeakten IV 53872). 

 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 4 

B.c  

B.c.a Am 21. August 2001 sprach die IVSTA dem Versicherten eine wei-

tere berufliche Massnahme vom 1. August 2001 bis 31. Juli 2003 zu (Um-

schulung zum internationalen Touristikassistenten; Z. 121); am 22. Okto-

ber 2001 bewilligte sie in diesem Zusammenhang zudem einen Kosten-

beitrag an ein Notebook (Z. 130). Da der Versicherte die Schule wieder-

um nur unregelmässig und zuletzt gar nicht mehr besuchte, wurde die 

Massnahme ebenfalls abgebrochen (chronologisch: Z. 147.4, 138.1 ff., 

147.1, 163).  

B.c.b Mit Verfügung vom 18. Oktober 2001 sprach die IVSTA dem Versi-

cherten Taggelder ab 1. August 2001 von Fr. 126.60 zu und teilte mit, 

betreffend die Wartezeit vor der Umschulung werde zu einem späteren 

Zeitpunkt entschieden (Z. 131).   

 

Der Beschwerdeführer erhob am 21. November 2001 gegen diese Verfü-

gung Beschwerde bei der Rekurskommission AHV/IV und beantragte im 

Wesentlichen, es seien rückwirkend ab 1. August 2001 Taggelder von 

mindestens Fr. 150.40 für die Dauer der laufenden Umschulung auszu-

richten.  

 

In ihrer Duplik vom 30. Oktober 2002 beantragte die IVSTA bei der Re-

kurskommission AHV/IV, die Beschwerde sei teilweise gutzuheissen und 

dem Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. August 2001 bis 

6. Dezember 2001 ein Taggeld in Höhe von Fr. 148.20 zuzusprechen. 

Nachdem der Beschwerdeführer am 22. November 2002 triplikweise den 

Beschwerdeantrag der Vorinstanz betreffend die Zusprache von Taggel-

dern à Fr. 148.20 ab 1. August 2001 anerkannt hatte, schrieb die Rekurs-

kommission AHV/IV das Verfahren mit Urteil vom 15. Mai 2003 als gegen-

standslos geworden vom Geschäftsverzeichnis ab (Beschwerdeakten 

Rekurskommission AHV/IV IV 57393). 

B.d Am 22. Juli 2002 schliesslich sprach die Vorinstanz dem Versicherten 

erneut berufliche Massnahmen vom 12. August 2002 bis 28. Februar 

2004 zu (Umschulung zum technischen Kaufmann, Schule in 

V.________; Z. 166).  

B.e Mit Verfügungen vom 30. August 2002, vom 1. Oktober 2002 sowie 

vom 18. und 19. März 2003 sprach die IVSTA dem Versicherten Taggel-

der beziehungsweise Wartetaggelder von Fr. 148.20 vom 26. Januar 

2002 bis 11. August 2002, vom 12. August 2002 bis 28. Februar 2004, 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 5 

vom 1. Januar 2000 bis 31. Juli 2001 sowie vom 1. August 2001 bis 

6. Dezember 2001 zu (Ersatz der angefochtenen Verfügung vom 18. Juli 

2001, siehe oben Bst. B.c.b; Z. 171, 182, 184.1, 185.1). 

B.f Nachdem der Versicherte dem Unterricht (Umschulung zum techni-

schen Kaufmann) wiederum häufig fernblieb, zuletzt (im März 2003) 

gänzlich, dafür gesundheitliche Gründe geltend machte und in der Folge 

ärztliche Abklärungen durchgeführt wurden, verfügte die IV-Z.________ 

am 17. Oktober 2003, es liege kein Gesundheitsschaden vor, der zu ei-

nem Abbruch der bewilligten beruflichen Massnahme geführt habe, wes-

halb die am 25. Februar 2003 beantragte berufliche Massnahme nicht 

mehr weitergeführt und das Gesuch entsprechend abgewiesen werde 

(Z. 178, 179, 191, 202.1, 207, 208). Letztere Verfügung wurde durch eine 

gleichlautende Verfügung der IVSTA vom 12. Februar 2004 ersetzt; mit 

Einspracheentscheid vom 3. März 2004 hiess die Vorinstanz jedoch eine 

Einsprache des Versicherten gut, hob ihre Verfügung wieder auf und wies 

die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die IV-Z._______ 

zurück (Z. 227, 231.2). 

B.g Nach ergänzenden medizinischen Abklärungen im Zeitraum 2004 bis 

2007 bejahte die IV-Z._______ mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2008 

das Vorliegen einer vollen Arbeitsfähigkeit für wechselbelastende, leichte 

bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ohne besondere Geh- und Steh-

belastung seit Stellung des Gesuchs im Februar 2003 und verneinte ei-

nen Anspruch auf (weitere) berufliche Massnahmen (Z. 274). Auf Ein-

wand des Versicherten und Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 

Dienstes (nachfolgend: RAD) hin (Z. 277, 290.2, 311.12) erfolgten weitere 

medizinische Abklärungen zwischen November 2008 und Februar 2011. 

B.h Mit Verfügung vom 29. März 2011 hielt die IVSTA – unter Bezugnah-

me auf die Kostengutsprache vom 22. Juli 2002 und ihren Vorbescheid – 

fest, dem Versicherten sei es aus medizinischer Sicht zumutbar gewesen, 

die Umschulung zum technischen Kaufmann zu absolvieren. Zudem habe 

er in Deutschland Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen, 

womit der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen erlösche. Weitere 

berufliche Eingliederungsmassnahmen seien deshalb abzulehnen. Der 

Anspruch betreffend berufliche Eingliederungsmassnahmen und Warte-

taggelder werde abgewiesen (Z. 316). 

C.  

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 6 

C.a Mit Vorbescheid vom 17. März 2011 teilte die IV-Z._______ dem Ver-

sicherten mit, er habe ab 1. Dezember 2007 (ein Jahr ab Beginn des 

neuen Gesundheitsschadens vom 1. Dezember 2006 / Eintritt Versiche-

rungsfall 1. Dezember 2007) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente; 

diese werde bis 31. März 2010 befristet. Davor (seit 2003) habe kein 

Rentenanspruch bestanden, weil aufgrund des unfallbedingten somati-

schen Leidens eine Einschränkung bestanden habe, die einen renten-

ausschliessenden Invaliditätsgrad von 23% ergebe. Im Dezember 2009 

sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten, weshalb 

er ab 1. April 2010 (drei Monate nach Eintritt der Verbesserung) bei einem 

errechneten Invaliditätsgrad von 30% keinen Anspruch auf Invalidenrente 

mehr habe (Z. 307 und 310, 320.8). Am 5. Mai 2011 erhob der Beschwer-

deführer einen Einwand gegen den Vorbescheid und ergänzte diesen mit 

Eingabe vom 26. Mai 2011 (Z. 320.1, 324.1).  

C.b Mit Verfügung vom 22. November 2011 wies die Vorinstanz das Ren-

tengesuch vom 23. März 1995 ab. In Abänderung zum Vorbescheid sei 

festzuhalten, dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit seit 

dem Unfall vom 22. August 1994 erheblich eingeschränkt sei. Jedoch  

habe nie eine relevante längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in einer adap-

tierten Tätigkeit bestanden; der Versicherte sei nach einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit vom 1. Dezember 2006 bis 10. Januar 2007 arbeitsfä-

hig entlassen worden, ebenso nach einer stationären Behandlung vom 

22. Oktober 2008 bis 30. Januar 2009. Ab dem 31. Januar 2009 sei – 

entsprechend der Beurteilung der MEDAS B.________ – von einer 80%-

igen Arbeitsfähigkeit [in einer Verweistätigkeit] auszugehen. Aus dem Ein-

kommensvergleich ergebe sich ab 2009 ein Invaliditätsgrad von 29%, 

welcher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente einräume. Zum Ein-

kommensvergleich ergänzte sie, ein Karrierezuschlag könne nicht ge-

währt werden und für das Valideneinkommen sei auf die rechtskräftige 

Verfügung der SUVA abzustellen (Z. 337). 

D.  

D.a Mit Beschwerde vom 16. Mai 2011 und ergänzender Beschwerde-

schrift vom 26. Mai 2011 erhob der Beschwerdeführer – vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hebeisen – Beschwerde gegen die Verfü-

gung der IVSTA vom 29. März 2011 und beantragte die Gewährung wei-

terer Umschulungsmassnahmen, die Zusprache von Taggeldern für die 

Dauer der Durchführung der Umschulungsmassnahmen, die Anweisung 

an die Vorinstanz zur entsprechenden Leistungsausrichtung und schliess-

lich das Zusprechen von Wartezeittaggeldern für die Dauer der Wartezeit 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 7 

(spätestens ab 1. Januar 2010) bis zur Durchführung der Umschulungs-

massnahmen, dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Las-

ten der Vorinstanz (Beschwerdeakten im Verfahren C-2800/2011 [nach-

folgend: B-act.] 1, 5). 

D.b Am 24. Mai 2011 leistete der Beschwerdeführer fristgerecht den mit 

Zwischenverfügung vom 20. Mai 2011 erhobenen Kostenvorschuss über 

Fr. 400.– (B-act. 2-4). 

D.c Mit Vernehmlassung vom 26. Juli 2011 verwies die IVSTA auf die 

Vernehmlassung der IV-Z._______ vom 25. Juli 2011 und beantragte, die 

Beschwerde sei abzuweisen (B-act. 7). 

D.d In seiner Replik vom 5. Oktober 2011 hielt der Beschwerdeführer an 

seinen Anträgen vom 16. Mai 2011 vollumfänglich fest (B-act. 12). 

D.e Mit Duplik vom 15. Dezember 2011 hielt die Vorinstanz mit Verweis 

auf die Stellungnahme der IV-Z._______ vom 13. Dezember 2011 an ih-

rem Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, fest (B-act. 16). 

D.f Mit Verfügung vom 21. Dezember 2011 übermittelte das Bundesver-

waltungsgericht die Duplik der Vorinstanz inkl. Beilagen zur Kenntnisnah-

me an den Beschwerdeführer und schloss den Schriftenwechsel ab  

(B-act. 17). 

E.  

E.a Mit Beschwerde vom 10. Januar 2012 erhob der Beschwerdeführer –

wiederum vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Hebeisen – Be-

schwerde gegen die Rentenverfügung der IVSTA vom 22. November 

2011 und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Gewährung einer unbefristeten ganzen Invalidenrente rückwirkend ab 

1. März 2003 und „sämtliche weiteren Versicherungsleistungen aus der 

gesetzlichen Invalidenversicherung“ (Beschwerdeakten C-155/2012 

[nachfolgend: C-act.] 1). 

E.b Mit Zwischenverfügung vom 16. Januar 2012 vereinigte der Instrukti-

onsrichter die Verfahren C-2800/2011 und C-155/2012, erkannte die Ak-

ten des Verfahrens C-2800/2011 zu den Akten des Verfahrens  

C-155/2012 und teilte mit, das Verfahren werde unter der Verfahrensnum-

mer C-155/2012 weitergeführt. Gleichzeitig wurden die Kosten des Ver-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 8 

fahrens C-2800/2011 zum Verfahren C-155/2012 geschlagen und ein zu-

sätzlicher Kostenvorschuss von Fr. 500.– erhoben (C-act. 2). 

E.c Der Beschwerdeführer leistete den erhobenen Kostenvorschuss frist-

gerecht am 20. Januar 2012 (C-act. 4). 

E.d Mit Vernehmlassung vom 16. März 2012 beantragte die Vorinstanz 

unter Verweis auf die Vernehmlassung der IV-Z._______ vom 15. März 

2012, die Beschwerde sei abzuweisen (C-act. 6). 

E.e Mit Verfügung vom 26. März 2012 übermittelte der Instruktionsrichter 

die Vernehmlassung inkl. Stellungnahme der IV-Z._______ an den Be-

schwerdeführer zur Kenntnisnahme und schloss den Schriftenwechsel ab 

(C-act. 7). 

E.f Am 6. Dezember 2013 stellte die IV-Z.________ dem Bundesverwal-

tungsgericht ein Verlaufsgutachten der Klinik C.________ vom 13. No-

vember 2013 zu (C-act. 9). 

E.g Mit Eingabe vom 10. Januar 2014 stellte die IVSTA dem Bundesver-

waltungsgericht aufforderungsgemäss eine Kopie des Gutachtens der 

Uniklinik X._________ vom 30. Mai 2003 zu (C-act.10).  

E.h Mit Verfügung vom 14. März 2014 lud das Bundesverwaltungsgericht 

den ehemaligen Arbeitgeber des Beschwerdeführers ein, dem Gericht 

den mutmasslichen Lohn des Beschwerdeführers in den Jahren 2003, 

2009 und 2011 als gelernter Gipser mitzuteilen (C-act. 11). 

E.i Am 19. März 2014 teilte der Nachfolger des ehemaligen Arbeitgebers 

des Beschwerdeführers telefonisch mit, er könne keine konkreten Anga-

ben mehr über die Verdienste des ehemaligen Angestellten machen und 

verwies auf die entsprechenden Gesamtarbeitsverträge (GAV) des Maler- 

und Gipserverbandes (C-act. 12 f.).   

 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unter-

lagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen nä-

her eingegangen. 

 

 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 9 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfü-

gungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht 

vor. 

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) an-

wendbar ist. 

1.3 Der Beschwerdeführer hat an den vorinstanzlichen Verfahren teilge-

nommen; er ist durch die ihn betreffenden Verfügungen berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). 

Rechtsanwalt lic.iur. Andreas Hebeisen, welcher die Beschwerden unter-

zeichnet hat, ist vom Beschwerdeführer am 6. November 1996 rechtsgül-

tig bevollmächtigt worden, ihn betreffend IV-Versicherungsleistungen zu 

vertreten. Von seiner Legitimation zur Beschwerdeführung im Namen des 

Beschwerdeführers ist deshalb auszugehen (vgl. Art. 11 VwVG). 

1.4 Da die Beschwerden im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 

und auch die Kostenvorschüsse rechtzeitig geleistet worden sind, ist auf 

die Beschwerden einzutreten (Art. 60 i.V.m. Art. 38 Abs. 4 Bst. a und c 

ATSG, Art. 52 und 63 Abs. 4 VwVG). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängern die  

IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbstätigkeit ausüben, 

zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Dies gilt 

auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren or-

dentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der 

Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurück-

geht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. 

2.2 Da der Beschwerdeführer bei Eintritt des geltend gemachten Ge-

sundheitsschadens als Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland im 

Kanton Z._______ einer Arbeit nachging und zum Anmeldungszeitpunkt 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 10 

im grenznahen R.________, Deutschland, Wohnsitz hatte, war die IV-

Z._______ für die Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zustän-

dig und wurden die angefochtenen Verfügungen vom 29. März 2011 und 

vom 22. November 2011 zu Recht von der IVSTA erlassen. 

3.  

3.1  

3.1.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger mit Wohn-

sitz in Deutschland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Ab-

kommen Freizügigkeitsabkommen (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten 

ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbei-

teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs 

II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Ver-

bindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien un-

tereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates 

vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit 

auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, 

die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (SR 0.831.109.268.1; 

nachfolgend: Verordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 

oder gleichwertige Vorschriften an. Dabei ist im Rahmen des FZA auch 

die Schweiz als "Mitgliedstaat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnun-

gen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA).  

Noch keine Anwendung finden vorliegend die am 1. April 2012 in Kraft ge-

tretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der so-

zialen Sicherheit sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten 

für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordi-

nierung der Systeme der sozialen Sicherheit, zumal die angefochtenen 

Entscheide vor dem 1. April 2012 ergangen sind.  

3.1.2 Nach Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom Träger 

eines Staates getroffene Entscheidung über die Invalidität eines Antrag-

stellers für den Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann ver-

bindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten 

Tatbestandsmerkmale der Invalidität in Anhang V dieser Verordnung als 

übereinstimmend anerkannt sind. Eine solche anerkannte Übereinstim-

mung besteht für das Verhältnis zwischen einzelnen EU-Mitgliedstaaten 

und der Schweiz nicht. Der Invaliditätsgrad bestimmt sich daher auch im 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 11 

Geltungsbereich des FZA nach schweizerischen Rechtsvorschriften re-

spektive des IVG, der IVV, des ATSG sowie der ATSV (SR 830.11; vgl. 

BGE 130 V 253 E. 2.4). 

3.1.3 Demnach bestimmt sich auch die Frage, ob und gegebenenfalls ab 

wann der Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Eingliederungs-

massnahmen der schweizerischen Invalidenversicherung hat, allein auf-

grund der schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. Urteil des BVGer  

C-2573/2006 vom 8. Juli 2008 E. 5.2). 

3.2 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-

sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im 

Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes (hier: 

29. März und 22. November 2011) eingetretenen Sachverhalt abgestellt 

wird (BGE 130 V 329, BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Ein allfälliger 

Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der 

bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den in Kraft stehenden Normen 

zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Da vorliegend Leis-

tungsansprüche ab Oktober/Dezember 2002 streitig sind (vgl. B-act. 1 

S. 7 f., B-act. 12 S. 9, C-act. 1), sind ab 1. Januar 2003 die Bestimmun-

gen des ATSG anwendbar. Für die Beurteilung des Leistungsanspruchs 

sind vom 1. Januar 1992 bis zum 31. Dezember 2003 das IVG und die 

IVV in der Fassung vom 22. März 1991 (3. IV-Revision, AS 1991 2377) 

respektive vom 21. August 1991 (AS 1991 2116), bis zum 31. Dezember 

2007 das IVG und das ATSG in der Fassung vom 21. März 2003 und die 

IVV in der Fassung vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision, AS 2003 3837 bzw. 

AS 2003 3859) anwendbar. Soweit ein Rentenanspruch ab dem 1. Januar 

2008 zu prüfen ist, sind weiter die mit der 5. IV-Revision zu diesem Zeit-

punkt in Kraft getretenen Gesetzes- und Verordnungsänderungen zu be-

achten (AS 2007 5129 und AS 2007 5155). 

Sofern sich die einschlägigen Bestimmungen materiell nicht verändert 

haben, werden im Folgenden – falls nichts Gegenteiliges vermerkt – die 

Bestimmungen lediglich in der ab 1. Januar 2008 gültig gewesenen Fas-

sung zitiert. 

3.3 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei 

der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt 

des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 29. März 2011 betreffend be-

rufliche Massnahmen und 22. November 2011 betreffend Rentenan-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 12 

spruch) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinwei-

sen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im 

Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein 

(BGE 121 V 362 E. 1b). 

3.4  

3.4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität 

bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit 

diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig-

keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal-

ten oder zu verbessern (in der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden 

Fassung) und soweit die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ein-

zelnen Massnahmen erfüllt sind (in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fas-

sung). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhän-

gig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. 

Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichti-

gen. Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem gemäss 

Art. 8 Abs. 3 Bst. b IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden 

Fassung) in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be-

rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe [letztere 

in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung]). 

3.4.2 Der Umschulungsanspruch setzt eine Invalidität oder die unmittel-

bare Bedrohung durch eine solche voraus (Art. 8 Abs. 1 IVG [in der bis 

zum 31. Dezember 2007 geltenden Fassung]). Als invalid im Sinne von 

Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesund-

heitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der 

bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht. Dabei 

muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht ha-

ben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die versicherte 

Person in den ohne zusätzliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstä-

tigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von 

etwa 20% erleidet (BGE 124 V 108 E. 2b; AHI 2000 S. 62 E. 1).  

3.4.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf 

eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not-

wendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder 

verbessert werden kann. Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung 

grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbilden-

der Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der 

Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen Versicherten eine ihrer frühe-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 13 

ren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 124 

V 108 E. 2a; AHI 2000 S. 61 f. E. 1). Ohne stichhaltigen Grund – wie bei-

spielsweise eine Verletzung der Mitwirkungspflicht – darf die Invalidenver-

sicherung eine zugesprochene Umschulung nicht von sich aus vorzeitig 

beenden (BGE 139 V 399 E. 6, Urteil des BGer 9C_765/2010 vom 

18. Oktober 2010). 

3.4.4 Nach Ziff. 9 Bst. o) Ziff. 1 Abschnitt A Anhang II FZA gilt ein Arbeit-

nehmer oder Selbstständiger, der den schweizerischen Rechtsvorschrif-

ten über die Invalidenversicherung nicht mehr unterliegt, weil er seine 

existenzsichernde Erwerbstätigkeit in der Schweiz infolge Unfalls oder 

Krankheit aufgeben musste, als in dieser Versicherung versichert für den 

Erwerb des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen und während der 

Durchführung dieser Massnahmen, sofern er keine anderweitige Er-

werbstätigkeit ausserhalb der Schweiz aufnimmt. Gemäss höchstrichterli-

cher Rechtsprechung ist der Bezug von Arbeitslosengeldern im Wohnland 

der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ausserhalb der Schweiz gleichge-

stellt (BGE 132 V 53 E. 6.6). Die im Anhang II FZA hinsichtlich Eingliede-

rungsmassnahmen vorgesehene Verlängerung der Versicherung endet 

insbesondere spätestens in dem Zeitpunkt, in welchem der Fall durch Zu-

sprechung einer Rente definitiv abgeschlossen wird, die Eingliederung er-

folgreich durchgeführt wurde, eine Erwerbstätigkeit ausserhalb der 

Schweiz aufgenommen wird oder Arbeitslosengelder im Wohnland bezo-

gen werden (BGE 132 V 244 E. 6.4.1; vgl. auch Urteil des BVGer  

C-196/2010 vom 19. Juli 2011 E. 4.3 f.).  

3.5  

3.5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-

de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die In-

validität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

(Art. 4 Abs. 1 IVG); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begrün-

dung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und 

Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG).  

 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geis-

tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur 

vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG; der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Abs. 2 hat den Begriff 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 14 

der Erwerbsunfähigkeit nicht modifiziert, BGE 135 V 215 E. 7.3).  

 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-

fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 

leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem an-

deren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

3.5.2 Gemäss Art. 28 IVG (in der bis Ende 2003 gültig gewesenen Fas-

sung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 66 2/3%, ein Anspruch auf eine halbe Rente bei  

einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% und auf eine Viertelsrente bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% (Abs. 1). In Härtefallen hat 

der Versicherte bereits bei einem Invaliditätsgrad von 40% Anspruch auf 

eine halbe Rente; der Bundesrat umschreibt die Härtefälle (Abs. 1
bis

). 

Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewe-

senen Fassung besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die 

versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von min-

destens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Inva-

liditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Hieran 

hat die 5. IV-Revision nichts geändert (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 

dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung).  

3.6  

3.6.1 Wird eine befristete Invalidenrente verfügt und – mit einer gleichen-

tags erlassenen zweiten Verfügung – diese Rente unmittelbar ab dem 

Ende der Befristung aufgehoben oder abgeändert, so stellt diese zweite 

Anordnung materiell eine Rentenrevisionsverfügung dar, auf die folglich 

die entsprechenden Bestimmungen anwendbar sind. Dies gilt auch dann, 

wenn die beiden Anordnungen zum selben Zeitpunkt und sogar in dersel-

ben Verfügung getroffen werden. Deshalb müssen nach der Rechtspre-

chung und Lehre bei einer solchen Verfügung Revisionsgründe erfüllt 

sein (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d, 112 V 371 E. 2b; URS MÜLLER, Die mate-

riellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Invalidenversicherung, 

2003, S. 207 f.). 

3.6.2 Gemäss Art. 17 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder auf-

gehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich 

verändert hat. Eine Änderung des Invaliditätsgrades wird namentlich 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 15 

durch eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes impli-

ziert. Dagegen ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unterschied-

liche Beurteilungen sind revisionsrechtlich nur dann beachtlich, wenn sie 

Ausdruck von Änderungen der tatsächlichen Verhältnisse sind (BGE 117 

V 198 E. 3b, 112 V 387 E. 1b; ZAK 1987 S. 36 ff.). 

3.6.3 Zu beachten ist weiter, dass eine gesundheitliche Verschlechterung 

– wie jeder Gesundheitsschaden – eine gewisse Dauerhaftigkeit aufwei-

sen muss, um den Invaliditätsgrad beeinflussen zu können (vgl. ULRICH 

MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl.,  

2010, Art. 4 S. 29). Dem entsprechend ist gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV bei 

einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, die anspruchsbeeinflussende Änderung 

zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mo-

nate angedauert hat. Art. 29
bis

 IVV ist sinngemäss anwendbar. 

3.7 Beschwerdeführende können im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder 

der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemes-

senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 

3.7.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat 

in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 

V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).  

3.7.2 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, 

sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforde-

rungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr-

scheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hin-

weisen). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 

Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 

Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-

scheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an 

http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193
http://links.weblaw.ch/BGE-122-V-157
http://links.weblaw.ch/BGE-122-V-157
http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 16 

diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Ab-

nahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; 

UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 1999, 

S. 212, Rz 450; vgl. auch BGE 122 V 162 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 

224 E. 2b). Diese Praxis wurde vom Bundesgericht immer wieder bestä-

tigt (vgl. z.B. das Urteil des BGer 9C_108/2010 vom 15. Juni 2010 

E. 4.2.2). 

3.8  

3.8.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 

(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 

stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Ge-

sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel-

chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinwei-

sen). Die - arbeitsmedizinische - Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht 

darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren 

körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist. 

Im Vordergrund stehen dabei vor allem jene Funktionen, welche für die 

nach der Lebenserfahrung im Vordergrund stehenden Arbeitsmöglichkei-

ten der versicherten Person wesentlich sind (so etwa, ob diese sitzend 

oder stehend, im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder 

muss, ob sie Lasten heben und tragen kann). Die Frage, welche konkre-

ten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der medizinischen Angaben und un-

ter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in 

Frage kommen, ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, 

sondern von der Verwaltung bzw. von der Berufsberatung zu beantworten 

(vgl. Urteil des EVG I 457/04 vom 26. Oktober 2004, in: SVR 2006 IV 

Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 20 E. 2b).  

3.8.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-

tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und 

Experten begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und E. 3b/cc mit 

Hinweisen). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 17 

weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der einge-

reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als 

Gutachten (vgl. dazu Urteil des EVG I 268/2005 vom 26. Januar 2006 

E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).  

So ist den im Rahmen des im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutach-

ten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten 

und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelan-

gen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 

(vgl. dazu das Urteil des EVG vom 26. Januar 2006 [I 268/2005] E. 1.2, 

mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a und weiteren Hinweisen). In Bezug 

auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstat-

sache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen. Den Berichten und Gutachten versicherungsin-

terner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

konkreten Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache  

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versi-

cherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und 

auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, 

welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als 

begründet erscheinen lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 

160 E. 1c, 123 V 178 E. 3.4 sowie UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 

2. Aufl. 2009, Art. 43 Rz. 35). 

3.8.3 Nach der Rechtsprechung bestimmt sich der Beweiswert prognosti-

scher Angaben zur Arbeitsfähigkeit im rechtlich massgebenden Beurtei-

lungszeitpunkt danach, ob sie im Lichte der erhobenen medizinischen Be-

funde und Diagnosen sowie der vorher oder später erstatteten, beweis-

kräftigen Arztberichte nachvollziehbar, einleuchtend und konkret überzeu-

gend sind und namentlich nichts für eine seitherige, objektive Verschlech-

terung des Gesundheitszustands spricht, welche ernsthafte Zweifel an 

der Richtigkeit der früheren Prognose respektive der ursprünglich zuge-

muteten Restarbeitsfähigkeit begründet (vgl. unveröffentlichtes Urteil des 

BGer I 783/06 vom 6. September 2007 E. 4 mit Hinweisen; Urteil des 

BVGer C-2573/2006 vom 8. Juli 2008 E. 8.1). 

http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-351

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 18 

4.  

Im vorliegenden Verfahren ist streitig und vom Bundesverwaltungsgericht 

zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen seit 

Oktober 2002 Anspruch auf Gewährung einer Umschulung, Taggelder 

während der Umschulung und Wartezeittaggelder bis zur Durchführung 

der Umschulung (E. 6) bzw. aufgrund seiner gesundheitlichen Einschrän-

kungen Anspruch auf eine Invalidenrente hatte (E. 7). Hierzu ist einleitend 

auf die gesundheitliche Situation seit Oktober 2002 [wo nötig seit 1999], 

deren medizinische Würdigung und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

einzugehen (E. 5). Schliesslich bleibt zu prüfen, ob der Invaliditätsgrad 

von der Vorinstanz zutreffend ermittelt worden ist (E. 8). 

4.1 Vorweg gilt es jedoch, in formeller Hinsicht, die beanstandete Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs zu prüfen. Der Beschwerdeführer macht in 

seiner Replik vom 5. Oktober 2011 im Verfahren C-2800/2011 geltend, die 

Vorinstanz habe in ihrer Verfügung vom 29. März 2011 in eklatanter Wei-

se ihre Begründungspflicht verletzt und sei auf die Argumente im Einwand 

vom 1. Dezember 2008 nicht eingegangen. Dasselbe gelte für die Ver-

nehmlassungen der IV-Z.________ vom 25. Juli 2011 bzw. der IVSTA 

vom 26. Juli 2011; hier habe gar keine Auseinandersetzung mit den Rü-

gen in der Beschwerdeschrift stattgefunden (B-act. 12).  

4.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) haben die Parteien 

Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. auch Art. 42 ATSG i.V.m. Art. 1 

Abs. 1 IVG sowie Art. 29 VwVG). Das rechtliche Gehör dient einerseits 

der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, der in die Rechtsstel-

lung einer Person eingreift (vgl. BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen). 

Der verfassungsmässige Anspruch umfasst Rechte der Parteien auf Teil-

nahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Ent-

scheidfindung. Dazu gehört auch das Recht, mit erheblichen Beweisan-

trägen gehört zu werden sowie das Recht auf Einsicht in alle entscheid-

wesentlichen Akten (vgl. auch Art. 26 VwVG). Auch die Pflicht, einen Ver-

waltungsakt so abzufassen bzw. zu begründen, dass die Betroffenen ihn 

gegebenenfalls sachgerecht anfechten können, ist ein Teilgehalt des ver-

fassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. hierzu Art. 49 

Abs. 3 ATSG, Art. 35 Abs. 1 und 3 VwVG; BGE 134 I 83 E. 4.1, BGE 126 

V 75 E 5b/dd und BGE 124 V 180 E. 1a, je mit Hinweisen; sowie KIESER, 

ATSG-Kommentar, Rz. 37 ff. zu Art. 49). 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 19 

4.3 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt 

seine Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in 

der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung. Eine Verletzung des Gehörsanspruchs kann jedoch ausnahmswei-

se dann geheilt werden, wenn sie nicht besonders schwer wiegt und die 

Gehörsgewährung in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, in 

dem die Beschwerdeinstanz mit der gleichen Prüfungsbefugnis entschei-

det wie die untere Instanz. Von der Rückweisung der Sache an die Ver-

waltung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist – ebenfalls im Sinne 

einer ausnahmsweisen Heilung des Mangels – selbst bei einer schwer-

wiegenden Gehörsverletzung abzusehen, sofern die Rückweisung zu  

einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 

führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.1, BGE 127 V 431 E. 3d/aa 

und BGE 126 V 130 E. 2b, je mit Hinweisen).  

4.4 Festzuhalten ist, dass die angefochtene Verfügung vom 29. März 

2011 (betreffend berufliche Massnahmen) in ihrer Begründung auf weitere 

Abklärungen verweist, ohne konkret auszuführen, welche Abklärungen 

berücksichtigt worden seien, welche Beurteilungen diese Abklärungen 

enthielten und wie die Vorinstanz diese gewürdigt habe (gegebenenfalls 

unter Berücksichtigung diesen widersprechender Beurteilungen). Der Be-

gründung ist auch nicht zu entnehmen, was die Vorinstanz unter den Be-

griff „körperliches Leiden“ subsumiert, inwiefern und mit welchen Schlüs-

sen für die zu beurteilende Eingliederungsfrage auf eine Verschlechte-

rung des Gesundheitszustandes im Jahre 2006 zu schliessen war, worin 

diese Verschlechterung bestand und weshalb trotz erwähntem körperli-

chem Leiden kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt/vorgele-

gen habe (Z. 316). In der Vernehmlassung wiederum weist die Vorinstanz 

ohne Weiterungen auf die Stellungnahme der IV-Z.________ vom 25. Juli 

2011 hin, in welcher diese auf die Ausführungen in der angefochtenen 

Verfügung sowie „die Akten der IV-Stelle (insb. Z. 166, 191, 192, 206, 

210, 217, 224, 227, 230, 250, 274, 306, 311, 316)“ verweist. In der Duplik 

vom 15. Dezember 2011 wiederum nimmt die IVSTA ohne Weiterungen 

auf die Stellungnahme der IV-Z.________ vom 13. Dezember 2011 Be-

zug, in welcher diese in medizinischer Hinsicht auf die „zwischenzeitlich 

erlassene Verfügung vom 22.11.2011“ verweist. 

Damit hat die Vorinstanz zweifelsohne ihre Begründungspflicht verletzt 

und war der Beschwerdeführer gezwungen, Beschwerde beim Bundes-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 20 

verwaltungsgericht zu erheben, um Klarheit darüber zu erhalten, ob die 

Abweisung des Antrags auf Gewährung beruflicher Massnahmen zu 

Recht abgewiesen worden ist. 

4.5 Der Gehörsanspruch des Beschwerdeführers wurde damit von der 

Vorinstanz – wie dargelegt – verletzt. Allerdings konnte sich der Be-

schwerdeführer im vorliegenden Verfahren, in dem das Bundesverwal-

tungsgericht sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei über-

prüft, in Kenntnis sämtlicher relevanter (und umfangreicher) Vorakten, na-

mentlich auch der verschiedenen Gutachten und des Einkommensver-

gleichs vom 17. März 2011, einlässlich und unter Kenntnisnahme der Vor-

akten zur angefochtenen Verfügung äussern. Im Rahmen eines zweifa-

chen Schriftenwechsels hatte er ausreichend Gelegenheit, seine Anträge 

zu begründen und zu den umstrittenen Fragen Stellung zu nehmen. Unter 

diesen Umständen und in Berücksichtigung der seit 1995 hängigen Ge-

suche um berufliche Massnahmen und Gewährung einer Invalidenrente 

würde eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zweifelsohne zu 

einem formalistischen Leerlauf führen und damit zu einer weiteren Verzö-

gerung des Verfahrens, die nicht mit dem prozessökonomischen Interes-

se (auch) des Beschwerdeführers an einer beförderlichen Beurteilung der 

Sache zu vereinbaren wäre. Die Heilung der festgestellten Gehörsverlet-

zungen ist daher gerechtfertigt. Ausnahmsweise ist demnach von der be-

antragten Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs abzusehen. Der Gehörsverletzung wird jedoch bei der 

Auferlegung von Verfahrenskosten Rücksicht zu tragen sein (siehe 

E. 10.1). 

5.  

5.1 Medizinisch im Vordergrund stehen erstens die Folgen des Gleit-

schirmunfalls am 22. August 1994 mit Schädigung des oberen Sprungge-

lenks (OSG) rechts, der damit einhergehend diagnostizierten Arthrosis 

deformans des oberen Sprunggelenks und der seit August 2010 erwähn-

ten Beschwerden am rechten Knie (vgl. sogleich E. 5.2) und zweitens die 

geltend gemachte psychische Erkrankung (Depression; vgl. unten E. 5.3). 

5.2  

5.2.1 Der Beschwerdeführer macht gestützt auf die Bescheinigungen der 

Hausärzte Dres. D._________ und E._________ geltend, er sei seit Ok-

tober 2002 zu 100% arbeitsunfähig (vgl. unten E. 5.2.3 Abschnitt 2). 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 21 

5.2.2 In orthopädischer Hinsicht lässt sich den zahlreichen medizinischen 

Unterlagen entnehmen, dass die Distorsionsfraktur am rechten oberen 

Sprunggelenk noch am Tage des Unfalls mittels Osteosynthese [operative 

Versorgung des Knochenbruchs mittels Implantat] versorgt wurde 

(Z. 15.8). Im Juni 1995 erfolgte die Entfernung des Osteosynthesenmate-

rials (Z. 9.11), jedoch beklagte sich der Beschwerdeführer weiterhin über 

Schmerzen im Sprunggelenk nach Belastung (Z. 9.12, 12.6, 12.8). Im 

September 1995 erfolgte im Kantonsspital T.________ die Entfernung 

freier Gelenkskörper und die Abtragung von Knochenkanten am Prozes-

sus posterior tali (rückseitiger Fortsatz des Sprungbeins/Talus; Z. 9.4, 

9.6).  

5.2.2.1 In seinem orthopädischen Zusatzgutachten zuhanden der Lan-

desversicherungsanstalt S._______ diagnostizierte Dr. F._________ am 

6. Oktober 1995 – gestützt auf eine persönliche Begutachtung am 

21. September 1995 und in Berücksichtigung der Vorakten – eine Bewe-

gungseinschränkung des Sprunggelenks und eine posttraumatisch be-

ginnende Arthrosis deformans, erachtete – nach Abklingen des noch vor-

handenen Wundödems – eine körperliche Vollbelastung als Gipser als 

möglich, bei 75%-iger Arbeitsfähigkeit entsprechend der Einschätzung 

der Rehaklinik Y._______ (Z. 15.15), beurteilte Arbeiten im Stehen und/ 

oder Gehen mit gelegentlichem Sitzen als ideal, und wies darauf hin, 

dass bei einem Scheitern der Belastungserprobung als Gipser berufsför-

dernde Massnahmen erwogen werden müssten (Z. 15.30 S. 10-14).  

5.2.2.2 In ihrem sozialmedizinischen Gutachten vom 20. Oktober 1995 

beurteilte Dr. G._________ der Landesversicherungsanstalt 

S._________, unter Bezugnahme auf das oben erwähnte Gutachten vom 

6. Oktober 1995, die bisherige Arbeit als Gipser als zweistündig bis unter 

halbschichtig und leichte sowie mittelschwere Arbeiten im Wechsel zwi-

schen Sitzen/Stehen/ Gehen, auf ebener Erde, als vollschichtig zumutbar 

(Z. 15.5-7). Am 28. November 1995 beurteilte der SUVA-Kreisarzt die 

bisherige Tätigkeit als Gipser (ebenfalls) nicht als ideal, jedoch eine vor-

wiegend sitzende, wechselbelastende Tätigkeit (Z. 43.85). 

5.2.2.3 In ihrem Austrittsbericht vom 7. Mai 1996 erachteten die Dres. 

G.G._______ und H._________ der Rehaklinik Y._______ eine Wieder-

eingliederung als Gipser aufgrund der Unfallfolgen als schwierig und nicht 

mehr sinnvoll. Als funktionelle Einschränkungen nannten sie eine Gehbe-

hinderung für längere Distanzen oder Gehdauer, vor allem auf unebenem 

Boden sowie beim repetitiven Überwinden von Treppen und Schwellen, 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 22 

beurteilten jedoch das Heben und Tragen von Lasten von 10 bis 15 kg als 

zumutbar, das repetitive Heben und Tragen dieser Lasten als beschwer-

lich. Eine Umschulung, wie sie bereits absolviert werde, sei indiziert 

(Z. 43.43 S. 3).  

5.2.2.4 In einem kurzen Gutachten vom 18. November 1996 nannte 

Dr. I._________ als Gesundheitsstörungen eine Bewegungseinschrän-

kung im rechten oberen Sprunggelenk mit posttraumatischer beginnender 

Arthrose und beurteilte den Beschwerdeführer – aufgrund einer persönli-

cher Untersuchung – in überwiegend leichten und zeitweise mittelschwe-

ren Arbeiten, überwiegend sitzend, zeitweise stehend/gehend, ohne 

Zwangshaltungen, als vollschichtig arbeitsfähig. Sie führte aus, als Gipser 

und Stuckateur könne er nicht mehr eingesetzt werden. Zumutbar seien 

überwiegend sitzende Tätigkeiten unter den qualitativen Einschränkungen 

des negativen Leistungsbildes. Tätigkeiten, die mit dem Besteigen von 

Leitern und Gerüsten, häufigem Treppensteigen und Gehen auf unebe-

nem Boden verbunden seien, könnten nicht zugemutet werden (Z. 28). 

5.2.2.5 Am 9. Oktober 1997 wiederum hielt der SUVA-Kreisarzt 

Dr. J._________ als Befund fest, die Narbe am rechten oberen Sprung-

gelenk sei reizlos, es liege keine Schwellung und keine Überwärmung 

vor. Das Sprunggelenk sei schmerzbedingt diskret eingeschränkt in der 

Beweglichkeit. Der Zustand sei seit längerem gleich, mit Belastungs-

schmerzen sowie leichter Einschränkung der Beweglichkeit. Therapien 

liefen derzeit keine mehr, Massnahmen seien ebenfalls keine mehr vor-

gesehen. Dem Versicherten sei nicht mehr zumutbar das Begehen un-

ebenen Geländes sowie das häufige Besteigen von Leitern und Treppen, 

das Lastentragen über max. 20 kg sei nur ausnahmsweise zumutbar, alle 

anderen Tätigkeiten mit der Möglichkeit einer Wechselbelastung seien in 

vollem Umfang zumutbar (Z. 43.9).  

5.2.2.6 Die Vorakten enthalten erst mit dem Gutachten der MEDAS 

A._______ eine neuerliche Beurteilung der Situation in orthopädischer 

Hinsicht. Folgende Diagnosen wurden von Dr. K._______ in seinem 

rheumatologischen Untergutachten vom 28. Dezember 2000 aufgrund ei-

ner persönlichen Untersuchung am 5. Dezember 2000 (Z. 102) festgehal-

ten: a) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: arthrosebedingte Restbe-

schwerden (ICD-10: M19.17), akute Epicondylopathia humeri radialis 

links (ICD-10: M77.1); b) ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: eine neu 

diagnostizierte arterielle Hypertonie sowie eine oesophageale Reflux-

symptomatik. Im bisherigen Beruf als Gipser und Stuckateur mit der Not-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 23 

wendigkeit zum regelmässigen Begehen von Leitern, Gerüsten, Schwel-

len mit der Notwendigkeit zum andauernden Stehen und Gehen, bestehe 

eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von 100%. Keine Verringerung der Ar-

beitsfähigkeit liege vor in Tätigkeiten mit Wechselbelastung, Sitzen, Ste-

hen und kurze Strecken Gehen ohne Treppen- oder Schwellenbenutzung. 

Zumutbar seien Tätigkeiten ohne repetitives Heben von mehr als 10-

15 kg. Die Epicondylopathie links sei als akute Überlastungs- und Reizre-

aktion des Ellbogens zu betrachten und dürfte keinen bleibenden Einfluss 

auf die zu attestierende Arbeitsfähigkeit haben (Z. 103 S. 10 ff.).  

5.2.2.7 Der Hausarzt Dr. D._________ bestätigte in seinem kurzen Be-

richt vom 6. Mai 2002 unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit unter anderen die Sprunggelenksarthrose rechts nach 

OSG-Luxationsfraktur rechts, jedoch ohne weitere Beurteilung dazu 

(Z. 146.1). In ihrem kurzen Bericht vom 1. April 2003 bestätigte 

Dr. E._________ zudem eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 5. Dezember 

2002 bis 16. Februar 2003, nannte jedoch in Abschnitt A („Diagnosen 

mit/ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit“) keine Diagnose in ortho-

pädischer Hinsicht (Z. 186.1). In einem weiteren Bericht von 

Dr. E._________ vom 7. April 2004 ist, bei attestierter vollständiger Ar-

beitsunfähigkeit vom 5. Dezember 2002 bis 16. Dezember 2003, die 

Sprunggelenksarthrose wieder unter den Diagnosen mit Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit genannt, ohne weitere Beurteilung („arthrosebe-

dingte Restbeschwerden bei Zustand nach Fussdistorsion rechts […]“ 

Z. 234.1). 

5.2.2.8 Die Dres. S._______ und H.H._______ der Uniklinik X._________ 

hielten in ihrem Gutachten vom 30. Mai 2003 zuhanden der SUVA 

T._______ (C-act. 10) folgende Diagnosen fest: 1) posttraumatische, mit-

telschwere Arthrose des oberen Sprunggelenks bei Status nach Malleo-

larfraktur Typ Weber C mit Volkmann‘scher Dreieckabsprengung rechts, 

Status nach Plattenosteosynthese am 22. August 1994, Status nach 

Osteosynthese-Materialentfernung am 23. Juni 1995, Status nach OSG-

Arthroskopie rechts, offener Resektion des Processus posterior tali und 

Fragmentexzision fibulotalar wegen posterolateralem Impingement 

OSG/USG am 8. September 1995 und mässiggradiger Dorsalextensions-

einschränkung im rechten OSG, 2) depressives Zustandsbild, medika-

mentös behandelt, 3) Zöliakie (ED 2002, diätetisch behandelt). Es sei 

nachvollziehbar, dass der Explorand unter Anlaufschmerzen, Belastungs-

schmerzen, Schwellungstendenz nach Belastung leide; erklärbar seien 

auch die Beschwerden beim Leiter-/Treppensteigen sowie beim Bergauf-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 24 

Gehen. Es bestehe eine mittelschwere posttraumatische Arthrose, mit de-

ren Progredienz zu rechnen sei. Aktuell könne der Explorand den Alltag 

bestreiten, sodass zurzeit ausser Anpassung eines orthopädischen Se-

rienschuhs keine anderen Behandlungen indiziert seien. Das Beschwer-

debild sei seit längerem konstant, weshalb die Akutbehandlung sowie die 

Rehabilitation abgeschlossen seien. Es bestehe eine wesentliche Beein-

trächtigung bei Ausführung der stark fussbelastenden Tätigkeit als Gipser 

mit häufigem Tragen von schweren Gegenständen und Treppen-

/Leitersteigen. Der Explorand sei jedoch in einer mehrheitlich sitzenden 

und wenig fussbelastenden Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig, dies bei vol-

lem Pensum (C-act. 10 Beilage S. 11 ff.). 

5.2.2.9 Die Dres. L._______ und M._______ sowie die Physiotherapeutin 

N.________ des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene 

AG (AEH) hielten in ihrem Gutachten vom 2. Dezember 2005 zuhanden 

der IV-Z.________ die Diagnose einer fortgeschrittenen Arthrose des 

oberen rechten Sprunggelenks fest und führten aus, diese stehe aus 

rheumatologisch-orthopädischer Sicht im Vordergrund. Diese verunmögli-

che weitgehend die statische Belastbarkeit und gewichtsbelastende Tä-

tigkeit als Gipser. Für den Versicherten in den Vordergrund gerückt sei ein 

psychosomatisches Leiden. Anlässlich der Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit habe sich der Beschwerdeführer bis in den mittel-

schweren Gewichtsbereich bei zuverlässiger Leistungsbereitschaft und 

guter Konsistenz belasten lassen. Dabei hätten sich Limitierungen bei 

längerem Stehen mit Entlastungstendenz des rechten Fusses und beim 

Treppensteigen wie auch beim Leitersteigen mit zunehmender Vorfussbe-

lastung rechts und dadurch bedingtem leichtem Hinken gezeigt. Das ar-

beitsbezogene relevante Problem bestehe in einer verminderten Belas-

tungstoleranz des rechten Fusses, was sich insbesondere beim längeren 

Stehen und beim Leiter- und Treppensteigen äussere. Die Belastbarkeit 

liege allgemein im Bereich einer wechselbelastenden mittelschweren Ar-

beit. Die bisherige Arbeit als Gipser sei nicht zumutbar; mittelschwere Ar-

beiten mit Wechselbelastung bezüglich Gehen, Stehen und Sitzen, unter 

Vermeidung von längeren Steh- und Gehphasen, seien ganztags zumut-

bar (Z. 250 S. 5-7). 

5.2.2.10 In einem weiteren orthopädisch-unfallchirurgischen Gutachten 

vom 23. August 2007 zuhanden der Bundesversicherungsanstalt für An-

gestellte hielt Dr. F._________ als Diagnosen eine posttraumatische 

Arthrosis deformans des rechten oberen Sprunggelenks nach Weber-B-

Fraktur (M19) sowie eine rezidivierende mediale Meniskopathie des rech-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 25 

ten Kniegelenks (M23.3) fest. Klinisch bestehe eine endgradige Ein-

schränkung der Beweglichkeit sowie eine auf eine radiologisch nachge-

wiesene Arthrosis deformans zurückzuführende Belastungseinschrän-

kung des rechten Beins. Weiterhin bestehe das Rezidiv einer medialen 

Meniskopathie rechts, welche durch Injektionsbehandlung zur Zeit ge-

bessert sei. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit des Gipsers und Stuckateurs 

erscheine nur teilweise leidensgerecht (qualitative Funktionseinschrän-

kungen seien zu beobachten: Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und Ar-

beiten unter Einfluss von Kälte, Nässe und Zugluft). Leichte und mittel-

schwere körperliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien 

vollschichtig zumutbar (Z. 267 S. 12-14).  

5.2.2.11 In seinem kurzen Bericht vom 22. November 2007 diagnostizier-

te Dr. O._______, als Dauerdiagnosen eine Retropatellararthrose rechts 

sowie eine myostatische Insuffizienz und als Diagnose anhand der aktuel-

len Untersuchung eine Gonarthritis rechts und empfahl Muskelaufbautrai-

ning (Z. 298.13). 

Am 10. August 2009 diagnostizierte P._______, Fachärztin für Physikali-

sche und Rehabilitative Medizin, eine posttraumatische Sprunggelenks-

arthrose rechts und teilte mit, sie habe weitere Abklärungen (MRT des 

Sprunggelenks) veranlasst (Z. 298.6). Diesem Auftrag entsprechend 

nahm Dr. Q._______ am 20. August 2009 eine Magnetresonanz-Unter-

suchung des oberen Sprunggelenks rechts vor. In seiner Beurteilung er-

wähnte er eine schwere viertgradige lateral-betonte Arthrose; es lägen 

kein freier Gelenkskörper und kein Erguss vor (Z. 298.7). Derselbe Arzt 

erstellte am 9. August 2010 eine weitere Magnetresonanztomographie 

des rechten Kniegelenks und hielt dazu fest, es liege keine Rissbildung 

im Meniskus vor, die Kreuzbänder und Bandstrukturen seien intakt. Es 

liege eine Chondropathie [Knorpelerkrankung] 2. bis 3. Grades [kleine 

Risse, bis tiefe Spalten im Knorpel] im medialen Gelenkkompartiment und 

2. bis 3. Grades retropatellar sowie ein minimaler Gelenkserguss supra-

patellar vor (Z. 306.44).  

5.2.2.12 In einem Zusatzgutachten der MEDAS B.________ vom 27. Ja-

nuar 2011 hielt Dr. R._______ als Diagnose mit Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit schmerzhafte Funktionseinschränkungen im rechten 

Sprunggelenk bei Zustand nach Luxationsfraktur mit operativer Versor-

gung fest; ausgeprägte degenerative Veränderungen seien bekannt. Als 

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte die Ärztin 

a) rezidivierende Beschwerden im rechten Kniegelenk bei varischer Bein-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 26 

achse und medial und retropatellar betonten beginnenden degenerativen 

Veränderungen, b) Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, 

muskulärer Hartspann und verschmächtigte dorsale Rumpfmuskulatur, 

kein nervenwurzelbetontes neurologisches Defizit, beidseits verkürzte 

Ischiokruralmuskulatur, c) dezente Adipositas, d) klinischer Anhalt auf Al-

kohol-Foetor bei der Untersuchung um 08.00 Uhr. Die vom Versicherten 

vorgetragenen Beschwerden am rechten Kniegelenk und am rechten 

Sprunggelenk fänden klinisch wie auch radiologisch ihr Korrelat. Dringend 

notwendig sei die Versorgung mit orthopädischen Schuhen; bei Bedarf 

sollten immer wieder physikalische Anwendungen und Physiotherapie in 

die Wege geleitet werden. Ansonsten zeigten sich altersentsprechende 

Befunde der Wirbelsäule wie auch der grossen/kleinen Gelenke der obe-

ren/unteren Extremitäten. Ab sofort ergebe sich ein vollschichtiges Ar-

beitsvermögen für überwiegend sitzende Tätigkeiten ohne Einschränkun-

gen der Leistungsfähigkeit. Auf Dauer seien zu vermeiden: ausschliessli-

ches Gehen und Stehen, häufiges Bücken, häufiges Treppensteigen wie 

auch Einfluss von Kälte und Nässe. Von orthopädischer Seite ergebe sich 

kein Anhalt auf längere Arbeitsunfähigkeit seit 2007 in rentenberechtigen-

dem Ausmass (Z. 306.36 S. 6 f.). In der polydisziplinären Beurteilung vom 

25. Februar 2011 wurde ergänzend ausgeführt, die bisherige Arbeit als 

Gipser/Stuckateur sei nicht mehr zumutbar; die Arbeitsfähigkeit ausser-

halb des ursprünglichen Berufs sei jedoch nicht eingeschränkt. Zumutbar 

sei eine sitzende Arbeit mit möglichst kurzen Gehdistanzen, ohne Not-

wendigkeit des Treppen- oder Leiternsteigens, und das Heben und Tra-

gen von Lasten bis 10 kg. Eine Arthrodese des rechten oberen Sprungge-

lenks bringe keine Rehabilitation, sondern nur eine symptomatische Ver-

besserung, ohne die Behinderung zu beheben (Z. 306 S. 21 ff.). 

5.2.2.13 Schliesslich hielt auch Dr. S._______, Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates (vgl. auch C-act. 10), in sei-

nem Gutachten der C._______-Klinik vom 13. November 2013 (C-act. 9 

Beilage 2) – das zwar nach dem Zeitpunkt der angefochtenen Verfügun-

gen erstellt worden ist, jedoch aufgrund dessen, dass es sich um eine 

Verlaufsbegutachtung betreffend die orthopädischen Beschwerden seit 

1994 handelt, vorliegend mit zu berücksichtigen ist (vgl. dazu Urteile des 

BVGer C-3084/2007 vom 24. Januar 2011 E. 6.6.4 m.w.H. und C-

8403/2008 vom 2. September 2010 E. 2.3) – die Diagnosen fortgeschrit-

tene invalidisierende posttraumatische OSG-Arthrose rechts, Status nach 

operativen Eingriffen am 22. August 1994, 23. Juni 1995 und 8. Septem-

ber 1995, oligosymptomatische femoro-patellare Arthrose Knie rechts, 

depressives Zustandsbild (medikamentös behandelt) und Zöliakie (ED 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 27 

2002, diätetisch behandelt). In objektiver Hinsicht [klinische Untersu-

chung, Radiologie] habe sich die Situation am oberen Sprunggelenk 

rechts seit dem Gutachten der Uniklinik X._________ aus dem Jahre 

2003 nicht verändert; die gesamte Beweglichkeit des OSG rechts sei im 

Vergleich mit 2003 nicht verändert. Die Nachbargelenke seien unverän-

dert geblieben und zeigten keine kompensatorischen degenerativen Ver-

änderungen. Am rechten Knie sei eine beginnende femoro-patellare Arth-

rose festzustellen. In einer angepassten Tätigkeit (vorwiegend sitzende 

Tätigkeit, ohne häufige Steh- und Gehphasen, ohne Stehen und Gehen 

auf unebenen Böden, ohne wiederholtes Heben und Tragen von Gewich-

ten über 10 kg) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%, ohne zusätzliche 

Einschränkungen.  

5.2.3 Nicht umstritten ist vorliegend die Restarbeitsfähigkeit in der bishe-

rigen Tätigkeit als Gipser/Stuckateur, zumal die Vorinstanz in der ange-

fochtenen Verfügung darauf abgestellt hat, der Beschwerdeführer sei in 

seiner bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig.  

Damit ergibt sich, dass seit Abschluss der Heilbehandlung durch die Un-

fallversicherung (Oktober 1996) alle Ärzte, mit Ausnahme der beiden 

Hausärzte, aus orthopädisch/rheumatischer Sicht eine volle Arbeitsfähig-

keit in angepassten Verweistätigkeiten, trotz Verletzung des rechten obe-

ren Sprunggelenks, bestätigen. Soweit der Beschwerdeführer beschwer-

deweise und mit Replik geltend macht, die Hausärztin habe seit Oktober 

2002 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigt, kann dieser seitens der 

Hausärzte D._________ und E._________ (chronologisch: Z. 183.8, 

183.9, 183.5, 183.3, 186.1, 277.19, 277.18, 234.1, 264.1, 298.1) nicht 

weiter begründeten, pauschalen und ohne Auseinandersetzung mit zahl-

reichen abweichenden gutachterlichen Beurteilungen erfolgten Würdi-

gung nicht gefolgt werden und ist auf die diesbezügliche Beurteilung der 

Vorinstanz abzustellen (vgl. zur Beweiskraft von Berichten der Hausärzte 

auch BGE 135 V 465 E. 4.5 m.w.H.). 

5.3 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob zwischen 1999 (erstmalige 

Hinweise in den Arztberichten auf psychische Probleme) und 2011 (Zeit-

punkt der angefochtenen Verfügungen) eine psychische Erkrankung vor-

gelegen hat, die im Frühjahr 2003 ursächlich für den Abbruch der Um-

schulung zum Technischen Kaufmann gewesen sei (B-act. 1, 5, 12) be-

ziehungsweise seit deren Auftreten zu einer rentenrelevanten Invalidität 

geführt habe. 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 28 

5.3.1 Der Beschwerdeführer macht – unter Bezugnahme auf verschiede-

ne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Hausärzte – geltend, er sei 

seit Mitte November 2001 nicht mehr arbeitsfähig und habe deshalb die 

Umschulung nicht weiterführen können (Z. 138, 146.1, 183.3, 183.5, 

183.8 f., 186.1, 277.19, 277.18, 234.1). Beschwerdeweise ergänzt er, die 

medizinischen Berichte enthielten auch Hinweise auf eine depressive Er-

krankung bereits seit 1999 (C-act. 1). 

5.3.2  

5.3.2.1 Wie dem Schlussbericht der Berufsberaterin vom 9. Mai 2000 ent-

nommen werden kann, äusserte sich der Beschwerdeführer an einem 

Standortgespräch am 22. November 1999 ihr gegenüber dahingehend, 

dass er die Schule in W._________, an welcher er zum Technischen 

Kaufmann hätte umgeschult werden sollen (Z. 161.34), ab 18. Mai 1999 

nicht mehr besucht habe, weil das Taggeld noch nicht oder sehr verspätet 

eingetroffen sei. In einem weiteren Gespräch am 2. Mai 2000 habe er 

denselben Grund genannt. Er sitze nur zuhause und mache nichts; aus-

ser Segeln und der Schifffahrt interessiere ihn nichts. Wegen der sehr be-

lastenden beruflichen Situation sei er in R.________ einmal zum Psychia-

ter Dr. T._______ gegangen (Z. 84.1 f.). 

5.3.2.2 In einer ersten psychiatrischen Begutachtung am 11. Dezember 

2000 in der MEDAS A.________ konnte Dr. U._______ – gestützt auf ei-

ne persönliche Exploration des Beschwerdeführers am 5. Dezember 

2000 – keine invaliditätsbegründende psychiatrische Diagnose erkennen. 

In der Befunderhebung beschrieb er einen bewusstseinsklaren und all-

seits orientierten Exploranden, der sich kooperativ an der Untersuchung 

beteilige. Aufgefallen sei eine etwas erhöhte vegetative Labilität, indem 

der Explorand rasch erröte. Der Gedankengang sei unauffällig, sachlich 

und aufs Thema bezogen. Es fänden sich keine Hinweise auf Konzentra-

tions-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, ebenso fehlten Hin-

weise auf Zwänge und psychotische Phänomene. Er wirke affektiv gut 

moduliert, es sei gut möglich, einen unkomplizierten Kontakt zu ihm her-

zustellen, mehrmals lache er auch. In keiner Weise wirke er übertrieben 

oder aggravierend. Psychomotorisch sei er ruhig und unauffällig 

(Z. 100.3). In der interdisziplinären Beurteilung vom 15. Dezember 2000 

wurde festgehalten, dass mangels einer psychiatrischen Diagnose keine 

Arbeitsunfähigkeit bestehe (Z. 103.12). 

5.3.2.3 Dem Verlaufsprotokoll der IV-Stelle Z._______ vom 21. März 

1996 bis 10. Juli 2002 ist mit Datum vom 22. November 1999 folgender 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 29 

Eintrag zu entnehmen: „Er habe noch kein Taggeld erhalten, deshalb ha-

be er auch keine Motivation, zur Schule zu gehen. Er würde wahrschein-

lich kein Taggeld bekommen […].“ Der Eintrag vom 8. Dezember 1999 

enthält folgende Aussage: „Bis im Frühling müsse er die Fächer nachge-

holt haben, sonst fliege er dann schon raus. Alles läge am Willen. 

V._______ glaubt nicht, dass er die Schule schafft, wegen mangelndem 

Einsatz, die Intelligenz wäre vorhanden […]“. Hinweise auf psychische 

Probleme finden sich im Protokoll bis zu diesem Datum nicht. Am 2. Mai 

2000 ist folgender Eintrag vermerkt: „Er mache nichts, er habe Schulden. 

V [der Versicherte] behauptet, er hätte die Umschulung nie gewollt. Er 

hätte auch nie nach W._________ gewollt. Er gehe nicht mehr in eine 

Handelsschule. Gibt zu, dass er keine Motivation hat [...]. Er sei bei Dr. 

T._______, Psychiater in R.________, wegen seiner Depressionen […]. 

Mit dieser Motivation wird er nirgendwo genommen. Wegen der Taggeld-

situation sei er nicht mehr gegangen […]. Er wünscht die Prüfung neuer 

Möglichkeiten. V hat sich um nichts gekümmert, keine Ahnung was“. Dem 

Eintrag vom 12. April 2002 wiederum ist zu entnehmen: „Vom 

16.11.[2001] bis 25.01.[2002] sei er krank geschrieben von Dr. 

D._________ in U.________, er habe Zöliakie = Darmerkrankung, Unver-

träglichkeit von Getreide etc., er müsse Diät leben und könne vieles nicht 

essen. Er habe im Wohnwagen gelebt. Er sei nicht mehr zur Schule ge-

gangen, weil er den Anschluss zur Schule verloren habe. Er sei völlig zu-

sammengebrochen, habe alle sozialen Kontakte abgebrochen, habe kein 

Glas mehr halten können und nicht mehr geschlafen. Er kann nicht sa-

gen, warum er sich nicht gemeldet habe. Es habe ihm auch gestunken, 

uns zu melden, wir tun ja auch nichts für ihn. Er hat keine Ahnung, wie es 

weitergehen könnte […]. Er könne nicht schlafen, er habe Schweissaus-

brüche etc. Er könne ausserhalb nichts essen. Psychisch gehe es ihm 

schlecht. Er habe Reizungen – Reizdarm. Seit Ende Januar habe er kei-

nen Kontakt mehr zur Schule gehabt. Er komme mit dem Stoff nicht mehr 

nach. Vorher sei er in der Schule gut gewesen. Er habe keine Probleme 

gehabt. Nach Eintritt der Behinderung habe er sich nicht mehr konzentrie-

ren können“ (Z. 126.1 – 12). In einem Schreiben der IVSTA an die IV-

Z.________ vom 15. März 2002 ist erwähnt, dass gemäss den beiliegen-

den Unterlagen der Beschwerdeführer seit dem 16. November 2001 „we-

gen Krankheit“ nicht mehr an der Umschulung teilnehme (Z. 138.1). In 

den beigefügten ärztlichen Attesten vom 11. Dezember 2001 und 21. Ja-

nuar 2002 der Gemeinschaftspraxis Dr. D._________ /Dr. E._________ 

wird „wegen Krankheit“ bescheinigt: Arbeitsunfähigkeit vom 

16. November bis 22. Dezember 2001 (Z. 138.4), Arbeitsunfähigkeit vom 

7. bis 25. Januar 2002 (Z. 138.6). Einem später erstellten Verlaufsproto-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 30 

koll (Z. 192.15) ist folgender Eintrag per 7. November 2002 zu entneh-

men: „Tel. mit W.________ Handelsschule, Herr X._______: Herr 

A._______ habe ein ärztliches Zeugnis vom 30.10. – 01.11. (3 Tage) we-

gen Rückenproblemen. Sonst fehlt er nur stundenweise, er sei etwas de-

pressiv. Generell sei alles in Ordnung.“ 

5.3.2.4 Dr. Y._______, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diag-

nostizierte in ihrem Bericht vom 14. Februar 2003 erstmals eine mit-

telgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung 

(ICD-10: F33.1). In der Anamnese führte sie an, der Beschwerdeführer 

habe berichtet, er habe seit Ende Oktober 2002 zunächst an einzelnen 

Tagen, ab Anfang November 2002 dann fast durchgängig, unter einer rät-

selhaften Antriebsschwäche gelitten. Er sei tageweise im Bett gelegen, 

sei nicht in der Lage gewesen, den Haushalt zu machen oder auch nur 

die Post zu öffnen. Er habe es zum Teil nicht einmal geschafft, zum Arzt 

zu gehen, um sich eine Krankmeldung zu besorgen, sodass er in der 

Schule unentschuldigt gefehlt habe […]. Im Medizinischen hält sie fest, 

dass vor drei Jahren zum Jahresende hin [Ende 1999] diverse unklare 

körperliche Beschwerden bestanden hätten, im Winter letzten Jahres 

[2002] „körperlich-seelischer Zusammenbruch“, nächtelang nicht geschla-

fen, Diarrhöe. Gemäss Beurteilung „käme“ als Hintergrund für die aktuelle 

depressive Symptomatik wegen der Symptombildung schon im Vorjahr 

und der endogen [aus inneren Ursachen] anmutenden Beschwerden dif-

ferentialdiagnostisch eine saisonal abhängige Depression in Frage, ande-

rerseits habe der Beschwerdeführer auch schon im letzten Winter unter 

massivem äusserem Druck gestanden. Nach wenigen Gesprächen drän-

ge sich jedenfalls auch der Eindruck einer neurotischen Konfliktsituation 

auf […] (Z. 186.3).  

5.3.2.5 Der Hausarzt Dr. D._________ nannte am 1. April 2003 – unter 

Hinweis auf die Beurteilung von Dr. Y._______ und als Diagnose mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – eine „Depression, am ehesten im 

Rahmen einer neurotischen Konfliktsituation“, bestehend seit ca. Herbst 

2002 (Z. 186.1). 

5.3.2.6 Dem Verlaufsprotokoll der IV-Z.________ (Z. 192.15 f.) ist im Ein-

trag vom 12. Mai 2003 zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit 

dem 24. Februar 2003 nicht mehr arbeitsunfähig erklärt sei. In die Schule 

sei er jedoch nicht mehr zurückgegangen. Er gehe nicht, weil es ihm psy-

chisch nicht gut gehe […]. Er traue sich zur Zeit keine beruflichen Mass-

nahmen zu, es gehe ihm psychisch zu schlecht. Er gehe nicht in psychiat-

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Seite 31 

rische Behandlung, weil Frau Dr. Y._______ keine neuen Patienten neh-

me. Sie habe ihm jedoch eine Liste mit anderen Psychiatern gegeben. Er 

habe sich jedoch noch nicht um einen ärztlichen Psychotherapeuten be-

müht. Er könne nicht erklären, warum er nicht mehr in die Schule gehe. 

Zu Beginn der Umschulung sei es sehr gut gegangen […]. Trotzdem sei 

er in ein Tief gefallen. Er könne sich alleine nicht dazu aufraffen, eine 

Psychotherapie zu absolvieren. Er könne sich auch nicht aufraffen, an die 

Schule zurückzugehen. Er wünsche sich von der IV die Auflage einer 

Psychotherapie (stationär), um wieder mit der Umschulung beginnen zu 

können, sobald es ihm besser gehe. Er sehe ein, dass er berufliche 

Massnahmen schon zu oft abgebrochen habe. Er könne jedoch nicht sa-

gen, warum er es immer wieder tue. Es hänge einfach mit seiner depres-

siven Verfassung zusammen. 

5.3.2.7 Am 1. Oktober 2003 erstellte Dr. Z._______ im Auftrag der IV-

Z._______ vom 24. Juli 2003 und nach persönlicher Exploration des Be-

schwerdeführers am 30. September 2003 ein psychiatrisches Gutachten. 

Darin hielt er – nach Würdigung der Vorakten, persönlicher Anamnese 

und Befunderhebung die Diagnose „Verdacht auf unreife psychastheni-

sche instabile Persönlichkeit mit wenig Ausdauer und Durchhaltevermö-

gen (ICD-10: F68.8)“ fest. Im Befund beschrieb er einen ruhigen, ent-

spannten, gelassenen Mann, der sehr gesprächig und kooperativ sei. Bei 

der Anamneseerhebung habe er etwas Mühe mit der Reihenfolge der 

eingeleiteten Umschulungsversuche gehabt, habe sich aber kritisch und 

selbstkritisch gegenüber den bisherigen Eingliederungsversuchen gezeigt 

[…]. Er sei während des Gesprächs bewusstseinsklar, allseits orientiert 

und völlig geordnet gewesen. Es habe keine Anhaltspunkte für Merkfä-

higkeits-, Auffassungs- und Gedächtnisstörungen gegeben. Die Konzent-

rationsfähigkeit sei gut gewesen. Es hätten sich keine Anhaltspunkte für 

Wahnideen, Sinnestäuschungen feststellen lassen. Stimmungsmässig sei 

der Patient nicht aufgefallen, der affektive Rapport sei gut herstellbar ge-

wesen. Er habe sich in einer mittleren Stimmungslage befunden, Anhalts-

punkte für Wahnideen, Sinnestäuschungen hätten sich nicht feststellen 

lassen. In der Beurteilung ergänzte er, der Beschwerdeführer zeige sich 

als haltschwach, abhängig, emotional labil mit wenig Ausdauer und 

Durchhaltevermögen. Das Problem der beruflichen Eingliederung stehe in 

Verbindung mit Persönlichkeitseigenschaften des Versicherten. Die von 

der in Deutschland tätigen Psychiaterin festgestellte depressive Störung 

sei als passager und auf die schwierige psychosoziale Situation reaktiv 

ausgelöst zu betrachten. Sie sei nach seinem Dafürhalten für das Schei-

tern der Eingliederungsversuche nicht wesentlich massgebend. Aus der 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 32 

Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers lasse sich eine Invalidität 

nicht ableiten. Der Patient sei aus psychischen Gründen als voll arbeits- 

und umschulungsfähig zu betrachten (Z. 206).  

5.3.2.8 In einer Stellungnahme vom 9. Oktober 2003 beurteilte 

Dr. A.A._______ des RAD das Gutachten aus versicherungsmedizini-

scher Sicht als nachvollziehbar. Reaktive Depressionen und äussere Le-

bensumstände seien nicht als invalidisierend im Sinne der Gesetzgebung 

zu betrachten (Z. 208).  

5.3.2.9 In einer undatierten Stellungnahme (Eingang beim Beschwerde-

führer am 18. Dezember 2003) äusserte der behandelnde (vgl. Z. 202.1) 

Psychotherapeut, Dr. B.B._______, Kritik am Gutachten und erklärte, 

dass der Beschwerdeführer seit Beginn der psychotherapeutischen Be-

handlung am 29. Juli 2003 zweifellos unter einer mittelgradigen rezidivie-

renden Depression (ICD-10: F33.1) gelitten habe. Diese sei besonders 

gekennzeichnet gewesen durch eine ausgeprägte Antriebsschwäche, 

Schlafstörungen mit Morgentief und Orientierungslosigkeit (…). Eine von 

verschiedenen Ärzten diagnostizierte mittelgradige Depression lasse sich 

nicht einfach im Nachhinein wegdiskutieren. Laut ICD-10 bestehe bei die-

ser Diagnose Arbeitsunfähigkeit, solange sie dauere (Z. 221.3). Die 

Hausärztin Dr. E._________ diagnostizierte in der Folge am 10. März 

2004 als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine endo-

gene Depression mit neurotischer Konfliktsituation bestehend seit Okto-

ber 2002 (…). In den „ärztlichen Angaben“ führte sie aus, der psychische 

Zustand sei gar nicht so schlecht, zurzeit befinde sich der Beschwerde-

führer in Psychotherapie. Im Begleitblatt ergänzte sie, die Umschulung 

sei aufgrund der Depression „wohl abgebrochen“ worden; unter konse-

quenter antidepressiver Therapie sei eine Umschulung möglich 

(Z. 234.1). In einem weiteren Arztbericht vom 22. April 2004 führte 

Dr. B.B._______ aus, der Beschwerdeführer sei seit 29. Juli 2003 bei ihm 

in Behandlung, die Eingangsdiagnose sei damals eine rezidivierende de-

pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1) ge-

wesen. Damals sei der Patient mit Sicherheit aus psychologischer Sicht 

arbeitsunfähig gewesen. Der psychische Zustand sei gekennzeichnet ge-

wesen durch stark verminderten Antrieb, Konzentrationsstörungen, stark 

reduzierten Selbstwert und vor allem pessimistischer Zukunftsperspekti-

ve. Erstmals habe der Beschwerdeführer im Oktober 1999 unter Depres-

sionen gelitten. Seit dieser Zeit habe sich eine Depression immer in den 

Herbstmonaten ab Ende Oktober eingestellt. Diese habe dann meist bis 

Mitte Januar gedauert. Heute könne von einer leichten depressiven Stö-

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Seite 33 

rung gesprochen werden. Er sei jedoch nach wie vor nicht besonders be-

lastbar. Er lasse sich leicht entmutigen und reagiere auf zu starke Belas-

tung mit deutlicher Antriebsschwäche und ausgeprägtem Vermeidungs-

verhalten. […]. Bisherige Umschulungsversuche seien wohl wegen der zu 

theoretischen Ausrichtung gescheitert. Der Beschwerdeführer habe sich 

mit den Lerninhalten nicht identifizieren können und sei in eine Depressi-

on abgerutscht. Er benötige bis auf weiteres psychotherapeutische Be-

handlung (Z. 235.6). 

5.3.2.10 Im früher erwähnten Gutachten des AEH vom 2. Dezember 2005 

diagnostizierten die Gutachter in psychischer Hinsicht den Verdacht auf 

eine psychasthenische instabile Persönlichkeit und im Zusammenhang 

mit Oberbauchschmerzen auf ein psychosomatisches Leiden. Sie wiesen 

jedoch gleichzeitig darauf hin, dass – trotz fehlenden Verdachts auf ein 

die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigendes relevantes psychiatrisches Leiden 

– eine aktuelle psychiatrische Begutachtung von Nutzen sei. Jedoch habe 

der bestellte Konsiliarpsychiater aus gesundheitlichen Gründen die psy-

chiatrische Evaluation absagen müssen (Z. 248, 250.5 ff.). Bei dieser 

Sachlage ist auf die psychiatrische Beurteilung im Gutachten AED vorlie-

gend nicht abzustellen. 

5.3.2.11 In zwei Arztberichten der C.C._______-Klinik vom 22. Januar 

und 22. Februar 2007, in welcher sich der Beschwerdeführer stationär 

vom 1. Dezember 2006 bis 10. Januar 2007 aufhielt, wird dem Beschwer-

deführer eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2), „bestehend 

seit ca. 2 Jahren“, attestiert. Im Bericht vom 22. Februar 2007 führten die 

Ärzte jedoch auf Nachfrage der IV-Z._______ aus, eine 100%-ige Ar-

beitsunfähigkeit habe vom 1. Dezember 2006 bis 10. Januar 2007 be-

standen. Unter der durchgeführten Therapie habe sich die depressive 

Symptomatik als deutlich rückläufig gezeigt. Unter weiterer ambulanter 

Therapie mit Fokussierung auf die Konfliktfelder sei zu erwarten, dass die 

depressive Symptomatik keine dauernde Einschränkung für die generelle 

Arbeitsfähigkeit des Patienten habe. Aus psychiatrischer Sicht sei die Ar-

beitsfähigkeit zu 100% durchaus denkbar (Z. 264.5 [mit Einschwärzungen 

und Auslassungen], 263.3 f.). 

5.3.3 Damit ist festzustellen, dass für das Bestehen einer invaliditätsrele-

vanten andauernden Depression (ICD-10: F33.1, vgl. Urteil des BGer 

9C_478/2011 E. 5.2) bereits ab dem Jahre 1999 keine mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit bestehenden Hinweise aus den Akten entnommen 

werden können. In seinem Bericht vom 22. April 2004 begründet 

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Seite 34 

Dr. B.B._______ nicht, worauf er die Erkenntnis, der Beschwerdeführer 

leide seit Oktober 1999 an Depressionen, abstützt. Noch am 14. Februar 

2003 führte die behandelnde Psychiaterin Dr. Y._______ ihrerseits aus, 

vor drei Jahren zum Jahresende hin (d.h. Ende 1999) hätten diverse un-

klare körperliche Beschwerden bestanden. Eine deutliche Antriebsschwä-

che habe der Beschwerdeführer auf November 2002 datiert (vgl. Anam-

nese in Z. 186.3). Dieser Beurteilung entsprechend hielt der Gutachter 

der MEDAS A.________ in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 

11. Dezember 2000 fest, es bestehe keine relevante Diagnose aus psy-

chiatrischer Sicht (Z. 100.1). Gegenteiliges ist auch nicht den oben wie-

dergegebenen Protokolleinträgen der IV-Z._______ zu entnehmen. So-

weit die Gutachter der MEDAS B._______ in ihrem interdisziplinären 

Gutachten vom 25. Februar 2011 die früher gestellten Diagnosen von re-

zidivierenden depressiven Störungen bestätigten (Z. 306.23), ist bezüg-

lich der Situation zwischen 1999 und 2002 auf das oben Gesagte und die 

Präzisierung des Fachgutachters, wonach diese Diagnose anamnestisch, 

also gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers und ohne ent-

sprechendes klinisches Korrelat, erhoben worden sei (Z. 306.34), zu ver-

weisen. Nicht zu berücksichtigen ist schliesslich die Diagnosestellung 

„depressives Zustandsbild“ in den beiden Gutachten der Uniklinik 

X._________ vom 30. Mai 2003 (C-act. 10 Beilage) und der C._______-

Klinik vom 13. November 2013 (C-act. 9 Beilage 2), da es sich beide Ma-

le um ein orthopädisches Verlaufsgutachten handelt, der Gutachter zur 

psychischen Situation keine Aussagen gemacht und keine eigene Beur-

teilung vorgenommen hat und die Diagnosestellung keiner offiziellen 

(ICD-) Terminologie entspricht. 

Im Weiteren ist den medizinischen Berichten – entgegen der wiederholten 

Kritik des Beschwerdeführers – klar und in Übereinstimmung mit der Be-

urteilung des Gutachters Dr. Z._______ (die vom Arzt des RAD am 9. Ok-

tober 2003 aus versicherungsmedizinischer Sicht als nachvollziehbar er-

achtet wurde [Z. 208]) zu entnehmen, dass die ab Herbst 2002 diagnosti-

zierte Depression nur passagerer Natur war. So führte Dr. Y._______ in 

ihrem Bericht vom 14. Februar 2003 aus, differentialdiagnostisch komme 

eine saisonal abhängige Depression in Frage. Auch der das Gutachten 

Z._______ bestreitende Dr. B.B._______ führte in seinem Bericht vom 

22. April 2004 aus, seit 1999 habe sich eine Depression immer in den 

Herbstmonaten ab Ende Oktober eingestellt. Diese habe dann meist bis 

Mitte Januar gedauert. Heute könne von einer leichten depressiven Stö-

rung gesprochen werden. In der Sozialanamnese des Gutachtens der 

Uniklinik X._________ vom 30. Mai 2005 wurde zudem erwähnt, dass der 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 35 

Beschwerdeführer saisonal Segeljugend-Ausbildung betreibe, was eben-

falls gegen eine andauernde schwere Depression spricht (C-act. 10 Bei-

lage S. 7). Damit liegen für den Zeitraum bis 2005 (vgl. dazu unten die 

Beurteilung der C.C.________-Klinik) keine Hinweise auf eine mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit gegebene andauernde psychische Erkran-

kung vor.  

5.3.4 Für die Beurteilung ab 2005 ergeben die Akten ebenfalls keine kla-

ren Hinweise auf eine andauernde rentenrelevante Depression: Den Be-

richten der C.C._______-Klinik vom 22. Januar und 22. Februar 2007 ist 

zwar zu entnehmen, dass mit Eintritt in die stationäre Behandlung im De-

zember 2006 eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2) diagnos-

tiziert wurde (Z. 264.7), was sich notabene mit den bisherigen Befunden 

einer passageren, auf die Herbst-/Wintermonate beschränkten Depressi-

on deckt. Jedoch stützt sich die Aussage, die Depression bestehe seit 

zirka zwei Jahren, offenbar ausschliesslich auf die Aussagen des Be-

schwerdeführers in der Anamnese, da beide Berichte keine weiteren 

Hinweise enthalten, woraus die Klinik auf eine seit 2005 vorliegende an-

dauernde schwere depressive Episode schloss. Zudem ist trotz zahlrei-

cher Vorakten für den Zeitraum zwischen 2005 und anfangs 2007 weder 

eine regelmässig durchgeführte ambulante noch eine stationäre psychiat-

rische Behandlung aktenkundig. Der einzige ärztliche Hinweis ist dem 

Gutachten des AEH vom 2. Dezember 2005 zu entnehmen, wonach – 

nicht von einem Fachgutachter festgestellt – „zurzeit keine sicheren Hin-

weise für eine depressive Episode bestehen“ (Z. 250.7). Des Weiteren at-

testierte die C.C._______-Klinik auf Nachfrage der IV-Z.________ eine 

Arbeitsunfähigkeit zu 100% nur vom 1. Dezember 2006 bis 10. Januar 

2007 und führte aus, unter der angegebenen Therapie habe sich die de-

pressive Symptomatik deutlich rückläufig entwickelt, der Patient werde in 

deutlich gebessertem Zustand, ohne Verschreibung einer Dauermedikati-

on, entlassen (Z. 264.5, 264.8). Aus psychiatrischer/psychotherapeuti-

scher Sicht sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar und sei eine volle 

Leistungsfähigkeit bei kontinuierlicher, ambulanter Begleitung wahr-

scheinlich. Eine bleibende Einschränkung von mindestens 20% bestehe 

aus ihrer Perspektive nicht (Z. 263.7), aus psychiatrischer Sicht sei eine 

Arbeitsfähigkeit zu 100% durchaus denkbar (Z. 263.4). Am 20. Mai 2007 

wiederum bestätigte die Hausärztin Dr. E._________ eine schwere de-

pressive Episode, ohne dass ihrem Bericht zu entnehmen wäre, worauf 

sich diese Diagnose abstützt. Zudem hielt sie gleichzeitig eine Arbeitsun-

fähigkeit zu 100% vom 1. Dezember 2006 (nur) bis 10. Januar 2007 fest 

(Z. 264.1). 

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 36 

5.3.5 Die medizinischen Akten enthalten nach diesem Zeitpunkt einzig mit 

Entlassbrief der Tagesklinik R._______, einem Psychiatriezentrum in 

Q.________, vom 30. Januar 2009, wieder Hinweise auf die psychische 

Situation des Beschwerdeführers. Dieser befand sich von 22. Oktober 

2008 bis zum 30. Januar 2009 in der Tagesklinik in teilstationärer Be-

handlung. Dr. D.D._______ erhob als Befunde eine in allen Qualitäten 

orientierte Person, Verdacht auf Störungen in Konzentration und Auf-

merksamkeit, keine formalen oder inhaltlichen Denkstörungen, der An-

trieb wirke gehemmt, affektiv sei der Patient gedrückt, gelegentlich stün-

den ihm Tränen in den Augen, er erzähle flüssig und geordnet von seiner 

Problematik, Betonung der körperlichen Problematik, wenig Selbstbeo-

bachtungsfähigkeiten bezüglich Stimmung, kein Anhalt für Suizidalität, 

anamnestisch keine Suizidversuche, Krankheitsgefühl vorhanden, thera-

piemotiviert, und diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, 

mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und schädlichen Gebrauch von 

Alkohol (ICD-10: F10.1). In der zusammenfassenden Beurteilung führte 

er aus, profitieren können habe der Patient vor allem vom strukturieren 

Setting in der Tagesklinik, die depressive Symptomatik sei zuletzt voll-

ständig remittiert gewesen, der Alkoholkonsum auf ein vertretbares Mass 

deutlich reduziert. Er sehe den Patienten aufgrund verminderter Stressre-

sistenz auf dem ersten Arbeitsmarkt nur eingeschränkt belastbar. Dies 

finde unter anderem bereits Niederschlag in der Anerkennung eines Gra-

des der Behinderung (GdB) von 50%. Eine weitere, ambulante psycho-

therapeutische Betreuung erscheine sinnvoll (Z. 291.3).  

Schliesslich ist dem psychiatrischen Zusatzgutachten von 

Dr. E.E._______ der MEDAS B._______ vom 4. Februar 2011 – gestützt 

auf eine persönliche psychiatrische Exploration und Untersuchung am 

27. Januar 2011 – zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer „auch in 

den Monaten“ nach der Entlassung aus der Tagesklinik R.________ bei 

guter Tagesstruktur und stabilem Befinden immer wieder ambulant dorthin 

gegangen sei; nach endgültiger Stabilisierung habe er dies dann aber 

nicht mehr getan (Z. 306.29 „fachspezifische persönliche Anamnese“). 

Aktuell verbringe er viel Zeit bei den Eltern, bedingt durch die Krankheit 

des Vaters und die Hilfsbedürftigkeit der Mutter. Dadurch habe er Be-

schäftigung, was insgesamt seiner Stimmung und seinem Antrieb gut tue 

(…). Er leiste Hausarbeit, könne auch ein wenig kochen, abends schaue 

er meistens fern, er habe wenig Aussenkontakte, gehe kaum weg, da er 

grosse finanzielle Sorgen habe. Er habe gute Kontakte im Ort, sei auch 

Kassier im Dorfverein; er habe zirka vier bis fünf Freunde, die im Ort 

wohnten, einmal im Monat komme es zu einem Treffen mit alten Freun-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 37 

den aus der Schulzeit. Wenn das Wetter schön sei, paddle er gerne auf 

dem Bodensee (…). Derzeit habe er keine ambulante Psychotherapie, 

besuche auch keinen Psychiater regelmässig, zweimal pro Quartal gehe 

er zur Hausärztin, die ihm das Mirtazapin verschreibe. Den Kontakt zur 

Tagesklinik halte er nicht mehr (…). Er fahre mit dem Auto, erledige alle 

Einkäufe selbst (...). Als Hobbys gibt er die Imkerei an, Tischtennisspielen 

sowie Faltbootpaddeln (...). Seit Februar 2010 habe er Kontakt zum örtli-

chen Imkerverein aufgenommen, so dass er zumindest während der Sai-

son wöchentliche Vereinstreffen wahrnehme. Er bemühe sich, ausrei-

chend Wissen und Fähigkeiten zu erwerben, um in diesem Jahr zirka 

zehn Bienenstöcke von älteren Mitgliedern des Vereins übernehmen zu 

können. Er freue sich darauf, sich um die Bienen zu kümmern und ein 

komplettes Bienenhaus zu übernehmen (...). Jetzt helfe er gelegentlich im 

Ehrenamt bei der Lebenshilfe O.________ und kümmere sich um Behin-

derte. Dies mache ihm Freude und könnte eventuell auch eine Perspekti-

ve für weiteres berufliches Engagement sein (...). Er leide unter Zukunfts-

ängsten, er fühle sich aber seit Juni 2010 besser (Z. 306.29 – 31). Im Be-

fund erhob der Gutachter einen wachen, orientierten und zu Zeit, Ort und 

Begutachtungssituation vollständig orientierten Versicherten. In der Pri-

märpersönlichkeit wirke der Versicherte freundlich und wenig belastungs-

fähig. Eine Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 lasse sich nicht diagnos-

tizieren; Frustrationstoleranz und Impulskontrolle seien ausreichend in-

takt. Ein Nachlassen von Aufmerksamkeit, Ausdauer und Konzentrationen 

seien nicht erkennbar. Der inhaltliche und formale Gedankengang seien 

geordnet, zu keinem Zeitpunkt depressiv gehemmt oder gesperrt. Psy-

chotische Denkinhalte lägen nicht vor; es bestehe keine paranoide Sym-

ptomatik, kein Schuldwahn, keine Halluzinationen, keine illusionären Ver-

kennungen. Der Versicherte wirke ausreichend schwingungsfähig. Mimik 

und Gestik unterstrichen den jeweiligen Affekt stets synthym [passend]. 

Im Affekt wirke er durchaus schwingungsfähig und zeige eine angemes-

sene emotionale Resonanz, gelegentlich klängen Traurigkeit und Verbitte-

rung an, von der sich der Versicherte aber gut lösen und sich im Ge-

spräch aufheitern könne (...). Die Stimmung sei nicht einer zirkadianen 

Rhythmik unterworfen. Die Willens- und Antriebsbildung zeige aktuell kei-

ne krankhaften Beeinträchtigungen (Z. 306.31 – 33). In der Gesamtbeur-

teilung führte der Gutachter aus, der Versicherte leide anamnestisch seit 

1999 unter rezidivierenden depressiven Störungen, weil diese Diagnose 

2003 ambulant gestellt worden sei, und eine klinisch fassbare depressive 

Episode 2007 habe stationär behandelt werden müssen. Nach der Ent-

lassung sei es erneut zu deutlicher Antriebsstörung gekommen. Im Zuge 

einer tagesklinischen Behandlung 2008/2009 sei es aber zu einer anhal-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 38 

tenden Stabilisierung gekommen. Der Versicherte sei in der Lage, sich 

um seine Eltern zu kümmern, seinen Alltag zu regeln und seine sozialen 

Kontakte aufrecht zu erhalten. Auch hedonistische Tendenzen seien er-

kennbar. Im psychopathologischen Befund seien keine wesentlichen de-

pressiven Symptome auszumachen. Ambulante psychiatrisch-psycho-

therapeutische Behandlung werde vom Versicherten derzeit nicht für not-

wendig erachtet. Eine kontinuierliche antidepressive Behandlung werde 

aber fortgeführt, um Rezidive zu vermeiden; dies werde mit Mirtazapin 30 

durchgeführt und stelle eine relativ milde Behandlungsoption dar 

(Z. 306.34). Als Diagnosen mit Relevanz für die Arbeits- und Leistungsfä-

higkeit erhob er rezidivierende depressive Störungen, derzeit remittiert 

(ICD-10: F33.0), und erachtete den Beschwerdeführer aus rein psychiat-

rischer Sicht in der Lage, seinem körperlichen Leistungsvermögen ange-

passte Arbeiten vollschichtig auszuüben; wegen der persistierenden Vul-

nerabilität [Verwundbarkeit] auf dem Boden einer rezidivierenden depres-

siven Störung sei die Leistungsfähigkeit um 20% dauerhaft gemindert. Er 

empfahl eine regelmässige ambulante psychiatrische Fachbehandlung 

(Z. 306.34 f.). In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter 

der MEDAS B._______ fest, dass die Arbeitsfähigkeit ausserhalb des ur-

sprünglichen Berufs nicht eingeschränkt sei. In Betracht fielen sitzende 

Arbeiten mit möglichst kurzen Gehdistanzen, ohne Notwendigkeit des 

Treppen- oder Leiternsteigens, Heben und Tragen bis 10 kg, während 8-9 

Stunden pro Tag; dabei bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 

20%. Die Arbeitsfähigkeit sei mit grosser Wahrscheinlichkeit während der 

psychiatrischen Behandlung 2008/2009 nicht gegeben gewesen; soweit 

retrospektiv beurteilbar, scheine sie seit Jahresbeginn 2010 uneinge-

schränkt wieder vorhanden zu sein (Z. 306.21 – 23). 

5.3.6 Damit kann auch für den Zeitraum zwischen 2005 und 2011 keine 

relevante Einschränkung in psychiatrischer Hinsicht attestiert werden. 

Zwar bestätigen die Arztberichte mehrfach das Vorliegen einer rezidivie-

renden depressiven Störung (ICD-10: F33.0 bis F33.2), jedoch erweist 

sich diese aufgrund der Akten als vorübergehender Natur und konnte der 

Beschwerdeführer, soweit er stationär oder teilstationär behandelt worden 

war, jeweils in deutlichem gebessertem psychischem Zustand, der die 

Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit erlaubt hätte, aus der Behand-

lung entlassen werden. Eine andauernde begleitende ambulante Fach-

behandlung ist ebenfalls nicht aktenkundig. Die Ärzte der MEDAS 

B._______ attestieren einzig eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

in angepassten Verweistätigkeiten von 20%, was zwar der früheren Ein-

schätzung der Tagesklinik R.________ von 50% widerspricht, worauf je-

C-2800/2011, C-155/2012 

Seite 39 

doch aufgrund dessen, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich sei-

nen Alltag selber regelt, seine Eltern betreut, soziale Kontakte aufrecht 

erhält, im Privaten gewisse Verantwortlichkeiten (Kassier, Bienenzüchter, 

Betreuung Behinderter) übernommen hat (vgl. E. 5.3.5) vorliegend abzu-

stellen ist. Nicht gefolgt werden kann indes der sinngemässen Würdigung 

der MEDAS B.________, die Arbeitsfähigkeit sei – soweit beurteilbar – 

nach der psychiatrischen Behandlung 2008/2009 bis Jahresbeginn 2010 

nur eingeschränkt vorhanden gewesen (Z. 306.23 f.), da diese Einschät-

zung der Beurteilung der Tagesklinik R.________ in ihrem Entlassbrief 

vom 30. Januar 2009 widerspricht, wonach die depressive Symptomatik 

zuletzt vollständig remittiert gewesen sei. Soweit eine gewisse Einschrän-

kung (auch) auf der Aussage basieren sollte, der Alkoholkonsum sei (bei 

der Entlassung) auf ein vertretbares Mass deutlich reduziert worden, ist 

auf die Praxis des Bundesgerichts zu verweisen, das in einer Alkohol-

sucht per se keine invaliditätsrelevante Erkrankung erkennt (vgl. Urteil 

des BGer 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011 E. 4.1 m.w.H.). Trotz gewisser 

Hinweise in den Arztberichten kann daher – wie oben dargelegt – nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen einer andauern-

den psychischen Erkrankung geschlossen werden (vgl. oben E. 3.5, 3.6). 

5.4 Den medizinischen Akten sind weitere gesundheitliche Einschränkun-

gen zu entnehmen. Nachfolgend bleibt deshalb zu prüfen, ob diese Ein-

schränkungen einen relevanten Einfluss auf die Integrations- und Arbeits-

fähigkeit des Beschwerdeführers hatten. 

Das MEDAS A.________-Gutachten vom 15. Dezember 2000 nennt un-

ter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine akute 

Epicondylopathia humeri radialis [Tennisellbogen] links und ohne Auswir-

kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine arterielle Hypertonie sowie rezidivie-

rende Oberbauchschmerzen. Bezüglich der Ellbogenproblematik führten 

die Gutachter in der Würdigung aus, die Epicondylopathia sei nur passa-

gerer Natur und stehe der Ausübung einer angepassten Verweistätigkeit 

nicht entgegen. Dem entsprechend nennen die Gutachter der Uniklinik 

X._________ (Gutachten vom 30. Mai 2003) in ihrem Befund keine Hin-

weise auf eine diesbezügliche Einschränkung (C-act. 10 Beilage S. 9). 

Ohne Relevanz für die Ausübung einer Verweistätigkeit erachteten die 

MEDAS A.________-Gutachter die arterielle Hypertonie, die medikamen-

tös behandelt werden kann und keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-

keit hat (vgl. Urteile des BGer 9C_645/2007 vom 11. Oktobe