# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3369c02e-7906-5ad6-9d16-8e3023109a01
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.03.2010 D-7604/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7604-2009_2010-03-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7604/2009
law/rep
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
c/o Schweizer Botschaft in Colombo,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 23. Oktober 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7604/2009

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  -  eine  srilankische  Staatsangehörige  tamili-
scher  Ethnie  aus  B._______  -  stellte  am  20. Januar  2009  bei  der 
schweizerischen Vertretung in  Colombo ein  schriftliches  Asylgesuch, 
das sie - auf entsprechende Zusatzfragen der Schweizer Botschaft in 
Colombo vom 29. Januar 2009 hin - mit Eingabe vom 5. Februar 2009 
ergänzte.  Dabei  reichte  sie  Kopien  eines  Begleitschreibens  ihres 
Vaters  vom  3. Februar  2009,  von  notariell  beglaubigten  Aussagen 
ihres  Vaters  vom  5. Februar  2009,  eines  Gefängnisdokuments  vom 
22. Oktober 2008, eines auf ihren Bruder C._______ (N ...) lautenden 
ICRC-Ausweises  Nr. (...),  eines  Anzeige-Bestätigungsschreibens  der 
Human  Rights  Commission  of  Sri  Lanka  (HCR)  vom  29. Dezember 
2008,  von  zwei  Abschlussdiplomen  vom 15. April  2003  (D._______) 
und  vom  12. Juni  2008  (E._______)  sowie  eines  Bestätigungs-
schreibens  des  Generalsekretärs  der  Democratic  Left  Front  vom 
19. Januar 2009 ein.

B.
Mit an das BFM gerichtetem internen Schreiben vom 26. Februar 2009 
teilte die schweizerische Vertretung in Colombo mit, dass sie im vor-
liegenden Fall mangels hinreichender personeller Ressourcen auf eine 
persönliche Anhörung der Beschwerdeführerin zu verzichten gedenke.

C.
Weitere,  an die schweizerische Vertretung gerichtete und von dieser 
an  das  BFM  weitergeleitete  Eingaben  der  Beschwerdeführerin 
datieren vom 25. Februar 2009, vom 16.  und 27. März 2009 und vom 
12., 22. und 26. Mai 2009. 

D.
Mit  via  Schweizer  Botschaft  an  die  Beschwerdeführerin  versandtem 
Schreiben vom 14. September  2009 teilte  das BFM mit,  dass  es  im 
vorliegenden  Fall  aufgrund  der  bisherigen  Aktenlage  einen  erst-
instanzlichen Entscheid ohne Durchführung einer Botschaftsanhörung 
zu  treffen  gedenke.  Gleichzeitig  forderte  das  BFM  die  Beschwerde-
führerin auf, innert  14 Tagen allfällige weitere Eingaben und Beweis-
mittel  einzureichen  und  zum  beabsichtigten  Verzicht  auf  eine  Bot-
schaftsanhörung Stellung zu nehmen.

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E.
Mit Eingabe vom 19. September 2009 verlieh die Beschwerdeführerin 
ihrer Hoffnung Ausdruck, seitens der Schweizer Botschaft in Colombo 
persönlich zu ihren Asylgründen angehört zu werden.

F.  
Mit Schreiben vom 1. Oktober 2009 teilte die Beschwerdeführerin mit, 
dass  sie  am  30. September  2009  um  etwa  acht  Uhr  abends  zu-
sammen  mit  ihrem  Bruder  F._______  (N  ...)  nur  knapp  einer  Fest-
nahme durch Angehörige der STF (Special Task Force) entgangen sei. 
Sie hätten gesehen, wie sich die STF ihrem Versteck genähert habe. 
Dabei sei es ihnen gelungen, das Haus via dessen Hintertür heimlich 
zu verlassen und mittels eines verborgenen Weges zur Hauptstrasse 
zu gelangen und die fragliche Gegend hinter sich zu lassen. Mehrere 
Personen hätten ihr Verschwinden bemerkt und den Leuten der STF 
berichtet. Dies habe dazu geführt, dass die beiden im fraglichen Haus 
lebenden  Personen  festgenommen  und  dabei  tätlich  angegangen 
worden seien. Sie wisse jedoch nicht, ob die STF gezielt nach ihr be-
ziehungsweise ihrem Bruder gesucht oder bloss eine Routinekontrolle 
durchgeführt habe. 

G.
Die Beschwerdeführerin machte in ihrem Asylgesuch vom 20. Januar 
2009  und  den  diesem  folgenden  schriftlichen  Eingaben  im  Wesent-
lichen geltend,  sie  lebe bereits  seit  längerer  Zeit  (laut  den Angaben 
des Vaters der Beschwerdeführers in dessen Begleitschreiben vom 3. 
Februar  2009  [vgl.  Sachverhalt  Bst.  A]  seit  dem  Jahr  2002)  in 
Colombo. Ihr  Bruder F._______ und sie selbst  seien im Gefolge der 
Festnahme und Inhaftierung ihres Bruders C._______ im September 
2008 wiederholt  von Angehörigen der  Polizei,  des  CID (Criminal  In-
vestigation  Department)  beziehungsweise  des  TID  (Terrorist  In-
vestigation  Department)  aufgesucht  und  über  ihren  Bruder  sowie 
eigene allfällige Kontakte zur LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) 
befragt worden. Darüber hinaus seien sie auch wiederholt telefonisch 
von  unbekannten  Leuten  bedroht  worden,  woraufhin  sie  am 
29. Dezember 2008 eine entsprechende Anzeige beim HCR deponiert 
hätten.  Aus  den  genannten  Gründen  habe  sie  sich  an  unterschied-
lichen Orten aufgehalten. Im Weiteren sei sie – wenn auch zu Unrecht 
– behördlich verdächtigt worden, als ausgebildete D._______ während 
ihres  früheren  Aufenthalts  in  B._______  Militante  der  LTTE 
medizinisch versorgt zu haben. Deshalb befürchte sie, wie ihr Bruder 

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C._______ unter dem Verdacht, mit den LTTE zusammengearbeitet zu 
haben, behördlich festgenommen und inhaftiert zu werden.

H.
Mit  via  Schweizer  Botschaft  am  11. November  2009  an  die  Be-
schwerdeführerin  versandter  Verfügung  vom  23. Oktober  2009  ver-
weigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz 
und lehnte deren Asylgesuch ab. 

I.
Mit  am  9. Dezember  2009  bei  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo 
eingegangener und von dieser noch am selben Tag an das Bundes-
verwaltungsgericht  weitergeleiteter  englischsprachiger  Eingabe  vom 
25. November  2009  (Eingang  beim  Bundesverwaltungsgericht: 
22. Dezember 2009) beantragte die Beschwerdeführerin sinngemäss, 
die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben,  ihr  Asylgesuch  gutzu-
heissen und ihr die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. Im Wesent-
lichen führte sie aus, durch den Verzicht auf ihre persönliche Anhörung 
in der Botschaft sei ihr ein wesentlicher Rechtsnachteil erwachsen, da 
sie dergestalt  der Möglichkeit  beraubt worden sei,  ihre wirkliche Ge-
fährdungssituation darzulegen. Im Weiteren wies sie darauf hin, dass 
sie  und  ihr  Bruder  C._______  auch  aktuell  im  Versteckten  leben 
müssten, während ihr Bruder F._______ zur Zeit vermisst sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG genannten  Behörden. Dazu 
gehören  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls;  das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105  AsylG; Art. 83 Bst. c  Ziff. 1 und Bst. d  Ziff. 1  des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung 
kann indessen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten  Be-

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schwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und 
deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber be-
funden werden kann.

1.3 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil-
genommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist  daher zur Einreichung der Beschwerde legi-
timiert. Auf die die frist- und – vom sprachlichen Mangel abgesehen – 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde ist  somit  einzutreten (Art. 108 
AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

4.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung eines Schriftenwechsels verzichtet.

5.
5.1 Die  Beschwerdeführerin  macht  in  ihrer  Beschwerde  vorab  in 
formeller  Hinsicht  geltend,  durch  die  unterbliebene  Anhörung  in  der 
Botschaft  sei  ihr ein wesentlicher Rechtsnachteil  erwachsen, weil  ihr 
dabei  die  Möglichkeit  genommen  worden  sei,  ihre  wirkliche  Ver-
folgungssituation anschaulich zu schildern, was für die erstinstanzliche 
Entscheidfindung von ausschlaggebender Bedeutung gewesen wäre.

5.2 Gemäss Praxis ist im Auslandverfahren die asylsuchende Person 
in der Regel zu befragen. Davon kann nur abgewichen werden, wenn 
eine Befragung faktisch oder  aus organisatorischen oder kapazitäts-
mässigen  Gründen  unmöglich  ist.  Falls  die  Befragung  nicht  durch-

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geführt werden kann, muss die gesuchstellende Person - soweit mög-
lich und notwendig - mittels eines individualisierten und konkretisierten 
Schreibens  aufgefordert  werden,  ihre  Gründe  für  das  Asylgesuch 
schriftlich einzureichen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz ei-
nes  negativen  Entscheids  infolge  Verletzung  ihrer  Mitwirkungspflicht 
aufmerksam zu machen. Ist der Sachverhalt schon aufgrund des ein-
gereichten Asylgesuchs entscheidreif  erstellt,  kann sich eine persön-
liche Befragung ebenfalls erübrigen; zeichnet  sich ein negativer Ent-
scheid ab, ist der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche 
Gehör  zu  gewähren.  Das  Bundesamt  ist  gehalten,  den  Verzicht  auf 
eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. zum 
Ganzen BVGE 2007/ 30 S. 357 ff.).

5.3 Im vorliegenden Fall wurde auf eine Botschaftsanhörung der Be-
schwerdeführerin zu ihrem Asylgesuch verzichtet. Die Botschaft selbst 
hat  den  Verzicht  auf  eine  persönliche  Anhörung  der  Beschwerde-
führerin  mit  mangelnden  personellen  Ressourcen,  also  einer  Über-
lastung begründet (vgl. Sachverhalt Bst. B). Die Botschaft hat die Be-
schwerdeführerin hingegen mittels eines individualisierten Schreibens 
am  29.  Januar  2009  zur  weiteren  Konkretisierung  ihrer  Asylgründe 
aufgefordert  und  signalisierte  in  besagtem  Schreiben  auch  die  Er-
wartungshaltung, dass sie sich erschöpfend zu ihren Ausreisegründen 
äussere, damit ihr Fall abschliessend beurteilt werden könne. Die ent-
sprechende  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  vom  5.  Februar  2009 
enthält  denn  auch  -  im  Verbund  mit  ihren  weiteren  Schreiben  vom 
25. Februar 2009, vom 16.  und 27. März 2009 und vom 12., 22. und 
26. Mai  2009  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  C  i.V.m.  Bst.  G)  -  hinreichend 
konkrete Informationen zum für  das Asylgesuch relevanten Sachver-
halt,  so  dass  dieser  seitens  des  BFM  grundsätzlich  als  erstellt  be-
trachtet  werden konnte. Das BFM hat  der  Beschwerdeführerin  über-
dies am 14. September 2009 vorgängig seines am 23. Oktober 2009 
getroffenen Entscheides nochmals das rechtliche Gehör zur allfälligen 
Ergänzung des Sachverhalts (vgl. Sachverhalt Bst. D), wovon die Be-
schwerdeführerin  mit  Eingaben  vom  19.  September  2009  und  vom 
1. Oktober 2009 (vgl. Sachverhalt Bst. E und F) denn auch Gebrauch 
gemacht  hat.  Schliesslich  hat  das  BFM  den  Verzicht  auf  eine  Be-
fragung  der  Beschwerdeführerin  durch  die  Botschaft  in  seiner  Ver-
fügung auch mittels des Hinweises, auf Grund der Dokumentation der 
geltend gemachten Vorkommnisse und ihrer schriftlichen Eingaben sei 
der  Sachverhalt  als  hinreichend  erstellt  zu  erachten,  in 
rechtsgenüglicher Weise begründet. Wie nachstehend unter Erwägung 

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ausgeführt  wird,  erachtet  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Sachverhalt  vorliegend auch ohne Anhörung der Beschwerdeführerin 
durch die Botschaft als vollständig und richtig erstellt. Ihre pauschale 
Behauptung, sie sei mangels persönlicher Anhörung nicht in die Lage, 
ihre  tatsächliche  Gefährdungslage  offenzulegen,  vermag  nicht  zu 
überzeugen.  Vor  diesem  Hintergrund  kann  vorliegend  im  Umstand, 
dass das BFM auf eine Anhörung der Beschwerdeführerin verzichtete, 
keine Verletzung von Bundesrecht erblickt werden.

6.
6.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

6.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

7.  
7.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20  Abs. 3  AsylG  kann  das 
Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweize-

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rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG bestehe.

7.2 Bei  diesem Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum  zukommt  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  2004  Nr. 21  E. 2b 
S. 137).  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglich-
keit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungs-
nähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zu-
mutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen 
Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen 
(EMARK 2004 Nr. 21 E. 2b S. 137, EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130 f., 
EMARK 1997 Nr. 15 E. 2f S. 131 f.).

8.  
8.1 Die  Beschwerdeführerin  begründete  ihr  Asylgesuch  im  Wesent-
lichen damit, sie fürchte sich aufgrund der früheren Inhaftierung ihres 
Bruders C._______ und der anhaltenden behördlichen Suche nach ihr 
selbst  davor, ebenfalls  behördlich verhaftet  und unter  dem Verdacht, 
etwas mit den LTTE zu tun zu haben, inhaftiert zu werden.

Aufgrund der Aktenlage ist jedoch mit dem BFM davon auszugehen, 
dass  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass  der 
Beschwerdeführerin  wegen  der  früheren  Inhaftierung  ihres  Bruders 
C._______  sowie  angeblich  in  ihrer  Person  selbst  begründeter  be-
hördlicher Verdachtsmomente, für die LTTE gearbeitet zu haben,  mit 
erheblicher  Wahrscheinlichkeit  in  Zukunft  asylbeachtliche  Ver-
folgungsmassnahmen  des srilankischen Staates  drohen. Zwar kann 
grundsätzlich  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die  Beschwerde-
führerin und ihr Bruder F._______ tatsächlich nach der Festnahme und 
Inhaftierung ihres Bruders C._______ im September 2008 wiederholt 
behördlich  angegangen  und  über  diesen  sowie  allfällige  eigene 
politische Tätigkeiten  zugunsten der LTTE befragt worden sind. Diese 
behördlichen Massnahmen dienten indessen -  wie dessen nachträg-
liche  Freilassung  im  April  2009  belegt  -  primär  dazu,  allfällige  Ver-
dachtsmomente  wider  ihren  Bruder  C._______  zu  erhärten  be-
ziehungsweise zu entkräften, weshalb es vorliegend bereits an einem 

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asylbeachtlichen  Verfolgungsmotiv  fehlt.  Die  bedingungslose 
Entlassung von C._______ im April 2009 weist ferner darauf hin, dass 
ihn die heimatlichen Behörden damals nicht mehr verdächtigt haben, 
mit  den  LTTE  zusammengearbeitet  zu  haben,  weshalb  auch  eine 
entsprechende  behördliche  Behelligungen  der  Beschwerdeführerin 
zumindest  von  diesem  Zeitpunkt  an  als  nicht  glaubhaft  erscheinen. 
Darüber hinaus ist nicht ersichtlich, welche anderweitigen Gründe die 
srilankischen  Behörden  dazu  verhalten  haben  könnten,  nach  der 
Freilassung  von  C._______  weiterhin  intensiv  nach  der 
Beschwerdeführerin  zu suchen,  arbeitete sie  doch eigenen Angaben 
zufolge nie für die LTTE. Dass sie allein aufgrund des - unbegründeten 
-  behördlichen  Verdachts,  während  ihres  früheren  Aufenthalts  in 
B._______ wegen ihrer Ausbildung als D._______ Militante der LTTE 
verarztet  zu  haben,  bis  heute  (und  über  den  Zeitpunkt  des 
landesweiten Siegs der srilankischen Armee über die LTTE Mitte Mai 
2009 hinaus) behördlich gesucht werde, vermag nicht zu überzeugen. 
Bezüglich  weiterer,  gegen  die  Glaubhaftigkeit  einer  nachhaltigen 
behördlichen  Suche  nach  der  Person  der  Beschwerdeführerin 
sprechender Umstände kann vollumfänglich auf die Erwägungen in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

8.2 Soweit  die  Beschwerdeführer  zumindest  sinngemäss  die  Be-
fürchtung äussert, aufgrund ihrer Herkunft aus B._______ in Colombo 
(oder  sonstwo  im  Süden  seines  Heimatlandes)  verhaftet  werden  zu 
können  (vgl.  Beschwerde  Absatz  3,  3  Satz),  ist  Folgendes  festzu-
halten:  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  im  Grundsatzurteil  BVGE 
2008/2 eine Lageanalyse betreffend Sri Lanka vorgenommen und ge-

langte  dabei  zum Schluss,  dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage 

seit  Januar  2006 insgesamt,  insbesondere aber  in  Colombo kontinu-

ierlich verschlechtert  habe. Nach Ergehen dieses Urteils am 14. Feb-

ruar 2008 hat sich der bewaffnete Konflikt zwischen der Regierung und 

der LTTE weiter zugespitzt. Nach der Rückeroberung des letzten von 

der LTTE kontrollierten Gebietes im Raum Mullaitivu wurde am 18. Mai 

2009  seitens  der  Regierung  der  endgültige  Sieg  über  die  LTTE 

verkündet und der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt. Nach dieser 

Niederlage der LTTE haben die srilankischen Behörden - namentlich im 

Grossraum  Colombo  -  die  Sicherheitsmassnahmen  nicht  gelockert. 

Daher  laufen  namentlich  junge  Männer  Gefahr,  überall  und  jederzeit 

von  srilankischem  Sicherheitspersonal  einer  minutiösen  Personen-

kontrolle unterzogen und öfters auch für eingehendere Abklärungen auf 

den Posten mitgenommen oder in ein Armeecamp beordert zu werden. 

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Diese  so  genannten  „Anti-Terrormassnahmen“  werden  im  Raum 

Colombo - unbesehen der Rügen des Supreme Courts - als repressives 

Instrument  gegen  befürchtete  Infiltrationen  tamilischer  Separatisten 

angewandt. Diesen Massnahmen, denen ein Grossteil  der tamilischen 

Bevölkerung im ganzen Land und ebenso auch in Colombo ausgesetzt 

sind,  kommt  indes  aufgrund  mangelnder  Intensität  kein 

Verfolgungscharakter im Sinne von Art. 3 AsylG zu. 

8.3 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  der  Beschwerde-
führerin nicht gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich daher, auf weitere Vorbringen in 
der  Beschwerde  einzugehen,  da  diese  keine  neuen  Begründungs-
elemente  enthalten,  welche  geeignet  wären,  die  Einschätzung  des 
BFM  entscheidend  zu  relativieren.  Das  BFM  hat  demnach  der  Be-
schwerdeführerin zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert be-
ziehungsweise deren Asylgesuch abgelehnt.

8.4 Aus diesen Erwägungen ergibt  sich,  dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt  und angemessen ist  (Art. 106 Abs. 1 
AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  3  Bst.  a  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  allerdings  auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Botschaft in Colombo)

- die schweizerische Vertretung in Colombo (unter Hinweis auf Ihre 
Referenznummer (...), mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an die 
Beschwerdeführerin sowie um Zustellung der Empfangsbestätigung 
an das Bundesverwaltungsgericht)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N  (...)  (in 
Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: 

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