# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07467f41-fc64-55a6-a26f-473513ac2d72
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.08.2018 D-2037/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2037-2016_2018-08-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2037/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérard Scherrer,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, 

 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 2. März 2016 / N_______. 

 

 

 

D-2037/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess die Beschwerdeführerin, eine aus 

B._______(Provinz C._______) stammende Kurdin, ihren Heimatstaat zu-

sammen mit ihrer Mutter und weiteren Geschwistern im (...) auf dem Land-

weg. Über D._______ sei sie am 22. Oktober 2014 legal in die Schweiz 

gelangt. Am 27. Oktober 2014 reichte sie im Empfangs- und Verfahrensze-

ntrum (EVZ) in E._______ ein Asylgesuch ein. Am 5. November 2014 fand 

dort die Befragung zur Person (BzP) statt. 

Zur Begründung ihres Gesuchs führte sie dabei im Wesentlichen an, sie 

habe an der Universität in F._______ studiert und ihr Grundstudium im 

Jahre (...) abgeschlossen. Am (...) – am Tag des Newroz-Festes – habe sie 

sich in der Universität mit Kolleginnen und ihrer Schwester auf Kurdisch 

unterhalten, worauf sie von Angehörigen des Sicherheitsdienstes der Uni-

versität ermahnt worden seien, Arabisch zu sprechen. Auch habe man ihre 

Ausweise abgenommen und ihnen gesagt, dass sie diese am nächsten 

Tag wieder abholen könnten und sie für jegliche Demonstrationen von Kur-

den, die an der Universität durchgeführt würden, verantwortlich gemacht 

würden. Eine Woche später, als sie mit ihrer Kollegin das Studentenheim 

verlassen habe, sei ihnen ein Mann überallhin gefolgt und habe notiert, in 

welche Läden sie gegangen seien. Während der Rückkehr ins Wohnheim 

hätten sie dies einem Kollegen erzählt, welcher sie daraufhin zurückbeglei-

tet habe. In der Folge hätten sie das Studentenheim nicht mehr verlassen. 

Im (...) habe an der Universität eine Demonstration stattgefunden, an wel-

cher viele Studierende teilgenommen hätten. Die Shabiha (Anhänger des 

Regimes) seien daraufhin erschienen und hätten begonnen, die Demonst-

ranten zu schlagen. Als eine ihrer Kolleginnen bewusstlos geworden sei, 

habe sie diese zusammen mit ihrer Schwester und einer weiteren Kollegin 

ins (...)-Spital gebracht. Nach zwei bis drei Stunden hätten sie das Spital 

verlassen und sich nicht mehr ins Studentenwohnheim, sondern zu Ver-

wandten begeben. Sie seien erst wieder an die Universität zurückgekehrt, 

als die Situation in der Stadt ruhiger geworden sei. Eines Tages sei sie 

zusammen mit ihrer kleinen Schwester in einem Bus auf dem Weg nach 

F._______ gewesen und dabei in ein Feuergefecht zwischen der Oppositi-

onsarmee (gemeint wohl: Freie Syrische Armee [FSA]; Anmerkung Bun-

desverwaltungsgericht) und der syrischen Armee geraten. Der Bus sei be-

schossen und deswegen ein Passagier getötet worden. Dieser Vorfall habe 

sie psychisch sehr mitgenommen. Nachdem sie ihre Prüfungen an der Uni-

versität abgeschlossen habe, sei sie am (...) nach Hause zurückgekehrt. 

D-2037/2016 

Seite 3 

Vorher habe sie am (...) die Prüfung für die Masterarbeit abgelegt und (...) 

später das Resultat erhalten. Obwohl ihre Noten besser gewesen seien als 

jene von vielen anderen Studierenden, sei sie für das Masterstudium nicht 

akzeptiert worden. Später habe sie erfahren, dass dies wegen der Deser-

tion ihres Bruders G._______ aus dem Militärdienst geschehen sei. Eine 

Woche nach ihrer Rückkehr ins Dorf seien denn auch Soldaten der regu-

lären syrischen Armee bei ihnen zu Hause erschienen und hätten nach 

G._______ gesucht. Da G._______ nicht anwesend gewesen sei, seien 

ihre Mutter und sie von den Soldaten befragt worden. Als diese bemerkt 

hätten, dass ihre Mutter nicht gut Arabisch spreche, habe man sie (die Be-

schwerdeführerin) auf den Posten nach H._______ mitgenommen, zu ih-

rem Bruder befragt und am Schluss eine Verpflichtung unterzeichnen las-

sen, wonach sie die Verantwortung für ihren Bruder zu übernehmen habe, 

falls er zurückkehre. Insgesamt habe man sie während zweier Stunden auf 

dem Posten festgehalten. Später habe sie Probleme mit Anhängern der 

I._______ bekommen, welche sie belästigt und aufgefordert hätten, im 

Hauptsitz der I._______ als Sekretärin zu arbeiten. Auch habe man von ihr 

sogar einmal verlangt, ein Waffentraining zu absolvieren. Sie habe jedoch 

nur die Partei K._______ unterstützt und an deren Demonstrationen teilge-

nommen. Ferner hätten Angehörige des Regimes, als diese zu ihnen nach 

Hause gekommen seien, ihre Mutter immer nach ihrem in der Schweiz le-

benden (Nennung Verwandter) – der während (...) Jahren in Syrien im Ge-

fängnis gewesen sei – gefragt. 

A.b Mit Verfügung vom 13. November 2014 wies das BFM die Beschwer-

deführerin für den Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton 

J._______ zu. 

A.c Am 22. Dezember 2014 wurde die Beschwerdeführerin vom BFM zu 

ihren Asylgründen angehört. Dabei führte sie in Ergänzung zu ihren bishe-

rigen Vorbringen im Wesentlichen an, sie habe in keiner Partei eine feste 

Mitgliedschaft gehabt, habe jedoch mit der K._______ sympathisiert und 

an deren Demonstrationen teilgenommen. Am (...) hätten sie, ihre Schwes-

ter und (...) Kollegen Vorbereitungen für den Newroz-Anlass treffen wollen 

und sich beim Gebäudeeingang versammelt, was den zuständigen Sicher-

heitskräften aufgefallen sei, worauf man sie kontrolliert, zur Sicherheits-

stelle der Universität gebracht, die Ausweise abgenommen und schliess-

lich gezwungen habe, die Fingerabdrücke zu geben und zu unterschrei-

ben. Nach ihrer Freilassung seien sie nach drei bis vier Tagen nach 

draussen gegangen, hätten aber bemerkt, dass sie vermutlich von einer 

Person des Sicherheitsdienstes verfolgt worden seien, worauf sie sich aus 

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Seite 4 

Angst wieder zurück in ihr Wohngebäude begeben und sich in der Folge 

nicht mehr nach draussen gewagt hätten. Ferner sei die Demonstration der 

Studenten etwa am (...) oder (...) gewesen, anlässlich welcher lautstark ge-

gen das Regime protestiert worden sei. In der darauffolgenden Auseinan-

dersetzung mit Sicherheitskräften und Angehörigen der Al-Shabiha seien 

vor allem die männlichen Studenten geschlagen worden. Da eine Kollegin 

einen Schock erlitten habe, hätten sie und ihre Schwester zusammen mit 

zwei Kollegen sie ins gegenüberliegende Spital gebracht, wo sie viele ver-

letzte Studenten und Studentinnen gesehen hätten. Das Regime habe – 

um den Lärm auf dem Universitätsgelände zu übertönen – auf der Haupt-

strasse eine andere Demonstration organisiert. Nach dem Verlassen des 

Spitals hätten sie sich zu einer Bekannten begeben und seien dort während 

(...) Tagen geblieben, um anschliessend in das Studentenwohnheim zu-

rückzukehren. Ferner habe ihr Vater den Behörden eine schriftliche Erklä-

rung abgegeben, dass er den wegen Desertion gesuchten Bruder weder 

gesehen noch eine Ahnung von dessen Aufenthaltsort habe. Dennoch 

seien die Sicherheitskräfte etwa (...) oder (...) Tage später bei ihnen zu 

Hause erschienen und hätten infolge der Abwesenheit seines Vaters und 

der fehlenden Arabischkenntnisse ihrer Mutter sie mitgenommen, damit sie 

eine schriftliche Bestätigung wegen ihres Bruders abgebe. Auf dem Posten 

habe man sie eingeschüchtert, bedroht, ihre Personalien aufgenommen, 

die Fingerabdrücke abgenommen, zwei Mal geschlagen und nach (Nen-

nung Dauer) freigelassen. In der Folge habe ihr Vater ihr mitgeteilt, dass er 

sie nach D._______ zu bringen versuche, da die Situation schlimmer ge-

worden sei. In der Folge habe auch die I._______ Druck auf sie ausgeübt 

und versucht, sie zur Mitarbeit zu bewegen. Als sie abgelehnt habe, habe 

man von ihr verlangt, am Waffentraining teilzunehmen. Auf Anraten ihres 

Vaters habe sie dann nicht mehr zuhause übernachtet, sondern sich einige 

Monate in verschiedenen Dörfern in der Nähe der Grenze zu D._______ 

aufgehalten, um danach durch Bestechung nach D._______ einzureisen. 

In dieser Zeit respektive zwischen (...) und Beginn des Jahres (...) habe 

sich der Geheimdienst innerhalb von (Nennung Zeitraum) fünf bis sechs 

Mal nach ihr erkundigt. Man habe sie als Druckmittel benützen wollen, um 

an Informationen über ihren desertierten Bruder zu gelangen. Ferner hät-

ten die Sicherheitskräfte wegen ihres in der Schweiz lebenden (Nennung 

Verwandter), der in Syrien aus der Haft habe fliehen können und mittler-

weile zum Tode verurteilt worden sei, (Nennung Verwandte) belästigt, be-

fragt und auch teilweise mitgenommen. Sie selber sei in den Jahren (...) 

und (...) zum (Nennung Verwandter) befragt worden. 

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Seite 5 

Auf die weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin wird, soweit we-

sentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

A.d Mit Schreiben vom 27. April 2015 teilte der Rechtsvertreter die Über-

nahme des Mandats für die Beschwerdeführerin und deren Geschwister 

L._______ (N_______), M._______ (N_______) und G._______ 

(N_______) mit. Zudem ersuchte er um Koordination dieser Verfahren so-

wie bei negativem Entscheid um vorgängige Akteneinsicht. 

A.e Mit Schreiben vom 14. Dezember 2015 wies der Rechtsvertreter da-

rauf hin, dass im Verfahren von G._______ mittlerweile ein positiver Ent-

scheid ergangen sei. Es seien daher die anderen Verfahren möglichst bald 

koordiniert zu entscheiden. 

A.f Am 26. Februar 2016 gewährte das SEM der Beschwerdeführerin – mit 

Bezug auf das am 27. April 2015 eingereichte Gesuch – Akteneinsicht. 

B.  

Mit Verfügung vom 2. März 2016 – eröffnet am 3. März 2016 – stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

und lehnte ihr Asylgesuch vom 27. Oktober 2014 ab. Gleichzeitig verfügte 

es ihre Wegweisung aus der Schweiz, ordnete indessen wegen Unzumut-

barkeit des Vollzuges der Wegweisung die vorläufige Aufnahme an.  

C.  

Mit Eingabe vom 1. April 2016 erhob die Beschwerdeführerin beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung 

des SEM vom 1. März 2016 in den Dispositivziffern 1 und 2 aufzuheben, 

es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es sei ihr Asyl zu ge-

währen, eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsab-

klärung unter Beizug der Akten von G._______ (N_______) und 

O._______ (N_______) und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück-

zuweisen, und ersuchte in prozessualer Hinsicht um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, um Beiordnung ihres 

Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand sowie um Koordina-

tion mit den beiden bereits koordinierten Verfahren ihrer Geschwister (Ge-

schäfts-Nrn. D-904/2016 und D-906/2016). Auf die Begründung wird, so-

weit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Ihrer Eingabe legte die Beschwerdeführerin (Auflistung Beweismittel) bei. 

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Seite 6 

D.  

Mit Verfügung vom 15. April 2016 teilte der Instruktionsrichter der Be-

schwerdeführerin mit, dass sie den Entscheid in der Schweiz abwarten 

dürfe. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Erlass des Kostenvorschusses 

wurden gutgeheissen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde 

verzichtet, das Gesuch um Gewährung der amtlichen Verbeiständung ge-

mäss Art. 110a Abs. 1 AsylG (SR 142.31) gutgeheissen und der Beschwer-

deführerin ein amtlicher Rechtsbeistand in der Person von Rechtsanwalt 

Bernhard Jüsi bestellt. Weiter wurde dem Antrag auf Koordination des Be-

schwerdeverfahrens mit den Verfahren ihrer Schwester M._______ (Ge-

schäfts-Nr. D-904/2016) und demjenigen ihres Bruders L._______ (Ge-

schäfts-Nr. D-906/2016) stattgegeben. Sodann wurde die Vorinstanz in An-

wendung von Art. 57 VwVG zur Einreichung einer Stellungnahme bis 

2. Mai 2016 eingeladen. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2016 verwies die Vorinstanz – nach 

einigen ergänzenden Bemerkungen – auf ihre Erwägungen, an denen sie 

vollumfänglich festhielt, zumal die Beschwerdeführerin keine neuen Tatsa-

chen oder Argumente vorgebracht habe, die im Verfahren vor dem SEM 

nicht schon berücksichtigt worden seien. Die Beschwerdeführerin könne 

daher nicht als Flüchtling anerkannt werden. 

F.  

Mit Verfügung vom 3. Mai 2016 wurde der Beschwerdeführerin eine Kopie 

der vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 2. Mai 2016 zugestellt und ihr 

Gelegenheit gegeben, bis zum 18. Mai 2016 eine Replik und entspre-

chende Beweismittel einzureichen. 

G.  

Die Beschwerdeführerin replizierte – unter Beilage einer Kostennote ihres 

Rechtsbeistandes – mit Eingabe vom 18. Mai 2016. 

H.  

Eine Anfrage vom 14. Mai 2018 nach dem Verfahrensstand wurde vom 

Bundesverwaltungsgericht am 30. Mai 2018 beantwortet. 

 

 

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

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Seite 8 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Asylentschei-

des im Wesentlichen aus, im Zusammenhang mit dem Vorfall vom (...), als 

sie vom Sicherheitspersonal der Wohnsiedlung beschimpft worden sei, 

weil sie mit ihrer Schwester und Freunden Kurdisch gesprochen habe, 

gehe aus den Akten hervor, dass ihr in der Folge kein weiterer Nachteil 

daraus entstanden sei. Eine auf diesen Vorfall bezogene Verfolgung könne 

somit ausgeschlossen werden. Dass sich die Beschwerdeführerin an-

schliessend beobachtet gefühlt habe, vermöge keine andere Betrach-

tungsweise herbeizuführen, handle es sich hierbei doch einzig um ein Ge-

fühl, das aller Wahrscheinlichkeit nach auf die allgemein angespannte 

Lage zurückzuführen gewesen sei. Ferner habe der Vorfall vom (...), wo-

nach anlässlich einer Demonstration Angehörige der Shabiha gekommen 

seien, welche die Demonstranten geschlagen hätten, und die Beschwer-

deführerin mit weiteren Personen eine bewusstlose Kollegin ins Spital 

habe bringen müssen, den Akten zufolge keine direkten Folgen für sie nach 

sich gezogen. Es sei daher davon auszugehen, dass es zu keiner asylre-

levanten Verfolgungssituation gekommen sei. Selbst bei Annahme eines 

Verfolgungsinteresses wären die behaupteten Verfolgungssituationen im 

Zeitpunkt der Ausreise nicht mehr aktuell gewesen. Der zeitliche Kausal-

zusammenhand werde nämlich unterbrochen, wenn zwischen der Verfol-

gung und der Flucht relativ lange Zeit respektive praxisgemäss sechs bis 

zwölf Monate vergangen seien, ausser es würden plausible objektive und 

subjektive Gründe vorliegen, die eine frühere Ausreise verhindert oder er-

schwert hätten. Die Beschwerdeführerin habe Syrien rund (...) Jahre nach 

den Vorfällen im Jahre (...) verlassen, ohne dass Gründe vorgelegen hät-

ten, die einer früheren Ausreise entgegengestanden hätten. Bei dieser Tat-

sachenlage wäre der zeitliche Kausalzusammenhang nicht gegeben und 

damit auch eine asylrelevante Bedrohungs- oder Verfolgungssituation im 

Zeitpunkt der Ausreise zu verneinen. 

Bezüglich des Vorfalls, als sie auf einer Busfahrt nach F._______ in ein 

Gefecht zwischen der FSA und der syrischen Armee geraten sei, welche 

einem Bus-Passagier das Leben gekostet habe, weshalb sie danach in ei-

nem schlechten psychischen Zustand gewesen sei, sei festzuhalten, dass 

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auf den in Syrien herrschenden Bürgerkrieg zurückzuführende Nachteile 

die gesamte Zivilbevölkerung Syriens gleichermassen betreffen würden. 

Gefechte und Bombardierungen müssten als bedauerliche Realitäten im 

Zuge eines Bürgerkriegs betrachtet werden, von denen viele Leute in ähn-

licher Weise wie die Beschwerdeführerin betroffen sei. Der von ihr geschil-

derte Vorfall sei ebenfalls in diesem Kontext zu sehen. Aus den Akten seien 

keine Hinweise ersichtlich, dass man die Beschwerdeführerin gezielt und 

aus einem in Art. 3 AsylG erwähnten Grund habe treffen wollen, weshalb 

das Vorbringen in diesem Sinne nicht asylrelevant sei. 

Soweit sie sinngemäss eine Reflexverfolgung aufgrund der Desertion ihres 

Bruders G._______ aus der syrischen Armee geltend mache, welche dann 

vorliege, wenn sich Verfolgungsmassnahmen abgesehen von der primär 

verfolgten Person auch auf Familienangehörige und Verwandte erstrecken 

würden, sei festzuhalten, dass die angeführte Desertion von G._______ 

vorliegend nicht in Frage gestellt werde. Hingegen sei zweifelhaft, ob eine 

Reflexverfolgung vorgelegen habe respektive ob sie begründete Furcht vor 

einer solchen gehabt habe. Es sei zunächst festzuhalten, dass es sich bei 

der vorgebrachten Verfolgungshandlung nicht um einen ernsthaften Nach-

teil im Sinne von Art. 3 AsylG handle. Die von der Beschwerdeführerin ge-

schilderte Befragung stelle in diesem Sinne keine Verfolgungsmassnahme 

dar, die intensiv genug wäre, um einen asylrelevanten Eingriff auf die in 

Art. 3 AsylG genannten Rechtsgüter darzustellen. Der bedauerliche Um-

stand, dass ihre Festnahme von anderen Personen als Schande für die 

Familie hätte angesehen werden können, was wiederum zur Folge hätte 

haben können, dass niemand sie hätte heiraten wollen, sei offensichtlich 

nicht asylrelevant. Es sei denn auch nicht davon auszugehen, dass sie be-

fürchten müsste, künftig einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt zu 

werden. Die bereits erlittene Vorverfolgungshandlung – welche mangels 

Intensität nicht asylrelevant sei – könne vorliegend nicht als Indiz berück-

sichtigt werden, das die Furcht vor künftiger Verfolgung nachvollziehbar 

und begründet erscheinen lassen würde. Aus den Akten sei zu schliessen, 

dass – wenn überhaupt – in ihrem Fall lediglich weitere Befragungen durch-

geführt worden wären. Dafür spreche insbesondere der Umstand, dass ihr 

Vater zuvor mehrere Male auf den Posten zur Befragung mitgenommen 

worden, es anschliessend jedoch zu keinen weiteren Folgen gekommen 

sei. An dieser Beurteilung vermöge auch das Vorbringen, wonach man sie 

persönlich gesucht habe, weil ihre Nummer die letzte in der Telefonliste 

ihres Bruders gewesen sei, nichts zu ändern. Zum einen sei nicht ersicht-

lich, weshalb die syrischen Sicherheitsdienste diese angebliche Informa-

tion erst nach ihrer Festnahme Ende des Jahres (...) hätten erhalten sollen, 

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Seite 10 

habe sie doch selbst angegeben, dass der letzte Anruf im (...) stattgefun-

den habe und damit mehr als (...) Jahr vor der Festnahme. Zum andern 

hätten aller Wahrscheinlichkeit nach noch andere Familienmitglieder tele-

fonischen Kontakt mit ihrem Bruder gehabt. Es sei daher entgegen ihrer 

Ansicht nicht davon auszugehen, dass die syrischen Sicherheitskräfte sich 

besonders auf sie konzentriert hätten. Betreffend die geltend gemachten 

Probleme mit der I._______ sei anzuführen, dass die angeführte Zwangs-

rekrutierung nicht auf eine Verfolgung aus einem in Art. 3 AsylG genannten 

Grund schliessen lasse, weshalb nicht von einer asylrelevanten Verfolgung 

ausgegangen werden könne. Ihre Vorbringen würden daher den Anforde-

rungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhal-

ten, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei. An dieser Beurteilung ver-

möchten die eingereichte Identitätskarte und das Universitätsdiplom nichts 

zu ändern. So belege die Identitätskarte im Wesentlichen einzig ihre Iden-

tität und das Universitätsdiplom bestätige, dass sie ihr Studium abge-

schlossen habe, was vorliegend nicht in Frage gestellt worden sei. 

3.2 Demgegenüber wendete die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde-

schrift im Wesentlichen ein, die Vorinstanz habe nicht an ihren Vorbringen 

gezweifelt und auch die Desertion ihres Bruders G._______ und dessen 

politische Aktivitäten als glaubhaft erachtet, weshalb ihm Asyl gewährt wor-

den sei. Das SEM sei jedoch der Ansicht, die sie persönlich betreffenden 

Ereignisse lägen teils zu weit zurück oder seien zu wenig intensiv, um noch 

Asylrelevanz zu entfalten. Die Vorinstanz reisse den Sachverhalt nach ei-

ner bewährten, aber falschen Methode auseinander und gliedere ihn in ein-

zelne Aspekte der Gesamtsituation, die zur Flucht geführt habe, welche 

dann je einzeln gewürdigt würden. Gemäss der Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts werde gerade in Fällen von syrischen Staatsangehörigen dif-

ferenziert unterschieden, die politische Aktivität vor der Flucht im Gesamt-

zusammenhang gewichtet und beurteilt, ob insgesamt ein genügendes 

Profil der Schutzsuchenden vorliege, das auf begründete Furcht vor künf-

tiger Verfolgung beziehungsweise einen unerträglichen psychischen Druck 

im Zeitpunkt der Ausreise schliessen lasse oder eben nicht. In casu würden 

genügend Hinweise für ein konkretes und gezieltes Verfolgungsinteresse 

des syrischen Regimes vorliegen: So sei sie bereits früh an der Universität 

negativ aufgefallen und dann Zeugin brutaler Übergriffe auf Studierende 

anlässlich der Niederschlagung von Protesten in F._______ geworden. Sie 

habe danach wegen ihres desertierten Bruders (erneut) eine Befragung 

über sich ergehen lassen müssen, während welcher sie bedroht und ge-

schlagen worden sei. Ihre Fingerabdrücke seien bei den Behördenkontak-

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Seite 11 

ten abgenommen worden und sie habe zuletzt ein Dokument unterschrei-

ben müssen. Sie habe damit im Zeitpunkt der Flucht genügend Grund ge-

habt, künftige Verfolgung zu befürchten, insbesondere auch frauenspezifi-

sche Verfolgung, da es in Gewahrsam der Behörden in Syrien bekanntlich 

laut notorischen Berichten immer wieder zu schweren sexuellen Übergrif-

fen komme. Danach seien die Probleme mit der kurdischen „Armee“ hin-

zugekommen, die sie habe rekrutieren wollen. Da sie sich auch diesem 

Zugriff entzogen habe und zudem in jener Zeit die Kurden mit dem Regime 

eine Art Vereinbarung geschlossen hätten, habe ihr Verschwinden sicher-

lich den Verdacht des Regimes noch verstärkt. Im Falle einer Rückkehr 

würde sie also wegen eigener Fluchtgründe und wegen der Reflexverfol-

gung, die nicht nur wegen des Bruders G._______, sondern auch wegen 

des in der Schweiz lebenden (Nennung Verwandter) drohe, verfolgt. Die 

Vorinstanz habe in Kenntnis des positiven Entscheides ihres Bruders, aber 

ohne eigentlichen Bezug auf dessen Dossier entschieden. Sie habe damit 

die Begründungspflicht und die Pflicht zur sorgfältigen und vollständigen 

Erhebung des Sachverhalts verletzt, weshalb eventualiter die Rückwei-

sung der Sache beantragt werde. Da sie habe nachweisen beziehungs-

weise glaubhaft machen können, dass sie in ihrem Heimatland Syrien we-

gen ihrer politischen Anschauung und Zugehörigkeit zur kurdischen Ethnie 

an Leib und Leben gefährdet sei, sei ihr Asyl zu gewähren, da keine Aus-

schlussgründe vorliegen würden. 

3.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, zum 

Vorwurf der Beschwerdeführerin, wonach das SEM den Sachverhalt aus-

einander genommen habe, ohne die Teilaspekte anschliessend einer Ge-

samtwürdigung zu unterziehen, sei hinsichtlich der Vorfälle aus den Jahren 

(...) an der Universität F._______ anzuführen, dass diese Vorkommnisse 

keine asylrelevante Verfolgung nach sich gezogen hätten und auch nicht 

in Verbindung mit den geltend gemachten Hausdurchsuchungen und der 

Befragung aufgrund der Desertion des Bruders stehen würden. Aus dem 

Sachverhalt würden sich gesamthaft betrachtet keine Hinweise ergeben, 

die für eine asylrelevante Reflexverfolgung der Beschwerdeführerin spre-

chen würden. Der Umstand, dass der (Nennung Verwandter) der Be-

schwerdeführerin als politischer Gefangener in Syrien bekannt sei, ver-

möge keine andere Beurteilung herbeizuführen. Bezüglich der vorgebrach-

ten Probleme mit der I._______ sei lediglich darauf hinzuweisen, dass der 

Argumentation, wonach sie sich einer Rekrutierung durch die I._______ 

entzogen habe und in jener Zeit die Kurden mit dem Regime eine Art Ver-

einbarung geschlossen hätten, was den Verdacht des Regimes ihr gegen-

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Seite 12 

über verstärkt haben soll, keineswegs gefolgt werden könne. Zusammen-

fassend sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin keine neuen Tatsa-

chen oder Argumente vorgebracht habe, die im Verfahren vor dem SEM 

nicht schon berücksichtigt worden seien, weshalb sie nicht als Flüchtling 

anerkannt werden könne. Im Übrigen verwies das SEM auf seine Erwä-

gungen im angefochtenen Asylentscheid, an welchen es vollumfänglich 

festhielt. 

3.4 In ihrer Replik brachte die Beschwerdeführerin sodann vor, das SEM 

halte daran fest, die einzelnen Sachverhaltselemente je einzeln zu betrach-

ten und deren Geeignetheit für die Annahme einer asylrelevanten Bedro-

hung je einzeln zu verneinen. Es werde an allen diesbezüglichen Ausfüh-

rungen in der Beschwerde ausdrücklich festgehalten und auf die Stellung-

nahme im Verfahren ihrer Schwester M._______ (Geschäfts-Nr.  

D-904/2016) verwiesen. Die Gesamtsituation inklusive Ausreise – also Ver-

schwinden und Auftauchen in der Schweiz, wo der politisch aktive (Nen-

nung Verwandter) lebe – seien in ihrem Einzelfall geeignet, zur Annahme 

einer begründeten Furcht, insbesondere auch vor Nachteilen im Sinne ge-

schlechtsspezifischer Verfolgung, zu führen. So sei eine Einvernahme, ein 

Verhör im Falle einer Rückkehr höchst wahrscheinlich, handle es sich bei 

ihr eben nicht um eine gewöhnliche, unter dem Eindruck des Krieges aus-

gereiste Person. Sie sei daher auf den dauerhaften Schutz des Asyls an-

gewiesen. 

4.   

4.1 Vorab rügte die Beschwerdeführerin in ihrer Rechtsmitteleingabe, das 

SEM habe die Begründungspflicht sowie die Pflicht zur sorgfältigen und 

vollständigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt. 

Diese Rügen, insbesondere diejenige der unvollständigen Sachverhalts-

feststellung, sind vorweg zu prüfen, da ein allenfalls ungenügend abgeklär-

ter Sachverhalt eine materielle Beurteilung verunmöglichen würde. 

4.1.1 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsät-

zen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach 

hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä-

rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie muss die für das 

Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die recht-

lich relevanten Umstände abklären sowie ordnungsgemäss darüber Be-

weis führen (beispielsweise durch die Einholung eines Gutachtens). Dieser 

Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der 

Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG). 

D-2037/2016 

Seite 13 

Trotz des Untersuchungsgrundsatzes kann sich nämlich die entscheidende 

Behörde in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen einer Gesuch-

stellerin zu würdigen und die von ihr angebotenen Beweise abzunehmen, 

ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müssen. Eine ergänzende Un-

tersuchung kann sich jedoch aufdrängen, wenn aufgrund dieser Vorbrin-

gen und Beweismittel berechtigte Zweifel oder Unsicherheiten bestehen, 

die voraussichtlich nur mit Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt werden 

können (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 S. 414 f.). Vorliegend ging das SEM 

aufgrund der Parteiauskünfte und der eingereichten Beweismittel (Art. 12 

Bst. c VwVG) offensichtlich und zu Recht davon aus, dass der rechtser-

hebliche Sachverhalt als erstellt gelten könne und keine weiteren Beweis-

massnahmen zu ergreifen seien. So gilt ein Sachverhalt erst dann als un-

vollständig festgestellt, wenn nicht über alle rechtserheblichen Umstände 

Beweis geführt wurde oder wenn eine entscheidrelevante Tatsache zwar 

erhoben wurde, diese jedoch daraufhin nicht gewürdigt wurde und nicht in 

den Entscheid einfloss (vgl. OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Wald-

mann/Weissenberger (Hrsg.), Praxiskommentar Verwaltungsverfahrens-

gesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 49 Rz. 39; siehe zum Ganzen auch BENJAMIN 

SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesge-

setz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), 2008, Rz. 28 zu Art. 49). Das 

SEM nahm in seinen Erwägungen Bezug auf den Umstand, dass ihrem 

Bruder G._______ in der Schweiz Asyl gewährt wurde, und bezweifelte 

nicht, dass dieser vom Militärdienst desertiert sei. In der Folge prüfte es, 

ob sich daraus für die Beschwerdeführerin eine Reflexverfolgung ergebe 

oder ob für sie begründete Furcht vor künftiger Verfolgung bestehe, was 

die Vorinstanz verneinte. Diesbezüglich drängte sich keine weitergehende 

Untersuchung des Sachverhalts auf und die Beschwerdeführerin bringt 

denn auch nicht vor, welchen weiteren, konkreteren Bezug das SEM auf 

das Dossier ihres Bruders hätte nehmen sollen. Die Vorinstanz gelangte 

nach einer gesamtheitlichen Würdigung der aktenkundigen Parteivorbrin-

gen und der Beweismittel zu einem anderen Schluss als die Beschwerde-

führerin, was jedenfalls weder eine Verletzung des Untersuchungsgrund-

satzes noch eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhaltes darstellt. 

4.1.2 Unter diesen Umständen kann auch nicht von einer Verletzung der 

Begründungspflicht gesprochen werden. Die Vorinstanz setzte sich im an-

gefochtenen Entscheid mit den Asylgründen der Beschwerdeführerin, den 

dazu eingereichten Beweismitteln und der Desertion ihres Bruders 

G._______ sowie den sich allenfalls daraus für sie ergebenden Konse-

D-2037/2016 

Seite 14 

quenzen auseinander. Dabei kam sie zum Ergebnis, dass die geltend ge-

machten Ausführungen zu den Asylgründen den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügten. Dadurch führte 

das SEM eine konkrete Würdigung des Einzelfalles durch, und es ist nicht 

ersichtlich, dass es geltend gemachte Sachverhaltselemente oder einge-

reichte Beweismittel nicht beachtet hätte. In diesem Zusammenhang ist 

festzuhalten, dass sich die verfügende Behörde nicht ausdrücklich mit je-

der tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausei-

nandersetzen muss, sondern sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte be-

schränken darf (BGE 126 I 97 E. 2b). Eine Verletzung der Begründungs-

pflicht ist auch daher nicht zu erkennen, weil es der Beschwerdeführerin 

möglich war, sich ein Bild über die Tragweite des ablehnenden Asylent-

scheides zu machen und diesen sachgerecht anzufechten (BGE 129 I 232 

E. 3.2). Dementsprechend liegt diesbezüglich keine Verletzung des recht-

lichen Gehörs vor. 

4.2   

4.2.1 In materieller Hinsicht ist Folgendes zu erwägen: Soweit die Be-

schwerdeführerin vorbringt, die Vorinstanz habe die einzelnen Sachver-

haltselement ihrer Asylbegründung jeweils einzeln und gesondert einer 

Prüfung unterzogen, ohne diese in einen Gesamtzusammenhang zu stel-

len, vermag dieser Einwand nicht zu überzeugen. Bezüglich der Vorfälle in 

den Jahren (...) an der Universität F._______ erwog das SEM zu Recht und 

mit zutreffender Begründung, dass diesen Vorkommnissen keine asylrele-

vante Bedeutung beigemessen werden kann, zumal sie weder genügend 

intensiv noch kausal für die Ausreise der Beschwerdeführerin waren noch 

in einen Zusammenhang mit den geltend gemachten Hausdurchsuchun-

gen oder der Mitnahme sowie der Befragung aufgrund der Desertion des 

Bruders gebracht werden können. Der in diesem Zusammenhang geltend 

gemachte Hinweis, wonach das Bundesverwaltungsgericht in seiner Praxis 

gerade in Fällen von syrischen Staatsangehörigen differenziert unter-

scheide, die politische Aktivität vor der Flucht in einem Gesamtzusammen-

hang gewichte und beurteile, ob insgesamt ein genügendes Profil der 

Schutzsuchenden vorliege, bleibt schon deshalb unbehelflich, weil bezüg-

lich der fraglichen Vorfälle gar keine politische Aktivität der Beschwerde-

führerin (Verwenden der kurdischen Sprache im Universitätsgebäude; un-

freiwilliges Betroffensein von einer Auseinandersetzung im Anschluss an 

eine Demonstration auf dem Universitätsgelände) vorlag. 

D-2037/2016 

Seite 15 

4.2.2 Im Weiteren brachte die Beschwerdeführerin vor, sie sei wegen ihres 

aus dem Militärdienst desertierten Bruders G._______ vom syrischen Ge-

heimdienst verfolgt worden, indem sie zu Hause festgenommen und auf 

den Posten gebracht worden sei, wo sie eingeschüchtert, bedroht, ihre Per-

sonalien aufgenommen, die Fingerabdrücke abgenommen, zwei Mal ge-

schlagen und nach (Nennung Dauer) freigelassen worden sei. Ausserdem 

habe sie eine Bestätigung betreffend ihren Bruder unterschreiben müssen. 

Aus Furcht vor weiteren Repressalien sei sie einige Monate vor ihrer Aus-

reise nicht mehr zu Hause geblieben, sondern in verschiedenen Orten in 

der Nähe der Grenze zu D._______ untergetaucht. In dieser Zeit respek-

tive zwischen (...) und (...) habe sich der Geheimdienst innerhalb von (Nen-

nung Zeitraum) fünf bis sechs Mal nach ihr erkundigt. Man habe sie als 

Druckmittel benützen wollen, um an Informationen über ihren desertierten 

Bruder zu gelangen. Sodann sei sie – nebst (Nennung Verwandte) – wegen 

ihres in der Schweiz lebenden (Nennung Verwandter), der in Syrien aus 

der Haft habe fliehen können und mittlerweile zum Tode verurteilt worden 

sei, in den Jahren (...) und (...) befragt worden, weshalb das Risiko einer 

Reflexverfolgung bestehe. Es ist daher zu prüfen, ob im Hinblick auf die 

erwähnte Verwandtschaft von einer Reflexverfolgung auszugehen ist. 

4.2.3 Staatliche Repressalien gegen Familienangehörige von politischen 

Opponenten können als sogenannte Reflexverfolgung flüchtlingsrechtlich 

erheblich sein, wenn sie in asylrelevanter Intensität gezielt erfolgen oder 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit drohen; die gegen den politischen Op-

ponenten bestehende Verfolgungsmotivation wirkt sich in diesen Fällen 

auch gegen seine von Reflexverfolgung bedrohten Angehörigen aus. Be-

gründete Furcht vor künftiger Verfolgung liegt grundsätzlich dann vor, wenn 

aufgrund objektiver Umstände in nachvollziehbarer Weise subjektiv be-

fürchtet wird, die Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 

in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, 

Rz. 11.16; BVGE 2011/51 E. 6.2, 2011/50 E. 3.1.1, 2010/57 E. 2.5).  

4.2.4 Die Verfolgung von Angehörigen vermeintlicher oder wirklicher politi-

scher Oppositioneller durch die syrischen Behörden ist durch diverse Quel-

len dokumentiert. Es lassen sich unterschiedliche Motive für die Verfolgung 

von Angehörigen politischer Oppositioneller erkennen. So werden Angehö-

rige verhaftet und misshandelt, um eine Person für ihre oppositionelle Ge-

sinnung oder ihre Desertion zu bestrafen, um Informationen über ihren Auf-

enthaltsort in Erfahrung zu bringen, um eine Person zu zwingen, sich den 

D-2037/2016 

Seite 16 

Behörden zu stellen, um ein Geständnis zu erzwingen, um weitere Perso-

nen abzuschrecken, oder um Angehörige für eine unterstellte oppositio-

nelle Haltung zu bestrafen, die ihnen aufgrund ihrer Nähe zu vermeintli-

chen oder wirklichen Oppositionellen zugeschrieben wird. Bezüglich Mili-

tärdienst in Syrien und Reflexverfolgung halten mehrere Berichte fest, 

dass, wenn ein Verweigerer oder Deserteur identifiziert ist, Behördenver-

treter die Familie der Person besuchen, um sie zum Verbleib der gesuchten 

Person zu befragen. Dabei wird die Familie eingeschüchtert und unter 

Druck gesetzt (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer D-7317/2015 vom 

26. März 2018 E. 6.2 m.w.H.). Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars 

der Vereinten Nationen (UNHCR) führt in seinem Bericht "International Pro-

tection Considerations with regard to people fleeing the Syrian Arab Re-

public, Update III“ vom Oktober 2014 sodann aus, dass Familienangehö-

rige von (vermeintlichen) Regimegegnern wie Ehepartner, Kinder (inklusive 

minderjährige Kinder), Geschwister, Eltern und auch entferntere Ver-

wandte willkürlich verhaftet, in Isolationshaft genommen, gefoltert oder an-

derweitig misshandelt würden. Könne ein Regimegegner nicht gefunden 

werden, würden Sicherheitskräfte auch unter Anwendung von Gewalt Fa-

milienangehörige, inklusive Kinder, verhaften oder dazu missbrauchen, als 

Form der Bestrafung für die Aktivitäten des gesuchten Familienmitgliedes 

oder um an Informationen zu dessen Verbleib zu gelangen oder die Ge-

suchten unter Druck zu setzen, sich den Behörden zu stellen. Aus Sicht 

des UNHCR sind Familienmitglieder und andere nahe Angehörige von 

(vermeintlichen) Regimegegnern sodann einem besonderen Risiko von 

Verfolgung ausgesetzt (UNHCR-Bericht vom Oktober 2014, S. 6, 8 und 14, 

www.refworld.org/docid/544e446d4.html , abgerufen am 06.08.2018). Das 

UNHCR hält in seinem Update V des erwähnten Berichts vom November 

2017 im Wesentlichen an seiner bisherigen Einschätzung fest 

(www.refworld.org/pdfid/59f365034.pdf., abgerufen am 06.08.2018). 

4.2.5 Den Ausführungen der Beschwerdeführerin ist zu entnehmen, dass 

sie im Zusammenhang mit der Desertion ihres Bruders G._______ diver-

sen Problemen seitens der syrischen Behörden ausgesetzt war (vgl. Ziffer 

4.2.2 oben). Die Beschwerdeführerin lebte noch zu Hause, weshalb sie, 

als ihr Vater, der von den Behörden jeweils über G._______ befragt wor-

den, aber einmal nicht zugegen gewesen sei, von diesen auf den Posten 

des Geheimdienstes mitgenommen, unter anderem erheblichen Druckver-

suchen und Schlägen ausgesetzt worden sei. Insofern wusste der syrische 

Geheimdienst, dass sich im gleichen Haus wie ihr Vater auch noch weitere 

Personen, so beispielsweise seine Kinder, aufhalten und dass diese even-

tuell mit dem gesuchten G._______ – oder auch mit dem in der Schweiz 

D-2037/2016 

Seite 17 

lebenden (Nennung Verwandter) – in Kontakt stehen könnten. Da der Vater 

der Beschwerdeführerin einmal nicht zu Hause war, als der Geheimdienst 

erschien, versäumte es dieser nicht, Druck auf ihre Mutter und dann insbe-

sondere auch auf sie – nachdem sich die Beamten infolge Sprachschwie-

rigkeiten nicht mit der Mutter hätten verständigen können – auszuüben. 

Angesichts dessen, dass Bruder G._______ bei einem Verbleib in Syrien 

infolge seiner Desertion aus dem Militärdienst und der deswegen zu erwar-

tenden Bestrafung (weitere) Verfolgungsmassnahmen durch die Sicher-

heitskräfte zu befürchten gehabt hätte, ist davon auszugehen, dass vor 

dem Hintergrund der oben dargelegten Situation die Sicherheitskräfte mit 

erheblicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft die Familienan-

gehörigen verhaftet oder dazu missbraucht hätten, als Form der Bestrafung 

für das unerlaubte Verlassen der Truppe durch G._______ oder um an In-

formationen zu dessen Verbleib zu gelangen oder G._______ unter Druck 

zu setzen, sich den Behörden zu stellen. Das Gleiche dürfte im Wesentli-

chen auch hinsichtlich des in die Schweiz geflüchteten und in Syrien ver-

urteilten (Nennung Verwandter) gelten. So sei die Familie zunächst ver-

schiedene Male psychischem Druck und Schikanen des Regimes ausge-

setzt sowie der Vater der Beschwerdeführerin in der Folge (...) festgenom-

men und befragt worden. Alsdann habe der Geheimdienst die Beschwer-

deführerin – als ihr Vater gerade abwesend gewesen sei – selber auf den 

Posten mitgenommen, wo man sie befragt und wiederholt geschlagen 

habe (vgl. act. A11/28 S. 14 ff.). In diesem Zusammenhang kann der vor-

instanzlichen Auffassung, wonach die Furcht vor künftiger Verfolgung nicht 

begründet erscheine, zumal der Vater der Beschwerdeführerin mehrere 

Male auf den Posten zur Befragung mitgenommen worden, es aber in der 

Folge zu keinen weiteren Folge gekommen sei, nicht gefolgt werden. Die 

Beschwerdeführerin führte aus, aufgrund der von ihr unterschriebenen Be-

stätigung hätte man sie jedes Mal verfolgen und mitnehmen können. Sie 

habe sich darin mit den Behörden solidarisch erklären und verpflichten 

müssen, allfällige Informationen über ihren Bruder umgehend weiterzulei-

ten (vgl. act. A11/28 S. 15). Zudem wurde sie vom Geheimdienst anlässlich 

ihrer Festnahme eingeschüchtert und erheblich bedroht, zumal man ihr und 

ihren Familienangehörigen mit dem Tod gedroht habe („Sobald wir von 

F._______ einen Beschluss bekommen, könnten wir euch alle vernichten.“; 

vgl. act. A11/28 S. 18). Aufgrund der Telefonüberwachung habe der Ge-

heimdienst gewusst, dass der Vater der Beschwerdeführerin – der ja selber 

eine Bestätigung unterzeichnet habe – seine Familienangehörigen nicht 

kontaktiere und selber auch nicht kontaktiert werde. Zudem sei der Vater 

bereit gewesen, sich für die Familie zu opfern und zu verhindern, dass 

Schande über die Familie komme. Ausserdem sei dieser auch nach dem 

D-2037/2016 

Seite 18 

Verschwinden der Beschwerdeführerin immer wieder festgenommen und 

befragt worden (vgl. act. A11/28 S. 16). Da sich der Druck des Regimes auf 

die Familie grundsätzlich immer mehr erhöht habe (vgl. act. A11/28 S. 14 

oben), erscheint die Angst der Beschwerdeführerin, dass es zu einer wei-

teren Verfolgung ihrer Person gekommen wäre, nicht nur in subjektiver, 

sondern auch in objektiver Hinsicht als begründet. 

4.2.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die kurdische Beschwerde-

führerin im Ausreisezeitpunkt in erster Linie als Schwester ihres Bruders 

G._______, der wegen Desertion aus dem Militärdienst von den syrischen 

Behörden gesucht worden war, und in zweiter Linie wegen ihres aus der 

Haft in Syrien geflohenen und mittlerweile vom Regime zum Tode verurteil-

ten (Nennung Verwandter) begründete Furcht hatte, Opfer einer Reflexver-

folgung zu werden, die auf der vorab gegen ihren Bruder G._______ und 

ihren in der Schweiz lebenden (Nennung Verwandter) gerichteten politi-

schen Verfolgungsmotivation der syrischen Behörden beruht und damit 

den Anforderungen von Art. 3 AsylG genügt. Momentan ist ferner keine 

Möglichkeit eines adäquaten Schutzes vor Verfolgungsmassnahmen des 

staatlichen syrischen Regimes ersichtlich. Eine innerstaatliche Fluchtalter-

native ist folglich nicht gegeben (vgl. Urteil des BVGer D-5779/2013 

E. 5.8 f. [als Referenzurteil publiziert]).  

4.3 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Da den Akten keine 

Hinweise zu entnehmen sind, die auf das Vorliegen von Ausschlussgrün-

den (Art. 53 AsylG) hindeuten, ist ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren (vgl. 

Art. 49 AsylG). Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, die angefoch-

tene Verfügung aufzuheben und das SEM anzuweisen, der Beschwerde-

führerin Asyl zu gewähren. Angesichts des Ausgangs des Verfahrens erüb-

rigt es sich, auf die geltend gemachten Versuche einer Zwangsrekrutierung 

durch die I._______ sowie die übrigen Vorbringen und Anträge weiter ein-

zugehen. 

5.   

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Bereits mit Verfügung vom 

15. April 2016 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozess-

führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt. 

5.2 Mit Verfügung vom 15. April 2016 wurde ausserdem das Gesuch um 

amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110a Abs. 1 VwVG) und der 

D-2037/2016 

Seite 19 

Beschwerdeführerin ihr Rechtsvertreter als Rechtsbeistand zugeordnet. 

Angesichts deren Obsiegens ist das Honorar des amtlichen Rechtsbeistan-

des dem SEM zur Vergütung unter dem Titel einer Parteientschädigung 

gemäss Art. 64 VwVG aufzuerlegen. Vom Rechtsvertreter wurde mit der 

Beschwerdeschrift als Beilage 4 eine Kostennote vom 1. April 2016 und mit 

Eingabe vom 18. Mai 2016 eine aktualisierte Kostennote gleichen Datums 

für seine Aufwendungen eingereicht. Für die Berechnung der Parteient-

schädigung wird von der aktualisierten Kostennote vom 18. Mai 2016 von 

einem zeitlichen Aufwand von 5.05 Stunden ausgegangen, der als ange-

messen erscheint. Unter Berücksichtigung der Kostennote und gestützt auf 

die massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist das Honorar 

des Rechtsbeistandes zulasten der Vorinstanz auf insgesamt Fr. 1677.– 

festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2037/2016 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 2. März 2016 wird aufgehoben. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin in der Schweiz Asyl 

zu gewähren. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1677.– zu entrichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Thomas Wespi Stefan Weber 

 

 

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