# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73a27394-edc3-58f2-bf64-bfbcaf756877
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.03.2022 SB210436
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210436_2022-03-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210436-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. R. Affolter, Vorsitzende, Ersatzoberrichter 

lic. iur. H. Meister und lic. iur. P. Castrovilli sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Kümin Grell 

 
Urteil vom 7. März 2022 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. H.-J. Müller,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 10. Juni 2021 
(DG200018) 
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

17. Dezember 2020 (Urk. 26) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 42 S. 34 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen 

Art. 19 Abs. 1 lit. c, lit. d und lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 140 Tage 

durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 140 Tage, 

die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für die Dauer von 5 Jahren des 

Landes verwiesen.  

5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthalts-

verweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 26. Juni 2020 

beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'400.– wird eingezogen und zur Verfahrens-

kostendeckung verwendet. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

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8. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'000.— Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 450.— Kosten Kantonspolizei 

Fr. 513.30 Auslagen (Gutachten) 

Fr. 1'296.— Kosten Informatik Service Center 

Fr. 26'155.80 Auslagen Untersuchung (Telefonkontrolle) 

9. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt. 

10. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten mit Fr. 21'613.55 (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO." 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 60 S. 2) 

1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, wovon 

140 Tage durch Haft erstanden sind, zu bestrafen. 

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung der 

Probezeit von 2 Jahren.  

3. Von der Anordnung einer Landesverweisung sei abzusehen.  

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen.  

5. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung für das Berufungs-

verfahren sei gemäss der eingereichten Honorarnote festzusetzen.  

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b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 48) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang/Umfang der Berufung 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausfüh-

rungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 42 [= Urk. 40] S. 3 

Erw. 1). 

1.2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 

10. Juni 2021 meldete der Beschuldigte am 11. Juni 2021 (Urk. 38) fristgerecht 

Berufung an. Nach Zustellung des begründeten Urteils erfolgte am 

24. August 2021 wiederum innert Frist die Berufungserklärung des Beschuldigten 

an das Obergericht (Urk. 41 i.V.m. Urk. 43). 

1.3. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die Bemessung der 

Strafe (Dispositiv-Ziff. 2), die Anordnung zum Vollzug der Strafe (Dispositiv-

Ziff. 3), die Landesverweisung und deren Ausschreibung im Schengener 

Informationssystem (Dispositiv-Ziff. 4 und 5). Nicht angefochten ist der Schuld-

spruch wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c, lit. d 

und lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Dispositiv-Ziff. 1). 

Diesbezüglich wird vom Beschuldigten indessen die Menge der Betäubungsmittel, 

die er transportiert haben soll, beanstandet; statt 830 Gramm Kokaingemisch, wie 

die Vorinstanz als erwiesen erachtet habe, seien es lediglich 320 Gramm Kokain-

gemisch gewesen. Der Beschuldigte beantragt eine Bestrafung mit einer Frei-

heitsstrafe von 18 Monaten (unter Anrechnung bereits erstandener Haft von 

140 Tagen), die Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter Ansetzung einer 

Probezeit von zwei Jahren sowie das Absehen von einer Landesverweisung 

(Urk. 43 S. 2). 

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1.4. Mit Eingabe vom 8. September 2021 erklärte die Staatsanwaltschaft den 

Verzicht auf Anschlussberufung sowie Beweisanträge und beantragte die Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 48). 

1.5. Nach dem Gesagten ist vorab mit Beschluss festzustellen, dass das Urteil 

hinsichtlich des Schuldspruchs (Dispositiv-Ziff. 1), der Einziehung der beschlag-

nahmten Barschaft (Dispositiv- Ziff. 6) sowie der Kosten und Entschädigungsfol-

gen (Dispositiv- Ziff. 7-10) in Rechtskraft erwachsen ist. 

1.6. Zur Berufungsverhandlung sind der Beschuldigte und seine amtliche 

Verteidigerin erschienen (Prot. II S. 3). Die Verhandlung konnte ordnungsgemäss 

durchgeführt werden (Prot. II S. 3 ff.). 

2. Menge des gehandelten Kokaingemischs 

2.1. Der Beschuldigte hat den Sachverhalt gemäss Anklageschrift eingestan-

den, mit Ausnahme der Menge des Kokaingemischs, die er transportiert, und der 

Entschädigung, die er für seine Kurierdienste erhalten haben soll. Statt der ihm 

von der Staatsanwaltschaft vorgeworfenen 850 Gramm Kokaingemisch bzw. der 

von der Vorinstanz als erwiesen erachteten Menge von 830 Gramm seien es nur 

320 Gramm gewesen, auch sein Lohn sei dementsprechend geringer gewesen. 

Auf den Schuldspruch hat diese Differenz, wovon der Beschuldigte selber aus-

geht (Urk. 43 S. 2), keinen Einfluss, wohl aber auf die Sanktionen, insbesondere 

die Bemessung der Strafe. Es ist daher vorweg zu prüfen, welche Menge dem 

Beschuldigten nachgewiesen werden kann. 

2.2. Als Beweismittel von Relevanz liegen neben den Aussagen des Beschul-

digten (Urk. 11/1-10, Urk. 23/2 und Urk. 23/4, Prot. I S. 4 ff. sowie Urk. 59 

S. 10 ff.) und seines Bruders, B._____ (Urk. 12/1-15), diverse Gesprächsprotokol-

le über abgehörte Telefonate zwischen dem Beschuldigten und seinem Bruder 

sowie weiteren Personen, welche in den Drogenhandel involviert waren, vor. Die-

se Gesprächsprotokolle (nachfolgend auch TK-Protokolle) befinden sich in den 

Beilagen zu den polizeilichen Berichten (Urk. 1-8) und zu den oberwähnten Ein-

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vernahmen des Beschuldigten und seines Bruders. Weiter existiert ein Gutachten 

zur Identifikation und Gehaltsbestimmung von Betäubungsmitteln (Urk. 17/1). 

2.3. Vorgang 95 (Anklage Ziff. 4) 

2.3.1. Dem Beschuldigten ("A'._____") wird vorgeworfen, am 12. September 2019 

im Auftrag seines Bruders, B._____ ("B'._____") in C._____ von einem gewissen 

"D._____" ca. 150 Gramm Kokaingemisch, abgepackt in 15 Fingerlinge à ca. 

zehn Gramm, markiert mit "LS" und "SO", entgegengenommen, nach E._____ 

transportiert und dort seinem Bruder übergeben zu haben. Für diesen Kokain-

transport habe der Beschuldigte CHF 450.–, entsprechend CHF 30.– pro 

Fingerling, erhalten. 

2.3.2. Der Beschuldigte ist geständig, sieben Fingerlinge à zehn Gramm Kokain-

gemisch von C._____ nach E._____ transportiert und dafür einen Lohn von 

CHF 20.– pro Fingerling erhalten zu haben. Darüber hinaus bestreitet er den ihm 

vorgeworfenen Sachverhalt (Urk. 11/8 S. 5 f. Ziff. 19 ff.; Urk. 11/10 S. 3 Ziff. 4; 

Prot. I S. 17 f.). 

2.3.3. Die Staatsanwaltschaft stützt ihren Vorwurf auf mehrere Telefongespräche 

zwischen dem Beschuldigten und seinem Bruder, welche abgehört und protokol-

liert wurden, sowie auf den Wahrnehmungsbericht zweier Polizisten, welche den 

Beschuldigten am 12. September 2019 observierten. 

2.3.4. Gemäss dem Observationsbericht vom 28. Februar 2020 begab sich der 

Beschuldigte am 12. September 2019 frühmorgens von seiner Wohnung an der 

… …-strasse …, E._____, zum Bahnhof, und bestieg um 06:25 Uhr den Zug nach 

C._____. Ca. eine Stunde später traf er in C._____ ein, wo er sich, wiederholt 

telefonierend, zur Liegenschaft F._____-strasse … begab und dort wartete, bis er 

von "D._____" abgeholt wurde und mit diesem um ca. 07:50 Uhr die Liegenschaft 

betrat. Ca. zehn Minuten später verliessen der Beschuldigte und "D._____" die 

Liegenschaft wieder und begaben sich zum Bahnhof. Gegen 08:30 Uhr bestieg 

der Beschuldigte den Zug nach E._____, wo er rund eine Stunde später ankam. 

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Mit dem Bus begab er sich anschliessend an seinen Wohnort, wo er gegen 

09:45 Uhr eintraf (Urk. 6). 

2.3.5. Den abgehörten Telefongesprächen zwischen dem Beschuldigten 

("A'._____") und seinem Bruder ("B'._____") sowie dem aufgezeichneten SMS-

Verkehr vom 11. und 12. September 2019 lässt sich entnehmen, dass der 

Beschuldigte die Informationen, in welche Ortschaft er zu reisen und an welche 

Adresse in C._____ er sich zu begeben hatte, von seinem Bruder erhielt, und 

zwar telefonisch (Urk. 11/1, insbesondere Beilagen 4-13), teilweise zeitgleich 

(Urk. 11/1, Beilage 13). Dass diese Reise dem Entgegennehmen und Transport 

von Drogen diente, gestand der Beschuldigte, wie schon erwähnt, ein. Es liegt 

daher auf der Hand, dass auch die übrigen Informationen, welche der 

Beschuldigte und sein Bruder bei den in diesem Zeitraum abgehörten 

Telefongesprächen austauschten, im Zusammenhang mit diesem 

Drogentransport stehen. Konkret gemeint sind die Code-Worte bzw. 

Abkürzungen, welche der Beschuldigte und sein Bruder verwendeten. Bezüglich 

der Begriffe wie "SO" und "LS", "Markierstift" und "gelb" sowie "schwarz" (Urk. 5, 

Beilage 15 f.) räumte der Beschuldigte denn auch ein, dass damit die 

Beschriftung der Fingerlinge, welche er abzuholen hatte, gemeint war (Urk. 11/1 

S. 10 Ziff. 81). Wenn die Vorinstanz weiter davon ausging, dass die Geldbeträge 

und Zahlen, welche der Beschuldigte und sein Bruder in den abgehörten 

Telefongesprächen austauschten (Urk. 11/1, Beilage 5), sich auf den Lohn des 

Beschuldigten und (indirekt) auf die abzuholende Drogenmenge bezogen (Urk. 42 

S. 11 f. Erw. 2.6.6), ist daran nichts auszusetzen. Der Bruder des Beschuldigten 

gestand dies denn auch ein (Urk. 12/14 S. 4 Ziff. 15; Urk. 11/9 S. 7). Bei einer 

Entschädigung von rund CHF 400.– (Fahrspesen bereits abgezogen), von 

welcher der Beschuldigte und sein Bruder sprachen, und einem Lohn von 

CHF 30.– pro Fingerling, mit welchem der Beschuldigte rechnete, ist – wie die 

Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 42 S. 11 f. Erw. 2.6.6) – von mindestens 

13 Fingerlingen auszugehen, welche vom Beschuldigten in C._____ abzuholen 

und nach E._____ zu transportieren waren. Dass dieser Drogendeal wie geplant 

durchgeführt werden konnte und der Beschuldigte von "D._____" tatsächlich 

13 Fingerlinge ausgehändigt erhielt, lässt sich, zumindest indirekt, dem Protokoll 

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des Telefongesprächs entnehmen, welches der Beschuldigte mit seinem Bruder 

um ca. 09:00 Uhr führte, also während der Rückfahrt von C._____ nach E._____ 

(Urk. 6 S. 2). Der Bruder des Beschuldigten erkundigte sich, ob er schon zu 

Hause angekommen sei. Der Beschuldigte antwortete, dass dies in Kürze der Fall 

sei. Seine Frage, ob er dort jemanden antreffe, verneinte sein Bruder, er (der 

Bruder) werde zu ihm nach Hause kommen. Davon, dass etwas schief gelaufen 

sei, insbesondere, dass er von "D._____" nicht die vereinbarte Menge 

ausgehändigt erhalten habe, ist in diesem Gespräch keine Rede (Urk. 11/1, 

Beilage 17), was aber zu erwarten wäre, hätte es sich so zugetragen, wie der 

Beschuldigte aussagte. 

2.3.6. Der Beschuldigte stritt zu Beginn der ersten Einvernahme, welche am 

24. Juni 2020, dem Tag seiner Verhaftung (Urk. 22/2), erfolgte, zunächst ab, in 

den Handel mit Betäubungsmitteln involviert gewesen zu sein (Urk. 11/1 S. 1 Rz 4 

und S. 5 ff. Rz 35 ff.). Erst nachdem ihm die verfänglichen TK-Protokolle vorgelegt 

worden waren und er über die erfolgte Observation informiert worden war, räumte 

er ein, einen Drogentransport vorgenommen zu haben, hielt dazu aber ein-

schränkend fest, dass er sieben Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch (also 

nicht 15 Fingerlinge, wie ihm vorgeworfen wird) entgegengenommen und nach 

E._____ transportiert habe (Urk. 11/1 S. 9 f. Rz 76 ff.). Als Begründung, weshalb 

er keine höhere Menge entgegengenommen und transportiert habe, hielt er fest, 

er könne nur fünf, maximal sieben Fingerlinge in den Körper bzw. die Unterhose 

stecken (Urk. 11/1 S. 10 f. Rz 82 ff.). In der Hafteinvernahme des folgenden 

Tages bestätigte der Beschuldigte das Geständnis vom Vortag (Urk. 11/2 S. 3 f. 

Ziff. 12) und räumte ergänzend ein, ein- oder zweimal in einen Drogentransport 

involviert gewesen zu sein (Urk. 11/2 S. 2 f. Ziff. 7 f.). Damit beschönigte er den 

Umfang seines deliktischen Verhaltens massiv. Wie der Beschuldigte in den 

folgenden Einvernahmen, nach Vorlage weiterer belastender TK-Protokolle, 

weiter einräumte, führte er in vier Fällen (VG 74, VG 78, VG 82 und VG 95) 

Drogentransporte durch und traf er in einem Fall (VG 133) Anstalten dazu 

(Urk. 11/1, Urk. 11/4, Urk. 11/5, Urk. 11/6, Urk. 11/7 und Urk. 11/10). Vom 

Beschuldigten nicht eingestanden ist ein weiterer Drogentransport (VG 98), der 

sich ihm ebenfalls nachweisen lässt (vgl. Erw. 2.4). Was die Vorgänge VG 74 und 

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VG 82 betrifft, gestand der Beschuldigte im Laufe des Vorverfahrens sodann ein, 

dass er in diesen Fällen jeweils zehn Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch 

transportierte (Urk. 11/4 S. 3 Rz 18 ff. und S. 5 f. Rz 39 ff.; Urk. 11/6 S. 2 Rz 14 

und S. 4 Rz 31; Urk. 11/10 S. 2 f. Ziff. 1 und S. 3 Ziff. 3). Auf den Widerspruch zu 

seiner Aussage betreffend den Vorgang 74 angesprochen, wonach er maximal 

sieben Fingerlinge in der Unterhose transportieren könne, reagierte der 

Beschuldigte mit Ausflüchten (Urk. 11/11/4 S. 6 f. Rz 47 f.). Unter diesen 

Umständen sind die Aussagen des Beschuldigten zur Menge der am 12. 

September 2019 transportierten Drogen als nicht glaubhaft zu qualifizieren. 

2.3.7. Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz als erwiesen zu erachten, dass der Be-

schuldigte am 12. September 2019 in C._____, wenn nicht 15 Fingerlinge, wie 

von der Staatsanwaltschaft angeklagt, so doch zumindest 13 Fingerlinge à zehn 

Gramm Kokaingemisch, insgesamt also 130 Gramm, von "D._____" entgegen 

nahm, diese nach E._____ transportierte und dort seinem Bruder aushändigte. Da 

nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Beschuldigte für seinen Kurierdienst 

nur mit CHF 20.– pro Fingerling entschädigt wurde und nicht, wie von ihm 

erwartet, mit CHF 30.– (Urk. 11/9 S. 6 f.), ist von einem Lohn des Beschuldigten 

in der Höhe von CHF 260.– auszugehen. 

2.4. Vorgang 98 (Anklage Ziff. 5) 

2.4.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 25. September 2019 ein weiteres 

Mal von seinem Bruder ("B'._____") beauftragt worden zu sein, wiederum in 

C._____ bei "D._____" Betäubungsmittel abzuholen, nach E._____ zu transpor-

tieren und dort ihm zu übergeben. In diesem Fall sei es um ca. 100 Gramm Koka-

ingemisch, abgepackt in 10 Fingerlinge à ca. zehn Gramm, markiert mit "UAE1", 

gegangen. 

2.4.2. Der Beschuldigte ist geständig, im Auftrag seines Bruders nach C._____ 

gereist zu sein, um dort bei "D._____" Drogen abzuholen und nach E._____ zu 

transportieren. In diesem Fall, so der Beschuldigte weiter, habe es Probleme bzw. 

einen Streit gegeben, weshalb ihm keine Drogen ausgehändigt worden seien. Er 

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sei mit leeren Händen nach E._____ zurück gekehrt (Urk. 11/3 S. 3 ff. Rz 16 ff.; 

Urk. 11/10 S. 3 f. Ziff. 5; Prot. I S. 18 f.). 

2.4.3. Auch in diesem Fall erhielt der Beschuldigte die Anweisungen von seinem 

Bruder per Telefon. Den TK-Protokollen lässt sich entnehmen, wie der Be-

schuldigte um ca. 07:45 Uhr am Übergabeort ankommt (Urk. 11/3 S. 3 Rz 13 ff. 

i.V.m. Beilagen 1 und 2) und dort warten muss, bis ihm die Türe geöffnet wird 

(Urk. 11/3 S. 4 i.V.m. Beilagen 3-5). Anschliessend begibt er sich in die Wohnung, 

und es kommt zu Nachfragen des Beschuldigten bei seinem Bruder, welche 

Anzahl Fingerlinge mit welcher Markierung er abzuholen habe. Der Bruder des 

Beschuldigten stellt klar, dass es sich um zehn Fingerlinge, insgesamt ca. 

100 Gramm Kokaingemisch, handle, markiert mit "UAE1" (Urk. 11/3 S. 4 ff. 

Rz 30 ff. i.V.m. Beilagen 6-8). Danach begibt sich der Beschuldigte auf den 

Rückweg, und es folgen mehrere Telefonate zwischen ihm und seinem Bruder. 

Der Bruder ("B'._____") erkundigt sich, wann er ihn, den Beschuldigten treffen 

könne. Sie einigen sich schliesslich auf ein Treffen um 16:00 Uhr beim 

Beschuldigten (Urk. 11/3 Beilagen 9 und 10). Davon, dass etwas schief gelaufen 

sei, insbesondere, dass es Streit gegeben und er, der Beschuldigte, keine Ware 

ausgehändigt erhalten habe, ist in diesen Gespräch keine Rede (Urk. 11/1 

Beilage 17), was aber, wie schon zum Vorgang 95 erwähnt (obige Erw. 2.3.5), zu 

erwarten wäre, hätte es sich so zugetragen, wie der Beschuldigte aussagte. Im 

Gegenteil, in den Telefongesprächen, welche sie am späteren Nachmittag führen, 

sprechen sie von Gegenständen im Körper ("A'._____: Ich habe schon Feierabend, 

aber ich habe das Ding. B'._____: Im Körper? 'A._____: Ja." [Urk. 11/3 Beilage 13]) 

und der Bruder des Beschuldigten erwähnt, dass er nicht alles mitnehmen könne 

und er, der Beschuldigte, ihm zunächst vier bzw. sechs und am folgenden Morgen 

den Rest übergeben solle ("B'._____: Holst du mir bitte 4 raus, weil ich alles nicht 
mitnehmen kann." (…) "A'._____: Kommst du morgen früh das abholen. B'._____: 

Deswegen sage ich, du sollst 6 raus holen, damit ich morgen früh den Rest abholen 

kommen kann." [Urk. 11/3 Beilage 14]), was klar dafür spricht, dass der 

Beschuldigte von "D._____" tatsächlich zehn Fingerlinge ausgehändigt erhielt und 

diese zwecks Übergabe an seinen Bruder nach E._____ transportierte. Die 

Erklärungen des Beschuldigten zu diesen belastenden Gesprächsinhalten ("Dass 

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ich etwas im Körper hatte? Nein, ich kam von der Schule." [Urk. 11/3 S. 8 Rz 54], "Wir 
haben über 4 gesprochen. Vielleicht ging es um 4'000.–. Es ging nicht um Kokain." 
[Urk. 11/3 S. 8 Rz 57], "Er ist mein Bruder. Vielleicht will er Geld bei mir abholen. Ich 

half ihm Autos zu verkaufen." [Urk. 11/3 S. 8 Rz 59]), erweisen sich als blosse 

Schutzbehauptungen. 

2.4.4. Im Ergebnis ist auch in diesem Fall mit der Vorinstanz davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte am 25. September 2019 in C._____ 10 Fingerlinge à 

zehn Gramm Kokaingemisch, insgesamt also 100 Gramm, von "D._____" entge-

gen nahm, diese nach E._____ transportierte und dort seinem Bruder aushändig-

te. 

2.5. Vorgang 74 (Anklage Ziff. 1) 

2.5.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, bereits am 12. Juni 2019 im Auftrag 

des Lieferanten "L._____" 200 Gramm Kokaingemisch, abgepackt in 

20 Fingerlinge, von E._____ nach G._____ transportiert und dort dem Abnehmer 

"H._____" übergeben zu haben. Von "H._____" habe der Beschuldigte dafür 

CHF 2'000.– erhalten; davon seien CHF 1'400.– für "L._____" bestimmt gewesen 

(CHF 70.– pro Fingerling) und CHF 600.– für den Beschuldigten als Kurierlohn 

(CHF 30.– pro Fingerling). Die Spesenentschädigung von CHF 100.– für die Rei-

sekosten, welche ebenfalls abgemacht gewesen sei, habe der Beschuldigte nicht 

erhalten. 

2.5.2. Der Beschuldigte ist geständig, zehn Fingerlinge à zehn Gramm Kokain-

gemisch von E._____ nach G._____ transportiert und dafür einen Lohn von 

CHF 20.– pro Fingerling erhalten zu haben. Darüber hinaus bestreitet er den ihm 

vorgeworfenen Sachverhalt (Urk. 11/4 S. 3 Rz 18 ff.; Urk. 11/10 S. 2 f. Ziff. 1; 

Prot. I S. 13 f.). 

2.5.3. Aus den abgehörten Telefongesprächen (Urk. 11/4 Beilagen 1-10) ergibt 

sich, dass der Ablauf ähnlich war wie in den Vorgängen 95 und 98, ausser dass 

der Beschuldigte in diesem Fall die Instruktionen nicht von seinem Bruder son-

dern von einem gewissen "L._____" sowie dem Abnehmer der Drogen, einem 

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gewissen "H._____" (in den TK-Protokollen als "H'._____" bezeichnet), erhielt. Im 

Gespräch zwischen dem Beschuldigten ("A'._____") und dem Auftraggeber 

("L._____") vom 12. Juni 2019, ca. 00:15 Uhr, war wiederholt von Zahlen und Be-

trägen die Rede. Hervorzuheben ist der folgende Ausschnitt: "L._____: Okay. Du 

musst von ihm 2000 kriegen. Du kriegst 2000 von ihm zuzüglich 100 fürs Ticket. 

Normalerweise zahlen sie 7. Dann kriegst du jeweils 3. Er gibt dir das Geld fürs 

Ticket. (…). A'._____: Also, wenn sie mir jetzt 1000 geben. Die 1000, die sie mir 

jetzt geben, ist für… L._____: Für 10. A'._____: Für alles oder? L._____: Nein. Al-

les zusammen sind 2000." (Urk. 11/4 Beilage 2c). Der Interpretation dieses Ge-

sprächsinhalts durch die Vorinstanz – dass mit den Zahlen 3 und 7 der Anteil am 

Entgelt von CHF 2'000.– gemeint war (CHF 30.– pro Fingerling für den Beschul-

digten und CHF 70.– für "L._____") und insgesamt 20 Fingerlinge zu transportie-

ren waren (Urk. 42 S. 7 f. Erw. 2.6.1.2) – schliesst sich die Kammer an. Seinen 

Einwand, er habe lediglich zehn Kokainfingerlinge transportiert, begründete der 

Beschuldigte lapidar damit, dass es Streit gegeben und er noch nie 20 Kokainfin-

gerlinge transportiert habe und auch nicht wüsste, wo er 20 Fingerlinge verste-

cken könnte (Urk. 11/4 S. 3 Rz 18 und Rz 20). Konkrete Angaben zum angebli-

chen Streit machte er, wie schon im Vorgang 98, wo er ebenso pauschal von ei-

nem Streit sprach (Urk. 11/3 S. 4 f. Rz 22 und Rz 30; Prot. I S. 18), nicht. Auch 

seine Aussage, dass er nicht wüsste, wo er 20 Fingerlinge verstecken könnte, 

entspricht dem Muster des Beschuldigten, seinen Tatbeitrag klein zu reden. Im 

Zusammenhang mit dem Vorgang 95, zu dem er als Erstes einvernommen wurde 

und bei welchem ihm der Transport von 15 Fingerlingen vorgeworfen wurde, 

sprach er noch von fünf, maximal sieben Fingerlingen, die er im Körper bzw. der 

Unterhose verstecken könne (vgl. obige Erw. 2.3.6). 

2.5.4. Aus den TK-Protokollen kann sodann, wie dies die Vorinstanz zutreffend 

ausführte (Urk. 42 S. 7 f. Erw. 2.6.1.2), geschlossen werden, dass der Beschul-

digte tatsächlich 20 Fingerlinge Kokaingemisch von E._____ nach G._____ trans-

portierte und dort dem Abnehmer "H._____" übergab. Nicht anders lässt sich die 

Angabe des Beschuldigten gegenüber "L._____" verstehen, dass er vom Abneh-

mer den vereinbarten Betrag von CHF 2'000.–, nicht aber die Kosten für das Ti-

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cket ("A'._____: (…) Sie haben gesagt, dass sie für den Transport nicht bezahlen") er-

halten habe (Urk. 11/4, Beilage 10b). 

2.5.5. Im Ergebnis ist auch in diesem Fall mit der Vorinstanz davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte am 12. Juni 2019 im Auftrag des Lieferanten "L._____" 

20 Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch, insgesamt also 200 Gramm, von 

E._____ nach G._____ transportierte und dort dem Abnehmer "H._____ übergab. 

Für seinen Kurierdienst kassierte der Beschuldigte CHF 600.–. 

2.6. Vorgang 78 (Anklage Ziff. 2) 

2.6.1. Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, auch am 9. Juli 2019 Be-

täubungsmittel transportiert zu haben. Auch in diesem Fall habe es sich um ca. 

200 Gramm Kokaingemisch gehandelt, wiederum abgepackt in 20 Fingerlinge, 

dieses Mal markiert mit "M._____". Die Droge habe er von E._____ nach G._____ 

transportiert und dort dem Abnehmer "I._____" übergeben. Dieser habe dem 

Beschuldigten einen Kurierlohn von CHF 600.– (CHF 30.– pro Fingerling) sowie 

CHF 100.– für Spesen bezahlt. 

2.6.2. Der Beschuldigte ist geständig, fünf Fingerlinge à ca. zehn Gramm Kokain-

gemisch von E._____ nach G._____ transportiert und dort dem Abnehmer 

"I._____" übergeben zu haben. Dafür sei er von "I._____" mit CHF 100.– 

(CHF 20.– pro Fingerling) sowie mit CHF 50.– oder CHF 60.– für die Reisekosten 

entschädigt worden (Urk. 11/5 S. 2 Rz 10, S. 3 Rz 15 ff.; Urk. 11/10 S. 3 Ziff. 2; 

Prot. I S. 14 f.; Urk. 59 S. 11). 

2.6.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, lässt sich der Sachverhalt, der 

dem Beschuldigten vorgeworfen wird, gestützt auf die abgehörten Telefonge-

spräche zwischen dem Beschuldigten ("A'._____") und dem Abnehmer der 

Drogen ("I._____") nachweisen (Urk. 42 S. 8 f. Erw. 2.6.2.2), jedenfalls was die 

Menge der transportierten Drogen betrifft: Zunächst will der Beschuldigte die 

Bedingungen des Transportes, sprich seinen Kurierlohn, geklärt haben, und zwar 

weil er beim letzten Transport nach G._____ (Vorgang 74) die vereinbarte 

Spesenentschädigung nicht erhalten hatte. Der Beschuldigte und "I._____" 

- 14 - 

einigen sich auf CHF 30.– pro Fingerling (Urk. 11/5 S. 2 Rz 12 i.V.m. Beilage 1a 

und 1b). Der Beschuldigte stellt in der Folge die Lieferung für den kommenden 

Morgen in Aussicht. "I._____" antwortet, dass er ihm den Namen des "Dings" 

noch schicken werde (Urk. 11/5 Beilage 1b). Eine Minute nach Beendigung des 

Telefonats erhält der Beschuldigte von "I._____" eine SMS mit folgendem Inhalt: 

"20. M._____. G._____" (Urk. 11/5 Beilage 2). Kurz darauf folgt die telefonische 

Nachfrage von "I._____", ob der Beschuldigte das "Ding" gesehen und gut 

verstanden habe, was der Beschuldigte bejaht (Urk. 11/5 TK-Beilage 3). Der 

Interpretation der SMS durch die Polizei, "I._____" habe damit die Anzahl der zu 

liefernden Fingerlinge (20) und die Markierung der Fingerlinge (M._____) sowie 

den Übergabeort (G._____), klargestellt, vermochte der Beschuldigte nichts 

Überzeugendes entgegenzusetzen. Seine Antwort, auf die Bälle (gemeint 

Fingerlinge) schreibe man gar nichts, steht im Widerspruch zu seinen 

Zugeständnissen in den Vorgängen 82, 95 und 98, wonach die Fingerlinge (mit 

Buchstaben und Zahlen) markiert gewesen seien (Urk. 11/6 S. 2 Rz 7 i.V.m. 

Beilage 1; Urk. 11/1 S. 10 Ziff. 81 i.V.m. Beilage 14; Urk. 11/3 S. 5 f. Rz 35 ff. 

i.V.m. Beilagen 7 und 8). Die Telefongespräche des folgenden Tages drehen sich 

um die Übergabe in der Wohnung von "I._____" in G._____. Der Beschuldigte 

bestätigt zuletzt, dort angekommen zu sein und zu "I._____" zu gehen (Urk. 11/5 

S. 3 f. Rz 24 ff. i.V.m. Beilagen 4-6). Auch in diesem Fall findet sich in den 

abgehörten Telefongesprächen, insbesondere in denjenigen, als sich der Be-

schuldigte auf dem Weg zu "I._____" befand und bei ihm eintraf (Urk. 11/5 

Beilagen 4-6), kein Hinweis, dass der Beschuldigte weniger Fingerlinge dabei hat 

und liefern kann, als vereinbart war, was aber zu erwarten wäre, würde die 

Darstellung des Beschuldigten zutreffen. Ob der Beschuldigte für seinen 

Kurierdienst von "I._____" tatsächlich CHF 30.– pro Fingerling erhielt, wie es 

abgemacht war, lässt sich anhand der vorliegenden TK-Protokolle hingegen nicht 

rechtsgenügend nachweisen. Diesbezüglich ist daher von CHF 20.– pro 

Fingerling auszugehen, wie es der Beschuldigte eingestand (Urk. 11/5 S. 3 

Rz 17). 

2.6.3. Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 9. Juli 2019 

20 Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch, insgesamt 200 Gramm, von  

- 15 - 

E._____ nach G._____ transportierte und dort dem Abnehmer "I._____" übergab. 

Für seinen Kurierdienst kassierte der Beschuldigte jedenfalls CHF 400.–. 

2.7. Vorgang 82 (Anklage Ziff. 3) 

2.7.1. Dem Beschuldigten wird sodann vorgeworfen, am 22. Juli 2019 20 Kokain-

fingerlinge mit der Bezeichnung "A111", insgesamt ca. 200 Gramm Kokain-

gemisch, von E._____ nach N._____ transportiert und dort einem unbekannten 

Abnehmer übergeben zu haben. Dafür habe der Beschuldigte einen nicht 

bekannten Bargeldbetrag als Entlöhnung erhalten. 

2.7.2. Der Beschuldigte ist geständig, zehn Fingerlinge à ca. zehn Gramm Koka-

ingemisch transportiert und dafür CHF 150.– bis CHF 200.– erhalten zu haben 

(Urk. 11/6 S. 2 Rz 14, S. 4 Rz 31; Urk. 11/10 S. 3 Ziff. 3; Prot. I S. 15 f.). 

2.7.3. Auch in diesem Fall kann der Argumentation der Vorinstanz (Urk. 42 

S. 10 f. Erw. 2.6.3) gefolgt werden. Aus den TK-Protokollen ergibt sich, dass der 

Beschuldigte am Tag vor dem Transport mit dem Abnehmer des Stoffs die Details 

der Lieferung bespricht: Es ist dabei von den Zahlen "20" und "200" die Rede 

(Urk. 11/6 Beilage 2a) und von der Buchstaben- und Zahlenreihenfolge "A111" 

(Urk. 11/6 Beilage 1b). Dass diese Gespräche den Transport von Drogen zum 

Gegenstand hatten, räumte der Beschuldigte ein, insbesondere dass die 

Fingerlinge mit "A111" markiert waren (Urk. 11/6 S. 2 Rz 7 i.V.m. Beilage 1). Die 

Schlussfolgerung der Polizei, dass die Zahlen "20" und "200" für die Anzahl 

Fingerlinge bzw. Menge Kokaingemisch stehen, erweist sich unter diesen 

Umständen als zutreffend und der Einwand des Beschuldigten, es habe sich um 

zehn Fingerlinge gehandelt (Urk. 11/6 S. 2 f. Rz 11 ff.), als billige Ausflucht. Die 

TK-Protokolle vom 22. Juli 2019 zeigen sodann auf, dass der Beschuldigte sich 

zum vereinbarten Treffpunkt begibt und dort auf den Abnehmer der Drogen wartet 

(Urk. 11/6 S. 3 Rz 16 ff. i.V.m. Beilagen 3-5). Ca. 40 Minuten nach der Übergabe 

der Drogen meldet sich der Abnehmer nochmals telefonisch beim Beschuldigten 

und informiert diesen darüber, dass er, der Beschuldigte, seine Kopfhörer liegen 

gelassen habe (Urk. 11/6 S. 3 Rz 23 i.V.m. Beilage 6). Hervorzuheben ist, dass 

weder vor noch nach der Ablieferung der Drogen zwischen dem Beschuldigten 

- 16 - 

und dem Abnehmer davon die Rede ist, dass die tatsächlich gelieferte Menge 

nicht der vereinbarten entspricht, was aber zu erwarten wäre, träfe die Darstellung 

des Beschuldigten zu. 

2.7.4. Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 22. Juli 2019 

ca. 200 Gramm Kokaingemisch von E._____ nach N._____ transportierte und 

dort einem unbekannten Abnehmer übergab und dafür einen Lohn von CHF 150.– 

bis CHF 200.– kassierte. 

2.8. Vorgang 133 (Anklage Ziff. 6) 

Den Sachverhalt zum Vorgang 133, der ihm schliesslich vorgeworfen wird 

(Urk. 26 S. 4 Ziff. 6), hat der Beschuldigte eingestanden (Urk. 11/7, insbes. S. 5 

Rz 41; Urk. 11/10 S. 4; Prot. I S. 19 f.). Das Geständnis deckt sich mit den Er-

kenntnissen aus den abgehörten Telefongesprächen (Urk. 11/7 Beilagen 1-5). Es 

ist daher vom in der Anklage umschriebenen Sachverhalt auszugehen. 

2.9. Fazit 

Im Zeitraum vom 12. Juni 2019 bis 25. September 2019 stellte sich der Be-

schuldigte in fünf Fällen als Drogenkurier zur Verfügung, wobei er jeweils 100 bis 

200 Gramm Kokaingemisch, insgesamt 830 Gramm, transportierte und sich auf 

diese Weise am Drogenhandel beteiligte. Hinzu kommt der Fall vom 26. Januar 

2020, wo der Beschuldigte Anstalten traf, sich im gleichen Stil als Drogenkurier zu 

betätigen. Für diese Kurierdienste dürfte der Beschuldigte einen Lohn in der 

Grössenordnung von CHF 1'500.– erzielt haben. 

3. Strafe 

3.1. Strafrahmen und Strafzumessungskriterien 

Die Vorinstanz gab den anwendbaren Strafrahmen korrekt wieder und legte die 

allgemeinen Regeln zur Strafzumessung in zutreffender Weise dar, so dass da-

rauf verwiesen werden kann (Urk. 42 S. 15 ff. Erw. 4.1 und 4.2). Richtig ist insbe-

sondere, dass die in der Anklage geschilderten Handlungen eine Tateinheit bil-

den, da die einzelnen Vorgänge in einem engen sachlichen Zusammenhang ste-

- 17 - 

hen und demselben Tatentschluss unterstehen – nämlich in unbestimmt vielen 

Fällen sich als Drogenkurier zur Verfügung zu stellen. Dies entspricht auch der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 31 S. 6 f.; Urk. 60 S. 5). 

3.2. Festsetzung der konkreten Strafe 

Zur konkret auszufällenden Strafe, die Vorinstanz setzte eine Freiheitsstrafe von 

28 Monaten fest (Urk. 42 S. 19 ff. Erw. 4.4 ff.), ist Folgendes festzuhalten: 

3.2.1. Das Kokaingemisch, das der Beschuldigte transportierte, wurde von der 

Polizei nicht sichergestellt. In dieser Situation darf von Drogen mittlerer Qualität 

ausgegangen werden, solange keine Hinweise auf eine besonders reine oder ge-

streckte Substanz vorliegen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2019, 

6B_1081/2018, E. 3.1 m.w.H.), was hier nicht der Fall ist. Unter Verweis auf die 

Betäubungsmittelstatistik der Gruppe Forensische Chemie der Schweizerischen 

Gesellschaft für Rechtsmedizin (Statistik der SGRM; www.sgrm.ch, Forensische 

Chemie und Toxikologie, Statistiken) und in der Annahme, dass es sich nicht um 

Kokainbase sondern um Kokainhydrochlorid handelte, ist deshalb von einem 

durchschnittlichen Wirkstoffgehalt von 70% auszugehen (so auch die 

Verteidigung, Urk. 60 S. 5). In dieser Grössenordnung bewegte sich denn auch 

der gutachterlich festgestellte Wirkstoffgehalt des Kokaingemischs, das beim 

Bruder des Beschuldigten sichergestellt wurde (Urk. 17), allerdings in einem Fall, 

in welchen der Beschuldigte nicht involviert war. Die vom Beschuldigten 

transportierte Menge entspricht somit 580 Gramm reinem Kokain. Die Vorinstanz 

hat zutreffend darauf hingewiesen, dass die Menge der Betäubungsmittel, wenn 

auch nicht ein vorrangiges, so doch ein erstes wichtiges Element des objektiven 

Tatverschuldens, darstellt, und gestützt auf die in der Praxis gebräuchliche 

Vergleichstabelle von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER (OFK-BetmG, 3. Aufl., 

Zürich 2016, Art. 47 StGB N 45) korrekt auf eine Freiheitsstrafe von 34 bis 

35 Monaten Freiheitsstrafe geschlossen (Urk. 42 S. 19 f. Erw. 4.4.1.2). 

3.2.2. Was die objektive Tatkomponente betrifft, hat die Vorinstanz auch die 

übrigen massgeblichen Faktoren zutreffend gewürdigt (Urk. 42 S. 20 

Erw. 4.4.1.3): nämlich dass der Beschuldigte innert weniger Monate eine 

- 18 - 

beträchtliche Menge Kokain innerhalb der Schweiz transportierte; er, als reiner 

Inlandkurier, hierarchisch zwar am unteren Ende der Handelskette tätig, 

angesichts der Anzahl Transporte aber in der Organisation sehr wohl integriert 

war; es sich bei den vom Beschuldigten in den einzelnen Fällen transportierten 

Drogen nicht um Kleinmengen handelte, wie die Verteidigerin ausführte (Urk. 31 

S. 8), und der Beschuldigte im Vorfeld jeweils darüber informiert worden war, um 

welche Mengen es sich handelte, so dass von Zufälligkeiten, wie die Verteidigerin 

meinte (Urk. 31 S. 8, Urk. 60 S. 6), keine Rede sein kann. Alles in allem ist von 

einer beträchtlichen kriminellen Energie des Beschuldigten auszugehen. 

3.2.3. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz in der Absicht, einen 

Verdienst zu erzielen, wobei er trotz niedriger Stellung innerhalb der Hierarchie 

seine Interessen durchaus zu vertreten wusste, worauf schon die Vorinstanz 

zutreffend hinwies (Urk. 42 S. 21 Erw. 4.4.2). Plausibel erscheint, dass der Be-

schuldigte, welcher zur Tatzeit arbeitslos war, unter grossem Druck seiner in 

Nigeria lebenden Verwandten stand, welche gemäss seinen Angaben auf seine 

finanzielle Unterstützung angewiesen sind (Prot. I S. 20 f.; Urk. 31 S. 8, Urk. 34 

S. 2 f., Urk. 59 S. 6). Milde kann er dafür indessen nicht erwarten, kann es doch 

nicht angehen, zwecks finanzieller Unterstützung armutsbetroffener Angehöriger 

Delikte zu begehen, insbesondere wenn diese die Gesundheit vieler Menschen 

gefährden, was dem Beschuldigten, der selber nie Drogen konsumierte, bewusst 

war (Urk. 59 S. 14). Kommt hinzu, dass der Beschuldigte, sollten seine Aus-

führungen zu seinen Anstellungen zutreffen (Urk. 23/2 S. 2 f. Rz 13; Urk. 11/2 

S. 3 Ziff. 10; Urk. 34 S. 2 f.; Urk. 59 S. 2 f.), in der fraglichen Zeit Leistungen der 

Arbeitslosenversicherung bezog und auch seine Ehefrau Einkommen erzielte 

(Urk. 23/4 S. 3 Ziff. 18 ff.; Prot. I S. 6; Urk. 59 S. 10), weshalb eine finanzielle 

Notlage beim Beschuldigten nicht auszumachen ist. Das subjektive 

Tatverschulden vermag somit die objektive Tatschwere nicht zu ändern. 

3.2.4. Mit der Vorinstanz ist das Verschulden des Beschuldigten aufgrund der 

Tatkomponenten als nicht mehr leicht zu qualifizieren und erscheint eine hypothe-

tische Einsatzstrafe in der Grössenordnung von 33 Monaten als angemessen. 

- 19 - 

3.2.5. Zu den persönlichen Verhältnissen und dem Vorleben des Beschuldigten 

kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Erw. 42 S. 21 f. Erw. 4.5.1 f.). Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

heute nach wie vor bei der J._____ AG im Stundenlohn tätig ist, neu aber über ei-

nen unbefristeten Einsatzvertrag verfügt (Urk. 59 S. 2; Urk. 61). Der Beschuldigte 

gab an der Berufungsverhandlung an, in den letzten zehn Jahren immer gearbei-

tet zu haben, ausser während eines Jahres, nachdem ihm 2019 gekündigt worden 

sei. In jener Zeit habe er Arbeitslosenentschädigung erhalten, teilweise in redu-

ziertem Umfang, weil er dennoch teilweise gearbeitet habe (Urk. 59 S. 2 f.). We-

der die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten noch sein Vorleben, insbe-

sondere die beiden schon länger zurückliegenden, nicht einschlägigen Vorstrafen, 

geben Anlass für eine Strafminderung oder -erhöhung. 

3.2.6. Im Rahmen der Täterkomponente ist weiter das Nachtatverhalten zu be-

rücksichtigen. Namentlich ein Geständnis wirkt sich bei der Strafzumessung zu 

Gunsten des Beschuldigten aus. Die Vorinstanz hat auch in diesem Punkt das 

Verhalten des Beschuldigten korrekt gewürdigt (Urk. 42 S. 22 f. Erw. 4.5.3). Her-

vorzuheben ist, dass der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Delikte zwar 

eingestand, zumindest im Grundsatz, das Geständnis aber in allen Fällen jeweils 

erst nach Vorlage der TK-Protokolle, welche klare Hinweise auf seine Kurier-

tätigkeit enthalten, erfolgte. Was das Ausmass seines deliktischen Verhaltens 

betrifft, insbesondere die Menge der transportierten Betäubungsmittel, ist der Be-

schuldigte sodann nur teilweise geständig. Echte Einsicht und aufrichtige Reue, 

auch insoweit ist der Vorinstanz zuzustimmen, sieht anders aus. Ein besonders 

kooperatives Verhalten, welches beispielsweise zur Identifizierung seiner Mittäter 

geführt hätte, ist beim Beschuldigte sodann nicht auszumachen. Mit der 

Vorinstanz ist beim Beschuldigten schliesslich keine ins Gewicht fallende 

Strafempfindlichkeit auszumachen. Entsprechend führt beim Nachtatverhalten 

einzig das Teilgeständnis zu einer Reduktion der Einsatzstrafe. Der von der 

Vorinstanz veranschlagte Abzug von fünf Monaten, was rund 15% der 

Einsatzstrafe entspricht, ist vertretbar. 

- 20 - 

3.2.7. Unter Würdigung aller für die Strafzumessung relevanter Umstände er-

scheint somit eine Strafe von 28 Monaten als angemessen, diese ist einzig in der 

Form der Freiheitsstrafe möglich (Art. 19 Abs. 2 BetmG i.V.m. Art. 34 und Art. 40 

StGB). 

4. Vollzug der Strafe 

4.1. Eine Strafe von mehr als 24 Monaten darf nicht bedingt ausgesprochen 

werden, jedenfalls nicht vollumfänglich (Art. 42 Abs. 1 StGB e contrario). Nach 

Art. 43 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens 

einem Jahr und höchstens drei Jahren aber teilweise aufschieben, wenn dies 

notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. 

Der unbedingt vollziehbare Teil darf dabei die Hälfte der Strafe nicht übersteigen, 

wobei sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil mindestens 

sechs Monate betragen müssen (Art. 43 StGB). 

4.2. Die Vorinstanz erwog, dass im Fall des Beschuldigten sowohl die objekti-

ven wie subjektiven Voraussetzungen des teilbedingten Strafvollzuges erfüllt sind 

und setzte den vollziehbaren Teil der Freiheitsstrafe auf acht Monate und den be-

dingten Strafanteil auf 20 Monate fest, dies bei einer Probezeit von zwei Jahren 

(Urk. 42 S. 24 Erw. 5.2 f.). Ein vollumfänglicher Aufschub des Vollzugs der hier 

auszusprechenden Freiheitsstrafe ist, wie vorstehend erwähnt, von Gesetzes we-

gen ausgeschlossen. Da die Staatsanwaltschaft keine (Anschluss-)Berufung er-

hob, darf wegen des in Art. 391 Abs. 2 StPO statuierten Verbots der reformatio in 

peius aber auch der Grundsatzentscheid der Vorinstanz, dem Beschuldigten den 

teilbedingten Strafvollzug zu gewähren, im Berufungsverfahren nicht in Frage ge-

stellt werden. Soweit die Vorinstanz den vollziehbaren Teil der Freiheitsstrafe auf 

acht Monate festlegte, ist dies angesichts der Schwere seiner Tat nicht zu bean-

standen. Den unbedingten Teil der Strafe auf sechs Monate zu reduzieren – wie 

es die Verteidigung eventualiter beantragte (Urk. 60 S. 8 f.) – ist somit nicht ange-

zeigt. Immerhin handelt es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher, sondern 

um mehrere Drogentransporte, welche allesamt als schwere Fälle im Sinne von 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG zu qualifizieren sind. Ob es angebracht gewesen wäre, 

diesen Teil der Strafe höher anzusetzen, kann wegen des bereits erwähnten Ver-

- 21 - 

schlechterungsverbots offen bleiben. Dem Entscheid der Vorinstanz zum Vollzug 

der Strafe ist demnach zu folgen. 

4.3. Der Beschuldigte befand sich vom 24. Juni 2020 bis 10. November 2020 

in  Untersuchungshaft (Urk. 22/2, Urk. 22/4, Urk. 22/9 und Urk. 22/13). Diese 

140 Tage sind auf den vollziehbaren Teil der Strafe anzurechnen.  

5. Landesverweisung 

5.1. Die vom Beschuldigten begangene mehrfache Widerhandlung gegen 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG stellt eine sogenannte Katalogtat dar, welche 

obligatorisch einen Landesverweis zur Folge hat (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Das 

Gericht kann ausnahmsweise von einer Landesverweisung absehen, wenn diese 

für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und die 

öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten 

Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei 

ist der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der 

Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). 

5.2. Die Vorinstanz erläuterte den Rahmen der vorzunehmenden Prüfung und 

nannte insbesondere die massgeblichen Kriterien, die es zu beachten gilt, in zu-

treffender Weise (Urk. 42 S. 26 f. Erw. 7.3.1 und S. 30 f. Erw. 7.4.1) und würdigte 

diese bezogen auf den Beschuldigten überwiegend korrekt (Urk. 42. S. 27 ff. 

Erw. 7.3.2 ff. und S. 31 ff. Erw. 7.4.2 ff.), so dass zunächst darauf verwiesen 

werden kann. Zusammenfassend und teils ergänzend sind die folgenden Punkte 

festzuhalten. 

5.3. Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger von Nigeria und in seinem 

Heimatland aufgewachsen, zusammen mit sieben Geschwistern, wovon sechs 

noch in Nigeria leben. Ein Bruder lebt ebenfalls in der Schweiz, dabei handelt es 

sich um B._____ ("B'._____"), der ebenfalls in den Drogenhandel involviert war 

(Vorgänge 95 und 98) und sich im Gefängnis befindet (Urk. 23/2 Rz 4; Urk. 59 

S. 7). Die prägenden Kinder- und Jugendjahre verbrachte der Beschuldigte in 

Nigeria. Erst Ende 2004, also mit ca. 26 Jahren, reiste der Beschuldigte in die 

- 22 - 

Schweiz ein und heiratete im Jahr 2006 seine Ehefrau, welche er hier in der 

Schweiz kennengelernt hatte. Der Ehe ist im mm.2006 ein gemeinsames Kind 

entsprungen (Urk. 23/2 S. 2 Rz 6; Prot. I S. 6; Urk. 59 S. 3 f.). Der Beschuldigte ist 

im Besitz der Aufenthaltsbewilligung B. Im Zeitpunkt seiner Verhaftung ging er 

keiner Erwerbstätigkeit nach. Zuvor war er mehrere Jahre arbeitstätig. Am 

7. April 2021, rund fünf Monate nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft, 

fand der Beschuldigte wieder eine temporäre Anstellung (Urk. 32/2). Heute ist er 

nach wie vor bei derselben Firma tätig, verfügt allerdings nicht über eine 

Festanstellung, sondern lediglich – aber immerhin – über einen unbefristeten 

Einsatzvertrag auf Stundenlohnbasis (Urk. 61). Im vorliegenden Verfahren musste 

der Beschuldigte durchwegs die Dienste eines Dolmetschers in Anspruch 

nehmen. Weiter ist zu konstatieren, dass seine Tochter ihre Briefe, welche sie ihm 

ins Gefängnis sandte, auf Englisch verfasste (Urk. 35/1). Dies deutet darauf hin, 

dass die Deutschkenntnisse des Beschuldigten beschränkt sind. Immerhin pflegt 

der Beschuldigte ausserhalb seiner Kernfamilie auch Kontakte zu Schweizer 

Staatsangehörigen, mit denen er zusammenarbeitet (Urk. 59 S. 9; vgl. Prot. I 

S. 12). Gemäss den Angaben seiner Verteidigung ist der Beschuldigte gläubiger 

Katholik und besucht die Kirche (Urk. 34 S. 4 und S. 8). Wie die Vorinstanz richtig 

festhielt, fehlen aber Hinweise, die ein besonderes Engagement für die Kirche 

oder eine aktive Rolle in dieser Gemeinschaft belegen. Die beiden Vorstrafen aus 

den Jahren 2012 und 2014 wegen Hinderung einer Amtshandlung (Urk. 23/1 und 

Urk. 45) liegen zwar schon einige Jahre zurück und erscheinen im Vergleich zu 

den hier zu beurteilenden Delikten untergeordneter Natur, zeigen aber, dass der 

Beschuldigte Mühe bekundet, sich an die hiesige Gesetzgebung zu halten. Trotz 

der beschriebenen Umstände spricht insbesondere die Tatsache, dass der 

Beschuldigte die meiste Zeit arbeitstätig war, für eine gewisse Integration. 

5.4. Mit sechs Geschwistern verfügt der Beschuldigte über mehrere enge An-

gehörige in seinem Heimatland. Diese besucht er jährlich über Weihnachten 

(Prot. I S. 8), nicht so allerdings in den letzten drei Jahren. Letztmals war er aber 

im Februar 2022 in Nigeria (Urk. 59 S. 7). Auch hat er Freunde in Nigeria (Urk. 59 

S. 9). Bei einer Rückkehr nach Nigeria würde der mit der Sprache und Kultur bes-

tens vertraute Beschuldigte folglich auf ein bekanntes und vertrautes Umfeld 

- 23 - 

stossen, von welchem zu erwarten ist, dass ihm dieses bei der Wiedereingliede-

rung nach Kräften behilflich ist. Der berufliche (Wieder-) Einstieg mag in seinem 

Heimatland zwar schwierig sein und eine Lebensführung nach mitteleuropäi-

schem Standard nicht möglich. Hinweise dafür, dass dem Beschuldigten die 

Rückkehr in sein Heimatland unzumutbar ist, liegen indessen keine vor. 

5.5. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich die persönlichen 

Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz primär aus dem 

Umstand ergeben, dass seine Ehefrau und seine Tochter hier leben (Urk. 42 

S. 28). Das Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und seiner Tochter scheint 

sehr innig zu sein, wie ihre Briefe, die sie ihm ins Gefängnis sandte, belegen 

(Urk. 35/1). Diese Innigkeit mit der Begründung zu hinterfragen, der Beschuldigte 

habe, so die Vorinstanz, anlässlich der Hauptverhandlung nur unzureichend über 

die schulische Situation seiner Tochter Auskunft geben können (Urk. 42 S. 30 

Erw. 7.3.5), überzeugt nicht. Mangels gegenteiliger Hinweise ist sodann davon 

auszugehen, dass die Beziehung des Beschuldigten zu seiner Ehefrau intakt ist. 

Diese ist deutsche Staatsangehörige und lebt und arbeitet seit 2004 in der 

Schweiz (Urk. 23/4 S. 4 Ziff. 27; Prot. I S. 6; Urk. 59 S. 3 f. und 10). Die gemein-

same Tochter ist hier aufgewachsen und besucht aktuell eine … Schule in 

E._____. Gemäss dem Beschuldigten wird sie im August 2022 eine Lehre im 

K._____ beginnen (Urk. 59 S. 5). Mangels näherer Bezugspunkte – der Beschul-

digte reiste jeweils alleine nach Nigeria (Urk. 59 S. 7) – ist ihnen eine Ausreise in 

das Heimatland des Beschuldigten zusammen mit diesem, nicht zuzumuten, und 

es liegen auch keine Hinweise vor, wonach sie bereit und in der Lage sind, zu-

sammen mit dem Beschuldigten in ein anderes Land ausserhalb des Schengen-

raums (vgl. dazu nachfolgende Erw. 6) auszureisen und dort Fuss zu fassen. 

Nach den Angaben des Beschuldigten arbeitet seine Ehefrau als Pflegefachfrau 

im K._____ E._____ und erzielt ein Einkommen von schätzungsweise Fr. 5'000.– 

pro Monat (Prot. I S. 6; Urk. 59 S. 4). Damit müsste sie in der Lage sein, ihre Le-

benskosten und diejenigen der gemeinsamen Tochter zu begleichen. Eine Lan-

desverweisung des Beschuldigten bewirkt bei ihnen somit keine finanzielle Notla-

ge, hat aber – und das allein wiegt schwer – massive Auswirkungen auf die künf-

tige Gestaltung seiner Beziehung zu seiner Ehefrau und seiner minderjährigen 

- 24 - 

Tochter. Im Ergebnis teilt die Kammer die Auffassung der Vorinstanz, dass eine 

Landesverweisung für den Beschuldigten, wenn auch knapp, einen schweren 

persönlichen Härtefall bewirkt. 

5.6. Der Beschuldigte wird mit dem vorliegenden Urteil zu einer Freiheitsstrafe 

von 28 Monaten bestraft. Seine Tätigkeit als Drogenkurier übte er während rund 

sieben Monaten aus. Insgesamt transportierte er 580 Gramm reines Kokain, was 

deutlich über der Schwelle von 18 Gramm liegt, die nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts bereits ausreicht, um die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 

zu bringen. Der Beschuldigte legte folglich eine beträchtliche kriminelle Energie 

an den Tag. Negativ ins Gewicht fällt, dass der Beschuldigte im fraglichen Zeit-

raum längst verheiratet und Vater einer Tochter war. Die sich daraus ergebende 

Verantwortung aber auch Ressource vermochten ihn von seinem deliktischen 

Verhalten nicht abzuhalten (Urk. 59 S. 9 und 14). Dasselbe trifft auf seinen christ-

lichen Glauben zu. Trotz des zu erwartenden Lerneffekts, den der teilweise Voll-

zug der auszufällenden Freiheitsstrafe mit sich bringt, besteht daher keine ausrei-

chende Gewähr, dass sich der Beschuldigte künftig wohl verhalten wird. Daran 

vermag der Umstand, dass der Beschuldigte zur Zeit über eine Arbeitsstelle ver-

fügt, nichts Entscheidendes zu verändern. Das öffentliche Sicherheitsinteresse 

überwiegt daher das Interesse des Beschuldigten an einem Verbleib in der 

Schweiz klar. Die Landesverweisung des Beschuldigten erweist sich nach dem 

Gesagten trotz Bejahung eines Härtefalls als unvermeidlich.  

5.7. Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB ist die Landesverweisung für fünf bis 

15 Jahre auszusprechen. Die Vorinstanz ordnete eine Landesverweisung für die 

Dauer von fünf Jahren an. Dabei handelt es sich um das gesetzliche Minimum, 

weshalb eine Reduktion unzulässig ist. Wegen des Verbots der reformatio in pei-

us steht eine längere Dauer nicht zur Debatte. Auch in diesem Punkt ist somit der 

Vorinstanz zu folgen. 

- 25 - 

6. Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem 
(SIS) 

Die Vorinstanz hat die Bedeutung der Ausschreibung der Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem (SIS) sowie die Voraussetzungen der Aus-

schreibung korrekt dargelegt (Urk. 42 S. 32 f. Erw. 8.1) und ist mit überzeugender 

Begründung zur Auffassung gelangt, dass die Voraussetzungen im Fall des Be-

schuldigten erfüllt sind (Urk. 42 S. 33 Erw. 8.2), so dass darauf verwiesen werden 

kann. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen Drittstaatsangehörigen. Er ist 

zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu verurteilen für eine Straftat, die mit ei-

ner Mindeststrafe von einem Jahr bedroht ist. Wie den Ausführungen zur Landes-

verweisung entnommen werden kann, geht vom Beschuldigten eine Gefahr für 

die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus (obige Erw. 5.6). Dies erfordert die 

Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem. Fest-

zuhalten ist diesbezüglich, dass es den übrigen Schengen-Staaten freisteht, die 

Einreise in ihr Hoheitsgebiet im Einzelfall aus humanitären Gründen, Gründen des 

nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen dennoch zu 

bewilligen (Art. 6 Abs. 5 Bst. c Schengener Grenzkodex; vgl. auch Art. 25 Abs. 1 

Bst. a der Verordnung Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft). Die Souveränität der 

übrigen Schengen-Staaten wird insofern durch die in der Schweiz ausgesproche-

ne Landesverweisung, welche ausschliesslich für das Hoheitsgebiet der Schweiz 

gilt, nicht berührt (BGE 147 IV 340 E. 4.9; BGE 146 IV 172 E. 3.2.3; Urteil 

6B_509/2019 vom 29.08.2019 E. 3.3).  

7. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschuldigten die Kosten des 

Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gebühr für das 

Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 16 Abs. 1 GebV OG auf CHF 3'500.– 

festzusetzen. Gestützt auf § 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV sowie 

unter Berücksichtigung der eingereichten Honorarnote (Urk. 58) ist die amtliche 

Verteidigerin für ihre Bemühungen im Berufungsverfahren mit pauschal 

CHF 4'600.– zu entschädigen. Von der Kostentragungspflicht des Beschuldigen 

- 26 - 

auszunehmen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche vorerst auf die 

Staatskasse zu nehmen sind. Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton diese 

Entschädigungen zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

erlauben (Art. 426 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 10. Juni 

2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:          

1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 
Abs. 1 lit. c, lit. d und lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. (…) 

3. (…) 

4. (…) 

5. (…) 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 26. Juni 2020 
beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'400.– wird eingezogen und zur Verfahrenskos-
tendeckung verwendet. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

8. Die weiteren Kosten betragen: 
Fr. 5'000.– Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 450.– Kosten Kantonspolizei 

Fr. 513.30 Auslagen (Gutachten) 

Fr. 1'296.– Kosten Informatik Service Center 

Fr. 26'155.80 Auslagen Untersuchung (Telefonkontrolle) 

9. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt. 

- 27 - 

10. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin 
des Beschuldigten mit Fr. 21'613.55 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus 
der Gerichtskasse entschädigt.  

 Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 
vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 
StPO." 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

140 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (acht Monate, 

abzüglich 140 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen. 

3. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes 

verwiesen. 

4. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

5. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'600.00   amtliche Verteidigung 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

- 28 - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (überbracht) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt) 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 
− das Bundesamt für Polizei  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons St. Gallen  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A  
− die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"  

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

- 29 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
Zürich, 7. März 2022 

 
 

Die Präsidentin: 
 
 
 

lic. iur. R. Affolter 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Kümin Grell 
 

 

	Urteil vom 7. März 2022
	Anklage:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c, lit. d und lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 140 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate, abzüglich 140 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für die Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen.
	5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.
	6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 26. Juni 2020 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'400.– wird eingezogen und zur Verfahrenskostendeckung verwendet.
	7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	8. Die weiteren Kosten betragen:
	9. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt.
	10. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten mit Fr. 21'613.55 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO."
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, wovon 140 Tage durch Haft erstanden sind, zu bestrafen.
	2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung der Probezeit von 2 Jahren.
	3. Von der Anordnung einer Landesverweisung sei abzusehen.
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	5. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung für das Berufungsverfahren sei gemäss der eingereichten Honorarnote festzusetzen.
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang/Umfang der Berufung
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 42 [= Urk. 40] S. 3 Erw. 1).
	1.2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 10. Juni 2021 meldete der Beschuldigte am 11. Juni 2021 (Urk. 38) fristgerecht Berufung an. Nach Zustellung des begründeten Urteils erfolgte am 24. August 2021 wiederum innert...
	1.3. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die Bemessung der Strafe (Dispositiv-Ziff. 2), die Anordnung zum Vollzug der Strafe (Dispositiv-Ziff. 3), die Landesverweisung und deren Ausschreibung im Schengener Informationssystem (Dispositiv...
	1.4. Mit Eingabe vom 8. September 2021 erklärte die Staatsanwaltschaft den Verzicht auf Anschlussberufung sowie Beweisanträge und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 48).
	1.5. Nach dem Gesagten ist vorab mit Beschluss festzustellen, dass das Urteil hinsichtlich des Schuldspruchs (Dispositiv-Ziff. 1), der Einziehung der beschlagnahmten Barschaft (Dispositiv- Ziff. 6) sowie der Kosten und Entschädigungsfolgen (Dispositiv...
	1.6. Zur Berufungsverhandlung sind der Beschuldigte und seine amtliche Verteidigerin erschienen (Prot. II S. 3). Die Verhandlung konnte ordnungsgemäss durchgeführt werden (Prot. II S. 3 ff.).

	2. Menge des gehandelten Kokaingemischs
	2.1. Der Beschuldigte hat den Sachverhalt gemäss Anklageschrift eingestanden, mit Ausnahme der Menge des Kokaingemischs, die er transportiert, und der Entschädigung, die er für seine Kurierdienste erhalten haben soll. Statt der ihm von der Staatsanwal...
	2.2. Als Beweismittel von Relevanz liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 11/1-10, Urk. 23/2 und Urk. 23/4, Prot. I S. 4 ff. sowie Urk. 59 S. 10 ff.) und seines Bruders, B._____ (Urk. 12/1-15), diverse Gesprächsprotokolle über abgehörte Tel...
	2.3. Vorgang 95 (Anklage Ziff. 4)
	2.3.1. Dem Beschuldigten ("A'._____") wird vorgeworfen, am 12. September 2019 im Auftrag seines Bruders, B._____ ("B'._____") in C._____ von einem gewissen "D._____" ca. 150 Gramm Kokaingemisch, abgepackt in 15 Fingerlinge à ca. zehn Gramm, markiert m...
	2.3.2. Der Beschuldigte ist geständig, sieben Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch von C._____ nach E._____ transportiert und dafür einen Lohn von CHF 20.– pro Fingerling erhalten zu haben. Darüber hinaus bestreitet er den ihm vorgeworfenen Sachver...
	2.3.3. Die Staatsanwaltschaft stützt ihren Vorwurf auf mehrere Telefongespräche zwischen dem Beschuldigten und seinem Bruder, welche abgehört und protokolliert wurden, sowie auf den Wahrnehmungsbericht zweier Polizisten, welche den Beschuldigten am 12...
	2.3.4. Gemäss dem Observationsbericht vom 28. Februar 2020 begab sich der Beschuldigte am 12. September 2019 frühmorgens von seiner Wohnung an der … …-strasse …, E._____, zum Bahnhof, und bestieg um 06:25 Uhr den Zug nach C._____. Ca. eine Stunde spät...
	2.3.5. Den abgehörten Telefongesprächen zwischen dem Beschuldigten ("A'._____") und seinem Bruder ("B'._____") sowie dem aufgezeichneten SMS-Verkehr vom 11. und 12. September 2019 lässt sich entnehmen, dass der Beschuldigte die Informationen, in welc...
	2.3.6. Der Beschuldigte stritt zu Beginn der ersten Einvernahme, welche am 24. Juni 2020, dem Tag seiner Verhaftung (Urk. 22/2), erfolgte, zunächst ab, in den Handel mit Betäubungsmitteln involviert gewesen zu sein (Urk. 11/1 S. 1 Rz 4 und S. 5 ff. Rz...
	2.3.7. Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz als erwiesen zu erachten, dass der Beschuldigte am 12. September 2019 in C._____, wenn nicht 15 Fingerlinge, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, so doch zumindest 13 Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemis...
	2.4. Vorgang 98 (Anklage Ziff. 5)
	2.4.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 25. September 2019 ein weiteres Mal von seinem Bruder ("B'._____") beauftragt worden zu sein, wiederum in C._____ bei "D._____" Betäubungsmittel abzuholen, nach E._____ zu transportieren und dort ihm zu üb...
	2.4.2. Der Beschuldigte ist geständig, im Auftrag seines Bruders nach C._____ gereist zu sein, um dort bei "D._____" Drogen abzuholen und nach E._____ zu transportieren. In diesem Fall, so der Beschuldigte weiter, habe es Probleme bzw. einen Streit ge...
	2.4.3. Auch in diesem Fall erhielt der Beschuldigte die Anweisungen von seinem Bruder per Telefon. Den TK-Protokollen lässt sich entnehmen, wie der Beschuldigte um ca. 07:45 Uhr am Übergabeort ankommt (Urk. 11/3 S. 3 Rz 13 ff. i.V.m. Beilagen 1 und 2...
	2.4.4. Im Ergebnis ist auch in diesem Fall mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 25. September 2019 in C._____ 10 Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch, insgesamt also 100 Gramm, von "D._____" entgegen nahm, diese nach E._____...
	2.5. Vorgang 74 (Anklage Ziff. 1)
	2.5.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, bereits am 12. Juni 2019 im Auftrag des Lieferanten "L._____" 200 Gramm Kokaingemisch, abgepackt in 20 Fingerlinge, von E._____ nach G._____ transportiert und dort dem Abnehmer "H._____" übergeben zu haben. V...
	2.5.2. Der Beschuldigte ist geständig, zehn Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch von E._____ nach G._____ transportiert und dafür einen Lohn von CHF 20.– pro Fingerling erhalten zu haben. Darüber hinaus bestreitet er den ihm vorgeworfenen Sachverha...
	2.5.3. Aus den abgehörten Telefongesprächen (Urk. 11/4 Beilagen 1-10) ergibt sich, dass der Ablauf ähnlich war wie in den Vorgängen 95 und 98, ausser dass der Beschuldigte in diesem Fall die Instruktionen nicht von seinem Bruder sondern von einem gewi...
	2.5.4. Aus den TK-Protokollen kann sodann, wie dies die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 42 S. 7 f. Erw. 2.6.1.2), geschlossen werden, dass der Beschuldigte tatsächlich 20 Fingerlinge Kokaingemisch von E._____ nach G._____ transportierte und dort...
	2.5.5. Im Ergebnis ist auch in diesem Fall mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 12. Juni 2019 im Auftrag des Lieferanten "L._____" 20 Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch, insgesamt also 200 Gramm, von E._____ nach G._____ t...
	2.6. Vorgang 78 (Anklage Ziff. 2)
	2.6.1. Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, auch am 9. Juli 2019 Betäubungsmittel transportiert zu haben. Auch in diesem Fall habe es sich um ca. 200 Gramm Kokaingemisch gehandelt, wiederum abgepackt in 20 Fingerlinge, dieses Mal markiert mit "...
	2.6.2. Der Beschuldigte ist geständig, fünf Fingerlinge à ca. zehn Gramm Kokaingemisch von E._____ nach G._____ transportiert und dort dem Abnehmer "I._____" übergeben zu haben. Dafür sei er von "I._____" mit CHF 100.– (CHF 20.– pro Fingerling) sowie ...
	2.6.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, lässt sich der Sachverhalt, der dem Beschuldigten vorgeworfen wird, gestützt auf die abgehörten Telefongespräche zwischen dem Beschuldigten ("A'._____") und dem Abnehmer der Drogen ("I._____") nachwei...
	2.6.3. Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 9. Juli 2019 20 Fingerlinge à zehn Gramm Kokaingemisch, insgesamt 200 Gramm, von  E._____ nach G._____ transportierte und dort dem Abnehmer "I._____" übergab. Für seinen Kurierdienst ka...
	2.7. Vorgang 82 (Anklage Ziff. 3)
	2.7.1. Dem Beschuldigten wird sodann vorgeworfen, am 22. Juli 2019 20 Kokainfingerlinge mit der Bezeichnung "A111", insgesamt ca. 200 Gramm Kokaingemisch, von E._____ nach N._____ transportiert und dort einem unbekannten Abnehmer übergeben zu haben...
	2.7.2. Der Beschuldigte ist geständig, zehn Fingerlinge à ca. zehn Gramm Kokaingemisch transportiert und dafür CHF 150.– bis CHF 200.– erhalten zu haben (Urk. 11/6 S. 2 Rz 14, S. 4 Rz 31; Urk. 11/10 S. 3 Ziff. 3; Prot. I S. 15 f.).
	2.7.3. Auch in diesem Fall kann der Argumentation der Vorinstanz (Urk. 42 S. 10 f. Erw. 2.6.3) gefolgt werden. Aus den TK-Protokollen ergibt sich, dass der Beschuldigte am Tag vor dem Transport mit dem Abnehmer des Stoffs die Details der Lieferung be...
	2.7.4. Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte am 22. Juli 2019 ca. 200 Gramm Kokaingemisch von E._____ nach N._____ transportierte und dort einem unbekannten Abnehmer übergab und dafür einen Lohn von CHF 150.– bis CHF 200.– kassierte.
	2.8. Vorgang 133 (Anklage Ziff. 6)
	Den Sachverhalt zum Vorgang 133, der ihm schliesslich vorgeworfen wird (Urk. 26 S. 4 Ziff. 6), hat der Beschuldigte eingestanden (Urk. 11/7, insbes. S. 5 Rz 41; Urk. 11/10 S. 4; Prot. I S. 19 f.). Das Geständnis deckt sich mit den Erkenntnissen aus de...
	2.9. Fazit
	Im Zeitraum vom 12. Juni 2019 bis 25. September 2019 stellte sich der Beschuldigte in fünf Fällen als Drogenkurier zur Verfügung, wobei er jeweils 100 bis 200 Gramm Kokaingemisch, insgesamt 830 Gramm, transportierte und sich auf diese Weise am Drogen...

	3. Strafe
	3.1. Strafrahmen und Strafzumessungskriterien
	Die Vorinstanz gab den anwendbaren Strafrahmen korrekt wieder und legte die allgemeinen Regeln zur Strafzumessung in zutreffender Weise dar, so dass darauf verwiesen werden kann (Urk. 42 S. 15 ff. Erw. 4.1 und 4.2). Richtig ist insbesondere, dass die ...
	3.2. Festsetzung der konkreten Strafe
	Zur konkret auszufällenden Strafe, die Vorinstanz setzte eine Freiheitsstrafe von 28 Monaten fest (Urk. 42 S. 19 ff. Erw. 4.4 ff.), ist Folgendes festzuhalten:
	3.2.1. Das Kokaingemisch, das der Beschuldigte transportierte, wurde von der Polizei nicht sichergestellt. In dieser Situation darf von Drogen mittlerer Qualität ausgegangen werden, solange keine Hinweise auf eine besonders reine oder gestreckte Subs...
	3.2.2. Was die objektive Tatkomponente betrifft, hat die Vorinstanz auch die übrigen massgeblichen Faktoren zutreffend gewürdigt (Urk. 42 S. 20 Erw. 4.4.1.3): nämlich dass der Beschuldigte innert weniger Monate eine beträchtliche Menge Kokain innerhal...
	3.2.3. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz in der Absicht, einen Verdienst zu erzielen, wobei er trotz niedriger Stellung innerhalb der Hierarchie seine Interessen durchaus zu vertreten wusste, worauf schon die Vorinstanz zutreffend hinwies...
	3.2.4. Mit der Vorinstanz ist das Verschulden des Beschuldigten aufgrund der Tatkomponenten als nicht mehr leicht zu qualifizieren und erscheint eine hypothetische Einsatzstrafe in der Grössenordnung von 33 Monaten als angemessen.
	3.2.5. Zu den persönlichen Verhältnissen und dem Vorleben des Beschuldigten kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Erw. 42 S. 21 f. Erw. 4.5.1 f.). Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte heute nach wie vor b...
	3.2.6. Im Rahmen der Täterkomponente ist weiter das Nachtatverhalten zu berücksichtigen. Namentlich ein Geständnis wirkt sich bei der Strafzumessung zu Gunsten des Beschuldigten aus. Die Vorinstanz hat auch in diesem Punkt das Verhalten des Beschuldi...
	3.2.7. Unter Würdigung aller für die Strafzumessung relevanter Umstände erscheint somit eine Strafe von 28 Monaten als angemessen, diese ist einzig in der Form der Freiheitsstrafe möglich (Art. 19 Abs. 2 BetmG i.V.m. Art. 34 und Art. 40 StGB).

	4. Vollzug der Strafe
	4.1. Eine Strafe von mehr als 24 Monaten darf nicht bedingt ausgesprochen werden, jedenfalls nicht vollumfänglich (Art. 42 Abs. 1 StGB e contrario). Nach Art. 43 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höc...
	4.2. Die Vorinstanz erwog, dass im Fall des Beschuldigten sowohl die objektiven wie subjektiven Voraussetzungen des teilbedingten Strafvollzuges erfüllt sind und setzte den vollziehbaren Teil der Freiheitsstrafe auf acht Monate und den bedingten Straf...
	4.3. Der Beschuldigte befand sich vom 24. Juni 2020 bis 10. November 2020 in  Untersuchungshaft (Urk. 22/2, Urk. 22/4, Urk. 22/9 und Urk. 22/13). Diese 140 Tage sind auf den vollziehbaren Teil der Strafe anzurechnen.

	5. Landesverweisung
	5.1. Die vom Beschuldigten begangene mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG stellt eine sogenannte Katalogtat dar, welche obligatorisch einen Landesverweis zur Folge hat (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Das Gericht kann ausnahmsweise ...
	5.2. Die Vorinstanz erläuterte den Rahmen der vorzunehmenden Prüfung und nannte insbesondere die massgeblichen Kriterien, die es zu beachten gilt, in zutreffender Weise (Urk. 42 S. 26 f. Erw. 7.3.1 und S. 30 f. Erw. 7.4.1) und würdigte diese bezogen ...
	5.3. Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger von Nigeria und in seinem Heimatland aufgewachsen, zusammen mit sieben Geschwistern, wovon sechs noch in Nigeria leben. Ein Bruder lebt ebenfalls in der Schweiz, dabei handelt es sich um B._____ ("B'._____")...
	5.4. Mit sechs Geschwistern verfügt der Beschuldigte über mehrere enge Angehörige in seinem Heimatland. Diese besucht er jährlich über Weihnachten (Prot. I S. 8), nicht so allerdings in den letzten drei Jahren. Letztmals war er aber im Februar 2022 in...
	5.5. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass sich die persönlichen Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz primär aus dem Umstand ergeben, dass seine Ehefrau und seine Tochter hier leben (Urk. 42 S. 28). Das Verhältnis zwis...
	5.6. Der Beschuldigte wird mit dem vorliegenden Urteil zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten bestraft. Seine Tätigkeit als Drogenkurier übte er während rund sieben Monaten aus. Insgesamt transportierte er 580 Gramm reines Kokain, was deutlich über d...
	5.7. Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB ist die Landesverweisung für fünf bis 15 Jahre auszusprechen. Die Vorinstanz ordnete eine Landesverweisung für die Dauer von fünf Jahren an. Dabei handelt es sich um das gesetzliche Minimum, weshalb eine Reduktion unzu...

	6. Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS)
	Die Vorinstanz hat die Bedeutung der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) sowie die Voraussetzungen der Ausschreibung korrekt dargelegt (Urk. 42 S. 32 f. Erw. 8.1) und ist mit überzeugender Begründung zur Auffassu...

	7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 16 Abs. 1 GebV OG auf CHF 3'500.– festzusetzen. Gestützt auf ...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 10. Juni 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 140 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (acht Monate, abzüglich 140 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	3. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.
	4. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.
	5. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschul...
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (überbracht)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste (versandt)
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons St. Gallen
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.