# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fb22e49-f135-5945-950a-aaf36d844a06
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.08.2013 IV 2011/323
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-323_2013-08-27.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/323

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.08.2013

Entscheiddatum: 27.08.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2013
Art. 43 und Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Beweiskraft des ABI-Gutachtens 
bejaht. Anwendungsfall des Prozentvergleichs (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2013, IV 
2011/323).

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Sibylle Betschart

 

Entscheid vom 27. August 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

 

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Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich im Dezember 2009 zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).

A.b  In einem internen Protokoll vom 5. Januar 2010 (IV-act. 9-1 f.) nannte Dr. med. 

B.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD) nach einem gleichentags stattgefundenen Gespräch mit dem Hausarzt Dr. 

med. C.___, Arzt für Allgemeine Medizin, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden 

Diagnosen einer Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte), einer rezidivierenden 

depressiven Verstimmung, einer Osteochondrose L5/S1, evtl. Psoriasis Arthopathie, 

einer Hypertonie, einer leichten Lactoseintoleranz, eines Status nach Operation einer 

Umbilicalhernie 2007 sowie eines Status nach Helicobaktereradikationstherapie 2008. 

Der Versicherten seien leichte körperliche Tätigkeiten vollschichtig zumutbar, wobei mit 

wiederkehrenden Kurzzeitabsenzen gerechnet werden müsse. Dr. C.___ unterzeichnete 

das Protokoll am 8. Januar 2010 (IV-act. 9-2).

A.c  Am 17. Mai 2010 erstattete Dr. C.___ ein ärztliches Zeugnis. Darin schrieb er die 

Versicherte ab dem 9. März 2010 arbeitsunfähig (IV-act. 22).

A.d  Dem FI-Assessmentprotokoll vom 17. Juni 2010 ist zu entnehmen, dass die Ver­

sicherte sich nicht arbeitsfähig fühlte und die Rentenprüfung wünschte (IV-act. 26-1 ff.).

A.e  Am 25. Juni 2010 erstattete die D.___ AG einen Arbeitgeberbericht. Die Versicherte 

sei vom 9. April 2008 bis 12. März 2009 als Verpackungs- und Logistikarbeiterin im 

Unternehmen tätig gewesen und habe im Vollzeitpensum gearbeitet. Der aktuelle 

Verdienst ohne Gesundheitsschaden würde aktuell Fr. 43'550.-- betragen (IV-act. 28-1 

ff.). Im beigelegten Schreiben "Auflösung des Arbeitsvertrags als Mitarbeiterin" vom 

13. März 2009 war festgehalten worden, dass das Arbeitsverhältnis aufgelöst worden 

sei, weil die Versicherte unerlaubterweise die Arbeit niedergelegt und den Arbeitsplatz 

verlassen habe (IV-act. 28-8).

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A.f   Am 30. Juli 2010 teilte die Versicherte der IV-Stelle auf deren Anfrage mit, dass sie 

ca. vor 2.5 Jahren bei Dr. E.___ in psychiatrischer Behandlung gewesen sei (IV-act. 33). 

In der Folge brachte Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Psychiatrie & Psychotherapie, 

der IV-Stelle am 18. August 2010 zur Kenntnis, dass er die Versicherte von März bis 

Juni 2002 ca. sechs Mal gesehen habe; seither habe er die Versicherte nicht mehr 

gesehen. Daher retourniere er den ihm zugestellten Fragebogen (IV-act. 38-1).

A.g  Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH 

am 28. Februar 2011 ein polydisziplinäres Gutachten unter Einschluss eines internis­

tischen/allgemeinmedizinischen, psychiatrischen und rheumatologischen 

Teilgutachtens (IV-act. 47-2 ff.). Die Gutachter nannten als Hauptdiagnosen mit Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikal sowie lumbal betontes panvertebrales 

Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.8) sowie eine Psoriasis vulgaris (ICD-10 L 40.0). Als 

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), ein metabolisches Syndrom (ICD-10 

E88.9), eine gastroösophageale Refluxkrankheit (ICD-10 K21.9), eine anamnestisch 

leichte Laktoseintoleranz (ICD-10 G73.9), eine Hepatopathie unklarer Ätiologie (ICD-10 

K76.9) sowie einen chronischen Nikotinabusus (ICD-10 F17.1) an (IV-act. 47-19 f.). Die 

Gutachter hielten fest, für die angestammte sowie jegliche weitere körperlich schwere 

und mittelschwer belastende berufliche Tätigkeit bestehe seit Frühjahr 2009 eine 

50 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Für körperlich leicht belastende berufliche 

Tätigkeiten bestehe eine 100 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, welche in einer 

normalen, ganztägigen Arbeitsleistung in der freien Wirtschaft zu verwerten sei. Einzig 

körperlich regelmässig mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten seien 

nicht zumutbar (IV-act. 47-21 f.).

A.h  In einer internen Stellungnahme vom 5. April 2011 führte Dr. B.___ vom RAD aus, 

dass auf das Gutachten der ABI GmbH vollumfänglich abgestützt werden könne (IV-

act. 48-1 f.).

A.i   Mit Vorbescheid vom 7. Juli 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Ab 1. April 2009 sei eine leidensadaptierte 

Tätigkeit vollumfänglich zumutbar. Der Invaliditätsgrad betrage 0 % (Validen- und 

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Invalideneinkommen: Je Fr. 43'550.--). Somit bestehe kein Anspruch auf eine Rente 

(IV-act. 50-1 f.).

A.j   Mit Verfügung vom 19. September 2011 lehnte die IV-Stelle den Antrag der 

Versicherten auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 52-1 f.).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung richtete sich die am 15. Oktober 2011 erhobene 

Beschwerde. Die Beschwerdeführerin beantragte sinngemäss, die Verfügung vom 

19. September 2011 sei aufzuheben und es seien weitere medizinische Abklärungen 

durchzuführen. Alsdann sei der Beschwerdeführerin eine ganze IV-Rente zuzu­

sprechen. Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin geltend, die Abklärungen 

der ABI GmbH seien nur lückenhaft durchgeführt worden. Ihre langjährigen Leiden 

seien nicht umfassend berücksichtigt worden. Sie verweise auf den beiliegenden 

Hausarztbericht, worin eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Die 

verschiedenen Leiden liessen sich durch gründliche Abklärungen feststellen. Mit ihrem 

Krankheitsbild sei es ihr weder möglich, im angestammten Beruf als Mitarbeiterin in 

einer Bürstenfabrik noch in einer anderweitigen Tätigkeit zu arbeiten (act. G 1). Der 

Beschwerde lag der Bericht von Dr. C.___ vom 6. Oktober 2011 (act. G 1.2) bei. Darin 

führte der Mediziner aus, als langjähriger Hausarzt sei er der Meinung, dass die 

Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Gemäss seinen Akten habe er einmal 

eine Arbeitsunfähigkeit seit dem 9. März 2010 bestätigt. Die Gründe der 

Arbeitsunfähigkeit seien depressive Verstimmungen, eine Osteochondrose der 

Lendenwirbelsäule (LWS), möglicherweise im Rahmen einer Psoriasis Arthropathie. Die 

manchmal ausgeprägte Psoriasis, eine Stressinkontinenz und eine leichte 

Laktoseintoleranz verstärkten die depressive Erkrankung der Beschwerdeführerin 

wegen den somatischen Beschwerden.

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, der Bericht des Hausarztes vom 6. Oktober 2011 sei nicht geeignet, 

die Ergebnisse des ABI-Gutachtens zu widerlegen. Es sei deshalb gemäss den ABI-

Experten davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten 

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Tätigkeit voll arbeits- und leistungsfähig sei. Da die Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit keine Erwerbseinbusse erleiden würde, habe sie keinen 

Rentenanspruch. Die angefochtene Verfügung sei nicht zu beanstanden (act. G 4).

B.c  Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 6).

 

Erwägungen:

1.     

1.1   Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 

länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat 

die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, 

auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn 

sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % 

invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Demnach wird für die Be­

stimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge­

glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden. Beim zur Bemessung des IV-Grads 

vorzunehmenden Einkommensvergleich sind Werte aus demselben Vergleichsjahr 

beizuziehen.

1.2   Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die Arbeits­

fähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können, ist 

die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

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dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sach­

verhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden 

Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs 

gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen 

Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

125 V 351 E. 3b/bb).

2.     

Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.

2.1   Die Beschwerdegegnerin stützt sich bezüglich Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die 

Begutachtung durch die ABI GmbH.

2.1.1         Aus psychiatrischer Sicht sind keine Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Der Gutachter Dr. med. F.___, FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, hat in seinem Teilgutachten (IV-act. 47-8 ff.) als Diagnose ohne Ein­

fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 

F45.4) genannt. Dr. F.___ hat in der psychiatrischen Beurteilung folgendes beschrieben: 

Das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden und die subjektive 

Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, könnten durch die 

somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, so dass eine psychische 

Überlagerung angenommen werden müsse. Es handle sich um eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung. Zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht hat der 

Gutachter ausgeführt, es bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ausser der 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne keine weitere psychiatrische 

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Diagnose gestellt werden. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug lasse sich nicht 

feststellen. Dass alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, hänge wesentlich 

damit zusammen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der ausgeprägten subjektiven 

Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, trotz allfälliger Restbeschwerden sich 

aktiv um ihre Genesung zu bemühen und sich den Belastungen der Arbeitswelt wieder 

auszusetzen. Schwere lebensgeschichtliche Belastungen fänden sich nicht. Es fänden 

sich auch keine Hinweise auf einen therapeutisch nicht mehr angehbaren, 

innerseelischen Verlauf einer missglückten, psychisch aber entlastenden 

Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn). Der Beschwerdeführerin könne es 

daher zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige 

Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit 

nachzugehen (IV-act. 47-11). Mithin hat der psychiatrische Gutachter auch die 

Erfüllung der Foerster'schen Kriterien geprüft und ist unter Berücksichtigung sämtlicher 

Umstände zum Schluss gelangt, dass aus psychiatrischer Sicht von keiner 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Das Teilgutachten basiert auf 

umfassenden Kenntnissen des Sachverhalts. Eigene Befunde und Beobachtungen sind 

erhoben worden. Auch die Beschwerdebeschreibung der Beschwerdeführerin und die 

IV-Akten haben in das Teilgutachten Eingang gefunden. Die Beurteilung der 

zumutbaren Arbeitsleistung ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

worden. Die Schlussfolgerungen des Experten sind begründet. Somit entspricht dieses 

Teilgutachten den Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

2.1.2         Die rheumatologische Begutachtung (IV-act. 47-12 ff.) ist durch Dr. med. 

G.___, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, erfolgt, der die Diagnosen in seinem 

Teilgutachten unter anderem auf die am 31. Januar 2010 angefertigten Röntgenbilder 

der Halswirbelsäule (HWS) und LWS, beider Hände und Füsse abgestützt hat (IV-act. 

47-15). Der Gutachter hat in der rheumatologischen Beurteilung folgendes berichtet: 

Aus rheumatologischer Sicht könne festgestellt werden, dass für die von der 

Beschwerdeführerin geklagten zervikalen sowie lumbalen Beschwerden klare 

objektivierbare pathoanatomische Befunde vorlägen, dass jedoch die Arthralgien an 

den oberen sowie unteren Extremitäten nicht im Rahmen einer durchaus theoretisch 

möglichen Psoriasisarthropathie bestünden, sondern aufgrund des chronischen 

Reizzustandes am ehesten im Rahmen der Psoriasis erklärt werden könnten. 

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Diesbezüglich hat der rheumatologische Gutachter in der bildgebenden Untersuchung 

beider Hände folgendes ausgeführt: "Unauffällige Knochenmineralisation und 

Darstellung der Radiokarpal- sowie Radioulnargelenks ohne erosive oder produktive 

ossäre Veränderungen. Carpus unauffällig. MCP-Gelenke mit völlig normaler 

Gelenkspaltweite, PIP- und DIP-Gelenke unauffällig dargestellt. Insgesamt keine 

Hinweise für erosive oder produktive ossäre Veränderungen im Sinne einer möglichen 

Psoriasisarthropathie, insbesondere unauffälliger Befund im Bereich MCP und PIP I 

und II". Auch zu der bildgebenden Untersuchung beider Füsse hat der 

rheumatologische Gutachter festgehalten, dass insgesamt kein Hinweis für erosive 

oder produktive Veränderung im Sinne einer Psoriasisarthropathie vorläge (IV-act. 

47-15). Zur Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht hat er ausgeführt, dass der 

Beschwerdeführerin aufgrund der erhobenen pathologischen Befunde im Bereiche 

HWS und LWS sämtliche regelmässig mittelschwer bis schwer belastende berufliche 

Tätigkeiten nicht mehr zuzumuten seien. Körperlich selten mittelschwere und 

wechselbelastende berufliche Tätigkeiten (darunter falle die letzte berufliche Tätigkeit 

als Betriebsmitarbeiterin in einer Bürstenfabrik, mit damals mehrheitlich fixierter 

Körperhaltung und stereotypen fein- sowie grobmanuellen Belastungen beider Hände, 

oder die frühere Tätigkeit in einer Wäscherei, in Hauspflege sowie im Reinigungsdienst) 

seien der Beschwerdeführerin zu 50 % ganztägig verwertbar zuzumuten. Die 

Umsetzung dieser 50 %igen Arbeitsfähigkeit bedinge folgende 

Arbeitsplatzbedingungen: Es seien aktive Hautschutzmassnahmen durch die Be­

schwerdeführerin durchzuführen; der direkte Kontakt mit Reinigungsmitteln, Lösungs­

mitteln etc. sei zu vermeiden. Repetitive grobmanuell belastende Tätigkeiten seine 

nicht zuzumuten, hingegen seien selten grobmanuell und regelmässig feinmanuell 

belastende Tätigkeiten in diesem Rahmen zumutbar. Arbeiten in anhaltender 

Oberkörpervorneigeposition seien ebenso ungünstig wie stereotype 

Rotationsbewegungen von HWS und LWS. Das repetitive Heben, Stossen Ziehen und 

Tragen von Lasten bis zur Taille seien auf maximal 10 kg zu limitieren, über der Taille 

auf maximal 5 kg. Körperlich nur leichte, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten 

seien unter den oben umschriebenen und unabdinglich einzuhaltenden 

Arbeitsplatzbedingungen der Beschwerdeführerin hingegen zu 100 % ganztägig 

verwertbar zuzumuten (IV-act. 47-17 f.). Auch dieses Teilgutachten basiert auf 

umfassenden Kenntnissen des Sachverhalts. Die rheumatologische Anamnese, der 

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rheumatologische und neurologische Status sowie die rheumatologischen Befunde 

sind erhoben worden. Auch die Beschwerdebeschreibung der Beschwerdeführerin und 

die IV-Akten, im speziellen die Röntgenbilder der HWS, LWS, beider Hände und Füsse 

der Praxis H.___ vom Januar 2010, haben in das Teilgutachten Eingang gefunden (IV-

act. 47-15). Die Beschreibung der Einschränkungen bei Arbeitstätigkeiten ist begründet 

und plausibel. Somit entspricht auch dieses Teilgutachten den Anforderungen der 

Rechtsprechung.

2.1.3         Polydisziplinär (inklusiv internistische/allgemeinmedizinische Begutachtung) 

ist im Gutachten ausgeführt worden, dass die allgemeine internistische Untersuchung 

im Wesentlichen ein metabolisches Syndrom bei Adipositas, arterieller Hypertonie und 

Dyslipidämie ergeben habe. Zusätzlich fänden sich erhöhte Leberparameter im Sinne 

einer chronischen Hepatopathie, differenzialdiagnostisch im Rahmen des 

metabolischen Syndroms, eventuell medikamentös bedingt. Diese internistischen 

Diagnosen hätten aber keinen Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin. Zusammenfassend könne aus interdisziplinärer Sicht festgestellt 

werden, dass bei der Beschwerdeführerin in ihrer früher angestammten sowie jeder 

weiteren, körperlich nur selten mittschwerer und wechselbelastenden beruflichen 

Tätigkeit, unter spezifischen qualitativen Arbeitsplatzbeschränkungen, eine 50 %ige 

Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft bestehe. Für körperlich nur leichte, 

wechselbelastende berufliche Tätigkeiten bestehe unter den gleichen Bedingungen 

eine 100 %ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Einzig körperlich regelmässig 

mittelschwer bis schwer belastende berufliche Tätigkeiten seien nicht in der freien 

Wirtschaft umsetzbar (IV-act. 47-21). Das polydisziplinäre Gutachten ist aufgrund der 

Aktensowie eigener Untersuchungen (unter anderem auch Labor), erstellt worden.Es ist 

umfassend, berücksichtigt die geltend gemachten Beschwerden und begründet in 

nachvollziehbarer Weise die Schlussfolgerungen der Experten. Damit vermag das 

Gutachten den höchstrichterlich geltenden Anforderungen an ein solches zu genügen.

2.2   Soweit in der Beschwerde sinngemäss geltend gemacht wird, die von den 

Experten im ABI-Gutachten bescheinigte volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit in 

adaptierter Arbeitstätigkeit lasse sich aufgrund der nicht umfassenden 

Berücksichtigung der langjährigen Leiden der Beschwerdeführerin nicht halten, kann 

dem nicht beigepflichtet werden, denn die im Bericht von Dr. C.___ vom 6. Oktober 

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2011 (act. G 1.2) genannten gesundheitlichen Einschränkungen der Osteochondrose 

der LWS, der Psoriasis sowie der leichten Laktoseintoleranz sind in der 

Diagnosestellung des ABI-Gutachtens bereits miterfasst worden (IV-act. 47-19 f.). 

Hinsichtlich der durch den Hausarzt im erwähnten Bericht diagnostizierten depressiven 

Verstimmungen sowie der Stressinkontinenz ist auf die plausiblen Ausführungen im 

psychiatrischen Teilgutachten in der Stellungnahme zu früheren psychiatrischen 

Einschätzungen zu verweisen. Darin ist Bezug auf die von Dr. C.___ erwähnten 

(rezidivierenden) depressiven Verstimmungen genommen und ausgeführt worden, dass 

eine eigentliche depressive Störung nicht diagnostiziert werden könne. Die 

Beschwerdeführerin leide darunter, nicht in ihrer Heimat leben zu können, sei in der 

Schweiz nicht integriert, und ihr grösster Wunsch sei seit Jahren eine baldige Rückkehr 

in ihre Heimat. Es bestünden auch wirtschaftliche Schwierigkeiten. Sie leide unter 

diesen psychosozialen Belastungssituationen. Ausser der anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden (IV-act. 

47-12). Was im Übrigen Berichte von Hausärzten angeht, darf und soll die 

Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten 

ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 D. 3b/cc). Der Bericht von Dr. C.___ ist 

mithin nicht geeignet, Zweifel am Beweiswert des Gutachtens zu wecken. Die übrigen 

medizinischen Akten – sofern sie überhaupt eine abweichende Beurteilung beinhalten – 

vermögen ebenfalls keinen Zweifel an der Beweistauglichkeit des ABI-Gutachtens 

entstehen zu lassen. Es steht deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass 

die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.

2.3   Aufgrund dieser Aktenlage erscheint der medizinische Sachverhalt für den 

massgebenden Zeitraum gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG als genügend abgeklärt. Von 

weiteren medizinischen Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, 

weshalb dem Antrag der Beschwerdeführerin auf eine umfassende medizinische 

Abklärung nicht zu entsprechen ist (antizipierte Beweiswürdigung).

2.4   Zu prüfen ist im Weiteren die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene 

Invaliditätsbemessung. Diese hat mittels Einkommensvergleichs zu erfolgen.

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2.5   Für die Ermittlung des Einkommens, welches die Beschwerdeführerin ohne Inva­

lidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr­

scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Da das 

Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG mit dem Eintritt der - zeitlich und 

masslich genügenden - Arbeitsunfähigkeit, definiert als "Einbusse an funktionellem 

Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich" (BGE 130 V 99 E. 3.2 

mit Hinweisen), beginnt, und ausgehend davon, dass die im ABI-Gutachten 

festgestellte nur noch 50 %ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit April 

2009 angenommen wurde (IV-act. 47-21) sowie die Anmeldung im Dezember 2009 

erfolgt ist (Art. 29 Abs. 1 IVG), sind bei einem allfälligen Leistungsanspruch ab Juni 

2010 somit dem Einkommensvergleich die Lohnverhältnisse im Jahre 2010 zu Grunde 

zu legen. Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2010 ein Einkommen von Fr. 43'550.-- erzielt (IV-act. 

28-3). Das Valideneinkommen ist somit auf diesen Betrag festzusetzen.

2.6   Die Beschwerdeführerin war nach Eintritt des Gesundheitsschadens nicht mehr 

erwerbstätig. Beim Invalideneinkommen ist daher auf die Tabellenlöhne der vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 

(LSE) abzustellen (BGE 129 V 472 Erw. 4.2.1). Das Durchschnittseinkommen der Hilfs­

arbeiterinnen gemäss Anhang 2 der Textausgabe IVG der Informationsstelle, welche 

auf die LSE abstellt, belief sich im Jahr 2010 auf Fr. 52'790.--. Die Beschwerdeführerin 

erzielte somit vor Eintritt der Gesundheitsschädigung einen unterdurchschnittlichen 

Verdienst. Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit 

einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen, kann für das Validen­

einkommen und für den Ausgangspunkt zur Bestimmung des Invalideneinkommens 

vom selben Wert ausgegangen werden. Der Invaliditätsgrad entspricht unter solchen 

Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges 

vom Tabellenlohn (Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 

8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).

2.7   Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

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erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 Erw. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen behinderungs­

bedingten Abzug (BGE 126 V 78 Erw. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die 

Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen 

persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden Faktoren - des 

konkreten Einzelfalls ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem 

Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische Vornahme des Tabellen­

lohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 Erw. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und 

BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat keinen Abzug 

vorgenommen (IV-act. 53). Vorliegend erscheint es jedoch plausibel, dass sich der 

Wechsel von einer bisher mittelschweren Tätigkeit als Verpackungs- und Logistikmit­

arbeiterin in eine nur noch leichte Tätigkeit nachteilig auf die Einkommenserzielung in 

einer Verweistätigkeit auswirken (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_133/2011 

vom 29. April 2011 E. 3.2, 9C_17/2010 vom 22. April 2010 E. 3.3.3). Unter diesen Um­

ständen erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10 % als angemessen.

2.8   Der Invaliditätsgrad stellt sich demnach auf maximal 10 % (100 % - [1 x 90 %]). 

Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht der Beschwerdeführerin keine Rente 

zugesprochen.

3.     

3.1   Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

3.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint als angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte 

die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. An­

gesichts des vollen Unterliegens der Beschwerdeführerin rechtfertigt es sich, ihr die 

Gerichtskosten unter Anrechnung des von ihr in selbiger Höhe geleisteten Kostenvor­

schuss gesamthaft aufzuerlegen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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St.Galler Gerichte

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- unter Anrechnung 

des von ihr geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2013
	Art. 43 und Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Beweiskraft des ABI-Gutachtens bejaht. Anwendungsfall des Prozentvergleichs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2013, IV 2011/323).

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		2025-07-19T10:29:28+0200
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