# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4eded45-2742-546e-9dbf-439f6a44d354
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung. Einschränkungen im somatischen Bereich (neurologisch, rheumatologisch). Angepasste Tätigkeit ist zu 80 % zumutbar. Beweiswertiges MEDAS-Gutachten. (BGE 9C_295/2021)
**Docket/Reference:** IV.2020.00816
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00816.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00816
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Ersatzrichterin Curiger
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
3
0.
März 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Annemarie Gurtner
KSPartner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1966
, besuchte
sieben Jahre
die Primar
schule in Pakistan und arbeitete
von
1988 bis 2010
vorwiegend als Küchenhelfer in Restaurants in Frankreich und Deutschland (vgl.
Urk.
7/26/19). Im November 2011 reiste er in die Schweiz ein und war als Küchenhelfer
im Restaurant
Y.___
und
Z.___
angestellt, wobei die
Arbeitsverhältnisse gesundheitsbedingt per 3
1.
Oktober 2017 respektive 3
1.
Januar 2018 gekündigt wurden (
Urk.
7/19/1 und
Urk.
7/21/1).
Unter
Angabe einer therapieresistenten
Cervikobrachialgie
m
eldete sich der Versicherte am
2.
November 2017 bei der Eidgenössischen Invalidenver
sicherun
g zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation
unter
Beizug
der Akten der Krankentag
geldversicherung (vgl.
Urk.
7/33
)
ab und holte bei
der
A.___
ein polydis
zi
plinäres Gutachten ein, das am 2
4.
April 2020 (
Urk.
7/6
8) erstattet wurde.
Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/70)
und erhobenem Einwand (
Urk.
7/7
4
)
, verneinte d
ie IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
Oktober 2020
(
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Da
gegen erhob der Versicherte am 2
0.
November 2020
Beschwerde mit den An
trägen
(
Urk.
1 S. 2)
, es sei die Verfügung vom
1
9.
Oktober 2020
aufzuheben und es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Rente
zuzusprechen; eventualiter sei
die
Sache
an IV zurückzuweisen, um d
en medizi
nische
n Sachverhalt abzuklären
.
Die IV-Stelle beantragte
in ihrer Beschwerdeant
wort vom 30.
Dezember 2020 (
Urk.
6) die Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer
am
6.
Januar 2021
(
Urk.
8)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2,
143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer r
entenabweisenden Verfügung vom 19
.
Oktober 2020
(
Urk.
2) aus,
aufgrund der Anmeldung vom
6.
November 2017 seien bei den behandelnden Ärzten medizinische Berichte sowie die Akten der involvierten Krankentaggeldversicherer angefordert und zur Beurteilung
eine Begutachtung bei der
A.___
in den Fachbereichen Innere Medizin, Rheu
matologie, Neur
ochirurgie und Psychiatrie
durchgeführt worden.
Diese habe gezeigt,
dass
beim Beschwerdeführer a
ls Hilfsarbeiter in der Gastronomie seit Mai 2017 eine volle Arbeitsunfähigkeit
bestehe
.
In einer
leichten
, wechselbelastende
n
Tätigkeit
bestehe jedoch seit jeher eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
,
wobei
das
Heben und Tragen von Las
ten von mehr als fünf bis zehn
Kil
ogramm vermieden werden sollte
. Die Einschränkung von 20 % sei dabei in der neurologischen
Beurteilung
aufgrund der
chronischen Nackenschmerzen mit Ausstr
ahlung
begründet.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich
demgegenüber
auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
10
)
,
auf das Gutachten
der
A.___
könne nicht abgestellt werden, da dieses den beweisrechtlichen Anforderungen nicht genüge.
So sei e
in Dolmet
scher nur bei der psychiatrischen Begutachtung
anwesend gewesen und
e
s seien auch
nicht sämtliche
Vorakten
beigezogen worden
. Insbesondere habe sich
der p
sychiatrische Gutachter nicht beim behandelnden Psychotherapeuten informiert
(
Ziff.
11)
.
Weiter habe d
er neurochirurgische
Teilgutachter
die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit als nicht möglich erachtet und
darauf hingewiesen
,
dass
die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erst nach Abklärung und adäquater Behandlung beurteilt werden
könne
.
Es hätte auch d
ie
Caudicatio
spinalis
mit
Verdacht auf eine lumbale Stenose mittels MRI un
tersucht werden müssen und es erstaune
, dass die vom neurochirurgischen Gutachter gestellte Diagnose
des
Lumbovertebralsyndroms
von keinem anderen Teilgutachter aufgenommen wor
den sei
(
Ziff.
12 f.)
.
Das neurologische Teilgutachten sei widersprüchlich, da in den Untersuchungsbefunden seitengleiche Befunde
an
Armen und Beinen betref
fend
Trophik
und Tonus
angegeben
worden seien
, dann
aber
Nackenschmerzen
aufgeführt
würden
, an denen er aufgrund der radiologisch degenerativen Verän
derungen
mit Ausstrahlung in den linken Arm
leide.
Daraus leite
der Gutachter auch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von
20
%
ab,
wobei
in der Kon
sensbeurteilung dann aber festgehalten
sei
, dass hinsich
tlich des
chronifizierten
Cervik
alsyndroms
aktuell keine
radikuläre
Ausstrahlung feststellbar sei. Auch die attestierte Arbeitsfähigkeit in der bisherigen angestammten Tätig
keit sei nicht nachvollziehbar. D
er neurochirurgische Gutachter
stelle
ein hinkendes Gangbild
mit
Krücke
fest
und
habe darauf hingewiesen
, dass erschwerte Gangarten nicht möglich seien. Denno
ch komme
er zum Schluss, dass er als Hilfsarbeiter im Bereich der Gastronomie zu 80
%
ohne Einschränkungen einsatzfähig sei
,
was
,
da es sich
um eine schwere Tätigkeit
handle, nicht nachvollziehbar sei
(
Ziff.
14)
.
Schliesslich vermöge auch
das psychiatrische Teil-Gutachten nicht
zu überzeu
gen
,
da sich dieses zu den meisten ICF-APP Kriterien nicht äussere
(
Ziff.
18)
. So
seien
keine
Ausführungen
zur Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Gruppenfähig
keit etc.
vorhanden und es
werde
ignoriert, d
ass praktisch keine Kontakte aus
serhalb der Familie
bestünden. Ebenso werde nicht berücksichtigt, dass
die
Kon
taktfähigkeit zu Dritten und die
Produktivität und Spontanaktivität eingeschränkt sei
en
und
er
den gesamten Tag in der Wohnung v
or dem Fernseher verbringe
, er
keine Aktivitäten ausübe und sich nur schwer
dazu
aufraffen
könne
,
das Haus zu verlassen
.
Es habe auch keine
interdisziplinäre Diskussion stattgefunden
und
das Belastbarkeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit
sei
sehr rudimentär
gehalten
(
Ziff.
18 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Inva
liden
rente hat.
3.
3.1
Aufgrund der Anmeldung vom
2.
November 2017 (
Urk.
7/3
) fallen Rentenleis
tungen nach Ablauf des Wartejahrs frühestens nach sechs Monaten, mithin ab
Mai
2018
in Betracht (
Art.
28 in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 IVG; E. 1.2 hier
vor), weshalb die in
den medizinischen Berichten ab
Mai
2017
attestierten Arbeitsunfähigkeit
en
für die vorliegende Streitsache relevant sind.
Dabei sind d
ie
aufgelegten Arztberichte im
Gutachten der
A.___
vom 24.
April 2020
zusammengefasst
(vgl.
Urk.
7/68/18-
30
), sodass darauf
verwiesen werden
kann
.
3.2
Im Gutachten der
A.___
vom 2
4.
April 2020
,
basierend auf Untersuchungen
vom 3., 16., 20., 25., und 3
0.
September 2019 in den
medizinischen Fachrichtun
gen
Neurochirurgie,
Neurologie,
Rheumatologie, Psychiatrie und allgemeine Innere Medizin
,
nannten die zuständigen Ärzte die folgenden Diagnosen (
Urk.
7/68/9):
Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
Klinisch ausgeprägtes
Lumboverteb
ral
-Syndrom mit Aufhebung der
Lo
rdosierung
, Einschränkung der Gehfähigkeit im Sinne einer
Caudicatio
spinalis
, Verdacht auf lumbale Stenose
-
Chronifiziertes
Cervical
-Syndrom, ohne aktuelle
radikuläre
Ausstrahlung oder Defizite
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Adipositas
-
Arterielle Hypertonie
-
Hyperlipidämie
-
Nikotinkonsum
-
Status nach Varizenoperation
-
Unspezifisch
er Schwindel (
DD:
pharmakogen
vs.
phobisch)
3.2
.1
Auf dem Fachgebiet der Neurochirurgie führte der zuständige Experte aus (
Urk.
7/68/133), der Beschwerdeführer
klage
über Behinderungen beim Gehen.
Im Vordergrund stünden dabei die tiefen lumbalen Schmerzen, sodass er höchstens eine halbe Stunde
«
frei gehen
»
könne. Er müsse sich an den Wänden abstützen und absitzen, könne nichts tragen und keine Anstrengungen unternehmen. Die Schmerzen würden links mehr als rechts in die Beine ausstrahlen. An der Hals
wirbelsäule beschreibe er eher wenig Schmerzen vor allem rechts im Gegensatz zu den aktenkundigen
Cervikobrachialgien
links, wobei d
ie Beschwerden nachts und beim
Tragen
von Gewichten etwas stärker seien.
Er
gebe an, w
egen der Rücken- und Gliederschmerzen
nicht mehr
a
rbeiten, geschweige denn
Arbeiten
im Service ausüben zu können
(
Urk.
7/68/135)
.
In der Untersuchung imponiere ein
lumbovertebrales
Syndrom mit eingeschränkter Gehfähigkeit bei
A
usweichen
Kyphosierung
der Lendenwirbelsäule (LWS) und damit müsse eine lumbale Ste
nose vermutet werden. Von Seiten der Halswirbelsäule (HWS) und den
Cerviko
brachialgien
sei ausser einem
chronifizierten
Cervical
-Syndrom keine aktuelle Symptomatik vorhanden, wobei di
eses seit Juli 2017 bekannt sei,
physiothera
peutisch im Intervall behandelt werde und aktuell nicht im Vordergrund stehe.
Wenn schon könnten, da
der Beschwerdeführer Schmerzen in beiden Armen und
den Händen rechts mehr als links
angebe
und da alle grossen Gelenke nur unter Beschwerdeangaben bewegbar seien
,
die Beschwerden
auch auf eine rheumato
logische Urs
ache zurückgeführt werden
.
Von neurochirur
gischer Seite müsse zur multidisziplinären gutachterlichen Beurteilung die LWS
bildgeberisch
und spezi
alärztlich abgeklärt werden (
Urk.
7/139 f.).
3.2
.2
Der neurologische Experte führte aus (
Urk.
7/68/
38 f
f.), subjektiv
behinderten Nacken- und Rückenschmerzen den Beschwerdeführer an der Ausübung einer Arbeit und zudem habe er Schwindel, eventuell wegen der Medikamente.
Er
zeige si
ch hinkend mit Gehstock links und d
as Auskleiden sei erschwert und mit
Stöh
nen und verlangsamter Mitwirkung bei allen Bewegungen. Die sprachliche Ver
ständigung in Deutsch sei problemlos möglich.
Er
sei Rechtshänder
,
166 cm gross und 88 kg schwer. Die Befunde an Kopf/HWS zeigten
kein
en
Meni
n
g
is
-
mus
oder
Lhermitte
-Zeichen
. Die HWS-Beweglichkeit betrage in
Rotation rechts/links 60°/0°/50°
und Seitenneigung 20°/0°/20° und d
er Kinn-Sternum-Abstand 1/16 cm. Es bestehe ein leich
ter Muskelhartspann der Nacken-
/Schulter
-
muskulatur, ohne
Druckdolenz
im N
acken-/Schulterbereich und die k
audalen Hirnnerven seien unauffällig.
Er
zeige
ein
hinkendes Gangbild mit Krücke links und normaler
Armmitbewegung
rechts.
Es seien e
rschwerte Gangarten kaum möglich, während Romberg
und
Lasègue
normal sei
en
und der Fingerboden
-
abstand 20 cm betrage
. Arme und Beine seien in
Trophik
und Tonus normal, die Kraft allseits M-4
,
mit teilweise
sakkadierter
Innerva
tion und die Muskeleigen
-
reflexe (MER) symmet
risch, mittellebhaft, ohne Pyramidenzeichen und
mit
normaler Sensibilität.
Bild
gebend mit Extra- und
transkranieller
Doppler/Duplex
-
sonografie zeigten sich normale strukturelle und
hämodynamische
Verhältnisse der hirnzuführenden Gefässe (
Urk.
7/68/42).
Zur Arbeitsfähigkeit
führte der Experte aus, l
eichte wech
selbelastende Tätigkeiten sollten dem Beschwerdeführer zumutbar sei
n
.
Aufgrund der chronischen Nackenschmerzen mit teilweise
r
Ausstrahlung in den linken Arm sei die Leistungsfähigkeit in bisheriger und in angepasster Tätigkeit um 20
%
reduziert (
Urk.
6/68/46 f.).
3.2
.3
Der rheumatologische Experte
nannte die folgenden Diagnosen
(
Urk.
7/68/
99
):
Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
Seropositive
nicht
erosive
r
heumatoide Arthritis
ED April 2017
-
Rheumafaktor, ACPA positiv, ANA negativ
-
Meth
o
trexat
sei
t
Oktober 2017
-
Chronisches
C
ervikovertebrales
Schmerzsyndrom
-
aktenanamnestische Disk
ushernie C6/7 mit
Unkovertebrale
und
Foraminalstenose
C6/7 und
Kompression der Nervenwurzel C7
links
Der
Experte führte aus, die Diagnose der rheumatoiden Arthritis könne aufgrund der
Vorakten
nachvollzogen werden und es erfolge eine Therapie gemäss Guide
lines. Dabei sei zwar eine hohe Krankheitsaktivität festgestellt worden, jedoch würden die Werte (CDAI)
wahrscheinlich
eher überschätzt und diese seien im Rahmen der chronischen Schmerzen nicht gut zu differenzieren und es seien keine erhöhten Entzündungsparameter oder palpable
Synovitiden
festgestellt worden. Auch die eigene Einschätzung der Krankheitsaktivität habe wegen der chronischen Schmerzen nicht valide beurteilt werden können und diese
Einschät
zung hätten bereits die
Rheumatologen des
B.___
im Bericht
von
März 2019 erwähnt. Die Diagnose des chronischen
Cervikovertebralsyndroms
habe aufgrund der anamnestischen Angaben, klinischen Untersuchungen und unter Würdigung der
Vorakten
gestellt werden können.
Zum Untersuchungsbefund hielt der Experte
fest (
Urk.
7/68/96
f.), die Wirbels
äule sei physiologisch gekrümmt. Es zeigten sich
ein Becken- und Schulte
rgeradstand, keine Atrophie,
keine
Druckdolenz
paravertebral und keine
Myogelosen
. Der Kinn-Jug
u
lum Abstand
betrage
0/15 cm, der Finger-Boden-Abstand 20 cm und
der Test nach
Ott und Schober
sei
nicht messbar, da
die
Re
– und Inklination beim Beschwerdeführer starke Schmerzen verursachten und er eine ausgeprägte Gegenspannung aufweise. Der
Spine
-Test sei negativ und es bestünden keine Tren
d
elenburgzeichen.
Bildgebend zeigten sich
bei der
HWS ein erhaltenes vorderes und hinteres Alig
nement o
hne degenerative Veränderungen. Die Bildgebung der
Brustwirbelsäule (
BWS
)
zeige
ein erhaltenes vorderes und hinteres Alignement
mit moderaten, mehrsegmentalen, dege
nerativen Veränderungen mit Seg
ment
d
egeneration und bezüglich der LWS
ergebe sich
ein erhaltenes vorderes und hinteres
Alignement mit
thor
akolumbalem
Flachrücken und Seg
mentdegeneration L2/3 und L3/
4.
Die
Hände und Füsse
wiesen
keine Erosionen und keine degenerative
n
Veränderun
gen
auf
und
an den
Knie
n
zeigten sich
eine Ausziehung der
E
minentia
beidseits,
eine leichte Gelenksverschmälerung medial retropatel
la
r und beidseits eine
Fabella
(
Urk.
7/68/97 f.).
Der Beschwerdeführer schildere zwar seine Beschwerden in allen Lebensbereichen
gleich stark. Bezogen auf die r
heumatoide Arthritis erscheine aber seine Einschät
zung der Krankheitsaktivität sehr hoch, da sich klinisch keine palpablen
Arthro
synovitiden
oder erhöhte Entzündungsparameter gefunden hätten,
jedoch
im Bereich der Hände und Füsse alle Gelenke als
druckdolent
angegeben worden seien, was den hohen CDAI Score ergeben habe.
Bezüglich der ausgeprägten Schmerzangaben lumbal hätten sich diese klinisch aufgrund der schwierigen Untersuchungsbedingungen mit Gegenspannung und schmerzhaftem Stöhnen
bei jeder Bewegungsprüfung kaum objektivieren lassen und radiologisch
hätten
sich nur wenige pathologische Befunde als Korrela
t für die Beschwerden gefun
den (
Urk.
7/68/101). Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine gesundheitliche Störung, die sich ungünstig auf die Arbeitsfähigkeit auswirken könne. Dabei bestünden keine Einsc
hränkungen in der Grobmotorik. A
ufgrund der rheumato
iden Arthritis seien jedoch schwere manuelle Tätigkeiten zu vermeiden
. Mecha
nisc
h sei das Heben und Tragen von L
asten bis maximal fünf bis zehn Kilogramm zumutbar und für wechselbelastende Tätigkeiten erg
äben sich keine Einschrän
kungen
, wobei langes
Sitzen von mehr als vier Stun
den und langes
Stehen von mehr als zwei Stunden am Stück pro Tag
vermieden werden sollte
n
. Ebenso seien Arbeiten in Zwangshaltungen, kniend
, kauernd und gebückt
und in vorgeneigte
r
Haltung zu vermeiden und Arbeiten in Kälte und Nässe als ungünstig anzusehen (
Urk.
7/68/102 f.).
In der angestammten Tätigkeit
betrage
die Arbeitsfähigkeit 0
%
und in einer angepassten Tätigkeit 100
%
.
3.2
.4
Aus psychiatrischer Sicht hielt d
er Experte fest (
Urk.
7/68/1
55
f.
), befragt nach der psychis
chen, seelischen Befindlichkeit
äussere der Beschwerdeführer, dass dies
e
schlecht sei. Die Medikamente, die er nehme, würden zu unerwünschten Wirkungen führen und wenn er alleine sei,
müsse er darüber nachdenken
. Auch sei seine Mutter in etwa dieser Form erkrankt
, i
m Gegensatz zu ihr erhalte er aber hier eine gute medizinische Versorgung, was i
h
n glücklich
mache
. Er sei aber traurig, dass er so viele Medikamente einnehmen müsse. Befragt zu Hobbys und Freizeitgestaltung äussere er, dass er vielleicht einmal pro Monat, wenn es ihm gut gehe
,
eine Mosche
e aufsuche
.
Ansonsten bete er zu Hause und
gehe
gelegent
lich in einen Park in der Nähe seines Hauses
und sitze dort ab
.
In seiner Freizeit
sehe
er
fern
.
Kollegen treffe er kaum noch
,
da er
befürchte, dass seine Erkrankung ansteckend sei.
Befragt, ob
er Freu
de empfinden könne, äussere er, da er krank sei, könne er nicht glücklich sein und da er sehr mit seinem Körper beschäftigt sei,
empfinde er kein Glück
. Bei schönem Wetter könne er aber doch Freude emp
finden und wenn es schlechtes Wetter
gebe, regnen oder bald wieder s
chneien würde, dann sei er traurig.
Wenn die Enkel, die in Frankreich lebten
,
i
h
n anrufen würden, freue
ihn dies
. Der andere Teil der Famili
e lebe in Pakistan und es
bestehe telefonischer Kontakt
und in den Schulferien erhalte er gelegentlich Besuche von seinen Enkeln. Ansonsten sei der soziale Kontakt etwas eingeschränkt,
da
seine Freunde und Kollegen arbeiten würden. Diese würden ihn aber gelegentlich anrufen und sich nach seinem Befinden erkundigen.
Zum Tagesablauf berichte
te
der Beschwerdeführer (
Urk.
7/68/159
f
.
),
er stehe zwischen 6 und 8 Uhr auf, setze sich zunä
chst hin und bade seine Hände im
warmen Wasser, schaue Fernsehen, nehme ein
en
Kaffee
zu sich, setze sich wieder hin und
schaue
fern
. Abhängig
vom Appetit nehme man gemeinsam mit der Ehefrau ein Mittagessen
ein
. Wenn das Wetter schön sei,
suche
er gelegentlich
den nahegelegenen Park auf
und
sitze ab
. Den ganze
n Tag
verbringe
er mit seiner Frau und wenn
der Sohn zugegen sei, mit der Fa
milie
. G
elegentlich
werde auch das
Nachtessen
gemeinsam eingenom
men
und Anrufe
getätigt
. Die Bettgehzeit sei ungeregelt zwischen 22 und 24 Uhr. Die Benützung des öffentlichen Verkehrs sei, wenn er
alleine sei, etwas mühsam, aber
wenn er aufgrund der Beschwerden und der daraus resultierenden Ein
schränkungen etwas Unterstützung habe
, gut möglich
. Die Haushaltsarbeiten würden vorwiegend vom Sohn übernommen, wobei er abhängig von seiner kör
perlichen Befindlichkeit meist langsam und eingeteilt auch etwas Putzarbeiten übernehmen könne.
Es sei
beim
Psychotherapeut
en
Dr.
C.___
ein Termin zur Abstimmung von Medi
kame
nten vorgesehen. Den Hausarzt
Dr.
D.___
suche er alle zwei bis drei Wochen und einmal im Monat die rheumatologische Abteilung des Universitäts
spitals
B.___
auf, wobei
Physio-, Ergo- oder eine Schmerztherapie aktuell nicht statt
finden würden
(
Urk.
7/68/160).
Unter Untersuchungsbefunde hielt
der Experte fest (
Urk.
7/68/163 f.), der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar, allseits orientier
t
und die Vigilanz erhal
ten. Das Ic
h-Bewusstsein sei ungestört und
es ergäben sich keine Hinweise auf Fremdbeeinflussungserlebnisse,
Depersonalisierungs
- oder
Derealisations
-
phäno
mene.
Die
Exploration
verfolge er
aufmerksam und
die
Konzentration habe im Verlauf der Untersuchung nicht merklich nachgelassen. Er sei
weder
abgelenkt
noch leicht ablenkbar.
Störungen des Kurz- oder Lan
gzeitgedächtnisses seien nicht aufgefallen und die Merkf
ähigkeit sei nicht reduziert und es
hätten sich
auch
keine Anhaltspunkte für formale oder inhaltliche Denkstörungen oder Stö
rungen der Wahrnehmung gefunden. Psychomotorisch
wirke
er
ruhig
, entspannt, nicht schmerzgeplagt und verharre die gesamte Zeit ruhig auf der angebotenen Sitzgelegenheit. Die Affektivität zeige sich situationsadäquat, er wirke geringfü
gig herabgestimmt, etwas belastet, wobei die Schwingungsfähigkeit gut erhalten sei.
Eine depressive Herabgestimmtheit habe zu keinem Zeitpunkt der Exploration beobachtet werden können und eine wesentliche Persönlichkeitsakzentuierung oder gar eine Persönlichkeitsstörung sei nicht aufgefallen. Zwä
nge oder Phobien
bestünden nicht, d
ie Willensbildung zeige keine
Beeinträchtigung, der Antrieb sei nicht reduziert
und
Realitäts- Orientierung und Bezug seien erhalten. Die Moti
vation, Neugier, Spontan
e
ität, Interesse an den unmittelbaren Gegebenheiten der Umwelt sei
en
vorhanden, während die Motivation für eine Arbeitstätigkeit eher als erloschen bezeichnet werden müsse.
Zu den Laborbefunden
führte
der Experte
aus
, die Wirkstoffkonzentratio
n der angegebenen Psychopharmaka
- und analgetischen Medikation spreche dafür, dass di
es
e Medikation eher nicht den Dosierungsangaben entsprechend einge
nommen w
ü
rden
. Die t
estpsychologische Zusatzuntersuchung mittels Hamilton Depression-Skala spr
eche
gegen das Vorliegen einer depressiven Störung und die Mini-ICF-APP lasse keine Störung oder Symptomatik auf psychiatrischem Fach
gebiet feststellen. Auf psychiatrischem Fachgebiet ergebe sich keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/68/165).
3.2
.5
Aus allgemeininternistischer Sicht hielt die zuständige Expertin fest, weder auf
grund der Anamnese, der körperlichen Untersuchung noch hi
nsichtlich der A
ktenlage erg
e
be
sich
eine
Diagnose oder Funktionseinschränkungen, die die Arbeitsfähigkeit in angestammter oder in einer Verwe
istätigkeit einschränken könnte
(
Urk.
7/68/82).
3.3
In der
interdisziplinäre
n
Gesamtbeurteilung führten die Experten zur Arbeitsfä
higkeit aus (
Urk.
7/68/11), aus den durch die jeweiligen Teilgutachten attestierten Arbeitsunfähigkeiten
resultiere aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähig
keit in der angestammten Tätigkeit von 100
%
und in einer Verweistätigkeit von 20
%
. Dabei gelte das von Seiten des neurologisch-rheumatologischen Teilgut
achten
s
genannten Fähigkeitsprofil. Im Verlauf bestehe die Arbeitsunfähigkeit in
Würdigung der früheren Akten in
angestammter
und in einer Verweist
ätigkeit
seit Mai 201
7.
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten
der
A.___
vom 2
4.
Ap
r
il 2020 (E. 3
) beruht auf den erforderlichen allseitigen klinischen und bildgebenden Untersuchungen sow
ie auf Laborwerten (vgl.
Urk.
7/68/108-125 und 7/68/175-177)
. Es wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet (vgl.
Urk.
7/6
8
/18
-30, 7/68/36-37, 7/68/152-153)
, berücksichtigt di
e geklagten Beschwerden (
Urk.
7/68/38, 7/68/69, 7/68/72, 7/68/92, 7/68/94,
7/68/134, 7/68/135, 7/68/154 ff., 68/158 f.)
und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers
ausführlich
auseinander (
Urk.
7/68/43,
7/68/79 f.,
7/
68/101, 7/68/140, 7/68/166 f.).
Die
Experten
haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerung nach
vollziehbar begründet. So zeigten sie
in
erfolgter Konsensbeurteilung schlüssig auf, dass
auf
grund der Befundung und Diagnostik
in
den Fachgebieten der Neu
rologie, Neurochirurgie und Rheumatologie Einschränkungen im Belastungsprofil
bestehen
,
wobei
schwere manuelle Tätigkeiten
mit
Heben und Tragen von Lasten
von mehr
als
zehn Kilogramm
,
statische Tätigkeiten mit langem
Sitzen
oder
Ste
hen am Stück
sowie
in Zw
angshaltungen zu vermeiden
und witterungsexponierte Arbeiten in
Kälte und Nässe ungünstig
sind
.
Unter diesen Umständen leuchtet ein, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als
Hilfsarbeiter in der Küche zu 100
%
arbeitsunfähig erachtet wurde
,
jedoch unter Berücksichti
gun
g des genau umschriebenen Belas
tungsprofils in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist (E. 3.2). Dabei legten die Gutachter plausibel dar, dass die 20%ige Einschränkung auf
grund der chronischen Nackenschmerzen mit teil
weise
r
Ausstrahlung in den linken Arm und einer
damit zusammenhängenden
allgemeinen Leistungsminderung
beruht (E. 3.
1.
2).
Überdies
zeigte
d
er psy
chiat
rische Gutachter
ausführlich
auf
, dass auf psychischem Fachgebiet
keine Störung oder Symptomatik
mit Krankheitswert
festzustellen ist und dementsprechend auch
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt werden kann (vgl. E. 3.1.4).
Damit entspricht die Expertise
der
A.___
den bundes
gerichtlichen Vorgaben an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. BGE 134 V 231
E.
5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
4.2
Insofern beschwerdeweise ein Mangel am Gutachten darin erkannt wird, al
s
lediglich
in der psychiatrischen
Untersuchung
ein Dolmetscher beigezogen
wurde
, ist drauf hinzuweisen, dass
in de
n
somatischen
Disziplinen
die
Untersu
chung
im Vordergrund steht
.
Eine
einwandfreie
Verständigung
zwischen Gutach
ter und Explorand
war
dazu, insbesondere
auch im Hinblick
darauf
, dass
die Gut
achter Kenntnis der
Vorakten
hatt
en
, nicht vorausgesetzt
.
Vorliegend ist z
udem aktenkundig, dass der Beschwerdeführer, welcher sich seit 2011 in der Schweiz aufhält, über ausreichend differenzierte Sprachkenntnisse verfügt (vgl.
Urk.
7/26/19,
7/68
/75, 7/68
/95, 7/68/137
).
Zum Vorbringen
, dass den Gutachtern beurteilungsrelevante Aktenstücke nicht vorg
elegen
wären
,
sind den Akten
keine Anhaltspunkte
zu entnehmen
.
Dazu
reichte
auch
der
Beschwerdeführer nicht
s
ein.
Anlässlich der Begutachtung war d
er
psychiatrische Experte
damit
auch
nicht
gehalten
,
mit dem
behandelnden Psychotherapeuten
Dr.
C.___
Rücksprache zu nehmen
, welcher den Beschwerdeführer aufgrund von Schwindelangaben
ohne
hin
lediglich einmalig gesehen hatte (vgl.
Urk.
7/68/154). Im Weiteren
konnte
von psychiatrischer Seite
auch
keine Diagnose mit Krankheitswert
(vgl. E. 1.2 hiervor) gestellt und
insbesondere auch kein Gesundheitsschaden aus dem depressiven Formenkreis diagnostiziert werden
. Neben den
ausführlichen Darle
gungen des psychiatrischen Experten
bedurfte es somit keiner weitergehenden Ausführungen zur Anpassungsfähigkeit, Fl
exibilität und Gruppenfähigkeit, wie dies vom Beschwerdeführer vorgetragen wurde und auch nicht
zum Umstand,
dass
er
v
iel Zeit vor dem Fernseher und zusammen
mit seiner Ehegattin und sei
nem Sohn verbringt und sich
nur
schwer au
fraffen kann
, das Haus zu verlassen (vgl.
Urk.
1
Ziff.
18). Auch sonst ist nicht ein
zusehen,
inwiefern d
as Gutachten widersprüchlich sein
soll
te
.
Aufgrund der sich überlappenden Befundungen auf neurologischem, neurochirurgische
m
und rheumatologische
m
Fachgebiet erklär
ten die Experten an verschiedenen Stellen, dass die letztlich massgebende und zu beantwortende Frage der
Ressourcen respektive
Restarbeitsfähigkeit in angepass
ter Tätigkeit
nur im Gesamtkonsens
beantwortet
werden kann (vgl.
Urk.
7/68/45
, 7/68/103, 7/68/141).
In diesem Zusammenhang
wies
der
neurochirurgische Ex
perte
auch
auf
ergänzende
bildgebende
Abklärungen der LWS
hin
, damit die
Beurteilung
aus gesamtmedizinischer Sicht
vorgenommen werden kann
(vgl.
Urk.
7/68/140). Entsprechende Abklärungen fanden anlässlich der rheumatologi
schen Abklärung
auch
statt (vgl.
Urk.
7/68/97
f.). I
m Konsens
wurde
das
vom
neurochirurgische
n Experten
aufgef
ührte
und
als
abklärungsbedürftig
gesehene
«lumbale Syndrom mit
Claudicatio
spinalis
bei wahrscheinlicher Lumba
l
stenose mit Ausweich-
Kyphosierun
g
der LWS» (vgl.
Urk.
7/68/143
)
auch
berücksichtigt.
Da
mit steht auch nicht im Widerspruch, da
ss der neurochirurgische Experte i
n d
er Erstbeurteilung
aufgrund
seiner (Teil-) Begutachtung
am
3.
September
2019 noch die Auffassung vertreten hat
te
, das
s das
lumbale Syndrom abgeklärt und adäquat behandelt werden
müsse
und erst danach eine Beurteilung für eventuelle Tätigkeit in angepasster Form vorgenommen wer
den
könne
.
Wie der Beschwerdeführer
mit seinem Einwand gegen den
Vorbescheid zu Recht geltend machte (vgl.
Urk.
7/74/3)
,
wurde in der Konsensbeurteilung
aber
die aus rheumatologischer
Sicht
diagnostizierte
seropositive
nicht
erosive
r
heumatoide Arthritis
nicht
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt
.
Darauf wies auch
Dr.
med.
E.___
,
Orthopädische Chirurgie FMH,
vom
regi
onalen ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
in seiner Aktenbeurtei
lung vom 1
3.
Oktober 2020 hin (
Urk.
7/77/2 f.). D
er
RAD-Arzt
legte dabei
dar, dass dieser formelle Fe
hler insofern nicht relevant ist
, da die durch den Rheuma
tologen beurteilte Leistungsfähigkeit im K
onsensteil übernommen wurde
. Dieser Auffassung ist
beizupflichten
,
sodass
trotz diesem Versehen
der Beweiswert des Gutachtens nicht
anzuzweifeln ist.
4.3
Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, nicht auf das
polydisziplinäre Gutachten der
A.___
vom 2
4.
April 2020
abzustellen. Es legt einleuchtend dar, dass
die
Arbeitsfähigkeit
ab
Mai 2017
in der angestammten Tätigkeit 100
%
und in einer Verweistätigkeit 20
%
beträgt
.
Nachvollziehbar sind auch die Ein
s
chränkungen im Belastungsprofil
. Zudem wurde mit einer generel
len Leistungs
minderung von 20
%
der Schmerzsymptomatik angemessen Rechnung getragen.
5.
Zur Auswirkung dieser Einschränkung
stellte
die Beschwerdegegnerin
bei der Ermittlung des
Valideneinkommen
s
auf
Tabellenwerte der schweizerischen Lohn
strukturerhebung
ab
und legte diese
s
auf
Fr.
67'070.60 fest.
Dies
mit dem Hin
weis, dass die Einkommen gemäss den Auszügen aus dem individuellen Konto (IK) keine stabilen Werte ausweisen (vgl.
Urk.
7/69/9)
.
Mit Blick
darauf
, dass der Beschwerdeführer gemäss IK (vgl.
Urk.
7/14)
nie
ein Einkommen in dieser Höhe erzielt hat, ist diese Vorgehensweise zu
seinen
Gunsten
nicht zu beanstanden.
Auch d
as Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf Tabel
lenwerte der LSE fest,
was
-
nachdem
die
Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet
wird
-
der gängigen Praxis entspricht (
vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7
mit
Hinwei
sen
).
Die Berechnung der Beschwerdegegnerin erw
eist sich demgemäss als kor
rekt. D
er rentenausschliessende Invaliditätsgrad ist
damit
zu bestätigen.
Zusammenfassend steht fest, dass keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, aus der sich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt. Dies führt zu Abweisung der Beschwerde.
6
.
Das Verfahren ist kostenpflichtig und die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und vorliegend auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Annemarie Gurtner
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef