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**Case Identifier:** 7d469efa-f6b3-501f-9248-127c129984c4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.04.2025 AVI 2024/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2024-38_2025-04-28.pdf

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© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2024/38

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 27.05.2025

Entscheiddatum: 28.04.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2025
Art. 51 Abs. 1, Art. 55 Abs. 1 AVIG. Insolvenzentschädigung. 
Schadenminderungspflicht. Letztere Bestimmung bildet Ausdruck der 
allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, 
wenn das Arbeitsverhältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird. Bei 
einem Zuwarten mit der Durchsetzung der Lohnansprüche von sieben 
Monaten, auch noch nach Erhalt der Kündigung, ist grundsätzlich von einer 
Verletzung der Schadenminderungspflicht auszugehen (Erw. 2.1). Die vom 
Beschwerdeführer weiter vorgebrachten Exkulpationsgründe sind zudem 
nicht rechtsgenüglich erstellt. Selbst wenn aber die beiden anderen geltend 
gemachten Arbeitsverhältnisse bei den mit der ersten Arbeitgeberin durch 
die gleiche Eigentümerschaft verbundenen Gesellschaften bei Einleitung 
weitergehender Massnahmen tatsächlich gefährdet gewesen wären, könnte 
der Beschwerdeführer nicht entlastet werden, vermag doch die Sorge um 
den Erhalt des Arbeitsplatzes fehlende Inkassobemühungen während 
längerer Zeit nicht zu rechtfertigen (Erw. 2.2)(Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2025, AVI 
2024/38).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/9 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung I 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 28. April 2025 

Besetzung  Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Tanja Petrik-Haltiner  
und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach  

   

Geschäftsnr.   AVI 2024/38 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführer,  

 
 

  gegen 

  K a n t o n a l e  A r b e i t s l o s e n k a s s e ,  Geltenwilen-

strasse 16/18, 9001 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Insolvenzentschädigung (Schadenminderungspflicht) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AVI 2024/38 
 

 

2/9 

Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ stellte Ende April 2024 bzw. am 9. Juni 2024 einen Antrag auf Insolvenzentschädigung für 

ausgefallene Lohnzahlungen vom 1. April 2023 bis zum 31. Juli 2023 zuzüglich Anteil am 

13. Monatslohn und Ferienanteil, total Fr. 18'600.-- (act. G 4.1/13). Zuvor hatte er ab dem 1. Juli 2021 

für die B.___ AG gearbeitet (act. G 4.1/14). Das Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgeberin aus 

wirtschaftlichen Gründen am 30. Mai 2023 per 31. Juli 2023 gekündigt (act. G 4.1/17). Am 7. März 2024 

wurde über die B.___ AG der Konkurs eröffnet (act. G 4.1/16). Nachdem der Antragsteller trotz 

entsprechender Aufforderung vom 18. Juni 2024 die verlangten weiteren Unterlagen nicht eingereicht 

hatte, wies die Kasse den Antrag mit Verfügung vom 18. Juli 2024 ab, da die 60-tägige Frist zur 

Geltendmachung des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung mittlerweile verstrichen und dieser 

folglich verwirkt sei (act. G 4.1/9). Mit Eingabe vom 18. Juli 2024 (die wohl die Verfügung kreuzte) 

reichte der Antragsteller die verlangten Unterlagen (teilweise) doch noch ein (act. G 4.1/8). 

A.b Am 13. August 2024 erhob er zudem Einsprache gegen die genannte Verfügung. Zur Begründung 

machte er geltend, alle zur Ergänzung des Antrags erforderlichen Unterlagen seien fristgerecht 

nachgereicht worden. Die Dokumente, die nicht von der B.___ AG ausgestellt worden seien, hätten erst 

nach wiederholtem und hartnäckigem Drängen seinerseits beschafft werden können. Es wäre unfair 

und unzulässig, dies zu seinem Nachteil auszulegen, zumal er die Unterlagen erst am Tag der 

Einreichung erhalten habe (act. G 4.1/5).  

A.c Mit Entscheid vom 10. September 2024 wies die Kasse die Einsprache ab. Zwar sei der Antrag 

auf Grund des unterlassenen Hinweises auf die Verwirkung im Schreiben vom 18. Juni 2024 und des 

während laufender Frist gestellten Fristerstreckungsgesuchs als rechtzeitig anzusehen. Indessen ging 

sie davon aus, dass der Einsprecher seiner Schadenminderungspflicht nicht genügend nachgekommen 

sei. So gehe aus dem Antrag hervor, dass er den Lohn nur bis Ende 2022 erhalten habe. Für den 

Zeitraum von Februar 2023 bis zur Kündigung am 30. Mai 2023 sei nicht ersichtlich, dass er die 

ausstehenden Löhne bei der Arbeitgeberin mündlich oder schriftlich eingefordert hätte. Aus den Akten 

gehe hervor, dass er die offenen Löhne erstmals am 19. Juli 2023 (1. Mahnung) und am 27. Juli 2023 

(2. Mahnung) bei der Arbeitgeberin eingefordert habe. Aus diesen Schreiben gehe hervor, dass bereits 

seit Oktober 2021 Lohnausstände bestanden hätten. Mit der 2. Mahnung sei die Arbeitgeberin darauf 

hingewiesen worden, dass er die Betreibung einleiten würde, sollte die Forderung nicht beglichen 

werden. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der B.___ AG habe er die ausstehenden Löhne 

am 10. und 21. August 2023 erneut gemahnt. Er habe der Arbeitgeberin wiederum mitgeteilt, dass er 

bei Nichtbezahlung die Betreibung einleiten würde. Dies habe er am 16. Oktober 2023 getan. Ein 

Fortsetzungsbegehren habe er jedoch nicht gestellt. Auf Grund der Unterlagen sei davon auszugehen, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3/9 

dass die Arbeitgeberin ihrer Lohnzahlungspflicht über einen Zeitraum von sieben Monaten nicht 

nachgekommen sei und keine Akonto- oder Teilzahlungen erfolgt seien. Handlungen, mit denen der 

Einsprecher seine Ansprüche gegenüber der Arbeitgeberin gesichert habe, seien frühestens ab dem 

19. Juli 2024 (richtig: 2023) ersichtlich. Auf Grund der komplett ausgebliebenen Lohnzahlungen über 

einen Zeitraum von sieben Monaten habe er mit einem ganzen oder teilweisen Lohnverlust rechnen 

müssen. Er sei sogar noch nach der Kündigung bei der insolventen Arbeitgeberin geblieben. Damit 

habe er elementare Vorsichtsgebote ausser Acht gelassen, womit eine Verletzung der 

Schadenminderungspflicht zu bejahen sei, weshalb sein Antrag auf Insolvenzentschädigung abgelehnt 

werde (act. G 4.1/3).  

B.   

B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 8. Oktober 2024 mit dem 

sinngemässen Antrag auf dessen Aufhebung. Alsdann seien die Ansprüche des Beschwerdeführers 

auf Insolvenzentschädigung anzuerkennen. Zur Begründung bringt er vor, dass gemäss 

Einspracheentscheid die Frist zur Beantragung einer Insolvenzentschädigung eingehalten worden sei. 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin lägen keine elementaren Versäumnisse seinerseits vor. 

Er verweise auf die gesetzliche Frist von vier Monaten, die er im Antrag auf Insolvenzentschädigung 

aufgeführt habe. Weitere Ansprüche habe er nicht gestellt. Es könne deshalb nicht von einem 

Überwälzen des Risikos auf die Arbeitslosenversicherung ausgegangen werden. Durch sein 

besonnenes Vorgehen habe er zudem eine Arbeitslosigkeit verhindert, die sich in seinem Alter von 58 

Jahren sicherlich länger hingestreckt hätte. Diesfalls wären die Folgekosten für die 

Arbeitslosenversicherung voraussichtlich weitaus höher ausgefallen. Das Vorgehen habe ihm 

ermöglicht, nahtlos eine weitere Anstellung bei einer anderen Arbeitgeberin mit dem gleichen 

Geschäftsführer wie der in Konkurs gefallenen Arbeitgeberin zu bekommen. Er sei damit der Pflicht 

nachgekommen, eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Dies sei in einem ähnlichen Fall, den er im Kanton 

Zug im Jahr 2016 hatte, von der Arbeitslosenkasse Zug als Schadenminderung anerkannt worden, 

weshalb er damals Anspruch auf Insolvenzentschädigung gehabt habe. Ferner seien mehrfach 

Zahlungsversprechen gemacht worden, die aber nicht eingehalten worden seien. Es seien auch 

mehrfach neue Investorengelder angekündigt worden (act. G 1).  

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2024 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung 

der Beschwerde und verweist zur Begründung auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 

10. September 2024 (act. G 4).  

B.c Nach Akteneinsicht reicht der Beschwerdeführer am 18. Dezember 2024 (Eingang 

Versicherungsgericht) eine Stellungnahme ein. Darin macht er im Wesentlichen geltend, dass bei der 

Zumutbarkeit einer Massnahme stets die konkreten Umstände und die Gesamtsituation zu 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/9 

berücksichtigen seien. Er habe bei der B.___ AG eine 60%-Anstellung gehabt. Daneben sei er zu 40 % 

bei der C.___ (gemeint wohl: D.___) GmbH angestellt gewesen. Beide Unternehmen seien vom 

gleichen Geschäftsführer geführt worden, womit jede Einflussnahme Auswirkungen auf beide 

Anstellungsverhältnisse gehabt habe. Die Weiterführung der angehobenen Betreibung hätte ihn in eine 

unzumutbare Lage gebracht. Der Geschäftsführer habe vor Zeugen gesagt, dass eine Fortsetzung der 

Betreibung bei beiden Arbeitsverhältnissen zur sofortigen Entlassung führen würde, da diesfalls das 

Vertrauens- und Loyalitätsverhältnis nicht mehr gegeben wäre. Dieser Umstand sei besonders relevant 

gewesen, da der Geschäftsführer zum damaligen Zeitpunkt noch ernsthaft daran gearbeitet habe, die 

B.___ AG wieder rentabel zu machen. Grundlage dieser Annahme sei die Existenz eines mittleren 

fünfstelligen Guthabens auf einem Kryptokonto gewesen, das durch die Einnahmen der Gesellschaft 

gespeist worden sei. Die Aussicht auf eine Stabilisierung des Unternehmens sei daher nicht rein 

hypothetisch, sondern realistisch gewesen. Die Fortsetzung der Betreibung hätte nicht nur unmittelbar 

zu seiner Entlassung bei der B.___ AG geführt, sondern auch seine Teilzeitanstellung bei der D.___ 

GmbH gefährdet. Dies hätte ihn in die vollständige Arbeitslosigkeit gestürzt. Es liege ein Härtefall vor. 

So aber sei eine Anschlussanstellung bei einer weiteren Gesellschaft des Geschäftsführers, der E.___ 

AG möglich gewesen. Angesichts seines Alters und der eingeschränkten beruflichen Perspektiven wäre 

die daraus resultierende Arbeitslosigkeit für ihn nicht zumutbar gewesen. Vielmehr sei er verpflichtet 

gewesen, die möglichen Folgen für die Arbeitslosenversicherung und für ihn selbst sorgfältig 

abzuwägen. Schliesslich habe die explizite Kündigungsandrohung der Arbeitgeberin zu einem 

erheblichen psychischen Druck geführt. Indem er die Betreibung nicht weitergeführt habe, habe er den 

Konflikt entschärfen können. Er habe durch sein Vorgehen nicht nur seine Beschäftigung erhalten 

können, sondern auch verhindert, dass durch eine vollständige Arbeitslosigkeit ein grösserer Schaden 

für die Arbeitslosenversicherung entstanden sei (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine 

weitere Stellungnahme (act. G 9).  

Erwägungen 

1.   

1.1 Beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung 

unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmende beschäftigen, haben unter anderem Anspruch auf 

Insolvenzentschädigung, wenn gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem 

Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [SR 837.0; abgekürzt: AVIG]). Die 

Insolvenzentschädigung deckt die Lohnforderungen für höchstens die letzten vier Monate des 

Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 2 AVIG (Art. 52 

Abs. 1 Satz 1 AVIG).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/9 

1.2 Die arbeitnehmende Person muss im Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen, um 

ihre Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bis die Kasse ihr mitteilt, dass sie an ihrer Stelle 

in das Verfahren eingetreten ist (Art. 55 Abs. 1 Satz 1 AVIG). Sie muss die Insolvenzentschädigung 

zurückerstatten, soweit die Lohnforderung im Konkurs oder in der Pfändung abgewiesen oder aus 

Gründen nicht gedeckt wird, die sie absichtlich oder grobfahrlässig herbeigeführt hat, ebenso soweit sie 

vom Arbeitgeber nachträglich erfüllt wird (Art. 55 Abs. 2 AVIG). 

1.3 Zieht eine Pflichtverletzung unter gewissen Umständen die Rückforderung der 

Insolvenzentschädigung nach sich, muss erst recht bereits deren Auszahlung verweigert werden 

können, wenn ein massgebliches Säumnis der versicherten Person vorliegt (URS BURGHERR, Die 

Insolvenzentschädigung, Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers als versichertes Risiko, 

Zürich/Basel/Genf 2004, S. 163). Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG bezieht sich dem Wortlaut 

nach zwar auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen 

Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsverhältnis vor der 

Konkurseröffnung aufgelöst wird. Versicherte Personen müssen deshalb gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht nur im Konkurs- und Pfändungsverfahren und nach 

Auflösung des Arbeitsverhältnisses ihre Lohnansprüche innert nützlicher Frist geltend machen, sondern 

es obliegt ihnen bereits vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses eine Schadenminderungspflicht, wenn 

der Arbeitgeber der Lohnzahlungspflicht nicht oder nur teilweise nachkommt und der Arbeitnehmende 

mit einem Verlust rechnen muss. Eine Ablehnung der Insolvenzentschädigung infolge Verletzung der 

Schadenminderungspflicht im Sinne der zu Art. 55 Abs. 1 AVIG ergangenen Rechtsprechung setzt wie 

eine Rückerstattung bereits bezogener Insolvenzentschädigung nach Art. 55 Abs. 2 AVIG voraus, dass 

der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahrlässiges Handeln 

oder Unterlassen, vorgeworfen werden kann (Urteile des Bundesgerichts vom 29. April 2020, 

8C_820/2019, E. 4.3.1, und vom 19. Juni 2019, 8C_85/2019, E. 4.1, je mit Hinweisen; ARV 2010 Nr. 1 

S. 48 E. 3 mit Hinweisen). Grobfahrlässig handelt, wer unter Verletzung der elementarsten 

Vorsichtsgebote das ausser Acht lässt, was jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter 

den gleichen Umständen tun oder unterlassen würde, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge 

voraussehbare Schädigung der Versicherung zu vermeiden (BGE 121 V 45 E. 3b; BGE 114 V 190 E. 

2a; BURGHERR, a.a.O., S. 156). 

1.4 Das Ausmass der vorausgesetzten Schadenminderungspflicht richtet sich nach den jeweiligen 

Umständen des Einzelfalls, wobei eine Gesamtbetrachtung der Bemühungen der versicherten Person 

Platz zu greifen hat. Von den Arbeitnehmenden wird zwar in der Regel nicht verlangt, dass sie bereits 

während des bestehenden Arbeitsverhältnisses gegen den Arbeitgeber Betreibung einleiten oder eine 

Klage einreichen. Sie haben jedoch ihre Lohnforderung gegenüber dem Arbeitgeber in eindeutiger und 

unmissverständlicher Weise geltend zu machen, sodass die Ernsthaftigkeit ihrer Lohnforderung klar 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6/9 

erkennbar ist. Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person dann gehalten, wenn es sich um 

erhebliche Lohnausstände handelt und sie konkret mit einem Lohnverlust rechnen muss. Sie darf nicht 

untätig zuwarten, bis der Arbeitgeber in Konkurs fällt. Denn es geht auch für die Zeit vor der Auflösung 

des Arbeitsverhältnisses nicht an, dass die versicherte Person ohne hinreichenden Grund während 

längerer Zeit keine rechtlichen Schritte zur Realisierung erheblicher Lohnausstände unternimmt, 

obschon sie konkret mit dem Verlust der geschuldeten Gehälter rechnen muss. Insgesamt sollen sich 

Arbeitnehmende gegenüber dem Arbeitgeber so verhalten, als ob es das Institut der 

Insolvenzentschädigung nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ein längeres Untätigsein nicht zu. 

Entsprechend vermag auch das Interesse am Erhalt des Arbeitsplatzes den Verzicht auf die 

Realisierung gefährdeter Lohnansprüche nicht zu rechtfertigen (Urteile des Bundesgerichts vom 

29. April 2020, 8C_820/2019, E. 4.3.1, vom 21. Mai 2019, 8C_79/2019, E. 3.2, und vom 29. August 

2011, 8C_66/2011, E. 2.2, je mit Hinweisen; BURGHERR, a.a.O., S. 166 ff.). 

1.5 Die Insolvenzentschädigung ist dafür bestimmt, dem Arbeitnehmenden und seiner Familie in 

Zeiten plötzlicher und akuter Lohnknappheit unter die Arme zu greifen und diesen den Gang zur 

Sozialhilfe zu ersparen. Macht der Arbeitnehmende während längerer Zeit keine Anstalten, seiner 

Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu verleihen, signalisiert er mangelndes 

Interesse, und er verliert dadurch auch gegenüber der Arbeitslosenversicherung seine 

Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit. Die Zielsetzung der Insolvenzentschädigung kann unter 

diesen Voraussetzungen nicht mehr erreicht werden. Es kann nicht der Zweck dieser Leistungsart sein, 

Lohnansprüche zu ersetzen, auf deren Geltendmachung der Arbeitnehmende ohne hinreichenden 

Grund verzichtet hat (vgl. BURGHERR, a.a.O., S. 165). 

1.6 Nach konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der Schadenminderungspflicht in 

der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, 

wenn es um eine lang andauernde, das heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde 

Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung des Arbeitgebers geht, wenn überhaupt keine, also auch 

keine Akonto- oder Teilzahlung erfolgt, wenn aus der Sicht der versicherten Person nicht mit guten 

Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation ergibt, und wenn 

nicht andere, im Einzelfall verständliche Gründe vorliegen, die ein Zuwarten mit zielgerichteten Schritten 

aus objektiver Sicht verständlich erscheinen lassen (Urteile des Bundesgerichts vom 18. Oktober 2017, 

8C_573/2017, E. 2, und vom 29. August 2011, 8C_66/2011, E. 4.2, je mit Hinweisen). 

2.   

2.1 Vorliegend ist nicht mehr umstritten, dass der Beschwerdeführer den Anspruch auf 

Insolvenzentschädigung im Sinn von Art. 53 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 77 Abs. 2 der 

Verordnung über die Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (SR 837.02; abgekürzt: 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/9 

AVIV) rechtzeitig innert der 60-Tage-Frist geltend gemacht hat. Die Beschwerdegegnerin verneint den 

Anspruch auf Insolvenzentschädigung nunmehr damit, dass der Beschwerdeführer mit der Ergreifung 

von Massnahmen zur Geltendmachung seiner offenen Lohnansprüche zu lange zugewartet habe, 

obwohl er mit einem ganzen oder teilweisen Lohnverlust habe rechnen müssen. Tatsächlich macht der 

Beschwerdeführer grundsätzlich Lohnausstände von Januar 2023 bis zur Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses bei der B.___ AG per Ende Juli 2023, mithin sieben Monatsgehälter zuzüglich 

Anteil am 13. Monatslohn, geltend (vgl. Forderungseingabe vom 24. April 2024 im Konkurs der 

Arbeitgeberin, während er im Betreibungsbegehren vom 13. Oktober 2023 noch von offenen 

Lohnforderungen betreffend den Zeitraum Februar 2023 bis Juli 2023, zuzüglich Anteil am 13. 

Monatslohn sowie Lohnanteil Oktober 2021 und 2. Anteil 13. Monatsgehalt 2022 (offenbar jeweils die 

Nettolöhne), ausgegangen war [act. G 4.1/12 und 15]). Im Weiteren ist unbestritten, dass er die 

Arbeitgeberin erstmals am 19. Juli 2023 schriftlich für einen Betrag von Fr. 8'878.23 gemahnt hatte. 

Nach Angaben des Beschwerdeführers bestanden damals bis Oktober 2021 zurückreichende 

Lohnausstände. In der genannten Summe war - wiederum nach Angaben des Beschwerde-führers - 

eine durch die E.___ AG geleistete Abschlagszahlung in Höhe von Fr. 7'940.26 berücksichtigt. Am 

27. Juli 2023 mahnte er den Betrag erneut (2. Mahnung). Nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses 

mahnte er die Arbeitgeberin am 10. August 2023 für einen Betrag von Fr. 21'964,96, wobei unklar bleibt, 

ob der erste Betrag von Fr. 8'878.23 hier ebenfalls enthalten war (die im Schreiben erwähnte 

Aufstellung befindet sich nicht bei den Akten; die erneute Bezeichnung als "1. Mahnung" könnte dafür 

sprechen, dass es sich hier um einen anderen Betrag handelt). Am 21. August 2023 mahnte er den 

genannten Betrag zum zweiten Mal, wobei er offenbar jeweils den Nettolohn forderte (vgl. 

Betreibungsbegehren; act. G 4.1/12). Der Beschwerdeführer forderte die Arbeitgeberin somit erstmals 

nach knapp sieben Monaten schriftlich auf, die seit Oktober 2021 bzw. Januar 2023 bestehenden - 

mittlerweile erheblichen - Lohnausstände zu begleichen. Nach weiteren rund drei Monaten reichte er 

am 13. Oktober 2023 das Betreibungsbegehren gegen die Arbeitgeberin ein, das er offenbar aus 

Kostengründen dann aber nicht weiterführte (vgl. Stellungnahme vom 18. Juli 2024 [act. G 4.1/8]). Der 

Beschwerdeführer macht nicht geltend, weitere Schritte unternommen zu haben, und es sind auch 

keine solchen ersichtlich. Indem der Beschwerdeführer während eines langen Zeitraums von sieben 

Monaten, in welchem die Lohnzahlungen gänzlich ausgeblieben waren, und sogar noch nach der 

Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die Arbeitgeberin, weitergearbeitet hatte, ist er seiner 

Schadenminderungspflicht zweifellos nicht in genügendem Umfang nachgekommen. 

Rechtsprechungsgemäss ist bei einem derart langen Zeitraum, während dessen die arbeitnehmende 

Person weder Teilzahlungen noch Sicherheiten erhält (vgl. Art. 337a OR), grundsätzlich von einem 

groben Verschulden auszugehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 

8C_682/2009, E. 4.2, und vom 18. November 2018, 8C_66/2013, E. 4.3). Im Übrigen verfolgte der 

Beschwerdeführer seine Ansprüche auch nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht konsequent 

und verzichtete insbesondere auf die Fortsetzung der Betreibung. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/9 

2.2 Der Beschwerdeführer macht indessen geltend, er habe den Geschäftsführer der Arbeitgeberin 

nicht verärgern wollen, da er damit auch seine 40%-Anstellung bei der D.___ GmbH, wo jener ebenfalls 

Geschäftsführer und Eigentümer gewesen sei, gefährdet hätte. Eine Fortsetzung der Betreibung (gegen 

die B.___ AG) hätte bei beiden Arbeitsverhältnissen zu seiner sofortigen Entlassung geführt, was als 

unzumutbar anzusehen sei. So aber sei eine Anschlussanstellung bei einer weiteren Gesellschaft des 

Geschäftsführers, der E.___ AG, möglich gewesen. Durch sein besonnenes Vorgehen habe er somit 

nicht nur seine (Teilzeit-)Beschäftigung erhalten, sondern auch verhindert, dass eine vollständige 

Arbeitslosigkeit eingetreten sei. Sein Handeln sei damit mit der Schadenminderungspflicht 

vollumfänglich vereinbar. Zunächst ist festzustellen, dass diese Behauptungen des Beschwerdeführers 

nicht belegt sind. So liegen insbesondere die Arbeitsverträge mit der D.___ GmbH und mit der E.___ 

AG nicht bei den Akten, sodass eine Anschlussbeschäftigung unklar bleibt. Auch zu den geltend 

gemachten Sanierungsaussichten ist nichts Näheres bekannt. Der blosse Hinweis auf ein angeblich 

vorhandenes Kryptoguthaben vermag jedenfalls eine mögliche Sanierung der Gesellschaft innert 

nützlicher Frist nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Im Übrigen erscheint der 

geschilderte zeitliche Ablauf nicht schlüssig, erfolgte doch die Betreibungsanhebung gegen die B.___ 

AG erst am 13. Oktober 2023 (act. G 4.1/12), mithin zu einem Zeitpunkt, als das Arbeitsverhältnis mit 

dieser Gesellschaft bereits beendet war. Zumindest dieses Arbeitsverhältnis konnte er mit einer 

Fortsetzung der Betreibung also nicht mehr gefährden. Auf weitere Sachverhaltserhebungen ist 

indessen zu verzichten. Selbst wenn zutreffen sollte, dass die anderen beiden geltend gemachten 

Arbeitsverhältnisse (D.___ GmbH, E.___ AG) durch Betreibungs- und Inkassomassnahmen konkret 

gefährdet gewesen wären, könnte der Beschwerdeführer nicht von der Ergreifung der gesetzlich und 

rechtsprechungsgemäss verlangten Inkassobemühungen befreit werden. Namentlich vermag nach der 

Rechtsprechung das Interesse am Erhalt des Arbeitsplatzes den (praktisch vollständigen) Verzicht auf 

die Realisierung gefährdeter Lohnansprüche während längerer Zeit nicht zu rechtfertigen (vgl. 

vorstehenden Erw. 1.4). Andernfalls bestände die Gefahr, dass die Parteien des Arbeitsverhältnisses 

(Arbeitgeber und Arbeitnehmer) zu Lasten eines Dritten (Arbeitslosenversicherung) auf die korrekte 

Erfüllung des Arbeitsvertrags verzichten könnten und sich die arbeitnehmende Person stattdessen über 

die Versicherung schadlos halten könnte. Vielmehr wäre die Kündigung eines bestehenden (nicht aber 

das Nichteingehen eines neuen) Arbeitsverhältnisses durch die Arbeitgeberin, wie sie der 

Beschwerdeführer nach eigenen Angaben befürchtet hatte, als missbräuchlich anzusehen, was 

entsprechende Entschädigungsansprüche zur Folge hätte (Art. 336 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 336a OR), 

welche auf dem zivilrechtlichen Weg zu verfolgen gewesen wären. Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers können ihm für seine längere Untätigkeit keine entschuldbaren Gründe zugebilligt 

werden, weshalb der Verzicht auf weiterführende Inkassomassnahmen während des vorliegend 

fraglichen, rund siebenmonatigen Zeitraums als grobfahrlässige Unterlassung anzusehen ist, zumal der 

Beschwerdeführer seine Ansprüche auch nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses und nach der 

Anhebung der Betreibung nicht weiter verfolgte, sondern einfach bis zur Konkurseröffnung zuwartete. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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9/9 

Dies führt dementsprechend zu einem Ausschluss des Beschwerdeführers vom Anspruch auf 

Insolvenzentschädigung.  

2.3 Daran vermag auch eine möglicherweise andere Praxis der Arbeitslosenkasse Zug nichts zu 

ändern, wobei auch hier der Beschwerdeführer seine Behauptung, es habe sich um einen "ähnlichen 

Fall" gehandelt, nicht weiter belegt hat. Denn eine solche Praxis stünde in klarem Widerspruch zur 

langjährigen Rechtsprechung des Bundesgerichts.  

3.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben, nachdem 

das AVIG keine solchen vorsieht (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

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		2026-01-28T04:29:53+0100
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