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**Case Identifier:** 0ce822ae-f08c-5b9f-bff4-ca9790c7b882
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.01.2022 IV 2020/143
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-143_2022-01-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/143

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.06.2022

Entscheiddatum: 11.01.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2022
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 17 ATSG: revisionsweise Aufhebung einer 
ganzen Invalidenrente. Das Gutachten, auf welches sich die Aufhebung 
stützt, ergibt beweistauglich, dass ein gesundheitlicher Revisionsgrund 
vorliegt. Die Aufhebung der bisherigen Rente erfolgte jedoch, nachdem 
diese der Beschwerdeführerin während über 15 Jahren ausgerichtet worden 
war. Die Angelegenheit wird daher zur Prüfung und allfälliger Durchführung 
von Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen. Bis zu deren Abschluss hat die Beschwerdeführerin 
weiterhin Anspruch auf Auszahlung der bisherigen Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Januar 2022, IV 
2020/143).

Entscheid vom 11. Januar 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungs-richterinnen 

Christiane Gallati Schneider und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Beatrix 

Zahner

Geschäftsnr.

IV 2020/143

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Diggelmann, Neugasse 14, 9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt

A.  

Bei A.___ (nachfolgend: Versicherte), geboren am 28. November 1982, wurde im 

November 2004 eine Myasthenia gravis diagnostiziert (Arztbericht Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 8. September 2005, IV-act. 14). Die Versicherte 

war zuletzt bis zum 31. Juli 2004 als B.___ bei der C.___ AG tätig (IV-act. 15-1 ff.). Am 

23. Mai 200_ gebar sie ihre erste Tochter (IV-act. 2-4 f.). Ihre Anmeldung zum 

Leistungsbezug ging am 30. Juni 2005 bei der Invalidenversicherung (IV) ein (IV-act. 1).

A.a. 

Mit Arztbericht vom 8. September 2005 attestierte die Klinik für Neurologie des 

KSSG der Versicherten wegen der diagnostizierten Myasthenia gravis eine 

Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit von 100 % (IV-act. 14) und am 30. Januar 2006 

bestätigte das Muskelzentrum / ALS clinic des KSSG eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeiten (IV-act. 20). Dr. med. O.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, führte im Arztbericht vom 22. August 2006 aus, er behandle die 

Versicherte seit 10. April 2006. Als komorbides Leiden mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit bestehe eine anhaltende depressive Störung, derzeit mittleren bis 

schweren Grades (ICD-10: F34.9). Die Versicherte sei in ihrer aktuellen 

gesundheitlichen Verfassung für jede Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig. Mit einer 

Besserung sei kurz- und mittelfristig wahrscheinlich nicht zu rechnen (IV-act. 27). Die 

Haushaltsabklärung an Ort und Stelle ergab, dass die Versicherte als Vollerwerbstätige 

A.b. 

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einzustufen war (Bericht vom 7. Juni 2006, IV-act. 24-10). Nach Vorbescheid vom 

25. Oktober 2006 (IV-act. 33) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 

8. Januar 2007 eine ganze Rente ab 1. Februar 2005 zu (IV-act. 36).

Am 7. November 2007 meldete sich die Versicherte zum Bezug einer Hilflosen-

entschädigung an (IV-act. 44). Gestützt auf die eingeholten Arztberichte (IV-

act. 41-3 ff.; IV-act. 47; IV-act. 50; IV-act. 51) sprach die IV-Stelle ihr am 6. März 2008 

eine Hilflosenentschädigung ab 1. Februar 2005 wegen schwerer und ab 1. April 2006 

wegen leichter Hilflosigkeit zu (IV-act. 62).

A.c. 

Mit Mitteilung vom 25. März 2008, die Versicherte habe unverändert Anspruch auf 

eine ganze Invalidenrente, schloss die IV-Stelle ein am 10. September 2007 eröffnetes 

amtliches Revisionsverfahren ab (IV-act. 65).

A.d. 

Am 6. Februar 2009 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (IV-

act. 73). Die Versicherte brachte am 17. Juli 200_ einen Sohn zur Welt (IV-act. 81). 

Nachdem seitens des Muskelzentrums / ALS clinic des KSSG im Verlaufsbericht vom 

25. September 2009 im Wesentlichen ausgeführt worden war, der Gesundheitszustand 

habe sich nach der Geburt des zweiten Kindes verschlechtert (IV-act. 85), und die Ver-

sicherte anlässlich einer Haushaltabklärung am 10. Dezember 2009 angegeben hatte, 

sie würde ohne Behinderung aus finanziellen Gründen in einem Pensum von 80 % als 

Hilfsarbeiterin arbeiten und die Kinder in einer Krippe betreuen lassen (IV-act. 90), 

wurde das Revisionsverfahren (IV-act. 73) mit Mitteilung vom 10. Dezember 2009 bei 

einer unveränderten Invalidenrente abgeschlossen. Neu wurde durch die 

Qualifikationsänderung (80 % Erwerb / 20 % Haushalt) die gemischte Methode 

angewandt, was zu einem Invaliditätsgrad von 86 % führte (IV-act. 89).

A.e. 

Die Versicherte wurde am 14. November 201_ Mutter einer weiteren Tochter (IV-

act. 111), worauf sie im Rahmen der eingeleiteten Revision am 10. Januar 201_ 

erklärte, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-act. 115). Die 

Haushaltabklärung an Ort und Stelle vom 27. März 2014 ergab, dass die Versicherte im 

Gesundheitsfall mit drei Kindern lediglich noch zu 60 % einer Erwerbstätigkeit 

nachginge (Bericht vom 7. Mai 2014, IV-act. 127-11). Dr. med. D.___, Facharzt für 

Neurologie, Muskelzentrum / ALS clinic des KSSG, berichtete am 4. Februar 201_, 

A.f. 

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aktuell (2013/2014) habe sich die Depression verschlechtert. Auch wegen der kleinen 

Kinder benötige die Versicherte regelmässig Unterstützung durch Angehörige. Durch 

die Kombination der körperlichen und der psychischen Erkrankung bestehe weiterhin 

kaum die Option einer beruflichen Tätigkeit (IV-act. 118; vgl. auch Bericht 

Verlaufskontrolle vom 5. Februar 2014, IV-act. 195-42 ff.). Die IV-Stelle schloss das 

Revisionsverfahren am 26. Mai 2014 mit der Mitteilung ab, die Versicherte habe 

Anspruch auf eine unveränderte Invalidenrente (IV-act. 130). Die 

Hilflosenentschädigung wurde ebenfalls unverändert ausbezahlt (Mitteilung vom 

21. Januar 2015, IV-act. 137).

Am 20. September 201_ erblickte ein weiterer Sohn das Licht der Welt (IV-

act. 141). Die Versicherte gab am 25. Oktober 201_ zuhanden des eröffneten 

Revisionsverfahrens an, ihr Gesundheitszustand habe sich in den letzten fünf Monaten 

verschlechtert (IV-act. 142). Dr. D.___ erwähnte im Verlaufsbericht vom 4. November 

201_, durch die regelmässige lnfusionsbehandlung sei es zu einer Stabilisierung der 

Einschränkung gekommen. Es finde sich jedoch weiterhin eine vermehrte 

Erschöpfbarkeit. Die Versicherte benötige teils im Alltag Unterstützung durch ihre 

Angehörigen (IV-act. 145-2 f.).

A.g. 

Die Versicherte suchte am 15. September 2017 bei Schwächegefühl, Faszialis-

parese und Dysarthrie notfallmässig das Spital E.___ auf, wo eine MRI-Abklärung 

mehrere frische Hirninfarktareale ergab (Austrittsbericht Spital E.___ vom 3. Oktober 

2017, IV-act. 195-30 f.). Eine am 13. Dezember 2017 durchgeführte transösophageale 

Echokardiographie (TEE) zeigte ein persistierendes Foramen ovale (PFO; 

Untersuchungsbericht Klinik für Intensivmedizin des KSSG, IV-act. 158). Dr. D.___ 

führte im Verlaufsbericht vom 13. Februar 2018 aus, der Verlauf der Myasthenie sei 

erfreulich stabil. Neben der Myasthenie führe auch der Status nach Ischämie im 

September 2017 erfahrungsgemäss zu vermehrter Erschöpfbarkeit/Fatigue. Die 

Leistungsfähgkeit sei unverändert bzw. habe sich verschlechtert (IV-act. 149-1 ff.). Der 

RAD-Arzt Dr. med. F.___, Facharzt für Chirurgie, nahm am 19. Februar und 29. August 

2018 Stellung, eine vertiefte Abklärung sei unumgänglich (IV-act. 150, 177). Am 

26. September 2018 erfolgte ein Eingriff zum Verschluss des PFO (Austrittsbericht der 

Klinik für Kardiologie des KSSG, IV-act. 171). Am 7. November 2018 fand eine 

psychotherapeutische Erstkonsultation im Psychiatrie-Zentrum G.___ statt. Im 

A.h. 

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Eintrittsbericht vom 3. Dezember 2018 wurden als Diagnosen Anpassungsstörungen 

mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.2) sowie ein Waschzwang (ICD-10: 

F42.1) festgehalten (IV-act. 195-36 f.). Bei der Abklärung vor Ort und Stelle vom 4. Juni 

2018 wurde im Haushalt eine Einschränkung von 30,3 % ermittelt. Die Qualifikation 

wurde unverändert bei 60 % Erwerb und 40 % Haushalt belassen (IV-act. 157).

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch die MEDAS H.___ 

polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom 2. Mai 2019; Dr. med. I.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. J.___, Facharzt für Neurologie; lic. phil. K.___, 

Fachpsychologin für Neuropsychologie; med. pract. L.___, Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie; Dr. med. M.___, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates; Untersuchungen am 16. und 28. November 

sowie am 5., 6. und 12. Dezember 2018; IV-act. 195). Die Gutachter diagnostizierten 

bzw. bestätigten eine Myasthenia gravis ohne aktuell funktional klinisch-neurologisch 

erkennbare Störungssymptomatik, eine episodische Migräne mit Aura, ein transientes 

neurologisches Defizit 2017, eine Persönlichkeitsakzentuierung sowie Probleme mit 

Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: Z73). Die 

diagnostizierten Erkrankungen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 195-7 f.). Die Gutachter erörterten verschiedene Inkonsistenzen, insbesondere in 

Bezug auf die Aktivitäten der Versicherten, die kurz vor der Begutachtung wieder 

aufgenommene Psychotherapie und die neuropsychologischen Testergebnisse (IV-

act. 195-9 f.). Sie kamen zum Schluss, es sei in psychiatrischer Hinsicht von einer 

Verbesserung seit 2006 und seitens der Myasthenie von einem sehr guten 

Therapieerfolg auszugehen. Zumindest seit Juli 2018 sei eine volle Arbeitsfähigkeit 

anzunehmen (IV-act. 195-5, 11 f.). Der RAD-Arzt Dr. F.___ befand am 7. Mai 2019, das 

Gutachten erfülle die versicherungsmedizinischen Anforderungen (IV-act. 196).

A.i. 

Mit Vorbescheid vom 7. Mai 2019 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das 

rechtliche Gehör zur vorgesehenen Einstellung der IV-Rente. Der Entscheid wurde 

damit begründet, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit mindestens 

Juli 2018 verbessert habe und im Erwerb eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestehe. Im 

Haushalt bestünden ebenfalls keine Einschränkungen, was zu einem Invaliditätsgrad 

von 0 % führe (IV-act. 199). Die Versicherte erhob am 3. Juni 2019 Einwand und 

machte geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert (IV-act. 202). Am 

A.j. 

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B.  

25. Juni 2019 reichte die procap G.___ namens und im Auftrag der Versicherten einen 

Einwand (IV-act. 207-1) und eine Stellungnahme von Dr. D.___ vom 20. Juni 2019 (IV-

act. 207-2 f.) ein. Weiter legte sie einen Verlaufsbericht des Psychiatrie-Zentrums G.___ 

vom 25. Juni 2019 (IV-act. 209-2 f.) ins Recht. Der neurologische Hauptgutachter nahm 

am 26. Februar 2020 Stellung zu den vorgelegten Berichten. Er wies unter anderem auf 

die unterschiedliche Rolle von behandelndem und begutachtendem Arzt hin und legte 

dar, weder an den gutachterlichen Diagnosen noch an den versicherungsmedizinischen 

Bewertungen seien aktuell oder retrospektiv Änderungen vorzunehmen (IV-act. 223). 

Eine weitere Stellungnahme von Dr. D.___ vom 13. Mai 2020 (IV-act. 229-1 f.) mit 

beigefügten Literaturauszügen (IV-act. 229-3 ff.) wurde dem RAD-Arzt Dr. F.___ zur 

Stellungnahme vorgelegt. Dieser äusserte sich am 26. Mai 2020 dahingehend, dass die 

von den Gutachtern erhobenen objektiven Befunde aussagekräftiger seien als die 

wissenschaftlichen Ausführungen von Dr. D.___. Dieser habe sich auch nicht mit den 

festgestellten Inkonsistenzen befasst. Somit ergäben sich keine Veränderungen in der 

medizinischen Beurteilung bezüglich den Einschätzungen im Gutachten von MEDAS 

H.___ (IV-act. 230).

Die IV-Stelle verfügte am 26. Mai 2020 die Einstellung der IV-Rente auf das Ende 

des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats und den Entzug der 

aufschiebenden Wirkung einer allfälligen Beschwerde (IV-act. 231) sowie am 19. Juni 

2020 – gestützt auf eine Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. N.___, Facharzt für 

Arbeitsmedizin, vom 22. Juli 2019 (IV-act. 214), – die Aufhebung der 

Hilflosenentschädigung (IV-act. 240).

A.k. 

Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. R. Diggelmann, lässt am 29. Juni 2020 gegen die Rentenverfügung vom 26. Mai 

2020 Beschwerde erheben und beantragen, diese sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze IV-Rente 

auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter ersucht sie um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung lässt sie vorbringen, die Ausführungen 

des Hauptgutachters, wonach keine mit der Myasthenia gravis zusammenhängenden 

B.a. 

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Funktionsdefizite, insbesondere keine Fatigue, bestünden, sei unrichtig. Es treffe nicht 

zu, dass sie während der neurologischen Untersuchung keine 

Ermüdungserscheinungen gezeigt habe. Im neuropsychologischen Gutachten werde 

nicht das Vorhandensein, sondern lediglich das Ausmass der kognitiven 

Einschränkungen in Abrede gestellt. Auffallend seien die im neurologischen und 

neuropsychologischen Teilgutachten und in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 

übereinstimmenden Textpassagen. Auch enthalte das neurologische Gutachten 

fachfremde psychiatrische Ausführungen. Zwischen den Feststellungen des 

neurologischen Gutachters und den behandelnden Ärzten bestünden erhebliche 

Widersprüche, die weitere Abklärungen notwendig machten. Die erneute 

psychiatrische Behandlung ab 3. Dezember 2018 sei durch den Hirnschlag und den 

kardiologischen Eingriff und nicht wegen der Rentenrevision erforderlich geworden. 

Das verordnete Mirtazapin habe sie im März 2019 wegen Interaktionen mit den 

Medikamenten zur Behandlung der Myasthenia gravis absetzen müssen. Ihr 

Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung verschlechtert. Eine Überprüfung 

der veränderten psychiatrischen Situation sei nicht erfolgt. Der medizinische 

Sachverhalt sei somit auch psychiatrisch noch ungenügend abgeklärt. In Anbetracht 

der nach wie vor bestehenden Myasthenia gravis-Symptomatik und insbesondere auch 

des zwischenzeitlich stark verschlechterten psychiatrischen Gesundheitszustands sei 

eine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustands seit dem erstmaligen Erlass der 

Rentenverfügung überhaupt fraglich (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2020 beantragt die Beschwerdegeg-

nerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, das Gutachten 

der MEDAS H.___ vom 2. Mai 2019 sei beweistauglich. Insbesondere werde ausführlich 

und nachvollziehbar beschrieben, weshalb eine sogenannte Fatigue mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit nicht vorliege. Der Hinweis des Gutachters auf die 

unterschiedliche Rolle des behandelnden und des begutachtenden Arztes entspreche 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Im Gutachten werde die Diagnose einer 

Myasthenie anerkannt, jedoch würden die Auswirkungen anders gewertet als durch 

Dr. D.___. Mit Blick auf die versicherungsmedizinischen Vorgaben der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung seien die Ausführungen des Gutachters 

nachvollziehbar. Es sei nicht plausibel, dass die Beschwerdeführerin nicht gleich nach 

B.b. 

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dem erlittenen Hirnschlag im September 2017 psychiatrische Hilfe gesucht habe. Die 

Gutachter hätten in der Stellungnahme vom 26. Februar 2020 abschliessend und 

nachvollziehbar erläutert, dass es weder aus psychiatrischer noch aus neurologischer 

Sicht zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen sei. Auf das 

Gutachten der MEDAS H.___ vom 2. Mai 2019 könne abgestellt werden und es sei 

somit spätestens ab Juli 2018 von einer erheblichen Verbesserung des 

Gesundheitszustands auszugehen (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verweist zur 

weiteren Begründung auf die Stellungnahme der MEDAS H.___ vom 26. Februar 2020. 

Sie reicht diese nochmals ein mit dem Hinweis, sie habe noch die Unterschrift der 

psychiatrischen Gutachterin eingeholt, welche ebenfalls daran mitgewirkt habe (act. G 

5.2).

Mit Replik vom 17. Februar 2021 lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, die 

Stellungnahme vom 26. Februar 2020 sei in unzulässiger Weise nachträglich 

abgeändert worden, indem als Mitverfasserin neu die psychiatrische Gutachterin 

unterzeichne. Sie beantragt diesbezüglich den Beizug der internen Rechnungsstellung 

der psychiatrischen Expertin an die MEDAS H.___ und der entsprechenden 

Korrespondenz zwischen der IV-Stelle und der MEDAS H.___. Weiter macht sie 

geltend, der Abklärungsbericht Haushalt vom 4. Juli 2018 enthalte wertende bzw. 

polemische Aussagen, die an der Unbefangenheit der Abklärungsperson Zweifel 

begründeten. Sie habe der Beschwerdegegnerin bereits nach dem ersten 

Untersuchungstag mitgeteilt, dass dieser für sie eine grosse Belastung dargestellt 

habe. Nicht nur die Feststellungen des behandelnden Arztes, sondern auch diejenigen 

des Gutachters seien subjektiver Natur. Aus dem neuropsychologischen Gutachten, 

wonach kein gültiges Testprofil habe erstellt werden können, liessen sich keine 

hinreichenden Rückschlüsse ziehen. Die darin enthaltenen Ausführungen bezüglich des 

Aktivitätsniveaus widersprächen insbesondere auch dem Abklärungsbericht Haushalt 

vom 4. Juli 2018. Die psychiatrische Behandlung ab 3. Dezember 2018 sei aufgrund 

der seit dem Hirnschlag im September 2017 bestehenden Angstzustände und 

Unsicherheiten erfolgt. Das verabreichte Antidepressivum Mirtazapin sei alleine wegen 

ungünstigen Interaktionen mit den Medikamenten gegen die Myasthenie gestoppt 

worden. In der Beschwerdeantwort werde nicht auf die Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustandes nach der Begutachtung eingegangen. Die Stellungnahme des 

B.c. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.  

neurologischen Gutachters vom 26. Februar 2020 sei in psychiatrischer Hinsicht 

fachfremd und beruhe nicht auf einer erneuten Begutachtung oder eigenen neuen 

medizinischen Erkenntnissen. Eine Abklärung in Bezug auf den verschlechterten 

psychischen Gesundheitszustand seit Erlass des MEDAS-Berichts sei somit ohnehin 

notwendig (act. G 14).

Am 22. Februar 2021 bewilligt die Präsidentin der Beschwerdeführerin die 

unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege) unter Anrechnung des bereits geleisteten Honorars in der 

Höhe von Fr. 1'000.-- (act. G 16).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 5. März 2013 auf eine Duplik (act. G 17).B.e. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der dazugehörigen Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben. Da vorliegend ein vor dem 

1. Januar 2022 beginnender Rentenanspruch im Streit liegt, finden die neuen 

Bestimmungen auf das hier zu beurteilende Revisionsverfahren keine Anwendung 

(siehe auch Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherungen über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz 9100 f.).

1.1. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

1.2. 

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(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis einer lang andauernden und 

erheblichen gesundheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit nach dem strukturierten 

Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 

E. 7.2; BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f. und E. 4.2). Er kann nur dann als geleistet betrachtet 

werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer 

umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427 E. 6 a. E.). Die Rechtsanwender prüfen insbesondere, ob die Ärzte 

ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folge der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 1 erster Satz ATSG), sowie, ob die 

versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektiver Grundlage erfolgt 

ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG). Berücksichtigen die Experten die in BGE 141 V 

281 normierten Beweisthemen überzeugend, hat ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung auch 

aus Sicht des Rechtsanwenders Bestand. Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der 

rechtlich ein Abweichen davon gebietet (BGE 145 V 368 f. E. 4.3).

1.3. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung) besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, 

wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 

40 % invalid ist. Für teilerwerbstätige Versicherte richtet sich die Berechnung des 

Invaliditätsgrades nach der sogenannten gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG und 

Art. 27  IVV).

1.4. 

bis

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

1.5. 

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2.  

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungs-gericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 61 N 107). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht 

seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; 

BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

1.6. 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur 

Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. 

Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des 

Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich 

gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Dagegen stellt die unterschiedliche 

Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/23

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3.  

Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit allein keinen Revisionsgrund im Sinne 

von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 144 I 105 E. 2.1).

Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung 

des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie 

auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte 

rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs 

mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. Juli 2020, 9C_235/2020, E. 3.1). Eine Verschlechterung der 

Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu 

berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat 

(Art. 88a Abs. 2 IVV). Bei gegebenem Revisionsgrund ist der Rentenanspruch gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung umfassend neu zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 

und E. 6.1; Urteil vom 5. Dezember 2012, 9C_427/2012, E. 3.4).

2.2. 

Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisher ganze Invalidenrente der 

Versicherten mit Verfügung vom 26. Mai 2020 zu Recht eingestellt hat. 

Revisionsrechtliche Referenz bildet unbestritten und nicht zu beanstanden die 

Verfügung vom 8. Januar 2007 (IV-act. 36). Dabei stützte sich der RAD (Stellungnahme 

vom 10. Oktober 2006, IV-act. 30) auf die Berichte der Neurologie des KSSG vom 

8. September 2005 (IV-act. 14), des Muskelzentrums / ALS-clinic des KSSG vom 

30. Januar 2006 (IV-act. 20) sowie von Dr. O.___ vom 22. August 2006 (IV-act. 27). Als 

medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung dient das polydisziplinäre 

Gutachten vom 2. Mai 2019 (IV-act. 195) samt Stellungnahme vom 26. Februar 2020 

(IV-act. 223) der MEDAS H.___ sowie – insbesondere bezüglich der geltend gemachten 

gesundheitlichen Verschlech-terung zwischen der Begutachtung und dem Erlass der 

angefochtenen Verfügung – die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. F.___ vom 26. Mai 

2020 (IV-act. 230). Strittig ist, ob ein Revisionsgrund vorliegt. Während die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf das MEDAS-Gutachten von einem gebesserten 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ausgeht, erachtet die 

Beschwerdeführerin in Anbetracht der nach wie vor bestehenden Fatigue-Symptomatik 

aufgrund der Myasthenia gravis wie aber auch des zwischenzeitlich stark 

verschlechterten psychischen Gesundheitszustands eine anspruchserhebliche 

Veränderung als nicht überwiegend wahrscheinlich. Sie hält das Gutachten aufgrund 

erheblicher Mängel für nicht verwertbar.

3.1. 

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Der neurologische Gutachter fand elektrophysiologisch durch Messungen am 

Musculus abductor digiti quinti sowie am Musculus abducor pollicis brevis der rechten 

Hand keine Hinweise auf ein Dekrement oder Inkrement beziehungsweise auf eine 

Störungssymptomatik im Bereich der Hände (IV-act. 195-97, 99 f., 103). Weiter führt er 

aus, die Angaben der Beschwerdeführerin zur Fatigue seien wenig konkret und es 

lasse sich insbesondere deren für die Myasthenie typische belastungs- und 

tageszeitliche Abhängigkeit nicht eruieren (IV-act. 195-101, 103). Klinisch seien 

während der dreistündigen Begutachtung am späteren Nachmittag keine Müdigkeit 

oder Ermüdbarkeit und keine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Konzentration, 

der Auffassungsgabe, des Antwortverhaltens oder des Gedächtnisses erkennbar 

gewesen (IV-act. 195-99). Der neurologische Gutachter kam zum Schluss, bezüglich 

der Myasthenia gravis könne keine die Einschränkung der Arbeits- oder 

Leistungsfähigkeit in angepassten – im Wesentlichen körperlich nicht schweren – 

Tätigkeiten mehr angenommen werden (IV-act. 195-100, 103, 106). Nebst der Fatigue 

beschrieb die Beschwerdeführerin seit dem Insultereignis 2017 vermehrt auftretende 

mirgräneartige Kopfschmerzen (IV-act. 195-94). Diese seien bereits früher ein- bis 

zweimal monatlich aufgetreten (IV-act. 195-94). Der neurologische Gutachter 

diagnostizierte diesbezüglich eine Migräne mit Aura, der er keine Relevanz für die 

Arbeitsfähigkeit zumass (IV-act. 195-106).

3.2. 

Aufgrund ihrer Untersuchungen befand die neuropsychologische Gutachterin, es 

liessen sich erhebliche nichtauthentische kognitive Minderleistungen beobachten. Die 

Leistungen in einem gut standardisierten Performanzvalidierungstest seien hoch 

auffällig. Weiter bestünden Inkonsistenzen innerhalb und zwischen Tests, zwischen der 

klinischen Beobachtung und der Testdiagnostik, zwischen den Alltagsaktivitäten und 

der Testdiagnostik (Fahreignung), zwischen diesen und den Angaben in den Akten, wo 

seitens der Behandler keine deutlichen kognitiven Probleme geschildert worden seien, 

zwischen den subjektiven Angaben und den dokumentierten Symptomen sowie 

zwischen den subjektiven Angaben und der klinischen Beobachtung während der 

Untersuchung (IV-act. 195-119 f.). Eine Leistungsverzerrung sei nachgewiesen. Ob 

diese bewusstseinsnah oder bewusstseinsfern sei, sei psychiatrischerseits zu 

beurteilen (IV-act. 195-120).

3.3. 

Die von der Beschwerdeführerin angegebenen Schulter- und Knieschmerzen 

beidseits konnte die orthopädische Gutachterin keiner Diagnose zuordnen, da sich 

sowohl klinisch wie auch radiologisch kein objektivierbares Substrat finde (IV-

act. 195-126, 131).

3.4. 

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In ihrem Befund beschrieb die psychiatrische Gutachterin eine konstante innerliche 

Anspannung und beschrieb mehrfache Affektdurchbrüche (Weinen, Klagen, Jammern 

bis hin zu disphorisch gereizter Stimmung), im Übrigen aber keine wesentlichen 

pathologischen Auffälligkeiten (IV-act. 195-61 f.). Sie führte aus, das Ergebnis eines 

Selbstbewertungs-Fragebogens deute auf eine mittelgradige Auslenkung bei einer 

depressiven Episode hin, jedoch seien klinisch-pathologisch keine Anzeichen einer 

depressiven Entwicklung zu erkennen (IV-act. 195-62). Es seien zwar gewisse 

Persönlichkeitsakzentuierungen mit emotional leicht instabilen Strukturanteilen 

vorhanden, jedoch sei kein Schweregrad einer Persönlichkeitsstörung nachweisbar. Es 

seien auch keine tiefergreifenden affektiven oder gar psychotischen Störungen 

nachvollziehbar begründbar und bislang auch nicht diagnostiziert worden (IV-

act. 195-65). Die Gutachterin diagnostizierte eine Persönlichkeitsakzentuierung und 

Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: Z73), 

unter die auch die vorhandenen Stimmungsschwankungen zu subsumieren seien (IV-

act. 195-65, 67). Sodann interpretierten der neurologische Gutachter und die 

psychiatrische Gutachterin die neuropsychologischen Testergebnisse als 

(bewusstseinsnahe) Aggravation, da sie in gezeigter Ausprägung nicht durch eine 

objektivierbare relevante psychische Störung oder eine Anpassungsstörung erklärt 

werden könnten und das theoretisch mögliche Ausmass des Hirninfarktes parietal oder 

der Myasthenie überstiegen. Die in der neuropsychologischen Abklärung vom 

6. Dezember 2018 gezeigten kognitiven Beeinträchtigungen widersprächen zudem den 

in der psychiatrischen Begutachtung und durch das Psychiatrie-Zentrum G.___ am 

3. Dezember 2018 erhobenen psychopathologischen Befunden und seien klar als nicht 

authentisch zu werten (IV-act. 195-63 f, 91, 97) und im Gesamtkontext als Aggravation 

zu werten (IV-act. 195-67).

3.5. 

Im Gegensatz zum neurologischen Gutachter führte der behandelnde Neurologe 

Dr. D.___ aus, die von ihm durchgeführten elektrophysiologischen Messungen am 

Musculus anconeus, welcher sensitiver sei als die vom Gutachter untersuchten 

Muskeln, ergäben nach wie vor ein signifikantes Dekrement als Ausdruck einer 

gestörten neuromuskulären Übertragung (Stellungnahme vom 20. Juni 2019, IV-

act. 207). Sodann sei der Titer an Acetylcholinrezeptor-Antikörpern nach wie vor 

pathologisch. Die Symptomatik sei sehr fluktuierend mit wechselhafter Tagesform und 

an besonders schlechten Tagen mit ausgeprägter Fatigue-Symptomatik und Schwäche 

(Verlaufsbericht vom 18. Dezember 2014, IV-act. 135). Insgesamt sei der Verlauf der 

Myasthenie durch regelmässige Infusionen von Immunglobulinen erfreulich stabil und 

die noch vorhandenen Einschränkungen seien mässiggradig (Verlaufsberichte vom 

18. Dezember 2014, IV-act. 135, vom 4. November 2016, IV-act. 145-2 ff. und vom 

3.6. 

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13. Februar 2018, IV-act. 149). Zur Arbeitsfähigkeit hielt er fest, zwar liege ein 

gegenüber vor einigen Jahren gebesserter medizinischer Zustand vor, eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit sei jedoch nicht gegeben (Stellungnahme vom 20. Juni 2019, IV-

act. 207).

Dem Verlaufsbericht des Psychiatrie-Zentrums G.___ vom 25. Juni 2019 ist im 

Wesentlichen zu entnehmen, im April 2019 sei es zu einer neuen Exazerbation der 

Depression und des Waschzwanges gekommen. Die Beschwerdeführerin sei meist 

motivationslos, niedergeschlagen, im Affekt erschöpft, traurig, weinerlich, mit 

ausgeprägten Schuld- und Insuffizienzgefühlen, der Antrieb sei reduziert und sie 

berichte über existenzielle Ängste und Durchschlafstörungen. Sie sei vom Entscheid 

der IV schockiert gewesen, habe unter Energieverlust, Schmerzen und Freudlosigkeit 

gelitten und sei affektiv kaum auslenkbar gewesen. Aufgrund befürchteter ungünstiger 

Interaktion mit den Medikamenten zur Behandlung der Myasthenie habe sie auf die 

Einnahme von Psychopharmaka verzichtet (IV-act. 209-2 f.).

3.7. 

Massgebend für die invalidenversicherungsrechtliche Beurteilung ist das 

Vorhandensein von Beschwerden, welche objektiviert und einer Diagnose zugeordnet 

werden können und die objektivierte Auswirkungen auf soziale, berufliche oder andere 

wichtigen Funktionsbereiche zeitigen (vgl. BGE 143 V 226 f., E. 6 sowie Urteile des 

Bundesgerichts vom 8. August 2019, 9C_344/2019 E. 4.2, und vom 27. März 2015, 

8C_673/2014, E. 5.1.1). Daran fehlt es gemäss den Gutachtern sowohl hinsichtlich der 

auf die Myasthenie zurückgeführte Fatigue als auch hinsichtlich der auf eine 

Depression zurückgeführten Beschwerden. Die vom behandelnden Neurologen 

Dr. D.___ erhobenen Befunde (elektrophysiologischen Untersuchungen und 

Antikörpertiter) plausibilisieren zwar die Diagnose einer Myasthenie, von der auch der 

neurologische Gutachter ausgeht. Der Gutachter hat sich jedoch mit den auf eine 

Krankheitsaktivität der Myasthenie hindeutenden elektrophysiologischen und 

laborchemischen Befunden vertieft auseinandergesetzt und dargelegt, dass diese 

keine funktionelle Einschränkung zu begründen vermöchten. Aus der von Dr. D.___ 

angeführten Literatur alleine kann nicht abgeleitet werden, dass ein massgeblich 

einschränkender Gesundheitsschaden (auch) bei der Beschwerdeführerin vorliegt. In 

seinen Verlaufsberichten vom 15. Oktober 2018 (IV-act. 173) und vom 30. Januar 2019 

(IV-act. 190) werden die subjektiven Beschwerdeschilderungen der 

Beschwerdeführerin aufgeführt. Er bringt keine objektiven Anhaltspunkte für eine 

motorische oder kognitive Fatigue bei der Beschwerdeführerin vor, auch nachdem der 

Gutachter ihn auf die Relevanz der objektivierten funktionellen Einschränkungen 

hingewiesen hat (vgl. IV-act. 223). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die 

3.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/23

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Müdigkeit sei anlässlich der neurologischen Begutachtung nicht festzustellen gewesen, 

weil sie sich vorgängig habe erholen können, ist festzuhalten, dass auch den übrigen 

Experten keine kognitiven oder motorischen Einschränkungen auffielen. Zudem hat der 

neurologische Gutachter nicht alleine aus den aktuellen Untersuchungsbefunden auf 

das Fehlen einer einschränkenden, Myasthenie bedingten Fatigue geschlossen, 

sondern auch dargelegt, dass sich die myasthenie-typische belastungs- oder 

tageszeitliche Abhängigkeit der Beschwerden anamnestisch nicht habe erheben lassen 

(IV-act. 195-95, 101; IV-act. 223-3). Zusammenfassend lassen sich die der Myasthenie 

zugeschriebenen Beschwerden weder durch die Berichte des behandelnden Dr. D.___ 

noch durch die gutachterlichen Untersuchungsergebnisse hinreichend objektivieren. 

Nachvollziehbar ist auch, dass aus orthopädischer Sicht keine relevanten 

einschränkenden Befunde objektiviert werden konnten. Solche sind weder aktenkundig 

noch werden sie geltend gemacht. Die gutachterlichen Untersuchungen entsprachen in 

sämtlichen Fachrichtungen den gestellten Anforderungen und waren umfassend.

Nebst der teilweise fehlenden Objektivierbarkeit der geltend gemachten 

Beschwerden bestehen massgebliche Inkonsistenzen. So wurde bereits dargelegt, 

dass die neuropsychologischen Testergebnisse auf eine Antwortverzerrung hinweisen, 

die psy-chiatrisch als Aggravation gewertet wurde (E. 3.3 und 3.5). Zudem korrelierte 

die Wiederaufnahme einer Psychotherapie zeitlich auffallend mit dem 

Gutachtensauftrag, während zuvor jahrelang keine psychiatrische Therapie oder 

Medikation in Anspruch genommen worden sei (IV-act. 195-63 f., 91, 97, 101 f.). Die 

Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, sie habe nach den 

beiden letzten Geburten jeweils psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen, was 

zumindest für die Geburt des dritten Kindes im Verlaufsbericht des Muskelzentrums / 

ALS clinic des KSSG vom 18. Dezember 2014 aktenkundig ist (vgl. IV-act. 135). Am 

3. Dezember 2018 wurde sie wegen zunehmender Angstzustände dem Psychiatrie-

Zentrum G.___ zugewiesen (Eintrittsbericht vom 3. Dezember 2018, IV-act. 195-36 f.). 

In dessen Verlaufsbericht vom 25. Juni 2019 wurde ausgeführt, die Depression habe 

sich verschlimmert, nachdem die Beschwerdeführerin über den ablehnenden IV-

Entscheid informiert worden sei (IV-act. 209-2 f.). In Anbetracht dessen und der 

zeitlichen Nähe zur Begutachtung, insbesondere auch der Tatsache, dass die 

psychiatrische Behandlung nicht vor dem kardiologischen Eingriff vom 26. September 

2018 (IV-act. 171) in Anspruch genommen wurde, erscheint eine Reaktion auf die im 

Raum stehende Renteneinstellung verständlich und nachvollziehbar. Diese vermag 

jedoch keine längerfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im 

invalidenversicherungsrechtlichen Sinne zu begründen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

vom 21. August 2019, 8C_143/2019, E. 4.4.2, und vom 16. Mai 2013, 9C_799/2012, 

3.9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/23

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E. 2.5. a.E.). Sodann wurde auf eine medikamentöse Einstellung verzichtet, wobei als 

Grund hierfür zunächst der Wunsch der Beschwerdeführerin (Eintrittsbericht vom 

3. Dezember 2018, IV-act. 195-36 f.) und später Bedenken bezüglich der Verträglichkeit 

mit den Medikamenten zur Behandlung der Myasthenie angegeben wurden (IV-

act. 195-58, 93; Verlaufsbericht des Psychiatrie-Zentrums G.___ vom 25. Juni 2019, IV-

act. 209-2 f.). Hinsichtlich der körperlichen Beschwerden fällt auf, dass die 

Beschwerdeführerin einerseits angab, sie fahre manchmal Velo (IV-act. 195-59) und 

andererseits schilderte, sie benutze einen Rollator (IV-act. 195-128). Schmerz- oder 

Müdigkeitszeichen waren bei keiner der Untersuchungen feststellbar, Gang sowie Aus- 

und Anziehen waren unauffällig (IV-act. 195-79, 129), kognitive Beeinträchtigungen 

waren nicht auszumachen (IV-act. 195-61, 99). Zu den geltend gemachten 

Kopfschmerzen finden sich in den Berichten der behandelnden Ärzte keine Angaben, 

insbesondere auch nicht im echtzeitlichen Bericht des Spitals E.___ vom 3. Oktober 

2017 (IV-act. 195-30 f.). Auch die inzwischen vierfache Mutterschaft deutet auf 

Ressourcen hin, die gegen eine zumindest wesentliche Arbeitsunfähigkeit sprechen. 

Insgesamt ergibt sich kein stimmiges Gesamtbild einer relevanten Einschränkung, 

weshalb eine solche nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. 

Hinzuweisen ist auch auf die unterschiedliche Aufgabe und Optik behandelnder und 

begutachtender Ärzte, weshalb erstere im Zweifelsfall eher zu Gunsten des Patienten 

aussagen wird bzw. die subjektiv vorgetragenen Beschwerden grundsätzlich nicht in 

Zweifel ziehen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_295/2017, 

E. 6.4.2, mit weiteren Verweisen; BGE 135 V 470, E. 4.5).

Interdisziplinär wurden die bestehenden Inkonsistenzen hauptsächlich durch den 

neurologischen Gutachter dargetan. Zwar äussert er sich auch zu an das 

psychiatrische Fachgebiet angrenzenden Fragen. Das neuropsychologische Gutachten 

wird sowohl im neurologischen als auch im psychiatrischen Gutachten zitiert. Dadurch 

bedarf es teilweise des Vergleichs der Teilgutachten, um die Aussagen den einzelnen 

Gutachtern zuzuordnen. Da dies aber möglich ist, liegt darin kein beweisschmälernder 

Mangel des Gutachtens. Im psychiatrischen Gutachten werden zunächst das Fazit der 

neuropsychologischen Gutachterin und die als solche gekennzeichnete Anmerkung 

des neurologischen Gutachters wiedergegeben. Abschliessend wird festgehalten, in 

Gesamtschau sei von einer Aggravation auszugehen (IV-act. 195-63). Dies zeigt, dass 

sich die psychiatrische Gutachterin bereits bei der Verfassung ihres Teilgutachtens der 

Meinung des neurologischen Gutachters anschloss. Ihre Äusserung bildet Teil der 

Konsensfindung und lässt nicht auf Voreingenommenheit der beteiligten Gutachter 

schliessen. Die Stellungnahme vom 26. Februar 2020 enthält keine neuen Aussagen, 

welche nicht bereits im Gutachten enthalten sind bzw. aus diesem hervorgehen. 

3.10. 

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4.  

Insoweit ändert es nichts an der Beweiskraft des Gutachtens, dass sie erst 

nachträglich durch die psychiatrische Gutachterin unterzeichnet wurde. Mithin hat die 

Beschwerdegegnerin das Gutachten zu Recht als beweistauglich angesehen und auf 

die darin attestierte volle Arbeitsfähigkeit abgestellt. Gestützt auf das überzeugende 

Gutachten der MEDAS H.___ vom 2. Mai 2019 ist somit mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand und damit 

einhergehend die Arbeitsfähigkeit seit der ursprünglichen Rentenzusprache (IV-act. 36) 

inzwischen insgesamt erheblich verbessert hat. Aus psychiatrischer Sicht konnte die 

Diagnose einer Depression mittleren bis schweren Grades nicht mehr erhoben werden 

und die Myasthenia gravis ist derzeit so gut behandelt, dass sie zu keiner 

Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit führt. Spätestens ab Juli 2018 verfügt die 

Beschwerdeführerin über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten. Diese sind zumindest körperlich leicht, ohne körperlich anstrengende 

Arbeiten mit beispielsweise dauerhaftem Gehen, repetitiven stärkeren handbelastenden 

Arbeiten, länger dauernden Überkopfarbeiten, sowie ohne Tätigkeiten in zu warmer 

Umgebung (IV-act. 195-6). Damit liegt ein Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 

ATSG vor.

Unbestrittenermassen ist bei der Beschwerdeführerin zur Berechnung des IV-

Grades die gemischte Methode anwendbar. Bei Versicherten, die nur zum Teil 

erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG (durch einen 

Einkommensvergleich) festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig 

(und ist ihnen die Aufnahme einer Vollerwerbstätigkeit nicht zumutbar; Art. 8 Abs. 3 

ATSG), so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In 

diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu 

bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dabei wird gemäss dem auf den 1. Januar 2018 in 

Kraft getretenen Art. 27  Abs 3 lit. a IVV das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse 

wird anhand des Beschäftigungsgrades, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre, gewichtet (Art. 27  Abs 3 lit. b IVV). Die Invalidität im 

Aufgabenbereich wird danach festgelegt, in welchem Masse sie unfähig ist, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dazu wird der prozentuale Anteil 

der Einschränkungen im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht 

4.1. 

bis

bis

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invalid geworden wäre, ermittelt und anhand der Differenz zwischen dem 

Teilerwerbspensum und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27  Abs. 4 IVV).bis

Anlässlich der Haushaltsabklärung gab die Beschwerdeführerin am 29. Juni 2018 

an, bei guter Gesundheit würde sie zu 80 % bis 100 % einer Erwerbstätigkeit, 

vorzugsweise in der Industrie, nachgehen (IV-act. 157-4). Dies wurde im 

Abklärungsbericht als nicht plausibel bezeichnet und es wurde von der Qualifikation 

60 % Erwerb und 40 % Haushalt ausgegangen (Abklärungsbericht vom 4. Juli 2018, 

IV-act. 157-13; Vorbescheid vom IV-act. 199), welche im Einwand- und 

Beschwerdeverfahren nicht mehr bestritten wurde. Sodann wurde im Haushalt eine 

Einschränkung von 30,3 % anerkannt (Abklärungsbericht vom 2. Juli 2018, IV-

act. 157-11 f.). Der RAD hielt dazu fest, der von der Beschwerdeführerin vorgetragene 

Schweregrad der Erkrankung lasse sich mit den von der Abklärungsperson gemachten 

Feststellungen wohl nicht hinreichend plausibel in Einklang bringen (Stellungnahme 

vom 29. August 2018, IV-act. 177-2), und die Gutachter führten aus, es lägen keine 

krankheitswertigen Gründe vor, welche die Haushaltstätigkeit limitierten (IV-

act. 195-12). Das Gutachten ist auch diesbezüglich nachvollziehbar und es ist auch im 

Haushaltsbereich nicht von einer namhaften Einschränkung auszugehen. Im Übrigen 

ergibt sich aus dem Folgenden (E. 4.3), dass die Beschwerdeführerin selbst bei einer 

gewichteten Einschränkung im Haushalt von 30,3 % keinen Rentenanspruch hat.

4.2. 

Hinsichtlich des Einkommensvergleichs ist für das Valideneinkommen 

grundsätzlich das zuletzt erzielte Einkommen massgebend. Dieses entspricht dem 

bescheidenen Einkommen bei der Q.___ AG vom Mai 2000 und der C.___ AG vom Juli 

2004 (Angaben Q.___ AG vom 15. Juli 2005, IV-act. 10-6, und der C.___ AG vom 

17. November 2005, IV-act. 15). In Anbetracht dessen und der seitherigen 

Erwerbslosigkeit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die 

Ermittlung des erwerblichen Invaliditätsgrades einen Prozentvergleich vorgenommen 

hat (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2019, 9C_492/2018, E. 4.3.2), 

was ebenfalls unbestritten ist. Bei einer 60%igen Erwerbstätigkeit ergäbe sich bei – 

hier ohnehin nicht angezeigter - Gewährung des maximalen Tabellenlohnabzuges von 

25 % (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b/cc) lediglich eine Teilinvalidität von 15 % (25 % x 60 %). 

Selbst wenn grosszügigerweise von der im Abklärungsbericht ermittelten 

Einschränkung im Haushalt von 30,3% und damit einem Teilinvaliditätsgrad im 

Aufgabenbereich von 12,2% ausgegangen würde, resultiert kein rentenbegründender 

Gesamtinvaliditätsgrad. Die Renteneinstellung erfolgte insoweit zu Recht.

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/23

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5.  

Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden 

soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 

55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Massnahmen 

zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch 

(wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen 

und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der diesfalls grundsätzlich 

("vermutungsweise") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen 

namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf 

invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders 

agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über 

besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer 

konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich 

trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit 

entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das 

Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der 

Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) 

ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu 

verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1 S. 211 f. mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

vom 16. September 2020, 9C_162/2020, E. 6.1).

5.1. 

Für den Beginn der 15-jährigen Bezugsdauer ist der Anspruchsbeginn und nicht 

der Zeitpunkt der (rückwirkenden) Rentenzusprache massgebend (Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. Februar 2020, 9C_473/2019, E. 5.2.1; BGE 140 V 17, E. 5.2). 

Das Ende der massgeblichen Bezugsdauer fällt auf den Zeitpunkt des Erlasses der 

rentenaufhebenden oder -herabsetzenden Verfügung (BGE 141 V 5 E. 4.2.1). Die mit 

angefochtener Verfügung vom 26. Mai 2020 (V-act. 231) ex nunc aufgehobene ganze 

Rente wurde der Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2005 zugesprochen. Die 15-jährige 

Bezugsdauer ist somit vorliegend erfüllt. Dass die Beschwerdeführerin offensichtlich 

besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist, geht aus den 

Akten und insbesondere aus den Angaben zu ihrem Tagesverlauf nicht hervor. Im 

Unterschied zum durch das Bundesgericht mit Urteil vom 27. Juni 2014 beurteilten Fall 

(9C_752/2013, E. 4.3.2) hatte die Beschwerdeführerin bis zur angekündigten 

Einstellung der Rente keine Kenntnis von ihrer Arbeitsfähigkeit und der Obliegenheit zur 

Selbsteingliederung. Auch steht der Pflicht der Beschwerdegegnerin nicht entgegen, 

dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Angaben von einer fehlenden 

subjektiven Eingliederungsfähigkeit ausgegangen werden könnte (vgl. Urteil des 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/23

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6.  

Bundesgerichts vom 1. März 2021, 9C_541/2020, E. 4.4.2). Damit ist keine Ausnahme 

zur Eingliederungspflicht der Beschwerdegegnerin gegeben.

Zwar wurde von der Beschwerdeführerin die fehlende Durchführung von 

Eingliederungsmassnahmen bzw. die unterbliebene Prüfung der 

Selbsteingliederungsfähigkeit nicht bemängelt. Allerdings stellt dieses Versäumnis der 

Beschwerdegegnerin eine offensichtliche Bundesrechtsverletzung dar. Da Bundesrecht 

von Amtes anwendbar ist, ist die Verletzung des Bundesrechts ohne entsprechende 

Rüge zu beheben. Die Angelegenheit ist somit an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, damit sie dieses nachhole (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

15. September 2021, 8C_198/2021, 8C_200/2021, E. 10.1). Die Beschwerdeführerin 

hat Anspruch auf rückwirkende Nachzahlung und Weiterausrichtung der ganzen Rente 

bis zum Abschluss der Eingliederung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020, 

8C_ 798/2019, E. 6.3).

5.3. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 26. Mai 2020 in 

teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit zur Prüfung 

und all-fälliger Durchführung von Massnahmen zur Wiedereingliederung der 

Beschwerdeführerin ins Erwerbsleben an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die 

Beschwerde lediglich teilweise betreffend einem bis zum Abschluss der Eingliederung 

dauernden Rentenanspruch gutgeheissen wird, ist von einem Obsiegen zu einem 

Viertel auszugehen (vgl.  Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2021, 

8C_418/2021, E. 9). Dem teilweisen Obsiegen entsprechend bezahlt die 

Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 150.-- und die 

Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 450.--. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist 

die Beschwerdeführerin von der Bezahlung ihres Anteils an der Gerichtsgebühr zu 

befreien.

6.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat 

sie einen reduzierten Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung 

wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 

der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/23

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

26. Mai 2020 aufgehoben und die Angelegenheit zur Prüfung und allfälliger 

Durchführung von Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin im Umfang 

von Fr. 150.-- und die Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 450.--. Die 

Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung ihres Anteils an der Gerichtsgebühr in der 

Höhe von Fr. 450.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 1‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 

15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote 

eingereicht. Bei vollständigem Obsiegen wäre im Hinblick auf vergleichbare Fälle eine 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

angemessen. Wegen des nur teilweisen Obsiegens (siehe E. 6.2) erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 1‘000.-- als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat 

der Beschwerdeführerin somit eine Parteientschädigung von Fr. 1‘000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die restlichen 

Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die bei vollständigem Obsiegen 

zu gewährende zusätzliche Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- ist um einen Fünftel 

zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Vom resultierenden 

Betrag von Fr. 2'400.-- ist der bereits geleistete Honorarvorschuss von Fr. 1'000.-- in 

Abzug zu bringen (act. G 16). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 1'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.4. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

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4. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.01.2022
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 17 ATSG: revisionsweise Aufhebung einer ganzen Invalidenrente. Das Gutachten, auf welches sich die Aufhebung stützt, ergibt beweistauglich, dass ein gesundheitlicher Revisionsgrund vorliegt. Die Aufhebung der bisherigen Rente erfolgte jedoch, nachdem diese der Beschwerdeführerin während über 15 Jahren ausgerichtet worden war. Die Angelegenheit wird daher zur Prüfung und allfälliger Durchführung von Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bis zu deren Abschluss hat die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf Auszahlung der bisherigen Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Januar 2022, IV 2020/143).

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