# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d209a36-b69e-535c-a51f-b14269c7fde2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-02-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 09.02.2004 SF 2003 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2003-39_2004-02-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 09./10. Februar 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 03 39 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Jegen, Riesen-Bienz und Burtscher 
Aktuar Blöchlinger

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In der Strafsache

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 
Chur, Anklägerin,

gegen

A. X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christian 
Rathgeb, Postfach 101, Bahnhofstrasse 7, 7001 Chur,

mit Verfügung des Staatsanwalts vom 11. Dezember 2003 

wegen mehrfacher Veruntreuung und Fahrens in angetrunkenem Zustand

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

A. A. X. wuchs zusammen mit vier Geschwistern in geordneten 
Familienverhältnissen bei seinen Eltern in E. auf. Er besuchte dort sechs 

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Klassen der Primar- und drei Klassen der Sekundarschule. Anschliessend 
absolvierte er bei der Gemeinde D. mit Erfolg eine kaufmännische Lehre. Nach 
dem Lehrabschluss arbeitete A. X. während drei Jahren bei der Firma C. und 
Co. in D., dann ein Jahr lang in E. und in der Folge während zwölf Jahren in F. 
beim Treuhandbüro AA. als kaufmännischer Angestellter. Am 1. Oktober 1984 
machte er sich selbständig und eröffnete in E. das Treuhandbüro X. Treuhand 
als Einzelfirma. Am 1. Januar 1994 gründete er zusammen mit B. Z. die X. und 
Z. Treuhand und Revisions AG mit Sitz in E., wobei er zusammen mit B. Z. 
Mitglied des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung war. Ab 1. September 
2000 führte A. X. diese Gesellschaft unter der Firma X. Treuhand und Revisions 
AG als einziges Mitglied des Verwaltungsrates und als Alleinaktionär. Über die 
X. Treuhand und Revisions AG wurde am 25. September 2002 der Konkurs 
eröffnet, welcher am 22. Oktober 2002 mangels Aktiven eingestellt wurde. Nebst 
seiner beruflichen Tätigkeit als Treuhänder amtete A. X. vom 1. September 1991 
bis zum 10. Januar 2001 als Betreibungsbeamter und von September 1991 bis 
Ende Dezember 2000 als Konkursbeamter des Kreises E.. Seit dem 1. Juli 2002 
führt der Angeklagte in G. das Treuhandbüro X. Treuhand als Einzelfirma. Sein 
monatliches Nettoeinkommen beträgt nach eigenen Angaben ca. Fr. 10'000.--. 
A. X. besitzt kein steuerbares Vermögen. Im Betreibungsregister des Be-
treibungsamtes G. ist er mit 34 Betreibungen im Zeitraum von Juli 1997 bis 2. 
Mai 2003 im Gesamtbetrag von Fr. 986'961.30 und mit einem Verlustschein im 
Betrag von Fr. 43'913.60 verzeichnet.

A. X. ist seit dem 18. Mai 1974 mit H. geb. I. verheiratet. Aus dieser Ehe 
ist ein Kind hervorgegangen. Die Eheleute haben zudem ein Pflegekind zu sich 
aufgenommen. Beide Kinder sind mittlerweile erwachsen.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist der Angeklagte nicht ver-
zeichnet. Gemäss dem Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden ge-
niesst A. X. einen makellosen Leumund.

A. X. wurde am 10. Januar 2001 in E. festgenommen und befand sich bis 
zum 12. Januar 2001 in Chur in Polizeihaft.

B. Am 18. Oktober 2000 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubün-
den gegen A. X. eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts der 
Veruntreuung. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersu-
chungsrichteramt Chur beauftragt. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Grau-

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bünden vom 11. Dezember 2003 wurde A. X. wegen mehrfacher Veruntreuung 
gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB sowie vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem 
Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG in Anklagezustand versetzt. Der Anklage 
liegt nach Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. 
Dezember 2003 der folgende Sachverhalt zugrunde: 

"A. X. wird angeklagt

1. der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB

1.1 Im Zeitraum vom 1. September 1991 bis zum 10. Januar 2001 war 
A. X. als Betreibungsbeamter des Kreises E. tätig. Der gesamte 
Zahlungsverkehr des Betreibungsamtes wurde über das 
Postcheckkonto Nr. 70-4248-4, lautend auf Betreibungsamt E., 
abgewickelt. Mit der Buchführung für das Betreibungsamt 
beauftragte A. X. jeweils eine Mitarbeiterin der X. + Z. Treuhand und 
Revisions AG bzw. ab September 2000 der X. Treuhand und 
Revisions AG. Die bei Ausübung der Amtstätigkeit erhobenen Ge-
bühren fielen dem Angeklagten zu, welcher zusätzlich aufgrund 
einer alljährlich erstellten Abrechnung vom Kreis E. eine 
Grundentschädigung, Sporteln und Ersatz für die Spesen bezog.

Zum Ausgleich seiner Honoraransprüche als Betreibungsbeamter 
machte A. X. vom Postcheckkonto des Betreibungsamtes 
Barbezüge. Bis Ende 1999 bezog er dabei gesamthaft weniger, als 
die ihm zustehenden Honorarguthaben ausmachten. Von Januar 
2000 bis zum 28. Dezember 2000 hob der Angeklagte unter 73 
verschiedenen Malen insgesamt Fr. 96'456.50 vom Postcheckkonto 
in bar ab, während sich sein Guthaben an Gebühren und Sporteln 
lediglich auf Fr. 32'294.65 bezifferte. Ab dem 29. März 2000, an 
welchem Tag er Fr. 17'000.-- vom Postcheckkonto des 
Betreibungsamtes E. abhob, waren die Barbezüge bis zu seiner am 
9. Januar 2001 erfolgten Demission als Betreibungsbeamter nie 
mehr vollständig durch Honoraransprüche gedeckt. Unter Berück-
sichtigung sämtlicher ihm als Betreibungsbeamtem zustehenden 
Entschädigungen samt Spesen hat A. X. im Zeitraum vom 29. März 
bis 28. Dezember 2000 insgesamt ca. Fr. 39'800.-- bis Fr. 40'300.-- 
zu viel für sich privat vom Postcheckkonto des Betreibungsamtes 
abgehoben.

Der Angeklagte kassierte in seiner Eigenschaft als Betreibungsbe-
amter am 11. November 2000 von AC. Fr. 4'000.-- und am 5. 
Dezember 2000 von AD. Fr. 5'000.-- in bar, wobei er diese Mittel 
nicht bestimmungsgemäss für das Betreibungsamt bzw. für 
Gläubiger verwendete, sondern sich persönlich aneignete.

Gesamthaft hat A. X. somit im Zeitraum vom 29. März bis 28. De-
zember 2000 im Umfang von ca. Fr. 48'800.-- bis Fr. 49'300.-- ihm 
in seiner Eigenschaft als Betreibungsbeamter anvertraute Mittel 
unrechtmässig angeeignet und zum Nachteil des Betreibungsamtes 
E. zu seinem Nutzen verwendet.

1.2 Im Zeitraum ab April 1991 bis Ende Dezember 2000 führte A. X. als 
Konkursbeamter des Kreises E. mehrere Konkursverfahren. Vom 6. 
Oktober 1992 bis 10. März 2000 eignete er sich unter 

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verschiedenen Malen von den von ihm verwalteten Konkursmassen 
für sich und zum Teil zugunsten der X. + Z. Treuhand und Revisions 
AG Vermögenswerte im Gesamtbetrag von total Fr. 218'954.20 an. 
Dabei machte er vorwiegend in E. Bezüge von den Konto-
korrentkonten, welche er für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs 
in den einzelnen Konkursverfahren bei der Raiffeisenbank J. oder 
bei der Graubündner Kantonalbank eröffnet hatte. Vereinzelt 
eignete er sich zudem Mittel an, welche von Schuldnern zugunsten 
der Konkursmassen auf das Postcheckkonto des Betreibungsamtes 
E. überwiesen worden waren. Schliesslich liess er vereinzelt auch 
zulasten von Konkursmassen ungerechtfertigte Überweisungen zu 
seinen Gunsten an Dritte vornehmen. Mit der Aneignung der 
Vermögenswerte der Konkursmassen wollte sich A. X. nach seinen 
Angaben für seine Amtstätigkeit als Konkursbeamter bezahlt 
machen.

Per 1. Januar 2001 hatte A. X. aufgrund der damals in Kraft ge-
tretenen Gerichtsreform die Konkursakten samt den 
entsprechenden Vermögenswerten dem neu zuständigen 
Konkursamt K. zu übergeben. Dabei konnte er die im genannten 
Betrag sich zu seinen Gunsten oder zugunsten der X. + Z. Treuhand 
und Revisions AG angeeigneten Vermögenswerte nicht 
ausgleichen, weil ihm dazu die nötigen Mittel fehlten.

Da A. X. bis Ende 2000 die hier in Frage stehenden Konkursverfah-
ren nicht abgeschlossen hatte, konnte er über die ihm gemäss der 
Gebührenverordnung zum SchKG zustehenden Honorar- und 
Spesenansprüche noch nicht definitiv abrechnen. Unter 
Berücksichtigung des Umstandes, dass sich sein Honorar- und 
Spesenguthaben per Ende 2000 auf insgesamt ca. Fr. 96'944.10 
beläuft, hat A. X. sich demnach total ca. Fr. 122'010.10 zum Nachteil 
der einzelnen Konkursmassen bzw. des Konkursamtes E. 
unrechtmässig angeeignet.

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Delikte:

1.2.1 Am 20. April 1991 wurde über die L. AG der Konkurs eröffnet. A. X. 
liess in der Folge für dieses Konkursverfahren bei der Graubündner 
Kantonalbank in Chur das Kontokorrentkonto CK 020.022.000, lau-
tend auf „L. AG in Konkurs" führen. Von diesem Konto machte A. X. 
für sich privat folgende Barbezüge:

Datum Betrag Fr.

01.02.1993 4'000.00

22.06.1993 4'690.20

10.09.1993 3'945.00

17.09.1996 2'573.00

TOTAL 15'208.20

Am 6. Oktober 1992 hatte der ehemalige Verwaltungsratspräsident 
der L. AG, M., zugunsten der Konkursmasse eine Zahlung im 

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Betrag von Fr. 12'000.-- auf das Postcheckkonto des Betrei-
bungsamtes E. geleistet.

A. X. liess diesen Betrag in der Folge nicht bestimmungsgemäss 
auf das Kontokorrentkonto zugunsten der L. AG in Konkurs trans-
ferieren und verwendete diesen Betrag zu seinen Gunsten.

Gesamthaft hat der Angeklagte sich aus Mitteln der Konkursmasse 
der L. AG den Betrag von Fr. 27'208.20 angeeignet.

Berücksichtigt man, dass A. X. aufgrund der Gebührenverordnung 
zum SchKG für seine Tätigkeit als Konkursbeamter im Konkurs L. 
AG ein Honorarguthaben im Betrag von insgesamt Fr. 14'371.90 
beanspruchen kann, hat er sich demnach insgesamt Fr. 12'836.30 
unrechtmässig aus Mitteln der Konkursmasse angeeignet.

1.2.2 Vom 11. Dezember 1997 bis Ende Dezember 2000 führte A. X. als 
Konkursbeamter das Konkursverfahren betreffend N. O.. Für dieses 
Verfahren eröffnete er bei der Raiffeisenbank J. das 
Kontokorrentkonto Nr. 43674.80. Von diesem Konto liess er sich 
vom 4. Mai 1998 bis zum 10. März 2000 folgende Beträge zu seinen 
Gunsten bar auszahlen:

Datum Betrag Fr.

04.05.1998 4'000.00

12.08.1998 1'000.00

18.09.1998 500.00

29.09.1998 1'500.00

07.10.1998 2'235.00

28.10.1998 2'000.00

04.11.1998 1'600.00

10.11.1998 4'600.00

19.11.1998 3'000.00

16.12.1998 13'000.00

16.02.1999 5'000.00

21.04.1999 8'000.00

04.05.1999 2'000.00

09.09.1999 5'215.00

05.10.1999 6'000.00

15.10.1999 2'785.00

04.11.1999 9'500.00

08.12.1999 4'300.00

10.03.2000 3'000.00

TOTAL 79'235.00

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Sodann liess der Angeklagte die Raiffeisenbank J. zulasten dieses 
Kontokorrentkontos ohne Zahlungsgrund folgende Vergütungen 
zugunsten der X. + Z. Treuhand und Revisions AG vornehmen:

Datum Betrag Fr.

20.08.1998 10'000.00

10.02.1999 20'000.00

29.04.1999 15'000.00

TOTAL 45'000.00

Gesamthaft hat A. X. somit Fr. 124'235.-- zu seinen Gunsten bzw. 
zugunsten der X. + Z. Treuhand und Revisions AG von dem von 
ihm verwalteten Konkurskonto bezogen. Berücksichtigt man, dass 
der Angeklagte für seine Amtstätigkeit als Konkursbeamter im 
Konkurs N. O. gemäss der Gebührenverordnung zum SchKG einen 
Honoraranspruch samt Spesen von insgesamt ca. Fr. 50'000.-- als 
Gegenforderung zur Verrechnung bringen kann, hat er insgesamt 
Fr. 74'235.-- ohne Rechtsgrund für sich bezogen bzw. zugunsten 
der erwähnten Treuhandgesellschaft verwendet.

1.2.3 Im November 1998 eröffnete A. X. für das von ihm geführte 
Konkursverfahren Q. GmbH bei der Raiffeisenbank J. das 
Kontokorrentkonto Nr. 44174.51. Von diesem Konto liess er sich 
zulasten der Konkursmasse zu seinen Gunsten folgende Beträge 
auszahlen:

Datum Betrag Fr.

27.12.1999 4'340.00

30.12.1999 4'660.00

10.03.2000 2'000.00

TOTAL 11000.00

Im Weiteren liess er ohne Zahlungsgrund am 8. März 1999 folgende 
Vergütungen zulasten des genannten Konkurskontos vornehmen:

Zugunsten von Betrag Fr.

X. + Z. Treuhand und 
Revisions AG

5'000.00

Postcheckkonto des 
Betreibungsamtes E. 
(zum Ausgleich eines 
Mankos)

7'000.00

TOTAL 12'000.00

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Im Zeitraum vom 30. November 1998 bis zum 8. März 1999 gingen 
auf dem Postcheckkonto des Betreibungsamtes E. vier Zahlungen 
von Gläubigem der Q. GmbH bzw. der Konkursmasse im 
Gesamtbetrag von Fr. 32'661.70 ein. Diese Zahlungen überwies der 
Angeklagte nicht auf das Kontokorrentkonto der Konkursmasse Q. 
GmbH und verwendete diese Mittel für andere Zwecke.

Insgesamt hat der Angeklagte aufgrund der erwähnten Barbezüge, 
Vergütungen und durch das Vorenthalten eingegangener Zahlun-
gen Fr. 55'661.-- zu seinen Gunsten verwendet. Berücksichtigt man, 
dass A. X. für seine Tätigkeit als Konkursbeamter in diesem 
Konkursverfahren einen Honoraranspruch von ca. Fr. 23'000.-- 
verrechnungsweise geltend machen kann, hat er total ca. Fr. 
32'661.-- zweckwidrig zum Nachteil der Q. GmbH in Konkurs 
verwendet.

1.2.4 Vom 19. Mai 1999 bis Ende Dezember 2000 führte A. X. als 
Konkursbeamter des Kreises E. das Konkursverfahren T.-TV TV (U. 
T.-TV) durch. Für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs in diesem 
Konkurs eröffnete er nach der Konkurseröffnung bei der 
Raiffeisenbank J. in E. das Kontokorrentkonto Nr. 44355.42. Von 
diesem Konto liess er sich am 24. Januar 2000 Fr. 6'000.-- und am 
10. März 2000 Fr. 3'000.-- als Vorschuss für seine Amtstätigkeit 
auszahlen.

Am 1. Juni 1999 hatte das Bezirksgericht Oberlandquart einen Ko-
stenvorschuss des Schuldners U. T.-TV im Betrag von Fr. 2'850.-- 
zugunsten der Konkursmasse auf das Postcheckkonto des 
Betreibungsamtes E. überwiesen. Der Angeklagte unterliess es 
jedoch, diesen Betrag auf das Kontokorrentkonto der T.-TV TV in 
Konkurs übertragen zu lassen. Gesamthaft hat der Angeklagte 
demnach (inkl. den erwähnten Barbezügen) Fr. 11'850.-- zu seinen 
Gunsten verwendet bzw. der Konkursmasse vorenthalten.

Aufgrund des vom Angeklagten geführten Konkursprotokolls belief 
sich sein Honorar- und Spesenguthaben in diesem Konkursverfah-
ren per Ende Dezember 2000 auf total Fr. 9'572.20. Unter Berück-
sichtigung dieses Guthabens hat A. X. von Vermögenswerten der 
Konkursmasse T.-TV TV total Fr. 2'277.80 unrechtmässig zu 
seinem Nutzen verwendet.

Zusammenfassend hat A. X. im Zeitraum vom 6. Oktober 1992 bis 
zum 28. Dezember 2000 von den ihm als Betreibungs- und 
Konkursbeamter des Kreises E. anvertrauten Vermögenswerten 
Geld im Betrag von ca. Fr. 170'810.10 bis Fr. 171'310.10 
unrechtmässig angeeignet. Das Deliktsgut verwendete er für private 
Bedürfnisse, und zwar nach seinen Angaben primär für Frauen, 
Geldspiele und Alkohol. Den durch seine Vermögensdelikte 
verursachten Schaden hat er bis heute nicht - auch nicht teilweise - 
ersetzt.

Der Kanton Graubünden leistete aufgrund seiner primären Kausal-
haftung am 29. August 2001 eine Akontozahlung im Betrag von Fr. 
50'000.-- zugunsten des Betreibungsamtes E..

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Mit Eingabe vom 19. September 2003 machte der Kanton Grau-
bünden, vertreten durch das Finanz- und Militärdepartement, gegen 
A. X. adhäsionsweise eine Forderung im Betrag von Fr. 171'310.10 
nebst 5 % Zins seit 10. Januar 2001 geltend.

1.3 Im Jahre 1997 beauftragte P. O. die X. + Z. Treuhand und Revisions 
AG, einen Käufer für die im Eigentum der damaligen 
Erbengemeinschaft P. O. und AF. sich befindlichen Liegenschaft 
„W.", einem Skihaus in AE., zu vermitteln. Am 11. Dezember 1997 
erfolgte durch Vermittlung dieser Treuhandgesellschaft der Verkauf 
der genannten Liegenschaft. Der Verkaufserlös von Fr. 520'000.-- 
wurde auf das Konto CK 336.580.800, lautend auf P. O., bei der 
Graubündner Kantonalbank in E. überwiesen. P. O. beauftragte 
nach diesem Liegenschaftenverkauf A. X. als damaligen 
Verwaltungsrat und Geschäftsführer der X. + Z. Treuhand und 
Revisions AG, dieses Konto zu verwalten. Er war für das Konto 
einzeln unterschriftsberechtigt und hatte mit den auf dem Bankkonto 
vorhandenen Mitteln Rechnungen von P. O. zu begleichen. 
Daneben oblag A. X. die Ausführung verschiedener 
Treuhandarbeiten, wie namentlich das Ausfüllen der 
Steuererklärung, für seine Auftraggeberin.

Im Zeitraum vom 17. Dezember 1997 bis zum 1. Dezember 2000 
machte A. X. vom genannten Bankkonto in E. folgende Barbezüge:

Datum Betrag Fr.

17.12.1997 25'800.00

14.01.1998 19'411.00

21.01.1998 5'388.00

19.03.1998 26'401.00

28.05.1998 25'866.00

18.08.1998 7'144.00

28.08.1998 25'600.00

25.09.1998 9'518.00

03.12.1998 10'292.00

30.12.1998 6'000.00

06.04.1999 7'500.00

01.12.2000 50'000.00

Total 218'920.00

Das von ihm bezogene Bargeld verwendete A. X. für private Be-
dürfnisse und teilweise zur Bezahlung seiner privaten Rechnungen.

Der Angeklagte hatte vor der Eröffnung des Strafverfahrens P. O. 
über die obgenannten Barbezüge nicht informiert. Lediglich vor dem 
am 1. Dezember 2000 erfolgten Bezug von Fr. 50'000.-- hat A. X. 
P. O. angefragt, ob sie nicht Fr. 50'000.-- von ihrem Konto besser 

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anlegen wolle, um mehr Zins zu erhalten. P. O. erklärte sich damit 
einverstanden, jedoch machte der Angeklagte ihr nachträglich keine 
Mitteilung, ob und wie er diesen Betrag anderweitig angelegt habe.

A. X. hat in der Untersuchung vor der Polizei ausgesagt, er habe P. 
O. jeweils vor dem Bezug von Bargeld gefragt, ob er das Geld als 
Darlehen verwenden dürfe. Sie habe seinen Bezügen zugestimmt. 
Für die Darlehen habe er mit P. O. mündlich einen Zins von 5 % 
vereinbart. In späteren Einvernahmen vor dem 
Untersuchungsrichter führte A. X. aus, er habe ca. im November 
1997 mit P. O. über ein Darlehen gesprochen. P. O. sei bereit 
gewesen, für ihn privat ein Darlehen zu gewähren. Über die Höhe 
des Darlehens sei nicht gesprochen worden und es sei auch kein 
schriftlicher Vertrag aufgesetzt worden. In der Folge habe er immer 
wieder Geld vom Bankkonto von P. O. bezogen und für sich 
verwendet. Ende November 2000 habe er P. O. gefragt, ob er Fr. 
50'000.-- für sich von ihrem Bankkonto abheben dürfe, womit diese 
einverstanden gewesen sei.

Für den Zeitraum vom 17. Dezember 1997 bis zu der am 24. Januar 
2001 erfolgten Anzeigeerstattung von P. O. hat A. X. nie eine 
Abrechnung über seine Barbezüge und auch keine Zinsabrechnung 
erstellt.

Gesamthaft hat der Angeklagte in der Zeit vom 6. Oktober 1992 bis 
zum 28. Dezember 2000 als Betreibungs- und Konkursbeamter des 
Kreises E. und als Treuhänder bzw. berufsmässiger Vermö-
gensverwalter sich ihm anvertraute Vermögenswerte im Betrag von 
Fr. 389'730.10 bis Fr. 390'230.10 angeeignet, um sich unrechtmäs-
sig zu bereichern.

2. des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 
91 Abs. 1 SVG

Am Abend des 19. Dezember 2000 konsumierte A. X. nach seinen 
Angaben in einem Restaurant in Buchs ca. vier bis fünf Stangen 
Bier à 0.3 dl. Um ca. 00.30 Uhr bis 00.45 Uhr setzte er sich in Buchs 
ans Steuer seines Personenwagens „Audi", GR XX'XXX, und wollte 
heimwärts nach G. fahren. Auf dieser Fahrt wurde er am 20. De-
zember 2000, um 01.15 Uhr, beim Anschlusswerk F. der Autobahn 
A13 auf dem Gebiete der Gemeinde Maienfeld durch die Polizei zu 
einer Kontrolle angehalten. Da bei A. X. Alkoholgeruch festgestellt 
wurde, führte die Polizei einen Alcotest durch, welcher positiv 
ausfiel. In der Folge wurde der Angeklagte im Spital D. einer 
Blutprobe zugeführt. Deren Auswertung durch das Institut für 
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen ergab für den rechtlich 
relevanten Zeitpunkt einen Blutalkoholgehalt von mindestens 1.01 
Gewichtspromille.

Mit Verfügung vom 31. Januar 2001 entzog das Strassenverkehrs-
amt Graubünden dem Angeklagten den Führerausweis für die 
Dauer von zwei Monaten.

C.1. An der Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsge-
richts Graubünden vom 9./10. Februar 2004 waren der Angeklagte und dessen 

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amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Rathgeb anwesend. Die 
Anklage wurde durch Staatsanwalt Dr. iur. Jakob Grob vertreten. Der Kanton 
Graubünden wurde als Adhäsionskläger durch den Departementssekretär des 
Finanz- und Militärdepartements, lic. iur. Willi Berger, vertreten. Gegen die Zu-
ständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände 
erhoben. 

Im Rahmen der Befragung zur Person bestätigte der Angeklagte im We-
sentlichen die in der Anklageschrift enthaltenen Angaben. Namentlich erklärte 
A. X., dass er nach wie vor das Treuhandbüro X. Treuhand als Einzelfirma führe. 
Sein Tätigkeitsbereich umfasse zur Hauptsache Steuerbelange, Buchhaltungen 
und Jahresabschlüsse. Dazu käme im geringen Umfang die Verwaltung von 
Immobilien. Eigentliche Vermögensverwaltungen habe er seit jeher nicht 
gemacht. In der Sache selbst gab der Angeklagte zu, sich als Betreibungs- und 
Konkursbeamter wiederholt Beträge angeeignet zu haben, die ihm nicht 
zustanden. Einwände erhob er nur bezüglich der Deliktssumme. In Bezug auf 
die ihm als Treuhänder zum Vorwurf gemachte Veruntreuung hielt der 
Angeklagte fest, dass P. O. ihm eine Blankovollmacht zum Bezug von 
Darlehensbeträgen ab ihrem Konto gegeben haben. Zutreffend seien somit die 
Angaben, welche er gegenüber dem Untersuchungsrichter gemacht habe. Bei 
der polizeilichen Einvernahme, bei der er erklärt habe, er habe P. O. vor jedem 
Bezug angefragt, sei er unter Druck gestanden. Er räumte jedoch ein, dass P. 
O. wohl in Kenntnis der vielen Bezüge ihr Einverständnis widerrufen hätte. 
Geständig zeigte sich der Angeklagte schliesslich in Bezug auf den ihm zum 
Vorwurf gemachten Tatbestand des Fahrens in angetrunkenem Zustand. 

Als Beweisergänzung wurde seitens der Verteidigung beantragt, es sei 
bei der Raiffeisenbank nochmals der Eingang einer Zahlung, die der Angeklagte 
im Konkursverfahren O. geleistet haben will, zu überprüfen. Sodann gab der 
Verteidiger im Zusammenhang mit der zur Anklage gebrachten Veruntreuung 
im Konkursverfahren Q. GmbH zwei Lohnabrechnungen zu den Akten. Auf den 
Beweisergänzungsantrag wie auch auf die Relevanz der eingelegten Urkunden 
wird in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

2. Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete der 
Staatsanwaltschaft folgende Anträge:

1. A. X. sei der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 
1 StGB und des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand 
im Sinne von Art. 91 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen. 

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2. Dafür sei er mit 18 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Ta-
gen Polizeihaft und einer Busse von 10'000.-- zu bestrafen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung 
einer Probezeit von 3 Jahren. Die gleiche Probezeit sei auch für die 
vorzeitige Löschung der Busse im Strafregister anzuberaumen. 

4. Gesetzliche Kostenfolge.

3. Der Rechtsvertreter des Adhäsionsklägers stellte den Antrag, es 
sei der Beklagte unter Kosten- und Entschädigungsfolge zur Leistung von 
Schadenersatz an den Kanton Graubünden in Höhe von Fr. 171'310.10 nebst 
Zins zu 5% seit 10. Januar 2001 zu verpflichten. 

4. In seinem Plädoyer stellte und begründete der amtliche Verteidi-
ger von A. X. die folgenden Begehren: 

1. A. X. sei von der Anklage der mehrfachen Veruntreuung im Sinne 
von Art. 138 Ziff. 2 StGB freizusprechen.

2. Die Adhäsionsklage wird in der Höhe von Fr. 135'822.90 anerkannt. 
Im Übrigen sei die Klage auf den Zivilweg zu verweisen.

3. Kosten und Entschädigungsfolge sei die gesetzliche.

Es folgten die Vorträge im Rahmen der Replik und Duplik, wobei sowohl 
der Staatsanwalt wie auch der Vertreter des Angeklagten an ihren Anträgen 
festhielten. Beide gaben schriftliche Ausfertigungen ihrer Plädoyers zu den Ak-
ten.

5. In seinem Schlusswort ersuchte der Angeklagte um Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs. 

6. Auf die weitere Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, 
in den Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf 
Jahren oder mit Gefängnis bestraft, wer sich eine ihm anvertraute fremde be-
wegliche Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu 
bereichern. Unter Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB fällt auch dem Täter anvertrautes 
Bargeld, wenn es im Eigentum eines anderen steht und der Täter verpflichtet 
ist, es getrennt von seinem eigenen Geld aufzubewahren (BGE 105 IV 33). Als 

12

dem Täter anvertraut gilt, was er mit der Verpflichtung empfängt, es in be-
stimmter Weise im Interesse eines anderen zu verwenden, insbesondere es zu 
verwahren, zu verwalten oder abzuliefern. Eine solche Verpflichtung kann auf 
ausdrücklicher oder stillschweigender Abmachung beruhen (BGE 120 IV 119, 
117 IV 257, 118 IV 33). Eine Bereicherungsabsicht kann ausgeschlossen wer-
den, wenn der Täter Ersatzbereitschaft aufweist, das heisst fähig und willens ist, 
das sich angeeignete Geld zu ersetzen (BGE 119 IV 128, 118 IV 29 f.; vgl. dazu 
die Erwägungen unter Ziff. 5.). 

Wer die Tat als Mitglied einer Behörde, als Beamter, Vormund, Beistand, 
berufsmässiger Vermögensverwalter oder bei Ausübung eines Berufes, Gewer-
bes oder Handelsgeschäftes, zu der er durch eine Behörde ermächtigt ist, be-
geht, wird gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder 
mit Gefängnis bestraft. Berufsmässiger Vermögensverwalter ist nicht schon, wer 
im Rahmen der beruflichen Tätigkeit Vermögenswerte entgegennimmt. 
Vorausgesetzt wird, dass die entsprechende Tätigkeit typischerweise darin be-
steht, Vermögen zu verwalten (BGE 117 IV 22). Dagegen ist nicht erforderlich, 
dass sich ein Täter ausschliesslich der Vermögensverwaltung widmet (BGE 100 
IV 30).

A. X. gibt zu, Gelder, die ihm als Betreibungs- und Konkursbeamter 
zuflossen, privat verwendet zu haben. Er macht jedoch zum Teil Einwände 
hinsichtlich der Höhe der ihm zur Last gelegten Bezüge. Andererseits beruft er 
sich auf seine Ersatzbereitschaft beziehungsweise auf die fehlende 
Bereicherungsabsicht. Im Folgenden ist demnach in einem ersten Schritt auf 
den objektiven Tatbestand und in diesem Zusammenhang auf die einzelnen, 
dem Angeklagten vorgeworfenen Bezüge einzugehen. Alsdann ist der subjek-
tive Tatbestand und dabei insbesondere die Frage der Ersatzbereitschaft des 
Angeklagten zu würdigen. 

2. Durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Graubünden aus-
gewiesen und von A. X. anerkannt ist, dass er im Zeitraum von Januar 2000 bis 
Januar 2001 aus Mitteln, die ihm in seiner Stellung als Betreibungsbeamter 
zuflossen, insgesamt Fr. 58'906.80 für private Zwecke verwendete. In der 
vorgenannten Summe sind einerseits diverse Privatbezüge, die der Angeklagte 
vom Postcheckkonto Nr. 70-4248-4 des Betreibungsamtes machte, anderseits 
zwei für das Betreibungsamt entrichtete Barzahlungen, die A. X. für sich behielt, 
enthalten. Anspruch hatte A. X. in dieser Zeit für seine Tätigkeit als 

13

Betreibungsbeamter lediglich auf eine Entschädigung von Fr. 9'600.-- bis Fr. 
10'100.--. Entsprechend ging die Staatsanwaltschaft von einer veruntreuten 
Summe von Fr. 48'800.-- bis Fr. 49'300.-- aus. 

Ausser Frage steht, dass A. X. insoweit, als er über seinen 
Entschädigungsanspruch hinaus Gelder des Betreibungsamts zu privaten 
Zwecken verwendete, den objektiven Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 
138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt hat. Die Gelder wurden dem Angeklagten in sei-
ner Eigenschaft als Betreibungsbeamter - mithin als Person, die der besonderen 
Strafandrohung nach Art. 138 Ziff. 2 StGB unterliegt - anvertraut, um sie - nach 
Abzug der anfallenden Betreibungskosten - an die berechtigten Personen wei-
terzuleiten (BGE 118 IV 31). Er hatte die Verfügungsmacht über die Gelder, die 
für ihn eine fremde Sache darstellten, und indem er sich die Zahlungseingänge 
auch über die ihm zustehenden Entschädigungen hinaus für private Zwecke 
aneignete, handelte er pflichtwidrig. Dies wird vom Angeklagten letztlich auch 
nicht bestritten. Er macht jedoch geltend, dass bei der Ermittlung der Delikts-
summe auch Einzahlungen berücksichtigt worden seien, die nicht im Zusam-
menhang mit Betreibungsmassnahmen stünden. Dieser Einwand erweist sich 
zumindest teilweise als gerechtfertigt. Wie sich den Akten entnehmen lässt, 
wurden nachträglich noch verschiedene Beträge im Umfang von total Fr. 
9'780.70 von der Saldoliste, welche zur Ermittlung des Deliktsbetrags herange-
zogen wurde, ausgebucht. Gemäss Stellungnahme von Z. (vgl. act. 1.38), der 
als Inspektor für die Betreibungsämter des Kantons Graubünden den 
Zahlungsverkehr des Betreibungsamts E. überprüfte, wurde einerseits eine 
Zahlung der Y. AG in Höhe von Fr. 7'967.50 ausgebucht. Mit diesem Betrag - 
so Z. - sei keine Betreibungsmassnahme verbunden gewesen. Vermutlich habe 
es sich um ein privates Geschäft von A. X. gehandelt. Sodann seien kleinere 
Beträge in Höhe von total Fr. 1'813.20 als nicht erstattete Restanzen aus frü-
heren Betreibungen ausgebucht worden. Z. äusserte sich im besagten 
Schreiben zwar dahingehend, dass diese Ausbuchungen keinen Einfluss auf 
den Deliktsbetrag hätten. Dieser Auffassung vermag sich die Strafkammer des 
Kantonsgerichts indes nur teilweise anzuschliessen. Betraf die Zahlung der Y. 
AG keine Betreibungsmassnahme, kann die Verwendung dieses Betrags auch 
nicht im Zusammenhang mit der Veruntreuung von Mitteln des Betreibungsamts 
gesehen werden. Ebensowenig ist eine anders gelagerte unrechtmässige 
Aneignung des Betrags ersichtlich. Folglich ist der genannte Betrag von der 
Deliktssumme in Abzug zu bringen. Anders verhält es sich lediglich bei den 
ausgebuchten Restanzen. Auf solche, aus früheren Betreibungen resultierende 

14

Restbestände hatte der Angeklagte fraglos keinen Anspruch und eine 
Verwendung zu privaten Zwecken war ihm nicht gestattet. Schliesslich muss 
zugunsten des Angeklagten bei der nur rahmenmässig bezifferten 
Deliktssumme vom tieferen Wert ausgegangen werden, da es über diesen 
Betrag hinaus an einem hinreichenden Beweis für eine Veruntreuung fehlt. Vom 
ermittelten Deliktsbetrag von Fr. 48'800.-- verbleibt somit nach Abzug der 
Zahlung der Y. AG und der Entschädigungen, die dem Beklagten 
unbestrittenermassen zustehen, ein Betrag von Fr. 40'832.50, in Bezug auf 
welchen der Tatbestand der Veruntreuung in objektiver Hinsicht zu bejahen ist. 

3. Auch hinsichtlich der dem Angeklagten zum Vorwurf gemachten 
Veruntreuungen als Konkursbeamter erachtet die Strafkammer - abgesehen, 
davon, dass gewisse Korrekturen in Bezug auf den betragsmässigen Umfang 
zu machen sind - den objektiven Tatbestand gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
grundsätzlich als erstellt. Erwiesen und letztlich unbestritten ist nämlich, dass 
sich A. X. in den nachstehend noch einzeln aufgeführten Konkursverfahren 
Gelder über seinen Entschädigungsanspruch hinaus zur privaten Verwendung 
aneignete. Diese Gelder waren ihm als Konkursbeamter anvertraut worden. In 
dieser Eigenschaft war es ihm untersagt, die Gelder mit Privatvermögen zu 
vermischen, geschweige denn diese für private Zwecke zu verwenden (vgl. 
dazu Art. 23 der Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter, 
KOV, SR. 281.32). Die Gelder stellten für ihn gleichsam fremde Sachen dar, die 
er nach den gesetzlichen Bestimmungen und Weisungen zu verwalten, zu ver-
wahren und den Berechtigten zur Verfügung zu halten hatte. Verwendete er sie 
statt dessen zu privaten Zwecken, machte er sich damit als Konkursbeamter, 
welcher der qualifizierten Strafandrohung nach Art. 138 Ziff. 2 StGB unterliegt, 
in objektiver Hinsicht der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig. Im Folgenden geht es mithin nur noch um die Prüfung, in welchem 
betragsmässigen Umfang der Tatbestand objektiv zu bejahen ist. 

a) Durch die Aktenlage erstellt ist, dass sich der Angeklagte im Kon-
kurs der L. AG in der Zeit von Oktober 1992 bis September 1996 einen Betrag 
von total Fr. 27'208.20 aus der Konkursmasse aneignete. Tatsächlich standen 
ihm in diesem Verfahren nur Honorare im Höhe von Fr. 14'371.90 zu. Der un-
rechtmässig für private Zwecke verwendete Betrag beläuft sich demnach auf Fr. 
12'836.30. A. X. hat anlässlich der Schlusseinvernahme vom 15. Juli 2003 (act. 
1.23 S. 2) eingestanden, sich diesen Betrag angeeignet zu haben und hat diese 
Aussage anlässlich der Hauptverhandlung bestätigt. 

15

b) Für die Durchführung des Konkursverfahrens von N. O. wurde 
vom Konkursamt E. das Kontokorrentkonto Nr. 43674.80 bei der Raiffeisenbank 
J. eröffnet. Von diesem Konto machte der Angeklagte in der Zeit vom 4. Mai 
1998 bis 10. März 2000 erwiesenermassen private Bezüge und Überweisungen 
an die X. und Z. Treuhand und Revisions AG in Höhe von Fr. 124'235.--. Nach 
Abzug der nach der Gebührenverordnung zum SchKG (GebVSchKG, SR 
281.35) geschuldeten Entschädigung von ca. Fr. 50'000.-- beläuft sich der 
unrechtmässig bezogene Betrag auf Fr. 74'235.--. Der Angeklagte erklärte dies 
anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 17. September 
2003 (act. 1.28 S. 3) als grundsätzlich zutreffend, machte jedoch geltend, er 
habe aus privaten Mitteln noch einen Betrag von Fr. 24'987.20 an die 
Raiffeisenbank in AB. einbezahlt. Diesen Einwand brachte der Angeklagte auch 
anlässlich der Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts vor. 
Ergänzend führte er hierbei aus, er habe im Jahre 1998 der Raiffeisenbank im 
Zusammenhang mit den Liegenschaftenverwertungen im Konkursverfahren O. 
eine Schlussabrechnung zugestellt, in der diese Zahlung erwähnt worden sei. 
Etwa ein Jahr später habe ihn der Verwalter der Raiffeisenbank AB. angerufen 
und erklärt, die in der Schlussabrechnung aufgeführte Zahlung sei nicht erfolgt. 
Ende 1999 oder im ersten Quartal 2000 habe er dann die Zahlung noch 
vorgenommen. In seinem Plädoyer führte der Rechtsvertreter des Angeklagten 
aus, der Nachforschungsauftrag, den der Untersuchungsrichter im Rahmen 
einer Beweisergänzung der Raiffeisenbank AB. erteilt habe, habe sich auf das 
Jahr 1998 und damit auf den falschen Zeitraum bezogen. Dieser Punkt müsse 
noch näher abgeklärt werden. 

Von dieser nachträglich beantragten Beweisergänzung kann abgesehen 
werden. Wohl trifft es zu, dass sich der Untersuchungsrichter bei der Raiffei-
senbank AB. lediglich nach dem Eingang einer entsprechenden Zahlung am 22. 
Dezember 1998 - dem Tag, in welchem gemäss Schlussabrechnung die 
Zahlung erfolgt sein soll - erkundigte. Die Bank beschränkte sich jedoch nicht 
auf eine derart zeitlich beschränkte Prüfung. Wie sie in ihrem Antwortschreiben 
vom 22. September 2003 (vgl. act. 1.31) mitteilte, ist bei ihr von A. X. nie ein 
Betrag von Fr. 24'987.20 eingegangen. Angesichts dessen, dass die Bank eine 
solche Zahlung umfassend verneint, darf ausgeschlossen werden, dass der 
Angeklagte die behauptete Überweisung aus privaten Mitteln vorgenommen 
hat. Dies rechtfertigt sich umso mehr, als der Angeklagte kaum je solche 
Privateinschüsse machte und angesichts seiner finanziell schlechten Situation 
schlicht nicht in der Lage gewesen wäre, eine derart hohe Zahlung aus privaten 

16

Mitteln zu tätigen. Entsprechend besteht auch keine Veranlassung, den 
ermittelten Deliktsbetrag von Fr. 74'235.-- zu reduzieren. 

c) Im Konkursverfahren der Q. GmbH hält die Anklage A. X. vor, er 
habe von dem eigens für die Konkursabwicklung bei der Raiffeisenbank 
eingerichteten Kontokorrentkonto Nr. 44174.51 von Dezember 1999 bis März 
2000 Beträge im Umfang von 11'000.-- unrechtmässig für private Zwecke 
angeeignet. Ausserdem habe er zweckwidrige Vergütungen in Höhe von Fr. 
12'000.-- veranlasst. Schliesslich habe er in vier Fällen Zahlungen von total Fr. 
32'661.70, die von Gläubigern auf das Konto des Betreibungsamt E. geleistet 
worden waren, nicht der Konkursmasse zugeführt. Nach Abzug des in diesem 
Verfahren angefallenen Honorars von Fr. 23'000.-- verbleibt gemäss Anklage 
ein veruntreuter Betrag in Höhe von Fr. 32'661.--. 

Der Angeklagte bestreitet nicht, im Konkursverfahren Q. GmbH über den 
Honoraranspruch hinaus Gelder für private Zwecke verwendet zu haben. In 
seinen Einvernahmen wie auch anlässlich der Hauptverhandlung vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichts machte er jedoch geltend, er habe drei nicht 
berücksichtigte Zahlungen geleistet. Am 2. Dezember 1998 habe er S. - einem 
Angestellten der Q. GmbH - eine Lohnzahlung von Fr. 5'200.-- zukommen 
lassen. Des weiteren habe er am 24. Dezember 1998 eine Lohnzahlung von Fr. 
3'500.-- und am 30. Dezember 1998 eine solche von Fr. 1'800.-- an R. Q. 
überwiesen (vgl. dazu act. 1.28 S. 2 f.). 

Gemäss der Lohnabrechnung, welche der Rechtsvertreter des Ange-
klagten in diesem Zusammenhang anlässlich der Hauptverhandlung einreichte, 
hat R. Q. effektiv im Dezember 1998 zwei Lohnanzahlungen von Fr. 3'500.-- 
und Fr. 1'800.--, total somit Fr. 5'300.--, erhalten. Entsprechende Belege fehlen 
zwar, doch hat R. Q. die erwähnte Lohnabrechnung unterzeichnet. Folglich darf 
davon ausgegangen werden, dass die Beträge auch tatsächlich zur Auszahlung 
gelangt sind. Im Falle der Zahlung an S. hat der Rechtsvertreter ebenfalls eine 
Lohnabrechnung eingelegt. Aus dieser ergibt sich, dass an S. am 2. Dezember 
1998 eine Anzahlung von Fr. 5'200.-- geleistet wurde. Diese Lohnabrechnung 
wurde von S. nicht unterzeichnet. In den Akten (act. 1.34.2) findet sich jedoch 
ein Bankbeleg der UBS, der die Auszahlung des vorgenannten Betrags an S. 
bestätigt. Unter diesen Umständen können die erwähnten zusätzlichen 
Zahlungen als ausgewiesen gelten und sind entsprechend von dem im Übrigen 
durch die Aktenlage belegten Deliktsbetrag in Abzug zu bringen. In objektiver 

17

Hinsicht hat der Angeklagte im Konkurs der Q. GmbH demnach den Tatbestand 
der Veruntreuung im Umfang des vom Angeklagten anlässlich der 
Hauptverhandlung letztlich anerkannten Betrags von Fr. 22'161.-- erfüllt. 

d) Durch das Untersuchungsergebnis erstellt ist, dass A. X. in dem 
vom 19. Mai 1999 bis Ende Dezember 2000 dauernden Konkursverfahren der 
T.-TV TV insgesamt Fr. 9'000.-- von dem eigens für die Abwicklung eröffneten 
Kontokorrentkonto Nr. 44355.42 bei der Raiffeisenbank J. abhob und für private 
Zwecke verwendete. Sodann leitete er einen am 1. Juni 1999 vom 
Bezirksgericht Oberlandquart auf das Konto des Betreibungsamtes E. 
einbezahlten Kostenvorschuss des Schuldners U. T. in Höhe von Fr. 2'850.-- 
nicht an die Konkursmasse weiter. Insgesamt entzog der Angeklagte damit der 
Konkursmasse Fr. 11'850.-- für private Zwecke. Nach Verrechnung mit dem 
Honorar- und Spesenguthaben von total Fr. 9'572.20 verbleibt ein Betrag von 
Fr. 2'277.80, den sich der Beklagte aneignete. Der Angeklagte hat bei der 
Schlusseinvernahme (act. 1.28) die zweckwidrige Verwendung des genannten 
Betrags anerkannt. Anlässlich der Hauptverhandlung hat er diese Aussage 
bestätigt. Entsprechend ist in diesem Fall von einem Deliktsbetrag von Fr. 
2'277.80 auszugehen. 

e) Ausgewiesen ist damit zusammenfassend, dass der Angeklagte 
den Tatbestand der Veruntreuung in objektiver Hinsicht als Konkursbeamter 
durch die Aneignung von Fr. 111'510.10 erfüllt hat. Zusammen mit den als Be-
treibungsbeamter veruntreuten Fr. 40'832.50 resultiert eine Gesamtdelikts-
summe von Fr. 152'342.60. 

4. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand macht der Angeklagte gel-
tend, er habe bei seiner Amtsführung stets auf Franken und Rappen abge-
rechnet, habe dem Inspektor regelmässig die Bücher zur Abnahme seiner 
Amtstätigkeit vorgelegt und keine Beanstandungen entgegennehmen müssen. 
Bei seinen Abrechnungen habe er im Wesentlichen einen formellen Fehler be-
gangen, indem er beim Kantonsgerichtsausschuss als Aufsichtsinstanz keine 
Gesuch um Abrechnung nach Aufwand gestellt habe. Hätte er dies gemacht, 
wäre ihm dies nach Auskunft des Konkurs- und Betreibungsinspektors wohl 
bewilligt worden. In diesem Fall wäre es möglich gewesen, die Abrechnung nach 
einem Stundenansatz gemäss Gebührentarif zum SchKG vorzunehmen. Damit 
hätte er nahezu jenen Treuhändertarif zur Anwendung bringen können, wie er 
ihn - mangels Gesuch eben fälschlicherweise - zur Anwendung gebracht habe. 

18

So wäre etwa im Konkursverfahren O., in welchem nach Schätzung des 
Inspektors rund Fr. 15'000.-- zu viel verrechnet worden seien, bei Anwendung 
des höheren Tarifs kaum eine Differenz zwischen dem effektiv bezogenen und 
dem rechtmässig zustehenden Betrag entstanden. Der Angeklagte habe 
geglaubt, dass ihm entsprechende Beträge aus seiner Amtstätigkeit zustehen 
würden. In derjenigen Höhe, in der sich A. X. für berechtigt gehalten habe, 
treuhänderisch abrechnen zu dürfen, bestehe somit auch kein Vorsatz. 

Die dargelegten Einwände in Bezug auf den subjektiven Tatbestand er-
weisen sich als unbegründet. Der Angeklagte war zwar berechtigt, für seine 
Tätigkeit Bezüge von den Konten des Betreibungs- und Konkursamts zu täti-
gen. Bereits aus der Differenz zwischen den Bezügen und den ihm tatsächlich 
zustehenden Entschädigungen folgt jedoch, dass der Angeklagte sich bewusst 
über seinen Entschädigungsanspruch hinaus Gelder aneignete. Es war ihm klar, 
dass ihm diese Gelder nicht zustanden und entsprechend ist auch ausgewiesen, 
dass er sich bewusst bereicherte. Dass der Angeklagte absichtlich über seinen 
Entschädigungsanspruch hinaus Bezüge tätigte, ergibt sich im Übrigen bereits 
aus der untersuchungsrichterlichen Befragung vom 11. Januar 2001 und seiner 
bei dieser Gelegenheit überreichten persönlichen Erklärung (act. 4.6 und act. 
4.7). Damals gestand A. X. - nachdem er tags zuvor eine Unterdeckung noch 
ausgeschlossen hatte - ein, rund Fr. 150'000.-- zuviel von den Konten des 
Betreibungs- und Konkursamtes bezogen zu haben. In seiner persönlichen 
Erklärung hielt der Angeklagte dabei wohl fest, es sei nicht seine Absicht 
gewesen, eine Straftat zu begehen bzw. jemanden zu schädigen. Dass er sich 
der diesbezüglichen Relevanz seines Tuns jedoch klar war, ergibt sich bereits 
daraus, dass er den unrechtmässigen Bezug von Betreibungs- und 
Konkursgeldern eingestand und sein Verhalten als dumm, unwürdig und ehrlos 
bezeichnete. In den folgenden Einvernahmen wurde der Angeklagte 
vornehmlich zur Höhe des Deliktsbetrags befragt, wobei er sich fraglos 
kooperativ zeigte. Dabei behauptete er nie, er sei der Überzeugung gewesen, 
er hätte einen Entschädigungsanspruch in der gesamten Höhe der getätigten 
Bezüge gehabt und er hätte insofern nicht in Bereicherungabsicht gehandelt. 
Dass er auf Bezüge in der getätigten Höhe keinen Anspruch hatte und letztlich 
bewusst mehr Geld bezog, als ihm zustand, mithin also in Bereicherungabsicht 
handelt, hat der Angeklagte schliesslich anlässlich der Hauptverhandlung 
nochmals bestätigt. Wie sodann bereits von Z., welcher den polizeilichen 
Spezialdienst für Wirtschaftsdelikte als Fachperson in Konkursbelangen bei 
seinen Ermittlungen unterstützte, festgestellt wurde, führt die Abrechnung nach 

19

dem vom Angeklagten berücksichtigten höheren Ansatz und einer solchen nach 
dem ihm zustehenden ordentlichen Ansatz zu keiner wesentlichen Differenz in 
der Deliktssumme. Tatsächlich wurden dem Angeklagten nämlich Honorare 
zuerkannt, die annähernd jenen entsprachen, die er selbst in Anwendung eines 
falschen Tarifs einverlangte. So wurde A. X. etwa in dem von ihm erwähnten 
Konkursverfahren O. statt der geltend gemachten Fr. 53'400.-- immerhin Fr. 
50'000.-- zugestanden. Im Konkursverfahren T.-TV wurden sogar sämtliche von 
A. X. geltend gemachten Gebühren und Auslagen berücksichtigt. 

Darüber hinaus ist dem Angeklagten auch nicht zu glauben, wenn er 
geltend macht, er habe sich berechtigt gefühlt, seine Verrichtungen mit einem 
Gebührenansatz von Fr. 2.45 pro Minute in Rechnung zu stellen und es liege 
letztlich allein ein formeller Fehler vor, indem er keine entsprechende Bewilli-
gung eingeholt habe. Anlässlich seiner Einvernahme vom 1. Juli 2003 (act. 4.19) 
erklärte er, er kenne zwar den offiziellen Tarif. Da die Gebührenordnung jedoch 
relativ kompliziert sei, habe er sich vor einigen Jahren an den Betreibungs- und 
Konkursbeamten des Kreises AG., V., gewandt und gefragt, wieviel man für den 
Zeitaufwand bei Konkursverfahren in Rechnung stellen dürfe. Er - X. - habe 
erklärte, er wolle für sich mit Fr. 2.35 pro Minute und für seine Sekretärin mit Fr. 
80.-- pro Stunde abrechnen. V. habe ihm entgegnet, dass er dies nur so machen 
solle. Dass dies jedoch reine Schutzbehauptungen sind, ergibt sich nicht nur 
daraus, dass V. erklärte, er sei von A. X. nie wegen einer Abrechnung angefragt 
worden und habe nie eine entsprechende Bestätigung abgegeben (vgl. act. 
4.23). Offensichtlich ist nämlich auch, dass die GebVSchKG - was die Ge-
bührenerhebung im Konkursverfahren betrifft - keineswegs derart kompliziert ist, 
und für den Angeklagten insbesondere ohne Weiteres ersichtlich war, dass nur 
bei anspruchsvollen Verfahren und nur mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde 
- mithin des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden - die ordentlichen 
Gebühren durch Erhöhung um eine Pauschalgebühr möglich ist (Art. 47 
GebVSchKG). So erscheint es denn auch völlig abwegig, dass eine Amtsperson 
- noch dazu mit einer derartigen Erfahrung, wie sie der Angeklagte hatte - der 
ehrlichen Überzeugung sein kann, sie könne Tarife nach Gutdünken wechseln 
bzw. eigenmächtig festlegen und brauche sich mit subjektiv als komplex 
befundenen Gesetzesbestimmungen gar nicht erst auseinanderzusetzen. 
Angesichts dessen, dass A. X. schon mehrere Jahre als Konkursbeamter tätig 
war, dabei sogar einen Instruktionskurs besuchte, in dem der Gebührentarif 
behandelt wurde, darf deshalb ohne Weiteres davon ausgegangen werden, 
dass er - entgegen seiner Behauptung - durchaus von den einschlägigen 

20

Bestimmungen Kenntnis hatte. Insofern kann bei der falschen Abrechnung auch 
nicht einfach von einem formellen Fehler gesprochen werden. Es ist vielmehr 
davon auszugehen, dass der Angeklagte bewusst höhere Tarife zur Anwendung 
brachte, um so die Differenz zu seinen tatsächlichen Bezügen zu verringern. So 
ist denn auch nicht zu übersehen, dass die Gebührenüberschreitungen im Jahre 
1998 und damit genau zu jenem Zeitpunkt begannen, als die zweckwidrigen 
Aneignungen von Betreibungs- und Konkursgeldern zunahmen. 

Schliesslich vermag der Angeklagte auch aus den jährlichen Inspektio-
nen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Im Gegenteil. Wenn dem Angeklag-
ten die Gebührenerhebung zu komplex erschien, wäre es naheliegend gewe-
sen, den Inspektor auf dieses Thema anzusprechen. Dies tat A. X. jedoch nicht. 
Ebensowenig gab ihm der Inspektor Grund zur Annahme, er akzeptiere die 
eigenwillige Art der Gebührenerhebung, die der Angeklagte in den 
vorgenannten Konkursfällen praktizierte. Wie sich aus der Aussage (vgl. act. 
4.21) von Z., der mit diesen Inspektionen beauftragt war, ergibt, lag der 
Hauptzweck dieser Kontrollen in der Beratung bei Pendenzen. Er habe 
Stichproben gemacht und etwa die Einhaltung der Fristen geprüft. In die Kon-
kursakten habe er schon allein aus Zeitgründen keinen Einblick nehmen kön-
nen. Dies bestätigt letztlich auch der Angeklagte. So erklärte er anlässlich sei-
ner untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 8. Juli 2003 (act. 4.21 S. 4), 
bei den Inspektionen sei kaum über Konkursverfahren geredet worden. Primär 
sei es um das Betreibungswesen gegangen. Auch in dieser Hinsicht gilt dem-
nach wiederum festzustellen, dass A. X. sowohl in seiner Eigenschaft als 
Betreibungs- wie auch als Konkursbeamter berechtigt war, als Entschädigung 
für seine Tätigkeit Bezüge von den diversen Konten zu machen. Die fehlende 
Bereicherungsabsicht ist aber nur insoweit zu verneinen, als der Kläger auch 
Anspruch auf die Entschädigung hatte. Soweit er sich Gelder, die seinen 
Entschädigungsanspruch überstiegen, aneignete und dabei auch höhere, von 
der Aufsichtsbehörde nicht genehmigte Ansätze zur Anwendung brachte, 
handelte er jedoch erwiesenermassen in Bereicherungsabsicht. 

Lediglich der Vollständigkeit halber ist dabei darauf hinzuweisen, dass 
die vollumfängliche Verneinung einer Bereicherungsabsicht in Höhe jener Be-
züge, die durch den jeweiligen Gesamtentschädigungsanspruch gedeckt waren, 
durchaus auf einer wohlwollenden Betrachtung beruht. Damit sich der Täter auf 
Verrechnung und damit auf seine fehlende Bereicherungsabsicht berufen kann, 
muss er überzeugt sein, dass ihm zum Zeitpunkt der Aneignung der 

21

anvertrauten Gelder eigene fällige Forderungen in entsprechendem Umfang 
zustehen (Rehberg/Schmid/Donatsch, Strafrecht III, achte Auflage, 2003, S. 
104). Zur Verrechnung bringen und von deren Verrechenbarkeit überzeugt sein 
konnte der Angeklagte jedoch nur bei Entschädigungsansprüchen, die bereits 
bestanden, nicht aber bei solchen, die allenfalls in Zukunft noch entstehen 
könnten. Dies einerseits, weil der Angeklagte ja gar nicht wissen konnte, welche 
zukünftigen Entschädigungsansprüche im betreffenden Verfahren überhaupt 
noch entstehen, andererseits aber auch, weil solche nur möglichen 
Forderungen noch gar nicht fällig waren und der Angeklagte überhaupt keinen 
Anspruch auf Kredit hatte. Entsprechend bereicherte sich der Angeklagte, 
nachdem er sich bewusst über bereits bestehende Entschädigungen hinaus 
Gelder angeeignet, auch im Umfang jener Bezüge, die er allenfalls noch durch 
zukünftige Honoraransprüche verrechnen zu können glaubte. Dass er diese 
Bezüge dann zum Teil tatsächlich noch auszugleichen vermochte, reduzierte 
zwar den Schaden, besagt aber nicht, dass er sich lediglich in Bezug auf den 
ungedeckten Teil, nicht aber auch in Höhe der erst nachträglich durch neue 
Entschädigungsansprüche ausgeglichene Bezüge der Veruntreuung schuldig 
gemacht haben könnte. Wird - wie im vorliegenden Fall - im Umfang der 
insgesamt in einem Konkursverfahren angefallenen Entschädigungen eine 
Bereicherungsabsicht verneint, so wird letztlich in Bezug auf die 
Verrechenbarkeit und die subjektive Überzeugung, zur Verrechnung berechtigt 
zu sein, zu Gunsten des Angeklagten nicht auf die massgeblichen Umstände 
zum Zeitpunkt der jeweiligen Aneignungen, sondern in einer nachträglichen, rein 
objektiven Betrachtungsweise auf die Differenz zwischen Gesamtbezügen und 
Gesamtentschädigungsanspruch abgestellt. 

5. Sodann beruft sich der Rechtsvertreter des Berufungsklägers auf 
die Ersatzbereitschaft seines Mandanten. A. X. sei in der Lage gewesen, die im 
Zeitraum von Oktober 1992 bis Dezember 2000 angeeigneten Betrage im 
massgebenden Zeitpunkt zurückzuerstatten. Schliesslich habe er stets 
erfolgreich ein Treuhandbüro geführt, das ihm nebst seinen Einnahmen als 
Betreibungs- und Konkursbeamter ein stattliches Einkommen garantiert habe. 
A. X. sei Eigentümer von drei Liegenschaften. Zum Zeitpunkt des letzten 
Bezuges im Konkursverfahren der L. AG im September 1996 habe A. X. 
beispielsweise über ein Vermögen im Veräusserungswert von mehreren 
Millionen verfügt, inklusive Aktien im Wert von Fr. 400'000.--. Unter diesen 
Umständen könne nicht behauptet werden, der Angeklagte habe im Zeitpunkt 
der Bezüge davon ausgehen müssen, eine rechtzeitige Rückerstattung sei ihm 

22

nicht möglich. Die Liquiditätsproblematik, die sich eingestellt habe, sei damals 
nicht absehbar gewesen. A. X. sei nicht auf ein Darlehen angewiesen gewesen, 
sondern hätte schlimmstenfalls mit dem Verkauf einer Liegenschaft rasch alle 
Schulden tilgen können. 

a) Die Ersatzbereitschaft hängt in zeitlicher Hinsicht von den kon-
kreten Abmachungen, das heisst den Vereinbarungen, die der Täter mit dem 
Treugeber hat, ab. Ergibt sich, dass der Täter jederzeit bereit sein muss, dem 
Berechtigten das Anvertraute herauszugeben, so muss der Täter auch jederzeit 
ersatzbereit sein. Hat der Täter die Sache oder deren Gegenwert jedoch erst 
nach Ablauf einer bestimmten Frist bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt zu-
rückzugeben, muss auch erst auf diesen Zeitpunkt hin und nicht schon in der 
Zwischenzeit Ersatzbereitschaft bestehen (vgl. Niggli/Riedo, Basler Kommentar 
zum Strafgesetzbuch, Band II, 2003, N. 112 zu Art. 138 StGB). 

Inhaltlich setzt die Ersatzbereitschaft dabei ein subjektives und ein ob-
jektives Element, nämlich den Ersatzwillen und die Ersatzfähigkeit voraus. Das 
subjektive Element verlangt den zum Zeitpunkt der Tat bestehenden Willen, für 
die Sache bzw. den Vermögenswert fristgerecht Ersatz zu leisten. In objektiver 
Hinsicht muss die Fähigkeit bestehen, auf den massgeblichen Zeitpunkt hin aus 
eigenen Mitteln Ersatz leisten zu können. Es genügt demnach nicht, dass der 
Täter die sogar begründete Hoffnung hegt, die sich angeeignete fremde Sache 
oder deren Gegenwert in der Zukunft ersetzen zu können. Er muss im 
massgeblichen Zeitpunkt auch tatsächlich dazu in der Lage sein (vgl. zum 
Ganzen Niggli/Riedo, a.a.O., N. 113 ff. zu Art. 138 StGB; Riklin/Niggli, 
Strafrecht, Besonderer Teil, Skriptum 2000/2001, S. 95; Cassani/Roth, Die 
Veruntreuung, SJK 953, S. 10 und 16; BGE vom 23. Januar 2001, 
6S.580/1999/bue). Keine Ersatzfähigkeit liegt dann vor, wenn der Täter im 
massgeblichen Zeitpunkt nur auf Leistungen Dritter zurückgreifen kann, zu 
denen diese gar nicht verpflichtet sind (BGE 118 IV 27; BGE 91 IV 134). 

b) Als Betreibungsbeamter hatte der Angeklagte die ihm anvertrau-
ten Gelder jederzeit den Gläubigern zur Verfügung zu halten (BGE 118 IV 31). 
Gleich verhält es sich auch in Bezug auf die Gelder, die er in seiner Eigenschaft 
als Konkursbeamter entgegennahm. Wohl sind im Konkursverfahren Gelder - 
soweit sie nicht zur Deckung nahe bevorstehender Auslagen benötigt wurden - 
umgehend der Depositenanstalt zu überweisen (vgl. dazu Art. 22 Abs. 1 der 
Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter, KOV, SR 282.32). 

23

Daran, dass sie jederzeit den Berechtigten zur Verfügung stehen müssen, 
ändert sich dadurch allerdings nichts. Denn einerseits hat das Konkursverfahren 
keine von vornherein bestimmte Dauer, bis es zur Verteilung eines allfälligen 
Reinerlöses kommt, und andererseits müssen die Mittel auch dauernd zur 
Begleichung allfälliger Masseverbindlichkeiten herangezogen werden können. 
Und schliesslich gilt darauf hinzuweisen, dass der Zweck der Überweisung an 
die Depositenanstalt die Erwirtschaftung eines Zinsertrags ist (vgl. dazu die 
Richtlinien des Bundesgerichts für das konkursamtliche Rechnungswesen vom 
30. August 1972). Damit die Gläubiger in den Genuss eines solchen Ertrags 
kommen, müssen die Gelder ihnen folglich auch tatsächlich als Einlage zur 
Verfügung gestellt bleiben. Dies wusste der Angeklagte (vgl. die unter-
suchungsrichterliche Einvernahme vom 11. Januar 2001, act. 4.7, S. 4). Folg-
lich musste er - damit in subjektiver Hinsicht auf Ersatzbereitschaft geschlossen 
werden kann - auch den Willen gehabt haben, die sich unrechtmässig angeeig-
neten Gelder jederzeit zu ersetzen. Diesen Willen hatte der Angeklagte offen-
kundig nicht. Forderungen von Gläubigern glich er nicht mit eigenem Geld aus, 
sondern verwendete dafür das in anderen Betreibungs- bzw. Konkursverfahren 
eingenommene Geld. Lediglich einmal schoss der Angeklagte in geringfügigem 
Umfang eigene Mittel auf das Konto des Betreibungsamts ein. Dies allerdings 
erst, als es dort zu einer Unterdeckung kam (vgl. untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 1. Juli 2003, act. 3.18 S. 4 f.). Wohl wusste der Angeklagte 
dabei, dass er deutlich mehr bezog, als ihm zustand. Er gab sich jedoch nicht 
einmal die Mühe, sich ab und zu einen Überblick über die genauen Kontostände 
bzw. Bezüge zu verschaffen (vgl. dazu auch die untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 28. August 2002, act. 3.15, S. S. 2) und zeigte - obwohl er 
angeblich die dafür erforderlichen Mittel gehabt haben will - zu keinem Zeitpunkt 
die Absicht, die zu Unrecht angeeigneten Geldern effektiv wieder auszu-
gleichen. Was der Angeklagte hatte, war letztlich nicht der Wille, den Berech-
tigten jederzeit ihr Geld zur Verfügung zu halten, sondern höchstens der Wille, 
in einer Art Schneeballsystem seine zu hohen Bezüge und die fälligen Auszah-
lungen mit Einnahmen aus anderen Betreibungs- und Konkursverfahren zu be-
gleichen. Daran ändert letztlich auch der Umstand nichts, dass der Angeklagte 
geltend macht, er hätte die Mittel - schlimmstenfalls durch den Verkauf einer 
Liegenschaft - gehabt, um seine Schulden zu begleichen. Auch darin kommt 
nicht der Wille zum Ausdruck, den Berechtigten jederzeit ihre Gelder zur 
Verfügung zu halten. Damit zeigt der Angeklagte höchstens die Bereitschaft, 
Schadenersatz zu leisten, was für die Annahme der Ersatzbereitschaft von 
vornherein nicht ausreicht (BGE vom 23. Januar 2001, 6S.580/1999/bue). Dass 

24

der Angeklagte im Übrigen selbst in dieser Hinsicht keinen wirklichen Willen 
hatte, ergibt sich bereits daraus, dass er den Schaden bis anhin nicht einmal in 
der von ihm anerkannten Höhe beglichen hat und anlässlich der 
Hauptverhandlung sogar erneut erklärte, er könnte zur Schadensdeckung wohl 
sein Haus in Luchsingen verkaufen, wolle dies aber lieber nicht tun. Von einem 
Ersatzwillen kann unter diesen Umständen nicht die Rede sein. 

c) War der Angeklagte verpflichtet, das Geld den Berechtigten jeder-
zeit zur Verfügung zu halten, musste er - was die Ersatzfähigkeit als objektives 
Element betrifft - die angeeigneten Mittel auch jederzeit ersetzen können. Diese 
Fähigkeit besass der Angeklagte ebenfalls nicht. Als im Oktober 2000 die un-
zulässigen Bezüge bekannt wurden und der Angeklagte einräumen musste, 
dass er sich rund Fr. 150'000.-- unrechtmässig angeeignet hatte, verfügte der 
Angeklagte nicht über die Mittel, um Ersatz zu leisten. Ebensowenig war er 
fähig, bei der Übergabe seines Amtes als Konkursbeamter per 15. Januar 2001 
bzw. bei seiner am 9. Januar 2001 erfolgten Demission als Betreibungsbeamter 
die veruntreuten Gelder auszugleichen. Er war überschuldet, was sich auch aus 
den gegen ihn eingeleiteten Betreibungsverfahren ergibt (vgl. act. 2.11). Zu 
einem Ersatz wäre er - wie er anlässlich seiner Einvernahme vom 11. Januar 
2001 (act. 4.7 S. 3) geltend macht - nur durch eine zusätzliche hypothekarische 
Belastung seiner Liegenschaften in der Lage gewesen. Diese Form der 
Ersatzfähigkeit ist ebenso unzureichend wie die anlässlich der 
Hauptverhandlung erwähnte Möglichkeit des Verkaufs einer Liegenschaft. In 
beiden Fällen beruft sich der Angeklagte nämlich nicht auf die für die Annahme 
der Ersatzfähigkeit erforderlichen eigenen Mittel, sondern auf solche, die er - 
ohne einen zeitgerecht durchsetzbaren Anspruch zu haben - erst von Dritten 
hätte erhältlich machen müssen (BGE 118 IV 30; Niggli/Riedo, a.a.O., N. 120 ff. 
zu Art. 138 StGB).

Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der Angeklagte als 
Betreibungs- und Konkursbeamter auch subjektiv den Tatbestand der Verun-
treuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 erfüllt hat und somit der mehrfachen Verun-
treuung nach Art. 138 Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen ist. 

6. Im Falle der zur Anklage gebrachten Veruntreuung zum Nachteil 
von P. O. ist unbestritten, dass der Angeklagte von deren Konto tranchenweise 
eine Summe von total Fr. 218'920.-- abhob und für eigene Zwecke verwendete. 
P. O. hatte dem Angeklagten nach dem Verkauf der Liegenschaft "W." durch die 

25

X. & Z. AG Einzelvollmacht über ihr GKB-Konto eingeräumt, damit er für sie 
eingehende Rechnungen begleichen konnte. Daneben betraute P. O. den 
Angeklagten mit weiteren Treuhandarbeiten, namentlich auch mit dem Ausfüllen 
ihrer Steuererklärungen. A. X. hat in diesem Zusammenhang auch anlässlich 
der Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts ein de-
liktisches Verhalten bestritten. Er macht geltend, er habe das Geld mit Einwilli-
gung der Treugeberin als Darlehen bezogen. Dies trifft offenkundig nicht zu. 

a) Gegen die Behauptung des Angeklagten spricht, dass P. O. - als 
Zeugin untersuchungsrichterlich befragt (act. 5.11) - glaubhaft versicherte, A. X. 
habe sie nie gefragt, ob sie ihm ein Darlehen geben würde. Wohl gab die Zeugin 
dabei auch zu Protokoll, sie habe vor rund einem Jahr mit A. X. ein Gespräch 
geführt, in dem es um die bessere Anlage von Fr. 50'000.-- bei einer anderen 
Bank gegangen sei. Wie A. X. ausführte, hat diese Unterhaltung bereits Ende 
November 2000, also lediglich rund 2 1/2 Monate zuvor, stattgefunden. P. O. 
sei damals einverstanden gewesen, dass er die Fr. 50'000.-- als Darlehen be-
ziehe. Für die Annahme, die Zeugin habe ein schlechtes Erinnerungsvermögen 
und habe die behauptete Darlehensgewährung schlicht vergessen, besteht 
jedoch kein Grund. Zum einen ist nicht einzusehen, weshalb P. O. sich 
richtigerweise daran erinnert haben sollte, dass es in diesem Gespräch um die 
bessere Anlage von Fr. 50'000.-- bei einer anderen Bank gegangen ist, 
gleichzeitig dann aber vergessen haben sollte, dass sie den genannten Betrag 
schlussendlich dem Angeklagten als Darlehen zur Verfügung stellte. Dies umso 
weniger, als der Angeklagte P. O. ja schon vor dem ersten Bezug auf die 
Einräumung eines Darlehens angesprochen haben will und es demzufolge nur 
um die Bestätigung einer angeblich bereits erhaltenen Zustimmung ging. 
Schliesslich ist auch nicht ersichtlich, weshalb die Zeugin den Angeklagten in 
diesem Punkt zu Unrecht belastet haben könnte. Wie sie anlässlich der 
erwähnten Einvernahme erklärte, wäre sie bereit gewesen, A. X. den genannten 
Betrag als Darlehen zu gewähren, wenn dieser sie gefragt hätte. Für sie war der 
Angeklagte eine Vertrauensperson. 

Zum anderen wird die Richtigkeit der Aussage von P. O. auch durch die 
übrige Beweislage bestätigt. Wohl kann ein Darlehensvertrag auch nur mündlich 
geschlossen werden. Gerade im vorliegenden Fall wäre aber - nachdem der An-
geklagte Treuhänder ist und er offensichtlich eine hohe Summe beziehen wollte 
- ein schriftlicher Vertrag, zumindest aber klare mündliche Abmachungen zu 
erwarten gewesen. Stellt man auf die Angaben des Angeklagten ab, wurden 

26

aber letztlich überhaupt keine konkreten Abreden getroffen. Gemäss seinen 
Bekundungen blieben bei tatsächlich getätigten Bezügen von über Fr. 200'000.-
- die genaue Darlehenssumme, die Laufzeiten, die Rückzahlungsmodalitäten 
und die Verzinsung ungeregelt. Im Ergebnis laufen die Angaben des Ange-
klagten auf die Behauptung hinaus, P. O. habe ihm - ohne jegliche Sicherheit 
und ohne genaue Abmachungen zu treffen - eine Blankovollmacht zur 
Selbstbedienung eingeräumt. Bemerkenswert ist dabei, mit welcher Wider-
sprüchlichkeit sich der Angeklagte äusserte. Anlässlich seiner ersten, polizeili-
chen Einvernahme vom 7. Februar 2001 (act. 5.9) gab er an, er habe P. O. 
jeweils vor den einzelnen Bezügen gefragt, ob er das Geld als Darlehen 
beziehen dürfe und es sei mündlich ein Zins von 5% vereinbart worden. Bei der 
Konfronteinvernahme mit P. O. vom 20. Februar 2001 (act. 5.11) erklärte er 
dann, er habe P. O. wohl im November 1997 - also vor den Bezügen - gefragt, 
ob sie ihm ein Darlehen gewähre. Er habe nicht gesagt, wieviel Zins er bezahlen 
würde, habe jedoch angenommen, dass es um einen Zins von 5% gehe. Ende 
November 2000 habe er P. O. gefragt, ob er Fr. 50'000.-- von ihrem Konto 
abheben dürfe. Sie hätten auch von Bankanlagen gesprochen. Er hätte P. O. 
erklärt, dass er keine Bank kenne, welche mehr Zins zahlen würde als er. P. O. 
sei dann einverstanden gewesen, dass er diese Fr. 50'000.-- als Darlehen 
beziehe. Bei seiner letzten Einvernahme vom 1. Juli 2003 (act. 5.14) erklärte er 
schliesslich, er habe P. O. einen Tag vor dem ersten Bezug mündlich angefragt, 
ob er von ihrem Konto Geld im Sinne von Darlehen beziehen dürfe. Sie sei damit 
einverstanden gewesen. Über einen bestimmten Betrag sei nicht gesprochen 
werden. Es sei auch bezüglich der Zinsen keine genaue Abmachung getroffen 
worden. Er habe sich jedoch dahingehend geäussert, dass er das Darlehen mit 
4 bis 5% verzinsen werde. Dass der Angeklagte - wie aus diesen Aussagen folgt 
- selbst nicht in der Lage ist, widerspruchsfreie Angaben zur Frage zu machen, 
wie es zur Darlehenseinräumung gekommen ist, dass er zuerst vorgibt, vor 
jedem Bezug, dann wenigstens zweimal und schliesslich nur zu Beginn der 
Bezüge nachgefragt haben will, darf als klares Indiz dafür gewürdigt werden, 
dass tatsächlich nie - auch nicht im Zusammenhang mit der anderweitigen 
Anlage von Fr. 50'000.-- im November 2000 - von der Einräumung von Darlehen 
die Rede war. So lassen sich diese Widersprüche namentlich auch nicht damit 
erklären, dass der Angeklagte - wie er vorgibt - bei der polizeilichen 
Einvernahme unter Druck gestanden haben will. Tatsächlich widersprach er sich 
nämlich praktisch in allen seinen Angaben zu den angeblichen Darlehen. Bei 
der ersten Einvernahme gab er an, er habe mündlich mit P. O. ein Zins von 5% 
vereinbart, gemäss zweiter Aussage soll von Zinsen dann nicht die Rede gewe-

27

sen sein und gemäss dritter Befragung will der Angeklagte doch noch von sich 
aus einen Zins von 4 bis 5% erwähnt haben. Desgleichen gab er zuerst an, P. 
O. habe von der GKB die Belege über seine Bezüge erhalten. In der dritten 
Einvernahme erklärte er dann, Frau O. habe keinen Kontoauszug und keine 
Bankauszüge haben wollen und habe von Ende 1997 bis Januar 2001 nie Ein-
blick in die Kontoauszüge genommen. Seines Wissens habe P. O. der Bank 
direkt mitgeteilt, sie wünsche keine Kontoauszüge. Diese Angaben brachte der 
Angeklagte zu seiner Entlastung vor, als der Untersuchungsrichter ihm vorhielt, 
er habe absichtlich regelmässig ungerade Beträge abgehoben, damit P. O. 
irrtümlich annehme, die Bezüge seien zur Begleichung von Rechnungen 
verwendet worden. Dass dann anlässlich der Hauptverhandlung wieder 
behauptet wurde, P. O. sei durch die Bankbelege über die Bezüge des 
Angeklagten im Bild gewesen, gleichzeitig bei derselben Gelegenheit aber auch 
eingeräumt wird, P. O. hätte in Kenntnis der getätigten Bezüge ihre Zustimmung 
wohl nicht gegeben, unterstreicht die dargelegte Widersprüchlichkeit und zeigt, 
dass A. X. sich nur irgendwelcher Ausflüchte bedient. 

Es ist dem Angeklagten deshalb auch nicht zu glauben, wenn er den 
Umstand, dass die Darlehen in keinem Schriftstück Erwähnung fanden, na-
mentlich auch nicht in der eigenen Steuererklärung als Schuld noch in jener von 
Frau O. als Vermögen berücksichtigt wurden, mit seiner damaligen schludrigen 
Arbeitsweise erklärt. Ebensowenig handelt es sich beim Umstand, dass der 
Angeklagte P. O. nie über die Bezüge informierte und keine Abrechnung mit 
Zinsgutschriften machte, lediglich um eine nicht weiter relevante Unterlassung. 
Vielmehr belegt dies zusätzlich, dass der Angeklagte sich die Mittel ohne 
jegliches Einverständnis aneignete und er - das Vertrauen und das Desinteresse 
von P. O. für ihre finanziellen Belange ausnutzend - bewusst auf die Erwähnung 
der für sich verwendeten Beträge verzichtete. 

Dass der Angeklagte dabei in Bereicherungsabsicht handelte, steht 
ausser Frage. Er wusste um die Fremdheit der Sache, die er sich dauerhaft 
aneignete und war sich über die Unrechtmässigkeit seines Vorgehens im Kla-
ren. Angesichts dessen, dass der Angeklagte keinen Anspruch auf die ange-
eigneten Gelder hatte und diese lediglich treuhänderisch mit sofortiger Wider-
rufsmöglichkeit verwaltete, musste er jederzeit ersatzbereit sein. Eine solche 
Ersatzbereitschaft bestand nicht. Wie der Angeklagte anlässlich seiner Einver-
nahme vom 20. Februar 2001 (act. 5.11 S. 9) erklärte, machte er sich über die 
Rückzahlung keine Gedanken. Wohl beruht diese Aussage des Angeklagten auf 

28

der Behauptung, P. O. habe ihm das Geld als Darlehen zur Verfügung gestellt. 
Umso weniger ist aus dieser Bekundung aber dann auf einen jederzeitigen 
Ersatzwillen zu schliessen, wenn erwiesenermassen keine Darlehen gewährt 
wurden und sich der Angeklagte das Geld unerlaubterweise angeeignet hat. 
Ebensowenig bestand Ersatzfähigkeit. Der Angeklagte war - wie bereits 
dargelegt wurde - überschuldet und wäre nach eigenem Bekunden (vgl. 
Schlusseinvernahme act. 1.23 S. 4) nie in der Lage gewesen fristgerecht Ersatz 
zu leisten. 

b) Schliesslich liegt auch im Falle der Veruntreuung zum Nachteil von 
P. O. eine qualifizierte Begangenschaft im Sinne von Art. 138 Ziff. 2 StGB vor, 
da der Angeklagte als berufsmässiger Vermögensverwalter delinquierte. Der 
Angeklagte macht zwar geltend, er mache praktisch keine Vermögensver-
waltungen und auch im Falle von P. O. will er nicht als Vermögensverwalter tätig 
gewesen sein. Seine Aufgabe habe sich auf das Bezahlen von Rechnungen 
beschränkt (vgl. act. 5.14 S. 2).

Auf berufsmässige Vermögensverwaltung ist dann zu schliessen, wenn 
die entsprechende Tätigkeit typischerweise gerade darin besteht, Vermögen zu 
verwalten (Niggli/Riedo, a.a.O., N. 166 zu Art. 138 StGB mit Hinweisen). Der 
Begriff der berufsmässigen Vermögensverwaltung wird damit nicht auf ganz 
spezifische Tätigkeiten, wie etwa die Verwendung von Geldern im Rahmen 
einer Anlageberatung beschränkt, noch muss ein genereller Vermögensver-
waltungsauftrag vorliegen. Auch das blosse Entgegennehmen und Weiterleiten 
von Kundengeldern stellen Tätigkeiten der Vermögensverwaltung dar und sind 
- sofern sie von Berufs wegen erfolgen - unter dem Aspekt der qualifizierten Be-
gangenschaft nach Art. 138 Ziff. 2 StGB zu würdigen. Ebensowenig ist von Be-
lang, dass der Angeklagte daneben in wesentlichem Umfange andere Tätig-
keiten ausgeführt hat. Art. 138 Ziff. 2 StGB setzt nicht voraus, dass sich der 
Täter ausschliesslich der Vermögensverwaltung widmet. Der Angeklagte ar-
beitete als Treuhänder und ging damit gleichfalls einer Tätigkeit nach, die typi-
scherweise gerade auch darin bestand, Gelder für Klienten entgegenzunehmen 
oder weiterzuleiten (vgl. Ordner 1 zum Treuhandbüro; BGE 100 IV 30). In die-
ser Eigenschaft als berufsmässiger Vermögensverwalter war er auch für P. O. 
tätig, von der er eine Vollmacht für ihr Konto zur Begleichung von Rechnungen 
erhalten hatte. Entsprechend hat sich der Angeklagte, nachdem er einen Teil 
des ihm als Treuhänder anvertrauten Geldes zweckwidrig verwendete, auch in 

29

diesem Fall der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 2 StGB 
zu verantworten. 

7. Gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG wird mit Busse oder Gefängnis be-
straft, wer in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug führt. Fahrunfähigkeit 
wegen Alkoholeinwirkung gilt dabei in jedem Fall als erwiesen, wenn der Fahr-
zeugführer eine Blutalkoholkonzentration von 0.8 oder mehr Gewichtspromille 
aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Blutalko-
holkonzentration führt (vgl. zum Ganzen Schaffhauser, Grundriss des schwei-
zerischen Strassenverkehrsrechts, Band III, Bern 1995, Rz 2380 ff.). A. X. ist 
überführt und geständig, am 20. Dezember 2000 nachts um ca. 00.30 Uhr bis 
00.45 Uhr mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1.01 Ge-
wichtspromille von Buchs Richtung G. gefahren zu sein. Subjektiv handelte der 
Angeklagte - wie sich bereits aus seinen Angaben zur konsumierten Alko-
holmenge ergibt und letztlich ebenfalls unbestritten blieb - vorsätzlich. A. X. hat 
sich demnach zusätzlich des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand 
gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG zu verantworten. 

8. Gemäss Art. 63 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem 
Verschulden des Täters. Es berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorle-
ben und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Grundlage für die Be-
messung der Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei der Beurteilung der Tat-
komponente werden insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, 
die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der 
Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldigen berücksichtigt. Die 
Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie 
das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das Mass des Verschuldens variiert unter 
anderem mit der Schwere des deliktischen Erfolges, den unterschiedlich gravie-
renden Modalitäten der Tatbegehung und dem Mass an Entscheidungsfreiheit, 
das dem Täter zugeschrieben werden muss. Je leichter es für ihn gewesen 
wäre, die Rechtsgutverletzung zu vermeiden, je grösser also sein Handlungs-
spielraum war, desto grösser wiegt das Verschulden. Diese in die Waagschale 
gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wobei in der Be-
gründung der Strafzumessung die Überlegungen des Gerichts nachvollziehbar 
sein müssen (vgl. BGE 117 IV 113 f., 118 IV 14 ff.).

30

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheits-
strafen verwirkt hat, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip 
zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Es kann 
jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte 
überschreiten und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart 
gebunden (Art. 68 Ziff. 1 StGB). Das Gericht hat also zunächst, ausgehend von 
der abstrakten Strafdrohung für die schwerste Tat sowie unter Berücksichtigung 
aller Strafzumessungsgründe deren Strafe (Einsatzstrafe) zu bestimmen und 
diese daraufhin angemessen zu erhöhen. 

Grundlage für die Strafzumessung ist im vorliegenden Fall der in Art. 138 
Ziff. 2 StGB vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis oder Zuchthaus bis zu 
zehn Jahren. Das Verschulden des Angeklagten wiegt dabei schwer. A. X. hat 
über einen längeren Zeitraum die Vertrauensstellung, die er als Betreibungs- 
und Konkursbeamter aber auch als Treuhänder genoss, in schwerer Weise 
missbraucht. Insgesamt veruntreute der Angeklagte einen Betrag von über Fr. 
350'000.--. Dabei handelte er nicht aus einer Notlage heraus. Es ging ihm 
letztlich nur um die Finanzierung seines ausschweifenden Lebenswandels. Wie 
sich aus der Vielzahl der Bezüge ergibt, bediente sich der Angeklagte dabei 
einfach nach Bedarf. Der Angeklagte war in keiner Weise in der Lage, die zu 
Unrecht bezogenen Gelder fristgerecht zu ersetzen, weshalb ihm auch nicht zu 
glauben ist, wenn er vorgibt, es habe bei ihm nie ein direkt auf die Rechts-
gutverletzung gerichteter Wille bestanden. Die Vorgehensweise, die Intensität 
und das Motiv lassen im Gegenteil auf einen ausgeprägten kriminellen Willen 
schliessen. Strafschärfend wirken sich die mehrfache Tatbegehung sowie das 
Zusammentreffen mit einer weiteren strafbaren Handlung - dem Fahren in 
angetrunkenem Zustand - aus. Zugute gehalten kann A. X. die verbal ge-
äusserte Einsicht und Reue. Tätige Reue im Sinne von Art. 64 Abs. 5 StGB, die 
als Strafmilderungsgrund zu werten wäre, liegt hingegen nicht vor. Mit dem 
Hinweis auf die Zumutbarkeit und die Betätigung der Reue verlangt das Gesetz 
eine besondere Anstrengung des Fehlbaren, die er freiwillig und uneigennützig, 
weder nur vorübergehend noch allein unter dem Druck des drohenden oder 
hängigen Strafverfahrens erbringen muss (vgl. H. Wiprächtiger, Basler Kom-
mentar zum Strafgesetzbuch, Band I, 2003, N. 25 zu Art. 64 StGB). In diesem 
Sinne ist auch nicht jede verbale Entschuldigung und jede Schadensdeckung 
als Betätigung aufrichtiger Reue zu werten. Zu verlangen ist eine echte 
Wiedergutmachung im Sinne einer ernsthaften, persönlichen Leistung des 
Täters (H. Wiprächtiger, a.a.O., N. 26 zu Art. 64 StGB). Im vorliegenden Fall hat 

31

der Angeklagte zwar beteuert, er werde den Schaden, den er als Betreibungs- 
und Konkursbeamter dem Kanton Graubünden angerichtet hat, begleichen. 
Wohl war die genaue Schadenshöhe umstritten. Zum überwiegenden Teil wurde 
die Forderung des Kantons Graubünden vom Angeklagten jedoch anerkannt. 
Eine Teilbegleichung wäre dem Angeklagten ohne weiteres möglich und für ihn 
auch - als Zeichen aufrichtiger Reue - zumutbar gewesen. Wenn der Angeklagte 
aber erklärt, er könnte zur Begleichung seine Liegenschaften in Luchsingen 
verkaufen, wolle dies - offenbar aus Rentabilitätsüberlegungen - aber nicht tun, 
mithin ernstlich die Auffassung vertritt, sein Gläubiger hätten sich zu gedulden, 
bis er sich das Geld auf eine ihm genehme Art beschafft hat, ist dies fraglos 
nicht als Ausdruck einer besonderen Bereitschaft zur Wiedergutmachung zu 
werten. Vielmehr lässt sich fragen, wie ernst der Angeklagte es mit seinen 
Beteuerungen, das Ganze tue ihm leid, wirklich meint. 

Im Falle von P. O. hat der Angeklagte der Treugeberin offenbar für die zu 
Unrecht bezogenen Gelder eine Hypothek auf seine Liegenschaft in G. 
eintragen lassen. Eine ernsthafte Anstrengung, den angerichteten Schaden 
wiedergutzumachen, ist darin aber ebenfalls nicht zu erblicken. Der Angeklagte 
hat den Schaden nicht beglichen, sondern P. O. im besten Fall - die 
Liegenschaft, die gemäss Schätzung vom 31. Oktober 1995 einen Verkehrswert 
von Fr. 560'000.-- hat, war offenbar schon hypothekarisch mit Fr. 441'000.-- 
belastet - nachträglich für die zu Unrecht bezogenen Geldern eine Sicherheit 
geleistet. Im Ergebnis hat er sich letztlich nachträglich das einräumen lassen, 
was er sich vorher einfach ungefragt genommen hatte: Einen Kredit über eine 
Summe, den ihm angesichts seiner Vermögenslage damals wohl kaum eine 
Bank gewährt hätte. Es besteht deshalb auch keine Veranlassung, diesen Um-
stand wenigstens als Strafminderungsgrund zu würdigen. 

Nicht oder nur in beschränktem Rahmen sind auch weitere, seitens der 
Verteidigung angeführte Strafminderungsgründe zu berücksichtigten. So trifft es 
fraglos nicht zu, dass der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. 
Geständig war der Angeklagte nur insofern, als er zugab, als Betreibungs- und 
Konkursbeamter Gelder unrechtmässig bezogen zu haben und nur diesbe-
züglich lässt sich auch etwas zu Gunsten des Angeklagten ableiten. Sodann ist 
zwar davon auszugehen, dass die eheliche Beziehung des Angeklagten unter 
dessen Lebenswandel gelitten hat und möglich erscheint auch, dass ein allfälli-
ger Strafvollzug sich negativ auf die Ehe auswirken könnte. Die Verbüssung 
einer Freiheitsstrafe ist jedoch für jeden Täter, der in einem familiären Umfeld 

32

lebt, immer mit einer gewissen Härte verbunden. Desgleichen ergibt sich dar-
aus regelmässig eine erhebliche Belastung der eheliche Beziehung. Ausserge-
wöhnliche Umstände, die auf eine besondere Strafempfindlichkeit schliessen 
lassen und somit strafmindernd zu berücksichtigen wären (vgl. H. Wiprächtiger, 
a.a.O., N. 96 zu Art. 63 StGB mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Praxis), 
liegen somit im Falle des Angeklagten nicht vor. 

Ebensowenig ergeben sich solche aus der persönlichen Belastung, 
welch das Strafverfahren für den Angeklagten mit sich brachte. Freilich wurde 
in den Medien über das gegen A. X. eröffnete Verfahren berichtet und es mag 
auch zutreffen, dass im Zusammenhang mit dem deliktischen Verhalten 
unzutreffende Gerüchte kursierten. Es gilt jedoch darauf hinzuweisen, dass das 
Interesse, welches dem Strafverfahren des Angeklagten in den Medien 
entgegengebracht wurde, in erster Linie auf dessen besonderer Stellung als 
Amtsperson beruhte. Diesbezüglich besteht durchaus ein berechtigtes In-
teresse der Bevölkerung auf Information, das der Angeklagte hinnehmen muss. 
Weil er insbesondere auch als Betreibungs- und Konkursbeamter Gelder ver-
untreute, weil er in dieser Stellung das ihm entgegengebrachte Vertrauen miss-
braucht, unterliegt er letztlich auch der qualifizierten Strafdrohung. Entspre-
chend erscheint aber auch Zurückhaltung geboten, dieser besonderen Stellung, 
dem damit verbundenen Aufsehen und der daraus resultierenden persönlichen 
Belastung dann wiederum den Wert eines Strafminderungsgrundes 
beizumessen. Solches lässt sich nur dann rechtfertigen, wenn der Täter durch 
eine übertrieben breite, falsche oder vorverurteilende Berichterstattung einer 
unverhältnismässig grossen Belastung ausgesetzt war (H. Wiprächtiger, a.a.O., 
N. 100 zu Art. 63 StGB). Vorliegend war die Medienberichterstattung aber 
keineswegs besonders intensiv und von einer gravierenden Vorverurteilung 
kann in diesem Zusammenhang nicht die Rede sein (BGE 128 IV 97). Die 
Gerüchte, welche der Angeklagte anführt, hatten wiederum lediglich lokalen, 
allenfalls regionalen Charakter und es kann ihnen schon allein aus diesem 
Grund keine besonders grosse Bedeutung beigemessen werden. Abgesehen 
davon scheinen die Gerüchte dem Angeklagten auch nicht im besonderen Mass 
geschadet zu haben, betätigt er sich doch eigenen Angaben zufolge wieder mit 
Erfolg in seiner Talschaft als Treuhänder. 

Als weiteren Strafminderungsgrund führt die Verteidigung die Verfah-
rensdauer an. Wohl sind seit der Eröffnung des Verfahrens mehr als drei Jahre 
vergangen. Zu berücksichtigen gilt jedoch, dass es sich um einen relativ auf-

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wändigen Fall handelt, der verschiedene Handlungskomplexe umfasste. Zwar 
zeigte sich der Angeklagte - was seine Veruntreuungen als Betreibungs- und 
Konkursbeamter betraf - durchaus kooperativ. Einerseits konnte die Untersu-
chungsbehörde jedoch nicht einfach ohne eigene Ermittlungen auf diese An-
gaben abstellen. Andererseits vermochte nicht einmal der Angeklagte ausrei-
chend klare Angaben zum Umfang der Veruntreuungen zu machen. Die dies-
bezüglichen Ermittlungen zeigten sich - da die Geldflüsse zahlreicher Konti 
durchleuchtet werden mussten - als sehr zeitraubend. Und schliesslich galt es 
auch genau zu klären, in welchem Umfang der Angeklagte zu Recht Gelder als 
Honorare bezogen hatte. Diese Ermittlungen erforderten den Beizug von 
sachverständigen Personen und standen nicht zuletzt im Interesse des Ange-
klagten, der im Übrigen durch seine eigenwillige Gebührenerhebung, seine 
zahlreichen Bezüge zu Privatzwecken und seinen teilweise nicht nachvollzieh-
baren Verbuchungen diesen Aufwand überhaupt erst verursachte. Insgesamt 
gingen die Behörden bei der Erledigung des Strafverfahrens beförderlich vor. 
Das Beschleunigungsgebot ist demgemäss nicht verletzt und eine Strafminde-
rung oder gar Strafmilderung (vgl. Art. 64 StGB) fällt unter dieser Aspekt ausser 
Betracht.

Strafmindernd ist hingegen das Vorleben, namentlich auch die Vorstra-
fenlosigkeit des Angeklagten zu würdigen. Der Angeklagte ist heute 55-jährig 
und hat sich über eine lange Zeit seines Lebens wohl verhalten. Unter diesem 
Blickwinkel darf das deliktische Verhalten des Angeklagten als einmalige, atypi-
sche, durch eine Lebenskrise verursachte Entgleisung verstanden werden. Der 
Angeklagte hat sich offenbar aufgefangen. Er führt heute wieder ein geordnetes 
Leben und betätigt sich - eigenen Angaben zufolge erfolgreich - als Treuhänder. 
Diesen Strafminderungsgründen kommt vorliegend eine wesentliche Bedeutung 
zu. Liesse sich nämlich aufgrund der übrigen Strafzumessungsfaktoren 
durchaus eine über 24 Monaten liegende Gefängnisstrafe vertreten, kann bei 
Berücksichtigung der vorerwähnten Strafminderungsgründe eine Strafe unter 
21 Monaten in Betracht gezogen werden. Bei einer Freiheitsstrafe von nicht 
erheblich mehr als 18 Monaten hat der Richter jedoch eine sogenannte 
Folgeberücksichtigung vorzunehmen (BGE 127 IV 97; H. Wiprächtiger, a.a.O., 
N. 97 ff. zu Art. 63 StGB). Soweit auch die Voraussetzungen für den bedingten 
Strafvollzug gegeben sind, hat er diesfalls zu prüfen, ob angesichts der 
persönlichen Verhältnisse des Schuldigen der Vollzug einer unbedingten 
Freiheitsstrafe nicht dem Zweck der Verbrechensverhütung zuwiderläuft. In 
Beachtung des Grundsatzes "nil nocere" hat er mithin die Strafe auf der 

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Grundlage der Schuld so zu bemessen, dass sie einen bisher sozial ausrei-
chend eingeordneten Täter nicht unnötigerweise aus dieser sozialen Ordnung 
herausreisst (BGE 128 IV 73). Vorliegend lässt sich - wie aus den nachstehen-
den Erwägungen unter Ziffer 9. folgt - die Gewährung des bedingten Strafvoll-
zugs vertreten. Sodann ist nicht zu übersehen, dass eine unbedingt ausge-
sprochene Gefängnisstrafe dem Angeklagten erheblich schaden würde. Er 
müsste seine Tätigkeit als Treuhänder wieder aufgeben und es käme wohl defi-
nitiv zum finanziellen Zusammenbruch. Nach der Entlassung aus dem Strafvoll-
zug müsste sich A. X. erneut eine Existenz aufbauen, was nachgerade unter 
Berücksichtigung seines Alters doch eine erhebliche Belastung darstellen 
würde. Das Gericht gelangt daher zum Schluss, dass A. X. bei Würdigung 
sämtlicher Strafzumessungsgründe unter Einschluss der erwähnten 
Folgeberücksichtigung mit 18 Monaten Gefängnis und - ausgehend von den 
angespannten Vermögensverhältnissen des Angeklagten - Fr. 2'000.-- Busse 
zu bestrafen ist. 

9. Nach Art. 41 Ziff. 1 StGB kann der Vollzug einer Freiheitsstrafe 
von nicht mehr als 18 Monaten aufgeschoben werden, wenn Vorleben und Cha-
rakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Delik-
ten abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Aufschub 
einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen nicht zulässig, wenn der Verurteilte 
innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich begange-
nen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von 
mehr als drei Monaten verbüsst hat. 

a) Da A. X. innerhalb der letzten fünf Jahre keine solche 
Freiheitsstrafe verbüssen musste und die ausgefällte Strafe nicht mehr als 18 
Monate beträgt, sind die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des 
bedingten Strafvollzuges gegeben. A. X. ist sich - wie sich anlässlich der 
Hauptverhandlung gezeigt hat - bewusst, dass er einen schweren Fehler 
begangen hat und in seinem Fall durchaus auch eine unbedingt 
ausgesprochene Strafe in Betracht zu ziehen war. Das Verfahren dürfte bei ihm 
einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Für eine Bewährung spricht 
schliesslich auch sein Vorleben und der Umstand, dass A. X. in geordneten 
Verhältnissen lebt und sich wieder eine ausreichende berufliche Existenz 
geschaffen hat. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges lässt sich damit 
sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht vertreten. Letzten 
Bedenken, die sich nicht zuletzt daraus ergeben, dass sich A. X. wieder als 

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selbständiger Treuhänder betätigt und er offenbar am 27. März 2002 erneut in 
angetrunkenem Zustand ein Fahrzeug lenkte (act. 15.8), wird durch die 
Ansetzung der von der Staatsanwaltschaft beantragten Probezeit von drei 
Jahren Rechnung getragen. 

b) Die Staatsanwaltschaft hat zusätzlich das Begehren gestellt, es 
sei dieselbe Probezeit auch für die vorzeitige Löschung der Busse im Strafre-
gister anzuberaumen. Der Anwendungsbereich von Art. 49 Ziff. 4 StGB (vor-
zeitige Löschung von Bussen) ist auf Urteile beschränkt, in denen als Haupt-
strafe nur eine Busse ausgefällt wird. Sodann fällt sie die vorzeitige Löschung 
nur bei einer Probezeit von maximal zwei Jahren in Betracht. In allen anderen 
Fällen folgt die Löschung der Busse derjenigen der Freiheitsstrafe (Ams-
ler/Sollberger, Basler Kommentar zum Strafgesetzbuch, Band I, 2003, N. 23 zu 
Art. 39 StGB). Demzufolge hat in Anwendung von Art. 41 Ziff. 4 StGB die Lö-
schung des vorliegenden Urteils nach Ablauf der dreijährigen Probezeit zu er-
folgen, sofern sich der Verurteilte bis zu deren Ablauf bewährt hat und auch die 
Busse vollzogen ist. Wohl fällt damit die Löschung der Busse nach Ablauf der 
vom Staatsanwalt beantragten Frist in Betracht. Dies allerdings nur zusammen 
mit der bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe. Diesbezüglich hat sich die 
zuständige Behörde - bevor sie über die Löschung entscheidet - in jedem Fall 
ein Bild über die Bewährung zu machen. Entsprechend ist zum jetzigen 
Zeitpunkt von der Anordnung einer Löschung nach Ablauf der Probezeit 
abzusehen. 

10. In seiner am 19. September 2003 eingereichten Adhäsionsklage 
stellte der Rechtsvertreter des Kantons Graubünden den Antrag, es sei der Be-
klagte zu verpflichten, dem Kläger Schadenersatz in Höhe von Fr. 171'310.10 
nebst Zins von 5% seit dem 10. Januar 2001 zu bezahlen. 

a) Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung 
und Konkurs (SchKG; SR 281.1) haftet der Kanton unter anderem für den 
Schaden, den die Beamten bei der Erfüllung der Aufgaben, die ihnen das 
SchKG zuweist, widerrechtlich verursachen. Dass der Verurteilte dem Kanton 
Graubünden in Ausübung seiner Tätigkeit als Betreibungs- und Konkursbeam-
ter widerrechtlich Schaden zugefügt hat, ist ausgewiesen und letztlich unbe-
stritten. Die Aktivlegitimation des Kantons Graubünden als Adhäsionskläger zur 
Geltendmachung des vorliegenden Schadenersatzanspruchs ergibt sich wie-
derum aus Art. 5 Abs. 3 SchKG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der grossrätli-

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chen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs (GVV zum SchKG, BR 220.100). Demgemäss kann der Kanton Grau-
bünden auf Personen, die den Schaden widerrechtlich und schuldhaft verur-
sacht haben, Rückgriff nehmen. 

b) Dass der Angeklagte dem Kanton widerrechtlich und schuldhaft 
Schaden zugefügt hat, ist erwiesen und letztlich - wie die Teilanerkennung der 
Schadenersatzforderung zeigt - unbestritten. In Bezug auf den Umfang des 
belegten Schadens ist auf die Erwägungen unter Ziffer 2. und 3. zu verweisen. 
Demnach ist ausgewiesen, dass der Verurteilte sich als Betreibungsbeamter 
einen Betrag von Fr. 40'832.50 und als Konkursbeamter einen solchen von Fr. 
111'510.10, total somit Fr. 152'342.60, aneignete. Auf diesen Betrag, von dem 
der Beklagte letztlich Fr. 135'822.90 anerkannt hat, ist auch der Schadener-
satzanspruch des Kantons Graubünden zu begrenzen. Denn im Zusammen-
hang mit der in der Adhäsionsklage vertretenen Argumentation ergeben sich 
keine Anhaltspunkte, welche es rechtfertigen würden, den Beklagten für Beträge 
schadenersatzpflichtig zu erklären, bei denen die objektive Tatbestands-
mässigkeit verneint wurde. Soweit die Strafkammer des Kantonsgerichts in Be-
zug auf im Einzelnen erwähnte Positionen eine unrechtmässige Aneignung und 
damit auch den Tatbestand der Veruntreuung verneinte, ist kein Schaden des 
Adhäsionsklägers ersichtlich. 

Sodann hatte das Gericht im Falle der A. X. als Betreibungsbeamter zum 
Vorwurf gemachten Veruntreuungen beim rahmenmässig bezifferten 
Deliktsbetrag vom tieferen Wert auszugehen. Dies aufgrund der Erkenntnis, 
dass im darüber liegenden Bereich eine Veruntreuung nicht nachgewiesen ist. 
Gleich verhält es sich bei der Frage des Schadens, für den der Adhäsionskläger 
letztlich die Beweislast trägt. Dass dem Kanton aus der Tätigkeit des 
Verurteilten als Betreibungsbeamter ein höherer Schaden entstanden ist, ver-
mochte der Adhäsionskläger nicht nachzuweisen. So hat A. X. in den vom 
Adhäsionskläger speziell erwähnten Einvernahmen die veruntreuten Beträge 
nur rahmenmässig, nie aber ausdrücklich im Maximalbetrag anerkannt. Auch 
aus dem Umstand, dass der Kanton Graubünden dem Betreibungsamt Fr. 
50'000.-- überwies, lässt sich nichts ableiten. Wie seitens des Adhäsionsklägers 
selbst ausgeführt wird, handelt es sich hierbei um eine Akontozahlung. Diesem 
Betrag braucht nicht zwangsläufig ein durch die Tätigkeit als Betreibungsbe-
amter angerichteter Schaden in gleicher Höhe gegenüberzustehen. 

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c) Zur klagbaren Schadenersatzforderung gehört indes auch der 
Schadenszins. Dieser ist mit Eintritt des den Anspruch begründenden Vorfalls 
fällig (BGE 81 II 512 ff.; Anton K. Schnyder, Basler Kommentar zum Obligatio-
nenrecht, Band I, 2003, N. 5 zu Art. 42 OR). Auslöser der Schadenersatzpflicht 
bilden die einzelnen ungerechtfertigten Bezüge, die der Beklagte ohne Ersatz-
bereitschaft tätigte. Wenn der Adhäsionskläger den gesetzlich festgelegten (Art. 
73 OR) Verzugszins von 5% ab dem 10. Januar 2001 - mithin einem Zeitpunkt 
nach Eröffnung der Untersuchung - verlangt, lässt sich dies demnach nicht be-
anstanden. 

d) Der Beklagte weist auf eine eigene offene Forderung von ca. Fr. 
11'000.-- hin. Offenbar handelt es sich hierbei um seine Honoraransprüche in 
den noch nicht abgeschlossenen Konkursverfahren. Wie der Beklagte selbst 
festhält, muss über diese Ansprüche erst noch abgerechnet werden, weshalb 
sie zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht zur Verrechnung gebracht werden 
können. Eine spätere Verrechnung bleibt indes vorbehalten. 

e) Zusammenfassend wird der Adhäsionsbeklagte demnach ver-
pflichtet, dem Adhäsionskläger Fr. 152'342.60 zuzüglich Zins von 5% seit dem 
10. Januar 2001 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Adhäsionsklage auf den Zivil-
weg verwiesen. Auf die Erhebung von Kosten für das Adhäsionsverfahren wird 
verzichtet. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Untersuchungsko-
sten der Staatsanwaltschaft, die Gerichtsgebühr sowie das Honorar der amtli-
chen Verteidigung gestützt auf Art. 158 Abs. 1 StPO zu Lasten des Verurteilten. 
Der vom amtlichen Verteidiger in seiner Honorarnote geltend gemachte Betrag 
entspricht dem entschädigungspflichtigen notwendigen Aufwand. Unter 
Einbezug der Mehrwertsteuer wird ihm demzufolge eine Entschädigung von Fr. 
10'236.35 zugesprochen. Die Kosten der Polizeihaft und eines allfälligen Straf-
vollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit 
Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer:

1. A. X. ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 2 
StGB und des Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 
1 SVG. 

2. Dafür wird er mit 18 Monaten Gefängnis, abzüglich der erstandenen Po-
lizeihaft von drei Tagen, sowie mit Fr. 2'000.-- Busse bestraft. Der Voll-
zug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probe-
zeit von 3 Jahren. Nach Ablauf derselben Probezeit ist der Eintrag der 
Busse im Strafregister vorzeitig zu löschen. 

3. Die Adhäsionsklage des Kantons Graubünden wird teilweise gutgeheis-
sen und A. X. verpflichtet, dem Adhäsionskläger Fr. 152'342.60 zuzüglich 
5% Zins seit dem 10. Januar 2001 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Ad-
häsionsklage auf den Zivilweg verwiesen. 

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der
Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 11'615.50

- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'500.00
- sowie dem Honorar der amtlichen 

Verteidigung von Fr. 10'236.35

total somit Fr. 25'351.85

gehen zu Lasten der Verurteilten. Die Kosten der angerechneten Polizei-
haft und eines allfälligen Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

5. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts 
geltend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassati-
onshof des schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist 
dem Bundesgericht innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen 
Ausfertigung des Entscheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über 
die Bundesstrafrechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Beschwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzun-
gen der Nichtigkeitsbeschwerde gelten die Art. 268 ff. BStP.

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6. Mitteilung an: 

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar