# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad36d77b-4baa-591a-a7e6-8f0858c5d8ec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.08.2008 IV 2007/130
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-130_2008-08-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/130

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 15.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2008
Art. 16 ATSG. Wirtschaftliche Begründung des sogenannten 
"Leidensabzuges". Würdigung der Überzeugungskraft von medizinischen 
Gutachten und Berichten behandelnder Ärzte (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. August 2008, IV 
2007/130).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 15. August 2008

in Sachen

Z.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

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A.   

Z.___ meldete sich am 23. Juli 1991 erstmals zum Bezug von IV-Leistungen an. 

Gemäss einem Bericht der Rehaklinik Bellikon litt er nach einer schweren 

Sägeverletzung der linken Hand an einer regredienten sensomotorischen Parese des N. 

medianus und des N. ulnaris, an neurogenen Handschmerzen links, an Hypotrophie 

und Schwäche der linken Hand und an einer reaktiven depressiven Stimmung. Im 

Frühjahr 1992 weilte der Versicherte nach drei Rehabilitationsaufenthalten in Bellikon in 

der BEFAS Appisberg. Diese führte in ihrem Bericht vom 27. April 1992 aus, der 

Versicherte habe am meisten bei einfachen Maschinenarbeiten leisten können. Hier 

habe er seine verletzte Hand ungleich effizienter eingesetzt als bei Tätigkeiten, bei 

denen er die einzelnen Finger habe bewegen müssen. Gleichzeitig habe er viel weniger 

über Schmerzen und Kraftlosigkeit der Hand geklagt. Die theoretische Erwerbsfähigkeit 

betrage 50% bei einem ganztägigen Einsatz, dürfte aber kaum zu realisieren sein. 

Gemäss einer internen Notiz des IV-Sekretariates vom 29. November 1993 hatte die 

SUVA dem Versicherten bis Ende November 1992 eine Rente bei einem 

Invaliditätsgrad von 100% und für die Zeit danach eine Rente bei einem Invaliditätsgrad 

von einem Drittel zugesprochen. Diese Invalidität wurde übernommen, so dass dem 

Versicherten für die Zeit vom 1. Juli 1991 bis 28. Februar 1993 eine ganze Rente 

zugesprochen werden konnte. Für die Zeit ab 1. März 1993 musste aber ein 

Rentenanspruch verneint werden.

B.  

Am 27. Februar 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen an. Er gab an, er sei vom 26. September 1994 bis 30. April 2003 als 

Staplerfahrer tätig gewesen. Die Arbeitgeberfirma bestätigte am 16. März 2004, dass 

der Versicherte vollzeitlich gearbeitet habe. Der Monatslohn würde aktuell Fr. 3300.- 

betragen. Dr. med. A.___ berichtete am 19. August 2004, der Versicherte leide an 

Adipositas permagna, Diabetes mellitus Typ II, arterieller Hypertonie (V.a. koronare 

Herzkrankheit), reaktiver Depression und Tinnitus. Seit dem 31. Oktober 2002 bestehe 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Er legte einen Bericht der Fachstelle für 

Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 19. Mai 2004 bei, laut dem eine 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bestand. Die Fachstelle 

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für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie bestätigte dies in einem an die IV-Stelle 

gerichteten Bericht vom 7. Oktober 2004. Sie führte ergänzend aus, der Versicherte 

präsentiere eine gedrückte Stimmungslage, die mit Freudlosigkeit, Schlaflosigkeit, 

innerer Unruhe und verminderter Konzentration einhergehe. Gleichzeitig leide er an 

allgemeinen Sorgen, erhöhter Reizbarkeit und ausgeprägten Schlafstörungen. Der 

Versicherte werde sich vom 4. bis 23. Oktober 2004 in der Klinik Gais aufhalten. Es 

bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Klinik Gais berichtete am 16. Februar 

2005, beim Versicherten stehe aus psychiatrischer Sicht eine mittelgradige depressive 

Episode mit somatischen Symptomen im Vordergrund. Diese sei im Rahmen des 

stationären Aufenthalts durch das regelmässige Bewegungsprogramm und die 

begleitenden Entspannungsmassnahmen, durch regelmässige therapeutische 

Gespräche und durch eine Ergänzung der medikamentösen Therapie deutlich 

gebessert worden. Das Hinterfragen und Bearbeiten der persönlichen Probleme habe 

eine zunehmende Stimmungsaufhellung und Rückbildung der Schlafprobleme bewirkt. 

Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte ab Klinikaustritt zu 50% arbeitsfähig. Die 

Arbeitsfähigkeit sei auch noch aus internistisch-rheumatologischer Sicht zu beurteilen. 

Dr. med. B.___ empfahl am 19. April 2005 eine polydisziplinäre MEDAS-Abklärung.

C.  

C.a Die MEDAS Zentralschweiz führte in ihrem Gutachten vom 21. Dezember 2005 aus, 

der Versicherte habe bei der internistischen Untersuchung in erster Linie über ein 

Geräusch in Kopf und Ohren geklagt, das ihn rund um die Uhr, ohne jedes freie 

Intervall störe und ihn jede Nacht zwei- bis dreimal wecke. Verschlimmert werde das 

Rauschen durch schlechte Nachrichten, Stress, Widerwärtigkeiten, Aufregung und 

Wut. Laute Musik und Menschenansammlungen seien unerträglich. Als 

zweitwichtigstes Problem habe der Versicherte den Bluthochdruck angegeben, da er 

grosse Angst vor einem Hirn- oder Herzschlag habe. Als dritt- und viertwichtigstes 

Problem habe er sein Übergewicht und die in die Beine ausstrahlenden Lumbalgien 

angegeben. Über den Diabetes mellitus habe der Versicherte nicht spontan geklagt.

C.b Der Rheumatologe führte in seinem Konsilium vom 15. September 2005 aus, im 

Vordergrund stünden für den Versicherten nicht die neurogenen Schmerzen, die 

Kraftminderung und die Sensibilitätsstörung in der linken Hand, sondern die lumbalen 

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rechtsbetonten Rückenschmerzen und ein intermittierend auftretendes Elektrisiergefühl 

in beiden Beinen mit unwillkürlichen Bewegungen und einer Sensibilitätsstörung im 

linken Bein. Die eingehende rheumatologische Untersuchung habe keine Hinweise auf 

eine lumboradikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik oder auf eine Segmentinstabilität 

ergeben. Sowohl radiologisch als auch in den aktuellen CT L2 bis S1 seien nur diskrete 

degenerative Veränderungen, aber keine pathologischen Befunde, die eine 

Neurokompression erklären würden, erkennbar. Es bestehe eine durch die Adipositas 

bewirkte Überlastung insbesondere des hinteren Lendenwirbelsäulenpfeilers mit 

konsekutiven schmerzhaften Weichteilreaktionen. Als Staplerfahrer (rein sitzend mit 

Vibrationen) sei der Versicherte zu 50% arbeitsfähig. Für jede andere körperlich leichte, 

vorzugsweise wechselbelastende Tätigkeit ohne länger dauerndes Arbeiten in 

vorgeneigter oder abgedrehter Haltung bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Vordringlich 

sei eine drastische Gewichtsreduktion.

C.c Der psychiatrische Sachverständige berichtete in seinem Konsilium vom 16. 

September 2005, der Versicherte fühle sich wegen "Blutdruckproblemen" (Rauschen 

im Kopf) und körperlicher Kraftlosigkeit in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Aktiv 

exploriert worden seien: Abnahme von Freude, Interesse und Lust, vermindertes 

Selbstwertgefühl, verminderte psychische Belastbarkeit, sozialer Rückzug, Nervosität 

und Morgentief. Im psychopathologischen Untersuch habe der Versicherte einen leicht 

depressiven Eindruck gemacht. Eine leichte Merkfähigkeitsstörung bei erhaltener 

Konzentrationsfähigkeit sei explorierbar gewesen. Psychomotorisch sei der Versicherte 

leicht gehemmt gewesen. Bei den vorgetragenen Klagen sei der Versicherte vor allem 

auf die somatischen Symptome fixiert gewesen. Die psychischen Symptome hätten 

aktiv exploriert werden müssen. Nach dem Unfall habe der Versicherte etwa ein Jahr 

lang an einer depressiven Angststörung gelitten. Es sei ihm aber gelungen, sich in das 

Erwerbsleben zu integrieren. Von September 1994 bis Oktober 2002 habe der 

Versicherte als Staplerfahrer gearbeitet. In dieser Zeit fänden sich keine Anzeichen für 

ein psychisches Leiden. Seit dem Verlust des Arbeitsplatzes stehe der Versicherte 

unter einem erhöhten psychosozialen Disstress. Es liege eine ängstlich depressive 

Angststörung (ICD-10 F 43.22) im Rahmen einer biopsychosozialen Belastungssituation 

bei Arbeitsplatzverlust und bekanntem metabolischem Syndrom vor. Der Versicherte 

nehme diesen Disstress vor allem auf der somatischen Ebene war. Auf der psychischen 

Achse seien wenige Symptome beobachtbar, die eine schwere Einschränkung der 

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Arbeitsfähigkeit im Sinne einer bleibenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen 

würden. Die Restarbeitsfähigkeit betrage in einer der körperlichen Belastbarkeit 

angepassten Tätigkeit 80%. Aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur sei der Versicherte 

einer psychotherapeutischen Behandlung im ambulanten Setting nicht zugänglich. Im 

Vordergrund müssten agogische Massnahmen im Sinne einer raschen 

Wiederaufnahme einer Beschäftigung stehen. Dies habe auch der Aufenthalt in der 

Klinik Gais gezeigt. Das Beschäftigungsprogramm, der strukturierte Tagesablauf, die 

begleitenden Entspannungsmassnahmen und die regelmässigen therapeutischen 

Gespräche hätten nämlich zu einer deutlichen Aufhellung der Depression geführt.

C.d Das Gesamtgutachten kam in bezug auf die Diagnose zu folgendem Ergebnis: 

chronisches lumbales Schmerzsyndrom bei lumbaler Hyperlordose bei morbider 

Adipositas, Residualzustand mit Hypotrophie und Schwäche der linken Hand bei St. n. 

Sägeverletzung am linken Handgelenk, ängstlich depressive Anpassungsstörung bei 

biopsychosozialer Belastungssituation und verlängerter Trauerreaktion sowie (ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) metabolisches Syndrom bei morbider Adipositas, 

Diabetes mellitus Typ II, arterieller Hypertonie und marginaler Dyslipidämie. Für die 

bisherige Arbeit als Staplerfahrer wurde die Arbeitsfähigkeit in einer Gesamtschau auf 

50% geschätzt, für eine adaptierte Tätigkeit auf 80%. Die Gutachter schlugen eine 

möglichst rasche berufliche Wiedereingliederung vor. Sie gaben an, die Prognose sei 

günstig, wenn die Wiedereingliederung rasch erfolge. Bei weiterer Untätigkeit hingegen 

sei die Prognose ungünstig.

D.  

D.a Der Eingliederungsberater der IV-Stelle hielt am 24. Februar 2006 fest, der 

Versicherte habe u.a. angegeben, seine Therapeutin habe einen stationären 

Klinikaufenthalt vorgeschlagen. Der Eingliederungsberater betrachtete die 

gesundheitliche Stabilität des Versicherten als nicht ausreichend für eine 

Eingliederungsmassnahme. Eine berufsagogische Massnahme könne aktuell ebenfalls 

nicht durchgeführt werden, weil sich der Versicherte eine solche Massnahme nicht 

zutraue, weil er nicht die nötige Motivation mitbringe und weil er darin auch keinen Sinn 

erkenne. Aus diesem Grund werde die Abklärung der beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten abgeschlossen. Dr. med. C.___ von der psychiatrischen 

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Klinik St. Pirminsberg berichtete der IV-Stelle am 25. April 2006, der Versicherte sei seit 

dem 8. März 2006 zu 100% arbeitsunfähig. Er leide an einer schweren depressiven 

Episode, an einem metabolischen Syndrom mit Adipositas permagna, an einer 

Somatisierungsstörung, an einer arteriellen Hypertonie und an Diabetes mellitus Typ II. 

Aufgrund der guten Motivation und der Differenziertheit im Denken erscheine die 

vorliegende schwere depressive Episode als grundsätzlich therapeutisch gut 

beeinflussbar. Eindrücklich sei, wie es dem Versicherten trotz schwerer Depression 

unter stationären Bedingungen gelungen sei, sein Gewicht deutlich zu reduzieren. Der 

Versicherte sei sehr motiviert, eine Teilarbeitsfähigkeit zu erlangen. Vier Stunden täglich 

wären ihm zumutbar. Nach der Besserung des Zustandes ab etwa Juni 2006 sollte eine 

berufliche Abklärung erfolgen.

D.b Am 22. Juni 2006 berichtete Dr. med. C.___, der Versicherte sei zwar zugänglicher 

und etwas ruhiger geworden, zeige aber bei Belastung aufgrund der inneren 

Verfassung, der Beeinträchtigung durch Schmerzen und den Tinnitus rasch ein sehr 

ungeduldiges, aggressives und unkontrolliertes Verhalten, weshalb gegenwärtig keine 

zumutbare Arbeitsfähigkeit bestehe. In ihrem Austrittsbericht vom 22. Juni 2006 an die 

behandelnde Psychiaterin führte Dr. med. C.___ aus, die Hauptdiagnose laute: schwere 

depressive Episode und Somatisierungsstörung bei anhaltender psychosozialer 

Belastungssituation mit wiederkehrenden Verlusterlebnissen. Es sei gelungen, einen 

Zugang zum Versicherten zu finden, worauf er gut angesprochen habe. Es sei eine 

anhaltende Geschichte von wiederkehrenden Verlusten deutlich geworden, die der 

Versicherte als Kette von personifizierten Kränkungen wahrgenommen habe. Das habe 

zu unausgelebten aggressiven Gefühlen mit Externalisierung und dem Gefühl des 

Ausgeliefertseins geführt. Es sei nach Wegen gesucht worden, wie der Versicherte sein 

Leben wenigstens in einzelnen Bereichen wieder aktiver gestalten könnte. Beim Austritt 

aus der Klinik sei der Versicherte mittelgradig depressiver Grundstimmung gewesen, 

affektiv deutlich schwingungsfähiger, im Antrieb eingeschränkt mit wiederkehrenden 

aggressiven Impulsen und Nervosität. Mittelfristig sei eine Reintegration in den 

Arbeitsprozess wichtig. Zuerst müsse aber noch eine weitere psychische Verbesserung 

und Stabilisierung erreicht werden. Eine finanzielle Entlastung durch eine 

vorübergehende Berentung dürfte diesen Prozess unterstützen.

E.  

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Die zuständigen Ärzte des RAD Ostschweiz qualifizierten die geschilderten 

Beschwerden am 25. Juli 2006 als akute Krise und nicht als schweres depressives 

Zustandsbild. Sie betrachteten die Angaben von Dr. med. C.___ zur Arbeitsfähigkeit 

des Versicherten als widersprüchlich. Deshalb empfahlen sie eine RAD-Untersuchung 

zur Erhebung des aktuellen psychopathologischen Zustandes und zur Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit. Dr. med. D.___ vom RAD Ostschweiz hielt in ihrem 

Untersuchungsbericht vom 29. November 2006 fest, der Versicherte sei vor drei 

Wochen wieder in die Klinik St. Pirminsberg eingetreten. Es sei noch zu keiner 

nennenswerten Verbesserung gekommen. Gemäss einer telephonischen Auskunft der 

Klinik St. Pirminsberg sei es in der Familie zu Spannungen, zu Aggressionsausbrüchen 

und vor allem zu einer grossen Angst vor Kontrollverlust gekommen. Der Aufenthalt 

diene der Krisenintervention zur Entlastung der Familie. Der Versicherte sei selbständig 

zur Untersuchung angereist. Er habe praktisch wortgleich dieselben Probleme 

geschildert wie anlässlich der MEDAS-Abklärung. Beeinträchtigt fühle er sich durch 

den Tinnitus in beiden Ohren, dann durch das Engegefühl und den Druck in der 

Herzgegend schon bei geringer Belastung oder Aufregung, was massive Angst vor 

einem Herzinfarkt auslöse, und schliesslich durch das massive Übergewicht. Dr. med. 

D.___ sah einen deutlichen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang zwischen der 

Auslösesituation (Kränkung durch Verlust des Arbeitsplatzes, zeitgleicher Verlust der 

Eltern) und dem Beginn der Depression. Angst als zentrales Thema sei in der Form der 

Angst vor körperlichen Krankheiten (Herzinfarkt) und Angst vor Verlust der Liebe 

(Partnerkonflikt) vorhanden. Der Verlauf sei langzeitig schwankend und tendiere zu 

Chronifizierung. Es lägen depressive und selbstunsicher-ängstliche 

Persönlichkeitszüge vor. Diesem Symptomenkomplex werde am ehesten die Diagnose 

der Angst und Depression gemischt (ICD-10 F 41.2) gerecht. Differentialdiagnostisch 

beschreibe die im Vorgutachten erhobene ängstlich depressive Anpassungsstörung 

denselben medizinischen Sachverhalt. Möglich sei auch eine rezidivierende depressive 

Störung (gegenwärtig leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom). Es liege 

ein psychiatrisch-psychotherapeutisch schwer behandelbares Zustandsbild vor. In der 

aktuellen Untersuchung seien die gezeigten Symptome sowohl von Seiten der 

Depression als auch von Seiten der Angst leichten Grades gewesen. Die aktuelle 

Krisensituation scheine vor allem durch psychosoziale Belastungsfaktoren ausgelöst 

worden zu sein. Der medizinische Sachverhalt habe sich seit der Abklärung durch die 

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MEDAS nicht wesentlich verändert. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe weiterhin 

eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Bei der Entlassung aus der Klinik St. Pirminsberg werde 

die Eingliederungsfähigkeit gegeben sein. Eine rasche Wiedereingliederung zur 

Stabilisierung des psychischen Zustandes stehe im Vordergrund.

F.   

Mit einem Vorbescheid vom 30. Januar 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass sie sein Leistungsbegehen abweisen werde, weil der Invaliditätsgrad nur 28% 

betrage. Der Versicherte war damit nicht einverstanden. Er reichte ein Attest von Dr. 

med. E.___ vom 8. Februar 2007 ein, laut dem er insbesondere an einer schweren 

depressiven Verstimmung litt. Dr. med. E.___ betrachtete die psychiatrische Situation 

als so stark behindernd, dass der Versicherte nicht mehr in den normalen 

Arbeitsprozess integriert werden könne und lebenslänglich ärztlich behandelt werden 

müsse. Die depressive Verstimmung sei einerseits genetisch und andererseits exogen 

anamnestisch begründet. Diese Kombination sei therapeutisch schwer zugänglich. Das 

kompensatorisch pathologische Essverhalten mit Adipositas, metabolischem Syndrom 

und Diabetes mellitus sei ein unentrinnbarer Circulus vitiosus. Mit einer Verfügung vom 

20. Februar 2007 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.

G.   

Der Versicherte erhob am 21. März 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er 

beantragte am 26. April 2007 die Zusprache von Rentenleistungen. Zur Begründung 

machte er geltend, seit dem Unfall im Jahr 1990 leide er an psychischen Problemen. 

Diese hätten sich verschlimmert. Er habe immer wieder für längere Zeit stationär 

behandelt werden müssen. Momentan besuche er dreimal wöchentlich eine Therapie 

im psychiatrischen Zentrum in Heerbrugg. Dabei würden verschiedene Möglichkeiten 

geprüft, um eine Integration in den Arbeitsprozess zu erreichen. Seine Beschwerden 

seien aber so gravierend, dass er nicht über längere Zeit eine konstante Leistung 

erbringen könne. Seine gesundheitliche Situation sei durch die MEDAS nicht richtig 

gewürdigt worden. Er werde ein zweites Gutachten anstreben und es dem Gericht 

einreichen. Da er von der Unterstützung durch das Sozialamt lebe, ersuche er um die 

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Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Letzteres wurde ihm am 5. Juni 2007 

bewilligt.

H.  

Die IV-Stelle beantragte am 4. Juni 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie 

betrachtete das Ergebnis der Abklärung durch die MEDAS als überzeugend, einerseits 

weil die Untersuchung polydisziplinär erfolgt sei, andererseits weil die Gutachter die 

geklagten Beschwerden jeweils kritisch prüften, während behandelnde Ärzte 

verpflichtet seien, die geschilderten Beschwerden zunächst bedingungslos ernst zu 

nehmen. Da der Sachverhalt genügend abgeklärt sei, müsse das vom Versicherten 

angekündigte Gutachten nicht abgewartet werden.

I.   

Der Versicherte wandte am 12. Juni 2007 ein, der Einschätzung durch Dr. med. C.___ 

sei zuwenig Gewicht beigemessen worden. Dr. med. C.___ habe von einer schweren 

depressiven Episode und von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% gesprochen. Dies sei 

durch den RAD Ostschweiz zuwenig gewürdigt worden. In den nächsten Wochen 

werde eine Begutachtung durch Dr. med. F.___ von der Klinik Teufen erfolgen.

J.   

Die IV-Stelle verzichtete am 25. Juni 2007 auf eine Stellungnahme.

K.  

Der Versicherte teilte am 15. August 2007 mit, Dr. med. F.___ habe befunden, dass es 

momentan nicht sinnvoll sei, ein privates Gutachten zu erstellen. Dr. med. G.___ von 

der Klinik Teufen hatte Dr. med. E.___ am 29. Juni 2007 mitgeteilt, er habe dem 

Versicherten empfohlen, von der behandelnden Stelle ein ärztliches Zeugnis 

anzufordern und dem Gericht vorzulegen, worauf sich eine erneute Begutachtung 

begründen würde. Die psychiatrischen Dienste Süd hatten am 17. August 2007 

ausgeführt, es liege nach wie vor eine schwere depressive Episode (F 32.2) vor. Dazu 

kämen ein metabolisches Syndrom mit Adipositas permagna, eine 

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Somatisierungsstörung, eine arterielle Hypertonie, ein Diabetes mellitus Typ II und eine 

Dyslipidämie. All diese Diagnosen wirkten sich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit 

aus. Im Rahmen der Ergotherapie falle eine sehr geringe Belastbarkeit auf. Es sei schon 

als Erfolg zu werten, dass der Versicherte zur Therapie komme. Die einzelnen 

Therapien gehörten zu den wenigen Dingen, zu denen der Versicherte die Wohnung 

verlasse. Zum jetzigen Zeitpunkt sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Inwieweit eine 

Teilarbeitsfähigkeit wiedererlangt werden könne, sei nicht absehbar. Eine erneute 

Überprüfung der Situation sei nicht vor Ablauf von sechs Monaten sinnvoll.

Erwägungen:

1.   

1.1  Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 

ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element des Einkommensvergleiches 

ist in aller Regel der Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die vorliegenden ärztlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen weichen stark voneinander ab. Nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung "kann es nicht angehen, eine medizinische 

Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass 

weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu 

unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten 

abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die 

behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im 

Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben sind und die geeignet 

sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen" (Bundesgerichtsurteil vom 13. März 

2006, Erw. 2.4, I 676/05).

1.2  So absolut formuliert würde diese Rechtsprechung auf eine starre Beweisregel 

hinauslaufen, welche die freie Beweiswürdigung durch das Gericht in unzulässiger 

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Weise einschränken würde. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte 

können durchaus auch dann berechtigte Zweifel an der Richtigkeit einer 

gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken, wenn sie sich auf Gesichtspunkte 

stützen, die auch vom Gutachter gewürdigt worden sind. Auf eine Abwägung der 

Überzeugungskraft divergierender Arbeitsfähigkeitsschätzungen kann also nicht mit 

dem Argument verzichtet werden, nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung sei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung eines Gutachters zum vornherein immer eine überragende 

Überzeugungskraft beizumessen, so dass die abweichenden 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte gar nicht gewürdigt werden müssten. 

Auch wenn ein Gutachten alle von der Rechtsprechung vorgegebenen Anforderungen 

erfüllt (vgl. etwa BGE 122 V 160), reicht dies nicht aus, um die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ohne weiteres als überwiegend wahrscheinlich zu 

betrachten. Das Gutachten muss es vielmehr erlauben, die Fehlerhaftigkeit der 

abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen behandelnder Ärzte (oder allenfalls eines 

Privatgutachters) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen. Nur wenn dies gelingt, kann die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als richtig qualifiziert werden (vgl. das Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2008 i.S. C., IV 2007/89). 

Vermag ein Gutachten dies nicht zu leisten und gelingt dies auch keiner der 

abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen, so ist der Sachverhalt nicht ausreichend 

erstellt. Es müssen weitere Abklärungen vorgenommen werden.

2.   

2.1  Anlass für die Auseinandersetzung über den korrekten Arbeitsfähigkeitsgrad bietet 

nur die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit des Beschwerdeführers. In 

somatischer Hinsicht stimmen nicht nur die gestellten Diagnosen, sondern auch die 

daraus resultierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überein. Unter 

Berücksichtigung nur der somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung sind alle Ärzte 

von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten, d.h. der 

Beeinträchtigung bestmöglich Rechnung tragenden Art von Erwerbstätigkeit 

ausgegangen. Demgegenüber ist die Beeinträchtigung des Beschwerdeführers in 

seiner psychischen Gesundheit nicht nur in bezug auf die Art und die Schwere der 

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Diagnose, sondern auch in bezug auf die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sehr 

verschieden eingeschätzt worden. Dr. med. A.___ hat am 19. August 2004 eine reaktive 

Depression und eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben. Die Fachstelle für 

Sozialpsychiatrie und Psychotherapie hat diese Arbeitsfähigkeitsschätzung am 7. 

Oktober 2004 bestätigt. Sie ist von einer mittelgradigen depressiven Episode mit 

somatischem Syndrom ausgegangen. Auch Dr. med. E.___ hat am 8. Februar 2007 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angegeben und zudem die Auffassung vertreten, 

es bestehe keine Aussicht darauf, dass der Beschwerdeführer je wieder arbeitsfähig 

sein werde. Er hat eine schwere depressive Verstimmung mit einer schwergradigen 

Somatisierungsstörung diagnostiziert. Die psychiatrischen Dienste Süd haben 17. 

August 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben. Sie haben eine schwere 

depressive Episode mit Somatisierungsstörung festgestellt.

2.2  Die den Beschwerdeführer ambulant behandelnden Ärzte sind also in ihrer 

Diagnosestellung und in ihren Arbeitsfähigkeitsschätzung alle sehr pessimistisch 

gewesen. Sie haben sich dabei immer auf eine schwerwiegende psychische 

Erkrankung des Beschwerdeführers berufen. Die Ärzte, die den Beschwerdeführer 

während seiner stationären Klinikaufenthalte psychiatrisch behandelt haben, sind 

deutlich weniger pessimistisch gewesen. Die Klinik Gais hat am 16. Februar 2005 eine 

mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert und sie hat 

die Arbeitsunfähigkeit mit 50% beziffert. Die Ärzte der psychiatrischen Klinik St. 

Pirminsberg haben zwar am 25. April 2006 eine schwere depressive Episode mit 

Somatisierungsstörung und eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angenommen. Sie haben 

aber angenommen, dass dem Beschwerdeführer eigentlich eine Erwerbstätigkeit von 

vier Stunden täglich zumutbar sei, dass er dazu allerdings die schwere depressive 

Episode überwinden müsse, was ihm - nach dem Eindruck während des stationären 

Aufenthalts zu urteilen - innerhalb weniger Monate gelingen werde. Im Austrittsbericht 

vom 22. Juni 2006 ist dann allerdings in bezug auf die zur Wiedererlangung der 

Arbeitsfähigkeit erforderliche Zeit eine etwas weniger optimistische Prognose gestellt 

worden. Die Ärzte sind aber nach wie vor davon ausgegangen, dass der 

Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 50% erreichen könne, zumal dies 

therapeutisch sogar wichtig wäre. Deshalb haben sie eine vorübergehende Berentung 

auf der Grundlage einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit postuliert. Diese Differenz 

zwischen den ambulant und den stationär behandelnden Ärzten in bezug auf die 

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Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit und auch in bezug auf die Schwere bzw. der 

Therapierbarkeit der Erkrankung dürfte darauf zurückzuführen sein, dass während der 

stationären Aufenthalte jeweils ein deutlicher Therapieerfolg erzielt worden ist, was 

Anlass zu Optimismus geboten hat, während die ambulant behandelnden Ärzte wohl 

nur den völligen Misserfolg ihrer Therapiebemühungen und die Enttäuschung der 

während der stationären Aufenthalte geweckten Hoffnungen haben konstatieren 

müssen.

2.3  Es ist nachvollziehbar, dass die ambulant behandelnden Ärzte unter diesen 

Umständen sowohl bei der Diagnose als auch bei der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit äusserst pessimistisch gewesen sind. Das deckt sich auch mit dem 

Hinweis des psychiatrischen Gutachters der MEDAS, die Persönlichkeitsstruktur 

bewirke, dass der Beschwerdeführer eine psychotherapeutischen Behandlung in einem 

ambulanten Setting nicht zugänglich sei und dass eine solche Behandlung sogar das 

Risiko in sich trage, das Krankheitsgefühl des Beschwerdeführers noch zu verstärken. 

Der psychiatrische Gutachter der MEDAS hat auch darauf hingewiesen, dass zur 

Stabilisierung des psychischen Zustandes agogische Massnahmen im Sinn einer 

Beschäftigung des Beschwerdeführers im Vordergrund stünden. Während der 

stationären Aufenthalte ist der Beschwerdeführer beschäftigt worden, was jeweils zu 

einer subjektiven, vom Beschwerdeführer empfundenen und auch eingestandenen 

Verminderung des Krankheitsgefühls geführt hat. Im Rahmen der ambulanten 

Behandlung hingegen ist der Beschwerdeführer nicht dazu gebracht worden, sich aktiv 

zu beschäftigen. Es ist bereits als Erfolg gewertet worden, dass er wenigstens für die 

einzelnen Therapien die Wohnung verlassen hat. Unter diesen Umständen ist den 

Einschätzungen der Ärzte, die den Beschwerdeführer während seiner Klinikaufenthalte 

behandelt haben, eine deutlich höhere Überzeugungskraft beizumessen als den 

Einschätzungen der den Beschwerdeführer ambulant betreuenden Ärzte.

2.4  Das bedeutet nicht, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen derjenigen Ärzte, die 

den Beschwerdeführer in einem stationären Setting behandelt haben, als überwiegend 

wahrscheinlich qualifiziert werden könnten. Alle behandelnden Ärzte sind bei ihrer 

Diagnosestellung und damit auch bei ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung der grossen 

Gefahr ausgesetzt, von der subjektiven Krankheitsüberzeugung, d.h. der besonders 

pessimistischen Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers beeinflusst zu werden. 

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Dies gilt auch für die Klinikärzte, selbst wenn diese grundsätzlich eher in der Lage sind, 

hinter die im Verlauf der stationären Behandlungen immer weniger konsequent 

demonstrierte völlige Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung zu sehen. Zu 

dieser Beeinflussung durch das Verhalten des Beschwerdeführers kommt, dass alle 

behandelnden Ärzte zum Beschwerdeführer in einem Behandlungsverhältnis gestanden 

haben oder immer noch stehen. Sie waren oder sind deshalb nicht unabhängig in ihrer 

Beurteilung, denn ihr Auftrag hat darin bestanden, den Beschwerdeführer erfolgreich zu 

behandeln. Dies kann sich so ausgewirkt haben, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

aus dem Blickwinkel der Schaffung guter Heilungsvoraussetzungen (Beseitigung der 

finanziellen Notlage bzw. der Sozialhilfebedürftigkeit) abgegeben worden sind und dass 

zudem - sicherlich unbewusst - versucht worden ist, dem Beschwerdeführer 

wenigstens dadurch zu helfen, dass ihm die ihm "zustehende" Invalidenrente 

ausgerichtet werde. Dies alles hat zur Folge, dass den Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

behandelnder Ärzte generell eine geringere Überzeugungskraft beizumessen ist als 

derjenigen eines unabhängigen Gutachters, welcher der versicherten Person völlig 

unbefangen gegenübertritt. Erfüllt eine unabhängige, von der Verwaltung in Auftrag 

gegebene Expertise die einschlägigen Voraussetzungen, so kommt ihr 

vermutungsweise eine so hohe Überzeugungskraft zu, dass sie trotz einer 

abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzung eines behandelnden Arztes die 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweist. Eine Ausnahme besteht nur für jene - 

seltenen - Fälle, in denen die abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung so objektiv und 

überzeugend ist, dass sie den Verdacht weckt, das Gutachten sei fehlerhaft oder 

unvollständig. Dies trifft auf den vorliegenden Fall nicht zu. Das Gutachten der MEDAS 

vom 21. Dezember 2005, das durch den RAD Ostschweiz am 29. November 2006 

bestätigt worden ist, belegt deshalb einen Arbeitsfähigkeitsgrad des 

Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von 80%. Davon ist bei der 

Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens auszugehen.

3.   

Der Beschwerdeführer ist letztmals im Jahr 2002 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. 

Er hat dabei ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielt. Die Beschwerdegegnerin 

hat deshalb in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht postuliert, die (fiktive) erwerbliche 

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Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ohne den Gesundheitsschaden gestützt auf 

einen Durchschnittslohn zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer ohne den 

Gesundheitsschaden in allen Branchen und in der ganzen Schweiz als Hilfsarbeiter 

tätig sein könnte, ist auf den Durchschnitt gemäss der Lohnstrukturerhebung 2004 des 

Bundesamtes für Statistik, Resultate auf nationaler Ebene, Anhang Tabelle TA1, von Fr. 

4588.- abzustellen. Allerdings beruht dieser Betrag auf einer Wochenarbeitszeit von 40 

Std., obwohl der schweizerische Durchschnitt im Jahr 2004 41,6 Std. betragen hat. 

Praxisgemäss ist deshalb von einem entsprechend höheren Durchschnittseinkommen 

von Fr. 4771.50 bzw. Fr. 57'258.- auszugehen. Dieser Betrag entspricht nicht nur dem 

Valideneinkommen, sondern er bildet auch den Ausgangspunkt zur Ermittlung des 

zumutbaren Invalideneinkommens. Der Beschwerdeführer könnte nämlich seine 

verbliebene Arbeitsfähigkeit trotz der Beschränkung auf adaptierte Tätigkeiten in 

praktisch allen Branchen und in der ganzen Schweiz verwerten. Bei einem der 

Restarbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungsgrad von 80% ergibt dies ein 

Jahreseinkommen von Fr. 45'806.-. Nun hätte der Beschwerdeführer aber gegenüber 

einem gesunden Konkurrenten für einen geeigneten Teilzeitarbeitsplatz einen 

beträchtlichen Wettbewerbsnachteil in Kauf zu nehmen, da er sowohl in seiner 

physischen als auch in seiner psychischen Gesundheit beeinträchtigt ist. Ein 

potentieller Arbeitgeber würde den gesunden Bewerber anstellen, denn dieser würde 

weniger Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung stellen, er wäre flexibler, d.h. bei 

Bedarf vorübergehend auch an einem anderen, nicht adaptierten Arbeitsplatz 

einsetzbar, er würde keine besondere Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und 

der Arbeitskollegen stellen, er könnte bei Bedarf seinen Beschäftigungsgrad 

vorübergehend erhöhen oder sogar Überstunden leisten und vor allem böte er ein 

deutlich geringeres Risiko von Krankheitsabsenzen als der Beschwerdeführer. Diesen 

Wettbewerbsnachteil könnte der Beschwerdeführer nur dadurch kompensieren, dass 

er seine Arbeitsleistung zu einem deutlich tieferen Lohn als sein gesunder Konkurrent 

anbieten würde, d.h. er wäre genötigt, seine Arbeitskraft auch auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu einem unterdurchschnittlichen "Preis" zu "verkaufen". 

Die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik bietet keine Möglichkeit, 

das Ausmass der im Einzelfall notwendigen Reduktion des statistischen 

Durchschnittslohnes objektiv zu bemessen. Der in der Verwaltungspraxis 

fälschlicherweise so genannte "Leidensabzug" ist deshalb ermessensweise zu 

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bestimmen. Dem Gleichbehandlungsbedarf ist dadurch Rechnung zu tragen, dass eine 

Kategorienbildung (im Sinne etwa der Aufteilung in sehr leichte, leichte, mittelgradige, 

schwere und sehr schwere Nachteile) erfolgt. Die Obergrenze bildet gemäss der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 126 V 75 ff.) ein Abzug von 25%. Der 

Beschwerdeführer ist als Folge der Kumulation von somatischen und psychischen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen erheblich benachteiligt. Dies rechtfertigt es, einen 

Abzug vorzunehmen, der einiges mehr als mittelgradig ist. Das Jahreseinkommen von 

45'806.- ist deshalb um 20% zu reduzieren. Es resultiert ein zumutbares 

Invalideneinkommen von Fr. 36'645.-. Die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse 

beträgt somit Fr. 20'613.-, was einem Invaliditätsgrad von 36% entspricht. Da damit 

die Untergrenze von 40% gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG nicht erreicht ist, hat die 

Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint.

4.   

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1

IVG). Der Aufwand im vorliegenden Verfahren rechtfertigt eine Gerichtsgebühr von Fr. 

600.-. Diese Gerichtsgebühr ist dem vollumfänglich unterliegenden Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Da ihm aber die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, wird er 

von der Bezahlung der Gerichtsgebühr befreit. Sollten es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse später gestatten, wird er allerdings verpflichtet sein, die Gerichtsgebühr 

nachzuzahlen (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.- befreit.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2008
	Art. 16 ATSG. Wirtschaftliche Begründung des sogenannten "Leidensabzuges". Würdigung der Überzeugungskraft von medizinischen Gutachten und Berichten behandelnder Ärzte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. August 2008, IV 2007/130).

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