# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd829f7c-60ab-57ca-a3e1-65b86b403f91
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 10.09.2021 SK 2021 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-17_2021-09-10.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 17

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 10. September 2021 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin i.V.), 
Obergerichtssuppleantin Schaer, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Herger

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Raub, Hehlerei, Diebstahl, etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 11. November 2020 (PEN 20 638)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) fällte 
über den Beschuldigten und Berufungsführer A.________ (nachfolgend Beschul-
digter) am 11. November 2020 das folgende Urteil (Bst. B. Ziff. I. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs; pag. 1830 ff., Hervorhebungen im Original):

B.

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubes, begangen am 04.05.2020 in Bern, gemeinsam mit C.________ z.N. von 
F.________ im Deliktsbetrag von ca. CHF 110.00,

2. der Hehlerei, begangen in der Zeit von ca. 29.04.2020 bis 01.05.2020 in Genf, z.N. von 
E.________ im Deliktsbetrag von ca. CHF 3'000.00,

3. des Diebstahls, begangen am 04.05.2020 in Bern, gemeinsam mit C.________, z.N. von 
D.________ im Deliktsbetrag von ca. CHF 100.00,

4. des Hausfriedensbruchs, begangen am 04.05.2020 in Bern, gemeinsam mit C.________, z. N. 
von D.________, 

5. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen in der Zeit vom 
30.04.2020 bis 01.05.2020 in Genf, Nyon und eventuell anderswo in der Schweiz durch Fahren 
ohne Berechtigung,

6. der einfachen Verkehrsregelverletzung, begangen bzw. festgestellt am 01.05.2020 in Nyon 
durch Mitfahren auf einem Motorrad ohne Schutzhelm,

7. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am ca. 04.05.2020 in 
Bern und evtl. einem unbekannten Ort in der Schweiz durch Besitz zum Konsum von 3 rezept-
pflichtigen Tabletten Lyrica Pregabalinum 50mg sowie durch Konsum einer unbekannten Menge 
Kokain, Benzodiazepine und THC-haltige Substanzen,

und in Anwendung der 
 Art. 30, 40, 41, 47, 49 Abs. 1 und 2, 51, 66a Abs. 1 lit. c und d, 66b Abs. 1, 103, 106, 139 Ziff. 1, 

140 Ziff. 1, 160 Ziff. 1, 186 StGB,
 Art. 57 Abs. 5 lit. b, 90 Abs. 1, 95 Abs. 1 lit. a SVG,
 Art. 3b Abs. 1 VRV,
 Art. 19a Ziff. 1, 19a Ziff. 1 i.V.m. 19 Abs. 1 lit. d BetmG,
 Art. 418, 426 Abs. 1 StPO

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verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten und 15 Tagen, als Zusatzstrafe zu den Urteilen vom 
29.05.2020 und 10.06.2020. Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 167 Tagen wird an die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Busse von CHF 250.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird 
auf 3 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Landesverweisung von 20 Jahren.

4. Zu den anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 8'900.00 und Auslagen von CHF 1'350.00, insgesamt bestimmt auf CHF 10'250.00.

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

II.

[Entschädigung amtliche Verteidigung]

Den Beschuldigten betreffend verfügte die Vorinstanz im Weiteren was folgt 
(Bst. C. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 1832 f.): 

C.

Weitere Verfügungen: 

1. …

2. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen (Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO; vgl. beiliegende Verfü-
gung). Vorbehältlich des vorherigen Eintritts der Rechtskraft des Urteils gilt die Sicherheitshaft 
bis zum Strafantritt, längstens jedoch bis am 10.02.2021.

3. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
1 Minigrip mit drei Tabletten «Lyrica Pregabalinum 50 mg»
1 Paar Arbeitshandschuhe «Wander Grip»
1 Seitenschneider «Knipex»
1 Schraubenzieher

4. Das Grillbesteck wird der Privatklägerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
herausgegeben.

5. Der von A.________ beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 420.00 wird zur Deckung seiner 
Busse von CHF 250.00 und zur Anrechnung an seine Verfahrenskosten verwendet (Art. 442 
Abs. 4 StPO).

8. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) von A.________ nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 
i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

9. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometri-
scher erkennungsdienstlicher Daten).

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11. Es wird bezüglich A.________ die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-
haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

12. Wird eine schriftliche Begründung verlangt oder nötig entsteht eine Gebühr von CHF 800.00.

D.

[Eröffnungsformel]

Die Anordnung der Sicherheitshaft gegenüber dem Beschuldigten wurde von der 
Vorinstanz mit separater Verfügung vom 11. November 2020 kurz begründet 
(pag. 1839 f.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt B.________, mit Schreiben vom 17. November 2020 fristgerecht die Berufung 
an (pag. 1856 ff.). In den handschriftlichen Schreiben vom 18. November 2020 
(pag. 1858) und 19. November 2020 (pag. 1860) führte der Beschuldigte persönlich 
erneut sinngemäss aus, die Berufung gegen das obgenannte Urteil anzumelden. 
Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 6. Januar 
2021 (pag. 1942 ff.) erklärte der Beschuldigte mit Eingabe vom 27. Januar 2021 
(pag. 1959 f.) frist- und formgerecht die Berufung, beschränkt auf die Schuld-
sprüche wegen Raubes und Hehlerei (Bst. B. Ziff. I.1. und Ziff. I.2. des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs) sowie auf die angeordnete Landesverweisung für die 
Dauer von 20 Jahren (Sanktionspunkt 3 unter Bst. B. Ziff. I. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs). Betreffend den Sanktionspunkt der Freiheitsstrafe (Sanktions-
punkt 1 unter Bst. B. Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs) ist der Beru-
fungserklärung kein Votum zu entnehmen. Anlässlich der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 10. September 2021 erfolgte diesbezüglich sodann einen Antrag 
seitens der Verteidigung (vgl. E. I.5.1 unten).

Innert angesetzter Frist erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Anschlussberufung 
(pag. 1981 f.), beschränkt auf den Sanktionspunkt der Freiheitsstrafe (Sanktions-
punkt 1 unter Bst. B. Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs). Auch wurde von 
keiner Partei ein Nichteintreten auf die Anschlussberufung der Generalstaatsan-
waltschaft beantragt (vgl. Ziff. 1 der Verfügung vom 12. April 2021; pag. 2042 f.).

Mit Schreiben vom 3. September 2021 teilte Rechtsanwalt B.________ den Beru-
fungsrückzug bezüglich der angeordneten Landesverweisung (Sanktionspunkt 3 
unter Bst. B. Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) mit. In den übrigen 
Punkten wurde an der Berufung festgehalten (pag. 2115).

3. Verschiebung des oberinstanzlichen Verhandlungstermins

Mit Verfügung vom 31. August 2021 (pag. 2111 f.) verschob die Verfahrensleitung 
infolge des zwischenzeitig erfolgten Berufungsrückzugs von C.________ die ur-
sprünglich auf Donnerstag, 9. September 2021, 08:30 Uhr und Montag, 13. Sep-
tember 2021, 15:00 Uhr, angesetzte Berufungsverhandlung vor der 2. Strafkammer 
im Einverständnis des Beschuldigten und der Generalstaatsanwaltschaft auf Frei-

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tag, 10. September 2021, 08:30 Uhr (Beweisverfahren/Parteiverhandlungen) und 
Montag, 13. September 2021, 15:00 Uhr (Urteilseröffnung).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung vom 10. September 2021 wurde 
über den Beschuldigten von Amtes wegen ein ergänzender Bericht im Hinblick auf 
die Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung (datierend vom 7. September 
2021; pag. 2121), ein Strafregisterauszug (datierend vom 31. August 2021; 
pag. 2104 ff.) sowie ein Führungsbericht des Regionalgefängnisses Thun (datie-
rend vom 27. August 2021; pag. 2108 f.) eingeholt. Den Parteien wurden Kopien 
zugestellt bzw. an der Verhandlung abgegeben. In der Berufungsverhandlung vom 
10. September 2021 wurde der Beschuldigte schliesslich erneut zur Person und zur 
Sache einvernommen (pag. 2125 ff.).

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge des Beschuldigten 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wiederholte die Verteidigung 
die in der Berufungserklärung gestellten Anträge (pag. 1959 f.) und führte präzisie-
rend sowie ergänzend aus (pag. 2134): 

I.

Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 11.11.2020 sei teilweise aufzuheben der Be-
schuldigte sei freizusprechen: 

 Vom Vorwurf des Raubes angeblich begangen am 04.05.2020 zum Nachteil von Herr 
F.________.

 Vom Vorwurf der Hehlerei angeblich begangen am 29.04.2020 zum Nachteil von E.________.

II. 

In Abänderung des Urteils vom 11.11.2020 ist er wegen der übrigen Delikte zu einer Freiheitsstrafe 
von 47 Tagen unbedingt und zu einer unbedingten Verbindungsbusse von CHF 200 zu verurteilen.

Ill.

Es sei ihm für die Überhaft eine gerichtlich zu bestimmende Entschädigung durch den Kanton auszu-
richten.

IV.

Das Honorar des amtlichen Anwaltes sei gestützt auf die noch einzureichende Kostennote gerichtlich 
zu bestimmen.

5.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt G.________ stellte und begründete an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung für die Generalstaatsanwaltschaft 
folgende Anträge (pag. 2137 f.):

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I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 
11. November 2020 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. A.________ schuldig gesprochen wurde: 

1.1. des Diebstahls, begangen am 4. Mai 2020 in Bern, gemeinsam mit C.________, z.N. von 
D.________ im Deliktsbetrag von ca. CHF 100.00; 

1.2. des Hausfriedensbruchs, begangen am 4. Mai 2020 in Bern, gemeinsam mit C.________, z.N. 
von D.________; 

1.3. der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen in der Zeit vom 30. April 2020 
bis 1. Mai 2020 in Genf, Nyon und evtl. anderswo in der Schweiz durch Fahren ohne Berechti-
gung;

1.4. 1.4. der einfachen Verkehrsregelverletzung, begangen bzw. festgestellt am 1. Mai 2020 in Nyon 
durch Mitfahren auf einem Motorrad ohne Schutzhelm schuldig erklärt wurde; 

1.5. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen ca. am 4. Mai 2020 in Bern 
und evtl. einem unbekannten Ort in der Schweiz durch Besitz zum Konsum von 3 rezeptpflichti-
gen Tabletten Lyrca Pregabalinum 50 mg sowie durch Konsum einer unbekannten Menge Ko-
kain, Benzodazepine und THC-haltige Substanzen.

2. A.________ verurteilt wurde zu einer Busse von CHF 250.00, unter Festsetzung der Ersatzfrei-
heits-strafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 3 Tage. 

3. Verfügungen gemäss Ziff. 3 - 5 des Urteilsdispositivs getroffen wurden. 

II.

A.________ sei schuldig zu sprechen: 

1. des Raubes, begangen am 4. Mai 2020 in Bern, gemeinsam mit C.________, z.N. von 
F.________ im Deliktsbetrag von ca. CHF 110.00. 

2. der Hehlerei, begangen in der Zeit von ca. 29. April 2020 bis 1. Mai 2020 in Genf, z.N. von 
E.________ im Deliktsbetrag von ca. CHF 3000.00 

und in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen 

zu verurteilen zu:

1. einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, als Zusatzstrafe zu den Urteilen vom 29. Mai 2020 und 
10. Juni 2020, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft; 

2. einer Landesverweisung von 20 Jahren; 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von 
CHF 500.00 gemäss Art. 21 VKD).

III. 

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem anzuordnen; 

2. Es seien die weiteren üblichen Verfügungen zu treffen (Honorar amtliche Verteidigung etc.).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten und der beschränkten An-
schlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft (vgl. E. I.2 hiervor), hat die Kam-
mer die Schuldsprüche wegen Raubes und Hehlerei (Bst. B. Ziff. I.1. und Ziff. I.2. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 1830) sowie im Sanktionspunkt die 
ausgesprochene Freiheitsstrafe von 20 Monaten und 15 Tagen (Sanktionspunkt 1 
unter Bst. B. Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; pag. 1830) zu überprü-
fen. Konsequenterweise ist auch die erstinstanzliche Verlegung der Verfahrenskos-

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ten Gegenstand des oberinstanzlichen Verfahrens (Art. 428 Abs. 3 der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Ausserdem muss die Entschädi-
gung der amtlichen Verteidigung für das gesamte Verfahren festgesetzt werden 
(Art. 135 Abs. 2 StPO). Praxisgemäss ist schliesslich über das erstellte DNA-Profil 
und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten neu zu befinden 
(Bst. C. Ziff. 8. und. 9. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Die Schuldsprüche wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs, Widerhandlung gegen 
das Strassenverkehrsgesetz, einfacher Verkehrsregelverletzung sowie wegen Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Bst. B. Ziff. I.3.-7., die 
Verurteilung zu einer Busse von CHF 250.00, unter Festsetzung der Ersatzfrei-
heitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 3 Tage gemäss dem Sanktions-
punkt 2 unter Bst. B. Ziff. I. sowie die Verfügungen gemäss Bst. C Ziff. 3.-5. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (pag. 1830 bzw. 1832) sind damit in Rechtskraft 
erwachsen. Die angeordnete Landesverweisung sowie deren Ausschreibung im 
Schengener Informationssystem sind Folgen der in Rechtskraft erwachsenen 
Schuldsprüche wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs (Sanktionspunkt 3 unter 
Bst. B. Ziff. I. sowie Bst. C. Ziff. 11 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 1830) und damit von Katalogdelikten im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. d des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0). Da diese Schuldsprüche 
nicht angefochten sind, bildet auch die Landesverweisung nicht mehr Gegenstand 
des oberinstanzlichen Verfahrens.

Die Kammer verfügt als Berufungsgericht über umfassende Kognition in tatsächli-
cher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Aufgrund der auf den 
Sanktionspunkt der Freiheitsstrafe beschränkten Anschlussberufung der General-
staatsanwaltschaft ist die Kammer diesbezüglich nicht an das Verschlechterungs-
verbot (Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, 
d.h. sie darf das Urteil in diesem Punkt auch zu Ungunsten des Beschuldigten 
abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung zum Vorfall vom 4. Mai 2020 in Bern – 
Vorwurf des Raubes gemäss der Anklageschrift Bst. B Ziff. 1

7. Sachverhalt 

7.1 Vorwurf gemäss Anklage

Gegenstand der Berufung des Beschuldigten ist zunächst der Schuldspruch wegen 
Raubes. Mit Anklageschrift vom 3. September 2020 wird diesem hierzu Folgendes 
vorgeworfen (pag. 1679 f.):

B. A.________

1. Raub (Art. 140 Ziff. 1 StGB)
begangen am 04.05.2020, ca. 20:20 Uhr, in Bern, K.________strasse, Höhe 
K.________strasse/N.________ (Örtlichkeit), zusammen in Mittäterschaft mit A.________ [recte: 
C.________], zum Nachteil von F.________, wie folgt:

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F.________ lief auf der K.________strasse in Richtung L.________platz. C.________ überholte ihn 
von hinten, stellte sich vor ihn und sprach ihn an. Im gleichen Moment packte A.________ das Opfer 
von hinten (mit dem Arm um den Hals). Mit der anderen Hand hielt er den Arm des Opfers fest und 
riss dessen Uhr (Constantin Durmont Calendar, Wert Euro 99.35, entsprechend ca. CHF 110.00) vom 
Handgelenk. F.________ schlug mit seinem Ellbogen nach hinten, woraufhin A.________ von ihm 
abliess und mit dem Deliktsgut flüchtete. C.________ blieb zuerst noch vor Ort und sagte zu 
F.________, er solle nicht die Polizei rufen. Danach entfernte sich dieser auch von den Örtlichkeiten.

Mittäterschaft:

C.________ und A.________ fassten einen gemeinsamen Tatentschluss, dem Opfer – unter Gewalt-
anwendung – Vermögenswerte zu entwenden und sich daran einen finanziellen Vorteil zu verschaffen 
auf welchen sie keinen Anspruch hatten. Sie wirkten zusammen bzw. gingen arbeitsteilig vor und wa-
ren mit dem Tatbeitrag des andern einverstanden.

7.2 Rahmengeschehen und unbestrittener Sachverhalt

Wie obenstehend bereits angeführt (vgl. E. I.1), erkannte die Vorinstanz den Be-
schuldigten neben dem bestrittenen und vorliegend zu beurteilenden Raub u.a. 
schuldig des Diebstahls und des Hausfriedensbruchs, begangen am 4. Mai 2020 
um 14:00 Uhr am H.________weg in Bern (S. 17 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 1887 ff.; Ziff. B. I. 3.-4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 1830). Infolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten sind die Schuld-
sprüche wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs in Rechtskraft erwachsen (vgl. 
E. I.2 und E. I.6 hievor). Alle drei Delikte soll der Beschuldigte in Mittäterschaft mit 
C.________ begangen haben.

Damit ist unbestritten, dass sich der Beschuldigte am 4. Mai 2020 mit C.________ 
im I.________quartier in Bern aufgehalten hat und beide nach dem Einschleich-
diebstahl (Hausfriedensbruch und Diebstahl) in polizeiliche Gewahrsam genommen 
wurden. Der Beschuldigte wurde gleichentags um 18:20 Uhr und C.________ um 
18:50 Uhr aus der Polizeiwache J.________ (Stadtteil) entlassen.

Weiter wird seitens des Beschuldigten nicht bestritten, dass F.________ am 4. Mai 
2020 in Bern überfallen worden ist (vgl. S. 14 des Protokolls der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung; pag. 2135).

7.3 Bestrittener Sachverhalt

Mit Eingabe vom 21. Juli 2021 zog C.________ seine Berufung vom 23. November 
2020 gegen das erstinstanzliche Urteil zurück (pag. 2073). Der Beschuldigte be-
streitet demgegenüber die Begehung des Raubes und damit den ganzen ihm 
gemäss der Anklageschrift in Ziff. B. 1. (vgl. E. II.7.1 hievor) vorgeworfenen Sach-
verhalt weiterhin. Mit nachfolgender Beweiswürdigung ist demnach zu klären, ob 
die Täterschaft dem Beschuldigten rechtsgenüglich nachgewiesen werden kann.

8. Beweiswürdigung

8.1 Beweismittel 

Als subjektive Beweismittel befinden sich zunächst die Aussagen von F.________ 
(nachfolgend auch Opfer) anlässlich der polizeilichen Einvernahme (pag. 251 ff.) 
und Fotovorweisung (pag. 256 ff.) vom 5. Mai 2020 sowie der Konfrontationsein-

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vernahme vom 30. Juni 2020 (pag. 259 ff.) in den Akten. Weiter liegen der Kammer 
die Aussagen von C.________ anlässlich der Hafteröffnung vom 21. Mai 2020 
(pag. 16 ff. und pag. 286 f.), der delegierten Einvernahme vom 28. Mai 2020 
(pag. 152 ff. und pag. 276 ff.), der Konfrontationseinvernahme vom 30. Juni 2020 
(pag. 288 ff.), der Schlusseinvernahme vom 30. Juli 2020 (pag. 165 ff. und 
pag. 305 ff.) sowie der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 29. Oktober 2020 
(pag. 1788 ff.) vor. Schliesslich liegen auch die Aussagen des Beschuldigten an-
lässlich der Hafteröffnung vom 29. Mai 2020 (pag. 64 ff. bzw. pag. 309 f.), der Ver-
handlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 30. Mai 2020 (pag. 89 ff. und 
pag. 318 f.), der delegierten Einvernahme vom 9. Juni 2020 (pag. 178 ff. und 
pag. 311 ff.), der Konfrontationseinvernahme vom 30. Juni 2020 (pag. 320 ff.), der 
Schlusseinvernahme vom 30. Juli 2020 (pag. 188 ff. und pag. 336 ff.) der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 29. Oktober 2020 (pag. 1792 ff.) sowie der Be-
rufungsverhandlung vom 10. September 2021 (pag. 2126 ff.) vor.

Die Vorinstanz hat die ihr zur Verfügung stehenden Aussagen des Opfers sowie 
von C.________ und des Beschuldigten ausführlich wiedergegeben (S. 23-32 ff. 
der Urteilsbegründung; pag. 1893 ff.). Darauf wird verwiesen. Soweit sich ergän-
zende und/oder präzisierende Ausführungen zu den einzelnen Aussagen aufdrän-
gen, erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer (E. 0 
hienach). 

Im Rahmen der oberinstanzlichen Einvernahme vom 10. September 2021 
(pag. 2127 ff.) bestätigte der Beschuldigte grösstenteils die von ihm bereits ge-
machten Aussagen. Soweit die Aussagen vor Berufungsgericht relevant sind oder 
massgeblich von den vorherigen abweichen, geht die Kammer in der nachfolgen-
den Beweiswürdigung (E. 0 hienach) darauf ein.

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer der Anzeigerapport vom 13. Mai 
2020 (pag. 220 ff.), die Rechnung von Amazon EU S.à.r.l. vom 6. Juni 2018 
(pag. 225), der Nachtrag zum vorgenannten Anzeigerapport vom 23. Juni 2020 
(pag. 227 ff.), die anlässlich der Anhaltung vom 4. Mai 2020 gemachten Ganzkör-
perfotos von C.________ und A.________ (pag. 231), die Akten-/Telefonnotiz der 
zuständigen Staatsanwaltschaft vom 21. Juli 2020 (pag. 232), die anlässlich der 
Anhaltung vom 4. Mai 2020 erstellten Effektenverzeichnisse (pag. 233 ff.), Fotos 
des vom Beschuldigten anlässlich dessen Zuführung mitgeführten Mobiltelefons 
(pag. 237-241) und SIM-Karte (pag. 236), der Nachtrag zum vorgenannten Anzei-
gerapport vom 21. Juli 2020 inkl. SBB-Fahrplan (pag. 242 ff.) sowie die Akten- und 
Telefonnotiz der zuständigen Staatsanwaltschaft vom 31. Juli 2020 bezüglich ihrer 
Nachfrage bei der Kantonspolizei betreffend die rückwirkende Überwachung der 
Rufnummer von A.________ (pag. 245 f.) samt Foto der SIM-Karte (pag. 248) und 
IRC-Report (pag. 250) vor. Hinzu kommen die oberinstanzlich eingeholten Be-
weismittel (siehe E. I.4 hievor).

8.2 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz

Gemäss der vorinstanzlichen Beweiswürdigung vermögen es die objektiven Be-
weismittel nicht, die angeschuldigte Tat zu beweisen. Es bestünden aber dennoch 
eine Vielzahl von objektiven Beweismitteln – z.B. die Entlassungszeiten der Be-

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schuldigten (C.________ und A.________) vom Polizeiposten J.________ (Stadt-
teil) nach deren Anhaltung am 4. Mai 2020, das in diesem Zusammenhang erstellte 
Effektenverzeichnis sowie Fotos der Beschuldigten und die mit dem Opfer durchge-
führte Fotovorweisung – die Hinweise zu den Abläufen gäben und erlaubten, ein 
Puzzle zusammenzusetzen (S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1904).

Nach Würdigung der subjektiven Beweismittel erachtete die Vorinstanz die Aussa-
gen der beiden Beschuldigten infolge zahlreicher Unstimmigkeiten als unglaubhaft. 
Die Aussagen des Opfers beurteilte sie, abgesehen von einzelnen Unstimmigkei-
ten, als gleichbleibend, erlebnisbasiert und relativ differenziert. Für die Vorinstanz 
war im Weiteren kein plausibler Grund ersichtlich, weswegen das Opfer lügen bzw. 
den Sachverhalt frei erfinden und den ihm völlig unbekannten C.________ belasten 
sollte (S. 39 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1909).

Als Beweisergebnis hielt die Vorinstanz sodann fest, als gewichtigstes Indiz er-
scheine die genaue Beschreibung von C.________ sowie dessen spätere Identifi-
kation durch das Opfer anlässlich der Fotovorweisung vom 5. Mai 2020. Auch habe 
das Opfer vom Beschuldigten A.________ eine relativ genaue Beschreibung abge-
ben können. Weiter sei die Nähe des Tatortes zum Polizeiposten J.________ 
(Stadtteil) auffällig. Auch befinde sich dieser «grob gesehen Richtung Bahnhof». 
Die Aussagen der Beschuldigten betreffend hielt sie fest, es bestünden zu viele 
Widersprüchlichkeiten, weshalb ihr Alibi nicht glaubwürdig erscheine. Als Beispiel 
einer offensichtlichen Lüge verwies sie auf die angeblichen Telefonate zwischen 
den Beschuldigten, obwohl gemäss Effektenverzeichnis vom 4. Mai 2020 
C.________ kein Telefon dabeigehabt habe. Die Vorinstanz kam zum Schluss, 
dass keine sinnvollere Alternative denkbar sei, als dass A.________ nach seiner 
Entlassung in der Nähe des Polizeipostens auf C.________ gewartete habe und 
sie anschliessend zusammen erneut einen Versuch unternahmen, Beute zu ma-
chen. Auch die kriminelle und einschlägige Vorgeschichte der Beschuldigten spre-
che für deren Täterschaft. Die Vorinstanz stützte sich auf die glaubhaften Aussa-
gen des Opfers und ging vom angeklagten Sachverhalt aus (S. 40 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1910 ff.).

8.3 Vorbringen des Beschuldigten bzw. der Verteidigung

Die Verteidigung brachte erst- (S. 21 des Protokolls der vorinstanzlichen Hauptver-
handlung; pag. 1806) sowie oberinstanzlich (S. 13 ff. des Protokolls der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung; pag. 2134 ff.) im Wesentlichen vor, die Anklage 
stütze sich auf eine Vermutung seitens der Staatsanwaltschaft. Es lägen keine ob-
jektiven Beweismittel vor, der Beschuldigte sei nicht erkannt worden. Der Beschul-
digte sei, wie er sich bereits anlässlich der Hafteröffnung geäussert habe, am Tat-
tag zum Tatzeitpunkt nicht mit C.________ unterwegs gewesen.

Die Kameras am Bahnhof seien entgegen dem Antrag des Beschuldigten nicht 
ausgewertet worden. Die Pflicht, auch entlastende Beweismittel zu finden, sei nicht 
erfüllt, dies dürfe aber nicht zu Lasten des Beschuldigten gehen. 

Die Abläufe passten zeitlich nicht zusammen: Die Tat habe um 20:00 Uhr stattge-
funden. Der Beschuldigte sei um 18:20 Uhr entlassen worden. Dass der Beschul-

11

digte 1.5 Stunden warte und dann einen Raub von CHF 100.00 begehe, sei nicht 
nachvollziehbar. Der Beschuldigte sei, wie auch C.________ selber bestätigt habe, 
vor diesem in die Stadt gefahren. Auch C.________ habe am 28. Mai 2020 ausge-
sagt, den Beschuldigten später am Bahnhof wieder getroffen zu haben (pag. 282 
Z. 402 f.). Der Beschuldigte sei beim Raub nicht dabei gewesen.

Die K.________strasse sei eine viel befahrene Strasse. Es gebe zahlreiche Bot-
schaften mit Kameras. Trotzdem seien keine Zeugen gefunden worden, die den 
Beschuldigten identifizierten. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschuldigte 
unter diesen Umständen einen Raub begehe. Das Risiko, gesehen zu werden, sei 
hoch. Absurd sei auch die Angabe im Anzeigerapport, wonach die Beschuldigten 
beim Raub in Richtung L.________platz unterwegs gewesen sein sollen. Dies wür-
de bedeuten, dass sie sich nochmals in Richtung Polizeiposten bewegt hätten.

Die Schilderung des Opfers anlässlich der polizeilichen Einvernahme am 5. Mai 
2020 von der Person, die ihn festgehalten habe (schlank, graue Trainerhosen, 
weisse Turnschuhe und ein kariertes Oberteil) treffe nicht auf den Beschuldigten 
zu. Dies sei anhand des Fotos, welches C.________ und den Beschuldigten beim 
Tathergang des vorgehenden Einschleichdiebstahls zeige, überprüfbar. Der Be-
schuldigte trage darauf schwarze Turnschuhe, schwarze Hosen sowie ein schwar-
zes Oberteil. Zudem trage er einen Rucksack, dies sei vom Opfer aber nicht als Si-
gnalisation angegeben worden. Der Beschuldigte sei auch nicht wirklich schlank. 
Dass etwas geschehen sei, werde nicht abgestritten. C.________ sei erkannt wor-
den, der Beschuldigte aber nicht. Ihm könne die Täterschaft nicht nachgewiesen 
werden. 

Letztlich wird vom Verteidiger angeführt, der Beschuldigte bleibe betreffend den 
Vorwurf des Raubes hartnäckig, obwohl er zugebe, kein Unschuldslamm zu sein, 
was auch aus den Akten hervorgehe. Zudem wäre es aus der Sicht des Beschul-
digten besser gewesen, nicht auf allfällige Kameraaufnahmen zu verweisen, den-
noch habe er dies getan. Der Beschuldigte sei glaubwürdig.

8.4 Argumente der Staatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft bringt oberinstanzlich zusammengefasst – die von 
der Regionalen Staatsanwaltschaft vor der Vorinstanz vorgebrachten Argumente 
mitumfassend (vgl. S. 14 f., des Protokolls der vorinstanzlichen Hauptverhandlung; 
pag. 1799 f.) – vor (S. 17 ff. des Protokolls der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung; pag. 2138 ff.), während C.________ die Berufung zurückgezogen habe, be-
streite der Beschuldigte den Raub immer noch. Zahlreiche Indizien, die zusammen 
ein hinreichend klares Bild von der Täterschaft des Beschuldigten vermittelten, sei-
en jedoch vorliegend. Insbesondere würden die Aussagen der Beschuldigten Un-
stimmigkeiten aufweisen:

Beide Beschuldigten gäben an, zur Tatzeit, um 20:20 Uhr, bereits im Zug nach 
Genf gewesen zu sein. Wie die Vorinstanz schlüssig dargelegt habe (pag. 1906 f.), 
seien die Beschuldigten aufgrund ihrer Angaben klarerweise nicht mit dem Direkt-
zug nach Genf gefahren. Nur mit diesem sei es aber möglich, um 21:00 Uhr, wie 
C.________ zu Protokoll gegeben habe, in Genf einzutreffen. Die Aussagen der 
Beschuldigten über die gemeinsame Rückkehr nach Genf könnten nicht stimmen. 

12

Die Kameraaufnahmen des Bahnhofs Bern würden zudem lediglich 72 Stunden 
gespeichert, weshalb deren Sichtung heute nicht mehr möglich sei.

Nach Akzeptanz des erstinstanzlichen Urteils durch C.________ würden die Aus-
sagen des Beschuldigten überdies noch mehr «schwächeln». Auch lasse die Ur-
teilsakzeptanz von C.________ nur den Schluss zu, dass es sich beim vom Opfer 
geschilderten zweiten Täter (pag. 265 f.) um den Beschuldigten handeln müsse. 
C.________ kenne sich nicht aus in Bern und andere Kollegen habe dieser hier 
nicht. Gemäss ihren Aussagen seien die Beschuldigten, abgesehen vom Aufenthalt 
bei der Polizei, die ganze Zeit zusammen gewesen.

Dem Vorbringen der Verteidigung, die Kleider des Beschuldigten auf dem Foto 
stimmten nicht mit der Schilderung des Opfers überein, sei entgegenzuhalten, dass 
im Rucksack des Beschuldigten Ersatzkleider gefunden worden seien. Dieser habe 
sich ohne Weiteres umziehen können. Das Opfer habe die Person, welche ihn von 
hinten angegriffen habe, nur für wenige Sekunden von hinten gesehen, dennoch 
habe dieses anlässlich der Einvernahme vom 30. Juni 2020 auf Vorhalt des Fotos 
(pag. 273) ausgesagt, es könne wegen der Grösse, dem Alter und der Postur sehr 
wohl der Beschuldigte gewesen sein (pag. 266 f. Z. 263 ff.). 

Der Modus operandi der Täter sei ein Klassiker: Nach Ablenkung des Opfers durch 
die erste Person werde es von der zweiten Person überrumpelt. Der Beschuldigte 
habe zu Protokoll gegeben, dass er keine billige Uhr stehlen würde. Die vorliegend 
gestohlene Uhr könne aus Distanz und bei lediglich kurzer Begutachtung aber als 
teure Uhr erscheinen. Der Beschuldigte habe es zudem auch als lohnenswert er-
achtet, Grillbesteck zu entwenden. Auch sei es nicht weniger risikoreich, am hell-
lichten Tag in ein Haus einzubrechen, als an einer vielbefahrenen Strasse einen 
Raub zu begehen. Die beiden Täter seien forsch und unerschrocken zu Werke ge-
gangen und hätten das Risiko nicht gescheut. 

Das Opfer habe erlebnisbasiert und glaubhaft ausgesagt. Es habe das Kernge-
schehen so gut wie möglich beschrieben. Zudem habe es C.________ zweifelsfrei 
identifiziert. Für dessen Glaubwürdigkeit spreche zudem, dass es offen zugegeben 
habe, dass es den zweiten Täter nicht klar identifizieren könne. Der Vorinstanz sei 
zuzustimmen, den Opferaussagen sei Glauben zu schenken. 

Der Beschuldigte hingegen habe immer wieder andere Versionen zu Protokoll ge-
geben. In seinen Äusserungen seien viele Widersprüche enthalten. Er handle frei 
nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Immer wenn er in Bedrängnis 
gerate, reagiere er mit zynischen Gegenfragen. Weiter werde der Beschuldigte oft 
aggressiv und teilweise laut. Beispielsweise habe er anlässlich der vorinstanzlichen 
Verhandlung, als er von der Gerichtspräsidentin auf seine widersprüchlichen Anga-
ben zum Treffpunkt mit C.________ angesprochen worden sei, geantwortet, was 
es für einen Unterschied mache, ob Perron, Bus oder Bahnhof. Hauptsache sei, 
dass sie sich getroffen hätten (pag. 1796 Z. 39 ff.). Diese Reaktion mache deutlich, 
dass der Beschuldigte mit dem Rücken zur Wand gestanden sei. Dieses Bild vor 
der ersten Instanz habe sich auch oberinstanzlich bestätigt. Entgegen seiner Be-
teuerung, immer alles zuzugeben, was er gemacht habe, habe der Beschuldigte 
auch nachweislich gelogen: Gemäss seinen Aussagen habe der Beschuldigte mit 

13

C.________ telefoniert, um den Treffpunkt abzumachen (pag. 337 Z. 242 f.). Fakt 
sei aber, dass C.________ kein eingelöstes Telefon bei sich gehabt habe. Damit 
seien Anrufe nicht möglich gewesen. In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
habe der Beschuldigte, auf diese Unstimmigkeit angesprochen, sodann ergänzt, 
sein Kollege habe mit dem Gerät von einer Drittperson angerufen. Damit habe er 
sich erneut widersprochen. 

Entgegen seinen Behauptungen habe der Beschuldigte den Raub als Mittäter be-
gangen. Beweismässig sei der Sachverhalt erstellt.

8.5 Beweiswürdigung der Kammer

8.5.1 Vorbemerkungen

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann vorab vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (S. 3 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1873 ff.). 

Die Kammer erachtet die Erwägungen der Vorinstanz grundsätzlich als korrekt und 
verweist unter Vorbehalt der nachfolgenden Ergänzungen und Präzisierungen 
ebenfalls auf deren Ausführungen (vgl. S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 1876 ff.).

8.5.2 Würdigung der objektiven Beweismittel

Nach dem Anzeigerapport vom 13. Mai 2020 (pag. 220 ff.) hat F.________ münd-
lich angegeben, auf der Strecke von der M.________ (Örtlichkeit) Richtung 
L.________platz an der K.________strasse auf Höhe der N.________ (Örtlichkeit) 
sei ein junger Mann an ihm vorbeigelaufen. In diesem Moment habe der (zum Zeit-
punkt des Eingangs der Meldung am 4. Mai 2020 um 20:27 Uhr) noch als unbe-
kannt bezeichnete zweite Täter ihn von hinten gepackt und ihm die Uhr vom Hand-
gelenk gerissen. Diesen habe er zu keinem Zeitpunkt gesehen. Die Täter seien auf 
der K.________strasse Richtung O.________ (Stadtteil) davongerannt. Neben den 
Angaben zu den Massnahmen vor Ort, wonach auf den Überwachungsbildern der 
P.________ (Örtlichkeit), Q.________ (Örtlichkeit) sowie der N.________ (Örtlich-
keit) weder die Täterschaft noch die Tat gesehen werden konnte, hielt der Einsatz-
leiter des vorliegenden Falles bei den Bemerkungen auf Seite zwei des Anzeige-
rapportes fest, dass es sich beim unbekannten Täter – neben C.________ – um 
A.________ handeln könnte. Beide seien am 4. Mai 2020 wegen eines Ein-
schleichdiebstahls angehalten und gleichentags von der Polizeiwache J.________ 
(Stadtteil) wieder entlassen worden. Diese befände sich 750 Meter vom Tatort an 
der K.________strasse entfernt und auf dem Weg in die Innenstadt Bern [recte: 
Der Tatort befindet sich von der Polizeiwache auf dem Weg in die Innenstadt, vgl. 
auch S. 4 des Haftantrages vom 29. Mai 2020; pag. 84]. Beim Deliktsgut handle es 
sich um eine Uhr der «Marke Constantin Durmont, Material unedles Metall, Farbe 
Weiss» im Wert von CHF 99.00.

Der Rechnung von Amazon EU S.à.r.l. vom 6. Juni 2018 adressiert an das Opfer 
(pag. 225) ist sodann die genaue Bezeichnung der «Constantin Durmont Calen-
dar» zu entnehmen. Demnach handelt es sich um eine analoge automatische Her-
renuhr mit braunem Lederband im Wert von 99.35 Euro (inkl. Mehrwertsteuer).

14

Im Nachtrag vom 23. Juni 2020 zum obgenannten Anzeigerapport (pag. 227 ff.) 
wird bezüglich des Einschleichdiebstahls vom 4. Mai 2020 festgehalten, dass 
A.________ am 4. Mai 2020 nach Abarbeitung des Einschleichdiebstahls um 18:20 
Uhr und C.________ um 18:50 Uhr aus der Polizeiwache J.________ (Stadtteil) 
entlassen worden seien. A.________ habe bei dessen Anhaltung am 4. Mai 2020 
im Rucksack Kleider mitgeführt. Diese seien nicht separat aufgeführt oder fotogra-
fiert worden. Es könne auf die Möglichkeit geschlossen werden, dass sich 
A.________ nach dem Verlassen der Polizeiwache J.________ (Stadtteil) umge-
zogen habe und auf die Beschreibung des Opfers passen könnte. Weiter ist dem 
Nachtrag die Anhaltung von C.________ am 20. Mai 2020 sowie von A.________ 
am 27. Mai 2020 in Genf zu entnehmen. Beide Beschuldigten hätten bei ihrer An-
haltung ein Mobiltelefon auf sich getragen. Mittels einer ICR-Abfrage [recte: IRC-
Abfrage] seien die Provider erhältlich gemacht worden. Herausgestellt habe sich, 
dass die Mobilnummer von C.________ erst ab dem 12. Mai 2020 in Betrieb ge-
nommen worden sei. Die Rufnummer von A.________ sei seit dem 13. Dezember 
2019 in Betrieb, der Inhaber der Rufnummer sei vermutlich jedoch eine fiktive Per-
son. Der Antwort der Lycamobile AG, die infolge genehmigter Rückidentifikation 
erhältlich gemacht worden sei, sei zu entnehmen, dass die Mobilnummer von 
A.________ während der Tatzeit bei keinem schweizerischen Netzanbieter einge-
loggt gewesen sei. Dies gäbe Rückschluss darauf, dass das Mobiltelefon nur mit-
tels WLAN verbunden gewesen sei oder A.________ erst nach der Tatzeit die SIM 
Karte aktiviert resp. sein Mobiltelefon eingesetzt habe. Abschliessend wird im 
Nachtrag festgehalten, Abklärungen bei der temporären Zuzugsadresse der beiden 
Beschuldigten hätten ergeben, dass beide in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 2020 
nicht in der Unterkunft gewesen seien.

Anlässlich der Anhaltung nach dem Einschleichdiebstahl am 4. Mai 2020 wurden 
bei der erkennungsdienstlichen Behandlung von A.________ sowie von 
C.________ Ganzkörperfotos erstellt (pag. 230 f.). Gemäss den Effektenverzeich-
nissen (pag. 233 ff.) hat A.________ am 4. Mai 2020 u.a. ein Mobiltelefon Sam-
sung inkl. SIM-Karte Lycamobile mit sich geführt. Bei C.________ wurde kein Mo-
biltelefon verzeichnet.

Der Akten-/Telefonnotiz vom 31. Juli 2020 der Staatsanwältin R.________ 
(pag. 245 f.) ist im Zusammenhang mit den vorgenannten Abklärungen zu entneh-
men, dass A.________ bei seiner Verhaftung ein Mobiltelefon «Royalstar» bzw. 
Louis Vuitton inkl. SIM-Karte von Lycamobile (vgl. Fotos auf pag. 238 ff.) bei sich 
hatte. Gestützt auf die Nummer der SIM-Karte sei die IRC-Abfrage vorgenommen 
worden. Dabei seien gemäss einer Kontrollüberprüfung keine Fehler vorgefallen. 
Dass diese rückwirkende Überwachung keine Ergebnisse ergeben habe, deute 
darauf hin, dass A.________ zu dieser Zeit eine andere SIM-Karte/Rufnummer 
verwendet habe. Dafür spreche auch das Effektenverzeichnis vom 4. Mai 2020 von 
A.________, welches ein Mobiltelefon der Marke Samsung und eine Karte von Ly-
camobile, von welcher aber keine genaueren Angaben existieren, auflistet. Bei sei-
ner Inhaftierung habe er nur das Mobiltelefon «Royalstar» bzw. Louis Vuitton dabei 
gehabt. Offenbar habe er das Mobiltelefon und somit evtl. auch die SIM-Karte ge-
wechselt.

15

Im Nachtrag vom 21. Juli 2020 (pag. 242 f.) wird ausgeführt, infolge der Beweisan-
träge der Verteidigung (vgl. Akten- und Telefonnotiz der Staatsanwaltschaft vom 
21. Juli 2020; pag. 232) hätten Abklärungen bezüglich der Videoüberwachung am 
Bahnhof Bern ergeben, dass das Bildmaterial nur 72h gespeichert werde und nicht 
mehr ediert werden könne. Nicht zu eruieren seien überdies die Abfahrtszeit, das 
Gleis und die Zugrichtung der beiden Beschuldigten. Es bestünden mehrere Fahr-
wege, um mit dem Zug nach Genf zu gelangen (Verweis auf den Ausdruck des 
SBB-Fahrplans; pag. 244).

Aus den Vorakten P/7826/2020 der Staatsanwaltschaft Genf ist überdies ein ähnli-
ches deliktisches Zusammenwirken wie das Vorgeworfene zwischen dem Beschul-
digten und C.________ zu entnehmen. So entwendete C.________ am 6. Mai 
2020 einer Frau, die zuvor vom Beschuldigten abgelenkt wurde, das Mobiltelefon 
(vgl. Vorhalt anlässlich der Schlusseinvernahme vom 30. Juli 2020; pag. 339 Z. 315 
ff.).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass C.________ und A.________ 
im gleichen Quartier (I.________quartier) am Nachmittag des gleichen Tages 
(4. Mai 2020) einen, durch den Beschuldigten von Anfang an unbestrittenen, Ein-
schleichdiebstahl verübten. Der Beschuldigte befand sich bis um 18:20 Uhr und 
C.________ bis um 18:50 Uhr in Polizeigewahrsam auf dem Polizeiposten 
J.________ (Stadtteil). Nach Entlassung vergingen rund 1.5 Stunden bis zum 
Überfall auf das Opfer. Unter Berücksichtigung der Standorte des Polizeipostens 
J.________ (Stadtteil) an der S.________strasse und des Tatorts an der 
K.________strasse / N.________ (Örtlichkeit), geht die Zeit entgegen dem Vor-
bringen der Verteidigung mehr als auf, zumal ein passendes Opfer noch «abgewar-
tet» werden musste. 

Das Diebesgut, die Uhr, konnte sowohl in den Effekten des Beschuldigten als auch 
bei C.________ nicht gefunden werden. Da diese jedoch erst am 20. bzw. 27. Mai 
2020 in Genf angehalten werden konnten, kann aus diesem Umstand nichts zu-
gunsten des Beschuldigten abgeleitet werden. Durchaus vorstellbar ist, dass diese 
in der Zwischenzeit verkauft, versteckt oder weggeworfen wurde. 

Auch geht das Vorbringen der Verteidigung, die Kameras am Bahnhof seien, ent-
gegen dem anfänglichen Antrag des Beschuldigten, nicht ausgewertet worden, 
fehl. So bemühte sich die Staatsanwaltschaft die Kameraaufnahmen vom Tattag 
erhältlich zu machen. Dies war jedoch mangels längerfristiger Speicherung nicht 
möglich.

Der Umstand, dass die Mobilnummer des Beschuldigten in keinem Schweizer Netz 
eingeloggt war und C.________ erst ab dem 12. Mai 2020 eine Nummer in Betrieb 
hatte, spricht weder für noch gegen den Beschuldigten. Der Beschuldigte konnte 
auch via WLAN verbunden gewesen sein. C.________ trug jedoch bei der polizeili-
chen Festhaltung nach dem Einschleichdiebstahl am H.________weg nachweislich 
kein Mobiltelefon auf sich (Effektenverzeichnis; pag. 235).

16

8.5.3 Würdigung der subjektiven Beweismittel

Aussagen des Opfers – F.________

Das Opfer hat zwei Mal zum Sachverhalt ausgesagt. Vor der Polizei gab das Opfer 
am 5. Mai 2020 zu Protokoll, mit dem linken Ellbogen sofort nach hinten geschla-
gen zu haben, als der zweite Täter von hinten den Arm um seinen Hals gelegt und 
die Uhr vom linken Handgelenk gerissen habe. Die Täterschaft habe sodann von 
ihm abgelassen (pag. 252 Z. 43 ff., pag. 254 Z. 114). Bei der Staatsanwaltschaft 
anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 30. Juni 2020 sagte das Opfer zum 
Tatverlauf weiter aus, er sei ganz entspannt gewesen und habe das nicht erwartet. 
Deshalb habe die Person ihn gleichzeitig mit der rechten Hand im Würgegriff haben 
und mit der linken Hand die Uhr abreissen können. Das Armband sei kaputt ge-
gangen (pag. 264 f. Z. 181 f., Z. 186 und Z. 193). 

Das Opfer identifizierte C.________ zu 100% in der Fotovorweisung als den Täter, 
der sich vor ihn hingestellt habe, bevor er vom zweiten Täter um den Hals gepackt 
worden sei (pag. 253 Z. 75 f., pag. 256). Auch anlässlich der Konfrontationseinver-
nahme hatte das Opfer daran keine Zweifel (pag. 266 Z. 242, pag. 267 Z. 274 ff., 
pag. 268 Z. 311). Der zweite Täter sei von hinten gekommen. Lediglich als die 
Täterschaft geflüchtet sei, habe er diesen Täter, allerdings nur von hinten, zu se-
hen bekommen (pag. 252 Z. 60 f., pag. 253 Z. 82, pag. 263 Z. 148 f., pag 265 
Z. 221). Die Aussagen des Opfers, den Beschuldigten auf der Fotovorweisung 
nicht identifizieren bzw. diesen nicht wiedererkennen zu können, leuchten somit ein 
(pag. 253 Z. 82 bzw. pag. 266 Z. 252). Folgendes Signalement vom zweiten Täter 
konnte das Opfer bei seinen Einvernahmen dennoch zu Protokoll geben: männlich, 
ca. 20 Jahre alt, schwarze bzw. dunkle kurze Haare, ca. 179 cm bzw. 1.74 Meter 
gross, etwas grösser als die Person, die vor ihm gestanden sei, schlank (pag. 252 
Z. 58 ff., pag. 266 Z. 228 ff.). Folgerichtig gab das Opfer bei der Konfrontationsein-
vernahme an, zum Beschuldigten könne er nichts sagen, weil er sein Gesicht nicht 
gesehen habe (pag. 267 Z. 293). Aber es könne die rechte Person auf dem vorge-
haltenen Foto (vgl. pag. 273) «wegen der Grösse, wegen dem Alter, wegen der 
Postur» (pag. 267 Z. 269) «wegen der körperlichen Merkmale» (pag. 268 Z. 312) 
sein. Das Opfer aggravierte somit nicht bzw. belastete den Beschuldigten nicht un-
besehen. Zudem bemerkte es Nebensächlichkeiten wie, der Beschuldigte habe ei-
nen Rucksack getragen (pag. 268 Z. 319), was auch aus den Akten hervorgeht 
(vgl. das Effektenverzeichnis; pag. 233). Dies zeigt die Glaubhaftigkeit der Aussa-
gen des Opfers auf. Dass das Opfer die Kleider des Beschuldigten nicht wie auf 
dem Foto der Melderin des Einschleichdiebstahls (pag. 273) beschrieb, ändert dar-
an nichts, zumal aus dem Nachtrag zum Anzeigerapport ersichtlich wird, dass sich 
im Rucksack des Beschuldigten Kleider befanden (pag. 229). Da der Beschuldigte 
nach seiner Entlassung aus dem polizeilichen Gewahrsam eine halbe Stunde auf 
C.________ warten musste, bevor auch dieser entlassen wurde, liegt es durchaus 
im Rahmen des Möglichen, dass er sich währenddessen umzog. So sagte der Be-
schuldigte in der Schlusseinvernahme vom 30. Juli 2020 selber, er habe alle seine 
Sachen im Rucksack. Er wisse manchmal nicht, wo übernachten. Er habe alles da-
bei (pag. 190 Z. 175 ff.). Sowie im weiteren Verlauf der gleichen Einvernahme, die 
Polizei hätte ihm das Shampoo, seine Kleider zurückgegeben (pag. 336 Z. 223 f.). 

17

Der entsprechende Einwand der Verteidigung erweist sich nach Angeführtem nicht 
als stichhaltig.

Die vom Opfer am Ende der Konfrontationseinvernahme von sich aus angebrachte 
Bemerkung bzw. Ergänzung: «Ich bin Mitarbeiter des Spanischen Staats in der 
Schweiz. In meinem Land muss jemand, welcher für den Staat arbeitet, die Wahr-
heit erzählen.», zeigt die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen überdies nochmals auf 
(pag. 269 Z. 350 f.).

Aussagen von C.________

Für die Aussagen von C.________ kann auf die Zusammenfassung der Vorinstanz 
(S. 26 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1896 ff.) verwiesen werden. 
Diese sind zutreffend und vollständig. Die Kammer lässt es deshalb mit wenigen 
ergänzenden Ausführungen hierzu bewenden. C.________ zog seine Berufung 
zurück und hat damit die Verurteilung wegen Raubes akzeptiert. Seine anderslau-
tenden Aussagen sind denn auch unglaubhaft. Der Vorinstanz ist zu folgen, wenn 
sie in seinen Aussagen keine logische Konsistenz ausmachen kann sowie ihm die 
Fähigkeit abspricht, sich zu merken, was er vorgängig bereits ausgesagt hat (S. 29 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1899). So wurde er nachweislich am 
4. Mai 2020 um 18:50 Uhr aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen, will aber 
nach eigenen Aussagen anlässlich der Einvernahme am 28. Mai 2020 bereits um 
ca. 17:00 Uhr (pag. 282 Z. 403), ein paar Zeilen später gegen 18:00 Uhr (pag. 282 
Z. 424) in den Zug nach Genf gestiegen sein. Nicht einmal seine modifizierte Ant-
wort auf entsprechende Nachfrage, es könne auch sein, dass er um 18:30 Uhr in 
den Zug nach Genf eingestiegen sei (pag. 282 Z. 427 f.), stimmt damit in zeitlicher 
Hinsicht mit den objektiven Beweismitteln überein. Im Weiteren widerspricht er sich 
u.a. auch bezüglich dem Treffpunkt mit A.________ mehrfach. So soll dies 
zunächst «dort wo ich für die Reise nach Genf einsteigen sollte» gewesen sein 
(pag. 282 Z. 406 f.), dann «dort wo das Tram fährt» «vis-a-vis vom Bahnhof» 
(pag. 305 Z. 158) und schliesslich soll er A.________ «dort wo die Busse stehen» 
«beim Bahnhof» getroffen haben (pag. 1790 Z. 27-31). Bezeichnend für sein wi-
dersprüchliches Aussageverhalten sind sodann seine Äusserungen anlässlich der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung auf die Frage, was er nach seiner Entlassung 
von der Polizeiwache am 4. Mai 2020 gegen 19:00 Uhr gemacht habe. Er antworte-
te: «Als ich aus dem Polizeirevier kam, habe ich auf A.________ gewartet. Er kam 
und danach sind wir zum Bahnhof und auf den Zug Richtung Genf» (pag. 1790 
Z. 10 f.). Auf die Frage nach dem Treffpunkt sagte er: «Dort wo die Busse stehen, 
dort habe ich ihn getroffen. Danach sind wir zum Bahnhof» (pag. 1790 Z. 15). Auf 
entsprechende Nachfrage bestätigte er nochmals: «Der A.________ ist schon vor 
mir aus dem Polizeiposten gekommen. Wir haben uns dann gesehen und sind 
dann mit dem Bus zum Bahnhof und danach auf den Zug» (pag. 1790 Z. 19 f.). 
Immerhin erkannte er beim Verlesen des Protokolls die Widersprüchlichkeit dieser 
Aussagen zu seinen Angaben in den vorherigen Einvernahmen selber und er 
brachte die Korrektur an, dass er alleine mit dem Bus zum Bahnhof gefahren sei 
(pag. 1790 Z. 22 f.). Unvereinbar mit den objektiven Beweismitteln ist zudem die 
Behauptung, am Tattag ein Handy bei sich gehabt zu haben (vgl. das Effektenver-
zeichnis; pag. 235). Zudem soll dies nach seinen Aussagen zunächst ein Samsung 

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S8, wenige Augenblicke später aber ein Huawei gewesen sein (pag. 307 Z. 217 
und Z. 225). Überdies wurde er, wie vorgängig angeführt, vom Opfer einwandfrei 
anlässlich der Fotovorweisung und der Konfrontationseinvernahme identifiziert.

Auf die Aussagen von C.________ kann nicht abgestellt werden. Entgegen der 
Verteidigung ist daraus auch nicht auf eine Nichtbeteiligung des Beschuldigten am 
Raub zu schliessen.

Aussageverhalten des Beschuldigten

Der Beschuldigte hat insgesamt sieben Mal zum Vorwurf des Raubes ausgesagt. 
Er bestreitet bis zum Schluss, den Raub zum Nachteil von F.________ begangen 
zu haben. Auch für die Aussagen des Beschuldigten kann vorab auf die Zusam-
menfassung der Vorinstanz (S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1900 ff.) verwiesen werden.

Der Beschuldigte brachte im Rahmen seiner Einvernahmen wiederholt vor, er wür-
de den Raub zugeben, wenn er diesen begangen hätte. Bereits aus den Aussagen 
zum nachmittäglichen Einschleichdiebstahl am H.________weg, geht jedoch her-
vor, dass der Beschuldigte abschätzen bzw. heraushorchen wollte, was die Polizei 
bereits herausgefunden hatte. Beispielsweise verneinte er bei der delegierten Ein-
vernahme vom 9. Juni 2020, auf den Einschleichdiebstahl angesprochen, 
zunächst, die Dame beobachtet zu haben bevor er in den Keller reingegangen sei. 
Einige Zeilen später, war er sich schon nicht mehr sicher, ob er sich versteckt hat 
oder nicht (pag. 182 Z. 256 f. und Z. 273 ff.). Dass der Beschuldigte den Ein-
schleichdiebstahl am H.________weg schliesslich zugab, erstaunt angesichts der 
erdrückenden Beweislage nicht: Er wurde auf einer Fotografie erkannt (pag. 273) 
und mit Arbeitshandschuhen, Seitenschneider und Schraubenzieher (alles 
grundsätzlich brauchbare Tatwerkzeuge) sowie insbesondere mit dem Deliktsgut 
(Grillbesteck) angehalten (pag. 130). Überdies ist seine Erklärung, er habe diese 
Sachen wegen einer möglichen Gelegenheit zur Schwarzarbeit auf sich getragen 
(pag. 170 Z. 147, pag. 189 Z. 156, Z. 161 ff.), als Schutzbehauptung zu werten. 
Noch unglaubhafter wird sie mit Blick auf die Aussage des Beschuldigten, an die-
sem Tag mit der Absicht, einen Freund zu besuchen, nach Bern gekommen zu sein 
(pag. 181 Z. 219, pag. 169 Z. 116, pag. 179 Z. 110). 

Die Strategie des Beschuldigten, alles, was nicht nachweisbar ist, zu bestreiten und 
damit einhergehend seine Aussagen jeweils seinem gegenwärtigen Wissensstand 
über die Ermittlungserkenntnisse anzupassen, ist auch in seinen Aussagen zum 
Vorwurf des Raubes, zu beobachten. In diesem Zusammenhang fallen zunächst 
seine Gegenfragen zu Beginn der Einvernahme anlässlich der Hafteröffnung am 
29. Mai 2020 auf. Nachdem ihm die Vorwürfe vorgehalten wurden, fragte er so-
gleich: «Hier in Bern?». Dann, nachdem er auf sein Aussageverweigerungsrecht 
sowie darauf hingewiesen wurde, dass seine Aussagen als Beweismittel verwendet 
werden könnten: «Sind Sie sicher, dass ich das gemacht habe?» (pag. 64 Z. 11, 
pag. 65 Z. 19). 

Den Ablauf seiner Handlungen nachdem er von der Polizeiwache im J.________ 
(Stadtteil) am 4. Mai 2020 um 18:20 Uhr entlassen wurde, schilderte er im Rahmen 
seiner Einvernahmen wie folgt: 

19

Weg an den Bahnhof Bern: Am 29. Mai 2020 gab der Beschuldigte anlässlich der 
Hafteröffnung noch an, alleine und direkt zum Bahnhof gelaufen zu sein (pag. 69 f. 
Z. 175, Z. 189, Z. 198, Z. 228 f.). Gemäss seinen Aussagen am 9. Juni 2020, ledig-
lich elf Tage später, ist er vor der Polizeiwache in den Bus eingestiegen und zum 
Bahnhof gefahren (pag. 184 Z. 373 f.). Bei der Schlusseinvernahme am 30. Juli 
2020 blieb er zwar bei seiner letzten Darstellung, den Bus genommen zu haben, 
ergänzte diese aber dahingehend, nicht bis zur Endstation, sondern eine Station 
vorher ausgestiegen zu sein (pag. 336 Z. 228-230). An der vorinstanzlichen Ver-
handlung, nur knapp ein halbes Jahr nach dem Vorfall, konnte sich der Beschuldig-
te nicht mehr an das Verkehrsmittel – Bus oder Tram – erinnern, welches ihn von 
der Polizeiwache zum Bahnhof gefahren hat (pag. 1794 Z. 1-8). 

Absprache des Treffpunkts und Aufeinandertreffen mit C.________: Gemäss den 
Aussagen des Beschuldigten vom 29. Mai 2020 bei seiner Hafteröffnung, habe er 
C.________ eine Stunde, nachdem er zum Bahnhof gegangen sei, vor dem Bahn-
hof getroffen (pag. 309 Z. 179 ff.). Dieser sei während dem Essen des Sandwichs 
gekommen, ca. eine halbe Stunde später (pag. 309 Z. 198 f.). Am 9. Juni 2020 gab 
er zu Protokoll: «Ich habe ihn [C.________] angerufen» (pag. 313 Z. 405) sowie, 
nachdem er mit dem Essen fertig gewesen sei, habe er seinen Kollegen vor ihm 
am Bahnhof gesehen. Sie seien keine fünf Minuten mehr geblieben, bis sie in den 
Zug gestiegen seien (pag. 312 Z. 376 f., pag. 313 Z. 396 f.). Auf die Nachfrage, wo 
genau er C.________ getroffen habe, antwortete er «vis à vis vom Bahnhof» 
(pag. 312 Z. 379 f.) bzw. bezeichnete die Bushaltestelle vor der UBS bzw. vor dem 
Ochsner Shoes vis à vis Baldachin auf der vorgezeigten Karte als Treffpunkt 
(pag. 312 Z. 390 ff.). Angesprochen auf den Widerspruch zu den Angaben von 
C.________, der aussagte, den Beschuldigten dort, wo der Zug nach Genf fährt, 
getroffen zu haben, hat der Beschuldigte gemäss Protokoll seine Stimme erhoben, 
sei laut geworden (pag. 313 Z. 440-442) und geäussert, dies könne nicht sein 
(pag. 314 Z. 450). Er habe ihn dort getroffen, wo der Bus anhalte. Dort, wo er vor-
hin gezeigt habe (pag. 314 Z. 445, Z. 451). Bei der Schlusseinvernahme am 30. Ju-
li 2020 sagte er aus: «Ich habe versucht C.________ anzurufen. Am Anfang hat er 
nicht geantwortet. Als er geantwortet hat, habe ich ihm gesagt, wo ich bin. Er kam 
zu mir und wir nahmen den Zug Richtung Genf» (pag. 336 Z. 232-234). Um dann 
sogleich dem entgegengesetzt zu erklären: «Ich habe ihn angerufen und gefragt 
wo er ist. Er meinte am Bahnhof. Ich habe ihm gesagt, dass er aufs Perron 5 oder 
6 kommen soll. Er kam zu mir aufs Perron. Ich habe ihn angerufen und er auch. 
Wir riefen uns fast gleichzeitig an. Wir haben uns dort getroffen» (pag. 337 Z. 242-
244). Und auf die Nachfrage, wo genau sie sich getroffen hätten, ob vor 
oder im Bahnhof, gab er an, er wisse es nicht. Er nehme aber an, dass sie sich auf 
dem Perron getroffen hätten (pag. 337 Z. 247, Z. 250-252). Darauf angesprochen, 
dass C.________ bei der Anhaltung am 4. Mai 2020 kein Mobiltelefon in seinen Ef-
fekten gehabt habe, antwortete er mit den Gegenfragen: «Haben Sie kein Telefon 
bei ihm gefunden?» sowie: «Wie kann das sein? Ich habe ihn doch angerufen und 
er hat mir geantwortet!?» (pag. 337 f. Z. 273-278). Vor der Vorinstanz sagte er am 
29. Oktober 2020 sodann, C.________ habe ihn angerufen und gefragt wo er sei. 
Er habe ihm gesagt, wo er warte und er solle auch zum Bahnhof kommen. Dieser 
sei dann gekommen und sie seien zusammen über die Strasse zum Bahnhof ge-

20

gangen (pag. 1794 Z. 8 ff.). Von der Staatsanwältin auf den Widerspruch zu seiner 
Aussage vom 30. Juli 2020, in welcher er anders als heute gesagt habe, dass er 
C.________ am 4. Mai 2020 im Bahnhof auf dem Perron getroffen habe, ange-
sprochen, antwortete der Beschuldigte ausweichend: «Was macht es für einen Un-
terschied ob Perron, oder Bus oder im Bahnhof oder ausserhalb vom Bahnhof. 
Hauptsache wir haben uns getroffen» (pag. 1796 Z. 39 f.). Der Beschuldigte sagte 
sodann vor Berufungsinstanz am 10. September 2021 aus, als er am Bahnhof an-
gekommen sei, habe er [C.________] ihm telefoniert. Er habe ihn gefragt, wo er 
sei. Er habe gesagt, er sei am Bahnhof. Dann sei er zu ihm gekommen (pag. 2127 
Z. 16-18). Sein Kollege habe ihn 20 Minuten, nachdem er [der Beschuldigte] ent-
lassen worden sei, angerufen. Sie hätten sich 20 Minuten nach dem Telefonat am 
Bahnhof getroffen und seien dann zusammen auf den Zug (pag. 2130 Z. 18-29). 
Auf die vorgehaltene Feststellung, dass C.________ gemäss der Polizei an diesem 
Tag kein Handy bei sich gehabt habe, gab der Beschuldigte zu Protokoll: «Er hat 
kein eigenes Telefon dabei gehabt. Er hat mich mit einem Telefon einer anderen 
Person angerufen» (pag. 2131 Z. 1-5). Auf Vorhalt seiner unterschiedlichen Dar-
stellungen, wer wen angerufen habe, erklärte der Beschuldigte sodann lediglich: 
«Es ist unmöglich, dass ich ihn anrufe, weil er nach mir entlassen wurde» sowie: 
«Wenn so etwas steht, dann ist das falsch. Er hat mich angerufen» (pag. 2131 Z. 
25-35). 

Rückkehr nach Genf: Nach den Aussagen des Beschuldigten vom 29. Mai 2020 ist 
er zusammen mit C.________ nicht direkt, sondern via Biel und Lausanne nach 
Genf gefahren (pag. 309 Z. 184 f.). Damals, bei der tatnächsten Aussage, konnte 
er keine genaue Abfahrtszeit nennen (pag. 309 Z. 192 f.). Am 9. Juni 2020 gab der 
Beschuldigte sodann an, die Abfahrt sei zwischen 18:00 und 19:00 Uhr gewesen 
(pag. 313 Z. 401) und er sei sich nicht sicher, ob sie über Biel/Bienne und 
Neuchâtel gefahren seien (pag. 313 Z. 413 f.). Die Zugfahrt habe zwei bis zweiein-
halb Stunden gedauert (pag. 313 Z. 420 f.). Vor der Vorinstanz glaubte er sodann, 
der Zug sei um 19:30 oder 19:45 Uhr über Biel, Neuchâtel und Morges nach Genf 
gefahren (pag. 1794 Z. 9-14).

Nach Angeführtem folgt die Kammer der vorinstanzlichen Erwägung, die Aussagen 
des Beschuldigten seien nicht überzeugend (S. 33 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 1903 f.), uneingeschränkt. Auch an der Berufungsverhandlung 
konnte das bisherige Aussageverhalten des Beschuldigten beobachtet werden: Bei 
offenen Fragen machte er Aussagen, wurde jedoch detaillierter nachgefragt oder 
ihm Unstimmigkeiten vorgehalten, warf er kurzerhand mit erhobener Stimme – statt 
eine nachvollziehbare Erklärung abzugeben – Missverständnisse vor und erklärte 
die Protokollierung bzw. die Übersetzung als falsch. Auf Vorhalt und Ergänzungs-
frage der Vorsitzenden, sein Aussageverhalten über das gesamte Verfahren sei für 
sie sehr unglaubhaft und er versuche, die Antwort auf die jeweilige Frage zu «bie-
gen» und ob er hierzu etwas sagen wolle, antwortete er: Er bekomme jedes Mal ei-
nen anderen Übersetzer und manchmal gebe es Missverständnisse (pag. 2132 
Z. 36-41). Sobald er sich in die Enge getrieben fühlt, wird es ferner verworren. Es 
fängt auch hier damit an, wie er zum Bahnhof Bern gelangte und wie er sich mit 
C.________ verabredete. Wer wen angerufen hat, um den Treffpunkt am Bahnhof 
zu vereinbaren, kann der Beschuldigte selber nicht sagen. Mit seiner neuen Dar-

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stellung an der Berufungsverhandlung, sein Kollege habe kein Telefon dabei ge-
habt, er habe ihn mit einem Telefon einer anderen Person angerufen (pag. 2131 
Z. 1-5), verstrickt sich der Beschuldigte nur in weitere Widersprüchlichkeiten. Es ist 
davon auszugehen, dass die telefonische Absprache nicht stattgefunden hat und 
der Beschuldigte auf C.________ in der Nähe des Polizeipostens gewartet hat. 
Zumal dem Beschuldigten diesbezüglich offensichtliches Lügen nachgewiesen 
werden konnte: C.________ trug am 4. Mai 2020 bei der polizeilichen Festhaltung 
nach dem Einschleichdiebstahl am H.________weg kein Mobiltelefon auf sich. Aus 
dem Umstand, dass die Mobilnummer des Beschuldigten in keinem Schweizer 
Netz eingeloggt war und C.________ erst ab dem 12. Mai 2020 eine Nummer in 
Betrieb hatte, kann hingegen nichts abgeleitet werden. Der Beschuldigte konnte 
auch via WLAN verbunden gewesen sein. Die während des Verfahrens vorge-
nommene Änderung des angeblichen Treffpunkts von „vor dem Bahnhof“ zu „auf 
dem Perron“ ist sodann auf seine Kenntnisnahme der Aussagen von C.________ – 
der als Treffpunkt das Perron genannt hat – zurückzuführen. Dies hat er mit der 
Aussage: «Ich glaube, ich habe der Polizei gesagt, dass wir uns vor dem Bahnhof, 
draussen, getroffen haben. Aber im Gefängnis habe ich überlegt (…)» (pag. 337 
Z. 248 f.) auch selber zugegeben. Die Widersprüchlichkeit seiner Aussagen mit 
dem Fastenmonat Ramadan zu erklären – «er sei eigentlich nicht ganz» da gewe-
sen (pag. 337 Z. 251 f.) – ist weit hergeholt. Bereits infolge seiner unsteten Be-
schreibung, wie er und C.________ nach Genf zurückkehrten, kann dem Beschul-
digten auch in diesem Punkt nicht geglaubt werden. Alle seine unterschiedlichen 
Ausführungen sind mit dem Zugfahrplan nicht vereinbar und gehen zeitlich nicht 
auf. Hierzu kann auf die schlüssige Herleitung der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1907). 

Auch seine Darstellung, wonach C.________ zuerst mit ihm einen Einschleichdieb-
stahl begeht, in den rund eineinhalb Stunden nach seiner Entlassung aus dem Po-
lizeigewahrsam einen neuen Mittäter sucht und auch findet und mit diesem dann 
gemeinsam den Raub begeht (pag. 310 Z. 229, pag. 1796 Z. 14 ff.), ist mehr als 
unwahrscheinlich. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass C.________ gemäss 
dem Effektenverzeichnis vom 4. Mai 2020 kein Telefon mit sich führte (pag. 235) 
und mithin keine Möglichkeit ersichtlich ist, wie er mit diesem angeblichen Mittäter, 
der sich in der örtlichen Nähe hätte aufhalten müssen und zudem noch auf das 
vom Opfer abgegebene Signalement (vgl. vorgehende Aussagen des Opfers; 
pag. 252 Z. 58 ff., pag. 266 Z. 228 ff.) passen müsste, in Kontakt hätte treten kön-
nen. Auch verschwindet diese Drittperson in der Darstellung des Beschuldigten 
spurlos wieder. Da C.________ und der Beschuldigte beim Einschleichdiebstahl 
am H.________weg eine kleine Beute machten, liegt der Schluss nahe, dass sie es 
nochmals versuchten. Diesmal mit einem anderen Vorgehen und ausgerichtet auf 
eine teuer aussehende Uhr. Der Beschuldigte führte selber aus, er kenne alle Sor-
ten von teuren Uhren und er würde nicht für eine Uhr mit Wert von CHF 99.00 ei-
nen Raub begehen (pag. 345 Z. 524 ff.). Im Umkehrschluss geht aus dieser Aus-
sage hervor, für eine höherwertige Uhr hingegen schon. Gut vorstellbar ist, dass 
eine Uhr der Marke Constantin Durmont am Handgelenk und aus weiterer Entfer-
nung wie eine teure Uhr erscheint. Zumal das I.________quartier mit seinen Herr-
schaftshäusern auch auf NichtbernerInnen den Eindruck eines «nobleren» Quar-

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tiers erwecken kann. Weiter ist dem Beschuldigten entgegenzuhalten, dass er auch 
Grillbesteck als lohnenswert zu stehlen erachtete. Die entsprechende Argumentati-
on der Verteidigung geht demnach nicht auf. Die Uhr hätte auch um einiges mehr 
Wert sein können.

Am 4. Mai 2020 befand sich die Schweiz zudem im Lockdown. Es ist davon auszu-
gehen, dass um 20:00 Uhr auch auf der ansonsten viel befahrenen 
K.________strasse nicht viel los war. Ein Vorgehen, wie das vorgeworfene, fällt 
zudem nicht auf. So könnten es auch Freunde sein, die jemanden von hinten um-
armen. Ein Zeugenaufruf, wie von der Verteidigung gefordert, wäre nicht erfolgs-
versprechend gewesen.

Hevorzuheben ist ferner, das vehemente Bestreiten des Beschuldigten, den Raub 
begangen zu haben. Augenfällig sind dabei seine übertriebenen Verneinungen, un-
ter der ständigen Beteuerung die Wahrheit zu sagen. Beispielsweise anlässlich der 
Hafteröffnung: «Nein nein nein nein… Ich sage Ihnen direkt die Wahrheit, 100%» 
(pag. 310 Z. 205), «Nein nein nein» (pag. 310 Z. 211). Vor dem kantonalen 
Zwangsmassnahmengericht schwörte er sodann, es sei kein Raub gewesen. Er 
habe keinen Raub begangen. Es seien ein paar Diebstähle gewesen, aber keinen 
Raub (pag. 91 Z. 48-55). An der Einvernahme vom 9. Juni 2020 versicherte er, hät-
te er es gemacht, so würde er es sagen (pag. 314 Z. 480 f.). Auch in den weiteren 
Einvernahmen sagte er immer wieder, hätte er das gemacht, hätte er es zugege-
ben (Konfrontationseinvernahme; pag. 331 Z. 383, Schlusseinvernahme; pag. 339 
Z. 330, vorinstanzliche Hauptverhandlung; pag. 1792 Z. 20, pag. 1796 Z. 21 f.). Der 
diesbezüglichen Erwägung der Vorinstanz, die Aussagen, die Taten, die sie ge-
macht haben, jeweils zuzugeben, diejenigen, die sie nicht gemacht haben, nicht, 
mache auf den ersten Blick Sinn, neige sogar dazu die Glaubwürdigkeit des Be-
streitens des Raubvorwurfs zu stärken (S. 37 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 1907), ist nicht zu folgen. Für die Kammer ist daraus vielmehr die 
Devise des Beschuldigten ersichtlich: Delikte solange abzustreiten, bis deren Be-
streitung aufgrund der Beweislage zweck- und sinnlos wird. Zu diesem Bild passt 
ferner auch, dass der Beschuldigte im Rahmen seiner Einvernahmen mehrmalig 
ausfällig und laut wurde (bspw. pag. 182 Z. 271, pag. 314 Z. 486).

Schliesslich stehen weitere Aussagen des Beschuldigten in direktem Widerspruch 
zu objektiven Beweismitteln. So seine Aussage bei der Schlusseinvernahme vom 
30. Juli 2020: «Ich bin nie eingebrochen. Ich habe nie einen Einbruch gemacht» 
(pag. 189 Z. 157 f.). Gegensätzliches geht jedoch eindeutig aus seinem Strafregis-
terauszug hervor (pag. 2104 ff.). Entgegen den Aussagen des Beschuldigten, sie 
seien nach ihrer Ankunft in Genf zur Einrichtung in T.________ (Ortschaft) gegan-
gen, er sei nicht reingelassen worden und habe deshalb bei einem Kollegen, der 
U.________ heisse übernachtet (pag. 314 Z. 457-464 und pag. 1794 Z. 21-26), 
haben Abklärungen der Polizei ergeben, dass sowohl der Beschuldigte als auch 
C.________ in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 2020 nicht in ihrer Unterkunft in 
Genf erschienen sind (pag. 229). Auch gab er bei der Schlusseinvernahme an, 
damals [am 4. Mai 2020] ein Louis Vuitton Telefon gehabt zu haben (pag. 337 
Z. 259). Das Effektenverzeichnis führt aber ein Mobiltelefon Samsung auf 

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(pag. 233). Es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte mehr als ein Handy 
und somit mehr als eine SIM-Karte bzw. Telefonnummer besass.

8.6 Fazit und erstellter Sachverhalt

Zusammenfassend erachtet die Kammer die Aussagen des Opfers als glaubhaft. 
Die Aussagen des Beschuldigten sowie von C.________ sind hingegen von Wider-
sprüchen und Unstimmigkeiten geprägt. Ihre Aussagen zum Handlungsablauf nach 
ihrer Entlassung vom Polizeiposten sind sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch in-
haltlich nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. 

Für die Kammer ergibt sich nach Würdigung sämtlicher Beweismittel ein Gesamt-
bild, das dem Sachverhalt, wie in der Anklageschrift in Bst. B. Ziff. 1 (pag. 1679 f.) 
umschrieben, entspricht. Es kann somit festgehalten werden, dass der Beschuldig-
te am 4. Mai 2020 um ca. 20:20 Uhr in Bern auf der Höhe K.________strasse bzw. 
der N.________ (Örtlichkeit) einen Raub zum Nachteil von F.________ beging. 
Dabei wirkte er nach gemeinsamer Entschlussfassung mit C.________ wie folgt 
zusammen: C.________ überholte F.________ auf der Strecke K.________strasse 
Richtung L.________platz, stellte sich vor diesen hin und sprach ihn an. Der Be-
schuldigte legte sodann F.________ von hinten den rechten Arm um den Hals, mit 
der linken Hand hielt er dessen linken Arm fest und riss die Uhr Constantin Dur-
mont Calendar im Wert von 99.35 Euro bzw. ca. CHF 110.00 von dessen Handge-
lenk. F.________ schlug mit seinem Ellbogen nach hinten, woraufhin der Beschul-
digte von ihm abliess und mit dem Deliktsgut flüchtete. Der Beschuldigte entwende-
te die Uhr wissentlich gegen den Willen des Eigentümers, um sich daran einen fi-
nanziellen Vorteil zu verschaffen.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung zum Vorfall vom 29. April/1. Mai 2020 in 
Genf – Vorwurf des Diebstahls eventuell Entwendung eines Fahrzeugs zum 
Gebrauch sowie alternativ Hehlerei gemäss der Anklageschrift Bst. B Ziff. 2

9. Sachverhalt 

9.1 Vorwurf gemäss Anklage

Neben dem Schuldspruch wegen Raubes bildet auch der Schuldspruch wegen 
Hehlerei Gegenstand der Berufung des Beschuldigten. Mit Anklageschrift vom 
3. September 2020 wird diesem hierzu Folgendes vorgeworfen (pag. 1680 f.):

2. Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 StGB)

begangen am 29.04.2020, ca. 17:45-17:55 Uhr, in Genf, V.________strasse, zum Nachteil von 
E.________, wie folgt:

A.________ entwendete das Motorrad Honda SES 125 Dylan, ________ (Kennzeichen) (Wert unbe-
kannt; geschätzt durch StAW gemäss Internet ca. CHF 3'000.00 Neupreis), inkl. Top-Case, Schutz-
hülle, Helm und Regenweste von E.________. Dieser hatte das Motorrad draussen auf einem Privat-
parkplatz abgestellt (mit gestecktem Zündschlüssel). A.________ entwendete das Motorrad, um die-
ses zu behalten bzw. um sich daran einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf welchen er keinen 

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Anspruch hatte. Am 01.05.2020, ca. 16:00 Uhr, konnte A.________ von der Polizei in Nyon, 
W.________strasse, mit dem Fahrzeug angehalten werden.

Eventuell Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch (Art. 94 Abs. 1 Bst. a SVG)

begangen am 29.04.2020, ca. 17:45-17:55 Uhr, in Genf, V.________strasse, zum Nachteil von 
E.________:

A.________ entwendete das obgenannte Motorrad zwecks (kurzfristigen) Gebrauchs.

Alternativ Hehlerei (Art. 160 Ziff. 1 StGB)

begangen in der Zeit von ca. 29.04.2020, ca. 17:45-17:55 Uhr, bis 01.05.2020, ca. 16:00 Uhr, in Genf, 
zum Nachteil von E.________:

A.________ erwarb ca. am 30.04.2020 bzw. in der Zeit von ca. 29.04.2020, ca. 17:45-17:55 Uhr, bis 
01.05.2020, ca. 16:00 Uhr, in Genf, von einer nicht näher bekannten Person das Motorrad Honda 
SES 125 Dylan, ________ (Kennzeichen) (Wert unbekannt; geschätzt durch StAW gemäss Internet 
ca. CHF 3'000.00 Neupreis), zum Preis von CHF 100.00, welches am 29.04.2020, ca. 17:45-17:55 
Uhr, dem Geschädigten E.________ von einer unbekannten Person entwendet worden war. 
A.________ wusste um die deliktische Herkunft bzw. er musste aufgrund der Umstände des Erwerbs 
(vgl. Verkäuferschaft, Örtlichkeiten des Kaufs, keine Papiere, tiefer Kaufpreis etc.) zumindest von ei-
ner solchen ausgehen.

9.2 Unbestrittener Sachverhalt

In Bezug auf den angeklagten Sachverhalt ist unbestritten, dass das Motorrad 
(Honda SES 125 Dylan, Kontrollschild Nr. ________ (Kennzeichen)) inkl. Top-
Case, Schutzhülle, Helm und Regenweste dem rechtmässigen Eigentümer 
E.________ am 29. April 2020, zwischen 17:45 und 17:55 Uhr, an der 
V.________strasse in Genf entwendet wurde. Weiter ist erstellt, dass der Beschul-
digte bei seiner Anhaltung durch die Polizei am 1. Mai 2020 um ca. 16:00 Uhr in 
Nyon, W.________strasse, im Besitze des vorgenannten Motorrades war.

9.3 Bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet, das Motorrad entwendet zu haben. Zudem macht er 
geltend, beim Kauf des Motorrades nicht gewusst zu haben, dass es sich dabei um 
eine gestohlene Sache handelte.

10. Beweiswürdigung

10.1 Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung 

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann wiederum vorab auf die zutreffenden und vollumfänglichen Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (S. 3 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 1873 ff.).

10.2 Objektive Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen der Kammer der Rapport der Kantonspolizei 
Waadt vom 4. Juni 2020 (pag. 378 ff.) sowie die Anzeige gegen Unbekannt von 
E.________ vom 29. April 2020 (pag. 393 ff.) vor.

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Die Kantonspolizei Waadt hielt in ihrem Rapport vom 4. Juni 2020 (pag. 378 ff.) 
fest, während einer Patrouille am Freitag, 1. Mai 2020 gegen 16:00 Uhr, auf ein 
Motorrad aufmerksam geworden zu sein, da der Mitfahrer keinen Helm getragen 
habe. Man habe den Motorradfahrer angehalten und anlässlich der üblichen Kon-
trollen sei festgestellt worden, dass der Fahrer, X.________, über keinen Füh-
rerausweis verfügte. Der Beifahrer habe als A.________ identifiziert werden kön-
nen. Bei der Kontrolle des Motorrads (Honda, Dylan SES 125, Farbe blau) mit dem 
Kennzeichen ________ (Kennzeichen) habe sich herausgestellt, dass dieses am 
29. April 2020 von E.________ als gestohlen gemeldet worden sei (pag. 381). 
A.________ habe anlässlich der Anhaltung zudem angegeben, ohne über einen 
Führerausweis zu verfügen, das Motorrad von Genf nach Nyon gefahren zu haben 
(pag. 382, No 3). Den Diebstahl des Motorrades habe er bestritten und behauptet, 
dieses für CHF 100.00 in Genf einem Zigeuner («un gitan») abgekauft zu haben. 
Die Identität dieses Zigeuners habe er nicht angeben können (pag. 382, No 4). 
Dem Protokoll (pag. 388 ff.) ist sodann zu entnehmen, dass sowohl X.________ als 
auch A.________ in getrennten Einvernahmen angegeben hätten, X.________ ha-
be den Roller für CHF 100.00 einem Zigeuner in Genf abgekauft (pag. 390).

Anlässlich seiner Anzeigeerstattung gegen unbekannt am 29. April 2020 (pag. 393 
ff.) gab E.________ an, das Motorrad auf einem Parkplatz geparkt und den 
Schlüssel stecken gelassen zu haben. Minuten später sei der Roller verschwunden 
gewesen. Zudem sei eine schwarze Schutzdecke, ein schwarzes Topcase, ein 
grauer Helm und eine neongrüne Regenjacke gestohlen worden. Als Tatort nannte 
er einen privaten Aussenparkplatz an der V.________strasse in Genf. Stattgefun-
den habe der Diebstahl am 29. April 2020 zwischen 17:45 und 17:55 Uhr. Der An-
zeige ist weiter zu entnehmen, dass das Motorrad im Tatzeitpunkt einen Kilometer-
stand von 26’000 Km aufwies.

10.3 Subjektive Beweismittel

Als subjektive Beweismittel befinden sich neben den Aussagen des Beschuldigten 
anlässlich der Einvernahme vom 1. Mai 2020 bei der Polizei Nyon (pag. 403 ff.), 
der Einvernahme vom 30. Juli 2020 vor der Staatsanwaltschaft (pag. 415 ff.), der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 29. Oktober 2020 (pag. 1792 ff.) und der 
Berufungsverhandlung vom 10. September 2021 (pag. 2127 ff.) auch die Aussagen 
von X.________ vom 1. Mai 2020 bei der Polizei Nyon (pag. 424 ff.) in den Akten.

Die Vorinstanz hat die ihr zur Verfügung stehenden Aussagen des Beschuldigten 
sowie die Aussage von X.________ ausführlich wiedergegeben (S. 45 ff. der Ur-
teilsbegründung; pag. 1915 ff.). Darauf wird verwiesen. Soweit sich ergänzende 
und/oder präzisierende Ausführungen zu den einzelnen Aussagen aufdrängen, er-
folgen diese im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer (E. III.10.7 
hienach).

Im Rahmen der oberinstanzlichen Einvernahme vom 10. September 2021 
(pag. 2127 ff.) bestätigte der Beschuldigte grösstenteils die von ihm bereits ge-
machten Aussagen. Soweit die Aussagen vor Berufungsgericht relevant sind oder 
massgeblich von den vorherigen abweichen, geht die Kammer in der nachfolgen-
den Beweiswürdigung (E. III.10.7 hienach) darauf ein.

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10.4 Beweiswürdigung und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz glaubte X.________ nicht. Sie erwog, es erscheine eher fraglich, 
dass dieser bezüglich des gestohlenen Motorrades ahnungslos gewesen sei sowie 
erscheine es eher unglaubwürdig, dass der Beschuldigte gesagt haben soll, er ha-
be den Roller von seinem Cousin ausgeliehen (S. 45 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 1915).

Auch seien die Aussagen des Beschuldigten unglaubhaft. Diese variierten von Ein-
vernahme zu Einvernahme und wiesen wenig bis gar keine Realkriterien auf. Die 
Schilderungen seien kürzer geworden. Während er noch anlässlich der Einver-
nahme bei der Polizei in Nyon erzählt habe, zuerst mit dem Zigeuner – der später 
zum Rumänen geworden sei – einen Joint geraucht zu haben, als dieser ihm das 
Motorrad verkaufen habe wollen und er habe es von CHF 300.00 auf CHF 100.00 
runtergehandelt, habe er bei den späteren Einvernahmen nur noch gesagt, der 
Rumäne habe angehalten, habe wohl Geld für den Ausgang – einmal habe der Be-
schuldigte auch gemeint für Kokain – gebraucht und habe ihm deshalb den Roller 
für CHF 100.00 verkauft. Ein anderes Mal habe der Beschuldigte dem Rumänen 
selber gesagt haben wollen, er bezahle CHF 100.00. Als auffällig wertete die Vor-
instanz auch die ständigen Beteuerungen seiner Unschuld. Sodann erwog sie, den 
Hinweis des Beschuldigten, wenn jemand etwas stehle, dann verkaufe er es sofort 
weiter, sei dahingehend zu verstehen, dass er darauf habe hinweisen wollen, nicht 
so dumm zu sein, etwas zu stehlen und nicht sofort wieder los zu werden resp. 
dass ihm klar gewesen sei, dass der Roller gestohlen gewesen sei (S. 47 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1917 f.).

10.5 Vorbringen des Beschuldigten bzw. der Verteidigung

Die Verteidigung argumentierte vor erster (S. 21 f. des Protokolls der vorinstanzli-
chen Hauptverhandlung; pag. 1806 f.) sowie oberer (S. 15 des Protokolls der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung; pag. 2136) Instanz im Wesentlichen, der Be-
schuldigte habe klar angegeben, dass ihm der Roller für CHF 300.00 angeboten 
worden sei und er diesen nach Verhandlungen für CHF 100.00 gekauft habe. Er 
habe den Roller mit seinem Geld, welches er nach der Entlassung aus dem Ge-
fängnis erhalten habe, bezahlt. Er habe CHF 70.00 in Noten sowie CHF 30.00 in 
Kleingeld bezahlt. Die Verteidigung führt im Berufungsverfahren an, nach Sichtung 
von motoscout24 sei ihr aufgefallen, dass für CHF 500.00 ein solches Motorrad zu 
finden sei. Ein Angebot von CHF 300.00 sei demnach nicht abwegig. Klar seien 
CHF 100.00 für einen «Töff» nicht gerade viel, es sei aber unüblich, gestohlene 
Motorräder mit einem Schlüssel anzubieten. Dies deute zumindest klar auf eine 
nicht deliktische Herkunft des Motorrades hin. Es sei hingegen nicht unüblich, dass 
der Beschuldigte keine Papiere erhalten habe und dass kein schriftlicher Kaufver-
trag abgeschlossen worden sei. Beim Strassenverkehrsamt könnten relativ einfach 
neue Papier beantragt werden. Für den Diebstahl gebe es keine Beweise. Die De-
tails, die vom Beschuldigten geschildert worden seien, seien realistisch und so 
nicht erfindbar. Die Aussagen des Beschuldigten seien glaubhaft.

27

10.6 Argumente der Staatsanwaltschaft

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung wurde seitens der Regionalen 
Staatsanwaltschaft plädiert, eine unbekannte Person habe in Genf ein Motorrad 
gestohlen, welches mit Schlüssel im Zündschloss vom Besitzer kurze Zeit abge-
stellt worden sei. Zwei Tage später sei der Beschuldigte mit diesem Motorrad in 
Nyon angehalten worden. Der Beschuldigte behaupte, das Motorrad von einem 
Rumänen für CHF 100.00 gekauft zu haben. Die Angaben des Beschuldigten seien 
aber zu wage. So könne er keine Angaben über die Verkäuferschaft machen. Auch 
zeige ein Blick ins Strafregister, dass ein Diebstahl für den Beschuldigten nichts 
Neues wäre. Es werde ein Schuldspruch wegen Diebstahls beantragt. Sehe das 
Gericht dies anders, sei mindestens der Tatbestand der Hehlerei erfüllt (S. 16 des 
Protokolls der vorinstanzlichen Hauptverhandlung; pag. 1801). 

Die Generalstaatsanwaltschaft bringt oberinstanzlich zusammengefasst vor (S. 19 
ff. des Protokolls der oberinstanzlichen Hauptverhandlung; pag. 2140), der Be-
schuldigte beteuere, das Motorrad nicht gestohlen, sondern für CHF 100.00 ge-
kauft zu haben. Der Fahrer des Motorrades sei nur einmal zur Sache befragt wor-
den und habe ausgesagt, der Beschuldigte habe das Motorrad von seinem Cousin 
ausgelehnt. Es sei davon auszugehen, dass die Aussage des Fahrers erfunden 
sei, da sich der Fahrer und der Beschuldigte aus dem Gefängnis kennen würden. 
Der Beschuldigte sei selber drei Mal zur Sache befragt worden. Seine Aussagen 
seien alle unglaubhaft. Mit der Vorinstanz sei aufgrund der Aussagen des Beschul-
digten klar darauf zu schliessen, dass dieser gewusst oder zumindest in Kauf ge-
nommen habe, dass das Motorrad Diebesgut gewesen sei. Zu dieser Schlussfolge-
rung habe er sogar einen eigenen Hinweis geliefert und ausgesagt: «Wenn jemand 
etwas stielt, verkauft er es weiter. Er fährt sicher nicht damit herum» (pag. 415 
Z. 459 ff.). Im Weiteren sei der Beschuldigte einer schlüssigen Erklärung schuldig 
geblieben. Bei der Staatsanwaltschaft habe der Beschuldigte nachgeschoben, er 
habe das Motorrad für CHF 100.00 kaufen können, weil der Verkäufer in den Aus-
gang habe gehen wollen (pag. 416 Z. 493). Hätte der Verkäufer das Motorrad auf 
legale Weise erworben, hätte er es zu einem höheren Preis verkaufen können und 
hätte x-mal mehr in den Ausgang gehen können. Um Deliktsgut zu verkaufen stehe 
jedoch nur der Weg über die Hehlerei offen. Anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung habe der Beschuldigte im Rahmen des letzten Wortes auch gesagt, 
man könne ihn wegen der Geschichte mit dem Haus und dem Motorrad verurteilen, 
sicher aber nicht für den Fall mit dem Mann, das würde er nicht akzeptieren 
(pag. 1808). Aufgrund dieser Aussage erstaune, dass der Beschuldigte den 
Schuldspruch wegen Hehlerei angefochten habe. Vor der Berufungsinstanz habe 
der Beschuldigte sodann eingeräumt, dass das Geschäft illegal gewesen sei.

10.7 Beweiswürdigung der Kammer

Aufgrund der wenigen objektiven Beweismittel (vgl. E. III.10.2 hievor) ist der Sach-
verhalt betreffend den Vorwurf des Diebstahls eventuell der Entwendung eines 
Fahrzeuges zum Gebrauch und alternativ der Hehlerei grösstenteils über die Wür-
digung der Aussagen der am Verfahren beteiligten Personen zu ermitteln.

28

10.7.1 Wert des Deliktsguts

Gemäss der Anzeige vom 29. April 2020 (pag. 393 ff.) wies das Motorrad im Tat-
zeitpunkt einen Kilometerstand von 26’000 Km auf. Der Anzeige ist das Baujahr 
nicht zu entnehmen. Die Regionale Staatsanwaltschaft hat hierzu Abklärungen 
vorgenommen. Demnach wurde das Motorrad zwischen 2002 und 2007 hergestellt. 
Den Neupreis legte die Staatsanwaltschaft zwischen CHF 3'200.00 und 
CHF 3'500.00 fest (pag. 402).

10.7.2 Aussagen der Verfahrensbeteiligten, insbesondere des Beschuldigten

Der Beschuldigte legte bezüglich diesem Sachverhalt ein unglaubhaftes Aussage-
verhalten an den Tag. Er machte nachweislich falsche Aussagen. So gab er an-
lässlich der Schlusseinvernahme vom 30. Juli 2020 an, der Besitzer des Rollers 
habe gesagt, die Person, welche ihn bestohlen habe, gesehen zu haben, es sei ein 
Rumäne gewesen und nicht er (pag. 415 Z. 462 ff.). Den Akten ist diese Aussage 
des Besitzers nicht zu entnehmen. Darauf angesprochen gab der Beschuldigte vor 
Berufungsinstanz an, er habe weder mit dem Motorradbesitzer gesprochen noch 
ihn gesehen. Er habe der Polizei einfach gesagt, er habe das Motorrad nicht ge-
stohlen, sondern von einem Rumänen für CHF 100.00 gekauft. Er habe der Polizei 
nicht gesagt, dass er den Besitzer kenne oder mit diesem gesprochen habe 
(pag. 2128 Z. 27-31). Zwar ist der Vorinstanz demnach zu folgen, wenn sie aus-
führt, in den Aussagen des Beschuldigten seien in sich Widersprüchlichkeiten so-
wie auch zu den Aussagen von X.________ auszumachen. Das von ihr angeführte 
Beispiel, zu Beginn habe der Beschuldigte den Verkäufer als Zigeuner, später je-
doch durchgehend als Rumäne bezeichnet (S. 48 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 1918), ist nicht stichhaltig, da der Beschuldigte bereits zu Beginn, 
anlässlich der polizeilichen Einvernahme in Nyon, aussagte, er sei von einem Zi-
geuner oder Rumänen («un gitan ou un roumain») angesprochen worden 
(pag. 407, D. 6.). Die Darstellung des Beschuldigten ist sodann aber mit derjenigen 
von X.________ – «Il (der Beschuldigte) m'a dit que c'était son cousin qui lui avait 
prêté cette moto» (pag. 425 D. 3.) – nicht deckungsgleich.

Weiter ist zu beobachten, dass der Beschuldigte nicht um Ausflüchte verlegen ist. 
Anhand seiner Wortmeldung vor Berufungsinstanz: «Ich bekomme jedes Mal einen 
anderen Übersetzer und manchmal gibt es auch Missverständnisse. Bei diesen 
Fragen ging es nur um Kleinigkeiten, um Wörter, um Frühstück oder Abendessen, 
um Kauf oder nicht Kauf» (pag. 2132 Z. 36-42), kann dies eindrücklich aufgezeigt 
werden. 

Wie bereits vorgehend ausgeführt (vgl. E. 0 hievor) ist dem Beschuldigten ein takti-
sches Aussageverhalten zu attestieren. Hierzu ist wiederum auf die Gegenfrage 
des Beschuldigten an der Hafteröffnungseinvernahme auf den Hinweis, dass er als 
beschuldigte Person einvernommen werde und dass ein Vorverfahren wegen 
Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Raubs, begangen am 4. Mai 2020 in Bern, 
eingeleitet worden sei: «Hier in Bern?» (pag. 64 Z. 11) zu verweisen. Diese kann 
dahingehend verstanden werden, dass er auch in anderen Kantonen Delikte be-
gangen hat und implizit das am 29. April/1. Mai 2020 in Genf. 

29

Zusammengefasst sind die Aussagen des Beschuldigten unglaubhaft, weshalb 
auch hier nicht darauf abgestellt werden kann. Infolge seiner nachweislich falschen 
sowie widersprüchlichen Aussagen spricht viel dafür, dass der Beschuldigte das 
Motorrad gestohlen hat. Dennoch ist der Diebstahl dem Beschuldigten unter Be-
achtung des Grundsatzes in dubio pro reo nicht zweifellos nachweisbar.

Der Beschuldigte ist aber auf seine Aussage, er habe dieses Motorrad für 
CHF 100.00 bei einem ihm unbekannten Zigeuner oder Rumänen mit Helm und 
Schlüssel, jedoch ohne Fahrzeugpapiere und ohne Vertrag, gekauft (pag. 407 D. 6, 
pag. 415 f. Z. 459, Z. 465, Z. 478-480, Z. 498 f., Z. 501 f., pag. 1794 Z. 42, 
pag. 1795 Z. 3 f., Z. 11, pag. 2129 Z. 24, Z. 29-31) und habe dieses, um Geld zu 
verdienen, für ca. CHF 200.00-300.00 weiter verkaufen wollen (pag. 1795 Z. 4-6, 
Z. 11 f.), zu behaften.

Die vom Beschuldigten angegebenen Umstände des Kaufs – die, wie von der Vor-
instanz zutreffend geschildert, von Einvernahme zu Einvernahme variieren (vgl. 
S. 47 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1917, Ziff. 2.3.2d.) –, insbe-
sondere der tiefe Kaufpreis, hätten den Beschuldigten hellhörig machen sollen. So 
sagte er anlässlich der Schlusseinvernahme vom 30. Juli 2020, es könne sein, 
dass der Roller gestohlen gewesen sei (pag. 415 Z. 462 ff.) und vor der Vorinstanz 
in seinem letzten Wort, man könne ihn wegen der Geschichte mit dem Haus und 
dem Motorrad verurteilen, sicher aber nicht für den Fall mit dem Mann (pag. 1808). 
Vor der Berufungsinstanz bejahte er, nach Vorhaltung seiner Darstellung der Er-
eignisse – er kaufe von einem Betrunkenen auf der Strasse für CHF 100.00 ein 
Motorrad ohne Papiere – die Frage, er müsse doch annehmen, dass dies nicht le-
gal sei. Auch beantwortete er die Nachfrage, ob ihm bewusst gewesen sei, dass 
das Motorrad wahrscheinlich gestohlen gewesen sei, wie folgt: «Ich wusste schon, 
dass der Verkauf des Motorrades illegal ist und dass keine Papiere da sind» 
(pag. 2130 Z. 3-10.). Dies alles entgegen seiner ursprünglichen Angabe am 1. Mai 
2020 bei der Polizei, es tue ihm ehrlich leid, er habe nicht gewusst, dass der Roller 
gestohlen gewesen sei (pag. 408 D. 10), was wiederum seiner Glaubwürdigkeit 
nicht förderlich ist.

Demnach ist auch mit der Vorinstanz seine Aussage, dass jemand, der etwas steh-
le, das Deliktsgut sofort weiterverkaufe (pag. 415 Z. 459 f.), als weiteres Indiz dafür 
zu werten, dass er den Roller als Deliktsgut erkannt hat (vgl. S. 48 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 1918 f.). Letztendlich lebt der Beschuldigte seit 
2014 in der Schweiz (vgl. pag. 2121), weshalb ihm sicherlich bewusst war, dass die 
Schweiz ein teures Land ist und ein legal erworbener Motorroller nicht für 
CHF 100.00 gekauft werden kann.

10.7.3 Fazit und erstellter Sachverhalt

Nach dem Gesagten sind zahlreiche Indizien auszumachen, die für das Wissen 
des Beschuldigten um das Deliktsgut sprechen. Insbesondere weisen die Aussa-
gen des Beschuldigten Lügensignale auf: Die Aussagen widersprechen sich, sind 
nachweislich falsch und unterliegen der dauernden Anpassung an die jeweilige 
Einvernahmesituation sowie dem Stand der Erkenntnisse. Für die Kammer ergibt 
sich nach Würdigung sämtlicher Beweismittel folgendes Gesamtbild:

30

Der Sachverhalt gemäss der Anklageschrift in der Variante der Alternativüberwei-
sung der Hehlerei, ist erstellt. Der Beschuldigte erwarb im Zeitraum zwischen dem 
29. April 2020 ca. um 17:45-17:55 Uhr und dem 1. Mai 2020 ca. um 16:00 Uhr, das 
Motorrad Honda SES 125 Dylan mit Kennzeichen ________ (Kennzeichen) (Wert 
unbekannt; Schätzung der Staatsanwaltschaft ca. CHF 3'000.00 Neupreis), zum 
Preis von CHF 100.00, welches am 29. April 2020 ca. um 17:45-17:55 Uhr, dem 
Geschädigten E.________ von einer unbekannten Person entwendet worden war. 
Der Beschuldigte wusste um die deliktische Herkunft bzw. er musste aufgrund der 
Umstände des Erwerbs – Person der Verkäuferschaft, keine Fahrzeugpapiere, tie-
fer Kaufpreis – von einer solchen ausgehen.

IV. Rechtliche Würdigung

11. Zum Vorfall vom 4. Mai 2020 in Bern

11.1 Rechtliche Grundlagen zur Mittäterschaft und zum Raub (Art. 140 Ziff. 1 StGB) 

Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 19 f. und S. 42 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1889 f. und 
pag. 1912 f.).

11.2 Subsumtion

Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Beschuldigte F.________ unter Ge-
waltanwendung – er legte ihm von hinten den rechten Arm um den Hals und riss 
ihm sodann mit der linken Hand die Uhr vom Handgelenk – das Deliktsgut, eine 
Uhr der Marke Constantin Durmont Calendar im Wert von ca. CHF 110.00, ent-
wendete. Damit veranlasste er das Opfer, durch Gewalt die Wegnahme zu dulden 
(BGE 133 IV 207 E. 4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_776/2016 vom 8. Novem-
ber 2016 E. 2.3). Die Gewalt gegen das Opfer erfolgte sodann im Hinblick auf die 
Wegnahme der Wertsache und damit um den Gewahrsam zu brechen und neuen 
Gewahrsam zu schaffen. Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und mit Bereiche-
rungsabsicht. 

Der objektive als auch der subjektive Tatbestand gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB sind 
klarerweise erfüllt. Auch die Mittäterschaft ist gestützt auf den erwiesenen Sach-
verhalt zu bejahen. Beide trugen mit ihrem abgesprochenen und mitgetragenen 
Tatbeitrag dazu bei, dem Opfer die Uhr zu entwenden.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. 

11.3 Fazit

Der Beschuldigte ist demnach des Raubes, gemeinsam begangen mit C.________ 
am 4. Mai 2020 in Bern zum Nachteil von F.________ im Deliktsbetrag von ca. 
CHF 110.00 schuldig zu erklären.

31

12. Zum Vorfall vom 29. April bis 1. Mai 2020 in Genf

12.1 Rechtliche Grundlagen zur Hehlerei (Art. 160 Ziff. 1 StGB) 

Es kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(S. 49 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1919).

12.2 Subsumtion

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass es sich beim Motorrad Honda SES 
125 Dylan mit Kennzeichen ________ (Kennzeichen), welches vom Beschuldigten 
im Zeitraum zwischen dem 29. April 2020 ca. um 17:45-17:55 Uhr und dem 1. Mai 
2020 ca. um 16:00 Uhr zum Preis von CHF 100.00 erworben wurde, um ein ge-
stohlenes handelte. Wer der Dieb war und das Vermögensdelikt begangen hat, ist 
dabei nicht von Belang. Es genügt die strafbare Vortat. Das gestohlene Motorrad 
gelangte vom Dieb in den Besitz des Beschuldigten. Dieser verfügte dabei, auf-
grund einvernehmlichem Erlangen von eigenem Gewahrsam an der Sache, über 
eigene Verfügungsmacht. Die Handlungsvariante des «Erwerbens» von Art. 160 
Ziff. 1 StGB ist somit gegeben.

Nachdem die Kammer sachverhaltsmässig davon ausgeht, dass der Beschuldigte 
in den Diebstahl nicht direkt involviert war, kann ihm kein sicheres Wissen über die 
Herkunft des Motorrades unterstellt werden. Es gab für ihn aber überaus starke 
Verdachtsmomente (Person der Verkäuferschaft, keine Fahrzeugpapiere, tiefer 
Kaufpreis), die ihn dazu hätten veranlassen müssen, gezielte Nachforschungen 
anzustellen. Stattdessen behielt und verwendete er das Motorrad. Entgegen der 
Vorinstanz und gestützt auf das lange Vorstrafenregister des Beschuldigten und 
der Begleitumstände des Kaufes ist nicht nur von eventualvorsätzlicher, sondern 
von vorsätzlicher Begehung auszugehen.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine gegeben. 

12.3 Fazit

Der Beschuldigte ist folglich der Hehlerei gemäss Art. 160 Ziff. 1 StGB an einem 
Motorrad des Modells Honda SES 125 Dylan mit Neuwert von ca. CHF 3'000.00, 
begangen im Zeitraum zwischen dem 29. April 2020 ca. um 17:45-17:55 Uhr und 
dem 1. Mai 2020 ca. um 16:00 Uhr in Genf schuldig zu sprechen.

V. Strafzumessung

13. Theoretische Grundlagen 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen für die Strafzumessung zutreffend 
wiedergegeben (S. 53 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1923 ff.). Es 
wird vorab auf diese Ausführungen verwiesen.

14. Einleitende Bemerkungen

Der Beschuldigte hat sich vorliegend des Raubes, der Hehlerei, des Diebstahls, 
des Hausfriedensbruchs, der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, 

32

der einfachen Verkehrsregelverletzung und der Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz schuldig gemacht. 

Die Schuldsprüche wegen der einfachen Verkehrsregelverletzung und der Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie die hierfür ausgesprochene 
Übertretungsbusse von CHF 250.00 und bestimmte Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung von drei Tagen sind rechtskräftig. Die Schuldsprüche 
wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Widerhandlung gegen das Strassen-
verkehrsgesetz (Fahren ohne Berechtigung) sind ebenfalls in Rechtskraft erwach-
sen, nicht aber deren Sanktion (vgl. auch E. I.6 hiervor).

15. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft 

Die Generalstaatsanwaltschaft bringt oberinstanzlich vor (S. 20 des Protokolls der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung; pag. 2141), die Einsatzstrafe für das 
schwerste Delikt, den Raub, sei wie von der Vorinstanz auf 12 Monate festzulegen. 
Das verwerfliche Vorgehen des Beschuldigten rechtfertige jedoch entgegen der 
Vorinstanz eine Erhöhung der Einsatzstrafe um einen Monat auf 13 Monate. Die 
Hehlerei sei mit 45 Strafeinheiten zu bestrafen. Die von der Vorinstanz im Rahmen 
der Asperation hierzu vorgenommene Erhöhung um 30 Tage sei aufgrund der ad-
ministrativen Zusatzaufwände sowie den erheblichen wirtschaftlichen Schäden, die 
Fahrzeugdiebstähle nach sich ziehen, aber als zu tief zu beurteilen. 

Unter der Täterkomponente sei bezüglich des Vorlebens und der persönlichen 
Verhältnisse des Beschuldigten zu berücksichtigen, dass es sich beim Beschuldig-
ten um einen einschlägig vorbestraften Täter handle. Der Beschuldigte habe sich 
wiederholt Vermögens- und Gewaltdelikten schuldig gemacht und einen beachtli-
chen Teil seines Aufenthalts in der Schweiz im Gefängnis verbracht. Im Weiteren 
befinde sich der Beschuldigte seit mehreren Jahren illegal in Schweiz. Entgegen 
seinen Beteuerungen, immer zu gestehen, wenn er etwas getan habe, mache er 
dies immer nur bei erdrückender Beweislage. Die Strafempfindlichkeit des Be-
schuldigten sei im Weiteren als normal zu beurteilen. Die Täterkomponente sei da-
her mit acht und nicht lediglich wie von der Vorinstanz mit sechs Monaten strafer-
höhend zu berücksichtigen. Unter Einbezug des Zusatzstrafencharakters resultiere 
letztlich eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

16. Vorbringen des Beschuldigten bzw. der Verteidigung

Die Verteidigung bringt im Berufungsverfahren vor (S. 15 f. des Protokolls der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung; pag. 2136 f.), die Vorinstanz habe auf eine Frei-
heitsstrafe von 20 Monaten und 15 Tagen geschlossen. Infolge der Anträge seitens 
des Beschuldigten sei diese Strafe nicht in unwesentlichem Umfang zu reduzieren. 
Nach Ansicht des Beschuldigten verblieben die Schuldsprüche wegen Diebstahls, 
Hausfriedensbruchs, Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, einfacher 
Verkehrsregelverletzung sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
als Gegenstand der Strafzumessung.

Von diesen verbleibenden Delikten sei der Hausfriedensbruch das schwerste De-
likt. Bezüglich der Tatkomponente sei anzuführen, dass der Beschuldigte gegen 
den Willen der Privatklägerin in den Keller sei. Der Keller sei aber offen gestanden, 

33

der Beschuldigte habe keine Gewalt anwenden müssen, um die Türe aufzubre-
chen. Es gäbe demnach weitaus schlimmere Konstellationen. Das Rechtsgut sei in 
der geringsten denkbaren Form verletzt. Zudem sei die Tat spontan, d.h. ohne 
grosse Planung, ausgeführt worden. Die Handlung sei somit als nicht allzu verwerf-
lich zu beurteilen. Die objektive Tatschwere wiege demnach eher leicht. Im Gegen-
satz zu einem in den VBRS-Richtlinien aufgeführten Fall, habe der Beschuldigte 
vorliegend kein aggressives Verhalten an den Tag gelegt sowie habe er den Haus-
friedensbruch in Abwesenheit der Eigentümer begangen. 30 Strafeinheiten seien 
hierfür angemessen. Zur subjektiven Tatschwere sei auszuführen, dass der Be-
schuldigte die Tat klar vorsätzlich begangen habe. Auch sei seine Bereicherungs-
absicht nicht von der Hand zu weisen. Zudem sei die Tat auch klar vermeidbar ge-
wesen. Die subjektive Tatschwere wirke sich demnach leicht verschuldenser-
höhend aus. Eine Erhöhung um fünf Strafeinheiten sei angemessen. 

Für die vorliegende Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz sehe die 
Richtlinie des VBRS eine Strafe von 18 Strafeinheiten vor, davon seien 12 Stra-
feinheiten zu asperieren. 

Für die einfache Verkehrsregelverletzung sowie für die Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz seien Bussen von je CHF 100.00 auszusprechen.

Betreffend die Täterkomponente sei zum Vorleben und zu den persönlichen Ver-
hältnissen des Beschuldigten anzumerken, dass er nur geringfügige Delikte und 
kein wirklich schwerwiegendes Delikt begangen habe. Dies sei neutral zu bewer-
ten. Weiter habe der Beschuldigte nicht gezielt nach etwas gesucht. Er habe nie-
manden gezielt verletzen wollen. Es sei eher zufällig passiert. Der Beschuldigte 
habe keine bösen Absichten gehabt. Auch dies sei ihm neutral anzurechnen. 

Zum Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren sei zu berücksichtigen, dass der 
Beschuldigte bereits bei der Polizei alles zugegeben habe. 

Es bliebe somit bei einer Freiheitsstrafe von 47 Tagen und einer Busse von 
CHF 200.00. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sei dem Beschuldigten für die 
Überhaft eine vom Gericht zu bestimmende Entschädigung zuzusprechen.

17. Erwägungen der Kammer

17.1 Strafrahmen

Der ordentliche Strafrahmen für Raub beträgt Freiheitsstrafe von sechs Monaten 
bis zu zehn Jahren (Art. 140 Ziff. 1 StGB). Hehlerei wird mit Freiheitsstrafe bis zu 
fünf Jahren oder Geldstrafe (Art. 160 StGB), Diebstahl mit Freiheitsstrafe bis zu 
fünf Jahren oder Geldstrafe (Art. 139 Ziff. 1 StGB), Hausfriedensbruch mit Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 186 StGB), Fahren ohne Be-
rechtigung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 95 Abs. 1 
lit. a des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01]) bestraft.

17.2 Zusatzstrafe und Vorgehen

Vorliegend sind Straftaten zu beurteilen, die der Beschuldigte im Zeitraum von 
29. April 2020 bis 4. Mai 2020 und somit vor den Verurteilungen durch das Ministè-
re public du canton de Genève vom 29. Mai 2020 und 10. Juni 2020 begangen hat.

34

Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen 
einer andern Tat verurteilt worden ist, so hat es eine Zusatzstrafe auszusprechen. 
Es bestimmt die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft 
wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären 
(Art. 49 Abs. 2 StGB). Diese Bestimmung will im Wesentlichen das in Art. 49 Abs. 1 
StGB verankerte Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewähr-
leisten (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2., BGE 138 IV 113 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Die Bil-
dung einer Gesamtstrafe ist nur möglich, wenn das Gericht im konkreten Fall für 
jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt (BGE 144 IV 217).

Im Falle retrospektiver Konkurrenz ist das Zweitgericht nicht befugt, ein rechtskräf-
tiges Urteil bzw. eine seiner Ansicht nach zu milde oder zu harte Grundstrafe über 
die auszufällende Zusatzstrafe zu korrigieren, womit sich eine Strafzumessung in 
Bezug auf das rechtskräftig abgeurteilte