# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd98527d-6b68-5de8-96b1-56c540f9aa3e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 02.04.2025 RU250019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU250019_2025-04-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: RU250019-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. B. Schärer und Oberrichterin lic. iur. N. Jeker 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw L. Hengartner

Beschluss vom 2. April 2025

in Sachen

A._____, 
Beklagter und Beschwerdeführer

gegen

B._____ AG, 
Klägerin und Beschwerdegegnerin

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Beschwerde gegen einen Entscheid des Friedensrichteramtes der Stadt 
Zürich, Kreise … und ..., vom 20. Februar 2025 
(GV.2025.00021 / SB.2025.00073)

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Erwägungen:

1.1. Die Klägerin und Beschwerdegegnerin (fortan Klägerin) leitete mit Ge-

such vom 13. Januar 2025 ein Schlichtungsverfahren ein (Urk. 1), worauf die Vor-

instanz auf den 18. Februar 2025 zur Schlichtungsverhandlung vorlud (Urk. 14). Mit 

E-Mail vom 18. Februar 2025 erklärte der Beklagte und Beschwerdeführer (fortan 

Beklagter), dass er krankheitsbedingt nicht erscheinen könne, und reichte ein Ar-

beitsunfähigkeitszeugnis ein (Urk. 17). An der Verhandlung nahm er nicht teil 

(Urk. 19). Die Vorinstanz verpflichtete den Beklagten daraufhin mit zunächst unbe-

gründetem und hernach begründetem Entscheid vom 20. Februar 2025, der Kläge-

rin Fr. 1'815.– zuzüglich Zinsen und Betreibungskosten zu bezahlen (Urk. 21; 

Urk. 25 = Urk. 33). 

1.2. Dagegen erhob der Beklagte fristgerecht (Urk. 27 und Art. 321 Abs. 1 

ZPO) Beschwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 32 S. 2):

"- Die Aufhebung des Entscheids des Friedensgerichts Zürich vom 
20. Februar 2025.

- Die Betreibungen Nr. 1 und Nr. 2 sollen gelöscht werden, da sie 
auf fehlerhaften Berechnungen beruhen und zu Unrecht fortgeführt 
werden.

- Die B._____ AG soll verpflichtet werden, die Rückforderung von 
CHF 1'815.00 unter Berücksichtigung meines Stornokontos zu be-
rechnen.

- Eine neue Verhandlung soll angesetzt werden, bei der meine Ver-
handlungsunfähigkeit aufgrund meiner gesundheitlichen Situation 
anerkannt wird und ich in der Lage bin, meine rechtlichen Interes-
sen ordnungsgemäß zu vertreten. Sollte ich aufgrund gesundheit-
licher Probleme erneut nicht in der Lage sein, an der Verhandlung 
teilzunehmen, werde ich einen Vertreter benennen, der in meinem 
Namen die Verhandlung führt. Es wird somit von meiner Seite aus 
garantiert, dass die Verhandlung stattfinden kann.

- Alle anfallenden Gerichtskosten zu Lasten der B._____ AG zu er-
heben sind. 

- Zudem steht mir eine Entschädigung zu, um die unrechtmäßigen 
Belastungen und die durch diese Rechtsstreitigkeit entstandenen 
Umstände zu kompensieren."

1.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-31). Mit Verfü-

gung vom 18. März 2025 wurde der Klägerin Frist angesetzt, um die Beschwerde 

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zu beantworten (Urk. 37). Die Beschwerdeantwort ging fristgerecht ein (Urk. 38) 

und wird dem Beklagten mit dem vorliegenden Entscheid zugestellt.

2. Die Vorinstanz erwog, der Beklagte habe eine E-Mail mit einem Ver-

schiebungsgesuch vorgelegt. Die Bescheinigung dieser telemedizinischen Unter-

suchung durch Dr. C._____ habe jedoch bloss eine Arbeitsunfähigkeit und keine 

Verhandlungsunfähigkeit bescheinigt, sodass der Beklagte für die Verhandlung 

nicht habe dispensiert werden können. In der Folge macht die Vorinstanz Ausfüh-

rungen zur streitgegenständlichen Forderung (Urk. 33 S. 2).

3. Der Beklagte rügt zusammengefasst, die Vorinstanz gehe davon aus, 

dass er lediglich arbeitsunfähig und nicht verhandlungsunfähig gewesen sei. Dies 

sei eine Fehlinterpretation seiner gesundheitlichen Situation. Er sei nicht nur ar-

beitsunfähig, sondern auch verhandlungsunfähig gewesen. Die Bescheinigung von 

Dr. C._____ belege, dass er zum Verhandlungszeitpunkt objektiv nicht in der Lage 

gewesen sei, sich in vollem Umfang mit der Situation auseinanderzusetzen und 

seine rechtlichen Interessen zu vertreten. Er habe ein Verschiebungsgesuch ein-

gereicht, das jedoch abgelehnt worden sei. Dies stelle eine unzulässige Benachtei-

ligung dar, da seine fehlende Teilnahme auf Verhandlungsunfähigkeit und nicht auf 

mangelndem Interesse oder Fahrlässigkeit beruht habe (Urk. 32 S. 1). In der Folge 

macht der Beklagte Ausführungen zur streitgegenständlichen Forderung (Urk. 32 

S. 1 f.).

4. Die Klägerin entgegnet zusammengefasst, die beiden ehemaligen Mit-

arbeiter D._____ und der Beklagte seien wiederholt zu Verhandlungen vor der Vor-

instanz vorgeladen worden. Beide seien gleichzeitig zwei Mal aufgrund angeblicher 

Krankheit nicht erschienen. Dies sei ungewöhnlich und es bestünden erhebliche 

Zweifel an der Glaubwürdigkeit der angegebenen Krankheitsursache. Die 

Vorinstanz habe den Sachverhalt bereits geprüft und entschieden. Sie habe aus-

drücklich keine Verhandlungsunfähigkeit festgestellt und keine Anhaltspunkte für 

eine tatsächliche Verhandlungsunfähigkeit gesehen (Urk. 38 S. 1). Beide ehemali-

gen Mitarbeiter hätten ihre Verhandlungsunfähigkeit nicht ausreichend belegt. In 

Übereinstimmung mit der Zivilprozessordnung und der Mitwirkungspflicht der Par-

teien sei es nicht hinnehmbar, dass der Beklagte das Verfahren ohne ausreichende 

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Entschuldigung oder gesicherte Nachweise verzögere. Die Beschwerde sei daher 

abzuweisen (Urk. 38 S. 2).

5.1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen-

sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweis-

mittel sind nach Art. 326 Abs. 1 ZPO im Beschwerdeverfahren grundsätzlich aus-

geschlossen. 

5.2. Aus zureichenden Gründen kann eine Partei die Verschiebung einer 

Verhandlung verlangen (Art. 135 lit. b ZPO). Im Falle einer Krankheit ist für eine 

Verschiebung eine ärztlich attestierte Verhandlungsunfähigkeit erforderlich. Dabei 

genügt es nicht, auf eine ärztlich bescheinigte 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit zu 

verweisen. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ist nämlich nicht mit prozessualer 

Handlungsunfähigkeit gleichzusetzen (OGer ZH RU200022 vom 16. Juni 2020 

E. 2.1; Tanner, Wiederherstellung von Fristen und Terminen gemäss Art. 148 f. 

ZPO, ZZZ 2022, S. 147 ff., S. 157). Stellt eine Partei ein ungenügend begründetes 

und belegtes Verschiebungsgesuch, ist vom Gericht eine Frist zur Ergänzung der 

Begründung und Einreichung der erforderlichen Belege anzusetzen. Erachtet also 

das Gericht den Verschiebungsgrund nicht als glaubhaft gemacht, fordert es den 

Gesuchsteller auf, den Verschiebungsgrund innert einer Nachfrist gehörig nachzu-

weisen. Dies ergibt sich aus dem Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs 

(OGer RT150031 vom 3. Juli 2015 E. 3 S. 5 ff.).

6.1. Der Beklagte ersuchte mit E-Mail vom 18. Februar 2025 sinngemäss um 

Verschiebung der Schlichtungsverhandlung und reichte ein Arztzeugnis ein, wel-

ches ihm nach telemedizinischer Konsultation eine 100-prozentige Arbeitsunfähig-

keit vom 18. bis 21. Februar 2025 bescheinigte (Urk. 17). Aussagen zur Art oder 

Schwere der Erkrankung wurden darin nicht gemacht. Der Beklagte wurde zwar 

bereits in der Vorladung vom 21. Januar 2025 darauf hingewiesen, dass bei Ver-

hinderung wegen Krankheit ein Verhandlungsunfähigkeitszeugnis beizulegen ist 

(Urk. 14 S. 2). Die Vorinstanz hätte ihm jedoch trotzdem Gelegenheit geben müs-

sen, um den Verschiebungsgrund gehörig – also mit einem Verhandlungsunfähig-

keitszeugnis – nachzuweisen (siehe E. 5.2). Da sie dies nicht getan hat, hat sie das 

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Recht falsch angewandt. Die Beschwerde erweist sich als begründet, weshalb der 

vorinstanzliche Entscheid aufzuheben ist. 

6.2. Heisst die Rechtsmittelinstanz die Beschwerde gut, fällt sie den neuen 

Entscheid selber, wenn die Sache spruchreif ist; andernfalls weist sie die Sache an 

die Vorinstanz zurück (Art. 327 Abs. 3 lit. a und b ZPO). Im vorliegenden Fall ist die 

Sache nicht spruchreif, da dem Beklagten Gelegenheit zu geben ist, den Verschie-

bungsgrund gehörig nachzuweisen. Eine Heilung der Gehörsverletzung im Be-

schwerdeverfahren fällt ausser Betracht, da die Beschwerdeinstanz mit Bezug auf 

die Feststellung des Sachverhalts lediglich über eine beschränkte Kognition verfügt 

(Art. 320 lit. b ZPO) und Noven im Beschwerdeverfahren unzulässig sind (Art. 326 

Abs. 1 ZPO). Die Sache ist deshalb zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen, welche dem Beklagten Gelegenheit zu geben hat, den Verschiebungs-

grund nachzuweisen, und sodann entweder die Schlichtungsverhandlung zu ver-

schieben oder einen Entscheid zu fällen.

7.1. Das zweitinstanzliche Verfahren ist kostenlos (Art. 114 lit. c ZPO). Ge-

mäss Art. 95 Abs. 3 ZPO umfasst die Parteientschädigung den Ersatz notwendiger 

Auslagen (lit. a), die Kosten einer berufsmässigen Vertretung (lit. b), und – wenn 

die Partei nicht berufsmässig vertreten ist – in begründeten Fällen eine angemes-

sene Umtriebsentschädigung (lit. c). Eine Umtriebsentschädigung ist in erster Linie 

als Ausgleich für den Verdienstausfall selbstständig erwerbender Personen ge-

dacht (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 

2006 S. 7293). Dabei ist jedoch im Auge zu behalten, dass einer nicht durch einen 

Anwalt vertretenen Partei in der Regel keine Entschädigung zugesprochen wird; zu 

entschädigen ist nur ein erheblicher Aufwand in einer komplizierten Sache mit ho-

hem Streitwert (Urwyler/Grütter, DIKE-Komm-ZPO, Art. 95 N 26).

7.2. Die Klägerin hat als unterliegende Partei keinen Anspruch auf Parteien-

tschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der nicht anwaltlich vertretene Beklagte bean-

tragt eine Entschädigung, um die unrechtmässigen Belastungen und die durch die 

Rechtsstreitigkeit entstandenen Umstände zu kompensieren (Urk. 32 S. 2). Damit 

macht er weder konkrete Auslagen noch einen Verdienstausfall noch einen erheb-

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lichen Aufwand geltend. Es ist ihm daher für das Beschwerdeverfahren ebenfalls 

keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

Es wird beschlossen:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Friedensrichteramts 

der Stadt Zürich, Kreise … und …, vom 20. Februar 2025 aufgehoben und die 

Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen.

2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos.

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beklagten unter Beilage des 

Doppels von Urk. 38, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück.

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 1'815.–. Die 
Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des 
Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

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Zürich, 2. April 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw L. Hengartner
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