# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53bd0309-f9d9-5be9-9a65-f6ab54a07772
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.12.2022 RR.2021.266
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2021-266_2022-12-29.pdf

## Full Text

Entscheid vom 29. Dezember 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Patrick Robert-Nicoud, Vorsitz, 

Miriam Forni und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Holenstein, 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

OBERSTAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS 

LUZERN,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutsch-

land  

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2021.266 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft München I führt gegen A. ein Ermittlungsverfahren 

wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung gemäss §§ 369 und 370 der 

deutschen Abgabeordnung. A. soll sich einer Gruppe von Personen ange-

schlossen haben, die im Rahmen von Buntmetallgeschäften über mehrere 

Jahre hinweg Umsatzsteuern in der Höhe von EUR 13'712'886.32 verkürzt 

haben soll. Die Gruppe habe die fraglichen Geschäfte über mehrere Gesell-

schaften abgewickelt, welche sie über Scheinverträge zwischengeschaltet 

habe. Der in der Schweiz wohnhafte A. habe als Buchhalter beziehungs-

weise Steuerberater unterstützend bei der Einrichtung und Abwicklung di-

verser Gesellschaften mitgewirkt und mehreren Gesellschaften ein Domizil 

an seiner Kanzleiadresse gewährt (Verfahrensakten Oberstaatsanwalt-

schaft, Akten-Nr. RHI 18 146 09 [nachfolgend «Verfahrensakten»], La-

sche 1, Urk. 1). 

 

 

B. In diesem Zusammenhang ersuchten die deutschen Behörden die Ober-

staatsanwaltschaft des Kantons Luzern (nachfolgend «Oberstaatsanwalt-

schaft») mit Rechtshilfeersuchen vom 28. Mai 2018 um Durchsuchung der 

Wohnung von A. zur Sicherstellung, Beschlagnahmung und Herausgabe von 

Geschäftsunterlagen zu diversen mutmasslich involvierten Gesellschaften. 

Ausserdem wurde um Einvernahme von A. als Beschuldigter ersucht. Dem 

Rechtshilfeersuchen war ein Durchsuchungs- und Beschlagnahmebe-

schluss des Amtsgerichts München vom 11. Mai 2018 beigefügt (Verfahren-

sakten, Lasche 1, Urk. 1 und 2). 

 

 

C. Auf ein entsprechendes Ersuchen der Oberstaatsanwaltschaft vom 20. Au-

gust 2018 an die Eidgenössische Steuerverwaltung um Abgabe einer Stel-

lungnahme nach Art. 24 Abs. 3 IRSV kam diese zum Schluss, dass die Ge-

währung der ersuchten Rechtshilfe zulässig sei (Verfahrensakten, Lasche 2, 

Urk. 1 und 3). 

 

 

D. Mit Eintretensverfügungen vom 15. September 2020 trat die Oberstaatsan-

waltschaft auf das Rechtshilfeersuchen ein und beauftragte die Luzerner Po-

lizei mit der Durchsuchung der Wohnung von A. an der […] in Z. sowie mit 

dessen Befragung. Gleichentags erliess die Oberstaatsanwaltschaft des 

Kantons Luzern einen entsprechenden Hausdurchsuchungs- sowie Durch-

suchungs- und Beschlagnahmebefehl (Verfahrensakten, Lasche 4, 

Urk. 1- 3). 

- 3 - 

 

 

E. Anlässlich der Durchsuchung der Wohnung von A. vom 11. Februar 2021 

stellte die Luzerner Polizei unter anderem zwei Festplatten und einen Da-

tenstick sicher, wobei A. die Siegelung der Datenträger verlangte (Verfah-

rensakten, Lasche 5, Urk. 2.2 und 2.3).  

 

 

F. Am 22. März 2021 wurde A. rechtshilfeweise von der Luzerner Polizei als 

Beschuldigter einvernommen (Verfahrensakten, Lasche 5, Urk. 4.1). 

 

 

G. Mit Entscheid RR.2021.63-65 vom 10. Mai 2021 trat die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts auf eine von A., seiner Ehefrau und seiner Tochter 

gegen die Zwangsmassnahmen erhobene Beschwerde vom 20. Feb-

ruar 2021, welche an das Kantonsgericht Luzern gerichtet war und von die-

sem zuständigkeitshalber am 15. April 2021 an die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts weitergeleitet wurde, nicht ein (Verfahrensakten, La-

sche 9, Urk. 1). 

 

 

H. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Luzern entsiegelte mit Verfü-

gung vom 23. Mai 2021 die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 11. Feb-

ruar 2021 sichergestellten Datenträger (vgl. supra lit. E) und gab diese zur 

Durchsuchung frei (Verfahrensakten, Lasche 7, Urk. 10). 

 

 

I. Am 6. September 2021 nahm die Oberstaatsanwaltschaft eine Sichtung und 

Triagierung der zuvor von der Luzerner Polizei gefilterten Daten der entsie-

gelten Datenträger vor und exportierte die Daten anschliessend auf eine CD 

mit der Beschriftung «RHI 18 146 09 V.1.0» (Verfahrensakten, Lasche 5, 

Urk. 5-8). 

 

 

J. Nachdem dem Rechtsvertreter von A. das Akteneinsichtsrecht gewährt wor-

den war und dieser am 6. Oktober 2021 erklärt hatte, einer freiwilligen Her-

ausgabe der Datenträger an die deutschen Behörden nicht zuzustimmen 

(Verfahrensakten, Lasche 6, Urk. 21), erliess die Oberstaatsanwaltschaft mit 

Datum vom 22. Oktober 2021 die Schlussverfügung und ordnete die Heraus-

gabe der CD «RHI 18 146 09 V.1.0»  sowie des Befragungsprotokolls der 

Beschuldigteneinvernahme von A. an (Verfahrensakten, Lasche 4, Urk. 4 = 

act. 1.2).  

 

 

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K. Gegen die Schlussverfügung vom 22. Oktober 2021 liess A. am 24. Novem-

ber 2021 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde 

erheben. Er beantragt, Ziffer 2.1 der Schlussverfügung sei unter Kostenfolge 

ersatzlos aufzuheben (act. 1 S. 2).  

 

 

L. Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2021 beantragt die Oberstaats-

anwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 6). Mit 

Schreiben vom 17. Dezember 2021 verzichtet das Bundesamt für Justiz 

(nachfolgend «BJ») auf die Einreichung einer begründeten Stellungnahme 

und beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 7). In seiner 

Replik vom 3. Januar 2022 hält A. an dem in der Beschwerde gestellten Be-

gehren fest (act. 9). Die Replik von A. wurde der Oberstaatsanwaltschaft und 

dem BJ am 4. Januar 2022 zur Kenntnis gebracht (act. 10).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Deutschland sind primär das 

Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in 

Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1), das hierzu ergangene zweite Zusatzproto-

koll vom 8. November 2001 (SR 0.351.12) sowie der Vertrag vom 13. No-

vember 1969 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der 

Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des EUeR und die Erleich-

terung seiner Anwendung (SR 0.351.913.61) massgebend. Ausserdem ge-

langen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 

1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 

1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen [SDÜ]; CELEX 

Nr. 42000A0922(02); Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19–62; Text 

nicht publiziert in der SR, jedoch abrufbar auf der Website der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft unter «Rechtssammlung zu den sektoriellen Ab-

kommen mit der EU», 8.1 Anhang A; https://www.admin.ch/opc/de/euro-

pean-union/international-agreements/008.html ) zur Anwendung (TPF 2009 

111 E. 1.2). Günstigere Bestimmungen bilateraler oder multilateraler Über-

einkünfte zwischen den Vertragsparteien bleiben unberührt (Art. 48 Abs. 2 

SDÜ; Art. 26 Abs. 2 und 3 EUeR). 

https://www.admin.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html
https://www.admin.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html

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1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, 

gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale 

Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur 

Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt 

nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses ge-

ringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 145 IV 294 E. 2.1 

S. 297; 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2 S. 126; jeweils m.w.H.). Vorbehalten 

bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 123 

II 595 E. 7c S. 617; TPF 2016 65 E. 1.2). 

 

1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 

lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 

Abs. 1 IRSG). 

 

 

2. 

2.1 Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführen-

den Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird, 

unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Be-

schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 80e 

Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 80k 

IRSG).  

 

 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Personen, gegen 

die sich das ausländische Strafverfahren richtet, sind unter denselben Be-

dingungen beschwerdelegitimiert (Art. 21 Abs. 3 IRSG). Im Falle von Haus-

durchsuchungen gilt der jeweilige Eigentümer oder Mieter als persönlich und 

direkt betroffen im Sinne des Art. 80h lit. b IRSG i.V.m. Art. 9a lit. b IRSV. 

Die Eigentümer- und Mieterstellung bezieht sich dabei auf die durchsuchten 

Räumlichkeiten (BGE 137 IV 134 E. 6.2). Werden anlässlich der Hausdurch-

suchung sichergestellte Gegenstände beschlagnahmt und in der Folge de-

ren rechtshilfeweise Herausgabe angeordnet, ist zur Beschwerde gegen die 

angeordnete Übermittlung dieser Gegenstände diejenige Person legitimiert, 

welche sich der Hausdurchsuchung und damit der Zwangsmassnahme un-

terziehen musste. Massgeblich ist die tatsächliche Verfügungsgewalt im 

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Zeitpunkt einer Beschlagnahme (vgl. zum Ganzen TPF 2014 113 E. 3.2.2 

m.w.H.). 

 

2.2 Der Beschwerdeführer wendet sich mit seiner Beschwerde (nur) gegen die 

Herausgabe der CD «RHI 18 146 09», mithin gegen Dispositiv-Ziffer 2.1 der 

Schlussverfügung. Auf der herauszugebenden CD befinden sich Daten, die 

anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestellt worden sind. Der Beschwer-

deführer ist als Mieter der von der Hausdurchsuchung betroffenen Räumlich-

keiten zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde berechtigt. Auf die im Üb-

rigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist damit einzutreten. 

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der Gewäh-

rung der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die 

aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009 E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5). 

 

 

4. 

4.1 Der Beschwerdeführer trägt vor, nach deutschem Recht erfahre die Unver-

letzlichkeit der Wohnung einen besonderen grundrechtlichen Schutz. Eine 

richterliche Durchsuchungsanordnung verliere nach deutschem Recht nach 

Ablauf eines halben Jahres ihre rechtfertigende Kraft. Hätte die ersuchende 

Behörde die Durchsuchung in Deutschland gestützt auf die Durchsuchungs-

anordnung des Amtsgerichts München vom 11. Mai 2018 vollziehen wollen, 

hätte sie bis zum 11. November 2018 handeln müssen. Danach hätte es 

einer erneuten richterlichen Anordnung für die Durchsuchung bedurft. Mit der 

Durchführung der Hausdurchsuchung am 11. Februar 2021 habe die Be-

schwerdegegnerin der ersuchenden Behörde eine Zwangsmassnahme er-

möglicht, die sie in Deutschland nicht hätte erwirken können, was Art. 76 lit. c 

IRSG verletze (act. 1 S. 3 ff.).  

 

4.2 Art. 76 lit. c IRSG sieht für Anträge auf Durchsuchung von Personen oder 

Räumen, Beschlagnahme oder Herausgabe von Gegenständen vor, dass 

die ersuchende Behörde ausser den Angaben und Unterlagen nach 

Art. 28 IRSG, in ihrem Ersuchen eine Bestätigung aufführen oder ihrem Er-

suchen eine Bestätigung beifügen muss, dass diese Massnahmen im ersu-

chenden Staat zulässig sind. Gestützt auf das zwischen den Staaten gel-

tende Vertrauensprinzip braucht eine Bestätigung allerdings nicht in jedem 

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Fall eingereicht zu werden, sondern nur dann, wenn starke Zweifel dafür be-

stehen, dass die ersuchende Behörde nach dem ausländischen Recht eine 

entsprechende Massnahme tatsächlich anordnen dürfte (KUSTER, Basler 

Kommentar, 2015, N. 2 zu Art. 76 IRSG mit Hinweisen auf BGE 123 II 161 

E. 3.b; 118 Ib 457 E. 5). Wie bereits festgehalten, ist vorliegend für die 

Rechtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz ohnehin in erster Linie 

das EUeR massgebend. Art. 14 EUeR schreibt vor, welche Angaben Rechts-

hilfeersuchen enthalten müssen. Anders als Art. 76 lit. c IRSG, sieht Art. 14 

EUeR eine Bescheinigung über die Zulässigkeit der Zwangsmassnahmen 

nach dem Recht des ersuchenden Staates gerade nicht vor, weshalb sich 

die Rüge des Beschwerdeführers von vornherein als unbegründet erweist.  

 

 

5. 

5.1 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, es sei «ernsthaft zu bezwei-

feln», ob die herauszugebenden Daten für das deutsche Ermittlungsverfah-

ren voraussichtlich erheblich seien. Ein Zusammenhang der besagten Un-

terlagen mit dem im Rechtshilfeersuchen geschilderten Tatvorwurf sei nicht 

oder allerhöchstens am Rande erkennbar. Die besagten Daten würden über-

wiegend aus den Jahren 2001 bis 2008 stammen, wohingegen der relevante 

Zeitraum die Jahre 2009 und 2010 betreffe. Ausserdem habe die ersu-

chende Behörde in den Jahren 2009 und 2010 bereits die Wohn- und Ge-

schäftsräume des Beschwerdeführers in München durchsuchen lassen, 

ohne Belege für eine Tatbeteiligung zu finden (act. 1 S. 6).  

 

5.2 Rechtshilfemassnahmen müssen verhältnismässig, mit anderen Worten für 

ihren Zweck tauglich, erforderlich und massvoll sein, also nicht über das hin-

ausgehen, was zu dessen Erreichung notwendig ist (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 

Abs. 3 BV, Art. 63 Abs. 1 IRSG; BGE 139 II 404 E. 7.2.2). Grundsätzlich 

muss die ersuchte Behörde aufzeigen, dass zwischen dem Gegenstand der 

Strafuntersuchung und den von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen eine 

ausreichende inhaltliche Konnexität, d.h. ein ausreichender Sachzusam-

menhang, besteht (BGE 129 II 462 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 

1A.47/2007 vom 12. November 2007 E. 5.1; TPF 2008 44 E. 3.6). Sie kann 

dies nicht dem ersuchenden Staat überlassen, indem sie ihm die Gesamtheit 

der beschlagnahmten Dokumente übermittelt. Ein solches Vorgehen wäre 

unverhältnismässig (BGE 130 II 14 E. 4.3/4.4; TPF 2011 97 E. 5.1).  

 

 Die Frage, welche Beweise zur Erhärtung des Verdachts erforderlich sind, 

ist dabei grundsätzlich dem Ermessen des ersuchenden Staates überlassen. 

Der ersuchte Staat ist im Allgemeinen gar nicht in der Lage, dies beurteilen 

zu können. Den ausländischen Strafverfolgungsbehörden sind diejenigen 

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Aktenstücke zu übermitteln, die sich möglicherweise auf den im Rechtshil-

feersuchen dargestellten Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln 

sind nur diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Si-

cherheit nicht erheblich sind. Nicht zulässig wäre es, den ausländischen Be-

hörden nur diejenigen Unterlagen zu überlassen, die den im Rechtshilfeer-

suchen dargestellten Sachverhalt mit Sicherheit beweisen. Massgeblich ist 

somit die potentielle Erheblichkeit der beschlagnahmten Aktenstücke 

(BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2 Abs. 2; 136 IV 82 E. 4.1/4.4; 

TPF 2009 130 E. 4.2).  

 

5.3 Soweit der Berechtigte einer vereinfachten Übermittlung nicht zustimmt, 

nimmt er an der Ausscheidung der zu übermittelnden Unterlagen (Triage) 

teil, indem er innerhalb angesetzter Frist konkret darlegt, Dokument für Do-

kument, welche einzelnen Aktenstücke (bzw. welche Passagen daraus) für 

die Strafuntersuchung offensichtlich entbehrlich seien, und diese Auffassung 

auch begründet (Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2018.269 vom 

18. Februar 2019 E. 7.3; RR.2018.234 vom 31. Januar 2019 E. 3.4.2; 

RR.2015.107 + RR.2015.156 vom 15. Dezember 2015 E. 6.1; RR.2013.232 

vom 5. Dezember 2013 E. 3.2). Es ist mit dem guten Glauben unvereinbar, 

die Behörde tatenlos gewähren zu lassen, um ihr im Nachhinein vorzuwer-

fen, das Verhältnismässigkeitsprinzip verletzt zu haben (BGE 130 II 14 

E. 4.3/4.4; 126 II 258 E. 9b/aa; Urteil des Bundesgerichts 1A.234/2005 vom 

31. Januar 2006 E. 3.2). Kommt der Beschwerdeführer der Obliegenheit, 

schon im Stadium der Ausführung des Ersuchens an der Ausscheidung der 

sichergestellten Dokumente mitzuwirken, nicht nach, hat er im Beschwerde-

verfahren sein Rügerecht verwirkt (Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2019.17 vom 2. Mai 2019 E. 4.3; RR.2018.136 vom 11. Oktober 2018 

E. 4.3). Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von sich aus nach Aktenstü-

cken, die im ausländischen Verfahren (mit Sicherheit) nicht erheblich sein 

könnten (BGE 130 II 14 E. 4.3 S. 16; 126 II 258 E. 9b/aa S. 262; Urteile des 

Bundesgerichts 1A.223/2006 vom 2. April 2007 E. 4.1 sowie 1A.184/2004 

vom 22. April 2005 E. 3.1). 

 

5.4 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

17. September 2021 eine CD mit den herauszugebenden Daten zugestellt 

hat und ihn aufgefordert, innert Frist diejenigen Daten zu bezeichnen, mit 

deren Herausgabe er i.S.v. Art. 80c IRSG einverstanden sein könnte (Ver-

fahrensakten, Lasche 6, Urk. 20). Mit Schreiben vom 6. Oktober 2021 sandte 

der Beschwerdeführer die CD zurück und erklärte pauschal, der vereinfach-

ten Herausgabe nicht zuzustimmen. Zur Erheblichkeit der Daten äusserte er 

sich nicht (Verfahrensakten, Lasche 6, Urk. 21). Damit hat er im 

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Beschwerdeverfahren sein Recht zur Rüge der mangelnden Relevanz der 

herauszugebenden Unterlagen verwirkt.  

 

5.5 Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin die potentielle Erheblichkeit der her-

auszugebenden Unterlagen in ihrer Schlussverfügung hinreichend darge-

legt. Sie hielt diesbezüglich fest, gemäss Rechtshilfeersuchen bestehe der 

Verdacht, der Beschwerdeführer habe sich einer Gruppe von teils ausländi-

schen Personen angeschlossen, die sich zur fortgesetzten Begehung von 

Umsatzsteuerhinterziehungen im Bereich des Buntmetallhandels verabredet 

hätten. Die Buntmetallgeschäfte, die über mehrere zum Schein dazwischen-

geschaltete Gesellschaften abgewickelt worden seien, seien nach der Funk-

tionsweise eines Umsatzsteuerkettengeschäfts konzipiert worden. Die tat-

sächlichen Vertragsparteien der einzelnen Buntmetallgeschäfte und die tat-

sächlichen Lieferwege der Waren seien dabei von den hierfür geschaffenen 

Dokumenten abgewichen. An der Hausdurchsuchung vom 11. Februar 2021 

seien drei Datenträger beschlagnahmt worden. Diese seien in der Folge ge-

sichtet und von der Luzerner Polizei triagiert worden. Die Trage sei auf die 

im Hausdurchsuchungsbefehl der Oberstaatsanwaltschaft genannten acht 

Firmennamen beschränkt worden. Es seien einzig Dateien zu den (im 

Rechtshilfeersuchen genannten) Gesellschaften B. GmbH und C. GmbH ge-

funden worden. Diese Daten seien von der Oberstaatsanwaltschaft auf de-

ren mögliche Relevanz für das deutsche Verfahren geprüft, die unerhebli-

chen Dateien herausgefiltert und der verbliebende Rest auf eine CD geladen 

worden. Diese CD sei gemäss der Schlussverfügung herauszugeben 

(act. 1.2 S. 8).  

 

Gestützt auf diese Ausführungen sind die herauszugebenden Unterlagen als 

für das deutsche Ermittlungsverfahren potentiell erheblich zu erachten, wes-

halb sich die vorgesehene Rechtshilfe als verhältnismässig erweist.  

 

 

6. Andere Rechtshilfehindernisse werden nicht genannt und sind auch nicht er-

sichtlich. Der Herausgabe der in der Schlussverfügung genannten CD steht 

somit nichts entgegen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist 

daher umfassend abzuweisen. 

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist 

auf Fr. 5'000.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR), unter Anrechnung des geleisteten 

Kostenvorschusses in derselben Höhe. 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt, un-

ter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 29. Dezember 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Daniel Holenstein 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).