# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be8e2eca-19c9-52d8-9b29-2a22fbd0bfc3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Kein dauerhafter Gesundheitsschaden ausgewiesen, kein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, Beschwerdeführerin ist gesundheitsbedingt bei der Stellensuche nicht eingeschränkt; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2023.00288
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00288.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00288
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Meierhans
Urteil
vom
22. August 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1992,
gelernte
Detailhandelsassistentin EBA und
Detailhandel
sfachfrau EFZ
(Urk. 14/7/12
-13
)
,
arbeitete zuletzt vom
1.
Januar 2017
bis
31. März 2021
bei
der
Y.___
AG in verschiedenen Funk
tionen, zuletzt als Store Visual Merchandiser (Urk. 14/7/4-5). Im Februar 2021 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Opfi
kon-Glattbrugg zur Arbeitsvermittlung ab dem 1. April 2021 an
(vgl. Urk.
14/7/1
).
A
ufgrund
von anhaltenden Schmerzen am Unterbauch und auf der rechten Seite
meldete sie sich
sodann
am 11. März 2022
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 14/
8 S. 6 Ziff. 6.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
daraufhin
die medizinische sowie erwerbliche Situation ab
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 14/53-54) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. April 2023 (Urk. 14/61 = Urk. 2) einen Leistungs
anspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am 14. April 2023 Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. April 2023 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und es seien ihr
berufliche
Eingliederungsmassnahmen
zuzusprechen (Urk. 1; Urk. 8).
Die direkt
bei ihr erhobene Beschwerde
überwies die IV-Stelle am 25. Mai 2023 dem hiesigen Gericht (Urk. 4).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2023 (Urk. 13) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17.
Juli 2023 (Urk. 17) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des
rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022. Da die Entstehung eines
Leistungs
anspruchs vorliegend ebenfalls frühestens ab diesem Datum in Betracht fällt, sind die ab 1. Januar 2022 gültigen Rechtsvorschriften anwendbar.
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
ü
bung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen sind insbesondere zu berücksichtigen:
a.
das Alter;
b.
der Entwicklungsstand;
c.
die Fähigkeiten der versicherten Person; und
d.
die zu erwartende Dauer des Erwerbslebens (Abs. 1
bis
).
Bei Abbruch einer Eingliederungsmassnahme wird nach Massgabe der Absätze 1 und 1
bis
eine wiederholte Zusprache derselben oder einer anderen Einglieder
ungsmassnahme geprüft (Abs. 1
ter
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Artikel 16 Abs. 3 lit. b IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nah
men (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
1.
3
Gemäss Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten od
er verbessert werden kann (Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisher
igen Beruf gleichgestellt (Abs.
2). Al
s Umschu
lung gelten gemäss Art. 6 Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Inva
lidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (
BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E.
2a und b
, je
mit Hinweisen; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_266/2021 vom 13. Juli 2021 E. 4.2.3 mit Hinweisen
).
1.4
Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben Anspruch auf Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes oder im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 IVG). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (Abs. 2).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
bedarf der Anspruch auf Arbeits
vermittlung weder der Invalidität noch eines Mindestinvaliditätsgrades. Zur Begrün
dung des Anspruchs ist jedoch eine spezifische Einschränkung gesund
heitlicher Art notwendig, wenn die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als der versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind. Die leistungsspezifische Invalidität des Anspruchs liegt vor, wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursacht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen (zum Beispiel welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (Urteile des Bundesgerichts 9C_329/2020 vom 6. August 2020 E. 3.2.3 und 8C_641/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2, je mit Hinweisen
)
.
Zur Arbeitsvermittlung ist im Weiteren berechtigt, wer aus invaliditätsbedingten Gründen spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz (beispielsweise Sehhilfen) oder den Arbeitgeber (beispielsweise Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen) stellen muss und demzufolge aus invaliditätsbeding
ten Gründen für das Finden einer Stelle auf das Fachwissen und entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden angewiesen ist. Bei der Frage nach der Anspruchsberechtigung nicht zu berücksichtigen sind demgegenüber invalidi
täts
fremde Probleme bei der Stellensuche wie beispielsweise Sprachschwierig
keiten (im Sinne fehlender Kenntnisse der Landessprache, anders wiederum bei medizinisch diagnostizierten, somit gesundheitsbedingten Sprachstörungen; Urteil des Bundesgerichts 9C_467/2022 vom 3. Februar 2023 E. 3.2.2 mit Hin
weis). Es genügt ferner nicht, dass der versicherten Person die Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_184/2022 vom 6. Februar 2023 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch
der Beschwerde
führerin
mit der Begründung,
diese sei
in einer angepassten körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne dauerhaftes Knien/Hocken/Kauern
vollständig
arbeitsfähig. Die Erwerbstätigkeit als Modeverkäuferin entspreche einer solchen Tätigkeit. Selbst wenn die Tätigkeit
en
als Dekorateurin oder Modeverkäuferin diesem Belastungsprofil
nicht
entspr
ä
che
n
,
liege
bei der Stellensuche keine Ein
schränkung vor. Es seien somit keine beruflichen Massnahmen angezeigt.
M
it Unterstützung des RAV
sei es der Beschwerdeführerin
möglich, eine neue Tätig
keit zu finden und ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Damit bestehe weder Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Invalidenrente (vgl. Urk. 2 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt,
ihr
behandelnder Arzt habe ausführlich beschrieben, weshalb sie in ihre
r bisherigen Tätigkeit
beziehungsweise als Modeverkäuferin nicht mehr arbeits
fähig sei.
Da sie ausgesteuert sei, habe sie keinen Anspruch mehr auf Taggelder und sich bereits beim Sozialamt anmelden müssen.
Sie möchte arbeiten, benötige jedoch
Unterstützung bei der Reintegration in die Arbeitswelt.
Sie wisse nicht, wann die Schmerzen aufträten.
In einer solchen Situation sei es schwierig eine Arbeit
sstelle
zu finden,
ohne in der Probezeit
gleich
gekündigt zu werden
(vgl. Urk. 1; Urk. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
einzig
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Eingliederungsmassnahmen
beruflicher Art.
3.
3.1
In den Akten finden sich die folgenden, wesentlichen medizinischen Berichte:
3.
2
Dr. med.
Z.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
erwähnte mit Bericht vom 2. Februar 2021 (Urk. 14/33)
folgende Diagnose (S. 1):
-
p
ersistierende Kniebeschwerden links nach relevantem Trauma vom 17. Juli 2020 mit vor allem Probleme
n
am Streckapparat,
diskoider
Meniskus lateral mit möglicher Läsion am
Hinterhornansatz
, Grad II-Läsion des Innenmeniskus mit auch muskulärer Dysbalance, verkürzte
Hamstring
Er empfehle
eine
konservative Therapie. Aktuell bestehe keine Notwendigkeit für eine Arthroskopie. Die Arbeitsfähigkeit sei erhalten (S. 2).
3.
3
Am 14. Februar 2022 erfolgte im
Spital A.___
bei Verdacht auf Endometriose eine Laparoskopie. Diese ergab kein
en
Anhalt für
eine
Endometriose und die Exploration des übrigen Abdomens ergab ebenfalls regelrechte Befunde. Einziger auffälliger Befund sei eine relativ derb und etwas klobig erscheinende Cervix uteri
.
Die Beschwerdeführerin konnte am ersten Tag postoperativ in gutem Allgemeinzustand und
mit
reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden. Als Diagnose wird ein
kauterartefiziell
verändertes
fibrosiertes
Weich
-
gewebe ohne
Endometrioseherde
genannt. Es fänden sich keine Anhaltspunkte für Malignität
(vgl. Urk. 14/27 S. 1
; Urk. 14/31/3-4 S. 1 f.
).
3.
4
Die am 8. März 2022 im
Spital A.___
erfolgte Magnetresonanztomographie (MRI) des Beckens ergab keine sicheren Stigmata eines
pelvic
congestion
syn
drom
e
s
. Insgesamt fand sich kein pathoanatomisches Korrelat zu
r
klinischen Symptomatik (Urk. 14/25).
3.
5
Dr. med.
B.___
, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe,
Spital A.___
,
nannte mit Bericht vom 10. April 2022 (Urk. 14/13/
2
-7) folgende Diag
nose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
3
Ziff. 2.5):
-
Schmerzexazerbation unklarer Ätiologie,
Adenom
yose
nicht ausgeschlos
sen
Die Beschwerdeführerin sei seit dem 3. Februar 2022 vollständig arbeitsunfähig (S.
2
Ziff. 1.3). Es bestehe bisher keine Ätiologie für die Schmerzen. Die Lapa
roskopie habe keine Endometriose bestätig
t
(S.
3
Ziff. 2.4). Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei unsicher (S.
3
Ziff. 2.7).
Sie könne nicht beantworten, wie viele Stunden pro Tag die bisherige Tätigkeit zumutbar sei (S.
5
Ziff. 4.1).
3.
6
Mit Bericht vom 12. August 2022 (Urk. 14/23/1-8) informierten die Ärzte der
Integrierten Psychiatrie
C.___
darüber, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem 9. März 2022 behandeln würden (S. 1 Ziff. 1.1), und stellten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 3 Ziff. 2.5):
-
Anpassungsstörung, depressive Entwicklung im Zusammenhang mit Unterleibsbeschwerden und Arbeitsplatzverlust im Frühling 2021 (ICD-10 F43.2)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
Im Vordergrund stünden die somatischen Symptome und Schmerzen im Zusam
menhang mit den gynäkologischen Beschwerden. Auch der Alltag sei dadurch stark beeinflusst. So habe sich
die Beschwerdeführerin
aufgrund der Schmerzen sowie
der
Angst vor erneuten Schmerzen sozial stark zurückgezogen und ihren Alltag nach de
n
somatischen Beschwerden ausgerichtet
. Im Verlauf habe sich unabhängig von den somatischen Beschwerden eine Angstproblematik
mit wiederkehrenden Panikattacken
gezeigt
. Im Rahmen der Therapie habe die Beschwerdeführerin ihr
Vermeideverhalten
erfolgreich reduzieren und den Um
g
ang mit den Angst- und Panikattacken verbessern können.
Aufgrund der Gesamtsituation mit vorhanden
er
Schmerzproblematik, vielen Untersuchungen und der diesbezüglich unklaren Zukunftsperspektive, Sorgen um Finanzen und die weitere berufliche Zukunft zeige sich die Beschwerdeführerin
allerdings
anhaltend belastet mit depressiven Verstimmungen, Gedankenkreisen und Ängsten
(S. 2 f. Ziff. 2.2). Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Prognose günstig. Die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit (mindestens 80 %) werde erwartet. Dies sei abhängig vom weiteren Verlauf der somatischen Beschwerden (S. 4 Ziff. 2.7).
D
ie Frage, wie viele Stunden pro Tag die bisherige Tätigkeit zumutbar sei,
beantworteten
die Ärzte
dahingehend
, dass aus rein psychiatrischer Sicht keine Einschränkungen vorlägen
.
A
llerdings werde ein stufenweiser Wiedereinstieg empfohlen, um die Belastungsgrenze auszutesten (S. 5 Ziff. 4.1).
3.
7
Dem Bericht von
Dr. med.
D.___
, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe,
Universitätsspital
E.___
,
vom 9. September 2022 (Urk.
14/39/1-6)
ist als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine «indirekte Diagnose Endometriose»
zu entnehmen
(S. 3 Ziff. 2.5)
.
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er Folgendes:
«
functional
abdominal
pain
, Endometriose, Reizdarmsyndrome
»
(S. 3 Ziff. 2.6). Er habe keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (S. 2 Ziff. 1.3). Er könne nicht beantworten, wie viele Stunden pro Tag die bisherige Tätigkeit zumutbar sei (S. 5 Ziff. 4.1).
3.
8
Dr. med. univ.
F.___
, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe,
Universitätsspital E.___
,
erwähnte
mit Bericht vom 12. Oktober 2022 (Urk. 14/40/3-10) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unklare Bauchschmerzen sowie Dys
menorrhoe bei Verdacht auf Endometriose (S. 3 Ziff. 2.5). Es sei keine Arbeitsunfähigkeit
a
ttestiert
worden (S. 2 Ziff. 1.3). Aktuell erfolge eine monat
liche Medikamentenverabreichung (S. 2 Ziff. 1.2). Die
Prognose zur Arbeits
fähigkeit sei schwierig abschätzbar. Sofern es unter der hormonellen Suppression zu einer Beschwerdeverbesserung komme, sei eventuell eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (S. 3 Ziff. 2.7). Er könne nicht beantworten, wie viele Stunden pro Tag die bisherige Tätigkeit zumutbar sei (S. 5 Ziff. 4.1).
3.
9
Mit
Schreiben vom 9./12. Dezember 2022 (Urk. 14/45)
erklärte Dr. med.
G.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Gastroenterologie, dass nach erfolgter Gastroskopie und
Ileo
-Koloskopie eine gastrointestinale Ursache der invalidisierenden Bauchbeschwerden weitgehend ausgeschlossen werden könne (S. 2).
3.
10
Mit Stellungnahme vom 13. Januar 2022 (richtig: 2023) erkannte Dr. med.
H.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, regionaler ärztlicher Dienst (RAD), dass rein körperlich kein dauerhaft
arbeitsunfähigkeits
relevanter Gesundheitsschaden vorliege. Die letzte Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit sei offenbar
aufgrund
unklare
r
Bauch
schmer
zen im kurativmedizinischen Kontext erfolgt. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne dauerhaftes Knien/Hocken/Kauern bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit als Modeverkäuferin erscheine als angepasst (Urk. 14/51
S.
5).
3.
11
Dr. med.
I.___
, Facharzt für Anästhesiologie,
Spital A.___
, nannte mit
Bericht vom 28. Februar 2023 (
Urk. 3/1 = Urk. 9/1 =
Urk. 14/57) folgende Diagnose (S. 1):
-
chronische Unterleibsschmerzen bei
Adenomyose
und Endometriose mit/bei:
-
diagnostische
r
Laparoskopie, Februar 2022 (
Spital A.___
)
-
Laparoskopie mit Entfernung multipler
Endometrioseherde
und
Mirena
-Einlage, Dezember 2022 (
Universitätsspital E.___
)
-
Dyspareunie, Dysmenorrhoe,
Dyschezie
, krampfartigen anfalls
mässigen Bauchschmerzen im Sitzen verstärkt
Aktuell stehe die psychosoziale Situation im Vordergrund. Die Beschwerde
führerin sei ausgesteuert und möchte wieder in das Berufsleben einsteigen. Es treffe nicht zu, dass
sie
in ihrer angestammten Tätigkeit als Modeverkäuferin problemlos arbeiten könne. Sie könne nicht länger stehen und gehen sowie keine Lasten tragen. Sie müsse immer wieder absitzen können
.
Auc
h Arbeiten in kniender oder kauernder Stellung oder Steigen auf Leitern seien schmerzbedingt nicht möglich. Dies schliesse eine Rückkehr in
die bisherige Tätigkeit
als Dekorateurin beziehungsweise Modeverkäuferin oder eine Tätigkeit im Einzel
handel aus. Eine überwiegend sitzende Tätigkeit wäre sinnvoll. Hierfür
seien
berufliche Massnahmen seitens der Beschwerdegegnerin notwendig (S. 1).
3.
12
Dem
im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichten
Bericht von Dr.
D.___
vom 31. Mai 2023 (
Urk. 11 =
Urk. 14/73
= Urk. 15
) ist folgende
Diagnose zu entnehmen (S. 1):
-
30-jährige Beschwerdeführerin mit intermittierenden Schmerzen im linken Unter-/Mittelbauch mit Dysmenorrhoe und Stuhlalteration Erstmanifestation (EM) 2015 bei E
i
nengung der Pars III
des Duodenum
(Differentialdiagnose
,
DD:
functional
abdominal
pain
, Endometriose, Reizdarmsyndrom) mit/bei:
-
Status nach diagnostischer Laparoskopie, Exzision Befund Lig
amentum
(
Lig
.)
Sacrouterinum
rechts, Einlage Hormon-
Intrauterinpessare (
IU
D;
Mirena
)
-
Status nach
GnRH
Analoga Therapie mit
Zoladex
und
add
back
Cyclakur
seit August 2022
-
Status nach Gastro-/
Colonoskopie
Dezember 2022: unauffällig
-
Status nach MRI Becken August
20
22: keine May Turner Anatomie, kein Hinweis auf «
pelvic-congestion
»
-
Status nach diagnostischer Laparoskopie Februar 2022: kein Hinweis auf Endometriose
-
Status nach Stuhl-Parasitologie Oktober 2021: unauffällig
-
Status nach Zöliakie Serologie Oktober 2021: unauffällig
-
Status nach
Cervikalbakteriologie
Juli 2021: negativ
-
Status nach
Colonoskopie
August 2021: unauffällig
Die Beschwerdeführerin leide unter chronischen Unterbauchschmerzen und
peri
menopausalen
Schmerzexazerbationen. Der Entscheid zur erneuten laparoskopi
schen Exzision allfälliger
Endometrioseareale
bei
endometrioseassoziierten
Schmer
zen im Dezember 2022 sei
aufgrund
ausgeschöpfte
r
konservative
r
Thera
pieoptionen erfolgt
und habe initial zu einer postoperativen Schmerzeskalation geführt. Anschliessend sei es langsam zu einer Besserung der Schmerzen gekommen.
Tätigkeiten mit
längerem Stehen
sowie
Tragen von schweren Lasten
und
in knieender
oder
kauernder Stellung seien nicht geeignet. Die Beschwer
deführerin benötige eine überwiegend sitzende
Tätigkeit, was
hinsichtlich
einer
Umschulung beziehungsweise beruflicher Massnahmen der Beschwerdegegnerin
zu
berücksichtig
en sei
(S. 1 f.).
3.1
3
In dem im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahren
s
eingereichten
Bericht vom 6. Juni 2023 (Urk. 14/76/1-2
= Urk. 16
) nannten die Ärzte
des Universitätsspitals E.___
, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, folgende – hier gekürzt aufgeführte – Diagnosen (S. 1):
-
unklare Oberbauchschmerzen; Verdacht auf
Wilkie
-Syndrom
-
MRI
des
Abdomen
s vom
30. Mai 2023: Einengung der Pars
III
des Duodenums durch die SMA ohne vorgeschaltete Dilatation des Duodenums,
Wilkie
-
Syndrom möglich
-
Adipositas Grad I
-
30-jährige Beschwerdeführerin mit intermittierenden Schmerzen im linken Mittelbauch mit Stuhlalteration EM 2015 (DD:
functional
abdominal
pain
, Endometriose, Reizdarmsyndrom)
Als Hauptproblem w
ürden
– neben den bekannten, durch die Endometriose beding
ten Beschwerden – eine seit dem letzten Jahr bestehende
postrandiale
Übelkeit
sowie
ein
Meteorismus angegeben.
Das
MRI
ergebe
eine für
das
Wilkie
-Syndrom typische Anatomie.
A
llerdings
zeige sich
keine
prästenotische
Dila
tation des Zwölffingerdarms. Eine auswärtig durchgeführte Gastroskopie sei unauffällig gewesen. Die Beschwerden seien unspezifisch und auch der radiolo
gische Nachweis einer Einengung des Duodenums durch die SMA sei bei vielen beschwerdefreien Patienten zu beobachten und somit nicht pathognomonisch für ein
Wilkie
-Syndrom. Zudem würden die typischen klinischen Zeichen einer mechanisch relevanten Stenosierung des Duodenums wie galliges Aufstos
sen/Erbrechen, Inappetenz und Gewichtsverlust fehlen.
S
omit
ergebe sich
keine Indikation für einen das proximale Duodenum entlastenden chirurgischen Eingriff (S. 2).
4.
4.1
Hinsichtlich der Erwerbsbiographie ist aktenkundig, dass
die Beschwerdeführerin
sowohl die Lehre als Detailhandelsassistentin EBA als auch die Zusatzausbildung als Detailhandelsfachfrau EFZ erfolgreich abgeschlossen und unter anderem auch das Diplom der
Visagistenschule
«professional
make-up
artist
» erworben hat. Zuletzt war die Beschwerdeführerin bei der
Y.___
AG als Store Visual Merchandiser tätig (vgl. Urk. 14/7/4-5; Urk. 14/7/11-13).
Aus medizinischer Sicht
stehen die
unklaren
Bauchschmerzen der Beschwerde
führerin im Vordergrund. Hinsichtlich der Kniebeschwerden sowie in Bezug auf
ein allfälliges
psychische
s
Leiden der Beschwerdeführerin kann ein dauerhaft arbeitsunfähigkeitsrelevanter Gesundheitsschaden anhand der Berichte der behandelnden Ärzte ohne
W
eiteres verneint werden
(vorstehend E. 3.2, E. 3.6, E.
3.10).
Der Vollständigkeit halber
bleibt
auf die
vor
dergründig
en
invaliditäts
fremde
n
psychosoziale
n
Faktoren
hinzuweisen
(vgl. hierzu
BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Im Zusammenhang mit den unklaren Bauch
schmerzen der Beschwerdeführerin erfolgten
sodann
unzählige Untersuchungen
.
Dabei
fand sich weder ein pathoanatomisches Korrelat
, insbesondere kein Hin
weis auf ein
pelvic
congestion
syndrome
,
noch eine gastrointestinale Ursache
für die Schmerzen
und die im Februar 2022 erfolgte Laparoskopie konnte auch keine Endometriose bestätigen (vgl. Urk. 14/13/
2
-7 S.
3
Ziff. 2.4; Urk. 14/25; Urk. 14/27 S. 1; Urk. 14/45 S. 2). Ein
Wilkie
-Syndrom wurde bei
insbesondere
fehlenden klinischen Zeichen ebenfalls als nicht erwiesen erachtet (vgl. Urk. 14/76/1-2 S.
2). Anlässlich der zweiten im Dezember 2022
durchgeführten
Laparoskopie
erfolgte die Exzision eines Befundes am Ligamentum
sacrouterinum
(vgl.
Urk.
14/73 S.
1).
Gestützt auf die vorhandenen Befunde
erweist sich die Schlussfolgerung von RAD-Arzt
Dr.
H.___
, wonach kein dauerhaft arbeits
unfähigkeitsrelevanter Gesundheitsschaden vorlieg
e
und die Beschwerdeführerin in
der bisherigen sowie jeglicher
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne dauerhaftes Knien/Hocken/Kauern vollständig arbeitsfähig
sei
(vgl. Urk. 14/51 S. 5), als schlüssig und nachvollziehbar
.
Darauf kann abgestellt werden.
A
nzumerken
ist
, dass die Schmerzen bei Endometriose grundsätzlich nicht dauerhaft vorhanden sind, sondern vor allem
assoziiert
mit dem Menstruationszyklus (vgl.
Pschyrembel, klinisches Wörterbuch, 266. Auflage, Berlin 2014, S. 585).
Die Beschwerdeführerin gab ebenfalls an, sie
wisse
nicht, wann die Schmerzen aufträten (vgl. Urk. 1; Urk. 8).
Ein dauerhaft die Arbeitsfähigkeit einschränkender Gesundheitsschaden ist
demzufolge
nicht ausgewiesen. Damit liegt
auch
keine Invalidität vor und für eine drohende Invalidität, wobei
gemäss Art. 1
novies
IVV
der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist, bestehen
ebenfalls
keine Anhaltspunkte. Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Einglie
derungsmassnahmen beruflicher Art folglich zu Recht verneint (vorstehend E.
1.2).
4.2
Selbst wenn
mit der Einschätzung der behandelnden Ärzte (vorstehend E.
3.11
3.12)
davon ausgegangen würde, dass die bisherige
n
Tätigkeit
en
als Store Visual Merchandiser respektive Modeverkäuferin dem Zumutbarkeitsprofil nicht entspr
ä
chen
, besteht vorliegend kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.
Die Beschwerdeführerin hat beschwerdeweise
einzig
die Gewährung von beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen beantragt, ohne zu konkretisieren, welche spezifische Massnahme sie verlangt. Als Massnahmen beruflicher Art kommen insbesondere Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG) und Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) in Frage (vorstehend E. 1.2).
Ein Anspruch auf erstmalige berufliche Ausbildung
(Art. 16 IVG)
ist dabei ohne Weiteres zu verneinen, hat die Beschwerdeführerin doch – wie zuvor aufgezeigt (vorstehend E. 4.1) – bereits eine erstmalige berufliche Ausbildung abgeschlossen.
Dass die Kenntnisse der Beschwerdeführerin über Neigungen, berufliche Fähig
keiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung ange
passten Beruf zu wählen (vgl.
BGE 114 V 29 E. 1a
;
ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 564/04 vom 14. April 2005 E. 4
), ist
sodann
nicht erkennbar und wurde auch nicht geltend gemacht
.
E
in Anspruch auf Berufs
beratung (Art.
15 IVG)
fällt damit
ebenfalls
ausser Betracht.
Ein
Umschulungsanspruch
(Art. 17 IVG)
setzt grundsätzlich eine Mindester
werbseinbusse von rund 20 % in der für die versicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch zumutbaren Erwerbstätigkeit voraus (
vorste
hend E. 1.3;
Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2022 vom 9. Dezember 2022 E. 3.2). Dieses
umschulung
sspezifische Erfordernis ist insbesondere dann nicht gegeben, wenn es – bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage – ein genügend breites Spektrum an Tätigkeiten gibt, die dem medizinischen Anforderungs- und Belastungsprofil der versicherten Person entsprechen, von der Ausbildung und beruflichen Erfahrung her zumutbar sind und im Durchschnitt nicht schlechter entlöhnt werden als die zuletzt ausgeübte. Entscheidend ist, dass ein genügend breites Spektrum von dem beruflichen und
medizinischen
Anforderungs- und Belas
tungsprofil entsprechenden Tätigkeiten besteht, bei denen die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_511/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 3).
Die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Store Visual Merchandiser
bei der
Y.___
AG
wurde durch die Arbeitgeber
in
per Ende März 2021
gekündigt
und die Beschwerdeführerin übt seither
nach Lage der Akten
keine Erwerbstätigkeit mehr aus
(vgl. Urk. 14/7/4-5; Urk. 14/12 S. 1).
Eine gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist
dagegen
erst seit Februar 2022 ausgewiesen (vgl.
Urk. 3/3;
Urk. 14/6; Urk. 14/13/2-7 S. 2 Ziff. 1.3; Urk.
14/20/4
7
; Urk. 14/51 S. 2
). Entsprechend ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt des Gesundheitsschadens nicht mehr ausgeübt hätte, so dass
sowohl das
hypothetische Validen
- als auch das Invaliden
ein
kommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden kann (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundes
gesetz über die Invalidenversicherung, 4. Aufl. 2022, N. 56 f. zu Art.
28a
).
Selbst wenn es sich bei
einer
leidensange
passten Tätigkeit – nach Einschätzung der behandelnden Ärzte (vorstehend E.
3.11-3.12) – um eine überwiegend sitzende Tätigkeit handeln müsste,
wäre dies in einer Anstellung als Verkäuferin
grund
sätzlich
ebenfalls
möglich
. Somit sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen und deren genaue Ermittlung erübrigt sich. Der Invaliditätsgrad
entspricht
dabei
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_368/2019 vom 8. Oktober 2019 in E. 4.2 und 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4
).
Da e
in Abzug vom Tabellenlohn vorliegend nicht gerechtfertigt
ist
,
besteht
bei einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auch
keine Mindesterwerbs
einbusse
und damit
ke
in Anspruch auf Umschulung
.
Die
Arbeitsvermittlung
setzt
gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG
als Anspruchs
voraus
setzung
schliesslich
eine Arbeitsunfähigkeit
im Sinne
von Art. 6 ATSG voraus. Dies bezieht sich auch auf den zweiten Satz dieser Bestimmung, weshalb bei voller Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_184/2022 vom 6.
Februar 2023 E. 3.2).
Überdies ist auch nicht
erkennbar
,
inwiefern
die Beschwerdeführerin aus gesundheitsbedingten Gründen in der
Suche nach einer geeigneten, auf das Anforderungsprofil zugeschnittenen Arbeitsstelle
einge
schränkt
ist.
Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin bei Beachtung des Belastungsprofils auch in der bisherigen Verkäufertätigkeit noch vollschichtig arbeitsfähig ist.
Ausserdem hat sie – wie bereits erwähnt (vorstehend E. 4.1) –
auch das Diplom der
Visagistenschule
erworben und es steht ihr damit offen, in diesem
zumutbaren
Arbeitsumfeld
von sich
aus eine Erwerbstätigkeit
zu suchen.
Damit besteht
zuletzt
auch
kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung.
4.
3
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Beschwer
deführerin auf Eingliederungsmassnahmen
beruflicher Art
demnach
zu Recht verneint.
Der geltend gemachte Umstand, wonach sie bereits ausgesteuert sei (vgl.
Urk. 1; Urk. 8), ändert
daran
nichts
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich daher als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es im
vorliegenden
Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
Grieder-MartensMeierhans