# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4daefde3-d462-5a99-ac3e-9c7f1d44dbe5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.08.2017 200 2016 81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-81_2017-08-08.pdf

## Full Text

200 16 81 IV
KNB/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. August 2017

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. November 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2017, IV/16/81, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Februar 2002 unter Hinweis auf chronische 
Schmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 1.1 
S. 94 ff.). Die damals zuständige IV-Stelle des Kantons Freiburg nahm Ab-
klärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor und sprach der 
Versicherten mit Verfügung vom 9. Dezember 2002 (AB 1.1 S. 6 f.) ab dem 
1. November 2001 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % 
zu. Dieser Anspruch wurde im Rahmen ordentlicher Revisionen durch die 
nunmehr zuständige IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) mit Verfügungen vom 17. Dezember 2004 (AB 8) und 24. Juli 
2009 (AB 14) bestätigt.

Anlässlich einer weiteren – im Juni 2014 (AB 16) – von Amtes wegen ein-
geleiteten Rentenrevision liess die IVB die Versicherte in der Begutach-
tungsstelle D.________ (MEDAS) psychiatrisch-rheumatologisch begutach-
ten (Gutachten vom 13. April 2015 [AB 30.1]). Mit Vorbescheid vom 1. Sep-
tember 2015 (AB 34) stellte sie ihr unter Hinweis auf die Schlussbestim-
mungen der Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes
Massnahmenpaket, in Kraft seit 1. Januar 2012; nachfolgend Schlussbe-
stimmungen der 6. IV-Revision) des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) die Aufhebung der Rente 
in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 45, 52) hob die IVB die Rente 
entsprechend dem Vorbescheid mit Verfügung vom 19. November 2015 
(AB 53) per Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats auf.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsan-
walt C.________, mit Eingabe vom 8. Januar 2016 Beschwerde. Sie bean-
tragte die Aufhebung der Verfügung vom 19. November 2015 und die Wei-

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terausrichtung der ganzen Invalidenrente. Im Weiteren ersuchte sie um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt, welches Gesuch sie mit 
Eingabe vom 26. Januar 2016 zurückzog.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 
2016 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 13. Dezember 2016 schrieb der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung als erledigt 
ab.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. November 2015 
(AB 53). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang 
die Rechtmässigkeit der verfügten Rentenaufhebung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 
Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-
dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

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2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
141 V 281 E. 2.1 S. 285).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden somatofor-
men Schmerzstörung bzw. eines vergleichbaren psychosomatischen Lei-
dens so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob 
die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 142 V 
106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein solcher Gesundheitsschaden 
eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich an-
hand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 141 V 281 
E. 4.1 S. 296 ff.). Nach Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbs-
unfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Die 
materielle Beweislast liegt bei der rentenansprechenden Person (E. 3.7). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist deshalb 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (E. 6).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-

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ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.7

2.7.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 141 V 
9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349). Als zeitliche Vergleichsbasis ist 
einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfü-
gung und anderseits derjenige zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung 
zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; 
SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde die Rente zuvor bereits revidiert 
oder bestätigt, so ist als zeitliche Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige 
Verfügung heranzuziehen, sofern eine materielle Überprüfung des Leis-
tungsanspruches tatsächlich stattgefunden hat, d.h. eine rechtskonforme 
(medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine Beweiswürdigung und gege-
benenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung in den erwerblichen Aus-
wirkungen des Gesundheitszustands bestanden – ein Einkommensver-
gleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 
IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

2.7.2 Gemäss lit. a der Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision wer-
den Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Be-
schwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen 
wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung 
überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird 
die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen 
von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind (Abs. 1). Davon nicht erfasst sind 
Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Al-

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tersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung 
eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversiche-
rung beziehen (Abs. 4). Als relevanter Anknüpfungspunkt für den über 15-
jährigen Rentenbezug gilt der Beginn des Rentenanspruchs und nicht das 
Datum der (rechtskräftig erlassenen) Rentenverfügung (BGE 139 V 442 
E. 4.3 S. 450).

3.

3.1 Sowohl für die Anwendung der Schlussbestimmungen der 6. IV-
Revision als auch im Falle einer Rentenrevision nach Art. 17 ATSG ist 
grundsätzlich vom gleichen Referenzzeitpunkt (vgl. E. 2.7.1 hiervor) auszu-
gehen: Im Rahmen der besagten Schlussbestimmungen geht es vorab um 
die Frage, ob im Zeitpunkt der Rentenzusprache und/oder -überprüfung 
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 3. September 2014, 
9C_121/2014, E. 2.6) ausschliesslich unklare Beschwerden oder trennbare 
kombinierte Beschwerden (Mischsachverhalt im Sinne von BGE 140 V 197) 
vorlagen, während bei Art. 17 ATSG der damalige Gesundheitszustand als 
Ausgangspunkt zur Prüfung einer seither eingetretenen relevanten Verän-
derung dient. Der Anspruch auf die am 9. Dezember 2002 (AB 1.1 S. 6 f.) 
zugesprochene ganze Invalidenrente wurde mit Verfügungen vom 17. De-
zember 2004 (AB 8) und 24. Juli 2009 (AB 14) bestätigt. In diesen Verwal-
tungsakten ist jedoch keine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung und 
Beweiswürdigung zu erblicken. Zwar wurden medizinische Verlaufsberichte 
(AB 5, 13) sowie ein IK-Auszug (AB 12) eingeholt, eine eingehende materi-
elle Überprüfung unterblieb jedoch. Anzuknüpfen ist folglich sowohl für die 
Frage der Anwendbarkeit von lit. a der Schlussbestimmungen der 6. IV-
Revision als auch von Art. 17 ATSG an die ursprüngliche Verfügung 
(AB 1.1 S. 6 f.).

3.2 Die Verfügung vom 9. Dezember 2002 (AB 1.1 S. 6 f.) basierte in 
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den folgenden Unterlagen:

3.2.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte 
im Bericht vom 21. September 2001 (AB 1.1 S. 73 f.) eine Fibromyalgie mit 

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Panvertebralsyndrom. Aus rheumatologischer Sicht sei von einer Arbeits-
fähigkeit von 50 % auszugehen.

3.2.2 Dem Bericht vom 7. März 2002 (AB 1.1 S. 59 ff.) von Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sind als Diagno-
sen eine larvierte Depression und Fibromyalgie zu entnehmen. Es bestün-
den Belastungs- und Ruheschmerzen. Sowohl die bisherige als auch eine 
andere Tätigkeit seien nicht zumutbar, dies aufgrund der generalisierten 
Schmerzen und der Depression mit Leistungsminderung und emotionaler 
Minderbelastbarkeit. 

3.2.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Innere Medizin, diagnostizierte 
im Bericht vom 3. Juni 2002 (AB 1.1. S. 26 ff.) eine Fibromyalgie mit Pan-
vertebralsyndrom seit 1995, invalidisierend seit 1998, ein depressives Zu-
standsbild sowie Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörung, Tagesmüdig-
keit und Vergesslichkeit seit 2000. Es bestünden ein wechselhaft schmerz-
hafter Zustand in Ruhe und vermehrt bei Belastung, gegen welchen die 
Patientin hilflos sei, eine verminderte Konzentration und ein stark vermin-
dertes Arbeitstempo. Sie sei müde, rasch erschöpfbar und benötige lange 
Erholungszeiten. Daraus resultiere eine stark eingeschränkte Arbeitsfähig-
keit. Die Patientin könne in diesem Zustand auf dem freien Arbeitsmarkt 
nicht bestehen.

3.3 Die der ursprünglichen Rentenzusprechung zugrunde liegende 
medizinische Aktenlage erscheint zwar – zumindest aus heutiger Sicht – 
als relativ dünn. Trotzdem lässt sich feststellen, dass die Beschwerdeführe-
rin den behandelnden Ärzten in erster Linie ihre Schmerzen geklagt hatte 
(Bewegungsapparat thorakolumbal, Schultern, Ellenbogen, Finger, Hüft- 
und Kniegelenke, Anlaufschmerz, Belastungsschmerz, Ruheschmerz nach 
längerer Zeit in gleicher Position, Nachtschmerz [AB 1.1 S. 44]), für welche 
zumindest im präsentierten Ausmass keine organische Grundlage gefun-
den worden ist. Diese Schmerzen hätten gemäss Dr. med. F.________ 
depressive Reaktionen ausgelöst (AB 1.1 S. 60). Entsprechend diagnosti-
zierte der behandelnde Psychiater denn auch (lediglich) eine larvierte De-
pression gemäss ICD-10: F32.8 (sonstige depressive Episoden). Hierunter 
sollen Episoden kodiert werden, auf die die Beschreibungen der unter 
F32.0 – F32.3 beschriebenen depressiven Episoden nicht zutreffen, die 

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aber nach dem diagnostischen Gesamteindruck depressiver Natur sind. 
Beispiele sind u.a. Mischbilder somatischer depressiver Symptome mit an-
haltendem Schmerz oder Müdigkeit, die keine organische Ursache haben 
(vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psy-
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl. 2015, S. 176). Insofern ist erstellt, dass die damalige Rentenzu-
sprechung gestützt auf ein unter die Schlussbestimmungen der 6. IV-
Revision fallendes Krankheitsbild erfolgte. Damit ist die Rentenprüfung 
nach Massgabe der entsprechenden Bestimmungen zulässig, zumal die 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Gesetzesände-
rung das 55. Altersjahr noch nicht zurückgelegt und die Rente im Zeitpunkt 
der Einleitung der Rentenrevision noch nicht 15 Jahre lang bezogen hatte 
(vgl. E. 2.7.2 hiervor).

Zu prüfen ist somit in einem nächsten Schritt, ob auch im Zeitpunkt des 
Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 19. November 2015 (AB 53) 
ein unklares Beschwerdebild vorlag bzw. wie sich der Gesundheitszustand 
präsentierte (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.1.2 S. 569).

3.4 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 9. Dezember 2002 (AB 1.1 S. 6 f.) lässt sich den Akten 
im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.4.1 Im Verlaufsbericht vom 18. Juli 2009 (AB 13) diagnostizierte Dr. 
med. F.________ eine Fibromyalgie (ICD-10: M79.0) und Probleme mit 
dem Ehepartner (ICD-10: Z63.0). Der Gesundheitszustand habe sich ver-
schlechtert. Die vor allem belastungsabhängigen chronischen multiplen 
Schmerzen hätten seit 2008 wieder zugenommen. Neu sei die Patientin 
durch eheliche Probleme belastet. Die Ehe drohe auseinanderzubrechen, 
was bei ihr zusätzlich affektive Reaktionen auslöse und soziale Ängste zur 
Folge habe.

Im Bericht vom 22. Juli 2014 (AB 17) diagnostizierte er eine mittelgradige 
Depression (ICD-10: F32.1) mit Soziophobie und somatischem Syndrom, 
eine Fibromyalgie (ICD-10: M79.7) und eine soziale Belastungssituation 
(ICD-10: Z63.0). In der Diagnostik sei eine depressive Störung zunehmend 
in den Vordergrund getreten. Diese korreliere mit den körperlichen Be-

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schwerden und unterhalte die Insomnie bei nächtlichen Schmerzanfällen 
zusätzlich. An "objektiven" Befunden fänden sich eine deutliche Druckdo-
lenz an Rumpf und allen vier Extremitäten an den Tender-Points, eine 
Verminderung der rohen Kraft, eine depressive Stimmungslage, eine sozia-
le Ängstlichkeit, eine verminderte emotionale Belastbarkeit und Stressun-
verträglichkeit. Es bestehe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit.

3.4.2 Dem Gutachten der MEDAS vom 13. April 2015 (AB 31.1) sind die 
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entneh-
men (AB 31.1 S. 16):

1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 
F33.4)

2. Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
- generalisiertes multilokuläres Schmerzsyndrom(ICD-10: R52.9)

- Ganzkörperschmerzen mit vegetativer Begleitsymptomatik
- klinisch labortechnisch und radiologisch keine Hinweise für ent-

zündlich-rheumatologisches Geschehen
3. Chronisches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: 

M54.5)
- myostatische Insuffizienz mit den entsprechenden muskuloliga-

mentären Überlastungsreaktionen
- klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
- radiologisch Status nach thorakolumbalem Morbus Scheuermann 

und Osteochondrose L5/S1
4. Hypermobilität (ICD-10: M35.7)

In psychiatrischer Hinsicht wurde festgehalten, im Befund würden eine ein-
geschränkte Selbstreflexion, eine einfache Ich-Struktur sowie ein Verdacht 
auf eine nur knapp durchschnittliche intellektuelle Leistungsfähigkeit auffal-
len. Grössere affektive Beeinträchtigungen seien derzeit nicht zu erheben. 
Es bestehe auch kein Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung oder ein 
psychotisches Geschehen. Dissoziative Phänomene seien nicht zu eruie-
ren. Unter Beachtung der Vorgeschichte, des Verlaufs, der Symptomatik 
und des Befundes sei als Grundlage der geklagten Schmerzen eine soma-
toforme Schmerzstörung anzunehmen. Eine Traumatisierung in früherer 
Zeit sei trotz Negation seitens der Explorandin bei insgesamt spärlichen 
Auskünften nicht ganz auszuschliessen. Offenbar habe jedoch eine Über-
forderung im ehelichen Geschäft, in dem die Explorandin voll mitarbeitete, 
zu auftretenden Körperschmerzen geführt, die sie auch immer wieder zu 
(offenbar notwendigen) Pausen von ihrer Arbeit genötigt hätten. Wegen 
unerfüllten Kinderwunsches und wohl auch Untreue des Ehemannes sei es 

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zusätzlich zu Depressionen gekommen, wobei der Beginn und die Art der 
Depression nicht genannt werden könnten. Inzwischen sei die Explorandin 
eine neue Partnerschaft eingegangen, fühle sich aber offenbar immer wie-
der von den Gegebenheiten des Alltags überfordert. Es zeige sich hier aus 
objektiver Sicht ein Mischbild zwischen der somatoformen Schmerzstörung 
und einer doch nachweisbaren rezidivierenden depressiven Störung 
(AB 31.1 S. 9 f.).

Aus rheumatologischer Sicht seien der Explorandin aufgrund der allgemei-
nen Hypermobilität und den degenerativen Veränderungen im Lumbalbe-
reich schwere und überwiegend mittelschwere Tätigkeiten nicht zumutbar. 
Für leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten 
ohne Einnahme von wirbelsäulenbelastenden Zwangshaltungen bestehe 
aus Sicht des Bewegungsapparates eine volle Arbeitsfähigkeit. Die zuletzt 
ausgeübte Bürotätigkeit entspreche dem zumutbaren Leistungsprofil und 
sei der Explorandin demnach vollschichtig zumutbar (AB 31.1 S. 15).

Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass bei der Explorandin in 
der angestammten Tätigkeit, allgemein in leichten bis intermittierend mittel-
schweren Arbeiten, so auch im Haushalt, somatisch eine uneingeschränkte 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Aus psychiatrischer Sicht könne 
im Erwerbsbereich nach zumutbarer Rekonditionierungsphase, welche in 
Teilzeit gestaltet werden sollte, eine 20 %-ige Leistungseinbusse ange-
nommen werden, welche im Haushalt bei freier Zeiteinteilung nicht wirksam 
sei. Diese Einschätzung sei mit Sicherheit ab dem März 2015 zu bestäti-
gen. Es sei dabei anzumerken, dass einerseits eine früher attestierte Ein-
schränkung aufgrund der multilokulären Schmerzen bzw. der somatofor-
men Schmerzstörung bei lediglich partiell vorhandenen "Foersterkriterien" 
jetzt nicht in vollem Umfang zu bestätigen sei, andererseits die früher er-
wähnte depressive Störung remittiert sei. Somit bestehe einerseits eine 
veränderte Einschätzung des syndromalen Beschwerdebildes, andererseits 
eine verbesserte Situation aufgrund der affektiven Störung, bei somatisch 
unveränderter Situation seit der bestehenden Berentung (AB 31.1 S. 17).

3.5 Das bidisziplinäre (rheumatologisch-psychiatrische) Administrativ-
gutachten der MEDAS vom 13. April 2015 (AB 31.1) erfüllt die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines derartigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2017, IV/16/81, Seite 13

Berichts gestellten Anforderungen und erbringt damit vollen Beweis (vgl. 
E. 2.5 hiervor). Die Gutachter hatten vollständige Aktenkenntnis und stütz-
ten ihre fachärztlichen Beurteilungen auf die zusätzlichen Erkenntnisse aus 
den klinischen Explorationen vom 9. und 11. März 2015 (AB 31.1 S. 6 und 
11). Ihre Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die 
beschwerdeweise gegen die Expertise vorgebrachte Kritik verfängt nicht:

3.5.1 Die Gutachter haben zwar an verschiedenen Stellen festgehalten, 
dass die Angaben der Beschwerdeführerin spärlich, diffus oder vage blie-
ben (AB 31.1 S. 6 ff.). Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde ha-
ben sie jedoch keineswegs "wiederholt festgestellt, dass die Angaben für 
ein Gutachten ungenügend sind" (Beschwerde S. 5 Ziff. 6). Soweit die Be-
schwerdeführerin die Notwendigkeit, fremdanamnestische Auskünfte des 
behandelnden Psychiaters einzuholen, mit den vagen oder fehlenden Aus-
sagen bezüglich erlittener Traumatisierungen begründet, ist festzustellen, 
dass die psychiatrische Teilgutachterin solche – trotz Negation seitens der 
Beschwerdeführerin – durchaus nicht ausgeschlossen hat (AB 31.1 S. 10). 
Das Einholen einer Fremdanamnese ist des Weiteren selbst bei psychi-
schen Störungen nicht zwingend erforderlich (vgl. Entscheid des BGer vom 
21. September 2010, 9C_482/2010, E. 4.1) und der diesbezügliche Ent-
scheid liegt im Ermessen der medizinischen Gutachter (vgl. Entscheid des 
BGer vom 19. Oktober 2010, 9C_762/2010, E. 3.1). Die Beschwerdeführe-
rin legt nicht dar, welche weiteren Erkenntnisse mit einer Fremdanamnese 
hätten gewonnen werden können, zumal sich die seitens der Teilgutachte-
rin diskutierte Diagnostik nicht wesentlich von derjenigen unterscheidet, die 
der behandelnde Psychiater in seinen Berichten aufgeführt hat. 

3.5.2 Die Beschwerdeführerin moniert, dass die Gutachter die erkannten 
kognitiven Defizite nicht näher abgeklärt hätten, bspw. durch den Beizug 
eines Neuropsychologen oder die Durchführung entsprechender Tests 
(Beschwerde S. 7 Ziff. 8). 

Nach der Rechtsprechung kommt den Gutachtern, was die Wahl der Un-
tersuchungsmethoden betrifft, ein weiter Ermessensspielraum zu. Das be-
inhaltet auch die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklärun-
gen. Es liegt demnach im Ermessen der Gutachter, ob der Beizug weiterer 
Experten notwendig ist oder nicht (Entscheid des BGer vom 30. Januar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2017, IV/16/81, Seite 14

2015, 8C_277/2014, E. 5.2). Vorliegend haben es die Gutachter nicht als 
notwendig erachtet, neuropsychologische Abklärungen vorzunehmen, was 
nicht zu beanstanden ist: Die psychiatrische Teilgutachterin konnte im 
Rahmen der Exploration keine echten mnestischen Störungen wahrneh-
men. Was der von ihr erwähnte – und als Diagnose ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit aufgeführte (AB 31.1 S. 9) – Verdacht auf Teilleistungs-
schwächen sowie die nicht auszuschliessende Lernbehinderung (AB 31.1 
S. 8 f.) betrifft, ist festzustellen, dass diese die Beschwerdeführerin vor der 
Rentenzusprechung nicht daran gehindert haben, über Jahre hinweg im 
Erwerbsleben tätig zu sein und dabei zuletzt Einkommen in der Höhe von 
jeweils über Fr. 50'000.-- jährlich zu erzielen (AB 1.1 S. 70). Aus den Akten 
ergeben sich keine Hinweise darauf, dass hinsichtlich der kognitiven Fähig-
keiten der Beschwerdeführerin im Laufe der Jahre eine Verschlechterung 
eingetreten wäre. Entsprechendes wird von der Beschwerdeführerin nicht 
geltend gemacht. Sie ist denn u.a. auch in der Lage, selbst Auto zu fahren 
(vgl. Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 11).

3.5.3 Hinsichtlich des im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einge-
reichten Berichts von Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 8. Januar 2016 (Beschwerdebeilage 3) ist festzustel-
len, dass die Beschwerdeführerin die Behandlung bei der genannten Ärztin 
erst am 24. November 2015 und damit nach Erlass der angefochtenen Ver-
fügung vom 19. November 2015 (AB 53) aufgenommen hat. Der Bericht 
erlaubt damit von vornherein keine Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des 
Abschlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation (SVR 2008 
IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4), zumal sich die Ärztin weder zum Gutachten der ME-
DAS noch zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äussert.

3.6 Gestützt auf das nach dem Gesagten vollumfänglich beweiskräfti-
ge Gutachten der MEDAS vom 13. April 2015 (AB 31.1) verneinte die Be-
schwerdegegnerin das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheits-
schadens. Der von den Gutachtern attestierten Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 20 % mass sie dabei aus invalidenversicherungsrechtlicher 
Sicht keine Bedeutung bei (AB 53 S. 1). Auch wenn die psychiatrische 
Gutachterin sich hinsichtlich der diagnostizierten somatoformen Schmerz-
störung noch im Rahmen des mit BGE 141 V 281 aufgegebenen, früheren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2017, IV/16/81, Seite 15

Kriterienkatalogs zur Widerlegung der Überwindbarkeitsvermutung (vgl. 
BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67; 130 V 352 E. 2.2.3 S. 353 f.) geäussert hat (AB 
31.1 S. 10), so ändert dies nichts daran, dass deren Darlegung – unter 
Berücksichtigung sämtlicher weiteren Akten – dem Gericht eine verlässli-
che Basis dafür liefert (vgl. nachfolgend E. 3.6.1 ff.), die heute massgebli-
chen Indikatoren auf beweisrechtlicher Ebene zu würdigen (BGE 141 V 281 
E. 8 S. 309).

3.6.1 Im Rahmen der Kategorie "funktioneller Schweregrad" ist zunächst 
der Komplex "Gesundheitsschädigung" zu prüfen (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.1 S. 298 ff.). Hier ist festzuhalten, dass die Ausprägung der dia-
gnoserelevanten Befunde und Symptome sich als nicht übermässig er-
weist. So ist die Beschwerdeführerin durchaus in der Lage, entsprechend 
ihren häuslichen Verpflichtungen einem strukturierten Tagesablauf zu fol-
gen (AB 31.1 S. 8). Zudem nimmt sie aktuell an einem Programm zur Wie-
dereingliederung teil (Beschwerde S. 8). Betreffend "Behandlungserfolg 
oder
-resistenz" (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass die 
Beschwerdeführerin das ihr verschriebene Antidepressivum immer wieder 
absetzt (AB 31.1 S. 7), womit nicht von einem definitiven Scheitern einer 
indizierten, lege artis und mit optimaler Kooperation der 
Beschwerdeführerin durchgeführten Therapie ausgegangen werden kann. 
Die bisherigen Kriterien der "psychiatrischen Komorbidität" und 
"körperlichen Begleiterkrankung" wurden zu einem einheitlichen Indikator 
zusammengefasst. Relevant ist die Gesamtbetrachtung der 
Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens 
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (vgl. BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.). Das Bestehen einer relevanten psychiatrischen 
Begleiterkrankung verneinte die Gutachterin, hat sie doch die 
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung als gegenwärtig remittiert 
bezeichnet (AB 31.1 S. 16) und eine physische Komorbidität liegt 
angesichts der vollständigen Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der früheren 
Tätigkeit (AB 31.1 S.17) ebenfalls nicht vor.

Was den Komplex "Persönlichkeit" (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) anbe-
langt, sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass die Persönlichkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2017, IV/16/81, Seite 16

der Beschwerdeführerin ein Leistungsvermögen ausschlösse, zumal 
anlässlich der Begutachtung der MEDAS keine Symptome einer 
Persönlichkeitsstörung oder Wesensveränderung beschrieben wurden und 
auch keine Hinweise auf eine verminderte Affektsteuerung oder 
Impulskontrollstörungen bestanden (AB 31.1 S. 9 f.)

Hinsichtlich des „sozialen Kontextes“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303 f.) 
lässt sich dem Gutachten entnehmen, dass eine soziale Isolation besteht 
(AB 31.1 S. 10). Diese ist jedoch – auch unter Mitberücksichtigung der 
Teilnahme an einem Programm zur Wiedereingliederung – nicht als ausge-
prägt zu betrachten, zumal die Beschwerdeführerin weiterhin Kontakte zur 
Schwester und einer Freundin pflegt (BB 3 S. 2).

3.6.2 In der Kategorie „Konsistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) 
besteht keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 
vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.), ins-
besondere scheint die Beschwerdeführerin in der Haushaltsführung gerin-
ger eingeschränkt zu sein als im Erwerbsleben, so attestierten die Gutach-
ter diesbezüglich denn auch keine Einschränkung (AB 31.1 S. 16).

3.6.3 In der Gesamtbetrachtung erweisen sich die geltend gemachten 
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen 
Beeinträchtigungen anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 
281 nicht als überwiegend wahrscheinlich erstellt. Der im Gutachten der 
MEDAS attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 20 
% (AB 31.3 S. 17) ist damit aus rechtlicher Sicht nicht zu folgen, vielmehr 
ist das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens (nunmehr) 
zu verneinen. Damit hat die Beschwerdegegnerin die laufende Rente mit 
Verfügung vom 19. November 2015 (AB 53) zu Recht aufgrund der 
Schlussbestimmungen per Ende des der Verfügungszustellung folgenden 
Monats aufgehoben (vgl. Art. 88bis Abs. 2 lit. a der Verordnung vom 17. 
Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die dage-
gen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Aug. 2017, IV/16/81, Seite 17

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen 
Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

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fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.