# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5514b70c-7003-5191-bc80-49d4faf0fd65
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.02.2024 LZ220027
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ220027_2024-02-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ220027-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter 

Dr. M. Kriech und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard

Beschluss und Urteil vom 7. Februar 2024

in Sachen

A._____, 
Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

B._____, 
Klägerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____

sowie

1. C._____, 
2. D._____, 
3. E._____, 
Verfahrensbeteiligte

1, 2, 3 vertreten durch F._____

- 2 -

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, vom 20. Mai 2022 (FK200051-L)

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Zuletzt aufrecht erhaltene Rechtsbegehren:

der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 29 S. 1 f. und Urk. 38 S. 1 ff.):
"1. Es sei den Kindern, C._____, geb. tt.mm.2014, D._____ und 

E._____, geb. tt.mm.2017, zu bewilligen, ihren Aufenthaltsort per 
30. Juli 2021 spätestens per 30. August 2021 nach G._____ TI zu 
verlegen.

2. Es seien die Kinder C._____, D._____ und E._____, unter die allei-
nige Obhut der Klägerin zu stellen. Es sei festzustellen, dass die 
Kinder ihren Wohnsitz bei der Klägerin haben.

3. Es sei das Besuchs, - und Ferienrecht des Beklagten wie folgt fest-
zulegen:
Wochenend Rhythmus bis Sommerferien 2024:

 Die Kinder verbringen zwei aufeinanderfolgende Wochenen-
den jeweils von Freitag Schulschluss bis Sonntag 18.00 Uhr 
beim bwz. mit dem Vater, ein Wochenende bei bzw. mit der 
Mutter und anschliessend wieder zwei Wochenenden beim 
bzw. mit dem Vater und eines bei bzw. mit der Mutter.

Wochenend Rhythmus ab Schuljahr 2024/2025:

 Die Kinder verbringen jedes zweite Wochenende jeweils von 
Freitag Schulschluss bis Sonntag 18.00 Uhr beim bzw. mit 
dem Vater

Feiertage:

 Die Kinder sind in Jahren mit gerader Jahreszahl von Mitt-
woch vor Auffahrt 14.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr beim 
bzw. mit dem Vater.

 Die Kinder sind in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Frei-
tag vor Pfingsten 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr 
beim bzw. mit dem Vater.

Ferien:

 Die Kinder verbringen wie folgt neun Wochen Schulferien 
beim bzw. mit dem Vater:

 in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die erste Weih-
nachtsferienwoche ab letzter Schultag 18.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr (inklusive Weihnachtsfest bis und mit 26. Dezem-
ber)

 in den Jahren mit gerader Jahreszahl die zweite Weihnachts-
ferienwoche ab Sonntag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr 

 eine Woche Fasnachtsferien ab letzter Schultag 18.00 Uhr 
bis Sonntag 18.00 Uhr

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 bis Ende Schuljahr 2023/24 eine Woche Frühlingsferien ab 
letzter Schultag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr

 ab Schuljahr 2024/25 in ungeraden Jahren eine Woche Früh-
lingsferien ab letzter Schultag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 
Uhr

 in den Jahren mit gerader Jahreszahl die ersten fünf Wochen 
der Sommerferien ab letzter Schultag 18.00 Uhr bis jeweils 
Sonntag der fünften Woche 18.00 Uhr

 in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die letzten fünf Wo-
chen der Sommerferien jeweils ab Sonntag der fünften Wo-
che 18.00 Uhr bis Sonntag der zehnten Woche 18.00 Uhr

 bis Ende Schuljahr 2023/24 eine Woche der Herbstferien ab 
letzter Schultag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr

 ab Schuljahr 2024/25 in Jahren mit gerader Jahreszahl eine 
Woche der Herbstferien ab letzter Schultag 18.00 Uhr bis 
Sonntag 18.00 Uhr

Die restlichen Ferien verbringen die Kinder bei bzw. mit der Mut-
ter. 
Sollte es dem Beklagten nicht möglich sein, das Besuchs- und 
Ferienrecht wie beantragt persönlich wahrzunehmen, übernimmt 
die Klägerin die Betreuung zu diesen Zeiten. Als persönliche Be-
treuung zählt nur eine Betreuung durch den Beklagten selbst, 
keine persönliche Betreuung ist eine Betreuung durch Grossel-
tern, Geschwister, Partnerin, Freunde, Ferienhort, Ferienlager. 
Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin seine Ferienpläne 
und Wochenendpläne jeweils drei Monate im Voraus mitzuteilen.

5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, angemessene nach Erhalt der 
zur Edition beantragten, einkommens- und bedarfsrelevanter Unter-
lagen des Beklagten und Vorliegen des Beweisergebnisses noch 
abschliessend zu beziffernde Kinderunterhaltsbeiträge mit Wirkung 
ab Wohnsitzbegründung im Tessin zu bezahlen, mindestens jedoch

für C._____ ab Wohnsitzbegründung bis 30. Juni 2024 CHF 
995.00 zuzüglich Familienzulagen, ab 1. Juli 2024 CHF 1'195.00 
zuzüglich Familienzulagen
für D._____ ab Wohnsitzbegründung bis 30. April 2027 CHF 
896.00 zuzüglich Familienzulagen, ab 1. Mai 2027 CHF 1'096.00 
zuzüglich Familienzulagen
für E._____ ab Wohnsitzbegründung bis 30. April 2027 CHF 
970.00 zuzüglich Familienzulagen, ab 1. Mai 2027 CHF 1'170.00 
zuzüglich Familienzulagen
zahlbar jeweils auf den ersten eines jeden Monats, bis zum Ab-
schluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die 

- 5 -

Mündigkeit hinaus. Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich 
zu indexieren.

6. Eventualiter für den Fall der Nichtbewilligung des Aufenthaltswech-
sels der Kinder und der Zuteilung der alleinigen Obhut an den Be-
klagten sei folgendes Besuchs-, und Ferienrecht der Klägerin fest-
zulegen:

Wochenend Rhythmus:

 Die Kinder verbringen zwei aufeinanderfolgende Wochenen-
den jeweils von Freitag Schulschluss bis Sonntag 18.00 Uhr 
bei bzw. mit der Mutter, ein Wochenende beim bzw. mit dem 
Vater und anschliessend wieder zwei Wochenenden bei bzw. 
mit der Mutter und eines beim bzw. mit dem Vater.

Mittwochnachmittage:

 Die Kinder verbringen alle drei Wochen (jeweils in der Wo-
che, in welcher die Kinder am Wochenende beim Beklagten 
sind) den Mittwochnachmittag ab Schulschluss bis 18.00 Uhr 
mit der Klägerin. In den Sessionswochen entfällt der Besuch 
am Mittwochnachmittag.

Feiertage:

 Die Kinder sind in Jahren mit gerader Jahreszahl von Mitt-
woch vor Gründonnerstag 14:00 Uhr bis Ostermontag 18.00 
Uhr bei bzw. mit der Mutter.

 Die Kinder sind in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Frei-
tag vor Pfingsten 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr bei 
bzw. mit der Mutter.

Ferien:

 Die Kinder verbringen wie folgt acht Wochen Schulferien bei 
bzw. mit der Mutter:

 in den Jahren mit gerader Jahreszahl die erste Weihnachts-
ferienwoche ab letzter Schultag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 
Uhr (inklusive Weihnachtsfest bis und mit 26. Dezember)

 in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die zweite Weih-
nachtsferienwoche ab Sonntag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 
Uhr

 in den Jahren mit gerader Jahreszahl die erste Woche der 
Sportferien ab letzter Schultag bis Sonntag 18.00 Uhr

 in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die zweite Woche 
der Sportferien ab Sonntag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr

 die Frühlingsferien ab Freitag Schulschluss bis Sonntag 
18.00 Uhr

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 in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die ersten drei Wo-
chen der Sommerferien ab letzter Schultag 18.00 Uhr bis je-
weils Sonntag der dritten Woche 18.00 Uhr

 in den Jahren mit gerader Jahreszahl die letzten drei Wo-
chen Sommerferien ab Sonntag (zweite Woche) 18.00 Uhr 
bis jeweils Sonntag der fünften Woche 18.00 Uhr

 in der ersten Woche der Herbstferien ab letzter Schultag 
18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr

Die restlichen Ferien verbringen die Kinder beim bzw. mit dem 
Vater.

7. Eventualiter für den Fall der Nichtbewilligung des Aufenthaltswech-
sels der Kinder und der Zuteilung der alleinigen Obhut an den Be-
klagten sei die Klägerin zu verpflichten, folgende Kinderunterhalts-
beiträge zu bezahlen:

für C._____ ab alleinige Obhutszuteilung bis 30. Juni 2024 
CHF 250.00 zuzüglich Familienzulagen, ab 1. Juli 2024 
CHF 450.00 zuzüglich Familienzulagen
für D._____ ab alleinige Obhutszuteilung bis 30. April 2027 
CHF 270 zuzüglich Familienzulagen, ab 1. Mai 2027 CHF 
470.00 zuzüglich Familienzulagen
für E._____ ab alleinige Obhutszuteilung bis 30. April 2027 
CHF 270.00 zuzüglich Familienzulagen, ab 1. Mai 2027 
CHF 470.00 zuzüglich Familienzulagen
zahlbar jeweils auf den ersten eines jeden Monats. Bis zum 
Abschluss der Erstausbildung über die Mündigkeit hinaus. 
Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.

8. Es seien sämtliche Anträge des Beklagten – sofern sie sich nicht 
mit den von der Klägerin gestellten Anträge decken – vollumfänglich 
abzuweisen.

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-
steuer zulasten des Beklagten."

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 31 S. 1 ff.):
" 1. Die Anträge Ziff. 1-5 und 7-9 der ursprünglichen Klage der Kläge-

rin seien abzuweisen. Sämtliche heute gestellten Anträge der Klä-
gerin seien abzuweisen.

2. Es seien die Kinder C._____, D._____ und E._____ unter die al-
ternierende Obhut der Parteien zu stellen.

3. Es [sei] festzuhalten, dass die Parteien die Kinder wie folgt be-
treuen ("Schulbeginn" bedeutet: Schul-/Kindergarten-/Krippen-/ 
Hortbeginn, "Schulschluss" bedeutet: Schul-/Kindergarten-/Krip-
pen-/Hortschluss):

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Betreuung durch den Beklagten:

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl jeweils von Montagmor-
gen, Schulbeginn bzw. 09.00 Uhr, bis Mittwoch, 18.00 Uhr,

 in Jahren mit gerader Jahreszahl jeweils von Montagmorgen, 
Schulbeginn bzw. 09.00 Uhr bis Mittwoch, 12.00 Uhr,

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl in ungeraden Kalender-
wochen am Wochenende jeweils ab Freitag, 18.00 Uhr bis 
Montagmorgen, Schulbeginn bzw. 09.00 Uhr,

 in Jahren mit gerader Jahreszahl in ungeraden Kalenderwo-
chen am Wochenende jeweils ab Freitag Schulschluss bis 
Montagmorgen, Schulbeginn bzw. 09.00 Uhr,

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl in der ersten Woche der 
Weihnachtsferien ab Schulschluss (inkl. Weihnachtsfeier-
tage),

 in Jahren mit gerader Jahreszahl in der zweiten Woche der 
Weihnachtsferien bis Schulbeginn (inkl. Silvester Neujahr),

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Gründonnerstag, 
Schulschluss, bis Dienstag nach Ostern, Schulbeginn bzw. 
9.00 Uhr und Auffahrt bis darauffolgender Montagmorgen, 
Schulbeginn bzw. 9.00 Uhr

 in Jahren mit gerader Jahreszahl von Freitag vor Pfingsten, 
Schulschluss, bis Dienstag nach Pfingsten, Schulbeginn bzw. 
09.00 Uhr.

Der Beklagte betreut die Kinder zusätzlich während folgenden 5 
Schulferienwochen:

 in der zweiten Woche der Sportferien (Freitag der ersten Fe-
rienwoche 18.00 Uhr bis Schulbeginn),

 in der ersten Woche der Frühlingsferien (Schulschluss bis 
Freitag 18.00 Uhr der Ferienwoche) (Ausnahme: Wenn Os-
tern in die erste Woche der Schulferien fällt und nach oben-
stehender Regelung die Mutter die Kinder über Ostern be-
treut [in Jahren mit gerader Jahreszahl], betreut der Vater die 
Kinder stattdessen in der zweiten Woche der Frühlingsferien 
(Freitag der ersten Ferienwoche 18.00 Uhr bis Schulbeginn),

 zwei Wochen am Stück in den Sommerferien (in Jahren mit 
ungerader Jahreszahl die ersten beiden Ferienwochen (ab 
Schulschluss bis Freitag 18.00 Uhr der zweiten Ferienwo-
che), in Jahren mit gerader Jahreszahl die letzten beiden Fe-
rienwochen (Freitag 3. Ferienwoche 18.00 Uhr bis Schulbe-
ginn),

 in der zweiten Woche der Herbstferien (Freitag 1. Ferienwo-
che 18.00 Uhr bis Schulbeginn).

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In der übrigen Zeit werden die Kinder durch die Klägerin be-
treut.

Diese Feiertags- und Ferienregelung berechtigt nicht zur 
Kompensation von dadurch entfallenden Wochenenden.

Ist ein Elternteil aus welchen Gründen auch immer nicht in 
der Lage, die Betreuung gemäss dem hier vereinbarten Betreu-
ungsplan selber zu übernehmen, ist er verpflichtet, für eine ange-
messene Betreuung die Kinder durch Drittpersonen auf eigene 
Kosten besorgt zu sein. Eine Anfrage an den anderen Elternteil ist 
möglich.

4. Es sei festzustellen, dass die Kinder C._____, D._____ und 
E._____ ihren Wohnsitz beim Beklagten haben.

5. Eventualiter seien die Kinder C._____, D._____ und E._____ un-
ter die alleinige Obhut des Beklagten zu stellen.

6. Eventualiter, sollten die Kinder unter die alleinige Obhut des Be-
klagten gestellt werden, so sei die Klägerin berechtigt zu erklären, 
die Kinder wie folgt zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen 
("Schulbeginn" bedeutet: Schul-/Kindergarten-/Krippen-/Hortbe-
ginn, "Schulschluss" bedeutet: Schul-/Kindergarten-/Krippen-
/Hortschluss):

 Jedes zweite Wochenende von Freitag Schulschluss bis 
Sonntagabend, 19.00 Uhr,

 in Jahren mit gerader Jahreszahl in der ersten Woche der 
Weihnachtsferien ab Schulschluss (inkl. Weihnachtsfeier-
tage),

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl in der zweiten Woche 
der Weihnachtsferien bis Sonntag vor Schulbeginn, 19.00 
Uhr, (inkl. Silvester Neujahr),

 in Jahren mit gerader Jahreszahl von Gründonnerstag, 
Schulschluss, bis Montag nach Ostern 19.00 Uhr und Auf-
fahrt bis darauffolgender Sonntagabend 19.00,

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Freitag vor Pfings-
ten, Schulschluss, bis Montag nach Pfingsten 19.00 Uhr,

 während folgenden weiteren 6 Schulferienwochen:
- in der ersten Woche der Sportferien (Freitag vor den 

Ferien Schulschluss bis Freitag der ersten Ferienwo-
che 18.00 Uhr),

- in der zweiten Woche der Frühlingsferien (Freitag 
erste Ferienwoche 18.00 Uhr bis Sonntag vor Ferien-
schluss 19.00 Uhr der Ferienwoche) (Ausnahme: 
wenn Ostern in die zweite Woche der Schulferien fällt 
und nach obenstehender Regelung der Beklagte die 

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Kinder über Ostern betreut [in Jahren mit ungerader 
Jahreszahl], betreut die Klägerin die Kinder stattdes-
sen in der ersten Woche der Frühlingsferien (Freitag 
vor Ferien Schulschluss bis Freitag erste Ferienwoche 
18.00 Uhr),

- drei Wochen am Stück in den Sommerferien (in Jah-
ren mit gerader Jahreszahl die ersten drei Ferienwo-
chen (ab Schulschluss bis Freitag 18.00 Uhr der drit-
ten Ferienwoche), in Jahren mit ungerader Jahreszahl 
die letzten drei Ferienwochen (Freitag 2. Ferienwoche 
19.00 Uhr bis Sonntagabend vor Schulbeginn 
19.00 Uhr),

- in der ersten Woche der Herbstferien (Schulschluss 
bis Freitag erste Ferienwoche 18.00 Uhr).

7. Subeventualiter, sollten die Kinder unter die alleinige Obhut der 
Klägerin gestellt werden, so sei der Beklagte berechtigt zu erklä-
ren, die Kinder wie folgt zu sich oder mit sich auf Besuch zu neh-
men ("Schulbeginn" bedeutet: Schul-/Kindergarten-/Krippen-/Hort-
beginn, "Schulschluss" bedeutet: Schul-/Kindergarten-/Krippen-
/Hortschluss):

 An zwei von drei Wochenenden von Freitag Schulschluss bis 
Sonntagabend 19.00 Uhr,

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl in der ersten Woche der 
Weihnachtsferien ab Schulschluss (inkl. Weihnachtsfeier-
tage),

 in Jahren mit gerader Jahreszahl in der zweiten Woche der 
Weihnachtsferien bis Sonntag vor Schulbeginn, 19.00 Uhr 
(inkl. Silvester Neujahr),

 in Jahren mit gerader Jahreszahl von Gründonnerstag, 
Schulschluss, bis Montag nach Ostern 19.00 Uhr und Auf-
fahrt bis darauffolgender Sonntagabend 19.00 Uhr,

 in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Freitag vor Pfings-
ten, Schulschluss, bis Montag nach Pfingsten 19.00 Uhr,

 während folgenden weiteren 6 Schulferienwochen:
- in der zweiten Woche der Sportferien (Freitag der ers-

ten Ferienwoche Schulschluss bis Sonntag vor Schul-
beginn 18.00 Uhr),

- in der ersten Woche der Frühlingsferien (Freitag vor 
den Ferien Schulschluss bis Freitag der ersten Ferien-
woche 18.00 Uhr) (Ausnahme: wenn Ostern in die 
zweite Woche der Schulferien fällt und nach obenste-
hender Regelung der Beklagte die Kinder über Ostern 
betreut [in Jahren mit gerader Jahreszahl], betreut der 

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Beklagte die Kinder stattdessen in der zweiten Woche 
der Frühlingsferien (Freitag der ersten Ferienwoche 
18.00 Uhr bis Sonntag vor Ferienschluss 19.00 Uhr),

- drei Wochen am Stück in den Sommerferien (in Jahren 
mit ungerader Jahreszahl die ersten drei Ferienwochen 
(ab Schulschluss bis Freitag 18.00 Uhr der dritten Feri-
enwoche), in Jahren mit gerader Jahreszahl die letzten 
drei Ferienwochen (Freitag 2. Ferienwoche 18.00 Uhr 
bis Sonntagabend vor Schulbeginn 19.00 Uhr),

- in der zweiten Woche der Herbstferien (Freitag erste 
Ferienwoche 18.00 Uhr bis Sonntag vor Ferienschluss 
19.00 Uhr).

8. Es sei der Klägerin die Weisung zu erteilen, die Kinder konse-
quent aus den Elternkonflikten herauszuhalten und nicht negativ 
über den Beklagten zu sprechen.

9. Es sei die Klägerin zu verpflichten, vor Entscheid über die übrigen 
Anträge, Auskunft über ihr gesamtes Einkommen 2020 und ihr zu 
erwartendes Einkommen 2021 und in Zukunft zu erteilen und fol-
gende Unterlagen zu edieren (prozessualer Antrag):

 Sämtliche aktuellen Arbeitsverträge

 Sämtliche Verträge mit H._____

 Sämtliche Lohnausweise 2020

 Sämtliche Lohnabrechnungen Januar 2020 bis März 2021

 Steuererklärung 2020.
10. Es sei die Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten rückwirkend ab 

1. Februar 2020 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge (Barun-
terhalt) für die drei Kinder C._____, D._____ und E._____, zu be-
zahlen:

 Für Februar 2020 bis August 2020 für C._____ CHF 890.00 
und für D._____ und E._____ je CHF 1'310.00, 

 für September bis Dezember 2020 für C._____ CHF 
1'300.00 und für D._____ und E._____ je CHF 1'730.00,

 für Januar 2021 CHF 1'170.00 für C._____ und je CHF 
1'460.00 für D._____ und E._____,

 für Februar bis Juli 2021 CHF 1'035.00 für C._____ und je 
CHF 1'510.00 für D._____ und E._____,

 ab August 2021 und bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung des jeweiligen Kindes über die Mündigkeit 
hinaus CHF 1'170.00 für C._____ und je CHF 1'145.00 für 
D._____ und E._____.

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Die abschliessende Substantiierung und Bezifferung nach Edition 
der beantragten Unterlagen durch die Klägerin und Abschluss der 
Beweisverfahren wird vorbehalten.

11. Eventualiter, sollten die Kinder unter die alleinige Obhut des Be-
klagten gestellt werden, so sei die Klägerin für Zeit ab Rechtskraft 
des Entscheids (und nur insofern abweichend zu Antrag Ziffer 10) 
bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung durch 
das jeweilige Kind zu verpflichten, dem Beklagten folgende mo-
natliche Unterhaltsbeiträge (Barunterhalt) für die drei Kinder, 
C._____, D._____ und E._____, zzgl. Kinder-/Ausbildungs-/Fami-
lienzulagen zu bezahlen:

 CHF 2'270.00 für C._____

 je CHF 2'400.00 für D._____ und E._____.
Die abschliessende Substantiierung und Bezifferung nach Edition 
der beantragten Unterlagen durch die Klägerin und Abschluss der 
Beweisverfahren wird vorbehalten.

12. Subeventualiter, sollten die Kinder unter die alleinige Obhut der 
Klägerin gestellt werden so sei der Beklagte für Zeit ab Rechts-
kraft des Entscheids (und nur insofern abweichend zu Antrag Zif-
fer 10) bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung 
durch das jeweilige Kind zu verpflichten, monatliche Unterhalts-
beiträge (Barunterhalt) für die drei Kinder, C._____, D._____ und 
E._____, von je CHF 350.00, zzgl. Kinder-/Ausbildungs-/Familien-
zulagen, zu bezahlen.

13. Die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.
14. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten 

der Klägerin."

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht 
Zürich, 8. Abteilung, vom 20. Mai 2022:

(Urk. 93 S. 125 ff. = Urk. 99 S. 125 ff.)

1. Die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2014, E._____ und D._____ geboren 

am tt.mm.2017, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der 

Parteien belassen.

2. Der Klägerin wird die Zustimmung erteilt, den Wohnsitz von C._____, E._____ 

und D._____ nach G._____ TI zu verlegen.

3. Die Obhut für die Kinder C._____, E._____ und D._____ wird der Klägerin 

zugeteilt.

- 12 -

4. Ab dem Umzug von C._____, E._____ und D._____ nach G._____ ist der 

Vater berechtigt und verpflichtet, C._____, E._____ und D._____ wie folgt auf 

eigene Kosten zu betreuen:

Wochenend-Rhythmus bis Schuljahr 2024/2025:
- an zwei von drei aufeinanderfolgenden Wochenenden jeweils von 

Freitag Schulschluss bis Sonntag 19.00 Uhr, wobei die Mutter 
verpflichtet ist, die Kinder dem Vater an einem der beiden Betreu-
ungswochenenden zu bringen und wieder zu holen; 

Wochenend-Rhythmus ab Schuljahr 2024/2025:
- jedes zweite Wochenende jeweils von Freitag Schulschluss bis 

Sonntag 19.00 Uhr, wobei er verpflichtet ist, die Abholung und 
Rückbringung der Kinder zu organisieren und wahrzunehmen;

Feiertage:
- in Jahren mit gerader Jahreszahl von Mittwoch vor Auffahrt Schul-

schluss bis Sonntag 19.00 Uhr, wobei er verpflichtet ist, die Abho-
lung und Rückbringung der Kinder zu organisieren und wahrzu-
nehmen;

- in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Freitag vor Pfingsten 
Schulschluss bis Pfingstmontag 19.00 Uhr, wobei er verpflichtet 
ist, die Abholung und Rückbringung der Kinder zu organisieren 
und wahrzunehmen;

Ferien
- bis Ende Schuljahr 2023/24 in der Frühlings- bzw. Osterferienwo-

che; wobei die Osterferien am Gründonnerstag um 18.00 Uhr be-
ginnen, sofern die Osterferienwoche mit Ostern beginnt (ansons-
ten am Freitag um 18.00 Uhr) und am Ostermontag, 18.00 Uhr 
enden, sofern die Osterferien mit Ostern enden, ansonsten Sonn-
tagabend um 18.00 Uhr;

- ab Schuljahr 2024/25 in ungeraden Jahren in der Frühlings- bzw. 
Osterferienwoche; wobei die Osterferienwoche am Gründonners-
tag um 18.00 Uhr beginnt, sofern die Osterferien mit Ostern be-
ginnen (ansonsten am Freitag um 18.00 Uhr) und am Ostermon-
tag, 18.00 Uhr enden, sofern die Osterferien mit Ostern enden, 
ansonsten Sonntagabend um 18.00 Uhr;

- in den Jahren mit ungerader Jahreszahl in der ersten Weih-
nachtsferienwoche, wobei die Übergabe der Kinder am letzten 
Schultag vor den Ferien um 18.00 Uhr und die Rückbringung am 
Sonntag der ersten Weihnachtsferienwoche um 18.00 Uhr statt-
findet;

- in den Jahren mit gerader Jahreszahl in der zweiten Weihnachts-
ferienwoche, wobei die Übergabe der Kinder in der ersten Weih-

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nachtswoche am Sonntag um 18.00 Uhr und die Rückbringung 
am Sonntag der zweiten Ferienwoche um 18.00 Uhr stattfindet;

- in der Fasnachtsferienwoche, wobei die Übergabe der Kinder am 
letzten Schultag vor den Ferien um 18.00 Uhr und die Rückbrin-
gung am Sonntag um 18.00 Uhr stattfindet;

- in den Jahren mit gerader Jahreszahl in den ersten fünf Wochen 
der Sommerferien, wobei die Übergabe der Kinder am letzten 
Schultag vor den Ferien um 18.00 Uhr und die Rückbringung in 
der fünften Woche am Samstag um 18.00 Uhr stattfindet;

- in den Jahren mit ungerader Jahreszahl in den letzten fünf Wo-
chen der Sommerferien, wobei die Übergabe der Kinder in der 
fünften Ferienwoche am Samstag um 18.00 Uhr und die Rück-
bringung in der letzten Woche am Sonntag um 18.00 Uhr stattfin-
det;

- im Jahr 2022 und 2023 in der Herbstferienwoche, wobei die Über-
gabe der Kinder am letzten Schultag vor den Ferien um 18.00 Uhr 
und die Rückbringung am Sonntag um 18.00 Uhr stattfindet;

- ab Schuljahr 2024/2025 in Jahren mit gerader Jahreszahl in der 
Herbstferienwoche, wobei die Übergabe der Kinder am letzten 
Schultag vor den Ferien um 18.00 Uhr und die Rückbringung am 
Sonntag um 18.00 Uhr stattfindet.

Die Mutter ist verpflichtet die Kinder auf Ferienbeginn zum Vater zu brin-

gen, während dieser verpflichtet ist, die Kinder am Ende der Ferien zur 

Mutter zurückzubringen. Lässt sich die Übergabezeit aufgrund der Rei-

sezeit und dem Schulschluss (insb. bei höheren Klassen) nicht verein-

baren, so gilt der frühestmögliche Zeitpunkt nach 18.00 Uhr.

In der übrigen Zeit werden C._____, E._____ und D._____ von der Mutter 

betreut.

Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger 

Absprache bleiben vorbehalten. 

5. Die Klägerin wird verpflichtet dem Beklagten rückwirkend folgende monatli-

chen Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen:

Für C._____:

 Fr. 663.20 ab 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2021; inkl. 
Überschussanteil von Fr. 94.20

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 Fr. 109.75 ab 1. Februar 2021 bis 31. Juli 2021
 Fr. 54.35 ab 1. August 2021 bis 31. Juli 2022

Für D._____:

 Fr. 1'086.20 ab 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2021; inkl. 
Überschussanteil von Fr. 94.20

 Fr. 400.35 ab 1. Februar 2021 bis 31. Juli 2021
 Fr. 72.85 ab 1. August 2021 bis 31. Juli 2022

Für E._____:

 Fr. 1'086.20 ab 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2021; inkl. 
Überschussanteil von Fr. 94.20

 Fr. 394.30 ab 1. Februar 2021 bis 31. Juli 2021
 Fr. 66.70 ab 1. August 2021 bis 31. Juli 2022

6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin folgende monatliche Kinderunter-

haltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen:

Für C._____:

 Fr. 350.00 ab 1. August 2022 bis 30. Mai 2023
 Fr. 548.05 ab 1. Juni 2023 bis 30. Juni 2024
 Fr. 760.05 ab 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2026
 Fr. 710.05 ab 1. Juli 2026 bis 30. April 2027
 Fr. 715.05 ab 1. Mai 2027 bis 30. April 2029
 Fr. 715.05 ab 1. Mai 2029 bis Abschluss einer angemes-

senen Erstausbildung

Für D._____:

 Fr. 350.00 ab 1. August 2022 bis 30. Mai 2023
 Fr. 515.05 ab 1. Juni 2023 bis 30. Juni 2024
 Fr. 527.05 ab 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2026
 Fr. 527.05 ab 1. Juli 2026 bis 30. April 2027
 Fr. 732.05 ab 1. Mai 2027 bis 30. April 2029
 Fr. 682.05 ab 1. Mai 2029 bis Abschluss einer angemes-

senen Erstausbildung

- 15 -

Für E._____:

 Fr. 350.00 ab 1. August 2022 bis 30. Mai 2023
 Fr. 523.55 ab 1. Juni 2023 bis 30. Juni 2024
 Fr. 535.05 ab 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2026
 Fr. 535.05 ab 1. Juli 2026 bis 30. April 2027
 Fr. 740.55 ab 1. Mai 2027 bis 30. April 2029
 Fr. 690.55 ab 1. Mai 2029 bis Abschluss einer angemes-

senen Erstausbildung

Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind an die Klägerin zahlbar 

und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

Der Beklagte wird weiter verpflichtet, ausserordentliche Kinderkosten (z.B. 

Zahnkorrekturen, Kosten für schulische Förderungsmassnahmen, etc.) nach 

vorgängiger schriftlicher Absprache und nach Vorlage der Rechnungen hälftig 

zu übernehmen, soweit die Kosten nicht von einer Versicherung oder einem 

Dritten übernommen werden.

7. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 7 und 8 basieren auf dem Landesindex 

der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende April 

2022 von 103.3 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie werden 

jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 

2023, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres ange-

passt. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:

alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index
Neuer Unterhaltsbeitrag  =

alter Index

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr 

Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unter-

haltsbeiträge gemäss Ziffer 7 und 8 nur proportional zur tatsächlichen Ein-

kommenssteigerung angepasst.

Fällt der Index unter den Stand von Ende April 2022, berechtigt dies nicht zu 

einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.

- 16 -

8. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden 

der Klägerin ab dem Wegzug der Kinder in den Kanton Tessin allein ange-

rechnet. Es ist Sache der Klägerin, die betroffenen Ausgleichskassen zu in-

formieren.

9. Die vom Beklagten beantragte Weisung betr. act. 31 Ziff. 8 wird abgewiesen.

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Gerichtskosten betragen:

Fr. 17'108.80   Aufwendungen Kindesvertretung.

11. Die Kosten des Entscheids werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.

12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

13. [Schriftliche Mitteilung]

14.  [Rechtsmittel]

Berufungsanträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 118 S. 2 ff.):

"1. Dispositiv Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
20. Mai 2022 (FK200051-L) sei aufzuheben und der Klägerin 
nicht zu erlauben, den Wohnsitz von C._____, E._____ und 
D._____ nach G._____ (TI) zu verlegen.
Eventualiter sei Dispositiv Ziffer 2 aufzuheben und die Sache zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Dispositiv Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
20. Mai 2022 (FK200051-L) sei aufzuheben und die Obhut für die 
Kinder C._____, E._____ und D._____ dem Beklagten zuzuteilen.
Eventualiter sei Dispositiv Ziffer 3 aufzuheben und die Obhut für 
die Kinder C._____, E._____ und D._____ der Klägerin erst ab 
dem Umzug von C._____, E._____ und D._____ nach G._____ 
zuzuteilen
Subeventualiter sei Dispositiv Ziffer 3 aufzuheben und die Sache 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

- 17 -

3. Dispositiv Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
20. Mai 2022 (FK200051-L) sei aufzuheben und die Klägerin be-
rechtigt zu erklären, C._____, E._____ und D._____ wie folgt auf 
eigene Kosten zu betreuen:
Wochenend-Rhythmus bis Schuljahr 2024/2025:
- An zwei von drei aufeinanderfolgenden Wochenenden, jeweils 

von Freitag Schulschluss bis Sonntag 19.00 Uhr, wobei der Be-
klagte zu verpflichten ist, die Kinder der Mutter an einem der 
beiden Betreuungswochenenden zu bringen und wieder zu ho-
len.

Wochenend-Rhythmus ab Schuljahr 2024/2025:
- Jedes zweite Wochenende jeweils von Freitag Schulschluss 

bis Sonntag 19.00 Uhr, wobei sie verpflichtet ist, Abholung und 
Rückbringung der Kinder zu organisieren und wahrzunehmen;

Jeden dritten Mittwochnachmittag in Zürich, wobei sie Rücksicht 
auf das Programm und die Termine der Kinder (Sport, Kinderge-
burtstage etc.) zu nehmen hat.
Feiertage:
- In Jahren mit ungerader Jahreszahl von Gründonnerstag 

Schulschluss bis Ostermontag 19.00 Uhr, wobei sie verpflichtet 
ist, die Abholung und Rückbringung der Kinder zu organisieren 
und wahrzunehmen;

- In Jahren mit gerader Jahreszahl von Mittwoch vor Auffahrt 
Schulschluss bis Sonntag 19.00 Uhr, wobei sie verpflichtet ist, 
die Abholung und Rückbringung der Kinder zu organisieren 
und wahrzunehmen;

- In Jahren mit ungerader Jahreszahl von Freitag vor Pfingsten 
Schulschluss bis Pfingstmontag 19.00 Uhr, wobei sie verpflich-
tet ist, die Abholung und Rückbringung der Kinder zu organisie-
ren und wahrzunehmen;

Ferien:
- in Jahren mit gerader Jahreszahl in der ersten Woche der 

Weihnachtsferien ab Schulschluss (inkl. Weihnachtsfeiertage),
- in Jahren mit ungerader Jahreszahl in der zweiten Woche der 

Weihnachtsferien bis Sonntag vor Schulbeginn, 19.00 Uhr (inkl. 
Silvester Neujahr),

- während folgenden weiteren 6 Schulferienwochen:
- in der ersten Woche der Sportferien (Freitag vor den Ferien, 

Schulschluss, bis Freitag der ersten Ferienwoche, 
18.00 Uhr),

- in der zweiten Woche der Frühlingsferien (Freitag erste Feri-
enwoche 18.00 Uhr bis Sonntag vor Ferienschluss, 

- 18 -

19.00 Uhr [...]) (Ausnahme: wenn Ostern in die zweite Wo-
che der Schulferien fällt und nach obenstehender Regelung 
der Beklagte die Kinder über Ostern betreut [in Jahren mit 
ungerader Jahreszahl], betreut die Klägerin die Kinder statt-
dessen in der ersten Woche der Frühlingsferien (Freitag vor 
den Ferien, Schulschluss, bis Freitag erste Ferienwoche, 
18.00 Uhr),

- drei Wochen am Stück in den Sommerferien (in Jahren mit 
gerader Jahreszahl die ersten drei Ferienwochen (ab Schul-
schluss bis Freitag 18.00 Uhr der dritten Ferienwoche), in 
Jahren mit ungerader Jahreszahl die letzten drei Ferienwo-
chen (Freitag, 2. Ferienwoche, 19.00 Uhr, bis Sonntagabend 
vor Schulbeginn, 19.00 Uhr),

- in der ersten Woche der Herbstferien (Schulschluss bis Frei-
tag erste Ferienwoche 18.00 Uhr).

Der Beklagte sei zu verpflichten, die Kinder auf Ferienbeginn zur 
Mutter zu bringen, während diese zu verpflichten sei, die Kinder 
am Ende der Ferien zum Vater zurückzubringen.
Es sei festzuhalten, dass die Kinder C._____, E._____ und 
D._____ in der übrigen Zeit vom Vater betreut werden.
Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach 
gegenseitiger Absprache seien vorzubehalten.
Eventualiter, sollten die Anträge 1 und 2 des Beklagten nicht gut-
geheissen werden und die Kinder unter die alleinige Obhut der 
Klägerin gestellt werden, so sei die Betreuungsregelung gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids zu bestätigen.
Subeventualiter sei Dispositiv Ziffer 4 aufzuheben und die Sache 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Dispositiv Ziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
20. Mai 2022 (FK200051-L) sei wie folgt anzupassen (beantragte 
Änderung gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil kursiv) und die 
Klägerin sei zu verpflichten, dem Beklagten rückwirkend folgende 
monatliche Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen:
Für C._____:
CHF 663.20 ab 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2021;
CHF 285.00 ab 1. Februar 2021 bis 31. Juli 2021;
CHF 295.00 ab 1. August 2021 bis zur alleinigen Obhut einer 

Partei.
Für D._____:
CHF 1'086.20 ab 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2021;
CHF 670.00 ab 1. Februar 2021 bis 31. Juli 2021;

- 19 -

CHF 310.00 ab 1. August 2021 bis zur alleinigen Obhut einer 
Partei.

Für E._____:
CHF 1'086.20 ab 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2021;
CHF 665.00 ab 1. Februar 2021 bis 31. Juli 2021;
CHF 305.00 ab 1. August 2021 bis zur alleinigen Obhut einer 

Partei.
Eventualiter sei Dispositiv Ziffer 5 aufzuheben und die Sache zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5. Dispositiv Ziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
20. Mai 2022 (FK200051-L) sei aufzuheben, und die Klägerin sei 
zu verpflichten, ab alleiniger Obhut des Beklagten folgende mo-
natliche Kinderunterhaltsbeiträge zzgl. Kinder-/Familie-/Ausbil-
dungszulagen zu bezahlen:
[Für C._____]
CHF 1'660.00 bis 30. Juni 2024;
CHF 1'820.00 vom 1. Juli 2024 bis 30. April 2027;
CHF 1'740.00 ab 1. Mai 2027 bis zum Abschluss einer ange-

messenen Erstausbildung.
Für D._____
CHF 1'625.00 bis 30. Juni 2024;
CHF 1'585.00 vom 1. Juli 2024 bis 30. April 2027;
CHF 1'705.00 ab 1. Mai 2027 bis zum Abschluss einer ange-

messenen Erstausbildung.
Für E._____
CHF 1'640.00 bis 30. Juni 2024;
CHF 1'600.00 vom 1. Juli 2024 bis 30. April 2027;
CHF 1'720.00 ab 1. Mai 2027 bis zum Abschluss einer ange-

messenen Erstausbildung.
Die Klägerin sei weiter zu verpflichten, ausserordentliche Kinder-
kosten (z.B. Zahnkorrekturen, Kosten für schulische Förderungs-
massnahmen, etc.) nach vorgängiger schriftlicher Absprache und 
nach Vorlage der Rechnungen im Umfang von zwei Dritteln zu 
übernehmen, soweit die Kosten nicht von einer Versicherung oder 
einem Dritten übernommen werden.
Eventualiter, sollten die Kinder unter die alleinige Obhut der Klä-
gerin gestellt werden, so sei die Unterhaltsregelung der Vorin-
stanz gemäss Dispositiv Ziffer 6 des vorinstanzlichen Entscheids 
für die Zeit ab Umzug der Kinder nach G._____ zu bestätigen.

- 20 -

Subeventualiter sei Dispositiv Ziffer 6 aufzuheben und die Sache 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

6. Dispositiv [Ziffer] 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
20. Mai 2022 (FK200051-L) sei aufzuheben und die Erziehungs-
gutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten dem Beklag-
ten ab Rechtskraft des Urteils allein anzurechnen.

7.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten 
der Klägerin."

der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 107 S. 2 ff.):

" 1. Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen und das Urteil des 
Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Zürich vom 20. Mai 2022 
(FK200051) zu bestätigen.

2. Eventualiter sollte der Wegzug der Kinder, C._____, D._____ und 
E._____, und die Wohnsitzverletzung nach G._____ nicht bewil-
ligt werden und die Kinder nicht unter die alleinige Obhut der Klä-
gerin gestellt werden, soll die Betreuungsregelung des Beklagten 
gemäss seinen Anträgen Ziffer 3 der Berufung festgesetzt wer-
den.

3. Eventualiter sollte der Wegzug der Kinder, C._____, D._____ und 
E._____, und die Wohnsitzverlegung nach G._____ nicht bewilligt 
werden und die Kinder nicht unter die alleinige Obhut der Klägerin 
gestellt werden, sei die Klägerin ab alleiniger Obhut des Beklag-
ten zu verpflichten, dem Beklagten folgende monatlichen Kinder-
unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- C._____ CHF 167.70 zuzüglich Familienzulagen ab alleini-

ger Obhut Beklagter, ab 1. Juli 2024 CHF 359.90 zuzüglich 
Familienzulagen

- D._____ CHF 145.95 zuzüglich Familienzulagen ab alleini-
ger Obhut Beklagter, ab 1. Mai 2027 CHF 338.15 zuzüglich 
Familienzulagen

- E._____ CHF 153.20.20 zuzüglich Familienzulagen ab allei-
niger Obhut Beklagter, ab 1. Mai 2027 CHF 345.40 zuzüg-
lich Familienzulagen

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-
steuer zu Lasten des Beklagten."

- 21 -

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1. Die Parteien sind nicht verheiratet und haben drei gemeinsame Kinder: 

C._____, geboren am tt.mm.2014, D._____ und E._____, beide geboren am 

tt.mm.2017 (Urk. 1 Rz. 2, Urk. 31 Rz. 4, Urk. 93 S. 12 = Urk. 99 S. 12). Seit der 

Trennung im Frühjahr 2019 nehmen sie die Betreuungsverantwortung ihrer unter 

gemeinsamer elterlicher Sorge stehenden Kinder ca. hälftig und überwiegend in 

Zürich wahr (Urk. 98 Rz. 22, Urk. 99 S. 12, Urk. 107 Rz. 33 und Urk. 114 Rz. 1.2.). 

In G._____ (TI) verbringen die Kinder die Wochenenden und Ferien mit der Kläge-

rin und Berufungsbeklagten (fortan Klägerin; Urk. 29 Rz. 30, Urk. 98 Rz. 153 und 

Rz. 155, Urk. 107 Rz. 16 und Rz. 59 sowie Urk. 128 Rz. 14). 

2. Mit Eingabe vom 20. Mai 2020 machte die Klägerin das vorliegende Verfahren 

bei der Vorinstanz unter Beilage der Klagebewilligung des Friedensrichteramts der 

Stadt Zürich, Kreise …, hängig (Urk. 1 f.). Hinsichtlich des Prozessverlaufs vor Vor-

instanz kann auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 99 S. 12 ff.). 

Dieses erging am 20. Mai 2022 (Urk. 99). 

3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Beklagte und Berufungskläger 

(fortan Beklagter) fristgerecht Berufung und stellte die eingangs wiedergegebenen 

Anträge (Art. 311 Abs. 1 ZPO, Urk. 95 und Urk. 98). Mit Verfügung vom 7. Juli 2022 

wurde ihm Frist angesetzt, um den Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 10'000.– zu 

leisten (Urk. 102). Der Kostenvorschuss ging innert Frist ein (angehefteter Rück-

schein zu Urk. 102 und Urk. 105), worauf der Klägerin mit Verfügung vom 25. Au-

gust 2022 Frist angesetzt wurde, um eine Berufungsantwort einzureichen 

(Urk. 106). Diese wurde rechtzeitig erstattet (angehefteter Empfangsschein zu 106 

und Urk. 107). Anschliessend wurde die Kindervertreterin aufgefordert, zu den An-

trägen und Ausführungen der Parteien betreffend Obhut und Betreuung Stellung 

zu nehmen (Urk. 111), was sie mit Eingabe vom 14. November 2022 tat (Urk. 114). 

Diese wurde den Parteien, dem Beklagten zusammen mit der Berufungsantwort, 

mit Verfügung vom 30. November 2022 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 115). In 

seiner Stellungnahme vom 16. Januar 2023 reichte der Beklagte neue Unterlagen 

- 22 -

ein und stellte Editionsbegehren (Urk. 118), worauf sich die Kindervertreterin und 

die Klägerin erneut vernehmen liessen (Urk. 127 f.). Es folgten weitere Eingaben 

der Parteien (Urk. 135, Urk. 139 und Urk. 148). Nach Einholung der Honorarnote 

der Kindervertreterin (Urk. 152 und Urk. 154) wurde diese den Parteien mit Verfü-

gung vom 3. November 2023 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 155). Die Parteien 

liessen die Honorarnote der Kindervertreterin unkommentiert.

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-97). Das Verfahren er-

weist sich als spruchreif, was den Parteien und der Kindervertreterin mit Verfügung 

vom 5. Dezember 2023 mitgeteilt wurde (Urk. 156).

II. Prozessuales

1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 

ZPO). Angefochten werden nur die Dispositiv-Ziffern 2 bis 6 und 8 des vorinstanz-

lichen Urteils vom 20. Mai 2022 (Urk. 98 S. 2 ff.). Die Dispositiv-Ziffern 1 und 9 sind 

somit in Rechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist. Bezüglich Dispositiv-Zif-

fern 10 bis 12 (Kosten- und Entschädigungsfolgen) erfolgt keine Vormerknahme 

der (Teil-)Rechtskraft (Art. 318 Abs. 3 ZPO), ebenso wenig bezüglich der Index-

klausel (Dispositiv-Ziffer 7), die zu aktualisieren ist.

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). 

3. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuieren Art. 296 Abs. 1 und Abs. 3 ZPO den Untersu-

chungs- und den Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den 

Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge 

entscheidet. In Verfahren, die der umfassenden Untersuchungsmaxime unterste-

hen, können die Parteien zudem im Berufungsverfahren Noven unbeschränkt vor-

- 23 -

bringen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum Tragen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; 

BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 2.2).

III. Materielles

1. Fehlende Spruchreife vor Vorinstanz

1.1. Der Beklagte rügt, das Verfahren sei nicht spruchreif gewesen. Die Vorin-

stanz habe nie mit den Kindern gesprochen. Sie habe betreffend die Frage der 

Wünsche der Kinder vielmehr auf die Ausführungen der Kindervertreterin abge-

stellt. Die Kindervertreterin habe allerdings vor rund einem Jahr das letzte Mal über-

haupt mit den Kindern gesprochen. Es verstehe sich von selbst, dass ein Jahr bei 

acht- bzw. fünfjährigen Kindern lange sei, die Kinder in einem Jahr erhebliche Ent-

wicklungsschritte machen würden, sich Freundschaften vertiefen würden, sich die 

Verwurzelung an dem Ort, an dem sie schon ihr ganzes Leben verbracht hätten, 

verstärken könne und sich die Wünsche sowie Vorstellungen der Kinder ändern 

könnten. Indem die Vorinstanz den aktuellen Willen der Kinder nicht abgeklärt 

habe, habe sie den Erforschungsgrundsatz erheblich verletzt. Die Kindervertreterin 

hätte zumindest vor dem Entscheid der Vorinstanz noch einmal mit den Kindern 

sprechen und deren aktuelle Sichtweise ins Verfahren einbringen müssen (Urk. 98 

Rz. 30 und Rz. 170). Die Vorinstanz habe zudem sein Recht auf Beweis grob ver-

letzt. Er habe zu diversen relevanten Tatsachenbehauptungen Zeugenaussagen 

als Beweismittel offeriert. Über deren Abnahme habe die Vorinstanz formell nicht 

entschieden. Es ergebe sich nicht aus dem Entscheid, weshalb die Beweismittel 

nicht abgenommen worden seien. Das Vorgehen der Vorinstanz stelle eine unzu-

lässige antizipierte Beweiswürdigung dar (Urk. 98 Rz. 31 und Rz. 58). Sofern die 

hiesige Kammer wider Erwarten nicht zur Schlussfolgerung komme, dass die Kin-

der unter seine Obhut zu stellen seien, seien weitergehende Abklärungen – insbe-

sondere die nochmalige Anhörung der Kinder durch die Kindervertreterin und die 

Befragung der offerierten Zeugen – unabdingbar. Aufgrund des zu erwartenden 

aufwendigen Beweisverfahrens wäre die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurtei-

lung zurückzuweisen (Urk. 98 Rz. 32).

- 24 -

1.2. Die Klägerin weist darauf hin, dass die Kindervertreterin die Kinder zweimal 

im März 2021 jeweils bei beiden Parteien und einmal im August 2021 nur beim 

Beklagten gesehen sowie mit ihnen gesprochen habe. Der Beklagte unterlasse es 

auszuführen, inwiefern sich die Situation geändert haben solle. Es würden keine 

Anhaltspunkte, wie ein besonderes Ereignis, vorliegen, die ein erneutes Gespräch 

mit den Kindern angezeigt hätten (Urk. 107 Rz. 74).

1.3. Die Kindervertreterin hält in ihrer Stellungnahme vom 14. November 2022 

fest, dass sie erneut das Gespräch mit den Kindern gesucht habe. Es habe sowohl 

ein Treffen bei der Klägerin als auch eines beim Beklagten stattgefunden, bei denen 

je Einzelgespräche mit den Kindern geführt worden seien (Urk. 114 Rz. 2.2.). Die 

Situation habe sich nicht massgeblich verändert, ausser dass sich mit zunehmen-

der Verfahrensdauer die Belastung für die Kinder verstärke und auch die strittige 

Elternsituation kaum Chancen auf eine Beruhigung habe (Urk. 114 Rz. 2.9). Auf 

das Stellen konkreter Anträge verzichte sie zum einen, weil kein ausgeprägter kind-

licher Wille vorliege. Aufgrund ihres Alters und Entwicklungsstands sei es für alle 

drei Kinder noch kaum möglich, die Konsequenzen der jeweiligen Entscheidungen 

abzuschätzen. Zum anderen seien verschiedene Optionen im Sinne des Kinds-

wohls möglich (Urk. 114 Rz. 2.8.). Vor ihrer Eingabe vom 9. Februar 2023 hat die 

Kindervertreterin bewusst darauf verzichtet, die Kinder nochmals zu besuchen und 

erneut das Gespräch mit ihnen betreffend ihre Sichtweise zu suchen. Aus ihrer 

Sicht sei die Kinderperspektive umfassend genug eingebracht und seien die ange-

zeigten Gespräche – auch mit Fokus auf eine Begleitung und Entlastung der Kinder 

im für sie schwierig verständlichen und belastenden Verfahren – geführt worden 

(Urk. 127 Rz. 2.1.). 

1.4. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs 

kann ausnahmsweise zweitinstanzlich geheilt werden, wenn die betroffene Person 

die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl 

den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Vor-

aussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei 

einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rück-

- 25 -

weisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 

führen würde, die mit dem (gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an 

einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (OGer ZH 

LY220036 vom 02.03.2023, E. III.2.2.; BGE 137 I 195 E. 2.3.2.). Ab dem vollende-

ten 6. Altersjahr sind Kinder gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung grund-

sätzlich einmal im Verfahren einschliesslich des Instanzenzugs anzuhören. Ein 

Verzicht auf eine erneute Anhörung setzt allerdings voraus, dass das Kind zu den 

entscheidrelevanten Punkten befragt worden und das Ergebnis der Anhörung im 

Entscheidzeitpunkt noch aktuell ist (BGE 146 III 203 E. 3.3.2).

1.5. Die hiesige Kammer verfügt im Berufungsverfahren über umfassende Ko-

gnition (siehe E. II.2.). Dank den Gesprächen der Kindervertreterin mit den Kindern 

während des Berufungsverfahrens konnte die Perspektive der Kinder erneut ins 

Verfahren eingebracht werden. Unerwartete wesentliche Änderungen haben sich 

keine ergeben. Auch im weiteren Verfahrensverlauf haben die Parteien keine Ver-

änderungen geltend gemacht, die eine nochmalige Anhörung der Kinder erfordern. 

Wie zu zeigen sein wird, sind die Kinder zudem unter die alleinige Obhut des Be-

klagten zu stellen (vgl. E. III.2.6.). Diesfalls beantragen weder die Parteien noch die 

Kindervertreterin eine (erneute) Kinderanhörung. Die durch die Vorinstanz nicht ab-

genommenen, vom Beklagten offerierten Beweise erweisen sich bei diesem Ver-

fahrensausgang – auch gemäss Beklagtem – als obsolet. Allfällige Verletzungen 

des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz konnten im Berufungsverfahren ge-

heilt werden. 

2. Aufenthaltsbestimmungsrecht / Zuteilung der Obhut

2.1. Vorbemerkungen

2.1.1. Die Vorinstanz gab die allgemeinen rechtlichen Grundlagen und die Recht-

sprechung zum Aufenthaltsbestimmungsrecht und der Obhutszuteilung einleitend 

zutreffend wieder (Urk. 99 E. III.B.1.-4), weshalb auf diese Ausführungen verwie-

sen werden kann. Nach Prüfung sämtlicher Kriterien nahm sie im Schlussfazit eine 

Würdigung des Gesamtbilds vor (Urk. 99 E. III.B.1), was der Beklagte bemängelt.

- 26 -

2.1.2.  Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass das Bundesgericht ein 

vierstufiges Prüfschema vorgebe: Vorab müsse die Erziehungsfähigkeit der Eltern 

geklärt werden (Kriterium 1); sei diese bei beiden Eltern gegeben, seien vor allem 

Kleinkinder und grundschulpflichtige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der 

die Möglichkeit habe und dazu bereit sei, sie persönlich zu betreuen (Kriterium 2); 

würden beide Eltern diese Voraussetzungen ungefähr in gleicher Weise erfüllen, 

könne die Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse ausschlaggebend sein 

(Kriterium 3) und schliesslich sei – je nach Alter der Kinder – ihrem eindeutigen 

Wunsch Rechnung zu tragen (Kriterium 4). Bereits das erste Kriterium (Erziehungs-

fähigkeit) spreche – entgegen der Vorinstanz – für ihn. Das zweite Kriterium (Ei-

genbetreuungsmöglichkeit) spreche sodann auch gemäss der Vorinstanz für ihn. 

Damit müsse es sein Bewenden haben und es müsse klar sein, dass es dem Wohl 

der Kinder besser entspreche, in Zürich zu bleiben und unter seine Obhut gestellt 

zu werden (Urk. 98 Rz. 11, Rz. 20 und Rz. 173 sowie Urk. 118 Rz. 161). 

2.1.3. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung gibt kein strikt hierarchisches Prüf-

schema vor, sondern gewichtet je nach Einzelfall (insbesondere auch je nach Alter 

der Kinder) im Lichte des Kindswohls gewisse Kriterien stärker als andere. Einzige 

zwingende Voraussetzung bildet die Erziehungsfähigkeit (vgl. z.B. BGer 

5A_730/2020 vom 21. Juni 2021, E. 3.3.1.1.; BGer 5A_616/2020 vom 23. Novem-

ber 2020, E. 2.1.1.; BGer 5A_707/2019 vom 18. August 2020, E. 3.1.1.). Der Be-

klagte übersieht zudem, dass bei seiner Kaskadenordnung der Kinderwille in den 

meisten Fällen gar nicht mehr zum Tragen käme, was der Prämisse des Kinds-

rechts widerspricht, dieses nicht zu einem blossen Objekt zu degradieren. Das me-

thodische Vorgehen der Vorinstanz, sämtliche Gesichtspunkte in einer Gesamtbe-

trachtung zu bewerten, ist nicht zu beanstanden. 

2.2. Erziehungsfähigkeit 

2.2.1. Zur Erziehungsfähigkeit erwog die Vorinstanz zunächst unter Verweis auf 

Möckli (ZSR II 2017, Die Relocation von Kindern, S. 281), wo der Kontinuitätsge-

danke in den Hintergrund trete, gewinne die Erziehungsfähigkeit einschliesslich der 

Bindungstoleranz der Elternteile an Bedeutung. Bei bisher praktizierter alternieren-

der Obhut rücke somit in den Vordergrund, welcher Elternteil den erzieherischen 

- 27 -

Bedürfnissen des Kindes besonders gerecht werde und einen grosszügigen Kon-

takt zum anderen Elternteil zulassen oder sogar fördern würde, wobei auch die kon-

krete Beziehung zwischen dem Kind und dem jeweiligen Elternteil zu berücksichti-

gen sei (Urk. 99 S. 23). Zwei Seiten später hielt die Vorinstanz bezugnehmend auf 

BGer 5A_105/2016 vom 16. Juli 2016 und OGer ZH LE180001 vom 15. März 2018 

fest, dass bei der Beurteilung der Erziehungsfähigkeit keine Abstufung vorzuneh-

men sei, wonach eine Partei eher oder weniger erziehungsfähig sei. Es gehe in 

erster Linie darum, ob ein Elternteil bereit und in der Lage sei, die Kinder zu be-

treuen und zu pflegen, auf deren Bedürfnisse nach harmonischer Entfaltung einzu-

gehen und die hierfür notwendige Stabilität zu bieten (Urk. 99 S. 25). In der Folge 

erwog die Vorinstanz, dass beide Eltern als erziehungsfähig zu betrachten seien, 

bewertete die Erziehungsfähigkeit der Parteien betreffend den Teilaspekt der Bin-

dungstoleranz und kam zum Schluss, dass das Kriterium der Bindungstoleranz auf-

grund der erhaltenen Eindrücke im Verfahren und aufgrund des Angebots des 

grosszügigeren Besuchs- und Ferienrechts eher für die Klägerin und somit einen 

Aufenthalt der Kinder im Tessin spreche (Urk. 99 S. 25 ff.). 

2.2.2. Im von der Vorinstanz zitierten Obergerichtsentscheid LE180001 vom 

15. März 2018 äusserte sich das Obergericht nicht darüber, ob die Erziehungsfä-

higkeit abzustufen sei. Das Bundesgericht weist in BGer 5A_105/2016 vom 16. Juli 

2016 darauf hin, dass die Frage der Erziehungsfähigkeit keine mathematische sei 

(BGer 5A_105/2016 vom 16. Juli 2016, E. 2.3.). Hieraus kann geschlossen werden, 

dass keine Abstufung vorzunehmen ist. Im durch die Klägerin angerufenen Ent-

scheid des Obergerichts etwas älteren Datums erwog dieses, dass die Bindungs-

toleranz im Zweifelsfall den Ausschlag zugunsten des "toleranteren" Elternteils ge-

ben könne (Urk. 107 Rz. 7 mit Verweis auf OGer ZH LC160048 vom 27.09.2017, 

E. III.4.4.). Dass sich eine Abstufung der Erziehungsfähigkeit nicht bei sämtlichen 

Obhutszuteilungen aufdrängt, ergibt sich auch aus der aktuellen obergerichtlichen 

Praxis, die sich bei der Frage der Obhutszuteilung grundsätzlich darauf beschränkt, 

die Erziehungsfähigkeit zu bejahen oder verneinen, ohne eine weitergehende Be-

wertung zugunsten oder zuungunsten eines Elternteils vorzunehmen (vgl. z.B. 

OGer ZH PQ220054 vom 24.11.2022, E. II.2.; OGer ZH LE210002 vom 

- 28 -

08.09.2021, E. II.4.4.; OGer ZH LZ190013 vom 29.01.2020, E. III.3.2.; OGer ZH 

PQ190058 vom 27.12.2019, E. II.10.2.).

2.2.3. Beide Parteien sind unbestritten und auch gemäss Kindervertreterin erzie-

hungsfähig (Urk. 33 S. 3 und S. 8, Urk. 107 Rz. 9 f. sowie Urk. 118 Rz. 7 und 

Rz. 8), auch wenn sie sich gegenseitig in Teilbereichen der Erziehungsfähigkeit mit 

Vorwürfen konfrontieren (Schüren des Loyalitätskonfliktes [Urk. 98 Rz. 56 und 

Urk. 135 Rz. 10]; Durchsuchung von C._____ und Ablehnung der "Kinderuhr" 

[Urk. 98 Rz. 59]; Renovation der Küche im Winter während des Lockdowns [Urk. 98 

Rz. 61];  Beschlagnahme des Ess- und Spielzimmers in der Nestwohnung [Urk. 98 

Rz. 63]; Versuch, das Netzwerk der Kinder in Zürich möglichst kleinzuhalten 

[Urk. 98 Rz. 67]; keine Zulassung eines Kontakts des nicht betreuenden Elternteils 

an speziellen Anlässen wie Weihnachten und Geburtstagen [Urk. 107 Rz. 22 und 

Urk. 135 Rz. 18]; Abbruch der KET-Beratung [Urk. 98 Rz. 17, Rz. 51 und Rz. 64] 

und Einmischung in die Betreuungszeit des anderen [Urk. 107 Rz. 33 und Urk. 128 

Rz. 21]). Selbst wenn sämtliche dieser Vorwürfe erstellt wären, würden sie nicht 

genügen, die natürliche Vermutung der Erziehungsfähigkeit umzustossen (OGer 

ZH LE220008 vom 09.05.2022, E. II.3.4.). Es braucht ihnen deshalb nicht weiter 

nachgegangen zu werden. Beide lassen den Kontakt zum anderen Elternteil zu und 

leben seit mehreren Jahren eine alternierende Obhut ohne behördliche Unterstüt-

zung (Urk. 29 Rz. 8, Urk. 107 Rz. 33, Urk. 118 Rz. 20 und Urk. 114 Rz. 1.2.), was 

ein gewisses Mass an Bindungstoleranz und Kooperationsbereitschaft beider Par-

teien voraussetzt. Allfälligen, bloss geringfügigen Nuancen in Teilbereichen der Er-

ziehungsfähigkeit kommt in casu keine Entscheidrelevanz zu, weil die soeben zu 

behandelnden nächsten zwei Kriterien für einen Verbleib der Kinder in Zürich spre-

chen und kein Zweifelsfall zu beurteilen ist. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, 

auf die weitschweifigen Ausführungen der Parteien, wer von ihnen bindungstole-

ranter und/oder kooperativer sei, näher einzugehen.

2.3. Betreuungskonzept

2.3.1. Die Vorinstanz führte aus, die Zuteilung (bzw. im Extremfall die Umteilung) 

des Kindes stehe naturgemäss unter der Prämisse, dass der betreffende Elternteil 

das Kind auch tatsächlich vollumfänglich bei sich aufnehmen könne und wolle. Er 

- 29 -

müsse dazu von den Betreuungsmöglichkeiten her (Arbeitszeiten, Wohnverhält-

nisse etc.) in der Lage sein, wobei – jedenfalls ab einem gewissen Alter des Kinds 

– keine vollständige Eigenbetreuung verlangt werden könne, sondern auch eine 

(Teil-)Betreuung durch Familienmitglieder (z.B. Grosseltern) oder Dritte (Lebens-

partner, Nanny, Krippe) eine adäquate Lösung darstelle (Urk. 99 S. 27 f.). Die Mög-

lichkeit der Eltern, die Kinder persönlich zu betreuen, spiele insbesondere dann 

eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse der Kinder eine persönliche Betreuung 

notwendig erscheinen lassen würden oder wenn ein Elternteil auch in den Rand-

zeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfü-

gung stehe; ansonsten sei von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreu-

ung auszugehen (Urk. 99 S. 38). Beide Parteien hätten sich bereit erklärt, die Kin-

der tatsächlich vollumfänglich bei sich aufzunehmen (Urk. 99 S. 37). Der Beklagte 

habe einerseits erklärt, er müsse bei alleiniger Obhut die Kinder an drei Mit-

tagen/Nachmittagen fremdbetreuen lassen. An anderer Stelle habe er festgehalten, 

er brauche nach Einführung der Tagesschulstruktur gar keine Fremdbetreuung 

mehr. Diese Argumentation sei – so die Vorinstanz – spitzfindig, erscheine doch 

wesentlich, wie viel Zeit die Kinder effektiv von einem Elternteil persönlich betreut 

werden könnten. Ob diese ausserfamiliäre Zeit durch einen Mittagshort im her-

kömmlichen Sinne oder durch eine obligatorische Essenszeit in der Schule statt-

finde, sei für die Frage der persönlichen Betreuung nicht relevant. Die Klägerin 

werfe zu Recht die Frage auf, wie der Beklagte die Betreuung der drei Kindern 

meistern wolle, wenn er gleichzeitig ein 80%-Arbeitspensum erfüllen wolle, ohne 

Fremdbetreuung in Anspruch zu nehmen. Für ein 80%-Arbeitspensum müsse ent-

sprechend dem Alter der Kinder und der Anzahl der aktuell freien Nachmittage mit 

ca. 20 Stunden Fremdbetreuung pro Woche gerechnet werden (3x pro Woche von 

12.00 Uhr bis 18.30 Uhr), solange die Kinder keine Tagesschule besuchen würden. 

Der Beklagte habe selbst anerkannt, dass die Kinder an ca. 120 Mittagen/Nachmit-

tagen pro Jahr Fremdbetreuung benötigen würden (120 x 6.5 Stunden = 780 Stun-

den; Urk. 99 S. 31 f.). Die Frage, wie die Fremdbetreuung bei alleiniger Obhut des 

Beklagten und bei gleichbleibendem 80%-Pensum genau organisiert werden solle, 

habe vom Beklagten nicht vollständig er- und geklärt werden können. Es sei wohl 

davon auszugehen, dass er die Kinder mehr fremdbetreuen lassen müsste, als er 

- 30 -

es im Verfahren behauptet habe, resp. er nicht wie vorgetragen gänzlich auf eine – 

nebst der Tagesschule – zusätzliche Fremdbetreuung verzichten könnte. Insbeson-

dere scheine der Beklagte auch weniger über ein stabiles innerfamiliäres Back-up-

Netz zu verfügen, als es die Klägerin tue. Die berufliche Situation der Klägerin 

bringe es mit sich, dass sich diese in den Sessionen (des …-rats) für gewisse Zeit-

blöcke nicht persönlich um ihre Kinder kümmern könnte, wohnten diese mit ihr zu-

sammen im Tessin. Je nach Darstellung der Parteien handle es sich hier um 64 

resp. um 77 Tage pro Jahr, wobei grundsätzlich keine Gründe bestehen würden, 

die Angaben der Klägerin in Frage zu stellen (Urk. 99 S. 37). Hingegen sei davon 

auszugehen, dass die Kinder bei alleiniger Obhut des Beklagten in Zürich in grös-

serem Umfang durch einen Elternteil persönlich betreut würden, als dies bei allei-

niger Obhut der Klägerin im Tessin der Fall wäre. Der Beklagte stünde den Kindern 

grundsätzlich mehr persönlich zur Verfügung, insbesondere auch in der Nacht so-

wie morgens und abends. Die Klägerin könnte die nächtliche und frühmorgendliche 

(Betreuungs-)Bereitschaft während der Sessionen nicht vollumfänglich wahrneh-

men. Das Argument, dass die Kinder durchschliefen, sei hier nicht zu hören. Die 

Zeit am Morgen und am Abend sei wichtige Familienzeit und für Kinder keine aus-

ser Acht zu lassende Phase in ihrem Alltag. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, 

dass C._____, E._____ und D._____ aufgrund besonderer Umstände auf eine per-

sönliche Betreuung durch die Eltern angewiesen seien. Die erwähnten Abende und 

Morgen während der Sessionen seien zwar Randzeiten, die von der Rechtspre-

chung explizit als Zeit für persönliche Betreuung erwähnt würden und welche die 

Klägerin nicht über das ganze Jahr persönlich erfüllen könne; es sei hier aber auf 

ihre grosse Flexibilität während der übrigen Zeit im Jahr hinzuweisen, die in gewis-

ser Weise eine Kompensation in ihrer persönlichen Betreuung zulasse. Zu beach-

ten sei schliesslich, dass die Fremdbetreuung der Kinder im Tessin durch Famili-

enangehörige (Grosseltern, Onkel etc.) wahrgenommen würde, während die Kinder 

in Zürich durch die Tagesschule resp. schulergänzende Betreuung wie Hort etc. 

fremdbetreut würden. Rechtlich könne dies aber nur bedingt in die Entscheidungs-

findung miteinbezogen werden. Das Kriterium der Eigenbetreuungsmöglichkeit sei 

somit eher als neutral zu werten, wenngleich durch die Abwesenheit der Klägerin 

- 31 -

an mindestens 64 Tagen im Jahr eine Tendenz für einen Verbleib der Kinder beim 

Beklagten in Zürich bestehe (Urk. 99 S. 37 f.). 

2.3.2. Der Beklagte macht geltend, er könne die persönliche Betreuung in den 

Randzeiten zu 100 % gewährleisten, während die Klägerin dies lediglich zu 65 % 

der Randstunden könne (Urk. 98 Rz. 70, Rz. 84 und Rz. 86). Ab August 2023 

könne er die Kinder neben der Schule und den gebundenen Mittagen vollumfäng-

lich selbst betreuen, da es ihm als selbstständig Erwerbstätigem in einem 80%-

Pensum möglich sei, die zwei schulfreien Nachmittage und die anderen drei Nach-

mittage ab 15.30 Uhr abzudecken (Urk. 98 Rz. 82 f.). Er sei in der Einteilung seiner 

Zeit frei und müsse nicht ganz genau 80 % arbeiten. Er könne den Grossteil seiner 

Arbeit im Homeoffice erledigen. An den drei Tagen, an denen die Kinder nachmit-

tags Schule hätten, könne er während der schulbedingten Abwesenheit fast acht 

Stunden arbeiten. An den Tagen, an denen er die Kinder nachmittags betreue, 

könne er je den halben Tag arbeiten. Somit komme er bereits auf ein rund 80%-

Pensum (Urk. 98 Rz. 101). Wegen des Schulwegs von 15 Minuten pro Weg seien 

die Kinder zusätzlich 2.5 Stunden abwesend (Urk. 118 Rz. 97). Sodann könne er 

auch abends, wenn die Kinder im Bett seien, oder an den Wochenenden, wenn die 

Kinder bei der Klägerin seien, arbeiten, was mindestens zusätzlichen 20 % pro Wo-

che entspreche. Hinzu komme, dass die Kinder, wenn sie nicht in der Schule seien, 

nicht immer zuhause seien. In solchen Zeiten könne er auch arbeiten. Schliesslich 

könne er auch einmal eine Mail versenden oder etwas Ähnliches machen, wenn 

die Kinder zuhause seien und sich selbst miteinander beschäftigen würden. Es sei 

entgegen dem vorinstanzlichen Entscheid sehr leicht nachvollziehbar, wie er die 

Betreuung der Kinder mit seiner Erwerbstätigkeit vereinbaren könne. Der Schluss 

der Vorinstanz, bei einem Verbleib in Zürich würde ein nicht genau vorhersehbarer 

Teil der Betreuung auch durch ausserfamiliäre Drittbetreuung abgedeckt, sei offen-

sichtlich falsch (Urk. 98 Rz. 101). Sodann sei darauf hinzuweisen, dass die Klägerin 

nach eigenem Bekunden immerhin ein 60%-Pensum habe, wobei der Beklagte 

eher von einem 80%-Pensum ausgehe. Bei ihr komme noch der Arbeitsweg von 

mindestens 3.5 Stunden (eine Richtung) hinzu (Urk. 98 Rz. 103). Angesichts der 

Länge des Arbeitswegs helfe auch die Behauptung der Klägerin nicht, dass es sich 

bei ihren Sitzungstagen nicht immer um ganze, sondern teilweise auch um halbe 

- 32 -

Tage handle. Es sei klar, dass die Klägerin auch bei einer Beschäftigung von einem 

halben Tag effektiv den ganzen Tag abwesend sei (Urk. 118 Rz. 75). Seit dem Tod 

des Co-Präsidenten von H._____ im Oktober 2022 erfülle die Klägerin die Aufga-

ben des Präsidiums alleine, womit sich ihr Pensum bei H._____ von 10 % auf 20 % 

erhöht habe (Urk. 118 Rz. 67). Am 13. Mai 2022 habe sie die I._____ gegründet, 

die sie als geschäftsführende Gesellschafterin mit Einzelunterschrift führe (Urk. 118 

Rz. 69). Der Beklagte bestreitet, dass die Klägerin die GmbH bloss für den Fall der 

äusserst unwahrscheinlichen Nichtwiederwahl in den ...-rat gegründet habe. Sie 

hätte die GmbH in diesem Fall er bei einer tatsächlichen Nichtwiederwahl und nicht 

bereits anderthalb Jahre vorher gründen können. Es sei unglaubwürdig, dass die 

Klägerin den (auch finanziellen) Aufwand, eine GmbH zu gründen, auf sich nehme, 

wenn sie diese dann nicht wirklich betreiben wolle (Urk. 135 Rz. 27). Vor diesem 

Hintergrund sei evident, dass die Klägerin auch ausserhalb ihrer politischen Man-

date nochmals weniger Zeit habe, um die Kinder persönlich zu betreuen (Urk. 118 

Rz. 70). Angesichts der Abwesenheit der Klägerin und der Tatsache, dass er die 

Kinder stets in den Randzeiten und nachts selbst betreuen könne, spreche das 

Kriterium der Eigenbetreuung eindeutig für ihn (Urk. 98 Rz. 90). Die Ausführungen 

der Vorinstanz, dass die Betreuung durch nahestehende Familienmitglieder wert-

voller sei und sich eine schulergänzende Betreuung im Hort – die gar nicht mehr in 

Frage stehe – daran messen können müsse, zeige, dass die Vorinstanz von einem 

nicht zeitgemässen, nicht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und dem Stand 

der entwicklungspsychologischen Forschung entsprechenden Vorverständnis aus-

gehe (Urk. 98 Rz. 94). Die Tagesschule sei in Zürich die staatlich vorgegebene Lö-

sung. Trotz Tagesschule hätten die Kinder in Zürich effektiv mehr freie Zeit als in 

G._____. Die gebundenen Mittage der Tagesschule würden 2 % bzw. 4 % der Zeit 

der Kinder ausmachen. Es sei somit nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz 

den Besuch der Tagesschule durch die Kinder faktisch zum Nachteil des Beklagten 

gewertet habe (Urk. 98 Rz. 98). Die Vorinstanz habe betreffend die abwesenden 

Tage der Klägerin einfach auf die Angaben der Klägerin von 64 Tagen abgestellt, 

ohne jede Überprüfung der Tatsachen. Die Klägerin sei an mindestens 88 Tagen 

pro Jahr bzw. während 75 Tagen und 48 Nächten nicht für die Kinder verfügbar 

(Urk. 98 Rz. 99 und Urk. 118 Rz. 62). Es nütze nichts, wenn die Klägerin während 

- 33 -

der Zeit, welche die Kinder in der Schule verbringen, angeblich "sehr flexibel" sei 

(Urk. 98 Rz. 100). Generell sei er wohl flexibler als die Klägerin, da er selbstständig 

sei und Sitzungen etc. verschieben könne. Die Klägerin könne Sessionen sowie 

Kommissionssitzungen nicht verschieben und die Hin- sowie Rückreise von 

G._____ nach Bern würden jeweils einen halben Tag dauern. Als die Kinder im 

März 2020 wegen einer Corona-Infektion nicht in die Schule hätten gehen können, 

habe der Beklagte die Kinder auch während der Betreuungszeit der Klägerin be-

treut (Urk. 98 Rz. 112). Die Kindervertreterin gehe davon aus, dass der Beklagte 

im Notfall alles stehen und liegen lasse und organisiere, wenn beispielsweise ein 

Kind krank sei. Die Grosseltern väterlicherseits könnten auch einspringen. Es wür-

den ähnliche Voraussetzungen wie bei der Klägerin vorliegen (Urk. 98 Rz. 110). 

Wie die Vorinstanz zur Auffassung habe kommen können, er verfüge scheinbar 

über ein weniger stabiles innerfamiliäres Back-up-Netz als die Klägerin, sei nicht 

nachvollziehbar (Urk. 98 Rz. 111). Auch sein Bruder und dessen Frau, die selbst 

Kinder im Alter derjenigen der Parteien hätten, seien jederzeit bereit, sich in einem 

Notfall kurz- und längerfristig um die Kinder zu kümmern (Urk. 98 Rz. 108). Ob die 

Mutter der Klägerin die Kinder noch während Jahren in ganz erheblichem Ausmass 

werde betreuen können, sei angesichts ihres Alters fraglich. Ohne die Betreuung 

der Grossmutter mütterlicherseits funktioniere das angebliche Betreuungskonzept 

der Klägerin nicht. Das Betreuungskonzept der Klägerin scheine daher deutlich we-

niger stabil und zukunftsträchtig als seines (Urk. 98 Rz. 117). Die Grossmutter müt-

terlicherseits sei bereits während mehrerer Monate am Stück ausgefallen, weshalb 

die Klägerin angeblich auf ihren Vater für die Kinderbetreuung habe zurückgreifen 

müssen, der bislang in der Kinderbetreuung keine wesentliche Rolle gespielt habe 

(Urk. 135 Rz. 22). Auch die Betreuung durch die Mutter der Klägerin sei als Fremd-

betreuung zu bezeichnen. Die Betreuung durch eine Grossmutter sei nicht das-

selbe wie die Betreuung durch einen Elternteil (Urk. 118 Rz. 57). Nicht einsichtig 

sei, weshalb die Kinder bei irgendwelchen Verwandten in G._____ untergebracht 

werden sollten, wenn er sich in Zürich rund um die Uhr selbst um die Kinder küm-

mern könne und wolle (Urk. 118 Rz. 93). Es sei offensichtlich, dass seine Möglich-

keit und sein Wille, die Kinder persönlich zu betreuen, weitaus besser und grösser 

seien als auf Seiten der Klägerin (Urk. 118 Rz. 86). 

- 34 -

2.3.3. Die Klägerin erwidert auf die Vorbingen des Beklagten, dass anhand der 

Mahlzeitenentschädigungen die Anzahl der Tage bestimmt werden könne, an de-

nen sie abwesend gewesen sei. Im Jahr 2020 seien es 71 Tage und im Jahr 2021 

69 Tage gewesen. In beiden Jahren habe sie Stellvertretungen in den Kommissio-

nen übernommen, die jeweils am Montag und Dienstag stattgefunden hätten, also 

wenn die Kinder beim Beklagten gewesen seien. Künftig werde sie keine Stellver-

tretungen mehr übernehmen. Es würden dann ca. 64 Tage sein, wobei es sich nicht 

um ganze Tage handle, da sie auch für die halben Tage eine Entschädigung er-

halte. An 32 Tagen von den 64 Tagen pro Jahr sei sie zumindest teils (am Vormit-

tag/späteren Nachmittag) bei ihren Kindern (Urk. 107 Rz. 40). Es sei im Grunde 

aber unerheblich, ob es nun 64 Tage (bzw. 30 Halbtage und 36 volle Tage; vgl. 

Urk. 128 Rz. 41) oder etwas mehr wären, da mit dem sich in unmittelbarer Nähe 

befindenden Familiennetz, bei dem 24 Stunden am Tag eine vertraute Person zur 

Verfügung stehe, ein überzeugendes Betreuungskonzept vorliege (Urk. 107 Rz. 43 

f.). Auch ihre Freundinnen würden in der Nähe wohnen und könnten bei einem 

Notfall einspringen, bis sie in maximal viereinhalb Stunden wieder in G._____ sei 

(Urk. 128 Rz. 48). Der Grossvater übernehme ebenfalls Betreuungsverantwortung, 

so habe er dies beispielsweise im Oktober und November 2022 gemacht, als die 

Grossmutter nicht verfügbar gewesen sei (Urk. 128 Rz. 27). Sollten bei beiden 

Grosseltern gleichzeitig derart gravierende gesundheitliche Probleme auftreten, die 

eine Betreuung von immer selbstständig werdenden Kindern verunmögliche, be-

stehe nach wie vor die Betreuung durch den Onkel sowie die Schwägerin (Urk. 107 

Rz. 52). Ihr Betreuungskonzept breche somit nicht zusammen, wenn ihre Mutter 

einmal ausfalle (Urk. 128 Rz. 27). Ihre Mutter könne nicht als Fremdbetreuung im 

eigentlichen Sinne bezeichnet werden und sei aus entwicklungspsychologischer 

Sicht nicht mit einer Betreuung im Hort gleichzusetzen (Urk. 107 Rz. 44). Unzutref-

fend sei, dass sie aufgrund ihrer 10%-Tätigkeit bei H._____ und ihrer Mitgliedschaft 

in der Delegation für die Beziehungen zum italienischen Parlament an weiteren 10 

Tagen abwesend sei (Urk. 107 Rz. 41). Sie führe zwar das Präsidium von H._____ 

seit November 2022 alleine. Dies habe jedoch keine Erhöhung des Arbeitspensums 

zur Folge. Die Geschäftsführerin habe die bisherigen Aufgaben des verstorbenen 

Co-Präsidenten übernommen (Urk. 128 Rz. 28). Die Klägerin bestreitet auch, dass 

- 35 -

sie an weiteren fünf Tagen pro Jahr für Debatten, Fernsehauftritte, Interviews, 

Wahlkampf etc. abwesend sei. Sie lege diese Aktivitäten grundsätzlich auf Zeiten, 

wenn die Kinder in der Schule oder beim Beklagten seien, oder sage Termine ab, 

wenn die Kinder nicht optimal betreut seien (Urk. 107 Rz. 41). Ferner verkenne der 

Beklagte, dass sie während der Zugfahrten arbeite (Urk. 107 Rz. 43). Die von ihr 

gegründete I._____ betreibe seit der Gründung und aktuell keine Geschäfte. Nur 

ein Übersetzungsauftrag, den eine Bekannte erledigt habe, sei bearbeitet worden. 

Sie habe die Gesellschaft für den Fall gegründet, dass sie nicht mehr in den ...-rat 

gewählt werde (Urk. 128 Rz. 30). Das 80%-Pensum des Beklagten von 33.6 Stun-

den gehe mit den Schulstunden in keiner Weise auf. Ab August 2023 seien die 

Kinder während 24.41 Stunden in der Schule, in welcher Zeit der Beklagte arbeiten 

könne. Nicht zu vergessen sei der Haushalt mit drei Kindern. Damit alles aufgehe, 

könne der Beklagte an den Mittagen, an denen die Kinder in der Schule essen, 

keine Mittagspause machen und müsse er die kinderfreien Wochenenden stets 

zum Arbeiten nutzen. Die Sitzungen könne er nicht abends oder am Wochenende 

durchführen. Die Vorinstanz habe somit zu Recht erkannt, dass das 80%-Pensum 

mit einer persönlichen Betreuung der drei Kinder ohne Fremdbetreuung kaum zu 

meistern sei und mit noch nicht vorhersehbarer Fremdbetreuung gerechnet werden 

müsse (Urk. 107 Rz. 45). In Zürich seien die Kinder entgegen der Behauptung des 

Beklagten 2.4 Stunden mehr in der Schule als in G._____, was auch in Ordnung 

und für die Frage der Wegzugsbewilligung nicht entscheidend sei (Urk. 128 

Rz. 24).

2.3.4. Die Kindervertreterin äussert sich im Berufungsverfahren nicht zu den ver-

schiedenen Betreuungskonzepten der Parteien (Urk. 114 und Urk. 127).

2.3.5. Gemäss Bundesgericht spielt die Möglichkeit der Eltern, die Kinder persön-

lich zu betreuen, hauptsächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse der 

Kinder eine persönliche Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein El-

ternteil auch in den Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht 

bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansonsten ist von der Gleichwertigkeit von Eigen- 

und Fremdbetreuung auszugehen (statt vieler: BGer 5A_730/2020 vom 21. Juni 

2021, E. 3.1.1.1.). Weder die Parteien noch die Kindervertreterin machen beson-

- 36 -

dere Bedürfnisse der Kinder geltend, die eine persönliche Betreuung erfordern wür-

den. Solche sind auch aus den Akten nicht ersichtlich. Massgebend ist somit neben 

einem funktionierenden Betreuungskonzept die persönliche Betreuung zu Rand-

zeiten. Die Parteien zweifeln ihre skizzierten Betreuungskonzepte für die alleinige 

Obhut zwar gegenseitig an. Sie erweisen sich aber beide als durchdacht, mit ihrer 

Erwerbstätigkeit kompatibel und durch ein beidseits sehr tragfähiges Familiennetz 

abgesichert, sollten allfällige Umsetzungsschwierigkeiten – sei es wegen von der 

Klägerin und der Vorinstanz befürchteter zu hoher Arbeitsbelastung beim Beklag-

ten oder eines durch den Beklagten befürchteten Ausfalls der Mutter der Klägerin 

– auftreten. Mit der Kindervertreterin (vgl. Prot. I S. 122) ist davon auszugehen, 

dass beide Betreuungskonzepte funktionieren werden. Die verschiedenen kanto-

nalen Schulsysteme und die Tagesschule sind als staatlich vorgegebene Ausbil-

dungslösungen ohne Weiteres kindgerecht und müssen nicht gegeneinander ab-

gewogen werden. Es ist irrelevant, bei welchem Schulsystem die Kinder mehr Zeit 

in der Schule verbringen. Zwischen den Parteien ist strittig, an wie vielen Tagen die 

Klägerin ganz- oder halbtags, mithin auch zu Randzeiten abwesend ist. Die genaue 

Anzahl erweist sich nicht als entscheidend und kann offenbleiben. Die Klägerin an-

erkennt, dass sie an 64 Tagen bzw. 30-32 Halbtagen und 34-36 vollen Tagen ab-

wesend ist, während der Beklagte die Randzeiten stets persönlich abzudecken ver-

mag. Da der Klägerin die Wiederwahl in den ...-rat, nicht aber der Sprung in den 

…-rat gelang, werden sich ihre beruflichen Abwesenheiten in Zukunft in ähnlicher 

Grössenordnung bewegen. Auch wenn sich die Kinder aufgrund des derzeit geleb-

ten Betreuungskonzepts der Betreuung durch die Mutter der Klägerin zu Randzei-

ten gewohnt sind und sie der persönlichen Betreuung durch einen Elternteil nahe 

kommt, kann sie nicht mit einer solchen gleichgesetzt werden. Das Kriterium der 

persönlichen Betreuung (zu Randzeiten) fällt zugunsten des Beklagten aus. 

2.4. Kontinuität und Stabilität der Verhältnisse

2.4.1. Die Vorinstanz erwog, die Rechtsprechung lege grosses Gewicht auf den 

Faktor der Kontinuität und Stabilität der Verhältnisse. Anders als bei der Scheidung, 

die primär Rechtsfolgen zeitige, gehe es bei der Wegzugsfrage aber stets um eine 

sich verändernde tatsächliche Situation. Das Kriterium der Kontinuität und Stabilität 

- 37 -

könne deshalb nicht in gleicher Weise topisch sein, jedenfalls wenn es um einen 

Wegzug auf grössere Distanz gehe und damit vielleicht sogar ein Wechsel des 

Sprachraums verbunden sei, sodass die Veränderung des Aufenthaltsorts für das 

Kind eine einschneidende Zäsur bedeute, selbst wenn es bei der hauptbetreuen-

den Person bleibe. In allgemeiner Weise lasse sich einzig bei Säuglingen und Klein-

kindern, die personengebunden seien, von Kontinuität und Stabilität der Verhält-

nisse sprechen, wenn sie sich unabhängig von der sich ändernden Örtlichkeit bei 

der bisherigen Hauptbetreuungsperson aufhalten würden. Aber bereits beim Klein-

kind trage der Kontinuitätsgedanke nicht, soweit es von beiden Eltern alternierend 

betreut worden sei und zu beiden Teilen eine vertrauensvolle, tragfähige Bindung 

gewonnen habe. Weil hier im Zusammenhang mit einem Umzug die Kontinuität 

objektiv unmöglich werde, sei nach anderen Kriterien zu suchen. Die drei Kinder 

der Parteien seien über längere Zeit je hälftig von den Eltern betreut worden und 

hätten eine enge Bindung zu beiden aufgebaut. Ausgangspunkt für die Stabilität 

der Verhältnisse würden damit in erster Linie die Betreuungsverhältnisse und der 

Kontakt zu den Eltern bilden. Bei einem Verbleib der drei Kinder in Zürich müsste 

der Hauptteil der Betreuungsverantwortung – im Gegensatz zum aktuellen Modell 

– dem Beklagten zugesprochen werden. Diese Umstellung würde eine merkliche 

Veränderung für die drei Kinder mit sich bringen. Die drei Kinder müssten trotz des 

Umstands, dass sie die Wohnsituation beim Beklagten bereits gut kennen und in 

diesem Setting bereits zu 50 % leben würden, eine neue Alltagsroutine beim Be-

klagten finden. Demgegenüber stellte die Eingewöhnung an die neuen Wohnver-

hältnisse der Klägerin in G._____ die Kinder ebenfalls vor eine Herausforderung 

und würde eine stark ins Gewicht fallende Modifizierung der Betreuungsverantwor-

tung des Beklagten bedeuten. Die Kinder würden die dortigen Verhältnisse und das 

familiäre Umfeld zwar gut kennen und es sei ihnen vertraut. Es wäre somit davon 

auszugehen, dass sich die drei Kinder unter der Obhut der Klägerin rasch an die 

neue Umgebung und die neuen Verhältnisse in G._____ gewöhnen würden. Doch 

auch durch die Zuteilung der Obhut an die Klägerin würde die Stabilität der Verhält-

nisse spürbar verändert, da die drei Kinder trotz des Umstands, dass sie die Wohn-

situation bei der Klägerin in G._____ bereits gut kennen würden und in diesem 

Setting bereits viel Zeit verbracht hätten, eine neue Alltagsroutine bei der Klägerin 

- 38 -

finden und auch während der Sessionen vorübergehend teilweise ohne einen vor 

Ort präsenten Elternteil leben müssten. Diese Situation sei den Kindern zwar nicht 

unbekannt, aber bisher nur aus einem 50%-Betreuungsrahmen, wenn die Gross-

mutter mütterlicherseits während der Sessionen der Klägerin die Kinder in Zürich 

betreut habe. Der Schulalltag und die Kontakte zum ausserfamiliären sozialen Um-

feld der drei Kinder (Schule, Freundeskreis, Hobbys) sowie der Kinderarzt in Zürich 

würden hingegen angesichts des Alters der Kinder keine hinreichende Stabilität 

bieten, um sich auf die in jeder der beiden Varianten erheblich verändernden fami-

liären Verhältnisse entscheidend auszuwirken. Es könne folglich nicht im Interesse 

der drei Kinder liegen, die alleinige Obhut dem Beklagten zu übertragen, nur damit 

sie in Zürich bleiben könnten. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass die drei 

Kinder und insbesondere auch C._____ als Ältester in einem anderen Umfeld rasch 

neue Freunde finden würden. Dies auch unter der Prämisse, dass im Kanton Tessin 

Italienisch gesprochen werde. Nichtsdestotrotz würden ähnliche soziale und kultu-

relle Verhältnisse vorherrschen. Auch der Ausbildungsstandard gestalte sich ähn-

lich, sodass keine Nachteile im Bildungsbereich zu befürchten seien (Urk. 99 

S. 45 f.). Alle drei Kinder könnten sowohl Italienisch als auch Deutsch sprechen, 

was unbestritten geblieben sei. Ein Wechsel des Sprachraums spreche somit nicht 

gegen eine Relocation in den Tessin, zumal die Kinder noch recht klein seien und 

sich Sprachkenntnisse in diesen kindlichen Entwicklungsphasen noch gut entwi-

ckeln würden. Schulisch sei zu beachten, dass insbesondere C._____ bereits in 

die erste Klasse eingeschult worden sei, er aber immer noch in der Unterstufe sei. 

Die Zwillinge würden aktuell noch in den Kindergarten gehen und hätten dement-

sprechend im Hinblick auf die Einschulung ohnehin einen Wechsel der "Klasse" in 

Aussicht. Das Alter der Kinder könne aktuell nicht als Argument gegen oder für eine 

Relocation genutzt werden. Ein Wechsel für die (noch personenbezogenen) Kinder 

in den Tessin sei somit für die Kinder aus schulischer Hinsicht machbar. Es spreche 

unter diesem Aspekt aber auch nichts gegen einen Verbleib in Zürich (Urk. 99 

S. 49). Die Klägerin sei in ähnlicher Weise in G._____ verwurzelt wie der Beklagte 

in Zürich. Eine starke örtliche Verwurzelung könne C._____ und seinen Geschwis-

tern auch mit bald acht Jahren und jünger (noch) nicht attestiert werden, weshalb 

auch hier noch kein ausschlaggebendes Kriterium für die Obhutszuteilung bzw. 

- 39 -

Wohnsitzverlegung gegeben sei (Urk. 99 S. 46 f.). Die drei Kinder seien aufgrund 

ihres Alters (noch) personenorientiert. Es sei folglich darauf abzustellen, in welcher 

Situation die Kinder mehr Zeit mit engen Bezugspersonen verbringen könnten. Als 

Bezugspersonen würden in erster Linie die Parteien als Elternteile in Frage kom-

men. Aufgrund der bisher gelebten Betreuung würden auch die Eltern der Klägerin 

und dort insbesondere die Mutter, welche die Kinder während der beruflichen Ab-

wesenheit der Klägerin jeweils in Zürich betreut habe, eine nicht ausser Acht zu 

lassende Rolle als nahe Bezugsperson spielen (Urk. 99 S. 47). Bei einem Verbleib 

in Zürich würde somit nicht nur die Klägerin als Hauptbezugs- und Betreuungsper-

son wegfallen. Dass die Grossmutter mütterlicherseits eine wichtige Rolle in der 

Kinderbetreuung während der Sessionen der Klägerin eingenommen habe, sei 

auch vom Beklagten grundsätzlich unbestritten geblieben. Fraglich sei, inwiefern 

die Eltern des Beklagten als Bezugspersonen der Kinder anzusehen seien. Der 

Beklagte habe hierzu ausgeführt, dass insbesondere der Grossvater väterlicher-

seits jeweils dienstags "zu Besuch" gekommen sei. Die Grossmutter väterlicher-

seits plane zudem, ihr Pensum zu reduzieren. Es sei insgesamt davon auszugehen, 

dass die Grosseltern mütterlicherseits für die Kinder engere Bezugspersonen als 

die Grosseltern väterlicherseits darstellen würden. Dies sei beim Entscheid über 

die Relocation nicht ausser Acht zu lassen und führe dazu, dass das Kriterium der 

Stabilität unter Beachtung der Personenbezogenheit der Kinder und des engeren 

Beziehungsnetzes zur Familie der Mutter eine Relocation eher stütze. Zu beachten 

sei aber, dass die Kinder mit fortschreitendem Alter vermehrt an einem Verbleib im 

sozialen, gewohnten Umfeld interessiert seien. Die Kinder würden weniger perso-

nenorientiert sein und das soziale Umfeld werde immer mehr Bedeutung bekom-

men. Das Kriterium der Stabilität sei somit mit zunehmender Verfahrensdauer neu 

zu bewerten. In Anbetracht der Anpassungsfähigkeit der Kinder in ihrem Alter sei 

grundsätzlich davon auszugehen, dass sie sich mit Unterstützung durch die Kläge-

rin im neuen Umfeld gut einleben und Freunde finden könnten. Gleichzeitig bleibe 

bei einem Wochenendbesuchsrecht und erweiterten Ferienbesuchsrecht des Be-

klagten die Pflege der sozialen Kontakte der drei Kinder in Zürich weiterhin möglich 

(Urk. 99 S. 48). Unter Würdigung aller Aspekte spreche das Kriterium der Stabilität 

eher für eine Relocation in den Kanton Tessin (Urk. 99 S. 49).

- 40 -

2.4.2. Der Beklagte verortet eine Widersprüchlichkeit des vorinstanzlichen Ent-

scheids. Die Vorinstanz habe zwar zutreffend ausgeführt, dass bei Kleinkindern die 

personenbezogene Stabilität und Kontinuität nicht weiterhelfe, wenn die Kinder bis-

lang von beiden Eltern alternierend betreut worden seien. Dennoch habe die Vor-

instanz in der Folge auf die personenbezogene Kontinuität (Erhalt der Betreuung 

durch die Grossmutter mütterlicherseits) abgestellt und die umgebungsbezogenen 

Faktoren (Schule, Freundeskreis, Hobbys, Partnerin des Beklagten und deren 

Sohn, Kontakt zur Familie des Beklagten) der Kinder als nicht entscheidend erklärt 

(Urk. 98 Rz. 22 und Rz. 24). Weshalb die Kinder die Grossmutter mütterlicherseits 

bei einem Verbleib in Zürich als Bezugsperson verlieren sollten, sei nicht nachvoll-

ziehbar. Die Mutter der Klägerin wohne wie diese in G._____. Die Kinder könnten 

ihre Beziehung zur Grossmutter mütterlicherseits ohne Weiteres während der Wo-

chenenden, Feiertage und Ferien pflegen, die sie bei der Klägerin in G._____ ver-

bringen würden. Die Grosseltern mütterlicherseits seien gebürtige Deutschschwei-

zer und immer wieder im Raum Zürich oder auf der Durchfahrt nach J._____, wo 

sie ein Ferienhaus hätten. Sie könnten die Kinder auch jederzeit gerne in Zürich 

besuchen (Urk. 98 Rz. 23). Er habe die Kinder seit der Trennung im Jahr 2019 deut-

lich mehr selbst betreut als die Klägerin, die ungefähr 25 % der Zeit, in der sie die 

Betreuungsverantwortung gehabt habe, die Kinder durch ihre Mutter habe fremd-

betreuen lassen (Urk. 98 Rz. 27 und Rz. 120). Er nehme seit August 2021 über-

haupt keine Fremdbetreuung mehr in Anspruch (Urk. 135 Rz. 13). Es sei somit 

nicht korrekt, dass die Vorinstanz die Ausgangslage des bisherigen Betreuungs-

modells als neutral gewertet habe. Die bisherigen tatsächlichen Betreuungsanteile 

der Parteien würden für ihn sprechen (Urk. 98 Rz. 120). Die Beziehung der Kinder 

zu Grossmutter mütterlicherseits sei nicht wichtiger und enger als diejenige zu sei-

nen Eltern (Urk. 98 Rz. 27). Sein Vater komme bislang jeweils am Dienstag auf 

Besuch und häufig stosse auch seine Mutter am späteren Nachmittag dazu (Urk. 98 

Rz. 102 und Rz. 107). Die Grossmutter mütterlicherseits betreue die Kinder erst 

seit Dezember 2019, als die Klägerin …-rätin geworden sei, während ungefähr 25 

Tagen pro Jahr. Der wöchentliche Nachmittag des Grossvaters väterlicherseits er-

gebe auch etwa 25 Tage pro Jahr (Urk. 98 Rz 109). Die Grossmutter mütterlicher-

seits sei keine Hauptbezugsperson, das seien vielmehr die Parteien (Urk. 98 

- 41 -

Rz. 125). Der Stellenwert, den die Grossmutter mütterlicherseits habe, sei sicher 

nicht grösser als sein eigener (Urk. 118 Rz. 162). Mit einem Wohnortswechsel wür-

den die Kinder auf einen Schlag ihr gesamtes gewohntes Umfeld, die ihnen be-

kannten Örtlichkeiten, die eingespielten Routinen und die Bindungen zu den weite-

ren Bezugspersonen ausserhalb der Familie verlieren (Urk. 98 Rz. 133). Alle drei 

Kinder hätten in der Schule viele Freunde (Urk. 98 Rz. 138). Mittlerweile würden 

D._____ und E._____ die erste Klasse besuchen. Sie hätten sich sehr auf den 

Schulbeginn gefreut, zumal alle Freunde aus dem Kindergarten ebenfalls in ihre 

Klasse gehen würden (Urk. 148 S. 1). Die Kinder seien in dem Quartier, in dem sie 

wohnen würden, aufgewachsen (Urk. 98 Rz. 139). Alle drei hätten enge Freunde, 

die in unmittelbarer Nähe zu den heutigen Wohnadressen der Parteien wohnen und 

ihnen viel bedeuten würden (Urk. 98 Rz. 140). Sie würden auch eine enge Bezie-

hung zu seiner Partnerin und deren Sohn pflegen. Entgegen der Vorinstanz könn-

ten diese Beziehungen nicht leicht ersetzt werden. Die guten Verbindungen und 

Vernetzungen im Tessin seien auf die engste Familie der Klägerin beschränkt. Der 

Partner der Klägerin und dessen Kinder würden im K._____ wohnen (Urk. 98 

Rz. 141). Die Kinder könnten Deutsch und Italienisch sprechen. Allerdings sei der 

Wortschatz der Kinder auf Italienisch sehr beschränkt (Urk. 98 Rz. 146). Die Kin-

dergartenlehrerin der Mädchen spreche kein Italienisch. Sie könne somit kaum be-

urteilen, ob die Mädchen von Italienisch ins Deutsch übersetzen würden oder um-

gekehrt (Urk. 135 Rz. 42). C._____ könne Italienisch weder lesen noch schreiben. 

Ein Wechsel in den italienischen Sprachraum wäre daher für C._____ mit erhebli-

chen zusätzlichen schulischen Belastungen verbunden (Urk. 98 Rz. 24 und 

Rz. 147). Entgegen der Vorinstanz sei bei einem Verbleib in Zürich auch nicht zu-

nächst eine neue Alltagsroutine zu finden. Die Kinder würden in der zweiten Wo-

chenhälfte so leben wie bislang in der ersten Wochenhälfte (Urk. 98 Rz. 154). Bei 

einem Umzug nach G._____ würde die Alltagsroutine hingegen vollkommen än-

dern (Urk. 98 Rz. 156). Die Kinder würden G._____ zwar sicher recht gut kennen, 

weil es ein Wochenend- und Ferienort sei. Das Zuhause sei aber das Quartier in 

L._____ (Urk. 98 Rz. 155). Sowohl unter Berücksichtigung des sozialen Umfelds, 

der Sprache als auch der schulischen Situation entspreche ein Verbleib der Kinder 

in Zürich viel mehr den Grundsätzen der Stabilität und Kontinuität (Urk. 98 Rz. 25). 

- 42 -

Die Kinder seien aufgrund des Alters nicht mehr nur personenbezogen (Urk. 98 

Rz. 26). Es sei auch danach zu fragen, welcher Elternteil aller Voraussicht nach auf 

längere Sicht ein dem Kindswohl günstiges, stabiles Milieu zu bieten vermöge 

(Urk. 98 Rz. 161). Es sei äusserst zweifelhaft, dass die aktive, ehrgeizige und en-

gagierte Klägerin dauerhaft im 850-Seelen-Dorf G._____ bleibe. Bereits heute ver-

bringe sie sehr viel Zeit in K._____. Es sei absehbar, dass die Klägerin in den Raum 

K._____ ziehen wolle, um näher bei ihrem Partner und dem Ort ihrer beruflichen 

und politischen Aktivitäten zu sein (Urk. 98 Rz. 163). Nachdem der Mietvertrag nun 

gemäss Darstellung der Klägerin auf unbestimmte Zeit verlängert worden sei, 

könne sie diesen jederzeit kündigen, wenn sie aus G._____ wegziehen wolle 

(Urk. 135 Rz. 17). Er sei dagegen sesshaft, habe praktisch immer in Zürich gelebt 

und werde dort bleiben. Dort übe er seinen Beruf aus und sei seine ganze Familie 

(Urk. 98 Rz. 164). Es sei und sei auch nie die Absicht des Beklagten gewesen, 

nach M._____ zu ziehen. Das sei vielmehr stets nur der Wunsch seiner Eltern ge-

wesen (Urk. 118 Rz. 146). Offenbar habe seine Mutter sich ohne sein Wissen oder 

gar seine Zustimmung für den Kauf einer Liegenschaft in M._____ interessiert 

(Urk. 118 Rz. 148).

2.4.3. Die Klägerin betont, dass ihre Mutter eine sehr enge Bezugsperson der Kin-

der sei. Diese betreue die Kinder bereits seit November 2019 regelmässig in Zürich 

während ihrer Sessionen. Zwischen ihrer Mutter und den Kindern habe sich seit 

nunmehr drei Jahren während der Sessionszeit eine Alltagsroutine mit Ritualen ein-

gespielt, die aus dem Leben der Kinder nicht mehr wegzudenken sei. Ihre Mutter 

sei seit Jahren und nicht erst seit der Trennung der Parteien eine wichtige Bezugs-

person der Kinder und stelle gerade in der Trennungssituation der Eltern ein siche-

res Element im Familiengefüge mit starker Bindung zu den Kindern dar (Urk. 107 

S. 17). Die Klägerin habe die Kinder seit der Geburt mehr persönlich betreut. Ferner 

habe es sich so verhalten, dass der Beklagte in der Vergangenheit (bis September 

2021; Urk. 128 Rz. 44) die Mädchen während seiner Betreuungsverantwortung am 

Montag und Dienstag ganztags und am Mittwoch bis 12.00 Uhr in der Krippe habe 

betreuen lassen. Bereits die Ausgangslage des bisherigen Betreuungskonzepts sei 

nicht als neutral zu werten und auch nicht vergleichbar mit einer klassischen alter-

nierenden Obhut. Dem Gedanken der Betreuungskontinuität sei somit Rechnung 

- 43 -

zu tragen (Urk. 107 Rz. 53). Gemäss Angabe des Beklagten sei nun seit Sommer 

2020 ein etwas engerer Kontakt zu den Grosseltern väterlicherseits bzw. zum 

Grossvater entstanden. Dabei handle es sich jedoch vor allem um Besuche meist 

in Anwesenheit des Beklagten. Diese seien mit der Situation der Grossmutter müt-

terlicherseits nicht zu vergleichen. Die Kindervertreterin habe ein familiäres Umfeld 

in G._____ attestiert, das ausgeprägter als jenes in Zürich sei und für die Kinder 

seit längerem zu ihrem Lebensalltag gehöre (Urk. 107 Rz. 49). Eine Lösung in 

C._____s Fantasie habe so ausgesehen, dass er sich sogar vorstellen könne, dass 

alle in ein anderes Land gehen würden. Somit scheine er in L._____ nicht so stark 

verwurzelt zu sein, wie der Beklagte ausführe (Urk. 107 Rz. 53). Die Vorinstanz sei 

zu Recht von einer überwiegenden Personenbezogenheit ausgegangen, insbeson-

dere bei D._____ und E._____ (Urk. 107 Rz. 57). Das Argument der Stabilität in 

Bezug auf die örtlichen und sozialen Verhältnisse (Freundeskreis, Schule und Hob-

bys im Quartier) seien von der Vorinstanz zutreffend als weniger gewichtig wie die 

Betreuungskontinuität (Bindung zur Mutter und Grossmutter) beurteilt worden 

(Urk. 107 Rz. 72). Mit dem grosszügigen Besuchsrecht am Wochenende und den 

neun Wochen Ferien könnten die Beziehungen zum Beklagten, seiner Familie und 

den Freunden aus Kindergarten und Schule gepflegt werden. Kontakte zum Be-

klagten und den Grosseltern väterlicherseits könnten auch im Tessin in N._____, 

wo die Grosseltern ein Ferienhaus besitzen würden, stattfinden (Urk. 107 Rz. 63). 

Der vom Beklagten beschriebene Freundeskreis der Kinder zeige, dass es den Kin-

dern sowohl im Kindergarten als auch in der Schule leicht gefallen sei, sich sozial 

zu integrieren. In G._____ hätten sie ebenfalls an den Wochenenden und in den 

Ferien Freundschaften mit Kindern geschlossen und könnten rasch weitere neue 

Freunde finden (Urk. 107 Rz. 59 und Rz. 61). Bezüglich der Veränderungen im aus-

serfamiliären sozialen Umfeld der drei Kinder (Schule, Kindergarten, Freundeskreis 

und Hobbys) sei nicht von einem einschneidenden Ereignis auszugehen (Urk. 107 

Rz. 59). Selbstverständlich würden sie und ihre Eltern, die zwar aus der Deutsch-

schweiz stammen, aber Italienisch beherrschen würden, die Kinder in schulischer 

Hinsicht in G._____ unterstützen. Nicht zu vergessen sei ihre Schwägerin, die als 

Muttersprache Italienisch spreche und Lehrerin sei. Seit Jahren schaue die Kläge-

rin mit den Kindern italienische Bücher an. Mit C._____s lese sie, seit er die Schule 

- 44 -

besuche, auch italienische Bücher. Die Kinder würden untereinander je nach Situa-

tion beide Sprachen sprechen. Es bereite ihnen keine Mühe, zwischen den beiden 

Sprachen zu wechseln, und sie würden sich dem Gesprächspartner anpassen 

(Urk. 107 Rz. 65). Dem Protokoll des Standortgesprächs mit der Kindergartenleh-

rerin sei zu entnehmen, dass D._____ und E._____ problemlos vom Deutschen ins 

Italienische und umgekehrt übersetzen könnten (Urk. 128 Rz. 52). Im Übrigen hät-

ten die Kinder einen Vorteil, da sie die zweite Fremdsprache (Deutsch) bereits be-

herrschen würden (Urk. 107 Rz. 66). Sie habe im vorinstanzlichen Verfahren dar-

gelegt, dass sie sich dauerhaft wieder in G._____ niederlassen wolle (Urk. 107 

Rz. 68). Der Mietvertrag für das Haus in G._____ sei auf unbestimmte Zeit verlän-

gert worden (Urk. 128 Rz. 14). Demgegenüber sei der Beklagte in M._____ aufge-

wachsen, wo heute seine Eltern und einer seiner Brüder wohnen würden. Mit dem 

Quartier in L._____ sei er heute rein zufällig verbunden. Dass es ihn in den Raum 

M._____ zurückziehe, würden auch die seinerzeitigen Bemühungen zeigen, mit ihr 

(teils im Raum M._____) eine Liegenschaft zu kaufen. Sie habe stets Zweifel ge-

hegt, ob der Beklagte tatsächlich in L._____ bleiben wolle. Die Zweifel hätten sich 

nun bestätigt. Der Beklagte suche eine Liegenschaft im Raum M._____. Seine Mut-

ter, die bereits in der Vergangenheit beim Hauskauf mitgewirkt habe und über ein 

Beziehungsnetz im Raum M._____ verfüge, habe im Dezember 2021 diverse 

Hausbesitzer angeschrieben, dass ihr alleinerziehender Sohn mit seinen drei Kin-

dern trotz intensiver Suche noch immer keine Bleibe in M._____ gefunden habe 

(Urk. 107 Rz. 69). Da der Beklagte gar nicht die Absicht habe, im Quartier zu blei-

ben, laufe seine Argumentation ins Leere (Urk. 107 Rz. 72).

2.4.4. Die Kindervertreterin hält fest, über die Personen- bzw. Ortsgebundenheit 

der Kinder werde mit zunehmender Verfahrensdauer und dem Alter der Kinder neu 

zu befinden sein, wobei mit gewissem Erstaunen zur Kenntnis genommen worden 

sei, dass der Beklagte offenbar Umzugspläne verfolge, welche die Kinder ebenfalls 

aus dem jetzigen, vertrauten Umfeld nehmen würden (Urk. 114 Rz. 2.9). 

2.4.5. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bildet das bisher gelebte Be-

treuungsmodell den Ausgangspunkt. War der wegzugswillige Elternteil nach dem 

tatsächlich gelebten Betreuungskonzept ganz oder überwiegend die Bezugsperson 

- 45 -

(namentlich beim klassischen Besuchsrechtsmodell), wird es tendenziell zum bes-

seren Wohl des Kinds sein, bei diesem Elternteil zu bleiben und mit ihm wegzuzie-

hen. Wurde ein Kind hingegen von beiden Elternteilen weitgehend zu gleichen Tei-

len betreut (alternierende Obhut) und sind beide weiterhin willens und in der Lage, 

persönlich oder im Rahmen eines im Kindswohl liegenden Betreuungskonzepts für 

das Wohl des Kinds zu sorgen, ist die Ausgangslage gewissermassen neutral. 

Diesfalls ist anhand weiterer Kriterien (wie familiäres und wirtschaftliches Umfeld, 

Stabilität der Verhältnisse, Sprache und Beschulung, gesundheitliche Bedürfnisse 

und Meinungsäusserung älterer Kinder) zu eruieren, welche Lösung am besten 

dem Interesse des Kinds entspricht (BGer 5A_224/2022 vom 13. Dezember 2022, 

E. 3.1.).

2.4.6. Die Parteien sind sich uneinig, wer von ihnen die Kinder vor der Trennung im 

Jahr 2019 mehr persönlich betreute. Dies erweist sich für die nun mehrere Jahre 

zurückliegende Zäsur im Leben der Kinder und nach über längerer Zeit praktizierter 

alternierender Obhut mit gleichen Betreuungsanteilen als unerheblich, da sich die 

Kinder an das aktuell gelebte Betreuungskonzept gewöhnt haben. Das Bundesge-

richt relativiert zudem die Bedeutung der vor der Trennung gelebten Rollenteilung 

gestützt auf den Anspruch auf Beteiligung an der Betreuung und das Interesse des 

Kindes, eine Beziehung zu beiden Elternteilen aufzubauen (BGer 5A_888/2016 

vom 20. April 2018, E. 3.3.2). Die Kinder stehen seit Wegfall der Fremdbetreuung 

ab August 2021 überwiegend unter der persönlichen Betreuung des Beklagten, 

während die persönliche Betreuungszeit der Klägerin durch diejenige der Gross-

mutter mütterlicherseits vermindert wird. Selbst wenn eine Grossmutter einen nicht 

unbeachtlichen Teil der Betreuungsverantwortung übernommen hat, ist ihr nicht 

derselbe Stellenwert wie einem Elternteil beizumessen. Die Hauptbezugsperson 

kann aber auch nicht bloss an der zeitlichen Komponente festgemacht werden. In 

Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist deshalb davon 

auszugehen, dass bei der vorliegend gelebten alternierenden Obhut unter Einbe-

zug der Grossmutter mütterlicherseits die Ausgangslage neutral ist. Durch die Wo-

chenend- und Ferienbesuche konnten die Kinder in G._____ bereits Wurzeln schla-

gen. Verwurzelter sind sie aber nach wie vor in Zürich. Die Kinder sind in L._____ 

aufgewachsen und verbringen dort ihren Alltag. Sie besuchen mittlerweile alle die 

- 46 -

Schule und haben enge Freundschaften aufgebaut. Anerkanntermassen können 

die Kinder Italienisch sprechen und besuchte C._____ früher während der Som-

merferien zeitweise einen Sommerkindergarten in G._____ (Prot. I S. 14 und 

Urk. 29 Rz. 30). Aufgrund ihres noch jungen Alters werden sie das Italienisch 

schnell perfektionieren können. Dennoch ist dies – insbesondere für C._____ – mit 

einer zusätzlichen Herausforderung verbunden, die es in Zürich nicht zu bewältigen 

gibt. C._____s Äusserung gegenüber der Kindervertreterin, er habe sich auch 

schon überlegt, dass sie alle in ein anderes Land gehen könnten, kann nicht dahin-

gehend interpretiert werden, dass er mit den örtlichen und sozialen Gegebenheiten 

in L._____ nicht verbunden ist. Vielmehr verbalisierte er mit dieser Aussage seinen 

kindlichen Lösungsansatz, die Streitereien zwischen seinen Eltern aus der Welt zu 

schaffen (Urk. 41 S. 3). Beide Parteien bezweifeln gegenseitig, dass sie langfristig 

in L._____ bzw. G._____ bleiben würden, und werfen hierzu Anhaltspunkte auf 

(Suchbemühungen nach e