# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d816dc51-e38f-5090-8d44-0e80b770e54b
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-01-31
**Language:** de
**Title:** Pauschale Steueranrechnung, Fälligkeiten 2011
**Docket/Reference:** VS.2015.6
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_VS_2015_6_qy.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 VS.2015.6 

Entscheid 

 31. Januar 2017 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Ersatzrichter Oli-
ver Untersander und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A   A G ,    

vertreten durch RA Dr.iur. B,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin,  

S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Dienstabteilung Wertschriften,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

betreffend 

Pauschale Steueranrechnung, Fälligkeiten 2011 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  1.  Die  A  AG  mit  Sitz  in  der  zürcherischen  Gemeinde  C  (nachfolgend  die 

Pflichtige)  ist  eine  Gesellschaft  der  A-Gruppe.  Sie  erzielt  neben  Dividendenerträgen 

Lizenz-, Zins- und andere Erträge. Auf Bundesebene ist sie eine ordentlich besteuerte 

Gesellschaft,  auf  Kantons-  und  Gemeindeebene  geniesst  sie  für  das  streitbetroffene 

Steuerjahr  2011  Holdingstatus.  Die  entsprechenden  Veranlagungen  für  die  direkte 

Bundessteuer und die kantonalen Staats- und Gemeindesteuern sind rechtskräftig.  

Im Jahr 2011 vereinnahmte und verbuchte die Pflichtige Lizenzeinnahmen von 

insgesamt Fr.           (T-act. 4). Von diesen Lizenzeinnahmen entfallen Fr.           auf 

Lizenzeinnahmen  aus  Ländern,  mit  denen  die  Schweiz  Doppelbesteuerungsabkom-

men (DBA) geschlossen hat. Sie sind mit Quellensteuern zwischen 5% und 12.5% be-

lastet (Lizenzeinnahmen brutto: Fr.          ; siehe hierzu die Aufstellung der Pflichtigen 

in T-act.  4).  Die restlichen  Lizenzeinnahmen  entfallen  entweder  auf  solche  aus  Nicht-

DBA-Staaten  oder  auf  solche  aus  DBA-Staaten,  die  aber  keiner  Quellensteuerbelas-

tung unterliegen.   

Auf  Staats-  und  Gemeindesteuerebene  unterliegt  die  Pflichtige  aufgrund  des 

Holdingstatus keiner  Ertragsbesteuerung.  Die  Pflichtige hat  aber  im  Jahr 2011  die  Li-

zenzerträge aus Belgien, Frankreich und Italien bei den Staats- und Gemeindesteuern 

trotzdem  versteuert  (mit  entsprechender  Spartenrechnung).  Davon  sind  nur  die  Li-

zenzeinnahmen aus Frankreich und Italien von insgesamt Fr.          (brutto) mit Quel-

lensteuern  von  je  5%,  total  Fr.                   ,  belastet  (T-act.  4).  Die  Lizenzeinnahmen  aus 

Frankreich  und  Italien  sind  in  der  Schweiz  somit  auf  allen  Ebenen  besteuert  worden, 

einschliesslich  der  Besteuerung  mit  der  als  Gemeindesteuer  ausgestalteten  Kirchen-

steuer. Die gesamten ausländischen Quellensteuern auf den aus DBA-Ländern stam-

menden Lizenzeinnahmen betragen Fr.          (davon entfallen wie erwähnt Fr.                 

auf die Lizenzeinnahmen aus Frankreich und Italien).  

2.  Mit  Nachtrag  vom  19.  August  2014  (T-act.  4)  beantragte  die  Pflichtige  die 

Anrechnung der gesamten ausländischen Quellensteuern von Fr.            , welche auf 

die Lizenzeinnahmen aus DBA-Ländern entfielen. Mit Entscheid vom 13. April 2015 (T-

act. 5/1) gewährte das kantonale Steueramt eine Steueranrechnung von insgesamt Fr.  

             . Die Kürzung des Antrags durch das kantonale Steueramt beruhte im Wesent-

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lichen auf der Anwendung von Art. 3 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 12 Abs. 2 der Ver-

ordnung des Bundesrats über die pauschale Steueranrechnung vom 22. August 1967 

(VO  pStA,  SR  672.201).  Nach  diesen  Bestimmungen  wird  eine  mögliche  Steueran-

rechnung auf einen Drittel der ausländischen Quellensteuern beschränkt, sofern quel-

lensteuerbelastete Erträge in der Schweiz nur mit der direkten Bundessteuer besteuert 

werden.  

B.  Mit  Einspracheentscheid  vom  4.  August  2015  wies  das  kantonale  Steuer-

amt eine entsprechende Einsprache der Pflichtigen ab und bestätigte seinen Entscheid 

(R-act. 3/1).  

C.  Hiergegen  erhob  die  Pflichtige  am  7.  September  2015  Beschwerde  

(R-act. 2) und erneuerte ihr Begehren, Quellensteuern von insgesamt Fr.       anrech-

nen  zu  lassen.  Mit  Beschwerdeantworten  vom  19.  November 2015  (R-act.  11)  bzw.  

27. Januar 2016 (R-act. 15) beantragten sowohl das kantonale Steueramt als auch die 

Eidgenössische  Steuerverwaltung  die  Abweisung  der  Beschwerde  und  Bestätigung 

des Einspracheentscheids. Mit Replik vom 14. April 2016 (R-act. 20) hielt die Pflichtige 

an  ihrem  Antrag  fest.  Gleiches  taten  das  kantonale  Steueramt  in  seiner  Duplik  vom  

20. Juni 2016 (R-act. 25) und die Eidgenössische Steuerverwaltung in ihrer Duplik vom 

14. Juli 2016 (R-act. 28). 

Auf die Ausführungen der Parteien wird, sofern rechtserheblich, in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) In der Schweiz ansässige natürliche und juristische Personen können für 

die in Übereinstimmung mit einem Doppelbesteuerungsabkommen in einem Vertrags-

staat  erhobene  begrenzte  Steuer  von  aus  diesem  Vertragsstaat  stammenden  Erträg-

nissen eine pauschale Steueranrechnung beantragen (Art. 2 Abs. 1 VO pStA). Unter-

liegen  Erträgnisse  entweder  nur  der  Einkommenssteuer  des  Bundes  oder  nur  den 

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Einkommenssteuern  der  Kantone  und  Gemeinden,  so  kann  die  pauschale  Steueran-

rechnung nur für einen Teil der in einem Vertragsstaat von diesen Erträgnissen erho-

benen  Steuer  beansprucht  werden;  Artikel  12  findet  sinngemäss  Anwendung  (Art.  3 

Abs.  2  VO  pStA).  Unterliegen  die  aus  den  Vertragsstaaten  stammenden  Erträgnisse 

nur  der  ordentlichen  Einkommens-  oder  Gewinnsteuer  des  Bundes,  so  ist  der  Betrag 

der pauschalen Steueranrechnung auf ein Drittel der Summe der in den Vertragsstaa-

ten  erhobenen Steuern begrenzt.  Für  die  Berechnung des  Maximalbetrags  ist  nur  die 

Einkommens-  oder  Gewinnsteuer  des  Bundes  zu  berücksichtigen  (Art.  12  Abs.  2  VO 

pStA).  

b) Dem Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts liegen mehrere Sei-

ten  umfassende,  detaillierte  Berechnungen  zugrunde.  Diese  Berechnungen  betreffen 

zur  Hauptsache  die  Ermittlung  des  sog.  Maximalbetrags  gemäss  Art.  8  Abs.  2  VO 

pStA.  Der  Maximalbetrag  entspricht  –  verkürzt  ausgedrückt  –  den  tatsächlich  in  der 

Schweiz geschuldeten Steuern auf den (Netto-)Erträgnissen, für welche eine Steueran-

rechnung  verlangt  wird.  Dieser  (Maximal-)Betrag  stellt  den  höchstmöglichen  Betrag 

dar,  der  als  Steueranrechnung  gewährt  wird.  Mit  Art. 8  Abs.  2  VO  pStA  hat  der  Bun-

desrat mithin das sog. ordentliche Anrechnungssystem als Grundsatz-Ordnung umge-

setzt. Es besagt, dass eine Anrechnung nur insoweit gewährt wird, als sie die interne 

Steuerlast  nicht  übersteigt.  Auch  beim  ordentlichen  Anrechnungssystem  gilt  aber 

grundsätzlich: Angerechnet werden sämtliche, im Ausland bezahlten Steuern, solange 

diese nicht höher sind als der Maximalbetrag, d.h. die innerschweizerisch anfallenden 

Steuern auf dem entsprechenden Einkommen.   

Eine weitaus kürzere Berechnung stellt die Ermittlung der anrechenbaren, im 

Ausland bezahlten (Quellen-)Steuern dar, die das Steueramt in Anwendung von Art. 12 

Abs. 2 VO pStA vorgenommen hat. Bei dieser Operation wird nicht die Schweizer Seite 

(Höhe  der  internen  Steuerlast)  untersucht,  sondern  sie  betrifft  nur  die  ausländische 

Seite:  Es  wird  der  Umfang  der  ausländischen  (Quellen-)Steuern,  für  welche  eine  An-

rechnung  beantragt  wird,  gekürzt.  Es  werden  mithin  nicht  sämtliche  ausländischen 

Steuern,  sondern  nur  ein  Teil  zur  Anrechnung  zugelassen.  Im  vorliegenden  Fall  hat 

das kantonale Steueramt diese ausländischen, anrechenbaren Quellensteuern auf Fr.  

           festgesetzt und eine Anrechnung in diesem Umfang gewährt.  

c)  Zur  besseren  Behandlung  der  verschiedenen  Rügen  und  Vorbringen  der 

Pflichtigen sind die Berechnungen des Steueramts nachfolgend in der gebotenen Kür-

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ze dargestellt. Den sog. Maximalbetrag (Fr.          ) hat das Steueramt wie folgt ermit-

telt:

Zu Berechnung und Berechnungsmethodik sind folgende Punkte hervorzuhe-

ben:  

aa) Das Steueramt hat die Belastung der direkten Bundessteuer und der kan-

tonalen Staats- und Gemeindesteuern gesondert bzw. "individuell" ermittelt. Der Betrag 

von Fr.               stellt – nach der Berechnung des Steueramts – die direkte Bundes-

steuer dar, die auf den Netto-Lizenzerträgnissen anfallen, die aus DBA-Ländern stam-

men  und  die  mit  Quellensteuern  belastet  sind.  Auf  Staats-  und  Gemeindesteuern-

Ebene  hat  das  Steueramt  die  Steuerbelastung,  welche  auf  die  Lizenzen  Frankreich 

und Italien entfallen, ermittelt (Fr.               ). Diese beiden Beträge stellen – aus Sicht 

des kantonalen Steueramts – den Maximalbetrag dar (Fr.             ).  

bb) Das Steueramt hat auf Stufe direkte Bundessteuer einen einzigen  "Korb" 

("basket") gebildet, und dieser enthält (1) nur Lizenzerträgnisse aus DBA-Ländern und 

(2)  nur  solche,  die  quellensteuerbelastet  sind.  Für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern 

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Ermittlung der tatsächlich geschuldeten Schweizer Steuer gemäss SteueramtBund: CHFReingewinn gemäss Handelbilanz/SteuerbilanzGewinnsteuer vor Beteiligungsabzug8.5%./. Beteiligungsabzug90.906%geschuldete direkte Bundessteuer 2011, totalZuordnung zu DBA-Lizenzerträgen mit QuellensteuerbelastungLizenzerträge total:mit Beteiligunagsabzugandere ErträgeDBA-Lizenzerträgeandere Lizenzerträgeübrige Erträgetotalverbuchte ErträgeSchuldzinsen/Finanizierungsaufwandverbuchte AbschreibungVerwaltungskostenLizenzunkosten (50% von Brutto)übriger AufwandNettoertrag I Übernahme Geschäftsverluste (nach Nettoerträgen)Steuern (einschliess StB-Änderungen)steuerbarer Gewinn Schweizgeschuldete/berechnete dBSt8.5%8.5%8.5%8.5%8.5%Reduktion Beteiligungsabzuggeschuldete dBStStaat und Gemeinde: I und Fandereübrige Erträgetotalverbuchte Lizenzerträge gemäss SpartenrechnungLizenzunkosten, zu 50% von BruttoNettoertrag IUmlage RundungsdifferenzenNettoertrag vor SteuernSteuern, gemäss Spartenrechnungsteuerbar, Kanton ZürichSteuersatz Kanton und Gemeinde, ohne Kirche17.520%17.520%17.520%geschuldete Staats- und GemeindesteuernMaximalbetrag "geschuldete direkte Bundessteuer"Maximalbetrag "geschuldete Staats- und Gemeindesteuern"total Maximalbetrag 
 
 
 
 
 
 
 
 
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umfasst der Korb die Frankreich- und Italien-Lizenzen, insbesondere ohne die Belgien-

Lizenzen.  

cc)  Auf  Staats-  und  Gemeindeebene  wurden  die  verbuchten  Steuern  von  Fr.  

              (entsprechend  der  für  die  direkten  Steuern  erstellten  Spartenrechnung)  be-

rücksichtigt und nach Einkommensteilen verlegt. Kirchensteuern wurden nicht berech-

net und sind im Maximalbetrag nicht abgebildet.  

dd) In der Spartenrechnung für die direkte Bundessteuer entsteht bei den "üb-

rigen Erträgen" ein Verlust von rund Fr.      Mio. (bei einem Gewinn der "anderen Erträ-

ge" von rund Fr.      Mio.). Das Steueramt hat diesen Verlust, der gemäss den Ausfüh-

rungen  der  Pflichtigen  nicht  zuordenbare,  allgemeine  Unkosten  darstellt,  nach 

Einkommensteilen  verlegt.  Ein  Teil  dieses  Verlusts  ist  mithin  auch  auf  die  anrech-

nungsfähigen Einkommensteile verlegt worden, was zu einer entsprechenden Redukti-

on des Maximalbetrags führt.  

d)  Mit  der  zweiten  Berechnung  hat  das  Steueramt  den  "Höchstbetrag"  nach 

Art. 12 Abs. 2 VO pStA ermittelt, und zwar wie folgt:  

Da der "Höchstbetrag" nach Art. 12 Abs. 2 VO pStA tiefer ist (Fr.        ), hat es 

nur diesen tieferen Anrechnungsbetrag gewährt. Für diesen Betrag konnte das Steuer-

amt  die Anrechnung  ungekürzt gewähren,  da  der  Betrag ja  unter  dem Maximalbetrag 

liegt. Diese Berechnung zeigt deutlich den Effekt der – verkürzt ausgedrückt – Drittel-

Reduktion  gemäss  Art.  12  Abs.  2  VO  pStA:  Obwohl  auf  den  Nettoerträgnissen  noch 

Anrechnungssubstrat  besteht  (vorliegend  vor  allem  in  Form  von  direkter  Bundessteu-

er), kommt dieses nicht zur Verrechnung mit im Ausland bezahlten Steuern. Unter der 

Annahme,  die  Berechnung  des  Maximalbetrags  durch  das  Steueramt  wäre  korrekt, 

betrüge  der  "Anrechnungsverlust"  infolge  der  Drittelkürzung  demnach  (Fr.            ./.  Fr. 

        .- =) Fr.            .  

e)  Die  Pflichtige  verlangt  die  vollständige  und  ungekürzte  Anrechnung  der  in 

DBA-Staaten bezahlten Quellensteuern von Fr.         . Sie begründet diesen Antrag mit 

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total nicht-rückforderbare Quellensteuern DBA-Länder, totalintern Bundintern St+Gdavon nicht-rückforderbare Quellensteuern F und I (5% von Brutto), volle Anrechnungrestliche nicht-rückforderbare Quellensteuern DBA-Länderdavon 1/3, volle AnrechnungAnrechnung F und Igesamter Anrechnungsbetrag 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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verschiedenen  Argumenten,  die  aber  hauptsächlich  die  Berechnung  des  Maximalbe-

trags  beschlagen.  So  verlangt  sie  sinngemäss,  dass  der  "Korb"  nicht  nur  die quellen-

steuerbelasteten DBA-Erträge enthalten dürfe (sondern sämtliche DBA-Erträge, unab-

hängig  einer  allfälligen  Belastung),  dass  die  Mit-Übernahme  des  Teilverlusts  "übrige 

Erträge"  durch  die Lizenzerträge  in  der  Bundessteuer-Spartenrechnung nicht  zulässig 

sei und dass Kirchensteuern mitzuberechnen seien. Schliesslich betrügen die verbuch-

ten Erträge Fr.         , und nicht Fr.           .-. Alle diese Ausführungen, so wird anhand 

der  oben  dargestellten  Berechnungen  ersichtlich,  betreffen  den  Maximalbetrag,  d.h., 

sie würden den Maximalbetrag erhöhen. Entscheidend ist vorliegend deshalb an erster 

Stelle die Frage, ob die "Drittel-Reduktion" (die Kürzung der anrechenbaren, ausländi-

schen Steuern) rechtens ist. Denn solange der daraus resultierende Betrag tiefer ist als 

der Maximalbetrag, kommt immer nur dieser tiefere Betrag zur Anrechnung. Vorliegend 

ist also zunächst zu prüfen – und dies ist auch die Hauptargumentationslinie der Pflich-

tigen –, ob die Kürzung der anrechenbaren ausländischen Quellensteuern gemäss Art. 

12 Abs. 2 VO pStA zulässig bzw. rechtens ist. Ist diese Kürzung rechtens, können und 

müssen die übrigen aufgeworfenen Fragen unbeantwortet bleiben (zur Übernahme des 

Teilverlusts "übrige Erträge" siehe aber nachfolgend Erwägung 3c am Ende).  

2. a) Die Ermittlung des Anrechnungsbetrags für im DBA-Staat bezahlte Steu-

ern beruht auf einer vom Bundesrat erlassenen Verordnung. Im Folgenden ist zunächst 

aus  innerstaatlicher  Sicht  zu  prüfen,  ob  diese  Verordnung  bzw.  die  hier  fragliche  Be-

stimmung von Art. 12 Abs. 2 VO pStA (zusammen mit Art. 3 Abs. 2 VO pStA) rechts-

beständig  ist.  Anschliessend  ist  zu  prüfen,  ob  diese  Bestimmung  allenfalls  in  Konflikt 

mit  Doppelbesteuerungsrecht,  insbesondere  den  anwendbaren  Doppelbesteuerungs-

abkommen, steht.  

b)  Die  Schweiz  folgt  internationalsteuerrechtlich  grundsätzlich  der  Befrei-

ungsmethode.  Das  innerstaatliche  Recht  stellt  gewisse  ausländische  Einkünfte  frei 

(z.B.  Betriebsstätte-Gewinne,  Liegenschafteneinkünfte),  anstatt  diese  zu  besteuern 

und  zugleich  eine  Steuergutschrift  ("tax  credit")  für  die  im  Ausland  bezahlten  Steuern 

zu  gewähren  ("Anrechnungsmethode").  Ausländisches  Einkommen  aus  beweglichem 

Vermögen  (z.B.  Dividenden)  besteuert  die  Schweiz  als  Ansässigkeitsstaat  uneinge-

schränkt,  ohne  eine  Anrechnung  ausländischer  Quellensteuern  zu  gewähren;  diese 

können  lediglich  von  der  Bemessungsgrundlage  abgezogen  werden.  Das  Schweizer 

Steuerrecht hat deshalb keine eigene Anrechnungsordnung in seinen Steuergesetzen, 

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da ausserhalb von DBA-Konstellationen eine solche für die Umsetzung des schweize-

rischen internationalen Steuerrechts nicht notwendig ist. Nur im Verhältnis mit Staaten, 

mit denen die Schweiz ein Doppelbesteuerungsabkommen hat, ist eine Anrechnungs-

ordnung  erforderlich:  Immer  dort,  wo  sich  Abkommensparteien  auf  die  Teilung  von 

Steuersubstrat einigen (d.h. beide Staaten dürfen und wollen ein bestimmtes Einkom-

men besteuern), bedarf es eines Systems von Anrechnungsregeln. Es sind Konstellati-

onen, bei denen sowohl dem Quellenstaat als auch dem Ansässigkeitstaat ein Besteu-

erungsrecht zugeteilt wird, wie dies in der Regel für Dividenden, Zinsen und Lizenzen 

geschieht. Eigentlich ist diese Steueraufteilung in der Regel ein Besteuerungsvorrecht 

des Quellenstaates (er darf auf jeden Fall besteuern), während der Ansässigkeitsstaat 

"auch"  besteuern  darf.  Es  ist  deshalb auch  der  Ansässigkeitsstaat,  der  die Doppelbe-

steuerung beheben muss: Er muss in solchen Fällen einen "tax credit" für die im Aus-

land bezahlte Quellensteuer gewähren und so die Doppelbesteuerung beseitigen. Die 

Verpflichtung des Ansässigkeitsstaats, in solchen Konstellationen einen "tax credit" zu 

gewähren, ist jeweils im Methodenartikel des DBAs enthalten (vgl. Art. 23 A und B des 

OECD-Musterabkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der 

Steuern vom Einkommen und vom Vermögen [OECD-Musterabkommen]).  

c) Diese Anrechnungsordnung hat der Bundesrat mit der VO pStA geschaffen, 

die  ihrerseits  auf  Art.  2  Abs.  1  lit.  e  des  Bundesgesetzes  über  die  Durchführung  von 

zwischenstaatlichen  Abkommen  des  Bundes  zur  Vermeidung  der  Doppelbesteuerung 

vom  22.  Juni  1951  (SR  672.2)  basiert.  Danach  ist  der  Bundesrat  zuständig  "zu  be-

stimmen,  wie  eine  staatsvertraglich  vereinbarte  Anrechnung  von  Steuern  des  andern 

Vertragsstaates auf die in der Schweiz geschuldeten Steuern durchzuführen ist". 

Die  Delegation,  die  der  Bundesgesetzgeber  in  dieser  Bestimmung  anordnet, 

scheint sich vorderhand bloss auf den "Vollzug" zu beschränken. Sie kann aber letzt-

lich nur als einen umfassenden Auftrag an den Bundesrat verstanden werden, die An-

rechnungsordnung  insbesondere  auch  materiell-rechtlich  auszugestalten.  Dass  diese 

Delegation  die  Befugnis  mitumfasst,  eine  umfassende,  materiell-rechtliche  Ordnung 

eines Anrechnungssystems zu erlassen, ergibt sich letztlich aus dem Gegenstand, der 

zu regeln ist. Wie die kurze Darstellung der  Berechnung des  Steueramts gezeigt  hat, 

ist praktisch jede Regel, die für die Umsetzung einer Anrechnungsordnung notwendig 

ist, auch und vor allem eine materiell-rechtliche Regel, die sich unmittelbar im Anrech-

nungsbetrag  niederschlägt  (bzw.  niederschlagen  kann).  So  muss  eine  Anrechnungs-

ordnung unter anderem Regeln enthalten über: (1) die Körbe ("baskets"; z.B. ob es nur 

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einen  Korb  geben  soll  oder  mehrere  Körbe  pro Land,  pro  Einkommensart  oder  sogar 

für jeden einzelnen Einkommensteil allein ["item-per-item-limitation"]), über (2) die Zu-

ordnung  von  Abzügen  (zur  Ermittlung  des  in  der  Schweiz  steuerbaren  Nettoeinkom-

mens), über (3) die Frage, wie bei Gesamtverlusten oder ausserordentlichen Abschrei-

bungen  zu  verfahren  ist  (die  insgesamt  zu  einer  Null-Besteuerung  oder  einer 

reduzierten Besteuerung in der Schweiz führen), und über (4) die Behandlung von so-

genannten  "excess  tax  credits"  (d.h.  die  Frage,  ob  nicht  angerechnete  ausländische 

Steuern vor- oder zurückgetragen werden können, nur innerhalb oder sogar auch aus-

serhalb der Körbe). Diese Auswahl der zu regelnden Bereiche macht deutlich: Wird die 

Regelung  eines  solchen  Systems  delegiert,  wird  dem  Delegationsempfänger  letztlich 

normative Rechtsetzungsbefugnis mitübertragen. Eine so verstandene Normierungsbe-

fugnis ist ohne weiteres der Botschaft zum damaligen Bundesbeschluss zu entnehmen 

(siehe  Botschaft  des  Bundesrates  vom  29.  Mai  1951  über  Durchführung  zwischen-

staatlicher Abkommen des Bundes zur Vermeidung der Doppelbesteuerung [BBl 1951 

II  296,  insbesondere  S.  303:  Hier  äussert  sich  die  Botschaft  zur  fraglichen  Bestim-

mung, ohne irgendwelche Einschränkungen materieller Art vorzusehen]).  

Hält  man  sich  dies  vor  Augen,  wird  das  Besondere  dieser  Delegationsnorm 

deutlich:  Sie  delegiert  weitgehend  Rechtsetzungsbefugnisse,  ohne  dem  Delegations-

empfänger  –  zumindest  ausdrücklich  –  irgendwelche  Eckpunkte  vorzuschreiben.  So 

hätte sich der Bundesgesetzgeber z.B. zumindest über die Körbe äussern können, was 

aber nicht geschehen ist. Dies bedeutet aber nicht, dass der Bundesrat völlig frei wäre. 

Im Gegenteil: Der Delegationsrahmen ergibt sich letztlich aus der zu regelnden Materie 

selber:  Er  hat  international-steuerrechtliche  Grundsätze  zu  befolgen  und  die  Anrech-

nungsordnung hat der "Steuerlogik" eines Anrechnungssystems zu gehorchen.  

d)  In  den  Art.  3  Abs.  2  und  Art.  12  Abs.  2  VO  pStA  hat  der  Bundesrat  eine 

Regel geschaffen, welche die Anrechenbarkeit der im Ausland bezahlten/geschuldeten 

Steuern auf ein Drittel reduziert, sofern in der Schweiz die entsprechenden Erträgnisse 

nur  mit  der  direkten  Bundessteuer  erfasst  werden.  Diese  Regel  betrifft  zwar  wie  er-

wähnt nicht den Maximalbetrag (d.h. die im Inland angefallene Steuer), sondern setzt 

bei  den ausländischen Steuern  an.  Der  Mechanismus,  der  ihr  zugrunde liegt,  verfolgt 

aber einen identischen Zweck: Sie berücksichtigt, dass in der Schweiz nur eine teilwei-

se  Besteuerung (hier mit  der  direkten  Bundessteuer),  auf  Staats-  und  Gemeindesteu-

erebene aber eine Nicht-Besteuerung erfolgt. Die Regel ermittelt nun  "pauschal", was 

das  ausländische  "Äquivalent"  der  internen  Steuerbelastung  ist,  und  nur  für  dieses 

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Äquivalent bzw. für diesen Teil der ausländischen Steuern wird eine Steueranrechnung 

zugelassen  (jeweils  zusätzlich  unter  dem  Vorbehalt,  dass  der  Maximalbetrag  nicht 

überschritten wird). Es zeigt sich, dass diese Regel mithin Gleiches bezweckt wie die 

Regeln zum Maximalbetrag: Sie schützt inländisches Steuersubstrat vor übermässiger 

Anrechnung  bzw.  vor  einer  Anrechnung,  wo  eine  solche  nicht  (zumindest  nicht  zwin-

gend) geboten ist.  

Es ist richtig, dass die "Drittelreduktion" zum Ergebnis führen kann, dass – wie 

vorliegend  für  die  Bundessteuer  der  Fall  –  noch  internes  Steuersubstrat  auf  den  zu 

entlastenden  Erträgnissen  vorhanden  ist  (d.h.  die  auf  den  Erträgnissen  anfallende 

Bundessteuer  ist  höher  als  ein  Drittel  der  ausländischen  Quellensteuern).  Dies  führt 

aber nicht dazu, dass die Regel an sich unzulässig ist, sondern zeigt nur, dass die aus-

ländische Steuer, heruntergebrochen auf die interne, äquivalente Steuerlastverteilung, 

tiefer ist. Dies führt ebenfalls dazu, dass keine vollständige Beseitigung der Doppelbe-

steuerung erfolgt, sondern dass die Steuerbelastung auf den betroffenen Erträgnissen 

in  absoluten  Zahlen  der  inländischen  direkten  Bundessteuer  (auf  den  Nettoerträgnis-

sen)  zuzüglich  der  nicht  angerechneten  ausländischen  Quellensteuer  entspricht.  All 

dies macht diese Bestimmung aber nicht unzulässig. Im Gegenteil: Gleichsam wie der 

Maximalbetrag  setzt  sie  als  interne  Steuersubstrat-Schutzregel  das  gewöhnliche  An-

rechnungssystem um, indem es über eine Kürzung der ausländischen Steuern berück-

sichtigt, dass im Inland keine vollständige Besteuerung erfolgt. Daraus aber folgt, dass 

sich hier der Bundesrat im oben dargestellten Rahmen bewegt: Diese Regel folgt inter-

national-steuerrechtlichen  Anrechnungsgrundsätzen  (es  ist  eine  Form  der  Umsetzung 

des  gewöhnlichen  Anrechnungssystems)  und  folgt  anrechnungstechnischer  Steuerlo-

gik.  

e)  Fraglich  bleibt,  ob  die  "pauschale"  bzw.  "starre"  Ermittlung  der  ausländi-

schen,  äquivalenten  Steuerbelastung  mit  einem  Drittel  zu  beanstanden  ist.  Nicht  zu 

Unrecht bringt die Pflichtige diesbezüglich vor, dass mittlerweile in mehreren Kantonen 

die Steuerbelastung durch die Bundessteuer einerseits und die Staats- und Gemeinde-

steuern andrerseits nicht mehr im Verhältnis 1 zu 2 (d.h. 1/3 Bundessteuer, 2/3 Staats- 

und  Gemeindesteuern)  steht.  Wie  es  sich  damit  verhält,  kann  vorliegend  aber  offen 

bleiben. Denn zumindest für den Kanton Zürich entspricht das Verhältnis der Belastung 

durch die verschiedenen Steuerhoheiten praktisch exakt diesem Schlüssel, weshalb im 

Ergebnis  die  Festsetzung  des  auf  die  Bundessteuer  entfallenden  Äquivalents  auf  ein 

Drittel nicht zu beanstanden ist.  

1 VS.2015.6 

 
 
 
 
 
 
 
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f) Die Pflichtige beruft sich neben anderem auf die neuere bundesgerichtliche 

Rechtsprechung,  insbesondere  den  Entscheid  vom  9.  Oktober  2014  (2C_750/2013). 

Dieser  Entscheid  betrifft  Anrechnungsfragen  bei  privilegiert  besteuerten  Dividenden 

aus massgeblichen Beteiligungen, welche im Privatvermögen gehalten werden. In die-

sem  Fall  haben  die  kantonalen  Steuerbehörden  ebenfalls  eine  "Art.  12  Abs.  2  VO 

pStA"-Kürzung vorgenommen: Es wurden im Ergebnis die ausländischen, anrechenba-

ren Quellensteuern auf 60% (Bund) bzw. 50% (Kanton) gekürzt, um damit die inländi-

sche Teilbesteuerung abzubilden. Es betraf mithin eine formell identische Situation: Im 

inländischen  Anrechnungssystem  wird  eine  im  internen  Recht  angeordnete  "Nicht-

Besteuerung"  derart  umgesetzt,  dass  die  anrechenbare  ausländische  Steuer  auf  das 

inländische  "Äquivalent"  herabgesetzt  wird.  Diese  Kürzung  hat  das  Bundesgericht  zu 

Recht  für  unzulässig  erklärt.  In  jenem  Entscheid  ist  die  Kürzung  deshalb  unzulässig, 

weil die tiefe Besteuerung (bzw. die nur teilweise Besteuerung) system-bedingt ist: Die 

intern-schweizerische  Belastung  ist  deshalb  tiefer  als  die  gewöhnliche,  weil  dadurch 

die schon erfolgte Besteuerung auf Gesellschafts-Stufe berücksichtigt wird, mithin das 

Teileinkünfteverfahren  umgesetzt  wird.  Ein  solches  Teileinkünfte-System  basiert  je-

doch  auf  der  Annahme,  dass  nicht  noch  zusätzliche  Quellensteuern  anfallen  (welche 

im inländischen Verhältnis stets neutral sind, weil vollständig rückforderbar). Wird das 

Teileinkünfteverfahren  auch  auf  ausländische  Beteiligungen  angewendet,  bedeutet 

dies anrechnungstechnisch: Ausländische Quellensteuern müssen soweit als möglich, 

letztlich nur begrenzt durch den Maximalbetrag, angerechnet werden. Solche systema-

tischen  Gründe  wie  beim  Teileinkünfte-System  bestehen  hier  nun  offensichtlich  nicht: 

Die Nicht-Besteuerung ordentlichen Einkommens durch das Holdingprivileg ist im We-

sentlichen eine Attraktionsmassnahme, welche die Schweiz aufgrund des internationa-

len  Drucks  aufgeben  will.  Aus  diesem  Entscheid  lässt  sich  deshalb  nichts  zugunsten 

der Pflichtigen ableiten. 

g) Somit lässt sich zusammenfassen: Der Bundesrat hat mit Art. 12 Abs. 2 VO 

pStA  eine  Regel  erlassen,  welche  die  Nicht-Besteuerung  im  Inland  durch  die  Steuer-

hoheiten von Kanton und Gemeinden berücksichtigt, und er hat dies anrechnungstech-

nisch  angemessen  umgesetzt.  Er  hat  damit  eine  Verordnungsbestimmung  erlassen, 

die  innerhalb  des  ihm  vorgegebenen  Rahmens  liegt.  Damit  ist  aus  innerstaatlicher 

Warte weder  die  Bestimmung  an  sich noch  das daraus  abgeleitete  Resultat  zu  bean-

standen.  So  hat  das  kantonale  Steueramt  insbesondere  das  Gesamttotal  der  anzu-

rechnenden Quellensteuern korrekt ermittelt, indem es für die Frankreich- und Italien-

1 VS.2015.6 

 
 
 
 
 
 
 
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Lizenzen eine vollständige Anrechnung gewährte und von den restlichen Quellensteu-

ern ein Drittel anrechnen liess.  

3.  a)  Es  stellt  sich  somit  weiter  die  Frage,  ob  dieses  Ergebnis  vor  dem  Ab-

kommensrecht standhält, was die Pflichtige verneint. Sinngemäss bringt sie vor, dass 

die  anwendbaren  DBA  der  Schweiz  lediglich  erlauben,  das  "Wie"  der  Anrechnung, 

nicht  aber  das "Ob"  der Anrechnung,  im  internen  Recht  zu regeln.  Die Schweiz  dürfe 

mithin  nur  die  "Art"  der  Anrechnung  im  internen  Recht  regeln,  nicht  aber  zusätzliche 

Begrenzungen (wie die Drittel-Kürzung) vornehmen. Dies verbiete das Doppelbesteue-

rungsrecht.  Eine  solche  Kürzung  sei  nur  dann  zulässig,  wenn  dies  ausdrücklich  im 

DBA  festgehalten  sei  bzw.  wenn  das  DBA  diesbezügliches,  internes  Recht  der  Ver-

tragsstaaten ausdrücklich vorbehalte, was in den Schweizer DBA gerade nicht der Fall 

sei.  Sie  verweist  dafür  u.a.  auf  das  DBA-USA-Belgien,  welches  einen solchen Vorbe-

halt enthalten soll (R-act. 2, ab Rz. 73). 

b)  Sämtliche  hier  anwendbaren  Schweizer  Abkommen  folgen  dem  entspre-

chenden Artikel 23 B Abs. 1 des OECD-Musterabkommens, der wie folgt lautet:  

"Bezieht eine in einem Vertragsstaat ansässige Person Einkünfte oder hat sie Ver-
mögen und können diese Einkünfte oder dieses Vermögen nach diesem Abkommen 
im anderen Vertragsstaat besteuert werden, so rechnet der erstgenannte Staat:  

a)  auf die vom Einkommen dieser Person zu erhebenden Steuern den Betrag an, 
  der der im anderen Staat gezahlten Steuer vom Einkommen entspricht; 
b)  auf  die  vom  Vermögen  dieser  Person  zu  erhebenden  Steuer  den  Betrag  an, 
  der der im anderen Staat gezahlten Steuer vom Vermögen entspricht.  

Der  anzurechnende  Betrag  darf  jedoch  in  beiden  Fällen  den  Teil  der  vor  der  An-
rechnung  ermittelten  Steuer  vom  Einkommen  oder  vom  Vermögen  nicht  überstei-
gen, der auf die Einkünfte, die im anderen Staat besteuert werden können, oder auf 
das Vermögen, das dort besteuert werden kann, entfällt." 

Die  Schweizer  Abkommen  enthalten  zudem  den  Zusatz,  dass  die Entlastung 

auch durch eine pauschale Ermässigung der schweizerischen Steuern oder durch par-

tielle  Freistellung  der  betreffenden  Erträge  (mindestens  in  Höhe  der  im  Quellenstaat 

erhobenen  Steuer)  erfolgen  könne  (siehe  z.B.  Art.  24  Abs.  4  DBA-Italien, 

SR 0.672.945.41).  

1 VS.2015.6 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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In materieller Hinsicht lässt sich der Musterbestimmung Dreierlei entnehmen: 

Sie verpflichtet zunächst den Ansässigkeitsstaat in Absatz 1, seinem Steuerpflichtigen 

eine Steueranrechnung für die im Quellenstaat bezahlte Steuer zu gewähren (Vorgabe 

des  Anrechnungssystems  im  Grundsatz).  Ein  Vertragsstaat  –  wie  die  Schweiz  –  ist 

damit verpflichtet, eine Steuergutschrift zu gewähren, selbst wenn die Schweiz eigent-

lich keine Anrechnung kennt. Umgekehrt erlaubt die Bestimmung in Absatz 2 dem An-

sässigkeitsstaat,  eine  Anrechnung  höchstens  im  Umfang  der  im  eigenen  Staat  anfal-

lenden  Steuern  zu  gewähren  (Maximalbetrag).  In  dieser  Teilbestimmung  ist  die 

ordentliche  Anrechnung  angeordnet,  die  als  eine  Art  Schutzbestimmung  für  den  An-

sässigkeitsstaat  wirkt  (Anrechnung  höchstens  in  Höhe  der  eigenen  Steuer).  Schliess-

lich  regelt  die  Bestimmung  indirekt  –  nämlich  durch  Nicht-Erwähnung  –  einen  dritten 

Bereich: die eigentlichen Umsetzungsregeln. Wenn DBA-rechtlich einem Vertragsstaat 

die  Anrechnungsmethode  vorgeschrieben  wird,  bedarf  es  auch  entsprechender  Um-

setzungsregeln. In dieser Umsetzungsordnung müssen alle diejenigen Regeln enthal-

ten sein, die in E. 2c erwähnt  wurden: Es bedarf materiell-rechtlicher Regeln, die das 

heimische  Nettoeinkommen  definieren,  die  Gesamtverlust-  oder  Teilverlustsituationen 

regeln und dgl. Und diesbezüglich sieht das Musterabkommen bzw. der entsprechende 

Artikel vor, dass diese Regeln im ausschliesslichen Zuständigkeitsbereichs des inner-

staatlichen  ("domestic")  Rechts  des  die  Anrechnung  gewährenden  Vertragsstaates 

verbleiben. Dies ist zwar nicht wörtlich im Musterabkommenstext vorgesehen, die Aus-

führungen im OECD-Musterkommentar (OECD Model Tax Convention on Income and 

Capital,  condensed  Version,  vom  17.  Juli  2008)  sind  aber  umso  deutlicher  (siehe 

Randziffern 62 bis 66 zu Art. 23 A und 23 B). In diesen Randziffern werden verschie-

dene  Probleme  des  Anrechnungssystems  abgehandelt:  Berechnung  des  Maximalbe-

trags  aufgrund  des  Nettoeinkommens  (Rz.  63),  Problematik  des  Umfangs  der  Körbe 

(Rz.  64),  Problematik  von  Gesamtverlustsituationen  (Rz.  65)  sowie  der  Umgang  mit 

"unused  tax  credits"  (Rz.  66).  Zu  all  diesen  Problembereichen  hält  der  Kommentar 

ausdrücklich fest (Rz. 62): "For the same reasons mentioned in paragraphs 42 und 43 

above, it is preferable also for the credit method not to propose an express and uniform 

solution in the Convention, but to leave each State free to apply its own legislation and 

technique. This is also true for some further problems which are dealt with below". Mit 

anderen Worten bedeutet dies: Sofern die Vertragsparteien im DBA nicht ausdrücklich 

entsprechende  Detailregeln  vorsehen,  verbleibt  die  eigentliche  Umsetzungsordnung 

ausschliesslich und vollständig dem Zuständigkeitsbereich des innerstaatlichen Rechts 

der jeweiligen Vertragsparteien.  

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c)  Daraus  folgt  zunächst,  dass  entgegen  den  Ausführungen  der  Pflichtigen 

eine klare Trennung zwischen dem "Ob" und dem "Wie" nicht möglich ist. Dementspre-

chend sieht denn auch das Musterabkommen vor, dass sämtliche Umsetzungsfragen, 

sofern nicht ausdrücklich bilateral geregelt, dem Zuständigkeitsbereich des innerstaat-

lichen Rechts verbleiben sollen. Dies bedeutet indessen nicht – hierin ist der Pflichtigen 

letztlich zuzustimmen –, dass der entsprechende Vertragsstaat die Anrechnung in be-

liebiger Weise vornehmen darf. Diesbezüglich gilt vielmehr Ähnliches wie zur Delegati-

onskompetenz  des  Bundesrats:  Sofern  ein  Vertragsstaat  eine  in  sich  schlüssige,  an-

rechnungstechnischen  und 

international-steuerrechtlichen  Grundsätzen 

folgende 

Anrechnungsordnung vorsieht, steht dies nicht im Widerspruch zum DBA-Recht: Er übt 

seinen, ihm vom DBA-Recht ausdrücklich überlassenen (bzw. ihm vorbehaltenen) Ge-

staltungsspielraum aus.  

Damit  stellt  sich  die  abschliessende  Frage,  ob  die  besagte  Drittelskürzung, 

wie  von  der  Pflichtigen  verfochten,  in Widerspruch  zum  Abkommensrecht  steht.  Dies 

ist  zu verneinen,  aus  den  gleichen  Überlegungen,  wie sie schon vorne  betreffend  die 

innerstaatliche Situation angestellt wurden: Die Drittelskürzung berücksichtigt den Um-

stand,  dass  die  Schweiz  ihr  Besteuerungsrecht  nur  teilweise  ausübt  (nur  durch  eine 

Besteuerungsebene). Die Lizenzeinkünfte werden von der Schweiz nur mit einer Steu-

er belastet, die – auf den Kanton Zürich bezogen – nur rund einem Drittel der gewöhn-

lichen  Steuerbelastung  entspricht.  Dass  dieser  Umstand  auf  anrechnungstechnischer 

Ebene  dadurch  berücksichtigt  wird,  dass  die  ausländischen  Quellensteuern  auf  das 

schweizerische Äquivalent heruntergebrochen werden und nur dieses Äquivalent ange-

rechnet wird, ist nicht zu beanstanden. Dieser Mechanismus berücksichtigt sozusagen 

auf  indirekte Weise  den  Umstand,  dass  in  der  Schweiz  im  Ergebnis  nur  eine  Teilbe-

steuerung erfolgt. Dementsprechend kann auch nur derjenige Teil der Quellensteuern, 

der  diese  schweizinterne  Belastung  wiederspiegelt,  angerechnet  werden.  Der  Um-

stand, dass mit diesem Mechanismus die Nicht-Besteuerung auf Staats- und Gemein-

desteuerebene berücksichtigt wird, macht schliesslich deutlich, dass darin keine DBA-

Widrigkeit liegt: Die Pflicht zur Anrechnung (das "Ob" gemäss Pflichtigen) trifft den An-

sässigkeitsstaat nur, wenn er selber besteuert. Vorliegend übt die Schweiz dieses Be-

steuerungsrecht aber nur teilweise aus, weshalb sie auch keine Pflicht trifft, eine volle 

Anrechnung  zu  gewähren.  Die  Drittel-Regel  ist  wie  oben  beschrieben  letztlich  eine 

Steuersubstrat-Schutzbestimmung. Die Schweiz kann und darf aber eine solche Rege-

lung in ihrem internen Recht vorsehen und anwenden, ohne Doppelbesteuerungsrecht 

zu verletzen, was sich insbesondere auch aus Folgendem ergibt: 

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Gemäss  bestehenden  Doppelbesteuerungsabkommen  wäre  die  Schweiz  so-

gar berechtigt, die fraglichen Erträgnisse mit sämtlichen Steuern auf allen Ebenen (ein-

schliesslich  Kirchensteuern)  zu  besteuern.  Wird  diese  mögliche  Steuerbelastung  be-

rechnet,  ergäbe  sich  eine  höhere  Belastung  als  die  zurzeit  bestehende:  Hierbei  ist 

vorauszuschicken, dass – hier ist der Pflichtigen zuzustimmen – der Teilverlust "übrige 

Erträge"  gemäss  der  Bundessteuer-Spartenrechnung  nicht  zusätzlich  auf  die  Lizenz-

einnahmen zu verlegen ist. Denn die den Lizenzeinnahmen zuzurechnenden Aufwen-

dungen sind mit der 50%-Pauschale grundsätzlich abgegolten. Dies gilt indes nur, weil 

in einer andern Sparte noch positive Erträgnisse vorhanden sind (anders wäre zu ent-

scheiden,  wenn  auch  die  anderen  Sparten  negativ  wären;  in  diesem  Fall  wären  die 

Verluste  nach  Einkommensteilen  von  den  Lizenzsparten  zu  übernehmen,  wie  es  das 

Steueramt  gemacht  hat).  Legt  man  nun  diese  korrigierten  Nettoerträgnisse  zugrunde 

und wird die tatsächliche Steuerlast ohne Holding-Privileg und mit Kirchensteuern be-

rechnet, ergäbe sich eine interne Steuerlast vor Anrechnung von Fr.               . Diesfalls 

könnten  die  gesamten  ausländischen  Quellensteuern  angerechnet  werden,  woraus 

schliesslich ein Steuerbetreffnis durch die Schweiz resultieren würde, das weitaus hö-

her  wäre  (und  das  die  Schweiz  gemäss  DBAs  zu  besteuern  berechtigt  wäre)  als  die 

tatsächlich erhobenen Steuern mit reduzierter Anrechnung:  

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Nettoerträgnisse gemäss BundessteuerspartenrechnungKorrektur VerlustübernahmeNettoerträgnisse ohne VerlustübernahmeBundessteuer8.500%Staat und Gemeinde, mit Kirchensteuern18.363%interne Steuerlast, ohne Holdingprivileg, mit Kirchensteuernausländische Quellensteuernverbleibende Steuerlast in der SchweizMaximalbetrag ohne Kirchensteuern: Nettoerträgnisse korrigiertBund8.500%Staat und Gemeinde17.520%MaximalbetragSteuern effektiv: BundessteuerNettoerträgnisse KantonSteuersatz, einschliesslich Kirchensteuern18.363%total Steuern SchweizAnrechnung Quellensteuernverbleibende Steuerlast in der Schweiz, tatsächlich 
 
 
 
 
 
 
 
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4.  Zusammenfassend  lässt  sich  festhalten:  Der  Maximalbetrag  schützt  das 

Steuersubstrat  von  denjenigen  Erträgen,  die  nicht  quellensteuerbelastet  sind.  Es  soll 

verhindert  werden,  dass  die  Steuern  auf  nicht-belasteten  Erträgnissen  für  die  Bezah-

lung  ausländischer  Steuern  verwendet  werden.  Die  Drittelsregelung  verfolgt  einen 

identischen  "Steuersubstrat-Schutz"-Zweck,  einfach  bezogen  auf  die  inländischen 

Steuern  auf  den  quellensteuerbelasteten  Erträgnissen  selber.  Eine  solche  Regelung 

darf der Bundesrat erlassen, ohne den Delegationsrahmen zu überschreiten. Eine sol-

che  Regelung  verstösst  auch  nicht  gegen  die  anwendbaren  Doppelbesteuerungsab-

kommen,  denn  diese  würden  der  Schweiz  erlauben,  mehr  zu  besteuern  (ordentliche 

Besteuerung und volle Anrechnung), als dass sie tatsächlich besteuert (durch reduzier-

te interne Sätze und gekürzte Anrechnung). 

5.  Daraus  folgt,  dass  die  Beschwerde  abzuweisen  ist.  Die  Kosten  sind  aus-

gangsgemäss  der  Pflichtigen  aufzuerlegen  und  ist  ihr  keine  Parteientschädigung  zu 

zusprechen.  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[...] 

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