# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb2afd92-1234-59b5-96e3-0b7b5c0d409a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-29
**Language:** de
**Title:** Gestützt auf Gutachten sowie in retrospektiver Würdigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 80% angepasst arbeitsfähig. Kein Anspruch auf Rente gest. auf Einkommensvergleich. Selbsteingliederung geht Eingliederungsanspruch vor
**Docket/Reference:** IV.2016.00118
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00118.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00118
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil
vom
29. August 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Christian Scherrer
Scherrer Hebeisen
Bussien
, Rechtsanwälte
Neustadtgasse 1a, Postfach, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1982,
erlitt am 2
9.
September 2012 einen Autounfall. Am
7.
Oktober 2013 (Eingangsdatum)
meldete sie sich unter Hinweis auf Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, lumbale Rückenschmerzen, Albträume, Angst und Schlafstörungen
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Die IV-Stelle tätigte medi
zinische und erwerbliche Abklärungen und holte insbesondere das
bidisziplinäre
Gutachten
der Medizinischen Abklärungsstelle
Y.___
,
(
Dr.
med.
Z.___
, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, und
Dr.
med.
A.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
)
, vom
5.
Juni 2015 ein (
Urk.
7/39). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
6.
Oktober 2015,
Urk.
7/45; Einwand vom
6.
November 2015,
Urk.
7/50) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin am 2
6.
Januar 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei die ange
fochtene Verfügung aufzuheben und e
s seien ihr ab dem
1.
März
2014 eine ganze Invalidenrente
und berufliche Ein
gliederungsmassnahmen im Sinne des
Y.___
-Gutachtens zuzusprechen.
Die
genannten beruflichen Eingliederungsmassnahmen im Sinne des
Y.___
-Gutach
tens
seien
als vorsorgliche
Massnahme
n
schon während des
Beschwerdev
erfah
rens
zu veranlassen (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
März 2016 (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-53) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
9.
März 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, dass
die Beschwerdeführerin in einer körper
lich schweren Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht nicht arbeitsfähig sei. Es sei ihr in einer angepassten Tätigkeit mit einer maximalen Hebebelastung bis 10 kg eine Arbeitstätigkeit zu 80
%
zumutbar. Des Weiteren sei davon aus
zugehen, dass ein Teil der Schmerzen subjektiver Natur seien. Es sei ihr zumut
bar, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Die diagnostizierte rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode, sei nicht invalidi
sierend und sie verfüge über Ressourcen, die es ihr erlaubten, auch einer aus
serhäuslichen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Entsprechend ihres hohen privaten
Aktivitätenniveaus
hätte sie ihre Arbeitsfähigkeit im Rahmen der zumutbaren Selbsteingliederung bereits früher verwerten können (
Urk.
2). Gestützt auf das Gutachten liege in angestammter Tätigkeit als Küchenhilfe derzeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
vor. Diese Einschränkung basiere im Wesentlichen auf
myofaszialen
Befunden. Weiter berichteten die Gutachter, dass das derzei
tige Pensum ab Saisonbeginn - wohl Frühjahr 2015 - alle zwei Monate um 10
%
erhöht werden könne. Nach sechs Monaten sei das ursprüngliche Pensum wieder erreicht. Mit einem zwei- bis dreiwöchigen stationären Aufenthalt in der Rehabilitation kön
n
e eine vollständige Rückkehr in die angestammte Tätigkeit noch schneller erfolgen. Entsprechend liege keine
Invalidität vor. Selbst unter Annahme, dass die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar wäre, sei gemäss Gutachten vom
5.
Juni 2015 bei einer invalidenrechtlichen Betrachtung eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gegeben (
Urk.
6).
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass sie
,
bevor der von den Gutachtern empfohlene Rehabilitationsaufenthalt stattgefun
den habe, ihre angestammte Tätigkeit nicht wieder aufnehmen könne. Entspre
chend sei im Moment immer noch davon auszugehen, dass sie faktisch nach wie vor nicht erwerbsfähig sei. Bis auf weiteres sei ihr deshalb eine ganze Inva
lidenrente zu bezahlen. Ziel sei eine professionell begleitete
,
und damit erfolgs
versprechende, Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess. In diesem Sinne sei
sie
bereits während des Beschwerdeverfahrens
zu verpflichten,
Eingliederungs
massnahmen durchzuführen (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen
Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
1
5.
Dezember 2015
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
bidisziplinäre
Gutachten des
Y.___
ab
und beurteilte die Arbeitsfähigkeit aus Rechtsanwendersicht
.
Im
Y.___
-Gutachten
werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
7/39/4 ff.;
Urk.
7/39/10 ff.),
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
3.2
3.2.1
Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierten die begutach
tenden Ärzte folgende (
Urk.
7/39/29;
Urk.
7/39/42):
-
Chronifiziertes
Panvertebralsyndrom
mit
Cervicocephalsyndrom
nach
cra
niozervicalem
Dezelerationstrauma
im Rahmen einer Auffahrkollision mit dem PKW am 2
9.
September 2012
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer
Ausstrah
lung L5 rechts
-
Rezidivierende depressive Störung gegenwärtig leichte depressive Epi
sode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.0)
-
auf dem Boden einer Anpassungsstörung nach Verkehrsunfall,
differen
tialdiagnostisch
posttraumatische Belastungsstörung, heute weitgehend remittiert
-
bestehend sei
t
2012
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie eine thorakale
Dis
kushernie
Th11/12 und 2) Störungen durch Tabak (ICD-10 F17.8), gegenwärti
ger Gebrauch mit Abhängigkeit, 17
Packyears
, bestehend seit 1997 (
Urk.
7/39/29;
Urk.
7/39/42).
3.2.
2
Die Gutachter
konstatierte
n zusammenfassend (
Urk.
7/39/6)
, dass d
ie
psychische
Erkrankung durch den Unfall ausgelöst
worden sei
. Initial
habe sie
als typische Anpassungsstörung
bestanden.
F
ür eine posttra
umatische Belastungsstörung gebe
es gewisse Hin
weise, insbesondere die Nachhal
lerinnerungen mit Erregung und bis zu Panikattacken reichenden
Angstsym
p
tomen mit teilweise verzöger
tem Einsetzen. Die Symptome seie
n
rückläufig, dennoch bestehe noch eine Rest
symptomatik von Krankheitswert, sodass die maximal zulä
ssige Dauer einer Anpassungsstörung überschritten sei;
den
ICD-Kriterien
entsprechend
sei
eine
Umcodierung
in eine affektive Störung v
orgenommen
worden
, respektive sei
dies
bereits mit Bericht von
B.___
erfolgt
.
E
ine Persönlichkeitsstörung liege
eher nicht vor, es fehl
t
en eind
eutige Hinweise für eine Entste
hung in der
Jugend und Eingangskriterien wü
rden nach heutiger Exploration nicht erfüllt. Für eine organische Ursache/Mitbeteil
igung der psychischen Störung lägen
anamnestisch kaum Hinweise vor. Eine arbeitsfähigkeitstangierende
Abhängigkeitserkran
kung
/Suc
ht nach EURO-ASI-
lnterview
liege heute nicht vor und habe
auch nie vorgelegen
.
Eine Schmerzve
rarbeitungsstörung könne
heute eher ausgeschlos
sen werden. Dabei
sei
da
von auszugeh
en, dass die Schmer
zen zumindest teil
weise dur
ch die Pathologie erklärbar seien
un
d eine allfällige
Symptomauswei
tung
besser mit den übrigen psychiatrischen Diagnosen erklä
rbar sei. Hierfür spreche
insbesondere die mit den Autofahrten gesteigerte Ängstlichkeit mit Hochziehen der Schultern und dadurch entstehenden Verkrampfungen und Schmerzen, wi
e dies die
Beschwerdeführerin
schilder
e
.
Im Bericht der Klinik
B.___
sei
die Diagnose einer mittel
gradigen depressiven Episode ge
stellt
wor
den. Hier habe
sich demnach unter der psychiatrischen Behandlung eine Bes
serung ergeben. Damals
sei
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% attestiert
worden
, jetzt
sei für die zuletzt ausgeübte Tä
tigkeit als Küchenhilfe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
begründbar
.
3.2.
3
Bei der rheumatologischen Untersuchung
sei
en
ein
chronifiziertes
Panvert
ebral
syndrom
nach
kraniozervikal
em
Dezelerationstrauma
im Rahmen
der
Auffahr
kollision
vom 2
9.
September 2012
und ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom
mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung L5 rechts
diagnostiziert worden. Die Beschwerdeführerin habe berichtet
, dass sich die Situation insgesamt deutlich gebessert habe,
insbesondere seit der letzten neurologischen Begutachtung vom Dezember 201
3.
Die jetzt beklagten Schmerzen wü
rden vornehmlich als
my
ofasziales
Schmerzsyndrom im Ge
folge des Unfallereignisses eingestuft
wer
den
.
Aus rheumatologischer Sicht sei
der
Beschwerdeführerin eine leichte, adaptierte Tätigkeit vollschichtig
zumu
tbar. Zum aktuellen Zeitpunkt sei
es möglich, dass
sie ihre Tätigkeit als Küchenhil
fe zu 50
%
ausführen kö
nn
e
. Eine Steigerung der Belastung sollte möglich sein (siehe unten). Eine berufliche Alternative im Berei
ch der Kinderkrankenpflege müsse im Bedarfsfall von ei
ne
m
Dermatologen geprüft werden wegen der ausgeprägten
palmaren
Hyperkeratose mit Rhaga
den-Bildung
.
3.2.
4
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest (
Urk.
7/39/7),
aufgrund
d
er aktuellen Symp
tomatik besteh
e
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchenhilfe gesamtmedizinisch derzeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Nach Beginn der Arbeitssaison we
rd
e
eine stufenweise Bela
stungssteigerung des Arbeitspen
sums um 10
%
alle zwei Monate empfohlen, sodass sie binne
n eines halben Jahres in ihr ur
sprüngl
iches 80%-Pensum zurückkehren kö
nn
e
.
In einer leichten Verweistätigkeit mit der Möglichkeit zu selb
st gewählten Pau
sen, einer maxi
malen gelegentlichen Hebebelastung bis 10 kg ohne
Zwangs
haltungen
sei
die
Beschwerdeführerin
aus gesamtmedizinischer Sicht ab sofort zu 80
%
arbeitsfähig. In einer k
örperlich schweren Tätigkeit sei
sie
au
fgrund des chronischen
Panverte
bralsyndroms
nicht arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht wäre rein theoretisch die Arbeitsunfähigkeit in ihrem ursprünglichen
Ausbil
dungsfeld
als Hebamme deutlich höher - dies aufgrund der aktuellen psychiat
risc
hen Symptomatik
.
D
ie
Beschwerdeführerin sei
gemäss den Unterlagen vo
m 2
9.
September
2012
bis 1
0.
März 2013 zu 100
%
und vom 1
7.
März
2013 an zu 50% arbeitsunfähig
gewesen
,
wie
dies
auch von der Klinik
B.___
im Dezember 2013 beschrieben
worden sei
. Auch die
C.___
habe
im Mai 2014
noch eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit
attestiert. Hier habe
sich eine gesundheitliche Ver
besserung ergeben, weswegen die jetzt festgestellte Arbeitsfähigkeit
ab Datum des Gutachtens gültig sei
(
Urk.
7/39/7).
3.2.
5
Die
Gutachter empfahlen (
Urk.
7/39/7 f.), die
bisher etablierte psychotherapeuti
sche Behandlung sollte fortgesetzt werden. Die verordneten antidepressiven Medikamente sollten angepasst werden, zumal die
Beschwerdeführerin
über eine starke Müdigkei
t beim Medikament
Trittico
klag
e. Aus rheumatologischer Sicht wäre ein 2 - 3-wöchiger stationärer Aufenthalt zur Rehabilitation sinn
voll, sodass
sie
das Ziel einer vollständigen Rückkehr in den Ursprungsberuf schneller erreichen k
ö
nn
e
; dies, zumal der Aufenthalt in der
C.___
der Beschwerdeführerin
gutgetan habe, aber wegen einer eingetretenen Schwangerschaft vorzeitig
habe
beendet werden m
üssen
.
Eine Wiederaufna
hme der Erwerbstätigkeit
sei
per sofort möglich und indiziert. Alternativ
,
sollte sie in ihrer alten Beschäftigung nicht wieder platziert werden können, wäre sie auf die Mithilfe der IV angewiesen.
Eine stufenweise
Belas
tungssteigerung
des Arbeitspensums werde
gutachterlicherseits
als günstig erachtet, beginnend mit 50
%
und dann alle zwei Monate Steigerung um 10
%
, was sie als
machbar ansähen
.
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom
5.
Juni 2015
erfüllt sämtliche
rechtsprechungs
gemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (
vgl
. E. 2.4
).
Es beruht auf fachärztlichen Untersu
chungen durch die Gutachter (
Urk.
7/39/25
ff.
;
Urk.
7/39/32 ff.
) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
7/39/10 ff
.) abgegeben. Es würdigt die vorhan
denen Arztberichte sorgfältig,
berücksichtigt die vo
n
der
Beschwerde
führer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend ausei
nander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist
grundsätzlich
schlüssig.
Dies blieb auch seitens der Parteien unbestritten (
vgl.
Urk.
1;
Urk.
2 und
Urk.
7/
44/8).
4.2
Bei der Würdigung eines Gutachtens gilt es jedoch zu beachten, dass ein Gut
-
ach
ten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen hat und diese
Aus
füh
-
rungen
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Ar
-
beitsleistungen
bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ver
einbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (vgl. BGE 140
V
193 E. 3.1 f. mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_3/2015 vom 2
0.
Mai 2015 und 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.3
Die Gutachter attestierten der Beschwerdeführerin ab Gutachtensdatum eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe
, wobei eine Belastungssteigerung möglich sei, so dass sie binnen eines halben Jahres in ihr ursprüngliches
80%-Pensum als Küchenhilfe zurückkehren könne (E. 3.2.3).
4.3.1
In rheumatologischer Hinsicht ist diesbezüglich festzuhalten, dass in den
MR-tomographischen Bildgebungen der Lendenwirbelsäule und der Halswirbel
-
säule keine die Beschwerdesymptomatik erklärenden Befunde
ersichtlich waren
.
Dr.
Z.___
konstatierte diesbezüglich, e
s handle sich
um ein
myofasziales
Schmerzsyndrom im Gefolge des Unfallereignisses und mit Kopplung zum erlittenen psychischen Trauma (
Urk.
7/39/30).
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
ab Gutachtenszeitpunkt
- in somatischer Hinsicht aufgrund der fehlenden erklärenden objektiven Befu
nde - grosszügig bemessen ist.
4.3.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist
eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
A
pril 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
Ob die gutachterlich attestierte r
ezidivierende depressive Störung
,
gegenwärtig leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.0)
, genügend behandelt ist und ob
der Beschwerdeführerin
die Verwertung der Arbeitsfähig
keit
aus objektiver Sicht sozial-praktisch nicht mehr zumutbar ist (E. 2.2), ist vorliegend gerade auch mit Blick auf die Ressourcen der Beschwerdeführerin äusserst fraglich. Wie folgend gezeigt wird, kann dies allerdings offen bleiben (E. 5 und E. 6). Festzuhalten bleibt, dass die gutachterlich attestierte aktuelle Arbeitsfähigkeit sowohl in somatischer als auch psychiatrischer Hinsicht gross
zügig bemessen ist.
4.4
Zu klären bleibt die
Arbeitsfähigkeit ab Beginn eines allfälligen Rentena
n
spru
ches im April 2014 (sechs Monate nach Anmeldung,
Art.
29
Abs.
1 IVG)
bis zu
den Untersuchungen durch die Gutachter im Februar 2015 (
Urk.
7/39/3).
4.4.1
Die Gutachter führten diesbezüglich aus, d
ie Beschwerdeführerin sei gemäss den Unterlagen vom 2
9.
September 2012 bis 1
0.
März 2013 zu 100
%
und vom 1
7.
März 2013 an zu
50% arbeitsunfähig gewesen,
wie
dies
auch von der Klinik
B.___
im Dezember 2013 beschrieben
worden sei
. Auch die
C.___
habe im Mai 2014 noch eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert
(E.
3.2.3
).
Die Beschwerdeführerin wurde im Auftrag des zuständigen Unfallversicherers am
2.
Dezember 20
13
internistisch-rheumatologisch und psychiatrisch in der Klinik
B.___
untersucht. Die untersuchenden Ärzte hielten fest, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der somatischen und psychischen Beschwerden zu 50
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/8/2; vgl.
Urk.
7/8/6 und
Urk.
7/8/9).
Im Austrittsbericht
der
C.___
vom 2
1.
Mai 2014
(
Urk.
7/19)
konstatierten die Ärzte, dass bei der Beschwerdeführerin nach Austritt am
6.
Mai 2014 für drei Wochen eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bestehe. Anschliessend
empfählen sie für den Wiedereinstieg eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(des 80%-Pensums) für leichtere wechselbelastende Tätigkeiten mit Steigerungspotenzial.
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychothera
pie, behandelt die Beschwerdeführerin seit Juni 201
3.
Sie hielt in ihrem Bericht vom 1
8.
Oktober 2014 fest, dass die Beschwerdeführerin aus psy
chischen Gründen arbeitsfähig sei und eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund somatischer Beschwerden bestehe und von der
Haus
ärztin
zu beurteilen sei (
Urk.
7/21/2).
Die Beschwerdeführerin
gab anlässlich der psychiatrischen Untersuchung an, dass sie
bis November 2014 wieder in ihrer angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe im Golfklub
gearbeitet habe
, danach habe sie mit der Arbeit
sai
sonbedingt pausiert (
Urk.
7/39/33 unten)
. Sie habe aktuell keine Arbeit. Leichte Arbeiten würden besser gehen, sie schreibe aktuell Bewerbungen für 100%-Stellen, mit 50%-Bewerbungen bekäme sie nur Absagen, ebenso wenn sie wüssten, dass sie krank sei. Sie wolle keine IV-Rente, sondern wolle arbeiten. Aktuell habe sie auf die Bewerbungen noch keine Stelle gefunden. Die Stelle im Golfklub fange im März wieder an (
Urk.
7/39/34).
4.4.2
Aufgrund
fehlender
objektive
r
Befunde, welche die Beschwerden
vollumfäng
lich erklären würden (vgl. E. 4.3
) als auch der ausgeführten Arbeit als
Kü
-
chen
hilfe
bis Saisonende im November 2014 ist mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass der Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit - entsprechend dem Gutachtenszeitpunkt - aus somatischer Hinsicht bereits ab dem hypothetischen Rentenbeginn im April 2014 voll
umfänglich zumutbar gewesen ist.
Aus psychiatrischer Sicht ist
unter Berücksichtigung der Angaben der behandeln
den Psychiaterin
Dr.
E.___
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
im April 2014
zumindest nicht in grösserem Ausmass als zum
Begutachtenszeitpunkt
eingeschränkt gewesen war.
An dieser Einschätzung vermag der Arztbericht der Ärzte der
C.___
nichts zu ändern, da gestützt auf die Erfahrungstatsache
, dass
behandelnde Arztpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa
gen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, von einer wohlwollenden Ein
schätzung
ihrerseits
auszugehen ist
und keine konkreten Angaben zu allfälligen Einschränkungen gemacht wurden, womit die attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar ist.
Zusammenfassend ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt
,
dass die Beschwerdeführerin
–
gleich wie ab
Begutachtenszeitpunkt
im Februar 2015
–
ab dem hypothetischen Rentenbeg
inn im April 2014
in einer
ange
-
passten Tätigkeit
– wie sie im Gutachten beschrieben wurde –
zumindest zu 80
%
arbeitsfähig war.
5.
Zu prüfen bleiben die Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.2
Der Beschwerdeführerin sind seit dem hypothetischen Rentenbeginn und
damit
massgebendem Zeitpunkt für den Einkommensvergleich im April 2014 sämtli
che leichten Tätigkeiten
mit der Möglichkeit zu selbst gewählten Pausen, einer maximalen gelegentlichen Hebebelastung bis 10 kg und ohne Zwangshaltungen
zu 80
%
zumutbar.
Das Invalideneinkommen ist entsprechend gestützt auf die
Lohnstrukturerhe
bung
2012 des Bundesamtes für Statistik (LSE 2012) festzusetzen. Der monatli
che Bruttolohn (Zentralwert) für Frauen für einfache Tätigkeiten
körperli
-
cher
oder handwerklicher Art im privaten Sektor betrug für das Jahr 2012
Fr.
4‘112.-- monatlich (LSE 2012, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1).
Unter Berücksichtigung der Nominal
-
lohnerhöhung sowie der betriebsüblichen Woc
henarbeitszeit für das Jahr 2014
resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
52‘248.-- (
Fr.
4‘112.-- : 102 x 103.6 : 40 x 41.7 x 12) bei einem vollen Pensum (Bundesamt für Statistik,
T1.2.10
Nominallohnin
dex
, Frauen 2011-2014
, Stand 2012 = 102, Stand 2014 = 103.6; BFS,
T 03.02.03.01.04.01
,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
-
abteilungen
, Total 2014 = 41.7h). Das anrechenbare Invalideneinkommen für ein 80%-Pen
sum beträgt für das Jahr
2014
ent
sprechend Fr.
41‘798.4
0.
Ein Leidensabzug ist unter Berücksichtigung der bereits grosszügig bemessenen Arbeitsunfähigkeit nicht angemessen (E. 4).
5.3
5.3.1
Um einen rentenrelevanten Invaliditätsgrad
von 39.5
%
bzw. rund 40
%
zu erzie
len hätte die Beschwerdeführerin
- davon ausgehend, dass sie im
Gesund
heitsfalle
vollumfänglich arbeitstätig wäre -
ein
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
69‘
088.30 erzielen müssen (
Fr.
69‘088.30 -
Fr.
41‘798.40 = 27‘
289
.9
0
;
Fr.
27‘
289
.90 : 69‘088.30 = 39.5
%
).
Aufgrund
der vor dem Unfall erzielten Einkommen (IK-Auszug vom
2
3.
Oktober 2013,
Urk.
7/6; Arbeitsvertrag vom
3.
Februar 2012,
Urk.
7/9/130 ff.; Lohnab
rechnungen,
Urk.
7/9/119 ff.; Abrechnungen
Arbeitslosenkase
,
Urk.
7/9/114 ff.)
sowie unter Berücksichtigung
des Umstands
, dass sie über keine in der Schweiz anerkannte Ausbildung verfügt (SI-Bericht vom 1
6.
November 2012,
Urk.
7/9/139)
ist davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfalle kein Einkom
men in dieser Höhe generiert hätte
bzw. generieren würde
, womit ein
rentenre
levanter
Invaliditätsgrad mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen ist
(E. 5.1.1)
.
Es erübrigt sich damit eine exakte Bemessung des
Valideneinkom
mens
.
5.3.2
Auch unter Annahme, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfalle ledig
lich teilzeitlich erwerbstätig wäre,
würde sie keinen rentenrelevanten
Invali
di
tätsgrad
erreichen:
Aufgrund der
gutachterlicherseits
eher grosszügig attestier
ten eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit sowie unter Berücksichtigung der im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu erwartenden Mithilfe der Familienangehörigen ist in antizipierter Beweiswürdigung davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich nicht oder nur äusserst gering eingeschränkt
wäre. Entsprechend ist überwiegend wahrscheinlich erstellt
, dass auch unter Berücksichtigung der gemischten Methode
(E. 5.1.2)
kein
rentenrele
vanter
Invaliditätsgrad resul
tieren würde.
6.
Die Beschwerdeführerin beantragte des Weiteren Eingliederungsmassnahmen.
6.1
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der
Schadenmin
derungspflicht
(vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen
Scha
denminderungspflicht
geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur
Selbstein
gliederung
zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzli
chen Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
6.2
Der Beschwerdeführerin ist seit April 2014 mit überwiegender Wahrscheinlich
keit zu
mindest zu
80
%
arbeitsfähig in einer leichten Verweistätigkeit mit der Möglichkeit zu selbst gewählten Pausen, einer maximalen gelegentlichen
Hebe
belastung
bis 10 kg und ohne Zwangshaltungen
(E. 4)
.
Entsprechend ist ihr
zumutbar, dass sie ihre hohe Restarbeitsfähigkeit eigenständig verwertet bzw. im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung unternimmt.
Die Beschwerdeführerin hat somit keinen Anspruc
h auf Eingliederungsmassnah
men.
6.3
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Christian Scherrer
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler