# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7065b283-5301-546e-99b3-ff5bafdcd560
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-01
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 01.12.2023 OG.2023.00066 (OGS.2024.164)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2023-00066_2023-12-01.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtsvizepräsidentin lic. iur. Marianne Dürst
  Benedetti, Oberrichterin Monika Trümpi und Oberrichterin Ruth Hefti sowie
  Gerichtsschreiberin MLaw Jasmin Marlovits. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beschluss
  vom 1. Dezember 2023

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2023.00066

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
  Beschuldigter und

  
	
  Beschwerdeführer

  
	
   

  
	
  verteidigt durch MLaw Jacques Marti, Rechtsanwalt 

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats- und
  Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
  Beschwerdegegnerin

  
	
   

  
	
  vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Dorothea Speich 

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Haftentlassungsgesuch
  und Verlängerung der Untersuchungshaft

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  Anträge
  des Beschwerdeführers (gemäss Eingabe vom 10. November
  2023 [act. 17, S. 2], sinngemäss):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Verfügung des
    Zwangsmassnahmengerichts vom 31. Oktober 2023 im Verfahren
    SG.2023.00096 vollumfänglich aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei das
    Haftentlassungsgesuch vom 19. Oktober 2023 zu bewilligen und es seien
    Ersatzmassnahmen anzuordnen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es sei die Untersuchungshaft
    nicht zu verlängern.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Alles unter Kosten- und
    Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  Anträge
  der
  Beschwerdegegnerin   (gemäss Eingabe vom 20. November 2023 [act. 20]):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Anträge des
    Beschwerdeführers vom 10. November 2023 seien abzuweisen und es sei die
    Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 31. Oktober 2023 zu
    bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter Kostenfolge zu Lasten des
    Beschuldigten.

    

  

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  1.

  Die Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus
  (nachfolgend "Staatsanwaltschaft") verdächtigt A.______
  (nachfolgend "Beschuldigter"), dass er auf diversen
  Online-Verkaufsplattformen (insbes. [...].ch) unzählige Gegenstände (z.B.
  Mobiltelefone, Uhren, Drohnen usw.) zum Verkauf angeboten und sich die
  entsprechenden Zahlungen von Käufern überweisen lassen habe, ohne
  anschliessend die gekaufte Ware zu liefern. Der Beschuldigte habe bei seinen
  unter fiktiven Identitäten getätigten Angeboten nie den Willen gehabt, nach
  Eingang der Zahlung seine vertragliche Leistung zu erbringen, sondern habe
  sich mit den betrügerisch erhaltenen Zahlungen seinen Lebensunterhalt
  gedeckt. Dem Beschuldigten werden ausserdem mehrfache Vergehen gegen das
  Waffengesetz, Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Urkundenfälschung
  vorgeworfen. Der Beschuldigte wurde zunächst am 25. Januar 2023 sowie am
  13. März 2023 und schliesslich am 4. August 2023 festgenommen (vgl.
  zum Ganzen act. 1, S. 2; act. 4/1, S. 2 f.;
  act. 4/2/2; act. 4/2/3 und act. 4/2/13).

  
	
   

  
	
  2.

  Mit Eingabe vom 4. August 2023 an das
  Zwangsmassnahmengericht des Kantons Glarus beantragte die Staatsanwaltschaft,
  es sei gegen den Beschuldigten Untersuchungshaft für die vorläufige Dauer von
  drei Monaten anzuordnen (act. 4/1). Das Zwangsmassnahmengericht hiess
  diesen Antrag gut und ordnete die Untersuchungshaft mit Verfügung vom
  7. August 2023 bis längstens 3. November 2023 an
  (act. 4/6, S. 5, Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  3.

  3.1. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2023
  ersuchte die Mutter des Beschuldigten um dessen Entlassung aus der Haft. Auf
  Rückfrage der Staatsanwaltschaft unterzeichnete der Beschuldigte die genannte
  Eingabe am 21. Oktober 2023 zusätzlich in seinem eigenen Namen
  (act. 2/1 und act. 2/2).

  
	
  3.2. Die Staatsanwaltschaft leitete dieses
  Haftentlassungsgesuch mit Eingabe vom 23. Oktober 2023 an das
  Zwangsmassnahmengericht weiter und beantragte dessen Abweisung sowie die
  Verlängerung der Untersuchungshaft um drei Monate, wobei dem Beschuldigten zur
  Stellung erneuter Entlassungsgesuche eine Sperrfrist von einem Monat
  anzusetzen sei (act. 1).

  
	
  3.3. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2023
  verlängerte das Zwangsmassnahmengericht die angeordnete Untersuchungshaft bis
  längstens 3. Februar 2024 (act. 11, S. 8,
  Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
  3.4. Gegen diese Verfügung liess der Beschuldigte
  durch seinen Verteidiger am 10. November 2023 Beschwerde erheben
  (act. 17). Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Eingabe vom
  20. November 2023 die Abweisung der Beschwerde (act. 20).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Obergericht behandelt als Rechtsmittelinstanz
  Beschwerden in Strafsachen (Art. 17 Abs. 2 lit. a GOG/GL; GS
  III A/2). Der vorliegend angefochtene Haftentscheid ist der Beschwerde
  zugänglich (Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO i.V.m.
  Art. 222 StPO). Der durch die Haft unmittelbar betroffene Beschuldigte
  ist beschwerdelegitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO) und die
  Anfechtungsfrist ist vorliegend eingehalten (Art. 396
  Abs. 1 StPO; act. 16 und act. 17). Die übrigen
  Rechtsmittelvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die
  Beschwerde des Beschuldigten ist einzutreten.

  
	
   

  2.

  
	
  Mit Beschwerde können in Bezug auf den angefochtenen
  Entscheid Rechtsverletzungen und eine unvollständige oder unrichtige
  Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden
  (Art. 393 Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1. Die Vorinstanz begründet die Verlängerung
  der Untersuchungshaft bis am 3. Februar 2024 damit, dass die zahlreichen
  Zahlungseingänge von unter anderem diversen Privatklägern eine betrügerische
  Tätigkeit nahelegen würden, zumal der Beschuldigte keiner bekannten
  Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, welche diese erklären könnten. Der
  Beschuldigte sei bereits früher für wiederholte Betrugsdelikte, Vergehen
  gegen das Waffengesetz sowie weitere Vermögensdelikte verurteilt worden, was
  für eine hohe Rückfallgefahr spreche. Mit seinem Schreiben vom 6. August
  2023 bringe er zudem zum Ausdruck, dass er die Delikte verübt habe, weil er
  Geld benötigt habe, was für ein fehlendes Bewusstsein für alternative Erwerbsmöglichkeiten
  spreche. Fraglich sei auch, ob der Beschuldigte tatsächlich gewillt sei, eine
  Arbeitsstelle zu suchen und ein legales Erwerbseinkommen zu erzielen. Es sei
  deshalb zu befürchten, dass der Beschuldigte erneut delinquieren werde, was
  die Sicherheit anderer erheblich gefährde. Angesichts der umfangreichen
  Verfahrensakten sei die Verlängerung ausserdem verhältnismässig, wobei auch
  keine milderen Massnahmen ersichtlich und die vom Beschuldigten
  vorgeschlagenen Ersatzmassnahmen ungeeignet seien (vgl. zum Ganzen
  act. 11, S. 3 ff., E. 3 ff.).

  
	
  1.2. Der Beschuldigte bringt dagegen vor, dass
  die Vorinstanz seine aktuelle Situation nicht berücksichtigt, sondern einzig
  auf das Schreiben vom 6. August 2023 abgestellt habe. Damit habe der
  Beschuldigte lediglich versucht, seine Mutter zu beruhigen. Seine Äusserungen
  seien aber nicht ernst gemeint gewesen. Der Beschuldigte sei mittlerweile
  einsichtig und habe auch die ihm zur Last gelegten Delikte nie bestritten. Er
  verfüge ausserdem über Zusagen für zwei Jobs, wobei die Entlassung aus der
  Untersuchungshaft auch mit der Bedingung verknüpft werden könne, dass der
  Beschuldigte zu einer Arbeit verpflichtet werde. Die Verlängerung der
  Untersuchungshaft sei überdies auch nicht verhältnismässig. Aufgrund dessen,
  dass die übernommenen Strafverfahren jeweils von anderen
  Strafverfolgungsbehörden kämen, könne die Staatsanwaltschaft auch ohne
  weitere Aufwendungen Befragungen zu verschiedenen Delikten durchführen. Eine
  Gesamtübersicht über alle Fälle sei dafür nicht nötig. Zusätzlich
  verschlechtere sich auch die soziale und finanzielle Situation des
  Beschuldigten während der Untersuchungshaft. Das Haftentlassungsgesuch sei
  deshalb zu bewilligen (vgl. zum Ganzen act. 17, S. 3 ff.).

  
	
  1.3. Die Staatsanwaltschaft bringt vor, dass der Beschuldigte
  bereits mehrfach nach einer Festnahme befragt worden sei. Diese Festnahmen
  und Befragungen hätten jedoch alle keine Wirkung gezeigt, habe doch der
  Beschuldigte nach der Einvernahme im Mai 2023 sogar ein neues Konto eröffnet,
  um weitere "Einnahmen" an den Strafverfolgungsbehörden vorbei zu
  generieren. Der Beschuldigte sei nach wie vor nicht einsichtig und die
  Verlängerung der Untersuchungshaft sei auch verhältnismässig, habe der
  Beschuldigte doch mit einer Freiheitsstrafe von weit über einem Jahr zu
  rechnen. Ersatzmassnahmen seien weder sinnvoll noch zielführend, weil der
  Beschuldigte nicht einsichtig sei (vgl. zum Ganzen act. 20).

  
	
   

  
	
  2.

  2.1. Untersuchungshaft ist nach Art. 221
  Abs. 1 StPO zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder
  Vergehens dringend verdächtig ist und ernsthaft zu befürchten ist, dass
  Fluchtgefahr (lit. a), Kollusionsgefahr (lit. b) oder
  Wiederholungsgefahr (lit. c) besteht. Nach der Rechtsprechung des
  Bundesgerichts liegt ein dringender Tatverdacht im Sinne von Art. 221
  Abs. 1 StPO vor, wenn das untersuchte Verhalten mit erheblicher
  Wahrscheinlichkeit die Tatbestandsmerkmale eines Verbrechens oder Vergehens
  erfüllen könnte, wofür konkrete Anhaltspunkte bestehen müssen (vgl. BGE 143
  IV 330 E. 2.1).

  
	
  2.2. Der Beschuldigte wird des gewerbsmässigen
  Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB, des mehrfachen
  Vergehens gegen das Waffengesetz (Art. 33 WG; SR 514.54), des
  mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der
  Urkundenfälschung gemäss Art. 251 StGB verdächtigt. Beim gewerbsmässigen
  Betrug sowie der Urkundenfälschung handelt es sich um Verbrechen und bei den
  weiteren erwähnten Delikten um Vergehen (Art. 10 Abs. 2 und
  Abs. 3 StGB), womit eine Anlasstat zur Anordnung von Untersuchungshaft
  vorliegt.

  
	
  2.3. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend
  festhielt, ergibt sich der dringende Tatverdacht in Bezug auf den vorstehend
  geschilderten gewerbsmässigen Betrug daraus, dass beim Beschuldigten eine
  Vielzahl von Zahlungen von unter anderem verschiedenen Privatklägern
  eingegangen sind, wobei für diese Zahlungen keine Gründe ausserhalb des
  Betruges ersichtlich sind. Zudem liegen diesbezüglich zahlreiche Rapporte vor
  und wurden auch diverse SIM-Karten mit teilweise tatrelevanten Telefonnummern
  bei der Hausdurchsuchung sichergestellt (act. 2/4; act. 4/2/4-7,
  insbes. act. 4/2/4/8.4.04, S. 2, und act. 2/6,
  S. 1 ff.; vgl. auch act. 11, S. 3 f., E. 3, und
  act. 4/6, S. 2 f., E. 3). Dieser dringende Tatverdacht
  wird vom Beschuldigten – zu Recht – auch nicht bestritten (vgl.
  act. 17). Zu ergänzen ist, dass auch in Bezug auf die Vergehen gegen das
  Waffengesetz ein dringender Tatverdacht vorliegt. So wurden in einem vom
  Beschuldigten genutzten Hotelzimmer in [...] eine Softair-Waffe und eine
  Schreckschusswaffe gefunden und jeweils eine Waffe der beiden erwähnten
  Waffentypen bei der Hausdurchsuchung der Wohnung des Beschuldigten
  sichergestellt (act. 4/2/2, S. 2 f., und
  act. 4/2/4/8.4.04, S. 2). Der dringende Tatverdacht besteht
  demgemäss sowohl in Bezug auf den gewerbsmässigen Betrug (Art. 146 StGB)
  als auch auf den mehrfachen Verstoss gegen das Waffengesetz. Wie nachfolgend
  aufzuzeigen sein wird, sind die Urkundenfälschung sowie das mehrfache
  Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz für die Anordnung der
  Untersuchungshaft nicht massgebend, weshalb auf diese Delikte nicht weiter
  eingegangen wird.

  
	
   

  
	
  3.

  3.1. Wiederholungsgefahr nach Art. 221
  Abs. 1 lit. c StPO besteht, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass
  die beschuldigte Person durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit
  anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige
  Straftaten verübt hat. Bei den früheren gleichartigen Straftaten muss es sich
  um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen gleiche oder gleichartige
  Rechtsgüter gehandelt haben, wie sie im hängigen Strafverfahren massgeblich
  sind (BGE 143 IV 9 E. 2.3.1). Die Anordnung von
  Untersuchungshaft aufgrund von Wiederholungsgefahr kann gemäss der
  bundesgerichtlichen Rechtsprechung dem Verfahrensziel der Beschleunigung
  dienen, indem verhindert wird, dass sich der Strafprozess durch immer neue
  Delikte verkompliziert und in die Länge zieht (BGE 146 IV 136 E. 2.2;
  vgl. auch Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK). Erforderlich ist
  demnach eine ungünstige Rückfallprognose, wofür insbesondere die Häufigkeit
  und Intensität der untersuchten Delikte sowie einschlägige Vorstrafen
  massgebliche Kriterien bilden. Zu berücksichtigen sind ausserdem die
  persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person, ihre familiäre
  Verankerung, die Möglichkeiten einer Berufstätigkeit und ihre finanzielle
  Situation (zum Ganzen BGE 143 IV 9 E. 2.8 und 2.10).

  
	
  3.2. Die drohenden Delikte müssen zudem die
  Sicherheit anderer erheblich gefährden, wobei sich diese Gefährdung
  grundsätzlich auf Rechtsgüter jeder Art beziehen kann. Im Vordergrund stehen
  dabei Delikte gegen die körperliche und sexuelle Integrität, wobei aber eine
  erhebliche Sicherheitsgefährdung auch bei Vermögensdelikten nicht
  ausgeschlossen ist. So können auch Vermögensdelikte die Geschädigten
  besonders hart bzw. ähnlich treffen wie ein Gewaltdelikt. Dies setzt
  allerdings voraus, dass es sich um besonders schwere Vermögensdelikte handelt
  (vgl. zum Ganzen BGE 146 IV 136 E. 2.2; BGE 143 IV 9 E. 2.7 und
  Urteil BGer 1B_22/2023 vom 13. Februar 2023, E. 2.3). 

  
	
  Ob ein besonders schweres Vermögensdelikt droht, ist
  aufgrund einer Gesamtwürdigung der Umstände im Einzelfall zu beurteilen.
  Bestehen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte bei künftigen
  Vermögensdelikten Gewalt anwenden könnte, so spricht dies für eine erhebliche
  Sicherheitsgefährdung. Insbesondere trifft dies dann zu, wenn der
  Beschuldigte bei früheren Vermögensstraftaten eine Waffe mit sich geführt
  oder gar eingesetzt hat. Weiter ist die Schwere der vom Beschuldigten
  begangenen Vermögensdelikte zu berücksichtigen. So spricht ein sehr hoher
  Deliktsbetrag dafür, dass auch zukünftig die Begehung schwerer
  Vermögensdelikte zu befürchten ist. Einzubeziehen ist zudem die persönliche,
  namentlich finanzielle Lage der Geschädigten. Zielen die Taten des
  Beschuldigten auf in bescheidenen finanziellen Verhältnissen lebende
  Geschädigte, genügt für eine Sicherheitsgefährdung bereits ein geringerer
  Deliktsbetrag. Zu beachten sind ausserdem die Verhältnisse des Beschuldigten.
  Hat dieser weder Einkommen noch Vermögen und gleichwohl einen grossen
  Finanzbedarf, beispielsweise weil er einen luxuriösen Lebensstil pflegt oder
  an Spielsucht leidet, lässt dies darauf schliessen, dass er schwere
  Vermögensdelikte begehen könnte. Wurden Pläne für die Begehung schwerer
  Vermögensstraftaten entdeckt, können auch diese eine erhebliche
  Sicherheitsgefährdung begründen (vgl. zum Ganzen BGE 146 IV 136
  E. 2.5).

  
	
  3.3. Der Beschuldigte erklärt aktuell, er wolle
  seine Situation nicht verschlimmern und daher sicher nicht wieder mit
  betrügen anfangen (act. 10). Die Untersuchungshaft habe ihm die Augen
  geöffnet, dass sein Handeln falsch war (act. 17, S. 3). Ob diese
  Aussagen des Beschuldigten als glaubhaft zu beurteilen sind und damit eine
  Rückfallgefahr zu verneinen ist, ist aufgrund der weiteren vorliegenden
  Indizien zu beurteilen: An der Einvernahme vom 13. März 2023 erklärte
  der Beschuldigte beispielsweise auf die Frage hin, weshalb er die online für
  CHF 490.− verkauften Schuhe nicht an den Käufer gesandt habe, dass
  er dazu keinen Grund gehabt habe. Später an derselben Einvernahme erklärte
  er, er habe diese ursprünglich versenden wollen, habe es aber später
  vergessen (act. 4/2/9, S. 1 f., Ziff. 1 und
  Ziff. 13 ff.). Bereits daraus geht hervor, dass der Beschuldigte –
  entgegen seiner Angaben in der Beschwerdeschrift (act. 17, S. 3) –
  bisher die ihm zur Last gelegten Delikte nicht durchgängig zugegeben hat,
  gehört hierzu doch auch der Wille des Beschuldigten. Auch aus den übrigen
  Akten geht hervor, dass der Beschuldigte die Delikte, derer er verdächtigt
  wird, nur teilweise zugab (act. 4/2/9, S. 1, Ziff. 1;
  act. 4/2/10, S. 1, Ziff. 2; act. 2/15, S. 2,
  N. 21 ff.). Aus seinen bisherigen Aussagen an den Einvernahmen zu
  den Tatvorwürfen kann daher keine Einsicht abgeleitet werden. Im Übrigen ist
  auch nicht ersichtlich, inwiefern es seine Mutter beruhigen können soll, wenn
  der Beschuldigte ihr implizit erklärt, die ihm vorgeworfenen Taten seien
  berechtigt gewesen, weil er Geld gebraucht und keinen anderen Ausweg gesehen
  habe (vgl. act. 17, S. 3, und act. 2/5).

  
	
  3.4. Gegen den 21-jährigen Beschuldigten ergingen
  zwischen dem 5. August 2020 und dem 1. Februar 2023 bereits sechs
  Strafurteile, wobei das erste rund ein halbes Jahr nach seiner Volljährigkeit
  erlassen wurde. Der Beschuldigte wurde dabei unter anderem des Vergehens
  gegen das Waffengesetz sowie mehrfach des Betruges, des einfachen
  Diebstahles, des Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung schuldig gesprochen
  (vgl. zum Ganzen act. 4/2/1, S. 3 ff.). Der Beschuldigte hat
  demzufolge bereits mehrfach Verbrechen bzw. Vergehen gegen gleichartige
  Rechtsgüter verübt. Die staatsanwaltlichen Untersuchungsakten beinhalten
  zudem per 16. Oktober 2023 unter den Tatbestandsakten der Polizei 60
  Dossiers, wobei es bei 52 davon um Betrugsverdachte und bei vier davon um
  Verdachte auf Widerhandlungen gegen das Waffengesetz geht (vgl.
  act. 2/6, S. 17 ff.). Dabei sind dem Aktenverzeichnis der
  Staatsanwaltschaft zufolge mindestens 45 Privatkläger bzw. Geschädigte
  involviert (act. 2/6, S. 1 ff.). Aufgrund der bestehenden
  Tatverdachte erscheint es sehr wahrscheinlich, dass weder die Vorstrafen noch
  die bisherigen Verhaftungen den Beschuldigten bislang von strafbarem
  Verhalten abbringen konnten (vgl. act. 2/1, act. 4/2/2,
  act. 4/2/3 und act. 21). Sowohl die zahlreichen Vorstrafen als auch
  die Anzahl der aktuell zu untersuchenden Delikte sprechen für eine ungünstige
  Rückfallprognose.

  
	
  3.5. Dass er Gegenstände
  online angeboten habe und das eingenommene Geld für sich behalten habe, ohne
  die Gegenstände den Käufern zuzustellen, begründete der Beschuldigte an
  mehreren Einvernahmen damit, dass er Geld gebraucht habe (act. 4/2/9,
  S. 2, Ziff. 20; act. 4/2/10, S. 2, Ziff. 15). Mit
  diesem Geld habe er Rechnungen, den Lebensunterhalt und Essen bezahlt (act.
  4/2/9, S. 3, Ziff. 27, und act. 4/2/10, S. 2,
  Ziff. 20). Aus seiner Sicht sei dies nötig gewesen, damit er sich das
  Leben habe finanzieren können (act. 2/15, S. 3,
  N. 49 ff.). Anlässlich von Einvernahmen vor der Polizei erklärte
  der Beschuldigte zwar, er habe per 21. Oktober 2022 im [...] gearbeitet
  und am 28. März 2023 bei der [...], wobei er CHF 960.− bzw.
  CHF 1'500.− verdient habe (act. 4/2/9, S. 3,
  Ziff. 21 ff., und act. 4/2/10, S. 2,
  Ziff. 16 f.). Trotzdem vertrat er aber die Ansicht, dass er ohne
  diese Einkünfte aus seinen (nicht ernst gemeinten) Verkaufsangeboten nicht
  hätte durchkommen können (act. 4/2/9, S. 3, Ziff. 29). Von
  diesen (nicht ernst gemeinten) Verkaufsangeboten abbringen können hätte ihn
  seiner Meinung nach, finanziell unabhängig zu werden und allenfalls einen
  zweiten Job anzunehmen. Er habe sich eine Zeit lang bemüht, einen zweiten Job
  zu finden und versucht, mit der Familie eine Lösung zu finden. Zugleich
  erklärte er aber, dass er gar keinen zweiten Job hätte annehmen dürfen, weil
  er in der Lehre gewesen sei, und dass sein Einvernehmen mit der Familie nicht
  sehr gut gewesen sei (act. 4/2/15, S. 3 f.,
  N. 59 ff. und N. 124 ff.). Es kann deshalb nicht davon
  ausgegangen werden, dass sich der Beschuldigte ernsthaft um eine Änderung
  seines Verhaltens bemüht hätte.

  
	
  3.6. Zu seiner aktuellen
  beruflichen Situation lässt der Beschuldigte am 10. November 2023 zwar
  erklären, dass er über Zusagen für zwei Jobs verfüge, wobei ihm diese durch
  Freunde und Familie vermittelt worden seien (act. 17, S. 4). Noch
  am 23. Oktober 2023 erklärte der Beschuldigte hingegen erst, er gehe
  davon aus, dass er mit Hilfe von Freunden und der Familie innert
  30 Tagen sicher eine Arbeitsstelle finden können werde (act. 10).
  Dass er nun nach lediglich rund 20 Tagen aus dem Gefängnis ohne
  Vorstellungsgespräch gleich zwei Stellen gefunden haben soll, ist unwahrscheinlich.
  Hinzu kommt, dass der Beschuldigte selbst an seiner Hafteinvernahme vom
  4. August 2023 erklärte, das Einvernehmen mit seiner Familie sei nicht
  sehr gut (act. 4/2/15, S. 4, N. 125 ff.). Es kann daher
  nicht von einer starken familiären Verankerung ausgegangen werden und auch
  die Vermittlung einer Arbeitsstelle durch die Familie ist kaum denkbar. Zudem
  fehlen auch Angaben zu den zukünftigen Arbeitgebern, den Stellen oder dem
  Lohn, weshalb die vom Beschuldigten erwähnten Jobzusagen nicht glaubhaft
  erscheinen. Es muss deshalb weiterhin davon ausgegangen werden, dass der
  Beschuldigte keine konkrete Stelle in Aussicht hat.

  
	
  Selbst wenn der Beschuldigte aber aktuell Stellen in
  Aussicht hätte, ist zu beachten, dass er – zumindest gemäss seinen Aussagen –
  auch zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten einer Arbeitstätigkeit
  nachging. Zwar hatte er damals einen eher geringen Lohn erhalten, wobei aber
  auch aktuell keine Hinweise dafür bestehen, dass er bei einer neuen Stelle
  einen höheren Lohn erhalten würde. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte gemäss
  seinen eigenen Angaben ohnehin keine Arbeitsstelle über einen längeren
  Zeitraum behalten konnte und auch keine mehr fand. Der Beschuldigte begründet
  dies zwar damit, dass er zuvor jahrelang Marihuana und Codein sowie exzessiv
  Alkohol konsumierte. Allerdings hat er gemäss seiner Erklärung den Konsum
  einzig aufgrund des aktuellen Gefängnisaufenthaltes eingestellt. Dafür, dass
  der Beschuldigte auch nach seinem Gefängnisaufenthalt auf Drogen- und
  übermässigen Alkoholkonsum verzichten kann und will, bestehen hingegen keine
  Hinweise. Insbesondere erklärt auch der Beschuldigte keine solche Absicht
  (vgl. zum Ganzen act. 10). Vielmehr erscheint es nach dem gewöhnlichen
  Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung wahrscheinlich, dass der
  Beschuldigte in Freiheit wieder Drogen und (übermässig) Alkohol konsumieren
  würde.

  
	
  3.7. Seinen eigenen Angaben zufolge hat der
  Beschuldigte aktuell Schulden, welche er abbezahlen will (act. 10 und
  act. 9, S. 2). Den vorstehenden Ausführungen zufolge veranlassten
  ihn aber in der Vergangenheit genau solche Schulden zu dem ihm vorgeworfenen
  Verhalten. In seinem Schreiben vom 23. Oktober 2023 erklärte er zwar,
  dass seine Aussagen, er bezahle mit dem Geld Rechnungen, nur eine Ausrede gewesen
  sei. Damit habe er seine Abhängigkeit (Sucht nach Marihuana, Codein und
  Alkohol) verbergen wollen. Die vielen unbezahlten Rechnungen hätten ihm aber
  Grund dafür gegeben, erneut Betäubungsmittel oder übermässig Alkohol zu
  konsumieren (vgl. zum Ganzen act. 10). Wie vorstehend dargelegt,
  erscheint es vorliegend aber gerade wahrscheinlich, dass der Beschuldigte
  nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft wieder in diese Abhängigkeit
  zurückfällt (vgl. E. III.3.6). Eine solche hat zur Folge, dass der Beschuldigte
  wiederum mehr Geld benötigt, um diese zu finanzieren. Dies könnte ihn
  wiederum – wie dies bereits in der Vergangenheit der Fall war – zu
  Vermögensdelikten verleiten. Zusammengefasst kann dem Beschuldigten – wie
  dies bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt (act. 11, S. 5,
  E. 4) – keine günstige Rückfallprognose gestellt werden.

  
	
  3.8. Die vorausgesetzte
  erhebliche Gefährdung der Sicherheit anderer ergibt sich insbesondere aus dem
  Vorwurf des Verstosses gegen das Waffengesetz bzw. der diesbezüglichen
  Verurteilung am 1. April 2022 (vgl. act. 4/2/1, S. 5). So
  wurden nicht nur am 13. März 2023 beim Beschuldigten zu Hause
  Waffen gefunden (act. 4/2/4/8.4.04, S. 2), sondern auch in einem
  Hotelzimmer des Beschuldigten (act. 4/2/2, S. 2 f.). Der
  Beschuldigte führte die Waffen demzufolge bereits in der Vergangenheit mit
  sich, weshalb zu befürchten ist, dass er diese auch anlässlich eines
  Vermögensdeliktes mitführen oder einsetzen könnte. So wurde der Beschuldigte
  auch schon wegen Diebstahl verurteilt, womit nicht nur Vermögensdelikte über
  das Internet im Raum stehen. Der Beschuldigte ist ausserdem verschuldet und
  hat einen grossen Finanzbedarf aufgrund der von ihm selbst gestandenen
  Betäubungsmittelsucht und des exzessiven Alkoholkonsums (act. 10). Aufgrund
  einer Gesamtwürdigung der vorliegenden Umstände ist demnach ernsthaft zu
  befürchten, dass der Beschuldigte besonders schwere Vermögensdelikte begehen
  könnte. Demzufolge ist vorliegend der Haftgrund der Wiederholungsgefahr
  gegeben.

  
	
   

  
	
  4.

  4.1. Untersuchungshaft ist eine Zwangsmassnahme
  und darf nur angeordnet werden, wenn sie verhältnismässig ist, namentlich
  wenn das damit angestrebte Ziel nicht durch ein milderes Mittel erreicht
  werden kann und wenn die Bedeutung der Straftat die Haft rechtfertigt (vgl.
  Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO). 

  
	
  4.2. Das mit der Untersuchungshaft angestrebte
  Ziel, die Begehung von weiteren schweren Straftaten des Beschuldigten zu
  verhindern, kann vorliegend nicht mit milderen Mitteln erreicht werden.
  Insbesondere ist eine Verpflichtung des Beschuldigten zu einer Arbeit nicht
  zielführend (vgl. act. 17, S. 4), da dem Beschuldigten vorgeworfen
  wird, die Taten unter anderem auch begangen zu haben, als er einer Arbeit
  nachging (vgl. E. III.3.5). Auch die weiteren vom Beschuldigten vorgeschlagenen
  Massnahmen (act. 10), können die Wiederholungsgefahr nicht mit
  genügender Sicherheit abwenden. Zwar erhöht der Finanzbedarf aufgrund der
  Drogensucht die Gefahr der Begehung einer schweren Straftat noch, allerdings
  ist die Gefahr nicht alleine darauf zurückzuführen (vgl. E. III.3.8).
  Drogentests können die Wiederholungsgefahr daher auch nicht abwenden.
  Dasselbe gilt für die Offenlegung der Finanzen des Beschuldigten, würde
  hierdurch doch eine allfällige Vermögensstraftat erst bemerkt werden, nachdem
  sie begangen wurde. Die Begehung verhindern könnte eine solche Pflicht
  hingegen nicht. Die dem Beschuldigten vorgeworfenen Straftaten können zudem
  unabhängig von einem bestimmten Standort verübt werden, weshalb auch eine
  GPS-Fussfessel oder das regelmässige Melden bei einer Stelle keine geeigneten
  Massnahmen darstellen. 

  
	
  4.3. Der Beschuldigte befindet sich seit dem
  4. August 2023 in Haft (act. 4/2/13). Ausgehend davon, dass der
  Beschuldigte unter anderem des gewerbsmässigen Betruges dringend verdächtigt
  wird, steht ihm eine längere Freiheitsstrafe konkret in Aussicht. Demgemäss
  droht keine Überhaft, wenn die Untersuchungshaft bis zum 3. Februar 2024
  verlängert wird. Eine über das übliche Mass hinausgehende Verschlechterung
  seiner sozialen Verhältnisse oder der finanziellen Situation durch die
  Untersuchungshaft ist nicht ersichtlich. 

  
	
  Wie die Staatsanwaltschaft zutreffend vorbringt
  (act. 20), wurde der Beschuldigte bereits vor seiner Verhaftung zu
  diversen Delikten einvernommen. Diese Einvernahmen fanden bereits an fünf
  verschiedenen Tagen statt (act. 2/6, S. 27). Zwar ist zutreffend,
  dass die Staatsanwaltschaft seit dem Haftantritt des Beschuldigten diesen
  nicht mehr einvernommen hat. Allerdings waren die Strafverfolgungsbehörden
  seither trotzdem nicht untätig. So musste die Staatsanwaltschaft seit der
  Verhaftung des Beschuldigten elf Gerichtsstandsanfragen bearbeiten und die
  entsprechenden Verfahren übernehmen (act. 2/3 und act. 2/6,
  S. 32 f.). Ein Vergleich der Aktenverzeichnisse per
  16. Oktober 2023 und per 21. Juli 2023 ergibt ausserdem, dass in
  der Zwischenzeit unter den Tatbestandsakten der Polizei 13 weitere Dossiers
  dazu gekommen sind und der Umfang der gesamten Akten von sieben auf zehn
  Ordner angewachsen ist (vgl. act. 2/6 und act. 4/2/11). Es versteht
  sich von selbst, dass die Strafverfolgungsbehörden die neu dazu gekommenen
  Akten – auch wenn diese von anderen Strafverfolgungsbehörden kommen –
  studieren müssen, bevor sie den Beschuldigten zu den diesbezüglichen Delikten
  befragen können. Zudem befinden sich die Akten derzeit zwecks Einvernahme des
  Beschuldigten bei der Polizei (vgl. act. 20), womit die geforderten
  Einvernahmen nun bald durchgeführt werden sollten. Den vorstehenden
  Ausführungen zufolge rechtfertigt die Bedeutung der Straftaten, welcher der
  Beschuldigte verdächtigt wird, die Verlängerung der Untersuchungshaft bis am
  3. Februar 2024.

  
	
   

  
	
  5.

  Den vorstehenden Ausführungen zufolge sind die
  Voraussetzungen für die Verlängerung der Untersuchungshaft bis am
  3. Februar 2024 erfüllt und die Beschwerde des Beschuldigten ist
  vollumfänglich abzuweisen. Der Beschuldigte kann im Übrigen jederzeit bei der
  Staatsanwaltschaft ein Gesuch um Haftentlassung stellen (vgl. Art. 228
  Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen hat im
  Endentscheid zu erfolgen (vgl. Art. 421 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühren
  sind zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden Strafbehörde in
  Beachtung der Bemessungskriterien von Art. 6 der Zivil- und
  Strafprozesskostenverordnung des Kantons Glarus (GS III A/5)
  festzusetzen und zu den Untersuchungskosten im Sinne von Art. 326 Abs. 1 lit.
  d StPO zu schlagen. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist
  gestützt auf Art. 8 Abs. 2 lit. b der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung
  des Kantons Glarus auf CHF 800.− festzusetzen. Ausgangsgemäss bleibt es
  bei der Kostenregelung der Vorinstanz (Art. 428 Abs. 3 StPO e
  contrario).

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht beschliesst:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde gegen die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts
    des Kantons Glarus vom 31. Oktober 2023 im Verfahren SG.2023.00096
    wird vollumfänglich abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird
    zuhanden der das Strafverfahren abschliessenden Behörde auf CHF 800.−
    festgesetzt.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die Regelung der Kostenauflage und allfälliger
    Entschädigung wird dem Endentscheid vorbehalten.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]