# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** feeaa259-3ba8-56c8-a8d6-c8320001d2b6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.03.2024 F-4403/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4403-2023_2024-03-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4403/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, 

Richterin Susanne Genner,    

Gerichtsschreiberin Caroline Rausch. 
 

 
 

Parteien 
 A.________, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken zugunsten von  

B._______, C._______,  

D._______ und E.______; 

Verfügung des SEM vom 13. Juli 2023. 

 

 

 

F-4403/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Formulargesuchen vom 24. und 30. März 2023 ersuchten die Gesuch-

stellenden die Schweizer Vertretung in Bangkok (Thailand) um Ausstellung 

von Schengen-Visa zu Besuchszwecken für den Zeitraum vom 

25. März 2023 bis zum 21. Juni 2023.  

B.  

Mit Formularverfügung vom 5. April 2023 verweigerte die Schweizer Ver-

tretung in Bangkok den Gesuchstellenden die Schengen-Visa.  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 22. April 2023 

Einsprache bei der Vorinstanz.  

D.  

Die Vorinstanz übermittelte die Gesuchsunterlagen am 8. Mai 2023 zwecks 

Inlandabklärung und Stellungnahme an das Migrationsamt des Kantons 

Zürich, des Wohnkantons des Beschwerdeführers.  

Das kantonale Migrationsamt stellte dem Beschwerdeführer als Gastgeber 

am 25. Mai 2023 einen Fragenkatalog zu, den dieser zusammen mit wei-

teren Dokumenten ausgefüllt am 7. Juni 2023 zurücksandte. Sämtliche Un-

terlagen gingen an die Vorinstanz.  

E.    

Mit Verfügung vom 13. Juli 2023 wies die Vorinstanz die Einsprache ab.  

F.  

Am 13. August 2023 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht. Er beantragte sinngemäss, die Verfügung vom 

13. Juli 2023 sei aufzuheben und den Gesuchstellenden seien die bean-

tragten Schengen-Visa zu erteilen.  

G.  

Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 26. September 2023 

auf Abweisung der Beschwerde.  

H.  

Der Beschwerdeführer reichte am 8. November 2023 eine Replik ein.  

F-4403/2023 

Seite 3 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM über die Verweigerung von Visa sind 

mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 31 ff. 

VGG i.V.m. Art. 5 VwVG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

1.3 Obwohl der ursprünglich angestrebte Besuchszeitraum inzwischen ab-

gelaufen ist, kann – nicht zuletzt angesichts der Einreichung des Rechts-

mittels – auf ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse geschlossen wer-

den. Der Beschwerdeführer ist demnach zur Beschwerde legitimiert 

(vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage im 

Zeitpunkt seines Entscheids (BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.).   

3.  

3.1 Dem angefochtenen Entscheid liegt das Gesuch von vier thailändi-

schen Staatsangehörigen um Erteilung von Visa zu Besuchszwecken für 

die Schweiz zugrunde. Da sie sich als sogenannte Drittstaatsangehörige 

nicht aus eigenem und vorliegend auch nicht aus abgeleitetem Recht auf 

die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen können und die 

beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 

Tagen nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönli-

chen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsab-

kommen (aufgeführt im Anhang I Ziff. 1 des AIG [SR 142.20]), mit denen 

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Seite 4 

die Schweiz den Schengen-Besitzstand sowie die dazugehörigen gemein-

schaftsrechtlichen Rechtsakte (nachfolgend: Schengen-Recht) übernom-

men hat. Das AIG und seine Ausführungsbestimmungen, in casu nament-

lich die Verordnung vom 15. August 2018 über die Einreise und die Visu-

merteilung (VEV, SR 142.204), gelangen nur soweit zur Anwendung, als 

die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmun-

gen enthalten (Art. 2 Abs. 2–5 AIG; Art. 1 Abs. 2 VEV).  

3.2 Zum einschlägigen Schengen-Recht gehören die Verordnung (EG) 

Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 

2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft (Visakodex, VK, ABl. L 243/1 

vom 15.09.2009), die Verordnung (EG) Nr. 2016/399 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemeinschafts-

kodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (kodifizierter 

Text) (Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23.03.2016) und die 

Verordnung (EU) 2018/1806 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 14. November 2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren 

Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines 

Visums sein müssen, sowie die Liste der Drittländer, deren Staatsangehö-

rige von dieser Visumpflicht befreit sind (kodifizierter Text) (nachfolgend: 

Verordnung [EU] 2018/1806, ABl. L 303/39 vom 28.11.2018). In ihrem An-

wendungsbereich regeln sie umfassend die Visumpflicht, die Visum-

vergabe und die Einreise in das Hoheitsgebiet der durch das Schengen-

Recht gebundenen Staaten (nachfolgend: Mitgliedstaaten).  

4.  

4.1 Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich 

im Anwendungsbereich der genannten Rechtsgrundlagen wie folgt:  

4.2 Das schweizerische Recht kennt für drittstaatsangehörige Personen 

Visa für kurzfristige Aufenthalte und solche für längerfristige Aufenthalte. 

Die Visa für kurzfristige Aufenthalte fallen in den Regelungsbereich des 

Schengen-Rechts. Sie werden für einen Aufenthalt von höchstens 90 Ta-

gen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen ausgestellt und können für 

das Hoheitsgebiet aller Schengen-Staaten gültig sein (einheitliches 

[Schengen-]Visum; nachfolgend: Visum) (Art. 2 Bst. d Ziff. 1 VEV) oder sich 

auf das Hoheitsgebiet eines oder mehrerer Schengen-Staaten beschrän-

ken ([Schengen-]Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit; nachfolgend: 

VrG-Visum) (Art. 2 Bst. d Ziff. 2 VEV). Die Visa für längerfristige Aufenthalte 

sind nationale Visa (Art. 2 Bst. f VEV). Sie unterstehen ausschliesslich dem 

Landesrecht. Ob eine drittstaatsangehörige Person für einen kurzfristigen 

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Aufenthalt der Visumpflicht untersteht, bestimmt sich grundsätzlich nach 

der Verordnung (EU) 2018/1806 (Art. 8 Abs. 1 und 3 VEV), wobei das Ver-

fahren und die Voraussetzungen der Visumerteilung vom Visakodex gere-

gelt werden (Art. 12 Abs. 1 VEV). Gemäss Art. 21 Abs. 1 VK ist ein (formell 

zulässiges) Visumgesuch daraufhin zu überprüfen, ob die allgemeinen Ein-

reisevoraussetzungen des Art. 6 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK erfüllt sind 

(zur Bezugnahme des Art. 21 Abs. 1 VK auf Art. 5 Abs. 1 Bst. a, c, d und e 

SGK vgl. Art. 44 SGK i.V.m. der Entsprechungstabelle im Anhang X). Der 

restliche Inhalt des Art. 21 VK differenziert und konkretisiert diese Prüfung, 

wobei besonders wichtige Aspekte eine eingehende Regelung erfahren.  

4.3 Die Ablehnungsgründe des Art. 32 Abs. 1 VK spiegeln die Prüfung ei-

nes Visumgesuchs auf Erfüllung der allgemeinen Einreisevoraussetzun-

gen wider. Ist einer der dort aufgelisteten Tatbestände gegeben – weitere 

Ablehnungsgründe ergeben sich implizit aus Art. 25 VK –, darf ein Visum 

nicht erteilt werden. Ansonsten ist es auszustellen. Ein Rechtsfolgeermes-

sen besteht nicht (so das Urteil des Europäischen Gerichtshofs [EuGH] 

vom 19. Dezember 2013 C-84/12 Koushkaki, EU:C:2013:862, Rn. 26–55, 

63; zur Auslegung des innerstaatlichen Rechts im Lichte dieses Urteils 

vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1 m.H.). Ein Rechtsanspruch auf Erteilung eines 

Visums wird der gesuchstellenden Person gleichwohl nicht vermittelt 

(BVGE 2014/1 E. 4.1.5 m.H.).  

4.4 Ist das Visum zu verweigern, weil ein oder mehrere Ablehnungsgründe 

gegeben sind, kann ausnahmsweise ein VrG-Visum nach Art. 25 VK erteilt 

werden. Ein Ausnahmefall, der die Ausstellung eines VrG-Visums gestattet, 

liegt namentlich vor, wenn es ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, 

aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Ver-

pflichtungen für erforderlich hält, vom Grundsatz abzuweichen, dass die in 

Art. 6 Abs. 1 Bst. a, c, d und e SGK festgelegten Einreisevoraussetzungen 

erfüllt sein müssen (Art. 25 Abs. 1 Bst. a Ziff. i VK).  

5.  

5.1 Thailändische Staatsangehörige in der Situation der Gesuchstellenden 

unterstehen der Visumpflicht (Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2018/1806 

i.V.m. deren Anhang I Ziff. 1). Die Erteilung eines Visums wurde ihnen auf 

Einsprache hin verweigert, weil keine hinreichenden Gründe für eine frist-

gerechte und anstandslose Wiederausreise bestünden. Damit wurde auf 

den Verweigerungsgrund des Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK Bezug genommen, 

demgemäss das Visum der gesuchstellenden Person zu verweigern ist, 

«wenn begründete Zweifel (…) an der Glaubwürdigkeit (ihrer) Aussagen 

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oder der von (ihr) bekundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mit-

gliedstaaten vor Ablauf der Gültigkeit des beantragten Visums zu verlas-

sen.»  

5.2 Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden, wozu nur Prognosen ge-

troffen werden können. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Ein-

zelfalles zu würdigen, insbesondere auch die allgemeinen Verhältnisse im 

Herkunftsland der gesuchstellenden Person. Bei Einreisegesuchen von 

Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, sozial oder wirtschaft-

lich ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine strenge Praxis, da die 

persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfahrungsgemäss nicht mit 

dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung im Ein-

klang steht. Der zuständigen Behörde kommt dabei ein erheblicher Beur-

teilungsspielraum zu (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.; ferner statt vieler Ur-

teile des BVGer F-5322/2022 vom 9. Juni 2023; F-1826/2022 vom 24. Mai 

2023 E. 6.1; F-1086/2020 vom 23. Februar 2021 E. 4.1; F-2881/2018 vom 

24. Januar 2019 E. 6; vgl. auch Urteil Koushkaki Rn. 56–63).  

6.  

6.1 Die Beschwerdeführenden stammen aus der Provinz Nakhon 

Ratchasima in Thailand. 

6.2 Thailand gehört gemäss dem Human Development Index (HDI), wel-

cher die sozioökonomische Entwicklung eines Landes misst, mit einem 

HDI von 0.8 zu den sehr hoch entwickelten Ländern. Der Human Capital 

Index (HCI), der Auskunft über die sozioökonomischen Möglichkeiten gibt, 

platziert Thailand bei 0.61 und damit über dem Durchschnittswert Süd-

ostasiens und der Kategorie «upper middle income countries» 

(vgl. https://hdr.undp.org/data-center/specific-country-data#/countries/TH 

A; https://databankfiles.worldbank.org/public/ddpext_download/hci/ HCI_2 

pager_THA.pdf?cid=GGH_e_hcpexternal_en_ext, beide abgerufen am 

13.02.2024). Thailands Wirtschaft ist die zweitgrösste in Südostasien und 

ist in den letzten vier Jahrzenten stark gewachsen. Allerdings hat sich das 

Wachstum in den letzten Jahren aufgrund der Covid-19-Pandemie und an-

derer Faktoren verlangsamt (vgl. https://www.reuters.com/markets/asia/th 

ailand-downgrades-2024-gdp-growth-projection-28-2024-01-23/; https://w 

ww.worldbank.org/en/country/thailand/overview; https://www.df at.gov.au/s 

ites/default/files/country-information-report-thailand.pdf, alle abgerufen am 

13.02.2024).  

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Die wirtschaftliche Ungleichheit ist in Thailand im Vergleich zu anderen 

Ländern sehr ausgeprägt (vgl. https://www.dfat.gov.au/sites/default/fi-

les/country-information-report-thailand.pdf; https://bti-project.org/de/report 

s/country-report/THA; https://www.worldbank.org/en/country/thailand/publi 

cation/bridging-the-gap-inequality-and-jobs-in-thailand, alle abgerufen am 

13.02.2024). Insbesondere die räumlichen Disparitäten zwischen und in-

nerhalb von Regionen tragen zur Aufrechterhaltung der Einkommensun-

gleichheit bei. Die Armutsrate in der Region Northeast (auch Isan genannt), 

zu der Nakhon Ratchasima gehört, ist höher als in den anderen Regionen 

Thailands und auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt weit unter dem 

thailändischen Durchschnitt (vgl. https://documents1.worldbank.org/cura-

ted/en/099112823133018003/pdf/P17759905901d70ed0a968052455d52

52f0.pdf; https://documents1.worldbank.org/curated/en/09900501020229 

9399/pdf/P1775991e5f180ee130cf14572184e61f60735628d80.pdf; https: 

//asiafoundation.org/wp-content/uploads/2019/06/TH_Isan_report_2019_r 

e.pdf, alle abgerufen am 13.02.2024). 

6.3 Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass es 

sich bei der Region Nakhon Ratchasima um eine Region mit zumindest 

wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen handelt. Als besonders ungünstig 

sind Verhältnisse im globalen Vergleich indes nicht zu qualifizieren. Es ist 

daher zwar nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das allgemeine Ri-

siko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Personen aus dieser 

Region grundsätzlich als hoch einschätzt. Jedoch darf in Bezug auf die 

konkreten Lebensumstände der gesuchstellenden Person kein allzu stren-

ger Massstab angesetzt werden (vgl. dazu nachfolgend E. 7.1). 

7.  

7.1 In die Risikoanalyse sind neben den allgemeinen Verhältnissen im Her-

kunftsland der gesuchstellenden Person alle relevanten Gesichtspunkte 

des konkreten Einzelfalles einzubeziehen. Besteht bereits aufgrund der all-

gemeinen Situation im Herkunftsland ein rechtlich relevantes Risiko nicht 

regelkonformen Verhaltens, so sind die konkreten Lebensumstände der 

gesuchstellenden Person daraufhin zu prüfen, ob sie geeignet sind, die 

Bedenken zu zerstreuen. Dabei ist ein umso strengerer Massstab anzule-

gen, je ungünstiger sich die allgemeine Situation im Herkunftsland der ge-

suchstellenden Person darstellt. Zu den relevanten konkreten Lebensum-

ständen gehören insbesondere die persönlichen, familiären, beruflichen 

und wirtschaftlichen Verhältnisse der gesuchstellenden Person  

(BVGE 2014/1 E. 6.3.1). So kann eine besondere berufliche, gesellschaft-

liche oder familiäre Verantwortung im Herkunftsland bzw. eine stabile, die 

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Existenz sichernde wirtschaftliche Situation die Prognose einer anstands-

losen Wiederausreise vor Ablauf der Visumdauer begünstigen. Umgekehrt 

muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen 

haben oder die sich in wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen befinden, 

das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach 

einer bewilligten Einreise als vergleichsweise hoch eingeschätzt werden 

(BVGE 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 E. 8).  

7.2 Die Gesuchstellenden möchten den Beschwerdeführer und seine Le-

benspartnerin in der Schweiz besuchen. Bei den Gesuchstellenden han-

delt es sich um die Tochter (B._______; geb. 1990, Gesuchstellerin 1) und 

die Enkelin (C._______, geb. 2011; Gesuchstellerin 2) der Lebenspartnerin 

des Beschwerdeführers sowie um den Ehemann der Gesuchstellerin 1 

(D.________, geb. 1991; Gesuchsteller 3) und dessen Sohn (E._______ 

geb. 2016; Gesuchsteller 4).  

Aus den vorinstanzlichen Akten geht hervor, dass beide Kinder aus frühe-

ren Ehen stammen. Die Gesuchstellerin 1 übt das alleinige elterliche Sor-

gerecht für die Gesuchstellerin 2 aus. Der Gesuchsteller 3 teilt sich das 

Sorgerecht für den Gesuchsteller 4 hingegen mit seiner früheren Ehefrau. 

7.3 In Bezug auf die familiäre Situation wird vorgebracht, dass die Ge-

schwister, Eltern und Grosseltern der Gesuchstellenden in Thailand woh-

nen. Einzig die Mutter der Gesuchstellerin 1 lebt in der Schweiz (vgl. Stel-

lungnahme vom 7. Juni 2023 und Einsprache vom 22. April 2023). Gleich-

wohl bestehen in Bezug auf die Gesuchstellenden 1-3 in Thailand, nicht 

zuletzt da die Kernfamilie mitreist, keine besonderen familiären Verpflich-

tungen im Sinne der Rechtsprechung. In Bezug auf den Gesuchsteller 4 ist 

festzuhalten, dass seine Mutter und somit ein wichtiger Teil der Kernfamilie 

in Thailand verbleibt. Aus den Akten geht jedoch hervor, dass der Gesuch-

steller 4 massgeblich von den Gesuchstellenden 1 und 3 betreut wird und 

die Gesuchstellenden zusammen als Familie leben. Dies führt zu einer er-

heblichen Relativierung der dem Gesuchsteller 4 grundsätzlich zu attestie-

renden familiären Bindungen in Thailand.  

7.4 In Bezug auf die wirtschaftliche Situation der Gesuchstellenden 1 und 

3 wird geltend gemacht, dass die Gesuchstellerin 1 im Jahr 2020 in ihrer 

Ortschaft ein erfolgreiches Café eröffnet habe und darin einiges an finan-

ziellen Mitteln, auch von Seiten des Beschwerdeführers, investiert worden 

sei (vgl. Beschwerdeschrift vom 13. August 2023 und Einsprache vom 

22. April 2023). Als Beleg reichte der Beschwerdeführer einzig Unterlagen 

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Seite 9 

in Thaischrift ein und verzichtete ausdrücklich darauf, diese in eine Amts-

sprache übersetzen zu lassen. In der Stellungnahme vom 7. Juni 2023 gab 

der Beschwerdeführer an, dass der Gesuchsteller 3 bei dessen Vater im 

Betrieb helfe. Er machte dazu keine näheren Angaben und reichte auch 

keine Belege ein, obwohl die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung 

diesen Punkt ausdrücklich bemängelt hatte. 

Nach dem Gesagten sind die vorgebrachten wirtschaftlichen Tätigkeiten 

der Gesuchstellenden nicht rechtsgenügend belegt. Es kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass besondere berufliche Verpflichtungen im 

Sinne der Rechtsprechung vorliegen. 

7.5 Dass die Gesuchstellerinnen 1 und 2 bereits vor fünf Jahren ein Schen-

gen-Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt erhalten haben und 

rechtzeitig wieder ausgereist sind, spricht grundsätzlich – wenn auch nur 

zu einem gewissen Grad und für sich allein nicht hinreichend – für die er-

neute Annahme einer gesicherten Wiederausreise und Erteilung der nach-

gesuchten Visa. Da diesmal aber auch die Gesuchsteller 3 und 4 und damit 

die gesamte Kernfamilie mitreist, genügt das bisherige regelkonforme Ver-

halten eines Teils der Gesuchstellenden umso weniger, um die Bedenken 

hinsichtlich einer fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise zu zer-

streuen. 

7.6 Nach dem Gesagten ist bei objektiver Betrachtung das Risiko eines 

ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten 

Einreise der Gesuchstellenden 1–4 zu Besuchszwecken als vergleichs-

weise hoch einzuschätzen. Die Vorinstanz durfte rechtsfehlerfrei davon 

ausgehen, dass vor dem Hintergrund der allgemeinen Lage in der thailän-

dischen Provinz Nakhon Ratchasima die persönlichen Lebensumstände 

der Gesuchstellenden keine ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

und anstandslose Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt in der 

Schweiz bieten.  

Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist eine 

zwingende Voraussetzung für die Erteilung eines Visums nicht erfüllt. 

Gründe für die Ausstellung eines VrG-Visums nach Art. 25 VK wurden von 

den Beteiligten zu Recht nicht geltend gemacht und solche sind auch nicht 

ersichtlich.  

 

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Seite 10 

8.  

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen.  

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be-

schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

10.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe entrichteten Kostenvorschuss ge-

deckt.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Caroline Rausch