# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62001ae3-8405-54af-a532-2f2ccb17326f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 20.05.2020 WBE.2020.41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2020-41_2020-05-20.pdf

## Full Text

2020 Steuern und Abgaben 81 

II. Steuern und Abgaben 

 

12 Steuerfreiheit von Schadenersatzleistungen 

Vorbehältlich einer allfälligen Überentschädigung ist die Schadenersatz-

leistung einer Privathaftplichtversicherung nach einem Hausbrand selbst 

dann steuerfrei, wenn sie die Entschädigung der Aargauischen Gebäude-

versicherung erheblich übersteigt.  

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 20. Mai 2020, 

in Sachen A. gegen KStA und Gemeinderat B. (WBE.2020.41). 

Aus den Erwägungen 

2. 
2.1. 
Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und 

einmaligen Einkünfte (§ 25 Abs. 1 StG; Art. 7 Abs. 1 Satz 1 StHG). 
Dieser Grundsatz ist im Sinne einer Auffangbestimmung zu 
verstehen, die alle Einkünfte erfasst, welche nicht unter § 26 –- § 33 
StG fallen und auch nicht nach § 33 StG von der 
Einkommensbesteuerung ausgenommen sind. Diese weit gefasste 
Umschreibung des steuerbaren Einkommens setzt dabei voraus, dass 
ein Vermögenszugang nur dann der Einkommenssteuer unterliegt, 
wenn er tatsächlich Einkommen darstellt (sog. 
Reinvermögenszugangstheorie; MARTIN PLÜSS, in: MARIANNE 
KLÖTI-WEBER/DAVE SIEGRIST/DIETER WEBER [Hrsg.], Kommentar 
zum Aargauer Steuergesetz, 4. Aufl. 2015 [Kommentar StG], § 25 
N 3; Urteil des Bundesgerichts 2C_1155/2014 vom 1. Februar 2016, 
E. 3.2.1). Dementsprechend ist ein Zufluss erst dann dem steuer-
rechtlich zu erfassenden Reinvermögen zuzurechnen, wenn ihm kein 
korrelierender Vermögensabgang gegenübersteht (Urteil des Bundes-

82 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2020 

gerichts 2C_622/2011 vom 29. Februar 2012, E. 4 mit Verweis auf 
BGE 132 II 128, E. 3.1 und BGE 117 Ib 1). 

Entsprechend dieser Logik führt Schadenersatz grundsätzlich 
nicht zu steuerbarem Einkommen, obwohl es sich im Grunde um 
einen Vermögenszufluss von aussen handelt. Denn ihm steht ein 
Mittelabfluss gegenüber, der nicht der Befriedigung eigener 
Bedürfnisse, sondern dem Ausgleich einer wirtschaftlichen Einbusse 
dient. In jenem Umfang, in dem eine Schadenersatzleistung durch 
einen Vermögensabgang, der in einem Schaden begründet liegt, 
neutralisiert wird, liegt folglich kein Reinvermögenszugang vor, 
womit auch eine Einkommensbesteuerung ausser Betracht fällt 
(Urteil des Bundesgerichts 2C_123/2016 vom 21. November 2017, 
E. 4.2.3; MARTIN PLÜSS, a.a.O., § 28 N 8). In anderen Worten führen 
Leistungen, die dazu dienen, einen eingetreten oder künftigen 
Vermögensschaden zu ersetzen, abgesehen von den vorliegend nicht 
relevanten Ersatzeinkommen, nicht zu einem steuerrechtlich zu 
erfassenden Reinvermögenszugang (Urteil des Bundesgerichts 
2C_1155/2014 vom 1. Februar 2016, E. 3.2.2 m.w.H.).  

2.2. 
Um klären zu können, ob die vorliegend relevante Schadener-

satzzahlung als einkommenssteuerlich zu erfassender Vermögenszu-
gang zu qualifizieren ist, sind vorab die Begriffe des Schadens sowie 
dessen Ersatzes rechtlich einzuordnen.  

2.2.1. 
Unter Schaden wird nach ständiger Rechtsprechung des 

Bundesgerichts die ungewollte Verminderung des Reinvermögens 
verstanden. Er entspricht der Differenz zwischen dem gegenwärtigen 
Vermögensstand und dem (hypothetischen) Stand, den das Vermögen 
ohne das schädigende Ereignis hätte (sog. Differenztheorie) und 
kann in einer Vermehrung der Passiven, einer Verminderung der 
Aktiven oder in entgangenem Gewinn bestehen (Urteil des 
Bundesgerichts 4A_113/2017 vom 6. September 2017, E. 4.3.2). Aus 
haftpflichtrechtlicher Perspektive ist der erlittene Schaden 
grundsätzlich im vollen Umfang zu ersetzen, wobei dieser 
gleichzeitig auch die Obergrenze des Anspruchs auf Entschädigung 

2020 Steuern und Abgaben 83 

bildet (sog. Bereicherungsverbot; BGE 127 III 73, 78 f. E. 5c/cc; 
BGE 132 III 321, 324 E. 2.2.1).  

2.2.2. 
Handelt es sich um einen Sachschaden, stellt die Beschädigung 

der Sache per se nicht den Schaden dar. Sie ist vielmehr dessen Ur-
sache und begründet im Umfang, in dem sie sich vermögensmässig – 
z.B. in Form von Wertverlust oder Reparatur- und Folgekosten – aus-
wirkt, seine Ersatzfähigkeit (Urteil des Bundegerichts 4A_113/2017 
vom 6. September 2017, E. 4.3.3.). Wie gross ein Sachschaden ist, 
kann entweder nach der Wertminderung des betroffenen Aktivums 
oder nach der Vergrösserung der Passiven infolge zusätzlicher Repa-
ratur- und/oder Folgekosten bestimmt werden (BGE 127 III 73, 76 
E. 4a). Diese beiden Positionen weichen nicht nur hinsichtlich ihres 
jeweiligen Entstehungszeitpunktes – Beschädigungszeitpunkt bzw. 
Durchführung der Wiederherstellung/Reparatur – voneinander ab. 
Vielmehr können sie im konkreten Fall auch in ihrer Höhe erheblich 
divergieren (Urteil des Bundegerichts 4A_113/2017 vom 6. Septem-
ber 2017, E. 4.3.3.2). So liegen die Reparaturkosten, welche ange-
messen sein müssen, oftmals über der Wertminderung, was nament-
lich daran liegt, dass die Wiederherstellung der beschädigten Sache 
das Integritätsinteresse des Geschädigten wahrt. Denn infolge Repa-
ratur wird das Vermögen des Geschädigten nicht nur seinem Wert, 
sondern auch seiner Zusammensetzung nach in den schadenfreien 
Zustand gebracht (ROBERTO VITO, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 
2002, N 674 f.). Das Auseinanderfallen der beiden Positionen wird 
auf der Ebene des Schadenersatzes durch die Verwendung der 
Begriffe Kompensation für den Ersatz des Minderwertes (gesunkene 
Aktiven) und Restitution für den Ausgleich der aufgrund des 
Schadens angestiegenen Passiven verdeutlicht (vgl. ROBERTO VITO, 
Ersatzfähigkeit abstrakter Schäden, AJP 2019 1241 ff., 1243). 

2.2.3. 
Aus steuerrechtlicher Perspektive folgt aus dem Gesagten, dass 

es für die Steuerneutralität von Schadenersatzzahlungen nicht darauf 
ankommen kann, ob eine Schadenersatzzahlung bloss den infolge 
eines Sachschadens eingetretenen Minderwert vergütet, oder ob sie – 
eventuell darüber hinaus – die (angemessenen) Wiederherstellungs-

84 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2020 

kosten ersetzt. Denn in beiden Fällen steht dem Mittelzufluss ein 
korrelierender Vermögensabfluss gegenüber: Einmal in Form der ge-
sunkenen Aktiven und einmal als angestiegene Passiven. Erst wenn 
die Schadenersatzzahlung diese Vermögensreduktion insgesamt 
übersteigt und insofern eine gegen das Bereicherungsverbot 
verstossende Überentschädigung vorliegt, kann sie als steuerbares 
Einkommen erfasst werden.  

3. 
3.1. 
Bei Eintritt eines versicherten Ereignisses ist die AGV bei der 

Berechnung des Schadens und der zu leistenden Entschädigung an 
die gesetzlichen Vorgaben gemäss GebVG und GebVV gebunden. 
Führt wie vorliegend ein Brand zur teilweisen Beschädigung eines 
Gebäudes, wird die Schadensumme gemäss § 24 Abs. 2 aGebVG 
(Fassung vom 1. Januar 2009) ausgehend vom Versicherungswert 
nach dem Verhältnis des beschädigten zum unbeschädigten Teil be-
stimmt. Beträgt der Schaden weniger als ein Drittel des 
Versicherungswertes, entspricht die Schadensumme den 
Wiederherstellungskosten (§ 24 Abs. 3 Satz 1 aGebVG). Als Ver-
sicherungswert gelten gemäss § 15 Abs. 1 aGebVG die mittleren 
Kosten für die Erstellung eines in Art, Grösse, Ausbau und Standort 
gleichen Gebäudes (Neuwert). Als Nebenleistungen ersetzt die AGV 
zudem die Kosten für Abbruch, Aufräumung etc. der versicherten 
Teile, wobei diesbezüglich ein Höchstbetrag von 12% der 
Schadensumme geleistet wird (§ 25 Abs. 1 lit. a aGebVG). Sodann 
werden auch die Kosten der zum Schutz noch vorhandener 
Gebäudeteile erforderlichen Vorkehren vergütet, sofern der Wert der 
Überreste die Kosten derartiger Vorkehren rechtfertigt (§ 25 Abs. 1 
lit. b aGebVG). Erleidet ein versichertes Objekt durch die Lösch-, 
Rettungs- und Sicherungsmassnahmen direkte Folgeschäden, werden 
diese zum Zeitwert ersetzt (§ 25 Abs. 1 lit. c aGebVG i.V.m. § 11 
GebVV).  

3.2. 
Der Schadenszusammenstellung der AGV vom 4. Januar 2012 

ist zu entnehmen, dass ihre Schadensberechnung entsprechend den 
erläuterten gesetzlichen Grundlagen auf dem Versicherungswert des 

2020 Steuern und Abgaben 85 

Mehrfamilienhauses des Beschwerdeführers von Fr. 1'210'000.00 
beruhte. Gemäss der Schadenabschätzung vom 20. Dezember 2011 
wurde das Gebäude durch den Brand zu 65,9% zerstört, womit ein zu 
entschädigender Schadensbetrag von Fr. 797'738.00 resultierte 
(65,1% von Fr. 1'210'000.00). Hinzu kamen eine Aufräumungsent-
schädigung von Fr. 95'729.00 (max. 12 % von Fr. 797'738.00) sowie 
durch den Schätzer angeordnete Massnahmen i.S.v. § 25 Abs. 1 lit. b 
aGebVG im Umfang von Fr. 64'088.00. Der durch die AGV 
ermittelte Gesamtschaden belief sich folglich auf Fr. 957'555.00 
(Fr. 797'738.00 + Fr. 95'729.00 + Fr. 64'088.00), was gleichzeitig 
dem Entschädigungsanspruch des Beschwerdeführers entsprach. 
Dass letzterer die entsprechende Abschätzungsverfügung unter 
Vorbehalt versteckter Mängel anerkannt hat, ist unbestritten.  

Aus dem Gesagten folgt, dass die AGV bei der Schadenbe-
rechnung nicht auf die effektiven Wiederherstellungskosten, sondern 
– entsprechend der gesetzlichen Vorgaben – auf den theoretischen 
Minderwert abstellte, der sich gestützt auf den Versicherungswert 
und das geschätzte Verhältnis zwischen den beschädigten und den 
unbeschädigten Gebäudeteilen ergab. Dabei ist zu bedenken, dass 
auch der Versicherungswert selbst auf einer Schätzung beruht 
(mittlere Erstellungskosten im Zeitpunkt des Ver-
sicherungsabschlusses § 15 Abs. 1 aGebVG) und insofern ein 
gewisses Ungenauigkeitsrisiko in sich trägt. Mit der Zahlung der 
Fr. 957'555.00 ersetzte die AGV dem Beschwerdeführer somit die 
infolge des Brandes eingetretene (geschätzte) Wertverminderung 
seines Mehrfamilienhauses, was der Kompensation im vorgenannten 
Sinne entspricht.  

3.3. 
Gegenüber der C. Versicherung hat der Beschwerdeführer 

seinen Schaden hingegen durch die Zusammenstellung der 
angefallenen Wiederherstellungskosten begründet. Dabei wurden 
auch eine Schätzung des durch den Wiederaufbau erzielten 
Mehrwerts sowie den durch die AGV geleisteten Schadenersatz 
ausgewiesen. Daraus erhellt, dass gegenüber der C. Versicherung ein 
Restitutionsanspruch geltend gemacht wurde. Dass die C. 
Versicherung dem Beschwerdeführer in der Folge eine Entschä-

86 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2020 

digung von Fr. 400'000.00 auszahlte, kann vor diesem Hintergrund 
nicht anders gedeutet werden, als dass sie den (verbleibenden) 
Restitutionsanspruch in der entsprechenden Höhe als begründet 
anerkannt hat.  

4. 
4.1. 
Wie unter Ziff. 2.1 hiervor erläutert, führt auch eine auf Restitu-

tion ausgerichtete Schadenersatzzahlung grundsätzlich nicht zu Ver-
mögenszugang und ist demnach steuerfrei. Entgegen der Ansicht der 
Vorinstanz können Schadenersatzzahlungen folglich nicht nur dann 
steuerfrei sein, wenn sie den Minderwert ersetzen, sondern auch 
dann, wenn sie darauf ausgerichtet sind, die durch das 
Schadensereignis nötig gewordenen, angemessenen 
Wiederherstellungs- bzw. Reparaturkosten zu entgelten. Dies 
jedenfalls in jenem Umfang, in dem nicht eine den gesamten Ver-
mögensabfluss übersteigenden Überentschädigung vorliegt. Wie es 
sich diesbezüglich im vorliegenden Fall verhält, ist nachfolgend zu 
prüfen.  

4.2. 
4.2.1. 
Die Berechnungen des Beschwerdeführers gegenüber der C. 

Versicherung zur Begründung seines Schadenersatzanspruches sowie 
die damit eingereichten Dokumente, erscheinen als plausible Grund-
lage für die Schlussfolgerung der C. Versicherung, dass der Schaden 
des Beschwerdeführers durch die AGV nicht vollständig gedeckt 
wurde und ihr deshalb im verbleibenden Umfang eine Entschädi-
gungspflicht zukommt. So handelt es sich namentlich bei den in der 
Kostenkontrolle des Architekten ausgewiesenen Positionen um 
Posten (Rohbau 1 und 2, Elektroanlagen, Sanitäranlagen, Ausbau 1 
und 2 usw.), die im Zusammenhang mit einem Brand wie dem 
vorliegenden weder aufgrund ihrer Art, noch wegen ihrer Höhe 
erstaunen bzw. als unangemessen erscheinen. Es sind demnach keine 
Gründe ersichtlich, weshalb die per 12. November 2014 
ausgewiesene Abrechnungssumme von total Fr. 1'302'825.70 als 
nicht angemessen zu qualifizieren wäre. Gleiches gilt für das 
ebenfalls vom Architekten erstellte Dokument "Zahlungsanweisung", 

2020 Steuern und Abgaben 87 

welches die einzelnen Positionen detaillierter und unter genauer 
Bezeichnung der jeweils Begünstigten aufführt. Dieser Auflistung ist 
auch zu entnehmen, dass sich die zu bezahlenden Beträge per Januar 
2015 auf Fr. 1'442'152.15 beliefen. Aus einem stichprobenartigen 
Abgleich der Positionen der Zahlungsanweisung mit den vom 
Beschwerdeführer eingereichten Zahlungsbelegen lässt sich denn 
auch schliessen, dass er diese Beträge tatsächlich beglichen hat. Die 
eingereichten Rechnungen der beauftragten Bauunternehmer sowie 
die Quittungen betreffend die im Ausland getätigten Einkäufe 
(Einbauküche, Baumaterial etc.), vermitteln überdies den Eindruck, 
dass der Beschwerdeführer beim Wiederaufbau angemessene 
Ausgaben anzielte und keine luxuriösen Baudienstleistungen in 
Anspruch nahm. Auf dieser Grundlage erscheint schliesslich die 
Kostenabrechnung des Beschwerdeführers verhältnismässig, welche 
per 2. Juni 2015 Gesamtausgaben von Fr. 1'602'194.20 zuzüglich 
offener Rechnungen in der Höhe Fr. 190'146.05 auswies.  

4.2.2. 
Auch ohne Vorlage eines Protokolls der Verhandlungen 

zwischen der C. Versicherung und dem Beschwerdeführer betreffend 
den zu entschädigenden Betrag ist die Einschätzung der C. 
Versicherung, dass sie für den Schaden des Beschwerdeführers in 
einem bestimmten Umfang einzustehen hat, vor diesem Hintergrund 
nicht zu beanstanden. Dies umso mehr, als seitens der C. 
Versicherung im Schreiben vom 30. März 2012 angekündigt wurde, 
dass die konkrete Festlegung des Schadenersatzbetrages erst erfolge, 
wenn die Höhe der Entschädigung durch die AGV bekannt sei. Die 
C. Versicherung war folglich darauf bedacht, keine 
Überentschädigung an den Beschwerdeführer auszuzahlen. Es 
entspricht denn auch dem geschäftlichen Anliegen einer jeden 
Privathaftpflichtversicherung, höchstens für den ungedeckt 
gebliebenen Anteil eine Entschädigung zu entrichten.  

4.2.3. 
Bereits diese Erwägungen machen deutlich, dass die von der C. 

Versicherung geleistete Schadenersatzzahlung grundsätzlich einem 
dokumentierten und mit der Instandstellung der Liegenschaft zusam-

88 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2020 

menhängenden Vermögensabfluss des Beschwerdeführers gegen-
überstand.  

4.3. 
4.3.1. 
Damit stellt sich weiter die Frage, ob die Schadenersatzzahlung 

von Fr. 400'000.00 auch hinsichtlich ihrer Höhe (vollumfänglich) als 
steuerfreie Entschädigung qualifiziert werden kann. Dass die C. Ver-
sicherung betreffend den entschädigungspflichtigen Gesamtschaden 
betragsmässig zu einer Einschätzung kam, die von jener der AGV 
abwich, ist aus folgenden Gründen nachvollziehbar: Im Gegensatz zu 
der gegenüber der C. Versicherung belegten Schadenlage, umfasste 
die Schadenabschätzung der AGV die nachträglich am Gebäude des 
Beschwerdeführers zu Tage getretenen Feuchtigkeitsschäden nicht. 
Diese Schäden machten aber umfangreiche bauliche Zusatzmassnah-
men nötig (insb. Einzug neuer Decken und Errichtung neuer 
Mauern).  

4.3.2. 
Die AGV verneinte ihre Haftpflicht für diese nachträglich nötig 

gewordenen Massnahmen. Das Spezialversicherungsgericht, Abt. 
Kausalabgaben und Enteignungen, schützte diese Ansicht der AGV 
im Urteil 6-SV.2014.1 vom 5. November 2014 mit folgender Begrün-
dung: Die tatsächlichen Verhältnisse bzw. die Gründe für die geltend 
gemachten Feuchtigkeitsschäden seien zwar nicht bis in alle Details 
rekonstruierbar, die Sachlage spreche insgesamt aber dafür, dass ver-
schiedene Ursachen zur Entstehung der Schäden beigetragen hätten. 
Eine Rolle habe wahrscheinlich auch das Löschwasser anlässlich des 
Feuerwehreinsatzes in der Brandnacht gespielt. Die Feuchtigkeits-
schäden seien aber wohl vornehmlich durch den Diffusionsprozess 
infolge des Temperaturunterschieds im nicht beheizten 
Schadenobjekt zum bewohnten und beheizten Nachbarshaus 
entstanden. Dadurch seien die bereits davor morsch gewesenen 
Balken noch maroder geworden, was zu einer unzureichenden Statik 
des Hauses und in der Endkonsequenz zur Notwendigkeit der 
entsprechenden baulichen Massnahmen geführt habe. Daraus schloss 
das Spezialverwaltungsgericht, Abt. Kausalabgaben und Enteig-
nungen, dass der Brand bzw. das Löschwasser nicht mit 

2020 Steuern und Abgaben 89 

hinreichender überwiegender Wahrscheinlichkeit zu den 
Feuchtigkeitsschäden geführt habe. Eine zusätzliche Entschädigung 
gestützt auf § 25 Abs. 1 lit. c GebVG i.V.m. § 11 GebVV für direkte 
Folgeschäden der Löscharbeiten fiel nach dieser Ansicht deshalb 
ausser Betracht.  

4.3.3. 
Nichtsdestotrotz liegt es auf der Hand, dass es ohne den Brand 

auch nicht zum genannten schimmelbildenden Diffusionsprozess ge-
kommen wäre, da das Gebäude nicht als unbeheizte Brandruine mit 
Notdach hätte überwintern müssen. Der Brand steht folglich in einem 
wesentlichen Ursachenzusammenhang zu den Feuchtigkeitsschäden 
bzw. den entsprechenden Zusatzmassnahmen. Dies dürfte auch die 
C. Versicherung so gesehen haben, welche überdies weder an die 
Beweiswürdigung des Spezialverwaltungsgerichts, Abt. 
Kausalabgaben und Enteignungen, gebunden ist, noch eine 
Schadenabschätzung gemäss GebVG und GebVV durchzuführen hat.  

4.3.4. 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die C. 

Versicherung bei ihrer Schadensberechnung auf die vom 
Beschwerdeführer belegten Wiederaufbaukosten gestützt und dabei 
auch die zusätzlichen, durch die Feuchtigkeitsschäden nötig 
gewordenen baulichen Massnahmen berücksichtigt hat. Es ist 
naheliegend, dass diese Betrachtungsweise im Vergleich zur 
Schadenabschätzung der AGV zu einem deutlich höheren anerken-
nungsfähigen Schadenbetrag geführt hat. Unter Berücksichtigung des 
gut dokumentierten Zahlungsflusses des Beschwerdeführers, welcher 
insgesamt im Bereich von Fr. 1'700'000.00 lag, der angerechneten 
Entschädigung der AGV von Fr. 957'555.00 und des beim 
Wiederaufbau entstandenen und gegenüber der C. Versicherung 
ausgewiesenen Mehrwerts von ca. Fr.  100'000.00, erscheint die 
Zahlung der C. Versicherung auch bezüglich ihrer Höhe als 
gerechtfertigte Restitution des erlittenen Schadens. Eine Über-
entschädigung durch die C. Versicherung ist folglich zu verneinen.  

5. 
Schliesslich kann der Vorinstanz auch im Hinblick auf ihr 

Argument nicht gefolgt werden, das Bundesgericht habe im Urteil 

90 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2020 

2C_780//2014 vom 29. April 2015 festgehalten, dass die Entschä-
digung der Gebäudeversicherung für einen Wiederaufbau grund-
sätzlich ausreiche, womit die Fr. 400'000.00 keine Schadenersatz-
zahlung darstellen könnten. So stellt das Bundesgericht mit dem 
Urteil, welches im Kontext der Grundstückgewinnsteuer ergangen 
ist, primär klar, dass die Entschädigung der Gebäudeversicherung 
nicht wertvermehrend sein kann, da sie nur bezweckt, den Zustand 
vor dem schädigenden Ereignis wiederherzustellen. Daraus folgt in 
erster Linie, dass die Zahlungen der AGV werterhaltend und folglich 
bei der Grundstückgewinnsteuer nicht als Anlagekosten abzugsfähig 
sind. Ob die Entschädigung der Gebäudeversicherung in jedem Fall 
die gesamten tatsächlichen Vermögenseinbussen eines Geschädigten 
auszugleichen vermag, wird dagegen nicht gesagt. Dafür, dass dies 
nicht zwingend so sein muss, leistet der vorliegende Fall ein 
anschauliches Beispiel, welches darin begründet liegt, dass die AGV 
dem Beschwerdeführer nicht die effektiven Wiederaufbaukosten, 
sondern den Minderwert ersetzt und dabei ihre Haftpflicht für einen 
gewichtigen Anteil der baulichen Massnahmen 
(Feuchtigkeitsschäden) abgelehnt hat. 

6. 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Zahlung der C. Ver-

sicherung in der Höhe von Fr. 400'000.00 als Schadenersatz zu quali-
fizieren ist. Da auch keine Überentschädigung festgestellt werden 
konnte, ist die Zahlung von der Einkommensteuer auszunehmen. Das 
steuerbare und das satzbestimmende Einkommen des Beschwerde-
führers betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 sind 
entsprechend zu korrigieren. Die Beschwerde erweist sich folglich 
als begründet und ist gutzuheissen. Der vorinstanzliche Entscheid 
wird aufgehoben und die Angelegenheit wird zwecks 
Neuveranlagung des Beschwerdeführers für die Kantons- und 
Gemeindesteuern 2015 an das Steueramt D. zurückgewiesen.  

 

2020 Steuern und Abgaben 91 

13 Liegenschaftsunterhaltskosten  

Die Kosten eines zu einer Photovoltaikanlage gehörigen, nicht 

überdimensionierten Zusatzspeichers (Batterie) sind als Kosten für eine 

Massnahme zur rationellen Energieverwendung zu qualifizieren und 

damit als Gebäudeunterhaltskosten steuerlich abzugsfähig.  

Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 20. Mai 

2020, in Sachen KStA gegen A., B. und Gemeinderat C. (WBE.2020.77). 

Aus den Erwägungen: 

1. 
Streitig ist vorliegend die Frage, ob die Beschwerdegegner die 

Kosten für die Nachrüstung ihrer Photovoltaikanlage mit einer 
E3DC-Speichereinheit als Liegenschaftsunterhalt in Abzug bringen 
können. 

2. 
2.1. 
Bei Liegenschaften im Privatvermögen können die Unterhalts-

kosten, die Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegen-
schaften, die Versicherungsprämien und die Kosten der Verwaltung 
durch Dritte abgezogen werden (§ 39 Abs. 2 StG). Als Kosten für 
den Unterhalt von Liegenschaften gelten nur die werterhaltenden 
Aufwendungen (§ 24 Abs. 1 StGV). Gemäss § 24 Abs. 4 StGV ist die 
Verordnung über den Abzug der Kosten des Privatvermögens bei der 
direkten Bundessteuer vom 9. März 2018 
(Liegenschaftskostenverordnung; SR 642.116) mit Ausnahme von 
deren Art. 4 sinngemäss anwendbar. Aus dieser weitgehenden 
Integration der – bundesrechtlichen – Lie-
genschaftskostenverordnung ins kantonale Recht ist abzuleiten, dass 
der Unterhaltskostenbegriff des kantonalen Rechts weithin jenem des 
Rechts der direkten Bundessteuer (Art. 32 Abs. 2 DBG) entspricht. 

Den Unterhaltskosten sind Investitionen gleichgestellt, die dem 
Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, soweit sie bei der 
direkten Bundessteuer abziehbar sind (§ 39 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 32