# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** afa497f9-daf5-513d-8883-4232133c4371
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.09.2010 E-7714/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7714-2009_2010-09-27.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7714/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Markus König (Vorsitz), Richter Blaise Pagan, 
Richter Bruno Huber, 
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

A._______,
B._______,
C._______,
D._______,
Iran,
alle vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, Asylhilfe Bern, 
Bahnhöheweg 44, 3018 Bern,
Gesuchstellende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern.

Revision (Flüchtlingseigenschaft);
Revisionsurteil des Bundesverwaltungsgerichts
vom 10. September 2009 / E-_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7714/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit Verfügung vom 7. Juli 2008 auf das Asylgesuch der 
Gesuchstellenden nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz 
sowie den Vollzug anordnete,

dass das Bundesverwaltungsgericht die gegen diese Verfügung einge-
reichte Beschwerde mit Urteil vom 27. November 2008 abwies,

dass die Gesuchstellenden am 3. Februar 2009 (beim BFM) ein Revi-
sionsgesuch einreichten,

dass das sachlich zuständige Bundesverwaltungsgericht das ihm vom 
Bundesamt  überwiesene  Revisionsgesuch  mit  Urteil  vom  10. 
September  2009  guthiess,  das  Urteil  vom  27.  November  2008 
teilweise aufhob, die Beschwerde, soweit den Vollzug der Wegweisung 
betreffend,  guthiess  und das BFM anwies,  die  Gesuchstellenden in-
folge  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig  in  der 
Schweiz aufzunehmen,

dass  die  Gesuchstellenden  mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
datierter  Eingabe vom 11. Dezember 2009 (Datum Postaufgabe) ein 
zweites Revisionsgesuch stellten,

dass sie darin beantragten, es sei auf das Revisionsgesuch einzutre-
ten,  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  10. September 
2009 sei aufzuheben, und es sei – nach vollständiger Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  –  die  Flüchtlingseigenschaft  der  Ge-
suchstellenden festzustellen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  und  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-
pflege ersucht wurde,

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 17. Dezember 
2009  die  Gesuche um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege 
und um Befreiung von der Vorschusspflicht abwies und den Gesuchs-
tellenden Frist  zu Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'200.-- 
setzte,

dass die Gesuchstellenden den Kostenvorschuss fristgerecht leisteten,

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und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  gemäss Art. 105  des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) endgültig über Beschwer-
den  gegen  Verfügungen  des  BFM  entscheidet  und  ausserdem  zu-
ständig für die Revision von Urteilen ist, die es in seiner Funktion als 
Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 242),

dass grundsätzlich auch Revisionsurteile ein zulässiges Anfechtungs-
objekt des ausserordentlichen Rechtsmittels der Revision bilden kön-
nen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl -
rekurskommission [EMARK] 2002 Nr. 13 E. 4a),

dass  gemäss  Art. 45  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  für  die  Revision  von  Urteilen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  die  Art. 121-128  des  Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) sinngemäss gelten und 
nach Art. 47 VGG auf Inhalt,  Form und Ergänzung des Revisionsge-
suches Art. 67 Abs. 3  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  Anwendung fin-
det,

dass  mit  dem ausserordentlichen  Rechtsmittel  der  Revision  die  Un-
abänderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines rechtskräftigen Beschwer-
deentscheides angefochten wird, im Hinblick darauf, dass die Rechts-
kraft beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann 
(vgl.  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
2. Aufl., Bern 2005, S. 269),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile  aus 
den  in  Art. 121-123  BGG  aufgeführten  Gründen  in  Revision  zieht 
(Art. 45 VGG),

dass Gründe nicht als Revisionsgründe gelten, welche die Partei, die 
um Revision nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren 
hätte geltend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG),

dass  im  Revisionsgesuch  insbesondere  der  angerufene  Revisions-
grund anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im 
Sinne von Art. 124 BGG darzutun ist,

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dass für das Eintreten auf das Revisionsgesuch nicht erforderlich ist, 
dass die angerufenen Revisionsgründe wirklich bestehen, sondern es 
genügt, wenn der Gesuchsteller deren Vorliegen behauptet (vgl. BGE 
96 I 279), was vorliegend der Fall ist, nachdem die Gesuchstellenden 
explizit den Revisionsgrund von Art. 121 Bst. d und implizit denjenigen 
von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG anrufen,

dass  auf  das  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Revisionsgesuch 
einzutreten ist,

dass  der  Revisionsgrund  von  Art.  121  Bst.  d  BGG  vorliegend 
angerufen  wird,  weil  das  Gericht  versehentlich  nicht  berücksichtigt 
habe, dass es sich bei den beiden Kindern der Gesuchstellenden um 
solche aus einer ausserehelichen Beziehung handle,

dass dieses Vorbringen nicht nachvollziehbar ist, nachdem gerade die 
Tatsache, dass es sich bei der Lebensgemeinschaft  der Gesuchstel-
lenden und den Kindern um "aussereheliche" handelt,  den zentralen 
Aspekt der Begründung des – zur Gutheissung des Revisionsgesuchs 
führenden –  Urteils  gehandelt  hatte  (vgl. insbesondere E. 4.2.1  und 
4.2.7 des Urteils vom 10. September 2009),

dass diesbezüglich jedenfalls offensichtlich nicht vom Übersehen einer 
aktenkundigen erheblichen Tatsache im Sinn von Art. 121 Abs. 1 Bst. d 
BGG auszugehen ist,

dass an dieser Feststellung auch die Ausführungen zu den Schwierig-
keiten der Kinder, in den Besitz heimatlicher Ausweisschriften zu kom-
men, nichts zu ändern vermögen,

dass sich die Gesuchstellenden im Übrigen darauf  beschränken, die 
Richtigkeit  oder  Angemessenheit  der  zur  Verneinung  ihrer  Flücht-
lingseigenschaft  führenden  rechtlichen  Überlegungen  des  Bundes-
verwaltungsgerichts zu bestreiten, was im Rahmen der Revision nicht 
zulässig  ist  (vgl.  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausserordentlichen 
Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kan-
tone,  Zürich  1985,  S. 97;  HANSJÖRG SEILER/NICOLAS VON WERDT/ANDREAS 
GÜNGERICH,  Bundesgerichtsgesetz  [BGG]:  Bundesgesetz  über  das 
Bundesgericht,  Handkommentar,  Bern  2007,  zu Art. 123 Rz. 12,  mit 
Hinweisen auf die aktuelle Bundesgerichtspraxis),

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dass somit auch der damit implizit angerufene – auf das Beschwerde-
urteil  vom 27. November  2008 abzielende (vgl. EMARK 2002 Nr. 13 
E. 4a) – Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG nicht gegeben 
ist,

dass zusammenfassend festzuhalten ist, dass keine revisionsrechtlich 
relevanten Gründe dargetan sind,

dass deshalb das Gesuch um Revision des Urteils des Bundesverwal-
tungsgerichts vom 10. September 2009 abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von 
Fr. 1'200.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar  2008 über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR 173.320.2])  den  Gesuchstellenden  aufzuerlegen  sind 
(Art. 68 Abs. 2 i.V.m. 63 Abs. 1 VwVG),

dass die Verfahrenskosten durch den am 4. Januar 2010 in gleicher 
Höhe geleisteten Kostenvorschuss beglichen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Verfahrenskosten  von Fr. 1'200.-- werden den Gesuchstellenden 
auferlegt.  Die Kosten sind durch den am 4. Januar 2010 geleisteten 
Kostenvorschuss beglichen.

3.
Dieses Urteil  geht  an die Gesuchstellenden,  das  BFM und die  kan-
tonale Migrationsbehörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

Versand:

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