# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d536397f-32fe-5f6c-893f-5ae7781174ba
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-02-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.02.2007 A-1836/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1836-2006_2007-02-12.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1836/2006
{T 0/2}

Urteil vom 12. Februar 2007 

Mitwirkung: Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz); Richterin Kathrin 
Dietrich; Richter Pierre Leu; Gerichtsschreiber Thomas Moser.

A. und B._______,
Beschwerdeführende 1,

Stockwerkeigentümergemeinschaft, C._______, D._______, E._______ 
vertreten durch F._______
Beschwerdeführerin 2,

G._______,  
Beschwerdeführer 3,

gegen

BLS Lötschbergbahn AG, 
Beschwerdegegnerin,

und 

Bundesamt für Verkehr (BAV), 
Vorinstanz

betreffend
Lärmsanierung der Eisenbahn, Gemeinde Spiez, 
Verfügung des BAV vom 24. Februar 2006.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Am 31. März 2004 reichte die BLS Lötschbergbahn AG (BLS) beim Bun-
desamt für Verkehr (BAV) ein Gesuch ein für die Eisenbahnlärmsanierung 
in  Spiez,  einschliesslich  des in  der  Gemeinde Thun gelegenen Bereichs 
«Gwatt/Steinhaufenweg».  Das  Gesuch  wurde  vom  1.  bis  zum  30.  Juni 
2004 öffentlich aufgelegt, worauf von verschiedener Seite, namentlich von 
Privaten, Einsprache erhoben wurde.

B. Mit  Verfügung vom 24. Februar 2006 erteilte  das BAV die Plangenehmi-
gung,  wobei  es  verschiedene  Erleichterungen  gewährte.  Die  zu  behan-
delnden Einsprachen wies das BAV mehrheitlich ab. Das bewilligte Projekt 
sieht im Wesentlichen 13 zumeist neue Lärmschutzwände (LSW) vor; ein-
zelne davon enthalten teilweise transparente Elemente.

C. Gegen diese Plangenehmigungsverfügung haben drei vormalige Einspre-
chende, A. und B._______ am 23. März 2006 (Postaufgabe am 27. März 
2006), die Stockwerkeigentümergemeinschaft, bestehend aus C._______, 
D._______, E._______, am 15. März 2006 sowie G._______ am 17. März 
2006 - Letzterer mit einer ans BAV gerichteten und von diesem weiterge-
leiteten Eingabe - Beschwerde bei der Eidgenössischen Rekurskommissi-
on für Infrastruktur und Umwelt (REKO/ INUM) geführt.

a) A. und B._______ (Beschwerdeführende 1) beantragen,  die Lärmschutz-
wand sei im Bereich ihrer Liegenschaft auf eine Höhe von 1,25 m zu be-
grenzen oder es seien die obersten 0,75 m aus Glas zu bauen. Weiter for-
dern sie, es seien unter Kostenbeteiligung des Bundes Schallschutzfenster 
einzusetzen. Zur Begründung verweisen sie auf ihre Einsprache und hal-
ten  fest,  ohne  eine  teilweise  verglaste  Lärmschutzwand  hätten  sie  nicht 
mehr allzu grosse Chancen, die Wohnung im Untergeschoss zu vermieten; 
sicher müssten sie aber den Mietzins senken. Sodann führen sie aus, ihre 
Liegenschaft  sei  die  am  nächsten  an  der  Bahnlinie  gelegene;  aufgrund 
dessen halten sie eine Kostenbeteiligung des Bundes an Schallschutzfens-
tern für angebracht.

b) Die  eine  Stockwerkeigentümergemeinschaft  (Beschwerdeführerin  2)  bil-
denden C._______,  D._______,  E._______ beantragen,  die Lärmschutz-
wand (LSW 6) sei anzupassen bzw. um 0,7 m weniger hoch zu bauen. Ih-
rer  Ansicht  nach  ist  das  möglich,  wenn  der  Abstand  der  Wand  zur 
Gleisachse auf 3 m reduziert wird; dies wiederum halten sie, da es bloss 
um eine lokale Einengung gehe, für bahnbetrieblich zulässig. Sodann rü-
gen sie, ihnen sei das rechtliche Gehör nicht gewährt worden; die Einspra-
cheverhandlung  sei  eine  Informationsveranstaltung  gewesen  und  jeder 
Versuch einer Einigung sei schon im Ansatz unterbunden worden.

c) G._______ (Beschwerdeführer  3) verlangt  die Rückweisung an das BAV 
zur vollständigen Abklärung von Sachverhalt  und Rechtslage. Er hält da-
für, die sich stellenden umweltrechtlichen Fragen seien im Rahmen einer 
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu klären.

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D. Die Instruktionsrichterin  der REKO/INUM hat die drei  Beschwerdeverfah-
ren mit Verfügung vom 1. Mai 2006 vereinigt.

E. Die  BLS  (Beschwerdegegnerin)  beantragt  mit  Beschwerdeantwort  vom 
23. Mai 2006 die Abweisung aller drei Beschwerden.

Betreffend die Beschwerdeführenden 1 führt  sie aus,  die Regelhöhe von 
Lärmschutzwänden  von  2  m  dürfe  nicht  unterschritten  werden,  solange 
noch  Immissionsgrenzwertüberschreitungen  zu  erwarten  seien.  Bei  der 
fraglichen Parzelle seien die Werte überschritten, weshalb es nicht zuläs-
sig  sei,  die  Wand dort  weniger  hoch zu bauen.  Glas  setze  sie (die  Be-
schwerdegegnerin)  bei  Lärmschutzwänden grundsätzlich  keines ein,  weil 
der Schall nicht absorbiert, sondern reflektiert werde und weil eine perma-
nente Reinigung nicht garantiert werden könne. Übergeordnete Interessen, 
aufgrund derer vorliegend eine Ausnahme zu machen wäre (z.B. Ortsbild- 
und Landschaftsschutz),  seien keine auszumachen. Auf einen Beitrag für 
den  Einbau  von  Schallschutzfenstern  bestehe,  da  das  Haus  nach  dem 
1. Januar 1985 bewilligt  und erbaut worden sei,  kein Anspruch. Von den 
betreffenden gesetzlichen Bestimmungen dürfe, nicht zuletzt im Interesse 
der Gleichbehandlung aller Betroffenen, nicht abgewichen werden.

Zum Begehren der Beschwerdeführerin 2 verweist die Beschwerdegegne-
rin auf die Richtlinien des BAV, wonach Lärmschutzwände in der Regel in 
einem Abstand von 4 m zur Gleisachse zu erstellen seien. Vorliegend sei 
der Abstand bereits  auf 3,7 m reduziert  worden.  Bei einem Abstand von 
nur 3 m könnten nicht mehr alle Anlageteile (z.B. Kabelkanal, Fahrleitungs-
maste) innerhalb, d.h. bahnseitig zur Lärmschutzwand angebracht werden. 
Ebenso bliebe nicht genügend Platz für Unterhaltsarbeiten und Erneuerun-
gen an den Bahnanlagen. Die Wand könne bei einem Abstand von 3 m au-
sserdem nicht um 0,7 m, sondern nur um 0,3 m reduziert  werden, sonst 
werde akustisch nicht mehr die gleiche Wirkung erzielt.

Was die Vorhalte des Beschwerdeführers 3 angeht, so hält die Beschwer-
degegnerin  fest,  die  Umweltbelange  seien untersucht  worden.  Eine Um-
weltverträglichkeitsprüfung sei angesichts der Rohbaukosten von maximal 
ca. 30 Millionen Franken keine nötig.

F. Das BAV beantragt mit Vernehmlassung vom 31. Mai 2006, die Beschwer-
den der Beschwerdeführenden 1 und 2 seien abzuweisen und auf jene des 
Beschwerdeführers 3 sei nicht einzutreten.

Die Interessen des Ortsbildschutzes würden im Bereich der Beschwerde-
führenden 1 bereits berücksichtigt, indem die LSW 13 dort von 2,5 m auf 
2 m abgetreppt werde. Eine lediglich 1,25 m hohe Wand biete nur ungenü-
genden  Lärmschutz  und  sei  deshalb  abzulehnen.  Von  einer  Verglasung 
der obersten 0,75 m sei aufgrund mehrerer Nachteile ebenfalls abzusehen. 
Transparente Lärmschutzwände hätten lärmtechnisch einen verminderten 
Wirkungsgrad,  zudem würden sie relativ  schnell  trüb und es könne eine 
unerwünschte Blendwirkung entstehen. Das könne für das sichere Führen 
von Zügen gefährlich und für die Anwohner lästig sein. Aus diesen Grün-
den würden transparente Lärmschutzwände auf offener Strecke nur aus-

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nahmsweise  eingesetzt.  Schliesslich  könnten  bezüglich  Gestaltung  nicht 
die individuellen Wünsche der Betroffenen massgeblich sein; vielmehr sei-
en einheitlich gestaltete Wände anzustreben.

In  Bezug  auf  die  Beschwerdeführenden  2  hält  das  BAV  fest,  zwischen 
Lärmschutzwand  und Gleisachse sei  in  der  Regel  ein  Abstand  von 4  m 
einzuhalten.  Davon könne dann abgewichen werden,  wenn sich dadurch 
unverhältnismässige Kosten oder bauliche Schwierigkeiten (z.B. bei engen 
Verhältnissen,  bei  Brücken  und Überführungen)  vermeiden liessen.  Eine 
Ausnahmesituation, die eine Verringerung des Regelabstands erforderlich 
machen würde, liege hier indes nicht vor. Bei einem Abstand von 3 m müs-
se der Kabelkanal verschoben werden und die Fahrleitungsmasten würden 
ausserhalb der LSW 6 zu stehen kommen. Sinnvoll sei jedoch, wenn sich 
alle Anlageteile innerhalb der Lärmschutzwände befänden, denn so könn-
ten alle Unterhaltsarbeiten vom Gleis aus erfolgen. Bei einem Abstand von 
nur 3 m sei es nötig, während den Unterhaltsarbeiten die Gleise zu sper-
ren,  sonst  werde  die  Sicherheit  der  Gleisarbeiter  gefährdet.  Schliesslich 
weist das BAV den Vorwurf  zurück,  das rechtliche Gehör verletzt  zu ha-
ben. Jede Partei habe sich zweimal schriftlich zur Sache äussern können 
und  ausserdem  habe  eine  Einigungsverhandlung  stattgefunden,  an  der 
auch die Beschwerdeführerin 2 vertreten gewesen sei.

Betreffend den Beschwerdeführer 3 hält das BAV fest, dieser habe die Ein-
sprachefrist um über ein Jahr verpasst und sei daher vom weiteren Verfah-
ren ausgeschlossen.

G. Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU)  führt  in  seiner  Stellungnahme  vom 
1. Juni 2006 aus,  bei  der Liegenschaft  der Beschwerdeführenden 1 wür-
den die Immissionsgrenzwerte selbst mit der vorgesehenen LSW 13 über-
schritten. Davon, die Wand weniger hoch zu bauen, sei abzusehen, weil es 
sonst  zu  einer  weiteren  Verschlechterung  des  Lärmschutzes  komme. 
Lärmschutzmassnahmen dienten dem Schutz der Gesundheit und deshalb 
solle  grundsätzlich  nicht  auf  sie  verzichtet  werden.  Würde  die  Wand im 
oberen  Bereich  aus  Glas  erstellt,  beeinträchtige  das  die  Schutzwirkung 
nicht; aus akustischer Sicht sei die Lösung gleichwertig.

H. Die Beschwerdegegnerin hat am 10. Juli 2006 auf Fragen der Instruktions-
richterin der REKO/INUM geantwortet, dazu u.a. ein Schreiben der Garten-
mann Engineering AG vom 6. Juli 2006 eingereicht und erklärt, sie schlie-
sse  sich  deren  Beurteilung  an.  Im  genannten  Schreiben  wird  erläutert, 
transparente Wände hätten, weil es bahnseitig an einer Absorptionsfläche 
fehle, eine reduzierte Lärmschutzwirkung. Zudem seien sie teurer, sowohl 
was die Investition als auch was die wiederkehrenden Kosten angehe. Bei 
der Kosten-Nutzen-Ermittlung für eine Lärmschutzwand spiele kostenseitig 
einzig die Höhe der Wand eine Rolle, nicht jedoch deren Beschaffenheit. 
Daher könne der Kosten-Nutzen-Index (KNI), der sich auf grössere Teilbe-
reiche beziehe, für eine lokale Gegebenheit wie der vorliegenden nicht be-
stimmt werden. Weiter wird ausgeführt, in der näheren und weiteren Um-
gebung gebe es keine transparente Lärmschutzwand.

I. Einer Aufforderung der Instruktionsrichterin der REKO/INUM folgend,  hat 

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das BAV am 27.  Juli  2006 zum Schreiben der Gartenmann Engineering 
AG Stellung genommen. Es bestätigt, dass (teilweise) transparente Wände 
eine geringere Lärmschutzwirkung aufwiesen, fügt jedoch an, wenn zumin-
dest  der  untere  Meter  bahnseitig  aus  schallabsorbierendem Material  er-
stellt werde, könne ein Grossteil der Reflexionen verhindert werden. Weiter 
weist es darauf hin, dass sich mit einer teilverglasten LSW 13 der Nutzen 
und  damit  das  Kosten-Nutzen-Verhältnis  verschlechterten.  Ein  KNI  von 
über 80 - statt  einem solchen von 49 wie mit der bewilligten Wand - sei 
aber nicht zu erwarten.

J. Das ebenfalls um eine Stellungnahme ersuchte BAFU hat am 28. Juli 2006 
bestätigt,  dass die Lärmschutzwirkung im Einzelfall  geringer  sein könne, 
wenn die Wand nicht schallabsorbierend ausgestaltet werde. Die Aussage 
der Gartenmann Engineering AG sei daher (situationsbezogen) grundsätz-
lich  richtig,  gelte  jedoch  nur  für  den  zwischen  4 m und  8  m  ab  Schie-
nenoberkante  (SOK)  gelegenen  Bereich  der  betroffenen  Gebäude.  Das 
BAFU führt  sodann aus,  ihm sei  nicht bekannt,  dass die in der Schweiz 
eingesetzten  transparenten  Lärmschutzwände  grundsätzlich  schallabsor-
bierend  ausgerüstet  seien;  entsprechende  Materialien  seien  jedoch  auf 
dem Markt erhältlich, was vorliegend allenfalls zu berücksichtigen sei.

K. Der Beschwerdeführer 3 hat mit Schreiben vom 19. Oktober 2006 bemän-
gelt, es werde nicht berücksichtigt, dass der Güterverkehr künftig stark zu-
nehmen werde, dies bei einem steigenden Anteil ausländischen Rollmate-
rials, das mehr Lärm verursache als das hiesige. Zum Phänomen des Kur-
venkreischens, das bei seiner Liegenschaft auftrete, sowie zur Lärmmehr-
belastung, die sich ergebe, wenn die heutigen Holzschwellen durch solche 
aus Beton ersetzt würden, seien keine Abklärungen gemacht worden. Dies 
sei, unter Aussetzung des Beschwerdeverfahrens, nachzuholen.

L. Mit Eingabe vom 22. Oktober 2006 hat die Beschwerdeführerin 2 ihr Anlie-
gen und die befürchteten  Beeinträchtigungen  (weniger  Sonne,  grösserer 
Schattenwurf)  nochmals  erläutert  und  zur  Veranschaulichung  zahlreiche 
Fotos eingereicht.

M. Die Beschwerdeführenden 1 haben am 23. Oktober 2006 darauf aufmerk-
sam gemacht,  sie  hätten immer die nördliche  Lärmschutzwand (in  Rich-
tung See) gemeint. Die Gartenmann Engineering AG stelle die Lage falsch 
dar, wenn sie die südliche Wand (näher bei ihrem Haus) dokumentiere.

N. Das BAFU hat am 7. November 2006 auf Anfrage der Instruktionsrichterin 
mitgeteilt,  nach seinen Schätzungen komme es, wenn nicht die LSW 13, 
sondern die LSW 2 auf 1,25 m reduziert werde, nicht nur beim Empfangs-
punkt 20 (EP 20) zu einer Überschreitung der Immissionsgrenzwerte, son-
dern neu auch bei den EP 14 und 16. Wie stark die Schallpegel zunehmen 
würden,  könne  nicht  gesagt  werden;  im  schlechtesten  Fall  könne  die 
LSW 2  für  die  obersten  Geschosse  (oberhalb  von  3,5  m  ab  SOK)  ihre 
Wirksamkeit gänzlich verlieren. Mit zusätzlichen Immissionsgrenzwertüber-
schreitungen müsse auch bei einer Teilverglasung gerechnet werden.

O. Ebenfalls auf die Fragen der Instruktionsrichterin antwortend, hat das BAV 

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am 8. November 2006 erklärt,  bei einer Liegenschaft  (EP 20) komme es 
selbst mit einer 2 m hohen LSW 2 zu Immissionsgrenzwertüberschreitun-
gen; grundsätzlich sei daher eine Wand von 2 m anzuordnen. Dem stehe 
das  weniger  gewichtige  Interesse  der  Beschwerdeführenden  1  an  einer 
besseren Seesicht nicht entgegen. Wie sich eine Herabsetzung der LSW 2 
auf 1,25 m auf die einzelnen EP konkret auswirken würde, müsste durch 
die Beschwerdegegnerin erst berechnet werden.

P. Am 14. November 2006 hat die REKO/INUM eine mündliche und öffentli-
che  Verhandlung  durchgeführt,  anlässlich  der  die  Beschwerdeführenden 
ihre Anträge bekräftigt haben. Die Beschwerdeführenden 1 haben für ihren 
Teil ferner bestritten, dass die nördlich gelegenen Gebäude durch die Her-
absetzung  der  Wand mehr  mit  Bahnlärm belastet  würden;  eine allfällige 
Mehrbelastung würde nur ein Haus und da nur den unbewohnten Estrich 
betreffen. Dem hat das BAFU widersprochen und erklärt, die Änderungen, 
wie die Beschwerdeführenden 1 sie sich vorstellten, seien ohne Einbussen 
beim Lärmschutz nicht realisierbar. Das BAFU hat sich sodann zum schall-
absorbierenden  Lärmschutzglas  geäussert  und  präzisiert,  dieses  sei  zu-
mindest  teilweise  schallabsorbierend  und werde in  Italien  hergestellt.  Es 
sei in der Schweiz noch nicht zugelassen und bei der Eisenbahnlärmsanie-
rung auch noch nie eingesetzt  worden.  Überdies sei  es teurer  und nicht 
ganz so transparent wie das herkömmliche Material. Die Beschwerdefüh-
rerin 2 hat derweil betont, für sie gehe es nicht nur um den obersten Teil 
der  LSW 6,  vielmehr  störe sie sich an der Wand in  deren Gesamthöhe. 
Ferner frage sie sich, ob im Abschnitt, der sie betreffe, nicht eine Dammla-
ge und damit ein Grund für die Unterschreitung des Regelabstands gege-
ben sei. Würde ihrem Anliegen entsprochen, hätte dies zudem den Vorteil, 
dass ein Zugang für Unterhaltsarbeiten an der steilen Böschung entstehe.

Q. Auf  Ersuchen  der  Instruktionsrichterin  hat  die  Beschwerdegegnerin  am 
30. November 2006 Berechnungen vorgelegt zu den akustischen Auswir-
kungen bei einer nur 1,25 m hohen bzw. im obersten Bereich teilverglasten 
LSW 2.  Nach  diesen  von  der  Gartenmann  Engineering  AG angestellten 
Berechnungen bringen beide Varianten höhere Lärmpegel.  Neu zu einer 
Immissionsgrenzwert-Überschreitung komme es jedoch nur  im Fall  einer 
Reduktion der Wandhöhe und auch da nur bei einem Gebäude (EP 16). 
Bei einer Teilverglasung könnten die Immissionsgrenzwerte dagegen über-
all eingehalten werden.

R. Daraufhin haben die Beschwerdeführenden 1 am 17. Dezember 2006 aus-
geführt,  die Daten beruhten auf  einer theoretischen Basis,  weshalb eine 
Immissionsgrenzwert-Überschreitung von 0,8 dB(A) vernachlässigbar sei. 

S. Das BAFU hat am 18. Dezember 2006 festgehalten, aus umweltrechtlicher 
Sicht sei eine Reduktion der Wandhöhe abzulehnen, einer Teilverglasung 
stehe jedoch nichts entgegen.

T. Die auf Ende 2006 aufgelöste REKO/INUM hat das Beschwerdeverfahren 
per 1. Januar 2007 an das neue Bundesverwaltungsgericht übergeben. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
verwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG; SR 173.72) beurteilt 
das Bundesverwaltungsgericht, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG 
vorliegt,  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgeset-
zes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG; 
SR 172.021). Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zustän-
dig ist,  die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei  den Eidgenössischen 
Rekurs-  oder  Schiedskommission  oder  bei  den Beschwerdediensten  der 
Departemente hängigen Rechtsmittel. Es wendet dabei neues Verfahrens-
recht an (Art. 53 Abs. 2 VGG).

Lärmschutzmassnahmen  gestützt  auf  das  Bundesgesetz  vom  24.  März 
2000 über die Lärmsanierung der Eisenbahnen (BGLE; SR 742.144) wer-
den im eisenbahnrechtlichen Plangenehmigungsverfahren (Art. 18 ff.  des 
Eisenbahngesetzes  vom 20.  Dezember  1957 [EBG;  SR 742.101])  ange-
ordnet  (Art.  13  BGLE).  Eine  Plangenehmigung  stellt  eine  Verfügung  im 
Sinne von Art. 5 VwVG dar. Das BAV gehört zu den Behörden im Sinn von 
Art. 33 VGG und ist demnach Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. 
Im  hier  interessierenden  Rechtsgebiet  besteht  sodann  keine  Ausnahme 
nach Art. 32 VGG. Plangenehmigungsverfügungen betreffend Eisenbahn-
lärmsanierungen  sind  daher  vor  Bundesverwaltungsgericht  anfechtbar. 
Dieses ist somit zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwer-
den, die bei der REKO/INUM anhängig gemacht worden waren.

2. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Bst. a VwVG berechtigt, wer durch die an-
gefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an de-
ren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Wer  Beschwerde  führt,  muss  mithin 
materiell beschwert, d.h. in Interessen rechtlicher oder tatsächlicher Natur 
betroffen sein. Vorausgesetzt ist aber auch eine formelle Beschwer; eine 
beschwerdeführende Partei muss demnach am Verfahren vor der Vorins-
tanz  teilgenommen  haben  und  dort  ganz  oder  teilweise  unterlegen  sein 
(vgl. BGE 123 II 115 E. 2a sowie ULRICH ZIMMERLI/WALTER KÄLIN/REGINA KIENER, 
Grundlagen  des öffentlichen  Verfahrensrechts,  Bern  2004,  S. 102 ff.).  In 
diesem Zusammenhang ist vorliegend Art.  18f  Abs. 1 EBG zu beachten, 
wonach vom weiteren Verfahren ausgeschlossen ist, wer im Plangenehmi-
gungsverfahren nicht Einsprache erhebt.

2.1 Als Eigentümer und Bewohner einer Liegenschaft in unmittelbarer Nähe zu 
den neu zu erstellenden Lärmschutzwänden sind die Beschwerdeführen-
den 1 durch die angefochtene Verfügung ohne weiteres materiell berührt. 
Überdies sind sie, da sie mit den nunmehr gestellten Anträgen im Einspra-
cheverfahren unterlegen sind, auch formell beschwert. Ihre Beschwerdele-
gitimation steht daher ausser Frage.

Ebenso materiell und formell beschwert ist die Beschwerdeführerin 2. Die-
se besteht aus drei natürlichen Personen, denen - zu Stockwerkeigentum - 
eine Liegenschaft im Bereich der LSW 6 gehört. Beschwerdeberechtigt ist 
die Stockwerkeigentümergemeinschaft als solche (vgl. Art. 712l Abs. 2 des 
Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB; SR 210] sowie ZIMMERLI/ 

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KÄLIN/KIENER, a.a.O., S. 96).

2.2 Auch der Beschwerdeführer 3 ist - zusammen mit seiner Ehefrau - Eigen-
tümer  einer  Liegenschaft  im  Sanierungsgebiet  Thun/Spiez  und  von  den 
vorgesehenen  Lärmschutzmassnahmen  daher  ebenfalls  betroffen.  Seine 
Einsprache  vor  dem  BAV (Vorinstanz)  hat  er  jedoch  erst  am 9.  August 
2005, mithin über ein Jahr nach Ablauf der Einsprachefrist, die gleich wie 
die  Auflagefrist  am 30.  Juni  2004 ablief  (Art.  18f  Abs.  2 i.V.m.  Art.  18d 
Abs. 2 EBG), eingereicht. Auf diese verspätete Einsprache ist die Vorins-
tanz in der Folge nicht eingetreten, sodass sie sich mit den materiellen An-
liegen  des  Beschwerdeführers  3  nicht  befassen  musste.  Entsprechend 
fehlt es diesem bereits an der nötigen formellen Beschwer für eine Anfech-
tung, zumal er nicht geltend macht, die Vorinstanz sei zu unrecht nicht auf 
seine Einsprache eingetreten. Dass ihm die Beschwerdeführung verwehrt 
ist, ergibt sich sodann auch unmittelbar gestützt auf Art. 18f Abs. 1 EBG. 
Demnach ist vom weiteren Verfahren, d.h. auch von einem allfälligen Be-
schwerdeverfahren, ausgeschlossen, wer nicht Einsprache erhoben hat.

Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 3 ist daher bereits wegen feh-
lender Beschwerdelegitimation nicht einzutreten.

2.3 Trotzdem ist kurz auf die von ihm wiederholt vorgetragene Rüge einzuge-
hen, der Sachverhalt sei nicht vollständig festgestellt. So bemängelt er, es 
stellten sich umweltrechtliche Fragen, die im Rahmen einer UVP zu klären 
seien. Ferner werde noch nicht berücksichtigt, dass der Güterverkehr künf-
tig stark zunehmen werde,  dies bei einem steigenden Anteil an ausländi-
schem Rollmaterial. Weiter fehlten Abklärungen zum Kurvenkreischen und 
zur  Lärmmehrbelastung,  die  entstehe,  wenn  die  heutigen  Holzschwellen 
ersetzt würden. All dies müsse von Amtes wegen ermittelt werden.

Im Verwaltungsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der Untersuchung 
des Sachverhalts von Amtes wegen (Art. 12 VwVG). Das gilt freilich nur in-
nerhalb  des  Streitgegenstands  (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungs-
verfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
N.  675).  Dieser  umfasst  die  strittige  Verfügung,  soweit  sie  angefochten 
wurde (KÖLZ/HÄNER, a.a.O., N. 403). Als angefochten kann etwas jedoch nur 
dann gelten, wenn dagegen befugtermassen Beschwerde erhoben wurde. 
Führt jemand Beschwerde, ohne dazu legitimiert  zu sein, kann das nicht 
bewirken, dass die lediglich durch diese Person beanstandeten Teile der 
Verfügung zum Streitgegenstand werden.  Vorliegend ist  der Sanierungs-
abschnitt,  der den Beschwerdeführer 3 betrifft,  nicht Streitthema. Dessen 
Beanstandungen liegen somit ausserhalb des Streitgegenstands, weshalb 
es dazu keiner Abklärungen vom Amtes wegen bedarf.

3. Was  die  ohne  weiteres  beschwerdebefugten  Beschwerdeführenden  1 
und 2 angeht (oben E. 2.1), müssen, damit auf ihre Beschwerden eingetre-
ten werden kann, auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen gegeben 
sein (KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  N. 409 ff.).  So gilt  es namentlich,  die 30-tägige 
Beschwerdefrist  einzuhalten (Art.  50 VwVG).  Dies haben sowohl  die Be-
schwerdeführerin 2 wie auch die Beschwerdeführenden 1  getan. Letztere 
haben  ihre  Beschwerde  am 30.  Tag  nach  Eröffnung  der  Verfügung  der 

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Post übergeben (Art. 21 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführung ist zudem 
in beiden Fällen formgerecht (Art. 52 VwVG) erfolgt.

Es ist daher auf beide Beschwerden einzutreten.

4. Bevor  auf  die  eigentlichen  Anliegen  der  Beschwerdeführenden  1  und  2 
eingegangen wird, ist die folgende Klarstellung zum Streitgegenstand nö-
tig. Was den Antrag der Beschwerdeführenden 1 angeht, die Lärmschutz-
wand sei im Bereich ihrer Liegenschaft  um 0,75 m weniger hoch oder in 
den oberen 0,75 m aus Glas zu bauen, bestand bis weit ins Beschwerde-
verfahren  hinein  in  einem zentralen  Punkt  ein  Missverständnis,  das erst 
mit dem Schreiben der Beschwerdeführenden 1 vom 23. Oktober 2006 an 
die REKO/INUM zutage trat. In ihrer Einsprache vom 16. Juni 2004 hatten 
die Beschwerdeführenden 1 ihre nunmehr gestellten Anträge bezogen auf 
die  «Lärmschutzmauer  Norden»  formuliert;  ein  weiteres  Begehren,  das 
vorliegend  nicht  von Interesse  ist,  betraf  die  «Lärmschutzwand  Süden». 
Dessen ungeachtet ging die Vorinstanz in der Folge davon aus, die erste-
ren Anträge (Wand von 1,25 m bzw. Teilverglasung) würden sich auf die 
LSW 13 beziehen, also auf jene Wand, die direkt beim Grundstück der Be-
schwerdeführenden  1  zu  stehen  kommt.  In  der  Plangenehmigungsverfü-
gung behandelte sie die Anträge denn auch im Abschnitt über den Teilbe-
reich  R 2  und  die  dortige  LSW 13;  die  Abweisung  der  Anträge  erfolgte 
ebenfalls in diesem Abschnitt. Die Beschwerdeführenden 1 haben bei der 
Anfechtung nicht bemängelt, ihre Anträge seien fälschlicherweise nicht be-
zogen auf die LSW 2 geprüft worden; auf welche Wand sich ihre nunmehr 
gestellten Anträge beziehen, geht aus der Beschwerde nicht hervor. Auf-
grund der zwischenzeitlichen Klärung ist indes klar, dass sie eine Herab-
setzung bzw. Teilverglasung der LSW 2 wollen. Das prozessrechtliche Er-
fordernis,  wonach  sich  ein  beschwerdeweise  gestellter  Antrag  innerhalb 
des  Streitgegenstands  bewegen  muss  (oben  E.  2.3,  mit  Hinweis),  steht 
diesem Begehren nicht entgegen. Denn die Vorinstanz hat mit der Plange-
nehmigung auch über die LSW 2 entschieden. Zwar hat sie sich, was die-
se Wand angeht, nicht weiter mit den Argumenten der Beschwerdeführen-
den 1 auseinandergesetzt; deren Anliegen hat sie jedoch, indem sie eine 
2 m hohe Wand aus Beton bewilligt hat, dennoch abgewiesen. Die Anträge 
betreffend die LSW 2 sind somit  vom Anfechtungsobjekt  erfasst;  ebenso 
sind sie,  aufgrund  des  Zusammenspiels  zwischen  Beschwerde  und Ein-
sprache, als durch die Anfechtung gedeckt anzusehen.

Die Sache in diesem Punkt an die Vorinstanz zurückzuweisen, ist nicht nö-
tig, da die vormalige REKO/INUM die erforderlichen Abklärungen  getätigt 
hat,  sodass heute alle Fakten beisammen sind. Das Bundesverwaltungs-
gericht kann daher direkt in der Sache entscheiden (Art. 61 Abs. 1 VwVG).

5. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen - einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens - sowie Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG).

6. In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin 2, ihr sei das 
rechtliche  Gehör  nicht  gewährt  worden.  Die  Einspracheverhandlung  sei 

10

eine Informationsveranstaltung gewesen,  bei  der  jeder Versuch zu einer 
Einigung schon im Ansatz unterbunden worden sei. Ausserdem habe keine 
gemeinsame  örtliche  Begehung  stattgefunden.  Dem  hält  die  Vorinstanz 
entgegen, im Rahmen des ordentlichen Schriftenwechsels habe sich jede 
Partei zweimal zur Sache äussern können. Die entscheidrelevanten Tatsa-
chen, etwa was den Verlauf des Kabelkanals angehe, hätten sich bereits 
aus den Planunterlagen ergeben;  zudem habe sie (die Vorinstanz)  sich, 
anlässlich einer Besichtigung vor Ort, ein Bild vor der Situation verschaffen 
können. Ein Augenschein zusammen mit den Parteien hätte keine wesent-
lichen, neuen Erkenntnisse vermitteln können.

6.1 Das rechtliche Gehör ist durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 
18. April 1999 (BV; SR 101) garantiert. Konkretisiert wird der Anspruch in 
den Art. 29 ff. VwWG. Demnach steht den Parteien u.a. das Recht zu, sich 
vor  Erlass  eines  Entscheids,  der  in  ihre  Rechtsstellung  eingreift,  zu  äu-
ssern  sowie  mit  erheblichen  Beweismitteln  gehört  zu  werden  (vgl.  BGE 
129 II 497 E. 2.2; KÖLZ/HÄNER, a.a.O., N. 292 ff.) Gegenstück zu den Mitwir-
kungsrechten der Parteien ist die behördliche Prüfungspflicht. Die Behörde 
hat  die  angebotenen  Beweise  abzunehmen,  wenn sie  ihr  zur  Abklärung 
des Sachverhalts  tauglich  erscheinen  (Art.  33 VwVG);  darauf  verzichten 
darf sie dagegen dann, wenn sie den Sachverhalt aufgrund eigener Sach-
kunde ausreichend würdigen kann oder wenn zum voraus gewiss ist, dass 
das  Beweismittel  keine  wesentlichen  Erkenntnisse  zu  vermitteln  vermag 
(KÖLZ/HÄNER, a.a.O., N. 320). Bevor die Behörde verfügt, muss sie die Vor-
bringen  sorgfältig  prüfen  und  sie,  sofern  sie  erheblich  sind,  würdigen 
(Art. 32 VwVG). Das Ergebnis dieser Würdigung muss sich alsdann in der 
Entscheidbegründung niederschlagen (KÖLZ/HÄNER, a.a.O., N. 325).

6.2 Das eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren bietet, indem es die 
Einsprache vorsieht, eine formalisierte Gewährleistung des rechtlichen Ge-
hörs (Art. 30a VwVG). Die Beschwerdeführerin 2 hat sich als Einspreche-
rin denn auch am Verfahren beteiligt und ihre Vorstellungen zweimal dar-
gelegt, wobei sie die Variante, die LSW 6 sei gegen das Gleis hin zu ver-
schieben, nicht bereits in ihrer Einsprache vom 14. Juni 2004, sondern erst 
mit Eingabe vom 28. April 2005 unterbreitet hat. Die Abweisung dieses An-
trags hat  die Vorinstanz mit  den einschlägigen Abstandsvorschriften  und 
den herrschenden Platzverhältnissen begründet. Wie es sich mit dem Platz 
vor Ort  verhält,  ergibt  sich hinreichend klar  aus den verschiedenen Pla-
nungsunterlagen. Augenschein brauchte daher keiner durchgeführt zu wer-
den, zumal die Beschwerdeführerin 2 - soweit aus den Akten ersichtlich - 
nie  einen  solchen  verlangt  hatte.  Die  Vorinstanz  ist  auch  ihrer  Begrün-
dungspflicht nachgekommen, geht doch aus ihrem Entscheid hervor, war-
um  sie  ein  Näherrücken  der  LSW  6  an  die  Gleisachse  ablehnt  (KÖLZ/ 
HÄNER, a.a.O., N. 354 ff.). Steht somit fest, dass die Beschwerdeführerin 2 
ihre Anliegen schriftlich hat anbringen können und die Vorinstanz sich bei 
der Entscheidfindung damit rechtsgenüglich auseinandergesetzt hat, kann 
nicht  von  einer  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  gesprochen  werden. 
Nur weil keine Einigung erzielt wurde, liegt noch keine Gehörsverletzung 
vor. Die entsprechende Rüge erweist sich somit als unbegründet.

11

Im Folgenden sind die Anliegen in der Sache selbst zu klären, namentlich 
die Frage, ob  die Lärmsanierung in der von den Beschwerdeführenden 1 
bzw. 2 beantragten Form zu realisieren ist.

7. Das Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umwelt-
schutzgesetz;  USG; SR 814.01),  das  u.a.  bezweckt,  den  Menschen  vor 
schädlichen oder lästigen Einwirkungen zu schützen (Art. 1 Abs. 1 USG), 
sieht  vor,  dass Emissionen wie Lärm durch Massnahmen bei  der Quelle 
begrenzt  werden  (Art. 11  Abs. 1  USG).  Die  Emissionen  werden  anhand 
von Immissionsgrenzwerten  IGW beurteilt  (Art. 13  Abs. 1 USG).  Die Im-
missionsgrenzwerte  für  Lärm hat  der  Bundesrat  im Anhang 4 zur  Lärm-
schutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) festgelegt. 
Genügt eine Anlage den Vorschriften des USG oder den Umweltvorschrif-
ten  anderer  Bundesgesetze  nicht,  muss  sie  saniert  werden  (Art. 16 
Abs. 1 USG).

7.1 Seit Oktober 2000 gilt in Ergänzung zum USG das BGLE, das verschiede-
ne Lärmschutzmassnahmen vorsieht und diese einer Rangordnung unter-
stellt (Art. 1 f. BGLE). Lärmschutz soll demnach in erster Linie durch tech-
nische Massnahmen an den Schienenfahrzeugen erreicht werden. Subsidi-
är sind bauliche Massnahmen an bestehenden ortsfesten Eisenbahnanla-
gen  zu  treffen  (z.B.  Lärmschutzwände).  In  dritter  Priorität  sind  Schall-
schutzmassnahmen an bestehenden Gebäuden vorgesehen (z.B.  Schall-
schutzfenster). Näheres, namentlich zum Umfang der Massnahmen, ist in 
den  Ausführungsbestimmungen  zum  BGLE,  in  der  Verordnung  vom 
14. November  2001  über  die  Lärmsanierung  der  Eisenbahnen  (VLE; 
SR 742.144.1), geregelt.

7.2 Für die Ermittlung der Lärmimmissionen auf den einzelnen von Bahnlärm 
betroffenen Grundstücken wird nicht auf den Ist-Zustand und daher auch 
nicht auf Messungen, sondern auf eine Lärmprognose, den Emissionsplan 
abgestellt  (Art.  18  Abs.  1  VLE).  Dieser  enthält  -  für  jeden  Streckenab-
schnitt - die bis Ende 2015 zu erwartenden Lärmemissionen bestehender 
ortsfester Eisenbahnanlagen (Art. 6 Abs. 1 BGLE), wobei insbesondere die 
Infrastruktur  selbst,  die  sanierten  Schienenfahrzeuge  sowie  die  für  2015 
prognostizierte  Verkehrsmenge-  und  zusammensetzung  berücksichtigt 
werden  (Art.  6  Abs.  2 BGLE).  Der  Emissionsplan bildet  die  verbindliche 
Grundlage  für  den  Entscheid  über  bauliche  Sanierungsmassnahmen 
(Art. 6 Abs. 1 BGLE). Diese sind bei bestehenden ortsfesten Eisenbahnan-
lagen so weit anzuordnen, bis die Immissionsgrenzwerte eingehalten sind 
(Art.  7  Abs.  1  BGLE).  Würde die  Sanierung  jedoch unverhältnismässige 
Kosten verursachen oder  stünden ihr  überwiegende Interessen,  nament-
lich  des  Ortsbild-,  Natur-  und  Landschaftsschutzes  oder  der  Verkehrs- 
oder  Betriebssicherheit,  entgegen,  sind  Erleichterungen (Ausnahmen)  zu 
gewähren  (Art.  7  Abs.  3  BGLE).  Nur  wenn  solche  Erleichterungsgründe 
gegeben sind, darf vom in Art. 7 Abs. 1 BGLE festgeschrieben Sanierungs-
ziel abgewichen werden. In den übrigen Fällen sind Massnahmen so weit 
anzuordnen,  bis  die  Immissionsgrenzwerte  eingehalten  sind  (Entscheid 
REKO/INUM vom 11. Dezember 2006, A-2006-24, E. 8.5.3). Ob die Kos-
ten für  bauliche Lärmschutzmassnahmen verhältnismässig  sind,  beurteilt 

12

sich nach dem KNI (vgl. unten E. 8.4.3). Beträgt dieser höchstens 80, gel-
ten die Kosten in der Regel als verhältnismässig (Art. 20 Abs. 1 VLE). Bau-
liche Lärmschutzmassnahmen, namentlich Lärmschutzwände, sind in der 
Regel auf höchstens 2 m Höhe über SOK zu begrenzen; diese Höhe kann 
überschritten  werden,  wenn  besondere  Umstände  vorliegen  und  keine 
überwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 21 VLE).

8. Die Beschwerdeführenden 1 beantragen, die Lärmschutzwand sei im Be-
reich  ihrer  Liegenschaft  um  0,75  m  weniger  hoch  oder  in  den  oberen 
0,75 m aus Glas zu bauen.

8.1 Wie erläutert (oben E. 4), beziehen sich die beiden Anträge auf die LSW 2. 
Dass der diesbezügliche Irrtum im Beschwerdeverfahren zunächst  unbe-
merkt blieb, hatte u.a. zur Folge, dass Vorinstanz, BAFU und Beschwerde-
gegnerin in ihren Eingaben jeweils davon ausgingen, die LSW 13 sei es, 
die geändert  werden solle.  Einige der Ausführungen in diesen Eingaben, 
etwa was die Lärmbelastung beim Haus der Beschwerdeführenden 1 be-
trifft, gehen somit an der Sache vorbei, weshalb sie für den Beschwerde-
entscheid  unbeachtlich sind. Andere Aussagen, namentlich zu den allge-
meinen  Nachteilen  transparenter  Lärmschutzwände,  behalten  dagegen 
ihre Relevanz. Zu den Auswirkungen, v.a. hinsichtlich der Lärmbelastung 
bei benachbarten Gebäuden, für den Fall,  dass die LSW 2 weniger hoch 
bzw. teilweise verglast wird, liegen nunmehr ebenfalls  fundierte  Angaben 
vor. Es sind dies die Berechnungen, welche die Beschwerdegegnerin bei 
der  Gartenmann  Engineering  AG  in  Auftrag  gegeben  hat.  Diese  ist  am 
30. November  2006  zum  Schluss  gelangt,  einzig  wenn  die  Wand  auf 
1,25 m herabgesetzt  würde,  käme es  zu  einer  zusätzlichen  Immissions-
grenzwert-Überschreitung, dies jedoch nur an einem EP.

8.2 Die Beschwerdeführenden 1 begründen ihren Antrag,  die LSW 2 sei nur 
1,25 m hoch  zu  bauen,  damit,  eine  2  m  hohe  Wand  beeinträchtige  die 
Sicht von ihrem Haus, u.a. auf den See, was für sie und ihren Mieter nicht 
akzeptabel  sei.  Letzterer  hat  laut  den  Angaben  der  Beschwerdeführen-
den 1 an der Verhandlung vor der REKO/INUM das Mietverhältnis inzwi-
schen gekündigt, weil er angeblich das Risiko nicht eingehen will, dass ihm 
eine  Lärmschutzwand  ins  Blickfeld  gesetzt  wird.  Die  Beschwerdeführen-
den 1 befürchten, dass es bei einer 2 m hohen LSW 2 schwieriger würde, 
die Wohnung im Erdgeschoss zu vermieten; sicher aber müssten sie den 
Mietzins  senken,  sodass  alles  auch  eine  Existenzfrage  sei.  Den  Lärm-
schutz nördlich der Bahnlinie halten die Beschwerdeführenden 1 für gesi-
chert, da die dortigen Häuser wegen des Hangs tiefer liegen. Das sehen 
Vorinstanz, Beschwerdegegnerin und BAFU anders. Die Vorinstanz weist 
darauf hin, bei einem Haus (EP 20) könne der Immissionsgrenzwert selbst 
bei einer 2 m hohen LSW 2 nicht eingehalten werden und die Beschwerde-
gegnerin  hält  unter  Verweis  auf  die  neusten  Berechnungen  der  Garten-
mann Engineering AG fest, bei einer bloss 1,25 m hohen LSW 2 komme es 
bei einem zusätzlichen Haus (EP 16)  zu einer Grenzwertüberschreitung. 
Alle  vertreten  sie  die  Auffassung,  solange  Immissionsgrenzwert-Über-
schreitungen zu erwarten seien, dürfe die Regelhöhe von 2 m nicht unter-
schritten werden. Das BAFU hält weiter fest, das Anliegen nach einer bes-

13

seren Aussicht stelle keinen Grund dar, der es im Sinne von Art. 7 Abs. 3 
Bst. b BGLE rechtfertige, die Wand weniger hoch zu bauen.

8.2.1 Wie erwähnt, sind bauliche Lärmschutzmassnahmen nach Art. 21 VLE in 
der Regel auf 2 m Höhe (ab SOK) zu begrenzen. Ein Abweichen von die-
ser Regel - nach oben - ist nur möglich, wenn besondere Umstände vorlie-
gen und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 21 Abs. 2 
VLE). Aus dieser Konzeption folgt, dass es sich bei der Höhe von 2 m um 
eine  Obergrenze  handelt,  die  grundsätzlich  auch  unterschritten  werden 
kann. Trotzdem prüft die Vorinstanz - als Basisvariante - stets Lärmschutz-
wände von 2 m Höhe (vgl. Lärmsanierung der Eisenbahnen - Leitfaden für 
die Projektierung baulicher Massnahmen, Dezember 2003, S. 18 [nachfol-
gend: Leitfaden]). Das lässt sich u.a. damit erklären, dass häufig erst eine 
2 m hohe Lärmschutzwand verhindern kann, dass der Lärm nach oben ge-
tragen wird,  der durch Mehrfachreflexionen an den Bahnwagen und den 
Lärmschutzwänden  selbst  entsteht  (vgl.  Entscheid  REKO/INUM vom 11. 
Juli 2006, A-2004-210, E. 15.1.1). Lärmschutzwände von weniger als 2 m 
müssen dennoch möglich sein (Art.  21 Abs. 1 VLE; Leitfaden, S. 18).  Im 
Sanierungsperimeter Thun/Spiez werden denn auch die LSW 6 und 7 in ei-
ner Höhe von nur 1,5 m gebaut.  Möglich ist  das bei beiden Wänden, so 
auch im Abschnitt, der die Beschwerdeführerin 2 betrifft (unten E. 9.2), we-
gen der vor Ort gegebenen Hanglage. Eine an einen Hang angrenzende 
Lärmschutzwand von weniger als 2 m Höhe schützt die tiefer gelegenen 
Häuser jedoch nicht immer ausreichend vor Lärm.

8.2.2 Im Teilbereich L2 kommt es bei einem nördlich der  Bahnlinie gelegenen 
Haus (EP 20) selbst mit  einer 2 m hohen LSW 2 zu einer geringfügigen 
Überschreitung des nächtlichen Immissionsgrenzwerts (Plangenehmigung, 
S. 18).  Würde die LSW 2 bloss 1,25 m hoch gebaut,  käme es nach den 
Berechnungen der Gartenmann Engineering AG, die das BAFU für korrekt 
befunden hat, bei einem zusätzlichen Haus (EP 16) zu einer ebenfalls klei-
nen Überschreitung des Immissionsgrenzwerts. Damit bestätigen sich die 
Bedenken, die das BAFU früher geäussert hatte, teilweise. Zwar würde die 
LSW 2  ihre  Wirksamkeit  nicht  gänzlich  verlieren,  zu  einer  zusätzlichen, 
wenn  auch nur  leichten  Überschreitung  der  Immissionsgrenzwerte  käme 
es aber allemal. Mithin scheidet die Variante mit einer bloss 1,25 m hohen 
LSW 2 aus. Denn, ob Lärmschutzwände nötig sind, hängt nicht davon ab, 
ob  dies  auch  von  allen  lärmmässig  oder  anderweitig  Betroffenen  ge-
wünscht wird oder nicht. Bauliche Lärmschutzmassnahmen sind vielmehr 
so  weit  anzuordnen,  bis  die  Immissionsgrenzwerte  eingehalten  werden 
(Art. 7 Abs. 1 BGLE). Wie erwähnt (oben E. 7.2, mit Hinweis), darf von die-
sem Lärmschutzziel  nur abgewichen werden,  wenn Erleichterungsgründe 
nach Art. 7 Abs. 3 BGLE bestehen. Solche Gründe sind vorliegend nicht 
ersichtlich  (vgl. auch unten E. 8.4.6 f.); namentlich wird durch eine Wand 
von 2 m nicht das Ortsbild beeinträchtigt. Der Lärmschutz, wie er mit der 
bewilligten  LSW 2 erreicht  wird,  darf  daher  nicht  verschlechtert  werden, 
zumal lärmmässig nicht die Beschwerdeführenden 1, sondern die Bewoh-
ner  der  Nachbarliegenschaften  Einbussen  erleiden  würden.  Daran,  dass 
die  Lärmschutzvorgaben  einzuhalten  sind,  ändert  auch nichts,  wenn bei 

14

den betroffenen Nachbarhäusern die jeweiligen Stockwerke nicht bewohnt 
sind, wie dies die Beschwerdeführenden 1 geltend machen. Ebenso spielt 
keine Rolle, dass die Grenzwerte nur leicht überschritten würden, sind die 
ermittelten Lärmpegel doch stets auf die nächsthöhere ganze Zahl aufzu-
runden (Leitfaden, S. 14). Wenn sich fragt,  ob eine Lärmschutzmassnah-
me zu realisieren ist, sind die Anzahl Betroffener und das Mass der Lärm-
reduktion  aber  ohnehin  nicht  unmittelbar  massgebend;  vielmehr  fliessen 
diese Aspekte  über  die Kosten-Nutzen-Rechnung  in  die Betrachtung ein 
(Ziff. 2.3 Anhang 3 VLE). Eine Wand kann wegen eines zu kleinen lärmmä-
ssigen Gewinns oder weil nicht genügend lärmempfindlich genutzte Räu-
me betroffen sind und daher zu wenige Personen profitieren würden, punk-
tuell einen geringen Nutzen aufweisen. Auf die Wand als Ganzes und da-
mit  auf  einen  besseren  Lärmschutz  ist  jedoch  nur  dann  zu  verzichten, 
wenn aufgrund eines zu geringen Nutzens ein KNI von über 80 resultiert 
(Art. 7 Abs. 3 Bst. a BGLE; Art. 20 VLE, vgl. unten E. 8.4.3). 

Eine  im Bereich  des  Hauses  der  Beschwerdeführenden  1  bloss  1,25  m 
hohe LSW 2 widerspräche somit den gesetzlichen Vorgaben; der entspre-
chende Antrag ist daher abzuweisen.

8.3 Eine  andere  Frage  ist,  ob  die  LSW 2 -  gemäss  dem Antrag  2  -  in  den 
obersten  0,75  m aus  Glas  zu  erstellen  ist.  Die  Beschwerdeführenden  1 
führen  auch  für  diese  Variante  ästhetische  Gründe  an.  Sie  wollen  eine 
möglichst  uneingeschränkte  Sicht  und  sie  stören  sich  am  Anblick  einer 
Lärmschutzwand  (vgl.  Einsprache  vom  16. Juni  2004).  Bezogen  auf  die 
LSW 13 und das Haus der Beschwerdeführenden 1 hatten Vorinstanz und 
Beschwerdegegnerin eingewendet, transparente Lärmschutzwände hätten 
eine geringere Lärmschutzwirkung, weil sie den Schall nicht absorbierten, 
sondern reflektierten. Für die nördlich gelegenen Häuser ist aufgrund der 
Berechnungen der Gartenmann Engineering AG konkret  davon auszuge-
hen, dass die Lärmpegel zunehmen würden, zu einer Überschreitung der 
Immissionsgrenzwerte  käme  es  indes  nirgends.  Unter  diesem  Gesichts-
punkt  erscheint  eine  Teilverglasung  der  LSW 2 somit  als  eine mögliche 
Variante.

8.4 Vorinstanz  und Beschwerdegegnerin  haben  jedoch  auch  andere,  grund-
sätzliche Einwände gegen verglaste Lärmschutzwände. So weisen sie dar-
auf hin, der Unterhalt  sei  aufwändiger.  Die Vorinstanz gibt  ferner zu be-
denken, es könne eine unerwünschte Blendwirkung entstehen, was für das 
sichere Führen der Züge gefährlich und für die Anwohner lästig sein kön-
ne. Wegen all dieser Nachteile würden transparente Lärmschutzwände auf 
offener  Strecke  nur  ausnahmsweise  eingesetzt.  Bezüglich  Gestaltung 
könnten sodann nicht die individuellen Wünsche der Betroffenen massgeb-
lich sein; vielmehr seien einheitlich gestaltete Wände anzustreben. Unter 
Bezugnahme  auf  das  Schreiben  der  Gartenmann  Engineering  AG  vom 
6. Juli 2006 weist die Beschwerdegegnerin weiter auf die deutlich höheren 
Kosten  für  transparente  Lärmschutzelemente  hin.  Das  BAFU  führt 
schliesslich aus, der KNI könne nicht als Anspruchsgrundlage für eine be-
stimmte Ausgestaltung einer Lärmschutzwand dienen.

15

8.4.1 Auch  im  Sanierungsgebiet  Thun/Spiez  kommen  transparente  Elemente 
zum Einsatz,  dies  jedoch  nur  ausnahmsweise  bzw.  an  Stellen,  die  sich 
durch  eine  Besonderheit  auszeichnen.  Glas  wird  namentlich  bei  Lärm-
schutzwänden eingesetzt, die auf Kunstbauten hinauf zu stehen kommen. 
So soll mit dem Glas bei der Unterführung Steinhaufenweg, wo die LSW 1 
wegen  ihrer  erhöhten  Lage  auffällig  wirkt,  verhindert  werden,  dass  das 
Ortsbild zu stark beeinträchtigt wird (Plangenehmigung, S. 17). Im Bereich 
der Unterführung Gwattstutz spielen ausserdem Sicherheitsüberlegungen 
eine Rolle. Bei der dortigen LSW 5 soll durch die Teilverglasung vermie-
den werden, dass bei den Strassenbenützern der Eindruck entsteht,  der 
Durchlass sei nur sehr eng (Plangenehmigung, S. 21). An einer weiteren 
Stelle  ist  sogar  zugunsten  eines  Hauses  von Privaten  Glas  vorgesehen 
(LSW 8).  Dadurch  kann der  grosse Lichtverlust  vermieden werden,  den 
das Haus wegen seines weit  vorstehenden Dachs sonst erleiden würde. 
Das einheitliche Erscheinungsbild wird dabei nicht gestört, da die LSW 7 
im direkt anschliessenden Abschnitt wegen der sich dort befindlichen Kan-
derbrücke ebenfalls teilweise verglast wird (Plangenehmigung, S. 26). 

8.4.2 BGLE  und  VLE  enthalten  keine  Vorgaben  zur  konkreten  Ausgestaltung 
von Lärmschutzwänden. Namentlich ergibt sich dazu nichts aus den Vor-
schriften zum Umfang der Massnahmen. Die Art. 7 BGLE und Art. 19-21 
VLE regeln vorab das Ob baulicher Massnahmen. Um den «Umfang» geht 
es jedoch nur, was die Höhe anbelangt (Art. 21 VLE), und insofern, als an-
geordnet  wird,  Vorkehren  seien  so  weit  zu  treffen,  bis  die  Immissions-
grenzwerte eingehalten seien (Art. 7 Abs. 1 BGLE).

8.4.3 Zunächst  ist  festzuhalten,  dass die  LSW 2 nicht  deshalb  (teilweise)  aus 
Glas zu bauen ist, weil  der KNI im fraglichen Teilbereich L2 bei 49 liegt. 
Mit Hilfe des KNI, der sich nach dem Anhang 3 zur VLE berechnet, wird er-
mittelt,  ob die Kosten für Lärmschutzmassnahmen verhältnismässig sind. 
Beträgt er höchstens 80, gelten die Kosten in der Regel als verhältnismä-
ssig  (Art.  20  VLE).  Liegt  der  Wert  darüber,  können  Erleichterungen  ge-
währt werden (Art. 7 Abs. 3 Bst. a BGLE), mit der Folge, dass auf die frag-
liche Lärmschutzmassnahme zu verzichten ist. Durch den KNI werden die 
finanziellen Aufwendungen einer baulichen Massnahme ins Verhältnis ge-
setzt zur Lärmentlastung, die bei den betroffenen Personen bewirkt wird. 
Kostenseitig wird ein pauschalierter Ansatz eingesetzt, variabel sind dabei 
nur Wandhöhe und -länge; unerheblich ist dagegen etwa, welches Material 
verwendet wird und wie teuer dieses ist. Nutzenseitig wird auf die gewich-
tete Differenz der Lärmbelastung mit oder ohne bauliche Lärmschutzmass-
nahme, multipliziert  mit  der Anzahl  betroffener  Personen,  abgestellt  (vgl. 
auch Entscheid REKO UVEK vom 4. Februar 2003, A-2002-8, E. 11.1).

8.4.4 Erweisen sich die Kosten für ein Sanierungsvorhaben aufgrund der KNI-
Berechnung als im Sinne von Art. 20 Abs. 1 VLE verhältnismässig, bedeu-
tet das nur, dass - vorbehältlich überwiegender entgegenstehender Inter-
essen (Ortsbild-,  Natur-  und Landschaftsschutz  oder  Verkehrs-  oder  Be-
triebssicherheit; vgl. Art. 7 Abs. 3 Bst. b BGLE) - die geplanten baulichen 
Massnahmen zu realisieren sind bzw. dass nicht im Sinne einer Erleichte-
rung davon abzusehen ist. Über die Ausgestaltung baulicher Massnahmen 

16

ist damit jedoch nichts gesagt. Da der KNI unberücksichtigt lässt, welches 
Material verwendet wird, kann gestützt auf einen KNI von weniger als 80 
auch nicht, quasi bis zu dessen «Ausschöpfung», die Pflicht zum Einsatz 
eines  anderen  als  dem herkömmlichen  Material  abgeleitet  werden.  Wird 
nur das Material variiert, kann es gar nicht zu einer Ausschöpfung des KNI 
kommen. Der KNI bleibt vielmehr unverändert, unabhängig davon, welches 
Material geprüft wird. Insofern ist dem BAFU zuzustimmen, wenn es aus-
führt, der KNI (bzw. der Umstand, dass dieser nicht über 80 liege) könne 
nicht  als  Anspruchsgrundlage  für  eine  bestimmte  Ausgestaltung  einer 
Lärmschutzwand dienen.  Alles andere  würde darauf  hinaus laufen,  dass 
Anwohner in Fällen mit einem KNI von weniger als 80 regelmässig erzwin-
gen könnten,  dass eine Lärmschutzwand in  der  von ihnen gewünschten 
Bauart zu erstellen wäre. Das kann jedoch nicht die Meinung von Gesetz- 
und Verordnungsgeber gewesen sein.

8.4.5 Zu bestimmen, wie Lärmschutzwände konkret auszugestalten sind, obliegt 
vielmehr grundsätzlich der sanierungspflichtigen Bahnnetzinhaberin.  Aus-
gangspunkt  ist  das von ihr eingereichte Projekt.  Sollen anstelle des übli-
cherweise verwendeten Betons (oder Holzes) transparente Elemente an-
gebracht werden, muss sich aufgrund einer umfassenden Interessenabwä-
gung eine Notwendigkeit  hierfür  ergeben (vgl.  auch Entscheid Bundesrat 
vom  14. April  1999,  E.  7.2.1,  [teilweise]  publiziert  in  VPB  63.97  [Lärm-
schutzwand im Bereich einer Strasse]).  Sind Anwohner  oder andere Be-
troffene mit  dem Material,  das gemäss Projekt  vorgesehen und bewilligt 
worden ist, nicht einverstanden, haben sie darzulegen, inwiefern bei ihnen 
eine Situation vorliegt, die derart speziell ist, dass eine andere als die ge-
plante Gestaltung angezeigt ist. Die REKO/INUM hat unlängst aus Grün-
den  des  Landschaftsschutzes  eine  transparente  Lärmschutzwand  befür-
wortet,  dies freilich in einem Fall  mit  einer speziell  hohen Wand in einer 
schützenswerten Landschaft. Die REKO/INUM befand, ohne das Glas wür-
de die Wand als ein dominantes, einheitliches, 420 m langes und 4 m ho-
hes, graues Band wahrgenommen. Die Mehrkosten für Glas rechtfertigten 
sich,  da  die  betreffende  Landschaft  nicht  weiter  entwertet  werden  dürfe 
(Entscheid REKO/INUM vom 11. Juli 2006, A-2004-210, E. 15.1.1 f.).

8.4.6 Die Beschwerdeführenden 1 tun nicht dar, dass im Bereich ihrer Liegen-
schaft eine sensible oder sonst wie spezielle Situation herrscht, vergleich-
bar mit jenen Gegebenheiten, die im übrigen Sanierungsgebiet Thun/Spiez 
zum Einsatz von Glas führen. Für die Annahme einer besonderen Situation 
hat  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  sonst  keine  Anhaltspunkte.  Um 
Ortsbildschutz (vgl.  BERNHARD WALDMANN/PETER HÄNNI, Raumplanungsgesetz, 
Bern 2006, S. 410) kann es im Bereich der LSW 2 und 13 nicht gehen, 
was die Beschwerdeführenden 1 übrigens auch nicht geltend machen. Ih-
nen geht es vielmehr um die Aussicht, namentlich vom Erdgeschoss aus, 
auf  den See (Beschwerde)  bzw. darum zu verhindern,  dass eine Beton-
wand in ihr Blickfeld gesetzt wird (Einsprache). Diese Anliegen sind zwar 
verständlich,  als sehr gewichtig  erscheinen sie jedoch nicht.  Der Anblick 
einer Lärmschutzwand aus Beton mag zwar unschön sein, es ist dies je-
doch  die  notwendige  Folge  eines  besseren  Lärmschutzes.  Würde  man, 

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bloss um zu verhindern, dass an eine Betonwand geblickt werden muss, 
zu Glas wechseln, müsste dies wohl vielenorts auf dem ganzen Schienen-
netz  so  geschehen.  Das  würde  die  Lärmsanierung  erheblich  verteuern, 
ohne dass für den Lärmschutz selbst etwas gewonnen wäre. Als weniger 
schlimm  als  von  den  Beschwerdeführenden  1  dargestellt,  erweist  sich 
auch deren Sorge, ohne eine Teilverglasung der LSW 2 würden sie ihrer 
Aussicht  beraubt,  liegt doch das Haus um einiges über dem Niveau des 
Bahntrassees. Zudem wird direkt beim Grundstück, parallel zur LSW 2 neu 
auch die LSW 13 gebaut und zwar in einer Höhe von ebenfalls 2 m. Wie 
gezeigt (oben E. 4), wehren sich die Beschwerdeführenden 1 gerade nicht 
gegen die LSW 13. Die Sicht wird also bereits durch diese  nähere Wand 
beeinträchtigt  sein,  insoweit  als  der Blick  wegen der  erhöhten Lage des 
Hauses nicht  ohnehin über beide Wände hinweggeht  (vgl.  die anlässlich 
der Verhandlung vor der REKO/INUM eingereichten Fotos). Zudem ist of-
fenbar ein Thujahag von 2,8 m (Eingabe vom 23. Oktober 2006) vorgese-
hen; dieser würde, selbst wenn er tiefer geschnitten würde (vgl. Verhand-
lung vom 14. November 2006), die Aussicht zumindest teilweise versper-
ren. Im Übrigen ist der Blick bereits heute nicht ganz frei; am Gartenrand 
steht eine über 2 m hohe Hecke (ab Bahntrassee gemessen), die bahnsei-
tig in eine begrünte Mauer übergeht (vgl.  die anlässlich der Verhandlung 
vor der REKO/INUM zu den Akten gegebenen Fotos, die Fotos als Beila-
gen zur Einsprache und die Fotosimulation als Beilage zum Schreiben der 
Gartenmann  Engineering  AG  vom  6.  Juli  2006).  Angesichts  all  dessen 
kann die Beeinträchtigung, die allein auf die LSW 2 mit ihrer Höhe von 2 m 
zurückzuführen wäre,  nicht  als  erheblich  gelten,  dies  jedenfalls  was das 
Erdgeschoss angeht. Was dort an Aussicht verloren geht,  ist in nicht un-
wesentlichem Umfang bereits durch die LSW 13 bedingt. Dass der im Par-
terre wohnende Mieter den Mietertrag allein wegen der LSW 2 gekündigt 
haben soll, ist daher nicht nachvollziehbar. Entsprechend ist auch nicht mit 
besonderen Problemen bei der Vermietung der Wohnung auszugehen, al-
lein deshalb, weil auf eine Teilverglasung der LSW 2 verzichtet wird. 

Anders verhält es sich im oberen Bereich des Hauses, wo die Beschwer-
deführenden 1 selber wohnen. Von dort wird die Aussicht  teilweise einzig 
durch die LSW 2 beeinträchtigt;  denn über die nähere LSW 13 geht  der 
Blick  wegen der  erhöhten  Lage  hinweg.  Die  Einbussen  für  die  Aussicht 
sind jedoch auch hier nicht sehr gross, wie die Fotos zeigen, die die Be-
schwerdeführenden 1 zusammen mit der Einsprache und der Beschwerde 
eingereicht  haben.  Demnach  würde  durch  die  LSW 2  in  der  bewilligten 
Form namentlich nicht der Blick auf den See versperrt. Würden die oberen 
0,75 m nicht aus Glas, sondern aus Beton gebaut, ginge lediglich - in ei-
nem relativ schmalen Bereich - die Sicht auf die gegenüberliegenden Häu-
ser nördlich der Bahn verloren. Der untere Teil dieser Häuser ist ohnehin 
versperrt  -  heute wegen der bestehenden Hecke,  künftig  wegen der voll 
aus Beton zu bauenden LSW 13. Insgesamt erfahren die Beschwerdefüh-
renden 1 somit eine massvolle und durchaus zumutbare Beeinträchtigung 
ihrer Aussicht.

8.4.7 Demgegenüber  wäre  mit  bedeutenden  Nachteilen  zu rechnen,  wenn die 

18

LSW 2 in den oberen 0,75 m transparent ausgestaltet würde. Als Haupt-
nachteil  sind  dabei  die  erheblich  höheren  Investitionskosten  zu  nennen. 
Das gilt selbst dann, wenn das herkömmliche Glas und nicht das nochmals 
teurere, in der Schweiz noch nicht zugelassene, stärker schallabsorbieren-
de Material  verwendet  würde.  Nachteilig  wäre auch,  dass es bei einigen 
der  nördlich  gelegenen  Häuser  wieder  zu  einer  höheren  Lärmbelastung 
käme, wenngleich die Grenzwerte nicht überschritten würden. Wie bereits 
festgehalten (oben E. 8.4.5), muss eine spezielle Situation vorliegen, damit 
vom Projekt der Bahnnetzinhaberin abzuweichen ist. Insofern ist auch dem 
Argument  der  Vorinstanz  zuzustimmen,  es  seien  einheitlich  gestaltete 
Lärmschutzwände  anzustreben  und  es  könnten  nicht  die  individuellen 
Wünsche der betroffenen Anwohner massgeblich sein. Vorinstanz und Be-
schwerdegegnerin machen weiter geltend, Lärmschutzwände aus Glas sei-
en im Unterhalt  aufwändiger.  Das ist zwar grundsätzlich richtig, trotzdem 
ist der Einwand vorliegend nur beschränkt berechtigt, denn in der Nähe zur 
LSW 2 ist auch für etliche andere Lärmschutzwände eine Teilverglasung 
vorgesehen, sodass der Zusatzaufwand, der wegen der LSW 2 entstünde, 
nicht besonders ins Gewicht fallen dürfte. Ebenso dürfte es nicht zu Blend-
problemen kommen;  die  Beschwerdegegnerin  hat  die Bedenken,  die  sie 
und die Vorinstanz  anfänglich geäussert  hatten,  anlässlich  der  Verhand-
lung vor der REKO/INUM zurückgenommen. 

8.4.8 Insgesamt erscheinen die Interessen, die gegen Glas sprechen, dennoch 
um einiges gewichtiger als die ästhetischen Anliegen der Beschwerdefüh-
renden 1, die in ihrer Aussicht alles andere als schwer beeinträchtigt wer-
den. Die Betonvariante ist für sie daher durchaus zumutbar.

Somit erweist sich nicht nur der Antrag, die LSW 2 weniger hoch zu bauen, 
sondern auch jener auf Teilverglasung als unbegründet, er ist daher eben-
falls abzuweisen. 

8.5 Die Beschwerdeführenden 1 verlangen weiter, bei ihrem Haus seien unter 
Kostenbeteiligung des Bundes Schallschutzfenster einzubauen. Sie halten 
dies für angezeigt, weil sie ihr Haus erst 1998 gekauft hätten, dieses dem 
Bahnlärm sehr stark ausgesetzt (Einsprache) und das am nächsten an der 
Bahn gelegene sei (Beschwerde). Dem hält die Beschwerdegegnerin ent-
gegen, da das Haus nach dem 1. Januar 1985 bewilligt und erbaut worden 
sei,  bestehe  kein Anspruch.  Von den gesetzlichen Bestimmungen dürfe, 
nicht  zuletzt  aus Gründen der Gleichbehandlung,  nicht  abgewichen wer-
den.

8.5.1 Können  Lärmgrenzwerte  trotz  Rollmaterialsanierung  und  baulichen  Vor-
kehren  wie  Lärmschutzwänden  nicht  eingehalten  werden,  sieht  Art.  10 
BGLE vor, dass bei den betroffenen Bauten Schallmassnahmen zu treffen, 
also z.B. Schallschutzfenster einzusetzen sind (Art. 30 VLE). Bei einem im 
lärmsanierungsrechtlichen Sinne bestehenden Gebäude hat der Bund, je 
nachdem ob die Alarm- oder bloss die Immissionsgrenzwerte überschritten 
sind, die Kosten zu übernehmen oder sich zur Hälfte daran zu beteiligen 
(Art. 10 Abs. 1 und 2 BGLE). Als bestehend gilt ein Gebäude dann, wenn 
die  Baubewilligung  am 1.  Januar  1985  rechtskräftig  war  (Art.  10  Abs. 4 

19

BGLE).

8.5.2 Das Haus der Beschwerdeführenden 1, bei dem die Immissionsgrenzwerte 
trotz der vorgesehenen Massnahmen, d.h. der LSW 13, nicht eingehalten 
sind, ist unbestrittenermassen erst nach dem 1. Januar 1985 gebaut und 
bewilligt  worden.  Es  kann daher  von vornherein  kein  Anspruch  auf  eine 
Kostenbeteiligung des Bundes bestehen. Daran ändert auch nichts, dass 
die Beschwerdeführenden 1 das Haus erst 1998 gekauft haben. Inwiefern 
die von ihnen beklagte Situation (starke Lärmbelastung und grosse Nähe 
zur Bahn) derart speziell sein soll, dass von der gesetzlichen Regel abzu-
weichen  wäre  -  wenn  denn  Ausnahmen  überhaupt  möglich  wären  -,  ist 
nicht ersichtlich.

Die Beschwerde ist somit auch in diesem letzten Punkt unbegründet. Sie 
ist mithin vollumfänglich abzuweisen.

9. Zu behandeln bleibt schliesslich die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 
und deren Antrag, die LSW 6 sei anzupassen bzw. um 0,7 m weniger hoch 
zu bauen. Andernfalls, so befürchtet die Beschwerdeführerin 2, komme es 
bei  ihrem Haus zu einem grossen  Schattenwurf  und zu massiv  weniger 
Sonneneinstrahlung.  Eine  tiefere  Wandhöhe  ist  nach  Ansicht  der  Be-
schwerdeführerin 2 möglich, wenn die Wand bis 3 m an die Gleisachse he-
ran gebaut wird. Die Vorinstanz hält dem entgegen, es gelte ein Regelab-
stand von 4 m und von diesem werde nur abgewichen, wenn sich dadurch 
unverhältnismässige Kosten oder bauliche Schwierigkeiten (z.B. bei engen 
Verhältnissen,  bei Brücken  und Überführungen)  vermeiden  liessen.  Eine 
solche Ausnahmesituation liege hier jedoch nicht vor. Laut Vorinstanz und 
Beschwerdegegnerin hätte eine Verringerung des Abstands vielmehr  zur 
Folge, dass der Kabelkanal verschoben werden müsste und dass die Fahr-
leitungsmasten ausserhalb der LSW 6 zu liegen kämen. Es sei indes sinn-
voll,  namentlich  für  den Unterhalt,  wenn sich alle  Bahnanlageteile  inner-
halb  der  Lärmschutzwand befänden.  Die Vorinstanz  weist  betreffend die 
Unterhaltsarbeiten darauf hin, bei einem Abstand von nur 3 m wäre, damit 
die Sicherheit der Gleisarbeiter nicht gefährdet werde, eine Gleissperrung 
nötig. Vorinstanz und Beschwerdegegnerin betonen sodann, bei einem Ab-
stand von 3 m könne, damit akustisch die gleiche Wirkung erzielt werde, 
die Wand nicht um 0,7 m, sondern nur um 0,3 m reduziert werden.

9.1 Der  Regelabstand  zwischen  einer  Lärmschutzwand  und  der  Gleisachse 
beträgt 4 m (Leitfaden, S. 23). Dies entspricht der Festlegung der Schwei-
zer Norm «Lärmschutzwände bei Eisenbahnen» SN 671 250b des Schwei-
zerischen  Verbands  der  Strassen-  und  Verkehrsfachleute  (VSS)  vom 
Juni 2005 (Bst. C, Ziff. 9). Was die möglichen Ausnahmen angeht, folgt der 
Leitfaden ebenfalls der SN 671 250b. Ausnahmen sind demnach zu prü-
fen, wenn unverhältnismässige Kosten oder bauliche Schwierigkeiten ver-
mieden werden können. Im Leitfaden sind als Beispiele enge Verhältnisse 
zwischen Gleisen und Strasse, Dammlagen mit beschränkter Bankettbrei-
te, Brücken und Überführungsbauwerke genannt.  Der Leitfaden hat zwar 
weder Gesetzes- noch Verordnungsrang, er ermöglicht aber eine einheitli-
che  Praxis.  Solange  er  eine  Auslegung  zulässt,  die  den  massgeblichen 

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Normen von BGLE und VLE gerecht wird, weicht das Bundesverwaltungs-
gericht  daher  nicht  leichthin  davon  ab  (vgl.  Entscheid  REKO/INUM vom 
11. Juli  2006,  A-2004-210,  E.  12.2;  vgl.  auch  BGE 131 II  680 E. 2.3 ff.; 
KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  N.  644 sowie  PHILIPPE WEISSENBERGER, Das Bundesver-
waltungsgericht, AJP 2006, S. 1491 ff., S. 1512 f.). Die SN 671 250b ihrer-
seits ist für das Bundesverwaltungsgericht insofern beachtlich, als sie auch 
Ausdruck der sog. Regeln der Technik ist (vgl. Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung über Bau und Betrieb der Eisenbahnen [Eisenbahnverordnung, EBV; 
SR 742.141.1]); bei Abstandsvorschriften gilt das erst recht, da diese stets 
auch Sicherheitsaspekte berühren.  Wenn es darum geht,  in Abweichung 
von diesen Vorgaben grosszügigere Ausnahmen zu gewähren,  wird sich 
das Bundesverwaltungsgericht daher jedenfalls grosse Zurückhaltung auf-
erlegen.

9.2 Einer der obigen Ausnahmefälle  liegt  bei  der LSW 6 und dem Haus der 
Beschwerdeführerin 2 nicht vor. Namentlich ist keine Dammlage gegeben, 
jedenfalls keine klassische, mit  beidseitig abfallenden Böschungen. Inso-
fern als sich angrenzend ans Bahntrassee auf der einen Seite ein stark ab-
fallender Hang befindet, besteht freilich eine Ähnlichkeit mit einer Dammla-
ge. Diesem Umstand wird jedoch bereits Rechnung getragen,  indem der 
Regelabstand unterschritten wird; der Abstand beträgt 3,7 m anstatt 4 m. 
Weiter  verringert  könnte dieser  Abstand nur  werden,  wenn sich so auch 
bauliche  Schwierigkeiten  vermeiden  liessen  (vgl.  SN  671  250b,  Bst.  C, 
Ziff. 9). Dies ist hier indes gerade nicht der Fall. 

9.3 Der  Beschwerdeführerin  2 wird  also  bereits  mit  der  Unterschreitung des 
Regelabstands entgegengekommen. Sodann wird die LSW 6 nicht wie üb-
licherweise 2 m (oben E. 8.2.1), sondern bloss 1,5 m (ab SOK) gebaut. Die 
LSW 6 erweist sich in der bewilligten Form weiter auch aufgrund einer In-
teressenabwägung als  rechtmässig.  So ist  einmal  festzuhalten,  dass die 
LSW 6, wenn sie den gleichen Lärmschutz bieten soll, bei einem Abstand 
von 3 m zur Gleisachse nicht um 0,7 m, sondern nur um 0,3 m reduziert 
werden könnte. Dies halten Vorinstanz und Beschwerdegegnerin überein-
stimmend und unabhängig voneinander fest und es besteht  kein Anlass, 
diese Beurteilung anzuzweifeln. Dass beim Lärmschutz keine Einbussen in 
Kauf  zu  nehmen  sind,  steht  ausser  Frage  und  wird  auch  von  der  Be-
schwerdeführerin 2 nicht bestritten. Diese würde daher mit ihrer Projektva-
riante bezüglich Schattenwurf und Sonneneinstrahlung weniger als halb so 
viel gewinnen, wie sie sich vorstellt. Zudem ist, entgegen dem, was die zu-
sammen mit der Eingabe vom 22. Oktober 2006 eingereichten Fotos sug-
gerieren mögen, für einen Vergleich betreffend Schattenwurf und Sonnen-
einstrahlung nicht die gesamte Wandhöhe relevant, sondern nur jener Teil, 
der die bewilligte LSW 6 von 1,5 m (ab SOK) überragt.  Wegen des unte-
ren, die Hangkuppe nicht überragenden Teils geht weder Sonne verloren 
noch gibt  es deswegen  mehr  Schatten.  Umgekehrt  erscheint  stichhaltig, 
was Vorinstanz und Beschwerdegegnerin als Nachteile einer Abstandsver-
ringerung anführen. Bei nur 3 m könnten nicht mehr alle Bahnanlageteile 
(Kabelkanal,  Schächte,  Fahrleitungsmaste)  innerhalb  bzw.  auf  nur  einer 
Seite der LSW 6 angebracht werden. Allein schon dadurch werden Unter-

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halts-  und  Erneuerungsarbeiten  um einiges  aufwändiger.  Das  gilt  selbst 
dann,  wenn  es  nur  wenige  Male  pro  Jahr  zu  Unterhaltsarbeiten  kommt. 
Dass jeweils  auch noch eine Gleissperrung nötig  wäre,  ist  bloss ein zu-
sätzlicher Nachteil. Dem Argument der Beschwerdeführerin 2, wegen einer 
Verengung bei einer nur 25 m entfernten Nachbarliegenschaft müssten die 
Gleise ohnehin gesperrt werden, kommt daher nur beschränkte Bedeutung 
zu. Auch aus dem Umstand, dass es in der Nähe zum Haus der Beschwer-
deführerin  2  Stellen  gibt,  wo  der  Regelabstand  ebenfalls  unterschritten 
wird,  lässt  sich  nichts  zu  ihren Gunsten  ableiten,  denn dort  geht  es  um 
technisch bedingte Spezialfälle (Überführungen), wie sie im Leitfaden aus-
drücklich vorbehalten sind.

Die Beschwerdeführerin 2 empfindet die Wand weiter auch wegen deren 
Gesamthöhe von rund 4 m als wuchtig und ästhetisch störend. Das ist ver-
ständlich.  Dazu gilt  es allerdings zu bedenken,  dass die Wand wohl  nur 
unwesentlich weniger wuchtig  wahrgenommen würde,  wenn dem Begeh-
ren  der  Beschwerdeführerin  2  stattgegeben  würde.  Gesehen  auf  eine 
Wand von rund 4 m Höhe fällt ein Stück von 0,3 m – um mehr könnte die 
LSW 6 nicht herabgesetzt werden - nur wenig ins Gewicht. 

9.4 Der Gewinn, der mit  einer Abstandsverringerung und einer entsprechend 
niedrigeren LSW 6 punkto Sonneneinstrahlung,  Schattenwurf  und Verrin-
gerung der Gesamthöhe erreicht würde, nimmt sich mithin relativ beschei-
den aus. Er stünde aber jedenfalls in keinem Verhältnis zu den Nachteilen, 
die sich für die Beschwerdegegnerin ergeben würden.  Die LSW 6 in der 
bewilligten Form ist der Beschwerdeführerin 2 daher zuzumuten.

9.5 Würde dem Antrag der Beschwerdeführerin 2 gefolgt, müsste ein Teilstück 
der LSW 6 versetzt werden. Nach der Beschwerdeführerin 2 hätte dies den 
Vorteil,  dass  an  den  beiden  Enden  ein  Durchgang  entstünde,  der  als 
Fluchtweg und als Zugang für die Pflege an der Böschung dienen könnte. 
Diese Anliegen mögen berechtigt sein, Grund für ein noch weiteres Unter-
schreiten des Regelabstands können sie jedoch nicht sein. Dass die nötige 
Pflege nicht  vernachlässigt  wird,  muss auch auf andere Weise sicherge-
stellt werden können. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass die 
Beschwerdegegnerin an der Verhandlung vor der REKO/INUM versichert 
hat, sie nehme die Bedenken der Beschwerdeführerin 2 ernst.

9.6 Bei  der  geschilderten  Sach-  und  Interessenlage  und  bei  der  in  solchen 
Fragen angezeigten Zurückhaltung beim Abweichen von technischen Vor-
schriften (oben E. 9.1 i.f.) gibt es für das Bundesverwaltungsgericht keinen 
Anlass, die bewilligte LSW 6 zu beanstanden, weder was deren Höhe noch 
was  deren  Abstand  zum Gleis  angeht.  Somit  erweist  sich  nicht  nur  die 
Rüge der Beschwerdeführerin 2, ihr sei das rechtliche Gehör nicht genü-
gend gewährt worden (oben E. 6), als unbegründet, sondern auch ihr An-
trag in der Sache selbst. Ihre Beschwerde ist daher ebenfalls abzuweisen.

10. Bei diesem Verfahrensausgang gelten alle Beschwerdeführenden als un-
terliegend,  weshalb  sie  die  Verfahrenskosten  zu  tragen  haben  (Art.  63 
Abs.  1 VwVG).  Diese sind auf  Fr.  3'000.-  festzusetzen (Art.  63 Abs.  4bis 

VwVG);  davon  haben  die  Beschwerdeführenden  1  Fr.  1'500.-,  die  Be-

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schwerdeführerin  2 Fr.  1'000.-  und der Beschwerdeführer  3 Fr.  500.-  zu 
tragen. Diese Abstufung trägt dem Umstand Rechnung, dass die drei Be-
schwerden unterschiedlich viel Aufwand verursacht haben. Die genannten 
Beträge sind mit  den von den Beschwerdeführenden geleisteten Kosten-
vorschüssen zu verrechnen. Die jeweiligen Restbeträge sind ihnen zurück-
zuerstatten.

11. Eine Parteientschädigung (Art. 64 VwVG) steht weder den unterliegenden 
Beschwerdeführenden  noch  der  Beschwerdegegnerin  zu.  Diese  obsiegt 
zwar, ist aber nicht anwaltlich vertreten und kann daher keine Entschädi-
gung  beanspruchen  (Art.  9  Abs.  2  des  Reglements  vom  11.  Dezember 
2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, VGKE; SR 173.320.2).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerden der Beschwerdeführenden 1 und 2 werden abgewiesen.

2. Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 3 wird nicht eingetreten.

3. Die  Verfahrenskosten  werden  auf  Fr.  3'000.- festgesetzt.  Davon  werden 
den  Beschwerdeführenden  1  Fr.  1'500.-,  der  Beschwerdeführerin  2 
Fr. 1'000.- und dem Beschwerdeführer 3 Fr. 500.- auferlegt. Diese Beträge 
werden mit den geleisteten Kostenvorschüssen von je Fr. 1'500.- verrech-
net. Der Beschwerdeführerin 2 wird demnach ein Restbetrag von Fr. 500.- 
und dem Beschwerdeführer 3 ein solcher von Fr.  1'000.- zurückerstattet. 
Hierzu haben die Beschwerdeführenden 2 und 3 dem Bundesverwaltungs-
gericht ihre Kontonummer anzugeben. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen.

5. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- den Beschwerdeführenden 1, 2 und 3 (Gerichtsurkunde)

- der Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde)

- dem Generalsekretariat UVEK, Bundeshaus Nord, 3003 Bern 
(Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 341.5 bw I)

- dem BAFU (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

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Marianne Ryter Sauvant Thomas Moser

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen das vorliegende Urteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten erhoben werden. Die Rechtsschrift  ist in einer Amtssprache abzufassen 
und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 
Unterschrift  zu enthalten.  Sie muss spätestens  am letzten Tag der Frist  beim 
Bundesgericht  eingereicht  oder  zu  dessen  Handen der  Schweizerischen  Post 
oder  einer  schweizerischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung 
übergeben werden (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). 

Versand am: