# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c517c961-7516-5aa9-bcd5-329bd113a310
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2008 C-4996/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4996-2007_2008-04-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4996/2007

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Bernard Vaudan, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Lars Birgelen.

H._______,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Christine Zemp Gsponer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Einreisebewilligung für B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4996/2007

Sachverhalt:

A.
Die 1990 im Kosovo geborene B._______ (nachfolgend: Gesuchstelle-
rin) beantragte am 24. April 2007 beim Schweizerischen Verbindungs-
büro  in  Pristina  ein  Visum  für  einen  Besuchsaufenthalt  bei  ihrer  im 
Kanton Luzern wohnhaften Tante H._______ (nachfolgend: Gastgebe-
rin bzw. Beschwerdeführerin) während ihren Schulferien von Mitte Juli 
bis Mitte August 2007. Die Schweizerische Vertretung leitete das Ge-
such an das Bundesamt für Migration (BFM, nachfolgend: Vorinstanz) 
zur Prüfung und zum Entscheid weiter.

B.
Nachdem das Amt für Migration des Kantons Luzern bei der Gastge-
berin ergänzende Auskünfte eingeholt hatte, wies die Vorinstanz das 
Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 28. Juni 2007 
ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, es bestehe keine 
genügende  Gewähr  für  die  fristgerechte  Wiederausreise  der  Be-
schwerdeführerin nach einem Besuchsaufenthalt.

C.
Gegen diese Verfügung liess die Gastgeberin am 20. Juli  2007 beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben. Darin wird beantragt, 
die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Einreisebewilli-
gung für einen einmonatigen Ferienaufenthalt im Sommer 2007, even-
tualiter im Sommer 2008, sei zu erteilen. Subeventualiter sei die Ange-
legenheit  zur  ergänzenden  Sachverhaltsabklärung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 11. September 2007 spricht sich die Vor-
instanz für eine Abweisung der Beschwerde aus.

E.
Die Beschwerdeführerin hält in einer Replik vom 16. Oktober 2007 an 
ihrem Rechtsmittel und dessen Begründung fest.

F.
Mit Eingabe vom 26. Februar 2008 liess die Beschwerdeführerin ihre 
Rechtsbegehren insofern präzisieren, als dass der Gesuchstellerin die 

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Einreisebewilligung  für  einen  Ferienaufenthalt  vom 15.  Juli  bis  zum 
15. August 2008 zu erteilen sei.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt wird - soweit entscheiderheblich - in den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen  des  Bundesamtes  für  Migration  (BFM)  betreffend 
Verweigerung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an 
das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
daher einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes und - soweit nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat - die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 
1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 
vom 28. März 2003).

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2.2 Am 1. Januar  2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) sowie die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft; 
unter anderem die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über das Einrei-
se- und Visumverfahren (VEV, SR 142.204). Auf Gesuche, die - wie es 
vorliegend der Fall ist - vor diesem Zeitpunkt eingereicht wurden, fin-
det gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG noch das alte materielle Recht An-
wendung. Einschlägig sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über 
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum 
vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und 
die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und Anmeldung 
von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum voll-
ständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

3.
3.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet in formeller Hinsicht, die Vor-
instanz habe ihre Begründungspflicht verletzt, indem sie in allgemeiner 
Weise  auf  die  Einreisevoraussetzungen  des  Art.  1  aVEA verwiesen 
habe. Sie wäre gehalten gewesen, die von der Gesuchstellerin angeb-
lich nicht erfüllte Verordnungsbestimmung genau zu benennen (vorlie-
gend: Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

3.2  Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG ist  jede schriftliche Verfügung zu 
begründen. Die  Begründungspflicht  soll  unter  anderem sicherstellen, 
dass der Entscheid von der betroffenen Partei sachgerecht angefoch-
ten  und  von  der  Rechtsmittelinstanz  sachgerecht  beurteilt  werden 
kann.  Die  verfügende  Behörde  muss  daher  kurz  die  Überlegungen 
nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid 
stützt (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, a.a.O., § 29 Rz. 13; ALFRED 
KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege 
des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 128). 

3.3 Die Vorinstanz führt  in der angefochtenen Verfügung aus, ein Vi-
sum sei  gemäss Art. 14 Abs. 1 aVEA zu verweigern,  wenn der Ge-
suchsteller die in Art. 1 aVEA festgelegten Voraussetzungen nicht er-
erfülle. Anschliessend geht sie auf die Voraussetzung der gesicherten 
Wiederausreise ein und listet Gründe auf, die im Falle der Gesuchstel-
lerin eine solche nicht als gewährleistet erscheinen liessen. Ein flüchti-
ger Blick auf Art. 1 aVEA lässt ohne weiteres erkennen, dass die Vor-
instanz auf Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA Bezug nimmt, der genau dies zur 
Voraussetzung erhebt. Dass die  Beschwerdeführerin  durch  die  nicht 

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explizite Nennung des Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA an einer sachgerech-
ten Wahrung ihrer Parteirechte gehindert gewesen wäre, wird von ihr 
denn auch nicht  geltend gemacht. Ihre  Rüge erweist  sich  als  offen-
sichtlich unbegründet.

4.
4.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist - vor-
behältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der Be-
willigungsbehörde  in  pflichtgemässer  Ausübung  ihres  Ermessens  zu 
fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

4.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).

5.
5.1 Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

5.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesu-
chen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit po-
litisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnis-
sen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönli-

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che  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig  nicht  mit  dem Ziel  und 
Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

5.3 Die Gesuchstellerin lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlauf der letzten Jahre weitgehend stabilisiert 
werden und der Wiederaufbau von durch Krieg zerstörter Administrati-
on und Infrastruktur  ist  unter  Beteiligung internationaler  Organisatio-
nen und Staatengemeinschaften in Gang gekommen. Trotz grosser in-
ternationaler  Unterstützung  ist  es  aber  bisher  nicht  gelungen,  eine 
Wachstumsdynamik einzuleiten; es herrscht wirtschaftliche Stagnation 
und die Arbeitslosigkeit  bleibt hartnäckig hoch. So sind mehr als die 
Hälfte der Erwerbsfähigen ohne oder zumindest ohne regelmässiges 
Einkommen. Die Reduktion der Arbeitslosigkeit und die Erhöhung des 
allgemeinen Lebensstandards haben zwar für die UNMIK hohe Priori-
tät, doch in Anbetracht dessen, dass von den Experten für die Zukunft 
ein massiver Rückgang bei den Hilfsgeldern erwartet wird, sind auch 
die  wirtschaftlichen  Perspektiven  zumindest  mittelfristig  schlecht.  An 
dieser  Einschätzung  dürfte  sich  auch  mit  der  Unabhängigkeitserklä-
rung in absehbarer Zeit nichts ändern. 

Gemäss World Bank Brief lag der Armutsanteil der Bevölkerung im Ko-
sovo im Jahr 2005 bereits bei 37% (Tendenz steigend). Entsprechend 
hoch ist der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu gelangen, um 
sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz si-
chern  zu  können.  Laut  der  "International  Organization  for 
Migration" (IOM) haben in einer zu Beginn des Jahres 2003 durchge-
führten Umfrage über 50% der Befragten angegeben, sie würden lie-
ber im Ausland leben und arbeiten. Unter  den Migrationswilligen gilt 
vor allem Westeuropa und damit auch die Schweiz als Wunschdestina-
tion. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo 
durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein mi-
nimales  soziales  Beziehungsnetz  im  Ausland  besteht.  Im  Falle  der 
Schweiz  führt  dies  angesichts  der  restriktiven  Zulassungsregelung 
nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen. 

6.
6.1 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt  einer Gesuch-
stellerin oder einem Gesuchsteller im Heimatland beispielsweise eine 

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besondere berufliche,  gesellschaftliche oder familiäre  Verantwortung, 
kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose 
Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt  muss bei Antragstellerinnen 
und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtun-
gen haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes 
Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch 
eingeschätzt werden.

6.2 Bei der Gesuchstellerin  handelt  es sich um eine inzwischen 18-
jährige Frau, welche mit  ihrem Bruder und ihrer Mutter in Pristina in 
Hausgemeinschaft  lebt  (vgl. UNMIK-Bestätigung vom 3. April  2007). 
Ihr  Vater  ist  im  Jahre  1995  verstorben.  Gemäss  Aussage  der  Be-
schwerdeführerin trägt die Gesuchstellerin die Verantwortung für ihre 
gesundheitlich angeschlagene Mutter und ihren jüngeren Bruder und 
besorgt den Haushalt. Der effektive Betreuungsbedarf bzw. das Mass 
der  solchermassen  geltend  gemachten  Abhängigkeit  wird  allerdings 
nicht offengelegt. Kommt hinzu, dass im Jahre 2004 erfolglos versucht 
wurde, der Gesuchstellerin zu einem Aufenthalt in der Schweiz zwecks 
Schulbesuchs zu verhelfen. Mit einem solchen Schritt wäre eine länge-
re Zeit der Trennung von ihrer Familie in Kauf genommen worden. Da-
von,  dass sich  der  Betreuungsbedarf  von Mutter  und Bruder  seither 
massiv erhöht hätte, kann nicht ohne weiteres ausgegangen werden.

6.3 Die Familie  der  Gesuchstellerin  erhält  monatliche Sozialhilfeleis-
tungen im Umfang von 50 Euro und wird daneben weitgehend von der 
Beschwerdeführerin  finanziell  unterstützt  (vgl.  Schreiben  der  Caritas 
vom 14. Dezember 2006). Die Gesuchstellerin besucht momentan das 
örtliche Gymnasium in Pristina (vgl. Bestätigung vom 12. April  2007) 
und beabsichtigt, im Sommer 2009 ein Studium in Englisch und Psy-
chologie  aufzunehmen; zwecks Vorbereitung absolviert  sie  seit  2004 
einen Englischkurs (vgl. diverse eingereichte Zertifikate des "English 
Language Centre"  in  Pristina). Weiter  nimmt sie Musikunterricht,  hat 
eine eigene CD aufgenommen, einen Kurs für  Jungmoderatoren be-
sucht  (vgl.  Bestätigung  der  "Academy  of  fine  arts"  in  Pristina  vom 
23. November  2004) und einen Auftritt  im Radio und Fernsehen ge-
habt (vgl. Bestätigung von RTV Mitrovica vom 11. Mai 2007). Allein aus 
diesen Umständen kann jedoch noch nicht auf Verhältnisse geschlos-
sen  werden,  die  verlässlich  von  einer  Emigration  abhalten  könnten. 
Denn selbst eine gute schulische und berufliche Ausbildung vermag - 
einmal abgeschlossen - vor dem Hintergrund des herrschenden sozia-

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len und wirtschaftlichen Umfelds im Kosovo nicht ohne weiteres reelle 
berufliche Perspektiven zu schaffen.

6.4 Aus den beigezogenen Asylakten ergibt sich weiter, dass die Mut-
ter der Gesuchstellerin  bereits am 25. Mai  1999 bei  der Schweizeri-
schen Vertretung in Skopje für sich und ihre beiden Kinder ein Gesuch 
um  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  zwecks  Verbleibs  bei  ihrer 
Schwester  (der  Beschwerdeführerin)  gestellt  hatte. Nachdem  dieses 
Gesuch am 23. Juni 1999 vom damaligen Bundesamt für Ausländerfra-
gen formlos abgewiesen worden war, reiste die Mutter mit ihren beiden 
Kindern im Juli 1999 illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylge-
such. Am 8. September 1999 wurde dieses vom damaligen Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF) abgelehnt und die Familie aus der Schweiz weg-
gewiesen;  eine  dagegen  erhobene  Beschwerde  wurde  durch  die 
Schweizerische Asylrekurskommission mit Urteil vom 3. Juni 2003 ab-
gewiesen. Auf ein Gesuch um Erteilung einer Härtefallbewilligung trat 
das Amt für Migration des Kantons Luzern am 28. Juli 2003 nicht ein; 
auch das BFF trat auf ein Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 
4. September 2003 nicht ein. Da die Familie in der Folge innert der ihr 
bis  am 5. August  2003 angesetzten Ausreisefrist  nicht  freiwillig  aus-
reiste und auch bei der Beschaffung von Reisepapieren nicht mitwirk-
te, wurde sie am 29. August 2003 schliesslich zwangsweise in ihr Hei-
matland ausgeschafft. Bereits im März 2004 wurde für die Gesuchstel-
lerin  beantragt,  sei  sei  ihr  die Einreise  zwecks Besuchs der  öffentli-
chen Schule in der Schweiz zu bewilligen. Dieses Gesuch lehnte das 
Amt für Migration des Kantons Luzern am 28. Juni 2004 ab. 

Diese Vorgänge lassen starke Migrationsbestrebungen im unmittelba-
ren familiären Umfeld der Beschwerdeführerin erkennen, die sich über 
einen  längeren  Zeitraum  erstreckten.  Es  ist  nicht  auszuschliessen, 
dass die Gesuchstellerin - einmal hier - erneut versucht sein könnte, 
ihren Aufenthalt über die erteilte Visumsdauer hinaus zu verlängern. 

6.5  Die Beschwerdeführerin will in ihrer Person Gewähr für eine an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin aus 
der Schweiz bieten. Die Integrität der Beschwerdeführerin in ihrer Ei-
genschaft als Gastgeberin wird auch von der Vorinstanz nicht in Zwei-
fel  gezogen. Indessen  geht  es  bei  der  Abwägung  des  Risikos  einer 
nicht  fristgerechten  Wiederausreise  weniger  um  das  Verhalten  des 
Gastgebers, als um dasjenige des Gastes. Nur dieser ist in der Lage, 
hinreichend Gewähr für eine fristgemässe und anstandslose Wieder-

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ausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle 
Risiken Garantie leisten, nicht aber -  mangels rechtlicher Durchsetz-
barkeit - für ein bestimmtes Verhalten des Gastes.

6.6 Nach dem bisher Gesagten durfte die Vorinstanz zu Recht davon 
ausgehen,  die  fristgerechte  Wiederausreise  sei  nicht  gewährleistet 
(vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). Die von der Be-
schwerdeführerin  in  ihrer  Replik  als  mildere  Massnahme angeführte 
wöchentliche Meldepflicht der Gesuchstellerin beim kantonalen Migra-
tionsamt  böte  keinerlei  Gewähr  für  eine  gesicherte  Wiederausreise. 
Denn damit wäre nicht der Wille der Gesuchstellerin zu beeinflussen, 
sondern lediglich ein Faktum (nämlich die Anwesenheit  der Gesuch-
stellerin in der Schweiz) zu belegen.

7.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

8.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be-
schwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Die  Verfah-
renskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. 
b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie sind durch den am 21. August 2007 in gleicher Höhe ge-
leisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten 1 719 763 zurück)
- das Amt für Migration des Kantons Luzern (Akten LU 007 958 und 

LU 116 028 zurück).

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Lars Birgelen

Versand:

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