# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5dadbc87-d672-560e-acf3-e71b676d0613
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 10.03.2022 WPR.2022.16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2022-16_2022-03-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WPR.2022.16 / iö  

ZEMIS [***] 

 

Urteil vom 10. März 2022 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Özcan    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Marcel Schneider, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Nordmazedonien,  

alias B._____, von Slowenien 

amtlich vertreten durch lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Zwischen den Toren 4, 5000 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge erstmals am 

20. November 2019 und dann erneut am 2. Januar 2020 in die Schweiz ein 

(Akten des Amts für Migration und Integration [MI-act.] 8). 

 

Am 15. Mai 2020 wurde der Gesuchsgegner beim Grenzübergang 

Rheinfelden-Autobahn vom eidgenössischen Grenzwachtkorps (GWK) 

wegen Verdachts auf Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und 

Integrationsgesetz; AIG; SR 142.20) angehalten (MI-act. 4 ff.). Gleichen-

tags verfügte das Amt für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) 

die Wegweisung des Gesuchsgegners aus der Schweiz, dem Schengen-

Raum und der Europäischen Union unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis 

zum 30. Juni 2020 (MI-act. 20 ff.).  

 

Ebenfalls am 15. Mai 2020 ordnete das Staatssekretariat für Migration 

(SEM) ein ab dem 1. Juli 2020 bis zum 30. Juni 2022 gültiges 

Einreiseverbot für das Gebiet der Schweiz und Liechtensteins an, welches 

dem Gesuchsgegner gleichentags durch den GWK eröffnet wurde (MI-

act. 15 ff.). 

 

Eigenen Angaben zufolge verliess der Gesuchsgegner innert der 

angesetzten Ausreisefrist die Schweiz und reiste am 28. Februar 2022 von 

Albanien via Italien erneut in die Schweiz ein (MI-act. 50 f.; Protokoll S. 3, 

act. 50).  

 

Am 7. März 2022, 10.18 Uhr, wurde der Gesuchsgegner anlässlich einer 

Verkehrskontrolle durch die Kantonspolizei Aargau in Frick polizeilich 

angehalten und gestützt auf Art. 217 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen 

Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) vorläufig festgenommen (MI-

act. 42 f.). Er wies sich dabei mit einem gefälschten slowenischen 

Führerausweis lautend auf den Namen B. aus (MI-act. 43).  

 

Nach Abschluss des Verfahrens wurde der Gesuchsgegner gleichentags 

um 18.00 Uhr aus der strafprozessualen Haft entlassen und ab diesem 

Zeitpunkt migrationsrechtlich festgehalten (MI-act. 26 f.). 

 

B. 

Am 8. März 2022 wurde der Gesuchsgegner dem MIKA zugeführt, wo ihm 

das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer Ausschaffungshaft 

gewährt wurde (MI-act. 50 ff.). Anlässlich der Gewährung des rechtlichen 

Gehörs betreffend die Anordnung der Ausschaffungshaft wurde dem 

Gesuchsgegner die gleichentags erlassene, sofort vollstreckbare 

Verfügung des MIKA eröffnet, mit der das MIKA den Gesuchsgegner erneut 

 - 3 - 

 

 

 

aus der Schweiz, dem Schengen-Raum und der Europäischen Union 

wegwies (MI-act. 46 ff.). Im Anschluss an die Befragung wurde dem 

Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet 

(act. 1): 

 

1.  
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet.  
 
2.  
Die Haft begann am 7. März 2022, 18.00 Uhr. Sie wird in Anwendung von 
Art. 76 AIG für drei Monate angeordnet.  
 
3.  
Die Haft wird im Ausschaffungszentrum Aarau oder im Flughafengefängnis 
Zürich vollzogen.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 4, act. 51). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 4, act. 51): 

 

1. 
Die Haftanordnung der Gesuchstellerin vom 8. März sei aufzuheben und 
der Gesuchsgegner sei mit sofortiger Wirkung aus der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Eventuell seien mildere Massnahmen – eventuell im Sinne einer 
Meldepflicht – festzulegen. 
 
Das Ganze unter den üblichen Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und 

Angemessenheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft 

aufgrund einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden 

(Art. 80 Abs. 2 AIG, § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 - 4 - 

 

 

 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 7. März 2022, 

18.00 Uhr, aus der strafprozessualen Haft entlassen und am 8. März 2022 

dem MIKA zugeführt (MI-act. 26 f., MI-act. 50). Die mündliche Verhandlung 

begann am 10. März 2022, 10.40 Uhr; das Urteil wurde um 11.10 Uhr 

eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist 

von 96 Stunden. 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer Landesverweisung belegt, kann 

die zuständige kantonale Behörde die betroffene Person zur Sicherstellung 

des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Das MIKA hat den Gesuchsgegner mit Verfügung vom 8. März 2022 unter 

Anordnung der sofortigen Vollstreckbarkeit aus der Schweiz, dem 

Schengen-Raum sowie der Europäischen Union weggewiesen (MI-

act. 46 ff.). Diese Verfügung wurde dem Gesuchsgegner gleichentags um 

14.05 Uhr eröffnet (MI-act. 49), womit ein rechtsgenüglicher 

Wegweisungsentscheid vorliegt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

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Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen 

würden. Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des 

Gesuchsgegners vermögen die pandemiebedingten Einreise-

beschränkungen in Nordmazedonien nichts daran zu ändern. Dies umso 

weniger, als nach unwidersprochenen Angaben des MIKA trotz der Covid-

19-Pandemiesituation regelmässige Flugverbindungen nach Nord-

mazedonien bestehen (act. 2) und für die Einreise nach Nordmazedonien 

bei Fehlen einer vollständigen Impfung auch der Nachweis eines negativen 

Testergebnisses ausreicht (Protokoll S. 3 f., act. 50 f.). Die Ausländerinnen 

und Ausländer sind denn gestützt auf Art. 72 Abs. 1 AIG zur Sicherstellung 

des Vollzugs der Weg- oder Ausweisung bzw. Landesverweisung 

verpflichtet, sich einem Covid-19-Test zu unterziehen, wenn dies aufgrund 

der Einreisevoraussetzungen des Heimatstaates, des zuständigen Dublin-

Staates oder der Vorgaben des transportierenden Luftverkehrs-

unternehmens verlangt wird. Damit stehen dem Wegweisungsvollzug auf 

dem Luftweg jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt keine Hindernisse 

entgegen.  

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung unter anderem auf Art. 76 Abs. 1 

lit. b Ziff. 3 AIG, wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete 

Anzeichen befürchten lassen, dass sich die betroffene Person der 

Ausschaffung entziehen will, insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht 

nach Art. 90 AIG und Art. 8 Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser 

Gesetzesbestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich 

eine Person der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen 

bisherigen Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, 

sowie ihrer eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten 

für sich eine Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der 

Gesamtheit der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

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beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG und TARKAN 

GÖKSU, in: MARTINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR 

[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N. 11 zu Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner wies sich anlässlich der Kontrolle durch die 

Kantonspolizei Aargau mit einem gefälschten slowenischen Führerausweis 

aus (MI-act. 40 ff.; vgl. auch Protokoll S. 3, act. 50). Wer eine falsche 

Identität oder einen gefälschten Ausweis verwendet, bietet gemäss 

ständiger Praxis des Verwaltungsgerichts wie auch des Bundesgerichts 

keine Gewähr für eine selbstständige Ausreise (vgl. Entscheid des 

Verwaltungsgerichts WPR.2016.49 vom 21. März 2016, Erw. 3.2 sowie 

BGE 122 II 49, Erw. 2a). In diesen Fällen ist die Untertauchensgefahr 

dementsprechend regelmässig zu bejahen. Entgegen dem Vorbringen 

seines Rechtsvertreters war der Gesuchsgegner auch nicht von Anfang an 

geständig, sondern gab erst nachdem er einer genaueren Kontrolle 

unterzogen wurde zu, einen gefälschten Ausweis verwendet zu haben (MI-

act. 42), weshalb er in dieser Hinsicht nichts zu seinen Gunsten ableiten 

kann.  

 

Ferner äusserte sich der Gesuchsgegner anlässlich der Gewährung des 

rechtlichen Gehörs betreffend die Anordnung einer Ausschaffungshaft 

gegenüber dem MIKA dahingehend, dass er nicht bereit sei, die Schweiz 

in Richtung Nordmazedonien zu verlassen (MI-act. 52). Anlässlich der 

heutigen Verhandlung erklärte er demgegenüber, zu einer Rückkehr nach 

Nordmazedonien bereit zu sein, wenn er die Zeit bis zur Ausschaffung bei 

seiner Freundin und seinem Sohn verbringen könne (Protokoll S. 3, 

act. 50). Angesichts seines bisherigen Verhaltens erscheint diese jüngst 

geäusserte Bereitschaft zur freiwilligen Ausreise indes als blosse 

Schutzbehauptung, um die drohende Ausschaffungshaft abzuwenden und 

ist als unglaubhaft zu qualifizieren.  

 

Selbst wenn der Gesuchsgegner, wie er vorbringt, dem Wegweisungs-

entscheid vom 15. Mai 2020 gefolgt und fristgemäss ausgereist sein sollte 

(vgl. Protokoll S. 3, act. 50), würde dies entgegen der Auffassung seines 

Rechtsvertreters nichts am Vorliegen einer Untertauchensgefahr ändern, 

zumal bei einer Gesamtbetrachtung genügend Indizien vorhanden sind, die 

für eine Untertauchensgefahr sprechen.  

 

Unter diesen Umständen steht fest, dass der Gesuchsgegner mit seinem 

bisherigen Verhalten klare Anzeichen für eine Untertauchensgefahr gesetzt 

hat, und es ist nicht davon auszugehen, dass er nach einer Entlassung aus 

der Ausschaffungshaft die Schweiz freiwillig in Richtung Nordmazedonien 

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verlassen würde. Damit ist auch der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b 

Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt. 

 

3.2. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung zudem auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

AIG i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG. Gemäss diesen Bestimmungen liegt ein 

Haftgrund dann vor, wenn ein Betroffener trotz Einreiseverbot das Gebiet 

der Schweiz betritt und nicht sofort weggewiesen werden kann. 

 

Obwohl das SEM am 15. Mai 2020 gegen den Gesuchsgegner ein bis zum 

30. Juni 2022 gültiges Einreiseverbot verfügt hatte (MI-act. 15 ff.), welches 

ihm gleichentags eröffnet wurde (MI-act. 17), reiste er eigenen Angaben 

zufolge am 28. Februar 2022 erneut in die Schweiz ein (MI-act. 50 ff.; 

Protokoll S. 3, act. 50). Damit missachtete er das Einreiseverbot, womit die 

erste Tatbestandsvoraussetzung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt ist. 

 

Der Gesuchsgegner ist aktuell nicht im Besitz von gültigen 

Reisedokumenten, weshalb für den Vollzug der Wegweisung vom 8. März 

2022 diese zuerst beschafft werden müssen. Anlässlich der heutigen 

Verhandlung erklärte der Gesuchsgegner, er werde seine Identitätskarte, 

die sich bei den Eltern seiner Freundin in Serbien befinde, erhältlich 

machen (Protokoll S. 3, act. 50). Sollte der Gesuchsgegner die 

Identitätskarte nicht beschaffen können, muss gemäss Angaben des MIKA 

die Papierbeschaffung über das SEM organisiert werden, wobei man in 

diesem Fall mit einem Zeitraum von einen bis zwei Monate rechnen müsse 

(Protokoll S. 3, act. 50). Ausserdem muss für den Gesuchsgegner zwecks 

Rückführung ein Flug nach Nordmazedonien organisiert werden (Protokoll 

S. 3, act. 50). Der Vollzug der Wegweisung des Gesuchsgegners kann 

daher nicht sofort erfolgen, womit auch die zweite Tatbestands-

voraussetzung erfüllt ist. 

 

Demnach ist auch der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG i.V.m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG gegeben.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 3, act. 50). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

 - 8 - 

 

 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist – entgegen der 

Auffassung des Rechtsvertreters des Gesuchsgegners – nicht ersichtlich. 

Wie gesehen bietet der Gesuchsgegner mit seinem Verhalten keinerlei 

Gewähr für eine ordnungsgemässe Ausreise in sein Heimatland, weshalb 

die Anordnung einer Meldepflicht keinesfalls zielführend wäre. Daran 

ändert auch nichts, dass der Gesuchsgegner bis zu seiner Ausreise bei 

seiner Freundin wohnen könnte, wäre es dem Gesuchsgegner doch 

möglich, sich den Behörden bis zum Rückführungszeitpunkt zur Verfügung 

zu halten und trotzdem unterzutauchen, sobald das Rückreisedatum 

bekannt ist. 

 

Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

welche gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Anzufügen bleibt, 

dass der es dem Gesuchsgegner offensteht, auch vom Ausschaffungs-

zentrum aus den Kontakt zu seinem Sohn und zu seiner Freundin zu 

pflegen.  

 

Der Gesuchsgegner macht auch nicht geltend, er sei nicht 

hafterstehungsfähig (Protokoll S. 3, act. 50).  

 

Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft 

als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

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aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung 

gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359, Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen des rechtlichen Gehörs hat das MIKA dem Gesuchsgegner daher 

die Frage zu unterbreiten, ob er die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung wünscht und ob er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung 

verlangt oder mit einer Skype-Verhandlung einverstanden ist (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_846/2021 vom 19. November 2021). Die Anordnung 

einer allfälligen Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens 

acht Arbeitstage vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien im Anschluss an die Verhandlung per E-Mail 

zugestellt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 8. März 2022 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

6. Juni 2022, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Ausschaffungszentrum des Kantons Aargau in Aarau oder 

im Flughafengefängnis Zürich zu vollziehen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Thomas Plüss, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach 

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Haftentlassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote 

einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 10. März 2022 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Busslinger Özcan