# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bbf3c8f-4ebb-50cf-8e45-7b60814202b7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.09.2023 D-4881/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4881-2023_2023-09-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4881/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Chiara Piras, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann;  

Gerichtsschreiberin Giulia Marelli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 4. September 2023 / N (…). 

 

 

 

D-4881/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass der Beschwerdeführer am 3. August 2023 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte,  

dass ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der «Eurodac»-Datenbank 

vom 8. August 2023 ergab, dass er am 12. Dezember 2022 in Griechenland 

und am 17. Juli 2023 in Kroatien Asylgesuche gestellt hatte, 

dass er mit Vollmacht vom 9. August 2023 die ihm zugewiesene Rechts-

vertretung des Bundesasylzentrums (BAZ) der Region B._______ manda-

tierte, 

dass am 14. August 2023 seine Personalien aufgenommen wurden,  

dass ihm anlässlich des Dublin-Gesprächs vom 16. August 2023 das recht-

liche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Kroatiens, zu einer allfälligen 

Rückkehr dorthin sowie zu seinem Gesundheitszustand gewährt wurde,  

dass das SEM gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 

oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio-

nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO) am 21. Au-

gust 2023 die kroatischen Behörden um Übernahme des Beschwerdefüh-

rers ersuchte,  

dass die kroatischen Behörden das Ersuchen mit Schreiben vom 2. Sep-

tember 2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO guthiessen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 4. September 2023 (eröffnet am 5. Sep-

tember 2023) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 

seine Wegweisung aus der Schweiz nach Kroatien anordnete, eine Aus-

reisefrist ansetzte, den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegwei-

sung beauftragte, die editionspflichtigen Akten aushändigte und feststellte, 

einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu,  

dass die Rechtsvertretung ihr Mandat am 5. September 2023 niederlegte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. September 2023 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,  

D-4881/2023 

Seite 3 

dass er darin beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben 

und das SEM anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und das Asyl-

verfahren in der Schweiz durchzuführen; eventualiter sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sachverhalts-

abklärungen an das SEM zurückzuweisen,  

dass subeventualiter die Vorinstanz anzuweisen sei, von den zuständigen 

Behörden Zusicherungen einzuholen, dass ab dem Zeitpunkt der Ankunft 

in Kroatien umgehend Obdach, Nahrung, sowie eine adäquate und regel-

mässige medizinische sowie psychologische Behandlung zur Verfügung 

stünden, 

dass er in prozessualer Hinsicht – unter Anweisung an die Vollzugsbehör-

den, von einer Wegweisung nach Kroatien abzusehen, bis das Bundesver-

waltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden habe – um 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Sinne einer vorsorglichen Mas-

senahme ersucht,  

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht weiter beantragt, es sei die unent-

geltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses zu verzichten,  

 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen des SEM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

[AsylG; SR 142.31] i.V.m. Art. 31‒33 des Bundesgesetzes über das Bun-

desverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32] und Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 

2005 [BGG; SR 173.110]),  

dass sich das Verfahren nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungs-

verfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021), dem VGG und 

dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG 

und Art. 6 AsylG),  

dass sich die Kognition des Gerichts beziehungsweise die zulässigen Rü-

gen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten,  

D-4881/2023 

Seite 4 

dass der Beschwerdeführer zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG), seine Eingabe nach dem Gesagten den formellen 

Anforderungen an eine Beschwerde genügt (Art. 52 Abs. 1 VwVG) und er 

seine Beschwerde fristgerecht eingereicht hat (Art. 108 Abs. 3 AsylG), wo-

mit auf die Beschwerde einzutreten ist, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vor-

instanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2), 

dass sich die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich 

unbegründet erweist, weshalb über diese in einzelrichterlicher Zuständig-

keit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten Richters 

zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass gleichzeitig auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Ent-

scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und Rückweisung der Sache zwecks vollständiger Sachverhaltsabklärung 

beantragt, da die Vorinstanz insbesondere die drohende Verletzung von 

Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) im Falle einer Kettenab-

schiebung sowie den Zugang zu einer Unterkunft und medizinischer Be-

treuung in Kroatien in keiner Weise berücksichtigt habe (vgl. Beschwerde 

Pt. II 3) und auch der medizinische Sachverhalt als solcher nicht genügend 

abgeklärt worden sei (vgl. Beschwerde Pt. II 1 c)), 

dass jedoch keine unvollständige oder fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung 

zu erkennen ist,  

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung namentlich die Er-

kenntnisse aus den umfangreichen Abklärungen der Schweizerischen Bot-

schaft in Kroatien zu den sogenannten Push-backs und zu Dublin-Rück-

kehrenden in zusammengefasster Form wiedergegeben und nachvollzieh-

bar aufgezeigt hat, gestützt auf welche Grundlage sie zu ihren Sachver-

haltsfeststellungen gelangte, wobei sie auch die konkreten Vorbringen des 

Beschwerdeführers hat einfliessen lassen,  

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Seite 5 

dass im Lichte der ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung nicht ersichtlich ist, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt in Be-

zug auf das Asylsystem in Kroatien unvollständig abgeklärt haben sollte, 

dass die Vorinstanz auch die vom Beschwerdeführer im Rahmen des Dub-

lin-Gesprächs vorgebrachten gesundheitlichen Beschwerden in angemes-

sener Weise gewürdigt hat, 

dass die Würdigung der individuellen Situation im Übrigen materieller Natur 

ist beziehungsweise der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die 

Schlussfolgerung(en) der Vorinstanz nicht teilt, keine Verletzung der Pflicht 

zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachver-

halts darstellt,  

dass die formellen Rügen folglich unbegründet sind, weshalb eine Rück-

weisung an die Vorinstanz ausser Betracht fällt und das Eventualbegehren 

abzuweisen ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG),  

dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates 

die Zuständigkeitskriterien nach der Dublin-III-VO prüft,  

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird,  

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird; im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der 

dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskri-

terien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden,  

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie 

im vorliegenden Fall – grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung 

nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 

8.2.1 m.w.H.),  

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Seite 6 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit 

sich bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zustän-

diger Mitgliedstaat bestimmt werden kann,  

dass der nach Dublin-III-VO zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, einen 

Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem anderen 

Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet eines 

anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe der 

Art. 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-

III-VO),  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),  

dass dieses Selbsteintrittsrecht im Landesrecht in Art. 29a Abs. 3 AsylV 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311) konkre-

tisiert wird und das SEM ein Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung aus 

humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss 

Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,  

dass dies auch im Rahmen des take back-Verfahrens gilt und bei Vorliegen 

individueller völkerrechtlicher Überstellungshindernisse der Selbsteintritt 

zwingend ist (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1),  

dass die Vorinstanz anhand der Angaben in der Zentraleinheit Eurodac zu 

Recht die Zuständigkeit Kroatiens erkannte und die kroatischen Behörden 

– gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO – um Wiederaufnahme 

des Beschwerdeführers ersuchte (sog. take back-Verfahren), 

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Seite 7 

dass die kroatischen Behörden diesem Gesuch am 2. September 2023 ex-

plizit zustimmten, womit die Zuständigkeit Kroatiens grundsätzlich gegeben 

ist,  

dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 

16. August 2023 im Wesentlichen mit der Begründung gegen eine Überstel-

lung nach Kroatien aussprach, in Kroatien hätte er keine Perspektive gehabt 

und «alle» hätten Kroatien verlassen wollen,  

dass ihn die kroatische Polizei im Bus nach Slowenien aufgegriffen und in 

eine Unterkunft gebracht habe, die wie ein Camp gewesen sei und wo er bis 

zum Abend ohne Essen geblieben sei, wobei auch das am Abend erhaltene 

Essen nicht gereicht habe,  

dass er in gesundheitlicher Hinsicht ausführte, er habe Schlafstörungen 

und Kopfschmerzen aufgrund der in Griechenland angetroffenen Lebens-

bedingungen während seines sechsmonatigen Aufenthalts dort, und er sei 

ermüdet von den Strapazen der Reise,    

dass er in der Beschwerde ergänzte, auf dem «Polizeiposten» in Kroatien 

sei es sehr dreckig gewesen, wobei sie zu viert in einem Raum ohne Fens-

ter auf dem Fussboden hätten schlafen müssen und Wasser nur vom La-

vabo im Zimmer hätten trinken können,  

dass er am nächsten Tag in ein Camp gebracht worden sei, wo ihm 

zwangsweise die Fingerabdrücke abgenommen und er weiter gezwungen 

worden sei, Papiere zu unterschreiben, die ihm nicht erklärt oder übersetzt 

worden seien, wobei alle Beamten unglaublich unfreundlich gewesen seien 

und ihn angeschrien und beschimpft hätten,  

dass dies den Anforderungen von Art. 4 Abs. 1 und 2 Dublin-III-VO nicht 

entspreche und er im Übrigen in Kroatien nie ein Asylgesuch habe stellen 

wollen, weshalb er das Camp in Kroatien direkt nach der Abnahme der 

Fingerabdrücke selbstständig wieder verlassen habe, 

dass im Übrigen das Asylverfahren in Kroatien systemische Mängel auf-

weise,  

dass er schliesslich in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt ergänzte, 

es gehe ihm psychisch sehr schlecht, er leide unter Schlafstörungen, Kopf- 

und Knieschmerzen und habe Augenprobleme, wobei er «im Camp in 

C._______» Medikamente für die Knie- und Augenprobleme erhalten 

habe, welche aber nichts genützt hätten, weshalb er sich ausgelaugt und 

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Seite 8 

erschöpft fühle und gerne einen Termin bezüglich seiner Schlafprobleme 

bekommen würde, 

dass aufgrund der Aktenlage indessen keine Sachverhaltsumstände er-

sichtlich sind, die in rechtserheblicher Weise gegen eine Überstellung in 

den zuständigen Dublin-Vertragsstaat Kroatien sprechen würden,  

dass es namentlich nicht von Belang ist, wenn sich der Beschwerdeführer 

in Kroatien nicht registrieren lassen wollte, zumal die Dublin-III-VO den 

Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat 

auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass ungeachtet der anderslautenden Beschwerdevorbringen in dieser 

Hinsicht festzuhalten ist, dass Kroatien Signatarstaat der EMRK, des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; 

SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 

der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 

31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist, wobei Kroatien nach Auffassung der 

Schweiz seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach-

kommt,  

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner jüngst bestätigten Recht-

sprechung nicht davon ausgeht, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-

dingungen in Kroatien würden systemische Schwachstellen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufweisen (vgl. Referenzurteil 

des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023), 

dass auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer geschilder-

ten Erlebnisse nicht davon auszugehen ist, Kroatien verstosse systema-

tisch gegen seine vertraglichen Verpflichtungen, weshalb die Anwendung 

von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass insbesondere vor dem Hintergrund des bereits erwähnten Referenz-

urteils des Bundesverwaltungsgerichts E-1488/2020 vom 22. März 2023 

die Beschwerdeausführungen mit Verweisen namentlich auf die vor dem 

Referenzurteil ergangene deutsche erstinstanzliche Rechtsprechung so-

wie auf allgemeine nationale und internationale Berichte ins Leere gehen,  

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, wonach er in Kroatien persönlich ernsthaft gefährdet wäre oder 

sich die kroatischen Behörden weigern würden, ihn aufzunehmen und 

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Seite 9 

seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der 

Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rats 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) zu prü-

fen,  

dass den Akten sodann auch keine Gründe für die konkrete Annahme zu 

entnehmen sind, Kroatien werde im Fall des Beschwerdeführers den 

Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein 

Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann (vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschen-

rechte [EGMR] Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse 

Kammer, 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.), 

dass eine solche Situation vorliegend nicht gegeben ist, zumal in den Akten 

keine Arztberichte vorhanden sind und auch keine Informationen zu durch-

geführten oder pendenten Arztterminen vorliegen, 

dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten gesundheitlichen Be-

schwerden sodann auch kein Hindernis für eine Überstellung nach Kroa-

tien darstellen, zumal Kroatien über eine ausreichende medizinische Infra-

struktur (auch für psychische Leiden) verfügt und es keinen Grund zur An-

nahme gibt, ihm werde dort im Rahmen seiner Aufnahme notwendige me-

dizinische Behandlung beziehungsweise Weiterbehandlung verweigert 

(zur medizinischen Versorgung in Kroatien vgl. statt vieler Referenzurteil 

des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 E. 10.2),  

dass sich der Beschwerdeführer im Übrigen bei Bedarf – entgegen der an-

derslautenden Beschwerdevorbringen – an die kroatischen Behörden wen-

den und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg 

einfordern kann (vgl. insb. Art. 26 der Richtlinie des Europäischen Parla-

ments und des Rats 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von 

Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz bean-

tragen, sog. Aufnahmerichtlinie), 

dass für das weitere Dublin-Verfahren einzig die Reisefähigkeit ausschlag-

gebend ist, welche – wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend 

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Seite 10 

ausgeführt (vgl. angefochtene Verfügung S. 8) – erst kurz vor der Überstel-

lung definitiv beurteilt wird,  

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug beauftragt sind, 

den medizinischen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modali-

täten der Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen und 

die kroatischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifi-

schen Umstände zu informieren haben (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),  

dass sich aus der Überstellung nach Kroatien mithin auch unter Berück-

sichtigung der gesundheitlichen Vorbringen des Beschwerdeführers keine 

Verletzung von Art. 3 EMRK oder anderer völkerrechtlicher Verpflichtun-

gen ergibt,  

dass demnach kein Grund für eine zwingende Anwendung der Ermessens-

klausel von Art. 17 Dublin-III-VO ersichtlich ist und den Akten auch nicht zu 

entnehmen ist, dass das SEM sein Ermessen bei der Prüfung von allfälli-

gen Überstellungshindernissen im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 nicht 

korrekt ausgeübt hätte,  

dass vor diesem Hintergrund auch der Subeventualantrag, die Vorinstanz 

sei anzuweisen, individuelle Zusicherungen von den kroatischen Behörden 

bezüglich des Zugangs zu Obdach, Nahrung sowie einer adäquaten und 

regelmässigen medizinischen sowie psychologischen Behandlung einzu-

holen, abzuweisen ist, 

dass die Vorinstanz nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

nicht eingetreten ist und in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung 

nach Kroatien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass demnach die Beschwerde abzuweisen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Begehren auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit 

entsprechender Anweisung an die zuständigen Behörden sowie auf Erlass 

des Kostenvorschusses als gegenstandslos erweisen,  

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen 

sind, womit eine der kumulativen Voraussetzungen von Art. 65 

Abs. 1 VwVG nicht erfüllt ist,  

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Seite 11 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten in der Höhe von 

Fr. 750.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 

Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4881/2023 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Chiara Piras Giulia Marelli 

 

 

Versand: