# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fddc6179-15f9-56ef-839c-3c003c61044e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 26.08.2014 VO140121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO140121_2014-08-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
Präsident  

Geschäfts-Nr.: VO140121-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie 

die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Urteil vom 26. August 2014

in Sachen

A._____, 

Gesuchsteller

vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge B._____ 

vertreten durch Beiständin Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ 

substituiert durch MLaw X2._____

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

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Erwägungen:

1. Ausgangslage

1.1 Mit Eingabe vom 22. August 2014 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchstel-

ler) beim Obergerichtspräsidenten durch seine Beiständin bzw. deren Sub-

stitutin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 117 ZPO stel-

len. Das Gesuch betrifft eine beim Friedensrichteramt C._____ anhängig 

gemachte Klage betreffend Unterhalt gegen D._____ (act. 1 und act. 3/4). 

Einen Antrag um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin liess der 

Gesuchsteller nicht stellen (act. 1 S. 3).

1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei-

entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist 

daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören.

2. Beurteilung des Gesuchs

2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä-

sident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die un-

entgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz 

neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen 

der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsver-

fahrens bewilligen kann.

2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einer-

seits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder 

"Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheint (Art. 117 ZPO). 

Die Mittellosigkeit wird gemeinhin dann bejaht, wenn der Aufwand des not-

wendigen Lebensunterhalts (sog. "zivilprozessualer Notbedarf") das mass-

gebliche Einkommen übersteigt bzw. aus der Differenz nur ein kleiner Über-

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schuss resultiert, welcher es der gesuchstellenden Person nicht erlauben 

würde, die Prozesskosten innert nützlicher Frist zu bezahlen. Nebst dem 

Einkommen ist auch das Vermögen zur Bestreitung des Prozessaufwands 

einzusetzen. Zu berücksichtigen ist vorhandenes Vermögen jeglicher Art, 

soweit es effektiv verfügbar, realisierbar und sein Verbrauch zumutbar ist. 

Als Lebensaufwandkosten sind insbesondere zu berücksichtigen der Grund-

betrag, rechtlich geschuldete Unterhaltsbeiträge, Wohnkosten, obligatori-

sche Versicherungen, Transportkosten zum Arbeitsplatz, Steuern sowie 

Verpflichtungen gegenüber Dritten, wenn sie tatsächlich erfüllt werden (Em-

mel in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 117 

N 9). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der 

Gesuchstellung (Emmel, a.a.O., Art. 117 N 4).

2.3. Bei der Beurteilung der Bedürftigkeit bei Gesuchen um unentgeltliche 

Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren sind sehr strenge Massstäbe 

anzulegen. Die in einem Schlichtungsverfahren entstehenden Kosten sind –

anders als vor einer Gerichtsinstanz – sehr beschränkt und können deshalb 

bereits bei einem relativ geringen Überschuss des Einkommens und Vermö-

gens über den zivilprozessualen Notbedarf bestritten werden.  

2.4. Die gesuchstellende Person hat gemäss Art. 119 Abs. 2 ZPO die zur Beur-

teilung ihres Gesuchs relevanten Einkommens- und Vermögensverhältnisse 

umfassend darzulegen - es trifft sie bei der Abklärung der wirtschaftlichen 

Verhältnisse eine umfassende Mitwirkungspflicht. Kommt sie dieser Mitwir-

kungspflicht nicht oder nur ungenügend nach und kann als Folge davon ihre 

Bedürftigkeit nicht hinreichend beurteilt werden, ist der Anspruch um unent-

geltliche Rechtspflege zu verweigern (BGE 120 Ia 179).

2.5. Dem Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege gehen allfällige gesetzliche 

Unterhaltspflichten wie bspw. die Unterhaltspflicht der Eltern für ihre Kinder 

gemäss Art. 276 ff. ZGB vor (vgl. BGE 127 I 202), weshalb vorliegend ins-

besondere zu prüfen ist, ob der Gesuchsteller nicht auf der Grundlage sol-

cher Verpflichtungen die nötigen finanziellen Mittel erhältlich machen kann. 

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Konkret sind deshalb die finanziellen Verhältnisse der Mutter des Ge-

suchstellers in die Beurteilung seiner Mittellosigkeit einzubeziehen.

2.6. Beim Gesuchsteller handelt es sich um ein elf Monate altes Kleinkind. Ge-

mäss den glaubhaften Ausführungen im Gesuch verfügt er weder über ein 

Einkommen noch über Vermögen (act. 1 S. 2). Zu den finanziellen Verhält-

nissen der Kindsmutter wird im Gesuch festgehalten, sie arbeite zurzeit zu 

80 Prozent als Asylbetreuerin und erziele dabei ein monatliches Bruttoein-

kommen von Fr. 4'160.- (inkl. 13. Monatslohn). Netto ergebe dies etwa ein 

Monatseinkommen von Fr. 3'661.- (act. 1 S. 2). Als Beleg liess der Ge-

suchsteller die Lohnabrechnung für den Monat Juli 2014 ins Recht reichen, 

woraus sich ein monatlicher Nettolohn von Fr. 3'656.15 ergibt (inkl. 

13. Monatslohn, act. 3/5).

Die Vermögensverhältnisse der Kindsmutter werden sodann mittels Steuer-

erklärung 2013 dargelegt, woraus sich Vermögenswerte von insgesamt 

Fr. 677.- ergeben (act. 3/9). 

Die notwendigen Lebenshaltungskosten für sich und die Mutter lässt der 

Gesuchsteller wie folgt beziffern und belegen: Mietkosten Fr. 890.- pro Mo-

nat (act. 1 S. 2, act. 3/6) sowie Krankenkassenbeiträge Mutter und Ge-

suchsteller insgesamt Fr. 351.30 pro Monat (act. 3/7). Die Kommunikations-

kosten sind bereits im Grundbetrag enthalten und können nicht zusätzlich 

berücksichtigt werden (DIKE-Kommentar ZPO, Huber, Art. 117 N 49). Die 

Kosten für die Franchise, die Hausrat-/Haftpflichtversicherung, die Heizung, 

den Arbeitsweg und die auswärtige Verpflegung wurden sodann nicht aus-

gewiesen und finden daher keinen Eingang in die Bedarfsrechnung (vgl. 

insb. DIKE-Kommentar ZPO, Huber, Art. 117 N 46; Kreisschreiben der Ver-

waltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich an die Bezirks-

gerichte und die Betreibungsämter betr. Richtlinien für die Berechnung des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009). Eine 

Fristansetzung zur Nachreichung der massgebenden Unterlagen drängt sich 

aufgrund der anwaltlichen Vertretung nicht auf (vgl. hierzu Urteil RU120030-

O vom 25. September 2013, Erw. 5b; Urteil des Bundesgerichts 

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4A_114/2013 vom 20. Juni 2013 E. 4.3.1 und 4.3.2, je m.w.H.). Die Hand-

lungen der Substitutin ohne Anwaltspatent hat sich die Beiständin anrech-

nen zu lassen. 

Bei diesen finanziellen Verhältnissen (Einkommen: Fr. 3'656.15 pro Monat, 

Vermögen Fr. 677.-, Notbedarf: Fr.  2'741.30 pro Monat, inkl. Grundbetrag 

von insgesamt Fr. 1'500.-) ist es der Kindsmutter zumutbar, für die relativ ge-

ringen Kosten des Schlichtungsverfahrens aufzukommen. Daran vermag 

auch nichts zu ändern, dass die Kindsmutter die Arbeitsstelle als Asyl-

betreuerin erst seit rund zwei Monaten inne hat (vgl. act. 1 S. 2), zumal die 

Verfahrenskosten grundsätzlich in Raten bezahlt werden können. Es fehlt 

damit am Erfordernis der Mittellosigkeit des Gesuchstellers, weshalb das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist. Auf eine Prüfung 

der weiteren Voraussetzung der fehlenden Aussichtslosigkeit des Begeh-

rens in der Hauptsache kann unter diesen Umständen verzichtet werden. 

Dem Gesuchsteller ist es jedoch unbenommen, bei einem allfälligen Verfah-

ren vor Bezirksgericht erneut um die unentgeltliche Rechtspflege zu ersu-

chen.

3. Kosten und Rechtsmittel

3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts-

pflege kostenlos. 

3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder 

entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be-

schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie-

gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran 

nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen 

erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als 

obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel 

ans Bundesgericht gegeben wäre. 

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3.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht 

über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgelt-

liche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, 

sofern ihr ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht.

Es wird erkannt:

1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das 

Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt C._____ betreffend Un-

terhaltsklage gegen D._____ wird abgewiesen. 

2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.

3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:

 MLaw X2._____ dreifach, für sich, die Kindsmutter und den Gesuchstel-
ler,

 das Friedensrichteramt C._____, 
 die Gegenpartei in der Hauptsache, Herr D._____, … [Adresse]. 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 

Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

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Zürich, 26. August 2014

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OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

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