# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9aea16e-ec3b-5e89-bde0-bf607038d002
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.09.2009 IV 2008/62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-62_2009-09-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/62

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.07.2020

Entscheiddatum: 11.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2009
Art. 28a Abs. 3 IVG. Gemischte Methode der Invaliditätsbemessung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. 
September 2009, IV 2008/62).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Monika 

Gehrer-Hug; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 11. September 2009

in Sachen

F.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Raphael Kühne, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.   

Die 1974 geborene F.___ meldete sich am 21. Oktober 2003 zum Bezug von IV-

Leistungen an. Dr. med. A.___ berichtete am 26. November 2003, die Versicherte leide 

an einer chronisch depressiven Entwicklung, an neurasthenischen Symptomen im 

Sinne der vegetativen Dystonie, an chronischen Skelettbeschwerden, an einem St. n. 

Thyreoiditis und an Infertilität. Sie sei seit dem 9. September 2002 zu 100% 

arbeitsunfähig. Der Zustand sei besserungsfähig. Trotz Antidepressiva, 

Gesprächstherapie und intensiver Begleitung sei bisher keine Besserung eingetreten. In 

einer Erwerbstätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70%. Mit einer 

Verfügung vom 17. Februar 2004 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen ab. Am 6. September 2004 erfolgte eine 

Haushaltsabklärung. Im Abklärungsbericht wurde festgehalten, ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung würde die Versicherte zu 50% einer Erwerbstätigkeit 

nachgehen. Die Einschränkung im Haushalt wurde mit 82,81% angenommen. Die 

Abklärungsperson hielt dazu fest, es sei nicht klar ausgewiesen, dass wirklich eine 

Invalidität vorliege. Eine medizinische Abklärung sei dringend notwendig.

B.   

B.a Am 28. Februar 2005 beauftragte die IV-Stelle das Ärztliche Begutachtungsinstitut 

ABI mit einer interdisziplinären Abklärung. Die medizinischen Sachverständigen des 

ABI berichteten in ihrem Gutachten vom 27. Januar 2006, bei der rheumatologischen 

Abklärung habe die Versicherte über belastungsabhängige Rückenschmerzen, über 

Knieschmerzen rechts mehr als links und über Schmerzen im Schulter-/Armbereich 

links mit Schmerzausstrahlung in sämtliche Finger und Kraftlosigkeit der gesamtem 

linken oberen Extremität geklagt. Die Versicherte habe ausserdem diffuse funktionelle 

Beschwerden wie Schwindelepisoden und orthostatische Beschwerden mit häufig 

auftretenden Ohnmachtsanfällen, Kollapsneigung, diffusen Kopfschmerzen, praktisch 

anhaltender Übelkeit und ausgeprägte Müdigkeit und Kraftlosigkeit angegeben. Die 

Untersuchungen hätten unspezifische Beschwerden des Bewegungsapparates mit 

einerseits vorwiegend haltungs- und tendomyotisch bedingtem Panvertebralsyndrom 

mit Überlastung der zerviko- und lumbosakralen Wirbelsäulenbereichs und 

andererseits beidseitigen rechtsbetonten Kniegelenkschmerzen unspezifischer Natur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ergeben. Für die Kniegelenksschmerzen könne bisher keine relevante organisch 

objektivierbare Pathologie verantwortlich gemacht werden. Es finde sich eine 

vollständig normale Funktion der gesamten Wirbelsäule ohne Hinweise auf ein 

radikuläres Reizgeschehen. Eine entzündliche rheumatologische Grunderkrankung sei 

auszuschliessen. Tendenziell bestünden nachweisbare Tenderpoints, wobei aber die 

Kriterien einer klassischen Fibromyalgie aktuell nicht erfüllt seien. Im Vordergrund 

stünden funktionelle Beschwerden, die jedoch nicht im Rahmen einer 

rheumatologischen Grunderkrankung zu sehen seien. Die Hauptproblematik liege 

ausserhalb des Bewegungsapparates vorwiegend im psychosozialen Umfeld. Aus rein 

rheumatologischer Sicht bestehe für sämtliche leichten bis mittelschweren Tätigkeiten 

mit Heben und Ziehen von Lasten bis 15 kg, durchgeführt in Wechselbelastung, ohne 

repetitives treppauf und treppab Steigen, eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das 

Ergebnis der Haushaltsabklärung sei aus rheumatologischer Sicht in keiner Weise 

nachvollziehbar.

B.b Der psychiatrische Sachverständige des ABI führte aus, die Untersuchung sei im 

Beisein einer Dolmetscherin geführt worden, obwohl die Versicherte einigermassen 

Deutsch spreche. Die Versicherte habe etwas widersprüchlich gewirkt. Vordergründig 

habe sie unauffällig gewirkt. Während des Gesprächs habe sie dann aber zu weinen 

begonnen und sie habe depressiv verstimmt gewirkt. Es hätten keine Hinweise auf 

kognitive Schwierigkeiten vorgelegen. Die Versicherte habe auch nicht 

psychomotorisch verlangsamt gewirkt. Sie habe über Vergesslichkeit und Müdigkeit 

geklagt, habe aber in der Untersuchung nicht müde gewirkt. Ihre Angaben seien sehr 

ungenau und diffus gewesen. Es sei unklar gewesen, ob sie die angegebenen 

Medikamente wirklich einnehme. Die gesundheitliche Problematik habe sich nach der 

Geburt der Tochter bemerkbar gemacht, insbesondere als die Versicherte begonnen 

habe, einer Arbeit nachzugehen. Es müsse angenommen werden, dass die Versicherte 

als Mutter und berufstätige Frau überfordert gewesen sei. Mittlerweile habe sie jede 

Verantwortung abgegeben. Es mache sich eine starke Regression bemerkbar. Dabei 

handle es sich im Wesentlichen um eine massive Fehlverarbeitung. Möglicherweise 

bestünden primäre Persönlichkeitsfaktoren, die diese Entwicklung begünstigten. Die 

Schmerzen müssten als somatoforme Begleitreaktion der depressiven Störung 

interpretiert werden, wobei zusätzlich wohl noch eine gewisse aggravatorische 

Komponente anzunehmen sei. Begünstigt werde diese Entwicklung durch den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sozialkulturellen Kontext, indem die Familienangehörigen die Versicherte von jeglicher 

Verantwortlichkeit entbänden und die Krankenrolle noch förderten. Dadurch regrediere 

die Versicherte immer mehr. Objektiv sei die depressive Störung nicht derart 

gravierend, dass sie das Verhalten der Versicherten erklären könnte. Immerhin sei die 

Versicherte affektiv deutlich auflockerbar. Deshalb müsse eine 

persönlichkeitsspezifische Hintergrundproblematik mit einem grossen soziokulturellen 

Einfluss angenommen werden, die dieses Verhalten erkläre. Tatsächlich wären der 

Versicherten vermehrte Anstrengungen zumutbar, um sich aktiv zu betätigen. Es sei 

nicht nachvollziehbar, dass die Versicherte sich trotz der subjektiven Schwere der 

Störung noch nie einer psychiatrischen Therapie unterzogen habe. Möglicherweise 

wäre eine stationäre oder teilstationäre Behandlung geeignet, die Regression zu 

stoppen und die Versicherte zu aktivieren. Derartige Massnahmen wären zumutbar. 

Aufgrund der dysthymen Störung bestehe eine gewisse Leistungseinschränkung, doch 

könne das subjektive Ausmass bei weitem nicht nachvollzogen werden. Die Versicherte 

sei weniger stark belastbar, benötige mehr Pausen und sei etwas verlangsamt. Bei 

einer ganztägigen Arbeit wäre mit einer Leistungsbeeinträchtigung um 20% zu 

rechnen. Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe seit dem 9. September 

2002. Im Haushalt sei der Versicherten jegliche Tätigkeit voll zumutbar.

B.c Die Gesamtdiagnose lautete: neurotisch depressive Störung/Dysthymie und - ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - multilokuläres Schmerzsyndrom mit/bei 

unspezifischen, vorwiegend tendomyotische und haltungsbedingten zervikal und 

lumbal betontes Panvertebralsyndrom (Wirbelsäulenfehlform und –fehlhaltung sowie 

muskuläre Dysbalance betont vom Schulter-/Nackengürteltyp und mögliche Residuen 

eines M. Scheuermann), Gonalgie rechts mit medialer Überlastungsproblematik und 

Tendenz zu generalisierter Tendomyopathie, Adipositas (BMI 30) und leichte 

Hypothyreose. Aus internistischer und anderweitiger somatischer Sicht bestünden 

keine Befunde und Diagnosen, welche die Arbeitsfähigkeit tangierten. 

Zusammenfassend resultiere gemäss der Konsensbesprechung, dass das subjektiv 

vorgegebene Leiden mit den objektivierbaren Befunden aus somatischer und 

psychiatrischer Sicht ebenso wie mit dem äusseren Erscheinungsbild der Versicherten 

kontrastiere. Rein bezogen auf den Haushalt könne weder aus somatischer noch aus 

psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachvollzogen werden. 

Die geringe Einschränkung aus psychiatrischer Sicht wirke sich bei der freien 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zeiteinteilung im Haushalt nicht aus. Die massivste Selbstlimitierung und die passiv 

regrediente Haltung führten zu der unvorstellbaren Einschränkung, wie sie nur ein 

schwerst gelähmter Mensch aufweisen würde. Aus psychiatrischer Sicht sei die 

Willensanstrengung zumutbar, um trotz der empfundenen Einschränkung einer 

Tätigkeit nachzugehen.

C.   

Dr. med. B.___ vom RAD Ostschweiz betrachtete die Schlussfolgerungen im Gutachten 

des ABI als versicherungsmedizinisch nachvollziehbar. Am 21. April 2006 wies die IV-

Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab. Sie führte zur Begründung aus, die 

Versicherte sei bis zur Geburt der Zwillinge als zu 50% erwerbstätig und zu 50% im 

Haushalt tätig zu qualifizieren. Seither sei die Versicherte zu 100% als Hausfrau zu 

betrachten. Eine leidensangepasste Erwerbstätigkeit wäre zu 100% zumutbar. Die 

Versicherte liess am 23. Mai 2006 Einsprache gegen diese Verfügung erheben. Am 3. 

Juli 2006 liess sie ausführen, die Beurteilung durch das ABI werde den vorhandenen 

depressiven Störungen nicht gerecht. Sie habe sich deshalb in die Behandlung von Dr. 

med. C.___ begeben. Sie ersuche darum, von diesem Arzt eine Beurteilung einzuholen. 

Dr. med. C.___ teilte am 8. August 2006 mit, die Versicherte sei erst einmal zur 

Behandlung erschienen. Eine detaillierte Untersuchung sei ohne Dolmetscher nicht 

möglich gewesen. Am 4. September 2006 gab Dr. med. C.___ bekannt, dass er die 

Versicherte nicht untersuchen könne, weil sie unmittelbar vor Untersuchungsbeginn 

einen Zusammenbruch erlitten und von sich aus ein Beruhigungsmittel eingenommen 

habe. Die IV-Stelle forderte die Versicherte auf, sich durch Dr. med. C.___ untersuchen 

zu lassen. Die Versicherte teilte am 16. November 2006 mit, dass die Untersuchung 

durch Dr. med. D.___ vorgenommen werde. Dr. med. D.___ berichtete am 12. 

Dezember 2006, die Versicherte leide an einer neurotisch depressiven Störung, 

Dysthymie, an einer chronisch depressiven Störung mit somatoformen 

Begleitreaktionen und an einer Anpassungsstörung bei psychosozialer Überforderung. 

Die Versicherte fühle sich nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. Im eigenen 

Haushalt mache sie nichts und um die Kinder kümmerten sich die Verwandten. Nach 

der Behandlung und Beobachtung in der psychiatrischen Klinik Wil sollte eine neue 

Beurteilung erfolgen. Am 28. Februar 2007 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

21. April 2006, um weitere Abklärungen vorzunehmen. Sie schrieb das 

Einspracheverfahren am 1. März 2007 ab.

D.   

Die psychiatrische Klinik Wil teilte der IV-Stelle am 29. März 2007 mit, die Versicherte 

sei vom 5. bis 12. März 2007 in stationärer Behandlung gewesen. Da man die 

Versicherte seither nicht mehr gesehen habe, könnten die gestellten Fragen nicht 

beantwortet werden. Am 18. Mai 2007 hielt die psychiatrische Klinik Wil fest, die 

Fragen könnten wegen der Kürze des Klinikaufenthalts nicht beantwortet werden. Dr. 

med. D.___ berichtete der IV-Stelle am 31. August 2007, seit dem 23. Oktober 2006 

bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Die Diagnose sei unverändert. Gemäss 

einem Bericht über eine psychologische Untersuchung im Kantonsspital St. Gallen vom 

13. August 2007 bestünden leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen. Mit 

einem Vorbescheid vom 20. September 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass sie vorhabe, das Rentenbegehren abzuweisen. Die Versicherte liess am 22. 

Oktober 2007 einwenden, wenn die IV-Stelle die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. 

med. D.___ (50%) lediglich als eine andere Bewertung desselben medizinischen 

Sachverhalts bezeichne, verkenne sie die schweren Einwirkungen von depressiven 

Störungen auf die Schmerzen. Die Schmerzproblematik in Verbindung mit der 

psychischen Störung werde nicht oder nicht angemessen beachtet. Deshalb sei eine 

interdisziplinäre Begutachtung notwendig. Sie legte Berichte von Dr. med. A.___ und 

von Dr. med. D.___ bei. Dr. med. D.___ hatte am 19. September 2007 angegeben, die 

psychiatrische Klinik Wil habe folgende Diagnose angegeben: leichte depressive 

Episode, posttraumatische Belastungsstörung (Traumafolgestörung mit Komorbidität) 

und Somatisierungsstörung. Sie selbst hatte folgende Diagnose gestellt: chronifizierte 

depressive Störung zur Zeit mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen, 

Dysthymia, Anpassungsstörung mit psychosozialer Überforderung, posttraumatische 

Belastungsstörung. Sie empfahl eine neue Gesamtbeurteilung des Zustandsbildes. Dr. 

med. A.___ hatte am 2. Oktober 2007 ausgeführt, die Versicherte leide an einem Hoffa-

Kastert-Syndrom rechts mehr als links. Es handle sich um eine Gleitstörung beider 

Kniescheiben und um eine Einklemmung des unterhalb der Kniescheibe gelegenen 

Fettkörpers. Dies erkläre die angegebenen Beschwerden. Es sei mit einer 

Kniearthroskopie zur Trimmung des Hoffa'schen Fettkörpers zu rechnen. Der seelische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zustand der Versicherten habe sich durch Psychopharmaka deutlich gebessert. Die 

Beschwerden im Bereich des Skeletts und vor allem der beiden Kniegelenke seien aber 

nach wie vor sehr aktiv. Dr. med. E.___ vom RAD Ostschweiz hielt dazu am 7. 

November 2007 fest, diese beiden Arztberichte ergäben keine Hinweise auf eine 

relevante Veränderung des Gesundheitsschadens seit der Erstellung des Gutachtens. 

Aus dem von Dr. med. D.___ erhobenen psychopathologischen Befund könne nicht 

abgeleitet werden, dass eine posttraumatische Belastungsstörung bestehe. Zudem 

gehe Dr. med. D.___ davon aus, dass die psychosozialen Faktoren die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigten. Dr. med. A.___ habe darauf hingewiesen, dass sich der seelische 

Zustand gebessert habe. Die Kniebeschwerden seien bekannt. Der 

neuropsychologische Befund des Kantonsspitals St. Gallen sollte noch angefordert 

werden. Die IV-Stelle holte diesen Bericht ein. Das Kantonsspital St. Gallen hatte darin 

am 14. August 2007 ausgeführt, die Versicherte leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung mit leichter bis mittelgradiger Episode. Seit der Geburt des ersten 

Kindes, die sie als traumatisch erlebt habe, leide die Versicherte zudem unter einer 

posttraumatischen Belastungsstörung. Ausserdem bestehe eine Somatisierungs- und 

Anpassungsstörung. Die insgesamt leichten bis mittelschweren kognitiven 

Funktionsstörungen mit Schwerpunkt im Bereich der exekutiven Funktionen, des 

verbalen Lernens und der Aufmerksamkeit/Konzentration seien unspezifisch und 

vereinbar mit dem Vorliegen einer klinisch relevanten Depression. Anhand der 

Aussagen der Versicherten und des Schweregrades der kognitiven Funktionsstörungen 

seien die depressiven Symptome als mittelschwer einzuschätzen. Eine kognitiv-

neuropsychologische Therapie sei nicht sinnvoll, da keine spezifischen kognitiven 

Funktionsstörungen erhoben worden seien. Die Versicherte könnte von einem (teil-) 

stationären Setting in einer klaren Tagesstruktur profitieren. Das Bestehen der 

Fahrprüfung sei allenfalls im Rahmen der ca. 1,5 Std. dauernden Belastbarkeitsspanne 

erklärbar. Dr. med. G.___ hielt dazu am 11. Dezember 2007 fest, dieser Bericht sei nur 

bedingt nachvollziehbar. Im Haushalt habe eine leichte bis mittelschwere kognitive 

Funktionsstörung mit einer Belastbarkeitsspanne von 1,5 Std. keinen nennenswerten 

Einfluss. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich im Vergleich zur 

Begutachtung am 30. Oktober 2006 nicht erheblich geändert. Es seien keine weiteren 

Abklärungen nötig. Mit einer Verfügung vom 20. Dezember 2007 wies die IV-Stelle das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rentenbegehren der Versicherten ab. Sie machte geltend, der Gesundheitszustand 

habe sich seit der ABI-Begutachtung nicht wesentlich verändert.

E.  

Die Versicherte liess am 30. Januar 2008 Beschwerde erheben und beantragen, die 

Verfügung vom 20. Dezember 2007 sei aufzuheben und es sei eine umfassende, 

interdisziplinäre fachmedizinische Begutachtung anzuordnen; eventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Sie machte sinngemäss 

geltend, die Annahme der IV-Stelle, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der 

Begutachtung nicht geändert habe, sei falsch. Die Schmerzproblematik in Verbindung 

mit der psychiatrischen gesundheitlichen Störung sei nicht oder nicht angemessen 

beachtet worden. Deshalb sei der Hinweis der IV-Stelle, die aktuellen Berichte der 

Psychiaterin zeigten lediglich eine andere Bewertung desselben Sachverhalts, 

unzutreffend und oberflächlich. Er zeige, dass das Beschwerdebild nicht ernst 

genommen werde. Dr. med. A.___ habe darauf hingewiesen, dass die 

Kniegelenksschmerzen weiter abgeklärt werden müssten. Ausserdem habe er 

bestätigt, dass sich der Gesundheitszustand seit der Geburt des ersten Kindes steig 

verschlechtert habe. Es liege ein multifunktionales Problem vor, das einzig durch eine 

umfassende interdisziplinäre Untersuchung richtig beurteilt werden könne. Die 

Versicherte schlug zwei Ärzte als Gutachter vor.

F.  

Die IV-Stelle beantragte am 2. April 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte 

aus, es sei davon auszugehen, dass die Kniebeschwerden behandelt werden könnten 

und dass daraus keine bleibende Arbeitsunfähigkeit resultieren werde. Das Argument, 

die Versicherte könne sich wegen der Familienpflichten nicht operieren lassen, sei nicht 

stichhaltig, denn diese Pflichten würden ja ohnehin nicht wahrgenommen. Im Übrigen 

bilde die Operation Teil der Schadenminderungspflicht der Versicherten. Dr. med. A.___ 

habe angegeben, dass sich der Zustand seit der Behandlung durch Dr med. D.___ 

gebessert habe. Weiter machte die IV-Stelle geltend, die Sachverständigen des ABI 

hätten die Umstände der Schwangerschaften bzw. Geburten und auch die 

Kniebeschwerden berücksichtigt. In den beiden von der Versicherten eingereichten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arztberichten fehle eine Aussage zur Arbeitsfähigkeit. Die von Dr. med. D.___ früher 

abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung (50%) sei unbegründet und widersprüchlich 

gewesen. Da die nach der Aufhebung der ursprünglichen Abweisungsverfügung 

getroffenen Abklärungen keine Hinweise auf eine nach der Begutachtung eingetretene 

Verschlechterung geliefert hätten, habe die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI immer 

noch Gültigkeit.

Erwägungen:

1.  

1.1  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten 

im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird 

hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine 

Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 

IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter 

anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). 

Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität 

diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in 

einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a 

Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der 

Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist 

entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). 

Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode 

bezeichnet. Gemäss Art. 27  IVV ist nur der Einkommensvergleich anzustellen, wenn 

anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des 

Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In 

ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls 

in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im 

Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der 

versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die 

versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten 

Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme 

oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren berufliche Fähigkeiten, 

Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen 

Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt 

entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen hält sich seit dem Bundesgerichtsurteil vom 6. August 2007 (I 

126/07) an diese Methode, obwohl die Interpretation des Art. 8 Abs. 3 ATSG, laut der 

eine Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung im 

Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulässig ist, wenn und soweit einer versicherte Person 

die Ausübung einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" 

objektiv nicht zumutbar ist, nach wie vor überzeugt (vgl. etwa die Urteile des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Nov. 2007, IV 2006/175, vom 

22. April 2008, IV 2006/257, vom 16. Juli 2008, IV 2007/85, vom 13. August 2008, IV 

2007/40, und vom 26. November 2008, IV 2007/332).

1.2  Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin im 

fiktiven "Gesundheitsfall" bis zur Geburt der Zwillinge zu 50% einer Erwerbstätigkeit 

nachgegangen und daneben im Haushalt tätig gewesen wäre. Für die Zeit nach der 

Geburt der Zwillinge hat die Beschwerdegegnerin eine fiktive vollzeitliche 

Beschäftigung der Beschwerdeführerin im Haushalt angenommen. Die 

Haushaltabklärung hat ein halbes Jahr vor der Geburt der Zwillinge stattgefunden. Das 

erste Kind der Beschwerdeführerin war damals vier Jahre alt. Gemäss den Angaben im 

Abklärungsbericht hat die Beschwerdeführerin angegeben, sie wäre vor und nach der 

Geburt der Zwillinge zu 50% einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, wenn sie gesund 

gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für die Zeit bis 

und mit Januar 2005 entsprechend der Selbstangaben als zu 50% erwerbstätig und im 

Übrigen im Haushalt tätig qualifiziert. Für die Zeit ab der Geburt der Zwillinge im 

Februar 2005 hat sie die Beschwerdeführerin dann aber in Abweichung von den 

Selbstangaben als zu 100% im Haushalt tätig qualifiziert, ohne die Beschwerdeführerin 

diesbezüglich nochmals befragt zu haben. Die Beschwerdegegnerin hat diese 

Abweichung von den Angaben der Beschwerdeführerin nicht begründet. Ob sie damit 

entsprechend der höchstrichterlichen Praxis gestützt auf die konkreten Umstände die 

Selbstangaben der Beschwerdeführerin als unglaubwürdig betrachtet und eine reine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Haushaltsbeschäftigung als wahrscheinlich angenommen hat (womit das Unterbleiben 

einer erneuten Befragung der Beschwerdeführerin wohl als Missachtung der 

Untersuchungspflicht zu werten wäre) oder ob sie für die Zeit ab Februar 2005 – der 

korrekten Interpretation der massgebenden Normen gemäss - eine Erwerbstätigkeit bei 

drei kleinen Kindern (wovon Zwillinge im Säuglingsalter) - als objektiv unzumutbar 

angesehen hat, kann offen blieben. Es besteht nämlich, wie im Folgenden zu zeigen 

sein wird, sowohl bei einem reinen Betätigungsvergleich als auch bei einer Anwendung 

der sogenannten "gemischten" Methode bei einer Erwerbsquote von 50% kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente.

2.  

2.1  Entscheidendes Element sowohl eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) als 

auch eines Betätigungsvergleichs im Aufgabenbereich (Art. 28a Abs. 2 IVG) ist in aller 

Regel die Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG). Die Sachverständigen des ABI haben am 

27. Januar 2006 ein Gutachten erstellt, das all jene Anforderungen erfüllt, die 

erforderlich sind, damit ein Gutachten ausreichenden Beweiswert entwickeln kann (vgl. 

dazu etwa Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Invalidenversicherung, bearbeitet durch Ulrich Meyer-Blaser, S. 230). Zwischen der 

Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen Verfügung sind beinahe zwei Jahre 

vergangen. Es ist also nicht nur zu prüfen, ob abweichende ärztliche Angaben zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin die Überzeugungskraft der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im ABI-Gutachten erschüttern und diese Schätzung 

allenfalls sogar ersetzen können, sondern auch, ob sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung allenfalls so 

verändert hat, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Sachverständigen nicht 

mehr zutrifft. Eine nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretene 

Veränderung wäre allerdings nicht relevant, da sich die gerichtliche Beurteilung auf die 

Sachverhaltsentwicklung bis zu diesem Zeitpunkt beschränken muss. In Bezug auf 

somatische Beschwerden und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin liegen keine abweichenden ärztlichen Einschätzungen vor, welche 

die Überzeugungskraft des entsprechenden Teils des ABI-Gutachtens erschüttern 

würden. Es fehlt auch – mit Ausnahme der Kniebeschwerden - ein Indiz dafür, dass 

sich der somatische Gesundheitszustand in erheblicher Weise verändert hätte. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rheumatologische Sachverständige des ABI hat eine Gonalgie mit medialer 

Überlastungsproblematik diagnostiziert und dazu angegeben, es könne keine 

relevante, organisch objektivierbare Pathologie für die Beschwerden verantwortlich 

gemacht werden. Er hat die Auswirkungen dieser Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit 

berücksichtigt, wobei er die Arbeitsfähigkeit aber nur in "qualitativer" Hinsicht, d.h. bei 

der Umschreibung einer der Behinderung angepassten Tätigkeit berücksichtigt. Dr. 

med. A.___ hat am 2. Oktober 2007 gestützt auf die nach der Begutachtung 

vorgenommenen Abklärungen die Ursache der Kniebeschwerden und die genaue 

Diagnose (Hoffa-Kastert-Syndrom) angegeben. Er hat aber nicht angegeben, diese 

Beschwerden hätten sich seit der Begutachtung verstärkt. Er hat nur darauf 

hingewiesen, dass die Kniebeschwerden – ebenso wie die übrigen Beschwerden im 

Bereich des Skeletts – nach wie vor sehr aktiv seien. Der Zustand der beiden 

Kniegelenke hat sich also seit der Begutachtung nicht verschlechtert. Trotz der zum 

Zeitpunkt der Begutachtung noch nicht bekannten Diagnose ist davon auszugehen, 

dass der rheumatologische Sachverständige des ABI die Auswirkungen dieser 

Beeinträchtigung der somatischen Gesundheit richtig eingeschätzt hat. Davon ist auch 

Dr. med. E.___ vom RAD am 7. November 2007 ausgegangen. Im Übrigen handelt es 

sich dabei um eine therapierbare Erkrankung, d.h. die Beschwerdeführerin wäre 

aufgrund ihrer IV-spezifischen Schadenminderungspflicht gehalten, sich operieren zu 

lassen, womit eine allfällige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die 

Kniebeschwerden wohl behoben wäre. In Bezug auf die somatischen 

Beeinträchtigungen enthält das Gutachten des ABI also trotz der bis zum 

Verfügungserlass vergangenen beinahe zwei Jahre eine verlässliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung.

2.2  Im Hinblick auf die rein psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit hat die 

Beschwerdegegnerin die einige Zeit nach der Begutachtung angetretene stationäre 

Behandlung in der psychiatrischen Klinik Wil abgewartet, um einer allfälligen seit der 

Begutachtung eingetretenen Veränderung Rechnung tragen zu können. Der stationäre 

Aufenthalt ist dann aber so kurz ausgefallen, dass die Ärzte der psychiatrischen Klinik 

Wil gemäss dem Schreiben vom 18. Mai 2007 gar keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin haben machen können. Die behandelnde Psychiaterin Dr. 

med. D.___ hat am 31. August 2007 eine seit mindestens dem 23. Oktober 2006 

(Behandlungsbeginn) anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 50% angegeben. Im Bericht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vom 12. Dezember 2006 hatte sie noch angegeben, sie werde die Arbeitsfähigkeit nach 

dem stationären Aufenthalt bemessen. Das hat sie dann am 18. Mai 2007 getan, 

obwohl die psychiatrische Klinik Wil keine brauchbaren Angaben hat machen können. 

Weder im Bericht vom 12. Dezember 2006 noch in demjenigen vom 18. Mai 2007 

findet sich ein Hinweis auf eine nach der Begutachtung eingetretene relevante 

Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes. Auch der an den 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gerichtete Bericht vom 19. September 2007 

hat nicht auf eine solche Veränderung schliessen lassen. Bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. D.___ handelt es sich somit um eine 

abweichende Beurteilung eines unveränderten medizinischen Sachverhalts. Dr med. 

D.___ ist, ohne dies in ihren Berichten anzusprechen, davon ausgegangen, dass die 

Beschwerdeführerin die Überzeugung, vollständig arbeitsunfähig zu sein, mit einer 

zumutbaren Willensanstrengung wenigstens zu 50% überwinden könnte. Die Differenz 

in den Arbeitsfähigkeitsschätzungen (ABI: 80% bzw. im Haushalt 100%) beruht also 

auf einer abweichenden Einschätzung der Überwindbarkeit der 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung bei Aufwendung zumutbarer Willenskraft. Laut Dr. 

med. E.___ vom RAD in der Stellungnahme vom 7. November 2007 hat Dr. med. D.___ 

die psychosozialen Faktoren in die Diagnose einfliessen lassen. Damit ist nicht 

gemeint, dass das Vorliegen psychosozialer Belastungsfaktoren selbst bereits eine 

Diagnose wäre. Vielmehr stützen diese Faktoren ein bestimmtes Krankheitsgeschehen, 

d.h. die Schwere der Krankheit würde abnehmen oder es käme gar zu einer 

vollständigen Genesung, wenn die psychosozialen Belastungsfaktoren wegfallen 

würden. Gemeint hat Dr. med. E.___ also wohl, jene Krankheit oder jene Schwere der 

Krankheit, die ohne die psychosozialen Belastungsfaktoren nicht vorläge, sei zu 

ignorieren, d.h. es sei von jenem - fiktiven - Krankheitszustand (und damit 

Arbeitsfähigkeitsgrad) auszugehen, der bestünde, wenn die Beschwerdeführerin nicht 

einer psychosozialen Belastung ausgesetzt wäre. Die Krankheitsdefinition des Art. 3 

Abs. 1 ATSG ist zu umfassend, als dass sie eine derartige Reduktion auf eine fiktive 

Krankheitssituation zuliesse. Die Lösung muss deshalb in der auf der Definition der 

Krankheit aufbauenden Arbeitsfähigkeitsdefinition liegen, wobei zu beachten ist, dass 

die dem Einkommens- oder Betätigungsvergleich zugrunde liegende Arbeitsfähigkeit 

nicht diejenige nach Art. 6 ATSG ist. Die Invalidität setzt nämlich gemäss Art. 8 ATSG 

eine voraussichtlich bleibende oder zumindest länger dauernde Erwerbsunfähigkeit und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

damit auch eine entsprechende Arbeitsunfähigkeit voraus. Hängt das Anhalten einer 

Arbeitsunfähigkeit nur vom Weiterbestehen einer psychosozialen Belastungssituation 

ab, so ist nicht die Krankheit, sondern nur die psychosoziale Belastungssituation 

voraussichtlich bleibend oder länger dauernd. Eine solche Arbeitsunfähigkeit deckt sich 

aber nicht mit der Invaliditätsdefinition, denn diese setzt ja eine voraussichtlich 

bleibende oder länger dauernde Krankheit voraus. Das bedeutet, dass auf jene 

voraussichtlich bleibende oder länger dauernde Arbeitsunfähigkeit abzustellen ist, die 

bestehen bleibt, wenn die psychosoziale Belastungssituation weggedacht wird. Dr. 

med. E.___ hat deshalb am 7. November 2007 zu Recht geltend gemacht, die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. D.___ beruhe auf einem unzulässigen 

Einbezug der psychosozialen Belastungsfaktoren. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 

Dr. med. D.___ erweist sich somit als ungeeignet, die Invalidität der 

Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich 'Haushalt' zu ermitteln.

3.  

3.1  Anlässlich der Haushaltabklärung vom 6. September 2004 hat die 

Beschwerdegegnerin das krankheitsbedingte Ausmass der Unfähigkeit der 

Beschwerdeführerin, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ermittelt, indem sie die 

Beschwerdeführerin befragt hat. Die Antworten sind wiedergegeben worden, ohne 

dass die Abklärungsperson versucht hätte, sie beispielsweise durch eine Beobachtung 

der Beschwerdeführerin bei den einzelnen Arbeiten im Haushalt zu verifizieren. Erst 

recht ist keine auf den Haushaltsbereich ausgerichtete EFL-Testung erfolgt. Das 

Resultat der Haushaltsabklärung ist also nichts anderes als die Aufnahme einer ganz 

subjektiven Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin. Das Ausmass der von der 

Beschwerdeführerin angegebenen Leistungseinschränkung ist allerdings so hoch 

gewesen, dass die Abklärungsperson selbst nicht an die Richtigkeit des 

Abklärungsresultats (Invaliditätsgrad über 80%) hat glauben können. Im 

Abklärungsbericht hat sie nämlich ausgeführt: "Die Frau scheint im Haushalt keinen 

Finger zu rühren und den Tag damit zu verbringen, sich möglichst viel zu 

schonen" (act. 23-11/11). Die Formulierung dieser Aussage bringt den Zweifel an der 

Objektivität der Selbstangaben der Beschwerdeführerin zum Ausdruck. Die 

Abklärungsperson hat denn auch dringend weitere medizinische Untersuchungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

empfohlen. Damit fehlt dem Ergebnis der Haushaltabklärung vom 6. September 2004 

jeder Beweiswert in Bezug auf die Invalidität der Beschwerdeführerin im Haushalt.

3.2  Die empfohlene medizinische Abklärung ist am 6. Dezember 2005 durch das ABI 

vorgenommen worden. Dessen medizinische Sachverständige haben im Gutachten 

vom 27. Januar 2006 weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht eine 

Arbeitsunfähigkeit im Haushalt angegeben. Sie haben dies in Bezug auf die somatische 

Beeinträchtigung damit begründet, dass nur für körperlich schwere Tätigkeiten eine 

Einschränkung bestehe. Anscheinend sind sie also davon ausgegangen, dass es im 

Haushalt keine körperlich schweren, sondern höchstens gelegentlich mittelschwere 

Arbeiten gebe. Selbst wenn dies zutreffen sollte, gibt es doch die weiteren 

Einschränkungen wie die Unzumutbarkeit der Einnahme von Zwangshaltungen oder 

das Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten über 15 kg, die im Haushalt nicht zu 

vermeiden sind, insbesondere da drei Kinder, davon drei im Säuglings- bzw. 

Kleinkindalter, zu pflegen und zu betreuen gewesen sind. Auch bei der 

Wohnungspflege muss von einer gewissen durch die somatische 

Gesundheitsbeeinträchtigung ausgelösten Einschränkung ausgegangen werden. 

Entgegen der Auffassung der Sachverständigen des ABI besteht also im Haushalt eine 

gewisse durch die somatische Beeinträchtigung ausgelöste Arbeitsunfähigkeit. Die 

Kinderbetreuung und die Wohnungspflege machen zusammen etwa 40% der 

Haushaltsarbeit aus. Hinzu kommen einzelne Einschränkungen in den anderen 

Bereichen des Haushalts. Da nach der Lebenserfahrung auch in den beiden genannten 

Bereichen nur ein geringer Teil der Arbeiten als körperlich schwer oder aus dem 

obgenannten anderen Grund als körperlich unzumutbar zu qualifizieren sind, liegt die 

durch die somatische Gesundheitsbeeinträchtigung bedingte Arbeitsunfähigkeit im 

Haushalt jedenfalls weit unter 40%. Selbst wenn eine erneute Haushaltsabklärung trotz 

der subjektiven Überzeugung der Beschwerdeführerin, vollständig arbeitsunfähig zu 

sein, geeignet wäre, eine objektive Invaliditätsschätzung zu liefern, wäre in 

antizipierender Beweiswürdigung auf sie zu verzichten, denn sie würde mit grosser 

Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Invalidität von erheblich weniger als 40% ergeben.

3.3  Aus psychiatrischer Sicht haben die Sachverständigen des ABI für eine 

Erwerbstätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% angenommen. In Bezug auf die 

Haushaltsarbeit haben sie eine Arbeitsunfähigkeit mit dem Argument verneint, die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin könne sich die Zeit frei einteilen. Für die Erwerbstätigkeit ist die 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit einem vermehrten Pausenbedarf und mit einer 

Verlangsamung der Beschwerdeführerin begründet worden. Weshalb die freie 

Zeiteinteilung die Erhöhung des zeitlichen Aufwands für ein bestimmtes Arbeitspensum 

kompensieren sollte, ist nicht erklärt worden. Tatsächlich ist auch in Bezug auf die 

Arbeitsfähigkeit im Haushalt davon auszugehen, dass ein höherer Zeitbedarf als vor 

dem Eintritt der Behinderung eine Arbeitsunfähigkeit im Ausmass der Erhöhung 

bewirkt. Allerdings kann die im Haushalt tätige Person ihren Arbeitseinsatz selbst 

planen und einteilen, d.h. sie ist nicht in ein starres Arbeitszeitschema eingespannt, so 

dass sie trotz der Verlangsamung effizient arbeiten kann. Trotzdem ist davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt nur teilarbeitsfähig ist. 

Allerdings liegt die Arbeitsfähigkeit bei einer - zumutbaren - idealen Arbeitseinteilung 

unter der für den Erwerb angegebenen Einschränkung von 20%. Der somatisch 

bedingte Ausfall für nicht mehr mögliche oder zumutbare einzelne Tätigkeiten und der 

psychisch bedingte erhöhte Zeitbedarf decken sich offenkundig nicht, so dass die 

jeweiligen Arbeitsunfähigkeiten addiert werden müssen. Die resultierende 

Gesamtarbeitsunfähigkeit ergibt aber nach der Lebenserfahrung weniger als 25%, so 

dass bei einem reinen Betätigungsvergleich für den Haushalt, wie er ab Februar 2005 

anzustellen ist, kein Rentenanspruch besteht, weil die Grenze von 40% (Art. 28 Abs. 2 

IVG) nicht erreicht ist.

3.4  In Bezug auf die Invaliditätsbemessung für den erwerblichen Teil anhand eines 

Einkommensvergleichs ist davon auszugehen, dass das Valideneinkommen dem 

Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens entspricht, 

da die Validen- wie die Invalidenkarriere der Beschwerdeführerin diejenige einer 

Hilfsarbeiterin ist. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin als 

"Valide" einen über einen allfälligen (in der Verwaltungspraxis fälschlicherweise so 

genannten) "Leidensabzug" hinaus höheren Lohn erzielen könnte als mit der 

Behinderung. Der Einkommensvergleich kann sich deshalb auf einen sogenannten 

Prozentvergleich (unter Einbezug eines allfälligen "Leidensabzuges") beschränken. Im 

Gutachten des ABI ist für eine adaptierte Erwerbstätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 

20% angegeben worden. Die Beschwerdeführerin müsste zwar keinen Teilzeitnachteil 

in Kauf nehmen, weil Hilfsarbeiterinnen einen statistisch ausgewiesenen Teilzeitvorteil 

geniessen (vgl. die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Lohnstrukturerhebung 2006, S. 16 Tabelle T2*), aber sie wäre gegenüber gesunden 

Hilfsarbeiterinnen mit einem Beschäftigungsgrad von 80% benachteiligt, weil sie für 

einen ökonomisch denkenden potentiellen Arbeitgeber verschiedene Risiken bieten 

würde, die indirekt mit ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung zusammenhingen, ohne aber 

die Arbeitsfähigkeit zu vermindern. Dazu gehörten insbesondere die Gefahr 

überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, die Unfähigkeit der Beschwerdeführerin, 

bei Bedarf Überstunden zu machen oder kurzfristig den Arbeitsplatz zu wechseln, ein 

Bedürfnis nach besonderer Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und der 

Arbeitskolleginnen. Diese Nachteile rechtfertigen als potentiell lohnkostenerhöhende 

Faktoren nach Aufrechnung mit dem Teilzeitvorteil praxisgemäss einen zusätzlichen 

Abzug von 10% von der Restarbeitsfähigkeit von 80%, so dass ein Invaliditätsgrad von 

28% resultiert. Für die Zeit bis und mit Januar 2005 resultiert also nach der hier zur 

Anwendung gebrachten bundesgerichtlichen Praxis für den erwerblichen Teil der 

gemischten Methode keine anteilige Invalidität, weil die Beschwerdeführerin nach wie 

vor zu 50% einer Erwerbstätigkeit hätte nachgehen können. Für den Haushaltteil 

beträgt die anteilige Invalidität die Hälfte der ermittelten Einschränkung, also maximal 

12,5%. Bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 12,5% besteht auch nach der bis und 

mit Januar 2005 anwendbaren gemischten Methode entsprechend der in der Lehre 

überzeugend kritisierten (vgl. etwa Franz Schlauri, Das Rechnen mit 

Arbeitsunfähigkeiten in Beruf und Haushalt in der gemischten Methode der 

Invaliditätsbemessung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Schmerz und 

Arbeitsunfähigkeit, S. 307 ff.), vom Versicherungsgericht aber aus 

Gleichbehandlungsgründen zur Anwendung gebrachten höchstrichterlichen Praxis kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht einen 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente verneint.

4.  

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die 

vollständig unterliegende Beschwerdeführerin trägt die Kosten des 

Beschwerdeverfahrens. Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 

Abs. 1  IVG). Der konkrete Verfahrensaufwand rechtfertigt praxisgemäss eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Diese ist durch den von der Beschwerdeführerin 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt. Das Begehren der 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin um die Zusprache einer Parteientschädigung ist aufgrund des 

vollumfänglichen Unterliegens abzuweisen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-; diese ist durch 

den geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2009
	Art. 28a Abs. 3 IVG. Gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. September 2009, IV 2008/62).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:30:52+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen