# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39cac2cb-2713-54f7-beae-d747093c9ce9
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2000-01-31
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht I. zivilrechtliche Abteilung 31.01.2000 4P.222/1999
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_004_4P-222-1999_2000-01-31.html

## Full Text

[AZA 3] 

4P.222/1999/rnd 

 

    
            I. Z I V I L A B T E I L U N G
  
 

          ****************************** 

 

    
  31. Januar 2000 
  
 

 

Es wirken mit: Bundesrichterin und Bundesrichter Walter, 

Präsident, Rottenberg Liatowitsch, Nyffeler und Gerichts- 

schreiber Leuenberger. 

 

--------- 

 

In Sachen 

 

    
  Wolfgang N a g e l, Werwolf 41, D-42651 Solingen, Beschwer-
 

deführer, vertreten durch Rechtsanwalt Raffael J. Weidmann, 

Bundesplatz 16, Postfach 4747, 6304 Zug, 

 

gegen 

 

    
  Arosa Bergbahnen AG, 7050 Arosa, Beschwerdegegnerin, vertre-
 

ten durch Rechtsanwalt Thomas Casanova, Arcas 22, Postfach 

433, 7000 Chur, 

    
  Kantonsgericht von G r a u b ü n d e n, Zivilkammer,
 

 

betreffend 

Art. 4 BV 

    (Willkürliche Beweiswürdigung; rechtliches Gehör), 

hat sich ergeben: 

 

    
  A.- 
  
 

 Am 31. Dezember 1991 glitt der Beschwerdeführer in  

der Talstation (1. Sektion) der Weisshorn-Luftseilbahn auf 

einer Bodenplatte aus, fiel zu Boden und verletzte sich an 

der rechten Hand. Die Beschwerdegegnerin erstattete ihm die 

Kosten der am Unfalltag beanspruchten ärztlichen Behandlung 

und entschädigte ihn für die Nichtbenutzung des Skipasses. 

In der Folge bezahlte sie noch weitere Behandlungskosten und 

einen Teil der geltend gemachten Anwaltskosten, verweigerte 

aber die Ausrichtung einer Genugtuung und eine Entschädigung 

für den während der Zeit reduzierter Arbeitsfähigkeit erlit- 

tenen Erwerbsausfall sowie den Ersatz des geltend gemachten 

Invaliditätsschadens. 

 

    
  B.- 
  
 

Am 11. März 1994 belangte der Beschwerdeführer den  

Beschwerdegegner vor Bezirksgericht Plessur im Wesentlichen 

auf DM 309'588.88 nebst Zins. Mit Urteil vom 22. Mai 1998 

hiess das Bezirksgericht die Klage im Betrag von DM 7'724.24 

nebst Zins teilweise gut. Es bejahte eine Haftung der Be- 

schwerdegegnerin als Eigentümerin der mangelhaften Boden- 

platte aus Art. 58 OR, erachtete jedoch den Schaden nur im 

Umfang der Heilungskosten von DM 1'724.24 für ausgewiesen. 

Zudem sprach es dem Beschwerdeführer eine Genugtuung in Höhe 

des von der Beschwerdegegnerin mit DM 6'000.-- anerkannten 

Betrages zu. Gleich entschied auf Berufung des Beschwerde- 

führers und Anschlussberufung der Beschwerdegegnerin das 

Kantonsgericht (Zivilkammer) von Graubünden am 4. Januar 

1999. 

 

    
  C.- 
  
 

 Der Beschwerdeführer beantragt dem Bundesgericht  

mit staatsrechtlicher Beschwerde, das angefochtene Urteil 

soweit aufzuheben, als die Klage abgewiesen wurde. 

       Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der 

Beschwerde. 

 

    
  Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 
  
 

 

    
  1.- 
  
 

 Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht vor,  

seinem Urteil aktenwidrige Feststellungen zugrunde gelegt, 

Beweise willkürlich gewürdigt und seinen Gehörsanspruch ver- 

letzt zu haben. 

 

       a) Ein Verstoss gegen das aus Art. 4 aBV abgeleite- 

te Willkürverbot liegt nach der Rechtsprechung nicht bereits 

dann vor, wenn eine andere als die vom kantonalen Gericht 

gewählte Lösung ebenfalls vertretbar oder gar vorzuziehen 

ist. Das Bundesgericht schreitet erst ein, wenn der ange- 

fochtene Entscheid nicht nur unrichtig, sondern schlechthin 

unhaltbar ist, insbesondere wenn er eine Norm oder einen un- 

umstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt (BGE 125 II 129 

E. 5b; 122 III 130 E. 2a). Erforderlich ist zudem, dass der 

Entscheid im Ergebnis verfassungswidrig ist, die dazu gege- 

bene Begründung ist nicht allein ausschlaggebend (BGE 122 

III 130 E. 2a). Nach der Rechtsprechung verfällt eine Behör- 

de in Willkür, wenn sie ihrem Entscheid Tatsachenfeststel- 

lungen zugrunde legt, die mit den Akten in klarem Wider- 

spruch stehen. Im Bereich der Beweiswürdigung besitzt das 

Sachgericht allerdings einen weiten Ermessensspielraum. Ver- 

fassungswidrig ist daher eine Beweiswürdigung bloss, wenn 

sie offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Si- 

tuation in klarem Widerspruch steht oder sonstwie in stos- 

sender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Will- 

kürlich ist insbesondere eine Beweiswürdigung, welche ein- 

seitig einzelne Beweise berücksichtigt oder Sachvorbringen 

als unbewiesen annimmt, obgleich sie aufgrund des Verhaltens 

der Gegenpartei offensichtlich als zugestanden zu gelten 

hätten (BGE 118 Ia 28 E. 1b). Dagegen reicht nicht bereits 

aus, dass die vom Sachgericht gezogenen Schlüsse mit der 

Darstellung der beschwerdeführenden Partei nicht überein- 

stimmen oder die Verfassungsinstanz bei freier Prüfung mög- 

licherweise nicht zu überzeugen vermöchten. 

 

       b) Der aus Art. 4 aBV abgeleitete Anspruch auf 

rechtliches Gehör gibt dem Betroffenen als persönlichkeits- 

bezogenes Mitwirkungsrecht das Recht, sich vor Erlass eines 

in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zu äus- 

sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten 

zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden 

und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwir- 

ken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn 

dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 122 

II 464 E. 4a; 119 Ia 136 E. 2c und 2d; 118 Ia 17 E. 1c, je 

mit Hinweisen). 

 

    
  2.- 
  
 

 a) Als vom Kantonsgericht nicht sanktionierte Ge-  

hörsverletzung rügt der Beschwerdeführer, das Bezirksgericht 

habe den Entscheid, keinen zweiten Schriftenwechsel durchzu- 

führen, nicht mittels anfechtbarer Verfügung erlassen. 

 

       aa) Das Kantonsgericht hat im angefochtenen Urteil 

erwogen, die bündnerische Prozessordnung sehe gemäss Art. 85 

Ziff. 2 ZPO/GR nicht in jedem Fall einen zweiten Schriften- 

wechsel vor, weshalb die Parteien gehalten seien, die erfor- 

derlichen Tatsachenbehauptungen bereits in Prozesseingabe 

und -antwort darzulegen. Der Erstrichter habe von der Anord- 

nung eines zweiten Schriftenwechsels abgesehen und nach Ein- 

gang der Prozessantwort dem Beschwerdeführer am 31. Mai 1994 

lediglich noch Gelegenheit geboten, im Sinne von Art. 87 

Abs. 2 ZPO/GR gegen die in der Prozessantwort beantragten 

Beweise Einreden zu erheben und zum neuen Fragethema an Zeu- 

gen und Sachverständige Stellung zu nehmen. Statt dessen 

habe der Beschwerdeführer eine als Replik betitelte Rechts- 

schrift mit zahlreichen neuen Tatsachenbehauptungen einge- 

reicht, welche vom Erstrichter mit unangefochtener Beweis- 

verfügung vom 16. August 1994 aus dem Recht gewiesen worden 

sei, soweit sie Art. 87 Abs. 2 ZPO nicht entsprochen habe. 

Somit seien nur jene Tatsachenbehauptungen zu berücksichti- 

gen, die der Beschwerdeführer in seiner Prozesseingabe vom 

11. März 1994 gemacht habe. Die mit der Replik oder im Be- 

weisverfahren vorgetragenen seien dagegen unbeachtlich. 

 

       bb) Nach Art. 82 ZPO hat die Klageschrift ("Pro- 

zesseingabe") u.a. eine Darstellung der die Klage stützenden 

Tatsachen zu enthalten, die Beweismittel zu nennen sowie 

allfällige Begehren um Einvernahme von Zeugen und Anordnung 

von Expertisen einzuschliessen. Der Prozesseingabe sind die 

angeführten Urkunden und das Fragethema an die Zeugen und 

Sachverständigen beizulegen. Für die Prozessantwort gelten 

nach Art. 87 Abs. 3 ZPO sinngemäss dieselben Vorschriften 

(vgl. Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden [PKG] 1996 

Nr. 9 S. 38). Nach Art. 85 Ziff. 2 ZPO/GR entscheidet der 

Gerichtspräsident nach Eingang der Prozessantwort über die 

Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels. Art. 86 Ziff. 

2 ZPO sieht unter dem Randtitel "Weitere Rechtsschriften" 

vor, dass Replik/Duplik angeordnet werden, wenn es der Ge- 

richtspräsident für nötig erachtet. Die Anordnung eines 

zweiten Schriftenwechsels soll die Ausnahme bilden ( 
  Nay,
 

Zivilprozessordnung und Gerichtsverfassungsgesetz des Kan- 

tons Graubünden, Chur 1986, N. 1 zu Art. 86 ZPO mit Hin- 

weis). Art. 87 Abs. 2 ZPO normiert unter dem Titel "Form 

und Inhalt der Rechtsschriften" ein Recht des Beschwerde- 

führers, gegen Zeugen und Expertisen, die in der letzten 

Rechtsschrift beantragt werden, Einreden zu erheben und zum 

neuen Fragethema an Zeugen und Sachverständige Stellung zu 

nehmen. 

          Vorliegend stellte der Erstrichter dem Beschwer- 

deführer mit Verfügung vom 31. Mai 1994 die Prozessantwort 

des Beschwerdegegners zu. Unter ausdrücklichem Verweis auf 

Art. 87 Abs. 2 ZPO/GR gab er dem Beschwerdeführer Gelegen- 

heit, zur Prozessantwort Stellung zu nehmen. In dieser Ver- 

fügung ist von Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels 

nicht die Rede. Vielmehr wurde dem Beschwerdeführer die Mög- 

lichkeit eröffnet, sich zu den in der Prozessantwort bean- 

tragten Beweisen zu äussern. Damit war das weitere Vorgehen 

bestimmt und für die Parteien klar, dass kein zweiter 

Schriftenwechsel durchgeführt würde. Ein formeller Entscheid 

über den Verzicht auf Replik/Duplik ist nach der Prozessord- 

nung nicht zu erlassen (vgl. Art. 85 ZPO). Gegen die mit der 

Verfügung vom 31. Mai 1994 implizite Verweigerung eines 

zweiten Schriftenwechsels wurde keine Beschwerde nach Art. 

237 Abs. 1 ZPO eingelegt. Ebensowenig reagierte der Be- 

schwerdeführer auf die Beweisverfügung vom 16. August 1994, 

mit welcher seine als "Replik" betitelte Stellungnahme aus 

dem Recht gewiesen wurde, soweit sie sich nicht auf Einreden 

gegen die von der Beschwerdegegnerin in der Prozessantwort 

beantragten Beweise richtete. 

 

       cc) Eine Gehörsverletzung ist damit nicht ersicht- 

lich. Art. 4 aBV gewährt einem Beschwerdeführer kein gene- 

relles Recht auf einen zweiten Schriftenwechsel. Für das 

Verwaltungsverfahren hat das Bundesgericht wiederholt ent- 

schieden, dass ein Recht auf Replik etwa dann besteht, wenn 

in einer Vernehmlassung der Gegenpartei neue und erhebliche 

Gesichtspunkte geltend gemacht werden, zu denen der Be- 

schwerdeführer noch keine Stellung nehmen konnte oder auf 

die die entscheidende Instanz massgeblich abstellen will 

(BGE 119 V 317 E. 1; 114 Ia 307 E. 4b; 111 Ia 2 E. 3). Der 

Beschwerdeführer macht nicht geltend, gestützt auf die Vor- 

bringen der Beschwerdegegnerin in der Prozessantwort einen 

Anspruch auf Replik gehabt zu haben, sondern rügt lediglich, 

dass der Erstrichter die Verweigerung eines zweiten Schrif- 

tenwechsels nicht mittels separater Verfügung eröffnet habe. 

Wie bereits dargelegt wurde den Parteien die Nichtdurchfüh- 

rung eines zweiten Schriftenwechsels am 31. Mai 1994, späte- 

stens aber mit Beweisverfügung vom 16. August 1994, mit wel- 

cher die Replik des Beschwerdeführers überwiegend aus dem 

Recht gewiesen wurde, angezeigt. Ein weitergehender Anspruch 

auf separaten Erlass einer den Abschluss des Behauptungsver- 

fahrens bzw. die Nichtdurchführung eines zweiten Schriften- 

wechels eröffnenden Verfügung lässt sich weder aus der Pro- 

zessordnung, noch aus Art. 4 aBV ableiten. 

 

       b) Als weitere Gehörsverletzung rügt der Beschwer- 

deführer, der Erstrichter habe drei mit der Replik verurkun- 

dete Beilagen zum Beweis seiner Behauptung, nicht Angestell- 

ter der Glas Nagel KG zu sein, gewürdigt, ohne aber die zu- 

gehörigen Tatsachenbehauptungen zu berücksichtigen. Dagegen 

habe das Kantonsgericht die weiteren Ausführungen in der 

Replik gewürdigt, jedoch dafür gehalten, der Beschwerdefüh- 

rer habe erst im kantonalen Berufungsverfahren seinen Ar- 

beitehmer-Status bestritten. Damit leide das angefochtene 

Urteil an einem unauflösbaren Widerspruch. Zudem liege in 

der Nichtberücksichtigung der rechtzeitig vorgetragenen Be- 

hauptungen eine Gehörsverletzung. 

 

       Die Rügen sind unbegründet. So dürfen nach Art. 98 

Ziff. 1 ZPO/GR neue Urkunden - im Rahmen der in den Rechts- 

schriften aufgestellten Behauptungen - auch nach Abschluss 

des Behauptungsverfahrens zu den Akten genommen werden. In 

der Zulassung dieser Beweise liegt - aus der Sicht des Be- 

schwerdeführers - ohnehin keine Gehörsverletzung. Die repli- 

cando vorgetragenen, über die Prozesseingabe hinausgehenden 

Tatsachenbehauptungen hat das Kantonsgericht mit eingehender 

Begründung als unbeachtlich zurückgewiesen. Lediglich im 

Sinne einer hypothetischen Zusatzbegründung, und ohne dabei 

die zuvor geäusserte Auffassung zu relativieren, hat das 

Kantonsgericht die verspätet vorgetragenen Behauptungen des 

Beschwerdeführers gewürdigt, um den Schadenersatzanspruch 

auch auf dieser erweiterten Grundlage abzuweisen. Eine Ver- 

fassungsverletzung ist nicht ersichtlich. 

 

       c) Als weitere Verfassungsverletzung rügt der Be- 

schwerdeführer, das Kantonsgericht habe bei der Prüfung der 

Frage, ob er Angestellter der Glas Nagel KG oder selbständig 

Erwerbender sei, ausschliesslich auf Urkunden der Beschwer- 

degegnerin abgestellt und eigene, den Selbständigen-Status 

klar dokumentierende Beweise nicht gewürdigt. Insbesondere 

habe ihn das Kantonsgericht nicht zur Beweisaussage - mit 

vorgängiger Parteibefragung - zugelassen. 

 

       Auch dieser Vorhalt ist unbehelflich. Das Kantons- 

gericht hat die Tatsache, dass der Beschwerdeführer als be- 

schränkt haftender Gesellschafter an der Glas Nagel KG be- 

teiligt ist, durchaus berücksichtigt. Es hielt aber dafür, 

die gesellschaftsrechtliche Stellung des Beschwerdeführers 

ändere nichts daran, dass er - in leitender Position - Ange- 

stellter der Kommanditgesellschaft sei und diese die zum 

Ersatz verstellten Gehaltszahlungen aufgrund einer Lohnfort- 

zahlungspflicht erbracht habe. Ob diese Rechtsauffassung vor 

dem Bundesrecht standhält, ist vorliegend nicht zu prüfen. 

Das Kantonsgericht hat auch verfassungskonform auf eine Be- 

fragung des Beschwerdeführers verzichtet und dessen Antrag 

auf Zulassung zur Beweisaussage abgelehnt. Wie der Beschwer- 

deführer selber ausführt, hat er (erst) in der Replik - und 

damit prozessual verspätet - geltend gemacht, er sei selb- 

ständig erwerbend. Die beantragten Beweise hatten denn auch 

- wie aus dem angefochtenen Urteil hervorgeht - zum Ziel, zu 

belegen, dass ihm ein ersatzpflichtiger Schaden entstanden 

sei, weil sein Einkommen als selbständig erwerbender, ge- 

schäftsführender Kommanditär vom Gesellschaftsgewinn abhänge 

und dieser durch Überstunden anderer Mitarbeiter bzw. durch 

die unfallbedingt notwendige Einstellung zusätzlicher Ar- 

beitskräfte geschmälert worden sei. Die Tatsachenbehauptun- 

gen in der Prozesseingabe hatten dagegen einzig die Tätig- 

keit des Beschwerdeführers in der Glas Nagel KG und dessen 

gesellschaftsrechtliche Stellung als Kommanditär zum Gegen- 

stand. Von einem Status als selbständig Erwerbender ist da- 

gegen nicht die Rede. Vielmehr führte der Beschwerdeführer 

in der Klageschrift - unter Verweis auf ein Schreiben des 

damaligen Rechtsvertreters der Glas Nagel KG vom 19. Oktober 

1992 - selber aus, Angestellter der Glas Nagel KG zu sein. 

Entsprechend durften die kantonalen Instanzen verfassungs- 

konform auf ein Beweisverfahren zu diesem Punkt verzichten. 

 

       Wie bereits dargelegt hat das Kantonsgericht - im 

Sinne einer hypothetischen Zusatzbegründung - auch die pro- 

zesswidrigen Vorbringen des Beschwerdeführers gewürdigt. So- 

weit mit der Beschwerde diese Erwägungen als verfassungswid- 

rig ausgegeben werden, ist darauf mangels Entscheiderheb- 

lichkeit nicht einzutreten. 

 

       d) Als willkürlich und gehörsverletzend rügt der 

Beschwerdeführer die Feststellung des Kantonsgerichts, aus 

den Akten gehe nicht hervor, wie lange und in welchem Umfang 

er vom Arzt für arbeitsunfähig erklärt worden sei. Auch die- 

ser Vorhalt ist unbegründet. Aus den beiden aktenkundigen 

Arztzeugnissen vom 11. Februar und 19. Mai 1992 geht - wie 

das Kantonsgericht zutreffend ausführt - einzig hervor, dass 

seit dem 31. Dezember 1991 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden 

habe. Wie lange und in welchem Umfang diese angedauert hat, 

ist daraus nicht erkennbar. Soweit der Beschwerdeführer auf 

ein von der Beschwerdegegnerin zu den Akten gegebenes 

Schreiben des damaligen Rechtsvertreters der Glas Nagel KG 

verweist, in welchem eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (bis 

10. April 1992) bzw. 50 % (bis 18. Mai 1992) und 20 % (bis 

17. Juni 1992) behauptet wird, verkennt er, dass diese Anga- 

ben nicht durch ein ärztliches Zeugnis gestützt werden und 

die Beschwerdegegnerin in ihrer Prozessantwort die behaupte- 

te Arbeitsunfähigkeit von 2 1/2 Monaten keineswegs zugestan- 

den, sondern gegenteils bestritten hat. 

 

       e) Eine Gehörsverletzung leitet der Beschwerdefüh- 

rer auch daraus ab, dass der Erstrichter auf Antrag der Be- 

schwerdegegnerin eine Frage an den gerichtlich bestellten 

Experten geändert habe, ohne den Beschwerdeführer zuvor an- 

zuhören. Dies habe er am 7. Oktober 1994 gerügt, ohne dass 

der Erstrichter darauf eingegangen sei. In den bereingten 

Fragenkatalog an den Experten habe das Gericht dann zwei 

Fragen gestrichen und eine umformuliert, ohne dass die Par- 

teien dazu hätten Stellung nehmen können. 

 

       Das Kantonsgericht führt im angefochtenen Urteil 

aus, der Bezirksgerichtspräsident habe den Einwand der Be- 

schwerdegegnerin gegen eine Fragestellung des Beschwerdefüh- 

rers geschützt, weil dieser versucht habe, unbewiesene Tat- 

sachen in die Frage an den Experten einzuführen. Zuvor habe 

der Erstrichter den Beschwerdeführer jedoch um Stellungnahme 

ersucht. Inwieweit diese Feststellung willkürlich sein soll- 

te, wird in der Beschwerde nicht dargelegt. Wurde dem Be- 

schwerdeführer vor Abänderung der Expertenfrage die Möglich- 

keit zur Stellungnahme eingeräumt, ist der behaupteten Ge- 

hörsverletzung die Grundlage entzogen. Überdies hat der Be- 

zirksgerichtspräsident mit Schreiben vom 25. Oktober 1994 

begründet, weshalb er die betreffende Frage ohne die pro- 

zesswidrig ergänzten Angaben an den Experten stellen werde. 

Dessen Vorgehen rügte der Beschwerdeführer nicht mehr vor 

Kantonsgericht. Dasselbe gilt für die Rüge, der Erstrichter 

habe ohne vorherige Parteianhörung die Expertenfragen modi- 

fiziert. Entsprechend ist er mit diesen Vorhalten - gestützt 

auf das Novenverbot - vor Bundesgericht nicht mehr zu hören 

( 
  Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivil-
 

sachen, Ziff. 158 S. 227). 

 

       f) Der Beschwerdeführer wirft dem Kantonsgericht 

als weitere Verfassungsverletzung vor, die zur Frage des 

Umfangs seiner handwerklichen Tätigkeit und des Dauerscha- 

dens beantragten Beweise (Parteibefragung, Beweisaussage) 

prozesswidrig nicht abgenommen zu haben. Auch diese Rüge ist 

unbegründet. Der Beschwerdeführer hatte in seiner Klage- 

schrift - wie das Kantonsgericht unangefochten festgestellt 

hat - lediglich seine Tätigkeit bei der Glas Nagel KG um- 

schrieben, jedoch nicht behauptet, zu 70 % handwerklich zu 

arbeiten. Entsprechend brauchte das Kantonsgericht diese, im 

Prozess verspätet aufgestellte Behauptung, nicht zum Beweis 

zu verstellen. 

 

       Für das Kantonsgericht war überdies wesentlich, 

dass selbst unter Annahme einer zu 70 % handwerklichen und 

zu 30 % kaufmännischen Tätigkeit und - gemäss medizinischem 

Gutachten - einer Gesamtbeeinträchtigung der Arbeitsfähig- 

keit von 15 - 20 % gestützt auf die Behauptungen des Be- 

schwerdeführers offen blieb, ob als Folge des Unfalles eine 

Verdiensteinbusse resultierte. Das Kantonsgericht verneinte 

einen dauerhaften Erwerbsausfall mit der Begründung, der Be- 

schwerdeführer habe nicht einmal behauptet, die Glas Nagel 

KG habe dessen Gehalt aufgrund einer reduzierten Arbeitsfä- 

higkeit prozentual gekürzt. Vielmehr sei seitens der Glas 

Nagel KG gegenüber dem Versicherer der Beschwerdegegnerin 

mit DM 52'915.47 der bis 17. Juni 1992 dem Beschwerdeführer 

trotz verminderter Arbeitsfähigkeit voll ausbezahlte Lohn 

als Schaden geltend gemacht, darüber hinaus jedoch keine 

weitere, sich schadensmässig auswirkende teilweise Arbeit- 

sunfähigkeit des Beschwerdeführers behauptet worden. Diese 

Feststellungen rügt der Beschwerdeführer nicht substanziiert 

als verfassungswidrig. Hatte dieser aber den zum Ersatz ver- 

stellten Dauerschaden nicht prozesskonform behauptet, durfte 

das Kantonsgericht darauf verzichten, diesen zum Beweis zu 

verstellen. Ob das Kantonsgericht damit bundesrechtliche 

Grundsätze zur hypothetischen Schadensermittlung nach Art. 

42 Abs. 2 OR verletzt hat, ist nicht im vorliegenden Verfah- 

ren zu prüfen. 

 

    
  3.- 
  
 

 Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich als  

unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten 

ist. Ausgangsgemäss ist der Beschwerdeführer kosten- und 

entschädigungspflichtig. 

 

    
  Demnach erkennt das Bundesgericht: 
  
 

 

    
  1.- 
  
 

 Die staatsrechtliche Beschwerde wird abgewiesen,  

soweit darauf einzutreten ist. 

 

    
  2.- 
  
 

 Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'500.-- wird dem Be-  

schwerdeführer auferlegt. 

 

    
  3.- 
  
 

 Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für  

das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 6'000.-- zu ent- 

schädigen. 

 

    
  4.- 
  
 

 Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsge-  

richt von Graubünden, Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. 

 

______________ 

 

 

Lausanne, 31. Januar 2000 

 

                    

Im Namen der I. Zivilabteilung  

                                         

des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS  

                          

Der Präsident:   

    Der Gerichtsschreiber: