# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 156db8de-8cae-595d-9386-0e68a40d3813
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.06.2008 C-1108/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1108-2007_2008-06-20.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1108/2007

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiber Philipp Mäder.

N._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Corinne Saner, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1108/2007

Sachverhalt:

A.
Der aus  Mazedonien stammende,  1966 geborene Beschwerdeführer 
hielt sich ein erstes Mal 1991 und ab 1992 bis Ende 1996 regelmässig 
mit Saisonbewilligungen zur Arbeit in der Schweiz auf. Im Juli 1997 ge-
langte er erneut hierher und am 19. September 1997 heiratete er eine 
1970  geborene  Schweizer  Bürgerin.  Gestützt  darauf  erhielt  er  eine 
Aufenthaltsbewilligung.

B.
Am 23. März  2001  stellte  der  Beschwerdeführer  ein  Gesuch  um er-
leichterte  Einbürgerung  nach  Art. 27  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom 
29. September 1952 (BüG, SR 141.0). 

Zu Handen des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Eheleu-
te am 23. Oktober 2001 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie bei-
de  in  einer  tatsächlichen,  ungetrennten,  stabilen  ehelichen  Gemein-
schaft an derselben Adresse zusammenlebten und dass weder Tren-
nungs- noch Scheidungsabsichten bestehen würden. Gleichzeitig nah-
men sie zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht möglich 
sei,  wenn  vor  oder  während  des  Einbürgerungsverfahrens  einer  der 
Ehegatten  die  Trennung  oder  Scheidung  beantragt  habe  oder  keine 
tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr bestehe. Ebenso bestätigten 
sie ihre Kenntnisnahme davon, dass die Verheimlichung solcher Um-
stände  gemäss  Art. 41  BüG  zur  Nichtigerklärung  der  Einbürgerung 
führen könne.

In der Folge wurde der Beschwerdeführer am 17. Januar 2002 gestützt 
auf  Art. 27  BüG  erleichtert  eingebürgert  und  erwarb  nebst  dem 
Schweizer Bürgerrecht das kantonale Bürgerrecht  von Bern und das 
Gemeindebürgerrecht von H._______.

C.
Am 11. April 2003 liessen die Eheleute beim zuständigen Zivilgericht 
einen  gemeinsamen  Scheidungsantrag  stellen.  Die  Ehe  wurde  am 
5. August 2003 rechtskräftig geschieden.

D.
Am  11. September  2003  verheiratete  sich  der  Beschwerdeführer  in 
Mazedonien mit  einer 1970 geborenen Frau aus seinem Kulturkreis, 

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mit der er bereits von 1989 bis 1996 verheiratet gewesen war. Aus die-
ser ersten Ehe waren bis zu ihrer Scheidung zwei Kinder hervorgegan-
gen (geb. 1990 und 1992). 

E.
Von der zuständigen Behörde des Kantons Bern auf diese Entwicklun-
gen  und  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  der  Beschwerdeführer 
während seiner Ehe mit der Schweizer Bürgerin ein weiteres, ausser-
eheliches Kind gezeugt habe, teilte die Vorinstanz dem Beschwerde-
führer am 13. Februar 2004 mit, sie erwäge die Einbürgerung gestützt 
auf Art. 41 Abs. 1 BüG nichtig zu erklären. Die Chronologie der Ereig-
nisse  und  insbesondere  die  Zeugung  eines  am 23. Dezember  1999 
geborenen, ausserehelichen Kindes gäben Grund zur Annahme, dass 
er sich die erleichterte Einbürgerung erschlichen habe. 

F.
Der Beschwerdeführer  nahm mit  Eingabe vom 2. Mai  2004 wie  folgt 
Stellung: Der Sachverhalt treffe mehrheitlich zu. Er habe aber nie die 
Absicht  gehabt,  die  Einbürgerung  zu  erschleichen.  Trennungs-  oder 
gar Scheidungsabsichten hätten während des ganzen Einbürgerungs-
verfahrens nicht bestanden.

G.
Nach Einsichtnahme in die Akten des Scheidungsverfahrens teilte die 
Vorinstanz dem Beschwerdeführer in einem Schreiben mit, sie werde 
beim Migrationsdienst des Kantons Bern eine Befragung der geschie-
denen Ehefrau veranlassen und er habe - vorbehältlich einer Weige-
rung durch die Betroffene - die Möglichkeit, an der Einvernahme teil-
zunehmen. Für diesen Fall müsste er sich direkt mit der beauftragten 
Stelle in Verbindung setzen.

Die Befragung der geschiedenen Ehefrau wurde an die Kantonspolizei 
Bern  delegiert  und von dieser  am 25. November  2006 durchgeführt. 
Das dabei erstellte Protokoll erhielt der Beschwerdeführer von der Vor-
instanz am 11. Dezember 2006 zur Kenntnis. Von der gleichzeitig ein-
geräumten  Gelegenheit  zur  abschliessenden  Stellungnahme machte 
er keinen Gebrauch.

H.
Am  20. Dezember  2006  erteilte  der  Zivilstands-  und  Bürgerrechts-
dienst des Kantons Bern (Heimatkanton) die Zustimmung zur Nichtig-
erklärung der erleichterten Einbürgerung. 

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I.
Mit Verfügung vom 5. Januar 2007 erklärte die Vorinstanz die erleich-
terte  Einbürgerung  nichtig.  Zur  Begründung  wurde  ausgeführt,  auf-
grund der Chronologie der Ereignisse und der Aussagen der damali-
gen  Ehefrau  müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  eheliche 
Gemeinschaft schon während des Einbürgerungsverfahrens erheblich 
destabilisiert  gewesen sei. Entsprechend könne der Inhalt  der Erklä-
rung zum Zustand der Ehe nicht der Wirklichkeit entsprochen haben. 
Indem der Beschwerdeführer diese Erklärung dennoch ohne Vorbehalt 
unterzeichnet habe, habe er sich die Einbürgerung mit unzutreffenden 
Angaben erschlichen. 

J.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 12. Februar 2007 beantragt der nun an-
waltlich vertretene Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht, 
die von der Vorinstanz verfügte Nichtigerklärung sei aufzuheben. Zur 
Begründung lässt er im Wesentlichen geltend machen, die Vorinstanz 
habe den Sachverhalt  teilweise unrichtig  bzw. unvollständig erhoben 
und falsche rechtliche Schlüsse gezogen. 

Wichtig sei zu wissen, dass seine erste, 1989 mit seiner heutigen Ehe-
frau eingegangene Ehe von den Eltern arrangiert gewesen sei. Seine 
zweite Ehefrau, die Schweizer Bürgerin, habe er 1993 kennen gelernt. 
Daraus sei allmählich Liebe geworden und dies habe 1997 zur Heirat 
geführt. Fortan sei er einmal jährlich nach Mazedonien gereist, um sei-
ne beiden Töchter aus erster Ehe zu besuchen. Diese Reisen habe er 
immer  alleine  unternommen,  weil  seine  Eltern  seine  schweizerische 
Ehefrau nicht akzeptiert hätten. Im Frühling 1999 sei es anlässlich ei-
nes solchen Besuchs zu einem einmaligen sexuellen Kontakt mit der 
Mutter seiner Kinder gekommen. Dass er dabei ein Kind zeugte, habe 
er erst „geraume Zeit“ nach dessen Geburt erfahren. Im Zeitpunkt, in 
dem er das Einbürgerungsgesuch stellte, wie auch dann, als er die Er-
klärung zum Zustand seiner Ehe abgab, habe er zwar von der Exis-
tenz des Kindes gewusst, sei aber noch davon ausgegangen, es stam-
me nicht  von ihm. Entsprechend habe er  weder  die  Behörden noch 
seine damalige Ehefrau informiert. Der Auszug aus der gemeinsamen 
Wohnung im Mai 2002 sei erfolgt, weil seine damalige Ehefrau ihn aus 
nichtigem Anlass ins Gesicht geschlagen und zum Verlassen der Woh-
nung aufgefordert habe, was ihn in seiner Ehre tief gekränkt habe. Erst 
danach sei es zu einer gegenseitigen Entfremdung gekommen. Dass 
schon während des Einbürgerungsverfahrens eheliche Probleme be-

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standen hätten, habe selbst die geschiedene Ehefrau in ihrer Einver-
nahme nicht  behauptet. Letztere habe vielmehr  klar  geäussert,  dass 
die Krise im Herbst 2002 angefangen habe. 

Aus  den  Umständen  könne  demnach  nicht  geschlossen  werden,  er 
habe im Verfahren falsche Angaben gemacht bzw. die Absicht verfolgt, 
sich die erleichterte Einbürgerung zu erschleichen. 

K.
Die Vorinstanz  schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung vom 22. Juni  2007 
auf Abweisung der Beschwerde. 

L.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer der in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Dar-
unter fallen gemäss Art. 51 Abs. 1 BüG Verfügungen des BFM betref-
fend  Nichtigerklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  nach  Art. 41 
Abs. 1 BüG. 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, sofern das Verwaltungsgerichts-
gesetz nichts anderes bestimmt. 

1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer durch die ange-
fochtene Verfügung besonders berührt und er hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung (vgl. Art. 48 VwVG). Auf die frist-  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  daher  einzutreten  (vgl. 
Art. 50 und 52 VwVG). 

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

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von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts  und - soweit  nicht  eine kantonale Behörde 
als  Rechtsmittelinstanz  verfügt  hat  -  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
3.1 Gemäss  Art. 27  Abs. 1  BüG kann  eine ausländische  Person er-
leichtert  eingebürgert  werden,  wenn sie insgesamt fünf  Jahre in  der 
Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren 
in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt. Nach dem 
Wortlaut und Wortsinn der Bestimmung müssen sämtliche Vorausset-
zungen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anläss-
lich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des 
Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die er-
leichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 132 ll 113 
E. 3.2 S. 115; 130 II 482 E. 2 S. 484; 129 II 401 E. 2.2 S. 403; 128 II 97 
E. 3a S. 99). 

3.2 Der Begriff  der "ehelichen Gemeinschaft"  stammt zwar aus dem 
Zivilgesetzbuch  (Art. 159  Abs. 1  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbu-
ches vom 10. Dezember  1907 [ZGB, SR 210]). Nach der  bundesge-
richtlichen  Rechtsprechung  unterscheidet  sich  der  Begriff  der  eheli-
chen  Gemeinschaft  im  Sinne  von  Art. 27  BüG  aber  von  jenem  des 
ZGB (BGE 121 II 49 E.  2b S. 51 mit Hinweisen auf die Lehre). Eine 
eheliche Gemeinschaft im Sinne des Bürgerrechtsgesetzes setzt nicht 
nur das formelle  Bestehen einer  Ehe,  sondern  eine tatsächliche Le-
bensgemeinschaft voraus. Eine solche Gemeinschaft kann nur bejaht 
werden, wenn der gemeinsame Wille zu einer stabilen ehelichen Be-
ziehung besteht und diese auch künftig aufrecht erhalten bleiben soll 
(BGE 130 ll 482 E. 2 S. 483 f.; 128 II 97 E. 3a S. 98; 121 II 49 E. 2b 
S. 52).  Der  Gesetzgeber  wollte  dem ausländischen  Ehegatten  eines 
Schweizer Bürgers die erleichterte Einbürgerung ermöglichen, um die 
Einheit des Bürgerrechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsa-

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me Zukunft  zu fördern (Botschaft  zur Änderung des Bürgerrechtsge-
setzes [Gleichstellung von Mann und Frau, Bürgerrecht der Ehegatten 
in national gemischten Ehen, Anpassung von weiteren Bestimmungen 
an die Rechtsentwicklung] vom 26. August 1987, BBl 1987 III 293 ff., 
S. 310; vgl. auch BGE 130 II 482 E. 2 S. 484). Ein Hinweis auf den feh-
lenden Willen der Ehegatten,  die eheliche Gemeinschaft  aufrecht  zu 
erhalten, kann der Umstand sein, dass nur kurze Zeit nach der Einbür-
gerung das Scheidungsverfahren eingeleitet wird (BGE 130 ll 482 E. 2 
S. 483 f.; 128 ll 97 E. 3a S. 98 f.). 

4.
4.1 Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundes-
amt mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jah-
ren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-
heimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen, d.h. mit einem unlaute-
ren oder  täuschenden Verhalten  erwirkt  worden ist. Arglist  im Sinne 
des  strafrechtlichen  Betrugstatbestandes  wird  nicht  verlangt.  Es  ge-
nügt,  wenn der Betroffene bewusst  falsche Angaben macht  bzw. die 
Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebli-
che Tatsache zu informieren (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f.; 130 
II 482 E. 2 S. 484; 128 II 97 E. 3.a S. 99, je mit Hinweisen). Weiss der 
Betroffene,  dass  die  Voraussetzungen  für  die  erleichterte  Einbürge-
rung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so muss er 
die  Behörden  unaufgefordert  über  eine  nachträgliche  Änderung  der 
Verhältnisse orientieren, von der er weiss oder wissen muss, dass sie 
einer  Einbürgerung  entgegensteht.  Die  Pflicht  dazu  ergibt  sich  aus 
dem Grundsatz von Treu und Glauben und aus der verfahrensrechtli-
chen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Be-
hörde darf sich ihrerseits darauf verlassen, dass die vormals erteilten 
Auskünfte bei passivem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor Ak-
tualität haben (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.).

4.2 Die  formellen  Voraussetzungen  von Art. 41  Abs. 1  BüG für  eine 
Nichtigerklärung sind vorliegend erfüllt: Der Kanton Bern als Heimat-
kanton hat die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Ein-
bürgerung erteilt und die Nichtigerklärung ist seitens der zuständigen 
Instanz innert der gesetzlichen Frist von fünf Jahren ergangen.

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4.3 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob auch die materiellen Vorausset-
zungen gegeben sind; d.h. ob der Beschwerdeführer seine Einbürge-
rung erschlichen hat.

5.
5.1 Im  Verfahren  betreffend  Widerruf  der  erleichterten  Einbürgerung 
gilt, wie in der Bundesverwaltungsrechtspflege allgemein, der Untersu-
chungsgrundsatz  (Art. 12  VwVG)  und  der  Grundsatz  der  freien  Be-
weiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). Frei 
ist die Beweiswürdigung vor allem darin, dass sie nicht an bestimmte 
starre Beweisregeln gebunden ist,  die  dem Richter  genau vorschrei-
ben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweis-
wert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278 f.; zu 
den  Beweismitteln:  BGE 130  II  169  E. 2.3.2 ff.  S. 172 ff.).  Wenn ein 
Entscheid - wie im vorliegenden Fall - zum Nachteil des Betroffenen in 
seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

5.2 In einer Konstellation wie der vorliegend zu beurteilenden ist die 
Frage von entscheidender Bedeutung, ob die Ehe im massgeblichen 
Zeitraum (während des gesamten Gesuchsverfahrens) tatsächlich ge-
lebt wurde, und falls ja, ob bei den Ehepartnern beidseits der ungebro-
chene  Wille  bestand,  diese  Ehe  auf  unbestimmte  Zeit  fortzuführen. 
Nun handelt es sich aber insbesondere beim Willen, die eheliche Ge-
meinschaft  aufrechtzuerhalten, um eine innere, mentale Haltung, die 
sich  naturgemäss  dem direkten  Beweis  entzieht.  Die  Behörde  kann 
sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Vermutungs-
basis) auf unbekannte (Vermutungsfolgen) zu schliessen. Solche tat-
sächlichen Vermutungen (auch als natürliche Vermutungen oder 'pra-
esumptio  hominis'  bezeichnet)  können  sich  in  allen  Bereichen  der 
Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch im öffentlichen Recht. Es 
handelt  sich  dabei  um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen,  die  aufgrund 
der Lebenserfahrung gezogen werden (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f. 
mit Hinweisen).

5.3 Als ein Problem der Beweiswürdigung berühren die tatsächlichen 
Vermutungen  weder  die  Beweislast  noch  den  Untersuchungsgrund-
satz. Letzterer gebietet zwar, dass die Verwaltung auch nach entlas-
tenden, d.h. die Vermutung erschütternden Elementen sucht. Bei Kon-
stellationen  im  Zusammenhang  mit  der  erleichterten  Einbürgerung 

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liegt  es aber in der Natur der Sache, dass solche entlastenden Ele-
mente der Verwaltung oft nicht bekannt sein dürften und nur der Be-
troffene darüber Bescheid wissen kann. Es ist deshalb an ihm (zumal 
er dazu nicht nur aufgrund seiner verfahrensrechtlichen Mitwirkungs-
pflicht verpflichtet ist, sondern daran auch ein erhebliches Eigeninter-
esse haben muss) die Vermutung durch den Gegenbeweis oder durch 
erhebliche Zweifel umzustürzen, indem er Gründe oder Sachumstände 
aufzeigt, die es als überzeugend (nachvollziehbar) erscheinen lassen, 
dass  eine  angeblich  noch  wenige  Monate  zuvor  bestehende,  unge-
trennte  eheliche  Gemeinschaft  in  der  Zwischenzeit  dergestalt  in  die 
Brüche  ging,  dass  es  zur  Scheidung  kam  (BGE  130  II  482  E. 3.2 
S. 485 ff. mit weiteren Hinweisen und Quellenangeben; anstelle vieler 
vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-1163/2006  vom 
4. April 2008). 

5.4 Die Vorinstanz vertritt  den Standpunkt,  dass spätestens im Zeit-
punkt des Entscheides über die erleichterte Einbürgerung zumindest 
beim  Beschwerdeführer  kein  auf  die  Zukunft  gerichteter  uneinge-
schränkter Ehewille mehr bestanden habe. Auch sei die Ehe bereits im 
Zeitpunkt  der Erklärung zur Qualität  der ehelichen Gemeinschaft  er-
heblich destabilisiert gewesen. Der Beschwerdeführer habe durch das 
Verschweigen der ehelichen Schwierigkeiten gegenüber den Einbürge-
rungsbehörden - aber auch der ausserehelichen Zeugung eines Kin-
des  und  dessen  Verschweigen  selbst  gegenüber  seiner  damaligen 
Ehefrau - den unzutreffenden Anschein erweckt, die Ehe sei nach wie 
vor stabil. 

6.
6.1 Aus den Akten ergeben sich folgende Auffälligkeiten: Der seit 1989 
mit  einer Frau aus seinem Kulturkreis verheiratete Beschwerdeführer 
gelangte 1991 erstmals zur Arbeit in die Schweiz und hielt sich in der 
Folge bis zur definitiven Abschaffung des Saisonnierstatuts regelmäs-
sig mit einer entsprechenden Bewilligung hier auf. Im Jahr seines letz-
ten Saisonaufenthalts liess er sich von seiner mazedonischen Ehefrau, 
mit der er bis dahin zwei Kinder hatte, scheiden und verheiratete sich 
im Jahr darauf mit einer Schweizer Bürgerin. Damit verschaffte er sich 
ein neues, ununterbrochenes Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Wäh-
rend seiner Ehe mit der Schweizer Bürgerin reiste er regelmässig nach 
Mazedonien zum Besuch seiner Verwandten. Seine Ehefrau blieb je-
weils hier - angeblich, weil sie von seinen Eltern abgelehnt wurde. Bei 
einem  dieser  Besuche  schwängerte  er  die  geschiedene  Ehefrau. 

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Dabei soll es sich um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt haben. 
Das Kind kam im Dezember  1999,  gut  drei  Monate vor Einreichung 
seines Einbürgerungsgesuchs,  auf  die  Welt. Im Gesuchsformular  er-
wähnte der Beschwerdeführer das Kind nicht, obwohl darin ausdrück-
lich nach unverheirateten ausländischen Kindern unter 20 Jahren ge-
fragt  wird. Zwar  wurden auch die  beiden älteren,  ehelich  gezeugten 
Kinder  nicht  aufgeführt.  Dies  sei  aber  ein  Fehler  seiner  damaligen 
Ehefrau gewesen, die das Formular für ihn ausgefüllt  habe. Was das 
jüngste, unehelich gezeugte Kind angeht,  so sei  er damals (gut  drei 
Monate nach dessen Geburt)  noch davon ausgegangen, es stamme 
nicht von ihm. Dabei behauptete der Beschwerdeführer nicht etwa, sei-
ne frühere Ehefrau habe einen entsprechenden Lebenswandel geführt, 
sondern,  er  sei  davon ausgegangen,  dass  sein  einmaliger  sexueller 
Kontakt gar nicht zu einer Schwangerschaft habe führen können. Die 
schweizerische Ehefrau  informierte  er  ebenfalls  nicht  über  die  Exis-
tenz  seines  ausserehelichen  Kindes.  Am 23. Oktober  2001  gab  der 
Beschwerdeführer  zuhanden der  Einbürgerungsbehörde seine Erklä-
rung zum Zustand seiner Ehe ab und am 17. Januar 2002 wurde er er-
leichtert eingebürgert. Am 19. Mai 2002 und damit nur gerade vier Mo-
nate später zog er aus der ehelichen Wohnung aus, angeblich weil ihn 
seine Ehefrau bei einer Auseinandersetzung gekränkt und in seinem 
Stolz verletzt habe. Im November 2002 wurde ein Notar mit den Vorbe-
reitungen für eine Scheidung beauftragt und am 11. April 2003 wurde 
ein gemeinsamer Scheidungsantrag beim zuständigen Gericht einge-
reicht.  Die  Scheidung  erfolgte  am  5. August  2003  und  schon  am 
11. September 2003, also nur gut einen Monat später verheiratete sich 
der Beschwerdeführer wieder mit seiner ersten, mazedonischen Ehe-
frau und Mutter seiner bis dahin drei gemeinsamen Kinder. Ein viertes 
Kind kam im Jahre 2006 zur Welt.

6.2 Allein  schon  diese  äusseren  Umstände  -  angefangen  mit  der 
Scheidung  von  seiner  mazedonischen  Ehefrau  und  der  Heirat  einer 
Schweizer Bürgerin in dem Moment, in dem ein weiterer Aufenthalt in 
der Schweiz infolge der Abschaffung des Saisonnierstatuts nicht mehr 
möglich war, vor allem aber die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 
während der Ehe mit der Schweizer Bürgerin ein aussereheliches Kind 
mit seiner geschiedenen Ehefrau zeugte, nur Monate nach seiner er-
leichterten Einbürgerung aus der gemeinsamen Wohnung auszog und 
schon wenige Wochen nach der Scheidung von der Schweizer Ehefrau 
seine erste Ehefrau und Mutter seiner Kinder erneut heiratete - bilden 
klare Anhaltspunkte dafür, dass im Zeitpunkt der erleichterten Einbür-

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gerung bzw. der persönlichen Erklärung des Ehepaares keine intakte, 
gelebte eheliche Beziehung und damit auch kein echter Wille bestan-
den haben kann, die Ehe auch in Zukunft aufrecht zu erhalten (zur Be-
deutung und Tragweite der tatsächlichen Vermutung im Verfahren auf 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung vgl. grundlegend BGE 
130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.). 

6.3 Der Schluss wird noch bestärkt durch die Aussagen der geschie-
denen Ehefrau. Diese gab auf entsprechende Fragen (Nr. 6 und 7) zu 
Protokoll,  die Schwierigkeiten seien schleichend gekommen und hät-
ten im Spätsommer 2001 angefangen. Der Beschwerdeführer sei  oft 
gereizt von der Arbeit nach Hause gekommen, habe aber nicht gesagt, 
welche Probleme er habe und sich von ihr auch nicht helfen lassen. An 
Pfingsten 2002 habe er die gemeinsame Wohnung in Bützberg verlas-
sen und sei nach Langenthal an seinen Arbeitsort gezogen. Als die ge-
schiedene Ehefrau auf die von ihr im Einbürgerungsverfahren mit un-
terzeichnete  Erklärung  zum  Zustand  der  Ehe  angesprochen  wurde 
(Frage Nr. 15), verwies sie einleitend darauf, dass sie „den ganzen und 
immerwährenden  Bewilligungskram  [...]  irgendwie  satt“  gehabt  habe 
und ihr damaliger Ehemann durch seinen ausländerrechtlichen Status 
auf  dem Arbeitsmarkt  Nachteile  habe erleiden müssen,  um dann im 
Widerspruch zu den vorangegangenen Aussagen zu behaupten,  die 
eheliche Gemeinschaft  sei  im Herbst 2001 noch stabil  gewesen. Auf 
eine weitere Frage (Nr. 17) äusserte sie, zwischen der gemeinsamen 
Erklärung  im  Oktober  2001  und  dem  Auszug  des  Ehemannes  an 
Pfingsten 2002 hätten sie keine gemeinsamen Ferien mehr verbracht, 
nur noch einmal Weihnachten bei ihren Eltern gefeiert und die wenigen 
gemeinsamen Freitage miteinander verbracht. Auf die Frage nach Er-
eignissen,  die  sich  nach  der  erleichterten  Einbürgerung  zugetragen 
hätten (Frage Nr. 18),  meinte die geschiedene Ehefrau, sie wisse ei-
gentlich heute noch nicht  genau,  weshalb sie sich scheiden liessen. 
Den  Auslöser  dafür  habe  aber  ganz  klar  der  Beschwerdeführer  ge-
setzt. Er sei es ja auch gewesen, der die eheliche Wohnung von sich 
aus verlassen habe.

7.
7.1 Nachfolgend ist  zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in der Lage 
ist, die sich aus den aufgezeigten Umständen ergebende tatsächliche 
Vermutung zu widerlegen. Dazu braucht er zwar nicht den Nachweis 
zu erbringen, dass die Ehe mit der Schweizer Bürgerin im massgebli-
chen Zeitraum intakt war, denn eine tatsächliche Vermutung führt nicht 

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zur  Umkehr  der  Beweislast. Es  genügt,  wenn der  Beschwerdeführer 
eine plausible Alternative zur dargestellten Vermutungsfolge präsentie-
ren kann. Er kann den Gegenbeweis erbringen, sei es indem er glaub-
haft den Eintritt  eines ausserordentlichen Ereignisses dartut, das ge-
eignet  ist,  den raschen Verfall  einer  zuvor  intakten ehelichen Bezie-
hung zu erklären, sei es indem er glaubhaft darlegt, dass er sich der 
ehelichen Probleme nicht bewusst gewesen sei und demzufolge zum 
Zeitpunkt,  als er  die Erklärung unterzeichnete, den wirklichen Willen 
hatte, weiterhin eine stabile eheliche Beziehung aufrecht zu erhalten 
(vgl. dazu BGE 130 II  485 E. 3.2 S. 482; Urteile des Bundesgerichts 
5A.13/2005  vom  6. September  2005  E. 4.2  und  5A.23/2005  vom 
22. November  2005 E. 5.2). Angesichts  der  starken Indizien,  auf  die 
sich die tatsächliche Vermutung vorliegend stützt, sind indessen keine 
geringen Anforderungen zu stellen, wenn es darum geht glaubhaft zu 
machen, dass die Ehe erst nach der erleichterten Einbürgerung in die 
Krise kam und scheiterte.

7.2 In  diesem Zusammenhang  fällt  auf,  dass  der  Beschwerdeführer 
die  ihm  im  erstinstanzlichen  Verfahren  gewährten  Möglichkeiten  zur 
Teilnahme an der Einvernahme der geschiedenen Ehegattin bzw. zur 
Stellungnahme gegenüber den von der Vorinstanz geäusserten Tatsa-
chenvermutungen und den daraus abgeleiteten Schlüssen nicht wahr-
nahm bzw. sich auf blosses und pauschales Bestreiten beschränkte. 

7.3 Die solchermassen erst mit der Beschwerde erhobenen Einwände 
sind denn auch weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit geeignet, die 
gegen  den  Beschwerdeführer  sprechende  tatsächliche  Vermutung 
überzeugend in Frage zu stellen, wonach zum Zeitpunkt der gemein-
samen Erklärung zum Zustand der Ehe und der erleichterten Einbür-
gerung zwischen ihm und seiner damaligen Ehefrau keine stabile und 
auf Zukunft gerichtete eheliche Gemeinschaft bestanden hat. So kann 
der blosse Hinweis des Beschwerdeführers, wonach seine erste Ehe 
von den Eltern arrangiert worden sei, deren rasche Auflösung nur we-
nige Jahre nach der Geburt zweier Kinder und in einem Zeitpunkt, in 
dem sein weiterer  (saisonaler)  Aufenthalt  in  der Schweiz nicht  mehr 
möglich war, für sich allein nicht überzeugend erklären. Dies umso we-
niger, als er mit seiner ersten Ehefrau im Frühjahr 1999 ein weiteres 
Kind zeugte und sie nach seiner Scheidung von der Schweizer Bürge-
rin sofort wieder heiratete. Der begründete Verdacht auf gezielte Dis-
positionen  im  Interesse  einer  Aufenthaltssicherung  lässt  sich  auch 
nicht mit dem Einwand des Beschwerdeführers entkräften, dass er die 

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Schweizer  Bürgerin  schon  1993  kennen  gelernt  und  mit  ihr  vor  der 
Heirat  eine  mehrjährige  Liebesbeziehung  gepflegt  habe. Nicht  über-
zeugen kann auch der  Versuch,  die  aussereheliche Zeugung seines 
dritten Kindes als eine einmalige „Entgleisung“ hinzustellen. Tatsache 
ist,  dass  der  Beschwerdeführer  seine  Angehörigen  in  Mazedonien 
auch während seiner Ehe mit der Schweizer Bürgerin regelmässig al-
lein besuchte und seine erste Ehefrau nach erfolgter Scheidung sofort 
wieder heiratete und in die Schweiz nachzog. Ins Bild passt auch, dass 
er weder die Ehefrau noch (im Einbürgerungsverfahren) die Behörden 
über die aussereheliche Vaterschaft informierte. Die in diesem Zusam-
menhang  abgegebene  Erklärung,  wonach  er  zwar  von der  Existenz 
des Kindes gewusst, lange Zeit aber nicht geglaubt habe, dessen leib-
licher  Vater  zu  sein,  ist  -  insbesondere  mit  der  Begründung  dieses 
Glaubens -  geradezu abwegig. Die protokollierten  Aussagen der ge-
schiedenen Ehefrau zu den ihr vorgelegten Fragen Nr. 7, 8 und 15 las-
sen sich entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht dahinge-
hend werten, dass eheliche Probleme erst nach der erleichterten Ein-
bürgerung  aufgetreten  seien. Sie  hat  auf  eine  entsprechende  Frage 
klar festgehalten, die Zerrüttung sei ein schleichender Prozess gewe-
sen und die Unstimmigkeiten hätten schon 2001 begonnen. Erst auf-
grund der Konfrontierung mit der von ihr mitunterzeichneten Erklärung 
vom 23. Oktober  2001 über  den Zustand der  Ehe versuchte  sie  auf 
wenig überzeugende Weise, den Beginn der Zerrüttung auf einen spä-
teren  Zeitraum zu  verschieben. Völlig  lebensfremd scheint  auch  die 
Begründung des Beschwerdeführers  für  die  Aufgabe  des gemeinsa-
men Haushaltes im Mai 2002. Der Beschwerdeführer will eine angeb-
lich intakte, fast fünfjährige eheliche Gemeinschaft  spontan aufgege-
ben haben, nur weil seine Ehefrau ihm aus nichtigem Anlass eine Ohr-
feige gegeben und ihn zum Verlassen der Wohnung aufgefordert habe. 
Ganz abgesehen davon, dass die geschiedene Ehefrau die Umstände, 
die  zum Auszug  des Beschwerdeführers  führten,  ganz anders  schil-
derte. Vor diesem Hintergrund kann nicht ernsthaft behauptet werden, 
die Entfremdung in  der  Beziehung habe erst  mit  diesem „Rauswurf“ 
begonnen. Unwesentlich ist  schliesslich,  dass die Scheidung erst  im 
November 2002 und damit Monate nach der Auflösung der ehelichen 
Gemeinschaft in die Wege geleitet wurde. 

8.
8.1 Die Nichtigerklärung der Einbürgerung gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG 
setzt - wie bereits erwähnt - voraus, dass diese "erschlichen" worden 
ist. Der Betroffene muss bewusst falsche Angaben gemacht bzw. die 

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Behörde in einem falschen Glauben gelassen haben; die Behörde über 
eine  erhebliche Tatsache nicht  informiert  haben (vgl. BGE 128 II  97 
E. 4 S. 101 f.). Wesentlich sind dabei nicht nur Tatsachen, nach denen 
ausdrücklich  gefragt  wird,  sondern  auch solche,  von denen der  Ge-
suchsteller  wissen  muss,  dass  sie  für  den  Einbürgerungsentscheid 
massgebend sind. Dazu können auch "innere Tatsachen" wie etwa die 
Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der Begründung einer 
neuen Ehe gehören (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.511/2002 vom 
10. Juni 2002 E. 3.2).

8.2 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt  sich, dass sowohl die 
Angaben des Beschwerdeführers im Gesuch um erleichterte Einbürge-
rung als auch in der gemeinsamen Erklärung betreffend Intaktheit der 
ehelichen Gemeinschaft in wesentlichen Teilen falsch bzw. unvollstän-
dig waren. Er hat den Behörden gegenüber sowohl seine mehrfache 
Vaterschaft als auch die damals schon verfahrensrelevante Belastung 
des Ehelebens verschwiegen. Im Übrigen ist der Vorinstanz zu folgen, 
wenn sie den Hinweis des Beschwerdeführers darauf, dass die damali-
ge  Ehefrau das  Gesuchsformular  ausgefüllt  und  dabei  die  Nennung 
der vorehelichen Kinder vergessen habe, als unerheblich qualifiziert. 
Das ausserehelich gezeugte Kind hätte sie auch (in eigener Unkennt-
nis dieses Umstandes) gar nicht aufführen können. Der Beschwerde-
führer,  der  den  Einbürgerungsantrag  unterzeichnete,  musste  wissen 
oder zumindest annehmen, dass das Vorhandensein vor- bzw. ausser-
ehelicher Kinder Einfluss auf den Entscheid der Einbürgerungsbehör-
de haben dürfte. Der rechtliche Schluss der Vorinstanz, dass der Be-
schwerdeführer  im Sinne von Art. 41 BüG erhebliche Tatsachen ver-
heimlicht und falsche Angaben gemacht habe, ist daher nicht zu bean-
standen.

9.
Daraus ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung rechtmässig ist 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwer-
deführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten 
sind auf Fr. 700.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reg-
lements  vom  11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

(Dispositiv S. 15)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 700.- werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 700.- 
verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung, Akten K 351 028 re-

tour)

Der vorsitzender Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Philipp Mäder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 

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