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**Case Identifier:** d12e5b99-fbfc-58f3-aee4-630b041298b7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2010 A-5875/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5875-2009_2010-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-5875/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Michael Beusch (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richter Daniel Riedo, 
Gerichtsschreiber Lino Etter.

X._______,
vertreten durch A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 
Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 1999 - 2. Quartal 2004); 
Ermessenseinschätzung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-5875/2009

Sachverhalt:

A.
X._______ erklärte der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) mit 
Schreiben  vom  14. August  1997  die  Einstellung  seines  Betriebs, 
worauf  ihm  die  Streichung  aus  dem  Register  der  Mehrwertsteuer-
pflichtigen der ESTV (im Folgenden: Steuerregister)  per 30. Septem-
ber 1997 mitgeteilt  wurde. Nach Eintragung der Einzelunternehmung 
Y._______ ins Handelsregister per 17. Oktober 2003 stellte die ESTV 
am 22. Juni 2004 fest, dass gestützt auf die Auskünfte von X._______ 
die Voraussetzungen zur (Neu-)Eintragung seines Einzelunternehmens 
ins Steuerregister nicht gegeben seien. Am 30. Juni 2004 beantragte 
X._______ die Eintragung ins Steuerregister, da im laufenden Jahr der 
steuerpflichtige  Umsatz  bereits  erreicht  worden  sei.  Gemäss 
Handelsregister  bezweckt  die  Y._______  "Internet-Dienstleistungen 
aller  Art".  Dieser  Zweck  enthielt  unstrittig  u.a.  den  Betrieb  eines 
Escort-Services sowie – unter Zuhilfenahme eines Fotostudios – den 
Verkauf von erotischen Webinseraten und Videoclips. 

B.
Im  November  2004  führte  die  ESTV  bei  X._______  eine  vorange-
kündigte  Kontrolle  für  die  Steuerperioden  zwischen  dem  1. Januar 
1999 und dem 30. Juni 2004 durch und stellte ihm bei rückwirkender 
Eintragung ins Steuerregister die Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. ...8 
über Fr. 23'006.--  (für  die Steuerjahre 1999 und 2000) sowie die EA 
Nr. ...9  über  Fr. 80'900.--  (für  die  Steuerperiode  zwischen  dem 
1. Januar  2001  und  dem  30. Juni  2004)  zu.  Gegen  die  dazu  am 
13. Dezember  2004 formell  erlassenen Entscheide erhob X._______ 
am 25. Januar 2005 Einsprache. Er machte insbesondere geltend, die 
kalkulatorische Ermittlung seines Umsatzes rund um die sich bis  im 
Jahr  2002  im  Aufbau  befindliche  Website  <q._______>  sei  "im 
höchsten  Masse  unrealistisch"  und  verwies  auf  einen  Grossbrand, 
welcher das "Fehlen gewisser Unterlagen und Belege" erkläre.

C.
Am 18. Juni 2007 informierte die ESTV X._______, dass sie über ein 
Onlinearchiv seine ehemals aufgeschalteten Websites besucht  habe, 
weshalb  sie  aufgrund  diverser  Neukalkulationen  eine  zusätz liche 
Belastung in der Gesamthöhe von Fr. 378'933.-- erwäge, und forderte 
ihn zur Stellungnahme auf. Nach Akteneinsicht bestritt X._______ mit 
Schreiben  vom  4. April  2008  die  Steuerforderungen,  beantragte 

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Zeugeneinvernahmen  sowie  "amtliche  Erkundigungen"  und  reichte 
diverse  Belege  nach.  X._______  präzisierte  dabei  seine  Rügen 
bezüglich  der  Vornahme  einer  bzw.  der  Methoden  der  erfolgten 
Ermessenstaxation und machte insbesondere geltend, dass die Call -
girls, für die sein Escort-Service warb, selbständig seien, weshalb ihm 
der von ihnen generierte Umsatz nicht zuzuordnen sei.

D.
Mit  Einspracheentscheid  vom  12. August  2009  hiess  die  ESTV  die 
Einsprache in Bezug auf die Steuerjahre 1999 und 2000 (EA Nr. ...8) 
in der Höhe von Fr. 6'698.-- gut, jedoch verfügte die Vorinstanz unter 
Berücksichtigung  neuer  Erkenntnisse  hinsichtlich  der  Steuerperiode 
vom  1. Januar  2001  bis  am  30. Juni  2004  eine  gegenüber  der  EA 
Nr. ...9 um Fr. 72'939.-- erhöhte Nachbelastung. Insgesamt forderte sie 
damit von X._______ eine Mehrwertsteuer von Fr. 170'147.-- plus Ver-
zugszins  ab  31. Dezember  2000  bzw.  27. Mai  2003.  Des  Weiteren 
verfügte die ESTV rückwirkend per 15. Oktober 1999 die Eintragung 
von X._______ ins Steuerregister.

E.
Mit  Beschwerde  vom  14. September  2009  beantragt  X._______ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer)  unter  Kosten- und Entschädigungs-
folge die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 12. August 2009 
und der Entscheide vom 13. Dezember 2004 sowie seine Eintragung 
ins  Steuerregister  (frühstens)  per  1. Juli  2004.  Mit  Vernehmlassung 
vom 6. November 2009 beantragt die ESTV (nachfolgend auch: Vorin-
stanz) die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021); als anfechtbare Verfügungen gelten auch 
Einspracheentscheide der  Departemente  und der  ihnen unterstellten 
oder  administrativ  zugeordneten Dienststellen  der  Bundesverwaltung 
(Art. 5 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG). Im Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  bildet  einzig der vorinstanzliche Entscheid 
das  Anfechtungsobjekt.  Allfällige  Entscheide  unterer  Instanzen  sind 

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einer Beanstandung nicht zugänglich, da sie durch den verwaltungs-
internen Einspracheentscheid ersetzt wurden (BGE 130 V 138 E. 4.2; 
ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.7).  Der  angefochtene 
Einspracheentscheid der ESTV vom 12. August 2009 ist damit als eine 
beim  Bundesverwaltungsgericht  anfechtbare  Verfügung  zu  qualifizie-
ren. Dagegen ist  auf den Antrag auf Aufhebung der Entscheide vom 
13. Dezember 2004 nicht einzutreten. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  im  vollen  Umfang  überprüfen.  Die  Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht und der 
unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art.  49 
VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  sich  allerdings  bei 
der  Überprüfung  von  zulässigerweise  erfolgten  Ermessensveran-
lagungen eine gewisse Zurückhaltung und führt  so die höchstrichter-
lich  bestätigte  Rechtsprechung  der  Steuerrekurskommission  (SRK) 
weiter  (vgl.  [anstelle  vieler]  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_426/2007 
vom 22. November 2007 E. 4.3). Ob indessen die Voraussetzungen für 
die  Vornahme einer  Ermessensveranlagung  gegeben  sind,  überprüft 
das Bundesverwaltungsgericht uneingeschränkt (statt vieler zum Gan-
zen: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4360/2007 vom 3. Juli 
2009  E. 5.1  und  A-1532/2006  vom  10. Januar  2008  E. 2.1  mit 
Hinweisen). 

1.3 Am  1. Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom  12. Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Soweit der Sachverhalt vom 1. Ja-
nuar 2001 bis 31. Dezember 2009 betroffen ist, untersteht das vorlie-
gende  Verfahren  deshalb  in  materieller  Hinsicht  dem  Bundesgesetz 
vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 
1300). Für die Zeit  vom 1. Januar 1999 bis zum 31. Dezember 2000 
finden  ferner  die  Bestimmungen  der  Verordnung  vom 22. Juni  1994 
über  die  Mehrwertsteuer  (aMWSTV,  AS  1994  1464)  Anwendung 
(Art. 93 und 94 aMWSTG). 

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 

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Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des In -
krafttretens hängige Verfahren anwendbar. Allerdings  ist  diese Norm 
insofern  restriktiv  auszulegen,  als  gemäss höchstrichterlicher  Recht-
sprechung nur eigentliche Verfahrensnormen sofort  auf  hängige Ver-
fahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu einer Anwendung von 
neuem materiellen Recht auf altrechtliche Sachverhalte kommen darf 
(ausführlich: Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1113/2009 vom 
23. Februar  2010 E. 1.3.3.2; bestätigt  u.a. mit  Urteil  des Bundesver-
waltungsgerichts A-4360/2008 vom 4. März 2010 E. 1.2). Kein Verfah-
rensrecht in diesem engen Sinn stellen im vorliegenden Fall etwa die  
nachfolgend abgehandelten Themen wie die Buchführungspflicht, das 
Selbstveranlagungsprinzip,  die  Ermessensveranlagung  oder  gar  der 
Verzugszins  etc.  dar,  so  dass  vorliegend  diesbezüglich  noch  altes 
Recht anwendbar ist. Keine Anwendung finden deshalb beispielsweise 
Art.  70,  71,  72  oder  79  MWSTG,  obwohl  sie  unter  dem Titel  „Ver-
fahrensrecht  für  die  Inland-  und  die  Bezugsteuer“  stehen  (vgl.  auch 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-705/2008 vom 12. April 2010 
E. 1.2 und A-1379/2007 vom 18. März 2010 E. 1.2.2).

2.
2.1 Der  Mehrwertsteuer  unterliegen  unter  anderem  die  im  Inland 
gegen Entgelt erbrachten Lieferungen von Gegenständen und Dienst-
leistungen  (Art. 4  Bst. a  und  b  aMWSTV  bzw.  Art. 5  Bst. a  und  b 
aMWSTG). Als  Dienstleistung gilt  jede Leistung,  die keine Lieferung 
eines  Gegenstandes  ist  (Art. 6  Abs. 1  aMWSTV  bzw.  Art. 7  Abs. 1 
aMWSTG).

2.2 Die  Mehrwertsteuer  wird  vom  Entgelt  berechnet.  Dazu  gehört 
alles, was der Leistungsempfänger oder ein Dritter für ihn als Gegen-
leistung für die Leistung aufwendet. Die Gegenleistung umfasst auch 
den  Ersatz  aller  Kosten,  selbst  wenn  diese  gesondert  in  Rechnung 
gestellt werden (Art. 26 Abs. 1 und 2 aMWSTV bzw. Art. 33 Abs. 1 und 
2 aMWSTG).

2.3 Mehrwertsteuerpflichtig  ist,  wer  eine  mit  der  Erzielung  von  Ein-
nahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig 
ausübt,  auch wenn die Gewinnabsicht  fehlt,  sofern seine Leistungen 
im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 17 Abs. 1 
aMWSTV bzw. Art. 21 Abs. 1 aMWSTG). Mehrwertsteuerpflichtig sind 
insbesondere natürliche Personen, Personengesellschaften, juristische 
Personen des privaten und öffentlichen Rechts, unselbständige öffent-

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liche Anstalten sowie Personengesamtheiten ohne Rechtsfähigkeit, die 
unter  gemeinsamer Firma Umsätze tätigen (Art. 17  Abs. 2 aMWSTV 
bzw. Art. 21 Abs. 2 aMWSTG).  Die Steuerpflicht beginnt nach Ablauf 
des Kalenderjahres, in dem der massgebende Umsatz erzielt worden 
ist. Wurde die für die Steuerpflicht massgebende Tätigkeit nicht wäh-
rend des gesamten Kalenderjahres ausgeübt,  so ist  der Umsatz auf 
ein  volles  Jahr  umzurechnen  (Art. 21  Abs. 1  aMWSTV  bzw. Art. 28 
Abs. 1 aMWSTG). Wird die massgebende Tätigkeit neu aufgenommen 
oder durch Eröffnung eines neuen Betriebszweiges erweitert,  so be-
ginnt die Steuerpflicht mit der Aufnahme der Tätigkeit oder Geschäfts-
erweiterung, wenn zu erwarten ist, dass der für die Steuerpflicht mass-
gebende  Umsatz  innerhalb  der  nächsten  zwölf  Monate  Fr. 75'000.-- 
übersteigen  wird  (Art. 21  Abs. 2  aMWSTV  bzw.  Art. 28  Abs. 2 
aMWSTG).

Wichtige Kriterien für die erforderliche Selbständigkeit der beruflichen 
Tätigkeit sind beispielsweise, dass die steuerbare Tätigkeit im eigenen 
Namen, auf eigenes wirtschaftliches und unternehmerisches Risiko, in 
betriebswirtschaftlicher  oder  arbeitsorganisatorischer  Unabhängigkeit 
von einem Arbeitgeber erbracht wird ([statt vieler] Urteile des Bundes-
gerichts  2A.47/2006  vom  6. Juli  2006  E. 3  und  2A.468/1999  vom 
27. Oktober 2000, veröffentlicht in Revue de Droit Administratif  et de 
Droit Fiscal [RDAF] 2001 II 53 ff. und ASA 71 S. 651 ff. E. 4a f.; Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-156/2007  vom  20. April  2009 
E. 2.2.1  und  A-3822/2007  vom 3. Juni  2008  E. 2.1.3).  Ob  der  Leis-
tungserbringer selbständig im mehrwertsteuerlichen Sinn handelt,  ist 
aufgrund der Gesamtheit der wirtschaftlichen Verhältnisse zu beurtei-
len. Angesichts des Wesens der Mehrwertsteuer als allgemeine Ver-
brauchsteuer ist der Begriff der Selbständigkeit eher weit auszulegen 
(Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5460/2008  vom  12. Mai 
2010  E. 2.2,  A-5876/2008  vom  24. März  2010  E. 2.2,  A-1399/2006 
vom 6. Februar  2008  E. 2.2,  A-1580/2006  vom 16. Mai  2007  E. 2.2; 
vgl.  DANIEL RIEDO,  Vom  Wesen  der  Mehrwertsteuer  als  allgemeine 
Verbrauchsteuer  und  von  den  entsprechenden  Wirkungen  auf  das 
schweizerische Recht, Bern 1999, S. 115, 175). 

Die Frage, ob ein Unternehmer im eigenen Namen auftritt oder nicht, 
ist aber nicht nur für den Tatbestand der Selbständigkeit massgeblich, 
sondern  nach konstanter  Rechtsprechung auch dafür,  ob der  Unter-
nehmer  überhaupt  als  mehrwertsteuerlicher  Leistungserbringer  oder 
-empfänger zu gelten hat. Denn das Handeln wird grundsätzlich dem-

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jenigen mehrwertsteuerlich zugerechnet, der nach aussen, gegenüber 
Dritten  im  eigenen  Namen  auftritt  (Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-6743/2009  vom  3. Mai  2010  E. 2.1.1,  A-1562/2006  vom 
26. September  2008  E. 2.2.3,  A-1399/2006  vom  6. Februar  2008 
E. 2.2 und A-1341/2006 vom 7. März 2007 E. 2.3.1).

2.4 Die mehrwertsteuerliche Qualifikation von Vorgängen hat nicht in 
erster Linie aus einer zivil-, sprich vertragsrechtlichen Sicht, sondern 
nach  wirtschaftlichen,  tatsächlichen  Kriterien  zu  erfolgen  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.304/2003  vom  14. November  2003  E. 3.6.1,  mit 
Hinweisen; Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  A-5460/2008 vom 
12. Mai  2010 E. 2.4,  A-1579/2006 vom 19. November  2009 E. 3.1.1, 
A-1562/2006 vom 26. September  2008 E. 2.4 und A-1399/2006 vom 
6. Februar  2008  E. 2.4;  ausführlich:  RIEDO,  a.a.O.,  S. 112).  Bei  der 
Beurteilung  der  Frage  nach  dem  wirtschaftlichen  Zusammenhang 
zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  ist  primär  auf  die  Sicht  des 
Leistungsempfängers abzustellen, was namentlich der Konzeption der 
Mehrwertsteuer  als  Verbrauchsteuer  entspricht.  Es  ist  zu  prüfen,  ob 
der Aufwand vom Leistungsempfänger erbracht wird, um die Leistung 
des Leistungserbringers zu erhalten (BVGE 2009/34 E. 2.2.1 S. 452, 
sowie  weitere  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5876/2008 
vom  24. März  2010  E. 2.4  und  A-1354/2006  vom  24. August  2007 
E. 3.1 und 3.4 mit Hinweisen; RIEDO, a.a.O., S. 230 ff.). Im Sinne dieser 
Betrachtungsweise zählt das Bundesgericht (vgl. Urteil des Bundesge-
richts  2C_518/2007  vom  11. März  2008  E. 3.2)  im  Hinblick  auf  die 
Erotikbranche  zu  den  Indizien  für  die  Unselbständigkeit  der  tätigen 
Damen  unter  anderem  das  Auftreten  mehrerer  unter  einer 
gemeinsamen Firma, der Hinweis eines Dritten auf einen Richtpreis, 
die  Unmöglichkeit  einer  (auch  erneuten)  direkten  Kontaktaufnahme 
seitens des Kunden und die Verfügbarkeit von bzw. die Verbundenheit 
zu Räumlichkeiten anderer. 

3.
3.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem  Selbstveranlagungsprinzip  (Art.  46  aMWSTG  bzw.  Art. 37 
aMWSTV; vgl. ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des schweize-
rischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 421 ff.). Dies bedeutet, 
dass  der  Steuerpflichtige  selbst  und  unaufgefordert  über  seine  Um-
sätze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach 
Ablauf  der  Abrechnungsperiode  den  geschuldeten  Mehrwertsteuer-
betrag an die ESTV abzuliefern hat. Die ESTV ermittelt die Höhe des 

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geschuldeten Mehrwertsteuerbetrages nur dann an Stelle des Steuer-
pflichtigen,  wenn  dieser  seinen  Pflichten  nicht  nachkommt  (ALOIS 
CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehr-
wertsteuergesetz, 2. Aufl., Bern 2003, Rz. 1680). Der Steuerpflichtige 
hat seine Mehrwertsteuerforderung selbst festzustellen; er ist allein für 
die vollständige und richtige Versteuerung seiner steuerbaren Umsätze 
und für die korrekte Ermittlung der Vorsteuer verantwortlich (anstelle 
vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-140/2008 vom 30. Ok-
tober  2009 E. 2.1). Ein  Verstoss  des Steuerpflichtigen gegen diesen 
Grundsatz ist  als schwerwiegend anzusehen, da der Steuerpflichtige 
durch  das  Missachten  dieser  Vorschrift  die  ordnungsgemässe  Erhe-
bung der ihn betreffenden Mehrwertsteuer gefährdet  (anstelle  vieler: 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-4360/2007 vom 3. Juli  2009 
E. 2.1 mit Hinweisen).

3.2
3.2.1 Zu den Obliegenheiten des Steuerpflichtigen gehört insbesonde-
re die Buchführungspflicht  (vgl. dazu die Urteile  des Bundesgerichts 
2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.1, 2A.109/2005 vom 10. März 
2006  E. 2.1  f.).  Gemäss  Art. 58  Abs. 1  aMWSTG  (bzw.  Art. 47 
aMWSTV) hat  der  Mehrwertsteuerpflichtige  seine  Geschäftsbücher 
ordnungsgemäss zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen 
die  für  die  Feststellung  der  Mehrwertsteuerpflicht  sowie  für  die  Be-
rechnung der Steuer und der abziehbaren Vorsteuern massgebenden 
Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln lassen. 

Die mehrwertsteuerliche Buchführungspflicht knüpft  nach dem klaren 
Wortlaut  von  Art.  58  Abs.  1  aMWSTG (bzw. Art. 47  aMWSTV)  und 
sachgerechterweise  an  eine  bestehende  Mehrwertsteuerpflicht  an 
("Die steuerpflichtige Person...."). Insofern missverständlich, da logisch 
nicht denkbar, ist damit die Aussage, das Mehrwertsteuerrecht gebiete 
die  Führung  von  Geschäftsbüchern  in  oberwähntem  Sinn  schon 
betreffend Feststellung der Steuerpflicht, besteht doch vor Entstehung 
der  Steuerpflicht  eben  gerade  noch  keine  steuerpflichtige  Person, 
welche  unter  den  Anwendungsbereich  von  Art. 58  Abs. 1  aMWSTG 
(bzw.  Art. 47  aMWSTV)  fallen  könnte.  Da  indessen  die  Selbst-
veranlagung auch die Anmeldepflicht umfasst (Art. 56 aMWSTG bzw. 
Art.  45  Abs.  1  aMWSTV),  sind  auch  Unternehmerinnen  und  Unter-
nehmer, die noch nicht mehrwertsteuerpflichtig sind, gehalten, durch 
geeignete  Massnahmen  periodisch  zu  überprüfen,  ob  sie  der 
Mehrwertsteuerpflicht  unterliegen  (Urteile  des  Bundesverwaltungs-

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gerichts A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 2.4.1, A-1544/2006 vom 
11. September 2008 E. 3.2 mit Hinweisen).

3.2.2 Gemäss  Art. 58  Abs. 1  aMWSTG  (bzw. Art. 47  aMWSTV)  hat 
der Mehrwertsteuerpflichtige seine Geschäftsbücher ordnungsgemäss 
zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die für die Feststel-
lung der  Mehrwertsteuerpflicht  sowie für  die  Berechnung der  Steuer 
und der abziehbaren Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und 
zuverlässig ermitteln lassen. Die ESTV kann hierüber nähere Bestim-
mungen aufstellen.  Von dieser  Befugnis  hat  sie  mit  dem Erlass  der 
"Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer" vom Sommer 2000 (Wegleitung 
2001), gültig ab 1. Januar 2001, Gebrauch gemacht. Darin sind genau-
ere  Angaben  enthalten,  wie  eine  Buchhaltung  auszugestalten  ist 
(Rz. 878  ff.).  Alle  Geschäftsfälle  müssen  fortlaufend,  chronologisch 
und lückenlos aufgezeichnet werden (Rz. 884) und alle Eintragungen 
haben sich auf entsprechende Belege zu stützen, so dass die einzel-
nen  Geschäftsvorfälle  von  der  Eintragung  in  die  Hilfs-  und  Grund-
bücher bis zur Steuerabrechnung und bis zum Jahresabschluss sowie 
umgekehrt  leicht  und genau verfolgt  werden können ("Prüfspur"; vgl. 
Rz. 890  der  Wegleitung  2001).  Nach  der  Rechtsprechung  ist  der 
Steuerpflichtige  selbst  bei  geringem Barverkehr  zur  Führung zumin-
dest eines einfachen ordentlichen Kassabuchs verpflichtet. Er ist zwar 
mehrwertsteuerrechtlich  nicht  gehalten,  kaufmännische  Bücher  im 
Sinne des Handelsrechts zu führen; die Bücher müssen die erzielten 
Umsätze jedoch  lückenlos  erfassen  und  die  entsprechenden  Belege 
sind  aufzubewahren  (Urteile  des  Bundesgerichts  2A.693/2006  vom 
26. Juli  2007  E. 3.1  und  2A.569/2006  vom 28. Februar  2007  E. 3.1; 
vgl.  auch  die  "Wegleitung  1997  für  Mehrwertsteuerpflichtige"  der 
ESTV,  welche  dieselben  Grundsätze  schon  unter  dem  Regime  der 
aMWSTV notifizierte [Rz. 872]). Die "Wegleitung 2008 zur Mehrwert-
steuer",  gültig  ab  1. Januar  2008,  bestätigt  diese  Grundsätze  und 
empfiehlt,  Barumsätze  täglich  zu  verbuchen  und  mit  dem effektiven 
Bargeldbestand  abzustimmen  (Rz. 884a).  Nach  neuer  Regelung 
(Art. 70  Abs. 1  MWSTG)  hat  der  Steuerpflichtige  seine  Geschäfts-
bücher gar nach handelsrechtlichen Grundsätzen zu führen. 

3.3 Die  detaillierte  und  chronologische  Führung  eines  Kassabuchs 
muss  besonders  hohen  Anforderungen  genügen  (vgl.  dazu  bereits 
MARTIN ZWEIFEL, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsver-
fahren, Zürich 1989, S. 36). Soll also ein Kassabuch für die Richtigkeit 
des  erfassten  Bargeldverkehrs  Beweis  erbringen,  ist  zu  verlangen, 

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dass in diesem die Bareinnahmen und -ausgaben fortlaufend, lücken-
los und zeitnah aufgezeichnet und durch Kassenstürze regelmässig – 
in  bargeldintensiven  Betrieben  täglich  –  kontrolliert  werden. Nur  auf 
diese  Weise  ist  gewährleistet,  dass  die  erfassten  Bareinnahmen 
vollständig sind, das heisst den effektiven Bareinnahmen entsprechen 
(statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 2C_302/2009 vom 15. Oktober 
2009 E. 4.2). Wiederholte  Minussaldi  im Kassenkonto  deuten darauf 
hin, dass nicht sämtliche Entgelte verbucht wurden, was einen gravie-
renden  Verstoss  gegen  die  Buchhaltungsvorschriften  darstellt  (Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A-705/2008 vom 12. April 2010 E. 2.3; 
Entscheid der  SRK vom 11. April  2005,  veröffentlicht  in  Steuerrevue 
2005 S. 892).

3.4 Liegen  keine  oder  nur  unvollständige  Aufzeichnungen  vor  oder 
stimmen die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachver-
halt  offensichtlich  nicht  überein,  so  nimmt  die  ESTV  nach  Art.  60 
aMWSTG (bzw. nach Art. 48 aMWSTV) eine Schätzung nach pflicht-
gemässem  Ermessen  vor.  Eine  Ermessenstaxation  ist  somit  immer 
dann nötig, wenn eine steuerpflichtige Person ihren Obliegenheiten zur 
Mitwirkung  nicht  ordnungsgemäss  nachkommt  und  entweder  über-
haupt  keine  oder  aber  unvollständige  oder  ungenügende  Aufzeich-
nungen  führt.  Eine  Schätzung  muss  insbesondere  einerseits  dann 
erfolgen, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltungsregeln 
derart  gravierend  sind,  dass  sie  die  materielle  Richtigkeit  der 
Buchhaltungsergebnisse  in  Frage  stellen  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.437/2005 vom 3. Mai  2006 E. 3.1; Urteil  des Bundesverwaltungs-
gerichts A-5754/2008 vom 5. November 2009 E. 2.6). Dies gilt auch für 
Ausnahmesituationen,  die  den  Steuerpflichtigen  in  einen  Beweisnot-
stand versetzen. Die  Steuerbehörde hat  diesfalls  jedoch die erhöhte 
Pflicht,  alle Vorbringen abzuklären, die der Steuerpflichtige zu seiner  
Entlastung  geltend  macht  (so  bereits  das  Urteil  des  Bundesgericht 
vom 8. Februar 1980, publiziert in ASA 63 S. 237 zum Bundesratsbe-
schluss vom 29. Juli  1941 über die Warenumsatzsteuer [WUB, BS 6 
173 und nachträgliche Änderungen],  zu einem angeblichen Einbruch 
und  Diebstahl  eines  Kassabuches).  Anderseits  kann  selbst  eine 
formell  einwandfreie Buchführung die Durchführung einer Schätzung 
erfordern,  wenn  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit  dem  wirklichen 
Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstimmen (statt vieler: Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1634/2006  vom  31. März  2009  E. 3.6 
mit Hinweisen). 

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3.5 Für  das  Vorliegen  der  Voraussetzungen  zur  Vornahme  einer 
Ermessenseinschätzung ist  nach den allgemeinen Regeln die ESTV 
beweisbelastet  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-4360/2007  vom  3. Juli  2009  E. 3.1;  BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O., 
S. 454).  Jedoch  bestehen  Auskunftspflichten  der  steuerpflichtigen 
Person  sowie  Dritter  für  die  Feststellung  der  Steuerpflicht  oder  die 
Berechnung  der  Steuer,  welche  die  Vorlage  oder  Einreichung  von 
Geschäftsbüchern und -papieren, Belegen und sonstigen Aufzeichnun-
gen enthalten  (Art. 57  Abs. 1  und 61 aMWSTG bzw. Art. 46  und 49 
aMWSTV; vgl. auch BGE 123 II  16 E. 9c; Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1501/2006  vom  6. November  2008  E. 2.1, 
A-1373/2006  vom  16. November  2007  E. 3.4,  A-1387/2006  vom 
11. Juni 2007 E. 3.2). Sind die Voraussetzungen für eine Ermessens-
taxation erfüllt, ist die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, 
eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die Fälle, 
in denen die Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrneh-
men  und  keine,  unvollständige  oder  ungenügende  Aufzeichnungen 
über  ihre  Umsätze  führen,  dürfen  keine  Steuerausfälle  zur  Folge 
haben (Urteil  des Bundesgerichts 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 
E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1636/2006 vom 2. Juli 
2008  E. 2.3.2;  vgl.  auch  bereits  Kommentar  des  Eidgenössischen 
Finanzdepartements  zur  Mehrwertsteuerverordnung  vom  22. Juni 
1994 zu Art. 48 aMWSTV).

3.6  
3.6.1 Sind die Voraussetzungen für  die Vornahme einer  Ermessens-
einschätzung gegeben, so hat  die Verwaltung diejenige Schätzungs-
methode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb des 
Steuerpflichtigen  soweit  als  möglich  Rechnung  trägt,  auf  plausiblen 
Angaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst 
nahe kommt (Urteil des Bundesgerichts 2C_426/2007 vom 22. Novem-
ber  2007  E. 3.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5754/2008 
vom  5. November  2009  E. 2.7.2).  Die  Ermessensveranlagung  hat 
somit zum Ziel, den tatsächlichen Gegebenheiten möglichst gerecht zu 
werden.  Es  haftet  ihr  dabei  eine  gewisse  Unsicherheit  an,  die  der 
Steuerpflichtige aufgrund seiner Pflichtverletzung selber zu vertreten 
hat  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.437/2005  vom 3. Mai 
2006 E. 3.2; vgl. ferner PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, 
veröffentlicht in ASA 69 S. 519 f.). 

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3.6.2 In Betracht fallen einerseits Schätzungsmethoden, die auf eine 
Ergänzung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hin-
auslaufen,  andererseits  Umsatzschätzungen  aufgrund  unbestrittener 
Teil-Rechnungsergebnisse  in  Verbindung  mit  Erfahrungssätzen  ([an-
stelle vieler] Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1379/2007 vom 
18. März  2010  E.  4.2; A-1549/2006  vom  16. Mai  2008  E. 4.2; 
A-1454/2006  vom  26. September  2007  E. 2.6.1).  Die  brauchbaren 
Teile  der  Buchhaltung  und allenfalls  vorhandene  Belege  sind  soweit 
als  möglich  bei  der  Schätzung  mitzuberücksichtigen.  Sie  können 
durchaus als Basiswerte der Ermessenstaxation fungieren (Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1634/2006  vom  31. März  2009  E. 3.7 
und A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.3; MOLLARD, a.a.O., S. 550 ff.). 
Im Rahmen einer Ermessenstaxation ist es nach der Rechtsprechung 
des  Bundesgerichts  zulässig,  dass  die  ESTV  eine  Prüfung  der 
Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in 
der  Folge  das  Ergebnis  auf  den  gesamten  kontrollierten  Zeitraum 
umlegt  bzw. hochrechnet,  vorausgesetzt  die  massgebenden  Verhält-
nisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt seien ähnlich wie in der 
gesamten  Kontrollperiode  (Urteile  des  Bundesgerichts  2C_309/2009 
vom  1. Februar  2010  E.  2.2  und  2A.437/2005  vom  3. Mai  2006 
E. 4.3.2;  [anstelle  vieler]  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-705/2008  vom  12. April  2010  E. 2.6.2,  A-4146/2009  vom  9. März 
2010  E. 3.4  und  A-746/2007  vom  6.  November  2009  E. 4.3;  sog. 
Umlageverfahren).

3.7 Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation erfüllt und ist 
die ESTV damit zu Recht zu einer Ermessensveranlagung geschritten, 
obliegt  es dem Steuerpflichtigen,  die Unrichtigkeit  der  Schätzung im 
Detail  nachzuweisen  und  zu  belegen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_582/2007 vom 1. September 2008 E. 3, 2C_171/2008 vom 30. Juli 
2008 E. 4.2 und 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.3). Aufgrund der 
Zurückhaltung  bei  der  Überprüfung  der  zulässigerweise  erfolgten 
Ermessensveranlagung  nimmt  das  Bundesverwaltungsgericht  erst 
dann  eine  Korrektur  der  erstinstanzlichen  Schätzung  vor,  wenn  der 
Mehrwertsteuerpflichtige den Nachweis dafür erbringt, dass der Vorin-
stanz  bei  der  Schätzung  erhebliche  und  offensichtliche  Ermessens-
fehler unterlaufen sind. Als offensichtlich unrichtig gilt eine Schätzung 
dann,  wenn  sie  sachlich  nicht  begründbar  ist,  sich  auf  sachwidrige 
Schätzungsgrundlagen,  -methoden oder  -hilfsmittel  stützt  oder  sonst 
mit  den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalles unvereinbar ist 
(Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-140/2008 vom 30. Oktober 

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2009  E. 4.3  und  A-1425/2006  vom  6. November  2008  E. 2).  Der 
Steuerpflichtige hat klar nachzuweisen, dass die Schätzung offensicht-
lich nicht der Wirklichkeit entspricht (Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.5.4; UELI MANSER, mwst.com, 
Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, 
Rz. 5 zu Art. 60).

4.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie Beweisanträge im 
Beschwerdeverfahren zu behandeln sind. Entgegen dem alten Recht 
sind  gemäss  Art. 81  Abs. 1  MWSTG,  der  Art. 2  Abs. 1  VwVG  aus-
schliesst, die Vorschriften (Art. 12-19 und 30-33 VwVG) betreffend die 
Anhörung von Parteien, Zeugen oder Drittpersonen sowie die Durch-
führung eines Augenscheins für das Mehrwertsteuerrecht anwendbar. 
Insofern  hat  die  Behörde nunmehr  nicht  nur  aufgrund der  Vorgaben 
von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  sondern  in  Nach-
achtung von Art. 33 VwVG die ihr angebotenen Beweise abzunehmen, 
wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Ab-
gesehen davon, dass die Regelungen von Art. 81 MWSTG bei bereits 
hängigen Fällen ohnehin von beschränkter Tragweite sind (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1379/2007 vom 18. März 2010 E. 1.2.3), 
rechtfertigt sich eine solche Beweismassnahme also nach wie vor nur, 
wenn sie als geeignet erscheint, Tatsachen, die sich aus den vorgeleg-
ten Unterlagen ergeben, zu bestätigen, zu präzisieren oder zu ergän-
zen (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1392/2006 vom 29. Ok-
tober 2007 E. 2 mit Hinweisen). Von vornherein keine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs und des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung 
(Art. 81 Abs. 3 MWSTG) liegt vor, wenn die Behörde auf die Abnahme 
beantragter  Beweismittel  verzichtet,  weil  diese  eine  nicht  erhebliche 
Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind oder wenn sie 
auf  Grund  der  bereits  abgenommenen  Beweise  ihre  Überzeugung 
gebildet  hat,  wenn  die  Tatsachen  bereits  aus  den  Akten  genügend 
ersichtlich sind und die Behörde in vorweggenommener, antizipierter 
Beweiswürdigung  annehmen  kann,  dass  ihre  Überzeugung  durch 
weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (BGE 131 I 153 E. 3, 
BGE 124  I  208  E. 4a,  je  mit  Hinweisen;  Urteile  des  Bundesverwal -
tungsgerichts A-705/2008 vom 12. April  2010 E. 3, A-1379/2007 vom 
18. März  2010  E. 1.2.3  und  A-2206/2007  vom  24. November  2008 
E. 4.1.2.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.144 ff.).

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5.
Bevor das im vorliegenden Fall beanstandete Vorgehen der ESTV im 
Hinblick  auf  die  Ermessenseinschätzung  thematisiert  werden  kann 
(vgl. unten E. 6), ist über die vorliegend strittige mehrwertsteuerliche 
Selbständigkeit  der  durch  den Beschwerdeführer  auf  seiner  Website 
<q._______>  und  in  der  Tagespresse  präsentierten  Escort-Damen 
bzw. die Zuordnung des in  diesem Geschäftszweig generierten Um-
satzes zu entscheiden. Denn diese Zuordnung beeinflusst unter Um-
ständen  den  Umsatz  des Beschwerdeführers  in  steuerbegründender 
Weise und wirkt sich auf den Beginn der Steuerpflicht aus.

5.1 Vorab kann festgestellt werden, dass wer mit einer gewissen Re-
gelmässigkeit gegen Entgelt Personen begleitet (bzw. begleiten lässt) 
und  erotische  Dienstleistungen  im  Sinne  einer  beruflichen  Tätigkeit 
anbietet, einen steuerbaren Umsatz generiert, falls mit diesen Leistun-
gen im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- erzielt werden. 

5.2 Der Beschwerdeführer bzw. sein Escort-Service arbeitete mit den 
Begleitpersonen  folgendermassen  zusammen:  Nach  Erstellung  ent-
sprechender  Fotos  (in  seinem Studio)  präsentierte  der  Beschwerde-
führer die Escort-Damen (und -Herren) relativ einheitlich mit Pseudo-
nymen unter der gemeinsamen Bezeichnung "noir et blanc" auf seiner 
Internetseite. Über die genauen vertraglichen Beziehungen zwischen 
dem Beschwerdeführer  und den Begleitpersonen besteht  Unklarheit, 
jedoch wurde der Beschwerdeführer offenbar jeweils ermächtigt, auf-
geschaltete  Videos nach  Auflösung der  Vertragsbeziehungen  weiter-
zuverwenden (vgl. unten E. 6.2.3). Auf der Website wurden Richtpreise 
angegeben und Lokalitäten für Treffen empfohlen, darunter sein Foto-
studio (vgl. unten E. 6.2.1). Auf der Website wurde jeweils die Zuge-
hörigkeit  der  Begleitpersonen  zum  Escort-Service  betont  ("unsere 
Girls";  "unsere  Dienstleistung"; "unsere  Agentur  hat  die  Damen und 
Mädchen  nach  strengen  Kriterien  ausgesucht  und  gewissenhaft  auf 
ihre Aufgabe [...] vorbereitet"). 

5.3 Interessenten  konnten  nur  über  den  Beschwerdeführer  zu  den 
Damen Kontakt aufnehmen. Nach Weitergabe der Kontaktdaten durch 
den Beschwerdeführer nahm die Begleitperson mit dem Interessenten 
Kontakt auf, regelte (angeblich) die finanziellen und organisatorischen 
Details  der  Treffen  und  besorgte  das  Inkasso.  Die  Interessenten 
wurden auf der Website ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "indis-
krete Fragen nach Beruf, Zivilstand, Adresse oder privater Telefonnum-

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mer [...] unweigerlich [...] zum Abbruch des Gesprächs" führen würden 
"mit der Konsequenz, dass keine weiteren Rückrufe mehr [...] vermit-
telt" würden. Eine erneute Kontaktaufnahme bedingte somit wiederum 
den Einbezug des Beschwerdeführers. Eine Fakturierung mit individu-
eller Zuordnung (Briefkopf etc.) seitens der Begleitpersonen wird nicht 
behauptet. Es befinden sich auch keinerlei Unterlagen oder Nachweise 
bei den Akten, aus denen hervorgeht, dass die Begleitpersonen selbst 
für die Akquisitionen ihrer Kunden verantwortlich gewesen wären bzw. 
sie  solche  überhaupt  selbst  ohne  Verletzung  von  Vertragspflichten 
gegenüber dem Beschwerdeführer hätten vornehmen dürfen (z. B. mit 
Hilfe  von Konkurrenzwebsites).  Gleichwohl  betonte  der  Beschwerde-
führer in der Einsprache vom 25. Januar 2005 wie wichtig der Werbe-
aufwand in dieser Branche sei. Der Beschwerdeführer erhielt pro Kon-
taktaufnahme einen Fixbetrag von Fr. 150.-- von den Begleitpersonen. 
Während sich die Damen somit (bei Annahme der in diesem Gewerbe 
üblichen  Vorauszahlung)  lediglich  das  Risiko  eines  nutzlosen  Foto-
shootings  aufbürdeten,  trug  der  Beschwerdeführer  finanzielle  Belas-
tungen insbesondere hinsichtlich der umfangreichen Insertion. 

5.4 Entgegen  seiner  Behauptung  muss  der  Beschwerdeführer  sehr 
wohl  gewusst  haben,  ob  die  Callgirls  mit  den Interessenten Kontakt 
aufnahmen,  denn  es  ist  davon  auszugehen,  dass  sich  die  Kunden 
beim Beschwerdeführer nach ausgebliebener Kontaktaufnahme erkun-
digt hätten. Bezeichnenderweise hat er auch eine grobe Ahnung vom 
Ablauf  der Treffen,  stützt  er  sich doch ausdrücklich auf  einen Artikel 
des SPIEGEL ONLINE vom 18. März 2008, demgemäss das Callgirl 
nach  Buchung  der  Agentur  lediglich  entsprechende  Informationen 
erhalte  und  derartige  Treffen  "zwangsläufig  im  Bett"  enden  würden. 
Gemäss  selben  Berichts  sei  übrigens  das  Thema  Geld  zwischen 
Begleitperson und Kunde tabu, wobei ein selbständiger Erwerb (erst) 
bei Preisen um €  5'000.-- pro Abend ein Thema werde. Der Beschwer-
deführer  erachtet  für  seine  Callgirls  einen  Durchschnittspreis  von 
Fr. 900.-- pro "Date" als realitätsfremd hoch und behauptet, die Anzahl 
"Dates" schätzen zu können (vgl. unten E. 6.2.4.1), was zumindest auf 
eine  minimale  betriebliche  Kontrolle  deutet.  Dieser  Anschein  wird 
durch die  Angabe von (Minimal-)Richtpreisen erheblich  verstärkt,  da 
diese  in  jedem  Falle  die  betriebswirtschaftliche  Unabhängigkeit  der 
Begleitpersonen beeinträchtigen (dazu ausführlich: Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1400/2006 vom 6. Februar  2008 E. 3.2). Auch 
die Pressewerbung zur Rekrutierung der Damen (vgl. z. B. eine Inse-
rate-Rechnung  vom  11. Mai  2000:  "Escort  sucht  Girls")  lässt  den 

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Eindruck entstehen, die Damen hätten für den Beschwerdeführer gear-
beitet und nicht von ihm einen blossen Vermittlungsdienst in Anspruch 
genommen. 

5.5 Zusammenfassend  erscheinen  dergestalt  der  Geschäftszweig 
Escort-Service des Beschwerdeführers und die Callgirls für einen neu-
tralen Dritten als betriebliche Einheit. Zwar organisierten die Begleit -
personen  ihr  Arbeitspensum  (angeblich)  selbst,  jedoch  musste  sich 
aus der entscheidenden Sicht des Kunden der Eindruck aufdrängen, 
er geniesse eine Dienstleistung (bzw. einen Service) des offerierenden 
Escort-Services, insbesondere da er zum Bezug der (einheitlich prä-
sentierten) Leistung jeweils den Beschwerdeführer kontaktieren mus-
ste.  Schliesslich zeigen auch der  veröffentlichte (Minimal-)Richtpreis, 
die gleichzeitige Vermietung von Räumlichkeiten und die hohe "Provi-
sion",  die  der  Beschwerdeführer  von  "seinen"  Damen  einzog,  dass 
sich seine Tätigkeit nicht in der blossen Vermittlung von Begleitperson-
en erschöpfte. Eine mehrwertsteuerliche Selbständigkeit  der Callgirls 
ist  damit  zu  verneinen  und  entsprechende  Umsätze  sind  dem  Be-
schwerdeführer als Leistungserbringer zu zuordnen.

5.6 Die  gegenüber  den  Kunden  präsentierte  Unselbständigkeit  der 
Begleitpersonen ist  nach dem Gesagten und nicht  zuletzt  auch auf-
grund des umfangreichen Werbematerials des Beschwerdeführers be-
reits zur Genüge aus den Akten ersichtlich. Somit kommt das Bundes-
verwaltungsgericht  in  vorweggenommener,  antizipierter  Beweiswürdi-
gung  (vgl.  oben  E. 4)  zum Schluss,  dass  seine  Überzeugung  durch 
eine  Einvernahme  zweier,  vom  Beschwerdeführer  ausgewählter 
Callgirls  nicht  geändert  würde. Unter  diesen Umständen kann diese 
beantragte Beweiserhebung unterbleiben.

5.7 Aufgrund der festgestellten Umsatz-Zuordnung zum Beschwerde-
führer  hat  die  ESTV  –  obgleich  die  exakte  Höhe  der  Umsätze  der 
jeweiligen Teilgeschäftsbereiche strittig ist – zu Recht ermessensweise 
dessen  subjektive  Steuerpflicht  bejaht.  Denn  im  Hinblick  auf  diese 
zugeordneten  Umsätze  bestehen  infolge  fehlender  Aufzeichnungen 
neben  weiteren  Mängeln  (vgl.  unten  E. 6.1  ff.)  Hinweise  auf  eine 
Verletzung  der  Buchführungspflichten  bzw.  Aufzeichnungspflichten. 
Damit kann für die Frage der Unterstellung unter die Mehrwertsteuern 
nicht  auf  die  –  soweit  vorhandene –  Buchhaltung  abgestellt  werden 
und es ist mit einer (vorerst groben) Schätzung über die Umsätze zu 
operieren.  Unter  Berücksichtigung  sämtlicher  Geschäftsbereiche  um 

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die Website <q._______> ist die vorläufige Annahme der subjektiven 
Steuerpflicht des Beschwerdeführers, insbesondere in Bezug auf den 
diesbezüglichen  Ausgangspunkt,  es  seien  jährliche  Umsätze  über 
Fr. 75'000.-- erzielt worden, nicht offensichtlich unbegründet. Aufgrund 
des  forschen  Marktauftretens  des  branchenerfahrenen  Beschwerde-
führers nach Aufhebung des staatsanwaltlichen "Betriebsverbots" am 
15. Oktober  1999  (bereits  im  Dezember  1999  präsentiere  er  neun 
Escort-Damen) muss (vorläufig) von einer Eröffnung eines neuen Be-
triebszweiges unter Erwartung der baldigen Erreichung eines Umsat-
zes von Fr. 75'000.-- ausgegangen werden. Entsprechend ist (mindes-
tens) bis zur exakten Einschätzung der Umsatzhöhe von einer subjek-
tiven Steuerpflicht ab dem 15. Oktober 1999 auszugehen. 

6.
Nach (vorläufiger) Bejahung der Steuerpflicht des Beschwerdeführers 
sind die Voraussetzungen zur bzw. die Methoden der Ermessensein-
schätzung unter Berücksichtigung der Rügen des Beschwerdeführers 
zu erwägen.

6.1 Die ESTV beanstandet die Buchhaltung des Beschwerdeführers in 
vielfältiger Weise und leitet daraus ihre Pflicht zur Ermessenstaxation 
ab: 

6.1.1 Es würden für  die  Jahre  1999-2003 Haupt-  oder  Grundbücher 
sowie eine Debitorenabrechnung fehlen, für das Jahr 2003 und 2004 
seien  bei  der  Kontrolle  nur  summarische  Aufzeichnungen  über  Bar-
geldeinnahmen vorhanden gewesen, ein (offenbar nur) anlässlich der 
Kontrolle  bestehendes  Postcheckkontoblatt  zeige  für  das  Jahr  1999 
erheblich  höhere  Einnahmen  als  insgesamt  ausgewiesen  seien,  im 
Jahr 2000 entspreche die Summe der aufgelisteten Einnahmen nicht 
dem  Umsatz  in  der  Erfolgsrechnung  und  die  Aufstellung  bzw.  die 
Einteilung der Kreditkartenumsätze stimme nicht mit den Recherchen 
aus den archivierten Websites überein, was eine Vermischung mit den 
Geschäftstätigkeiten  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  aufzeige. 
Zudem seien von Hand zahlreiche Fragezeichen durch den Beschwer-
deführer in den Postcheckkontoauszügen angebracht worden, was auf 
eine Unsicherheit schliessen lasse. Des Weiteren weise die nachträg-
lich  erstellte  Buchhaltung  dauernd  Minusbestände  in  der  Kasse  auf 
und stimme nicht  mit  den Angaben des Beschwerdeführers überein, 
dergemäss  sämtliche  Einnahmen des  Geschäftsbereiches  "Member" 
via Kreditkarte bezahlt worden seien. 

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6.1.2 Der Beschwerdeführer stellt  sich in erster Linie auf den Stand-
punkt, er sei  bis am 1. Juli  2004 nicht mehrwertsteuerpflichtig gewe-
sen  und  habe  somit  bis  dahin  auch  kein  entsprechenden  Bücher 
führen müssen. Im Übrigen seien sämtliche weiteren Unterlagen (ins-
besondere die angeblich aufschlussreichen Agenden) aufgrund eines 
Brandes vernichtet worden. Er gesteht jedoch zu, dass gewisse Kun-
deneingänge auf ein Konto seiner Ehefrau bezahlt worden seien, um 
anschliessend dem Kassa/Verrechnungskonto überwiesen zu werden. 
Eine chronologische und zeitnahe Verbuchung sei zweimal jährlich im 
Sinne  einer  Zusammenfassung  zur  Ausgleichung  des  Minussaldos 
erfolgt. Schliesslich seien – so die pauschale Rüge des Beschwerde-
führers – von ihm im vorinstanzlichen Verfahren nachgereichte Post-
check-,  Kreditkarten-  und  Kontoauszüge  seitens  der  ESTV  nicht 
beachtet worden. 

6.1.3 Es  sind  kaum  Buchhaltungsunterlagen  im  eigentlichen  Sinne 
aus  den Jahren  1999  –  2003  vorhanden: Neben einer  handschrift li-
chen Notiz über die (unklar zuzuordnenden) Umsätze des Jahres 2003 
findet sich in den Akten eine Tabelle angeblich aller Umsätze sortiert  
nach Geschäftszweigen, sowie Geschäftsabschlüsse (aus den Jahren 
1999, 2002 und 2003), deren Gehalt nicht nachgeprüft werden kann, 
wobei  deutliche  Differenzen  zu  einer  von  der  Staatsanwaltschaft  L. 
beschlagnahmten  "Erfolgsrechnung  2003"  ersichtlich  sind.  Eine 
Verbindung oder "Prüfspur" zwischen den Bank- und Postcheckunter-
lagen und diesen Kurzzusammenfassungen zum Jahresende besteht 
nicht.  Zwar  gilt  ein  Liegenschaftsbrand  und  die  einhergehende 
Vernichtung  von  Akten  tatsächlich  als  Ausnahmesituation,  die  eine 
erhöhte  Abklärungspflicht  der  entlastenden  Tatsachen  seitens  der 
Steuerbehörden auszulösen vermag (vgl. E. 3.4). Jedoch zeigt der Be-
schwerdeführer  nicht  auf,  inwiefern  die  ESTV  erhebliche  konkrete 
Hinweise nicht entgegen genommen hätte. Die erwähnten Abklärungs-
pflichten der ESTV implizieren nämlich nicht die Erstellung der Buch-
haltung des Beschwerdeführers mit Hilfe der nachgelieferten, mehrere 
Bundesordner  umfassenden  Auswahl  von  Bank-  und  Postcheckbele-
gen, deren Zuordnung zu den Geschäftsbereichen offenbar gar dem 
Beschwerdeführer schwerfällt. 

6.1.4 Die  nachträglich  eingereichten  Aufzeichnungen  für  das  Jahr 
2004 lassen keine Schlüsse darauf zu, in welchem Geschäftsbereich 
die  jeweiligen  Einnahmen  generiert  wurden.  Eine  Unterscheidung 
besteht lediglich zwischen "Mieteinnahmen (Studio)" und "Einnahmen 

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Internet". Als grob fehlerhaft zeigt sich diese Buchhaltung im Übrigen 
auch  durch  die  dauernden  Minusbestände  auf  dem  Kassakonto. 
Minusbestände in der Kasse sind schlechterdings nicht möglich; auch 
nicht bei halbjährlicher "Verrechnung". Darüber hinaus fehlen die dem 
Beschwerdeführer  (zusätzlich)  zugerechneten  Umsätze  des  Escort-
Services (vgl. oben E. 5.5).

6.1.5 Zusammenfassend können die  Aufzeichnungen des Beschwer-
deführers  hinsichtlich  sämtlicher  Betriebszweige  höchstens  als  Indi-
zien  gewertet  werden,  denen  jedoch  keine  erhebliche  Beweiskraft 
zugestanden werden kann. Das Argument des Beschwerdeführers, er 
habe  keine  Aufzeichnungen  führen  müssen,  da  er  nicht  mehrwert-
steuerpflichtig gewesen sei, verfängt nicht. Denn einerseits muss der 
ab  2004  auch  nach  eigenem  Dafürhalten  Mehrwertsteuerpflichtige 
Hand bieten, den genauen Eintritt der Mehrwertsteuerpflicht zu eruie -
ren, und andererseits sind auch Dritte, die als Steuerpflichtige in Be-
tracht  fallen,  einer  Auskunftspflicht  zur Feststellung der Steuerpflicht 
unterstellt  (vgl. oben E. 3.5). Im Übrigen deuten im vorliegenden Fall 
bereits  die  vorläufig  lediglich  in  groben  Zügen  ermessensweise 
geschätzten Einnahmen der verschiedenen Geschäftsbereiche ab dem 
4. Quartal  1999  auf  einen  steuerbaren  Umsatz  und  damit  auch  auf 
eine Steuerpflicht hin (vgl. oben E. 5.7).

6.1.6 Mithin war die ESTV  nicht  nur berechtigt,  sondern verpflichtet, 
eine Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Es 
braucht  auf  weitere  Begründungen,  Erklärungen  und  Korrekturen 
durch  den  Beschwerdeführer  betreffend  bisher  nicht  erwähnte,  im 
angefochtenen  Entscheid  aufgeführte  Beanstandungen  seitens  der 
Vorinstanz nicht weiter eingegangen zu werden. 

6.2 Nachdem festgestellt  wurde,  dass  die  ESTV zu  Recht  zu  einer 
Ermessenstaxation  geschritten  ist,  sind  im Folgenden  die  Methoden 
der  ESTV  zu  beleuchten.  Um  die  Vorgehensweise  der  ESTV  zu 
erschüttern, hat der Steuerpflichtige klar zu belegen, dass die Schät-
zungen  offensichtlich  nicht  der  Wirklichkeit  entsprechen  (vgl.  oben 
E. 3.7).  Vorliegend  ist  jedoch  vorab  bereits  anzumerken,  dass  den 
nachgereichten Belegen ganz grundsätzlich die Eignung zur Widerle-
gung der Ermessenstaxation nicht zukommen kann, denn diese Auf-
zeichnungen können – wie festgestellt (vgl. oben E. 6.1.5) – höchstens 
als  Indizien  ohne  erhebliche  Beweiskraft  gewertet  werden.  Entspre-
chend vermag der Beschwerdeführer damit den Nachweis dafür, dass 

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der  Vorinstanz  bei  der  Schätzung  erhebliche  und  offensichtliche 
Ermessensfehler  unterlaufen sind,  nicht  zu  leisten. Im Folgenden ist 
daher  lediglich  punktuell  auf  die  von  der  Buchhaltung  losgelösten 
Beanstandungen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Schätzungs-
methoden der ESTV einzugehen.

6.2.1 Der Beschwerdeführer bestreitet Mieteinnahmen, welche ihm die 
ESTV  in  der  Gesamthöhe  von  Fr. 100'530.--  (3. Quartal 1999  - 
2. Quartal 2004) zuordnet. Das Fotostudio habe "zur Hauptsache" der 
"grösstenteils  kostenlosen"  Aufnahme  von  Fotos  der  Inserentinnen 
gedient. In der Einsprache vom 25. Januar 2005 führte der Beschwer-
deführer  den  primären  Nutzen  des  Studios  noch  auf  den  Escort-
Service zurück. Die ESTV verweist auf die von der Staatsanwaltschaft 
L.  beschlagnahmte  Erfolgsrechnung  des  Beschwerdeführers,  die  für 
das  Jahr  2003 Studiomieteinnahmen von Fr. 75'530.--  enthält,  sowie 
auf  die  Website  (vom  14. Februar  2003)  des  Beschwerdeführers, 
welche für  die  stundenweise  Vermietung eines  Fotostudios  inklusive 
Einrichtung und Models wirbt. Dabei wurden gegen "Unkostenbeitrag" 
auch  sogenannte  "Hardcore-Castings"  angeboten  (Beilage  13  des 
Einspracheentscheides).  Aus  Inserate-Rechnungen  (z. B.  vom 
13. September  2000)  geht  hervor,  dass  auch  in  der  Presse  für  ein 
Studio  für  entsprechende  Zwecke  geworben  wurde. Dafür,  dass  der 
Beschwerdeführer  u.a.  durch  die  Nutzung  dieses  Studios  Umsatz 
erzielte, spricht auch, dass entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh-
rers gemäss einem von ihm mit einem Franchisenehmer geschlossen-
en Vertrag für die Erstellung der Fotos der Inserenten eine Gegenleis-
tung  verlangt  wurde  (Beilage  9  des  Einspracheentscheides,  Ziff. 2). 
Schliesslich werden gar in den vom Beschwerdeführer nachgereichten 
Aufzeichnungen des Jahres 2004 ausdrücklich Studiomieteinnahmen 
(ev. französischer  Herkunft)  ausgewiesen  (vgl.  oben  E. 6.1.4).  Nach 
dem Gesagten erscheint die pauschale Bestreitung von Umsätzen aus 
dem Studiobetrieb als durch den Beschwerdeführer nicht substanziiert. 
Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  können  die  Teilschätzung 
"Mieteinnahmen" der ESTV nicht untergraben.

6.2.2 Der Beschwerdeführer rügt, auf seiner digitalen Werbeplattform 
für  Night-  und Saunaclubs (nicht  zu verwechslen mit  dem Plattform-
bereich  des  Escort-Services)  seien viele  Inserate  nur  für  kurze Zeit  
und  kostenlos  aufgeschaltet  gewesen,  während  die  Schätzung  der 
ESTV auf  Monatsinsertionspreisen  basiere. Die  ESTV begründet  im 
angefochtenen Entscheid ihre (entgegen der Ansicht des Beschwerde-

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führers) auf die fraglichen Steuerperioden ausgerichtete Schätzungs-
methode und betont  mit  hervorgehobenen Buchstaben, dass Kurzin-
serate (unter einem Monat) gar nicht in ihre Schätzung eingeflossen 
seien.  Dem  ist  nichts  beizufügen.  Damit  wird  die  ESTV-Schätzung 
dieses  Geschäftsbereichs  durch  die  an  der  Sache  vorbeiziehenden 
Ausführungen des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt.

6.2.3 Die Website des Beschwerdeführers enthielt ab dem Jahr 2001 
die Möglichkeit,  gegen Entgelt  (Fr. 100.-- pro Halbjahr) als "Member" 
"Hardcore-Bilder und Videoclips aller Escort- und Callgirls von noir et 
blanc  seit  1992"  zu  betrachten  und  einen  Link,  um  für  Fr. 4.23/min 
telefonisch Verbindung aufzunehmen. Die  ESTV schätzte  pro "Mem-
ber"  einen  Konsumationsbetrag  von  Fr. 121.15  (pro  Jahr)  und  ging 
davon aus, dass durchschnittlich ein Drittel  der täglichen Websitebe-
sucher "Member" mit  erweitertem Zugriff  seien (d.h. 1'671 Mitglieder 
im Jahr  2003). Der  Beschwerdeführer  beharrt  auf  seiner  nicht  über-
prüfbaren Umsatzaufstellung (Beilage Nr. 17 der Eingabe vom 4. April 
2008) und fordert amtliche Erkundigungen bei diversen Kreditkarten-
unternehmen. Er nennt jedoch gleich selbst den Grund, wieso entspre-
chende Erhebungen ungeeignet sind: im Kreditkartenumsatz sind auch 
die Einnahmen der Sexshops seiner Ehefrau enthalten. Eine schlüs-
sige,  überprüfbare  Abgrenzung  ist  nicht  belegt.  Dazu  kommt,  dass 
gemäss (unbestrittenen) Darstellungen der ESTV der Geschäftszweig 
"Member" auch Einnahmen per Einzahlungsschein generierte. 

Zwar  erscheint  die  Datengrundlage  der  Teilschätzung  "Member"  als 
nicht optimal, jedoch werden durch den Bezug zur Anzahl Websitebe-
sucher  die  sich  verändernden  Verhältnisse  (in  den  verschiedenen 
Steuerperioden) aufgrund des Ausbaus der Geschäftstätigkeit berück-
sichtigt. Des Weiteren ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer am 
6. September 2004 auf  seiner Website damit  warb, dass 98% seiner 
Websitebesucher  an  der  entgeltlichen  Inanspruchnahme  erotischer 
Dienstleistungen  interessiert  seien  (Beilage  Nr. 9  der  Vernehmlas-
sung). Der Beschwerdeführer verschweigt sowohl die erbrachte Leis-
tung  pro  Konsument  als  auch  die  Anzahl  Konsumenten  (bzw. Kon-
sumentinnen),  obgleich  er  diesbezügliche Informationen haben müs-
ste,  wurde  doch  –  gemäss  Website  (Beilage  Nr. 7  zum Einsprache-
entscheid)  –  das  Passwort für  den  Zugang  zum  "Member"-Bereich 
telefonisch  mitgeteilt.  Es  misslingt  somit  der  Nachweis,  dass  diese 
Schätzung offensichtlich der Wirklichkeit widerspreche. Im Übrigen ist 
darauf  hinzuweisen,  dass  die  ESTV  dem  Beschwerdeführer  mit 

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Abrundungen  bei  der  Berechnung  diverser  Teilgeschäftsergebnisse 
und  der  Anwendung  des  Saldosteuersatzes  mehrfach  entgegen  ge-
kommen ist. 

6.2.4 Mit  angefochtenem Einspracheentscheid  ging die ESTV davon 
aus,  dass  die  Damen  des  Geschäftszweigs  Escort-Service/Callgirls 
bei  Wiederaufnahme  der  Geschäftstätigkeit  des  Beschwerdeführers 
ein  bis  zwei  und  ab  2001  drei  "Dates"  pro  Monat  für  einen  Durch-
schnittspreis von Fr. 900.-- absolvierten. Damit senkte sie gegenüber 
früheren  Erwägungen  die  Anzahl  Treffen  und  erhöhte  den  Durch-
schnittspreis. 

6.2.4.1 Der Beschwerdeführer erachtet diese geschätzte Preisgestal-
tung  als  gerichtsnotorisch  realitätsfremd.  Er  behauptet,  die  Damen 
hätten  höchstens  zwei  "Dates"  pro  Monat  absolviert;  die  Annahme 
einer höheren Belastung sei angesichts des Wesens eines Studentin-
nennebenjobs und üblicher Ferien-, Feier- und Krankheitstage willkür-
lich. Die Website des Beschwerdeführers nennt (Minimal-)Richtpreise 
ab  Fr. 500.--  bzw.  ab  Fr. 900.--,  sowie  für  eine  spezielle  Dame  ab 
Fr. 1'200.-- (für zwei Stunden). Erhebungen der ESTV bei Konkurrenz-
betrieben zeigen Stundenpreise zwischen Fr. 350.-- und Fr. 500.-- und 
Arrangements  über  Nacht  ab  Fr. 1'800.--  (ohne  Spesen).  Der  Be-
schwerdeführer  legt  Wert  auf  die  Feststellung,  es  handle  sich  um 
einen exklusiven Escort-Service und er sei  kein Bordellbetreiber. Zur 
Untermauerung  reicht  er  einen  Artikel  von  SPIEGEL  ONLINE  vom 
18. März 2008 ein,  demgemäss für  zwei  Stunden zwischen €  200.-- 
und  €  1'000.--  und  für  ein  Arrangement  über  Nacht  zwischen 
€  1'200.-- und €  2'300.-- bezahlt würden. 

6.2.4.2 In den Akten findet sich eine Rechnung für Zeitungsinserate, 
aus deren Auftragsbeschreibung hervorgeht, dass die Dienste der Da-
men  explizit  an  den  Feiertagen  angeboten  wurden  ("Carmen!  Auch 
über die Feiertage (...)"; "Auch über die Feiertage: Alix!"). Zusammen-
fassend  ist  die  Schätzung  der  ESTV  weder  hinsichtlich  des  Durch-
schnittspreises noch bezüglich der Frequenz zu beanstanden, insbe-
sondere im Hinblick darauf, dass es sich um einen Job zur (Mit-)Finan-
zierung  eines  Studiums  handeln  soll.  Inwiefern  einzelne,  vom  Be-
schwerdeführer ausgewählte Begleitpersonen diesbezüglich unter Be-
rücksichtigung der üblichen statistischen Streuung bei  Erhebung von 
Durchschnittsangaben  eine  erhebliche  Präzisierung  anbringen  könn-
ten, ist nicht ersichtlich. Entsprechende Anträge zu Beweiserhebungen 

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sind mithin abzuweisen. Daher ist  auch für  diesen Geschäftsbereich 
kein Nachweis ersichtlich, dass der Vorinstanz bei dieser Teilschätzung 
erhebliche und offensichtliche Ermessensfehler unterlaufen sind.

6.3 Zusammenfassend  gelingt  es  dem  Beschwerdeführer  nicht,  die 
Schätzungen der ESTV betreffend die Steuerperioden 3. Quartal 1999 
–  2. Quartal  2004  zu  untergraben.  Damit  zeigt  sich,  dass  die  (vor-
läufige  ermessensweise)  Bejahung der  subjektiven Steuerpflicht  des 
Beschwerdeführers  auf  gesicherten  Einschätzungsgrundlagen  steht 
(vgl. oben E. 5.7). Denn die ESTV erkannte zu Recht, dass die Jahres-
umsätze des Beschwerdeführers in den Jahren 2000 bis 2003 die Um-
satzlimite  von Fr. 75'000.--  erheblich  über-  und lediglich  1999 unter-
schritten. Die geschätzten Einnahmen des im letzten Quartal 1999 neu 
eröffneten  Geschäftszweigs  "Escort-Service"  überschritten  bereits  in 
den ersten 2½ Monaten bei der vorzunehmenden Hochrechnung auf 
ein  Kalenderjahr  (vgl.  oben  E. 2.3)  die  Umsatzlimite  erheblich.  Die 
ESTV  erkannte  deshalb  sowie  aufgrund  des  Marktauftretens  des 
Beschwerdeführers  (vgl.  oben  5.7)  zu  Recht,  dass  durch  diese 
Geschäftserweiterung erwartet werden durfte, dass ein für die Steuer-
pflicht massgebender Umsatz innerhalb von zwölf Monaten überschrit-
ten werde. Die Eintragung ins Steuerregister per Wiederaufnahme des 
Geschäftszweiges  "Escort-Service"  am  15. Oktober  1999  erscheint 
unter diesen Umständen als korrekt.

6.4 In  der  Folge  dringen  die  Rügen  gegen  die  Ermessenseinschät-
zungen und der Antrag des Beschwerdeführers bezüglich Eintragung 
ins Steuerregister per 1. Juli 2004 nicht durch. Zur Verdeutlichung wird 
in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass Einnahmen, die 
aufgrund  der  Geschäftstätigkeiten  des  Beschwerdeführers  vor  dem 
15. Oktober  1999  generiert  worden  waren,  von  der  ESTV  anteils-
mässig ausgeschieden wurden. Mithin ist die Beschwerde vollumfäng-
lich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

7.
Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Verfahrenskosten  von 
Fr. 8'000.- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem von ihm 
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen (Art.  63 
Abs. 1  VwVG).  Eine  Parteientschädigung  ist  dem  Beschwerdeführer 
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 8'000.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ... / BNZ; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Michael Beusch Lino Etter

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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