# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e6a5960-9f91-5bd0-b32f-40024316602b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-29
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung, kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen, Anpassungsstörung mit Angst und leichter depressiver Reaktion (ICD-10: F43.2), rezidivierende depressive Störung mit einer gegenwärtig leichten Episode (ICD-10: F33.01), akzentuierte Persönlichkeit mit emotional instabilen Zügen, DD: ICD-10: F61.
**Docket/Reference:** IV.2015.01035
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.01035.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.01035
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Eymann
Urteil
vom
29. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
Rämistrasse
5, Postfach 462, 8024 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X.___
lernte Autoelektriker in
Y.___
(Urk. 14/2/4).
Zuletzt arbeitete er
ab
Oktober 2003
als Lagerist
bei der
Z.___
, wo ihm Ende Dezember 2013 fristlos gekündigt wurde
(Urk. 14/9/4
und 14/10/5
).
Am 3. März 2014 meldete er sich unter Angabe einer Depression bei der Invalidenversicherung
zum
Leistungsbezug an (Urk. 14/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
holte einen IK-Auszug ein (Urk. 14/9)
und
nahm
medizinische Abklärungen vor
(Urk. 14/10, Urk. 14/18, Urk. 14/19). Mit Vorbescheid vom 6. Mai 2015 teilte die IV-Stelle mit, dass sie gedenke, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 14/21). Am 2. September 2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 14/28 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2. September 2015 (Urk. 2) liess der Versicherte, ver
treten durch Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
, Beschwerde erheben und bean
tragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, und es sei ihm eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen
. Eventualiter seien weitere Abklärungen zu tätigen.
Subeventualiter
sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung zurückzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1 und
Urk.
6)
.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
Zollinger
(Urk. 1 S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 13). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 bewilligte das Gericht dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung, bestellte ihm Rechtsanwalt
Zollinger
als unent
geltliche
n
Rechtsvertreter und stellte ih
m
die Beschwerdeantwort zu (Urk.
16
).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt
also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid fest, die medizini
schen Abklärungen
hätten
ergeben, dass kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege, der die Arbeitsfähigkeit in der bisheri
gen Tätigkeit längerfristig oder dauerhaft einschränke (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerdeschrift vom 5. Oktober 2015
(
Urk.
1) und der Ergänzung vom 2
6.
Oktober 2015 (
Urk.
6)
ausführen, in der Verfügung werde in keiner Weise auf die Akten beziehungsweise die medizi
nischen Unterlagen
Bezug genommen
, worin eine Gehörsverletzung
liege
(Urk. 1 S. 4).
Gemäss dem
Arztbericht von
Dr.
med.
A.___
,
Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie FMH,
betrage die Arbeitsfähigkeit lediglich 50 %. Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges resultiere ein
Invalidi
tätsgrad
von 70 %, was einen Anspruch auf eine ganze Rente begründe
(Urk. 6 S. 3 f.)
.
3.
3.1
Dem Austrittsbericht des
B.___
vom 21. März 2014 ist als Hauptdiagnose eine
Anpas
sungsstörung
mit Angst und
einer
leichte
n
depressive
n
Reaktion (ICD-10: F43.2) zu entnehmen. Als Nebendiagnose wurde eine nichtorganische Insomnie (ICD-10: F51.0) festgehalten (Urk. 14/10/5).
Bei
E
intritt
habe
aufgrund der Sprachbarriere ein fraglich wahnhaftes Erleben nicht sicher ausgeschlossen werden
können
. Zur besseren Verständigung seien
Gespräche im Beisein einer kosovo-albanischen Pflegeperson erfolgt. Im Rah
men dieser Gespräche
habe ein psychotisches Erleben sicher ausgeschlossen werden können.
Der Beschwerdeführer habe sich gedanklich stark eingeengt auf
d
ie Mobbing-Situation an seinem ehemaligen Arbei
t
splatz und auf die finan
zielle Problematik nach der Entlassung präsentiert. Es sei daher am ehesten von einer depressiven Episode im Rahmen einer psychosozialen Belastungssituation auszugehen
gewesen
. Schon kurz nach Eintritt habe sich die depressive Symp
tomatik deutlich gebessert und der Beschwerdeführer
habe
nur noch leichte depressive Symptome
gezeigt
.
Die
Schlafstörungen seien im Vordergrund gestanden (Urk. 14/10/
7
).
Daher
sei
die bei Eintritt bestehende Therapie mit
Trittico
gestoppt
worden
und es s
ei eine Behandlung mit
Seroquel
als schlafan
stossende Therapie
angeordnet
worden. Darunter hätten sich die Schlafstörun
gen etwas
g
ebessert (Urk. 14/10/
7
). Ein Belastungsurlaub sei für den
Beschwer
deführer
zufriedenstellend verlaufen, so
dass
er
in einem psychisch stabilisierten Zustand bei fehlender Suizidalität am 20.
Februar 2014 au
s
der ambulanten Betreuung
habe
entlassen werden
können
(Urk. 14/10/8)
.
3.2
Dr. med.
C.___
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin FMH, berichtete am 23. April 2014
von seit Jahren bestehenden Anpassungsstörungen mit Angst und einer leichten depressiven Reaktion. Der Beschwerdeführer sei vom 17. Januar bis zum 20. Februar 2014 im
B.___
gewesen
(Urk. 14/10/1)
.
Er
sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist bei der
Z.___
vom 21. August 2013 bis zum 31. März 2014
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und seit de
m
1.
April 2014 bestehe eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 14/10/2).
Sowohl in diesem Bericht als auch i
n einer kurzen Notiz vom 25. September 2014 hielt
Dr.
C.___
fest, dass
er keine Angaben zu
r Arbeitsfähigkeit in
einer leidensangepassten Tätigkeit
sowie zu möglichen Eingliederungsmassnahmen
machen könne. Dies müsse durch einen Psychiater festgelegt werden. Aktuell bestehe
aus seiner Sicht
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk. 14/10/3,
Urk. 14/12).
3.3
I
m Arztbericht von Dr.
A.___
vom 3. Januar 2015 ist als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit einer gegenwärtig leichten Episode (ICD-10: F33.01)
aufgeführt
(Urk. 14/18
/1
). Der Beschwerdeführer sei seit dem 24. Oktober 2014
und bis auf
W
eiteres
in seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist zu 50 % arbeitsunfähig (Urk. 14/18/2). Es bestehe eine innere Unruhe und eine Stressintoleranz. Der Beschwerdeführer sei unkonzentriert, ermüde rasch und könne nicht mit Druck umgehen.
In seiner bisherigen Tätigkeit könne er aus medizinischer Sicht während vier bis fünf Stunden täglich arbeiten (Urk. 14/18/3).
Sein Konzentrations- und Auffassungs
vermögen, seine Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit seien eingeschränkt und er sei nicht fahrtauglich (Urk. 14/18/5).
Am 13. April 2015
berichtete Dr.
A.___
von einem unveränderten Gesundheits
-
zu
stand. Er führte aus, dass
sich
neben der rezidivierenden depres
siven Störung Hinweise auf eine akzentuierte Persönlichkeit mit emotional instabilen Zügen
(Differentialdiagnose
: Kombinierte Persönlichkeitsstörung
[
ICD-10: F61
]
) ergeben habe
(Urk. 14/19/1)
. Im
Gegensatz
zum Bericht vom 3. Januar 2015 wurde das Auffassungsvermögen
seit Oktober 2014
als nicht eingeschränkt erachtet (Urk. 14/19/5).
3.4
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt am 29. April 2015 fest, die Berichte enthielten die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, aber keinen aus
führlichen Psychostatus, welcher eine Einschränkung nachvollziehbar begrün
den könnte. Es gehe aus den Akten nicht hervor, dass die (fristlose) Kündigung der letzten Arbeitsstelle aus gesundheitlichen
G
ründen erfolgt sei. Eine
Anpas
sungsstörung
sei zudem nicht invalidenversicherungsrechtlich relevant, weil ihr das Merkmal der Dauerhaftigkeit fehle. Auch eine leichte depressive Episode begründe aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit. Eine Persönlichkeitsstörung sei nicht ausgewiesen. Somit sei
ein
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevanter Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit nicht ausgewiesen (Urk. 14/20/4).
4.
In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch ungenügende Begründung der Ablehnungsverfügung vom 2. September 2015 (Urk. 1 S. 4, Urk. 6 S. 4).
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
soll die betroffene Person wissen, weshalb die Behörde ihr Gesuch abgelehnt hat. Sie muss sich über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache weiterziehen können. Die sachgerechte Überprüfung eines Entscheides setzt voraus, dass sich auch die Rechtsmittelinstanz über die Begründetheit des Entscheides ein Bild machen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Verwaltung leiten
liess
und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dabei kann sich die Begründung einer Verfügung auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 118 V 56 E. 5b).
Die Beschwerdegegnerin führt
e
in der Verfügung vom 2. September 2015 aus, aufgrund der medizinischen Abklärungen
liege
kein
invalidenversicherungs
rechtlich
relevanter Gesundheitsschaden vor (Urk. 2 S. 2).
Damit ist klar, dass
sie
das Gesuch
gestützt auf die
medizinischen Akten
abgelehnt hat
,
und der Beschwerdeführer konnte sich ü
ber die Tragweite des Entscheides ein Bild machen und ihn in voller Kenntnis der Sache weiterziehen.
Die Aufzählung der einzelnen Arztberichte, auf die sich die IV-Stelle stützte, war nicht erforderlich, zumal der Beschwerdeführer jederzeit unentgeltlich Einsicht in die Akten neh
men konnte (vgl.
Art.
42 ATSG).
Er
konnte
daher
die Verwaltungsverfügung sachgerecht anfechten. Somit ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nach
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV)
oder der Begründungspflicht nach
Art.
4
9
Abs.
3 ATSG nicht ersichtlich.
5
.
5
.1
Strittig ist,
ob aus psychiatrischer Sicht ein invalidisierender
Gesundheitsscha
den
vorliegt und ob
gestützt darauf
ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht
.
Dabei sind sich die Parteien einig und es ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer keinen somatischen Gesundheitsschaden aufweist, der ihn in der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit invalidenversicherungsrechtlich relevant beeinträchtigt.
5
.2
Die sowohl
dem Austrittsbericht des
B.___
vom 21. März 2014
(Urk. 14/10/5)
als auch dem Arztbericht von Dr.
C.___
vom 23. April 2014
(Urk. 14/10/1)
zu entnehmende Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und
einer
leichte
n
depressive
n
Reaktion (ICD-10: F43.2) gilt
rechtsprechungs
gemäss
grundsätzlich nicht als invalidisierendes Leiden
(
Urteile des Bundesge
richts 9C_4/2013 vom 19. Dezember 2013
E. 2.2
, 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011
E. 4.3
, 9C_408/2010 vom 22. November 2010 E. 4.3 mit Hin
weisen; 8C_322/2010 vom 9. August 2010 E. 5.2).
Gleich verhält es sich mit der
diagnostizierte
n
rezidivierende
n
depressive
n
Störung mit einer gegenwärtig leichten Episode
,
ICD-10: F33.01
(vgl. Urk. 14/18/1, Urk. 14/19/1)
. Dabei
han
delt es sich um ein kurzfristige
s
, reaktive
s
und therapeutischen Bemühungen zugängliches Leiden, welches nach ständiger Rechtsprechung – woran die neue Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 nichts geändert hat – nicht invali
di
sie
rend wirk
t
(BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteile
des Bundesgerichts
9C_613/2015 vom 2. Februar 2016
E. 5
und
9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1
;
je mit Hinweisen
).
Gemäss d
e
n
Arztbericht
en
von Dr.
A.___
vom 3. Januar
und vom 13. April 2015
befindet
sich der Beschwerdeführer
in einer integrierten ambu
lanten psychiatrischen Behandlung mit einem ein- bis zweiwöchentlichen
(Urk. 14/18/2) respektive zwei- bis dreiwöchentlichen
Konsultationsintervall
(Urk. 14/19/2)
. Somit ist (noch) kein Scheitern ausgewiesen, was aber Voraus
setzung wäre, um eine invalidisierende Wirkung des Gesundheitsschadens zu begründen.
Am 13. April 2015 berichtete Dr.
A.___
erstmals, dass Hinweise auf eine akzentu
ierte Persönlichkeit mit emotional instabilen Zügen bestünden
,
Differen
zialdiagnose
: Kombinierte Persönlichkeitsstörung, ICD-10: F61 (Urk. 14/19/1).
Diesbezüglich
fehlt dem Bericht jedoch e
ine detaillierte Befundaufnahme
.
Über
dies wurde festgehalten,
dass
sich der
Gesundheitszustand
seit dem letzten Bericht vom Januar 2015 unverändert präsentiere. Somit bestehen keinerlei Anhaltspunkte, dass eine diesbezügliche Erkrankung vorliegt.
Zudem begründet auch
eine
psychische Fehlentwicklung
, worunter auch eine
Persönlichkeits
-
störung
fällt,
nach konstanter Praxis nur dann eine Invalidität, wenn nach fach
ärztlicher Feststellung die Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeits
markt nur in vermindertem Masse oder überhaupt nicht zumutbar ist und die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit trotz Ergreifens der den Versicherten möglichen und zumutbaren medizinischen (z.B. auch psychotherapeutischen), beruflichen oder anderen
Massnahmen
langdauernd sind
(BGE 127 V 294 E. 4a)
.
5
.
3
Vor diesem Hintergrund
und
der zitierten Rechtsprechung des Bundesge
richts
ist
die Argumentation der Beschwerdegegnerin, dass gestützt auf die
medizinischen Akten
kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei,
korrekt
.
Daran ändern die
Einschätzung
en
von Dr.
C.___
und Dr.
A.___
, welche
von einer 80%igen respektive 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
ausgehen
,
nichts. Denn die Frage, ob eine leichte depressive Störung bezie
hungsweise eine Anpassungsstörung eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen vermag, ist eine Rechtsfrage, die unabhängig von der ärztlich attes
tierten Arbeitsunfähigkeit zu beantworten ist.
Von zusätzlichen medizinischen Abklärungen sind keine neuen
entscheid
wesentlichen
Aufschlüsse zu erwarten, so dass darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3).
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, so dass die Beschwerde abzuweisen ist.
5
.
4
Sollte
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Erlass der Verfügung vom 2. September 2015
verschlechtert haben
, mithin das Leiden durch das Scheitern einer konsequent befolgten Therapie ausgewiesen
sein
, steht es dem Beschwerdeführer frei, bei der
IV-Stelle
eine Neuanmeldung ein
zureichen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Die Kosten sind dem unterlie
genden Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der ihm gewährten unentgelt
lichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreter, Rechtsanw
alt
Bernhard
Zollinger
, ist für
seine
Aufwendungen in diesem Verfahren aufgrund der von ih
m
eingereichten Honorarnote (Urk. 1
8
/1-2) mit Fr. 1‘
555
.
2
0 (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er diesbezüglich laut § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zur Nach
zahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
6
00.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Der Beschwerdeführer wird auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
De
r
unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanw
alt
Bernhard
Zollinger
, Zürich, wird mit Fr. 1‘
555
.
2
0 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinge
wiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigEymann