# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59f8d2e0-ed99-5943-a77f-82e799d4b7ec
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 14.03.2013 R 2012 156
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-156_2013-03-14.pdf

## Full Text

R 12 156

5. Kammer 

URTEIL
vom 14. März 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baustopp

1. Am 21. Juni 2012 informierte die Bergbahnen … AG die Gemeinde …, dass im 

Rahmen von Unterhaltsarbeiten bei den bestehenden Kassacontainern jeweils 

das Dach neu abgedichtet und ein neues Blechdach darüber montiert werde.

2. Mit E-Mail vom 2. Oktober 2012 schrieb die Gemeinde, dass der Baufachchef 

der Bergbahnen … AG am 5. Juli 2012 telefonisch mitgeteilt habe, es handle 

sich hier nicht um Unterhaltsarbeiten gemäss Art. 86 KRG in Verbindung mit 

Art. 40 KRVO und eine Baubewilligung könne nicht erteilt werden. Bei den 

Kassacontainern handle es sich weder um Bauten, für die eine Baubewilligung 

erteilt worden sei noch um gesetzeskonforme Bauten. Diese seien nur auf 

Zusehen hin zugelassen worden, weil die Bergbahnen … AG erklärt hätten, die 

Provisorien würden im Rahmen einer zweiten Bauetappe durch eine ortsfeste 

Baute ersetzt. Das Provisorium dürfe nicht durch zusätzliche 

Überdachungsmassnahmen zu einem längerfristigen Zustand werden. Die mit 

Schreiben vom 21. Juni 2012 angekündigten Arbeiten dürften nicht ausgeführt 

werden und die Bergbahnen … AG werde aufgefordert, darzulegen, wie das 

Provisorium zu einer gesetzeskonformen Lösung geführt werden solle. Sollten 

Arbeiten bereits ausgeführt worden sein, seien diese rückgängig zu machen.

3. Gleichentags schrieb die Bergbahnen … AG der Gemeinde, diese habe auf das 

Schreiben vom 21. Juni 2012 bisher nicht reagiert gehabt, weswegen in dieser 

Woche mit den angekündigten Arbeiten begonnen worden sei. In der Folge 

habe ein Mitglied der Baukommission an Ort und Stelle mündlich die 

Fortsetzung dieser Arbeiten mangels Baubewilligung untersagt. Dies sei 

rechtswidrig. Gemäss Art. 40 Ziff. 1 KRVO bedürften Reparatur- und 

Unterhaltsarbeiten an bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen 

keiner Baubewilligung, sofern sie wie hier nur der Zweckerhaltung dienten und 

keine Zweckänderung erführen. Gemäss Art. 50 Abs. 2 KRVO könnten diese 

zwar dem Meldeverfahren unterstellt werden. Bauvorhaben wie das vorliegende 

bedürften indessen nur einer kommunalen Baubewilligung, gälten jedoch als 

bewilligt, sofern innert Monatsfrist seit Einreichung des Gesuchs kein anders 

lautender Entscheid ergehe (Art. 51 Abs. 3 KRVO). Entweder bedürften die 

angefangenen Arbeiten überhaupt keiner Bewilligung oder seien mangels 

anderweitiger Stellungnahme als bewilligt anzusehen. Die Arbeiten würden 

deshalb fortgesetzt. Sollten sie daran seitens der Gemeinde gehindert werden, 

würde diese schadenersatzpflichtig.

4. Am 5. Oktober 2012 schrieb die Gemeinde, sie weise die Vorwürfe zurück. Der 

Baufachchef der Gemeinde habe auf das Schreiben vom 21. Juni 2012 

geantwortet. Die neue Abdichtung des Daches und die Montage eines neuen 

Blechdachs darüber sei eine Änderung und baubewilligungspflichtig. Die 

äussere Form werde geändert. Das Meldeverfahren finde keine Anwendung 

(VGU R 09 62). Der Zustand sei von der Baubehörde bisher geduldet worden, 

weil zugesichert worden sei, dass das Provisorium im Rahmen einer zweiten 

Etappe durch eine ortsfeste Baute ersetzt werde. Die Bergbahnen … AG werde 

aufgefordert, innert 14 Tagen ein nachträgliches Baugesuch für eine 

gesetzeskonforme Lösung des Provisoriums einzureichen oder sich 

dahingehend zu äussern, wie sie gedenke, den baurechtswidrigen Zustand 

einer gesetzeskonformen Lösung zuzuführen. Danach werde der 

Gemeindevorstand über die Wiederherstellung des gesetzlichen Zustandes 

befinden. Eine Fortsetzung der begonnenen Bauarbeiten werde untersagt. 

Bereits ausgeführte Arbeiten seien unverzüglich rückgängig zu machen. Es 

werde auf die strafrechtlichen Bestimmungen von Art. 95 KRG hingewiesen.

5. Dagegen erhob die Bergbahnen … AG am 12. November 2012 Beschwerde 

und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 5. Oktober 2012. 

Sie sei unter anderem Eigentümerin der Sesselbahn. Die Talstation mit den in 

Containern eingerichteten Kassa- und WC-Anlagen inklusive Umkleideraum 

befinde sich auf ihrem Boden in ... Diese Anlagen seien gestützt auf die 2005 

erteilten Bewilligungen erstellt und in Betrieb genommen worden. Nachdem die 

Eingabe vom 21. Juni 2012 während Monaten nicht beantwortet worden sei, sei 

sie davon ausgegangen, dass die Dachsanierung bewilligt sei und habe am 1. 

Oktober 2012 mit der Umsetzung begonnen. Die Bauarbeiten seien bereits 

abgeschlossen worden, als die Beschwerdeführerin am 11. Oktober 2012 

Kenntnis vom angeordneten Baustopp erhalten habe.

Die angefochtene Verfügung sei ohne Anhörung der Beschwerdeführerin 

erlassen worden und verletze deren rechtliches Gehör.

In der angefochtenen Verfügung sei ein Baustopp erlassen und die 

Wiederherstellung verlangt worden. Der Baufachchef habe aber nie eine 

förmliche Weisung zur Unterlassung baulicher Massnahmen herausgegeben. 

Dazu wäre er auch nicht kompetent gewesen. Es sei auch nie von einer neuen 

Überdachung der Container die Rede gewesen. Nur die Abdichtung der Dächer 

sei geplant gewesen und ausgeführt worden. Man habe aber nur eine neue 

Dachfolie angebracht und auf die Blechabdeckung verzichtet.

VGU (recte:  R) 09 62 sei auf das vorliegende Bauvorhaben nicht anwendbar. 

Dort sei es um den Ersatz eines kompletten Daches gegangen, hier nur um die 

Reparatur einer undichten Dachhaut. Dies sei Unterhalt an einer 

bestimmungsgemäss nutzbaren Baute gemäss Art. 40 Ziff. 1 KRVO, für welche 

keine Baubewilligung erforderlich gewesen wäre. Da die Gemeinde das 

Meldeverfahren eingeführt habe, habe die Beschwerdeführerin die 

vorgesehenen Unterhaltsarbeiten gemeldet. Weil die Gemeinde darauf nicht 

reagiert habe, sei das Bauvorhaben nach Ablauf eines Monats seit Einreichung 

vom 21. Juni 2012 als bewilligt anzusehen gewesen, so dass sie berechtigt 

gewesen sei, am 1. Oktober 2012 mit den Reparaturen zu beginnen. Jetzt 

könne sie nicht dazu verpflichtet werden, die angebrachte Dachfolie wiederum 

zu entfernen, was technisch auch nicht mehr möglich wäre, ohne die Dächer 

schwer zu beschädigen, wodurch die Container unbrauchbar werden.

Die Container seien im Rahmen der Gesamtbewilligung zum Neubau der 

Sesselbahn an der Stelle platziert, wo sie auch heute noch stünden. Seither 

seien an die sieben Jahre vergangen und es sei nicht von einem auf Zusehen 

hin zugelassenen Provisorium die Rede gewesen. Bauherrschaft und Behörden 

seien davon ausgegangen, dass die Talstation mit all ihren dazugehörigen 

Annexbauten rechtmässig bewilligt worden sei. Es herrsche kein 

baurechtswidriger Zustand und der entsprechenden Anordnung fehle folglich 

jede gesetzliche Grundlage.

6. Am 5. Dezember 2012 (Poststempel) beantragte die Gemeinde die Abweisung 

der Beschwerde.

Weil die angefochtene Verfügung schon am 5. Oktober 2012 versandt worden 

sei, sei es erstaunlich, dass diese erst am 11. Oktober 2012 zur 

Beschwerdeführerin gelangt sei.

Am 28. September 2005 sei die Baubewilligung insbesondere für die Talstation 

der neuen Sesselbahn erteilt worden, nicht aber für die Kassacontainer. Diese 

seien nie bewilligt worden. Am 15. September 2005 habe eine Begehung 

stattgefunden, wo festgestellt wurde, dass die Kassacontainer nicht bewilligt 

seien und die Gemeinde verlangt habe, dass ihr baldmöglichst ein 

Umgebungsplan mit den eingezeichneten Böschungen und Kassacontainern 

abgegeben werde. Der Plan sei am 24. September 2005 eingereicht worden. 

Darin seien die Bauten als provisorisch bezeichnet gewesen. Man habe dies 

auf Zusehen hin zugelassen, aufgrund der erwähnten Zusicherung der 

Beschwerdeführerin für den Ersatz durch eine ortsfeste Baute. Eine 

entsprechende Eingabe sei aber nie erfolgt.

Somit könne für einen zusätzlichen Bauteil an einer nicht bewilligten Baute auch 

keine Bewilligung erteilt werden. 

Das Schreiben vom 21. Juni 2012 sei an die Gemeindekanzlei zuhanden der 

Baukommission und nicht an die Baubehörde gerichtet gewesen. Der 

Baubehörde sei keine ordentliche Eingabe eingereicht worden, weswegen kein 

Anlass für einen Entscheid der Baubehörde über die Baubewilligungspflicht und 

die Art des Verfahrens bestanden habe. Das Schreiben sei von der 

Gemeindekanzlei dem Baufachchef weitergeleitet worden und dieser habe die 

Beschwerdeführerin am 5. Juli 2012 darüber informiert, es handle sich nicht um 

Unterhaltsarbeiten und die Arbeiten seien bewilligungspflichtig.

Die Beschwerdeführerin habe am 2. Oktober 2012 auf das Mail vom 2. Oktober 

2012 reagiert.

Der Baufachchef sei Mitglied des Gemeindevorstandes und habe Befugnis zu 

einer Intervention gehabt. Der Baustopp sei gemäss Art. 60 KRVO zulässig 

gewesen. Die Beschwerdeführerin habe sich über den telefonisch verfügten 

Baustopp vom 2. Oktober 2012 hinweggesetzt.

Mit der Anbringung nur einer Dachfolie zeige die Beschwerdeführerin, dass sie 

sich nicht einmal an das halte, was sie am 21. Juni 2012 selber mitgeteilt habe.

Pläne seien dem Schreiben vom 21. Juni 2012 nicht beigelegt gewesen. Eine 

Beurteilung des Vorhabens beispielsweise auf Übereinstimmung mit den 

Dachgestaltungsvorschriften sei somit gar nicht möglich gewesen. Auf den 

Containern sei bisher keine Überdachung vorhanden gewesen mit einem 

Dachgerüst und einer Dachhaut, sondern es seien einfach Fertigcontainer 

aufgestellt gewesen. Somit handle es sich hier um eine neue Konstruktion und 

nicht um Unterhalt.

7. Am 22. Januar 2013 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren Anträgen 

fest.

Trotz ursprünglich gegenteiliger Abmachung habe die Gemeinde später auf 

Ersatz der Container durch eine konventionelle Baute tendiert.

Die Container seien auch nach Angaben der Gemeinde in der Vernehmlassung 

2005 mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung am jetzigen Standort platziert 

worden. Diese Bauten gehörten somit zum Gesamtkonzept der Talstation der 

neuen Bahnanlage und seien auch im Rahmen der Gesamtbewilligung erstellt 

worden, was zulässig gewesen sei. Es sei deshalb belanglos, wenn in der 

Eingabe der Beschwerdeführerin vom 24. September 2005 unter anderem von 

provisorischen Kassa- und Materialcontainern die Rede sei. Die Baubewilligung 

dafür sei nicht befristet worden. Es sei davon auszugehen, dass diese 

Container bewilligt und bestimmungsgemäss nutzbar gemäss Art. 40 Abs. 1 

Ziff. 1 KRVO seien. Gemäss PVG 1978 Nr. 43 dürfe eine Gemeinde nicht nach 

Jahren, während welchem sie einen ihr bekannten baulichen Zustand geduldet 

habe, plötzlich gegen den Bestand dieser Baute einschreiten.

Die Baukommission hätte das Schreiben vom 21. Juni 2012 an die Baubehörde 

weiterleiten müssen und die Mitteilung sei rechtsgenüglich gewesen.

Es stimme nicht, dass der Baufachchef ihr mitgeteilt habe, die 

Reparaturarbeiten unterlägen nicht nur dem Meldeverfahren sondern sogar 

dem ordentlichen Bewilligungsverfahren. Er habe nur erklärt, er erwarte keine 

Reparatur der Container, sondern vielmehr deren Ersetzung durch ein 

konventionelles Betriebsgebäude, was für die Beschwerdeführerin aber zurzeit 

nicht in Frage komme und was sie dem Baufachchef auch gesagt habe. Sie 

habe deshalb davon ausgehen dürfen, ihre Eingabe werde im Meldeverfahren 

behandelt, zumal sie nie aufgefordert worden sei, ihr Gesuch im Sinne von Art. 

44 Abs. 2 KRVO zu vervollständigen.

Art. 60 Abs. 4 KRVO sei gar nicht zur Anwendung gekommen, weil das Gesuch 

nach Art. 51 Abs. 3 KRVO als bewilligt gegolten habe. Dies habe die 

Beschwerdeführerin dem Gemeindevorstand am 2. Oktober 2012 unverzüglich 

mitgeteilt, die bewilligten Arbeiten fortgesetzt und am 11. Oktober 2012 

abgeschlossen. Nach aussen resultiere keine bauliche Veränderung an den 

beiden Containern. Diese Abdichtung sei natürlich ebenfalls von der erteilten 

Baubewilligung abgedeckt, nach dem Grundsatz in maiore minus.

8. Die Gemeinde reichte keine Duplik ein.

9. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit für die Entscheidfindung 

von Bedeutung, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen noch näher 

eingetreten.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren die Verfügung 

vom 5. Oktober 2012, worin die Gemeinde (Beschwerdegegnerin)  im 

Wesentlichen einen Baustopp betreffend Überdachung der Kassencontainer 

auf Parzelle 1831 (bei Talstation der Bergbahnanlage) und den Rückbau 

allfällig bereits ausgeführter baulicher Massnahmen unter Hinweis auf die 

einschlägigen Strafbestimmungen (Busse in der Höhe zwischen Fr. 200.-- bis 

Fr. 40‘000.--) im Unterlassungsfalle gegenüber der Bergbahnbetreiberin und 

Eigentümerin (Beschwerdeführerin) anordnete (Dispositiv Ziff. 1) und die 

Beschwerdeführerin zur Stellungnahme sowie zu Vorschlägen bezüglich der 

Herbeiführung einer gesetzeskonformen Lösung aufforderte bzw. einlud (Ziff. 

2). Beschwerdegegenstand bildet die Frage, ob die Vorgehensweise der 

Beschwerdegegnerin aufgrund der bestehenden Vorschriften im kantonalen 

Raumplanungsgesetz (KRG), in der zugehörigen kantonalen 

Raumplanungsverordnung (KRVO) sowie im kommunalen Baugesetz (BauG) 

rechtens und verhältnismässig war. 

2. a) Gemäss Art. 86 KRG dürfen Bauten und Anlagen (Bauvorhaben) nur mit 

schriftlicher Baubewilligung der kommunalen Baubehörde errichtet, geändert, 

abgebrochen oder in ihrem Zweck geändert werden. Der Baubewilligungspflicht 

unterliegen auch Zweckänderungen von Grundstücken, sofern erhebliche 

Auswirkungen auf die Nutzungsordnung zu erwarten sind (Abs. 1). Zeitlich 

begrenzte Bauvorhaben sowie solche, die weder öffentliche noch private 

Interessen berühren, unterliegen nicht der Baubewilligungspflicht. Die 

Regierung bestimmt durch Verordnung, welche Bauvorhaben keiner 

Baubewilligung bedürfen. Sie trifft für Bauten und Anlagen innerhalb und 

ausserhalb der Bauzonen die gleiche Regelung, soweit das Bundesrecht dies 

zulässt (Abs. 2). Nach Art. 40 Abs. 1 KRVO bedürfen unter anderem folgende 

Bauvorhaben keiner Baubewilligung (Ziff.):

1. Reparatur- und Unterhaltsarbeiten an bestimmungsgemäss nutzbaren 
Bauten und Anlagen, sofern sie nur der Werterhaltung dienen und die Baute 
und Anlage dadurch keine Änderung oder Zweckänderung erfährt;

4. Neueindeckung von Dächern mit gleichem oder ähnlichem Dachmaterial;

6.  Bauten und Anlagen, die nicht für länger als sechs Monate pro Jahr 
aufgestellt oder errichtet werden, wie: Verpflegung- und Verkaufsstätten,
Service-Stationen für Sport- und Freizeitgeräte, Kleinskilifte usw. 

Gemäss Art. 40 Abs. 3 KRVO entbindet die Befreiung von der 

Baubewilligungspflicht nicht von der Einhaltung von materiellen Vorschriften 

und der Einholung anderer Bewilligungen. Bestehen Anzeichen dafür, dass 

durch ein bewilligungsfreies Bauvorhaben materielle Vorschriften verletzt sein 

könnten, leitet die kommunale Baubehörde von Amtes wegen, auf Ersuchen der 

Fachstelle oder auf Hinweis von Dritten das Baubewilligungsverfahren ein. Art. 

40 Abs. 4 KRVO stipuliert noch: Bauten und Anlagen nach Abs. 1 Ziff. 6 

[„Temporärbauten/Provisorien“] … sind nach Ablauf der zulässigen Zeitdauer ... 

zu entfernen. Das beanspruchte Gelände ist in den ursprünglichen Zustand 

zurückzuversetzen. Die entfernten Bau- oder Anlageteile sind zu entsorgen 

oder an zulässiger Stelle zu lagern.

Das ordentliche Baubewilligungsverfahren ist sodann in den 41 ff. KRVO und 

das „vereinfachte“ Meldeverfahren in den Art. 50 ff. KRVO geregelt:

Letzteres findet laut Art. 50 Abs. 1 KRVO Anwendung auf untergeordnete 

Bauvorhaben, bei welchen mit keinen Einsprachen zu rechnen ist, wie 

insbesondere (Ziff.):

1. Geringfügige Projektänderungen bereits bewilligter Bauvorhaben;

2. Bauliche Massnahmen, die nach aussen nicht in Erscheinung treten, 
zonenkonform sind und zu keinen Veränderungen bezüglich Verkehrsbelastung 
oder Ausnützung führen.

Nach Art. 50 Abs. 2 KRVO findet das Meldeverfahren überdies Anwendung auf 

Bauvorhaben, die gemäss Art. 40 KRVO keiner Baubewilligung bedürfen, aber 

gemäss kommunalem Baugesetz dem Meldeverfahren unterstellt sind.

Laut Art. 51 Abs. 3 KRVO gelten Bauvorhaben, die lediglich einer kommunalen 

Baubewilligung bedürfen, als bewilligt, sofern innert Monatsfrist seit Einreichung 

des Gesuchs kein anders lautender Entscheid ergeht.

b) Im kommunalen Baugesetz der Gemeinde (BauG) vom 26. Juni 2008 wird zu 

den Bauvoraussetzungen ergänzend noch festgehalten:

Art. 43 BauG (Anzeigepflicht)
1Bauvorhaben (Gebäude und Anlagen einschliesslich Projektänderungen, 
Zweckänderungen, Erneuerungsarbeiten, Unterhaltsarbeiten, 
Zweckänderungen von Grundstücken, von denen erhebliche Auswirkungen auf 
die Nutzungsordnung zu erwarten sind), sind vorgängig der Projektierung und 
Ausführung ausnahmslos der Baubehörde anzuzeigen.
2Die Baubehörde registriert das Vorhaben und die Bauherrschaft.
Art. 44 BauG (Entscheid über Baubewilligungspflicht und die Art des 

Verfahrens)
1Die Baubehörde entscheidet, ob das angezeigte Vorhaben unter die 
baubewilligungsfreien Vorhaben gemäss Art. 40 KRVO fällt oder ob eine 
Baubewilligungspflicht besteht. Sie entscheidet zugunsten der 
Baubewilligungspflicht, wenn sie dies im öffentlichen Interesse oder zur 
Wahrung von Rechten Dritter für notwendig oder angemessen hält.
2Bezüglich der baubewilligungspflichtigen Vorhaben entscheidet die 
Baubehörde sodann, ob das ordentliche Baubewilligungsverfahren 
durchzuführen ist oder ob die Voraussetzungen für das Meldeverfahren gemäss 
Art. 50 KRVO erfüllt sind. Für Vorhaben gemäss Art. 40 KRVO, die nach Absatz 
1 einer Bewilligungspflicht unterstellt werden, kommt ausschliesslich das 
Meldeverfahren nach Art. 50 und 51 KRVO zur Anwendung.

3. a) In materieller Hinsicht gilt es vorliegend zunächst klarzustellen, dass die bereits 

existierenden (und als provisorisch bezeichneten) Kassa- und Materialcontainer 

aus dem Situationsplan (Massstab 1:500) des Architektur- und Ingenieurbüros 

… vom 28. September 2008 ersichtlich sind. Vergleicht man diese Situation mit 

dem früheren Plan, welcher am 11. Juli 2005 vom damals dafür zuständigen 

Departement für Inneres und Volkswirtschaft (DIV) bewilligt worden ist, wird 

klar, dass dort an demselben Ort (noch) nichts stand. Die fraglichen Kassa- und 

Materialcontainer sind demnach im Jahre 2005 nicht bewilligt und deshalb vom 

genannten Architekten in seinem Begleitschreiben vom 29. September 2005 

(Beilage 5 Beschwerdegegnerin) als „provisorisch“ bezeichnet worden. In 

diesem Punkt ist die Argumentation der Beschwerdegegnerin folglich korrekt. 

b) Die Beschwerdeführerin hat die Gemeinde sodann am 21. Juni 2012 über die 

beabsichtigten an den Kassa- und Materialcontainern vorzunehmenden 

Arbeiten schriftlich informiert. Die Gemeinde (Beschwerdegegnerin) hat dieses 

Schreiben unbestritten erhalten; sie hat es jedoch unterlassen, die 

Beschwerdeführerin darauf ins ordentliche Bewilligungsverfahren zu verweisen 

(Art. 40 Abs. 3 KRVO). Der Inhalt des Telefongesprächs vom 5. Juli 2012 

zwischen dem Baufachchef der Gemeinde und dem von der 

Beschwerdeführerin beauftragten Architekten ist im Weiteren umstritten. Es 

kann jedenfalls nicht als – negativer - Entscheid im Sinne von Art. 51 Abs. 3 

KRVO gewertet werden. Demzufolge durfte die Beschwerdeführerin bis zum 

Beginn der Arbeiten am 1. Oktober 2012 davon ausgehen, die (Sanierungs-

/Bedachungs-) Arbeiten an den beiden Containern auf Parzelle 1831 seien 

bewilligt. Unbestritten hat die Beschwerdeführerin dann am 2. Oktober 2012 

eine E-Mail erhalten, worin nunmehr die baulichen Massnahmen an den 

bestehenden Kassa- und Materialcontainern als bewilligungspflichtig qualifiziert 

wurden und unmissverständlich die Anordnung eines sofortigen Baustopps 

enthalten ist. Gleichentags hat die Beschwerdeführerin darauf reagiert und 

festgestellt, die betreffenden Arbeiten seien entweder ohne Bewilligung möglich 

(vgl. Art. 40 Abs. 1 Ziff. 1, 4, 6 KRVO) oder als bewilligt anzusehen (vgl. Art. 50 

Abs. 1 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 KRVO), weshalb sie die 

angefangenen Sanierungs- bzw. Bauarbeiten an den beiden Containern auch 

fortsetzen werde. Bei diesem Ereignisablauf respektive 

Korrespondenzaustausch kommt es für den Zeitpunkt der Kenntnisnahme der 

Beschwerdeführerin vom verfügten Baustopp aber auch nicht darauf an, dass 

die angefochtene Verfügung vom 5. Oktober 2012 der Beschwerdeführerin 

(angeblich) erst am 11. Oktober 2012 zugegangen sein soll. Vielmehr ist dazu 

aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin schon mit Empfang des 

baubehördlichen E-Mails vom 2. Oktober 2012 gewusst hat, für welches der 

drei möglichen Bauverfahren im Sinne von Art. 44 BauG (nämlich ordentliches 

Bewilligungsverfahren nach Art. 86 KRG und Art. 41 ff. KRVO [Variante 1]; 

vereinfachtes Meldeverfahren nach Art. 50 ff. KRVO [Variante 2] oder 

bewilligungsfreies Verfahren laut Art. 40 KRVO [Variante 3]) sich die Gemeinde 

vorliegend tatsächlich [hier für die strengste Variante 1] entschieden hat. Es 

stellt sich dann aber immer noch die Frage, ob der am 2. Oktober 2012 verfügte 

Baustopp [Ziff. 1 im Dispositiv] aufgrund des dahin gezeigten Verhaltens der 

Gemeinde wirklich rechtens und vertretbar war.

c) Wie das Verwaltungsgericht bereits in einem früheren Urteil (VGU R 08 109 

E.4.b) zur Definition respektive zum Sinn und Zweck einer sofortigen 

Baueinstellung bzw. eines Baustopps festhielt, gilt Folgendes bei diesem 

Institut: Als vorsorgliche Massnahme wird damit ein vorläufiger Rechtsschutz 

gewährt, wobei im öffentlichen Baurecht insbesondere die rasche und 

umfassende Durchsetzung der Rechtsordnung angestrebt wird. Wird also durch 

die Errichtung von Bauten ohne Bewilligung, oder unter Verletzung einer 

rechtskräftigen Baubewilligung oder auf andere Weise ein unrechtmässiger 

Zustand geschaffen, so können vorab die Einstellung der Arbeiten und die 

Einreichung eines Baugesuches angeordnet werden. Unter Baueinstellung bzw. 

Baustopp wird entsprechend der Befehl der Baubewilligungsbehörde 

gegenüber dem Bauherrn sowie mitwirkenden Unternehmern und deren 

Hilfspersonen verstanden, die bezeichneten Bauarbeiten unverzüglich 

einzustellen und bis zu einer gegenteiligen Anordnung ruhen zu lassen, mit 

dem Zweck, den Ist-Zustand gegen eine laufende oder drohende Veränderung 

vorläufig zu schützen. Diese Voraussetzung ist immer dann erfüllt, wenn 

Bauarbeiten im Gange sind oder unmittelbar bevorstehen (vgl. ISABELLE HÄNER, 

Vorsorgliche Massnahmen im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, 

ZSR 116/1997 II S. 263 ff., speziell S. 361 f.; Urteile des Bundesgerichtes 

1.P.493/2005, 1.P515/2005 vom 6. Oktober 2005 E.4.3.1 und 1C_140/2009 

vom 27. Oktober 2009 E.2; PVG 2009 Nr. 32, 1986 Nr. 29, 1982 Nr. 26, 1978 

Nr. 25).

d) Nach Auffassung des Verwaltungsgerichtes war der per E-Mail am 2. Oktober 

2012 ausgesprochene Baustopp nicht zulässig, weil die Gemeinde durch ihr 

anfänglich zögerliches bzw. passives Verhalten gegenüber der sie am 21. Juni 

2012 über die geplanten baulichen Massnahmen informierenden 

Beschwerdeführerin zum Ausdruck gebracht hat, die fraglichen Bedachungs-

/Abdeckungsarbeiten an den beiden Containern auf Parzelle 1831 seien 

bewilligt. Die Gemeinde hat jedenfalls nachweislich innert der vorgeschriebenen 

Monatsfrist laut Art. 51 Abs. 3 KRVO nicht vorschriftsgemäss reagiert, weshalb 

die Beschwerdeführerin zunächst annehmen durfte, dass die betreffenden 

Arbeiten entweder ohne Bewilligung möglich gewesen seien oder wegen ihrer 

Geringfügigkeit bereits als (im Meldeverfahren) bewilligt betrachtet worden 

wären. Mit einer Nichtreaktion der Beschwerdegegnerin musste die 

Beschwerdeführerin nicht rechnen, sofern das geplante Vorhaben als 

„bewilligungspflichtig“ eingestuft würde. Daran ändert auch das umstrittene 

Telefongespräch zwischen dem Baufachchef der Gemeinde und dem 

Architekten/Bauvertreter der Beschwerdeführerin vom 5. Juli 2012 nichts, weil 

dieses Gespräch nicht als „anders lautender Entscheid“ (so Art. 51 Abs. 3 

KRVO in fine) herangezogen werden kann. 

e) Zudem ist der verfügte Baustopp eigentlich schon gegenstandslos geworden, 

weil die betreffenden Containerabdeckungsarbeiten anfangs Oktober 2012 

schon allesamt ausgeführt und somit fertiggestellt worden waren. Im Übrigen 

wäre allein die Anbringung einer Dachfolie auf den Containern – auf die 

Überdachung mittels Blechdach wurde ja ausdrücklich verzichtet – sicherlich 

noch im vereinfachten Meldeverfahren statthaft gewesen. Dabei kann es nicht 

darauf ankommen, dass die beiden Container als solche im Jahre 2005 

aktenkundig nicht bewilligt wurden. Immerhin wurden sie doch danach während 

mittlerweile über sieben Jahren als Provisorium auf Zusehen hin von der 

Gemeinde geduldet und somit ein gewisses Vertrauen in den Fortbestand der 

beiden Provisorien auf Parzelle 1831 geweckt. Die angefochtene Ziffer 1 des 

Dispositivs der Verfügung vom 5. Oktober 2012 ist infolgedessen – soweit sie 

nicht gegenstandslos geworden ist - bezüglich des verhängten Baustopps 

(Überdachung Kassen-/Materialcontainer) und eines allfälligen Rückbaus 

(bereits ausgeführter baulicher Massnahmen) aufzuheben. Das anfänglich 

zögerliche und passive Verhalten muss sich die Gemeinde insofern anrechnen 

lassen, als die Beschwerdeführerin daraus auf eine Duldung ihrer baulich 

reduzierten Sanierungsarbeiten schliessen durfte und somit die Angelegenheit 

zuerst im „Meldeverfahren“ als für sie erledigt ansehen durfte. In dieser 

Beziehung ist die Beschwerde daher gutzuheissen und Ziffer 1 der strittigen 

Verfügung aufzuheben.

f) Im Übrigen besteht für das Gericht jedoch keinerlei Zweifel, dass die beiden 

Container auf Parzelle 1831 weder im Jahre 2005 noch später jemals 

ordnungsgemäss bewilligt wurden. Es steht daher der Gemeinde jederzeit das 

Recht zu, den erwiesenermassen provisorischen und ungesetzlichen – 

offensichtlich aber trotzdem auf Zusehen hin seit Jahren geduldeten – Zustand 

zu beenden und die Bauherrschaft aufzufordern, ihre Vorstellungen über die 

Beendigung desselben bekannt zu geben respektive dafür noch ein 

entsprechendes Baugesuch innert vernünftiger Frist einzureichen. Aus diesen 

Überlegungen ist Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung als rechtmässig 

einzustufen, auch wenn die dort angesetzte Frist von 14 Tagen zur Bereinigung 

des aktuellen Zustands einschliesslich gesetzeskonformer Lösungsvorschläge 

für die Zukunft offensichtlich sehr kurz bemessen war. Diese 

Wiederherstellungsfrist ist vorliegend aber selbstverständlich erstreckbar und im 

Interesse einer dauerhaften Lösung auf eine vernünftige und für alle Parteien 

praktikable Zeitspanne festzulegen.

g) Die restlichen Ziffern (3-6) des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 5. 

Oktober 2012 besagen hingegen nichts Wesentliches (mehr) aus, weshalb auf 

eine nähere Auseinandersetzung mit ihnen und abschliessende Beurteilung 

derselben an dieser Stelle verzichtet werden kann. 

4. a) Zusammengefasst ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung vom 5. 

Oktober 2012 nicht vollständig rechtens ist, sondern bezüglich Ziffer 1 des 

Dispositivs aufgehoben werden muss, sofern sie (infolge Verwirklichung) nicht 

gegenstandslos geworden ist. Die Beschwerde vom 12. November 2012 ist 

deshalb teilweise gutzuheissen (Ziffer 1); im Übrigen (Ziffer 2) ist die 

Beschwerde hingegen abzuweisen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 

je zur Hälfte der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin 

(Gemeinde/Vorinstanz) aufzuerlegen. Letztere hat die anwaltlich vertretene, 

teilweise obsiegende Beschwerdeführerin nach Art. 78 Abs. 1 VRG zudem 

aussergerichtlich noch angemessen zu entschädigen, wobei das Gericht die 

betreffende Parteientschädigung ermessensweise auf insgesamt Fr. 1‘500.-- 

(inkl. Mehrwertsteuer) festlegt. Der Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 

Abs. 2 VRG keine (reduzierte) aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie 

lediglich – sofern überhaupt - in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und Ziffer 1 des Dispositivs der 

angefochtenen Verfügung aufgehoben, soweit sie nicht gegenstandslos 

geworden ist. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 338.--

zusammen Fr. 2‘338.--

gehen je zur Hälfte zulasten der Bergbahnen … AG sowie der Gemeinde … und 

sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die Gemeinde … die … AG reduziert mit insgesamt Fr. 

1‘500.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.