# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38de702f-aa09-5dd0-838e-265a54832a3d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2009 D-6916/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6916-2009_2009-11-10.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6916/2009/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

X._______, geboren _______, Iran,
wohnhaft _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft; 
Verfügung des BFM vom 7. Oktober 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6916/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Vorinstanz  das  zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers 
vom 27. Juni 2006 mit Verfügung vom 27. Juli 2006 abwies, 

dass sie gleichzeitig dessen Flüchtlingseigenschaft feststellte und ihn 
in der Schweiz als Flüchtling vorläufig aufnahm, 

dass das BFM mit Verfügung vom 7. Oktober 2009 die Flüchtlingsei-
genschaft  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art. 63 Abs. 1 Bst. b 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) i.V.m. Art. 1 
C Ziff. 1 des internationalen Abkommens vom 28. Juli  1951 über die 
Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) aberkannte, 

dass  das  BFM  zur  Begründung  unter  anderem  ausführte,  der  Be-
schwerdeführer habe sich durch die iranischen Behörden einen Reise-
pass ausstellen lassen und sei mit diesem problemlos in den Iran ein- 
und wieder ausgereist, 

dass er sich so zweifellos unter den Schutz seines Heimatlandes ge-
stellt und diesen Schutz auch erhalten habe, 

dass der Beschwerdeführer diesen Entscheid mit Eingabe vom 28. Ok-
tober 2009 (adressiert an die Vorinstanz) respektive 5. November 2009 
beim Bundesverwaltungsgericht  anfocht  und  die Aufhebung des vor-
instanzlichen Entscheids sowie das Absehen von der Aberkennung der 
Flüchtlingseigenschaft beantragte, 

dass er  in  seiner Eingabe insbesondere die ihm vorgehaltene Rück-
kehr ins Heimatland bestritt, 

dass die Schweizerische Grenzpolizei den erwähnten iranischen Rei-
sepass bei der Ausreise aus der Schweiz konfisziert habe, 

dass er mit seinem Flüchtlingspass anschliessend _______ (Drittland) 
gereist und von dort aus am Folgetag wieder in die Schweiz zurückge-
kehrt sei, 

dass  auf  weitere  Argumente  der  Vorinstanz  und Beschwerdevorbrin-
gen  sowie  die  Beschwerdebeilagen  –  soweit  erforderlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, 

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dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  (Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  [VwVG,  SR  172.021] des  BFM  entscheidet 
(Art. 105  AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2005 über  das Bundesverwaltungsgericht  [VGG, SR 173.32]; Art. 83 
Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise Änderung hat, 

dass er  daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert  ist  (Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungswei-
se  einer  zweiten  Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e  AsylG), 
und es sich, wie nachstehend aufgezeigt, vorliegend um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
zu verzichten ist,

dass  das  BFM  unter  anderem  aus  Gründen  nach  Art.  1  C  Zif-
fern 1 – 6 FK das Asyl  widerruft  und die Flüchtlingseigenschaft  aber-
kennt (vgl. Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG),

dass im vorliegenden Fall das BFM zur Begründung der Aberkennung 
der Flüchtlingseigenschaft die Bestimmung von Art. 1 C Ziff. 1 FK he-
rangezogen hat,

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dass eine die Bedingungen von Art. 1  A FK erfüllende Person nicht 
mehr unter das Abkommen fällt,  wenn sie sich freiwillig wieder unter 
den Schutz des Landes,  dessen Staatsangehörigkeit  sie  besitzt,  ge-
stellt hat,

dass  die  Vorinstanz  in  diesem  Zusammenhang  feststellte,  der  Be-
schwerdeführer  sei  mit  seinem  iranischen  Reisepass  problemlos  in 
den Iran ein- und wieder ausgereist, 

dass diese Sachverhaltsfeststellung offensichtlich nicht zutrifft, 

dass das erwähnte Reisedokument – wie vom Beschwerdeführer be-
hauptet  – gemäss Aktenlage bei seiner Ausreise _______ durch die 
Grenzpolizei beschlagnahmt wurde, 

dass  sich  aus  den  Akten  ergibt,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
16. Mai 2009 _______ (Drittland) ein- und am 17. Mai 2009 _______ 
in die Schweiz zurückflog, 

dass  unter  diesen  Umständen  eine  Weiterreise  in  den  Iran  unwahr-
scheinlich erscheint,

dass der  Beschwerdeführer im Übrigen bereits  in  seiner an die Vor-
instanz gerichteten Stellungnahme vom 30. September 2009 darlegte, 
bisher nicht in den Iran gereist zu sein,

dass zudem das Argument des BFM, er bestreite nicht, mit dem be-
sagten Reisedokument ins Heimatland zurückgekehrt zu sein, als ak-
tenwidrig bezeichnet werden muss, 

dass diese unrichtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 
als  gravierend und eine Heilung im vorliegenden Verfahren als  nicht 
sachgerecht erscheint, 

dass es der Vorinstanz obliegt, den rechtserheblichen Sachverhalt zu 
ermitteln und seiner rechtlichen Würdigung zu Grunde zu legen,

dass  für  den  Betroffenen  eine  sachgerechte  Anfechtung  der  rechtli-
chen Erwägungen nur möglich ist, wenn sich diese auf den richtigen 
Sachverhalt stützen,

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dass aus diesen Gründen eine Heilung des Mangels  beim aktuellen 
Verfahrensstand nicht möglich ist,

dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 
des BFM vom 7. Oktober 2009 aufzuheben und die Sache zur Fest-
stellung  des  korrekten  Sachverhalts  und  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen 
sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für 
die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten haben (Art. 7 Abs. 1 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass der  Beschwerdeführer nicht  geltend macht,  für  die Einreichung 
der  Beschwerde eine mandatierte  Rechtsvertretung in  Anspruch ge-
nommen zu haben, weshalb ihm keine solchen Kosten erwachsen sein 
dürften und entsprechend keine Parteientschädigung zu entrichten ist. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Der angefochtene Entscheid wird aufgehoben und die Sache im Sinne 
der  Erwägungen  zur  Neubeurteilung an die  Vorinstanz  zurückgewie-
sen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz, mit den Akten Ref-Nr. N _______ (in Kopie)
- _______

Die Instruktionsrichterin Der Gerichtsschreiber

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

Versand:

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