# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4b3b319-eaad-53f5-963a-018aeb6d2192
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 08.01.2026 ZSU.2025.130
**Docket/Reference:** ZSU.2025.130
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2025-130_2026-01-08.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 3. Kammer 

 

ZSU.2025.130  
(VZ.2024.6 / VZ.2025.18)  

Art. 5 

 

Entscheid vom 8. Januar 2026 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Massari, Präsidentin  

Oberrichter Holliger  

Oberrichterin Merkofer   

Gerichtsschreiber Tognella       

 

 
   

Gesuchsteller   A._____,  

[…] 

 

    
   

Gesuchs-

gegnerin  

 B._____, Präsidentin des Bezirksgerichts Q._____,  

[…]  

  

 

 
 

Gegenstand  Ausstandsgesuch 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der Gesuchsteller heiratete am 12. Dezember 2008 C._____ vor dem 

Zivilstandsamt R._____. Aus ihrer Beziehung sind die Kinder D._____, 

geboren am tt.mm. 2007, und E._____, geboren am tt.mm. 2010, 

hervorgegangen. 

 

Mit Gesuch vom 27. März 2018 ersuchte C._____ beim Bezirksgericht 

Q._____ um Eheschutz (Verfahren SF.2018.12). Das Verfahren endete mit 

dem von der Gesuchsgegnerin als Einzelrichterin am 20. Juli 2018 gefällten 

Entscheid. 

 

Mit Klage vom 3. März 2020 machte der Gesuchsteller vor dem 

Bezirksgericht Q._____ das Scheidungsverfahren nach Art. 114 ZGB 

anhängig (Verfahren OF.2020.10). Mit Entscheid vom 18. Februar 2021 

wurde die Ehe durch das Gerichtspräsidium Q._____ (Gesuchsgegnerin) 

geschieden. Dabei wurde die elterliche Sorge bezüglich beider Kinder 

beiden Eltern belassen und die alternierende Obhut festgelegt.   

 

2. 

2.1. 

Mit vom 24. Januar 2024 datierter Eingabe beantragte C._____ das 

alleinige Sorgerecht betreffend E._____ sowie die Verhängung eines an 

den Gesuchsteller gerichteten Kontakt- und Annäherungsverbots E._____ 

sowie ihr (C._____) und ihrem Ehemann (F._____) gegenüber. Die 

Gesuchsgegnerin eröffnete zwei Verfahren, ein ordentliches Verfahren 

betreffend Abänderung des Scheidungsurteils im Punkt Sorgerecht 

(OF.2024.3) sowie ein vereinfachtes Verfahren betreffend Art. 28b ZGB 

(Schutz vor Gewalt, Drohung und Nachstellung; VZ.2024.6).  

 

2.2. 

Im Rahmen der am 6. März 2024 im Verfahren OF.2024.3 durchgeführten 

Einigungsverhandlung schlossen C._____ und der Gesuchsteller eine 

Vereinbarung, gestützt auf die gegen den Gesuchsteller strafbewehrte (Art. 

292 StGB) Annäherungs- und Kontaktverbote (Ausnahme 

Kontaktaufnahme in Briefform) gegenüber E._____ (Dispositiv-Ziffer 1.1) 

sowie C._____ und F._____ (Dispositiv-Ziffer 1.2) ausgesprochen wurden 

(Entscheid des Gerichtspräsidiums Q._____ [Gesuchsgegnerin] vom 

6. März 2024, VZ.2024.6).  

 

2.3.   

Mit Entscheid vom 21. Juni 2024 im Verfahren OF.2024.3 wies das 

Gerichtspräsidium Q._____ (Gesuchsgegnerin) – nach vorgängiger 

Anhörung von E._____ sowie gestützt auf eine Parteivereinbarung – 

 - 3 - 

 

 

C._____ die alleinige elterliche Sorge über E._____ zu und verzichtete in 

Anbetracht seines Alters auf eine Regelung des Besuchs- und 

Ferienrechts. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft 

(weshalb eine in jenem Verfahren vom Gesuchsteller vorsorglich erhobene 

Beschwerde gegen eine prozessleitende Verfügung vom 7. Juni 2024 als 

gegenstandslos geworden von der Kontrolle abgeschrieben wurde, vgl. 

Verfügung der Instruktionsrichterin der 3. Zivilkammer des Obergerichts 

vom 4. September 2024). 

 

3. 

3.1. 

Gegen den Entscheid vom 6. März 2024 (VZ.2024.6) hatte der 

Gesuchsteller am 10. Juni 2024 beim Obergericht des Kantons Aargau 

Berufung erhoben. Dieses hob den Entscheid auf und wies die Streitsache 

an die Vorinstanz zurück, damit diese zum einen im Punkt Annäherungs- 

und Kontaktverbot zwischen dem Gesuchsteller und E._____ die 

Überweisung an das nach § 5 Abs. 1 EG ZPO sachlich zuständige 

Familiengericht vornehme und die vom Gesuchsteller betreffend 

Annäherungs- und Kontaktverbot zwischen ihm und C._____ und F._____ 

zufolge falscher Rechtsmittelbelehrung erhobene Berufung als Revision 

entgegennehme (Entscheid des Obergerichts, 2. Zivilkammer,  vom 21. 

Mai 2025).  

 

3.2. 

Die Gesuchsgegnerin eröffnete am 26. September 2025 das 

Revisionsverfahren (VZ.2025.18). 

 

3.3. 

Am 29. September 2025 stellte der Gesuchsteller beim Bezirksgericht 

Q._____ folgende Anträge: 

 

• Richterin B._____ vom weiteren Verfahren auszuschliessen 

• Den weiteren Verlauf durch eine unbefangene, unabhängige und 
unparteiische Richterperson führen zu lassen 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 7. Oktober 2025 überwies die Gesuchsgegnerin dieses 

Ausstandsgesuch an das Obergericht und beantragte die Abweisung des 

Gesuchs, soweit darauf einzutreten sei. 

 

3.5.  

Der Gesuchsteller liess sich mit Eingabe vom 30. Oktober 2025 zur 

Eingabe der Gesuchsgegnerin vom 7. Oktober 2025 vernehmen.  

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Zuständigkeit zur Behandlung des vorliegenden, gegen eine 

Gerichtspräsidentin in Einzelrichtersachen gerichteten 

Ausstandsbegehrens liegt beim Obergericht (§ 19 Abs. 1 lit. c EG ZPO). 

Nachdem der Gesuchsteller den ihm mit instruktionsrichterlicher Verfügung 

vom 14. Oktober 2025 auferlegten Gerichtskostenvorschuss geleistet hat, 

ist auf das Gesuch einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Art. 47 Abs. 1 ZPO listet Gründe auf, die eine Gerichtsperson dazu 

verpflichten, in den Ausstand zu treten, darunter unter lit. f. den 

Auffangtatbestand, dass die Gerichtsperson "aus anderen Gründen", 

insbesondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder 

ihrer Vertretung befangen sein könnte.  

 

Art. 47 Abs. 1 ZPO konkretisiert die von Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 

EMRK gewährte Garantie des verfassungsmässigen Richters. Danach hat 

jede Person, deren Sache in einem gerichtlichen Verfahren beurteilt 

werden muss, Anspruch darauf, dass ihre Streitsache von einem 

unbefangenen, unvoreingenommenen und unparteiischen Richter beurteilt 

wird. Es soll garantiert werden, dass keine sachfremden Umstände, die 

ausserhalb des Prozesses liegen, in sachwidriger Weise zugunsten oder 

zulasten einer Partei auf das gerichtliche Urteil einwirken. Art. 30 Abs. 1 BV 

soll zu der für einen korrekten und fairen Prozess erforderlichen Offenheit 

des Verfahrens im Einzelfall beitragen und damit ein gerechtes Urteil 

ermöglichen. Die Garantie des verfassungsmässigen Richters wird bereits 

verletzt, wenn bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die den 

Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu 

begründen vermögen. Voreingenommenheit und Befangenheit in diesem 

Sinne werden nach der Rechtsprechung angenommen, wenn im Einzelfall 

anhand aller tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Umstände 

Gegebenheiten aufscheinen, die geeignet sind, Misstrauen in die 

Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Dabei ist nicht auf das 

subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die 

Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet 

erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver 

Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit 

hervorrufen. Für die Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter 

tatsächlich befangen ist (BGE 140 III 221 E. 4.1 m.H.; vgl. auch BGE 147 I 

173 E. 5.1). Dennoch muss der Ausstand die Ausnahme bleiben, 

andernfalls bestünde die Gefahr, dass die regelhafte 

Zuständigkeitsordnung für die Gerichte bis zu einem gewissen Grad 

 - 5 - 

 

 

illusorisch und die Garantie des verfassungsmässigen Richters von dieser 

Seite her ausgehöhlt werden könnte (BGE 105 Ia 157 E. 6a).  

 

Richterliche Verfahrensfehler, aber auch falsche Entscheide stellen für sich 

allein genommen keinen Ausstandsgrund dar (vgl. dazu auch Art. 47 Abs. 2 

ZPO, wonach die Mitwirkung der Gerichtsperson in gewissen früheren 

Verfahren für sich allein genommen, keinen Ausstandsgrund setzt). 

Befangenheitsbegründend sind indessen besonders krasse und 

wiederholte Irrtümer, die einer schweren Amtspflichtverletzung 

gleichkommen und sich einseitig zulasten einer Partei auswirken (KIENER, 

in: Oberhammer/Domej/Haas, in: Kurzkommentar ZPO, 3. Aufl. 2021, N. 19 

zu Art. 47 ZPO). 

 

2.2. 

Die Partei, die eine Gerichtsperson ablehnen will, hat dem Gericht 

unverzüglich ein entsprechendes Gesuch zu stellen, sobald sie vom 

Ausstandsgrund Kenntnis erhalten hat, wobei die den Ausstand 

begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen sind (Art. 49 ZPO). Eine 

nicht weiter begründete Behauptung fehlender Unabhängigkeit oder die 

Äusserung subjektiver Befürchtungen genügt nicht (KIENER, a.a.O., N. 3 zu 

Art. 49 ZPO). 

 

3. 

3.1. 

Vorliegend ist zunächst zwischen dem vom Gesuchsteller in seinem 

Ausstandsgesuch vom 29. September 2025 gemachten Ausführungen 

einerseits und seiner Stellungnahme auf die Stellungnahme der 

Gesuchsgegnerin (im Folgenden "Replik") gemachten Ergänzungen zu 

unterscheiden. Die (gemäss Art. 49 ZPO unverzüglich geltend zu 

machende) Befangenheit muss bereits im Gesuch selbst glaubhaft 

gemacht werden. Ist dies nicht der Fall kann dies ebenso wenig wie die 

Begründung eines Rechtsmittels in einer späteren Eingabe (dazu Urteil des 

Bundesgerichts 5A_979/2014 vom 12. Februar 2015 E. 2) nachgeholt 

werden. Die "Replik" des Gesuchstellers ist insoweit deshalb unbeachtlich. 

 

3.2.  

3.2.1. 

Mit Bezug auf das vorliegend zu behandelnde Ausstandsbegehren fällt 

zunächst auf, dass sich der Gesuchsteller (in seinem Gesuch vom 

29. September 2025) im Prinzip im Wesentlichen damit begnügt – teilweise 

nur stichwortartig – (angebliche) Verfahrensfehler aufzulisten, die der 

Gesuchsgegnerin als Einzelrichterin in vier familienrechtlichen Verfahren 

zwischen ihm und seiner zwischenzeitlich geschiedenen Ehefrau 

unterlaufen sein sollen. Abgesehen davon, dass eben weder 

Verfahrensfehler noch materiell unrichtige Entscheide als solche 

Rückschlüsse auf eine Befangenheit zulassen, hat der Gesuchsteller 

 - 6 - 

 

 

solche Fehlleistungen der Gesuchsgegnerin über weite Strecken entweder 

nicht substanziiert oder, soweit substanziierte Behauptungen vorliegen, 

eine Verletzung von Verfahrensrecht oder materiellem Recht nicht 

aufgezeigt:  

 

3.2.1.1. 

Nicht substanziiert wird, was in Punkt 2 der von der Gesuchsgegnerin am 

3. September 2020 erlassenen Verfügung, womit der Gesuchsteller und 

seine damalige Ehefrau aufgefordert wurden, innert Frist einen Bericht über 

die aktuelle Situation ihrer beiden Kinder beim behandelnden 

Kinderarzt/Psychologen anzufordern und einzureichen, willkürlich sein soll. 

Der in der "Replik" angeführte Grund für den erhobenen Willkürvorwurf, 

diese Aufforderung verstosse gegen die ärztliche Schweigepflicht, auf die 

sich denn auch der Arzt berufen habe, ist, weil verspätet, an sich nicht zu 

hören (E. 3.1). Er ist aber auch in der Sache verfehlt, weil der behandelnde 

Arzt eines urteilsunfähigen Kindes gegenüber Eltern als dessen 

gesetzlichen Vertretern, die Auskunft über den Gesundheitszustand des 

Kindes verlangen, auskunftspflichtig ist (zu den relativ höchstpersönlichen 

Rechten, die im Fall von Urteilsunfähigkeit der betroffenen Person von 

deren gesetzlichem Vertreter wahrgenommen werden können, vgl. 

FANKHAUSER, in: Basler Kommentar, 7. Aufl. 2022, N. 4 und 7 zu Art. 19c 

ZGB). 

 

Genauso wenig substanziiert wurde im Gesuch vom 29. September 2025 

der Vorwurf, am 22. April 2021 sei es zu einer unverhältnismässigen 

Ermessensausübung durch die Gesuchsgegnerin gekommen. An jenem 

Tag erliess diese einen Berichtigungsentscheid zum Scheidungsurteil, das 

am 18. Februar 2021 ergangen war; im Berichtigungsentscheid wurde eine 

andere Vorsorgeeinrichtung angewiesen, den Vorsorgeausgleichbetrag 

auf das Vorsorgekonto der geschiedenen Ehefrau des Gesuchstellers zu 

überweisen. Dieser Entscheid war nötig geworden, weil der Gesuchsteller 

es im Scheidungsverfahren unterlassen hatte, den Wechsel zu einer neuen 

Pensionskasse bekanntzugeben. 

 

3.2.1.2. 

Bezüglich weiterer vom Gesuchsteller geltend gemachter Vorhaltungen 

sind Pflichtverletzungen durch die Gesuchsgegnerin, hinsichtlich derer eine 

(zumindest rudimentäre) Substanziierung vorliegt, nicht erkennbar, im 

Gegenteil:  

 

3.2.1.2.1. 

Bezüglich des Verfahrens SF.2018.12 (Eheschutz) macht der 

Gesuchsteller etwa geltend, der von ihm und seiner (damaligen) Ehefrau 

anlässlich der Verhandlung vom 13. Juni 2018 unterzeichnete Vergleich sei 

mit Verfügung vom 20. Juni 2018 nachträglich von der Gesuchsgegnerin 

 - 7 - 

 

 

angepasst worden, was den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 

Abs. 3 BV) verletzt habe.  

 

Mit Verfügung vom 20. Juni 2018 machte die Gesuchsgegnerin darauf 

aufmerksam, dass dem am 13. Juni 2018 von den Eheleuten getroffenen 

Vergleich eine Berechnungstabelle zugrunde gelegen habe, die mit einem 

grundlegenden, sich zuungunsten der Kinderunterhaltsbeiträge 

auswirkenden Fehler behaftet gewesen sei. Auch wenn eine von Ehegatten 

geschlossene Vereinbarung für diese verbindlich ist bzw. sie nur 

gemeinsam auf diese zurückkommen können, ist es so, dass eine 

betreffend Kinderbelange im Allgemeinen getroffene Vereinbarung nur 

einen Antrag an das Gericht bzw. die Kindesschutzbehörde, im Sinne der 

Vereinbarung zu entscheiden, darstellt (vgl. Art. 133 Abs. 2 ZGB), bzw. 

dass eine hinsichtlich Minderjährigenunterhalt getroffene Vereinbarung im 

Besonderen der behördlichen Genehmigung bedarf (Art. 287 ZGB). Das 

Gericht erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen und ist nicht an die 

Anträge der Parteien gebunden (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO; für die 

Kindesschutzbehörde vgl. Art. 314 ZGB in Verbindung mit Art. 446 Abs. 1 

und 3 ZGB). Unter diesen Umständen traf die Gesuchsgegnerin als 

Einzelrichterin nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, nach Entdeckung 

von Rechnungsfehlern diese grundsätzlich zu berichtigen (die Parteien 

schlossen daraufhin am 28. Juni 2018 eine zweite Vereinbarung, die von 

der Gesuchsgegnerin dann am 20. Juli 2018 zum Entscheid erhoben 

wurde).  

 

Aus dem gleichen Grund ist auch nicht zu beanstanden, dass die 

Gesuchsgegnerin in ihrem im Verfahren VZ.2024.6 am 6. März 2024 

gefällten Entscheid – "zugunsten des Gesuchstellers" – vom gemeinsam 

gestellten Antrag (VZ.2024.6, act. 4) abgewichen ist (bzw. die 

"Vereinbarung geändert" hat), indem das Annäherungs- und Kontaktverbot 

gegenüber E._____ – statt unbefristet (so Vereinbarung) – "nur" befristet 

bis zu dessen 18. Geburtstag angeordnet wurde. 

 

3.2.1.2.2. 

Ebenso (offensichtlich) unbehelflich ist es, wenn im Verfahren VZ.2025.18, 

für das der Gesuchsteller den Ausstand der Gesuchsgegnerin verlangt, 

gerügt wird, es bestehe nach der Rückweisung durch das Obergericht mit 

Entscheid vom 21. Mai 2025 eine "unklare Parteistellung". Es entspricht der 

Praxis, dass in einem Revisionsverfahren die Partei, die das 

Revisionsgesuch gestellt hat, als Revisionskläger bezeichnet wird (so auch 

der Gesuchsteller im von der Gesuchsgegnerin nach der Rückweisung neu 

eröffneten Verfahren VZ.2025.18), dies unbekümmert darum, welche 

Parteirolle er im ursprünglichen Verfahren eingenommen hat. Welche 

(dazu noch "erheblichen") Unklarheiten bezüglich der Parteistellung mit 

dieser Bezeichnung des Gesuchstellers als "Revisionskläger" (statt Kläger) 

verbunden sein sollen, wird nicht dargelegt bzw. ist auch nicht ersichtlich.    

 - 8 - 

 

 

3.2.1.2.3. 

Weiter bemängelt der Gesuchsteller die Vermischung der Verfahren 

OF.2024.3 (betreffend elterliche Sorge) und VZ.2024.6 (betreffend 

Annäherungs- und Kontaktverbote), wodurch die Prozessführung 

erschwert worden sei. Während des gesamten Verfahrens sei unklar 

geblieben, welches Verfahren jeweils Gegenstand der Erörterung gewesen 

sei; besonders deutlich sei dies in der Äusserung der Gesuchsgegnerin 

geworden, dass bei [s]einer Weigerung, einem Annäherungs- und 

Kontaktverbot zuzustimmen, ein erhebliches Risiko bestehe, das 

Sorgerecht zu verlieren. Indessen erscheint es naheliegend, dass die 

beiden Verfahren parallel geführt wurden (mit bloss einem 

Verhandlungstermin am 6. März 2024), zumal sie auf eine einzige 

Laieneingabe der geschiedenen Ehefrau des Gesuchstellers zurückgingen 

und vom Sachverhalt eng zusammenhingen. Entscheidend erscheint, dass 

der Gesuchsteller und seine geschiedene Ehefrau zwei getrennte 

Vereinbarungen unterschrieben, gestützt auf die zuerst das Verfahren 

VZ.2024.6 und dann das Verfahren OF.2024.3 beendet wurden.  

 

3.2.1.2.4. 

Demgegenüber trifft zwar zu, dass die Gesuchsgegnerin den im Verfahren 

VZ.2024.6 am 6. März 2024 gefällten Entscheid mit einer unvollständigen 

Rechtsmittelbelehrung versehen hat. Indessen ist nicht ersichtlich und es 

wird auch nicht behauptet, dass dies in der Absicht geschah, den 

Gesuchsteller zu benachteiligen. Dieser erlitt durch die falsche 

Rechtsmittelbelehrung auch keinen Nachteil. 

  

3.2.2. 

Der Gesuchsteller bringt weiter vor, er habe sich anlässlich der am 

25. Januar 2021 im Scheidungsverfahren OF.2020.10 durchgeführten 

Hauptverhandlung Äusserungen der Gesuchsgegnerin anhören müssen, 

die nötigenden Charakter aufgewiesen hätten, z.B. es gehe in der 

Verhandlung nicht darum, was er möchte, bzw. dass die Verhandlung 

abgebrochen würde, wenn er weiterhin über sämtliche Punkte verhandeln 

wolle. Dass diese Bemerkungen der Gesuchstellerin, wenn sie denn 

tatsächlich so gefallen wären, über das hinausgegangen wäre, was im 

Rahmen der richterlichen Verfahrensleitung (Art. 124 ZPO) zulässig ist, 

kann ohne weitergehende substanziiert vorgebrachte Sachdarstellung 

nicht beurteilt werden.  

 

3.2.3. 

Schliesslich erwähnt der Gesuchsteller eine unangebrachte 

Druckausübung durch die Gesuchsgegnerin, weil sie ihn auf sein Gesuch 

um schriftliche Begründung telefonisch kontaktiert habe. Auch hier wird 

indes nicht weiter ausgeführt, worin die Druckausübung gelegen haben 

soll.  

 

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4. 

Zusammenfassend erweist sich das Ausstandsgesuch als unbegründet, 

weshalb es abzuweisen ist. Ausgangsgemäss wird der Gesuchsteller 

kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Entscheidgebühr von Fr. 500.00 wird dem Gesuchsteller auferlegt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…]    

 
 
 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden, wenn sie einen nicht 

wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheissung der Be-

schwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand 

an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde. In 

vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der 

Streitwert in arbeits- und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen 

übrigen Fällen mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage 

von grundsätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und 

Nachlassrichters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 

BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

  

 - 10 - 

 

 

 
   

Aarau, 8. Januar 2026 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 3. Kammer 

Die Präsidentin:     Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Massari      Tognella