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**Case Identifier:** 163319f3-14ba-5d5b-bae1-be4531e1ecef
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.07.2017 IV 2015/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-7_2017-07-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/7

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 07.07.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 07.07.2017
Art. 28 IVG. Da die Versicherte weder in einer adaptierten Hilfsarbeit noch im 
Haushalt in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, hat sie keinen Anspruch 
auf eine IV-Rente. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juli 2017, IV 2015/7).

Entscheid Versicherungsgericht, 07.07.2017

Entscheid vom 7. Juli 2017

Besetzung                                                                      

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Michaela 

Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger             

Geschäftsnr.                                                                                                                      

IV 2015/7            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter,

Anwalt und Beratung GmbH, Poststrasse 6, Postfach 239, 9443 Widnau,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ wurde der IV-Stelle des Kantons St. Gallen im November 2011 von den 

Sozialen Diensten B.___ zur Früherfassung gemeldet (IV-act. 2). Die Sozialen Dienste 

gaben an, dass die Versicherte ca. seit 2005 voll arbeitsunfähig sei. Sie leide an einer 

Lumbago, an Schulterschmerzen, an Ischias-Beschwerden sowie an Schmerzen am 

ganzen Körper. Innert Frist reichte die Versicherte im Dezember 2011 das 

Anmeldeformular ein (IV-act. 7). Sie erklärte, in C.___ die Primar- und die Oberstufe 

besucht zu haben. Einen Beruf habe sie nicht erlernt; sie sei Hausfrau. Der Hausarzt 

der Versicherten, Dr. med. D.___, gab im Bericht vom 19. Dezember 2011 an, dass die 

Versicherte seit ca. 2005 wegen einer Lumbago in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt 

sei (IV-act. 10). Als Defizit nannte er Bewegungsschmerzen. Die Versicherte sei wegen 

der starken Schmerzen nicht mehr arbeitsfähig. Gemäss einem Austrittsbericht des 

Spitals E.___ vom 9. Juni 2011 (IV-act. 11) war die Versicherte wegen akut 

aufgetretenen, stärksten Kopfschmerzen vom Nacken in den Kopf ausstrahlend vom 4. 

bis 5 Juni 2011 hospitalisiert gewesen (IV-act. 10-3 f.). Die Ärzte hatten als Diagnose 

eine symptomatische hypertensive Entgleisung (akut auffälliger Blutdruckanstieg) mit/

bei bekannter Hypertonie und stärksten Kopfschmerzen angegeben. Das CT des 

Schädels sei unauffällig gewesen. Die Blutdruckwerte hätten medikamentös stabilisiert 

werden können.

A.b  Der Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt am 10. Februar 2012 fest, 

dass bei der Versicherten kein erkennbarer Eingliederungswille vorliege (IV-act. 19-3). 

Sie fühle sich voll arbeitsunfähig und sehe keine Möglichkeit für einen Arbeitsversuch. 

Am 30. Mai 2012 notierte der Eingliederungsverantwortliche, dass die 

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Frühinterventionsphase abgeschlossen werde (IV-act. 19-4). Im Rahmen der 

Frühinterventionsphase erklärte Dr. med. F.___ vom RAD am 7. Juni 2012, dass für gut 

adaptierte Tätigkeiten ab sofort von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (IV-

act. 20). Am 14. Juni 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen 

Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen habe, da sie sich nicht in der Lage 

fühle, an beruflichen Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 22).

A.c  Mit Vorbescheid vom 7. August 2012 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei 

einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 26). Trotz eines 

Einwandes der Versicherten verfügte die IV-Stelle am 3. Oktober 2012 im Sinne des 

Vorbescheids (IV-act. 28). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom 

Versicherungsgericht am 8. November 2013 (IV 2012/398) teilweise gutgeheissen. Die 

Verfügung wurde aufgehoben und die Sache zur ergänzenden medizinischen 

Abklärung und anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen (IV-

act. 38). Das Gericht erwog, dass weder die Einschätzung des RAD noch die sich in 

den Akten befindlichen Arztberichte eine zuverlässige Beurteilung des 

Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zuliessen. Der 

Entscheid des Versicherungsgerichts erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

A.d  Dr. D.___ berichtete der IV-Stelle am 31. Januar 2014 (IV-act. 42), dass die 

Versicherte seit ca. 2005 an einer Lumbago bei degenerativen Veränderungen und seit 

2003 an einem Zervikalsyndrom bei degenerativen Veränderungen leide. Keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten eine Hypertonie und ein Diabetes mellitus. Die 

Versicherte sei wegen der Schmerzen seit August 2010 in jeglicher Tätigkeit voll 

arbeitsunfähig. Dr. D.___ merkte aber auch an, dass die Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsangepassten Tätigkeit in einer Berufserprobung getestet werden müsste. 

RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 18. Februar 2014, dass die hausärztlichen Berichte 

unbrauchbar seien (IV-act. 49). Es empfehle sich eine polydisziplinäre Begutachtung.

A.e  Die interdisziplinäre (internistische, psychiatrische, neurologische und 

rheumatologische) Begutachtung fand zwischen dem 22. April und dem 15. Mai 2014 

durch die Medas Bern statt (Gutachten vom 28. Juli 2014, IV-act. 54). Diagnosen mit 

Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (Produktionsmitarbeiterin/Hausfrau) gaben die 

Gutachter keine an. Die Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit lauteten:

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•      Persönlichkeitsakzentuierung (keine Krankheitswertigkeit, ICD-10: Z73.1)

•      anhaltende Schmerzstörung (F45.4)

•      Adipositas, BMI 32.1 kg/m2

•      Hyperlipidämie (behandlungsbedürftig)

•      arterielle Hypertonie (anamnestisch)

•      rezidivierende Beschwerden der LWS bei mässigen, altersentsprechenden 

degenerativen Veränderungen

•      rezidivierende Beschwerden der HWS bei degenerativen Veränderungen

•      Omalgien (Schulterschmerzen)

•      Gonalgien (Knieschmerzen), bis dato ohne nachvollziehbares organisches 

Korrelat.

Die Gutachter hielten in der interdisziplinären Beurteilung fest, dass sich aus 

internistischer Sicht keine Funktionsbeeinträchtigungen oder Beschwerden mit 

versicherungsmedizinischer Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gefunden hätten. Im 

neurologischen Fachgebiet hätten sich keine Befunde erheben lassen, die auch nur 

einen Teil der von der Versicherten angegebenen Schmerzen hätten erklären können. 

Es hätten sich keine Hinweise auf periphere Engpass-Syndrome, auf eine akute oder 

radikuläre Schädigung und auf zerebrale Durchblutungsstörungen gefunden. Die von 

der Versicherten demonstrierten Funktionseinschränkungen liessen sich nicht 

nachvollziehen. Sie erschienen zum Teil erheblich überlagert und demonstrativ und 

seien der freien Willensbildung zugänglich. Aus neurologischer Sicht lasse sich keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten. In der klinisch-rheumatologischen 

Untersuchung habe sich eine schmerzgeplagte Versicherte gezeigt, die bereits bei den 

geringsten Manövern massive Schmerzen angegeben habe. In der 

Röntgenuntersuchung habe sich weder im Bereich der Wirbelsäule noch im Bereich 

der Schultergelenke eine zum Ausmass der angegebenen Beschwerdesymptomatik 

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passende Veränderung gezeigt. Die Waddell-Zeichen seien mit vier von fünf positiv zur 

Darstellung gekommen. Auch die Schmerzen in den Schultern seien nicht im Rahmen 

organischer/struktureller Veränderungen erklärbar, sodass die 

Beschwerdesymptomatik aus rheumatologischer Sicht nicht nachvollziehbar sei. 

Zudem habe sich klinisch kein Hinweis für eine entzündliche Aktivität gezeigt. Anhand 

der erhobenen klinischen und apparativ-diagnostischen Befunde sei aus 

rheumatologischer Sicht kein wesentlicher Wirbelsäulenschaden feststellbar gewesen. 

Auch an den Schultergelenken hätten sich keine wesentlichen strukturellen, sondern 

lediglich altersentsprechende mässige degenerative Veränderungen feststellen lassen. 

Aus rheumatologischer Sicht sei daher eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in 

körperlich leichten und gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten prinzipiell denkbar. In 

psychiatrischer Hinsicht habe sich aufgrund der aktuellen Untersuchung kein Hinweis 

auf eine versicherungsmedizinisch relevante psychiatrische Störung ergeben. Es 

bestünden vorwiegend psychosoziale Belastungen. Allenfalls lasse sich eine 

chronische Schmerzstörung bei einer Persönlichkeitsakzentuierung diagnostizieren; 

diese hätte versicherungsmedizinisch aber keine Relevanz. Unter Berücksichtigung der 

ICF-Klassifikation hätten im Hinblick auf eine einfache, dem Ausbildungsstand und 

Intellekt entsprechende repetitive Tätigkeit keine Defizite festgestellt werden können. 

Die Versicherte verfüge über eine hinreichend gute Anpassungsfähigkeit, sie benötige 

jedoch Hilfe bei der Wiedereinübung der Ausdauer und der Verbesserung der 

Flexibilität. Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit sei ihr aus psychiatrischer Sicht 

zumutbar. Die selbstauferlegte Schonhaltung sei willentlich überwindbar, sie sei jedoch 

abhängig von motivationalen Faktoren (Problemlösebereitschaft, interpersonelle 

Gegebenheiten, Barrieren, ideale oder weniger günstige Arbeitsbedingungen, soziale 

Unterstützung und mangelnde Resilienz gegenüber alltäglichen Belastungen oder 

Spannungen). Die Voraussetzungen für die Foersterkriterien lägen nicht vor. 

Interdisziplinär kamen die Gutachter zum Schluss, dass Tätigkeiten, die überwiegend 

an nassen, feuchten und kalten Arbeitsplätzen auszuüben seien, aufgrund der leichten 

degenerativen Veränderungen ungünstig seien. Insgesamt ergäben sich jedoch keine 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit für die angestammte, zuletzt ausgeübte Tätigkeit 

in der Pilzproduktion; insbesondere seien aber Verweistätigkeiten ohne 

Einschränkungen zumutbar. Diese Bewertung gelte auch retrospektiv. RAD-Arzt Dr. 

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F.___ bezeichnete das Gutachten am 13. August 2014 als umfassend und 

widerspruchsfrei (IV-act. 55).

A.f  Mit Vorbescheid vom 22. August 2014 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei 

einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 59). Dagegen 

liess die Versicherte am 15. Oktober 2014 einwenden (IV-act. 64), dass eine 

orthopädische Begutachtung hätte erfolgen müssen, da sie seit Jahren an massiven 

Rückenschmerzen leide. Das Gutachten sei widersprüchlich und lasse verschiedene 

Fragen offen. Auf die psychiatrische Fachbeurteilung könne mangels hinreichender 

Prüfung der Foersterkriterien nicht abgestellt werden. Da die Versicherte nicht nur an 

einer anhaltenden Schmerzstörung, sondern auch an einer 

Persönlichkeitsakzentuierung leide, stelle sich die Frage nach einer psychiatrischen 

Komorbidität. Die Foersterkriterien „Verlust der sozialen Integration“ und „mehrjähriger 

Krankheitsverlauf“ seien ohne weiteres zu bejahen. Bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

in der Pilzproduktion habe es sich um eine sehr anstrengende Arbeit an einem feuchten 

und sehr kalten Arbeitsplatz gehandelt. Obwohl die angestammte Tätigkeit die 

Adaptionskriterien nicht erfülle, seien die Gutachter von einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgegangen worden. Da auf das Gutachten nicht 

abgestellt werden könne, sei mit den behandelnden Ärzten von einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Eventualiter sei ein neutrales interdisziplinäres 

Gutachten zu erstellen. Dr. D.___ hatte der Versicherten am 15. August 2014 für die 

Zeit ab dem 15. August 2014 und bis auf weiteres eine volle Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (IV-act. 66-8). Am 9. November 2014 erklärte Dr. D.___, dass die Versicherte 

wegen starker Schmerzen auch in leidensangepassten Tätigkeiten zu 100 % 

arbeitsunfähig sei (IV-act. 69).

A.g  Mit Verfügung vom 21. November 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie 

angekündigt bei einem IV-Grad von 0 % ab (IV-act. 70). Das Validen- und 

Invalideneinkommen bezifferte sie auf je Fr. 35'706.--. Mit Bezug auf den Einwand hielt 

sie fest, dass die Notwendigkeit einer orthopädischen Exploration nicht nachvollzogen 

werden könne. Die Persönlichkeitsakzentuierung habe gemäss dem psychiatrischen 

Gutachter keinen Krankheitswert. Das Beschwerdebild werde vorwiegend von 

psychosozialen Belastungsfaktoren bestimmt. Da das Vorliegen einer psychiatrischen 

Komorbidität klar verneint werden könne, erübrige sich die Frage nach den 

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Foersterkriterien. Gemäss dem Gutachten seien Tätigkeiten an nassen, feuchten und 

kalten Arbeitsplätzen ungünstig. Damit sei lediglich ausgedrückt worden, dass eine 

solche Tätigkeit zwar nicht ideal sei, aber dennoch durchgeführt werden könne. 

Schliesslich vermöchten die Zeugnisse von Dr. D.___ die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht in Zweifel zu ziehen, da dieser sich in keiner Weise mit 

dem medizinischen Sachverhalt auseinandergesetzt habe.

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 9. Januar 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die 

Ausrichtung einer ganzen IV-Rente spätestens ab Mai 2012; eventualiter sei ein 

neutrales interdisziplinäres Gutachten zu erstellen. Der Rechtsvertreter stellte zudem 

ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Ergänzend zu 

den Einwänden im Vorbescheidverfahren machte er geltend, dass ein mehrjähriger 

Krankheitsverlauf ausgewiesen sei, da die Beschwerdeführerin seit Jahren eine 

Schmerztherapie bei Dr.  D.___ besuche und regelmässig Injektionen zur Linderung der 

Rückenbeschwerden benötige. Da die rheumatologische Gutachterin dies 

weitestgehend unberücksichtigt gelassen habe, könne auf das Gutachten nicht 

abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin lebe zurückgezogen; der Kontakt zu den 

wenigen Kolleginnen habe sich zwischenzeitlich verlaufen. Die Gutachter hätten nicht 

berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin an Durchschlafstörungen leide, dass ihre 

Finger morgens jeweils eingeschlafen seien und dass sie nicht mehr in der Lage sei, 

den Haushalt zu erledigen. Ausserdem hätten sie keine Stellung zu den medizinischen 

Unterlagen genommen. Wie sich die Gutachter in der maximal zweistündigen 

Untersuchung in allen Fachbereichen ein hinreichendes Bild über die Beschwerden 

hätten machen wollen, sei höchst fragwürdig. Dr. D.___ hatte dem Rechtsvertreter am 

7. Januar 2015 berichtet, er sei auch der Meinung, dass man die Beine genauer hätte 

untersuchen müssen (act. G 3). Am selben Tag hatte Dr. D.___ der Beschwerdeführerin 

bestätigt, dass bei ihr ein Weichteilrheuma bestehe, weshalb sie seit Jahren monatlich 

eine Schmerzspritze erhalte. Daher sei sie auch in einer Verweistätigkeit vollständig 

arbeitsunfähig.

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B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 30. April 2015 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 10). Zur Begründung führte sie an, es sei in erster 

Linie der Gutachterstelle zu überlassen, welche fachärztlichen Konsilien durchgeführt 

werden sollten. Die Beschwerdeführerin sei rheumatologisch und neurologisch 

begutachtet worden. Der Unterschied zwischen einem Rheumatologen und einem 

Orthopäden sowie einem Neurochirurgen sei, dass der Rheumatologe keine operative 

Behandlung vornehme. Ziel der Begutachtung sei keine Beurteilung über eine operative 

Behandlung, sondern eine Aussage zur Funktionseinschränkung des 

Bewegungsapparates gewesen. Es bestünden also keinerlei Hinweise dafür, dass eine 

zusätzliche orthopädische Untersuchung weitere Befunde ergeben hätte. Ob eine 

psychiatrische Komorbidität vorliege, sei eine Rechtsfrage. Eine 

Persönlichkeitsakzentuierung beeinflusse zwar den Gesundheitszustand; es handle 

sich aber nicht um einen rechtserheblichen Gesundheitsschaden. Eine psychiatrische 

Komorbidität sei daher zu verneinen. Dem Rechtsvertreter sei insoweit zuzustimmen, 

dass die Foersterkriterien im Gutachten nicht explizit einzeln dargelegt worden seien. 

Das Kriterium der chronischen körperlichen Begleiterkrankung und des mehrjährigen 

Krankheitsverlaufs bei unveränderter oder progredienter Systematik (gemeint wohl: 

Symptomatik) ohne längerfristige Remission werde praxisgemäss als nicht erfüllt 

erachtet, wenn wie vorliegend aus somatischer Sicht eine körperlich angepasste 

Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Auch wenn die soziale Integration beeinträchtigt sei, 

könne nicht von einem ausgewiesenen sozialen Rückzug gesprochen werden, wenn 

ein regelmässiger Kontakt mit der Ursprungsfamilie bestehe. Aufgrund des auffälligen 

Schonverhaltens im Alltag (Haushalt wird durch Schwiegertochter und Sohn erledigt) 

sei ein sekundärer Krankheitsgewinn naheliegend. Der subjektive Leidensdruck scheine 

nicht genügend gross zu sein, um eine psychiatrische Behandlung beginnen zu wollen. 

Insgesamt gebe es keine hinreichenden Gründe, dem syndromalen psychischen Leiden 

ausnahmsweise eine invalidisierende Wirkung beizumessen. Zwischen der 

Beschreibung der zumutbaren leidensangepassten Tätigkeit und der Attestierung einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in der Pilzzucht bestehe kein 

Widerspruch. Die Gutachter hätten erklärt, dass Tätigkeiten an überwiegend nassen, 

feuchten und kalten Arbeitsplätzen ungünstig seien. Unter ungünstig sei offensichtlich 

nicht unzumutbar, sondern nicht optimal zu verstehen.

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B.c  Das Gericht bewilligte am 5. Mai 2015 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 11).

B.d  In seiner Replik vom 11. August 2015 machte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin ergänzend geltend (act. G 17), dass die monatlichen 

Schmerzspritzen als operative Handlungen zu betrachten seien, weshalb eine 

orthopädische Untersuchung andere Befunde hätte ergeben können. Die Gutachter 

hätten den körperlichen Gesundheitsschaden nicht hinreichend abgeklärt. Die 

massiven Schmerzen in den Beinen, den Knien und den Füssen seien nicht 

weitergehend untersucht worden. Bereits die psychischen Leiden seien derart 

ausgeprägt, dass nicht von einer zumutbaren Willensanstrengung zur 

Leidensüberwindung ausgegangen werden könne. Der psychiatrische Gutachter habe 

die Zumutbarkeit der willentlichen Leidensüberwindung von diversen Faktoren 

(hinreichende Problemlösungsbereitschaft etc.) abhängig gemacht, welche bei der 

Beschwerdeführerin nicht gegeben seien. Er habe nicht geprüft, ob die 

Persönlichkeitsakzentuierung die soziale Funktionsfähigkeit und die willentliche 

Leidensüberwindung verunmöglichten. Die Persönlichkeitsakzentuierung erschwere 

den Umgang mit den Schmerzen sicherlich. Da die Beschwerdeführerin nur noch 

Kontakt mit dem Ehemann, ihren Kindern und den Enkeln pflege, sei ein umfassender 

sozialer Rückzug zu bejahen. Sie erledige auch keine Behördengänge und Einkäufe 

mehr. Bezüglich der indizierten psychiatrischen Behandlung und Physiotherapie sei 

von einer ausgesprochenen Antriebslosigkeit auszugehen, welche die 

Beschwerdeführerin blockiere. Schliesslich habe der psychiatrische Gutachter nicht 

geprüft, ob allenfalls eine Depression vorliege.

B.e  Die Beschwerdegegnerin brachte in ihrer Duplik vom 9. September 2015 vor (act. 

G 19), dass die mit Entscheid vom 3. Juni 2015 geänderte bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zu den anhaltenden Schmerzstörungen keinen Anlass biete, die 

Beurteilung in der Beschwerdeantwort zu revidieren. Das passive Verhalten der 

Beschwerdeführerin sei jedenfalls nicht ausschliesslich krankheitsbedingt, sondern 

habe mitunter mit einer fehlenden Motivation und einer selbstauferlegten Schonhaltung 

zu tun. Es fehle nach wie vor an einer konsequenten Behandlung, was kaum auf die (im 

Gutachten nicht bestätigte) Antriebslosigkeit zurückzuführen sei, sondern vielmehr auf 

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einen fehlenden Leidensdruck hinweise. Bei dieser Ausgangslage liege ein 

Ausschlussgrund vor, der die Annahme eines invalidisierenden psychischen 

Gesundheitsschadens verbiete.

B.f  Am 13. Oktober 2015 teilte das Gericht dem Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin mit, dass kein weiterer Schriftenwechsel vorgesehen sei (act. G 

20).

Erwägungen

1.   

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 21. November 2014 hat die 

Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-

Grad von 0 % verneint. Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat oder nicht.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2.   

2.1  Um das Invalideneinkommen und damit den IV-Grad festlegen zu können, muss 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen.

2.2  In medizinischer Hinsicht liegt insbesondere das Gutachten der Medas Bern vom 

28. Juli 2014 im Recht. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat den 

Beweiswert des Gutachtens bereits aufgrund der Untersuchungsdauer in Frage 

gestellt. Er hat sinngemäss geltend gemacht, es sei gar nicht möglich, sich in einer 

lediglich maximal zweistündigen Untersuchung ein hinreichendes Bild über alle 

Beschwerden zu machen. Gemäss der Terminbescheinigung der Medas Bern hat die 

psychiatrische Untersuchung 3 ¼ Stunden, die internistische Untersuchung 1 ½ 

Stunden, die neurologische Untersuchung 2 ¼ Stunden und die rheumatologische 

Untersuchung 1 ½ Stunden gedauert. Die Beschwerdeführerin hat unterschriftlich 

bestätigt, dass diese Angaben korrekt sind (IV-act. 53). Die vom Rechtsvertreter 

angegebene Untersuchungsdauer von insgesamt lediglich zwei Stunden ist somit 

offensichtlich nicht korrekt. Die von der Beschwerdeführerin bestätigten 

Untersuchungsdauern in den einzelnen Fachdisziplinen erscheinen als angemessen. Im 

Übrigen ist für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts nicht in erster Linie die 

Untersuchungsdauer massgebend, sondern vielmehr, ob der Bericht inhaltlich 

vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2016, 

9C_777/2015 E. 4.2.2 mit Hinweis). Die diesbezügliche Kritik des Rechtsvertreters am 

Gutachten ist demnach unbegründet.

2.3  In somatischer Hinsicht beklagt die Beschwerdeführerin Schmerzen am ganzen 

Körper, insbesondere in beide Beine ausstrahlende Rückenschmerzen. Die Gutachter 

der Medas Bern haben weder aus internistischer noch aus neurologischer und 

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rheumatologischer Sicht eine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit resp. für 

die Tätigkeit als Hausfrau stellen können. Dementsprechend haben sie die 

Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Pilzproduktion wie auch in 

einer adaptierten Tätigkeit auf 100 % geschätzt. Aufgrund der leichten degenerativen 

Veränderungen am Bewegungsapparat (LWS, HWS und Schultergelenke) haben sie 

überwiegende Tätigkeiten in nasser, feuchter und kalter Umgebung jedoch als 

ungünstig bezeichnet.

2.3.1      Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat moniert, dass wegen der seit 

Jahren bestehenden massiven Rückenschmerzen auch eine Untersuchung durch einen 

orthopädischen Sachverständigen notwendig gewesen wäre. Die erforderlichen 

Fachdisziplinen sind grundsätzlich durch die Gutachterstelle oder die mit dem Fall 

befasste Arztperson des RAD zu bestimmen, da hierzu medizinisches Fachwissen 

notwendig ist. Im vorliegenden Fall deutet nichts darauf hin, dass die 

rheumatologischen und neurologischen Untersuchungen nicht ausgereicht hätten, um 

die Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparates umfassend zu beurteilen. Die 

diesbezügliche Argumentation der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 

(Erw. 2) überzeugt. Von einer zusätzlichen orthopädischen Untersuchung sind daher 

keine weiteren Erkenntnisse hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu 

erwarten.

2.3.2      Weiter hat der Rechtsvertreter geltend gemacht, die rheumatologische 

Gutachterin habe weitestgehend unberücksichtigt gelassen, dass die 

Beschwerdeführerin seit Jahren bei ihrem Hausarzt eine Schmerztherapie absolviere 

und regelmässig Injektionen zur Linderung ihrer Rückenbeschwerden benötige. Die 

Beschwerdeführerin hat gegenüber der rheumatologischen Gutachterin angegeben, 

dass sie sich aufgrund ihrer Beschwerden regelmässig in ärztlicher Behandlung befinde 

und dass der Hausarzt Spritzenbehandlungen, Tablettenbehandlungen, Physiotherapie 

und lokaltherapeutische Massnahmen durchgeführt habe. Durch diese Massnahmen 

habe aber keine durchgreifende Verbesserung der Beschwerdesymptomatik erzielt 

werden können (IV-act. 54-27). Die rheumatologische Gutachterin hat also Kenntnis 

von den (erfolglosen) hausärztlichen Therapieversuchen gehabt und diese in ihre 

Beurteilung miteinbezogen. Den Gutachtern der Medas Bern ist auch bekannt 

gewesen, dass die Beschwerdeführerin an schmerzbedingten Durchschlafstörungen 

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sowie an einer morgendlichen Fingersteifigkeit leidet und sie sich nicht in der Lage 

sieht, den Haushalt zu führen (siehe z.B. IV-act. 54-18 f. und 54-8). Auch diese 

Beschwerden sind somit in die gutachterliche Beurteilung eingeflossen.

2.3.3      Der Rechtsvertreter hat ausserdem kritisiert, dass die massiven Schmerzen in 

den Beinen, den Knien und den Füssen nicht weitergehend untersucht worden seien. 

Der Hausarzt Dr. D.___ hat in einem Bericht an den Rechtsvertreter vom 7. Januar 2015 

ebenfalls bemängelt, dass die Beine genauer hätten untersucht werden müssen. 

Begründet haben der Rechtsvertreter respektive der Hausarzt ihre Kritik allerdings 

nicht. Weder im Gutachten noch in den Akten sind Hinweise ersichtlich, die für eine 

unvollständige Untersuchung der unteren Extremitäten sprechen würden (zu den 

neurologischen und rheumatologischen Befunden siehe IV-act. 54-24 f. und 54-28 f.). 

Die Beanstandungen des Rechtsvertreters und des Hausarztes sind daher nicht 

stichhaltig.

2.3.4      Der Rechtsvertreter hat sodann vorgebracht, dass die Gutachter keine 

Stellung zu den medizinischen Unterlagen genommen hätten. Die neurologische 

Gutachterin hat den Austrittsbericht des Spitals E.___ vom 9. Juni 2011 gewürdigt (IV-

act. 54-26). Die Berichte des Hausarztes haben den Gutachtern vorgelegen (IV-act. 

54-5), sie haben sich aber nicht explizit dazu geäussert. Allerdings sind die Berichte 

des Hausarztes wenig aussagekräftig; Dr. F.___ vom RAD hat sie gar als unbrauchbar 

bezeichnet. Zwar wäre es begrüssenswert gewesen, dass die Gutachter insbesondere 

zur divergierenden Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes (volle Arbeitsunfähigkeit 

in jeglicher Tätigkeit) kurz Stellung genommen hätten. Dass sie dies unterlassen haben, 

schmälert für sich allein den Beweiswert des Gutachtens jedoch nicht. Der Hausarzt 

hat die Arbeitsfähigkeit nämlich offensichtlich nicht anhand der 

versicherungsmedizinischen Kriterien ermittelt. Dies zeigt sich unter anderem darin, 

dass er die Arbeitsunfähigkeit einzig mit den starken Schmerzen begründet hat (IV-act. 

69). Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung hat also nur auf den subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin beruht. Für die Arbeitsfähigkeit ist jedoch entscheidend, welche 

Arbeitsleistung einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes ist daher nicht geeignet, Zweifel an der 

gutachterlichen Beurteilung zu wecken.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

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2.3.5      Hinsichtlich der Frage, ob der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit 

in der Pilzproduktion noch zumutbar ist, ist das Gutachten tatsächlich etwas unklar. Da 

diese Frage für die Invaliditätsbemessung aber nicht relevant ist, kann sie offen 

gelassen werden. Die Beschwerdeführerin hat nämlich zuletzt im Jahr 2007 als 

Hilfsarbeiterin in der Pilzproduktion gearbeitet. Das dannzumal erzielte 

Erwerbseinkommen sagt nichts darüber aus, welches Erwerbseinkommen sie im 

Verfügungszeitpunkt (November 2014) hätte erzielen können. Hinzu kommt, dass es 

sich beim von der Beschwerdeführerin erzielten Lohn wohl eher um ein 

unterdurchschnittliches Erwerbseinkommen für eine Hilfsarbeit gehandelt hat; gemäss 

eigenen Angaben hat sie ein Pensum von 100 % ausgeübt (IV-act. 54-22), die Einträge 

im IK-Auszug betragen im entsprechenden Zeitraum weniger als Fr. 35'000.-- pro Jahr. 

Ob der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit in der Pilzproduktion noch 

zumutbar ist, hat somit kein Einfluss auf die Höhe des Invalideneinkommens, da die 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit mindestens ein gleich hohes 

Einkommen erzielen könnte.

2.3.6      Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin nichts vorgebracht hat, was den Beweiswert der somatischen 

Teilgutachten der Medas Bern in Frage stellen würde. Die neurologische Gutachterin 

hat keine Befunde erheben können, die die Schmerzen der Beschwerdeführerin auch 

nur zum Teil erklären könnten. Auch die rheumatologische Gutachterin hat die 

Beschwerdesymptomatik anhand der klinischen und bildgebenden Befunde nicht 

nachvollziehen können. Zwar hat sie wie der Hausarzt gewisse degenerative 

Veränderungen feststellen können (LWS, HWS, Schultergelenke), sie hat diese jedoch 

als altersentsprechend respektive leicht beurteilt. Gestützt auf die schlüssigen 

Ausführungen der somatischen Gutachter der Medas Bern ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer 

Sicht voll arbeitsfähig ist.

2.4  Der psychiatrische Gutachter hat als Diagnosen eine Persönlichkeitsakzentuierung 

(ohne Krankheitswert) und eine anhaltende Schmerzstörung angegeben, beiden 

Diagnosen aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen.

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2.4.1      Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, der psychiatrische Gutachter habe 

nicht geprüft, ob allenfalls eine Depression vorliege. Die fachspezifischen Befunde sind 

im psychiatrischen Teilgutachten aufgelistet (IV-act. 54-9). Daraus ist ersichtlich, dass 

der Gutachter auch geprüft hat, ob depressionsspezifische Symptome vorliegen. Bei 

der Prüfung der Affektivität hat er zudem ausdrücklich festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin nicht depressiv gewirkt habe. Entgegen der Behauptung des 

Rechtsvertreters hat der psychiatrische Gutachter also geprüft, ob die 

Beschwerdeführerin an einer depressiven Erkrankung leidet.

2.4.2      Der Rechtsvertreter hat ausserdem moniert, dass der psychiatrische 

Gutachter die Foersterkriterien nicht hinreichend geprüft habe. Tatsächlich hat der 

Gutachter die Foersterkriterien nicht einzeln geprüft, sondern pauschal erklärt, dass die 

Voraussetzungen für die Foersterkriterien nicht vorlägen. Mit BGE 141 V 281 vom 3. 

Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur Beurteilung des Anspruchs auf eine 

Invalidenrente wegen somatoformer Schmerzstörungen und vergleichbarer 

psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B. IV-Rundschreiben Nr. 334). Nach dem 

alten Verfahrensstandard eingeholte Gutachten haben durch die Praxisänderung nicht 

per se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung 

des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen 

entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen 

Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem einzelnen Fall ist zu prüfen, ob 

die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒

gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige 

Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 

281 E. 8). Die Beschwerdegegnerin hat sich in ihrer Duplik zur 

Rechtsprechungsänderung geäussert. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

auf eine Stellungnahme verzichtet. Zwar ist er nicht ausdrücklich zur Stellungnahme 

aufgefordert worden; als Rechtsvertreter hat er jedoch wissen müssen, dass er sich 

auch nach Abschluss des Schriftenwechsels zur neuen Rechtsprechung hätte äussern 

dürfen. Nachfolgend ist zu prüfen, ob es gestützt auf das Gutachten der Medas Bern 

möglich ist zu beurteilen, ob und wenn ja, inwieweit der diagnostizierten anhaltenden 

Schmerzstörung unter der neuen Rechtsprechung einen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit beizumessen ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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2.4.3      Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der 

versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher sie die Folge 

einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen 

Leidens, d.h. die subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung, überwinden könnte, 

aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung anhand eines 

Kataloges von Indikatoren des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. 

Die Arbeitsunfähigkeit leitet sich gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen 

Belastungen und Ressourcen ab (Erw. 3.4.2.1.). Die Handhabung des Katalogs muss 

stets den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine 

"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:

1.    Funktioneller Schweregrad:

-      Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;

-      Behandlungserfolg oder -resistenz;

-      Komorbiditäten;

-      "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende 

psychische Funktionen);

-      sozialer Kontext.

2.    Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):

-      Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);

-      Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;

-      Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.

Die Beschwerdeführerin beklagt Schmerzen am ganzen Körper und fühlt sich 

deswegen weder in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen noch den Haushalt 

zu erledigen (IV-act. 54-28). Auf der visuellen Analogskala (0-10) hat sie den Schmerz 

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mit 8 angegeben (IV-act. 54-25). Die Angaben der Beschwerdeführerin hinsichtlich der 

Haushaltstätigkeit sind etwas widersprüchlich: Während sie gegenüber dem 

psychiatrischen Gutachter angegeben hat, dass sie nicht einmal mehr einfache 

Mahlzeiten zubereiten könne (IV-act. 54-8 f.), hat sie gegenüber dem internistischen 

Gutachter erklärt, dass sie das Frühstück für sich und ihren Mann selber zubereite (IV-

act. 54-19). Gegenüber der neurologischen Gutachterin hat sie angegeben, dass sie 

vormittags trotz der Schmerzen versuche, ein bisschen den Haushalt zu machen, und 

dass sie manchmal etwas Kleines koche (IV-act. 54-23 f.). Insgesamt hat die 

Beschwerdeführerin jedoch ein sehr tiefes Aktivitätsniveau geschildert (lediglich kurze 

Spaziergänge, sehe nicht fern, lese nicht, IV-act. 54-8). Diskrepant zum geltend 

gemachten grossen Leidensdruck erscheint, dass die Beschwerdeführerin bisher nie 

eine psychotherapeutisch-psychiatrische oder psychosomatische Therapie absolviert 

hat. Von einer Behandlungsresistenz kann folglich nicht ausgegangen werden. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat die Nichtinanspruchnahme therapeutischer 

Optionen damit gerechtfertigt, dass die Beschwerdeführerin an einer ausgesprochenen 

Antriebslosigkeit leide. Der psychiatrische Gutachter hat allerdings keine 

Antriebsschwäche festgestellt (IV-act. 54-10), weshalb die Antriebslosigkeit nicht 

medizinisch begründet werden kann. Komorbiditäten bestehen nicht: Die 

Beschwerdeführerin leidet in somatischer Hinsicht lediglich an altersentsprechenden, 

mässigen degenerativen Veränderungen. Der diagnostizierten 

Persönlichkeitsakzentuierung hat der psychiatrische Gutachter ausdrücklich keinen 

Krankheitswert beigemessen, weshalb diese nicht als psychiatrische Komorbidität 

angesehen werden kann. Die Beschwerdeführerin hat angegeben, dass sie sich mit 

Landsleuten treffe und ansonsten lediglich Kontakt zur Familie bestehe (IV-act. 54-19). 

Sie und ihr Ehemann lebten eher zurückgezogen, weil ihr Ehemann keine 

Aussenkontakte ertrage (IV-act. 54-6 f.). Der Grund für den teilweisen sozialen Rückzug 

liegt also offenbar nicht (hauptsächlich) in der Krankheit der Beschwerdeführerin. 

Schliesslich bestehen auch deutliche Hinweise auf einen sekundären 

Krankheitsgewinn: Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann sind seit Jahren von der 

Sozialhilfe abhängig, die Söhne müssen sie finanziell unterstützen 

(Verwandtenunterstützungspflicht, vgl. act. G 7, IV-act. 54-20 f., 54-22), was einen 

negativen Einfluss auf die Beziehung habe („Beziehung […] etwas zerstört“), die 

Beschwerdeführerin erfährt durch ihre Erkrankung Schonung durch die Familie und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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zumindest der Grossteil des Haushaltes wird durch den Sohn und die 

Schwiegertochter erledigt. Des Weiteren ist das Verhalten der Beschwerdeführerin bei 

der Begutachtung nicht konsistent gewesen: Die neurologische Gutachterin hat darauf 

hingewiesen, dass die von der Beschwerdeführerin demonstrierten 

Funktionseinschränkungen zum Teil erheblich überlagert und demonstrativ gewirkt 

hätten und der freien Willensbildung zugänglich gewesen seien (IV-act. 54-12). Zudem 

sind ihr erhebliche Verdeutlichungsbemühungen aufgefallen (IV-act. 54-24). In der 

klinisch-rheumatologischen Untersuchung hatte sich insgesamt eine erhebliche 

Überreaktion bei nur geringen Manipulationen gezeigt (IV-act. 54-29). Und der 

psychiatrische Gutachter hat erklärt, dass nicht plausibel geworden sei, warum die 

Beschwerdeführerin selbst keiner Beschäftigung im Haushalt mehr nachgehe und fast 

alles an die Schwiegertochter delegiert werde (IV-act. 54-9). Schliesslich hat auch keine 

Motivation zur beruflichen Eingliederung festgestellt werden können (IV-act. 54-10). Der 

Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass der psychiatrische Gutachter die 

Zumutbarkeit der willentlichen Leidensüberwindung von diversen Faktoren 

(hinreichende Problemlösungsbereitschaft etc.) abhängig gemacht habe, welche bei 

der Beschwerdeführerin nicht gegeben seien. Dem ist entgegenzuhalten, dass der 

psychiatrische Gutachter explizit erklärt hat, hierbei handle es sich um motivationale 

Faktoren, die versicherungsmedizinisch nicht berücksichtigt werden könnten (IV-act. 

54-11 und 54-14). Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin 

bisher keine psychiatrisch-psychotherapeutische oder psychosomatische Behandlung 

in Anspruch genommen hat, dass keine psychischen oder körperlichen Komorbiditäten 

vorhanden sind und dass gewisse Inkonsistenzen vorliegen, überzeugt die 

Einschätzung des psychiatrischen Gutachters, dass es der Beschwerdeführerin trotz 

der empfundenen Schmerzen zumutbar ist, in einer körperlich adaptierten Tätigkeit 

einer vollen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Beschwerdeführerin ist somit auch aus 

psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.

3.   

3.1  Da die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Hilfsarbeit wie auch im Haushalt 

nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, kann die Statusfrage (vollerwerbstätig, 

teilerwerbstätig, nicht erwerbstätig) offen bleiben. Bei gleich hohem Validen- und 

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Invalideneinkommen (siehe Erw. 2.3.5) beträgt der IV-Grad im Erwerb 0 % (sog. 

Prozentvergleich). Der IV-Grad im Aufgabenbereich (Haushalt) beläuft sich ebenfalls auf 

0 %. Der IV-Grad beträgt somit unabhängig vom Status 0 %. Die Beschwerdeführerin 

hat daher keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.

3.2  Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.

4.   

4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr 

in der Höhe von Fr. 600.-- ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.

4.2  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote 

eingereicht. Im vorliegenden Fall erscheint eine durchschnittliche pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu 

kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

4.3  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung 

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).

Entscheid

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St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtskosten von Fr. 600.-- 

zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.   

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.07.2017
	Art. 28 IVG. Da die Versicherte weder in einer adaptierten Hilfsarbeit noch im Haushalt in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, hat sie keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juli 2017, IV 2015/7).

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		2025-07-19T07:10:13+0200
	"9001 St.Gallen"
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