# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 688691fb-79c4-58c1-bf18-79c40d1221f4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.03.2010 C-5606/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5606-2008_2010-03-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5606/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Jean-Daniel Dubey, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

1. A._______, 
2. B._______, 
3. C._______, 
alle vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Urech, 
Wenger und Vieli Rechtsanwälte, 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung für A._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5606/2008

Sachverhalt:

A.
Am 14. September 2007 stellte die 1936 geborene und seit Juli 2007 
verwitwete  A._______,  Staatsangehörige  von  Bosnien  und 
Herzegowina, ein Gesuch um erwerbslose Wohnsitznahme bei ihrer im 
Kanton Zürich wohnhaften Tochter C._______. Das Migrationsamt des 
Kantons Zürich wies dieses Gesuch mit Verfügung vom 30. November 
2007  ab.  Es  liess  in  seiner  Begründung  dahingestellt,  ob  die 
Gesuchstellerin  die  bundesrechtlichen  Voraussetzungen  für  eine 
Wohnsitznahme als Rentnerin erfüllen würde, sah aber die kantonalen 
Voraussetzungen  hierfür  als  nicht  gegeben  an.  Zu  letzterem  Punkt 
führte  es  aus,  eine  Bewilligungserteilung  an  einen  allein  lebenden 
Elternteil  komme  nur  dann  in  Betracht,  wenn  dieser  auf  eine 
Betreuung durch die hier lebenden Nachkommen angewiesen sei. Bei 
der Gesuchstellerin sei dies nicht der Fall, weil sie noch eine im Hei-
matland lebende Tochter habe, die diese Aufgabe allenfalls überneh-
men könne. Die Verfügung blieb unangefochten. 

B.
Am 10. Januar 2008 beantragte A._______ bei der Schweizerischen 
Vertretung  in  Sarajevo  ein  Visum  für  einen  ein-  bis  maximal 
dreimonatigen  Familienbesuch  bei  der  oben  genannten  Tochter  und 
dem ebenfalls im Kanton Zürich lebenden Sohn B._______. Die Ver-
tretung übermittelte  ihr  Einreisegesuch nach formloser  Verweigerung 
zum Entscheid an die Vorinstanz. 

C.
Nachdem  das  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich  Abklärungen  zum 
beabsichtigten Besuchsaufenthalt vorgenommen und an das BFM wei-
tergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung 
vom 7. August  2008 ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit,  dass 
die Erteilung einer Einreisebewilligung unter anderem dann zu verwei-
gern sei, wenn die gesuchstellende Person keine Gewähr für ihre an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise biete, sei es als Folge der 
in  ihrem  Ursprungsland  herrschenden  politischen  oder  sozioökono-
mischen Verhältnisse oder aufgrund ihrer persönlichen Situation. Wie 
die in zahlreichen Fällen gemachte Erfahrung zeige, würden insbeson-
dere Touristen- oder Besuchervisa immer wieder von Personen, wel-
che sich eigentlich dauerhaft hier niederlassen möchten, missbraucht. 
Die Gesuchstellerin stamme immerhin aus einer Region, aus welcher 

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der starke Zuwanderungsdruck anhalte. Offensichtlich oblägen ihr  im 
Heimatland  auch  keine  gesellschaftlichen  oder  familiären  Verpflich-
tungen, die das beschriebene Risiko gering erscheinen liessen.

D.
Gegen  diese  Verfügung  erhoben  die  Gesuchstellerin,  ihr  Sohn 
B._______  und  ihre  Tochter  C._______  am 3. September  2008  Be-
schwerde mit  dem Begehren um Erteilung der beantragten Einreise-
bewilligung.  Der  angefochtene  Entscheid  sei  für  sie  nicht 
nachvollziehbar, denn man halte der Gesuchstellerin entgegen, dass 
sie  in  ihrem  Heimatland  weder  zwingende  gesellschaftliche  Ver-
pflichtungen noch familiäre Verantwortlichkeiten habe. Demgegenüber 
habe man die  Ablehnung des früheren Familiennachzugsgesuch da-
rauf abgestützt, dass noch eine Tochter der Gesuchstellerin in Bosnien 
und Herzegowina lebe.  Zu Unrecht  und in  pauschalisierender  Weise 
werde der Gesuchstellerin unterstellt, dass sie das beantragte Visum 
zur erleichterten Einreise und zum Verbleib in die Schweiz missbrau-
chen könnte, zumal ja ihre fristgerechte Wiederausreise in einer amt-
lich beglaubigten Garantieerklärung zugesichert worden sei. Jedenfalls 
erfülle A._______ sämtliche gesetzlichen Einreisevoraussetzungen. In 
ihrem  Fall  würde  sich  sogar  die  Erteilung  einer  Bewilligung  zum 
erwerbslosen Aufenthalt ohne Weiteres rechtfertigen; erst recht müsse 
dies dann auch für die Visumerteilung gelten. Dabei falle ins Gewicht, 
dass die Gesuchstellerin in der Schweiz zehn Nachkommen – Kinder, 
Enkel sowie Urenkel – habe. Verweigere man ihr die Einreise, so läge 
darin  auch  ein  Verstoss  gegen  das  durch  die  Europäische 
Menschenrechtskonvention  und  die  Bundesverfassung  geschützte 
Recht  auf  Privat-  und  Familienleben.  Abgesehen  davon,  dass  die 
konkreten  persönlichen  Verhältnisse  der  Gesuchstellerin  nicht 
genügend berücksichtigt worden seien, sei die Verfügung auch unver-
hältnismässig.  Sie  hätte  für  die  in  der  Schweiz  lebenden  Familien-
mitglieder zur Folge, dass man die Gesuchstellerin einzeln in Bosnien 
und  Herzegowina  besuchen  müsste. Ein  Treffen  im  Familienverbund 
wäre jedoch nie mehr möglich, obwohl die Gesuchstellerin als Rent-
nerin genügend Zeit für entsprechende Besuche in der Schweiz hätte. 

E.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  15.  Oktober  2008  beantragt  die  Vor-
instanz  unter  Erläuterung  der  bereits  genannten  Gründe  die  Abwei-
sung der Beschwerde.

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F.
Replikweise wiederholen bzw. erläutern die Beschwerdeführenden ihr 
bisheriges Vorbringen. Insbesondere geben sie der Überzeugung Aus-
druck, dass der Kanton Zürich der Gesuchstellerin seinerzeit  zu Un-
recht und in falscher Würdigung der familiären Verhältnisse keine Auf-
enthaltsbewilligung erteilt habe. Schon deshalb sei ihr nun zumindest 
ein Einreisevisum zu Besuchszwecken zu erteilen. 

G.
Der weitere Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen Berücksichtigung finden. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführenden sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur 
Beschwerde berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 

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werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Verfahren, die bei Inkrafttreten der Verordnung vom 22. Oktober 2008 
über  die  Einreise  und  die  Visumerteilung  (VEV,  SR  142.204)  am 
12. Dezember 2008 (Datum auch des Inkrafttretens des Abkommens 
vom 26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft 
über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung 
und Entwicklung des Schengen-Besitzstandes [SAA, SR 0.360.268.1]) 
hängig sind,  werden gemäss Art. 57 VEV nach neuem Recht  – und 
damit insbesondere nach dem übergeordneten Schengen-Recht – fort-
geführt. 

5.
5.1 Angehörige von Drittstaaten benötigen zur Einreise in die Schweiz 
bzw.  den  Schengenraum  für  einen  Aufenthalt  von  höchstens  drei 
Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechtigen, 
und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a 
AuG,  Art. 2  Abs. 1  VEV  i.V.m.  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-
schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

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5.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen  ist  (Art. 5  Abs. 2  AuG,  vgl.  dazu  BVGE  2009/27  E. 5.2  und 
E. 5.3). Hinsichtlich  der  in  Frage kommenden Belege zur  Glaubhaft-
machung des Aufenthaltszwecks verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf  den 
Anhang I.  Art. 5  Abs. 3  SGK sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV 
regeln ausführlich das Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziel-
len Mittel.

6.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin als Staatsangehörige von Bosnien und Herzegowina der 
Visumpflicht.

7.
Geht  es  um die  Beurteilung des  Kriteriums der  gesicherten Wieder-
ausreise,  so  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt  werden. Dazu 
sind in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen möglich, wobei sämtliche Umstände des konkreten Einzel-
falles zu würdigen sind. Erste Anhaltspunkte können sich aus der all-
gemeinen Situation im Herkunftsland ergeben. Herrschen dort politisch 
oder  wirtschaftlich  vergleichsweise ungünstige  Verhältnisse,  so  kann 
dies  darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  der  ge-
suchstellenden Person nicht mit Ziel und Zweck einer befristeten Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

8.
8.1 Das  Ende  1995  geschlossene  Friedensabkommens  von  Dayton 
fixierte u.a. die Verfassung von Bosnien und Herzegowina, welches als 
Gesamtstaat die beiden so genannten Entitäten „Föderation von Bos-
nien und Herzegowina“ und Republika Srpska“ überwölbt. Auch mehr 
als 14 Jahre nach dem Dayton-Vertrag hat sich jedoch noch kein ein-

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heitlicher Staat gebildet: Serben, muslimische Bosniaken und Kroaten 
haben angesichts  vieler  ungesühnter  Kriegsverbrechen ihre früheren 
Feindseligkeiten nicht beigelegt. Politischen Konfliktstoff bieten einer-
seits die Beziehungen zwischen den beiden Entitäten, andererseits die 
Beziehungen des Gesamtstaats zur Internationalen Gemeinschaft, ins-
besondere unter dem Aspekt der Annäherung an EU und Nato. Deut-
lich wird damit die Notwendigkeit einer Verfassungsreform, die – nach 
einer 2006 knapp gescheiterten Initiative der USA – bisher nicht zu-
stande gekommen ist (Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt,  www.aus-
waertiges-amt.de >  Länder,  Reisen  und  Sicherheit  >  Bosnien  und 
Herzegowina > Innenpolitik, Stand: Juli 2009, besucht im März 2010).

8.2 Die Wirtschaftslage in Bosnien und Herzegowina ist angespannt, 
zumal die weltweite Konjunkturkrise das Land mit kurzer Verzögerung 
erreicht hat. Die öffentlichen Ausgaben betragen fast 50% des Brutto-
inlandsprodukts. Die  Auslandsverschuldung liegt  bei  entsprechenden 
40%,  weswegen  im  Juli  2009  mit  dem Internationalen  Währungfond 
(IWF) ein Standby-Abkommen mit dreijähriger Laufzeit in Kraft gesetzt 
wurde. Die Arbeitslosenquote liegt offiziell ebenfalls bei ca. 40%; auf-
grund  der  bedeutenden  Rolle  des  informellen  Sektors  –  begünstigt 
durch hohe Steuersätze, unzureichende Kontrolle und verbreitete Kor-
ruption – ist die tatsächliche Quote jedoch geringer und wird auf 30% 
geschätzt.  Als  typisches  Transformationsland  profitiert  Bosnien  und 
Herzegowina in starkem Masse von Überweisungen aus der Diaspora 
(Quelle:  Deutsches  Auswärtiges  Amt,  a.a.O.  >  Wirtschaftspolitik, 
Stand: Juli 2009, besucht im März 2010).

9.
Angesichts der geschilderten Situation ist nicht zu beanstanden, wenn 
das  Risiko  einer  nicht  fristgerechten  Wiederausreise  von  Gesuch-
stellern aus dieser Region generell als hoch eingeschätzt wird. Bei der 
Risikoanalyse sind allerdings nicht nur allgemeine Umstände und Er-
fahrungen,  sondern  auch  sämtliche  Gesichtspunkte  des  konkreten 
Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt  der gesuchstellenden Person 
beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder fami-
liäre Verantwortung, so kann dieser Umstand durchaus die Prognose 
für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. 

10.
10.1 Die  verwitwete  Gesuchstellerin  ist  73  Jahre  alt  und  Rentnerin. 
Die  Beschwerdeführenden haben der  Vorinstanz  vorgeworfen,  deren 

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persönliche Situation nicht hinreichend gewürdigt und zu Unrecht die 
fristgerechte Wiederausreise bezweifelt  zu haben. Entgegen der vom 
Rechtsvertreter geäusserten Ansicht kann der Vorinstanz jedoch nicht 
ernsthaft  mangelhafte  Würdigung  der  persönlichen  Verhältnisse  vor-
geworfen werden, indem sie A._______ – Mutter der beiden anderen 
Beschwerdeführenden  –  in  der  angefochtenen  Verfügung  auf 
unpersönliche Art  lediglich  als  „gesuchstellende Person“  bzw. „Gast“ 
bezeichnet  habe.  Ebenso  wenig  spielte  das  Schweizer  Bürgerrecht 
ihrer Kinder bei der zu treffenden Entscheidung eine Rolle. Schliess-
lich ist auch darauf hinzuweisen, dass die von der Gastgeberseite aus 
erfolgte  Zusicherung  der  Wiederausreise  keine  Gewähr  dafür  bieten 
kann,  dass  A._______  tatsächlich  wieder  in  ihr  Heimatland  zurück-
kehren würde. Eine solche Garantie wäre weder faktisch noch rechtlich 
durchsetzbar. Gastgeber können zwar für gewisse finanzielle Risiken 
in  Zusammenhang  mit  einem  Besuchsaufenthalt  garantieren,  nicht 
jedoch für ein bestimmtes Verhalten ihres Gastes (BVGE 2009/27 E. 
9).

10.2 Der in der Beschwerde erhobene Vorwurf, die persönlichen Ver-
hältnisse der  Gesuchstellerin  seien nicht  berücksichtigt  worden,  trifft 
aber auch sonst  nicht  zu. Die Beschwerdeführenden haben sich vor 
allem nur auf ihre gemeinsamen Interessen berufen und dabei geltend 
gemacht, dass ein gleichzeitiges Treffen mit allen zehn in der Schweiz 
lebenden Familienangehörigen lediglich hier stattfinden könne. Dieser 
Aspekt mag zwar zutreffen; er führt aber nicht dazu, dass der Gesuch-
stellerin zwecks Vereinfachung der familiären Kontakte ein Besucher-
visum erteilt werden müsste. Insbesondere liegt darin auch kein – wie 
die Beschwerdeführer behaupten – Verstoss gegen Art. 8 der Konven-
tion zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. No-
vember 1950 (EMRK, SR 0.101). Diese Schutznorm garantiert zwar in 
allgemeiner  Weise  die  Achtung  des  Privat-  und  Familienlebens;  ein 
Recht auf Einreise oder auf Familienleben an einem bestimmten Ort 
ergibt  sich  indessen  daraus  nicht  (BGE 130  II  281  E. 3.1  [mit  Hin-
weisen];  vgl.  ferner  STEPHAN BREITENMOSER,  in:  Bernhard  Ehrenzeller/ 
Philippe  Mastronardi/Rainer  J. Schweizer/Klaus  A.  Vallender,  Die 
schweizerische Bundesverfassung, Zürich/Basel/Genf 2002, Kommen-
tar zu Art. 13 BV, N. 25;  ARTHUR HAEFLIGER/FRANK SCHÜRMANN,  Die Euro-
päische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, Die Bedeutung 
der  Konvention  für  die  schweizerische  Rechtspraxis,  2. Aufl.,  Bern 
1999, S. 261). Ein entsprechender Eingriff läge allenfalls erst dann vor, 
wenn sich die Betroffenen überhaupt nirgends treffen könnten und der 

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persönliche Kontakt deshalb nur in der Schweiz möglich wäre. Dies ist 
– wie selbst die Gastgeber einräumen – vorliegend nicht der Fall. 

10.3 Das  von  den  Beschwerdeführenden  thematisierte  Interesse  an 
einem Familientreffen in  der  Schweiz kann nicht  darüber hinwegtäu-
schen, dass weder aus den vorinstanzlichen Akten noch aus der Be-
schwerde hervorgeht, in welcher Lebenssituation sich die Gesuchstel-
lerin in ihrem Heimatland befindet. Nur solche Kenntnis würde Rück-
schlüsse  auf  ihre  im  Heimatland  bestehenden  Verpflichtungen  oder 
Bindungen erlauben und könnte die Prognose für  eine anstandslose 
Wiederausreise begünstigen.

10.4 Über  die  Gesuchstellerin  ist  nicht  bekannt,  in  welchen  Verhält-
nissen sie wohnt, welche relevanten familiären oder sonstigen Bezie-
hungen sie in ihrer Heimat hat, wovon sie ihren Lebensunterhalt  be-
streitet  bzw. ob  ihr  Renteneinkommen  hierfür  ausreicht.  Demgegen-
über  steht  lediglich  fest,  dass  eine  ihrer  Töchter,  die  behindert  ist, 
ebenfalls in Bosnien und Herzegowina lebt; ob zu dieser Tochter eine 
Beziehung gepflegt wird, ist aber unklar. Allerdings lässt der Umstand, 
dass  sich  die  Gesuchstellerin  2007  um  Wohnsitznahme  im  Kanton 
Zürich bemüht hat, darauf schliessen, dass in ihrem Heimatland keine 
genügend wichtigen Bindungen bestehen, die sie zur Rückkehr dorthin 
veranlassen würden. Aus dem Umstand,  dass ihr  damaliges Gesuch 
um Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  –  angeblich  zu  Unrecht  – 
abgewiesen wurde, versucht die Gesuchstellerin abzuleiten, dass ihr 
nun erst recht ein Einreisevisum erteilt werden müsse. Diese Schluss-
folgerung ist jedoch unzulässig. Im vorliegenden Verfahren kann nicht 
überprüft werden, ob der damalige ablehnende und unangefochten ge-
bliebene Entscheid des Kantons Zürich zu Recht erfolgte. Ausschlag-
gebend ist lediglich die Frage nach Anhaltspunkten, die eine günstige 
Prognose für die Wiederausreise zulassen. Derartige Aspekte sind je-
doch, wie soeben erläutert,  gar nicht dargelegt worden. Nicht zuletzt 
lässt sich aufgrund der in der Beschwerde geäusserten Überzeugung, 
die Gesuchstellerin erfülle ohne Weiteres die Voraussetzungen für eine 
hiesige Wohnsitznahme, nicht  ausschliessen, dass während des nun 
beabsichtigten Familienbesuchs nochmals ein derartiges Gesuch ge-
stellt wird. 

11.
Unter  den  geschilderten  Umständen  durfte  die  Vorinstanz  somit  zu 

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Recht davon ausgehen, dass die gesicherte Wiederausreise der Ge-
suchstellerin nicht hinreichend gewährleistet sei. 

12.
Aus alledem folgt,  dass die  angefochtene Verfügung rechtmässig  ist 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-
führern aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz 
- das Migrationsamt des Kantons Zürich 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

Versand: 

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