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**Case Identifier:** cc746d03-1d18-51e4-b36c-b2414ead20d2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 04.02.2014 S 2012 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-54_2014-02-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 12 54

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, Verwaltungsrichte-

rin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, Aktuarin Baumann-

Maissen

URTEIL
vom 4. Februar 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. Am 21. Februar 2003 meldete sich A._____, geb. 22. Januar 1956, bei 

der Sozialversicherungsanstalt X._____ zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an. Am 17. Februar 2004 zog sie dieses Gesuch 

zurück, worauf das Verfahren als erledigt abgeschrieben wurde.

2. Am 16. April 2010 beantragte A._____ bei der Sozialversicherungsanstalt 

des Kantons Graubünden, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), die Ge-

währung beruflicher Massnahmen und/oder Rentenleistungen der Invali-

denversicherung. Dieses Leistungsbegehren lehnte die IV-Stelle, nach-

dem A._____ gegen den Vorbescheid vom 28. Februar 2012 opponiert 

hatte, mit Verfügung vom 4. April 2012 ab.

3. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 2. Mai 

2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

dem Antrag, die Verfügung der IV-Stelle vom 4. April 2012 sei aufzuhe-

ben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin berufli-

che Eingliederung in Form von Integrationsmassnahmen gemäss Art. 14a 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) zu 

gewähren, eventualiter sei die Angelegenheit zur Ermittlung des massge-

blichen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung 

führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, das Gutachten, auf 

welches die IV-Stelle ihren Entscheid stütze, beachte die Aussagen der 

behandelnden Ärzte nicht oder bezeichne diese als unrichtig. Ausserdem 

enthalte das Gutachten unzutreffende bzw. unsachliche Behauptungen, 

aufgrund derer der Eindruck entstünde, die Beschwerdeführerin sei nicht 

gewillt, zu arbeiten. Schliesslich werde als Verfasser des Gutachtens 

Dr. med. B._____ angeführt. Die Abklärungen seien jedoch von dessen 

Ehefrau, C._____, vorgenommen worden, obgleich die IV-Stelle diese 

nicht als Gutachterin eingesetzt habe. Unter diesen Umständen hätte das 

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Gutachten dem angefochtenen Entscheid nicht zugrunde gelegt werden 

dürfen.

4. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2012 auf Ab-

weisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung 

brachte sie in erster Linie vor, Gegenstand der angefochtenen Verfügung 

sei einzig der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Ob die Be-

schwerdeführerin Integrationsmassnahmen im Sinne von Art. 14a IVG 

beanspruchen könne, sei darin nicht entschieden worden. Dem Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden sei es unter diesen Umständen 

verwehrt, über diese Frage im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu be-

finden. Auf den Antrag der Beschwerdeführerin um Zusprechung von In-

tegrationsmassnahmen sei daher nicht einzutreten. Selbst wenn diesbe-

züglich jedoch anders zu entscheiden wäre, erwiese sich das fragliche 

Begehren der Beschwerdeführerin als unbegründet, da Integrationsmass-

nahmen eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % voraussetzen wür-

den und die Beschwerdeführerin weder in ihrer angestammten noch in ei-

ner adaptierten Tätigkeit in diesem Ausmass beeinträchtigt sei. Wie die 

IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung sodann einlässlich begründet 

habe, sei der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin im Übrigen nicht 

ausgewiesen, womit sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als un-

begründet erweise und damit abzuweisen sei.

5. Die Beschwerdeführerin hat darauf verzichtet, zur Vernehmlassung der 

IV-Stelle vom 24. Mai 2012 Stellung zu nehmen.

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die in den Ak-

ten liegenden Beweismittel wird in den nachfolgenden Erwägungen, so-

weit erforderlich, eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid der IV-

Stelle vom 2. April 2012, in dem das Gesuch der Beschwerdeführerin auf 

Ausrichtung einer Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2010 ab-

gelehnt wurde. Solche Anordnungen, die gemäss Bundesrecht der Be-

schwerde an das Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegen, 

können beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefochten 

werden (Art. 49 Abs. 2 des Verwaltungsgerichtsgesetzes [VRG, 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Demzufolge fällt die Beurtei-

lung der vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichts des Kantons Graubünden. Als Bezugsberechtigte ist die Be-

schwerdeführerin ausserdem von der ablehnenden Rentenverfügung un-

mittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren gericht-

licher Überprüfung, womit sie zur Beschwerdeführung berechtigt ist (Art. 1 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungs-

rechts [ATSG, SR 830.1]). Überdies hat sie die vorliegende Beschwerde 

frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG). Bei dieser Ausgangslage ist auf diese einzutreten, so-

fern sich die darin gestellten Anträge auf Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und Zusprechung von Integrationsmassnahmen im Sinne von 

Art. 14a IVG, eventualiter auf Rückweisung zur Ermittlung des rechtser-

heblichen Sachverhalts, als zulässig erweisen.

a) Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur 

Rechtsverhältnisse zu beurteilen, zu denen die Vorinstanz vorgängig ver-

bindlich in Form einer Verfügung bzw. eines Einspracheentscheids Stel-

lung genommen hat. Gegenstand des gerichtlichen Beschwerdeverfah-

rens kann daher im Allgemeinen nur sein, worüber die Vorinstanz ent-

schieden hat oder worüber sie nach richtiger Gesetzesauslegung hätte 

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entscheiden müssen. Fragen, welche sie nicht beurteilt hat und über wel-

che sie nicht entscheiden musste, darf das zuständige Versicherungsge-

richt grundsätzlich nicht beurteilen, ansonsten es in die funktionelle Zu-

ständigkeit der Vorinstanz eingreift (vgl. BGE 136 II 457 E. 4.2, 136 II 457 

E. 5.2, 133 II 30 E. 2.4). Ausnahmsweise können Rechtsbegehren, die 

ausserhalb des Streitgegenstandes stehen, indes aus prozessökonomi-

schen Gründen zugelassen werden, wenn ein hinreichend enger Bezug 

zum bisherigen Streitgegenstand besteht, die neue Frage spruchreif ist 

und sich der Versicherungsträger dazu zumindest in Form einer Prozes-

serklärung geäussert hat (BGE 110 IV 48; UELI KIESER, in: ATSG-

Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 N. 56).

b) Am 16. April 2010 wandte sich die Beschwerdeführerin an die IV-Stelle mit 

dem Begehren um Gewährung beruflicher Massnahmen und/oder Renten-

leistungen der Invalidenversicherung. Diesen Antrag hat die IV-Stelle in 

der Folge geprüft und darüber in der angefochtenen Verfügung insoweit 

entschieden, als sie den Anspruch der Beschwerdeführerin auf den Bezug 

einer Invalidenrente abgelehnt hat. Andere Versicherungsleistungen wur-

den in der fraglichen Verfügung nicht geprüft. Dass die IV-Stelle darüber 

bereits vorgängig entschieden hatte, geht aus den Akten nicht hervor und 

wird von der IV-Stelle nicht geltend gemacht (vgl. zum davon abweichen-

den Vorgehen: Urteile des Verwaltungsgerichts S 11 161/12 32 vom 

22. August 2012 E.2, S 10 145 vom 1. März 2011 E.2b). Unter diesen 

Umständen stellt sich die Frage, ob die IV-Stelle vor Erlass der angefoch-

tenen Verfügung nicht über die begehrten Eingliederungsmassnahmen 

hätte entscheiden müssen, jedenfalls insoweit als die Beschwerdeführerin 

daran durch den Antrag auf Gewährung von Integrationsmassnahmen 

festgehalten hat.

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c) Bei den Integrationsmassnahmen gemäss Art. 14a IVG handelt es sich 

um eine im Zuge der 5. IV-Revision eingeführte, neue Kategorie von Ein-

gliederungsmassnahmen, welche zu mindestens 50 % arbeitsunfähige 

Personen befähigen sollen, sich auf die berufliche Eingliederung in der 

freien Wirtschaft vorzubereiten (vgl. ERWIN MURER, Invalidenversicherung: 

Prävention, Früherfassung und Integration, Kommentar zu Art. 1a, 3a-3c, 

6a, 7a-7c, 7d und 14a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung [IVG] vom 19. Juni 1959, Bern 2009, Art. 14a N. 3). Sowohl diese 

Form von Eingliederungsmassnahmen als auch anders geartete Einglie-

derungsmassnahmen gehen dem Rentenanspruch zufolge des Grundsat-

zes "Eingliederung statt Rente" vor (Art. 1a lit. a und b IVG und Art. 28 

Abs. 1 lit. a IVG, MURER, a.a.O., Art. 14a N. 9, ULRICH MEYER, in: Mu-

rer/Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-

rungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 

Zürich/Basel/Genf 2010, S. 173 zu Art. 15). Deshalb kann der Rentenan-

spruch im Regelfall nicht entstehen, bevor die IV-Stelle entsprechende 

Eingliederungsmassnahmen geprüft und gegebenenfalls durchgeführt hat. 

Nur wenn feststeht, dass der Rentenanspruch durch solche Vorkehren 

nicht beeinflusst werden kann, darf die IV-Stelle über die Invalidenrente 

entscheiden, ohne vorgängig über die gesetzlich vorgesehenen Eingliede-

rungsmassnahmen entschieden zu haben (vgl. zu den beruflichen Einglie-

derungsmassnahmen: Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 

428/04 vom 7. Juni 2006 E.5.2.2). 

d) In Bezug auf den Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens hat dies 

zur Folge, dass sich die Anträge der Beschwerdeführerin um Zusprechung 

von Integrationsmassnahmen, eventualiter Rückweisung der strittigen An-

gelegenheit zur Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts, nur inner-

halb desselben bewegen, wenn die Beschwerdeführerin nicht bereits ohne 

Eingliederungsmassnahmen in rentenausschliessendem Umfang erwerbs-

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fähig ist. Andernfalls war die IV-Stelle nicht gehalten, in der angefochtenen 

Verfügung über die der Beschwerdeführerin zustehenden Eingliede-

rungsmassnahmen zu entscheiden, weshalb diese Frage ausserhalb des 

Streitgegenstandes des vorliegenden Beschwerdeverfahrens liegt und auf 

die von der Beschwerdeführerin gestellten Anträge daher nicht einzutreten 

ist. Wie es sich diesbezüglich verhält, ist nachfolgend zu prüfen.

aa) Die IV-Stelle hat, um den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistun-

gen der Invalidenversicherung prüfen zu können, zunächst die Akten der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons X._____, die Unterlagen des 

vormaligen Arbeitgebers der Beschwerdeführerin sowie diverse Arztbe-

richte eingeholt. Da diese Unterlagen es der IV-Stelle nicht erlaubten, den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen 

auf deren Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit zuverlässig abzuschätzen, 

beauftragte die IV-Stelle am 7. Juli 2011 Dr. med. B._____, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit der psychiatrischen Begutach-

tung der Beschwerdeführerin. Dieser kam in dem gemeinsam mit med. 

pract. C._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, er-

stellten Gutachten vom 26. November 2011 zum Schluss, die Beschwer-

deführerin leide an einer rezidivierenden, depressiven Störung, gegenwär-

tig leichte depressive Episode (ICD-10: F 33.0), einer Störung durch Alko-

hol, Abhängigkeitssyndrom, episodischer Substanzgebrauch (ICD-10: 

F 10.26), und an akzentuierten Persönlichkeitszügen mit emotional insta-

bilen und histrionischen Anteilen (ICD-10: Z 73.1). Trotz dieser psychi-

schen Störungen sei die Beschwerdeführerin allerdings über 18 Jahre 

vollzeitlich erwerbstätig gewesen, und zwar acht Jahre in Japan als Kin-

dererzieherin und zehn bis elf Jahre in der Schweiz als Sachbearbeiterin. 

Daneben habe die Beschwerdeführerin ausserdem verschiedene Akti-

vitäten ausgeübt. So habe sie seit 2004 im Fernstudium Literatur studiert. 

Ab 2009 habe sie sodann drei verschiedene künstlerische Ausbildungen 

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absolviert. Eine höhergradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe bei 

der Beschwerdeführerin lediglich zeitlich begrenzt im Rahmen mittelgradig 

depressiver Episoden bestanden, die unter psychiatrisch-psycho-

therapeutischer Behandlung indes vollständig remittiert seien. Aufgrund 

der Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem Tagesablauf liessen sich 

derzeit keine wesentlichen Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit und 

der Partizipation im Privatleben erkennen. Eine relevante Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit, d.h. eine allenfalls leicht schwankende Arbeitsfähig-

keit, resultiere bei der Beschwerdeführerin allerdings aus der leicht de-

pressiven Symptomatik mit gewissen Einschränkungen der Stress- und 

Frustrationstoleranz, der emotionalen Belastbarkeit sowie der sozialen 

Kompetenz in Form einer leicht eingeschränkten Konflikt- und Anpas-

sungsfähigkeit. In der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin sei die 

Beschwerdeführerin deshalb gegenwärtig mit Besserungstendenzen zu 

ungefähr 10 bis 20 % arbeitsunfähig. In jeder anderen, leidensadaptierten 

Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt sei die Beschwerdeführerin durch ih-

re psychische Verfassung gleichermassen beeinträchtigt.

bb) Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beruht 

auf einer eingehenden Exploration der Beschwerdeführerin und auf sämt-

lichen rechtserheblichen medizinischen Vorakten. Das Gutachten vom 

26. November 2011 ist ausserdem für die strittigen Belange umfassend 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation sowie hinsichtlich der 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen schlüssig begründet. Darin werden 

zudem die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berück-

sichtigt und nachvollziehbar begründet, weshalb sie sich in geringerem 

Umfang, als von der Beschwerdeführerin angenommen, auf deren Arbeits-

fähigkeit auswirken. Insoweit die Gutachter darin von ärztlichen Stellung-

nahmen abweichen, setzen sie sich hiermit auseinander und begründen in 

überzeugender Weise, weshalb sie die fraglichen Einschätzungen als un-

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zutreffend erachten. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin 

trifft dies insbesondere auf die Arztberichte von Dr. med. D._____ und 

E._____ zu (vgl. Beilagen der IV-Stelle [nachfolgend: act.-IV] 53, S. 4-6 

und S. 20). Die IV-Stelle weist in diesem Zusammenhang überdies zutref-

fend darauf hin, dass sich die fraglichen Ärztinnen bei der Festlegung der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als behandelnde Psychiaterinnen 

an deren Selbsteinschätzung orientiert und diese daher zurückhaltend 

eingeschätzt haben dürften, weshalb darauf nicht unbesehen abgestellt 

werden kann (vgl. statt vieler: BGE 125 V 351 E.3b/cc; Urteil des Bundes-

gerichts 9C_715/2011 vom 24. Oktober 2011 E.5.1, SVR 2008 IV Nr. 2 

S. 5 E.4.2; URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversi-

cherung, Bern 2010, N. 1742 f.). Die beigezogenen Gutachter sind dage-

gen in der Lage, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus medizi-

nisch-theoretischer Sicht objektiv einzuschätzen. Das Gericht sieht unter 

diesen Umständen keinen Anlass, von der Einschätzung der Gutachter 

abzuweichen.

cc) Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag nicht zu über-

zeugen. 

aaa) Soweit sie den Gutachtern vorwirft, nie behauptet zu haben, zu 100 % ar-

beitsunfähig zu sein, steht deren anderslautende Aussage im Einklang mit 

den Angaben im Anmeldeformular, in welchem die Beschwerdeführerin 

ihre Arbeitsunfähigkeit als unklar, zwischen 50 % bis 100 % liegend, be-

zeichnet. Im Übrigen ist nicht erkennbar, inwiefern das Gutachten tenden-

ziös oder in unsachlichem Ton abgefasst sein soll. Zwar trifft es zu, dass 

die Gutachter das Verhalten der Beschwerdeführerin darin als (auch) von 

histrionischen Anteilen geprägt umschreiben. Mit dieser Formulierung be-

zeichnen sie die im Rahmen der Exploration gemachten Beobachtungen, 

wonach die Beschwerdeführerin wiederholt zwischen einer höflich-

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angepassten und einer unterschwellig aggressiven, ablehnend kontrollier-

ten Haltung wechselte und in ihrer Schilderung früherer Probleme vor al-

lem interpersonelle Schwierigkeiten mit einer ausgeprägten Kränkbarkeit 

und einem labilen Selbstwertgefühl beschrieb. Die daraus gezogene 

Schlussfolgerung die Beschwerdeführerin vermittle bei leicht depressiven 

Symptomen vor allem den Eindruck persönlichkeitsstruktureller Auffällig-

keiten mit emotional stabilen und auch histrionischen Anteilen erscheint 

nachvollziehbar und führt unter Einbezug der Angaben der Beschwerde-

führerin zu ihrer beruflichen und sozialen Anamnese, der Aktenlage sowie 

der aktuellen Untersuchungsbefunde zur überzeugend begründeten Dia-

gnose einer akzentuierten Persönlichkeitszügen mit emotional instabilen 

und histrionischen Anteilen. Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren 

beanstandet, die Gutachter würden vorwurfsvoll von einem sekundären 

Krankheitsgewinn schreiben, ist anzumerken, dass es sich hierbei um ei-

nen medizinischen Begriff handelt, mit welchem äussere Vorteile be-

zeichnet werden, welche der kranke Mensch aus äusseren Symptomen 

ziehen kann, wie vermehrte Zuwendung, Unterstützung und Entlastung 

von alltäglichen Arbeiten (vgl. etwa BGE 130 V 352 E.3.3.2). Die von den 

Gutachtern in diesem Zusammenhang angeführten Umstände werden 

von diesem Begriff erfasst. Ausserdem sind die fraglichen Ausführungen 

weder unsachlich noch vorwurfsvoll gehalten, sondern entsprechen dem 

Auftrag des Gutachters, solche IV-fremden Faktoren herauszuschälen 

und zu bezeichnen, um es den zuständigen Behörden zu ermöglichen, 

den rechtserheblichen Umfang der Arbeitsunfähigkeit einer versicherten 

Person zu bestimmen (act.-IV 53 S. 18 ff.).

bbb) Dagegen wirft die Beschwerdeführerin durchaus zu Recht die Frage auf, 

ob die IV-Stelle der Beschwerdeführerin nicht nur die psychiatrische Be-

gutachtung durch Dr. med. B._____, sondern ebenfalls durch med. pract. 

C._____ hätte anzeigen müssen. Gemäss Art. 44 ATSG hat der Versiche-

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rungsträger, der zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten einer oder 

eines unabhängigen Sachverständigen einholt, der Partei deren oder des-

sen Namen bekannt zu geben. Soweit eine Begutachtung verschiedene 

Bereiche umfasst, welche von mehreren Sachverständigen begutachtet 

werden, sind alle vorgesehenen Personen zu nennen (KIESER, ATSG-

Kommentar, Art. 44 N. 14). Allerdings ist die Bekanntgabe der am Gutach-

ten mitwirkenden Personen bei der Beauftragung einer Begutachtungs-

stelle im Regelfall nicht möglich. Nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung genügt es in diesem Fall, wenn die IV-Stelle der versicherten 

Person die Begutachtung durch die beauftragte Gutachtensstelle bekannt 

gibt verbunden mit dem Hinweis, dass ihr diese die Namen der Gutachter 

zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen wird. Mit dem Aufgebot zur Begut-

achtung hat die beauftragte Gutachtensstelle alsdann der versicherten 

Person die Namen und Qualifikation der mit der Begutachtung befassten 

Sachverständigen anzugeben, womit der versicherten Person ermöglicht 

wird, bei der IV-Stelle schriftlich Einwände gegen die beigezogenen Gut-

achter zu erheben (BGE 132 V 376 E.9; MÜLLER, a.a.O., N. 1795). Wird 

das Vorgehen der IV-Stelle im vorliegenden Fall an diesen Anforderungen 

gemessen, so vermag es den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. 

Freilich hat die IV-Stelle vorliegend keine Gutachtensstelle, sondern 

Dr. med. B._____ mit der psychiatrischen Begutachtung beauftragt und 

dies der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 7. Juli 2011 angezeigt. 

Mit Schreiben vom 14. Oktober 2011 wurde die Beschwerdeführerin je-

doch von med. pract. C._____ unter Bekanntgabe ihrer beruflichen Quali-

fikation aufgeboten, wobei diese eingangs festhielt, die IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden habe sie und ihren Ehemann mit der psychiatrischen 

Begutachtung der Beschwerdeführerin beauftragt. Daraus war für die Be-

schwerdeführerin ersichtlich, dass Dr. med. B._____ sowie med. pract. 

C._____ sie gemeinsam begutachten werden. In Analogie zu dem für die 

Beauftragung von Begutachtungsstellen geltenden zweistufigen Vorgehen 

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bei der Bekanntgabe der Person und Qualifikation der Gutachter trägt die-

ses Vorgehen den Anforderungen von Art. 44 ATSG Rechnung. Entgegen 

der Behauptung der Beschwerdeführerin hat die IV-Stelle dadurch die 

Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin gewahrt. Überdies hat sie so-

wohl im vorinstanzlichen Verfahren als auch im gerichtlichen Beschwerde-

verfahren ausschliesslich das von der IV-Stelle bei der Benennung der 

Gutachter gewählte Vorgehen kritisiert, ohne jedoch Ausstands- oder Ab-

lehnungsgründe oder andere triftige Gründe gegen med. pract. C._____ 

vorzubringen, aufgrund derer diese im vorliegenden Fall nicht als Gutach-

terin hätte eingesetzt werden dürfen. Die gegen die Beauftragung von 

med. pract. C._____ als Gutachterin erhobene Kritik erweist sich folglich 

als unbegründet. Unter diesen Umständen sieht sich das Verwaltungsge-

richt nicht veranlasst, an der Richtigkeit der gutachterlichen Feststellungen 

zu zweifeln. Damit kann angenommen werden, dass die Beschwerdefüh-

rerin sowohl in ihrer angestammten als auch in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit derzeit zu 80 bis 90 % arbeitsfähig ist.

dd) Davon ausgehend hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf eine Invalidenrente unter Annahme eines Validen-

einkommens von Fr. 53'456.-- und eines Invalideneinkommens von 

Fr. 45'720.-- zu Recht verneint (Art. 28 Abs. 1 IVG, vgl. statt vieler: 

BGE 130 V 349 E. 3.4.2 m.w.H.). Demnach ist die Beschwerdeführerin be-

reits ohne Eingliederungsmassnahmen in rentenausschliessendem Um-

fang erwerbsfähig. Unter diesen Umständen durfte die IV-Stelle über den 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verfügen, ohne vorgängig über 

die gesetzlich vorgesehenen Eingliederungsmassnahmen entschieden zu 

haben, weshalb auf die Anträge der Beschwerdeführerin um Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und Zusprechung von Integrationsmass-

nahmen im Sinne von Art. 14a IVG, eventualiter auf Rückweisung zur Er-

mittlung des rechtserheblichen Sachverhalts, nicht einzutreten ist, womit 

eine materielle Prüfung der gestellten Anträge ausgeschlossen ist. 

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2. Selbst wenn jedoch anders zu entscheiden wäre und entgegen dem vor-

angehend Ausgeführten auf die vorliegende Beschwerde einzutreten wä-

re, erwiese sich diese als unbegründet. Denn gemäss Art. 14a IVG haben 

nur Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind, Anspruch auf Integrationsmassnahmen 

zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, sofern dadurch die 

Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art 

geschaffen werden können (vgl. BGE 137 V 1 E.7.2.3). Nach den gutach-

terlichen Feststellungen war die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit 

sowohl in ihrer angestammten als auch in einer leidensadaptierten Tätig-

keit nie über einen längeren Zeitraum über 10 bis 20 % arbeitsunfähig 

(vgl. E.1d/aa hiervor), womit sie die Voraussetzungen von Art. 14a IVG 

nicht erfüllt. Die Anträge der Beschwerdeführerin wären demnach abzu-

weisen, wenn entgegen der vorliegend vertretenen Auffassung auf die 

Beschwerde einzutreten wäre.

3. Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistun-

gen der Invalidenversicherung geht, ist das vorliegende Verfahren kos-

tenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem 

Verfahrensaufwand auf Fr. 500.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Ent-

sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin 

als unterliegender Partei aufzuerlegen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Weder der 

Beschwerdeführerin noch der Beschwerdegegnerin steht eine Parteien-

tschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

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2. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]