# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bac2d7d-d447-54bf-84a9-c35102ddf0b2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-09-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 29.09.2006 I/2-2006/7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-2-2006-7_2006-09-29.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/2-2006/7

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 29.09.2006

Entscheiddatum: 29.09.2006

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 29.09.2006
Art. 23 VStG: Die Steuerbehörde verhält sich widersprüchlich, wenn sie die 
Rückerstattung der Verrechnungssteuer mangels rechtzeitiger Deklaration 
des Lottogewinns im Fälligkeitsjahr verweigert, aber zugleich - trotz 
Kenntnis des Fälligkeitsjahres - die Veranlagung gemäss Selbstdeklaration 
des Steuerpflichtigen in der nachfolgenden Steuerperiode vornimmt und auf 
die Einleitung eines Nachsteuerverfahrens verzichtet (SGE 2006 Nr. 19; 
Verwaltungsrekurskommission, 29. September 2006, I/2-2006/7).

Präsident Ralph Steppacher, Mitglieder Verena Koller und Rudolf Lippuner; 

Gerichtsschreiber Michael Rutz

 

In Sachen

X. und Y. Z.,

Beschwerdeführer,

gegen

 

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 

Verrechnungssteuer, Stempelabgaben, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,

Beschwerdebeteiligte,

 

betreffend

Rückerstattung der Verrechnungssteuer 2004

 

Sachverhalt:

A.- X.Z. erzielte bei der Ziehung vom 15. Oktober 2003 bei Swisslos einen Lottogewinn 

von Fr. 15'329.90. Einen ersten für diesen Gewinn am 4. November 2003 ausgestellten 

Auszahlungsschein löste er nicht ein. Erst als am 5. Januar 2004 ein erneuter 

Auszahlungsschein ausgestellt wurde, liess er sich seinen Gewinn am 7. Januar 2004 

auszahlen. Nach Abzug der Verrechnungssteuer von Fr. 5'365.45 wurde ihm der 

Nettobetrag von Fr. 9'964.45 ausbezahlt.

Diesen Gewinn deklarierten X. und Y. Z. in der Steuererklärung 2004 als Einkommen 

und machten die Rückerstattung der Verrechnungssteuer geltend. Mit der Veranlagung 

verweigerte das kantonale Steueramt die Rückerstattung der Verrechnungssteuer und 

setzte den Verrechnungssteuer-Rückerstattungsanspruch für 2004 in der 

Schlussrechnung vom 30. November 2005 auf Fr. 256.55 fest. Gleichzeitig wurde der 

gesamte Lottogewinn als Einkommen der Steuerperiode 2004 besteuert. Eine am 18. 

Dezember 2005 gegen die Verweigerung der Rückerstattung erhobene Einsprache 

wies das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 23. Februar 2006 ab, mit der 

Begründung, ein Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer bestehe nur, 

wenn der belastete Gewinn ordnungsgemäss und fristgerecht deklariert worden sei. 

Dafür hätte der Lottogewinn in der Steuererklärung 2003 angegeben werden müssen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben X. und Y. Z. mit Eingabe vom 21. 

März 2006 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die 

Verrechnungssteuer von Fr. 5'365.45 sei zurückzuerstatten. Eventualiter sei das 

steuerbare Einkommen in der Steuerperiode 2004 um Fr. 5'365.45 zu reduzieren.

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 25. April 2006 die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde. Am 11. Mai 2006 beantragte die Beschwerdebeteiligte

ebenfalls die Abweisung der Beschwerde.

Mit Schreiben vom 28. Mai 2006 nahmen die Beschwerdeführer zu den 

Vernehmlassungen Stellung.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird, 

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig (Art. 3 der Verordnung 

über die Verrechnungssteuer, sGS 815.5, abgekürzt: VVStG). Die Befugnis zur 

Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 21. März 2006 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 54 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer, SR 

642.21, abgekürzt: VStG).

2.- Ob die zusätzliche Eingabe der Beschwerdeführer vom 28. Mai 2006 zuzulassen ist, 

kann offen bleiben (vgl. dazu BGE 132 I 42), da sie keine neuen, für die Entscheidung 

wesentlichen Gesichtspunkte enthält.

3.- Umstritten ist, ob die Verrechnungssteuer von Fr. 5'365.45 auf dem Lottogewinn 

von Fr. 15'329.90 den Beschwerdeführern mit der Veranlagung 2004 zurückzuerstatten 

ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

a) Die Beschwerdeführer machen geltend, es sei unverhältnismässig, dass der Irrtum 

über die Rechtzeitigkeit der Deklaration des Lottogewinns zu einer derart gravierenden 

finanziellen Sanktion führe. Eine Absicht zur Steuerhinterziehung liege nicht vor. In der 

Wegleitung zur Steuererklärung werde die Möglichkeit eingeräumt, die Rückerstattung 

innerhalb von drei Jahren geltend zu machen.

Dem hält die Vorinstanz entgegen, die Beschwerdeführer hätten offenbar den 

Rückerstattungshinweis in der Steuererklärung 2003 falsch verstanden und daraus 

geschlossen, dass die Deklaration der steuerbaren Leistung im Rahmen der 

dreijährigen Frist in irgendeiner Steuerperiode erfolgen könne. Mit der dreijährigen Frist 

sei jedoch klarerweise die Verjährungsfrist gemeint. Der Verrechnungssteuerantrag 

könne innert dieser Frist mit der ordentlichen Steuererklärung auf dem 

Wertschriftenverzeichnis gestellt werden. Mit anderen Worten hätten die 

Beschwerdeführer das Wertschriftenverzeichnis mit dem Rückerstattungsantrag für die 

Fälligkeiten 2003 zusammen mit der ordentlichen Steuererklärung bis zum 31. 

Dezember 2006 ohne Nachteil einreichen können. Die Beschwerdeführer hätten ihnen 

bekannte steuerbare Tatsachen nicht ordnungsgemäss deklariert und die Veranlagung 

2003 in Rechtskraft erwachsen lassen. Die Nachdeklaration habe erst zu einem 

Zeitpunkt erfolgt, als die Veranlagung 2003 bereits rechtskräftig gewesen sei. Zudem 

habe die Veranlagungsbehörde keine Kenntnis von der steuerbaren Leistung gehabt. 

Es sei von einem fahrlässigen Verhalten auszugehen. Die Veranlagungsbehörde dürfe 

sich grundsätzlich auf die Deklaration verlassen und müsse keine Nachforschungen 

anstellen. Die Hinterziehung von Steuern sei für die Verwirkung des 

Rückerstattungsanspruchs nicht vorausgesetzt. Die Beschwerdebeteiligte schloss sich 

in ihrer Stellungnahme dieser Argumentation an.

In ihrer Stellungnahme bestreiten die Beschwerdeführer den Vorwurf der Fahrlässigkeit 

mit der Begründung, dass es für den im Steuerrecht nicht besonders bewanderten 

Steuerpflichtigen nicht von vornherein ersichtlich sei, dass ausschliesslich das Jahr der 

Entstehung des Lottogewinns für die Deklaration massgebend sei. Jedenfalls sei bis 

heute nicht klar auf welche unmissverständliche gesetzliche Bestimmung sich der 

Entscheid des kantonalen Steueramts stütze.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

b) Nach Art. 1 VStG erhebt der Bund unter anderem eine Verrechnungssteuer auf 

Lotteriegewinnen; wo es das Gesetz vorsieht, tritt anstelle der Steuerentrichtung die 

Meldung der steuerbaren Leistung. Die Verrechnungssteuer wird dem Empfänger der 

um die Steuer gekürzten Leistung nach Massgabe dieses Gesetzes vom Bund oder 

vom Kanton zu Lasten des Bundes zurückerstattet. Die Verrechnungssteuer ist eine 

Kontroll- oder Zangensteuer mit dem Ziel, die Hinterziehung der Kantons- und 

Gemeindesteuern auf beweglichem Vermögen und seinem Ertrag sowie weiteren 

Leistungen einzudämmen. Dieses Ziel wird erreicht durch die Besteuerung der 

genannten Erträge an der Quelle und Rückerstattung der Steuer an den gesetzlich 

umschriebenen Personenkreis oder durch Meldung der steuerbaren Leistung durch 

den Leistungsschuldner an die Steuerbehörde. Sie charakterisiert sich damit als 

Defraudantensteuer (Pfund/ Zwahlen, Verrechnungssteuer II. Teil, Basel 1985, N 1 

Vorbemerkungen zu Art. 21 – 33 VStG, sowie N 3.3 zu Art. 23 VStG).

Gegenstand der Verrechnungssteuer auf Lotteriegewinnen sind ausgerichtete 

Geldtreffer von über Fr. 50.-- aus Lotterien, die im Inland zur Durchführung gelangen 

(Art. 6 VStG). Natürliche Personen haben im Fall eines Lotteriegewinns Anspruch auf 

Rückerstattung der Verrechnungssteuer, wenn sie bei Fälligkeit der steuerbaren 

Leistung im Inland Wohnsitz hatten (Art. 22 Abs. 1 VStG) und wenn sie im Zeitpunkt der 

Ziehung Eigentümer des Loses waren (Art. 21 Abs. 1 lit. b VStG). Sie haben ihren 

Antrag auf Rückerstattung bei der Steuerbehörde desjenigen Kantons einzureichen, in 

dem sie zu Beginn des der Fälligkeit der steuerbaren Leistung folgenden 

Kalenderjahres Wohnsitz hatten (Art. 30 Abs. 1 VStG).

Diese allgemeinen Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Der Beschwerdeführer war 

im Zeitpunkt der Lottoziehung am 15. Oktober 2003 Eigentümer des 

gewinnberechtigten Lottoscheines und hatte Wohnsitz in der Schweiz. Der 

Rückerstattungsantrag ist zudem innerhalb der dreijährigen Frist von Art. 32 Abs. 2 

VStG gestellt worden.

c) Den Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer verliert jedoch, wer mit 

der Verrechnungssteuer belastete Einkünfte oder Vermögen, woraus solche Einkünfte 

fliessen, entgegen gesetzlicher Vorschrift der zuständigen Steuerbehörde nicht angibt 

(Art. 23 VStG).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Diese Deklarationsklausel soll Anreiz zu ehrlicher Steuererklärung geben. Wer mit der 

Verrechnungssteuer belastete Einkünfte oder Vermögen, woraus solche Einkünfte 

fliessen, entgegen gesetzlicher Vorschrift in seiner Steuererklärung für die direkten 

Steuern nicht angibt, der geht des Anspruchs auf Rückerstattung verlustig. Demnach 

müssen mit der Verrechnungssteuer belastete Einkünfte oder Vermögenswerte 

vollständig, wahrheitsgetreu und fristgerecht angegeben werden. Fristgerecht bedeutet 

grundsätzlich eine Deklaration innert gesetzlicher oder behördlich angesetzter 

Einreichungsfrist (Pfund/Zwahlen, a.a.O., N 3.2 zu Art. 23 VStG). Die Eidgenössische 

Steuerverwaltung lässt hingegen eine Deklaration bis zur Rechtskraft der 

entsprechenden Veranlagung als ordnungsgemäss gelten (Kreisschreiben Nr. 8 vom 8. 

Dezember 1978), und das Bundesgericht folgt ihr darin (ASA 55 S. 447 ff.), was in der 

Lehre allerdings kritisiert wird (vgl. B. Zwahlen, in: Kommentar zum schweizerischen 

Steuerrecht, Band II/1, Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer, Basel 2005, N 3 zu 

Art. 23 VStG).

Der Sinn von Art. 23 VStG liegt nach dem Wortlaut nicht primär in der "Bestrafung" des 

Steuerpflichtigen, die ihrer Deklarationspflicht überhaupt nicht, nur unvollständig oder 

nicht rechtzeitig nachkommen; es sollen vielmehr diejenigen den 

Rückerstattungsanspruch verlieren, die den Behörden Vermögenserträge und die 

Vermögen, aus denen sei fliessen, nicht zur Kenntnis bringen. Dies ergibt sich auch aus 

einem Hauptzweck der Steuer, der darin liegt, die Steuerhinterziehung durch im Inland 

domizilierte Pflichtige einzudämmen (BGE 113 Ib 128 E. 2d mit Hinweisen).

d) Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer ihrer Deklarationspflicht nachgekommen 

sind.

aa) Nach Art. 36 lit. e des Steuergesetzes (sGS 811.1; abgekürzt: StG) sind Einkünfte 

aus Lotterien und lotterieähnlichen Veranstaltungen steuerbar. Ein Einkommen gilt in 

dem Zeitpunkt als erzielt, in welchem der Steuerpflichtige einen definitiven Anspruch 

auf die steuerbare Leistung erworben hat, über den er tatsächlich verfügen kann (BGE 

115 Ib 238 E. 3d). Voraussetzung des steuerauslösenden Zuflusses ist demnach ein 

abgeschlossener Rechtserwerb (BGE 113 Ib 23 E. 2e). Für die Besteuerung 

massgeblich ist also bei Forderungen spätestens deren Fälligkeit, selbst wenn die 

Zahlung später erfolgt (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 30 f.; M. Plüss, in: Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, Band 1, 2. Aufl. 2004, 23 f. zu § 25). Die tatsächliche Zahlung ist 

ausnahmsweise dann Besteuerungszeitpunkt, wenn die Erfüllung der Forderung 

unsicher ist (BGE 115 Ib 238 E. 3d). Bei einem Lotteriegewinn richtet sich die Fälligkeit 

nach dem entsprechenden Lotteriereglement. Trefferlose können in aller Regel sogleich 

nach der Ziehung oder einige Tage später zum Inkasso präsentiert werden. Mit dem 

Eintritt des Zeitpunktes, von dem an der Gewinner die Erfüllung fordern und das 

Trefferlos vorweisen kann, entsteht die Verrechnungssteuerforderung. Unerheblich ist, 

wann die Auszahlung tatsächlich gefordert wird bzw. effektiv erfolgt (W. Pfund, 

Verrechnungssteuer I. Teil, Basel 1971, N 2.1 und 2.21 zu Art. 12 VStG).

bb) Der Beschwerdeführer erzielte bei der Lottoziehung vom 15. Oktober 2003 einen 

Treffer von fünf Richtigen, was einem Gewinnbetrag von Fr. 15'329.90 entspricht. 

Gemäss den heute gültigen Teilnahmebedingungen kann der Gewinn unter Vorweisung 

der Spielbestätigungsquittung bzw. der Gewinneinforderungsquittung ab dem der 

Ziehung folgenden Tag geltend gemacht werden (Ziffer 13.6 der 

Teilnahmebedingungen von Swiss Lotto, abrufbar unter www.swisslos.ch). Gemäss 

Schreiben von Swisslos vom 9. Februar 2006 (act. 2/1) sei dem Beschwerdeführer für 

den Lottogewinn erstmals am 4. November 2003 ein Auszahlungsschein zugestellt 

worden. Diese sei jedoch nicht eingelöst worden. Der Gewinn sei dann erst am 7. 

Januar 2004 mit dem Auszahlungsschein vom 5. Januar 2004 eingelöst worden. Der 

Lottogewinn war demnach bereits am 16. Oktober 2003 fällig und hätte ohne weiteres 

mittels Auszahlungsschein vom 4. November 2003 im Jahr 2003 eingelöst werden 

können. Der Lottogewinn hätte somit in der Steuererklärung 2003 deklariert und in der 

Steuerperiode 2003 besteuert werden müssen. Die Beschwerdeführer haben den 

Gewinn jedoch erst in der Steuererklärung 2004 deklariert, als die die 

Steuerveranlagung 2003 bereits rechtskräftig war.

cc) Die Vorinstanz geht denn auch davon aus, dass der Lottogewinn der Steuerperiode 

2003 zuzurechnen wäre. Trotzdem hat sie den Gewinn gemäss Selbstdeklaration der 

Beschwerdeführer in der Steuerperiode 2004 besteuert. Folglich machen die 

Beschwerdeführer die Rückerstattung der Verrechnungsteuer im Rahmen der 

Steuerveranlagung 2004 geltend, womit auch die Frage der Nichtdeklaration aus Sicht 

der Veranlagung 2004 zu prüfen ist. In der Steuerperiode 2004 kann jedoch nicht von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer Nichtdeklaration im Sinn von Art. 23 VStG ausgegangen werden, zumal die 

Beschwerdeführer der Steuerbehörde den Lottogewinn zur Kenntnis gebracht haben 

und dieser im ordentlichen Veranlagungsverfahren erfasst und besteuert wurde. Ein 

Verlust des Rückerstattungsanspruchs rechtfertigt sich unter diesen Umständen nicht. 

Von einer Nichtdeklaration kann daher nicht ausgegangen werden. Wie die Sache aus 

Sicht der Steuerveranlagung 2003 zu beurteilen wäre, ist vorliegend nicht zu prüfen.

Das Vorgehen der Vorinstanz ist widersprüchlich. Sie beruft sich einerseits darauf, die 

Deklaration sei falsch, andererseits besteuert sie den Lotteriegewinn dennoch gemäss 

Deklaration in der Steuerperiode 2004 und verzichtet auf die Einleitung eines 

Nachsteuerverfahren gemäss Art. 199 Abs. 1 StG für die Steuerperiode 2003. Eine 

Nachsteuer wird dann erhoben, wenn sich aufgrund von Tatsachen oder 

Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, ergibt, dass eine 

Veranlagung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung 

unvollständig ist (vgl. dazu Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 399 f.). Obwohl 

diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt wären, hat sich die Vorinstanz dafür 

entschieden, den Lottogewinn ordentlich im Jahr 2004 zu besteuern. Unter diesen 

Umständen verstösst die Berufung auf die Nichtdeklaration gegen den in Art. 5 Abs. 3 

der Bundesverfassung (SR 101) festgelegte Grundsatz von Treu und Glauben, der 

Behörden und Privaten rechtsmissbräuchliches und widersprüchliches Verhalten 

verbietet (Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

2. Aufl. 1998, Rz. 126). Dieser Grundsatz gilt auch für die Steuerbehörde (vgl. 

Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 386). Die Vorinstanz muss sich daher 

entgegenhalten lassen, dass sie den Lottogewinn mit der Veranlagung 2004 gemäss 

Deklaration der Beschwerdeführer besteuert hat und damit von einer korrekten 

Deklaration ausging. Unter diesen Umständen ist es unzulässig, sich dann auf eine 

Nichtdeklaration zu berufen.

dd) Insgesamt steht fest, dass nicht von einer Nichtdeklaration des Lottogewinns für 

die vorliegend massgebende Steuerperiode 2004 auszugehen ist. Damit ist der 

Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer nicht verwirkt.

e) Die Beschwerde ist gutzuheissen. Der Rückerstattungsanspruch der 

Beschwerdeführer für die Verrechnungsteuer 2004 ist um Fr. 5'365.45 auf Fr. 5'622.-- 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu erhöhen. Der angefochtene Einsprache-Entscheid des kantonalen Steueramtes vom 

23. Februar 2006 ist somit aufzuheben, soweit er den Rückerstattungsanspruch für die 

Verrechnungssteuer betrifft.

Der als Steuerrekurs I/1-2006/69 in das Geschäftsverzeichnis der 

Verwaltungsrekurskommission aufgenommene Eventualantrag der Beschwerdeführer, 

wonach das steuerbare Einkommen in der Steuerperiode 2004 um Fr. 5'365.45 zu 

reduzieren sei, wird mit der Gutheissung der Beschwerde gegenstandslos und ist bei 

Rechtskraft dieses Beschwerdeentscheids als erledigt abzuschreiben.

4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu 

tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (vgl. 

Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, den 

Beschwerdeführern den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 400.-- zurückzuerstatten.

Entscheid:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid des 

kantonalen Steueramtes vom 23. Februar 2006 aufgehoben, soweit er den 

Rückerstattungsanspruch für die Verrechnungssteuer betrifft.

2. Die Beschwerdeführer haben für 2004 einen Rückerstattungsanspruch für die 

Verrechnungssteuer von Fr. 5'622.--.

3. Der Staat trägt die amtlichen Kosten von Fr. 1'000.--.

4. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, den Beschwerdeführern Fr. 400.-- 

zurückzuerstatten.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 29.09.2006
	Art. 23 VStG: Die Steuerbehörde verhält sich widersprüchlich, wenn sie die Rückerstattung der Verrechnungssteuer mangels rechtzeitiger Deklaration des Lottogewinns im Fälligkeitsjahr verweigert, aber zugleich - trotz Kenntnis des Fälligkeitsjahres - die Veranlagung gemäss Selbstdeklaration des Steuerpflichtigen in der nachfolgenden Steuerperiode vornimmt und auf die Einleitung eines Nachsteuerverfahrens verzichtet (SGE 2006 Nr. 19; Verwaltungsrekurskommission, 29. September 2006, I/2-2006/7).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T16:51:12+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen