# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38b10fb1-5901-50c4-97b4-d6e4c41e28f5
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.10.2025 715 2025 163 (715 25 163)
**Docket/Reference:** 715 2025 163
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2025-163_2025-10-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 15. Oktober 2025 (715 25 163) 
 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung infolge unentschuldigten Fernbleibens an 
einem Beratungsgespräch nach bereits erfolgten Sanktionierungen. 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Bahnhofstrasse 32, 4133 Pratteln, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  
 
 
 

A. A.____ meldete sich im Rahmen einer bereits laufenden Leistungsrahmenfrist am 
29. Oktober 2024 mit Wirkung ab 1. Dezember 2024 erneut zum Bezug von Leistungen der 
Arbeitslosenversicherung an. Einem in der Folge auf den 13. Februar 2025 angesetzten Termin 
für ein Beratungsgespräch blieb sie ohne Abmeldung fern. Auf die am 14. Februar 2025 ver-
sandte Aufforderung zur Stellungnahme hin entschuldigte sich die Versicherte am 25. Februar 
2025 dahingehend, dass das Verpassen des Termins vom 13. Februar 2025 ihrer momentanen 
psychischen Befindlichkeit zuzuschreiben sei.  

 

 
 
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B. Das zuständige Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) erachtete diese Begrün-
dung für das Verpassen des Beratungsgesprächs vom 13. Februar 2025 als nicht ausreichend 
und stellte die Versicherte mit Verfügung vom 27. März 2025 für die Dauer von zwölf Tagen in 
der Anspruchsberechtigung ein. Eine hiergegen am 14. April 2025 unter Hinweis auf eine Be-
stätigung der behandelnden Psychotherapeutin vom 8. April 2025 erhobene Einsprache der 
Versicherten wies das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) mit Entscheid 
vom 15. April 2025 teilweise gut und reduzierte die Einstellungsdauer auf zehn Tage.  

 
C. Hiergegen erhob die Versicherte am 5. Mai 2025 Beschwerde beim Kantonsgericht des 
Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantrag-
te dessen Aufhebung. Angesichts der Tatsache, dass ihr Versäumnis auf ihre ADHS-bedingten 
Einschränkungen zurückzuführen sei, erscheine die Sanktion unverhältnismässig. Ihre ADHS-
Erkrankung erschwere als dauernde psychische Beeinträchtigung die Ausübung einer Erwerbs-
tätigkeit und schränke ihre Leistungsfähigkeit deutlich ein. So habe auch die Invalidenversiche-
rung ihre Diagnose anerkannt und ihr eine berufliche Umschulung zugesprochen. Die Verhän-
gung der Sanktion ohne angemessene Berücksichtigung ihrer ADHS-Diagnose stelle eine Be-
nachteiligung dar, die gegen das Diskriminierungsverbot verstosse. Die ADHS-Diagnose er-
schwere viele alltägliche Abläufe, wozu namentlich auch Terminvereinbarungen gehörten. 

 
D. Das KIGA schloss unter Hinweis auf die in seinem Einspracheentscheid getroffenen 
Erwägungen mit Vernehmlassung vom 19. Mai 2025 auf Abweisung der Beschwerde. 

 
E. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 24. April 2025 wurde die 
Angelegenheit dem Präsidium zur Beurteilung überwiesen. 
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.  
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 
6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversiche-
rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig ist 
nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Ver-
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
(AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versi-
cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kam die 
Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflichten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die örtli-
che Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über 
die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Be-
schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf 

 

 
 
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die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung So-
zialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von 
Fr. 20'000.— durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist eine Einstellung in der An-
spruchsberechtigung im Umfang von zehn Tagen bei einem versicherten Verdienst von 
Fr. 3'402.— und einem Taggeldsatz von 80% (Kassen-Dok 55). Die massgebende Streitwert-
grenze von Fr. 20'000.— wird damit zweifellos unterschritten. Über die Beschwerde ist dem-
nach präsidial zu entscheiden. 
 

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um ihre Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (sog. Schadenminderungspflicht). 
Gemäss Art. 17 Abs. 2 AVIG hat sich die versicherte Person deshalb möglichst frühzeitig per-
sönlich zur Arbeitsvermittlung zu melden und von da an die Kontrollvorschriften zu beachten. 
Diese umfassen insbesondere auch die Teilnahme an Beratungs- bzw. Kontrollgesprächen 
(Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG), die mindestens alle zwei Monate stattzufinden haben (Art. 21 
Abs. 1 AVIV). Dabei werden jeweils die Vermittlungsfähigkeit und der Umfang des anrechenba-
ren Arbeitsausfalls überprüft. Die versicherte Person hat jeweils sicherstellen, dass sie inner-
halb eines Arbeitstages von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden kann (Art. 21 Abs. 3 
AVIV). Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 AVIV erteilt der zuständigen 
Amtsstelle die Kompetenz, entsprechende Termine für die Beratungs- und Kontrollgespräche 
festzulegen. Zweck dieser Kontrolle ist einerseits die periodische Überprüfung der Anspruchs-
voraussetzungen, namentlich der Vermittlungsfähigkeit der Arbeitslosen, andererseits deren 
persönliche Betreuung (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Koller/Müller/Rhi-
now/Zimmerli, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Teil Soziale Sicherheit, 3. Auflage, 
Basel 2016, Rz 319 ff.).  
 
2.2 Verletzt die versicherte Person auf schuldhafte Weise eine Pflicht, welche im Zusam-
menhang mit ihrer Vermittlungsfähigkeit steht, wie namentlich der Kontrollvorschriften, wird sie 
durch die zuständige Behörde und abhängig von ihrem Verschulden für eine bestimmte Dauer 
in ihrer Anspruchsberechtigung eingestellt (Art. 17 AVIG i.V.m. Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG; 
NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 828 ff.; JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung, Zürich 1998, S. 31 ff.). Diese Sanktion hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung 
der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person durch Einhaltung ihrer Schadensmin-
derungspflicht hätte vermeiden oder zumindest vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist 
sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht 
(NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 828). 
 
2.3 Das Beratungsgespräch hat zum Zweck, die versicherte Person dazu zu bringen, sich 
den Behörden zur Verfügung zu stellen, um die Vermittlungsfähigkeit abzuklären und zu fördern 
(GERHARD GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I [Art. 1-58], Bern/Stuttgart 1988, N 26 zu 
Art. 17). Die versicherte Person soll mithin eine professionelle Unterstützung bei der Arbeitssu-
che erhalten, um möglichst schnell wieder eine Stelle zu finden. Das Beratungsgespräch dient 

 

 
 
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somit der Beendigung der Arbeitslosigkeit und lässt sich somit im Sinne der vorstehenden Aus-
führungen unter Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG subsumieren. Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG versteht unter 
den Weisungen des Arbeitsamtes auch die Teilnahme an Besprechungen oder Orientierungs-
veranstaltungen. Damit wird verdeutlicht, dass der Beratung und Betreuung eine entscheidende 
Funktion für eine möglichst rasche Vermittlung der Versicherten zu kommt. Dieses Verständnis 
liegt auch Art. 21 ff. AVIV zugrunde.  
 
2.4 Werden Kontrollvorschriften oder die Weisungen des RAV von der versicherten Person 
nicht befolgt, so ist sie gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG allerdings nur dann in der Anspruchs-
berechtigung einzustellen, wenn sie sich für ihr Verhalten nicht entschuldigen kann. Wohl 
kommt den Beratungs- und Kontrollgesprächen eine wichtige Bedeutung zu. Davon hängt in-
dessen nicht ab, ob und wie ein Fristversäumnis allenfalls zu ahnden ist. Vielmehr sind Einstell-
tage bloss dann angezeigt, wenn die Nichtbefolgung von Kontrollvorschriften oder Weisungen 
Konsequenzen bezüglich der Dauer der Arbeitslosigkeit hat (vgl. GERHARDS, a.a.O., N 29 zu 
Art. 30; CHOPARD, a.a.O., S. 87 und 146). Nach der Rechtsprechung liegt ein mit einer Einstel-
lung zu sanktionierendes Verhalten deshalb insbesondere dann vor, wenn ein Termin aus 
Gleichgültigkeit und Desinteresse verpasst wurde, nicht aber, wenn die versicherte Person ih-
ren Termin irrtümlich oder zufolge einer Unaufmerksamkeit nicht eingehalten und durch ihr üb-
riges Verhalten aufgezeigt hat, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose und Leistungsbezügerin 
nicht ernst nimmt (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juli 2009, 8C_543/2009, E. 2; ARV 2000 
Nr. 21 S. 103 f.,  E. 3a mit Hinweisen). Ein unentschuldigtes Nichtwahrnehmen eines Bera-
tungsgesprächs stellt in diesem Zusammenhang insbesondere dann kein einstellungswürdiges 
Verhalten dar, wenn die versicherte Person während zwölf Monaten vor dem Nichteinhalten des 
Gesprächs ihren Pflichten korrekt nachgekommen ist und sich für das Fehlverhalten nachträg-
lich von sich aus entschuldigt hat. Ein allfälliges früheres Verhalten ist dabei nicht zu berück-
sichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 2028, 8C_528/2018, E. 5.2; Urteil des 
Bundesgerichts vom 18. Februar 2013, 8C_697/2012, E. 2). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 193 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in 
Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu 
aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hin-
reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 
mit weiteren Hinweisen). 
 

3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi-
alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu fällen (HANS-ULRICH STAUFFER/BARBARA KUPFER BUCHER, Recht-
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligato-
rische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 3. Auflage, Zürich 2008, S. 146). 

 

 
 
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Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 
Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen 
Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 121 V 47 E. 2a). 
 
4. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ursprünglich mit Schreiben 
vom 11. Dezember 2024 durch das RAV aufgefordert worden war, am 13. Februar 2025 zum 
Beratungsgespräch zu erscheinen (Kassen-Dok 73). Ebenfalls unbestritten ist, dass sie diesem 
Termin unentschuldigt ferngeblieben ist und sich erst auf Aufforderung des RAV vom 14. Feb-
ruar 2025 hin in ihrer Stellungnahme vom 25. Februar 2025 dahingehend erklärt hat, dass sie 
grundsätzlich selten einen Termin versäume, der fragliche Vorfall jedoch mit grösster Wahr-
scheinlichkeit auf ihre aktuelle psychische Befindlichkeit zurückzuführen sei. Aufgrund der Tat-
sache, dass sie mittlerweile seit rund zwei Jahren stellenlos sei und leider bisher nur Absagen 
erhalten habe, fühle sie sich zunehmend niedergeschlagen, wodurch sich leider depressive 
Phasen häufen würden. Sie entschuldige sich vielmals für das Versäumnis (Kassen-Dok 52, 
37). Ihrer in der Folge erhobenen Einsprache vom 14. April 2025 hat die Versicherte sodann 
eine Bestätigung ihrer behandelnden Psychotherapeutin vom 8. April 2024 beigelegt. Daraus 
geht hervor, dass die Versicherte unter einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung 
(ADHS) leide, welche ursprünglich im Jahre 2005 diagnostiziert worden sei. Die Versicherte 
befinde sich seit dem Jahr 2009 in psychotherapeutischer Behandlung. Die Patientin sei inner-
lich unruhig, gereizt, nervös und impulsiv. Sie habe Mühe, ihre Aufmerksamkeit länger aufrecht 
zu erhalten. Ihre momentan schwierige Situation bezüglich ihrer Arbeitslosigkeit und der Aufbau 
ihrer Selbständigkeit stresse und belaste sie sehr. Sie fühle sich damit überfordert und habe 
starke Konzentrationsprobleme. Es komme immer wieder vor, dass sie wichtige Dinge wie auch 
Termine vergesse. Des Weiteren sei sie erschöpft, müde, antriebslos, hoffnungslos und habe 
Mühe sich zu entscheiden. Als alleinerziehende Mutter fühle sie sich oft überfordert, da auch ihr 
Kind sehr unruhig und zappelig sei. ln Anbetracht ihres Störungsbildes vergesse sie ihre Termi-
ne nicht absichtlich (Kassen-Dok 26).  
 
5. Zu prüfen ist, ob das Versäumnis der Beschwerdeführerin, nicht am Beratungsge-
spräch vom 13. Februar 2025 teilgenommen zu haben, auf einem entschuldbaren Grund be-
ruht. Insbesondere vor dem Hintergrund der von ihrer behandelnden Psychotherapeutin ausge-
stellten Bestätigung vom 8. April 2025 macht die Versicherte in ihrer Beschwerdebegründung 
geltend, die von der Vorinstanz verhängte Sanktion sei unrechtmässig. Dieser Auffassung ist 
entgegen zu halten, dass das fragliche Attest keine Arbeitsunfähigkeit ausweist. Auch wenn 
unzweifelhaft davon auszugehen ist, dass dem strittigen Versäumnis keine Absicht zu Grunde 
gelegen hat, vermag sich die Beschwerdeführerin auf dieser Grundlage nicht zu exkulpieren. 
Wie eingangs dargetan, kann eine unterbliebene Teilnahme an einem Beratungs- oder Kon-
trollgespräch nur dann zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung führen, wenn die ver-
sicherte Person dafür eine hinreichende Entschuldigung hat. Liegt ein nachvollziehbares und 
verständliches Versehen vor, für welches sich der Versicherte aus eigenem Antrieb auch sofort 
entschuldigt hat, kann der Einstellungstatbestand nicht als verwirklicht betrachtet werden. Diese 
Voraussetzungen liegen hier nicht vor. Einerseits hat die Versicherte erst auf Veranlassung des 
RAV vom 14. Februar 2025 rund zehn Tage später reagiert. Vor allem aber geht aus der Stel-

 

 
 
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lungnahme ihrer behandelnden Psychotherapeutin lediglich hervor, dass die Versicherte schon 
seit längerer Zeit Mühe habe, ihre Aufmerksamkeit längerfristig aufrecht zu erhalten. Auch wenn 
die persönlich schwierige Situation der Beschwerdeführerin keinesfalls in Abrede zu stellen ist 
(vgl. hierzu unten, Erwägung 6.2), kann daraus nicht geschlossen werden, dass es ihr aus ge-
sundheitlichen Gründen unzumutbar gewesen wäre, den fraglichen Termin wahrzunehmen. 
Gegen eine in organisatorischer Hinsicht im Alltag generell aufgehobene Fähigkeit, Termine 
wahrzunehmen bzw. sich entsprechend zu organisieren, sprechen die in den übrigen Akten 
vorhandenen Unterlagen betreffend Umschulung, auf welche die Versicherte unter anderem 
auch in ihrer Beschwerdebegründung selbst referenziert hat. So geht namentlich aus dem 
durchgeführten Assessment der Arbeitsvermittlung hervor, dass die Versicherte zwar an rezidi-
vierenden Depressionen und an einer ADHS leide, indessen vollständig arbeitsfähig sei. Es sei 
zu einer Umschulung geraten worden, die keine monotone Arbeit, keine Reizüberflutung, aber 
auch keine Unterforderung mit sich bringe. An geeigneten Berufen seien die Tätigkeiten einer 
Eventmanagerin oder einer Marketingassistentin vorgeschlagen worden (Kassen-Dok 34 f.). 
Vor diesem Hintergrund kann nunmehr nicht gesagt werden, der Versicherten wäre es gesund-
heitlich bedingt grundsätzlich unzumutbar gewesen, ihren Alltag insbesondere auch mit Blick 
auf die nur sporadisch stattfindenden Beratungsgespräche des RAV derart zu organisieren, 
dass der Termin hätte eingehalten werden können. Dies gilt umso mehr, weil im entsprechen-
den Assessment-Protokoll festgehalten wird, dass die Versicherte als Stärke über eine exakte, 
genaue und speditive Arbeitsweise verfüge und sich offenbar durch eine gute Organisationsfä-
higkeit ausweise (a.a.O.). Gegen einen gesundheitlich bedingt generell entschuldbaren Um-
stand, das fragliche Beratungsgespräch vom 13. Februar 2025 verpasst zu haben, sprechen 
schliesslich auch die aktuellen Arbeitsbemühungen, denen zufolge die Versicherte trotz ander-
weitiger Verpflichtungen, wie beispielsweise eines parallel wahrgenommenen Termins für eine 
Laufbahnberatung, offensichtlich in der Lage war, sich zuverlässig und umfassend um eine 
neue Stelle zu bewerben (Kassen-Dok 50 f.; 57 ff., 77 f.). Vor diesem Hintergrund liegt mit Blick 
auf das Versäumnis vom 13. Februar 2025 weder ein entschuldbares Verhalten noch ein 
Verstoss gegen das Behindertengesetz oder das Diskriminierungsverbot vor. Entgegen den 
Vorbringen in der Beschwerde verhält es sich vielmehr so, dass die von der Invalidenversiche-
rung in der Zwischenzeit finanzierte Umschulung zum Handelsdiplom VSH Vollzeit für das Vor-
liegen einer grundsätzlich uneingeschränkten Handlungs- und Leistungsfähigkeit der Versicher-
ten spricht (Beilage 2 zur Beschwerdebegründung). Vor dem Hintergrund, dass die Beratungs-
gespräche Teil der in Art. 28 Abs. 1 und 2 ATSG gesetzlich verankerten Mitwirkungspflicht der 
versicherten Person bilden und die versicherte Person gemäss Art. 25 AVIV hiervon nur in Aus-
nahmefällen dispensiert werden kann, liegen im hier vorliegenden Fall mithin keine entschuld-
baren Gründe für das strittige Versäumnis vor. Eine schwere gesundheitliche Behinderung oder 
ein anderweitiges zwingendes Ereignis, wie es für einen entschuldbaren Dispens gemäss 
Art. 25 lit. b und d AVIV vorausgesetzt wäre, liegt jedenfalls nicht vor. Die Einstellung in der An-
spruchsberechtigung erweist sich bei diesem Zwischenergebnis grundsätzlich als rechtmässig.  
 
6.1  Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad 
des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 
AVIG). Nach Art. 45 Abs. 3 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; 
sie dauert 1 - 15 Tage bei leichtem (lit. a), 16 - 30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31 – 

 

 
 
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60 Tage (lit. c) bei schwerem Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens ist der Entscheid nach 
pflichtgemässem Ermessen zu fällen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Kantonsgerichts bzw. deren präsidierende Person bei Präsidialentscheiden die 
angefochtene Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen, wobei sie gemäss 
§ 58 VPO einen Einspracheentscheid auch zu Ungunsten der Beschwerde führenden Partei 
ändern kann. Praxisgemäss greift das Gericht bei der Beurteilung der durch das KIGA ange-
ordneten Einstellungsdauer jedoch nur mit Zurückhaltung in dessen Ermessensspielraum ein. 
Das vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vorgegebene Einstellraster sieht für das Fern-
bleiben bzw. das Versäumnis eines Beratungsgesprächs ohne entschuldbaren Grund beim ers-
ten Vorkommnis eine Einstellung im Bereich des leichten Verschuldens zwischen fünf  und acht 
Tagen vor (AVIG-Praxis ALE in der bis Ende Juni 2025 geltenden Fassung, Rz. D79, 3.A Nr. 1). 
Für eine wiederholte Verfehlungen hat eine Einstellung im Umfang von neun bis 15 Tagen zu 
erfolgen (a.a.O., Nr. 2). Das Einstellraster berücksichtigt dabei Art. 45 Abs. 5 AVIV, wonach die 
Einstellungsdauer angemessen zu erhöhen ist, wenn und soweit die die versicherte Person in 
den letzten zwei Jahren bereits in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist.  
 
6.2 Mit der vorinstanzlichen Bemessung der Einstellungsdauer im Umfang von zehn Tagen 
bewegt sich die strittige Sanktionsdauer im vorliegenden Fall am unteren Ende des für ein wie-
derholtes Fernbleiben vorgesehenen Rahmens und mit Blick auf Art. 45 Abs. 3 lit. a AVIV noch 
immer im Bereich des leichten Verschuldens (oben, Erwägung 6.1). Dabei hat die Vorinstanz zu 
Recht berücksichtigt, dass ein unentschuldigtes Fernbleiben von einem Beratungsgespräch 
dann ein einstellungswürdiges Verhalten darstellt, wenn die versicherte Person bereits vor Ab-
lauf von zwölf Monaten vor dem Nichteinhalten des strittigen Termins ihren Pflichten nicht 
nachgekommen ist (oben, Erwägung 2.4). Nachweislich der Akten ist die Versicherte im hier 
vorliegenden Fall wegen fehlender bzw. zu spät eingereichter Arbeitsbemühungen im April 
2024 und wegen eines erstmaligen Versäumnisses des Beratungsgesprächs vom 26. April 
2024 insgesamt bereits zweimal innerhalb eines Jahres in der Anspruchsberechtigung einge-
stellt worden (Kassen-Dok 186 f., 198 f.). Damit liegt nicht nur ein Fall eines wiederholten Ver-
säumnisses an einem Beratungsgespräch vor, sondern auch eine wiederholte Verfehlung in-
nerhalb der letzten zwölf Monate seit dem hier fraglichen Versäumnis vom 13. Februar 2025. 
Die unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation der Versicherten vorinstanzlich von 
zwölf auf letztlich zehn Tage reduzierte Einstellungsdauer erweist sich hinsichtlich ihrer Höhe 
somit als angemessen.  
 
6.3  Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid des KIGA 
vom 15. April 2025 zu Recht ergangen ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 

7. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfah-
ren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vor-
gesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die 
sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kosten-
pflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwillig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für 
das vorliegende Verfahren keine ordentlichen Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung an 

 

 
 
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die ohnehin anwaltlich nicht vertretene Beschwerdeführerin ist bei diesem Verfahrensausgang 
nicht geschuldet.  
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.