# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe02f0a7-c738-5fcd-acd6-44ea44028d06
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-12
**Language:** de
**Title:** Leistungseinstellung rechtens. Adäquater Kausalzusammenhang bei mittelschwerem Unfall verneint (Gesichtsfrakturen).
**Docket/Reference:** UV.2015.00011
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00011.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00011
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin F. Brühwiler
Urteil
vom
12. Februar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsdienst
Inclusion
Handicap
Grütlistrasse
20, 8002 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann
Lischer
Zemp
& Partner, Rechtsanwälte und Notare
Schwanenplatz 4, 6004 Luzern
Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X.___
war als Plattenleger bei der
Y.___
GmbH tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als am
19. Juli 2012
beim Schleifen einer Keramikpl
atte der Schleifstein zersprang
,
Splitter davon das Gesicht des Versicherten trafen
und das
Brillenglas
zerschlugen
(
Schadenmel
dung
vom 9. August 2012, Urk. 9/5
)
. Der Versicherte erlitt dabei eine
I
mpressi
onsfraktur
des
Os frontale links,
eine
Orbitadachfraktur
links,
eine
Fraktur
der
Ala
major
ossis
sphenoidalis
links,
sowie eine Rissquetschwunde an der linken Hand, wobei er
zuerst
vom 1
9.
bis 20. Juli 2012
(Urk. 9/31)
sowie
nach Abschwellung der Verletzungen e
rneut vom
1.
bis 6.
August 2012 zur Oblitera
tion der Im
pressionsfraktur am Os frontale
im
Z.___
hospitalisiert war
(Urk. 9/13/1).
Die
SUVA
trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(Taggeld- und
Heilbehand
lungsleistungen
, Urk. 9/19
).
In den Monaten nach der Operation klagte der Ver
sicherte über verschiedene Beschwerden wie Schwindel,
Kopfschmerzen,
Sensi
bilitätsstörungen
im Gesichts-/Kopfbereich, Ohrensausen sowie auftretende Doppelbilder
(
Urk. 9/15/1,
Urk. 9/40
, Urk. 9/85, Urk. 9/57, Urk. 9/48), weshalb diverse Abklärungen im
Z.___
getätigt wurden
.
Ab Februar 2013 war der Versi
cherte ausserdem bei Dr.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH (Urk. 9/127) sowie in der Zeit vom
30. Januar 2014
bis 11. Juni 2014 (mit Unterbruch) in der
B.___
in psychiatrischer Behandlung
(
Urk. 9/219/8-9
, Urk. 9/204/5-6
).
Mit Verfügung vom 4. März 2014 (Urk. 9/193) stellte die
SUVA ihre Versiche
rungsleistungen mangels Vorliegen adäquater Unfallfolgen per 31. März 2014 ein und verneinte einen Anspruch auf eine Rente sowie auf eine
I
ntegritätsent
schädigung
. Die vom
Versicherten am 27. März 2014 dagegen erhobene Ein
sprache (Urk. 9/197, Urk. 9/204) wies die SUVA
mit
Einspracheentscheid
vom 21. November 2014 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
12
. Januar 201
5
Beschwerde und beantragte
die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Rückweisung der Angele
genheit an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung der Rentenfrage und
zur
Bestimmung der Integritätsentschädigung (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
27. Januar 2015
(Urk. 8 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 9/1-2
32
) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
. Mit Replik vom 17. März 2015 hielt der Beschwerdeführer an
seinen Anträgen
fest (Urk. 12). Innert mit Verfügung vom 2.
April 2015 (Urk.
13) angesetzter Frist ging keine
Duplik ein, was dem Beschwerdeführer am 24. Juni 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 15).
3
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weite
ren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129  V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.2.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die
Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Objektivierbar sind
Untersuchungsergebnisse
, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind.
Von organisch objektiv a
usgewiesenen Unfallfolgen kann
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden
(BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251 mit Hinweis).
1.2.3
Sind die geklagten Beschwerden unfallkausal, aber nicht im Sinne der Rechtspre
chung objektiv ausgewiesen, so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge
hen und sind gegebenenfalls wei
tere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1). Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung der
Schleuder
trauma-Rechtsprechung
rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 126 ff. E. 10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien, welche für psy
chische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (BGE 115
V
133
E. 6c/
aa
), anzuwenden (nachfolgend E. 1.2.4).
1.2.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere
Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999
Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium beson
deres beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115
V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hi
elt im angefochtenen Entscheid dafür
, gestützt auf die medizinische Aktenlage sei ausgewiesen, dass beim Beschwer
deführer keine objektivierbaren
somatischen Unfallfolgen mehr vorliegen würden, weshalb gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den Fällen bei psychi
scher Fehlentwicklung die Adäquanz gemäss BGE 115 V 133 zu prüfen und beim Vorliegen eines mittelschweren Unfalles mangels erfüllter K
riterien zu verneinen sei (Urk.
2).
Mit Beschwerdeantwort hielt
die Beschwerdegegnerin
sodann in Korrektur der Ausführungen im
Einspracheentscheid
dafür, es
sei vorliegend nicht von einem mittelschweren, sondern
höchstens
von einem mittelschwer
en Unfall im
G
renz
bereich
zu den leichten
Ereignissen
auszugehen (Urk. 8).
2
.2
Der
Beschwerdeführer brachte demgegenüber
im Wesentlichen
vor, entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin sei der adäquat
e Kausalzusammen
hang
zwischen den noch bestehenden Beschwerden und dem Unfallereignis vom 19. Juli 2012
zu bejahen. Beim Ereignis vom
19. Juli 2012
handle es sich um einen mittelschweren Unfall und die von der Rechtsprechung geforderten Kriterien seien in ausreichendem Masse erfüllt
(Urk. 1, Urk. 12
).
3
.
3.1
Die behandelnden Ärzte des
Z.___
, wo der Beschwerdeführer vom 19. bis 20. Juli 2012 hospitalisiert war,
diagnostizierten
(1) eine Impressionsfraktur
des
Os frontale links
(bei intakter Hinterwand und
Hämatosinus
)
(2) eine dislozierte
Orbitadachfraktur
links (bei kleiner Rissquetschwunde Augenbraue links und mehrere
n
Fremdkörper
präseptal
) (3) eine Fraktur der
Ala
major
ossis
sphendoi
dalis
links sowie (4) eine Rissquetschwunde
dorsalseits
über PIP
Dig
. III Hand links
(Urk. 9/31)
.
Eine
Bewuss
t
losigkeit oder sonstige
Commotiozeichen
bestan
den keine
. D
er
Glasgow
comma
scale
(GCS)
betrug stets 15
(Urk. 9/152/15).
Nach einer
Reinigung der
Conjunctiva
/Cornea durch die
Fachärzte der
Oph
thalmologie
des
Z.___
(Urk.
9/9/2
)
wurde
in der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
des
Z.___
eine Wundversorgung supraorbital mit
Fremdkör
perentfernung
durchgeführt (Urk. 9/9).
Nach unauffälliger neurologischer Über
wachung
während
der Nacht
auf den
20. Jan
uar 2012
(Urk. 9/13/1
, Urk. 9/31/2
)
und erneuter
ophthalmologischer Untersuchung (Urk. 9/59)
wurde der Beschwerdeführer am 20. Januar 2012 nach Hause entlassen
. Beim Austritt bestanden keine Kopfschmerzen, Übelkeit
oder Erbrechen und der Beschwerde
führer war orientiert und adäquat reagierend
(Urk. 9/31/2).
3.2
Nachdem die Verletzung abgeschwollen war, wurde am 2. August 2012
eine Obliteration
des
Sinus
frontalis
links und
eine
Rekonstrukti
on mit
Knochen
transplantat
von der T
abula
ext
erna
parietal links durchgeführt (Urk. 9/14), wofür
der
Beschwerdeführer
erneut
vom 1. b
is 6. August 2012
i
m
Z.___
hospita
lisiert war
(Urk. 9/13).
Die Ärzte berichteten im Austrittsbericht über einen problemlosen postoperativen Verlauf. Der Beschwerdeführer sei in gutem
All
gemeinzustand
nach Hause entlassen worden (Urk. 9/13/2).
3.3
Postoperativ
klagte der Beschwerdeführer
anlässlich der ersten Verlaufskontrolle am 17. August 2012 insbesondere über Schwindel (Urk. 9/15/1) sowie im wei
teren Verlauf auch über
Kopfschmerzen
und Sensibilitätsstörungen im Gesichts-/Kopfbereich
, über Ohrensausen
sowie über auftretende Doppelbilder bei Nicht
tragen
seiner
Brille
(Urk.
9/40
, Urk. 9/85, Urk. 9/57, Urk. 9/48
)
, weshalb
diverse
Abklärungen am
Z.___
getätigt wurden.
Eine
CT-Untersuchung des Schädels vom 28. September 2012
ergab
regelrechte postoperative Verhältnisse nach Rekon
struktion der Vorderwand des linken Sinus
frontali
s
und des Daches der linken Orbita (Urk. 9/24/2). Die Ärzte der Augenklinik berichteten am 10. Oktober 2012 über eine abgeheilte
Erosio
und eine adaptierte Bindehaut (Urk. 9/58).
Die Ärzte des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des
Z.___
berichteten
nach durchgeführten Untersuchungen vom 12. Oktober 2012 und 2. November 2012
sodann
über unauffällige Untersuchungsbefunde mit Ausnahme einer angegebenen diffusen Gefühlsstörung im Stirn-/Kopfbereich (Urk. 9/40, Urk. 9/39). Am 16. November 2012 äusserten sie den Verdacht auf eine
Kanalolithiasis
des linken horizontalen Bogenganges
(Lagerungsschwindel). Hinsichtlich Fühlstörungen hielten sie fest, dass eine gewisse Fühlstörung im Narbenbereich nachvollziehbar sei. Die persistierenden Beschwerden seien aus neurologischer Sicht jedoch nicht erklärbar. Es sei eine funktionelle Kompo
nente anzunehmen (Urk. 9/85/2).
Ausserdem
kamen sie zum Schluss
, dass kli
nisch-neurologisch kein Hinweis auf eine organische Kopfschmerzursache vor
liege (Urk. 9/85/1).
Mit
Bericht vom 20. Februar 2013
der Klinik für Neurologie,
Z.___
, an die Beschwerdegegnerin, wurde
schliesslich
mitgeteilt, es bestehe unverändert ein Schwindel unklarer Ursache. Weitere Konsultationen seien nicht geplant (Urk. 9/84/1).
3.4
Am 28. August 2013 wurde der Beschwerdeführer auf Veranlassung seines Haus
arztes (Urk. 9/125) erneut in der Klinik für Neurologie,
Z.___
, untersucht (Urk. 9/146). Es wurde festgehalten, anamnestisch sei der Beschwerdeführer der
zeit weiterhin durch einen diffusen
Schwankschwindel
, Kopfschmerzen und Sensibilitätsstörungen im Gesicht eingeschränkt. Klinisch-neurologisch
hätten
sich eine nicht-
dermatomale
Hy
pästhesie im Bereich des Vertex und
eine
Hypästhesie und Dysästhesie
im Bereich der
Stirn links
gezeigt
bei ansonsten regelrechte
m neurologischem Status
. Insbesondere gebe es keine Anh
altspunkte für eine peripher-
ve
stibuläre
Störung. Aus neurologischer Sicht seien derzeit keine
weiteren
Abklärungen
indiziert
. Mit dem
Beschwerdeführer
sei ausführlich die benigne Natur des Belastungsschwindels besprochen worden und es sei ihm erklärt worden, das
s
sich
die Schwindelsymptomatik insbesondere
durch ver
mehrte körperliche Betätigung infolge zentralnervöser Kompensation
vermin
dern würde
. Auch sei dem
Beschwerdeführer
erklärt worden, dass es schwierig sei
,
eine Prognose
bezüglich s
einer posttraumatischen
Sensibilität
s
störungen
zu stellen, was auch für die c
hronisc
hen Kopfschmerzen gelte, welche
differen
tial
diagnostisch als chronische
posttraumatisch
e
Kopfschmerz
en
bei leichter Kopf
verletzung
klassifiziert
werd
en könnten
,
welche
jedoch w
a
hrsch
einlich
dur
ch regelmässig
en
Analgetikagebrauch
aggraviert
w
ürden
. Auch diesbezüglich
sei auf die Wic
htigkeit von nichtmedikamentösen
Massnahmen wie regelmässige
r
Bewegung hingewiesen worden,
damit
eine
alltägliche Leistungsfähigkeit
wie
derhergestellt werden könne (Urk. 9/146/4).
3.5
Nachdem
Kreisärztin Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
am 18. Februar 2013 (Urk. 9/78)
respektive
5.
April 2013 (Urk. 9/105) in Beurteilung der Aktenlage zum Schluss gekommen war, dass die angestammte Tätigkeit (aus somatischer Sicht)
bei plastisch
und ophthalmologisch
stabiler Situation sowie unklarer Ursache hinsichtlich des Schwindels respektive fehlender organischer Ursache hinsichtlich Kopfschmerzen
wieder zumutbar sei
, nahm am 28. Oktober 2013
respektive 20. November 2013
Kreisarzt Dr. med.
D.___
, Facharzt für Chirurgie FMH, zur Aktenlage Stellung
.
Er kam zum Schluss
, als nachweisbare organische Unfallfolge liege
einzig
noch eine Narbenbildung der Horn- und Bindehaut am linken Auge vor (Urk. 9/155).
3.6
Am 18. D
ezember 2013 erfolgte
auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin
bezüg
lich der Augenproblematik eine Aktenbeurteilung durch Dr. med.
E.___
, Facharzt FMH für Ophthalmologie und
Ophthalmochirurgie
, Vertrau
ensarzt der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/177). Der Arzt hielt dafür,
am 19. Juli 2012 sei es zu multiplen Hornhaut- und Bindehautsplitter mit
Erosio
cornae
gekommen. S
ubjektiv empfundene Doppelbilder hätten in den
ophthalmologi
schen
Untersuchungen nicht bestätigt werden können.
Der
orthoptische
Augen
status
sei normal.
Es bestünden als Folge des Unfalles
diskrete, nicht zentral gelegene
Hornhautnarben und vermutlich
stromal
gelegene inerte
Glassplitter, welche nicht erheblich
und zu belassen seien.
Eine erhebliche
Gesichtsfeldein
schränkung
bestehe nicht.
Als n
och nachweisbare organische Unfallfolgen
bestünden
Hornhautnarben sowie unspezifische diskrete
Gesichtsfeldverände
rungen
am linken Auge. Die
angestammte
Tätigkeit sei dadurch nicht beein
trächtigt. Ein Integritätsschaden bestehe keiner.
3.7
Nachdem der Beschwerdeführer
ab Oktober 2012
neben den somatisch imponie
renden Beschwerden
insbesondere
über
eine depressive Stimmungslage geklagt hatte
(Urk. 9/40)
und
durch
die Ärzte des
Z.___
ein
Verdacht auf eine depressive Störung
sowie eine Anpassungsstörung
geäussert
worden war
(Urk. 9/40/3, Urk. 9/85
, Urk. 9/104/2, vgl. auch Urk. 9/82
),
war der Beschwerdeführer a
b Februar 2013
b
ei Dr.
A.___
in
psychiatrischer
Behandlung (Urk. 9/127).
Dr.
A.___
berichtete,
der Beschwerdeführer leide unter Albträumen, Intrusio
nen, Über
er
regung, depressiven Symptome
n
wie Stimmungstief,
Konzentrati
ons
- und Merkfähigkeitsstörungen, schweren Ängsten, Ein- und Durchschlaf
störungen, Antriebsmangel, leichter Erschöpfbarkeit, erhöhter
Erschreckbarkeit
, gestörtem Selbstgefühl und schwerer Verunsicherung. So fahre er
seit Februar
aus laut
er Unsicherheit kein Auto mehr. Dr.
A.___
stellte als Diagnosen eine
mittelgradig de
pressive Störung (ICD-10 F32.1) sowie
eine posttraumatische B
elastungsstörung (ICD-10 F43.1) und
kam zum Schluss, dass der Beschwerde
führer aus psychiatrischer Sicht
in der angestammten Tätigkeit
vollständig arbeitsunfähig sei
(
Bericht vom 16. Juli 2013 [Urk. 9/127] sowie
Verla
ufsbericht vom 5. November 2013
[
Urk. 9/157
]
)
.
Vom
30. Januar
2014 bis 11. Juni 2014
(mit Unterbruch)
war der Beschwerdeführer
sodann
in stationärer Behandlung
im
B.___
(
Urk. 9/219/8-9
, Urk. 9/204/5-6
). Am 17. Juli 2014 teilte Dr.
A.___
der Beschwerdegegnerin mit,
auch die
Traumabehandlung
im
B.___
habe nicht zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit geführt. Der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer Sicht schwer eingeschränkt und vollständig arbeitsunfähig. Er leide an einer
posttraumatischen Belastungsstörung
sowie einer mittelgradigen depressiven Episode. Es bestehe ein klarer und eindeutiger Kausalzusammen
hang mit dem Unfall (Urk. 9/209).
In einem vom Beschwerdeführer im Rahmen
des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht des
B.___
vom 16. Dezember 2014 wurde im Übrigen
die Frage
,
ob
das Ereignis vom 19. Juli 2012 besonders geeignet gewesen
sei
, eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen
, bejaht.
Der Beschwerdeführer habe während Stunden
unter
Todesangst ge
litten
.
Der Beschwerdeführer sei vollständig arbeitsunfähig (Urk. 3).
4.
4.1
Dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf
die medizinische Aktenlage
das Vorlie
gen
noch bestehender
relevanter objektivierbarer somatischer Befunde vern
einte (vgl. E. 1
.2.2), ist nicht zu beanstanden. T
rotz umfangreichen Abklä
rungen
konnte
eine auf
den
Unf
all
zurückzuführende relevante körperliche Schädigung
nicht
n
achgewiesen werden
.
So zeigten sich regelrechte postopera
tive Verhältnisse und eine abgeheilte
Erosio
(E. 3.3).
Für die beklagten
Gefühl
störungen
im Gesichts-/Kopfbereich
– mit Ausnahme von gewissen
Fühlstörun
gen
im Narbenbereich
–, für die Kopfschmerzen sowi
e auch für den Schwindel konnte keine
(
somatische
)
Ursache
gefunden werden
. I
nsbesondere ergaben sich auch keine Anh
altspunkte auf eine peripher-
ve
stibuläre
Störung (E. 3.3, E. 3.4). Die noch bestehenden Hornhautnarben und die unspezifische
Gesichtsfeldver
änderungen
am linken Auge wurden
schliesslich
als
nicht erheblich und als ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
eingestuft
(E. 3.6).
Dass keine relevanten objektivierbaren somatischen
Befunde
mehr vorliegen, wurde denn vom Beschwerdeführer auch nicht
in Frage gestellt
(E. 2.2).
4.2
Da der Beschwerdeführer
beim Unfall vom 19. Juli 2012
weder ein
Schleuder
trauma
noch eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung wie ein Schä
del-Hirntrauma
erlitten hat
(E. 3.1), prüfte die
Beschwerdegegnerin
die Frage, ob zwischen den noch beklagten Beschwerden und dem
Unfallereignis
vom 19. Juli 2012
ein
adäquate
r
Kausalzusammenhang
bestehe, zu Recht
nach
der
Psychopraxis
(vgl. E. 1.2.3 f.
sowie
BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2
und
BGE 117 V 369 E. 4b)
.
Dies wurde
beschwerde
weise
ebenfalls
nicht mehr beanstandet.
Was die diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung betrifft,
brachte
die Beschwerdegegnerin
in der Beschwerdeantwort
vor, die
se psychische Störung
sei nicht
rechtsgenüglich
ausgewiesen (Urk. 8 S. 5 f.). Wie es sich damit verhält, kann
vorliegend mangels Relevanz offen bleiben, da der adäquate Kausalzu
sammenhang zwischen den noch beklagten Beschwerden und dem Unfall vom 19. Juli 2012 ohnehin zu verneinen ist
(siehe nachfolgende E. 4.3 f.)
4.3
4.3.1
Während die B
eschwerdegegnerin geltend macht
, beim Ereignis vom 19. Juli 2012 handle es sich um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen (E. 2.1), hielt der Beschwerdeführer dafür, der Unfall sei als mittelschwerer Unfall im engeren Sinne zu qualifizieren (
E. 2.2
).
4.3.2
Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem augenfälligen
Geschehensab
lauf
(BGE 115 V 133 Ingress E. 6) mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1 [U 2/07]), nicht jedoch nach den Folgen des Unfalles oder nach den Begleitumständen, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können (Urteil des Bundesgerichts U 2/07, U 3/07 und U 4/07 vom 19. November 2007 E. 5.3.1).
4.3.3
Gemäss Schadenmeldung vom 9. August 2012 (Urk. 9/5) und Fragebogen vom 31. August 2012 (Urk. 9/7) zersprang beim Schleifen einer Keramikplatte der Schleifstein. Die Splitter trafen den Beschwerdeführer an der linken Seite des Kopfes und zerschlugen
sein
Brillenglas.
Dadurch
erlitt der Beschwerdeführer mehrere Frakturen im Gesichtsbereich
(vgl. E. 3.1).
4.3.4
D
as damalige Eidgenössische Versicherungsgericht
qualifizierte
einen Unfall, bei dem der Versicherte von einer aus fünf Metern Höhe zu Boden fallenden knapp 16 kg schweren Beton-Schalttafel mit einer Aufprallgeschwindigkeit von rund 20 km/h am Kopf getroffen und bewusstlos wurde, als mittelschweren Unfall im engeren Sinne (Urteil U 282/00 vom 21. Oktober 2003, E. 4.2). Ein Unfall, bei dem der Versicherte auf einem Baugerüst ausrutschte und kopfüber ein Stock
werk in die Tiefe fiel, wobei er mit dem Gesicht auf einem abgestellten Gerät aufschlug und sich eine Kieferfraktur zuzog, wurde vom Bundesgericht eben
falls als mittelschwerer Unfall qualifiziert (Urteil 8C_825/2008 vom 9. April 2009, E. 4.2).
4.3.5
Mit Blick auf diese
Urteile
sowie angesichts des Geschehensablaufs rechtfertigt es sich, den hier zu beurteilende
n
Unfall ebenfalls den mittelschweren Unf
ällen
im engeren Sinne zuzuordnen, zumal
durch das Zerspringen der Schleifma
schine und den dadurch weggeschleuderten Teilen
ebenfalls derartige Kräfte wirkten, dass es zu Fr
akturen im Gesichtsbereich kam. Der Umstand, dass die Polizei nicht beigezogen wurde, vermag entgegen den beschwerdegegnerischen Au
sführungen (Urk. 8 S. 7)
daran
nichts
zu ändern.
Mithin ist für das Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhangs erforderlich, dass drei der durch die Rechtsprechung entwickelten Kriterien
(vgl. E. 1.2.4)
oder ein einzelnes besonders ausgeprägt vorliegt
(
Urteil
8C_897/2009 vom 29. Januar 2010,
E. 4.5).
4.4
4.4.1
Das Kriterium der besonders
dramatischen Begleitumstände oder einer besonde
ren Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls des Versicherten.
Ist zumindest jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen (
Urteil des Bundesberichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008 E. 4.3 mit Hinwei
sen
), so hat die Beschwerdegegnerin das Vorliegen dieses Kriteriums
zu Recht
verneint.
Wenn
der Beschwerdeführer
dagegen
vorbringt, es
hätten
eine unmit
telbare Erblindungsgefahr sowie das unmittelbare Risiko einer Hirnverletzung
bestanden
, wodurch das Ereignis als objektiv dramatisch zu beurteilen sei (Urk. 1 S. 5), kann ihm nicht gefolgt werden, zumal er nach dem Unfall umge
hend medizinisch betreut respektive mit der Ambulanz ins
Z.___
gebracht wurde (Urk. 9/7 S. 1), die GCS
stets
die Maximalpunktzahl
15
betrug (E. 3.1) und sich aus den zahlreichen Berichten des
Z.___
im Übrigen auch nicht ergibt, dass eine
konkrete
Erblindungsgefahr bestanden hätte.
4.4.
2
Was die Kriterien der langen ärztlichen Behandlung, der körperlichen
Dauer
schmerzen
, des schwierigen Heilungsverlaufs und der langandauernden Arbeitsunfähigkeit betrifft, so sind diese allesamt nicht erfüllt, da bei der Prü
fung der Kriterien nach BGE 115 V 133 die Folgen der organisch nicht ausge
wiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen sind.
Soweit der Beschwerdeführer demnach
dagegen
vorbringt, er leide seit dem Unfall an Schwindel und Kopfschmerzen sowie Empfindungsstörunge
n am Kopf
(Urk. 1 S. 7),
vermag er damit nichts zu seinen Gunsten abzuleiten
. Diesbezüglich konnten keine objektivierbaren somatischen
Befunde
erhoben werden (E. 4.1) und Kreisärztin Dr.
C.___
attestierte dementsprechend
bereits
im Februar 2013 respektive April 2013 eine vollständige Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht (E. 3.5).
4.4.3
Dass eine ärztliche Fehlbehandlung vorgelege
n hätte,
ergibt sich nicht aus den Akten
.
4.4.
4
Schliesslich ist noch das
Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlitte
nen Verletzungen
, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen
, zu prüfen.
Da keines der anderen Kriterien erfüllt ist (E. 4.4.1-4.4.3), müsste dieses Kriterium in besonders ausgeprägter Form vorhanden sein, damit ein adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden könnte (E. 1.2.4).
Der Beschwerdeführer
machte denn auch geltend
, dieses Kriterium liege in beson
ders ausgeprä
gter Form vor (Urk. 1 S. 5 f.)
. Hierzu
wies er
auf
das Urteil des Bundesgerichtes 8C_435/2011 vom 13. Februar 2012 hin. In diesem Urteil
war
das
Bundesg
ericht zum Schluss gekommen
,
dass
dieses Kriterium
bei einer Versicherten, die sich beim Öffnen
eines
Steamers im Bereich der Schulter, des Tho
rax und des Vorderarms verbrüht
hatte
,
danach unter körperlichen
(und somatisch erklärbaren)
Dauerschmerzen gelitten
hatte
und in der Folge eine ausgeprägte phobische Störung vo
r
Hitzequellen
(ICD-10 F40.2)
entwickelt hatte,
in ausgeprägter Weise erfüllt sei, weshalb
der adäquate Kausalzusam
menhang zwischen dem Unfall und der phobische
n Störung vor
Hitzequellen
zu bejahen sei
.
Das Gericht hielt dafür, es erscheine unzweifelhaft, d
ass sich das konkrete Unfallereignis im Zusammenspiel mit den erlittenen erheblichen Ver
brühungen und den zurückbleibenden Narben erfahrungsgemäss eigne, die diagnostizierte spezifische phobische Angst vor Hitzequellen auszulösen, und
es
sei im zu beurteilenden Fall gar als besonders geeignet zu qualifizieren
, zumal bei der Adäquanzprüfung bei psychischen Störungen von einer weiten Band
breite von Versicherten auszugehen sei und bei der Versicherten eine erhöhte psychische Vulnerabilität infolge biografisch früherer Belastungen (insbeson
dere Krieg) festgestellt worden sei
(Urteil des Bundesgerichtes vom 8C_4
35/20
11 vom 13. Februar 2012, E. 4).
Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers ist der vorliegende Fall nicht vergleichbar mit dem Sachverhalt, welcher
dem zitierten
Bundesgerichtsent
scheid
zu Grunde lag.
D
er Beschwerdeführer
erlitt
weder
länger andauernde
somatische Unfallfolgen (E. 4.1), noch wurde eine
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis respektive den Verletzungen erklärbare
phobische
Störung
diag
nostiziert
(E. 3.7)
, noch ergibt sich
aus der umfangreichen Aktenlage
eine psy
chische Vorbelastung (vgl.
diesbezügliche Behauptungen des Beschwerdefüh
rers,
Urk. 1 S. 6).
Gemäss
der ICD-
Klassifikation setzt die Diagnose
einer
posttraumatische
n
Belas
tungsstörung
ein Ereignis oder eine Situation
aussergewöhnlicher
Bedro
hung oder katastrophenartigen
Ausmasses
voraus
, wozu folgende
Ereignisse gehören: Eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastro
phe, Kampfhandlungen, ein schwerer Unf
all
oder Zeuge eines gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderer Verbrechen
zu sein
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, Hrsg., Internatio
nale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, 9. Aufl., Bern 2014, S. 207
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird demgemäss eine posttrauma
tische Belastungsstörung definitionsgemäss nur anerkannt, wenn sie nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt (Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2012 vom 15. November 2012, E. 4.3), wozu
beispielsweise
mittelschwere Verkehrsunfälle grundsätzlich
nicht gehören (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2007 vom 4. August 2008, E. 5.6.1).
Vorliegend wurde
n
von den
behandelnden
Ärzten
die Geschehnisse
zwar
als geeignet erachtet, eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen (E. 3.7, siehe auch Beurteilung des Kreisarztes Dr.
F.___
, Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie FMH
, welcher einen natürlichen Kausalzusammenhang bejahte
, Urk. 9/129
).
Ob darauf angesichts der diagnostischen Leitlinien und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
abgestellt werden kann
, kann vorliegend offen bleiben
(vgl. oben E. 4.2)
.
Die
erlittenen Verletzungen
waren weder besonders schwer, noch von besonderer Art, dass sie speziell geeignet gewesen
wären, eine psychische Störung, insbesondere eine posttraumatische
Belas
tungsstörung
,
zu verursachen,
verheilten sie doch
innert kurzer Zeit
komplikati
onslos
(E. 4.
1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom 9. April 2009, E. 4.4).
Damit ist
das
Kriterium
der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen
nicht -
zumindest nicht in ausgeprägter Weise
-
erfüllt.
4.4.5
Nachdem weder drei Kriterien noch ein einziges
in ausgeprägter Weise
erfüllt ist,
hat die
Beschwerdegegnerin einen adäquaten Kausalzusammenhang zwi
schen de
m Unfallereignis
und allfällig noch bestehenden psychische
n Beschwerden zu Recht verneint
.
5.
Die Beschwerde ist infolgedessen vollumfänglich abzuweisen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsdienst
Inclusion
Handicap
-
Rechtsanwalt Reto Bachmann
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstF. Brühwiler