# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 327d1ee0-d7dd-5250-9f54-473c60cea5fb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.02.2024 LC240002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC240002_2024-02-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LC240002-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. M. Sarbach und Oberrichterin lic. iur. A. Strähl sowie Gerichts-

schreiberin MLaw C. Widmer

Beschluss und Urteil vom 7. Februar 2024

in Sachen

A._____, 
Beklagte und Berufungsklägerin

vertreten durch Fürsprecher X._____, 

gegen

B._____, 
Kläger und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y2._____, 

betreffend Ehescheidung 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (1. Abteilung) des Bezirksge-
richtes Zürich vom 22. November 2023; Proz. FE180821

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Rechtsbegehren:

Des Klägers:

Gemäss Klagebegründung (act. 30 S. 2 ff.): 

"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Es seien die aus der Ehe hervorgegangen Kinder

- C._____, geb. tt. Oktober 2002, und
- D._____, geb. tt. April 2004,
unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen 
und unter deren alternierende Obhut zu stellen.

3. Es sei festzustellen, dass die Kinder ihren zivilrechtlichen Wohnsitz 
bei der Beklagten haben.

4. Der Kläger sei zu berechtigen und zu verpflichten, die Kinder wie 
folgt zu betreuen:
- jede zweite Woche, von Mittwochnachmittag, Schulschluss, 

bis Montagmorgen, Schulbeginn;
- in geraden Jahren ab letztem Schultag im Dezember bis zum 

25. Dezember, 12.00 Uhr, und in ungeraden Jahren vom 
25. Dezember, 12.00 Uhr, bis zum Schulbeginn im neuen 
Jahr;

- in Jahren mit gerader Jahreszahl über Oster- und Pfingstfei-
ertage jeweils ab Schulschluss vor den Feiertagen bis am je-
weils folgenden Schultag, [Schulbeginn]) und in Jahren mit 
ungerader Jahreszahl über die Auffahrtstage (ab Gründon-
nerstag, Schulschluss, bis zum darauffolgenden Montagvor-
mittag, Schulbeginn);

- während der Hälfte der Schulferien.
4.1. Während der übrigen Zeit seien die Kinder durch die Beklagte zu 

betreuen.
4.2. Die Parteien seien zu verpflichten, die Feriendaten jeweils mindes-

tens drei Monate im Voraus gemeinsam festzulegen. Kollidieren 
die Ferienwünsche der Eltern, haben die Wünsche des Klägers in 
ungeraden und diejenigen der Beklagten in geraden Jahren Vor-
rang.

5. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten als Beitrag an die 
Kosten des Unterhalts und der Erziehung der Kinder C._____ und 
D._____ allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche 
Kinderzulagen umgehend weiterzuleiten, zahlbar ab Rechtskraft 

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des Scheidungsurteils bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung des Kindes.

6. Es sei kein nachehelicher Unterhaltsbeitrag zuzusprechen.
7. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger eine güterrechtliche 

Ausgleichszahlung in der Höhe von mindestens CHF 50'023.00 zu 
bezahlen.

8. Die nachfolgenden Gegenstände aus dem ehelichen Hausratseien 
dem Kläger zu unbeschwerten Eigentum zuzuweisen:
- Bademäntel und die restlichen Kleider des Klägers
- 4 Bilder der Kinder auf Leinwand
- Kopie sämtlicher Familienfotos (Download vom Computer auf 

Harddisk) sowie Kopie der Dia-Fotos von der Hochzeit der 
Parteien

- Bischofskulptur
- Argentinische Messer
- Bilder von Künstler Dominik Ritzler
- Weinflaschenuntersatz (Silber & Holz)
- Esstisch mit Verlängerungsblatten (und Schrauben dazu)
- Das Wedgwoods-Geschirr
- Kristall-Whisky- & Cognacgläser
- Kleiderschränke des Klägers aus dem Gästezimmer
- Schwarze Reisetasche des Klägers
- Künstlicher Tannenbaum und -Schmuck vom Engadin
- Eine von zwei antiken Biedermeier-Kommoden
- Alte Stereoanlage B&O aus dem Schlafzimmer
- Einer von zwei Champagnerkühlern vom Silberschrank
- Bild vom Gang 'Nackte Frau', Künstler: Castelli, sowie Bild 

über dem Kamin, Künstler: Damian Hirst
- Halogenlampe von der BSI (aus dem Büro)
- Filigrane Karaffe aus dem 18. Jahrhundert

9. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für von ihm vorge-
schossene ausserordentliche Kosten der Kinder den Betrag von 
CHF 6'479.00 zu erstatten.

10. Es sei der Vorsorgeausgleich durchzuführen.
11. Die Anträge Nr. 4 bis 7 stehen ausdrücklich unter dem Vorbehalt 

der abschliessenden Bezifferung gemäss Art. 85 Abs. 2 ZPO.

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12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% 
MWST) zulasten der Beklagten."

Gemäss Replik (act. 82 S. 2 ff.): 

"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Es sei der aus der Ehe hervorgegange Sohn, D._____, geb. tt. April 

2004, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu be-
lassen.

3. Es sei D._____ unter die alleinige Obhut des Klägers zu stellen.
4. Es sei auf eine explizite Regelung des Besuchsrechts der Beklag-

ten in Anbetracht des Alters von D._____ zu verzichten.
5. Der Unterhalt für die Kinder der Parteien, C._____, geb. tt. Oktober 

2002, und D._____, geb. tt. April 2004, sei wie folgt zu regeln:
5.1. Die Parteien seien zu verpflichten, für die Kosten der Kinder aufzu-

kommen, welche während der Zeit anfallen, die sie mit ihnen ver-
bringen (Essen, Wohnkostenanteil, Kleider, etc.).

5.2. Der Kläger sei zu verpflichten, für die Kommunikationskosten, 
Krankenversicherungsprämien und ungedeckten Gesundheitskos-
ten (inkl. Zahnarzt und DH) der Kinder aufzukommen. Die Beklagte 
sei zu verpflichten, die Mobilitätskosten von C._____ zu überneh-
men, der Kläger jene von D._____.

5.3. Die Kinderzulagen seien durch den Kläger zu beziehen bzw. seien 
durch die Beklagte an diesen weiterzuleiten.

5.4. Darüber hinaus sei festzustellen, dass sich die Parteien keinen Kin-
derunterhalt schulden.

6. Es sei die Beklagte zu verpflichten, die Hälfte der ausserordentli-
chen Kosten der Kinder zu tragen, soweit keine Dritten für diese 
Kosten aufkommen.

7. Es sei kein nachehelicher Unterhaltsbeitrag zuzusprechen.
8. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger eine güterrechtliche 

Ausgleichszahlung in der Höhe von mindestens CHF 46'814.00 zu 
bezahlen.

9. Die nachfolgenden Gegenstände aus dem ehelichen Hausratseien 
dem Kläger zu unbeschwerten Eigentum zuzuweisen:
- Bademäntel und die restlichen Kleider des Klägers
- 2 von 4 Bilder der Kinder auf Leinwand
- Kopie sämtlicher Familienfotos (Download vom Computer auf 

Harddisk) sowie Kopie der Dia-Fotos von der Hochzeit der 
Parteien (eventualiter die Originale der Dia-Fotos)

- Bischofskulptur

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- […]
- Bilder von Künstler Dominik Ritzler
- Weinflaschenuntersatz (Silber & Holz)
- Esstisch mit Verlängerungsplatten (und Schrauben dazu)
- Das Wedgwoods-Geschirr
- Kristall-Whisky- & Cognacgläser
- Kleiderschränke des Klägers aus dem Gästezimmer
- Schwarze Reisetasche des Klägers
- Künstlicher Tannenbaum und -Schmuck vom Engadin
- Eine von zwei antiken Biedermeier-Kommoden
- Alte Stereoanlage B&O aus dem Schlafzimmer
- Einer von zwei Champagnerkühlern (aus Silber) vom Silber-

schrank
- Bild vom Gang 'Nackte Frau', Künstler: Castelli, sowie Bild 

über dem Kamin, Künstler: Damian Hirst
- Halogenlampe von der BSI (aus dem Büro)
- […]

10. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für von ihm vorge-
schossene ausserordentliche Kosten der Kinder den Betrag von 
CHF 6'479.00 zu erstatten.

11. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger die Differenz zwi-
schen den von ihm bezahlten Akonto-Unterhaltsbeiträgen in der 
Höhe von CHF 328'840.70 (bis 19. November 2020) und den ef-
fektiv gemäss (noch ausstehendem) Eheschutzurteil und Ent-
scheid betreffend vorsorgliche Massnahmen geschuldeten Unter-
haltsbeiträgen zurück zu erstatten, unter Vorbehalt der abschlies-
senden Bezifferung nach Vorliegen des definitiven Eheschutz- und 
vorsorglichen Massnahmeentscheides.

12. Es sei der Vorsorgeausgleich durchzuführen, und es sei die Vor-
sorgeeinrichtung des Klägers anzuweisen, den Betrag von 
CHF 992'719.00 auf die Vorsorgeeinrichtung der Beklagten zu 
übertragen.

13. Die Anträge Nr. 8 und 11 stehen ausdrücklich unter dem Vorbehalt 
der abschliessenden Bezifferung gemäss Art. 85 Abs. 2 ZPO.

14. Die abweichenden Anträge der Beklagten seien abzuweisen.
15. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) 

zulasten der Beklagten."

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Gemäss Stellungnahme vom 28. Juni 2021 (act.140 S. 2 ff.): 

"1.–10. [unverändert]
11. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger die Differenz zwi-

schen den von ihm bezahlten Akonto-Unterhaltsbeiträgen in der 
Höhe von CHF 394'723.83 (bis 22. Juni 2021) und den effektiv ge-
mäss (noch ausstehendem) Eheschutzurteil und Entscheid betref-
fend vorsorgliche Massnahmen geschuldeten Unterhaltsbeiträgen 
zurück zu erstatten, unter Vorbehalt der abschliessenden Beziffe-
rung nach Vorliegen des definitiven Eheschutz- und vorsorglichen 
Massnahmeentscheides.

12.–15. [unverändert]"

Gemäss Schlussvortrag (act. 258 S. 2): 

"1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.
2. Es sei die Teilvereinbarung der Parteien betreffend Güterrecht und 

Vorsorgeausgleich vom 4./7. April 2022 zu genehmigen.
2.1. Demzufolge sei der Kläger erstens zu verpflichten, der Beklagten 

eine güterrechtliche Ausgleichszahlung in der Höhe von 
CHF 170'000 zu bezahlen, zahlbar durch entsprechend überhälf-
tige Teilung der während der Dauer der Ehe vom Kläger angespar-
ten Austrittsleistungen gemäss nachfolgend Ziff. 2.3.

2.2. Die Beklagte sei demzufolge weiter zu verpflichten, dem Kläger das 
komplette Wedgwood-Geschirr auf erstes Verlangen herauszuge-
ben.

2.3. Der Kläger sei demzufolge ferner zu verpflichten, der Beklagten zu 
Lasten seiner Austrittsleistung bei der Freizügigkeitsstiftung 
E._____ Vorsorge, … [Ort], in der Höhe von CHF 1'985'438.00 den 
Betrag von CHF 1'162'719 (CHF 992'719, zuzüglich CHF 170'000) 
zu bezahlen, und es sei die Freizügigkeitsstiftung E._____ Vor-
sorge, … [Adresse], gerichtlich anzuweisen, den Betrag von CHF 
1'162'719, zuzügl. Zins auf dem Betrag von CHF 992'719, je hälftig 
auf zwei durch die Beklagte zu bezeichnende Freizügigkeitskonti 
zu überweisen.

3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 87'338.90 für 
zu viel bezahlte Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.

4. Es sei festzustellen, dass der Kläger der Beklagten keinen nach-
ehelichen Unterhalt schuldet.

5. Alle anderslautenden Rechtsbegehren der Beklagten seien abzu-
weisen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu 
Lasten der Beklagten,"

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Der Beklagten:

Gemäss Klageantwort (act. 37 S. 2 f.): 

"1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.

2. Es seien die Kinder C._____, geb. tt. Oktober 2002, und D._____, 
geb tt. April 2004, unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der 
Parteien zu belassen.

3. Es seien die beiden Kinder unter die alleinige Obhut der Beklagten 
zu stellen.

4. Der Kläger sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, die Kinder 
wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu 
nehmen:

- Jede zweite Woche, von Mittwochnachmittag, Schulschluss, 
bis Montagmorgen, Schulbeginn;

- In geraden Jahren ab letztem Schultag im Dezember bis zum 
26. Dezember, 12.00 Uhr, und in ungeraden Jahren vom 
26. Dezember, 12.00 Uhr, bis zum Schulbeginn im neuen 
Jahr;

- In Jahren mit gerader Jahreszahl über die Oster- und Pfingst-
feiertag (jeweils ab Schulschluss vor den Feiertagen bis am 
darauf jeweils folgenden Schultag [Schulbeginn]) und in Jah-
ren mit ungerader Jahreszahl über die Auffahrtstage ab 
Schulschluss vor Auffahrt bis zum darauffolgenden Montag-
vormittag, Schulbeginn;

- Während der Hälfte der Schulferien.

Der Kläger sei zu verpflichten, seine Ferienwünsche jeweils 6 Mo-
nate im Voraus mitzuteilen und dabei auf ihm bereits bekannte Fe-
rienpläne der Beklagten Rücksicht zu nehmen. Kollidieren die Fe-
rienwünsche des Klägers mit den Wünschen der Beklagten, so ha-
ben die Wünsche des Klägers in ungeraden und die Wünsche der 
Beklagten in geraden Jahren den Vorrang.

5. Der Kläger zu verpflichten, für die Kinder der Parteien, C._____, 
geboren tt. Oktober 2002, und D._____, geboren tt. April 2004, ab 
Rechtskraft der Scheidung monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. 
Familienzulagen) je Kind von CHF 3'500.00 zu bezahlen, zahlbar 
monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats bis zum 
Abschluss einer angemessenen Erstausbildung über die Mündig-
keit hinaus. Zahlbar über die Mündigkeit hinaus an die Beklagte, so 
lange die Kinder (auch) in deren Haushalt leben und keinen eige-
nen Zahlungsempfänger bezeichnen.

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6. Der Kläger sei zu verpflichten, die Hälfte der ausserordentlichen 
Kosten der Kinder zu tragen, soweit keine Dritten für diese Kosten 
aufkommen.

7. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft des 
Scheidungsurteils bis zu seinem Eintritt ins ordentliche gesetzliche 
AHV-Rentenalter monatliche Unterhaltsbeiträge, zahlbar monatlich 
im Voraus, jeweils auf den Ersten eines Monats, von 
CHF 12'000.00 zu bezahlen.

Eventualiter, sollten den Kindern insgesamt tiefere Unterhaltsbei-
träge, als von der Beklagten beantragt, zugesprochen werden, so 
sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft der 
Scheidung bis zu seinem Eintritt ins ordentliche gesetzliche AHV-
Rentenalter monatliche Unterhaltsbeiträge, zahlbar monatlich im 
Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, im Betrag der 
Differenz zwischen CHF 19'000.00 pro Monat und den für die Kin-
der zugesprochenen Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen.

Weiter sei festzuhalten, dass der der Beklagten geschuldete Un-
terhaltsbeitrag um CHF 1'750.00 monatlich ansteigt, wenn der Klä-
ger C._____ gegenüber nicht unterhaltspflichtig ist, und um weitere 
CHF 1'750.00 monatlich ansteigt, wenn der Kläger D._____ gegen-
über nicht unterhaltspflichtig ist.

8. Die Kinderunterhaltsbeiträge und die Unterhaltsbeiträge für die Be-
klagte persönlich seien gerichtsüblich zu indexieren.

9. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei vorzunehmen und der 
Kläger zu verpflichten, der Beklagten eine güterrechtliche Aus-
gleichszahlung von mindestens CHF 446'578.00 zu leisten. Die ab-
schliessende Bezifferung spätestens nach Durchführung des Be-
weisverfahrens (Vornahme der beantragten Schätzungen etc.) und 
unmittelbar vor Erlass des Urteils bleibt vorbehalten.

10. Weiter sei der Kläger zu verpflichten der Beklagten CHF 82'926.00 
ausstehender Unterhalt zu bezahlen, und es sei vorzumerken, 
dass der Kläger den Kinder CHF 42'468.50 ausstehenden Unter-
halt schuldet und dieser an die Beklagte zahlbar ist.

11. Auf Antrag Ziffer 8 des Klägers sei nicht einzutreten. Eventualiter 
sei er abzuweisen.

12. Auf Antrag Ziffer 9 des Klägers sei nicht einzutreten. Eventualiter 
sei er abzuweisen.

13. Es sei der Vorsorgeausgleich nach Gesetz durchzuführen und fest-
zuhalten, dass die Vorsorgeeinrichtung des Klägers mindestens 
CHF 992'917.60 zzgl. Zins seit 22. November 2018 zu Gunsten der 

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Beklagten an die Vorsorgeeinrichtung der Beklagten zu bezahlen 
hat.

14. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

15. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zulas-
ten des Klägers."

Gemäss Duplik (act. 105 S. 2 ff.): 

"1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.

2. Es sei der Sohn D._____, geb tt. April 2004, unter der gemeinsa-
men elterlichen Sorge der Parteien zu belassen.

3. Es sei der Sohn D._____, geb tt. April 2004, unter die alleinige Ob-
hut des Klägers zu stellen.

4. Auf eine Regelung des Besuchsrechts sein angesichts des Alters 
des Sohnes zu verzichten:

5. Der Kläger zu verpflichten, für die Tochter, C._____, geboren tt. 
Oktober 2002, ab Rechtskraft der Scheidung monatliche Unter-
haltsbeiträge (zzgl. Familien-/Ausbildungszulagen) von CHF 
3'500.00 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten 
eines jeden Monats bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung über die Mündigkeit hinaus. Zahlbar über die Mün-
digkeit hinaus an die Beklagte, so lange C._____ in deren Haushalt 
leben und keinen eigenen Zahlungsempfänger bezeichnet.

6. Der Kläger sei zu verpflichten, die Hälfte der ausserordentlichen 
Kosten von C._____ zu tragen, soweit keine Dritten für diese Kos-
ten aufkommen.

7. Die Beklagte sei nicht zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen für 
Sohn D._____ zu verpflichten.

8. Die Anträge Ziffer 5.1 bis 5.4 und 6. des Klägers seien abzuweisen.

9. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft des 
Scheidungsurteils bis zu seinem Eintritt ins ordentliche gesetzliche 
AHV-Rentenalter monatliche Unterhaltsbeiträge, zahlbar monatlich 
im Voraus, jeweils auf den Ersten eines Monats, von 
CHF 12'000.00 zu bezahlen.

Eventualiter, sollten für C._____ tiefere Unterhaltsbeiträge, als von 
der Beklagten beantragt, zugesprochen werden, so sei der Kläger 
zu verpflichten, der Beklagten ab Rechtskraft der Scheidung bis zu 
seinem Eintritt ins ordentliche gesetzliche AHV-Rentenalter monat-
liche Unterhaltsbeiträge, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf 

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den Ersten eines jeden Monats, im Betrag der Differenz zwischen 
CHF 15'500.00 pro Monat und den für C._____ zugesprochenen 
Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen.

Weiter sei festzuhalten, dass der der Beklagten geschuldete Un-
terhaltsbeitrag um CHF 1'750.00 monatlich ansteigt, wenn der Klä-
ger C._____ gegenüber nicht mehr unterhaltspflichtig ist und um 
weitere CHF 1'750.00, wenn der Kläger D._____ gegenüber nicht 
unterhaltspflichtig ist.

10. Der Unterhaltsbeitrag für C._____ und die Unterhaltsbeiträge für 
die Beklagte persönlich seien gerichtsüblich zu indexieren.

11. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei vorzunehmen und der 
Kläger zu verpflichten, der Beklagten eine güterrechtliche Aus-
gleichszahlung von mindestens CHF 446'578.00 zu leisten. Die ab-
schliessende Bezifferung spätestens nach Durchführung des Be-
weisverfahrens (Vornahme der beantragten Schätzungen etc.) und 
unmittelbar vor Erlass des Urteils bleibt vorbehalten.

12. Weiter sei der Kläger zu verpflichten der Beklagten CHF 82'926.00 
ausstehender Unterhalt zu bezahlen, und es sei vorzumerken, 
dass er Kläger den Kinder CHF 42'468.50 ausstehenden Unterhalt 
schuldet und dieser an die Beklagte zahlbar ist. Die abschliessende 
Bezifferung nach Vorliegen des rechtskräftigen Eheschutzent-
scheids betreffend Unterhaltsbeiträge und Vorliegen des rechts-
kräftigen Massnahmenentscheids betreffend Unterhaltsbeiträge 
wird vorbehalten.

13. Auf Antrag Ziffer 8 (bzw. 9 der Replik) des Klägers sei nicht einzu-
treten. Eventualiter sei er abzuweisen.

14. Auf Antrag Ziffer 9 (bzw. 10 der Replik) des Klägers sei nicht ein-
zutreten. Eventualiter sei er abzuweisen.

15. Auf Antrag Ziffer 11 der Replik des Klägers sei nicht einzutreten, 
eventualiter sei er abzuweisen.

16. Es sei der Vorsorgeausgleich nach Gesetz durchzuführen und fest-
zuhalten, dass die Vorsorgeeinrichtung des Klägers mindestens 
CHF 992'917.60 zzgl. Zins seit 22. November 2018 zu Gunsten der 
Beklagten an die Vorsorgeeinrichtung der Beklagten zu bezahlen 
hat.

17. Der Beklagten sei Gelegenheit zur Ergänzung und Vervollständi-
gung der Duplik nach Edition der Unterlagen durch den Kläger ge-
mäss Verfügung vom 4. Februar 2021 zugeben.

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18. Die Anträge Ziffer 5, 9, 11 und 12 stehen unter dem ausdrücklichen 
Vorbehalt der abschliessenden Bezifferung gemäss Art. 85 Abs. 2 
ZPO sowie nach Edition der Unterlagen gemäss Verfügung des 
Gerichts vom 4. Februar 2021 durch den Kläger.

19. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zulas-
ten des Klägers."

Gemäss Verhandlung vom 14. März 2023 (act. 243 S. 1): 

"1. Es sei die Teilkonvention betreffend Güterrecht und Vorsorgeaus-
gleich betreffend des Punkts 1.1. vom 07.04.22 aufzuheben bzw. 
nicht zu genehmigen und festzustellen, dass ihr keine Entscheid-
wirkung zukomme.

2. Es sei der Kläger zu verpflichten, den Verkaufserlös bzw. den Wert 
der F._____ AG der Beklagten bekanntzugeben bzw. nachzuwei-
sen.

3. Es sei ersatzweise (zur Teilkonvention betreffend Güterrecht und 
Vorsorgeausgleich betreffend des Punkts 1.1. vom 07.04.22) der 
Verkaufserlös in die güterrechtliche Auseinandersetzung miteinzu-
beziehen und die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzuneh-
men. Eine Bezifferung dieses Antrags bzw. der güterrechtlichen 
Ausgleichszahlung an die Beklagte erfolgt, sobald der erzielte Ver-
kaufserlös der F._____ AG der Beklagten bekannt ist.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich 
Mehrwertsteuerzusatz zulasten des Klägers."

Urteil des Einzelgerichtes:
(act. 300)

1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden.

2. Die Anträge zu den Kinderbelangen werden als gegenstandslos geworden ab-

geschrieben.

3. Die Teilvereinbarung der Parteien betreffend Güterrecht und Vorsorgeaus-

gleich vom 4. bzw. 7. April 2022 wird genehmigt. Sie lautet wie folgt:

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"1. Güterrechtliche Auseinandersetzung
1.1. B._____ verpflichtet sich, A._____ eine güterrechtliche Ausgleichszahlung in 

der Höhe von pauschal CHF 170'000.00 zu bezahlen. Diese basiert auf der 
Berechnung des Einzelrichters am Bezirksgericht Zürich vom 7. Dezember 
2021, enthält indessen den Saldo der per 31. Dezember 2021 noch offenen 
Unterhaltsbeiträge nicht.
Sie ist zahlbar durch die entsprechend überhälftige Teilung der während der 
Dauer der Ehe von B._____ angesparten Austrittsleistungen (vgl. sogleich, Ziff. 
2.2.1).

1.2 Allenfalls noch ausstehende Unterhaltszahlungen von B._____ für A._____ 
und die Kinder der Parteien für den Zeitraum vom 1. Juni 2018 bis zur Unter-
zeichnung dieser Vereinbarung (und in Zukunft geschuldete Unterhaltszahlun-
gen) sind von der güterrechtlichen Zahlung von CHF 170'000.00 nicht erfasst.

1.3 A._____ gibt B._____ auf erstes Verlangen die folgenden Gegenstände zu un-
beschwertem Eigentum heraus:
- das Wedgwood-Geschirr, komplett.

1.4 Mit Vollzug dieser Vereinbarung erklären sich die Parteien in güterrechtlicher 
Hinsicht, mit Ausnahme allfälliger ausstehender Unterhaltsbeiträge für A._____ 
und/oder die Kinder der Parteien, als per Saldo aller gegenseitigen Ansprüche 
vollständig auseinandergesetzt.

2. Vorsorgeausgleich
2.1. Die von B._____ während der Dauer der Ehe bis zur Einleitung des Schei-

dungsverfahrens geäufnete Austrittsleistung der 2. Säule beläuft sich auf ins-
gesamt CHF 1'985'438.00. Der Anspruch von A._____ beträgt demzufolge 
CHF 992'719.00. Da die Parteien übereingekommen sind, die güterrechtliche 
Ausgleichszahlung von CHF 170'000.00 durch die entsprechend überhälftige 
Teilung der Austrittsleistung von B._____ auszugleichen, hat A._____ einen 
Anspruch in der Höhe von CHF 1'162'719.00 (CHF 992'719.00, zuzüglich CHF 
170'000.00).

2.2. Die Parteien ersuchen das Gericht, die Freizügigkeitsstiftung E._____ Vor-
sorge, … [Adresse], anzuweisen, zu Lasten des auf B._____ lautenden Frei-
zügigkeitskontos Nr. 1 den Betrag von CHF 1'162'719.00 zzgl. Zins auf den 
Betrag von CHF 992'719.00 seit 22. November 2018 je hälftig auf zwei von 
A._____ zu bezeichnende Freizügigkeitskonti zu überweisen.

2.3 Mit Vollzug dieser Vereinbarung erklären sich die Parteien in vorsorgerechtli-
cher Hinsicht (Teilung der während der Ehe angesparten Austrittsleistungen) 
vollständig auseinandergesetzt."

4. Die Freizügigkeitsstiftung E._____ Vorsorge wird angewiesen, mit Eintritt der 

Rechtskraft vom Freizügigkeitskonto des Klägers (Konto-Nr. 1, AHV-Nr. 2) 

CHF 1'162'719, zuzüglich Zins auf CHF 992'719 ab 22. November 2018, je 

hälftig auf zwei von der Beklagten (AHV-Nr. 3) zu bezeichnende Freizügig-

keitskonten zu überweisen.

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5. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 4'704 zu bezahlen.

6. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten nachehelichen Unterhalt wie folgt 

zu bezahlen:

 CHF 1'660 ab Eintritt der Rechtskraft bis zum 30. Juni 2024;

 CHF 990 ab dem 1. Juli 2024 bis zum Erreichen des AHV-Referen-

zalters durch den Kläger.

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines 

jeden Monats.

7. Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumenten-

preise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Oktober 2023 von 106,4 

Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie werden jeweils auf den 

1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2025, dem Stand 

des Indexes per Ende November des Vorjahres angepasst. Die Anpassung 

erfolgt nach folgender Formel:

alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index
Neuer Unterhaltsbeitrag  =

106,4

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Ein-

kommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unterhalts-

beiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung ange-

passt.

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 30'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 9'625.00   Gutachten

9. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und mit den 

geleisteten Vorschüssen verrechnet. Der Fehlbetrag von CHF 25'425.00 wird 

im Umfang von CHF 15'612.50 vom Kläger und im Umfang von CHF 9'812.50 

von der Beklagten nachgefordert.

- 14 -

10. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

11. [Mitteilungen]

12. [Rechtsmittel]

Berufungsanträge:
(act. 297 S. 2)

"1. Es sei Dispositiv Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich 
vom 22.11.23 aufzuheben und es sei der Kläger und Berufungs-
beklagte zu verpflichten, der Beklagten und Berufungsklägerin fol-
gende nachehelichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
a) CHF 5'000 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum Er-

reichen des AHV-Referenzalters durch den Berufungsbe-
klagten

b) Eventualiter sei der Berufungsklägerin eine Übergangsfrist 
zur Erhöhung ihres erzielten Einkommens von mindestens 
einem Jahr zu gewähren

2. Es sei subeventualiter die Sache zur neuen Beurteilung an das 
Bezirksgericht Zürich zurückzuweisen.

- 15 -

Prozessuale Anträge:
1. Es sei das Verfahren für mindestens drei Monate zu sistieren und 

(eventualiter) zeitnah zu Vergleichsgesprächen vorzuladen
2. Es seien die Akten des Verfahrens Nr. FE180821 beizuziehen
3. Es sei eine Verhandlung durchzuführen, in welcher sich die Beru-

fungsklägerin zu ihrer neuen Einkommenssituation seit dem Stel-
lenantritt am 1.2.24 äussern kann"

Erwägungen:

I.

1. Die Parteien heirateten am tt.mm.2002 in Zürich. Aus der Ehe gingen die 

beiden Kinder C._____, geboren am tt. Oktober 2002 und D._____, geboren am 

tt. April 2004 hervor. Im November 2016 trennten sich die Parteien. Am 22. No-

vember 2018 reichte der Kläger und Berufungsbeklagte (nachfolgend Kläger) vor 

dem Einzelgericht des Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend Vorinstanz) eine 

Scheidungsklage ein (act. 1). Das Eheschutzverfahren (EE170013-G und 

EE200034-G) fand vor dem Bezirksgericht Meilen statt. Das Scheidungsverfahren 

wurde sehr aufwändig geführt (zum Prozessverlauf in zusammenfassender Dar-

stellung vgl. act. 300 E. II. S. 12 ff.). Die Vorinstanz erliess am 22. November 

2023 das Scheidungsurteil (act. 292 = act. 299/1 = act. 300 [Aktenexemplar], zi-

tiert als act. 300). Dessen Dispositiv ist oben wiedergegeben.

2. Mit Eingabe vom 12. Januar 2024 (Datum Poststempel) erhob die Beklagte 

und Berufungsklägerin (nachfolgend Beklagte) Berufung gegen das vorinstanzli-

che Urteil (act. 297). Sie verlangt in der Sache hauptsächlich die Verpflichtung 

des Klägers zur Leistung höherer Unterhaltsbeiträge und stellt verschiedene pro-

zessuale Anträge (act. 300 S. 2; die Anträge sind oben wörtlich wiedergegeben).

Auf die Einholung einer Berufungsantwort kann verzichtet werden (Art. 312 

Abs. 2 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Mit dem sofortigen Ent-

scheid in der Sache wird der Antrag auf Sistierung des Berufungsverfahrens ge-

genstandslos und ist entsprechend abzuschreiben. Dem Kläger wird mit dem Ent-

scheid ein Doppel von act. 297 samt Beilagen zuzustellen sein.

- 16 -

II. 

1. Die nach Eingang der Berufung zu prüfenden Rechtsmittelvoraussetzungen 

sind erfüllt. Die Berufung wurde form- und fristgerecht (act. 294 i.V.m. act. 297) 

erhoben und mit Anträgen und Begründung versehen. Dem Eintreten steht nichts 

entgegen.

2. Es kann mit Berufung sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (vgl. Art. 310 

ZPO). Die Berufungsinstanz kann sämtliche Mängel (in Tat- und Rechtsfragen) 

frei und uneingeschränkt prüfen (sog. volle Kognition in Tat- und Rechtsfragen), 

vorausgesetzt, dass sich die Berufung erhebende Partei mit den Entscheidgrün-

den der ersten Instanz auseinandersetzt und konkret aufzeigt, was am angefoch-

tenen Entscheid oder am Verfahren der Vorinstanz falsch sein soll (vgl. ZR 110 

[2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1 = Pra 102 [2013] Nr. 4); blosse Verwei-

se auf die Vorakten genügen nicht (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, 

Art. 311 N 36 f.). Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetrage-

nen genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung ebenso wenig 

wie allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanzlichen 

Erwägungen (vgl. auch BGE 138 III 374 ff., E. 4. = Pra 102 [2013] Nr. 4). Soweit 

die Beklagte in der Berufungsschrift allgemeine Ausführungen zum Sachverhalt 

vorbringt (act. 297 Rz. 4-14), ohne darin auf relevante Fehler des vorinstanzlichen 

Entscheides einzugehen, so sind diese Vorbringen nicht beachtlich.

Die volle Kognition der Berufungsinstanz in Rechtsfragen bedeutet nicht, 

dass sie gehalten wäre, von sich aus wie ein erstinstanzliches Gericht alle sich 

stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn der Berufungskläger diese 

vor der Berufungsinstanz nicht (mehr) vorträgt; vielmehr hat sie sich – abgesehen 

von offensichtlichen Mängeln – auf die Beurteilung der in der schriftlichen Beru-

fungsbegründung erhobenen Beanstandungen zu beschränken (vgl. BGE 142 III 

413 ff., E. 2.2.4; BGer 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; BGer 

4A_418/2017 vom 8. Januar 2018, E. 2.3). Insofern gibt die Berufungsschrift 

durch die ausreichend begründet vorgetragenen Beanstandungen das Prüfpro-

gramm vor, mit welchem sich die Berufungsinstanz zu befassen hat. Innerhalb 

- 17 -

dieser Beanstandungen ist sie indes weder an die Begründung des Berufungsklä-

gers noch an jene der Vorinstanz gebunden, sondern sie wendet das Recht von 

Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Deshalb kann die Berufung auch mit einer ande-

ren Argumentation gutgeheissen oder mit einer von der Argumentation der Vorin-

stanz abweichenden Begründung abgewiesen werden (vgl. BGer 4A_629/2017 

vom 17. Juli 2018, E. 4.1.4; BGer 4A_397/2016 vom 30. November 2016, E. 3.1). 

Entsprechend muss ein Berufungskläger zwar darlegen, dass und inwiefern die 

Vorinstanz das Recht aus seiner Sicht unrichtig angewendet hat, zutreffen muss 

diese Begründung – um eine freie Überprüfung durch die Berufungsinstanz zu er-

wirken – aber nicht (vgl. zur ebenfalls vollen Kognition der Beschwerdeinstanz in 

Rechtsfragen OGer ZH PS180131 vom 3. September 2018, E. III./3). Mit anderen 

Worten muss die Rechtsschrift eine minimale rechtliche Begründung enthalten, 

wenn eine unrichtige Rechtsanwendung geltend gemacht wird (vgl. etwa OGer 

ZH LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III./1a; LB160044 vom 23. Dezember 

2016, E. I./4).

Ist – wie vorliegend – vor der Berufungsinstanz ausschliesslich nacheheli-

cher Unterhalt angefochten, so gilt der Verhandlungsgrundsatz (Art. 277 Abs. 1 

i.V.m. Art. 55 Abs. 1 ZPO). 

3. Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen nur noch berücksichtigt werden, 

wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 

schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die-

jenige Partei, welche vor der Berufungsinstanz das Novenrecht beanspruchen 

will, hat darzutun und zu beweisen, dass diese Voraussetzungen vorliegen. Im 

Falle unechter Noven hat sie namentlich die Gründe detailliert darzulegen, wes-

halb sie die Tatsache oder das Beweismittel nicht schon vor erster Instanz hat 

vorbringen können (vgl. BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1; 

OGer ZH LB170050 vom 22. September 2017, E. II./3; LB170028 vom 30. No-

vember 2017, E. II./1.2; LB140047 vom 5. Februar 2015, E. III./1b).

- 18 -

III.

1. Die Beklagte rügt das angefochtene Urteil in dreierlei Hinsicht als fehlerhaft: 

Die Vorinstanz sei von einem zu hohen hypothetischen Einkommen der Beklagten 

(nachfolgend E. 2.) sowie einem zu tiefen hypothetischen Einkommen des Klä-

gers (nachfolgend E. 3.) ausgegangen (falsche Sachverhaltsfeststellung) und sei 

überdies bei der Überschussverteilung falsch vorgegangen (nachfolgend E. 4.; 

unrichtige Rechtsanwendung).

2.1. Die Beklagte bringt zu ihrem hypothetischen Einkommen vorerst vor, die 

Vorinstanz habe bei der Beurteilung des hypothetischen Einkommens ihre Such-

bemühungen vollkommen ausser Acht gelassen (act. 297 Rz. 16 unter Verweis 

auf act. 300 S. 39 f.). Um welche Suchbemühungen es sich dabei handeln soll, 

welche die Vorinstanz ausser Acht gelassen habe, sagt die anwaltlich vertretene 

Beklagte nicht. Sie bringt auch nicht vor, im vorinstanzlichen Verfahren entspre-

chende Suchbemühungen überhaupt nachgewiesen zu haben. Es ist indes – zu-

mal bei Geltung der Verhandlungsmaxime – nicht Aufgabe der Rechtsmittelin-

stanz, die vorinstanzlichen Akten zu durchsuchen und nach allfällig irgendwo dar-

gelegten, von der Vorinstanz indes nicht berücksichtigten Arbeitssuchbemühun-

gen zu forschen. Der entsprechende Vortrag der Beklagten genügt den Anforde-

rungen an eine genügend erhobene Rüge der falschen Sachverhaltsfeststellung 

nicht.

Gleich verhält es sich mit der Rüge, die Vorinstanz habe sich bezüglich der 

Erbengemeinschaft (welcher die Beklagte angehört, Ergänzung hinzugefügt) nicht 

mit den Beweisen auseinandergesetzt und ignoriert, dass die Erbengemeinschaft 

auch in Zukunft keine Ausschüttungen werde machen können (act. 297 Rz. 17). 

Es wäre an der anwaltlich vertretenen Beklagten gelegen, auszuführen, um wel-

che (prozesskonform angebotenen) Beweise es sich handelt, die die Vorinstanz 

ausser Acht gelassen haben soll.

2.2. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid betreffend nachehelichen Unterhalt 

zuerst die diesbezüglich geltenden Rechtsgrundsätze wiedergegeben, sodann die 

Parteistandpunkte zusammengefasst und sodann die gelebte Rollenteilung wäh-

- 19 -

rend der ehelichen Gemeinschaft gewürdigt und den grundsätzlichen Anspruch 

auf nachehelichen Unterhalt gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB festgehalten (act. 300 

E. VII.1.-3.). Sodann hat die Vorinstanz den Inhalt der Verfügung im Massnahme-

verfahren vom 30. Juni 2022 sowie der Verfügung im Verfahren betreffend Abän-

derung der vorsorglichen Massnahme vom 21. März 2023 zusammengefasst. 

Weiter hat sie festgehalten, dass beide Entscheide unangefochten und die ent-

sprechenden Erwägungen zum Einkommen der Parteien auch im Hauptverfahren 

weitestgehend unkommentiert geblieben seien (act. 300 E. VII.4.-5.a). Die Vorin-

stanz ist im angefochtenen Entscheid sodann gestützt auf ein fachpsychiatrisches 

Gutachten zur Frage einer gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfä-

higkeit der Beklagten (act. 238) davon ausgegangen, dass die Beklagte aktuell in 

der angestammten Tätigkeit als Journalistin (oder einer Verweistätigkeit) zu 80% 

arbeitsfähig sei. Der Abschluss des Scheidungsverfahrens werde es der Beklag-

ten gemäss dem nachvollziehbaren und schlüssigen Gutachten ermöglichen, neu 

zu beginnen; im Falle einer erfolgreichen Neuorientierung nach Abschluss des 

Scheidungsverfahrens sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. 300 

E. VII.5.c.bb unter Verweis auf act. 238 S. 23 f.). Die Vorinstanz hat weiter unter 

Verweis auf die Verfügungen im Massnahmeverfahren sowie im Verfahren betref-

fend Abänderung vorsorglicher Massnahmen festgehalten, die Beklagte sei Teil 

einer Erbengemeinschaft, welcher eine Geschäftsliegenschaft in der Innenstadt 

von Mannheim gehöre, aus welcher mittelfristig wieder Ausschüttungen von 

EUR 600.– pro Monat wie vor der Pandemie zu erwarten seien (act. 300 

E. VII.5.c.cc unter Verweis auf act. 247 E. II.4.e). Zunächst sei daher von einem 

hypothetischen Einkommen der Beklagten von Fr. 5'000.– netto auszugehen. Da 

mit dem Abschluss des Scheidungsverfahrens eine Besserung des Gesundheits-

zustands zu erwarten sei, sei sodann nach einer Übergangsfrist ab dem 1. Juli 

2024 davon auszugehen, dass die Beklagte unter Berücksichtigung der Ausschüt-

tungen der Erbengemeinschaft ein Gesamteinkommen von Fr. 6'000.– netto pro 

Monat erzielen könne (act. 300 E. VII.5.c.dd).

Was an diesen Erwägungen der Vorinstanz falsch sein soll, sagt die Beklag-

te in ihrer Berufung – abgesehen von den ungenügenden Rügen betreffend Such-

bemühungen und mangelhafter Beweiswürdigung im Zusammenhang mit der Er-

- 20 -

bengemeinschaft (oben, E. 2.1.) – nicht. Es ist daher auch nicht nachvollziehbar, 

weshalb richtigerweise von einem Nettolohn der Beklagten von Fr. 4'000.– anstel-

le der vorinstanzlich angenommenen Fr. 5'000.– resp. Fr. 6'000.– (Letzteres unter 

Berücksichtigung der Ausschüttungen der Erbengemeinschaft) auszugehen ge-

wesen wäre (act. 297 Rz. 18). Die Beklagte scheint dies aus dem als zulässiges 

Novum eingereichten Arbeitsvertrag abzuleiten (ebenda). Die Beklagte hat in ihrer 

Berufung die vorinstanzliche Feststellung, wonach sie derzeit zu 80% und ab Juli 

2024 wieder zu 100% arbeitsfähig sei, nicht angefochten. Der neu eingereichte 

Arbeitsvertrag über zwanzig Stunden pro Monat allgemeine Büroarbeiten (mit ei-

nem Bruttolohn von Fr. 600.– monatlich; vgl. act. 299/3) ist nicht geeignet, zu be-

legen, dass die Beklagte nicht mehr als ein monatliches Nettoeinkommen von 

Fr. 4'000.– (anstelle von derzeit Fr. 5'000.–) erzielen kann. Ausserdem vermögen 

weder die von der Beklagten im Berufungsverfahren ohne nähere Begründung 

eingereichten Listen betreffend ihre persönlichen Suchbemühungen in den Mona-

ten September, Oktober und November 2023 (act. 299/7-9) noch die weitere Kor-

respondenz mit dem RAV nachzuweisen, dass sie alle ihr zumutbaren Suchbe-

mühungen für eine 80 % Stelle unternommen hat.

2.3. Die Rüge der falschen Sachverhaltsfeststellung im Zusammenhang mit dem 

hypothetischen Einkommen der Beklagten stösst damit ins Leere.

3. Bezüglich des hypothetischen Einkommens des Klägers verweist die Be-

klagte in ihrer Berufung in Form eines wörtlichen Zitats auf ihre diesbezüglichen 

Ausführungen in der Eingabe vom 11. März 2019 (act. 87), wonach dem Kläger 

ein hypothetisches Einkommen von Fr. 20'000.– anzurechnen sei (act. 297 Rz. 

20 f.). Die reine Wiederholung von Vorbringen, welche bereits vor der Vorinstanz 

gemacht wurden, ohne sich dabei mit den vorinstanzlichen Erwägungen ausein-

ander zu setzen, stellt an und für sich eine appellatorische Kritik dar, welche nicht 

zu genügen vermag (vgl. oben, E. II.2.). Erschwerend kommt indes noch dazu, 

dass die Beklagte die in der Berufungsschrift zitierten Ausführungen vor 

Vorinstanz gar nicht gemacht hat, wie ein Blick ins vorinstanzliche Aktenverzeich-

nis zeigt. Aus der (unangefochten gebliebenen) Verfügung betreffend Abänderung 

vorsorglicher Massnahmen vom 21. März 2023 geht hervor, dass die Beklagte im 

- 21 -

vorinstanzlichen Verfahren dem Kläger vielmehr ein hypothetisches Einkommen 

von Fr. 21'166.– anrechnen lassen wollte (act. 247 E. II.3.c). Entgegen der Be-

klagten hat sich die Vorinstanz im angefochtenen Urteil sodann nicht damit be-

gnügt, bei der Berechnung des hypothetischen Einkommens des Klägers auf das 

summarische Massnahmeverfahren zu verweisen (so act. 297 Rz. 22), vielmehr 

wird das hypothetische Einkommen des Klägers, welches von der Vorinstanz wie 

im Massnahmeverfahren auf Fr. 15'000.– festgesetzt wurde, im angefochtenen 

Urteil einlässlich begründet (act. 300 E. VII.5.b. S. 36-38). Mit dieser Begründung 

setzt sich die Beklagte mit keinem Wort auseinander. Damit kommt sie den Be-

gründungsanforderungen im Berufungsverfahren nicht nach.

4.1. Schliesslich rügt die Beklagte, die Vorinstanz sei bei der Überschussvertei-

lung fehlerhaft vorgegangen. Sie bringt vor, angesichts der Volljährigkeit der Kin-

der sei der Überschuss nach den zwei (grossen) Köpfen der Parteien je hälftig zu 

teilen. Weshalb die Vorinstanz von der anwendbaren hälftigen Überschussteilung 

abgewichen sei, lasse sich aus dem Entscheid nicht herauslesen (act. 297 

Rz. 23 f.).

4.2. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil die gesetzlichen Grundlagen und 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt zutreffend 

festgehalten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann darauf verwiesen wer-

den (act. 300 E. VII.1. S. 29-31). Wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, soll 

die Bejahung einer lebensprägenden Ehe nach der neueren bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nicht automatisch zu einem Anspruch auf nachehelichen Unter-

halt führen. Ab dem Zeitpunkt der Scheidung resp. bereits ab dem Trennungszeit-

punkt, wenn keine vernünftige Aussicht auf Wiederaufnahme des Ehelebens mehr 

bestehe, soll nach Art. 125 Abs. 1 ZGB das Primat der Eigenversorgung gelten, 

wobei ein Unterhaltsbeitrag hierzu subsidiär und nur geschuldet sei, soweit der 

gebührende Unterhalt nicht oder nicht vollständig durch Eigenleistung gedeckt sei 

(BGE 147 III 249 E. 3.4.4.). Wo indes die Eigenversorgung nicht oder nicht in ge-

nügendem Mass möglich bzw. erreichbar ist, um den gebührenden Unterhalt zu 

decken, ist jedenfalls bei lebensprägenden Ehen nachehelicher Unterhalt zuzu-

sprechen. Ein solcher Unterhalt hat indes gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB "angemes-

- 22 -

sen" zu sein. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist dieser Unterhalt 

insbesondere in zeitlicher Hinsicht zu limitieren. Mit der Auflösung des gemeinsa-

men Haushalts finde die auf Art. 163 ZGB basierende eheliche Aufgabenteilung 

faktisch ihr Ende, mithin stehe, soweit keine gemeinsamen Kinder zu betreuen 

sind, der finanziellen Unterhaltsleistung des einen Ehepartners keine Gegenleis-

tung des anderen in Form von Naturalunterhalt (Kinderbetreuung, Haushaltbesor-

gung) mehr gegenüber. Vor diesem Hintergrund könne es keinen Anspruch auf 

lebenslängliche finanzielle Gleichstellung geben, ansonsten ökonomisch über die 

Tatsache der Scheidung hinweggegangen würde (BGE 147 III 249 E. 3.4.5. 

m.w.H.).

Im vorliegenden Fall ist vorab festzuhalten, dass nach den Feststellungen 

der Vorinstanz die Beklagte in der Phase 2 (ab dem 1. Juli 2024 bis zur Errei-

chung des AHV-Referenzalters durch den Kläger) sich bei einem familienrechtli-

chen Existenzminimum von Fr. 5'205.– ein Einkommen von Fr. 6'000.– anrechnen 

lassen muss. Die Vorinstanz hat sodann das Kriterium der Angemessenheit des 

Unterhalts gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB anhand des konkreten Falles berücksich-

tigt und erwogen, dass vorliegend keine gemeinsamen Kinder mehr zu betreuen 

seien, weshalb nach der soeben zitierten Rechtsprechung der Unterhalt (grund-

sätzlich) in zeitlicher Hinsicht zu limitieren sei. Die Vorinstanz hat in der Folge in 

Anbetracht der langen Ehedauer von einer Limitierung in zeitlicher Hinsicht gleich-

wohl abgesehen und die Unterhaltspflicht mit dem Erreichen des AHV-Referen-

zalters durch den Kläger enden lassen. Bei diesem Vorgehen hat sie der Ange-

messenheit der Unterhaltsleistung Rechnung getragen, indem dem unterhalts-

pflichtigen Kläger zunächst zwei Drittel und der unterhaltsberechtigten Beklagten 

ein Drittel des Überschusses zugewiesen wurde und überdies indem nach Ausbil-

dungsabschluss der Kinder auf eine Aufteilung der dadurch frei werdenden Mittel 

verzichtet wurde (act. 300 E. VII.7. S. 45-47). Die Beklagte bringt in der Berufung 

als (zulässiges) echtes Novum vor, der Sohn habe von Oktober bis Dezember bei 

G._____ eine 100%-Anstellung gehabt und dabei brutto Fr. 4'700.– verdient, und 

sie belegt dies mit einem Lohnausweis (Anstellung bei G._____ im November und 

Dezember 2023, act. 298/6). Der Sohn plane zudem nach dem aktuellen Besuch 

der Rekrutenschule weiterhin zu arbeiten (act. 297 Rz. 6). Aus der zweimonatigen 

- 23 -

Erwerbstätigkeit vor dem Besuch der Rekrutenschule kann indes noch nicht auf 

eine dauernde Erwerbstätigkeit geschlossen werden, zumal die Beklagte auch 

nicht geltend macht, der Sohn habe seine Ausbildung abgeschlossen. Doch 

selbst wenn dem so wäre und damit der Mündigenunterhalt in Bezug auf das eine 

Kind früher enden sollte, so würde dadurch die Ermessensausübung der Vorin-

stanz noch nicht rechtsfehlerhaft. Die Vorinstanz hat – wie soeben aufgezeigt – 

durchaus vorausgesehen, dass der Mündigenunterhalt wegfallen würde. Sie hat 

dazu ausdrücklich festgehalten, dass in Anbetracht der zeitlich nicht limitierten 

Unterhaltsleistung auf eine Anpassung der Überschussverteilung verzichtet 

werde, wenn nach Ausbildungsabschluss der Kinder die entsprechenden Mittel 

frei würden.

 Entgegen der Beklagten hat die Vorinstanz bei der Überschussverteilung die 

Kinder nicht miteinbezogen. Vielmehr lässt sich dem angefochtenen Urteil in 

nachvollziehbarer Art und Weise entnehmen, dass die Vorinstanz im Rahmen ih-

res Ermessens unter Berücksichtigung der Dauer der Unterhaltspflicht von der 

hälftigen Überschussverteilung abgewichen ist. Das Vorgehen der Vorinstanz ist 

nicht zu bemängeln. Damit stösst auch diese Rüge der Beklagten ins Leere.

5. Zusammenfassend ist die Beschwerde damit abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist.

IV. 

1. Bei diesen Ausgang des Verfahrens wird die Beklagte kostenpflichtig 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren wird 

grundsätzlich nach den für die Vorinstanz geltenden Bestimmungen bemessen, 

wobei die Bemessungsgrundlage das vor der Rechtsmittelinstanz noch Streitige 

ist (§ 12 Abs. 1 und Abs. 2 GebV OG). Die Beklagte verlangt mit der Berufung ge-

genüber dem angefochtenen Urteil eine Erhöhung der nachehelichen Unterhalts-

- 24 -

zahlungen im Umfang von insgesamt Fr. 393'640.– (5 x 3'340.– plus 94 x 

4'010.–). Die einfache Gerichtsgebührt gemäss § 4 Abs. 1 GebV OG beträgt da-

mit Fr. 18'600.–. Diese ist gemäss § 4 Abs. 2 GebV OG um die Hälfte zu ermässi-

gen; sie ist damit auf Fr. 9'300.– festzusetzen.

2. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen: Der Beklagten nicht, weil 

sie unterliegt, dem Kläger nicht, weil ihm kein Aufwand entstanden ist, der zu ent-

schädigen wäre.

Es wird beschlossen:

1. Der Antrag auf Sistierung des Berufungsverfahrens wird als gegenstandslos 

geworden abgeschrieben.

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis.

Es wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Einzelgerichts des Bezirksge-

richts Zürich vom 22. November 2023 wird bestätigt.

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 9'300.– festgesetzt.

3. Die Gerichtskosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden der Beklagten 

und Berufungsklägerin auferlegt.

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger und Berufungsbeklag-

ten unter Beilage eines Doppels von act. 297 samt Beilagenverzeichnis und 

Beilagen (act. 299/3-11), sowie an das Bezirksgericht Zürich, je gegen Emp-

fangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

- 25 -

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 393'640.–.
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Vorsitzende:

lic. iur. E. Lichti Aschwanden

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw C. Widmer

versandt am: