# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da8ab912-87a8-54b7-af32-38a4647d5997
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2009 D-4247/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4247-2009_2009-07-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4247/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 22. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4247/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein nigerianischer Staatsangehöriger mit 
letztem  Wohnsitz  in  X._______  (...),  seinen  Heimatstaat eigenen 
Angaben zufolge im Jahr 2008 verliess und am 27. November 2008 in 
die Schweiz einreiste, 

dass er am 28. November 2008 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
U._______  um  Asyl  ersuchte  und  von  dort  aus  ins  Transitzentrum 
V._______ transferiert wurde, 

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Transitzentrum  V._______ 
vom 13. Januar 2009 sowie der direkten Anhörung vom 18. Juni 2009 
zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, 
er sei in Y._______ (...) geboren und dort aufgewachsen,

dass seine Mutter im April 2006 durch die Scharia verurteilt und getö-
tet worden sei, weil sie mit einem Mann gesprochen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  seine  Freunde  zusammengerufen  habe 
und mit diesen zum Haus des Scharia Vorstehers gegangen sei,

dass sie nachts in dessen Haus gegangen seien und seinen einzigen 
Sohn getötet hätten,

dass sie in das Haus eingedrungen seien, während die Wächter davor 
gestanden hätten und ihnen beim Verlassen des Hauses auch noch 
der Vorsteher begegnet sei,

dass der Vorsteher deshalb wisse, dass der Beschwerdeführer für die 
Ermordung seines Sohnes verantwortlich sei und ihn deshalb verklagt 
habe,

dass er zwar freigesprochen worden sei, der vermögende Vorsteher je-
doch der Polizei fünf Millionen Naira versprochen habe, falls sie ihn er-
wischen würden,

dass der Beschwerdeführer ausserdem vorbrachte, sein Vater sei von 
dessen Bruder bei der Arbeit auf dem Feld getötet worden,

dass er nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel in X._______ 
(...) gelebt habe,

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dass sein Onkel eines Tages von der Polizei mitgenommen worden sei,

dass er  nach drei  Monaten Haft  nach Hause zurückgekehrt  sei  und 
dem Beschwerdeführer gesagt habe, er wolle ihn nie mehr sehen,

dass danach ein Freund seines Vaters aus Z._______ (Benin) zu Be-
such gekommen sei, 

dass ihm dieser gesagt habe, er würde ihm helfen und ihn deshalb mit 
nach Z._______ genommen habe,

dass er drei Wochen bei diesem Freund geblieben sei und ihm dieser 
die Ausreise organisiert und bezahlt habe,

dass  er  Benin  auf  dem Schiff  verlassen  habe und über  unbekannte 
Länder und Städte am 27. November 2008 in die Schweiz eingereist 
sei,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem geltend  macht,  seine Eltern  und 
auch er  seien Muslime gewesen, nach ihrem Tod sei  er  jedoch zum 
Christentum  konvertiert,  wobei  er  verschiedene  Kirchen  besuche 
(Pfingstgemeinde, katholische Kirche, Zeugen Jehovas),

dass der Beschwerdeführer schliesslich noch angab, er habe zuhause 
in  Nigeria  keine  Zukunftsperspektiven,  keine  finanziellen  Mittel  und 
auch kein Beziehungsnetz,

dass das BFM aufgrund Zweifel an der vom Beschwerdeführer geltend 
gemachten  Minderjährigkeit  von  einem  Facharzt  eine  medizinische 
Handknochenaltersanalyse vornehmen liess und das Handskelett des 
Beschwerdeführers  gemäss  medizinischem  Bericht  vom  14. Januar 
2009 ein Knochenalter von 19 Jahren oder mehr aufwies (abgeschlos-
senes Knochenwachstum),

dass das BFM mit Verfügung vom 22. Juni 2009 – eröffnet am 24. Juni 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwer-
deführers nicht eintrat und seine Wegweisung aus der Schweiz sowie 
deren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es  lägen 
keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer ver-

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unmöglicht hätten, innerhalb von 48 Stunden Reise- oder Identitätspa-
piere einzureichen,

dass  der  Beschwerdeführer  mehr  als  ein  halbes  Jahr,  nachdem  er 
schriftlich  dazu aufgefordert  worden sei,  rechtsgenügliche Identitäts- 
bzw. Reisepapiere einzureichen, angegeben habe, auch zwischenzeit-
lich keine konkreten Schritte unternommen zu haben, dieser Aufforde-
rung nachzukommen,

dass der Beschwerdeführer, indem er keinerlei Anstrengungen unter-
nommen habe, Ausweispapiere zu beschaffen, die zumutbare Mitwir-
kungspflicht gegenüber dem BFM verletzt habe,

dass er sein Verhalten damit begründet habe, in Nigeria gäbe es keine 
Person, an die er sich hätte wenden können, da seine Eltern getötet 
worden seien,

dass es sich dabei um eine Schutzbehauptung des Beschwerdeführers 
handle,

dass  er  bezüglich  des  Todeszeitpunkts  seines  Vaters  anlässlich  der 
Bundesanhörung ausgesagt habe, dies liege weit zurück, er sei noch 
klein gewesen,

dass er demgegenüber bei der Befragung im Transitzentrum zu Proto-
koll gegeben habe, sein Vater sei im April 2007 umgekommen,

dass bezeichnenderweise auch die Schilderung seiner Reise von Ni-
geria bzw. von Benin in die Schweiz unsubstanziiert und realitätsfremd 
sei,

dass er angegeben habe, den Namen des Hafens und des Staates, wo 
er an Land gegangen sei, nicht zu kennen,

dass ausserdem seine Aussagen über die Route seiner Weiterreise in 
die Schweiz vage bzw. substanzlos seien,

dass  derart  dürftig  vorgebrachte  Vorbringen  bezeichnend  für  Be-
schwerdeführer seien, die nicht gewillt seien, ihre Identität mittels Do-
kumenten gegenüber dem BFM zu belegen,

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dass sich daher der Schluss aufdränge,  der  Beschwerdeführer habe 
dem BFM die Abgabe rechtsgenügender Reise- bzw. Identitätspapiere 
bewusst vorenthalten, um seine Identität zu verschleiern und /oder ei-
nen allfälligen Wegweisungsvollzug zu erschweren oder zu verhindern,

dass es dem Beschwerdeführer hinsichtlich seiner vorgebrachten und 
befürchteten  Nachteile  –  sofern  sie  angesichts  seiner  widersprüchli-
chen,  realitätsfremden und  unsubstanziierten  Schilderung  überhaupt 
geglaubt werden könnten – zuzumuten gewesen wäre, sich der lokalen 
Verfolgung in  seiner  engeren Heimat  mittels  Inanspruchnahme einer 
innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  in  Nigeria  zu  entziehen,  bzw. 
habe er dies gemäss eigenen Aussagen bereits getan, indem er vor 
seiner Ausreise aus Nigeria in X._______ gelebt habe,

dass sich dem Beschwerdeführer darüber hinaus in den südlichen Sta-
tes auch günstigere Möglichkeiten bieten würden, seinen christlichen 
Glauben leben zu können, als in den muslimisch dominierten States 
von Nigeria,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 
und 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung 
der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernis-
ses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 1. Juli 2009 gegen die-
sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei unter anderem beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf-
zuheben  und  es  sei  ihm  die  Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen, 
eventualiter  sei  ihm eine vorläufige  Aufnahme infolge Unzulässigkeit 
bzw. Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu gewähren,

dass er zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liess, es 
sei  ihm die  Bezahlung der  Verfahrenskosten sowie eines Kostenvor-
schusses zu erlassen,

dass die vorinstanzlichen Akten am 3. Juli  2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

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dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass nach dem vorstehend Gesagten auf den Antrag, dem Beschwer-
deführer sei die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und ihm Asyl zu 
gewähren, nicht einzutreten ist,

dass auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass hinsichtlich  der  zur  Begründung des Asylgesuches geltend ge-
machten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vorweg  auf  dessen  im 
Transitzentrum V._______ am 13. Januar 2009 protokollierten Aussa-
gen  sowie  auf  das  Protokoll  der  direkten  Bundesanhörung  vom 
18. Juni 2009 zu verweisen ist,

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dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  im  Wesentlichen 
den zur Begründung des Asylgesuches geltend gemachten Sachver-
halt wiederholt,

dass er erneut geltend macht, in Nigeria nach dem Tod seiner Eltern 
über  kein  soziales  Netz  mehr  zu  verfügen  und  deshalb  niemanden 
mehr zu haben, an den er sich wenden könne, um Papiere zu beschaf-
fen,

dass er die fehlenden Kenntnisse zu seiner Reise in die Schweiz mit 
seiner minimalen Schulbildung erklärt,

dass  der  Beschwerdeführer  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die 
Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 
2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs  glaubhaft  zu  machen  vermag  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a 
AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers,  er  habe  die  ganze 
Reise aus Nigeria bis in die Schweiz ohne Reisepapiere zurückgelegt, 
nicht den tatsächlichen Begebenheiten entsprechen können,

dass er in seiner Beschwerde den ausführlichen und zutreffenden Er-
örterungen der Vorinstanz nichts Substanziiertes entgegegenhält, wes-
halb vollumfänglich auf diese zu verweisen ist,

dass sich der Beschwerdeführer zudem offensichtlich in keiner Weise 
um  den  Erhalt  von  Identitätspapieren  bemühte,  und  auch  weiterhin 
nicht gewillt ist, solche zu beschaffen,

dass er lediglich angab, nie einen Pass oder eine Identitätskarte be-
sessen zu haben (vgl. act. A1/9, S. 3),

dass er vor dem Tod seiner Eltern eine Geburtsurkunde besessen, die-
se seither aber nicht mehr habe (act. A27/10, S. 8),

dass er auch Dokumente von der Schule besessen habe, diese jedoch 
bei seinem Onkel geblieben seien (act. A1/9, S. 3),

dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der  Direktanhörung vom 18. Juni  2009 präsentierte,  unter  Ver-
zicht  auf  zusätzliche tatbestandliche oder  rechtliche Abklärungen im 

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Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  Schluss  gezogen 
werden konnte, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht, 
und ebenso offenkundig stünden einem Vollzug der Wegweisung keine 
Hindernisse entgegen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b  und c AsylG; vgl. BVGE 
2007/8 E. 5.5. und 5.6.),

dass  der  Beschwerdeführer  den  diesbezüglichen  Erwägungen  des 
BFM nichts Konkretes und Substanziiertes entgegenhält, sondern sich 
mit der Behauptung, er erfülle die Anforderungen an die Flüchtlingsei-
genschaft, begnügt, weshalb anstelle von Wiederholungen auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist,

dass bereits das BFM an der Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdefüh-
rer  vorgebrachten  und  befürchteten  Nachteile  aufgrund  derer  wider-
sprüchlichen,  realitätsfremden  und  unsubstantiierten  Schilderung 
zweifelte,  jedoch  anfügte,  dass  auch  wenn  diese  geglaubt  werden 
könnten, der Beschwerdeführer in Nigeria eine innerstaatliche Aufent-
haltsalternative gehabt hätte,

dass der Beschwerdeführer im Laufe des Verfahrens zu wesentlichen 
Punkten unterschiedliche Angaben gemacht hat,

dass  er  anlässlich  der  Befragung  im Transitzentrum vom 13. Januar 
2009 einerseits angab, im April 2007 sei sein Vater von dessen Bruder 
bei der Arbeit  auf dem Feld getötet worden und dieser habe ihn da-
nach zu sich nach X._______ mitgenommen (vgl. act. A1/9, S. 3 und 
4), 

dass der Onkel nach einer dreimonatigen Haftstrafe zurück nach Hau-
se gekommen sei und ihm gesagt habe, er wolle ihn nicht mehr sehen 
(vgl. act. A1/9, S. 4),

dass  daraufhin  ein  Freund  seines  Vaters  namens  B._______  aus 
Z._______/Benin  zu  Besuch gekommen sei  und ihn  mit  nach Benin 
genommen habe, von wo aus er in die Schweiz gereist sei (vgl. zum 
Ganzen act. A1/9, S. 6),

dass er  andererseits während derselben Anhörung zu Protokoll  gab, 
seine Mutter sei vom Scharia-Gericht zum Tode verurteilt und die Stra-
fe vollzogen worden,

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dass er zusammen mit einigen Freunden den Sohn des Scharia-Ver-
antwortlichen umgebracht habe,

dass  ihn  der  Scharia-Verantwortliche  deshalb  habe  suchen  lassen, 
weshalb er geflohen und auf den besagten Freund seines Vaters ge-
stossen sei (act. A1/9, S. 5),

dass er an der direkten Anhörung vom 18. Juni 2009 hingegen geltend 
machte, seine Mutter sei etwa im April 2006 durch das Scharia-Gericht 
hingerichtet worden (vgl. act. A27/10, S. 4),

dass er  daraufhin  an der  Tötung des einzigen Sohnes des Scharia-
Verantwortlichen beteiligt gewesen sei und unmittelbar nach dieser Tat 
sein  Heimatdorf  verlassen  habe  und  nach  X._______  gegangen  sei 
(vgl. act. A27/10, S. 6),

dass er im Jahre 2008 nach Z._______/Benin zu einem Freund seines 
Vaters namens C._______ gegangen sei (vgl. act. A27/10, S. 4 und 7),

dass  er  anlässlich  der  Direktanhörung  ausserdem angab,  sich  nicht 
mehr daran erinnern zu können, wann sein Vater gestorben sei, er sei 
auf jeden Fall noch klein gewesen (vgl. act. A27/10, S. 7),

dass sich diese verschiedenen Darlegungen seiner Vorbringen derart 
widersprechen, dass sie dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden 
können, und auf diverse weitere Widersprüche gar nicht mehr einge-
gangen werden muss,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers darüber hinaus auch auf-
grund der fehlenden Realkennzeichen als haltlos zu werten sind,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  offenkundig 
nicht erfüllt,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

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dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Nigeria droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 

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der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass das  BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesetz des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass der Antrag, dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechts-
pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren, zufolge Aussichtslo-
sigkeit der Beschwerde abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Telefax und Kurier)
- (kantonale Behörde)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

Versand:>

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