# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c2a7f19-e432-5163-852c-649dfc5ff4d8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-09-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 20.09.2005 ZF 2004 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-21_2005-09-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19./20. September 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 21

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Sutter-Ambühl, Riesen-Bienz, Vital und Hubert 
Aktuar Blöchlinger

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In der zivilrechtlichen Berufung

der A .  A G , Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch den Liquidator, 
Rechtsanwalt Dr. iur. Romano Kunz, Postfach 627, Ottoplatz 19, 7001 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 12. Dezember 2003, mitgeteilt am 4. 
März 2004, in Sachen des B., Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Brüesch, Werkstrasse 2, 7000 Chur, gegen die 
Beklagte und Berufungsklägerin, 

betreffend Forderung und Arrestprosequierung,

hat sich ergeben:

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A.1. Am 13./15. August 1991 schlossen B. und C. einen Konsortialver-
trag, worin sie die Gründung der einfachen Gesellschaft C. und B. vereinbarten. 
Zweck der Gesellschaft war, die in Q. gelegenen Grundstücke "Y." und "X." ge-
meinsam zu erwerben, zu überbauen, in Stockwerkeigentum aufzuteilen und 
anschliessend die erstellten Eigentumswohnungen zu verkaufen oder allenfalls 
zu vermieten. Während C. mit der Geschäftsführung und der Vertretung der ein-
fachen Gesellschaft gegenüber Dritten betraut wurde, verpflichtete sich B. zur 
Finanzierung des Erwerbs der Grundstücke und der beiden Projekte "Y." und 
"X." durch Gewährung eines zinslosen Darlehens von Fr. 3'510'000.--. 

2. Am 17./22. Juni 1992 schlossen die einfache Gesellschaft C. und 
B. und die A. AG im Zusammenhang mit den Projekten Residenz "X." und Re-
sidenz "Y." einen provisorischen Werkvertrag für Zimmerarbeiten/Balkongelän-
der (BKP-Nr. 214) ab. Im Werkvertrag wurde die Auftragssumme auf Fr. 
550'000.-- geschätzt und eine Vorauszahlung für Material von Fr. 165'000.-- ver-
einbart. Als ungefährer Arbeitsbeginn wurde für das Projekt "X." der 1. Novem-
ber 1992 und für das Projekt "Y." der 1. November 1993 vereinbart. Vertreten 
wurde die A. AG durch den Verwaltungsratspräsidenten E.. C. unterzeichnete 
namens der einfachen Gesellschaft C. und B.. Gleichzeitig war C. zum damali-
gen Zeitpunkt auch einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der A. AG.

3. Auf Grundlage dieses Werkvertrags erteilte C. der F.-Bank am 17. 
Juni 1992 den Auftrag, zu Lasten des Baukreditkontos der einfachen Gesell-
schaft C. und B. (CB 030.110.800) einen Betrag von Fr. 165'000.-- zugunsten 
der A. AG an die G.-Bank zu überweisen. 

4. Am 15./29. September 1992 schloss die einfache Gesellschaft C. 
und B., vertreten durch C., mit der H.-AG einen Werkvertrag für Zimmerarbeiten 
(BKP-Nr. 214) für das Projekt "X." ab. Am 21./29. September 1992 vereinbarten 
diese Parteien einen weiteren Werkvertrag (BKP-Nr. 214.4) betreffend die Er-
stellung der Balkongeländer für das Projekt "X.". 

5. In der Folge führte die H.-AG die vereinbarten Arbeiten am Projekt 
"X." aus und der Werklohn wurde ihr von der einfachen Gesellschaft entrichtet.

B.1. Das von der einfachen Gesellschaft C. und B. in Angriff genom-
mene Projekt in Q. erwies sich als riskantes Spekulationsunterfangen. Die Woh-
nungen konnten nicht verkauft werden und die einfache Gesellschaft realisierte 
erhebliche Verluste. 

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2. Am 15. Juni 1994 teilte C. I., dem Sohn von B., mit, dass sich durch 
den schleppenden Verkauf der Wohnungen "X." - der Wohnungen der Überbau-
ung X. - zwei Probleme eingestellt hätten. Unter dem Titel "1. Baukredit und 
Zinsen" führte C. in seinem Schreiben wörtlich folgendes aus: 

"Die Rückzahlung des Baukredites verzögert sich auf unbestimmte Zeit. 
Die Zinslast schmälert, je länger je mehr, den Gewinn. Die Zahlung der 
Zinsen erfordert zusätzliches Eigenkapital. Bei der am 31.3.94 fälligen 
Zinszahlung in Höhe von Fr. 165'344.60 bin ich wie folgt verfahren: 
Gemäss den bei ihnen befindlichen Unterlagen hatte ich Arbeiten von 
Handwerkern für mich privat in Höhe von Fr. 192'404.-- über X. abge-
rechnet. Aus steuerlichen Gründen hätte dies eine Verringerung des Ge-
samtgewinns bedeutet und wäre von meinem Gewinn abzuziehen ge-
wesen. Wegen der erforderlichen Zinszahlung am 31.3.94 habe ich nun 
diese, meine privaten Schulden an die Gesellschaft C. und B. zurückge-
zahlt, jedoch nicht direkt auf das Baukonto, sondern auf ein Anderkonto 
bei der Ersparnisanstalt U.. Von dem dortigen Guthaben wurden dann 
die Zinsen an den Baukredit bezahlt. Dieser Umweg wurde von mir des-
halb gewählt, um die Zinszahlung der Bank gegenüber als Einlage von 
Eigenkapital ansehen zu lassen."

3. Am 23. August 1994 teilte C. I. unter Hinweis auf ein zuvor geführ-
tes Gespräch und sein Schreiben vom 15. Juni 1994 mit, dass er sich in Sachen 
Verrechnung der von ihm geleisteten Zahlungen auf das Konto der Gesellschaft 
ausdrücklich auch die allfällige Verrechnung mit seinen anderen Verpflichtun-
gen vorbehalten würde, als derjenigen mit den für ihn erfolgten privaten Arbei-
ten. Kurz darauf verfasste und unterzeichnete C. eine auf den 25. August 1994 
datierte Aktennotiz (KB 30) mit folgendem Wortlaut:

"AKTENNOTIZ

betreffend die Anrechnung der Zahlung von Fr. 165'344.60 in das Konto 
der F.-Bank Chur Nr. CB 030.110.800 der Gesellschaft C. und B., Val. 
11.4.1994 an die Schuld der A. AG gegenüber der Gesellschaft C. und 
B..

Die A. AG schuldet der Gesellschaft C. und B. den Kapitalbetrag von Fr. 
165'000.-- als mit Valuta 18.6.1992 empfangene Vorleistung aus nach-
träglich dahingefallenem Werkvertrag mit der Ges. C. und B..

C. schuldet der Gesellschaft C. und B. aus privat bezogenen Leistungen 
von Handwerkern, welche an die Ges. C. und B. fakturiert wurden, ca. 
Fr. 190'000.--, vorbehaltlich der Überprüfung noch einiger Rechnungen.

C. hat eigene Mittel bei dem unter seinem Namen errichteten Treuhand-
konto für die Ges. C. und B. Nr. 9544/00.03 bei der Ersparnisanstalt U. 
in Höhe von Fr. 217'404.-- geäufnet und davon mit Valuta vom 11.4.1994 
den Teilbetrag von Fr. 165'344.60 an die F.-Bank überwiesen zur Tilgung 
von Zinsschulden der Ges. C. und B. bei der F.-Bank.

Die an dieser Transaktion beteiligten Parteien, nämlich die Ges. C. und 
B., vertreten durch den Unterzeichneten als einzelzeichnungsberechtig-

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ten Geschäftsführer, die A. AG, vertreten durch den Unterzeichneten als 
einzelzeichnungsberechtigtes VR-Mitglied, sowie C. persönlich, kom-
men hiermit überein, dass die besagte Zahlung als Teilrückzahlung der 
A. AG an die Ges. C. und B. zu qualifizieren und bei den drei beteiligten 
Parteien entsprechend zu verbuchen ist. "

4. Am 30. August 1994 verfasste C. eine weitere Aktennotiz "zum Ei-
gengebrauch". Darin hielt er fest, dass er es in Anbetracht der angespannten 
Kontosituation für richtig halte, den Betrag von Fr. 165'000.-- aus dem Werkver-
trag A. AG - jetzt noch auf "Y." lastend - zurückzuzahlen, das heisst mit der 
Zahlung der Zinsen an die F.-Bank vom 5. Mai 1994 zu verrechnen, zumal die 
beiden Beträge gleich hoch seien. Mithin schulde er nur noch die Privatarbeiten, 
die mit Guthaben verrechnet würden.

5. Mit Schreiben vom 10. Dezember 1994 liess B. C. mitteilen, dass 
er ihm die Vollmacht, für die einfache Gesellschaft zu handeln, sofort entziehe. 
Weiter - so B. - werde geprüft, inwiefern C. eine Verantwortung am finanziellen 
Debakel treffe und wie er dafür ins Recht gefasst werden könne. Am 23. De-
zember 1994 kündigte B. den zwischen ihm und C. geschlossenen Konsortial-
vertrag mit sofortiger Wirkung.

C.1. Im Jahre 1995 wurde gegen C. im Zusammenhang mit der Über-
bauung in Q. ein Strafverfahren eröffnet. Das Kantonsgericht Graubünden ver-
urteilte ihn mit Urteil vom 28./29. Juni 1999, mitgeteilt am 9. November 1999, 
wegen mehrfacher Veruntreuung, mehrfacher Urkundenfälschung und unge-
treuer Geschäftsführung zu 12 Monaten Gefängnis. Der Vollzug der Strafe 
wurde unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben.

2.a) Am 15. September 1995 erhob B. sodann vor dem gemäss Kon-
sortialvertrag zuständigen Einzelschiedsgericht Klage auf Auflösung und Liqui-
dierung der einfachen Gesellschaft sowie Klage gegen C. auf Bezahlung von 
Fr. 4'934'032.15. 

b) Am 27. März 2000, mitgeteilt am 9. Oktober 2000, stellte der 
Schiedsrichter die Auflösung der einfachen Gesellschaft rückwirkend per 1. Ja-
nuar 1995 fest. B. wurde als Liquidator der einfachen Gesellschaft eingesetzt 
und ermächtigt, alle ihm gut scheinenden Rechtshandlungen zur Geltendma-
chung von Forderungen im Namen und zugunsten der einfachen Gesellschaft 
C. und B. vorzunehmen, unter Vorbehalt der Rechenschaftspflicht an das Ein-
zelschiedsgericht. B. wurde insbesondere ermächtigt, unter Rechenschaftsab-

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lage an das Einzelschiedsgericht sämtliche Forderungen der einfachen Gesell-
schaft C. und B. gegenüber Dritten einzuziehen bzw. einzutreiben.

c) Mit Beschluss vom 3. Mai 2002 wurde B. vom Einzelschiedsrichter 
unter anderem ermächtigt, die als "Darlehen an die A. AG" bezeichnete Forde-
rung der einfachen Gesellschaft über Fr. 165'000.-- öffentlich zu versteigern. Bei 
der daraufhin am 14. Juni 2002 durch das Kreisamt Q. durchgeführten öffentli-
chen Versteigerung wurde die vorerwähnte Forderung von B. ersteigert. 

d) Mit Beschluss vom 22. April 2005 verpflichtete der Einzelschieds-
richter C., B. Fr. 3'087'900.25 sowie auf dem Teilbetrag von Fr. 152'591.45 vom 
15. September 1995 bis 14. Juni 2004 (recte: 2002) sowie auf dem Teilbetrag 
von Fr. 2'935'308.80 seit dem 15. September 1995 5% Zins zu bezahlen. 

3. Parallel zum Strafverfahren und dem schiedsgerichtlichen Ver-
fahren ging B. zur Durchsetzung seiner Forderungen auf schuldbetreibungs- 
und konkursrechtlichem Weg gegen die A. AG vor. 

a) So stellte er unter anderem am 4. April 1996 beim Bezirksgericht 
Lugano den Antrag, es seien die Vermögenswerte der A. AG, insbesondere die 
Parzellen Nr. 1085 und 1086 in M., zu verarrestieren. Diesem Begehren ent-
sprach das Bezirksgericht Lugano am 5. April 1996. In diesem Verfahren berief 
sich B. darauf, dass die dem Arrest zugrunde liegenden Forderungen ihm per-
sönlich zustünden. Am 22. April 1996 erhob die A. AG Arrestaufhebungsklage, 
welche vom Bezirksgericht Lugano mit Urteil vom 12. September 1997 abgewie-
sen wurde. Dieser Entscheid wurde von der zweiten Zivilkammer des Tessiner 
Appellationsgerichts mit Urteil vom 18. Februar 1998 bestätigt.

b) Am 18. September 1997 machte B. beim Vermittleramt des Krei-
ses Chur seine Arrestprosequierungsklage anhängig. Nach erfolgloser Sühne-
verhandlung reichte er die Klage am 1. Dezember 1997 beim Bezirksgericht 
Plessur ein. Dieses wies die Klage mit Urteil vom 17. August 1999, mitgeteilt am 
11. Oktober 1999, mangels Aktivlegitimation auf Seiten von B. ab. Dieser zog 
das Urteil ans Kantonsgericht weiter, welches seine Berufung am 15. Februar 
2000, mitgeteilt am 31. Mai 2000, gleichsam abwies. Gegen dieses Urteil erhob 
B. staatsrechtliche Beschwerde und Berufung an das Bundesgericht. Mit Urteil 
vom 6. Oktober 2000 wies das Bundesgericht die Berufung ab. Ebenfalls mit 
Urteil vom 6. Oktober 2000 trat es auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht ein. 

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c) Der Arrest über die Liegenschaft im Tessin wurde nach Kenntnis 
dieses letztinstanzlichen Urteils am 16. Oktober 2000 durch das Betreibungs-
amt Lugano beseitigt.

d) Der zwischenzeitlich durch das Einzelschiedsgericht zum Li-
quidator der einfachen Gesellschaft ernannte B. hatte indessen - nun im Namen 
der einfachen Gesellschaft bzw. dem Namen beider ihr angehörenden Perso-
nen - am 11. Oktober 2000 erneut ein Arrestbegehren mit reduzierter Arrestfor-
derung anhängig gemacht. Am 11. Oktober 2000 bewilligte der Pretore del Dis-
tritto die Lugano gestützt auf Art. 271 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG den Arrest. Am 4. 
April 2001 leistete die A. AG für die arrestierten Vermögenswerte Sicherheit im 
Sinne von Art. 277 SchKG mittels einer Bankgarantie in der Gesamthöhe von 
Fr. 410'000.--. Die gegen den Arrestbefehl erhobene Einsprache der A. AG 
wurde in erster Instanz abgewiesen. Dieser Entscheid wurde von der Camera 
di esecuzione e fallimenti del Tribunale d'appello mit Urteil vom 3. Juli 2002 
bestätigt. Die dagegen erhobene staatsrechtliche Beschwerde der Beklagten 
wurde mit Urteil vom 28. Oktober 2002 abgewiesen.

e) Am 30. Juni 2000 wurde die Liquidation der A. AG beschlossen 
und Rechtsanwalt Dr. Romano Kunz als Liquidator eingesetzt. Am 5. März 2001 
wurde die Villa N. von der A. AG für Fr. 1'800'000.-- an ein Ehepaar verkauft.

D.1. Am 17. Juli 2002 machte B. die vorliegende Klage beim Kreisamt 
Chur anhängig. Nach ergebnislos verlaufener Vermittlungsverhandlung vom 5. 
September 2002 bezog er am 9. September 2002 den Leitschein mit folgenden 
Rechtsbegehren: 

Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 165'000.-- zu zah-
len, zuzüglich Zinsen und Kommissionsersatz von mindestens 5% 
seit dem 22. Juni 1992.

2. Es sei in der Betreibung Nr. 02/B/1853 des Betreibungsamtes Chur 
der Rechtsvorschlag für obengenannten Betrag zu beseitigen.

3. Es sei in der Betreibung Nr. 910144 des Betreibungsamtes Lugano 
der Rechtsvorschlag für obengenannten Betrag zu beseitigen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.

Beklagtisches Rechtsbegehren:

1. Abweisung der Klage.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.

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2. Am 27. September 2002 reichte B. seine Prozesseingabe beim 
Bezirksgericht Plessur ein. Zur Begründung seiner Klage liess er im Wesentli-
chen ausführen, der A. AG seien gestützt auf den mit der einfachen Gesellschaft 
abgeschlossenen Werkvertrag Fr. 165'000.-- für angebliche Materialbeschaffun-
gen überwiesen worden. Tatsächlich seien solche Materialbeschaffungen we-
der beabsichtigt gewesen, noch tatsächlich erfolgt. Die Beklagte habe dringend 
Gelder für das von ihr betriebene "Projekt R." benötigt und die Mittelbeschaffung 
über die einfache Gesellschaft C. und B. sei einfach gewesen, da C. gleichzeitig 
Verwaltungsrat der Beklagten und alleiniger Geschäftsführer der einfachen Ge-
sellschaft C. und B. gewesen sei. Die Fr. 165'000.-- seien in der Folge von der 
Beklagten zur Finanzierung einer Wohnung in R. verwendet worden. Entspre-
chend sei der Betrag denn auch nicht als Vorauszahlung für einen ihr erteilten 
Auftrag, sondern als Gutschrift auf dem persönlichen Kontokorrent ihres Verwal-
tungsrats verbucht worden. Ein halbes Jahr später sei die H. AG mit denselben 
Arbeiten für das Projekt "X." beauftragt worden. Eine Rückzahlung der Fr. 
165'000.-- sei nicht erfolgt. Die Behauptung der Beklagten, der Betrag sei auf 
das Projekt "Y." übertragen worden, sei nur vorgeschoben worden. Erst als das 
Bauprojekt "Y." nicht mehr realisierbar gewesen sei, seien die Fr. 165'000.-- als 
Schuld der Beklagten gegenüber der Gesellschaft ausgewiesen worden. So 
habe C. in seiner für die Beklagte ausgestellten Aktennotiz vom 25. August 1994 
festgehalten, dass die A. AG der einfachen Gesellschaft Fr. 165'000.-- als mit 
Valuta 18.6.1992 empfangene Vorleistung aus nachträglich dahingefallenem 
Werkvertrag schulde. In der Folge habe C. eine am 11. April 1994 erbrachte 
Zahlung von Fr. 192'404.-- als Rückzahlung der an die Beklagte überwiesenen 
Fr. 165'000.-- dargestellt. Tatsächlich sei die Zahlung vom 11. April 1994 jedoch 
von C. bereits vollständig zur Rückzahlung von privaten Schulden gegenüber 
der einfachen Gesellschaft verwendet worden. C. sei es nur noch darum gegan-
gen, das an seine Ehefrau und die Beklagte abgetretene Vermögen zu schüt-
zen, indem er versucht habe, einen für die einfache Gesellschaft nachteiligen 
Schuldnertausch vorzunehmen. 

3. In ihrer Prozessantwort vom 9. Dezember 2002 stellte die A. AG 
das Begehren, auf die Klage sei nicht einzutreten, eventualiter sei diese abzu-
weisen. Zur Begründung wurde vorgebracht, dass die Beklagte mit der einfa-
chen Gesellschaft C. und B. entweder als Unternehmerin oder als Generalun-
ternehmerin Werkverträge abgeschlossen habe. Diese Werkverträge seien aus 
Gründen, welche ausschliesslich die einfache Gesellschaft - und innerhalb die-
ser der Kläger - zu vertreten habe, unerfüllt geblieben und letztendlich widerru-

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fen worden. Die geltend gemachte Rückforderung von Fr. 165'000.-- sei verjährt. 
Das Kantonsgericht habe sich im Übrigen im Strafverfahren gegen C. einlässlich 
mit dieser Forderung auseinandergesetzt. Das Gericht sei zur Feststellung ge-
langt, dass C. mit der Zahlung von Fr. 165'344.-- zu Lasten seines eigenen Kon-
tos bei der Ersparnisanstalt U. und zu Gunsten des Kontos der einfachen Ge-
sellschaft die Kapitalschuld der A. AG in Höhe von Fr. 165'000.-- getilgt habe. 
Der für sich selbst handelnde C. sei - so das Urteil - selbstverständlich frei ge-
wesen zu entscheiden, in welcher Weise er seine Einlage habe verwenden wol-
len. Ein verbotenes Selbstkontrahieren habe nicht vorgelegen, seien doch die 
Interessen der A. AG, für welche C. eine Schuld getilgt habe, und jene der Bau-
gesellschaft, welche das Geld erhalten habe, parallel verlaufen. Auf Anraten von 
E. habe es die A. AG sogar für richtig erachtet, der einfachen Gesellschaft auch 
noch Zinsen bis zur Rückzahlung des Betrags von Fr. 165'344.-- zu vergüten. 
Dies sei alles andere als selbstverständlich, wenn das Vertragsverhältnis letzt-
lich aus Gründen, welche allein der Bauherr zu vertreten habe, untergegangen 
sei. Der A. AG stehe diesbezüglich ein Anspruch auf volle Schadloshaltung im 
Sinne von Art. 377 OR zu. Bei einer Vertragssumme von Fr. 550'000.-- und einer 
Gewinnmarge von 15% belaufe sich dieser Anspruch auf Fr. 82'500.--. Dieser 
Gewinn werde geltend gemacht, soweit er allfälligen Forderungen des Klägers 
verrechnungsweise gegenübergestellt werden könne. 

E.1. Mit Urteil vom 12. Dezember 2003, mitgeteilt am 4. März 2004, er-
kannte das Bezirksgericht Plessur:

1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 165'000.-- zuzüglich 
Zins zu 5% seit dem 22. Juni 1992 zu bezahlen.

2. Das Gesuch um Beseitigung des Rechtsvorschlages in der Betrei-
bung Nr. 02/B/1853 des Betreibungsamtes Chur wird abgewiesen.

3. Das Gesuch um Beseitigung des Rechtsvorschlages in der Betrei-
bung Nr. 910144 des Betreibungsamtes Lugano wird abgewiesen.

4. Die Kosten des Kreisamtes Chur von Fr. 310.-- sowie die Kosten 
des Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 11'840.-- (Gerichtsgebühren 
Fr. 8'500.--, Barauslagen Fr. 40.-, Streitwertzuschlag Fr. 3'300.--) 
gehen zu Lasten der Beklagten. Zudem hat die Beklagte den Klä-
ger ausseramtlich mit Fr. 26'053.20 (inkl. MwSt) zu entschädigen.

5. (Mitteilung). 

2. Gegen dieses Urteil liess die A. AG am 25. März 2004 Berufung 
an das Kantonsgericht Graubünden erheben, wobei folgende Anträge gestellt 
wurden:

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1. Die Ziffern 1 und 4 des Dispositives des angefochtenen Urteiles 
seien aufzuheben.

2. Die Klage sei abzuweisen.

3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers und Beru-
fungsbeklagten für beide Instanzen.

Verfahrensantrag:

Eventuell sei die in der Prozessantwortschrift beantragte und im Beiur-
teil des Bezirksgerichtsausschusses vom 02.05.2003 abgelehnte Exper-
tise über die Höhe des GU-Gewinnes aus dem Generalunternehmerver-
trag vom Juni 1992 (BB 10) einzuholen.

3. Mit Verfügung vom 5. April 2004 ordnete das 
Kantonsgerichtspräsidium das schriftliche Verfahren nach Art. 224 Abs. 2 ZPO 
an. 

4. Am 16. Juni 2004 reichte die Berufungsklägerin innert erstreckter 
Frist ihre schriftliche Berufungsbegründung ein. 

5. Der Berufungsbeklagte stellte und begründete in seiner 
Berufungsantwort vom 7. Juli 2004 folgende Anträge:

Rechtsbegehren

Die Berufung der Beklagten und Berufungsklägerin sei abzuweisen;

Das Urteil der Vorinstanz vom 12. Dezember 2003 sei zu bestätigen;

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Instanzen, zuzüglich 
MwSt, zu Lasten der Beklagten und Berufungsklägerin

und folgendem

verfahrensrechtlichem Antrag:

Der Antrag der Beklagten und Berufungsklägerin auf Anordnung und 
Einholung einer Expertise über die Höhe des angeblichen Gewinnes aus 
dem Generalunternehmervertrag vom 23. Juni 1992 sei abzuweisen. 

6. Mit Verfügung vom 22. April 2005 ordnete das 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden eine mündliche Hauptverhandlung an, 
wobei der Rechtstag auf Montag, 19. September 2005 angesetzt wurde. Die-
selbe Verfügung erging auch in den beiden anderen, von den Parteien beim 
Kantonsgericht anhängig gemachten und ebenfalls im Zusammenhang mit der 
Überbauung in Q. stehenden Berufungsverfahren ZF 04 1 und ZF 04 70.

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7. Am 6. Juni 2005 stellte der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin 
dem Kantonsgerichtspräsidium Graubünden den Beschluss des Einzelschieds-
gerichts B./C. vom 22. April 2005 betreffend innere Liquidation der einfachen 
Gesellschaft zu. Mit Schreiben vom 15. Juni 2005 bestätigte das Kantonsge-
richtspräsidium den beiden Rechtsvertretern den Eingang des Beschlusses 
samt Begleitschreiben der Berufungsklägerin, wobei es darauf hinwies, dass die 
Parteien anlässlich der Hauptverhandlung Gelegenheit erhalten würden, sich 
zur Zulässigkeit der Einlagen zu äussern. 

8.a) An der Hauptverhandlung vor der Zivilkammer des Kantonsge-
richts Graubünden vom 19. September 2005 waren die beiden Rechtsvertreter 
der Parteien anwesend. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung 
der Zivilkammer des Kantonsgerichts wurden keine Einwände erhoben, so dass 
das Gericht als legitimiert erklärt werden konnte. Neue, nicht bereits in den Be-
rufungsanträgen aufgeführte Beweisanträge wurden nicht gestellt. Gegen die 
Einlage des Beschlusses des Einzelschiedsgerichts B./C. vom 22. April 2005 
wurde seitens des Berufungsbeklagten nicht opponiert. Hingegen stellte der be-
rufungsbeklagtische Anwalt den Antrag, es sei das zusammen mit dem Be-
schluss eingelegte Begleitschreiben der Berufungsklägerin nicht zu den Akten 
zu nehmen. 

b) In seinem Plädoyer hielt der Rechtsvertreter der A. AG an den Be-
rufungsanträgen fest. Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten beantragte 
in seinem Vortrag die kostenfällige Abweisung der Berufung. Beide Parteiver-
treter gaben schriftliche Ausfertigungen ihrer mündlichen Vorträge zu den Akten 
(Art. 51 Abs. 1 lit. b OG). Es folgte die Replik der Berufungsklägerin und die 
Duplik des Berufungsbeklagten. 

c) Auf die schriftliche und mündliche Begründung der Parteianträge 
und die Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, nach-
folgend eingegangen. 

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Der Rechtsvertreter der A. AG hat im Berufungsverfahren neu den 
Beschluss des Einzelschiedsgerichts vom 22. April 2005 eingelegt. Da der Be-
rufungsbeklagte dagegen keine Einwände erhob, ist der Beschluss zu den Ak-
ten zu nehmen. Anders verhält es sich hingegen in Bezug auf das vom beru-

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fungsklägerischen Rechtsvertreter verfasste Begleitschreiben. Dieses beinhal-
tet ein nach Abschluss des Schriftenwechsels und damit verspätetes Parteivor-
bringen, gegen das sich die Gegenpartei zur Wehr gesetzt hat und folglich ge-
stützt auf Art. 226 Abs. 1 ZPO nicht zu berücksichtigen ist. Allerdings erscheint 
dies kaum von Belang. Der Berufungsklägerin stand es - nachdem der Beru-
fungsbeklagte gegen die Einlage des Beschlusses nicht opponierte - frei, sich 
anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung zur Relevanz des Ak-
tenstücks zu äussern. 

2. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid in Würdigung der 
gesamten Umstände zum Schluss, dass die Parteien in Form eines Aufhe-
bungsvertrags die Aufhebung ihres Werkvertrags vom 17./22. Juni 1992 ver-
einbart hätten und die Beklagte insofern auch verpflichtet sei, den Betrag von 
Fr. 165'000.-- als mit Valuta vom 18. Juni 1992 empfangene Vorleistung aus 
nachträglich dahingefallenem Vertrag der einfachen Gesellschaft zurückzuer-
statten. 

Die Beklagte macht geltend, die vorinstanzliche Feststellung, die Ver-
tragsparteien hätten einen Aufhebungsvertrag nach Art. 115 OR vereinbart, sei 
willkürlich. Hierfür würden die Akten überhaupt keinen Anhaltspunkt liefern und 
nicht einmal der Kläger habe solches in den Rechtsschriften behauptet. Viel-
mehr habe er den Werkvertrag mit der A. AG als „fingiert", die Vorauszahlung 
als „blosse Vorspiegelung", das Geschäft als lediglich „vorgeschoben" bezeich-
net. Es widerspreche schon alleine den Prinzipien der dem Kläger obliegenden 
Behauptungslast, wenn die Vorinstanz auf einen Sachverhalt abstelle, der von 
keiner Partei jemals releviert worden sei. Die Vorinstanz berufe sich auf die ge-
samten Umstände, ohne diese näher zu erörtern. Die Erklärung von C. werde 
von der Vorinstanz nur soweit wiedergegeben, wie seine Aussage auf einen 
Aufhebungsvertrag schliessen lasse. So habe C. in der von der Vorinstanz zi-
tierten Erklärung ganz klar ausgeführt, die A. AG habe, als die H.-AG mit dem-
selben Werkvertrag bedacht worden sei, dies beim Projekt „X." akzeptiert, weil 
ihr Subunternehmer ausgefallen sei und die H.-AG günstiger offeriert habe. Sie 
- die A. AG - habe sich aber auf das Projekt „Y.", das ebenfalls Vertragsge-
genstand bildete, festgelegt. Dieses Projekt habe dann aber überhaupt nicht re-
alisiert werden können, weil B. die einfache Gesellschaft am 23. Dezember 1994 
aus wichtigem Grund fristlos aufgekündigt habe, die einfache Gesellschaft dar-
aufhin als Bauherrin per 1. Januar 1995 in Liquidation getreten und die Liegen-
schaft „Y." am 27. Juli 1995 verkauft worden sei. Mit dem Scheitern der einfa-

12

chen Gesellschaft C. und B. sei für die A. AG die Erfüllung ihrer vertraglichen 
Verpflichtungen aus dem Werkvertrag ohne ihr Verschulden im Sinne von Art. 
378 OR bzw. Art. 119 Abs. 2 OR unmöglich geworden. Der Werkvertrag sei aus 
diesem Grunde erloschen. Wohl hafte die A. AG gestützt auf Art. 119 Abs. 2 OR 
für die Vorauszahlung von Fr. 165'000.-- als bereits empfangene Gegenleistung. 
Dem Rückforderungsanspruch der einfachen Gesellschaft stehe jedoch der An-
spruch der A. AG auf das positive Vertragsinteresse gestützt auf Art. 378 Abs. 
2 OR verrechnungsweise entgegen. Der entgangene Gewinn könne durch 
Schätzung aufgrund von Erfahrungszahlen oder durch Expertise ermittelt wer-
den. 

3. Unbestritten ist, dass die einfache Gesellschaft C. und B. und die 
Beklagte im Jahre 1992 einen rechtsgültigen provisorischen Werkvertrag für 
Zimmerarbeiten/Balkongeländer BKP-Nr. 214 für die Projekte "X." und "Y." ab-
schlossen (KB 17). Die Vertragssumme belief sich demgemäss auf ca. Fr. 
550'000.--, wobei eine Vorauszahlung von Fr. 165'000.-- für Material vereinbart 
wurde. Unterzeichnet wurde dieser Vertrag für die einfache Gesellschaft am 1. 
Juni 1992 durch die Architektengemeinschaft J./W., am 13. Juni 1992 / 22. Juni 
1992 für die A. AG durch E., am 17. Juni 1992 für die einfache Baugesellschaft 
C. und B. durch C., und ebenfalls am 17. Juni 1992 durch W. als Planer und J. 
als Bauleiter. Am 23. Juni 1992 unterzeichnete C. namens der A. AG - dies in 
der Funktion als einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat - und namens der 
einfachen Gesellschaft C. und B. - hier als Geschäftsführer - eine "GU-Werkver-
trag-Globalpreis-Vereinbarung". Darin wurde unter Hinweis auf den provisori-
schen Werkvertrag vom 1. Juni 1992 ein Werkpreis von Fr. 550'000.-- als Glo-
balpreis vereinbart. Ausserdem wurde festgehalten, dass die vereinbarte An-
zahlung für Materialkosten beim ersten zur Ausführung gelangenden Bau ver-
rechnet werde. Tatsache ist sodann, dass die einfache Gesellschaft C. und B. 
die F.-Bank am 17. Juni 1992 (KB 15) anwies, Fr. 165'000.-- als "Vorauszahlung 
für Material" auf das Konto der Beklagten bei der G.-Bank zu überweisen. In der 
Folge schloss die einfache Gesellschaft C. und B., vertreten durch C., am 
15./29. September 1992 mit der H.-AG einen weiteren Werkvertrag für Zimmer-
arbeiten BKP-Nr. 214 für das Projekt "X." ab. Für diese Arbeiten wurden der H.-
AG von der einfachen Gesellschaft Fr. 135'000.-- als Vorauszahlung überwie-
sen. 

a) Erstellt ist, dass C., der sowohl Vertretungsbefugnisse als einzel-
zeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der A. AG wie auch als Geschäftsführer 

13

der einfachen Gesellschaft hatte, in einer Aktennotiz auf einem Papier, welches 
sowohl die Firma der einfachen Gesellschaft als auch der A. AG trägt, festhielt, 
die A. AG schulde der Gesellschaft C. und B. Fr. 165'000.-- als "mit Valuta 
18.6.92 empfangene Vorleistung aus nachträglich dahingefallenem Werkvertrag 
mit der Ges. C. und B." (vgl. KB act. 30). Diese Erklärung ist bereits Beweis 
genug dafür, dass die A. AG und die einfache Gesellschaft C. und B. überein-
gekommen waren, den zwischen ihnen abgeschlossenen Werkvertrag aufzuhe-
ben. Eine solche Auflösung war - wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat - 
ohne weiteres durch einen formlos abgeschlossenen Aufhebungsvertrag mög-
lich (vgl. Rainer Gonzenbach, Basler Kommentar zum OR, N. 2 ff. zu Art. 115 
OR mit Hinweisen; von Thur / Escher, Allgemeiner Teil des Schweizerischen 
Obligationenrechts, zweiter Band, 1974, S. 165). 

b) Als zusätzlicher Beleg für das Dahinfallen des Vertrags ist der Um-
stand aufzufassen, dass C. am 30. August 1994 in einer weiteren Aktennotiz 
(KB act. 46) erklärte, er halte es angesichts der angespannten Kontosituation 
für richtig, den Betrag von Fr. 165'000.-- aus dem Werkvertrag A. AG zurückzu-
zahlen bzw. mit seiner Zahlung zu verrechnen. Zwar spricht C. in dieser Notiz 
nicht explizit von einem dahingefallenen Werkvertrag. Ausserdem bezeichnet er 
den Betrag ausdrücklich als "jetzt noch auf Y. lastend". Tatsächlich kam Letzte-
res indes - wie noch darzulegen sein wird - buchhalterisch nicht zum Ausdruck. 
Ausschlaggebend ist, dass C. mit dem erklärten Willen, den Betrag vollumfäng-
lich zurückzuzahlen, sich erneut auf den Standpunkt stellte, dass diese Zahlung 
an die A. AG ihren Sinn verloren hatte. Dies konnte jedoch nur dann der Fall 
sein, wenn er als Vertreter der A. AG wie auch als solcher der einfachen Gesell-
schaft von einem dahingefallenen Werkvertrag ausging. Die A. AG hatte jeden-
falls - wenn sie, wie später behauptet wurde - tatsächlich am Werkvertrag hätte 
festhalten und ihren Gewinnanteil hätte realisieren wollen, kein Interesse an ei-
ner vollumfänglichen Rückzahlung an die in Schieflage geratene einfache Ge-
sellschaft. 

c) Wohl trifft es schliesslich zu, dass C. später in dem gegen ihn eröff-
neten Strafverfahren angab (vgl. KB act. 70), der Betrag von Fr. 165'000.-- sei 
auf das Projekt "Y." umgebucht worden und noch später - im Schiedsverfahren 
(KB act. 71) - erklärte, die A. AG habe lediglich auf die Arbeiten am Projekt "X." 
verzichtet, am Auftrag "Y." indessen festgehalten und erst, als das Projekt "Y." 
nicht zur Ausführung gelangt sei, habe die A. AG aus Mitteln von privaten Bar-
einlagen, die er - C. - geleistet habe, die Fr. 165'000.-- zurückbezahlt. Wie je-

14

doch bereits dargelegt wurde, wollte C. bereits mit seiner Erklärung vom 25. 
bzw. 30 August 1994 die Forderung der einfachen Gesellschaft gegenüber der 
A. AG in Höhe von Fr. 165'000.-- durch Verrechnung mit von ihm persönlich 
gegenüber der einfachen Gesellschaft zustehenden Forderungen begleichen. 
Zu jenem Zeitpunkt war die einfache Gesellschaft noch nicht in Liquidation. Die 
Nichtrealisierung des Projekts Y. und der Verkauf des betreffenden Grundstücks 
wurde lediglich für den "worst case" vorbehalten. Tatsächlich erfolgte der Ver-
kauf des Grundstücks "Y." dann erst im Juli 1995. Entsprechend lässt sich im 
Zusammenhang mit dem nachträglich geltend gemachten Zeitpunkt der Rück-
zahlung auch nicht darauf schliessen, die A. AG habe am Vertrag festgehalten. 

d) Gegenteiliges ergibt sich auch nicht - wie die Beklagte geltend 
macht - aus der behaupteten Umbuchung. Die besagten Fr. 165'000.-- wurden 
per 31. Dezember 1992 bei der A. AG nicht unter den Passiven, sondern als 
Zahlung der Baugesellschaft C. und B. an C. auf dessen persönlichem Konto-
korrent verbucht (vgl. KB act. 22). Und in der Baubuchhaltung/Kostenkontrolle 
blieben die Fr. 165'000.-- auch im Jahre 1993 noch als Zahlung für das Projekt 
"X." aufgeführt. Dies, obwohl letztlich die H.-AG die Arbeiten ausführte und hier 
ebenfalls eine - in der Kostenkontrolle aber gar nicht erst vermerkte - Voraus-
zahlung von Fr. 135'000.-- geleistet wurde. In der Zusammenstellung des Pro-
jekts "Y." erscheint demgegenüber wohl der Betrag von Fr. 165'000.--. Dies 
allerdings nicht als Zahlung, sondern als offene Vergabesumme, wobei die A. 
AG nicht einmal Erwähnung fand. Auch in der Zusammenstellung der 
Kostensituation nach Auftraggebern des Projekts "Y." per 26. August 1994 figu-
riert der Betrag nicht als geleistete Zahlung. O. erklärte denn auch als Zeuge, er 
sei sich sicher, dass keine Übertragung auf das Projekt "Y." erfolgt sei. 

e) Tatsache ist sodann, dass sich die Parteien bis zur Liquidation der 
einfachen Gesellschaft nie gegenseitig angehalten haben, den Abmachungen 
gemäss provisorischem Werkvertrag nachzukommen. Schliesslich wies die A. 
AG in ihrer Buchhaltung zugunsten der einfachen Gesellschaft per 31. Dezem-
ber 1994 einen Zins von Fr. 14'873.40 auf den Betrag von Fr. 165'000.-- aus. Es 
mag zutreffen, dass diese Zinszahlung erst auf Intervention von E. erfolgte und 
C. - wie P., der die Buchhaltung für die A. AG erstellte, als Zeuge erklärte - 
zuerst Bedenken äusserte, bevor auch er der Zahlung zustimmte. Dies ändert 
indes nichts daran, dass die Anerkennung dieser Zinspflicht das Dahinfallen des 
Vertrags bestätigt. Zudem war es auch E., der die Verträge für die A. AG ur-
sprünglich unterzeichnete; anerkannte er die Fr. 165'000.-- als Schuld gegen-

15

über der einfachen Gesellschaft, ist das gleichermassen wie die von C. gemach-
ten Erklärungen als Beweis für die Aufhebung der Vereinbarung zu würdigen. 
Dass C. demgegenüber zuerst Bedenken äusserte, scheint klar, nachdem sei-
tens von B. bereits im September 1994 erste Zweifel bezüglich der Rechtmäs-
sigkeit solcher Vorauszahlungen für Materiallieferungen geäussert wurden. 

f) Auch der im Berufungsverfahren geäusserte Vorhalt der Beklag-
ten, der Schluss auf einen Aufhebungsvertrag lasse völlig unbeachtet, dass die 
A. AG schlicht kein Motiv gehabt habe, so grundlos auf die Wahrung ihrer In-
teressen zu verzichten, verfängt nicht. Die A. AG machte in ihrer Prozessant-
wort selbst geltend, dass C. sie "im Wissen und Einverständnis von B. im Inter-
esse der einfachen Gesellschaft in Einzelfällen gezielt einsetzte, wo immer es 
als opportun erschien". So gibt C. - offensichtlich als Beleg für diese Tätigkeit im 
Interesse der einfachen Gesellschaft - denn auch vor, die A. AG habe auf die 
Arbeiten am Projekt "X." verzichtet, da der vorgesehene Subunternehmer aus-
gefallen sei und die H.-AG eine günstigere Offerte eingereicht habe. Wenn die 
A. AG aber nur zum Wohle der einfachen Gesellschaft eingesetzt worden und 
tätig gewesen sein will und deshalb auch auf die Arbeiten am Projekt "X." ver-
zichtet haben will, kann sie wohl nicht gleichzeitig behaupten, im Übrigen sei 
aber klar gewesen, dass sie nur ihre Interessen zu wahren habe und beim Pro-
jekt "Y." eine Gewinnmarge von 15% - dies sogar auf die ganze Vertragssumme 
von Fr. 550'000.-- - einstreichen dürfe. Wohl trifft es schliesslich zu, dass C. B. 
die vorerwähnten Verträge zustellte und dieser folglich auch Kenntnis über die 
beiden Vorauszahlungen haben musste. Dies ändert indes nichts am Umstand, 
dass es selbstverständlich nicht im Interesse der einfachen Gesellschaft war, 
gestützt auf zwei Verträge über dieselben Arbeiten zwei Vorauszahlungen zu 
leisten und C. als Verwaltungsrat der Beklagten und Geschäftsführer der einfa-
chen Gesellschaft allen Grund hatte, im Namen beider den ersten Vertrag als 
aufgehoben zu erklären und die Sache zu bereinigen. 

g) Schliesslich lässt sich auch nicht behaupten, die Vorinstanz habe 
in Verletzung der Verhandlungsmaxime auf einen Sachverhalt abgestellt, der 
von den Parteien gar nicht vorgetragen wurde. Der Kläger wies in seiner Pro-
zesseingabe ausdrücklich darauf hin, dass C. für die Beklagte am 25. August 
1994 erklärt habe, die A. AG schulde der einfachen Gesellschaft C. und B. den 
Kapitalbetrag von Fr. 165'000.-- als empfangene Vorleistung aus nachträglich 
dahingefallenem Vertrag. Unter Ziffer III, Rechtliches, führte er anschliessend 
aus, gestützt auf diese schriftliche Anerkennung schulde die Beklagte dem Klä-

16

ger die Rückzahlung von Fr. 165'000.--. Damit wurden die in der Sache wesent-
lichen Behauptungen vorgetragen. 

Soweit die Berufungsklägerin geltend macht, die Vorinstanz habe zu Un-
recht auf das Vorliegen eines Aufhebungsvertrags geschlossen, ist ihr demnach 
nicht zu folgen. 

4.a) Wurde der Werkvertrag zwischen der A. AG und der einfachen Ge-
sellschaft C. und B. in gegenseitiger Übereinkunft aufgehoben, hat die A. AG 
auch keinen Anspruch auf volle Schadloshaltung wegen Rücktritt des Bestellers 
(Art. 377 OR). Ebenso wenig wurde im Rahmen des Aufhebungsvertrags 
eine Entschädigung vereinbart. Wie aus der Erklärung von C. vom 25. August 
1994 folgt, resultierte aus der Aufhebung einzig die Pflicht der A. AG zur Rück-
zahlung der als Vorauszahlung erhaltenen Fr. 165'000.--. Wäre er anderer Auf-
fassung gewesen, hätte er dies erwähnt und auch davon abgesehen, gegenüber 
der ganzen Forderung die Verrechnung zu erklären. Auch in der Folge war 
während laufender Partnerschaft nie von einer solchen Entschädigung oder Ge-
winnbeteiligung die Rede. 

b) Dass die Parteien weder im Zusammenhang mit dem Aufhebungs-
vertrag eine Entschädigung der A. AG vereinbart haben und im Übrigen auch 
im Falle des Rücktritts des Bestellers vom Vertrag kein Gewinnanteil geschuldet 
gewesen wäre, ergibt sich auch aus weiteren Umständen. Der zwischen den 
Parteien abgeschlossene Werkvertrag wurde als provisorisch bezeichnet und 
als Vertragssumme wurde ein Circa-Betrag genannt. Änderungen - und damit 
auch eine Aufhebung oder der Rücktritt - blieben damit vorbehalten, was nicht 
auf ein Entschädigungs- oder Gewinnanteilsrecht bei Dahinfallen oder Rücktritt 
spricht. Von vornherein klar war aber insbesondere, dass die Überbauung in 
Etappen erfolgen sollte und die Inangriffnahme des Projekts "Y." den Erfolg des 
ersten Projekts voraussetzte, da nur dann überhaupt mit einem Baukredit für 
das zweite Projekt zu rechnen war (BB act. 31). Die einfache Gesellschaft hatte 
damit eigentlich überhaupt keinen Grund, sich definitiv in einem Werkvertrag 
gegenüber der A. AG für beide Etappen zu verpflichten. Noch viel weniger hatte 
sie jedoch Grund, sich in einer ausdrücklich als "provisorisch" bezeichneten Ver-
einbarung in einer Weise zu verpflichten, die sie im Falle der Nichtausführung 
der zweiten Etappe zu einer Entschädigungsleistung oder gar Schadloshaltung 
nach Art. 377 OR verpflichtet hätte. Das wusste auch die A. AG über ihren ein-
zelzeichnungsberechtigten Verwaltungsrat C., der ja - wenn er wirklich, wie er 

17

vorgibt, in Bezug auf dieses Vertragswerk redlich handelte - als einfacher Ge-
sellschafter auch persönlich kein Interesse haben konnte, dass es zu solchen 
unnötigen Zahlungen kam. Schliesslich stand auch von Anfang an fest, dass die 
A. AG die Arbeiten nicht selbst ausführen würde. Wie sich nachgerade bei den 
Arbeiten für das Projekt "X." zeigte, erlaubte dies eine kurzfristige Änderung in 
der Vergabe. Die A. AG ging damit kein Risiko ein, das eine Entschädigung oder 
Schadloshaltung gerechtfertigt hätte. Dies alles spricht dafür, dass die Parteien 
für den Fall der Aufhebung bzw. des Rücktritts eine Entschädigung bzw. Schad-
loshaltung ausschlossen. Entsprechend erübrigt sich auch die von der Beru-
fungsklägerin anbegehrte Expertise zur Ermittlung über die Höhe des angebli-
chen GU-Gewinns. 

5. Unbestritten ist, dass C. mit Vergütungsauftrag vom 17. März 1994 
von seinem Konto bei der F.-Bank Fr. 192'404.- auf ein Anderkonto bei der Er-
sparnisanstalt U. überweisen liess. Belegt ist sodann der Zweck, den C. dieser 
Zahlung beimass. Wie aus dem Schreiben vom 15. Juni 1994 (KB act. 31) folgt, 
beglich C. mit ihr Schulden, die er gegenüber der einfachen Gesellschaft C. und 
B. hatte. Diese Schuld entstand durch Zahlungen an Handwerker, welche Leis-
tungen für C. privat erbracht hatten, und dieser über den der einfachen Gesell-
schaft C. und B. eingeräumten Baukredit bezahlen liess. Den auf das Ander-
konto geflossenen Betrag benutzte er in der Folge zur Begleichung von Ver-
pflichtungen der einfachen Gesellschaft C. und B.. So gab er der Ersparnisan-
stalt U. am 6. April 1994 den Auftrag, auf das Konto der einfachen Gesellschaft 
bei der F.-Bank Fr. 165'344.60 zu überweisen. Dieser Betrag wurde am 11. April 
1994 als Zinszahlung an die F.-Bank abgebucht (KB act. 23 S. 13). Im Weiteren 
beauftragte C. die Ersparnisanstalt U. am 10. April 1994, Fr. 22'317.40 an die 
Stadt Q. zu zahlen. Mit diesem Betrag wurden die Kosten des ARA-Anschlusses 
beglichen (KB 38). Weitere Fr. 22'281.95 wurden vom besagten Konto für die 
Bezahlung des Hypothekarzinses für das Bauland "Y." sowie zur Vergütung der 
Gebäudeversicherung verwendet (KB 41 und 43). 

a) Ausgehend von diesem Sachverhalt gelangte die Vorinstanz in zu-
treffender, im Berufungsverfahren an sich nicht bestrittener rechtlicher Würdi-
gung zur Feststellung, C. habe durch seine Erklärung vom 15. Juni 1994 seine 
Schuld gegenüber der einfachen Gesellschaft C. und B. in Höhe von Fr. 
192'404.-- mit seiner durch Begleichung von Verpflichtungen der einfachen Ge-
sellschaft entstandenen Forderung von insgesamt Fr. 187'662.-- rechtsgültig zur 
Verrechnung gebracht. Statt einer eigenen Begründung kann in diesem Zusam-

18

menhang auf die Erwägungen in Ziff. 5 b) des vorinstanzlichen Urteils verwie-
sen werden (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Die Verrechnung als Gestaltungsgeschäft ist 
bedingungsfeindlich und unwiderruflich. Mit der Erklärung, die er auch seinem 
Geschäftspartner B. zur Kenntnis brachte, trat die Verrechnungswirkung ein und 
die Verrechnungsforderung, mithin die Forderung von C., ging als kleinere For-
derung vollumfänglich unter, während sich die Hauptforderung, das heisst die 
Forderung der einfachen Gesellschaft gegenüber C., um die Höhe der Verrech-
nungsforderung verringerte. Eine weitere Verrechnung mit derselben eigenen 
Forderung von C. war somit ausgeschlossen. 

b) Folglich konnte C. mit seiner Erklärung vom 25. August 1994, in 
welcher er - handelnd für die A. AG, die einfache Gesellschaft und sich persön-
lich - festhielt, die Parteien seien übereingekommen, dass seine persönliche 
Zahlung in Höhe von Fr. 165'344.60 zur Tilgung von Zinsschulden der Gesell-
schaft C. und B. als Teilrückzahlung der A. AG an die Gesellschaft C. und B. zu 
qualifizieren bzw. zu verbuchen sei, um anschliessend in der Aktennotiz vom 
30. August 1994 die Verrechnung zu erklären, auch keine Verrechnungswirkung 
mehr herbeiführen. Damit C. eine entsprechende Wirkung hätte erzielen kön-
nen, hätte die ursprüngliche Rechtslage vor der Verrechnung wiederhergestellt 
werden müssen. Dafür reicht es indes nicht aus, sich darauf zu einigen, dass 
die Wirkung der erklärten Verrechnung als beseitigt zu gelten habe. Vielmehr 
müssen die durch Verrechnung erloschenen Obligationen vertraglich neu be-
gründet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2001 4C.19/2001 
E. 4.c). Mehr als eine Erklärung auf Beseitigung der Verrechnungswirkung 
enthält die Aktennotiz vom 25. August 1994 jedoch nicht. So hätte die Neube-
gründung der früheren Obligation seitens von C. unter anderem auch die er-
neute tatsächliche Verwendung eigener Mittel zugunsten der Gesellschaft vor-
ausgesetzt. Solches hat C. gestützt auf die Erklärung vom 25. August 1994 aber 
mit Sicherheit nicht getan. Entsprechend lässt sich auch nicht behaupten, C. 
habe eine Forderung begründet, die mit Erklärung vom 25. August 1994 an die 
A. AG hätte abgetreten werden können. 

c) Darüber hinaus ist die Erklärung vom 25. August 1994 in Bezug 
auf die Neubegründung von gegenseitigen Forderungen schon allein deshalb 
unbeachtlich, weil ein unzulässiges Selbstkontrahieren vorliegt. Es konnte 
schon grundsätzlich nicht im Interesse der einfachen Gesellschaft sein, eine be-
reits getilgte Forderung wieder aufleben zu lassen. Schliesslich räumte C. an-
lässlich der Besprechung vom 25. August 1994, die der Erklärung vorausging, 

19

ein, dass er über keine liquiden Mittel verfüge, um allfällige Einschüsse in die 
zwischenzeitlich in finanzielle Schwierigkeiten geratene einfache Gesellschaft 
zu leisten. Er steckte wegen seiner persönlichen Bauprojekte zugegebenermas-
sen in argen finanziellen Geldnöten (Plädoyer der Berufungsklägerin S. 2), 
während die Beklagte per Ende 1994 über Nettoaktiven in Höhe von Fr. 
412'269.69 verfügte (KB act. 56). Mit der Vereinbarung wäre demnach ein of-
fensichtlich zu Lasten der einfachen Gesellschaft gehender Schuldnerwechsel 
verbunden gewesen. Daran hatte die Gesellschaft sicherlich kein Interesse und 
entsprechend war ein Selbstkontrahieren ausgeschlossen. 

Auch war C. von der einfachen Gesellschaft nicht zum Vertragsschluss 
mit sich selbst besonders ermächtigt worden. Gemäss Konsortialvertrag wurde 
C. nur die Vertretung des Konsortiums gegenüber Dritten erlaubt (vgl. KB act. 8 
Ziff. 3.2.). Dies schloss die Vertretung in Geschäften mit sich selbst aus. Eben-
sowenig wurde das Geschäft von B. als zweitem Gesellschafter nachträglich 
genehmigt. Die beiden ausdrücklich als Aktennotizen bezeichneten Erklärungen 
wurden B. nicht zugestellt. Solches wurde weder behauptet noch bewiesen. 
Wohl teilte C. bereits am 23. August 1994 dem Sohn von B. unter Hinweis auf 
ein Gespräch und seinen Brief vom 15. Juni 1994 mit, dass er sich - je nach 
Entwicklung der finanziellen Situation der Gesellschaft - vorbehalte, seine Zah-
lung mit anderen Verpflichtungen als denjenigen, die aus den privat für ihn er-
brachten Arbeiten herrührten, zu verrechnen (vgl. BB act. 10e). B. hat sich mit 
diesem Vorbehalt jedoch nie ausdrücklich einverstanden erklärt, noch kann aus 
seinem Schweigen auf ein solches Einverständnis geschlossen werden. Dies 
schon allein deshalb nicht, weil im besagten Schreiben unklar blieb, welche an-
dere Verrechnung sich C. vorbehalten wollte. Darüber hinaus war im besagten 
Schreiben nur von einer anderen Verrechnung, nicht aber von einem vorange-
henden Schuldnerwechsel die Rede. Zusammenfassend ist demnach davon 
auszugehen, dass C. keine Forderung gegenüber der einfachen Gesellschaft C. 
und B. hatte, die er an die A. AG hätte abtreten können und Letztere hatte damit 
auch keine entsprechende Forderung, die sie mit ihrer Schuld in Höhe von Fr. 
165'000.-- gegenüber der einfachen Gesellschaft hätte verrechnen können. 
Diese Forderung blieb vielmehr bestehen, wurde in der Folge anlässlich der öf-
fentlichen Versteigerung vom 14. Juni 2002 B. zugeschlagen (KB act. 59 und 
60) und alsdann von ihm im vorliegenden Verfahren zu Recht eingeklagt. 

6. Die Berufungsklägerin wendet gegen diese rechtliche Würdigung 
ein, das Kantonsgericht von Graubünden habe in seinem Strafurteil vom 28./29. 

20

Juni 1999 (KB act. 12 S. 13 f. und S. 37-41) festgestellt, dass die vorliegend zu 
beurteilende Forderung gegen die A. AG durch eine von C. getätigte Rückzah-
lung getilgt worden sei. Es bestehe kein Grund, von dieser Rechtsauffassung 
abzuweichen, zumal der Zivilrichter als Folge der Zweckmässigkeit nicht grund-
los von den Tatsachenfeststellungen im Strafprozess abgehen solle. Aus dem 
Blickwinkel der Gerechtigkeit gehe es nicht an, C. strafrechtlich zu belangen und 
zu verurteilen, weil er seine privaten Schulden gegenüber der einfachen Gesell-
schaft nicht getilgt habe, zivilrechtlich jedoch diese privaten Schulden eben doch 
als getilgt zu beurteilen und dafür die A. AG zur Rückzahlung zu verpflichten. 
Werde die private Schuld von C. vorliegend als getilgt angesehen, sei dieser 
vom Kantonsgericht zu Unrecht verurteilt worden. Dann aber müsse die A. AG 
als Folge davon auch keine Rückzahlung vornehmen, da ja C. ihre Schuld (statt 
seiner) getilgt habe. 

a) Zutreffend ist, dass das Kantonsgericht Graubünden C. der Ver-
untreuung im Sinne von aArt. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig sprach. Dies aber 
nicht - wie die Beklagte vorgibt - deshalb, weil er Gelder der einfachen Gesell-
schaft für eigene Belange verwendet und ihr nicht zurückbezahlt hat. Einzuste-
hen hatte C. dafür, dass er für ihn persönlich erbrachte Handwerkerleistungen 
über den der Gesellschaft eingeräumten Baukredit abrechnen liess und dadurch 
der von der F.-Bank gewährte Baukredit im Umfang der vertragswidrig erwirkten 
Auszahlungen vorübergehend gefährdet war. Verurteilt wurde er mit anderen 
Worten für ein Delikt zum Nachteil der F.-Bank und nicht für ein solches zum 
Nachteil der einfachen Gesellschaft, deren Forderung gegenüber der A. AG sich 
der Kläger abtreten liess und die vorliegend zu beurteilen ist. Schon allein des-
halb lässt sich nicht behaupten, die Vorinstanz und die Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts stellten sich, indem sie davon ausgehen, dass C. mit seiner ersten 
Verrechnungserklärung seine persönlichen Schulden und nicht jene der A. AG 
gegenüber der einfachen Gesellschaft beglichen habe, in Widerspruch zum 
Strafurteil. 

b) Insbesondere aber fällt bei genauer Durchsicht des Strafurteils 
auf, dass die Strafkammer des Kantonsgerichts in ihrem Urteil wohl darauf hin-
wies, dass C. zuerst erklärte, die von ihm geleistete Zahlung für Zinsen werde 
mit den zu Lasten des Baukontos bezahlten Rechnungen für Arbeiten an priva-
ten Bauobjekten verrechnet. Am 25. August 1994 habe sich C. - so das Gericht 
- dann entschlossen, seine Zinszahlung statt dessen namens der A. AG für die 
Rückzahlung der von dieser empfangenen Vorauszahlung zu verwenden. Das 

21

Verhältnis, in dem die Erklärungen zu einander stehen, wurde aber in der Folge 
gar nicht weiter analysiert. Vielmehr ging das Gericht einfach von zwei Zahlun-
gen aus. So hielt das Gericht im Zusammenhang mit der vorerwähnten Verur-
teilung wegen Veruntreuung zum Nachteil der F.-Bank fest (S. 21 Mitte und S. 
22 1. Absatz), das Argument, das Geld für private Handwerkerleistungen sei 
zurückgezahlt worden, verfange nicht. Dies sei zwar im Jahre 1994 tatsächlich 
geschehen, ändere aber nichts daran, dass in der Zwischenzeit der Kredit der 
Bank im Umfang der für private Arbeiten ausbezahlten Beträge gefährdet gewe-
sen sei, was zur Begründung eines Schadens ausreiche. Mit dieser Erwägung 
bejahte das Gericht offensichtlich den Eintritt der Verrechnung gestützt auf die 
erste Verrechnungserklärung von C.. Im Zusammenhang mit der von C. auf-
grund der zwischen der A. AG und der einfachen Gesellschaft abgeschlossenen 
Verträge veranlassten Vorauszahlung von Fr. 165'000.-- hatte das Gericht dann 
den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsführung zu beurteilen. Von diesem 
Vorwurf sprach das Gericht C. frei. Dabei wies das Gericht abschliessend auf 
zwei andere Verträge hin, gestützt auf welche ebenfalls Vorauszahlungen ge-
leistet wurden und hielt fest, dass es überdies stossend und schwer verständlich 
wäre, wenn "in den beiden genannten Fällen, in denen es zu keinen Rückerstat-
tungen der Vorauszahlungen kam und in denen folglich die Baugesellschaft C. 
und B. tatsächlich einen Schaden erlitten hat, das Strafverfahren eingestellt 
wurde, im Falle der A. AG hingegen, in welchem die Baugesellschaft durch Ver-
rechnung mit Schulden gegenüber dem Angeklagten die Vorauszahlung wert-
mässig einschliesslich Zinsen wieder zurückerhalten hat, ein Schuldspruch er-
folgen würde." Demnach ging das Gericht offenbar davon aus, dass auch mit 
der zweiten Verrechnungserklärung eine Schuldentilgung verbunden war. Dass 
mit den Erklärungen vom 15. Juni bzw. 25. August 1994 jedoch nicht zwei Rück-
zahlungen verbunden sein können, ist unbestritten. Die im Strafurteil gemachten 
Feststellungen beruhen letztlich auf einem offensichtlichen Versehen, was den 
Zivilrichter nicht binden kann (vgl. dazu auch BGE 125 III 410 f.). Dies umso 
weniger, als sich schlicht nicht behaupten lässt, die Ergebnisse des Zivil- und 
Strafurteils stünden in einem Widerspruch, der dem Prinzip von Recht und Bil-
ligkeit nicht standhalten würde. Abgesehen davon betrifft das Strafurteil nicht die 
A. AG, sondern C. persönlich, so dass eine Bindungswirkung schon allein des-
halb zu verneinen ist. 

c) Ebenso wenig lässt sich behaupten, das Schiedsurteil und das vor-
liegende Urteil stünden in einem Widerspruch, der es verbieten würde, die A. 
AG zur Bezahlung der Fr. 165'000.-- zu verpflichten. Das Schiedsgericht hat 

22

einen Schadenersatzanspruch von B. gegenüber C. für die Vorauszahlung an 
die A. AG verneint. Dies mit der Begründung, die Überweisung sei nicht gesell-
schaftswidrig gewesen. Diesbezüglich ging es somit nur um die Haftung von C. 
persönlich. Dass die A. AG vorliegend gestützt auf den mit der einfachen Ge-
sellschaft vereinbarten Aufhebungsvertrag zu einer Rückzahlung der Fr. 
165'000.-- verpflichtet wird, steht dieser schiedsgerichtlichen Feststellung offen-
sichtlich nicht entgegen. Alsdann gilt darauf hinzuweisen, dass Feststellungen 
über die Wirkung von Verrechnungserklärungen nicht den Sachverhalt selbst 
betreffen, sondern auf einer rechtlichen Würdigung beruhen. An die rechtliche 
Würdigung - ob diese nun in einem Straf- oder Schiedsurteil erfolgte - ist der 
Richter in einem nachfolgenden ordentlichen Zivilverfahren, in dem sich nicht 
dieselben Parteien in derselben Sache gegenüberstehen, in jedem Fall nicht 
gebunden. Auch die Einwände, welche die A. AG aus bereits ergangenen Urtei-
len erhebt, erweisen sich demnach als unbegründet. 

7. Nicht durchzudringen vermag die Berufungsklägerin mit ihrer Ein-
rede der Verjährung. Diesbezüglich kann - statt eigener Erwägungen - gänzlich 
auf die Ausführungen der Vorinstanz in Ziffer 7 (S. 16-19) verwiesen werden Art. 
229 Abs. 3 ZPO). 

8.a) Der vom Kläger geltend gemachte Zins auf den Betrag von Fr. 
165'000.-- wird von der A. AG im Berufungsverfahren dem Grundsatze nach 
nicht mehr bestritten. Sie führt in der schriftlichen Berufungsbegründung indes 
aus, einen Zinsanspruch habe der Kläger erst von jenem Zeitpunkt an, in wel-
chem der Betrag erstmals im Namen der Gesellschaft geltend gemacht worden 
sei. Solange die Vorleistung für einen gültigen, erfüllbaren Werkvertrag erbracht 
worden sei, werde auf jeden Fall kein Zins geschuldet. Erfüllbar sei der Vertrag 
bis zum Verkauf des Grundstücks "Y." im Juli 1995 gewesen. Eine Rückforde-
rung durch die einfache Gesellschaft C. und B. sei erstmals mit Zahlungsbefehl 
vom 24. Oktober 2000 verlangt worden. 

b) Mit ihren Behauptungen setzt sich die Beklagte in Widerspruch mit 
ihren früheren Bekundungen. So ging sie selbst davon aus, dass die ursprüng-
lich der Baugesellschaft und anschliessend dem Kläger zustehende Forderung 
aus Werkvertrag ab Erhalt der Zahlung zu verzinsen ist. Dies ergibt sich einer-
seits aus der Aussage von P., der für die Buchhaltung der A. AG besorgt war 
und - als Auskunftsperson im Strafverfahren gegen C. befragt - angab, E. habe 
darauf gedrängt, dass der Betrag von Fr. 165'000.-- verzinst und der Baugesell-

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schaft C. und B. überwiesen werde. C. sei - nach anfänglichen Bedenken - damit 
einverstanden gewesen. In der Folge wies C. denn auch darauf hin (vgl. KB act. 
70), dass der Betrag für die Jahre 1992 bis 1994 ordnungemäss zu Gunsten der 
Baugesellschaft verzinst wurde. Tatsächlich wurde auf dem entsprechenden 
Kontoblatt der A. AG-Buchhaltung per 31. Dezember 1994 für die betreffenden 
Jahre ein Zins von jeweils 5% ausgewiesen (BB act. 10e). Auch in seiner Er-
klärung namens der A. AG vom 1. Februar 1995 hielt C. fest, dass auf die Rück-
zahlung aus Werkvertrag in Höhe von Fr. 165'000.-- für die Jahre 1991 bis 1994 
ein Zins in Höhe von Fr. 14'873.40 geschuldet sei. Damit bestätigte er letztlich 
die zuvor vom Verwaltungsratspräsidenten E. bereits anerkannte Verzinsungs-
pflicht. Daraus folgt wiederum, dass nach Auffassung der A. AG für die erhaltene 
Zahlung von Fr. 165'000.-- sowohl in ihrer Eigenschaft als am 22. Juni 1992 
erhaltene Vorleistung aus Werkvertrag wie auch als gestützt auf den Aufhe-
bungsvertrag rückerstattungspflichtige vertragliche Leistung ein Zins geschuldet 
ist. Denn das Anerkenntnis betraf beide Zeiträume und nachdem C. gleichzeitig 
auch die Baugesellschaft vertrat, darf ohne weiteres davon ausgegangen wer-
den, dass die Zinspflicht letztlich auf einer zwischen der A. AG und der Bau-
gesellschaft geschlossenen vertraglichen Vereinbarung beruht. Ausgewiesen 
ist schliesslich, dass die Rückzahlung der vom Kläger ersteigerten Forderung in 
Höhe von Fr. 165'000.-- bis heute nicht erfolgt ist. Entsprechend hat ihm die 
Vorinstanz auch zu Recht den zusätzlich geschuldeten Zins von 5% ab dem 22. 
Juni 1992 zugesprochen. 

9. Schliesslich erhebt die A. AG die Einrede der Verrechnung mit Ge-
genforderungen aus Arrestschadenersatz. Vorweg soll - so die Berufungskläge-
rin - ihr Schadenersatzanspruch aus arrestbedingtem Wertverlust der Villa N. in 
M. zur Verrechnung kommen. 

a) In der Prozessantwort erklärte die A. AG die Verrechnung mit ihrer 
Arrest-Schadenersatzforderung, die gleichzeitig vor Bezirksgericht Plessur un-
ter der Proz.-Nr. 2001/1019 zur Beurteilung anstand. Auch in jenem Verfahren 
hat das Bezirksgericht Plessur in der Folge ein Urteil erlassen, gegen das B. die 
Berufung und die A. AG die Anschlussberufung erhoben haben. Auch diese 
Klage gelangte am 19. September 2005 zur Beurteilung (ZF 04 1). Gegenstand 
der Arrestschadensklage der A. AG bildeten die Folgekosten, die nach Behaup-
tung der A. AG durch den Nichtverkauf der Villa N. entstanden, sowie den ver-
lorenen Ertrag aus dem Mehrerlös, den die A. AG eigenen Angaben zufolge 
erzielt hätte, wenn sie die Liegenschaft hätte verkaufen können. Nicht Gegen-

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stand des Prozesses bildete hingegen ein Schadenersatzanspruch der A. AG 
für den behaupteten Wertverlust der Liegenschaft. Dafür behielt sie sich ein 
Nachklagerecht vor. Brachte die A. AG in ihrer Prozessantwort lediglich die im 
Verfahren ZF 04 1 (Verfahren vor Bezirksgericht Plessur Proz.-Nr. 2001/1019) 
zu beurteilenden Ansprüche zur Verrechnung, kann sie im Berufungsverfahren 
nur diese Verrechnungsmöglichkeit geltend machen. Ausgeschlossen ist hinge-
gen, dass eine neue Forderung zur Verrechnung gebracht wird. Bereits aus die-
sem Grund wäre der im Berufungsverfahren geltend gemachten Verrechnung 
nicht Folge zu leisten. 

b) Darüber hinaus hat die Zivilkammer des Kantonsgerichts im Ver-
fahren ZF 04 1 die Berufung von B. teilweise gutgeheissen und die Klage der A. 
AG auf Leistung von Arrestschadenersatz vollumfänglich abgewiesen. Das Ge-
richt gelangte zur Feststellung, dass der Kausalzusammenhang zwischen dem 
von B. widerrechtlich gelegten Arrest und einem allfälligen Schaden durch ein 
schweres Selbstverschulden der A. AG unterbrochen wurde. Alsdann verneinte 
es auch einen arrestbedingten Schaden. Dabei hatte das Gericht die Frage zu 
beantworten, ob der Arrest überhaupt den Verkauf der Liegenschaft verunmög-
licht hat. Dies wurde verneint. Es kann an dieser Stelle auf die diesbezüglichen 
Erwägungen der Zivilkammer in ZF 04 1 S. 12-36 verwiesen werden. Entspre-
chend steht der A. AG gegenüber B. weder eine verrechenbare Forderung aus 
Schadenersatz für die geltend gemachten Folgekosten noch für den angebli-
chen Wertverlust der Liegenschaft, für den die A. AG ein Nachklagerecht vor-
behalten hat, zu. 

10. Zusammenfassend ist die Berufung vollumfänglich abzuweisen. 
Damit bleibt es auch bei der vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolge 
gemäss Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils, welche nur für den Fall der Gut-
heissung des Rechtsmittels angefochten wurde.

11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beru-
fungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 8'000.-- (Art. 5 lit. 
a des Kostentarifs im Zivilverfahren, KT, BR 320.075) und den Schreibgebühren 
(Art. 8 KT) von Fr. 405.--, total somit Fr. 8'405.--, zu Lasten der Berufungskläge-
rin (Art. 122 Abs. 1 ZPO). Überdies hat sie den Berufungsbeklagten ausser-
amtlich zu entschädigen (Art. 122 Abs. 3 ZPO). Unter Berücksichtigung des not-
wendigen prozessualen Aufwands und des Normalansatzes gemäss Honorar-

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ordnung des Anwaltsverbandes erscheint eine Entschädigung von Fr. 2'000.-- 
inklusive Mehrwertsteuer angemessen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 8'000.-- und Schreibgebühren von Fr. 405.--, total somit Fr. 8'405.--
, gehen zu Lasten der Berufungsklägerin, die zudem den Berufungsbe-
klagten ausseramtlich mit Fr. 2'000.-- inklusive Mehrwertsteuer zu ent-
schädigen hat.

3. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar