# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0167a14e-d0f7-50be-baae-8878d2227590
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2009 D-6081/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6081-2009_2009-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6081/2009/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli,
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11. September 2009 /
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6081/2009

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 6. August 2009 ohne Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  er  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  B._______  am  13. 
August 2009 einer Erstbefragung unterzogen und am 27. August 2009 
nach Art. 29 Abs. 1 AsylG angehört wurde,

dass er dabei unter anderem angab, er sei nigerianischer Staatsange-
höriger,  habe  immer  in  X._______,  (...),  gewohnt  und  sei  dort  als 
Chauffeur tätig gewesen,

dass er nach dem Tod seines Vaters Ende Dezember 2007 den Vor-
schlag seines Onkels väterlicherseits, der Gruppierung der MEND bei-
zutreten, abgelehnt habe, 

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dass sein Onkel am 15. Mai 2009 beziehungsweise 16. Mai 2009 das 
Haus seines Vaters verkauft,  darin Waffen versteckt und ihn bei  den 
Behörden denunziert habe,

dass  er  verhaftet  worden sei,  indessen auf  dem Transport  zum Ge-
fängnis wegen einer Fahrzeugpanne habe flüchten können,

dass  er  in  der  Folge  nach  Y._______  gereist  sei,  wo  er  Zuflucht  in 
einer Kirche gefunden habe,

dass der dortige Pastor ihn nach Z._______ gefahren habe und er von 
dort nach Europa gelangt sei,

dass für weitere Einzelheiten auf die angefochtene Verfügung und die 
vorinstanzlichen Akten verwiesen werden kann (vgl. Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass der Beschwerdeführer trotz Aufforderung im Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum B._______ keine Identitätspapiere  einreichte  mit  der 
Begründung, er habe nie Identitätspapiere benötigt und könne nieman-
den im Heimatstaat kontaktieren (vgl. A4, S. 3 und 4),

dass das BFM mit  - am 17. September 2009 eröffnetem  - Entscheid 
vom 11. September 2009 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 
dessen Wegweisung anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar 
und möglich erachtete,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. September 2009 an 
das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid  sinngemäss 
Beschwerde erhob  und dabei  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter 
anderem um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG ersuchte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

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dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde mit nach-
folgenden  Vorbehalten  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie 
Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist,  wobei  auf  die Erwägungen in  der  angefochtenen Verfü-
gung verwiesen werden kann,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde, 

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-
ten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass das Bundesamt offensichtlich zu Recht zum Schluss gelangt ist, 
der  Beschwerdeführer  mache  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das 
versäumte Einreichen von Identitätsdokumenten geltend, 

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dass der Beschwerdeführer nämlich,  wie erwähnt,  trotz Aufforderung 
im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  B._______  bis  zum  jetzigen 
Zeitpunkt  keine  Identitätsdokumente  eingereicht  hat  mit  der 
Begründung,  er  habe  nie  Identitätspapiere  benötigt  und  könne 
niemanden im Heimatstaat kontaktieren (vgl. A4, S. 3 und 4),

dass im Weiteren auch die Schilderungen des Beschwerdeführers zu 
seinem Reiseweg auffallend realitätsfremd und unsubstanziiert ausge-
fallen sind und der Beschwerdeführer bis zum jetzigen Zeitpunkt offen-
sichtlich keine Anstrengungen unternommen hat, Identitätsdokumente 
nachzureichen, 

dass hierzu auf die zutreffenden Erwägungen des Bundesamtes ver-
wiesen werden kann, zumal  sich die Entgegnungen in einer Wieder-
holung der bereits im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens geltend 
gemachten Vorbringen und in blossen Behauptungen erschöpfen,

dass das Bundesamt im Weiteren zu Recht und mit zutreffender Be-
gründung die Vorbringen, von seinem Onkel bei den Behörden denun-
ziert und wegen Waffenbesitz verhaftet worden zu sein, als offensicht-
lich nicht glaubhaft erachtet hat, 

dass  hinsichtlich  näherer  Begründung  zur  Vermeidung  von  Wieder-
holungen auf die zu bestätigenden Erwägungen in der angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden kann, zumal in der Beschwerdeschrift auf 
die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen nicht  näher  einge-
gangen wird,

dass daher keine Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 AsylG not-
wendig erscheinen,

dass  das  Bundesamt  somit  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass, befindet sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer fremdenpo-
lizeilichen  Aufenthaltsbewilligung,  die  Anordnung  einer  Wegweisung 
die gesetzliche Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügt 
und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, wes-
halb die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang 

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mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist  (vgl. 
Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht  zumutbar,  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von  Ausländern  regelt 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass das BFM den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers 
als zulässig, zumutbar und möglich im Sinne von Art. 83 AuG erachtet 
hat,

dass diesbezüglich weder angesichts der allgemeinen Lage in Nigeria 
noch aufgrund der persönlichen Situation  des Beschwerdeführers ir-
gendwelche Anhaltspunkte gegeben sind, die zu einer anderen als der 
von der Vorinstanz getroffenen Einschätzung zu führen vermögen,

dass somit die Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht 
fällt, 

dass die  angefochtene Verfügung,  da diese weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt  wurde (vgl. Art. 106 
AsylG), zu bestätigen und die Beschwerde daher abzuweisen ist,

dass die eingereichte Beschwerde als aussichtslos erschien, weshalb 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE) dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.
Dieses Urteil geht an:

- den  Beschwerdeführer (Einschreiben;  Beilagen:  angefochtene 
Verfügung im Original; Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie) 

- (kantonale Behörde) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand:

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