# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2975cdbf-7c02-5150-bfdd-aa63cb69a7ff
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 02.10.2020 SK 2019 366
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-366_2020-10-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 19 366

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. Oktober 2020 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Hofstetter (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Guéra, Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Hiltbrunner

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________ AG
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Veruntreuung, Urkundenfälschung und Geldwäscherei

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kolle-
gialgericht) vom 31. Juli 2019 (PEN 18 528)

2

Inhaltsverzeichnis
I. Formelles ......................................................................................................................4

1. Erstinstanzliches Urteil ...............................................................................................4

2. Berufung.....................................................................................................................4

3. Anträge der Parteien ..................................................................................................5

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen.......................................................................8

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ...................................................8

6. Anklagegrundsatz ......................................................................................................8

6.1 Grundlagen .........................................................................................................8

6.2 Anklagevorwurf der Geldwäscherei ..................................................................10

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung .........................................................................10

7. Vorbemerkungen......................................................................................................10

8. Vorwurf gemäss Anklageschrift................................................................................11

9. Überblick und unbestrittener Sachverhalt ................................................................13

10. Bestrittener Sachverhalt .......................................................................................15

11. Beweismittel .........................................................................................................15

11.1 Objektive Beweismittel......................................................................................15

11.2 Subjektive Beweismittel ....................................................................................15

12. Beweisergebnis der Vorinstanz ............................................................................22

13. Vorbringen der Parteien .......................................................................................23

14. Beweiswürdigung der Kammer.............................................................................25

14.1 Vorbemerkung ..................................................................................................25

14.2 Aussagewürdigung ...........................................................................................25

14.3 Wesentliche objektive Beweismittel ..................................................................30

14.4 Zu den einzelnen Bezügen ...............................................................................30

14.5 Gesamtwürdigung/Fazit ....................................................................................41

III. Rechtliche Würdigung ...........................................................................................44

15. Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) .........................................................44

15.1 Rechtliche Grundlagen .....................................................................................44

15.2 Subsumtion .......................................................................................................45

16. Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) ...........................................................46

16.1 Rechtliche Grundlagen .....................................................................................46

16.2 Subsumtion .......................................................................................................47

17. Schuldsprüche......................................................................................................48

IV. Strafzumessung .....................................................................................................48

3

18. Anwendbares Recht .............................................................................................48

19. Allgemeines und Vorgehen ..................................................................................49

20. Tatkomponenten Veruntreuung von Bargeld (AKS Ziff. 1.1.) ...............................50

20.1 Objektive Tatschwere .......................................................................................50

20.2 Subjektive Tatschwere......................................................................................51

20.3 Einsatzstrafe .....................................................................................................51

21. Tatkomponenten Veruntreuung durch Banküberweisungen (AKS Ziff. 1.2/3.).....51

21.1 Objektive Tatschwere .......................................................................................51

21.2 Subjektive Tatschwere......................................................................................52

21.3 Asperation.........................................................................................................52

22. Tatkomponenten Urkundenfälschung...................................................................52

22.1 Objektive Tatschwere .......................................................................................52

22.2 Subjektive Tatschwere......................................................................................52

22.3 Fazit ..................................................................................................................52

23. Täterkomponenten ...............................................................................................53

23.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse ............................................................53

23.2 Verhalten nach der Straftat und im Strafverfahren ...........................................53

23.3 Strafempfindlichkeit...........................................................................................53

24. Konkretes Strafmass ............................................................................................54

25. Vollzug..................................................................................................................54

26. Anrechnung der Untersuchungshaft und der Ersatzmassnahmen.......................54

V. Zivilpunkt ....................................................................................................................55

27. Urteil der Vorinstanz und Vorbringen der Parteien...............................................55

28. Beurteilung der Kammer.......................................................................................55

VI. Kosten und Entschädigung ..................................................................................56

29. Verfahrenskosten .................................................................................................56

30. Entschädigung der amtlichen Verteidigung ..........................................................57

31. Entschädigung der Privatklägerin.........................................................................57

VII. Verfügungen ...........................................................................................................58

32. Einziehung und Ersatzforderung ..........................................................................58

32.1 Grundlagen .......................................................................................................58

32.2 Ersatzforderung ................................................................................................58

32.3 Verfügungen über die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte 58

33. DNA und biometrische erkennungsdienstliche Daten ..........................................60

VIII. Dispositiv ................................................................................................................62

4

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 31. Juli 2019 erklärte das Regionalgericht Oberland als Kollegialge-
richt (nachfolgend: Vorinstanz) A.________ (nachfolgend: Beschuldigte) schuldig 
der mehrfach begangenen Veruntreuung im Deliktsbetrag von insge-
samt CHF 4'150'156.65 zum Nachteil der C.________ AG (nachfolgend: Privatklä-
gerin), der E.________ AG und der G.________ AG, der mehrfach begangenen Ur-
kundenfälschung sowie der mehrfach begangenen Geldwäscherei. Es verurteilte sie 
zu einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren unter Anrechnung der ausgestandenen Un-
tersuchungshaft. Weiter verurteilte es die Beschuldigte zur Bezahlung einer Ersatz-
forderung von CHF 42'899.65 und der Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 42'824.05, und setzte die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin der Be-
schuldigten fest. Im Zivilpunkt wurde die Beschuldigte zur Bezahlung von 
CHF 3'597'197.29 Schadenersatz zuzüglich Zins von 5 % seit dem 14. September 
2016 sowie zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 24'875.55 an die Pri-
vatklägerin verurteilt. Weiter wurde verfügt, dass der beschlagnahmte Geldbetrag 
von CHF 390'000.00 der geschädigten Privatklägerin ausgehändigt wird und diverse 
Vermögenswerte eingezogen und der Privatklägerin zugesprochen werden. Die Er-
satzforderung von CHF 42'899.65 wurde ebenfalls der Privatklägerin zugesprochen. 
Zahlreiche weitere Vermögenswerte respektive Gegenstände wurden eingezogen 
und verwertet, wobei der Verwertungserlös nach Abzug des Verwertungsaufwandes 
wiederum der Privatklägerin zugesprochen wurde, sofern sie den entsprechenden 
Teil ihrer Forderung an den Staat abtritt. Weitere Gegenstände wurden zur Vernich-
tung oder zu Handen der Akten eingezogen bzw. der Beschuldigten nach Eintritt der 
Rechtskraft zurückgegeben. Es wurde über die Löschung des erstellten DNA-Profils 
und der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten verfügt 
(pag. 1985 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsanwäl-
tin B.________, am 5. August 2019 fristgerecht die Berufung an (pag. 1995). Nach 
Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung (pag. 2007 ff.) mit Verfügung vom 20. 
September 2019 (pag. 2053 f.) erklärte die Beschuldigte am 14. Oktober 2019 frist- 
und formgerecht die Berufung. Sie beschränkte die Berufung auf die Schuldsprüche 
der mehrfachen Veruntreuung im Deliktsbetrag von CHF 3'810'000.00 (Ziffer 1.1 der 
Anklageschrift vom 20. Dezember 2018), der mehrfachen Urkundenfälschung und 
der mehrfachen Geldwäscherei. Weiter focht sie die Strafzumessung, die Verurtei-
lungen zur Bezahlung einer Ersatzforderung und der Verfahrenskosten, die Rück-
zahlungs- und Nachzahlungspflicht betreffend die amtliche Verteidigung, die Verur-
teilung im Zivilpunkt sowie einen Teil der weiteren Verfügungen an (pag. 2064 ff.). 
Die Generalstaatanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 30. Oktober 2019 auf Er-
klärung der Anschlussberufung und auf das Stellen eines Nichteintretensantrages 

5

(pag. 2075 f.). Die Privatklägerin liess sich nicht vernehmen. Am 1. Oktober 2020 
fand in Anwesenheit aller Parteien die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer 
statt. Die mündliche Urteilseröffnung erfolgte am 2. Oktober 2020 (pag. 2121 ff.).

3. Anträge der Parteien

Die Verteidigung der Beschuldigten stellte und begründete anlässlich der Berufungs-
verhandlung vom 1. Oktober 2020 folgende Anträge (pag. 2129 f.):
I. A.________ sei

freizusprechen

von den Anschuldigungen

1. der Veruntreuung, angeblich mehrfach begangen in der Zeit zwischen 19. Februar 2016 und 
12. September 2016, in H.________, indem sich A.________ ab dem F.________ (Bank)-
Konto z.N. der Firma C.________ AG bei insgesamt 32 Bezügen CHF 3'810'000.00 auszahlen 
liess (Röm. I, Ziff. 1, S. 2 des Urteils vom 31. Juli 2019; Röm. I, Ziff. 1.1, S. 1 der Anklageschrift 
vom 20. Dezember 2018);

2. der Urkundenfälschung, angeblich mehrfach begangen in der Zeit zwischen 17. Februar 2016 
und 5. September 2016 in H.________ und I.________ (Röm. I, Ziff. 2, S. 2 des Urteils vom 
31. Juli 2019; Röm. I, Ziff. 2, S. 7 der Anklageschrift vom 20. Dezember 2019);

3. der Geldwäscherei, angeblich mehrfach begangen in der Zeit zwischen 17. Februar 2016 und 
14. September 2016 in H.________ und I.________ (Röm. I, Ziff. 3, S. 2 des Urteils vom 
31. Juli 2019; Röm. I, Ziff. 3, S. 8 der Anklageschrift vom 20. Dezember 2019;

II. A.________ sei

zu verurteilen

zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungshaft von 279 Tagen sowie einer angemessenen Dauer für die angeordnete Ersatz-
massnahme der Schriftensperre im Umfang von 6 Monaten;

unter Auferlegung der auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
an A.________.

der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben bei Anordnung einer Probezeit von 2 Jah-
ren. 

III. Die Zivilklage der C.________ AG sei soweit CHF 335'800.65 und EUR 3'960.00 überstei-
gend unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen. 

IV. Weiter sei

zu verfügen:

1. Über die Löschung des DNA-Profils und der erkennungsdienstlichen Daten sei gerichtlich zu 
verfügen; 

2. Nachfolgende Vermögenswerte bzw. Gegenstände seien A.________ auszuhändigen:

2.1. CHF 50'086.10 (Rückzahlung Kaufpreis gemäss Rücktritt Kaufvertrag Mercedes 
S205 d Swiss Star);

6

2.2 Guthaben von ca. CHF 3'804.41 auf dem Privatkonto J.________ (Bank), IBAN 
.________, lautend auf A.________; 

2.3 Guthaben von ca. CHF 4'593.40 auf dem Privatkonto J.________(Bank), IBAN 
.________ (Rubrik K.________), lautend auf A.________; 

2.4 Guthaben von ca. CHF 10'262.80 auf dem Sparkonto J.________(Bank), IBAN 
.________, lautend auf A.________; 

2.5 Guthaben von ca. CHF 10'676.00 auf dem Sparkonto F.________ (Bank), IBAN 
.________, lautend auf A.________; 

2.6 Guthaben von ca. CHF 1'900.00 auf dem Kreditkartenkonto .________ L.________ 
SA, lautend auf A.________; 

2.7 Guthaben von ca. CHF 8'847.00 auf dem Kreditkartenkonto .________ M.________ 
SA, lautend auf A.________; 

2.8 Louis Vuitton Etui (leer)

3. Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren sei gemäss Urteil 
vom Regionalgericht Oberland vom 31. Juli 2019 zu bestätigen; 

4. Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das oberinstanzliche Verfahren sei gerichtlich zu 
bestimmen.

Die Anträge der Generalstaatsanwaltschaft lauteten wie folgt (pag. 2133 f.):
I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kollegialgericht in 
Fünferbesetzung) vom 31. Juli 2020 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der weiteren Verfügungen, 
insofern als 

1. der PW Mercedes Slk 250, schwarz, Kontrollschild BE .________ zum Schätzwert von CHF 
30'000.00 eingezogen und der geschädigten Firma C.________ AG zugesprochen wurde (Ziff. 
IV.2. des Urteilsdispositivs, 2. Lemma); 

2. div. Vermögenswerte resp. Gegenstände zur Verwertung eingezogen wurden (Ziff. IV.4. des 
Urteilsdispositivs); 

3. div. Gegenstände zur Vernichtung eingezogen wurden (Ziff. IV.5. des Urteilsdispositivs, 2.-4. 
Lemma); 

4. div. Gegenstände zu Handen der Akten eingezogen wurden (Ziff. IV.6. des Urteilsdispositivs); 
sowie 

5. verfügt wurde, div. Gegenstände seien nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschuldigte zurück 
zu geben (Ziff. IV.7. des Urteilsdispositivs). 

Il.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der Veruntreuung, mehrfach begangen in der Zeit zwischen dem 17. Februar 2016 und dem 
14. September 2016 in H.________ z. N. der E.________ AG und G.________ AG im Delikts-
betrag von insgesamt CHF 4'150'156.65;

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2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen in der Zeit zwischen dem 17. Februar 2016 und 
dem 5. September 2016 in H.________ und I.________; 

3. der Geldwäscherei, mehrfach begangen in der Zeit zwischen dem 17. Februar 2016 und dem 
14. September 2016 in H.________ und I.________;

und sie sei in Anwendung von Art. 2 Abs. 2, 40, 47, 49 Abs. 1, 51 aStGB, 138 Ziff. 1, 305bis Ziff. 1 StGB; 
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten, unter Anrechnung der ausgestande-
nen Untersuchungshaft von 279 Tagen und der ausgestandenen Ersatzmassnahmen im Um-
fang von 30 Tagen; 

2. zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 42'899.65;

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD). 

III.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Die folgenden Vermögenswerte seien einzuziehen und der geschädigten Firma C.________ 
AG zuzusprechen: 

1.1. CHF 50’086.10 (Rückzahlung Kaufpreis gemäss Rücktritt Kaufvertrag Mercedes 
S205 d Swiss Star);

1.2. Guthaben von ca. CHF 3’804.41 auf dem Privatkonto J.________(Bank), IBAN 
.________, lautend auf A.________; 

1.3. Guthaben von ca. CHF 4’593.40 auf dem Privatkonto J.________(Bank), IBAN 
.________ (Rubrik K.________), lautend auf A.________; 

1.4. Guthaben von ca. CHF 10’262.80 auf dem Sparkonto J.________(Bank), IBAN 
.________, lautend auf A.________; 

1.5. Guthaben von ca. CHF 10’676.00 auf dem Sparkonto F.________(Bank), IBAN 
.________, lautend auf A.________; 

1.6. Guthaben von ca. CHF 1’900.00 auf dem Kreditkartenkonto .________ L.________ 
SA, lautend auf A.________; 

1.7. Guthaben von ca. CHF 8’847.00 auf dem Kreditkartenkonto .________ M.________ 
SA, lautend auf A.________. 

2. Die Ersatzforderung von CHF 42’899.65 (zusammengesetzt aus dem Guthaben von ca. CHF 
40'899.65 auf dem Privatkonto J.________(Bank), IBAN .________ (Rubrik Liegenschaft), lau-
tend auf A.________ sowie einem beschlagnahmten Bargeldbetrag von CHF 2’000.00) sei der 
geschädigten Firma C.________ AG zuzusprechen (Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB). 

3. Das Etui Luis Vuitton (leer) sei einzuziehen und zu verwerten; der Verwertungserlös sei nach 
Abzug des Verwertungsaufwandes der geschädigten Firma C.________ AG zuzusprechen. 

4. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

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Der Vertreter der Privatklägerin verzichtete auf konkrete Anträge und verlangte die 
Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils (pag. 2138).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden in oberer Instanz ein aktueller Strafregisterauszug und 
ein aktueller Leumundsbericht über die Beschuldigte eingeholt (pag. 2106 und 2107 
ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde eine Einvernahme mit der Beschul-
digten durchgeführt (pag. 2123 ff.). Die Beschuldigte liess ein Zwischenzeugnis ihrer 
aktuellen Arbeitgeberin einreichen, das von der Kammer zu den Akten erkannt wurde 
(pag. 2143). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Nach Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) 
überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten. Überprüft werden somit nur die von der Beschuldigten angefochtenen 
Teile. Im Übrigen, d.h. bezüglich des Schuldspruchs der Veruntreuung in den De-
liktsbeträgen von CHF 335’800.00 (Ziffer 1.2. der Anklageschrift) und EUR 3’960.00 
(Ziffer 1.3. der Anklageschrift) und der nicht angefochtenen Verfügungen ist das erst-
instanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen. 

Die Rechtsmittelinstanz verfügt im Berufungsverfahren über volle Kognition (Art. 398 
Abs. 3 StPO). Sie hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochtenen 
Punkte umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Da nur die Beschuldigte 
Berufung eingereicht hat, ist die Kammer an das Verschlechterungsverbot nach Art. 
391 Abs. 2 StPO gebunden und darf das erstinstanzliche Urteil nicht zu deren Nach-
teil abändern. Einzig bei ihrem Entscheid über die Zivilklage ist die Rechtsmittelin-
stanz an die Anträge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 Bst. b StPO).

6. Anklagegrundsatz

6.1 Grundlagen

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 und 
Art. 32 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 6 Ziff. 1 
und Ziff. 3 Bst. a und b der Europäischen Menschenrechtskonvention [EMRK; SR 
0.101]). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebun-
den (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die An-
klagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur 
Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vor-
würfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_254/2013 vom 1. Juli 2013 E. 1.2). Der Anklagegrundsatz be-
zweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und 
dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 140 IV 188 E. 
1.3; 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). Entscheidend ist, dass 
die beschuldigte Person genau weiss, was ihr konkret vorgeworfen wird, damit sie 
ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann (Urteile des Bundesgerichts 
6B_161/2015 vom 8. Juli 2015 E. 2.2 sowie 6B_803/2014 vom 15. Januar 2015 E. 

9

1.3). Die gesetzlichen Minimalanforderungen an die Formulierung des Sachverhalts 
in inhaltlicher Hinsicht finden sich in Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO. Danach bezeichnet 
die Anklageschrift möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorge-
worfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tataus-
führung. Danach sind die erhobenen Vorwürfe möglichst prägnant – oder im Wortlaut 
des Gesetzes «möglichst kurz, aber genau» – darzustellen. Das Bindewort «aber» 
(anstelle von «und») ist Ausdruck des Spannungsverhältnisses zwischen Kürze und 
Genauigkeit (CHRISTIAN JOSI, «Kurz und klar, träf und wahr» – die Ausgestaltung des 
Anklageprinzips in der Schweizerischen Strafprozessordnung, in: ZStrR 127/2009, 
S. 81). Überspitzte Anforderungen sind an eine Anklageschrift allerdings nicht zu 
stellen. So hielt das Bundesgericht in zahlreichen Entscheiden fest, die Anklage-
schrift sei nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der Umgrenzung des Pro-
zessgegenstandes und der Information des Beschuldigten, damit dieser die Möglich-
keit habe, sich zu verteidigen. Etwaige Ungenauigkeiten sind nicht entscheidend (an-
statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 3.3.3 mit 
Hinweisen u.a. auf BGE 141 IV 132 E. 3.4.1 und BGE 140 IV 188 E. 1.3 f.). Allgemein 
gilt, je gravierender die Tatvorwürfe sind, desto höher sind die Anforderungen an den 
Anklagegrundsatz (Urteile des Bundesgericht 6B_333/2007 vom 7. Februar 2008 E. 
2.1.4 und 6B_528/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 2.1.4, beide mit Hinweis auf GE-
ORGES GREINER, Akkusationsprinzip und Wirtschaftsstrafsachen, ZStrR 2005 S. 
103).

Die Beachtung des Anklagegrundsatzes ist sodann eine Prozessvoraussetzung im 
Sinne von Art. 329 Abs. 1 Bst. b StPO (STEPHENSON/ZALUNARDO-WALSER, in: Basler 
Kommentar StPO/JStPO, 2. Aufl. 2014, N. 3 f. zu Art. 329 StPO; FRANZ RIKLIN, StPO 
Kommentar, 2. Aufl. 2014, N. 2 zu Art. 329 StPO; NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge 
des Strafproessrechts, 4. Aufl. 2020, N. 1883). Da es bei ungenügender Anklage an 
einer Prozessvoraussetzung fehlt, ist ein Freispruch keine mögliche Rechtsfolge ei-
ner Verletzung des Anklagegrundsatzes. Vielmehr hat eine Verfahrenseinstellung zu 
erfolgen.

Nach Art. 329 Abs. 1 Bst. a StPO prüft die Verfahrensleitung, ob die Anklageschrift 
ordnungsgemäss erstellt ist. Ergibt sich aufgrund dieser Prüfung oder später im Ver-
fahren, dass ein Urteil zurzeit nicht ergehen kann, so sistiert das Gericht das Verfah-
ren. Falls erforderlich, weist es die Anklage zur Ergänzung oder Berichtigung an die 
Staatsanwaltschaft zurück (Art. 329 Abs. 2 StPO). Kann ein Urteil definitiv nicht er-
gehen, so stellt das Gericht das Verfahren ein, nachdem es den Parteien und weite-
ren durch die Einstellung beschwerten Dritten das rechtliche Gehör gewährt hat (Art. 
329 Abs. 4 Satz 1 StPO). Diese Bestimmungen sind grundsätzlich auch im Beru-
fungsverfahren anwendbar (Art. 379 StPO; vgl. auch Beschluss der 1. Strafkammer 
SK 14 389 vom 6. Mai 2015 E. 5 und BGE 139 IV 161 E. 2.7). Auch im Berufungs-
verfahren kann daher grundsätzlich zur Gewährleistung eines fairen Verfahrens 
noch eine Rückweisung der Anklage an die Staatsanwaltschaft erfolgen. Ebenso ist 
eine Verfahrenseinstellung möglich.

10

6.2 Anklagevorwurf der Geldwäscherei

Die Verteidigung der Beschuldigten machte geltend, dass in Bezug auf den Vorwurf 
der Geldwäscherei der Anklagegrundsatz verletzt worden sei. Es sei nicht klar, wann 
und wo, mit welchen Geldern der Tatbestand erfüllt worden sein soll (pag. 2132). 

Der angeklagte Sachverhalt lautet wie folgt:
Geldwäscherei (Art. 305bis StGB)
mehrfach begangen, teilweise gemeinsam mit K.________ in der Zeit vom 17.02.1016 - 14.09.2016 in 
H.________, N.________ (Adresse), Büroräumlichkeiten C.________ AG, I.________, O.________ 
(Adresse), Domizil A.________ und anderswo in der Region H.________ sowie in Israel

A.________ führte Bargeld in unbekannter Höhe, mindestens aber mehrere CHF 100'000.00, welche 
sie vorgängig bei der C.________ AG unrechtmässig veruntreut hatte, aus der Schweiz aus oder 
übergab diese an K.________, welcher sie aus der Schweiz ausführte. Dadurch, dass die aus einem 
Vermögensdelikt stammenden Gelder aus der Schweiz ausgeführt wurden, vereitelte sie deren Einzie-
hung.

Der in der Anklage enthaltene Sachverhalt ist doch sehr unpräzise. Der Deliktsbetrag 
bleibt mit der Formulierung «mindestens aber mehrere CHF 100'000.00» völlig un-
bestimmt. Wie das Ausführen des Geldes vonstattenging, wird nicht näher beschrie-
ben. Der Tatzeitraum ist weitgefasst und es wird keine konkrete Handlung an einem 
bekannten Datum genannt. Der Geldwäschereivorwurf in einem Deliktsbetrag von 
über CHF 100'000.00 ist doch ein schwerwiegender, sodass erhöhte Anforderungen 
an die Formulierung des Anklagesachverhaltes zu stellen sind. Die Anklage ist damit 
nach Auffassung der Kammer zu unbestimmt, um dem Anklagegrundsatz zu genü-
gen.

Der angeklagte Sachverhalt lautet ausschliesslich auf das Verbringen von Bargeld 
ins Ausland. Die Vorinstanz und die Generalstaatsanwaltschaft subsumierten in ih-
ren materiellen Begründungen jedoch entgegen des Anklagesachverhaltes auch 
Geldtransfers über Western Union, Banküberweisung oder über die Kreditkarte unter 
diesen Anklagevorwurf. Dies bestätigt die fehlende Präzisierung in der Anklage-
schrift.

Eine Rückweisung der Anklageschrift an die Staatsanwaltschaft zur Ergänzung er-
scheint im Stadium des Berufungsverfahrens und unter den gegebenen Umständen 
nicht angebracht. Selbst bei einer anderen Formulierung der Anklageschrift erscheint 
es mit einem antizipierten Blick auf die Beweislage unwahrscheinlich, dass ein 
Schuldspruch der Beschuldigten wegen Geldwäscherei erfolgen könnte. Das Straf-
verfahren gegen die Beschuldigte wegen Geldwäscherei ist infolge Verletzung des 
Anklagegrundsatzes einzustellen.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkungen

Zu prüfen bleiben die Anklagevorwürfe der Veruntreuung und der Urkundenfäl-
schung gemäss Ziffer 1.1. und Ziffer 2 der Anklageschrift. Da die beiden Anklage-
punkte sachverhaltsmässig eng zusammenhängen, wird die Sachverhaltsprüfung 

11

und Beweiswürdigung gemeinsam vorgenommen. Für die theoretischen Grundlagen 
der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse wird auf die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 2011 ff., S. 5 ff. der Urteilsbegründung).

8. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Die Anklageschrift vom 20. Dezember 2018 lautet in den zu prüfenden Punkten wie 
folgt (pag. 1772 ff.):
1. Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 StGB)
mehrfach begangen in der Zeit vom 17.02.1016 - 14.09.2016 in H.________, N.________(Adresse), 
Büroräumlichkeiten C.________ AG, P.________ (Adresse), Filiale F.________(Bank) 
F.________(Bank) AG, R.________ (Adresse), C.________ Filiale Q.________, I.________, 
O.________(Adresse), Domizil A.________ z.N. C.________ AG, E.________ AG und G.________ 
AG
A.________ war seit 2002 bei der Firma C.________ AG angestellt. Sie war die Stellvertreterin des 
Chief Financial Officer, V.________. Zu ihren Aufgabenbereichen gehörten unter anderem die Führung 
der Personalbuchhaltung und die Erstellung des Jahresabschlusses. Weiter führte sie Zahlungen für 
die E.________ AG und die G.________ AG aus.
Aufgrund ihres Aufgabenbereichs in den Firmen der C.________-Gruppe verfügte sie beim Bankkonto 
IBAN .________ bei der F.________(Bank) F.________(Bank) AG, lautend auf C.________ AG, über 
eine Vollmacht, alleine zeichnungsberechtigt Gelder abzuheben. Zu ihren Aufgaben gehörte unter an-
derem, für Provisionszahlungen für Tourenguides bei der Filiale der F.________(Bank) 
F.________(Bank) AG am P.________(Adresse) in H.________ Bargeldbeträge von mehreren CHF 
10’000.00 abzuheben und diese danach beim Verkaufsgeschäft der C.________ AG beim Q.________ 
abzuliefern. Bei diesen Bezügen wurde der F.________(Bank) jeweils vorgängig per Fax oder Mail die 
abzuhebende Menge Bargeld angekündigt. In der Folge übernahm ein Mitarbeiter oder eine Mitarbei-
terin der Firma C.________ AG das Bargeld in dem Tresorraum der F.________(Bank) Filiale und 
brachte dieses zur Verkaufsfiliale beim Q.________. Dort quittierte eine verantwortliche Person der 
Filiale den Empfang des Bargeldes auf dem Auszahlungsbeleg der F.________(Bank). Während der 
Eingang des Bargeldes im Kassabuch der Filiale eingetragen und eine Kopie des unterzeichneten Aus-
zahlungsbelegs in der Filiale aufbewahrt wurde, wurde der unterzeichnete Auszahlungsbeleg in den 
Räumlichkeiten der Firma C.________ AG an der N.________(Adresse) aufbewahrt. Zu den Aufga-
benbereichen von A.________ gehörte – nachdem ihr das Kassabuch der Filiale jeweils zugestellt wor-
den war –, die abschliessende Prüfung, ob die Eintragungen im Kassabuch der Filiale Q.________ 
korrekt erfolgt waren. A.________ liess sich ab dem F.________ (Bank)-Konto z.N. der Firma 
C.________ AG bei insgesamt 32 Bezügen CHF 3'810’000.00 auszahlen, nämlich wie folgt:

- 19.02.2016 CHF 60’000.00
- 23.03.2016 CHF 60’000.00
- 01.04.2016 CHF 20’000.00
- 12.04.2016 CHF 30’000.00
- 21.04.2016 CHF 80’000.00
- 13.05.2016 CHF 80’000.00
- 20.05.2016 CHF 100'000.00
- 25.05.2016 CHF 100'000.00
- 06.06.2016 CHF 160'000.00
- 09.06.2016 CHF 180'000.00
- 13.06.2016 CHF 100'000.00

12

- 29.06.2016 CHF 130'000.00
- 01.07.2016 CHF 100'000.00
- 08.07.2016 CHF 100’000.00
- 11.07.2016 CHF 200'000.00
- 12.07.2016 CHF 180'000.00
- 13.07.2016 CHF 150’000.00
- 14.07.2016 CHF 100’000.00
- 27.07.2016 CHF 80'000.00
- 02.08.2016 CHF 150’000.00
- 05.08.2016 CHF 100’000.00
- 17.08.2016 CHF 150'000.00
- 24.08.2016 CHF 150’000.00
- 29.08.2016 CHF 170'000.00
- 31.08.2016 CHF 200'000.00
- 02.09.2016 CHF 50'000.00
- 02.09.2016 CHF 50'000.00
- 02.09.2016 CHF 100'000.00
- 05.09.2016 CHF 200’000.00
- 06.09.2016 CHF 150’000.00
- 07.09.2016 CHF 200’000.00
- 12.09.2016 CHF 130'000.00

Die auf diese Weise bei der F.________(Bank) bezogenen Gelder lieferte sie jedoch nicht wie gemäss 
den im Rahmen des Arbeitsverhältnisses gemachten Vorgaben bei der Verkaufsfiliale ab, sondern 
nahm diese an sich. Sie verwendete sie in der Folge unrechtmässig für private Zwecke, wie zum Bei-
spiel zur Bezahlung von Ferienreisen, Hotelübernachtungen, zum Erwerb von Fahrzeugen, Kleidern, 
Uhren etc. für sich und ihren Freund K.________. Zudem schaffte sie Bargeld von mehreren CHF 
100’000.00 nach Israel, um es K.________ zu übergeben. Sie übergab ihm ebenfalls Bargeldbeträge 
von mehreren CHF 100’000.00 in der Schweiz. A.________ hatte K.________ im Oktober 2015 auf 
einer Ferienreise in Israel kennen und lieben gelernt. In der Folge verlangte dieser mit unzähligen und 
äusserst dubiosen Begründungen wie z.B. hohen Krankheitskosten, Blockierung seiner finanziellen Mit-
tel durch israelische Behörden, Beschaffungskosten für Reisedokumente, Gerichtskosten, Erwerb von 
Grundeigentum, Schmuck etc. immer wieder Geld von ihr. Damit die zu Unrecht erfolgten Bezüge in 
der Buchhaltung nicht entdeckt wurden, machte A.________ nachträglich handschriftliche Abänderun-
gen oder Nachträge im Kassabuch der Filiale Q.________ H.________. Dieses wurde von der Ver-
kaufsfiliale Q.________ jeweils nach rund einem halben Monat der Buchhaltung zugestellt. Ganz am 
Schluss, nachdem alle Buchungen gemacht und die Belege kontrolliert waren, gelangte es zu 
A.________, welche kontrollierte, ob die Einnahmen und Ausgaben korrekt verbucht waren.

2. Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB)
mehrfach begangen in der Zeit vom 17.02.1016 - 14.09.2016 in H.________, N.________(Adresse), 
Büroräumlichkeiten C.________ AG, I.________, O.________(Adresse), Domizil A.________ und an-
derswo in der Region H.________ z.N. C.________ AG
A.________ war seit 2002 bei der Firma C.________ AG angestellt. Zu ihren Aufgabenbereichen 
gehörten unter anderem die Führung der Personalbuchhaltung, die Erstellung des Jahresabschlusses 
und die abschliessende Kontrolle des Kassabuchs der Filiale Q.________ der C.________ AG.

13

2.1. A.________ bezog ab dem Bankkonto IBAN .________ bei der F.________(Bank) 
F.________(Bank) AG, lautend auf C.________ AG, mehrmals Geldbeträge von mehreren 
CHF 10’000.00 in bar, insgesamt CHF 3'800’000.00, welche sie für private Zwecke verwen-
dete. Damit die unrechtmässig erfolgen Bezüge in der Buchhaltung nicht entdeckt wurden, 
veränderte sie teilweise Einträge im Kassabuch der Verkaufsfiliale Q.________ oder brachte 
in diesem Ergänzungen an. 
Auf diese Weise ergänzte oder veränderte sie das Kassabuch wie folgt:

- sie fügte beim 23.03.2016 zuunterst auf der Seite den Eintrag „Barbezug 
F.________(Bank) 60’000.--„ ein

- sie änderte beim 01.04.2016 bei der Rubrik „Barbezug F.________(Bank)” den Be-
trag von CHF 100’000.00 auf 120’000.00

- sie änderte beim 12.04.2016 bei der Rubrik „Barbezug F.________(Bank)" den Be-
trag von CHF 130’000.00 auf 160’000.00

- sie fügte beim 21.04.2016 zuunterst auf der Seite den Eintrag „Barbezug 
F.________(Bank) 80’000.--„ ein

- sie fügte beim 13.05.2016 bei der Rubrik „Barbezug F.________(Bank)" unter dem 
Betrag von CHF 160’000.00 den Betrag von CHF 80’000.00 ein

- sie fügte beim 20.05.2016 zuunterst auf der Seite den Eintrag „Bezug 
F.________(Bank) 100’000.00„ ein

- sie fügte beim 25.05.2016 zuoberst auf der Seite den Eintrag „Barbezug 
F.________(Bank) 100’000.--„ ein

Durch diese Vorgehensweise verfälschte sie die Buchhaltung der Verkaufsfiliale Q.________ 
respektive der C.________ AG, indem das Konto Kasse Y.________ nicht den tatsächlichen 
Verhältnissen entsprach und zu hohe Bargeldeingänge aufwies und somit die Ausgaben in der 
Buchhaltung der C.________ AG zu hoch ausfielen.

2.2. Weiter fälschte sie auf den Auszahlungsbelegen der F.________(Bank) F.________(Bank) die 
Unterschriften von den verantwortlichen Personen der Verkaufsfiliale Q.________, welche den 
Erhalt des Geldes bestätigen sollten. Auf diese Weise fälschte sie wie folgt die Unterschriften:

- am 19.02.2016 die Unterschrift von S.________
- am 23.03.2016, 01.04.2016, 12.04.2016, 13.05.2016, 20.05.2016, 25.05.2016, 

06.06.2016, 09.06.2016, 13.06.2016, 29.06.2016, 01.07.2018, 11.07.2016, 
13.07.2016, 14.07.2016, 02.08.2016, 05.08.2016, 17.08.2016, 24.08.2016, 
31.08.2016 und 12.09.2016 die Unterschrift von T.________

- am 21.04.2016, 08.07.2016, 12.07.2016, 29.08.2016 und 05.09.2016 die Unterschrift 
von U.________

- am 27.07.2016 die Unterschrift einer unbekannten Person
Die Unterschriften fälschte sie um vorzutäuschen, dass sie die bei der F.________(Bank) un-
rechtmässig bezogenen Gelder bei der Verkaufsfiliale abgegeben hatte und damit in der Ab-
sicht zu verhindern, dass bei einer Kontrolle der Belege entdeckt wird, dass sie die bezogenen 
Gelder unrechtmässig für private Zwecke verwendet hatte.

9. Überblick und unbestrittener Sachverhalt

Die Beschuldigte war seit 2002 bei der Privatklägerin angestellt. Sie war die Stellver-
treterin des Chief Financial Officer (CFO). Zu ihrem Aufgabenbereich gehörten unter 

14

anderem die Führung der Personalbuchhaltung und die Erstellung des Jahresab-
schlusses. Weiter führte sie Zahlungen für die E.________ AG und die G.________ 
AG aus. 

Im Oktober 2015 lernte die Beschuldigte auf einer Ferienreise in Jerusalem den 
israelisch-jordanischen Doppelbürger K.________ kennen. In der Folge entwickelte 
sich zwischen den beiden eine Beziehung. K.________ versetzte die Beschuldigte 
in den Glauben, er sei ein erfolgreicher Geschäftsmann und lebe in sehr wohlhaben-
den Verhältnissen (vgl. z.B. pag. 218 Z. 213 ff.). 

Im vorliegend interessierenden Zeitraum vom 17. Februar 2016 bis zur Festnahme 
der Beschuldigten am 14. September 2016 trafen sich die beiden mehrmals in Israel, 
in H.________ sowie an anderen Orten in der Schweiz und in Europa. Sie logierten 
teilweise in teuren Hotels und im Bekanntenkreis der Beschuldigten war aufgefallen, 
dass sie teurere Kleidung trug. Unbestritten ist, dass K.________ von der Beschul-
digten immer wieder Geld verlangte mit verschiedenen Begründungen. So erzählte 
er ihr zum Beispiel, sein Konto sei vom israelischen Staat gesperrt worden, er erhalte 
keine Kreditkarte oder es müsse für ein Reisedokument eine Kaution durch eine 
Drittperson bezahlt werden (z.B. pag. 225, pag. 218 Z. 226 ff., pag. 237 Z. 41 f.). Die 
Beschuldigte nimmt mittlerweile an, dass sie von K.________ getäuscht wurde (pag. 
1945 Z. 1 ff., pag. 2125 Z. 9 ff.).

Ebenfalls in diesem Zeitraum erteilte die Beschuldigte per E-Banking verschiedene 
Aufträge, mit denen sie von Konten der Privatklägerin, der E.________ AG und der 
G.________ AG insgesamt CHF 335’800.00 auf ihre privaten Kreditkartenkonten 
überweisen liess, und diese Beträge für private Zwecke verwendete. Am 16. Sep-
tember 2016 bezahlte sie ausserdem eine private Rechnung eines Hotels in Venedig 
über EUR 3’960.00 aus einem Konto der G.________ AG (Urteil der Vorinstanz, Ziff. 
II.2.1, pag. 2014, S. 8 der Urteilsbegründung).

Die Beschuldigte verfügte über eine Vollmacht, um vom Bankkonto IBAN .________ 
bei der F.________ (Bank) AG, lautend auf die Privatklägerin, Gelder abzuheben. 
Zu ihren Aufgaben gehörte unter anderem, bei der Filiale der F.________(Bank) am 
P.________(Adresse) in H.________ Bargeld abzuheben und dieses im Verkaufs-
geschäft der Privatklägerin beim Q.________ in H.________, manchmal auch in ei-
ner anderen Filiale in H.________, abzuliefern. Das Bargeld wurde für Provisions-
zahlungen an Tourenguides benötigt.

Üblicherweise wurde das Bargeld in der Filiale Q.________ einer verantwortlichen 
Person übergeben, die den Empfang auf dem Auszahlungsbeleg der 
F.________(Bank) quittierte. Während der Eingang des Bargeldes im Kassabuch 
der Filiale eingetragen und eine Kopie des unterschriebenen Auszahlungsbelegs in 
der Filiale aufbewahrt wurde, wurde das Original des Auszahlungsbelegs in den 
Räumlichkeiten der Privatklägerin an der N.________ (Adresse) in H.________ auf-
bewahrt. 

Die Kassabücher der Filiale Q.________ wurden in der Filiale geführt und gelangten 
jeweils einen halben Monat später in die Administration der Privatklägerin. Am 
Schluss, wenn alles verbucht und die Belege kontrolliert waren, landete es auf dem 
Schreibtisch der Beschuldigten. Ihre Aufgabe bestand darin, zu kontrollieren, ob die 

15

Einnahmen korrekt waren und ob die Ausgaben auf den korrekten Konten verbucht 
wurden (vgl. auch pag. 239 Z. 138).

10. Bestrittener Sachverhalt

Die Beschuldigte räumte in der Berufungsverhandlung schliesslich bezüglich aller in 
der Anklageschrift aufgelisteten Bargeldbezüge ab dem Konto der Privatklägerin bei 
der F.________(Bank) ein, dass sie sie getätigt habe, sofern sie für den Empfang 
quittiert habe. Sie bestritt jedoch weiterhin, dass sie das Geld veruntreut hätte. Sie 
sagte aus, sie habe das Geld in der Filiale abgegeben (pag. 2127 Z. 19 ff.). Ebenso 
bestreitet sie, nachträgliche Ergänzungen und Änderungen im Kassabuch vorge-
nommen und Unterschriften von Filialmitarbeiterinnen auf den Auszahlungsbelegen 
gefälscht zu haben.

11. Beweismittel

11.1 Objektive Beweismittel

Als objektive Beweismittel liegen zahlreiche Unterlagen und Überwachungsaufnah-
men vor. Dabei handelt es sich um Faxmitteilungen betreffend Geldbestellungen 
(vgl. nicht paginierte Akten, Unterlagen C.________, grauer Ordner Teil 1/2, La-
sche 2); um die Originalbezugsbelege der F.________(Bank) (vgl. nicht paginierte 
Akten, Unterlagen C.________, grauer Ordner Teil 1/2, Lasche 3); um Kopien von 
Bezugsbelegen der F.________(Bank), welche bei der Beschuldigten zu Hause ge-
funden wurden («Unterlagen F.________(Bank)», Ass-Nr. 004), um Überwachungs-
aufnahmen in der Filiale Q.________ (pag. 186 [tabellarische Übersicht], pag. 567 
ff. [Fotoausschnitte], pag. 1722 [Harddisk] sowie nicht paginierte Akten, Unterlagen 
C.________, grauer Ordner Teil 2/2, Lasche 4 [Fotoausschnitte]); um die Original-
kassabuchblätter (vgl. nicht paginierte Akten, Unterlagen C.________, grauer Ord-
ner Teil 1/2, Lasche 4); um den Anzeigerapport vom 21. Dezember 2017 (pag. 179 
ff.); um die Kontoauszüge der Beschuldigten (pag. 862 ff.); um die Steuererklärungen 
von 2015 (pag. 1031 ff.) sowie um die Steuererklärung und -veranlagung des Jahres 
2014 (pag. 1040 ff.); um Belege zum Kauf einer Rolex (pag. 1108 ff.); um Belege 
zum Kauf eines Mercedes Kombi (pag. 1278 ff.) sowie um eine Auflistung «Transfers 
K.________» welche anlässlich der Hausdurchsuchung bei der Beschuldigten ge-
funden wurde (pag. 1057). Auf den Inhalt der einzelnen bedeutenden Beweismittel 
wird direkt im Rahmen der Beweiswürdigung eingegangen.

11.2 Subjektive Beweismittel

11.2.1 Übersicht

Als subjektive Beweismittel liegen Aussagen von beteiligten Personen vor. Zu wür-
digen sind insbesondere die Aussagen der Beschuldigten. Diese wurde im gesamten 
Verfahren insgesamt zehn Mal befragt (pag. 212 ff.; pag. 227 ff.; pag. 236 ff.; pag. 
361 ff.; pag. 538 ff.; pag. 561 ff.; pag. 570 ff.; pag. 580 ff.; pag. 1941 ff. und pag. 2123 
ff.). K.________ wurde zwei Mal rechtshilfeweise durch die israelischen Behörden 
einvernommen (pag. 1369 ff. und pag. 1377 ff.). Von Bedeutung sind sodann die 
Aussagen der Angestellten der Privatklägerin, nämlich vom Vorgesetzen der Be-

16

schuldigten, V.________ (pag. 590 ff.; pag. 801 ff.) und von den Filialmitarbeiterin-
nen U.________ (pag. 596 ff.), T.________ (pag. 616 ff.) und S.________ (pag. 669 
ff.).

11.2.2 Aussagen der Beschuldigten

Für die Zusammenfassung der bisherigen Aussagen der Beschuldigten wird auf die 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 2018 f., S. 12 f. der Urteilsbegrün-
dung):

Die Aussagen der Beschuldigten konzentrierten sich mehrheitlich auf eine Bestreitung der Vorwürfe 
oder auf eine Verweigerung der Aussage. So führte sie beispielsweise aus, zur Veruntreuung könne 
sie nichts sagen. Sie sei schockiert, dass ihr dies vorgeworfen werde und sie bestreite, das Geld ge-
nommen zu haben (EV Hafteröffnung vom 15.09.2016, pag. 228 Rz. 45 f). Auf Vorhalt diverser Kopien 
von Bargeldbezugsbelegen anlässlich der delegierten Einvernahme vom 27.10.2016 äusserte sich die 
Beschuldigte folgendermassen: Sie könne zu den Bezügen nichts aussagen (pag. 239 Rz. 135; pag. 
240 Rz. 185; pag. 241 Rz. 249; pag. 242 Rz. 273 f. und Rz. 297; pag. 243 Rz. 352). Sie habe die Gelder 
jeweils in der Filiale abgegeben (pag. 243 Rz. 142; pag. 242 Rz. 167 und Rz. 192; pag. 241 Rz. 216 
und Rz. 243; pag. 242 Rz. 290 f.; pag. 243 Rz. 330; pag. 244 Rz. 380; pag. 245 Rz. 416 und 446; pag. 
246 Rz. 492; pag. 249 Rz. 605 und Rz. 641). Sie wisse nicht, weshalb sie zwei Bezüge gemacht habe 
(pag. 239 Rz. 145; pag. 247 Rz. 532). Es sei möglich, dass sich der Bankangestellte vertippt habe und 
sie daher zwei Bezüge getätigt habe (pag. 241 Rz. 219). Sie wisse nicht, weshalb sie Belege bei sich 
zu Hause habe (pag. 240 Rz. 189; pag. 241 Rz. 213 und Rz. 240; pag. 242 Rz. 264 („das gleiche wie 
zu den anderen“) und Rz. 287; pag. 243 Rz. 308 und Rz. 324). Und auch in der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme vom 21.06.2018 blieb sie bei der Aussage, dass sie das Geld den Angestellten der 
C.________ AG übergeben habe (pag. 588 Rz. 312). Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 
18.04.2017 wurden der Beschuldigten die Überwachungsaufnahmen vom 02.08.2016 vorgespielt, wor-
aufhin die Beschuldigte die Aussage verweigerte (pag. 564 Rz. 109 ff.). Auch anlässlich der Parteiein-
vernahme in der Hauptverhandlung vom 30.07.2019 bestritt die Beschuldigte die Vorwürfe in Bezug auf 
die Bargeldbezüge weiterhin (pag. 1942 Rz. 27 ff.). 

Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 14.09.2016 führte die Beschuldigte aus, das im Tresor 
vorhandene Bargeld von CHF 392‘000.00 gehöre – mit Ausnahme der CHF 2‘000.00 – K.________ 
(pag. 214 Rz. 19 ff.). Weiter führte sie aus, es gäbe Unterlagen von Transaktionen, welche sie zu ihrem 
Freund getätigt habe damit er ein Schengenvisum inkl. eines Traveldocuments habe beantragen kön-
nen. Es handle sich um einen sehr hohen Betrag, vermutlich zwischen CHF 40‘000.00 und CHF 
50‘000.00 (pag. 215 Rz. 60 ff.). Auf Vorhalt, dass sie angegeben habe ihr Freund sei vermögend, sie 
aber ein Darlehen der C.________ AG erhalten habe und dieses Geld ihm geschickt habe, führte die 
Beschuldigte aus, dass dies nicht zusammenpasse. Das Geld für das Traveldocument müsse von einer 
Drittperson und nicht von der Familie bezahlt werden. Es sei nicht möglich gewesen, dass ihr Freund 
ihr das Geld vorab zusende, da er nur mit Bargeld ausreise und auch nach Palästina könne er es nicht 
überweisen (pag. 218 Rz. 222 ff.). Die beiden Fahrzeuge (Anm: Mercedes SLK 250 schwarz und Mer-
cedes Kombi, beide auf die Beschuldigte zugelassen) habe ihr Freund bezahlt. Er habe ihr das Geld 
dafür in bar überreicht; im Ganzen CHF 100‘000.00. CHF 33‘000.00 für das Cabriolet, CHF 60‘000.00 
für den Kombi und CHF 7‘000.00 seien noch übrig (pag. 220 Rz. 297 ff.). Sie habe ihrem Freund Geld 
überwiesen, damit er das Traveldocument, das Visum habe lösen und sie einmal habe besuchen kön-
nen (pag. 220 Rz. 329). Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 27.10.2016 führte die Beschul-

17

digte aus, die finanzielle Situation von K.________ sei wieder sehr gut. Er brauche keine Hilfe in finan-
zieller Hinsicht mehr. Er habe aber keine Kreditkarte, weshalb er eine von ihr habe (pag. 252 Rz. 799 
ff.).
Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 19.12.2016 wurde der Beschuldigten vorgehalten, dass 
ein Traveldocument inkl. Visa CHF 95.00 koste und auch keine Depotzahlung oder Sicherheitsleistung 
hinterlegt werden müsse; sie von ihrem Freund ganz offensichtlich angelogen worden sei. Darauf führte 
die Beschuldigte aus, dass es ganz so aussehe. Vielleicht sei es aber auch ihre Schuld gewesen, dass 
sie nicht nachgehakt habe. Sie sei von der Annahme ausgegangen, dass die Aussagen der Wahrheit 
entsprechen würden. Es sei ihr auch klar, dass ein Visum und ein Traveldocument nicht so viel Geld 
kosten würden, das hätte sie eigentlich misstrauisch machen sollen (pag. 355 Rz. 155 ff.). Sie habe 
das Geld aber nicht für einen anderen Zweck nach Israel geschickt. Im Vordergrund sei immer gewe-
sen, dass die Sperre aufgehoben werde. Werde sie nicht aufgehoben, bekäme er die Papiere nicht 
(pag. 355 Rz. 180 ff.).

Zu ergänzen sind ihre Aussagen im oberinstanzlichen Verfahren. Anlässlich der Be-
rufungsverhandlung vom 1. Oktober 2020 gab die Beschuldigte insbesondere zu 
Protokoll, dass sie ihre bisherigen Aussagen bestätigen könne (pag. 2124 Z. 38). 
Dort, wo es einen Auszahlungsbeleg der F.________(Bank) mit ihrer Unterschrift 
gebe, sei sie das Geld holen gegangen (pag. 2135 Z. 5 ff.). Sie bestreite das Geld 
veruntreut zu haben (pag. 2125 Z. 3). K.________ habe ihr Liebe vorgespielt. Es sei 
schwer, sich selbst einzugestehen, dass man jemandem auf den Leim gegangen 
sei. Sie habe lange gebraucht, sich einzugestehen, dass sie so manipuliert worden 
sei (pag. 2125 Z. 13 ff.). Sie habe K.________ kein Bargeld übergeben. Er sei immer 
wieder mit Geld dahergekommen. Sie wisse nicht woher er dieses gehabt habe (pag. 
2125 Z. 33 ff.). Sie wisse nicht, wo das Geld sei, das bei der Privatklägerin fehle. 
Wenn sie es wissen würde, hätte sie es schon lange gesagt (pag. 2126 Z. 22 ff.). Zu 
den unbestrittenen Überweisungen auf ihre Kreditkartenkonten sagte sie, sie habe 
das Geld zurückbezahlen wollen (pag. 2126 Z. 31 f.). Sie selbst hätte das nicht ge-
konnt. K.________ habe ihr immer versprochen, Geld zurückzuzahlen (pag. 2126 Z. 
36). Angesprochen, auf Bargeldbezüge in Minutenabständen sagte die Beschul-
digte, sie könne sich nicht erinnern. Es sei auch vorgekommen, dass sie zwei Ge-
schäften habe Geld abgeben müssen (pag. 2127 Z. 12 ff.). Sie habe die Bezüge 
gemacht, das Geld sei aber nicht zu ihr privat gegangen. Sie habe das Geld abge-
geben. Was danach in der Filiale passiert sei, wisse sie nicht. Es gebe x Leute, die 
damit zu tun gehabt hätten (pag. 2127 Z. 17 ff.). 

11.2.3 Aussagen von K.________

Die Vorinstanz gab die Aussagen von K.________ wie folgt wieder (pag. 2019, S. 
13 der Urteilsbegründung):
Anlässlich einer rechtshilfeweisen Einvernahme vom 22.06.2017 (undatierte Übersetzung der Einver-
nahme pag. 1369 ff.; Original in Hebräisch pag. 1363 ff.) äusserte K.________ auf die Frage, wieviel 
Geld er der Beschuldigten überwiesen habe: Er habe kein Geld überwiesen, sie habe die Überweisung 
ausgeführt. Er habe keine Krankenkasse und die Behandlung in der Schweiz sei teuer. Er könne nicht 
sagen, wieviel er aus Israel herausgebracht habe, aber alles in allem habe er ihr ca. CHF 390‘000.00 
überweisen und noch einen Betrag von CHF 550‘000.00, insgesamt ca. CHF 940‘000.00 (pag. 1371). 
(…) Nach der Verhaftung habe er nach ein, zwei Wochen oder einem Monat angerufen, denn er hätte 

18

kein Geld mehr gehabt (pag. 1371). Das Geld auf dem Bankkonto gehöre ihm, er habe keine Kredit-
karte, er habe diverse Hotels bezahlt. „In Israel nahm ich Bargeld. An den restlichen Orten mit ihrer 
Kreditkarte oder dem Bargeld, das ich hatte. Sie sagte mir, sie hätte viel Geld von den 16 Jahren Arbeit.“ 
(pag. 1371).

Dazu sind noch die Aussagen zu ergänzen, die K.________ in seiner zweiten rechts-
hilfeweisen Einvernahme vom 24. Juni 2018 machte (pag.1377 ff.). Die Einvernahme 
wurde auf English geführt und wurde auf Video aufgezeichnet (pag. 1386). 
K.________ gab insbesondere zu Protokoll, er habe soeben eine Spanierin geheira-
tet, das Scheidungsverfahren mit seiner Frau, von der er sich getrennt habe laufe 
aber noch (pag. 1378 Z. 8 ff.). Er sei Schmuckdesigner und habe einen Schmuck- 
und Antiquitätenladen in Jerusalem. Manchmal arbeite er eine Woche nicht und 
manchmal verdiene er USD 500.00 bis USD 1’000.00 pro Woche. Pro Jahr verdiene 
er ungefähr 1 bis 1.5 Mio. Israelische Shekel (Anmerkung: am 24. Juni 2018 gerun-
det ca. CHF 274'000.00 bis ca. 411'000.00, <https://www.finanzen.net/waehrungsrechner/schweizer-
franken_neuer-schekel>) (pag. 1379 Z. 15 ff.). In der Schweiz habe er mit der Be-
schuldigten ein Bankkonto mit ungefähr CHF 390'000.00 bis 550'000.00, wobei nur 
die Hälfte ihm gehöre (pag. 1379 Z. 38 ff.). Er habe der Beschuldigten CHF 45'000.00 
gegeben, damit diese zwei Uhren habe kaufen können (pag. 1380 Z. 56 f.). Die Be-
schuldigte habe viel Geld, das habe sie ihm so gesagt. Wenn er Probleme gehabt 
habe, habe er ihre Kreditkarte benutzt und ihr Bargeld gegeben (pag. 1381 Z. 83 f.). 
Auf die Frage, ob er von der Beschuldigte je Geld verlangt habe, sagte er, die Be-
schuldigte bewahre sein Geld auf. Er habe es vom Stiefvater der Beschuldigten 
zurückverlangt (pag. 1381 Z. 90 ff.). Er habe von der Beschuldigten ungefähr 
USD 400'000.00 bis 600'000.00 erhalten über eineinhalb Jahre (pag. 1381 Z. 98). 
Auf Frage bestätigte er, dass er gemeinsam mit der Beschuldigten habe ein Haus 
bauen wollen. Sie hätten Land für USD 90'000.00 gekauft (pag. 1381 Z. 106 f.). Er 
habe dieses Geld bezahlt (pag. 1382 Z. 114). Der Mercedes SLK 250 sei sein Auto 
in ihrem Namen (pag. 1381 Z. 117 f.). Er wisse nicht, wieviel Geld er der Beschul-
digten übergeben habe (pag. 1382 Z. 124 f.). Es stimme, dass sie ihm Geld gegeben 
habe, als seine Konten in Israel gesperrt gewesen seien (pag. 1382 Z. 128 ff.). Geld 
für ein Traveldokument habe er von ihr nicht erhalten, sondern sie habe für sein 
Schweizer Visum bezahlt (pag. 1382 Z. 138 f.). Er habe über seinen Anwalt ein Affi-
davit gesandt, um sein Geld und den Schmuck zurück zu erhalten. Seit über einem 
Jahr werde er von seiner Familie unterstützt (pag. 1384 Z. 172 ff.). 

11.2.4 Aussagen von V.________

Für die Zusammenfassung der Aussagen von V.________, dem Chief Financial Of-
ficer (CFO) der Privatklägerin und Vorgesetzten der Beschuldigten, wird auf die Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 2020 f., S. 14 f. der Urteilsbegründung):
Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 13.09.2016 führte V.________ zum Ablauf der Geldbe-
züge aus, dass Reiseanbieter bei ihnen eine Provision erhalten würden, welche sich im Durchschnitt 
um 10% des Warenverkaufswerts bewege. Die Kunden würden meist mit der Kreditkarte bezahlen, 
sodass meist nicht allzu viel Geld in der Kasse sei. Von der Filiale beim Q.________ werde dazu in der 
Administration Bargeld bestellt. Diese Bestellung erfolge durch Frau T.________ oder Frau 
U.________. Von der Administration gehe jemand auf die F.________(Bank), um das Geld abzuholen. 
Die Beschuldigte oder er würden den Bezug per Mail der F.________(Bank) anmelden. Er und die 

19

Beschuldigte könnten das Geld abholen, wenn jemand anderes das Geld hole, würden diese von ihnen 
eine schriftliche Vollmacht erhalten. Danach werde das Geld auf direktem Weg in die Filiale beim 
Q.________ gebracht. Dort werde das Geld in der Regel von Frau T.________ oder Frau U.________ 
gegen Unterschrift entgegengenommen, im Tresor verstaut sowie im Kassabuch eingetragen (zum 
Ganzen: pag. 591 Rz. 32 ff.). 
Die Beschuldigte habe auf alle Geschäftskonten Zugriff. Bei der Z.________ (Bank), AA.________ 
(Bank), AB.________ (Bank) und der J.________ (Bank) wäre es aber aufgefallen; bei der 
F.________(Bank) nicht, da dort alle grossen Beträge laufen würden (pag. 592 Rz. 71 f.) 
Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 02.03.2017 gab V.________ unter anderem 
zu Protokoll, dass es beim Halbjahresabschluss-Gespräch mit der Geschäftsleitung eine Grösse (Be-
reich Kommissionszahlungen) gegeben habe, die nicht grün, sondern orange gewesen sei. Man habe 
es u.a. aufgrund des Zeitdrucks nicht näher abgeklärt. Man habe auch Argumente (Veränderungen in 
den Vertragskonditionen mit den Touroperatern pag. 811 Rz. 357) gefunden, um die Zahlungen zu 
rechtfertigen. Die Beschuldigte sei an dieser Besprechung auch anwesend gewesen (pag. 803 Rz. 61 
ff.). Daraufhin sei die Burnout-Diagnose der Beschuldigten gekommen. Er habe ihr geraten, ein Timeout 
zu nehmen. Die Beschuldigte habe sich dagegen gewehrt, da sie nicht habe aus der Struktur fallen 
wollen und Halt benötigt habe. Sie habe dann nur auf 50% reduziert (pag. 803 Rz. 72 ff.). Aufgrund 
ihrer reduzierten Arbeitstätigkeit habe er im August 2016 ein Gespräch mit ihr gehabt und gewünscht, 
dass sie die Bargeldbezüge nicht mehr selber mache, sondern diese delegiere. In der zweiten Hälfte 
August/Ende August sei er in den Ferien gewesen. Als er zurückgekommen sei, sei die Liquidität am 
ersten Tag ungenügend gewesen. Sie hätten aber letztes Jahr rückgängige Umsätze und Rückstände 
in gewissen Abrechnungen gehabt, weshalb dies für ihn noch kein Grund zur Sorge gewesen sei (pag. 
803 Rz. 79 ff.). Am Montag (Anm.: 12.09.2016) sei sie zu ihm ins Büro gekommen und habe gesagt, 
sie gehe schnell auf die Bank. Er habe ihr gesagt, dass sie doch vereinbart hätten, dass sie nicht mehr 
auf die Bank gehen solle. Sie habe ihm entgegnet, dass sie eine Direktbestellung erhalten habe und 
auch sonst noch etwas erledigen müsse. Auf den Input von ihm, habe sie sehr gestresst gewirkt. So 
habe er sie nicht gekannt; dies habe ihn verunsichert: Liquidität, Bank, Stress usw. Die Beschuldigte 
habe nur am Morgen gearbeitet. Am Nachmittag habe er nachgeschaut, weil er das Gefühl gehabt 
habe, er habe etwas gefunden, das nicht stimme. Er habe die Bücher kontrolliert, habe unterschriebene 
Belege gefunden, aber es habe ihm keine Ruhe gelassen. Er habe weitergesucht und festgestellt, dass 
es Bezüge gegeben habe, die nachträglich von ihr in das Kassabuch eingeschrieben worden seien. 
Dann habe er die Geschäftsleitung informiert. Im Auftrag der Geschäftsleitung habe er eine umfangrei-
che Kontrolle gemacht und festgestellt, dass der Schaden immens sei (pag. 803 f. Rz. 90 ff.). Er habe 
festgestellt, dass die Beschuldigte Geld auf der Bank bezogen habe, dieses aber nicht original in das 
Kassabuch eingetragen worden sei, sondern später. Es sei die Handschrift der Beschuldigten gewesen 
(pag. 804 Rz. 105 ff.). 
Auf Vorhalt, dass gemäss den bisherigen Ermittlungen auch nachträgliche Eintragungen im Kassabuch 
gemacht worden seien und auf Frage, ob die Beschuldigte Gelegenheit gehabt hätte, die nachträglichen 
Eintragungen zu machen, führte V.________ aus, dass das Kassabuch nach einem Monat zurück-
komme und sie dort die Eintragungen gemacht habe. Das sehe man an der Handschrift, dass dies so 
gewesen sei (pag. 808 Rz. 264 ff.). Auf Vorhalt, dass die Beschuldigte bestreite, die ihr vorgeworfenen 
Bargeldbezüge getätigt zu haben und angebe, das Geld ordnungsgemäss abgeliefert zu haben. Sie 
vermute, jemand anderes habe dieses Geld zu Unrecht an sich genommen und auf Frage, ob es denk-
bar wäre, dass irgendjemand anders dies gemacht habe, antwortet V.________, dass die Manipulation 
des Kassabuches nicht irgendjemand hätte machen können. Es kämen nur die Beschuldigte, Frau 

20

T.________, Frau U.________ und Frau S.________ in Frage, nicht sonst irgendjemand (pag. 808 Rz. 
270 ff.).

11.2.5 Aussagen von U.________

U.________ gab in ihrer Einvernahme vom 28. September 2016 zu Protokoll, dass 
sie seit 2008 bei der Privatklägerin als Marketing- und PR-Managerin arbeite und 
auch an der Front aushelfe. Sie vertrete T.________, wenn diese nicht anwesend 
sei, wobei sie für die Kassenabrechnung zuständig sei (pag. 597 Z. 16 ff.). Sie schil-
derte, dass bei Bargeldbestellungen des Verkaufsgeschäfts ein Formular persönlich 
an V.________ ausgehändigt oder per Fax übermittelt werde. Das Fax gehe zur Ad-
ministration. Dort würden V.________, die Beschuldigte und drei weitere Personen 
arbeiten. Eine dieser Personen begebe sich dann auf die F.________(Bank) und 
hole das Bargeld wie bestellt ab. Die Person komme zu ihnen ins Büro und übergebe 
das Geld zusammen mit dem Beleg der F.________(Bank). Der Beleg werde kopiert 
und gegengezeichnet. Der Originalbeleg werde von der Person aus der Administra-
tion wieder behändigt und in die Administration zurückgebracht. Die Kopie des Be-
leges werde im Kassenjournal abgelegt/verbucht und danach auch abgelegt (pag. 
597 Z. 24 ff.). Zu 95 % seien die Bestellungen per Fax ausgelöst worden. Es sei aber 
vorgekommen, dass sie die Beschuldigte per Mail mit der Bestellung bedient habe 
(pag. 598 Z. 55 ff.). Zum Tresor hätten sie selbst, T.________ und neu wohl auch 
S.________ Zugang. Dieselben Personen seien berechtigt, die Einträge im Kassa-
buch zu machen. Die Einträge würden unverzüglich beim Erhalt des Geldes gemacht 
(pag. 598 Z. 72 ff.). Die Beschuldigte sei sehr kompetent gewesen und sie habe 
praktisch immer eine Antwort gewusst. Sie sei bis zu diesem Vorfall sehr gut gewe-
sen und sie habe ihr immer vertraut (pag. 600 Z. 151 ff.). Sie bestätigte, dass sämt-
liche Belege der Bargeldbezüge von ihr oder einer Mitarbeiterin unterzeichnet sein 
müssten (pag. 601 Z. 199 ff.). Die Unterschriften auf den Belegen Nr. 5, 14, 16, 24 
und 29 würden nicht von ihr stammen (pag. 601 f. Z. 208 ff.). Die Unterschrift auf 
dem Beleg Nr. 19 sei ihr unbekannt (pag. 603 Z. 311 f.). Sie sei sich sicher, dass im 
August und September 2016 kein Bargeld für die Subkassen L4 und L9 bestellt wor-
den sei. Im Kassabuch müsste ca. eine Woche vorher eine entsprechende Buchung 
vermerkt sein. Wobei bei Vorlage des Kassabuches solch ein Vermerk nicht festge-
stellt werden konnte (pag. 603 Z. 342 ff.). Es sei noch nie vorgekommen, dass sie 
an einem Tag zwei Bezüge getätigt hätten. In die Kassenjournale hätte sie nie etwas 
zwischen den Zeilen aufgeschrieben (pag. 605 Z. 407 ff.). Sie habe das entgegen-
genommene Geld immer unverzüglich im Kassabuch verbucht (pag. 605 Z. 426 ff.). 
Dass jemand telefonisch Geld bestellte, sei nicht normal. Es könne jedoch in der 
Hochsaison vorgekommen sein, dass die Beschuldigte telefonisch gefragt habe, ob 
sie Geld benötigten, da sie sowieso in Kürze zur Bank gehe (pag. 605 Z. 435 ff.). Sie 
habe nie eine telefonische Bestellung gemacht (pag. 606 Z. 457). Solche Bestellun-
gen seien später mittels Originalbeleg der F.________(Bank) ablegt worden. Von 
der effektiven telefonischen Bestellung gebe es keine schriftlichen Unterlagen (pag. 
606 Z. 460 ff.). 

11.2.6 Aussagen von T.________

21

T.________ sagte am 28. September 2016 aus, sie arbeite seit elf Jahren bei der 
Privatklägerin im Verkaufsgeschäft Q.________ als sogenannte Back-Office Mana-
gerin (pag. 617 Z. 20 f.). Sie schilderte, dass sie je nachdem wieviel Geld im Geschäft 
vorhanden sei, zusätzliches Geld bestelle. Das Blatt mit der Bestellung übermittle sie 
per Fax an die Administration. Ein Kurier hole dann zu Fuss das Geld gemäss ihrer 
Bestellung bei der F.________(Bank) ab und komme dann mit dem Geld zu ihnen 
ins Geschäft. Sie nehme das Geld, unterschreibe den Originalbeleg der Bank und 
mache eine Kopie davon für ihre Ablage im Geschäft. Der Originalbeleg gehe mit 
dem Geldkurier zurück in die Administration. Die Kopie des Beleges gehe in das 
Kassenjournal bzw. der Geldbetrag werde dort als Eingang verbucht und das Geld 
deponiere sie im Tresor. Einmal pro Monat mache sie einen Monatsabschluss und 
überprüfe dabei das Kassenjournal zuhanden der Administration (pag. 617 f. Z. 25 
ff.). Berechtigt Geld zu bestellen seien sie selbst, U.________ und wenn sie beide 
nicht anwesend seien S.________ (pag. 618 Z. 53 ff.). Normalerwiese würden die 
Bestellungen per Fax erfolgen. Es sei aber auch zwei bis drei Mal vorgekommen, 
dass die Beschuldigte angerufen und gefragt habe, ob sie Geld benötigten, da sie 
sowieso ins Dorf gehe und sogleich auf die Bank gehen könne. Das letzte Mal habe 
sie dies am 12. September 2016 gefragt, was sie verneint habe (pag. 618 Z. 57 ff.). 
Eventuell habe die Beschuldigte sie auch eine Woche zuvor angefragt (pag. 618 Z. 
64 f.). Die Bestellungen würden im Kassenjournal abgelegt, bis sie durch den Origi-
nalbeleg der F.________(Bank) ersetzt würden (pag. 618 Z. 67 ff.). Im Tresor hätten 
sie zwei Schubladen. In der oberen hätten sie den Stock, wozu sie, U.________ und 
seit zwei Wochen S.________ einen Schlüssel hätten. In der unteren Schublade hät-
ten sie jeweils eine Reserve von CHF 30'000.00, wozu neben ihnen drei fünf weitere 
Personen einen Schlüssel hätten (pag. 618 Z. 76 ff.). Die Einträge ins Kassabuch 
würden am selben Tag gemacht, allenfalls nicht in den nächsten fünf Minuten, jedoch 
sicher in der kommenden Stunde (pag. 619 Z. 94 f.). Sie hätten nicht zu viel Geld an 
einem Ort horten wollen. Damit sie auch am Wochenende die Guides hätten bezah-
len können, hätten sie zwei Subkassen in anderen Geschäften gehabt. Meistens ent-
nehme U.________ das Geld, indem sie jemanden vorbeigeschicke, der das Geld 
abhole. Danach trage sie dies im Kassenjournal ein und informiere V.________ 
darüber, damit dieser die Subkassen wieder äufne. Am 2. August 2016 habe sie 
(T.________) jemanden geschickt, um CHF 50'000.00 aus der Subkasse zu holen. 
Auf der Faxbestellung vom 2. August 2016 habe sie vermerkt, dass die Subkasse 
L4 leer sei (pag. 619 f. Z. 132 ff.). Die Buchung dieses Geldbezuges konnte im Kas-
sabuch festgestellt werden (pag. 620 Z. 147 ff., pag. 633). T.________ führte aus, 
die Beschuldigte sei die Stellvertreterin von V.________. Sie könne Fragen zum 
Lohn, zur Buchhaltung etc. beantworten. Ansonsten könne sie nicht viel über die 
Beschuldigte sagen (pag. 620 Z. 153 ff.). Die Unterschriften auf den Belegen Nr. 2, 
3, 4, 6 (betreffend CHF  80'000.00), 7, 9, 11, 12, 13, 15, 17, 20, 21 (über 
CHF 100'000.00), 22, 23, 25, 32, und 19 (CHF 80'000.00) würden nicht von ihr stam-
men (pag. 620 ff. Z. 185 ff.). Die Unterschrift auf Beleg Nr. 8 sei eher nicht ihre (pag. 
623 Z. 306 ff.). Bei Beleg Nr. 18 sei sie sich nicht sicher gewesen, ob es ihre Unter-
schrift sei oder nicht (pag. 624 f. Z. 396 ff.). Es könne nicht sein, dass sie am 22. 
März 2016 CHF 100'000.00 und am 23. März 2016 sogleich wieder CHF 60'000.00 
bezogen habe. Sie habe noch nie CHF 20'000.00, sondern immer höhere Betrage 

22

bezogen (pag. 621 Z. 216 ff.). Es sei nie vorgekommen, dass sie an einem Tag gleich 
zwei Mal Geld bezogen hätten (pag. 621 Z. 239 f.). Die Buchung vom 2. August 2016 
habe sie im Kassenjournal auf CHF 130’000.00 abgeändert, nachdem die Bank irr-
tümlicherweise CHF 20’000.00 zu wenig ausbezahlt habe. Die Bank habe die Diffe-
renz bemerkt, sie selbst leider nicht sofort (pag. 625 Z. 419 ff.). Am 31. August 2016 
habe die Beschuldigte angerufen und gefragt, ob sie Geld brauche, was sie verneint 
habe (pag. 626 Z. 492 ff.). Es sei nicht üblich gewesen, auf der untersten Zeile im 
Kassabuch Buchungen einzutragen. Sie hätten jeweils ein Sternchen links vor dem 
Datum gemacht, wenn etwas beim Verbuchen vergessen worden sei, und die Kor-
rektur dann zuunterst vermerkt (pag. 628 f. Z. 600 ff.). Sie könnte sich nicht erinnern, 
jemals Geld entgegengenommen zu haben, ohne den Betrag zu verbuchen. Kleine 
Fehler könnten passieren, aber solche Fehlbeträge nicht (pag. 629 Z. 608 ff.). 

11.2.7 Aussagen von S.________

S.________ sagte insbesondere aus, dass sie bei Abwesenheit von T.________ und 
U.________ für die Führung der Kasse verantwortlich sei (pag. 670 Z. 26 f.). Nur sie 
drei hätten in der Filiale beim Q.________ Geld entgegengenommen, Bankbelege 
unterzeichnet und die Beträge anschliessend im Kassabuch verbucht (pag. 671 Z. 
57 ff.). Die Unterschrift auf dem Beleg Nr. 1 (CHF 60'000.00) stamme nicht von ihr 
und unterscheide sich offensichtlich von ihrer Unterschrift auf dem Beleg Nr. 1 
(CHF 120'000.00) (pag. 671 f. Z. 90 ff.). Die Buchung im Kassabuch über den Ein-
gang von CHF 120'000.00 sei von ihr geschrieben worden (pag. 672 Z. 108 ff.).

12. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz kam beweiswürdigend zum Schluss, dass nicht ersichtlich sei, wer 
ausser der Beschuldigten das bezogene Bargeld hätte behändigen können. Das 
Geld sei immer nur dann nicht in der Filiale angekommen, wenn die Beschuldigte die 
Bezüge getätigt habe. Die Manipulation des Kassabuches sowie die Fälschung der 
Unterschriften auf den Bezugsbelegen hätten der Verschleierung der bezogenen 
Gelder gedient. Die Beschuldigte habe zudem die Möglichkeit gehabt, die Manipula-
tionen vorzunehmen und die gefälschten Belege ins Kassabuch abzulegen. Es sei 
klar, dass die Manipulationen des Kassabuches und die Fälschung der Unterschrif-
ten auf den Bezugsbelegen durch die Beschuldigte getätigt worden seien. Wesentli-
che Beweismittel seien die Belegkopien, die bei der Beschuldigten zu Hause gefun-
den worden seien, sowie die Aufnahmen der Überwachungskamera des Tresor-
raums. Sie würden einerseits die Bezüge durch die Beschuldigte vom 19. Februar 
2016 bis am 6. Juni 2016 belegen (Belegkopien) und die Nichtübergabe des Geldes 
für die Bezüge vom 2. August 2016 bis 12. September 2016 zeigen (Überwachungs-
video). Für sie sei erstellt, dass auch die Bezüge im Juni und Juli 2016 durch die 
Beschuldigte getätigt und nicht abgeliefert worden seien. Auch die Kommunikation 
zwischen der Beschuldigten und K.________, in welcher er regelmässig grosse 
Geldbeträge fordere und sie angebe, diese zu beschaffen, sowie die Aufbewahrung 
von grossen Geldbeträgen in den Hotelsafes durch K.________ resp. seinen Bruder 
würden ins Bild passen. Der bis zum Schluss unklare Verbleib eines Grossteils des 
Geldes stehe einem allfälligen Schuldspruch wegen Veruntreuung nicht im Weg. Sie 

23

folge den glaubhaften Ausführungen der Angestellten der Privatklägerin, welche ins-
besondere mit den umfangreichen objektiven Beweismitteln in den massgeblichen 
Punkten übereinstimmen würden. Dagegen hätten sich die Aussagen der Beschul-
digten und von K.________ als nicht glaubhaft erwiesen (pag. 2031 f., S. 25 f. der 
Urteilsbegründung).

13. Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung brachte insbesondere vor, dass es nicht nachvollziehbar sei, wes-
halb die Beschuldigte den Vorwurf der Veruntreuung von Bargeldbezügen durchge-
hend abstreiten sollte, während sie die anderen Vorwürfe [Anm.: betreffend Über-
weisungen auf private Kreditkartenkonti] sofort zugegeben habe. Sie habe heute kei-
nen Grund mehr K.________ schützen zu wollen. Es sei kein Lügensignal, wenn die 
Beschuldigte nicht wisse, wo das Geld sei. Es habe auch telefonische Geldbestel-
lungen gegeben. Es sei öfters vorgekommen, dass Geldablieferungen nicht quittiert 
worden seien. Es könne nicht einfach mangels Alternative auf den Anklagesachver-
halt abgestellt werden. Die Vorinstanz habe sich nicht vertieft mit der Frage befasst, 
ob andere Personen für die Tat in Frage kämen oder ob das Geld tatsächlich weg-
gekommen sei. Die Beschuldigte habe nie Einträge im Kassabuch gemacht, sondern 
dieses nur überprüft. Bei den nachträglichen Änderungen handle es sich nicht um 
die Schrift der Beschuldigten. Die gefälschten Unterschriften auf den Auszahlungs-
belegen würden auch nicht von der Beschuldigten stammen. Für die Manipulation 
des Kassabuchs und die Fälschung der Unterschriften gebe es keine objektiven Be-
weise. Durch die verspätete Sicherstellung der Belege durch die Kantonspolizei 
habe die Möglichkeit einer nachträglichen Anpassung bestanden. Es sei zudem nicht 
nachvollziehbar, dass man eine direkt involvierte Person [Anm.: V.________] die Be-
lege zusammenstellen lasse. Die Beschuldigte sei vorverurteilt worden und nach an-
deren Tätern sei nicht gesucht worden. Das Tatvorgehen bei den Überweisungen 
auf die Kreditkartenkonten der Beschuldigten sei ein ganz anderes gewesen, was 
nicht für dieselbe Täterschaft spreche. Das angeblich veruntreute Bargeld habe nicht 
aufgefunden werden können. Die aufgefundenen CHF 390'000.00 gehörten gemäss 
übereinstimmenden Aussagen der Beschuldigten und K.________ dem Letzteren. 
Die Videoaufnahmen würden nichts belegen, da die Geldübergaben nicht immer im 
selben Raum stattgefunden hätten und andere Kameras nicht ausgewertet worden 
seien. Ausserdem sei es auffällig, dass es nur für die Monate August und September 
2016 Aufnahmen gebe. Es bestünden erhebliche Zweifel am angeklagten Sachver-
halt (pag. 2130 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte dagegen zusammengefasst vor, dass sich 
die Geschichte der Beschuldigten nicht auflösen lasse. Der Schuldbeweis setze nicht 
voraus, dass jeder geringste Zweifel ausgeräumt werden müsse. Das Beweisgebilde 
sei in casu sehr solide. Die Beschuldigte habe zugegebenermassen die 32 Bargeld-
bezüge getätigt. Beim Halbjahresabschluss seien Unregelmässigkeiten entdeckt 
worden. Es gebe zahlreiche Hinweise, dass das Geld nicht abgeliefert worden sei. 
Bei der grossen Menge an Ungereimtheiten handle es sich nicht um zufällige Fehler. 
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb es genau bei diesen Bezügen ausnahmsweise 
eine telefonische Bestellung des Geldes gegeben haben soll. Teilweise habe es zwei 
Bezüge an einem Tag gegeben, obwohl alle Angestellten gesagt hätten, dass das 

24

nie vorgekommen sei. Es habe gemäss deren Aussagen auch nie Bezüge über 
CHF 200'000.00 gegeben. Auf dem Überwachungsvideo sei keine dieser Übergaben 
aufgezeichnet worden. Bei den übrigen Personen, die neben der Beschuldigten für 
die Tat hätten in Frage kommen können, hätte das Vorgehen anders sein müssen. 
Es wäre ein unglaublich kompliziertes Komplott gewesen. Wenn die Privatklägerin 
die Beschuldigte hätte falsch belasten wollen, so hätte sie nicht Anzeige erstattet, 
bevor die Belege gebüschelt waren. Es gebe klare Indizien für die Täterschaft der 
Beschuldigten. Nur sie habe Zugang zum Geld und nachträglich zum Kassabuch 
gehabt. Von einigen Bezügen seien Bezugsbelege im Tresor der Beschuldigten ge-
funden worden. Von ordentlich verbuchten Bezügen, seien dort hingegen keine Be-
lege gefunden worden. Die Beschuldigte habe dies nicht erklären können. Obwohl 
sie es gekonnt hätte, habe sich die Beschuldigte nicht zu 100 Prozent krankschrei-
ben lassen. Viele der Bargeldbezüge hätten in Abwesenheit von V.________ statt-
gefunden. Diesem sei es unerwünscht gewesen, dass die Beschuldigte nach ihrer 
Krankschreibung weiterhin Bargeldbezüge getätigt habe. T.________ habe ausge-
sagt, dass die Beschuldigte öfters am Telefon nachgefragt habe, ob Bargeld benötigt 
werde. Aus der Kommunikation der Beschuldigten mit K.________ ergebe sich, dass 
dieser immer mehr Geld gefordert habe. Es ergebe keinen Sinn, dass K.________ 
Geld nach Europa bringen sollte, um sich dieses dann wieder zurückschicken zu 
lassen. In den aktenkundigen Nachrichten habe K.________ regelmässig begründet, 
wofür er das Geld brauche, was nicht notwendig gewesen wäre, wenn es sein eige-
nes Geld gewesen wäre. Es sei ausserdem fraglich, weshalb die Beschuldigte das 
angebliche Bargeld von K.________ bei sich zu Hause nicht benutzt habe, um das 
Geld aus den unberechtigten Überweisungen auf ihre Kreditkartenkonten zurückzu-
zahlen. Die Angestellten der Privatklägerin, die mit dem Bargeld zu tun hatten, seien 
befragt worden und es sei gegen keine andere Person auch nur ein Ansatz eines 
Tatverdachts aufgekommen. Sämtliche alternative Sachverhaltshypothesen könnten 
ausgeschlossen werden. Die Beschuldigte habe sich das Geld gemäss Anklagevor-
wurf angeeignet, ohne dazu berechtigt zu sein. Daraus folge, dass sie auf den Emp-
fangsbelegen die Unterschriften der Arbeitskolleginnen gefälscht und im Kassabuch 
Einträge abgeändert bzw. ergänzt habe (pag. 2134 ff.).

Der Vertreter der Privatklägerin verwies grundsätzlich auf die Ausführungen der Ge-
neralstaatsanwaltschaft und machte nur punktuelle Vorbringen. Es gebe nur einen 
Raum, der für Bargeldübergaben gesichert sei. Hätte es die Übergaben gegeben, so 
wären sie auf Band. Wegen des Datenschutzgesetzes könnten die Aufnahmen nicht 
allzu lange aufbewahrt werden, ausserdem sei die Überwachung für Überfälle ge-
dacht und nicht für Delikte über einen langen Zeitraum. Es habe bei den Bargeldbe-
stellungen nicht in jedem Fall ein Fax gegeben, was die Vorinstanz gewürdigt habe. 
Die fehlenden Bestellungen seien nur ein Indiz von vielen. Es könne sein, dass bei 
der Entgegennahme des Bargeldes einmal im Jahr keine Quittung unterschrieben 
worden sei, aber nicht systematisch. In der offiziellen Buchhaltung der Privatklägerin 
sei erstellt, dass das Geld weggekommen sei. Im Unterschied zu den Aussagen der 
Beschuldigten hätten die Aussagen der anderen Mitarbeiter Sinn gemacht. Es habe 
keinen Anlass zu weiteren Untersuchungshandlungen gegeben. Die Verteidigung 
habe auch keinen Beweisantrag gestellt. V.________ habe sich zuerst ein Bild über 

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die Veruntreuungen verschaffen müssen und habe dies so schnell wie möglich ge-
tan, ohne übermässig lange zu brauchen. Es sei unzutreffend, dass es bei der Pri-
vatklägerin kein Kontrollsystem gegeben habe. Bei einer langjährigen, zuverlässigen 
Mitarbeiterin wie der Beschuldigten, der man vertraue, falle eine Veruntreuung 
später auf (pag. 2138 f.). 

14. Beweiswürdigung der Kammer

14.1 Vorbemerkung

In der Folge werden vorab die Aussagen der beteiligten Personen auf ihre Glaubhaf-
tigkeit geprüft. Im Anschluss werden die 32 angeklagten Bargeldbezüge anhand der 
vorhandenen objektiven und subjektiven Beweismittel einzeln beleuchtet. Zum 
Schluss folgt eine Gesamtbetrachtung.

14.2 Aussagewürdigung

14.2.1 Aussagen der Beschuldigten

Die Kammer schliesst sich der Würdigung der Aussagen der Beschuldigten durch 
die Vorinstanz an (pag. 2030, S. 24 der Urteilsbegründung). Es ist zutreffend, dass 
die Beschuldigte öfters die Aussagen verweigerte oder pauschal antwortete, sie 
habe diese Frage schon beantwortet. Realitätskriterien fehlen auch dort, wo eine 
Erklärung von einer qualifizierten gewissenhaft arbeitenden Buchhalterin, wie sie die 
Beschuldigte war, möglich sein sollte. Wenn überhaupt, stellte die Beschuldigte Mut-
massungen an oder äusserte Zweifel, ohne diese zu konkretisieren. Auffälligkeiten 
konnte sie nicht erklären bzw. sich nicht daran erinnern. So sagte die Beschuldigte 
jeweils, sie könne sich nicht daran erinnern, weshalb sie wiederholt zwei Bargeldbe-
züge unmittelbar nacheinander gemacht habe oder äusserte unterschiedliche diffuse 
Vermutungen (pag. 239 Z. 145, pag. 241 Z. 219, pag. 2127 Z. 14). Zur Frage, wes-
halb sie Bezugsbelege von nicht ordentlich verbuchten Bargeldbezügen bei sich 
Hause hatte, meinte sie, sie könne nichts sagen (pag. 243 Z. 327). Es ist ausge-
schlossen, dass die Beschuldigte dazu nichts weiss. Ohne ihr Zutun dürften diese 
Belege nicht in den Tresor in ihrer Wohnung gelangt sein. Während sie sich an diese 
besonderen Umstände nicht erinnern können wollte, konnte sie sich an die fehler-
hafte Auszahlung der F.________(Bank) vom 2. August 2016, bei der ein Betrag von 
CHF 20'000.00 fehlte, was auch T.________ aussagte (pag. 625 Z. 424 ff.), pro-
blemlos im Detail erinnern (pag. 247 Z. 522 ff.). Ebenso wusste sie, dass die hand-
geschriebenen Belege daher stammten, dass die F.________(Bank) einen System-
absturz hatte (pag. 250 Z. 700). Ihre Erinnerungen scheinen also jeweils dort auszu-
setzen, wo sie sich selbst belasten müsste.

Die Aussagen der Beschuldigten sind insgesamt sehr spärlich. Ihre Antworten fielen 
meist kurz aus. Während sie zunächst noch Zweifel an der Authentizität der eigenen 
Unterschrift auf gewissen Bezugsbelegen äusserte (pag. 240 Z. 151 f., pag. 241 Z. 
231 f., pag. 242 Z. 272 ff., pag. 250 Z. 683 f., pag. 251 Z. 717 f.), gab sie anlässlich 
der Berufungsverhandlung dann zu Protokoll, dass wenn ihre Unterschrift auf dem 
Bezugsbeleg gewesen sei, sie das Geld abgeholt habe (pag. 2127 Z. 19 f.). Die Be-
schuldigte insinuierte ein Komplott und verwies vage auf verschiedene mögliche 
Täter, ohne jedoch konkreter zu werden (z.B. pag. 229 Z. 59 ff.; pag. 2127 Z. 32). 

26

Einen konkreten Verdacht, wen sie meinen könnte, oder Erklärungen, wie diese Per-
sonen die Sache dann angestellt haben könnten, vermochte sie nicht zu äussern. 
Selbstverständlich ist es nicht die Aufgabe der Beschuldigten, einen alternativen 
Sachverhalt aufzuzeigen. Doch bei dem, was für die Beschuldigte aufgrund der An-
schuldigungen gegen sie auf dem Spiel steht, ist es doch sehr erstaunlich, dass sie 
zu ihrer Verteidigung keine konkreten Verdachtsmomente äusserte, wenn sie dafür 
berechtigte Anhaltspunkte gehabt hätte. 

Die Beschuldigte behauptete zwar wiederholt, dass K.________ bei ihr Bargeld de-
poniert habe und er bei ihr Geld geholt oder sie ihm welches gebracht (auch nach 
Israel) oder überwiesen habe (vgl. pag. 239 Z. 102 ff., pag. 253 Z. 819 ff., pag. 345 
f. Z. 206 ff., pag. 356 f. Z. 248 ff., pag. 362 Z. 541 f., pag. 367 Z. 770, pag. 376 Z. 
1215). In der Berufungsverhandlung sagte sie hingegen, sie habe nie grössere Bar-
geldbeträge ins Ausland verbracht (pag. 2128 Z. 8 ff.). Dass K.________ sie seit 
Februar 2016 um grössere Geldbeträge angefragt hätte, wollte sie nicht mehr wissen 
und sie stritt ab, dass sie ihm Geld besorgt hätte (pag. 253 Z. 838 ff.). Hier bestehen 
auch Widersprüche zu den zahlreichen Text- und Sprachnachrichten zwischen der 
Beschuldigten und K.________ (vgl. Zusammenzug pag. 195). Am 30. März 2016 
forderte K.________ in einer Sprachnachricht Geld für den Geburtstag seiner Toch-
ter sowie für die Versicherung, worauf die Beschuldigte ihm sagte, sie könne 
CHF 62'000.00 bringen (pag. 374 f. Z. 1159 ff.). Am 10. April 2016 sagte sie ihm in 
einer Sprachnachricht, sie habe CHF 92'000.00 dabei (pag. 375 Z. 1199 ff.). Am 24. 
Juni 2016 teilte er ihr in einer Sprachnachricht mit, dass er ungefähr 1'000'000.00 
(Währung unbekannt) brauche und in einer anderen Nachricht, dass er um die 
CHF 400'000.00 brauche (pag. 195). Darauf schrieb sie ihm, dass sie Mitte Juli das 
Geld haben könnten (pag. 195, pag. 378 Z. 1320 ff.). Am 27. Juli 2016 unterhielten 
sie sich darüber, dass K.________ EUR 49'000.00 brauche. Die Beschuldigte 
schrieb, sie könne Bargeld organisieren (pag. 531). Am 31. August 2016 schrieb sie 
ihm: «i will bring cash soon» (pag. 401). Gleichzeitig gab sie an, K.________ habe 
Geld aus Israel mitgenommen und bei ihr deponiert (pag. 214 Z. 22 f.). Es ist nicht 
nachvollziehbar, weshalb K.________ Geld aus Israel in die Schweiz bringen sollte, 
um es sich dann von der Beschuldigten wieder zurückschicken oder -bringen zu las-
sen. Unerklärlich ist zudem, weshalb die Beschuldigte, wie sie zum Beispiel in der 
Textnachricht vom 27. Juli 2016 schrieb (pag. 531), erst noch das Geld «organisie-
ren» musste, wenn es ja bereits bei ihr gewesen wäre.

Über die angeblich bei ihr deponierten Gelder in riesigen Summen will sie als gewis-
senhafte Buchhalterin zudem nie Buch geführt haben (pag. 346 Z. Z. 218 ff.). Auch 
schilderte sie nie, wie sie das Geld genau aufbewahrte oder wie sie es ihm übergab. 
Da es sich bei dieser Geschichte um eine äusserst ungewöhnliche Situation handelt, 
wären dazu wesentlich mehr und detailliertere Aussagen zu erwarten. Während die 
Beschuldigte es zu Beginn des Verfahrens noch nicht wahrhaben wollte, dass 
K.________ ihr etwas vorgespielt haben könnte, hält sie ihn mittlerweile für einen 
Betrüger (vgl. pag. 2125 Z. 9 ff.). Dass sie auch dann nicht mit mehr Informationen 
zu seinen Geldgeschäften herausrückte, lässt sich nicht mit Rücksichtnahme der Be-
schuldigten auf ihn erklären. 

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Die Beschuldigte sagte aus, sie habe geglaubt, die Überweisungen, die sie auf ihre 
Kreditkartenkonten getätigt hatte, mit Geld von K.________ wieder zurückzahlen zu 
können. Er habe ihr versprochen, das Geld zurückzuzahlen, und sie immer wieder 
vertröstet (pag. 2126 Z. 35 ff.). Gleichzeitig behauptete die Beschuldigte, der bei ihr 
zu Hause sichergestellte Bargeldbetrag von CHF 390'000.00 gehöre K.________ 
(pag. 214 Z. 19 ff.). Hätte sie die veruntreuten Gelder von CHF 335'800.65 (AKS Ziff. 
1.2.) und von EUR 3’960.00 (AKS Ziff. 1.3.) zurückzahlen wollen, hätte sie dies mit 
dem vorhandenen Bargeld gekonnt. Sie behauptete anlässlich ihrer Einvernahme 
vom 27. Oktober 2016 jedoch, dies versäumt zu haben bzw. wegen der Untersu-
chungshaft nicht mehr dazugekommen zu sein (pag. 252 Z. 755 und 786). Diese 
Aussage widerspricht wiederum der Aussage, dass K.________ sie immer wieder 
vertröstet habe.

Die Aussagen der Beschuldigten lassen sich nicht in Einklang bringen mit den übri-
gen Beweismitteln und weisen diverse Lügensignale auf. Wie die Generalstaatsan-
waltschaft vorbrachte, geht ihre Geschichte schlicht nicht auf. Ihre Aussagen wirken 
in den Kernfragen wenig glaubhaft, sodass grundsätzlich nicht darauf abgestellt wer-
den kann.

14.2.2 Aussagen von K.________

K.________ wurde am 22. Juni 2017 (pag. 1362 ff.) und am 24. Juni 2018 (pag. 1377 
ff.) rechtshilfeweise in Israel befragt. Die Aussagen in beiden Einvernahmen sind 
inhaltlich wenig aussagekräftig und nur schwer einer Aussagewürdigung zugänglich. 
Das Protokoll der ersten Einvernahme liegt in Hebräisch vor und wurde ins Deutsche 
übersetzt (pag. 1369 ff.). Die deutsche Übersetzung ist teilweise wohl auch aus 
sprachlichen Gründen unklar. Er bestätigte die Aussagen der Beschuldigten, inso-
fern er angab, dass er mit Schmuck und Antiquitäten handle und dafür in Europa 
herumreise. Er habe der Beschuldigten Bargeld gegeben, das er von Israel mitge-
bracht habe (pag. 1370). Er habe einen Mercedes 250 SLK gekauft, der auf ihren 
Namen registriert worden sei. Er habe ihr alles in allem CHF 390'000.00 nachhause 
und CHF 550'000.00 in den Safe der Bank, ca. CHF 940'000.00, gebracht (pag. 1371 
und 1372). Die CHF 550'000.00 befanden sich jedoch bei der Durchsuchung nicht 
im Safe der Bank. Obwohl K.________ so viel Geld haben will, sagte er im Wider-
spruch dazu, nach ein, zwei Wochen oder einem Monat (Anm.: nach der Verhaftung 
der Beschuldigten) habe er kein Geld mehr gehabt. Seit September 2016 sei er nicht 
mehr in die Schweiz gereist, weil er kein Geld habe (pag. 1372). Auch meinte er, die 
Beschuldigte habe viel Geld gehabt von ihren 16 Jahren Arbeit (pag. 1371). 

Das Protokoll der zweiten Einvernahme liegt in Englisch vor. K.________ sagte in 
dieser Einvernahme anderes aus als in der ersten. Er gab an, er verdiene manchmal 
USD 500.00 oder USD 1'000.00 pro Woche. Dies lässt sich dann wiederum nicht 
vereinbaren mit den 1 bis 1.5 Mio. Israelische Shekel (Anmerkung: am 24. Juni 2018 
gerundet ca. CHF 274'000.00 bis 411'000.00, <https://www.finanzen.net/waehrungsrechner/schweizer-
franken_neuer-schekel>), die er pro Jahr verdienen will (pag. 1379). Neu will er mit 
der Beschuldigten CHF 390'000.00 bis CHF 550'000.00 auf einem Bankkonto ge-
habt haben, wobei nur die Hälfte ihm gehöre (pag. 1379 Z. 38 ff.). Wiederum be-
hauptete er, die Beschuldigte habe ihm gesagt, sie habe viel Geld (pag. 1381 Z. 83). 

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Dabei liegt eine Textnachricht vor, in der die Beschuldigte ihm zu Beginn der Bezie-
hung am 6. November 2015 mitgeteilt hatte, sie habe nicht so viel Geld, sie sei kein 
reiches Schweizer Mädchen (pag. 195). Er sagte zwar nochmals aus, er habe der 
Beschuldigten Bargeld gegeben, gleichzeitig will er von ihr USD 400'000.00 bis 
600'000.00 erhalten haben (pag. 1381). Wichtigen Fragen wich er teilweise aus. Bei-
spielsweise antwortete auf die Frage, ob er von der Beschuldigten je Geld verlangt 
habe, sie habe sein Geld und er habe es zurückverlangt (pag. 1381 Z. 90 ff.). Trotz 
seines angeblich grossen Einkommens sage er, er müsse seit über einem Jahr von 
seiner Familie unterstützt werden (pag. 1384). 

Die Aussagen von K.________ stimmen zwar in einzelnen Punkten mit denjenigen 
der Beschuldigten überein. Sie sind jedoch in sich widersprüchlich und ergeben kein 
vollständiges Bild. Sie wirken nicht glaubhaft. Es kann grundsätzlich nicht darauf ab-
gestellt werden.

14.2.3 Aussagen von V.________

V.________ erschien am 13. September 2016 erstmals bei der Polizei, nachdem am 
selben Tag telefonisch Anzeige gegen die Beschuldigte erstattet worden war (vgl. 
pag. 182). Wie aus der Einvernahme hervorgeht, war V.________ zu diesem Zeit-
punkt das Ausmass der vermuteten Veruntreuung noch nicht ganz klar (vgl. pag. 
591). Er hatte anlässlich der Einvernahme bereits einige Belege dabei, gab jedoch 
an, dass die Zusammenstellung noch nicht definitiv bzw. vollständig sei (pag. 591 Z. 
52 ff., pag. 592 Z. 67 f.). Die Übergabe der restlichen Belege an die Polizei, die 
V.________ zusammenstellte, erfolgte im Anschluss bis am 22. September 2016 
(pag. 1923 f.). Dieses Vorgehen wurde von der Verteidigung harsch kritisiert. Dazu 
ist zu bemerken, dass die Tatsache, dass die Privatklägerin bereits Anzeige erstat-
tete, als die Belege noch nicht vollständig zusammengestellt waren, viel eher gegen 
als für eine mögliche Falschbelastung sprechen. Die Beschreibungen von 
V.________, wie er am 12. September 2016 festgestellt habe, dass vermutlich Geld 
fehle und dem nachgegangen sei und was sonst noch geschah (pag. 591 Z. 18 ff., 
pag. 802 f. Z. 50 ff., pag. 804 Z. 95 ff.), sind detailliert, wirken tatsächlich erlebt und 
daher sehr glaubhaft. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass er nachträglich zusätz-
liche Vorwürfe an die Beschuldigte konstruiert hätte. V.________ sprach bereits am 
12. September 2016 von Fehlbeträgen von ca. 3,5 Mio. Franken (pag. 591 Z. 53) 
und skizzierte das Vorgehen der Bargeldbezüge bei der F.________(Bank) und der 
anschliessenden Ablieferung in der Filiale beim Q.________. Im Übrigen erfolgen 
Anzeigen oft erst nach der Zusammenstellung der Beweismittel, was deren Beweis-
kraft nicht per se erschüttert. Zudem gilt es in der Praxis zu vermeiden, ein Unter-
nehmen, das eine Anzeige gegen eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter erstattet, 
durch Sicherstellung sämtlicher Buchhaltungsunterlagen durch die Polizei vorüber-
gehend stillzulegen. Eine solche Handhabung würde Unternehmen davon abhalten, 
Vermögensdelikte zu ihrem Nachteil anzuzeigen. 

Die Kammer pflichtet der Vorinstanz bei, dass die Aussagen von V.________ in sei-
nen beiden Einvernahmen (13. September 2016 und 2. März 2017) zahlreiche Rea-
litätskriterien aufweisen. Seine Schilderungen sind konstant, ausführlich, detailreich 
und gehen teilweise spontan weit über die gestellten Fragen hinaus (vgl. z.B. pag. 
803). Unauflösbare Widersprüche können keine festgestellt werden. Er beschrieb 

29

wiederholt persönliche Empfindungen. Er sagte, er habe das Gefühl gehabt, dass 
etwas nicht stimme (pag. 591 Z. 29 f.). Er komme fast nicht klar damit, dass die 
Beschuldigte Geld veruntreut haben könnte (pag. 592 Z. 85 f.). Das Verhalten der 
Beschuldigten habe ihn verunsichert (pag. 804 Z. 94 f.). Er belastete die Beschul-
digte keineswegs übermässig. Vielmehr gab er an, dass die Beschuldigte 14 Jahre 
lang eine geschätzte, gewissenhafte und intelligente Mitarbeiterin gewesen sei, der 
er und die Geschäftsleitung vollständig vertraut hätten (pag. 592 Z. 86 f., pag. 805 
Z. 132 ff., pag. 809 Z. 295). Sie hätten im Geschäft ein sehr gutes Verhältnis gehabt 
(pag. 805 Z. 158 ff.). Das gute Arbeitsverhältnis bestätigte auch die Beschuldigte 
(pag. 222 Z. 439 f.). Bei einer absichtlichen Falschbeschuldigung wäre zu erwarten, 
dass V.________ die Beschuldigte grundsätzlich in ein schlechtes Licht gerückt 
hätte. Seine Fassungslosigkeit über das Verhalten der Beschuldigten, der er nach 
all den Jahren absolut vertraute, wirkt glaubhaft.

Es ist auch nicht ersichtlich, welches persönliche Interesse V.________ daran hätte, 
die Beschuldigte fälschlicherweise damit zu belasten, Geld der Privatklägerin verun-
treut zu haben. V.________ ist als Direktor der Privatklägerin im Handelsregister 
eingetragen. Begeht eine langjährige Mitarbeiterin im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit 
ein Delikt, so entsteht neben dem finanziellen Schaden auch ein Reputationsscha-
den für ein Unternehmen. Daran kann der Direktor eines Unternehmens kein Inter-
esse haben. Ausserdem steht auch er selbst in einem schlechten Licht da, zumal er 
trotz Kontrollfunktion (vgl. pag. 810 Z. 351 f.) über längere Zeit, das fehlende Geld 
nicht bemerkte. Auch dass V.________ die Anschuldigungen gegen die Beschul-
digte erhoben haben könnte, um sie als Sündenbock für sein eigenes Fehlverhalten 
vorschieben (Komplott-Theorie), erscheint völlig abwegig. Wäre V.________ der 
Täter, so hätte er ein überaus kompliziertes System entwickeln müssen, in das zwin-
gend die Angestellten die in der Filiale das Geld entgegennahmen, hätten eingeweiht 
sein müssen. Bei keiner der Befragungen ergaben sich jedoch entsprechende Ver-
dachtsmomente. Schliesslich war es immer die Beschuldigte, die verschwundenes 
Bargeld bei der F.________(Bank) abgehoben hatte. Hinzu kommt, dass 
V.________ regelmässig gerade dann abwesend war, wenn es zu gehäuften Bar-
geldbezügen durch die Beschuldigte kam (vgl. pag. 811 Z. 373). So war V.________ 
beispielsweise im Juli 2016 (Aussage der Beschuldigten pag. 222 f. 446 f.) und an-
fangs September 2016 (pag. 591 Z. 18) in den Ferien. Im Detail war er vom 13. bis 
am 22. Mai 2016, vom 8. bis am 14. Juli 2016, am 2. und am 5. August 2016 und 
vom 27. August bis am 7. September 2016 nicht am Arbeiten (vgl. Unterlagen Pri-
vatklägerin 1/2 Lasche 3 Zusammenstellung «Problembezüge F.________(Bank)»). 
In diesen Zeiträumen sind zahlreichen Geldbezüge durch die Beschuldigte ange-
klagt. Nach Angabe von V.________ beläuft sich der Bargeldbetrag, der während 
seinen Abwesenheiten abhandenkam, auf CHF 2'910'000.00.

Eine absichtliche Falschbelastung der Beschuldigten durch V.________ kann aus-
geschlossen werden. Seine Aussagen weisen zahlreiche Realitätskriterien auf und 
stimmen mit objektiven Beweismitteln und Aussagen von anderen Personen überein. 
Sie sind glaubhaft, so dass grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.

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14.2.4 Aussagen von U.________, T.________ und S.________

Es wurde in den Einvernahmen durch jede der drei Frauen offengelegt, dass sie alle 
vor der Befragung durch die Polizei bereits eine Besprechung mit V.________ ge-
habt hatten. Sie wurden dabei von V.________ mit den Auszahlungsbelegen der 
F.________(Bank) konfrontiert und zur Echtheit ihrer Unterschriften darauf befragt, 
worauf die Frauen eine schriftliche Bestätigung unterschrieben (pag. 600 Z. 157 ff., 
pag. 620 Z. 185 ff., pag. 671 Z. 79 ff., pag. 804 Z. 121 ff.). Diese Absprachemöglich-
keit ist bei der Aussagewürdigung zu berücksichtigen. Allerdings blieben die Aussa-
gen dennoch individuell. Alle drei sagten jeweils, was sie wissen und was nicht. Die 
Aussagen von U.________ und von T.________ sind detailliert. Diejenigen von 
S.________ sind eher knapp. Dies ist jedoch in der viel weniger ausführlichen Be-
fragung und der Tatsache, dass S.________ vielfach sagen musste, dass sie Dinge 
nicht wisse, begründet (pag. 670 ff.). Dass sie weniger gut informiert war, ist nach-
vollziehbar, zumal sie nur aushilfsweise für die Führung der Kasse zuständig war 
(pag. 670 Z. 26 f.). Die Aussagen jeder der drei Mitarbeiterinnen der Privatklägerin 
sind in sich stimmig und stimmen untereinander im Wesentlichen überein, ohne je-
doch so gleich zu sein, dass von einer Absprache ausgegangen werden müsste. 
Keine der drei Frauen äusserte sich negativ über die Beschuldigte. U.________ und 
T.________ beschrieben sie sogar als überaus kompetent (pag. 600 Z. 148 ff., pag. 
620 Z. 153 ff.). Anzeichen für eine absichtliche Falschbelastung bestehen keine. 
Dass sich die drei Frauen selbst und allenfalls mit gemeinsamem Handeln das von 
der Beschuldigten abgelieferte Geld angeeignet haben könnten, findet in den vor-
handenen Beweismitteln keinerlei Stütze. Hätten sie dies machen und verschleiern 
wollen, so hätten sie zum Beispiel die Einträge im Kassabuch ordentlich und nicht 
nachträglich vorgenommen. Insgesamt wirken die Aussagen von U.________, 
T.________ und S.________ glaubhaft und es kann darauf abgestellt werden.

14.3 Wesentliche objektive Beweismittel

Auf die objektiven Beweismittel insbesondere die Buchhaltungsunterlagen der Pri-
vatklägerin wird bei der Würdigung der einzelnen angeklagten Bargeldbezüge Bezug 
genommen werden. Besondere Bedeutung ist dem Umstand beizumessen, dass sie-
ben Kopien von angeklagten Bargeldbezügen bei der Beschuldigten zu Hause in 
ihrem Tresor sichergestellt wurden (Ass. 004 pag. 820 und 839, pag. 192), ohne 
dass sie oder ihre Verteidigung dafür eine plausible Erklärung bereit gehabt hätten. 
Von den übrigen Mitarbeitern der Privatklägerin hatte niemand Zugang zur Wohnung 
und zum Tresor der Privatklägerin. Das eine ausgebildete Buchhalterin grundlos Be-
legkopien aus dem Geschäft nach Hause nimmt, erscheint abwegig. Plausibel ist 
hingegen, dass die Beschuldigte diese Belege kopierte und nach Hause nahm, weil 
es sich um die Auszahlungsbelege für veruntreute Beträge handelte und sie darauf 
Unterschriften nachahmen musste oder zunächst noch einen Überblick über die un-
rechtmässigen Bezüge behalten wollte.

14.4 Zu den einzelnen Bezügen

14.4.1 Bezug vom 19. Februar 2016 von CHF 60'000.00

Am 19. Februar 2016 bezog die Beschuldigte bei der F.________(Bank) unbestritte-
nermassen um 10:52 Uhr einen Bargeldbetrag von CHF 120'000.00 um 10:53 Uhr 

31

einen von CHF 60'000.00 (Belege Nr. 1 in den Unterlagen Privatklägerin 1/2 Lasche 
3). Der Betrag von CHF 120'000.00 wurde in der Filiale der Privatklägerin abgeliefert. 
Die Entgegennahme des Geldes wurde von S.________ auf dem Auszahlungsbeleg 
quittiert und im Kassabuch der Filiale ordentlich eingetragen (Unterlagen Privatklä-
gerin 1/2 Lasche 4). Der Eingang von CHF 60'000.00 wurde im Kassabuch hingegen 
nicht verbucht. 

Auf den beiden Auszahlungsbelegen findet sich dieselbe Unterschrift, wobei dieje-
nige auf dem Beleg von CHF 60'000.00 klar weniger flüssig und eher zittrig wirkt. 
S.________ sagte aus, dass diese Unterschrift nicht von ihr stamme. Sie wisse, dass 
sie das Geld nicht entgegengenommen habe und sie unterschreibe flüssiger (pag. 
672 Z. 96 ff.). U.________ und T.________ hatten glaubhaft ausgesagt, dass es 
noch nie zwei Bargeldbezüge an einem Tag gegeben habe (pag. 621 Z. 239 f., pag. 
605 Z. 407 f.). Die Kammer stützt auf diese Angaben ab. Die Beschuldigte hatte dafür 
keine plausible Erklärung. Immerhin kamen solche Doppelbezüge durch die Be-
schuldigte mehrfach vor (vgl. nachfolgend), weshalb sie den Grund hätte kennen 
müssen. In dieser Häufigkeit lässt sich dies nicht mit einem Fehler des Bankange-
stellten oder Ähnliches erklären. Es ergibt sich aus den Beweismitteln, dass der Be-
trag von CHF 60'000.00 von der Beschuldigten nicht an S.________ übergeben 
wurde. Sie hat das Geld nicht, wie von ihr behauptet, in der Filiale abgeliefert. Sie 
hat somit die Unterschrift von S.________ auf dem Auszahlungsbeleg über 
CHF 60'000.00 der F.________(Bank) gefälscht.

14.4.2 Bezug vom 23. März 2016 von CHF 60'000.00

Am 23. März 2016 bezog die Beschuldigte bei der F.________(Bank) 
CHF 60'000.00. Der Auszahlungsbeleg wurde mit einer Unterschrift quittiert, die al-
lenfalls derjenigen von T.________ ähneln könnte (Beleg Nr. 2 in Unterlagen Privat-
klägerin 1/2 Lasche 3). T.________ sagte aus, dass dies nicht ihre Unterschrift sei 
(pag. 621 Z. 204). Ihre Aussagen wirken grundsätzlich glaubhaft (vgl. oben Ziff. 
II.14.2.4.). Im Kassabuch wurde der angebliche Geldeingang in der Filiale zuunterst 
auf der fraglichen Seite eingetragen. Es handelte sich um einen anderen Schreibstift 
und eine andere Schrift als auf der restlichen Seite. Die übrigen Einträge auf der 
Seite entsprechen dem Schriftbild von T.________ (vgl. z.B. Faxbestellung pag. 
266). Somit stammt der Eintrag über die CHF 60'000.00 nicht von ihr, was ebenfalls 
dafür spricht, dass sie keine Geldübernahme quittiert hat. T.________ sagte zudem 
aus, dass es nicht sein könne, dass sie am 22. März 2016 CHF 100'000.00 und am 
23. März 2016 sogleich wieder CHF 60'000.00 bezogen habe (pag. 621 Z. 219 f.). 
Die Beschuldigte erhielt das Kassabuch nachträglich zur Kontrolle und hatte somit 
die Möglichkeit, den Eintrag auf der untersten Zeile vorzunehmen. Gemäss der Aus-
sage von T._______