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**Case Identifier:** 8fe8abeb-ea26-5171-a9a5-f389fa9cc08b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.06.2014 BVGE 2014/25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2014-25_2014-06-23.pdf

## Full Text

2014/25 Radio- und Fernsehempfangsgebühren 

 

 

368 BVGE / ATAF / DTAF 

 

7 Öffentliche Werke – Energie – Verkehr 
Travaux publics – Energie – Transports et 
communications 
Lavori pubblici – Energia – Trasporti e 
comunicazioni 

25 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i.S. Kanton St. Gallen gegen 

Bundesamt für Kommunikation und Billag AG 
A‒4915/2013 vom 23. Juni 2014 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren. Melde- und Gebührenpflicht 

kantonaler Dienststellen. 

Art. 68 Abs. 2 RTVG. Art. 60 Abs. 2 RTVV. 

1. Beschwerdelegitimation des Kantons. Bestimmung des Streitge-
genstandes (E. 1). 

2. Fehlerhafte Bezeichnung des Verfügungsadressaten (E. 3). 

3. Art. 68 Abs. 2 RTVG schliesst eine mehrfache Gebührenerhe-
bung für eine Einheit (Haushalt/Geschäftsstelle), nicht aber für 

verschiedene Einheiten desselben Rechtsträgers aus. Bestätigung 

der Rechtsprechung (E. 6). 

4. Art. 68 Abs. 2 RTVG sieht mit dem Begriff « Geschäftsstelle »/ 
« unità commerciale » einen örtlichen Anknüpfungspunkt für die 

Erhebung der gewerblichen Empfangsgebühren vor. Dem abwei-

chenden französischen Gesetzeswortlaut (« entreprise ») kommt 

keine eigenständige Bedeutung zu. Die erstinstanzliche Praxis 

(sog. « Arealregelung »), dergemäss jede örtlich abgesetzte Ein-

heit eines Betriebs separat melde- und gebührenpflichtig ist, er-

weist sich als gesetzeskonform (E. 7). 

5. Vorliegend kein Verstoss gegen das Willkürverbot, das Rechts-
gleichheitsgebot und das Äquivalenzprinzip (E. 8). 

Redevances de réception radio et télévision. Obligation d'annoncer 

les récepteurs et de payer la redevance pour les services cantonaux. 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 369 

 

Art. 68 al. 2 LRTV. Art. 60 al. 2 ORTV. 

1. Qualité pour recourir d'un canton. Détermination de l'objet de la 
contestation (consid. 1). 

2. Désignation incorrecte du destinataire de la décision (consid. 3). 

3. L'art. 68 al. 2 LRTV exclut la perception de plusieurs redevances 
de réception pour une unité (ménage/entreprise). En revanche, il 

n'exclut pas la perception de plusieurs redevances de réception 

pour différentes unités d'une même entité juridique. Confirma-

tion de la jurisprudence (consid. 6). 

4. L'art. 68 al. 2 LRTV prévoit, en employant la notion de « Ge-
schäftsstelle »/« unità commerciale », un critère géographique de 

rattachement pour la perception de la redevance de réception à 

titre professionnel ou commercial. Le texte légal français « entre-

prise », qui s'en écarte légèrement, n'a aucune portée propre. La 

pratique développée par l'autorité de première instance (règle 

dite « de l'unité de la surface »), selon laquelle chaque unité 

décentralisée d'une entreprise est soumise à l'obligation de payer 

la redevance et d'annoncer les récepteurs, s'avère conforme à la 

loi (consid. 7). 

5. En l'espèce, pas de violation de l'interdiction de l'arbitraire, du 
principe de l'égalité et du principe de l'équivalence (consid. 8). 

Canone per la ricezione dei programmi radiofonici e televisivi. Ob-

bligo di annuncio e di pagamento a carico dei servizi cantonali. 

Art. 68 cpv. 2 LRTV. Art. 60 cpv. 2 ORTV. 

1. Diritto di ricorrere di un Cantone. Determinazione dell'oggetto 
della lite (consid. 1). 

2. Errata designazione del destinatario della decisione (consid. 3). 

3. L'art. 68 cpv. 2 LRTV esclude la riscossione di più canoni per la 
stessa unità (economia domestica/unità commerciale), ma non 

per più unità di uno stesso soggetto giuridico. Conferma della 

giurisprudenza (consid. 6). 

4. Con l'espressione « unità commerciale » (« Geschäftsstelle »), 
l'art. 68 cpv. 2 LRTV definisce un criterio di collegamento 

geografico per la riscossione del canone professionale o commer-

ciale. Al testo francese, di diverso tenore (« entreprise »), non può 

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370 BVGE / ATAF / DTAF 

 

essere attribuito un significato a sé stante. La prassi dell'autorità 

di prima istanza (detta « regola per le superfici »), secondo cui 

ogni unità che sorge in un'area diversa sottostà separatamente 

all'obbligo di annuncio e di pagamento del canone, è conforme 

alla legge (consid. 7). 

5. Nella fattispecie, il divieto dell'arbitrio, il principio di uguaglian-
za e il principio di equivalenza non sono violati (consid. 8). 

 

Der Kanton St. Gallen entrichtete im Rechnungsjahr 2011 für seine rund 

40 staatlichen Dienststellen Empfangsgebühren in der Höhe von gesamt-

haft Fr. 42 998.25, weshalb er die Billag AG ersuchte, die Praxis der 

Rechnungsstellung bezüglich der staatlichen Dienststellen zu überprüfen. 

In der Folge sistierte die Billag AG das Inkasso aller Rechnungen des 

Kantons St. Gallen. Im Rahmen der weiteren Gespräche lehnte die Billag 

AG den Erlass einer alle Dienststellen des Kantons St. Gallen umfassen-

den Verfügung ab, gab dem Kanton St. Gallen aber die Gelegenheit, eine 

Dienststelle zu bezeichnen, bezüglich derer eine anfechtbare Verfügung 

erlassen werde. 

Am 20. März 2013 verfügte die Billag AG (nachfolgend: Erstinstanz), 

dass die Polizeistation Buchs der ununterbrochenen Melde- und Gebüh-

renpflicht für den bisherigen gewerblichen Fernsehempfang unterliege 

und die bisherigen Rechnungen für den gewerblichen Fernsehempfang 

gerechtfertigt seien. 

Gegen diese Verfügung erhebt der Kanton St. Gallen am 12. April 2013 

Beschwerde beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und be-

antragt, die Verfügung vom 20. März 2013 sei aufzuheben. 

Mit Verfügung vom 25. Juli 2013 wies das BAKOM (nachfolgend: 

Vorinstanz) die Beschwerde der Polizeistation Buchs, vertreten durch den 

Kanton St. Gallen, ab. Auf das Begehren um Feststellung der Gebühren-

pflicht für den Kanton St. Gallen trat es nicht ein. 

Gegen diese Verfügung reicht der Kanton St. Gallen am 2. September 

2013 für sich ‒ und gegebenenfalls für die Polizeistation Buchs ‒ Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab, soweit es da-

rauf eintritt. Die angefochtene Verfügung vom 25. Juli 2013 wird vom 

Bundesverwaltungsgericht präzisiert und im Sinne der Erwägungen be-

stätigt. 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 371 

 

Aus den Erwägungen: 

1.  
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Vorinstanzen sind die in Art. 33 

VGG genannten Behörden. Als Verfügungen gelten nach Art. 5 Abs. 2 

VwVG auch Beschwerdeentscheide im Sinn von Art. 61 VwVG. 

1.2 Der Beschwerdeentscheid des BAKOM vom 25. Juli 2013 stellt 
eine Verfügung im Sinn von Art. 5 VwVG dar und das BAKOM ist nach 

Art. 33 Bst. d VGG zulässige Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. 

Dieses ist demnach zuständig zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich 
nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.4  
1.4.1 Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung, mangels Be-
schwerdelegitimation sei auf die Beschwerde des Kantons St. Gallen 

nicht einzutreten. In der Beschwerde wird hingegen geltend gemacht, die 

angefochtene Verfügung sei formell fehlerhaft. Als Dienststelle verfüge 

die Polizeistation Buchs über keine eigene Rechtspersönlichkeit, weshalb 

ausschliesslich der Kanton St. Gallen als Partei im vorliegenden Ver-

fahren auftreten könne. 

1.4.2 Entgegen der Ansicht der Vorinstanz enthält Art. 68 ff. RTVG 
(SR 784.40) keine spezialgesetzliche Regelung zur Parteistellung, 

weshalb vorliegend die allgemeinen Verfahrensbestimmungen zur An-

wendung kommen (statt vieler: Urteil des BVGer A‒5726/2013 vom 

10. März 2014 E. 1.3). Nach dem hauptsächlich auf die Legitimation Pri-

vater zugeschnittenen Art. 48 Abs. 1 VwVG sind Gemeinwesen dann zur 

Beschwerde berechtigt, wenn sie gleich oder ähnlich wie ein Privater 

betroffen oder durch die angefochtene Verfügung in ihren hoheitlichen 

Befugnissen berührt sind und ein schutzwürdiges Interesse an der Auf-

hebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben oder es um 

spezifische öffentliche Anliegen geht. Hingegen begründet das blosse 

allgemeine Interesse an der richtigen Anwendung objektiven Bundes-

rechts keine Beschwerdelegitimation des Gemeinwesens (KÖLZ/HÄNER/ 

BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bun-

des, 3. Aufl. 2013, Rz. 969 ff. m.H.). Dabei ist nur das Gemeinwesen als 

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372 BVGE / ATAF / DTAF 

 

solches legitimiert, nicht jedoch einzelne Behörden oder Verwaltungs-

zweige ohne eigene Rechtspersönlichkeit, ausser die Rechts- und Partei-

fähigkeit sei gesetzlich zuerkannt (BGE 127 II 32 E. 2f; 123 II 371 E. 2d; 

Urteil des BVGer A‒7385/2007 vom 12. März 2008 E. 2.1; MOSER/ 

BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 

2. Aufl. 2013, Rz. 2.90 m.H.).  

1.4.3 Die angefochtene Verfügung richtet sich an die Polizeistation 
Buchs, der als Dienststelle des Kantons St. Gallen keine eigene Partei-

fähigkeit zukommt und die damit kein Verfügungsadressat sein kann. Die 

durch die Verfügung berührte Partei ist der Kanton St. Gallen, der auch 

während des gesamten erst- sowie vorinstanzlichen Verfahrens als be-

schwerdeführende Partei aufgetreten ist. Da dem Kanton St. Gallen zwei-

fellos Parteifähigkeit zukommt und nur er im vorliegenden Verfahren in 

der Lage ist, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu beantragen, 

hat er als Beschwerdeführer zu gelten. Der Kanton St. Gallen ist mit sei-

nem Begehren, keine Fernsehempfangsgebühren für die Polizeistation 

Buchs zu entrichten, im vorinstanzlichen Verfahren nicht durchgedrun-

gen. Durch die angefochtene Verfügung ist er daher ähnlich wie eine Pri-

vatperson in seinen vermögensrechtlichen Interessen betroffen und somit 

zur Beschwerdeerhebung berechtigt. Der Leiter Rechtsdienst des Finanz-

departements kann nach Art. 2 Bst. a Ziff. 1 in Verbindung mit Anhang 5 

der Ermächtigungsverordnung vom 4. Januar 2011 (ErmV, sGS 141.41) 

den Kanton St. Gallen im Beschwerdeverfahren vertreten. 

1.5  
1.5.1 Eventualiter beantragt die Vorinstanz, auf die Beschwerde sei 
insoweit nicht einzutreten, als die Überprüfung der Gebührenpflicht des 

gesamten Kantons St. Gallen beantragt werde. Die Prüfung sei auf die 

Gebührenpflicht der Polizeistation Buchs zu beschränken, da nur diese 

Gegenstand des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens gewesen sei. Der 

Kanton St. Gallen stellt sich hingegen auf den Standpunkt, aus prozess-

ökonomischen Gründen sei es angezeigt, die Gebührenpflicht des ge-

samten Kantons im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu klären. 

1.5.2 Streitgegenstand im Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht ist das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Ver-

fügung bildet, soweit es im Streit liegt. Der Streitgegenstand darf im 

Laufe des Beschwerdeverfahrens weder erweitert noch qualitativ ver-

ändert werden. Er kann sich höchstens verengen und um nicht mehr 

streitige Punkte reduzieren, nicht aber ausweiten. Fragen, über welche 

die vorinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat, darf die 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 373 

 

nachfolgende Instanz nicht beurteilen, da andernfalls in die funktionelle 

Zuständigkeit der Vorinstanz eingegriffen würde. Demzufolge müssen 

sich die Beschwerdeanträge auf in der angefochtenen Verfügung geregel-

te Rechtsverhältnisse beziehen. Der Streitgegenstand darf nicht darüber 

hinausgehen (vgl. BGE 136 II 457 E. 4.2; 133 II 35 E. 2; 131 V 164 

E. 2.1; statt vieler: Urteile des BVGer A‒32/2012 vom 27. Juni 2012 

E. 3.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.7 ff.). Nur aus-

nahmsweise können Antragsänderungen und -erweiterungen, die im Zu-

sammenhang mit dem Streitgegenstand stehen, aus prozessökonomischen 

Gründen zugelassen werden. Voraussetzung dafür ist, dass einerseits ein 

sehr enger Bezug zum bisherigen Streitgegenstand besteht und anderseits 

die Verwaltung im Laufe des Verfahrens Gelegenheit hatte, sich zu dieser 

neuen Streitfrage zu äussern (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 

Rz. 2.208 ff.). 

1.5.3 Soweit der Kanton St. Gallen im vorliegenden Beschwerdever-
fahren die Gebührenpflicht für den gesamten Kanton geklärt haben 

möchte, so war diese nicht Gegenstand der erst- beziehungsweise vorin-

stanzlichen Verfügung. Die diesbezüglichen Rechtsbegehren liegen 

ausserhalb des Streitgegenstands und darauf ist nicht einzutreten. Eine 

allfällige Zulassung dieser Rechtsbegehren aus rein prozessökonomi-

schen Gründen, wie vom Kanton St. Gallen beantragt, ist dabei gleich-

falls ausgeschlossen. Eine derart weite Ausdehnung des Streitgegen-

stands überschreitet den Rahmen des Zulässigen und hätte zudem eine 

nicht vertretbare Verkürzung des Instanzenzugs zur Folge. Da der Kanton 

St. Gallen darauf verzichtet hat, bei der Vorinstanz eine Rechtsverwei-

gerungsbeschwerde zu erheben, ist vorliegend auch nicht weiter zu prü-

fen, ob die Erstinstanz den Erlass einer Verfügung über die Gebühren-

pflicht des gesamten Kantons St. Gallen zu Recht abgelehnt hat. 

1.6 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid, nicht auch allfällige 

Entscheide unterer Instanzen (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 

Rz. 2.7). Auf die Beschwerde kann daher auch insoweit nicht eingetreten 

werden, als mit ihr die Aufhebung der erstinstanzlichen Verfügung vom 

20. März 2013 beantragt wird. Immerhin gilt die erstinstanzliche Ver-

fügung als inhaltlich mitangefochten (BGE 134 II 142 E. 1.4; 129 II 438 

E. 1; Urteile des BVGer A‒6543/2012 vom 22. April 2013 E. 1.2 und 

A‒5076/2012 vom 11. Februar 2013 E. 1.2).  

1.7 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 
und 52 VwVG) des Kantons St. Gallen (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

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ist daher mit den in E. 1.5 und 1.6 erwähnten Einschränkungen einzu-

treten. 

2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen 
Entscheid auf Verletzungen von Bundesrecht ‒ einschliesslich der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des Sachverhalts und Über-

schreitung oder Missbrauch des Ermessens ‒ sowie auf Angemessenheit 

hin (Art. 49 VwVG). 

3. Wie bereits festgehalten wurde (E. 1.4), ist die angefochtene 
Verfügung insofern mangelhaft, als sie eine unrichtige Bezeichnung des 

Verfügungsadressaten enthält. Durch die fehlerhafte Parteibezeichnung 

ist dem Beschwerdeführer indes kein erheblicher Nachteil erwachsen, 

konnte er doch seine Rechte durch die fristgerechte Anfechtung der Ver-

fügung ausreichend wahren (vgl. Art. 38 VwVG). Die fehlerhafte Partei-

bezeichnung ist im Rahmen des Beschwerdeverfahrens ‒ im Sinne einer 

Präzisierung ‒ ohne Weiteres zu korrigieren (Devolutiveffekt, Art. 54 

VwVG). Da dieser rein formelle Mangel im vorliegenden Beschwerde-

verfahren geheilt werden kann, rechtfertigt er für sich allein auch nicht 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der Umstand, dass diese 

im Zeitpunkt ihres Erlasses an einem formellen Mangel litt, wird in-

dessen im Kostenpunkt zu berücksichtigen sein. 

4.  
4.1 In materieller Hinsicht bringt der Beschwerdeführer vor, aus 
Art. 68 Abs. 1 RTVG ergebe sich der Grundsatz, dass eine natürliche 

oder juristische Person, die ein zum Empfang von Radio- und Fernseh-

programmen geeignetes Gerät bereithalte oder betreibe, eine Empfangs-

gebühr bezahlen müsse. Auch mit Art. 68 Abs. 2 RTVG, welcher erst im 

Verlauf der parlamentarischen Beratungen in das Gesetz eingefügt wor-

den sei, habe der Gesetzgeber keine ausufernde Gebührenerhebung 

einführen wollen. Insbesondere sollte eine Gemeinde mit mehreren 

Schulhäusern nicht doppelt belastet werden, wie Bundesrat Moritz 

Leuenberger im Ständerat ausgeführt habe. Nach der ratio legis des revi-

dierten RTVG werde die Zahl der Empfangsgeräte erst über die kom-

merzielle Nutzung und damit im Rahmen einer anderen Gebühren-

kategorie erfasst, welche allerdings vorliegend keine Anwendung finde, 

da dem Kanton St. Gallen als Gemeinwesen der Empfang zu kom-

merziellen Zwecken verwehrt sei. Die Erstinstanz habe daher ihre als 

« Arealregelung » bezeichnete Erhebungspraxis zu überdenken und sie 

unter Berücksichtigung der organisatorischen Eigenständigkeit bezie-

hungsweise Unabhängigkeit der Geschäftsstelle ‒ und nicht bloss deren 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

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Postanschrift ‒ neu festzulegen. Der französische Gesetzesbegriff 

« entreprise » zeige deutlich auf, dass eine Geschäftsstelle nur ein Be-

triebsteil von erheblicher Selbstständigkeit sein könne. Im Kanton 

St. Gallen komme gemäss kantonalem Recht nicht den einzelnen Dienst-

stellen, sondern nur den Departementen die erforderliche Selbstständig-

keit zu, welche die Auferlegung zusätzlicher Empfangsgebühren recht-

fertige. Die « Arealregelung » erweise sich überdies als willkürlich, was 

ein einfaches Beispiel zeige: Nach dieser Praxis müsste eine Aktienge-

sellschaft mit einer Adresse unabhängig von der Zahl der Empfangsge-

räte nur eine Empfangsgebühr entrichten. Wenn sich diese Aktien-

gesellschaft nun in der Nähe einen Büroraum dazu miete, welcher 

zufälligerweise eine andere Adresse aufweise, und wenn sie den Mit-

arbeitenden die Mitnahme der Empfangsgeräte gestatte, führe dies zu 

einer Verdoppelung der Empfangsgebühren, obwohl sich ausser der 

Adresse nichts geändert habe. Mit der « Arealregelung » werde selbst ein 

Lagerraum, der vom Hauptsitz örtlich getrennt und in dem ein Emp-

fangsgerät vorhanden sei, zu einer Geschäftsstelle im Sinn des Gesetzes. 

Eine derart weite Auslegung des Begriffs Geschäftsstelle sei sachlich 

nicht begründet und verkehre den Sinn des Gesetzes geradezu in sein 

Gegenteil. Es sei zwar richtig, dass die Gebührenpraxis ein Massen-

geschäft sei, doch rechtfertigte dies nicht eine unsachgemässe, geset-

zeswidrige und willkürliche Praxis. Die vom Kanton St. Gallen zu be-

zahlenden Empfangsgebühren von derzeit Fr. 42 998.25 seien zudem 

unverhältnismässig hoch und mit dem Äquivalenzprinzip als gebühren-

rechtliche Ausgestaltung des Verhältnismässigkeitsprinzips nicht verein-

bar. 

4.2 Die Vorinstanz führt in der Vernehmlassung vom 15. Oktober 
2013 aus, juristische Personen mit mehreren Geschäftsstellen seien mehr-

fach gebührenpflichtig. Eine eigene Rechtspersönlichkeit sei für die Ge-

bührenpflicht nicht erforderlich. Im Rahmen der Gebührenerhebung sei 

somit allein massgebend, ob es sich bei der Polizeistation Buchs um eine 

Geschäftsstelle im Sinn des RTVG handle. Die Auslegung von Art. 68 

Abs. 2 RTVG ergebe, dass die räumliche Trennung von Betriebsteilen ein 

Indiz für eine Geschäftsstelle sei. Der Anknüpfungspunkt an die räumli-

che Einheit gemäss der « Arealregelung » sei aus rein pragmatischer 

Sicht als sinnvoll zu erachten. Empfangsgeräte würden ihre Sendungen 

lokal verbreiten. Wer unter demselben Dach diese Sendungen empfange, 

bilde eine Einheit (Geschäftsstelle oder Haushalt) und unterstehe der Ge-

bührenpflicht. Da das Gesetz ausdrücklich statuiere, dass pro Geschäfts-

stelle einmal Gebühren geschuldet seien, sei mit der Zuordnung der 

2014/25 Radio- und Fernsehempfangsgebühren 

 

 

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Polizeistation Buchs als Geschäftsstelle auch deren Gebührenpflicht zu 

bestätigen. 

4.3 Die Erstinstanz stellt sich in ihrer Vernehmlassung vom 
17. Oktober 2013 im Wesentlichen auf den Standpunkt, die Polizeistation 

Buchs, die ihren Arbeitsalltag selbstständig organisiere und für den 

ordnungsgemässen Ablauf der Polizeitätigkeit in der Region verantwort-

lich sei, müsse als selbstständige Geschäftsstelle qualifiziert werden. An-

gesichts der in der Polizeistation Buchs vorhandenen Geräte für den 

Empfang von Fernsehprogrammen bestehe für diese Dienststelle in 

Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen und der ständigen 

Praxis eine separate Melde- und Gebührenpflicht.  

5.  
5.1 Wer ein zum Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen ge-
eignetes Gerät zum Betrieb bereithält oder betreibt, muss dies der Gebüh-

renerhebungsstelle vorgängig melden und eine Empfangsgebühr bezah-

len (Art. 68 Abs. 1 und 3 RTVG). Gemäss Art. 68 Abs. 2 RTVG ist die 

Empfangsgebühr pro Haushalt oder Geschäftsstelle unabhängig von der 

Zahl der Empfangsgeräte nur einmal geschuldet. Der Bundesrat regelt 

die Einzelheiten. Er kann bestimmte Kategorien von Personen von der 

Gebühren- und Meldepflicht befreien (Art. 68 Abs. 5 RTVG). Die Be-

stimmung der Höhe der Empfangsgebühr wird in Art. 70 Abs. 1 RTVG 

wiederum an den Bundesrat delegiert. Zudem legt Art. 70 Abs. 2 RTVG 

fest, dass der Bundesrat für privaten und für gewerblichen Empfang 

sowie für die kommerzielle Verwertung der Empfangsmöglichkeit von 

Programmen unterschiedliche Gebühren festlegen kann. Auf Verord-

nungsstufe wird in Art. 58 RTVV (SR 784.401) der private, gewerbliche 

und kommerzielle Empfang präzisiert und in Art. 59 RTVV die genaue 

Gebührenhöhe für die verschiedenen Arten des Empfangs festgesetzt. 

Beim gewerblichen oder kommerziellen Empfang hat nach Art. 60 Abs. 2 

RTVV für jede Geschäftsstelle eine Meldung zu erfolgen. 

5.2 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren stellt sich die Frage, ob 
der Beschwerdeführer für die Polizeistation Buchs gebührenpflichtig ist. 

Die Erstinstanz hatte dabei in ihrer Verfügung vom 20. März 2013 über 

die ‒ abstrakte ‒ Gebührenpflicht der Polizeistation Buchs entschieden. 

Konkrete Gebührenrechnungen waren entsprechend nicht Gegenstand 

des Verfahrens vor der Vorinstanz und sind es auch unbestrittenermassen 

nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren (vgl. Urteil des BVGer 

A‒2811/2011 vom 13. April 2012 E. 1.3). In tatsächlicher Hinsicht ist im 

Laufe des Schriftenwechsels sodann unbestritten geblieben, dass die 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 377 

 

Polizeistation Buchs über zum Empfang von Fernsehprogrammen geeig-

nete Geräte verfügt. In materieller Hinsicht sind sich die Verfahrens-

beteiligten schliesslich auch dahingehend einig, dass Kantone ‒ anders 

als Bundesbehörden ‒ nicht in den Ausnahmekatalog von Art. 68 Abs. 6 

RTVG in Verbindung mit Art. 63 RTVV fallen und sie demzufolge 

grundsätzlich gewerbliche Empfangsgebühren zu entrichten haben.  

6.  
6.1 Zur Klärung des Hauptstreitpunkts, nämlich der Gebühren-
pflicht für die Polizeistation Buchs, sind zunächst die Grundsätze der 

Gebührenerhebung zu beleuchten, das heisst an welche Einheit sie 

anknüpft und inwieweit eine mehrfache Gebührenerhebung zulässig ist. 

6.2 Gemäss Art. 68 Abs. 2 RTVG ist die Gebühr pro Haushalt oder 
Geschäftsstelle unabhängig von der Anzahl der Empfangsgeräte nur 

einmal geschuldet. Die Rechtsprechung hat sich wiederholt mit der Frage 

auseinandergesetzt, ob eine separate Gebührenerhebung pro Einheit 

(Haushalt oder Geschäftsstelle), die denselben Rechtsträger betrifft, ge-

setzeskonform ist. Die separate Gebührenerhebung hat sie beispielsweise 

hinsichtlich der Ferienwohnung, des Zweitwohnsitzes oder des Einzel-

unternehmens geschützt (Urteile des BGer 2C_195/2013 vom 1. Novem-

ber 2013 E. 4 und 2C_320/2009 vom 3. Februar 2010 E. 3 ff.; Urteile des 

BVGer A‒2489/2013 vom 21. Januar 2014 E. 5 f.; A‒773/2013 vom 

6. Juni 2013 E. 5.2; A‒5973/2011 vom 19. Juli 2012 E. 3 ff.; 

A‒4192/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 4, je m.H.). Gemäss konstanter 

Rechtsprechungspraxis schliesst Art. 68 Abs. 2 RTVG eine mehrfache 

Gebührenerhebung somit nur für eine Einheit und nicht für verschiedene 

Einheiten aus. In diesem Sinn sieht denn auch Art. 60 Abs. 2 RTVV beim 

gewerblichen und kommerziellen Empfang eine separate Meldepflicht 

für jede Geschäftsstelle vor. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht 

keine Veranlassung, hier eine Praxisänderung vorzunehmen. 

6.3 Als erstes Zwischenfazit ist daher festzuhalten, dass das RTVG 
eine Gebührenerhebung pro Einheit vorsieht. Sollte die Polizeistation 

Buchs die Voraussetzungen für eine Geschäftsstelle gemäss Art. 68 

Abs. 2 RTVG erfüllen, was anschliessend noch zu prüfen sein wird, hat 

der Beschwerdeführer für diese Einheit eine separate Empfangsgebühr zu 

entrichten. Folglich ist in einem nächsten Schritt zu klären, ob die Poli-

zeistation Buchs ‒ trotz eingeschränkter Kompetenzen nach kantonalem 

Recht ‒ als Geschäftsstelle im Sinn von Art. 68 Abs. 2 RTVG zu quali-

fizieren ist.  

2014/25 Radio- und Fernsehempfangsgebühren 

 

 

378 BVGE / ATAF / DTAF 

 

7.  
7.1 Nach der Erstinstanz definiert sich ein Betrieb als öffentlich-
rechtliche sowie privatrechtliche Wirtschaftseinheit, welche ausserhalb 

des privat genutzten Haushalts/Rahmens Programme zur Unterhaltung 

oder zur Information des Personals und/oder der Kundschaft bezie-

hungsweise von Dritten empfängt. Unter Geschäftsstelle versteht die 

Erstinstanz jede örtlich abgesetzte, das heisst örtlich nicht zusammen-

hängende Einheit eines Betriebes, unabhängig von ihrer Rechtsform. In 

Konkretisierung der gesetzlichen Vorgaben wendet die Erstinstanz für die 

Erhebung der gewerblichen und kommerziellen Empfangsgebühren die 

sogenannte « Arealregelung » an, demgemäss jeder Betrieb sowie jede 

örtlich abgesetzte, das heisst örtlich nicht zusammenhängende Einheit 

eines Betriebes separat melde- und gebührenpflichtig ist. Für Betriebe 

auf einem zusammenhängenden Grundstück oder zwei Grundstücken, 

die lediglich durch eine Strasse oder einen Bach getrennt sind, ist auch 

bei Vorhandensein mehrerer Gebäude gemäss dieser erstinstanzlicher 

Praxis lediglich eine Anmeldung erforderlich, sofern es sich rechtlich 

und organisatorisch um denselben Betrieb oder dasselbe Unternehmen 

handelt (Billag AG, Auslegung der Radio- und Fernsehgesetzgebung 

betreffend Melde- und Gebührenpflicht für den privaten, gewerblichen 

und kommerziellen Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen  

1. Januar 2012, S. 23, 33 f., nachfolgend: Auslegungspapier, < https:// 

www. billag.ch/file/download/61/Auslegung_120123_D.pdf >, abgerufen 

am 11.06.2014). 

Das Auslegungspapier soll wie Verwaltungsverordnungen (zu welchen 

Weisungen, Richtlinien usw. gehören) eine einheitliche, gleichmässige 

und sachrichtige Praxis des Gesetzesvollzugs sicherstellen. Im Gegensatz 

zu Rechtsverordnungen begründet es keine Rechte und Pflichten für die 

Gebührenpflichtigen. Seine Hauptfunktion besteht vielmehr darin, eine 

einheitliche und rechtsgleiche Praxis sicherzustellen. Auch ist es Aus-

druck des Wissens und der Erfahrung der Erstinstanz. Das Bundesver-

waltungsgericht ist nicht an das Auslegungspapier gebunden. In der 

Rechtspraxis kann es bei der Entscheidfindung in der Regel gleichwohl 

mitberücksichtigt werden, sofern es eine dem Einzelfall angepasste und 

gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmun-

gen zulässt (vgl. zu Verwaltungsverordnungen BGE 132 V 200 E. 5.1.2; 

130 V 163 E. 4.3.1; BVGE 2012/10 E. 8.1.3; 2008/22 E. 3.1.1). 

7.2 Angesichts der fehlenden Rechtsverbindlichkeit des Ausle-
gungspapiers ist der Begriff Geschäftsstelle durch Auslegung von Art. 68 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 379 

 

Abs. 2 RTVG näher zu bestimmen. Ausgangspunkt jeder Gesetzesaus-

legung ist der Wortlaut einer Bestimmung (vgl. zu diesem auch im Ver-

waltungsrecht geltenden Grundsatz Art. 1 Abs. 1 ZGB; HAUSHEER/JAUN, 

Die Einleitungstitel des ZGB, 2003, Art. 1 N. 6). Ist der Text nicht ohne 

Weiteres klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so muss 

unter Berücksichtigung aller Auslegungsmethoden (grammatikalische, 

systematische, historische und teleologische) nach seiner wahren Trag-

weite gesucht werden; dabei kommt es namentlich auf den Zweck der 

Regelung, die dem Text zugrunde liegenden Wertungen sowie auf den 

Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht. Im Sinn eines prag-

matischen Methodenpluralismus ist es abzulehnen, einzelne Ausle-

gungsmethoden einer hierarchischen Prioritätenordnung zu unterstellen 

(vgl. BGE 131 III 33 E. 2; 130 II 202 E. 5.1; statt vieler Urteil des 

BVGer A‒6689/2012 vom 18. Februar 2014 E. 7.1). 

7.3 Massgebliches Element der grammatikalischen Auslegung ist 
der Gesetzestext, wobei die Formulierungen einer Gesetzesnorm in den 

Amtssprachen Deutsch, Französisch und Italienisch gleichwertig sind 

(BGE 131 II 697 E. 4.1; 120 II 112 E. 3a; HÄFELIN/HALLER/KELLER, 

Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, Rz. 90 ff.). 

Eine Legaldefinition des Begriffs Geschäftsstelle ist weder im RTVG 

noch in der RTVV zu finden. Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch ist 

unter Geschäftsstelle eine Stelle oder ein Raum zu verstehen, in der be-

ziehungsweise in dem die Geschäfte einer Behörde, eines Vereins oder 

Ähnliches abgewickelt werden (Brockhaus, Wahrig, Deutsches Wörter-

buch, 9. Aufl. 2011, S. 606). Berücksichtigt man sodann die weiteren 

Sprachfassungen von Art. 68 Abs. 2 RTVG, so wird deutlich, dass der 

italienische Text (« unità commerciale ») im Wesentlichen dem deut-

schen Wortlaut entspricht. Hingegen verwendet die französische Text-

fassung mit « entreprise » einen Oberbegriff zur Geschäftsstelle und 

weicht damit von den anderen beiden Sprachfassungen deutlich ab. Dass 

die französische Sprachfassung tatsächlich zutreffender ist, wie dies vom 

Beschwerdeführer behauptet wird, liegt indes nicht auf der Hand. Um zu 

klären, welche Sprachfassung den Sinn und Zweck der fraglichen Rege-

lung besser widerspiegelt, sind daher die weiteren Auslegungselemente 

heranzuziehen. 

7.4  
7.4.1 Die historische Auslegung stellt auf den Sinn und Zweck ab, den 
man einer Norm zur Zeit ihrer Entstehung gab. Insbesondere bei jungen 

Erlassen ‒ wie den vorliegenden ‒ ist dem Willen des Gesetzgebers ein 

2014/25 Radio- und Fernsehempfangsgebühren 

 

 

380 BVGE / ATAF / DTAF 

 

grosses Gewicht beizumessen. Dabei ist eine Abgrenzung zur teleologi-

schen Auslegung, die auf den Regelungszweck abstellt, wegen der erst 

vor kurzer Zeit in Kraft getretenen Totalrevision kaum möglich. Es gilt 

somit insgesamt, die mit den Normen verbundenen Zweckvorstellungen 

(ratio legis) zu ermitteln (vgl. BVGE 2010/49 E. 9.3.1; 2009/63 E. 3.3). 

Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, 

dienen aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen (vgl. 

BGE 136 V 216 E. 5.1; 135 II 78 E. 2.2; HÄFELIN/HALLER/KELLER, 

a.a.O., Rz. 101 und 121). 

7.4.2 Gemäss Botschaft des Bundesrates zur Totalrevision des Bun-
desgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) vom 18. Dezember 2002 

ist an der Gebührenerhebung pro Haushalt beziehungsweise Gewerbe-

betrieb nicht zuletzt aus Praktikabilitätsgründen festzuhalten (BBl 2003 

1569, 1641 f. [nachfolgend: Botschaft RTVG]). Der hier strittige Art. 68 

Abs. 2 RTVG wurde erst im Rahmen der parlamentarischen Beratungen 

dem Gesetz hinzugefügt. Auslöser war ein Änderungsantrag von Stän-

derätin Erika Forster-Vannini zur Gebührenpflicht multifunktionaler Ge-

räte (Antrag Forster-Vannini, AB 2005 S 100 f.; vgl. Urteil A‒2811/2011 

E. 5.4.3; URS THÖNEN, Computer als Empfangsgeräte? AJP 3/2013 

S. 405). 

7.4.3 Was der Beschwerdeführer unter Verweis auf den parlamentari-
schen Änderungsantrag zu seinen Gunsten ableitet, vermag bei näherer 

Betrachtung nicht zu überzeugen. Es ist zwar richtig, dass Ständerat 

Simon Epiney in der Debatte den Änderungsantrag von Ständerätin Erika 

Forster-Vannini im Hinblick auf die doppelte Gebührenpflicht für Ferien- 

sowie für Schulhäuser für prüfenswert hielt und damit die vorliegend 

interessierende Frage, was als gebührenpflichtige Einheit zu gelten hat, 

anschnitt (Votum Epiney, AB 2005 S 101). Im Anschluss an das Votum 

von Ständerat Simon Epiney merkte jedoch Bundesrat Moritz Leuenber-

ger als Vorbemerkung zu seinen Ausführungen an, er verstehe den Ände-

rungsantrag von Ständerätin Erika Forster-Vannini so, dass er eigentlich 

ausschliesslich auf die Frage der Benützung des Computers für Radio- 

und Fernsehzwecke abziele. In Bezug auf die Gebührenpflicht für multi-

funktionale Geräte stellte Bundesrat Leuenberger folglich klar, dass 

Gemeinden mit mehreren Schulhäusern durch eine solche Regelung nicht 

doppelt zur Kasse gebeten würden (Votum Leuenberger, AB 2005 S 101). 

Das vom Beschwerdeführer zitierte Votum kann somit kaum als Beleg 

dafür dienen, dass Schulhäuser von der Gebührenpflicht generell aus-

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 381 

 

geschlossen sein sollten oder zumindest nur eine gemeinsame Gebühr zu 

entrichten hätten. 

7.4.4 In der deutschen Textfassung von Art. 68 Abs. 2 RTVG stimmt 
der Begriff « Geschäftsstelle » mit der Terminologie überein, wie sie be-

reits vor der Totalrevision des RTVG gebräuchlich war. So sah bereits 

Art. 42 Abs. 2 der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) vom 6. Okto-

ber 1997 vor, dass für jede Geschäftsstelle eine separate Meldung zu er-

folgen habe (aRTVV, AS 1997 2903). Anders dazu wurde in der fran-

zösischen Textfassung nicht der Begriff « succursale » von Art. 42 Abs. 2 

aRTVV übernommen, sondern mit « entreprise » eine neue Begrifflich-

keit in das RTVG eingeführt. Wie gezeigt, beabsichtigte der Änderungs-

antrag von Ständerätin Erika Forster-Vannini nicht, die allgemeinen 

Grundsätze der gewerblichen Gebührenerhebung neu zu fassen, weshalb 

die Abkehr von der bisherigen Terminologie nicht gerechtfertigt er-

scheint. Unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte ist der ab-

weichenden französischen Textfassung ‒ entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers ‒ keine eigenständige Bedeutung beizumessen.  

7.5 Als Fazit der Auslegung zur vorliegend massgebenden deut-
schen beziehungsweise italienischen Sprachfassung von Art. 68 Abs. 2 

RTVG kann festgehalten werden, dass der Gesetzgeber mit dem Begriff 

Geschäftsstelle einen örtlichen Anknüpfungspunkt gewählt hat, um damit 

eine praktikable Gebührenerhebung zu gewährleisten. Die von der Erst-

instanz entwickelte « Arealregelung », die eben diesen örtlichen Bezug 

als massgebendes Element aufnimmt, steht daher in Übereinstimmung 

mit den gesetzlichen Vorgaben und erscheint auch sachgerecht. Denn wie 

die Vorinstanz in der Vernehmlassung zutreffend darlegte, verbreiten 

Empfangsgeräte ihre Sendungen lokal. Wer unter demselben Dach diese 

Sendungen empfängt, bildet eine Einheit (Geschäftsstelle oder Haushalt) 

und wird gebührenpflichtig. Das vom Beschwerdeführer befürwortete 

Abgrenzungskriterium der rechtlichen Selbstständigkeit erscheint hin-

gegen sachfremd. Müsste zudem die Erstinstanz für jede Geschäftsstelle 

das Mass der rechtlichen Selbstständigkeit abklären, würde dies zu einem 

deutlichen Mehraufwand bei der Gebührenerhebung und zu schwierigen 

Abgrenzungsfragen führen, was der Gesetzgeber mit der aktuellen Re-

gelung gerade vermeiden wollte.  

Auf den konkreten Fall bezogen, bedeutet das Auslegungsergebnis, dass 

in Anwendung der « Arealregelung » die Polizeistation Buchs, die eine 

örtlich abgesetzte Einheit bildet, als Geschäftsstelle gemäss Art. 68 

Abs. 2 RTVG zu qualifizieren ist. Entsprechend ist der Grad der 

2014/25 Radio- und Fernsehempfangsgebühren 

 

 

382 BVGE / ATAF / DTAF 

 

rechtlichen Selbstständigkeit nach kantonalem Recht für die Gebührener-

hebung nicht massgebend. Der Beschwerdeführer ist daher für die Poli-

zeistation Buchs separat gebührenpflichtig und die Beschwerde erweist 

sich im Hauptpunkt als unbegründet.  

8. Abschliessend sind noch die verbleibenden Vorbringen des Be-
schwerdeführers zu prüfen.  

8.1  
8.1.1 Der Beschwerdeführer rügt die « Arealregelung » als willkür-
lich, da sie beispielsweise dazu führe, dass ein Lagerraum oder ein vom 

Hauptsitz örtlich getrennter zusätzlicher Büroraum eine separate Gebüh-

renpflicht auslöse, während ein Unternehmen mit einem zentralen Sitz 

ungeachtet der Zahl der Empfangsgeräte nur einmal gebührenpflichtig 

sei.  

8.1.2 Ein Verstoss gegen das Willkürverbot (Art. 9 BV) in der Form 
einer willkürlichen Rechtsanwendung liegt dann vor, wenn der angefoch-

tene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situa-

tion in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen 

Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtig-

keitsgedanken zuwiderläuft (BGE 136 I 316 E. 2.2.2; Urteile des BVGer 

A‒1513/2012 vom 14. November 2012 E. 7.2 und A‒3913/2010 vom 

2. Dezember 2011 E. 6.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 524 ff.). 

Der Gesetzgeber hat sich mit Erlass von Art. 68 Abs. 1 und 2 RTVG für 

eine Gebührenerhebung pro Haushalt beziehungsweise Geschäftsstelle 

und damit gegen eine solche pro Empfangsgerät entschieden. Dem 

Rechtsgleichheitsgebot hat er jedoch insofern Rechnung getragen, als 

gewisse Kategorien von Gewerbebetrieben höher belastet werden können 

(Art. 78 Abs. 2 RTVG; Botschaft RTVG, BBl 2003 1641 f.). Diese 

gesetzlichen Vorgaben sind für das Bundesverwaltungsgericht gemäss 

Art. 190 BV bindend, weshalb der Beschwerdeführer schon aus diesem 

Grund mit seiner Kritik nicht durchzudringen vermag. Soweit der Be-

schwerdeführer die « Arealregelung » selbst als willkürlich erachtet, 

kann auf die obigen Ausführungen verwiesen werden. Wie in E. 7.5 dar-

gelegt, beruht diese Praxis auf sachlichen und vernünftigen Gründen und 

trägt insbesondere dem Umstand Rechnung, dass ein Empfangsgerät im 

Normalfall lokal genutzt wird. Dies dürfte auch bei der Polizeistation 

Buchs der Fall sein. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern eine separate 

Gebührenpflicht hinsichtlich dieser Einheit als willkürlich zu erachten 

Radio- und Fernsehempfangsgebühren 2014/25 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 383 

 

ist. Überdies hat das Bundesgericht bereits in BGE 121 II 183 E. 4b fest-

gehalten, dass eine Gebührenabstufung nach den individuellen Emp-

fangsverhältnissen mit einem unverhältnismässigen Vollzugsaufwand 

verbunden wäre und sich eine gewisse Schematisierung als unvermeidbar 

erweise. Die vom Beschwerdeführer angeführten Beispiele entsprechen 

schliesslich nicht dem hier zu beurteilenden Sachverhalt, weshalb es sich 

erübrigt, auf diese näher einzugehen.  

8.2  
8.2.1 Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, es verstosse gegen das 
Äquivalenzprinzip, jährlich Fr. 42 998.25 für den Radio- und Fernseh-

empfang bezahlen zu müssen.  

8.2.2 In der Lehre ist umstritten, ob die Empfangsgebühr auch nach 
der Totalrevision des RTVG und der Abschaffung der Bewilligungs-

pflicht als Regalabgabe zu qualifizieren ist (vgl. ausführlich Urteil 

A‒2811/2011 E. 6.2). Diese Frage kann jedoch vorliegend offen bleiben. 

Die Gebühr für den Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen ist 

vom Gesetzgeber in Art. 68 Abs. 1 RTVG und damit in einem Bundes-

gesetz im formellen Sinne vorgesehen. Daran hat sich das Bundesver-

waltungsgericht aufgrund von Art. 190 BV zu halten.  

Vorausgesetzt, es handelt sich bei der Empfangsgebühr um eine Regal-

abgabe, unterliegt sie dem Äquivalenzprinzip als gebührenrechtliche 

Ausgestaltung des Verhältnismässigkeitsprinzips. Hiernach darf die Ge-

bühr nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert 

der Leistung stehen und muss sich in vernünftigen Grenzen halten (vgl. 

BGE 121 II 183 E. 4; Urteil 2C_320/2009 E. 3.2). Nach der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung ist die hier anwendbare gewerbliche Emp-

fangsgebühr von monatlich Fr. 31.59 mit dem Äquivalenzprinzip ver-

einbar (Art. 59 Abs. 2 Bst. b RTVV; Urteil 2C_320/2009 E. 3.6 m.H.). 

Solange der Betrag wie vorliegend relativ gering ausfällt, wird das Äqui-

valenzprinzip nicht verletzt. Über die gesamte kantonale Gebührenbe-

lastung von Fr. 42 998.25 ist wiederum mangels Streitgegenstand nicht 

zu befinden. 

9. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen erweist sich die Be-
schwerde als unbegründet und ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten 

ist. Die fehlerhafte Parteibezeichnung ist im Rahmen des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens zu korrigieren.