# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1827f627-43be-595f-aecd-e6d1a0d8aec8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2025 D-8484/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8484-2025_2025-11-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8484/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger;   

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Afghanistan,   

vertreten durch Emma Neuber,  

(...),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   Gegenstand 
 

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 30. Oktober 2025 / N (...). 

 

 

 

D-8484/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der afghanische Beschwerdeführer ersuchte am 25. August 2025 um Asyl 

in der Schweiz. 

B.  

Ein Abgleich der Fingerabdruck-Datenbank der Zentraleinheit Eurodac 

vom 28. August 2025 ergab, dass der Beschwerdeführer am 15. Juli 2025 

sowie am 16. Juli 2025 in Griechenland aufgegriffen und gleichentags je-

weils daktyloskopisch erfasst worden war.  

In den Akten befinden sich ein gültiger griechischer Reisepass für Flücht-

linge sowie eine Aufenthaltsbewilligung für Griechenland aufgrund der Ge-

währung internationalen Schutzes.   

C.  

Mit Vollmacht vom 29. August 2025 zeigte die Rechtsvertretung des Bun-

desasylzentrums (BAZ) der Region B._______ ihr Mandat an.  

D.  

D.a Am 1. September 2025 ersuchte das SEM die griechischen Behörden 

um Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger und das 

Abkommen vom 28. August 2006 zwischen dem Schweizerischen Bundes-

rat und der Regierung der Hellenischen Republik über die Rückübernahme 

von Personen mit irregulärem Aufenthalt (SR 0.142.113.729). 

D.b Die griechischen Behörden stimmten der Rückübernahme am 

15. September 2025 zu und informierten, dass der Beschwerdeführer am 

25. Juli 2025 als Flüchtling anerkannt worden sei und über eine bis am 

27. Juli 2028 gültige Aufenthaltsbewilligung verfüge.   

E.  

E.a Am 16. Oktober 2025 fand das persönliche Gespräch und das rechtli-

che Gehör zum (voraussichtlichen) Nichteintretensentscheid und zur Rück-

führung in einen sicheren Drittstaat gemäss Art. 6a Abs. 2 AsylG statt.  

E.b Darin erklärte der Beschwerdeführer zusammenfassend, dass er nicht 

nach Griechenland zurückkehren könne, weil er dort mit dem Tod bedroht 

D-8484/2025 

Seite 3 

werde. Während der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland sei das 

Boot von einem Schiff gerammt worden. Vier der vierzig Bootsinsassen 

seien dabei ertrunken. Nachdem die Küstenwache sie ans Ufer geleitet 

habe, habe er den Unfall mit dem Schiff gemeldet, aber es sei nichts weiter 

unternommen worden. Die Familienangehörigen der Opfer hätten durch 

den Schlepper seine Telefonnummer ausfindig gemacht und ihn zuerst 

zum Bootsunfall befragt, da er mit einem der Opfer in der Türkei gespro-

chen habe. Danach hätten sie ihn beschuldigt, ihren verstorbenen Ver-

wandten absichtlich ins Wasser gestossen zu haben. In der Folge sei er 

mehrmals telefonisch mit dem Tod bedroht und über seinen Aufenthaltsort 

ausgefragt worden. Obwohl er die Bedrohungen mehrmals bei der Polizei 

und im Flüchtlingslager gemeldet habe, hätten niemand reagiert, man habe 

ihm lediglich mitgeteilt, dass man bei rein verbalen Drohungen nichts un-

ternehmen könne. Aus Angst, dass Familienangehörige der Bootsopfer ihn 

finden und umbringen würden, sei er ausgereist. Ferner habe er in Grie-

chenland keine Unterstützung bezüglich Unterkunft und Bildung erhalten; 

nachdem er als Flüchtling anerkannt worden sei, habe er das Flüchtlings-

lager verlassen müssen und sei auf sich selbst gestellt gewesen. Zum me-

dizinischen Sachverhalt erklärte er, dass er physisch gesund sei, aufgrund 

des Erlebten, insbesondere der Überfahrt, oft unter Albträumen leide.  

F.  

F.a Am 24. Oktober 2025 erkundigte sich die zuständige sachbearbeitende 

Person des SEM bei Medic-Help C._______ nach dem Gesundheitszu-

stand des Beschwerdeführers und die möglichen bevorstehenden medizi-

nischen Behandlungen sowie nach den von ihm benötigten Medikamenten 

und zu allfälligen vorhandenen medizinischen Unterlagen.  

F.b Gleichentags informierte der zuständige Gesundheitsdienst, dass der 

Beschwerdeführer nie bei ihnen vorstellig geworden sei und keine Hin-

weise auf Arzttermine oder die Einnahme von Medikamenten vorlägen. 

F.c Am 29. Oktober 2025 nahm der Beschwerdeführer mit Hilfe seiner 

Rechtsvertretung Stellung zum Entscheidentwurf des SEM vom 28. Okto-

ber 2025. 

G. Am 30. Oktober 2025 (gleichentags eröffnet) trat das SEM auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein. Er wurde aus der Schweiz weg-

gewiesen und verpflichtet, die Schweiz bis am Tag nach Eintritt der Rechts-

kraft der Verfügung zu verlassen, ansonsten er in Haft genommen und 

zwangsweise nach Griechenland zurückgeführt werden könne. Der Kanton 

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Seite 4 

D._______ wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt und es wur-

den dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ausgehändigt.  

H.  

Am 30. Oktober 2025 legte die Rechtsvertretung des BAZ ihr Mandat nie-

der.  

I.  

Mit Eingabe vom 5. November 2025 (Datum Poststempel) erhob der Be-

schwerdeführer gegen die Verfügung des SEM vom 30. Oktober 2025 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die vollumfängli-

che Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es sei auf sein Asylgesuch 

einzutreten. Eventualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren, 

subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen und subsubeventualiter seien bei den griechischen Behörden in-

dividuelle Garantien einzuholen, die seine Unterbringung und medizinische 

Versorgung gewährleisteten. Weiter ersuchte er um die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung, um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs und 

um entsprechende Information an die zuständigen Behörden bezüglich ei-

nes Vollzugsstopps. Sodann ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführeng inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. 

Der Beschwerde wurden nebst den Kopien der angefochtenen Verfügung 

und einer Vollmacht vom 31. Oktober 2025 sowie einer Substitutionsvoll-

macht vom 12. August 2025 diverse Kopien von Fotos einer Bootsüberfahrt 

und eines Schreibens mit dem Titel «Civil society capacity to support refu-

gees forcibly returned to Greece» vom 8. Juli 2025 an die Schweizerische 

Flüchtlingshilfe (SFH) beigelegt. 

J.  

Am 6. November 2025 wurde der Eingang der Beschwerde bestätigt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht 

zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG 

(SR 172.021) zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der 

D-8484/2025 

Seite 5 

Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 [SR 173.110]; 

Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 

Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

1.4 Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung 

zu und die Vorinstanz hat diese nicht entzogen (Art. 55 VwVG). Auf das 

Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und eines super-

provisorischen Vollzugsstopps wird daher mangels Rechtsschutz-

interesses nicht eingetreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel verzichtet. 

4.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die Vor-

instanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht 

auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.). 

Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Vollzugs hat die Vorinstanz 

eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Gericht in dieser Hin-

sicht volle Kognition zukommt. 

 

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Seite 6 

5.  

5.1 In der Beschwerde wurde subeventualiter die Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz wegen Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes bean-

tragt. Formelle Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet 

sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. 

BVGE 2013/34 E. 4.2).  

5.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet 

einen Beschwerdegrund (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

Unrichtig ist die Sachverhaltsdarstellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI/BUNDI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 4. Aufl., 2025, Rz. 1043). 

5.3 Der Beschwerdeführer rügte, die Vorinstanz habe den Sachverhalt, ins-

besondere seinen psychischen Gesundheitszustand unvollständig und teil-

weise unrichtig festgestellt. Er leide unter schweren psychologischen Be-

schwerden, (...), die eine vertiefte fachmedizinische Abklärung notwendig 

machten. Bei einer Rückkehr nach Griechenland sei mit einer Verschlech-

terung der Symptome zu rechnen, deren Folgen ebenfalls weiterer medizi-

nischer Abklärung bedürften.  

Die Rüge der ungenügenden oder unrichtigen Sachverhaltsfeststellung 

kann nicht gehört werden. Die Vorinstanz hat sich am 24. Oktober 2025 bei 

Medic-Help nach dem aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-

rers erkundigt (vgl. SEM-Akte A26/1) und dabei erfahren, dass keine Arzt-

termine offen seien und er nicht auf Medikamente angewiesen sei; tatsäch-

lich ergab die Abklärung, dass er nie bei Medic-Help vorstellig wurde (vgl. 

Bst. F), obwohl er im Rahmen der Erhebung des medizinischen Sachver-

halts darauf aufmerksam gemacht worden war, sich bei Bedarf bei gesund-

heitlichen Problemen selbständig bei Medic-Help zu melden zu können 

(vgl. SEM-Akte A22/3 S. 3). Bei dieser Ausgangslage durfte die Vorinstanz 

davon ausgehen, dass er nicht unter ernsthaften gesundheitlichen Be-

schwerden leidet und war nicht gehalten, weitere Abklärungen durchzufüh-

ren. Die formelle Rüge erweist sich vorliegend als unbegründet und ist da-

her abzuweisen.  

 

D-8484/2025 

Seite 7 

6.  

6.1 In der Stellungnahme zum Entscheidentwurf erklärte der Beschwerde-

führer, in Griechenland wiederholt verbal und telefonisch bedroht worden 

zu sein, teilweise habe man ihm mit dem Tod gedroht. Trotz mehrmaliger 

Meldungen sei die griechische Polizei untätig geblieben. Aus Angst vor die-

sen Bedrohungen habe er Griechenland wenige Tage nach Erhalt seines 

Flüchtlingsreisepasses verlassen. 

6.2 Die Vorinstanz begründete ihren Nichteintretensentscheid im Wesent-

lichen damit, dass dem Beschwerdeführer in Griechenland Schutz gewährt 

worden sei und er sich auf die Garantien in der Richtlinie 2011/95/EU des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (soge-

nannte Qualifikationsrichtlinie) berufen könne. Er könne Fürsorgeleistun-

gen, den Zugang zu Gerichten zu Unterstützungsleistungen bezüglich Er-

werbstätigkeit oder der Gewährung einer Unterkunft sowie weiterer Rechte 

direkt bei den zuständigen Behörden einfordern. Gestützt auf die bundes-

verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung sei ferner nicht davon auszuge-

hen, dass seine Überstellung nach Griechenland gegen Art. 3 EMRK 

verstosse; es sei ihm nicht gelungen, die Regelvermutung umzustossen, 

wonach Griechenland sich nicht völkerrechtskonform verhalte und Flücht-

lingen die zustehende Unterstützung zukommen lasse. Auch wenn die Le-

bensbedingungen in Griechenland schwierig seien, sei vorliegend nicht da-

von auszugehen, dass er in eine existentielle Notlage geraten würde. Zu-

dem habe er Griechenland nur wenige Tage nach der Schutzgewährung 

verlassen; deshalb könne er den griechischen Behörden nicht pauschal 

unterstellen, diese hätten ihm zustehende Leistungen nicht gewährt. In Be-

zug auf die Bedrohungen durch die Familienangehörigen der Opfer des 

Bootsunglücks sei darauf hinzuweisen, dass Griechenland ein Rechtsstaat 

mit funktionierenden Polizei- und Justizbehörden sei, an die er sich wen-

den könne. Seinem Vorhalt, die griechischen Behörden seien untätig ge-

blieben, sei zu entgegnen, dass es keinem Staat gelingen könne, alle Per-

sonen prophylaktisch vor allfälligen Straftaten zu schützen. Schliesslich 

würden sich – auch nach Konsultation der Medic-Help – keine Hinweise 

auf medizinische Probleme respektive Behandlungsbedarf ergeben. Bei 

Bedarf könne er seine Rechte aus der Qualifikationsrichtlinie geltend ma-

chen und sich an die entsprechenden Stellen wenden. Für sein weiteres 

Verfahren sei einzig die Reisefähigkeit ausschlaggebend, welche kurz vor 

der Überstellung definitiv beurteilt werde. 

6.3 Der Beschwerdeführer monierte in der Beschwerde zunächst, dass er 

von Pushbacks durch die griechische Küstenwache betroffen und Opfer 

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Seite 8 

eines versuchten völkerrechtswidrigen Refoulements geworden sei. Ob-

wohl er diesen Vorfall mehrmals den griechischen Behörden geschildert 

habe, seien weder Untersuchungen eingeleitet worden, noch habe er In-

formationen erhalten, wo er eine Strafanzeige erstatten könne. Ferner 

habe es die griechische Polizei bezüglich der telefonischen Drohungen un-

terlassen, seine Anzeige entgegenzunehmen. Während seines gesamten 

Aufenthalts in Griechenland habe er keine Unterstützung bezüglich Nah-

rung, Unterkunft und medizinischer Versorgung durch staatliche oder kari-

tative Stellen erhalten. Auch habe er infolge der traumatischen Erlebnisse 

im Zusammenhang mit dem Bootsunglück mehrmals vergeblich um medi-

zinische Hilfe ersucht. In der Beschwerde wurde weiter auf die systemi-

schen Mängel des griechischen Asylsystems hingewiesen und die prekäre 

Situation. Es komme systematisch zu menschenrechtswidrigen Push-

backs. Ferner mangle es an staatlicher Unterstützung; der Zugang zum 

Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsversorgung sowie zu den Sozialleistungen 

sei ungenügend und der Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln fehle. Die 

pauschalen Verweise auf ein funktionierendes System für schutzberech-

tigte Personen in Griechenland berücksichtigten seine individuelle Situa-

tion nicht. Vielmehr würde er aufgrund mangelnden Zugangs zur Befriedi-

gung seiner Grundbedürfnisse in eine extreme materielle Notlage geraten; 

er sei bereits obdachlos gewesen und werde nicht in der Lage sein, diese 

Notsituation aus eigener Kraft abzuwenden. Ausserdem sei nicht zu erwar-

ten, dass er in Griechenland seine Rechte bezüglich des erlebten Push-

backs erfolgreich werde geltend machen können. Sodann bestehe eine re-

ale Gefahr einer Kettenabschiebung. Es seien zumindest individuelle Ga-

rantien einzuholen, die ihm in Griechenland umgehend Obdach, Nahrung 

sowie insbesondere eine angemessene medizinische Behandlung und Zu-

gang zu den notwendigen Medikamenten zusichern würden.  

7.  

7.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der 

Regel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren 

kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat. Der Bundesrat bezeich-

net Staaten, in denen nach seinen Feststellungen effektiver Schutz vor 

Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht, als sichere Dritt-

staaten (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Mit Beschluss des Bundesrates vom 

14. Dezember 2007 wurden sämtliche Länder der Europäischen Union 

(EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) als sichere 

Drittstaaten bezeichnet. 

D-8484/2025 

Seite 9 

7.2 Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, 

dass Griechenland als Mitgliedstaat der EU ein sicherer Drittstaat im Sinne 

von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG ist. Den Akten ist zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer in Griechenland am 25. Juli 2025 als Flüchtling aner-

kannt worden war und er über eine bis zum 27. Juli 2028 gültige griechi-

sche Aufenthaltsbewilligungen verfügt. Sodann stimmten die griechischen 

Behörden seiner Rückübernahme am 15. September 2025 explizit zu 

(vgl. SEM-Akten A19/2). 

7.3 Somit sind die Voraussetzungen für einen Nichteintretensentscheid 

nach Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG erfüllt, weshalb die Vorinstanz auf das 

Gesuch des Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten ist. 

8.  

8.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berück-

sichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

9.2 Wegweisungsvollzugshindernisse sind gemäss Praxis des Bundesver-

waltungsgerichts zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 

andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 

m.w.H.). 

10.  

10.1  

10.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art.  25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

D-8484/2025 

Seite 10 

Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 der Konvention vom 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

[EMRK, SR 0.101]) einer Weiterreise der ausländischen Person in den Hei-

mat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

 

10.1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil  

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 ausführlich mit der Situa-

tion von anerkannten Flüchtlingen in Griechenland auseinandergesetzt 

und den Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für Personen, die dort 

einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätzlich als zulässig erachtet. 

Trotz gewisser Schwachstellen kann nicht von einem dysfunktionalen Auf-

nahmesystem gesprochen werden. Das Gericht geht nicht von einer Situ-

ation aus, in der jeder Person mit Schutzstatus in Griechenland eine unan-

gemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung von 

Art. 3 EMRK drohen würde. Es existieren in Griechenland verschiedene 

Angebote, die Schutzberechtigten offenstehen, wenn auch die Kapazitäten 

kaum ausreichend sein dürften und Infrastrukturhilfen sowie Angebote bis-

her vor allem von internationalen Akteuren in Zusammenarbeit mit der lo-

kalen Zivilgesellschaft erbracht und finanziert wurden. Es ist unbestritten, 

dass die Lebensbedingungen in Griechenland nach wie vor schwierig sind. 

Sofern Rückkehrende in Griechenland eine angemessene Unterbringung 

erhalten wollen, ist dies mit bürokratischen und tatsächlichen Hürden ver-

bunden (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer D-2590/2025 vom 11. Septem-

ber 2025 E. 9.3 [als Referenzurteil publiziert]). 

 

10.1.3 Vorliegend sind aber auch unter Berücksichtigung dieser Hürden 

keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass im konkreten Fall für den Be-

schwerdeführer ein real risk bestehen würde, bei einer Rückkehr nach 

Griechenland dort einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt zu werden. Nachdem er in Griechen-

land als Flüchtling anerkannt wurde, kann er sich auf die Garantien der 

Qualifikationsrichtlinie (2011/95/EU), die insbesondere den Zugang zu Be-

schäftigung [Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu Sozialhilfeleistungen [Art. 29], 

zu Wohnraum [Art. 32] und zu medizinischer Versorgung [Art. 30] regelt, 

berufen und bei Bedarf unentgeltliche Hilfe bei den verschiedenen griechi-

schen und internationalen Nichtregierungsorganisationen holen, um die 

ihm zustehenden Rechte durchzusetzen (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 9.10).  

 

D-8484/2025 

Seite 11 

10.2  

10.2.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass 

eine Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel auch zumut-

bar ist (vgl. Referenzurteil E-3427/2021 und E-3431/2021 vom 28. März 

2022 E. 11.3). Die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung gilt bezüglich Griechenland grundsätzlich auch für vulnerable 

Personen, die beispielsweise an weniger schwerwiegenden gesundheitli-

chen Problemen leiden. Es sind im Einzelfall insbesondere Alter, Gesund-

heitszustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Berufserfahrung 

aber auch die eigenen Anstrengungen zu berücksichtigten. Der Umstand 

allein, dass sich die bisherigen Integrationsbemühungen als schwierig er-

wiesen haben, lässt den Vollzug der Wegweisung noch nicht als unzumut-

bar erscheinen. Massgebend ist, ob die betroffenen Personen bei einer 

Rückkehr trotz ihnen zumutbarer Anstrengungen mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit in eine existenzielle Notlage geraten würden, die sie nicht 

aus eigener Kraft abwenden könnten (vgl. a.a.O. E. 11.5.1 f.; bestätigt in 

D-2590/2025 vom 11. September 2025 E. 8 f. [als Referenzurteil publi-

ziert]).  

10.2.2 Es obliegt der betroffenen Person, diese Vermutungen umzustos-

sen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass die Be-

hörden im konkreten Fall das Völkerrecht verletzten, ihr nicht den notwen-

digen Schutz gewährten oder sie menschenunwürdigen Lebensumständen 

aussetzten respektive, dass sie im Fall einer Rückkehr nach Griechenland 

dort aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder 

gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. Re-

ferenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). 

10.2.3 Den Akten zufolge hat sich der Beschwerdeführer lediglich einen 

Monat in Griechenland aufgehalten, nachdem er dort am 25. Juli 2025 als 

Flüchtling anerkannt worden war. Es hat nicht dargelegt, dass er sich wäh-

rend dieser kurzen Zeit konkret um Unterkunft, Arbeit oder um sonstige 

Unterstützung bemüht hat oder, dass ihm diese tatsächlich verweigert wor-

den wäre. Es lassen mithin keine konkreten Anhaltspunkte darauf schlies-

sen, dass er im Falle einer Rückführung nach Griechenland in eine exis-

tenzielle Notlage geraten würde. Es ist dem Beschwerdeführer zuzumuten, 

die in der Beschwerde dargelegte prekäre Situation mit eigenen Anstren-

gungen abzuwenden und bei Bedarf die entsprechenden Hilfsangebote 

oder die zuständigen griechischen Behörden um Unterstützung zu ersu-

chen. Bezüglich der fehlenden Hilfestellung der Polizeibehörden in Bezug 

auf die geltend gemachten verbalen Bedrohungen ist auf die ent-

D-8484/2025 

Seite 12 

sprechende zutreffende Argumentation der Vorinstanz zu verweisen (vgl. 

SEM-Akte A32/11 S. 7-8) und hinzuzufügen, dass unter den von ihm ge-

schilderten Umständen auch in der Schweiz in der Regel kaum mehr als 

die Entgegennahme einer Anzeige erfolgen würde. Im Falle einer ernsthaf-

ten Bedrohung durch die betreffenden Personen kann er sich erneut an die 

Polizei zu wenden und um Schutz zu ersuchen. Auch aus medizinischer 

Sicht bestehen keine Gründe, die gegen den Vollzug der Wegweisung 

sprechen. Obwohl er im Rahmen des Rückführungsgesprächs psychische 

Probleme geltend gemacht hat (vgl. SEM-Akte A22/3 S. 3), sind in den Ak-

ten keine medizinischen Behandlungen verzeichnet (vgl. SEM-Akte A26/1). 

Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, wird bei der Rückkehr sei-

nem Gesundheitszustand Rechnung getragen und allfällige erforderliche 

Massnahmen werden eingeleitet. Schliesslich wird er im Fall einer Rück-

kehr auch nicht durch einen weiteren Pushback, oder eine Kettenabschie-

bungen betroffen sein, da er in Griechenland als Flüchtling anerkannt 

wurde.   

10.3 Insgesamt ist weder aus individueller Sicht des Beschwerdeführers, 

noch aufgrund der allgemeinen Situation in Griechenland auf eine konkrete 

Gefährdung im Fall seiner Rückkehr nach Griechenland auszugehen. Der 

Vollzug der Wegweisung erweist sich somit auch als zumutbar. 

11.  

11.1 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich auch möglich, zumal die 

griechischen Behörden am 15. September 2025 der Rückübernahme des 

Beschwerdeführers zugestimmt haben und er mit seiner bis zum 27. Juli 

2028 gültigen Aufenthaltsbewilligung wird einreisen können (vgl. SEM-

Akte A19/2).   

 

11.2 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass die 

Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar 

und möglich bezeichnet hat.  

12.  

Bezüglich seines Subeventualantrages ist festzuhalten, dass das Bundes-

verwaltungsgericht in seiner Praxis davon ausgeht, dass die schweizeri-

schen Behörden bei den griechischen Behörden in der Regel keine indivi-

duellen Zusicherungen bezüglich des Zugangs zu adäquater Unterbrin-

gung, Betreuung und medizinischer Versorgung eingeholt werden müssen 

(vgl. unter vielen die Urteile des BVGer D-3492/2025 vom 28. Mai 2025;  

E-8181/2024 vom 8. Januar 2025 E. 9.8). 

D-8484/2025 

Seite 13 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist somit abzuweisen, so-

weit darauf einzutreten ist. 

14.  

14.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

erweist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 

14.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, zumal sich die Beschwerde entsprechend den vorstehenden 

Erwägungen bereits von vornherein als aussichtlos im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG erwiesen hat. Somit sind die Verfahrenskosten in der Höhe 

von Fr. 1’000.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-8484/2025 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Martina von Wattenwyl 

 

 

Versand: