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**Case Identifier:** 140d7b40-e3f1-5909-82a4-af5fb0b30af2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.04.2016 200 2014 997
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-997_2016-04-27.pdf

## Full Text

200 14 997 IV
GRD/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. April 2016

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. September 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2016, IV/14/997, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Oktober 2011 bei der IV-Stelle Bern (nachfol-
gend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an, ohne nähe-
re Angaben zur krankheitsbedingten, seit Mai 2010 bestehenden gesund-
heitlichen Beeinträchtigung zu machen (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1). Den hierauf von der IVB eingeholten medizinischen Berichten zu-
folge liegt ein Zustand nach Akustikusneurinom WHO Grad 1 Koos-Grad III 
rechts und Resektion desselben am 8. Juni 2011 (AB 16/7 ff., AB 27/9) 
sowie ein Zustand nach Neurolyse des Nervus occipitalis minor am 23. Juli 
2012 (AB 27/6 ff., 38/1) vor (vgl. auch AB 27/1 ff., 28, 42, 49, 64/3 f.). Im 
Mai/Juni 2013 meldete sich die Versicherte wegen Schmerzen zudem zum 
Bezug einer Hilflosenentschädigung an (AB 36). In der Folge veranlasste 
die IVB in der C.________ eine vierwöchige Arbeitsmarktliche-
Medizinische Abklärung (AMA) ab 15. Juli 2013, welche per 18. Juli 2013 
abgebrochen wurde (Abklärungsbericht AMA vom 23. August 2013 [AB 65]; 
vgl. auch AB 63). Nach Einholung eines interdisziplinären (neurologischen 
und psychiatrischen) Gutachtens (AB 81) stellte die IVB mit Vorbescheid 
vom 8. Mai 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht 
(AB 85). Nach erhobenem Einwand (mitsamt Ergänzungsfragen zum Gut-
achten; AB 93) und hierzu eingeholter Stellungnahme des Regionalen Ärzt-
lichen Dienstes (RAD; AB 96) verfügte die IVB am 18. September 2014 
entsprechend dem Vorbescheid (AB 97). Zudem schloss die IVB mit unan-
gefochten gebliebener Verfügung vom 7. Juli 2014 (AB 94; nach erfolgtem 
Vorbescheidverfahren [AB 87]) die berufliche Eingliederung ab.

B.

Gegen die Verfügung vom 18. September 2014 (AB 97) liess die Versicher-
te, vertreten durch Fürsprecher B.________, am 20. Oktober 2014 Be-
schwerde führen und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzu-
heben und zur Vervollständigung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter 

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Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, das 
Gutachten erweise sich als unvollständig und nicht überzeugend, weshalb 
es den beweisrechtlichen Anforderungen nicht genüge.

Mit Eingabe vom 10. November 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin 
auf eine ausführliche Stellungnahme in Form einer Beschwerdeantwort und 
schloss auf Abweisung der Beschwerde.

Aufforderungsgemäss reichte Fürsprecher B.________ am 17. November 
2014 seine Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. September 2014 
(AB 97). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-

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wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; 
SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der 
versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

Im Rahmen der juristischen Beurteilung der noch zumutbaren Arbeitsleis-
tung ist zu beachten, dass es zur Annahme einer Invalidität in jedem Fall 
ein medizinisches Substrat braucht, das (fach)ärztlicherseits schlüssig fest-
gestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren las-
sen sich oft nicht klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. 
Trotzdem können solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche 
Beeinträchtigungen im Sinne des Gesetzes verstanden werden, weil der 
gesetzliche Invaliditätsbegriff selber klar zwischen der versicherten Person 
als Trägerin des (invalidisierenden) Gesundheitsschadens und der durch 
ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können 
psychische Störungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden 
und bei Wegfall der Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenren-
te berechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen 
Krankheit der invalidisierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf 
eine bestehende psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. 
Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in 
den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto aus-
geprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 
Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV 
Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokultu-
relle Faktoren einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden auf-
rechterhalten oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Ele-
menten bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar 
invaliditätsbegründend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 
2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen 
zwischen sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen und 

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der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark 
als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheits-
modell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, die ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her-
stellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsren-
te.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.1.1 Gemäss Berichten der Klinik D.________ des Spitals E.________ 
vom 25. März, 10. Juni, 14. Juli und 14. Oktober 2011 (AB 16/7 ff., 49/40 f.) 
wurde ein Akustikusneurinom WHO Grad 1 Koos-Grad III rechts diagnosti-
ziert und am 8. Juni 2011 resektiert. Die Beschwerdeführerin sei mit pro-
gredienten Zephalgien symptomatisch geworden. Klinisch habe sie bis auf 
eine leichte Gangunsicherheit über keine Beschwerden berichtet; in der 
otoneurologischen Untersuchung hätten sich jedoch eine Störung der zen-
tralen Hörbahn sowie ein peripheres vestibuläres Defizit gezeigt. Nach der 
Operation sei die Schwindelsymptomatik nicht mehr aufgetreten. Im Alltag 
komme sie sehr gut zurecht, allerdings sei sie unter vielen Leuten und bei 
Lärm gestresst und hätte Kopfschmerzen bzw. der Kopf würde schwer. Das 
Hörvermögen rechts sei nach wie vor erloschen, der Tinnitus sei ebenfalls 
bei Lärm und Stress exazerbiert.

3.1.2 Weiteren Berichten der Klinik D.________ des Spitals E.________ 
vom 19. April, 29. Juni, 20. Juli, 25. Juli und 18. September 2012 
(AB 27/6 ff., 27/4, 38/1) zufolge kam es nach initial gutem Verlauf bei mi-
kroneurochirurgischer Entfernung des Akkustikusneurinoms (vgl. E. 3.1.1 
hiervor) zu einem durch Schmerz- und Schwindelsymptomatik und einge-
schränkter Belastbarkeit komplizierten Verlauf. Die Neurolyse des Nervus 
occipitalis minor rechts am 23. Juli 2012 habe zu keinerlei Besserung der 

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Symptomatik postoperativ geführt; die Beschwerdeführerin klage über 
Schmerzen im Bereich des Nervus occipitalis rechts, jedoch auch linkssei-
tig, und über diffuse Kopfschmerzen.

3.1.3 Im Bericht der Neurologie der Klinik F.________ vom 12. April 2013 
(AB 49/22 ff.) wurde ein chronifiziertes persistierendes multifaktorielles zer-
vikozephales rechtsbetontes Schmerzsyndrom bei Status nach retromasto-
idaler Kraniektomie Tumorexstirpation wegen eines Akustikusneurinom 
diagnostiziert. Bisherige schmerzlindernde Massnahmen wie eine Neuroly-
se des Nervus occipitalis minor etc. seien ohne Erfolg gewesen und hätten 
sogar zu einer Schmerzzunahme geführt; ebenso die Schmerztherapie 
nach Neuraltherapietechniken mit Injektionen von Procain in die Muskelan-
satzstellen am Occiput. In der neurologischen Untersuchung fänden sich 
bis auf eine Hyperpathie im Narbenbereich keine fokal-neurologischen De-
fizite, jedoch Anhaltspunkte für eine zusätzliche Wirbelsäulenpathologie 
links. Diese sei durch eine Computertomographie der HWS am 5. April 
2013 bestätigt worden, die eine deutliche Spondylarthrose C2/3 links be-
schreibe. Morphologisch sei differentialdiagnostisch auch eine Sekundärar-
throse bei Status nach Arthritis möglich. Die anamnestisch aufgetretenen 
starken linksseitigen Nackenschmerzen seien dadurch sicherlich erklärbar. 
Empfohlen wurde eine psychosomatische Therapie.

3.1.4 In der Klinik G.________ des Spitals E.________ wurden gemäss 
Bericht vom 20. Juni 2013 (AB 42; vgl. auch 28 und 49/9) neuropathische 
Schmerzen paraaurikulär bei Zustand nach Akustikusneurinom WHO Grad 
1 Koos-Grad III mit retromastoidaler Kraniotomie und Tumorexstirpation 
mit/bei Neurolyse des Nervus occipitalis minor rechts, Spannungskopf-
schmerzen, Gehörverlust rechts, Tinnitus und milder reaktiver Depression, 
sowie cervikale myofasziale Schmerzen beidseits diagnostiziert. Es beste-
he eine starke Allodynie und Hyperalgesie und eine Reduktion der Sensibi-
lität. Seit der Operation bestehe ausserdem eine grosse Tagesmüdigkeit 
und ein vermehrtes Schwitzen. Zusätzlich sei es durch die kontinuierliche 
Fehlhaltung zu muskulären Schmerzen im Schulter- und cervikalen Bereich 
beidseits gekommen. Hier bestehe ein muskulärer Hartspann und eine 
leichte Einschränkung der aktiven Beweglichkeit. Die durchgeführte quanti-
tativ-sensorische Messung zur Ermittlung der Reflex- und Schmerzschwelle 

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gebe Hinweise auf eine generalisierte zentrale Sensibilisierung. Die erhöh-
te Punktezahl im Beck-Depressions-Inventar deute auf das Vorliegen einer 
milden Depression hin. Der MPI-Interference-Score gebe Hinweise auf eine 
erhebliche Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens durch die Schmerzen. 
Sowohl die invasive als auch die medikamentöse Therapie sei ausge-
schöpft; auch alternative Therapieformen hätten nicht die gewünschte 
Schmerzlinderung erbracht. Es könne einzig noch ein stationärer Aufenthalt 
in einer Schmerzklinik empfohlen werden, um durch Informationen über die 
Schmerzen und durch ein gezieltes Erlernen von Schmerzbewältigungs-
mechanismen den Umgang mit den Schmerzen im täglichen Leben besser 
zu erlernen. Zu einer Schmerzreduktion werde es dadurch nicht kommen, 
sondern die Schmerzen im täglichen Leben könnten besser ertragen wer-
den.

3.1.5 Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH der Klinik I.________ des Spitals E.________, diagnostizierte im Be-
richt vom 4. Juli 2013 (AB 64/3 f.) eine chronische Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Faktoren sowie rezidivierende Kopfschmerzen 
vom Spannungstyp. Die Beschwerdeführerin berichte von stets vorhande-
nen rechtsseitigen Kopfschmerzen, die zunächst als Druckgefühl mit Taub-
heitsgefühl vorhanden wären und bei (körperlicher) Belastung, Nervosität, 
Stress oder Alltagsaktivitäten stark zunehmen würden. Wie schon von der 
Klinik F.________ ausgeführt (vgl. E. 3.1.3 hiervor), handle es sich bei der 
Beschwerdeführerin um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 
und psychischen Faktoren. Neben den chronischen Schmerzen zeige sich 
eine depressive Begleiterkrankung, welches ein hierfür passendes Muster 
sei. Ebenfalls sei die lebensbiographische Stressbelastung mit beruflicher 
und familiärer Verausgabung und Hang zum Perfektionismus typisch.

3.1.6 Der neurologische Gutachter Dr. med. J.________, Facharzt für 
Neurologie FMH, diagnostizierte im neurologischen Gutachten vom 14. Fe-
bruar 2014 (AB 81/5 ff.) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
rechtsseitige Taubheit, mögliche neuralgiforme Schmerzen im Bereich des 
Occipitalis minor rechts, eine leicht ausgeprägte vestibuläre Störung und 
einen Tinnitus, dies alles bei Zustand nach Akustikusneurinom WHO 
Grad 1 Koos-Grad III rechts und Resektion desselben am 8. Juni 2011 so-

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wie Zustand nach Neurolyse des Nervus occipitalis minor am 30. (richtig: 
23.) Juli 2012 (S. 8 Ziff. 3). Dass residuelle Beschwerden nach der Akusti-
kusneurinom-Operation bei der Beschwerdeführerin vorlägen, sei nicht 
anzuzweifeln. Eine von der Beschwerdeführerin beklagte sehr hohe 
Schmerzintensität würde üblicherweise mit vegetativen Phänomenen wie 
z.B. einem vermehrten Schwitzen oder Erblassen oder aber einer motori-
schen Unruhe oder einem begleitenden Affekt einhergehen, was aber vor-
liegend nicht habe beobachtet werden können; im Gegenteil habe die Be-
schwerdeführerin über ihre Beschwerden in entspannter Stimmungslage 
berichtet. Auffällig sei zudem, dass sämtliche eingesetzten Medikamente 
sowie durchgeführten Therapien zu keinerlei Besserung geführt hätten und 
die Beschwerdeführerin zum aktuellen Zeitpunkt keine Medikation mehr zu 
sich nehme. Etwas atypisch erscheine auch der Verlauf mit anfänglich 
gemäss Unterlagen Monate nach dem Eingriff Wohlbefinden und erst se-
kundär auftretenden intensivsten, jegliche Tätigkeit verhindernden Be-
schwerden. Aus rein neurologsicher Sicht könne die geschilderte Be-
schwerdeintensität nicht erklärt bzw. nachvollzogen werden. Die eben er-
wähnten Auffälligkeiten würden auf seelische und/oder anderweitige Fakto-
ren hinweisen, welche die Beschwerdewertung auf Präsentation derselben 
mitprägten. Aus rein neurologischer Sicht bestehe eine Beeinträchtigung in 
Tätigkeiten, in denen die Beschwerdeführerin auf ein beidseitig intaktes 
Gehör angewiesen sei. Zudem bestünden Beeinträchtigungen mit erhöhten 
Anforderungen an den Gleichgewichtssinn. In sämtlichen anderen Tätigkei-
ten sei unter Berücksichtigung eines noch bestehenden Tinnitus sowie in-
termittierender Kopfschmerzen von einer maximal 20%igen Beeinträchti-
gung auszugehen (S. 8 ff. Ziff. 4).

Der psychiatrische Gutachter Dr. med. K.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten 
vom 14. Februar 2014 (AB 81/10 ff.) eine leichte depressive Episode, 
wahrscheinlich rezidivierend (ICD-10 F33.0), eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge 
vom etwas unsicheren, überangepassten, aggressionsgehemmten Typ 
(ICD-10 Z73.1; S. 13 Ziff. 5). Die Beschwerdeführerin sei noch nie in Psy-
chotherapie gewesen (S. 11 Mitte). Sie sei beim Tod ihrer Eltern ein Jahr 
alt gewesen und von der Familie der Schwester der Mutter adoptiert wor-

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den. Die Beschwerdeführerin habe ein sehr gutes Einvernehmen mit ihren 
Adoptiveltern; sie habe sich geliebt und unterstützt gefühlt. Sie sei mit drei 
Cousins und Cousinen aufgewachsen; sie seien wie Geschwister. Die 
Kindheit und Jugend habe sie in wunderschöner Erinnerung. 1985 habe sie 
geheiratet; sie fühle sich mit ihrem Ehemann sehr gut. Sie habe ihn gehei-
ratet, obwohl ihre Eltern dagegen gewesen seien; deswegen sei es zu ei-
nem 10-jährigen Beziehungsabbruch gekommen. 1990 sei sie zusammen 
mit dem Ehemann in die Schweiz gekommen. Sie habe eine Tochter (geb. 
1987); mit ihr habe sie ein enges und herzliches Verhältnis (S. 12 f. Ziff. 3). 
Anlässlich der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin etwas nieder-
geschlagen und unsicher sowie ängstlich gewirkt. Sie sei ganz fixiert auf 
ihre Einschränkungen und die Exazerbation ihrer Beschwerden. Es beste-
he eine Selbstlimitierung (S. 13 Ziff. 4). Sie habe immer in einer Unsicher-
heit in Bezug auf ihre Herkunft und das Schicksal ihrer leiblichen Eltern 
gelebt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass sie dies in ihrer psy-
chosexuellen Entwicklung beeinträchtigt habe. Bei einer grundsätzlich zu 
früh erwachsen gewordenen Frau, die mit 17 Jahren geheiratet habe, sei 
es zunächst zu einem etwas frühen und schuldhaft erlebten Erwachsen-
werden gekommen, dies aber nie verbunden mit einer relevanten Psycho-
pathologie. Sobald sie erkrankt und aus dem Arbeitsleben ausgeschieden 
sei, sei es offenbar zu einer leichten Regression auf eine etwas kindliche, 
fordernde, passive Haltung gekommen. Die Grundlage der affektiven Pro-
blematik seien sicher nicht nur die nachhaltigen, therapieresistenten 
Schmerzen, sondern eine in ihrer frühen Jugend erfahrene Kränkung und 
Verunsicherung, die sie, da sie etwas schnell erwachsen wurde und ihre 
psychischen Ressourcen und Strukturen nicht genügend gut habe aufbau-
en können, nicht ganz verarbeitet habe. So habe sie bei einer weiteren 
gravierenden Lebensbelastung dekompensiert und es habe sich einerseits 
eine depressive Symptomatik und andererseits auch eine anhaltende so-
matoforme Scherzstörung entwickelt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe 
eine leichte Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 10 %. 
Eine höhere Bemessung sei ausgesprochen schwierig, auch wenn aus 
subjektiver Sicht die Beeinträchtigung weit gravierender eingestuft werde. 
Dies begründe sich nicht zuletzt auch in einer Selbstlimitierung und Fixie-
rung auf die Symptomatik (S. 14 ff. Ziff. 6).

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Im Rahmen der Konsensbesprechung (AB 81/16 f.) kamen die Gutachter 
zum Schluss, dass die in den Fachgebieten begründete Arbeitsunfähigkeit 
nicht addiert werden könne, da die gleiche Symptomatik einmal aus neuro-
logischer und einmal aus psychiatrischer Sicht beschrieben und bewertet 
werde. Insgesamt bestehe unter Berücksichtigung der somatischen und 
psychischen Ressourcen und der zumutbaren Willensanstrengung eine 
100%ige Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in Tätigkei-
ten, in denen die Beschwerdeführerin auf ein beidseitig intaktes Gehör an-
gewiesen sei. Zudem bestünden Beeinträchtigungen in Tätigkeiten mit er-
höhten Anforderungen an den Gleichgewichtssinn. In sämtlichen anderen 
Tätigkeiten sei unter Berücksichtigung aller Befunde von einer maximal 
20%igen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 17 unten).

3.1.7 Nachdem sich die Beschwerdeführerin im Einwand kritisch mit dem 
interdisziplinären Gutachten vom 14. Februar 2014 (AB 81; vgl. E. 3.1.6 
hiervor) auseinandergesetzt und Ergänzungsfragen gestellt hatte (AB 93), 
nahm der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, für physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Tropenme-
dizin und Reisemedizin FMH, am 25. August 2014 hierzu Stellung (AB 96). 
Er führte aus, dass eine Spondylarthrose an der HWS grundsätzlich bei der 
grossen Mehrheit der Menschen im Alter der Beschwerdeführerin nach-
weisbar sei, weshalb dies quasi einen Normalbefund darstelle. Aufgrund 
eines CT-Befundes (vgl. E. 3.1.3 hiervor) in diesem geringen Ausmass 
könne nicht auf eine klinisch relevante Erkrankung geschlossen werden. 
Die Aussagen im Bericht vom 4. Juli (richtig: 20. Juni 2013; AB 42, vgl. 
E. 3.1.4 hiervor) würden die subjektive Einschätzung der Beschwerdeführe-
rin widerspiegeln, die von niemandem bestritten würden. Bestritten würden 
einzig die medizinische Objektivierung der geklagten Beschwerden und die 
Beurteilung der relevanten objektivierbaren Einschränkungen der Arbeits-
fähigkeit. Die Ergänzungsfragen zum Gutachten hätten aus medizinischer 
Sicht keine ausschlaggebende Relevanz. Die Einschränkung der Erwerbs-
fähigkeit von 10 % aus psychiatrischer Sicht werde ausgedehnt auf 20 % 
bei Mitberücksichtigung der somatischen Einschränkungen. Es sei nicht 
davon auszugehen, dass die abschliessende Leistungsbeurteilung durch 
die Beantwortung der Zusatzfragen verändert werde.

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3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.3 Die interdisziplinäre (neurologische und psychiatrische) Beurteilung 
der Dres. med. K.________ und J.________ vom 14. Februar 2014 
(AB 81) basiert unter anderem auf einer umfassenden Anamnese (S. 5 ff., 
10 ff.) und umfassenden klinischen Explorationen (S. 7 f.). Die Gutachter 
hatten Kenntnis der vollständigen Vorakten. Insoweit ist die Expertise nicht 
zu beanstanden.

Unbestritten liegen bei der Beschwerdeführerin gesundheitliche Beeinträch-
tigungen vor. Umstritten ist hingegen, welche Auswirkungen die diagnosti-
zierten Krankheiten auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwer-
deführerin haben. Dabei sind nicht primär die Diagnosen, sondern vielmehr 
die effektiven Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung auf die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit massgeblich (vgl. E. 2.1 hiervor).

So macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die im CT vom 6. April 
2013 in der Klinik F.________ festgestellte deutliche Spondylarthrose HWS 
C2/3 im interdisziplinären Gutachten nirgends erwähnt worden sei (Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2016, IV/14/997, Seite 14

schwerde, S. 10 oben). Tatsächlich ist der Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin mit Fokus auf den Zustand nach Akustikusneurinom 
WHO Grad 1 Koos-Grad III rechts und Resektion desselben am 8. Juni 
2011 sowie den Zustand nach Neurolyse des Nervus occipitalis minor am 
23. Juli 2012 beurteilt worden (vgl. insbesondere AB 81/8 Ziff. 3). Trotz der 
aktenmässigen Erwähnung der Wirbelsäulenpathologie links (deutliche 
Spondylarthrose C2/3; AB 49/22 ff., vgl. E. 3.1.3 hiervor; AB 64/3, vgl. 
E. 3.1.5 hiervor) liessen die Gutachter diese indessen offenbar unberück-
sichtigt, was auch aus dem Zumutbarkeitsprofil des neurologischen Gut-
achters (AB 81/10 Mitte und 81/17 Mitte) hervorgeht. Zwar wird der ent-
sprechende Bericht im Gutachten erwähnt (AB 81/3 ad 12.04.2013), jedoch 
nur in Bezug auf das Procedere, nicht aber in Bezug auf die Diagnosen und 
die CT der HWS vom 5. April 2013. Immerhin ist von einer doch deutlichen 
Spondylarthrose die Rede, welche die anamnestisch aufgetretenen starken 
linksseitigen Nackenschmerzen zu erklären vermöge (AB 49/23 unten). Im 
Widerspruch dazu geht der RAD-Arzt von einem Normalbefund aus, auf-
grund dessen Ausmasses nicht auf eine klinisch relevante Erkrankung ge-
schlossen werden könne (AB 96/2). Eine fachärztliche Einschätzung der 
erwähnten Befunde fehlt. Auf jeden Fall genügt der RAD-Arztbericht nicht, 
den Befund hinsichtlich der Auswirkungen hinreichend einzuordnen. Dies 
bedarf der Klärung. Nach dem Dargelegten kann das Gutachten hinsicht-
lich der geklagten Beschwerden nicht als umfassend und allseitig bezeich-
net werden (vgl. E. 3.2 hiervor). Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen 
des Vorbescheidverfahrens diesbezüglich zu Recht eine ergänzende Stel-
lungnahme der Gutachter verlangt.

3.4 Anhand der derzeit vorliegenden medizinischen Unterlagen lässt 
sich die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht ab-
schliessend beurteilen, da sie einerseits in sich Widersprüche aufweisen 
und andererseits weitergehender Klärung insbesondere in Bezug auf die 
deutliche Spondylarthrose C2/3 bedürfen. Bei diesem Ergebnis kann über 
die psychische Problematik noch nicht befunden werden.

Weil sich der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt demzufolge als 
nicht hinreichend abgeklärt erweist, rechtfertigt sich die von der Beschwer-
deführerin explizit beantragte und zulässige (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2016, IV/14/997, Seite 15

S. 264 f.) Rückweisung der Sache an die Verwaltung, damit sie in 
Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) das Erfor-
derliche nachholt. Dabei bleibt es der Beschwerdegegnerin überlassen, ob 
– allenfalls nach Rücksprache mit dem RAD – den bisherigen Gutachtern 
lediglich Ergänzungsfragen gestellt werden sollen oder ob eine (Verlaufs-)
Begutachtung, allenfalls unter Einbezug eines Facharztes der Rheumatolo-
gie, angezeigt erscheint. Allemal muss dabei gewährleistet sein, dass 
durch den Fragekatalog, soweit ein psychosomatisches Leiden vorliegt, 
auch die Standardindikatoren im Sinne von BGE 141 V 281 E. 4.2 S. 298 
abgedeckt sind (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 339). In diesem Sinne ist die 
Beschwerde gutzuheissen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist ihr zurückzuerstat-
ten.

4.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ohne Rück-
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 17. November 2014 hat Fürsprecher B.________ 
ein Honorar von Fr. 2'783.-- sowie Auslagen von Fr. 121.30 und die Mehr-
wertsteuer von Fr. 232.30 geltend gemacht. Diese Beträge sind nicht zu 
beanstanden. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 3'136.60 
(inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2016, IV/14/997, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 18. September 2014 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'136.60 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.