# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c2114ee-2487-5212-b9f5-7f8ef519b14a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-10-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 04.10.2005 SB 2005 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2005-36_2005-10-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 04. Oktober 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 05 36 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Sutter-Ambühl und Vital 
Aktuarin Mosca

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos vom 5. September 2005, mitgeteilt 
am 14. September 2005, in Sachen gegen den Berufungskläger, 

betreffend Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Körperverletzung, 
BetmG,

hat sich ergeben:

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A. X. wuchs bis zu seinem 3. Altersjahr in A. auf. Anschliessend zog 
seine Mutter mit ihm in die Schweiz. In B. besuchte er den Kindergarten. Die folgen-
den Jahre verbrachte er im Kinderheim C. in D.. Von dort aus besuchte er während 
sechs Jahren die Primar-  und während drei Jahren die Werkschule. Nach der 
Schulentlassung absolvierte X. im Hotel E. in F. und im Kurhotel Bad G. in G. eine 
dreijährige Lehre als Koch, welche er mit Erfolg abschloss. Anschliessend war er 
an verschiedenen Orten in B. sowie in den Hotels H. und I. in F. auf dem erlernten 
Beruf tätig, wobei er zum Küchenchef avancierte. Eigenen Angaben zufolge kam X. 
dann mit der Hausbesetzer-Szene in Kontakt und verlor anschliessend die Arbeits-
stelle. Von Februar 2001 bis 2. Oktober 2003 hielt er sich in A. auf. Nach seiner 
Rückkehr in die Schweiz lebte er als Untermieter bei J. in K., bis es mit diesem am 
24. Oktober 2004 zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam. Anschliessend lebte 
er in einer Waldhütte in R.. Den Lebensunterhalt finanzierte er mit dem Verkauf von 
Marihuana.

B. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit folgenden vier Vor-
strafen verzeichnet:

- 27. Oktober 1993, Bezirksanwaltschaft B.: Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, 30 Tage Gefängnis.
- 4. Februar 1997, Divisionsgericht 12 Bern: Nichtbefolgung von Dienstvorschriften, 
5 Tage Gefängnis, Anrechnung von 2 Tagen Untersuchungshaft.
- 11. März 1998, Bezirksanwaltschaft B.: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 21 Tage Gefäng-
nis, bedingt, Probezeit 2 Jahre, Anrechnung von 13 Tagen Untersuchungshaft.
- 14. Juli 1999: Untersuchungsrichteramt Schaffhausen: Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, Hausfriedensbruch, 2 Monate Gefängnis, bedingt, Probe-
zeit 2 Jahre, Zusatzstrafe zum Urteil vom 11. März 1998.

C. Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Juni 2005 im Wesentlichen folgender Sach-
verhalt zugrunde: 

X. wird angeklagt

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1. des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des mehr-
fachen unvollendeten Versuchs hiezu gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 
1 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB

In den Jahren 1998 und 2000 – 2004 verübte X. vorwiegend in D. und F. 
sowie in L., N., M. und O. insgesamt 10 Einbruchdiebstähle (Dossiers 5, 8, 10, 12, 
14 – 16, 23, 24, 28) und 16 Diebstahlsversuche (Dossiers 6, 7, 9, 11, 13, 17 - 22, 
25 - 27, 29, 30). Gemäss Angaben der Geschädigten beläuft sich der Gesamtde-
liktsbetrag auf Fr. 136'317.10 und der angerichtete Sachschaden auf Fr. 65'010.--. 
Der Angeklagte gibt die ihm vorgeworfenen Taten vollumfänglich zu, beziffert jedoch 
den Deliktsbetrag auf Fr. 108'237.10, während er den angegebenen Sachschaden 
anerkennt. In 24 Fällen haben die Geschädigten Strafantrag wegen Sachbeschädi-
gung (Dossiers 5 -28) und in 22 Fällen wegen Hausfriedensbruchs (Dossiers 5 - 18, 
20 - 23, 25 - 28) gestellt. X. beging diese Straftaten teilweise zusammen mit Q., 
gegen den eine separate Strafuntersuchung geführt wurde. Als Grund für sein de-
liktisches Verhalten gibt der arbeitslose Angeklagte die Finanzierung seines Le-
bensunterhaltes an (act. 4.3 S. 2).

Im Einzelnen (es folgen insgesamt 26 Delikte: 1.1. – 1.26.) …

2. der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB

Am 24. Oktober 2004 kam es zwischen dem Angeklagten und J. zwischen 
17.00 Uhr und 17.30 Uhr im Einfamilienhaus an der Buchenstr. 12 in K., wo damals 
beide wohnten, zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Weil J. vorgängig seine Le-
benspartnerin P. angegriffen hatte, wurde X. derartig zornig, dass er mit seinen 
Fäusten „unkontrolliert“ auf J. einschlug und diesen am Oberkörper und am Kopf 
traf. J. flüchtete anschliessend ins Bad, wo ihm der Angeklagte noch einen Fusstritt 
versetzte.

Gemäss Arztbericht des Kantonsspitals R. vom 30. November 2004 erlitt J. 
eine kleine Rissquetschwunde am Hinterkopf, eine Nasenbeinfraktur sowie eine 
Kontusion an der Halswirbelsäule. Der Geschädigte stellte am 26. Oktober 2004 
Strafantrag wegen Körperverletzung.

3. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 19a Ziff. 1 
BetmG

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Im Oktober/November 2004 verkaufte X. an der Seepromenade in B. insge-
samt 930 g Marihuana in Portionen zu Fr. 20.-- - Fr. 50.-- und erzielte dabei einen 
Erlös von Fr. 1'000.--. Das Marihuana stammte aus einer eigenen Anpflanzung in 
K.. Am 30. November 2004 wurden beim Angeklagten 80 g Marihuana sicherge-
stellt.

Von Ende Januar 2005 bis 25. April 2005 verkaufte der Angeklagte in K. an 
unbekannte Abnehmer insgesamt 338 g Marihuana zu Portionen à Fr. 10.--, Fr. 20.-- 
und Fr. 50.--. Diese Drogen will X. bei einem Dealer in B. gekauft haben, dessen 
Namen er nicht bekannt gab. Die Staatsanwaltschaft R./Unterland beschlagnahmte 
am 26. April 2005 beim Angeklagten einen Betrag von Fr. 2'280.--, welcher zuge-
gebenermassen aus dem Drogenhandel stammt. Ausserdem wurden 1,2 g Marihu-
ana, eine Waage, Marke Kenwood, sowie diverse Minigrip sichergestellt.

Der Angeklagte konsumiert täglich ca. 10 g Marihuana bzw. 4 – 5 Joints.

D. Gemäss Anklageverfügung vom 9. Juni 2005 wurde der Fall gestützt 
auf Art. 340, 350 StGB und Art. 47 StPO dem Bezirksgericht Prättigau/Davos zur 
Beurteilung überwiesen.

E. X. war längere Zeit unbekannten Aufenthalts. Am 29. August 2005 
konnte er im Raume R. verhaftet werden. Am 31. August 2005 wurde er dem Kanton 
Graubünden zugeführt und in der Strafanstalt Sennhof, Chur, untergebracht.

F. Mit Urteil vom 5. September 2005, mitgeteilt am 14. September 2005, 
erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:

1. X. ist schuldig:

- des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB;

- des mehrfachen unvollendeten Versuchs hiezu gemäss Art. 
139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB;

- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs.1 
StGB;

- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB;

- der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB;

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- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 19a 
Ziff. 1 BetmG.

2. Dafür wird X. im Sinne einer teilweisen Zusatzstrafe zum Straf-
befehl des Untersuchungsrichteramtes Schaffhausen vom 14. 
Juli 1999 mit 16 Monaten Gefängnis unbedingt bestraft. Die er-
standene Polizei- und Untersuchungshaft von 26 Tagen, die 2 
Tage Haft in R. (29./30. August 2005) sowie die 6 Tage Sicher-
heitshaft nach Anklage (31. August 2005 bis 5. September 
2005) sind, genauso wie die Sicherheitshaft nach Urteil (ab dem 
6. September 2005 also), an den Strafvollzug anzurechnen.

3. Die vom Untersuchungsrichteramt Schaffhausen am 14. Juli 
1999 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 2 Monaten 
wird widerrufen.

4. Der bei X. beschlagnahmte Erlös aus Drogenverkäufen im Be-
trage von Fr. 2'280.-- sowie die sichergestellten Drogen- und –
utensilien (106.2 g Marihuana [81.2 g + 25 g], Waage, diverse 
Minigrip sowie die bereits entsorgten Hanfstauden) werden ge-
richtlich eingezogen.

5. Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass X. die Ad-
häsionsklage des Golf Clubs F. über Fr. 12'256.--, zuzüglich 5 
% Zins seit dem 7. April 2005, sowie der Feldschützengesell-
schaft O. über Fr. 8'000.--, zuzüglich 5 % Zins seit dem 19. April 
2005, anerkannt hat. X. wird verpflichtet, den Gläubigern die 
von ihm anerkannte Schuld zu bezahlen.
X. wird verpflichtet, den Golf Club F. sowie die Feldschützenge-
sellschaft O. ausseramtlich mit je pauschal Fr. 250.-- zu ent-
schädigen.

6. Die Kosten, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 5'685.00
- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 4'896.00
- den Kosten gemäss Art. 354 StGB von Fr. 168.90
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00
total somit von Fr. 13'249.90

gehen zulasten des X.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechts-
kraft des Urteils der Gerichtskasse (PC 70-3922-1) zu überwei-
sen.

Die Kosten der Untersuchungshaft (Verpflegung und Unter-
kunft) in Höhe von Fr. 2'584.00, die Kosten der Haft (29./30. 
August 2005), der Sicherheitshaft nach Anklage und nach Urteil 
sowie die Strafvollzugskosten trägt der Kanton Graubünden.

7. (Rechtsmittelbelehrung)

8. (Mitteilung)“

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G. Gegen dieses Urteil erhob X. am 21. September 2005 Berufung an den Kan-
tonsgerichtsausschuss von Graubünden. Er beantragt sinngemäss, er sei der ein-
fachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen, da er 
in Notwehr gehandelt habe.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte in ihrer Stellungnahme vom 
27. September 2005 die Abweisung der Berufung, soweit darauf eingetreten werden 
könne. Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 30. September 2005 auf eine 
Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen zur Begründung der Anträge und auf die Er-
wägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erhe-
ben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Dazu ist die Berufung innert zwanzig Tagen seit der 
schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheids einzureichen; sie ist zu be-
gründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt 
werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 
142 Abs. 1 StPO). Gemäss ständiger Praxis des Kantonsgerichtsausschusses ist 
bei den formellen Erfordernissen dem Laien gegenüber eine gewisse Nachsicht zu 
üben (vgl. Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons 
Graubünden [StPO], Chur 1996, 2. Aufl., N 1 zu Art. 142 StPO, mit weiteren Hin-
weisen).

Vorliegend stellt X. in seiner Berufungsschrift keinen formellen Antrag, son-
dern legt den Sachverhalt dar, wie er sich am 24. Oktober 2004 aus seiner Sicht 
zugetragen hat. Dabei behauptet er nicht ausdrücklich, in Notwehr gehandelt zu 
haben. Aus seiner Schilderung und der Überschrift seiner Berufung wird jedoch 
deutlich, dass er Ziff. 1 des angefochtenen Urteils insofern aufheben will, als er der 
einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB für schuldig befun-
den wurde. Gemäss seiner Darstellung habe er nicht aus Wut zugeschlagen, son-
dern er habe in einer Notwehrsituation gehandelt. Da es sich bei X. um einen Laien 

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handelt und aus seiner Berufungsschrift sinngemäss hervorgeht, was er bean-
sprucht, wird auf die fristgerechte Berufung eingetreten.

2. Die Beweislast für eine dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (Willy Padrutt, a.a.O., N 2 zu Art. 125 StPO). Bei der Wür-
digung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 144 Abs. 2 StPO in Ver-
bindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der Hauptverhandlung gewonnener 
Überzeugung (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., B. 2004, N 286, S. 
96). Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann es 
eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Nach Lehre 
und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung nicht 
genügen, absolute Sicherheit ist für eine solche aber auch nicht erforderlich und 
eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein könnte, 
rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 11, S. 247). Trotzdem sind an den 
Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird 
mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täter-
schaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich mög-
lichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sach-
verhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nach-
vollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte 
Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu 
beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Schmid, a.a.O., N 289, S. 97). Nach 
der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungs-
regel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines 
für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei ob-
jektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurtei-
lendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte 
Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-
solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche 
und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach 
der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Die genannte allgemeine 
Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aus-
sage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Um-
stände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten 
das Gericht zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in 
der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grund-

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satz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenom-
men werden (Willy Padrutt, a.a.O., N 2 zu Art. 125 StPO).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass alle 
Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen von 
Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige Beweismittel 
mit derselben Beweiseignung (vgl. Schmid, a.a.O., N 290, S. 97). 

3. Die Vorinstanz hat X. unter anderem der einfachen Körperverletzung 
gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB für schuldig befunden. In diesem Zusammen-
hang bestreitet der Berufungskläger nicht, J. geschlagen und getreten zu haben. Es 
ist ebenfalls unbestritten, dass der Berufungskläger mit seinen Schlägen J. eine 
kleine Rissquetschwunde am Hinterkopf, eine Nasenbeinfraktur sowie eine Kontu-
sion an der Halswirbelsäule zugefügt und damit den Tatbestand der einfachen Kör-
perverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt hat. X. beruft sich jedoch 
auf den Rechtfertigungsgrund der Notwehr. Er will nicht aus Wut, sondern aus Angst 
gehandelt haben. J. habe zum Brotmesser greifen wollen, weshalb er sich habe 
wehren müssen. Es stellt sich somit die Frage, ob der Berufungskläger sich zu 
Recht auf Notwehr gemäss Art. 33 StGB stützt.

a) Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem An-
griff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer 
den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 33 Abs. 1 StGB). Als ge-
genwärtig bezeichnet man den Angriff, sobald die Rechtsgutverletzung entweder 
bereits im Gange ist oder „unmittelbar“ droht. Die Bedrohung durch einen Angriff ist 
unmittelbar, wenn sie aktuell und konkret ist. Nicht ausreichend ist eine abstakte, 
wenngleich erhöhte Gefahr. Rechtswidrig ist jeder Angriff, der objektiv die Rechts-
ordnung verletzt, also nicht seinerseits durch einen Erlaubnissatz gedeckt ist. Liegt 
eine Notwehrlage nicht vor, so handelt der Täter rechtswidrig. Nimmt der Täter je-
doch irrig eine solche an (sog. Putativnotwehr), so ändert sich zwar an der Rechts-
widrigkeit seines Verhaltens nichts, er wird aber gemäss Art. 19 StGB vom Gericht 
so gestellt, als ob die Notwehrlage vorgelegen hätte, sofern der Irrtum nicht ver-
meidbar war (Art. 19 Abs. 1 StGB). Andernfalls tritt eine Strafbarkeit wegen fahrläs-
siger Tatbegehung ein, falls die fahrlässige Verübung der Tat mit Strafe bedroht ist 
(Kurt Seelmann, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, 2003, N 6 ff. zu Art. 33 
StGB). 

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Die Notwehrtat ist nach Art. 33 StGB nur insoweit gerechtfertigt, als der Täter 
den Angriff „in einer den Umständen angemessenen Weise“ abwehrt. Dies hat unter 
zwei Gesichtspunkten zu geschehen: Stehen dem Notwehrtäter verschiedene er-
folgsversprechende Abwehrmittel zur Verfügung, so muss er nach dem Grundsatz 
der Subsidiarität die ungefährlichste Art der Verteidigung wählen. Die Abwehrhand-
lung muss zudem dem Grundsatz der Proportionalität entsprechen, das heisst, dass 
die durch den Angriff einerseits und durch die Abwehr andererseits drohenden 
Rechtsgüterverletzungen nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis stehen dür-
fen (Rehberg/Donatsch, Strafrecht I, 7. Aufl., B. 2001, S. 187 f.). Unter Notwehrex-
zess versteht man die Abwehrhandlung, welche die durch Art. 33 Abs. 1 StGB ge-
zogenen Grenzen überschreitet. Eine solche Situation ist gegeben, wenn der Ver-
teidiger gegen die Grundsätze der Subsidiarität und Proportionalität verstösst. Wer 
die Grenzen der Notwehr überschreitet verhält sich grundsätzlich rechtswidrig. Art. 
33 Abs. 2 StGB sieht indessen für diesen Fall Strafmilderung oder - bei entschuld-
barem Affekt - Straflosigkeit vor. 

b)  Um beurteilen zu können, ob im vorliegenden Fall X. sich tatsächlich 
in einer Notwehrlage befunden hat, ist auf die verschiedenen, bei den Akten sich 
befindlichen Aussagen, einzugehen. 

Der Berufungskläger sagte anlässlich seiner Einvernahme am 24. Oktober 
2004 aus (vgl. act. 31.3), er sei beim Anblick von P. erschrocken, weil das Gesicht 
verunstaltet gewesen sei. Es sei ihm klar gewesen, dass P. geschlagen worden sei. 
Sein Verdacht sei auf J. gefallen, weil dieser P. schon früher geschlagen habe. 
Seine Frage, ob er P. so zugerichtet habe, habe J. „kaltlächelnd“ bejaht. Er habe 
ihn weiter gefragt, ob er dies nicht „etwas extrem“ finde. J. habe darauf nicht geant-
wortet, sondern sei aufgestanden und sei um den Tisch an ihm vorbei in Richtung 
Brotkasten und Brotmesser gelaufen. Als er an ihm vorbeigelaufen sei, habe er be-
merkt, dass J. sich zum Brotmesser habe begeben wollen. J. habe zwar nicht ge-
sagt, er hole nun das Brotmesser. Ihm sei jedoch klar gewesen, dass J. das Brot-
messer habe holen wollen, um ihn anzugreifen oder sich zu verteidigen. Die zwei 
Brotmesser seien J.s liebste Mittel, um sich zu verteidigen oder Drohungen auszu-
stossen. J. sei schnell aufgestanden und zum Brotmesser geschritten. Da habe er 
J. an dessen Oberkörperkleider zurückgehalten, so dass dieser das Brotmesser 
nicht in die Hand habe nehmen können. Plötzlich habe sich seine Wut wegen des 
Zustandes von P. entladen und er habe begonnen, J. „abzuschlagen“. Dieser habe 
sich leicht gewehrt. Er habe mit den offenen Händen und mit den Fäusten Schläge 
ausgeteilt. Meistens habe er den Kopf getroffen. Er habe noch nie eine Person so 

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stark geschlagen. Als er aufgehört habe zu schlagen, sei er in sein Zimmer gegan-
gen. Später sei er wieder ins erste Geschoss hinaufgegangen, wo er J. im Bad an-
getroffen habe. Er habe gesehen, wie J. im Gesicht geblutet habe. Sodann habe er 
J. gesagt, er sei ein Feigling, wenn er Frauen schlage. Plötzlich sei J. auf den Boden 
gefallen. Als er wieder aufgestanden sei und sich in Richtung Hausausgang bege-
ben habe, habe er diesem noch einen Fusstritt in den Hintern verpasst. 

J. sagte am 26. Oktober 2004 aus (vgl. act. 31.6), X. habe P. in der Küche 
gesehen. Sodann habe er sofort begonnen, auf ihn einzuschlagen. Er habe mit der 
Faust in sein Gesicht geschlagen und habe auch mit den Füssen getreten. Er habe 
mindestens sechs Mal geschlagen. Er selber habe sich nicht gewehrt. Mit einem 
Stuhl habe er den Berufungskläger aus der Küche drängen können. 

P. gab am 24. Oktober 2004 zu Protokoll (vgl. act. 31.5), X. sei ausgerastet, 
als er ihr entstelltes Gesicht gesehen habe. Er habe gefragt, ob ihr dies J. angetan 
habe. Sie habe diese Frage bejahrt. J. habe diese Frage ebenfalls bejaht. Darauf 
habe der Berufungskläger begonnen, mit den Händen auf J. einzuschlagen. Er habe 
von allen Seiten auf ihn eingeschlagen. Darauf habe sich J. ins Badezimmer bege-
ben. 

X. wurde am 23. Dezember 2004 untersuchungsrichterlich befragt (act. 4.12. 
S. 7 f.). In dem in diesem Fall interessierenden Zusammenhang führte er aus, er sei 
entsetzt gewesen, als er P. gesehen habe. J. habe „kaltlächelnd“ zugegeben, seiner 
Freundin diese Verletzungen zugefügt zu haben. Dies habe ihn „richtiggehend 
wütend gemacht“. J. sei dann in der Küche an ihm vorbei Richtung Küchengestell 
geschritten, worauf das Brotmesser gelegen habe. Er habe sich davor gefürchtet, 
J. könnte das Brotmesser ergreifen und ihn damit angreifen. Um dies zu verhindern, 
habe er J. angegriffen. Wie aus dem Arztbericht hervorgehe, habe J. eine Nasen-
beinfraktur und eine Kontusion an der Halswirbelsäule erlitten. Es könne schon sein, 
dass er J. diese Verletzungen zugefügt habe. Er habe mit seinen Schlägen lediglich 
verhindern wollen, dass J. ihn angreife, zumal J. ein aggressiver Typ sei, der andere 
Personen auch schon mit einer Axt bedroht habe. Im Badezimmer habe er lediglich 
auf J. eingeredet, jedoch habe er ihn nicht berührt.

c) Die Aussagen des Berufungsklägers und von J. sowie P. stimmen in 
verschiedenen Punkten nicht überein. Während der Berufungskläger immer wieder 
betont, wie er J. in der Küche festgehalten und geschlagen habe, damit dieser nicht 
zum Brotmesser greife, fehlen ähnliche Aussagen von J. und P.. Beide gaben zu 

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Protokoll, der Berufungskläger habe sofort zugeschlagen, als er das entstellte Ge-
sicht von P. gesehen und sich versichert habe, dass J. der Täter gewesen sei. Die 
Aussagen von J. und P. sind schlüssig und überzeugen. Beide schilderten die Si-
tuation übereinstimmend. Es ist nicht ersichtlich, weshalb P. nicht die Wahrheit hätte 
aussagen sollen, zumal sie ja ebenfalls von ihrem Freund J. geschlagen worden 
war und sie noch an demselben Tag befragt worden ist, als das fragliche Ereignis 
geschah. Es sind auch keine Gründe ersichtlich, weshalb J. zum Brotmesser hätte 
greifen sollen, da er zu diesem Zeitpunkt vom Berufungskläger nicht bedroht worden 
ist. Gegen die Sachverhaltsversion des Berufungsklägers spricht auch die Tatsa-
che, dass J. auch dann, als er von X. tätlich angegriffen worden ist, sich nicht ernst-
haft zur Wehr gesetzt hat. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der 
Berufungskläger nicht von einem unmittelbaren Angriff bedroht war, mit anderen 
Worten objektiv keine Notwehrsituation vorgelegen hat. Der Berufungskläger hat 
jedoch glaubhaft dargetan, dass er tatsächlich davon ausging, er befände sich in 
einer Bedrohungssituation. Wiederholt hat X. nämlich ausgesagt, J. sei aufgestan-
den und um den Tisch in Richtung Brotkasten gelaufen. J. habe zwar nicht gesagt, 
er hole nun das Brotmesser. Ihm sei jedoch klar gewesen, dass J. das Brotmesser 
habe holen wollen. Der Berufungskläger glaubte somit aufgrund der Umstände im 
fraglichen Zeitpunkt, J. setze dazu an, ihn ohne Recht mit einem Messer zu bedro-
hen oder anzugreifen. Der Kantonsgerichtsausschuss billigt dem Berufungskläger 
zu, dass er bei der Verabreichung der Schläge in der Küche in Putativnotwehr ge-
handelt hat. Zu prüfen bleibt, ob der Berufungskläger den vermeintlichen Angriff in 
einer den Umständen angemessen Weise abgewehrt hat, das heisst, ob er mit sei-
nem Handeln die Grundsätze der Subsidiarität und Proportionalität gewahrt hat. Der 
Kantonsgerichtsausschuss kommt zum Schluss, dass die Abwehr als verhältnis-
mässig zu qualifizieren ist; beziehungsweise dass der Berufungskläger dort, wo er 
die Grenzen der Notwehr mit einzelnen Tathandlungen überschritten haben sollte, 
in entschuldbarer Aufregung, das heisst in entschuldbarem Affekt gehandelt hat, 
zumal nach der Vorstellung des Berufungsklägers J. im Begriff war, das Messer zu 
ergreifen und ihn damit anzugreifen. Der Berufungskläger, welcher selbst keine Ur-
sache des irrigerweise angenommenen Angriffs setzte, ging folglich davon aus, 
dass sein Leben unmittelbar in Gefahr war. Somit war er aber berechtigt, den ver-
meintlichen Angriff mit Festhalten und Faustschlägen ins Gesicht abzuwehren. Die 
durch den Angriff einerseits und durch die Abwehr andererseits drohenden Rechts-
güterverletzungen standen nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis. So er mit 
einzelnen Tathandlungen die Grenzen der Notwehr überschritten haben sollte, han-
delte er in entschuldbarem Affekt, konnte doch die irrige Vorstellung über einen An-
griff mit einem Messer zu einer verständlichen Angst und Panikreaktion führen (vgl. 

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dazu Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Aufl., 
B. 1997, N 17 zu Art. 33 StGB). X. standen nicht andere, weniger gefährlichere 
Arten der Verteidigung zur Verfügung, gilt es doch zu berücksichtigen, dass der 
Berufungskläger zu diesem Zeitpunkt keinen Gegenstand beziehungsweise keine 
Waffe auf sich trug.

d) Da der Berufungskläger nach dem Gesagten in Putativnotwehr gehan-
delt hat, wird er nach Art. 19 Abs. 1 StGB so gestellt, als ob die Notwehrlage vorge-
legen hätte, sofern der Irrtum nicht vermeidbar war. Dass der Irrtum nicht vermeid-
bar war, ist offensichtlich. Somit ist zugunsten von X. davon auszugehen, dass eine 
Notwehrlage vorgelegen hat und er den Angriff in einer den Umständen angemes-
senen Weise abgewehrt hat beziehungsweise in entschuldbarem Affekt gehandelt 
hat (Art. 33 Abs. 1 und Abs. 2 StGB). Demnach ist X. von der Anklage der einfachen 
Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

4. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB 
vom Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des Ver-
schuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung 
sowie die Beweggründe des Schuldigen, während die Täterkomponente vor allem 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren – beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit – um-
fasst (BGE 117 IV 113 f.). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken straf-
mindernd oder straferhöhend, wobei die Überlegungen des Richters nachvollzieh-
bar sein müssen (BGE 121 IV 56 f.). Bei der Gewichtung der einzelnen, im Rahmen 
der Strafzumessung zu beachtenden Komponenten steht dem Sachrichter ein er-
heblicher Spielraum des Ermessens zu (BGE 121 IV 4).

Verwirklicht jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheits-
strafen, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen (Art. 68 StGB). Da der Beru-
fungskläger die vorliegend zu beurteilenden Delikte teilweise vor und teilweise nach 
seiner Verurteilung vom 14. Juli 1999 durch das Untersuchungsrichteramt Schaff-
hausen begangen hat, muss für die insgesamt zu beurteilenden Taten eine Zusatz-
strafe ausgefällt werden (Art. 68 Ziff. 2 StGB). Bei deren Bemessung ist darauf zu 

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achten, dass der Berufungskläger nicht schlechter gestellt wird, als wenn alle zu 
einem Zeitpunkt verfolgbaren Taten in einem Urteil abgehandelt worden wären. 

b) Die Vorinstanz hat im Sinne einer Gesamtwertung aller seit 1998 be-
gangenen Delikte eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten als angemessen erachtet. 
Da das Untersuchungsrichteramt Schaffhausen am 14. Juli 1999 eine Zusatzstrafe 
von 2 Monaten ausgesprochen hatte, verurteilte das Bezirksgericht Prättigau/Davos 
X. zu einer Zusatzstrafe von 16 Monaten Gefängnis.

c) Grundlage für die Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in 
Art. 139 Ziff. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus bis zu 5 Jahren oder 
Gefängnis.

Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt nicht leicht, hat er doch 
mit einem Unterbruch von 20 Monaten (September 1998 bis Mai 2000) während 
rund sechs Jahren in schwerwiegenderweise delinquiert. In den Jahren 1998 und 
2000 bis 2004 verübte er insgesamt 10 Einbruchdiebstähle und 16 Diebstahlversu-
che, wobei sich der Deliktsbetrag auf über Fr. 108'000.-- und der Sachschaden auf 
rund Fr. 65'000.-- beläuft. Zudem hat X. durch den Verkauf von insgesamt 1'268 g 
Marihuana und den täglichen Konsum von rund 10 g Marihuana mehrfach gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 und Art. 19a Ziff. 1) verstossen. Von der 
Anklage der einfachen Körperverletzung wird X. vor Kantonsgerichtsausschuss hin-
gegen freigesprochen. Strafschärfend wirken sich das Zusammentreffen mehrerer 
Straftatbestände und die mehrfache Tatbegehung aus. Straferhöhend sind die Vor-
strafen und das Delinquieren während der Probezeit nach der Verurteilung vom 14. 
Juli 1999 durch das Untersuchungsrichteramt Schaffhausen zu berücksichtigen. 
Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Strafmindernd wirkt sich das Geständnis 
des Berufungsklägers aus. Bei gleichzeitiger Beurteilung aller seit 1998 begange-
nen Delikte erscheint dem Kantonsgerichts-ausschuss eine Freiheitsstrafe von 17 
Monaten als angemessen. Da das Untersuchungsrichteramt Schaffhausen am 14. 
Juli 1999 eine Zusatzstrafe von 2 Monaten ausgesprochen hatte, beläuft sich die 
Zusatzstrafe nach dem Gesagten auf 15 Monate Gefängnis, wobei die erstandene 
Polizei- und Untersuchungshaft sowie die erstandene Sicherheitshaft anzurechnen 
sind.

5. X. wurde vor Vorinstanz der bedingte Strafvollzug nicht gewährt. Die-
sen Punkt des vorinstanzlichen Urteils hat der Berufungskläger nicht angefochten. 
Wie die Vorinstanz zutreffend und umfassend erwogen hat, kann X. der bedingte 

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Strafvollzug (vgl. Art. 41 Ziff. 1 StGB) nicht gewährt werden, da Vorleben und Cha-
rakter des Berufungsklägers nicht erwarten lassen, er werde durch den Aufschub 
der Freiheitsstrafe von weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. In diesem 
Zusammenhang gilt es zu berücksichtigen, dass der Berufungskläger seit 1993 
schon dreimal wegen ähnlicher Delikte (Widerhandlung gegen das BetmG, Dieb-
stahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch) verurteilt werden musste. Kommt 
hinzu, dass er während hängiger Strafuntersuchung weiterdelinquiert hat und sich 
auch nicht durch die vorausgegangene Untersuchungshaft davon hat abbringen las-
sen.

6. Da X. die fraglichen Delikte zu einem grossen Teil während der Pro-
bezeit der mit Strafbefehl des Untersuchungsrichteramtes Schaffhausen vom 14. 
Juli 1999 bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 2 Monaten begangen hat, 
hatte die Vorinstanz gemäss Art. 41 Ziff. 3 StGB auch über den Widerruf der er-
wähnten Strafe zu befinden. Auch diesen Punkt des vorinstanzlichen Urteils hat der 
Berufungskläger nicht angefochten. Wie die Vorinstanz korrekt ausgeführt hat, ist 
die Vorstrafe aus dem Jahre 1999 zwingend zu widerrufen, zumal bei einer Strafe 
von 15 Monaten kein leichter Fall im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB vorliegt. 

7. Der bei X. beschlagnahmte Erlös aus Drogenverkäufen im Betrage 
von Fr. 2'280.-- sowie die sichergestellten Drogen und –utensilien (106,2 g Marihu-
ana, Waage, diverse Minigrip sowie die bereits entsorgten Hanfstauden) wurden 
von der Vorinstanz gerichtlich eingezogen. Dies wurde vom Berufungskläger eben-
falls nicht beanstandet. 

8. Nach dem Gesagten ist die Berufung gutzuheissen und die Ziff. 1 und 
2 des vorinstanzlichen Urteils sind aufzuheben und entsprechend neu zu fassen. X. 
ist des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen un-
vollendeten Versuchs hiezu gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 
Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, 
des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen. 
Dafür ist der Berufungskläger mit einer teilweisen Zusatzstrafe zum Strafbefehl des 
Untersuchungsrichteramtes Schaffhausen vom 14. Juli 1999 mit 15 Monaten Ge-
fängnis unbedingt zu bestrafen. Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 
26 Tagen, die 2 Tage Haft in R. (29./30. August 2005) sowie die 6 Tage Sicherheits-
haft nach Anklage (31. August 2005 bis 5. September 2005) sind, genauso wie die 

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Sicherheitshaft nach dem vorinstanzlichen Urteil (ab dem 6. September 2005), an 
den Strafvollzug anzurechnen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt sich keine Änderung 
des vorinstanzlichen Kostenspruchs. Es gilt zu berücksichtigen, dass der Aufwand, 
welcher im Zusammenhang mit der Untersuchung und Beurteilung des Tatbestan-
des der einfachen Körperverletzung entstanden ist, sehr gering war, verglichen mit 
dem Gesamtaufwand des ganzen Falles.

10. Für das Berufungsverfahren werden keine Kosten erhoben. Da es sich 
beim Berufungskläger um einen Laien handelt und ihm auch kein nennenswerter 
Aufwand entstanden ist, wird ihm keine ausseramtliche Entschädigung zugespro-
chen.

 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird gutgeheissen und die Ziff. 1 und 2 des vorinstanzlichen 
Urteils werden aufgehoben.

2. X. ist schuldig des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des 
mehrfachen unvollendeten Versuchs hiezu gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss 
Art. 186 StGB und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 
19a Ziff. 1 BetmG.

3. Dafür wird der Berufungskläger mit einer teilweisen Zusatzstrafe zum Straf-
befehl des Untersuchungsrichteramtes Schaffhausen vom 14. Juli 1999 mit 
15 Monaten Gefängnis unbedingt bestraft. Die erstandene Polizei- und Un-
tersuchungshaft von 26 Tagen, die 2 Tage Haft in R. (29./30. August 2005) 
sowie die 6 Tage Sicherheitshaft nach Anklage (31. August 2005 bis 5. Sep-
tember 2005) sind, genauso wie die Sicherheitshaft nach dem vorinstanzli-
chen Urteil (ab dem 6. September 2005), an den Strafvollzug anzurechnen.

4. Für das Berufungsverfahren werden keine Kosten erhoben.

5. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

6. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: