# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0b310ee-7c77-5c3b-b613-1e7327234ec8
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.09.2019 BH.2019.9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BH-2019-9_2019-09-04.pdf

## Full Text

Beschluss vom 4. September 2019 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Currat, 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

1. BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

2. KANTONALES ZWANGSMASSNAHMENGE-

RICHT, 

 

Vorinstanz 

 

   

Gegenstand  Verlängerung der Untersuchungshaft (Art. 227 i.V.m. 

Art. 222 StPO); amtliche Verteidigung im Beschwer-

deverfahren (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BH.2019.9 

Nebenverfahren: BP.2019.64  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Berner Jura-Seeland, er-

öffnete am 26. Januar 2017 gegen A. eine Strafuntersuchung wegen Verbre-

chen gegen die Menschlichkeit, eventuell wegen anderer noch zu bestim-

mender Verbrechen. Gleichentags wurde A. festgenommen. Am 28. Januar 

2017 ordnete das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-See-

land gegen A. Untersuchungshaft bis zum 25. April 2017 an. 

 

 

B. Am 3. Februar 2017 übernahm die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») 

die Strafuntersuchung gegen A. 

 

 

C. Die von A. gegen die Anordnung der Untersuchungshaft erhobene Be-

schwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Be-

schluss BH.2017.1 vom 24. Februar 2017 ab. Dieser Beschluss blieb unan-

gefochten. 

 

 

D. Mit Entscheid vom 2. Mai 2017 verlängerte das Kantonale Zwangsmassnah-

mengericht des Kantons Bern (nachfolgend «ZMG BE») die Untersuchungs-

haft um drei Monate, das heisst bis zum 25. Juli 2017. Die von A. dagegen 

erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts mit Beschluss BH.2017.5 vom 31. Mai 2017 ab. Das Bundesgericht 

wies die von A. gegen den Beschluss erhobene Beschwerde mit Urteil 

1B_271/2017 vom 16. August 2017 ab. 

 

 

E. Mit Entscheid vom 31. Juli 2017 verlängerte das ZMG BE die Untersu-

chungshaft um weitere drei Monate, das heisst bis zum 25. Oktober 2017. 

Die von A. dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts mit Beschluss BH.2017.6 vom 29. August 2017 ab. 

Das Bundesgericht wies die von A. gegen den Beschluss erhobene Be-

schwerde mit Urteil 1B_417/2017 vom 7. Dezember 2017 ab, soweit darauf 

einzutreten war. 

 

 

F. Mit Entscheid vom 1. November 2017 verlängerte das ZMG BE die Untersu-

chungshaft um weitere drei Monate, das heisst bis zum 25. Januar 2018. Die 

von A. dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts mit Beschluss BH.2017.11 vom 6. Dezember 2017 ab. 

- 3 - 

 

 

Das Bundesgericht trat auf die von A. gegen den Beschluss erhobene Be-

schwerde mit Urteil 1B_9/2018 vom 29. Januar 2018 nicht ein. 

 

 

G. Mit Entscheid vom 14. Dezember 2017 wies das ZMG BE ein von A. einge-

reichtes Haftentlassungsgesuch ab. Auf die von A. dagegen erhobene Be-

schwerde trat die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Be-

schluss BH.2018.1 vom 17. Januar 2018 nicht ein. Dieser Beschluss blieb 

unangefochten. 

 

 

H. Mit Entscheid und Berichtigung vom 29. Januar 2018 verlängerte das ZMG 

BE die Untersuchungshaft um weitere sechs Monate, das heisst bis zum 

25. Juli 2018. Dieser Entscheid blieb unangefochten. 

 

 

I. Mit Entscheid vom 30. Juli 2018 wies das ZMG BE ein von A. eingereichtes 

Haftentlassungsgesuch ab und verlängerte die gegenüber A. angeordnete 

Untersuchungshaft um weitere sechs Monate, das heisst bis am 25. Januar 

2019. Die von A. dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts mit Beschluss BH.2018.5 vom 28. August 2018 

ab. Das Bundesgericht wies die von A. gegen den Beschluss erhobene Be-

schwerde mit Urteil 1B_465/2018 vom 2. November 2018 ab, soweit darauf 

einzutreten war. 

 

 

J. Mit Entscheid vom 4. Februar 2019 wies das ZMG BE ein von A. eingereich-

tes Haftentlassungsgesuch ab und verlängerte die gegenüber A. angeord-

nete Untersuchungshaft um weitere sechs Monate, das heisst bis am 25. Juli 

2019. Die von A. dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts mit Beschluss BH.2019.3 vom 13. März 2019 

ab. Dieser Beschluss blieb unangefochten. 

 

 

K. Mit Eingabe vom 19. Juli 2019 beantragte die BA beim ZMG BE die Verlän-

gerung der Untersuchungshaft um weitere sechs Monate bis zum 25. Januar 

2020 (KZM 19 858, nicht paginiert). 

 

 

L. Mit (französischer) Eingabe vom 23. Juli 2019 liess A. die Übersetzung der 

(französischen) Beilage 9 zum Haftverlängerungsantrag ins Englische bean- 

- 4 - 

 

 

tragen (KZM 19 858, nicht paginiert). Mit Verfügung vom 25. Juli 2019 wies 

das ZMG BE diesen Antrag ab (KZM 19 858, nicht paginiert). 

 

 

M. Mit Entscheid vom 31. Juli 2019 verlängerte das ZMG BE die Untersu-

chungshaft bis am 25. Januar 2020 (act. 1.1). 

 

 

N. Gegen den Entscheid vom 31. Juli 2019 gelangt A., vertreten durch Rechts-

anwalt Philippe Currat, mit (elektronisch übermittelter) Beschwerde vom 

15. August 2019 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit fol-

genden Anträgen (act. 1): 

 

A la forme 

 

1. Recevoir le présent recours. 

 

Au préalable 

 

1. Admettre Monsieur A. au bénéfice de l’assistance judiciaire et nommer à la défense de 

ses intérêts l’avocat soussigné. 

 

Au fond 

 

1. Annuler l’Ordonnance rendue par le Tribunal cantonal des mesures de contrainte, sous 

référence KZM 19 858, le 31 juillet 2019, notifiée le 5 août 2019. 

 

2. Rejeter la demande de prolongation de la détention du Ministère public de la Confédé-

ration, du 19 juillet 2019. 

 

3. Ordonner la mise en liberté immédiate de Monsieur A. 

 

4. Condamner le Ministère public de la Confédération en tous les frais et dépens de l’ins-

tance. 

 

Subsidiairement 

 

1. Annuler l’Ordonnance rendue par le Tribunal cantonal des mesures de contrainte, sous 

référence KZM 19 858, le 31 juillet 2019, notifiée le 5 août 2019. 

 

2. Renvoyer la cause au Tribunal cantonal des mesures de contrainte pour qu’il statue à 

nouveau. 

- 5 - 

 

 

3. Condamner le Ministère public de la Confédération en tous les frais et dépens de l’ins-

tance. 

 

 

O. Mit Schreiben vom 22. August 2019 übermittelte das ZMG BE die Akten KZM 

17 540, KZM 17 1006, KZM 17 1391, KZM 17 1643, KZM 18 103, KZM 18 

1032, KZM 18 1055, KZM 19 86, KZM 19 95 sowie KZM 19 858 und teilte 

gleichzeitig mit, dass es auf eine Stellungnahme zur Beschwerde verzichte 

(act. 3). 

 

 

P. Die BA beantragt mit Beschwerdeantwort vom 23. August 2019 die kosten-

fällige Abweisung der Beschwerde (act. 4). 

 

 

Q. Mit (elektronisch übermittelter) Beschwerdereplik vom 29. August 2019 lässt 

A. an seiner Beschwerde festhalten und reicht hinsichtlich des Gesuchs um 

unentgeltliche Rechtspflege ein Formular der BA betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege im Verfahren SV.17.0026, das vom 17. Oktober 2017 datiert, 

ein (act. 6; BP.2019.64, act. 3, 3.1). Sie wurde der BA und dem ZMG BE 

gleichentags zur Kenntnis gebracht (act. 7). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. In Fällen der Bundesgerichtsbarkeit beurteilt die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen 

Zwangsmassnahmengerichte über die Anordnung, die Verlängerung und die 

Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft (Art. 222 StPO i.V.m. 

Art. 37 Abs. 1, Art. 65 Abs. 1 und Abs. 3 StBOG). Mit der Beschwerde können 

gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO gerügt werden Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverwei-

gerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c). Die 

Beschwerdeinstanz entscheidet mit freier Kognition. 

 

Die Eintretensvoraussetzungen geben keinen Anlass zu Bemerkungen. Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

- 6 - 

 

 

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Art. 14 Ziff. 3 lit. a 

UNO-Pakt II und Art. 31 Abs. 2 BV. Die Vorinstanz lasse unberücksichtigt, 

dass dem Beschwerdeführer für die Sachverhalte, die in den dem Haftver-

längerungsgesuch beigelegten wesentlichen Akten enthalten seien, kein 

förmlicher Tatvorwurf gemacht worden sei (act. 1 S. 7). 

 

2.2 Gemäss Art. 14 Ziff. 3 lit. a UNO-Pakt II ist jeder wegen einer strafbaren 

Handlung Angeklagte in gleicher Weise im Verfahren unverzüglich und im 

Einzelnen in einer ihm verständlichen Sprache über Art und Grund der gegen 

ihn erhobenen Anklage zu unterrichten. Gemäss Art. 31 Abs. 2 BV hat jede 

Person, der die Freiheit entzogen wird, Anspruch darauf, unverzüglich und 

in einer ihr verständlichen Sprache über die Gründe des Freiheitsentzugs 

und über ihre Rechte unterrichtet zu werden. Sie muss die Möglichkeit ha-

ben, ihre Rechte geltend zu machen. Sie hat insbesondere das Recht, ihre 

nächsten Angehörigen benachrichtigen zu lassen. 

 

2.3 Der Vorwurf des Beschwerdeführers an die Vorinstanz ist unbegründet. Die 

Vorinstanz berücksichtigte im angefochtenen Entscheid, dass die zur Be-

gründung des Haftverlängerungsgesuchs geschilderten Sachverhaltsele-

mente teilweise nicht in die Periode fallen, auf welche sich die bisher erho-

benen Tatvorwürfe gegen den Beschwerdeführer konzentrieren (a.a.O., 

E. 4.2.5 S. 6, E. 4.3.3). Im Übrigen erschliesst sich insbesondere nicht, in-

wiefern der Beschwerdeführer im Verfahren nicht ausreichend über die 

Gründe seines Freiheitsentzugs und über seine Rechte unterrichtet worden 

wäre oder nicht die Möglichkeit hätte, seine Rechte geltend zu machen. 

 

2.4 Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO). Die Beilage 9 

zum Haftverlängerungsantrag sei nicht übersetzt worden (act. 1 S. 7). 

 

3.2 Gemäss Art. 68 Abs. 2 StPO wird der beschuldigten Person, auch wenn sie 

verteidigt wird, in einer ihr verständlichen Sprache mindestens der wesentli-

che Inhalt der wichtigsten Verfahrenshandlungen («actes de procédure les 

plus importants»/«atti procedurali più importanti») mündlich oder schriftlich 

zur Kenntnis gebracht (Satz 1). Ein Anspruch auf vollständige Übersetzung 

aller Verfahrenshandlungen sowie der Akten besteht nicht (Satz 2). Art. 68 

Abs. 2 StPO verweist auf die besonderen Rechte der beschuldigten Person, 

- 7 - 

 

 

welche sich im Wesentlichen aus Art. 32 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 3 lit. a und e 

EMRK, Art. 14 Ziff. 3 lit. a und f UNO-Pakt II sowie der auf diesen Bestim-

mungen beruhenden Praxis ergeben. Diese Bestimmungen garantieren der 

beschuldigten Person das Recht, kostenlos die Übersetzung aller Urkunden 

und Aussagen zu erhalten, deren sie bedarf, um ihre wirksame Verteidigung 

sicherzustellen und in den Genuss eines fairen Verfahrens zu gelangen. Der 

Umfang des Beistandes, der einer beschuldigten Person zuzugestehen ist, 

dessen Muttersprache nicht jene des Verfahrens ist, muss nicht abstrakt be-

urteilt werden, sondern anhand der tatsächlichen Bedürfnisse der beschul-

digten Person und der konkreten Umstände des Falles (BGE 143 IV 117 

E. 3.1 mit Hinweisen = Pra 2018 Nr. 33; vgl. BGE 118 Ia 462 E. 2a; vgl. auch 

TPF 2009 3 E. 1.4.1). 

 

3.3 Die Vorinstanz stellte sich bei der Abweisung des Übersetzungsantrags auf 

den Standpunkt, die Beilage 9 werde im Haftverlängerungsantrag nur sehr 

kurz erwähnt. Die Beilage zähle nicht zu den wichtigsten Verfahrenshand-

lungen. Der Kreis dieser Handlungen sei in Haftverfahren aufgrund der kur-

zen Fristen ohnehin eng zu ziehen. Dem Verteidiger sei es zuzumuten, den 

Inhalt des französischen Berichts selber für seinen Klienten auf Englisch zu-

sammenzufassen (KZM 19 858, nicht paginiert, Verfügung vom 25. Juli 

2019). 

 

3.4 Der Beschwerdeführer legt nicht dar und es ist nicht ersichtlich, inwiefern die 

Beilage 9 zum Haftverlängerungsgesuch zu den wichtigsten Verfahrens-

handlungen zählt. Allein der Umstand, dass die Staatsanwaltschaft dem 

Haftverlängerungsgesuch die wesentlichen Akten («pièces essentielles du 

dossier»/«atti essenziali») beizulegen hat (vgl. Art. 227 Abs. 2 StPO), macht 

diese nicht per se zu einer der wichtigsten Verfahrenshandlungen. Ebenso 

wenig legt der Beschwerdeführer dar oder ist ersichtlich, dass er der Über-

setzung der Beilage 9 zum Haftverlängerungsantrag bedurfte, um seine 

wirksame Verteidigung sicherzustellen, zumal der Vertreter des Beschwer-

deführers in Französisch, Englisch und Deutsch praktiziert (vgl. 

https://www.philippecurrat.ch/team_phc/, besucht am 3. September 2019). 

 

3.5 Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 
 

4.  

4.1 Nach Art. 221 StPO ist Untersuchungshaft nur zulässig, wenn einerseits die  

beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdäch-

tig ist und andererseits ein besonderer Haftgrund vorliegt. Überdies hat die 

Haft wie alle strafprozessualen Zwangsmassnahmen verhältnismässig zu 

sein (vgl. Art. 197 und 212 StPO). 

- 8 - 

 

 

4.2 Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen des dringenden Tatver-

dachts (act. 1 S. 7 f.). Ausserdem erweise sich die Untersuchungshaft als 

unverhältnismässig (act. 1 S. 8 ff.). 

 

 

5.  

5.1 Ein dringender Tatverdacht liegt dann vor, wenn nach dem gegenwärtigen 

Stand der Untersuchung aufgrund konkreter Anhaltspunkte eine hohe Wahr-

scheinlichkeit für ein bestimmtes strafbares Verhalten des Beschuldigten be-

steht und keine Umstände ersichtlich sind, aus denen schon zum Zeitpunkt 

der Anordnung der Untersuchungshaft oder deren Fortsetzung geschlossen 

werden kann, dass eine Überführung und Verurteilung scheitern werde. Die 

Beweislage und damit die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung muss bezo-

gen auf das jeweilige Verfahrensstadium beurteilt werden. Während zu Be-

ginn eines Strafverfahrens eine noch wenig präzise Verdachtslage ausreicht, 

um Haft anzuordnen oder aufrechtzuerhalten, hat sich diese mit zunehmen-

der Verfahrensdauer grundsätzlich zu konkretisieren und zu verstärken. Al-

lerdings dürfen diesbezüglich die Anforderungen nicht überspannt werden, 

dies insbesondere dann nicht, wenn bereits in einem frühen Stadium des 

Verfahrens ein eindeutiger Verdacht für eine bestimmte strafbare Handlung 

besteht (vgl. hierzu u.a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2016.3 

vom 4. Oktober 2016 E. 4.2 m.w.H.). Die Beschwerdekammer hat im Gegen-

satz zum erkennenden Strafrichter bei der Überprüfung des Tatverdachts 

keine erschöpfende Abwägung der in Betracht fallenden Tat- und Rechtsfra-

gen vorzunehmen (vgl. BGE 143 IV 330 E. 2.1 m.w.H.). 

 

5.2 Der Beschwerdeführer wird verdächtigt, als ehemaliger Generalinspektor der 

gambischen Polizei bzw. als ehemaliger Innenminister der Republik Gambia 

unter dem Regime von Yahya Jammeh zwischen 2006 und September 2016 

für Folterhandlungen und Handlungen gegen die sexuelle Integrität in Gam-

bia durch ihm unterstellte Polizeikräfte, ihm unterstelltes Gefängnispersonal 

oder diesen nahestehenden Gruppen (namentlich die «National Intelligence 

Agency» [NIA] oder die sog. «Junglers») verantwortlich zu sein. 

 

5.3 Das Bundesgericht erachtete zuletzt in seinem Urteil 1B_465/2018 vom 

2. November 2018, E. 3, insbesondere E. 3.7, die Annahme des dringenden 

Tatverdachts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die Beschwer-

dekammer in ihrem Beschluss BH.2018.5 vom 28. August 2018, E. 5, insbe-

sondere E. 5.5, nicht als willkürlich oder sonst wie bundesrechtswidrig, wo-

rauf verwiesen wird (vgl. zur prozessualen Zulässigkeit der Verweisung auf 

frühere Entscheide in Haftüberprüfungsverfahren Urteile des Bundesge-

richts 1B_322/2017 vom 24. August 2017 E. 5; 1B_47/2009 vom 16. März 

- 9 - 

 

 

2009 E. 2.7.2; BEELER, Praktische Aspekte des formellen Untersuchungs-

haftrechts nach Schweizerischer Strafprozessordnung, 2016, S. 134; FORS-

TER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 227 StPO N. 6 Fn. 35). 

 

In ihrem Beschluss BH.2019.3 vom 13. März 2019 kam die Beschwerdekam-

mer zum Schluss, dass der dringende Tatverdacht gegen den Beschwerde-

führer, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben, weiterhin 

bejaht werden könne (a.a.O., E. 3), worauf ebenfalls verwiesen wird. 

 

5.4 Im angefochtenen Entscheid legt die Vorinstanz dar, welche weiteren Ele-

mente seit dem letzten Haftverlängerungsverfahren hinzugekommen sind 

(a.a.O., E. 4.2.5). Die Vorinstanz setzt sich im angefochtenen Entscheid so-

dann ausführlich und im Einzelnen mit den Einwendungen des Beschwerde-

führers gegen diese weiteren Elemente auseinander (a.a.O., E. 4.3.1–

4.3.11). Schliesslich kommt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zum 

Schluss, dass die mehrheitlich formellen Einwände des Beschwerdeführers 

das Indizienbündel der BA nicht zu zerstören vermöchten. Entlastende Be-

weismittel seien keine erhoben worden. Der Tatverdacht auf die erwähnten 

Delikte habe sich weiter erhärtet (a.a.O., E. 4.4). 

 

5.5 Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, die Vorinstanz 

schliesse – unter Verletzung der Art. 3 Abs. 2 lit. a–c, Art. 221 Abs. 1, Art. 227 

Abs. 2 StPO und Art. 29 Abs. 1 BV – auf einen erhärteten Tatverdacht, 

obschon sie selbst die dem Haftverlängerungsgesuch beigelegten Akten als 

unwesentlich betrachte. 

 

5.6 Die Vorinstanz zieht in seinen Erwägungen – mit Ausnahme der Beilagen 2 

(Zeugin verweigert unter Berufung auf Zeugnisverweigerungsrechte die Aus-

sage), 6 (Zeugin verweigert unter Berufung auf Zeugnisverweigerungsrecht 

die Aussage), 9 (Bericht der Bundeskriminalpolizei) und 10 (Aktenverzeich-

nis) – die dem Haftverlängerungsgesuch beigelegten Akten zur Begründung 

der Verdichtung des Tatverdachts heran. Daraus ergibt sich, dass sie – mit 

Ausnahme der Beilagen 2, 6, 9 und 10 – die dem Haftverlängerungsgesuch 

beigelegten Akten als wesentlich betrachtet. Dem Einwand des Beschwer-

deführers kann somit nicht gefolgt werden. Im Übrigen setzt sich der Be-

schwerdeführer mit den überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz zum 

Tatverdacht nicht substantiiert auseinander. Auf diese kann ohne Weiteres 

verwiesen werden. 

 

5.7 Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

- 10 - 

 

 

6. Die Vorinstanz bejaht im angefochtenen Entscheid das Vorliegen sowohl der 

Flucht- als auch der Kollusionsgefahr (a.a.O., E. 5 und E. 6). Dies wird weder 

vom Beschwerdeführer beanstandet noch sind Gründe ersichtlich, die 

Flucht- oder die Kollusionsgefahr anders zu würdigen. 

 

 

7.  

7.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 BV und Art. 5 Ziff. 3 EMRK hat eine in strafprozessu-

aler Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen 

Frist richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft 

entlassen zu werden. Eine übermässige Haftdauer stellt eine unverhältnis-

mässige Beschränkung dieses Grundrechts dar. Sie liegt dann vor, wenn die 

Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden freiheitsentziehenden 

Sanktion übersteigt (vgl. auch Art. 212 Abs. 3 StPO). Bei der Prüfung der 

Verhältnismässigkeit der Haftdauer ist namentlich der Schwere der unter-

suchten Straftaten Rechnung zu tragen. Das Gericht darf die Haft nur so 

lange erstrecken, als sie nicht in grosse zeitliche Nähe der (im Falle einer 

rechtskräftigen Verurteilung) konkret zu erwartenden Dauer der freiheitsent-

ziehenden Sanktion rückt (BGE 144 IV 113 E. 3.1 m.w.H.). 

 

7.2 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid erwogen, Art. 264k Abs. 1 

i.V.m. 264a Abs. 1 StGB sehe eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren 

vor. Der Beschwerdeführer befinde sich nun seit etwas mehr als zweieinhalb 

Jahren in Haft. Selbst bei einer Verlängerung der Haft um sechs Monate 

drohe noch keine Überhaft. Die Ausführungen der BA vermöchten noch zu 

überzeugen. Es liege ein ausgesprochen aufwendiger, internationaler Fall 

vor. Die Vorwürfe wiegten ausgesprochen schwer. Sodann sei davon aus-

zugehen, dass die Auswertung der übermittelten Strafakten [von den gam-

bischen Behörden rechtshilfeweise übermittelte Dokumente] zu neuen Er-

mittlungsansätzen und zu neuen Befragungen führen würden, deren Vor-

nahme einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Die BA sei weiterhin gehal-

ten, das Verfahren mit der gebotenen Beschleunigung voranzutreiben 

(a.a.O., E. 7.2 und 7.3.3).  

 

7.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz lasse bei der Verhält-

nismässigkeitsprüfung unberücksichtigt, dass gemäss Art. 264a Abs. 3 StPO 

in weniger schweren Fällen nach Art. 264a Abs. 1 lit. c–j StPO auf Freiheits-

strafe nicht unter einem Jahr erkannt werden könne. Ebenso lasse sie 

Art. 264k StPO unberücksichtigt, der höchstens eine Freiheitsstrafe von drei 

Jahren oder eine Geldstrafe vorsehe. Vor diesem Hintergrund sei eine Un-

tersuchungshaft von drei Jahren, zu der der angefochtene Entscheid führe, 

unverhältnismässig und verletze Art. 212 Abs. 3 StPO. Ausserdem werde 

- 11 - 

 

 

die Untersuchungshaft zum vierten aufeinanderfolgenden Mal um sechs Mo-

nate verlängert, was Art. 227 Abs. 7 StPO verletze (act. 1 S. 8 ff.). 

 

7.4 Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 1B_465/2018 vom 2. November 

2018 in der E. 4.3 erwogen, es bestehe der dringende Tatverdacht, dass der 

Beschwerdeführer vorsätzlich gehandelt und den Tatbestand von Art. 264k 

Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 264a Abs. 1 lit. f StGB erfüllt hat. Der Beschwerde-

führer bringt in seiner Beschwerde nichts vor, was diese Beurteilung in Frage 

stellen würde. Im Fall einer Verurteilung wäre mithin jedenfalls mit einer Frei-

heitsstrafe nicht unter fünf Jahren zu rechnen. Der Beschwerdeführer befin-

det sich nunmehr gut 31 Monate in Haft. Die Untersuchungshaft erweist sich 

in zeitlicher Hinsicht weiterhin als verhältnismässig. Gemäss Art. 227 Abs. 7 

StPO wird die Untersuchungshaft jeweils für längstens drei Monate, in Aus-

nahmefällen für längstens sechs Monate bewilligt. Solche Ausnahmefälle 

können beispielsweise gegeben sein, wenn von vornherein ersichtlich ist, 

dass der Haftgrund auch nach mehr als drei Monaten noch gegeben ist, oder 

im Falle langwieriger Erhebungen mittels Rechtshilfe (Urteil des Bundesge-

richts 1B_465/2018 vom 2. November 2018 E. 4.4 m.w.H.). Im Hinblick auf 

die umfangreichen, noch ausstehenden Untersuchungshandlungen, insbe-

sondere rechtshilfeweise Einvernahmen, ist die Verlängerung der Untersu-

chungshaft um sechs Monate nicht zu beanstanden. 

 

7.5 Ersatzmassnahmen, die den Untersuchungszweck trotz Flucht- und Kollusi-

onsgefahr sicherstellen könnten, sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine 

denkbar. 

 

7.6 Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

 

8. Die Verlängerung der Untersuchungshaft ist aufgrund der vorangehenden 

Erwägungen wegen dringenden Tatverdachts, bestehender Flucht- und Kol-

lusionsgefahr sowie gegebener Verhältnismässigkeit zu bestätigen. Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

 

 

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer ersucht für das vorliegende Verfahren um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Bestellung des Rechtsanwalts 

Philippe Currat als amtlicher Verteidiger im Beschwerdeverfahren 

(BP.2019.64, act. 1 S. 2, 3). 

 

- 12 - 

 

 

9.2 Über die Gewährung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege im vor ihr 

geführten Beschwerdeverfahren entscheidet die Beschwerdekammer selbst. 

Eine in der Strafuntersuchung eingesetzte amtliche Verteidigung wirkt im 

Haftbeschwerdeverfahren – jedenfalls wenn die beschuldigte Person be-

schwerdeführende Partei ist – nicht automatisch als unentgeltlicher Rechts-

beistand mit und zwar auch dann nicht, wenn die beschuldigte Person im 

Hauptverfahren notwendig verteidigt werden muss. Die unentgeltliche 

Rechtspflege kann bei Haftbeschwerden von der Nichtaussichtslosigkeit des 

konkret verfolgten Prozessziels abhängig gemacht werden. Als aussichtslos 

sind Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich ge-

ringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft be-

zeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, 

wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage hal-

ten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Bei Haftbeschwerden ist 

Aussichtslosigkeit mit Zurückhaltung anzunehmen (vgl. zuletzt u.a. Be-

schluss des Bundesstrafgerichts BH.2018.5 vom 28. August 2018 E. 9.2 

m.w.H.). 

 

9.3 Wie die vorstehenden Erwägungen aufzeigen, ist zu bezweifeln, dass die 

Gewinnaussichten überhaupt als ernsthaft bezeichnet werden können. Die 

Frage muss aber nicht vertieft werden, weil das entsprechende Gesuch des 

Beschwerdeführers bereits aus dem Grund abzuweisen ist, dass sich aus 

der Verweisung auf das eingereichte Formular betreffend unentgeltliche 

Rechtspflege im Verfahren SV.17.0026, das vom 17. Oktober 2017 datiert 

(BP.2019.64, act. 3.1), und aus dem geltend gemachten Umstand, dass sich 

seine finanziellen Verhältnisse seit der zweieinhalb Jahre dauernden Unter-

suchungshaft nicht verändert hätten (BP.2019.64, act. 1 S. 3, act. 3), klar 

nicht erschliesst, dass der Beschwerdeführer nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, für die durch das vorliegende Verfahren verursachten Kosten 

aufzukommen (vgl. bereits Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2018.6 

vom 25. September 2018 E. 5.3 und das hierzu ergangene Urteil des Bun-

desgerichts 1B_499/2018 vom 10. Dezember 2018 E. 6). 

 

 

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 2'000.– festzusetzen (vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 

des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die 

Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]). 

 

 

- 13 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 4. September 2019 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Philippe Currat 

- Bundesanwaltschaft 

- Kantonales Zwangsmassnahmengericht 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das 
Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktions-
richter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).