# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb390bcf-7d3e-596b-bb25-e717054232f2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2008 A-1729/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1729-2006_2008-12-10.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1729/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Michael Beusch (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, Richter Markus Metz, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

A._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Abgabennachbezug im aktiven Veredelungsverkehr.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1729/2006

Sachverhalt:

A.
A.a Die  A._______,  ...  Obstverwertung,  ...  (A._______),  produziert 
nach  eigenen  Angaben  u.a.  für  Getränkehersteller  in  ganz  Europa 
Zuckergrundstoffe.  Das  dafür  benötigte  Fruchtsaftkonzentrat  werde 
unter den Bestimmungen des aktiven Veredelungsverkehrs importiert 
und anschliessend mit den hergestellten Zuckergrundstoffen wiederum 
in die EU exportiert. 

A.b Laut  der  Oberzolldirektion  (OZD)  beantragt  die  A._______  seit 
2002 regelmässig Bewilligungen für den aktiven Eigenveredelungsver-
kehr  im  sog.  Nichterhebungsverfahren.  Aufgrund  eines  solchen  Ge-
suchs  vom  2. Februar  2005  erteilte  die  OZD  der  A._______  am 
10. Februar 2005 die Bewilligung Nr. ...13. Diese berechtigte zur vor-
übergehenden  Einfuhr  von  150'000  kg  Apfelsaftkonzentrat  der  Tarif-
nummer  2009.7990  zur  Herstellung  von Apfelgrundstoff. Die  Bewilli-
gung enthielt bezüglich der Frist für die Wiederausfuhr des eingeführ-
ten Apfelsaftkonzentrats neben verschiedenen weiteren Auflagen ins-
besondere die folgenden: "Die Frist für die Wiederausfuhr beträgt 03 
Monate;  sie  endet  jedoch  spätestens  am  31.08.2005.  Der  Abrech-
nungsantrag über diesen Veredelungsverkehr ist  der überwachenden 
Stelle  innert  60  Tagen  nach  Ablauf  der  Wiederausfuhrfrist  einzurei-
chen. Wird eine dieser Fristen versäumt, werden die Einfuhrabgaben 
zuzüglich Verzugszinsen fällig".

A.c Die  A._______  führte  unter  Vorlage  der  Bewilligung  Nr. ...13 
folgende Sendungen im Nichterhebungsverfahren ein (s. act. 4 bis 7):

Zollausweis Einfuhrdatum Eigenmasse

8366122 04.03.2005 21'150 kg

8366127 04.03.2005 21'150 kg

8366283 04.03.2005 21'150 kg

8366286 04.03.2005 21'150 kg

Mit Fax vom 30. Juni 2005 beantragte die A._______, die mit besagter 
Bewilligung  eingeführten  Apfelsaftkonzentrate  über  eine  Drittfirma 
ausführen  zu  dürfen  ("Antrag  für  eine  Auflagenänderung  der  Bewil-
ligung ...13"; act. 13). Die OZD entsprach dem Gesuch mit Schreiben 
vom 1. Juli 2005. 

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B.
Am 7. September 2005 reichte die A._______ bei der überwachenden 
Stelle  (OZD)  einen  Abrechnungsantrag  ein  (act. 8).  In  Überprüfung 
dieses  Antrags  stellte  die  OZD  fest,  dass  die  Wiederausfuhr  der 
(inzwischen veredelten) (Einfuhr-)Sendungen vom 4. März 2005 nicht 
innerhalb von drei Monaten, sondern (erst) zwischen dem 1. und dem 
22. Juli 2005 erfolgt war. Da nach Ansicht der OZD für sämtliche hievor 
aufgelisteten  Einfuhren  (Bst. A.c)  die  Wiederausfuhrfrist  (4.6.2005) 
versäumt worden war, verfügte sie am 21. November 2005, dass die 
A._______  die  Einfuhrabgaben im Totalbetrag von Fr. 252'924.80 zu 
entrichten habe.

C.
Gegen diese Verfügung liess die A._______ (Beschwerdeführerin) am 
5. Januar 2006 bei der Eidgenössischen Zollrekurskommission (ZRK) 
Beschwerde  einreichen  mit  den  Anträgen,  die  Verfügung  vom 
21. November  2005 betreffend Abgabenachbezug wegen versäumter 
Ausfuhrfristen  sei  aufzuheben,  und  von  einem  Nachbezug  der  Zoll- 
und Mehrwertsteuerabgaben in der Höhe von Fr. 252'924.80 sei abzu-
sehen – unter Kostenfolge zu Lasten der Eidgenössischen Zollverwal-
tung (EZV).

Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen gel-
tend, dass die unter der Bewilligung Nr. ...13 importierten Güter im Juli 
2005 ordnungsgemäss exportiert  worden seien,  womit  die  Frist  vom 
31. August  2005  eingehalten  worden  sei.  Selbst  wenn  die  Auflage 
betreffend  Wiederausfuhrfrist  objektiv  als  verletzt  betrachtet  werden 
könnte, seien die von der OZD verwendeten Formulierungen irrefüh-
rend und müssten daher nach Treu und Glauben zu Gunsten der Be-
schwerdeführerin so ausgelegt werden, wie sie sie verstanden habe. 
Eine allfällige Verletzung der Auflage sei jedenfalls nicht aus Nachläs-
sigkeit, sondern unverschuldet geschehen, zumal eine Wiederausfuhr 
wegen Insolvenz eines Kunden innert drei Monaten gar nicht möglich 
gewesen sei. Schliesslich hätte die Verrechnung der betroffenen Ein-
fuhrabgaben für sie arge finanzielle Schwierigkeiten zur Folge.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 17. März 2006 schloss die OZD auf kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde und bekräftigte in der Begrün-
dung nochmals ihre Ansicht, dass die in der fraglichen Bewilligung ge-
setzte  Frist  von  drei  Monaten  für  die  Wiederausfuhr  eindeutig  nicht 

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eingehalten worden sei. Des weiteren hielt  die OZD dafür, dass aus 
dem Umstand,  dass je  nach Bewilligung abweichende Auflagen (na-
mentlich auch andere Fristen) einzuhalten seien, keine Verletzung von 
Treu und Glauben geltend gemacht werden könne, dies umso weniger, 
als die Spedition X._______ AG, ...,  die gemäss Beschwerdeführerin 
verwirrende Formulierung offensichtlich richtig  interpretiert  habe und 
bei  den  in  Rede  stehenden  Verzollungen  (act. 4  bis  7)  im 
Nichterhebungsverfahren völlig korrekt die Wiederausfuhrfrist von drei 
Monaten als fixes Datum "04.06.2005" deklariert habe. Abgesehen da-
von sei weder ein Gesuch um Erstreckung noch um Wiederherstellung 
der Wiederausfuhrfrist rechtzeitig gestellt worden. Schliesslich hielt die 
OZD fest,  dass  die  Zollabgabe nach den allgemeinen Verfahrensbe-
stimmungen des Zollrechts in jedem Fall fällig würden, wenn ein Nicht-
erhebungsverfahren nicht nach den gesetzlichen Bestimmungen abge-
schlossen werde.

E.
Mit Schreiben vom 25. Januar 2007 teilte das Bundesverwaltungsge-
richt  den  Parteien  mit,  dass  es  das  hängige  Beschwerdeverfahren 
übernommen habe.

Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen erstinstanzliche Verfügun-
gen  oder  Beschwerdeentscheide  der  OZD der  Beschwerde  an  die 
ZRK. Das Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern es zuständig 
ist, die Ende 2006 bei der ZRK hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung 
erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgeset-
zes  vom 17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  [Verwal-
tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). Soweit das VGG nichts ande-
res  bestimmt,  richtet  sich  gemäss  Art. 37  VGG das  Verfahren  nach 
dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver-
fahren  (VwVG,  SR  172.021). Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur 
Behandlung  der  Beschwerde  sachlich  wie  funktionell  zuständig 

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(Art. 31 und Art. 33 Bst. d VGG). Auf die Beschwerde ist somit grund-
sätzlich einzutreten.

1.2 Am 1. Mai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, 
SR 631.0) in Kraft getreten. Nach Art. 132 Abs. 1 ZG findet auf Zollver-
anlagungsverfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, 
das bisherige Recht Anwendung. Das vorliegende Verfahren untersteht 
deshalb dem (alten) Zollgesetz vom 1. Oktober 1925 (aZG, AS 42 287 
und BS 6 465).

2.

2.1 Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt 
grundsätzlich der Zollpflicht (Art. 1 aZG). Diese umfasst gemäss Art. 1 
Abs. 2 aZG die  Befolgung der  Vorschriften für  den Verkehr  über  die 
Grenze (Zollmeldepflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abga-
ben (Zollzahlungspflicht).

2.2 Für den Veredelungsverkehr, d.h. für Waren, die zur Bearbeitung, 
Verarbeitung  oder  Reparatur  vorübergehend  eingeführt  oder  ausge-
führt werden, gewährt der Bundesrat unter gewissen Voraussetzungen 
eine Zollbegünstigung in Form einer Zollermässigung oder -befreiung 
(Art. 17 Abs. 1 aZG; in der Fassung vom 16. Dezember 1994 [AS 1995 
1816 1817]; in Kraft gewesen vom 1. Juli 1995 bis 30. April 2006). Ge-
mäss den in Erfüllung dieses gesetzgeberischen Auftrags eingefügten 
(und ebenfalls vom 1. Juli 1995 in Kraft gesetzten) Art. 39 ff. der Ver-
ordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz (aZV; in der Fassung vom 
17. Mai 1995 [AS 1995 1818]) bedarf die grundsätzlich als Zollbefrei-
ung zu gewährende Zollbegünstigung (Art. 39 Abs. 3 aZV) für Waren, 
die be- oder verarbeitet werden, einer Bewilligung der Oberzolldirek-
tion (Art. 39b Abs. 1 aZV). Die Bewilligung kann mit Auflagen versehen 
und  mengenmässig  und  zeitlich  beschränkt  werden  (Art. 39b  Abs. 2 
aZV). Sie kann anstelle des Freipassverfahrens die Zollrückerstattung 
oder die bedingte Nichterhebung der Zölle vorsehen (Art. 39b Abs. 3 
aZV).  Im  aktiven  Veredelungsverkehr  wird  die  Zollbegünstigung  auf 
Antrag endgültig gewährt, wenn die eingeführte Ware oder die Ersatz-
ware innerhalb der vorgeschriebenen Frist in bearbeiteter oder verar-
beiteter Form ausgeführt und die Menge der be- oder verarbeiteten Er-
zeugnisse  durch  entsprechende  Belege  nachgewiesen  worden  ist 
(Art. 39c Abs. 1 Bst. a und b aZV). 

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2.3 Als Grundlage der Zollberechnung dient die tarifmässige Deklara-
tion  des  Zollpflichtigen,  soweit  sie  nicht  durch die amtliche Revision 
berichtigt  wird  (Art. 24  Abs. 1  aZG). Der  Zollmeldepflichtige  hat  den 
Abfertigungsantrag  zu  stellen  und  die  Zolldeklaration  einzureichen 
(Art. 31  Abs. 1  aZG).  Die  angenommene  Zolldeklaration  ist  für  den 
Aussteller verbindlich und bildet, vorbehältlich der Revisionsergebnis-
se, die Grundlage für die Festsetzung des Zolls und der weiteren Ab-
gaben (Art. 35 Abs. 2 aZG; vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1703/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 2.4, A-3044/2008 vom 20. Juni 
2008 E. 8.1 mit  Hinweisen; Entscheid der ZRK 2004-114 vom 9. Au-
gust 2005 E. 2b mit weiteren Hinweisen). 

3.
3.1 Im  vorliegenden  Fall  macht  die  Beschwerdeführerin  geltend, 
neben den materiellen Voraussetzungen für die Nichterhebung der Ab-
gaben, worunter sie die (effektive) Wiederausfuhr der veredelten Ware 
versteht, sei entgegen der angefochtenen Verfügung auch die formelle 
Voraussetzung  der  Einhaltung  der  Auflagen  erfüllt.  Danach  hätte 
(namentlich) die Ausfuhr (generell) bis spätestens am 31. August 2005 
zu erfolgen. Weil  sie  die  letzten Ausfuhren am 22. Juli  2005 getätigt 
und damit die besagte Frist eingehalten habe, sei eine Nachbelastung 
nicht begründet. Des weiteren sei die Formulierung der Wiederausfuhr-
frist  irreführend  und  müsse  daher  nach  Treu und  Glauben  zu  ihren 
Gunsten so ausgelegt werden, wie sie sie verstanden habe. Schliess-
lich bemängelt die Beschwerdeführerin (unter Aufführung verschiede-
ner älterer und jüngerer Beispiele), dass die Bewilligungsauflagen be-
züglich der Wiederausfuhrfrist je nach Bewilligung (hinsichtlich Dauer 
und Formulierung) variieren würden, was bei ihr für Verwirrung gesorgt 
bzw. die eingetretenen Missverständnisse verursacht habe.

3.2 Angesichts dieser Vorbringen der Beschwerdeführerin drängt sich 
im  Folgenden  eine  Auslegung  der  Bewilligung  Nr. ...13  aus.  Es  ist 
namentlich zu untersuchen, wie die entsprechende Auflage hinsichtlich 
der Wiederausfuhrfrist in guten Treuen zu verstehen war.

3.2.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Äusserun-
gen im Verkehr zwischen Behörden und Privaten so zu interpretieren, 
wie  die  jeweils  andere  Seite  sie  nach Treu und Glauben  verstehen 
durfte  und  musste  (Urteile  des  Bundesgerichts  1P.551/2004  vom 
10. Februar 2005 E. 3.1; BGE 124 II 265 E. 4a, 113 Ia 225 E. 1b/bb; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1670/2006  vom 23. Okto-

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ber 2008 E. 5.2, A-4284/2007 vom 4. November 2007 E. 3.2). Diese 
Auslegung nach dem Vertrauensprinzip hat aus der Sicht eines ver-
nünftig und redlich urteilenden Empfängers der Willensäusserung zu 
erfolgen, wobei die Gesamtheit aller Umstände zu berücksichtigen ist 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2P.170/2004  vom  14. Oktober  2004 
E. 2.2.1; BGE 116 II 431 E. 3a, 111 II 279 E. 2b mit Hinweisen; vgl. 
zum  Ganzen  auch:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1670/ 
2006 vom 23. Oktober 2008 E. 5).

3.2.2 Die  hier  zu  beurteilende  Bewilligungsverfügung  (act. 3)  gilt 
ausdrücklich  für  Einfuhren  im  Zeitraum  vom  21. Februar  bis  zum 
31. August 2005. Aus der Rubrik "Auflagen", lässt sich zudem unter 
anderem die Formulierung "Die Frist für die Wiederausfuhr beträgt 03 
Monate;  sie  endet  jedoch  spätestens  am  31.08.2005"  entnehmen. 
Nach Ansicht  des Bundesverwaltungsgerichts  geht  daraus klar  her-
vor, dass die Wiederausfuhrfrist  für  die gestützt  auf  die Bewilligung 
Nr. ...13 im Nichterhebungsverfahren eingeführten Waren grundsätz-
lich (jeweils) drei Monate beträgt und sich in getreuer Auslegung der 
Formulierung  unter  Umständen,  d.h.  namentlich  für  Einfuhren  ab 
31. Mai  2005,  (angesichts  der  bewilligten  Einfuhrfrist  bis 
"31.08.2005")  entsprechend  verkürzen  kann.  Mithin  ergibt  sich 
entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  aus  der  besagten 
Formulierung keineswegs, dass die Wiederausfuhrfrist  generell  (d.h. 
auch  für  Einfuhren  vor  dem  31. Mai  2005)  bis  spätestens  zum 
31. August  2005  zu  erfolgen  hatte.  Andernfalls  würde  –  wie  die 
Vorinstanz  zutreffend  argumentiert  –  der  erste  Teil  der  Befristung 
("Die Frist für die Wiederausfuhr beträgt 03 Monate [...]") keinen Sinn 
ergeben. 
Bezeichnenderweise  ist  mit  der  Vorinstanz auch festzustellen,  dass 
die  von  der  Beschwerdeführerin  beauftragte  Speditionsfirma 
X._______ AG, ..., die hier interessierende Formulierung ganz offen-
sichtlich richtig verstanden hat, zumal sie anlässlich der in Rede ste-
henden Einfuhren die Wiederausfuhrfrist von drei Monaten korrekter-
weise  jeweils  ausdrücklich  als  fixes  Datum  "04.06.2005"  deklariert 
hat (s. act. 4 bis 7). Darauf muss sich die Beschwerdeführerin behaf-
ten lassen, hat sie es doch im Übrigen unterlassen, gegen die betref-
fenden Zollabfertigungen Beschwerden im Sinn von Art. 109 Abs. 2 
aZG zu erheben.

3.2.3 Indem  die  Beschwerdeführerin  in  diesem  Zusammenhang 
weiter rügt,  die Formulierung der Bewilligungsauflage betreffend die 

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Wiederausfuhrfrist  variiere  je  nach  Bewilligung  und  sei  daher 
uneinheitlich und hätte sie verwirrt, verkennt sie ein Zweifaches: Zum 
einen  hat  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  schlüssig  und 
überzeugend dargelegt, wie es hinsichtlich der Formulierung bezüg-
lich  der  Wiederausfuhrfrist  zu  den  unterschiedlichen  Bewilligungen 
kommen kann. Demnach unterbreite sie die entsprechenden Bewilli-
gungsgesuche  dem  Bundesamt  für  Landwirtschaft  (BLW)  zur  Stel-
lungnahme. Das BLW lege in der Folge je nach Verfügbarkeit von in-
ländischem Apfelsaftkonzentrat die zeitlichen Auflagen (Einfuhr- bzw. 
Wiederausfuhrfrist)  für  eine  Bewilligung  fest  (vgl.  diesbezüglich  die 
Stellungnahme des  BLW vom 9. Februar  2005;  act. 11).  Dies  habe 
zur  Folge,  dass die zeitlichen Auflagen tatsächlich wie von der Be-
schwerdeführerin (exemplarisch) dargelegt je nach Bewilligung variie-
ren würden.
Zum andern gilt es darauf hinzuweisen, dass die hier zu beurteilende 
Bewilligung unverkennbar eine selbständige (anfechtbare) Verfügung 
im  Sinn  von  Art. 5  VwVG  darstellt.  Sie  ist  deshalb  grundsätzlich 
isoliert zu betrachten. Dennoch sei nur am Rande bemerkt, dass die 
von  der  Beschwerdeführerin  nach  eigenen  Angaben  festgestellten 
(und  wie  soeben  erwähnt  unbestrittenen)  Unterschiede  in  den  ent-
sprechenden  Formulierungen  ihr  nach  Ansicht  des  Bundesverwal-
tungsgerichts Anlass hätten geben müssen, die jeweiligen Verfügung 
stets sorgfältig zu studieren und bei (allfälligen) Zweifel resp. Verunsi-
cherungen, die (verfügende) Vorinstanz um Erläuterung zu ersuchen. 
Mangels Anfechtung wurde die hier zu beurteilende Bewilligungsver-
fügung für die Beschwerdeführerin verbindlich. 

3.2.4 Die  Beschwerdeführerin  kann  im Übrigen  auch  unter  Verweis 
auf den von ihr gestellten Antrag vom 30. Juni 2005, die mit der frag-
lichen Bewilligung eingeführten Apfelsaftkonzentrate über eine Dritt-
firma ausführen zu dürfen (vgl. dazu oben Bst. A.c in fine), nichts zu 
ihren Gunsten ableiten. Denn dieser bezieht sich eben gerade nicht 
explizit auf die einzelnen, hier streitigen Einfuhren. Vielmehr zielt der 
Antrag  auf  (entsprechende)  Änderung  der  Bewilligung  Nr. ...13  als 
solche  hin,  womit  (grundsätzlich)  sämtliche,  für  den  Zeitraum  vom 
21. Februar bis zum 31. August 2005 bewilligten Einfuhren betroffen 
sein konnten. Indessen ergibt sich aus der Bewilligung des Gesuchs 
durch die Vorinstanz – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 
–  keine  stillschweigende  Anpassung  der  Wiederausfuhrfrist  für  die 
hier streitigen Einfuhren vom 4. März 2005.

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3.2.5 Damit musste die Beschwerdeführerin die Auflagen nach dem 
Vertrauensprinzip, d.h. aus der Sicht eines vernünftig und redlich ur-
teilenden Empfängers (E. 3.2.1), so verstehen, dass die Bewilligung 
mit der Verpflichtung verbunden war, die zuvor im Nichterhebungsver-
fahren eingeführten Sendungen vom 4. März 2005 innert drei Mona-
ten,  d.h. bis zum 4. Juni 2005,  wieder auszuführen. Indem die Wie-
derausfuhr der streitigen Sendungen eingestandenermassen und ge-
mäss  den  einschlägigen  Ausfuhrdeklarationen  erst  zwischen  dem 
1. Juli und dem 22. Juli 2005 erfolgte, hat die Beschwerdeführerin die 
in besagter Bewilligung gesetzte Frist nicht eingehalten. Mithin erfüll-
te  die  Beschwerdeführerin  die  Auflagen der  Bewilligung nicht,  wes-
halb die Zollbefreiung nicht wirksam werden konnte. Somit ist der ge-
mäss  den  Einfuhrdeklarationen  festgesetzte  tarifmässige  Abgaben-
betrag, dessen Berechnung nicht bestritten ist, geschuldet.

3.3 Es bleibt auf die übrigen Argumente der Beschwerdeführerin ein-
zugehen, soweit sie nicht bereits durch die vorangehenden Erwägun-
gen ausdrücklich oder implizit widerlegt sind.

3.3.1 Die Beschwerdeführerin macht für den Fall, dass sie die Auflage 
tatsächlich verletzt haben sollte, geltend, dass dies jedenfalls nicht aus 
Nachlässigkeit,  sondern  unverschuldet  geschehen  sei,  zumal  eine 
Wiederausfuhr innert  drei Monaten wegen der Insolvenz des Kunden 
gar  nicht  möglich  gewesen  sei.  Sie  habe  es  irrtümlich  unterlassen, 
ausdrücklich um eine Erstreckung der Ausfuhrfrist zu ersuchen, da sie 
sich im Datum des Fristablaufs getäuscht habe. Diese Argumentation 
erweist sich als unbehelflich. Die Beschwerdeführerin verkennt dabei, 
dass sie sich diesen Irrtum selbst zuzuschreiben hat. Dies insbeson-
dere auch deshalb, weil sie – wie erwähnt (oben E. 3.2.5) – nach dem 
Vertrauensprinzip nicht annehmen durfte, die Wiederausfuhrfrist für die 
fraglichen Einfuhren ende (erst) am 31. August 2005. 

Nur am Rande sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass 
die in Frage stehende Bewilligung insgesamt drei Fristen enthält, näm-
lich (i) die Wiederausfuhrfrist von drei Monaten, (ii) die letzte Frist vom 
31. August  2005  und  (iii)  die  Abrechnungsfrist.  Die  Bewilligung  sagt 
diesbezüglich ausserordentlich klar und unmissverständlich, dass die 
Einfuhrabgaben  fällig  werden,  wenn  "eine dieser  Fristen"  versäumt 
wird (vgl. oben Bst. A.b). Dafür gibt es keinen Interpretationsspielraum.

3.3.2 Die  Beschwerdeführerin  hält  ferner  dafür,  die  Vorinstanz  hätte 
ihre Stellungnahme vom 5. Oktober 2005 sinngemäss als Gesuch um 

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Wiederherstellung der Frist  behandeln müssen, da sie unverschuldet 
abgehalten worden sei, die ursprüngliche Ausfuhrfrist einzuhalten und 
die versäumte Handlung in der Zwischenzeit  nachgeholt  habe. Dazu 
hatte die Vorinstanz offensichtlich keinen Anlass. Weder hat die rechts-
kundig vertretene Beschwerdeführerin innert  der (damals anwendba-
ren)  zehntägigen  Frist  ein  begründetes  Gesuch  eingereicht  noch 
wurde ein rechtsgenügender Hinderungsgrund geltend gemacht. Damit 
aber waren und sind (bereits) die formellen Voraussetzungen für eine 
Fristwiederherstellung nicht gegeben, weshalb die Vorinstanz auf das 
Gesuch zu Recht nicht weiter eingegangen ist.

3.3.3 Schliesslich  macht  die  Beschwerdeführerin  geltend,  dass  sie 
durch die Nachbelastung in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten ge-
rate. Auch diesen Umstand hat sie sich selber zuzuschreiben. Abgese-
hen davon ergibt sich diese Rechtsfolge nicht nur aus den anwendba-
ren Gesetzesbestimmungen (vgl. oben E. 2.2),  sondern gleichermas-
sen aus der in Rede stehenden Bewilligung, in welcher die Fälligkeit 
der  Einfuhrabgaben  zuzüglich  Verzugszins  infolge  Fristversäumnis 
ausdrücklich angedroht wurde (vgl. oben Bst. A.b). Es bleibt lediglich 
darauf hinzuweisen, dass es der Beschwerdeführerin bei einer allfälli-
gen finanziellen Notlage unbenommen bleibt, entsprechend anderwei-
tige Rechtsbehelfe geltend zu machen.

4.
Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 
Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4'500.-- sind der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleiste-
ten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Eine Parteient-
schädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 4'500.-- verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Michael Beusch Keita Mutombo

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

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