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**Case Identifier:** efc4c451-30ad-5cc5-86a6-662ba09959ad
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 12.08.2020 810 20 17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-20-17_2020-08-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 12. August 2020 (810 20 17) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung / Straffälligkeit; Verhältnis-

mässigkeit der Massnahme  

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Daniel Ivanov, 

Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber 
i.V. Kevin Herren 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Simon Berger, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung  

(RRB Nr. 9 vom 7. Januar 2020) 
 
 

 

A. Der türkische Staatsangehörige A.____ (geb. 1981) reiste am 16. Juni 1989 in die 
Schweiz ein und erhielt die Niederlassungsbewilligung. Er absolvierte in der Schweiz die Pri-
mar- und Realschule. Im Jahr 2002 schloss er erfolgreich eine Anlehre als Maler ab und war 
seither auf diesem Beruf bei diversen Betrieben, meist in temporären Arbeitsverhältnissen, an-
gestellt. Über mehrere kurze Zeiträume bezog A.____ Sozialhilfe, wobei sich der Gesamtbetrag 
auf Fr. 68'357.-- (Stand 16. Mai 2019) beläuft.  

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B. Während seines Aufenthalts in der Schweiz wurde A.____ im Zeitraum von 2002 bis 
2018 mehrfach strafrechtlich verurteilt, zuletzt mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 
6. Juli 2018 wegen gewerbsmässig qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz, mehrfacher teilweise versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
sowie Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz (teilbedingt vollziehbare Freiheitsstrafe 
von 26 Monaten, davon 12 Monate unbedingt). Vom 17. Mai 2019 bis 21. Juli 2020 befand sich 
A.____ im offenen Vollzug auf der Vollzugsstufe Electronic Monitoring ("Front Door", Fussfes-
sel). 
 
C. Am 12. Dezember 2018 gewährte das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft 
(AfM, ab 1. Januar 2019: Amt für Migration und Bürgerrecht [AfMB]) A.____ zu einem allfälligen 
Entzug der Niederlassungsbewilligung sowie der Wegweisung aus der Schweiz das rechtliche 
Gehör, welches durch A.____ am 3. Januar 2019 wahrgenommen wurde. A.____ gab an, dass 
sein Onkel väterlicherseits in der Türkei lebe, er zu diesem aber in keinem Kontakt stehe. An-
sonsten habe er in der Türkei keine Verwandten. Er sei das letzte Mal im Jahr 2004 in der Tür-
kei gewesen. Seit seiner Kindheit lebe er in der Schweiz. Zudem sei er seit dem Abschluss sei-
ner Anlehre hierzulande in seinem Beruf als Maler tätig. 
 
D. Aufgrund neuer ausländerrechtlicher Bestimmungen gewährte das AfMB A.____ am 
2. Mai 2019 erneut das rechtliche Gehör. Mit Eingabe vom 14. Mai 2019 reichte dieser ver-
schiedene Einsatzverträge seines derzeitigen Arbeitgebers ein. 
 
E. Mit Verfügung vom 14. Juni 2019 widerrief das AfMB die Niederlassungsbewilligung 
von A.____ und wies ihn auf den Zeitpunkt der (bedingten) Entlassung aus dem Strafvollzug 
aus der Schweiz weg. Begründet wurde dieser Entscheid im Wesentlichen damit, dass A.____ 
zu einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt worden sei. Zudem sei der Widerruf der Nie-
derlassungsbewilligung angemessen sowie verhältnismässig. 
 
F. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Simon Berger, Advokat in 
Liestal, mit Eingabe vom 1. Juli 2019 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-
Landschaft (Regierungsrat), welcher diese mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 9 vom  
7. Januar 2020 abwies. 
 
G. Mit Eingabe vom 17. Januar 2020 erhob A.____, vertreten durch Simon Berger, Advo-
kat, gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 7. Januar 2020 Beschwerde beim Kantons-
gericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er 
stellt das Begehren, es sei der Entscheid vom 7. Januar 2020 vollumfänglich aufzuheben und 
auf einen Widerruf der Niederlassungsbewilligung sowie eine Wegweisung aus der Schweiz zu 
verzichten; dies unter o/e-Kostenfolge. Am 23. März 2020 reichte der Beschwerdeführer die 
Beschwerdebegründung ein. 
 
H. Der Regierungsrat liess sich am 22. April 2020 vernehmen und beantragt die Abwei-
sung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. 

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I. Mit Präsidialverfügung vom 28. April 2020 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 
überwiesen. Es wurde eine Parteiverhandlung angeordnet und verfügt, dass der Beschwerde-
führer persönlich zur Parteiverhandlung zu erscheinen habe. 
 
J. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung hielten die Parteien vollumfänglich an den in 
der Sache gestellten Begehren fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder 
ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand 
vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele-
genheit gegeben. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Be-
schwerde eingetreten werden kann. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsge-
richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 
Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3. Strittig ist, ob der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und 
die damit verbundene Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 
 
4.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 
und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG) vom 16. Dezember 2005 ver-
leiht die Niederlassungsbewilligung ihrer Inhaberin resp. ihrem Inhaber grundsätzlich einen zeit-
lich unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Dieser Anspruch 
gilt indes nicht absolut. Bei Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AIG kann die Nieder-
lassungsbewilligung widerrufen werden. 
 
4.2 Ein solcher Widerruf ist gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b 
AIG möglich, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt 
oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 59 - 61 oder Art. 64 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 1937 angeordnet worden ist. 
Das Bundesgericht hat das Kriterium der Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahin-
gehend konkretisiert, dass es einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei meh-
rere unterjährige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 135 II 377 
E. 4.2; BGE 137 II 297 E. 2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbe-

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dingt ausgesprochen wurde (Urteil des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 
E. 2.1).  
 
4.3 Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 6. Juli 
2018 wegen gewerbsmässig qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
mehrfacher teilweise versuchter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie 
Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe 
von 26 Monaten verurteilt, davon zwölf Monate unbedingt bei einer Probezeit von vier Jahren. 
Gemäss diesem Urteil mietete der Beschwerdeführer ab dem 1. April 2010 an vier Orten in 
B.____ und C.____ je einen Hobbyraum an, um darin bis zu den am 8. Januar 2016 durchge-
führten polizeilichen Hausdurchsuchungen Indoor-Hanfanlagen zu betreiben. Er habe im ge-
samten Zeitraum aus den Hanfpflanzen mit THC-Gehalten von rund zwölf Prozent einen Ge-
samtertrag von mindestens 13'300 Gramm Marihuana erzielt, welchen er mit einem Gewinn von 
insgesamt rund Fr. 108'850.-- verkauft habe. Damit hat der Beschwerdeführer den Widerrufs-
grund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AIG erfüllt, was er zu Recht nicht bestreitet. 
Der gesetzliche Anwesenheitsanspruch ist damit grundsätzlich erloschen. 
 
5.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, muss die aufenthaltsbeendende Massnahme im konkre-
ten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999 und Art. 96 Abs. 1 AIG; vgl. auch Art. 13 Abs. 1 
i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten [EMRK], wenn durch die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer 
Beziehungen im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. des inhaltlich deckungsgleichen Art. 13 
Abs. 1 BV beeinträchtigt wird; BGE 135 II 377 E. 4.3). Verlangt ist insofern eine Abwägung der 
sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentli-
chen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, 
dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei 
sind (1) die Art und Schwere der begangenen Straftat und das Alter des Betroffenen zum Zeit-
punkt der Tat; (2) die Aufenthaltsdauer des Betroffenen im Land; (3) der seit der Tat vergange-
ne Zeitraum; (4) das Verhalten des Ausländers während diesem Zeitraum; (5) die sozialen, kul-
turellen und familiären Bindungen zum Aufnahmestaat und zum Herkunftsland; (6) der Gesund-
heitszustand; (7) die mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundene Dauer der Fern-
haltung sowie (8) allgemein die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile bei 
einer Ausreise in die Heimat oder in einen Drittstaat zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3; 
Urteil des Bundesgerichts 2C_786/2018 vom 27. Mai 2019 E. 3.3.2). Die konventionsrechtliche 
Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AIG 
und kann in einem einzigen Schritt vorgenommen werden (Urteile des Bundesgerichts 
2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4 und 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit 
Hinweisen). 
 
5.2 Der Regierungsrat erwog im angefochtenen Entscheid hinsichtlich der öffentlichen Inte-
ressen, dass das Verschulden des Beschwerdeführers aufgrund der verhängten Freiheitsstrafe 
von 26 Monaten schwer wiege. Weiter falle negativ ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer 
kein Ersttäter gewesen, sondern bereits seit 1999 strafrechtlich auffällig gewesen sei. Erschwe-

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rend komme hinzu, dass er auch während der laufenden Probezeit Straftaten begangen habe. 
Dieses Verhalten belege ein offensichtlich fehlendes Unrechtsbewusstsein und zeuge von einer 
gewissen Unbelehrbarkeit und Geringschätzung der Rechtsordnung. Zu Gunsten des Be-
schwerdeführers sei hinsichtlich seiner Straftaten zu berücksichtigen, dass er über Jahre selbst 
Cannabis konsumiert habe. Aufgrund der Tatsache, dass das Strafgericht von einer "besonders 
günstigen Prognose" ausgegangen sei und im Sinne der Gewährung einer letzten Chance geur-
teilt habe, müsse auch der Regierungsrat grundsätzlich von einer geringen Rückfallgefahr resp. 
einer günstigen Prognose ausgehen. Hinsichtlich der privaten Interessen erwog der Regie-
rungsrat, dass der Beschwerdeführer seit mittlerweile 30 Jahren in der Schweiz lebe und seine 
gesamte Schulzeit hier verbracht habe. Es handle sich bei ihm um einen "quasi Secondo", wes-
halb seine Verbindung zur Schweiz zweifellos gross sei. Der Beschwerdeführer spreche flies-
send Deutsch und pflege zu seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern, welche ebenfalls in 
der Schweiz leben würden, einen guten Kontakt. Diese familiäre Bindung dürfe aufgrund der 
Tatsache, dass der Vater und der Bruder des Beschwerdeführers hier verstorben seien, nicht 
ausser Acht gelassen werden. Es sei aufgrund der hiesigen Verwandtschaft und der nach eige-
nen Angaben bestehenden Freundschaften von einer gewichtigen persönlichen Bindung zur 
Schweiz auszugehen. Zudem verfüge der Beschwerdeführer über eine abgeschlossene 
schweizerische Schulausbildung und mit der Anlehre zum Maler über eine berufliche Ausbil-
dung, was zu seinen Gunsten spreche. Er habe mit Ausnahme von einigen kurzen Zeiträumen 
stets eine Anstellung als Maler gefunden. Seine Schulden, welche gemäss Betreibungsregis-
terauszug im Jahr 2015 noch knapp Fr. 9'000.-- betragen hätten, habe er inzwischen getilgt. Er 
habe zudem keine Verlustscheine und sei nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig. Andererseits 
sei der Beschwerdeführer ledig und kinderlos und verfüge nicht über eine Kernfamilie in der 
Schweiz. Er sei noch jung und gesund und werde sich in seinem Herkunftsland eine neue Exis-
tenz aufbauen können, zumal er türkisch zumindest sprechen, wenn auch nicht richtig schrei-
ben könne. In einer Gesamtwürdigung der genannten Aspekte würden die öffentlichen Interes-
sen an der Wegweisung knapp die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in 
der Schweiz überwiegen.  
 
5.3 Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerdebegründung aus, bei den begange-
nen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sei es nicht primär um ausschliess-
lich finanzielle Motive gegangen, sondern der Beschwerdeführer sei selbst Cannabiskonsument 
gewesen. Entsprechend habe auch das Strafgericht in seinem Urteil vom 6. Juli 2018 die Ver-
werflichkeit der begangenen Delikte relativiert. Der Beschwerdegegner habe sodann selbst da-
rauf hingewiesen, dass die Rückfallgefahr äusserst gering sei. Dies belege auch der Führungs-
bericht der Vollzugsstelle Electronic Monitoring vom 25. November 2019 sowie die Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer seit über vier Jahren deliktsfrei geblieben sei. Zu seinen Chancen, 
sich in der Türkei eine neue Existenz aufbauen zu können, entgegnet der Beschwerdeführer, 
dass die aktuelle politische Lage nicht dafürspreche. Er sei zudem mit seinen nahezu 40 Jahren 
nicht mehr als jung zu bezeichnen. In diesem Alter sei es schwierig, sich ein neues persönli-
ches und berufliches Umfeld zu schaffen. Die privaten Interessen seien vorliegend aus guten 
Gründen höher zu werten, zumal die öffentlichen Interessen aufgrund der geringen Rückfallge-
fahr stark zu relativieren seien. Schliesslich sei im vorliegenden Fall nicht davon auszugehen, 
dass das Strafgericht Basel-Landschaft gegebenenfalls eine Landesverweisung nach Art. 66a 

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Abs. 1 StGB ausgesprochen hätte. Dementsprechend könne es nicht angehen, dass die Migra-
tionsbehörden im vorliegenden Fall entgegen dem offensichtlichen Standpunkt der Strafrichter 
einen Entzug der Niederlassungsbewilligung einzig deshalb verfügen würden, weil letztere vor-
liegend aufgrund der zeitlichen Komponente nicht zuständig gewesen seien. 
 
5.4.1 Ausgangspunkt für die Schwere des Verschuldens sowie die vorzunehmende auslän-
derrechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verhängte Strafe (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 2C_72512016 vom 30. Dezember 2016 E. 3.2). Das entsprechende sicher-
heitspolizeiliche Interesse kann durch den Zeitablauf seit der Tatbegehung, das Verhalten des 
Betroffenen in der Zwischenzeit sowie weitere Faktoren (wie etwa das Alter bei der jeweiligen 
Tatbegehung) relativiert oder erhöht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_80412016 vom 
21. März 2017 E. 5.1 mit Hinweisen). 
 
5.4.2 Der Beschwerdeführer beging seine Straftaten über einen Zeitraum von rund 17 Jah-
ren (1999 bis 2016), wobei es sich hauptsächlich um Strassenverkehrs- und Betäubungsmittel-
delikte handelte. Das Ausmass der Delinquenz sowie die Höhe der Strafen nahm im Laufe der 
Zeit zu; wurde der Beschwerdeführer im Jahr 2003 noch jeweils zu einer Busse in der Höhe von 
Fr. 1'000.-- resp. Fr. 260.-- wegen grober Verletzung resp. Verletzung der Verkehrsregeln verur-
teilt (vgl. Strafbefehle des Bezirksstatthalteramts D.____ vom 11. September 2003 und des Be-
zirksamts E.____ vom 25. November 2003), so verurteilte ihn das Strafgericht Basel-Landschaft 
am 19. November 2012 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten bei einer Probezeit 
von drei Jahren wegen mehrfacher, einfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz sowie Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz. Die fraglichen Betäubungs-
mitteldelikte beging der Beschwerdeführer nicht nur, um den eigenen Konsum zu sichern oder 
zu finanzieren; vielmehr stand beim Aufbau und Betreiben von Hanfanlagen das Erzielen eines 
Gewinns im Vordergrund. Die strafrechtlichen Verurteilungen – einerseits die letzte Verurteilung 
am 6. Juli 2018 zu einer 26-monatigen Freiheitsstrafe, andererseits die sich über einen länge-
ren Zeitraum erstreckenden und zunehmend schwereren Strafen – fallen erheblich zu Unguns-
ten des Beschwerdeführers ins Gewicht. Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung wiegt 
denn auch schwer, wenn der Betroffene aus Profitstreben den Betäubungsmittelkonsum einer 
Vielzahl von Personen fördert. Negativ fällt zudem auf, dass der Beschwerdeführer auch wäh-
rend laufender Strafverfahren und Probezeiten weiterdelinquierte. Zu beachten gilt, dass die 
letzte aktenkundige Straftat des Beschwerdeführers heute über vier Jahre zurückliegt, was al-
lerdings dadurch relativiert wird, dass sich der Beschwerdeführer in den letzten zwei Jahren im 
– teilweise offenen – Strafvollzug befand. Weiter ist gemäss den Erwägungen des Strafgerichts 
Basel-Landschaft im Urteil vom 6. Juli 2018 davon auszugehen, dass es sich bei der am 11. 
Februar 2014 manifestierten Aggressivität und Gewaltbereitschaft des Beschwerdeführers ge-
genüber Polizeibeamten um eine aussergewöhnliche, einmalige Entgleisung gehandelt hat und 
die Wahrscheinlichkeit für künftige derartige Vorfälle relativ gering ist. Zu Gunsten des Be-
schwerdeführers fällt zudem ins Gewicht, dass das Strafgericht in seinem Urteil vom 6. Juli 
2018 im Fall des Beschwerdeführers von einer "besonders günstigen Prognose" ausging. Mit 
dem Regierungsrat ist demnach von einer geringen Rückfallgefahr auszugehen. Nach dem Ge-
sagten besteht insgesamt – mit Blick auf die strafrechtlichen Verurteilungen – ein erhebliches 

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öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und 
dessen Wegweisung aus der Schweiz.  
 
5.5.1 Dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers sind dessen 
private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Entscheidend ist stets 
das Gesamtbild eines jeden Einzelfalles, welches anhand sämtlicher massgeblicher Kriterien zu 
beurteilen ist (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4). 
 
5.5.2 Stark zu Gunsten des Beschwerdeführers fällt ins Gewicht, dass er sich seit über 
30 Jahren in der Schweiz aufhält und ab seinem 8. Lebensjahr hier aufgewachsen und zur 
Schule gegangen ist. Der Beschwerdeführer beherrscht denn auch die deutsche Sprache in 
Wort und Schrift. Die ihm nahestehenden Personen, namentlich seine Angehörigen (d.h. die 
Mutter und die beiden Geschwister), leben in der Schweiz. Seine wichtigen sozialen und famili-
ären Bindungen liegen in der Schweiz. Es kann also von gewichtigen persönlichen Bindungen 
zur Schweiz ausgegangen werden. Zu seinem Herkunftsland, der Türkei, hat der Beschwerde-
führer nach eigenen Aussagen keinen Bezug. Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Be-
schwerdeführer nicht verheiratet ist und keine Kinder hat; er lebt und wohnt alleine. Der konven-
tionsrechtliche Schutz des Familienlebens (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) kommt im vorliegenden Fall 
insoweit nicht zum Tragen, als der Beschwerdeführer hier über keine Kernfamilie (d.h. Ehefrau 
und Kinder) verfügt, welche durch eine Wegweisung aus der Schweiz auseinandergerissen 
würde.  
 
5.5.3 Die berufliche Integration des Beschwerdeführers kann lediglich mit Vorbehalten als 
gut bezeichnet werden. Der Beschwerdeführer hat keine vollwertige Lehre, sondern nur – aber 
immerhin – eine Anlehre als Maler absolviert. Er hat regelmässig bzw. immer wieder auf diesem 
Beruf gearbeitet und über längere Zeit mit seinem Erwerbseinkommen den eigenen Lebensun-
terhalt bestreiten können. Allerdings hat er es bisher noch nicht geschafft, über längere Zeit ein 
Arbeitsverhältnis zu halten und insbesondere mit einer konstanten Festanstellung stabile finan-
zielle Verhältnisse zu schaffen. Vielmehr hat er immer wieder Sozialhilfeleistungen bezogen, 
welche schliesslich einen Betrag von insgesamt Fr. 68'357.-- erreichten. Immerhin hat der Be-
schwerdeführer diese Zuwendungen gemäss seinen Aussagen anlässlich der heutigen Partei-
verhandlung bis Anfang 2019 zurückgezahlt, was vom Beschwerdegegner nicht bestritten wur-
de. Seine Schulden bewegen sich in einem kleinen und vernachlässigbaren Rahmen, sofern sie 
nicht zwischenzeitlich vollständig getilgt wurden.  
 
5.5.4 Bezüglich seiner persönlichen Verhältnisse ist festzustellen, dass der Beschwerdefüh-
rer in jüngster Zeit darum bemüht war, ein ordentliches, deliktfreies Leben zu führen, regelmäs-
sig einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und seine finanzielle Situation zu stabilisieren, indem er 
namentlich seine Schulden abgebaut und das Gemeinwesen nicht mehr durch Sozialhilfebezü-
ge belastet hat. Die eingereichten Führungsberichte aus dem Strafvollzug zeigen ebenfalls ein 
positives Bild, so dass grundsätzlich mit einer gewissen Zuversicht von einem künftigen Wohl-
verhalten des Beschwerdeführers ausgegangen werden darf. Nicht ausser Acht zu lassen ist 
indes der Umstand, dass der Beschwerdeführer sichtlich auch unter dem Druck des ausländer-

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rechtlichen Verfahrens bzw. der drohenden Wegweisung aus der Schweiz die gewünschten 
Anstrengungen unternommen hat.  
 
5.6.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer bis anhin und namentlich nach 
dem ersten überjährigen Strafurteil nie ausländerrechtlich verwarnt wurde. Der Regierungsrat 
stellt in Frage, ob eine solche Verwarnung den Beschwerdeführer davon abgehalten hätte, wei-
ter zu delinquieren. Er stellt sich auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer hätte wissen müs-
sen, dass der illegale Hanfanbau während der auferlegten Probezeit für ihn nicht nur strafrecht-
liche Konsequenzen haben könnte. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass ihm durch die 
nicht erfolgte Verwarnung die Möglichkeit verwehrt worden sei, sein Verhalten zu verändern, 
was gerade das Ziel einer ausländerrechtlichen Verwarnung sei. Das Argument des Beschwer-
degegners, dass sich der Beschwerdeführer durch eine Verwarnung nicht hätte beeindrucken 
lassen, sei hypothetisch. Es sei gerichtsnotorisch, dass bei vielen Straftätern der neurechtliche 
Landesverweis weitaus mehr gefürchtet werde als eine Freiheitsstrafe. Weiter sei zu beachten, 
dass der Beschwerdeführer seit längerem keine Beziehung zu seinem Heimatland mehr habe, 
weshalb für ihn eine Wegweisung einer völligen Entwurzelung gleichkommen würde. Es könne 
daher nicht davon ausgegangen werden, dass er sich durch eine Verwarnung nicht hätte be-
eindrucken lassen. 
 
5.6.2 Ist eine ausländerrechtliche Massnahme begründet, aber den Umständen nicht ange-
messen, so kann die betroffene Ausländerin oder der betroffene Ausländer unter Androhung 
der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AIG). Die Verwarnung ist Ausfluss des Ver-
hältnismässigkeitsprinzips und soll den Betroffenen auf sein problematisches Verhalten zu ei-
nem Zeitpunkt hinweisen, in welchem sich die Anordnung der angedrohten Massnahme gerade 
noch nicht rechtfertigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_114/2012 vom 26. März 2013 E. 1.1 
und 2A.737/2004 vom 30. März 2005 E. 2, in: Pra 95 [2006] Nr. 26 S. 184). 
 
5.6.3 Der Vorinstanz kann dahingehend gefolgt werden, dass das erste überjährige Strafur-
teil vom 19. November 2012 beim Beschwerdeführer nicht zu einer Verbesserung seines Ver-
haltens führte und ihn nicht von weiterer Delinquenz abhielt. Es muss offenbleiben, ob sich der 
Beschwerdeführer durch eine ausländerrechtliche Verwarnung im Nachgang an diese Verurtei-
lung von weiteren Straftaten hätte abhalten lassen. Letzteres ist jedenfalls nicht auszuschlies-
sen und es erschliesst sich nicht, weshalb das AfM im vorliegenden Fall nach dem ersten über-
jährigen Strafurteil von einer Verwarnung abgesehen hat. Mit Blick auf die im Spiel stehenden 
privaten Interessen des Beschwerdeführers und unter Berücksichtigung des Umstands, dass 
der Beschwerdeführer bis anhin noch nie ausländerrechtlich verwarnt wurde, erweist sich der 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz im vorliegenden 
Fall als unverhältnismässig.  
 
5.7 Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er trotz seiner langen Anwesenheit 
mit dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung rechnen muss, sollte er 
erneut in relevanter Weise straffällig werden. Entsprechend ist der Beschwerdeführer gestützt 
auf Art. 96 Abs. 2 AIG zu verwarnen, was zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde führt. 
 

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6.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 
Abs. 1 VPO ist das verwaltungsrechtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die 
Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der 
Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 2 VPO). Die 
Verfahrenskosten belaufen sich auf Fr. 1'800.--. Da der Beschwerdeführer im vorliegenden Ver-
fahren zu verwarnen ist, obsiegt er nur teilweise. Demzufolge ist ihm ein Fünftel (Fr. 360.--) der 
Verfahrenskosten aufzuerlegen. Dem weitgehend unterliegenden Regierungsrat sind vier Fünf-
tel (Fr. 1'440.--) der Verfahrenskosten aufzuerlegen.  
 
6.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens 
ist dem Beschwerdeführer eine teilweise Parteientschädigung zulasten des Beschwerdegeg-
ners zuzusprechen. In seiner Honorarnote vom 28. Mai 2020 macht der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers für den Zeitraum vom 13. Januar 2020 bis zum 28. Mai 2020 einen Auf-
wand von 11 Stunden à Fr. 200.-- sowie Auslagen für Porti und Kopien in der Höhe von 
Fr. 53.90 geltend. Die Honorarnote des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ist nicht zu 
beanstanden. Für die heutige Parteiverhandlung erscheint ein Aufwand von insgesamt 4.00 
Stunden à Fr. 200.-- als angemessen. Ausgehend von einem Aufwand von insgesamt 15.00 
Stunden à Fr. 200.-- und nach einem Abzug von einem Fünftel aufgrund des teilweisen Unter-
liegens des Beschwerdeführers hat der Beschwerdegegner diesem eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 2'631.25 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) zu bezahlen. 
 
6.3 Was die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbelangt, so ist die Angelegenheit 
zu deren Neuverlegung an den Regierungsrat zurückzuweisen.   

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regie-

rungsrats vom 7. Januar 2020 betreffend Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung aufgehoben. 

   
 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen ausländerrechtlich 

verwarnt.  
   
 3. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat zurückgewiesen. 
   
 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden im Umfang 

von Fr. 1'440.-- dem Regierungsrat und im Umfang von Fr. 360.-- dem 
Beschwerdeführer auferlegt. Die dem Beschwerdeführer auferlegten 
Verfahrenskosten werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 
Der zu viel gezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'040.-- wird 
dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

   
 5. Der Regierungsrat hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

in der Höhe von Fr. 2'631.25 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu be-
zahlen. 

 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V.