# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6fa136ba-f134-5785-9683-b0d95e3a053f
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-08
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 08.02.2023 P3 22 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P3-22-78_2023-02-08.pdf

## Full Text

P3 22 78 

 

 

VERFÜGUNG VOM 8. FEBRUAR 2023 

 

Kantonsgericht Wallis 

Strafkammer 

 

Thomas Brunner, Richter; Petra Stoffel, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Privatkläger und Beschwerdeführer 

gegen 

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, 3900 Brig-Glis, 

Vorinstanz, vertreten durch Staatsanwältin Eliane von Allmen 

und 

Y _________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt  

Ivo Walter, 3900 Brig-Glis 

 

(Nichtanhandnahme) 

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung vom 18. März 2020 (SAO 20 

2022) der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis 

  

- 2 - 

Verfahren  

 

A.  X _________ stürzte am 14. Juli 2020 auf dem Abstieg vom Matterhorn (Hörnligrat) 

unter der Führung von Bergführer Y _________ anlässlich eines Seilmanövers mehrere 

Meter in die Tiefe und zog sich dabei diverse Verletzungen zu. Am 9. Oktober 2020  

erstattete er gegen den Bergführer eine Strafanzeige. 

B.  Die Staatsanwaltschaft erliess am 18. März 2022 folgende Nichtanhandnahmeverfü-

gung (Datum der Postaufgabe 22. März 2022): 

1. Auf die Strafsache (Strafanzeige, Strafklage) wird nicht eingetreten (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). 

2. Zivilforderungen werden auf den Zivilweg verwiesen (Art. 310 i.V.m. 320 Abs. 3 StPO). 

3. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton Wallis. 

4. Der Staat Wallis bezahlt Y _________ eine Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene 

Ausübung seiner Verfahrensrechte von CHF 1'351.20 (Art. 310 i.V.m. 429 Abs. 1 lit. a StPO). 

C.  Dagegen reichte X _________ (Beschwerdeführer) am 31. Mai 2022 beim Kantons-

gericht Wallis eine Beschwerde ein und beantragte, die Nichtanhandnahmeverfügung 

sei aufzuheben und das Verfahren gegen den Beschuldigten fortzuführen. 

D.  Die Staatsanwaltschaft hinterlegte am 14. April 2022 die Akten, verzichtete mit  

Verweis auf die angefochtene Verfügung auf eine Stellungnahme und beantragte die 

kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdegegner hinterlegte am  

25. April 2022 eine begründete Stellungnahme, worin er die kosten- und entschädi-

gungspflichtige Beschwerdeabweisung verlangte, soweit darauf überhaupt einzutreten 

sei. Hierauf replizierte der Beschwerdeführer am 8. Mai 2022. 

 

Erwägungen 

1.   

1.1  Die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft kann innert zehn Tagen 

(Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO, Art.°393 Abs. 1 lit. a StPO) mittels schriftli-

cher und begründeter Beschwerde (Art. 393 ff. StPO) bei einem Richter des Kantonsge-

richts (Art. 14 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 13 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweize-

rischen Strafprozessordnung vom 11. Februar 2009 [EGStPO]) angefochten werden, 

weshalb das angerufene Gericht zur Behandlung der Beschwerde zuständig ist. 

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Die strittige Verfügung wurde am 22. März 2022 versandt und ging am 23. März 2022 

beim Beschwerdeführer ein. Folglich begann die Frist am 24. März 2022 zu laufen, um 

am Montag, 4. April 2022 zu enden (Art. 384 lit. b StPO i.V.m. Art. 90 Abs. 1 und 2 StPO). 

In casu erfolgte die Beschwerde unter Berücksichtigung des Fristenlaufs am Wochen-

ende innert offener Rechtsmittelfrist.  

1.2  Zur Beschwerde ist jede Partei legitimiert, die ein rechtlich geschütztes Interesse an 

der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Als  

Parteien gelten die beschuldigte Person, die Privatklägerschaft und im Haupt- und 

Rechtsmittelverfahren die Staatsanwaltschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO). Privatkläger kön-

nen Nichtanhandnahmen und Einstellungen mit Beschwerde anfechten, soweit sie Ge-

schädigte sind, d.h. als Person zu qualifizieren sind, deren Rechte durch die Straftat 

direkt verletzt worden sind (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 115 Abs. 1 und Art. 118 f. StPO; 

Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 ff. StPO; BGE 141 IV 231 E. 2.5, 141 

IV 380 E. 2.3.1, je mit Hinweisen). Durch eine Straftat unmittelbar verletzt und damit 

Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO ist nach ständiger Rechtsprechung, 

wer Träger des durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschütz-

ten Rechtsguts ist (BGE 141 IV 454 E. 2.3.1, 141 IV 380 E. 2.3.1, 140 IV 155 E. 3.2; 

Bundesgerichtsurteil 6B_1337/2016 vom 2. Juni 2017 E. 2.1.3). Der Beschwerdeführer 

stellte Strafantrag wegen fahrlässiger Körperverletzung und konstituierte sich als Privat-

kläger. Vorliegend ist der als Träger des geschützten Rechtsguts unmittelbar Geschä-

digte durch die Nichtanhandnahmeverfügung in seinen rechtlich geschützten Interessen 

tangiert und mithin zur Beschwerde legitimiert. 

1.3  Gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich 

eröffnete Entscheide begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Die beschwer-

deführende Partei hat gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO genau anzugeben, welche Punkte 

des Entscheids sie anficht (lit. a), welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen 

(lit. b) und welche Beweismittel sie anruft (lit. c). Die Begründung hat den Anfechtungs-

grund anzugeben, d.h. die tatsächlichen und/oder rechtlichen Gründe, die einen anderen 

Entscheid nahelegen (Bundesgerichtsurteile 6B_49/2016 vom 3. Juni 2016 E. 2.3.2, 

6B_613/2015 vom 26. November 2015 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdebegrün-

dung hat sich mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinanderzusetzen 

(Bundesgerichtsurteil 6B_721/2018 vom 19. November 2018 E. 2.1). Enthält der ange-

fochtene Entscheid mehrere selbstständige Begründungen, muss sich die Beschwerde 

grundsätzlich mit allen auseinandersetzen, andernfalls ein Nichteintretensentscheid er-

gehen kann (vgl. Bundesgerichtsurteile 6B_1162/2016 vom 27. April 2017 E. 2.3, 

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6B_613/2015 vom 26. November 2015 E. 3.3.1). Eine Nachfrist im Sinne von Art. 385 

Abs. 2 StPO zur Verbesserung der Eingabe ist in solchen Fällen nicht erforderlich, ins-

besondere dann nicht, wenn die Parteien anwaltlich vertreten sind und es sich nicht um 

ein Versehen oder unverschuldetes Hindernis handelt (vgl. Bundesgerichtsurteile 

6B_339/2018 vom 21. August 2018 E. 2.3.2). 

Vorliegend hat sich die Staatsanwaltschaft eingehend mit den Vorwürfen des Straf- bzw. 

Privatklägers auseinandergesetzt und dargelegt, weshalb aus ihrer Sicht keine Straftat-

bestände erfüllt worden sind. In seiner Beschwerde verweist der Beschwerdeführer auf 

die Nichtanhandnahmeverfügung und stellt den Antrag, diese sei aufzuheben, womit er 

ausdrückt, dass er sämtliche Dispositive anficht. Er rügt weiter die angefochtene Verfü-

gung sachverhaltsrechtlich punktuell. Mithin erfüllt die Beschwerde zumindest in gewis-

sen Teilen (zum Beispiel willkürliche Sachverhaltsfeststellung) das Begründungserfor-

dernis, weshalb darauf einzutreten ist. 

1.4  Bei der Beschwerde gemäss Art. 393 StPO handelt es sich um ein umfassendes 

ordentliches Rechtsmittel. Der Beschwerdeinstanz kommt gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO 

volle Kognition zu (Guidon, Basler Kommentar, 2. A., 2014, N. 15 zu Art. 393 StPO), sie 

prüft jedoch einzig die in der Beschwerde vorgebrachten Rügen (Calame, in: Kuhn/Jean-

neret [Hrsg.], Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, Basel 2011, N. 

5, 6 und 20 zu Art. 385 StPO). Beweismassnahmen erhebt die Beschwerdeinstanz pra-

xisgemäss nicht selbst, sondern weist das Verfahren an die Staatsanwaltschaft zurück, 

da in solchen Fällen der Sachverhalt regelmässig noch nicht vollständig ermittelt ist 

(Bundesgerichtsurteil 6B_617/2016 vom 2. Dezember 2016 E. 3.3.2). 

2.   

2.1  Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme 

der Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, 

dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht 

erfüllt sind (lit. a), wenn Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b) oder aus den in Art. 8 

StPO genannten Gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist (lit. c). Ein Strafver-

fahren kann mithin in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen gemäss Art. 310 

Abs. 1 StPO durch Nichtanhandnahme erledigt werden. Dies ist der Fall bei offensichtli-

cher Straflosigkeit, wenn der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen Straftatbestand 

fällt, oder bei eindeutig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Ein Straftatbestand gilt nur 

dann als eindeutig nicht erfüllt, wenn kein zureichender Verdacht auf eine strafbare 

Handlung besteht oder der zu Beginn der Strafverfolgung gegebene Anfangsverdacht 

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sich vollständig entkräftet hat. Die zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen 

tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter Na-

tur sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der Anfangsverdacht muss 

auf einer plausiblen Tatsachengrundlage beruhen, aus welcher sich die konkrete Mög-

lichkeit der Begehung einer Straftat ergibt (BGE 141 IV 87 E. 1.3.1; Bundesgerichtsur-

teile 6B_833/2019 vom 10. September 2019 E. 2.4.2, 6B_798/2019 vom 27. August 

2019 E. 3.2). Die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz verfügen bei der Beur-

teilung über die Nichtanhandnahme über einen gewissen Spielraum, den das Bundes-

gericht nur mit Zurückhaltung überprüft (vgl. BGE 143 IV 241 E. 2.3.2, 138 IV 86 E. 4.1; 

Bundesgerichtsurteil 6B_1053/2015 vom 25. November 2016 E. 4.2.1). 

2.2  Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber und ist es nicht möglich, die ein-

zelnen Aussagen als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu bewerten, so ist nach dem 

Grundsatz «in dubio pro duriore» in der Regel Anklage zu erheben (BGE 143 IV 241 

E. 2.2.2; Bundesgerichtsurteil 6B_ 732/2018 vom 18. September 2018 E. 3.1.2). Dies 

gilt insbesondere, wenn typische «Vier-Augen-Delikte» zu beurteilen sind, bei denen oft-

mals keine objektiven Beweise vorliegen. Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet 

werden, wenn der Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbarte und 

seine Aussagen daher wenig glaubhaft sind oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug 

der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich er-

scheint (BGE 143 IV 241 E. 2.2.2 mit Hinweisen; Bundesgerichtsurteile 6B_732/2018 

vom 18. September 2018 E. 3.1.2, 6B_179/2018 vom 27. Juli 2018 E. 3.1, 6B_865/2017 

vom 25. Juli 2018 E. 3.1, 6B_874/2017 vom 18. April 2018 E. 4.1, 5.1 und 5.3). Der 

Grundsatz «in dubio pro duriore» gelangt erst dann zur Anwendung, wenn gestützt auf 

die Aktenlage zweifelhaft ist, ob ein hinreichender Tatverdacht erhärtet ist, der eine An-

klage rechtfertigt bzw. eine Verurteilung wahrscheinlich macht (Bundesgerichtsurteil 

6B_585/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 3.1, 6B_698/2016 vom 10. April 2017 E. 2.4.2). 

2.3  Für die Eröffnung einer Untersuchung ist weder ein dringender Tatverdacht noch 

die hohe Wahrscheinlichkeit einer Bestrafung erforderlich. Ist jedoch bloss eine unbe-

stimmte Möglichkeit für ein strafbares Verhalten gegeben und liegen keine konkreten 

Anhaltspunkte dafür vor, sind die Voraussetzung einer Eröffnung nicht erfüllt. Keine Er-

öffnung einer Untersuchung soll sodann erfolgen, wo diese einer "fishing expedition" 

(Beweisausforschung) ähneln würde, also einer planlosen Beweisaufnahme (BGE 142 

II 161 S. 167). Darüber hinaus ist es Aufgabe des Strafanzeigers, von Anfang an mög-

lichst genaue und konkrete Angaben zu den angeblich unter die Strafbestimmungen fal-

lenden Handlungen zu machen und die Fakten mitzuteilen, aus denen sich ergeben soll, 

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dass ein für die Eröffnung eines Strafverfahrens ausreichender Anfangsverdacht be-

steht. Dazu ist erforderlich, dass der Sachverhalt, der verfolgt werden soll, zweifelsfrei 

umschrieben wird (Bundesgerichtsurteil 6B_267/2008 Urteil vom 9. Juli 2008 E. 3.3) 

3. 

3.1  Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung der Nichtanhandnahmeverfügung im 

Wesentlichen aus, der Bergführer habe vor der Lösung der Seilsicherung den erforder-

lichen Prüfmechanismus durchgeführt und das gewählte Vorgehen habe den gängigen 

Standards entsprochen, weshalb eine strafrechtlich relevante Sorgfaltspflichtverletzung 

verneint werden könne. Selbst wenn allfällige «Kommunikationsprobleme» der Verant-

wortung des Bergführers zugerechnet würden, wäre es für den Beschuldigten nicht vo-

raussehbar gewesen, dass der erfahrene Gast, ohne nachzufragen oder zu prüfen, ob 

die Seilspannung noch vorhanden ist, sich rückwärts ins Seil fallen lassen könnte. Folg-

lich sei der Straftatbestand der fahrlässigen einfachen Körperverletzung eindeutig nicht 

erfüllt und der Angelegenheit sei keine weitere Folge zu geben. 

3.2  Demgegenüber legt der Beschwerdeführer zunächst dar, die Nichtanhandnahme-

verfügung sei parteiisch und nicht objektiv. Die Angaben der beschuldigten Person seien 

ohne Hinterfragen und Überprüfung übernommen worden. Das Ermittlungsverfahren sei 

verzögert und die Akteneinsicht vor der 1. Einvernahme des Beschuldigten erfolgt. In 

materieller Hinsicht bringt er zusammengefasst vor, es sei nicht nachvollziehbar, dass 

angesichts der widersprüchlichen und falschen Aussagen des Beschuldigten eine Sorg-

faltspflicht verneint worden sei. Schliesslich sei er von der Staatsanwaltschaft nicht ein-

vernommen worden. 

3.3  Der Beschwerdeführer erhebt eine Reihe formeller Rügen. Diese sind vorweg zu 

prüfen. 

3.3.1  Insofern dieser vorbringt, die Nichtanhandnahmeverfügung sei parteiisch und nicht 

objektiv, kann ihm darin nicht gefolgt werden. Die Staatsanwaltschaft hat sich keines-

wegs damit begnügt, die Angaben des Beschuldigten oder den Verzeigungsbericht zu 

übernehmen. Entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers bezog die Staatsan-

waltschaft auch die Einvernahme des Beschwerdeführers in ihre Beurteilung mit ein und 

würdigte diese angemessen. Die zuständige Staatsanwältin nahm die angezeigten Vor-

würfe ernst respektive ignorierte diese nicht. Sie legte auch begründend dar, weshalb 

allfällige Kommunikationsprobleme zu keiner anderen Annahme führen würden. Der Be-

schwerdeführer nennt sodann keine spezifischen Ausstandsgründe gemäss Art. 56 

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StPO. Nach objektiver Betrachtungsweise lassen sich auch keine krassen oder unge-

wöhnlichen Äusserungen feststellen, welche bei gesamthafter Würdigung eine Verlet-

zung der Amtspflichten darstellen und sich einseitig zulasten einer der Prozessparteien 

auswirken würden. Schliesslich reichen subjektive Empfindungen des Beschwerdefüh-

rers nicht aus (BGE 144 I 159 E. 4.3, 140 I 326 E. 5.1; Bundesgerichtsurteil 1B_97/2017 

vom 7. Juni 2017 E. 2). Mithin erweist sich dieser Einwand als unbegründet. 

3.3.2  Unbehelflich ist auch der Einwand hinsichtlich der zeitlichen Dauer des Ermitt-

lungsverfahrens und damit sinngemäss die Geltendmachung einer Rechtsverzögerung. 

Diesbezüglich hätte es dem Beschwerdeführer frei gestanden, primär die zur Verfügung 

stehenden Rechtsmittel gegen beanstandete Verfahrenshandlungen unverzüglich aus-

zuschöpfen (Art. 393 Abs. 2 lit. a StGB). Zwar sind Beschwerden wegen Rechtsverwei-

gerung und Rechtsverzögerung an keine Frist gebunden, jedoch erweist sie sich in casu 

als nicht mehr angezeigt, da der Behörde eine Frist im Sinne von Art. 397 Abs. 4 StPO 

nicht mehr angesetzt werden kann. Im Übrigen ist nicht erkennbar, inwiefern diesbezüg-

lich dem Beschwerdeführer ein Nachteil erwachsen sein sollte. Jedenfalls erweisen sich 

die geltend gemachten Einwände, wie «möglicherweise Beweismittel nicht mehr vorhan-

den/involvierte Personen nicht mehr befragt werden», als unbegründet, zumal hinsicht-

lich der Unfallfolgen Bildmaterial und ein Arztbericht in die Akten aufgenommen wurden 

(act. 21 ff und 118) und es keine Zeugen zum Unfallhergang gab (vgl. dazu act. 33 ff.). 

3.3.3  Hinsichtlich der Darlegungen zum Akteneinsichtsrecht sei festgehalten, dass in 

Lehre und Rechtsprechung Einigkeit besteht, dass es sich bei Art. 101 Abs. 1 StPO um 

eine Minimalvorschrift handelt, welche es nicht ausschliesst, den Parteien bereits vor der 

ersten Einvernahme sowie der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise Akteneinsicht 

zu gewähren. Der Entscheid liegt im pflichtgemässen, d.h. verfassungs- und gesetzes-

konform auszuübenden Ermessen der Verfahrensleitung. Der Zweck von Art. 101 Abs. 

1 StPO ist darin zu sehen, den Parteien möglichst frühzeitig Akteneinsicht zu gewähren, 

um zugleich die Strafverfolgungsinteressen genügend zu schützen und die Wahrheits-

erforschung nicht zu gefährden. Einer beschuldigten Person ist grundsätzlich möglichst 

frühzeitig Akteneinsicht zu gewähren, weil die Akteneinsicht ihr erst ermöglicht, ihren 

eigenen Standpunkt effektiv ins Verfahren einzubringen und den gegen ihre Person er-

hobenen Vorwürfen sachgerecht zu begegnen, womit Akteneinsicht eine Grundlage für 

eine sachgerechte Verteidigung bildet (vgl. dazu Boll Damian, «Verteidigung der ersten 

Stunde» gemäss schweizerischer StPO, ZStV - Zürcher Studien zum Verfahrensrecht, 

2020, Teil 3, Ausgestaltung des Verteidigerbeistandsrechts bei der ersten Einvernahme 

/ Kapitel 8, S. 189 f.). 

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3.3.4  Wenn schliesslich der Beschwerdeführer vorbringt, er sei von der Staatsanwalt-

schaft nie einvernommen worden, so verkennt er, dass es in deren Ermessen liegt, die 

massgebenden Beweise zu erheben. Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden 

Abklärungen den Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein 

bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könn-

ten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, 

ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 

145 I 167 E. 4.1, 144 II 427 E. 3.1.3). Im Übrigen erhob der Privatkläger am 15. Oktober 

2020 bei der Stadtpolizei A _________ Strafanzeige und Strafantrag gegen den Be-

schwerdegegner (act. 31), wodurch er sich als Privatkläger konstituierte (Art. 118 Abs. 2 

StPO) und als Geschädigter zur Sache befragt wurde. Ihm kam mithin ein uneinge-

schränktes Aussagerecht zu, wovon er Gebrauch machte und bei der polizeilichen Be-

fragung Strafantrag gegen den Beschwerdegegner gestellt hatte bzw. zum Ausdruck 

brachte, dass er eine Strafuntersuchung gegen diesen herbeiführen wollte. Er wurde in 

dieser Einvernahme auch über seine Rechte als Opfer informiert (act. 34 F. 30). Nach 

dem Gesagten erweist sich somit auch dieser formelle Einwand in der Beschwerde als 

unerheblich. 

3.4  Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Verletzung von Art. 310 Abs. 1 lit. a. StPO 

und will die Eröffnung der Untersuchung.  

3.4.1  Gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB wird der fahrlässigen Körperverletzung bestraft, wer 

fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt. Fahrlässig 

begeht der Täter ein Verbrechen oder Vergehen, wenn die Tat darauf zurückzuführen 

ist, dass er die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht 

oder darauf nicht Rücksicht genommen hat (Art. 12 Abs. 3 Satz 1 StGB). Pflichtwidrig ist 

die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Um-

ständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 Satz 

2). Jedoch vermag nicht jeder an sich voraussehbare Schaden auch eine Sorgfaltswid-

rigkeit zu begründen. Die Rechtsordnung kann nicht den Zweck haben, jegliche Beein-

trächtigung von Rechtsgütern zu vermeiden. In gewissen Bereichen des Lebens ist eine 

mit dem menschlichen Verhalten verbundene Gefährdung schon aufgrund ihres Nutzens 

hinzunehmen (vgl. A. Donatsch, Sorgfaltsbemessung und Erfolg beim Fahrlässigkeits-

delikt, 1987, S. 158 ff.). Als Beispiele dafür werden die Teilnahme am Strassenverkehr 

oder die Ausübung von Sport genannt. Hier bewegen sich Personen in erster Linie auf 

eigene Verantwortung, weshalb der Sicherungspflichtige darauf vertrauten darf, dass 

diese Personen die gegebene Vernunft und Vorsicht auch walten lassen (vgl. G. Jenny, 

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Basler Kommentar zum StGB, 2003, N. 89 ff. zu aArt. 18; vgl. auch Entscheid der Be-

schwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden BK 06 30 vom 6. Juli 2006 E. 

3ba). 

Zweifellos trifft den Bergeführer gegenüber seinem Kunden eine Garantenpflicht aus 

Vertrag, weil hier die Abwehr von Gefahren einen wesentlichen Bestandteil des Vertra-

ges bildet (Bundesgerichtsurteil 6S.550/2000 vom 27. September 2000 E. 3c). Der 

Kunde setzt sein Vertrauen in den Tourenleiter, dass dieser ihn wieder heil und gesund 

ins Tal zurückbringt. Der Bergführer hat dazu alle Vorkehren, die die Vorbereitung und 

Durchführung umfassen und sich auf die Abwehr von alpinen Gefahren beziehen, zu 

treffen. Jede Tour birgt jedoch Risiken, denen sich der Teilnehmer in eigener Verantwor-

tung stellen muss. Ein Sturz eines Teilnehmers aus Unachtsamkeit steht ausserhalb jeg-

licher Verantwortlichkeit des Tourenleiters. Nicht mehr in den Eigenverantwortlichkeits-

bereich fallen hingegen Gefahren, die der Teilnehmer auch bei gehöriger Aufmerksam-

keit entweder nicht bzw. nicht rechtzeitig zu erkennen vermag, oder aber aufgrund sei-

nes Wissens und Könnens nicht allein zu meistern vermag. Mithin hängt die Sicherungs-

pflicht des Bergführers auch von den spezifischen Fähigkeiten des Kunden ab (Ent-

scheid der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden BK 06 30 vom  

6. Juli 2006 E. 3bc).  

3.4.2  Tatbestandmässig ist aufgrund des aktenkundigen Berichts des Spital Wallis (act. 

20) und des hinterlegten Bildmaterials (act. 21 ff.) erstellt, dass sich der Beschwerdefüh-

rer infolge des Ereignisses vom 14. Juli 2020 eine Fraktur des Processus transversus 

LWK1 rechts nach Dig. 2 sowie multiple Kontusionen zugezogen hatte. Damit kann die 

Erfüllung des objektiven Tatbestandes der einfachen Körperverletzung bejaht werden. 

Die replizierend erhobenen Einwände des Beschwerdeführers vermögen daran nichts 

zu ändern, zumal eine Verstümmelung oder eine dauernde Arbeitsunfähigkeit nicht ein-

getreten ist. Demgegenüber ist fraglich und strittig, ob die Angelegenheit sowohl sach-

verhaltsmässig als auch rechtlich derart klar ist, dass sich eine Nichtanhandnahme recht-

fertigt. Dabei ist mit der Staatsanwaltschaft darin übereinzustimmen, dass eine vorsätz-

liche schädigende Handlung ausgeschlossen werden kann und die fahrlässige Körper-

verletzung zu prüfen ist, denn Hinweise dafür, dass der Beschuldigte die Verletzungen 

gewollt oder beabsichtigt hatte, liegen keine vor. Der Beschwerdeführer machte auch 

nie geltend, dass der Beschuldigte ihn bewusst oder eventualvorsätzlich zum Abstürzen 

habe bringen wollen. 

In Bezug auf den Unfallhergang haben die Ermittlungen, insbesondere die Befragungen 

der Parteien gezeigt, dass die Witterungs-/Sicht- und Kletterverhältnisse am 14. Juli 

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2020 gut bzw. perfekt waren (act. 27, act. 33 F 12 ff, act. 114 F 38 ff.). Die Parteien 

kannten sich von einer früheren Tour am Bietschhorn und die Tour aufs Matterhorn so-

wie der Abstieg verliefen bis zur Unfallstelle ohne Unstimmigkeiten (act. 32 F 8). Danach 

befragt, ob die vorgesehene Route eingehalten worden sei und ob an der Unfallpassage 

die üblichen Anweisungen zum Abseilen gegeben worden seien, bejahte dies der Be-

schwerdeführer (act. 32 F 7 und F 9). Im Übrigen ist unstrittig, dass dieser stets am Seil 

gesichert (act. 33 F 17) war und bis zur Unfallstelle bereits mehrfach komplikationslos 

abgeseilt worden war. Der Beschwerdeführer gab weiter zu Protokoll, dass er über die 

übliche Bergausrüstung für die Besteigung und Erfahrung verfügt habe, da er «bereits 

zahlreiche mittelschwierige Touren» gemacht hatte (act. 33 F19). In der Beschwerde-

schrift ergänzte er, seit 2008 ca. 15 Touren im ZS Bereich unternommen zu haben. Es 

sind schliesslich keine Hinweise auf Verhaltensweisen von X _________ bekannt und 

ersichtlich, aus denen der Beschuldigte hätte erkennen können und müssen, dass jener 

an der Unfallstelle das Abseilen nicht nach den Anweisungen des Beschuldigten hätte 

ausführen sollen.  

Der Beschwerdeführer schildert weiter zum Ablauf, dass sich der Bergführer oberhalb 

bei der Seilführung befunden habe (act. 33 F 10) und dieser ihn über Felsen abseilte 

(act. 31 F 4). Mithin war Sichtkontakt gewährleistet; auch herrschte beim Abseilen keine 

Eile (act. 33 F 11). Der Gast hielt sodann «auf einer kleineren Fläche». «Ich wartete 

dort» (act 33 F 4). Dieses Verhalten wiederum zeigt zweifelsfrei auf, dass - wie vom 

Beschuldigten dargelegt - dem Gast vor dem Abseilen die Anweisung gegeben worden 

war, an geeigneter Stelle «zu warten» und der Abgeseilte den Platz auch gefunden hatte, 

zumal er ja gewartet hatte. Dass es sich bei der benutzen Stelle nicht um einen geeig-

neten Ort zum Warten gehandelt haben sollte, erscheint ausgeschlossen, ansonsten der 

Beschwerdeführer ja dort nicht hätte warten können. Damit kann offenbleiben, ob unter 

den Parteien eine spezifische Stelle vereinbart worden war, wie dies der Beschwerde-

führer in seiner Beschwerdeschrift bestreitet. Im Übrigen hatte der Gast dort zweifelsfrei 

auch Platz gefunden, um sicher zu warten, ansonsten er dies kommuniziert oder geän-

dert hätte, womit die Einwände in der Beschwerde und Replik hinsichtlich der Siche-

rungsmöglichkeiten unbehelflich sind. Sodann ist erstellt, dass das Warten bzw. Verhar-

ren an der gewählten Stelle ungefährlich für den Kunden war, selbst wenn sein Seil nicht 

über einen Felsbrocken gelegt worden war. Damit geht auch einher, dass der Beschul-

digte das Seil nicht gelöst hatte, bis sein Gast an der vereinbarten Haltestelle gewesen 

war, ansonsten dieser ohne Sicherung schon beim Abseilen verunglückt wäre. Mithin 

hatte weiter der Bergführer das Warten seines Kunden realisiert bzw. zur Kenntnis ge-

nommen und mit dem Lösen des Seils erst dann begonnen, als er der Überzeugung war, 

- 11 - 

dass dieser Vorgang weder für ihn noch für den Kunden mit einer Absturzgefahr verbun-

den war. Nach dem Dargelegten ist nicht erkennbar, inwiefern die Seilführung durch den 

Bergführer nicht ordnungsgemäss durchgeführt worden wäre, wie dies in Frage 23 (act. 

34) vom Beschwerdeführer dargelegt wurde. Im Übrigen widerspricht dies seinen voran-

gehenden Angaben, wonach an der Unfallpassage die üblichen Anweisungen zum Ab-

seilen gegeben worden waren (act. 32 F. 9). Vielmehr ist davon auszugehen, dass der 

Bergführer die Vorsicht beachtet hat, zu der er nach den Umständen und nach seinen 

persönlichen Verhältnissen verpflichtet war. 

Zu guter Letzt erweist sich als klar, dass der Beschuldigte unter den gegebenen Um-

ständen dem Gast nicht zugerufen haben kann, er könne noch ein Stück weitergehen. 

Er hätte sich damit unweigerlich selber in Gefahr begeben abzustürzen, und zwar unab-

hängig in welchem zeitlichen Rahmen, zumal er im Begriff war, das Seil zu lösen.  

3.4.3  Angesichts des eingehaltenen Tempos, der Anweisungen, der Beobachtung des 

Gastes und dem tatsächlichen guten Verlauf des Abseilens bis zur Haltestelle konnte 

der Beschuldigte keine Gründe erkennen, dass er sein Vorgehen hätte ändern sollen. 

Vielmehr muss als erstellt gelten, dass der Beschuldigte seinen Pflichten beim Abseilen 

in allen Teilen nachgekommen ist. Etwas anders kann zumindest nicht nachgewiesen 

werden. Aus diesen Überlegungen folgt, dass der Beschuldigte mit dem von ihm gewähl-

ten Vorgehen keine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Den Sturz des Beschwerdeführers bzw. 

dessen Weiterabseilen konnte er unter diesen Umständen nicht voraussehen. Der Be-

schuldigte bewegte sich bei seinem Vorgehen vielmehr im Bereich des erlaubten Risi-

kos, zumal er während des Seilmanövers das lose Restseil fortlaufend in Schlaufen auf-

nahm und so selbst ein allfälliges Ausrutschen des Kunden hätte auffangen können. 

Dies führt dazu, dass dem Beschuldigten kein strafrechtlich relevanter Vorwurf zu ma-

chen ist. Damit erweist sich die Angelegenheit sowohl sachverhaltsmässig als auch 

rechtlich als derart klar, dass sich eine Nichtanhandnahme rechtfertigt.  

3.4.4  Daran vermögen auch die einzelnen Ausführungen des Beschwerdeführers in der 

Beschwerde und der Replik nichts zu ändern. So macht er nach 20 Monaten nach dem 

Ereignis erstmals geltend, dass er zurückgefragt habe «Abseilen?», nachdem ihm der 

Beschuldigte zugerufen haben soll, er könne noch ein Stück weiter gehen, bzw. dass 

dieser die Frage sogar mit «Ja» bestätigt haben soll. Von einem solchen weiterführenden 

Dialog war jedoch anlässlich seiner Befragung keine Rede, womit die Ergänzungen als 

blosse Schutzbehauptungen erscheinen. Im Übrigen kommt den „Aussagen der ersten 

Stunde“ im Allgemeinen grösseres Gewicht zu als späteren Darstellungen, die bewusst 

- 12 - 

oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder ande-

rer Art beeinflusst sein können (RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363 E. 3b/aa). Dies trifft auch 

auf die Schilderungen hinsichtlich des Rückwärtshängens ins Seil zu, wonach er im Rah-

men der polizeilichen Einvernahme dieses und anschliessend das Feststellen des nicht 

gespannten Seiles erwähnte, demgegenüber er in der Beschwerdeschrift vorbringt, dass 

er vorgängig beim Zurücktreten die Spannung des Seils «adäquat/wie in einer solchen 

Situation üblich» geprüft habe. Im Weiteren ist nicht ersichtlich, inwiefern die Distanz des 

Sturzes bzw. Abrollens für die Beurteilung der Pflichtwidrigkeit von Bedeutung sein 

sollte, weshalb auch diesbezügliche Einwände als unbehelflich erscheinen. Gleiches 

kann zur gewählten Vorgehensweise des Abseilens statt des Gehens/Führens am kur-

zen Seils gesagt werden, zumal der Beschwerdeführer selber darlegt (act. 34 F 23), dass 

es beim Abstieg grundsätzlich zwei Fortbewegungsmöglichkeiten gebe und das Absei-

len einer von diesen entsprach. Im Übrigen ist unstrittig, dass der Beschwerdeführer 

immer am Seil war. Wenn der Beschwerdeführer weiter vorbringt, die Staatsanwaltschaft 

sei in Willkür verfallen, wenn sie annehme, dass der Beschuldigte ihm nicht das Kom-

mando gegeben haben könne, er könne weitergehen und er sei derjenige, der das Zu-

rufen falsch verstanden habe bzw. ohne Prüfen der Seilspannung abgeseilt habe, kann 

ihm auch darin nicht gefolgt werden. Willkür in der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der 

angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in 

klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unbestrittenen Rechtsgrundsatz krass 

verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Dabei ge-

nügt es nicht, wenn der angefochtene Entscheid sich nur in der Begründung als unhalt-

bar erweist; eine Aufhebung rechtfertigt sich erst, wenn er auch im Ergebnis willkürlich 

ist. Dass die angefochtene Verfügung mit der Darstellung der beschwerdeführenden 

Partei nicht übereinstimmt oder eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint 

oder gar vorzuziehen wäre, genügt für die Begründung von Willkür nicht (vgl. BGE 141 

IV 305).  

Mithin hat die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfügung zutreffend ausgeführt, 

dass sich aus den vom Beschwerdeführer in seiner Anzeige zitierten Äusserungen keine 

Strafbarkeit des Beschuldigten ableiten lässt. Die Staatsanwaltschaft hat den rechtser-

heblichen Sachverhalt durchaus richtig verstanden. Sie hat ausserdem treffend ergänzt, 

dass selbst wenn allfällige Kommunikationsprobleme der Verantwortung des Bergfüh-

rers zugerechnet werden, aufgrund der fehlenden Voraussehbarkeit keine Sorgfalts-

pflichtverletzung hätte ableiten lassen. Was in der Beschwerdeschrift vorgebracht wird, 

ist nicht geeignet, die Nichtanhandnahmeverfügung als unrichtig oder rechtsfehlerhaft 

erscheinen zu lassen. Willkürliches Verhalten ist nicht erkennbar. Was schliesslich die 

- 13 - 

Einwände hinsichtlich des Verzeigungsberichts und der darin vorgebrachten Gescheh-

nisse nach dem Unglück betreffen, ist nicht zu erkennen, inwiefern diese in Bezug auf 

den Hergang und die Folgen des Ereignisses kausal sein sollten. 

3.5  Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die angefochtene Verfügung im 

Ergebnis weder unhaltbar noch offensichtlich unrichtig ist. Die Staatsanwaltschaft kam 

erst aufgrund einer Gesamtwürdigung aller Fakten und Argumente zum Schluss, es be-

stehe kein hinreichender Tatverdacht. Mithin wurde der Grundsatz in dubio pro duriore 

nicht verletzt. Mit den behaupteten Falschaussagen des Beschuldigten hat sich die 

Staatsanwaltschaft auseinandergesetzt und diese verworfen (S. 3 Ziffer 11), was schlüs-

sig erscheint. An einer plausiblen Tatsachengrundlage fehlt es, um den Anfangsverdacht 

zu begründen. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

4.  

4.1  Im Allgemeinen richtet sich die Verlegung der Kosten nach dem Grundsatz, wonach 

die Kosten zu tragen hat, wer sie verursacht (BGE 147 IV 47 E. 4.2.3; 138 IV 248 E. 

4.4.1). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschwerdeführer unterliegen 

mit seinen Anträgen, womit ihm bei diesem Verfahrensausgang die Kosten des Be-

schwerdeverfahrens aufzuerlegen sind. 

4.2  Gemäss Art. 13 Abs. 1 des Gesetzes betreffend den Tarif der Kosten und Entschä-

digungen vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar) wird 

die Gerichtsgebühr aufgrund des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der Art der 

Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation festgesetzt. Für das Be-

schwerdeverfahren vor einem Richter des Kantonsgerichts beträgt die Gebühr CHF 90 

bis CHF 2‘400 (Art. 22 lit. g GTar). Im konkreten Fall rechtfertigt es sich, die Gerichtsge-

bühr in Berücksichtigung der vorgenannten Kriterien – die Akten waren mittelmässig um-

fangreich und es war einzig die Frage der Nichtanhandnahme zu beurteilen – auf CHF 

1’000 festzusetzen (Art. 424 Abs. 2 StPO und Art. 11 GTar). Diese wird entsprechend 

dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem von ihm geleis-

teten Kostenvorschuss von CHF 1’000 verrechnet. 

4.3  Dem Beschwerdeführer ist aufgrund des Verfahrensausgangs keine Parteientschä-

digung zuzusprechen (Art. 433 Abs. 1 i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). Demgegenüber hat 

der obsiegende Beschwerdegegner bzw. Beschuldigte, welcher anwaltlich vertreten war, 

Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 429 Abs. 2 i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO). 

Die angefochtene Nichtanhandnaheverfügung bezieht sich auf ein Antragsdelikt (vgl. 

- 14 - 

Art. 125 Abs. 1 StGB). Entsprechend hat der aktiv am Verfahren teilnehmende Privat-

kläger dem obsiegenden Beschwerdegegner eine Parteientschädigung zu bezahlen 

(Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 Abs. 2 StPO; BGE 147 IV 47 E. 4.2.6; vgl. Bundesge-

richtsurteil 6B_848/2021 vom 6. September 2021 E. 4). 

Das Anwaltshonorar beträgt im Beschwerdeverfahren vor der Beschwerdeinstanz 

CHF  300 bis CHF 2'200 (Art. 36 GTar) und ist in Berücksichtigung der Natur und Be-

deutung des Falls, der Schwierigkeit, des Umfangs, der vom Anwalt nützlich aufgewand-

ten Zeit und der finanziellen Situation der Parteien festzusetzen (Art. 27 Abs. 1 GTar). 

Vorliegend hat die Verteidigung eine begründete Stellungnahme eingereicht, welche 

sich auf die wesentlichen Punkte beschränkte. Unter Berücksichtigung der erwähnten 

Kriterien rechtfertigt es sich, eine Parteientschädigung von CHF 1’500 (inkl. Auslagen 

und MwSt.) festzusetzen, die dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ist. 

 

Das Kantonsgericht erkennt 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1’000.00 werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in 

derselben Höhe verrechnet. 

3. Der Beschwerdeführer bezahlt dem Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfah-

ren eine Parteientschädigung von CHF 1’500. 

 

Sitten, 8. Februar 2023