# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c61d795-8a06-5308-9d3f-ccdace70ba12
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2009 D-4979/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4979-2009_2009-11-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4979/2009/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Hans Schürch (Vorsitz),
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi,
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z._______, geboren _______,
Eritrea,
vertreten durch lic. iur. Daniel Habte, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 7. Juli 2009 / _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4979/2009

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger mit letztem 
Wohnsitz  in  A._______  bei  B._______,  verliess  seinen  Heimatstaat 
eigenen  Angaben  zufolge  am 10. Oktober  2006  in  Richtung  Sudan, 
von wo aus  er  nach Libyen weiterzog. In  diesem Land  hielt  er  sich 
während  fast  eines  Jahres  auf. Am 6. März  2008  sei  er  von  Libyen 
nach Italien und von dort unter Umgehung der Grenzkontrollen am 12. 
März  2008  in  die  Schweiz  eingereist.  Gleichentags  stellte  er  im 
C._______ ein Asylgesuch, wurde dort am 26. März 2008 summarisch 
befragt,  und  am  10.  April  2008  hörte  ihn  das  BFM  direkt  an.  Mit 
Verfügung vom 14. April 2008 wurde er für die Dauer des Verfahrens 
dem Kanton D._______ zugewiesen. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen vor, er  sei  tigrinischer Ethnie und habe nach dem Tod 
seines Vaters im Jahr 2003 für seine Mutter und Geschwister sorgen 
müssen. Er habe deshalb die Schule nur noch halbtags besucht und 
im Übrigen bis im Oktober 2006 als Maurer auf dem Bau gearbeitet. Im 
Januar 2006 sei auch seine Mutter gestorben. Zudem sei er anfangs 
2006 der Pfingstgemeinde beigetreten. Am 3. März 2006 seien dienst-
pflichtige  Schüler  eingezogen  und  zum Waffenplatz  geführt  worden, 
worauf er die Flucht ergriffen und sich fortan versteckt habe. Bei der 
Verwaltung  habe  er  um  Dispens  ersucht,  um  weiterhin  für  seine 
Familie sorgen zu können. Sein Gesuch sei jedoch nicht beantwortet 
worden. Im August 2006 habe die Polizei bei der Pfingstgemeinde eine 
Razzia durchgeführt und etwa 25 Personen – darunter auch den Be-
schwerdeführer – festgenommen.  Da die Tante für ihn gebürgt habe, 
sei er nach zwei Monaten Haft unter der Auflage, nicht mehr bei dieser 
Gruppe mitzumachen,   freigekommen. Anfangs Oktober  2006 sei  er 
aus A._______ in der Absicht, das Land zu verlassen, weggegangen, 
weil er diesen Glauben nicht habe aufgeben und nicht in den Militär-
dienst habe einrücken wollen.

Im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschwerde-
führer einen Schülerausweis zu den Akten. Es sei in seinem Heimat-
land nicht obligatorisch, dass man eine Identitätskarte beantrage, wes-
halb er keine solche habe.  

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D-4979/2009

B.
Das BFM stellte mit  Verfügung vom 7. Juli  2009 – eröffnet am 9.Juli 
2009 – fest, die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers seien 
nicht  glaubhaft.  Demzufolge  verneinte  es  die  Flüchtlingseigenschaft, 
lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  verfügte  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz. Anstelle des Vollzugs der Wegweisung verfügte es eine vor-
läufige Aufnahme.

C.
Der  Beschwerdeführer  legte  gegen  diese  Verfügung  am  4. August 
2009  Beschwerde  beim Bundesverwaltungsgericht  ein. Dabei  wurde 
beantragt, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu 
gewähren. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unent-
geltlichen  Prozessführung  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses ersucht. 

Der  Beschwerde  lagen  eine  Bestätigung  der  Fürsorgeabhängigkeit 
vom 28. Juli 2009, die Kopie eines Urteils des Bundesverwaltungsge-
richts vom 22. Juli 2008 betreffend einer Drittperson sowie Kopien der 
angefochtenen  Verfügung,  der  Vollmachtserklärung  und  zwei  Fotos 
bei.

D.
Mit Verfügung vom 11. August 2009 wurde dem Beschwerdeführer mit-
geteilt,  dass  er  den  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  in  der 
Schweiz  abwarten  könne.  Der  Instruktionsrichter  verzichtete  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses und teilte dem Beschwerdeführer 
gleichzeitig mit, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden. 

E.
Mit Zwischenverfügung vom 27. August 2009 wurde der Beschwerde-
führer aufgefordert, dem Bundesverwaltungsgericht innert der ihm an-
gesetzten Frist ein rechtsgenügliches heimatliches Identitätspapier im 
Original nachzureichen, verbunden mit der Auflage, im Unterlassungs-
fall werde gestützt auf die Aktenlage entschieden.

F.
Mit  Eingabe  vom  25.  September  2009  beteuerte  der  Beschwerde-
führer,  er  sei  nur  im  Besitz  eines  Schülerausweises  gewesen.  Er 
machte geltend, in Eritrea könnten sich Kinder auch ohne heimatliche 
Identitätspapiere  bei  den  Schulbehörden  registrieren  lassen.  Die 

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Identitätskarte könne erst im Alter von 18 Jahren beantragt werden. Da 
dies lange dauern könne, sei es nicht erstaunlich, dass ein Zwanzig-
jähriger noch keine solche besitze. Zudem trage kein Mensch bei der 
Flucht aus Eritrea eine Identitätskarte mit sich, weil er sich damit ge-
fährden würde. Da sich der Beschwerdeführer in seinem Heimatland 
trotz  der  eingetretenen  Volljährigkeit  mit  seinem  Schülerausweise 
rechtsgenüglich habe ausweisen können, habe er keine Veranlassung 
gesehen, eine nationale Identitätskarte zu beantragen. 

G.
Mit Eingabe vom 21. Oktober 2009 reichte der Beschwerdeführer eine 
Bestätigung  der  Mitgliedschaft  bei  der  E._______  Kirche  von 
D._______ zu den Akten.

H.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2009 wies der zuständige In-
struktionsrichter  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  infolge  Aussichtslosigkeit  der  Beschwerdebegehren  ab 
und forderte  den Beschwerdeführer  auf,  innert  der  ihm angesetzten 
Frist  einen Kostenvorschuss zu bezahlen,  verbunden mit  der  Andro-
hung, im Unterlassungsfall  werde auf seine Beschwerde nicht einge-
treten. 

I.
Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 

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[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 6 
AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  und  Art.  50 und  52  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  

4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-

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macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

5.  

5.1 Das BFM begründete seinen abweisenden Entscheid damit, dass 
die Vorbringen des Beschwerdeführers der Glaubhaftigkeit nicht stand-
zuhalten vermöchten, weil seine Aussagen viele Ungereimtheiten ent-
hielten.  Beispielsweise  habe  er  einmal  ausgesagt,  er  hätte  nach 
F._______  einrücken  müssen,  während  er  ein  anderes  Mal  nach 
G._______ hätte in den Militärdienst gehen müssen. Zudem sei nicht 
einzusehen, weshalb die Sicherheitsbehörden den Beschwerdeführer 
nach seiner Festnahme im August 2006 wieder aus der Haft entlassen 
haben sollen,  obwohl  er  gemäss eigenen Aussagen bereits  im März 
2006  hätte  zwangsrekrutiert  werden  sollen.  Auch  sein  Verhalten, 
wonach  er  nach  dem  3.  März  2006  weiterhin  an  seinem  Wohnort 
geschlafen  habe  und  seiner  gewohnten  Arbeit  nachgegangen  sei, 
entspreche nicht  der  geltend gemachten Verfolgung. Ferner  habe er 
einmal  angegeben,  er  sei  im  Mai  2006  der  Pfingstgemeinde 
beigetreten, während dies gemäss der zweiten Version im Januar 2006 
gewesen  sei.  Schliesslich  seien  die  Aussagen  zur  Pfingstgemeinde 
äussert  vage  und  unzutreffend  ausgefallen.  Aufgrund  dieser 
Unglaubhaftigkeitselemente könne dem Beschwerdeführer die geltend 
gemachte  Inhaftierung  und  die  damit  verbundene  Flucht 
beziehungsweise  die  behauptete  illegale  Ausreise  nicht  geglaubt 
werden. 

5.2 Demgegenüber  argumentierte  der  Beschwerdeführer  in  der  Be-
schwerdeschrift,  die  Vorinstanz  habe  in  Verletzung  des  Unter-
suchungsgrundsatzes  keine  Abwägung  der  für  und  der  gegen  ihn 
sprechenden Sachverhaltselemente vorgenommen. Vielmehr habe sie 
nur  auf  unwesentliche Nebenpunkte  abgestellt.  Er  habe auf  die  ihm 
gestellten  Fragen  in  einer  Genauigkeit  und  Ausführlichkeit  geant-
wortet,  welche dem, was er erlebt habe, entspreche. Zudem sei das 
Wort „F._______“ im Lauf der Zeit im eritreischen Alltagsgebrauch zum 
Symbol für das Wort „Militärcamp“ beziehungsweise „Militärdienst“ ge-
worden, weshalb die Aussage des Beschwerdeführers, er hätte nach 

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F._______ gehen müssen, bedeute, dass er in den Militärdienst hätte 
einrücken müssen. Auch der von ihm angegebene Zeitpunkt der Re-
krutierung spreche für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Zudem sei 
der  Austausch  von  Informationen  unter  den  Behörden  in  Eritrea  – 
einem Drittweltland – nicht gewährleistet, weshalb es nachvollziehbar 
erscheine,  dass  die  Sicherheitsbehörden,  welche  ihn  wegen  seines 
Glaubens  inhaftiert  hätten,  über  die  Militärdienstverweigerung  nicht 
orientiert  gewesen seien. Der  Beschwerdeführer  sei  überdies  –  ent-
gegen der vorinstanzlichen Argumentation – nicht ohne Weiteres aus 
der  Haft  entlassen  worden,  sondern  vielmehr  erst  nachdem  seine 
Tante für ihn gebürgt gehabt habe. Da ausserdem eine bevorstehende 
Flucht  gut  vorbereitet  werden müsse,  habe er  sein Heimatland nicht 
sofort  nach  den  Vorfällen  verlassen  können,  weshalb  die  Argumen-
tation  der  Vorinstanz  auch  diesbezüglich  nicht  zu  überzeugen  ver-
möge.  Gemäss  der  von  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK)  entwickelten  Praxis  würden  Personen,  die  eine  begründete 
Furcht vor einer infolge Dienstverweigerung und Desertion drohenden 
Bestrafung in Eritrea hätten, als Flüchtlinge anerkannt. Im Fall des Be-
schwerdeführers  bestehe eine natürliche Vermutung,  dass  er  in  den 
Militärdienst hätte einrücken müssen und sich diesem entzogen habe. 
Es drohe ihm deshalb eine unverhältnismässige Strafe im Sinne der 
Rechtsprechung. Zudem sei  der  Beschwerdeführer  als  Erwachsener 
getauft  worden,  womit  –  entgegen  der  einseitigen  Einschätzung  der 
Vorinstanz  –  der  rechtsgenügliche  Nachweis  bezüglich  seiner  Zuge-
hörigkeit  zur  Pfingstgemeinde erbracht  sei. Auch aus diesem Grund 
sei er in Eritrea einer massiven Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Ausser-
dem drohe ihm mit dem illegalen Verlassen des Heimatlandes eine un-
verhältnismässig hohe Haftstrafe. Es entspreche der Praxis des BFM 
und des Bundesverwaltungsgerichts, dass eritreischen Asylbewerbern, 
welche ihr Heimatland im dienstpflichtigen Alter verlassen und im Aus-
land ein Asylgesuch eingereicht hätten, die Flüchtlingseigenschaft zu-
gesprochen  werde,  da  sie  bei  ihrer  Ankunft  festgenommen  und  in-
haftiert würden. Vorliegend seien keine sachlichen Gründe ersichtlich, 
den Beschwerdeführer rechtsungleich zu behandeln. 

5.3 Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2009 fest-
gehalten,  ist  die  Argumentation  der  Vorinstanz,  welche  von  der  Un-
glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers ausging, insge-
samt zu stützen, während die in der Beschwerdeschrift erhobenen Ein-
wände nicht zu überzeugen vermögen. Um unnötige Wiederholungen 
zu vermeiden, sei somit auf die zutreffenden Erwägungen in der ange-

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fochtenen  Verfügung  und  auf  die  Argumentation  in  der  erwähnten 
Zwischenverfügung verwiesen. Entgegen der  Behauptung in  der  Be-
schwerde hat das BFM seine Begründung zudem nicht auf nebensäch-
liche Argumente beschränkt,  wie sich aus den nachfolgenden Erwä-
gungen ergibt.

5.4 In Ergänzung dazu wird festgehalten, dass die vom Beschwerde-
führer  produzierten  Widersprüche klar  und  eindeutig  sind  und  somit 
keinen Raum für eventuelle Missverständnisse offen lassen.

5.4.1 Beispielsweise wurde er gefragt, wann er in die Pfingstgemeinde 
eingetreten  sei,  worauf  er  dieses  Ereignis  ein  Mal  auf  Mai  2006 
datierte  (Akte  A1/10  S. 5),  während  er  die  Zugehörigkeit  zu  dieser 
Gruppierung  später  von  sich  aus  auf  anfangs  2006  festlegte  (Akte 
A6/17 S. 5). 

5.4.2 Unmissverständlich  drückte  sich  der  Beschwerdeführer  auch 
bezüglich  des  Ortes,  an  welchem  er  hätte  zwangsrekrutiert  werden 
sollen,  aus. Während er  in  der  Erstbefragung  angab,  man habe  ihn 
zwangsweise zur Militärkaserne nach G._______ bringen wollen (Akte 
A1/10 S. 3), gab er in der Anhörung zu Protokoll, es sei ihm mitgeteilt 
worden, dass er nach F._______ hätte gehen müssen (Akte A6/17 S. 
5). Selbst die Annahme, dass – wie in der Beschwerde behauptet – 
das  Wort  „F._______“  als  Begriff  für  den  Militärdienst  verwendet 
würde,  vermag an  der  offensichtlichen  Widersprüchlichkeit  nichts  zu 
ändern. 

5.4.3 Weder der Beginn der Glaubenszugehörigkeit noch der Ort der 
Rekrutierung können vorliegend als Nebensächlichkeiten gelten. Viel-
mehr handelt es sich offensichtlich um Teile der zentralen Vorbringen. 

5.5 Dem Beschwerdeführer  kann indessen nicht  nur aufgrund offen-
sichtlicher Widersprüche nicht geglaubt werden, er hätte zwangsrekru-
tiert werden sollen und befürchte eine Verfolgung aus religiösen Grün-
den. Vielmehr sprechen noch andere Indizien dagegen.

5.5.1 So sagte er  aus,  er  habe in seinem Heimatland um Befreiung 
vom Militärdienst ersucht, aber noch keine Antwort erhalten. Unter die-
sen Umständen ist es nicht nachvollziehbar, dass er – bevor eine Ant-
wort der Behörden vorliegt – aus militärrechtlichen Gründen überhaupt 
gesucht sein soll. 

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5.5.2 Zudem wich  der  Beschwerdeführer  den  ihm gestellten  Fragen 
zum Beitritt zur Pfingstgemeinde und zu dessen Motivation sowie zur 
Ausübung seines neuen Glaubens – welche als zentrale Bestandteile 
des  Sachvortrages  zu  sehen  sind  –  mehrmals  aus. So  gab  er  bei-
spielsweise  auf  die  Frage,  ob  er  schon  vor  der  geltend  gemachten 
Festnahme im August 2006 Probleme wegen seines Glaubens gehabt 
habe, an, dies sei der Fall gewesen. Nach mehrmaligem Nachfragen 
meinte er dann, man habe sich im Haus der Glaubensbrüder getroffen 
und sei immer vorsichtig gewesen. Auch Probleme mit den Behörden 
aus diesem Grund bejahte er, ohne indessen anzugeben, um welche 
es sich konkret gehandelt habe (Akte A6/17 S. 6). Mit diesen auswei-
chenden  Antworten  vermag  der  Beschwerdeführer  indessen  keine 
konkreten und ihn persönlich betreffenden Probleme darzustellen, son-
dern greift vielmehr auf allgemein bekannte Zustände in seinem Hei-
matland zurück. Unter diesen Umständen kann seinen Aussagen be-
züglich  der  geltend gemachten Probleme wegen der  Glaubenszuge-
hörigkeit keine persönliche Betroffenheit entnommen werden. Auch die 
Frage, was ihn an seinem neuen Glauben überzeuge, vermochte der 
Beschwedeführer  nicht  detailliert  und  mit  Substanz  zu  beantworten. 
Seine ausweichende Antwort, er habe ihn angenommen, nachdem er 
verstanden gehabt habe, dass das, was die Bibel sage, und das, was 
er getan habe, nicht miteinander in Einklang zu bringen sei, ist derart 
vage,  unpersönlich  und  allgemein,  dass  sie  die  Motivation  zum 
Glaubensbeitritt  und  die  persönliche  Überzeugung  nicht  zu  erklären 
vermag  (Akte  A6/17  S. 7).  Auch  die  Besonderheiten  der  Pfingstge-
meinde konnte er nicht im Detail  darstellen. Vielmehr griff  er auf all-
gemein Bekanntes zurück (Akte A6/17 S. 8). Unter diesen Umständen 
vermag die geltend gemachte Glaubenszugehörigkeit in  keiner Weise 
zu überzeugen. 

5.6 Folglich kann dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden, dass 
er  in  seinem Heimatland hätte  zwangsrekrutiert  werden sollen,  des-
halb gesucht worden sei und dass er dort infolge religiöser Probleme 
Schwierigkeiten  mit  den Behörden gehabt  habe. An dieser  Einschä-
tzung vermögen weder die eingereichten Fotos noch die nachgereich-
te  Bestätigung  der  Mitgliedschaft  bei  der  Tinsae  Kirche  etwas  zu 
ändern. Insbesondere machte der Beschwerdeführer auch in der Be-
schwerdeschrift  vom 4. August  2009  nicht  geltend,  er  gehöre  dieser 
Kirche  seit  Mai  2008 an,  was das  Dokument  indessen  bestätigt.  Im 
Übrigen wird auf die in der Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2009 
festgehaltenen Erwägungen verwiesen.

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5.7 Als Folge der unglaubhaften Vorbringen kann auch die geltend ge-
machte illegale Ausreise aus Eritrea nicht geglaubt werden. Es kann 
dem  Beschwerdeführer  unter  den  gegebenen  Umständen  nicht  ge-
glaubt  werden,  er  sei  aus  den  von  ihm angegebenen  Gründen  aus 
seinem Heimatland geflohen. Vielmehr ist anzunehmen, dass er sein 
Heimatland aus andern Gründen verlassen hat. Infolgedessen ist  es 
auch unglaubhaft,  dass er ohne rechtsgenügliche heimatliche Identi-
tätspapiere aus seinem Heimatland gereist ist. Diese Schlussfolgerung 
wird  noch  dadurch  bestärkt,  dass  in  Eritrea  für  Personen  über 
18 Jahren  die  Pflicht  besteht,  sich  bei  den  häufigen  Kontrollen  mit 
einer  nationalen  Identitätskarte  auszuweisen,  weshalb  die  Angaben 
des bereits 20-jährigen Beschwerdeführers, der keinen Grund gehabt 
haben will, sich eine Identitätskarte ausstellen zu lassen, als realitäts-
fremd zu qualifizieren sind. Es ist  deshalb  davon auszugehen,  dass 
der  Beschwerdeführer  legal  und  mit  rechtsgenüglichen  Identitäts-
papieren,  die  er  den  schweizerischen  Asylbehörden  vorenthält,  aus 
seinem Heimatland ausgereist  ist. Auch im Hinblick darauf  erscheint 
die geltend gemachte Verfolgung unglaubhaft. 

5.8 Es ist  insgesamt  der  Schluss  zu  ziehen,  dass  der  Beschwerde-
führer – mangels Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Fluchtgründe 
– aus andern als den vorgebrachten Motiven in die Schweiz gereist ist 
und  über  heimatliche  Identitätspapiere  verfügt.  Unter  diesen  Um-
ständen vermag der Hinweis in der Beschwerdeschrift  auf die Praxis 
der  Asylbehörden,  eritreischen  Asylbewerbern  sei  bereits  aufgrund 
ihrer illegalen Ausreise die Flüchtlingseigenschaft (im Sinne eines sub-
jektiven Nachfluchtgrundes) zuzusprechen, zu keiner andern Einschä-
tzung zu führen. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

Seite 10

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7.
Die Vorinstanz hat  den Beschwerdeführer in  der angefochtenen Ver-
fügung vom 7. Juli  2009 infolge fehlender Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzuges vorläufig aufgenommen. Unter diesen Umständen er-
übrigen sich im heutigen Zeitpunkt Erwägungen zur Durchführbarkeit 
des Wegweisungsvollzuges. 

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG),  auf  insgesamt 
Fr. 600.--  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  am  30. Oktober 
2009 in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit  dem am 30. Oktober 2009 in gleicher Höhe einbe-
zahlten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- _______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

Seite 12