# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6107613-fdb1-5bfe-ba7a-1432af8baf18
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 23.10.2025 WPR.2025.102
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-102_2025-10-23.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.102 / Bu / sa 
ZEMIS [***]; N [***]  

 

 

Urteil vom 23. Oktober 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Angliker 

Rechtspraktikant Grunder 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau  

vertreten durch Beata Messmer, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau  

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Afghanistan,  

alias B._____, geb. tt.mm.jjjj, von Afghanistan,  

alias C._____, geb. tt.mm.jjjj, von Afghanistan,  

alias D._____, geb. tt.mm.jjjj, von Afghanistan,  

alias E._____, geb. tt.mm.jjjj, von Afghanistan,  

alias F._____, geb. tt.mm.jjjj, von Afghanistan  

z.Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich  

amtlich vertreten durch lic. iur. Donato Del Duca, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 6. September 2018 illegal in die Schweiz ein 

und stellte gleichentags ein Asylgesuch (Akten des Amts für Migration und 

Integration [MI-act.] 14, 2 ff.).  

 

Am 26. April 2019 verfügt das Amt für Migration und Integration Kanton 

Aargau (MIKA) die unbefristete Eingrenzung des Gesuchsgegners auf das 

Gebiet des Kantons Aargau sowie die Ausgrenzung aus den Gemeinden 

Frick und Aarau (MI-act. 62 ff.). 

 

Mit Urteil ST.2019.43 des Bezirksgerichts Zurzach vom 24. Oktober 2019 

wurde der Gesuchsgegner wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Haus-

friedensbruchs, Missachtung einer Ausgrenzung und Ungehorsams gegen 

amtliche Verfügungen zu sechs Monaten Freiheitsstrafe und einer Busse 

von Fr. 100.00 verurteilt. Überdies wurde er für acht Jahre des Landes 

verwiesen (MI-act. 101 ff.). 

 

Am 9. Dezember 2019 lehnte das Staatssekretariat für Migration (SEM) 

das Asylgesuch des Gesuchsgegners ab (MI-act. 111 ff.). Dieser Entscheid 

erwuchs am 13. Januar 2020 in Rechtskraft (MI-act. 120). Mit Verfügung 

vom 26. Februar 2020 lehnte der Rechtsdienst des MIKA das Gesuch des 

Gesuchsgegners vom 5. Februar 2020 um Aufschub des Vollzugs der 

Landesverweisung ab (MI-act. 142, 149 ff.). Gleichentags flüchtete der 

Gesuchsteller anlässlich eines Gesprächs bei der afghanischen Botschaft 

(MI-act. 154).  

 

Am 11. März 2020 wurde der Gesuchsgegner durch die afghanische Ver-

tretung in Genf als afghanischer Staatsangehöriger identifiziert (MI-

act. 165 ff.).  

 

Der zwischenzeitlich nach Deutschland ausgereiste Gesuchsgegner galt 

ab dem 26. Mai 2021 als unbekannten Aufenthalts (MI-act. 228, 239 ff.), 

reiste selbstständig wieder in die Schweiz ein und wurde am 10. Oktober 

2021 im Kanton Aargau polizeilich angehalten (MI-act. 254). Auch ab dem 

27. August 2024 sowie ab dem 1. Mai 2025 galt der Gesuchsgegner als 

unbekannten Aufenthalts (MI-act. 470, 516). 

 

Der Gesuchsgegner weigerte sich am 31. März 2020, 8. Juni 2022, 30. Juli 

2024 und 14. Februar 2025 anlässlich von Ausreisegesprächen beim MIKA 

die Schweiz zu verlassen (MI-act. 169 ff., 282 ff., 450 ff., 503 ff.) und wurde 

überdies mehrfach per Strafbefehl unter anderem wegen Missachtungen 

einer Aus- oder Eingrenzung, qualifizierter einfacher Körperverletzung, 

geringfügigen Diebstahl und Sachbeschädigung zu Bussen, Geldstrafen 

 - 3 - 

 

 

und unbedingten Freiheitsstrafen verurteilt (MI-act. 176 ff., 212 ff., 261 ff., 

328 ff., 365 ff., 376 ff., 384 ff., 394 ff., 461 ff., 467 ff., 508 ff.).  

 

Anlässlich einer Vorsprache beim MIKA wurde er am 15. Juli 2025 durch 

die Kantonspolizei Aargau verhaftet und zum Antritt einer zu vollziehenden 

Freiheitsstrafe ins Zentralgefängnis Lenzburg verbracht (MI-act. 529 ff., 

543). 

 

Am 20. August 2025 wurde der Gesuchsgegner anlässlich einer 

konsularischen Befragung erneut als afghanischer Staatsangehöriger 

identifiziert (MI-act. 573). Gleichentags wurde für ihn ein bis zum 

23. Oktober 2025 gültiges Ersatzreisedokument ausgestellt (MI-act. 587). 

 

Mit Amtsbericht vom 1. Oktober 2025 teilte das SEM mit, dass die 

Landesverweisung nach Afghanistan vollzogen werden könne und dem 

Vollzug keine völkerrechtlichen Verpflichtungen entgegenstehen würden 

(MI-act. 580 ff.). Am 14. Oktober 2025 meldete das MIKA den Gesuchs-

gegner für einen Flug von Zürich nach Kabul an (MI-act. 595 f.).  

 

Der Gesuchsgegner wird am 24. Oktober 2025 aus dem Strafvollzug 

entlassen (MI-act. 591). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

17. Oktober 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 624 ff.). Im Anschluss an die 

Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungs-

haft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft beginnt am 24. Oktober 2025, 12.00 Uhr. Sie wird in Anwendung 
von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 23. Januar 2026, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut vollzogen. Soweit für die Befragung 
oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die 
Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

 - 4 - 

 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 7, act. 42). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 7 f., 

act. 42 f.): 

 

1. 
Die mit Verfügung vom 17. Oktober 2025 angeordnete Ausschaffungshaft 
des Gesuchstellers sei nicht zu bestätigen. 
 
2. 
Es sei der Gesuchsteller anzuweisen, den Gesuchsgegner unverzüglich 
aus der Haft zu entlassen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und 

Angemessenheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft 

aufgrund einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden 

(Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- 

und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes 

zum Ausländerrecht vom 25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die 

Haftüberprüfungsfrist beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten 

Anhaltung der betroffenen Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. 

b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wird der Gesuchsgegner am 24. Oktober 2025, aus 

dem Strafvollzug entlassen und dem MIKA zugeführt. Die mündliche 

Verhandlung begann am 23. Oktober 2025, 9.05 Uhr; das Urteil wurde um 

9.35 Uhr eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung erfolgte somit vor 

Beginn der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landes-

verweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

 - 5 - 

 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugs-

verordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Das Bezirksgericht Zurzach verwies den Gesuchsgegner mit Urteil 

ST.2019.43 vom 24. Oktober 2019 für acht Jahre des Landes (MI-

act. 101 ff.). Das Urteil ist offenbar unangefochten in Rechtskraft er-

wachsen (vgl. MI-act. 131 f.). Damit liegt eine rechtsgenügliche Landes-

verweisung vor.  

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Es sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaffungsmöglichkeit 

in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen 

würden. Insbesondere stehen dem Vollzug der Wegweisung gemäss dem 

Amtsbericht des SEM keine völkerrechtlichen Verpflichtungen entgegen.  

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzes-

bestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person 

der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

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Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhalts-

punkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen 

und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kom-

mentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE SERT, in: 

Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Ausländer- und 

Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, N. 17 zu Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner äusserte sich mehrfach anlässlich von Ausreise-

gesprächen am 31. März 2020, 8. Juni 2022, 30. Juli 2024 und 14. Februar 

2025 gegenüber dem MIKA, dass er nicht freiwillig nach Afghanistan 

zurückkehren werde (MI-act. 170, 282, 451, 503). Auch anlässlich der Be-

fragung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 17. Oktober 2025 wie 

auch an der heutigen Verhandlung, erklärte sich der Gesuchsgegner nicht 

zur freiwilligen Rückreise in sein Heimatland bereit (MI-act. 625; Protokoll 

S. 5, act. 40). Mit seiner Weigerung setzte der Gesuchsgegner damit klare 

Anzeichen für eine Untertauchensgefahr, und es ist nicht davon auszu-

gehen, dass er nach einer Entlassung aus der Ausschaffungshaft die 

Schweiz freiwillig in Richtung Afghanistan verlassen würde. Damit ist der 

Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt ist. 

 

Hinzu kommt, dass der Gesuchsgegner ab dem 18. Oktober 2024 und ab 

dem 1. Juli 2025 als unbekannten Aufenthalts galt (MI-act. 470, 516). Er 

hielt sich den Behörden demnach bereits in der Vergangenheit mehrfach 

nicht zur Verfügung. Auch dieses Verhalten zeigt, dass er nicht bereit ist, 

behördlichen Anordnungen Folge zu leisten und in Bezug auf seine Aus-

reise zu kooperieren. 

 

3.2. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung weiter auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. b AIG, wonach eine Person zur Sicherstellung des 

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Wegweisungsvollzug in Haft genommen werden kann, wenn sie ein ihr 

nach Art. 74 AIG zugewiesenes Gebiet verlässt oder ein ihr verbotenes 

Gebiet betritt. 

 

Mit Verfügung vom 26. April 2019 ordnete das MIKA die Eingrenzung des 

Gesuchsgegners auf das Gebiet des Kantons Aargau sowie die 

Ausgrenzung aus den Gemeinden Frick und Aarau an (MI-act. 62 ff.). Der 

Gesuchsgegner wurde mehrfach mit Strafbefehlen rechtskräftig wegen 

Missachtung der gegen ihn verhängten Ein- und Ausgrenzung verurteilt 

(MI-act. 84 ff., 212 ff., 261 ff., 328 ff., 365 ff., 376 ff., 384 ff., 394 ff., 461 ff., 

467 ff., 508 ff.). Der Gesuchsgegner gab zwar anlässlich der heutigen 

Verhandlung an, er habe nur gegen die Ausgrenzung verstossen, da er ins 

Kantonsspital Aarau wollte. Nachdem er diesen Rechtfertigungsgrund 

gegenüber den Strafbehörden nicht vorgebracht hat (vgl. Protokoll S. 4, 

act. 39), ist auf die rechtskräftigen Strafbefehle abzustellen und 

festzuhalten, dass auch der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. 

Art. 75 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt ist. 

 

3.3. 

Weiter stützt das MIKA seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i. V. m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG, wonach eine Person in Haft genommen 

werden kann, wenn sie wegen eines Verbrechens verurteilt worden ist. 

Verbrechen sind gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB Taten, die mit einer 

Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind. Für den Haftgrund 

nach Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i. V. m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG ist 

erforderlich, dass eine rechtskräftige Verurteilung vorliegt (ZÜND, a. a. O., 

N. 12 zu Art. 75 AIG). 

 

Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei diesem 

Haftgrund keine Prognose darüber erforderlich, ob sich die ausländische 

Person dem Vollzug der Wegweisung tatsächlich entziehen wird. Vielmehr 

besteht aufgrund der schweren Straffälligkeit eine gesetzliche Vermutung, 

dass sich eine wegen eines Verbrechens verurteilte Person behördlichen 

Anordnungen widersetzen und versuchen wird, sich der Ausschaffung zu 

entziehen (Urteile des Bundesgerichts 2C_455/2009 vom 5. August 2009, 

Erw. 2.1 und 2C_312/2018 vom 11. Mai 2018, Erw. 3.2). 

 

Das Bezirksgericht Zurzach hat den Gesuchsgegner mit Urteil ST.2019.43 

vom 24. Oktober 2019 unter anderem wegen Diebstahls gemäss Art. 139 

Abs. 1 StGB rechtskräftig verurteilt (MI-act. 101 ff., 131). Da Diebstahl mit 

einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht ist, ist der Haftgrund 

gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG 

ebenfalls erfüllt. 

 

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3.4. 

Nach dem Gesagten steht fest, dass die Haftgründe nach Art. 76 Abs. 1 

lit. b Ziff. 3 und 4 AIG (Untertauchensgefahr), Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. b AIG (Verstoss gegen eine Gebietsbeschränkung) 

sowie Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG (Verurteilung 

wegen eines Verbrechens) erfüllt sind. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen ist keine Prüfung vorzunehmen, da sich der 

Gesuchsgegner zurzeit noch im Strafvollzug befindet (Protokoll S. 7, 

act. 42). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich 

der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche 

gegen eine Haftanordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht 

zwar geltend, er brauche aufgrund von Metall in seinem Finger eine 

Operation (Protokoll S. 5, act. 40). Gemäss den Ausführungen des MIKA 

ist die medizinische Versorgung in der Haft gewährleistet und sofern 

notwendig sei auch eine Operation möglich (Protokoll S. 6, act. 41). Indes 

finden sich in den Akten keine Hinweise auf eine bevorstehende Operation. 

Auch dem MIKA sind offenbar keine entsprechenden Pläne bekannt 

(Protokoll S. 5 f., act. 40 f.). Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, 

welche die angeordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

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III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden 

kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen 

Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage 

vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 17. Oktober 2025 per 24. Oktober 2025 angeordnete Ausschaf-

fungshaft wird bis zum 23. Januar 2026, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

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2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der Be-

fragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaf-

tierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 24. Oktober 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Donato Del Duca, Rechtsanwalt, 

Baden, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftent-

lassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 

[Bundesgerichtsgesetz; BGG; SR 173.110]). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 23. Oktober 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Busslinger Angliker