# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd8e9c72-ff70-571f-9d0a-e01640b2f3fc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.05.2025 F-2965/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2965-2025_2025-05-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2965/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton;   

Gerichtsschreiberin Selina Schmid. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Russland,   

vertreten durch MLaw Cyril Treichler, Rechtsschutz für  

Asylsuchende,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 9. April 2025 / N (…). 

 

 

 

F-2965/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 6. März 2025 in der Schweiz um Asyl. 

Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-

Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 6. November 2024 in Kroatien und 

am 5. Dezember 2024 in Österreich um Asyl ersucht hatte. 

B.  

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs im Rahmen des persönlichen 

Dublin-Gesprächs am 20. März 2025 ersuchte die Vorinstanz am 21. März 

2025 die kroatischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdefüh-

rers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rats vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (Dublin-III-VO). Die kroatischen Behörden hiessen das Ersu-

chen am 3. April 2025 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut.  

C.  

Mit Verfügung vom 9. April 2025 (eröffnet am 15. April 2025) trat die 

Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Überstellung nach Kroatien an und forderte ihn auf, die Schweiz am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen.  

D.  

Die Vorinstanz trat zeitgleich mit drei weiteren Verfügungen auf die Asyl-

gesuche der Eltern des Beschwerdeführers (B._______ und C._______) 

sowie der zwei minderjährigen Brüder (D._______ und E._______; 

allesamt N […]), der Grossmutter (F._______; N […]) sowie des 

volljährigen Bruders des Beschwerdeführers (G._______; N […]) nicht ein. 

E.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 24. April 2025 gelangte der Beschwerdefüh-

rer an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung der 

Vorinstanz sei aufzuheben und auf das Asylgesuch einzutreten (gemeint: 

die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten). Eventua-

liter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur voll-

ständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wir-

kung zu erteilen und die Vorinstanz und die Vollzugsbehörden seien im 

Rahmen von vorsorglichen Massnahmen unverzüglich anzuweisen, bis 

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zum Entscheid über das vorliegende Rechtsmittel von jeglichen Vollzugs-

handlungen abzusehen. Es sei das Beschwerdeverfahren mit den Be-

schwerdeverfahren der Grossmutter (N […]) sowie der Eltern und Ge-

schwister (N […] und N […]) koordiniert zu behandeln. Es sei ihm die un-

entgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses zu verzichten.  

F.  

Auch gegen die drei weiteren Verfügungen wurden Beschwerden vor Bun-

desverwaltungsgericht eingereicht (F-2960/2025 [B._______, C._______ 

D._______ und E._______]; F-2956/2025 [F._______]; F-2972/2025 

[G._______]). 

G.  

Am 25. April 2025 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG  

[SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind er-

füllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, 

Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet 

über die Beschwerde endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111  

Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit sum-

marischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

Sofern der Beschwerdeführer beantragt, sein Beschwerdeverfahren sei mit 

den Verfahren F-2956/2025, F-2960/2025 und F-2972/2025 koordiniert zu 

behandeln, ist dies abzulehnen. Eine koordinierte Behandlung der Verfah-

ren ist nicht angezeigt, da zwischen dem volljährigen Beschwerdeführer 

und seinen Eltern, seiner Grossmutter sowie seinen (volljährigen und min-

derjährigen) Geschwistern kein Abhängigkeitsverhältnis besteht – was 

denn vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet wird. Die Beziehung 

fällt damit nicht in den Schutzbereich des Rechts auf Achtung des 

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Seite 4 

Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK (vgl. auch Art. 16 Abs. 1 Dub-

lin-III-VO). Das vorliegende Urteil ergeht daher unabhängig von den weite-

ren Beschwerdeverfahren. 

3.  

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör (vgl. Art. 29 VwVG), da die Verfahren koordiniert zu behandeln seien 

und in den übrigen Verfahren sich die durch die Vorinstanz behauptete Zu-

stimmung des Wiederaufnahmegesuchs durch Kroatien nicht in den Akten 

befinde. Da das vorliegende Beschwerdeverfahren nicht koordiniert mit 

den übrigen Beschwerdeverfahren zu behandeln ist (vgl. E. 2) und sich in 

Bezug auf den Beschwerdeführer die Zustimmung Kroatiens vom 3. April 

2025 in den Akten befindet, liegt kein Mangel vor. Es kann offenbleiben, ob 

bei tatsächlichem Fehlen der Zustimmung des Wiederaufnahmegesuchs 

durch Kroatien eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegen würde. 

4.  

4.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 20 Abs. 5 Dub-

lin-III-VO grundsätzlich Kroatien für die Weiterführung des Verfahrens und 

gegebenenfalls für die Behandlung des Asylverfahrens des Beschwerde-

führers zuständig ist, dass das kroatische Asylsystem rechtsprechungsge-

mäss keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständig-

keit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, und 

dass vorliegend keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich 

sind, welche die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-

III-VO verpflichten würden. Dabei hat sie die Vorbringen des Beschwerde-

führers – wonach sich in Kroatien viele «H._______» befinden würden so-

wie Kroatien mit russischen Behörden zusammenarbeiten und Tschetsche-

nen an Russland überstellen würde – berücksichtigt und rechtsprechungs-

konform gewürdigt. Darüber hinaus hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier 

Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommen-

den Ermessens von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgese-

hen. Sie ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und 

hat in Anwendung von Art. 44 AsylG seine Wegweisung nach Kroatien an-

geordnet. Zur näheren Begründung wird auf die Erwägungen der Vo-

rinstanz verwiesen.  

4.2. Was der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

nichts an der Richtigkeit der angefochtenen Verfügung zu ändern. Seine 

Ausführungen sowie die wiedergegebenen Berichte zur Situation in Kro-

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Seite 5 

atien und zum Refoulement-Verbot vermögen keine systemischen Mängel 

im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu belegen. Sodann sind den 

Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, Kroatien werde 

in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn 

zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in 

dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen 

zu werden. Die reine Befürchtung, wonach ihm bei einer Überstellung nach 

Kroatien eine Rückschaffung nach Russland drohe, genügt jedenfalls nicht, 

um die grundsätzliche Vermutung umzustossen, wonach Kroatien seinen 

völkerrechtlichen Verpflichtungen im Rahmen eines Asylverfahrens nach-

kommt. 

5.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 9. April 2025 

nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.  

6.  

Mit vorliegendem Urteil fällt der am 25. April 2025 angeordnete Vollzugs-

stopp dahin und der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird 

gegenstandslos. 

7.  

Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um un-

entgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um koordinierte Behandlung der Beschwerdeverfahren wird 

abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Selina Schmid 

 

 

Versand: