# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c970f2db-40ed-5602-81dc-f5855ef5a63f
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 05.01.2024 SBK.2023.212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2023-212_2024-01-05.pdf

## Full Text

Obergericht 
Beschwerdekammer in Strafsachen 

 
SBK.2023.212  
(STA.2021.3885)  
Art. 1 
 
 
Entscheid vom 5. Januar 2024 
 
 
Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  
Oberrichterin Schär  
Gerichtsschreiber Bisegger 

 
 
   

Beschwerde-
führerin 1 

 A._____, […], 
[…]  

 
Beschwerde-
führer 2 

 B._____, […], 
[…]  
 
1 und 2 vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Wagner,  
[…]   

 
 

    

Beschwerde-
gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Baden,  
Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 
 
Beschuldigter   C._____, […], 

[…]  
verteidigt durch Rechtsanwalt Roger Lerf,  
[…]   

 
 
   

Anfechtungs-
gegenstand 

 (Teil-)Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Baden 
vom 19. Juni 2023 
 
in der Strafsache gegen C._____ 

 
  

 - 2 - 
 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 
 
1. 
1.1. 
Der Beschuldigte und der Beschwerdeführer 2 lernten sich während ihres 
Gefängnisaufenthalts in der JVA Lenzburg kennen. Nachdem der Beschul-
digte aus dem Strafvollzug entlassen worden war, nahm dieser im Mai 2018 
mit der Schwester des Beschwerdeführers 2, D._____, Kontakt auf und 
teilte dieser mit, dass er dem Beschwerdeführer 2 gerne helfen wolle. Im 
Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer 2 stand damals das Beru-
fungsverfahren an und dem Beschwerdeführer 2 drohte die Anordnung ei-
ner stationären therapeutischen Massnahme gemäss Art. 59 StGB. Der 
Beschuldigte schlug D._____ vor, ein psychiatrisches Privatgutachten ein-
zuholen. Überdies stellte er in Aussicht, den Beschwerdeführer 2 im Fami-
lienunternehmen, das im Bereich des Schwimmbadbaus tätig ist, anzustel-
len und ihm eine der Familienunternehmung gehörende 1 ½-Zimmerwoh-
nung zu vermieten, sodass gegenüber dem Obergericht des Kantons Aar-
gau aufgezeigt werden könne, dass für einen strukturierten Tagesablauf 
des Beschwerdeführers nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug ge-
sorgt sei. Der Beschuldigte stellte in der Folge auch entsprechende Arbeits- 
und Mietverträge aus.  
 
1.2. 
Im Weiteren machte der Beschuldigte gegenüber D._____ auch geltend, 
dass er Geld brauche. In der Folge übergab die Beschwerdeführerin 1 
(Mutter von D._____ und des Beschwerdeführers 2) dem Beschuldigten im 
Zeitraum 7. Mai 2018 bis 9. Mai 2019 mehrfach Bargeld in weissen Um-
schlägen. Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, das Geld 
sei dem Beschuldigten ausschliesslich zur Verwendung im Interesse des 
Beschwerdeführers 2 und nicht als Darlehen für ihn selbst übergeben wor-
den. Der Beschuldigte habe das Geld teilweise aber abredewidrig verwen-
det. Im Weiteren habe er die Beschwerdeführerin 1 durch Täuschung zur 
Ausstellung von Quittungen bzw. Rückzahlungsbestätigungen veranlasst. 
 
1.3. 
Zur Anstellung des Beschwerdeführers 2 im Schwimmbadbau-Unterneh-
men bzw. zum Bezug der Mietwohnung kam es in der Folge nicht, da das 
Obergericht des Kantons Aargau mit Urteil SST.2018.268 vom 21. März 
2019 trotz der vorgenannten Bemühungen eine stationäre therapeutische 
Massnahme anordnete. Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde 
wies das Bundesgericht mit Urteil 6B_580/2019 vom 8. August 2019 ab, 
soweit darauf eingetreten wurde. 
 
1.4. 
Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 erhoben die Beschwerdeführer Strafanzeige 
gegen den Beschuldigten wegen Betrugs, eventualiter Veruntreuung. Mit 

 - 3 - 
 

 

Eingabe vom 18. August 2021 erhoben die Beschwerdeführer zusätzlich 
Strafanzeige wegen Urkundenfälschung. Später erweiterte die Staatsan-
waltschaft Baden die Untersuchung noch auf den Vorwurf des Pfändungs-
betrugs.  
 
2. 
Mit (Teil-)Einstellungsverfügung vom 19. Juni 2023 verfügte die Staatsan-
waltschaft Baden: 
 

"  1.  
Das Strafverfahren gegen die beschuldigte Person wegen Veruntreuung und Urkundenfäl-
schung wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO). 
 
2. 
In der Einstellungsverfügung werden keine Zivilklagen behandelt. Der Privatklägerschaft 
steht nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung der Zivilweg offen (Art. 320 Abs. 3 StPO). 
 
3. 
Über die Kostenfolgen wird im Endentscheid entschieden. 
 
4. 
Der beschuldigten Person wird keine Entschädigung und keine Genugtuung ausgerichtet 
(Art. 430 Abs. 1 StPO)." 

 
Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigte die Einstel-
lungsverfügung am 22. Juni 2023. 
 
3. 
3.1. 
Mit Eingabe vom 7. Juli 2023 erhoben die Beschwerdeführer gegen die 
ihnen am 27. Juni 2023 zugestellte (Teil-)Einstellungsverfügung Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts 
des Kantons Aargau und beantragten: 
 

"  1.  
Es sei die Beschwerde gutzuheissen. 
 
2. 
Es sei die (Teil-)Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Baden vom 19. Juni 2023 
aufzuheben und die Sache sei zu neuer Entscheidung im Sinn der Erwägungen an die 
Staatsanwaltschaft Baden zurückzuweisen. 
 
3. 
(Im Verfahren) Es sei dem Beschwerdeführer 2 die unentgeltliche Rechtspflege inkl. un-
entgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren und es sei ihm Rechtsanwalt Andreas 
Wagner, […], als unentgeltlicher Rechtsbeistands [recte: Rechtsbeistand] zu bestellen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Auslagen und MWST)." 

3.2. 
Mit Verfügung vom 28. Juli 2023 forderte die Verfahrensleiterin die Be-
schwerdeführerin 1 auf, innert 10 Tagen ab Zustellung der Verfügung eine 

 - 4 - 
 

 

Sicherheit für allfällige Kosten in Höhe von Fr. 1'000.00 in die Obergerichts-
kasse einzubezahlen. Diese Verfügung wurde der Beschwerdeführerin 1 
am 31. Juli 2023 zugestellt. Die Sicherheit ging am 2. August 2023 bei der 
Obergerichtskasse ein. 
 
3.3. 
Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2023, in welcher sie im Wesentli-
chen auf die angefochtene Verfügung verwies, beantragte die Staatsan-
waltschaft Baden: 
 

"  1.  
Die Beschwerde sei abzuweisen. 
 
2. 
Unter Kostenfolgen." 

 
3.4. 
Mit Beschwerdeantwort vom 6. September 2023 beantragte der Beschul-
digte: 
 

"  1.  
Die Beschwerde vom 7. Juli 2023 sei vollumfänglich abzuweisen; 
 
2. 
Das Rechtsbegehren 3 betreffend die unentgeltliche Rechtspflege der Beschwerdeführer 
sei von Amtes wegen zu entscheiden; 
 
3. 
Eventualiter sei von den Privatklägern eine Sicherheitsleistung für die Parteientschädigung 
des Beschwerdegegners in der Höhe von CHF 5'000.00 zu leisten; 
 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 
 
3.5. 
Mit Eingabe vom 6. September 2023 reichten die Beschwerdeführer wei-
tere Unterlagen mit einer Stellungnahme zu den Beschwerdeakten ein. 
 
3.6. 
Mit Eingabe vom 23. Oktober 2023 reichten die Beschwerdeführer eine 
Replik ein und beantragten: 
 

"  1.  
An den Rechtsbegehren gemäss Beschwerde wird festgehalten. 
 
2. 
Es seien die Rechtsbegehren der Beschwerdegegnerin abzuweisen. 
 
3. 
Es seien die Rechtsbegehren des Beschuldigten abzuweisen. 
 
 

 - 5 - 
 

 

4. 
(Im Verfahren) Es sei im vorliegenden Beschwerdeverfahren eine mündliche Verhandlung 
durchzuführen. 
 
5. 
(Im Verfahren) Es seien die mit vorliegender Eingabe eingereichten Unterlagen zu den Ak-
ten im Verfahren zu nehmen. 
 
6. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. Auslagen und MWST)." 

 
 

   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 
1. 
1.1. 
Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft sind gemäss Art. 322 
Abs. 2 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO mit Beschwerde anfechtbar. Be-
schwerdeausschlussgründe i.S.v. Art. 394 StPO liegen nicht vor. Die Be-
schwerde wurde überdies frist- und formgerecht (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 385 Abs. 1 StPO) eingereicht. Dem eingereichten Beleg von "My 
Post 24" kann entnommen werden, dass die Sendung mit der Beschwerde 
am 7. Juli 2023 um 23.56 Uhr und damit noch vor Ablauf der Beschwerde-
frist der Schweizerischen Post übergeben wurde (Art. 91 Abs. 2 StPO).  
 
1.2. 
Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 
StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteilig-
ten i.S.v. Art. 105 Abs. 1 StPO, soweit sie in ihren Rechten unmittelbar be-
troffen sind (vgl. Art. 105 Abs. 2 StPO), d.h. soweit sie durch die Einstel-
lungsverfügung beschwert sind. Geschädigte i.S.v. Art. 105 Abs. 1 lit. a 
StPO werden durch eine Einstellungsverfügung in ihren Rechten nicht un-
mittelbar betroffen. Sie sind folglich nicht zur Beschwerde legitimiert, wenn 
sie sich nicht als Privatkläger konstituiert und damit Parteistellung erlangt 
haben.  
 
Die Beschwerdeführer wurden im Vorverfahren als Privatkläger geführt. Es 
stellt sich indessen die Frage, ob ihnen diese Stellung tatsächlich zukommt.  
 
Als Privatkläger konstituieren kann sich die geschädigte Person (Art. 118 
Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat 
in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Die 
Umschreibung der unmittelbaren Verletzung in eigenen Rechten geht vom 
Begriff des Rechtsgutes aus. Danach ist unmittelbar verletzt und geschä-
digt im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO, wer Träger des durch die verletzte 
Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsgutes ist 
(BGE 138 IV 258 E. 2.2). Als Geschädigter ist somit anzusehen, wer Träger 

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des Rechtsgutes ist, das durch die fragliche Strafbestimmung vor Verlet-
zung oder Gefährdung geschützt werden soll. Im Zusammenhang mit Straf-
normen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gelten praxisge-
mäss nur diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die darin um-
schriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern 
diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen Hand-
lung ist. Werden durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, 
private Interessen auch, aber bloss mittelbar beeinträchtigt, so ist die be-
troffene Person nicht Geschädigte im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO 
(BGE 138 IV 258 E. 2.3).  
 
In der angefochtenen (Teil-)Einstellungsverfügung geht es um die Tatbe-
stände der Veruntreuung und der Urkundenfälschung.  
 
Bei der Veruntreuung von Vermögenswerten gilt der Inhaber (natürliche 
oder juristische Person) des geschädigten Vermögens als geschädigte Per-
son (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Straf-
prozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 56 zu Art. 115 StPO). Es wird von den 
Beschwerdeführern geltend gemacht, die Beschwerdeführerin 1 habe dem 
Beschuldigten Geld gegeben, damit dieser das Geld zugunsten des Be-
schwerdeführers 2 einsetzt. Soweit ersichtlich hat das Bundesgericht noch 
nicht entschieden, wer in einer solchen Konstellation als geschädigte Per-
son gilt. Entscheidendes Merkmal einer Veruntreuung ist jedoch die Un-
treue. Das Treueverhältnis bestand hier einzig zwischen der Beschwerde-
führerin 1 und dem Beschuldigten. Diese stellte dem Beschuldigten über-
dies die finanziellen Mittel zur Verfügung. Wohl ist richtig, dass diese Mittel 
– nach Darstellung der Beschwerdeführer – dem Beschwerdeführer 2 hät-
ten zugutekommen sollen. Weder wird aber behauptet, der Beschwerde-
führer 2 habe (im Sinne eines echten Vertrags zugunsten eines Dritten 
i.S.v. Art. 112 Abs. 2 OR) ein eigenes Forderungsrecht gegenüber dem Be-
schuldigten gehabt, noch dass der Beschuldigte gegenüber dem Be-
schwerdeführer 2 eine Treuepflicht gehabt hätte. Bei dieser Sachlage gilt 
hinsichtlich des Vorwurfs der Veruntreuung ausschliesslich die Beschwer-
deführerin 1 als unmittelbar Geschädigte. 
 
Urkundendelikte schützen in erster Linie die Allgemeinheit. Geschütztes 
Rechtsgut ist das besondere Vertrauen, welches im Rechtsverkehr einer 
Urkunde als Beweismittel entgegengebracht wird. Auch private Geschäfts-
interessen können daneben unmittelbar verletzt werden, falls die Urkun-
denfälschung auf die Benachteiligung (vermögensrechtlicher oder anderer 
Art) einer bestimmten Person abzielt (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, a.a.O., 
N. 73 zu Art. 115 StPO). Die Beschwerdeführer machen geltend, der Be-
schuldigte habe die Beschwerdeführerin 1 mehrmals dazu gebracht, zu 
quittieren, dass der Beschuldigte (Rück-)Zahlungen geleistet habe, indem 
er die Beschwerdeführerin getäuscht habe. Die Beschwerdeführerin 1 
habe die Urkunden mithin als nicht vorsätzlich handelndes Werkzeug des 

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als mittelbaren Täter handelnden Beschuldigten erstellt (vgl. Stellung-
nahme Beschwerdeführer vom 18. August 2021, Ziff. 8c, Ordner 2, Regis-
ter 5). Geschädigte bei diesem Tatvorwurf wäre bloss die Beschwerdefüh-
rerin 1, welche aufgrund einer Täuschung eine Urkunde ausgestellt hätte. 
Hingegen ist nicht erkennbar, inwieweit der Beschwerdeführer 2 geschä-
digt sein soll. Dieser kann daher auch hinsichtlich des Vorwurfs der Urkun-
denfälschung nicht als geschädigte Person gelten.  
 
1.3. 
Auf die Beschwerde ist demgemäss nur insoweit einzutreten, als sie von 
der Beschwerdeführerin 1 erhoben wurde.  
 
2. 
2.1. 
Die Beschwerdeführerin 1 beantragt, es sei im vorliegenden Beschwerde-
verfahren eine mündliche Verhandlung durchzuführen. Sie führt hierzu aus, 
von einer Einvernahme der Beschwerdeführer, des Beschuldigten und der 
Zeugin durch die Beschwerdekammer seien ganz wesentliche Erkennt-
nisse zu erwarten. Der persönliche Eindruck an Schranken sei von zentra-
ler Bedeutung, da dieser massgebliche Anhaltspunkte zur Richtigkeit der 
vorinstanzlichen Feststellungen liefern könne und insbesondere die Glaub-
haftigkeit der einander widersprechenden Aussagen der Beteiligten besser 
beurteilt werden könne. Eine Verhandlung sei allerdings nur dann erforder-
lich, wenn die Beschwerdekammer nicht bereits nach den Grundsätzen der 
antizipierten Beweiswürdigung aufgrund der objektiven Sachbeweise sich 
ein Urteil über die Begründetheit der Beschwerde und insbesondere über 
die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beteiligten machen könne (Replik 
Ziff. B.2.a.cc.).  
 
2.2. 
Das Beschwerdeverfahren ist in der Regel schriftlich (Art. 397 Abs. 1 
StPO). Seiner Natur nach ist das Beschwerdeverfahren – jedenfalls soweit 
Beschwerden im Rahmen laufender Vor- oder Hauptverfahren betreffend – 
im Vergleich zum Verfahren vor dem Sachrichter ein vereinfachtes; es soll 
sich durch Raschheit auszeichnen, damit das laufende Strafverfahren 
selbst eine möglichst geringe Verzögerung erfährt (GUIDON, in: Basler 
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 1 zu 
Art. 397 StPO). 
 
2.3. 
Im Rahmen des Vorverfahrens wurde der Beschuldigte zwei Mal, nämlich 
am 17. Mai 2022 sowie am 30. Mai 2022 durch die Kantonspolizei Aargau 
delegiert einvernommen. Im Weiteren wurden am 3. Juni 2022 die Be-
schwerdeführerin 1 und D._____, am 9. August 2022 C._____, der Vater 
des Beschuldigten, und am 10. August 2022 E._____, die frühere Buchhal-

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terin des Schwimmbadbau-Unternehmens, einvernommen. Die Einvernah-
meprotokolle liegen in den Akten und stehen der Beschwerdekammer zur 
Verfügung. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin 1 ist nicht 
erkennbar, weshalb es für die Frage, ob das Verfahren einzustellen ist, vor-
liegend nicht genügen sollte, auf die in den Akten liegenden Protokolle ab-
zustellen, zumal die Beschwerdekammer bei Anfechtung einer Einstel-
lungsverfügung keine abschliessende Beweiswürdigung vorzunehmen hat, 
sondern lediglich zu beurteilen hat, ob aufgrund der Ermittlungsergebnisse 
tatsächlich davon auszugehen ist, dass ein Freispruch wahrscheinlicher als 
ein Schuldspruch erscheint und deshalb von einer Anklage abzusehen ist 
(eingehend hierzu unten, E. 8.1). Soweit es aufgrund der Ergebnisse der 
Strafuntersuchung angezeigt ist, Personen gerichtlich einzuvernehmen, so 
sind diese Einvernahmen vom Strafgericht (Art. 343 Abs. 3 StPO) und nicht 
von der Beschwerdekammer durchzuführen. Die Beschwerdekammer hat 
in einem solchen Fall vielmehr die Einstellungsverfügung aufzuheben und 
die Staatsanwaltschaft anzuweisen, Anklage zu erheben und damit eine 
Beweisabnahme durch das Sachgericht zu ermöglichen. Wie nachfolgend 
aufzuzeigen sein wird, ergibt sich aus den Verfahrensakten mit genügender 
Deutlichkeit, dass keine ernsthaften Aussichten auf eine Verurteilung des 
Beschuldigten wegen Veruntreuung und Urkundenfälschung bestehen, 
weshalb die Staatsanwaltschaft Baden das Verfahren bezüglich dieser Tat-
vorwürfe zu Recht einstellte. 
 
3. 
Noven sind im Beschwerdeverfahren zulässig (BGE 141 IV 396 E. 4.4). Die 
von der Beschwerdeführerin 1 im Laufe des Verfahrens eingereichten Ur-
kunden wurden daher zu den Beschwerdeakten genommen. Weitere Aus-
führungen zum Antrag der Beschwerdeführerin 1, es seien die eingereich-
ten Unterlagen zu den Akten zu nehmen, erübrigen sich daher. 
 
4. 
Die Staatsanwaltschaft Baden begründete die (Teil-)Einstellungsverfügung 
zusammengefasst wie folgt: 
 
Die Aussagen der involvierten Parteien gingen hinsichtlich der zwischen 
ihnen bestehenden Vereinbarung betreffend den Verwendungszweck der 
durch die Beschwerdeführerin 1 getätigten Barzahlungen auseinander. Ei-
nig seien sich die Parteien, dass die Beschwerdeführerin 1 dem Beschul-
digten im Rahmen eines Darlehens zwecks Verwendung im Interesse des 
Beschwerdeführers 2 Bargeldbeträge in der Höhe von insgesamt 
Fr. 107'953.65 übergeben habe. Der Beschuldigte mache jedoch geltend, 
noch ein weiteres, privates Darlehen erhalten zu haben, um seine eigenen 
Schulden zu tilgen. Die Beschwerdeführerin 1 sowie D._____ bestritten 
hingegen, dass dem Beschuldigten ein zweites, privates Darlehen gewährt 
worden sei. Gewisse Hinweise auf das Darlehen von Fr. 107'953.65 über-

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steigende Barzahlungen durch die Beschwerdeführerin 1 fänden sich je-
doch auch in den Aussagen der Beschwerdeführerin 1 und denjenigen von 
D._____. So habe die Beschwerdeführerin 1 angegeben, alle Geldbeträge, 
welche sie dem Beschuldigen übergeben habe, aufgelistet zu haben. Aus 
dieser Auflistung ergebe sich ein Total von Fr. 121'365.65. Erst später habe 
die Beschwerdeführerin 1 ausgesagt, sie habe dem Beschuldigten das 
Couvert vom 19. Februar 2019 über den Betrag von Fr. 13'412.00 leer und 
offen übergeben. Warum sie ein leer übergebenes Couvert in ihre Aufstel-
lung aufgenommen habe, sei unklar. Zudem habe die Beschwerdeführe-
rin 1 auch erklärt, dem Beschuldigten das Geld immer gemeinsam mit 
D._____ übergeben zu haben, während diese erklärt habe, zwecks Über-
gabe des Bargelds auch sehr oft alleine zum Beschuldigten gefahren zu 
sein. Auch die Aussage von D._____, der Beschuldigte habe ihr am Anfang 
erklärt, dass hohe Zahlungen auf ihn zukämen und er daher froh um finan-
zielle Unterstützung sei, wobei er erklärt habe, dass diese finanzielle Un-
terstützung auch ihrem Bruder (d.h. dem Beschwerdeführer 2) zugute-
komme, zeige, dass der Beschuldigte von Anfang an nicht ausschliesslich 
um ein Darlehen für die Verwendung im Interesse des Beschwerdefüh-
rers 2, sondern auch um ein privates Darlehen gebeten habe. Ein schriftli-
cher Darlehensvertrag sei am 8. November 2018 bzw. 10. November 2019 
von der Beschwerdeführerin 1 unterzeichnet worden. Dieses Dokument 
belege jedoch kein Darlehen zwischen der Beschwerdeführerin 1 und dem 
Beschuldigten. Ob dem Beschuldigten nun ein oder zwei Darlehen gewährt 
worden seien, lasse sich mangels schriftlicher Vereinbarungen und auf-
grund der sich entgegenstehenden Aussagen der Parteien nicht abschlies-
send feststellen. Insbesondere bleibe aufgrund der sich diesbezüglich teil-
weise widersprechenden Aussagen der Beschwerdeführerin 1 und von 
D._____ auch unklar, wer dem Beschuldigten wann und wo welche Geld-
beträge übergeben habe. 
 
Betreffend die Rückzahlungen sei belegt, dass am 4. Juni 2020 insgesamt 
vier Zahlungen in Höhe von total Fr. 14'980.70, am 13. August 2020 
Fr. 13'500.00, am 20. November 2020 Fr. 18'200.00 und am 10. Juni 2022 
Fr. 18'000.00 auf dem Konto der Beschwerdeführerin 1 eingegangen 
seien. Unklar sei jedoch, ob der Beschuldigte zusätzlich auch Barrückzah-
lungen geleistet habe. Es lägen sechs anerkanntermassen von der Be-
schwerdeführerin 1 unterzeichnete Quittungen bzw. Bestätigungen über 
Zahlungen in Höhe von Fr. 8'360.50, Fr. 13'942.90 und Fr. 94'000.00 des 
Beschuldigten an die Beschwerdeführerin 1 im Recht, wobei der Beschul-
digte behaupte, E._____ (damalige Buchhalterin des Schwimmbadbau-Un-
ternehmens) habe diese Beträge in seiner sowie der Anwesenheit von 
D._____ der Beschwerdeführerin 1 übergeben. Der Beschuldigte be-
haupte, bei den Beträgen von Fr. 46'005.00, Fr. 22'455.60 und 
Fr. 28'106.00 handle es sich um das ihm gewährte private Darlehen. Er 
habe diese Beträge der Beschwerdeführerin 1 und D._____ zurückbezahlt. 
Die Beschwerdeführerin 1 und D._____ behaupteten hingegen, es seien 

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keine Barrückzahlungen erfolgt, die Beschwerdeführerin 1 habe die Quit-
tungen bzw. Bestätigungen lediglich unterzeichnet, weil der Beschuldigte 
ihr gesagt habe, er könne die Überweisung nur aufgrund dieser Dokumente 
veranlassen. Auch E._____ könne sich nicht mehr an die Rückzahlung der 
drei Geldbeträge erinnern. Überdies seien die Aussagen des Beschuldig-
ten teilweise widersprüchlich. Wie viel Geld der Beschuldigte der Be-
schwerdeführerin 1 insgesamt zurückbezahlt habe und ob durch den Be-
schuldigten Geld veruntreut worden sei, lasse sich letztendlich aber nicht 
abschliessend feststellen. Dadurch bleibe unklar, ob inhaltlich unwahre Ur-
kunden ausgestellt worden seien. Weitere erfolgsversprechende Ermitt-
lungsansätze seien nicht ersichtlich. 
 
Vorliegend stünden den Angaben des Beschuldigten zwar nicht allein die 
Aussage der an der Verurteilung unmittelbar interessierten Beschwerde-
führerin 1 gegenüber, allerdings verweise die Beschwerdeführerin 1 mehr-
heitlich auf die Aussagen von D._____, welche als Schwester des Be-
schwerdeführers 2 und Tochter der Beschwerdeführerin 1 ebenfalls ein In-
teresse an der Verurteilung des Beschuldigten habe. 
 
5. 
In der Beschwerde machte die Beschwerdeführerin 1 zusammengefasst 
das Folgende geltend: 
 
Die von der Beschwerdeführerin 1 unterzeichneten Quittungen bzw. Bestä-
tigungen bewiesen nicht, dass der Beschuldigte Darlehensrückzahlungen 
geleistet habe. Vielmehr habe es zu den systematischen Täuschungen und 
Machenschaften des Beschuldigten gehört, dass er der Beschwerdeführe-
rin 1 und D._____ vorgespiegelt habe, er benötige diese Dokumente zur 
Auslösung der Banküberweisung (Beschwerde Ziff. B.II.1.b.bb.ccc. und 
cc.). Es sei denn auch höchst unwahrscheinlich, dass an einem einzigen 
Tag, nämlich am 19. April 2020 total Fr. 96'566.60 bezahlt worden sein sol-
len. Die WhatsApp-Korrespondenz beweise gerade, dass damals keine 
solchen Zahlungen erfolgt seien (Beschwerde Ziff. B.II.1.b.dd.aaa. und 
bbb.).  
 
Die Staatsanwaltschaft Baden habe entgegen den Beweisanträgen den 
Beschwerdeführer 2 nicht einvernommen und auch nicht die Akten des 
Strafverfahrens gegen E._____ beigezogen. Die Staatsanwaltschaft Baden 
habe einerseits nicht begründet, weshalb diese Beweise nicht abgenom-
men worden seien, und andererseits durch die Nichtabnahme das Recht 
auf Beweis der Beschwerdeführer verletzt. Die Staatsanwaltschaft Baden 
habe Art. 29 BV daher gleich doppelt verletzt (Beschwerde Ziff. B.II.1.c.bb.-
dd.).  
 
Die Staatsanwaltschaft Baden habe den Sachverhalt offensichtlich unrich-
tig und unvollständig festgestellt und Beweise in offensichtlich unrichtiger 

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und unvollständiger Weise gewürdigt. Damit habe sie gegen den Untersu-
chungsgrundsatz (Art. 6 StPO) und das Willkürverbot (Art. 9 BV) verstos-
sen. Überdies seien sowohl Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO als auch Art. 324 
StPO falsch angewendet worden. Die Staatsanwaltschaft Baden verkenne, 
dass den bestreitenden Aussagen des Beschuldigten nicht nur jene der 
Beschwerdeführerin 1 (und von D._____) gegenüberstünden, sondern 
diese auch eine objektive Bestätigung im Untersuchungsergebnis fänden. 
Aus den sachlichen Beweismitteln ergebe sich, dass die Aussagen des Be-
schuldigten widersprüchlich und nicht glaubhaft seien. Sie stünden insbe-
sondere in Widerspruch zu seinen früheren WhatsApp-Konversationen. 
Hinzu komme in formeller Hinsicht, dass D._____ unter der Strafandrohung 
gemäss Art. 307 StGB ausgesagt habe und die Beschwerdeführerin 1 sich 
nach Art. 303 bzw. Art. 304 StGB strafbar gemacht hätte, wenn sie den Be-
schuldigten zu Unrecht einer Straftat bezichtigt hätte. Demgegenüber dürfe 
sich der Beschuldigte straffrei selbst begünstigen. Entsprechend komme 
den Aussagen der Beschwerdeführerin 1 und von D._____ eine höhere 
Glaubhaftigkeit zu. Überdies sei es falsch, aber auch unzulässig, wenn die 
Staatsanwaltschaft Baden behaupte, D._____ habe ein Interesse an der 
Verurteilung des Beschuldigten. Denn diese sei nicht geschädigte Person 
im vorliegenden Verfahren (Beschwerde Ziff. B.II.2.-3.). 
 
Entgegen den Behauptungen des Beschuldigten treffe es nicht zu, dass 
diese zwei Darlehen (nämlich eines für sich und eines zur Verwendung im 
Interesse des Beschwerdeführers 2) gewährt worden seien. Im Weiteren 
könne der Beschuldigte abgesehen von den geringfügigen Zahlungen, die 
er anerkanntermassen im Interesse des Beschwerdeführers 2 geleistet 
habe, nicht beweisen, dass er weitere Zahlungen in dessen Interesse ge-
leistet habe. Überdies habe der Beschuldigte über einen längeren Zeitraum 
wiederholt eingeräumt, er schulde der Beschwerdeführerin 1 noch Geld. 
Freilich habe er in anderen WhatsApp-Konversationen auch das Gegenteil 
behauptet. Das beweise aber nur dessen widersprüchliches Verhalten. Der 
Beschuldigte habe denn auch noch einmal Fr. 18'000.00 überwiesen, was 
er nicht getan hätte, wenn er tatsächlich der Auffassung gewesen wäre, er 
schulde der Beschwerdeführerin 1 nichts mehr (Beschwerde Ziff. B.II.4.).  
 
Allgemein sei bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte in der Vergangenheit mit pathologischen Manipulationstenden-
zen aufgefallen sei. Es sei bei ihm eine schwere narzisstische Persönlich-
keitsstörung mit psychopathischen Zügen einer erwachsenen ADHS fest-
gestellt worden (Beschwerde Ziff. B.II.5.c.gg.).  
 
6. 
Der Beschuldigte macht in der Beschwerdeantwort zusammengefasst das 
Folgende geltend: 
 

 - 12 - 
 

 

Die Beschwerdeführerin 1 versuche, dem Beschuldigten eine Beweislast 
unterzuschieben. Man befinde sich hier aber nicht in einem Zivilprozess. 
Der Beschuldigte müsse im Strafprozess gar nichts beweisen. Im Weiteren 
reihe die Beschwerdeführerin 1 Behauptungen aneinander, ohne darzule-
gen, mit welchen neuen Ermittlungsansätzen diese bewiesen werden sol-
len. Die Beschwerdeführerin 1 schweife dabei so weit von der (Teil-)Ein-
stellungsverfügung ab, dass sie es gänzlich unterlasse, aufzuzeigen, wes-
halb die (Teil-)Einstellungsverfügung falsch sei. Die Beschwerdeführerin 1 
lege nicht dar, weshalb die Tatbestände der Veruntreuung und der Urkun-
denfälschung erfüllt sein sollen, sondern reihe lediglich Sachverhaltsele-
mente aneinander, welche von ihr offenbar anders wahrgenommen worden 
seien (Beschwerdeantwort Beschuldigter Rz. 8-10). 
 
In den ausgestellten Quittungen bzw. Bestätigungen habe die Beschwer-
deführerin 1 bestätigt, Zahlungen erhalten zu haben. Es erschliesse sich 
nicht, wie die Beschwerdeführerin 1 darauf komme, dass diese Schreiben 
lediglich dazu gedient hätten, Zahlungen auszulösen. Zudem habe die Be-
schwerdeführerin 1 mehrmals solche Schreiben unterzeichnet. Es sei nicht 
vorstellbar, dass die Beschwerdeführerin 1 mehrmals die Rückzahlung ei-
nes Darlehens bestätige, ohne dass ihr jemals Geld zurückbezahlt worden 
wäre. Die Staatsanwaltschaft Baden nehme im Übrigen keine abschlies-
sende Beweiswürdigung vor, sondern zeige lediglich auf, dass keine wei-
teren Ermittlungsansätze mehr ersichtlich seien (Beschwerdeantwort Be-
schuldigter Rz. 15-20).  
 
Es sei nicht klar, weshalb es unrealistisch sein solle, dass an einem Tag 
Fr. 96'566.60 hätten bezahlt werden sollen. Der Beschuldigte nehme als 
Geschäftsführer des Familienunternehmens regelmässig Zahlungen in 
Höhe von weit über Fr. 100'000.00 entgegen. Die WhatsApp-Korrespon-
denz beweise lediglich die Meinungsverschiedenheit der Parteien (Be-
schwerdeantwort Beschuldigter Rz. 23-27).  
 
Die Staatsanwaltschaft Baden habe die Akten des Strafverfahrens gegen 
E._____ zu Recht nicht beigezogen. Aus diesen Akten ergebe sich ledig-
lich, dass diese das Schwimmbadbau-Unternehmen massiv geschädigt 
habe. Es erschliesse sich nicht, welche Relevanz dies für das vorliegende 
Verfahren haben soll. Im Übrigen habe E._____ Grund genug gehabt, dem 
Beschuldigten eins auszuwischen, nachdem dieser das Verfahren gegen 
sie angestrengt habe. Dennoch gehe aus ihren Aussagen hervor, dass di-
verse Zahlungen an D._____ geflossen seien und in diesem Zusammen-
hang Quittungen ausgestellt worden seien. Der Beschwerdeführer 2 könne 
aufgrund seiner damaligen Inhaftierung bzw. dem andauernden Massnah-
menvollzug keine Auskünfte erteilen, weshalb die Staatsanwaltschaft Ba-
den zu Recht auf dessen Einvernahme verzichtet habe. Entsprechend sei 
das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer 1 nicht verletzt worden (Be-
schwerdeantwort Beschuldigter Rz. 29-31).  

 - 13 - 
 

 

Entgegen der Beschwerdeführerin 1 habe D._____ dasselbe Interesse an 
einer Verurteilung des Beschuldigten wie die Beschwerdeführerin 1. Sie sei 
diejenige gewesen, welche mit dem Beschuldigten kommuniziert habe. 
Auch könnten die Aussagen der Beschwerdeführer unter Verweis auf die 
Wahrheitspflicht nicht pauschal als glaubhafter gelten. Die Staatsanwalt-
schaft Baden habe die diversen Widersprüche zwischen den Aussagen von 
D._____ und den sachlichen Beweismitteln aufgezeigt (Beschwerdeant-
wort Beschuldigter Rz. 38-44).  
 
Aus der (Teil-)Einstellungsverfügung gehe gerade nicht hervor, dass die 
Staatsanwaltschaft Baden von zwei Darlehen ausgegangen sei. Vielmehr 
sei die Staatsanwaltschaft Baden zum Schluss gekommen, dass sich die 
Frage, ob es ein oder mehrere Darlehen gegeben habe, nicht beantworten 
lasse (Beschwerdeantwort Beschuldigter Rz. 52).  
 
7. 
Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 in der Replik wird – soweit 
notwendig – in den Erwägungen eingegangen.  
 
8. 
8.1. 
Nach Art. 7 Abs. 1 StPO sind die Strafbehörden grundsätzlich verpflichtet, 
im Rahmen ihrer Zuständigkeit ein Verfahren einzuleiten und durchzufüh-
ren, wenn ihnen Straftaten oder auf Straftaten hinweisende Verdachts-
gründe bekannt werden. Die Staatsanwaltschaft verfügt namentlich dann 
die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tat-
verdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a 
StPO). Das ist dann der Fall, wenn keine Aussicht auf eine Verurteilung 
besteht, mit anderen Worten ein Freispruch zu erwarten ist. Der Tatver-
dacht ist bereits dann als anklagegenügend anzusehen, wenn die Tatbe-
teiligung der beschuldigten Person und eine strafrechtliche Reaktion 
(Strafe oder Massnahme) im Zeitpunkt des Entscheids über die Frage, ob 
Anklage zu erheben oder das Verfahren einzustellen ist, bloss wahrschein-
lich erscheint (LANDSHUT/BOSSHARD, in: Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 15 zu Art. 319). Nach Art. 319 Abs. 1 
lit. b StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens 
zudem, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist.  
 
Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens richtet sich nach dem 
aus dem Legalitätsprinzip fliessenden Grundsatz in dubio pro duriore (vgl. 
Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 
StPO). Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grund-
sätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozess-
voraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung 
mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn 

 - 14 - 
 

 

eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Frei-
spruch gleich wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Re-
gel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 
138 IV 186 E. 4.1; 138 IV 86 E. 4.1; je mit Hinweisen). Bei zweifelhafter 
Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stich-
haltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur 
materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zwei-
felsfall nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Ein-
stellungsverfügungen zu beachten (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 mit Hinwei-
sen). 
 
Stehen sich gegensätzliche Aussagen (der Parteien) gegenüber ("Aussage 
gegen Aussage"-Situation) und ist es nicht möglich, die einzelnen Aussa-
gen als glaubhafter oder weniger glaubhaft zu bewerten, ist nach dem 
Grundsatz in dubio pro duriore in der Regel Anklage zu erheben. Dies gilt 
insbesondere, wenn typische "Vier-Augen-Delikte" zu beurteilen sind, bei 
denen oftmals keine objektiven Beweise vorliegen. Auf eine Anklageerhe-
bung kann verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein widersprüchliches 
Aussageverhalten offenbarte und seine Aussagen daher wenig glaubhaft 
sind oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände 
aus anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich erscheint (BGE 
143 IV 241 E. 2.2.2 mit Hinweisen). 
 
8.2. 
8.2.1. 
Wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um sich 
oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, wer ihm anvertraute 
Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen ver-
wendet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft 
(Art. 138 Ziff. 1 StGB). 
 
Nach der Rechtsprechung gilt als anvertraut, was jemand mit der Verpflich-
tung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu 
verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem an-
deren abzuliefern. Dabei genügt es, dass der Täter ohne Mitwirkung des 
Treugebers über die Werte verfügen kann, ihm mithin Zugriff auf das 
fremde Vermögen eingeräumt worden ist. Der Tatbestand der Veruntreu-
ung von Vermögenswerten erfasst Fälle, in denen – anders als bei der Ver-
untreuung von Sachen – zivilrechtlich die Fremdheit der anvertrauten 
Werte nicht gegeben oder zumindest zweifelhaft ist. Voraussetzung ist 
aber, dass der Fall mit der Veruntreuung von Sachen vergleichbar ist. Der 
Tatbestand der Veruntreuung von Vermögenswerten soll nur jenes Unrecht 
erfassen, das mit dem Tatbestand der Veruntreuung von Sachen strukturell 
gleichwertig ist. In den Fällen, in denen die Veruntreuung von Vermögens-
werten zur Anwendung kommt, erwirbt der Treuhänder an den erhaltenen 
Werten Eigentum. Er erlangt daher nicht nur eine tatsächliche, sondern 

 - 15 - 
 

 

auch eine rechtliche Verfügungsmacht. Die ins Eigentum des Treuhänders 
übergegangenen Werte sind jedoch bestimmt, wieder an den Berechtigten 
zurückzufliessen. In diesem Sinne sind sie wirtschaftlich fremd. Der Treu-
händer ist deshalb verpflichtet, dem Treugeber den Wert des Empfangenen 
ständig zu erhalten. Nur wo diese besondere Werterhaltungspflicht besteht, 
befindet sich der Treuhänder in einer vergleichbaren Stellung mit demjeni-
gen, der eine fremde bewegliche Sache empfangen und das Eigentum des 
Treugebers daran zu wahren hat (BGE 133 IV 21 E. 6.2).  
 
Wie beim Anvertrauen von Bargeld, das dem Täter übereignet wird, muss 
diesen eine vertraglich oder gesetzlich begründete Pflicht zur ständigen Er-
haltung des Werts an Guthaben treffen, die dem Treugeber zustehen und 
über die dem Täter ein Verfügungsrecht eingeräumt wird. Nimmt der Täter 
auf einem eigenen Konto Gelder ein, die für einen anderen (Treugeber) 
bestimmt sind oder in dessen Auftrag einem Dritten weitergeleitet werden 
sollen, müssen – damit die für das Anvertrautsein massgebende Pflicht zur 
Erhaltung ihres Werts angenommen werden kann – die Beträge dem Täter 
(Treuhänder) in seiner Eigenschaft als direkter oder indirekter Stellvertreter 
des Treugebers zugekommen sein (DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl. 
2018, § 7 Ziff. 2.412 lit. b, S. 154).  
 
Ein Darlehen kann in der Regel nicht veruntreut werden. Zwar besteht bei 
einem Darlehen die für die Veruntreuung charakteristische Verpflichtung, 
das Empfangene dem Treugeber zurückzugeben. Üblicherweise ist der 
Darlehensnehmer aber nicht verpflichtet, die empfangenen Vermögens-
werte ständig zur Verfügung des Darlehensgebers zu halten. Entsprechend 
sind die übertragenen Vermögenswerte für den Borger üblicherweise nicht 
(wirtschaftlich) fremd. Anderes gilt aber, sofern gerade eine Werterhal-
tungspflicht vereinbart wurde (NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Straf-
recht II, 4. Aufl. 2019, N. 72 zu Art. 138 StGB). Eine Werterhaltungspflicht 
kann sich bei einem Darlehen daraus ergeben, dass das Darlehen für einen 
bestimmten Zweck ausgerichtet wurde. Zu prüfen ist hier jeweils im Einzel-
fall, ob sich aus der vertraglichen Abmachung eine Werterhaltungspflicht 
des Borgers ergibt (BGE 124 IV 9 E. 1d; 120 IV 117 E. 2f). 
 
8.2.2. 
Dem Beschuldigten wurde von der Beschwerdeführerin 1 Bargeld überge-
ben. Bei Banknoten und Münzen handelt es sich um bewegliche Sachen 
und nicht um Vermögenswerte. Vermischt jedoch jemand fremdes Geld mit 
eigenem, so wird dieser Eigentümer des bisher fremden Geldes 
(RUSCH/SCHWANDER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 7. Aufl. 
2023, N. 6 zu Art. 727 ZGB; NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N. 46 zu vor Art. 137 
StGB). Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte das erhal-
tene Bargeld mit eigenem vermischt hat und auch mit eigenem Bargeld 

 - 16 - 
 

 

vermischen durfte (es also nicht von seinem eigenen Geld getrennt aufzu-
bewahren hatte), weshalb hier nur eine Veruntreuung von Vermögenswer-
ten und nicht eine Veruntreuung von Sachen infrage stehen kann.  
 
Veruntreut werden können nur Vermögenswerte, welche der beschuldigten 
Person mit einer Werterhaltungspflicht anvertraut wurden. Vorliegend ist 
unstrittig, dass dem Beschuldigten von der Beschwerdeführerin 1 mehr-
mals Geld übergeben wurde. Fraglich ist jedoch, ob dieses als dem Be-
schuldigten mit Werterhaltungspflicht anvertraut gelten kann. Die Be-
schwerdeführerin 1 stellte sich auf den Standpunkt, dem Beschuldigten sei 
ausschliesslich zum Zwecke der Verwendung im Interesse des Beschwer-
deführers 2 Geld übergeben worden. Der Beschuldigte anerkennt, dass 
ihm teilweise zu diesem Zweck Geld übergeben wurde, macht aber gel-
tend, es seien ihm darüber hinaus auch für ihn selbst Darlehen gewährt 
worden. 
 
In der angefochtenen (Teil-)Einstellungsverfügung wird auf die Einver-
nahme von D._____ vom 3. Juni 2022 verwiesen. Diese sagte aus, der Be-
schuldigte habe sie im Mai 2018 kontaktiert und ihr insbesondere Folgen-
des gesagt (Frage 12; Ordner 3, Register 7): 
 

" Dann kam seine Argumentation, dass, weil er (C._____) im Gefängnis war, all seine Konton 
[recte: Konten] gesperrt und überdies auch seine Scheidung noch am Laufen komme [rich-
tig wohl: sei]. Er sagte, dass auf ihn hohe Zahlungen [zu]kommen werden und dass, sollte 
er nicht in der Lage sein, dies zu zahlen, er froh wäre, wenn wir ihn finanziell unterstützen 
könnten. Er sagte, dass die finanzielle Unte[r]stützung auch meinem Bruder zu Gute 
komme und dass man vor Gericht für meinen Bruder belegen kann, dass er ein stabiles 
Umfeld und eine Arbeittätigkeit [recte: Arbeitstätigkeit] hat. Er, C._____, sprach auch da-
von, meinenm [recte: meinem] Bruder eine Ausbildung zu ermöglichen, so dass er eine 
gute Zukunftsperspektive hat. So kam der Stein ins Rollen. Aus der Vorgeschichte heraus 
und weil [wir] verzweifelt waren, sahen wir keine Arglist dahinter, wir waren überfordert mit 
[der] Situation meines Bruders. Wir fühlten uns hilflos." 

 
Wie die Beschwerdeführerin 1 selbst ausführt, war es vor allem D._____, 
welche für die Beschwerdeführerin 1 mit dem Beschuldigten in Kontakt 
stand bzw. mit diesem für die Beschwerdeführerin 1 verhandelte. Zudem 
ist aufgrund der Tatsache, dass sie die Tochter der Beschwerdeführerin 1 
bzw. die Schwester des Beschwerdeführers 2 ist, nicht davon auszugehen, 
dass sie zugunsten des Beschuldigten falsch aussagen würde. Insoweit 
kommt ihrer Aussage daher eine hohe Glaubhaftigkeit zu.  
 
Aus ihrer vorstehend zitierten Aussage geht klar hervor, was die Parteien 
konkret vereinbarten. Demnach wies der Beschuldigte daraufhin, dass er 
selbst erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden sei und sich in 
einem Scheidungsverfahren befinde und seine finanzielle Situation prekär 
sei, zumal seine Konten gesperrt seien. Er bat D._____ um finanzielle Un-
terstützung. Demgemäss ging es entgegen dem Vorbringen der Beschwer-

 - 17 - 
 

 

deführerin 1 stets (auch) um eine persönliche Unterstützung für den Be-
schuldigten. Wohl wies dieser darauf hin, dass damit auch dem Beschwer-
deführer 2 geholfen werde. Dies durften die Beschwerdeführer sicher so 
verstehen, dass der Beschuldigte das erhaltene Geld auch für den Be-
schwerdeführer 1 einsetzen wollte (etwa zur Finanzierung eines Privatgut-
achtens) und er sich auch sonst für ihn einsetzen werde (Anstellung, Miet-
wohnung etc.). Davon, dass der Beschuldigte das Geld ausschliesslich für 
den Beschwerdeführer 2 hätte ausgeben müssen, kann angesichts der kla-
ren Aussagen von D._____ aber keine Rede sein.  
 
Im Weiteren gilt es auch darauf hinzuweisen, dass dem Beschuldigten nicht 
einfach zu einem Zeitpunkt ein bestimmter Betrag übergeben wurde. Viel-
mehr fragte der Beschuldigte D._____ jeweils an, ob die Beschwerdefüh-
rerin 1 konkrete Rechnungsbeträge (pro Anfrage erwähnte er meist meh-
rere) wie beispielsweise Fr. 146.50, Fr. 914.85, oder Fr. 6'240.00 bezahlen 
könne. Angaben, um was für Rechnungen es sich jeweils gehandelt haben 
soll, machte er jedoch nicht (Beilage 17/1-17/9 zur Strafanzeige vom 
28. Mai 2021; Ordner 2, Register 5). Auch diese unspezifischen Anfragen 
sprechen dafür, dass nicht verabredet worden war, dass das Geld aus-
schliesslich für den Beschwerdeführer 2 zu verwenden war, zumal nicht 
ersichtlich ist und von der Beschwerdeführerin 1 auch nicht dargelegt wird, 
um was für Rechnungen es sich denn hätte handeln können, welche der 
Beschuldigte für den Beschwerdeführer 2 jeweils hätte bezahlen müssen. 
Zudem wies der Beschuldigte in der Anfrage um 19.32 Uhr auf Beilage 17/5 
(Beilage zur Strafanzeige vom 28. Mai 2021; Ordner 2, Register 5) noch 
ausdrücklich darauf hin, dass er selbst nicht in der Lage sei, die Rechnung 
zu bezahlen. Es handelt sich hier um einen klaren Hinweis, dass es dem 
Beschuldigten um ein Darlehen für die Bezahlung eigener Forderungen 
ging und nicht um Rechnungen, welche für den Beschwerdeführer 2 be-
zahlt werden mussten. Denn wäre es um Rechnungen betreffend den Be-
schwerdeführer 2 gegangen, hätte es sich von selbst verstanden, dass der 
Beschuldigte diese Kosten nicht selbst zu tragen hätte. In diesem Fall hätte 
er nicht auf seine eigene finanzielle Situation hinweisen müssen.  
 
Vor diesem Hintergrund mag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass der 
Beschuldigte am 11. September 2019 (Beilage 2 zur Strafanzeige vom 
28. Mai 2021; Ordner 2, Register 5), also lange nach Auszahlung der Gel-
der (Zeitraum 7. Mai 2018 bis 9. Mai 2019), bestätigte, Fr. 107'953.65 
"zwecks Verwendung im Interesse von B._____" als Darlehen erhalten zu 
haben. Denn die Wendung "zwecks Verwendung im Interesse von 
B._____" ist im oben dargestellten Sinn zu verstehen, nämlich dass der 
Beschuldigte selbst zuerst wieder seine Situation stabilisieren musste, um 
gegenüber dem Obergericht ein stabiles Umfeld für den Beschwerdefüh-
rer 2 präsentieren zu können. 
 

 - 18 - 
 

 

Im Weiteren kann der Beschwerdeführerin 1 zwar durchaus zugestimmt 
werden, wenn sie ausführt, die Aussagen des Beschuldigten seien hinsicht-
lich der von ihm insgesamt erhaltenen Zahlungen widersprüchlich und es 
handle sich hierbei um Schutzbehauptungen. Tatsächlich sind die Aussa-
gen des Beschuldigten voller Widersprüche, wenn er ausführt, er habe 
Fr. 94'000.00 für den Beschwerdeführer 2 und Fr. 67'000.00 als Darlehen 
für sich selbst erhalten (Frage 14 der Einvernahme vom 17. Mai 2022; Ord-
ner 3, Register 4), in diesem Zusammenhang dann aber auf die hand-
schriftliche Zusammenstellung der Beschwerdeführerin 1 verweist, auf wel-
cher ein Betrag von insgesamt Fr. 121'365.20 (Beilage 18 zur Strafanzeige 
vom 28. Mai 2021; Ordner 2, Register 5) ausgewiesen wird, nur um dann 
direkt in der nachfolgenden Frage 15 zu bestätigen, dass der von ihm am 
11. September 2019 anerkannte Betrag von Fr. 107'953.65 richtig sei (Bei-
lage 2 zur Strafanzeige vom 28. Mai 2021; Ordner 2, Register 5) und dann 
einige Fragen später sich in weitere Widersprüche verstrickt, indem er aus-
sagt, auf der handschriftlichen Aufstellung der Beschwerdeführerin 1 fehl-
ten Auszahlungen an ihn in Höhe von mindestens Fr. 50'000.00 
(Frage 21 ff.). 
 
Allerdings sind auch die Angaben der Beschwerdeführerin 1 und diejenigen 
von D._____ hinsichtlich des ausbezahlten Betrags nicht widerspruchsfrei. 
Denn wie bereits erwähnt, liessen sie vom Beschwerdeführer am 11. Sep-
tember 2019 (Beilage 2 zur Strafanzeige vom 28. Mai 2021; Ordner 2, Re-
gister 5) einerseits eine Erklärung unterzeichnen, wonach dem Beschuldig-
ten insgesamt ein Betrag von Fr. 107'953.65 ausbezahlt worden sei. Ande-
rerseits legten sie aber auch eine handschriftliche Aufstellung der Be-
schwerdeführerin 1 vor, wonach dem Beschuldigten insgesamt der Betrag 
von Fr. 121'365.20 (Beilage 18 zur Strafanzeige vom 28. Mai 2021; Ordner 
2, Register 5) übergeben worden sei. Die von der Beschwerdeführerin 1 für 
diese Diskrepanz vorgebrachte Erklärung, sie habe dem Beschuldigten am 
19. Februar 2019 nicht den Betrag von Fr. 13'412.00, sondern auf Wunsch 
des Beschuldigten bloss ein weisses Couvert, auf dem der Betrag von 
Fr. 13'412.00 vermerkt gewesen sei, übergeben, da der Beschuldigte ge-
sagt habe, er werde das Couvert selbst füllen, ist reichlich unglaubhaft 
(Frage 109 der Einvernahme vom 3. Juni 2022; Ordner 3, Register 6). Ein 
solches Vorgehen macht überhaupt keinen Sinn. Entsprechend erschliesst 
sich der Beschwerdekammer ebenso wie bereits der Staatsanwaltschaft 
Baden letztlich nicht mit der gebotenen Klarheit, welchen Betrag die Be-
schwerdeführerin 1 dem Beschuldigten nun tatsächlich übergeben hat.  
 
Letztlich mag aber auch offenbleiben, welcher Betrag dem Beschwerdefüh-
rer übergeben wurde, da es wie dargelegt für sämtliche Zahlungen an einer 
verbindlichen Zweckabrede (Verwendung ausschliesslich für den Be-
schwerdeführer 2) fehlt, welche Voraussetzung für eine Veruntreuung von 
Vermögenswerten wäre. 
 

 - 19 - 
 

 

Ebenfalls offengelassen werden kann bei dieser Sachlage, welchen Betrag 
der Beschuldigte der Beschwerdeführerin 1 zurückbezahlt oder für den Be-
schwerdeführer 2 verwendet hat bzw. welchen Betrag der Beschuldigte der 
Beschwerdeführerin 1 noch schuldet (der Beschuldigte anerkennt 
Fr. 18'706.10 [Frage 13 der Einvernahme vom 17. Mai 2022, Ordner 3, Re-
gister 4] zu schulden, die Beschwerdeführerin 1 beziffert den Betrag auf 
Fr. 42'531.15). 
 
Bei dieser Sachlage durfte die Staatsanwaltschaft Baden auch auf die Ein-
vernahme des Beschwerdeführers 2 verzichten. Wie dargelegt ist massge-
bend, ob zwischen dem Beschuldigten und D._____ (welche für die Be-
schwerdeführerin 1 mit dem Beschuldigten in Kontakt stand) hinsichtlich 
des übergebenen Geldes eine verbindliche Zweckabrede getroffen wurde. 
Nach den Aussagen von D._____ steht fest, dass dies nicht der Fall war. 
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, welchen Nutzen eine Einvernahme 
des Beschwerdeführers 2 noch hätte, zumal sich dieser im relevanten Zeit-
raum im Straf- bzw. Massnahmenvollzug befand und zur Klärung des Sach-
verhalts – wenn überhaupt – nur wenig aus eigener Wahrnehmung beitra-
gen könnte. Insbesondere war er selbst nicht an den Gesprächen und Ver-
handlungen zwischen dem Beschuldigten und D._____ bzw. der Be-
schwerdeführerin 1 beteiligt.  
 
Ebenfalls ist nicht ersichtlich, welchen Nutzen der Beizug der Akten betref-
fend das Strafverfahren gegen E._____ für die Klärung des vorliegend re-
levanten Sacherhalts haben könnte. Wie der Beschuldigte zu Recht aus-
führt, geht es im Strafverfahren gegen E._____ um Vermögensdelikte von 
E._____ zum Nachteil des Schwimmbadbau-Unternehmens. Hierbei han-
delt es sich um einen Sachverhalt, der mit dem im vorliegenden Strafver-
fahren zu klärenden in keinem Zusammenhang steht.  
 
8.3. 
8.3.1. 
Wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an andern Rechten zu 
schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu 
verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift 
oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten 
Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkun-
det oder beurkunden lässt, eine Urkunde dieser Art zur Täuschung ge-
braucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft 
(Art. 251 Ziff. 1 StGB). Der Tatbestand der Urkundenfälschung gemäss 
Art. 251 Ziff. 1 StGB stellt sowohl die eigentliche Urkundenfälschung wie 
auch die Falschbeurkundung unter Strafe. Die Urkundenfälschung im en-
geren Sinne erfasst das Herstellen einer unechten Urkunde, deren wirkli-
cher Aussteller mit dem aus ihr ersichtlichen Urheber nicht identisch ist. 
Demgegenüber betrifft die Falschbeurkundung die Errichtung einer echten, 

 - 20 - 
 

 

aber unwahren Urkunde, bei der der wirkliche und der in der Urkunde ent-
haltene Sachverhalt nicht übereinstimmen. Die Falschbeurkundung erfor-
dert eine qualifizierte schriftliche Lüge. Eine solche wird nur angenommen, 
wenn dem Schriftstück eine erhöhte Glaubwürdigkeit zukommt und der Ad-
ressat ihm daher ein besonderes Vertrauen entgegenbringt. Das ist der 
Fall, wenn allgemeingültige objektive Garantien die Wahrheit der Erklärung 
gegenüber Dritten gewährleisten, die gerade den Inhalt bestimmter Schrift-
stücke näher festlegen. Blosse Erfahrungsregeln hinsichtlich der Glaub-
würdigkeit irgendwelcher schriftlicher Äusserungen genügen dagegen 
nicht, mögen sie auch zur Folge haben, dass sich der Geschäftsverkehr in 
gewissem Umfang auf die entsprechenden Angaben verlässt (BGE 138 IV 
130 E. 2.1 m.w.N.). 
 
Wird die Erklärung dem anderen durch Täuschung abgelistet, entsteht eine 
unechte Urkunde dann, wenn dem Erklärenden das Bewusstsein fehlt, eine 
Erklärung abzugeben, oder er gar nicht merkt, dass er eine rechtserhebli-
che Erklärung abgibt bzw. unterzeichnet (beispielsweise Bitte um ein an-
gebliches Autogramm). Eine Täuschung über den Inhalt der Erklärung be-
rührt dagegen die Echtheit der Urkunde nicht. In diesem Fall liegt allenfalls 
eine mittelbare Falschbeurkundung vor (BOOG, in: Basler Kommentar, 
Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 27 zu Art. 251 StGB). 
 
8.3.2. 
Die Beschwerdeführerin 1 wirft dem Beschuldigten vor, er habe Quittungen 
bzw. Bestätigungen, wonach der Beschwerdeführerin 1 (in bar) die Beträge 
von Fr. 8'360.50 (11. März 2019), Fr. 13'942.90 (11. März 2019), 
Fr. 94'000.00 (11. Dezember 2019), Fr. 46'005.00 (19. April 2020), 
Fr. 22'455.60 (19. April 2020) und Fr. 28'106.00 (19. April 2020) zurücker-
stattet worden seien (Beilagen 28/1-3 zur Strafanzeige vom 28. Mai 2021 
und Beilagen 50/1-3 zur Eingabe vom 18. August 2021; Ordner 2, Regis-
ter 5) der Beschwerdeführerin 1 unter dem Vorwand zur Unterzeichnung 
vorgelegt, dass diese Dokumente notwendig seien, um den Auftrag an die 
Bank, diese Beträge an die Beschwerdeführerin 1 zurückzuzahlen, auszu-
lösen. 
 
Nach dem von der Beschwerdeführerin 1 erhobenen Tatvorwurf fehlte es 
der Beschwerdeführerin 1 bei der Unterzeichnung der Quittungen bzw. Be-
stätigungen nicht generell an einem Erklärungsbewusstsein. Diese war sich 
sehr wohl im Klaren, dass sie eine rechtserhebliche Erklärung abgibt. Ent-
sprechend scheidet eine Strafbarkeit wegen mittelbarer Urkundenfäl-
schung im engeren Sinne aus. 
 
Es kommt daher nur eine mittelbare Falschbeurkundung in Betracht. Dies-
bezüglich wäre vorausgesetzt, dass die Beschwerdeführerin 1 über den In-
halt der von ihr ausgestellten Urkunden im Irrtum gewesen wäre. Die Be-

 - 21 - 
 

 

schwerdeführerin 1 macht indessen nicht geltend, dass die Beschwerde-
führerin 1 darüber im Zweifel gewesen wäre, dass sie Zahlungsquittungen 
bzw. Rückzahlungsbestätigungen ausstellt. Solches erschiene vernünf-
tigerweise denn auch kaum denkbar. Die von der Beschwerdeführerin 1 
unterzeichneten Quittungen bzw. Bestätigungen sind recht übersichtlich 
gestaltet und inhaltlich leicht verständlich. Wohl ist die Beschwerdeführe-
rin 1 nicht deutscher Muttersprache. Die Einvernahme mit ihr konnte jedoch 
ohne Beizug eines Übersetzers stattfinden. Entsprechend kann nicht ernst-
haft bezweifelt werden, dass sie inhaltlich verstand, was sie mit Unterzeich-
nung der Quittungen ("Betrag dankend erhalten") bzw. Bestätigungen ("Mit 
diesem Schreiben bestätigt Sie die Darlehensrückzahlung von [jeweiliger 
Betrag]") bestätigte. Entsprechend scheidet auch eine mittelbare Falschbe-
urkundung aus.  
 
Ob, wie die Beschwerdeführerin 1 geltend macht, die Beschwerdeführe-
rin 1 diese Bestätigungen bzw. Quittungen lediglich unterzeichnete, weil 
der Beschuldigte behauptet habe, er brauche diese Dokumente, um die 
Banküberweisung auslösen zu können – was allerdings wenig plausibel er-
scheint, bestätigte sie doch gemäss dem Titel der Bestätigungen 
("Betr; Darlehn Rückzahlung (Barzahlungen):") Bargeld erhalten zu haben 
– kann offenbleiben. Denn mit solchen oder vergleichbaren Behauptungen 
hätte der Beschuldigte sie nicht über den Inhalt der von ihr zu unterzeich-
nenden Urkunden getäuscht, sondern bloss über den Verwendungszweck 
dieser Urkunden. Entsprechend änderten solche Täuschungen nichts da-
ran, dass die Beschwerdeführerin 1 sich sehr wohl im Klaren gewesen 
wäre, welche rechtserhebliche Erklärung sie abgibt. Bei dieser Sachlage 
kann nicht gesagt werden, die Beschwerdeführerin 1 habe als willenloses 
Werkzeug des Beschuldigten gehandelt.  
 
Im Weiteren käme eine (mittelbare) Falschbeurkundung vorliegend auch 
deshalb nicht in Betracht, weil den von der Beschwerdeführerin 1 ausge-
stellten Quittungen bzw. Bestätigungen keine erhöhte Glaubwürdigkeit zu-
kommt. Es sind keine allgemeingültigen objektiven Garantien ersichtlich, 
welche die Wahrheit der ausgestellten Quittungen bzw. Bestätigungen ge-
genüber Dritten gewährleisten würden. Richtig ist zwar, dass eine Quittung 
von Gesetzes wegen einen gewissen Beweiswert hat. So kann sie dem 
Schuldner den Beweis für das Erlöschen seiner Verpflichtung erleichtern, 
indem sie eine Vermutung aufstellt, dass die erwähnte Schuld tatsächlich 
erloschen ist. Das Ziel der Art. 88 und 89 OR besteht jedoch lediglich darin, 
den Nachweis der Zahlung zu erleichtern, und nicht darin, Dritten zu garan-
tieren, dass der Inhalt der Quittung der Realität entspricht. Es gibt keinen 
Grund, die Quittung anders als ein in einfacher Schriftform geschlossenen 
Vertrag zu beurteilen, zu dem das Bundesgericht ausgeführt hat, dass er 
allein nicht beweist, dass sein Inhalt richtig ist, insbesondere nicht, dass 
kein Willensmangel oder keine Simulation vorliegt. Folglich ist eine mit ei-
ner Quittung versehene Rechnung an sich von Gesetzes wegen nicht mit 

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einer ausreichenden objektiven Garantie ausgestattet, um Gegenstand ei-
ner Falschbeurkundung zu sein. Einer Quittung kann daher höchstens 
dann eine erhöhte Glaubwürdigkeit zukommen, wenn diese aufgrund der 
Person, welche sie ausgestellt hat, eine besondere Glaubwürdigkeit zu-
kommt (vgl. hierzu eingehend BGE 121 IV 131 E. 2c). Dies ist hier indessen 
nicht der Fall.  
 
8.4. 
Demgemäss erliess die Staatsanwaltschaft Baden zu Recht eine (Teil-)Ein-
stellungsverfügung hinsichtlich der von den Beschwerdeführern erhobenen 
Tatvorwürfe der Veruntreuung und der Urkundenfälschung.  
 
9.  
9.1. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdever-
fahrens den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung aufzuerlegen 
(Art. 428 Abs. 1 i.V.m. Art. 418 Abs. 2 StPO; DOMEISEN, in: Basler Kom-
mentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 6 zu 
Art. 418 StPO). Auch haben die Beschwerdeführer bei diesem Verfahrens-
ausgang keinen Anspruch auf eine Entschädigung. 
 
9.2. 
9.2.1. 
Die Entschädigung der beschuldigten Person für die angemessene Aus-
übung ihrer Verfahrensrechte geht bei einer Einstellung des Strafverfah-
rens oder bei einem Freispruch zulasten des Staates, wenn es sich um ein 
Offizialdelikt handelt (Art. 429 Abs. 1 StPO), und zulasten der Privatkläger-
schaft, wenn es um ein Antragsdelikt geht (Art. 432 Abs. 2 StPO). Dies gilt 
aufgrund von Art. 310 Abs. 2 StPO auch im Falle einer Nichtanhandnahme. 
Im Berufungsverfahren betreffend Offizialdelikte wird die unterliegende Pri-
vatklägerschaft entschädigungspflichtig, im Beschwerdeverfahren hinge-
gen der Staat. Geht es um ein Antragsdelikt, wird sowohl im Berufungs- als 
auch im Beschwerdeverfahren die Privatklägerschaft entschädigungs-
pflichtig (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 Abs. 2 StPO; vgl. BGE 147 IV 47 
E. 4.2.6).  
 
9.2.2. 
Bei der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB (sofern sie nicht zum 
Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen verübt wird) und der 
Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) handelt es sich um Offizialde-
likte. Demgemäss ist der Beschuldigte aus der Staatskasse zu entschädi-
gen.  
 

 - 23 - 
 

 

9.3. 
9.3.1. 
Gemäss § 9 Abs. 1 AnwT bemisst sich die Entschädigung in Strafsachen 
nach dem angemessenen Zeitaufwand des Anwalts. Nach § 9 Abs. 2bis 
AnwT beträgt der Stundenansatz in der Regel Fr. 240.00 und kann in ein-
fachen Fällen bis auf Fr. 200.00 reduziert und in schwierigen Fällen bis auf 
Fr. 270.00 erhöht werden. Auslagen und Mehrwertsteuer werden separat 
entschädigt. 
 
9.3.2. 
Der Verteidiger des Beschuldigten hat keine Kostennote eingereicht. Die 
Entschädigung ist von der Beschwerdekammer in Strafsachen daher er-
messensweise festzulegen. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass die 
Akten vergleichsweise umfangreich, die Sachlage wenig übersichtlich und 
das Beschwerdeverfahren von den Beschwerdeführern aufwändig geführt 
wurde. Allerdings wurde der Verteidiger bereits im Vorverfahren manda-
tiert, er musste sich entsprechend nicht neu in den Fall einarbeiten. Über-
dies beschränkte sich die von ihm eingereichte Beschwerdeantwort auf 
13 Seiten. Bei dieser Sachlage erscheint ein Aufwand von 8 Stunden an-
gemessen. Ein Abweichen vom Regelstundenansatz ist nicht angezeigt. 
Entsprechend ergibt sich ein Honorar von Fr. 1'920.00. Zusätzlich sind pau-
schale Auslagen (§ 13 Abs. 1 Satz 2 AnwT) von praxisgemäss 3% des Ho-
norars sowie 7.7% Mehrwertsteuerzuschlag zu berücksichtigen. Die Ent-
schädigung beträgt demgemäss (gerundet) Fr. 2'130.00. 
 
9.4. 
Der Beschwerdeführer 2 ersucht für das vorliegende Verfahren um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege. Nach Art. 136 Abs. 1 StPO gewährt 
die Verfahrensleitung der Privatklägerschaft für die Durchsetzung ihrer Zi-
vilansprüche ganz oder teilweise die unentgeltliche Rechtspflege, wenn die 
Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Zivil-
klage nicht aussichtslos erscheint. Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass der 
Beschwerdeführer 2 durch die angebliche Veruntreuung bzw. Urkundenfäl-
schung unmittelbar geschädigt worden wäre. Demgemäss muss die Zivil-
klage als aussichtslos beurteilt und das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege abgewiesen werden. 
 
9.5. 
Der Beschuldigte beantragte, die Beschwerdeführer seien zu verpflichten, 
für die Parteientschädigung des Beschuldigten eine Sicherheit in Höhe von 
Fr. 5'000.00 zu leisten. Wie oben in E. 9.3.2 ausgeführt, geht es vorliegend 
um Offizialdelikte, weshalb der Beschuldigte aus der Staatskasse und nicht 
durch die Beschwerdeführer zu entschädigen ist. Bei dieser Sachlage ist 
das Sicherstellungsbegehren abzuweisen, soweit es nicht ohnehin gegen-
standslos ist. 

  

 - 24 - 
 

 

   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 
 
1. 
Auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 wird nicht eingetreten. Die 
Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 wird abgewiesen. 
 
2. 
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 116.00, zusammen 
Fr. 1'116.00, werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbar-
keit auferlegt. 
 
3. 
Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Beschuldigten für das Be-
schwerdeverfahren eine Entschädigung von Fr. 2'130.00 (inkl. Auslagen 
und MwSt.) auszurichten. 
 
4. 
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege des Be-
schwerdeführers 2 wird abgewiesen. 
 
5. 
Das Sicherstellungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen, soweit 
es nicht gegenstandslos ist. 
 
 

   

Zustellung an: 
[…] 
 
Mitteilung an: 
[…] 
 
 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 
 
Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-
lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-
sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 
(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 
 
Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 
 

 - 25 - 
 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
 

   

Aarau, 5. Januar 2024 
 
Obergericht des Kantons Aargau 
Beschwerdekammer in Strafsachen 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber 
 
 
 
Richli Bisegger