# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4be3abeb-cd9d-5cd9-b419-a225f6920100
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 17.12.2012 SB120181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120181_2012-12-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120181-O/U/eh 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic.iur. S. Volken und 

lic.iur. Ch. Prinz sowie der Gerichtsschreiber lic.iur. P. Rietmann 

Urteil vom 17. Dezember 2012 

in Sachen 
 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic.iur. B. Groth,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 
 

sowie 
 

A._____,  
Privatkläger und II. Berufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. X._____ 
 

gegen 
 

B._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter sowie Anschlussberufungskläger  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic.iur. Y._____ 

betreffend 

versuchte Tötung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung,  
vom 19. Dezember 2011 (DG110204)  
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 18. Juli 

2011 (Urk. 36) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 72 und 75) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die  

Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 Monate, abzüglich 91 Tage, die durch  

Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB 

(Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.  

5. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen vom  

24. August 2009 ausgefällten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 100.– wird widerrufen. 

Die Geldstrafe ist zu bezahlen. 

6. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts Zürich vom 4. Februar 2011 angeord-

nete Kontaktsperre wird mit Eintritt der Rechtskraft aufgehoben. 

7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. Mai 2011  

beschlagnahmte Glas-Pitcher (Sachkautionsnummer …) wird der Berechtigten nach  

Eintritt der Rechtskraft herausgegeben. 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  

Gegenstände 

− 1 hellbeige Hose (Asservat-Nr. …) 

- 3 - 

− 1 rot/schwarzes Gilet (Asservat-Nr. …) 

− 1 gemusterter Pullover (Asservat-Nr. …) 

werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft heraus-

gegeben.  

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  

Gegenstände 

− 1 blau/graue Jeanshose (Asservat-Nr. …) 

− 1 schwarzes T-Shirt (Asservat-Nr. …) 

werden C._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.  

10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  

Gegenstände 

− 1 blaue Jeanshose (Asservat-Nr. …) 

− 1 schwarze Windjacke (Asservat-Nr. …) 

werden D._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.  

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  

Gegenstände 

− 1 Paar Schuhe (Asservat-Nr. …) 

− 1 hellgrauer Kapuzenpullover (Asservat-Nr. …) 

− 1 blaue Jeanshose mit braunem Gürtel (Asservat-Nr. …) 

− 1 dunkelblaue Jacke (Asservat-Nr. …) 

− 1 blaues T-Shirt (Asservat-Nr. …) 

werden A._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.  

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der E._____ [Versicherung] anstelle des Privatklägers 

A._____ (Unfall-Nr. …) gemäss seiner Anerkennung Fr. 22'902.40 zu bezahlen. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 6'000.– zuzüglich  

5 % Zins ab dem 6. November 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschul-

digte Fr. 5'000.– anerkannt hat. 

 

 

- 4 - 

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr. 7'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 243.–   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 15'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 15'803.95   Auslagen Untersuchung 

Fr. 931.30   amtliche Verteidigung Untersuchung 

 

 

Fr.    unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft RA X._____ (ausste-
hend) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der zeitweiligen amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen  

Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen. 

16. (Mitteilungen.) 

17. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 104 S. 2): 

1. Der Beschuldigte sei schuldig der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr 

als 12 Monaten. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren. 

4. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen 

vom 24. August 2009 ausgefällten Geldstrafe sei nicht zu widerrufen. 

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b) der Staatsanwaltschaft (Urk. 102 S. 2): 

1. Der Beschuldigte sei wegen versuchter vorsätzlicher Tötung im Sinne von 

Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren zu bestrafen. 

3. Bezüglich der Anordnung einer Massnahme, des Widerrufs, des Zivilan-

spruchs, der Nebenfolgen des Urteils und den Kostenfolgen, soweit sie nicht 

schon in Rechtskraft erwachsen sind, sei das Urteil des Bezirksgerichts  

Zürich, 2. Abteilung, vom 19. April 2011 zu bestätigen. 

c) der Privatklägerschaft (Urk. 103 S. 1): 

1. In Abänderung von Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils vom 

19. Dezember 2011 sei der Beschuldigte wegen versuchter Tötung und  

wegen Angriffs schuldig zu sprechen und in schuldangemessener Weise zu 

bestrafen. 

2. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 13 des vorinstanzli-

chen Urteils weiter zu verpflichten, dem Privatkläger eine angemessene  

Genugtuung von CHF 35'000.– zuzüglich 5% Zins seit 6. November 2010 zu 

bezahlen. 

3. Ausgangsgemäss seien die Verfahrenskosten dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Nachdem der angefochtene erstinstanzliche Entscheid am 19. Dezember 2011 

ergangen ist, gelten die Bestimmungen der schweizerischen Strafprozessordnung 

(Art. 448 und Art. 454 Abs. 1 StPO). 

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2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

19. Dezember 2011 wurde der Beschuldigte B._____ der versuchten schweren 

Körperverletzung sowie des Angriffs schuldig gesprochen und mit einer Freiheits-

strafe von 36 Monaten bestraft, wobei ihm für die Hälfte der Freiheitsstrafe der 

bedingte Strafvollzug gewährt wurde. Zudem wurde eine bedingt aufgeschobene 

Geldstrafe vollziehbar erklärt und es wurde für den Beschuldigten eine ambulante 

Massnahme angeordnet, wobei der Strafvollzug nicht zugunsten des Mass-

nahmevollzugs aufgeschoben wurde (Urk. 75 S. 140f.). Gegen diesen Entscheid 

meldeten die Anklagebehörde und der Privatkläger durch seinen unentgeltlichen 

Rechtsvertreter mit Eingaben vom 22. respektive 28. Dezember 2011 innert  

gesetzlicher Frist Berufung an (Urk. 68 und 69; Art. 399 Abs. 1 StPO). Die  

Berufungserklärungen der genannten Parteien gingen ebenfalls innert gesetzli-

cher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Urk. 76 und 79; Art. 399 Abs. 3 StPO). 

Die Verteidigung hat mit Eingabe vom 15. Mai 2012 innert Frist Anschluss-

berufung erhoben (Urk. 83; Art. 400 Abs. 2f. und Art. 401 StPO). Mit Präsidial-

verfügung vom 6. August 2012 wurde der bisher erbetene Verteidiger des  

Beschuldigten rückwirkend per 15. Mai 2012 als amtlicher Verteidiger bestellt 

(Urk. 96). Beweisergänzungsanträge wurden im Berufungsverfahren nicht gestellt 

(Urk. 76, 79 und 83; Urk. 102-104; Art. 389 Abs. 3 StPO). Die appellierenden  

Parteien haben ihre Berufungen jeweils teilweise beschränkt (Urk. 76, 79 und 83; 

Art. 399 Abs. 4 StPO).  

3. Demnach sind im Berufungsverfahren nicht angefochten  

- die vorinstanzliche Aufhebung der im Untersuchungsverfahren ange-

ordneten Kontaktsperre (Urteilsdispositiv-Ziff. 6)  

- die vorinstanzlichen Anordnungen betreffend die im Untersuchungs-

verfahren beschlagnahmten Gegenstände (Urteilsdispositiv-Ziff. 7-11) 

- die vorinstanzliche Verpflichtung des Beschuldigten zur Leistung von  

Schadenersatz an den Unfallversicherer des Privatklägers (Urteilsdispositiv-

Ziff. 12) 

- die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Urteilsdispositiv-Ziff. 14).  

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Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen 

(Art. 404 StPO). 

II. Schuldpunkt 

1.1. Dem Beschuldigten B._____ wird in der Sachverhaltsdarstellung der Ankla-

geschrift der Anklagebehörde vom 18. Juli 2011 zum einen zusammengefasst 

vorgeworfen, er habe am 6. November 2010, ca. um 00.25 Uhr, beim … in  

F._____, im Rahmen einer tätlichen Auseinandersetzung, an welcher insgesamt 

fünf Personen beteiligt gewesen seien, dem Privatkläger A._____ mit grosser 

Wucht einen ca. 1,8 Kilogramm schweren Bierbehälter aus Glas, einen sog. Pit-

cher, an den Kopf geschlagen, wodurch der Privatkläger einen Schädelknochen-

bruch mit einer Blutung, die zu einer Kompression des Gehirns, nicht jedoch zu 

einer Lebensgefahr oder bleibenden Nachteilen geführt habe, erlitten habe. Dabei 

habe der Beschuldigte um die Möglichkeit tödlicher Folgen für den Privatkläger 

gewusst und den Tod des Privatklägers gewollt oder zumindest in Kauf genom-

men (Urk. 36 S. 2f.). 

Weiter wird dem Beschuldigten B._____ - wiederum zusammengefasst - vorge-

worfen, im Rahmen der gleichen Auseinandersetzung einerseits bei einer Bau-

stelle eine Eisenhalterung ergriffen zu haben, in der Absicht diese gegen seine 

Kontrahenten einzusetzen, jedoch von Dritten daran gehindert worden zu sein; 

andererseits habe er bei der besagten Baustelle eine rot-weisse Baulatte ergriffen 

und diese dann vor dem Kontrahenten D._____ auf den Boden geworfen; 

schliesslich habe er versucht, den Kontrahenten D._____ mit den Fäusten zu 

schlagen, während D._____ von einem Mitglied aus der Gruppe des Beschuldig-

ten, G._____, festgehalten worden sei, ohne dabei D._____ jedoch zu treffen. Der 

Beschuldigte habe sich bewusst und gewollt aktiv am Angriff - auch - gegen 

D._____ beteiligt und zumindest in Kauf genommen, dass dieser einfache Kör-

perverletzungen erleide (Urk. 36 S. 2f.).   

Anklagevorwurf versuchte vorsätzliche Tötung: 

1.2. Vorab ist zum Ganzen allseits anerkannt, dass es zum fraglichen Datum am 

fraglichen Ort zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldig-

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ten B._____ und seinen Begleitern C._____ und G._____ auf der einen Seite und 

dem Privatkläger A._____ und seinem Begleiter D._____ auf der anderen Seite 

gekommen ist.  

Zur erstzitierten Sachverhaltsdarstellung sind die geschilderten Verletzungen des 

Privatklägers A._____ aufgrund entsprechender Arztberichte erstellt (Urk. 16/3 

und 16/6). Die Richtigkeit dieser Berichte wird seitens des Beschuldigten nicht 

angezweifelt. Er ist auch geständig, den fraglichen Schlag mit dem Glasbehälter 

gegen den Kopf des Privatklägers ausgeführt zu haben. Hingegen stellen Be-

schuldigter und Verteidigung die Umstände, die zum Schlag des Beschuldigten 

geführt haben sollen, anders dar als die Anklagebehörde in der Anklageschrift. 

Zusammengefasst soll es sich beim Schlag des Beschuldigten um eine Reaktion 

auf ein provozierendes, auch tätliches Verhalten des Privatklägers A._____ und 

seines Begleiters D._____ gehandelt haben. Schliesslich macht die Verteidigung 

geltend, die Verletzungen des Privatklägers hätten nicht nur aus dem inkriminier-

ten Schlag des Beschuldigten resultiert, sondern auch aus einer in einem späte-

ren Zeitpunkt der Auseinandersetzung erfolgten und nicht dem Beschuldigten zu-

zuschreibenden Einwirkung auf den Privatkläger (Urk. 64 und 104).  

1.3. Zur Erstellung des doch in wesentlichen Teilen bestrittenen Sachverhalts sind 

die folgenden Beweismittel zu würdigen:  

- Die Aussagen der direkt Beteiligten, d.h. des Beschuldigten B._____, dessen 

Begleiter C._____ und G._____ sowie des Privatklägers A._____ und dessen  

Begleiters D._____ 

- die Aussagen der nicht an der Auseinandersetzung beteiligten Augenzeugen 

des Vorfalls, H._____, I._____, J._____, K._____ und L._____ 

- die medizinischen Berichte und Gutachten zu den Verletzungen des Privat-

klägers und schliesslich 

- die Aufzeichnungen der am Tatort installierten Video-Überwachungskamera.  

1.4. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung angeführt, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen 

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ist (Urk. 75 S. 9f. und S. 12; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ferner hat sie zutreffend fest-

gestellt, dass sämtliche Beweismittel prozessual verwertbar sind, mit der einzigen 

Einschränkung, dass die Aussagen G._____s nicht zulasten des Beschuldigten 

zu verwerten sind (Urk. 75 S. 79); dies wird im Berufungsverfahren von keiner 

Seite beanstandet. Sodann hat die Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit der Direktbe-

teiligten erwogen, deren Aussagen seien "mit Vorsicht" zu würdigen (Urk. 75 

S. 10ff.). Dies ist zwar korrekt, jedoch wenig aussagekräftig, da sämtliche  

Beweismittel im Rahmen einer Beweiswürdigung vorsichtig zu würdigen sind. 

Entscheidend ist aber der zutreffende Hinweis der Vorinstanz, dass die Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen entscheidender ist als die Glaubwürdigkeit der Aussagenden 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_692/2011 E.1.4.; BGE 133 I 33 E. 4.3). 

1.5. Die Vorinstanz hat in den Erwägungen des allseits angefochtenen Entschei-

des die obzitierten Beweismittel, namentlich die Aussagen der Direktbeteiligten 

sowie der Augenzeugen, äusserst detailliert wiedergegeben, worauf vollumfäng-

lich zu verweisen ist (Urk. 75 S. 15-78).  

1.6. Absatz 1 des Anklagesachverhalts, wonach zwischen dem Beschuldigten und 

C._____ auf der einen und dem Privatkläger und D._____ auf der anderen Seite 

eine verbale Auseinandersetzung stattgefunden hat, ist einerseits durch die Aus-

sagen der Beteiligten erstellt und auch nicht bestritten. Absolut korrekt ist die 

diesbezügliche Bemerkung der Vorinstanz, dass öffentliches Urinieren, insbeson-

dere in unmittelbarer Nähe anderer Personen, eine Provokation darstellt (Urk. 75 

S. 81). Wer - wie vorliegend der Beschuldigte und C._____ - neben anderen Per-

sonen öffentlich und an einem stark frequentierten Ort in eine Hecke uriniert, darf 

sich weder darüber wundern noch aufregen, dass er verbal gemassregelt wird, 

selbst wenn dies unverblümt und harsch ausfällt. Keinesfalls geben solche be-

rechtigten Kommentare dem Gemassregelten einen entschuldigenden Anlass, 

gegen sich entsprechend äussernde Personen aggressiv zu werden.  

Wenn der Beschuldigte und die Verteidigung geltend machen, der Schlag des 

Beschuldigten gegen den Privatkläger sei als unmittelbare Folge eines Angriffs 

gegen seinen Begleiter C._____ erfolgt (Urk. 60 S. 6; Urk. 64 S. 9; Urk. 104 S. 6 

ff.), ist zunächst festzuhalten, dass dies nicht mit den diesbezüglichen Aussagen 

der übrigen Beteiligten korrespondiert. C._____ selbst schilderte nie, geschlagen  

- 10 - 

worden zu sein (Urk. 10/4 S. 3: "Ich (C._____) habe keinen Schlag abbekommen 

und auch nicht mitbekommen, dass ein solcher ausgeführt worden wäre"; vgl. 

auch Urk. 10/7 S. 3f.). D._____ hat angegeben, im fraglichen Zeitraum keine 

Schläge ausgeteilt zu haben (Urk. 10/15 S. 3 und S. 5). G._____ hat geschildert, 

er habe D._____ "zur Seite genommen, dieser wehrte sich nicht" (Urk. 10/9 S. 2). 

Diese Aussagen von D._____ und G._____ sprechen dafür, dass D._____ zu 

diesem Zeitpunkt mit G._____ beschäftigt und somit gar nicht in der Lage war, 

C._____ zu schlagen (Urk. 10/9 S. 2; Urk. 10/15 S. 6). Der Beschuldigte gab an-

lässlich seiner Einvernahmen entgegen all dieser Aussagen wiederholt zu Proto-

koll, dass D._____ gegen C._____ geschlagen habe, wobei er angab, dass letzte-

rer sich geduckt und sich die Arme schützend über den Kopf gehalten habe, um 

dem Schlag auszuweichen, worauf C._____ durch den Schlag vermutlich nicht 

richtig getroffen worden sei (Urk. 8/1 S. 5; Urk. 8/2 S. 2; Urk. 8/3 S. 2 und 7). Die 

diesen Sachverhaltsabschnitt betreffende Videosequenz lässt keinen Schlag von 

D._____ gegen C._____ erkennen, zeigt jedoch, dass eine Person aus der Grup-

pe um den Beschuldigten kurz vor dem Schlag des Beschuldigten gegen den Pri-

vatkläger nach links zurückweicht, stolpert oder gar stürzt (Urk. 12/3, Zeit 

00:29:06ff.). Ein Schlag gegen C._____, wie ihn der Beschuldigte geltend macht, 

lässt sich aufgrund des Videomaterials und vor dem Hintergrund der Aussagen 

der übrigen Beteiligten jedoch nicht objektiv erstellen. Denkbar ist aber, dass der 

Beschuldigte diese auf der Aufnahme erkennbare Bewegung nach links als ein 

Ausweichen von C._____ interpretiert hat. Selbst vor diesem Hintergrund ist je-

doch anzumerken, dass der Beschuldigte kurz vor Ausführung seines Schlages 

gegen den Privatkläger in keiner Art und Weise bedrängt wurde und dass seine 

Ausführungen, er sei mit dem Pitcher dazwischen gegangen, um sich und 

C._____ zu schützen bzw. um zu schlichten (Urk. 8/1 S. 5; Urk. 8/2 S. 2; Urk. 8/3 

S. 2 und 5) sowohl in der Videoaufnahme als auch in sämtlichen Aussagen der 

übrigen Beteiligten keinerlei Stütze finden. Somit sind die Absätze 1 und 2 der 

Anklageschrift entgegen den Bestreitungen des Beschuldigten und der Verteidi-

gung dahingehend rechtsgenügend erstellt, dass G._____ zur Gruppe trat und 

D._____ am Kragen packte sowie dass der Beschuldigte darauf - allenfalls nach 

einem von ihm wahrgenommenen Zurück- bzw. Ausweichen von C._____ - mit 

dem Glas-Krug gegen den Kopf des Privatklägers schlug. Dass es sich dabei um 

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eine sehr schwungvolle Schlagbewegung handelte und der Beschuldigte somit 

mit grosser Wucht zuschlug, ist auf der Aufnahme der Überwachungskamera klar 

zu sehen. Der Privatkläger ging denn auch sofort zu Boden (Urk. 12/3, Zeit 

00:29:10ff.). Auf dem Film ist sodann klar zu sehen, dass der Beschuldigte unmit-

telbar nachdem er den Privatkläger niedergeschlagen hatte, mehrmals wuchtig 

gegen den am Boden liegenden Privatkläger getreten hat. Selbst wenn er kurz vor 

seinem Schlag gegen den Privatkläger einen Schlag und ein auf diesen folgendes 

Zurückweichen von C._____ wahrgenommen haben will, kann er aufgrund der in 

der entsprechenden Videosequenz erkennbaren Situation - wie bereits erwähnt - 

nicht im Ernst geltend machen, dass dies erfolgte, weil er seinen Begleiter 

C._____ und sich habe "schützen" wollen (Urk. 60 S. 7). Vielmehr belegt dies ei-

ne im fraglichen Zeitpunkt ungezügelte Aggression des Beschuldigten.  

Die Verteidigung macht geltend, wesentliche Elemente des tatsächlichen Tatab-

laufs würden in der Anklageschrift nicht umschrieben, so namentlich ein tätlicher 

Angriff seitens der Gruppe des Privatklägers gegen C._____ (Urk. 64 S. 9). Dies-

bezüglich ist erneut darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte nicht bedrängt 

wurde und es auch keinen erkennbaren Anlass gab, einem seiner Begleiter zu 

Hilfe eilen zu müssen. Mit der überzeugenden Beweiswürdigung der Vorinstanz 

ist ferner erstellt, dass der Beschuldigte kurz vor seinem Schlag gegen den  

Privatkläger herumgeschrien hat, wobei der genaue Wortlaut offen bleiben kann; 

jedenfalls handelte es sich um laut und aggressiv geäusserte Androhungen  

physischer Gewalt (Urk. 75 S. 87f.). Infolge der diesbezüglichen Argumentation 

der Verteidigung ist schliesslich zu erstellen, wodurch die Verletzungen des  

Privatklägers verursacht wurden (Urk. 64 S. 15; Urk. 104 S. 14f.). Anerkannter-

massen schlug der Beschuldigte dem Privatkläger den Glas-Krug an den Kopf 

(Urk. 60 S. 6; Urk. 64 S. 8); dass dies mit grossem Schwung geschah, ist auf dem 

Überwachungsfilm ersichtlich (Urk. 12/3, Zeit 00:29:10f.). Ebenfalls auf dem Film 

ist ersichtlich, dass der Privatkläger am Schluss der Auseinandersetzung ein 

zweites Mal zu Fall kommt und dabei rücklings hinfällt (Urk. 12/3, Zeit 00:30:51). 

Gemäss dem ärztlichen Befund der Klinik M._____ vom 7. Dezember 2010 sowie 

dem Aktengutachten des IRM der Universität Zürich vom 29. März 2011 erlitt der 

Privatkläger eine grosse Rissquetschwunde sowie einen ausgedehnten, verscho-

benen, mehrteiligen Schädelknochenbruch frontal links mit Blutung im Bereich 

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des Bruchs und anschliessender Einblutung von Blutgefässen, wobei die notfall-

mässige chirurgische Behandlung dazu führte, dass keine konkrete Lebensgefahr 

eintrat. Verletzungen am Hinterkopf des Privatklägers wurden nicht geschildert, 

nicht einmal eine Beule oder ein Kratzer (Urk. 16/3 und 16/6).   

Entgegen der Verteidigung wurde der Privatkläger somit nicht "2-mal und von 

zwei verschiedenen Personen am Kopf verletzt". Er wurde - lediglich - zweimal 

(und von zwei verschiedenen Personen, nämlich das erste Mal durch den  

Beschuldigten und das zweite Mal mutmasslich durch G._____) zu Fall gebracht. 

Die massgeblichen Verletzungen resultierten jedoch gestützt auf die zitierten 

Arztberichte einzig aus dem Schlag des Beschuldigten. Bei der Darstellung der 

Verteidigung, der Privatkläger sei beim zweiten Fall "mit dem Kopf voll auf das 

Trottoir geknallt, was seine Verletzungen deutlich verschlimmert habe" (Urk. 64 

S. 15; Urk. 104 S. 15), handelt es sich gestützt auf den Videofilm und die Arzt-

berichte um eine tatsachenwidrige, zu Gunsten des Beschuldigten konstruierte - 

und widerlegte - Schutzbehauptung. Entscheidend dazu sind jedoch - und dies 

hat bereits die Vorinstanz zutreffend festgestellt (Urk. 75 S. 95f.) - nicht primär die 

tatsächlich erlittenen Verletzungen des Privatklägers (die in ihrer Intensität tat-

sächlich nicht über eine einfache Körperverletzung hinausgingen), sondern ist 

vielmehr, ob die Tathandlung des Beschuldigten geeignet war, beim Privatkläger 

lebensgefährliche oder gar tödliche Verletzungen zu verursachen. Dabei handelt 

es sich um eine Frage der Adäquanz und damit gemäss konstanter Praxis nicht 

um eine Tat-, sondern um eine Rechtsfrage (Entscheid des Bundesgerichts 

4A_540/2010 E. 1.1f.). 

2.1. Die Anklagebehörde hat den vorstehend erstellten Anklagesachverhalt als 

versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

eingeklagt und insistiert auch im Berufungsverfahren auf dieser rechtlichen Quali-

fikation (Urk. 76; Urk. 102). Der Verteidiger des Beschuldigten qualifiziert dessen 

Tat dagegen als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB (Urk. 104 S. 2 und 17ff.). Die Vorinstanz hat auf versuchte schwere Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB erkannt (Urk. 75 

S. 140).  

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2.2. Die Vorinstanz hat erwogen, der Beschuldigte habe den objektiven Tat-

bestand von Art. 111 StGB nicht erfüllt. Da gestützt auf das ärztliche Gutachten 

seine Tat jedoch geeignet gewesen sei, den Tod des Privatklägers zu verursa-

chen, könne ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vorliegen (Urk. 75  

S. 101). Zum Subjektiven hat die Vorinstanz vorab die theoretischen Grundsätze 

zum Vorsatz und zum Eventualvorsatz angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 75 

S. 102 bis 104).  

Anschliessend hat sie zusammengefasst erwogen, es gehöre zum Allgemein-

wissen eines Durchschnittsbürgers - und somit auch des überdurchschnittlich  

intelligenten Beschuldigten -, dass ein Schlag mit einem schweren Gegenstand 

von oben herab auf den Kopf eines Menschen zu schweren Verletzungen bis hin 

zum Tod führen könne, insbesondere wenn der Schlag mit grosser Wucht ausge-

führt werde. Der Beschuldigte habe sich trotz seiner gemessenen maximalen 

Blutalkoholkonzentration von 2.35 Gewichtspromillen zum Tatzeitpunkt als nicht 

erheblich betrunken, sondern nur als angetrunken bezeichnet; er habe nach  

eigener Einschätzung normal gehen können und keine verwaschene Sprache  

gehabt; er habe noch gewusst, was er mache. Damit sei - auch mit dem Gutach-

ter - von einer erhaltenen Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten auszugehen. Trotz 

seiner Alkoholisierung und momentanen Erregung sei dem Beschuldigten implizit 

bewusst gewesen, dass er den Privatkläger – angesichts der ausholenden, von 

oben nach unten ausgeführten Schwungbewegung – im empfindlichen Kopf-

bereich (sei es auf den Schädel, an die Seite ins Gesicht, in die Nase, Augen, 

Mund, Zähne und Kiefer) treffen könnte und dadurch beim Privatkläger schwere, 

allenfalls gar tödliche Verletzungen hervorrufen könnte. Es sei somit davon aus-

zugehen, dass der Beschuldigte die Tat mit Wissen (gemeint: um die Möglichkeit 

des Eintritts einer Lebensgefahr beim Privatkläger) im Sinne von Art. 12 Abs. 2 

StGB ausgeführt habe (Urk. 75 S. 104).  

2.3. Diese Erwägung ist im Resultat korrekt (vgl. Urk. 17/10 S. 44) und inhaltlich 

einzig dahingehend zu korrigieren, dass ein von oben nach unten ausgeübter 

Schlag "gegen Nase, Augen, Mund, Zähne und Kiefer" zwar empfindliche, nicht 

jedoch lebensgefährliche Verletzungen im Sinne des vorliegend interessierenden 

Tatbestandes verursachen kann. Dies ist in concreto jedoch unmassgeblich: Der 

- 14 - 

Beschuldigte hat gemäss vorstehendem Beweisresultat offensichtlich von oben 

nach unten in Richtung von Schädel, Stirn oder Schläfe des Privatklägers  

geschlagen. Die Inkaufnahme einer Verletzung von Nase, Augen, Mund, Zähnen 

oder Kiefer des Privatklägers im Sinne einer Entstellung oder Verstümmelung  

eines wichtigen Organs (Art. 122 Abs. 2 StGB) wird in der Anklageschrift auch 

nicht dargestellt.  

2.4. Die Vorinstanz hat weiter - zutreffend - erwogen, die entscheidende Frage 

sei, ob sich der Beschuldigte im Sinne eines Eventualvorsatzes damit abgefunden 

habe, den Privatkläger zu töten, wobei im Nachhinein "nicht allzu subtile Über-

legungen angestellt werden dürften" über einen in Sekundenbruchteilen gefassten 

Entschluss zu einer Tat, welche selbst nur etwa eine Sekunde gedauert habe 

(Urk. 75 S. 105).  

Entgegen seiner Darstellung sei der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt aggressiv 

gewesen und habe den starken Mann spielen wollen. Die zu beurteilende Tat sei 

als Eskalation einer erst lapidaren Auseinandersetzung erfolgt und ein Motiv des 

Beschuldigten für die Tötung des Privatklägers sei nicht ersichtlich gewesen. 

Zwar habe der Beschuldigte kurz vor dem Schlag herum geschrien, "er bringe alle 

um". Alleine diese eine Äusserung (von mehreren) des Beschuldigten zeige  

jedoch noch keine tatsächliche Bereitschaft zur Tötung eines Menschen mit ent-

sprechendem, konkret umrissenen Tatplan. Es habe sich vielmehr eher um eine 

unbedachte und unüberlegte, durch den Alkoholkonsum und die damit einher-

gehende Enthemmung geförderte Aussage gehandelt. Die Tat sei ein spontaner, 

zufälliger, unkontrollierter, durch die alkoholbedingte Enthemmung geförderter, 

sich blitzartig entladender, sinnloser, gewalttätiger Ausbruch gewesen. Dem  

Tatentschluss sei keinerlei Phase der Überlegung oder gar Planung hinsichtlich 

der Tötung eines Menschen vorausgegangen, sondern es sei eine krass unbe-

herrschte Handlung in erheblich alkoholisiertem Zustand gewesen.  

Sodann habe der Beschuldigte keinen gezielten Schlag gegen den Kopf des  

Privatklägers ausgeführt und er sei als Folge der Spontaneität des Schlages und 

seines alkoholisierten Zustands auch nicht in der Lage gewesen, gezielt eine  

sensible Stelle am Kopf des Privatklägers zu treffen. Der Beschuldigte habe einen 

- 15 - 

Treffer am Kopf des Privatklägers jedoch keinesfalls ausgeschlossen und damit - 

immerhin - in Kauf genommen.  

Angesichts der Wucht des Schlages habe das Risiko einer Gehirnerschütterung, 

einer Hirnverletzung infolge Schädelbruchs, einer Nervenverletzung, einer Organ-

schädigung oder einer Entstellung - übrigens auch aufgrund des nachfolgenden 

Sturzes des Privatklägers - bestanden. Bei Kopfverletzungen dränge sich jedoch 

ein tödlicher Verlauf, obgleich denkbar, nicht geradezu auf. Der Tod des Privat-

klägers sei damit ein mögliches Ergebnis des Schlages, nicht jedoch das nahelie-

gendste Ergebnis gewesen. Den Tod des Privatklägers als möglichen, entfernten 

Erfolg eines einzelnen Schlags mit dem Pitcher habe der Beschuldigte nicht 

ernsthaft in Betracht ziehen müssen. Damit habe er sich auch nicht mit einem  

tödlichen Ausgang abgefunden. Aufgrund der gesamten Umstände müsse sich für 

den Beschuldigten die allerfatalste Folge einer tödlichen Verletzung demnach 

nicht mit einer derartigen Wahrscheinlichkeit aufdrängt haben, als dass ver-

nünftigerweise nur davon ausgegangen werden könne, er habe den Erfolg in Kauf 

genommen. Der Beschuldigte habe damit den Tatbestand der eventualvor-

sätzlichen versuchten Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit  

Art. 22 Abs. 1 StGB nicht erfüllt (Urk. 75 S. 105-107). 

2.5. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist grundsätzlich überzeugend und im  

Resultat zu übernehmen: In objektiver Hinsicht hat der Beschuldigte mit seinem 

inkriminierten Schlag weder den Tod des Beschuldigten (Art. 111 StGB) noch  

lebensgefährliche Verletzungen (Art. 122 Abs. 1 StGB) verursacht (Urk. 16/6). 

Gemäss dem Aktengutachten des IRM war die Tatwaffe jedoch - zumindest - 

grundsätzlich geeignet, lebensgefährliche oder gar tödliche Verletzungen zu ver-

ursachen, wenn sie einem erwachsenen Menschen gegen den Kopf geschlagen 

werde (Urk. 16/6 S. 3).  

Der Beschuldigte war zum Tatzeitpunkt massiv alkoholisiert (Urk. 14/5) und ent-

sprechend enthemmt respektive reizbar. Sein Schlag mit dem Glas-Krug gegen 

den Privatkläger erfolgte als spontane, hitzige Reaktion auf eine Auseinanderset-

zung mit dem Privatkläger und dessen Begleiter D._____, welche ihn eigentlich  

explosionsartig jegliche Beherrschung verlieren liess. Dies ergibt sich mit der  

Vorinstanz aus dem Umstand, dass der Beschuldigte sich erst vergleichsweise 

- 16 - 

ruhig verhielt, um dann plötzlich in höchster Erregung los zu schreien und unver-

mittelt zuzuschlagen. Eine Überlegungsphase oder ein Plan hinsichtlich einer  

Tötung des Privatklägers bestand in der Tat nicht; dies wäre für die Annahme ei-

nes Eventualvorsatzes jedoch auch nicht notwendig. Relevant ist hingegen, dass 

der Beschuldigte nicht eigentlich gezielt zuschlug; wohl schlug er von oben nach 

unten, jedoch auch mit einer Drehbewegung in Richtung des Privatklägers. Er 

nahm mit Sicherheit in Kauf, diesen mit hoher Wahrscheinlichkeit wuchtig am 

Kopf oder einem anderen Körperteil zu treffen. Hätte er jedoch dem Privatkläger 

eigentlich den Schädel einschlagen wollen, wie die Anklagebehörde dies mit ihrer 

Anklage wegen versuchter Tötung behauptet, hätte er gezielter und mit einem  

geraden Schwung von oben nach unten zugeschlagen. Die vorgängigen verbalen 

Äusserungen des Beschuldigten kündigten mit der Vorinstanz den folgenden  

unkontrollierten Einsatz physischer Gewalt an, nicht jedoch verbunden mit der 

Absicht oder Inkaufnahme, dass dieser bei seinem Kontrahenten gleich zum Tod 

führen sollte. Entgegen der appellierenden Anklagebehörde (Urk. 76; Urk. 102) 

fehlte dem Beschuldigten zum Tatzeitpunkt das für die Erfüllung des subjektiven 

Tatbestandes der versuchten vorsätzlichen Tötung notwendige Willenselement.  

2.6. Die Vorinstanz hat schliesslich den Tatbestand von Art. 122 StGB angeführt 

und erwogen, der Beschuldigte habe ausdrücklich anerkannt, dass schwere  

Verletzungen ohne Weiteres eine mögliche Folge eines Schlags, wie er ihn  

ausführte, seien. Es sei dem Beschuldigten trotz seiner Alkoholisierung und  

momentanen Erregung implizit bewusst gewesen, dass er mit seinem Schlag 

beim Privatkläger schwere, allenfalls lebensgefährliche Verletzungen hervorrufen 

könnte. Der Beschuldigte habe die Tat demnach mit Wissen im Sinne von Art. 12 

Abs. 2 StGB ausgeführt. Das Risiko einer schweren Verletzung des Privatklägers 

sei sodann derart hoch gewesen und die Möglichkeit einer schweren Verletzung 

habe sich als Folge des Schlages als so wahrscheinlich aufgedrängt, dass das 

Verhalten des Beschuldigten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme einer  

schweren Verletzung ausgelegt werden könne, weshalb der Beschuldigte mit  

Bezug auf die schwere Körperverletzung eventualvorsätzlich gehandelt habe. 

Im vorliegenden Fall habe der Beschuldigte die subjektiven Tatbestandsmerkmale 

der vorsätzlichen schweren Körperverletzung erfüllt; da der tatbestandsmässige 

- 17 - 

Erfolg ausgeblieben sei, habe der Beschuldigte den Tatbestand der vollendet ver-

suchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt. Die tatsächlich resultierende einfache Körperver-

letzung des Privatklägers werde durch den erfüllten Tatbestand der versuchten 

schweren Körperverletzung konsumiert. Gemäss erstelltem Sachverhalt habe vor 

dem Schlag mit dem Glas-Pitcher zu keinem Zeitpunkt eine Situation bestanden, 

in welcher der Beschuldigte oder eine andere Person vom Privatkläger ange-

griffen worden wäre oder er mit einem drohenden, unmittelbaren Angriff zu rech-

nen gehabt hätte. Der Beschuldigte habe auch subjektiv keine vom Privatkläger 

ausgehende Bedrohungssituation für sich oder andere annehmen dürfen. Eine 

Notwehr- oder Putativnotwehrsituation liege damit nicht vor (Urk. 75 S. 108 bis 

111). 

2.7. Diese Einschätzungen der Vorinstanz sind im Wesentlichen zutreffend und zu 

übernehmen. In der Tat hat der Beschuldigte unumwunden sein Bewusstsein ein-

gestanden, dass ein Zuschlagen in der von ihm begangenen Art beim Getroffenen 

schwere Verletzungen verursachen kann (Urk. 60 S. 7f.). Beim spontanen,  

wuchtigen, jedoch nicht punkt-genau gezielten Schlag mit einem Glas-Krug im 

Rahmen einer Wirtshaus- oder Strassen-Schlägerei dürfte es sich eigentlich um 

einen Musterfall einer (je nach Verletzungsresultat: versuchten oder vollendeten) 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB handeln. In  

diesem Sinne beurteilte auch das Bundesgericht in seinem sehr aktuellen Urteil 

6B_336/2012 E.1.6. vom 29. Oktober 2012 einen gezielten Wurf eines schweren 

Bierglases aus knapp 2 Metern Distanz an den Kopf eines Geschädigten; ein  

gezielter Wurf eines schweren Bierglases kann betreffend Intensität der Ein-

wirkung, Art der Tatwaffe und Inkaufnahme der Verursachung einer schweren 

Körperverletzung zwanglos mit dem vorliegend zu beurteilenden Fall verglichen 

werden.  

Auch die von der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Prüfung einer Notwehr- 

bzw. Putativnotwehrsituation getätigten Ausführungen sind zu bestätigen. Selbst 

wenn angenommen wird, der Beschuldigte habe eine von ihm kurz vor Aus-

führung seines Schlages mit dem Pitcher wahrgenommene Bewegung als (miss-

glückten) Schlag von D._____ gegen C._____ interpretiert, kann aufgrund der 

- 18 - 

konkreten Situation keine putative Notwehr angenommen werden, richtete sich 

der Schlag des Beschuldigten doch nicht gegen den Verursacher der durch ihn 

wahrgenommenen Ausweichbewegung, sondern gegen den Privatkläger, wobei 

aufgrund der Videosequenz und der Zeugenaussagen nicht als erstellt erachtet 

werden kann, dass sich C._____ oder gar der Beschuldigte tatsächlich in Be-

drängnis befunden hätten. 

Der Beschuldigte ist daher insgesamt in Bestätigung des angefochtenen Ent-

scheides der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

Anklagevorwurf Angriff: 

3.1. Zur in Ziff. 1.1. vorstehend zweit-zitierten Sachdarstellung ist vorab zu  

bemerken, dass sich aus den Schilderungen, der Beschuldigte habe "um die 

Hausecke" eine Eisenhalterung ergriffen, sei jedoch an deren (deliktischen) Ver-

wendung durch Dritte gehindert worden, sowie, er habe eine rot-weisse Baulatte 

ergriffen und diese vor dem Kontrahenten D._____ auf den Boden geworfen, kein 

hinsichtlich des Tatbestandes des Angriffs relevantes Tatvorgehen ableiten lässt. 

Sodann ist ein offensichtlicher Verschreiber der Vorinstanz zu korrigieren, wonach 

"D._____ und C._____ (recte: A._____) anfänglich völlig passiv  

blieben und anschliessend lediglich abwehrten" (Urk. 75 S. 111).  

Mit der zutreffenden - bereits vorstehend zitierten - Beweiswürdigung der  

Vorinstanz ist gestützt auf die Aussagen der Beteiligten erstellt, dass zum Zeit-

punkt des Schlages des Beschuldigten gegen den Privatkläger A._____ der Be-

gleiter des Beschuldigten, G._____, den Begleiter des Privatklägers, D._____, be-

reits am Kragen gepackt (und damit tätlich angegangen) hatte (Urk. 75 S. 85f. mit 

Verweisen). Ferner ist gestützt auf die Aussagen der Beteiligten sowie namentlich 

die Videoaufzeichnung erstellt, dass der Beschuldigte im weiteren Verlauf der 

Auseinandersetzung versucht hat, D._____ über G._____ hinweg mit den Fäus-

ten zu schlagen, während G._____ D._____ - weiterhin oder erneut - am Kragen 

gepackt und in dieser Weise bedrängt hatte (Urk. 75 S. 93f. mit Verweisen; Urk. 

12/3, Zeit: 00:29:48 bis 00:30:15).  

- 19 - 

3.2. Verteidigung und Beschuldigter haben diese konkreten Darstellungen der 

Anklage bestritten und geltend gemacht, es sei keine einseitige Aggression des 

Beschuldigten, G._____s und C._____s, sondern vielmehr eine wechselseitig  

geführte Auseinandersetzung zwischen zwei aktiven Gruppen gewesen (Urk. 60 

S. 5ff.; Urk. 64 S. 7ff.; Urk. 104 S. 3ff. und 21ff.). Der Verteidiger des Beschuldig-

ten führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, das gesamte Tatgeschehen 

sei als Einheit zu werten (Urk. 104 S. 21). Bereits in der ersten Phase der  

Auseinandersetzung sei es entgegen der Vorinstanz zu tätlichen Angriffen von 

D._____ und dem Privatkläger gekommen, indem ein Schlag mit der Hand sowie 

ein Kick mit dem Fuss ausgeführt worden seien. In der zweiten Phase, unmittel-

bar vor dem Schlag mit dem Pitcher, sei es zudem zu einem weiteren Schlag ge-

gen die Gruppe des Beschuldigten gekommen. Im Übrigen sei es nicht möglich, 

die in der Auseinandersetzung nach dem Pitcher-Schlag durch D._____ und den 

Privatkläger ausgeübten Fusstritte und Schläge als blosse Abwehrhandlungen zu  

werten. Es sei folglich von einer wechselseitigen Schlägerei auszugehen, 

wodurch der Tatbestand des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB nicht ver-

wirklicht worden sei (Urk. 104 S. 22f.). 

Entgegen der Darstellung der Vorinstanz und der Verteidigung kann das zur  

Anklage gebrachte Tatgeschehen nicht als Einheit betrachtet werden. Es sind im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung zwei Phasen der Auseinandersetzung zu  

unterscheiden, zwischen welchen es über mehrere Minuten hinweg zu einer  

Beruhigung gekommen ist, erklärte der Zeuge H._____ doch wiederholt glaubhaft, 

es sei nach einem Schlag von D._____ gegen C._____ in der ersten Phase zu  

einer Beruhigung der Situation gekommen, infolge welcher die Beteiligten normal 

miteinander gesprochen hätten (Urk. 11/7 S. 2; Urk. 11/8 S. 2f. und S. 4). Etwa 

zwei bis drei Minuten sei es ruhig gewesen bis dann G._____ dazu gekommen 

sei (Urk. 11/8 S. 10). Bezüglich der ersten Phase ist mit den überzeugenden Aus-

sagen des Zeugen H._____ davon auszugehen, dass es zu einem Faustschlag 

seitens der Gruppe des Privatklägers gegen einen Beteiligten der Gruppe des 

Beschuldigten (von D._____ gegen C._____) gekommen ist. Die entsprechende  

Videosequenz zeigt sodann auch auf, dass in dieser ersten Phase darüber hinaus 

gegen die Gruppe des Beschuldigten ein Fusstritt ausgeführt wurde (Urk. 12/3, 

Zeit 00:26:06). Mit dem Zeugen H._____ ist in der Folge jedoch auch von einer 

- 20 - 

über mehrere Minuten dauernden Beruhigung der Auseinandersetzung auszuge-

hen, während welcher die Beteiligten diskutiert haben, weshalb die hierauf  

folgende zweite Phase für sich allein betrachtet werden muss. 

In der zweiten Phase bestand die erste relevante Tathandlung darin, dass 

G._____ D._____ am Kragen packte. Dem hat sich der Beschuldigte durch seine 

gegen den Privatkläger und gegen D._____ gerichteten Einwirkungen ange-

schlossen. Dass der von der Verteidigung geltend gemachte Schlag zu Beginn 

der zweiten Sachverhaltsphase dabei aufgrund der Videosequenz und der Aus-

sagen der weiteren an der Auseinandersetzung Beteiligten objektiv nicht erstellt 

werden kann, wurde bereits in Ziff. 1.6. dieses Urteils erörtert. Entgegen der Be-

hauptung des Beschuldigten wurde also seine und G._____s Attacke auf den Pri-

vatkläger sowie D._____ nicht durch einen vorgängigen Faustschlag von D._____ 

gegen C._____ provoziert und initiiert. Sodann hat sich D._____, als er von 

G._____ bedrängt und erst vom Beschuldigten, dann von C._____ und dann wie-

der vom Beschuldigten attackiert wurde, lediglich passiv verhalten. Erst an-

schliessend begann D._____, sich zu verteidigen respektive zurückzuschlagen 

und zu -treten (Urk. 12/3, Zeit 00:30:30; Aussage von G._____ in Urk. 10/9 S. 2). 

Entgegen der Verteidigung sind die vom Privatkläger und von D._____ in Reakti-

on auf die Attacken der Gegenseite ausgeführten Fusstritte und Schläge - auch 

wenn diese teilweise nicht unzimperlich ausfielen - in einer Gesamtbetrachtung 

als blosse Abwehrhandlungen zu werten, welche es noch nicht rechtfertigen, die 

während der vorliegenden zweiten Phase verwirklichten Tathandlungen als Rauf-

handel im Sinne von Art. 133 StGB zu qualifizieren. 

4.1. Gemäss dem vorstehenden Beweisergebnis hat der Beschuldigte in der zwei-

ten Phase zusammen mit C._____ und G._____ den Privatkläger A._____ sowie 

D._____ attackiert. G._____ initiierte - dies in Abweichung zur Vorinstanz, Urk. 75 

S. 111 - das tätliche Vorgehen, indem er D._____ am Kragen packte, worauf der 

Beschuldigte seinerseits aktiv wurde und den Privatkläger niederschlug und ver-

letzte. In der Folge versuchte er - wie auch C._____ - gegen D._____, der immer 

noch von G._____ drangsaliert wurde, tätlich zu werden. Der Angriff des Beschul-

digten gegen den Privatkläger wird mit der Vorinstanz nicht durch die Körperver-

letzung konsumiert, da der Privatkläger zum Zeitpunkt der Begehung der Körper-

- 21 - 

verletzung durch den Beschuldigten nicht der einzige Angegriffene war, wurde 

doch parallel auch D._____ von G._____ attackiert (Urk. 75 S. 112; BGE 118 IV 

127).  

4.2. Im Übrigen wurden G._____ und C._____ für ihren jeweiligen Tatbeitrag 

rechtskräftig - ebenfalls - des Angriffs schuldig gesprochen (Urk. 48/1 und 48/2): 

G._____, weil er D._____ ein erstes Mal tätlich anging, worauf der Privatkläger 

A._____ vom Beschuldigten niedergeschlagen und verletzt wurde, und G._____ 

D._____ auch in der Folge weiter tätlich drangsalierte, während C._____ versuch-

te, D._____ mit einer Baulatte zu schlagen. C._____, weil er, nachdem G._____ 

D._____ tätlich angegangen und der Beschuldigte den Privatkläger niederge-

schlagen und verletzt hatte, in das Geschehen eingriff und versuchte, D._____ mit 

einer Baulatte zu schlagen.   

Der Schuldspruch des Beschuldigten wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

ist insgesamt nicht zu beanstanden, sondern vielmehr als zutreffend zu be-

stätigen.  

III. Sanktion 

1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Strafzumes-

sung ausführlich angeführt und anschliessend den konkret anwendbaren Straf-

rahmen korrekt bemessen, mit der zutreffenden Bemerkung, dass die Strafmilde-

rungsgründe und der Strafschärfungsgrund innerhalb des ordentlichen Strafrah-

mens des Delikts mit der höchsten Strafandrohung zu berücksichtigen sind 

(Urk. 75 S. 112 bis 115). Darauf ist zur Vermeidung von Wiederholungen zu ver-

weisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu korrigieren ist einzig die Erwägung, das Ver-

schulden des Beschuldigten wiege daher nicht leicht, da er mehrere Straftat-

bestände erfüllt habe (Urk. 75 S. 114). Das Verschulden des Beschuldigten wiegt 

in der Tat nicht leicht, dies ergibt sich jedoch aus der Beurteilung der konkreten 

Tatkomponente. 

2.1. Zur Beurteilung der Tatkomponente der versuchten schweren Körper-

verletzung und dort zur objektiven Tatschwere hat die Vorinstanz erwogen, der 

Beschuldigte habe nach einer harmlosen, verbalen Auseinandersetzung unvermit-

- 22 - 

telt und ohne Vorwarnung, unkontrolliert und mit Wucht dem Privatkläger einen 

Glas-Pitcher an den Kopf - und somit gegen ein Körperteil mit sehr wichtigen und 

sensiblen Organen - geschlagen, wobei der Privatkläger einen Schädelknochen-

bruch mit Blutung im Bereich des Bruchs erlitten habe, wodurch sein Gehirn als 

lebenswichtige Struktur unmittelbar betroffen worden sei. Die Verletzung sei zwar 

nicht lebensgefährlich gewesen, ohne sofortige, notfallmässige chirurgische  

Behandlung hätte der Privatkläger jedoch sterben können. Der Privatkläger habe 

zwar - lediglich - eine einfache Körperverletzung erlitten. Dennoch sei die Mög-

lichkeit einer schweren Körperverletzung sehr naheliegend gewesen. Es habe 

nicht im Einflussbereich des Beschuldigten gelegen, ob der Erfolg letztlich einge-

treten sei oder nicht. Der Beschuldigte habe sich nach dem Schlag nicht um das 

Opfer gekümmert, sondern noch auf den Privatkläger eingetreten; anschliessend 

sei er geflüchtet. Dass keine unmittelbare Lebensgefahr eingetreten sei, sei nicht 

dem Zutun des Beschuldigten zu verdanken, sondern der rechtzeitigen medizini-

schen Versorgung sowie dem Zufall. Auch die tatsächlichen Folgen des Schlages 

mit dem Pitcher seien aufgrund der erheblichen Verletzung des Privatkläger 

schwerwiegend. Der Versuch falle damit nur leicht strafmindernd ins Gewicht. 

Durch sein Verhalten habe der Beschuldigte eine hohe Gewaltbereitschaft mani-

festiert und er sei mit übermässiger Gewalt vorgegangen. Er habe auf krasse 

Weise die physische Integrität des Privatklägers missachtet. Die an den Tag  

gelegte kriminelle Energie sei bedeutend. Hingegen sei die Tat nicht geplant  

gewesen, der Schlag sei vielmehr die Folge eines spontanen Gewaltausbruchs 

gewesen. Es sei von einem "Austicken" des Beschuldigten auszugehen. Das  

objektive Verschulden bezüglich der versuchten schweren Körperverletzung  

wiege erheblich bis beträchtlich (Urk. 75 S. 115f.).  

2.2. Die Erwägungen der Vorinstanz sind zutreffend. Der Beschuldigte übte mit 

einem gefährlichen Gegenstand überfallartig gegen einen daher geradezu Wehr-

losen brutale Gewalt aus. Dass sich der deliktische Erfolg in Grenzen hielt und es 

beim Versuch einer schweren Körperverletzung blieb, ist in der Tat mehr oder 

weniger dem Zufall sowie dem notfallmässigen, immerhin chirurgischen Eingriff 

durch die M._____ zu verdanken (vgl. Urk. 16/3 S. 2). Wäre der Privatkläger nicht 

sofort ins nahegelegene …spital transportiert und dort fachärztlich operiert wor-

den, hätte sich die Blutung in seinem Kopf fraglos zu einer Lebensbedrohung 

- 23 - 

entwickelt. Der Beschuldigte hat sich sodann in keiner Weise um den durch ihn 

Verletzten gekümmert: Erst hat er sich am Angriff gegen D._____ beteiligt und 

anschliessend ist er geflohen. Die Verteidigung konzediert sodann, dass es sich 

bei den tatsächlich bewirkten Verletzungen um eine gravierende Körperverletzung 

des Privatklägers handle (Prot. I S. 10). 

3.1. Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz erwogen, der Beschuldigte 

habe - lediglich - eventualvorsätzlich gehandelt. Die Beweggründe der Tat seien 

unklar. Der Beschuldigte habe sich offenbar provoziert und in seinem Stolz  

gekränkt gefühlt und habe sich für die Zurechtweisungen, Beleidigungen und  

Beschimpfungen rächen wollen. Der Beschuldigte habe daher aus egoistischem 

Motiv gehandelt, was auch auf seine im psychiatrischen Gutachten beschriebene 

narzisstische Persönlichkeitsstruktur zurückzuführen sei. Seine Reaktion aus 

nichtigem Anlass, nach Beruhigung der anfänglich aufgeladenen Situation, sei in 

keiner Weise gerechtfertigt gewesen.  

Zur Schuldfähigkeit des Beschuldigten hat die Vorinstanz auf das über den  

Beschuldigten erstellte psychiatrische Gutachten vom 15. Mai 2011 verwiesen 

(Urk. 17/10), wonach beim Beschuldigten bezogen auf den Tatzeitpunkt von einer 

erhaltenen Einsichtsfähigkeit und einer leichtgradig verminderten Steuerungs-

fähigkeit und damit von einer leichtgradig verminderten Schuldfähigkeit gemäss 

Art. 19 Abs. 2 StGB auszugehen sei (Urk. 17/10 S. 40 und 44). Eine Einschrän-

kung der Einsichtsfähigkeit sei nicht erkennbar, hingegen sei von einer deutlichen 

Alkoholisierung auszugehen; die grundsätzliche Aggressionsbereitschaft, welche 

sich in nüchternem Zustand nur verbal äussere und sich bei Provokationen auf-

grund der narzisstischen Persönlichkeitsstruktur des Beschuldigten akzentuiere, 

werde durch die Alkoholwirkung in ihrer Kontrolle deutlich gelockert. Ein relevan-

ter Einfluss des ausgeprägten Alkoholkonsums auf die Steuerung sei daher anzu-

nehmen und auch sichtbar, weshalb bei gegebener Einsichtsfähigkeit von einer 

leichtgradig verminderten Steuerungsfähigkeit ausgegangen werden könne.  

Bereits für die Annahme einer leichtgradigen Minderung sei eine relevante  

Einschränkung gefordert, welche hier aber vorliege. Aufgrund des mehrsequenti-

ellen Tatablaufs, der Zielgerichtetheit der aggressiven Handlungen, der aus-

geprägten Wucht des Schlages, des schnellen Laufens mit der Baulatte, der  

- 24 - 

schnellen Reaktionsfähigkeit bei Abwehrbewegungen während der Auseinander-

setzungen etc. resultiere, dass keine höhergradige Einschränkung in der  

Steuerungsfähigkeit vorliegen könne. Die Vorinstanz hat zum Gutachten festge-

stellt, dass der Gutachter von einer zu tiefen maximalen Blutalkoholkonzentration 

zum Tatzeitpunkt ausgehe, liege diese doch bei 2.35 Gewichtspromille. Vor dem 

Hintergrund der bundesgerichtlichen Praxis zur Bedeutung der Blutalkoholkon-

zentration für die Beurteilung der Schuldfähigkeit und gestützt auf die eigenen 

Aussagen des Beschuldigten resultiere jedoch kein vom Gutachten abweichendes 

Ergebnis:   

Gestützt auf die Selbsteinschätzung des Beschuldigten müsse davon ausgegan-

gen werden, dass er sich trotz des errechneten maximalen Blutalkoholgehaltes 

von 2.35 Promille zum Tatzeitpunkt zwar merkbar angetrunken, aber nicht total 

betrunken gefühlt habe (der Beschuldigte: "Ich hatte aber nicht den Eindruck, 

dass ich soviel getrunken habe." [Urk.  8/1 S. 2], "Ich war sicherlich angetrunken." 

[Urk.  8/2 S. 8], "Ja, ich habe sicherlich etwas getrunken. [...] Ich fühlte mich aber 

noch so... Es war mir nicht übel oder so... Ich hatte auch noch einen normalen 

Gang." [Urk.  8/3 S. 12], "Er habe jedoch noch gerade laufen können, keine ver-

waschene Sprache gezeigt [...]." [Urk.  17/10 S. 23]). Dies decke sich mit den 

Aussagen weiterer Anwesender, welche zwar eine Alkoholisierung, aber kein  

alkoholbedingt auffälliges Verhalten - wie beispielsweise ein Herumtorkeln, sich 

Übergeben oder Lallen - des Beschuldigten wahrgenommen hätten (D._____: 

Urk. 10/14 S. 4, Urk. 10/15 S. 6, Urk.  10/17 S. 5; H._____: Urk. 11/8 S. 8). Mit 

dem Gutachter seien die verbliebenen Kompetenzen des Beschuldigten zu aus-

geprägt, um eine höhergradige alkoholbedingte Minderung der Steuerungsfähig-

keit anzunehmen. Trotz des erheblichen Promillewertes und der bestehenden 

Aggressionsproblematik sowie der akzentuierten, narzisstischen Persönlichkeits-

züge sei gestützt auf sämtliche Umstände von einer nicht höher als leichtgradig 

verminderten Schuldfähigkeit des Beschuldigten im Tatzeitpunkt auszugehen.  

Das dem Beschuldigten vorwerfbare subjektive Verschulden, so die Vorinstanz, 

entspreche grundsätzlich dem objektiven, werde jedoch in Berücksichtigung der 

leichtgradig verminderten Schuldfähigkeit entsprechend relativiert. Insgesamt 

wiege das Verschulden keinesfalls mehr leicht. Aufgrund der gesamten Tat-

- 25 - 

schwere erscheine eine hypothetische Einsatzstrafe im Bereich von 3 1/2 Jahren 

angemessen (Urk. 75 S. 116 bis 119).  

3.2. Auch diese zitierten Erwägungen der Vorinstanz, insbesondere auch jene 

zum psychiatrischen Gutachten, sind zutreffend und überzeugend. Der Beschul-

digte handelte aus nichtigem, wenn man von einer Reaktion auf eine Kränkung 

ausgeht, egoistischen Motiv. Wie bereits vorstehend erwogen, waren die  

Zurechtweisungen durch den Privatkläger und D._____ aufgrund des anstössigen 

Verhaltens des Beschuldigten und C._____s gerechtfertigt und rechtfertigten kei-

ne aggressive Reaktion. Aufgrund der wiederholten und eindeutigen Angaben zu 

seinem Befinden (wie vorstehend zitiert) ist anzunehmen, dass die tatsächliche  

(Blut-)Alkoholisierung des Beschuldigten wohl eher im unteren Bereich als am 

oberen Rand des rückgerechneten Spektrums lag (vgl. Urk. 14/5), auch wenn 

dies in Nachachtung des Grundsatzes in dubio pro reo (mit der Vorinstanz und 

entgegen dem Gutachter) nicht als erstellt zu erachten ist. Massgebend ist aber 

ohnehin nicht der effektive Blutalkoholgehalt, sondern vielmehr die tatsächliche, 

alkoholbedingte Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 6B_725/2009 E.2.; BGE 6S.17/2002 E.1.c.). Diese 

war - seinen eigenen Angaben folgend - eben nur leicht. Auch der untersuchende 

Arzt beurteilte den Beschuldigten im Übrigen 2 ½ Stunden nach dem Vorfall als in 

jeder Hinsicht unauffällig und lediglich gering beeinträchtigt respektive unter  

Alkoholeinfluss stehend (Urk. 14/2). Ein Abweichen von der gutachterlichen  

Einschätzung einer nur leichten Einschränkung der Schuldfähigkeit ist nicht  

indiziert und auch nicht zu begründen. Relevant ist schliesslich, dass der  

Beschuldigte nicht mit direktem Vorsatz gehandelt und eine lebensgefährliche 

Verletzung des Privatklägers nicht gewollt, sondern eine solche mit Eventual-

vorsatz lediglich - aber immerhin - in Kauf genommen hat.  

3.3. Das Verschulden wiegt gemessen an der objektiven Tatschwere fraglos  

mittelschwer und da die subjektive Tatschwere aufgrund der leicht eingeschränk-

ten Schuldfähigkeit und des Handelns mit Eventualvorsatz zwei erleichternde 

Momente aufweist, insgesamt immer noch erheblich. Eine hypothetische Einsatz-

strafe von 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe erscheint angemessen.  

- 26 - 

4. Die Vorinstanz hat zur Sanktionierung des Angriffs erwogen, dieser führe ledig-

lich zu einer marginalen Erhöhung der Einsatzstrafe (Urk. 75 S. 120). Die dies-

bezüglichen Mittäter G._____ und C._____ wurden für vergleichbare Tatbeiträge 

mit Geldstrafen von 80 respektive 90 Tagessätzen bestraft (Urk. 48/1 und 48/2). 

Eine Strafe in diesem Bereich ist ohne Weiteres auch für den Beschuldigten an-

gezeigt.  

5. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz die persönlichen Verhältnisse des  

Beschuldigten und dessen Werdegang angeführt, worauf zu verweisen ist  

(Urk. 75 S. 120f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt der Beschuldigte  

ergänzend zu seinen bisherigen Ausführungen fest, dass er die Berufsmatura 

mittlerweile abgeschlossen habe. Derzeit arbeite er mit einem Arbeitspensum von 

40% im Restaurant "…", wodurch er Fr. 700.– bis Fr. 1'000.– pro Monat verdiene. 

Zusätzlich studiere er im ersten Semester Industriedesign an einer Fachhoch-

schule, wobei er noch fünf Semester zu absolvieren habe. Er lebe nach wie vor 

bei seinem Vater. Mit seiner Freundin sei er nicht mehr zusammen. Er trinke mitt-

lerweile weniger Alkohol als im Zeitraum der Tat. Hochprozentige  

Alkoholika konsumiere er selten bis gar nicht mehr (Urk. 101 S. 1ff.; vgl. auch  

Urk. 93 und 95). Mit der Vorinstanz wirken sich die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten bei der Strafzumessung neutral aus. Eine gesteigerte Strafemp-

findlichkeit weist er nicht auf. Der Beschuldigte weist zwei nicht einschlägige Vor-

strafen auf und er hat die heute zu beurteilenden Delikte in der Probezeit der  

einen der genannten früheren Verurteilungen sowie während laufender Unter-

suchung eines neuen Strafverfahrens begangen (Urk. 78). Dies ist doch merklich 

straferhöhend zu berücksichtigen: Offensichtlich ist dem Beschuldigten die Ein-

haltung der Rechtsordnung alles andere als ernst und er lässt sich auch durch 

durchlebte Strafverfahren sowie bedingte und unbedingte Geldstrafen nicht  

beeindrucken. Der Beschuldigte ist grundsätzlich geständig, den inkriminierten 

Schlag gegen den Privatkläger geführt zu haben. Hingegen macht er eine vor-

gängige Aggression der Gegenseite geltend. Auch wenn nicht ausgeschlossen 

werden kann, dass der Beschuldigte ein auf der Videoaufnahme erkennbares  

Zurückweichen bzw. Stolpern eines seiner Begleiter derart interpretierte, dass ein 

Schlag gegen C._____ ausgeführt worden sei, ist erneut festzuhalten, dass sich 

aufgrund der entsprechenden Videosequenz und der Aussagen sämtlicher Betei-

- 27 - 

ligter nicht objektiv erstellen lässt, dass C._____ oder gar der Beschuldigte kurz 

vor der Tat in Bedrängnis gewesen sein könnten. Des Weiteren ist festzuhalten, 

dass der Beschuldigte auch die eigene Tathandlung beschönigend schilderte. 

Daher kann er nicht überzeugend eine volle Einsicht in das Unrecht seiner Tat 

und entsprechende uneingeschränkte Reue für sich als Strafminderungsgrund  

reklamieren. Der Umstand, dass er die Zivilforderungen des Privatklägers zumin-

dest teilweise anerkennt und auch regelmässige Abschlagszahlungen leistet, ist 

als positiver Punkt seines Nachtatverhaltens leicht strafmindernd zu berück-

sichtigen.  

6. Die abschliessenden Erwägungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind 

nicht schlüssig respektive nicht eindeutig nachvollziehbar und im Resultat zu  

korrigieren: Sie rechnet dem Beschuldigten sein abgeschwächtes Geständnis  

sowie seine Zugeständnisse hinsichtlich der Zivilforderungen des Privatklägers je 

leicht strafmindernd an und folgert dann, dies ergäbe eine "deutliche Strafminde-

rung". Die erhöhenden und senkenden Faktoren der Täterkomponente würden 

sich die Waage halten. Dennoch kommt die Vorinstanz mit 36 Monaten Freiheits-

strafe zu einem Strafmass, welches unter der nach der Beurteilung der Tatkom-

ponente (3 ½ Jahre) bemessenen hypothetischen Einsatzstrafe liegt (Urk. 75  

S. 119 und 124). Allenfalls hat die Vorinstanz von dieser Einsatzstrafe noch eine 

Strafminderung infolge Versuchs in Abzug gebracht (Urk. 75 S. 119f.). Solches 

wäre aber bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere zu berücksichtigen.  

7. Die Strafzumessung hat sich vielmehr wie folgt zu gestalten: Die nach der  

Beurteilung der Tatkomponente der versuchten schweren Körperverletzung  

bemessene hypothetische Einsatzstrafe von 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe ist in  

Abgeltung des Angriffs (und in Berücksichtigung des Asperationsprinzips; vgl.  

Urteil des Bundesgerichts 6B_169/2011 E.1.3., mit Verweis auf BGE 132 IV 102 

E.8.1.) um rund 2 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. Bei der Täterkomponente 

überwiegen die erhöhenden Faktoren. Beschränkt positive Ansätze im Nachtat-

verhalten vermögen die Vorstrafen und die Delinquenz in der Probezeit sowie 

während laufendem neuen Verfahren nicht zu kompensieren. Insgesamt erscheint 

somit eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren angemessen.  

- 28 - 

Lediglich nebenbei ist zu bemerken, dass der Strafantrag der appellierenden  

Anklagebehörde von 12 Jahren Freiheitsstrafe, selbst bei einer rechtlichen  

Qualifikation in ihrem Sinne, angesichts der Tatsache, dass der Taterfolg und  

sogar eine Lebensgefahr ausblieben, der verminderten Schuldfähigkeit des  

Beschuldigten und des Handelns - lediglich - mit Eventualvorsatz klar übersetzt 

gewesen wäre.  

8. Mit der Vorinstanz ist infolge unterschiedlicher Strafarten keine Zusatzstrafe zur 

Geldstrafe gemäss Verurteilung vom 17. Dezember 2010 auszufällen (Urk. 78; 

BGE 137 IV 57 ff.).  

9. Der Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft steht nichts entgegen 

(Art. 51 StGB). 

10. Angesichts der Höhe der auszufällenden Sanktion steht die Gewährung eines 

(teil-)bedingten Strafvollzugs schon aus objektiven Gründen nicht zur Diskussion 

(Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB).  

11. Der Beschuldigte beging die vorliegend zu beurteilenden Taten innerhalb der 

Probezeit gemäss Strafentscheid des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen vom 

24. August 2009 (Urk. 78). Die Vorinstanz hat daher die mit diesem Entscheid  

bedingt ausgefällte Geldstrafe unter Verweis auf die bundesgerichtliche Praxis zu 

Art. 46 Abs. 1 StGB vollziehbar erklärt (Urk. 75 S. 132f.; BGE 134 IV 140 E.4.). 

Der Entscheid ist ohne Weiteres zu bestätigen: Dem Beschuldigten kann infolge 

der ihm im psychiatrischen Gutachten attestierten Massnahmebedürftigkeit sowie 

Rückfallgefahr keine positive Legalprognose gestellt werden (Urk. 17/10 S. 43f.).  

Eine Gesamtstrafe aus zu widerrufender Vorstrafe und heute auszufällender 

Sanktion ist nicht zu bilden (BGE 134 IV 241 E.4.4; BGE 137 IV 249 E.3.4.3). 

12. Die vorinstanzliche Anordnung einer ambulanten Massnahme für den  

Beschuldigten wird im Berufungsverfahren von keiner Partei beanstandet (Urk. 76 

und 83; Urk. 102-104). Der Beschuldigte hat geäussert, dass er eine Behandlung 

wünsche und die begonnene Therapie ihm gut tue (Urk. 60 S. 11f., Urk. 101 

S. 3f.). Die Anordnung ist daher ohne Weiteres zu bestätigen.  

- 29 - 

Die Verteidigung beantragt, im Fall der Verurteilung des Beschuldigten zu einer 

unbedingten Freiheitsstrafe sei diese zugunsten der ambulanten Massnahme  

aufzuschieben (Urk. 83; Urk. 104 S. 28). Dieser Antrag widerspricht diametral der 

Feststellung im Gutachten, dass ein gleichzeitiger Strafvollzug die Erfolgsaussich-

ten des Massnahmevollzugs nicht nennenswert einschränken würde (Urk. 17/10 

S. 45). Der strafvollzugsbegleitende Massnahmevollzug stellt gemäss konstanter 

Praxis die Regel dar (vgl. BGE 129 IV 161 E.4.1.). Die Freiheitsstrafe ist somit 

nicht zugunsten der ambulanten Massnahme aufzuschieben. 

13. Als obiter dictum immerhin noch das Folgende: Wenn der Beschuldigte im 

Gutachten als massnahmebedürftig im Sinne von Art. 56 StGB taxiert wird 

(Urk. 17/10 S. 43 und 45) und die Vorinstanz für den Beschuldigten gestützt auf 

diese fachärztliche Einschätzung eine bessernde Massnahme im Sinne von 

Art. 63 StGB angeordnet hat, hätte sich konsequenterweise die vorinstanzliche 

Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs verboten, da dieser eine günstige  

Legalprognose voraussetzt (BGE 134 IV 1 E.5.6; BGE 134 IV 60 E.7.4), Mass-

nahmebedürftigkeit eine solche jedoch gerade zwingend ausschliesst (Entscheid 

des Bundesgerichts 6B_342/2010 E.3.5.2. mit Verweisen; 6B_71/2012 E.6). 

IV. Genugtuung 

1. Der Privatkläger hat im Hauptverfahren durch seinen unentgeltlichen Rechts-

vertreter eine Genugtuung von Fr. 40'000.-- zuzüglich Zins geltend machen  

lassen (Urk. 62). Die Vorinstanz hat den Beschuldigten verpflichtet, dem Privat-

kläger eine Genugtuung von Fr. 6'000.-- zuzüglich Zins auszurichten und die Zivil-

forderung des Privatklägers im Mehrbetrag abgewiesen. Sodann wurde Vormerk 

genommen, dass der Beschuldigte eine Genugtuungsforderung des Privatklägers 

im Umfang von Fr. 5'000.-- anerkannt hat (Urk. 75 S. 142; Prot. I S. 10). Im  

Berufungsverfahren beantragt der Privatkläger eine Genugtuung in der Höhe von 

Fr. 35'000.-- zuzüglich Zins (Urk. 103). 

2. Die Vorinstanz hat zum Rechtlichen das Notwendige (vgl. dazu BGE 132 II 117 

E.2.2.) sowie die Argumentationen des Vertreters des Privatklägers und der Ver-

teidigung detailliert angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 75 S. 136 bis 139).  

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=BGE+132+II+117&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-117%3Ade&number_of_ranks=0#page117

- 30 - 

In der Folge hat sie erwogen, der Privatkläger habe einen verschobenen, mehr-

teiligen Schädelknochenbruch mit Blutung im Bereich des Bruchs erlitten, der  

jedoch nicht lebensgefährlich gewesen sei. Er sei notfallmässig am 6. November 

2010 operiert und es sei sein Schädel geöffnet worden, um eingedrückte  

Knochenfragmente zu entfernen. Er habe 10 Tage im Spital verbracht. Aus dem 

Therapiebericht seien Minderleistungen einzelner kognitiver Funktionen des  

Privatklägers belegt. Ebenso sei seine Leistungsfähigkeit vermindert. Für den im 

2. Lehrjahr stehenden Privatkläger, der unter anderem mit Kindern arbeite, sei 

dies ein erheblicher Nachteil. Der Privatkläger leide ein Jahr nach der Tat noch 

unter einem schwerwiegenden Verlust an Selbstwert und Selbstvertrauen.  

Genugtuungserhöhend sei das keinesfalls leichte Verschulden des Beschuldigten. 

Dagegen treffe den Privatkläger kein Selbstverschulden. Durch die vom Beschul-

digten verursachte Verletzung sei der Privatkläger in seinem Wohlbefinden ganz 

erheblich beeinträchtigt worden, zumal die Verletzung Schmerzen verursacht  

haben dürfte. Zudem sei er gemäss ärztlichem Zeugnis vom 6. November 2010 

bis zum 5. Dezember 2010 zu 100% und in der Folge bis zum 19. Dezember 

2010 zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Anlässlich der Hauptverhandlung vom  

19. Dezember 2011 sei im Gesicht des Privatklägern keine Narbe erkennbar  

gewesen. Angesichts dieser Umstände erscheine eine Genugtuungssumme von 

Fr. 6'000.– als angemessen (Urk. 75 S. 139).  

3. Zur aktuellen Befindlichkeit des Privatklägers hat dessen Rechtsvertreter  

anlässlich der Berufungsverhandlung ausgeführt, dass sich viele der im Therapie-

bericht umschriebenen Beeinträchtigungen des Privatklägers nach wie vor nicht 

wirklich verbessert hätten. Zwar habe sich dessen Leidensdruck im vergangenen 

Jahr etwas vermindert, doch an eine Normalität, wie sie sich vor der Tat präsen-

tiert habe, sei nicht zu denken. Der Privatkläger sei insbesondere auch heute 

noch auf psychotherapeutische Hilfe angewiesen (Urk. 103 S. 14).  

4. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil BGE 127 IV 215 E.2.a. erwogen, die 

Festlegung der Höhe der Genugtuung beruhe auf richterlichem Ermessen, wobei 

dem Sachrichter ein weiter Spielraum des Ermessens zustehe. Dementsprechend 

auferlege sich das Bundesgericht bei der Überprüfung praxisgemäss Zurück-

haltung und schreite nur ein, wenn der Sachrichter grundlos von den in Lehre und 

- 31 - 

Rechtsprechung ermittelten Bemessungsgrundsätzen abgewichen sei, wenn er 

Tatsachen berücksichtigt habe, die für den Entscheid im Einzelfall keine Rolle 

spielten, oder wenn er andererseits Umstände ausser Betracht gelassen habe, 

die er in seinen Entscheid hätte mit einbeziehen müssen. Es greife ausserdem in 

Ermessensentscheide ein, wenn sich diese als offensichtlich unbillig bzw. als in 

stossender Weise ungerecht erweisen würden. 

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid sämtliche relevanten Kriterien der 

Bemessung einer Genugtuung berücksichtigt und angeführt. Natürlich handelt es 

sich bei der Berufung im Gegensatz zur bundesrechtlichen Beschwerde in Straf-

sachen aber um ein ordentliches, vollkommenes und reformatorisches Rechtsmit-

tel (vgl. BSK StPO, Eugster, Art. 398 StPO N 1). Die durch die Vorinstanz ausge-

sprochene Genugtuungshöhe erweist sich als leicht zu tief bemessen. Im  

Vergleich mit ähnlich gelagerten Fällen rechtfertigt es sich, die Genugtuung vor-

liegend auf Fr. 8'000.– festzusetzen. Die Forderung des unentgeltlichen Rechts-

vertreters des Privatklägers ist jedoch mit Sicherheit überrissen, auch wenn er 

von einer anderen rechtlichen Würdigung ausgeht (versuchte vorsätzliche Tötung 

anstelle von versuchter schwerer Körperverletzung).  

V. Kosten und Entschädigung 

1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Art. 426 

StPO).  

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.-- anzusetzen.  

3. Im Berufungsverfahren unterliegt die appellierende Anklagebehörde mit ihren 

Anträgen mehrheitlich, der appellierende Privatkläger grösstenteils und der  

anschlussappellierende Beschuldigte betreffend den Sanktionspunkt. 

Demnach sind die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive Kosten der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers) 

zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen und je zu ¼ dem Privatkläger und 

dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im  

- 32 - 

Berufungsverfahren sind zu ¾ auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei für ¼ eine 

Rückforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO gegen den Beschuldigten vor-

zubehalten ist, und im verbleibenden ¼ dem Privatkläger aufzuerlegen. Die  

Kosten seines unentgeltlichen Rechtsvertreters im Berufungsverfahren sind dem 

Privatkläger aufzuerlegen (Art. 428 StPO).  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, 

vom 19. Dezember 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1.-5. (…) 

6. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts Zürich vom 4. Februar 2011 ange-

ordnete Kontaktsperre wird mit Eintritt der Rechtskraft aufgehoben. 

7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. Mai 2011  

beschlagnahmte Glas-Pitcher (Sachkautionsnummer …) wird der Berechtigten nach Ein-

tritt der Rechtskraft herausgegeben. 

8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten 

Gegenstände 

− 1 hellbeige Hose (Asservat-Nr. …) 

− 1 rot/schwarzes Gilet (Asservat-Nr. …) 

− 1 gemusterter Pullover (Asservat-Nr. …) 

 werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausge-

geben.  

9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten 

Gegenstände 

− 1 blau/graue Jeanshose (Asservat-Nr. …) 

− 1 schwarzes T-Shirt (Asservat-Nr. …) 

 werden C._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.  

- 33 - 

10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten 

Gegenstände 

− 1 blaue Jeanshose (Asservat-Nr. …) 

− 1 schwarze Windjacke (Asservat-Nr. …) 

 werden D._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.  

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten 

Gegenstände 

− 1 Paar Schuhe (Asservat-Nr. …) 

− 1 hellgrauer Kapuzenpullover (Asservat-Nr. …) 

− 1 blaue Jeanshose mit braunem Gürtel (Asservat-Nr. …) 

− 1 dunkelblaue Jacke (Asservat-Nr. …) 

− 1 blaues T-Shirt (Asservat-Nr. …) 

 werden A._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.  

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der E._____ [Versicherung] anstelle des  

Privatklägers A._____ (Unfall-Nr. …) gemäss seiner Anerkennung Fr. 22'902.40 zu be-

zahlen. 

13. (…) 

14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

Fr. 7'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 243.–   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 15'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 15'803.95   Auslagen Untersuchung 

Fr. 931.30   amtliche Verteidigung Untersuchung 

 Fr.    unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft RA X._____ (ausste-
hend) 

  Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

15. (…)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 34 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

− des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, unter Anrech-

nung von 91 Tagen erstandener Untersuchungshaft.  

3. Es wird eine strafvollzugsbegleitende ambulante Massnahme im Sinne von 

Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.  

4. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen 

vom 24. August 2009 ausgefällten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 100.– wird widerrufen. Die Geldstrafe ist zu bezahlen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 8'000.– zu-

züglich 5 % Zins ab dem 6. November 2010 als Genugtuung zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Es wird davon 

Vormerk genommen, dass der Beschuldigte das Genugtuungsbegehren im 

Umfang von Fr. 5'000.– anerkannt hat. 

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 15.) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung (RA Y._____) 

Fr.     unentgeltliche Geschädigtenvertretung (RA Dr. X._____) 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive Kosten der amtlichen Ver-

teidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers)  

werden zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen und je zu ¼ dem  

Privatkläger und dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung im Berufungsverfahren wird zu ¾ auf die Gerichtskasse  

- 35 - 

genommen, wobei für ¼ eine Rückforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 

StPO gegen den Beschuldigten vorbehalten wird, und im verbleibenden ¼ 

dem Privatkläger auferlegt. Die Kosten seines unentgeltlichen Rechts 

vertreters im Berufungsverfahren werden dem Privatkläger auferlegt  

(Art. 428 StPO).  

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel  

für sich und zuhanden des Privatklägers A._____ (übergeben) 

 sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel  

für sich und zuhanden des Privatklägers A._____ 

 und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− den Gerichtskreis VIII Bern-Laupen, betr. Aktenzeichen S 09 1618 
− den Gerichtskreis VIII Bern-Laupen, Rechnungswesen, betr. Vollzug 

der Geldstrafe gemäss Ziffer 4 
− die KOST Zürich, mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B 

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

 Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

- 36 - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, den 17. Dezember 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. F. Bollinger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic.iur. P. Rietmann 
 

 

	Urteil vom 17. Dezember 2012
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 72 und 75)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB;
	 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die  Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (18 Monate, abzüglich 91 Tage, die durch  Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
	5. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen vom  24. August 2009 ausgefällten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 100.– wird widerrufen. Die Geldstrafe ist zu bezahlen.
	6. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts Zürich vom 4. Februar 2011 angeordnete Kontaktsperre wird mit Eintritt der Rechtskraft aufgehoben.
	7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. Mai 2011  beschlagnahmte Glas-Pitcher (Sachkautionsnummer …) wird der Berechtigten nach  Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  Gegenstände
	 1 hellbeige Hose (Asservat-Nr. …)
	 1 rot/schwarzes Gilet (Asservat-Nr. …)
	 1 gemusterter Pullover (Asservat-Nr. …)

	werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  Gegenstände
	 1 blau/graue Jeanshose (Asservat-Nr. …)
	 1 schwarzes T-Shirt (Asservat-Nr. …)

	werden C._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  Gegenstände
	 1 blaue Jeanshose (Asservat-Nr. …)
	 1 schwarze Windjacke (Asservat-Nr. …)

	werden D._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten  Gegenstände
	 1 Paar Schuhe (Asservat-Nr. …)
	 1 hellgrauer Kapuzenpullover (Asservat-Nr. …)
	 1 blaue Jeanshose mit braunem Gürtel (Asservat-Nr. …)
	 1 dunkelblaue Jacke (Asservat-Nr. …)
	 1 blaues T-Shirt (Asservat-Nr. …)

	werden A._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der E._____ [Versicherung] anstelle des Privatklägers A._____ (Unfall-Nr. …) gemäss seiner Anerkennung Fr. 22'902.40 zu bezahlen.
	13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 6'000.– zuzüglich  5 % Zins ab dem 6. November 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschu...
	14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der zeitweiligen amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen  Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen.
	16. (Mitteilungen.)
	17. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei schuldig der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB.
	2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 12 Monaten.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
	4. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen vom 24. August 2009 ausgefällten Geldstrafe sei nicht zu widerrufen.
	1. Der Beschuldigte sei wegen versuchter vorsätzlicher Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB schuldig zu sprechen.
	2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren zu bestrafen.
	3. Bezüglich der Anordnung einer Massnahme, des Widerrufs, des Zivilanspruchs, der Nebenfolgen des Urteils und den Kostenfolgen, soweit sie nicht schon in Rechtskraft erwachsen sind, sei das Urteil des Bezirksgerichts  Zürich, 2. Abteilung, vom 19. Ap...
	1. In Abänderung von Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils vom 19. Dezember 2011 sei der Beschuldigte wegen versuchter Tötung und  wegen Angriffs schuldig zu sprechen und in schuldangemessener Weise zu bestrafen.
	2. Der Beschuldigte sei in Abänderung von Dispositivziffer 13 des vorinstanzlichen Urteils weiter zu verpflichten, dem Privatkläger eine angemessene  Genugtuung von CHF 35'000.– zuzüglich 5% Zins seit 6. November 2010 zu bezahlen.
	3. Ausgangsgemäss seien die Verfahrenskosten dem Beschuldigten aufzuerlegen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales
	- die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Urteilsdispositiv-Ziff. 14).
	Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen (Art. 404 StPO).

	II.  Schuldpunkt
	III.  Sanktion
	IV.  Genugtuung
	V.  Kosten und Entschädigung

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 19. Dezember 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1.-5. (…)

	6. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts Zürich vom 4. Februar 2011 angeordnete Kontaktsperre wird mit Eintritt der Rechtskraft aufgehoben.
	7. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. Mai 2011  beschlagnahmte Glas-Pitcher (Sachkautionsnummer …) wird der Berechtigten nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten Gegenstände
	 1 hellbeige Hose (Asservat-Nr. …)
	 1 rot/schwarzes Gilet (Asservat-Nr. …)
	 1 gemusterter Pullover (Asservat-Nr. …)

	werden dem Beschuldigten auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	9. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten Gegenstände
	 1 blau/graue Jeanshose (Asservat-Nr. …)
	 1 schwarzes T-Shirt (Asservat-Nr. …)

	werden C._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten Gegenstände
	 1 blaue Jeanshose (Asservat-Nr. …)
	 1 schwarze Windjacke (Asservat-Nr. …)

	werden D._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  30. Mai 2011 beschlagnahmten und beim Forensischen Institut Zürich sichergestellten Gegenstände
	 1 Paar Schuhe (Asservat-Nr. …)
	 1 hellgrauer Kapuzenpullover (Asservat-Nr. …)
	 1 blaue Jeanshose mit braunem Gürtel (Asservat-Nr. …)
	 1 dunkelblaue Jacke (Asservat-Nr. …)
	 1 blaues T-Shirt (Asservat-Nr. …)

	werden A._____ auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
	12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der E._____ [Versicherung] anstelle des  Privatklägers A._____ (Unfall-Nr. …) gemäss seiner Anerkennung Fr. 22'902.40 zu bezahlen.
	13. (…)
	14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	15. (…)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie
	 des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, unter Anrechnung von 91 Tagen erstandener Untersuchungshaft.
	3. Es wird eine strafvollzugsbegleitende ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet.
	4. Der bedingte Vollzug der mit Urteil des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen vom 24. August 2009 ausgefällten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 100.– wird widerrufen. Die Geldstrafe ist zu bezahlen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % Zins ab dem 6. November 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuld...
	6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 15.) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens (exklusive Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers)  werden zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen und je zu ¼ dem  Privatkläger und dem Beschuldigten auferl...
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel  für sich und zuhanden des Privatklägers A._____ (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft im Doppel  für sich und zuhanden des Privatklägers A._____
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 den Gerichtskreis VIII Bern-Laupen, betr. Aktenzeichen S 09 1618
	 den Gerichtskreis VIII Bern-Laupen, Rechnungswesen, betr. Vollzug der Geldstrafe gemäss Ziffer 4
	 die KOST Zürich, mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und B

	11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.