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**Case Identifier:** 51480ad3-696f-5588-ac55-29aafd0c3294
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.04.2021 E-4836/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4836-2018_2021-04-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4836/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richterin Mia Fuchs,  

Richterin Esther Marti,    

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. Juli 2018 / N (…). 

 

 

 

E-4836/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben im Februar 2015. Am 18. Mai 2015 reiste er in die Schweiz ein und 

suchte gleichentags um Asyl nach. Am 20. Mai 2015 fand die Befragung 

zur Person (BzP) statt. Die Vorinstanz hörte den Beschwerdeführer am  

13. November 2015 einlässlich zu seinen Asylgründen an.  

Dabei gab der Beschwerdeführer an, er stamme aus B._______, Distrikt 

Jaffna, Nordprovinz. Zuletzt habe er im Dorf C._______, Distrikt Jaffna, 

Nordprovinz, gelebt. Er sei seit dem Jahr 2001 verheiratet. Seine Frau, 

seine Kinder und seine Mutter lebten weiterhin in C._______. Eine (…) lebe 

in der Schweiz. Er habe die Schule mit dem (…)-Level abgeschlossen. Da-

nach habe er als (…) gearbeitet sowie (…) und (…) angebaut. 

Zu seinen Asylgründen führte der Beschwerdeführer aus, sein Vater sei 

seit 1985 Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eealam (LTTE) gewesen. 

Er wisse nicht, was für eine Funktion sein Vater in der LTTE gehabt habe; 

er sei im Jahr 2009 getötet worden. Die Familie und er selbst hätten keinen 

Kontakt zum Vater gehabt. Er habe seinen Vater einmal im Jahr 2002 ge-

sehen. Im Jahr 2008 habe einer seiner Schulkollegen namens D._______, 

ein Mitglied der LTTE, eine Hacke und einen Pickel bei ihm – dem Be-

schwerdeführer – ausgeliehen, um Waffen zu vergraben. Kurze Zeit später 

sei D._______ von Armeeangehörigen umgebracht worden.  

Im Jahr 2009 sei er von Armeeangehörigen angehalten und zu einem 

Camp gebracht worden. Sie hätten ihm einige Namen genannt und wissen 

wollen, ob er diese Personen kenne. Während der Befragung sei er an 

seinem Geschlechtsteil misshandelt worden. Dank des Eingreifens eines 

höheren Offiziers, der ihn und seine Familie gut gekannt habe, sei er nach 

knapp zwei Stunden freigelassen worden. Seither sei er bis zum November 

2014 nicht von Behördenseite behelligt worden. Er sei sodann nie Mitglied 

der LTTE gewesen. Er habe jedoch wie die anderen in seinem Dorf wäh-

rend der Friedenszeit den Pongu-Tamil Tag gefeiert, dabei Plakate aufge-

hängt und LTTE-Mitglieder herumchauffiert. Im Jahr 2013 habe er Flugblät-

ter für die Tamil National Alliance (TNA) anlässlich der anstehenden Regi-

onalwahlen verteilt. 

Ausreisebegründend seien die Ereignisse ab November 2014 gewesen. 

Eines Abends im besagten Monat sei er von zwei Angehörigen des Crimi-

nal Investigation Departement (CID) aufgesucht und gefragt worden, ob er 

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der Sohn von E._______, der von seinem Vater verwendete Name bei den 

LTTE, sei. Die Beamten hätten ihn ins (…) Camp mitnehmen wollen. Da es 

bereits sehr spät gewesen sei, habe er sich geweigert. Am nächsten Tag 

sei er mit seiner Frau dorthin gegangen. Er sei zu seinem Vater befragt 

worden. Er habe den Beamten mitgeteilt, dass sein Vater im Jahr 2009 

verstorben sei. Sie hätten ihn wissen lassen, dass sein Vater gemäss ei-

nem Informanten Waffen versteckt habe, und ihm unterstellt, darüber Be-

scheid zu wissen. Er sei wütend geworden, weil die Beamten gewusst hät-

ten, dass er ohne Vater aufgewachsen sei und keinen Kontakt zu ihm ge-

habt habe. Sie hätten seine Personalien aufgeschrieben und seine Tele-

fonnummer verlangt. Danach habe er nach Hause gehen können. Er ver-

mute, dass der Vater von D._______ ihn an die Behörden verraten habe, 

weil er annehme, dass dieser ihn für den Tod seines Sohnes verantwortlich 

mache. 

Einige Tage später sei er mit dem Motorrad auf dem Weg zu einem Freund 

in der Ortschaft F._______an einem Armeecamp vorbeigefahren. Man 

habe ihn anhalten wollen; als ihm das Anhalten aufgrund seiner Geschwin-

digkeit nicht sogleich gelungen sei, sei er von hinten angegriffen worden, 

in der Folge gestürzt und habe sich am Fuss verletzt. Er habe das Motorrad 

liegen gelassen und sei weggerannt. Sein Schwager habe ihn ins Spital 

gebracht. Während seines fünftägigen Spitalaufenthalts sei er mehrfach 

von Angehörigen des CID per Telefon aufgefordert worden, die Orte von 

Waffenverstecken preiszugeben und mit dem Tod bedroht worden. Auch 

seine Ehefrau sei telefonisch bedroht worden. Nach seinem Spitalaufent-

halt sei er direkt nach G._______ gegangen. Dort habe er sich im Haus 

von Bekannten bis zur Ausreise während dreier Monate versteckt gehalten. 

Während dieser Zeit sei er wiederholt zu Hause in C._______ gesucht wor-

den. Auf Anraten seines Schwagers sei in der Folge seine Ausreise in die 

Wege geleitet worden. Im Februar 2015 habe er Sri Lanka schliesslich mit 

einem gefälschten Pass verlassen.  

Nach seiner Ausreise sei sein Grundstück von den Behörden mit Spürhun-

den durchsucht worden. Seine Ehefrau sei im Frühjahr 2015 von Familien-

mitgliedern des Schulkollegen D._______ angegriffen worden, worauf sie 

sich in ärztliche Behandlung begeben und Anzeige erstattet habe. Die 

Schwester der Ehefrau habe in diese Familie eingeheiratet. 

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer seine Identitätskarte, seine 

Geburtsurkunde sowie diejenigen seiner Familienangehörigen, ein Hei-

ratszertifikat, einen Arztbericht vom 10. Juni 2015, ein Schreiben seiner 

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Ehefrau, eine Anzeige der Ehefrau vom 28. Mai 2015, einen Polizeirapport 

sowie ein ärztliches Attest betreffend seine Ehefrau, diverse Zeitungsartikel 

und Fotos zu den Akten (vgl. act. Aktenmappe A14, angefochtene Verfü-

gung act. A18/7 S. 4).  

B.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2018 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-

eigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Den zustän-

digen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug der Wegweisung.  

C.  

Mit Eingabe vom 23. August 2018 erhob der Beschwerdeführer – handelnd 

durch den rubrizierten Rechtsvertreter – beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei wegen Verlet-

zung des Willkürverbots, eventualiter wegen Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör, eventualiter wegen Verletzung der Begründungspflicht, 

eventualiter zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserhebli-

chen Sachverhalts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei ihm unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und Feststellung der Flüchtlingseigenschaft Asyl 

zu gewähren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung betreffend die 

Dispositivziffern 3 und 4 aufzuheben und die Unzulässigkeit oder zumin-

dest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. 

In prozessualer Hinsicht beantragt er, das Bundesverwaltungsgericht habe 

festzustellen, dass sich das Lagebild des SEM vom 16. August 2016 auf 

nichtexistierende und nicht bewiesene Quellen stütze. Zudem sei ihm der 

Spruchkörper bekanntzugeben und mitzuteilen, ob dieser zufällig ausge-

wählt worden sei. Andernfalls seien die objektiven Kriterien anzugeben, 

nach welchen die Gerichtspersonen ausgewählt worden seien. Für den 

Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht materiell entscheiden sollte, 

stellte er verschiedene Beweisanträge. 

Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel (phy-

sisch und digital auf CD) wird auf das Beilagenverzeichnis (Beschwerde  

S. 61 ff.) verwiesen. 

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Seite 5 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. September 2018 forderte die Instruktions-

richterin den Beschwerdeführer auf, bis zum 24. September 2018 einen 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.– zu bezahlen.  

E.  

Am 24. September 2018 ging der Kostenvorschuss fristgerecht beim Ge-

richt ein. Gleichtags reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme und 

diverse Fotos betreffend seine Teilnahme an Demonstrationen in der 

Schweiz ein. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. Oktober 2018 teilte die Instruktionsrichte-

rin dem Beschwerdeführer mit, der Spruchkörper setze sich – unter Vorbe-

halt allfälliger Wechsel bei Abwesenheiten – aus den Richterinnen 

Constance Leisinger (Vorsitz), Mia Fuchs und Esther Marti sowie Gerichts-

schreiberin Nathalie Schmidlin zusammen. Gleichzeitig trat sie auf den An-

trag betreffend die Bildung des Spruchkörpers nicht ein und forderte den 

Beschwerdeführer auf, bis zum 26. November 2018 einen aktuellen und 

umfassenden Arztbericht einzureichen.  

G.  

Am 26. November 2018 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Stel-

lungnahme zur Lagebeurteilung samt Beilagen (physisch und digital auf 

CD, vgl. Beilagenverzeichnis S. 19 ff.) ein. Unter anderem wurde auch ein 

Bericht von Pract. med. H._______ vom 8. November 2018 (Beilage 130) 

zu den Akten gereicht. Gleichzeitig ersuchte er um Fristerstreckung zur 

Einreichung eines psychiatrischen Berichts.  

H.  

Am 18. Januar 2019 wurde mitgeteilt, trotz intensiven Bemühungen sei es 

nicht gelungen, von den zuständigen psychiatrischen Diensten einen Be-

richt erhältlich zu machen, da noch keine Konsultation habe stattfinden 

können. 

I.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2020 reichte der Beschwerdeführer eine weitere 

Stellungnahme ein und gab mehrere Berichte zur Ländersituation in Sri 

Lanka (physisch und digital auf CD, vgl. Beilagenverzeichnis S. 17 ff.) zu 

den Akten. 

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Seite 6 

J.  

Am 23. Juli 2020 gab der Beschwerdeführer einen Bericht der Psychiatri-

schen Dienste (…) vom 20. Juli 2020 und einen aktualisierten Rapport zur 

Ländersituation in Sri Lanka (physisch und digital auf CD, vgl. Beilagenver-

zeichnis S. 8) zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998  

(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-

ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Be-

schwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legiti-

miert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist – unter 

Vorbehalt von E. 2.2. – einzutreten. 

2.2 Im Zusammenhang mit der Spruchkörperbildung beantragt der Be-

schwerdeführer vorab im Wesentlichen, es sei Auskunft darüber zu ertei-

len, ob der Spruchkörper zufällig ausgewählt worden sei, andernfalls seien 

die objektiven Kriterien für die Spruchkörperbildung mitzuteilen (vgl. Be-

schwerdeanträge und Eingabe vom 24. September 2018 S. 2). Die auto-

matisierte Geschäftsverteilung und Verfahrensabwicklung am Bundesver-

waltungsgericht betreffen gerichtsinterne Arbeitsschritte. Diesbezüglich ist 

auf die geltende Praxis (Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 

E. 4.3) und die betreffenden Bestimmungen des Geschäftsreglements vom 

17. April 2008 für das Bundesverwaltungsgericht (VGR; SR. 173.320.1) zu 

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verweisen. Auf den Antrag die Zufälligkeit der Spruchkörperbildung sei zu 

bestätigen, ist daher praxisgemäss nicht einzutreten (vgl. auch Zwischen-

verfügung vom 26. Oktober 2018). Bei dieser Ausgangslage ist auch auf 

den weiteren Teilantrag, im Falle eines Eingriffs die objektiven Kriterien be-

kannt zu geben, nicht einzutreten (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer  

E-2110/2020 vom 11. Juni 2020 E. 2, E-3931/2020 vom 22. März 2021 

E. 3). 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

4.  

In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, die 

vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation 

der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt 

eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, eine Verletzung der Begründungs-

pflicht und des Willkürverbots sowie eine unvollständige und unrichtige Ab-

klärung des rechtserheblichen Sachverhalts. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; 

BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die 

Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prü-

fen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht 

erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-

derlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

5.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet ei-

nen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

E-4836/2018 

Seite 8 

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,  

3. Aufl., 2013, Rz. 1043). 

6.  

6.1  

6.1.1 Der Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs begründet der Be-

schwerdeführer damit, zwischen der Anhörung und dem Entscheid seien 

mehr als zweieinhalb Jahre vergangen (vgl. Beschwerde act. 1 S. 18 f.). 

Damit missachte die Vorinstanz eine zentrale Empfehlung von Prof. Walter 

Kälin in dessen Gutachten vom 23. Februar 2014. Er macht in diesem Zu-

sammenhang sodann geltend, in der seit der Anhörung bis zum Entscheid 

vergangenen Zeit habe er sich exilpolitisch betätigt und seine Verwandten 

seien wiederholt von den Behörden nach seinem Verbleib befragt worden. 

6.1.2 Ein zur Anhörung zeitnaher Entscheid der Vorinstanz ist grundsätz-

lich wünschenswert. Indes gibt es keine gesetzliche Verpflichtung, wonach 

die Vorinstanz nach einer gewissen verstrichenen Zeit eine ergänzende 

Anhörung durchführen müsste (vgl. statt vieler D-763/2017 vom 4. Sep-

tember 2017 E. 5.4 und E-1117/2017 vom 18. Mai 2017 E. 5.2). Bei dem 

vom Beschwerdeführer zitierten Rechtsgutachten handelt es sich sodann 

lediglich um eine Empfehlung von Prof. Walter Kälin an die Vorinstanz, aus 

welcher der Beschwerdeführer keine Ansprüche ableiten kann. Dasselbe 

gilt für die Medienmitteilung der Vorinstanz vom 26. Mai 2014. Soweit der 

Beschwerdeführer vorbringt, nach der Anhörung habe er sich exilpolitisch 

betätigt und die sri-lankischen Behörden hätten sich bei seinen Familien-

angehörigen nach ihm erkundigt, wäre es aufgrund der Mitwirkungspflicht 

(Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG) Sache des Beschwerdeführers gewesen, die 

Vorinstanz zu informieren und entsprechende Beweismittel einzureichen. 

Soweit er geltend macht, dies könne aufgrund seines Gesundheitszustan-

des und der fehlenden Vertrautheit mit den hiesigen administrativen Abläu-

fen nicht von ihm erwartet werden, ist festzustellen, dass er in der BzP 

explizit auf seine Pflicht hingewiesen wurde, das SEM über allfällige allen-

falls flüchtlingsrelevante Ereignisse zu informieren. Anlässlich der Anhö-

rung wurde er erneut auf seine Mitwirkungspflicht aufmerksam gemacht. 

Ferner ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte, wonach er ge-

sundheitlich nicht in der Lage gewesen wäre, seiner Mitwirkungspflicht 

nachzukommen. Eine Verfahrenspflichtverletzung der Vorinstanz ist nicht 

erkennbar. 

  

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Seite 9 

6.2  

6.2.1 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, da unterschiedliche 

Personen für die Anhörung und den Entscheid zuständig gewesen seien, 

seien seine Verfahrensrechte verletzt worden (vgl. Beschwerde act. 1  

S. 19).  

6.2.2 Ein Asylgesuch wird insbesondere aufgrund der Konsistenz, Schlüs-

sigkeit sowie Plausibilität der Vorbringen der Gesuchstellenden beurteilt 

(vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2). Somit bildet ein rechtskonform erstelltes Proto-

koll grundsätzlich eine genügende Grundlage für einen Asylentscheid. 

Dass die Erhebung des Sachverhalts beziehungsweise der Beweise (An-

hörungen etc.) und die spätere Würdigung (Entscheid) von derselben Per-

son vorgenommen werden müssen, ist gesetzlich nicht vorgesehen. Allein 

aus dem Hinweis, die den Entscheid verfassende Person habe keine per-

sönlichen Eindrücke über den Beschwerdeführer sammeln können, ergibt 

sich noch keine erhöhte Gefahr einer Fehleinschätzung und auch im kon-

kreten Fall ergeben sich keine Hinweise, die zu einer anderen Annahme 

führen könnten. Die Verfahrensführung der Vorinstanz ist insofern nicht zu 

beanstanden. Zudem sind den Akten keine Einschätzungen der für die An-

hörung verantwortlichen Person im Sinne interner Akten zu entnehmen, 

weshalb auf die Begründetheit des Antrags auf Beizug beziehungsweise 

Herausgabe des entsprechenden Aktenstücks (vgl. Beschwerde act. 1  

S. 20) nicht weiter einzugehen ist (vgl. Urteil des BVGer E-2298/2020 vom 

7. August 2020 E. 7.7.). 

6.3  

6.3.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter eine unvollständige und unrichtige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts (vgl. Beschwerde act. 1 

S. 16). Die Vorinstanz habe es unterlassen, seinen Gesundheitszustand 

abklären zu lassen, und anlässlich der Befragungen nicht in genügender 

Weise auf seine mentale Verfassung Rücksicht genommen. Aus dem An-

hörungsprotokoll ergebe sich eindeutig, dass er aufgrund der behördlichen 

Übergriffe traumatisiert sei. Auch die Hilfswerksvertretung habe weitere Ab-

klärungen betreffend seinen psychischen Zustand angeregt.  

6.3.2 Zu Beginn der BzP führte der Beschwerdeführer aus, generell Ängste 

in geschlossenen Räumen zu haben. Die Befragerin trug dieser Anmer-

kung Rechnung und wies den Beschwerdeführer darauf hin, dass er ihr 

frühzeitig mitteilen solle, falls er diesbezüglich Probleme bekomme. Am 

Schluss der BzP gab der Beschwerdeführer auf Nachfrage zu Protokoll, 

dass er keine entsprechenden Probleme gehabt habe (vgl. act. A4/14 S. 2 

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Seite 10 

und 11). Anlässlich der Anhörung fragte die Hilfswerksvertretung den Be-

schwerdeführer zu Beginn, wie er sich angesichts des geschlossenen Rau-

mes fühle. Der Beschwerdeführer gab an, er fühle sich wohl. Der Befrager 

wies ihn wiederum daraufhin, dass er ihm mitteilen solle, wenn er entspre-

chende Probleme habe (vgl. act. A13/28 F3 f.). Entsprechende Probleme 

machte der Beschwerdeführer aber nicht geltend, sondern er verwies all-

gemein auf seine mit den Erlebnissen im Heimatstaat im Zusammenhang 

stehende Appetit- und Antriebslosigkeit (vgl. a.a.O. F195 ff.). Er verneinte 

in ärztlicher Behandlung zu sein, worauf ihm die Hilfswerksvertretung die 

Adresse einer (…)-Beratungsstelle gab. Auf dem Unterschriftenblatt ver-

merkte die Hilfswerksvertretung, der Beschwerdeführer scheine durch die 

Erlebnisse psychisch schwer belastet zu sein. Bei der Schilderung be-

stimmter Vorfälle erlebe er diese sichtbar innerlich nach. Er sei emotional 

geworden, sichtlich aufgeregt, habe gezittert und mit den Tränen gekämpft 

(unter Verweis auf die entsprechenden Protokollstellen). Er scheine an ei-

ner (…) zu leiden, weshalb sie weitere Abklärungen anrege.  

6.3.3 Nach Ansicht des Gerichts hat die Vorinstanz ihre Verfahrenspflichten 

nicht verletzt. Zunächst ist festzustellen, dass die Befragung zu den Asyl-

gründen immer mit einer emotionalen Belastung verbunden ist. Entspre-

chend werden physische Reaktionen der angehörten Personen in der Re-

gel immer festgehalten, wie dies auch im vorliegenden Verfahren der Fall 

war (vgl. act. A13/28 F27, F81, F85, F148). Aus dem Anhörungsprotokoll 

geht hervor, dass sowohl der Befrager als auch die Hilfswerksvertretung 

auf die Befindlichkeiten des Beschwerdeführers eingegangen sind (vgl. 

a.a.O. F4, F195 ff.). Die Hilfswerksvertretung hat dem Beschwerdeführer 

wie bereits erwähnt anlässlich der Anhörung sodann die Adresse einer 

Trauma-Beratungsstelle überreicht, was im Protokoll so auch festgehalten 

wurde (vgl. a.a.O. F199 f.). Die Anhörung fand im November 2015 statt. 

Während der Zeit bis zum Entscheid im Juli 2018 hat der Beschwerdefüh-

rer keinen ärztlichen oder psychiatrischen Bericht eingereicht und es er-

folgten offenbar auch keine entsprechenden Konsultationen. Dass die Vor-

instanz daher zum Zeitpunkt des Entscheids keine weiteren Abklärungen 

für angezeigt hielt, ist mithin nicht zu beanstanden.  

6.3.4 Ebenso wenig kann dem SEM vorgeworfen werden, anlässlich der 

Befragungen die psychische Verfassung des Beschwerdeführers nicht ge-

nügend berücksichtigt und den Sachverhalt unvollständig erstellt zu haben. 

Aus dem Protokoll ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte, wonach 

der Beschwerdeführer während der Anhörung in einer Situation war, wel-

che es ihm aufgrund seines psychischen Zustandes verunmöglicht hätte, 

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Seite 11 

seine Asylgründe umfassend und abschliessend darzulegen. Die Art der 

Befragung und die gestellten Fragen lassen auf ein grosses Bemühen des 

Befragers schliessen, dem Beschwerdeführer einlässlich und in einer gu-

ten Atmosphäre Gelegenheit zu geben, seine Asylgründe vorzubringen. 

Die Hilfswerksvertretung hat ebenfalls ergänzende Fragen an den Be-

schwerdeführer gerichtet. Die psychische Verfassung des Beschwerdefüh-

rers wurde thematisiert. Es ergeben sich aus dem Protokoll keine Hinweise 

für eine Situation, die darauf schliessen lässt, dass der Beschwerdeführer 

aus psychischen Gründen nicht in der Lage war, seine Erlebnisse im Hei-

matstaat genügend darzulegen. Auch auf Beschwerdeebene ergibt sich 

kein weiterer Abklärungsbedarf hinsichtlich des Gesundheitszustandes. 

Nach Aufforderung durch die Instruktionsrichterin wurde zunächst ein Arzt-

zeugnis eines Allgemeinmediziners vorgelegt, welchem sich allerdings 

keine Angaben betreffend den psychischen Zustand des Beschwerdefüh-

rers entnehmen lassen. Erst mit Eingabe vom 23. Juli 2020 – mithin fast 

zwei Jahre nach Beschwerdeerhebung – wurde ein psychiatrischer Be-

richt, datierend vom 20. Juli 2020, eingereicht. Dieser stützt sich auf eine 

Konsultation vom 13. Juli 2020 und stellt die Diagnose einer (…), einer (…)  

sowie Hinweise auf eine (…), wobei die sicheren Kriterien der Krankheit 

noch nicht erfüllt seien (vgl. Beschwerdeakten act. 11 Beweismittel 134 S. 

3). Eine erneute Anhörung durch eine spezialisierte Person und weitere 

Abklärungen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erweisen 

sich als nicht notwendig. 

6.4 Betreffend die angebrachten Befürchtungen im Hinblick auf die Vor-

sprache auf dem sri-lankischen Generalkonsulat (vgl. Beschwerde act. 1 

S. 38) ist auf das Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts BVGE 

2017 VI/6 E. 4.3.3 zu verweisen, wonach es sich bei der Ersatzreisepapier-

beschaffung um ein standardisiertes, lang erprobtes und gesetzlich gere-

geltes Verfahren handelt. Die Vorinstanz hatte auch diesbezüglich keine 

weiteren Sachverhaltsabklärungen zu tätigen. Eine Verletzung des Unter-

suchungsgrundsatzes liegt nicht vor. 

6.5  

6.5.1 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begrün-

dungspflicht (vgl. Beschwerde act. 1 S. 22). Die Vorinstanz habe bei der 

Prüfung der Risikofaktoren weder seine Verbindungen zu den LTTE auf-

grund der Beziehungen zu seinem Vater und seinem Schulkameraden 

D._______ berücksichtigt noch die in diesem Zusammenhang erfolgten 

Festnahmen und Übergriffe gewürdigt.  

E-4836/2018 

Seite 12 

6.5.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers geht aus der an-

gefochtenen Verfügung hervor, dass das SEM seine wesentlichen Vorbrin-

gen in der äusserst ausführlich ausgefallenen Verfügung aufgenommen 

und gewürdigt hat und eine sachgerechte Anfechtung ohne weiteres mög-

lich war. Insbesondere hat die Vorinstanz im Sachverhalt berücksichtigt, 

dass der Vater und ein Schulkamerad des Beschwerdeführers LTTE-Mit-

glieder waren. Sie gelangte indessen zum Schluss, dass die geltend ge-

machte Verfolgung des Beschwerdeführers aufgrund von Verbindungen 

des Vaters und des Schulkameraden zu den LTTE nicht glaubhaft sei. 

Diese Aspekte sind sodann auch in die Würdigung des Risikoprofils einge-

flossen. Soweit der Beschwerdeführer bezüglich der materiellen Würdi-

gung zu einem anderen Schluss gelangt, liegt darin keine Verletzung der 

Begründungspflicht, sondern eine inhaltliche Rüge, auf welche im Rahmen 

der materiellen Prüfung näher einzugehen ist. 

6.6 Sofern auf Beschwerdeebene sodann eine Verletzung des Willkürver-

bots (Art. 9 BV) gerügt wird (vgl. Beschwerde act. 1 S. 14), lässt sich auf 

eine solche nicht schliessen. Willkür in der Rechtsanwendung liegt dann 

vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der 

tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen 

unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise 

dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 144 III 368 E. 3.1 

m.w.H.). Dies ist vorliegend jedoch nicht anzunehmen. Entsprechende 

Konkretisierungen finden sich auch auf Beschwerdeebene nicht. Eine an-

dere Würdigung des Sachverhalts durch die Vorinstanz als vom Beschwer-

deführer erwartet, bedeutet keine Willkür. 

6.7 Schliesslich ist auf die Rüge der Fehlerhaftigkeit des Lagebilds des 

SEM (vgl. Beschwerde act. 1 S. 9) zu Sri Lanka einzugehen. In mehreren 

vom nämlichen Rechtsvertreter geführten Verfahren (vgl. etwa Urteil des 

BVGer D-804/2019 vom 7. März 2019 E.  5.4) wurde festgestellt, dass 

diese länderspezifische Lageanalyse des SEM öffentlich zugänglich ist. 

Darin werden neben nicht namentlich genannten Gesprächspartnern und 

anderen nicht offengelegten Referenzen überwiegend sonstige öffentlich 

zugängliche Quellen zitiert. Damit ist trotz der teilweise nicht im Einzelnen 

offengelegten Referenzen auch dem Anspruch des Beschwerdeführers auf 

rechtliches Gehör ausreichend Genüge getan. Die Frage wiederum, inwie-

fern sich ein Bericht auf verlässliche und überzeugende Quellen abstützt, 

ist ebenfalls keine formelle Frage, sondern ist gegebenenfalls im Rahmen 

der materiellen Würdigung der Argumente der Parteien durch das Gericht 

zu berücksichtigen. 

E-4836/2018 

Seite 13 

6.8 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un-

begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen 

Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Sachver-

halt ist vollständig erstellt. Die diesbezüglichen Rechtsbegehren sind ab-

zuweisen. Die entsprechenden mit diesen Rügen einhergehenden Beweis-

anträge für das Beschwerdeverfahren (weitere Abklärungen zum Gesund-

heitszustand, nochmalige Anhörung) sind daher abzuweisen. 

7.  

7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

7.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

7.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2012/5 E. 2.2). 

8.  

8.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen 

an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die 

Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG stand. 

Das SEM stelle die Aussagen des Beschwerdeführers zum militärbehörd-

lichen Übergriff im Januar 2009, zur geheimdienstlichen Befragung im No-

vember 2014 sowie die darauffolgende militärbehördliche Anhaltung mit 

E-4836/2018 

Seite 14 

konsekutivem Spitalaufenthalt nicht in Abrede, zumal er, was die Vorkomm-

nisse als solche anbelange, nachvollziehbare und differenzierte Aussagen 

gemacht habe. Es sei bekannt, dass die sri-lankische Regierung nach 

Kriegsende Nachforschungen bezüglich ehemalige LTTE-Mitglieder betrie-

ben habe. Dass auch der Beschwerdeführer entsprechend befragt worden 

sei, sei weder aussergewöhnlich noch verwunderlich. Er habe selbst aus-

geführt, dass damals regelmässig Personen angehalten und befragt wor-

den seien. Die militärbehördliche Befragung im Januar 2009 sei demnach 

keine Verfolgungshandlung im Sinne von Art. 3 AsylG. Dass die sri-lanki-

schen Behörden denn auch nicht weiter an ihm interessiert gewesen seien, 

gehe aus seinen Aussagen hervor, wonach er bis im November 2014 nicht 

mehr behördlich gesucht worden sei.  

Die Glaubhaftigkeit der Befragung durch das CID im November 2014 

werde ebenfalls nicht grundsätzlich in Zweifel gezogen. Vor dem Hinter-

grund, dass die sri-lankischen Behörden gemäss Aussagen des Beschwer-

deführers zu jener Zeit verstärkt Ermittlungen zu Waffenverstecken durch-

geführt hätten, sei absolut nachvollziehbar, dass sie ihn als Sohn eines 

langjährigen LTTE-Mitglieds befragt hätten. Auch der Vorfall, bei welchem 

er mit dem Motorrad im November 2014 verunfallt sei, werde nicht grund-

sätzlich in Zweifel gezogen. 

Bezüglich der Ereignisse im November 2014 bringe der Beschwerdeführer 

aber erstmals anlässlich der Anhörung seinen Schulkameraden D._______ 

ins Spiel. Dass dieser sich im Jahr 2008 beim Beschwerdeführer einen Pi-

ckel und eine Hacke ausgeliehen habe, um Waffen zu vergraben, werde 

ebenfalls nicht in Zweifel gezogen. Indes sei nicht nachvollziehbar, wes-

halb der Beschwerdeführer besagten D._______ anlässlich der BzP uner-

wähnt gelassen habe, zumal er anlässlich der Anhörung die von ihm gel-

tend gemachte Verfolgung ausschliesslich mit seinem Verhältnis zu 

D._______ begründet habe, womit es sich offenbar um sein Kernvorbrin-

gen handle. Damit würden sich an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen er-

hebliche Zweifel ergeben. Diese würden durch weitere Unglaubhaftigkeit-

selemente in seinen Aussagen erhärtet. Es sei ihm nicht gelungen, schlüs-

sig darzulegen, weshalb ihn die Familie von D._______ sechs Jahre nach 

dessen Tod an die Behörden hätte verraten sollen. Sodann sei er für die 

Befragung im November 2014 nicht vorgeladen, sondern lediglich um Er-

scheinen gebeten und anschliessend höflich wieder verabschiedet worden. 

Es gebe keine Hinweise, wonach es sich bei der Befragung um eine staat-

liche Verfolgungsmassnahme gehandelt habe. Diese Einschätzung werde 

E-4836/2018 

Seite 15 

durch die Tatsache verstärkt, dass er nicht zu seiner eigenen Person be-

fragt worden sei, womit er scheinbar für die Behördenvertreter nicht von 

Interesse gewesen sei. Betreffend den Angriff auf ihn während der Fahrt 

mit dem Motorrad sei festzuhalten, dass es ihm nicht gelungen sei, nach-

vollziehbar darzulegen, dass es sich bei diesem Vorfall um einen gezielt 

gegen ihn gerichteten Anschlag gehandelt habe. Mit dem Hinweis auf die 

sogenannten «Speed breaker» und seiner Erklärung, wonach die Soldaten 

seine Rückkehr abgewartet hätten, relativiere er die von ihm geltend ge-

machte Zielgerichtetheit dieser Anhaltung mit seinen eigenen Worten. 

Dass er anlässlich dieser Anhaltung nicht festgenommen worden sei, spre-

che ebenfalls gegen sein Vorbringen, wonach die Behörden seiner hätten 

habhaft werden wollen, zumal er nach seinem Sturz ein leichtes Ziel für die 

bewaffneten Soldaten gewesen wäre. Sodann seien die Aussagen des Be-

schwerdeführers zu den gemachten Drohanrufen widersprüchlich ausge-

fallen. Gleiches gelte für die Ereignisse während seines Aufenthaltes in 

G._______. Schliesslich habe er ausgeführt, er habe Sri Lanka eigentlich 

nicht verlassen wollen, sei jedoch von seinem Schwager dazu gezwungen 

worden. Diese Aussage impliziere, dass er selbst offenbar keine Veranlas-

sung gehabt habe, das Land zu verlassen. Die widersprüchlichen und un-

plausiblen Aussagen zu den nachträglich vorgebrachten Hintergründen be-

treffend seinen Schulkollegen seien insgesamt nicht glaubhaft und es 

dränge sich diesbezüglich der Verdacht auf, dass der Beschwerdeführer 

eine Bedrohungssituation zu konstruieren versuche. Die Aussage, wonach 

das Grundstück nach der Ausreise des Beschwerdeführers von Spürhun-

den durchsucht worden sei, vermöge auch nicht nachvollziehbar eine be-

hördliche Verfolgungsmotivation zu begründen. Bezüglich des Vorbrin-

gens, wonach die Ehefrau im Frühjahr 2015 von Familienangehörigen des 

Schulkameraden D._______ geschlagen worden sei, könne davon ausge-

gangen werden, dass der Grund für diese Auseinandersetzung in der vom 

Beschwerdeführer geschilderten Heirat seiner Schwägerin in diese Familie 

und damit einhergehender Familienstreitigkeiten zu suchen sei.  

Hinzuweisen sei sodann auch darauf, dass dem Beschwerdeführer eige-

nen Angaben gemäss weder aus seinem Engagement für die LTTE wäh-

rend der Friedenszeit aufgrund seiner Teilnahme am Pongu-Tamil-Tag 

noch infolge seines Engagements für die TNA in den Jahren 2013 und 

2014 jemals Probleme erwachsen seien. Der Beschwerdeführer habe so-

dann als einfacher Teilnehmer an einer Demonstration in I._______ für die 

Rechte der Tamilen Parolen skandiert und ein Plakat hochgehalten. Von 

dieser Aktivität seien Fotos auf Facebook hochgeladen worden. Derartige 

E-4836/2018 

Seite 16 

Beteiligungen würden erfahrungsgemäss kein Verfolgungsinteresse des 

sri-lankischen Staates auslösen. 

8.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, es 

sei zwar richtig, dass er seinen Schulkollegen D._______ anlässlich der 

BzP nicht erwähnt habe. Anlässlich der Anhörung habe er aber Unterlagen 

betreffend D._______ eingereicht, welche seine Vorbringen stützen wür-

den. Sodann sei sein psychisch labiler Zustand durch die geschilderten Er-

eignisse in Sri Lanka ausgelöst worden und untermauere seine Vorbringen. 

Sein Vater habe sich für die LTTE engagiert, was den Behörden in seiner 

Herkunftsregion bekannt gewesen sei. Er selbst habe die LTTE unterstützt 

und sei mit LTTE-Mitgliedern befreundet gewesen. Im Jahr 2009 sei er ver-

haftet und schwer misshandelt worden. Nach dem Ende des Bürgerkrieges 

habe er weiterhin den tamilischen Separatismus unterstützt, indem er sich 

für die TNA engagiert habe. Im Jahr 2014 sei er von den Behörden befragt 

und seine Telefonnummer sei registriert worden. Im Anschluss an diese 

Befragung sei es zu erneuten behördlichen Übergriffen gekommen. Er er-

fülle damit sämtliche vom Bundesverwaltungsgericht definierten Risikofak-

toren, die auch im Licht der neueren Entwicklungen der Lage im Heimat-

staat zu würdigen seien.  

9.  

9.1 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen 

im Ergebnis zu bestätigen sind. Die Vorinstanz hat die Vorbringen des Be-

schwerdeführers zutreffend als teilweise asylrechtlich nicht relevant beur-

teilt und, soweit sie sich auf die unmittelbaren Ereignisse vor der Ausreise 

beziehen, zutreffend für unglaubhaft befunden.  

9.2 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die 

zweistündige Befragung im Jahr 2009 durch Armeeangehörige, an welcher 

er auch misshandelt worden sein soll, ausführlich und mit zahlreichen Re-

alkennzeichen versehen geschildert hat (vgl. act. A13/28 F148 ff., F152). 

Hinsichtlich dieses Ereignisses ist indessen festzuhalten, dass die Befra-

gung ohne weitere Folgen für den Beschwerdeführer blieb und auch nicht 

ausschlaggebend für seinen Ausreiseentschluss im Jahr 2015 gewesen 

sein soll. Der Beschwerdeführer führte denn auch aus, er sei in der Folge 

nicht weiter von den Behörden behelligt worden (vgl. act. A13/28 F43) und 

es bestehe kein Zusammenhang mit den Ereignissen im Jahr 2014 (a.a.O. 

F159 f.).  

E-4836/2018 

Seite 17 

9.3 Sofern bezüglich dieses Ereignisses auf Beschwerdeebene unter Ver-

weis auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4543/2013 vom 

22. November 2017 geltend gemacht wird, es bestehe aufgrund dieser Be-

fragung im Jahr 2009 eine schwere Traumatisierung beim Beschwerdefüh-

rer, weshalb angesichts der nachträglichen Routinehandlungen der Behör-

den die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen sei (vgl. Beschwerde act. 1 

S. 26), kann dieser Ansicht nicht gefolgt werden. Die Sachverhalte sind 

nicht vergleichbar. Zudem wurde beim Beschwerdeführer auch keine Lang-

zeittraumatisierung diagnostiziert und von einer solchen ist gestützt auf die 

Akten auch nicht auszugehen. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, 

dass die (…) des Beschwerdeführers ausweislich des ärztlichen Zeugnis-

ses offenbar bereits seit Kindestagen besteht (Beschwerdeakten act. 11 

Beilage 134, Ziff. 1.2). Zum Zeitpunkt seiner zweistündigen Befragung im 

Jahr 2009 war er bereits (…) Jahre alt und damit im Erwachsenenalter.  

9.4 Betreffend die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Befragung 

durch das CID im November 2014 ist festzustellen, dass der Beschwerde-

führer eigenen Angaben gemäss ungefähr zwanzig Minuten zu seinem Va-

ter befragt worden sein soll (act. A13/28 F67) und danach ohne weitere 

Auflagen das Camp wieder verlassen konnte. Er führte aus, während jener 

Zeit hätten die sri-lankischen Behörden Ermittlungen zu Waffenverstecken 

gemacht (vgl. a.a.O. F49). Seine Angaben zur Befragung und zu den Grün-

den dieser Befragung sind jedoch weder substanziiert noch in sich schlüs-

sig (act. A13/28 F53-F57). Sofern der Beschwerdeführer in diesem Zusam-

menhang schildert, der Vater seines ehemaligen Schulkameraden 

D._______ habe ihn vermutungsweise an die Behörden verraten, erachtet 

auch das Gericht dieses Vorbringen als konstruiert. Der Beschwerdeführer 

konnte nicht plausibel machen, wieso die Familie von D._______ ihn für 

den Tod des im Jahr 2008 Verstorbenen hätte verantwortlich machen sol-

len, zumal die Behörden den Beschwerdeführer eigenen Angaben gemäss 

gar nicht auf D._______ angesprochen haben (a.a.O. F158). Sofern der 

Beschwerdeführer als Motiv für den Verrat familiäre Kontakte zur Familie 

von D._______ durch die Heirat seiner Schwägerin und damit einherge-

hende Zwistigkeiten erwähnt (a.a.O. F13, F17), ist dies nicht geeignet, 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungshandlungen zu untermauern. 

Auch das Vorbringen, wonach die Ehefrau im Frühjahr 2015 von Familien-

angehörigen des Schulkameraden D._______ geschlagen worden sei, ist 

nicht geeignet zu einer anderen Einschätzung zu führen. Mit der Vorinstanz 

ist davon auszugehen, dass – ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit – 

der Grund für diese Auseinandersetzung in der vom Beschwerdeführer ge-

E-4836/2018 

Seite 18 

schilderten Heirat seiner Schwägerin und damit einhergehender Familien-

streitigkeiten zu suchen sein dürfte. Lediglich ergänzend ist in diesem Zu-

sammenhang festzustellen, dass die Umstände, wie der Beschwerdeführer 

an den nach der Anzeige seiner Frau angeblich erstellten behördeninter-

nen Untersuchungsbericht gekommen sein will (a.a.O. A13/28 F16), eben-

falls nicht überzeugen.  

9.5 Weder aus seinem sehr niederschwelligen Engagement für die LTTE 

während der Friedenszeit aufgrund seiner Teilnahme am Pongu-Tamil-Tag 

noch wegen seines Engagements für die TNA im Jahr 2013 für die Regio-

nalwahlen sind dem Beschwerdeführer sodann jemals Probleme erwach-

sen (vgl. act. A13/28 F132 ff.).  

9.6 Betreffend den Unfall des Beschwerdeführers mit dem Motorrad im No-

vember 2014 ist sodann festzustellen, dass aufgrund der eingereichten 

Arztberichte nicht auszuschliessen ist, dass der Beschwerdeführer tat-

sächlich einen solchen erlitt. Die Ursache – die zielgerichtete Verfolgung 

durch Soldaten, die seiner Person hätten habhaft werden wollen – er-

scheint indessen nicht glaubhaft. Der Beschwerdeführer hat den Check-

point nach eigenen Angaben zufällig passiert, als er auf dem Weg zu einem 

Freund gewesen sei (act. A13/28 F75 ff., F79). Ferner hat die Vorinstanz 

zutreffend ausgeführt, dass es für die bewaffneten Soldaten wohl ein leich-

tes gewesen wäre, des verletzten Beschwerdeführers habhaft zu werden, 

der zu Fuss geflüchtet, jedoch derart verletzt gewesen sein will, dass ein 

mehrtägiger Spitalaufenthalt notwendig gewesen sei. Der Beschwerdefüh-

rer konnte demnach nicht glaubhaft machen, dass sich der Angriff im gel-

tend gemachten Kontext ereignet hat.  

9.7 Weiter ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Schilderungen des 

Beschwerdeführers zu den Drohanrufen, die er während seines Kranken-

hausaufenthalts erhalten haben will, widersprüchlich und vage ausgefallen 

sind (vgl. act. A13/28 F37-39). So machte er einerseits geltend, er habe im 

Spital mehrere Drohanrufe erhalten, weshalb er binnen einer Woche drei-

mal die Telefonnummer gewechselt habe, nach den Nummernwechsel je-

doch weiterhin telefonisch bedroht worden sei (vgl. act. A4 S. 9). In der 

Anhörung macht er andererseits geltend, dass er nach Erhalt einiger An-

rufe die SIM Karte entfernt habe und dieses Telefon nicht mehr habe be-

nutzen können, da er zum Kauf einer neuen SIM Karte seine ID-Doku-

mente hätte vorweisen müssen (vgl. act. A13/28 F99 ff.). Um Wiederholun-

gen zu vermeiden, kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen 

in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (act. A18/7 S. 10).  

E-4836/2018 

Seite 19 

9.8 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, sein psy-

chisch labiler Zustand sei durch einen Arztbericht belegt und untermaure 

seine Vorbringen, ist festzuhalten, dass ein Arztbericht zwar eine psychi-

sche Störung beziehungsweise eine Traumatisierung belegen kann, nicht 

aber deren genaue Ursache (vgl. Urteil des BVGer D-5781/2012 vom  

8. Mai 2015 E. 7.2.2). 

9.9 Dem Beschwerdeführer ist es demnach nicht gelungen, eine asylrecht-

lich relevante Gefährdung im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka 

glaubhaft zu machen. 

10.  

10.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-

fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Be-

urteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in 

Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risiko-

faktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder 

vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der „Stop List“ und die 

Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als 

stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Entscheid 

dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Bejahung 

einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Feh-

len ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben 

und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach ri-

sikobegründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weit-

reichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene Gruppe tatsäch-

lich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von 

Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden 

bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen und 

so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährde. Mit Blick auf die dargelegten 

Risikofaktoren seien in erster Linie jene Rückkehrer gefährdet, deren Na-

men in der am Flughafen in Colombo abrufbaren "Stop List" vermerkt seien 

und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen 

Strafregistereintrag im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder ver-

muteten Verbindung zu den LTTE enthalte. Entsprechendes gelte für sri-

lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt 

hätten (vgl. a.a.O. E. 8). 

E-4836/2018 

Seite 20 

10.2 Wie vorstehend dargelegt, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelun-

gen glaubhaft zu machen, dass zum Zeitpunkt seiner Ausreise ein ernst-

haftes behördliches Interesse an seiner Person aufgrund der Tätigkeiten 

seines Vaters oder eines Schulkameraden für die LTTE bestanden hat oder 

er deshalb zu einem früheren Zeitpunkt einmal ernsthaft im Fokus der Be-

hörden war. Sodann hatte er bis zur Ausreise keine Probleme mit den Be-

hörden aufgrund angeblicher Unterstützungsleistungen für die LTTE. Es 

bestehen auch keine Anhaltspunkte, dass deshalb ein staatliches Interesse 

zum heutigen Zeitpunkt bestehen würde, welches zu einer allfälligen Ge-

fährdung des Beschwerdeführers bei einer Rückkehr führen würde. Allein 

durch die – unter in der Schweiz lebenden sri-lankischen Staatsangehöri-

gen weit verbreitete – Teilnahme an Demonstrationen hat sich der Be-

schwerdeführer nicht in besonderem Mass exponiert. Entsprechendes wird 

auch nicht geltend gemacht. Unter diesen Umständen ist nicht davon aus-

zugehen, dass er die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden auf sich 

gezogen hat und Gefahr laufen könnte, von den heimatlichen Behörden 

der Wiederbelebung des tamilischen Separatismus verdächtigt zu werden. 

Daran vermögen auch allfällige Narben am Unterleib, das Fehlen ordentli-

cher Identitätspapiere bei der Einreise in Sri Lanka und eine zwangsweise 

respektive durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) beglei-

tete Rückführung in dieses Land nichts zu ändern. Auch die Einreichung 

eines Asylgesuchs in der Schweiz und die rund fünfjährige Landesabwe-

senheit begründen keine flüchtlingsrechtlich relevante Furcht vor einer Ver-

folgung.  

10.3 Seit Einreichung des Asylgesuchs durch den Beschwerdeführer war 

die Lage in Sri Lanka verschiedenen Veränderungen unterworfen, wobei 

vorliegend namentlich die Wahl von Gotabaya Rajapaksa am 16. Novem-

ber 2019 zum Präsidenten von Sri Lanka sowie die nachfolgenden Ent-

wicklungen entscheidend sind (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri 

Lanka kehrt der Rajapaksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; The Gu-

ardian, Gotabaya Rajapaksa elected president of Sri Lanka, 17.11.2019, 

https://www.theguardian.com/world/2019/nov/1 7/sri-lanka-presidential-

candidate-rajapaksa-premadas-count-continues, abgerufen am 20. April 

2021). Kurz nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bruder 

Mahinda zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, Chamal 

Rajapaksa, in die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda und 

Chamal Rajapaksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusammen 

zahlreiche Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. ANI, Sri Lanka: 

35 including President's brother Chamal Rajapksa sworn in as ministers of 

E-4836/2018 

Seite 21 

state, 27.11.2019, https://www.aninews.in/news/world/asia/sri-lanka-35-in-

cluding-presidents-brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-

state20191127174753/, abgerufen am 11.01.2021). Die mit der absoluten 

Mehrheit gewonnene 16.  Parlamentswahl vom 5. August 2020 verstärkt 

die Machtfülle der Brüder Rajapaksa noch weiter (vgl. Stiftung für Wissen-

schaft und Politik [SWP] Aktuell, Nr. 69, September 2020: Politischer Um-

bruch in Sri Lanka; https://www.swp-berlin.org/10.18449/2020A69/; abge-

rufen am 20. April 2021). Zwar wurde Gotabaya Rajapaksa, der während 

der Präsidentschaft seines älteren Bruder Mahinda Rajapaksa (2005 bis 

2015), Verteidigungssekretär war, angeklagt, zahlreiche Verbrechen gegen 

Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivisten begangen zu haben. Zu-

dem wird er von Beobachtern für Menschenrechtsverletzungen und Kriegs-

verbrechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die Anschuldigungen 

(vgl. Human Rights Watch [HRW]: World Report 2020 – Sri Lanka, 

14.01.2020). 

10.4 Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri 

Lanka bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und be-

rücksichtigt sie bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen 

Kenntnisstand durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefähr-

dungslage auszugehen, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil 

ausgesetzt sind beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren. Es gibt 

aber zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem 

Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-

zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen 

zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 und den seitherigen 

Entwicklungen besteht. Ein solcher Bezug ist vor dem Hintergrund vorste-

hender Erwägungen nicht ersichtlich. 

10.5 Schliesslich sind die im Beschwerdeverfahren eingereichten Beweis-

mittel, sofern sie überhaupt rechtserheblich sind, nicht geeignet, an der 

Würdigung der Vorbringen des Beschwerdeführers etwas zu ändern. So-

fern nicht bereits auf diese eingegangen wurde, handelt es sich bei den 

übrigen grossmehrheitlich um Dokumente, welche die allgemeine Lage 

und die politische Situation in Sri Lanka beschreiben. Der Beschwerdefüh-

rer kann daraus keine individuelle Verfolgung ableiten.  

10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

E-4836/2018 

Seite 22 

11.  

11.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

11.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

12.  

12.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

12.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83  

Abs. 3 AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

12.3  

E-4836/2018 

Seite 23 

12.3.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender 

Begründung ausgeführt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der 

Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine 

Anwendung finde und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-

dernisse erkennbar seien. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch 

die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs-

vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 

E. 12.2 f.). An dieser Einschätzung ist auch unter Berücksichtigung der 

jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka festzuhalten. Zudem be-

steht im Hinblick auf die diplomatischen Unstimmigkeiten zwischen der sri-

lankischen und der schweizerischen Regierung (nach der Entführung einer 

Angestellten der schweizerischen Botschaft in Sri Lanka am 25. November 

2019) kein konkreter Grund zur Annahme, die allgemeinen politischen Ent-

wicklungen in Sri Lanka könnten sich zum heutigen Zeitpunkt auf den Be-

schwerdeführer auswirken (vgl. Urteil des BVGer D-1466/2020 vom 

23. März 2020 E. 7.2.2).  

12.3.2 Nachdem der Beschwerdeführer nicht darlegen konnte, bei einer 

Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden 

in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, beste-

hen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten 

hätte, die über einen sogenannten «Background Check» (Befragung und 

Überprüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden,  

oder dass er persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist 

zulässig. 

12.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

12.4.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Ge-

mäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ost-

provinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri-

terien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 

E-4836/2018 

Seite 24 

vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermögen die Gewalt-

vorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019 sowie die Präsidentschaftswahlen 

vom November 2019 und die seitherigen Entwicklungen (vgl. E. 10.3) 

nichts zu ändern. 

12.4.2 Gemäss dem vorliegenden Bericht der Psychiatrischen Dienste (…) 

vom 20. Juli 2020 befindet sich der Beschwerdeführer seit dem  

27. Mai 2020 in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Er leide an einer 

(…) und einer (…). Neu bestünden Hinweise auf eine (…), wobei die siche-

ren Kriterien der Krankheit noch nicht erfüllt seien. Eine sichere Diagnose 

bedürfe weiterer Abklärungen und Beobachtungen. Der Beschwerdeführer 

berichte von (…) sowie (…) geprägt von (…). Seit ein paar Monaten habe 

er Suizidgedanken; ohne konkrete Suizidpläne. Zudem habe er seit seiner 

Kindheit Angst, sich alleine in einem Raum aufzuhalten. Es hätten bisher 

drei Sitzungen stattgefunden, wobei eine Besserung der depressiven 

Symptomatik mittels medikamentöser Therapie erreicht worden sei. Eine 

Rückkehr nach Sri Lanka könnte indes eine Zuspitzung der (…) und even-

tuell der angeblichen (…) zur Folge haben.  

12.4.3 Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen 

Gründen ist nach Lehre und konstanter Praxis dann zu schliessen, wenn 

eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü-

gung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden 

Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen 

würde (vgl. etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je m.w.H.). Ge-

stützt auf die Ausführungen im Arztbericht vom 20. Juli 2020 ist festzuhal-

ten, dass die psychischen Probleme des Beschwerdeführers nicht derart 

gravierend sind, dass sie bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka zu einer mas-

siven Verschlechterung seines Gesundheitszustandes und einer medizini-

schen Notlage führen würden. Der Beschwerdeführer kann sich sodann 

auch im Heimatland behandeln lassen. Die Gesundheitsversorgung ist in 

Sri Lanka grundsätzlich kostenlos, zudem verfügt Sri Lanka neben Spitä-

lern mit psychiatrischen Abteilungen zur stationären Betreuung auch über 

zahlreiche Einrichtungen für die ambulante Behandlung von psychisch er-

krankten Patienten (vgl. unter anderen Urteile des BVGer E-5842/2019 

vom 25. November 2019 E. 10.4, D-3210/2018 vom 5. Juli 2019 E. 8.3 und 

D-2356/2019 vom 27. Juni 2019 E. 9.2 m.w.H.). Einer allfälligen Suizidalität 

kann im Falle einer (zwangsweisen) Rückführung durch die Ausgestaltung 

der Vollzugsmodalitäten Rechnung getragen werden, indem eine sorgfäl-

tige Vorbereitung erfolgt und geeignete medizinische Massnahmen getrof-

E-4836/2018 

Seite 25 

fen werden sowie eine adäquate Betreuung (beispielsweise durch medizi-

nisches Fachpersonal) sichergestellt wird. Der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers steht demnach dem Vollzug der Wegweisung nicht ent-

gegen. 

12.4.4 Der Beschwerdeführer lebte zuletzt im Dorf C._______, Distrikt 

Jaffna, Nordprovinz, wo er mit seiner Ehefrau, seinen Kindern sowie zahl-

reichen weiteren Verwandten über ein tragfähiges Beziehungsnetz und 

eine Wohnmöglichkeit verfügt. Er hat (…) Jahre die Schule besucht und 

diese mit dem (…)-Level abgeschlossen. Zuletzt war er in seinem Heimat-

land als (…) tätig und hat (…) sowie (…) angebaut. In der Schweiz war er 

auch erwerbstätig. Es ist demnach davon auszugehen, dass er sich ange-

sichts dieser Berufserfahrung auch in wirtschaftlicher Sicht wird integrieren 

können. Sodann lebt eine (…) des Beschwerdeführers in der Schweiz, bei 

welcher er lebt und welche ihn allenfalls zu Beginn finanziell unterstützen 

kann. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten 

wird. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich als zumutbar. 

12.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

12.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit da-

rauf einzutreten ist.  

14.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und aufgrund der auf Beschwer-

deebene eingereichten Rechtsschriften und Unterlagen auf insgesamt 

Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

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Seite 26 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Dieser Betrag wird dem einbezahlten Kostenvor-

schuss entnommen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Nathalie Schmidlin 

 

 

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