# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc69f81e-a430-5361-90b3-1902b041c0a4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 11.06.2019 SK 2018 448
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-448_2019-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 18 448

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Juni 2019 

Besetzung Oberrichter Gerber (Präsident i.V.), Oberrichter Vicari, Oberrichte-
rin Falkner
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen 

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
3013 Bern

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Fahrlässige schwere Körperverletzung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 29. November 2017 (PEN 16 649)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) wurde mit Strafbefehl vom 29. Juli 2016 
wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung schuldig erklärt und zu einer Gelds-
trafe von 48 Tagessätzen zu je CHF 80.00 (bedingter Vollzug, Probezeit 3 Jahre), 
zu einer Verbindungsbusse von CHF 960.00 (Ersatzfreiheitsstrafe: 12 Tage) sowie 
zur Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt (pag. 138 ff.). Nachdem er Einspra-
che gegen den Strafbefehl erhoben (pag. 142) und die Regionale Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) am Strafbefehl fest-
gehalten hatte (pag. 149), fand am 23. Juni 2017 die erstinstanzliche Hauptver-
handlung vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Vorinstanz) 
statt (pag. 218 ff.). Am 29. November 2017 fand eine Fortsetzungsverhandlung 
statt (pag. 294 ff.). Gleichentags erkannte die Vorinstanz was folgt (pag. 322 f.; sie-
he auch Berichtigung vom 25. Oktober 2018 auf pag. 357).  

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der fahrlässigen (schweren) Körperverletzung, begangen am 12.05.2015 in E.________, 
F.________Strasse (Baustelle G.________), z.N. von C.________

und in Anwendung der 
Art. 34, 42 Abs. 1 und 4, 44, 47, 106, 125 Abs. 1 und 2 StGB
Art. 17 Abs. 2 BauAV
Art. 426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 48 Tagessätzen zu CHF 90.00, ausmachend total CHF 4‘320.00.
Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘080.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 12 Tage festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 4‘500.00 und Aus-
lagen von CHF 270.00, insgesamt bestimmt auf CHF 4‘770.00. 
Die Gebühren setzen sich zusammen aus:
[…]

II.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 46 und 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO er-
kannt:

3

1. Die Zivilklage des Straf- und Zivilklägers C.________ wird dem Grundsatz nach gutgeheissen 
und für die vollständige Beurteilung der Forderung auf den Zivilweg verwiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden. 

3. Der Beschuldigte hat dem Straf- und Zivilkläger C.________ eine Parteientschädigung von 
CHF 10‘793.50 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

[…]

2. Berufung

Am 31. November 2017 meldete Rechtsanwältin Dr. B.________ namens des Be-
schuldigten die Berufung an (pag. 345). Die schriftliche Urteilsbegründung und Ur-
teilsberichtigung der Vorinstanz datiert vom 25. Oktober 2018 (pag. 353 ff.). Am 
13. November 2018 reichte der Beschuldigte die Berufungserklärung ein und bean-
tragte Folgendes (pag. 403 f.):

I. Umfang der Berufung

Das Urteil vom 29.11.2017 mit Begründung vom 25.10.2018 wird vollumfänglich angefochten. 

II. Abänderungsanträge 

1. A.________, sei freizusprechen vom Vorwurf der fahrlässigen (schweren) Körperverletzung, an-
geblich begangen am 12.05.2015 in E.________, F.________Strasse (Baustelle G.________) 
zum Nachteil von C.________, gemäss Ziff. I. des Dispositivs vom 29.11.2017.

2. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten gemäss Ziff. 1.3 des Dispositivs vom 29.11.2017 seien 
vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

3. A.________, vgt., sei für das erstinstanzliche Verfahren für die Wahrung seiner Interessen eine 
Parteientschädigung gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO im Umfang der am 29.11.2017 eingereich-
ten Kostennote auszurichten. 

4. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

5. A.________, vgt., sei für das oberinstanzliche Verfahren für die Wahrung seiner Interessen eine 
angemessene Parteientschädigung gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO auszurichten. 

6. Die Zivilklage des Privatklägers sei abzuweisen, evtl. sei sie auf den Zivilweg zu verweisen.

Am 16. November 2018 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass sie auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 410 f.). Nach Einholung 
des Einverständnisses der Parteien ordnete die Verfahrensleitung am 27. Novem-
ber 2018 die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens an (pag. 418 f.). Am 
5. Februar 2019 reichte der Beschuldigte seine Berufungsbegründung ein 
(pag. 437 ff.). Darin wurden die in der Berufungserklärung gestellten Anträge wie-
derholt. Die Stellungnahme von C.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilkläger) 
datiert vom 6. März 2019 (pag. 543 ff.). Er stellte folgende Anträge:

1. Der Beschuldigte sei schuldig zu erklären der fahrlässigen (schweren) Körperverletzung, z.N. des 
Straf- und Zivilklägers, begangen am 12. Mai 2015 in E.________. 

2. Der Beschuldigte sei angemessen zu bestrafen. 

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3. Dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen und des obergerichtlichen 
Verfahrens aufzuerlegen. 

4. Die Zivilklage des Straf- und Zivilklägers sei dem Grundsatz nach gutzuheissen und für die 
vollständige Beurteilung der Forderungen auf den Zivilweg zu verweisen.

Der Beschuldigte replizierte am 18. März 2019 und hielt an seinen Rechtsbegehren 
fest (pag. 462 ff.). Mit Schreiben vom 25. März 2019 verzichtete der Straf- und Zi-
vilkläger auf eine Duplik. Mit Verfügung vom 26. März 2019 erachtete der Präsident 
i.V. der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern den Schriftenwechsel 
als abgeschlossen (pag. 471 f.). Mit Eingabe vom 23. Mai 2019 reichte Rechtsan-
walt D.________ seine Kostennote ein (pag. 477 ff.). Am 28. Mai 2019 reichte 
Rechtsanwältin Dr. B.________ ihre Kostennote ein (pag. 481 ff.).  

3. Oberinstanzliche Beweismassnahmen

Oberinstanzlich wurden von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug 
(pag. 426) sowie ein Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (pag. 429 f.) des 
Beschuldigten eingeholt. 

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das angefochtene Urteil ist von der Kammer vollumfänglich zu überprüfen. Sie ver-
fügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 f. Schweizerische Strafprozessord-
nung [StPO; SR 311]). Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten ist sie 
an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. Sie darf 
das Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

5. Zum Anklagegrundsatz

5.1 Allgemeines

Art. 325 Abs. 1 StPO listet die Bestandteile der Anklageschrift auf. Diese bezeich-
net insbesondere möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorge-
worfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tataus-
führung (Bst. f) und die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftat-
bestände unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen (Bst. g).

Der Anklagegrundsatz verteilt die Aufgaben zwischen den Untersuchungs- bzw. Anklagebehörden ei-
nerseits und den Gerichten andererseits. Er bestimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens und 
bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte des Angeschuldigten und dient dem Anspruch 
auf rechtliches Gehör (BGE 126 I 19 E. 2a S. 21; BGE 120 IV 348 E. 2b S. 353 f. mit Hinweisen). 
Konkretisiert wird der Anklagegrundsatz zur Hauptsache durch die Anforderungen, welche an die An-
klageschrift gestellt werden. Diese hat eine doppelte Bedeutung. Sie dient einmal der Bestimmung 
des Prozessgegenstandes (Umgrenzungsfunktion) und sie vermittelt andererseits dem Angeschuldig-
ten die für die Durchführung des Verfahrens und die Verteidigung notwendigen Informationen (Infor-
mationsfunktion), wobei die beiden Funktionen von gleichwertiger Bedeutung sind (BGE 120 IV 348 
E. 2c S. 354; BGE 116 Ia 455 E. 3a/cc). […] Die Umgrenzungsfunktion besagt, dass das Gericht an 
die eingeklagte Tat gebunden ist. Die Anklage hat dem Angeklagten die ihm zur Last gelegten Delikte 
in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe genügend konkretisiert sind (BGE 
126 I 19 E. 2a; BGE 120 IV 348 E. 2b S. 353 f.) (BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.).

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Die beschuldigte Person muss aus der Anklage ersehen können, was ihr konkret 
vorgeworfen wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann. 
Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Sie darf nicht erst an der Ge-
richtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert werden (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2). Entgegen früheren 
Strafprozessordnungen geht Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO von einer auf das absolut 
Wesentliche beschränkten Tatumschreibung aus. Allgemein formuliert besteht die-
se darin, dass dem vorgeworfenen gesetzlichen Tatbestand folgend alle objektiven 
Merkmale mit Sachverhaltsbehauptungen unterlegt werden (vgl. SCHMID/JOSITSCH, 
Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, N. 7 f. zu Art. 325 StPO).

5.2 Vorbringen des Beschuldigten

Die Verteidigung vertritt die Auffassung, der Strafbefehl beschränke sich darauf, die 
Vorschriften von Art. 17 Abs. 2 Verordnung über die Sicherheit und den Gesund-
heitsschutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bauarbeiten (BauAV; 
SR 832.311.141) wiederzugeben. Soweit überhaupt von einem vorgeworfenen 
Sachverhalt auszugehen wäre, wäre es das Verwenden einer nicht durchbruchs-
icheren Schaltafel und eine fehlende Befestigung. Dass die Schaltafel nicht durch-
brochen worden sei, sei unbestritten. Welche Art von Befestigung den angeblichen 
Unfall verhindert hätte, sei dem Strafbefehl nicht zu entnehmen. Durch die Wieder-
gabe von Art. 17 Abs. 2 BauAV werde zwar das gewünschte Ergebnis (Unverrück-
barkeit) beschrieben, nicht jedoch das geforderte Mittel. Das geforderte Verhalten 
werde somit genau so wenig umschrieben wie die Voraussetzungen der Voraus-
sehbarkeit, der Vermeidbarkeit und der Zurechnung.   

5.3 Subsumtion

Wie bereits die Vorinstanz feststellte, entspricht die Sachverhaltsumschreibung im 
Strafbefehl vom 29. Juli 2016 (pag. 138 ff.) den strafprozessualen Anforderungen 
sowohl in Bezug auf die Umgrenzungs- als auch in Bezug auf die Informationsfunk-
tion. Neben der Darstellung der vorgeworfenen örtlichen und zeitlichen Begeben-
heiten wird der dem Beschuldigten vorgeworfene Sachverhalt – die Erstellung einer 
nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Abdeckung und als Folge die-
ser mangelhaften Abdeckung die Verletzung des Straf- und Zivilklägers – ausrei-
chend klar und präzise umschrieben. Entsprechend war er darüber genügend in-
formiert und wusste, wogegen die Verteidigung ansetzen sollte (siehe pag. 361 f.: 
[…] auf der Baustelle „G.________“ in E.________ im 4. Stock das erstellte Kernbohrloch im Boden 
am 11.05.2015 nach Ausführung der Arbeiten nicht mit einer unverrückbaren und durchtrittsicheren 
Platte gedeckt. Vielmehr habe der Beschuldigte vier Querlatten und eine nicht durchbruchsichere 
Schaltafel ohne weitere Befestigung auf das Loch gelegt, so dass am nächsten Tag der Privatkläger 
durch das Loch in den unteren Stock gestürzt sei und sich dabei schwer verletzt habe). Ob das 
vom Beschuldigten mutmasslich nicht ausgeführte und im Strafbefehl umschriebe-
ne geforderte Verhalten – das Erstellen der Abdeckung nach den gesetzlichen Vor-
schriften (konkret: mit einem Seitenschutz abschranken oder mit einer durch-
bruchsicheren und unverrückbaren Abdeckung versehen) – als fahrlässige Bege-
hung durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht (Art. 12 Abs. 3 Schweizerisches Straf-
gesetzbuch [StGB; SR 311]) oder als fahrlässiges Untätigbleiben trotz Garanten-

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stellung (Art. 11 Abs. 2 StGB) zu werten ist, ist eine durch die Gerichte zu klärende 
Rechtsfrage, welche – trotz fundamentaler Unterschiede in der Dogmatik – keine 
übermässige praktische Relevanz hat, «weil Sorgfaltspflichten regelmässig die Fol-
ge von Garantenstellungen sind und insofern Garanten- und Sorgfaltspflichten 
sachlich übereinstimmen» (RIKLIN, Schweizerisches Strafrecht Allgemeiner Teil, 
3. Aufl. 2007, § 19 N. 9; vgl. auch STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht All-
gemeiner Teil I, 4. Aufl. 2011 § 17 N. 2). Die dem Beschuldigten vorgeworfene Tat 
ist zureichend umschrieben. Die Staatsanwaltschaft musste im Lichte der voran-
stehenden Anforderungen von Lehre und Rechtsprechung im Strafbefehl «die Vor-
aussetzungen der Voraussehbarkeit, der Vermeidbarkeit und der Zurechnung» so-
wie «das geforderte Mittel» nicht im Einzelnen eingehender beschreiben. Der Be-
schuldigte konnte und kann aus dem Strafbefehl ersehen, was ihm konkret vorge-
worfen wird, und er konnte/kann – wie die einlässliche Berufungsbegründung zeigt 
– seine Verteidigungsrechte angemessen ausüben. Die Rüge der Verletzung des 
Anklagegrundsatzes erweist sich als unbegründet.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Strafbefehl

Dem Beschuldigten wurde mit Strafbefehl vom 29. Juli 2016 zur Last gelegt, er ha-
be als Inhaber der Firma A.________ Bau und als verantwortlicher Bauarbeiter un-
ter Verletzung von Bauvorschriften, so namentlich unter Verletzung von Art. 17 
Abs. 2 BauAV, wonach Bodenöffnungen, in die man hineintreten kann, mit einem 
Seitenschutz abzuschranken oder mit einer durchbruchsicheren und unverrückba-
ren Abdeckung zu versehen sind, auf der Baustelle der G.________ in E.________ 
im 4. Stock das erstellte Kernbohrloch im Boden am 11.05.2015 nach Ausführung 
der Arbeiten nicht mit einer unverrückbaren und durchtrittsicheren Platte gedeckt. 
Vielmehr habe der Beschuldigte vier Querlatten und eine nicht durchbruchsichere 
Schaltafel ohne weitere Befestigung auf das Loch gelegt, so dass am nächsten Tag 
der Straf- und Zivilkläger durch das Loch in den unteren Stock gestürzt sei und sich 
dabei schwer verletzt habe. Der Straf- und Zivilkläger habe sich einen komplexen 
Knochenbruch des Sprunggelenkes zugezogen, wobei der untere Teil des Waden-
beines gebrochen und verschoben sowie mehrere kleine Knochenfragmente abge-
sprengt worden seien. Zudem sei die Bindegewebe-Verbindung der beiden Unter-
schenkelknochen gerissen, so dass auch der Innenknöchel vom Schienbein ver-
schoben und abgebrochen sei. Seit dem Unfall sei der Straf- und Zivilkläger auf 
seinem angestammten Beruf nicht mehr arbeitsfähig und zu 100% arbeitsunfähig 
(pag. 138 ff.). 

7. Sachverhalt gemäss Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt gemäss soeben wiedergegebenem 
Strafbefehl als erstellt. Sie führte dazu aus was folgt (pag. 374 f.):

Nach dem vorstehend Ausgeführten ist erstellt, dass der Beschuldigte in Zusammenarbeit mit dessen 
Hilfsarbeiter H.________ am 11.05.2015 auf der Baustelle der G.________ in E.________ das von 
ihm unter seiner Verantwortung gefertigte Loch nach Abschluss der Bohrarbeiten mit zwei Schalta-

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feln, welche auf vier in rechtem Winkel zu den Schaltafeln liegenden Bretter gelegt waren, abdeckte. 
Diese Konstruktion lag an einigen Stellen an den nahen Mauern an, war aber weder unter den einzel-
nen Komponenten an sich, noch mit dem Boden oder sonstigen Bestandteilen des Gebäudes ver-
schraubt oder sonstwie fixiert. Die Abdeckung bzw. Teile davon konnten mithin verschoben werden. 
In den auf die Fertigstellung der durch den Beschuldigten ausgeführten Arbeiten folgenden rund 24 
Stunden ist eine der beiden zur Abdeckung verwendeten Schaltafeln auf ungeklärte Weise ver-
schwunden, so dass sich spätestens am 12.05.2015 um ca. 16:30 Uhr nur noch eine Schaltafel auf 
den vier Brettern liegend in der das Loch abdeckenden Konstruktion befand. Diese Schaltafel lag hin-
ten nicht mehr an der Mauer an und konnte mit einem gewissen, aber nicht übermässigen Kraftauf-
wand, beispielsweise einem Fussstoss verschoben werden. Am 12.05.2015 um ca. 16:30 Uhr begab 
sich der Privatkläger auf der Suche nach seinem Arbeitskollegen in den Raum, in welchem am Vortag 
das Loch gebohrt wurde. Aufgrund der konkreten Lichtverhältnisse konnte der Privatkläger das Loch 
bzw. die darauf liegende Abdeckung nicht sehen und trat entweder direkt ins Leere oder aber an die 
Schaltafel oder eines der vier Bretter, welche sich in der Folge verschoben, worauf der Privatkläger 
ebenso ins Leere trat und durch das Loch bei einer lichten Fallhöhe von 4,6 Metern in das darunter-
liegende Stockwerk fiel. Durch den Aufprall – bei dem der Privatkläger glücklicherweise nicht auf der 
sich in der Landezone befindlichen Kernbohrmaschine oder gar dem Armierungseisen aufschlug – 
zog sich der Privatkläger einen komplexen Bruch des rechten Sprunggelenks und des Unterschenkels 
zu, wobei diese Verletzungen im Urteilszeitpunkt immer noch nicht ausgeheilt waren und dazu führ-
ten, dass der Privatkläger aufgrund der fehlenden Belastbarkeit nicht mehr auf seinem angestammten 
Beruf arbeiten kann und überdies mit Langzeitfolgen wie Arthrose gerechnet werden muss.  

8. Vorbringen des Beschuldigten

Die Verteidigung rügt vorab eine Verletzung des in dubio pro reo-Grundsatzes. Sie 
macht geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass der Straf- und Zi-
vilkläger durch das vom Beschuldigten gefertigte Loch gefallen sei. Der damals vor 
Ort anwesende Polizist I.________ habe ausgesagt, dass er eine unveränderte Un-
fallsituation vorgefunden habe, wobei er sich hierbei auf die ihm vor Ort mitgeteilten 
Informationen gestützt habe (pag. 224 Z. 28 ff.). Er habe bestätigt, dass das Foto 
auf pag. 10 die vorgefundene Situation darstelle (pag. 226 Z. 46 f.). Aus der Foto-
dokumentation werde ersichtlich, dass sich das Loch längs an einer Wand befun-
den habe und ca. die Masse 2 m 58 cm auf 56 cm gehabt habe, wobei die Kanten 
nicht gerade gewesen seien, sondern das Loch aus mehreren aneinandergereihten 
runden Bohrungen bestanden habe. Die durchgehende Breite habe deshalb ledig-
lich bei ca. 52 cm gelegen (Fotodokumentation, Fotos pag. 19 ff.). Sodann sei das 
Loch mit vier Holzbrettern und einer Schaltafel abgedeckt gewesen. Mit Blick auf 
die weitere Fotodokumentation auf dem USB-Stick, z.B. Nr. 16, sei die noch vor-
handene Schaltafel schätzungsweise knapp 50 cm breit gewesen. Die Breite von 
der Schaltafelkante zur Lochkante sei zwar nicht gemessen worden (pag. 227 Z 6; 
E. 4.1 in fine). Wenn aber das ganze Loch 52 cm breit gewesen sei, könne die Öff-
nung mit der Schaltafel darüber höchstens 25 cm breit gewesen sein. Es sei daher 
mit der Aussage des Zeugen I.________ davon auszugehen, dass die vorgefunde-
ne Situation auf dem Foto auf pag. 10 der Situation zum Unfallzeitpunkt entspro-
chen habe. Dies im Gegensatz beispielsweise zum Foto auf pag. 18, welches nach 
Verschieben der Schaltafel durch die Polizei angefertigt worden sei (pag. 225 Z. 3 
f.). Durch die auf pag. 10 ersichtliche Öffnung passe kein ausgewachsener 

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Mensch. Zudem habe der Straf- und Zivilkläger angegeben, er sei in ein leeres 
Loch gefallen, er habe kein Brett weggetreten und es sei auch kein Brett durchge-
brochen (pag. 230 Z. 14 ff.). Es sei überdies nicht vorstellbar, dass der Straf- und 
Zivilkläger beim Hindurchfallen die ca. 10 kg schwere Schaltafel hinter sich zuge-
zogen und damit das Loch zugedeckt habe. Im Übrigen hätte der Straf- und Zivil-
kläger selbst in eine Öffnung mit 52 cm Breite (was nicht der angetroffenen Situati-
on entsprochen habe) einzig quasi «ständlings» reinfallen können. Die vom Straf- 
und Zivilkläger behaupteten Schürfwunden seien medizinisch in den Akten nicht 
dokumentiert. Die einzige Begründung, welche die vorgefundene Unfallstelle mit 
den Verletzungen des Straf- und Zivilklägers in Einklang bringen könne, sei dieje-
nige, dass dieser sich die Verletzung anders zugezogen habe. Der Straf- und Zivil-
kläger habe überdies nicht erklären können, weshalb er in einem dunklen Raum 
nach einem Arbeitskollegen gesucht habe, obwohl weder er noch der Arbeitskolle-
ge in diesem Raum etwas zu suchen gehabt hätten (pag. 63 Z. 148). So habe auch 
sein Vorgesetzter bestätigt, dass der Straf- und Zivilkläger in diesem Raum nichts 
zu suchen gehabt habe. Der Vorgesetzte habe der Behauptung des Straf- und Zi-
vilklägers widersprochen, er habe diesen dorthin geschickt, um nach dem Arbeits-
kollegen zu suchen (pag. 299 Z. 28 ff.). Der Straf- und Zivilkläger habe nicht er-
klären können, weshalb er nicht einfach nach dem Kollegen gerufen und auf eine 
Antwort gewartet habe (pag. 230 Z. 8 f.). Der Zeuge I.________ habe den Unfall 
nicht mitbekommen und habe nicht aufzeigen können, wie der Straf- und Zivilkläger 
durch die Abdeckung gefallen sein solle. Der Zeuge J.________ habe angegeben, 
den Straf- und Zivilkläger in dem auf pag. 6 abgebildeten Raum mit der Kernbohr-
maschine gefunden zu haben (pag. 299. Z. 38 und 300 Z. 1 ff.). Dabei handle es 
sich um den Raum unterhalb des vom Beschuldigten gefertigten Lochs, in welchen 
der Straf- und Zivilkläger angeblich gefallen sein solle. Nun behaupte dieser aber, 
er sei fünf Meter in den Gang gerobbt und dort habe er den Zeugen J.________ 
angerufen, welcher ihn dort gefunden habe (pag. 58). Der Zeuge I.________ sei 
entsprechend von der Sanität informiert worden, dass der Straf- und Zivilkläger im 
Raum vor demjenigen gemäss pag. 6 gefunden worden sei. Wer den Straf- und Zi-
vilkläger aufgefunden habe, bleibe ebenfalls unklar. Sei es in der ersten Einver-
nahme des Straf- und Zivilklägers noch der «Chef» gewesen (also der Zeuge 
J.________; pag. 58), sei es anlässlich der Aussage vor Gericht ein «älterer Herr» 
(pag. 230 Z. 39) gewesen. Die Aussagen des Straf- und Zivilklägers bzw. jene des 
Zeugen J.________ seien nicht konsistent. Dass der an der Unfallstelle vorgefun-
dene Helm dem Straf- und Zivilkläger gehört habe, sei schliesslich nicht erstellt und 
sei von diesem nicht behauptet worden. 

Die Vorinstanz gehe davon aus, dass die Abdeckung mit einem gewissen 
Kraftaufwand verrückbar gewesen sei. Sie stütze sich auf die Aussage des Zeugen 
I.________. Schaltafeln würden für den Bau von Schalungen im Betonbau verwen-
det und müssten hohen Belastungen standhalten. Auch die verwendeten Gerüst-
bretter seien aus massivem Holz und mindestens 4 cm stark. Eine Schaltafel sei 
ca. 10 kg schwer (vgl. pag. 77 Z. 191). Es entspreche Gerichtsnotorietät, dass 10 
kg nicht eben so verrückt werden könnten, zumal es sich um ein Brett auf einem 
rauen Untergrund handle. Mithin habe die Tafel nicht versehentlich verschoben 
werden können. Wenn die Vorinstanz davon ausgehe, die Schaltafel hätte mit ei-

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nem Fussstoss verrückt werden können, sei dies widersprüchlich oder zumindest 
ungenau. Dies entspreche nicht dem tatsächlichen, vom Straf- und Zivilkläger be-
schriebenen Geschehen. Ein versehentlicher bzw. im Rahmen eines normalen 
Schrittes (im offenbar dunklen Raum) vollzogener Fuss(an)stoss hätte die Tafel 
nicht verschieben können. Es sei ein gewisser Kraftaufwand notwendig, mithin zu-
mindest ein kräftiger und damit bewusster Fusstritt. Die Vorinstanz vermöge nach 
wie vor nicht schlüssig zu begründen, was dem Beschuldigten vorgeworfen werde: 
Mit der vom Beschuldigten vorgenommenen – zumindest in dubio pro reo ange-
nommenen – Abdeckung mit zwei Schaltafeln hätte immer noch eine zweite Schal-
tafel das Loch genügend zugedeckt, selbst wenn eine Tafel theoretisch versehent-
lich (was bestritten werde) «mit einem gewissen Kraftaufwand» vollständig unter 
das Lüftungsrohr hätte geschoben werden können. Wenn die Vorinstanz ausführe, 
auch die zwei Schaltafeln hätten – wenn auch nicht in jede Richtung – mit gewis-
sem Kraftaufwand verschoben werden können, übersehe sie die Tatsache, dass 
sich das Loch in einer Ecke befunden habe. Ein Anstossen von der Seite oder von 
hinten (vom Fenster her) sei nicht möglich. Die Abdeckung, wie sie der Beschuldig-
te vorgenommen habe, sei somit unverrückbar gewesen. In der vom Zeugen 
I.________ angetroffenen Situation sei die (verbleibende) Schaltafel nicht unter  
das Lüftungsrohr gerutscht gewesen. Entsprechend sei die Feststellung der Vor-
instanz unvollständig, wenn sie lediglich die zwischen den Längsbrettern gemesse-
nen Distanzen betrachte, ohne die sich darauf befindliche Schaltafel zu berücksich-
tigen. Wenn die Vorinstanz schliesslich in Erwägung ziehe, die tatsächliche Ver-
rückbarkeit ergebe sich aus dem Umstand, dass eine Schaltafel in weniger als 24 
Stunden habe verschwinden können, sei nicht die Verrückbarkeit der Konstruktion 
angesprochen. Vielmehr sei in der willentlichen Wegnahme eines Teils der Kon-
struktion eine unvorhersehbare Dritthandlung zu sehen.

In der Replik lässt der Beschuldigte ergänzen, die Ausführungen des Straf- und Zi-
vilklägers seien sehr vage, wenn er beschreibe, wie es zum angeblichen Sturz ge-
kommen und wie er gefallen sein soll. Er sei nicht dort vorgefunden worden, wo er 
angeblich gefallen sei. Er habe zudem nicht behauptet, dass er einen Helm getra-
gen und diesen verloren habe. Die behaupteten Schürfungen seien soweit ersicht-
lich nicht erhoben worden. Erstellt sei einzig die als vorgefundene Situation be-
zeichnete Fotoaufnahme, die ein Durchfallen ausschliesse. Nachlässigkeiten in der 
Untersuchung dürften dem Beschuldigten nicht zum Nachteil gereichen.

9. Vorbringen des Straf- und Zivilklägers

Der Straf- und Zivilkläger lässt vorbringen, es möge zutreffen, dass es für das Stur-
zereignis keine Zeugen gebe. Dies habe aber nicht zur Konsequenz, dass der Be-
schuldigte in dubio pro reo freizusprechen wäre. Der Straf- und Zivilkläger sei sich 
sicher, dass er durch das fragliche Loch gefallen sei und habe dies so ausgesagt. 
Seine Aussagen würden durch die Zeugenaussagen von I.________ und 
J.________ gestützt. Dafür, dass sich der Unfall so ereignet habe, wie ihn der 
Straf- und Zivilkläger beschreibe, spreche sein Verletzungsbild an Beinen und Ar-
men. In der Zone, wo der Straf-und Zivilkläger nach dem Absturz gelandet sei, sei 
überdies ein Bauarbeiterhelm aufgefunden worden. Es bestünden keine ernsthaf-
ten Zweifel, dass der Straf- und Zivilkläger durch das mangelhaft abgedeckte Loch 

10

hinuntergefallen sei. Der Grundsatz in dubio pro reo könne nur zur Anwendung ge-
langen, wenn erhebliche und unüberwindliche Zweifel bestünden. Solche existier-
ten jedoch nicht. Die vom Beschuldigten vorgebrachte Kritik an den vorinstanzli-
chen Erwägungen sei unbegründet. Die Feststellung, dass die Abdeckung mit einer 
(bzw. in dubio pro reo zwei) Schaltafel(n) mit einem gewissen Kraftaufwand ver-
rückbar gewesen sei, sei aufgrund des rechtserheblichen Sachverhalts – insbe-
sondere der Zeugenaussagen von I.________ – nicht zu beanstanden. Da die Ab-
deckung erwiesenermassen weder mit dem Boden verankert noch die Bretter un-
tereinander fixiert gewesen seien, habe sie verrücken können. Die Behauptung des 
Beschuldigten, dass die Abdeckung, wie er sie vorgenommen habe, unverrückbar 
gewesen sei, sei nicht nachvollziehbar. 

10. Unbestrittener Sachverhalt

Nicht bestritten ist zunächst, dass sich der Straf- und Zivilkläger auf der Baustelle 
der G.________ am 12. Mai 2015 verletzt hat – neben Kontusionen am linken Fuss 
und Knie erlitt er einen dreiteiligen Bruch des rechten Sprunggelenks mitsamt 
Bruch beider Unterschenkelknochen (sog. Trimalleeolar-Luxationsfraktur mit hoher 
Fibulafraktur Typ Maisonneuve [pag. 32] und 38) – und dass der Beschuldigte auf 
dieser Baustelle weisungsgemäss am Vortag des Unfalls als Subunternehmer der 
K.________ AG das Loch, durch welches der Straf- und Zivilkläger gefallen sein 
soll, erstellt hat. Im Weiteren ist unbestritten, dass das fragliche Loch 2 m 58 cm 
auf 52-56 cm (runde Bohrkreise) gross war (pag. 19 und 21) und die (Fall-)Höhe 
zwischen dem vierten und dem dritten Stock 4 m 60 cm betragen hat (pag. 6). 
Darüber hinaus ist nicht strittig, dass sich über dem Loch mindestens eine nicht 
dem Beschuldigten gehörende Schaltafel sowie vier Holzlatten, die nicht alle ty-
pengleich waren, befanden, welche dieser auf der Baustelle zusammengesucht, sie 
also aus einem fremden Lager genommen hatte (pag. 221 Z. 1 ff. und 297 Z. 15 f.). 
Die Schaltafel(n) und Querlatten hatten zudem keine mechanische feste Verbin-
dung (Schrauben, Nägel oder dergleichen) weder unter sich noch mit dem Beton-
boden oder den Wänden (vgl. pag. 69 Z. 50 f.). Die zwei auf der Fotoaufnahme Nr. 
18 des USB-Sticks (zweite E-Mail) ersichtlichen Nägel waren vorbestehend. Eben-
falls ist unbestritten, dass es in der rechten hinteren Ecke des Raumes oberhalb 
des Lochs eine Fensteröffnung als einzige Lichtquelle (vgl. pag. 221 Z. 35 ff. und 
297 Z. 18 ff.) hatte, die ca. 2.5 m auf 60 cm gross war (vgl. pag. 13), und dass hin-
ter dem Loch – nicht auf dem Betonboden aufliegend – ein Lüftungsrohr /-kanal 
längsseitig verlief (vgl. ebenfalls pag. 13). Des Weiteren ist nicht bestritten, dass 
sich im Raum unterhalb des Lochs – in der Nähe des vorinstanzlich angenomme-
nen Sturzortes – sowohl eine Kernbohrmaschine, ein senkrechtes, ca. 50 cm in die 
Höhe ragendes Armierungseisen als auch ein weisser Helm vor dem genannten 
Armierungseisen befanden (pag. 11). Schliesslich kann angefügt werden, dass die 
Kernbohrungen im Zusammenhang mit den Installationen der Haustechnik erstellt 
wurden und dass sich die gesamte Baustelle im Mai 2015 im Begriff der ersten In-
betriebsetzungen und Nachbesserungen aus der Abnahme der Garantie befand 
(pag. 253).     

11. Bestrittener Sachverhalt

11

Abgesehen davon wird der dem Beschuldigten vorgeworfene Sachverhalt von ihm 
bestritten. Insbesondere bestreitet er, dass der Straf- und Zivilkläger durch das von 
ihm gefertigte Loch gefallen sei und sich die Verletzungen als Folge des Sturzes 
durch das fragliche Loch zugezogen habe. Im Weiteren bestreitet der Beschuldigte, 
das von ihm gefertigte Loch bloss «leicht und zudem nach hinten verschiebbar» ab-
gedeckt zu haben (vgl. pag. 439).    

12. Verweis auf theoretische Grundlagen und Wiedergabe der Beweismittel

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung (pag. 370), 
die objektiven Beweismittel (Fotografien [pag. 5 ff.], Bauprogramm G.________ 
[pag.257 ff.], Arztberichte [vgl. pag. 32 f., 38 f., 48 ff.] [pag. 368 ff.]) sowie die Aus-
sagen der Beteiligten (Straf- und Zivilkläger vom 12. Mai 2015 [pag. 57 f.], vom 
4. Mai 2016 [pag. 59 ff.] und vom 23. Juni 2017 [pag. 229 ff.]; Beschuldigter vom 
27. Mai 2015 [pag. 68 ff.], vom 4. Mai 2016 [pag. 72 ff.] und vom 23. Juni 2017 
[pag. 220 ff.]; I.________ vom 23. Juni 2017 [pag. 224 ff.]; H.________ vom 29. 
November 2017 [pag. 296 ff.]; J.________ vom 29. November 2017 [pag. 299 f.] [ 
pag. 362 ff.]) korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden.

13. Beweiswürdigung durch die Kammer

13.1 Verletzungsort

Der Beschuldigte bestreitet nach wie vor, dass der Straf- und Zivilkläger durch das 
fragliche Loch gefallen sei. Die Vorinstanz führte dazu aus: 

Demgegenüber ist sich der Privatkläger – in der Hauptverhandlung entsprechend gefragt – sicher, 
durch das vom Beschuldigten gefertigte Loch gefallen zu sein (pag. 230, Z. 46). Nach dem Sturz sei 
er aus dem Raum gekrochen und habe dort nach Hilfe gerufen (pag. 230, Z. 36 f.). Er habe auch sei-
nen Chef angerufen (pag. 58). Gefunden worden sei er von einem älteren Herrn, welcher jedoch nicht 
mit ihm gearbeitet habe; sein Chef, J.________, sei dann später dazu gestossen (pag. 230 Z. 39 f.). 
Die Darstellung des Privatklägers wird durch die Aussagen der Zeugen gestützt: Zwar konnte der er-
mittelnde Polizist, der Zeuge I.________, nicht bestätigen, dass der Privatkläger tatsächlich durch das 
vom Beschuldigten gefertigte Loch gefallen ist. Indes konnte I.________ vor Ort ermitteln, dass der 
Privatkläger im Raum vor demjenigen, der sich unter dem vom Beschuldigten gefertigten Loch befin-
det, von einem älteren Herrn gefunden worden sei (pag. 226 Z. 38 ff.). Ebenso bestätigte der Chef 
des Privatklägers, der Zeuge J.________, vom Privatkläger nach dessen Sturz angerufen und um Hil-
fe gebeten worden zu sein (pag. 299 Z. 38 f.). Gefunden habe er den Privatkläger sodann unten am 
vom Beschuldigten gefertigten Loch (pag. 300 Z. 1 ff.). Die Angaben des Privatklägers bezüglich der 
Absturzstelle finden sodann in der Fotodokumentation (vgl. oben III.4.1) eine weitere Stütze: In der 
Absturzzone unter dem vom Beschuldigten gefertigten Loch liegt ein weisser Bauhelm (pag. 6, 11, 21 
f.). Nachdem es gerichtsnotorisch ist, dass das Betreten von Baustellen (insbesondere von der Grös-
se eines Stadionkomplexes wie des hier interessierenden) ohne Bauhelm verboten ist, und die Helm-
tragepflicht auf der G.________ im Übrigen vom Privatkläger bestätigt wurde (pag. 63 Z. 139), muss 
es als höchst unwahrscheinlich, wenn nicht gar ausgeschlossen bezeichnet werden, dass jemand 
seinen Bauhelm unter dem vom Beschuldigten gefertigten Loch deponiert hätte und sich hernach oh-
ne Kopfschutz auf der Baustelle bewegt hätte. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass der 
Privatkläger seinen Helm beim Aufprall verlor und sich diesen verständlicherweise nicht wieder auf-
setze, als er den Raum hilfesuchend und kriechend verliess. Aufgrund der übereinstimmenden und 

12

schlüssigen Aussagen des Privatklägers einerseits und der Zeugen I.________ und J.________ an-
dererseits, welche zudem durch den im Sturzbereich liegengebliebenen Helm gestützt werden, ist 
zweifelsfrei erstellt, dass der Privatkläger tatsächlich durch das vom Beschuldigten gefertigte, in der 
Fotodokumentation (vgl. III.4.1. oben) dargestellte Loch gefallen ist, und sich als Folge dieses Sturzes 
die in den Arztberichten (vgl. III.4.3. oben) dokumentierten (unbestrittenen) Verletzungen zugezogen 
hat.

Was der Beschuldige gegen diese überzeugenden Darlegungen vorbringt (siehe 
vorne E. 8), verfängt nicht. Seine Argumentation hat zwar insofern etwas für sich, 
als er die Klarheit der Fotodokumentation generell in Frage stellt. Diese zeigt näm-
lich nicht bloss «zwei Phasen», wie die aufgefundene Schaltafel positioniert gewe-
sen war (über dem Loch versus neben dem Loch). Es besteht ebenfalls ein Unter-
schied der Position zwischen dem Foto auf pag. 10 (Schaltafel befindet sich etwas 
unter dem Lüftungsrohr und ist schräg positioniert) und dem Foto auf pag. 12 
(Schaltafel ist gerade ausgerichtet und der Spalt durchgehend nur etwa 20 cm 
breit). Auf sämtlichen Fotografien identisch angeordnet sind indes die darunterlie-
genden Holzbretter, auch wenn dies aufgrund der teilweise schlechteren Fotoqua-
lität nicht sofort sichtbar ist. Vor diesem Hintergrund hat der Zeuge I.________ mit 
seiner von der Verteidigung angeführten Aussage wohl nur ausdrücken wollen, er 
habe die Lage allgemein so aufgefunden, wie der Unfall geschehen war (gebohrtes 
Loch, eine Schaltafel, mehrere Holzbretter). Bezeichnenderweise führt er denn 
auch aus, «gestützt darauf» hätten sie das Messband hingelegt und die Stelle abfo-
tografiert (pag. 224 Z. 30 f.). Indessen ist aus der Fotodokumentation erkennbar, 
dass die Fotografien mit Messband in verschiedenen (zeitlich natürlich nahe bei-
einanderliegenden) «Phasen» der Ermittlungsarbeit erstellt wurden; nämlich teil-
weise auch erst, nachdem die Schaltafel zwecks besserer Sicht- und Vermessbar-
keit des Lochs zur Seite geschoben worden war. Als Konsequenz bleibt festzustel-
len, dass den Fotografien mit der Schaltafel bezüglich deren exakten Lage für die 
Beweiswürdigung nicht zu grosses Gewicht beigemessen werden kann. Die exakte 
Position/Lage der Schaltafel (sowie der Querlatten) im Moment vor dem Betreten 
des Raumes durch den Straf- und Zivilkläger lässt sich im Nachhinein nicht zwei-
felsfrei erstellen. Nach dem Sturzereignis als entscheidend erscheint die Position 
der Schaltafel gemäss den Fotografien auf pag. 9 und 10.

Im Weiteren ist als zentrales Sachverhaltselement festzuhalten, dass ein ausge-
wachsener Mann durch das gebohrte Loch fallen kann. Der Querschnitt im Rumpf-/ 
Schulterbereich eines menschlichen Erwachsenen ist insbesondere bei aufrechtem 
Körper und sich im Zuge eines Sturzereignisses bewegenden Schultern und Armen 
flächenmässig nicht gross. Möglicherweise hat sich die Schaltafel – im Moment, als 
der Straf- und Zivilkläger auf sie trat – zudem etwas aufgestellt und hat sodann 
beim Zurückfallen ihre Position geändert. Aus den Fotografien ist erkennbar, dass 
die vier Holzlatten unterschiedlich dick sind; namentlich ist diejenige ganz rechts 
deutlich länger und insbesondere dünner als die übrigen Querlatten (vgl. speziell 
den unterschiedlichen Schattenwurf auf pag. 9, 10 sowie Fotoaufnahme Nr. 18 des 
USB-Sticks [zweite E-Mail]). Möglicherweise hat sich die Schaltafel auch erst in 
dem Moment bewegt, als der Straf- und Zivilkläger durch das Loch fiel und sich an 
ihr festhalten wollte. Letzteres ist entgegen der Ansicht des Beschuldigten durch-
aus realistisch, wenn angenommen wird, dass die Schaltafel rund 10-15 kg schwer 

13

gewesen ist, und auch wenn sich der Straf- und Zivilkläger dazu nicht konkret äus-
serte (vgl. zum Gewicht einer üblichen Schaltafel ferner bspw. <htt-
ps://www.obi.ch/hobelware/3-schicht-schaltafel/p/2136950>). Freilich ist/sind die 
Öffnung(en) – insbesondere diejenigen zwischen der (von hinten rechts) 1./2. so-
wie 3./4. Latte – auf einzelnen Fotos derart klein, dass in diesem Zustand kein er-
wachsener Mensch hindurch fallen kann. Dennoch ist daraus nicht in dubio pro reo 
abzuleiten, dass der Unfall exakt so – also bei unbewegter Schaltafel und einem 
~25 cm-Spalt – geschehen ist. Letztlich kann diese Frage nicht abschliessend be-
urteilt werden und muss offengelassen werden. Die beinahe vollständig gerade 
Herrichtung der Schaltafel auf der Fotografie auf pag. 12 zeigt, dass diese vor 
und/oder nach dem Eintreffen der Polizei (mehrfach) bewegt worden ist. Die Be-
weislage bleibt erdrückend: Der Straf- und Zivilkläger ist durch das fragliche Loch 
gefallen, worauf ebenso der auf pag. 6 und 11 ersichtliche Helm hinweist. Nach 
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung ist der 
Schluss zu ziehen, dass dieser Helm dem Straf- und Zivilkläger und niemandem 
sonst gehört hat. Im Übrigen überzeugt die These der Verteidigung, der Straf- und 
Zivilkläger habe sich die Verletzungen «irgendwie anders» geholt, nicht. Eine sol-
che Mutmassung, die an das notorische Argument des «unbekannten Dritten» er-
innert, vermag bei der Kammer keine erhärteten Zweifel zu erzeugen. Hinzu 
kommt, dass der Beschuldigte persönlich eher die These zu vertreten scheint, der 
Straf- und Zivilkläger sei zwar heruntergefallen respektive -gesprungen; dies indes 
absichtlich, um sich eine SUVA-Rente zu erschleichen (pag. 69 Z. 56 f. und 
pag. 222 Z. 1 f.). Für diese beiden Sachverhaltshypothesen gibt es jedoch wie ge-
sehen keine konkreten Anhaltspunkte. Aufgrund der Schwere der Verletzungen, die 
auch für einen medizinischen Laien unter den konkreten Umständen nur von einem 
Sturz herrühren können, sowie der Tatsache, dass der Straf- und Zivilkläger mit 
diesen Verletzungen nicht mehr gehen, sondern nur noch robben/kriechen konnte, 
ist im Rahmen einer Gesamtwürdigung schlechterdings keine andere Verletzungs-
ursache erkennbar als der Sturz durch die vom Beschuldigten gebohrte Öffnung. 
Was darüber hinaus die Schürfungen an den Armen des Straf- und Zivilklägers be-
trifft, so ist es richtig, dass diese nicht ärztlich dokumentiert sind. Jedoch sind sie 
erstens bei einem solchen Sturz sehr wahrscheinlich, wenn man versucht, diesen 
noch zu verhindern. Und zweitens hat neben dem Straf- und Zivilkläger (pag. 68 
und pag. 62 Z. 99 f.) auch der Zeuge I.________ die Verletzungen wahrgenommen 
und erwähnt (pag. 3, Anzeigerapport vom 27. Mai 2015, ad Unfallhergang). Die 
Arztberichte indes handeln von den Verletzungen, die für die Gesundheit gefährlich 
waren und gegebenenfalls Spätfolgen nach sich ziehen konnten (vgl. pag. 32, 38 
und 48 f.). 

In Bezug auf die Aussagen(-analyse) bleibt festzuhalten, dass der Straf- und Zivil-
kläger tatsächlich nicht auf jede Frage eine schlüssige und überzeugende Antwort 
zu geben vermochte. Daraus lässt sich aber ebenfalls nichts zu Gunsten des Be-
schuldigten ableiten. Wenn auf einer Baustelle ein solch schwerwiegender Unfall 
passiert, kommen in aller Regel verschiedene suboptimale Umstände zusammen. 
Der Straf- und Zivilkläger hatte um 16.30 Uhr bereits einen längeren Arbeitstag auf 
der Baustelle verbracht (vgl. pag. 63 Z. 135, Arbeitsbeginn auf der Baustelle war 
um 07.30 Uhr). Er suchte im Umkreis seines Arbeitsplatzes auf der Grossbaustelle 

14

seinen Arbeitskollegen. Im Zuge dessen trat er in den Raum oberhalb der Absturz-
stelle und entschied wohl, dort auch denjenigen Teil aufzusuchen respektive anzu-
schauen (und zu rufen), wo er aufgrund der schwachen Lichtquelle etwas zu sehen 
vermochte. Dann fiel er plötzlich 4.6 m in die Tiefe. Im Übrigen durfte er sich in die-
sem Raum aufhalten, seine Aussage ist diesbezüglich richtig (pag. 63 Z. 158 f.). 
Was konkret die Suche nach dem Arbeitskollegen betrifft, so mag es sein, dass 
J.________ nicht gesagt hatte, der Arbeitskollege sei oben im vierten Stock (vgl. 
pag. 299 Z. 32 f.). Doch selbst wenn, ändert dies nichts daran, dass der Straf- und 
Zivilkläger ihn im vierten Stock suchen ging und anschliessend durch das Loch ge-
fallen ist. Seine ersten Aussagen tätigte der Straf- und Zivilkläger sehr zeitnah. Ih-
nen ist daher ein erhöhtes Gewicht beizumessen: Zuerst suchte er im dritten Stock. 
Als er seinen Arbeitskollegen nicht fand, ging er im vierten Stock weitersuchen 
(pag. 58). 

Das Suchen und Auffinden von kleinen unklaren Details durch die Verteidigung 
führt nicht dazu, dass sich das stimmige Gesamtbild des Vorfalls ändern würde. Zu 
dieser nicht überzeugenden Kritik gehört auch das Argument, der Straf- und Zivil-
kläger sei im Raum weiter vorne gefunden worden. Das wird so sein, er konnte sich 
ja noch robbend bzw. kriechend bewegen. Ob er aber im «ersten» Raum oder in 
demjenigen davor gefunden wurde, ist ein in Bezug auf den strafrechtlichen Vor-
wurf wenig wichtiges Detail. Im Übrigen könnte die Fundstelle schlicht im Bereich 
zwischen zwei Räumen – was auf einer Baustelle im Rohbau umso mehr vorstell-
bar ist – gewesen sein. Letztlich scheint es sich beim Fundort um eine irrelevante 
Definitionsfrage zu handeln. Fakt ist und bleibt, dass dieser sehr nahe – ein paar 
Meter – des fraglichen Lochs gewesen ist. Unerheblich ist ebenso, wer als Erstes 
an der Unfallstelle gewesen ist und den Straf- und Zivilkläger aufgefunden hat. 
Dass der Straf- und Zivilkläger den Zeugen J.________ anrief, ist jedenfalls erstellt 
(pag. 299 Z. 38 f. und pag. 58). Zusammengefasst ist folglich nicht in dubio pro reo 
festzustellen, dass sich der Straf- und Zivilkläger seine Verletzungen an einem an-
dern Ort geholt hat. Er hat sie sich geholt, indem er durch das fragliche vom Be-
schuldigten gebohrte Loch gefallen ist, wobei es sich um einen Unfall und nicht um 
einen beabsichtigten Sturz gehandelt hat, da für Letzteres nicht die geringsten kon-
kreten Anzeichen bestehen (vgl. zur Frage eines absichtlichen Sprungs und den 
[wie gesehen ebenso hier] fehlenden Anzeichen dafür auch das Urteil des Oberge-
richts des Kantons Bern 314/II/2001 vom 16.11.2001 E. III. 3 f.). 

13.2 Abdeckung des Lochs

Der Beschuldigte bestreitet, dass das durch ihn erstellte Loch nicht vorschrifts-
gemäss – durchbruchsicher und unverrückbar – abgedeckt gewesen sei. Es ist 
somit in tatsächlicher Hinsicht zu klären, wie das Loch abgedeckt war und wie sich 
die Konstruktion oder einzelne Teile davon allenfalls bewegen konnten bzw. lies-
sen. Ob die Abdeckung als durchbruchsicher und unverrückbar i.S.v. Art. 17 Abs. 2 
BauAV zu gelten hat, ist indes – wie bereits die Vorinstanz richtig erkannte – eine 
juristische Frage, welche im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu erörtern sein 
wird (hinten E. 14 ff.). Die Vorinstanz stellte Folgendes fest (pag. 372 f.):  
Im Zeitpunkt des Durchfallens: Wie sich aus den Angaben des Zeugen I.________ (vgl. III.3.3. oben) 
– welcher als in der Sache unbeteiligter, ermittelnder Polizist keinerlei Interesse daran hat, Angaben 

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zugunsten oder zulasten der einen oder der anderen Partei zu machen – und aus der im Nachgang 
zum Unfall erstellten Fotodokumentation (vgl. III.4.1. oben) ergibt, war das vom Beschuldigten gefer-
tigte Loch im Unfallzeitpunkt mit einer Schaltafel bedeckt, welche ihrerseits auf vier nicht typgleichen 
Brettern, welche quer über das Loch gelegt waren, lag. Eine zweite zur Abdeckung verwendete Schal-
tafel, wie es sie nach den Aussagen des Beschuldigten und dessen Hilfsarbeiter, dem Zeugen 
H.________, hätte haben sollen, war im Unfallzeitpunkt nicht vorhanden; auch im Absturzbereich eine 
Etage tiefer fand sich keine solche. Unbestrittenermassen wurde das Loch hingegen nicht mit einer 
Abschrankung bzw. Absperrung oder einem anderen Seitenschutz versehen. Die einzelnen Bestand-
teile dieser Abdeckung waren – wie dies auch vom Beschuldigten zugestanden wurde – sowohl un-
tereinander als auch mit dem Untergrund nicht fest verbunden bzw. mit Nägeln, Schrauben oder der-
gleichen fixiert. Ungeachtet der fehlenden Fixierung habe man die Abdeckung nach Ansicht des Be-
schuldigten nicht einfach mit einem Fussstoss beiseite schieben können. Dieser Darstellung wurde 
durch den Zeugen I.________ überzeugend widersprochen: Mit einem genügend starken Fussstoss 
hätten die Bretter sehr wohl beiseite gestossen werden können. Ebenso ist durch die polizeilichen 
Ermittlungen, welche I.________ unter Zeugenpflicht bestätigte, die vom Beschuldigten wiederholt 
vorgebrachte Behauptung widerlegt, wonach die Abdeckung aufgrund ihres angeblichen Anliegens an 
der Mauer gar nicht hätte verrutschen können. Vielmehr war es möglich, dass die eine Schaltafel ei-
nen halben Meter – also im Ausmass ihrer ganzen Breite – nach hinten gegen die Mauer unter das 
dort unter dem Lichtband angebrachte Lüftungsrohr rutschen konnte. Dass sich der Privatkläger nicht 
an ein Verrutschen der Lochabdeckung erinnern konnte, ändert an der Feststellung, dass die auf die 
Bretter aufgelegte Schaltafel verrutschen konnte, nichts. Angesichts der unerwarteten grossen Be-
schleunigung eines freien Falls kann eine solche Feststellung vom Privatkläger aber auch nicht erwar-
tet werden. Letztlich kann die Frage, ob sich die Bretter der Abdeckung im Zeitpunkt des Herunterfal-
lens verschoben haben, jedoch offen bleiben, da der Privatkläger (wie unter III.6.6.1 oben gesehen) 
so oder anders durch das vom Beschuldigten gefertigte Loch gefallen ist. Die gemäss der Fotodoku-
mentation zwischen den Längsbrettern gemessenen Distanzen von 23 ½, 30, 32 und 71 cm lassen 
das Durchfallen eines Menschen zumindest in den letzten drei Fällen überdies auch zu. Nach dem 
soeben Gesagten ergibt es sich, dass das vom Beschuldigten gefertigte Loch im Unfallzeitpunkt mit 
einer auf vier Bretter gelegten Schaltafel abgedeckt war. Diese, weder mit dem Boden noch unterein-
ander fixierte Abdeckung konnte mit einem gewissen Kraftaufwand verschoben werden. Wenn die ei-
ne Schaltafel nach hinten unter das Lichtband verschoben war, öffneten sich zwischen den Brettern 
Freiräume, die genügend breit waren, dass ein Mensch hindurch fallen konnte.

Im Zeitpunkt der Erstellung der Abdeckung: Im Widerspruch zu der – wie soeben gezeigt – belegten 
Tatsache, wonach sich im Zeitpunkt des Absturzes des Privatklägers nur eine Schaltafel als Abde-
ckung auf dem Loch befand, beharrt der Beschuldigte auf seiner konstanten, von allem Anfang an 
unveränderten Aussage, das Loch mit zwei Schaltafeln abgedeckt zu haben. Diese zwei Schaltafeln 
seien so aneinander gelegt gewesen, dass die Abdeckung – aufgrund des Anliegens der Schaltafeln 
an der Mauer – verrutschungssicher und ein Abstürzen unmöglich gewesen sei. Dagegen, dass es 
sich bei dieser – von H.________ bestätigten – Darstellung des Beschuldigten um eine reine Schutz-
behauptung handelt, spricht insbesondere der Umstand, dass H.________ in seiner gerichtlichen 
Zeugenbefragung glaubhaft erklärt hat, darüber erstaunt gewesen zu sein, nur eine Schaltafel gese-
hen zu haben, als er (ohne Beisein des Beschuldigten) nach dem Unfall zufällig am abgesperrten Un-
fallplatz vorbeikam. Es muss somit in dubio pro reo davon ausgegangen werden, dass der Beschul-
digte das von ihm gefertigte Loch nach dessen Fertigstellung am Tag vor dem Unfall neben den vier 
Brettern mit zwei Schaltafeln bedeckt hat. Wie diese zweite Schaltafel in den rund 24 Stunden zwi-
schen der Erstellung der Abdeckung und dem Unfall verschwunden ist, kann nicht mehr rekonstruiert 

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werden und muss, nachdem die entsprechenden gerichtlichen Abklärungen ergebnislos geblieben 
sind (vgl. oben III.4.2.), offen bleiben. Indessen muss auch für den Zeitpunkt, in welchem die Abde-
ckung neben den vier Brettern noch aus zwei Schaltafeln bestand, davon ausgegangen werden, dass 
sich die Abdeckung mangels jedweder Fixierung – wenn auch möglicherweise nicht in jede Richtung 
– mit demselben Kraftaufwand verschoben werden konnte, wie dies bei nur noch einer vorhandenen 
Schaltafel der Fall war und sich dementsprechend Lücken öffnen konnten, durch welche ein Sturz in 
das untere Stockwerk möglich war. Diese tatsächliche Verrückbarkeit der Abdeckung (bzw. von Teilen 
davon) ergibt sich im Übrigen bereits aus dem Umstand, dass eine Hauptkomponente derselben – ei-
ne Schaltafel – innert weniger als 24 Stunden hat verschwinden können.

Diese Erwägungen überzeugen und sind nur punktuell mit Blick auf die Argumente 
der Verteidigung zu erweitern: Wenn diese ausführt, die Vorinstanz scheine eben-
falls davon auszugehen, dass 10 kg «nicht ebenso verrückt werden könnten», so 
ist diese Aussage missverständlich. Die Vorinstanz führte nämlich aus: Dieser Darstel-
lung wurde durch den Zeugen I.________ überzeugend widersprochen: Mit einem genügend starken 
Fussstoss hätten die Bretter sehr wohl beiseite gestossen werden können. Ebenso ist durch die poli-
zeilichen Ermittlungen, welche I.________ unter Zeugenpflicht bestätigte, die vom Beschuldigten wie-
derholt vorgebrachte Behauptung widerlegt, wonach die Abdeckung aufgrund ihres angeblichen An-
liegens an der Mauer gar nicht hätte verrutschen können. Vielmehr war es möglich, dass die eine 
Schaltafel einen halben Meter – also im Ausmass ihrer ganzen Breite – nach hinten gegen die Mauer 
unter das dort unter dem Lichtband angebrachte Lüftungsrohr rutschen konnte. (pag. 372). Eine 
Ungenauigkeit oder gar ein Widerspruch sind nicht erkennbar. Die Kammer ist 
überzeugt, dass die Schaltafel mit einem gewissen, aber nicht übermässigen 
Kraftaufwand – beispielsweise eben einem Fussstoss – verschoben werden konn-
te. Wie erwähnt hat sich die Schaltafel womöglich auch vertikal (etwas) aufgestellt 
und konnte so noch leichter unbeabsichtigt verrückt werden. Dies gilt umso mehr, 
als die Schaltafel nicht gleichmässig auflag, da sie sich erstens bloss auf vier eben-
falls beweglichen Holzlatten befand und zweitens die Querlatte ganz rechts weni-
ger Tiefe/Dicke aufwies, was die gefährliche Situation zusätzlich verschärfte.

Ins Leere zielt das Argument, die Vorinstanz vermöge nicht schlüssig zu begrün-
den, was dem Beschuldigten genau vorgeworfen werde. Im Bereich der Beweis-
würdigung ist der Sachverhalt festzustellen. Was dem Beschuldigten insbesondere 
bezüglich einer Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen wird, ist bei der rechtlichen 
Würdigung zu eruieren. Den Sachverhalt hielt die Vorinstanz in überzeugender 
Weise fest. Sie ging davon aus, «in den auf die Fertigstellung der durch den Be-
schuldigten ausgeführten Arbeiten folgenden rund 24 Stunden ist eine der beiden 
zur Abdeckung verwendeten Schaltafeln auf ungeklärte Weise verschwunden, so 
dass sich spätestens am 12.05.2015 um ca. 16:30 Uhr nur noch eine Schaltafel auf 
den vier Brettern liegend in der das Loch abdeckenden Konstruktion befand. Diese 
Schaltafel lag hinten nicht an der Mauer an und konnte mit einem gewissen, aber 
nicht übermässigen Kraftaufwand, beispielsweise einem Fussstoss verschoben 
werden» (pag. 374 f.). Was das Unter-das-Lüftungsrohr-Rutschen und die Aussage 
des Zeugen I.________ angeht, so kann auf Obenstehendes verwiesen werden: 
Aufgrund der Bilder auf pag. 9 und 10 ist darauf zu schliessen, dass sich ein sol-
ches «darunter-Rutschen» ereignet hat. Die praktisch schnurgerade, parallel zur 
Längsseite der Öffnung verlaufende Ausrichtung gemäss den Bildern auf pag. 7 
und 12 ist nach dem Ereignis künstlich hergerichtet worden. Die Schaltafel war 

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nach dem Gesagten verrückbar. Sie hat sich hochwahrscheinlich insbesondere im 
Zusammenhang mit dem Sturzereignis des Straf- und Zivilklägers bewegt. Die Vor-
instanz folgerte richtig: [Der Straf- und Zivilkläger] trat entweder direkt ins Leere oder aber an die 
Schaltafel oder eines der vier Bretter, welche sich in der Folge verschoben, worauf [er] ebenso ins 
Leere trat und durch das Loch bei einer lichten Fallhöhe von 4,6 Metern in das darunterliegende 
Stockwerk fiel (pag. 375). Dementsprechend war es auch keineswegs falsch, sondern 
korrekt, hat die Vorinstanz die gemessenen Distanzen zwischen den Längsbrettern 
berücksichtigt. Jedenfalls kann gesagt werden, dass es zwar eher unwahrschein-
lich ist, dass der Straf- und Zivilkläger durch eine 23.5, 30 oder 32 cm lange Lücke 
gefallen ist – zumindest nicht ohne Verschiebung der Querlatten. Sicher aber konn-
te er durch die 71 cm lange Öffnung fallen.

Die Verrückbarkeit ergibt sich schliesslich ebenfalls aus dem Umstand, dass innert 
24 Stunden eine der beiden Schaltafeln entfernt worden ist, was nach dem Grund-
satz in dubio pro reo anzunehmen ist. Der Beschuldigte hatte die Schaltafeln auf 
der Baustelle aus einem Lager genommen (vgl. pag. 297 Z. 15 f.). Sie gehörten 
ihm nicht, und so hat schlicht irgendjemand eine Schaltafel wieder weggenommen. 
Der Beschuldigte stellte weder eine Befestigung der Schaltafeln im Boden oder 
zumindest aneinander sicher, noch organisierte er eine zusätzliche, gut sichtbare 
Abschrankung. Auch insofern kann letztlich auf die Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (pag. 373). 

13.3 Lichtverhältnisse

Schliesslich ist – in den Worten der Vorinstanz – zu klären, wie es um die Lichtver-
hältnisse im Raum, in welchem der Unfall geschah, stand. Mithin ob der Straf- und 
Zivilkläger das mit einer Schaltafel auf vier Brettern bedeckte Loch hat sehen und 
somit die davon ausgehende Gefahr hat erkennen können. Der Beschuldigte gab 
an, im Raum, in welchem das Loch erstellt wurde, sei es – wohl aufgrund des 
durch das Fenster eintretenden Tageslichts – nicht dunkel gewesen. Während der 
Erstellung des Lochs habe keine künstliche Lichtquelle installiert werden müssen. 
Dieser Darstellung widersprechen indes sowohl der Straf- und Zivilkläger, nach 
dessen Dafürhalten es im fraglichen Raum zwar nicht stockfinster, aber doch dun-
kel gewesen sei, sowie insbesondere H.________, der gemäss den Angaben des 
Beschuldigten hätte bestätigen sollen, dass es während der Bohrarbeiten im Raum 
so hell gewesen sei, dass keine Lampe habe installiert werden müssen. Letzterer 
gab in seiner Zeugenbefragung indes an, dass sehr wohl eine zusätzliche Leuchte 
während den Arbeiten benötigt worden ist (pag. 297 Z. 2 und Z. 18 ff.). Ebenso ist 
es nach den Angaben des Straf- und Zivilklägers im Raum, in den er fiel, dunkel 
gewesen. Dies wird durch J.________ bestätigt (pag. 299 Z. 42).      

Aus den Bildern der Fotodokumentation, bei welchen die Lichtsituation im oberen 
Raum nicht verändert, im unteren Raum hingegen das Licht eingeschaltet worden 
war, ist ersichtlich, dass durch das direkt hinter dem Loch liegende Fenster ein ge-
wisser Lichteinfall in den insgesamt eher dunklen Raum eintrat. Ebenso ergibt sich 
aus den Bildern, dass dieser Lichteinfall je nach Standort und Blickwinkel zu sehr 
unterschiedlichen Beleuchtungs- und Sichtverhältnissen führte. Auffällig ist, dass 
das für die Bildaufnahmen im unteren Raum eingeschaltete Licht mit einer gewis-

18

sen Intensität durch die Lücken in der Abdeckung scheint. Nach Auffassung der 
Kammer ist daher im Unfallzeitpunkt das Loch bzw. die darauf liegende Abdeckung 
aufgrund der vorherrschenden Lichtverhältnisse praktisch nicht bzw. nur schwer 
erkennbar gewesen. Ursprünglich war es im Raum, in welchen der Straf- und Zivil-
kläger trat, tendenziell dunkel bzw. jedenfalls sicher nicht hell. Auch waren die Lü-
cken zwischen der Abdeckung im Gegensatz zu den sich in den Akten befindlichen 
Fotos nicht erleuchtet, sondern – auch aufgrund der Fensterlosigkeit des darunter-
liegenden Raums – schwarz. Diese Dunkelheit konnte – wie sich aus den ver-
schiedenen Blickwinkeln der Fotos ergibt – auch gerade deshalb nicht erkannt 
werden, weil das durch das Lichtband eintretende Tageslicht den Blick darauf in 
seiner vollen Helligkeit durchbrach bzw. den Straf- und Zivilkläger, der sich in ei-
nem finsteren Raum natürlicherweise auf die Lichtquelle zu bewegte, aufgrund der 
Hell-Dunkel-Adaption quasi «blendete».    

13.4 Fazit/Rechtserheblicher Sachverhalt

Die Kammer kommt (mit den nachfolgend ersichtlichen Präzisierungen) zum selben 
rechtserheblichen Sachverhalt wie die Vorinstanz:

Nach dem vorstehend Ausgeführten ist erstellt, dass der Beschuldigte in Zusammenarbeit mit dessen 
Hilfsarbeiter H.________ am 11.05.2015 auf der Baustelle der G.________ in E.________ das von 
ihm unter seiner Verantwortung gefertigte Loch nach Abschluss der Bohrarbeiten mit zwei Schalta-
feln, welche auf vier (Anm.: mehr oder weniger [vgl. pag 9]) in rechtem Winkel zu den Schal-
tafeln liegenden Bretter gelegt waren, abdeckte. Diese Konstruktion lag an einigen Stellen an den na-
hen Mauern an, war aber weder unter den einzelnen Komponenten an sich, noch mit dem Boden oder 
sonstigen Bestandteilen des Gebäudes verschraubt oder sonstwie fixiert. Die Abdeckung bzw. Teile 
davon konnten mithin verschoben werden. In den auf die Fertigstellung der durch den Beschuldigten 
ausgeführten Arbeiten folgenden rund 24 Stunden ist eine der beiden zur Abdeckung verwendeten 
Schaltafeln auf ungeklärte Weise verschwunden, so dass sich spätestens am 12.05.2015 um ca. 
16:30 Uhr nur noch eine Schaltafel auf den vier Brettern liegend in der das Loch abdeckenden Kon-
struktion befand. Diese Schaltafel lag hinten nicht mehr an der Mauer an (Anm.: bzw. die Schal-
tafel konnte jedenfalls auf den vier Holzlatten ganz oder teilweise unter das Lüf-
tungsrohr verschoben werden [vgl. pag. 10, 13 und 17]) und konnte mit einem gewissen, 
aber nicht übermässigen Kraftaufwand, beispielsweise einem Fussstoss, verschoben werden. Am 
12.05.2015 um ca. 16:30 Uhr begab sich der Privatkläger auf der Suche nach seinem Arbeitskollegen 
in den Raum, in welchem am Vortag das Loch gebohrt wurde. Aufgrund der konkreten Lichtverhält-
nisse konnte der Privatkläger das Loch bzw. die darauf liegende Abdeckung nicht sehen und trat ent-
weder direkt ins Leere oder aber an die Schaltafel oder eines der vier Bretter, welche sich in der Folge 
verschoben, worauf der Privatkläger ebenso ins Leere trat und durch das Loch bei einer lichten Fall-
höhe von 4,6 Metern in das darunterliegende Stockwerk fiel. Durch den Aufprall […] zog sich der Pri-
vatkläger einen komplexen Bruch des rechten Sprunggelenks und des Unterschenkels zu, wobei die-
se Verletzungen im Urteilszeitpunkt immer noch nicht ausgeheilt waren und dazu führten, dass der 
Privatkläger aufgrund der fehlenden Belastbarkeit nicht mehr auf seinem angestammten Beruf arbei-
ten kann und überdies mit Langzeitfolgen wie Arthrose gerechnet werden muss (pag. 374 f.).

  

19

III. Rechtliche Würdigung

14. Zielnormen

Den Tatbestand von Art. 125 Abs. 1 StGB erfüllt – auf Antrag –, wer fahrlässig ei-
nen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt. Ist die Schädigung 
schwer, so wird nach Abs. 2 dieser Bestimmung der Täter von Amtes wegen ver-
folgt. 

Die Arbeitsplätze müssen sicher und über sichere Verkehrswege zu erreichen sein. Zur Gewährleis-
tung der Sicherheit der Arbeitsplätze und Verkehrswege gehören insbesondere folgende Massnah-
men: Bei nicht durchbruchsicheren Flächen, Bauteilen und Abdeckungen sind Abschrankungen an-
zubringen oder andere Massnahmen zu treffen, damit sie nicht versehentlich begangen werden. Nöti-
genfalls sind sie mit tragfähigen Abdeckungen oder Laufstegen zu überbrücken (Art. 8 Abs. 1 und 
Abs. 2 Bst. b BauAV).

Bodenöffnungen, in die man hineintreten kann, sind mit einem Seitenschutz abzuschranken oder mit 
einer durchbruchsicheren und unverrückbaren Abdeckung zu versehen (Art. 17 Abs. 2 BauAV).

Tiefliegende Fenster, Wand- und Bodenöffnungen, nicht umwandete Treppen und Podeste, Galerien, 
Brücken, Laufstege, Plattformen, hochliegende Arbeitsplätze, offene Kanäle, Behälter und derglei-
chen sind gegen den Absturz von Personen, Gegenständen, Fahrzeugen und Material durch Ab-
schrankungen oder Geländer zu sichern (Art. 21 Abs. 1 Verordnung über die Verhütung 
von Unfällen und Berufskrankheiten [VUV; SR 832.30]). 

15. Vorbringen des Beschuldigten

Die Verteidigung führt zur objektiven Sorgfaltspflichtverletzung aus, die verwendete 
Abdeckung sei sowohl durchbruchsicher als auch unverrückbar im Sinne des Ver-
hinderns eines versehentlichen Verrückens gewesen. Die Unverrückbarkeit nach 
Art. 17 Abs. 2 BauAV sei erfüllt, da ein seitliches waagrechtes Verschieben beider 
Schaltafeln in die Ecke nicht möglich gewesen sei. Es sei nicht Schutzzweck von 
Art. 17 BauAV, die hier anzunehmende willentliche Wegnahme der Bretter zu ver-
hindern. Sinn und Zweck der Schutzvorschriften der BauAV liege darin, Arbeitsun-
fälle durch versehentliches Verhalten zu verhindern (vgl. Wortlaut von Art. 8 Abs. 2 
Bst. b BauAV; Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, UE140103-0/U/HEI 
vom 6. Februar 2015 E. 5). Eine Wegnahme wäre auch möglich gewesen, wenn 
die Bretter (aneinander oder im Boden) befestigt gewesen wären. Es liege eine mit 
Urteil des Bundesgerichts 6B_200/2017 vom 1. November 2017 vergleichbare Si-
tuation vor. Soweit die Vorinstanz auf die Sachverhaltsdarstellung im erwähnten 
Urteil verweise, sei dieser Hinweis unerheblich, habe doch die Vorinstanz im be-
sagten Urteil – offenbar entgegen der Ansicht der SUVA – eine Sorgfaltspflichtver-
letzung verneint, da ein Schutz gegen ein versehentliches Verrücken bestanden 
habe, womit die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 2 BauAV erfüllt gewesen seien. 
Da die Kausalität zu verneinen gewesen sei, habe das Bundesgericht die Frage 
nicht abschliessend klären müssen. Ferner sei die von der Vorinstanz wiedergege-
bene Skizze der SUVA nicht illustrativ. Eine Verankerung im Boden sei nicht er-
sichtlich. Die Darstellung sei nicht geeignet, einen Vorwurf an den Beschuldigten zu 
formulieren. Eine Sorgfaltspflichtverletzung sei zu verneinen.

20

Zur Voraussehbarkeit macht der Beschuldigte geltend, sofern wider Erwarten von 
einem objektiv sorgfaltswidrigen Verhalten des Beschuldigten auszugehen wäre, 
würde es an der Voraussehbarkeit fehlen. Der aus Art. 26 Abs. 1 Strassenver-
kehrsgesetz (SVG; SR 741.01) abgeleitete Vertrauensgrundsatz könne auch im 
allgemeinen Strafrecht zur Anwendung gelangen. Er begrenze die Vorsichtspflicht 
insofern, als alle Beteiligten darauf vertrauen könnten, dass sich der andere pflicht-
gemäss verhalte. Alleine deshalb, weil jemand sich selbst pflichtwidrig verhalte, 
müsse er nicht mit jeglichem pflichtwidrigen oder gar vorsätzlichen Verhalten ande-
rer Personen rechnen. Schaffe der potentielle Täter eine Situation, welche von ei-
ner anderen Person zur Begehung einer vorsätzlichen Straftat ausgenutzt werde 
oder welche eine andere Person zu einem fahrlässigen Verhalten veranlasse, sei 
massgeblich, ob für ein solches Drittverhalten konkrete Anhaltspunkte bestünden. 
Eine abstrakte Voraussehbarkeit genüge nicht (Verweis auf FREI, Der rechtlich re-
levante Kausalzusammenhang im Strafrecht im Vergleich mit dem Zivilrecht, 
Diss. ZH 2010, Rz. 239 ff.; insb. Rz. 257). Wie dargelegt und von der Vorinstanz 
zumindest in dubio pro reo anerkannt, habe der Beschuldigte nach Beendigung 
seiner Arbeit am 11. Mai 2015 das gebohrte Loch mit vier Holzbrettern und zwei 
Schaltafeln abgedeckt. Dass am Tag danach nur noch eine Schaltafel vor Ort ge-
wesen sei, lasse sich nur so erklären, dass irgendein anderer Bauarbeiter diese 
Schaltafel willentlich entwendet habe. Insofern habe diese Drittperson eine neue 
Gefahr geschaffen, welche vorher mit beiden Schaltafeln noch nicht bestanden ha-
be. Die Auffassung der Vorinstanz, die Abdeckung hätte mit den zwei Schaltafeln 
mangels Fixation versehentlich verrückt werden können, sei unzutreffend. Der Be-
schuldigte habe darauf vertrauen dürfen, dass nicht ein Dritter die zweite Schaltafel 
willentlich entferne und damit die Stelle erst zu einer gefährlichen mache. Der be-
sagte Raum sei nicht leicht zu erreichen gewesen (EV Beschuldigter, pag. 76 
Rz. 125) bzw. dieser habe sich zumindest nicht in einem Durchgangsbereich be-
funden. Der Beschuldigte habe darauf vertrauen dürfen, dass erst die zuständigen 
Lüftungsmonteure (vgl. u.a. EV Beschuldigter, pag. 75 Rz. 118) (bei Tageslicht) 
wieder am Bohrloch und an der Abdeckung arbeiten würden. Es habe mithin keine 
konkreten Anhaltspunkte dafür bestanden, dass Teile der Abdeckung von Unbefug-
ten entfernt werden würden. Ob sodann eine (irgendwie geartete) Verschraubung 
(im Sinne einer «genügenden» Abdeckung) die Wegnahme durch diese Drittperson 
verhindert hätte, sei nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt. 
Der von der Vorinstanz erwähnte vermeintliche Unterschied zum Urteil des Bun-
desgericht 6B_200/2017 vom 1. November 2017 – nämlich dass die Abdeckung in 
dem zugrunde liegenden Fall schon länger bestanden habe – könne nicht relevant 
sein. Dieser Umstand führe nicht dazu, eine Unverrückbarkeit im Sinne von Art. 17 
Abs. 2 BauAV anzunehmen. Die Unverrückbarkeit ergebe sich hier wie dort aus 
dem Umstand, dass ein versehentliches Verschieben nicht möglich gewesen sei 
(vgl. vorne Art. 4). Es liege somit ein vergleichbarer Fall vor: Die Konstruktion des 
Beschuldigten habe ein versehentliches Verschieben zu verhindern vermögen, 
nicht jedoch eine willentliche Veränderung der Konstruktion. Hier wie dort sei der 
Erfolg nicht auf die allenfalls ungenügende Verschraubung der Bretter zurückzu-
führen, sondern auf die willentliche Wegnahme eines Elements der Abdeckung. 

21

Zum Selbstverschulden des Straf- und Zivilklägers bringt der Beschuldigte vor, 
dessen Verhalten sei als so unverständlich zu werten, dass der Unfall dem Be-
schuldigten objektiv nicht zugerechnet werden könne. Der Straf- und Zivilkläger 
habe dort nichts zu suchen gehabt. Er sei auf einer Baustelle grundlos – im Raum 
habe sich auch nach Rufen offensichtlich niemand befunden – und ohne etwas zu 
sehen (Anm. der Kammer: wobei der Beschuldigte andernorts, im Zusammenhang 
mit seiner verrichteten Arbeit, behauptet, es sei im Raum gar nicht dunkel gewesen 
[pag. 221 Z. 35 ff.]) bis zuhinterst an die Wand gelaufen und dann dort laut seiner 
Angaben in die untere Etage gestürzt. In der Replik lässt der Beschuldigte ferner 
ergänzen, der Beschuldigte habe nicht damit rechnen müssen, dass eine Drittper-
son die Bretter, die ersichtlich als Abdeckung des Lochs dienten, wegnehmen wür-
de. Die Situation sei nicht vergleichbar mit dem Umstand, dass der Beschuldigte 
selber die Bretter vorher anderweitig beschafft habe; er habe jedenfalls keine Ab-
deckung entfernt. 

16. Vorbringen Straf- und Zivilkläger

Der Straf- und Zivilkläger argumentiert, der Beschuldigte stütze sich auf die unzu-
treffende Annahme, dass die von ihm erstellte Abdeckung sowohl durchbruchsicher 
als auch unverrückbar gewesen sei. Die Vorinstanz habe anhand des Wortlauts 
von Art. 17 Abs. 2 BauAV, der bildlichen Erläuterungen hierzu der SUVA sowie ei-
nes SUVA-Rapports, zitiert in der Sachverhaltsdarstellung des Urteils des Bundes-
gerichts BGer 6B_200/2017 vom 1. November 2017, festgehalten, welchen Anfor-
derungen eine unverrückbare Abdeckung zu genügen habe. Daraus habe die Vor-
instanz den korrekten Schluss gezogen, dass die vom Beschuldigten vorgenom-
mene Abdeckung diesen Anforderungen nicht genügt und er damit gegen Art. 17 
Abs. 2 BauAV verstossen und die ihm obliegende Sorgfaltspflicht verletzt habe. Es 
sei klar, dass der Beschuldigte das von ihm erstellte Loch nicht mit einer unver-
rückbaren Abdeckung gesichert und damit eine Sorgfaltspflichtverletzung began-
gen habe. Der Erfolgseintritt und der Kausalverlauf seien für den Beschuldigten 
vorhersehbar gewesen. Es treffe nicht zu, dass die Abdeckung unverrückbar ge-
wesen sei, selbst dann nicht, wenn in dubio pro reo mit dem Beschuldigten davon 
ausgegangen werden müsste, dass er zwei Schaltafeln nebeneinander gelegt ha-
be. Dass möglicherweise durch eine unbekannte Drittperson eine der Schaltafeln 
entfernt worden sei, vermöge den Kausalverlauf nicht zu durchbrechen. Gerade 
weil der Beschuldigte die Bretter nicht fixiert (sei es untereinander oder mit dem 
Untergrund) und gerade auch weil er selber vorgängig die Abdeckungselemente 
auf der Baustelle zusammengesucht und dadurch selber irgendwo entfernt habe, 
habe er damit rechnen müssen, dass jemand die Abdeckung verändern könnte. 
Der Vorinstanz sei beizupflichten, dass das möglicherweise selbstgefährdende 
Verhalten des Straf- und Zivilklägers nichts an der Voraussehbarkeit ändere. Auf 
einer riesigen Baustelle müsse jederzeit damit gerechnet werden, dass sich Arbei-
ter – aus welchen Gründen auch immer – in allen möglichen Bereichen aufhielten.

22

17. Würdigung der Kammer

17.1 Objektiver Tatbestand – Schwere Körperverletzung

Eine fahrlässige schwere Körperverletzung i.S.v. Art. 125 Abs. 2 StGB ist dann ge-
geben, wenn sie die Qualifikationsmerkmale der schweren Körperverletzung 
gemäss Art. 122 StGB erfüllt (siehe die Hinweise auf Lehre und Rechtsprechung im 
Urteil der Vorinstanz auf pag. 375). Gemäss Art. 122 StGB begeht eine schwere 
Körperverletzung, wer einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer den 
Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 
wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeits-
unfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg 
und bleibend entstellt (Abs. 2) oder wer eine andere schwere Schädigung des Kör-
pers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht 
(Abs. 3). Für die Annahme einer Lebensgefahr i.S.v. Art. 122 Abs. 1 StGB muss ein 
Zustand herrschen, in dem sich die Möglichkeit des Todes dermassen verdichtet, 
dass sie zur ernstlichen und dringlichen Wahrscheinlichkeit wird (BGE 109 IV 18 
E. 2.c). Die Generalklausel gemäss Art. 122 Abs. 3 StGB soll Fälle erfassen, wel-
che den unter Abs. 2 beispielhaft aufgezählten Beeinträchtigungen hinsichtlich ihrer 
Qualität und ihren Auswirkungen ähnlich sind (ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kom-
mentar Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 20 zu Art. 122 StGB). Zu berücksichtigen sind 
insbesondere die Dauer des Spitalaufenthalts, der Arbeitsunfähigkeit sowie Grad 
und Dauer der Invalidität und der erlittenen Schmerzen (TRECHSEL/GETH, in: Pra-
xiskommentar StGB, 3. Aufl. 2018, N. 9 zu Art. 122 StGB).  

Für den Straf- und Zivilkläger bestand aufgrund der durch den Sturz erlittenen Ver-
letzungen nie eine lebensbedrohliche Situation, womit die erste Tatbestandsvarian-
te i.S.v. Art. 122 Abs. 1 StGB ausser Betracht fällt. Auch lässt sich das erlittene 
Verletzungsbild nicht unter Art. 122 Abs. 2 StGB subsumieren. Es kann nicht ge-
sagt werden, dass die erlittenen Verletzungen am rechten Bein dieses geradezu 
unbrauchbar gemacht hätten. Ebenso kann, wie sich aus den Umschulungs-
bemühungen des Straf- und Zivilklägers ergibt, nicht von einer bleibenden Arbeits-
unfähigkeit ausgegangen werden. Hingegen ergibt sich die Schwere der Körperver-
letzungen durch die Generalklausel von Art. 122 Abs. 3 StGB: Der Straf- und Zivil-
kläger erlitt neben Kontusionen am linken Fuss und Knie einen dreiteiligen Bruch 
des rechten Sprunggelenks mitsamt Bruch beider Unterschenkelknochen. Die Ver-
letzungen machten einen zehntägigen Spitalaufenthalt und eine Operation zur Fi-
xation der gebrochenen Knochen mit Platten und Schrauben nötig, welche im 
Rahmen zweier weiterer Operationen wieder entfernt werden konnten (siehe hierzu 
und zum Folgenden pag. 38 ff.). Aufgrund persistierender Schmerzen, welche die 
Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit durch den Straf- und Zivilkläger immer wieder 
erschwerten oder verhinderten, wurden verschiedene Verfahren und Therapien an-
gewandt, welche im Sommer 2017 in einer weiteren Operation des verletzten Beins 
mündeten. Der Straf- und Zivilkläger kann mangels Belastbarkeit des Beins nicht 
mehr körperlich arbeiten und muss möglicherweise mit Langzeitfolgen wie Arthrose 
rechnen (vgl. pag. 38 und 49). Die Gesamtheit der vom Straf- und Zivilkläger erlit-
tenen Verletzungen – insbesondere aufgrund der langanhaltenden Schmerzen, der 
sich daraus ergebenden Behandlungsdauer und der abzusehenden Langzeitfolgen 

23

– erscheint als derart schwere Schädigung des Körpers, dass sie mit den Beispiel-
schädigungen von Art. 122 Abs. 2 StGB vergleichbar sind. Es handelt sich daher – 
im Übrigen unbestrittenermassen – um eine schwere Körperverletzung.  

17.2 Subjektiver Tatbestand – Fahrlässigkeit

Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens 
aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt (unbewusste Fahrlässigkeit) oder 
darauf nicht Rücksicht nimmt (bewusste Fahrlässigkeit). Pflichtwidrig ist die Unvor-
sichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umstän-
den und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 
StGB; siehe auch TRECHSEL/JEAN-RICHARD-DIT-BRESSEL, in: Praxiskommentar 
StGB, 3. Aufl. 2018; N. 23 zu Art. 12 StGB). Die fahrlässige Tatbegehung setzt 
zunächst voraus, dass der Täter nicht (eventual)vorsätzlich i.S.v. Art. 12 Abs. 2 
StGB, also mit Wissen und Willen handelte oder die Tatverwirklichung zumindest 
für möglich hielt und billigend in Kauf nahm. Vorliegend kann mit der Vorinstanz 
festgehalten werden, dass der Beschuldigte eindeutig nicht vorsätzlich handelte. 
Eine vorsätzliche Tatbegehung wird ihm denn auch nicht vorgeworfen.

17.3 Natürliche und adäquate Kausalität

Der Erfolg muss beim fahrlässigen Begehungsdelikt vom Täter im Sinne der Äqui-
valenztheorie verursacht sein. Das Verhalten des Täters braucht nicht alleinige  
oder unmittelbare Ursache des Erfolgs zu sein. Ein natürlicher Kausalzusammen-
hang ist gegeben, wenn das schadensstiftende Verhalten eine notwendige Bedin-
gung (conditio sine qua non) für den eingetretenen Schaden ist, d.h. das fragliche 
Verhalten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der eingetretene Erfolg 
entfiele bzw. nicht als in gleicher Weise bzw. zur gleichen Zeit als eingetreten ge-
dacht werden könnte. Rechtserheblich ist aber nur diejenige «natürliche Ursache», 
welche nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens 
geeignet ist, einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens 
zu begünstigen (sog. adäquate Kausalität; STRATENWERTH, a.a.O., § 9 N 20 und 
25; statt vieler BGE 129 IV 282 E. 2.1). Vorliegend stellt das Handeln des Beschul-
digten eine notwendige Bedingung für den Sturz und die daraus folgenden Verlet-
zungen des Straf- und Zivilklägers dar. Hätte der Beschuldigte auf der Baustelle 
der G.________ kein Loch erstellt und dieses nicht in der erläuterten Weise abge-
deckt, wäre der Sturz nicht passiert. Sowohl die natürliche als auch die adäquate 
Kausalität sind zu bejahen (vgl. dazu auch hinten E. 17.5 f.).

17.4 Sorgfaltspflichtverletzung

Der Beschuldigte bestreitet das Vorliegen einer objektiven Sorgfaltsverletzung. Die 
Vorinstanz führte dazu aus:

Grundvoraussetzung für die Fahrlässigkeitshaftung ist die Verletzung einer Sorgfaltspflicht. Sorgfalts-
widrig ist eine Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie 
seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte 
erkennen können und müssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten 
hat. Bei der Bestimmung des im Einzelfall zugrunde zu legenden Massstabes des sorgfaltsgemässen 

24

Verhaltens kann auf Bestimmungen zurückgegriffen werden, die der Unfallverhütung und der Sicher-
heit dienen (BGE 127 IV 34, E. 2.a; BGE 122 IV 225, E. 2.a). Vorliegend ist insbesondere die auf 
Grundlage der Unfallversicherungs- und Arbeitsgesetzgebung erlassene BauAV heranzuziehen, wel-
che gemäss Art. 1 Abs. 1 die Massnahmen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Arbeit-
nehmenden bei Bauarbeiten festlegen. Als Bauarbeiten gelten u.a. Herstellung, Instandstellung, Än-
derung, Unterhalt, Kontrolle, Rückbau oder Abbruch von Bauwerken (Art. 2 lit. a BauAV). Art. 8 Abs. 1 
BauAV schreibt in allgemeiner Weise vor, dass die Arbeitsplätze bei Bauarbeiten sicher sein müssen, 
wobei gemäss Art. 8 Abs. 2 lit. a BauAV zur Gewährleistung der Sicherheit u.a. die in Art. 15–19 
BauAV vorgeschriebenen Absturzsicherungen anzubringen sind. Art. 17 Abs. 2 BauAV konkretisiert 
diese Pflicht zur Erstellung einer Absturzsicherung schliesslich dahingehend, dass Bodenöffnungen, 
in die man hineintreten kann, entweder mit einem Seitenschutz gemäss Art. 16 BauAV oder mit einer 
durchbruchsicheren und unverrückbaren Abdeckung zu versehen sind. Während der Begriff „durch-
bruchsichere Fläche“ in Art. 2 lit. d BauAV dahingehend definiert wird, allen Belastungen, die während 
der Ausführung von Arbeiten auftreten können, standhalten zu müssen, findet sich hinsichtlich der 
Unverrückbarkeit keine Legaldefinition. Mit Blick auf den Wortlaut der romanischen Sprachversionen 
von Art. 17 Abs. 2 i.f. BauAV („une couverture résistante à la rupture et solidement fixée“; „una coper-
tura resistente alla rottura e solidamente fissata“) erscheint indessen klar, dass eine Abdeckung, soll 
sie unverrückbar im Sinne der BauAV sein, direkt mit der Bausubstanz verankert sein oder mit in nahe 
den Kanten in die Bödenöffnung hineinreichenden, eine waagrechte Verschiebung verunmöglichen-
den Holmen gegen jegliche Verrückbarkeit gesichert sein muss. Besteht eine solche Abdeckung aus 
mehreren Teilen, müssen die einzelnen Komponenten überdies untereinander fest (z.B. mit Nägeln 
oder Schrauben) verbunden sein, andernfalls die Unverrückbarkeit nicht mehr gegeben ist und die 
Abdeckung jegliche Wirksamkeit verliert. Ein Vergleich mit den bildlichen Erläuterungen zu Art. 17 
Abs. 2 BauAV der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA (siehe <htt-
ps://www.suva.ch/material/lern-lehrmittel/bauarbeitenverordnung%20skizzen%20und%20erlaeu
terungen>), führt zur selben Erkenntnis:

                                      

Schliesslich kann noch auf einen in der Sachverhaltsdarstellung Bst. B des Urteils BGer, 
6B_200/2017 vom 01.11.2017 zitierten Rapport der SUVA vom 04.08.2014 verwiesen werden, nach 
welchem die einzelnen Komponenten einer Abdeckung grundsätzlich nicht miteinander verbunden 
sein müssen, wenn die Abdeckung als Ganzes unverrückbar ist. Im konkreten Fall wurde seitens der 
SUVA selbst eine aus mehreren Brettern („des planches“) bestehende Abdeckung, welche unterein-
ander über ein Kantholz („une lambourde“) miteinander vernagelt waren, als nicht den Anforderungen 
von Art. 17 Abs. 2 BauAV entsprechend qualifiziert. Indem der Beschuldigte das von ihm erstellte 
Loch mit zwei auf vier Brettern abgelegten Schaltafeln bedeckte, ohne die einzelnen Komponenten 

25

untereinander und mit dem Boden solid zu fixieren – so dass bereits innert Tagesfrist eine Hauptkom-
ponente, eine Schaltafel, abhanden kam – ergibt sich nach dem soeben Gesagten, dass eben diese 
Abdeckung nicht nur in tatsächlicher, sondern auch in rechtlicher Sicht verrückbar war. Der Beschul-
digte hat gegen Art. 17 Abs. 2 BauAV verstossen und somit eine ihm obliegende Sorgfaltspflicht ver-
letzt. Die Befolgung dieser Sorgfaltspflicht war dem Beschuldigten sowohl aufgrund der konkreten 
Umstände, als auch seiner Kenntnisse und Fähigkeiten ohne weiteres möglich. Der angebliche Mate-
rialmangel, der dazu führte, dass sich der Beschuldigte das Abdeckmaterial auf der Baustelle hat zu-
sammensuchen müssen, als auch der Umstand, dass der Beschuldigte die BauAV nicht kannte, ha-
ben ihm die Befolgung der Sorgfaltspflicht in keiner Art verunmöglicht. Immerhin wusste der Beschul-
digte als verantwortlicher Subunternehmer um die grundsätzliche Pflicht, das von ihm gefertigte Loch 
zwecks Unfallverhütung unverrückbar abzudecken und er hätte dementsprechend für das Vorhan-
densein von geeignetem Material, welches ihm die Errichtung einer dieser Pflicht entsprechenden 
Abdeckung ermöglicht hätte, besorgt sein müssen (pag. 379 ff.). 

Was der Beschuldigte vorbringt, vermag an der Richtigkeit der vorinstanzlichen Er-
wägungen nichts zu ändern. Er erfüllte die Sicherheitsvorschriften gemäss Art. 17 
Abs. 2 BauAV nicht, da die Schaltafeln nicht unverrückbar im Sinne der Verord-
nungsbestimmung waren. Tritt eine Person auf – egal ob eine oder zwei – nicht be-
festigte Schaltafeln, ist stets damit zu rechnen, dass sich diese bewegen; dies ins-
besondere auch in vertikaler Richtung, womit deren physikalische Reaktion und 
Fallrichtung unkontrollierbar werden. Hier war ein horizontales Verschieben umso 
mehr möglich, als die Schaltafel längsseitig zumindest teilweise unter das Lüftungs-
rohr verrutschen konnte. Darüber hinaus meint Unverrückbarkeit im Sinne von 
Art. 17 Abs. 2 BauAV auch den Ausschluss, dass jemand, der die inhärente Gefahr 
nicht erkennt, die Abdeckung oder einen Teil davon ohne weitere Vorkehren ent-
fernen kann. Dieser Aspekt ist ebenso Schutzzweck der einschlägigen Verord-
nungsbestimmung. Dass das (teilweise) Entfernen der Abdeckung vorliegend ohne 
Weiteres möglich war, ist soweit ersichtlich unbestritten. Das Entfernen geschah 
gar in den ersten 24 Stunden nach der Erstellung der Abdeckung. Mit ein Grund 
dafür ist, dass der Beschuldigte sorgfaltswidrig nicht einmal mit eigenem Material 
eine unverrückbare Konstruktion anfertigte, sondern sich an einem andern Ort auf 
der Baustelle zwei nicht ihm gehörende Schaltafeln beschaffte und damit behelfs-
mässig eine nicht mit dem Boden verankerte Abdeckung erstellte. Die Verteidigung 
macht im Weiteren auf Art. 8 Abs. 2 Bst. b BauAV aufmerksam. Diese Bestimmung 
handelt indes vom versehentlichen Begehen von nicht durchbruchsicheren 
Flächen, Bauteilen und Abdeckungen. Sie äussert sich mithin nicht – oder jeden-
falls nicht explizit – zu Löchern im Boden, sondern zu Abdeckungen, deren Bege-
hung mit geeigneten Massnahmen, insbesondere Abschrankungen, vermieden 
werden soll. Nach dem Gesagten sind zur Einhaltung von Art. 17 Abs. 2 BauAV 
bauliche Lösungen zu wählen, die sicherstellen, dass ein «versehentliches Verhal-
ten» – wie es der Beschuldigte nennt – zu keinen Stürzen und Unfällen führt. Dazu 
gehört es erstens, eine Befestigung lege artis (bspw. mit Nägeln als Verbindungs-
elementen und/oder Abschrankungen) herzustellen. Zweitens darf kein fremdes 
Material genutzt werden, bei dem damit gerechnet werden muss, dass es jemand – 
der Eigentümer – wieder abtransportiert.  

Nichts anderes ergibt sich aus dem vom Beschuldigten vorgebrachten Beschluss 
des Obergerichts des Kantons Zürich UE140103-0/U/HEI vom 6. Februar 2015. Es 

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werden dort in Erwägung 5 bloss die massgebenden Bestimmungen der BauAV 
wiedergegeben und zudem auf Art. 21 VUV hingewiesen, der hier ebenfalls hinzu-
gezogen werden kann. Im Fall UE140103-0/U/HEI war weder ein Seitenschutz an-
gebracht noch eine Bodenabdeckung erstellt worden. Anders als hier – wo es um 
eine ungenügend gegen Verrückung gesicherte Abdeckung geht – ging es dort al-
so nicht um die Frage der Verrückbarkeit. Schliesslich wies die Vorinstanz zu Recht 
auf die Ausführungen im Urteil des Bundesgerichts 6B_200/2017 vom 1. November 
2017 hin. Das Bundesgericht hat die Frage der Sorgfaltsverpflichtung entgegen der 
Behauptung der Verteidigung nicht verneint, sondern offengelassen, da es die 
adäquate Kausalität verneinte: […] Cependant, même s'il fallait retenir que le plancher en 
cause ne s'était pas avéré conforme à la disposition précitée, parce qu'il n'était pas propre à résister à 
un déplacement involontaire, il n'existait pas de lien de causalité adéquate entre une éventuelle 
négligence des intimés et la chute du recourant, dès lors que les planches avaient été déplacées 
volontairement par un ou des tiers […] (E. 4.2). Der Sachverhalt im Bundesgerichtsfall ist 
indes ebenfalls nicht vergleichbar, da dort die Abdeckung während mehrerer Wo-
chen installiert gewesen war und anschliessend mit voller Absicht entfernt wurde, 
um an dieser Stelle weiterbauen zu können. Mit dieser Handlung wurde die Kausa-
lität unterbrochen. Hier zeigt sich die Situation wie gesehen anders: Der Beschul-
digte verwendete ihm nicht gehörende und durch ihn nicht fixierte Schaltafeln in ei-
nem weitgehend dunklen Raum. Das Argument der Verteidigung, eine Wegnahme 
wäre ohne Weiteres auch möglich gewesen, wenn die Bretter befestigt gewesen 
wären, geht fehl. Der «natürliche» Widerstand, eine lege artis hergestellte Abde-
ckung oder Abschrankung zu entfernen, ist deutlich grösser als bei der hier anzu-
nehmenden ungenügenden Konstruktion.   

Schliesslich bleibt als weiteres Argument zu ergänzen, dass die Schaltafeln über-
haupt nicht durchbruchsicher im Sinne von Art. 17 Abs. 2 BauAV waren und damit 
grundsätzlich nicht benutzt werden durften (vgl. hierzu die SUVA-Broschüre <htt-
ps://www.suva.ch/material/Factsheets/verwendung-von-mehrschichtplatten>, auch 
pag. 24): Schaltafeln dürfen nicht als Tragelement zum Einsatz kommen, da bereits 
geringfügige mechanische Schäden oder Sägeschnitte die Tragfähigkeit von Mehr-
schichtplatten massiv reduzieren können. In der erwähnten Broschüre ist exakt er-
läutert, was hier schliesslich passierte: Wenn Mehrschichtplatten, beispielsweise Schaltafeln, 
nicht bestimmungsgemäss verwendet werden, verursachen sie oft schwere Absturzunfälle. Dieser 
Umstand musste dem Beschuldigten, der berufsmässig auf Baustellen grosse 
Löcher bohrt, bewusst sein. Der Beschuldigte handelte nicht vorschriftsgemäss. Er 
hat objektiv eine Sorgfaltsverletzung begangen.

17.5 Voraussehbarkeit

Die Vorinstanz führte zur vom Beschuldigten bestrittenen Voraussehbarkeit Fol-
gendes aus: 

Weitere Voraussetzung der Strafbarkeit ist bei der unbewussten Fahrlässigkeit die Voraussehbarkeit 
des Erfolges. Dabei müssen die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe für den Täter mindestens 
in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der Täter eine Ge-
fährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen bzw. erkennen können und müssen. Für die 
Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten des Täters 

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geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg 
wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Vorhersehbarkeit der zu 
beurteilenden Ursache für den Erfolg ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände, 
wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutre-
ten, mit denen schlechterdings nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass 
sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mit-
verursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten der beschuldigten Person – in den Hintergrund 
drängen (BGE 130 IV 7, E. 3.2). Das Bundesgericht lässt dabei einen hohen Abstraktionsgrad genü-
gen. Die Voraussehbarkeit wird auch bei sehr aussergewöhnlichen Kausalverläufen bejaht, so bei-
spielsweise – im Strassenverkehr – bei Fussgängern (BGE 100 IV 280 E. 3.d) oder bei einem Stuhl 
(BGE 93 IV 115) auf der Autobahn. Grundsätzlich ist also ein Verschulden eines Dritten oder auch 
des Verletzten selber ohne Bedeutung (PK StGB-TRECHSEL/JEAN-RICHARD-DIT-BRESSEL, Art. 
12 N 27). Gefährdet sich das Opfer selber, so kann die Mitwirkung des Täters nur dann nicht pflicht-
widrig sein, wenn das Verhalten des Betroffenen als derart unvernünftig oder absonderlich zu erach-
ten ist, dass der potenzielle Täter damit nicht rechnen muss bzw. wenn durch das Verhalten des Ver-
letzten das Risiko für dessen Rechtsgüter in relevantem Mass erhöht wird (BGE 125 IV 189, E. 3a). 
Namentlich dann, wenn der Betroffene seine Rechtsgüter Gesundheit und körperliche Integrität in ei-
genverantwortlicher Weise in einer Art gefährdet, die einer Selbstverletzung entspricht, muss eine 
Sorgfaltspflichtverletzung ausgeschlossen werden, weil die Verhinderung eigenverantwortlicher 
Selbstverletzung und -gefährdung nicht zum Schutzzweck strafrechtlicher Normen gehört, wie z.B. 
beim sog. Feuerlaufen (BGE 134 IV 149, E. 4).

Vorliegend war für den Beschuldigten der Erfolgseintritt wie auch der entsprechende Kausalverlauf 
spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem er seine Arbeit beendet hatte und den Raum verliess, voraus-
sehbar. Das Verhalten des Beschuldigten – das Erstellen einer nicht unverrückbaren Abdeckung – 
war nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der Lebenserfahrung geeignet, einen Erfolg 
wie den eingetretenen – den Sturz des Privatklägers durch die Bodenöffnung – herbeizuführen. Es 
liegen auch keine Umstände vor, die dergestalt ungewöhnlich sind, dass mit ihnen nicht gerechnet 
werden müsste bzw. die derart schwer wiegen würden, dass sie als wahrscheinlichste und unmittel-
barste Ursache des Erfolges erscheinen und so das Fehlverhalten des Beschuldigten in den Hinter-
grund drängen würden. Zunächst vermag der Umstand, dass zwischen der Fertigstellung der Abde-
ckung und dem Unfall eine Schaltafel durch eine unbekannte Drittperson entfernt worden sein muss, 
nicht dazu führen, dass der vom Beschuldigten vorauszusehende Kausalverlauf durchbrochen würde. 
Bereits im Zeitpunkt, als die Abdeckung ausser den Brettern noch aus zwei Schaltafeln bestand, 
konnte die Abdeckung mangels Fixation verrückt werden und so einen Sturz zulassen. Insofern kann 
die mutmassliche Wegnahme einer Schaltafel durch eine Drittperson nicht dazu führen, dass diese 
Handlung als der Grund für den Sturz des Privatklägers verstanden werden muss. Anders als im 
durch das Bundesgericht beurteilten Fall 6B_200/2017 vom 01.11.2017, wo eine sich seit mehreren 
Monaten in einem Durchgangsbereich befindliche, in tatsächlicher Hinsicht unverrückbare Abdeckung 
von Unbekannten unter Wegnahme der Vernagelungen demontiert und dauerhaft entfernt wurde, war 
vorliegend nicht unvorhersehbar, dass Komponenten der Abdeckung entfernt werden könnten. Gera-
de durch die Art der Konstruktion der Abdeckung durch das blosse Hinlegen von Brettern und Schal-
tafeln war es für den Beschuldigten vorhersehbar, dass Teile davon durch Drittpersonen entfernt wer-
den könnten und sich damit die ohnehin schon bestehende Gefahr verstärken würde. Dass sich je-
mand am für die Abdeckung verbauten Material bedienen könnte, musste dem Beschuldigten über-
dies klarerweise schon deshalb bewusst sein, da er selber nicht anders vorging: der Beschuldigte hat 
das benötigte Material „überall zusammengesucht“, mithin auch einfach ungefragt andernorts wegge-

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nommen. Genauso wenig führt das möglicherweise selbstgefährdende Verhalten des Privatklägers, 
der suchend einen dunklen Raum einer Grossbaustelle durchstreifte, dazu, dass der Kausalverlauf für 
den Beschuldigten nicht vorhersehbar gewesen wäre. Der Privatkläger handelte nicht derart unver-
nünftig und absonderlich, dass der Beschuldigte nicht damit hätte rechnen müssen. Gerade auf Bau-
stellen von der Grösse einer G.________ kann es durchaus vorkommen, dass sich jemand verläuft 
und dabei in einen Bereich gerät, in dem er eigentlich nichts zu suchen hätte. Die dem Beschuldigten 
bekannte Pflicht zur Erstellung einer Abschrankung oder einer Abdeckung bei Bodendurchbrüchen 
auf Baustellen besteht gerade deshalb, weil die Aufmerksamkeit von auf Baustellen Arbeitenden unter 
dem Einfluss der Arbeit nachlässt und sehr oft nicht ausreicht, um sie vor Stürzen zu schützen (BGE 
95 II 93, E. I.5.). Kommt hinzu, dass der Privatkläger das Loch aufgrund der vorherrschenden Licht-
verhältnisse, wenn überhaupt, praktisch nicht erkennen konnte.

Was der Beschuldigte dagegen vorträgt verfängt nicht. Für ihn war der Erfolgsein-
tritt wie auch der Kausalverlauf spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem er seine Ar-
beit beendet hatte und den Raum verliess, voraussehbar. Zwar ist es so, dass in 
dubio pro reo anzunehmen ist, dass er nach Beendigung seiner Arbeit am 11. Mai 
2015 das gebohrte Loch mit vier Holzbrettern und zwei Schaltafeln abgedeckt hat-
te. Entsprechend ist in der Tat davon auszugehen, dass eine andere Person eine 
Schaltafel entfernt hat. Damit hat diese Person die Gefahr verschärft. Dies führt 
aber nicht zur Folgerung, dass vorher keine vorhersehbare Gefahr vorhanden ge-
wesen wäre. Dass die gefährliche Situation aufgrund der objektiven Sorgfalts-
pflichtverletzung des Beschuldigten bereits ab initio bestanden hatte, wurde bereits 
einlässlich dargelegt. Auch bereits erläutert wurde, dass die Abdeckung mit ein 
oder zwei Schaltafeln mangels Fixation und/oder deutlicher Kennzeichnung der 
Gefahr (versehentlich) hat verrückt werden können, was denn auch geschehen ist. 
Darauf braucht nicht erneut eingegangen zu werden. Dass der Raum im Übrigen 
nicht leicht zu erreichen gewesen wäre, erschöpft sich in einer Behauptung der 
Verteidigung. Auf einer Grossbaustelle ist stets damit zu rechnen, dass Bauarbeiter 
zugängliche Räume betreten. 

Die Voraussehbarkeit ist umso mehr gegeben, als der Beschuldigte fremde Schal-
tafeln benutzte. Es musste für ihn geradezu auf der Hand liegen, dass die Person 
oder das Unternehmen, welcher/n die Schaltafeln gehörten, diese eventuell suchen 
gehen, mitnehmen und für eigene Zwecke verwenden. Auch auf einer Baustelle ist 
es ungesetzlich, fremdes Eigentum mitzunehmen und für eigene Arbeiten einzu-
setzen. Der Beschuldigte konnte und musste also auch unter diesem Titel voraus-
sehen, dass jemand eine Schaltafel wieder entfernt und die Absturzstelle damit 
noch gefährlicher macht. Ferner durfte der Beschuldigte zwar wohl tatsächlich dar-
auf vertrauen, dass erst die Lüftungsmonteure wieder am Bohrloch arbeiten wür-
den. Dies hat allerdings mit einem vorherigen Entfernen der Abdeckung nichts zu 
tun. Die konkreten Anhaltspunkte für das Entfernen der Abdeckung ergaben sich 
wie gesehen schon alleine dadurch, dass der Beschuldigte fremde Schaltafeln be-
nutzt hatte. Vor diesem Hintergrund zielt das Argument der Verteidigung, dass 
nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sei, dass eine Ver-
schraubung (im Sinne einer «genügenden Abdeckung») die Wegnahme durch die-
se Drittperson verhindert hätte, ins Leere. Im Übrigen wird in Bezug auf die Voraus-
sehbarkeit rechtlich auch nicht eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit 
verlangt.  

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Dass der dem Urteil des Bundesgerichts 6B_200/2017 vom 1. November 2017 zu-
grundeliegende Sachverhalt in Bezug auf die Verrückbarkeit nicht vergleichbar ist, 
wurde bereits vertieft dargelegt. Der eingetretene Erfolg ist eben nicht – oder 
höchstens in untergeordneter und juristisch für die Frage der Voraussehbarkeit 
nicht relevanter Weise – auf die Wegnahme eines Elements der Abdeckung 
zurückzuführen. Was schliesslich das Argument des angeblichen Selbstverschul-
dens des Straf- und Zivilklägers betrifft, so ändert dieses an der Voraussehbarkeit 
ebenfalls nichts. Wie bereits dargelegt, kann auf einer für die Bauarbeiter 
grundsätzlich offenen Grossbaustelle (Zutritt zur Baustelle mit Badge; keine Hin-
weise auf weitere Einschränkungen z.B. pro Stockwerk [vgl. pag. 64 Z. 201 f.]) 
prinzipiell nicht gefolgert werden, jemand habe in einem bestimmten Raum nichts 
zu suchen gehabt. Dies gilt auch hier. Das Verhalten des Straf- und Zivilklägers 
war unglücklich, aber nicht unverständlich. Eine objektive Zurechnung scheidet 
nicht aus. Der Straf- und Zivilkläger hat seinen Arbeitskollegen gesucht und ist da-
bei in den Raum mit der ungenügenden Abdeckung des Lochs getreten. Der 
Mensch ist nicht fähig, stets mit voller Konzentration und in vollem Bewusstsein 
über seine aktuellen Schritte zu handeln. Gerade deswegen, weil Unachtsamkeiten 
menschlich sind und immer vorkommen können, existieren strenge gesetzliche 
Regeln, die zum Beispiel gefährliche Stellen auf einer Baustelle sichern und Unfälle 
vermeiden sollen. Die Vorhersehbarkeit ist zu bejahen.

17.6 Vermeidbarkeit

Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzu-
führen ist, stellt sich im Weiteren die Frage nach der individuellen Vermeidbarkeit 
des Erfolgs. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob 
der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Da sich 
ein solcher hypothetischer Kausalzusammenhang nicht mit Gewissheit beweisen 
lässt, genügt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Zurechnung 
des tatbestandsmässigen Erfolgs, wenn das sorgfaltswidrige Verhalten des Täters 
mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit 
grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolges bildete (sog. Wahrschein-
lichkeitstheorie; BGE 116 IV 306 E. 2).

Durch das Erstellen einer korrekten, den Vorschriften entsprechenden Abdeckung 
wäre es dem Beschuldigten, welcher dazu als Berufsmann im Bausektor konkret 
die Fähigkeit besessen hätte, ohne Weiteres möglich gewesen, den Erfolgseintritt – 
den Sturz und damit die Verletzung des Straf- und Zivilklägers – mit einer lege artis 
erstellten Sicherungskonstruktion gemäss Art. 17 Abs. 2 BauAV zu vermeiden.  

17.7 Risikozusammenhang

Zu prüfen ist schliesslich, ob zwischen der Sorgfaltspflichtverletzung und dem Er-
folg ein Risikozusammenhang besteht, d.h. ob die Vermeidung des schädigenden 
Kausalverlaufes dem Schutzzweck der Norm entspricht. 

Vorliegend ist der Sturz des Straf- und Zivilklägers auf die dem Beschuldigten kon-
kret vorzuwerfende Sorgfaltspflichtverletzung zurückzuführen. Bei pflichtgemässem 
Verhalten des Beschuldigten gemäss den dargelegten Regelungen wäre der Sturz 

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des Straf- und Zivilklägers nicht eingetreten. Das pflichtwidrige Verhalten des Be-
schuldigten bildete somit die Ursache der Verletzungen des Straf- und Zivilklägers.

18. Fazit

Der Beschuldigte hat sich der fahrlässigen schweren Körperverletzung im Sinne 
von Art. 125 Abs. 2 StGB zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers strafbar gemacht 
Es hat ein Schuldspruch zu ergehen. Im Übrigen sei in aller Kürze ausgeführt, dass 
kein Unterlassungsdelikt vorliegt. In Anwendung des Subsidiaritätsprinzips (vgl. da-
zu die Ausführungen der Vorinstanz auf pag. 381 f.) ist festzustellen, dass der Be-
schuldigte nicht nichts gemacht hat, sondern zu wenig, und er den möglichen Ge-
fahren nicht angepasst gehandelt hat. 

IV. Strafzumessung

19. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind