# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1965fac1-745a-5cdf-8df9-a26dfb5ca154
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.02.2012 E-10/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-10-2012_2012-02-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­10/2012

U r t e i l   v om   2 9 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richter François Badoud;  
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______,
geboren am (…),
Bangladesch,  
vertreten durch Hans Werner Meier, Rechtsanwalt, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 13. Dezember 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  sein  Heimatland 
am  9.  April  2011  auf  dem  Luftweg  mit  einem  nicht  auf  seine  Identität 
lautenden Reisepass  verliess  und  nach  einem  viertägigen  Aufenthalt  in 
Italien am 13. April 2011 auf dem Landweg in die Schweiz gelangte, wo 
er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  Kreuzlingen  vom  19.  April  2011  sowie  der 
Anhörung vom       11. August 2011 durch das BFM zur Begründung des 
Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, als Mitglied des Komitees 
der  Chattra­Dol  (Studenten­Flügel  der  Bangladesh  Nationalist  Party 
[BNP])  habe  er  am  20.  Januar  2011  bei  einer  Veranstaltung  in  seinem 
College mitgeholfen, bei der es darum gegangen sei, neue Studenten zu 
begrüssen,

dass  im  Verlaufe  der  Veranstaltung  Anhänger  der  regierenden  Awami­
League zusammen mit Schlägertypen die anwesenden Leute angegriffen 
und  mehrere  Personen  mit  Schusswaffen  verletzt  hätten,  wobei  zwei 
davon tagsdarauf ihren Verletzungen erlegen seien,

dass der Beschwerdeführer mit fünf oder sechs anderen Personen wegen 
illegalen Waffenbesitzes und von der gegnerischen Partei wegen Mordes 
angezeigt worden sei,

dass sich der Beschwerdeführer in der Folge bei einer Tante aufgehalten 
habe,  deren  Mann  vergeblich  versucht  habe,  die  Angelegenheit  zu 
regeln,

dass  die  Polizei  und  auch  Leute  der  gegnerischen  Partei  den 
Beschwerdeführer gesucht hätten,

dass sein Vater an seiner Stelle ein bis zwei Tage auf den Polizeiposten 
gebracht worden sei und die Polizei Druck auf ihn ausgeübt habe,

dass  die  Polizei  am  1.  oder  2.  März  2011  bei  seiner  Tante  nach  dem 
Beschwerdeführer  gesucht  habe,  während  er  sich  zu  diesem  Zeitpunkt 
auf dem Basar aufgehalten habe, 

dass  ihn  einer  seiner  Neffen  auf  dem  Basar  vor  der  Suche  der  Polizei 
habe warnen können,

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dass er sich nach Dhaka habe absetzen können und ein Onkel sowie ein 
Parteikollege seine Ausreise aus dem Heimatland vorbereitet hätten,

dass seine Verwandten und seine Partei in dieser Zeit wiederum erfolglos 
versucht hätten, für ihn den Vorfall vom 20. Januar 2011 zu lösen,

dass  bezüglich  der  Ausführungen  des Beschwerdeführers  im Einzelnen 
auf die Akten zu verweisen ist,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  13.  Dezember  2011  –  eröffnet  am     
22.  Dezember  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch 
nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug 
anordnete,

dass das BFM zur Begründung des Nichteintretens auf das Asylgesuch 
zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48 
Stunden  nach  Gesuchseinreichung  ohne  entschuldbare  Gründe  keine 
Reise­ oder  Identitätspapiere abgegeben und erfülle die Anforderungen, 
die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  7  AsylG  nachzuweisen  oder 
zumindest glaubhaft zu machen, nicht,

dass  bezüglich  der  Begründung  des  BFM  im  Einzelnen  auf  die 
angefochtene  Verfügung  und  ­  soweit  entscheidwesentlich  ­  auf  die 
nachfolgenden Erwägungen verwiesen wird,

dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  nicht 
einzutreten sei,

dass  dem  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  folge  und  der  Vollzug  der  Wegweisung 
zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Rechtsmitteleingabe vom 29. Dezember 
2011 beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, auf das 
Asylgesuch  und  die  Beschwerde  einzutreten,  das  Asylgesuch 
gutzuheissen  und  den  Beschwerdeführer  als  Flüchtling  anzuerkennen, 
eventuell sei er vorläufig aufzunehmen,

dass  er  zudem  beantragte,  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende 
Wirkung zu belassen oder beizugeben,

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dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  im  Weiteren  um  Fristansetzung  von      
25 Tagen zur Ergänzung der Beschwerde ersuchte,

dass  er  schliesslich  beantragte,  es  sei  ihm  kein  Kostenvorschuss 
aufzuerlegen  und  die  unentgeltliche  Rechtspflege  sowie  die 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung  vom 4.  Januar  2012 
den Eingang der Beschwerde bestätigte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  11. 
Januar  2012  das  Gesuch  um  Ansetzung  einer  Frist  zur 
Beschwerdeverbesserung  abwies,  den  Beschwerdeführer  jedoch  darauf 
hinwies,  es  stehe  ihm  offen,  sich  im  Rahmen  von  Art.  32  Abs.  2  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  innert  nützlicher  Frist  zu 
äussern,

dass mit gleicher Zwischenverfügung festgestellt wurde, der vorliegenden 
Beschwerde komme von Gesetzes wegen die aufschiebende Wirkung zu 
und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung auch nicht entzogen 
worden,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gleichzeitig  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung  sowie  um  Verzicht  auf  die  Auferlegung  eines 
Kostenvorschusses abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, innert 
Frist einen Kostenvorschuss zu leisten,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  19.  Januar  2012  eine 
Unterstützungsbestätigung  einreichte  und  um  Ratenzahlung  des 
Kostenvorschusses  ersuchte,  der  einverlangte  Kostenvorschuss  im 
Betrage von   Fr. 600.– jedoch innert Frist vollumfänglich geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 

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entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass ein Auslieferungsersuchen  im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 
vorliegend  nicht  Gegenstand  des  Verfahrens  bildet,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 

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dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel mit der Vorinstanz verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
auf Grund der Anhörung  sowie  gestützt  auf Art.  3  und Art.  7 AsylG die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG),

dass  entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  AsylG 
dann vorliegen, wenn die asylsuchende Person glaubhaft macht, dass sie 
ohne  ihre  im  Heimatland  zurückgelassenen  Papiere  in  die  Schweiz 
gereist  ist  und  sich  umgehend  und  ernsthaft  darum  bemüht,  die 
zurückgelassenen  Papiere  innert  angemessener  Frist  zu  beschaffen 
(BVGE 2010/2), 

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dass  der  Beschwerdeführer  keine  Reise­  oder  Identitätspapiere 
eingereicht hat,

dass  das  Gericht  aufgrund  der  Aktenlage  in  Übereinstimmung  mit  der 
angefochtenen Verfügung des BFM zum Schluss  kommt,  er  habe dafür 
keine entschuldbaren und überzeugenden Gründe vorgebracht, sondern 
vielmehr  davon  auszugehen  ist,  er  würde  bewusst  die  Abgabe 
rechtsgenüglicher  Reise­oder  Identitätspapiere  vorenthalten,  um  einen 
allfälligen Wegweisungsvollzug zu erschweren oder zu verhindern,

dass die Erwägungen des BFM in der angefochtenen Verfügung den vom 
Beschwerdeführer  vorgebrachten  Sachverhalt  mit  hinreichender 
Begründungsdichte  in den rechtserheblichen Aspekten  in ausgewogener 
und überzeugender Form beurteilen und zu bestätigen sind,

dass  etwa  der  Einwand  in  der  Rechtsmitteleingabe,  es  sei  dem 
Beschwerdeführer in der Zeit zwischen der Asylgesuchseinreichung vom  
13.  April  2011  und  der  Befragung  im  EVZ  vom  19.  April  2011  nicht 
möglich  gewesen,  Verbindungen  nach  Bangladesch  erfolgreich 
herzustellen  und  er  habe  sich  nach  der  Befragung  um  seine  Papiere 
bemüht,  aufgrund  der  Aktenlage  unbehelflich  ist,  einen  entschuldbaren 
Grund  für  das  Nichteinreichen  von  Reise­  oder  Identitätspapieren 
darzulegen,

dass zudem entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht 
die  eingereichten  Schulzeugnisse  die  Identität  des  Beschwerdeführers 
nicht hinreichend glaubhaft zu machen vermögen und diesen schulischen 
Unterlagen  zudem  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht  ohnehin  keine 
Bedeutung  zukommt,  da  sie  offenkundig  keine  rechtsgenüglichen 
Identitätspapiere darstellen,

dass  auch  die  weiteren  Entgegnungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  als 
nicht stichhaltig erscheinen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  nicht  überzeugenden 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  sowie  der  gesamten  Aktenlage 
davon  ausgeht,  er  habe  bei  seiner  Ausreise  aus  seinem  Heimatland 
authentische  Identitäts­  und  Reisepapiere  besessen,  welche  er  jedoch 
innert  48  Stunden  und  bis  heute  in  Verletzung  seiner  gesetzlichen 
Mitwirkungspflicht  (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen 
Behörde nicht aushändigte,

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dass das BFM  im Weiteren aufgrund der Aktenlage zu Recht weder die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt noch zusätzliche Abklärungen zu deren 
Feststellung  beziehungsweise  zur  Feststellung  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass auf die  zutreffenden Erwägungen  in der angefochtenen Verfügung 
der Vorinstanz verwiesen werden kann,

dass  das  BFM  insbesondere  zu  Recht  ausführte,  es  sei  nicht 
nachvollziehbar,  ob  der  Beschwerdeführer  von  der  Chattro­Liga 
überhaupt angezeigt und von der Polizei gesucht worden sei,

dass  er  diesbezüglich  bis  zum  Entscheiddatum  den  Nachweis  schuldig 
geblieben sei, obwohl er genügend Zeit dazu gehabt hätte,

dass  dem BFM umso mehr  zuzustimmen  ist,  als  der Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Anhörung  vom  11.  August  2011  vorbrachte,  es  seien 
Anzeigeschriften  vorhanden,  die  ihm  so  schnell  als  möglich  zugestellt 
würden (Akten BFM A17/17 F14, F18 und F19),

dass auch diesbezüglich  in der Rechtsmitteleingabe nichts Stichhaltiges 
entgegnet wird,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zudem  zu  Recht 
feststellte,  es  bleibe  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  gerade  der 
Beschwerdeführer  als  allenfalls  einfaches  Mitglied  der  Chattro­Dal  von 
der  Polizei  wegen Waffenbesitzes  und  Mordes  hätte  angezeigt  werden 
sollen,

dass die diesbezüglichen Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe sich 
als  blosse  Gegenbehauptungen  ausnehmen  und  nicht  zu  überzeugen 
vermögen,

dass mit dem BFM auch einig zu gehen  ist, dass der Beschwerdeführer 
den  Angriff  anlässlich  der  Veranstaltung  vom  20.  Januar  2011  nicht 
substanziiert  aus  seiner  Sicht  beschreiben  konnte  und  sich  zudem 
teilweise widersprach (A17/17 F130),

dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage in Beachtung der 
im Urteil BVGE 2007/8 festgelegten Richtlinien (E. 5.7) unter Verzicht auf 
zusätzliche tatbeständliche oder rechtliche Abklärungen im Rahmen einer 
bloss  summarischen  Prüfung  der  Schluss  gezogen  werden  kann,  dass 
der  Beschwerdeführer  offensichtlich  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 

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glaubhaft zu machen vermochte, und einem Vollzug seiner Wegweisung 
keine Hindernisse entgegenstehen (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG),

dass  im Übrigen  festzustellen  ist,  dass  sich  der Beschwerdeführer  trotz 
dem Hinweis  in  der  Zwischenverfügung  des Bundesverwaltungsgerichts 
vom 11. Januar 2012 auf Art. 32 Abs. 2 VwVG weder weiter vernehmen 
liess  noch  sachdienliche  Beweismittel  nachreichte  oder  zumindest 
darzutun bestrebt war, sich um solche bemüht zu haben,

dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  und 
Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 
eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG), der Kanton keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer solchen besteht (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), weshalb die verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

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(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Bangladesch  noch  individuelle 
Gründe  einem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen  und  der 
Beschwerdeführer über eine gute Schulbildung verfügt,

dass nichts auf eine konkrete Gefährdung  im Falle einer Rückkehr nach 
Bangladesch  schliessen  lässt,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
vorliegend auch zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  schliesslich  möglich  ist,  da  keine 
Vollzugshindernisse  bestehen  (Art.  83  Abs.  2  AuG),  und  es  dem 
Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere 
mitzuwirken  (Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.),

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–     
(Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  mit 

E­10/2012

Seite 11

Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  11.  Januar 
2012 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 
um unentgeltliche Rechtsverbeiständung abgewiesen wurde,

dass keine Veranlassung besteht, darauf zurückzukommen,

dass  die  Verfahrenskosten  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  im 
gleichen Betrag gedeckt und mit diesen zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

E­10/2012

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  gedeckt  und 
werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

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