# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 369ac9a7-33dc-53d2-a4be-952e83e75d84
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.06.2016 SB150336
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150336_2016-06-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150336-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, lic.iur. S. Volken und 

lic.iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic.iur. S. Bärtsch 

 

Urteil vom 6. Juni 2016 

 
in Sachen 

 
1. A._____,  
2. B._____,  

Beschuldigte und I. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger 

1, 2  verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

3. C._____,  

Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

 
gegen 

 
Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 

 
sowie 

 
 
1. D._____, 
2. E._____,  

Privatklägerinnen und III. Berufungsklägerinnen 

1  vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge E._____ 

1, 2  vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend 

Tierquälerei 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern, Einzelgericht, vom 

30. Januar 2015 (GG140004) 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 19. März 2014 ist  

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 34). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 118 S. 89 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 26 Abs. 2 und i.V.m. Art. 4 Abs. 1 und 2 Tierschutzgesetz (TSchG). 

2. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der fahrlässigen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 26 Abs. 2 und i.V.m. Art. 4 Abs. 1 und 2 Tierschutzgesetz (TSchG). 

3. Die Beschuldigte C._____ ist schuldig der fahrlässigen Tierquälerei im Sinne von 26 Abs. 1 

lit. a i.V.m. Art. 26 Abs. 2 und i.V.m. Art. 4 Abs.1 und 2 Tierschutzgesetz (TSchG). 

4. Sanktion A._____:  

a) Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 

Fr. 250.–.  

b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre fest-

gesetzt.  

5. Sanktion B._____:  

a) Die Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–.  

b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre fest-

gesetzt.  

6. Sanktion C._____:  

a) Die Beschuldigte C._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 10.–. 

- 4 - 

b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre fest-

gesetzt.  

7. Die Privatklägerinnen D._____ und E._____ werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'500.–   Gebühr Anklagebehörde, 

Fr. 7'218.50   Auslagen Vorverfahren. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

9. Die Gerichtsgebühr sowie die Kosten der Untersuchung werden dem Beschuldigten 

A._____, der Beschuldigten B._____ und der Beschuldigten C._____ je zu einem Drittel 

auferlegt. 

10.  Die Anträge der Beschuldigten A._____ und B._____ um Leistung einer Prozessentschädi-

gung werden abgewiesen.  

11.  Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ werden solidarisch verpflichtet, den Pri-

vatklägerinnen, D._____ und E._____, für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädi-

gung von insgesamt Fr. 13'000.– (zzgl. MWST) zu bezahlen.  

Im Mehrbetrag wird das Begehren abgewiesen.  

12.  (Mitteilungen) 

13.  (Rechtsmittel)" 

- 5 - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II. S. 11 f.) 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 182 S. 1) 

"1. A._____, B._____ und C._____ seien der vorsätzlichen Tierquälerei im Sin-

ne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG iVm. Art. 4 Abs. 1 und 2 TSchG schuldig 

zu sprechen. 

2. a) der Beschuldigte A._____ sei mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

zu Fr. 300.-- sowie mit einer Busse von Fr. 6'500.-- zu bestrafen. 

 b) Die Beschuldigte B._____ sei mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

zu Fr. 50.-- sowie mit einer Busse von Fr. 1'200.-- zu bestrafen. 

 c) Die Beschuldigte C._____ sei mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen 

zu Fr. 40.-- sowie mit einer Busse von Fr. 900.-- zu bestrafen. 

3. Den Beschuldigten sei der bedingte Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren zu gewähren." 

b) Der Privatklägerinnen D.E._____: 

(Urk. 183 S. 2) 

"1. Die Beschuldigten/Berufungsbeklagten seien der vorsätzlichen Tierquälerei 

i.S.v. Art. 26 Abs. 1 lit. a Tierschutzgesetz (TSchG) i.V.m. Art. 4 Abs. 1 und 2 

TSchG schuldig zu sprechen, unter gleichzeitiger Erhöhung/Änderung des 

Strafmasses;  

2. Die Beschuldigten/Berufungsbeklagten seien solidarisch zu verpflichten, den 

Privatklägerinnen/Berufungsklägerinnen Schadenersatz in der Höhe von 

CHF 27'612.40 nebst Zins zu 5 % seit 18. März 2012 zu bezahlen; 

3. Die Beschuldigten/Berufungsbeklagten seien solidarisch zu verpflichten, den 

Privatklägerinnen/Berufungsklägerinnen auch den im erstinstanzlichen Ver-

- 6 - 

fahren nicht zugesprochenen Differenzbetrag zu bezahlen und somit den 

Privatklägerinnen/Berufungsklägerinnen für das erstinstanzliche Verfahren 

eine Prozessentschädigung von insgesamt CHF 17'301.50 plus MWSt. zu 

bezahlen;  

4. Eventualiter sei das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zur 

neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen;  

5. Die Beschuldigten/Berufungsbeklagten seien solidarisch zu verpflichten, den 

Privatklägerinnen/Berufungsklägerinnen für das zweitinstanzliche Verfahren 

eine Prozessentschädigung in der Höhe von CHF 10'165.90 (inkl. MWSt.) 

sowie der noch nicht berücksichtigte Aufwand betr. der heutigen Hauptver-

handlung vor Obergericht Zürich plus MWSt. zu bezahlen;  

6. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien den Beschul-

digten/Berufungsbeklagten aufzuerlegen;  

7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsverfahren." 

c)  Der Verteidigung der Beschuldigten A._____ und B._____: 

 (Urk. 184 S. 2) 

"1. Ziff. 1 und 4 des Urteils des Bezirksgerichts Affoltern vom 30. Januar 2015 

seien aufzuheben und der Beschuldigte 1 sei vollumfänglich freizusprechen;  

2. Ziff. 2 und 5 des Urteils des Bezirksgerichts Affoltern vom 30. Januar 2015 

seien aufzuheben und die Beschuldigte 2 sei vollumfänglich freizusprechen;  

3. Ziff. 8 und 9 des Urteils des Bezirksgerichts Affoltern seien aufzuheben und 

die Kosten nach Massgabe des obergerichtlichen Berufungsentscheides neu 

zu verteilen;  

4. Ziff. 10 des Urteils des Bezirksgerichts Affoltern sei aufzuheben und die Be-

schuldigten 1 und 2 seien für ihre Aufwendungen für das erst- und zweit-

instanzliche Verfahren, inklusive der Kosten für die Wahlverteidigung, an-

gemessen zu entschädigen;  

- 7 - 

5. Ziff. 11 des Urteils des Bezirksgerichts Affoltern sei aufzuheben;  

6. Die Kosten des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens wie auch des Beru-

fungsverfahrens seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen." 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung 

1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz 

vom 30. Januar 2015 wurden die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ 

im Sinne der Eventualanklage je der fahrlässigen Tierquälerei schuldig gespro-

chen und mit bedingten Geldstrafen bestraft (Urk. 118 S. 89). Gegen diesen Ent-

scheid liessen der Beschuldigte A._____ durch seine erbetene Verteidigerin mit 

Eingabe vom 4. Februar 2015, die Anklagebehörde mit Eingabe vom gleichen 

Tag und die Privatklägerinnen durch ihre Rechtsvertretung mit Eingabe vom 10. 

Februar 2015 innert gesetzlicher Frist Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO; 

Urk. 96, 101 und 103). Das begründete Urteil (Urk. 111 = Urk. 118) wurde den 

Parteien am 14. Juli 2015 bzw. am 15. Juli 2015 zugestellt (Urk. 113, 115 und 

116). Die Berufungserklärungen der Anklagebehörde, der Verteidigung sowie der 

Privatklägerinnenvertretung gingen in der Folge ebenfalls innert gesetzlicher Frist 

bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 119, 121 und 123). Die 

Beschuldigte C._____ hat weder das Urteil selbständig angefochten noch An-

schlussberufung erhoben (Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO). Mit Eingabe vom 

14. Oktober 2015 erhoben die Beschuldigten A._____ und B._____ Anschlussbe-

rufung zu den Berufungen der Anklagebehörde und der Privatklägerinnen (Urk. 

142). Auf die Erstberufung der Beschuldigten B._____ wurde mit Beschluss der 

Kammer vom 24. November 2015 nicht eingetreten (Urk. 164). Beweisergän-

zungsanträge wurden im Berufungsverfahren nicht gestellt (Art. 389 Abs. 3 StPO; 

vgl. Urk. 139 S. 4). Die Appellanten haben ihre Berufungen in ihren Berufungser-

klärungen nicht beschränkt (Urk. 119, 121 und 123; Art. 399 Abs. 4 StPO).  

- 8 - 

1.2. Ausgehend von den Anträgen der Parteien hat im Berufungsverfahren das 

gesamte vorinstanzliche Urteil als angefochten zu gelten und es ist in keinem 

Punkt in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 404 StPO). 

2. Rückweisung an die Vorinstanz 

Eventualiter beantragen die Privatklägerinnen, das angefochtene Urteil sei auf-

zuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen 

(Urk. 183 S. 2). Eine Rückweisung an das erstinstanzliche Gericht fällt lediglich 

dann in Betracht, wenn das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel auf-

weist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können (Art. 409 Abs. 1 

StPO). Die Privatklägerinnen unterlassen es, solche Mängel vorzubringen oder  

ihren Rückweisungsantrag überhaupt zu begründen. Überdies sind auch keine 

wesentlichen Mängel ersichtlich, weshalb eine Rückweisung an die Vorinstanz 

ausser Betracht fällt.  

3. Durch die Beschuldigten eingereichte Stellungnahmen  

Ausserdem beantragen die Privatklägerinnen, die durch die Verteidigung der Be-

schuldigten eingereichten Stellungnahmen von diversen – gemäss der Ver-

teidigung – sachverständigen Personen (Urk. 185/8-12) seien aus dem Recht zu 

weisen (Prot. II S. 22). Weshalb diese Stellungnahmen aus dem Recht gewiesen 

werden sollten, begründet die Vertreterin der Privatklägerinnen nicht (Prot. II 

S. 22) und es ist auch kein Grund hierfür ersichtlich. Vielmehr sind diese Stel-

lungnahmen als Parteibehauptungen zu den Akten zu nehmen und entsprechend 

(vorsichtig) zu würdigen, wie dies auch die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellung-

nahme zu diesen Berichten korrekt ausführt (Prot. II S. 19).  

4. Verletzung des Anklagegrundsatzes 

4.1. Die Beschuldigten AB._____ monieren eine Verletzung des Anklage-

grundsatzes, weil die Staatsanwaltschaft es beim Verfassen der Anklageschrift 

grösstenteils unterlassen habe, die Anklagevorwürfe gegen die Beschuldigten zu 

differenzieren. Insbesondere sei völlig unklar, inwiefern die Beschuldigten den 

vorgeworfenen Stress- und Erregungszustand von F._____ hätten erkennen und 

- 9 - 

das Training deshalb vorzeitig abbrechen müssen. Es obliege der Staatsanwalt-

schaft zu beweisen, dass F._____ durch das Verladetraining physisch oder psy-

chisch überlastet gewesen sei, jedoch fehle dieser Aspekt in der Anklage. Ent-

sprechend dürfe kein Schuldspruch der Beschuldigten erfolgen (Urk. 184 S. 13 f.). 

4.2. Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 

und Art. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO fest-

geschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der be-

schuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu 

umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 

konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidi-

gungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf recht-

liches Gehör (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; BGE 126 I 19 E. 2a; 

je mit Hinweisen). Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklage-

schrift möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen 

Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2014 vom 4.12.2014 E. 6.2.). 

4.3. Zunächst ist festzuhalten, dass eine Verletzung des Anklagegrundsatzes in 

der Regel nicht zu einem Freispruch der Beschuldigten, sondern zu einer Rück-

weisung an die Staatsanwaltschaft oder zur Einstellung des Verfahrens führen 

würde (BSK StPO I-Niggli/Heimgartner, 2. Aufl. 2014, Art. 9 N 62). Die Anklage-

schrift wirft den Beschuldigten eine vorsätzliche, eventualiter fahrlässige Tier-

quälerei im Sinne von Art. 4 und Art. 26 TSchG vor. Sie enthält einen detaillierten 

Ablauf des inkriminierten Verladetrainings, wobei einerseits einzelne Elemente 

bzw. Vorkommnisse herausgegriffen werden, um die Tierquälerei zu begründen, 

diese andererseits aber auch pauschal mit der Durchführung des Verladetrainings 

während ca. 4.5 Stunden trotz des erkennbaren Stress- und Erregungszustandes 

des Pferdes begründet wird. Dennoch wissen die Beschuldigten bereits aufgrund 

der ausführlichen Beschreibung des Sachverhalts in der Anklageschrift, was 

ihnen insgesamt vorgeworfen wird. Dies zeigt sich allein schon daraus, dass sich 

die Beschuldigten im bisherigen Verfahren sehr ausführlich zu den diversen ein-

https://swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/eddc4ea5-1065-4aad-aa7b-5ff005425730/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=8|iosibv
https://swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/e2946cc0-9410-4dcc-963e-cde3dd1ca3e3?source=document-link&SP=8|iosibv
https://swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/29b52e79-c592-49a3-916c-2d07cd2b600d?source=document-link&SP=8|iosibv

- 10 - 

zelnen Vorwürfen geäussert haben (Urk. 76, Urk. 80, Urk. 181, Urk. 184). 

Schliesslich stellt insbesondere die Rüge der Verteidigung, die Anklagebehörde 

habe nicht in genügender Weise umschrieben, dass das Pferd F._____ durch das 

Verladetraining physisch oder psychisch überlastet gewesen wäre, keine Verlet-

zung des Anklagegrundsatzes dar, sondern würde gegebenenfalls zu einem Frei-

spruch der Beschuldigten führen. Die Anklageschrift vom 19. März 2014 genügt 

somit den gesetzlichen Anforderungen (Urk. 34; Art. 9 StPO), weshalb keine Ver-

letzung des Anklagegrundsatzes vorliegt. 

II.  Schuldpunkt 

1.  

1.1. Inkriminiert ist ein sogenanntes Verladetraining, welches durch die drei Be-

schuldigten mit dem Pferd "F._____" am 18. März 2012 ab ca. 09.00 Uhr auf der 

Reitanlage "G._____" im H._____ über mehrere Stunden durchgeführt wurde.  

1.2. Gemäss der Darstellung in der Anklageschrift der Anklagebehörde vom 

19. März 2014 hätten sich die drei Beschuldigten pauschal im Sinne der Straf-

bestimmung von Art. 4 und Art. 26 TschG tatbeständlich verhalten, indem sie das 

fragliche Verladetraining trotz des durch sie erkannten, starken Stress- und Er-

regungszustandes des Pferdes zwischen ca. 09.00 Uhr und ca. 13.30 Uhr durch-

geführt und nicht abgebrochen hätten. Eventualiter hätten die Beschuldigten den 

starken Stress- und Erregungszustand des Pferdes erkennen und das Training 

abbrechen müssen (Urk. 34 S. 2-4 oben).  

Speziell wird den Beschuldigten zur Last gelegt, sie hätten das Pferd (im Rahmen 

des genannten Verladetrainings) um ca. 11.30 Uhr in den Transporter geführt und 

hinter ihm die Querstange geschlossen, obwohl für sie aufgrund des starken 

Stress- und Erregungszustandes des Pferdes erkennbar gewesen sei, dass die-

ses im Wagen in Panik geraten, sich durch rückwärtiges Hindurchdrücken unter 

der fixierten Querstange befreien und sich dabei schwerwiegende Verletzungen 

zuziehen und Schmerzen erleiden würde. Eventualiter hätten die Beschuldigten 

- 11 - 

dieses Verhalten des Tieres mit dessen negativen Folgen vorhersehen müssen 

(Urk. 34 S. 4-5 oben).  

Ferner hätten die Beschuldigten im Anschluss an die vorstehend beschriebene 

Befreiungsaktion des Pferdes die Verladeübung von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr wei-

tergeführt, obwohl sie die schlechte Verfassung des Tieres festgestellt und daher 

in Kauf genommen hätten, dass sich das Pferd beim Hinausdrücken verletzt und 

Schmerzen gelitten habe und erschöpft gewesen sei. Eventualiter hätten sie dies 

erkennen und das Training abbrechen müssen (Urk. 34 S. 5).  

Nach dem inkriminierten Verladetraining sei das Pferd schwerwiegend am Rü-

cken verletzt sowie traumatisiert gewesen und habe eine Wesensveränderung er-

litten, weshalb es am 5. Juli 2012 eingeschläfert worden sei. Die Beschuldigten 

hätten mit dem inkriminierten Verladetraining am Tattag in Kauf genommen, dass 

das Pferd dadurch traumatisiert werde und eine Wesensveränderung erleide. 

Eventualiter hätten sie dies vorhersehen und deshalb das Verladetraining abbre-

chen müssen (Urk. 34 S. 6).  

2.  

2.1. Die Vorinstanz gelangte zusammengefasst zum Schluss, die Beschuldig-

ten hätten über mindestens 3.5 Stunden Boden- und Verladeübungen mit 

F._____ durchgeführt, wobei F._____ unter verschiedenen Graden an Stresszu-

ständen gelitten habe. Dadurch sei der objektive Straftatbestand in Bezug auf die 

Überanstrengung des Pferdes erfüllt, ohne dass tierschutzrechtliche Rechtferti-

gungsgründe vorliegen würden (Urk. 118 S. 67 ff.). Die Beschuldigten hätten spä-

testens nach dem erstmaligen Ausreissen von F._____ das Training abbrechen 

müssen und auch erkennen können, welchem Stress das Tier ausgesetzt war, 

weil es immer wieder in den Anhänger einsteigen sollte. Indem die Beschuldigten 

das Training fortsetzten, hätten sie ihre Sorgfaltspflicht verletzt (Urk. 118 S. 72). 

Deshalb sprach sie die Beschuldigten der fahrlässigen Tierquälerei schuldig 

(Urk. 118 S. 89) 

2.2. Die Staatsanwaltschaft bringt im Berufungsverfahren vor, das Verladetrai-

ning habe ungefähr 4.5 Stunden, jedenfalls mehrere Stunden gedauert. Obwohl 

- 12 - 

sich das Pferd bei der Flucht unter der Querstange durch sichtbare Verletzungen 

zugezogen habe, hätten die Beschuldigten das Training fortgesetzt. Gemäss dem 

Gutachten sei erstellt, dass sich F._____ die in der Anklage umschriebenen Ver-

letzungen am 18. März 2012 zugezogen habe, sowie dass das Pferd am 18. März 

2012 unter einem gewaltigen Stress gestanden sei und sich das Training mit einer 

Dauer von 4.5 Stunden unverhältnismässig lange dahingezogen habe. Aus Sicht 

der Staatsanwaltschaft hätten die drei Beschuldigten mit Eventualvorsatz ge-

handelt, weil sie ganz bewusst in Kauf genommen hätten, dass das Pferd Qualen 

erleide. Spätestens im Zeitpunkt, als dem Pferd unter enormen Kraftaufwand die 

Flucht aus dem Verlader gelungen sei, hätten die Beschuldigten das Training be-

enden müssen (Urk. 182 S. 1-8). 

2.3. Die Privatklägerinnen kritisieren im Berufungsverfahren, die Vorinstanz ha-

be ein (eventual-) vorsätzliches Handeln zu Unrecht verneint und sich nicht bzw. 

nur ungenügend mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Beschuldigten durch 

die Art des Verladetrainings und die Fortsetzung desselben nach der Verletzung 

von F._____ eine unnötige Überanstrengung des Tieres und damit schwere Ver-

letzungen oder gar den Tod für möglich gehalten und in Kauf genommen haben. 

Nachdem F._____ sich nach rund 1.5 Stunden dauerndem Training losgerissen 

und in den Stall zurückgaloppiert sei, hätten die Beschuldigte das Risiko erkennen 

müssen, dass sich F._____ bei einer Fortsetzung des Trainings unter der ge-

schlossenen Querstange durch ins Freie zwängen oder dies zumindest versuchen 

könnte. Das Verhalten der Beschuldigen sei als krass sorgfaltswidrig zu werten. 

Sämtliche negative Folgen für F._____ wären vermeidbar gewesen, wenn das 

Training frühzeitig abgebrochen worden wäre. Seitens der Beschuldigten liege 

nicht bloss eine grobe Sorgfaltspflichtverletzung, sondern eine willentliche Inkauf-

nahme schwerer Verletzung oder gar des Todes von F._____ vor (Urk. 183 S. 4-

6).  

2.4. Die Beschuldigten wenden gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil ein, der 

Sachverhalt sei mangelhaft erstellt worden. Zwar gebe das erstinstanzliche Urteil 

die Sachverhaltsdarstellung der involvierten Personen wieder, unterlasse es aber 

völlig, die Aussagen zu würdigen und gelange in einer nicht nachvollziehbaren Art 

- 13 - 

und Weise zum vermeintlich erstellten Sachverhalt (Urk. 184 S. 14 f.). Erstellt sei 

einzig, dass die Beschuldigten am 18. März 2012 mit F._____ ein Verladetraining 

durchgeführt hätten und dabei rund 3.5 Stunden vor Ort gewesen seien. Die ef-

fektive Zeit, in der mit F._____ an und im Hänger gearbeitet worden sei, sei je-

doch massiv kürzer. Die Peitsche und der Besen seien lediglich als Hilfsmittel 

beim Verladetraining eingesetzt worden, dem Pferd seien damit jedoch keine 

Schläge zugefügt worden. Ferner sei nicht möglich, dass sich F._____ die Verlet-

zungen am 18. März 2012 zugezogen habe, was durch Dr. I._____ betätig werde. 

Eine körperliche Überanstrengung des Pferdes am 18. März 2012 könne gemäss 

dem Gutachter vollkommen ausgeschlossen werden, überdies lasse sich auch 

keine psychische Erschöpfung diagnostizieren (S. 17 ff.). Die Verteidigung reicht 

schliesslich verschiedene ergänzende Stellungnahmen von Sachverständigen 

ein, welche sich alle einig seien, dass selbst ein Training von 3.5 Stunden nicht zu 

einer tatsächlichen Überanstrengung eines Pferdes führen könne (S. 22-29, 

Urk. 185/8-12).  

3.  

3.1. Die Vorinstanz hat eingangs festgestellt, die Beschuldigten würden die An-

klagedarstellung zum "Ablauf und Ausmass des Verladetrainings teilweise und 

den Vorwurf der Tierquälerei gänzlich bestreiten" (Urk. 118 S. 7). Dass Letzteres 

die rechtliche Würdigung betrifft, wird nachstehend zu erörtern sein.  

In der Folge hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zum Ablauf des frag-

lichen Verladetrainings sowie dem Zustand des Pferdes bis zu dessen Tötung 

sämtliche Aussagen der drei Beschuldigten, der beiden Privatklägerinnen sowie 

der Zeuginnen und Zeugen J._____, K._____, L._____, I._____ und M._____, 

wie diese im gesamten Verfahren deponiert wurden, ausführlichst wiedergegeben 

(Urk. 118 S. 7-60). Ferner wurde der Inhalt des durch die Untersuchungsbehörde 

eingeholten tierärztlichen Gutachtens zitiert (Urk. 118 S. 61 f.).  

3.2. Eine eigentliche Beweiswürdigung der zitierten Aussagen hat die Vor-

instanz in der Folge unterlassen. Vielmehr wurde (nun) mit der lapidaren Fest-

stellung, dass die Darstellungen der Beschuldigten und der Privatklägerinnen in 

- 14 - 

den wesentlichen Punkten übereinstimmten, von folgendem Sachverhalt aus-

gegangen (Urk. 118 S. 65 f.):  

 "Am 18. März 2012, von ca. 9.00 Uhr bis ca. 12.30 Uhr, führten die Beschuldigten 

A._____, B._____ und C._____ ihn der Reitanlage "G._____" in ... H._____ ge-

meinsam Verladeübungen mit dem Pferd "F._____" durch. Ziel des Verladetrai-

nings war, das Pferd an das Verladen in einen Pferdetransporter zu gewöhnen, da 

es von den Privatklägerinnen D._____ und E._____ nach dessen Kauf aus der 

Zucht von A._____ und B._____ nicht erfolgreich verladen werden konnte. Der Be-

schuldigte A._____ übernahm während des Trainings das Führen des Pferdes. 

Nachdem während circa 30-40 Minuten Bodenübungen an der Hand durchgeführt 

wurden, um das Pferd zu beruhigen, wurde das Pferd an einem am Zaumzeug des 

Pferdes befestigten Longe immer wieder zum Transporter sowie auf dessen Lade-

rampe geführt. Da sich das Pferd während des Trainings jeweils, sobald es von 

A._____ in die Richtung des Pferdetransporters geführt wurde, sträubte, begrenz-

ten B._____ und C._____ das Pferd an dessen Hinterhand mit überkreuzten Lon-

gen, die sie zuvor am Transporter befestigt hatten, um das Pferd zum Einsteigen in 

den Transporter zu bewegen. Weiter benutzten B._____ und C._____ einen Besen 

und eine Peitsche, um das Pferd anzutreiben. In der Folge versuchte sich das Pferd 

aus dem Griff von A._____ zu befreien, um weglaufen zu können. In der Folge ge-

lang es dem Pferd zunächst in Gebüsche, die sich in ca. 15 Metern Entfernung zum 

Transporter befanden, auszuweichen, sowie in der Folge zwischen 10.00 Uhr und 

ca. 10.30 Uhr gar, sich durch Steigen auf die Hinterhand loszureissen, wobei 

A._____ versuchte, das Pferd beim Fliehen zu hindern, indem er mit seinem Kör-

pergewicht und unter Einsetzung von erheblicher Kraft an der am Zaumzeug des 

Pferdes befestigten Longe zog, bis die Longe riss und A._____ zu Boden stürzte. 

Das befreite Pferd galoppierte daraufhin in den ca. 320 Meter entfernten Stall.  

Nachdem das Pferd an den Übungsort zurück gebracht worden war, setzten die 

Beschuldigten das Training noch einmal fort. Das Pferd lehnte sich in dieser Phase 

nicht mehr gegen das Verladetraining auf und führte schliesslich alles, was man 

von ihm verlangte, ohne die zuvor noch heftige Gegenwehr aus. Es gelang den Be-

schuldigten schliesslich, das Pferd zu Verladen und die Stange hinter dem Pferd zu 

schliessen. Nach kurzer Zeit befreite sich das Pferd, indem es sich rückwärts unter 

der Stange hindurch drängte. 

- 15 - 

In der darauffolgenden Zeit verhielt sich das Pferd zunehmend aggressiv und liess 

die Privatklägerschaft nicht mehr an sich heran, weshalb es, zunächst in die Be-

treuung der Beschuldigten und später in die Betreuung von M._____ gegeben wur-

de. Aufgrund einhergehender schlechter Prognosen für die Normalisierung des 

Pferdes wurde es am 5. Juli 2012 eingeschläfert." 

3.3. Vorab fällt auf, dass sich das Beweisresultat der Vorinstanz zum mass-

geblichen Sachverhalt in wesentlichen Teilen (zumindest vermeintlich) nicht ein-

deutig mit der Darstellung in der Anklageschrift deckt:  

Die Vorinstanz geht – wie zitiert – davon aus, die Beschuldigten hätten "am 

18. März 2012 von ca. 9.00 Uhr bis ca. 12.30 Uhr" mit dem Pferd "F._____" Ver-

ladeübungen durchgeführt. Diese Formulierung suggeriert, dass 3.5 Stunden 

pausenlos Verladeübungen stattgefunden hätten. Gemäss der Darstellung in der 

Anklageschrift hätten die Verladeübungen ca. um 09.00 Uhr (Urk. 34 S. 2 Mitte) 

begonnen und hätten gedauert bis "zwischen ca. 10.00 Uhr und ca. 10.30 Uhr", 

als das Pferd sich losgerissen habe, in den 320 Meter entfernten Stall gerannt 

und von dort durch die Privatklägerinnen wieder geholt worden sei (Urk. 34 S. 3 

oben). "Um ca. 11.30 Uhr" (Urk. 34 S. 4 oben) (also nach Wiederaufnahme der 

Verladeübung) sei das Pferd dann in den Transporter gestiegen. Die Verlade-

übung dauerte somit gemäss Anklagevorhalt ab Beginn 1 bis max. 1.5 Stunden, 

bevor sie durch das Ausreissen, Einfangen und Wiederheranführen des Pferdes 

um einen doch beträchtlichen Zeitraum, mutmasslich ca. 1 Stunde, unterbrochen 

wurde. Im – nachstehend noch ausführlich zu zitierenden – tierärztlichen Gut-

achten wurde dazu ausgeführt, die durch Wegrennen und Zurückholen ver-

strichene Zeit stelle noch keine (gemeint: qualitativ) "akzeptable" Unterbrechung 

des Trainings dar (Urk. 19/13 S. 3). Ganz zu vernachlässigen ist diese Zäsur je-

doch sicherlich auch nicht, hat der Gutachter die Gesamtdauer des Trainings 

(gemeint: Mit Bezug auf eine durchgehende, konstant hohe Stresssituation des 

Pferdes) doch letztlich als "nicht eruierbar" bezeichnet (Urk. 19/13 S. 3). 

Gemäss Anklage zwängte sich das Pferd nach seinem Betreten des Transporters 

um ca. 11.30 Uhr (Urk. 34 S. 4 oben) aus diesem heraus, worauf das Verladetrai-

ning "um ca. 12.30 Uhr nochmals für ca. 1 Stunde fortgesetzt worden sei" (Urk. 34 

- 16 - 

S. 5 oben). Somit wurde das Verladetraining nach Schilderung in der Anklage fol-

gend nach dem Sich-Hinausdrängen nochmals um ca. 1 Stunde unterbrochen. 

Dies übersteigt zwar selbst die Darstellung der Beschuldigten; zu deren Gunsten 

ist jedoch infolge der Anklageformulierung davon auszugehen, dass nach dem 

Sich-Hinausdrängen ein zeitlich-substantieller Unterbruch stattgefunden hat, be-

vor die Verladeübung – ein letztes Mal – wiederaufgenommen wurde. Zur Qualität 

dieser Unterbrechung des Trainings gilt das vorstehend Erwogene. Die Vor-

instanz geht schliesslich – entgegen der Schilderung in der Anklage – davon aus, 

dass "bis ca. 12.30 Uhr" verladen wurde, nachher aber offenbar nicht mehr 

(Urk. 118 S. 65).  

Die Anklageschrift bestimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens und be-

zweckt den Schutz der Verteidigungsrechte, insbesondere die Gewährung des 

rechtlichen Gehörs. Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f. StPO bezeichnet die Anklage-

schrift möglichst kurz, aber genau: die der beschuldigten Person vorgeworfenen 

Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung 

(Entscheid des Bundesgerichts 6B_389/2010 vom 27. September 2010 E.1.3.1. 

mit Verweisen; 6B_716/2014 vom 17.10.2014 E.2.3.). Wo die Vorinstanz zur  

Intensität der inkriminierten Handlungen über die Darstellung in der Anklageschrift 

hinausgeht, ist ihr Beweisresultat somit von vornherein nicht zu übernehmen.  

Die Anklagebehörde hat an der Hauptverhandlung sowie an der Berufungs-

verhandlung pauschal ein Verladetraining von "ca. 4,5 Stunden" behauptet 

(Urk. 77 S. 2, 4, 7 und 11 f.; Urk. 182 S. 3, 5 und 7), was wie erwogen aufgrund 

ihrer eigenen Formulierung in der Anklageschrift zugunsten der Beschuldigten 

immerhin zu relativieren ist.  

Die Vorinstanz hat wie zitiert das Ende des Verladetrainings mit "ca. 12'30 Uhr" 

beziffert (Urk. 118 S. 65). Die Verteidigung anerkannte vor Vorinstanz, dass das 

Verladetraining in einem Zeitraum zwischen ca. 09.15 Uhr und ca. 12.30 - 13.00 

Uhr stattgefunden hat (Urk. 77 S. 7 und 22). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

wurde durch die Verteidigung ausgeführt, die Beschuldigten hätten ca. um 

9.00 Uhr mit Führübungen des Pferdes ausserhalb des Hängers begonnen und 

das Training um ca. 12.30 Uhr abgebrochen. Folglich seien die Beschuldigten am 

- 17 - 

18. März 2012 während ca. 3.5 Stunden vor Ort gewesen (Urk. 184 S. 17-18). 

Demgegenüber wendete die Vertreterin der Privatklägerinnen anlässlich der Beru-

fungsverhandlung ein, aus den Akten sei ersichtlich, dass das Verladetraining 

länger als 3.5 Stunden gedauert habe, unabhängig davon, was in dieser Zeit ge-

macht worden sei (Prot. II S. 21). Ausgehend einerseits von den Aussagen der 

Beschuldigten sowie denjenigen der Privatklägerin E._____, wonach die Beschul-

digten zwischen 13.00 und 13.30 Uhr weggefahren seien, respektive das Training 

um ca. 12.30 Uhr am Auslaufen gewesen sei und vermutlich ca. um 13.00 Uhr 

aufgehört habe (vgl. Urk. 118 S. 51 mit Verweisen), ist die vorinstanzliche zeitli-

che Umgrenzung der ganzen Aktion mit ca. 09.00 Uhr bis ca. 12.30 Uhr zu über-

nehmen. Dabei ist gestützt auf das tierärztliche Gutachten davon auszugehen, 

dass zwar einerseits das Training nie in einer Weise unterbrochen wurde, welche 

es dem Pferd erlaubt hätte, sich komplett zu regenerieren. Andererseits war die 

Anspannung des Pferdes jedoch auch nicht während des gesamten  

massgeblichen Zeitraums auf konstant gleich hohem Niveau.  

3.4. Die Anklage teilt den mutmasslichen Tatablauf chronologisch und thema-

tisch in mehrere Sequenzen ein (Urk. 34): 

-  generelle Durchführung der Verladeübung über den gesamten Zeitraum 

-  Schliessen der Querstange hinter dem sich im Transporter stehenden Pferd, 

worauf sich dieses unter der Stange rückwärts heraus gezwängt hat 

-  Weiterführung des Verladetrainings trotz Verletzung und Erschöpfung des 

Pferdes nach dem Herauszwängen 

-  Durchführen des Verladetrainings trotz Gefahr einer späteren Traumatisierung 

und Wesensveränderung (Urk. 34). 

Die Vorinstanz hat ihre Sachverhaltsprüfung ebenfalls chronologisch gegliedert 

(Urk. 118):  

-  Beginn des Verladetrainings bis zur Flucht des Pferdes 

- 18 - 

-  Fortsetzung des Verladetrainings (nach Wiedereinfangen und Heranführen des 

Pferdes) bis zum Unfall (Herauszwängen) 

-  Fortsetzung des Verladetrainings nach dem Unfall (Herauszwängen) bis zum 

Abbruch 

-  "Weiterer Verlauf" (Zustand und Verhalten des Pferdes) "bis zu dessen Tod". 

Bei der objektiven Beurteilung des Tatgeschehens hat die Vorinstanz dann aber 

das in verschiedenen Phasen Inkriminierte respektive Vorgefallene wieder ver-

mengt: Zusammengefasst wurde erwogen, die Beschuldigten hätten über 

3.5 Stunden Boden- und Verladeübungen durchgeführt, in welcher Zeit das Pferd 

in verschiedenen Graden unter Stresszuständen gelitten habe. Das Verlade-

training sei nur unzureichend unterbrochen worden. Das Training hätte zu jenem 

Zeitpunkt abgebrochen werden müssen, als das Pferd mehrmals hintereinander 

ruhig im Anhänger gestanden habe und das Schliessen der Stange mit Longen 

geübt worden sei. Durch die Weiterführung des Trainings nach diesem Zeitpunkt 

sei der Tatbestand der Überanstrengung des Pferdes erfüllt worden (Urk. 118 

S. 67 unten bis S. 69 oben). Die Art des Vorgehens der Beschuldigten beim Ver-

ladetraining sei zwar geeignet und erforderlich gewesen und habe dem üblichen 

Vorgehen beim Pferdetraining entsprochen. Die Dauer des Trainings sei jedoch 

unverhältnismässig gewesen (Urk. 118 S. 69).  

3.5. Die Vorinstanz hat die notwendigen rechtlichen Ausführungen zu den Tat-

beständen der Tierquälerei im Sinne von Art. 26 TschG und Art. 4 TSchG an-

geführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 118 S. 66 f.). Pönalisiert wird nebst weite-

rem namentlich das unnötige Überanstrengen eines Tieres. 

4.  

4.1. An dieser Stelle sind vorab einige grundsätzliche Bemerkungen anzu-

stellen: 

Ein Sport- oder Freizeitpferd, wie es in der Schweiz gehalten wird, muss grund-

sätzlich in einen Anhänger verladen werden können, sei es für die temporäre oder 

dauernde Dislokation in einen anderen Reitstall, für die Behandlung in einer Tier-

- 19 - 

klinik oder – als Sportpferd – für die Teilnahme an Konkurrenzen. Das Pferd  

"F._____" sollte der Privatklägerin 1 als Springpferd dienen und an Sportveran-

staltungen eingesetzt werden (vgl. Urk. 5/4). Um seinen geplanten Zweck erfüllen 

zu können, musste "F._____" in einem Anhänger transportiert werden können. 

"F._____" war ein zum Tatzeitpunkt 5-jähriger Hannoveraner (vgl. Urk. 5/5). Pfer-

de dieser Rasse sind im Durchschnitt über 600 Kilogramm schwer (vgl. 

http://www.pferdewaage24.de/html/rassen___gewicht.html). "F._____" wog zum 

Zeitpunkt seiner Obduktion 590 Kilogramm (Anhang zu Urk. 22/10). Es ist noto-

risch und einleuchtend, dass die Kraft eines solchen Tieres die Kraft eines Men-

schen jederzeit um ein Mehrfaches übersteigt. So hat auch die Privatklägerin 2  

– völlig realistisch – ausgesagt, "F._____" hätte "alle niedertrampeln können mit 

seiner Kraft" (Urk. 18/7 S. 12). Es liegt somit auf der Hand, dass auf ein Pferd, 

welches sich vehement weigert, in einen Anhänger einzusteigen, mit einer gewis-

sen Intensität eingewirkt werden muss und kann, ohne dass daraus sofort eine 

tierquälerische Handlung resultieren muss.  

Sodann gehen die Darstellungen der beim Training Anwesenden über den an-

fänglichen Zustand des Pferdes weit auseinander: Gemäss Darstellung der Pri-

vatklägerinnen sei das Pferd zu Beginn des Verladetrainings gesund, brav und 

weder nervös noch ängstlich gewesen; erst im Verlauf des Trainings sei es immer 

ängstlicher und angespannter geworden  (Urk. 18/6 S. 6; Urk. 18/7 S. 8). Gemäss 

Aussagen der Beschuldigten hingegen sei das Pferd, als es zum Training geführt 

wurde, angespannt, nervös, hysterisch, durch den Wind, abgemagert und aufge-

regt gewesen; erst im Verlauf der Übung habe es sich beruhigt (Urk. 118 S. 9 ff. 

mit Verweisen; Urk. 181 S. 4, S. 18). Zugunsten der Beschuldigten ist teils ge-

stützt auf die Schilderungen der Privatklägerinnen und teils auf ihre eigenen Aus-

sagen davon auszugehen, dass das Pferd immerhin zu Beginn der eigentlichen 

Verladeübung relativ ruhig war.  

Der Hintergrund der unterschiedlichen Sachdarstellung der Beteiligten über den 

Anfangszustand des Pferdes ist im übrigen offensichtlich: Vier Tage vor dem in-

kriminierten Verladetraining am Tattag führten die Privatklägerinnen allseits aner-

kanntermassen selber ein Verladetraining durch, welches jedoch erfolglos ab-

- 20 - 

gebrochen wurde. Die Beschuldigten machen geltend, das Pferd sei durch die 

Privatklägerinnen selber anlässlich deren eigenen Verladetrainings massiv in Auf-

regung versetzt und angestrengt worden. Dadurch unterstellen die Beschuldigten 

den Privatklägerinnen ein Selbstverschulden betreffend die Folgen des inkrimi-

nierten Vorfalls (Urk. 80 S. 4-7). Solches wird durch die Privatklägerinnen in Ab-

rede gestellt (Urk. 18/6 S. 16 und Urk. 18/7 S. 13 f.). Dies ist jedoch letztlich für 

die Beurteilung des konkreten Anklagevorwurfs in gleicher Weise irrelevant wie 

die ebenso ausführlich wie kontrovers geführte Diskussion, inwieweit die Privat-

klägerinnen mit dem inkriminierten Verladetraining der Beschuldigten einverstan-

den waren, dieses gar initiiert haben oder darauf hätten Einfluss nehmen können 

(vgl. Urk. 118 S. 9 ff. mit Verweisen). Nichtsdestotrotz erscheint es in der Tat 

fragwürdig, weshalb die Privatklägerinnen im Verlauf des Verladetrainings nicht 

einschritten und sich am nächsten Tag sogar per SMS für dieses bedankten 

(Urk. 185/1), wenn sie das Verladetraining nicht goutierten.  

Alle drei Beschuldigten waren zum Tatzeitpunkt anerkanntermassen Pferdefach-

leute. Sie haben das inkriminierte Training ebenso anerkanntermassen ohne di-

rekte Beteiligung der Privatklägerinnen durchgeführt. Vorliegend ist einzig – aber 

immerhin – zu beurteilen, ob die Beschuldigten das Pferd ausgehend von dessen 

konkreter Verfassung durch das durch sie durchgeführte Verladetraining über-

anstrengt haben und – falls ja –, ob sie als Fachleute dies erkannt haben oder 

hätten erkennen müssen. Ein (allfälliges, vorliegend sinngemäss bestrittenes) 

Einverständnis der Privatklägerinnen mit ihrer Vorgehensweise könnte die Be-

schuldigten nicht entlasten.  

4.2. Nachdem man sich am fraglichen Tag um 09.00 Uhr mit den Privatkläge-

rinnen (und dem Pferd) getroffen hatte und dem Pferd noch Notfall-Tropfen ver-

abreicht worden waren (Urk. 18/6 S. 3), begannen die Beschuldigten mit dem Ver-

ladetraining des Pferdes. Zuerst wurden Gehorsamsübungen ohne Einbezug des 

Anhängers gemacht (Urk. 18/7 S. 4); die ersten 15 bis 20 Minuten waren nach 

Ansicht der Privatklägerin 2 "in Ordnung" (Urk. 18/7 S. 9). Der Beschuldigte 1 

führte das sich sträubende Pferd an einer Longe in Richtung des Anhängers, die 

Beschuldigten 2 und 3 unterstützen ihn dabei, indem sie das Pferd zumindest 

- 21 - 

zwischenzeitlich mit einer Peitsche und einem Besen auf das Hinterteil schlugen, 

um es zum Einsteigen in den Anhänger zu bewegen; es sei jedoch gemäss aus-

drücklicher Darstellung der Privatklägerin 2 nicht verprügelt worden (Urk. 18/7 

S. 11 unten).  

Prof. Dr. med. vet. N._____, Spezialarzt für Pferde FVH, hat im Auftrag der An-

klagebehörde ein tierärztliches Gutachten erstellt (Urk. 19/6; vgl. Urk. 19/13 und 

19/15). Darin hat er eingangs festgestellt, obwohl es heute gewaltlose Pferdeer-

ziehungsmethoden gäbe, habe "ein grosser Teil unserer Pferde" mit Hilfe der – 

auch in concreto verwendeten – gekreuzten Longen sowie "Besenhilfe" das Ver-

laden in einen Transporter gelernt. Diese Methoden seien anerkannte "Einstiegs-

hilfen", der Besen diene nicht dazu, dem Pferd Schmerz oder Angst zuzuführen, 

sondern ihm ein Signal zum Vorwärtsgehen zu geben. Das mehrmalige Ein- und 

Aussteigen in den Transporter sei eine völlig korrekte Methode des Verladetrai-

nings, ebenso die Fixation der Querstange , wenn das Pferd ruhig im Hänger ste-

he (Urk. 19/6 S. 2 und 4). Der Gutachter taxiert die konkret angewandte Einlade-

methode als "Standard" (Urk. 19/6 S. 14). 

Mit der Verteidigung (Urk. 19/9 Ziff. 14 ff.) und entgegen der Anklageschrift 

(Urk. 34 S. 2 unten) kommt dem vom Gutachter grundsätzlich als (anerkannte) 

Einstiegshilfen qualifizierten Einsatz von Longen, Gerte und Besen gestützt auf 

die Schilderungen der Beteiligten im konkreten Tatablauf keine eigene rechtliche 

Relevanz im Sinne Art. 4 Abs. 2 oder Art. 26 Abs. 1 lit. a TschG zu. Dass das 

Pferd schon allein durch zu intensives Schlagen mit Gerte oder Besen gequält 

worden sei, ist nicht erstellt und davon geht auch der Gutachter nicht aus 

(Urk. 19/6 S. 4). Relevant sind diese Vorgänge einzig – aber immerhin – allenfalls 

im Gesamtzusammenhang unter dem Titel der Überanstrengung des Pferdes. 

Auch die (Augen-)Zeugin J._____, ebenfalls Pferdefachfrau und ehemalige Trai-

nerin der Privatklägerin 1, sagte im übrigen klar aus, dass sie das Verladen "vom 

Setting her gleich üben würde", wie dies die Beschuldigten getan haben 

(Urk. 18/12 S. 15). Die Vorinstanz hat im Resultat zurecht erkannt, das inkrimi-

nierte Verladetraining sei an sich erforderlich und in der Methode auch geeignet 

gewesen (Urk. 118 S. 69 unten).  

- 22 - 

4.3. Gemäss dem erstellten, vorstehend angeführten Beweisresultat begann 

die erste Trainingseinheit einige Minuten nach 09.00 Uhr, dem Pferd wurden erst 

Beruhigungstropfen gegeben, anschliessend wurden Hand-/ respektive Ge-

horsamsübungen gemacht und in der Folge wurde während rund einer Stunde 

versucht, das Pferd zum Einsteigen in den Anhänger zu bewegen, bis es sich los-

reissen konnte und in den Stall zurück rannte. Gemäss Gutachten entsprach das 

angewandte Trainingsverfahren gängiger Usanz. Das Pferd litt zwar unter Stress; 

dies liegt jedoch bis zu einem gewissen Mass in der Natur der Sache und das 

Stress-Level war auch nicht konstant gleich hoch (Urk. 19/6 S. 2 f.).  

Damit haben die Beschuldigten in dieser ersten Trainingseinheit, bis zur Flucht 

des Pferdes, dieses weder überanstrengt noch ihm unnötige Schmerzen zugefügt 

und damit objektiv keine Tierquälerei begangen.  

4.4. Nach dem Reissen der durch den Beschuldigten 1 geführten Longe rannte 

das Pferd eine doch längere Strecke zurück in seinen Stall. Auf Aufforderung der 

Beschuldigten führte die Privatklägerin 1 das Pferd vom Stall wieder zum Ver-

ladeort zurück, wo das Verladetraining wieder aufgenommen wurde. Gemäss An-

klageschilderung konnte das Pferd dann nach relativ kurzer Zeit in den Anhänger 

geführt und hinter ihm die Querstange geschlossen werden. Unmittelbar darauf 

geriet das Pferd in Panik und zwängte sich rückwärts unter der Querstange hin-

durch aus dem Anhänger.  

Gemäss ihren eigenen Angaben konnte die Privatklägerin 1 das Pferd nach des-

sen Flucht zum Stall von dort "ohne Probleme" wieder an den Verladeort zurück-

führen (Urk. 18/6 S. 6). Dies spricht immerhin dagegen, dass es sich zu diesem 

Zeitpunkt in einem Zustand äusserster Anspannung oder Anstrengung befunden 

hat. Wiederum ist auf das Gutachten zu verweisen, wonach das Stress-Level 

während der gesamten Aktion sehr unterschiedlich hoch war (Urk. 19/6 S. 3). 

Auch die Zeugin J._____ hat bestätigt, dass das Pferd "nicht während des ganzen 

Trainings gestresst gewesen, sondern zwischendurch nervös und unruhig gewor-

den sei" (Urk. 18/12 S. 7 f.). Allseits anerkanntermassen sollte das Verladetraining 

zumindest mit einem positiven Erlebnis für das Pferd abgeschlossen werden. Die 

erste Trainingseinheit dauerte wie erwogen 1 bis 1.5 Stunden; die fluchtbedingte 

- 23 - 

Zäsur erlaubte dem Pferd zwar keine vollständige Regeneration, liess aber sein 

Stress-Level doch sinken, was aus dem problemlosen Wieder-Heranführen an 

den Verladeort hervorgeht. Das Tier war zu diesem Zeitpunkt auch in keiner Wei-

se verletzt. Wenn vor diesem Hintergrund das Verladetraining in der wie erwogen 

nicht zu beanstandenden Weise wieder aufgenommen wurde mit dem Ziel, we-

nigstens ein einmaliges ruhiges Stehen des Pferdes im Anhänger zu erreichen, 

haben die Beschuldigten das Pferd damit nicht überanstrengt, ihm keine un-

nötigen Schmerzen zugefügt und es damit nicht im Sinne der eingeklagten Tat-

bestände gequält. Auch der Gutachter geht davon aus, dass ein Verlade-Training 

andauernd über zwei Stunden durchgeführt werden könne (Urk. 19/6 S. 3). Dieser 

Zeitablauf war bei der Wiederaufnahme des Verladetrainings nach der Flucht des 

Pferdes noch nicht erfolgt. Sodann weist die Verteidigung zurecht darauf hin, dass 

auch die Pferdetrainerin M._____ in einem dem inkriminierten Verladetraining fol-

genden Training von Mitte April 2012 1.5 bis 2 Stunden mit dem Pferd arbeitete, 

bis dieses im Anhänger stand (Urk. 80 S. 30 mit Verweis auf Urk. 18/18 S. 5).  

4.5. Wie lange die zweite Trainings-Einheit dauerte, bis das Pferd im Anhänger 

stand und hinter ihm die Querstange geschlossen wurde, ist nicht zweifelsfrei er-

stellt. Zugunsten der Beschuldigten ist davon auszugehen, dass dies relativ bald 

der Fall war. Nachdem die Querstange geschlossen worden war, geriet das Pferd 

in Panik und zwängte sich rückwärts aus dem Anhänger.  

Entgegen der Behauptung der Vertreterin der Privatklägerinnen, wonach es in 

Reiterkreisen bestens bekannt sei, dass Pferde sich immer wieder unter der vor-

deren Querstange hindurch mittels Ausstieg aus der sogenannten "Servicetüre" 

eines Anhängers ins Freie zwängen würden und sich gleichwohl auch unter der 

hinteren Querstange durch ins Freie zwängen könnten (Urk. 183 S. 4 f.), wird im 

tierärztlichen Gutachten unmissverständlich dafür gehalten, dass sich ein Pferd 

rückwärts unter der Stange hindurchdrücke sei ein Vorfall, der in seiner Art einma-

lig sei. Von einem vergleichbaren Unfall habe der Gutachter noch nie gehört oder 

gelesen (Urk. 19/6 S. 14). Das Verhalten des Pferdes beim Hinauszwängen wur-

de auch auf Ergänzungsfrage als "wirklich einmalig" taxiert. Wegen der Einmalig-

- 24 - 

keit der Reaktion des Pferdes seien auch keine Rückschlüsse auf das Vorgehen 

der Beschuldigten zu ziehen (Urk. 19/13).  

Wohl hat sich das Pferd die Rückenverletzungen, wie sie radiologisch festgestellt 

und diagnostiziert wurden (Anhang zu Urk. 22/10), mit den daraus resultierenden 

Schmerzen (Urk. 19/6 S. 4 f.) gemäss Gutachter zumindest teilweise am Tattag 

beim Hinauszwängen aus dem Transporter zugezogen (Urk. 19/6 S. 4 und S. 8 f.; 

Urk. 19/13 S. 2; Urk. 19/15). Der Anklagevorwurf, die Beschuldigten hätten in 

Kauf genommen, dass das Pferd sich unter der Querstange hindurchdrücken und 

sich dabei verletzen und Schmerzen erleiden würde, oder sie hätten dies zumin-

dest vorhersehen müssen (Urk. 34 S. 4), wird durch das fachärztliche Gutachten 

jedoch eindeutig widerlegt.  

4.6. Die Schilderung in der Anklageschrift zum weiteren Tathergang nach dem 

Sich-Herauszwängen des Pferdes aus dem Anhänger (Urk. 34 S. 5) ist in einigen 

Punkten ohne Weiteres widerlegt:  

-  Die Beschuldigten hätten das Training ab ca. 12.30 Uhr nochmals für ca. eine 

Stunde fortgesetzt:  

Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist mit der Vorinstanz davon auszuge-

hen, dass das Training nicht erst um 12.30 Uhr wieder aufgenommen wurde, 

sondern ca. um diese Zeit seinem Ende entgegen ging. Die dritte Trainingseinheit 

war daher sicher kürzer als eine Stunde.  

-  Die Beschuldigten hätten den vormaligen Unfall des Pferdes verursacht:  

Wie erwogen, war für die Beschuldigten die absolut aussergewöhnliche Reaktion 

des Pferdes auf das Schliessen der Querstange nicht voraussehbar; entspre-

chend haben sie diesen Unfall auch nicht verursacht.  

-  Das Pferd sei als Folge des bald vier Stunden dauernden Verladetrainings in 

einen physischen und psychischen Erschöpfungszustand gewesen:  

Als die Beschuldigten nach dem Unfall des Pferdes das Training nochmals auf-

nahmen, hatte dieses noch nicht "bald vier Stunden" gedauert. Im tierärztlichen 

- 25 - 

Gutachten wurde auf entsprechende Frage der Untersuchungsbehörde der kör-

perliche Erschöpfungszustand des Pferdes auf einer Skala von 1-10 mit "nicht 

mehr als 2" bezeichnet (Urk. 19/6 S. 10). Eine physische Erschöpfung durch das 

Verladetraining ist somit fachärztlich widerlegt. Zur Frage einer psychischen Er-

schöpfung des Pferdes führt der Gutachter aus, eine solche sei möglich, aber 

kaum diagnostizierbar; ihre allfällige Stärke sei auf einer Skala von 1-10 "nicht be-

stimmbar" (Urk. 19/6 S. 10).  

Erstellt ist der massgebliche Anklagesachverhalt (Urk. 34 S. 5) dahingehend, 

dass das Pferd nach seinem Unfall eine Schürfwunde auf dem Widerrist hatte, 

dass die Beschuldigten das Verladetraining dennoch fortsetzen, dass die Be-

schuldigten vor der Fortführung des Verladetrainings keine tierärztliche Unter-

suchung des Pferdes veranlasst haben, dass dieses mindestens teilweise die 

nach-diagnostizierten Rückenverletzungen erlitten hat und diese ihm Schmerzen 

(auf einer Skala von 1-10) der Stärke "zwischen 3 und 4" (Urk. 19/6 S. 4 f.), ge-

mäss dem prozessualen Grundsatz "in dubio pro reo" somit "3", bereiteten.  

Gemäss Schilderung in der Anklageschrift lehnte sich das Pferd nach seinem Un-

fall nicht mehr gegen das Verladetraining auf und führte aus, was von ihm ver-

langt wurde (Urk. 34 S. 5).  

Der Beschuldigte 1 hat zusammengefasst geschildert, er habe nach dem Unfall 

das Pferd "F._____" auf Verletzungen untersucht und lediglich eine oberflächliche 

Hautschürfung, jedoch keine Rückenverletzung festgestellt. Das Pferd habe keine 

Schmerzsymptome gezeigt. Man habe das Training mit einem positiven Erlebnis 

für das Pferd beenden wollen und daher die Verladeübung noch zwei- bis dreimal 

durchgeführt, was erstaunlich schnell und gut gegangen sei (Urk. 118 S. 44-47 

mit Verweisen; Urk. 181 S. 6). Die letzte Trainingseinheit habe ca. 15-20 Minuten 

gedauert, das Pferd sei zu jenem Zeitpunkt sehr kooperativ geworden (Urk. 181 

S. 9). Die Beschuldigte 2 sagte zusammengefasst aus, sie hätten die Schürfung 

am Widerrist, jedoch keine weiteren Verletzungen oder Schmerzen beim Pferd 

erkannt. Um dem Pferd ein positives Erlebnis zu geben, habe man die Einsteig-

Übung noch einige Male wiederholt, was problemlos gewesen sei. Das Training 

habe nach dem Unfall noch ca. 10 Minuten gedauert. Insgesamt sei das Pferd 

- 26 - 

weder zeitlich noch körperlich überanstrengt gewesen; es habe sich zwischenzeit-

lich aufgeregt, aber in den Pausen auch immer wieder abregen und entspannen 

können (Urk. 118 S. 47-49 mit Verweisen). Die Beschuldigte 3 sagte zusammen-

gefasst aus, nach dem Unfall sei allenfalls "etwas Fell ab gewesen", eine offene 

Verletzung sei nicht zu sehen gewesen. Das Pferd sei noch 1 bis 2 mal hoch-

geführt worden, um mit etwas Positivem abzuschliessen. Das Pferd sei nicht auf-

geregt gewesen und habe sich direkt wieder führen lassen (Urk. 118 S. 49 f. mit 

Verweisen). Die Privatklägerin 1 sagte zusammengefasst aus, man habe nach 

dem Unfall nicht gesehen, dass das Pferd Verletzungen oder Schmerzen habe. 

Der Beschuldigte 1 habe gesagt, es sei "nur der Verputz" ab. Nach dem Unfall sei 

das Pferd kooperativer geworden (Urk. 118 S. 50 f. mit Verweisen). Die Privat-

klägerin 2 gab an, nach dem Unfall das Verladetraining verlassen zu haben und 

zurückgekehrt zu sein, als die Übung am Auslaufen gewesen sei (Urk. 118 S. 51 

mit Verweisen). Die Zeugin J._____ schliesslich gab an, man habe beim Pferd 

nach dem Unfall – einzig – eine Schürfwunde gesehen. Sie könne nicht sagen, ob 

es nach dem Unfall einen Unterschied im Verhalten des Pferdes gegeben habe. 

Die Methode des Verladetrainings kritisierte die Zeugin nicht, einzig dessen Län-

ge (Urk. 118 S. 52 mit Verweisen). Zur Dauer der dritten Trainingseinheit konnte 

sie aber nichts sagen, da "sich das Pferd um ca. 11.00 Uhr losgerissen habe und 

sie um ca. 12.00 Uhr habe gehen müssen". Die letzte Trainingseinheit hat die 

Zeugin eigentlich gar nicht gesehen (Urk. 18/12 S. 6 und S. 14). 

Der Gutachter hat ausgeführt, die geschilderten Stresssymptome seien beim 

Pferd nicht während der ganzen Verladeübung vorhanden gewesen; dieses habe 

sich zwischendurch auch wieder beruhigt (Urk. 19/6 S. 2). Grundsätzlich führten 

die nachträglich festgestellten Rückverletzungen bei oberflächlicher Betrachtung 

kaum zu einer sichtbaren Veränderung des Verhaltens des Pferdes; es sei durch-

aus möglich, dass das Pferd nach dem Unfall mit Verletzungsfolge keine Verhal-

tensauffälligkeiten gezeigt habe (S. 5 f.). Dass sich das Pferd nach dem Unfall 

kooperativer verhalten hat, sei "schwierig erklärbar"; es sei denkbar, dass die 

plötzliche Kooperation auf die erlittenen Verletzungen zurückzuführen sei; hinge-

gen schliesst der Gutachter eher aus, dass die plötzliche Kooperation aus einer 

psychischen Erschöpfung des Pferdes resultiert hat (S. 9 f.).   

- 27 - 

Zusammengefasst haben die Beschuldigten nach dem Unfall des Pferdes das 

Verladetraining weitergeführt. Die Rückenverletzung wurde nicht erkannt; dies 

ergibt sich aus der anschaulichen – wenn auch falschen – Diagnose des Be-

schuldigten 1, es sei lediglich "der Verputz" oder "die Tapete" des Pferdes lädiert. 

Gemäss Gutachten musste die innere Rückverletzung auch nicht zwingend er-

kannt werden. Ebenfalls gemäss Gutachten hat das weitere Verladetraining nach 

dem Unfall dem Pferd auch keine zusätzlichen Schmerzen verursacht (Urk. 19/6 

S. 5). Das Pferd verhielt sich ruhiger, was entgegen der Behauptung der Privat-

klägerinnen gemäss Gutachter nicht telquel auf eine psychische Erschöpfung 

schliessen lässt. Die Absicht der Beschuldigten war, das Training mit einem Er-

folgserlebnis für das Pferd abzuschliessen, was – überraschenderweise – offen-

bar relativ bald gelang. Die in der Anklage bezifferte zeitliche Dauer der letzten 

Trainingseinheit von einer Stunde ist wie erwogen widerlegt; zugunsten der Be-

schuldigten ist nicht von einer Überlänge auszugehen. Wohl räumte der Beschul-

digte 1 ein, das Pferd sei am Schluss müde gewesen und man habe ihm die An-

strengung der letzten Stunden angemerkt (Urk. 118 S. 45 mit Verweis). Aber da-

rauf – und gerade deswegen – haben die Beschuldigten das Training denn auch 

eingestellt. Ein generelles Ermüden des Pferdes per se ist nicht strafbar, wenn 

beim Eintritt der Ermüdung die anstrengende Behandlung beendet und dem Pferd 

die Möglichkeit der Regeneration gegeben wird.  

Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen geschlossen, das inkriminierte Verla-

detraining der Beschuldigten sei geeignet und erforderlich gewesen (Urk. 118 

S. 69 unten). Allerdings sei es nicht verhältnismässig gewesen, weshalb sich die 

Beschuldigten strafbar gemacht hätten. Diesem pauschalen Schluss gebricht es 

jedoch an einer konkreten Beurteilung, in genau welcher Zeitspanne und inwie-

fern das Verhalten der Beschuldigten einen Straftatbestand erfüllt haben soll. Eine 

das Tier quälende Überanstrengung, die Verursachung von Schmerzen und das 

Weiter-Trainieren trotz erkannter Schmerzen sind – auch – für den Zeitraum nach 

dem Unfall des Pferdes jedenfalls nicht erstellt.  

4.7. Die gesamte Dauer des Verladetrainings dürfte (unabhängig vom Unfall 

des Pferdes und dessen nicht erkannten Verletzungsfolgen) wohl tatsächlich an 

- 28 - 

der oberen Grenze dessen gewesen sein, was einem Pferd auch im Rahmen  

eines de lege artis durchgeführten Verladetrainings zugemutet werden soll. Ein 

klare Überanstrengung im Sinne des Tatbestandes des Tierschutzgesetzes ist je-

doch wie erwogen nicht dargetan.  

Wie stark die einschlägigen Meinungen auseinandergehen, zeigt sich schon da-

ran, dass der Gutachter ein Verladetraining von bis zu zwei Stunden mit kurzen 

Pausen für unbedenklich hält (Urk. 19/6 S. 3), die Zeugin J._____ aber bei glei-

cher Vorgehensweise nach einer halben Stunde abbrechen und zwei Tage Pause 

machen würde; allerdings sagte J._____ auch, sie "als Laie" habe am Tattag zu-

schauen wollen, "wie es die Profis machen" (Urk. 18/12 S. 5. und S. 15). Die Zeu-

gin M._____, ebenfalls Pferdefachfrau, plädierte für langsames – durchaus auch 

langes – Training mit Pausen, wobei das Pferd den Arbeits- und Pausenrhythmus 

vorgäbe (Urk. 18/18 S. 6 f.). Der Zeuge L._____, Tierarzt, wollte sich zeitlich nicht 

festlegen, der Zeitpunkt des Abbruchs eines Verladetrainings sei eine Ermessens-

frage; wenn man aufhöre, bevor das Pferd eingestiegen sei, habe das Pferd das 

Ziel erreicht (Urk. 18/11 S. 9). Tierarzt K._____ beantwortete die konkrete Frage 

nach der angemessenen Dauer einer Verladeübung nicht und verwies pauschal 

auf moderne, "andere" Trainingsmethoden wie z.B. "Monty Roberts". Einerseits 

sagte der Zeuge K._____, er würde nie so verladen, wie die Beschuldigten dies 

getan hätten. Andererseits wiederholte der Zeuge konstant, er sei beim inkrimi-

nierten Verladetraining nicht dabei gewesen und wolle niemanden beschuldigen. 

Offensichtlich wurde ihm das inkriminierte Verladetraining der Beschuldigten auch 

in einer Weise umschrieben, wie sie gemäss den vorstehenden Erwägungen nicht 

erstellt ist (Urk. 18/10 S. 7 und S. 12). 

4.8. Im letzten Teil der Anklage wird schliesslich geschildert, die schlechte Ver-

fassung des Pferdes habe sich nach Beenden des Verladetrainings nicht verän-

dert. Das Pferd sei aggressiv geworden und aufgrund der schwerwiegenden 

Rückenverletzung sowie der erlittenen Traumatisierung mit einer damit einherge-

henden Wesensveränderung eingeschläfert worden. Das inkriminierte Verla-

detraining habe das Pferd in einen andauernden Stress- und Erregungszustand 

mit einhergehender schwerer Verletzung versetzt und dadurch traumatisiert, was 

- 29 - 

zur Wesensveränderung geführt habe. Die Beschuldigen hätten den Erregungs- 

und Erschöpfungszustand sowie die Schmerzen des Pferdes erkannt und eine 

Traumatisierung mit einhergehender Wesensveränderung in Kauf genommen, 

eventualiter Ersteres erkennen und Letzteres verhindern müssen (Urk. 34 S. 6).  

Wie vorstehend erwogen haben die Beschuldigten das Pferd "F._____" nicht in 

einen andauernden Stress-, Erregungs- und Erschöpfungszustand versetzt, wel-

cher einen Straftatbestand gemäss TschG erfüllen würde. Ferner ist nicht den 

Beschuldigten anzulasten, dass das Pferd sich unter der Querstange hindurch 

aus dem Transporter zwängte und dabei am Rücken verletzte. Gemäss Gutach-

ten hat das Pferd bei Wiederaufnahme des Verladens nach dem Unfall zwar 

Schmerzen verspürt, diese lagen auf einer Skala von 1-10 allerdings (lediglich) 

auf einer Stufe von 3 oder etwas darüber, wurden durch die weitere, letzte Trai-

ningseinheit nicht verstärkt und waren für die Beschuldigten auch nicht zwingend 

zu erkennen. Auch die das Training beobachtende Privatklägerin 1 hat beim Pferd 

keine Schmerz-Reaktion erkannt (Urk. 18/6 S. 14). Das Gutachten stützt auch die 

Darstellung in der Anklage einer "schwerwiegenden Rückenverletzung" respektive 

einer "schweren Verletzung" nur bedingt: Der Gutachter führt aus, Frakturen der 

Dornfortsätze der Rückenwirbel seien ihm aus seiner vierzigjährigen Tätigkeit in 

der Pferdeklinik bestens bekannt: Widerristfrakturen würden relativ problemlos 

abheilen. Die Abheilungszeit betrage einige Monate (ohne Operation); anschlies-

send sei Arbeit unter dem Sattel mit einem speziellen Sattel wieder möglich. 

Sämtliche dem Gutachter bekannten Pferde, die Widerristfrakturen erlitten hatten, 

wurden nach einigen Monaten bis zu einem Jahr, d.h. nach völligem Abklingen 

der Symptome, mit speziell verändertem Sattel wieder geritten (Urk. 19/6 S. 5 und 

S. 7 f.). Bestätigt wird dies durch die Aussage der Zeugin M._____, wonach eine 

ihrer Freundinnen ein Pferd mit demselben Verletzungsbild gehabt habe und die-

ses ein halbes Jahr nicht mehr habe geritten werden können (Urk. 18/18 S. 18). 

Wenn Anklage und Privatklägerinnen behaupten, dass Pferd habe – auch oder 

gar vornehmlich – infolge der erlittenen Rückverletzung eingeschläfert werden 

müssen (Urk. 18/6 S. 15; Urk. 18/7 S. 13 und S. 21), wird dies durch die zitierten 

Expertenmeinungen nicht nur in Zweifel gezogen, sondern sogar widerlegt!  

- 30 - 

4.9. Fazit  

Selbst wenn das Pferd "F._____" anlässlich des Verladetrainings vom 18. März 

2012 tatsächlich (allenfalls: erneut) traumatisiert worden ist, haben dies nicht die 

Beschuldigten zu vertreten, da sie durch die inkriminierte Vorgehensweise – wie 

vorstehend erwogen – den Straftatbestand der Tierquälerei nicht erfüllten und 

mangels Voraussehbarkeit auch nicht für den Unfall des Pferdes mit dessen Ver-

letzungsfolgen verantwortlich zu machen sind.  

In Gutheissung ihrer Berufung respektive Anschlussberufung und Abweisung der 

Berufungen der Anklagebehörde und der Privatklägerinnen 1 und 2 sind die Be-

schuldigten 1 und 2 sowie ist auch die Beschuldigte 3 vom Vorwurf der Tier-

quälerei freizusprechen.  

5.  

5.1. Dennoch das Folgende:  

Die Privatklägerinnen schilderten das Wesen des Pferdes "F._____" vor dem in-

kriminierten Verladetraining als gesund, sehr liebenswürdig und immer brav 

(Urk. 18/6 S. 6; Urk. 18/7 S. 8). Die Zeugin J._____ schilderte es als tolles Pferd, 

normal, zufrieden und gutmütig (Urk. 18/12 S. 6). Wenige Tage vor dem inkrimi-

nierten Vorfall, am 14. März 2012, führten die Privatklägerinnen anerkanntermas-

sen eigenhändig ein Verladetraining mit "F._____" durch, welches nicht zum Er-

folg führte: Das Pferd riss sich los und rannte auf die Weide, worauf das Training 

abgebrochen wurde (Urk. 18/7 S. 14). Der Gutachter führte aus, das Pferd sei 

"ohne Zweifel bereits vor dem 18. März 2012 traumatisiert gewesen, wobei der 

Grund in einem Ereignis während eines früheren Transportes liegen könne" (Urk. 

19/6 S. 1). Die Privatklägerin 2 sagte dazu unbestimmt aus, "das Verladen von 

'F._____' in die Schweiz sei ja auch nicht gut verlaufen. Da sei auch das Einstei-

gen das Problem gewesen" (Urk. 18/7 S. 19). Der Gutachter hält dafür, das hoch-

sensible Pferd sei bereits vor dem Unfall vom 18. März 2012 im Stall  alles andere 

als lieb und brav, nämlich als nervös und scheu beschrieben worden. Ob und wie 

es durch den Unfall zusätzlich traumatisiert worden sei, könne nicht eruiert wer-

- 31 - 

den (Urk. 19/6 S. 11). Der Tierarzt und Zeuge L._____ schloss aus, dass eine 

Stresssituation wie das inkriminierte Verladetraining für eine dauernde Wesens-

veränderung eines Pferdes ausreiche (Urk. 18/11 S. 8).  

Der Tierarzt K._____ wurde am 21. März 2012 zum Pferd gerufen. Gemäss sei-

ner Zeugenaussage habe das Pferd Schmerzen gehabt und sei ängstlich, miss-

trauisch, abwehrend und aggressiv gewesen (Urk. 18/10 S. 5). Am 24. März 2012 

wurde das Pferd zur Tierärztin I._____ gebracht, die als Zeugin aussagte, sie ha-

be das Pferd untersucht, eine Schürfwunde am Widerrist und eine schmerzhafte 

Rückpartie festgestellt und "F._____" osteopathisch behandelt. Das Pferd sei am 

Anfang zurückgewichen, was normal sei; es sei dann besser geworden, sie habe 

das Pferd überall anfassen können, es habe sich entspannt und sei zutraulich 

geworden. Anschliessend sei es in den Anhänger verladen worden, was inklusive 

Vorbereitungsübungen ca. eine Stunde gedauert habe; dort sei es erstaunlich ru-

hig gewesen. Auf konkrete Frage verneinte die Zeugin, dass "F._____" ein "nicht-

umgangsfähiges Wesen" gezeigt habe (Urk. 18/15 S. 5 f., S. 9 und S. 13). Am 

31. März 2012 und am 10. April 2012 liessen die Beschuldigten 1 und 2 dann 

durch M._____ wiederum je ein Verladetraining durchführen. Dasjenige vom 31. 

März 2012 verlief offenbar problemlos; dasjenige vom 10. April 2012 anfänglich 

ebenfalls problemlos, bis sich das Pferd in gleicher Weise wie am 18. März 2012 

aus dem Transporter zu befreien versuchte und die hinter ihm geschlossene 

Querstange verbog, bevor diese entfernt werden konnte. Das Pferd habe einige 

Schürfungen davongetragen aber nachher keine Anzeichen von Problemen ge-

zeigt (Urk. 18/18 S. 14 f. und S. 19 f.). Am 19. April 2012 wurde das Pferd von ... 

nach ... zu M._____ gebracht, wobei es in... offenbar innert 5 Minuten in den 

Transporter verladen werden konnte (Urk. 18/18 S. 9). Verhaltensauffälligkeiten 

wies das Pferd zu diesem Zeitpunkt offenbar keine auf (Urk. 18/18 S. 9 f.), was 

der Gutachter als Anzeichen einer Abheilung der am 18. März 2012 erlittenen 

Verletzung wertet (Urk. 19/6 S. 7). Die Zeugin M._____ beschrieb "F._____" in je-

nen zehn Wochen, in welchen er bei ihr war, als liebes, tolles Pferd, das alle ge-

mocht hätten. Es habe sich immer gleich und normal verhalten. Wohl habe der 

Tierarzt L._____ "F._____" nicht anfassen können, es gäbe jedoch viele Pferde, 

die Panik vor dem Tierarzt hätten, so auch ihr eigenes Pferd. Daher habe L._____ 

- 32 - 

"F._____" am Schluss (d.h. anlässlich der Einschläferung) auch mit dem Blasrohr 

betäuben müssen; er sei nicht an das Pferd herangekommen und sie habe das 

nicht machen können (Urk. 18/18 S. 12 f.). Der Tierarzt L._____ sagte als Zeuge 

aus, er habe das Pferd zweimal gesehen: Am 24. April 2012 hat er das Pferd un-

tersuchen und röntgen können, einzig an der Frakturstelle am Widerrist konnte er 

es nicht berühren. Beim zweiten Mal, anlässlich der Einschläferung, habe er dem 

Tier keine Spritze mehr geben können, es sei weggerannt, gegen ihn gesprungen 

und gestiegen; es sei widersetzlich gewesen (Urk. 18/11 S. 4 f.).  

Insgesamt ist erstellt, dass das Pferd "F._____" mutmasslich bereits vor dem in-

kriminierten Verladetraining traumatisiert war, was das Verladen in einen engen 

Transporter betrifft, ansonsten aber ein normales Verhalten zeigte. Nach dem 

Verladetraining vom 18. März 2012 war das Pferd verletzt und litt Schmerzen, 

was sich zweifellos und nachvollziehbar auch auf sein aktuelles allgemeines Ver-

halten niedergeschlagen hat. Auffällig ist, dass das Pferd nach dem 18. März 

2012 bis zu seiner Einschläferung noch diverse Male und ohne grössere Schwie-

rigkeiten verladen werden konnte. Die Zeugin M._____, bei welcher das Pferd 

vom 19. April 2012 bis zu seiner Tötung am 5. Juli 2012 untergestellt war, hat es 

täglich versorgt und gebürstet, nicht jedoch mit ihm gearbeitet (Urk. 18/18 S. 12). 

Von der Kausalität des inkriminierten Vorfalls für eine gewisse (quantitativ und 

zeitlich unbestimmte) Wesensveränderung ist somit auszugehen. Wenn die An-

klage allerdings pauschal behauptet, das Pferd habe sich – dauernd! – von einem 

liebenswürdigen und anhänglichen in ein aggressives und nicht führbares Tier 

verwandelt, ist dies in keiner Weise erstellt: Einerseits hat sich "F._____" nicht 

allgemein und konstant abwehrend aufgeführt, sondern mit unterschiedlicher In-

tensität und primär gegen Männer (vgl. Urk. 19/6 S. 11). Andererseits wurden sei-

tens der Eigentümer keinerlei Versuche eines speziellen, korrigierenden Verhal-

tenstrainings, wie sie heute bekannt und anerkannt sind (z.B. nach Monty-Roberts  

oder Pat-Parelli-Methoden) auch nur versucht, um das Verhalten von "F._____" 

positiv zu beeinflussen. Dass die (sei es traumatisch-bedingte oder verletzungs-

indizierte) Wesensveränderung von "F._____" eine dauernde war, ist alles andere 

als erwiesen.  

- 33 - 

5.2. Die Anklageschrift suggeriert mittels ihrer Formulierung, das Pferd 

"F._____" habe aufgrund der durch die Beschuldigten verursachten Verletzung, 

Traumatisierung und Wesensveränderung eingeschläfert werden müssen (Urk. 34 

S. 6). Die Privatklägerinnen liessen ausführen, das inkriminierte Verladetraining 

der Beschuldigten sei "für 'F._____' das Todesurteil gewesen" (Urk. 78 S. 4). 

Eigentlich könnte sich das Strafgericht darauf beschränken, zu prüfen, ob die Be-

schuldigten die ihnen zur Last gelegten Straftaten begangen haben oder nicht 

(was wie erwogen nicht der Fall ist). Die obzitierten Darstellungen der Anklagebe-

hörde und der anzeigeerstattenden Privatklägerinnen verlangen allerdings nach 

dem folgenden obiter dictum:  

Aus den Akten ergibt sich dieses:  

Am 18. März 2012 fand das inkriminierte Verladetraining durch die Beschuldigten 

in Anwesenheit der Privatklägerinnen statt. Bereits zwei Tage später und bevor 

das Pferd erstmals von einem Tierarzt untersucht wurde, verlangte die Familie der 

Privatklägerinnen von den Beschuldigten 1 und 2 schriftlich die Rücknahme des 

Pferdes unter Rückerstattung des Kaufpreises, da das Pferd nicht "verladefromm" 

sei und wohl auch nie werde; man müsse "der Realität knallhart ins Auge blicken"  

(Anhang zu Urk. 5/8, E-mail vom 20. März 2012). Wie sich dieses Verhalten mit 

der Darstellung der Privatklägerinnenvertretung, diese hätten "F._____' lieb ge-

wonnen" (Urk. 78 S. 3) decken soll, ist schon a priori schwer verständlich. Erhel-

lend ist die Formulierung der Familie der Privatklägerinnen im weiteren Disput mit 

den Beschuldigten betreffend eines Rücktritts vom Kauf: "Wichtig ist die Konstel-

lation und der Ausblick für D._____ und welche Ziele sie erreichen will und kann. 

Wir wollten D._____ die Möglichkeit eröffnen, mit einem eigenen, kompetitiven 

Pferd einen grossen Schritt vorwärts zu machen" (Anhang zu Urk. 5/8, E-mail vom 

1. April 2012). In ihrem Mail vom 2. Mai 2012 schrieb die Familie der Privatkläge-

rinnen an die Beschuldigten 1 und 2, man habe zwar die Röntgenbilder noch nicht 

gesehen, aber es gäbe für "F._____" wohl keine sinnvolle Aussicht auf Heilung 

und aufgrund der voraussichtlichen Euthanasie des Pferdes drohe Totalverlust 

(Anhang zu Urk. 5/8, E-mail vom 2. Mai 2012). Als die Familie der Privatklägerin-

nen das Pferd am 2. Mai 2012 somit faktisch abschrieben hatte, lag ihnen weder 

- 34 - 

der Beleg seines tatsächlichen Verletzungsbildes vor, noch war sein längerfristi-

ges Wesen und Verhalten auch nur einigermassen abschätzbar. Dieser Entscheid 

beruhte (scheinbar einzig) auf dem Resultat der ärztlichen Untersuchung des 

Tierarztes L._____ vom 24. April 2012 (die Datierung seines Attests vom 

"8.4.2012" ist offensichtlich falsch!; Anhang zu Urk. 5/13). Die Prognose für 

"F._____" bezeichnet L._____ als "Vorsichtig", "als Turnierpferd auch mit Vorbe-

halt"; ein von ihm beigezogener Tierarzt O._____ empfahl eine Operation (An-

hang zu Urk. 5/13). Konkret befragt sagte L._____ als Zeuge dann – nicht kon-

gruent – aus, seine Prognose für "F._____" sei "vorsichtig, oder ungünstig" gewe-

sen. Er habe die Chance für eine Verwendbarkeit nach einer Operation als "so ca. 

20 bis 30%" geschätzt. Man hätte "herausfinden müssen, ob man das Pferd wie-

der hätte reiten können" und es sei "fraglich gewesen, wie kooperativ sich das 

Pferd nach einer Behandlung noch gezeigt hätte. Ein Turnierpferd müsse verla-

den werden können." Es verbleibt der starke Eindruck, L._____ habe als Zeuge 

die durch ihn im Auftrag der Familie der Privatklägerinnen durchgeführte Eutha-

nasie "F._____s" zu rechtfertigen versucht. Allerdings gestand er auch ein, dass 

es grundsätzlich möglich gewesen wäre, dass das Pferd sich verändere, man ha-

be aber auch in diesen zwei Monaten nichts mit dem Pferd gemacht; die Höhe der 

Wahrscheinlichkeit für eine Veränderung des Wesens beim Pferd hänge von der 

Bereitschaft des Besitzers ab, mit dem Pferd zu arbeiten und mit diesem umzu-

gehen. Ob sich seine Prognose auf die Zukunft als Turnier- oder als Reitpferd be-

zogen hat, hat der Zeuge auch auf wiederholtes Nachfragen nicht klar beantwor-

tet. Auf die konkrete Frage, ob "F._____" aufgrund der erlittenen Verletzungen 

zwingend habe euthanasiert werden müssen, sagte der Zeuge, "wenn es nur um 

das Leben des Pferdes gehe, nein; es komme auch noch darauf an, ob man das 

Pferd als Reitpferd nutzen wolle; es sei der Entscheid der Besitzer (Urk. 18/11 S. 

6 f.; S. 9 ff.). Bei den Akten ist ferner eine Röntgenbeurteilung des Tierarztes Dr. 

P._____, Pferdeklinik Q._____ AG, wonach "Pferde mit einer derartigen Verlet-

zung (gemeint: vergleichbar derjenigen "F._____s") nach mindestens drei Mona-

ten Ruhe ohne operativen Eingriff wieder normal einsetzbar sind" (Anhang zu Urk. 

5/13, E-mail vom 26. Mai 2012). Gleichentags schrieb Dr. K._____ (nachdem er 

das Pferd nach seiner einmaligen Visite nach dem Vorfall vom 18. März 2012 am 

- 35 - 

21. März 2012, also nur drei Tage nach dem Unfall, nicht mehr gesehen hatte und 

ausgehend von einem klar falschen Sachverhalt), der Ausgang des chirurgischen 

wie konservativen Vorgehens der Widerristfraktur sei ungewiss, dazu komme der 

erhaltene psychische Schaden und die permanente fehlende Kooperation zum 

Menschen (Anhang zu Urk. 5/13, E-mail vom 29. Mai 2012). In ihrem Mail vom 

10. Mai 2012 schreibt die Familie der Privatklägerinnen, die vorsichtige Prognose 

gemäss Dr. L._____ bedeute hohe Kosten und relativ grosse Chancen auf Miss-

erfolg (Urk. 5/10). Mit Mail vom 31. Mai 2012 schrieb die Familie der Privatkläge-

rinnen, das Pferd sei in einem sehr schlechten Zustand und sollte erlöst werden; 

man prüfe eine Strafanzeige, um den Druck auf die Beschuldigten 1 und 2 betref-

fend Schadenersatz zu erhöhen (Urk. 5/11). Gemäss weiterem Mailverkehr vom 

31. Mai 2012 und vom 3. Juni 2012 (Urk. 5/11 und 5/12) war die Euthanasie von 

"F._____" zu diesem Zeitpunkt de facto eine beschlossene Sache. Die Familie  

DE._____ hatte offenbar auch bereits ein Ersatzpferd erstanden (vgl. Urk. 5/12).  

Einerseits fällt auf, dass der Gutachter und sämtliche weiteren Experten zur Be-

handlung der Rückenverletzungen von "F._____" grundsätzlich eine durchaus gu-

te Prognose stellen hinsichtlich einer Wiederverwendung als Reitpferd (nicht als 

Turnier-Spring-Pferd), mit Ausnahme von Dr. L._____, jenes Arztes, der 

"F._____" euthanasiert und seine Genesungsprognose nachträglich von "vorsich-

tig" auf "ungünstig" verschlechtert hat. M._____, bei welcher sich "F._____" ab 

19. April 2012 bis zu seiner Tötung aufgehalten hat, versorgte diesen täglich, führ-

te sogar mehrere Verladetrainings durch und stellte dem Pferd in keiner Weise ein 

rundweg schlechtes Verhaltenszeugnis aus (vgl. dazu die Videoaufzeichnung in 

Urk. 20/6). Die Zeugin sagte hingegen deutlich aus, die Privatklägerinnen seien in 

diesen zehn Wochen lediglich zwei mal zu "F._____" gekommen. Es sei immer 

ein hin und her gewesen, was mit dem Pferd passieren solle; gearbeitet sei mit 

ihm nicht worden. Das Pferd habe ihr leid getan. Sie habe gehofft, dass sich die  

DE._____s etwas mehr um ihr Pferd kümmern würden (Urk. 18/18 S. 12).  

Es ist in den einschlägigen Kreisen bekannt, dass heute von Spezialisten diverse 

Programme angeboten werden, um Pferde mit Verhaltensauffälligkeiten korrigie-

rend zu trainieren (z.B. nach den Methoden von Monty Roberts oder Pat Parelli). 

- 36 - 

Fraglos ist dies mit finanziellem und nicht geringem zeitlichen Aufwand verbun-

den, ohne dass bei Beginn eine Erfolgsgarantie bestünde. Vorliegend ist aber 

Fakt, dass "F._____" ein Pferd mit einer Unfallverletzung war, welche gemäss 

überwiegender Spezialisten-Meinung dahingehend behandelbar ist, dass er als 

Freizeit/Reitpferd mit speziellem Sattel hätte weiterverwendet werden können. Ei-

ne fachmännische Korrektur seiner insbesondere das Verladen betreffenden Ver-

haltensauffälligkeit haben die Privatklägerinnen nicht einmal im Ansatz versucht. 

Man hat es vorgezogen, sich seiner umgehend zu entledigen und sich einen den 

hohen sportlichen Ambitionen genügenden Ersatz zu beschaffen. Das Pferd  

"F._____" erhielt schlicht nie eine Chance, sich soweit als möglich zu regenerie-

ren und mit einem anderen als dem angestammten Verwendungszweck (Freizeit-

pferd statt Turnierpferd) bei anderen Haltern weiterzuleben.  

Die behauptete Notwendigkeit, "F._____" dermassen kurz nach dem Unfall vom 

18. März 2012 und ohne jegliche medizinische und verhaltenstechnische Thera-

piebemühungen zu euthanasieren, ist gestützt auf die vorliegenden Strafakten in 

keiner Weise ersichtlich. Wenn man das Mitte April 2012 aufgezeichnete Video 

visioniert (Urk. 20/6), ist auch nicht nachvollziehbar, wie nur rund einen Monat 

später davon gesprochen wurde, das Pferd müsse "erlöst" werden. Vor diesem 

Hintergrund kann den Beschuldigten fraglos keine Verantwortung an der Tötung 

des Pferdes "F._____" unterstellt werden.  

III. Zivilansprüche 

Bei diesem Prozessausgang ist die Zivilklage der Privatklägerinnen auf den Zivil-

weg zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Erstinstanzliches Verfahren 

1.1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenfestsetzung zu bestätigen.  

- 37 - 

1.2. Die Kosten der Untersuchung und des Hauptverfahrens sind auf die Ge-

richtskasse zu nehmen (Art. 426 StPO). Den Privatklägerinnen könnten zwar die 

Verfahrenskosten soweit auferlegt werden, als diese durch die Anträge zum Zivil-

punkt verursacht wurden (Art. 427 Abs. 1 StPO), der entsprechende Aufwand ist 

allerdings zu vernachlässigen. 

1.3. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 

das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer 

Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (Art. 429 

Abs. 1 lit. a StPO). Die Beschuldigten A._____ und B._____ wurde bereits in der 

Untersuchung wie auch in beiden Gerichtsverfahren erbeten anwaltlich verteidigt. 

Die Verteidigerin Rechtsanwältin lic. iur. X._____ bezifferte ihre Aufwendungen für 

die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren auf insgesamt Fr. 24'414.10 

(Urk. 186). Die geltend gemachten Aufwendungen sind ausgewiesen, weshalb 

den Beschuldigten 1 und 2 für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfah-

ren eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 24'4141.10 aus der Gerichts-

kasse zuzusprechen ist.  

1.4. In Abänderung des vorinstanzlichen Entscheides werden die Beschuldigten 

1-3 ausgangsgemäss zu keiner Prozessentschädigung an die Privatklägerinnen 1 

und 2 für die Untersuchung und das Hauptverfahren verpflichtet (Art. 433 

Abs. 1 lit. a StPO).  

2. Berufungsverfahren 

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.– fest-

zusetzen. 

2.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind zur Hälfte den Privatklägerinnen 

1 und 2 (je solidarisch) aufzuerlegen und in der verbleibenden Hälfte auf die  

Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

2.3. Für das Berufungsverfahren bezifferte die Verteidigern Rechtsanwältin 

lic. iur. X._____ ihre Aufwendungen mit Honorarnote vom 30. Mai 2016 auf 

Fr. 11'698.00, wobei diese allerdings einen Rechnungsfehler enthält (Urk. 180). 

- 38 - 

Weil auch die für das Berufungsverfahren geltend gemachten Aufwendungen 

ausgewiesen sind, ist den Beschuldigten 1 und 2 für das Berufungsverfahren eine 

Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 10'924.30 zuzusprechen. Der Aufwand 

betreffend die Anträge der Privatklägerinnen zum Zivilpunkt sind wiederum zu 

vernachlässigen (Art. 436 mit Verweis auf 432 Abs. 1 StPO). Die Prozessent-

schädigung der Beschuldigten 1 und 2 ist daher vollumfänglich aus der Gerichts-

kasse zu entrichten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).  

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigten 

- A._____ 

- B._____ und 

- C._____ 

sind des eingeklagten Delikts nicht schuldig und werden freigesprochen. 

2. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerinnen 1 und 2 wird auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 8) wird bestätigt. 

4. Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Gerichtsverfah-

rens werden auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Den Beschuldigten 1 und 2 wird für die Untersuchung und das erstinstanz-

liche Verfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 24'414.10 

aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird auf Fr. 4'000.– fest-

gesetzt. 

- 39 - 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte den Privatklägerin-

nen 1 und 2, je unter solidarischer Haftung, auferlegt und in der verbleiben-

den Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.  

8. Den Beschuldigten 1 und 2 wird für das Berufungsverfahren eine Prozess-

entschädigung von insgesamt Fr. 10'924.30 aus der Gerichtskasse zu-

gesprochen. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die erbetene Verteidigerin dreifach für sich und zuhanden der Beschul-
digten 1 und 2 (übergeben) 

− die Beschuldigte 3 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis 
− die Vertreterin der Privatklägerinnen  1 und 2 dreifach für sich und zu-

handen der Privatklägerinnen 1 und 2 (übergeben) 
− das Veterinäramt des Kantons Zürich, z. Hd. von Frau Rechtsanwältin 

lic. iur. Z._____, ... [Adresse]  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die erbetene Verteidigerin dreifach für sich und zuhanden der Beschul-
digten 1 und 2  

− die Beschuldigte 3 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis  

− die Vertreterin der Privatklägerinnen  1 und 2 dreifach für sich und zu-
handen der Privatklägerinnen 1 und 2  

 

− das Veterinäramt des Kantons Zürich, z. Hd. von Frau Rechtsanwältin 
lic. iur. Z._____, ... [Adresse] 

− das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, 
Schwarzenburgstrasse 155, 3003 Bern 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 
Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 125 bis 127 

- 40 - 

− die Kantonspolizei Zürich KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG). 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 6. Juni 2016 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Bärtsch 
 

 

	Urteil vom 6. Juni 2016
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 118 S. 89 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 26 Abs. 2 und i.V.m. Art. 4 Abs. 1 und 2 Tierschutzgesetz (TSchG).
	2. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der fahrlässigen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 26 Abs. 2 und i.V.m. Art. 4 Abs. 1 und 2 Tierschutzgesetz (TSchG).
	3. Die Beschuldigte C._____ ist schuldig der fahrlässigen Tierquälerei im Sinne von 26 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 26 Abs. 2 und i.V.m. Art. 4 Abs.1 und 2 Tierschutzgesetz (TSchG).
	4. Sanktion A._____:
	a) Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 250.–.
	b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	5. Sanktion B._____:
	a) Die Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 30.–.
	b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	6. Sanktion C._____:
	a) Die Beschuldigte C._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 10.–.
	b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	7. Die Privatklägerinnen D._____ und E._____ werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	9. Die Gerichtsgebühr sowie die Kosten der Untersuchung werden dem Beschuldigten A._____, der Beschuldigten B._____ und der Beschuldigten C._____ je zu einem Drittel auferlegt.
	10. Die Anträge der Beschuldigten A._____ und B._____ um Leistung einer Prozessentschädigung werden abgewiesen.
	11. Die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ werden solidarisch verpflichtet, den Privatklägerinnen, D._____ und E._____, für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 13'000.– (zzgl. MWST) zu bezahlen.
	Im Mehrbetrag wird das Begehren abgewiesen.
	12. (Mitteilungen)
	13. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II. S. 11 f.)
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung
	1.1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 30. Januar 2015 wurden die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ im Sinne der Eventualanklage je der fahrlässigen Tierquälerei schuldig gesprochen und mit bedingten Gel...
	1.2. Ausgehend von den Anträgen der Parteien hat im Berufungsverfahren das gesamte vorinstanzliche Urteil als angefochten zu gelten und es ist in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 404 StPO).

	2. Rückweisung an die Vorinstanz
	Eventualiter beantragen die Privatklägerinnen, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 183 S. 2). Eine Rückweisung an das erstinstanzliche Gericht fällt lediglich dann in Betra...

	3. Durch die Beschuldigten eingereichte Stellungnahmen
	Ausserdem beantragen die Privatklägerinnen, die durch die Verteidigung der Beschuldigten eingereichten Stellungnahmen von diversen – gemäss der Verteidigung – sachverständigen Personen (Urk. 185/8-12) seien aus dem Recht zu weisen (Prot. II S. 22). W...

	4. Verletzung des Anklagegrundsatzes
	4.1. Die Beschuldigten AB._____ monieren eine Verletzung des Anklagegrundsatzes, weil die Staatsanwaltschaft es beim Verfassen der Anklageschrift grösstenteils unterlassen habe, die Anklagevorwürfe gegen die Beschuldigten zu differenzieren. Insbesond...
	4.2. Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und Art. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfa...
	4.3. Zunächst ist festzuhalten, dass eine Verletzung des Anklagegrundsatzes in der Regel nicht zu einem Freispruch der Beschuldigten, sondern zu einer Rückweisung an die Staatsanwaltschaft oder zur Einstellung des Verfahrens führen würde (BSK StPO I-N...
	II.  Schuldpunkt

	1.
	1.1. Inkriminiert ist ein sogenanntes Verladetraining, welches durch die drei Beschuldigten mit dem Pferd "F._____" am 18. März 2012 ab ca. 09.00 Uhr auf der Reitanlage "G._____" im H._____ über mehrere Stunden durchgeführt wurde.
	1.2. Gemäss der Darstellung in der Anklageschrift der Anklagebehörde vom 19. März 2014 hätten sich die drei Beschuldigten pauschal im Sinne der Strafbestimmung von Art. 4 und Art. 26 TschG tatbeständlich verhalten, indem sie das fragliche Verladetrai...

	2.
	2.1. Die Vorinstanz gelangte zusammengefasst zum Schluss, die Beschuldigten hätten über mindestens 3.5 Stunden Boden- und Verladeübungen mit F._____ durchgeführt, wobei F._____ unter verschiedenen Graden an Stresszuständen gelitten habe. Dadurch sei ...
	2.2. Die Staatsanwaltschaft bringt im Berufungsverfahren vor, das Verladetraining habe ungefähr 4.5 Stunden, jedenfalls mehrere Stunden gedauert. Obwohl sich das Pferd bei der Flucht unter der Querstange durch sichtbare Verletzungen zugezogen habe, hä...
	2.3. Die Privatklägerinnen kritisieren im Berufungsverfahren, die Vorinstanz habe ein (eventual-) vorsätzliches Handeln zu Unrecht verneint und sich nicht bzw. nur ungenügend mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Beschuldigten durch die Art des Ver...
	2.4. Die Beschuldigten wenden gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil ein, der Sachverhalt sei mangelhaft erstellt worden. Zwar gebe das erstinstanzliche Urteil die Sachverhaltsdarstellung der involvierten Personen wieder, unterlasse es aber völlig, di...

	3.
	3.1. Die Vorinstanz hat eingangs festgestellt, die Beschuldigten würden die Anklagedarstellung zum "Ablauf und Ausmass des Verladetrainings teilweise und den Vorwurf der Tierquälerei gänzlich bestreiten" (Urk. 118 S. 7). Dass Letzteres die rechtliche ...
	3.2. Eine eigentliche Beweiswürdigung der zitierten Aussagen hat die Vorinstanz in der Folge unterlassen. Vielmehr wurde (nun) mit der lapidaren Feststellung, dass die Darstellungen der Beschuldigten und der Privatklägerinnen in den wesentlichen Pun...
	"Am 18. März 2012, von ca. 9.00 Uhr bis ca. 12.30 Uhr, führten die Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ ihn der Reitanlage "G._____" in ... H._____ gemeinsam Verladeübungen mit dem Pferd "F._____" durch. Ziel des Verladetrainings war, das Pferd...
	Nachdem das Pferd an den Übungsort zurück gebracht worden war, setzten die Beschuldigten das Training noch einmal fort. Das Pferd lehnte sich in dieser Phase nicht mehr gegen das Verladetraining auf und führte schliesslich alles, was man von ihm verla...
	In der darauffolgenden Zeit verhielt sich das Pferd zunehmend aggressiv und liess die Privatklägerschaft nicht mehr an sich heran, weshalb es, zunächst in die Betreuung der Beschuldigten und später in die Betreuung von M._____ gegeben wurde. Aufgrund ...
	3.3. Vorab fällt auf, dass sich das Beweisresultat der Vorinstanz zum massgeblichen Sachverhalt in wesentlichen Teilen (zumindest vermeintlich) nicht eindeutig mit der Darstellung in der Anklageschrift deckt:
	3.4. Die Anklage teilt den mutmasslichen Tatablauf chronologisch und thematisch in mehrere Sequenzen ein (Urk. 34):
	3.5. Die Vorinstanz hat die notwendigen rechtlichen Ausführungen zu den Tatbeständen der Tierquälerei im Sinne von Art. 26 TschG und Art. 4 TSchG angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 118 S. 66 f.). Pönalisiert wird nebst weiterem namentlich das u...

	4.
	4.1. An dieser Stelle sind vorab einige grundsätzliche Bemerkungen anzustellen:
	4.2. Nachdem man sich am fraglichen Tag um 09.00 Uhr mit den Privatklägerinnen (und dem Pferd) getroffen hatte und dem Pferd noch Notfall-Tropfen verabreicht worden waren (Urk. 18/6 S. 3), begannen die Beschuldigten mit dem Verladetraining des Pferde...
	4.3. Gemäss dem erstellten, vorstehend angeführten Beweisresultat begann die erste Trainingseinheit einige Minuten nach 09.00 Uhr, dem Pferd wurden erst Beruhigungstropfen gegeben, anschliessend wurden Hand-/ respektive Gehorsamsübungen gemacht und i...
	4.4. Nach dem Reissen der durch den Beschuldigten 1 geführten Longe rannte das Pferd eine doch längere Strecke zurück in seinen Stall. Auf Aufforderung der Beschuldigten führte die Privatklägerin 1 das Pferd vom Stall wieder zum Verladeort zurück, wo...
	4.5. Wie lange die zweite Trainings-Einheit dauerte, bis das Pferd im Anhänger stand und hinter ihm die Querstange geschlossen wurde, ist nicht zweifelsfrei erstellt. Zugunsten der Beschuldigten ist davon auszugehen, dass dies relativ bald der Fall wa...
	4.6. Die Schilderung in der Anklageschrift zum weiteren Tathergang nach dem Sich-Herauszwängen des Pferdes aus dem Anhänger (Urk. 34 S. 5) ist in einigen Punkten ohne Weiteres widerlegt:
	4.7. Die gesamte Dauer des Verladetrainings dürfte (unabhängig vom Unfall des Pferdes und dessen nicht erkannten Verletzungsfolgen) wohl tatsächlich an der oberen Grenze dessen gewesen sein, was einem Pferd auch im Rahmen  eines de lege artis durchgef...
	4.8. Im letzten Teil der Anklage wird schliesslich geschildert, die schlechte Verfassung des Pferdes habe sich nach Beenden des Verladetrainings nicht verändert. Das Pferd sei aggressiv geworden und aufgrund der schwerwiegenden Rückenverletzung sowie ...
	4.9. Fazit

	5.
	5.1. Dennoch das Folgende:
	5.2. Die Anklageschrift suggeriert mittels ihrer Formulierung, das Pferd "F._____" habe aufgrund der durch die Beschuldigten verursachten Verletzung, Traumatisierung und Wesensveränderung eingeschläfert werden müssen (Urk. 34 S. 6). Die Privatklägerin...
	III.  Zivilansprüche
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Erstinstanzliches Verfahren
	1.1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenfestsetzung zu bestätigen.
	1.2. Die Kosten der Untersuchung und des Hauptverfahrens sind auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 StPO). Den Privatklägerinnen könnten zwar die Verfahrenskosten soweit auferlegt werden, als diese durch die Anträge zum Zivilpunkt verursacht wurde...
	1.3. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO...
	1.4. In Abänderung des vorinstanzlichen Entscheides werden die Beschuldigten 1-3 ausgangsgemäss zu keiner Prozessentschädigung an die Privatklägerinnen 1 und 2 für die Untersuchung und das Hauptverfahren verpflichtet (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO).

	2. Berufungsverfahren
	2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.– festzusetzen.
	2.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind zur Hälfte den Privatklägerinnen 1 und 2 (je solidarisch) aufzuerlegen und in der verbleibenden Hälfte auf die  Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
	2.3. Für das Berufungsverfahren bezifferte die Verteidigern Rechtsanwältin lic. iur. X._____ ihre Aufwendungen mit Honorarnote vom 30. Mai 2016 auf Fr. 11'698.00, wobei diese allerdings einen Rechnungsfehler enthält (Urk. 180). Weil auch die für das B...

	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigten
	- A._____
	- B._____ und
	- C._____

	sind des eingeklagten Delikts nicht schuldig und werden freigesprochen.
	2. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerinnen 1 und 2 wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 8) wird bestätigt.
	4. Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Den Beschuldigten 1 und 2 wird für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 24'414.10 aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird auf Fr. 4'000.– festgesetzt.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte den Privatklägerinnen 1 und 2, je unter solidarischer Haftung, auferlegt und in der verbleibenden Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Den Beschuldigten 1 und 2 wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 10'924.30 aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die erbetene Verteidigerin dreifach für sich und zuhanden der Beschuldigten 1 und 2 (übergeben)
	 die Beschuldigte 3
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 die Vertreterin der Privatklägerinnen  1 und 2 dreifach für sich und zuhanden der Privatklägerinnen 1 und 2 (übergeben)
	 das Veterinäramt des Kantons Zürich, z. Hd. von Frau Rechtsanwältin lic. iur. Z._____, ... [Adresse]
	 die erbetene Verteidigerin dreifach für sich und zuhanden der Beschuldigten 1 und 2
	 die Beschuldigte 3
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis
	 die Vertreterin der Privatklägerinnen  1 und 2 dreifach für sich und zuhanden der Privatklägerinnen 1 und 2
	 das Veterinäramt des Kantons Zürich, z. Hd. von Frau Rechtsanwältin lic. iur. Z._____, ... [Adresse]
	 das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Schwarzenburgstrasse 155, 3003 Bern
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 125 bis 127
	 die Kantonspolizei Zürich KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG).

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.