# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 222bbb9b-cbc3-500e-8721-c3676f0493fd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.01.2021 200 2020 599
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-599_2021-01-13.pdf

## Full Text

200 20 599 IV
KOJ/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Januar 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1976 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) mel-
dete sich am 26. November 2012 unter Hinweis auf einen Bandscheibenvor-
fall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 5). Nach Abklärung der medizinischen 
sowie erwerblichen Verhältnisse und Durchführung des Vorbescheidverfah-
rens (AB 133, 135, 140, 142) sprach die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) dem Versicherten mit Verfügung vom 27. Juli 2018 (AB 149) ab 
1. Juni 2015 eine Dreiviertelsrente und ab 1. September 2016 eine Viertels-
rente bei einem Invaliditätsgrad von 64 % bzw. 43 % zu. Die dagegen erho-
bene Beschwerde (AB 152 S. 3 ff.) wies das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern mit unangefochten gebliebenem Urteil vom 22. Februar 2019 
(IV/2018/676 [AB 162]) ab.

Noch während des hängigen Beschwerdeverfahrens ersuchte der Versi-
cherte, vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. B.________, die IVB aufgrund 
einer geltend gemachten Verschlechterung seines Gesundheitszustandes 
um Revision der laufenden Rente (Schreiben vom 15. Februar 2019 
[AB 160]). Nach Eintritt der Rechtskraft von VGE IV/2018/676 (AB 162) 
nahm die IVB das Revisionsgesuch an die Hand (vgl. AB 164). Sie aktuali-
sierte die medizinische Aktenlage und legte das Dossier dem Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vor (AB 180). Gestützt auf den Be-
richt des RAD-Arztes Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, vom 29. Januar 2020 (AB 187), in welchem dieser eine massgebli-
che und anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Ver-
sicherten verneinte, stellte die IVB mit Vorbescheid vom 31. Januar 2020 
(AB 188) die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs in Aussicht. Nach 
dagegen vorgebrachten Einwänden (AB 192) und Stellungnahmen durch 
den RAD (AB 199, 200) verfügte die IVB am 17. Juli 2020 (AB 201) wie an-
gekündigt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Fürsprecher Dr. 
iur. B.________, mit Eingabe vom 18. August 2020 Beschwerde mit dem 
Rechtsbegehren, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 17. Juli 
2020 sei ihm rückwirkend per 1. April 2019 eine ganze Invalidenrente zuzu-
sprechen. Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 14. Septem-
ber 2020 auf Abweisung der Beschwerde. 

Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit 
Verfügung vom 16. September 2020 gut und ordnete dem Beschwerdeführer 
Fürsprecher Dr. iur. B.________ als amtlicher Anwalt bei.

Mit Eingabe vom 26. November 2020 reichte der Beschwerdeführer einen 
vom 24. November 2020 datierenden Bericht des Dr. med. D.________, 
Facharzt für Anästhesiologie (Akten des Beschwerdeführers, Beschwerde-
beilage [BB] 20), zu den Akten.

Die Beschwerdegegnerin nahm mit Eingabe vom 10. Dezember 2020 absch-
liessend Stellung.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invali-
denversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. Juli 2020 (AB 201). 
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin eine Erhöhung der 
laufenden Viertelsrente zu Recht verneint hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 
lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-

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glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teil-
weise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit 
(BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel-
cher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärzt-
liche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-
che Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 
87 E. 4.2.1).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 

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nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Be-
messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Än-
derung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit-
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksich-
tigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedau-
ert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Bei 
einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf-
gabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu 
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate 
angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist im Unterschied zu dem in Art. 
88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der Verbesserung der Erwerbsfähig-
keit nicht verlangt, dass die Änderung, nachdem sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat, voraussichtlich weiterhin andauern 
muss. Das gesetzliche Erfordernis einer auf Dauer gerichteten Änderung ist 
mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV 
Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

2.5.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlagge-
benden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

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2.5.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit 
der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 
3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

3.

3.1 Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der umstrittenen Verweigerung 
einer Rentenerhöhung. Hierzu ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der renten-
zusprechenden Verfügung vom 27. Juli 2018 (AB 149) mit demjenigen im 
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 17. Juli 2020 (AB 201) zu ver-
gleichen (vgl. E. 2.5.4 hiervor) und zu prüfen, ob in dieser Zeit eine Änderung 
in den medizinischen oder erwerblichen Verhältnissen eingetreten ist, wel-
che geeignet ist, den bisherigen Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. 
E. 2.5.1 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 27. Juli 2018 (AB 149), mittels welcher dem Be-
schwerdeführer ab 1. Juni 2015 eine Dreiviertelsrente und ab 1. September 
2016 eine Viertelsrente zugesprochen wurden, basierte in medizinischer 
Hinsicht massgeblich auf der bidisziplinären Beurteilung der Dres. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie (Gutachten 
vom 20. bzw. 19. August 2015 [AB 46.1 und 47.1]), dem orthopädischen Ver-
laufsgutachten des Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. Februar 2017 
(AB 88.1) und den Berichten der RAD-Ärztinnen Dres. med. H.________, 
Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, vom 9. August 2016 (AB 75) und I.________, Fachärztin für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 
22. März 2017 (AB 90), vom 21. Februar 2018 (AB 128) und vom 16. Mai 
2018 (AB 140).

Im hier massgeblichen Vergleichszeitpunkt (vgl. E. 3.1 hiervor) wurde der 
Beschwerdeführer in einer angepassten, wechselbelastenden, vorwiegend 
sitzenden Tätigkeit (ohne Heben und Tragen von mittelschweren und schwe-
ren Lasten, ohne Zwangshaltungen wie Bücken, Knien oder Kauern, ohne 

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Umwelteinflüsse wie Zugluft, Kälte oder Nässe, ohne vorwiegende Über-
kopfarbeit oder dauerhaften Handeinsatz über Brusthöhe, ohne ab-sturzge-
fährdetes Arbeiten und Steigen auf Gerüsten, Leitern und Dächern, ohne re-
petitive Halsrotation im Sitzen/Stehen) unter Berücksichtigung des vermehr-
ten Pausenbedarfs als zu 80 % arbeits- und leistungsfähig erachtet (VGE 
IV/2018/676, E. 3.3.2 und 3.4). Dieses Zumutbarkeitsprofil wurde unter 
Berücksichtigung der aus den folgenden Diagnosen resultierenden funktio-
nellen Einschränkungen definiert: Chronisch rezidivierende Nacken-Schulter-
Armbeschwerden beidseits bei Cervicarthrose und Diskushernien C4-C7, 
Status nach intercorporeller Spondylodese C4-C7 (drei Operationen 2012-
2016) und chronisch rezidivierende Cervikobrachialgie rechts, zuletzt Irrita-
tion/Sensibilitätsausfälle der Nervenwurzeln C6 und C7 rechts (AB 88.1 S. 9; 
VGE IV/2018/676, E. 3.3.2).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 27. Juli 2018 (AB 149) ergibt sich aus den Akten das 
Folgende:

3.3.1 Im Bericht vom 31. August 2018 (AB 152 S. 93) hielt Dr. med. 
J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, fest, der Beschwerde-
führer sei aufgrund der HWS-Beschwerden und der Schmerzen, dem lum-
balen Schmerzsyndrom mit konservativ behandelter Diskushernie L5/S1 und 
der neu diagnostizierten Schlafapnoe seit dem 10. März 2017 zu 100 % ar-
beitsunfähig gewesen. Ab dem 19. Dezember 2017 (Konsultation) seien die 
lumbalen Rückenschmerzen bezüglich Arbeitsunfähigkeit in den Hintergrund 
getreten und die Nackenschmerzen seien stärker geworden. So sei die Ar-
beitsunfähigkeit wohl noch zu 50 % wegen der Lendenwirbelsäule einge-
schränkt. Dieses Verhältnis dauere bis zum jetzigen Zeitpunkt an.

3.3.2 Dr. med. K.________, Facharzt für Neurochirurgie, führte in der 
Stellungnahme vom 12. Februar 2019 (AB 160 S. 2) aus, beim Beschwerde-
führer bestehe eine lumbale grosse Diskushernie LWK5/SWK1 links mit 
Kompression der Nervenwurzel L5 und S1 links, welche kernspintomogra-
fisch am 30. März 2017 diagnostiziert worden sei. Zervikal seien die 
HWK5/5, HWK5/6 und HWK6/7 operativ saniert worden. Aktuell sei es zu 
einer Anschlusssegmentproblematik mit Instabilität auf Höhe HWK3/4 ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 9

kommen. In dieser Situation sei auch eine leidensangepasste Tätigkeit leich-
terer Art nicht mehr zuzumuten. Aufgrund der Schmerzen werde Tramadol 
eingenommen, welches zu einer deutlichen Tagesmüdigkeit führe.

3.3.3 Dr. med. J.________ gab im Bericht vom 6. Juli 2019 (AB 173) an, 
der Gesundheitszustand habe sich hinsichtlich der Schmerzsymptomatik 
verschlechtert. Seit dem 10. März 2017 bestehe eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit. Der Patient könne knapp seinen eigenen Haushalt erledigen. Über-
kopfhebeversuche seien nicht möglich. Für schwere Putzarbeiten habe er 
Helfer von aussen.

3.3.4 Im Bericht vom 5. September 2019 (AB 178) führte Dr. med. 
D.________ aus, beim Beschwerdeführer bestehe ein auch nach der opera-
tiven Sanierung von HWK4/5, HMWK5/6 und HWK6/7 persistierendes 
nuchales Schmerzsyndrom, das nur unzureichend habe beeinflusst werden 
können. Die initiale Vermutung einer Anschlusssegmentdegeneration der 
Facettengelenke HWK3/4 rechts und einer positiven Antwort auf eine Steroi-
dinfiltration habe mittels diagnostischen Medial-Branch-Blockaden, welche 
negativ gewesen seien, nicht ablativ weiterverfolgt werden können. Die Su-
che nach der Ursache der Beschwerden sei mittels Infiltration der Nervi oc-
cipitalis major, welche vorübergehend gut auf die Beschwerden gewirkt 
habe, ergänzt worden. Die Wirkung einer diagnostischen Infiltration des Fa-
cettengelenkes HWK2/3 rechts sei ausstehend. In dieser Situation sei auch 
eine leidensangepasste Tätigkeit leichterer Art nicht zuzumuten.

3.3.5 Dr. med. J.________ hielt im Verlaufsbericht vom 25. September 
2019 (AB 186 S. 4) fest, nach mehreren erfolgreichen Infiltrationen der Nervi 
occipitalis major beidseits mittels Lokalanästhetika und Dexamethason sei 
eine ultraschallgesteuerte, gepulste Radiofrequenzbehandlung durchgeführt 
worden.

Diesbezüglich ist dem KG-Eintrag von Dr. med. D.________ vom 23. Okto-
ber 2019 (AB 186 S. 2) zu entnehmen, der Patient berichte drei Wochen 
nach der Behandlung über eine Schmerzreduktion der Nackenschmerzen 
von ca. 75 %. Insbesondere hätten die Druckbeschwerden und Spannungs-
zustände deutlich abgenommen. Gemäss Bericht vom 6. Dezember 2019 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 10

(AB 186 S. 3) seien die Kopfschmerzen drei Monate nach der Behandlung 
nach wie vor gemildert und kaum mehr störend.

3.3.6 Dem Bericht des RAD-Arztes Dr. med. C.________ vom 29. Januar 
2020 (AB 187) sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen:

- Status nach mehrfachen Diskushernien-Operationen im HWS-Bereich 
(Spondylodese HWK 4-7) mit chronisch rezidivierenden Nacken-Schulter-
Armbeschwerden beidseits und Kopfschmerzen (seit 2012) bei zervikaler 
Arthrose und Diskushernien C4-C7

- Status nach mehreren erfolgreichen Infiltrationen der Nervi occipitalis 
major beidseits und nachfolgender erfolgreicher gepulster Radiofre-
quenzablation der genannten Nerven im September 2019 mit deutlicher 
Reduktion der Kopfschmerzen (Befund Oktober und Dezember 2019)

- Status nach Morbus Scheuermann, chronisch rezidivierendes Dorsolum-
bovertebralsyndrom

- Morbus Scheuermann mit polytopen Schmorl'schen Knötchen im Bereich 
der BWS.

Zervikogene Kopfschmerzen (die aktuell anamnestisch im Vordergrund stün-
den) mit NRS 6-10 seien seit 2012 anamnestisch beschrieben. Aktuell liege 
keine erneute Bildgebung des HWS-Bereichs vor und vor allem eindeutige 
dermatombezogene Radikulopathien im HWS-Bereich seien nicht beschrie-
ben worden. Aufgrund der vorliegenden Befunde sei es aus Sicht des RAD 
zu keiner anhaltenden Verschlechterung der Situation gekommen. Schmerz-
therapeutischerseits sei eine Verbesserung der Symptomatik durch die 
Massnahmen in Aussicht gestellt worden, was sich aktuell bestätigt habe.

3.3.7 In der Stellungnahme vom 14./17. Februar 2020 (AB 191 S. 1) hielt 
Dr. med. D.________ fest, eine gepulste Radiofrequenztherapie der Nervi 
occipitalis beidseits habe bis heute eine anhaltende Schmerzreduktion der 
Kopfschmerzen zur Folge. Irrtümlicherweise sei im Vorbericht von gelinder-
ten Nackenschmerzen gesprochen worden. Diese seien nach wie vor in star-
ker Intensität vorhanden. Diesbezüglich sei der Patient auf hochdosierte 
Tramal-Medikation angewiesen. Insgesamt sei in dieser Situation auch eine 
leidensangepasste Tätigkeit leichterer Art nicht zuzumuten. Insbesondere 
beim Überkopfarbeiten oder auch Bücken nach vorne werde die Halswir-
belsäule stark belastet.

Im an den Hausarzt Dr. med. J.________ adressierten Sprechstundenbe-
richt vom gleichen Tag (BB 16) gab Dr. med. D.________ an, der Patient 

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berichte über eine Verschlechterung seiner Schmerzsituation. Insbesondere 
am Kopf-/Halsübergang seien die drückenden Beschwerden schlechter ge-
worden. Die Wirkung der gepulsten Radiofrequenztherapie des Nervus occi-
pitalis major sei bis heute anhaltend. Die frontalen Druckkopfschmerzen, wie 
sie vor der Radiofrequenztherapie bestanden hätten, seien allerdings wieder 
spürbar. 

3.3.8 Der RAD-Arzt Dr. med. C.________ führte im Bericht vom 6. Juli 
2020 (AB 199) aus, die Stellungnahme von Dr. med. D.________ vom 
14./17. Februar 2020 (AB 191 S. 1) ändere nichts an seiner Einschätzung 
vom 29. Januar 2020 (AB 187). Nach wie vor würden keine klinischen oder 
bildgebenden Befunde vorgelegt, die eine relevante Verschlechterung der 
Situation belegen würden. Auch die Richtigstellung der anamnestischen An-
gaben bezüglich der Kopf- und Nackenschmerzen bezögen sich nur auf sub-
jektive Angaben der versicherten Person. Selbst wenn nun die Nacken-
schmerzen weiter fortbestünden, bedinge die eindeutige und anhaltende 
Verbesserung der Kopfschmerzen insgesamt keine Verschlechterung, son-
dern eher immer noch eine Verbesserung der Situation.

Der RAD-Arzt Dr. med. L.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, bestätigte diese Einschät-
zung in der Aktennotiz vom 6. Juli 2020 (AB 200). Der behandelnde Arzt 
habe im Vorbericht irrtümlich von gelinderten Nackenbeschwerden gespro-
chen. Diese seien jedoch "nach wie vor" in starker Intensität vorhanden. 
"Nach wie vor" bedeute, diese seien vorbekannt und somit bereits berück-
sichtigt worden.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

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3.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet so-
wie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässig-
keit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstel-
lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, wenn ein 
frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Erstellung 
von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf 
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilich-
keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf 
die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche-
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein 
strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der 
behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüs-
sigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch 
einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel ge-
zogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stel-
lung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräu-
men. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen 
oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 13

dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 
142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.6 Die Berichte der RAD-Ärzte Dres. med. C.________ und 
L.________ vom 29. Januar 2020 (AB 187) und vom 6. Juli 2020 (AB 199, 
200) erfüllen die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen 
und erbringen vollen Beweis. Deren Einschätzung, wonach im hier massge-
blichen Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) keine anhaltende Ver-
schlechterung der gesundheitlichen Situation eingetreten ist, wird unter Be-
zugnahme auf die Aktenlage und in Würdigung der medizinischen Berichte 
der behandelnden Ärzte überzeugend begründet.

3.6.1 Gestützt auf die Berichte des RAD sowie der behandelnden Ärzte 
ist erstellt, dass der Beschwerdeführer an einer Schmerzproblematik im Be-
reich der Halswirbelsäule bzw. des Nackens leidet und dadurch in seiner Ar-
beits- und Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist. Soweit Dr. med. J.________ 
im Bericht vom 31. August 2018 (AB 152 S. 93) darüber hinaus von einem 
lumbalen Schmerzsyndrom mit konservativ behandelter Diskushernie L5/S1 
sowie einer Schlafapnoe spricht und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit at-
testiert, ist festzustellen, dass dieser Bericht bereits im damaligen Beschwer-
deverfahren beim Verwaltungsgericht eingereicht worden war und sich das 
Verwaltungsgericht damit im Urteil vom 22. Februar 2019 auseinanderge-
setzt hat. Dabei ist es gestützt auf die Berichte der RAD-Ärztin Dr. med. 
I.________ vom 21. Februar 2018 (AB 128) und vom 16. Mai 2018 (AB 140) 
zum Schluss gelangt, dass bezüglich des lumbalen Schmerzsyndroms keine 
funktionellen Einschränkungen beschrieben worden sind und das bisher for-
mulierte Zumutbarkeitsprofil weiterhin gültig ist, sowie hinsichtlich der 
Schlafapnoe kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt (VGE 
IV/2018/676, E. 3.3.3). Eine Änderung des Gesundheitszustandes ergibt 
sich aus dem Bericht des Hausarztes deshalb nicht.

3.6.2 Die geklagten Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule bzw. 
des Nackens lagen – worauf die Beschwerdegegnerin zu Recht hinweist (Be-
schwerdeantwort S. 2 Ziff. 5) – bereits im Zeitpunkt der Rentenzusprache 
mittels Verfügung vom 27. Juli 2018 (AB 149) vor. Dr. med. G.________ hielt 
dazu im Gutachten vom 24. Februar 2017 fest, der Versicherte beklage sich 
über seit Jahren anhaltende Nacken-Schulter-Armbeschwerden rechts (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 14

88.1 S. 3). Eine entsprechende Aussage findet sich ebenfalls im Bericht der 
Spital N.________ AG vom 18. Januar 2018 (AB 121 S. 2). Diesbezüglich 
stellen die behandelnden Ärzte in den hiervor wiedergegebenen Berichten 
(vgl. E. 3.3.2 ff.) keine neue Diagnose. Die aus der Halswirbelsäulen-Proble-
matik erwachsenden funktionellen Einschränkungen wurden denn auch bei 
der Definition des Zumutbarkeitsprofils für eine leidensangepasste Tätigkeit 
mitberücksichtigt (vgl. VGE IV/2018/676, E. 3.1.4, 3.1.6, 3.3.2).

Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang eine revisions-
rechtlich relevante gesundheitliche Verschlechterung geltend macht, kann 
ihm nicht gefolgt werden. Zwar attestieren die behandelnden Ärzte Dres. 
med. J.________, K.________ und D.________, dass er keine leidensange-
passte Tätigkeit mehr ausüben kann (AB 160 S. 2, 173, 178, 191 S. 1). Eine 
nähere Begründung für diese Feststellung ist ihren Berichten jedoch nicht zu 
entnehmen. So ist nicht ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer Tätig-
keiten im Rahmen des bisherigen Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3.2 hiervor) 
nicht mehr zumutbar sein sollen. So sind insbesondere die von Dr. med. 
J.________ erwähnten Einschränkungen (keine schweren Lasten tragen, 
Schmerz-/Schwindelverstärkung bei Neigung nach vorne [d.h. beim Bü-
cken], keine Überkopfarbeiten [vgl. AB 173 S. 3]) wie auch die von Dr. med. 
D.________ erwähnten Überkopfarbeiten und das Bücken (vgl. AB 191 S. 1) 
in diesem Profil berücksichtigt. Die Berichte der behandelnden Ärzte sind 
daher nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an den Berichten der RAD-
Ärzte Dres. med. C.________ und L.________ zu wecken. Daran ändert 
auch das Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. M.________, Fachärztin 
für Allgemeine Innere Medizin, vom 16. Juni 2020 (AB 198) nichts, da darin 
zwar eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vom 1. April bis 
31. August 2020 attestiert wird, diese jedoch mit keinem Wort begründet 
wird. Auch der im Beschwerdeverfahren eingereichte Abschlussbericht des 
Dr. med. D.________ vom (BB 20) führt zu keinem anderen Ergebnis, gibt 
doch der behandelnde Arzt darin lediglich Auskunft über die aktuell durchge-
führte Behandlung und weitere Therapieoptionen.

3.6.3 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, dass eine sonstige Ver-
schlechterung seines Gesundheitszustandes oder eine Veränderung der er-
werblichen Verhältnisse eingetreten wäre. Entsprechendes ist denn auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 15

nicht ersichtlich. Auf weitere Beweismassnahmen kann in antizipierter Be-
weiswürdigung verzichtet werden (vgl. dazu BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 
4).

3.7 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin das Rentener-
höhungsgesuch des Beschwerdeführers mangels revisionsrechtlich relevan-
ter Sachverhaltsänderung zu Recht abgewiesen. Die gegen die Verfügung 
vom 17. Juli 2020 (AB 201) erhobene Beschwerde ist dementsprechend ab-
zuweisen.

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das Be-
schwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkei-
ten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. 
Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege ist er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilpro-
zessordnung, ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu befreien 
(Art. 113 VRPG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

4.3 Es bleibt das amtliche Honorar von Fürsprecher Dr. iur. B.________ 
festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 16

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; 
BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen und An-
wälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebotenen 
Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarifordnung 
für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des gebotenen 
Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des 
Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwertsteuer werden zu-
sätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die Erlangung des 
Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den gleichen Regeln zu 
entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der kantonalen 
Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtlichen 
Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz 
Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 23. September 2020 macht Fürsprecher Dr. iur. 
B.________ einen Aufwand von 15 Stunden und Auslagen von Fr. 13.-- gel-
tend, was nicht zu beanstanden ist. Dementsprechend wird das amtliche Ho-
norar auf Fr. 3'000.-- (15 Stunden à Fr 200.--), zuzüglich Auslagen von 
Fr. 13.-- sowie die Mehrwertsteuer von Fr. 232.-- (7.7 % auf Fr. 3'013.--), 
somit auf total Fr. 3'245.-- festgesetzt und Fürsprecher Dr. iur. B.________ 
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenü-
ber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird er 
– unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – je-
doch von der Zahlungspflicht befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2021, IV/20/599, Seite 17

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Fürsprecher Dr. iur. B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft die-
ses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'245.-- festgesetzte Ent-
schädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.