# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4715b6c4-fe2c-5c80-a243-8e03c0bf5ebe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2025 E-6161/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6161-2020_2025-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6161/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiber Jonas Attenhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihre Töchter 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

alle Syrien,   

vertreten durch Idris Hajo,  

(…),  

 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 30. Oktober 2020. 

 

 

 

E-6161/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ist syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie 

und sei (…) D._______ in Syrien geboren und aufgewachsen. Zuletzt habe 

sie bis zu ihrer Ausreise aus Syrien im Dorf E._______ in der Nähe von 

F._______ gelebt. Im Jahr 2013 habe sie Syrien in Richtung Türkei verlas-

sen. Im Jahr 2017 sei sie nach Griechenland weitergereist und vier Tage 

später mit falschen Dokumenten in die Schweiz geflogen. Am 22. März 

2017 stellte sie in der Schweiz ein Asylgesuch.  

B.  

Am 27. März 2017 wurde die Beschwerdeführerin durch das SEM zu ihren 

Personalien befragt und am 7. September 2018 vertieft sowie am 24. Sep-

tember 2018 ergänzend zu ihren Gesuchsgründen angehört.  

C.  

Die Beschwerdeführerin machte anlässlich ihrer Anhörungen im Wesentli-

chen geltend, sie habe als Studentin in Aleppo an Demonstrationen gegen 

das Regime teilgenommen und sei einmal verhaftet worden. Weiter machte 

sie geltend, sie sei in ihrem Dorf von der PKK [Arbeiterpartei Kurdistans] 

belästigt worden, die sie habe rekrutieren wollen. Schliesslich machte sie 

geltend, in der Türkei für die Organisation «Upcoming Syria» exilpolitisch 

tätig gewesen zu sein. 

D.  

Mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 lehnte das SEM das Asylgesuch der 

Beschwerdeführerin ab. Gleichzeitig ordnete es wegen Unzumutbarkeit 

des Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme in der Schweiz an. 

Zur Begründung der Ablehnung des Asylgesuchs führte das Staatssekre-

tariat im Wesentlichen aus, die betreffenden Vorbringen hielten weder den 

Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft noch den Anforderungen an 

die Glaubhaftigkeit stand. 

E.  

Mit Eingabe vom 4. Dezember 2020 focht die Beschwerdeführerin den 

Asylentscheid des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an. Dabei bean-

tragt sie sinngemäss die Aufhebung von Ziff. 1–3 der genannten Verfügung 

sowie die Feststellung ihrer Flüchtlingseigenschaft bei gleichzeitiger Ge-

währung des Asyls.  

E-6161/2020 

Seite 3 

F.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Mit Zwischenverfügung vom 10. Dezember 2020 wurde der Antrag auf Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen.  

G.  

Mit derselben Zwischenverfügung wurde die Vorinstanz zur Vernehmlas-

sung eingeladen. Die Vorinstanz antwortete mit fristgerechter Eingabe vom 

24. Dezember 2020 und die Beschwerdeführerin replizierte mit fristgerech-

ter Eingabe vom 11. Januar 2021. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-

den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit 

Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-

rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-

gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

2.  

Die Beschwerdeführerin ist legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Die Beschwerde ist im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zu-

stimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu behan-

deln, weil sie sich im Ergebnis als offensichtlich begründet erweist (Art. 111 

Bst. e AsylG). 

E-6161/2020 

Seite 4 

4.  

Die Beschwerdeeingabe richtet sich sinngemäss gegen die Ablehnung des 

Asylgesuchs, die Feststellung des SEM, die Beschwerdeführerin erfülle die 

Flüchtlingseigenschaft nicht, sowie die Anordnung der Wegweisung. Die 

Frage des Vollzugs der Wegweisung bildet vorliegend nicht Gegenstand 

des Beschwerdeverfahrens. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Im März 2011 brach in Syrien nach regimekritischen Demonstrationen 

und zunehmend gewaltsamer Repression seitens der staatlichen syrischen 

Sicherheitskräfte ein Konflikt aus, der schliesslich in einen offenen Bürger-

krieg mündete. Die damit in Zusammenhang stehende menschenrechtli-

che und politische Situation blieb seither anhaltend schwierig und volatil 

(vgl. aus der publizierten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

BVGE 2015/3 E. 6.2, Referenzurteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 

E. 5.3 und 5.7.2, BVGE 2020 VI/4 E. 5.3). Am 8. Dezember 2024 kam es 

in Syrien zum Sturz des bisherigen staatlichen Regimes unter Präsident 

Bashar al-Assad, wodurch die mehr als fünfzigjährige Herrschaft der As-

sad-Familie endete. Seither hat sich unter dem Vorsitz von Ahmed al-Sha-

raa, dem Anführer des Hay’at Tahrir al-Sham (HTS; Komitee zur Befreiung 

der Levante), eine Übergangsregierung gebildet. Am 13. März 2025 wurde 

eine sogenannte "Verfassungserklärung" verabschiedet, die als rechtliche 

E-6161/2020 

Seite 5 

Grundlage für die politische Übergangsphase dienen soll. Die Verfas-

sungserklärung und die konkreten Modalitäten der staatlichen Reformen 

bleiben umstritten, wobei insbesondere die wichtigsten syrisch-kurdischen 

Akteure, darunter namentlich die hinter der Autonomen Administration 

Nord- und Ostsyrien (englisch "Democratic Autonomous Administration of 

North and East Syria" [DAANES]) stehenden politischen Kräfte, eine ab-

lehnende Haltung vertreten. Die Frage, wie sich die Situation in Syrien wei-

ter entwickeln wird, ist zum heutigen Zeitpunkt als offen zu bezeichnen. 

Dies betrifft eine weite Bandbreite von Aspekten wie die territoriale Kon-

trolle, die Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols, die allgemeine 

Sicherheit sowie die ökonomische und humanitäre Lage (vgl. zum Ganzen 

EUROPEAN UNION AGENCY FOR ASYLUM, Syria: Country Focus, Country of 

Origin Information Report, März 2025, S. 19 ff.; INTERNATIONAL CRISIS 

GROUP, What lies in store for Syria as a new government takes power?, 

25. April 2025; MINISTERIE VAN BUITENLANDSE ZAKEN [Niederländisches Mi-

nisterium für auswärtige Angelegenheiten], Algemeen ambtsbericht Syrië, 

Mai 2025, S. 8 ff.).  

6.2 Bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft interessiert zwar in erster 

Linie die im Zeitpunkt der Ausreise der asylsuchenden Person bestehende 

Verfolgungssituation. Nach Lehre und Praxis wird jedoch dann auf die Ge-

fährdungslage im Moment des Asylentscheides abgestellt, wenn sich die 

Lage im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid massgeblich zu 

Gunsten oder zu Lasten der asylsuchenden Person verändert hat (vgl. 

BVGE 2011/51 E. 6.1 m.w.N.). 

6.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozess-ökonomischen Gründen angebracht 

erscheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5).  

6.4 Auch wenn die künftige Entwicklung der allgemeinen Lage in Syrien 

derzeit noch nicht absehbar ist, stellt sich dennoch bereits jetzt die Frage, 

welche Schlüsse im vorliegenden Fall aus dem Sturz des bisherigen staat-

lichen Regimes zu ziehen sind. Dabei ist nicht nur eine Beurteilung der 

aktuellen Situation in Syrien vor dem Hintergrund der Ereignisse seit dem 

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Seite 6 

8. Dezember 2024 vorzunehmen. Sondern es ist auch danach zu fragen, 

inwiefern sich die betreffenden Veränderungen der Lage im Heimatstaat 

auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Asylgründe aus-

wirken. Eine solche umfassende Beurteilung eines grundlegend veränder-

ten Sachverhalts ist nicht auf Beschwerdeebene, sondern im Rahmen ei-

nes erstinstanzlichen Verfahrens durch das SEM vorzunehmen. Es recht-

fertigt sich deshalb eine Kassation der angefochtenen Verfügung. Dabei 

wird durch die Vorinstanz bei der Abklärung des Sachverhalts zum einen 

die erforderliche allgemeine Lagebeurteilung vorzunehmen, zum anderen 

der Beschwerdeführerin in angemessener Weise das rechtliche Gehör zu 

erteilen sein. Im Übrigen bleibt auf diese Weise der Instanzenzug erhalten, 

was umso wesentlicher ist, als das Bundesverwaltungsgericht im Anwen-

dungsbereich des AsylG als einzige gerichtliche Behörde und mithin letzt-

instanzlich entscheidet. 

7.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit die Aufhe-

bung der Ziff. 1–3 der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz beantragt werden. Das SEM ist aufzufor-

dern, die erforderlichen Massnahmen durchzuführen und gestützt auf die 

entsprechenden Erkenntnisse das Asylgesuch der Beschwerdeführerin er-

neut zu prüfen.  

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 

8.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann die Beschwer-

deinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen 

oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten zusprechen (vgl. für die Grund-

sätze der Bemessung der Parteientschädigung ausserdem Art. 7 ff. des 

Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Das Ge-

richt geht von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-

anwaltliche Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Es 

wurde keine Kostennote eingereicht, weshalb der notwendige Aufwand 

aufgrund der Akten zu bestimmen ist (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt 

auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) 

sind dem Rechtsvertreter für seinen Aufwand Fr. 600.– zuzusprechen 

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Seite 7 

(inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer). Dieser Betrag ist der Beschwer-

deführerin durch das SEM zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 

2.  

Die Ziff. 1–3 der Verfügung des SEM vom 30. Oktober 2020 werden auf-

gehoben, und die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 600.– zu-

gesprochen, die ihr durch das SEM zu entrichten ist. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Jonas Attenhofer 

 

 

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