# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a314623-88a5-55b8-9049-0789b5869696
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 27.10.2015 S 2014 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-137_2015-10-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 14 137

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser

Richter Stecher, Audétat 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 27. Oktober 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

B._____ AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) 

obligatorisch unfallversichert, als er am 25. Juni 2001 von einem an 

einem Kran hängenden Schalungselement getroffen wurde. Dabei zog er 

sich eine Kontusion der rechten Schulter, des rechten Ellbogens sowie 

eine Distorsion der Halswirbelsäule zu. Mit Verfügung vom 2. März 2005 

sprach die SUVA A._____ bei einem Invaliditätsgrad von 41 % eine 

Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung von Fr. 19'200.-- zu. Die 

dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 29. April 2005 

ab. Diesen Entscheid bestätigte das auf Beschwerde hin angerufene 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 05 93 vom 

30. September 2005. Mit Verfügung vom 24. Juli 2006 gewährte die IV-

Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) A._____ sodann 

mit Wirkung ab dem 1. November 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 

50 % eine halbe Rente und ab dem 1. Dezember 2003 bei einem 

Invaliditätsgrad von 41 % eine Viertelsrente.

2. Im April 2004 nahm A._____ eine Tätigkeit als Verkäufer bei der C._____ 

AG mit einem Teilzeitpensum von 50 % auf. Aufgrund dieses 

Arbeitsverhältnisses war er bei der B._____ AG obligatorisch 

unfallversichert, als er am 27. Juli 2012 in seinem stehenden Fahrzeug 

als angeschnallter Fahrzeuglenker von hinten angefahren wurde. Die 

behandelnden Ärzte stellten unmittelbar nach der fraglichen 

Auffahrkollision eine Halswirbeldistorsion, eine unklare 

Visusverminderung im linken Auge sowie eine akut verschlechterte 

Refraktionsanomalie fest. Die B._____ anerkannte, für die Folgen des 

Autounfalls vom 27. Juli 2012 leistungspflichtig zu sein und erbrachte die 

kurzfristigen Versicherungsleistungen. 

3. Am 17. September 2012 teilte A._____ der IV-Stelle mit, seine 

gesundheitliche Verfassung habe aufgrund des Verkehrsunfalls vom 

27. Juli 2012 eine wesentliche Verschlechterung erfahren. In der Folge 

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holte die IV-Stelle die medizinischen Unterlagen zum aktuellen 

Gesundheitszustand von A._____ ein und ordnete dessen 

polydisziplinäre Begutachtung beim ABI, Ärztliches Begutachtungsinstitut 

GmbH, Basel, an. Das ABI kam im Gutachten vom 8. Juli 2013 zum 

Schluss, A._____ leide an einem Beschwerdekomplex, der aus 

somatischer Sicht nur zu einem geringen Teil objektiviert werden könne. 

Bei fehlender psychiatrischer Komorbidität mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit bestehe beim Exploranden für sämtliche körperlich 

leichten bis schweren wechselbelastenden Tätigkeiten eine 

uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Von dieser Beurteilung 

ausgehend hob die IV-Stelle in der Folge nach Durchführung des 

Vorbescheidverfahrens die A._____ zugesprochene Viertelsrente mit 

Verfügung vom 28. August 2014 auf den ersten Tag des der Zustellung 

folgenden zweiten Monats hin auf. Dagegen gelangte A._____ mit 

Beschwerde vom 9. September 2014 an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden (Verfahren S 14 113).

4. Mit Verfügung vom 8. Juli 2013 stellte die B._____ die 

Versicherungsleistungen mit Wirkung ab dem 1. November 2013 ein und 

verneinte eine darüber hinausgehende Leistungspflicht. Die dagegen 

erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 29. Juli 2014 ab.

5. Gegen diesen abschlägigen Entscheid reichte A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 15. September 2014 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein. Darin beantragte er, 

der angefochtene Einspracheentscheid vom 29. Juli 2014 sei aufzuheben 

und die B._____ sei zu verpflichten, ihm die geschuldeten 

Versicherungsleistungen weiterhin auszurichten. Eventualiter sei der Fall 

an die B._____ zurückzuweisen, damit diese ergänzende 

Beweisvorkehren treffe. Von der zuständigen Instruktionsrichterin 

aufgefordert, eine begründete Beschwerdeschrift einzureichen, ergänzte 

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der Beschwerdeführer seine Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 

26. September 2014 dahingehend, als er vorbrachte, auf das ABI-

Gutachten vom 8. Juli 2013 könne für die Beurteilung der ihm 

zustehenden Versicherungsleistungen nicht abgestellt werden. Er sei aus 

unfallbedingten Gründen behandlungsbedürftig und in seiner 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Deshalb beantrage er die Einholung eines 

neuen, polydisziplinären Gutachtens. Eventualiter bilde die 

zwischenzeitlich eingetretene Verschlechterung seiner gesundheitlichen 

Verfassung einen Revisionsgrund, der die B._____ veranlassen müsse, 

auf ihre ursprüngliche Beurteilung zurückzukommen und ihm die 

geforderten Versicherungsleistungen zuzusprechen. Schliesslich sei ihm 

für seine Bemühungen im vorliegenden Beschwerdeverfahren und die 

Übersetzung der Akten eine Entschädigung von Fr. 800.-- zuzusprechen. 

6. In der Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2014 beantragte die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Die 

IV-Stelle habe den Beschwerdeführer beim ABI Basel polydisziplinär 

begutachten lassen. Die Beschwerdegegnerin habe die Möglichkeit 

erhalten, sich an dieser Begutachtung mit Zusatzfragen zur 

Unfallkausalität der beklagten Beschwerden zu beteiligen. Die ABI-

Gutachter seien zur Überzeugung gelangt, dass die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers infolge des Verkehrsunfalls vom 27. Juli 2012 nicht 

mehr beeinträchtigt sei und unfallbedingt keine bleibende 

Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Integrität des 

Beschwerdeführers feststellbar sei. Auf der Grundlage dieser Beurteilung 

habe die Beschwerdegegnerin mit Wirkung ab dem 1. November 2013 die 

Ausrichtung der Versicherungsleistungen eingestellt. Der 

Beschwerdeführer bringe nichts vor, was diese Beurteilung als 

unzutreffend erscheinen lasse. Die vorliegende Beschwerde sei daher 

abzuweisen.

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7. Auf das Wiederwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 

22. September 2014 trat die B._____ mit Schreiben vom 13. November 

2014 nicht ein. 

8. In der Duplik vom 24. Februar 2015 erneuerte der Beschwerdeführer die 

in der Beschwerdeschrift vom 15. September 2014 gestellten Anträge. 

Zugleich reichte er einen Arztbericht seines Hausarztes, Dr. med. 

D._____, Facharzt für Innere Medizin FMH und Facharzt für Kardiologie 

FMH, vom 12. Februar 2015 ein.

9. Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Mai 2015 teilte die zuständige 

Instruktionsrichterin der Beschwerdegegnerin mit, die den 

Beschwerdeführer betreffenden IV-Akten aus dem beim Gericht 

rechtshängigen Beschwerdeverfahren S 14 113 beigezogen zu haben. 

Die Beschwerdegegnerin habe Gelegenheit, zu den fraglichen IV-Akten 

sowie zu dem in diesem Beschwerdeverfahren eingereichten 

psychiatrischen Gutachten von Dr. med. E._____, FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 21. Juli 2014 sowie dem neurologische Gutachten 

von Dr. med. G._____, FMH Neurologie, zertifizierter Gutachter SIM, 

medizinischer Sachverständiger cpu, vom 8. Oktober 2014 Stellung zu 

nehmen. Die Beschwerdegegnerin machte von dieser Möglichkeit mit 

Eingabe vom 9. Juni 2015 Gebrauch. Der Beschwerdeführer nahm dazu 

mit Eingabe vom 11. Juli 2015 Stellung. Zugleich reichte er die 

Arztberichte der Klinik Valens vom 10. Juli 2015 sowie 18. Oktober 2012 

ein. Bereits am 11. Juli 2015 hatte er dem Verwaltungsgericht den 

vorläufigen Austrittsbericht der Klinik Valens vom 23. Juni 2016 und den 

Arztbericht von Dr. med. Schwarz vom 19. Juni 2015 zugestellt.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten 

Beweismittel wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der B._____ vom 29. Juli 2014. Ein solcher Entscheid kann gemäss Art. 1 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in 

welchem der Versicherte oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit 

der Beschwerdeführung Wohnsitz hat. Der versicherte Beschwerdeführer 

wohnt in Laax, weshalb die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle 

Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist 

die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts für die Beurteilung der 

vorliegenden Streitigkeit zu bejahen. Als formeller und materieller 

Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer von diesem überdies berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf 

(Art. 59 ATSG). Seine Beschwerdelegitimation ist folglich zu bejahen. Auf 

die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit 

einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG). 

2. In tatsächlicher Hinsicht ist aufgrund des ABI-Gutachtens vom 8. Juli 

2013 ausgewiesen, dass sich die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung im 

Oktober 2013 nicht mehr namhaft verbessern liess (vgl. ABI-Gutachten 

vom 8. Juli 2013 S. 30 [Beilagen der Beschwerdegegnerin (Bg-act.) 46]). 

Fest steht im Weiteren, dass die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen im 

damaligen Zeitpunkt bereits abgeschlossen hatte und die Rentenfrage 

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prüfte (vgl. vorne Sachverhalt Ziff. 3). Bei dieser Sachlage hat die 

Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht in Anwendung von Art. 19 UVG 

per 31. Oktober 2013 unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen 

mit gleichzeitiger Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente 

(Art. 18 ff. UVG) und auf eine Integritätsentschädigung (Art. 24 f. UVG) 

abgeschlossen (BGE 134 V 114 E.4.1, 133 V 57 E.6.6.2; 128 V 169 

E.1b). Dies wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht in Abrede 

gestellt. 

3. a) Dieser ist jedoch der Auffassung, die Beschwerdegegnerin schulde ihm 

über den 1. November 2013 hinaus Versicherungsleistungen in Form 

einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung. Diese 

Begehren begründet der Beschwerdeführer im Wesentlichen damit, sich 

bei der Auffahrkollision vom 27. Juli 2012 derart schwerwiegende 

Verletzungen zugezogen zu haben, die es ihm voraussichtlich dauerhaft 

verunmöglichen werden, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Diese 

Beschwerden hätten sich zwischenzeitlich derart verschärft, dass er zur 

Fortbewegung auf einen Rollstuhl angewiesen sei. Die Beurteilung der 

ABI-Gutachter, wonach er in einer leichten bis körperlich schweren 

Tätigkeit mit Wechselbelastung zu 100 % arbeitsfähig sei, könne er 

angesichts seiner schwerwiegenden funktionellen Defizite und dauernden 

Schmerzen nicht im Ansatz nachvollziehen. Die entsprechende 

Beurteilung sei falsch, was sich im Übrigen auch aus dem psychiatrischen 

Gutachten von Dr. med. E._____ vom 21. Juli 2014 ergebe sowie den 

eingereichten Stellungnahmen seiner behandelnden Ärzte. Nach deren 

Beurteilung sei er wegen seiner gesundheitlichen Beschwerden 

voraussichtlich dauerhaft zu 100 % arbeitsunfähig. Die 

Beschwerdegegnerin habe ihre Leistungspflicht im angefochtenen 

Einspracheentscheid somit zu Unrecht verneint. 

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b) Die Beschwerdegegnerin hält dieser Argumentation entgegen, beim 

Unfallereignis vom 27. Juli 2012 handle es sich um einen typischen 

Auffahrunfall. Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung habe sich 

gemäss dem verkehrstechnischen Gutachten der F._____ zwischen 11 

und 14.7 km/h bewegt. Es lägen somit keine besonders dramatischen 

Begleitumstände und keine besondere Eindrücklichkeit des 

Unfallereignisses vor. Der Beschwerdeführer habe anschliessend über 

typische HWS-Beschwerden geklagt. Es seien jedoch keine schweren 

Verletzungen diagnostiziert worden. Eine ärztliche Fehlbehandlung oder 

erhebliche Komplikationen würden nicht vorliegen. Einer Arbeitsaufnahme 

ab dem 1. November 2013 sei aus ärztlicher Sicht nichts 

entgegengestanden. Zudem sei die Erheblichkeit der Beschwerden unter 

Hinweis auf die Ausführungen der ABI-Gutachter, wonach eine erhebliche 

Diskrepanz zwischen den anamnestischen Schmerzschilderungen 

einerseits und den objektivierbaren Befunden andererseits bestehe, zu 

verneinen. Demzufolge seien die Adäquanzkriterien nicht erfüllt und der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen der Auffahrkollision vom 

27. März 2012 und den vom Beschwerdeführer über den 31. Oktober 

2013 hinaus beklagten Beschwerden zu verneinen. Im Übrigen werde 

ergänzend zur Verfügung vom 21. November 2013 nebst der adäquaten 

Kausalität auch die natürliche Kausalität verneint. Die ABI-Gutachter 

stellten keine Befunde mehr, welche in natürlichem 

Kausalzusammenhang zum interessierenden Unfallereignis vom 27. Juli 

2012 stünden. Es bestehe keine unfallbedingte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Ebenso könne eine bleibende Beeinträchtigung der 

körperlichen und geistigen Integrität des Beschwerdeführers, verursacht 

durch die Auffahrkollision vom 27. Juli 2012, ausgeschlossen werden. 

Diese Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin nach Einsicht in das 

psychiatrische Gutachten E._____ in der Stellungnahme vom 9. Juni 

2015 dahingehend relativiert, als jedenfalls der adäquate 

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Kausalzusammenhang zwischen den vom Beschwerdeführer beklagten 

Beschwerden und dem interessierenden Unfallereignis zu verneinen sei. 

4. Erleidet ein Versicherter durch einen Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat 

er Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 

Abs. 1 UVG). Ist er infolge eines Unfalls überdies zu mindestens 10 % 

invalid (Art. 8 ATSG), so hat er zusätzlich Anspruch auf eine 

Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Die Invalidenrente beträgt bei 

Vollinvalidität 80 % des versicherten Verdiensts. Bei Teilinvalidität wird sie 

entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Der für die 

Unfallversicherung massgebliche Invaliditätsbegriff ist in Art. 8 Abs. 1 

ATSG definiert (Art. 1 Abs. 1 UVG). Danach handelt es sich hierbei um 

die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeit auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der rentenbegründende 

Invaliditätsgrad ist in der Regel aufgrund eines Einkommensvergleichs zu 

bestimmen (Art. 16 ATSG; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Da die 

Unfallversicherung jedoch nur für Unfallfolgen aufzukommen hat, setzt die 

Ausrichtung von Versicherungsleistungen voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem leistungsbegründenden Gesundheitsschaden ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 

177 E.3). 

5. a) Ob zwischen einem Ereignis und einem Gesundheitsschaden (Tod, 

Invalidität, Krankheit) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist in 

der Unfallversicherung nach der Theorie "conditio sine qua non" zu 

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beurteilen. Danach gelten als Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 

werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall 

die alleinige oder unmittelbare Ursache einer gesundheitlichen 

Schädigung ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, 

der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass 

auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 

E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen; RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung 

[UVG], 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 53).

 

b) Dass zwischen einem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung 

(Tod, Invalidität, Krankheit) ein solcher Zusammenhang besteht, ist eine 

Tatfrage, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beweisen ist. Demgemäss liegt 

ein rechtsgenügender Kausalzusammenhang vor, wenn der behauptete 

leistungsbegründende, natürliche Kausalzusammenhang unter 

Würdigung aller relevanten Sachumstände als der Wahrscheinlichste aller 

möglichen Geschehensabläufe erscheint. Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches 

folglich nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je 

mit Hinweisen; ALEXANDER RUMO-JUNGO / ANDRÉ-PIERRE HOLZER, in: 

MURER / STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Zürich / Basel / Genf 2012, Art. 6 S. 54). Der Beweis betreffend den 

natürlichen Kausalzusammenhang wird in erster Linie mittels der 

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Angaben medizinischer Fachpersonen geführt (Urteil des Bundesgerichts 

8C_178/2010 vom 22. Juni 2010 E.4.1; RUMO-JUNGO / HOLZER, a.a.O., 

Art. 6 S. 55), wobei die Unfallversicherungsgesellschaft die erforderlichen 

Sachverhaltsabklärungen von Amtes wegen vorzunehmen hat (Art. 43 

Abs. 1 ATSG). Für den Beweiswert solcher ärztlicher Stellungnahmen ist 

entscheidend, dass sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf 

allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

wurden, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

einleuchten sowie in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu 

überzeugen vermögen (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). 

Ausschlagegebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist 

demnach grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Dennoch hat es die 

Rechtsprechung als mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 

Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 

Danach kommt versicherungsexternen Berichten voller Beweiswert zu, 

wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht erhebliche 

Zweifel gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Medizinische Berichte, die 

auf einer reinen "post hoch ergo propter hoc"-Argumentation beruhen, 

mithin die Kausalität einzig aufgrund des Umstandes bejahen, dass der 

Schaden zeitlich nach dem Unfallereignis eingetreten ist, sind 

beweisrechtlich wertlos (Urteile des Bundesgerichts 8C_178/2010 vom 

22. Juni 2010 E.4.1, 8C_626/2009 vom 9. November 2009 E.3.2). Lässt 

sich ein Sachverhaltselement trotz Ausschöpfung aller in Betracht 

fallenden Beweismittel nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachweisen, so geht diese Beweislosigkeit zu Lasten der 

beweisbelasteten Partei (BGE 129 V 477 E.4.2.1; URS MÜLLER, Das 

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Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, § 25 

N. 1753). 

6. a) Die IV-Stelle beauftragte mit Schreiben vom 4. März 2013 das ABI Basel 

mit einer polydisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers. Die 

ABI-Gutachter, Prof. Dr. med. H._____, FMH Allgemeine Medizin, Dr. 

med. I._____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. K._____, 

FMH orthopädische Chirurgie, Dr. med. L._____, FMH Neurologie sowie 

Dr. med. L._____, FMH Ophtalmologie, untersuchten den 

Beschwerdeführer am 3. und 5. Juni 2013 persönlich (Bg-act. 46 S. 1). 

Auf der Grundlage der hierdurch gewonnenen Erkenntnisse und den 

medizinischen Vorakten diagnostizierten sie im Gutachten vom 8. Juli 

2013 sodann als Krankheit mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein 

chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom mit im Vordergrund 

stehendem chronischen zervikozephalem und rechtsbetontem 

zervikobrachialem Schmerzsyndrom (ICD-10 M 54.80 / M 53.0) bei Status 

nach Nacken- und Kopfverletzungen im Rahmen eines Sturzes am 

25. Juni 2001, Status nach HWS-Distorsionstrauma im Rahmen eines 

Auffahrunfalls am 27. Juli 2012 und degenerative Veränderungen HWK 3-

6 ohne höhergradige spinale oder foraminale Enge. Als Diagnose ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie eine Hepatopathie 

unklarer Ätiologie, Differentialdiagnose medikamentös-toxisch, andere 

Ursache (aktuell Ausschluss Hepatitis B und C), sowie leichtgradige, 

ophthalmologische Diagnosen (anlagebedingte Fehlsichtigkeit beidseits 

[Myopie, Astigmatismus, H 52.1 und H 52.2], Alterssichtigkeit beidseits 

[H 52.5], Konjunktivitis sicca beidseits [H 19.3], Mikrostrabismus 

convergens links [H 50.4] sowie eine Amblyopie links [H 53.0]) fest. 

Zudem äusserten sie den Verdacht, dass der Beschwerdeführer an einer 

somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F 54, funktionelle Gehstörung) 

leide (Bg-act. 48 S. 28 f.). Bezüglich der von der Beschwerdegegnerin im 

Hinblick auf die Unfallkausalität gestellten Zusatzfragen hielten die ABI-

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Gutachter fest, beim Unfall vom 27. Juli 2012 sei es aus orthopädischer 

Sicht zu keiner relevanten Läsion auf der Ebene des 

Bewegungsapparates gekommen. Dasselbe gelte aus neurologischer 

Sicht. Sehr wahrscheinlich habe der Explorand beim Unfall vom 27. Juli 

2012 keine (milde traumatische) Hirnverletzung erlitten. Die 

Erstversorgung nach dem interessierenden Unfallereignis sei im 

Kantonsspital Graubünden erfolgt. Laut dem Bericht vom 9. August 2012 

sei der Explorand nach dem Unfall nicht bewusstlos gewesen. Bei Eintritt 

auf die Notfallstation habe eine GCS von 15 bestanden. Die 

durchgeführte MRI-Untersuchung der Halswirbelsäule habe keine 

Veränderungen im Vergleich zu den Voruntersuchungen aus dem Jahr 

2008 ergeben (Bg-act. 44 Zusatzfragen S. 1). Der Explorand habe nach 

dem Unfall neurologische Symptome mit Gleichgewichtsstörungen und 

sensomotorischen Störungen zunächst auf der linken Körperseite gezeigt. 

Heute würden die sensomotorischen Defizite rechts lokalisiert. Dieser 

Wechsel der Symptome im Verlauf wie auch die rasch wechselnde 

Präsentation der Symptome während der klinischen Untersuchung 

sprächen für das Vorliegen einer funktionellen Störung (Bg-act. 44 

Zusatzfragen S. 1 f.; Bg-act. 46 S. 25). Es bestünde keine unfallbedingte 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Bg-act. 44 Zusatzfragen S. 2 f.). Eine 

bleibende Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Integrität des 

Exploranden, die auf den Unfall vom 27. Juli 2012 zurückzuführen sei, sei 

nicht feststellbar (Bg-act. 44 Zusatzfragen S. 3). Ebenso wenig habe der 

Unfall vom 27. Juli 2012 einen krankhaften Vorzustand verschlechtert 

(Bg-act. 44 Zusatzfrage S. 2 f.). Hinsichtlich der vom Exploranden 

beklagten ophthalmologischen Beschwerden hielten die ABI-Gutachter 

ferner fest, am linken Auge bestehe ein Innenschielen mit Amblyopie und 

fehlender Stereofunktion. Für die vom Exploranden angegebenen 

beidseitigen konzentrischen Gesichtsfeldausfälle und für die angegebene 

Sehschärfenreduktion am rechten Auge bestehe kein morphologisches 

Korrelat. Als sicherer Beweis für Aggravation sei die Angabe der 

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ausgeprägteren Gesichtsfeldeinschränkung bei grösserer Prüfmarke 

anzusehen. Ebenfalls ohne morphologisches Korrelat seien die vom 

Exploranden geltend gemachten Metamorphopsien im Amsler Netz (Bg-

act. 46 S. 28).

b) Das vorangehend auszugsweise wiedergegebene, polydisziplinäre ABI-

Gutachten beruht auf einer eingehenden Untersuchung des 

Beschwerdeführers, berücksichtigt dessen geklagte Beschwerden und 

wurde in Kenntnis der Vorakten erstellt. Darin begründen die ABI-

Gutachter überzeugend, dass der Beschwerdeführer durch den Unfall 

vom 27. Juni 2012 keine relevante Läsion des Bewegungsapparats 

erlitten hat. Hinsichtlich der Wirbelsäule stellen sie zwar Veränderungen 

an den HWK 3-6 fest, halten diesbezüglich jedoch fest, die nach dem 

Unfall durchgeführten MRT- und CT-Untersuchungen zeigten keine 

Veränderungen zu den vormals festgestellten Verhältnissen (vgl. Bg-

act. 46 S. 18 f., Bg-act. 46 S. 25 und S. 18). Dementsprechend sind diese 

strukturellen Veränderungen der Halswirbelsäule und die darauf fussende 

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht auf das Unfallereignis vom 

27. Juli 2012 zurückzuführen. Im Übrigen basieren die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden nach der Auffassung 

der ABI-Gutachter nicht auf einem mittels apparativ / bildgebenden 

Abklärungen objektivierbaren, organischen Substrat. Ausserdem 

vermögen die ABI-Gutachter keine psychiatrische Diagnose zu stellen; 

äussern lediglich den Verdacht auf das Vorliegen einer somatoformen 

Schmerzstörung. 

aa) Diese Einschätzung der ABI-Gutachter steht hinsichtlich der Ursache der 

vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden im Einklang mit den 

Beurteilungen von Dr. med. G._____ und Dr. med. E._____, welche den 

Beschwerdeführer zuhanden der N._____ AG begutachtet und zu diesem 

Zweck am 2. Juni 2014 persönlich untersucht haben. Dr. med. G._____ 

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diagnostizierte im neurologischen Gutachten vom 8. Oktober 2014 ein 

chronisches Schmerzsyndrom ohne erklärenden organpathologischen 

Befund, insbesondere ohne Anhalt für eine erklärende Läsion am 

Nervensystem, eine funktionelle sensomotorische Halbseitenstörung 

rechts ohne erklärendes organpathologisches Korrelat am Nervensystem, 

diffusen Schwindel ohne Anhalt für eine zentral- oder peripher-vestibuläre 

Störung, Analgetikaabusus sowie eine gestörte Schmerzverarbeitung, 

Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Dekonditionierung. Zur 

Begründung dieser Diagnosen führte er aus, der Explorand trage als 

Hauptbeschwerden einerseits chronische Ganzkörperbeschwerden, 

andererseits eine Schwäche der rechten Körperhälfte vor. Die berichteten 

Schmerzen liessen sich indessen – wie bereits von sämtlichen 

voruntersuchenden Neurologen festgestellt – durch keinen 

organpathologischen Befund am Nervensystem erklären (vgl. 

neurologisches Gutachten vom 8. Oktober 2014 S. 17). Diese 

Einschätzung wird von Dr. med. E._____ in ihrem Gutachten vom 21. Juli 

2014 aus psychiatrischer Sicht insofern bestätigt, als nach ihrer 

Auffassung die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden mit den 

somatischen Befunden nur marginal korrelieren und primär auf eine 

dissoziative Störung der Bewegung und Sinnesempfindungen (ICD-10: 

F 44.4, F. 44.6) sowie auf eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.2) zurückzuführen 

seien (Gutachten vom 21. Juli 2014 S. 13). Die aktenkundigen 

gutachterlichen Stellungnahmen stimmen folglich insoweit überein, als 

den vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden danach kein 

nennenswertes organisches Substrat im Sinne einer Bild gebend oder 

allenfalls anderswie apparativ klar nachweisbaren strukturellen 

Veränderung zugrunde liegt. Wenngleich sich Dr. med. G._____ und Dr. 

med. E._____ nicht ausdrücklich zur Unfallkausalität äusserten, 

bestätigten sie mit dieser Einschätzung die Auffassung der ABI-

- 16 -

Gutachter, wonach der Beschwerdeführer an keinen organisch objektiv 

ausgewiesenen Unfallfolgen leidet.

bb) Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers steht diese von den 

ABI-Gutachtern vorgenommene Beurteilung der Unfallkausalität auch 

nicht im Widerspruch zu jener der behandelnden Ärzte. Freilich wurde in 

den Arztberichten der Klinik Valens vom 10. Juli 2015, 7. August 2015 

sowie 3. September 2015 (vom Beschwerdeführer am 14. Juli 2015 und 

am 10. Juli 2015 eingereicht) eine neurologische Ursache der vom 

Beschwerdeführer beklagten Beschwerden in Betracht gezogen und 

wurden entsprechende Untersuchungen vorgeschlagen. In keinem dieser 

Arztberichte werden jedoch klar ausgewiesene, organische Beschwerden 

diagnostiziert. Die behandelnden Ärzte stufen die gezeigten Störungen 

vielmehr übereinstimmend als funktionell ein (vgl. RAD-Beurteilung von 

Dr. med. O._____ vom 25. März 2014 [IV-act. 255 S. 10]). So wird im 

Austrittsbericht der Klinik Valens vom 3. September 2015 festgehalten, 

klinisch seien wenig Zweifel hinsichtlich der psychischen Ursache der 

beklagten Beschwerden aufgetreten. Aufgrund des langfristigen Verlaufs 

und der progredienten Schwere der Symptomatik sei eine Kontrolle 

mittels MRI am 31. Juli 2012 veranlasst worden. Diese MRI-Untersuchung 

habe keine wesentliche Dynamik der Vorbefunde aufgezeigt. Eine 

darüberhinausgehende apparative Prüfung der langen Bahnen (MEP und 

SEP) hätte nicht mehr durchgeführt werden können, sei jedoch zur 

Diagnoseerhebung auch nicht notwendig (Arztbericht der Klinik Valens 

vom 3. September 2015 S. 3, vom Beschwerdeführer am 14. Juli 2015 

eingereicht). Die behandelnden Ärzte der Klinik Valens nehmen folglich 

an, den derzeitigen Beschwerden des Beschwerdeführers liege kein 

organisches Korrelat zugrunde. Dieselbe Auffassung vertritt die den 

Beschwerdeführer seit dem 28. September 2013 behandelnde 

Psychiaterin, Dr. med. P._____, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, in ihrem Arztbericht vom 23. März 2014 (vgl. 

- 17 -

psychiatrisches Gutachten von Dr. med. E._____ vom 21. Juli 2014 S. 7). 

Danach lässt sich das Symptombild des Patienten neurologisch nicht 

erklären. Der Patient sei mit Stöcken in die Klinik Valens gegangen und 

mit einem massgefertigten Rollstuhl zurückgekehrt. Es liege ein 

chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom ohne Anhaltspunkte für 

objektivierbare neurologische Ausfälle sowie eine psychogene 

funktionelle Störung auf der Grundlage einer chronifizierten 

Schmerzsituation sowie eine chronisch-reaktive Depression vor (Auszug 

aus dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. E._____ vom 21. Juli 

2014 S. 7). Nichts anderes ergibt sich schliesslich aus den Arztberichten 

des derzeitigen Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. med. D._____, 

vom 12. Februar 2015 sowie 19. Juni 2015 (eingereicht vom 

Beschwerdeführer am 23. Juni 2015 sowie am 24. Februar 2015). Darin 

wird festgehalten, die organischen Abklärungen hätten keine Befunde 

ergeben, welche die Beschwerden des Beschwerdeführers zu erklären 

vermöchten. Nichts desto trotz bestünden aber erhebliche funktionelle 

Defizite. Diesbezüglich sei aktuell und in absehbarer Zeit nicht mit dem 

Erreichen einer annähernd verwertbaren Arbeitsfähigkeit zu rechnen. 

Damit gehen auch die behandelnden Ärzte von organisch nicht 

hinreichend nachweisbaren Beschwerden aus. 

cc) In den Akten finden sich somit keine Anhaltspunkte, die Zweifel an der 

Richtigkeit der gutachterlichen Feststellungen des ABI wecken, wonach 

die Auffahrkollision vom 27. Juli 2012 beim Beschwerdeführer keine 

voraussichtlich bleibende gesundheitliche Beeinträchtigung verursacht 

hat, der ein mittels apparativ / bildgebender Abklärungen objektivierbares, 

organisches Substrat zugrunde liegt. Dass weitere Beweisvorkehren an 

diesem mit sämtlichen aktenkundigen ärztlichen Stellungnahmen im 

Einklang stehenden Ergebnis etwas ändern würden, kann ohne weiteres 

ausgeschlossen werden. Der vom Beschwerdeführer diesbezüglich 

gestellte Beweisantrag auf Einholung einer ergänzenden medizinischen 

- 18 -

Begutachtung ist deshalb in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen 

(vgl. BGE 135 V 465 E.5.1 m.w.H.). Damit gilt als erstellt, dass der 

Beschwerdeführer durch das interessierende Unfallereignis keine 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erlitten hat.

dd) Weniger eindeutig ist die Ausgangslage im Hinblick auf allfällige 

psychische Beschwerden. Freilich diagnostizieren die ABI-Gutachter 

keine eigentliche psychiatrische Krankheit und stellen lediglich die 

Verdachtsdiagnose einer somatoformen Schmerzstörung, die sie, 

anknüpfend an die Foerster-Kriterien, als überwindbar einstufen (Bg-

act. 46 S 16; S. 30). Konsequenterweise verneinen sie, dass der Unfall 

vom 27. Juli 2012 eine psychische Krankheit (mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit) verursacht oder einen krankhaften psychischen 

Vorzustand verschlimmert hat. Als Folge des Unfalls vom 27. Juli 2012 

stellen sie keine bleibende Beeinträchtigung der geistigen Integrität des 

Beschwerdeführers fest (Bg-act. 44 Zusatzfragen S. 2 f). Diese 

Beurteilung bleibt insofern unwidersprochen, als der Unfall vom 27. Juli 

2012 in keiner ärztlichen Stellungnahme als (Teil-)Ursache für die vom 

Beschwerdeführer beklagten Beschwerden angesehen wird. Dr. med. 

E._____ beschreibt in ihrem Gutachten vom 21. Juli 2014 zwar eine 

Verschlechterung der psychischen Verfassung des Beschwerdeführers 

nach dem Unfall vom 27. Juli 2012. Daraus kann jedoch für sich allein 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Bestehen einer 

Unfallkausalität geschlossen werden, genügt es hierfür doch nicht, dass 

ein (beklagter) Gesundheitsschaden zeitlich nach dem Unfallereignis 

auftritt (vgl. vorne E.5b). Sodann hielt Dr. med. Scharf in seinem 

Arztbericht vom 22. Februar 2015 ausdrücklich fest, nicht beurteilen zu 

können, ob der aktuell imponierende Befund mit dem Unfall vom 27. Juli 

2012 zusammenhänge. Es existierten jedoch ausführliche 

Begutachtungen, die hier keinen Zusammenhang beschreiben würden 

(vom Beschwerdeführer eingereichter Arztbericht vom 12. Februar 2015). 

- 19 -

Es liegen folglich keine ärztlichen Stellungnahmen vor, welche die 

beklagten Beschwerden auf das interessierende Unfallereignis 

zurückführen. 

ee) Indessen gilt es zu beachten, dass nicht nur die behandelnden Ärzte des 

Beschwerdeführers, sondern ebenfalls die Gutachterin, Dr. med. E._____, 

annehmen, der Beschwerdeführer leide an voraussichtlich dauerhaften 

psychischen Beschwerden, welche dessen Arbeitsfähigkeit in 

erheblichem Ausmass beeinträchtigten. So diagnostizierte Dr. med. 

E._____ in ihrem psychiatrischen Gutachten vom 21. Juli 2014 beim 

Exploranden in Abweichung zu den ABI-Gutachtern eine dissoziative 

Störung der Bewegung und der Sinnesempfindung (ICD-10: F 44.4, 

F 44.6) sowie ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und 

psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.2). Deshalb sei der 

Beschwerdeführer derzeit in der beruflichen Tätigkeit als Verkaufsberater 

unter Berücksichtigung des bisherigen Arbeitspensums von 50 % zu 

100 % arbeitsunfähig. Zur Begründung dieser Auffassung führte Dr. med. 

E._____ im Wesentlichen aus, der Versicherte habe seit dem ersten 

Unfallereignis (2001) aus psychiatrischer Sicht eine chronische 

Schmerzstörung entwickelt, die mit den somatischen Befunden nur 

marginal korreliere. Die Schmerzsymptomatik habe seit ungefähr einem 

Jahr deutlich zugenommen. Es sei zu einer erheblichen Verschlechterung 

mit einer funktionellen Überlagerung und dissoziativen Symptomatik im 

Sinne einer zunehmenden Gehstörung, Sensibilitätsstörungen sowie 

Hemiplegie gekommen. Aus funktioneller Sicht weise der Explorand 

Einschränkungen auf praktisch allen Ebenen auf. Hinsichtlich der 

psychiatrischen Komorbidität könne von einer begleitenden funktionellen 

Symptomatik ausgegangen werden, die das Ausmass einer selbständigen 

psychischen Erkrankung in Form einer dissoziativen Störung der 

Bewegung und der Sensibilität erreiche. Die subjektiv beklagten 

Beschwerden könnten insofern objektiviert werden, als dass eine 

- 20 -

Schmerzausweitung mit Chronifizierung vorläge, die einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren entspreche. 

Der Explorand sehe sich derzeit nicht als belastbar an, nehme eine hohe 

Bewertung seiner Schmerzwahrnehmung vor, weise praktisch keine 

Strategien im Umgang mit den Schmerzen auf und verharre in einer 

passiven Schonhaltung. Zudem liege eine funktionelle Überlagerung vor 

mit einer Störung der Bewegung und Sensibilität (dissoziative Störung der 

Bewegung und Sinnesempfindung), die zu einer Invalidisierung mit 

Rollstuhlabhängigkeit geführt habe. Aus rein medizinisch-theoretischer 

Sicht wäre der Versicherte aufgrund der gestellten  Diagnosen zumindest 

in seiner Restarbeitsfähigkeit zu 50 % arbeitsfähig. Allerdings habe sich 

seine gesundheitliche Verfassung seit der Begutachtung durch das ABI 

wesentlich verschlechtert, weshalb derzeit praktisch von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (psychiatrisches Gutachten vom 

21. Juli 2014 S. 14 f.). Wenn gleich diese Beurteilung nicht auf sämtlichen 

medizinischen Vorakten beruht (vgl. Zusammenfassung der Aktenlage auf 

S. 2-8 des psychiatrischen Gutachtens vom 21. Juli 2014) und die vom 

Beschwerdeführer beklagten Beeinträchtigungen ohne Prüfung der 

Validität der geltend gemachten Leistungsunfähigkeit einfach übernimmt, 

kann ihm nicht von vornherein jeder Beweiswert abgesprochen werden. 

Das Gutachten von Dr. med. E._____ vom 21. Juli 2014 ist folglich 

geeignet, begründete Zweifel an der Auffassung der ABI-Gutachter zu 

wecken, wonach der Beschwerdeführer an keiner psychischen Krankheit 

leidet bzw. diese, sofern in Form einer somatoformen Schmerzstörung 

vorhanden, mit der zumutbaren Willensanstrengung überwindbare wäre. 

Ob der Beschwerdeführer an einer psychischen Krankheit mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit leidet, ist für das vorliegende Verfahren allerdings 

nur dann von Bedeutung, wenn der Unfall vom 27. Juli 2012 zumindest 

zusammen mit anderen Bedingungen die behaupteten psychischen 

Beschwerden verursacht hat, mit anderen Worten nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch die psychische Krankheit des 

- 21 -

Beschwerdeführers ganz oder teilweise entfiele. Dass ein solcher 

Zusammenhang besteht, wird, wie bereits festgehalten, weder von Dr. 

med. E._____ noch den behandelnden Ärzten behauptet. Wenn die 

Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund den natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen diesen möglicherweise vorliegenden 

psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 27. Juli 2012 verneint, ist 

dies durchaus folgerichtig und grundsätzlich nicht zu beanstanden. Da ein 

solcher Kausalzusammenhang indessen – wie nachfolgend zu zeigen 

sein wird – jedenfalls nicht adäquat kausal wäre, kann letztlich 

dahingestellt bleiben, ob allfällige, über den 31. Oktober 2013 hinaus 

persistierende, psychische Beschwerden durch den Unfall vom 27. Juli 

2012 zumindest mitverursacht wurden (vgl. BGE 135 V 465 E.5.1; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_42/2007 vom 14. April 2008 E.2). Damit erweisen 

sich weitere medizinische Abklärungen in dieser Hinsicht nicht als 

erforderlich, weshalb der Antrag des Beschwerdeführers auf Einholung 

eines Gerichtsgutachtens auch insoweit in antizipierter Beweiswürdigung 

abzuweisen ist (vgl. BGE 135 V 465 E.5.1 m.w.H.).

7. a) Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen, mithin in Fällen, in denen 

das organische Substrat mit Bild gebenden oder anderen apparativen 

Untersuchungsmethoden nachgewiesen werden konnte (vgl. BGE 138 V 

248 E.5.1), spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers praktisch keine Rolle. In diesen Fällen ist der adäquate 

Kausalzusammenhang bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne 

weiteres zu bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, mit 

Hinweisen). Sind dagegen die (mutmasslichen) Unfallfolgen, wie 

vorliegend, organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung 

der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der 

adäquaten Kausalität. In solchen Fällen ist eine eigenständige 

- 22 -

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher zunächst abzuklären ist, 

ob der Versicherte beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, eine 

äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies 

nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 

6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen dagegen, dass sich der 

Versicherte beim Unfall eine Schleudertraumaverletzung zugezogen und 

in der Folge das für solche Verletzungen typische Beschwerdebild 

entwickelt hat, erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 

117 V 359 E. 6a festgelegten und in BGE 134 V 109 E. 10.3 präzisierten 

Kriterien. Diese sog. Schleudertrauma-Praxis ist für den Versicherten 

insofern günstiger, als danach bei der Prüfung der Adäquanzkriterien 

anders als bei der Psycho-Praxis nicht zwischen physischen und 

psychischen Komponenten zu unterscheiden ist, weil nicht entscheidend 

ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder 

psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 E.2.1).

b) Der Beschwerdeführer wurde am 27. Juli 2012 in seinem stehenden 

Fahrzeug als angeschnallter Fahrzeuglenker von hinten angefahren. 

Dabei zog er sich eine Halswirbeldistorsion, eine unklare 

Visusverminderung im linken Auge sowie eine akut verschlechterte 

Refraktionsanomalie zu und litt in der Folge unter dem für 

Schleudertraumverletzungen typischen Beschwerdebild. Unter diesen 

Umständen ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin aufgrund 

der Schleudertrauma-Praxis zu entscheiden, ob die vom 

Beschwerdeführer über den 31. Oktober 2013 beklagten Beschwerden in 

adäquatem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 27. Juli 2012 

stehen. Laut der fraglichen Praxis ist in Anlehnung an die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen für 

die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu 

verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. 

Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft 

- 23 -

dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist (BGE 117 V 

366 E.6a, 115 V 139 E.6). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das 

Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen 

Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leichten Unfälle, schweren 

Unfällen und dem dazwischen liegenden mittleren Bereich zu 

unterscheiden ist. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der 

Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten 

Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei 

Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens 

allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare 

Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen 

oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen die weiteren 

unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise 

oder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, 

damit die Adäquanz bejaht werden kann (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1, 

117 V 359 E. 6, mit Hinweisen). Die fraglichen Adäquanzkriterien hat das 

Bundesgericht in BGE 134 V 109 wie folgt präzisiert: 

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 
Eindrücklichkeit des Unfalls; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 
- erhebliche Beschwerden; 
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Dabei sind nicht in allen Fällen sämtliche Kriterien in der 

Gesamtwürdigung zu berücksichtigen. Je nach den konkreten Umständen 

kann für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein 

einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich 

um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren 

Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu 

- 24 -

qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein 

einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise 

erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. 

ausschlaggebendes Gewicht zu, so ist der adäquate 

Kausalzusammenhang zu bejahen, wenn mindestens drei der von der 

Rechtsprechung entwickelten Adäquanzkriterien in einfacher Form erfüllt 

sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_277/2013 vom 7. Juni 2013 E.4.2). 

Handelt es sich um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die zu 

berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt 

sein, damit die Adäquanz bejaht wird (Urteil des Bundesgerichts 

8C_326/2007 vom 7. Mai 2008 E.3.2). Diese Würdigung des Unfalles 

zusammen mit den objektiven Kriterien führt bei mittelschweren Unfällen 

zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

zwischen den organisch nicht objektivierbaren Beschwerden und dem 

interessierenden Unfallereignis (BGE 117 V 359 E.6b). 

8. a) Das interessierende Unfallereignis wurde weder in einem Polizeirapport 

noch in einem von den Unfallbeteiligten verfassten Unfallrapport 

beschrieben. Der Beschwerdeführer hat jedoch bei mehreren 

Gelegenheiten übereinstimmend angegeben, am 27. Juli 2012 in seinem 

stehenden Fahrzeug als angeschnallter Fahrzeuglenker von hinten 

angefahren worden zu sein. Um die bei diesem Unfall auf den 

Beschwerdeführer einwirkenden Kräfte und damit die Schwere des 

fraglichen Unfallereignisses einschätzen zu können, gab die 

Beschwerdegegnerin bei der F._____ ein unfallanalytisches Gutachten in 

Auftrag. Darin kam Q._____, diplomierter Ingenieur, Leiter Unfallanalyse, 

zum Schluss, bei der Kollision mit dem Dacia Duster habe auf den vom 

Beschwerdeführer gefahrenen Mercedes C eine mittlere Beschleunigung 

zwischen 2.2 und 3.8 g eingewirkt. Dies sei vergleichbar mit dem zwei- 

bis vierfachen Wert, der bei einer Vollbremsung (aus einer langsamen 

- 25 -

Rückwärtsfahrt) auf ein Fahrzeug einwirke. Die kollisionsbedingte 

Geschwindigkeit des Mercedes C habe zwischen 11 und 14.7 km/h 

betragen. Falls der Mercedes zu Beginn der Kollision abgebremst 

gewesen sei, sei der Wert etwas tiefer (ca. 1 km/h) gewesen. Es sei also 

von einem Mittelwert von 12.9 km/h auszugehen. Eine relevante Drehung 

des Mercedes sei nicht erfolgt, da die Seitenführungskräfte der Reifen 

grösser gewesen seien als die seitlichen Störkräfte infolge der Kollision. 

Der Beschwerdeführer habe sich infolge der Kollision in einem Winkel von 

0° (zur Fahrzeuglängsachse) nach hinten bewegt (Bg-act. 8). 

b) Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug, wie die vorliegend in 

Frage stehende, sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

regelmässig in die Kategorie der mittelschweren Ereignisse im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzureihen. Liegen besondere 

Umstände vor, so ist ein solches Unfallereignis als mittelschwer 

einzustufen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_34/2015 vom 29. Juni 

2015 E.4.1, U 380/04 vom 15. März 2005 E.5). Im vorliegenden Fall sind 

keine solchen besonderen Umstände auszumachen, weshalb der Unfall 

vom 27. Juli 2012 als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den 

leichten Unfällen einzuordnen wäre. Die Beschwerdegegnerin stufte das 

in Frage stehende Unfallereignis im angefochtenen Entscheid allerdings 

ohne nähere Begründung als mittelschweren Unfall im engeren Sinne ein. 

Wird dieser Auffassung gefolgt, ist der adäquate Kausalzusammenhang 

zu bejahen, wenn mindestens drei der von der Rechtsprechung 

entwickelten Adäquanzkriterien in einfacher Form erfüllt sind oder eines in 

besonders ausgeprägter Form vorliegt. Wird von einem mittelschweren 

Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ausgegangen, so 

müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs die von 

der Rechtsprechung entwickelten Adäquanzkriterien in gehäufter oder 

auffallender Weise erfüllt sind. Davon ausgehend ist anschliessend zu 

untersuchen, ob die vom Beschwerdeführer über den 31. Oktober 2013 

- 26 -

hinaus beklagten Beschwerden in adäquatem Kausalzusammenhang 

zum Unfall vom 27. Juli 2012 stehen.

 (1) Dem dabei als erstes zu prüfenden Adäquanzkriterium der 
besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen 
Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke zugrunde, dass solche 
Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während des 
Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu 
setzen, die an den nach dem Unfall aufgetretenen psychischen 
Beschwerden mitbeteiligt sein können. Dabei ist dem Umstand 
Rechnung zu tragen, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse 
Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist, welche für sich allein 
genommen jedoch nicht zur Bejahung ausreichen kann, da diesem 
Kriterium ansonsten neben der Unfallschwere keine eigenständige 
Bedeutung zukäme (Urteil des Bundesgerichts 8C_15/2013 vom 
24. Mai 2013 E.7.3.2). Im vorliegenden Fall liegen keine besonderen 
Begleitumstände vor, welche der in Frage stehenden Unfallkollision 
eine besondere Eindrücklichkeit verleihen würden. So waren an der 
Auffahrkollision nur der Beschwerdeführer und die 
Unfallverursacherin beteiligt, die sich beim Unfall keine 
nennenswerten Verletzungen zugezogen hat. Entsprechend 
verzichteten die Unfallbeteiligten auf den Beizug der Polizei. Die 
Beschwerdegegnerin hat das Vorliegen dieses Adäquanzkriteriums 
somit zu Recht verneint.

 (2) Hinsichtlich des zweiten Adäquanzkriteriums der Schwere und 
besonderen Art der erlittenen Verletzung gilt es zu beachten, dass die 
Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, 
adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) für sich allein 
nicht zur Bejahung dieses Kriteriums genügt. Es bedarf hierzu einer 
besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen 
Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das 
Beschwerdebild beeinflussen und dieses als besonders 
schwerwiegend erscheinen lassen (BGE 134 V 109 E.10.2.2). Solche 
Umstände können beispielsweise in einer beim Unfall 
eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch 
bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 E.5.3 
[U 339/06]; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E.4.3 [U 193/01] mit 
Hinweisen). Im vorliegenden Fall wurden beim Beschwerdeführer 
neben der HWS-Distorsion, einer unklaren Visumsverminderung des 
linken Auges und einer akut verschlechterten Refraktionsanomalie 
unfallzeitnah keine weiteren Verletzungen diagnostiziert. Sodann litt 
der Beschwerdeführer laut dem Dokumentationsbogen für 
Erstkonsulta-tion nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma 
nach dem interessierenden Unfall nicht unter Gedächtnislücken sowie 

- 27 -

Angst- und Schreckreaktion (Bg-act. 8). Die Kollision erfolgte sodann 
bei aufrechter Kopfstellung und Körperhaltung mit vorhandener 
Kopfstütze sowie getragenem Sicherheitsgurt. Der Beschwerdeführer 
hat folglich beim interessierenden Unfall keine besonders ungünstige 
Kopfstellung eingenommen, welche die erlittenen Verletzungen 
erschwert haben könnte (Bg-act. 8). Zudem ist jedenfalls keine 
längere Bewusstlosigkeit dokumentiert (vgl. Bg-act. 46 S. 25 mit 
Hinweis auf den Arztbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 
9. August 2012 [Danach soll der Beschwerdeführer infolge des Unfalls 
nicht bewusstlos gewesen sein]). Durch den Verkehrsunfall vom 
27. Juli 2012 hat der Beschwerdeführer folglich weder besonders 
schwere Verletzungen erlitten noch waren diese besonderer Art. 
Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen zumindest sinngemäss 
geltend machen sollte, seine Wirbelsäule sei aufgrund des Unfalls 
vom 25. Juni 2001 bereits erheblich vorgeschädigt gewesen, was bei 
der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen sei, kann ihm nicht gefolgt 
werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_757/2013 vom 4. März 
2014 E.4.3, 8C_563/2011 vom 29. August 2011 E.5.2.2., je mit 
weiteren Hinweisen). Zwar erlitt der Beschwerdeführer am 25. Juni 
2001, als er von einem an einem Krank hängenden 
Schalungselement getroffen wurde, eine HWS-Distorsion. Im 
Vordergrund standen damals jedoch die Verletzungen im Bereich der 
Schulter und des Ellbogens, die als Ursache für die damals 
angenommene, voraussichtlich dauerhafte Beeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers angesehen wurden (vgl. dazu 
Aktenauszug im ABI-Gutachten vom 8. Juli 2013 [Bg-act. 46] S. 6 f.). 
Die Beschwerdegegnerin hat das Vorliegen des zweiten 
Adäquanzkriteriums folglich ebenfalls zu Recht verneint. 

 (3) Hinsichtlich des Kriteriums der fortgesetzten spezifischen, 
belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss sind 
rechtsprechungsgemäss insbesondere die Art und Intensität der 
Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des 
Gesundheitszustands zu erwarten ist, von Bedeutung. Das Kriterium 
ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven 
Empfindens des Versicherten (Urteil des Bundesgerichtes 
8C_970/2008 vom 30. April 2009 E.5.4). Es muss, gesamthaft 
betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf 
die Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche 
Behandlung von ungewöhnlich langer  Dauer gegeben sein, welche 
mit einer erheblichen zusätzlichen Beeinträchtigung der 
Lebensqualität verbunden ist (Urteil des Bundesgerichtes 
8C_402/2007 vom 23. April 2008 E.5.2.3). Manualtherapeutische 
Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes, (haus-)ärztliche 
Verlaufskontrollen sowie medikamentöse Schmerzbekämpfung allein 
genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesgerichtes 
8C_964/2009 vom 19. Februar 2010 E.5.2.1 mit Hinweisen). In dieser 

- 28 -

Beziehung ist vorliegend zu beachten, dass der Beschwerdeführer 
nach dem Unfall spezialärztlich abgeklärt wurde und sich während 
mehreren Monaten in der Klinik Valens aufhielt. Daneben wurde er 
medikamentös behandelt und unterzog sich einer Physiotherapie. In 
einer späteren Phase nahm er alsdann eine psychiatrische 
Behandlung auf, die er mittlerweile wieder aufgegeben hat. Diese 
Behandlungen sind nach einem HWS-Schleudertrauma durchaus 
üblich. Sie gelten nicht als fortgesetzte, besonders belastende 
ärztliche Behandlung. Auch das dritte Adäquanzkriterium ist 
vorliegend demnach zu verneinen.

 (4) Das Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich nach 
den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche 
der Verunfallte durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 
134 V 109 E.10.2.4). Die üblicherweise mit Schleudertraumen 
verbundenen Beschwerden können dabei jedoch nicht genügen. 
Ansonsten das Kriterium bei jeder HWS-Distorsion zu bejahen wäre 
und damit keine Bedeutung als Differenzierungsmerkmal hätte (Urteile 
des Bundesgerichtes 8C_938/2011 vom 14. August 2012 E.5.3.4, 
8C_730/2011 vom 9. Dezember 2011 E.6.2.2). Vorliegend ergibt sich 
aus den medizinischen Akten, dass der Beschwerdeführer bereits vor 
dem Unfallereignis an gesundheitlichen Beschwerden mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit litt. Deshalb bezieht er von der SUVA bei 
einem Invaliditätsgrad von 41 % eine Invalidenrente. Mit Verfügung 
vom 24. Juli 2006 gewährte ihm die IV-Stelle zudem mit Wirkung ab 
dem 1. Dezember 2003 eine Viertelsrente. Nach Einschätzung des 
Beschwerdeführers hat sich seine gesundheitliche Verfassung durch 
den interessierenden Auffahrunfall erheblich verschlechtert. Der 
Beschwerdeführer gibt an, wegen der andauernden Schmerzen 
längere Strecken nur mehr unter Inanspruchnahme eines Rollstuhls 
zurücklegen zu können. Ausserdem könne er sich nicht mehr selber 
anziehen und die Haushaltsarbeit müsse von seiner Lebensgefährtin 
erledigt werden. Soziale Kontakte pflege er derzeit kaum mehr. Er 
lebe vollkommen isoliert und sei in allen Lebensbelangen auf Hilfe 
angewiesen (vgl. Gutachten E._____ vom 21. Juli 2014 S. 9 ff.). Ob 
diese Beschwerden im geltend gemachten Umfang vorliegen und zu 
den beklagten funktionellen Beeinträchtigungen führen, erscheint 
aufgrund des ABI-Gutachtens vom 27. Juli 2012 durchaus fraglich. 
Ebenso steht nicht fest, ob diese Beschwerden zumindest teilweise 
durch den Auffahrunfall vom 27. Juli 2011 verursacht wurden (vgl. 
vorne E.6). Wären diese beiden Fragen zu bejahen, so wäre das dritte 
Adäquanzkriterium wohl in einfacher Form als erfüllt anzusehen, 
müsste doch dann von erheblichen Beeinträchtigungen ausgegangen 
werden.

 (5) Hinsichtlich des Adäquanzkriteriums der ärztlichen 
Fehlbehandlung ist festzuhalten, dass sich in den medizinischen 

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Akten keine Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung finden. 
Eine solche wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht geltend 
gemacht. Dieses Adäquanzkriterium liegt somit nicht vor.

 (6) Beim sechsten Adäquanzkriterium ist zu beachten, dass die 
Teilaspekte des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen 
Komplikationen nicht kumulativ erfüllt sein müssen. Aus der ärztlichen 
Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche im Rahmen 
der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf 
nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche 
Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer 
Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteile des 
Bundesgerichtes 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E.5.7 und 
8C_623/2007 vom 22. August 2008 E.8.6). Solche die Heilung 
beeinträchtigende Gründe sind im vorliegenden Fall nicht erkennbar. 
Wohl trifft es zu, dass der Beschwerdeführer seine gesundheitlichen 
Beschwerden über mehrere Jahre mit verschiedenen Therapien zu 
bessern suchte. Dies genügt zur Bejahung des zu beurteilenden 
Adäquanzkriteriums aber ebenso wenig wie die regelmässige 
Einnahme vieler Medikamente. Gleiches gilt für die Tatsache, dass die 
Beschwerden trotz verschiedener Therapien nicht verschwunden sind, 
sondern sich zusehends verschlimmert haben (vgl. Urteil des 
Bundesgerichtes 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 E.5.6). Im 
Vergleich mit anderen Fällen von HWS-Schleudertraumen und 
äquivalenten Verletzungen ist vorliegend folglich weder von 
erheblichen Komplikationen noch von einem schwierigen 
Heilungsverlauf auszugehen. 

 (7) Beim Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz 
ausgewiesener Anstrengungen ist dem Umstand Rechnung zu tragen, 
dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein 
längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom 
medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht 
die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern die 
Bemühungen des Versicherten seine Arbeitsunfähigkeit zu 
überwinden und sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Hierfür 
muss jedoch der Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung 
raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern 
(BGE 129 V 460 E.4.2, 123 V 230 E.3c). Dabei ist auch der 
persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen 
Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können 
Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung 
besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in 
der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen 
auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 
E.10.2.7; Urteil des Bundesgerichtes 8C_590/2007 vom 6. Oktober 

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2008 E.7.7). Vorliegend macht der Beschwerdeführer nicht geltend, 
sich bemüht zu haben, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. 
Vielmehr geht er davon aus, seit dem Verkehrsunfall vom 27. Juli 
2012 stets vollständig arbeitsunfähig gewesen zu sein. Diese 
Selbsteinschätzung steht im Widerspruch zum ABI-Gutachten, 
wonach der Beschwerdeführer jedenfalls seit Juli 2013 in einer 
körperlich leichten bis schweren Tätigkeit mit Wechselbelastung zu 
100 % arbeitsfähig ist. Selbst Dr. med. E._____ nahm in ihrem 
psychiatrischen Gutachten vom 21. Juli 2014 an, der 
Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt, als er vom ABI begutachtet 
worden sei, medizinisch-theoretisch als Verkäufer zumindest in seiner 
Restarbeitsfähigkeit zu 50 %, mithin im Umfang von 25 %, arbeitsfähig 
gewesen (psychiatrisches Gutachten E._____ vom 21. Juli 2014 
S. 14). Seine gesundheitliche Verfassung habe sich nach der 
Begutachtung durch das ABI indessen erheblich verschlechtert und 
nunmehr zu einer fast vollständigen Invalidisierung geführt. Vor 
diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer 
nach Abklingen der akuten Beschwerden jedenfalls bis Juli 2013 
wieder teilzeitlich als Verkäufer bei der C._____ AG hätte arbeiten 
können. Dass er Anstalten gemacht hat, diese Tätigkeit 
wiederaufzunehmen, behauptet der Beschwerdeführer nicht. Ebenso 
wenig bringt er vor, anderweitig versucht zu haben, die ihm 
verbliebene Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Schliesslich ist weder 
ein besonderer persönlicher Einsatz im Rahmen von medizinischen 
Therapiemassnahmen ausgewiesen noch behauptet. Die 
Beschwerdegegnerin hat demnach das Vorliegen dieses 
Adäquanzkriteriums zu Recht verneint.

Nach dem vorangehend Ausgeführten ist im vorliegenden Fall höchstens 

eines der zu prüfenden Adäquanzkriterien in einfacher Form erfüllt. Dem 

Auffahrunfall vom 27. Juli 2012 kommt folglich keine massgebende 

Bedeutung für die vom Beschwerdeführer über den 31. Oktober 2013 

hinaus beklagten, organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden 

zu, und zwar selbst, wenn es sich beim fraglichen Unfallereignis um einen 

mittelschweren Unfall im engeren Sinne handeln sollte. Die vom 

Beschwerdeführer beklagten, organisch nicht objektivierbaren 

Beschwerden stehen demnach nicht in adäquaten Kausalzusammenhang 

zum Auffahrunfall vom 27. Juli 2012, womit sie dem interessierenden 

Unfallereignis aus rechtlicher Sicht nicht zuzuordnen sind.

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9. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass der 

Beschwerdeführer durch die Auffahrkollision vom 27. Juli 2012 keine 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erlitten hat. Ausserdem 

stehen die vom Beschwerdeführer über den 31. Oktober 2013 hinaus 

beklagten Beschwerden nach dem massgeblichen Kriterienkatalog der 

Schleudertraumapraxis nicht in adäquatem Kausalzusammenhang zum 

Unfallereignis vom 27. Juli 2012. Demzufolge hat der Beschwerdeführer 

durch den Unfall keine voraussichtlich dauerhafte erhebliche Schädigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erlitten. Unter 

diesen Umständen hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente (Art. 18 ff. UVG) sowie eine 

Integritätsentschädigung (Art. 24 f. UVG) im Einspracheentscheid vom 

29. Juli 2014 zu Recht verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde 

erweist sich folglich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen und der 

ergangene Einspracheentscheid zu bestätigen ist. 

10. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 

lit. a ATSG – vorbehältlich vorliegend nicht zutreffender Ausnahmen − 

kostenlos ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der 

Beschwerdegegnerin als obsiegender Unfallversicherungsgesellschaft 

nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

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4. [Mitteilungen]

Auf die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 13. Mai 

2016 nicht eingetreten (8C_239/2016).