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**Case Identifier:** d17da08a-d84c-53b1-88c4-1ebf0e479bd0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.02.2023 200 2022 654
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-654_2023-02-14.pdf

## Full Text

200 22 654 IV
LOU/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 14. Februar 2023

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Oktober 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a. 

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2017 (Akten der IV-Stelle Bern [nachfol-
gend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 167) sprach die IVB dem … 
geborenen A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
wegen beidseitigen Gonarthrosen, rechtsbetont, sowie Beschwerden im 
Rücken und in der Schulter (act. II 160 S. 5) rückwirkend ab 1. Dezember 
2016 eine halbe Invalidenrente (Invaliditätsgrad 54%) zu. Ferner richtet die 
B.________ dem Versicherten seit Februar 2012 basierend auf einer Er-
werbsunfähigkeit von 10% eine Invalidenrente nach Massgabe des Bun-
desgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) aus (act. II 107 S. 1; 114; Akten der IVB [act. IIB] 227.59 S. 1). 

A.b.

Im Rahmen einer im April 2019 von Amtes wegen eingeleiteten Revision 
(act. II 168) klärte die IVB den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab, zog 
Berichte behandelnder Ärzte sowie die Akten der B.________ bei, welche 
dem Versicherten nach einem am 17. Juni 2020 erfolgten Knie-
Totalprotheseneinsatz rechts (act. II 209 S. 6 f.) basierend auf einer 
100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 16. Juni 2020 bis 28. Februar 2022 Tag-
gelder ausrichtete (act. IIB 227.44 S. 1; 228 S. 4 f.; 256.6 S. 2 f.; 256.7). 
Ferner veranlasste die IVB bei der C.________ (MEDAS) eine polydiszi-
plinäre Begutachtung. In der entsprechenden Expertise vom 16. September 
2021 (act. IIB 245.1 ff.) gelangten die Gutachter zum Schluss, dass eine 
körperlich sehr leichte, überwiegend sitzend zu verrichtende Tätigkeit unter 
Wechselbelastung bei 100%iger Arbeits- und Leistungsfähigkeit zumutbar 
sei (act. IIB 245.1 S. 12). Im weiteren Verlauf gewährte die IVB nach 
Durchführung eines Assessments mit dem Versicherten (act. IIB 251) für 
die Zeit vom 6. Juni bis zum 28. August 2022 ein Aufbautraining bei der 
Abklärungsstelle D.________ AG (act. IIB 271) samt begleitendem Coa-

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ching (act. IIB 272), nachdem sie den Versicherten vorgängig aufgefordert 
hatte, zuverlässig an den Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, widri-
genfalls die Leistungen gekürzt oder verweigert werden könnten (act. IIB 
260). Am 3. Juni 2022 – mithin am zweiten Tag des Aufbautrainings – 
brach der Versicherte die Eingliederungsmassnahmen ab (Protokoll, Ein-
trag vom 7. Juni 2022, S. 11 [in den Gerichtsakten]). 

Mit Verfügung vom 27. September 2022 (act. IIB 280) erhöhte die IVB die 
bisherige halbe Rente ab September 2020 auf eine ganze Invalidenrente, 
hob diese jedoch bei einem für die Zeit ab dem 17. Juni 2021 errechneten 
Invaliditätsgrad von 12% auf das Ende des der Zustellung der Verfügung 
folgenden Monats auf. Auf die dagegen vom Versicherten erhobene Be-
schwerde trat das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 18. November 2022 
(VGE IV/2022/653 [act. IIB 287]) nicht ein, nachdem er die Beschwerde 
nicht innert der instruktionsrichterlich gesetzten Frist unterzeichnet hatte. 

Mit weiterer Verfügung vom 19. Oktober 2022 (act. IIB 283) verneinte die 
IVB nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. IIB 274 f.) einen (wei-
teren) Anspruch auf berufliche Massnahmen. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit (innert Frist verbesserter bzw. eigen-
händig unterzeichneter) Eingabe vom 25. Oktober 2022 Beschwerde. Er 
beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 
19. Oktober 2022 und die Zusprache von Eingliederungsmassnahmen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2022 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten. 

1.2

1.2.1 Anfechtungsgegenstand im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-
verfahren bilden, formell betrachtet, Verfügungen und – materiell – die in 
den Verfügungen geregelten Rechtsverhältnisse (BGE 125 V 413 E. 2a S. 
415). Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehba-
ren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsge-
genstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit 
keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2021 
AHV Nr. 21 S. 69 E. 5.2).

1.2.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. Oktober 2022 
(act. IIB 283). In Bezug auf das darin geregelte Rechtsverhältnis ergibt sich 
Folgendes: 

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1.2.2.1 Mit der angefochtenen Verfügung wurde der mit Mitteilungen vom 
17. Mai 2022 (act. IIB 271 f.) gewährte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen aufgehoben. Damit gelangen dem Grundsatz folgend, wonach 
mangels besonderer übergangsrechtlicher Regelungen diejenigen 
Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213), die Bestim-
mungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über 
die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) in der ab 1. Januar 2022 (AS 
2021 705) gültigen Fassung zur Anwendung. 

1.2.2.2 Die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2022 (act. IIB 283) 
erging zwar unter dem Titel "Keine Kostengutsprache für Berufliche Mass-
nahmen". Auch wird darin einleitend erwogen, "Wir haben den Anspruch 
auf berufliche Massnahmen geprüft". Indessen wird ausdrücklich auf die 
Mitteilungen vom 17. Mai 2022 (act. IIB 271 f.) Bezug genommen, welche 
die Zusprache eines Aufbautrainings im ersten Arbeitsmarkt (act. IIB 271) 
bzw. einer "Coaching-Leistung" (act. IIB 272) in Zusammenhang mit dem 
Aufbautraining betreffen, wobei das Aufbautraining im Rahmen eines "An-
spruch[s] auf Integrationsmassnahmen" (act. IIB 271) geprüft wurde. Aus 
dem Protokolleintrag vom 7. Januar 2022 geht ferner hervor, dass die vor-
gesehene Eingliederungsmassnahme der Ermittlung eines geeigneten 
Jobprofils sowie der Steigerung der Leistung und des Pensums in einer 
angepassten Tätigkeit dienen soll (S. 8), wobei ein Praktikum als Kombina-
tion zum (bestehenden [vgl. Protokoll, Eintrag vom 21. Januar 2022]) … bei 
der E.________ angestrebt wurde (vgl. auch act. IIB 269 S. 2). 

Somit ist die vorliegend streitgegenständliche Vorkehr (Arbeitstraining mit 
begleitendem Coaching) entgegen dem Titel und der einleitenden Erwä-
gung der angefochtenen Verfügung nicht als Massnahme beruflicher Art im 
Sinne von Art. 15 ff. IVG, sondern ausschliesslich als Integrationsmass-
nahme im Sinne von Art. 14a IVG i.V.m. Art. 4quater ff. IVV zu qualifizieren, 
da es nicht in erster Linie um die Erlangung berufsfachlicher Kenntnisse 
ging (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 10. Oktober 2012, 
9C_801/2011, E. 1), sondern um eine sozial-berufliche Rehabilitation im 
Sinne einer Gewöhnung an den Arbeitsprozess, der Förderung der Ar-

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beitsmotivation und den Aufbau der Arbeitsfähigkeit. Dies gilt ungeachtet 
dessen, dass das Aufbautraining nicht in einer Institution, sondern im ers-
ten Arbeitsmarkt erfolgte bzw. erfolgen sollte (vgl. Ziffern 1503 und 1519 
des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] 
über die beruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 
[KSBEM]; Stand: 1. Februar 2022; zur Bedeutung von Verwaltungsweisun-
gen, vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

1.2.2.3 Demnach betrifft das in der angefochtenen Verfügung vom 19. Ok-
tober 2022 materiell geregelte Rechtsverhältnis allein eine Integrations-
massnahme nach Art. 14a IVG. 

1.2.3 Was den Streitgegenstand anbelangt, so macht der Beschwerde-
führer sinngemäss geltend, die im Rahmen der angeordneten Integrati-
onsmassnahme zugewiesene Tätigkeit bei der Abklärungsstelle 
D.________ AG (act. IIB 271) sei nicht zumutbar gewesen. Er sei aber be-
reit zu arbeiten, sofern es sich um einen "angemessenen Job" handle. 

Nach der Rechtsprechung sind Rechtsbegehren nach Treu und Glauben 
auszulegen, insbesondere im Lichte der dazu gegebenen Begründung 
(BGE 147 V 369 E. 4.2.1 S. 373). In Anbetracht dessen ist die Eingabe des 
Beschwerdeführers dahingehend zu verstehen, dass er die Durchführung 
eines weiteren Aufbautrainings im Sinne von Art. 14a IVG, jedoch unter 
Zugrundelegung einer anderen Tätigkeit, beantragt. Soweit der Beschwer-
deführer die Zusprechung weiterer oder anderweitiger Eingliederungs-
massnahmen als jene gemäss Art. 14a IVG verlangen sollte, wäre auf die 
Beschwerde – da ausserhalb des Rahmens des durch die Verfügung be-
stimmten Anfechtungsgegenstandes liegend (vgl. E. 1.2.1 vorne) – nicht 
einzutreten. 

1.2.4 Streitig und zu prüfen ist somit der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf (weitere) Integrationsmassnahmen im Sinne von Art. 14a IVG. 

1.3 Mit Blick auf den Streitgegenstand (vgl. E. 1.2.4 hiervor) bzw. die 
Dauer der Integrationsmassnahme (vgl. act. IIB 271 S. 1) liegt der Streit-
wert offensichtlich unter Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der Beschwer-
de in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Nach Art. 14a Abs. 1 IVG haben Versicherte, die seit mindestens 
sechs Monaten zu mindestens 50% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind, 
Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche 
Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die 
Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art 
geschaffen werden können oder die Massnahmen zu einem Stellenantritt 
auf dem freien Arbeitsmarkt führen (BGE 137 V 1 E. 3.2 S. 4). Der An-
spruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche 
Eingliederung im Sinne von Art. 14a Abs. 1 IVG setzt eine mindestens 
50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nur im bisherigen Beruf oder Aufgabenbe-
reich (Art. 6 Satz 1 ATSG), sondern auch in einem anderen Beruf oder 
Aufgabenbereich (Art. 6 Satz 2 ATSG) voraus (BGE 137 V 1; MEYER/ 
REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 
2022, S. 173, Rz. 2), die darüber hinaus weiter anzudauern hat (vgl. 
NICOLE PETER, Berufliche Eingliederung im Kontext der europäischen 
Sachleistungsaushilfe, in SZS 2021 S. 395). 

2.2 Nach Art. 7 Abs. 1 IVG muss die versicherte Person alles ihr Zu-
mutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsun-
fähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 
ATSG) zu verhindern. Gemäss Art. 7 Abs. 2 IVG muss sie an allen zumut-
baren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes 
oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbs-
leben gleichgestellten Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv 
teilnehmen. Dazu gehören gemäss lit. b insbesondere Integrationsmass-
nahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Art. 14a IVG). 
Als zumutbar gilt nach Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung 
der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem 
Gesundheitszustand nicht angemessen sind. Die Beweislast für die Unzu-

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mutbarkeit einer Massnahme i.S.v. Art. 7 Abs. 2 IVG liegt bei der versicher-
ten Person (Entscheid des BGer vom 22. Mai 2019, 8C_741/2018, E. 3.3; 
BRUNNER/VOLLENWEIDER, in FRÉSARD-FELLAY/KLETT/ LEUZINGER/ [Hrsg.], 
Basler Kommentar zum Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 
2020, N. 69 zu Art. 21 ATSG).

2.3

2.3.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumut-
baren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentli-
che Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit 
verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 
bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt 
oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die 
Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit 
einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine 
Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 
Abs. 4 ATSG; vgl. auch Art. 7b Abs. 1 IVG, welcher auf Art. 21 Abs. 4 
ATSG verweist). Der Kürzung und Verweigerung von Leistungen unterlie-
gen grundsätzlich auch Eingliederungsmassnahmen (MEYER/REICHMUTH, 
a.a.O., S. 79, Rz. 8).

2.3.2 Fehlt es an einem Eingliederungswillen bzw. einer subjektiven 
Eingliederungsfähigkeit, entfällt der Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, ohne dass zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchge-
führt werden müsste (Entscheid des BGer vom 17. Dezember 2021, 
8C_202/2021, E. 7.2). Berufliche Massnahmen können zwar unter ande-
rem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer 
Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf 
indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entspre-
chenden Motivation der versicherten Person. Es sind insbesondere die 
gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten gemachten 
Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu 
berücksichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im Vorbescheidver-
fahren und vor dem kantonalen Versicherungsgericht gemachten Aus-
führungen resp. gestellten Anträge (Entscheid des BGer vom 11. Januar 
2023, 8C_597/2022, 8C_598/2022, E. 3.3.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 9

2.3.3 Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung von Leistun-
gen sind alle Umstände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass 
des Verschuldens der versicherten Person, zu berücksichtigen (Art. 7b 
Abs. 3 IVG). Vor allem ist auch das Gebot der Verhältnismässigkeit, na-
mentlich die Relation zur günstigen Wirkung der streitbetroffenen Mass-
nahme zu wahren. Mit anderen Worten darf eine Sanktion nicht weiter 
gehen, als wenn die Schadenminderungspflicht befolgt worden wäre (SVR 
2019 IV Nr. 16 S. 49 E. 3.2 und S. 50 E. 5.2.2).

3.

3.1 Die mittels Mitteilungen vom 17. Mai 2022 (act. IIB 271 f.) erfolgte 
Zusprache eines Aufbautrainings mit begleitendem Coaching erfolgte im 
Rahmen des im April 2019 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens (act. II 
168) bzw. vor dem Hintergrund der Rechtsprechung, wonach es bei der 
revisionsweisen Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgelegtem 55. 
Altersjahr grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen gilt 
(BGE 145 V 209 E. 5.4 S. 214; SVR 2020 IV Nr. 66 S. 231 E. 2.3.1 und E. 
2.3.3). Wie in E. 2.2 vorne dargelegt, muss die Durchführung der 
Massnahme dem Gesundheitszustand angemessen sein. Insoweit ergibt 
sich aufgrund der medizinischen Akten folgendes Bild: 

3.2

3.2.1 Am 17. Juni 2020 erfolgte eine Knietotalprothesenoperation rechts 
(act. II 209 S. 6 f.). Der postoperative Verlauf war ordentlich (act. II 214 
S. 6). Nach (postoperativ) zweimaligem Distorsionstrauma (act. II 214 S. 3) 
ergab eine Untersuchung mittels MRI keine Bandruptur und daraus folgend 
keine therapeutische Relevanz (act. II 214 S. 2). Im Bericht vom 2. März 
2021 (act. II 215 S. 4) hielt der behandelnde Arzt Dr. med. F.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, fest, eine stundenweise Arbeitsfähigkeit in 
wechselnd sitzend-stehender Tätigkeit ohne Kniebelastung sei zu ca. 25% 
denkbar. Die Rehabilitation sei verzögert, aktuell bestehe jedoch eine 
deutliche Schmerzregredienz.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 10

3.2.2 Im Bericht vom 29. Juni 2021 (act. IIB 256.27) hielt Dr. med. 
G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, Versicherungsmedizin B.________, nach 
durchgeführter Untersuchung fest, zurzeit arbeite der Beschwerdeführer mit 
einem 25%-Pensum als …. Diese Tätigkeit könne offensichtlich weitgehend 
uneingeschränkt ausgeführt werden. Eine Steigerung des Pensums in 
dieser Funktion bis auf 50% sei möglich. Ebenso wären leichte manuelle 
Tätigkeiten vorwiegend im Sitzen (80%) sowie gehend und stehend in dem 
angegebenen Pensum möglich (S. 4).

3.2.3 Im interdisziplinären, auf einer internistischen, orthopädischen und 
psychiatrischen Untersuchung beruhenden Gutachten der MEDAS vom 
16. September 2021 (act. IIB 245.1 ff.) wurden interdisziplinär im 
Wesentlichen die folgenden Diagnosen gestellt (act. IIB 245.1 S. 9 f.): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Chronische Kniebeschwerden rechts (ICD-10 T93.8/Z98.8/Z96.6)

2. Chronische Kniebeschwerden links (ICD-10 M17.0/Z98.8)

3. Chronische Schulterbeschwerden beidseits (ICD-10 M75.4)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Anamnestisch Status nach Eingriff im Bereich der linken Hohlhand vor etwa 
dreissig Jahren (ICD-10 Z98.8) 

2. Adipositas mit BMI von 30 kg/m2 (ICD-10 E66.00) 

3. Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)

In der interdisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, bei der 
orthopädischen Untersuchung der Wirbelsäule habe sich die Beweglichkeit 
zervikothorakal unter Gegenhalten und langsamer Durchführung klar 
vermindert, lumbal aber weitgehend frei gezeigt. Es hätten Inkonsistenzen 
mit unterschiedlichen Befunden in verschiedenen 
Untersuchungssituationen bestanden. An den oberen und unteren 
Extremitäten hätten eine freie Beweglichkeit mit Ausnahme der nach 
Kniegelenksersatz verminderten Flexion der rechten Seite und an der 
linken Hüfte sowie den Schultern Hinweise für ein Impingement bestanden. 
Drei von fünf Waddell-Zeichen seien positiv gewesen, dies als Nachweis 

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einer funktionellen Überlagerung. Radiologisch seien an den Kniegelenken 
rechts regelrechte Verhältnisse nach endoprothetischem Ersatz und links 
beginnende degenerative Veränderungen dokumentiert worden. An der 
rechten Schulter liege eine Partialläsion der Rotatorenmanschette vor; an 
den Hüft- und Iliosakralgelenken fehlten höhergradige degenerative 
Veränderungen. Zusammenfassend liessen sich die vom 
Beschwerdeführer letztlich sehr unklar präsentierten Beschwerden 
insgesamt nicht vollständig begründen. Es hätten deutliche Hinweise für 
eine nicht-organische Beschwerdekomponente bestanden. Aus (einzig 
massgebender [S. 12]) orthopädischer Sicht bestehe für körperlich immer 
wieder etwas höher belastendere Verrichtungen einschliesslich der zuletzt 
als … ausgeübten Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50%. 
Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 10kg sollte dabei 
vermieden werden. Für körperlich sehr leichte, überwiegend sitzend zu 
verrichtende, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe aus orthopädischer 
Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. 
Dabei sollte das längere Stehen und Gehen, das wiederholte Heben und 
Tragen von Lasten über 5kg und die Einnahme kniender und kauernder 
Positionen vermieden werden (S. 11). Diese Einschätzung gelte ab Juni 
2021 (S. 12).

Ferner habe weder aus psychiatrischer noch aus allgemeininternistischer 
Sicht eine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden 
können (S. 11).

3.2.4 Mit Bericht vom 28. September 2021 (act. IIB 256.19) hielt 
Dr. med. F.________ fest, der Verlauf sei in etwa konstant, wobei eine 
Arbeitsfähigkeit von 25% als … möglich sei (S. 2).

3.3 Das gestützt auf die vollständige medizinische Aktenlage sowie in 
Auseinandersetzung mit den Berichten der behandelnden Ärzte erstellte 
polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 16. September 2021 (act. IIB 
245.1 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung zum Beweiswert 
ärztlicher Berichte (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 
232, 125 V 351 E. 3a S. 352) und erbringt vollen Beweis. Die Expertise ist 
in Bezug auf die befundmässige und diagnostische Beurteilung wie auch 
hinsichtlich der Folgeabschätzung (100%ige Arbeits- und Leistungsfähig-

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keit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit) in allen Teilen nachvoll-
ziehbar und es lassen sich gestützt darauf sämtliche vorliegend relevanten 
Tat- und Rechtsfragen zuverlässig beantworten. 

Es liegen sodann keine (fach-)ärztlichen Berichte im Recht, welche konkre-
te Indizien (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470) gegen die Zuverlässigkeit der 
Einschätzungen im Gutachten der MEDAS enthalten und solche sind auch 
anderweitig nicht ersichtlich. So weicht die Arbeitsfähigkeitsbescheinigung 
von Dr. med. G.________, B.________ Versicherungsmedizin, nur unwe-
sentlich von jener der Gutachter der MEDAS ab, wobei die innert zweier 
Monaten erfolgte Steigerung von einer 80%igen (Dr. med. G.________) auf 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (MEDAS) mittels dem von Dr. med. 
G.________ als notwendig erachteten intensiven Muskeltraining (act. IIB 
256.27 S. 4) ohne weiteres plausibel erscheint. So oder anders weckt die 
im Vergleich zur Beurteilung der MEDAS-Experten ohnehin nur unerheblich 
divergierende Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. med. G.________ 
keine Zweifel an der entsprechenden Folgeabschätzung im Gutachten der 
MEDAS. Gleiches gilt in Bezug auf die Einschätzungen des behandelnden 
Orthopäden Dr. med. F.________, welcher dem Beschwerdeführer stets 
eine allein 25%ige Arbeitsfähigkeit attestierte (Arbeitsunfähigkeit 75%; act. 
IIB 256.39; 256.23 S. 2; 256.20 S. 2; 256.15), dies jedoch nicht anhand 
medizinischer Kriterien begründete. Vielmehr beruht seine Einschätzung 
offenkundig auf den subjektiven Beschwerdeangaben des Beschwerdefüh-
rers, was etwa aus dem Bericht von Dr. med. F.________ vom 11. Mai 
2021 klar hervorgeht, worin dieser festhielt, der Beschwerdeführer 
"wünscht niedrig-prozentig wieder mit Arbeiten zu beginnen, somit 75% 
Arbeitsunfähigkeit ab 10. [Mai] 2021" (act. IIB 256.42 S. 2). Schliesslich 
bestehen – entgegen den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der 
Eingliederungsfachperson am 7. Januar 2022 (Protokoll, Eintrag vom 
7. Januar 2022, S. 7) – auch keinerlei objektiven Anhaltspunkte dafür, dass 
sich an den Einschätzungen im Gutachten der MEDAS bis zum hier mass-
geblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 19. Oktober 2022 
(act. IIB 283) etwas geändert respektive sich seither der Gesundheitszu-
stand und das funktionelle Leistungsvermögen des Beschwerdeführers 
(erheblich) verschlechtert haben könnte. Insbesondere ergibt sich derglei-
chen nicht aus dem Attest von Dr. med. F.________ vom 3. Februar 2022 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 13

(act. IIB 258 S. 2), worin der behandelnde Orthopäde dem Beschwerdefüh-
rer (weiterhin) eine 75% Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 7. Februar bis 
3. April 2022 bestätigte, hierfür jedoch keinerlei Begründung lieferte.

3.4 Demnach liegen insbesondere chronische Kniebeschwerden 
rechts und links sowie chronische Schulterbeschwerden beidseits vor. Die-
se beeinträchtigen die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer den Leiden 
angepassten Arbeit im Sinne einer körperlich sehr leichten, überwiegend 
sitzend zu verrichtenden Tätigkeit (bei Wechselbelastung ohne längeres 
Stehen und Gehen und wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 
5kg sowie ohne die Einnahme kniender und kauernder Positionen) jedoch 
nicht (act. IIB 245.1 S. 11). Bei einer medizinisch-theoretisch feststehenden 
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer andern als der angestammten Tätigkeit 
(S. 12) fehlt es am Tatbestandserfordernis einer andauernden 50%igen 
Arbeitsunfähigkeit und es besteht folglich bereits aus diesem Grund kein 
Anspruch auf (weitere) Integrationsmassnahmen gemäss Art. 14a IVG (vgl. 
E. 2.1 vorne).

3.5 Doch selbst wenn die spezifischen Anspruchsvoraussetzungen im 
Sinne von Art. 14a IVG erfüllt wären oder diese im Lichte von BGE 145 V 
209 (vgl. E. 3.1 vorne) nicht zur Anwendung gelangten, änderte sich am 
Ergebnis nichts: 

3.5.1 Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid mit der 
fehlenden subjektiven Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers 
und macht mit Beschwerdeantwort geltend, die sanktionsweise Einstellung 
der Eingliederungsmassnahmen sei unter den gegebenen Umständen trotz 
fehlender Durchführung eines weiteren Mahn- und Bedenkzeitverfahrens 
(vgl. E. 2.3.1 vorne) zulässig (vgl. S. 4, Ziff. 17). 

Aus den Akten folgt, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer 
mit Schreiben vom 8. Februar 2022 (act. IIB 260) ausdrücklich auf die 
Folgen fehlender zumutbarer Mitwirkung im Rahmen der 
Eingliederungsmassnahmen aufmerksam gemacht hatte. Dies, nachdem 
die Eingliederungs-fachperson anlässlich des Vorstellungsgesprächs beim 
Job Coach Placement der H.________ (nachfolgend JCP) dem 
Beschwerdeführer erklärt hatte, am Belastbarkeitsprofil gemäss Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 14

der MEDAS werde trotz seiner Weigerung, dieses anzuerkennen, auch 
nach Vorlage der (ohne jegliche Begründung versehenen) 
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Dr. med. F.________ vom 3. 
Februar 2022 (act. IIB 258 S. 2; vgl. E. 3.3 vorne) festgehalten (Protokoll, 
Eintrag vom 7. Februar 2022, S. 9). Allerdings war die konkrete 
Ausgestaltung der Eingliederungsmassnahme damals noch nicht bekannt 
bzw. begann das Aufbautraining effektiv erst knapp vier Monate später am 
2. Juni 2022 (act. IIB 269 S. 1). Ob die Beschwerdegegnerin unter diesen 
Umständen zur nochmaligen Durchführung des Mahn- und 
Bedenkzeitverfahrens trotz unverändertem Belastbarkeitsprofil verpflichtet 
gewesen wäre, ist dennoch fraglich, denn Sinn und Zweck des Mahn- und 
Bedenkzeitverfahrens ist es, die versicherte Person auf die möglichen 
nachteiligen Folgen ihres Widerstandes gegen Eingliederungsmassnahmen 
aufmerksam zu machen und sie so in die Lage zu versetzen, in Kenntnis 
aller wesentlichen Faktoren ihre Entscheidung zu treffen 
(BRUNNER/VOLLENWEIDER, a.a.O., N. 84 zu Art. 21 ATSG). Dies traf auf den 
Beschwerdeführer mit Blick auf das Schreiben vom 8. Februar 2022, des-
sen Erhalt er nicht bestreitet, ohne weiteres zu, zumal ihn die Eingliede-
rungsfachperson auch anlässlich des bereits erwähnten 
Vorstellungsgesprächs beim JCP ausdrücklich auf seine Schadenminde-
rungspflicht hingewiesen hatte (Protokoll, Eintrag vom 7. Februar 2022, S. 
9). Ob unter diesen Umständen von einer rechtsgenüglichen und einer die 
sanktionsweise Leistungseinstellung rechtfertigenden Durchführung des 
Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auszugehen ist, kann indes offen bleiben, 
da es – wie nachfolgend zu zeigen ist – ohnehin an der subjektiven Ein-
gliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers fehlt(e) und die Durch-
führung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens somit gar nicht erforderlich 
war (vgl. E. 2.3.2 vorne).  

Insoweit ergibt sich folgendes Bild: 

3.5.2

3.5.2.1 Die Experten der MEDAS stellten anlässlich ihrer Begutachtung 
Inkonsistenzen mit unterschiedlichen Befunden in verschiedenen 
Untersuchungssituationen und sehr unklar präsentierte Beschwerden fest 
(act. IIB 245.1 S. 11). Im Einzelnen gab der Beschwerdeführer gegenüber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 15

dem psychiatrischen Experten an, aufgrund der Kniebeschwerden könne er 
sich zurzeit kein höheres Pensum (als 35%) vorstellen, er würde jedoch 
gerne mehr arbeiten (act. IIB 245.4 S. 6). Gegenüber dem orthopädischen 
Gutachter äusserte er sich dahingehend, er wisse nicht, wieviel er 
angesichts der Schmerzen leisten könne; zurzeit gelinge nur die Ausübung 
eines Pensums von 20%. Eine Leistung von 100% sei beschwerdebedingt 
nicht vorstellbar (act. IIB 245.5 S. 3 f.). Auch anderweitig bekräftigte der 
Beschwerdeführer gegenüber den Gutachtern wiederholt, 
beschwerdebedingt maximal ein 30%-Pensum leisten zu können (vgl. act. 
IIB 245.3 S. 4; 245.4 S. 2). Daraus folgt, dass sich der Beschwerdeführer 
bereits im Rahmen der Administrativbegutachtung entgegen dem 
befundmässig objektiv begründbaren und einem 100%-Pensum 
entsprechenden Leistungspotential (vgl. E. 3.4 vorne) allein als 
niederschwellig arbeitsfähig erachtete. 

3.5.2.2 Sodann gab der Beschwerdeführer bereits anlässlich der von der 
B.________ per Ende Februar 2022 erfolgten Einstellung der 
Taggeldleistungen an, sich krank und nicht arbeitsfähig zu fühlen (act. IIB 
256.11 S. 1). Im Rahmen des Erstgesprächs mit der 
Eingliederungsfachperson der Beschwerdegegnerin vertrat der 
Beschwerdeführer den Standpunkt, nicht mehr im Vollpensum arbeitsfähig 
zu sein (act. IIB 251 S. 4). Dies bekräftigte er anlässlich des Gesprächs 
vom 7. Januar 2022, indem er gegenüber der Eingliederungsfachperson 
angab, die Einschätzung im Gutachten der MEDAS hinsichtlich der 
Arbeitsfähigkeit für falsch zu halten, dass Dr. med. F.________ ihm eine 
75%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt habe und er folglich nicht mehr als 
10 bis 15 Stunden pro Woche arbeiten könne. Auch hätten bereits die 
früher durchgeführten Eingliederungsmassnahmen nichts gebracht 
(Protokoll, Eintrag vom 7. Januar 2022, S. 7 f.). Auch beim 
Vorstellungsgespräch vom 7. Februar 2022 im JCP wirkte der 
Beschwerdeführer gemäss den Angaben der Eingliederungsfachperson 
"sehr klagend", wobei er erneut betont habe, mit den Ergebnissen gemäss 
Gutachten der MEDAS nicht einverstanden zu sein (vgl. E. 3.5.1 vorne). 
Dabei hatte der Beschwerdeführer mit dem vorgängig bzw. gleichentags 
(früh morgens) eingereichten Attest von Dr. med. F.________ vom 3. 
Februar 2022 (act. IIB 258), worin dieser bis zum 3. April 2022 (ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 16

stichhaltige Begründung) eine Arbeitsunfähigkeit von 75% bescheinigte 
(vgl. E. 3.3 vorne), offenkundig bezweckt, das Vorstellungsgespräch zu 
verhindern, was sich aus der entsprechenden E-Mail ergibt (act. IIB 258 
S. 1). Auch im weiteren Verlauf gestaltete sich die Zusammenarbeit 
zwischen der Eingliederungsfachperson und dem Beschwerdeführer 
kompliziert respektive war Letzterer trotz Aufforderung der 
Beschwerdegegnerin zur Kontaktaufnahme (act. IIB 265) nach den Akten 
kaum erreichbar (act. IIB 266 S. 1). Als am 5. Mai 2022 dennoch ein 
Vorstellungsgespräch bei der Abklärungsstelle D.________ AG zustande 
gekommen war, habe der Beschwerdeführer "immer nur erläutert, was 
nicht gehen würde und nicht, was noch möglich wäre" (Protokoll, Eintrag 
vom 5. Mai 2022, S. 10). Am 3. Juni 2022 – mithin nur ein Tag nach dem 
Beginn der Massnahme – brach der Beschwerdeführer das Aufbautraining 
eigenmächtig und ohne vorgängige Rücksprache mit der 
Beschwerdegegnerin ab (Protokoll, Einträge vom 7. Juni 2022, S. 11 f.). 

3.5.2.3 Unter diesen Umständen trifft die Schlussfolgerung der 
Beschwerdegegnerin, wonach es dem Beschwerdeführer am subjektiven 
Eingliederungswillen mangelt(e), ohne weiteres zu, zeigte er doch keinerlei 
Bereitschaft und Motivation, aktiv an (den) Eingliederungsmassnahmen 
teilzunehmen. 

3.5.3 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, dringt nicht durch: 

So macht er geltend, die beim Aufbautraining durchgeführte Tätigkeit in der 
… der Abklärungsstelle D.________ AG abgebrochen zu haben, weil er 
grosse Schmerzen gehabt habe und schnell müde geworden sei. Im Vor-
bescheidverfahren brachte er vor, er sei wegen starken Schmerzen "im 
Knie und den Hüften" nicht mehr fähig gewesen, die Arbeit fortzusetzen 
(act. IIB 275 S. 1). 

Wie in E. 2.2 gezeigt, gilt nach Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Ein-
gliederung der versicherten Person dient, als zumutbar. Ausgenommen 
sind einzig Massnahmen, die dem Gesundheitszustand nicht angemessen 
sind. Dass die Massnahme der Eingliederung grundsätzlich diente, 
bestätigt letztlich auch der Beschwerdeführer selber, wenn er deren noch-
malige Durchführung – wenngleich bei einem anderen Arbeitgeber – bean-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 17

tragt. Massstab für die Massnahme bildet jedoch die objektive Zumutbarkeit 
und nicht – wovon der Beschwerdeführer auszugehen scheint, wenn er die 
Durchführung des Aufbautrainings mittels ihm zusprechender Tätigkeiten 
verlangt (act. IIB 275 S. 1) – die subjektive Leistungsbereitschaft. Soweit er 
sodann vorbringt, das angeordnete Aufbautraining sei dem Gesundheitszu-
stand nicht angemessen gewesen, so ist zunächst darauf hinzuweisen, 
dass er seine obstruktive Haltung bereits lange Zeit vor der Anordnung der 
konkreten Massnahme bei der Abklärungsstelle D.________ AG an den 
Tag gelegt hatte und sich sein mangelnder subjektiver Eingliederungswille 
(trotz einzelner anderslautender verbaler Bekundungen) in genereller Wei-
se manifestierte und sich nicht allein auf die von ihm beanstandete Mass-
nahme bezog (vgl. E. 3.5.2.2 vorne). Im Übrigen erschöpfen sich seine 
Vorbringen in der pauschalen Behauptung, aufgrund von Beschwerden an 
der Arbeit gehindert worden zu sein, wobei er nicht konkretisiert, welche 
Tätigkeiten und Verrichtungen zu Schmerzen führten. Insbesondere legt 
der Beschwerdeführer keine Dokumente vor, welche die subjektiven 
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig 
feststellbare Befunde hinreichend erklären oder konkret aufzeigen, weshalb 
die im Rahmen der Massnahmen verrichteten Tätigkeiten dem 
funktionellen Leistungsvermögen nicht entsprachen (vgl. E. 3.4 vorne). Im 
Gutachten der MEDAS wurde die Sinnhaftigkeit von 
Eingliederungsmassnahmen denn auch einzig von der Motivation des 
Beschwerdeführers abhängig gemacht, in einer angepassten Tätigkeit in 
dem ihm zumutbaren Ausmass arbeiten zu wollen (act. IIB 245.1 S. 12). 
Anders gewendet erachteten die Experten die Durchführung 
entsprechender Massnahmen aus medizinischer Sicht ohne weiteres als 
zumutbar, was bei (hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit) gegebener 
100%iger Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht und dem Fehlen einer 
psychischen Problematik (act. IIB 245.4 S. 5) denn auch ohne weiteres 
überzeugt. Somit vermag der (beweisbelastete) Beschwerdeführer die 
Unzumutbarkeit der mit Mitteilungen vom 17. Mai 2022 angeordneten und 
mittels Verfügung vom 19. Oktober 2022 wieder aufgehobenen 
Massnahmen nicht darzutun (vgl. E. 2.2 vorne). 

3.6 Demnach hat die Beschwerdegegnerin zu Recht einen weiteren 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen verneint. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 18

Leistungseinstellung erweist sich unter den gegebenen Umständen ohne 
weiteres als verhältnismässig (vgl. E. 2.3.3 vorne). 

3.7 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 19. Okto-
ber 2022 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei 
diesem Ausgang des Verfahrens der unterliegende Beschwerdeführer zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Diese werden dem 
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- entnommen, die Restanz von 
Fr. 300.-- sind dem Beschwerdeführer nach Rechtskraft des vorliegenden 
Entscheids zurückzuerstatten.

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialver-
sicherungsträgerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. 
dazu auch BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- entnommen. Der Restbetrag von Fr. 300.-- wird dem Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 19

schwerdeführer nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheids zurück-
erstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Feb. 2023, IV/22/654, Seite 20

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.