# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77a77e8a-d4d7-54ef-a6d9-bd876b34376e
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-03-06
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 06.03.2008 RR.2008.12
**Docket/Reference:** RR.2008.12
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2008-12_2008-03-06

## Full Text

Auslieferung an die Türkei
Beschwerde gegen Auslieferungsentscheid (Art. 55 Abs. 1 IRSG), unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG);;Auslieferung an die Türkei
Beschwerde gegen Auslieferungsentscheid (Art. 55 Abs. 1 IRSG), unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG);;Auslieferung an die Türkei
Beschwerde gegen Auslieferungsentscheid (Art. 55 Abs. 1 IRSG), unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG);;Auslieferung an die Türkei
Beschwerde gegen Auslieferungsentscheid (Art. 55 Abs. 1 IRSG), unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG)

Entscheid vom 6. März 2008 
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Giorgio Bomio,  
Gerichtsschreiberin Brigitte Brun  

   
 
Parteien 

  
A., z.Zt. in Auslieferungshaft, vertreten durch Advokat 
Marco Albrecht,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, FACHBEREICH AUS-
LIEFERUNG,  

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Auslieferung an die Türkei  
 
Beschwerde gegen Auslieferungsentscheid (Art. 55 
Abs. 1 IRSG), unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 
Abs. 1 und 2 VwVG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2008.12 / RP.2008.4 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Sachverhalt: 
 

A. Der türkische Staatsangehörige A. wurde mit Abwesenheitsurteil des 
Schwurgerichtes in Bolvadin (Türkei) am 23. Juni 2006 wegen Urkunden-
fälschung rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren, 3 Monaten 
und 15 Tagen verurteilt. Genanntes Urteil wurde mit Beschluss des zustän-
digen Kassationsgerichtes vom 20. Dezember 2006 bestätigt und für 
rechtskräftig erklärt. Mit Note vom 31. Mai 2007, ergänzt am 27. September 
2007, ersuchte die türkische Botschaft in Bern namens der Oberstaatsan-
waltschaft der Republik Emirdag um Auslieferung von A. im Hinblick auf die 
Vollstreckung dieser Freiheitsstrafe (vgl. act. 4.1 und 4.2). 
 
Am 19. Oktober 2007 erliess das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") 
gegen A. einen Auslieferungshaftbefehl und beauftragte die Staatsanwalt-
schaft Basel-Stadt mit dem Vollzug. Am 26. Oktober 2007 wurde der Be-
schwerdeführer verhaftet, der Haftbefehl wurde ihm gleichentags eröffnet 
(vgl. act. 4.6). 
 
Die gegen diesen Auslieferungshaftbefehl erhobene Beschwerde wurde 
vom Bundesstrafgericht mit Entscheid vom 27. November 2007 
(TPF RR.2007.174) abgewiesen. 
 
 

B. Mit Note vom 20. November 2007 ersuchte das BJ die türkische Botschaft 
in Bern um diverse ergänzende Auskünfte bezüglich Wahrung der Verteidi-
gungsrechte des Beschwerdeführers anlässlich des Abwesenheitsverfah-
rens (act. 4.9). Mit Note vom 30. November 2007 wurden die seitens der 
türkischen Behörden diesbezüglich erteilten Auskünfte übermittelt 
(act. 4.11). 
 
 

C. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2007 bewilligte das BJ die Auslieferung 
von A. an die Türkei für die dem Auslieferungsersuchen der türkischen Bot-
schaft in Bern vom 31. Mai 2007, ergänzt am 27. September 2007 und 30. 
November 2007, zugrunde liegenden Straftaten (act. 4.13). 

Gegen den Auslieferungsentscheid erhebt A. bei der II. Beschwerdekam-
mer des Bundesstrafgerichts mit Eingabe vom 21. Januar 2008 Beschwer-
de mit den folgenden Rechtsbegehren (act. 1, S. 2): 

 

- 3 - 

 

 

"1. Der Auslieferungsentscheid des Bundesamtes für Justiz vom 20. Dezember 
2007 sei aufzuheben. 

 2. Unter o/e Kostenfolge, wobei dem Beschwerdeführer eine angemessene Par-
teientschädigung zuzusprechen sei. In jedem Fall sei ihm die unentgeltliche 
Prozessführung zu bewilligen." 

 
Das BJ beantragt in seiner Vernehmlassung vom 25. Januar 2008 die Ab-
weisung der Beschwerde, unter Kostenfolge (act. 4). 
 
Mit Replik vom 7. Februar 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen An-
trägen fest (act. 6). Auf Duplik wird mit Eingabe vom 12. Februar 2008 ver-
zichtet (act. 8).  
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 
 
 
 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. Für den Auslieferungsverkehr und die vorläufige Auslieferungshaft zwi-
schen der Schweiz und der Türkei sind primär das Europäische Ausliefe-
rungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) sowie 
das zu diesem Übereinkommen am 17. März 1978 ergangene zweite Zu-
satzprotokoll (2. ZP; SR 0.353.12) massgebend. Wo Übereinkommen und 
Zusatzprotokoll nichts anderes bestimmen, findet auf das Verfahren der 
Auslieferung und der vorläufigen Auslieferungshaft ausschliesslich das 
Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 EAUe), vorliegend also 
das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in 
Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 
über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11; vgl. Art. 1 
Abs. 1 lit. a IRSG; BGE 132 II 81 E. 1.1; 130 II 337 E. 1, je m.w.H.). Das in-
nerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur 
Anwendung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Auslieferung 
stellt (BGE 129 II 462 E. 1.1; 122 II 140 E. 2). 

 
 
2. Gegen Auslieferungsentscheide des BJ ist die Beschwerde an die II. Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 25 Abs. 1 IRSG; Art. 9 Abs. 3 des Reglements für das Bundesstrafge-
richt; SR 173.710). Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit der Eröffnung 
des Auslieferungsentscheides einzureichen (Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. 

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Art. 50 Abs. 1 VwVG). Der Auslieferungsentscheid vom 20. Dezember 
2007 wurde vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Januar 2008 frist-
gerecht angefochten. Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten. 

 

3.  
3.1 Nach Massgabe des EAUe sind die Vertragsparteien grundsätzlich ver-

pflichtet, einander Personen auszuliefern, die von den Justizbehörden des 
ersuchenden Staates wegen einer strafbaren Handlung verfolgt oder zur 
Vollstreckung einer Strafe oder einer sichernden Massnahme gesucht wer-
den (Art. 1 EAUe). Auszuliefern ist wegen Handlungen, die sowohl nach 
dem Recht des ersuchenden als auch nach demjenigen des ersuchten 
Staates mit einer Freiheitsstrafe oder die Freiheit beschränkenden sichern-
den Massnahme im Höchstmass von mindestens einem Jahr oder einer 
schwereren Strafe bedroht sind. Ist im Hoheitsgebiet des ersuchenden 
Staates eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe erfolgt, so muss deren 
Mass mindestens vier Monate betragen (Art. 2 Ziff. 1 EAUe).  

 
3.2 Die genannten Auslieferungsvoraussetzungen des EAUe sind im vorlie-

genden Fall grundsätzlich erfüllt. Das Ersuchen stützt sich auf ein Abwe-
senheitsurteil des Schwurgerichtes in Bolvadin vom 23. Juni 2006 mit wel-
chem der Beschwerdeführer wegen Urkundenfälschung zu einer Freiheits-
strafe von 7 Jahren, 3 Monaten und 15 Tagen verurteilt wurde. Genanntes 
Urteil wurde mit Beschluss des zuständigen Kassationsgerichtes vom 
20. Dezember 2006 bestätigt und für rechtskräftig erklärt. Gegen diesen 
Beschluss existiert kein ordentliches Rechtsmittel mehr; das Urteil vom 
23. Juni 2006 ist somit vollstreckbar (vgl. Auslieferungsersuchen vom 
31. Mai 2007, act. 4.1, Schreiben des Schwurgerichtes Bolvadin vom 
23. November 2007, act. 4.11). Im Rechtshilfeersuchen wird dargelegt, der 
Beschwerdeführer sei verurteilt worden, weil er als Betreiber einer Apothe-
ke zusammen mit seinem Bruder im Zeitraum vom 1. Februar 1997 bis zum 
4. November 1998 unter Bereicherungsabsicht ärztliche Rezepte gefälscht 
und diese anschliessend einer Sozialversicherungsanstalt vorgelegt habe, 
welche ihm wiederum für die angeblich verschriebenen Medikamente Geld 
zurückerstattet habe. Die Sachdarstellung des Ersuchens erfüllt die formel-
len Voraussetzungen von Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe. Das dem Beschwerde-
führer vorgeworfene Verhalten kann gemäss schweizerischem Recht unter 
die Tatbestände des Betruges gemäss Art. 146 StGB und der Urkundenfäl-
schung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB subsumiert werden, offensichtliche 
Fehler, Lücken oder Widersprüche sind nicht ersichtlich (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1; BGE 132 II 81 

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E. 2.7.2, je m.w.H.; PETER POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe 
in Strafsachen, Basel/Genf/München 2001, Rz. 237 f.; ROBERT ZIMMER-
MANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 2. Aufl., 
Bern 2004, Rz. 357 f.).  

 
Das Auslieferungsverfahren dient nicht der nachträglichen Überprüfung der 
Beweiswürdigung rechtskräftiger Strafurteile durch den Rechtshilferichter. 
Dieser hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch 
keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sach-
verhaltsdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offen-
sichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird (vgl. 
BGE 132 II 81 E. 2.1; 125 II 250 E. 5b; Urteil des Bundesgerichts 
1A.2/2004 vom 6. Februar 2004, E. 2, je m.w.H.). Dies gilt umso mehr, 
wenn - wie vorliegend - bereits ein rechtskräftiges Strafurteil der Justizbe-
hörden des ersuchenden Staates vorliegt.  
 
 

4.  
4.1 Der Beschwerdeführer rügt in Bezug auf das in Bolvadin ergangene Urteil 

vom 23. Juni 2006 und den dieses bestätigenden Beschluss des Kassati-
onsgerichtes vom 20. Dezember 2006, dass die Verfahren in seiner Abwe-
senheit durchgeführt worden seien. Die Angaben über die Rechtskraft des 
Urteils seien widersprüchlich, diese sei offensichtlich auch auf keinem der 
Urteile vermerkt. Der Beschluss des Kassationsgerichtes sei weder dem 
Vertreter des Beschwerdeführers noch diesem persönlich zugestellt wor-
den. Unter diesen Umständen sei es dem Beschwerdeführer bzw. seinem 
Vertreter nicht möglich gewesen, rechtzeitig ein ordentliches Rechtsmittel 
zu ergreifen. Sodann könne er im Falle einer Auslieferung eventuell keine 
Wiederaufnahme des Verfahrens mehr verlangen, weshalb der zusätzliche 
Ausschluss eines ordentlichen Rechtsmittels keinesfalls haltbar sei. Dieses 
Verfahren entspreche und genüge den rechtsstaatlichen Prinzipien nicht 
(act. 1, S. 3 f. Ziff. 3 - 5).  

 
4.2 Gestützt auf Art. 3 des 2. ZP zum EAUe kann die ersuchte Vertragspartei 

die Auslieferung zur Vollstreckung eines Abwesenheitsurteils ablehnen, 
wenn nach ihrer Auffassung in dem diesem Urteil vorangegangenen Ver-
fahren nicht die Mindestrechte der Verteidigung gewahrt worden sind, die 
anerkanntermassen jedem einer strafbaren Handlung Beschuldigten zuste-
hen. Die Auslieferung wird jedoch bewilligt, wenn die ersuchende Vertrags-
partei eine als ausreichend erachtete Zusicherung gibt, der Person, um de-
ren Auslieferung ersucht wird, das Recht auf ein neues Gerichtsverfahren 
zu gewährleisten, in dem die Rechte der Verteidigung gewahrt werden (vgl. 

- 6 - 

 

 

auch Art. 37 Abs. 2 IRSG). Nach der Praxis des Bundesgerichts und des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sind Abwesenheitsurteile 
grundsätzlich zulässig, sofern der in Abwesenheit Verurteilte (auch nach 
Eintritt der Vollstreckungsverjährung) die Aufhebung des Kontumazialurtei-
les und die Durchführung des ordentlichen Verfahrens (Wiederaufnahme), 
in dem die Rechte der Verteidigung gewahrt werden, verlangen kann (Ur-
teile des Bundesgerichts 1A.135/2005 vom 22. August 2005, E. 3.1; 
1A.150/2002 vom 4. September 2002, E. 3.3; BGE 129 II 56 E. 6.2; 127 I 
213 E. 3a; 126 I 36 E. 1a; 122 I 36 E. 2; 122 IV 344 E. 3c und 5c; 117 Ib 
337 E. 5a-b, je m.w.H.). Nach Ablauf der für die ordentlichen Rechtsmittel 
geltenden Fristen wird das Abwesenheitsurteil lediglich auflösend bedingt - 
unter Vorbehalt der Wiederaufnahme - rechtskräftig (BGE 122 IV 344 
E. 3a).  

Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 UNO-Pakt II (SR 0.123.2) und Art. 29 Abs. 2 BV 
gewähren einem in Abwesenheit Verurteilten jedoch kein bedingungsloses 
Recht, eine Neubeurteilung zu verlangen. Eine solche kann von der Einhal-
tung bestimmter Formen und Fristen seitens des Gesuchstellers abhängig 
gemacht werden. Ferner ist es mit den prozessualen Grundrechten verein-
bar, wenn eine Wiederaufnahme deswegen abgelehnt wird, weil der in Ab-
wesenheit Verurteilte sich geweigert hat, an der Gerichtsverhandlung teil-
zunehmen oder die Unmöglichkeit, dies zu tun, selbst verschuldet hat. Je-
doch kann selbst ein in Abwesenheit Verurteilter, der auf sein Anwesen-
heitsrecht verzichtet hat, Anspruch auf eine Neubeurteilung haben, nämlich 
wenn er nie wirksam verteidigt worden ist. Die minimalen Verteidigungs-
rechte des abwesenden Angeklagten sind gewahrt, wenn er an der Ge-
richtsverhandlung durch einen frei gewählten Verteidiger vertreten wurde, 
der sich an der Verhandlung beteiligen und Anträge stellen konnte. Dies-
falls besteht kein Anlass für die Ablehnung der Auslieferung oder die Einho-
lung einer Zusicherung nach Art. 3 des 2. ZP zum EAUe beim ersuchenden 
Staat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.261/2006 vom 9. Januar 2007, 
E. 3.2; BGE 129 II 56 E. 6.2 und 6.3, 127 I 213 E. 4, je m.w.H.).  

Bei der Beurteilung der Frage, ob im ausländischen Abwesenheitsverfah-
ren die Mindestrechte der Verteidigung gewahrt worden sind, verfügen die 
Rechtshilfebehörden des ersuchten Staates über einen erheblichen Er-
messensspielraum. Die Frage ist nach Massgabe der konkreten Umstände 
des Einzelfalles zu prüfen (vgl. BGE 117 Ib 337 E. 5c).  

 

4.3 Der Beschwerdeführer wurde am 23. Juni 2006 durch das erstinstanzliche 
Schwurgericht in Bolvadin in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe von 

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7 Jahren, 3 Monaten und 15 Tagen verurteilt. Dieses Urteil wurde aufgrund 
der durch den Verteidiger des Beschwerdeführers erhobenen Beschwerde 
mit Beschluss des zuständigen Kassationsgerichtes vom 20. Dezember 
2006 bestätigt und für rechtskräftig erklärt. Aus dem Ergänzungsersuchen 
vom 27. September 2007 (act. 4.2) ist ersichtlich, dass das Gerichtsverfah-
ren gegen den Beschuldigten im Jahre 1999 eingeleitet wurde. Am 10. Juni 
1999 beauftragte der Beschwerdeführer Rechtsanwalt B. mit der Wahrung 
seiner Interessen. In der Folge nahm er zusammen mit seinem Verteidiger 
an der ersten Gerichtsverhandlung vom 24. November 1999 teil. Obwohl 
dem Beschwerdeführer damals der nächste Verhandlungstermin mitgeteilt 
wurde, nahm er an den folgenden Gerichtsverhandlungen nicht mehr teil 
und verliess seinen damaligen Wohnsitz bzw. Aufenthaltsort trotz Kenntnis 
des hängigen Strafverfahrens ohne entsprechende Meldung an die Behör-
den. Sein neuer Aufenthaltsort konnte durch das Gericht nicht in Erfahrung 
gebracht werden, alle Fahndungsmassnahmen verliefen offensichtlich er-
gebnislos. Der Beschwerdeführer wurde jedoch an sämtlichen Gerichtsver-
handlungen auf seine Anweisungen hin durch seinen Verteidiger B. vertre-
ten. Dieser reichte namens des Beschwerdeführers Beweismittel ein, erhob 
Beschwerde gegen den Haftbefehl und legte schliesslich auch Berufung 
gegen das ihm am 18. Juli 2006 zugestellte erstinstanzliche Urteil des 
Schwurgerichtes Bolvadin vom 23. Juni 2006 beim Kassationsgericht ein. 
Den mit Note vom 30. November 2007 seitens der türkischen Behörden 
übermittelten ergänzenden Auskünften (act. 4.11) ist sodann zu entneh-
men, dass die Berufung des Beschwerdeführers durch Beschluss des Kas-
sationsgerichtes abgewiesen und das erstinstanzliche Urteil als rechtskräf-
tig und vollstreckbar erklärt wurde. Gemäss türkischem Gesetz ist die Zu-
stellung eines das erstinstanzliche Urteil bestätigenden Beschlusses des 
Kassationsgerichtes grundsätzlich nicht vorgesehen. Gegen solche Be-
schlüsse besteht sodann auch nur ein ausserordentliches Rechtsmittel, 
dessen Einlegung  - die vorliegend durch den Verteidiger des Beschuldig-
ten erfolgte - die Vollstreckung des Urteiles indessen nicht hemmt.  

Wie in Erwägung 4.2 hievor ausgeführt, ist die Auslieferung zur Vollstrek-
kung eines Abwesenheitsurteiles unter gewissen Voraussetzungen grund-
sätzlich zulässig. Eine Verletzung der minimalen Verteidigungsrechte des 
Beschwerdeführers ist vorliegend nicht ersichtlich. Dieser war während des 
gesamten Straf- und Gerichtsverfahrens von einem frei gewählten Rechts-
anwalt verteidigt. Auch nahm der Beschwerdeführer an einer Gerichtssit-
zung teil und konnte sich daher zumindest einmal persönlich vor der urtei-
lenden Behörde äussern. Aufgrund der Akten ist weiter davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer seine Abwesenheit bei der Hauptverhandlung 
zumindest mitverschuldet hat, indem er dem Gericht seinen Wohnsitz-
wechsel nicht gehörig mitgeteilt hatte. Das erstinstanzliche Urteil wurde 

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dem Verteidiger offensichtlich gesetzeskonform zugestellt, so dass dieser 
fristgerecht Berufung, mithin ein ordentliches Rechtsmittel gegen den Ent-
scheid einlegen konnte. Das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers wur-
de somit gewährt und die Verteidigungsmöglichkeiten auch genutzt. Im 
Lichte der hievor angeführten Rechtsprechung besteht deshalb vorliegend - 
selbst wenn der Beschwerdeführer in der Türkei eventuell keine Wieder-
aufnahme des Verfahrens mehr verlangen kann - kein Grund zur Ableh-
nung der Auslieferung oder zur Einholung einer Zusicherung gemäss Art. 3 
des 2. ZP zum EAUe.  

Die Beschwerde ist demnach unbegründet und abzuweisen. 

 

5. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm die unentgeltliche Prozessfüh-
rung zu bewilligen (RP.2008.4; act. 1, S. 2). Anlässlich der Beschwerde 
gegen den Auslieferungshaftbefehl vom 19. Oktober 2007 (RR.2007.174) 
wurde der Beschwerdeführer bereits aufgefordert, sein Gesuch zu begrün-
den bzw. das Formular betreffend unentgeltliche Rechtspflege auszufüllen 
und dem Gericht inklusive der erforderlichen Dokumente einzureichen. Im 
vorliegenden Verfahren werden diese Akten von Amtes wegen beigezogen 
(Verfahren RR.2007.174, act. 4.1 - 4.11). 

5.1 In Anwendung von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG befreit die 
II. Beschwerdekammer eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern ihr Be-
gehren nicht aussichtslos erscheint und bestellt dieser einen Anwalt, wenn 
es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. 
Art. 30 lit. b SGG). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind Pro-
zessbegehren als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten be-
trächtlich geringer erscheinen als die Verlustgefahren und die deshalb 
kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren 
nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren 
ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. 
Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel ver-
fügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
würde. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt 
sich nach den Verhältnissen zur Zeit, zu der das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege gestellt wird (BGE 129 I 129 E. 2.3.1; 128 I 225 E. 2.5.3; 124 
I 304 E. 2c).  

5.2 Die vorliegende Beschwerde muss als offensichtlich unbegründet und dem-
nach aussichtslos qualifiziert werden. Aufgrund der gesetzlichen Regelung 
und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung musste dem Beschwerdefüh-

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rer und seinem Rechtsvertreter von Anfang an bewusst sein, dass eine 
Auslieferung zur Vollstreckung eines Abwesenheitsurteiles zulässig ist und 
von der Schweiz auch ohne Zusicherung der ersuchenden Behörden be-
züglich Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Verfahrens gewährt wird, 
sofern aufgrund des Auslieferungsersuchens bzw. der allfälligen Ergänzun-
gen dazu keine Zweifel bestehen, dass dem Auszuliefernden im ausländi-
schen Strafverfahren die minimalen Verteidigungsrechte gewährt wurden. 
Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen (siehe Ziff. 4 hievor) waren 
diese Voraussetzungen vorliegend offensichtlich erfüllt. Zudem hatte der 
Beschwerdeführer die Abwesenheit an der Gerichtsverhandlung selber 
(mit-) zu verantworten. Die Chance des Beschwerdeführers mit seinem 
Prozessbegehren durchzudringen, war deshalb bei Erhebung der Be-
schwerde als wesentlich geringer einzustufen als die Gefahr eines Unter-
liegens. Es kann somit offen bleiben, ob der Beschwerdeführer tatsächlich 
als bedürftig zu gelten hat. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung 
ist abzuweisen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist jedoch bei 
der Festsetzung der Gerichtsgebühr angemessen Rechnung zu tragen 
(Art. 63 Abs. 4bis VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG). 

 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG). Die Zuständigkeit 
des Bundesstrafgerichts zur Regelung der Gerichtsgebühren, welche in 
Art. 63 Abs. 5 VwVG nicht ausdrücklich vorbehalten wurde, ergibt sich aus 
Art. 15 Abs. 1 lit. a SGG (vgl. TPF RR.2007.6 vom 22. Februar 2007, E. 5). 
Die Gerichtsgebühr berechnet sich in Anwendung von Art. 3 des Regle-
ments vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundes-
strafgericht (SR 173.711.32) und ist vorliegend auf Fr. 1'500.-- festzuset-
zen. 

 
 

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Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 
3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 6. März 2008 
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Advokat Marco Albrecht 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).