# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba672ba2-3952-5fe8-a910-669af8790009
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 15.05.2017 SK1 2016 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2016-20_2017-05-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 15. Mai 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 16 20 [nicht mündlich eröffnet] 02. August 2017

(Mit Urteil 6B_1000/2017 vom 25. Oktober 2017 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Brunner
Richter Michael Dürst und Meisser
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Angelegenheit

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, 

sowie

des X._____, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti, Schulstrasse 1, Postfach 115, 7302 Lan-
dquart,

gegen

das Urteil des Bezirksgericht Plessur vom 17. Februar 2016, mitgeteilt am 2. Mai 
2016,

betreffend Brandstiftung etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____ 1992 in O.1_____ als drittes Kind von A._____ 
und AA._____ geboren. Am _____ 1996 wurde die Ehe der Eltern gerichtlich ge-
schieden und A._____ das alleinige Sorgerecht für die Kinder zugesprochen. Sie 
zog in der Folge ohne ihre Kinder nach O.2_____. Daraufhin entzog ihr die Vor-
mundschaftsbehörde des Kreises O.1_____ mit Beschluss vom 22. Mai 1996 die 
elterliche Obhut über ihre Kinder, platzierte diese bei der Grossmutter mütterli-
cherseits, B._____, und ernannte diese gleichzeitig zur Beiständin der Kinder. Am 
2. Oktober 2001 wurde das beistandschaftliche Mandat von B._____ auf C._____ 
von der Amtsvormundschaft O.1_____ übertragen. Mit Beschluss vom 24. August 
2010 hob die Vormundschaftsbehörde des Kreises O.1_____ die für X._____ an-
geordnete Beistandschaft unter Genehmigung des Schlussberichts und der 
Schlussrechnung von C._____ auf und entliess diesen als Beistand von X._____. 
Gleichzeitig entmündigte sie X._____ und errichtete für ihn eine Vormundschaft 
auf eigenes Begehren (Art. 372 StGB). Zum Vormund wurde sein bisheriger Bei-
stand, C._____, ernannt.

Nachdem X._____ in O.1_____ während knapp fünf Jahren die Kleinklasse der 
Primarschule besucht hatte, musste er sich im März 2004 wegen Verhaltensauffäl-
ligkeiten und Konzentrationsproblemen in psychiatrische Behandlung begeben. 
Wegen anhaltender verschiedener Halluzinationen und Verfolgungsideen wurde er 
daraufhin im Kinderspital in O.1_____ hospitalisiert. Nach zwei Einschulungsver-
suchen in der Sonderschule im Therapiehaus Fürstenwald in O.1_____ musste er 
sich jeweils einer stationären psychiatrischen Behandlung in der Kinder- und Ju-
gendpsychiatrischen Klinik D._____ unterziehen. Anschliessend wurde er in der 
Psychiatrischen Klinik E._____ in O.1_____ untergebracht, bevor er sich vom 20. 
Juli 2006 an während zehn Monaten auf einem Jugendschiff der pädagogischen 
Institution „F._____“ im Mittelmeer aufhielt. Nachdem dieser Aufenthalt abgebro-
chen werden musste, wurde X._____ vorübergehend in die Psychiatrische Klinik 
E._____ eingewiesen. Anschliessend wurde er in der pädagogischen Institution 
„G._____“ untergebracht. Wegen akutem psychotischem Geschehen wurde er 
anschliessend wieder in die Psychiatrische Klinik E._____ zurückversetzt. Es folg-
ten Platzierungsversuche im Kinder- und Jugendwohnheim „H._____“ in O.3_____ 
und im April 2009 in der Sozialpädagogisch-Psychiatrischen Modellstation I._____ 
in O.6_____. Da X._____ den dortigen Mindestanforderungen nicht genügte, wur-
de er auf Empfehlung der Modellstation I._____ mit Beschluss der Vormund-
schaftsbehörde des Kreises O.1_____ vom 8. September 2009 am 17. September 

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2009 per fürsorgerischem Freiheitsentzug zur weiteren Behandlung ins Psychia-
triezentrum J._____ eingewiesen, wo er sich bis zum 5. Januar 2010 aufhielt. Mit 
Verfügung der Jugendanwaltschaft Graubünden vom 8. Januar 2010 wurde 
X._____ gestützt auf Art. 9 und 10 JStG zur Beobachtung und gerichtsärztlichen 
Untersuchung in die geschlossene Abteilung der Psychiatrischen Klinik E._____ 
eingewiesen. Nach wiederholten Entweichungen und der Verübung von Vermö-
gensdelikten wurde X._____ mit Entscheid des Haftrichters vom 2. September 
2010 in Untersuchungshaft gesetzt. Die Suche nach einer für X._____ geeigneten 
Institution verlief in der Folge erfolglos. Am 27. Oktober 2010 wurde X._____ 
schliesslich aus der Untersuchungshaft entlassen und gleichentags mittels vor-
sorglicher Verfügung bei der Stiftung K._____ bzw. bei deren Partnerfamilie 
L._____ in O.4_____ untergebracht. Da er von dort mehrmals entwichen ist, wur-
de er am 18. November 2010 erneut in Untersuchungshaft gesetzt. Mit Verfügung 
vom 3. Dezember 2010 ordnete das Bezirksgericht Plessur die Sicherheitshaft in 
der JVA M._____ in O.1_____ an, welche mit Verfügung vom 21. Dezember 2010 
aufrechterhalten wurde. Am 10. Januar 2011 wurde X._____ vorübergehend in 
das Gefängnis N._____ nach O.5_____ verlegt. Aufgrund selbstgefährdender 
Drohungen musste X._____ aber bereits am 14. Januar 2011 in die Psychiatrische 
Universitätsklinik O.5_____ versetzt werden, wo er sich bis zum 24. Januar 2011 
aufhielt. Nach einer kurzfristigen Rückversetzung ins Gefängnis N._____ musste 
X._____ am 25. Januar 2011 erneut in die Psychiatrische Universitätsklinik 
O.5_____ verlegt werden. Am 10. Februar 2011 wurde er wieder in die Kantonale 
Psychiatrische Klinik E._____ nach O.1_____ zurückverlegt. Am 15. Februar 2011 
entwich er ein erstes Mal, wurde aber gleichentags von seiner Grossmutter wieder 
auf die Station zurückgebracht. In der Nacht vom 26./27. Februar 2011 erfolgte 
gemeinsam mit einem Mitpatienten eine zweite Entweichung. X._____ meldete 
sich in der gleichen Nacht wieder zurück und wurde in der Folge notfallmässig auf 
die geschlossene Station P._____ der Klinik Q._____ verlegt. Am 9. März 2011 
wurde er in die JVA M._____ nach O.1_____ versetzt. Die gegenüber X._____ 
angeordnete Unterbringung gemäss Art. 15 Abs. 2 JStG wurde alsdann per 14. 
März 2011 aufgehoben, worauf er gleichentags als Erwachsener festgenommen 
und nachfolgend gemäss Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 15. 
März 2011 in Untersuchungshaft versetzt wurde. Am 9. September 2011 wurde er 
in der JVA M._____ in O.1_____ in den vorzeitigen Massnahmenvollzug versetzt. 
Am 2. Dezember 2011 wurde X._____ vom Bezirksgericht Plessur wegen Raubes 
mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten bestraft, unter Anrechnung der erstande-
nen Untersuchungshaft von 179 Tagen. Zudem ordnete das Gericht eine stationä-
re therapeutische Behandlung im Sinne von Art. 61 StGB an. Nachdem für 

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X._____ mehrere Absagen eingegangen waren, konnte er am 14. Februar 2012 in 
das Massnahmenzentrum R._____ versetzt werden. Bereits in der Nacht vom 14. 
auf den 15. Februar 2012 musste er zur Krisenintervention in die Kantonale 
Psychiatrische Klinik in S._____ verlegt werden. Nach mehreren Entweichungen 
war das Massnahmenzentrum R._____ nicht mehr bereit, X._____ aufzunehmen, 
weshalb er am 23. März 2012 in die JVA M._____ zurückverlegt wurde. Am 16. 
April 2012 verfügte das Amt für Justizvollzug Graubünden die Aufhebung der an-
geordneten stationären Massnahme. Mit selbständigem nachträglichem Entscheid 
vom 17. April 2012 ordnete das Bezirksgericht Plessur den Vollzug der aufge-
schobenen Freiheitsstrafe von 10 Monaten an. Zufolge Verbüssung der Strafe 
wurde X._____ auf freien Fuss gesetzt.

Am 7. September 2012 trat X._____ eine vom Untersuchungsamt Altstätten aus-
gesprochene Freiheitsstrafe von drei Monaten im Gefängnis O.7_____ an. Bereits 
am 8. September 2012 musste er im Rahmen einer Krisenintervention in die Kan-
tonale Psychiatrische Klinik T._____ eingewiesen werden. Von dort flüchtete er 
am 10. September 2012 unter Gebrauch eines Messers. Am 11. September 2012 
wurde er wieder festgenommen und in die Strafanstalt U._____ versetzt. Am 12. 
September 2012 musste er notfallmässig in die Kantonale Psychiatrische Klinik 
R._____ eingewiesen werden. Anschliessend wurde er am 21. September 2012 
ins Regionalgefängnis R._____ verlegt, von wo er wiederum zweimal in die Kan-
tonale Psychiatrische Klinik R._____ versetzt werden musste. Im Anschluss an 
den Strafvollzug im Kanton K.1_____ wurde X._____ am 5. Dezember 2012 in 
Untersuchungshaft in die JVA M._____ versetzt und danach in den vorzeitigen 
Massnahmenvollzug in die Klinik Q._____, Station P._____, verlegt. Nachdem 
X._____ mehrfach den Wunsch geäussert hatte, die Therapie abzubrechen, wur-
de er vom 12. März 2013 bis 2. April 2013 vorübergehend in die JVA M._____ 
versetzt. Am 3. Mai 2013 bedrohte X._____ in der Klinik Q._____, Station 
P._____, einen Psychiatriepfleger mit einem Messer, woraufhin am 4. Mai 2013 
die Versetzung in die JVA M._____ erfolgte. Daraufhin wurde am 7. Mai 2013 auf 
Antrag von X._____ der vorzeitige Massnahmenvollzug aufgehoben. Vom 7. Mai 
2013 bis zum 22. August 2013 befand sich X._____ in der Justizvollzugsanstalt 
M._____ im vorzeitigen Strafvollzug. Nach Vorliegen des Urteils des Bezirksge-
richts Plessur vom 22. August 2013 wurde gestützt auf die Empfehlung im foren-
sisch-psychiatrischen Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 
22. April 2013 unter anderem ein Gesuch um Aufnahme von X._____ ins Zentrum 
für Forensische Psychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) O.5_____ 
in J._____u gestellt, wohin er am 17. Dezember 2013 verlegt wurde. Aufgrund 

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mehrerer Vorfälle sowie auf Antrag von X._____ wurde der stationäre Massnah-
menvollzug am 21. Februar 2014 infolge Aussichtslosigkeit aufgehoben. Mit 
selbständigem nachträglichem Entscheid vom 17. April 2014 ordnete das Bezirks-
gericht Plessur den Vollzug der aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 18 Monaten 
unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft an. Zufolge Verbüssung 
der Strafe wurde X._____ auf freien Fuss gesetzt.

B. Im Schweizerischen Strafregister ist X._____ mit fünf Eintragungen ver-
zeichnet: Am 29. Juli 2009 wurde er von der Jugendanwaltschaft des Kantons 
Graubünden wegen mehrfachen Diebstahls, geringfügigen Diebstahls, Sachbe-
schädigung, Hausfriedensbruchs, mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen das Waffengesetz und Entwendung ei-
nes Fahrrades zum Gebrauch zu einem bedingten Freiheitsentzug von 10 Tagen 
bei einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt. Am 21. Dezember 2010 widerrief 
der Bezirksgerichtsausschuss Plessur den bedingten Vollzug und ordnete wegen 
mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfrie-
densbruchs, Nötigung sowie einer Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes ei-
ne geschlossene Unterbringung gemäss Art. 15 Abs. 2 JStG an. Am 2. Dezember 
2011 wurde X._____ wegen Raubes zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten und 
einer stationären Massnahme für junge Erwachsene verurteilt. Die Freiheitsstrafe 
wurde zugunsten der therapeutischen Behandlung aufgeschoben. Mit selbständi-
gem nachträglichem Entscheid des Bezirksgerichts Plessur vom 17. April 2012 
wurde der Vollzug der aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 10 Monaten angeord-
net. Zufolge Verbüssung der Strafe wurde X._____ auf freien Fuss gesetzt. Am 
31. Juli 2012 wurde X._____ mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten 
wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu einer 3-
monatigen Freiheitsstrafe, abzüglich 2 Tage Untersuchungshaft, verurteilt. Letzt-
mals wurde X._____ am 22. August 2013 wegen Entwendung eines Motorfahr-
zeuges zum Gebrauch, Führen eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis, 
mehrfachen Diebstahls, Hausfriedensbruchs, geringfügigen Diebstahls, Sachbe-
schädigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, versuchter Ge-
walt und Drohung gegen Behörden und Beamte sowie einer Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. 
Die Freiheitsstrafe wurde zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben. 
Mit selbständigem nachträglichen Entscheid vom 17. April 2014 ordnete das Be-
zirksgericht Plessur den Vollzug der aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 18 Mona-
ten an. Zufolge Verbüssung der Strafe wurde X._____ auf freien Fuss gesetzt.

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C. Am 5. August 2014 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Stra-
funtersuchung gegen X._____ wegen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB. 
Mit Verfügung vom 8. August 2014 ordnete die Staatsanwaltschaft Graubünden 
die Ausdehnung der Strafuntersuchung wegen Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB, Sachbeschädigung gemäss 
Art. 144 Abs. 1 StGB und versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB an. Mit Verfügung vom gleichen Tag wurde 
Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti zum amtlichen Verteidiger von X._____ 
ernannt.

D. Am 8. August 2014 wurde X._____ von der Kantonspolizei K.2_____ fest-
genommen. Gleichentags beantragte die Staatsanwaltschaft Graubünden die An-
ordnung der Untersuchungshaft, welche vom Zwangsmassnahmengericht des 
Kantons K.2_____ mit Entscheid desselben Tages bis längstens am 7. November 
2014 angeordnet wurde.

E. Am 4. September 2014 ordnete die Staatsanwaltschaft Graubünden die 
Ausdehnung der Strafuntersuchung wegen Brandstiftung gemäss Art. 221 StGB 
an und am 21. April 2015 wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 
1 StGB.

F. In der Parteimitteilung vom 8. Mai 2015 kündigte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden X._____ den Abschluss der Untersuchung an und stellte ihm auf-
grund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse die Anklageerhebung beim 
Gericht in Aussicht.

G. Am 11. September 2015 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden beim 
Bezirksgericht Plessur Anklage gegen X._____. Der Anklageschrift vom 11. Sep-
tember 2015 liegt folgender Sachverhalt zugrunde:

"1.1 Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB und Körperverletzung 
gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB

Der Beschuldigte zündete am 3. September 2014, ca. 17.20 Uhr, mit 
einem Feuerzeug eine auf der unteren Matratze liegende Bettdecke 
des Kajütenbettes in seiner alleine bewohnten Zelle Nr. 30 in der Jus-
tizvollzugsanstalt M._____ in O.1_____ an. Zudem legte er noch Toi-
lettenpapier und ein Badetuch in die Flammen. Ob der Beschuldigte 
noch Gegenstände im Bereich des Lavabos / Garderobenschranks 
anzündete oder vom ersten Brandherd entnahm und dort deponierte, 
konnte nicht geklärt werden. Die Flammen breiteten sich schnell aus 
und er wäre nicht mehr in der Lage gewesen, das Feuer aus eigener 
Kraft zu löschen. Gemäss seinen Angaben wollte sich der Beschuldig-
te durch den Brand das Leben nehmen. Er schloss zuvor absichtlich 
sein Zellenfenster. Als der Rauch dichter wurde, bekam er Angst und 

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meldete via Gegensprechanlage den Brand und drückte den Alarm. 
Um 17.29 Uhr benachrichtigte die Zentrale des M._____s die Polizei 
und die Feuerwehr. Der Gefängnisaufseher U._____ begab sich um-
gehend mit dem Arbeitskollegen T._____ zur betroffenen Zelle. Sie 
öffneten die Klappe der Zellentüre und stellten das Feuer auf dem Bett 
fest. In der Folge warfen sie einen sogenannten "Flammguard" durch 
die Klappe und schlossen diese wieder, um den Wasserschlauch zu 
holen. Als U._____ mit dem Wasserschlauch löschen wollte, hatte sich 
die ganze Zelle mit dichtem Rauch gefüllt und er konnte nichts mehr 
erkennen. Deshalb zog er sich zurück und behändigte den Notfall-
schlüssel. Er ging zur Zelle, öffnete diese und kroch hinein. U._____ 
zog den Beschuldigten heraus und brachte diesen in Sicherheit. Aus-
serdem evakuierte er die übrigen Insassen des U-Haft-Traktes. Dabei 
erlitt U._____ Verletzungen (leichtgradige Kohlenmonoxidvergiftung, 
psychische Belastung und Hyperventilation), welche einen halbtägigen 
Aufenthalt im Kantonsspital nach sich zogen. Der Beschuldigte erlitt 
eine leichtgradige Kohlenmonoxidvergiftung. Beim Eintreffen der Feu-
erwehr um ca. 17.40 Uhr war kein offenes Feuer mehr ersichtlich. Die 
Bettdecke glimmte noch leicht und musste - wie andere Gegenstände 
auch - bewässert werden. Am Mobiliar entstand zum Nachteil des 
Hochbauamtes K.2_____ Sachschaden in der Höhe von rund CHF 
10'000.00 (Matratze, Bettwäsche, Handtücher und Garderobenschrank 
beschädigt). Der Sachschaden am Gebäude zum Nachteil des Hoch-
bauamtes K.2_____ beträgt rund CHF 20'000.00 (Zelle Nr. 30 durch 
Hitzeeinfluss und Rauch beschädigt, Zellen Nr. 29, 31, 32, Vorraum 
und Korridor durch Rauch beschädigt). Leib und Leben von U._____ 
sowie der Insassen der Zellen Nr. 29, 31 und 32 waren in naher Ge-
fahr. Diese Umstände waren dem Beschuldigten bewusst. Gemäss 
seinen Angaben hatte er die Schnauze voll und er beabsichtigte, durch 
das Feuerlegen andere Personen zu verletzen. U._____ stellte Straf-
antrag wegen Körperverletzung. Das Hochbauamt K.2_____ stellte 
Strafantrag wegen Sachbeschädigung.

Akten Dossier 10, Schlusseinvernahme act. 1/11

1.2 Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB und geringfügiger Diebstahl 
gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB

Der Beschuldigte betrat am 2. Juli 2014, ca. 12.40 Uhr, zusammen mit 
V._____ (separates Verfahren) das Verkaufsgeschäft U._____ an der 
_____strasse 28 in O.1_____ mit der Absicht, gemeinsam darin 
Diebstähle zu begehen. Der Beschuldigte entnahm aus einem Kühl-
schrank einen Energie-Drink im Wert von CHF 0.85 und steckte diesen 
in die Tasche von V._____. Bei der Schmuckauslage behändigte er ei-
nen Ring im Wert von CHF 12.90 und steckte diesen in seine rechte 
Jackentasche. V._____ behändigte ebenfalls diverse Gegenstände 
und steckte diese in die mitgeführte Tasche. Sie liefen in der Folge an 
der Kasse vorbei, ohne die Gegenstände zu bezahlen, um sich auf 
diese Weise einen ihnen nicht gebührenden Vermögensvorteil zu ver-
schaffen. Die Genossenschaft U./O.8_____ Ostschweiz stellte Strafan-
trag wegen Hausfriedensbruchs und Diebstahls.

Akten Dossier 7, Schlusseinvernahme act. 1/11

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1.3 Diebstahlversuch gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 
22 Abs. 1 StGB und Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB

Der Beschuldigte drückte zusammen mit W._____ in der Zeit zwischen 
23. Juli 2014, 18.15 Uhr, und 24. Juli 2014, 07.40 Uhr, zwei Klappfens-
ter bei der A.B._____/K.2_____ an der _____strasse 29 in O.1_____ 
auf, um dadurch in das Gebäude zu gelangen und dort Geld zu ent-
wenden. Dies gelang jedoch nicht, weil hinter den beiden  Fenstern 
Regale standen. Durch das Aufdrücken entstand Sachschaden in der 
Höhe von CHF 500.00. Die A.B._____/K.2_____ stellte Strafantrag 
wegen Sachbeschädigung. 

Akten Dossier 8, Schlusseinvernahme act. 1/11

1.4 Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 
Ziff. 1 StGB

Der Beschuldigte befand sich seit dem 31. Juli 2014 per fürsorge-
rischer Unterbringung in der Klinik E._____ an der _____strasse 220 in 
O.1_____. Am 7. August 2014, ca. 22.00 Uhr, verlangte er ein Ge-
spräch im Raucherzimmer der geschlossenen Notfallstation mit dem 
diensthabenden Arzt C.D._____. Anlässlich dieses Gesprächs forderte 
er, aus der Klinik entlassen zu werden, ansonsten er jemanden um-
bringen werde. Dabei zeigte er C.D._____ ein Buttermesser mit einer 
Gesamtlänge von 21 cm, welches er zuvor aus dem Speisesaal oder 
aus der Küche entwendet hatte. C.D._____ sah das Messer nur kurz 
und ging davon aus, dass es sich um ein gefährliches Klappmesser 
handeln würde. Das Gespräch wurde auf Vorschlag von C.D._____ in 
dessen Büro fortgesetzt. Dort befanden sich ebenfalls die beiden Pfle-
gerinnen E.F._____ und G.H._____. Auch diesen beiden Frauen ge-
genüber forderte der Beschuldigte, ihn aus der Klink zu entlassen, an-
sonsten er Patienten oder Personal verletzen würde. Zudem drohte er, 
ein Blutbad anzurichten oder Geiseln zu nehmen. Er erzählte ausser-
dem von einem früheren Vorfall in einer Klink, bei dem er zusammen 
mit einem Kollegen mit Gewalt einer Angestellten den Schlüssel abge-
nommen hatte und anschliessend flüchtete. Der Beschuldigte verbot 
den anwesenden Personen, die Notfallknöpfe an ihren Telefonen zu 
betätigen. G.H._____ hatte Angst und fürchtete sich davor, dass der 
Beschuldigte ausrasten und mit den Drohungen ernst machen könnte. 
Auch E.F._____ hatte Angst und befürchtete, dass er jeden Moment 
durchstarten und jemandem von ihnen etwas antun würde. Um 
Schlimmeres zu verhindern, ging G.H._____ durch die offenstehende 
Türe in den Garten und öffnete dort mit ihrem Schlüssel die Metalltüre 
nach draussen. Daraufhin ging der Beschuldigte durch diese Türe und 
verschwand von der Klinik. Er ging nach Haldenstein zum Bahnhof, wo 
er das Buttermesser in einem Abfalleimer entsorgte. Anschliessend 
begab er sich in die Stadt O.1_____, wo er kurze Zeit später von der 
Polizei festgenommen werden konnte. C.D._____, E.F._____ und 
G.H._____ stellten Strafantrag wegen Drohung.

Akten Dossier 9, Schlusseinvernahme act. 1/11"

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H. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2014 beauftragte die Staatsanwaltschaft 
K.2_____ Dr. med. S._____, Zentrum für Psychiatrie, Psychotherapie und Begut-
achtungen GmbH, mit der Erstellung eines fachärztlichen Gutachtens über 
X._____.

I. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2014 bewilligte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden das Gesuch von X._____, ihm den vorzeitigen Strafantritt zu ge-
währen, und ordnete mit Wirkung ab 7. November 2014 die Versetzung in den 
vorzeitigen Vollzug an.

J. In seinem Gutachten vom 23. Dezember 2014 führte Dr. med. S._____ in 
Beantwortung der ihm gestellten Fragen unter anderem aus, dass der Explorand 
zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten an einer hebephrenen Schizophrenie 
ICD-10 F.20.1, einer dissozialen Persönlichkeitsstörung ICD-10 F.60.2 sowie einer 
Polytoxikomanie ICD-10 F19.2 gelitten habe, wobei das Ausmass der hebephre-
nen Schizophrenie und der dissozialen Persönlichkeitsstörung als schwer zu be-
zeichnen sei, das der Abhängigkeit als mittelgradig. Zudem sei unbehandelt mit 
einer grossen Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es erneut zu Drohun-
gen und Gewalt gegen Dritte kommen werde und auch weitere Brandstiftungen 
erwartet werden könnten. Grundsätzlich könne sowohl die hebephrene Schizo-
phrenie als auch die dissoziale Persönlichkeitsstörung behandelt werden. Das 
Problem im Falle des Exploranden sei, dass es bereits verschiedenste Behand-
lungsversuche gegeben habe, die allesamt gescheitert seien, weil man schluss-
endlich nicht lange genug in dem jeweiligen Setting habe behandeln können. Mit 
einer entsprechenden Behandlung liesse sich die Gefahr neuerlicher Straftaten 
grundsätzlich reduzieren. Wenn überhaupt sei nur eine stationäre therapeutische 
Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB ausreichend in der Lage, das Rückfallrisi-
ko relevant zu vermindern. Bei erneutem Scheitern der Massnahme empfehle er, 
die Umwandlung in eine Verwahrung nach Art. 64 StGB zu erwägen und nicht die 
Massnahme wegen Erfolglosigkeit aufzuheben.

K. Am 4. Februar 2015 gelangte die Staatsanwaltschaft Graubünden erneut an 
Dr. med. S._____ und teilte ihm mit, dass es offenbar am 10. Januar 2015 zu ei-
nem weiteren Vorfall im M._____ gekommen sei. X._____ hätte versucht, die 
Bettdecke und den Vorhang in Brand zu setzen. Er hätte sich frühzeitig via Ge-
gensprechanlage gemeldet, worauf der Vollzugsangestellte zur Zelle geeilt sei und 
X._____ zur Löschung des Feuers hätte bewegen können. Gleichzeitig ersuchte 
die Staatsanwaltschaft Graubünden Dr. med. S._____ um die Beantwortung der 
Fragen, ob der erneute Vorfall vom 10. Januar 2015 etwas an seiner Einschätzung 

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ändere sowie ob andere Möglichkeiten für die praktische Durchführbarkeit der 
Massnahme bestünden. In seinem Schreiben vom 10. Februar 2015 führte Dr. 
med. S._____ unter anderem aus, der erneute Vorfall zeige leider deutlich, dass 
ein vom Exploranden geäussertes Einsehen in die Notwendigkeit der Veränderung 
und dann auch Durchhalten in der Bemühung an sich etwas zu verändern und mit 
Problemen anders umzugehen als mit "bewährten" Mustern, nur von sehr kurzer 
Dauer sei. Daher müsse aufgrund der Vorgeschichte und der neueren Entwicklung 
zum heutigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden, dass der Explorand doch 
nicht – wie im Gutachten vom 23. Dezember 2014 angenommen – therapiefähig 
sei. Ein erneuter Versuch, ihn in einer Einrichtung zu platzieren, müsse daher als 
zum Scheitern verurteilt bewertet werden.

L. Am 12. November 2015 liess X._____ beim Bezirksgericht Plessur ein Ge-
such um vorzeitigen Massnahmenvollzug einreichen, in welchem er beantragte, 
dass er umgehend vorzeitig in eine stationäre Behandlung in einer geeigneten 
Einrichtung überführt werde bzw. ihm der vorzeitige stationäre Massnahmenantritt 
zu gewähren sei. Weiter beantragte er, dass das Amt für Justizvollzug Graubün-
den zu verpflichten sei, für ihn umgehend eine geeignete stationäre Einrichtung 
zur Behandlung seiner psychischen Störungen zu finden.

Mit Verfügung vom 30. November 2015 wies das Bezirksgericht Plessur das Ge-
such um Bewilligung des vorzeitigen stationären Massnahmenvollzugs ab.

Die hiergegen erhobene Beschwerde wurde vom Kantonsgericht von Graubünden 
mit Beschluss vom 28. Januar 2016 abgewiesen (SK2 15 42).

M. Am 17. Dezember 2015 stellte X._____ beim Bezirksgericht Plessur folgen-
de Beweisanträge:

"1. Es sei durch einen unabhängigen Sachverständigen ein forensisch-
psychiatrisches Obergutachten einholen zu lassen.

2. Die Justizvollzugsanstalt M._____ sei zu verpflichten, dem Bezirksge-
richt Plessur die internen Weisungen in Sachen Verhalten der Justiz-
vollzugsbeamten oder dergleichen bei einem Zellenbrand zukommen 
zu lassen.

3. Es sei von einem Brandermittler oder einem "Feuerspezialisten" ein 
Bericht einholen zu lassen, welche Auswirkungen der Einwurf des 
Flameguards/Löschbombe in die Zelle Nr. 30 der Justizvollzugsanstalt 
M._____ hatte oder ob nicht andere Sofortmassnahmen angezeigt ge-
wesen wären."

Mit Schreiben vom 29. Dezember 2015 wies das Bezirksgericht Plessur die Anträ-
ge 1 und 3 ab. Dem Antrag 2 wurde insofern stattgegeben, als das Amt für Justiz-

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vollzug Graubünden zur Herausgabe der entsprechenden Unterlagen aufgefordert 
wurde. Am 5. Januar 2016 kam das Amt für Justizvollzug Graubünden dieser Auf-
forderung nach und reichte die Dienstanweisung Nr. 10 "Krisenintervention" sowie 
das Notfall- und Sicherheitskonzept, Teilbereich 02 Brandfall ein.

N. Die Hauptverhandlung, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 9. 
Dezember 2015 vorgeladen wurde, fand am 17. Februar 2016 statt. Anlässlich 
dieser stellten die Parteien folgende Anträge:

"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:

1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen

- der Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB und der Körperver-
letzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB,

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und des geringfügi-
gen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 
StGB,

- des Diebstahlsversuchs gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB und der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB so-
wie

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 
285 Ziff. 1 StGB.

2. Dafür sei er mit 40 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen, verbunden 
mit einer Busse von CHF 100.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe 
von 1 Tag.

3. Der Beschuldigte sei im Sinne von Art. 64 Abs.1 StGB zu verwahren.

4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden.

Anträge Beschuldigter:

1. X._____ sei der Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB, der fahr-
lässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB, des Haus-
friedensbruches gemäss Art. 186 StGB, des geringfügigen Diebstahls 
gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 StGB, des Diebstahl-
versuches gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der 
Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie der Gewalt 
und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 
StGB schuldig zu sprechen.

2. Hierfür sei X._____ mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu verur-
teilen. Die Untersuchungshaft sei anzurechnen.

3. Die Freiheitsstrafe gemäss Ziff. 2 vorstehend sei zu Gunsten einer sta-
tionären Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB aufzuschieben 
und es sei dem Beschuldigten der vorzeitige Massnahmevollzug zu 
gewähren.

4. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 8% 
MwSt.)."

Seite  12 — 59

O. Mit Schreiben vom 27. April 2016 teilte X._____ dem Bezirksgericht Plessur 
mit, dass er die vom Kanton Graubünden, vertreten durch das Bau-, Verkehrs- 
und Forstdepartement, geltend gemachte Zivilforderung über CHF 23'254.95 ak-
zeptiere.

P. Gegen das am 17. Februar 2016 gefällte und gleichentags mündlich eröff-
nete sowie am 19. Februar 2016 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksge-
richts Plessur meldete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 23. Februar 2016 
(Datum des Poststempels) Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Plessur den 
Parteien das begründete Urteil am 2. Mai 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie 
folgt:

"1. Die Beweisanträge von X._____ [Obergutachten, Brandschutzermitt-
lerbericht] werden abgewiesen.

2. X._____ ist schuldig:

- der versuchten Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB und der Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 
StGB,

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und des geringfü-
gigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 172ter Abs. 1 
StGB,

- des Diebstahlversuches gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 
22 Abs. 1 StGB und der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 
1 StGB,

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss 
Art. 285 Ziff. 1 StGB.

3.a) Dafür wird X._____ mit einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten und einer 
Busse von CHF 100.00 bestraft.

   b) An die Freiheitsstrafe ist die erstandene Polizei- und Untersuchungs-
haft von 91 Tagen anzurechnen.

   c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 1 Tag. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4. Es wird eine stationäre therapeutische Behandlung i.S.v. Art. 59 StGB 
angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der Mass-
nahme aufgeschoben.

5. Von der Anerkennung der Zivilklage des Kantons Graubünden gegen 
X._____ über CHF 23'254.95 wird Vormerk genommen. Die Zivilklage 
kann folglich abgeschrieben werden.

6.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 20'615.00 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
12'615.00, Gerichtsgebühren CHF 8'000.00) gehen zu Lasten von 
X._____.

   b) Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft von 
CHF 18'662.00 sowie des Strafvollzugs gehen zu Lasten des Kantons 

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Graubünden. X._____ hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 
Abs. 2 StGB zu beteiligen.

   c) X._____ schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich:

Busse CHF      100.00
Verfahrenskosten CHF 20'615.00
Total CHF 20'715.00

Bussen und Verfahrenskosten sind dem Bezirksgericht Plessur innert 
30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils mit beiliegendem Einzahlungs-
schein zu bezahlen.

7.a) Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti, wird 
für das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 11'901.60 (inkl. Barausla-
gen und MwSt.) entschädigt.

   b) Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung in Höhe von CHF 
11'901.60 geht zu Lasten des Kantons Graubünden und wird aus der 
Gerichtskasse bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht 
von X._____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

8.a) Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft Grau-
bünden gegen dieses Urteil am 22. Februar 2016 (Poststempel 23. 
Februar 2016) beim Bezirksgericht Plessur die strafrechtliche Berufung 
angemeldet hat.

   b) (Rechtsmittelbelehrung).

9. (Mitteilung)."

Q. Mit Berufungserklärung vom 20. Mai 2016, dem Kantonsgericht von 
Graubünden überbracht am 23. Mai 2016, stellte die Staatsanwaltschaft Graubün-
den folgende Anträge:

"1. Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei bezüglich des Schuldspruchs 
wegen versuchter Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB aufzuheben.
Im Übrigen wird das Urteil im Schuldpunkt nicht angefochten
X._____ sei schuldig zu sprechen:
- der Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB und der Körperver-

letzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB,
- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und des geringfügi-

gen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 
172ter Abs. 1 StGB,

- des Diebstahlsversuchs gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 22 Abs. 1 StGB und der Sachbeschädigung gemäss Art. 
144 Abs. 1 StGB,

- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 
285 Ziff. 1 StGB.

2. Ziffer 3 und 4 des angefochtenen [Urteils] seien aufzuheben.

3. X._____ sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten und 
einer Busse von Fr. 100.--, ersatzweise zu einer Ersatzfreiheitsstrafe 
von 1 Tag.
Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft sowie der vorzeitige 
Straf- und Massnahmenvollzug sei an die Freiheitsstrafe anzurechnen.

Seite  14 — 59

4. X._____ sei im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB zu verwahren.

5. Kostenfolge sei die gesetzliche."

Ferner beantragte die Staatsanwaltschaft Graubünden, Dr. med. S._____ sei ge-
stützt auf Art. 187 Abs. 2 StPO als Zeuge einzuvernehmen und bei der Justizvoll-
zugsanstalt M._____ sei ein Führungsbericht über X._____ einzuholen, der sich 
zu allfälligen Disziplinarmassnahmen und sonstigen, ihn betreffenden Vorkomm-
nissen in der Justizvollzugsanstalt M._____ äussere.

R. Mit Eingabe vom 6. Juni 2016 (Datum des Poststempels: 7. Juni 2016) liess 
X._____ Anschlussberufung mit folgendem Rechtsbegehren erheben:

"1. Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichtes Plessur vom 17. Februar 2016 
sei bezüglich des Schuldspruches der versuchten Brandstiftung 
gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 
aufzuheben und X._____ sei der Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 1 
StGB sowie der Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB schul-
dig zu sprechen.

Die übrigen Schuldpunkte seien aufrecht zu erhalten.

2. Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Plessur vom 17. Februar 2016 
sei aufzuheben und X._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 28 Mona-
ten und einer Busse von CHF 100.00, ersatzweise zu einer Ersatzfrei-
heitsstrafe von 1 Tag, zu bestrafen.

Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft sowie der vorzeitige 
Straf- und Massnahmenvollzug seien an die Freiheitsstrafe anzurech-
nen.

Prozessuale Anträge (inkl. Beweisanträge)

3. Der Unterzeichnete sei für das Berufungsverfahren als amtlicher Ver-
teidiger von X._____ einzusetzen.

4. Eventualiter sei durch einen unabhängigen Sachverständigen ein fo-
rensisch-psychiatrisches Obergutachten einzuholen.

5. Es sei von einem Brandermittler oder einem "Feuerspezialisten" ein 
Bericht einholen zu lassen, welche Auswirkungen der Einwurf des 
Flameguards/der Löschbombe in die Zelle Nr. 30 der Justizvollzugsan-
stalt M._____ hatte und ob nicht andere Sofortmassnahmen angezeigt 
gewesen wären.

6. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 8% 
MwSt.)."

S. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer vom 
8. Juni 2016 wurde Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti gestützt auf Art. 132 
Abs. 1 lit. b StPO mit Wirkung ab dem 20. Mai 2016 für das Berufungsverfahren 
SK1 16 20 vor Kantonsgericht von Graubünden als amtlicher Verteidiger von 
X._____ bestellt.

Seite  15 — 59

T. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer vom 22. Juni 2016 
wurde Dr. med. S._____ zur mündlichen Berufungsverhandlung vorgeladen, die 
Justizvollzugsanstalt M._____ um einen Führungsbericht über X._____ ersucht 
und das Amt für Justizvollzug Graubünden angewiesen, bis zur Beurteilung der 
Berufung für X._____ keinen Therapieplatz im Sinne von Ziffer 4 des Dispositivs 
des angefochtenen Urteils zu suchen. Der Vollzugsbericht des Amtes für Justiz-
vollzug Graubünden wurde dem Kantonsgericht von Graubünden innert Frist am 
15. August 2016 überbracht.

U. Am 29. August 2016 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt. Anwesend waren der stellvertretende Erste 
Staatsanwalt lic. iur. T._____ sowie X._____ in Begleitung seines amtlichen Ver-
teidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti. Der Vorsitzende eröffnete die 
Hauptverhandlung um 09.00 Uhr. Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zu-
sammensetzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin der Vorsitzende 
das Gericht für legitimiert erklärte. Im Nachgang zur Einvernahme von X._____ als 
beschuldigte Person und der Befragung von Dr. med. S._____ als Sachverständi-
ger wurde dem Verteidiger von X._____ im Rahmen der Bereinigung des Beweis-
verfahrens die Gelegenheit eingeräumt, die Beweisanträge gemäss Anschlussbe-
rufung vom 6. Juni 2016, an welchen nach wie vor festgehalten wurde, zu begrün-
den. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte deren Abweisung. Nachdem 
die Verhandlung unterbrochen worden war und sich das Kantonsgericht zur Bera-
tung über die gestellten Beweisanträge zurückgezogen hatte, wurde der folgende 
Beschluss gefällt:

"1. Der Beweisantrag der Verteidigung auf Einholung eines Berichts in 
Bezug auf die Auswirkungen der eingesetzten Löschbombe wird ab-
gewiesen.

2. Der Beweisantrag der Verteidigung auf Einholung eines Obergutach-
tens betreffend die Therapiefähigkeit von X._____ wird gutgeheissen 
und die Anfertigung eines solchen unter Einbezug des Gutachtens von 
Dr. med. S._____ vom 23. Dezember 2014 sowie seines Ergänzungs-
schreibens vom 10. Februar 2015 angeordnet. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden wird angewiesen, die zu diesem Zweck notwendige Be-
gutachtung von X._____ so rasch wie möglich zu veranlassen und das 
Obergutachten anschliessend dem Kantonsgericht von Graubünden 
zukommen zu lassen.

3. Gleichzeitig ist abzuklären, ob für X._____ unter Berücksichtigung der 
anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung gemachten Ausführun-
gen von Dr. med. S._____ in der Schweiz eine geeignete Einrichtung 
zur Verfügung steht, welche tatsächlich bereit ist, ihn aufzunehmen 
und zu therapieren.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

Seite  16 — 59

5. (Mitteilung)."

Das Kantonsgericht von Graubünden führte in seiner am 6. September 2016 mit-
geteilten Begründung aus, aufgrund der Aussagen von X._____ stehe fest, dass 
bereits vor dem Einsatz der Löschbombe eine grosse Rauchentwicklung vorhan-
den gewesen sei, weshalb er letztlich auch den Alarmknopf betätigt und Hilfe an-
gefordert habe. Die allenfalls durch die Löschbombe verursachte zusätzliche 
Rauchentwicklung sei unter diesen Umständen nicht mehr relevant gewesen, 
weshalb der betreffende Beweisantrag abzulehnen sei. Hinsichtlich des Antrags 
um Einholung eines Obergutachtens erachtete das Kantonsgericht von Graubün-
den die Aktenlage für nicht ausreichend, um die Frage der Therapierbarkeit von 
X._____ abschliessend beurteilen zu können. Weder das Ergänzungsschreiben 
von Dr. med. S._____ vom 10. Februar 2015 noch seine Aussagen anlässlich der 
mündlichen Hauptverhandlung böten nach Auffassung des Gerichts eine hinrei-
chende Grundlage, um eine Frage dieser Grössenordnung (Verwahrung), welche 
für den Betroffenen einen massiven Eingriff bedeuten würde, mit der letzten Ge-
wissheit beurteilen zu können. Demzufolge sei in Bezug auf die Therapierbarkeit 
von X._____ eine Oberexpertise durch einen unabhängigen Sachverständigen 
notwendig. Sobald das angeordnete Obergutachten eingegangen sei, werde das 
Kantonsgericht von Graubünden zu einer neuen Hauptverhandlung vorladen.

V. Das Psychiatrische Obergutachten von Dr. med. I./J._____, Psychiatrisches 
Zentrum O.9_____, datiert vom 14. Februar 2017 und wurde dem Kantonsgericht 
von der Staatsanwaltschaft am 17. Februar 2017 ausgehändigt.

W. Am 15. Mai 2017 wurde die mündliche Berufungsverhandlung, zu welcher 
mit Verfügung vom 24. März 2017 vorgeladen worden war, vor dem Kantonsge-
richt von Graubünden fortgesetzt. Zugegen waren erneut der stellvertretende Ers-
te Staatsanwalt lic. iur. T._____ sowie X._____ in Begleitung seines amtlichen 
Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti. Der Vorsitzende erklärte das 
Beweisverfahren mit der Einholung des Obergutachtens und den eingereichten 
Abklärungen der Staatsanwaltschaft Graubünden betreffend Einrichtungen, die 
bereit wären, X._____ zwecks therapeutischer Behandlung bei sich aufzunehmen, 
für abgeschlossen. In der Folge nahmen der Staatsanwalt und der Verteidiger in 
ihren Plädoyers zu der Berufung bzw. zu der Anschlussberufung Stellung. Dabei 
hielten sowohl der Staatsanwalt als auch der Verteidiger an den Anträgen gemäss 
Berufungserklärung vom 20. Mai 2016 bzw. Anschlussberufung vom 6. Juni 2016 
fest. In der Folge machten beide von ihrem Recht auf Replik bzw. Duplik Ge-
brauch. Nachdem dem Anschlussberufungskläger das letzte Wort erteilt worden 

Seite  17 — 59

war, wurde die mündliche Berufungsverhandlung geschlossen. Die Parteien ver-
zichteten auf eine mündliche Urteilsverkündung, weshalb ihnen das Urteilsdisposi-
tiv Tags darauf zugesendet wurde (Art. 84 Abs. 2 StPO).

X. Auf die Ergebnisse der persönlichen Befragung von X._____ und Dr. med. 
S._____ durch den Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden, auf die weitere Begründung der Anträge anlässlich der mündlichen 
Berufungsverhandlung, auf den Inhalt des eingeholten Obergutachtens sowie auf 
die Ausführungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über 
Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in 
erster Linie auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und den Fall 
vor der ersten Instanz damit abschliessen (vgl. Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. 
Aufl., Basel 2014, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Be-
rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils 
schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche 
Gericht die Anmeldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit 
den Akten dem Kantonsgericht als Berufungsinstanz übermittelt (vgl. Art. 399 Abs. 
2 StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die 
Berufung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung 
des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzu-
geben hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c). Gemäss Art. 400 Abs. 2 StPO übermittelt die Verfah-
rensleitung den anderen Parteien unverzüglich eine Kopie der Berufungser-
klärung. Diese können innert 20 Tagen seit Empfang derselben Nichteintreten be-
antragen oder Abschlussberufung erklären (Art. 400 Abs. 3 StPO).

1.2. Gegen das am 17. Februar 2016 mündlich eröffnete und am 19. Februar 
2016 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Plessur (das per 1. Januar 

Seite  18 — 59

2017 als Folge der mit der Gebietsreform zusammenhängenden Neustrukturie-
rung der Bündner Justiz vom Regionalgericht Plessur abgelöst wurde) meldete die 
Staatsanwaltschaft Graubünden am 22. Februar 2016 die Berufung an (act. A.1). 
Nach Mitteilung des begründeten Urteils am 2. Mai 2016 reichte sie alsdann frist-
gerecht am 23. Mai 2016 ihre Berufungserklärung ein (act. A.2). Da auch alle an-
deren Zulässigkeitsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Berufung einzutre-
ten.

1.3. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer vom 30. Mai 2016 wur-
de X._____ unter Zustellung der Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft 
Graubünden zur Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO aufgefordert (act. 
D.2), worauf dieser mit Eingabe vom 6. Juni 2016, der Post am 7. Juni 2016 über-
geben, innert Frist Anschlussberufung erhob (act. A.3). Da auch alle anderen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen gegeben sind, ist auch auf die Anschlussberufung 
einzutreten.

2. In seiner Anschlussberufung vom 6. Juni 2016 (act. A.3) stellte der An-
schlussberufungskläger den Antrag um Einsetzung von Rechtsanwalt lic. iur. Adri-
an Scarpatetti als amtlichen Verteidiger (Ziffer 3 der Rechtsbegehren). Eine amtli-
che Verteidigung ist unter anderem anzuordnen, wenn die beschuldigte Person 
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer 
Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Diese Bestimmung in Verbin-
dung mit Art. 132 Abs. 2 und 3 StPO entspricht weitgehend der bisherigen Recht-
sprechung des Bundesgerichts zur Frage, wann ein Anspruch auf eine unentgeltli-
che Verteidigung besteht, und konkretisiert damit den Anspruch gemäss Art. 29 
Abs. 3 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 lit. c EMRK (Niklaus Ruckstuhl, in: Niggli/Heer/Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. 
Aufl., Basel 2014, N 1 zu Art. 132 StPO; vgl. auch Botschaft zur Vereinheitlichung 
des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl 2006 S. 1179 f.). Mittellosig-
keit oder Bedürftigkeit ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dann ge-
geben, wenn die beschuldigte Person die Leistung der erforderlichen Prozess- 
und Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie die Mittel angreift, die sie zur De-
ckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie benötigt (Ruckstuhl, a.a.O., N 
23 zu Art. 132 StPO mit Hinweisen). Aus den Akten geht hervor, dass sich der 
Anschlussberufungskläger seit dem 8. August 2014 in Untersuchungshaft befand 
und mit Wirkung ab dem 7. November 2014 auf eigenen Antrag in den vorzeitigen 
Strafvollzug versetzt wurde. Bis zum heutigen Zeitpunkt befindet er sich in der 
Justizvollzugsanstalt M._____ in O.1_____ (vgl. Akten StA, Dossier 5). Angesichts 
dessen, dass sich der Anschlussberufungskläger bereits seit längerer Zeit in Haft 

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befindet, hat die Mittellosigkeit vorliegend als erstellt zu gelten (vgl. Ruckstuhl, 
a.a.O., N 31 zu Art. 132 StPO). Zur Wahrung der Interessen der beschuldigten 
Person ist die Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht um einen Ba-
gatellfall handelt und der Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Schwie-
rigkeiten bietet, denen die beschuldigte Person allein nicht gewachsen wäre (Art. 
132 Abs. 2 StPO). Dies ist vorliegendenfalls augenscheinlich der Fall. Zum einen 
handelt es sich nicht um einen in Art. 132 Abs. 3 StPO definierten Bagatellfall, da 
die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten beantragte und die 
Vorinstanz eine solche von 32 Monaten aussprach. Zum anderen kommt hinzu, 
dass überdies in mehrfacher Hinsicht ein Anwendungsfall notwendiger Verteidi-
gung vorliegt. Dies deshalb, weil die Untersuchungshaft mehr als 10 Tage dauerte 
(vgl. Akten StA, Dossier 5; Art. 130 lit. a StPO), dem Anschlussberufungskläger 
eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht (Art. 130 lit. b StPO), er wegen 
seines geistigen Zustands seine Verfahrensinteressen nicht ausreichend wahren 
kann (Art. 130 lit. c StPO) und die Staatsanwaltschaft überdies sowohl im vor-
instanzlichen Verfahren als auch im Berufungsverfahren persönlich aufgetreten ist 
(Art. 130 lit. d StPO). Nach dem Gesagten steht daher fest, dass der Anspruch 
des Anschlussberufungsklägers auf amtliche Verteidigung zu bejahen ist. Ent-
sprechend wurde dem diesbezüglichen Antrag mit Schreiben des Vorsitzenden 
der I. Strafkammer vom 8. Juni 2016 (act. D.3) stattgegeben und Rechtsanwalt lic. 
iur. Adrian Scarpatetti als amtlicher Verteidiger für das Berufungsverfahren einge-
setzt.

3. Über die Beweisanträge gemäss Ziff. 4 und 5 der Anschlussberufung vom 
6. Juni 2017 wurde im Beschluss des Kantonsgerichts vom 29. August 2016 be-
funden (act. F.7). Dabei wurde dem Antrag um Einholung eines forensisch-
psychiatrischen Obergutachtens durch einen unabhängigen Sachverständigen 
entsprochen, während der Antrag um Einholung eines Berichts betreffend Auswir-
kungen des Einwurfs der Löschbombe abgewiesen wurde. Dieser Beschluss blieb 
seitens der Parteien unangefochten, weshalb auf die entsprechenden Begründun-
gen verwiesen werden kann.

4. Als Berufungsinstanz kann das Kantonsgericht von Graubünden das erstin-
stanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 
398 Abs. 2 StPO). Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit wel-
chem erstinstanzliche Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hin-
sicht mit freier Kognition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweize-
rische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 
1 zu Art. 398 StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/ 

Seite  20 — 59

Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. 
Aufl., Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Be-
rufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. 
Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Be-
rufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das 
angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Haupt-
verhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurück (vgl. Art. 409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann das Berufungsge-
richt – wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein Urteil fäl-
len, infolgedessen eine Rückweisung nicht erforderlich ist.

5. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.2 S. 236; BGE 124 I 241 E. 2 S. 242, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Ver-
pflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforder-
lich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84 
= Pra 2012 Nr. 105). Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der 
Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in vol-
ler Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Im Rechtsmittelverfahren 
kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die tatsächliche und die rechtli-
che Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz 
verweisen.

6. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus 
der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldig-
ten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden ver-
pflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

Seite  21 — 59

ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen Nachweis 
sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahr-
scheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 
32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweis-
würdigungsregel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der 
Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen 
für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2.a S. 88). 
Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 
Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel han-
deln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen 
(vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2.c S. 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an 
Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeu-
gung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 
Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Ange-
klagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünf-
tige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 
12, Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung auf der Grundlage des 
Strafprozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. Aufl., Zürich 2004, N 
294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, 
wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus 
den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage 
den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in 
der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem 
Grundsatz "in dubio pro reo" der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt an-
genommen werden. In diesem Fall hat ein Freispruch zu erfolgen. 

Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung eine Rangordnung (vgl. Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 5 
zu Art. 10 StPO). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermitt-
lung der materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Par-
teien aus (vgl. ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, 
Auskunftspersonen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Be-
weiseignung. Auch wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt 
seine Aussage gleichwohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richter-
lich auf ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist 
nicht die Form, sondern der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der 

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Bekundung sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall entschei-
dend (vgl. Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Straf-
prozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 5), wobei nicht in erster Linie die 
Glaubwürdigkeit des Aussagenden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner 
konkreten Aussage im Vordergrund steht. Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer 
Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Dar-
stellung des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des 
Erlebten zu werten (vgl. im Detail: Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psy-
chologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., 
München 1993).

7. Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz der versuchten Brandstif-
tung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und der 
Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss 
Art. 186 StGB und des geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, des Diebstahlsversuchs gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und der Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden 
und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen und hierfür mit ei-
ner Freiheitsstrafe von 32 Monaten sowie mit einer Busse von CHF 100.00, bei 
schuldhafter Nichtbezahlung derselben mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von einem 
Tag, bestraft. Gleichzeitig wurde eine stationäre therapeutische Behandlung im 
Sinne von Art. 59 StGB angeordnet und der Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten 
dieser Massnahme aufgeschoben. Mit der vorliegenden Berufung verlangt die 
Staatsanwaltschaft Graubünden, Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei bezüglich 
des Schuldspruchs wegen versuchter Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB 
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB aufzuheben und der Berufungsbeklagte sei 
der (vollendeten) Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB schuldig zu spre-
chen. Im Übrigen wird das Urteil im Schuldpunkt nicht angefochten. Alsdann wird 
beantragt, die Ziffer 3 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und der Beru-
fungsbeklagte sei mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten und einer Busse von 
CHF 100.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von einem Tag, zu bestrafen. 
Ferner sei in Aufhebung von Ziffer 4 des angefochtenen Urteils von der Anord-
nung einer therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB abzusehen 
und der Berufungsbeklagte sei stattdessen im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB zu 
verwahren. Demgegenüber stellt X._____ mit seiner Anschlussberufung den An-
trag, Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei bezüglich des Schuldspruchs der ver-
suchten Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 

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1 StGB aufzuheben und er sei der Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB 
schuldig zu sprechen, derweil die übrigen Schuldpunkte aufrechtzuerhalten seien. 
Zudem wird die Aufhebung von Ziffer 3 des angefochtenen Urteils beantragt und 
die Aussprechung einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten und einer Busse von CHF 
100.00, ersatzweise einer Freiheitsstrafe von einem Tag, verlangt.

Nicht angefochten und somit nicht Gegenstand des Berufungs- und Anschlussbe-
rufungsverfahrens sind die übrigen Schuldsprüche wegen der im Zusammenhang 
mit der Brandstiftung erfolgten Körperverletzung, des Hausfriedensbruchs und des 
geringfügigen Diebstahls, des Diebstahlsversuchs und der Sachbeschädigung 
sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Der Anschlussberu-
fungskläger beantragte denn auch ausdrücklich die Aufrechterhaltung der übrigen 
Schuldpunkte. Diese Schuldsprüche bleiben deshalb unverändert bestehen.

8. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft dem Berufungsbeklagten unter 
Ziff. 1.1 der Anklageschrift vor, sich der vollendeten qualifizierten Brandstiftung 
gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB schuldig gemacht zu haben. Wie schon im vor-
instanzlichen Verfahren vertritt der Anschlussberufungskläger demgegenüber die 
Auffassung, er habe lediglich den Grundtatbestand von Art. 221 Abs. 1 StGB er-
füllt.

8.1. Gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB wird wegen Brandstiftung mit Freiheitsstrafe 
nicht unter einem Jahr bestraft, wer vorsätzlich zum Schaden eines anderen oder 
unter Herbeiführung einer Gemeingefahr eine Feuersbrunst verursacht. Bringt der 
Täter wissentlich Leib und Leben von Menschen in Gefahr, so ist die Strafe Frei-
heitsstrafe nicht unter drei Jahren (Art. 221 Abs. 2 StGB). Ist nur ein geringer 
Schaden entstanden, so kann auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstra-
fe erkannt werden (Art. 221 Abs. 3 StGB).

Der qualifizierte Tatbestand im Sinne von Art. 221 Abs. 2 StGB setzt voraus, dass 
Leib und Leben von Menschen tatsächlich konkret gefährdet werden. Eine bloss 
abstrakte Gefahr reicht nicht aus. Erforderlich ist zudem, dass der Täter im Sinne 
des direkten Vorsatzes um diese konkrete Gefährdung weiss und sie auch will. Es 
genügt mithin nicht, dass er im Sinne des Eventualvorsatzes eine konkrete Ge-
fährdung von Leib und Leben für möglich hält und sie in Kauf nimmt. Wer aber mit 
Wissen und Willen einen Zustand schafft, aus dem sich eine Gefahr ergibt, die er 
kennt, der will notwendig auch diese Gefahr. Die bei den konkreten Gefährdungs-
delikten vorausgesetzte Gefahr ist gegeben, wenn nach dem gewöhnlichen Lauf 
der Dinge die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Verletzung des ge-

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schützten Rechtsgutes besteht. Die Wahrscheinlichkeit der Verletzung und damit 
die konkrete Gefahr können indessen mehr oder weniger gross bzw. nahe sein. 
Welche Anforderungen an die Nähe der bei einem konkreten Gefährdungsdelikt 
erforderlichen Gefahr zu stellen sind, hängt auch von der Strafandrohung ab. An-
gesichts der vergleichsweise hohen Strafandrohung von drei bis zwanzig Jahren 
Freiheitsstrafe in Art. 221 Abs. 2 StGB ist für diesen Tatbestand eine grosse 
Wahrscheinlichkeit der Verletzung von Leib und Leben und damit eine nahe Ge-
fahr erforderlich. Dies rechtfertigt sich auch deshalb, weil Art. 221 Abs. 2 StGB 
nach der Rechtsprechung keine Gemeingefahr voraussetzt und schon im Falle der 
Gefährdung einer einzigen, individuell bestimmten Person erfüllt sein kann.

Die Verurteilung wegen qualifizierter Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 StGB 
als vollendete Tat setzt voraus, dass durch die vom Täter mit Wissen und Willen 
verursachte Feuersbrunst, so wie sie sich ereignet hat, tatsächlich Leib und Leben 
von Menschen im genannten Sinne konkret gefährdet worden sind und der Täter 
diese Gefährdung gekannt und gewollt hat. Es genügt nicht, dass Menschen ge-
fährdet worden wären, wenn das Feuer später, als es tatsächlich geschah, ent-
deckt bzw. gelöscht worden wäre. Massgebend ist nicht, was alles hätte gesche-
hen können, sondern einzig, was sich tatsächlich ereignet hat. Wurde etwa dank 
rascher Hilfeleistung niemand konkret gefährdet, so kommt, sofern die subjektiven 
Tatbestandsmerkmale erfüllt sind, bloss eine Verurteilung wegen versuchter quali-
fizierter Brandstiftung in Betracht (Urteil des Bundesgerichts 6B_154/2012 vom 25. 
September 2012 E. 4.1; BGE 123 IV 128 E. 2.a S. 130 f., je mit weiteren Hinwei-
sen).

8.2. Vorab ist festzuhalten, dass der von der Staatsanwaltschaft in ihrer Ankla-
geschrift ermittelte äussere Sachverhalt seitens des Anschlussberufungsklägers 
nicht bestritten wird. So gab er anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 8. 
September 2014 an, er habe zum Tatzeitpunkt nicht mehr leben und sich umbrin-
gen wollen. Er habe absichtlich das Zellenfenster geschlossen und mit seinem 
Feuerzeug die Bettdecke angezündet, welche auf dem unteren Bett gelegen habe. 
Dann habe er ca. einen Meter Toilettenpapier und ein Badetuch in die Flammen 
geworfen, damit es besser brenne. Als mit der Zeit dann auch das Kissen und die 
Matratze zu brennen begonnen hätten, habe er grosse Angst und Paranoia be-
kommen, weshalb er zur Gegensprechanlage gegangen sei und den Alarm ge-
drückt habe. Danach seien zwei Wärter gekommen, hätten die Klappe geöffnet 
und eine Art Löschbombe in seine Zelle geworfen. Dadurch sei der Rauch seiner 
Ansicht nach noch viel intensiver geworden und er habe keine Luft mehr bekom-
men. Er habe sich zum Fenster begeben und dieses geöffnet. Einige Zeit später 

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sei dann ein Wärter in die Zelle gekommen, habe ihn gepackt und nach draussen 
gebracht. Im Spital sei dann eine Rauchvergiftung festgestellt worden. Er hätte 
keine Möglichkeit gehabt, die Flammen irgendwie zu löschen, da sich diese sehr 
schnell ausgebreitet hätten und es innert kürzester Zeit sehr stark gebrannt habe 
(Akten StA, act. 10.14 S. 2, 3 und 5). Den bei der polizeilichen Einvernahme vom 
18. September 2014 dargestellten Schilderungen des Gefängnisaufsehers 
U._____ ist sodann zu entnehmen, dass er und sein Kollege T._____ nach Erhalt 
der Meldung über den Brand nach oben in den 3. Stock gerannt seien, wo er so-
fort die Klappe der Zellentüre geöffnet habe. Er habe dann im unteren Bett 30-50 
cm hohe Flammen erkennen können. Er habe seinem Kollegen gesagt, er solle 
sofort den mitgebrachten "Flammguard" hineinwerfen, was dieser auch getan ha-
be. Er selbst sei dann wieder nach unten in die Zentrale gerannt, wo er seine Kol-
legin angewiesen habe, ein Grossaufgebot auszulösen. Danach habe er den 
Löschschlauch aus dem 2. OG über die Treppe ins 3. OG gezogen. Nachdem er 
seinem Kollegen den Auftrag gegeben habe, die Klappe zu öffnen, habe er durch 
den hinausströmenden schwarzen Rauch innert Sekundenbruchteilen nichts mehr 
sehen können. Er sei dann zurückgegangen und habe den Schlauch ins Treppen-
haus gezogen. In dieser Zeit habe sich der ganze Gang mit beissendem Rauch 
gefüllt. Anschliessend habe er die Zellentüre aufgeschlossen, sein Shirt vor Mund 
und Nase gezogen und angefangen, durch den dicken Rauch in die Zelle hinein-
zukriechen, wobei er sich nur durch Tasten habe orientieren können. Ungefähr auf 
der Höhe des Garderobenschranks habe er seinen Arm ausgestreckt und den An-
schlussberufungskläger spüren können, woraufhin er nach ihm gegriffen und ihn 
hinausgezogen habe (Akten StA, act. 10.15 S. 2).

Nach den vorangegangenen Aussagen ist im vorliegenden Fall erstellt, dass der 
Anschlussberufungskläger eine Feuersbrunst im Sinne des Gesetzes verursachte 
bzw. einen Brand legte, der eine Intensität und Ausdehnung erreichte, aufgrund 
derer dieser von ihm selbst nicht mehr gelöscht werden konnte (Andreas Do-
natsch/Wolfgang Wohlers, Strafrecht IV, Delikte gegen die Allgemeinheit, 4. Aufl., 
Zürich 2011, S. 35 f.; Stefan Trechsel/Thomas Fingerhuth, in: Trechsel/Pieth 
[Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. 
Gallen 2013, N 2 zu Art. 221 StGB; Bruno Roelli/Petra Fleischanderl, in: Niggli/Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 7 zu 
Art. 221 StGB). Ebenfalls unbestritten und vom Anschlussberufungskläger aner-
kannt ist, dass als Folge dieser Brandlegung zum Nachteil des Kantons Graubün-
den ein Gesamtschaden in Höhe von CHF 23'254.95 entstanden ist (vgl. Akten 
BG Plessur, act. 63 und 66). Der Verteidiger führte im Rahmen seines Plädoyers 

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denn auch aus, dass der Grundtatbestand von Art. 221 Abs. 1 StGB objektiv und 
subjektiv erfüllt sei, nachdem der Anschlussberufungskläger am fraglichen Tag 
einen Zellenbrand verursacht und es sich dabei zweifelsohne um eine Feuers-
brunst gehandelt habe (vgl. Plädoyer RA Scarpatetti vom 15. Mai 2017, act. D.21 
S. 3). Darauf braucht mithin nicht mehr näher eingegangen zu werden. Zu prüfen 
bleibt somit, ob der Anschlussberufungskläger darüber hinaus den qualifizierten 
Tatbestand im Sinne von Art. 221 Abs. 2 StGB erfüllt hat

8.3. Während die Verteidigung lediglich den Grundtatbestand als erfüllt betrach-
tet, vertritt die Staatsanwaltschaft Graubünden unter Hinweis auf BGE 105 IV 127 
die Auffassung, der Berufungsbeklagte habe sich der vollendeten qualifizierten 
Brandstiftung schuldig gemacht. Zur Begründung wird vorgebracht, dass für die 
anderen Anstaltsinsassen sowie für U._____ bereits in der starken Rauchentwick-
lung eine nahe Gefahr für Leib und Leben gelegen habe, zumal wenn berücksich-
tigt werde, dass der bei solchen Bränden entwickelte Rauch das für die Gesund-
heit des Menschen giftige Kohlenmonoxid enthalte. Damit sei der objektive Tatbe-
stand von Art. 221 Abs. 2 StGB erfüllt. Zunächst ist festzuhalten, dass die Gefähr-
dung des eingreifenden Gefängniswärters U._____ bei der Beurteilung des objek-
tiven Tatbestands von Art. 221 Abs. 2 StGB entgegen der Auffassung der Staats-
anwaltschaft von vornherein ausser Betracht fällt. Zwar setzt die betreffende Be-
stimmung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Gemeingefahr 
voraus und kann schon im Falle der Gefährdung einer einzigen, individuell be-
stimmten Person erfüllt sein (vgl. E. 8.1). Allerdings wird von der herrschenden 
Lehre gefordert, dass es sich bei dem konkret gefährdeten Einzelnen um einen 
oder mehrere vom Zufall ausgewählte Repräsentanten der Allgemeinheit handelt 
(Repräsentationstheorie). Es genügt daher nach diesen Lehrmeinungen nicht, 
wenn Helfer und insbesondere Angehörige der eingreifenden Feuerwehr in Gefahr 
für Leib und Leben geraten (Donatsch/Wohlers, a.a.O., S. 38 f.; Günter Straten-
werth/Felix Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil: Straftaten ge-
gen Allgemeininteressen, 7. Aufl., Bern 2013, § 28 N 19; Trechsel/ Fingerhuth, 
a.a.O., N 2 zu Vor Art. 221 StGB; Roelli/ Fleischanderl, a.a.O., N 17 zu Art. 221 
StGB). Folgt man dieser nach Meinung des Kantonsgerichts von Graubünden be-
gründeten Auffassung, so hat die bei U._____ als Folge der vom Berufungsbe-
klagten verursachten Feuersbrunst eingetretene leichtgradige Kohlenmonoxidver-
giftung bei der Prüfung des objektiven Tatbestands unberücksichtigt zu bleiben, 
weil dieser – ähnlich einem Feuerwehrmann – mit der Löschung des Brandes und 
der Evakuierung der Insassen seiner dienstlichen Pflicht als Gefängnisaufseher 

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nachgekommen ist. Dies reicht nach der hier vertretenen Repräsentationstheorie 
für die Erfüllung des objektiven Tatbestands von Art. 221 Abs. 2 StGB nicht aus.

8.3.1. Die Staatsanwaltschaft Graubünden ist der Ansicht, dass auch die weiteren 
Insassen in den Zellen Nr. 29, 31 und 32 naturgemäss in ihrer Bewegungsfreiheit 
eingeschränkt gewesen seien und keine Möglichkeit gehabt hätten, dem Feuer 
und dem Rauch auszuweichen. Leib und Leben dieser Insassen seien in naher 
Gefahr gewesen, auch wenn bei diesen Personen keine eigentliche gesundheitli-
che Schädigung eingetreten sei. Zum Zeitpunkt, als diese Personen gerettet wor-
den seien, habe ein derart starker Rauch geherrscht, dass es gemäss Aussagen 
von U._____ nur mit Hilfe der starken Helmlampe eines Mitglieds des Atemschut-
zes möglich gewesen sei, die Türen der Zellen Nr. 29, 31 und 32 zu öffnen. Brand-
tote fielen in der Regel nicht den Flammen, sondern den giftigen Rauchgasen zum 
Opfer, die während der Schwelbrandphase entstünden. Die geruchlosen Gase 
enthielten Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid, wobei schon wenige Lun-
genfüllungen Kohlenstoffmonoxid tödlich sein könnten. Der Umstand, dass die 
Konzeption des M._____ nach Ansicht der Vorinstanz eine Ausbreitung von Feuer 
kaum zulasse, möge zwar zutreffen, sei aber nicht entscheidend und ändere 
nichts am Vorhandensein der Gefahr. Ursache der sich konkretisierten Gefahr sei 
vorliegend nicht in erster Linie das Feuer gewesen, sondern auch und gerade die 
dadurch erfolgte Rauchentwicklung. Und dass eine solche vorgeherrscht habe und 
zudem enorm gewesen sei, stehe ausser Frage.

8.3.2. Dem hält der Anschlussberufungskläger entgegen, dass notorischerweise 
kaum eine wirkliche Gefahr für andere Personen herbeigeführt werden könne, 
wenn jemand in seiner eigenen Zelle einen Brandherd setze und danach diesen 
Brand selber melde. Dies insbesondere dann nicht, wenn der Brand nicht in der 
Nacht, sondern kurz nach 17.00 Uhr entfacht werde. Natürlich gehe mit einem 
Brand auch eine gewisse Rauchentwicklung einher, allerdings könne dies – wenn 
überhaupt – nur zu leichten Vergiftungen führen. Bezeichnenderweise seien die 
anderen Insassen denn auch völlig unversehrt geblieben. Somit habe keine kon-
krete, sondern höchstens eine abstrakte Gefährdung vorgelegen. Zudem sei ein 
Gefängnis nicht mit Holztüren, sondern mit Stahltüren versehen und aus massi-
vem Beton gebaut, weshalb der Rauch fast unmöglich in andere Zellen dringen 
könne, was auch vorliegend nicht geschehen sei. Angesichts des Mindeststraf-
masses von Art. 221 Abs. 2 StGB seien sehr strenge Anforderungen an die Wahr-
scheinlichkeit der Verletzung der geschützten Rechtsgüter und damit an die kon-
krete Gefahr zu stellen. Vorliegend sei der objektive Tatbestand von Art. 221 Abs. 
2 StGB nicht erfüllt.

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8.3.3. Aufgrund der Gesamtaktenlage sowie insbesondere aufgrund der Aussa-
gen des Gefängnisaufsehers U._____ ist für das Kantonsgericht erstellt, dass für 
die übrigen, in den Nachbarszellen untergebrachten Insassen keine tatsächliche 
konkrete Gefährdung durch das vom Anschlussberufungskläger verursachte Feu-
er bestand. Der Schilderung von U._____ zufolge konnten sowohl die beiden 
männlichen Insassen in den Zellen Nr. 29 und 31 als auch die weibliche Insassin 
in der Zelle Nr. 32 ohne nennenswerte Probleme gerettet und via Treppenhaus in 
Sicherheit gebracht werden (vgl. Akten StA, act. 10.15 S. 3). Weder lassen sich 
den Akten Hinweise auf eine tatsächliche konkrete Gefährdung der benachbarten 
Insassen entnehmen noch sind Verletzungen welcher Art auch immer dokumen-
tiert. Vielmehr konnten diese mehr oder weniger unaufgeregt aus ihren Zellen ins 
Treppenhaus und anschliessend ins Freie begleitet werden. Allesamt blieben sie 
unverletzt. Ob eine nahe Gefahr für Leib und Leben dieser Insassen hätte entste-
hen können, wenn das Feuer nicht so rasch unter Kontrolle gebracht worden wäre 
und die Rettung dieser Insassen nicht so glimpflich ausgegangen wäre, ist für den 
vorliegenden Fall nicht massgebend und spielt für die Beurteilung der Frage, ob 
der qualifizierte Tatbestand von Art. 221 Abs. 2 StGB erfüllt ist, keine Rolle (vgl. E. 
8.1). Nach dem Gesagten steht für das Kantonsgericht von Graubünden fest, dass 
im konkreten Fall der objektive Tatbestand von Art. 221 Abs. 2 StGB nicht erfüllt 
ist.

8.3.4. Daran vermag auch der Hinweis der Staatsanwaltschaft Graubünden auf 
BGE 105 IV 127 nichts zu ändern, der ebenfalls eine Brandstiftung in der Justiz-
vollzugsanstalt M._____ zum Gegenstand hatte. Das Bundesgericht bestätigte 
darin das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden, welches den Täter wegen 
vollendeter qualifizierter Brandstiftung schuldig sprach. Der diesem Urteil zugrun-
deliegende Sachverhalt unterscheidet sich aber in wesentlichen Punkten vom vor-
liegend zu beurteilenden Fall. Zum einen legte der damalige Täter in der Nacht 
Feuer, mithin also zu einer Zeit, in der die übrigen Anstaltsinsassen schliefen und 
den Rauch unbemerkt hätten einatmen können. Zum anderen verbarrikadierte er 
seine Zellentür mit Kleiderschrank, Bettgestell, Stuhl, Matratze und sämtlichem 
Bettzeug und erschwerte dadurch das Löschen des Feuers zusätzlich. Im vorlie-
genden Fall wurde das Feuer um etwa 17.20 Uhr gelegt und damit zu einer Zeit, in 
der wohl alle Anstaltsinsassen wach waren. Es bestand für diese mithin keine Ge-
fahr eines unbemerkten Einatmens von giftigem Rauch. Zudem wurde die Zellen-
tür vom Anschlussberufungskläger nicht verbarrikadiert, infolgedessen auch die 
Rettung nicht erschwert wurde. Und schliesslich konnte das Feuer innert kürzester 
Zeit unter Kontrolle gebracht werden, nachdem der Anschlussberufungskläger den 

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Brand selbst gemeldet hatte. Aus den genannten Gründen wurde im vorliegenden 
Fall keine tatsächliche konkrete Gefahr geschaffen wie dies in der dem BGE 105 
IV 127 zugrundeliegenden Konstellation der Fall war.

8.4. Möglich bleibt somit bloss noch eine Verurteilung wegen versuchter qualifi-
zierter Brandstiftung, sofern der subjektive Tatbestand von Art. 221 Abs. 2 StGB 
erfüllt ist. Voraussetzung hierfür ist, dass der Anschlussberufungskläger im Sinne 
des direkten Vorsatzes um die geforderte Gefährdung von Leib und Leben ande-
rer wusste und diese auch wollte (vgl. E. 8.1). Anlässlich der polizeilichen Einver-
nahme vom 8. September 2014 gab der Anschlussberufungskläger auf die Frage, 
aus welchem Grund er das Feuer gelegt habe, zur Antwort, er habe Stimmen 
gehört und habe nicht mehr leben wollen. Auf die Nachfrage, ob er sich damit das 
Leben habe nehmen wollen, antwortete er: "Ja, das ist richtig. Ich wollte mich um-
bringen." Ebenso, dass er einfach keine Lust mehr gehabt habe zu leben. Ergän-
zend wollte sein Verteidiger wissen, ob er zum Zeitpunkt, als er das Feuer gelegt 
habe, auch noch andere Personen habe verletzen wollen, woraufhin der An-
schlussberufungskläger wörtlich zu Protokoll gab: "Ja, ich wollte dies, wenn ich 
ehrlich bin. Ich hatte die Schnauze total voll" (Akten StA, act. 10.14 S. 3 ff.). Dem-
gegenüber gab der Anschlussberufungskläger im Rahmen der staatsanwaltschaft-
lichen Schlusseinvernahme vom 21. April 2015 an, er habe niemanden verletzen 
wollen. Angesprochen auf seine vorangehend zitierte erste Aussage vor der Poli-
zei, antwortete er, dass damals eine andere Situation gewesen sei und die Leute 
von der Fahndung ihn unter Druck gesetzt hätten, nachdem Rechtsanwalt Scarpa-
tetti gegangen sei. Nachdem der einvernehmende Staatsanwalt ihn darauf auf-
merksam gemacht hatte, dass sein Verteidiger bei der betreffenden Frage anwe-
send gewesen sei, führte der Anschlussberufungskläger aus, dass er vor der Ein-
vernahme, als sein Anwalt noch nicht anwesend gewesen sei, mit den Beamten 
allein gewesen sei und sie ihn dabei unter Druck gesetzt hätten. Mit unter Druck 
setzen meine er, dass sie immer hätten austüfteln wollen, weshalb er dies ge-
macht habe etc. (Akten StA, act. 1.11 S. 4). Vor der Vorinstanz beteuerte er er-
neut, dass er mit dem Brand wirklich niemanden habe gefährden wollen und ein-
fach nicht nachgedacht habe, was da passieren könne (Akten BG Plessur, act. 51 
S. 3), und auch anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung nannte er als 
Hauptmotiv für die Brandlegung, dass er sehr verzweifelt gewesen sei und sich 
habe umbringen wollen; er habe aber niemanden verletzen bzw. töten wollen (act. 
F.4 S. 3; F.9 S. 3). Nach der Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden gebührt 
der „Aussage der ersten Stunde“ vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit, da 
diese zeitnah zum Geschehen erfolgt und weniger mit Erinnerungslücken und all-

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fälligen Absprachen behaftet ist als eine Aussage, welche erst Wochen oder Mo-
nate später erfolgt (vgl. dazu auch PKG 1991 Nr. 39 E. 3 sowie im Bereich des 
Sozialversicherungsrechts: BGE 121 V 45 E. 2.a S. 47, wonach die spontanen 
„Aussagen der ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind 
als die späteren Darstellungen). Aus diesem Grund ist auch vorliegend auf die 
erste Aussage des Anschlussberufungsklägers abzustellen, woraus hervorgeht, 
dass er auch andere Menschen verletzen wollte, weil er die "Schnauze voll" hatte. 
Die nachträglich getätigten Aussagen unter Verweis auf eine angebliche Druck-
ausübung seitens der Polizisten sind nicht glaubwürdig und demzufolge als reine 
Schutzbehauptungen zu werten. Es besteht nicht der geringste Hinweis darauf, 
dass der Anschlussberufungskläger anlässlich der polizeilichen Einvernahme un-
ter Druck gesetzt wurde, weder vor noch nach dem Eintreffen seines Verteidigers. 
Hinzu kommt, dass der entscheidenden Antwort nicht eine Frage eines Polizeibe-
amten vorausging, sondern eine seines eigenen Verteidigers. Man kann sich des 
Eindrucks nicht erwehren, dass die zahlreichen nachträglichen Beteuerungen des 
Anschlussberufungsklägers, wonach er mit seiner Handlung niemanden habe ver-
letzen bzw. gar töten wollen, in erster Linie aus prozesstaktischen Gründen erfolg-
ten, um einer drohenden Verwahrung bereits auf der Tatbestandsstufe entgehen 
zu können (da der Grundtatbestand von Art. 221 Abs. 1 StGB einzig einen Sach-
schaden oder die Herbeiführung einer Gemeingefahr verlangt, wäre eine Verwah-
rung von vornherein ausgeschlossen, weil es diesfalls an der in Art. 64 Abs. 1 
StGB geforderten schweren physischen, psychischen oder sexuellen Beeinträchti-
gung einer anderen Person fehlt). Demzufolge kann der Anschlussberufungsklä-
ger aus der vermeintlichen Druckausübung durch die Polizei nichts zu seinen 
Gunsten herleiten. Im Übrigen ist auf folgendes hinzuweisen: Während der Täter 
beim direkten Vorsatz ersten Grades den Erfolg will oder in Kauf nimmt und die-
sen als sicher voraussieht, ist direkter Vorsatz zweiten Grades bereits gegeben, 
wenn der Täter den deliktischen Erfolg als notwendige Folge oder als Mittel zur 
Erreichung des verfolgten Zwecks in seinen Entschluss miteinbezogen hat, selbst 
wenn dieser ihm gleichgültig oder sogar unerwünscht sein mag. Der Erfolg braucht 
nicht das direkt vom Täter erstrebte Ziel zu sein. Es genügt, dass er mitgewollt ist. 
Der Gefährdungsvorsatz liegt somit vor, wenn der Täter die Gefahr kennt und 
trotzdem handelt (ohne auf ihren Nichteintritt zu vertrauen, in welchem Fall nur 
bewusste Fahrlässigkeit vorliegt). Nicht erforderlich ist hingegen, dass er die Ver-
wirklichung der Gefahr gewollt hat, denn dann wäre er wegen vorsätzlicher Bege-
hung des entsprechenden Verletzungsdelikts (z.B. Tötung) strafbar (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_913/2016 vom 13. April 2017 E. 1.1.1 mit Hinweisen). Für die 
Bejahung des subjektiven Vorsatzes ist somit nicht erforderlich, dass es dem An-

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schlussberufungskläger in erster Linie darum ging, andere Menschen zu verletzen. 
Vielmehr ist ausreichend, dass er diesen möglichen Erfolg zur Erreichung des ei-
gentlichen Ziels – nämlich sich selbst umzubringen – in seinen Entschluss mitein-
bezogen hat. Dass dem im vorliegenden Fall so war, ist aufgrund der ersten Aus-
sage des Anschlussberufungsklägers hinreichend erstellt, wollte er seinen eigenen 
Worten zufolge dadurch doch auch andere Menschen verletzen. Es war demzu-
folge nicht bloss so, dass ihm dieser potentielle Erfolg gleichgültig oder sogar un-
erwünscht gewesen wäre; vielmehr entschied er sich dafür, diesen ebenfalls her-
beiführen zu wollen. Wenn schon nicht mit Vorsatz ersten Grades, so handelte der 
Anschlussberufungskläger jedenfalls ohne Zweifel mit Vorsatz zweiten Grades, 
was für die Erfüllung des subjektiven Tatbestands genügt. Nach dem Gesagten 
wusste der Anschlussberufungskläger um die mögliche Gefahr von Leib und Le-
ben anderer Menschen und wollte eine solche Gefahr auch. Damit hat er den Tat-
bestand von Art. 221 Abs. 2 StGB in subjektiver Hinsicht erfüllt.

8.5. Da der Anschlussberufungskläger lediglich den subjektiven, nicht aber den 
objektiven Tatbestand von Art. 221 Abs. 2 StGB erfüllt hat, stellt sich die Frage, ob 
er sich der versuchten Brandstiftung schuldig gemacht hat. Der Versuch ist in Art. 
22 StGB geregelt. Das Gesetz enthält hierfür keine eigentliche Definition. Nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt ein Versuch vor, wenn der Täter 
sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit 
manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht 
wären (BGE 140 IV 150 E. 3.4 S. 152; 131 IV 100 E. 7.2.1 S. 103 f., je mit Hinwei-
sen). Wie das Bundesgericht in BGE 123 IV 128 entschieden hat, ist bei der quali-
fizierten Brandstiftung eine versuchte Tatbegehung möglich, wenn niemand kon-
kret gefährdet wurde und bloss die subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt sind 
(BGE 123 IV 128 E. 2.b S. 131). Genau eine solche Konstellation ist nach dem 
Gesagten im vorliegenden Fall gegeben. Folglich hat sich der Anschlussberu-
fungskläger der versuchten Brandstiftung nach Art. 221 Abs. 2 StGB in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Es liegen weder Rechtfertigungs- 
noch Schuldausschliessungsgründe vor. Der Gutachter Dr. med. S._____ ging in 
seinem Gutachten vom 23. Dezember 2014 in Bezug auf die Brandstiftung davon 
aus, dass sich der Anschlussberufungskläger grundsätzlich der Unrechtmässigkeit 
seines Tuns bewusst gewesen sei. Er habe gewusst, dass er mit dem Feuerlegen 
sowohl sich selbst als auch andere schädigen könne. Aufgrund seiner einge-
schränkten Empathiefähigkeit und vor allem seiner hebephrenen Anteile sei er 
jedoch nur vermindert fähig gewesen, gemäss dieser Einsicht zu handeln. Hierbei 
habe es sich aber aus gutachterlicher Sicht nur um eine geringfügige Einschrän-

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kung der Einsichtsfähigkeit gehandelt. Eine höhere Einschränkung der Steue-
rungsfähigkeit sei aus gutachterlicher Sicht nicht ersichtlich, selbst wenn man da-
von ausgehe, dass er tatsächlich imperative Stimmen gehört habe (Akten StA, act. 
4.9 S. 43). Daraus geht nun aber klar hervor, dass dem Anschlussberufungskläger 
trotz einer attestierten leichten Verminderung der Schuldfähigkeit (Akten StA, act. 
4.9. S. 44 und 47) durchaus bewusst war, dass er mit dem Feuerlegen nicht nur 
sich selbst, sondern auch andere schädigen kann. Dass er dies in der damaligen 
Situation auch wollte, wurde bereits dargelegt; mit dieser Frage brauchte sich der 
Gutachter nicht auseinanderzusetzen. Seine Aufgabe bestand einzig darin, zu be-
urteilen, ob der Anschlussberufungskläger zum fraglichen Zeitpunkt fähig war, das 
Unrecht seiner Tat einzusehen und gemäss dieser Einsicht zu handeln. Diesbe-
züglich ist das Gutachten wie gesehen hinreichend klar ausgefallen und der vom 
Verteidiger geltend gemachte Widerspruch vermag sich dem Gericht nicht zu er-
schliessen. Denn mangelnde Gefühle gegenüber anderen bzw. eine mangelnde 
Empathiefähigkeit schliessen die Schuldfähigkeit nicht per se aus. Gemäss Duden 
wird unter Empathie die Bereitschaft und Fähigkeit verstanden, sich in die Einstel-
lungen anderer Menschen einzufühlen (http://www.duden.de/ rechtschrei-
bung/Empathie). Inwiefern diese Eigenschaft Voraussetzung sein soll, um wissent-
lich und willentlich andere Menschen einer Gefahr auszusetzen, ist weder nach-
vollziehbar noch wird dies vom Verteidiger schlüssig dargelegt.

8.6. Nach den vorangegangenen Ausführungen ist festzuhalten, dass sich der 
Anschlussberufungskläger der versuchten Brandstiftung gemäss Art. 221 Abs. 2 
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. Diesbezüglich 
sind somit sowohl die Berufung als auch die Anschlussberufung abzuweisen. Wie 
bereits erwähnt, bleiben die nicht angefochtenen und vom Anschlussberufungs-
kläger ausdrücklich anerkannten Schuldsprüche wegen Körperverletzung gemäss 
Art. 123 Ziff. 1 StGB, Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB und geringfügi-
gen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 
StGB, Diebstahlsversuchs gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB und Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie Gewalt 
und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB unverän-
dert bestehen.

9. Das Bezirksgericht Plessur bestrafte den Berufungsbeklagten mit einer 
Freiheitsstrafe von 32 Monaten und einer Busse von CHF 100.00, ersatzweise mit 
einer Freiheitsstrafe von einem Tag bei schuldhafter Nichtbezahlung derselben. 
Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragt mit ihrer Berufung aufgrund der 
ihrer Ansicht nach vollendeten qualifizierten Brandstiftung eine Freiheitsstrafe von 

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40 Monaten sowie eine Busse von CHF 100.00, während der Anschlussberu-
fungskläger die Aussprechung einer Freiheitsstrafe von lediglich 28 Monaten und 
einer Busse von CHF 100.00 fordert, weil seiner Meinung nach bloss der Grund-
tatbestand von Art. 221 Abs. 1 StGB erfüllt sein soll. Beide Auffassungen treffen 
wie gesehen nicht zu.

9.1. Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-
fenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 
vermeiden (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von 
ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 
gegen sie und damit seine Schuld (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; Stefan Trech-
sel/Heidi Affolter-Eijsten, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N 21 zu Art. 47 StGB; Hans Wi-
prächtiger/Stefan Keller, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-
recht I, 3. Aufl., Basel 2013, N 117 zu Art. 47 StGB). Daraus geht hervor, dass 
sich die Strafe grundsätzlich auf die Schuld bezieht. Das Verschulden soll die 
Strafe begründen und nach oben begrenzen, wobei Verschulden im Sinne dieser 
Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs ist (vgl. Wiprächti-
ger/Keller, a.a.O., N 14 zu Art. 47 StGB).

Für die Bemessung der Höhe der Strafe hat das Gericht das Vorliegen von Straf-
milderungs-, Strafschärfungs-, Strafminderungs- und Straferhöhungsgründen zu 
prüfen. Strafmilderungsgründe im Sinne von Art. 48 StGB und der Strafschär-
fungsgrund der Konkurrenz gemäss Art. 49 StGB können zu einer Erweiterung 
des Strafrahmens nach unten oder oben führen. Strafminderungs- und Strafer-
höhungsgründe sind hingegen Kriterien, die innerhalb des ordentlichen Strafrah-
mens im Rahmen der Strafzumessung nach Art. 47 StGB zu berücksichtigen sind 
(vgl. Christian Schwarzenegger/Markus Hug/Daniel Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl., 
Zürich 2007, S. 58). Das Gericht muss die wesentlichen in der Strafzumessung 
berücksichtigten Kriterien darlegen, damit sein Entscheid nachvollziehbar ist be-
ziehungsweise auf die Vollständigkeit und die korrekte Würdigung hin überprüft 
werden kann. Es kann über Elemente stillschweigend hinweggehen, die ihm nicht 
entscheidend scheinen beziehungsweise von geringer Bedeutung sind (vgl. BGE 

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134 IV 17 E. 2.1 S. 20; Urteil des Bundesgerichts 6B_764/2009 vom 17. Dezem-
ber 2009 E. 1.2.1).

9.2. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 
für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe 
der schwersten Straftat (sog. Einsatzstrafe) und erhöht sie angemessen (sog. As-
perationsprinzip; vgl. dazu BGE 132 IV 102 E. 8.1 S. 104). Das Gericht darf jedoch 
das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. 
Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (vgl. Art. 49 
Abs. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten 
Strafe bedrohten Tatbestand fällt (vgl. BGE 116 IV 300 E. 2c/bb S. 304). Metho-
disch ist bei der Bildung der Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorab der Strafrahmen für die schwerste 
Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat inner-
halb dieses Strafrahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter 
Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips ange-
messen zu erhöhen. Das Gericht hat mithin in einem Schritt, unter Einbezug aller 
straferhöhenden und strafmindernden Umstände, gedanklich die Einsatzstrafe für 
das schwerste Delikt festzulegen. In einem zweiten Schritt hat es diese Einsatz-
strafe unter Einbezug der anderen Straftaten gegebenenfalls zu einer Gesamtstra-
fe zu erhöhen, wobei es ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen 
hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_405/2011 vom 24. Januar 2012 E. 5.4 und 
6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.4.4; vgl. ferner auch Jürg-Beat Acker-
mann, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl., Ba-
sel 2013, N 113 zu Art. 49 StGB). Art. 49 Abs. 1 StGB greift aber nur, wenn das 
Gericht im konkreten Fall für die einzelnen Normverstösse gleichartige Strafen 
ausfällen würde (vgl. BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 122). Für die Anwendung von Art. 
49 StGB genügt es also nicht, auf die abstrakt angedrohten, gleichartigen Strafen 
abzustellen. Geldstrafen und Freiheitsstrafen sind ungleichartige Strafen. Sieht 
das Gericht im konkreten Fall zum Beispiel für eine Tat eine Geldstrafe (obwohl 
die entsprechende Norm abstrakt auch Freiheitsstrafe androht) und für die andere 
eine Freiheitsstrafe vor, kommen die Regeln von Art. 49 Abs. 1 StGB nicht in Be-
tracht (vgl. Ackermann, a.a.O., N 87, 89 und 90 zu Art 49 StGB). Für den Fall, 
dass die konkurrierenden Tatbestände alternativ unterschiedliche Strafarten an-
drohen, kann das Gericht in den Grenzen des gesetzlichen Höchstmasses der 
Strafart eine einzige Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB aussprechen, so-
fern es der Ansicht ist, es würde für jedes dieser Delikte im Einzelfall diese gleich-
artige Strafart ausfällen. Hält es dagegen im einen Fall eine Freiheitsstrafe, im an-

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deren eine Geldstrafe für angemessen, müssen die Strafen kumulativ ausgefällt 
werden (vgl. Ackermann, a.a.O., N 92 zu Art. 49 StGB).

9.3. Der Anschlussberufungskläger ist vorliegend wegen Verbrechen (Art. 221 
Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 139 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, jeweils in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 
StGB), Vergehen (Art. 123 Ziff. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB und 
Art. 285 Ziff. 1 StGB, jeweils in Verbindung mit Art. 10 Abs. 3 StGB) und einer 
Übertretung (Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB und 
Art. 103 StGB) zu bestrafen. Dabei erweist sich die Brandstiftung nach Art. 221 
Abs. 2 StGB mit einem Strafrahmen von Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren bis 
maximal 20 Jahren (vgl. Art. 40 StGB) als schwerstes Delikt, weshalb hierfür in 
einem ersten Schritt die Einsatzstrafe zu bestimmen ist. Unter Einbezug der übri-
gen Delikte ist diese Einsatzstrafe alsdann zu schärfen, wobei sich in Anwendung 
von Art. 49 Abs. 1 StGB für die Gesamtstrafe ein mögliches Höchstmass von 20 
Jahren ergibt. Infolge des gesetzlichen Strafmilderungsrundes des Versuchs ist 
der Strafrahmen der Einsatzstrafe von drei bis zu 20 Jahren nach unten offen.

9.3.1. Vorliegend ist von einem mittelschweren Verschulden auszugehen. Der 
Anschlussberufungskläger legte in einer geschlossenen Zelle ein Feuer, welches 
nach kurzer Zeit eine derartige Intensität aufwies, dass er den Brand nicht mehr 
selbst zu löschen imstande war. Dadurch brachte er nicht nur sich selbst in Ge-
fahr, sondern schaffte zudem eine Gefährdung für die benachbarten Insassen, 
welche den Flammen und insbesondere dem aufkommenden Rauch schutzlos 
ausgeliefert gewesen wären, wenn der Brand nicht so schnell unter Kontrolle ge-
bracht worden wäre und sie nicht unverletzt hätten evakuiert werden können. Ob-
schon der Anschlussberufungskläger durch die Brandlegung eigener Aussage zu-
folge in erster Linie sich selbst umbringen wollte, scheute er dennoch nicht davor 
zurück, damit auch andere Menschen und namentlich die benachbarten Insassen 
zu verletzen oder gar zu töten. Zur Begründung für sein Handeln brachte er vor, er 
habe "die Schnauze voll gehabt". Dies lässt auf eine nicht unerhebliche Rücksicht-
losigkeit gegenüber dem Leben anderer und folglich auf eine verwerfliche Gesin-
nung schliessen. Dieser Umstand und die Tatsache, dass der Anschlussberu-
fungskläger bereits mehrfach vorbestraft ist, zeigen deutlich, dass von ihm eine 
recht hohe kriminelle Energie ausgeht, welche nur teilweise auf seine ausgewie-
sene psychische Erkrankung zurückgeführt werden kann. Ihm wird denn auch eine 
sehr hohe Aggressionsbereitschaft attestiert (vgl. Akten StA, act. 4.9 S. 32). Der 
Gutachter Dr. med. S._____ führte in seinem Gutachten vom 23. Dezember 2014 
aus, in Bezug auf die Brandstiftung könne davon ausgegangen werden, dass der 

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Anschlussberufungskläger sich in der Justizvollzugsanstalt erneut unwohl gefühlt 
habe, was zu Stress geführt habe. Ob er in den Tagen zuvor tatsächlich bereits 
Stimmen gehört habe, sei schwer nachzuweisen, grundsätzlich aber möglich. 
Auch habe er einmal angegeben, dass er Suizidgedanken gehabt und den Brand 
deswegen gelegt habe. Ein weiterer Erklärungsversich könnte darin liegen, dass 
er die Stimmen gehört habe, das nicht mehr ausgehalten habe und deswegen ei-
nen Suizidversuch habe unternehmen wollen. Dafür würde sprechen, dass er sich 
durch das Feuerlegen doch massiv selber gefährdet habe und er nicht wie zu 
früheren Zeitpunkten versucht habe, mittels Selbstverletzungen und entsprechen-
den Suiziddrohungen zum Beispiel eine Verlegung in ein Krankenhaus oder eine 
Klinik zu erzwingen. Weiter könne aus gutachterlicher Sicht davon ausgegangen 
werden, dass sich der Anschlussberufungskläger grundsätzlich seines Tuns be-
wusst gewesen sei. Er habe gewusst, dass er mit dem Feuerlegen sowohl sich 
selbst als auch andere schädigen könne. Aufgrund seiner eingeschränkten Empa-
thiefähigkeit und vor allem seiner hebephrenen Anteile sei er jedoch nur vermin-
dert fähig gewesen, gemäss dieser Einsicht zu handeln. Hierbei habe es sich aus 
gutachterlicher Sicht aber nur um eine geringfügige Einschränkung der Einsichts-
fähigkeit gehandelt. Der Anschlussberufungskläger habe berichtet, dass er bereits 
vorgängig immer wieder den Impuls gehabt habe, Feuer zu legen, diesen aber 
habe beherrschen können. An diesem Tag sei es ihm wie zu viel geworden und er 
habe dem Impuls dann nachgegeben. Eine höhere Einschränkung der Steue-
rungsfähigkeit sei aus gutachterlicher Sicht nicht ersichtlich, selbst wenn man da-
von ausgehe, dass er tatsächlich imperative Stimmen gehört habe. Zusammen-
fassend könne in Bezug auf den Vorwurf der Brandstiftung somit eine leichte Ver-
minderung der Schuldfähigkeit festgestellt werden (vgl. Akten StA, act. 4.9 S. 43 
f.). Gestützt auf die gutachterlichen Einschätzungen ist beim Anschlussberufungs-
kläger hinsichtlich der Brandstiftung von einer leicht verminderten Schuldfähigkeit 
auszugehen, welche sich leicht strafmildernd auswirkt (Art. 19 Abs. 2 StGB). Mit 
Bezug auf die vorangegangenen Ausführungen zur Tatkomponente und unter 
Berücksichtigung dessen, dass das Verschulden des Anschlussberufungsklägers 
als mittelschwer bezeichnet werden muss, bildet Ausgangspunkt der zu verhän-
genden Freiheitsstrafe eine solche von zwei Jahren. Unabhängig von der Tatkom-
ponente ist der Versuch zu gewichten, welcher ebenfalls eine Strafmilderung zur 
Folge haben kann (Art. 22 Abs. 1 StGB). Wie gesehen wurde der objektive Tatbe-
stand von Art. 221 Abs. 2 StGB im vorliegenden Fall deshalb nicht erfüllt, weil es 
an der erforderlichen nahen Gefahr für Leib und Leben anderer fehlte. Eine solche 
hätte jedoch durchaus entstehen können, wenn das Feuer nicht so schnell unter 
Kontrolle gebracht worden wäre und die übrigen Anstaltsinsassen nicht unverletzt 

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hätten in Sicherheit gebracht werden können. Da sich hierfür die beiden Gefäng-
nisaufseher U._____ und V._____ verantwortlich zeichneten, ist der mangelnde 
Erfolgseintritt auf äussere Umstände zurückzuführen. Der Anschlussberufungsklä-
ger leistete zwar ebenfalls seinen Beitrag zur Vermeidung des Erfolgseintritts, in-
dem er relativ zügig den Alarmknopf betätigte; indessen scheint dabei nicht der 
Schutz Dritter, sondern vielmehr das eigene Wohlbefinden im Vordergrund ge-
standen zu haben. Schliesslich ist aber auch zu berücksichtigen, dass im konkre-
ten Fall tatsächlich niemand konkret gefährdet wurde. Leicht strafmindernd zu 
berücksichtigen sind sodann die persönlichen Umstände des Anschlussberu-
fungsklägers, welcher wahrlich keine einfache Kindheit/Jugend erlebt und nach 
der Trennung seiner Eltern einen Grossteil seines Lebens praktisch durchgängig 
in wechselnden psychiatrischen Kliniken oder Haftanstalten verbracht hat (vgl. 
Sachverhalt lit. A). Ebenfalls leicht strafmindernd wirkt sich das Geständnis des 
Anschlussberufungsklägers aus, welcher sich seit seiner Festnahme äusserst ko-
operativ zeigte. Straferhöhend fallen demgegenüber der schwer angeschlagene 
Leumund und die zahlreichen Vorstrafen (vgl. Sachverhalt lit. B) ins Gewicht. Wei-
tere Strafschärfungs-, Strafmilderungs- und Strafminderungsgründe sind nic