# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48526345-aeca-5816-8e22-abb4c300d622
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.10.2016 UV 2014/83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-83_2016-10-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/83

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 25.10.2016

Entscheiddatum: 25.10.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 25.10.2016
Art. 49 Abs. 1 ATSG, Art. 124 lit. b UVV: Der zunächst formlos mitgeteilte 
Fallabschluss bzw. die zunächst formlos mitgeteilte Leistungseinstellung hat 
keine Rechtswirksamkeit erlangt, die es der Beschwerdegegnerin 
verunmöglicht hätte, voraussetzungslos (vgl. Art. 53 und Art. 17 ATSG) über 
dasselbe Rechtsverhältnis formgerecht mittels Verfügung nochmals zu 
entscheiden.Art. 6 UVG: Das Dahinfallen der Kausalität zwischen Unfall und 
geklagten Beschwerden ist ab dem Datum der Leistungseinstellung mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan (Erreichen des Status quo sine 
vel ante)(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
25. Oktober 2016, UV 2014/83).       Entscheid vom 25. Oktober 2016

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen           

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2014/83         

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Georg Kramer,

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Waisenhausstrasse 17, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Leupi, grossenbacher rechtsanwälte ag, 

Zentralstrasse 44, 6003 Luzern,

zusätzlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Vera Häne, grossenbacher 

rechtsanwälte ag, Zentralstrasse 44, 6003 Luzern,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen (Rente, Integritätsentschädigung)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Anstellung bei der B.___ AG bei 

der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt obligatorisch gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als er am 1. Mai 2012 auf einer Autobahn in der Nähe von C.___ 

einen Selbstunfall erlitt (Suva-act. 3, 9, 70). Die Erstversorgung erfolgte im 

Universitätsklinikum D.___, dessen Ärzte eine Scapulalängsfraktur rechts, eine basale 

Lungenkontusion beidseits, einen Zustand nach Inhalationstrauma, eine HWS-

Distorsion sowie Rissquetschwunden (RQW) im Gesicht, am rechten Unterschenkel 

sowie am rechten Fuss diagnostizierten. Als Nebendiagnose ergaben sich degenerative 

HWS-Veränderungen (Osteophyt HWK 4). Die Funktionsaufnahmen der HWS zum 

Ausschluss einer Instabilität zeigten keinen pathologischen Befund. Therapeutisch 

wurden eine chirurgische Wundversorgung und eine stationäre Überwachung 

durchgeführt (Suva-act. 21). Am 3. Mai 2012 wurde der Versicherte ins Spital E.___ 

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verlegt, wo er bis 8. Mai 2012 hospitalisiert war. Die behandelnden Ärzte hatten im 

Austrittsbericht vom 7. Mai 2012 die Diagnosen Verkehrsunfall am 1. Mai 2012 mit 

Commotio cerebri, Inhalationstrauma, Scapulafraktur rechts, RQW Jochbogen links, 

multiple Schürfwunden am Rücken, Rippenkontusion und Weichteiltrauma Fuss rechts 

sowie chronische HWS- und LWS-Beschwerden angeführt und dem Versicherten vom 

3. bis 13. Mai 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 26; zur 

Schulterverletzung vgl. auch die radiologischen Untersuchungsergebnisse [Suva-act. 

39 f.]). Die Weiterbehandlung erfolgte sodann durch den Hausarzt des Versicherten, Dr. 

med. F.___, Innere Medizin FMH, (vgl. u.a. Suva-act. 27). Die auf dessen Zuweisung am 

25. Mai 2012 im Radiologiedepartement des Spitals G.___ durchgeführte MRI-

Untersuchung der Wirbelsäule (BWK - SWK) ergab folgendes Ergebnis im Vergleich zu 

einem Vor-MRT vom November 2008: Im Segment Th11/12 ein zurückgebildeter, links 

mediolateraler Diskusprolaps mit noch links mediolateraler Protrusion als Restbefund 

und ohne Anhalt für eine Nervenwurzelkompression; eine unveränderte 

Diskusdegeneration L2/3 ohne Nachweis eines neuen Prolaps oder einer neuen 

Protrusion im Bereich der LWS; kein Knochenödem im Bereich der Wirbelkörper; eine 

geringe Spondylarthrose L5/S1 (Suva-act. 38). Am 31. Mai 2012 attestierte Dr. F.___ 

dem Versicherten vom 1. bis 24. Juni 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 

27). Mit Zeugnis vom 20. Juni 2012 bescheinigte der Hausarzt ab dem 25. Juni bis 31. 

Juli 2012 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit 

Heben von Gewichten bis maximal 5 kg (Suva-act. 44/5). Gleichentags besprach er 

zusammen mit der Suva und dem Versicherten, dass eine Teilarbeitsfähigkeit im 

Betrieb nur wieder realisiert werden könne, wenn der Versicherte 25 kg heben könne, 

was im Moment krankheits- und unfallbedingt nicht möglich sei. Somit bleibe der 

Versicherte weiterhin 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 44/3). Entsprechend attestierte 

Dr. F.___ dem Versicherten vom 5. Mai bis 30. Juni 2012 eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 44/6).

A.b  In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 27. Juni 2012 führte der Hausarzt den 

besonderen, den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussenden Umstand des bekannten 

und abgeklärten chronischen Panvertebralsyndroms an und verwies auf den 

beigefügten Bericht der Klinik Valens vom 5. Juli 2011, wo sich der Versicherte vom 2. 

bis 22. Juni 2011 zur stationären Rückentherapie aufgehalten hatte (Suva-act. 54). In 

Folge der Rückenbeschwerden war der Versicherte vor dem Verkehrsunfall vom 1. Mai 

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2012 seit 19. April 2012 zu 100% arbeitsunfähig gewesen (Suva-act. 61/5, 64/2). Am 2. 

Juli 2012 teilte der Krankenversicherer des Versicherten, die AXA Winterthur, der Suva 

mit, dass sie im Zusammenhang mit krankheitsbedingten Rückenschmerzen basierend 

auf einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit Krankentaggelder ausrichte (Suva-act. 52 f.).

A.c  Aufgrund einer Untersuchung vom 25. Juli 2012 attestierte Dr. F.___ dem 

Versicherten vom 1. bis 31. August 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 

63). Zusätzlich zu den hausärztlichen Konsultationen befand sich der Versicherte bei 

H.___, Bewegungswissenschaftlerin ETH, in der MTT und Physiotherapie (Suva-act. 

64). Am 14. August 2012 fand eine kreisärztliche Kick-off-Beurteilung durch Dr. med. 

I.___, Facharzt für Chirurgie FMH, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, statt, der rein 

unfallbedingt, d.h. bezogen auf das Unfallereignis vom 1. Mai 2012, von einer guten 

Prognose ausging, eine folgenlose Ausheilung der Scapulafraktur und ebenso der 

übrigen Verletzungen annahm und diesbezüglich von einer Arbeitsfähigkeit spätestens 

3 Monate nach Unfallereignis ausging. Als limitierend betrachtete er das unfallfremde 

Panvertebralsyndrom, welches möglicherweise im weiteren Verlauf Probleme 

verursachen werde, und empfahl, die Leistungen unfallbedingt per Ende August 2012 

zu terminieren (Suva-act. 68).

A.d  Mit Verfügung vom 7. September 2012 kürzte die Suva dem Versicherten die 

Geldleistungen um 40%, da der Versicherte den Unfall bei Ausübung eines 

Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt habe. Die Pflegeleistungen (Heilkosten) 

waren von der Kürzung nicht betroffen (Suva-act. 73). In der Folge erbrachte die Suva 

die entsprechenden Heilkosten- und Taggeldleistungen (Suva-act. 74).

A.e  Am 19. September 2012 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. I.___ statt 

(Suva-act. 78). Im Bericht vom 20. September 2012 hielt dieser fest, dass wie bereits 

vor dem Unfall weiterhin ein schmerzhaftes Panvertebralsyndrom bestehe, dessen 

Ursache ätiologisch nicht ganz klar sei. Im MRI der gesamten Wirbelsäule hätten keine 

wesentlichen degenerativen Veränderungen festgestellt werden können. Bezüglich der 

Rückensymptomatik sei der Status quo deshalb zweifelsfrei erreicht. Rein unfallbedingt 

bestünden nur noch leichte Weichteilprobleme am rechten Unterschenkel und an der 

rechten Schulter nach Kontusion und Scapulalängsfraktur. Rein unfallbedingt sei der 

Versicherte ab 24. September 2012 wieder zu 100% arbeits- und vermittlungsfähig. 

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Restfolgen lägen keine vor. Die Weichteilsymptomatik dürfte in absehbarer Zeit 

ausgeheilt sein. Sinnvoll wäre es, wenn die bereits durchgeführte MTT und 

Physiotherapie bis Ende des Jahres fortgesetzt werden könnten. Seitens der Suva 

könne der Fall abgeschlossen werden. Restfolgen würden keine vorliegen. Vom 8. 

Oktober bis anfangs November weile der Versicherte zur beruflichen Abklärung in der 

Rehaklinik Bellikon (vgl. dazu Suva-act. 102). Während dieser Zeit sei die Therapie 

sistiert, sollte aber im Anschluss daran bis maximal Ende des Jahres nochmals 

aufgenommen werden (Suva-act. 78).

A.f  Am 26. September 2012 erhielt der Versicherte die Kündigung seiner Arbeitgeberin 

per 30. November 2012 (Suva-act. 88). Mit Zeugnis vom 19. Oktober 2012 bestätigte 

Dr. F.___, dass der Versicherte bei Zwangshaltung des Nackens in Flexion bereits nach 

30 Minuten vermehrt druckartige Schmerzen am Übergang Hinterkopf-HWS verspüre. 

Diese Beschwerden dauerten danach jeweils an und würden einerseits zu einer 

vermehrten Nackenschmerzhaftigkeit und Verspannungen, andererseits zu psychischer 

Belastung mit aggressiver Grundstimmung führen (Suva-act. 102). Anlässlich der 

Besprechung mit der Suva vom 30. Oktober 2012 schilderte der Versicherte täglich im 

Vordergrund stehende Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen. Diese Beschwerden 

habe er bereits seit 3 bis 4 Jahren (Suva-act. 98). Am 22. November 2012 teilte H.___ 

der Suva wegen Ausfälligkeit und Aggressivität des Versicherten den sofortigen 

Behandlungsabschluss mit (Suva-act. 104).

A.g  Gemäss einer Besprechung des Versicherten mit der Suva vom 6. Dezember 2012 

litt dieser seit 1 ½ Monaten unter verstärkten Nacken- und Rückenschmerzen, vor 

allem auf Brusthöhe. Die Suva setzte den Versicherten jedoch darüber in Kenntnis, 

dass - wie bereits bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. September 2012 

mitgeteilt - im Zusammenhang mit dem Unfall seit 24. September 2012 eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit angenommen werde und keine Restfolgen mehr vorliegen würden. Weil 

ausserdem die MTT und die Physiotherapie bei H.___ abgebrochen worden sei, sei der 

Unfall bei der Suva abgeschlossen (Suva-act. 112). Am 4. Februar 2013 berichtete die 

AXA der Suva, dass der Versicherte aufgrund der medizinischen Unterlagen und ihrem 

ärztlichen Dienst definitiv ein krankhaftes Rückenproblem habe, weswegen weiterhin 

bis sicher Mai 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestehe und Krankentaggelder 

ausbezahlt würden (Suva-act. 115). Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 18. 

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Februar 2013 teilte der Versicherte mit, dass er im Zusammenhang mit den 

krankheitsbedingten Beschwerden weiterhin bei Dr. F.___ in Behandlung sei. Die Suva 

stellte fest, dass sie den Schadenfall grundsätzlich am 30. November 2012 

abgeschlossen habe (Suva-act. 116). Im Schlussprotokoll vom 12. September 2013 

hielt die Suva fest, dass der Versicherte keine unfallbedingten Beschwerden mehr 

habe. Krankheitsbedingt leide er indessen weiterhin an Nacken- und 

Rückenschmerzen. Ärztliche Kontrollen, eine Physio- und Manualtherapie oder eine 

Arzneibehandlung würden keine mehr durchgeführt. Der Unfall sei am 30. November 

2012 folgenlos abgeschlossen worden. Der Versicherte sei jedoch weiterhin 100% 

arbeitsunfähig. Das Taggeld werde von der AXA Winterthur bezahlt. Weil sich der 

Versicherte seit 4. März 2013 nicht mehr gemeldet habe (vgl. Suva-act. 117), werde der 

Fall nun definitiv abgeschlossen (Suva-act. 120).

A.h  Mit Schreiben vom 20. März 2014 reichte Rechtsanwalt Dr. iur. G. Kramer, St. 

Gallen, für den Versicherten ein Zeugnis von Dr. F.___ vom 12. Februar 2014 mit 

Bestätigung einer Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 1. Februar bis 31. März 2014 ein 

(Suva-act. 136) und bezeichnete diese weiterhin als unfallbedingt. Nachdem die Suva 

offenbar davon ausgehe, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden 

könne, ersuche er um Prüfung der Rentenfrage und der Frage einer 

Integritätsentschädigung sowie um Erlass einer entsprechenden einsprachefähigen 

Verfügung (Suva- act. 134).

A.i   Am 24. April 2014 legte die Suva den Schadenfall Kreisarzt Dr. I.___ zur 

Kausalitätsbeurteilung der Rückenbeschwerden vor (Suva-act. 140). In seiner 

Beurteilung vom 14. Mai 2014 hielt dieser fest, dass die aktuell geltend gemachten 

Rückenbeschwerden nicht mehr mit der geforderten Wahrscheinlichkeit auf den Unfall 

vom 1. Mai 2012 zurückgeführt werden könnten. Der Status quo sine einer höchstens 

vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes am Rücken sei allerspätestens 

mit Abschluss des Schadenfalls anfangs 2013 erreicht gewesen (Suva-act. 141). 

Inzwischen hatte Dr. F.___ am 7. Mai 2014 ein Arztzeugnis UVG für Rückfall eingereicht 

(Suva-act. 139). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 14. Mai 2014 stellte die 

Suva sodann mit Verfügung vom 16. Mai 2014 fest, dass sie nicht mehr 

leistungspflichtig sei und mit Ausnahme von Versicherungsleistungen für die 

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Narbenbehandlung (vgl. dazu Suva-act. 122 ff.) keine weiteren Versicherungsleistungen 

erbringen könne (Suva-act. 142).

B.   

Die gegen diese Verfügung am 19. Juni 2014 von Dr. Kramer für den Versicherten 

erhobene Einsprache (Suva-act. 145) mit verschiedenen, beigefügten Arztzeugnissen 

bzw. Arztberichten (Suva-act. 148) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 4. 

September 2014 ab (Suva-act. 152).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6. Oktober 2014 

Beschwerde erheben. Damit wird beantragt, der Einspracheentscheid der Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 4. September 2014 sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer sei rückwirkend ab 1. Mai 2012, gegebenenfalls in Koordination mit 

der Invalidenversicherung, eine volle gesetzliche UVG-Invalidenrente sowie eine nach 

Durchführung des Beweisverfahrens zu beziffernde, angemessene 

Integritätsentschädigung auszurichten. Zur Festlegung der konkreten 

Leistungsansprüche sei die Streitsache - nach der Durchführung medizinischer 

Abklärungen - an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter seien weitere 

medizinische Abklärungen zur Ermittlung der unfallbedingten 

Gesundheitsbeeinträchtigung des Beschwerdeführers durchzuführen. Subeventualiter 

seien dem Beschwerdeführer bis zum 16. Mai 2014, mindestens aber bis zum 1. 

Januar 2013, die gesetzlichen UVG-Taggelder auszurichten. Dem Beschwerdeführer 

sei für dieses Verfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung unter Einsetzung des 

Unterzeichneten zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). 

Zusätzlich zu den bereits mit der Einsprache eingereichten Arztzeugnissen bzw. 

Arztberichten reichte Dr. Kramer noch ein Arztzeugnis und einen Verlaufsbericht von 

Dr. F.___ vom 21. Januar 2014 bzw. 15. Januar 2013 ein (act. G 1.2, 1.8).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2014 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde und die 

Bestätigung des Einspracheentscheids vom 4. September 2014 (act. G 5).

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C.c Mit Schreiben vom 23. Dezember 2014 entsprach der Abteilungspräsident des 

Versicherungsgerichts dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtkosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 6).

C.d Mit Replik vom 15. April 2015 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest 

(act. G 12), worauf mit Duplik vom 13. Mai 2015 auch die Beschwerdegegnerin an ihren 

Ausführungen und ihrem Antrag in der Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2014 

festhielt (act. G 14).

C.e Auf telefonische Nachfrage der im vorliegenden Beschwerdeverfahren vorsitzenden 

Richterin des Versicherungsgerichts vom 27. Mai 2016 gab der zuständige Suva-

Mitarbeiter die Auskunft, dass dem Beschwerdeführer bis 23. September 2012 

Taggelder der Suva ausgerichtet worden seien (act. G 16).

C.f  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.   

1.1  Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832]). Sie hat zudem Anspruch 

auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte 

Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf 

eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den 

Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, 

so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 

UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten 

Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

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Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die 

Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Eine 

Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG mit der Invalidenrente 

festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen 

Behandlung gewährt.

1.2  Angesichts der in Erwägung 1.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet die 

Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für sämtliche Versicherungsleistungen der 

Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur 

für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (vgl. dazu BGE 129 V 181 f. E. 3.1 f.; ALEXANDRA 

RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht bisweilen auf 

Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1, BGE 123 III 110, BGE 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen 

Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a, BGE 117 V 365 mit Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). 

Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs muss mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein bzw. verneint werden können. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (THOMAS LOCHER/THOMAS 

GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).

1.3  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

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weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den 

Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss 

gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).

1.4  Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 

nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Besteht im Bereich eines vom Unfall betroffenen Körperteils ein krankhafter oder 

degenerativer Vorzustand, trifft dies zu, wenn entweder der krankhafte 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften oder degenerativen Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit 

Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 

muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. 

U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dieser Beweis kann durchaus unter Bezugnahme auf 

statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungssätze geführt werden, sofern sie 

sofern der herrschenden Lehrmeinung entsprechen (vgl. BGE 126 V 189 E. 4c; RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 46 E. 3a). Beim Nachweis des Zeitpunkts des Dahinfallens von 

Unfallfolgen handelt es sich um einen hypothetischen Zustand, der sich häufig nur mit 

Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG, seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. 

September 2002, U 60/02, E. 2.2). Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den 

Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich 

dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. In diesem Sinn ist 

die Bezugnahme auf statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungssätze dann 

ungenügend, wenn sie im konkreten Fall keine Grundlage findet.

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1.5  Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle gewährt, wobei ein Rückfall einen 

besonderen revisionsrechtlichen Tatbestand im Sinn von Art. 22 UVG darstellt (vgl. 

BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Bei einem Rückfall handelt es sich um 

das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich 

geheilter Unfallfolgen, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu 

einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt. Weil der Rückfall begrifflich an ein in der 

Vergangenheit bestandenes Unfallereignis anschliesst, kann er eine Leistungspflicht 

des (damals haft¬baren Unfallversicherers) nur dann auslösen, wenn zwischen den 

erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall 

erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 

besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c).

2.   

Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin ursprünglich ihre Leistungspflicht für 

das Unfallereignis vom 1. Mai 2012 anerkannt und Taggeld- sowie 

Heilkostenleistungen erbracht hat (Suva-act. 74). Gestützt auf das mit Bericht vom 20. 

September 2012 festgehaltene kreisärztliche Untersuchungsergebnis von Dr. I.___ vom 

19. September 2012 (Suva-act.78; vgl. Sachverhalt A.e) teilte sie dem 

Beschwerdeführer am 6. Dezember 2012 mündlich mit, der Unfall sei bei ihr 

abgeschlossen (Suva-act. 112). Anlässlich der Besprechung mit dem 

Beschwerdeführer vom 18. Februar 2013 (Suva-act. 116) erklärte die Suva den 

(folgenlosen) Abschluss des Unfalls per 30. November 2012. Abgesehen von einem 

Telefongespräch mit  dem Beschwerdeführer am 4. März 2013 (vgl. Suva-act. 117) 

hörte die Beschwerdegegnerin von ihm erst wieder durch das Schreiben seines 

Rechtsvertreters vom 20. März 2014, worin dieser festhielt, die Beschwerdegegnerin 

gehe offenbar davon aus, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mehr erwartet 

werden könne, weshalb um Prüfung der Rentenfrage und der Frage eines 

Integritätsentschädigungsanspruchs ersucht und dafür der Erlass einer 

einsprachefähigen Verfügung gefordert werde (Suva-act. 134). Dem Schreiben wurde 

ein Arztzeugnis von Dr. F.___ vom 12. Februar 2014 für eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar bis 31. März 2014 beigelegt (Suva-act. 136). Am 24. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/27

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April 2014 forderte die Beschwerdegegnerin Dr. I.___ auf, die Unfallkausalität der 

aktuell beklagten Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule zu beurteilen (Suva-act. 

141). Am 7. Mai 2014 reichte Dr. F.___ das Arztzeugnis UVG für Rückfall ein (Suva-act. 

139). Laut Arztzeugnissen von Dr. F.___ betreffend Untersuchungen vom 21. Januar 

und 12. Mai 2014 lag beim Beschwerdeführer vom 1. Januar bis 31. Mai 2014 eine 

unfallbedingte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vor (act. G 1.2 f.). Nachdem Dr. I.___ am 

14. Mai 2014 seine ärztliche Beurteilung abgegeben hatte (Suva-act. 141; Sachverhalt 

A.i), hielt die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 16. Mai 2014 fest, dass der 

Zustand am Rücken, wie er sich auch ohne den Unfall vom 1. Mai 2012 eingestellt 

hätte (Status quo sine) allerspätestens anfangs 2013 erreicht gewesen sei. Ausserdem 

erklärte sie, dass die erneut geltend gemachten Rückenbeschwerden nicht 

unfallbedingt seien (Suva-act. 142). Mit Einsprache vom 19. Juni 2014 beantragte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Aufhebung der Verfügung vom 16. Mai 

2014 und die rückwirkende Ausrichtung einer Invalidenrente ab 1. Mai 2012 sowie eine 

angemessene Integritätsentschädigung. Subeventualiter sei in Bezug auf den Unfall 

vom 1. Mai 2012 eine einsprachefähige Verfügung betreffend Fallabschluss gemäss 

Schreiben vom 20. Mai 2014 zu erlassen und seien dem Beschwerdeführer bis zum 

Fallabschluss die gesetzlichen UVG-Taggelder auszurichten (Suva-act. 145). Im 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. September 2014 entschied die 

Beschwerdegegnerin, der Erlass einer (weiteren) Verfügung betreffend 

Leistungseinstellung erübrige sich. In der Verfügung vom 16. Mai 2014 sei in Bezug auf 

den Rücken von einem Status quo sine anfangs 2013 ausgegangen und die 

Leistungseinstellung mithin auf diesen Zeitpunkt festgelegt worden. Nichts daran 

ändere, dass in der Verfügung beifolgend der Rückfall verneint worden sei, denn bei 

einer Einstellung anhand des Status quo sine bestehe

ohnehin kein Raum für einen solchen. Vor diesem Hintergrund sei der 

Subeventualantrag abzuweisen. Die Beschwerdegegnerin legte schliesslich nochmals 

dar, weshalb die Unfallfolgen im Bereich des Rückens (spätestens) ab Ende Dezember 

2012 - also 8 Monate nach dem Unfall - dahingefallen seien und bestätigte die 

Richtigkeit der entsprechenden Leistungseinstellung (Suva-act. 152). 

Beschwerdeweise wurden vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sodann die in 

C.a des Sachverhalts angeführten Anträge gestellt.

3.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/27

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Nach Lage des in Erwägung 2 dargelegten Sachverhalts hat die Beschwerdegegnerin 

dem Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung vom 16. Mai 2012 am 6. Dezember 

2012 und 18. Februar 2013 - wenn auch formwidrig, d.h. nicht wie im Falle der 

Verweigerung von Versicherungsleistungen gefordert in Form einer Verfügung (vgl. 

dazu Art. 49 Abs. 1 ATSG, Art. 124 lit. b der Verordnung über die Unfallversicherung 

[UVV; SR 832.202]) - zumindest mündlich mitgeteilt, dass der Unfall bei ihr (per 30. 

November 2012) abgeschlossen sei. Wie erwähnt, hörte die Beschwerdegegnerin vom 

Beschwerdeführer - abgesehen von einem Telefongespräch mit ihm am 4. März 2013 - 

erst wieder durch das Schreiben seines Rechtsvertreters vom 20. März 2014, worin 

dieser den Erlass einer einsprachefähigen Verfügung forderte. In BGE 134 V 145 hat 

das Bundesgericht die Frist für die Infragestellung eines zu Unrecht formlos 

mitgeteilten Fallabschlusses durch die betroffene Person für den Regelfall auf ein Jahr 

festgelegt. Aktenkundige Umstände bzw. Aussagen von Seiten der zuständigen 

Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin lassen es jedoch zu, im konkreten Fall nicht 

von einem Regelfall auszugehen. Anlässlich der Besprechung vom 18. Februar 2013 

hatte die Sachbearbeiterin trotz des erklärten Fallabschlusses dem Beschwerdeführer 

gegenüber geäussert, dass sie die Unterlagen noch bei sich behalte und er sich bei 

Fragen und Problemen wieder mit ihr in Verbindung setzen könne. Sollte sie ein halbes 

Jahr (d.h. also bis Juni 2013) nichts mehr von ihm hören, werde sie den Fall definitiv 

abschliessen (Suva-act. 116/2). Bereits einen halben Monat später, d.h. am 4. März 

2013, erfolgte die telefonische Meldung des Beschwerdeführers, er habe betreffend 

der Rückenbeschwerden wieder die Physiotherapie aufgenommen. Dass die in der 

Telefonnotiz verwendete Bezeichnung der Rückenbeschwerden als 

"krankheitsbedingt" vom Beschwerdeführer stammt, ist nicht anzunehmen. Die 

zuständige Sachbearbeiterin motivierte den Beschwerdeführer angeblich, so weiter zu 

machen (Suva-act. 117). Aus ihrem Schlussbericht vom 12. September 2013 geht 

schliesslich hervor, dass der Beschwerdeführer trotz Fallabschluss bzw. auch nach 

dem 30. November 2012 von ihr noch weiter begleitet worden sei. Weiter hielt sie fest, 

dass sie den Fall - weil sich der Beschwerdeführer seit dem 4. März 2013 nicht mehr 

gemeldet habe - "nun definitiv abschliesse" (Suva-act. 120). Gesamthaft betrachtet 

wurde mithin der zunächst mündlich mitgeteilte Fallabschluss durch verschiedene 

Aussagen "aufgeweicht". Die Beschwerdegegnerin selbst war offensichtlich der 

Auffassung, mit Erlass einer Verfügung hinsichtlich ihrer Ablehnung weiterer 

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Versicherungsleistungen nun im Sinne der gesetzlichen Vorgaben Rechtssicherheit 

schaffen zu müssen. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass der zunächst 

formlos mitgeteilte Fallabschluss inzwischen keine Rechtswirksamkeit erlangt hat, die 

es der Beschwerdegegnerin verunmöglicht hätte, voraussetzungslos (vgl. dazu Art. 53 

und Art. 17 ATSG) über dasselbe Rechtsverhältnis formgerecht nochmals zu 

entscheiden.

4.   

Im Weiteren ist zunächst allgemein zu den Beschwerdeanträgen Stellung zu nehmen.

4.1  Das kantonale Versicherungsgericht überprüft Einspracheentscheide und 

Verfügungen, die direkt mittels einer Beschwerde angefochten werden können, auf ihre 

Rechtmässigkeit. Daraus folgt, dass der Gegenstand des Beschwerdeverfahrens durch 

den Gegenstand des letzten vorinstanzlichen Verfahrens (das zum Erlass des dann 

mittels Beschwerde angefochtenen Entscheids geführt hat) definiert wird. Den 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens betreffend Leistungen aus der 

obligatorischen Unfallversicherung definiert also (neben dem Umfang des 

Beschwerdewillens der rechtssuchenden Person) der Einspracheentscheid vom 4. 

September 2014 (Suva-act. 152). Diesem liegt die Verfügung vom 16. Mai 2014 zu 

Grunde (Suva-act. 142).

4.2  In der Verfügung hat die Beschwerdegegnerin, wie bereits erwähnt, auch zu den 

am 7. Mai 2014 als Rückfall gemeldeten Rückenbeschwerden mit Arbeitsunfähigkeit ab 

1. Januar 2014 (vgl. dazu act. G 1.2) Stellung bezogen und diesbezüglich eine (erneute) 

Leistungspflicht abgelehnt. Ihrer Aussage, bei einer Einstellung anhand des Status quo 

sine bestehe kein Raum für einen Rückfall, kann grundsätzlich nicht gefolgt werden. 

Der besondere revisionsrechtliche Tatbestand des Rückfalls regelt gerade den 

Anspruch einer versicherten Person auf Versicherungsleistungen, wenn sich die 

unfallkausalen Verhältnisse nach verfügtem Fallabschluss nachträglich geändert haben, 

d.h. sich der aktuelle Sachverhalt im Zeitpunkt des Rückfalls gegenüber dem 

Sachverhalt bei Abschluss des Grundfalls anders darstellt (vgl. dazu RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O., S. 78 f.). Mit der Verfügung vom 16. Mai 2014 und dem 

angefochtenen Einspracheentscheid verneint die Beschwerdegegnerin jedoch 

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insgesamt die Ausrichtung von UVG-Leistungen über den 31. Dezember 2012 hinaus 

bzw. "allerspätestens" ab 1. Januar 2013, sei es im Sinne eines fortdauernden 

Grundfalls, sei es für die als Rückfall gemeldeten späteren Rückenbeschwerden. 

Insofern hatte der Beschwerdeführer - wie von der Beschwerdegegnerin im 

angefochtenen Einspracheentscheid vertreten - keinen Anspruch mehr auf eine 

einsprachefähige Verfügung mit Festlegung des "Fallabschlusses" gemäss Schreiben 

vom 20. März 2014. Sollte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen 

entsprechenden Antrag auch im Rahmen der Beschwerde vom 6. Oktober 2014 

erhoben haben (möglicherweise mit dem Subeventualantrag, es seien dem 

Beschwerdeführer bis zum 16. Mai 2014 [Datum des Verfügungserlasses] die 

gesetzlichen UVG-Taggelder auszurichten), könnte mithin auch diesem nicht 

entsprochen werden

4.3  Im Hauptantrag verlangt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers rückwirkend 

die Ausrichtung einer Invalidenrente ab 1. Mai 2012. Selbst bei Bejahung eines 

Rentenanspruchs würde der geforderte Rentenbeginn ausser Betracht fallen. Denn die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer in Anerkennung unfallbedingter 

Gesundheitsschädigungen während der sogenannten Behandlungsphase (vgl. dazu 

ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 

372 f.) vorläufig bzw. faktisch wegen anerkannter Arbeitsunfähigkeit bis 23. September 

2012 Taggeldleistungen und wegen Behandlungsbedürftigkeit bis 22. November 2012 

Heilkostenleistungen (= vorübergehende Leistungen; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 

3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 15 N 12, Art. 17 N 65) erbracht (vgl. act. G 16, 

Suva-act. 104, 112). In der Verfügung vom 16. Mai 2014 und im angefochtenen 

Einspracheentscheid bezeichnete sie die Voraussetzungen für die Einstellung der 

Taggeld- und Heilkostenleistungen per Ende Dezember 2012 als erfüllt. Die 

Abgrenzung der Behandlungs- von der Rentenphase bzw. der Beginn letzterer ist in 

Art. 19 Abs. 1 UVG geregelt (vgl. Erwägung 1.1). Besagte Bestimmung kommt nur dann 

zur Anwendung, wenn im Zeitpunkt des Fallabschlusses überhaupt Unfallrestfolgen 

bestehen, welche einen Renten- und Integritätsentschädigungsanspruch begründen 

könnten (vgl. Erwägungen 1.2, 6 und 7). Fehlt es an solchen, stellt sich die 

Abgrenzungsfrage von Art. 19 Abs. 1 UVG gar nicht. Folglich muss auch kein 

Rentenbeginn festgelegt werden.

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4.4  Ein formell-rechtlicher Anspruch auf weitere vorübergehende 

Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) bis zum 

Verfügungszeitpunkt vom 16. Mai 2014 (vgl. Subeventualantrag Ziff. 5 der Beschwerde: 

"bis zum 16. Mai 2014") ohne Erfüllung der materiell-rechtlichen 

Anspruchsvoraussetzungen besteht nicht. Die formell-rechtlich richtige Einstellung von 

Leistungen mittels Verfügung (vgl. Art. 49 Abs. 1 ATSG) hat zum Zweck, dass sich eine 

versicherte Person dagegen rechtlich mit Einsprache wehren kann. Wird eine 

Verfügung erst später, nach einer mündlichen Mitteilung (vgl. Suva-act. 112) erlassen, 

ist dieser Zweck erfüllt und bedeutet nicht automatisch auch, dass materiell-rechtlich 

ein längerer Leistungsanspruch besteht. Der materiell-rechtlich Leistungsanspruch 

untersteht seinen eigenen Voraussetzungen, welche erfüllt sein müssen. Vorausgesetzt 

ist insbesondere eine unfallkausale Gesundheitsschädigung (vgl. dazu insbesondere 

Erwägung 1.2).

5.   

Im Folgenden ist mithin materiell-rechtlich zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer über 

den von der Beschwerdegegnerin mit Verfügung bzw. Einspracheentscheid per Ende 

Dezember 2012 festgestellten Status quo sine hinaus Unfallfolgen bestehen, welche zu 

weiteren Leistungsansprüchen gegenüber der Beschwerdegegnerin führen (vgl. 

Subeventualantrag Ziff. 5 der Beschwerde: "mindestens aber bis zum 1. Januar 2013").

6.   

6.1  Eine weiterlaufende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründet der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zunächst mit Beschwerden am rechten Bein, 

welche ein längeres Stehen oder Gehen unmöglich machen würden.

6.2  Echtzeitlich wurden die Unfalldiagnosen RQW am rechten Unterschenkel und 

rechten Fuss bzw. Weichteiltrauma Fuss rechts gestellt (Suva-act. 21, 26). Die RQW 

wurden von den erstbehandelnden Ärzten der Klinik D.___versorgt (Suva-act. 21), 

worauf die nachbehandelnden Ärzte des Spitals E.___ gemäss Austrittsbericht vom 7. 

Mai 2012 bei Spitaleintritt als Befunde eine verbundene Wunde am rechten Fuss mit 

Schwellung und Hämatom erhoben. Die Unterschenkelverletzung findet im 

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Austrittsbericht vom 7. Mai 2012 keine konkrete Erwähnung. Am 8. Mai 2012 wurde der 

Beschwerdeführer bei reizlosen Wundverhältnissen und ausreichender Analgesie aus 

dem Spital entlassen. Für das weitere Vorgehen wurden regelmässige Wundkontrollen 

festgehalten (Suva-act. 26). Dass solche durchgeführt worden wären und dabei eine 

schlechte Wundheilung festgestellt worden wäre, lässt sich den Akten nicht 

entnehmen, weshalb von einem normalen Heilungsverlauf ausgegangen werden darf. 

Auch andere spezifische Behandlungen bezüglich des rechten Beins sind in den Akten 

nicht dokumentiert. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. September 

2012 erzählte der Beschwerdeführer hingegen wieder von weiterhin rezidivierenden 

Weichteilproblemen im Bereich des rechten Unterschenkels mit Sensibilitätsstörung. 

Dr. I.___ erhob eine Hyposensibilität an der Innenseite des Unterschenkels, eine leichte 

Druckdolenz in der Wade und eine leichte Muskelatrophie. Die Weichteilverletzungen 

an sich bezeichnete er jedoch als prinzipiell soweit gut ausgeheilt. Im 

Untersuchungsbericht vom 20. September 2012 führte er sodann aus, dass rein 

unfallbedingt nur noch leichte Weichteilprobleme am rechten Unterschenkel 

bestünden. Rein unfallbedingt sei der Beschwerdeführer ab 24. September 2012 

wieder zu 100% arbeits- und vermittlungsfähig. Die Weichteilsymptomatik dürfte in 

absehbarer Zeit ohne Restfolgen ausgeheilt sein. Eine Heilbehandlung erachtete er bis 

Ende des Jahres 2012 nur noch bezüglich der Rückenproblematik als sinnvoll (Suva-

act. 78).

6.3  Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass Weichteilverletzungen wie 

Kontusionen, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Zerrungen, Distorsionen, 

Schürfungen, Blutungen, Hämatome, Muskelkrämpfe und -verspannungen, die nicht 

von einer strukturellen Läsion bzw. schlecht verheilten strukturellen Läsion mit 

fortdauernden gesundheitlichen Störungen begleitet sind, jedoch in gewissen Fällen 

anhand klinischer Befunde (Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen, 

Bewegungseinschränkungen, Sensibilitätsstörungen, Muskelverhärtungen) objektiviert 

werden können, auch ohne spezifische Behandlung mit der Zeit immer folgenlos 

ausheilen (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

4. Aufl. Bern 2005, S. 412). Aus der in Erwägung 6.2 dargelegten Sachlage ergeben 

sich keine Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer wegen seiner beim Unfall vom 

1. Mai 2012 erlittenen Weichteilverletzungen im Bereich des rechten Unterschenkels 

und rechten Fusses entgegen der medizinischen Erfahrung nicht wieder ab 24. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/27

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September 2012 zu 100% arbeits- und vermittlungsfähig gewesen wäre und/oder die 

diesbezüglichen Unfallfolgen nicht bis Ende Jahr 2012 ohne weitere - über die 

aktenmässig dokumentierten - Heilbehandlungen vollständig abgeheilt gewesen wären. 

Zwar führte Dr. F.___ im Arztzeugnis UVG für Rückfall vom 7. Mai 2014 die Diagnose 

Status nach mehreren Autounfällen "wohl" mit bleibendem Schaden im Bereich der 

Extremitäten auf (Suva-act. 139). Das Arztzeugnis UVG enthält jedoch keine weitere 

Begründung bzw. Auseinandersetzung mit der Diagnose bleibender Schäden im 

Bereich der rechten unteren Extremität. Vielmehr entbehrt es insbesondere auch 

entsprechenden Befunden. Mit seiner Formulierung "wohl" bringt Dr. F.___ im Übrigen 

selbst zum Ausdruck, dass er bleibende unfallkausale Schäden nur vermutet. Eine 

Vermutung vermag jedoch nicht den im Sozialversicherungsrecht geltenden 

Anforderungen an den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu genügen 

(vgl. LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.). Eine Statusdiagnose sagt schliesslich 

lediglich aus, auf welchen Umstand der heutige Zustand zurückzuführen ist. Über die 

Unfallfolgen wird damit nichts Konkretes ausgesagt. Letztlich erklärt auch der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in keiner Weise, worin er die Grundlage für 

fortdauernde Unfallfolgen im Bereich der rechten unteren Extremität sieht.

6.4  Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin wegen 

Unfallrestfolgen im Bereich der rechten unteren Extremität keine 

Versicherungsleistungen zu erbringen hat, welche über die bereits erbrachten 

Leistungen hinausgehen würden.

7.   

7.1  Umstritten ist sodann der zeitliche Umfang der Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin für die beim Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 1. Mai 2012 

geklagten Rückenbeschwerden.

7.2  Ein massgebender Ausgangspunkt bei der Beurteilung traumatischer 

Folgeschäden bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der 

gesundheitliche Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch diesen 

zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf 

einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/27

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höchstens als vorübergehende oder richtunggebende Verschlimmerung des 

Vorzustandes in Betracht. Eine richtunggebende Verschlimmerung liegt nach der 

Rechtsprechung vor, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo 

sine noch der Status quo ante je wieder erreicht werden können (RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O, S. 54). Die lediglich vorübergehende unfallbedingte Verschlimmerung 

eines Vorzustandes basiert auf dem Wissen, dass es im Unfallversicherungsrecht Fälle 

gibt, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im 

Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben werden können. 

Dennoch wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von 

einer schädigenden Einwirkung des Ereignisses (Unfall) auf den Körper ausgegangen. 

Die in der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten Beschwerden werden aber nach 

einem bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen Fortdauerns - aufgrund einer 

medizinischen Erfahrungstatsache nicht mehr dem Unfall angelastet. Die 

Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis 

ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine vel 

ante Leistungen für die unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehenden 

Beeinträchtigungen zu erbringen. Als Beispiele dafür gelten insbesondere auch durch 

einen Unfall ausgelöste Diskushernien (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 

2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und vom 24. 

Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG vom 14. März 2000, U 266/99, E. 

1; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Für die Abgrenzung Vorzustand bzw. 

neue unfallbedingte strukturelle Schädigung stellt insbesondere der Vergleich 

bildgebender Untersuchungsergebnisse aus der Zeit vor und nach dem Unfall eine 

bedeutende Beweisgrundlage dar (vgl. dazu auch BGE 134 V 121 E. 9, BGE 117 V 363 

E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).

7.3  Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall vom 1. Mai 2012 mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine strukturelle Läsion.

7.3.1      Die beim Beschwerdeführer nach seinem Unfall vom 1. Mai 2012 am 25. Mai 

2012 im Radiologiedepartement des Spital G.___ bei einer MRI-Untersuchung der 

Wirbelsäule (BWK-SWK) festgestellten Veränderungen - der links mediolaterale 

Diskusprolaps im Segment Th11/12 mit noch links mediolateraler Protrusion, die 

Diskusdegeneration L2/3 sowie die Spondylarthrose L5/S1 (vgl. Sachverhalt A.a) - 

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stellen zwar organische Substrate dar, die grundsätzlich als Ursache von 

Rückenbeschwerden in Frage kommen (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 585 f., 848 

ff., 879 ff.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 175 f., 

232, 1998; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 182; LEITLINIE DER 

ORTHOPÄDIE, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und 

Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie,

2. Aufl., Köln 2002, S. 192). Diese stellen jedoch mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine beim Unfall vom 1. Mai 2012 erlittenen neuen, 

bleibenden Gesundheitsschädigungen im Sinn struktureller Veränderungen dar.

7.3.2      Gemäss Bericht der Klinik Valens vom 5. Juli 2011 wies der Beschwerdeführer 

bereits vor dem Unfall vom 1. Mai 2012 degenerative Veränderungen der unteren BWS 

und der oberen LWS im Sinne von Diskopathien Th8/9, Th11/12 und L2/3 auf (Suva-

act. 54). Laut MRI-Untersuchungsbericht vom 25. Mai 2012 zeigte sich in einem Vor-

MRT vom November 2008 ein links mediolateraler Diskusprolaps im Segment Th11/12 

(Suva-act. 38). Wie das EVG in seiner Rechtsprechung festhielt, entspricht es einer 

medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass 

Diskushernien in aller Regel degenerative Erkrankungen darstellen. Ein Diskusprolaps 

kann nur dann als weitgehend durch eine äussere Einwirkung entstanden betrachtet 

werden, wenn die dabei wirkende Kraft ausserordentlich hoch und der Unfall mithin 

geeignet war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen 

(RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192, 193 E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 

2005, U 163/05, E. 3.1, und vom 18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; Medizinische 

Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17). Diese Voraussetzungen sind vorliegend 

offensichtlich weder hinsichtlich des Unfallereignisses noch bezüglich des 

Gesundheitszustandes vor dem Unfall erfüllt. Weder dem Bericht der Klinik D.___ vom 

7. Mai 2012 (Suva-act. 21) noch dem Austrittsbericht des Spitals E.___ vom 7. Mai 

2012 sind Hinweise auf eine Traumatisierung der BWS oder LWS, insbesondere eine 

entsprechende Diagnose, zu entnehmen, worauf auch Dr. I.___ in seiner ärztlichen 

Beurteilung vom 14. Mai 20114 hinweist (Suva-act. 141/2).

7.3.3      Die im Austrittsbericht des Spitals E.___ vermerkte Diagnose chronischer 

HWS- und LWS-Beschwerden zementiert eine unfallfremde strukturelle Situation in den 

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Bereichen HWS und LWS. Der Begriff "chronisch" steht dem Begriff "traumatisch" 

entgegen. Während letzterer einen akut aufgetretenen Zustand beschreibt, bedeutet 

chronisch "langsam sich entwickelnd, langsam verlaufend" (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 

390; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 334).

7.3.4      Der Bericht der Klinik D.___ beinhaltet zwar die an sich traumatische Diagnose 

einer HWS-Distorsion, jedoch auch die Nebendiagnose degenerative HWS-

Veränderungen (Osteophyt HWK 4; vgl. zu "Degeneration" DEBRUNNER, a.a.O., S. 

123 f.). Im Bericht über die MRI-Untersuchung vom 25. Mai 2012 sind gar keine 

Veränderungen im Bereich der HWS erwähnt (Suva-act. 38). Bei der Spondylarthrose 

handelt es sich schliesslich um eine häufige, grundsätzlich im Rahmen des 

Degenerationsvorgangs auftretende, nicht traumatisch bedingte Veränderung an der 

Wirbelsäule, die ein Vorstadium oder eine Begleiterscheinung der Diskushernie bilden 

kann. Als unfallkausaler Gesundheitsschaden tritt sie höchstens sekundär, d.h. als 

(Spät-)Folge einer primären Verletzung, beispielsweise einer Fraktur oder einer Ruptur, 

auf (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 580 f., PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 175, 2000 

"Spondylosis deformans"; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 134, 1737 "Spondylose").

7.3.5      Nachdem, wie dargelegt, im MRI-Untersuchungsbericht vom 25. Mai 2012 für 

eine primäre Verletzung keinerlei Anhaltspunkte zu finden sind, ist mithin von einer 

geschlossenen vorbestandenen degenerativen Problematik im Bereich der Wirbelsäule 

auszugehen, wofür im Übrigen auch deren unfallnahe Erhebung spricht. So benötigt ein 

degenerativer Prozess für seine Entwicklung definitionsgemäss einen gewissen 

Zeitraum. Von degenerativen Vorzuständen scheint im Übrigen auch der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auszugehen, wenn er in der Beschwerde "nur" 

von einer richtunggebenden Verschlechterung spricht (act. G 1).

7.4  Zu verneinen ist jedoch auch eine solche. Zunächst ist allgemein festzuhalten, 

dass eine traumatisch bedingte richtunggebende Verschlimmerung nicht allein durch 

eine massgebende Zunahme der Beschwerden, eine Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit 

bzw. grössere Einschränkungen in der Ausübung der Erwerbstätigkeit oder durch eine 

(wieder) notwendig gewordene Heilbehandlung nachgewiesen ist. Die Ursachen dafür 

sind vielfältig, d.h. sie können traumatisch aber auch krankheits- bzw. degenerativ 

bedingt sein. Eine Leistungspflicht der Unfallversicherung ist jedoch - wie bereits 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/27

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erwähnt - nur bei Vorliegen kausaler Unfallrestfolgen gegeben (vgl. dazu Erwägung 

1.2). Diese müssen objektiviert sein. Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, das 

eine richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung degenerativer 

Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule nur dann als erwiesen gelten kann, 

wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten 

bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufweist (E. 

MORSCHER, in: BAUER/NIGST [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 

191). Die medizinischen Akten enthalten - wie auch von Dr. I.___ in seiner ärztlichen 

Beurteilung vom 14. Mai 2014 schlüssig dargelegt (Suva-act. 141) - keine Hinweise 

dafür, dass sich der degenerative Zustand der Wirbelsäule des Beschwerdeführers im 

Zeitpunkt des Unfalls massiv verändert hätte. Vielmehr hat sich gemäss MRI-Befund 

vom 25. Mai 2012 der im November 2008 mittels MRT erhobene links mediolaterale 

Diskusprolaps im Segment Th11/12 zurückgebildet. Die am 25. Mai 2012 festgestellte 

Diskusdegeneration L2/L3 wurde als unverändert bezeichnet und bestand damals 

offenbar bereits im genau gleichen Ausmass und auch die am 25. Mai 2012 erhobene 

Spondylarthrose deutet angesichts ihres "geringen" Schweregrads nicht auf eine 

richtunggebende Verschlimmerung hin (Suva-act. 38).

7.5  Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 1. Mai 2012 weder eine 

klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen 

Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen 

Vorzustands erlitten hat.

7.6 

7.6.1      Wie bereits geschildert (vgl. Erwägung 7.2), kann ein Vorzustand durch einen 

Unfall ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. Diesfalls übernimmt 

jedoch die Unfallversicherung nur den durch das Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Demgemäss 

hielt Dr. I.___ zunächst in seiner ärztlichen Beurteilung vom 14. August 2012 fest, dass 

bezüglich der Unfallverletzungen drei Monate nach dem Unfallereignis von einer 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Er gehe davon aus, dass man 

unfallbedingt die Leistungen per Ende August 2012 terminieren sollte (Suva-act. 68). In 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

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seiner ärztlichen Beurteilung vom 20. September 2012 bezeichnete er sodann 

bezüglich der Rückenproblematik den Status quo zweifelsfrei als erreicht. Rein 

unfallbedingt sei der Beschwerdeführer ab 24. September 2012 wieder zu 100% 

arbeits- und vermittlungsfähig. Die bereits durchgeführte MTT und Physiotherapie 

bezeichnete er hingegen bis Ende des Jahres 2012 als sinnvoll (Suva-act. 78). In seiner 

letzten Beurteilung vom 14. Mai 2014 hielt Dr. I.___ fest, dass der Status quo sine 

allerspätestens mit Abschluss des Schadenfalls anfangs 2013 erreicht gewesen sei. 

Aufgrund der Unfallfolgen vom 1. Mai 2012 bestehe deshalb keine Arbeitsunfähigkeit. 

Ein unfallbedingter Integritätsschaden sei nicht gegeben (Suva-act. 141).

7.6.2      Tatsächlich richtete die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer nach 

dem von Dr. I.___ im Zeitpunkt seiner Beurteilung vom 20. September 2012 bezüglich 

der Rückenproblematik zunächst festgestellten Erreichens des Status quo sine vel ante 

bis 23. September 2012 Taggelder aus (vgl. act. G 16). Rückenbedingt bestand jedoch 

über dieses Datum hinaus eine ärztlich bestätigte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. 

Suva-act. 78/2, 80/1, 83 f., 88/1, 115). Gestützt auf die letzte Beurteilung von Dr. I.___ 

vom 14. Mai 2014 (Suva-act. 141) ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 

16. Mai 2014 (Suva-act. 142) und im angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. 

September 2014 (Suva-act. 152) allerspätestens anfangs 2013 von einem Status quo 

sine vel ante aus. Die rechtliche Anerkennung unfallkausaler Rückenbeschwerden 

erfolgte mithin laut Verfügungs- sowie Einspracheentscheidwortlauts bis Ende 

Dezember 2012. Heilbehandlungsleistungen wurden bis 22. November 2012 erbracht, 

obwohl die Bejahung einer Leistungspflicht auch hinsichtlich Heilbehandlungen in Form 

von MTT und Physiotherapie bis 31. Dezember 2012 erfolgt ist (Suva-act. 142, 152; vgl. 

auch Suva-act. 98). Dies infolge Behandlungsabschlusses per besagtem Datum (Suva-

act. 104).

7.6.3      Der Umstand des im Vergleich zur tatsächlichen Leistungsausrichtung auf 

einen späteren Zeitpunkt festgelegten Status quo sine vel ante vermag materiell-

rechtlich keinen weiteren Leistungsanspruch des Beschwerdeführers auf 

Heilbehandlung zu begründen. Es versteht sich von selbst, dass die nicht erfolgte 

Inanspruchnahme von Heilbehandlungen keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen 

für MTT und Physiotherapie auszulösen vermag. Dem Subventualantrag des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers auf Ausrichtung von Taggeldern bis zum 1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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Januar 2013 wird mit dem angefochtenen Einspracheentscheid bzw. der diesem 

zugrundeliegenden Verfügung mit Festlegung des Status quo sine vel ante spätestens 

per Ende Dezember 2012 bereits entsprochen. Ein damit einhergehender Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Taggeldleistungen bis 31. Dezember 2012 ist damit bejaht 

worden und es gilt nachfolgend den Gesundheitszustand ab 1. Januar 2013 

hinsichtlich seiner Unfallkausalität zu prüfen.

7.6.4      Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen, 

Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen 

normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden 

gänzlich zurückbilden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 

4.6; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2 mit Hinweisen auf die 

medizinische Literatur). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 

101, hält der Autor E. BÄR sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am 

Rücken (mithin Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet 

seien, länger als einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit 

organischen Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf 

zahlreiche weitere Publikationen hin (E. BÄR, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule. Ein Update. In Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 

ff.). Insofern zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im 

Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen 

Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu BÄR/KIENER, Prellung, Verstauchung oder Zerrung 

der Wirbelsäule. In Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45).

7.6.5      Die Rechtsprechung hat also im Falle traumatisch ausgelöster 

Wirbelsäulenpathologien den konkreten medizinischen Beleg des natürlichen Verlaufs 

durch eine richterliche Vermutung, die sich ihrerseits auf die medizinische Literatur 

stützt, ersetzt. Nach dieser sind keine Gründe ersichtlich, derentwegen die Richtigkeit 

der Beurteilung von Dr. I.___ - Erreichen des Status quo sine vel ante allerspätestens 

Anfangs 2013, d.h. 8 Monate nach dem Unfall - in Zweifel zu ziehen wäre. Die 

Beurteilung findet auch im konkreten Fall seine Grundlage. Dr. I.___ weist auf das beim 

Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall unbestrittenermassen bestehende chronische 

Panvertebralsyndrom hin (Suva-act. 54), welches sich Ende 2012 nicht anders 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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darstellte und auch bereits unfallnah von den Ärzten des Spitals E.___ wieder 

diagnostiziert worden ist (Suva-act. 26). Gerade auch dieser Umstand lässt auf eine 

durchgehende, vor und nach dem Unfall offensichtlich nicht bedeutsam 

unterschiedliche Situation bezüglich des Rückens schliessen. So war der 

Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls bereits während rund 1 ½ Wochen wegen 

dem "bekannten chronischen Panvertebralsyndrom" zu 100% arbeitsunfähig (Suva-

act. 148). Zwar beschrieb er die Nacken- und Rückenschmerzen gegenüber der 

Beschwerdegegnerin am 6. Dezember 2012 seit 1 ½ Monaten als grösser (Suva-act. 

112). Dass diese Beschwerdezunahme angesichts des üblichen Heilverlaufs einer nur 

vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands unfallbedingt 

gewesen sein könnte, erscheint jedoch unwahrscheinlich. In der Regel zeigt sich eine 

Beschwerdesymptomatik unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest 

unfallnah am Stärksten. Nachfolgend schliesst - wie gesagt - der Heilungsprozess an, 

was in der Regel zu einer stetigen Beschwerdeabnahme führt. Wahrscheinlicher dürfte 

demgemäss sein, dass die Beschwerdezunahme degenerative Gründe hatte. Der 

Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte 

Schmerzen sowie eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit besteht, lässt nicht 

automatisch auf das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit schliessen. Die Leistungseinstellung des 

Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit. 

Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine 

kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Diesfalls können 

anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden, im konkreten Fall eben mit dem 

vorbestehenden Panvertebralsyndrom, erklärt werden. Anzufügen bleibt, dass 

hinsichtlich der BWS und LWS, wie bereits erwähnt, ohnehin keine Unfalltangierung 

aktenkundig ist und die Berichte der Klinik D.___ und des Spitals E.___ auch keine 

entsprechenden Unfalldiagnosen enthalten. Einzig hinsichtlich der HWS wurde eine 

Distorsion diagnostiziert. Indem der Beschwerdeführer jedoch über Beschwerden im 

Bereich der gesamten Wirbelsäule klagt, erscheint die Annahme eines Status quo sine 

vel ante spätestens Ende 2012 nochmals überzeugender.

7.6.6      Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Dahinfallen der Kausalität 

zwischen dem Unfall vom 1. Mai 2012 und den geklagten Rückenbeschwerden ab 1. 

Januar 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan ist und davon 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

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auszugehen ist, dass fortdauernde Rückenbeschwerden auf unfallfremde, 

insbesondere bereits vorbestandene degenerative Faktoren, zurückzuführen sind. Die 

Einstellung der Taggeldleistungen ist damit per Ende 2012 vorzunehmen. Ebenso 

versteht sich daraus die Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente und/oder 

eine Integritätsentschädigung.

7.6.7      Die ab 1. Januar bis 31. Mai 2014 von Dr. F.___ attestierte 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.3) vermag keine neue Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin wegen Rückfall zu begründen. Den medizinischen Akten sind 

keine Hinweise zu entnehmen, derentwegen nun wieder von einer überwiegend 

wahrscheinlichen Unfallkausalität der Rückenbeschwerden auszugehen wäre.

8.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

8.1  Gerichtskosten werden in Anwendung von Art. 61 lit. a ATSG keine erhoben.

8.2  Dem Beschwerdeführer wurde am 23. Dezember 2014 die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung bewilligt, womit der Staat verpflichtet ist, für die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen (act. G 6). Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend 

zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (vgl. Art. 31 Abs. 3 des 

Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

zu entschädigen.

8.3  Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers gestatten, kann 

er zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 

123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).

Entscheid

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.10.2016
	Art. 49 Abs. 1 ATSG, Art. 124 lit. b UVV: Der zunächst formlos mitgeteilte Fallabschluss bzw. die zunächst formlos mitgeteilte Leistungseinstellung hat keine Rechtswirksamkeit erlangt, die es der Beschwerdegegnerin verunmöglicht hätte, voraussetzungslos (vgl. Art. 53 und Art. 17 ATSG) über dasselbe Rechtsverhältnis formgerecht mittels Verfügung nochmals zu entscheiden.Art. 6 UVG: Das Dahinfallen der Kausalität zwischen Unfall und geklagten Beschwerden ist ab dem Datum der Leistungseinstellung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan (Erreichen des Status quo sine vel ante)(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Oktober 2016, UV 2014/83).       Entscheid vom 25. Oktober 2016

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