# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 562c6f1b-66ab-527e-a6c8-8f6ee14f55df
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2025 D-3369/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3369-2020_2025-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3369/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter Walter Lang, Richter Gérald Bovier, 

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka, 

vertreten durch Lea Schlunegger, Rechtsanwältin, 

Freiplatzaktion Basel, Asyl und Integration, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 29. Mai 2020 / N (…). 

 

 

 

D-3369/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 31. Dezember 2015 in der Schweiz um 

Asyl nach. 

B.  

B.a Das SEM befragte ihn am 14. Januar 2016 zur Person, zum Reiseweg 

sowie – summarisch – zu den Asylgründen (BzP). Am 31. Mai 2017 erfolgte 

die vertiefte Anhörung zu seinem Asylgesuch. 

B.b Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei tamili-

scher Ethnie und habe zuletzt in B._______ gewohnt, wo er auch geboren 

und aufgewachsen sei. Im Juni 2015 habe er geheiratet. Er habe als (…) 

gearbeitet und sei im Jahr 2011 von der Karuna-Gruppe zwei oder drei Mal 

als Fahrer in Anspruch genommen worden. Nachdem es im selben Jahr zu 

einer Spaltung zwischen Karuna und Pillaiyan gekommen sei, sei er von 

der Pillaiyan-Gruppe gezwungen worden, für sie Fahrten auszuführen. Un-

ter anderem habe er Personen chauffieren müssen, welche vermutlich im 

Anschluss von der Pillaiyan-Gruppe ermordet worden seien. Zudem habe 

er auch im Büro der Pillaiyan-Gruppe gearbeitet. Dabei habe er einen USB-

Stick entdeckt, auf welchem unter anderem Bildmaterial des Politikers P. 

sowie dessen Familie gespeichert gewesen sei. Er habe P. den USB-Stick 

zukommen lassen und sich gleichzeitig geweigert, weitere Fahrten für die 

Pillaiyan-Gruppe auszuführen. In der Folge sei er vom Criminal Investiga-

tion Department (CID) befragt und von Vertretern der Pillaiyan-Gruppe be-

helligt und auch geschlagen worden. Seine Mutter habe die Vorfälle der 

Polizei gemeldet und Anzeige erstattet. Trotzdem sei er weiterhin von den 

Vorgenannten behelligt worden. Im Jahr 2013 sei er nach Singapur ausge-

reist, sei aber nach einem Monat nach Sri Lanka zurückgekehrt, da sich 

keine Weiterreisemöglichkeit ergeben habe. Seitens des CID sei er wie-

derholt schikaniert und geschlagen worden. Im Jahr 2015 sei er während 

fünf Tagen vom CID festgehalten, gefoltert und sexuell misshandelt wor-

den. Er habe um sein Leben gefürchtet und sich deshalb entschieden, sein 

Heimatland zu verlassen. Bei seiner Mutter und seiner Ehefrau sei in der 

Folge nach ihm gefragt worden. 

B.c Mit Verfügung vom 26. September 2019 stellte das SEM fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-

such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 

desselben an. 

D-3369/2020 

Seite 3 

B.d Mit Urteil D-5897/2019 vom 13. November 2019 hiess das Bundesver-

waltungsgericht die gegen die Verfügung vom 26. September 2019 erho-

bene Beschwerde gut, soweit darin die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung beantragt wurde, und wies die Sache zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurück. 

Zur Begründung führte das Gericht im Wesentlichen aus, indem der Be-

schwerdeführer trotz konkreter Hinweise auf mögliche sexuelle Übergriffe 

nicht durch ein reines Männerteam (ergänzend) angehört worden sei, sei 

der Sachverhalt unrichtig beziehungsweise unvollständig festgestellt und 

das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt worden. 

C.  

C.a Am 9. Januar 2020 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer in An-

wesenheit von ausschliesslich männlichen Personen eine ergänzende An-

hörung zu den Asylgründen und insbesondere dem geltend gemachten se-

xuellen Übergriff durch. 

Dabei brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen wiederholt die vor-

genannten Gründe vor (vgl. Bst. B.b) und machte alsdann im Wesentlichen 

Angaben zur geltend gemachten Festnahme und der fünftägigen Haft beim 

CID. Er machte dabei Ausführungen zu den erlittenen Übergriffen und Fol-

terungen und gab zu Protokoll, dass er dabei von den Tätern gefilmt wor-

den sei. Dies sei einmal passiert, aber insgesamt hätten (…) sexuelle Über-

griffe stattgefunden. Er sei auch zu seinen Tätigkeiten bei der Pillaiyan-

Gruppe befragt worden, obwohl manche der anwesenden Personen selber 

auch bei der Pillaiyan-Gruppe gewesen seien. Nach fünf Tagen sei er frei-

gelassen worden. 

D.  

Der Beschwerdeführer reichte beim SEM folgende Dokumente zu den Ak-

ten: Identitätskarte, Geburtsurkunde, Geburtstagskarte, Anzeige, Ehe-

schein, Bestätigungsschreiben eines Priesters, Scheidungspapiere seiner 

Eltern sowie zwei ärztliche Verordnungen. Als Beilage zur ersten Be-

schwerde gab er zwei Fotos (Augenverletzung seiner Ehefrau, Paarfoto 

von sich und seiner Ehefrau) zu den Akten. Im Rahmen des wiederaufge-

nommenen erstinstanzlichen Verfahrens legte er folgende Dokumente vor: 

Arztberichte sowie ärztliche Unterlagen betreffend die Ehefrau sowie zwei 

Nachrichtenformulare der Polizei (Police Message Form). 

D-3369/2020 

Seite 4 

E.  

Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 – eröffnet am 2. Juni 2020 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug derselben an. 

F.  

Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner vormaligen 

Rechtsvertreterin vom 2. Juli 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungs-

gericht erheben. In dieser wurde beantragt, der Entscheid der Vorinstanz 

sei vollumfänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei hierzulande 

Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen und als Folge davon 

sei dem Beschwerdeführer die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Eventu-

aliter sei die Sache zur vollständigen Erhebung des rechtserheblichen 

Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht 

wurde beantragt, dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechts-

pflege zu gewähren, insbesondere auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten und die Rechtsvertreterin sei als amtliche Rechts-

beiständin beizuordnen. 

Auf die Begründung der Beschwerdebegehren und die mit der Beschwerde 

eingereichten Unterlagen wird – soweit relevant – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

G.  

G.a Mit Verfügung vom 8. Juli 2020 forderte die Instruktionsrichterin den 

Beschwerdeführer auf, innert 7 Tagen ab Erhalt der Verfügung eine Über-

sicht seiner finanziellen Verhältnisse nachzureichen und die Angaben zu 

belegen. 

G.b Innert Frist reichte der Beschwerdeführer die geforderten Belege ein 

und ersuchte erneut um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

G.c Die Instruktionsrichterin wies mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 

2020 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um 

amtliche Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses mangels prozessualer Bedürftigkeit ab und forderte 

den Beschwerdeführer auf, bis zum 6. August 2020 einen Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 750.– zu leisten. 

G.d Der Kostenvorschuss wurde am 29. Juli 2020 bezahlt. 

D-3369/2020 

Seite 5 

H.  

H.a Mit Eingabe vom 14. März 2025 informierte die Rechtsvertretung das 

Gericht über den Tod der Ehefrau des Beschwerdeführers und ersuchte 

gleichzeitig um Mitteilung des Verfahrensstands. 

H.b Das Bundesverwaltungsgericht beantwortete die Anfrage mit Schrei-

ben vom 20. März 2025. Gleichzeitig ersuchte die Instruktionsrichterin um 

Mitteilung, welche konkrete Person den Beschwerdeführer künftig vertre-

ten werde, da dies aus dem Schreiben vom 14. März 2025 und der gleich-

zeitig eingereichten Vollmacht nicht hervorgehe. 

I.  

Mit Schreiben vom 21.März 2025 informierte die Rechtsvertretung das Ge-

richt, zukünftig werde der Beschwerdeführer nicht mehr durch Frau Cora 

Dubach sondern neu durch Frau Rechtsanwältin Lea Schlunegger vertre-

ten. 

J.  

J.a Mit Verfügung vom 9. April 2025 wurde die Vorinstanz zur Einreichung 

einer Vernehmlassung eingeladen. 

J.b  

Das SEM nahm in seiner Vernehmlassung vom 17. April 2025 zur Be-

schwerde Stellung. Innert Frist reichte die Rechtsvertretung des Beschwer-

deführers mit Eingabe vom 9. März (recte: Mai) 2025 eine Replik zu den 

Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer  

Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das 

Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. 

Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung 

von Beschwerden gegen Entscheide des SEM auf dem Gebiet des Asyls, 

und entscheidet in diesem Bereich in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

D-3369/2020 

Seite 6 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bis zu diesem Zeit-

punkt geltende Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-

rung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – nachdem auch der einverlangte Kostenvorschuss innert an-

gesetzter Frist eingezahlt wurde – einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tat-

sachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

3.3 Für den Beschwerdeentscheid ist die im Zeitpunkt seiner Ausfällung 

bestehende Aktenlage massgeblich (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1). Verände-

rungen der objektiven Situation im Heimatland im Zeitraum zwischen Aus-

reise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten der asylsuchenden 

Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1, 2008/12 E. 5.2; 

WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser/Vetterli [Hrsg.], 

Ausländerrecht, 3. Aufl., Basel 2022, Rz. 14.38). 

4.  

4.1 Das SEM begründet die Ablehnung des Asylgesuchs damit, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an Art. 7 und 

3 AsylG nicht standhalten. 

4.1.1 Der Beschwerdeführer habe die geltend gemachte fünftägige Haft 

beim CID, einschliesslich der Folterungen und (sexuellen) Übergriffe, im 

Rahmen der BzP mit keinem Wort erwähnt. Dies obwohl er nach weiteren 

Gründen gefragt worden sei. Es wäre zu erwarten gewesen, dass er eine 

fünftägige Haft erwähnen und nicht bloss von Befragungen und Schikan-

nen sprechen würde. Das Vorbringen sei als Nachschub zu qualifizieren. 

Daran würden auch seine Ausführungen anlässlich der ergänzenden An-

hörung zu den sexuellen Übergriffen/Folterungen während der fünftägigen 

Haft nichts ändern. Es wäre zu erwarten gewesen, dass er zumindest die 

Haft von fünf Tagen beim CID an sich, die zentrale Verfolgungsmass-

nahme, bereits in der BzP erwähnt hätte. Sodann seien seine Angaben zur 

fünftägigen Haft – mit Ausnahme der sexuellen Übergriffe – und insbeson-

dere was die übrige Haftzeit und das grosse, durch Folterungen zum Aus-

druck gebrachte Interesse des CID an ihm anbelange, nicht ausreichend 

substantiiert ausgefallen. Insgesamt vermöge der erst in der Rücküberset-

zung am Ende der Anhörung genannte sexuelle Übergriff den Nachschub 

der fünftägigen Haft nicht zu erklären. Weiter habe er auch eine Verfolgung 

durch Armeeangehörige erstmals im Rahmen der Anhörung erwähnt. Auch 

dies sei als Nachschub zu werten. Sodann habe er im Rahmen der BzP 

den Politiker P. und den USB-Stick mit Fotomaterial über P. und dessen 

Familie im Pillaiyan-Büro mit keinem Wort erwähnt. Ebenfalls unerwähnt 

geblieben sei seine Arbeit im Pillaiyan-Büro. Da dies letztlich gemäss dem 

Beschwerdeführer die einzig möglichen Informationen für die Verfolgung 

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Seite 8 

und die Befragungen durch das CID hätten gewesen sein können, sei das 

späte Erwähnen nicht nachvollziehbar. 

Weiter stellt das SEM zahlreiche Unstimmigkeiten und Widersprüche in 

den Aussagen des Beschwerdeführers fest. Mit seinen Erklärungen – nach 

Vorhalt der widersprüchlichen Angaben – sei es ihm nicht gelungen, die 

festgestellten Widersprüche zu widerlegen. Die behauptete immense An-

zahl an Befragungen sowie Kontrollen durch das CID und die Pillaiyan-

Gruppe sei in Anbetracht der wenigen bis fehlenden wichtigen Informatio-

nen des Beschwerdeführers realitätsfremd und er habe die widersprüchli-

chen Angaben dazu nicht erklären können. 

Nicht nachvollziehbar sei des Weiteren, dass eine vom sri-lankischen 

Staat, d.h. dem CID und von Armeeangehörigen, verfolgte und gesuchte 

Person mit ihrem Reisepass durch die Pass- und Sicherheitskontrollen am 

Flughafen gelange, mithin legal und ohne Probleme aus Sri Lanka ausrei-

sen könne. Insbesondere sei erfahrungswidrig, dass eine derart gesuchte 

Person sich zu einer Ausreise mit Kontrollen am Flughafen mit dem eige-

nen Reisepass entscheide. Dieses Verhalten sei ebenfalls nicht nachvoll-

ziehbar. Die Angaben des Beschwerdeführers zu den geltend gemachten 

Befragungen und dem Verfolgungsinteresse beziehungsweise Verfol-

gungsmotiv und der fünftägigen Haftzeit würden insgesamt nicht ausrei-

chend substantiiert erscheinen und seien damit unglaubhaft. 

Schliesslich habe der Beschwerdeführer Angaben gemacht, die den Er-

kenntnissen des SEM und der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) wi-

dersprechen würden. Er habe bezüglich der Pillaiyan-Gruppe und der Ka-

runa-Gruppe angegeben, diese hätten sich etwa im Jahr 2011 voneinander 

abgespalten. In der Folge sei er von der Pillaiyan-Gruppe im Jahr 2011 zu 

weiteren Fahrten gezwungen worden, was letztlich das Verfolgungsinte-

resse von diesen und den Armeeangehörigen sowie dem CID ausgelöst 

habe. Nach den Erkenntnissen des SEM sowie öffentlich zugänglichen 

Quellen habe die Spaltung jedoch bereits früher begonnen und sei im Jahr 

2007 vollzogen worden. Die Falschangaben, auf welchen seine Vorbringen 

letztlich basierten, würden für die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen 

sprechen. 

Die eingereichten Beweismittel qualifiziert die Vorinstanz grösstenteils als 

untauglich zum Beweis der Asylvorbringen des Beschwerdeführers, da sie 

sich vornehmlich auf seine Identität, Heirat sowie Gesundheit und die 

Scheidung seiner Eltern beziehen würden. Bezüglich des eingereichten 

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Fotos, welches seine Ehefrau mit einem blauen Auge zeigen soll, hielt die 

Vorinstanz fest, dass in den ärztlichen Unterlagen mehrfach von «(…)» und 

«accident» gesprochen werde und somit in Widerspruch zu seinen Schil-

derungen stehe, wonach das blaue Auge seiner Ehefrau die Folge von Tät-

lichkeiten durch CID-Beamte auf der Suche nach ihm gewesen sei. Der 

Beweiswert der eingereichten Polizeiformulare sei aufgrund von vielen Fäl-

schungsmöglichkeiten als sehr gering zu qualifizieren. 

Weiter führt die Vorinstanz aus, es könne aufgrund der Schilderung der 

sexuellen Übergriffe in der ergänzenden Anhörung indessen nicht ausge-

schlossen werden, dass er in einem anderen Zusammenhang solche Über-

griffe erlebt haben könnte. Diesbezüglich würde ihm jedoch sowohl in Sri 

Lanka als auch in der Schweiz der vorhandene staatliche Schutz offenste-

hen, sodass solche sexuellen Übergriffe in einem anderen Kontext als dem 

von ihm behaupteten nicht asylrelevant wären. 

Ausserdem sei anzumerken, dass seine Vorbringen bezüglich der Pillai-

yan-Gruppe (und auch betreffend der Karuna-Gruppe) per Datum des an-

gefochtenen Entscheides nicht mehr aktuell seien, da diese paramilitäri-

schen Gruppierungen zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr in dieser Form 

tätig seien und Pillaiyan selbst im Jahr 2015 inhaftiert worden sei. Dies 

zeige auf, dass der staatliche Schutz bezüglich solcher Gruppierungen vor-

handen und grundsätzlich zugänglich sei, sodass diese Vorbringen eben-

falls keine Asylrelevanz zu entfalten vermöchten. Im Übrigen werde vorlie-

gend nicht weiter darauf eingegangen, dass er wissentlich Personen zu 

deren Ermordung durch die Pillaiyan-Gruppe gefahren hätte und dies ei-

nen Asylausschluss nach Art. 53 AsylG zur Folge haben könnte. 

4.1.2 Hinsichtlich einer Furcht vor einer Verfolgung bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka hält das SEM fest, der Beschwerdeführer habe nicht glaub-

haft gemacht, vor seiner Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen 

ausgesetzt gewesen zu sein. Vielmehr sei er bis am 28. Oktober 2015 in 

Sri Lanka gewesen, habe also nach Kriegsende noch etwa sechs Jahr in 

seinem Heimatstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise beste-

henden Risikofaktoren, welche aufgrund der fehlenden Tätigkeit für die 

LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) während des Krieges und der feh-

lenden LTTE-Mitgliedschaft grundsätzlich nicht vorhanden beziehungs-

weise bezüglich der Pillaiyan-Gruppe nicht glaubhaft beziehungsweise 

nicht asylrelevant seien, hätten folglich kein Verfolgungsinteresse seitens 

der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. Es sei aufgrund der Ak-

tenlage nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

D-3369/2020 

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nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise 

verfolgt werden sollte. Somit bestehe kein begründeter Anlass zur An-

nahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmass-

nahmen ausgesetzt sein würde. 

4.2 In der Rechtsmitteleingabe wird bezüglich der erfolgten Glaubhaftig-

keitsprüfung eingewendet, es sei nicht legitim, widersprüchliche Aussagen 

zwischen der BzP und der vertieften Anhörung derart stark zu gewichten. 

Nach der Rechtsprechung seien derartige Widersprüche nur dann rele-

vant, wenn klare Aussagen diametral voneinander abweichen oder zent-

rale Asylgründe bei der BzP nicht einmal ansatzweise erwähnt würden. 

Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe in 

seinem Urteil M.A. gegen die Schweiz vom 18. November 2014 festgehal-

ten, dass der Fokus auf Widersprüchen zwischen BzP und vertieften An-

hörung konventionswidrig und mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung 

im Asylverfahren unvereinbar sei. 

Sodann wird im Wesentlichen ausgeführt, das SEM habe zu Unrecht einen 

Teil der Vorbringen des Beschwerdeführers (die fünftägige Haft beim CID, 

die Vorbringen betreffend der Verfolgung durch Armeeangehörige, dem 

USB-Stick sowie seiner Arbeit im Pillaiyan-Büro) als nachgeschoben qua-

lifiziert. Über die fünftägige Haft sowie die erlittenen Misshandlungen habe 

er im Rahmen der erneuten Anhörung in einem Männerteam ausführlich 

berichtet und sei währenddessen emotional sehr aufgewühlt gewesen, was 

auch von der anwesenden Hilfswerkvertretung protokollarisch festgehalten 

worden sei. Weiter sei es oft nicht einfach, zwischen dem CID und Armee-

angehörigen zu unterscheiden. Die diesbezüglichen Ausführungen des Be-

schwerdeführers betreffend die Verfolgung durch Armeeangehörige seien 

deshalb nicht als Nachschub zu werten. Den USB-Stick habe er bei der 

BzP nicht erwähnt, weil dieses Vorkommnis in diesem Zeitpunkt keine Pri-

orität gehabt habe. Sodann wird zu den vom SEM zahlreich festgestellten 

Widersprüchen Stellung genommen und dabei im Ergebnis festgehalten, 

den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz sei zu widersprechen. 

Die Widersprüche seien wenig geeignet, die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

des Beschwerdeführers als Ganzes in Frage zu stellen. Es müsse festge-

stellt werden, dass seine Aussagen ein kohärentes und detailreiches Bild 

seiner Verfolgungssituation ergeben würden. Entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz seien die gemachten Schilderungen präzise genug und stellten 

berechtigte Asylgründe dar. Unter Berücksichtigung der sich aus unbe-

streitbaren Tatsachen ergebenden allgemeiner Erfahrungswerte in Bezug 

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Seite 11 

auf die Situation in Sri Lanka seien die Vorbringen des Beschwerdeführers 

deshalb als insgesamt überwiegend wahrscheinlich und somit als glaub-

haft zu bewerten. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung seien sämtli-

che Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft gegeben, er habe aktuell 

begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung, weshalb der angefoch-

tene Entscheid vollumfänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer in 

der Schweiz Asyl zu erteilen sei. 

4.3 In seiner Vernehmlassung vom 17. April 2025 führt das SEM im We-

sentlichen aus, bezüglich der in einer Gesamtbetrachtung überwiegend un-

glaubhaften Sachverhaltsdarstellung seitens des Beschwerdeführers sei 

auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen, an denen 

vollumfänglich festgehalten werde. Hinsichtlich der flüchtlingsrechtlichen 

Relevanz gemäss Art. 3 AsylG sei unter Annahme – einer vom SEM be-

strittenen – Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen darauf hinzuweisen, dass 

sich die politische Lage seit der Beschwerde im Jahr 2020 deutlich verän-

dert habe. Die Beschwerdeschrift attestiere dem Beschwerdeführer auch 

deshalb eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung, da absehbar sei, 

dass sich die Situation politischer Dissidenten nach der erneuten Macht-

übernahme durch die Familie Rajapaksa deutlich verschlechtere. Gota-

baya Rajapaksa sei im Juli 2022 von seinem Amt als Präsident Sri Lankas 

zurückgetreten und dessen Partei habe unter der Führung von Mahinda 

Rajapaksa bei den Parlamentswahlen im November 2024 eine historische 

Wahlniederlage erlitten. Stand heute könne zwar noch nicht abschliessend 

eingeschätzt werden, wie sich die Lage entwickeln werde; die in der Be-

schwerdeschrift dargelegte politische Situation treffe in dieser Form jedoch 

klar nicht mehr zu. Auch die Situation von C._______ habe sich grundle-

gend verändert. Dieser sei im November 2020 auf Kaution entlassen und 

im (…). Seit der Ausreise des Beschwerdeführers seien nunmehr knapp 

zehn und seit der geltend gemachten Tätigkeit für die Pillaiyan-Gruppe fast 

fünfzehn Jahre vergangen. Dass Pillaiyan vor kurzem mutmasslich wegen 

eines Verbrechens aus dem Jahr 2006 verhaftet worden sei, lasse dabei 

keinen automatischen Rückschluss auf die Aktualität der Asylvorbringen 

des Beschwerdeführers zu. Aus Sicht des SEM würden keine konkreten 

Hinweise vorliegen, wonach er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit Nachteilen ausgesetzt würde, deren Inten-

sität flüchtlingsrechtlich relevante Ausmasse annehmen würden. Diesbe-

züglich sei erneut darauf hinzuweisen, dass er ein anhaltendes Verfol-

gungsinteresse der sri-lankischen Behörden oder Drittpersonen seit der ei-

genen Ausreise im Oktober 2015 nicht habe glaubhaft machen können. 

Vielmehr sei davon auszugehen, dass er sich mittels der nachgereichten 

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Seite 12 

Beweismittel, insbesondere des Arztberichts der mittlerweile verstorbenen 

Ehefrau, ein Verfolgungsinteresse an seiner Person konstruieren wolle. 

Diese würden denn auch mehrfach von einem «(…)» sowie «accident» 

sprechen und damit den Schilderungen des Beschwerdeführers, die Ver-

letzungen seien durch Misshandlungen bei Besuchen des CID entstanden, 

fundamental widersprechen. 

4.4 In der Replik vom 9. März (recte: Mai) 2025 wird ausgeführt, es werde 

vollumfänglich an der Beschwerde festgehalten. Ergänzend wird in Bezug 

auf den Tod der Ehefrau des Beschwerdeführers geltend gemacht, dieser 

sei für ihn sehr belastend und er sei aufgrund dessen in ärztlicher Behand-

lung. Er leide unter Schuldgefühlen, weil er seiner Frau nicht habe beiste-

hen können. Die Behauptung der Vorinstanz, wonach mit dem Tod seiner 

Ehefrau ein Verfolgungsinteresse konstruiert werden soll, sei deplatziert. 

Er habe den Totenschein nachgereicht, damit das Bundesverwaltungsge-

richt aufgrund eines vollständigen Sachverhalts entscheiden könne. Zu-

dem könne dem Dokument keine Wendungen wie «slip/fall from bike» oder 

«accident» entnommen werden. 

5.  

5.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass es dem Beschwerdeführer – entgegen seinen Beschwerde-

vorbringen – nicht gelungen ist, eine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne 

von Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft zu machen und die Vorinstanz sein Asyl-

gesuch zu Recht abgelehnt hat. Die Entgegnungen in der Beschwerde-

schrift und in der Replik führen zu keinem anderen Ergebnis. Somit kann 

zur Vermeidung von Wiederholungen grundsätzlich auf die entsprechen-

den Erwägungen im angefochtenen Entscheid sowie in der Vernehmlas-

sung verwiesen werden. 

5.2 Soweit in der Beschwerde gerügt wird, es sei nicht legitim, wider-

sprüchliche Aussagen zwischen der BzP und der vertieften Anhörung der-

art stark zu gewichten, ist dem insoweit zuzustimmen, dass die BzP im 

Gegensatz zur Anhörung hinsichtlich der Asylvorbringen lediglich einen 

summarischen Charakter aufweist, weshalb gemäss ständiger Rechtspre-

chung (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre-

kurskommission [EMARK] 1993 Nr. 3) den Aussagen in einer BzP nur ein 

beschränkter Beweiswert zukommt. Widersprüche dürfen für die Beurtei-

lung dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen in der BzP in we-

sentlichen Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen dia-

metral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, 

D-3369/2020 

Seite 13 

welche später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits in der 

BzP zumindest ansatzweise erwähnt werden. Unter Berücksichtigung die-

ser Rechtsprechung ist festzustellen, dass das von der Vorinstanz berück-

sichtigte Nichterwähnen der fünftägigen Inhaftierung durch das CID im 

Rahmen der BzP ein solches zentrales Asylvorbringen darstellt. Zudem 

kann dem Einwand, wonach der Beschwerdeführer die Haft von fünf Tagen 

in der BzP bereits angedeutet habe, nicht gefolgt werden. In der Rechts-

mitteleingabe wird auf seine anlässlich der BzP gemachte Aussage «Es 

gab mehrere Befragungen. Manchmal brachten sie mich zu ihrem Camp in 

Batticaloa und manchmal befragten sie mich in privaten Häusern» verwie-

sen. Es erschliesst sich dem Gericht nicht, inwiefern aus dieser Aussage 

ein Hinweis auf die geltend gemachte fünftägige Inhaftierung zu entneh-

men sein sollte. So stellt nämlich der von ihm zitierte Protokollauszug seine 

Antwort auf die Frage nach dem Durchführungsort der von ihm geltend ge-

machten Befragungen («Wo waren die Befragungen?», vgl. SEM-Akten 

act. A3/11 S. 7) dar. Aus seiner Antwort sind denn auch die entsprechenden 

Hinweise zu den Örtlichkeiten zu entnehmen, nämlich dass die Befragun-

gen entweder im Camp in Batticaloa oder in «privaten Häusern» stattge-

funden hätten. Daraus einen Hinweis auf eine fünftägige Haft durch das 

CID abzuleiten, vermag nicht zu überzeugen. Ebenso wenig kann dem wei-

teren Einwand gefolgt werden, wonach seine Aussage «Auch die CID hat 

mich bei der Befragung gefragt und geschlagen» die fünftägige Haft im (…) 

beinhalte, auch wenn die Anzahl Tage, während derer er festgehalten wor-

den sei, nicht explizit genannt worden sei. Der Beschwerdeführer gibt ex-

plizit zu Protokoll, dass eine Befragung durch das CID stattgefunden habe 

und er anlässlich dieser Befragung geschlagen worden sei (vgl. SEM-Ak-

ten act. A3/11 S. 7). Ein Hinweis auf eine (mehrtägige) Haft im Air Force 

Camp ist nicht zu erkennen. Aus diesem Grund vermag auch der weitere 

Einwand nicht zu überzeugen, wonach es der Glaubhaftigkeit dieses Vor-

bringens keineswegs schade, dass er die fünftägige Haft anlässlich der 

BzP nicht konkret angesprochen habe. Es ist schliesslich auch darauf hin-

zuweisen, dass der Beschwerdeführer in der BzP genügend Zeit hatte, um 

seine zentralen Vorbringen vorzutragen und allfällige Ergänzungen anzu-

bringen, so wurde ihm im Anschluss zu den von ihm vorgetragenen Asyl-

gründen explizit die Frage gestellt, ob es sonst noch Gründe gebe, die er 

noch nicht gesagt habe, die gegen eine allfällige Rückkehr in seine Heimat-

/Herkunftsstaat sprechen könnten (vgl. SEM-Akten act. A3/11 S. 7). Spä-

testens zu diesem Zeitpunkt wäre zu erwarten gewesen, dass er den Kern-

punkt seiner Asylvorbringen zumindest ansatzweise erwähnt hätte. Auf-

grund der Unterlassung hat die Vorinstanz das Vorbringen zu Recht als 

Nachschub qualifiziert. 

D-3369/2020 

Seite 14 

5.3 Demgegenüber ist dem Einwand zuzustimmen, wonach die Mühe des 

Beschwerdeführers, über die erlittenen sexuellen Übergriffe zu berichten, 

nachvollziehbar sei. Er hat im Rahmen der zweiten Anhörung (in Beset-

zung eines gleichgeschlechtlichen Teams) denn auch über weite Teile wi-

derspruchsfrei und ausführlich über die vorgenannten Übergriffe gespro-

chen und seine Schilderungen enthalten zahlreiche Detailangaben und Re-

alkennzeichen. Seine dabei erkennbaren emotionalen Reaktionen sind von 

der anwesenden Hilfswerkvertretung protokollarisch festgehalten worden. 

Mit der Vorinstanz stellt das Bundesverwaltungsgericht erlebte (sexuelle) 

Misshandlungen nicht grundsätzlich in Abrede, schliesst sich damit der Ein-

schätzung an, es sei nicht auszuschliessen, dass der Beschwerdeführer 

die von ihm geschilderten Übergriffe tatsächlich erlebt hat, indessen sei 

davon auszugehen, dass diese – bei Glaubhaftigkeitsunterstellung – in ei-

nem anderen Kontext erlebt worden seien. 

5.4 Das SEM hat sodann zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdeführer 

eine Verfolgung durch Armeeangehörige erstmals im Rahmen der Anhö-

rung geltend machte, hingegen in der BzP keine diesbezügliche Erwäh-

nung erfolgt ist. Die Entgegnung auf Beschwerdeebene, wonach den Aus-

führungen der Vorinstanz nicht gefolgt werden könne, so habe er in der 

BzP über die Verfolgung durch das CID berichtet und darin sei auch die 

Verfolgung durch Armeeangehörige inbegriffen, vermag nicht zu überzeu-

gen. Auch wenn es sich bei der BzP lediglich um eine summarische Befra-

gung handelt, wie zu Recht vorgebracht wird, wäre auch hier zu erwarten, 

dass die Armeeangehörigen erwähnt worden wären. Mit dem Einwand, wo-

nach eine klare Trennung zwischen der CID und der Armee schwierig sei, 

kann der Beschwerdeführer nicht vollends entlastet werden. Zwar wäre zu 

erwarten gewesen, dass er angesichts der angeblichen Vielzahl an Befra-

gungen bereits anlässlich der BzP substantiierte Angaben über die Befra-

ger beziehungsweise deren Hintergrund und Zugehörigkeit gemacht hätte. 

Seine fehlende Nennung einer Verfolgung durch Armeeangehörige er-

staunt deshalb und weckt gewisse Zweifel an der Glaubhaftigkeit der An-

gaben, sie ist aber auch nicht überzubewerten. 

5.5 Auch mit Bezug auf die erfolgte Ausreise im Jahr 2013 sowie der Rück-

kehr nach Ablauf des Visums nach einem Monat ist den Zweifeln der Vor-

instanz zuzustimmen. Der Beschwerdeführer gab an, legal mit seinem Rei-

sepass und einem Visum nach D._______ geflogen zu sein (vgl. SEM-Ak-

ten A14 F57 ff.). Trotz angeblicher Todesangst vor der Pillaiyan-Gruppe, 

den Armeeangehörigen und dem CID sei er nach Ablauf des Visums wie-

der nach Sri Lanka zurückgekehrt. Konkrete Angaben dazu, wie er eine 

D-3369/2020 

Seite 15 

Rückkehr zu verhindern versucht hätte, lassen sich nicht finden. Die Erklä-

rung auf Beschwerdeebene, nachdem der Schlepper seine Weiterreise 

nicht habe organisieren können, sei ihm trotz seinen Ängsten nichts ande-

res übriggeblieben, als nach Sri Lanka zurückzukehren, ändern daran 

nichts. Zu seiner endgültigen Ausreise aus Sri Lanka im Jahr 2015 gab er 

an, am 28. Oktober 2015 mit seinem Reisepass Richtung E._______ aus-

gereist zu sein (vgl. SEM-Akten act. 14 F 114 ff.). Der Einwand auf Be-

schwerdeebene, die Vorinstanz verkenne, dass es üblich sei, Beamte am 

Flughafen in Colombo zu bestechen, womit seine Ausführungen nachvoll-

ziehbar seien, überzeugt nicht vollumfänglich. Insbesondere hält das Bun-

desverwaltungsgericht in Übereistimmung mit der Vorinstanz fest, dass 

entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung wenig nachvoll-

ziehbar ist, dass eine vom sri-lankischen Staat verfolgte und gesuchte Per-

son das Risiko auf sich nehmen würde, mit ihrem Reisepass durch die 

Pass- und Sicherheitskontrollen am Flughafen zu gelangen. Allein auf die 

Hoffnung zu vertrauen, die Bestechung des Schleppers verhindere eine 

Festhaltung am Flughafen, erscheint aufgrund der behaupteten intensiven 

Verfolgungshandlungen aber auch angesichts der angeblich nicht erfolg-

reichen ersten Schleppererfahrung in D._______ erst recht unwahrschein-

lich. 

5.6 Das SEM hat sodann ebenfalls zutreffend erkannt, dass die Angaben 

des Beschwerdeführers zum Interesse verschiedener Behörden und Grup-

pierungen an seiner Person angesichts seiner eigenen Biografie und sei-

nen Schilderungen der Tätigkeiten für die Pillaiyan-Gruppe nicht stimmig 

erscheinen. Dabei erstaunt es zunächst, wie von der Vorinstanz festgehal-

ten, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit in den Büroräumlichkeiten 

der Pillaiyan-Gruppe und die Entwendung des USB-Sticks anlässlich der 

BzP nicht erwähnt hatte. Des Weiteren erscheint es lebensfremd, dass ein 

junger Mann mit guter Schulbildung (vgl. SEM-Akten act. A3 Ziff. 1.17.04) 

einen USB-Stick überhaupt mitnimmt und aus den Händen gibt, hätten 

doch offensichtlich andere Möglichkeiten zur Weitergabe des Inhalts (etwa 

durch Kopieren auf einen anderen Datenträger) bestanden (vgl. auch 

SEM-Akten A14 F30). Darüber hinaus muss das Handeln der verschiede-

nen Akteure mit der Vielzahl an Befragungen und Kontrollen, trotz der dies-

bezüglich gebotenen Zurückhaltung, als realitätsfern bezeichnet werden. 

5.7 Die eingereichten Beweismittel hat die Vorinstanz insgesamt als un-

tauglich qualifiziert. Zu deren Prüfung und Qualifizierung hat sie sich aus-

führlich geäussert (vgl. angefochtene Verfügung S. 8 – 10). Gleichzeitig hat 

sie unter Verweis auf seine Mitwirkungspflicht festgehalten, es wäre zu 

D-3369/2020 

Seite 16 

erwarten gewesen, dass er bis zum Datum des angefochtenen Entscheids 

weitere Unterlagen der Polizei und des Gerichts eingereicht hätte, dies sei 

aber nicht erfolgt. Diesen vom Bundesverwaltungsgericht zu bestätigenden 

Erwägungen wird auf Beschwerdeebene in pauschaler und unsubstantiier-

ter Art und Weise entgegnet, Asylsuchende müssten ihre Vorbringen nicht 

mit Beweismittel belegen. Zudem könne den eingereichten Beweismitteln 

nicht per se die Beweiskraft abgesprochen werden. Zwar vermöchten die 

Beweismittel die Verfolgung an sich nicht zu belegen, doch würden sie 

seine Vorbringen untermauern. Damit wird verkannt, dass der Beschwer-

deführer im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht durchaus gehalten ist, sämt-

liche ihm zugänglichen Beweismittel zum Beleg seiner Vorbringen den Be-

hörden vorzulegen. Abgesehen von diesem pauschalen Einwand findet 

sich in der Beschwerde keine Auseinandersetzung mit den detaillierten und 

ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz (wie beispielsweise festgestellte 

Fälschungsmerkmale oder kein Bezug zum Beschwerdeführer). Es gelingt 

dem Beschwerdeführer deshalb nicht, die Schlussfolgerung der Vor-           

instanz, wonach die eingereichten Beweismittel als untauglich zu qualifi-

zieren sind, umzustossen. 

5.8 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, seine Kernvorbringen in den vom ihm 

geschilderten Kontext glaubhaft darzulegen. So konnte er nicht glaubhaft 

machen, er sei vor seiner Ausreise aus Sri Lanka aus den von ihm erwähn-

ten Gründen asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewe-

sen. Weiter hat die Vorinstanz korrekt festgestellt, dass damit einer im Zeit-

punkt der Ausreise bestehenden Furcht vor künftiger Verfolgung die Grund-

lage entzogen sei. Überdies hat sie bereits in der angefochtenen Verfügung 

zutreffend auf die schon damals veränderten Verhältnisse im Heimatland 

hingewiesen. 

5.9   

5.9.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-

fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Das Gericht orientiert sich 

bei der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter 

Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen 

Risikofaktoren. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergan-

gene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der sogenannten «Stop-List» 

und die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden 

dabei als stark risikobegründende Faktoren eingestuft. Demgegenüber 

D-3369/2020 

Seite 17 

stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri 

Lanka, Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen 

Land schwach risikobegründende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, 

die diese weitreichenden Risikofaktoren erfüllten, habe jedoch nur jene 

kleine Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-

lankischen Behörden bestrebt sei, den tamilischen Separatismus wieder-

aufleben zu lassen. Das Gericht hat im Einzelfall die konkret glaubhaft ge-

machten Risikofaktoren in einer Gesamtschau sowie unter Berücksichti-

gung der konkreten Umstände zu prüfen und zu erwägen, ob mit beachtli-

cher Wahrscheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung vor-

liegt. 

5.9.2 Es ergeben sich keine Hinweise, welche heute ein besonderes Inte-

resse der sri-lankischen Behörden am Beschwerdeführer nahelegen wür-

den. Den Akten sind auch keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach er 

sich auf einer "Stop-List" befinden würde, ebenso wenig werden Teilnah-

men des Beschwerdeführers an exilpolitischen regimekritischen Handlun-

gen geltend gemacht. Es bestehen keine Indizien, aufgrund derer allenfalls 

geschlossen werden müsse, dass er von den sri-lankischen Behörden als 

Unterstützer der LTTE respektive als Person wahrgenommen wird, die be-

strebt ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen. Insge-

samt weist er kein Profil auf, welches nahelegen würde, dass er bei einer 

Rückkehr die Aufmerksamkeit der heimatlichen Sicherheitsbehörden auf 

sich ziehen würde. Unter Würdigung aller Umstände des vorliegenden Fal-

les ist daher nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in den 

Augen des sri-lankischen Regimes als Gefahr für den Einheitsstaat Sri 

Lanka angesehen würde und ihm deswegen ernsthafte Nachteile im Sinne 

von Art. 3 AsylG drohen würden. Daran vermag die langjährige Landesab-

wesenheit nichts zu ändern. 

5.9.3  An dieser Einschätzung vermag – entgegen der vom Beschwerde-

führer vertretenen Auffassung – auch die aktuelle politische und gesell-

schaftliche Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Das Bundesverwaltungs-

gericht ist sich der Veränderungen in Sri Lanka bewusst, beobachtet die 

aktuellen Entwicklungen jeweils aufmerksam und berücksichtigt diese bei 

seiner Entscheidfindung. Weder aus den Machtwechseln seit 2019 noch 

aufgrund der weiteren Entwicklungen vermag der Beschwerdeführer für 

sein Asylverfahren etwas zu seinen Gunsten abzuleiten. Aus den Akten er-

geben sich keine Hinweise, wonach speziell er einer erhöhten Gefahr aus-

gesetzt wäre. Ebenso gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur 

D-3369/2020 

Seite 18 

Annahme, dass in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. 

5.10 Es erübrigt sich angesichts dieser Einschätzung auf die weiteren Aus-

führungen in der Beschwerde sowie die Berichte zur allgemeinen Situation 

in Sri Lanka, welche ohnehin keinen direkten Bezug zum Beschwerdefüh-

rer aufweisen, einzugehen, da diese zu keiner anderen Beurteilung des 

vorliegenden Risikoprofils führen. 

5.11 Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

D-3369/2020 

Seite 19 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Das SEM weist in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.2.3 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich 

mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behand-

lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri 

Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen 

Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; 

E.G. gegen Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 2011, Beschwerde 

Nr. 41178/08; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Be-

schwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 

17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07; Rechtsprechung bestätigt in J.G. 

gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). 

Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon 

auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-

handlung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die 

Betroffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hät-

ten an der Festnahme und Befragung ein Interesse, verschiedene Aspekte 

– welche im Wesentlichen durch die in Erwägung 6.4 identifizierten Risiko-

faktoren abgedeckt sind (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94) 

– in Betracht gezogen werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung 

zu schenken sei, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich 

alleine betrachtet möglicherweise kein «real risk» darstellen, diese 

Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen könnten. 

D-3369/2020 

Seite 20 

7.2.4 Der Beschwerdeführer konnte nicht glaubhaft darlegen, dass er be-

fürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit 

der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Aus-

mass auf sich zu ziehen; es bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm 

würde aus denselben oder anderen, nicht flüchtlingsrechtlich relevanten 

Gründen eine menschenrechtswidrige Behandlung in Sri Lanka drohen. 

Bei Verfolgung durch Drittpersonen – unter welche auch die Vorbringen zu 

den geltende gemachten sexuellen Übergriffen fallen dürften – geht das 

Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss von der Schutzfähigkeit und vom 

Schutzwillen des sri-lankischen Staates gegenüber seinen Bürgerinnen 

und Bürgern aus, dies auch gegenüber der tamilischen Bevölkerung (vgl. 

unter vielen Urteile des BVGer D-4783/2024 vom 17. März 2025 E. 7.2,  

E-5996/2024 vom 6. November 2024 E. 6.2 m.w.H.). Zudem ist anzuneh-

men, der Beschwerdeführer könnte sich auch in einer anderen als seiner 

ursprünglich angestammten Region (B._______ [Ostprovinz]) Sri Lankas 

niederlassen. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt sodann zur Ein-

schätzung, dass sich die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka 

nicht in relevanter Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften. Die 

allgemeine Menschenrechtslage in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvoll-

zug zum heutigen Zeitpunkt weiterhin nicht als unzulässig erscheinen. 

7.2.5 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich sowohl im Sinn der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig. 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Zurzeit herrscht in Sri Lanka 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. In den beiden Refe-

renzurteilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Ok-

tober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine Einschätzung der Lage 

in Sri Lanka vorgenommen und dabei festgestellt, der Wegweisungsvollzug 

sei sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter Einschluss 

des Vanni-Gebiets zumutbar, wenn das Vorliegen von bestimmten indivi-

duellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen 

familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussicht auf eine 

D-3369/2020 

Seite 21 

gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden könne. An die-

ser Einschätzung vermag die seit einiger Zeit in weiten Teilen Sri Lankas 

herrschende angespannte Lage (insbesondere eine anhaltende Wirt-

schafts- und Finanzkrise) grundsätzlich nichts zu ändern, zumal diese Um-

stände die ganze sri-lankische Bevölkerung betreffen (vgl. statt vieler: die 

Urteile des BVGer D-6224/2023 vom 20. Dezember 2024 E. 9.4.2 m.w.H. 

sowie das Referenzurteil des BVGer E-737/2020 vom 27. Februar 2023 

E. 10.2.5.1). 

7.3.2 In Bezug auf das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien ist 

festzustellen, dass der Beschwerdeführer B._______ (Ostprovinz) als sei-

nen letzten Wohnort und seine Herkunftsregion (vgl. SEM-Akten act. 3 

Ziff. 2.01 f. sowie act. 14 F8 ff.) angegeben hat. Er verfügt über ein ver-

wandtschaftliches und soziales Beziehungsnetz (vgl. SEM-Akten act. 14 

F21) sowie über im Ausland wohnende Verwandte, welche ihn im Rahmen 

seiner Ausreise aus Sri Lanka finanziell unterstützt haben (vgl. SEM-Akten 

A14 F120). Seine Schulbildung hat er mit A-Level abgeschlossen (vgl. 

SEM-Akten A3 Ziff. 1.17.04). Sodann war er berufstätig und hat als (…) 

gearbeitet (SEM-Akten A3 Ziff. 1.17.05). Damit verfügt er über eine gute 

Schulbildung, Arbeitserfahrung sowie ein tragfähiges verwandtschaftliches 

Beziehungsnetz. Eine Reintegration des Beschwerdeführers in der Heimat 

sollte unter diesen Umständen möglich sein. 

7.3.3 Aus medizinischen Gründen kann nur dann auf Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine notwendige Be-

handlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die fehlende Mög-

lichkeit der (Weiter-)Behandlung bei einer Rückkehr zu einer raschen und 

lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der be-

troffenen Person führt. Dabei wird diejenige allgemeine und dringende me-

dizinische Behandlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer 

menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt 

nicht alleine deshalb vor, weil im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht 

dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung 

möglich ist (vgl. BVGE 2017 VI/7 E. 6; 2011/50 E. 8.3, je m.w.H.). 

In seinem Referenzurteil E-737/2020 vom 27. Februar 2023 setzte sich das 

Bundesverwaltungsgericht umfassend mit der Gesundheitsversorgung in 

Sri Lanka in Zusammenhang mit der herrschenden Wirtschafts- und Ver-

sorgungskrise auseinander. Trotz einer Verschlechterung der Versor-

gungslage ging es davon aus, dass eine Grundversorgung gewährleistet 

D-3369/2020 

Seite 22 

sei. Es sei im Einzelfall abzuklären, welcher Behandlung, Betreuung und 

Medikation eine zurückzuführende Person bedürfe (vgl. a.a.O., E. 10.2.6). 

In der Rechtsmitteleingabe wurde geltend gemacht, dem Beschwerdefüh-

rer gehe es psychisch nicht gut und er sei momentan in medizinischer Ab-

klärung, wobei entsprechende Belege nachgereicht würden. Bis zum Ur-

teilsdatum sind dem Gericht indes keine medizinischen Akten eingereicht 

worden. In der Replik wurde sodann geltend gemacht, er sei aufgrund des 

Todes seiner Ehefrau in ärztlicher Behandlung und nehme Medikamente, 

die ihm beim Schlafen helfen würden. Auch dazu wurden keine Dokumente 

eingereicht. Den Akten sind damit keine Hinweise auf das Vorliegen einer 

medizinischen Notlage zu entnehmen. 

7.3.4 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich mithin als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

8.  

8.1 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Damit erweist sich 

der Eventualantrag auf Rückweisung an die Vorinstanz zur vollständigen 

Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts als unbegründet, dieser ist 

abzuweisen. 

8.2 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde vollumfänglich 

abzuweisen ist. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten desselben dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt  

Fr. 750.‒ festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

D-3369/2020 

Seite 23 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

ist zur Begleichung dieser Kosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

D-3369/2020 

Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe eingezahlte Kostenvorschuss wird zur Beglei-

chung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Regula Frey