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**Case Identifier:** 6e2004fb-b296-5c77-98e3-461ca405d26c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 26.08.2021 810 21 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-21-85_2021-08-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 26. August 2021 (810 21 85) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht  

 

 

Antrag auf Alleinzuteilung der elterlichen Sorge wegen Religionswechsels eines Eltern-

teils 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Daniel Ivanov, 

Peter Brodbeck, Daniel Häring, Daniel Noll, Gerichtsschreiber Sandro 
Jaisli 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Claudia Rohrer, Rechts-
anwältin 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 
C.____, Beschwerdegegner, vertreten durch Olivier Huber, Advokat 
 

  
  
Betreff Regelung der elterlichen Sorge  

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
12. März 2021) 

 
 
 
A. Der im Jahr 2013 geborene D.____ ist das Kind der getrenntlebenden Eltern A.____, 
geboren am XX. XX. 1985, und C.____, geboren am XX. XX. 1977. Nachdem C.____ eigenen 
Angaben zufolge im April 2017 der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas beitrat, entfern-
ten sich die Lebenswelten und Lebensweisen der Eltern sowie deren Ansichten in grundsätzli-
chen Erziehungsfragen immer mehr.   

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B. Mit Mail vom 5. Juli 2019 machte A.____ eine Gefährdungsmeldung bei der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB), welche daraufhin den Kindseltern mit Schrei-
ben vom 9. Juli 2019 die Eröffnung eines Verfahrens betreffend Prüfung von Kindesschutz-
massnahmen mitteilte. Gleichzeitig beauftragte sie den Sozialarbeiter E.____ damit, den Sach-
verhalt abzuklären, bei Bedarf Lösungen zu entwickeln sowie umzusetzen und, soweit nötig, 
geeignete Massnahmen vorzuschlagen. Nachdem die KESB den aktuellen Abklärungsbericht 
von E.____ datiert vom 6. November 2020 erhalten hatte, ernannte sie mit Entscheid vom 
29. Januar 2021 F.____ vom Sozialdienst G.____ als Erziehungsbeiständin für D.____. Zudem 
regelte sie den persönlichen Verkehr zwischen D.____ und seinem Vater und behaftete die El-
tern bei ihrer Bereitschaft, Unterstützung und Rat bei der Familienberatung in Anspruch zu 
nehmen. C.____ wurde zusätzlich angewiesen, die Familienberatung in Anspruch zu nehmen, 
um zu lernen, wie er im Einklang des Kindeswohls mit D.____ über seine Religion reden solle. 
Zudem wurde C.____ angewiesen, bezüglich seiner Religion beziehungsweise deren Ausübung 
im Kontakt mit D.____ äusserst zurückhaltend zu sein und die Religion seines Sohnes auf kei-
nen Fall mit Handlungen zu tangieren. Die Erziehungsbeiständin erhielt die Aufgaben, D.____ 
und den Eltern beratend zur Seite zu stehen, die Umsetzung der persönlichen Kontakte zwi-
schen D.____ und seinem Vater zu überwachen und die Entwicklung von D.____ zu beobach-
ten. Dieser Entscheid wurde von keiner Partei angefochten.  
 
C. Mit Schreiben vom 12. Januar 2021, und damit noch vor Abschluss des vorerwähnten 
Verfahrens um Prüfung von Kindesschutzmassnahmen, beantragte A.____, vertreten durch 
Claudia Rohrer, Advokatin, in einem separaten Gesuch an die KESB die Zuteilung der alleini-
gen elterlichen Sorge über D.____ an sich selbst. Anlass für diesen Antrag waren die Umstände 
im Zusammenhang mit einem Schlittel-Unfall, den D.____ zusammen mit seinem Vater erlitten 
hatte.  
 
D. Mit Entscheid vom 12. März 2021 lehnte die KESB den Antrag von A.____ auf Allein-
zuteilung der elterlichen Sorge ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass der 
Entzug des Sorgerechts einen grossen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des betroffenen El-
ternteils darstelle. Deshalb habe die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge nach dem Willen des 
Gesetzgebers eine eng begrenzte Ausnahme zu bleiben. Diese Voraussetzungen seien vorlie-
gend nicht erfüllt.  
 
E. Gegen den Entscheid der KESB vom 12. März 2021 erhob A.____, nach wie vor ver-
treten durch Claudia Rohrer, mit Eingabe vom 31. März 2021 beim Kantonsgericht, Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde mit den unter o/e-
Kostenfolge gestellten Anträgen: (1) Der Beschwerdeführerin sei die alleinige elterliche Sorge 
zuzuteilen. (2) Eventualiter sei der Beschwerdeführerin die alleinige elterliche Sorge bezüglich 
der medizinischen Belange zuzuweisen. (3) Subeventualiter sei der Entscheid an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin eine Gefährdung des Kin-
deswohls von D.____ geltend, welche ihren Ursprung im Wesentlichen in den religiösen Ansich-
ten und Praktiken des Kindsvaters sowie im elterlichen Dauerkonflikt beziehungsweise in der 
anhaltenden Kommunikationsunfähigkeit der Eltern habe.   

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Zudem machte die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, weil 
die KESB weder die Parteien persönlich angehört noch die Beiständin von D.____ oder die Fa-
milienberaterin befragt habe. 
 
F. Mit Eingabe vom 11. Mai 2021 liess sich C.____, vertreten durch Oliver Huber, Advo-
kat, vernehmen und beantragte unter o/e-Kostenfolge die vollumfängliche Abweisung der Be-
schwerde. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass von ihm keine Gefährdung des 
Wohles seines Sohnes ausgehe. Das Kindeswohl von D.____ sei für ihn das Wichtigste und er 
wolle dieses auf keinen Fall gefährden. Die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen, welche 
eine Gefährdung des Kindeswohls von D.____ darstellen sollen, wies er allesamt als unberech-
tigt zurück, da diese von der Kindsmutter weder konkret benannt noch nachvollziehbar belegt 
seien. Der Entzug seiner elterlichen Sorge über D.____ sei daher unverhältnismässig.  
 
G. Mit Stellungnahme vom 11. Mai 2021 liess sich die KESB vernehmen und beantragte 
unter Verweisung auf ihren Entscheid vom 12. März 2021 die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde.  
 
H. Mit Schreiben vom 22. Juni 2021 liess sich die Erziehungsbeiständin vernehmen. Da 
sie erst seit dem 29. Januar 2021 als Erziehungsbeiständin ernannt sei und D.____ erst einmal 
persönlich getroffen habe, falle ihr eine Beurteilung der Situation sehr schwer. Sie stehe den 
Eltern zurzeit mehr beratend zur Seite. Diesbezüglich führte sie aus, dass ihr beide Eltern versi-
chert hätten, dass das Besuchsrecht in letzter Zeit regelmässig und ohne negative Vorfälle aus-
geübt worden sei. Die Kindsmutter habe ihr zudem mitgeteilt, dass abgesehen von den religiö-
sen Ansichten aktuell zwischen den Eltern keine weiteren Probleme oder Streitigkeiten beste-
hen würden.  
 
I. Mit Schreiben vom 1. Juli 2021 (Kindsvater) und 19. Juli 2021 (Kindsmutter) reichten 
die Rechtsvertreter der Parteien ihre Honorarnoten ein.  
 
J. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 16. Juli 2021 wurde die persönliche Anhörung 
von D.____ am 19. August 2021 angesetzt und die Parteien zur Parteiverhandlung am 
26. August 2021 vorgeladen.  
 
K. Am 19. August 2021 wurde D.____ vom Gerichtspräsidium persönlich angehört. 
 
L. An der heutigen Parteiverhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Auf die 
weiteren Ausführungen der Parteien in den Eingaben und anlässlich der heutigen Parteiver-
handlung wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen.  
 
 
 
 
 
 
 

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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 
10. Dezember 1907 in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kin-
desschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des 
kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 
2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Ver-
fassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts für zuständig. Das Verfahren richtet sich 
nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen 
Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB; §§ 43 ff. des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 
Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die 
der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdefüh-
rerin ist als direkte Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übri-
gen formellen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 
 
2. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt 
werden (Art. 450a Abs. 1 ZGB). Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 
3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die KESB den Antrag der Kindsmutter 
auf Alleinzuteilung der elterlichen Sorge zu Recht abgewiesen hatte. 
 
4.1 Die Beschwerdeführerin rügte in formeller Hinsicht die Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs, indem die Vorinstanz die Eltern nicht persönlich angehört habe.  
 
4.2 Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 dient einerseits der Sachaufklärung, ande-
rerseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids 
dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Das Recht, angehört zu werden, ist 
formeller Natur. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht all jene Be-
fugnisse, welche einer Partei einzuräumen sind, damit diese ihren Standpunkt wirksam und 
sachbezogen zur Geltung bringen kann. Das kantonale Recht enthält keine weitergehenden 
Garantien (vgl. § 9 Abs. 3 der Verfassung des Kantons Basel-Landschaft [KV] vom 17. Mai 
1984 und § 13 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft [VwVG BL] vom 13. Juni 
1988).  
 
4.3 Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung 
des angefochtenen Entscheids. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Gewäh-
rung des rechtlichen Gehörs im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentschei-
dung von Bedeutung ist bzw. ob die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst 

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wird oder nicht (vgl. BGE 126 V 130 E. 2b mit Hinweisen). Eine nicht besonders schwerwiegen-
de Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl 
den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist 
darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Ver-
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vo-
rinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 
damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) 
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu verein-
baren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1; BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 133 I 201 E. 2.2 jeweils mit 
Hinweisen; vgl. zum Ganzen Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwal-
tungsrecht [KGE VV], vom 19. Februar 2020 [810 19 237] E. 3.3.1). Demgegenüber besteht der 
Sinn einer Heilung allfälliger Gehörsverletzungen nicht darin, die Aufgaben der erstinstanzlichen 
Behörde auf die Beschwerdeinstanz zu verlagern und die Vorinstanz gleichsam von einer sorg-
fältigen Verfahrensführung zu entbinden.  
 
4.4 Vorliegend wurden die Eltern von der KESB zum Antrag der Beschwerdeführerin auf 
Alleinzuteilung der elterlichen Sorge mit Schreiben vom 13. Januar 2021 zur schriftlichen Stel-
lungnahme aufgefordert und ihr rechtliches Gehör damit gewahrt. Der verfassungsrechtliche 
Anspruch auf rechtliches Gehör im Kindesschutzverfahren umfasst nämlich keinen Anspruch 
der Kindseltern auf eine persönliche Anhörung (ANNA MURPHY/DANIEL STECK/STEFAN BLUM, in: 
Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Fachhandbuch Kindes- und Erwachse-
nenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 747 N 18.102). Auch im ZGB findet sich keine An-
spruchsgrundlage, welche die Behörde verpflichtet, die Kindseltern im Kindesschutzverfahren 
persönlich anzuhören.  
 
4.5 Dagegen bestimmt Art. 314a Abs. 1 ZGB, dass das Kind durch die Kindesschutzbe-
hörde oder durch eine beauftragte Drittperson in geeigneter Weise angehört wird, soweit nicht 
sein Alter oder andere wichtige Gründe dagegensprechen (CHRISTOPH HÄFELI, in: Kostkie-
wicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser [Hrsg.], Kommentar Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 
3. Auflage, Zürich 2016, N 2 zu Art. 314a). Weil vorliegend weder das Alter noch andere wichti-
ge Gründe dagegensprechen, hätte die Vorinstanz den achtjährigen D.____ persönlich anhören 
müssen. Am 19. August 2021 wurde D.____ vom Gerichtspräsidium des Kantonsgerichts per-
sönlich angehört. Das Kantonsgericht entscheidet in der vorliegenden Angelegenheit mit voller 
Kognition (vgl. E. 2 hiervor). Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz aus dem 
damals parallel laufenden Verfahren betreffend Prüfung von Kindesschutzmassnahmen und 
den in diesem Zusammenhang getroffenen Abklärungen, Anhörungen und geführten persönli-
chen Gesprächen mit den Standpunkten der Betroffenen bestens vertraut war, weshalb eine 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 
würde, die mit dem Interesse von D.____ an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht 
zu vereinbaren wären. Damit sind die zuvor beschriebenen Voraussetzungen für eine Heilung 
der Verletzung des rechtlichen Gehörs erfüllt (vgl. E. 4.3 hiervor). Nach dem Gesagten braucht 
daher nicht abschliessend über die Frage einer Gehörsverletzung durch die Nichtanhörung von 
D.____ durch die KESB entschieden zu werden, da eine solche in jedem Fall geheilt wäre.  

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5.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten Massnah-
men zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von 
sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind. Das Kindeswohl gilt als oberste 
Maxime des Kindesrechts (BGE 142 III 612 E. 4.2 und 141 III 328 E. 5.4 mit Hinweisen). Im 
Sinne einer positiven und nicht abschliessenden Beschreibung gehören zum Kindeswohl die 
Förderung und Entwicklung in geistiger, körperlicher und seelischer Hinsicht, ein Umfeld von 
Kontinuität und Stabilität, die Möglichkeit einer inneren Bindung des Kindes an die Beziehungs-
personen sowie die Achtung des Willens des Kindes und seines Selbstbestimmungsrechts 
(BGE 146 III 313 E. 6.2.2; Urteil des Bundesgerichts 5P.83/2006 vom 3. Mai 2006 E. 4.1 jeweils 
mit Hinweisen). Entsprechend ist das Wohl eines Kindes gefährdet, sobald nach den Umstän-
den die ernstliche Möglichkeit einer Beeinträchtigung des körperlichen, seelischen oder geisti-
gen Wohls des Kindes vorauszusehen ist (CYRIL HEGNAUER, Grundriss des Kindesrechts, 
5. Auflage, Bern 1999, N 26.04a ff. und 27.09). Die Gefährdung kann dabei nur in jedem einzel-
nen Fall unter Berücksichtigung der Gesamtheit aller Umstände bestimmt werden. Die objektiv 
fassbare Gefahr einer Beeinträchtigung muss einigermassen konkret sein, auch wenn regel-
mässig prognostische Elemente miteinzubeziehen sind (BGE 146 III 313 E. 6.2.2; YVO 
BIDERBOST, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Perso-
nen- und Familienrecht inkl. Partnerschaftsgesetz, 3. Auflage, Zürich 2016, N 9 zu Art. 307 
ZGB; vgl. PETER BREITSCHMID, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilge-
setzbuch, 6. Auflage, Basel 2018, N 18 zu Art. 307 ZGB).  
 
5.2. Das Verhältnismässigkeitsprinzip als Verfassungsgrundsatz (Art. 5 Abs. 2 BV) gilt 
selbstverständlich im ganzen Kindesschutz (RUTH REUSSER, in: Fountoulakis/Affolter-
Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Fachhandbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zü-
rich/Basel/Genf 2016, S. 28 N 2.16). Alle Kindesschutzmassnahmen müssen daher verhältnis-
mässig, das heisst geeignet, erforderlich und zumutbar sein. Der Grundsatz der ʺEignung einer 
Massnahmeʺ (als erster Teilgehalt des allgemeinen Verhältnismässigkeitsgrundsatzes) bedeu-
tet, dass die Massnahme geeignet sein muss, das im öffentlichen Interesse angestrebte Ziel zu 
erreichen. Ungeeignet ist eine Massnahme dann, wenn sie am Ziel vorbeischiesst, das heisst 
keinerlei Wirkung im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet oder die Erreichung dieses 
Zweckes sogar erschwert oder verhindert (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 522). Verlangt wird so-
mit, dass die Massnahmen mit Blick auf den angestrebten Zweck Wirkungen zu entfalten ver-
mögen und nicht gänzlich daran vorbei zielen (BGE 144 I 126 E. 8.1). Art. 307 Abs. 1 ZGB hält 
diesen Grundsatz explizit fest: ʺIst das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht 
von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die 
geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes.ʺ  
 
5.3.1 Im Bereich des Kindesschutzes wird der allgemeine Verhältnismässigkeitsgrundsatz 
durch die Prinzipien der Proportionalität, Subsidiarität und Komplementarität konkretisiert 
(BREITSCHMID, a.a.O., N 4 zu Art. 307). Diese bedeuten, dass alle Kindesschutzmassnahmen 
verhältnismässig sein müssen, das heisst sie müssen erforderlich sein und es ist immer die 
mildeste, erfolgversprechendste Massnahme anzuordnen (Proportionalität und Subsidiarität). 

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Die Kindesschutzmassnahmen sollen die elterlichen Bemühungen zudem nicht ersetzen, son-
dern ergänzen (Komplementarität).  
 
5.3.2 Das Erfordernis der Proportionalität bildet im Rahmen des Kindesschutzverfahrens ne-
ben der Kindeswohlgefährdung eine eigenständige Eingriffsvoraussetzung. Die anvisierte Mas-
snahme muss geeignet, also tauglich zur Behebung oder Eindämmung der festgestellten Kin-
deswohlgefährdung, und zumutbar sein, also dem Grad der Bedrohung für das Kindeswohl ent-
sprechen sowie den erstrebten Nutzen und die möglichen Nachteile vernünftig abwägen (LINUS 
CANTIENI/STEFAN BLUM, in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Fachhandbuch 
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 571 f. N 15.24). Das Kin-
deswohl gebietet somit, dass nur Massnahmen ergriffen werden, die (soweit prognostizierbar) 
Erfolg versprechend sind. Langfristig Erfolg versprechend sind nur Massnahmen, welche der 
elterlichen Verantwortung Raum belassen, auf deren selbständige Ausübung die Massnahmen 
im Idealfall hinwirken müssten. Die Massnahmen sollen mit anderen Worten ʺso schwach als 
möglich, aber auch so stark als nötigʺ sein (BREITSCHMID, a.a.O., N 8 zu Art. 307).  
 
5.3.3 Im Übrigen wird das Verhältnismässigkeitsprinzip im Kindesschutz durch den Grundsatz 
der ʺStufenfolge von Massnahmenʺ konkretisiert. Die mildesten Kindesschutzmassnahmen in 
Form der geeigneten Massnahme nach Art. 307 Abs. 3 ZGB sind die Ermahnung, Weisung und 
Kontrolle. Die schärfste Massnahme ist der Entzug der elterlichen Sorge nach Art. 311 f. ZGB. 
Dazwischen liegen die Beistandschaft und der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts. Die-
se Abstufung erlaubt es der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, bei einer Kindeswohlge-
fährdung mit möglichst milden Massnahmen einzugreifen, die verschärft werden können, wenn 
das gewünschte Ziel nicht erreicht wird (REUSSER, a.a.O., S 29 f. N 2.19).  
 
6.1 Mit der ZGB-Revision von 2013 (in Kraft seit dem 1. Juli 2014) ist die gemeinsame elter-
liche Sorge für geschiedene und nicht verheiratete Paare als gesetzlicher Regelfall eingeführt 
worden (Art. 296 Abs. 2 ZGB; Botschaft zu einer Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches [Elterliche Sorge] vom 16. November 2011 [Botschaft Elterliche Sorge], Bundesblatt [BBl] 
2011 S. 9092). Durch den mit der erwähnten Revision vollzogenen Paradigmenwechsel soll die 
alleinige elterliche Sorge nach Absicht des Gesetzgebers die Ausnahme darstellen (BGE 141 III 
472 E. 4.7). Die elterliche Sorge beinhaltet sämtliche elterlichen Pflichten und Rechte, Verant-
wortlichkeiten und Befugnisse gegenüber dem nicht volljährigen Kind (URS GLOOR/BARBARA 
UMBRICHT LUKAS, in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.], Fachhandbuch Kin-
des- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 513 N 13.1 und S. 517 N 
13.10). Sind sich die Eltern uneinig, sind sie gehalten, mit allen Mitteln (Vermittlung, Mediation, 
Beratung etc.) eine Einigung zu erzielen. Kein Elternteil hat den Stichentscheid. Wird hingegen 
durch die anhaltende Uneinigkeit das Kindeswohl beeinträchtigt (z.B. blockierte Schul- oder 
Berufswahl, gesundheitliche Gefährdung des Kindes durch verzögerte oder unmögliche medizi-
nische Massnahmen), sind Kindesschutzmassnahmen angezeigt (GLOOR/UMBRICHT LUKAS, 
a.a.O., S. 516 N 13.9).  
 
6.2 Gemäss Art. 298d Abs. 1 ZGB regelt die Kindesschutzbehörde die Zuteilung der elterli-
chen Sorge auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder von Amtes wegen neu, wenn dies 

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wegen wesentlicher Änderungen der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist. Sie 
kann sich auf die Regelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile 
beschränken (Art. 298d Abs. 2 ZGB). Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich 
aufgrund sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls. Notwendig aber auch ausreichend ist, 
dass die wesentlichen Grundlagen für eine gemeinsame Elternverantwortung nicht mehr vor-
handen sind, sodass das Kindeswohl eine Zuweisung des Sorgerechts an einen Elternteil erfor-
dert (INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar zum Zivilgesetzbuch, 6. Auflage, Basel 2018, N2 zu Art. 298d; Urteil des Bundesge-
richts 5C.34/2006 vom 27. Juni 2006 E. 1.1). Die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge nach 
Art. 298 ff. ZGB ist vom Entzug der elterlichen Sorge nach Art. 311/312 ZGB, welche eine Kin-
desschutzmassnahme darstellt, zu unterscheiden. Gemäss Bundesgericht sind an die Voraus-
setzungen für einen Entzug der elterlichen Sorge, welche es vorliegend zu prüfen gilt, denn 
auch verschärfte Anforderungen zu stellen (BGE 141 III 472 E. 4.6). 
 
6.3 Der Entzug der elterlichen Sorge ist eine äusserst selten ergriffene Kindesschutzmass-
nahme. Sie gilt als tiefster Eingriff in die Autonomie der Eltern beziehungsweise einschneidens-
ter Eingriff in die Elternrechte, der dem Verlust eines elementaren Persönlichkeitsrechts gleich-
kommt (CANTIENI/BLUM, a.a.O., S. 598 N 15.115; MICHELLE COTTIER, in; Büchler/Jakob [Hrsg.], 
Kurzkommentar Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2. Auflage, Basel 2018, N2 zu Art. 311/312). 
Mit der Entziehung der elterlichen Sorge fallen sämtliche daraus fliessenden Bestimmungsbe-
fugnisse des betroffenen Elternteils dahin (BREITSCHMID, a.a.O., N1 zu Art. 311/312). Bei der 
Entziehung der elterlichen Sorge nach Art. 311 Abs. 1 ZGB handelt es sich gemäss Bundesge-
richt und herrschender Lehre um eine ʺultima ratio-Massnahmeʺ, welche nur Platz greift, wenn 
alle anderen Massnahmen keinen Erfolg versprechen (BGE 141 III 472 E. 4.5). Die Kindes-
schutzbehörde hat dazu einen sehr strengen Massstab anzusetzen (YVO BIDERBOST/MARCO 
ZINGARO, in: Konferenz für Kindes-und Erwachsenenschutz [Hrsg.], Praxisanleitung Kindes-
schutzrecht (mit Mustern), Zürich/St. Gallen 2017, S. 65 N 2.98; es wird auch die Formulierung 
ʺbesonders strenger Massstabʺ verwendet, vgl. CANTIENI/BLUM, a.a.O., S. 598 N 15.115). Dies 
bedeutet, dass dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit in Bezug auf die Eignung und Erforder-
lichkeit eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, indem ein Entzug der elterli-
chen Sorge nur zulässig ist, wenn das gewünschte Ziel mit keiner anderen Kindesschutzmass-
nahme erreicht werden kann (vgl. bereits Ingress zu Art. 311 ZGB: ʺSind andere Kindesschutz-
massnahmen erfolglos geblieben oder erscheinen sie zum vornherein als ungenügend [...]ʺ; 
COTTIER, a.a.O., N2 zu Art. 311/312; CANTIENI/BLUM, a.a.O., S. 598 f. N 15.115).  
 
7.1 Die KESB führte aus, dass die Kindseltern grundsätzlich miteinander reden können. 
Zudem gebe es bis auf den Konfliktpunkt im medizinischen Einzelfall keine Hinweise, dass sich 
die Eltern in unüberwindbarer Weise über die Belange von D.____ gestritten hätten. Es sei zu-
dem zu berücksichtigen, dass sich die Eltern weiterhin bei einer Familienberaterin treffen und 
dort in einem geschützten Rahmen Konfliktpunkte besprechen können. In Bezug auf den Schlit-
tel-Unfall und die darauffolgende Behandlung im Spital H.____ führte die Vorinstanz weiter aus, 
dass ein einmaliges schlimmes Ereignis nicht als Massstab dienen könne, um die zukünftigen 
elterlichen Pflichten neu zu definieren. In einer akuten Unfallsituation seien alle Beteiligten in 
einem von Ängsten, Schuldgefühlen, Ärger und Ungewissheit geprägten Ausnahmemodus. Mit 

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etwas Distanz betrachtet, sei es aber nicht nachvollziehbar, dass die Mutter die alleinige elterli-
che Sorge damit begründe, dass sie danach alleine entscheiden könne, was für D.____ zu 
Klarheit und Ruhe im Alltag führen werde. Die KESB ist vorliegend vielmehr der Ansicht, dass 
die alleinige Zuteilung der elterlichen Sorge an die Mutter nicht dem Kindswohl entspreche, 
denn D.____ habe regelmässigen Kontakt zum Vater und er sei bis jetzt damit aufgewachsen, 
dass sich seine Eltern über einiges kontrovers unterhielten. Die Tatsache, dass sein Vater nun 
plötzlich nichts mehr zu sagen hätte, wäre für D.____ unverständlich und würde den Vater in 
seiner Rolle schwächen. Es sei für die Entwicklung von D.____ zum Erwachsenen nicht gut, 
wenn er einen Vater als Vorbild hätte, der plötzlich nichts mehr zu sagen hätte. Ein solches Rol-
lenbild würde mit den gesellschaftlichen Aktualitäten kollidieren, da es heute allgemein aner-
kannt sei, dass die Eltern in Bezug auf die Kinderbelange gleichberechtigt agieren sollen. 
Schliesslich führte die KESB aus, dass auch getrenntlebende Eltern, welche trotz Trennung 
weiterhin Vorbilder für ihre Kinder sind/sein müssen, Uneinigkeiten und auseinanderdriftende 
Ansichten auf eine respektvolle Art und Weise gemeinsam zu klären und Kompromisse zu fin-
den haben.  
 
7.2 Die Beschwerdeführerin begründete ihre Beschwerde im Wesentlichen damit, dass die 
Glaubensentwicklung des Kindsvaters und der Einbezug des Sohnes in gewisse religiöse Ritua-
le bei D.____ zu einer grossen Verunsicherung führen würden. Aufgrund der religiösen Prakti-
ken und Ansichten des Vaters könne D.____ seinen Alltag nicht mit ihm teilen. Der Vater habe 
eine Glaubensschwester geheiratet und lebe heute mit dieser und zwei Hunden in I.____, was 
die Vorinstanz nicht einmal wisse, da der Vater weder sie noch die Behörden aktiv über seine 
neuen Lebensumstände informiere. D.____ könne mit den total unterschiedlichen Lebenswelten 
seiner Eltern nicht umgehen. Die Eltern seien sich in praktisch allen Belangen von D.____ unei-
nig und könnten nicht miteinander reden. D.____ sei aktuell in kinderpsychiatrischer Behand-
lung. Die Beschwerdeführerin begründete ihre Anträge weiter mit dem Schlittel-Unfall, den 
D.____ zusammen mit seinem Vater erlitten hatte. Sie führte in diesem Zusammenhang insbe-
sondere aus, dass sie vom Kindsvater erst drei Stunden nach dem Unfall informiert worden sei, 
dass dieser während des Spitalaufenthalts sowohl D.____ als auch ihr gegenüber ein nicht 
adäquates Verhalten gezeigt habe und dass sein Fokus ausschliesslich auf seinen eigenen 
Bedürfnissen liege, welche von den Regeln seiner Religion geprägt seien. Zudem habe der 
Kindsvater das Spital darüber informiert, dass er Bluttransfusionen für seinen Sohn ablehne und 
dass es Alternativen gäbe.  
 
7.3 Der Beschwerdegegner stellte sich dagegen auf den Standpunkt, dass er weder seinen 
Sohn noch die Kindsmutter als ʺAusgeschlosseneʺ oder ʺVerdammteʺ sehe und auch deren 
Alltag akzeptiere. Die diesbezüglichen Vorwürfe an ihn, welche auf seine Religion Bezug neh-
men würden, seien unhaltbar und entbehren jeglicher Grundlage. Das Kindeswohl von D.____ 
sei für ihn das höchste Gut und er möchte dieses auf keinen Fall gefährden. Zudem seien die 
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Probleme von D.____ aufgrund der inkompa-
tiblen Lebensweisen und Ansichten der Eltern weder konkret bezeichnet noch nachvollziehbar 
bewiesen. Damit sei eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls von D.____ weder benannt, 
belegt noch fachlich anerkannt und es seien auch sonst keine objektiven Gründe ersichtlich, 
welche die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge an die Beschwerdeführerin rechtfertigen wür-

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

den. Der Beschwerdegegner bekräftigte weiter, dass er zwar für sich eine Bluttransfusion ab-
lehne, nicht aber für seinen Sohn. Im Rahmen des Schlittel-Unfalles habe er lediglich mit den 
Ärzten über mögliche Alternativen zu einer Bluttransfusion gesprochen, ohne diese konkret ab-
gelehnt zu haben. Unter Verweis auf die von der KESB am 29. Januar 2021 verfügten Kindes-
schutzmassnahmen hielt der Beschwerdegegner schliesslich fest, dass er sämtliche Termine 
bei der Familienberatung wahrnehme und sich auch minutiös an die von der KESB verfügten 
Auflagen halte.  
 
7.4 Im Rahmen der Kindsanhörung vom 19. August 2021 führte D.____ aus, dass es ihm 
gut gehe. Er gehe gerne zu seinem Vater nach I.____. Sein Vater lebe dort in einer kleinen 
Wohnung zusammen mit seiner neuen Ehefrau. Wenn er bei ihnen sei, habe er ein eigenes 
Bett. Sein Vater bete am Morgen und vor dem Essen. Er müsse nie an den Gebeten teilneh-
men. Einzig den langen Weg nach I.____ möge er nicht so. Am liebsten wäre es ihm, wenn 
seine Eltern wieder zusammenleben würden. Er habe beide Eltern gerne und habe mit beiden 
keine weiteren Probleme. Es gebe auch sonst nichts Weiteres, das ihn störe. 
 
8.1 An der heutigen Parteiverhandlung wurde deutlich, dass das mit Entscheid der KESB 
vom 29. Januar 2021 installierte Setting und insbesondere die Besuchskontakte zwischen 
D.____ und seinem Vater grundsätzlich gut funktionieren. Die Beschwerdeführerin berichtete 
weiter, dass es im Moment ʺnichts Grossesʺ gebe, das nicht gut funktioniere. Es seien mehr 
gewisse kleine Sachen im Alltag, bei denen die Kommunikation und die Zusammenarbeit nicht 
funktionieren würden und sich die Eltern uneinig seien. Für diese ausserordentlichen Momente 
wünsche sich die Beschwerdeführerin durch klare Verhältnisse als Inhaberin der alleinigen el-
terlichen Sorge mehr Ruhe für D.____. Zudem ging aus den Aussagen der Parteien mehrfach 
hervor, dass D.____ seinen Vater über alles liebe und ihm die Kontakte zu seinem Vater sehr 
wichtig seien. Die Kindsmutter bekräftigte mehrmals, dass sie wisse, wie wichtig sein Vater für 
D.____ sei und dass sie die Kontakte zwischen Vater und Sohn auf keinen Fall in Frage stellen 
wolle. Die KESB, vertreten durch J.____, hielt an der heutigen Parteiverhandlung fest, dass sich 
die Eltern auch bewusst sein müssten, dass sie viel erreicht hätten. D.____ habe bei verschie-
denen Gelegenheiten gesagt, dass er beide Eltern liebe und am liebsten (gleichzeitig) bei bei-
den sein würde. Damit hätten die Eltern für D.____ bereits bis heute grundsätzlich eine gute 
Ausgangslage geschaffen. Weiter führte die KESB aus, dass die Probleme der Eltern inhaltlich 
nichts mit der Frage nach der elterlichen Sorge zu tun hätten und diese mit einem allfälligen 
Entzug derjenigen nicht gelöst würden. Es sei den Eltern, welche in grundsätzlicher Hinsicht 
zusammenarbeiten könnten, ohne Weiteres zuzumuten, mit einer externen Unterstützung auch 
über schwierige Themen respektive Konflikte zu sprechen und gemeinsam Lösungen im Sinne 
von D.____ zu finden. Aufgrund der genannten Schilderungen der Verfahrensbeteiligten konnte 
sich das Gericht an der heutigen Parteiverhandlung erneut davon überzeugen, dass beide 
Kindseltern ihre elterlichen Pflichten sehr ernst nehmen, beide nur das Beste für ihren Sohn 
wollen und grundsätzlich durchaus in der Lage und gewillt sind, in Kinderbelangen weitgehend 
zu kommunizieren und zu kooperieren. 
 
8.2.1 Differenzen zwischen den Eltern bestehen dagegen, wenn es um die (neue) Religion 
des Kindsvaters geht. Die Kindsmutter berichtete von ängstlichen Äusserungen, die D.____ 

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nach Besuchen bei seinem Vater gemacht hatte. Sie befürchtet, dass der Vater im Rahmen 
seiner Besuchskontakte D.____ mit seinen religiösen Ansichten und Praktiken negativ beein-
flusst und überfordert. Weil D.____ unter der Inkompatibilität der beiden Lebenswelten der El-
tern leide, sei er zurzeit auch wöchentlich in einer psychiatrischen Behandlung.  
 
8.2.2 Die vorliegend von der Mutter geltend gemachten Probleme beziehungsweise elterli-
chen Konflikte betreffend die religiösen Anschauungen des Kindsvaters und betreffend die me-
dizinische Behandlung von D.____ insbesondere in Notsituationen sind aus ihrer Sicht nach-
vollziehbar, jedoch nicht mit dem Entzug der elterlichen Sorge des Kindsvaters zu lösen. Weil 
das Besuchsrecht zwischen Vater und Sohn von allen Beteiligten unbestritten ist und sogar ge-
fördert wird, ändert der Antrag der Beschwerdeführerin nichts daran, dass der Vater auch zu-
künftig mit D.____ im gleichen Umfang wie bereits heute Zeit verbringen und ihn dabei negativ 
beeinflussen oder medizinisch nicht korrekt betreuen könnte. Um den Bedenken der Mutter mit 
letzter Konsequenz entsprechen zu können, müsste vielmehr das Besuchsrecht als solches 
verweigert beziehungsweise modifiziert werden, was vorliegend nie zur Diskussion stand und 
unbestrittenermassen auch nicht im Interesse von D.____ wäre.  
 
8.2.3 In der vorliegenden Konstellation kann das Kindeswohl von D.____ auch durch andere, 
weniger einschneidende Kindesschutzmassnahmen gewahrt werden, und zwar genau so, wie 
dies die KESB mit Entscheid vom 29. Januar 2021 nach ausführlicher Abklärung der Gesamtsi-
tuation auch getan hatte (vgl. E. B. hiervor). Sowohl die beschriebene Erziehungsbeistandschaft 
als auch die Anweisungen an den Kindsvater stellen stufengerechte und wirksame Kindes-
schutzmassnahmen dar. Mit diesem rechtskräftigen Entscheid wurde ein professionelles, stu-
fengerechtes, ausgewogenes und optimal auf die Bedürfnisse von D.____ ausgerichtetes Set-
ting installiert, das auch den Bedenken der Kindsmutter mit geeigneten und wirksamen Kindes-
schutzmassnahmen angemessen Rechnung trägt.  
 
8.3 Das Bundesgericht hielt in einem Leitentscheid ausdrücklich fest, dass nach der ein-
schneidensten Kindesschutzmassnahme des Entzuges der elterlichen Sorge nach Art. 311 Abs. 
1 ZGB in der Regel auch kein persönlicher Verkehr zwischen Eltern und Kind mehr stattfindet 
(so auch BREITSCHMID, a.a.O., N 6 zu Art. 311/312). Es begründete dies wie folgt: ʺIn der Regel 
findet in diesen Fällen nach dem Entzug auch gar kein persönlicher Verkehr zwischen Eltern 
und Kindern statt, während bei der Alleinzuteilung des Sorgerechtes nach Art. 298 ff. ZGB dem 
nicht (mehr) sorgeberechtigten Elternteil grundsätzlich (weiterhin) die normalen Besuchsrechte 
zustehen, so dass das Kind von der rechtlichen Änderung faktisch kaum etwas spüren wird, 
ausser dass die Eltern nicht mehr über die Entscheidungen streiten können, welche sie vorher 
gemeinsam zu fällen hatten. Nebst der systematischen Stellung und dem unterschiedlichen 
Regelungsinhalt ist für die Abgrenzung zwischen der Sorgerechtszuteilung nach Art. 298 ff. 
ZGB und dem Sorgerechtsentzug gemäss Art. 311 ZGB weiter zu beachten, dass das Gesetz 
bei den Kindesschutzmassnahmen durchwegs "die Eltern" aufführt (Art. 307 Abs. 1, Art. 308 
Abs. 1, Art. 310 Abs. 1 und Art. 311 Abs. 1 Ziff. 1 und 2 ZGB). Zwar ist theoretisch auch der 
Sorgerechtsentzug gegenüber einem Elternteil möglich, was indirekt aus Art. 311 Abs. 2 ZGB 
hervorgeht; das Gesetz hat aber als Hauptanwendungsfall das Unvermögen des Elternpaares 
und mithin den Fall vor Augen, dass die Elternteile mögliche Defizite des anderen nicht gegen-

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seitig auszugleichen vermögen, so dass das Kind insgesamt gefährdet istʺ (BGE 141 III 472 
E. 4.5).  
 
8.4 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass gemäss Bundesgericht der Entzug der elter-
lichen Sorge gegenüber einem Elternteil, zu welchem gleichzeitig der persönliche Verkehr auf-
rechterhalten werden soll, grundsätzlich nicht in Betracht kommt. Es sind vorliegend keine Um-
stände ersichtlich, die eine Ausnahme von diesem Grundsatz rechtfertigen würden. Der von der 
Beschwerdeführerin beantragte Entzug der elterlichen Sorge erweist sich vielmehr als ungeeig-
net, die angestrebten Ziele – nämlich insbesondere, dass der Kindsvater D.____ mit seiner Re-
ligion nicht mehr beeinflussen respektive seine medizinische Behandlung nicht mehr gefährden 
kann – zu erreichen. Der Entzug der elterlichen Sorge kann vorliegend im Hinblick auf den ge-
schilderten Zweck keinerlei Wirkung entfalten und schiesst damit am Ziel vorbei. Damit erweist 
sich die beantragte Kindesschutzmassnahme mangels Eignung zur Zweckerreichung als un-
verhältnismässig. Weil das Erfordernis der Proportionalität eine eigenständige Eingriffsvoraus-
setzung bildet (vgl. E. 5.3.2 hiervor), ist die Beschwerde bereits aus diesem Grund abzuweisen, 
und zwar sowohl im Haupt- als auch im Eventualantrag (vgl. zu letzterem auch E. 9.5 hiernach).  
 
8.5 Bei diesem Ausgang des Verfahrens müsste die Frage nach einer konkreten Kindes-
wohlgefährdung nicht weiter geprüft werden. Zwischen den Kindseltern sind dagegen einige 
grundsätzliche Fragen im Hinblick auf das Kindeswohl von D.____ streitig, was sich auch an 
der heutigen Parteiverhandlung gezeigt hatte. Das Gericht erachtet es daher als sinnvoll und im 
Interesse des Kindeswohls von D.____ liegend, zusätzlich die Frage einer konkreten Kindes-
wohlgefährdung zu prüfen. Diese Prüfung ermöglicht die gerichtliche Klärung der Differenzen 
zwischen den Kindseltern und soll diesen dadurch im Hinblick auf eine nachhaltige und res-
pektvolle Zusammenarbeit helfen. Denn mit einer rücksichtsvollen und konstruktiven elterlichen 
Zusammenarbeit tragen die Kindseltern dem Kindewohl von D.____, welches für die Regelung 
der Eltern-Kind-Verhältnisse der entscheidende Faktor ist (BGE 142 III 612 E. 4.2), am besten 
Rechnung.  
 
9.1 Ordentliche Gründe für den Entzug der elterlichen Sorge sind nach Art. 311 Abs. 1 Ziff. 
1 ZGB ungenügende erzieherische Fähigkeiten (objektive Unmöglichkeit der Wahrnehmung der 
erzieherischen Verantwortung durch die Eltern) und nach Art. 311 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB grobe 
(qualifizierte) Pflichtverletzungen, wobei sich die beiden Tatbestände oft überschneiden 
(BREITSCHMID, a.a.O., N 6 zu Art. 311/312). Objektive Gründe für ein Ungenügen der Eltern sind 
namentlich lange dauernde Ortsabwesenheit ohne Kontaktmöglichkeit mit dem Kind, schwere 
psychische Krankheit unter Einschluss von schwerer Suchtkrankheit, schwere geistige Behinde-
rung und Unerfahrenheit (vgl. auch die Aufzählung in Art. 311 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Das 
ʺAusserstandeseinʺ muss dabei umfassend und dauerhaft sein (BIDERBOST/ZINGARO, a.a.O.,  
S. 66 N 2.101). Zur Unfähigkeit, die Kinder selber erziehen und betreuen zu können, müssen 
zusätzlich die Anordnung und Überwachung einer Fremderziehung und die Ausübung der ver-
bleibenden Aufgaben ausgeschlossen sein (HÄFELI, a.a.O., N 6 f. zu Art. 311/312; COTTIER, 
a.a.O., N 2 zu Art. 311/312; CANTIENI/BLUM, a.a.O., S. 598 N 15.115).  
 

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9.2 Die Beschwerdeführerin begründete eine Kindeswohlgefährdung von D.____ insbe-
sondere mit der (neuen) Religion des Vaters und deren Ausübung in Anwesenheit des Sohnes. 
Da der Vater aus religiösen Gründen beispielsweise eine Bluttransfusion ablehne, liege auch in 
der mangelnden medizinischen Fürsorge durch den Vater eine Gefährdung des Kindeswohls. 
Erzieherische Fragen im Rahmen der elterlichen Sorge stellen sich auch in Bezug auf die Reli-
gion. Bei einem Kind prägt der Inhaber der elterlichen Sorge die Frage der Religion des Kindes. 
Die Eltern bestimmen, ob das Kind religiös und allenfalls in welcher Konfession es erzogen 
wird. Die Grenze der religiösen Erziehung der Eltern wird ebenfalls durch das Kindeswohl be-
stimmt. Die religiöse Erziehung endet nicht erst mit der Volljährigkeit des Kindes, sondern mit 
der Vollendung des 16. Altersjahres (Art. 303 Abs. 1 und 3 ZGB, GLOOR/UMBRICHT LUKAS, 
a.a.O., S. 538 f. N 13.49). Es ist vorab festzuhalten, dass die Kindseltern D.____ damals mit 
übereinstimmendem Willen evangelisch-reformiert getauft hatten, was demnach heute D.____ 
Religion ist. Daran ändert die neue Glaubensgemeinschaft des Vaters nichts. Vielmehr ist es 
die Aufgabe und die Pflicht des Kindsvaters, diese Tatsache zu akzeptieren und seinen Sohn 
weder in religiösen Themen zu beeinflussen, noch die Religion seines Sohnes mit eigenen 
Handlungen zu tangieren. Dies zu überwachen und die allgemeine Entwicklung von D.____ zu 
beobachten ist und wird auch in Zukunft Aufgabe der Erziehungsbeiständin sein.  
 
9.3 Im Hinblick auf die elterliche Sorge gilt der Grundsatz, dass den Eltern ihre Erziehungs-
fähigkeit, d.h. die Fähigkeit, ihr Kind im Hinblick auf sein körperliches, geistiges und seelisches 
Wohl erziehen zu können, nicht allein aufgrund von bestimmten weltanschaulichen, philosophi-
schen oder religiösen Überzeugungen aberkannt werden darf. Es sind denn auch keine jünge-
ren Entscheide aus der Schweiz bekannt, bei denen den Eltern zufolge Zugehörigkeit selbst zu 
extremen Organisationen die elterliche Sorge entzogen worden wäre (Urteil des Obergerichts 
des Kantons Zürich, Abteilung I. Zivilkammer, vom 5. März 2020 [LZ190015-O/U] E. III. 4.1.1). 
Alleine die Mitgliedschaft des Kindsvaters bei der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas, 
welche ihm persönlich gestützt auf seine eigene Religionsfreiheit in keiner Art und Weise zur 
Last gelegt werden darf, begründet für sich alleine auch keine Gefährdung des Kindeswohls, 
die einen Entzug der elterlichen Sorge rechtfertigen würde. Vielmehr ist zur Aberkennung bzw. 
Einschränkung der Erziehungsfähigkeit notwendig, dass eine konkrete Gefährdung der seeli-
schen, geistigen oder körperlichen Entwicklung des Kindes vorliegt, zum Beispiel etwa, wenn 
das Kind tatsächlich eine lebensnotwendige Bluttransfusion benötigt und die Eltern ihre Zu-
stimmung zur Behandlung verweigern (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, Abteilung I. 
Zivilkammer, vom 5. März 2020 [LZ190015-O/U] E. III. 4.1.3, welches mit Urteil des Bundesge-
richts 5A_379/2020 vom 17. September 2020 bestätigt wurde). Auch die Art und Weise wie der 
Vater seine Religion im Zusammensein mit D.____ ausübt, stellt keine konkrete Gefährdung der 
seelischen, geistigen oder körperlichen Entwicklung von D.____ im zuvor beschriebenen Sinne 
dar, da er es jeweils seinem Sohn überlässt, ob er bei den kurzen Gebeten am Morgen und vor 
dem Essen dabei sein möchte oder nicht. Dies wurde von D.____ bei seiner Anhörung auch 
entsprechend bestätigt. Den von der Beschwerdeführerin hervorgebrachten Bedenken (insb. 
auch hinsichtlich der ängstlichen und verunsicherten Äusserungen von D.____) wird durch die 
Kindesschutzmassnahmen des KESB-Entscheides vom 29. Januar 2021, welche eine perma-
nente Überprüfung der gegen den Kindsvater verfügten Auflagen ermöglichen, hinreichend 
Rechnung getragen. Sollte die Überwachung dieser Massnahmen zeigen, dass sich der Kinds-

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vater nicht oder nicht hinreichend daran hält, können diese jederzeit angepasst und wenn nötig 
auch verschärft werden.  
 
9.4 Sofern die Beschwerdeführerin sowohl in grundsätzlicher Hinsicht als auch konkret im 
Zusammenhang mit dem erwähnten Schlittel-Unfall wegen Verweigerung beziehungsweise 
nicht Beachtens der notwendigen medizinischen Behandlung für D.____ durch den Kindsvater 
eine Kindswohlgefährdung sieht, kann ihr nicht gefolgt werden. Es ist nicht ersichtlich aufgrund 
welcher Handlungen respektive Unterlassungen des Kindsvaters im Zusammenhang mit der 
medizinischen Betreuung von D.____ nach seinem Schlittel-Unfall der Vater das Wohl seines 
Sohnes gefährdet hat. Auch kann keine Rede davon sein, dass der Kindsvater seine Einwilli-
gung in Bezug auf eine konkrete medizinische Behandlung von D.____ verweigerte. Vielmehr 
hat er die Rettungskräfte korrekt und rechtzeitig alarmiert sowie anschliessend die erforderliche 
ärztliche Behandlung von D.____ unverzüglich eingeleitet und auch zugelassen. Im Übrigen 
kann ein einmaliges schlimmes Ereignis wie es sich vorliegend zugetragen hatte, nicht dazu 
führen, dem verantwortlichen Elternteil die elterlichen Fähigkeiten in grundsätzlicher Weise ab-
zusprechen.  
 
9.5 Auch die Befürchtung, dass der Kindsvater D.____ für zukünftige Vorfälle die notwen-
dige medizinische Versorgung aus ideologischen Gründen verweigern könnte, stellt aus den 
nachfolgenden Gründen keine konkrete Kindeswohlgefährdung dar. Bei der gemeinsamen el-
terlichen Sorge akzentuiert sich diese Frage nur in Notfallsituationen, in welchen der Kindsvater 
ohne vorherige Rücksprache mit der Mutter alleine über eine medizinische Behandlung für 
D.____ entscheiden muss. In Notfallsituationen ist die Ärzteschaft dagegen verpflichtet, bei ur-
teilunfähigen Patienten eine Heilbehandlung (v.a. lebensrettende Eingriffe) vorzunehmen, selbst 
wenn die Eltern (beziehungsweise ein Elternteil) den Eingriff entgegen dem Wohl des Kindes 
ablehnen. Eine entsprechende Verweigerung, in die Heilbehandlung einzuwilligen, ist unbeacht-
lich beziehungsweise ein Missbrauch des Sorgerechts, und nicht mehr durch die elterliche Sor-
ge gedeckt. Die Handlungen des Arztes dagegen sind durch die hypothetische Einwilligung des 
Kindes gerechtfertigt. Nach Art. 379 ZGB steht der Ärzteschaft denn auch die Befugnis zu, in 
dringenden Fällen zum gesundheitlichen Wohl der urteilsunfähigen Person notwendige medizi-
nische Massnahmen nach dem mutmasslichen Willen und den objektiven Interessen des Pati-
enten von sich aus zu ergreifen (PATRICK FASSBIND, in: Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser 
[Hrsg.], Kommentar Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 3. Auflage, Zürich 2016, N 1 zu Art. 379). 
In solchen Notfall-Situationen gibt es auch keinen Konflikt zwischen dem Selbstbestimmungs-
recht der Eltern oder beispielsweise deren Religionsfreiheit und dem Kindeswohl, da Letzteres 
Vorrang hat (MIRJAM WERLEN, Persönlichkeitsschutz des Kindes, höchstpersönliche Rechte und 
Grenzen elterlicher Sorge im Rahmen medizinischer Praxis, Diss. Bern 2014, S. 319). Wie be-
reits unter der Erwägung 8.4 hiervor festgestellt, erweist sich deshalb auch der Eventualantrag, 
es sei der Beschwerdeführerin die alleinige elterliche Sorge bezüglich der medizinischen Be-
lange zuzuweisen, als ungeeignet und damit nicht verhältnismässig.  
 
9.6.1 Schliesslich sieht die Beschwerdeführerin das Kindeswohl von D.____ aufgrund der 
elterlichen Dauerkonflikte und deren anhaltender Kommunikationsunfähigkeit als gefährdet. Die 
Alleinzuteilung der elterlichen Sorge nach Art. 298 ff. ZGB, für welche andere Voraussetzungen 

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als für deren Entzug nach Art. 311 ZGB gelten (vgl. dazu E. 6.2 hiervor), kann nach Bundesge-
richt auch durch einen schwerwiegenden elterlichen Dauerkonflikt oder die anhaltende Kommu-
nikationsunfähigkeit geboten sein, wenn sich der Mangel negativ auf das Kindeswohl auswirkt 
und von einer Alleinzuteilung eine Verbesserung erwartet werden kann (BGE 141 III 472 E. 
4.6). Bei der Bejahung eines schweren Elternkonfliktes ergibt sich die Kindeswohlgefährdung 
aus der dysfunktionalen Beziehungsdynamik der Eltern, die durch die Alleinzuteilung der elterli-
chen Sorge an einen Elternteil entschärft werden soll (SCHWENZER/COTTIER, a.a.O., N 14 zu 
Art. 298). Ob, und wenn ja unter welchen Voraussetzungen, ein schwerer elterlicher Dauerkon-
flikt beziehungsweise eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit auch zu einem Entzug der 
elterlichen Sorge nur bei einem Elternteil führen kann, kann an dieser Stelle offengelassen wer-
den, weil vorliegend bereits die allgemeinen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, und zwar weder 
bezüglich der Erheblichkeit noch der Chronizität des Konfliktes. Aus den Akten ergibt sich viel-
mehr das Bild, dass die Eltern beide in der Lage und willens sind, in Kinderbelangen weitge-
hend zu kommunizieren beziehungsweise zu kooperieren und dadurch das durch die KESB 
installierte Setting umzusetzen. Dasselbe geht auch aus dem Schreiben der Beiständin vom 
22. Juni 2021 hervor, in welchem diese festhielt, dass gemäss Aussagen der Beschwerdeführe-
rin abgesehen von den religiösen Ansichten aktuell keine Probleme oder Streitigkeiten zwi-
schen den Kindseltern bestünden. Schliesslich hat sich diese Einschätzung sowohl an der heu-
tigen Parteiverhandlung als auch an der Anhörung von D.____ vom 19. August 2021 bestätigt.  
 
9.6.2 Auch in anderen wichtigen Fragen können die Eltern gemeinsam Lösungen finden, 
was sich beispielsweise an der Wahl für D.____ Privatschule zeigt, welche die Eltern eigenen 
Aussagen zufolge gemeinsam getroffen haben und nach wie vor unterstützen. Für die beste-
henden punktuellen Konflikte und Meinungsverschiedenheiten ist es den Eltern ohne Weiteres 
zuzumuten, mit der externen Unterstützung durch die KESB, durch die Beiständin und durch die 
Familienberatung auch über schwierige und unangenehme Themen respektive Konflikte zu 
sprechen und gemeinsam Lösungen im Sinne von D.____ zu finden. Allein das Vorhandensein 
von punktuellen Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten kann gemäss Ansicht 
des Bundesgerichts grundsätzlich nicht Anlass für eine Alleinzuteilung des elterlichen Sorge-
rechts sein (BGE 142 III 56 E. 3).  
 
9.7 Die Beschwerdeführerin macht im Übrigen keine zusätzlichen Gründe substantiiert gel-
tend, die objektive Entzugsgründe respektive eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls im 
Sinne von Art. 311 ZGB darstellen würden. Der Sachverhalt ist zudem hinreichend erstellt und 
ermöglicht dem Kantonsgericht basierend auf seiner Kognition (vgl. E. 2 hiervor) eine Prüfung 
aller relevanter Fragen. Damit ist schliesslich kein Grund ersichtlich, der eine Rückweisung der 
Beschwerde an die KESB im Sinne des Subeventualantrages der Beschwerdeführerin notwen-
dig machen würde.  
 
9.8.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin geltend ge-
machten Ängste, Sorgen und Befürchtungen in Bezug auf das Kindeswohl von D.____ nach 
Durchsicht der Verfahrensakten sowie der heutigen Aussagen der Parteien an der Parteiver-
handlung aus ihrer Sicht zwar nachvollziehbar und teilweise auch aus objektiver Sicht nicht von 
der Hand zu weisen sind. Eine konkrete Kindeswohlgefährdung, die einen Entzug der elterli-

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chen Sorge des Kindsvaters rechtfertigen würde, stellen diese dagegen nicht dar. Vielmehr sind 
diese Ängste, Sorgen und Befürchtungen im Rahmen des durch die KESB mit Entscheid vom 
29. Januar 2021 installierten Settings laufend neu zu beurteilen, womit dem Kindeswohl von 
D.____ angemessen Rechnung getragen wird. Es liegt im Interesse von D.____, dass weiterhin 
beide Eltern im Rahmen ihrer elterlichen Rechte und Pflichten in gegenseitiger Absprache über 
seine Kinderbelange entscheiden können. Die Beschwerde ist demzufolge im Haupt-, Eventual- 
und Subeventualantrag vollumfänglich abzuweisen.  
 
10.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu entscheiden. Gemäss § 20 
Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten 
umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlie-
genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem 
Verfahrensausgang werden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- der Beschwerde-
führerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- ver-
rechnet. Die Beschwerdeführerin hat somit zusätzliche Verfahrenskosten in der Höhe von 
Fr. 500.-- zu bezahlen. 
 
10.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gestützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens 
ist dem Beschwerdegegner eine Parteientschädigung zulasten der Beschwerdeführerin zuzu-
sprechen. Mit Honorarnote vom 1. Juli 2021 machte der Rechtsvertreter des Beschwerdegeg-
ners einen Aufwand von 15.5833 Stunden à Fr. 200.-- geltend. Der in Bezug auf die Vernehm-
lassung geltend gemachte Aufwand erscheint im Vergleich zu den Aufwendungen der Rechts-
vertreterin der Beschwerdeführerin als unangemessen. Im Rahmen des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens ging es einzig und ausschliesslich um die Frage des Entzuges der elterli-
chen Sorge nach Art. 311 ZGB. Die Ausführungen des Beschwerdegegners zur Frage, ob er 
den Entscheid der KESB vom 29. Januar 2021 hätte anfechten sollen oder nicht, sind vorlie-
gend nicht von Bedeutung. Dasselbe gilt für die Ausführungen des Beschwerdegegners in Be-
zug auf die Ziffern 4 und 5 des KESB Entscheides vom 29. Januar 2021, welche nicht Anfech-
tungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildeten. Schliesslich sind die allgemeinen Ausfüh-
rungen des Beschwerdegegners über die Religionsfreiheit, die Toleranz hinsichtlich der An-
dersdenkenden sowie die Darstellung der Ziele und des Gedankengutes seiner eigenen Religi-
on nicht im dargelegten Ausmass notwendig, um seine Anträge darzulegen und zu begründen. 
Da die unterliegende Beschwerdeführerin nur die notwendigen Parteikosten zu tragen hat, 
rechtfertigt es sich, den vom Rechtsvertreter des Beschwerdegegners geltend gemachten Auf-
wand um 3 Stunden zu kürzen. Demgegenüber wird dem Anwalt des Beschwerdegegners für 
die Vorbereitung und Durchführung der heutigen Parteiverhandlung antragsgemäss ein zusätz-
licher Aufwand von 3 Stunden angerechnet. Folglich hat die Beschwerdeführerin dem Be-
schwerdegegner eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'369.57 (inkl. Ausla-
gen und 7.7% MWST) zu bezahlen. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschlagen.  
  

Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1'500.-- verrechnet. Die Beschwerdeführerin hat somit 
zusätzliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 500.-- zu bezahlen.  

   
 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner eine reduzierte 

Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'369.57 (inkl. Auslagen und 
7.7% MWST) auszurichten. Die übrigen Parteikosten werden wettge-
schlagen.  

 
 
 
 
Präsidentin        Gerichtsschreiber