# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97df6d6f-2ba5-5788-8ef8-8d5ef8128bec
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.04.2016 715 15 389
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-15-389_2016-04-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. April 2016 (715 15 389) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Arbeitslosenversicherung 

 

 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung infolge Nichtantritts eines Kurses; die versi-

cherte Person hat den geltend gemachten entschuldbaren Grund (Krankheit der Tages-

mutter) nicht glaubhaft dargelegt; Reduktion der Einstelldauer aufgrund Vorliegen be-

sonderer Umstände 

 

 
 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Postfach, 4133 Pratteln 1, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 

A. Mit Schreiben vom 2. Oktober 2015 wies das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum 
X.____ (RAV) die 1987 geborene, ledige A.____ an, den Basiskurs "Job Express" vom 19. bis 
30. Oktober 2015 in Y.____ zu besuchen. Mit E-Mail vom 18. Oktober 2015 informierte die Ver-
sicherte ihre Personalberaterin, dass sie den Kurs nicht antreten könne, weil ihre Tagesmutter 
kurzfristig krank geworden und die Betreuung ihrer am 12. Dezember 2009 geborenen Tochter 
am 19. Oktober 2015 nicht sichergestellt sei. In der Folge stellte das Kantonale Amt für Indust-

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rie, Gewerbe und Arbeit Baselland (KIGA) mit Verfügung vom 27. Oktober 2015 die Anspruchs-
berechtigung von A.____ wegen Nichtbefolgens einer Weisung der Kantonalen Amtsstelle ohne 
entschuldbaren Grund für die Dauer von 12 Tagen ein. Die von der Versicherten hiergegen er-
hobene Einsprache wies das KIGA mit Entscheid vom 3. Dezember 2015 ab. 
 
B. Dagegen reichte A.____ am 7. Dezember 2015 per E-Mail Beschwerde beim KIGA 
ein, welches die Sache zur weiteren Behandlung zuständigkeitshalber ans Kantonsgericht Ba-
sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) überwies.  
 
C. Mit Schreiben vom 17. Dezember 2015 setzte das Kantonsgericht der Versicherten 
eine Frist zur Verbesserung der Beschwerde. Die verbesserte Beschwerdeeingabe vom 
18. Dezember 2015 ging am 21. Dezember 2015 ein. Darin machte sie geltend, dass sie sich 
nie geweigert habe, den ihr zugewiesenen Kurs anzutreten. Sie habe den Kurs nicht beginnen 
können, weil ihre Tagesmutter krank gewesen sei. Am Folgetag wäre es ihr aber möglich ge-
wesen, am Kurs teilzunehmen. Es sei deshalb nicht gerechtfertigt, sie dafür mit 12 Einstelltagen 
zu sanktionieren.  
 
D. In seiner Vernehmlassung vom 19. Januar 2016 beantragte das KIGA die Abwei-
sung der Beschwerde und verwies für die Begründung auf den Einspracheentscheid vom 
3. Dezember 2015.  
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 
und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 
vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenver-
sicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zustän-
dig ist laut Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der 
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
(AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versi-
cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Nach § 54 Abs. 1 lit. a 
des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 
16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht Beschwerden gegen 
Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Die Versicherte erfüllt 
die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft, womit das Kantonsgericht örtlich und sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist. Auf die Beschwerde gegen den 
Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2015 ist daher einzutreten.  
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung 
Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsidialentscheid Streitigkeiten bis zu 
einem Streitwert von Fr. 10'000.--. Vorliegend beläuft sich der Streitwert bei einer 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Einstellungsdauer von 12 Tagen unter Fr. 10'000.--. Über die Beschwerde ist demnach präsidial 
zu entscheiden. 
 
2.1 Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Versicherte zu Recht wegen 
Nichtbefolgens einer Weisung der Kantonalen Amtsstelle ohne entschuldbaren Grund für die 
Dauer von 12 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. 
 
2.2 Nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 AVIG hat die versicherte Person, die Versicherungsleis-
tungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu 
unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie ver-
pflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Die entspre-
chenden Bemühungen müssen nachgewiesen werden. Eine vermittelte zumutbare Arbeit hat 
die versicherte Person anzunehmen. Im Weiteren hat sie auf Weisung der zuständigen Amts-
stelle an arbeitsmarktlichen Massnahmen teilzunehmen, welche ihre Vermittlungsfähigkeit för-
dern (Art. 17 Abs. 3 lit. a AVIG).  
 
3.2 Mit arbeitsmarktlichen Massnahmen soll laut Art. 59 Abs. 2 AVIG die Eingliederung 
von versicherten Personen gefördert werden, welche aus Gründen des Arbeitsmarktes er-
schwert vermittelbar sind. Solche Massnahmen beabsichtigen insbesondere: die Vermittlungs-
fähigkeit der Versicherten zu verbessern, damit diese rasch und dauerhaft wieder eingegliedert 
werden können (lit. a); die beruflichen Qualifikationen entsprechend den Bedürfnissen des Ar-
beitsmarktes zu fördern (lit. b); die Gefahr von Langzeitarbeitslosigkeit zu vermindern (lit. c); 
oder die Möglichkeit zu bieten, Berufserfahrungen zu sammeln (lit. d).  
 
3.3 Zur Durchsetzung der verschiedenen in Art. 17 AVIG statuierten Pflichten der versi-
cherten Person, insbesondere der Schadenminderungspflicht, sieht das Gesetz bei Verhal-
tensweisen, die sich negativ auf Eintritt oder Dauer der Leistungspflicht der Arbeitslosenversi-
cherung auswirken, Sanktionen vor (vgl. dazu THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, 
in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale 
Sicherheit, 2. Auflage, Basel/Genf/München 2007, S. 2423 Rz 822). So ist die versicherte Per-
son gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die 
Kontrollvorschriften oder Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine 
zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine arbeitsmarktliche Massnahme ohne entschuldbaren 
Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beein-
trächtigt oder verunmöglicht. Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der 
Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern kön-
nen. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Ver-
schuldensprinzip beherrscht (NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 822). 
 
4.1 Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren und im Sozialversiche-
rungsprozess gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

uneingeschränkt; er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 
E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der 
Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig 
ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversiche-
rungsgerichts ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozial-
versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als 
im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift 
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs-
grundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit 
Hinweisen). 
 
4.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige 
Überprüfungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit 
Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im 
Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, 
wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des 
Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicherungsrecht hat das 
Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 
bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr 
jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 
die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 
 
5.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Versicherte den ihr am 2. Oktober 
2015 zugewiesenen Kurs "Job Express" für die Zeit vom 19. bis 30. Oktober 2015 nicht 
besuchte. Streitig und zu prüfen ist, ob sie dafür einen entschuldbaren Grund geltend machen 
kann. Was ein entschuldbarer Grund im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist, wird im Gesetz 
nicht näher definiert. Es liegt indessen nahe, einen solchen für das Nichtantreten eines Kurses 
anzuerkennen, wenn dessen Besuch der versicherten Person nicht zumutbar war (Urteil des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgerichte] vom 25. Juni 2004, 
C 43/04, E. 2.2; ARV 1999 Nr. 9 S. 42). Dem Grundsatz der Zumutbarkeit kommt im 
Sozialversicherungsrecht im Allgemeinen und im Arbeitslosenversicherungsrecht im 
Besonderen zentrale Bedeutung zu (Urteil des EVG vom 25. Juni 2004, C 43/04, E. 2.2). 
 
5.2 Ein Kurs, zu dessen Besuch die versicherte Person angewiesen wurde, ist 
unzumutbar, wenn er ihren persönlichen Verhältnissen oder ihrem Gesundheitszustand nicht 
angemessen ist (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG). Nach der Rechtsprechung fallen - in 
Nachachtung des Art. 21 des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation 
(IAO) über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 - 
bei der Prüfung der Zumutbarkeit einer Arbeit oder eines Kursbesuches unter dem 
Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse insbesondere die gesundheitlichen und familiären 
Umstände der Versicherten in Betracht (BGE 120 V 375; ARV 1999 Nr. 9 S. 42 E. 2b mit 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Hinweisen). Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern stellen aber grundsätzlich 
keinen persönlichen Grund dar, der eine arbeitsmarktliche Massnahme unzumutbar macht. 
Dies ist höchstens dann denkbar, wenn eine Kinderbetreuung durch Drittpersonen bei 
objektiver Betrachtungsweise auch potenziell nicht in Frage kommt, was nach Ablauf des 
Mutterschaftsurlaubes regelmässig nicht mehr der Fall sein dürfte (Urteil des EVG vom 25. Juni 
2004, C 43/4, E. 2.2).   
 
6.1 In ihrer Beschwerde vom 18. Dezember 2015 wies die Versicherte darauf hin, dass 
sie den Besuch des Kurses "Job Express" nicht verweigert habe, sondern infolge Krankheit der 
Tagesmutter am 19. Oktober 2015 niemanden gehabt habe, der ihre Tochter nach dem 
Kindergarten betreut hätte. Ihre vorherigen Äusserungen, dass sie sich keine Tagesmutter 
leisten könne und deshalb vom Kurs befreit werden möchte, hätten sich nicht auf die 
Kursteilnahme bezogen, sondern auf eine vollzeitliche Beschäftigungsmassnahme. Die 
Vorinstanz hielt die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe den Kurs am 19. Oktober 
2015 nicht antreten können, weil die Tagesmutter krank geworden sei, für nicht sehr 
glaubwürdig. Sie zweifle an der Sachverhaltsschilderung der Versicherten, weil diese zuvor 
mehrmals in Aussicht gestellt habe, dass sie den Kurs "Job Express" nicht antreten werde. 
Zudem fehle es an einem ärztlichen Zeugnis der Tagesmutter. Es sei deshalb davon 
auszugehen, dass die Versicherte nicht verhindert gewesen sei, den ihr zugewiesenen Kurs am 
19. Oktober 2015 anzutreten.  
 
6.2 Aufgrund des E-Mail-Verkehrs, der Einträge im Verlaufsprotokoll und der Aktennoti-
zen steht die Sachverhaltsschilderung der Versicherten, wonach ihre Tagesmutter ihr am 
Abend vor Kursbeginn mitgeteilt habe, dass sie krank sei und deshalb die Betreuung ihrer 
Tochter nicht übernehmen könne, zu ihren vorherigen Aussagen im Widerspruch. Denn kurz 
nach der Kurszuweisung am 2. Oktober 2015 sagte sie am 5. Oktober 2015 zu ihrer Personal-
beraterin, sie könne am Kurs "Job Express" nicht teilnehmen, weil sie sich keine Tagesmutter 
leisten könne (vgl. Eintrag ins Verlaufsprotokoll). Sie bitte deshalb, vom Kurs befreit zu werden. 
Am 8. Oktober 2015 informierte sie eine Sachbearbeiterin, dass sie keine Tagesmutter für die 
Betreuung ihrer Tochter habe und sich deshalb vom Kurs abmelde. Dabei habe sie abermals 
betont, dass sie keine Tagesmutter während ihrer Arbeitslosigkeit bezahlen könne (vgl. Akten-
notiz vom 12. November 2015). Am Abend vor Kursbeginn am 18. Oktober 2015 teilte die Ver-
sicherte ihrer Personalberaterin per E-Mail nun mit, dass sie am 19. Oktober 2015 am Kurs 
nicht teilnehmen könne, da ihre Tagesmutter plötzlich krank geworden sei. Aufgrund ihrer vor-
her mehrmals geäusserten Absicht, sie werde vom Kurs fernbleiben, ist es nachvollziehbar, 
dass die Vorinstanz Bedenken über den Wahrheitsgehalt der Aussage äusserte, sie könne we-
gen Erkrankung der Tagesmutter den ersten Kurstag nicht besuchen. Die telefonische Auskunft 
der Tagesmutter vom 11. November 2015, wonach diese ihre Erkrankung und ihre Betreuungs-
zusage während der Kursdauer bestätigte, erweist sich im Hinblick auf die Vorgeschichte nicht 
als beweiskräftig genug, um darauf abstellen zu können. Daran ändert auch der Umstand 
nichts, dass die Tagesmutter die Tochter der Versicherten seit Jahren betreut. Zum einen fehlt 
es an einem ärztlichen Zeugnis und zum anderen kann nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit ausgeschlossen werden, dass es sich bei der Aussage der Tagesmutter um eine reine 
Gefälligkeit handelt. Da die Versicherte den Nachweis des krankheitsbedingten Ausfalls der 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Tagesmutter im Zusammenhang mit ihrem geltend gemachten entschuldbaren Grund für den 
Nichtantritt des Kurses am 19. Oktober 2015 nicht zu erbringen vermag, hat sie in dieser Hin-
sicht die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Es liegt somit kein entschuldbarer Grund vor, 
welcher die Versicherte von der Teilnahmepflicht am zugewiesenen Kurs "Job Express" ent-
bunden hätte. Infolgedessen sind die Voraussetzungen von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG erfüllt, 
womit sich die vorübergehende Einstellung in der Anspruchsberechtigung rechtfertigt.  
 
7.1 Als Nächstes ist die Einstellungsdauer zu überprüfen. Die Dauer einer Einstellung in 
der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach 
Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 3 AVIV wird die 
Einstellung abgestuft und dauert 1 bis 15 Tage bei leichtem (lit. a), 16 bis 30 Tage bei mittel-
schwerem (lit. b) und 31 bis 60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rah-
mens fällt die Verwaltung ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Gemäss § 57 lit. c 
VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts bzw. deren präsidie-
rende Person bei Präsidialentscheiden zwar die angefochtene Verfügung auch auf deren An-
gemessenheit zu überprüfen; sie greift jedoch bei der Beurteilung der durch die Verwaltung an-
geordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspiel-
raum ein. 
 
7.2.1 Die Vorinstanz hat das Verhalten der Versicherten als leichtes Verschulden 
qualifiziert und die Einstellungsdauer in Anlehnung an das Kreisschreiben über die 
Arbeitslosenentschädigung des Staatssekretariats für Wirtschaft (AVIG-Praxis ALE) auf 
12 Tage festgesetzt. Danach wird bei erstmaligem, unentschuldigtem Nichtantritt oder Abbruch 
eines Kurses ohne entschuldbaren Grund je nach Dauer des Kurses eine Einstellung in der 
Höhe von 1 bis 20 Tagen vorgegeben (AVIG-Praxis ALE Rz. D72 Ziff. 3.D). Bei einem Kurs mit 
weniger als 10 Kurstagen, wird um die Anzahl der effektiv nicht besuchten Kurstage eingestellt 
(AVIG-Praxis ALE Rz. D72 Ziff. 3.D 1). Für Kurse mit einer Dauer von ca. 3 Wochen beträgt die 
Einstelldauer 10 - 12 Tage (vgl. Rz. D72 Ziffer 3.D 2). In Beachtung, dass der Kurs "Job 
Express" 10 Tage dauerte, legte die Vorinstanz die Sanktion an der obersten Grenze des 
Verschuldens fest. Verschuldensmindernde Umstände berücksichtigte sie nicht. 
 
7.2.2 Entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Auffassung liegen jedoch Umstände 
vor, die das Verschulden der Versicherten mindern. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Ver-
sicherte nicht beabsichtigte, dem Kurs für die ganze Dauer fernzubleiben, sondern sich - entge-
gen ihrer früheren Aussagen - entschloss, ihn ab Donnerstag, 22. Oktober 2015, zu besuchen. 
Denn gemäss E-Mail der Personalberaterin vom 19. Oktober 2015, 8.38 Uhr, musste die Versi-
cherte sich darüber erkundigt haben, ob sie am Donnerstag einsteigen könne; ansonsten die 
Personalberaterin keinen Anlass gehabt hätte, gleichentags eine Anfrage bei der Abteilung "Er-
gänzende Massnahmen" über die Möglichkeit eines späteren Einstiegs vorzunehmen. Indem 
die Personalberaterin ihr versicherte, dies abzuklären, wird ersichtlich, dass sie einen späteren 
Kurseintritt nicht für ausgeschlossen hielt (vgl. hierzu E-Mail der Personalberaterin vom 25. No-
vember 2015, 12.36 Uhr). Dass eine solche Abklärung nicht vorgenommen wurde und die Ver-
sicherte letztlich gar nicht am Kurs (Job Express) teilnahm, beruht auf der von der Vorinstanz 
am 19. Oktober 2015 sofort veranlassten Kursabmeldung und kann der Versicherten deshalb 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nicht angelastet werden (vgl. Aktennotiz vom 12. November 2015; E-Mail der Personalberaterin 
vom 19. Oktober 2015, 14.01 Uhr). Die Versicherte äusserte in ihrer E-Mail vom 19. Oktober 
2015 (14.21 Uhr) denn auch glaubhaft ihr Befremden über die Kursabmeldung und dass es ihr 
möglich gewesen wäre, den Kurs ab 22. Oktober 2015 zu besuchen. Damit sagte sie auch im-
plizit, dass die Tagesbetreuung ihrer Tochter ab diesem Zeitpunkt gewährleistet war. Aus den 
Akten gibt es zudem keine Anhaltspunkte, dass sie den Kurs am Donnerstag, 22. Oktober 
2015, nicht angetreten hätte. Solche bringt die Vorinstanz auch nicht vor. Damit steht fest, dass 
die Versicherte die Nichtteilnahme am Kurs ab 22. Oktober 2015 nicht zu verantworten hat. Das 
Vorgehen der Vorinstanz, welche die Versicherte während 12 Tagen in der Anspruchsberechti-
gung einstellte, ist somit zu streng. Unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung, wonach zwar kein entschuldbarer Grund für den Nichtantritt des Kurses, wohl aber be-
sondere Umstände im Einzelfall vorliegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. August 2011, 
8C_285/2011, E. 3.2.1), rechtfertigt es sich daher, die Einstellungsdauer auf 6 Tage zu reduzie-
ren. Diese Reduktion widerspricht auch nicht dem Einstellraster von Rz. D72 Ziff. 3.D AVIG-
Praxis ALE, geht aus dem Ingress zu Rz. D72 doch hervor, dass die Durchführungsorgane im 
konkreten Einzelfall vom Raster abweichen können. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis 
teilweise gutzuheissen. 
 
8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen.  

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird insofern teilweise gutgeheissen, als in Abänderung 
des Einspracheentscheids vom 3. Dezember 2015 die Einstellungsdauer 
von 12 Tagen auf 6 Tage herabgesetzt wird.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.