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**Case Identifier:** 6ec2238c-7e8d-5257-8081-24b391cf7460
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-06-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 05.06.2025 720 23 38 (720 2023 38)
**Docket/Reference:** 720 23 38
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-38_2025-06-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 5. Juni 2025 (720 23 38) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung des Gerichtsgutachtens 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Stephan Müller, Advokat, 
Leimenstrasse 4, 4051 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1995 geborene A.____ meldete sich am 7. Dezember 2019 (Eingang des unter-
zeichneten Gesuchs) zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
an. Mit Verfügung vom 6. Januar 2023 lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft nach Abklärung der 
gesundheitlichen Verhältnisse und durchgeführtem Vorbescheidverfahren das Leistungsbegeh-
ren gestützt auf einen IV-Grad von 35 % ab.  
 

 

 
 
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B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Stephan Müller, mit 
Schreiben vom 8. Februar 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsgericht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Ver-
fügung aufzuheben und ihm mit Wirkung ab 1. November 2020 eine ganze Invalidenrente zuzu-
sprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen und anschliessend über den Leis-
tungsanspruch zu entscheiden. Subeventualiter sei ihm mit Wirkung ab 1. November 2020 eine 
halbe Invalidenrente und ab 1. Januar 2022 eine solche von 58 % zuzusprechen. Ausserdem 
beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.  
 
C. Mit Verfügung vom 14. Februar 2023 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 
Rechtspflege bewilligt.  
 
D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 14. April 2023 auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 17. August 2023 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die medizini-
sche Aktenlage nicht möglich sei. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und ein psychiat-
risches Gerichtsgutachten bei Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, einzuho-
len. Gleichzeitig unterbreitete das Gericht den Parteien den vorgesehenen Fragenkatalog. Die 
Beschwerdegegnerin teilte mit Schreiben vom 29. August 2023 mit, dass sie auf eine Stellung-
nahme und allfällige Ergänzungsfragen verzichte. Der Beschwerdeführer liess sich nicht verneh-
men. Mit Schreiben vom 24. Oktober 2023 wurde der Gutachterauftrag an Dr. B.____ erteilt. 
 
F. Das von Dr. B.____ erstellte Gerichtsgutachten datiert vom 27. Mai 2024. In der Folge 
wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, sich zum Gutachten sowie zu den Auswirkungen der 
medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch zu äussern. Die Beschwerdegegnerin hielt 
mit Schreiben vom 7. Juni 2024 fest, dass auf das Gerichtsgutachten abgestellt werden könne. 
Der Beschwerdeführer sei seit August 2020 zu 60 % in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Der 
frühestmögliche Rentenbeginn sei somit August 2021. Es werde gestützt auf die Tabellenwerte 
der LSE ab 1. August 2021 die Ausrichtung einer unbefristeten Dreiviertelsrente beantragt. Eine 
Neuberechnung des IV-Grades per 1. Januar 2024 ergebe einen IV-Grad von 68 %. Da der Be-
schwerdeführer damit schlechter gestellt wäre, sei weiterhin eine Dreiviertelsrente auszurichten. 
Der Beschwerdeführer beantragte mit Schreiben vom 4. Juli 2024 die Ausrichtung einer Viertels-
rente ab 1. November 2020, eine Rente von 56 % ab 1. Januar 2022 und eine Rente von 61 % 
ab 1. Januar 2024, wobei er davon ausging, dass eine Frühinvalidität vorliege. Mit Schreiben vom 
7. August 2024 hielt die IV-Stelle daran fest, dass der Beschwerdeführer erst ab 1. August 2020 
zu 60 % arbeitsunfähig sei, weshalb die Rente erst ab 1. August 2021 auszurichten sei. Weiter 
liege auch keine Frühinvalidität vor. Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom 15. August 
2024 daran fest, dass der Rentenbeginn per 1. August 2020 zu erfolgen habe, da die psychische 
Problematik bereits im Kindesalter vorgelegen habe und von einer Frühinvalidität auszugehen 
sei. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer bis Oktober 2020 an beruflichen Massnahmen 
teilgenommen, weshalb die Rente ab 1. November 2020 auszurichten sei. In einem weiteren 
Schreiben vom 7. August 2024 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen gemäss Eingabe 

 

 
 
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vom 7. Juni 2024 fest. Mit Eingabe vom 15. August 2024 beantragte der Beschwerdeführer, es 
sei ihm eine Dreiviertelsrente ab 1. November 2020 und eine ganze Rente ab 1. Januar 2022 
auszurichten. In seiner Eingabe vom 15. August 2024 sei er irrtümlich von einer Arbeitsunfähig-
keit von 50 % anstatt von 60 % ausgegangen.  
 
G. Anlässlich der zweiten Urteilsberatung kam das Gericht mit Beschluss vom 24. Oktober 
2024 wiederum zur Auffassung, dass der medizinische Sachverhalt noch nicht genügend abge-
klärt sei. Es beschloss, bei Dr. B.____ eine Stellungnahme zu den Fragen, ob der fehlende Ab-
schluss einer beruflichen Ausbildung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die psychische 
Erkrankung des Beschwerdeführers zurückzuführen sei und ob bereits vor dem 1. August 2020 
eine Arbeitsunfähigkeit und allenfalls in welchem Umfang vorgelegen habe, einzuholen. Nach-
dem die Gerichtsgutachterin mit Schreiben vom 5. November 2024 und auf weitere Rückfragen 
mit Schreiben vom 10. und 18. Dezember 2024 Stellung genommen hatte, beantragte der Be-
schwerdeführer weiterhin eine Dreiviertelsrente ab 1. November 2020 und eine ganze Rente ab 
1. Januar 2022. Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits ebenfalls an ihren Anträgen gemäss 
Schreiben vom 7. Juni und 7. August 2024 fest, da die ergänzenden Ausführungen von Dr. 
B.____ im Widerspruch zum Hauptgutachten stünden.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerden zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde des Versicherten vom 8. Februar 2023 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging nach dem 1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entste-
hen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fas-
sung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-Rente bzw. deren Ablehnung nach dem 1.  Ja-
nuar 2022 verfügt, gilt unter anderem folgendes: Liegen der Eintritt der Invalidität und der Beginn 
des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, so bleiben die vor dem 1. Januar 2022 gültigen 
Bestimmungen anwendbar (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversiche-
rung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9101). Weiter sieht lit. b der Übergangsbestimmungen 
zur IVV WEIV vor: "Wurde einer versicherten Person, die wegen der Invalidität keine zureichen-
den beruflichen Kenntnisse erwerben konnte, eine IV-Rente vor dem Inkrafttreten der Änderung 

 

 
 
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vom 3. November 2021 zugesprochen und hat sie im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung 
vom 3. November 2021 das 30. Altersjahr noch nicht vollendet, so ist der IV-Rentenanspruch 
innerhalb eines Jahres nach den neuen Bestimmungen zu revidieren. Davon ausgenommen sind 
Versicherte, die bereits eine ganze Rente erhalten Eine allfällige Erhöhung der Rente erfolgt auf 
den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 3. November 2021" (BGE 150 V 323 
E. 4.3.2.2). In diesen Fällen finden somit für die Rentenberechnung ab 1. Januar 2022 die IVV-
Bestimmungen in der ab 1. Januar 2022 gültigen Version Anwendung.  
 
Vorliegend steht ein Rentenanspruch ab 1. November 2020 in Frage, weshalb die Bestimmungen 
des IVG und diejenigen der IVV in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
anwendbar sind. Wie sich nachfolgend zeigen wird, handelt es sich vorliegend um einen Fall von 
Frühinvalidität, weshalb auch die Bestimmungen ab 1. Januar 2022 Anwendung finden.  
 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Be-
schwerdeführers zu Recht abgewiesen hat.  
 
3.1.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf 
eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 
 
3.1.2 Gemäss Art. 28b IVG in der seit 1. Januar 2022 geltenden Fassung wird die Höhe des 
Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt (Abs. 1). Bei einem 
Invaliditätsgrad von 50 – 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). Bei 
einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem Inva-
liditätsgrad unter zwischen 40 - 50 % gelten die im Gesetz festgelegten prozentualen Anteile 
(Abs. 4).  
 
3.2 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs 
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frü-
hestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Die Rente wird vom 
Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).  
 
3.3 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von 

 

 
 
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Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist 
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.4 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder 
depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409, 143 V 418), sind für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät-
zen (BGE 141 V 281 E. 2., 3.4-3.6 und 4.1).  
 
3.5 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbin-
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in 
der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög-
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommens-
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. Allgemeine Methode des Einkommensver-
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen). Vorliegend ist der Einkommensvergleich unbe-
strittenermassen nach der Allgemeinen Methode vorzunehmen.  
 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, ob und gegebe-
nenfalls in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen arbeitsunfähig ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall 
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aus-
künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per-
son noch zugemutet werden können (BGE 132 V 97 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
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4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
4.3.1 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
4.3.2 Im Weiteren weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwin-
gende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, 
seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sach-
verhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichts-
expertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeu-
gender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner 
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ge-
richt als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass 
es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen 
zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 

 

 
 
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vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
6. Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 
6. Januar 2023 im Wesentlichen gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychi-
atrie und Psychotherapie, vom 17. Mai 2022 ab. Mit Beschluss vom 17. August 2023 kam das 
Kantonsgericht zum Schluss, dass auf das Gutachten von Dr. C.____ nicht abgestellt werden 
könne. Zur Begründung führte das Kantonsgericht im Wesentlichen folgendes aus:  
 
"Vorweg kann festgehalten werden, dass Dr. C.____ die gesundheitliche bzw. die psychische Problematik des Be-
schwerdeführers letztlich auf seine Cannabis-Abhängigkeit reduziert. Zur Frage, wie es überhaupt zum Suchtverhalten 
gekommen ist, also zur Ursache der Sucht, finden sich keine Ausführungen im Gutachten. Ungenügend erscheint 
insbesondere die Auseinandersetzung mit der Verdachtsdiagnose der Persönlichkeitsakzentuierung/-störung. So ver-
neint der Gutachter eine Persönlichkeitsstörung, ohne überhaupt die Eingangskriterien aufzuführen und abzuhandeln. 
Im Zusammenhang mit einer möglichen Persönlichkeitsstörung hält der Gutachter lediglich fest, dass eine Auffälligkeit 
der Persönlichkeit, die sich losgelöst von ADHS-Erkrankung und dem seit dem 11. Altersjahr bestehenden Suchtmit-
telmissbrauch erst seit der Jugend wie ein roter Faden durch die Biographie des Beschwerdeführers ziehe und zahl-
reiche Lebensbereiche gleichermassen durchdringe, nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Fraglich erscheint zudem 
die Aussage des Gutachters, vor der Pubertät habe der Beschwerdeführer "ein noch angepasstes Sozialverhalten 
gezeigt". Diesbezüglich ergibt sich jedoch aus den Akten, dass bereits die frühste Kindheit des Beschwerdeführers 
durch erhebliche Belastungen geprägt war. So haben sich seine Eltern, die Mutter ist Thailänderin und der Vater 
Schweizer, getrennt, als der Beschwerdeführer zweijährig war. Mit vier Jahren sei er zu seinem Vater gezogen. Im 
ersten Primarschuljahr sei er aufgrund eines Gerichtsentscheides wieder in die Obhut seiner Mutter gelangt, zu welcher 
er kaum mehr Kontakt gehabt habe. Zuerst sei er in der öffentlichen Primarschule gewesen, danach in der D.____-
Schule in X.____. Mit neun Jahren sei er in ein Heim gekommen. Als Grund wird angegeben, dass er [im familiären 
Kontext] geschlagen worden sei. In der Folge habe es diverse Heimwechsel und Wechsel von Pflegefamilien aufgrund 
seines Verhaltens gegeben. In den Heimen habe es viel Gewalt gegeben, sowohl gegen ihn als auch von ihm. All dies 
wird vom Gutachter in der medizinischen Beurteilung nur ungenügend und in der Diagnoseherleitung bzw. der Prüfung 
einer Persönlichkeitsstörung gar nicht berücksichtigt. Im Gegenteil geht der Gutachter von einem angemessenen So-
zialverhalten des Beschwerdeführers vor der Pubertät aus, was doch eher fraglich erscheint bzw. zumindest hätte 
begründet werden müssen.  
 
Auch mit den abweichenden Diagnosen der behandelnden Psychiater setzt sich Dr. C.____ nicht fundiert auseinander. 
Es ist zwar einzuräumen, dass die Berichte der Y.____-Klinik und der Z.____-Klinik zurückhaltend formuliert wurden 
und vor allem Verdachtsdiagnosen (Z.____-Klinik: V.a. Posttraumatische Belastungsstörung, V.a. Mittelgradige de-
pressive Episode, V.a. Alpträume [Angstträume]; Y.____-Klinik: Leichte bis mittelgradige depressive Episode, Soziale 
Phobie Agoraphobie ohne Panikstörung, Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, V.a. Persönlich-
keitsakzentuierung/-störung mit selbstunsicher-vermeidenden und emotional-instabilen Zügen, St.n. psychischer Ver-
haltensstörung durch Kokain und eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung) angeführt werden, da der 
Beschwerdeführer die Therapien in der Regel jeweils nach kurzer Zeit wieder abgebrochen hat, so dass keine gesi-
cherten diagnostischen Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Zur depressiven Symptomatik des Beschwerdefüh-
rers gibt der Gutachter lediglich an, dass diese Symptomatik Ausdruck des cannabisinduzierten amotivationalen Syn-
droms sei. Eine Begründung für diese Feststellung fehlt gänzlich. Namentlich wird nicht ausgeführt, weshalb der Can-
nabiskonsum nicht umgekehrt mögliche Folge der Angst- und Depressionssymptomatik ist. In Bezug auf den Sucht-
mittelkonsum scheint der Gutachter von einem regelmässigen Cannabiskonsum seit dem 11. Lebensjahr auszugehen. 
Dies widerspricht jedoch den Aussagen des Beschwerdeführers in Ziff. 3.5. des Gutachtens, wonach er mit 11 Jahren 
einmal Cannabis konsumiert habe. Mit 15 und 16 Jahren habe er jeweils am Wochenende und mit 18 Jahren regel-
mässig, d.h. jeden Tag ein bis zwei Joints pro Tag, Cannabis konsumiert. Dies bis er 20/21 Jahre gewesen sei. Dann 
habe er wieder aufgehört und wieder angefangen. lm Weiteren erscheint auch die Beurteilung der Ressourcen anhand 
der MINI-ICF-APP nicht durchwegs nachvollziehbar. So ist eine nur leichte Beeinträchtigung der Gruppenfähigkeit bei 
einer – von der Y.____-Klinik – diagnostizierten sozialen Phobie wenig plausibel bzw. hätte dies vom Gutachter disku-
tiert werden müssen. Auch die Feststellung des Gutachters unter Hinweis auf eine Aktennotiz der IV-Stelle betr. 
Standortgespräch vom 29. Juni 2020, wonach der Versicherte eine Familie gegründet habe, ist doch eher zweifelhaft. 
Der Beschwerdeführer hat dort angegeben, eine Bekanntschaft habe ein Kind bekommen und es sei fraglich, ob er der 
Vater sei. Er sei mit dieser Frau und einer Beratungsstelle in Kontakt und weitere Abklärungen würden laufen. Wie aus 
den Akten ersichtlich ist, ergab erst ein Vaterschaftstest, dass er der Vater dieses Kindes ist. Auch im Gutachten wird 
festgehalten, er sehe die Tochter nur tagsüber, und sie weine jeweils, da sie zur Mutter zurückwolle. Die Kindsmutter 

 

 
 
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habe ihn schon zweimal vor Gericht gezerrt, da sie Geld von ihm wolle. Unter diesen Umständen von einer Familien-
gründung auszugehen, mag zwar objektiv richtig sein, daraus aber auf Ressourcen zu schliessen, ist nicht nachvoll-
ziehbar. Insgesamt werden die Ressourcen durch den Gutachter wohl höher eingeschätzt als anhand der Alltagsakti-
vitäten sichtbar. Aufgrund der Akten ergibt sich jedenfalls ein anderes Bild. So erscheint der Beschwerdeführer nicht 
fähig, sich an Termine zu halten, Regeln einzuhalten und ein Ziel konsequent zu verfolgen. Schliesslich ist auch die 
Zumutbarkeitsbeurteilung des Gutachters nicht überzeugend. Namentlich erscheint eine Arbeitsfähigkeit von 60 % in 
der angestammten wie auch eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 
im Hinblick auf die Ergebnisse der beruflichen Massnahmen kaum nachvollziehbar" (Beschluss des Kantonsge-
richts vom 17. August 2023, E. 2.3).  
 
7. In der Folge hat das Kantonsgericht zur Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts ein 
Gerichtsgutachten bei Dr. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag gegeben. Das 
Gutachten von Dr. B.____ datiert vom 27. Mai 2024. Darin stellt Dr. B.____ folgende Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 
 

- Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend paranoiden und negativistischen 
und wahrscheinlich auch emotional instabilen Zügen (ICD 10: F 61) auf dem Boden 
einer Bindungsstörung als Kind 

- Einfache Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ICD 10 F 90.0), testpsycholo-
gisch bestätigt 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD 10 F 33.4) 
 
Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte aufgrund der Kombination der psychiatrischen Di-
agnosen und der nichtmedizinischen Faktoren als aktuell stark eingschränkt arbeitsfähig im ers-
ten Arbeitsmarkt zu beurteilen. Für die Arbeitsunfähigkeit würden krankheitsbedingte und krank-
heitsfremde Faktoren vorliegen. Die Arbeitsunfähigkeit resultiere insbesondere aus den durch die 
Persönlichkeitsstörung verursachten Verhaltensweisen und den im Zusammenhang mit dieser 
Diagnose stehenden depressiven Phasen sowie den Einschränkungen in Anpassungsfähigkeit 
und Flexibilität und Durchhaltefähigkeit aufgrund der eingeschränkten Impulskontrolle. Ein Teil 
der persönlichkeitsbedingten Faktoren müsse als nicht krankheitsbedingt beurteilt werden, z.B. 
die schlechte Schulbildung des Versicherten mit deutlich eingeschränkten schulischen Fähigkei-
ten oder der eingeschränkten Kooperationsbereitschaft des Versicherten für eine effektive psy-
chotherapeutische Behandlung. Eine höhergradige, verwertbare Arbeitsfähigkeit im ersten Ar-
beitsmarkt bestehe aktuell mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht. Unter Ausschluss der 
nicht krankheitsbedingten, d.h. nicht medizinischen Faktoren bestehe eine aktuell verwertbare 
Arbeitsfähigkeit von 40 %. Der Versicherte könnte zu 80 %, d.h. etwa sechs Stunden pro Tag bei 
einer Arbeit anwesend sein, die Leistungsfähigkeit würde aufgrund der Fehlzeiten jedoch nicht 
mehr als 50 % betragen. Daraus resultiere eine Arbeitsfähigkeit von 40 %. Diese Einschätzung 
folge den Aussagen der letzten Eingliederungsmassnahmen. Diese Einschätzung gelte ab Au-
gust 2020. Diese Angaben würden für jegliche Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt gelten.  
 
8. Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin vertreten die Auffas-
sung, dass auf das Gerichtsgutachten abgestellt werden könne und folglich von einer 60%igen 
Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass eine Arbeits-
unfähigkeit von 60 % ab 1. August 2020 vorliege, weshalb der Rentenanspruch am 1. August 
2021 beginne. Des Weiteren liege keine Frühinvalidität vor. Demzufolge sei sowohl zur Berech-
nung des Validen- wie auch des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne der 

 

 
 
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Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen. Der 
Beschwerdeführer hingegen stellt sich auf den Standpunkt, dass er sich bereits im November 
2018 bei der Beschwerdegegnerin angemeldet habe und die beruflichen Massnahmen im Okto-
ber 2020 abgebrochen worden seien. Der Beginn des Rentenanspruchs sei folglich der 1. No-
vember 2020. Des Weiteren hält er fest, dass er schon seit seiner Jugend durch die Persönlich-
keitsstörung eingeschränkt gewesen sei und deshalb keine ordentliche Ausbildung habe absol-
vieren können. Folglich sei von einer Frühinvalidität auszugehen und das Valideneinkommen ge-
mäss Art. 26 IVV zu bestimmen.  
 
9.1 Mit Beschluss vom 24. Oktober 2024 gelangt das Kantonsgericht zum Schluss, dass auf 
das nachvollziehbare und schlüssige Gutachten von Dr. B.____ vom 27. Mai 2024 grundsätzlich 
abgestellt werden könne. Jedoch sei eine Stellungnahme von Dr. B.____ zu den Fragen, ob der 
fehlende Abschluss einer beruflichen Ausbildung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die 
psychische Erkrankung des Beschwerdeführers zurückzuführen sei und ob bereits vor dem 1. Au-
gust 2020 eine Arbeitsunfähigkeit und gegebenenfalls in welchem Umfang vorgelegen habe, ein-
zuholen.  
 
9.2 Mit Bericht vom 5. November 2024 führt Frau Dr. B.____ aus, dass die einfache Aktivi-
täts- und Aufmerksamkeitsstörung des Beschwerdeführers bereits in der Kindheit und Jugend 
begonnen habe und sich somit zum Zeitpunkt des Beginns der Ausbildung oder der Berufstätig-
keit bereits ausgewirkt habe. Auch die frühe Entwicklungsproblematik, die mit hoher Wahrschein-
lichkeit in die spätere Persönlichkeitsstörung übergegangen sei, habe bereits im Kindesalter be-
gonnen. Die Schulkarriere weise darauf hin, dass der Beschwerdeführer bereits in Kindheit und 
Jugend Anpassungsprobleme und Probleme in Bezug auf die schulische Leistungsfähigkeit ge-
habt habe. Erst im Alter von 20 Jahren habe sich der Beschwerdeführer erstmals in psychothe-
rapeutische Behandlung begeben, wo eine Angstsymptomatik und eine Traumafolgestörung di-
agnostiziert worden seien. Die objektive Symptomatik habe damals in einem engen zeitlichen 
Zusammenhang mit der Einnahme von Halluzinogenen gestanden, so dass nicht eindeutig ge-
klärt werden könne, ob der Substanzkonsum Folge der psychischen Symptomatik im Sinne einer 
Selbstbehandlung gewesen sei, oder ob der Substanzkonsum die psychische Symptomatik ver-
ursacht habe. Es könne aber festgehalten werden, dass der Gesundheitsschaden, der einen Ein-
fluss auf die spätere Arbeitsfähigkeit habe, mit Sicherheit bereits in der Kindheit und Jugend vor-
handen gewesen sei. Die psychische Erkrankung stehe zweifellos in einem ursächlichen Zusam-
menhang mit der fehlenden beruflichen Ausbildung. Dieser Zusammenhang sei aufgrund der 
Anamnese und der Akten eindeutig gegeben. Daraus sei zu schliessen, dass bereits vor dem 1. 
August 2020 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Bis zu diesem Zeitpunkt sei aber unklar 
gewesen, ob sich der Gesundheitszustand noch durch unterstützende Massnahmen verbessern 
liesse. 
 
Auf entsprechende Nachfragen hin hat die Gutachterin am 10. Dezember 2024 ergänzend aus-
geführt, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem 1. August 2020 arbeitsunfähig gewesen sei, 
wobei sich diese Arbeitsunfähigkeit im weiteren Verlauf als therapieresistent erwiesen habe. Auf 
nochmalige Nachfrage hin zum Quantitativ der Arbeitsunfähigkeit hat die Gutachterin mit Schrei-
ben vom 18. Dezember 2024 ausgeführt, dass die Arbeitsunfähigkeit bereits vor dem 1. August 

 

 
 
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2020 der im Gutachten gemachten Einschätzung entsprochen habe. Es gebe keine Hinweise 
darauf, dass vor dem 1. August 2020 eine andere Arbeitsfähigkeit bestanden habe. 
 
9.3 Entgegen den Vorbringen der Beschwerdegegnerin kann auf die von der Gutachterin 
zur Beurteilung des Leistungsanspruchs in den aufgeführten Schreiben gemachten Angaben ab-
gestellt werden. Dass dazu mehrfaches Nachfragen bei der Gutachterin notwendig war, ist zwar 
in der Tat unbefriedigend, ein Grund, am Ergebnis zu zweifeln, liegt aber nicht vor. Zu verweisen 
ist dabei auf die bundesgerichtliche Praxis, wonach in Bezug auf Gerichtsgutachten zwingende 
Gründe für ein Abweichen erforderlich sind (vgl. E. 4.3.1). Solche zwingenden Gründe liegen im 
vorliegenden Fall keine vor. 
 
10. Gestützt auf diese Ausführungen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer be-
reits vor dem 1. August 2020 zu 60 % arbeitsunfähig war. Soweit die Beschwerdegegnerin darauf 
verweist, dass die Gutachterin ausgeführt habe, der Versicherte würde doch sehr nach dem Lust-
prinzip leben und dies nur teilweise krankheitsbedingt sei, ist darauf hinzuweisen, dass die Gut-
achterin klar festhält, dass eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit unter Ausschluss der nichtmedizini-
schen Faktoren vorliege.  
 
Ausserdem hat sich der Beschwerdeführer bereits im November 2018 bei der Beschwerdegeg-
nerin angemeldet. Im Januar 2019 wurden die Voraussetzungen für Berufsberatung von der IV-
Stelle als erfüllt erachtet. Die Y.____-Klinik ging in ihrem Arztbericht vom 6. März 2019 n einer 
Arbeitsfähigkeit im geschützten Arbeitsmarkt von 2-4 Stunden pro Tag aus. Damit ist davon aus-
zugehen, dass der Beschwerdeführer bereits seit Januar 2019, spätestens jedoch seit März 2019 
zu mindestens 40 % arbeitsunfähig war und das Wartejahr folglich im März 2020 abgelaufen wäre 
(E. 3.1.1 hiervor). Da bis Oktober 2020 noch Eingliederungsmassnahmen liefen, ist der frühest-
mögliche Rentenbeginn auf den 1. November 2020 festzulegen (vgl. dazu Urteil des Bundesge-
richts vom 28. Februar 2025, 9C_443/2023, E. 5.1.2).  
 
11. Die Gutachterin hat festgehalten, dass der Gesundheitsschaden, der einen Einfluss auf 
die spätere Arbeitsfähigkeit habe, mit Sicherheit bereits in der Kindheit und Jugend vorhanden 
gewesen sei. Die psychische Erkrankung stehe zweifellos in einem ursächlichen Zusammenhang 
mit der fehlenden beruflichen Ausbildung. Dieser Zusammenhang sei aufgrund der Anamnese 
und der Akten eindeutig gegeben. Gestützt auf diese Ausführungen von Dr. B.____ ist folglich 
davon auszugehen, dass eine Frühinvalidität zu bejahen ist.  
 
11.1 In Bezug auf den Einkommensvergleich ist zunächst festzuhalten, dass der Beschwer-
deführer im Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns, d.h. am 1. November 2020, bereits 25-jährig 
war. Folglich beträgt das Valideneinkommen gemäss IV-Rundschreiben Nr. 403 Fr. 75'150.--. Zur 
Berechnung des lnvalideneinkommens sind die LSE 2020, Total, Kompetenzniveau 1, Männer, 
Fr. 5'261.--, beizuziehen, so dass sich bei einem Arbeitspensum von 40 % ein lnvalideneinkom-
men von Fr. 26'326.-- ergibt. Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen führt 
zu einem IV-Grad von 65 % und damit zu einer Dreiviertelsrente ab 1. November 2020. 
 

 

 
 
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11.2 Gemäss lit. b der Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 3. November 2021 
ist der Rentenanspruch bei einer versicherten Person, die wegen der Invalidität keine zureichen-
den beruflichen Kenntnisse erwerben konnte, eine IV-Rente vor dem Inkrafttreten der Änderung 
vom 3. November 2021 zugesprochen erhielt und im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung 
vom 3. November 2021 das 30. Altersjahr noch nicht vollendet hat, innerhalb eines Jahres nach 
den neuen Bestimmungen zu revidieren. Dies trifft im vorliegenden Fall zu. Gemäss der ab 1. Ja-
nuar 2022 anzuwendenden Bestimmung von Art. 26 Abs. 6 IVV ist bei Frühinvalidität für die Fest-
legung des Valideneinkommens der Tabellenlohn mit geschlechtsunabhängigen Werten anwend-
bar. Dies führt gestützt auf die LSE 2020, Total, Kompetenzniveau 1-4, geschlechtsunabhängig, 
Fr. 6'361.--, umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit und angepasst an die 
Nominallohnentwicklung zu einem Valideneinkommen von Fr. 80'124.--. Das Invalideneinkom-
men beträgt gemäss der im Verfügungszeitpunkt vorliegenden LSE 2020, Total, Kompetenzni-
veau 1, Männer, Fr. 5'261.--, nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 
und Anpassung an die Nominallohnentwicklung bei einem Arbeitspensum von 40 % Fr. 26'510.-
-, davon ist gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV noch ein Abzug von 10 % vorzunehmen (vgl. dazu BGE 
150 V 410), so dass ein lnvalideneinkommen von Fr. 23'859.-- resultiert. Folglich beträgt der IV-
Grad ab 1. Januar 2022 70.2 %, womit ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente besteht. 
 
12. Gestützt auf diese Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer ab 1. November 
2020 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und ab 1. Januar 2022 auf eine ganze Rente hat. In 
diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.  
 
13.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts-
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 
Abs. 1bis IVG) und – bei mehr als einer Urteilsberatung – praxisgemäss auf Fr. 1'000.-- anzuset-
zen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind sie von der Beschwerdegegnerin zu tragen.  
 
13.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 17. August 2023 ausführlich dargelegt, lag 
der angefochtenen Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. Januar 2023 ein in medizinischer 
Hinsicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt zugrunde. Deshalb sind die Kosten für das Ge-
richtsgutachten von Dr. med. B.____ vom 27. Mai 2024 in der Höhe von Fr. 4'200.-- gemäss Ho-
norarnote vom 27. Mai 2024 sowie die Kosten für das ergänzende Schreiben von Dr. B.____ vom 
5. November 2024 in der Höhe von Fr. 225.-- gemäss Honorarnote vom 12. November 2024, also 
insgesamt Fr. 4'425.--, der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 
502 E. 4.4). 
 
13.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer deshalb 
eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertre-
ter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 18. Februar 2025 für das vorliegende 
Beschwerdeverfahren einen Aufwand von 23,25 Stunden geltend gemacht, was sich angesichts 
der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen 
sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur 

 

 
 
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Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Des Weiteren erweisen 
sich die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von insgesamt Fr. 290.65 als angemessen. 
Damit ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. 6'583.45 (23,25 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 290.65 
zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7 % auf den Betrag von Fr. 3'512.50 und 8,1 % auf den Betrag 
von Fr. 2'590.65) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung vom 6. Januar 2023 aufgehoben und festgestellt wird, dass 
der Beschwerdeführer ab 1. November 2020 Anspruch auf eine Drei-
viertelsrente und ab 1. Januar 2022 auf eine ganze Invalidenrente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 1'000.-- sowie die Kosten für 
das Gutachten von Dr. med. B.____ vom 27. Mai 2024 sowie die ergän-
zenden Schreiben von Dr. B.____ vom 5. November, 10. Dezember und 
18. Dezember 2024 in der Höhe von insgesamt Fr. 4'425.-- werden der 
Beschwerdegegnerin auferlegt.  

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 6'583.45 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer auf den Betrag von Fr. 3'512.50 sowie 8,1 % auf 
den Betrag von 2'590.65) zu bezahlen.