# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0e7a3d2-c519-5509-8917-97588e34c752
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 15.09.2020 A 2019 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2019-39_2020-09-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 19 39

4. Kammer 

Vorsitz Racioppi
RichterIn Pedretti, Meisser 
Aktuar ad hoc Fässler

URTEIL
vom 15. September 2020

in der Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin,

Beschwerdeführer
gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin 1

und

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin 2

und

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Beschwerdegegnerin 3

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

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1. A._____ ist Alleineigentümer des Hotel-Restaurants B._____ in Y._____. 

Dieses wird von der C._____ GmbH betrieben, deren einziger Gesellschaf-

ter A._____ ist. Als Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift ist D._____ im 

Handelsregister aufgeführt. A._____ ist nicht zeichnungsberechtigt.

2. In der Steuererklärung 2016 hat A._____ im Liegenschaftsverzeichnis die 

Mieteinnahmen des Hotel-Restaurants B._____ mit "p.m. kein Geldfluss" 

deklariert. Die Abteilung Revisorat (Veranlagungsabteilung der juristischen 

Personen) der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend: 

KStV) meldete der Abteilung Kommissariat (Veranlagungsabteilung der 

natürlichen Personen), dass die C._____ GmbH für das Rechnungsjahr 

2016 eine Jahresmiete von Fr. 60'000.-- im Aufwand verbucht hatte.

3. Am 12. November 2018 stellte die KStV A._____ die Veranlagungsverfü-

gung für das Jahr 2016 zu. Die Mieteinnahmen in der Höhe von Fr. 60'000.-

- wurden darin als Liegenschaftsertrag aufgerechnet.

4. Dagegen erhob A._____ am 4. Dezember 2018 Einsprache. Im Wesentli-

chen machte er geltend, dass zwischen der C._____ GmbH und A._____ 

unter dem Titel Mietzins kein Geld geflossen sei.

5. In der Folge lud die KStV A._____ zu einer Einsprachebesprechung ein 

und forderte ihn auf, sachdienliche Beweismittel vorzulegen. Mit Schreiben 

vom 15. Mai 2019 liess der Steuervertreter von A._____ der KStV die Kon-

todetails der Konten "Mieten" und "Kontokorrent A._____" sowie diverse 

Bank- und PostFinance-Auszahlungsbelege zukommen. Eine mündliche 

Besprechung wurde nicht durchgeführt.

6. Mit Einspracheentscheiden für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 

und die direkte Bundessteuer 2016 vom 21. Juni 2019 wies die KStV die 

Einsprache ab. Begründet wurde der Entscheid hauptsächlich damit, dass 

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in der Erfolgsrechnung der C._____ GmbH Mieten von Fr. 60'000.-- im Auf-

wand verbucht worden seien. Die Aufwendungen seien jeweils gegen das 

Bankkonto, Postkonto und das Kontokorrentkonto von A._____ gebucht 

worden. Die Mieten seien somit effektiv bezahlt worden und es sei Geld 

geflossen. Das Kontokorrentkonto von A._____ habe am 31. Dezember 

2015 gegenüber der C._____ GmbH eine Schuld von Fr. 22'919.93 ausge-

wiesen. Mit der Buchung von Fr. 19'700.-- habe sich die Schuld per 31. De-

zember 2019 auf Fr. 3'219.93 reduziert. Diese verbuchten Tatsachen be-

wiesen die Richtigkeit der Liegenschaftserträge, ansonsten würden die Bi-

lanz- und Erfolgsrechnungen der C._____ GmbH gegen die Grundsätze 

von Treu und Glauben verstossen.

7. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 10. Juli 

2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er 

beantragte das Folgende:

"1. Die angefochtene Verfügung der Steuerverwaltung des Kantons Graubün-
den vom 21.06.2019 betreffend Einsprache-Entscheid Kantons- und Gemein-
desteuern 2016 sowie Einsprache-Entscheid direkte Bundessteuer 2016 
seien in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.
2. Die Steuerveranlagungen pro 2016 (alle Hoheiten) seien dahingehend zu 
korrigieren, dass die zu Lasten des Beschwerdeführers vorgenommene Auf-
rechnung Einkünfte unter dem Titel Mieteinnahmen in der Höhe von 
CHF 40'300.00 zu Gunsten des Beschwerdeführers zu korrigieren sei.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz."

Bezüglich den Fr. 19'700.--, welche seinem Kontokorrent gutgeschrieben 

worden seien, beschwere er sich nicht mehr. Zur Begründung seiner Be-

schwerde führte der Beschwerdeführer an, dass die KStV der C._____ 

GmbH willkürlich vorgegeben habe, einen Mindestmietzins von Fr. 60'000.-

- zu verbuchen, unabhängig davon, ob die Gesellschaft solche Mieten ab-

führe. Diese Belastungen seien lediglich pro forma erfolgt. Die steuerliche 

Aufrechnung erweise sich als nicht korrekt. Vom Steuerpflichtigen werde 

verlangt, dass für nicht realisiertes und nicht realisierbares Einkommen 

Steuern geleistet werden müssen.

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8. Mit Vernehmlassung vom 21. August 2019 beantragte die KStV (nachfol-

gend: Beschwerdegegnerin 1) die Beschwerdeabweisung unter gesetzli-

cher Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Der Beschwerdefüh-

rer habe die in der C._____ GmbH als Mietaufwand verbuchten Beiträge 

mittels der Barbezüge von PostFinance- und GKB-Konten in der Höhe von 

Fr. 40'300.-- als Mieterträge vereinnahmt. In steuerrechtlicher Sicht habe 

er diese Einkünfte realisiert, weshalb sie von der Beschwerdegegnerin 1 zu 

Recht aufgerechnet worden seien, eventuell läge eine Vorzugsmiete zu-

gunsten der C._____ GmbH als nahestehende Person vor.

9. Mit Replik vom 15. Oktober 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Rechtsbegehren fest. In prozessualer Hinsicht beantragte er folgende 

Punkte:

"2.1 E._____ AG, F._____, als Zeuge zu vernehmen oder bei demselben eine 
schriftliche Auskunft einzuholen;
2.2 D._____, Y._____, Geschäftsführerin der C._____ GmbH, als Zeugin zu 
vernehmen;
2.3 Eventualiter sei eine Expertise betreffend Geldfluss der sogenannten 
"Barabhebungen" durch die Geschäftsführerin D._____ einzuholen."

Begründend führte er aus, dass die Schlussfolgerungen der Beschwerde-

gegnerin 1 falsch seien. Die Geschäftsführerin D._____ habe unterschrift-

lich bestätigt, dass die Barabhebungen nicht aus der C._____ GmbH ab-

geflossen seien, sondern vielmehr für Aufwendungen oder Ausgaben der-

selben, die betriebsnotwendig waren, verwendet worden seien. Die Be-

schwerdegegnerin 1 mache im Übrigen zu Unrecht einen Eigengebrauch 

durch den Beschwerdeführer geltend und stütze sich dabei auf nicht aktu-

elle Schätzungswerte. Die Aufrechnung von Fr. 40'300.-- sei auch aus die-

sem Gesichtspunkt rechtswidrig.

10. Die Beschwerdegegnerin 1 hielt mit Duplik vom 18. November 2019 an ih-

ren Anträgen fest. Ergänzend beantragte sie die Abweisung der prozessu-

alen Anträge vom Beschwerdeführer. Die Mieten seien dem Beschwerde-

führer zugeflossen, wie aus der Jahresrechnung der C._____ GmbH er-

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sichtlich sei. Die Mieterträge seien aus steuerrechtlicher Sicht realisiert 

worden.

11. In Wahrung des "ewigen Replikrechts" reichte der Beschwerdeführer am 

25. November 2019 eine Triplik ein. Er hielt an den Beweisanträgen fest, 

weil die Sache ohne diese nicht spruchreif sei.

12. Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete am 28. November 2019 auf eine 

freiwillige Stellungnahme.

13. Mit Schreiben vom 14. Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer die Jah-

resrechnung der C._____ GmbH für das Jahr 2018 ein.

14. Am 24. März 2020 reichte der Beschwerdeführer die neue Schätzung vom 

23. März 2020 des Amts für Immobilienbewertung des Kantons Graubün-

den betreffend das Hotel-Restaurant B._____ ein. Er bat um die Berück-

sichtigung der Neu-Schätzung in der Urteilsfällung.

15. Mit Stellungnahme vom 22. April 2020 vertrat die Beschwerdegegnerin 1 

die Ansicht, dass die am 24. März 2020 eingereichte Bewertung nicht rele-

vant sei, eventuell sei die Beweiskraft zu überprüfen. In Bezug auf die frag-

liche Steuerperiode 2016 sei die Neu-Schätzung auch nicht aktueller und 

aussagekräftiger als die vorgängige amtliche Schätzung vom 23. Septem-

ber 2013.

16. Der Beschwerdeführer hielt mit Schreiben vom 5. Mai 2020 an seinen bis-

herigen Ausführungen fest, wobei er seine frühere Argumentation noch 

ausbaute. Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete in der Folge am 11. Mai 

2020 auf eine freiwillige Stellungnahme und verwies auf ihre früheren Ein-

gaben.

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, auf die angefochte-

nen Einspracheentscheide sowie auf die übrigen Akten wird, soweit erfor-

derlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Angefochten sind die Einspracheentscheide Kantons- und Gemeindesteu-

ern 2016 sowie direkte Bundessteuer 2016, welche jeweils am 21. Juni 

2019 erlassen wurden. Zur Behandlung der Beschwerde ist das Verwal-

tungsgericht örtlich zuständig (vgl. Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] und Art. 50 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kan-

tone und Gemeinden [StHG; SR 642.14] i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuer-

gesetzes für den Kanton Graubünden [StG; BR 720.00] bzw. Art. 29 Abs. 

2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern [GKStG; BR 

720.200]). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts, welche 

sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) ergibt, besteht ebenfalls. Der Beschwerdeführer 

ist als formeller und materieller Adressat der angefochtenen Einspra-

cheentscheide vom 21. Juni 2019 beschwert und er ist damit zur Beschwer-

deerhebung legitimiert (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formge-

recht (vgl. Art. 139 StG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

1.2. Der Beschwerdeführer bestreitet in der Beschwerde vom 10. Juli 2019, 

dass im Umfang von Fr. 40'300.-- effektiv ein Geldfluss stattgefunden hat. 

Bezüglich des restlichen Betrags von Fr. 19'700.-- akzeptiert er, dass diese 

als Liegenschaftsertrag aufgerechnet werden. Ohne Berücksichtigung des 

umstrittenen Einkommens von Fr. 40'300.-- würde für die Kantonssteuer 

2016 ein Steuerbetrag in der Höhe von Fr. 4'352.-- (gemäss Veranlagung: 

Fr. 8'651.--; Differenz: Fr. 4'299.--), für die Gemeindesteuer 2016 ein Steu-

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erbetrag in der Höhe von Fr. 7'096.-- (gemäss Veranlagung: Fr. 12'062.--; 

Differenz: Fr. 4'996.--) und für die direkte Bundessteuer 2016 ein Steuer-

betrag in der Höhe von Fr. 846.55 (gemäss Veranlagung: Fr. 3'182.--; Dif-

ferenz: Fr. 2'335.45) resultieren. Der Streitwert liegt somit bei 

Fr. 11'600.45.-- (Fr. 4'299.-- + Fr. 4'966.-- + Fr. 2'335.45), weshalb das Ge-

richt in Dreierbesetzung entscheidet (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 2 

und 3 e contrario VRG).

2. Ausgehend vom obgenannten Sachverhalt ist nachstehend die Rechtmäs-

sigkeit der angefochtenen Einspracheentscheide betreffend Kantons- und 

Gemeindesteuern 2016 sowie direkte Bundessteuern 2016 und damit die 

Frage zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 1 im Rahmen der Veranla-

gung der Steuerperiode 2016 beim Beschwerdegegner zu Recht eine Auf-

rechnung beim Liegenschaftsertrag von Fr. 40'300.-- vorgenommen hat 

(die Aufrechnung im Umfang der Buchung in Höhe von Fr. 19'700.-- auf 

das Kontokorrent des Beschwerdeführers wurde in der Beschwerde nicht 

angefochten bzw. ausdrücklich anerkannt). 

3. Zuerst sind jedoch in formell-rechtlicher Hinsicht die prozessualen Anträge 

des Beschwerdeführers zu prüfen. In der Replik vom 15. Oktober 2019 of-

feriert der Beschwerdeführer F._____ (Treuhänder) und D._____ (Ge-

schäftsführerin) als Zeugen einzuvernehmen. Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung darf auf weitere Beweisvorkehren verzichtet werden, 

wenn sich schon aufgrund der abgenommenen Beweise eine Überzeugung 

über den rechtserheblichen Sachverhalt bilden lässt und ohne Willkür in 

vorweggenommener Beweiswürdigung angenommen werden kann, dass 

weitere Beweiserhebungen an diesem Beweisergebnis nichts mehr zu än-

dern vermögen (sog. antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 229 

E.5.3. m.H.). In casu ist das Gericht bereits zu einer Überzeugung gelangt 

und ein weiterer Beweis würde an dieser nichts ändern. Analoges gilt für 

die Frage der Einholung einer Expertise betreffend Geldfluss. Daher ist auf 

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die Einvernahme von F._____ und D._____ als Zeugen und die verlangte 

Einholung einer Expertise gestützt auf die antizipierte Beweiswürdigung zu 

verzichten.

4.1. Gemäss Art. 21 Abs. 1 DBG bzw. Art. 22 Abs. 1 StG sind Erträge aus un-

beweglichem Vermögen steuerbar, insbesondere Einkünfte aus Vermie-

tung, Verpachtung, Nutzniessung oder sonstiger Nutzung (lit. a) sowie der 

Mietwert von Liegenschaften oder Liegenschaftsteilen, die dem Steuer-

pflichtigen aufgrund von Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungs-

rechtes für den Eigengebrauch zur Verfügung stehen (lit. b). Vermietet der 

Eigentümer eine Liegenschaft, stellt der Mietzins bei ihm grundsätzlich Ein-

kommen nach Art. 21 Abs. 1 lit. a DBG bzw. Art. 22 Abs. 1 lit. a StG dar. 

Bewohnt er die Liegenschaft selbst, hat er den Eigenmietwert nach Art. 21 

Abs. 1 lit. b DBG bzw. Art. 22 Abs. 1 lit. b StG zu versteuern. Dabei steht 

dem Eigentümer der Liegenschaft kein Wahlrecht zu: Erzielt er Erträge aus 

Fremdvermietung, sind diese von Gesetzes wegen anzugeben, und gleich-

zeitig entfällt für diese Wohnung die Pflicht zur Deklaration des Eigenmiet-

werts. Im Einkommenssteuerrecht gilt damit in Bezug auf Liegenschaften 

der Grundsatz, dass bei Eigengebrauch der Eigenmietwert und bei Vermie-

tung die Mietzinseinnahmen massgebend sind (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 2C_475/2016, 2C_476/2016 und 2C_477/2016 vom 30. November 

2016 E.2.1 m.H.).

Steuerrechtlich gilt Einkommen oder Ertrag als realisiert, sobald die steu-

erpflichtige Person Leistungen vereinnahmt oder zumindest einen festen 

Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich Verfügen kann 

("Soll-Methode"). Auf den Zeitpunkt der tatsächlichen Erfüllung des An-

spruchs kommt es grundsätzlich nicht an. Von der "Soll-Methode" wird in 

der Steuerpraxis nur abgewichen, soweit die Erfüllung der Forderung als 

besonders unsicher erscheint. Dann wird mit der Besteuerung bis zur Er-

füllung zugewartet ("Ist-Methode"). Abzustellen ist demnach auf den Zeit-

punkt, in dem der Steuerpflichtige eine rechtlich und tatsächlich durchsetz-

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bare Forderung auf die einkommensbildende Leistung erworben hat. Es 

muss dabei hinsichtlich des Bestands und des Umfangs der Forderung Ge-

wissheit bestehen. Dabei genügt es, wenn die Höhe der Forderung nach 

objektiven Kriterien bestimmbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_505/2017 vom 21. November 2018 E.7.2 ff.).

4.2. Im Einzelnen macht der Beschwerdeführer geltend, dass die Beschwerde-

gegnerin 1 der C._____ GmbH vorgegeben habe, einen Mindestmietzins 

von Fr. 60'000.-- zu verbuchen, unabhängig davon, ob die Gesellschaft sol-

che Mieten abführte bzw. wirtschaftlich in der Lage sei, solche zu bezahlen.

Weiter seien die Bezüge respektive Belastungen nicht zugunsten vom Be-

schwerdeführer erfolgt. Die Ausgaben seien zugunsten der Küche, des Kel-

lers, der Reinigung/Wäsche, des Verbrauchsmaterials und zugunsten von 

diversen Ausgaben erfolgt. Aus beschwerdeführerischer Sicht sei lediglich 

entscheidend, dass kein Geld geflossen sei, und auch nicht davon auszu-

gehen sei, dass er ein Guthaben in dieser Höhe von der praktisch zah-

lungsunfähigen C._____ GmbH realisieren könne. Der Beschwerdeführer 

ist der Meinung, dass mit einer entsprechenden Besteuerung bis zu einer 

effektiven Erfüllung zugewartet werden müsse. Die steuerliche Aufrech-

nung zu Lasten der Einkünfte des Beschwerdeführers in der Höhe von 

Fr. 40'300.-- sei nicht korrekt.

4.3. Die Beschwerdegegnerin 1 hält hingegen fest, dass die Liegenschaft Hotel-

Restaurant B._____ in Y._____ im zivilrechtlichen Eigentum des Be-

schwerdeführers sei. Er vermiete die Liegenschaft an die C._____ GmbH, 

deren Stammanteile sich vollumfänglich in seinem Eigentum befänden.

In der Erfolgsrechnung der C._____ GmbH sei im Zusammenhang mit der 

Miete ein Mietaufwand von Fr. 60'000.-- erfolgswirksam verbucht worden. 

Die umstrittenen Aufwendungen seien mit dem Buchungstext "Barbezug" 

gegen das PostFinance-Konto bzw. das GKB-Konto gebucht. Dies werde 

durch den für die Buchhaltung der C._____ GmbH zuständigen Treuhänder 

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F._____ mit E-Mail vom 8. Mai 2019 an den Vertreter des Beschwerdefüh-

rers bestätigt. Somit stehe fest, dass die entsprechenden Beträge aus der 

C._____ GmbH abgeflossen seien. Entgegen der Auffassung des Be-

schwerdeführers sei der umstrittene Geldfluss in der Höhe von Fr. 40'300.-- 

damit erstellt.

Eine anschliessende Verwendung der Barbezüge zur Begleichung von 

Ausgaben der C._____ GmbH durch die Geschäftsführerin sei eine ver-

deckte Kapitaleinlage des Beschwerdeführers als Anteilshaber in die ei-

gene GmbH, welche nicht vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht 

werden könne. Fakt sei, dass der Beschwerdeführer die in der GmbH als 

Mietaufwand verbuchten Beträge mittels Barbezüge vom Post-Finance- 

und GKB-Konto in der Höhe von Fr. 40'300.-- als Mieterträge vereinnahmte 

und er nach der Entnahme aus der GmbH über die entsprechende Summe 

frei verfügen konnte. In steuerrechtlicher Hinsicht habe er diese Einkünfte 

damit realisiert.

4.4. Für den vorliegenden Fall ergibt sich aus den Grundsätzen der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung folgendes: Die Mietzinsforderung 2016 war 

zum Ende des Jahres 2016 nach objektiven Kriterien bestimmbar und in 

den Büchern der C._____ GmbH verbucht. Dies ist einerseits aus dem 

Kontoauszug der C._____ GmbH ersichtlich, gemäss welchem die als 

Mietaufwand verbuchten Beträge in der Höhe von Fr. 40'300.-- in bar be-

zogen wurden (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 3). Sodann 

kann der Barbezug der obgenannten Summe auf den Belegen der Bargeld-

bezüge von der PostFinance und der GKB entnommen werden (vgl. Bg-

act. 9-16). Diese Verbuchungen und Bezüge bestätigte auch der zustän-

dige Treuhänder mit E-Mail vom 8. Mai 2019 an den Vertreter des Be-

schwerdeführers (vgl. Bg-act. 20). Mit der Beschwerdegegnerin 1 ist folg-

lich festzuhalten, dass der Geldfluss in der Höhe von Fr. 40'300.-- erstellt 

ist.

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Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass mit den oben erwähnten 

Barbezügen gewisse Ausgaben der C._____ GmbH finanziert worden 

seien, ist ihm nicht zu folgen. Dafür finden sich in den Akten keine Belege. 

Es wäre am Beschwerdeführer gelegen, als Eigentümer der GmbH mit Zu-

griff auf sämtliche Belege der Gesellschaft, die Nachweise einzureichen, 

dass die (teils hohen) Barbezüge tatsächlich für Auslagen für den Betrieb 

eingesetzt wurden. Es ist daher davon auszugehen, dass die Geschäfts-

führerin D._____ die Mieteinnahmen in bar abgehoben hat, um sie ansch-

liessend an den Beschwerdeführer auszuhändigen. Es ist folglich davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer über die Mieterträge nach der 

Entnahme aus der GmbH frei verfügen konnte. Dies trifft selbst dann zu, 

wenn der Beschwerdeführer keinen unmittelbaren Besitz an den Barabhe-

bungen erhalten haben sollte. Die Geschäftsführerin, D._____, war nämlich 

zumindest zur fraglichen Zeit dessen Lebensgefährtin. Die Barbezüge 

wären folglich in steuerrechtlicher Hinsicht dem Beschwerdeführer als Ein-

kommen zuzurechnen. Damit hat er diese Einkünfte realisiert. 

Falls D._____ tatsächlich die obgenannten behaupteten Ausgaben getätigt 

haben sollte, würden diese Bezüge/Ausgaben in der Folge verdeckte Ka-

pitaleinlagen des Beschwerdeführers als Anteilsinhaber in die eigene 

GmbH darstellen, welche gemäss Art. 60 lit. a DBG bzw. Art. 82 Abs. 1 lit. a 

StG nicht vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden können.

4.5. Den weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers, dass mit der Besteu-

erung bis zur effektiven Erfüllung zugewartet werden müsse, ist nicht zu 

folgen. Vorliegend wurden die Fr. 60'000.-- als Mietaufwand in der Erfolgs-

rechnung der C._____ GmbH verbucht. Wenn keine Mietzahlungen geleis-

tet worden wären respektive wenn die Barabhebungen tatsächlich für die 

Deckung anderer Ausgaben erfolgt wären, dann hätten diese nicht bzw. 

unter einem anderen Konto verbucht werden müssen. Ausserdem hätte die 

Erfolgsrechnung für das Jahr 2016 dann keinen Mietaufwand ausweisen 

dürfen (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 5). Auch kann der An-

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sicht des Beschwerdeführers, dass die C._____ GmbH im Jahr 2016 prak-

tisch zahlungsunfähig war, nicht gefolgt werden. Selbst mit dem verbuchten 

Mietaufwand wies die C._____ GmbH am 31. Dezember 2016 nämlich 

noch einen Aktivenüberschuss von Fr. 10'828 aus (vgl. Bf-act. 5 S. 3).

5. Selbst wenn die Fr. 40'300.-- nicht an den Beschwerdeführer geflossen 

wären, hätte die Beschwerdegegnerin 1 vorliegend zu Recht diesen Betrag 

als Liegenschaftsertrag in der Veranlagungsverfügung 2016 aufrechnen 

dürfen (zusätzlich zu der unstrittigen Aufrechnung der Kontokorrentgut-

schrift in Höhe von Fr. 19'700.--). Gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. b DBG bzw. 

Art. 22 Abs. 1 lit. b StG ist der Mietwert von Gebäuden, die sich der Steu-

erpflichtige kraft Eigentums oder eines Nutzungsrechtes für den Eigenge-

brauch zur Verfügung hält, steuerbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

2C_475/2016, 2C_476/2016 und 2C_477/2016 vom 30. November 2016 

E.2.1).

5.1. Vermietet der Eigentümer seine Liegenschaft zu einem stark reduzierten 

Mietzins mit der Folge, dass er nur die (geringen) Mieteinnahmen, nicht 

aber den Eigenmietwert zu versteuern hat, stellt sich die Frage, ob ihm der 

Betrag aufzurechnen ist, um den der steuerlich massgebliche Eigenmiet-

wert den vereinbarten Mietzins übersteigt. Gemäss Art. 22 Abs. 5 StG ist 

der Eigenmietwert auch dann steuerbar, wenn ein Grundstück zu einem 

erheblich vom Marktwertpreis abweichenden Mietzins an eine naheste-

hende Person vermietet oder verpachtet wird. Allerdings rechtfertigt nicht 

jede Differenz zwischen Eigenmietwert und finanzieller Abgeltung an den 

Eigentümer eine Aufrechnung. Die steuerliche Erfassung ist nur am Platz, 

wenn ein bedeutender Differenzbetrag resultiert bzw. wenn eine Steuerum-

gehung resultiert. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird eine 

Steuerumgehung angenommen, wenn (1.) eine von den Beteiligten ge-

wählte Rechtsgestaltung als ungewöhnlich ("insolite"), sachwidrig oder ab-

sonderlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unange-

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messen erscheint (sog. objektives Element), (2.) anzunehmen ist, dass die 

gewählte Rechtsgestaltung missbräuchlich lediglich deshalb getroffen 

wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der Ver-

hältnisse geschuldet wären (sog. subjektives Element), und (3.) das ge-

wählte Vorgehen tatsächlich zu einer erheblichen Steuerersparnis führen 

würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde (Urteile 

des Bundesgerichts 2C_475/2016, 2C_476/2016 und 2C_477/2016 vom 

30. November 2016 E.2.2).

5.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass es sich bei der C._____ GmbH 

nicht um eine ihm nahestehende Person handelt, weshalb er den Eigen-

mietwert nicht versteuern müsste. Nahestehende Personen sind gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber auch Personen, denen der Akti-

onär erlaubt, die Gesellschaft wie eine eigene zu benutzen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_557/2010 E.2.2. m.H.). Der Beschwerdeführer ist allei-

niger Eigentümer der C._____ GmbH. Er selbst ist bzw. war zwar nicht 

zeichnungsberechtigt. Jedoch war und ist seine damalige Lebensgefährtin 

einzelzeichnungsberechtigt und kann die C._____ GmbH somit wie ihre ei-

gene benutzen. Somit handelt es sich bei D._____, welche für die C._____ 

GmbH handelt, und bei der C._____ GmbH aus Sicht des Beschwerdefüh-

rers um nahestehende Personen. Mit anderen Worten verbleibt dem Be-

schwerdeführer ein gewisser Zugriff auf das Mietobjekt (BGE 146 II 97 

E.2.5.5).

5.3. Der vom Marktmietwert abweichende, angeblich tatsächlich bezahlte Miet-

zins von Fr. 19'700.--, ist vorliegend nur auf das Näheverhältnis zwischen 

Vermieter (Alleineigentümer) und Mieterin (GmbH vertreten durch 

D._____) zurückzuführen. Immer vorausgesetzt, der angeblich vereinbarte 

Mietzins von jährlich Fr. 60'000.-- sei im Umfang von Fr. 40'300.-- erlassen 

worden. Aus den Akten ist nicht ersichtlich und der Beschwerdeführer hat 

nicht dargelegt, dass der angeblich nicht bezahlte (Rest-)

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Mietzins überhaupt eingefordert wurde oder von vornherein uneinbringlich 

gewesen sei. 

5.4. Der Eigenmietwert des Hotel-Restaurants B._____ wurde in der amtlichen 

Bewertung vom 23. September 2013 rechtskräftig auf Fr. 60'000.-- festge-

setzt. Der vorliegend tatsächlich erwirtschaftete Mietpreis liegt bei 

Fr. 19'700.-- (Fr. 60'000.-- minus Fr. 40'300.--). Gemäss Urteil des Verwal-

tungsgerichts A 8 30 vom 10. Oktober 2008, kann bereits bei einem Unter-

schied von 20 % von einer erheblichen Differenz gesprochen werden. Die 

Gutschrift/Verrechnung mit dem Kontokorrent des Beschwerdeführers um-

fasste weniger als 50 % des Eigenmietwerts von Fr. 60'000.--. Auch 

gemäss den obgenannten Kriterien der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung wäre somit mit der Beschwerdegegnerin 1 von einem Eigenge-

brauch des Beschwerdeführers als Eigentümer der Liegenschaft auszuge-

hen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_475/2016, 2C_476/2016 und 

2C_477/2016 vom 30. November 2016 E.2.2). 

5.5. Der Beschwerdeführer bringt sodann eine "Neu-Schätzung" (Verfügung 

über ein nichtlandwirtschaftliches Grundstück) vom 23. März 2020 vor und 

verlangt, dessen Verwendung für die Veranlagungsverfügung 2016. Be-

gründet wird dieser Antrag damit, dass die "Neu-Schätzung" aussagekräf-

tiger sei, als die amtliche Schätzung vom 23. September 2013. In der amt-

lichen Schätzung vom 23. September 2019 wurde der Mietwert auf 

Fr. 60'000.-- festgelegt. Die neue Schätzung vom 23. März 2020 legt den 

Mietwert bei Fr. 36'000.-- fest. Die Argumente des Beschwerdeführers ver-

mögen jedoch nicht durchzudringen. Im vorliegenden Fall geht es um das 

Steuerjahr 2016, weshalb die amtliche Schätzung vom 23. September 

2013 zeitlich näher liegt, als die Schätzung vom 23. März 2020. Es ist zu-

dem mit der Beschwerdegegnerin 1 festzuhalten, dass der Beschwerde-

führer die Liegenschaft in der Steuererklärung 2016 mit dem Vermögens-

steuerwert von Fr. 800'000.-- deklarierte. Die Gegenüberstellung mit den 

- 15 -

amtlichen Steuerwerten von Fr. 831'000.-- (gemäss amtlicher Schätzung 

vom 23. September 2013) bzw. Fr. 534'000.-- (gemäss amtlicher Schät-

zung vom 23. März 2020) zeigt, dass die selbst deklarierten Steuerwerte 

des Beschwerdeführers näher bei der Schätzung vom 23. September 2013 

liegen. Auch dieses Element spricht ebenfalls dafür, dass vorliegend auf 

den Mietwert gemäss amtlicher Schätzung vom 23. September 2013 

(Fr. 60'000.--) abzustellen ist.

6. Zusammenfassend kann folglich festgehalten werden, dass der Beschwer-

deführer die in der C._____ GmbH als Mietaufwand verbuchten Beträge 

mittels Barbezüge in der Höhe von Fr. 40'300.-- und mittels Gutschrift auf 

dem Kontokorrent (Fr. 19'700.--) als Mieterträge vereinnahmte. Die Auf-

rechnung bei der Steuerveranlagung des Beschwerdeführers im Umfang 

von Fr. 60'000.-- erfolgte somit zu Recht. Die Beschwerde ist demnach ab-

zuweisen.

7. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Verfahrenskosten in der Höhe 

von Fr. 1'500.-- gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des Beschwerde-

führers. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Auf-

gaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der 

Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtli-

chen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein 

Anlass.

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 424.--

zusammen Fr. 1'924.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]