# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf696abb-3124-5bc4-982e-d6fc9a87f259
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-23
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 23.11.2017 BK 2017 322
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-322_2017-11-23.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 322

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. November 2017

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Stucki, Oberrich-
ter in Bratschi
Gerichtsschreiberin Beldi

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigte 1/Beschwerdeführerin

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Entschädigung/Verfahrenskosten (teilweise Einstellung)

Strafverfahren wegen strafbaren Vorbereitungshandlungen zu 
vorsätzlicher Tötung und Drohung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 27. Juli 2017 (BM 14 42864)

2

Regeste:

Art. 426 Abs. 2 StPO; Verwertbarkeit von Beweismitteln

Ist ein von Privaten rechtswidrig erlangtes Beweismittel in der eigentlichen Strafuntersu-
chung verwertbar, so ist es auch bei der Prüfung der Nebenfolgen verwertbar (E. 5.3). 

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) eröffnete am 21. Oktober 2014 gegen das Ehepaar A.________ und 
C.________ eine Strafuntersuchung wegen strafbaren Vorbereitungshandlungen 
zu vorsätzlicher Tötung. Am 16. September 2015 dehnte sie das Verfahren auf den 
Tatbestand der Drohung aus. Ferner ermittelte sie gegen C.________ wegen Wi-
derhandlungen gegen das Waffengesetz sowie Drohung und Beschimpfung, be-
gangen am 7. März 2015 (Ausdehnungsverfügung vom 16. April 2015). Soweit die 
Vorwürfe der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu vorsätzlicher Tötung und der 
(in diesem Zusammenhang stehenden) Drohung betreffend, stellte die Staatsan-
waltschaft das Verfahren gegen das Ehepaar A.________ und C.________ am 
27. Juli 2017 ein. Sie auferlegte A.________ die auf diesen Teil des Verfahrens 
entfallenden Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 7‘325.50 (CHF 5‘360.90 für 
Gebühren und Auslagen sowie CHF 1'964.60 für das – ebenfalls auf diesen Teil 
des Verfahrens entfallende – Honorar des amtlichen Rechtsbeistands der Privat-
klägerin, E.________ [Dispositiv-Ziff. 2]). Ferner verfügte die Staatsanwaltschaft, 
dass A.________ keine Entschädigung oder Genugtuung ausgerichtet werde (Dis-
positiv-Ziff. 3). Gegen die Auferlegung von Verfahrenskosten und Nichtausrichtung 
einer Entschädigung/Genugtuung erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerde-
führerin), verteidigt durch Fürsprecher B.________, am 9. August 2017 Beschwer-
de. Darin stellte sie folgende Rechtsbegehren:

1. Es seien die Ziffern 2 und 3 der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27. Juli 2017 aufzuhe-
ben. 

2. Die Verfahrenskosten für das Vorverfahren seien dem Staat aufzuerlegen. 

3. Der Beschwerdeführerin sei für das Vorverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von 
CHF 8'830.57 auszurichten. 

4. Der Beschwerdeführerin sei für das Vorverfahren eine angemessene Genugtuung auszurichten. 

5. Die Verfahrenskosten für das Beschwerdeverfahren seien dem Staat aufzuerlegen. 

6. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung gemäss 
noch einzureichender Honorarnote auszurichten.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte am 22. August 2017 die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde. In ihrer innert gewährter Fristerstreckung eingereich-
ten Replik vom 3. Oktober 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Begehren 
fest.

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 

3

Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts 
[OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerdeführerin ist durch die Verpflichtung zur 
Übernahme der Verfahrenskosten und die Nichtausrichtung einer Entschädi-
gung/Genugtuung unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen 
und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- 
und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Das mit der Einstellungsverfügung rechtskräftig abgeschlossene Verfahren basiert 
auf einer Anzeige von F.________, Sohn der Beschwerdeführerin und von 
C.________, vom 17. Oktober 2014. In dieser warf F.________ seinen Eltern vor, 
Vorbereitungen zur vorsätzlichen Tötung von E.________, der Lebenspartnerin 
seines Bruders G.________, getroffen zu haben. Dazu führte er aus, dass seine El-
tern und seine Schwester, H.________, mit der Beziehung von G.________ und 
E.________ – u.a. wegen des Altersunterschieds und der ausländischen Staatsan-
gehörigkeit von E.________ – nicht einverstanden seien und befürchten würden, 
dass die beiden heiraten würden. Nachdem seine Schwester auf dem Internet in 
Erfahrung gebracht habe, dass E.________ sich prostituiert habe, sei täglich darü-
ber gesprochen worden, wie das Problem «E.________» gelöst bzw. die Trennung 
der beiden herbeigeführt werden könne. Dabei sei auch darüber gesprochen wor-
den, E.________ umzubringen («so was wie der perfekte Mord», «Treppensturz», 
«Schlag an den Solarplexus oder an die Ohren, was besser sein könnte, als ein 
Treppensturz» [Einvernahmeprotokoll F.________ vom 17. Oktober 2014, Z. 50-53 
und Z. 72-75]). 

Davon in Kenntnis gesetzt, verzichteten G.________ und E.________ darauf, nach 
ihren Ferien in ihre Wohnung zurückzukehren, da sich diese in der gleichen Lie-
genschaft wie diejenige der Eltern und Schwester befand. Die Beschwerdeführerin, 
ihr Ehemann sowie ihre Tochter H.________ und deren Freund I.________ wurden 
am 22. Oktober 2014 in ihren Wohnungen angehalten und vorläufig festgenom-
men. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme bestritten sie, Gewaltdelikte gegen 
E.________ besprochen oder geplant zu haben. Gegenüber der Staatsanwalt-
schaft machten sie von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. 

Aktenkundig ist ferner, dass die Beschwerdeführerin und H.________ Kontakt mit 
einer bei der Migrationsbehörde angestellten Bekannten hatten und so zu Informa-
tionen über E.________ gelangt sind. Dieser gegenüber äusserten sie zudem die 
Befürchtung der illegalen Prostitution.

3.2 Am 7. November 2017 reichte F.________ bei der Staatsanwaltschaft eine 
Tonaufnahme ein, welche er am 16. Oktober 2014 in der Wohnung seiner Eltern 
aufgezeichnet haben will und welche seine Vorwürfe bestätigen würden. 

Konkret kann der Aufnahme entnommen werden, dass die Gesprächsteilnehmer 
zunächst vorhatten, mit G.________ zu reden (00:14). Im Verlauf der aufgezeich-
neten Unterhaltung wurde auf die Frage, was nun zu machen sei (02:39), 

4

verschiedene Vorschläge gemacht («ihr die Haare auszureissen» [01:57], «ihr die 
Haare ganz kurz zu schneiden» [02:02], «ihr „Füditätsch" zu geben», «ihr mit 
einem Lineal den „Arsch zu versohlen“» [02:40 und 03:05], ihr klarmachen, dass 
«sie morn nüm wird erläbe» [03:12] oder ihr mit ihrer und G.________'s Steinigung 
zu drohen [03:23]). Die Vorschläge münden im Fazit: «Klar, eifach säge, sie chönn 
jetz go. Es sig sowieso niemer me do, wo zu ihre wird luege. Und sie söll 
verschwinde, süsch bringe mir sie um» (03:42). Danach wird bedauert, dass 
niemand von ihnen Psychiater oder Arzt sei, der einfach etwas «spritzen» könne. 
Es wird die orale Verabreichung eines Medikamentencocktails aus Rohypnol und 
Ritalin vorgeschlagen und über verschiedene Personen aus dem Bekanntenkreis 
gesprochen, die in der Pflege und Medizin arbeiten würden (03:38-05:20). Eine 
männliche Person gibt auf Frage an, dass er Spritzen und Infusionen 
verabreichen könne, er es so machen würde, dass rein äusserlich nichts 
erkennbar wäre, worauf auf Bemerkung einer weiblichen Person, dass dies Dr. 
Frankenstein ähnle, alle lachen.

3.3 In ihrer Einstellungsverfügung vom 27. Juli 2017 gelangte die Staatsanwaltschaft 
zusammengefasst zum Schluss, dass das aufgezeichnete Gespräch mehr einem 
unzivilisierten, geschmacklosen Gerede ähneln würde, als einer planmässigen or-
ganisatorischen Vorkehrung, aus welcher die Absicht abgeleitet werden könnte, ei-
ne der in Art. 260bis Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 
311.0) aufgezählten Straftaten auszuführen. Weder sei eine bestimmte Vorge-
hensweise entschieden worden noch hätten ernst zu nehmende Zusagen auf eine 
Beteiligung vorgelegen. 

Ungeachtet dessen auferlegte die Staatsanwaltschaft der Beschwerdeführerin we-
gen rechtswidrig und schuldhaft bewirkter Einleitung des Verfahrens die Verfah-
renskosten und verzichtete auf die Ausrichtung einer Entschädigung und Genugtu-
ung. Dies mit der Begründung, dass die Beschwerdeführerin durch die von ihr initi-
ierten Gespräche, wie E.________ aus der Familie verbannt werden könnte, gegen 
den Grundsatz „neminem laedere" bzw. gegen Art. 28 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) verstossen habe. Ihr unter zivilrechtlichen 
Gesichtspunkten vorwerfbares Verhalten sei geeignet gewesen, zwecks 
weiterer Abklärungen die Eröffnung einer Strafuntersuchung zu veranlassen. 

4. Wird das Verfahren gegen die beschuldigte Person eingestellt, so wird sie 
grundsätzlich von der Kostentragung befreit (Umkehrschluss aus Art. 426 Abs. 1 
StPO). Ausnahmsweise aber können ihr die Verfahrenskosten trotz Einstellung 
auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Ver-
fahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 
StPO). Unter den gleichen Voraussetzungen können nach Art. 430 Abs. 1 Bst. a 
StPO eine Entschädigung und Genugtuung herabgesetzt oder verweigert wer-
den.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verstösst eine Kostenauflage bei 
Freispruch oder Einstellung des Verfahrens gegen die Unschuldsvermutung 
(Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) und Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze 

5

der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]), wenn der beschul-
digten Person in der Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vorge-
worfen wird, es treffe sie ein strafrechtliches Verschulden. Damit käme die Kosten-
auflage einer Verdachtsstrafe gleich. Dagegen ist es mit Verfassung und Konventi-
on vereinbar, einer nicht verurteilten beschuldigten Person die Kosten zu überbin-
den, wenn sie in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen eine geschriebene oder 
ungeschriebene Verhaltensnorm (z.B. Art. 28 ZGB) klar verstossen und dadurch 
die Einleitung des Strafverfahrens veranlasst hat. In tatsächlicher Hinsicht darf sich 
die Kostenauflage nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände 
stützen (BGE 120 Ia 147 E. 3b, 119 Ia 332 E. 1b, 112 Ia 371 E. 2a; Urteile 
6B_1172/2016 vom 29. August 2017 E. 1.3, 6B_170/2016 vom 5. August 2016 
E. 1.1, 6B_1247/2015 vom 15. April 2016 E. 1.3, je mit Hinweisen). Ferner muss 
zwischen dem zivilrechtlich vorwerfbaren Verhalten sowie den durch die Untersu-
chung entstandenen Kosten ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen (BGE 
116 Ia 162 E. 2c; Urteile 6B_877/2016 vom 13. Januar 2017 E. 3.2, 6B_1247/2015 
vom 15. April 2016 E. 1.3, 6B_241/2015 vom 26. Januar 2016 E. 1.3.2). 

5. Vorab beruft sich die Beschwerdeführerin, welche die angezeigten Gesprächsinhal-
te von Beginn an bestritten hat, auf Unverwertbarkeit der Tonaufnahme vom 
16. Oktober 2014. 

5.1 Es ist unbestritten, dass die Aufnahme ohne Einwilligung der am Gespräch teil-
nehmenden Personen und damit nicht rechtmässig erfolgt ist (vgl. Art. 179ter StGB). 
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht in Anlehnung an die Doktrin davon 
aus, dass von Privaten rechtswidrig erlangte Beweismittel nur verwertbar sind, 
wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt werden 
können und kumulativ dazu eine Interessenabwägung für deren Verwertung spricht 
(Urteile 6B_1241/2016 vom 17. Juli 2017 E. 1.2.2, 6B_786/2015 vom 8. Februar 
2016 E. 1.2, 6B_983/2013 und 6B_995/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.2, 
1B_22/2012 vom 11. Mai 2012 E. 2.4.4; ferner Urteil des Bundesgerichts 
1B_75/2017 vom 16. August 2017 [zur Publ. vorgesehen], welches die Verwertbar-
keit von privat erstellen Videoaufnahmen im Rahmen von Art. 141 Abs. 2 StPO 
prüft, was im Ergebnis indessen nichts daran ändert, dass so oder anders eine In-
teressenabwägung vorzunehmen ist). Bei von Privaten rechtswidrig erlangten Be-
weismitteln gilt somit kein prinzipielles Verwertungsverbot (Urteil des Bundesge-
richts 1B_76/2016 vom 30. März 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf GLESS, in: Basler 
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 40c zu Art. 141 
StPO). 

5.2 Dass die Strafverfolgungsbehörden das strittige Beweismittel selber rechtmässig 
hätten erlangen können, kann nicht ernsthaft angezweifelt werden. Daran ändert 
nichts, dass sich der Vorwurf gegenüber der Beschwerdeführerin nicht erhärtet und 
das Verfahren schliesslich in einer Einstellung geendet hat. Im fraglichen Zeitpunkt 
(16. Oktober 2014) hätten die Strafverfolgungsbehörden technische Überwa-
chungsgeräte einsetzen können, wenn ihnen bekannt gewesen wäre, dass die Be-
schwerdeführerin (möglicherweise) Vorbereitungshandlungen zur vorsätzlichen 
Tötung trifft (Art. 280 f. i.V.m. Art. 269-279 StPO, insbes. Art. 269 Abs. 2 Bst. a 
StPO).

6

5.3 Hinsichtlich der Interessenabwägung hält die Beschwerdeführerin dafür, dass diese 
zu Gunsten der persönlichen Interessen ausfallen müsse, da sich im Rahmen der 
Kostenverlegung eine andere Interessenabwägung als im Rahmen der eigentlichen 
Strafuntersuchung aufdränge. Vorliegend gehe es auf Seiten der öffentlichen Inter-
essen nicht mehr darum, ob sie sich strafrechtlich verantwortlich gemacht habe (In-
teresse an der Wahrheitsfindung), sondern nur noch darum, ob ihr ein prozessua-
les Verschulden angelastet werden könne, so dass der Staat keine finanziellen 
Folgen zu tragen habe. 

Die Argumentation der Beschwerdeführerin greift zu kurz. Zwar trifft zu, dass das 
Bundesgericht mit Urteil 1P.826/2006 vom 15. Mai 2007 bei der Frage der Verwer-
tung von Beweismitteln eine Differenzierung zwischen eigentlicher Strafuntersu-
chung einerseits und Nebenfolgen einer Strafuntersuchung andererseits vorge-
nommen hat. Daraus kann nun aber nicht abgeleitet werden, es habe im Rahmen 
der Nebenfolgen einer Strafuntersuchung stets eine andere/von der eigentlichen 
Strafuntersuchung differenzierte Interessenabwägung stattzufinden, welche im Er-
gebnis darauf hinausliefe, dass das diesbezügliche öffentliche Interesse anders – 
oftmals weniger schwer – gewichtet würde. Ist ein Beweismittel in der eigentlichen 
Strafuntersuchung verwertbar, ist es dies auch für die Prüfung der Nebenfolgen. 
Würde sich vorliegend die Frage der Beweisverwertung in der eigentlichen Strafun-
tersuchung stellen, würde die entsprechende Interessenabwägung zugunsten der 
öffentlichen Interessen ausfallen. Das Interesse des Staates an der Aufklärung der 
Frage, ob die Beschwerdeführerin strafbare Vorbereitungshandlungen zu einer 
Tötung getroffen hat, muss höher gewichtet werden als das Recht der Beschwer-
deführerin auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens. Dies gilt ungeachtet der 
Tatsache, dass vorliegend die Strafbarkeit gegenüber anderen Delikten weit vorge-
lagert ist, d.h. sich die beschuldigte Person eines Handelns, nämlich einer Vorbe-
reitungshandlung, strafrechtlich zu verantworten hat, das bei anderen Delikten 
straflos ist.   

Zu einem anderen Ergebnis hätte die Interessenabwägung in der Strafuntersu-
chung geführt, welche dem Bundesgerichtsurteil 1P.826/2006 zugrunde gelegen 
hatte. Dort ging es um die Frage der Verwertbarkeit einer Zeugeneinvernahme. Die 
fragliche Einvernahme wurde ohne Gewährung des Konfrontationsrecht durchge-
führt, mit der Folge, dass diese gestützt auf die kantonalen Strafprozessrechtsbe-
stimmungen wegen Nichtigkeit für die eigentliche Strafuntersuchung nicht verwert-
bar gewesen wäre. Im Zusammenhang mit den Nebenfolgen (Kostenauflage an die 
beschuldigte Person trotz Einstellung des Verfahrens) schützte das Bundesgericht 
die vorinstanzlichen Ausführungen, wonach bei der Prüfung der Nebenfolgen ein 
anderer Massstab angelegt werden könne und die strafprozessuale Bestimmung 
betreffend Folgen des Nichtbeachtens des Konfrontationsrechts nicht unmittelbar 
Anwendung fänden. 

Eine solche Konstellation (wie im Urteil 1P.826/2006) liegt hier – wie erwähnt – 
nicht vor, so dass auf die beschwerdeführerische Argumentation nicht abgestellt 
werden kann.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Tonaufnahme vom 16. Oktober 2014 
für die Festlegung der Nebenfolgen verwertbar ist.

7

8

6.

6.1 Die Staatsanwaltschaft begründet das für die Einleitung des Strafverfahrens mass-
gebliche prozessuale Verschulden der Beschwerdeführerin damit, dass die der An-
zeigeerstattung und der Einleitung der Strafuntersuchung zugrunde liegenden Ge-
spräche betreffend «Loswerden» von E.________ gegen den Grundsatz «nemi-
nem laedere» verstossen hätten (dazu nachfolgend E. 7) und die Beschwerdefüh-
rerin diese initiiert habe.

6.2 Wie zuvor erwähnt (E. 4), rechtfertigt sich eine Kostenauflage nur, wenn sich der 
Vorwurf des prozessualen Verschuldens bzw. der Verstoss gegen eine Verhaltens-
norm auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände stützen lässt. 
Hierzu bringt die Beschwerdeführerin vor, dass nur dann von «klar nachgewiese-
nen Umständen» ausgegangen werden dürfe, wenn keine Zweifel daran bestün-
den, dass die angezeigten Gespräche stattgefunden hätten. Davon könne nach ei-
ner Würdigung sämtlicher Beweismittel indessen nicht gesprochen werden. Die 
Schlussfolgerung der Generalstaatsanwaltschaft basiere auf einer unvollständigen 
Beweiswürdigung, beziehe sie sich doch nur auf die Tonaufnahme vom 16. Okto-
ber 2014, die Aussagen der Gebrüder F.________ und G.________, die innerfami-
liäre Interessenlage und die Aussage des Ehepaars A.________ und C.________ 
gegenüber der Polizei, anlässlich welcher sie implizit zugegeben hätten, dass man 
E.________ nicht in der Familie habe haben wollen. Nicht berücksichtigt habe sie 
die Aussagen der weiteren, angeblich involvierten Personen, nämlich der Tochter 
der Beschwerdeführerin (H.________) und deren Lebenspartner I.________. Die-
sen könne jedoch entnommen werden, dass keine Absprachen bezüglich eines de-
liktischen Vorgehens stattgefunden hätten und somit keine Tötung geplant worden 
sei. Dass die Beschwerdeführerin «Initiatorin» gewesen sein soll, sei von diesen 
ebenfalls verneint worden. Würden die unterschiedlichen Aussagen und die inner-
familiäre Interessenlage vor Augen geführt, sei keineswegs «klar nachgewiesen», 
dass Gespräche mit dem Inhalt «umbringen» und «perfekter Mord» geführt worden 
seien. Auch wenn allenfalls einzelne Indizien darauf hinweisen würden, dass sich 
die Gespräche wie angezeigt abgespielt haben könnten, bestünden genügend an-
dere Indizien, die den gegenteiligen Schluss zuliessen. 

Im Übrigen könne selbst die innerfamiliäre Interessenlage bzw. die angespannte 
Familiensituation ebenso gut dafür sprechen, dass die bestrittenen Gespräche 
eben gerade nicht stattgefunden hätten. Es erscheine nicht als abwegig, dass 
F.________ aufgrund des Umstands, dass er die angespannte Familiensituation 
einfach nicht mehr habe aushalten können, der Beschwerdeführerin Worte unter-
stellt habe, die sie so nicht gesagt habe. 

Nicht unberücksichtigt könne ferner die Tatsache bleiben, dass F.________ früher 
gegenüber Medizinern von Gedächtnisproblemen berichtet habe, diese ihm kogni-
tive Einschränkungen, mit v.a. ausgeprägter Sprachproblematik, attestiert hätten, 
weshalb er auch seit mehreren Jahren eine volle Invalidenrente beziehe. Vor die-
sem Hintergrund bestünden Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. 

Und schliesslich spreche selbst die Staatsanwaltschaft bezüglich des aufgezeich-
neten Gesprächsinhalts davon, dass dieses mehr einem unzivilisierten, ge-

9

schmackslosen Gerede ähnle. Deshalb könne aus diesem auch nicht abgeleitet 
werden, dass in ernst zu nehmender Weise von «umbringen» und «perfektem 
Mord» die Rede gewesen sei. Fraglich sei ausserdem, weshalb gerade diese an-
geblich geführte Gesprächspassage nicht aufgezeichnet worden sei. 

6.3 Die Formulierung, wonach in tatsächlicher Hinsicht «klar nachgewiesene Umstän-
de» vorliegen müssen, schliesst nicht aus, dass im Rahmen der Prüfung der Kos-
tenfolgen eine Beweiswürdigung vorgenommen wird (Entscheid des Obergerichts 
des Kantons Zürichs UH160240 vom 27. Oktober 2016 E. 4b; vgl. auch Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1172/2016 vom 29. August 2017 E. 1.5). 

Unbestrittenermassen waren die Beschwerdeführerin und ihre Familie mit der Be-
ziehung von G.________ und E.________ nicht einverstanden. Nicht bestritten ist 
ferner, dass E.________ aus der gemeinsam bewohnten Liegenschaft hätte aus-
ziehen sollen. Wünschenswert wäre gar ein Ende der Beziehung von G.________ 
und E.________ gewesen (vgl. etwa Einvernahme von C.________ vom 22. Okto-
ber 2014 Z. 189 ff.). Umstritten ist aber, welche Vorkehrungen die Familie hierzu 
hat treffen wollen und wie die entsprechenden Gespräche verlaufen sind. 

Die Würdigung der in den Akten befindlichen Beweismittel lässt zunächst den 
Schluss zu, dass sich die Situation vor Urlaubsende von G.________ und 
E.________ zugespitzt hat und die Beschwerdeführerin und ihre Familie mehrfach 
über das weitere Vorgehen gesprochen haben. Aktenkundig ist in diesem Zusam-
menhang auch, dass sich die Beschwerdeführerin und ihre Tochter am 14. Oktober 
2014 mit der Migrationsbehörde bzw. mit einer dort arbeitenden Bekannten in Ver-
bindung gesetzt haben, nachdem sie in Erfahrung gebracht hatten, dass 
E.________ der Prostitution nachging. Auch lässt sich den Akten ein Schreiben 
des Ehepaars A.________ und C.________ an G.________ vom 19. Oktober 2014 
entnehmen, gemäss welchem E.________ das Haus zu verlassen habe und 
G.________ die Betreibung und eine Anzeige in Aussicht gestellt werde, wenn er 
mit ihr gehen sollte. 

Daran, dass die Gespräche mit dem angezeigten Inhalt stattgefunden haben, be-
steht für die Beschwerdekammer kein Zweifel. Zum einen liegt eine Tonaufnahme 
vor, welcher entnommen werden kann, dass die Gesprächsteilnehmer – wenn auch 
nicht in ernst zu nehmender Weise – über die «Beseitigung» von E.________ 
sprechen. Weiter können die Aussagen von F.________ als glaubhaft bezeichnet 
werden. Dass F.________ im Jahr 2006 neuropsychologisch abgeklärt und ihm ei-
ne allgemeine Lernschwäche attestiert worden ist, vermag an der Glaubhaftigkeits-
beurteilung seiner im Jahr 2014 gemachten Aussagen nichts zu ändern. Jedenfalls 
lässt sich den beiden Einvernahmen vom 14. Oktober und 7. November 2014 keine 
Hinweise entnehmen, dass er an sprachlichen Einschränkungen und/oder an Ge-
dächtnisproblemen leiden würde. Nichts Gegenteiliges kann die Beschwerdeführe-
rin aus dem Arztbericht des damaligen Hausarztes, Dr. med. J.________, vom 
23. Oktober 2014 ableiten, wonach F.________ nicht voll zurechnungsfähig sei und 
seine Angaben z.T. falsch und mit äusserster Vorsicht aufzunehmen seien, hat Dr. 
med. J.________ diese ärztliche Einschätzung doch am 3. Januar 2014 zurückge-
nommen. Zur Begründung führte er aus, dass er den Bericht vom 23. Oktober 2014 
in Unkenntnis der genauen Umstände und lediglich gestützt auf die IV-Berichte aus 

10

dem Jahr 2008 ausgestellt habe. Hinzu kommt, dass die Universitären Psychiatri-
schen Dienste Bern (UPD), welche – obschon F.________ im Zeitraum vom 
24. Oktober 2012 bis 4. November 2015 bei ihnen in ambulanter psychiatrische 
Behandlung gewesen ist – nichts dergleichen berichten. Ihrem ärztlichen Zeugnis 
vom 8. August 2016 kann aber entnommen werden, dass sich während der Be-
handlungsdauer deutliche Hinweise für das Vorliegen einer komplexen posttrauma-
tischen Belastungsstörung in Folge anhaltender Traumatisierung (Misshandlungen, 
physische oder emotionale Vernachlässigung in der Kindheit, existenzbedrohende 
Lebensereignisse) durch die Eltern ergeben hätten. 

Zum anderen bestätigte C.________ anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme 
vom 22. Oktober 2014, dass nicht nur «nett» über E.________ gesprochen worden 
sei und die Beschwerdeführerin auch gesagt haben soll, dass sie E.________ am 
liebsten einen „pfeffern“ würde (Protokoll Z. 179 f. und 239 f.). Auch der Lebens-
partner von H.________ räumte ein, dass es sein könne, dass die Beschwerdefüh-
rerin vielleicht einmal einen dummen Spruch gemacht habe. Weiter führt er aus, 
dass sie ihm gegenüber auch mal gesagt habe, «de chunsch de dra oder de chläpf 
ig dir eis». Dies sei aber scherzhaft gemeint gewesen (Einvernahme I.________ 
vom 22. Oktober 2014 Z. 113 ff. und 119 f.). Und schliesslich führte er aus, dass 
die Familie A.________ / C.________ gerne «Was-Wäre-Wenn»-Denkspielen 
nachgehe (Einvernahme von I.________ vom 22. Oktober 2014 Z. 187 f.). Die 
Aussagen von I.________ erlauben nicht ernstlich, die Glaubhaftigkeit von 
F.________ in Zweifel zu ziehen bzw. die Gesprächsinhalte in Abrede zu stellen. 

Unter Einbezug sämtlicher Beweismittel steht für die Beschwerdekammer ohne 
Zweifel fest, dass die Gespräche mit dem angezeigten Inhalt stattgefunden haben. 
Nicht zu beanstanden ist ferner der Schluss, wonach die Beschwerdeführerin «In-
itiatorin» der Gespräche gewesen sein soll, ist sie es doch, welche familienintern 
hauptsächlich bestimmt und die Anliegen/Vorhaben gelenkt hat (übereinstimmende 
Aussagen der Brüder F.________ und G.________ sowie K.________). Die Vor-
aussetzung, wonach sich ein allfälliger Verstoss gegen eine Verhaltensnorm auf 
«klar nachgewiesene Umstände» stützen muss, ist somit erfüllt. Auf den Einwand, 
wonach bei Bestehen unüberwindlicher Zweifel in analoger Anwendung des 
Grundsatzes «in dubio pro reo» vom für die Beschwerdeführerin günstigeren Sach-
verhalt auszugehen sei, braucht nicht weiter eingegangen zu werden.  

7. Schliesslich verneint die Beschwerdeführerin eine rechtlich relevante Persönlich-
keitsverletzung für den Fall, dass die Gespräche mit dem angezeigten Inhalt statt-
gefunden haben sollten. 

7.1 Eine Kostenauflage an eine nicht verurteilte beschuldigte Person wegen zivilrecht-
lich schuldhaften Verhaltens kann sich auf Art. 28 ZGB (Verletzung der Persönlich-
keit) stützen. Die Staatsanwaltschaft begründet die Persönlichkeitsverletzung mit 
einer Verletzung des Grundsatzes «neminem laedere» (sog. Schädigungsverbot). 
Das Schädigungsverbot gilt als allgemeines Rechtsprinzip und die Rechtsprechung 
anerkennt es als zivilrechtliche Haftungsgrundlage (Urteil des Bundesgerichts 
1P.188/2005 vom 14. Juli 2005 E. 5.3 m.w.H. [= Pra 2006 Nr. 25]). Das Persönlich-
keitsrecht wird verletzt durch Angriffe auf die physische und die psychische Inte-

11

grität; darunter fällt auch ein Verhalten, das andere in Angst und Schrecken ver-
setzt und diese in ihrem seelischen Wohlbefinden gefährdet bzw. erheblich stört. 
Allerdings kann nicht jede noch so geringfügige Beeinträchtigung der Persönlichkeit 
als rechtlich relevante Verletzung verstanden werden. Die Verletzung muss eine 
gewisse Intensität erreichen. Auf die subjektive Empfindlichkeit des Betroffenen 
kommt es dabei nicht an. Für die Beurteilung der Schwere des Eingriffs ist ein ob-
jektiver Massstab anzulegen (BGE 127 III 481 E. 1 b/aa; Urteile des Bundesge-
richts 6B_990/2013 vom 10. Juni 2014 E. 1.2 und 1B_21/2012 vom 27. März 2012 
E. 2.4 mit Hinweisen).

Eine Kostenauflage an die beschuldigte Person wegen einer Persönlichkeitsverlet-
zung wurde u.a. in einem Fall geschützt, in welchem der Beschuldigte dem Angeru-
fenen mit der Enthauptung gedroht hatte (Urteil des Bundesgerichts 1P.269/2003 
vom 3. Juli 2003) oder in welchem der Beschuldigte gegenüber einer Staatsanwäl-
tin geäussert hatte, man werde sich vor einem «anderen Gericht» wiedersehen (Ur-
teil des Kantonsgericht St. Gallen vom 18. Oktober 2011, publ. in GVP 2011 
Nr. 87). 

7.2 Dass eine Person in Angst und Schrecken versetzt wird, wenn sie davon erfährt, 
dass man sie umbringen will, kann nicht in Abrede gestellt werden. Keine Rolle 
spielt dabei, ob sie die entsprechenden Äusserungen direkt oder über Drittperso-
nen hört. Ungeachtet dessen kann hier nicht von einer rechtlich relevanten Persön-
lichkeitsverletzung gesprochen werden bzw. hat die Beschwerdeführerin (rechtlich) 
nicht zu verantworten, dass E.________ in Angst versetzt worden ist und deshalb 
auch nicht mehr in die von ihr und G.________ bis anhin bewohnte Wohnung 
zurückkehrt ist. Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsverfügung ausführt, 
erlaubt die Würdigung der Tonaufnahme und der übrigen Beweismittel nicht die 
Annahme, die Beschwerdeführerin hätte wirklich die Absicht gehabt, gegenüber 
E.________ ein Gewaltdelikt zu verüben (Einstellungsverfügung S. 5 f.). Ziel war 
lediglich, nichts mehr mit E.________ zu tun zu haben. Wie die Beschwerdeführe-
rin zu Recht vorbringt, wäre für eine (objektive) Drittperson erkennbar gewesen, 
dass die Äusserungen nicht ernst gemeint sein können. Ein nach ethischen und 
moralischen Grundsätzen zu missbilligendes Verhalten und damit auch ein ge-
schmackloses Gerede rechtfertigen indessen keine Kostenauflage wegen prozes-
sualen Verschuldens (BGE 116 Ia 162; GRIESSER, Kommentar zu Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 10 zu Art. 426 StPO). Hinzu kommt weiter, 
dass die fraglichen Gespräche im Kreis der Familie stattgefunden haben. Die Be-
schwerdeführerin musste nicht damit rechnen, dass Personen, die nicht am Ge-
spräch teilgenommen haben, Kenntnis vom Gesprächsinhalt erhalten würden. 
Dass die Anzeigeerstattung von F.________ mit Blick auf seine persönlichen Er-
fahrungen nachvollziehbar ist, ändert daran nichts. 

Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Über-
bindung von Verfahrenskosten bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens 
Ausnahmecharakter zukommt (DOMEISEN, in: Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 29 zu Art. 426 StPO), kann nicht davon ge-
sprochen werden, die Beschwerdeführer hätte eine Persönlichkeitsverletzung be-
gangen, welche eine Kostenauflage an sie rechtfertigen würde. 

12

Die Dispositiv-Ziff. 2 der Einstellungsverfügung vom 27. Juli 2017 ist somit aufzu-
heben. Die für den einzustellenden Verfahrensteil ausgeschiedenen Verfahrens-
kosten von CHF 7‘325.50 (CHF 5‘360.90 für Gebühren und Auslagen sowie 
CHF 1'964.60 für das Honorar des amtlichen Rechtsbeistands der Privatklägerin, 
E.________ [Regress]) werden vom Kanton Bern getragen. 

8. Gestützt auf das Ausgeführte kann der Beschwerdeführerin auch nicht eine Ent-
schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrens-
rechte verweigert werden; gleichzeitig hat sie Anspruch auf die Ausrichtung einer 
Genugtuung (Art. 429 Abs. 1 Bst. a und c StPO). 

8.1 Die zu erstattenden Aufwendungen im Sinn von Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO beste-
hen hauptsächlich aus den Kosten der frei gewählten Verteidigung. Die Wendung 
«angemessene Ausübung» deutet darauf hin, dass der Staat die Kosten nur dann 
zu übernehmen hat, wenn der Beistand angesichts der tatsächlichen oder der 
rechtlichen Komplexität notwendig war und wenn der Arbeitsaufwand und somit 
das Honorar des Anwalts gerechtfertigt waren (Botschaft vom 21. Dezember 2005 
zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1329 Ziff. 2.10.3.1; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_251/2015 vom 24. August 2015 E. 2.2.3). 

Die Notwendigkeit des Beizugs eines Anwalts ist unbestritten. Einer näheren Prü-
fung bedarf indessen die Frage nach der Angemessenheit des von diesem betrie-
benen Aufwands. Fürsprecher B.________ macht einen Aufwand von 
CHF 8‘830.57 geltend. Der von ihm berechnete Zeitaufwand von 32,5 Stunden er-
scheint unter Berücksichtigung der massgeblichen rechtlichen Grundlagen (Art. 41 
des kantonalen Anwaltsgesetzes [KAG; BSG 168.11] und Art. 17 Abs. 1 der Ver-
ordnung für die Bemessung des Parteikostenersatzes [Parteikostenverordnung, 
PKV; BSG 168.811]) und der konkreten Umstände als überhöht. Was die Staats-
anwaltschaft in Bezug auf das von Rechtsanwalt D.________, Verteidiger von 
C.________, geltend gemachte Honorar ausgeführt hat (Schreiben der Staatsan-
waltschaft vom 3. Juli 2017 sowie Einstellungsverfügung S. 8), fällt auch bei der 
Honorarnote von Fürsprecher B.________ auf. Für die Beschwerdekammer ist ins-
besondere der Aufwand (inkl. Telefonate mit der Tochter der Beschwerdeführerin) 
zu Beginn der Mandatsübernahme (November 2014-Januar 2015) nicht in jeder 
Hinsicht nachvollziehbar. So wird, nachdem für die Erstbesprechung und die erste 
Eingabe an die Staatsanwaltschaft am 14. November bereits 4 Stunden angefallen 
sind, für eine weitere Besprechung am 21. November 2014 (inkl. Aktenstudium) 
wieder 3 Stunden und für eine Sitzung am 14. Januar 2015 (inkl. Aktenstudium) 
5 Stunden geltend gemacht. Vor diesem Hintergrund ist das geltend gemachte Ho-
norar zu kürzen. Die Beschwerdekammer erachtet – auch mit Blick auf die von der 
Staatsanwaltschaft für die Verteidigung von C.________ festgelegten Entschädi-
gung – ein Honorar von CHF 6‘250.00, zuzüglich Spesen und MWST, als ange-
messen. Der Beschwerdeführerin ist demzufolge eine Entschädigung in der Höhe 
von CHF 6‘974.30 (inkl. Auslagen und MWST) auszurichten.

8.2 Die Beschwerdeführerin verlangt eine angemessene Genugtuung für die durch das 
Verfahren erlittene psychische Belastung. Die lange Verfahrensdauer und die raue 
Vorgehensweise der Polizei beim Eindringen in ihr Haus hätten sie schwer in ihren 

13

persönlichen Verhältnissen verletzt, so dass sie während mehr als einem Jahr eine 
ambulante Behandlung bei Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, habe beanspruchen müssen. Ferner habe sie sich gezwungen ge-
sehen, zwecks Gewinnung von Abstand in die USA umzuziehen.

Nach Art. 429 Abs. 1 Bst. c StPO hat die beschuldigte Person bei Einstellung des 
Verfahrens Anspruch auf eine Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ih-
rer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug. Genugtuungen 
sind nur bei ausgeprägten Formen der Persönlichkeitsverletzung geschuldet. Vor-
ausgesetzt ist eine besonders schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse 
im Sinn von Art. 28a Abs. 3 ZGB und Art. 49 des Bundesgesetzes über das Obliga-
tionenrecht (OR; SR 220). Als Beispiele für solche Verletzungen können neben der 
ungerechtfertigten Untersuchungs- und Sicherheitshaft die publik gewordene 
Hausdurchsuchung, eine sehr lange Verfahrensdauer, eine breite Darlegung in den 
Medien oder auch allfällige Probleme im Familien- und Beziehungsleben durch die 
Strafuntersuchung genannt werden. Die mit jedem Strafverfahren in grösserem 
oder kleinerem Ausmass verbundene psychische Belastung, Demütigung oder 
Blossstellung nach aussen genügt demgegenüber im Regelfall nicht (vgl. WEHREN-
BERG/FRANK, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 
2014., N. 27 zu Art. 429 StPO mit weiteren Hinweisen; SCHMID, Handbuch des 
schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2013, N. 1816). 

Im Kanton Bern wird für Hausdurchsuchungen in Verfahren, welche mit einer Ein-
stellung oder einem Freispruch enden, in der Regel praxisgemäss eine Genugtu-
ung zugesprochen (vgl. etwa Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern BK 17 
160 vom 17. August 2017 E. 5). Ferner erachtet das Bundesgericht bei kürzeren 
Freiheitsentzügen CHF 200.00 pro Tag als angemessene Genugtuung, sofern nicht 
aussergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine höhere oder geringere Entschä-
digung rechtfertigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_196/2014 vom 5. Juni 2014 
E. 1.2 mit Hinweisen). Nicht genugtuungsbegründend sind jedoch die Argumente, 
wonach sich die Beschwerdeführerin wegen des Strafverfahrens in eine ambulante 
Therapie habe begeben und später die Schweiz habe verlassen müssen. Diesbe-
züglich fehlt es, auch wenn der Anspruch auf Genugtuung von Amtes wegen zu 
prüfen ist, an einer genügenden Substantiierung. Dass der Therapeut die Behand-
lungsdauer bestätigt hat, ändert daran nichts. Ferner kann nicht von einer derart 
langen Verfahrensdauer gesprochen werden, welche die Ausrichtung einer Genug-
tuung rechtfertigen würde.

Vor diesem Hintergrund erachtet die Beschwerdekammer eine Genugtuung in der 
Höhe von CHF 400.00 als angemessen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton Bern die Kosten des Be-
schwerdeverfahrens (Art. 428 Abs. 1 StPO). In der Hauptsache (Frage der Zuläs-
sigkeit einer Kostenauflage sowie der Nichtausrichtung einer Entschädigung und 
Genugtuung bei Einstellung des Verfahrens) obsiegt die Beschwerdeführerin. Die 
vorgenommene Kürzung des für das vorinstanzliche Verfahren geltend gemachten 
Anwaltshonorars rechtfertigt keine Kostenausscheidung zu ihren Lasten 

14

Ausserdem ist der Beschwerdeführerin für ihre Aufwendungen im Beschwerdever-
fahren eine angemessene Entschädigung auszurichten (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. 429 
Abs. 1 Bst. a StPO). Fürsprecher B.________ weist in seiner Kostennote einen 
Aufwand von rund 14 Stunden aus. Auch dieser Aufwand scheint der Beschwerde-
kammer unter Berücksichtigung der konkreten Umstände übersetzt. 

Art. 17 Bst. f PKV sieht als Rahmentarif in Beschwerdeverfahren 10 bis 50 Prozent 
des Honorars gemäss Buchstabe e vor (Honorar für Verfahren, welche mit einer 
Einstellung durch die Staatsanwaltschaft enden). Innerhalb des Rahmentarifs be-
misst sich der Parteikostenaufwand nach dem in der Sache gebotenen Aufwand 
und der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses. Vorlie-
gend war das Thema des Beschwerdeverfahrens begrenzt auf die Frage, ob die 
Kostenauflage an die Beschwerdeführerin/beschuldigte Person trotz Einstellung 
des Verfahrens gerechtfertigt war. Die Argumente, die gegen eine Kostenauflage 
sprechen, hat die Verteidigung bereits im Rahmen von Art. 318 StPO vorgebracht. 
In ihrer – in weiten Teilen wörtlich identischen – Beschwerde beschränkt sie sich 
auf eine Wiederholung derselben. Einzig die Anrufung des Grundsatzes «in dubio 
pro reo» sowie eine Kurzbegründung zur Genugtuung waren neu. Der für das Ver-
fassen der Beschwerde geltend gemachte Aufwand von 4 Stunden muss daher als 
zu hoch bezeichnet werden. Erst in der Begründung der Replik geht die Verteidi-
gung unter Berücksichtigung der (kurz gehaltenen) Stellungnahme der General-
staatsanwaltschaft konkret auf die diversen Punkte ein. Angesichts der Tatsache, 
dass der umstrittene Sachverhalt hinlänglich bekannt war und die rechtlichen 
Schwierigkeiten überschaubar waren, ist indessen nicht nachvollziehbar, dass für 
die Ausarbeitung der Replik 9 Stunden veranschlagt werden. Die Kostennote ist 
demzufolge zu kürzen. Die Beschwerdekammer erachtet ein Honorar von 
CHF 2‘000.00, zuzüglich Spesen und MWST, als angemessen. Der Beschwerde-
führerin ist demzufolge eine Entschädigung in der Höhe von CHF 2‘253.75 auszu-
richten.

15

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 der Verfü-
gung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 27. Juli 2017 werden 
aufgehoben und durch folgende Anordnung ersetzt:

Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 7‘325.50 (CHF 5‘360.90 für Gebühren 
und Auslagen sowie CHF 1'964.60 für das Honorar des amtlichen Rechtsbeistands 
der Privatklägerin) werden vom Kanton Bern getragen.

Der Beschwerdeführerin wird für das Vorverfahren eine Entschädigung für ihre Vertei-
digungskosten in der Höhe von CHF 6‘974.30 (inkl. Auslagen und MWST) sowie eine 
Genugtuung im Betrag von CHF 400.00 ausgerichtet.

2. Soweit weitergehend, wird die Beschwerde abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘200.00, trägt der Kanton 
Bern.

4. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung für 
ihre Verteidigungskosten im Betrag von CHF 2‘253.75 (inkl. Auslagen und MWST) zu-
gesprochen. Diese ist vom Kanton Bern zu entrichten

5. Zu eröffnen:
- der Beschuldigten 1/Beschwerdeführerin, v.d. Fürsprecher B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt M.________

(mit den Akten)

Bern, 23. November 2017 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

die Gerichtsschreiberin:

Beldi

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 
Die Rechtsmittelbelehrung folgt auf der nächsten Seite.

16

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.