# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4d44bbf-44a8-5b81-819c-915051a66d08
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.02.2012 D-531/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-531-2012_2012-02-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­531/2012

U r t e i l   v om   6 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli­Busi;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka,
vertreten durch Hans Peter Roth,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);
Verfügung des BFM vom 27. Januar 2012 / N .

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  13.  Oktober  2009  durch  seinen 
Schweizer  Rechtsvertreter  auf  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  ein 
Asylgesuch einreichen liess, welches die Vorinstanz am 1. Juni 2010 als 
gegenstandslos  geworden  abschrieb,  weil  der  Beschwerdeführer  nicht 
mehr erreichbar war,

dass der Beschwerdeführer am 7. September 2010  in Begleitung seiner 
Ehefrau auf  dem schweizerischen Generalkonsulat  in Mumbai  erschien, 
wo sie zu ihren Asylgründen angehört wurden,

dass  das  BFM  in  der  Folge  zwar  das  Asylverfahren  am  8.  Dezember 
2010  wieder  aufnahm,  indessen  mit  Verfügung  vom  3.  Juni  2011  den 
Einreiseantrag sowie das Asylgesuch  im Sinne der Art. 3, 7 und 52 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ablehnte,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Juli 2011 gegen diesen 
Entscheid Beschwerde anheben liess,

dass  der  Beschwerdeführer  am  11.  Januar  2012  am  Flughafen 
M._______  ein  Asylgesuch  einreichte  und  gleichentags  die 
Wiederaufnahme  des  Verfahrens  betreffend  Asylgesuch  und  Einreise 
verfügt wurde,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  mit  einer  weiteren 
Zwischenverfügung die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigerte und 
ihm  den  Transitbereich  des  Flughafens  M._______  als  Aufenthaltsort 
zuwies,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Entscheid vom 19. Januar 2012 
das Beschwerdeverfahren infolge Gegenstandslosigkeit abschrieb,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  vom  12.  Januar 
2012 zur Person  (BzP) sowie der Direktanhörung vom 19.  Januar 2012 
durch  das  BFM  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen 
geltend machte, er sei sri­lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie 
und  habe  im  September  2009  seinen  Heimatstaat  auf  dem  Seeweg 
verlassen,

dass er sich etwa einen Monat vor der Ankunft seiner Ehefrau und seiner 
Tochter  in N._______  (Madras)  niedergelassen,  sich  im Unterschied  zu 

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diesen beiden jedoch nicht bei den Flüchtlingsbehörden habe registrieren 
lassen, weil  er Angst  vor einer möglichen Ausschaffung nach Sri Lanka 
gehabt habe,

dass  ihn  anfangs  September  2010  unbekannte  Männer  zu  Hause  in 
N._______  aufgesucht,  nicht  aber  angetroffen  hätten,  er  und  seine 
Ehefrau in Mumbai kein Hotelzimmer erhalten hätten und zudem von den 
indischen Behörden kontrolliert worden seien,

dass  drei  Monate  später  erneut  unbekannte  Männer  in  N._______ 
aufgekreuzt  seien,  doch  habe  er  sich  im  Nachbarhaus  in  Sicherheit 
bringen können,

dass er davon ausgehe, es handle sich bei diesen Männern um Aktivisten 
der  srilankischen  EPDP  (Eelam  People’s  Democratic  Party)  oder  des 
indischen  Sicherheitsdienstes,  weshalb  er  sich  aus  Angst  vor  einer 
Ausschaffung  nach Sri  Lanka  durch  die  indischen Behörden  oder  einer 
Festnahme durch den sri­lankischen Geheimdienst dazu durchgerungen 
habe, Indien zu verlassen,

dass  er  sich  zunächst  nach Bangladesch  begeben  und  von Dhaka  aus 
mit  einem  gefälschten  bangladeschischen  Reisepass  via  Istanbul  nach 
M._______ geflogen sei,

dass  der  Beschwerdeführer  eine  sri­lankische  Identitätskarte  und  eine 
Geburtsurkunde zu den Akten reichen liess,

dass er zum einen insoweit medizinische Probleme habe, als sein rechtes 
Bein unterhalb des Kniegelenks habe amputiert werden müssen, weshalb 
er  Prothesenträger  sei,  zum  anderen  sich  weiterhin  (inoperable) 
Metallsplitter  in  seinem  Kopf  befänden,  welche  die  Einnahme 
verschiedener Medikamente erforderlich machten,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom  27.  Januar  2012  –  eröffnet  am  folgenden  Tag  –  ablehnte  und  die 
Wegweisung  aus  dem Transitbereich  des Flughafens M._______  sowie 
den  Vollzug  anordnete  und  ihm  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer habe angegeben, er sei  im September 2009 auf dem 
Seeweg illegal von Sri Lanka nach Indien gelangt, während Abklärungen 

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der  schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  demgegenüber  ergeben 
hätten,  er  sei  unter  seinem  Namen  mit  einem  Reisepass  legal  am  27. 
August 2009 von Colombo aus nach N._______ (Madras) geflogen,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit den 
unbekannten  Personen,  die  sich  zweimal  nach  ihm  erkundigt  hätten, 
auffallend  dürftig  ausgefallen  seien,  was  insoweit  erstaunlich  sei,  als 
beispielsweise  seine  Tante,  die  angeblich  eine  Stunde  mit  den 
Unbekannten  verbracht  habe,  detailliert  über  die  unerwünschten  und 
drohenden  Besucher  hätte  berichten  können  und  insbesondere  wissen 
müssen,  ob  die  Besucher  ein  Tamilisch  indischer  oder  sri­lankischer 
Provenienz gesprochen hätten,

dass sich der Beschwerdeführer zudem widersprüchlich geäussert habe,

dass  der  Beschwerdeführer  zwar  bestrebt  sei,  die  zahlreichen 
Ungereimtheiten mit  seinem gesundheitlichen Zustand beziehungsweise 
mit  den  im Kopf  verbliebenen Splittern  zu  rechtfertigen,  doch  gehe  das 
BFM davon aus, dieser Erklärungsversuch müsse als Schutzbehauptung 
gewertet werden,

dass der Beschwerdeführer als sri­lankischer Staatsangehöriger in Indien 
grundsätzlich nicht  gefährdet  sei,  dies umso weniger,  als  seine Ehefrau 
und sein Kind über ein Aufenthaltsrecht  in  Indien verfügten, weshalb es 
vor  diesem  Hintergrund  äusserst  erstaunlich  erscheine,  wenn  der 
Beschwerdeführer  selbst  keine  solche  Genehmigung  erhalten  haben 
wolle,

dass  gemäss  Erkenntnissen  der  Schweizerischen  Vertretungen  in 
Mumbai  und  Colombo  sowie  des  UNHCR  Indien  für  sri­lankische 
Flüchtlinge  als  sicher  gelte  und  Deportationen  von  sri­lankischen 
Staatsangehörigen,  einschliesslich  LTTE­Mitgliedern,  nach  Sri  Lanka 
auch dem UNHCR nicht bekannt seien,

dass das UNHCR zudem feststelle, die indischen Behörden übten keinen 
Druck  auf  die  tamilischen  Flüchtlinge  aus  Sri  Lanka  aus,  und 
zusammenfassend davon auszugehen sei, weder die EPDP noch der sri­
lankische  Geheimdienst  würden  versuchen,  den  Beschwerdeführer  in 
N._______ festzunehmen,

dass  diese  Einschätzung  insoweit  bestätigt  werde,  als  der 
Beschwerdeführer mehr als zwei Jahre  in  Indien gewesen sei, ohne mit 

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glaub­ und ernsthaften Schwierigkeiten konfrontiert zu sein, weshalb eine 
dem Beschwerdeführer in Indien drohende asylrelevante Verfolgung nicht 
absehbar sei,

dass  die  Vorbringen  den Anforderungen  an  die Glaubhaftigkeit  gemäss 
Art. 7 AsylG nicht standhielten, der Beschwerdeführer dementsprechend 
die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  weshalb  das  Asylgesuch 
abzulehnen sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  30.  Januar  2012  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und die nachfolgend aufgeführten Beschwerdebegehren stellen liess: Die 
angefochtene Verfügung vom 27. Januar 2012 des BFM sei zu kassieren 
und  zu  neuem  Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Die 
Vollzugsbehörde  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme 
anzuweisen,  von  einem  Vollzug  der  Wegweisung  abzusehen,  bis  das 
Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden 
habe. Dem Beschwerdeführer sei  für das weitere Verfahren die Einreise 
aus  dem  Transitbereich  des  Flughafens  M._______  in  die  Schweiz  zu 
gestatten.  Es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu 
verzichten,

dass  auf  die  Begründung,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  31.  Januar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

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dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  der  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung  (Art. 42  Abs. 1  AsylG) 
zukommt  und  das  BFM  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende 
Wirkung  nicht  entzogen  hat  (Art. 55  Abs. 2  VwVG),  weshalb  auf  den 
Antrag,  die  Vollzugsbehörde  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen 
Massnahme  anzuweisen,  von  einem  Vollzug  der  Wegweisung 
abzusehen, nicht einzutreten ist,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

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dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  nach  Überprüfung  der 
Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  Recht 
festgestellt  hat,  die Vorbringen des Beschwerdeführers  vermöchten  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen,

dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  nicht  zu 
beanstandenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 
werden kann,

dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  den  männlichen 
Unbekannten,  die  er  herkunftsmässig  weder  Indien  noch  Sri  Lanka 
zuzuordnen vermochte, den fehlenden Realitätsbezug seiner Vorbringen 
dokumentieren,  zumal  sich  die  Herkunft  der  Unbekannten  aufgrund 
sprachlicher Unterschiede zwischen dem in Sri Lanka und dem in Indien 
gesprochenen Tamilisch gewissermassen von selbst ergeben hätte,

dass  davon  auszugehen  ist,  seine Tante, welche  ungefähr  eine Stunde 
mit  den Männern  verbracht  und mit  ihnen gesprochen haben  soll,  hätte 
dem  Beschwerdeführer  ihre  diesbezügliche  Wahrnehmung  mitgeteilt, 
weshalb  die  Berufung  des  Beschwerdeführers  auf  Nichtwissen  nicht  zu 
überzeugen vermag,

dass die Abklärung der Schweizerischen Botschaft  in Colombo, wonach 
der  Beschwerdeführer  unter  seinem  Namen  mit  einem  Reisepass  und 
somit  legal  am  27.  August  2008  von  Colombo  aus  nach  N._______ 
geflogen  sei,  in  der  Beschwerde  nicht  bestritten  wird,  weshalb  es  sich 
erübrigt, weiter darauf einzugehen,

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dass  der  Beschwerdeführer,  wie  sich  aus  den  Erwägungen  der 
angefochtenen  Verfügung  ergibt,  in  seinen  Herkunftsstaat,  also  nach 
Indien, ausgeschafft werden soll,

dass  der  Wegweisungsvollzug  in  der  angefochtenen  Verfügung 
ausschliesslich  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Wegweisung  nach  Indien 
geprüft wurde, weshalb in casu ein Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka 
zur Zeit ausser Betracht fällt,

dass  der  Beschwerdeführer  angesichts  der  tatsächlichen  Situation 
tamilischer Emigranten und Flüchtlinge in Indien keine begründete Furcht 
vor Verfolgung in seinem Herkunftsstaat hat,

dass  bei  dieser  Sachlage  allfällige  hirnorganische  Probleme  des 
Beschwerdeführers  oder  die  Wirkung  verordneter  Medikamente 
unerheblich sind,

dass  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  an  den 
Schlussfolgerungen des Bundesamtes nichts zu ändern vermögen, zumal 
sie  sich  überwiegend  auf  eine Wiederholung  der  bisherigen  Vorbringen 
beschränken,

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, die angefochtene Verfügung zu 
kassieren  und  zu  neuem  Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen 
oder auf weitere Vorbringen einzugehen,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 

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nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
droht,

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dass  die  medizinischen  Probleme  des  Beschwerdeführers  an  der 
Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach  Indien  nichts  zu  ändern 
vermögen,  weil  es  im  Herkunftsstaat  des  Beschwerdeführers 
offensichtlich nicht an den erforderlichen Behandlungsmöglichkeiten fehlt,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  sich  der  Beschwerdeführer  nach  eigenen  Angaben  eigens  nach 
Indien  begab,  um  sich  in  einem  Privatspital  medizinisch  behandeln  zu 
lassen  (Protokoll der BzP vom 12. Januar 2012 S. 6 oben), weshalb es 
keinen  Anlass  zur  Annahme  gibt,  die  erforderliche  medizinische 
Behandlung sei ihm in Indien nicht zugänglich,

dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  im  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der Beschwerdeführer, dessen Reise in die Schweiz 26'000 Franken 
gekostet habe und von seinen Eltern finanziert worden sei (C22/15 F94/5 
S. 10), nicht mit einer existenziellen Notlage in Indien zu rechnen braucht, 
kann  er  sich  doch weiterhin  von  hablichen  Verwandten  sowie  seiner  in 
Indien zurückgebliebenen Ehefrau unterstützen lassen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Herkunftsstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

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dass mit dem Entscheid in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Der Wegweisungsvollzug  nach  Sri  Lanka  ist  im  Sinne  der  Erwägungen 
ausgeschlossen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM,  die 
Flughafenpolizei und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: