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**Case Identifier:** 68c99a0b-00b2-5982-8e7e-af904de1d5a6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.11.2015 IV 2013/512, IV 2014/272
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-512--IV-2014_2015-11-03.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/512, IV 2014/272

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.05.2020

Entscheiddatum: 03.11.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2015
Art. 15 ff. und 28 IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rente. 
Würdigung gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung. Fehlende 
Eingliederungsbereitschaft (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 3. November 2015, IV 2013/512 und IV 2014/272).

Entscheid Versicherunsgericht, 03.11.2015

Entscheid vom 3. November 2015

Besetzung

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2013/512, IV 2014/272

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente; berufliche Massnahmen

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ stürzte am 11. Januar 2009 beim Skifahren und zog sich dabei einen 

mehrfachen Bruch des Humerus an der linken Schulter zu (Unfallmeldung vom 

28. Januar 2009, Fremdakten im Verfahren IV 2014/272; sofern nicht anders 

angegeben, werden im nachfolgenden die Akten des Verfahrens IV 2014/272 

referenziert). Am 20. Januar 2010 meldete sie sich zum Bezug von IV-Leistungen an 

(IV-act. 1). Der behandelnde Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie, führte als Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit im Bericht vom 4. Februar 2010 einen Status nach proximaler 

Vierfragmentfraktur des Humerus links auf. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

leide die Versicherte an einem Sharp-Syndrom. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Q.___ bescheinigte er seit Januar 2009 bis laufend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Unter fortgesetzter Schmerz- und Physiotherapie, momentan eventuell auch 

interventioneller Schmerztherapie in der Rehabilitation, sei in jedem Fall mit einer 

Besserung zu rechnen. Eine 100%ige Arbeitstätigkeit (gemeint: Arbeitsfähigkeit) sollte 

nach Abschluss der Behandlung erreicht werden, unter Umständen allerdings in einer 

angepassten Tätigkeit unter Ausschluss schulterbelastender Arbeiten (IV-act. 11). Nach 

der Durchführung einer sekundären, offenen Bizepsrevision mit Tenodese der linken 

Schulter befand sich die Versicherte vom 1. März bis 1. April 2010 zur postoperativen 

Rehabilitation im Kurhotel C.___ (Bericht vom 8. April 2010, IV-act. 22).

A.b     Im Juli 2010 fand eine erneute Operation an der linken Schulter statt 

(Schultergelenksarthroskopie mit intraartikulärem Débridement und Resektion des 

Bizepsstumpfes sowie subacriomale Bursektomie mit Adhäsiolyse links, Mobilisation; 

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vgl. Gutachten der medas Ostschweiz vom 6. Juni 2012, S. 5, Fremdakten), weshalb 

die IV-Stelle der Versicherten am 19. Juli 2010 mitteilte, zurzeit seien keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 28). Am 28. Juni 2011 wurde die 

Versicherte durch den Vertrauensarzt des leistungspflichtigen Unfallversicherers (D.___) 

PD Dr. med. E.___, Facharzt für Chirurgie, untersucht. Im Bericht vom 29. Juni 2011 

führte dieser aus, es bestehe ein Status nach Mehrparthumeruskopffraktur links und 

konservativer Behandlung mit schmerzhaft eingesteifter Schulter links für 

Elevationsbewegungen über ca. 70° und für die Rotationsbewegungen namentlich 

Aussenrotation. Das Unfallereignis sei die einzige Ursache der zur Zeit festgestellten 

gesundheitlichen Störung. Die vorbestehenden Krankheiten (Sharp-Syndrom, 

Blutkrankheit mit Dauerantikoagulation) hätten höchstens das therapeutische Vorgehen 

beeinflusst, im Sinn, dass keine operative Frühbehandlung durchgeführt worden sei, 

die möglicherweise ein besseres Heilungsresultat ergeben hätte. Zur Zeit sei die 

Versicherte für die angestammte Tätigkeit höchstens zu 10% arbeitsfähig. Für eine 

leidensangepasste Tätigkeit verfüge sie über eine höchstens 70%ige bis 80%ige 

Arbeitsfähigkeit (Fremdakten).

A.c      Am 20., 22. und 27. März 2012 wurde die Versicherte im Auftrag der 

Unfallversicherung in der medas Ostschweiz orthopädisch-psychiatrisch begutachtet. 

Mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit diagnostizierte die orthopädische 

Expertin eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Schulter nach 

konservativ behandelter Mehrfragmentfraktur des Humeruskopfes linksseitig am 

11. Januar 2009, einen Status nach Narkosemobilisation und arthroskopischem 

Débridement am 5. August 2009, einen Status nach offener Bizepssehnenrevision mit 

Tenodese am 8. Dezember 2009, einen Status nach arthroskopischem Débridement 

und Resektion des Bizepsstumpfes, subacromialer Bursektomie und Adhäsiolyse am 

13. Juli 2010, aktuell im MRT vom 27. März 2012 leichte Bursitis subacromialis ohne 

Ruptur der Rotatorenmanschette; HWS-Beschwerden, ausstrahlend in den Hinterkopf, 

mit geringer Bewegungseinschränkung, neurologisch unauffällig, beginnend März/April 

2010 bei deutlichen radiologisch nachweisbaren degenerativen Veränderungen im 

Bereich der HWS und Diskushernie C5/6. Der psychiatrische Experte stellte die 

Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren (ICD-10: F45.41). Diese sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. 

Interdisziplinär kamen die Gutachter zum Schluss, für eine adaptierte Tätigkeit als 

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Q.___ bestehe eine Einschränkung von 20% durch die Verminderung des Rendements 

bei vollzeitlicher Präsenz. Aufgrund des Sharp-Syndroms sei bei Auftreten von 

Krankheitsschüben und bei Migräneanfällen mit vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten 

zu rechnen. Für eine andere leidensangepasste Tätigkeit sei keine wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte 

spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt (Gutachten vom 6. Juni 2012, 

Fremdakten). RAD-Arzt Dr. med. F.___, Facharzt für Arbeitsmedizin und Physikalische 

Medizin, hielt die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung für plausibel 

(Stellungnahme vom 26. Juni 2012, IV-act. 53).

A.d     Die IV-Stelle erteilte in der Mitteilung vom 5. Oktober 2012 eine 

Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung in der G.___ vom 1. Oktober bis 

31. Dezember 2012. Es werde mit einem 50%igen Pensum gestartet. Die IV-Stelle 

erwarte ab 1. November 2012 eine Präsenz von 100% (IV-act. 62; zur 

Taggeldverfügung vom 26. Oktober 2012 siehe IV-act. 66). Die berufliche Abklärung 

wurde am 31. Oktober 2012 vorzeitig beendet (zum Abbruch der beruflichen 

Massnahme siehe auch die Mitteilung vom 4. Januar 2013, IV-act. 78). Die 

Abklärungspersonen der G.___ gaben im Bericht vom 20. November 2012 an, die 

Versicherte sei bereits bei einem 50%igen Pensum an ihre körperlichen Grenzen 

gekommen. Nachdem das Pensum auf 60% gesteigert worden sei, habe die 

Versicherte vermehrte Pausen einlegen müssen, da ihre körperlichen Beschwerden und 

die damit verbundenen Schmerzen ersichtlich zugenommen hätten. Die Versicherte 

habe von Anfang an die Haltung gehabt, dass sie maximal 50% arbeiten könne. Die 

geleistete Arbeitsqualität sei freiwirtschaftlich. Durch die vermehrten 

Arbeitsunterbrüche und ihre Einschränkung sei ihre Tagesleistung sehr niedrig. Für die 

Versicherte kämen nur leichte Büroarbeiten in Frage, die sie mehrheitlich mit der 

rechten Hand ausführen könne. Das Arbeitspensum liege dabei höchstens bei 50% (IV-

act. 74).

A.e      Im Schreiben vom 19. Dezember 2012 nahm Dr. med. H.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin FMH, Medizinisches Zentrum I.___, Stellung zur 

gutachterlichen Beurteilung. Die gestellten Fragen würden umfassend, seiner Meinung 

nach aber einseitig beantwortet. In der Annahme einer chronischen Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren werde den psychischen Faktoren ein 

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Übergewicht beigemessen. Seines Erachtens wäre es wünschenswert gewesen, auch 

eine rheumatologische Einschätzung vorliegen zu haben. Der Zusammenhang 

zwischen dem Sharp-Syndrom und den Auswirkungen auf den Schulterschaden seien 

nicht genügend dargelegt worden (Fremdakten).

A.f       In der Mitteilung vom 21. Februar 2013 wies die IV-Stelle das Begehren um 

berufliche Massnahmen mit der Begründung ab, gemäss den zur Verfügung stehenden 

Informationen fühle sich die Versicherte nicht in der Lage, einer Tätigkeit in dem ihr 

medizinisch bescheinigten Pensum von 80% nachzugehen (IV-act. 86). Die Versicherte 

entgegnete im Schreiben vom 28. Februar 2013, sie teile die von der IV-Stelle 

vertretene Einschätzung der Arbeits-/Erwerbsfähigkeit nicht. Sie sei jederzeit bereit und 

willens, aktiv an Umschulungsmassnahmen teilzunehmen, soweit ihr solche aus 

medizinischer Sicht zumutbar seien. Solange ihr Gesundheitszustand nicht 

abschliessend geklärt sei bzw. solange das ihr zumutbare Pensum umstritten sei, 

mache ein Abschluss der beruflichen Massnahmen keinen Sinn (IV-act. 87).

A.g     In den an den Unfallversicherer adressierten Schreiben vom 23. April 2013 

nahmen die medas-Gutachter Stellung zum Abklärungsbericht der G.___ sowie zur 

Kritik von Dr. H.___. Sie hielten darin an der im Gutachten geäusserten 

Arbeitsfähigkeitsschätzung fest (IV-act. 92). Die Versicherte reichte am 7. August 2013 

einen Arbeitsvertrag vom 21. März 2013 betreffend eine am 1. April 2013 beginnende 

Anstellung als Mitarbeiterin in einem Labor mit einem 37,5%igen Pensum ein (IV-

act. 96 f.). Mit Vorbescheid vom 9. August 2013 stellte die IV-Stelle die Abweisung des 

Begehrens um berufliche Massnahmen in Aussicht (IV-act. 99). Dagegen erhob die 

Versicherte am 15. August 2013 Einwand (IV-act. 100). Am 7. Oktober 2013 verfügte 

die IV-Stelle wegen fehlender Eingliederungsbereitschaft bei voller Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten die Abweisung des Gesuchs um berufliche 

Massnahmen (IV-act. 106).

B.      

B.a      Gegen die Verfügung vom 7. Oktober 2013 erhob die Versicherte am 

15. Oktober 2013 Beschwerde. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren 

Aufhebung und es seien ihr berufliche Massnahmen zuzusprechen; unter Kosten- und 

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Entschädigungsfolge. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Wesentlichen bringt sie vor, der 

Sachverhalt erweise sich als medizinisch nicht spruchreif abgeklärt. Das medas-

Gutachten leide an verschiedenen Mängeln, die dessen Beweiskraft erschütterten. 

Selbst wenn der gutachterlichen Beurteilung der Beweiswert nicht abgesprochen 

würde, so wäre zwingend eine Verlaufsbegutachtung erforderlich, da das Gutachten 

inzwischen über 1 ¼ Jahre alt sei. Sie habe immer wieder versichert, dass sie jederzeit 

bereit und willens sei, aktiv an beruflichen Massnahmen teilzunehmen. Dies sei nach 

wie vor so (act. G 1 im Verfahren IV 2013/512).

B.b     Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 10. Januar 

2014 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, die 

gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung sei beweiskräftig. Die Beschwerdeführerin 

sei nicht bereit gewesen, das Pensum kontinuierlich auf 80% zu steigern. Unter diesen 

Umständen hätten weitere berufliche Eingliederungsmassnahmen keinen Sinn 

gemacht. Erst wenn die Beschwerdeführerin bereit sei, die gutachterlich bescheinigte 

Arbeitsfähigkeit zu akzeptieren, sei der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen 

erneut zu prüfen (act. G 4 im Verfahren IV 2013/512).

B.c      In der Replik vom 1. Februar 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an 

der Beschwerde vom 15. Oktober 2013 fest (act. G 8 im Verfahren IV 2013/512).

B.d     Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10 im Verfahren 

IV 2013/512).

C.       

C.a      Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 0% und stellte der 

Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 10. März 2014 die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 124). Dagegen erhob die Versicherte am 19. März 

2014 Einwand (IV-act. 125). Am 13. Mai 2014 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des 

Rentengesuchs (IV-act. 127).

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C.b     Gegen die Verfügung vom 13. Mai 2014 hat die Beschwerdeführerin am 23. Mai 

2014 Beschwerde erhoben. Sie beantragt deren Aufhebung und es sei ihr ab Januar 

2010, allenfalls ab Juli 2010, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge. Allenfalls seien weitere Abklärungen zu veranlassen. In 

medizinischer Hinsicht lautet die Begründung im Wesentlichen gleich wie diejenige der 

Beschwerde vom 15. Oktober 2013. Des Weiteren rügt sie die Bemessung des 

Invalideneinkommens durch die Beschwerdegegnerin (act. G 1). Am 24. Juni 2014 hat 

die Beschwerdeführerin den Einspracheentscheid des Unfallversicherers vom 20. Juni 

2014 eingereicht, worin dieser die am 23. Dezember 2013 verfügte Rentenabweisung 

und Zusprache einer 10%igen Integritätsentschädigung bestätigte und die dagegen 

erhobene Einsprache abwies (act. G 3.1; Anfechtung am 7. Juli 2014, Verfahren 

UV 2014/52).

C.c      Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts vereinigte am 26. Juni 2014 die 

beiden Beschwerdeverfahren IV 2013/512 und IV 2014/272 (act. G 14 im Verfahren 

IV 2013/512; vgl. auch act. G 12 im Verfahren IV 2013/512).

C.d     In der Beschwerdeantwort vom 7. August 2014 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (IV 2014/272). Sie bringt vor, es 

bestehe kein Anlass, von der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der medas-Experten 

abzuweichen. Ausgehend von deren bescheinigten Arbeitsfähigkeit resultiere kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad (act. G 5).

C.e      Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 3. September 2014 unverändert 

an ihrer Beschwerde vom 23. Mai 2014 fest (act. G 10).

C.f       Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen

1.       

Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf 

Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen gemäss Art. 15 ff. des 

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Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] und Rente gemäss 

Art. 28 IVG) hat.

1.1      Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

1.2      Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

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2.        

Zu prüfen ist zunächst die Frage, ob das medas-Gutachten vom 6. Juni 2012 (Fremd­

akten; einschliesslich der ergänzenden Stellungnahmen vom 23. April 2013, IV-act. 92) 

eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt, 

was diese bestreitet.

2.1      Vorab rügt die Beschwerdegegnerin, es fehle der gutachterlichen Einschätzung 

an einer fachrheumatologischen Beurteilung. Eine solche sei mit Blick auf das Sharp-

Syndrom erforderlich (act. G 1, S. 5 f. und S. 8).

2.1.1  Dr. B.___ mass der Diagnose Sharp-Syndrom keine Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 11-1). Er hielt dieses Leiden bloss im Rahmen der 

Rehabilitation „unter Umständen“ für relevant (IV-act. 11-3). Dr. J.___, leitender Arzt 

Orthopädie an der K.___ Klinik, bezeichnete das Sharp-Syndrom als wahrscheinlichste 

Ursache für die ausgeprägten Vernarbungen an der linken Schulter bzw. das 

entsprechende Schmerzrezidiv. Ein Erfordernis für eine rheumatologische Abklärung 

sah er nicht. Er führte hinsichtlich der Beurteilung eines Erfolgs einer Basis-Therapie für 

das Sharp-Syndrom lediglich aus, über eine nochmalige Basis-Abklärung durch einen 

in der Behandlung von Collagenosen erfahrenen Rheumatologen „wäre zu 

diskutieren“ (Bericht vom 7. November 2011, Fremdakten). Diese Abklärung wurde 

durch Dr. med. L.___, Oberarzt, und Dr. med. M.___, Chefin Rheumatologie und 

Rehabiliation an der K.___ Klinik, durchgeführt. In deren im medas-Gutachten (S. 9 f. 

und 28, Fremdakten) wiedergegebenen, ansonsten nicht in den Akten liegenden 

Bericht vom 24. Januar 2012 führten die Rheumatologen aus, das Sharp-Syndrom 

könne bestätigt werden. Hinweise für eine aktuell hohe Krankheitsaktivität würden 

fehlen. Inwieweit sich die Erkrankung negativ auf den Verlauf nach dem Unfall 

ausgewirkt habe, bleibe spekulativ. Sicher sei die rheumatologische Erkrankung im 

Moment wenig aktiv. Somit sei auch von einer neu begonnenen Basistherapie kaum ein 

relevanter positiver Effekt hinsichtlich der schwer eingeschränkten 

Schulterbeweglichkeit links zu erhoffen. Ein Einfluss des Sharp-Syndroms auf die 

Arbeitsfähigkeit ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Von 

weiteren Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d), zumal Mängel an der Einschätzung der 

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Rheumatologen weder geltend gemacht werden noch aus den Akten, insbesondere der 

Stellungnahme von Dr. H.___ vom 19. Dezember 2012 (Fremdakten), hervorgehen.

2.1.2  Angesichts dieser Aktenlage und insbesondere der fachrheumatologischen 

Beurteilung vom 24. Januar 2012, ist nicht zu beanstanden, wenn die medas-Experten 

auf eine zusätzliche rheumatologische Begutachtung verzichteten. Denn die 

orthopädische Gutachterin zog die rheumatologische Einschätzung vom 24. Januar 

2012 bei ihrer Beurteilung mit ein und begründete, weshalb sie dem Sharp-Syndrom 

keinen zusätzlichen Einfluss auf das Schulterleiden zumass. Sie legte im Einklang mit 

den rheumatologischen Ausführungen dar, dass auch ein Krankheitsverlauf wie bei der 

Beschwerdeführerin mit erheblicher Bewegungseinschränkung und der Notwendigkeit 

wiederholter Operationen nach einer Mehrfragment-Humeruskopffraktur hätte gleich 

sein können, ohne dass eine Begleiterkrankung wie das Sharp-Syndrom vorhanden 

gewesen wäre (Gutachten S. 29, Fremdakten; vgl. auch die Ausführung der 

orthopädischen medas-Gutachterin in IV-act. 92-6 sowie die RAD-Stellungnahme vom 

5. Dezember 2013, IV-act. 110). Im Übrigen legte auch Dr. E.___ nachvollziehbar dar, 

die vorbestehenden Krankheiten (Sharp-Syndrom, Blutkrankheit mit 

Dauerantikoagulation) hätten höchstens das therapeutische Vorgehen beeinflusst, im 

Sinn, dass keine operative Frühbehandlung durchgeführt worden sei, welche 

möglicherweise ein besseres Heilungsresultat ergeben hätte (Bericht vom 29. Juni 

2011, Fremdakten). Zwar wäre es wünschenswert gewesen, dass im Rahmen der 

Begutachtung auch Berichte des das Sharp-Syndrom behandelnden Dr. med. N.___, 

Facharzt für Rheumatologie (IV-act. 1-8), eingeholt worden wären. Die fehlende 

Berücksichtigung der Einschätzung von Dr. N.___ vermag das medas-Gutachten 

indessen nicht in Zweifel zu ziehen. Denn entscheidend ist, dass das Sharp-Syndrom 

bereits im Jahr 1996 diagnostiziert wurde und es sich vor dem Unfall trotz Schüben 

nicht auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat. Unabhängig davon, ob es die Heilung der 

Schulter negativ beeinflusst hat, ist aus den Akten jedenfalls nicht ersichtlich, dass sich 

das Sharp-Syndrom heute (stärker) auf die Arbeitsfähigkeit auswirken sollte als früher.

2.2      Des Weiteren bemängelt die Beschwerdeführerin, das medas-Gutachten sei 

einseitig. Es nehme eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren an. Dabei werde den psychischen Faktoren ein Übergewicht 

beigemessen. Überhaupt nicht einleuchtend sei, weshalb der psychiatrische Gutachter 

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eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung empfehle, nachdem 

er sie (die Beschwerdeführerin) als psychisch völlig unauffällig und gesund erachte (act. 

G 1, S. 6).

2.2.1  Vorweg ist zu betonen, dass die orthopädische medas-Gutachterin zwei 

somatische Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

diagnostizierte und die sich daraus aus ihrer Sicht ergebenden Einflüsse auf die 

Arbeitsfähigkeit würdigte (Gutachten S. 26 und 30 f., Fremdakten). Mit den Diagnosen 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: 

F45.41) und akzentuierte ängstlich-unsichere Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) 

erfasste der psychiatrische medas-Gutachter allein denjenigen Teil der Schmerzklagen 

der Beschwerdeführerin, welche die orthopädische Gutachterin nicht mit den 

somatischen Leiden zu erklären vermochte. Gestützt auf die persönliche Untersuchung 

der Beschwerdeführerin legte er in nachvollziehbarer Weise dar, die 

Beschwerdeführerin habe ein passiv-regressives Verhalten entwickelt und sich selbst in 

eine gewisse Opferrolle hineinmanövriert. Durch die Entwicklung von unsicher-

ängstlichen Charakterzügen habe sie zunehmend weniger gewagt, aktiv an den 

therapeutischen Bemühungen teilzunehmen und sich passiv auf Hilfe Dritter verlassen. 

Dadurch habe sie ein eigenes, zunehmend selbstlimitierenderes Krankheitskonzept 

entwickelt, für sie derart gravierend, dass sie sich dadurch nicht mehr in der Lage fühle, 

ihre ursprüngliche Arbeitstätigkeit wieder aufzunehmen (Gutachten S. 21, Fremdakten, 

zur Selbstlimitierung siehe auch Gutachten S. 23, Fremdakten). Vor diesem Hintergrund 

kann nicht die Rede davon sein, der psychiatrische Gutachter habe einseitig und 

unzutreffend den psychischen Faktoren eine überschiessende Tragweite eingeräumt. 

Darüber hinaus legte der psychiatrische Gutachter begründet dar, dass die 

Beschwerdeführerin über genügende emotionale und kognitive Ressourcen verfüge, 

um ihr somatisches Leiden in adäquater Weise verarbeiten zu können (Gutachten 

S. 22, Fremdakten, und IV-act. 92-8; zu den Ressourcen der Beschwerdeführerin etwa 

bei Kochtätigkeiten oder beim An- und Ausziehen siehe ferner Gutachten S. 14, zur 

Anfahrt mit dem eigenen Personenwagen zur Begutachtung siehe Gutachten S. 11 

oben, und zum doch noch recht aktiven Tagesablauf siehe Gutachten S. 19, 

Fremdakten). Soweit die Beschwerdeführerin einen Widerspruch in der 

Behandlungsempfehlung und der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des psychiatrischen 

Experten erblickt, ist ihr zu entgegnen, dass allein aus einer Behandlungsbedürftigkeit 

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nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 

vom 24. April 2007, I 687/06, E. 5.2). Der psychiatrische medas-Gutachter begründete 

denn auch schlüssig in der Stellungnahme vom 23. April 2013 das Verhältnis der von 

ihm abgegebenen Therapieempfehlung zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (IV-act. 92-8 f.), 

ohne dass sich daraus ein Mangel ergibt.

2.2.2  Von Bedeutung und vereinbar mit der gutachterlichen Beurteilung ist ferner, dass 

auch die medizinischen Fachpersonen des Muskelzentrums der Interdisziplinären 

medizinischen Dienste am Kantonsspital O.___ im Bericht vom 5. April 2011 

ausführten, es bestehe über das Schulterleiden hinaus hier nun eine 

Schmerzausbreitung im Sinne eines gelernten Schmerzes. Hinsichtlich dieses gelernten 

Schmerzes empfehle sich, Massnahmen zu treffen, die zu einer Anhebung der 

Schmerzschwelle führten. Erfahrungsgemäss hilfreich sei u.a. Psychotherapie. 

Hinweise für eine neurogene Läsion wurden nicht gefunden (Fremdakten). Diese 

Sichtweise wurde von Dr. B.___ übernommen. Im Bericht vom 6. Mai 2011 sprach er 

von einer inzwischen gelernten Schmerzstörung (Fremdakten). Bereits Dr. med. P.___, 

FMH Orthopädische Chirurgie/Traumatologie, Klinik Q.___, hatte im Bericht vom 

7. Dezember 2009 Inkonsistenzen angegeben: Passiv sei die Schulter primär nicht 

untersuchbar. Nach einer gewissen Zeit gelinge es, die Patientin genügend 

„abzulenken“. „Plötzlich findet sich passiv eine praktisch freie 

Beweglichkeit!!“ (doppeltes Ausrufezeichen gemäss Original). Dr. P.___ nahm an, das 

Hauptproblem der Beschwerdeführerin liege in einer gestörten 

Bewegungswahrnehmung (Bericht vom 7. Dezember 2009, Fremdakten).

2.3      Aus der Sicht der Beschwerdeführerin sind sodann die somatisch 

objektivierbaren Beschwerden nicht gebührend berücksichtigt worden. Sie verweist in 

diesem Kontext ohne weitergehende Begründung auf den Bericht von Dr. H.___ vom 

19. Dezember 2012 (act. G 1, S. 7). Aus dessen Stellungnahme ergeben sich indessen 

keine objektiven Gesichtspunkte, welche die orthopädische medas-Gutachterin ausser 

Acht gelassen hätte. Vielmehr bescheinigt er der gutachterlichen Beurteilung, die 

gestellten Fragen seien umfassend beantwortet und die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt worden. Das Gutachten sei weiter in Kenntnis der und gegebenenfalls in 

Auseinandersetzung mit den Vorakten - wenn auch einseitig - abgegeben worden 

(Fremdakten). Soweit Dr. H.___ das Fehlen einer rheumatologischen Begutachtung 

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kritisiert, kann auf vorstehende E. 2.1.1 f. verwiesen werden. Anhaltspunkte, die auf 

eine einseitige, voreingenommene oder sonst wie sachfremde Begutachtung 

hinweisen, werden weder substantiiert geltend gemacht noch ergeben sich solche aus 

den Akten. Die Stellungnahme von Dr. H.___ ist damit nicht geeignet, die Beweiskraft 

der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in Zweifel zu ziehen.

2.4      Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung lasse sich nicht mit den Ergebnissen der beruflichen 

Abklärungen vereinbaren (act. G 1, S. 7). Die Abklärungspersonen bescheinigten der 

Beschwerdeführerin eine 50% bis 60%ige Leistung bei einer 50%igen Präsenzzeit (IV-

act. 74-8).

2.4.1  Bei der Würdigung der Ergebnisse der beruflichen Abklärung fällt zunächst ins 

Gewicht, dass die Beschwerdeführerin ab der ersten Arbeitswoche an den 

vorübergehenden Folgen eines Beschwerdeschubs des Sharp-Syndroms litt 

(Entzündung der Hüfte und Schwellung der rechten Hand; vgl. zu diesen Symptomen 

medas-Gutachten S. 14 unten und S. 26, Fremdakten). Sie sei daher zur Entlastung 

ihrer entzündeten Hüfte mit einer Krücke zur Arbeit gekommen. Die Schmerzen in der 

rechten Hand hätten kontinuierlich zugenommen (zum Ganzen IV-act. 74-4). Die 

Abklärungsergebnisse bilden daher lediglich eine beschränkt zuverlässige Grundlage 

betreffend die allein aus dem dauerhaften Schulterleiden resultierenden 

Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit. Zudem hatte die Beschwerdeführerin „von 

Anfang an die Haltung“, maximal 50% arbeiten zu können (IV-act. 74-7). Die berufliche 

Abklärung bzw. der Abklärungsbericht erfolgte ohne Beizug einer medizinischen 

Fachperson, womit die beruflichen Abklärungsergebnisse nicht auf einer medizinischen 

Einordnung der Schmerzangaben bzw. eines allfälligen selbstlimitierenden Verhaltens 

der Beschwerdeführerin beruhen und keine Zumutbarkeitsbeurteilung aus 

medizinischer Sicht beinhalten.

2.4.2  Die Ergebnisse der beruflichen Abklärung lassen sich sodann nicht mit der 

Einschätzung von Dr. E.___ vereinbaren, welcher der Beschwerdeführerin eine 

immerhin 70%ige bis 80%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

bescheinigt hat (Bericht vom 29. Juni 2011, Fremdakten).

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2.4.3  Im Licht dieser Umstände und unter Berücksichtigung der Stellungnahme der 

medas-Experten vom 23. April 2013 (IV-act. 92) vermögen die beruflichen 

Abklärungsergebnisse die Beweiskraft der gutachterlichen Beurteilung nicht zu 

erschüttern.

2.5      Schliesslich hält die Beschwerdeführerin die gutachterliche Beurteilung für 

inzwischen veraltet (act. G 1, S. 10). Da die Beschwerdeführerin weder substantiiert 

vorbringt noch aus den Akten Hinweise hervorgehen, der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin habe sich seit der Begutachtung vom März 2012 bis zum Datum 

der angefochtenen Verfügungen vom 7. Oktober 2013 bzw. 13. Mai 2014 

verschlechtert, besteht kein Anlass für weitere Abklärungen des Gesundheitsverlaufs in 

diesem Zeitraum.

2.6      Nach dem Gesagten besteht kein Grund, von der im Sinn der Rechtsprechung 

(vgl. hierzu vorstehende E. 1.2) beweiskräftigen gutachterlichen Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Hingegen erweist sich der Sachverhalt betreffend einen 

allfälligen rückwirkend befristeten Rentenanspruch insoweit als noch nicht genügend 

abgeklärt, als sich die medas-Experten nicht zum Arbeitsfähigkeitsverlauf vor der 

Begutachtung geäussert haben. Auch aus den übrigen medizinischen Akten lassen 

sich ohne medizinische Abklärungen hierfür keine verlässlichen Schlüsse ziehen.

3       

Ausgehend von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 100% für 

leidensangepasste Tätigkeiten (Gutachten S. 31, Fremdakten), an deren Verwertbarkeit 

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gestützt auf das medas-Gutachten nicht zu zweifeln 

ist (Gutachten S. 31, Ziff. 7.2.2, Fremdakten), ist in einem ersten Schritt der Anspruch 

der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen zu beurteilen.

3.1      Anlässlich der Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, sie sehe sich aus 

gesundheitlichen Gründen zu keiner beruflichen Tätigkeit mehr fähig (Gutachten S. 26 

und S. 30, Fremdakten). Ihre Selbsteinschätzung ist gemäss Einschätzung des 

psychiatrischen medas-Gutachters durch ein eigenes Krankheitskonzept mit 

Selbstlimitierung mitgeprägt (Gutachten S. 23, Fremdakten). Im Einwand vom 

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15. August 2013 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht teile (IV-act. 100-2). Die Beschwerdeführerin brachte 

damit in Bezug zur bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten klar eine fehlende Eingliederungsbereitschaft zum Ausdruck, weshalb die 

Beschwerdegegnerin zu Recht die Abweisung des Begehrens um berufliche 

Massnahmen verfügt hat.

3.2      An dieser Sichtweise ändert das im Rahmen eines 37,5%igen 

Beschäftigungsgrads am 1. April 2013 von der Beschwerdeführerin angetretene 

Arbeitsverhältnis nichts (IV-act. 97). Denn es ergibt sich weder daraus noch aus der 

übrigen Aktenlage ein ernsthafter Wille für eine Eingliederung entsprechend der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit bzw. eine Abkehr von der bisherigen 

Krankheitsüberzeugung, zumal die Beschwerdeführerin auch an der Zumutbarkeit der 

neu aufgenommenen Tätigkeit zu zweifeln scheint (sie schöpfe „mit der derzeit 

ausgeübten Tätigkeit das ihr - wenn überhaupt - zumutbare Arbeitspensum aus“, IV-

act. 104-6). Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin in der 

Beschwerde vom 15. Oktober 2013 die Auffassung vertritt, eine „allenfalls bestehende 

- und im Übrigen umstrittene - Restarbeitsfähigkeit“ lasse sich „unter Annahme einer 

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage nicht verwerten“ (act. G 1, S. 8 im Verfahren 

IV 2013/512). Sollte sich die Krankheitsüberzeugung bzw. die Mitwirkungsbereitschaft 

ändern, steht es der Beschwerdeführerin frei, sich bei der Beschwerdegegnerin zur 

neuerlichen Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen zu 

melden.

4.       

Ausgehend von der gutachterlich ab März 2012 bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 

100% für leidensangepasste Tätigkeiten (Gutachten S. 31, Fremdakten) ist zweitens 

der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen zu beurteilen. Zwischen 

den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 

als Vollerwerbstätige zu qualifizieren ist.

4.1      Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

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Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

4.2      Das von der Beschwerdegegnerin auf der Grundlage des Jahres 2013 

berücksichtigte Valideneinkommen von Fr. 74‘100.-- (IV-act. 120) wurde von der 

Beschwerdeführerin ausdrücklich nicht bestritten. Sie hält diesen Betrag für „in etwa 

so“ zutreffend (act. G 1, S. 12). Die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 

gab an, die Beschwerdeführerin würde im Jahr 2010 einen Monatslohn von Fr. 5‘500.-- 

erzielen (IV- act. 19-3), womit unter Berücksichtigung eines 13. Monatslohns ein 

Jahreseinkommen von Fr. 71‘500.-- im Jahr 2010 resultiert. Da sich das Unfallereignis 

am 11. Januar 2009 ereignete (Fremdakten) und sich die Beschwerdeführerin am 

20. Januar 2010 zum IV-Leistungsbezug meldete (IV-act. 1), ist der frühestmögliche 

Rentenbeginn der 1. Juli 2010. Demnach ist rechtsprechungsgemäss zur Bestimmung 

des Valideneinkommens auf die hypothetischen Verhältnisse des Jahres 2010 und 

damit ein Betrag von Fr. 71‘500.-- zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.1).

4.3      Bei der Bestimmung des zwischen den Parteien umstrittenen 

Invalideneinkommens kann nicht auf das von der Beschwerdeführerin im Rahmen eines 

37,5%igen Beschäftigungsgrads tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden, da 

sie hierbei die medizinisch bescheinigte Arbeitsfähigkeit lediglich zu einem Teil 

verwertet. Welcher Lohn für die Bestimmung des Invalideneinkommens letztlich 

heranzuziehen ist, kann vorliegend offen bleiben. Denn selbst wenn zugunsten der 

Beschwerdeführerin der durchschnittliche Hilfsarbeiterinnenlohn des Jahres 2010 von 

Fr. 52‘728.-- herangezogen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe 

der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) und ein allfälliger Tabellenlohnabzug von 

höchstens 15% gewährt würde, resultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 44‘819.-- 

(Fr. 52‘728.-- x 0,85), eine Erwerbseinbusse von Fr. 26‘681.-- (Fr. 71‘500.-- - 

Fr. 44‘819.--) und ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37% 

([Fr. 26‘681.-- / Fr. 71‘500.--] x 100).

5.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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5.1    Im Verfahren IV 2013/512 ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 

7. Oktober 2013 betreffend berufliche Massnahmen abzuweisen.

5.2    Im Verfahren IV 2014/272 ist die angefochtene Verfügung vom 13. Mai 2014 

betreffend Rentenleistungen in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. 

Die Sache ist im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme 

weiterer medizinischer Abklärungen (vorstehende E. 2.6) und zu neuem Entscheid über 

einen allfälligen befristeten Rentenanspruch zurückzuweisen. Im Übrigen ist die 

Beschwerde abzuweisen.

5.3    Die beiden Beschwerdeverfahren sind kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Da in beiden Beschwerdeverfahren die 

gleiche Frage im Vordergrund stand (Beweiswert der gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung), erscheint eine Gerichtsgebühr von je Fr. 400.-- 

angemessen.

5.3.1   Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist die Gerichtsgebühr von 

Fr. 400.-- im Verfahren IV 2013/512 vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen. Der im Verfahren IV 2013/512 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

ist ihr daran im Umfang von Fr. 400.-- anzurechnen.

5.3.2   Die Beschwerdeführerin obsiegt im Verfahren IV 2014/272 betreffend 

Rentenleistungen teilweise und es ist von einem hälftigen Obsiegen auszugehen. Dem 

teilweisen Obsiegen entsprechend bezahlen die Beschwerdegegnerin und die 

Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2014/272 die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- je im 

Betrag von Fr. 200.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der 

Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen. Aufgrund der 

Verfahrensvereinigung rechtfertigt es sich, den im Verfahren IV 2013/512 geleisteten 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- im Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen.

5.4    Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2013/512 

betreffend berufliche Massnahmen keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

bis

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5.5    Da die Beschwerdeführerin teilweise im Verfahren IV 2014/272 betreffend 

Rentenleistungen obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Dieser ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre mit Blick darauf, dass die Beschwerde vom 

13. Mai 2014 grösstenteils der im Verfahren 2013/512 zuvor eingereichten Beschwerde 

vom 15. Oktober 2013 entspricht (gleiches gilt im Verhältnis zwischen den 

Replikeingaben), eine Parteientschädigung von Fr. 2‘000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur hälftigen Obsiegens hat die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 1‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) im Verfahren IV 2014/272 

betreffend Rentenleistungen zu bezahlen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.    Im Verfahren IV 2013/512 wird die Beschwerde gegen die Verfügung vom 

7. Oktober 2013 betreffend berufliche Massnahmen abgewiesen.

2.    Im Verfahren IV 2014/272 wird die angefochtene Verfügung vom 13. Mai 2014 

betreffend Rentenleistungen in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufgehoben. 

Die Sache wird im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme 

weiterer medizinischer Abklärungen und zu neuem Entscheid über einen allfälligen 

befristeten Rentenanspruch zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen.

3.    Die Beschwerdeführerin bezahlt im Verfahren IV 2013/512 eine Gerichtsgebühr von 

Fr. 400.--. Der im Verfahren IV 2013/512 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird 

ihr daran im Umfang von Fr. 400.-- angerechnet.

4.    Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- im Verfahren IV 2014/272 bezahlen die 

Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin je im Betrag von Fr. 200.--. Der im 

Verfahren IV 2013/512 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der 

Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 200.-- daran angerechnet.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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5.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2014/272 eine 

Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2015
	Art. 15 ff. und 28 IVG. Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rente. Würdigung gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung. Fehlende Eingliederungsbereitschaft (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2015, IV 2013/512 und IV 2014/272).

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