# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d25bd4c0-b617-5738-b1a3-2dafcf86df4d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 22.05.2017 UE160333
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE160333_2017-05-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE160333-O/U/KIE 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

A. Meier, Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie Gerichtsschrei-

berin lic. iur. Ch. Negri   

 

Beschluss vom 22. Mai 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

  

gegen 

 
1. B._____,  

2. Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme   
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Winterthur/Unterland vom 22. November 2016, C-3/2016/10019595 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Verfügung vom 22. November 2016 nahm die Staatsanwaltschaft Win-

terthur/Unterland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eine Strafuntersuchung ge-

gen B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 1) betreffend Entwendung eines 

Motorfahrzeuges zum Gebrauch und Hausfriedensbruch zum Nachteil seiner von 

ihm getrennt lebenden Ehefrau A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) nicht 

an die Hand (Urk. 3/2 = 17). 

2. Hiergegen liess die Beschwerdeführerin innert Frist Beschwerde erheben 

und folgende Anträge stellen (Urk. 2 S. 2): 

"1. Es sei die Vorinstanz anzuweisen, eine Strafuntersuchung gegen 
den Beschwerdegegner zu eröffnen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt.) zu 
Lasten des Beschwerdegegners und der Vorinstanz." 

3. Nach Ansetzung einer entsprechenden Frist leistete die Beschwerdeführerin 

eine Prozesskaution von Fr. 1'500.– (Urk. 7-11). Mit Verfügung vom 7. März 2017 

wurde der Staatsanwaltschaft und dem Beschwerdegegner 1 Frist zur (freigestell-

ten) Stellungnahme angesetzt (Urk. 12). Die Staatsanwaltschaft liess sich mit 

Eingabe vom 14. März 2017 vernehmen und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde, unter Kostenfolgen zulasten der Beschwerdeführerin (Urk. 14 S. 3). 

Der Beschwerdegegner 1 liess sich nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 24. 

März 2017 wurde die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft der Beschwerdefüh-

rerin zur freigestellten Äusserung übermittelt (Urk. 18). Diese liess am 6. April 

2017 Stellung nehmen (Urk. 19). Nach neuerlicher Fristansetzung (vgl. Urk. 21) 

verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Duplik (Urk. 22). Der Beschwerdegeg-

ner 1 liess sich nicht vernehmen. 

- 3 - 

II.  

1. Vorweg ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit der Beschwerde 

lediglich die Nichtanhandnahme betreffend Hausfriedensbruch anficht, weshalb 

auf den Vorwurf betreffend Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch 

nicht einzugehen ist. 

2. Die Staatsanwaltschaft resümiert den relevanten Sachverhalt betreffend 

Hausfriedensbruch wie folgt: Gemäss Schilderungen der Beschwerdeführerin ha-

be sie dem Beschwerdegegner 1 am 18. April 2016 die Wohnungsschlüssel für 

das gemeinsam gemietete Einfamilienhaus abgenommen. Nach ihrem Verständ-

nis habe dies bedeutet, dass er danach keinen Zutritt zu diesem bis dahin ge-

meinsam genutzten Haus mehr gehabt habe. Ein ausdrückliches Hausverbot ha-

be sie ihm nicht erteilt. Der Beschwerdegegner 1 habe ihr mitgeteilt, dass er am 

22. April 2016, ca. 8.00 Uhr, noch persönliche Gegenstände aus dem Haus holen 

wolle. Sie habe ihn wissen lassen, dass sie dann keine Zeit habe. Gleichwohl sei 

er um ca. 8.15 Uhr in ihrer Abwesenheit erschienen und habe sich Zutritt zur frag-

lichen Liegenschaft verschafft. Dies indem er sich einfach am im Haus befindli-

chen Kollegen der Beschwerdeführerin, C._____, welcher ihm offenbar die Tür 

geöffnet habe, vorbeigedrängt habe. Der Beschwerdegegner 1 sei einfach ins 

Haus gegangen, habe diverse Sachen geholt und sei danach wieder gegangen 

(Urk. 17 S. 2). 

Das fragliche Haus – so die Staatsanwaltschaft weiter – sei von den Parteien ge-

meinsam gemietet worden und es habe sich dabei um den ehelichen Wohnsitz 

gehandelt. Aus der blossen Abnahme der entsprechenden Schlüssel könne nicht 

gefolgert werden, dass danach das alleinige Hausrecht bei der Beschwerdeführe-

rin gelegen habe. Damit verhalte sich der Beschwerdegegner 1 – als nach wie vor 

Mitberechtigter – bereits in objektiver Hinsicht gar nicht tatbeständlich. Damit sei-

en die Voraussetzungen für die Eröffnung einer Untersuchung nicht gegeben 

(Urk. 17 S. 3). 

3. Die Beschwerdeführerin lässt hierzu im Wesentlichen zusammengefasst 

vorbringen, durch das (eigenmächtige und freiwillige) Verlassen der ehelichen 

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Liegenschaft sowie die Aushändigung des Schlüssels habe der Beschwerdegeg-

ner 1 ausdrücklich und unmissverständlich die Aufgabe des Gewahrsams bzw. 

seinen Willen in Bezug auf die Überlassung der Liegenschaft zur ausschliessli-

chen Nutzung durch die Beschwerdeführerin kundgetan. Dies umso mehr, als 

dass er sich im Zeitpunkt der in Frage stehenden Handlung bei der Einwohner-

kontrolle der Gemeinde D._____ bereits ab- und in E._____ angemeldet habe. 

Durch dieses Verhalten hätten sich die Beschwerdeführerin und der Beschwerde-

gegner 1 konkludent auf eine neue Nutzungsordnung geeinigt, die nachfolgend 

nicht eigenmächtig durch den Beschwerdegegner 1 verletzt werden könne. Eine 

"Wiederzulassung" der (Mitbe-)Nutzung der Liegenschaft durch den Beschwerde-

gegner 1 bedürfte einer erneuten einstimmigen Einigung zwischen den Parteien. 

Dass eine solche Einigung mangels Zustimmung der Beschwerdeführerin nicht 

vorliege, sei selbstredend. Der objektive Tatbestand des Hausfriedensbruchs sei 

somit entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft gegeben, habe der Be-

schwerdegegner 1 doch die Liegenschaft gegen den Willen der Beschwerdeführe-

rin betreten. Auch in subjektiver Hinsicht gebe es keine Hindernisse, habe der 

Beschwerdegegner 1 doch gewusst, dass er das Haus alleine bzw. ohne Zustim-

mung der Beschwerdeführerin nicht habe betreten dürfen. Bereits die blosse In-

kaufnahme eines Hausfriedensbruchs sei ausreichend (Urk. 2 S. 5). 

4. Die Staatsanwaltschaft führt hierzu im Wesentlichen zusammengefasst Fol-

gendes aus: Es dürfte unstrittig sein, dass die Beschwerdeführerin und der Be-

schwerdegegner 1 das gemeinsam gemietete Einfamilienhaus während der Dau-

er des (faktischen) Zusammenlebens als eheliche Wohnung bestimmt hätten. Die 

Bestimmung der ehelichen Wohnung obliege den Ehegatten gemeinsam. Beide 

Ehegatten hätten das Recht, die eheliche Wohnung zu bewohnen. Bei Unstim-

migkeiten könne das Eheschutzgericht zur Vermittlung angerufen werden. Der 

Beschwerdegegner 1 habe im Rahmen des Vorverfahrens ausgesagt, dass er 

sich am 15. April 2016 von der Beschwerdeführerin getrennt habe. Auf deren Er-

suchen hin habe er ihr seiner Erinnerung nach am 16. April 2016 die Schlüssel 

zum Haus "aus freien Stücken gegeben". Dies, da er gedacht habe, diese nicht 

mehr zu brauchen. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich die Eheleute "kon-

kludent auf eine neue Nutzungsordnung" geeinigt hätten. Der Beschwerdegeg-

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ner 1 habe in einer ersten Trennungsphase lediglich "das Feld geräumt" und der 

Beschwerdeführerin durch Übergabe der Schlüssel die faktische Bestimmungs-

möglichkeit über den Zutritt zur ehelichen Wohnung überlassen. Er habe damit 

nicht auf das ihm als Ehepartner bzw. Mitmieter gleichermassen zustehende, 

strafrechtlich geschützte Hausrecht verzichtet. Damit sei der Beschwerdegegner 1 

im Zeitpunkt des Vorfalls nach wie vor (Mit-)"Berechtigter" im Sinne von Art. 186 

StGB und komme demzufolge als Täter nicht in Betracht (Urk. 14 S. 2). 

5. Die Beschwerdeführerin lässt hierzu im Wesentlichen geltend machen, es 

sei korrekt, dass die Bestimmung der ehelichen Wohnung den Ehegatten ge-

meinsam obliege und beide Ehegatten das Recht hätten, die eheliche Wohnung 

zu bewohnen. Dies jedoch nur solange, bis nicht einer der beiden Eheleute die 

eheliche Wohnung verlasse (Urk. 19 S. 3 f.). So könnten sich Eheleute gemäss 

Art. 175 ZGB einvernehmlich – und unabhängig von dinglichen oder obligatori-

schen Ansprüchen – formlos darauf einigen, den gemeinsamen Haushalt aufzu-

heben und zwei getrennte Haushalte zu führen. Hierzu bedürfe es keiner gericht-

lichen Bewilligung. Es handle sich somit um eine formfreie Vereinbarung zwi-

schen den Eheleuten, welche ausdrücklich wie auch konkludent geschlossen 

werden könne. Vorliegend sei konkludent eine solche Vereinbarung geschlossen 

worden. So sei für den Beschwerdegegner 1 auch immer klar gewesen, dass er 

nicht wieder in die eheliche Wohnung zurückkehren werde. Unterstrichen werde 

diese Absicht durch die Tatsache, dass er sich bereits bei der Einwohnerkontrolle 

der Gemeinde D._____ ab- und in E._____ angemeldet habe. Auch habe der Be-

schwerdegegner 1 im Rahmen des Eheschutzes zu keinem Zeitpunkt geltend 

gemacht, die ehemalige eheliche Wohnung für sich beanspruchen zu wollen. Der 

Beschwerdegegner 1 habe der Wohnung definitiv den Rücken gekehrt und 

dadurch unmissverständlich und konkludent die Aufgabe des Gewahrsams bzw. 

seinen Willen in Bezug auf die Überlassung der Wohnung zur ausschliesslichen 

Nutzung durch die Beschwerdeführerin kundgetan (Urk. 19 S. 4). 

6. Soweit erforderlich, d.h. für die Entscheidfindung notwendig, ist nachfolgend 

auf die Begründung der Staatsanwaltschaft und die Vorbringen der Beschwerde-

führerin näher einzugehen.  

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III. 

1. Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröffnung 

einer Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, 

aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender 

Tatverdacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn sie von 

der Polizei über schwere Straftaten oder andere schwer wiegende Ereignisse in-

formiert wurde. Gelangt sie hingegen aufgrund der Strafanzeige oder des Polizei-

rapports zum Schluss, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvor-

aussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, Verfahrenshindernisse bestehen oder 

gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitätsgründen auf eine Strafverfolgung zu ver-

zichten ist, verfügt sie die Nichtanhandnahme (Art. 310 Abs. 1 StPO). Der Zweck 

der Untersuchung besteht nach Art. 308 Abs. 1 StPO darin, den Sachverhalt so 

weit zu ermitteln, dass das Vorverfahren entweder mit einem Strafbefehl, einer 

Anklage oder einer Einstellung abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung 

dieses Zwecks steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum 

zu. Dies bedeutet unter anderem, dass die Staatsanwaltschaft nicht jeglicher Spur 

und jedem Hinweis nachzugehen hat, auch wenn sich eine beschuldigte Person 

oder ein Geschädigter solches vorstellt. Die Staatsanwaltschaft darf dann die Un-

tersuchung – z.B. aufgrund einer Anzeige – nicht an Hand nehmen, wenn mit Si-

cherheit feststeht, dass der zur Beurteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen 

Straftatbestand fällt oder wenn mit anderen Worten eine Anzeige von vornherein 

aussichtslos ist, weil offensichtlich keine Straftatbestände oder Prozessvorausset-

zungen erfüllt sind. Ebenso ist keine Untersuchung an Hand zu nehmen, wenn 

Prozesshindernisse wie z.B. Verjährung gegeben sind. Eine Nichtanhandnahme-

verfügung darf jedoch nicht ergehen, wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straf-

tatbestand vorliegt (vgl. zum Ganzen: Schmid, Handbuch des schweiz. Strafpro-

zessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 1231; derselbe, StPO Praxiskom-

mentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 309 N 3 f., Art. 310 N 1 ff.; Lands-

hut/Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, 2. Aufl., Kommentar zur StPO, Zü-

rich 2014, Art. 309 N 11-14, N 19-23, Art. 310 N 2 ff.). 

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2. Wer gegen den Willen des Berechtigten unrechtmässig in ein Haus eindringt 

oder, trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt, 

macht sich des Hausfriedensbruchs strafbar (Art. 186 StGB). Geschütztes 

Rechtsgut ist das Hausrecht, d.h. die Befugnis, über bestimmte Räume ungestört 

zu herrschen und darin den eigenen Willen frei zu betätigen. Träger dieses 

Rechts ist diejenige Person, welcher die Verfügungsgewalt über die fraglichen 

Räume zusteht, unabhängig davon, ob jene auf einem obligatorischen oder ding-

lichen Recht oder auf einem öffentlichrechtlichen Verhältnis beruht (BGE 112 IV 

31 E. 3 m.w.H.). 

3. Die Beschwerdeführerin brachte in der polizeilichen Einvernahme vom 

28. April 2016 im Wesentlichen zusammengefasst Folgendes vor: Der Beschwer-

degegner 1 habe am 22. April 2016, um 8.00 Uhr, noch Gegenstände holen wol-

len. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie keine Zeit habe und erst um 10.00 Uhr an-

wesend sein könne. Darauf habe sie einen Kollegen, C._____, sowie dessen 

Freundin, F._____, angefragt, ob sie bei ihr zu Hause sein könnten, um die Hun-

de entgegen nehmen zu können. Um ca. 8.15 Uhr sei der Beschwerdegegner 1 

gekommen und habe sich an C._____ vorbei in die Liegenschaft gedrängt. Er ha-

be diverse Sachen geholt und den Wohnort verlassen (Urk. 15/2/3 S. 1). Der Be-

schwerdegegner 1 habe gewusst, dass er die Wohnung nicht mehr betreten dür-

fe. Auf die Frage, ob diesbezüglich ein Hausverbot oder eine Vereinbarung be-

stehe, antwortete sie, der Beschwerdegegner 1 habe lediglich den Wohnungs-

schlüssel abgegeben und dies bedeute für sie, dass er keinen Zutritt mehr habe. 

Die Beschwerdeführerin bejahte sodann die Frage, ob jemand betreffend die Ver-

einbarung bezeugen könne, dass der Beschwerdegegner 1 die Liegenschaft nicht 

mehr betreten dürfe. Sie erklärte, G._____ sei am 18. April 2016, als sie dem Be-

schwerdegegner 1 die Schlüssel abgenommen habe, anwesend gewesen, als sie 

ihm dies eröffnet habe. Gemäss Erzählungen ihrer Kollegen habe sich der Be-

schwerdegegner 1 ca. 10 bis 15 Minuten im Haus aufgehalten (Urk. 15/2/3 S. 2). 

Sie führte schliesslich aus, der Beschwerdegegner 1 habe jederzeit die Möglich-

keit, seine persönlichen Sachen aus der Liegenschaft zu holen. Dies aber nur in 

Anwesenheit von weiteren Personen, damit er sich korrekt benehme (Urk. 15/2/3 

S. 3).  

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G._____ verneinte in der polizeilichen Einvernahme vom 19. Mai 2016, dass sich 

die Beschwerdeführerin in ihrer Anwesenheit gegenüber dem Beschwerdegegner 

1 dahingehend geäussert habe, er dürfe die Liegenschaft nicht mehr betreten 

(Urk. 15/2/4 S. 3). Aus den Polizeirapport geht sodann hervor, dass sowohl 

C._____ als auch F._____ am 30. Mai 2016 von der Polizei, unter Hinweis auf die 

strafprozessualen Rechte und Pflichten telefonisch befragt wurden. C._____ äus-

serte sich dabei im Wesentlichen wie folgt: Gemäss seiner Freundin sei der Be-

schwerdegegner 1 in die Liegenschaft gekommen, woraufhin sie ihm mitgeteilt 

habe, dass er nicht in das Haus kommen dürfe. Dies habe ihn nicht interessiert 

und er sei einfach in die Liegenschaft gegangen, um seine Sachen zu packen. Er 

(C._____) habe den Beschwerdegegner 1 dann in der Liegenschaft auch ange-

sprochen und gesagt, er dürfe nicht in die Liegenschaft kommen, worauf er erwi-

dert habe, dass er seine Sachen holen müsse; die Angaben der Beschwerdefüh-

rerin würden nicht stimmen. Er habe sich gesamthaft ca. 5 Minuten in der Liegen-

schaft aufgehalten. F._____ erklärte im Wesentlichen, der Beschwerdegegner 1 

sei einfach in die unverschlossene Liegenschaft gekommen. Sie habe ihn gefragt, 

was er hier überhaupt mache. Er habe angegeben, persönliche Sachen holen zu 

müssen und habe sich gesamthaft für ca. 10 Minuten in der Liegenschaft aufge-

halten (Urk. 15/2/1 S. 3). 

Der Beschwerdegegner 1 gab in der polizeilichen Einvernahme vom 8. Juni 2016 

hierzu im Wesentlichen zusammengefasst zu Protokoll, die Beschwerdeführerin 

habe ihm gesagt, er solle um ca. 10.00 Uhr kommen. Da er jedoch Stress gehabt 

habe, sei er schon um 8.00 Uhr vor Ort gewesen. Er habe an der Tür geklingelt 

und F._____ habe ihm die Tür aufgemacht. Er sei in die Wohnung gegangen, um 

sich Sachen zu holen, er habe persönliche Papiere holen müssen (Urk. 15/1/6 

Einvernahme des Beschwerdegegners 1 S. 1). Sie hätten sich am 15. April 2016 

getrennt, wobei er die Trennung eingeleitet habe bzw. gegangen sei. Die Woh-

nungsschlüssel habe er, glaube er, am 16. April 2016 der Beschwerdeführerin 

gegeben. Diesen Schlüssel hätte er ihr nicht geben müssen, da der Mietvertrag 

auf beide eingetragen sei. Er hätte noch drei Monate dort bleiben können. Also, er 

hätte nach der Scheidung gehen können. Das Gericht müsse entscheiden, wer 

die Wohnung verlassen müsse. Er habe ihr den Schlüssel aus freien Stücken ge-

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geben. Sie habe gesagt, wenn er schon nicht mehr dort wohne, dann könne er 

den Schlüssel abgeben. Er habe ihn gegeben und gesagt, dass er ihn nicht mehr 

brauche (Urk. 15/1/6 Einvernahme des Beschwerdegegners 1 S. 2). 

4. Unbestritten ist, dass der Beschwerdegegner 1 aus der gemeinsamen eheli-

chen Wohnung ausgezogen ist und der Beschwerdeführerin den Hausschlüssel 

abgegeben hat. Weiter war beiden klar, dass der Beschwerdegegner 1 Anspruch 

auf seine persönlichen Gegenstände hatte, welche sich noch in der Wohnung be-

fanden. Es ist allerdings unklar, was die Parteien bezüglich der weiteren Benut-

zung oder Betretung der Wohnung durch den Beschwerdegegner 1 vereinbart 

haben bzw. ob der Beschwerdegegner 1 durch die Abgabe des Schlüssels sein 

Hausrecht verloren hat. Es stellt sich mithin die Frage, ob der Beschwerdegegner 

1 noch berechtigt war, das Haus gegen den Willen der Beschwerdeführerin zu be-

treten. Selbst wenn man jedoch der Argumentation der Beschwerdeführerin fol-

gen würde und sich der Beschwerdegegner 1 durch das Betreten des Hauses 

bzw. Verweilen darin trotz Aufforderung zu gehen, strafbar gemacht hätte, wären 

sowohl sein Verschulden als auch die Tatfolgen als geringfügig im Sinne von Art. 

52 StGB zu werten. 

Nach Art. 52 StGB sieht die zuständige Behörde von einer Strafverfolgung, einer 

Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung ab, wenn Schuld und Tatfol-

gen geringfügig sind. Von dieser Bestimmung erfasst sind relativ unbedeutende 

Verhaltensweisen, welche die Schwere und Härte einer Strafe nicht verdienen. 

Wenn die Voraussetzungen von Art. 52 StGB erfüllt sind, muss die Behörde das 

Strafverfahren einstellen bzw. von einer Überweisung absehen, mithin ist die Re-

gelung zwingender Natur. Die Voraussetzungen von Geringfügigkeit von Schuld 

und Tatfolgen müssen kumulativ erfüllt sein. Die Würdigung des Verschuldens 

des Täters richtet sich nach den in Art. 47 StGB aufgeführten Strafzumessungs-

kriterien. Der Begriff der Tatfolgen umfasst sämtliche vom Täter verschuldete 

Auswirkungen der Tat und nicht nur den tatbestandsmässigen Erfolg. Diese müs-

sen stets gering sein. Zu Gunsten des Betroffenen wirkende Komponenten kön-

nen schwerwiegendere Folgen nicht ausgleichen. Bei der Beurteilung der Straf-

bedürftigkeit hat sich die Behörde am Regelfall der Straftat zu orientieren. Im 

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Quervergleich zu typischen unter dieselbe Gesetzesbestimmung fallenden Taten 

muss das Verhalten des Täters insgesamt – vom Verschulden und von den Tat-

folgen her – als unerheblich erscheinen, so dass die Strafbedürftigkeit offensicht-

lich fehlt (BGE 135 IV 130 E. 5.3.2-5.3.3).  

Der Beschwerdegegner 1 ging am 22. April 2016, ca. 8.00/8.15 Uhr, in das Haus, 

in welchem er bis wenige Tage zuvor mit der Beschwerdeführerin gelebt hat, um 

einige persönliche Sachen abzuholen und verliess das Haus kurz darauf wieder. 

Die Beschwerdeführerin war nicht dagegen, dass er vorbeikommt, erklärte ihm je-

doch, dass sie erst um 10.00 Uhr anwesend sein könne (Urk. 15/2/3 S. 1). Wäre 

der Beschwerdegegner 1 also zwei Stunden später gekommen, hätte die Be-

schwerdeführerin nichts dagegen gehabt, wenn der Beschwerdegegner 1 seine 

Sachen geholt hätte. Ausserdem erklärte sie – wie bereits ausgeführt –, er habe 

jederzeit die Möglichkeit, seine persönlichen Sachen aus der Liegenschaft zu ho-

len, aber nur in Anwesenheit weiterer Personen (Urk. 15/2/3 S. 3). Hierzu ist fest-

zuhalten, dass der Beschwerdegegner 1 nicht alleine war, als er seine Sachen 

aus dem Haus holte, waren doch Kollegen der Beschwerdeführerin anwesend. 

Soweit man von einem strafbaren Verhalten des Beschwerdegegners 1 betreffend 

Hausfriedensbruchs ausgeht, sind unter den gegebenen Umständen sowohl sein 

Verschulden als auch die Tatfolgen geringfügig im Sinne von Art. 52 StGB.  

5. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 

IV. 

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Kosten 

des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von 

§ 17 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) ist die Ge-

richtsgebühr auf Fr. 1'000.– festzusetzen. Die Gerichtsgebühr ist mit der von der 

Beschwerdeführerin geleisteten Kaution zu verrechnen. Im Restbetrag ist die 

Kaution zurückzuerstatten, vorbehältlich allfälliger Verrechnungsrechte des Staa-

tes. 

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2. Der Beschwerdegegner 1 liess sich nicht vernehmen. Es ist ihm deshalb für 

das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zuzusprechen (Art. 436 StPO in 

Verbindung mit Art. 429 StPO). 

 

Es wird beschlossen: 
 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt und der Beschwerdefüh-

rerin auferlegt. 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

4. Die Gerichtsgebühr wird mit der von der Beschwerdeführerin geleisteten 

Kaution verrechnet. Im Restbetrag wird die Kaution der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet, vorbehältlich allfälliger Verrechnungsrechte des Staates. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die 
Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 

− den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland unter gleichzeitiger 

Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 15; gegen Empfangsbe-
stätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)  

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

- 12 - 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 22. Mai 2017 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Negri 
 

	Beschluss vom 22. Mai 2017
	
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	4. Die Gerichtsgebühr wird mit der von der Beschwerdeführerin geleisteten Kaution verrechnet. Im Restbetrag wird die Kaution der Beschwerdeführerin zurückerstattet, vorbehältlich allfälliger Verrechnungsrechte des Staates.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland unter gleichzeitiger Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 15; gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...