# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a60d7c9-1945-5895-9b40-25d5fe24ff75
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.06.2019 100 2018 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-92_2019-06-11.pdf

## Full Text

100.2018.92U
HER/BIP/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juni 2019

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Keller, Verwaltungsrichterin Steinmann 
Gerichtsschreiber Bieri 

1. A.________
2. B.________

geb. ... 2014, gesetzlich vertreten durch seine Mutter
A.________

beide vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Verweigerung der Niederlassungsbewilligung gemäss Nieder-
schrift Schweiz-Bundesrepublik Deutschland und Nichtverlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA sowie Wegweisung (Entscheid der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 1. März 2018; 
2016.POM.600)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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Sachverhalt:

A.

Die deutsche Staatsangehörige A.________ (geb. ... 1995) reiste am 9. Juli 
2009 zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Zwillingsschwester in die 
Schweiz ein. Sie erhielt abgeleitet von ihrer als Arbeitnehmerin zuge-
lassenen Mutter eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA.

Am … 2014 gebar sie B.________. Diesen hat der in der Schweiz 
niederlassungsberechtigte italienische Staatsangehörige C.________ als 
Sohn anerkannt. B.________ verfügt über die deutsche und die italienische 
Staatsangehörigkeit. A.________ und B.________ leben in einer Mutter-
Kind-Einrichtung in D.________. Der Kindsvater verfügt über ein 14-
tägliches begleitetes Besuchsrecht.

Mit Verfügung vom 27. September 2016 verweigerte das Amt für Migration 
und Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), 
A.________ und B.________ die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung 
EU/EFTA sowie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Es 
wies A.________ und B.________ unter Ansetzung einer Ausreisefrist aus 
der Schweiz weg.

B.

A.________ und B.________, gesetzlich vertreten durch seine Mutter, 
erhoben am 27. Oktober 2016 bei der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern (POM) Beschwerde gegen die Verfügung des MIP vom 
27. September 2016. Die POM wies diese Beschwerde mit Entscheid vom 
1. März 2018 ab und setzte eine neue Ausreisefrist bis zum 13. April 2018 
an. Sie gewährte A.________ und B.________ gleichzeitig die unentgelt-
liche Rechtspflege unter Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher 
Anwalt.

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C.

Gegen den Entscheid der POM vom 1. März 2018 haben A.________ und 
B.________ am 29. März 2018 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. 
Sie beantragen die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Eventualiter 
seien ihnen die Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA zu verlängern. Zudem 
ersuchen sie um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihres 
Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt.

Mit Vernehmlassung vom 2. Mai 2018 beantragt die POM die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege enthält sie sich eines Antrags.

Mit Zwischenverfügung vom 8. Juni 2018 hat die Instruktionsrichterin das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung des Rechts-
vertreters als amtlicher Anwalt bewilligt. 

Auf Ersuchen der Instruktionsrichterin hat die Einwohnergemeinde (EG) 
E.________, Abteilung Soziales, durch den stellvertretenden Abteilungs-
leiter, der gleichzeitig Beistand von A.________ und B.________ ist, dem 
Verwaltungsgericht mit Eingabe vom 21. Juni 2018 Unterlagen zu den 
kindes- und erwachsenenschutzrechtlichen Regelungen, zum Sorge- und 
Besuchsrecht und zu den Sozialhilfebudgets eingereicht und Fragen 
beantwortet. A.________ und B.________ haben sich mit Eingabe vom 
6. Juli 2018 zu Unterstützungsbereitschaft bzw. -leistungen der Mutter und 
der Grosseltern von A.________ geäussert und eine Unterstützungs-
erklärung eingereicht.

Von der Gelegenheit, sich im Licht der ergänzten Akten zu äussern und An-
träge zum weiteren Verfahren zu stellen, haben die Verfahrensbeteiligten je 
mit Eingabe vom 27. August 2018 Gebrauch gemacht und an ihren 
Anträgen festgehalten. Am 25. September 2018 haben sich A.________ 
und B.________ zur Stellungnahme der POM geäussert.

Am 25. Oktober 2018 hat die Instruktionsrichterin Auszüge aus den bei der 
Gemeinde edierten vollständigen Sozialhilfeakten in Kopie zu den Akten er-
kannt.

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Die POM hat mit Eingabe vom 14. November 2018 auf weitere Bemerkun-
gen verzichtet. A.________ und B.________ haben mit Schlussbemer-
kungen vom 16. November 2018 an ihren Anträgen festgehalten. Am 
8. und 15. März 2019 haben sie Arbeitsverträge zu einer von A.________ 
im März 2019 aufgenommenen Teilzeit-Erwerbstätigkeit eingereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanz-
lichen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-
hebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die im Übrigen form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Den Akten lässt sich sachverhaltlich Folgendes entnehmen:

2.1 Die Beschwerdeführerin reiste am 9. Juli 2009 im Rahmen des frei-
zügigkeitsrechtlichen Familiennachzugs mit ihrer Mutter und ihrer Zwillings-
schwester aus …, Deutschland, in die Schweiz ein, wo ihre Mutter in Bern 
eine Arbeitsstelle antrat (vgl. Akten MIDI betreffend die Beschwerdeführerin 
[act. 4B] pag. 1). Sie erhielt abgeleitet von ihrer Mutter für die Dauer von 
fünf Jahren eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA (vorne Bst. A; 
angefochtener Entscheid S. 2). Die Beschwerdeführerin erklärte der Vor-

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instanz, ihre Mutter habe sie von ihren Grosseltern «weggerissen». Der An-
fang in der Schweiz sei sehr schwer gewesen, weil sie «viele Verluste zu 
verkraften» gehabt habe. Ihre psychischen Probleme seien eine Folge da-
von gewesen (Stellungnahme S. 1, Vorakten POM Beilage [B.] 2 zur Ein-
gabe vom 7.2.2018). – Seit ihrer Einreise kam es zu mehreren Fremd-
platzierungen: Vom 29. Juni 2010 bis 4. April 2011 musste die Be-
schwerdeführerin in der Klinik … in Bern hospitalisiert werden. Von No-
vember 2011 bis Februar 2012 verbrachte sie drei Monate in der ge-
schlossenen Durchgangsgruppe der …-Stiftung in …. Anschliessend 
wohnte sie bis Ende Mai 2013 in der Wohngruppe (WG) F.________ in 
Bern (vgl. namentlich Beschlüsse der Fürsorge- und Vormundschafts-
kommission E.________ vom 7. und 30.11.2011 sowie vom 22.2.2012; Be-
schluss der Rekurskommission für fürsorgerische Freiheitsentziehungen 
vom 14.12.2011; Austrittsbericht …-Stiftung vom 15.2.2012; Protokolle der 
Standortgespräche der WG F.________; Beistandschafts-Bericht und 
Schluss-Beistandschafts-Bericht je vom 1.3.2013, act. 18A).

2.2 Seit Juni 2011 wird die Beschwerdeführerin von G.________, dem 
stellvertretenden Leiter der Abteilung Soziales der EG E.________, betreut. 
Auslöser für die Betreuung war eine Gefährdungsmeldung ihrer Mutter, 
nachdem die Beschwerdeführerin von zu Hause ausgerissen war und sich 
geweigert hatte, die mütterlichen Regeln zu befolgen (vgl. Stellungnahme 
Beistand an MIDI vom 11.6.2015, Akten MIDI 4B pag. 26). Die Fürsorge- 
und Vormundschaftskommission E.________ entzog der Mutter am 
7. November 2011 die elterliche Obhut und ernannte G.________ als 
Erziehungsbeistand der Beschwerdeführerin nach Art. 308 Abs. 1 des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210). Der Obhutsentzug und 
die Beistandschaft wurden bis zum Erreichen der Volljährigkeit weiter-
geführt (vgl. Beschlüsse der Fürsorge- und Vormundschaftskommission 
E.________ vom 7. bzw. 30.11.2011 und vom 22.2.2012; Beistandschafts-
Bericht und Schluss-Beistandschafts-Bericht je vom 1.3.2013, act. 18A; vgl. 
auch Kammerentscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
[KESB] Mittelland Nord vom 3.7.2013 S. 1, act. 7A B. 1). Nachdem die Be-
schwerdeführerin volljährig geworden war, errichtete die KESB für sie 
gestützt auf Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB eine Vertretungs-
beistandschaft für das Erledigen von administrativen und finanziellen Ange-

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legenheiten, insbesondere für die Verwaltung ihres Einkommens und 
Vermögens. Weiter hat der Beistand für eine geeignete und geordnete 
Wohnsituation und für das soziale und gesundheitliche Wohl der Be-
schwerdeführerin besorgt zu sein. G.________ blieb ihr Beistand (vgl. Er-
nennungsurkunde vom 3.7.2013, Akten MIDI 4B pag. 29 bzw. act. 7A B. 1; 
vgl. auch Antrag der Beschwerdeführerin vom 7.2.2013, act. 18A).

2.3 Anfang Juni 2013 bezog die Beschwerdeführerin eine eigene 1-
Zimmerwohnung in E.________, wobei sie zunächst noch Unterstützung in 
Form einer Wohnbegleitung erhielt. Das Führen des eigenen Haushalts be-
reitete ihr Schwierigkeiten (vgl. etwa Vereinbarung Wohnbegleitung vom 
27.6.2013, act. 18A; Antrag betreffend Kindesschutzmassnahmen vom 
3.11.2014, act. 7A B. 6). Gegen Ende des Jahres 2013 machte die Be-
schwerdeführerin Bekanntschaft mit dem italienischen Staatsangehörigen 
C.________ (geb. ... 1994) und führte fortan mit diesem eine Beziehung 
(vgl. Beistandsbericht vom 8.9.2015, act. 7A B. 2). Die Beschwerdeführerin 
wurde schwanger. Verschiedene Fachpersonen zweifelten an, dass sie in 
der Lage sein werde, selbständig bzw. gemeinsam mit dem Kindsvater die 
Pflege eines Neugeborenen zu gewährleisten. Namentlich wurden die 
hygienischen Bedingungen in der Wohnung als nicht ausreichend 
angesehen. Die KESB entzog der Beschwerdeführerin daher im November 
2014 das Aufenthaltsbestimmungsrecht über das (noch nicht geborene) 
Kind und ordnete diesem G.________ als Beistand bei. Sie verfügte die 
Unterbringung in einer Mutter-Kind-Einrichtung. Ein Zusammenleben mit 
dem Kindsvater stand zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zur Diskussion (vgl. 
Antrag betreffend Kindesschutzmassnahmen und Kammerentscheid der 
KESB Mittelland Nord vom 3. bzw. 12.11.2014, act. 7A B. 6 bzw. 7).

2.4 Am … 2014 wurde B.________ geboren. Der Beschwerdeführerin 
steht die alleinige elterliche Sorge zu (vgl. Stellungnahme Beistand vom 
21.6.2018 S. 2, act. 7). C.________ anerkannte den Beschwerdeführer am 
21. Juli 2015 als Sohn. Dieser ist deutscher und italienischer Staats-
angehöriger (vgl. Akten MIDI 4B pag. 103 ff.; Akten MIDI betreffend Be-
schwerdeführer [act. 4C] pag. 4 ff.; Beistandsbericht vom 23.2.2017 S. 2, 
act. 7A B. 8). Nach der Geburt bezogen Mutter und Kind eine 4½-Zimmer-
Wohnung in der Mutter-Kind-Einrichtung in D.________, wo sie von der 

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Pflegefamilie … und der Organisation … unterstützt werden. Die Betreuung 
wird weitgehend von der Pflegemutter (…) und dem zuständigen 
pädagogischen Mitarbeiter der … (…) wahrgenommen (vgl. Beistands-
bericht vom 29.12.2017 S. 2 f., act. 7A B. 4). In der Mutter-Kind-Einrichtung 
soll die Pflege- und Erziehungsfähigkeit der Mutter sichergestellt werden; 
diese soll überdies bei der selbständigen Haushaltführung und bei der 
Wohnungs- und Arbeitssuche unterstützt werden (vgl. Anmeldung bei der 
Einrichtung S. 2, act. 7A B. 11). Falls die Beschwerdeführenden in der 
Schweiz verbleiben dürfen, ist als nächster Ablösungsschritt geplant, dass 
sie in eine Wohnung in der Nähe der Pflegefamilie ziehen, wobei sie 
ambulant begleitet werden sollen (vgl. Beistandsbericht vom 29.12.2017 
S. 3, act. 7A B. 4; Stellungnahme des pädagogischen Betreuers vom 
31.1.2018, Vorakten POM B. 3 zur Eingabe vom 7.2.2018). 

2.5 Zur psychischen Gesundheit der Beschwerdeführerin lässt sich den 
Akten Folgendes entnehmen: 

2.5.1 In den Berichten der Klinik … aus dem Jahr 2011 wird die Be-
schwerdeführerin «in ihrer Entwicklung als deutlich gefährdet» einge-
schätzt. Trotz einigen Ressourcen, zeitweilig gut ausgeprägten sozialen 
Kompetenzen und durchschnittlicher Intelligenz, sei sie in vielen Bereichen 
des Alltags überfordert und auf klare enge Strukturen angewiesen. Emp-
fohlen wird eine ambulante jugendpsychiatrische Weiterbehandlung (vgl. 
Austrittsbericht vom 17.4.2011 und Bericht vom 5.5.2011, act. 18A; Antrag 
betreffend Kindesschutzmassnahmen vom 3.11.2014, act. 7A B. 6). Laut 
dem Austrittsbericht der Stiftung … aus dem Jahr 2012 erreicht die Be-
schwerdeführerin eine durchschnittlich ausgeprägte Intelligenz. Diagnosti-
ziert wurde eine «kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der 
Emotionen» sowie «im Hintergrund eine posttraumatische Belastungs-
störung, chronifiziert». Ein klar strukturierter Rahmen mit verbindlichen Ab-
machungen, klaren Regeln und Konsequenzen bei deren Verletzung sowie 
regelmässige psychotherapeutische Gespräche seien zur Bearbeitung der 
Symptomatik und für die persönliche Entwicklung unerlässlich (vgl. Aus-
trittsbericht vom 15.2.2012, act. 18A). Im Jahr 2013 stellte die von der 
Invalidenversicherung (IV) mit der Abklärung befasste Fachärztin für 
Kinder-, Jugendpsychiatrie und Psychotherapie FMH folgende Diagnosen: 

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Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen; beginnende 
Entwicklung einer emotional instabilen Persönlichkeitsentwicklung; Ver-
dacht auf bipolar affektive Störung (vgl. Einschätzung des Regionalen Ärzt-
lichen Dienstes der IV-Stellen [RAD] vom 3.6.2013, act. 7A B. 15).

2.5.2 Während ihres Aufenthalts in der WG F.________ wurde die Be-
schwerdeführerin psychotherapeutisch begleitet (vgl. etwa Protokolle des 
Eintrittsgesprächs vom 15.3.2012 und des Standortgesprächs vom 
14.6.2012 sowie den von der IV-Stelle Kanton Bern [nachfolgend: IV-Stelle] 
eingeholten Arztbericht vom 28.5.2013, act. 18A). Nach ihrem Auszug aus 
der WG F.________ wünschte die Beschwerdeführerin keine therapeu-
tische Begleitung mehr. Die Therapie endete im Juli 2013 (vgl. Protokolle 
Standortgespräche vom 30.5.2013 und 17.7.2013 sowie Vereinbarung 
Wohnbegleitung vom 27.6.2013, act. 18A). 

2.5.3 Im ausländerrechtlichen Verfahren schrieb der Beistand, die Ent-
wicklung der Beschwerdeführerin sei seit der Geburt ihres Sohnes positiv 
verlaufen: Es habe sich eine markante Änderung im Verhalten ergeben. Sie 
kümmere sich engagiert um die Pflege ihres Sohnes, übernehme Verant-
wortung, erledige Aufträge zuverlässig und wirke insgesamt reifer und 
stabiler (vgl. Stellungnahme an MIDI vom 11.6.2015, in Akten MIDI 4B 
pag. 26). Der pädagogische Mitarbeiter von … schilderte der POM, seit 
November 2014 habe bei der Beschwerdeführerin eine «langsame, aber 
heute gut beobachtbare Stabilisierung der psychischen Situation und 
Verbesserung der Belastbarkeit» festgestellt werden können. Erziehungs-
aufgaben erlebe sie aber immer wieder als herausfordernd bis über-
fordernd. Um die positive Entwicklung zu gewährleisten, bedürfe es der 
«Fortführung des unterstützenden Settings» (vgl. Stellungnahme vom 
31.1.2018, Vorakten POM B. 3 zur Eingabe vom 7.2.2018).

2.6 Zur beruflichen Integration der Beschwerdeführerin lässt sich den 
Akten Folgendes entnehmen:

2.6.1 Die Beschwerdeführerin verfügt über einen Realschulabschluss; sie 
besuchte im Oberstufenzentrum E.________ die 8. und 9. Klasse. Nach 
ihrem Einzug in die WG F.________ nahm sie an verschiedenen Program-
men zur beruflichen Integration teil: Zuerst leistete sie einen mehrwöchigen 

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Arbeitseinsatz im burgerlichen Jugendwohnheim (BJW) im Bereich Haus-
dienst/Malerei (von Februar bis April 2012); später folgte eine dreimonatige 
Tätigkeit im LIDO-Laden; schliesslich absolvierte sie ein Motivations-
semester ToDo des Kompetenzzentrums Arbeit (KA) der Stadt Bern (Sep-
tember 2012 bis Februar 2013). Auch arbeitete sie Schulstoff auf, schrieb 
Bewerbungen und leistete Schnuppereinsätze (vgl. Protokoll IV-Stelle, Ein-
trag vom 12.4.2013; Beistandschafts-Bericht und Schluss-Beistandschafts-
Bericht je vom 1.3.2013 sowie Schulzeugnisse, act. 18A; vgl. auch 
Stellungnahme Beschwerdeführerin an MIDI, Akten MIDI 4B pag. 28; Bei-
standsbericht vom 8.9.2015 S. 2 und Antrag betreffend Kindesschutzmass-
nahmen vom 3.11.2014, act. 7A B. 2 bzw. 6). – Der zuständige Koordinator 
des BJW erachtete Berufe als vorstellbar, in denen hauptsächlich grob-
motorische Fähigkeiten verlangt werden (z.B. in einer Gärtnerei oder einem 
Malergeschäft). Er empfahl einen Arbeitsplatz in einem kleinen, tragfähigen 
Team, damit die Beschwerdeführerin an Geduld, Ausdauer und Körper-
haltung arbeiten könne (vgl. Auswertungsbogen des Arbeitseinsatzes vom 
20.2.-11.4.2012, act. 18A). Laut der Arbeitsbestätigung des LIDO-Ladens 
war die Beschwerdeführerin gegen Ende des Einsatzes in der Lage, 
Routinearbeiten selbständig zu erledigen. Die Geschäftsleitung war mit 
ihrer Leistung zufrieden (vgl. Arbeitsbestätigung vom 19.10.2012, act. 18A). 
Nach einer ersten Einschätzung des KA benötige die Beschwerdeführerin 
noch viel Unterstützung. Sie könne nicht in der freien Wirtschaft bestehen, 
weshalb die Anmeldung bei der IV empfohlen werde. Die Arbeitsqualität 
entspreche noch nicht den Anforderungen an eine Lehre (vgl. Zwischen-
bericht vom 5.12.2012, act. 18A).

2.6.2 Am 5. Dezember 2012 stellte die Beschwerdeführerin bei der IV-
Stelle ein Gesuch um berufliche Massnahmen (vgl. IV-Fallchronik S. 1 und 
Anmeldeformular, act. 18A). Gemäss dem im IV-Verfahren eingeholten Be-
richt der behandelnden Psychologin und dem Konsiliarpsychiater der WG 
F.________ hat die Beschwerdeführerin Rückenprobleme; sie sei eher 
träge und zeige wenig Interesse. Die Konzentrationsfähigkeit sei einge-
schränkt. Wünschenswert sei eine Fortführung der Psychotherapie. Ohne 
Unterstützung mittels berufsbildender Massnahmen werde ihr der Einstieg 
in den ersten Arbeitsmarkt nicht gelingen (act. 18A). Im Juni 2013 erfolgte 
eine Abklärung beim RAD. Die Fachärztin attestierte der Beschwerde-

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führerin dabei implizit eine Ausbildungsfähigkeit. Es liege aber ein Gesund-
heitsschaden vor, der die Beschwerdeführerin in ihrer Berufswahl oder bei 
der erstmaligen beruflichen Ausbildung beeinträchtige. Die Beschwerde-
führerin sei «emotional instabil»; sie reagiere «bei Belastung mit Aus-
weichen, depressiv, somatischen Symptomen und ‹Lügengeschichten›» 
und benötige eine enge Betreuung und einen verständnisvollen Arbeit-
geber. Wichtig sei eine kontinuierliche psychiatrisch-psychotherapeutische 
Behandlung während der ganzen Ausbildungsdauer (vgl. Bericht vom 
13.6.2013, act. 7A B. 15).

2.6.3 Im Rahmen des Motivationssemesters ToDo hat die Beschwerde-
führerin Anfang 2013 eine Stage in einer Zoofachhandlung absolviert. In 
diesem Fachgeschäft konnte sie im Rahmen eines Praktikums länger blei-
ben. Die Rückmeldungen des Arbeitgebers waren positiv. Sie arbeitete mit 
einem Beschäftigungsgrad von bis zu 80 %. Ein volles Pensum vermochte 
sie nicht zu bewältigen. Da die Zukunft des Geschäfts unklar war, konnte 
sie keine Lehre beginnen. So lange eine Möglichkeit bestand, beim Zoo-
fachgeschäft zu bleiben und dort eine Ausbildung zu beginnen, konnte sich 
die Beschwerdeführerin gemäss Einschätzung der zuständigen Personen 
der WG F.________ nicht auf einen anderen Arbeitsplatz einlassen. Das 
Praktikum in der Zoofachhandlung endete Mitte März 2014. Die IV-Stelle 
wurde über die Entwicklung in unregelmässigen Abständen informiert. Kon-
krete Eingliederungsmassnahmen wurden nicht ergriffen (vgl. zum Ganzen 
Stellungnahme der Beschwerdeführerin an MIDI, in Akten MIDI 4B pag. 28; 
Beistandsbericht vom 8.9.2015 S. 2 und Einschätzung RAD vom 12.5.2016 
S. 2, act. 7A B. 2 bzw. 16; Protokoll IV-Stelle, Einträge vom 12.4.2013, 
28.8.2013, 18.12.2013 und 4.3.2014; Schlussbericht KA vom 1.3.2013, je 
act. 18A). 

2.6.4 Am 18. November 2014 informierte der Beistand die IV-Stelle über 
die Geburt von B.________ und erklärte, das Thema Beruf sei damit in 
ziemlich weite Ferne gerückt. Die IV-Stelle schloss daher das Dossier 
(Protokoll IV-Stelle, Eintrag vom 18.11.2014, act. 18A). Der Beistand 
schrieb gegenüber der Ausländerbehörde zu den verschiedenen bis dahin 
getroffenen Massnahmen zur beruflichen Integration Folgendes (vgl. Akten 
MIDI 4B pag. 26): 

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«[Die Beschwerdeführerin] hat dabei immer wieder viel Einsatz und En-
gagement gezeigt, konnte aber aufgrund ihrer psychischen Verfassung 
und Entwicklungen in ihrem Beziehungsumfeld die für eine nachhaltige 
berufliche Integration nötige Stabilität nicht erreichen.»

Die Beschwerdeführerin hat im vorinstanzlichen Verfahren erläutert, «ihre 
Beistandsperson» sei nicht sehr hilfreich gewesen bei der Suche nach 
einer Ausbildungs- oder einer Teilzeitstelle. Es habe jeweils geheissen, sie 
sei noch nicht bereit für eine Ausbildung. Sie habe die Entscheidung «der 
Beistandsperson» nicht nachvollziehen können, ein Arbeitsprogramm nach 
dem anderen zu machen (Stellungnahme S. 2, in Vorakten POM B. 2 zur 
Eingabe vom 7.2.2018).

2.6.5 Mitte 2015 gelangte der Beistand der Beschwerdeführerin erneut an 
die IV-Stelle. Telefonisch erklärte er, die Beschwerdeführerin könne wohl 
recht hochprozentig (80 %) in berufliche Massnahmen einsteigen (vgl. Pro-
tokoll IV-Stelle, Eintrag vom 12.6.2016, act. 18A). Schriftlich äusserte er 
sich wie folgt (vgl. Schreiben vom 30.6.2015, act. 18A): 

«[Die Beschwerdeführerin] entwickelt zunehmend Sicherheit und Stabi-
lität in der Wahrnehmung ihrer Mutterrolle. Diese Entwicklung ermög-
licht [ihr] erneut konkrete Schritte in Richtung berufliche Integration zu 
planen.» 

Die IV-Stelle eröffnete daher ein neues Verfahren. In der Folge teilte der 
Beistand der IV-Stelle auf Nachfrage mit, bezüglich beruflicher Integration 
«herrsche Stillstand». Die Beschwerdeführerin sei bis auf weiteres mit der 
Stabilisierung ihres Alltags und der Betreuung ihres Sohnes ausgelastet. 
Das Anpacken einer Ausbildung wäre zu belastend für sie. Die Be-
schwerdeführerin werde sich um ein Teilzeitpraktikum bemühen. Ihr fehle 
die Energie, sich ein Praktikum zu organisieren. Es bestünden keine kon-
kreten Pläne (vgl. E-Mails vom 9.12.2015 und 8.3.2016). Im Protokoll der 
IV-Stelle steht, die Beschwerdeführerin wolle eine Ausbildung angehen. Sie 
sei auf eine Lehre als Tierpflegerin fixiert. Eine Vollzeitausbildung komme 
für sie nicht in Frage; sie möchte max. 60 % ausser Hause tätig sein. Den 
Einwand, dass Lehren mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) nur 
mit einem vollen Pensum zu absolvieren sind, lasse die Beschwerde-
führerin nicht gelten (vgl. Protokoll IV-Stelle, Eintrag vom 12.1.2016, 
act. 18A). Gemäss der jüngeren Einschätzung des RAD vom Mai 2016 lie-
gen keine neueren medizinischen Aussagen vor, die abweichend vom 

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ersten Bericht gegen eine Ausbildungsfähigkeit sprächen. Unklar bleibe, ob 
die Einschränkungen bei ihrer Arbeit im Zoofachgeschäft (maximales Pen-
sum von 80 %) medizinische Ursachen hatten oder an einer Willens-
entscheidung der Beschwerdeführerin lagen. Sollten berufliche Mass-
nahmen ergriffen werden, müsste dies genauer abgeklärt werden (Ein-
schätzung RAD vom 12.5.2016 S. 2, act. 7A B. 16). Die IV-Stelle gelangte 
schliesslich zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin derzeit wegen 
ihrer Aufgabe als Mutter eines Kleinkinds nicht in der Lage sei, eine Aus-
bildung zu absolvieren. Es seien daher keine Eingliederungsmassnahmen 
angezeigt. Die IV-Stelle Kanton Bern beschloss am 18. Mai 2016 den Ab-
schluss der beruflichen Eingliederung (vgl. Mitteilung vom 18.5.2016, 
act. 18A).

2.6.6 Seit September 2016 arbeitete die Beschwerdeführerin ohne finan-
zielle Entschädigung zwei Mal pro Woche als Praktikantin in einer «Hunde-
tagi» (vgl. Beistandsbericht vom 29.12.2017 S. 2, act. 7A B. 4; vgl. auch 
Stellungnahme Beschwerdeführerin S. 3, Vorakten POM B. 2 zur Eingabe 
vom 7.2.2018). Aktenkundig ist eine «Vereinbarung über die Zusammen-
arbeit ‹Soziale Integration› (SI)» mit der «… Hundetagi». Gemäss dieser 
Vereinbarung beträgt das Einsatzpensum 30-40 %; als Beginn wurde der 
10. Oktober 2016 festgelegt. Die Vereinbarung enthält keine Ent-
schädigungsregelung (vgl. Vorakten POM Beschwerdebeilage [BB] 7). Eine 
von den Beschwerdeführenden ins Recht gelegte Arbeitsbestätigung des 
Inhabers von «… Hundetagi» attestiert, dass die Beschwerdeführerin seit 
1. September 2017 bis auf weiteres als «freiwillige Mitarbeiterin» in diesem 
Betrieb tätig sei. Sie erledige ihre Aufgaben zur vollen Zufriedenheit. Da der 
Betrieb nicht kostendeckend funktioniere, arbeiteten alle auf freiwilliger 
Basis. Es sei nicht absehbar, wann das Geschäft rentabel werde und er 
Personal einstellen könne. Die Beschwerdeführerin wäre sicher seine erste 
Wahl (BB 10 bzw. Vorakten POM B. 1 zur Eingabe vom 7.2.2018). Der 
pädagogische Mitarbeiter von … beschreibt den Einsatz der Beschwerde-
führerin in der «Hundetagi» als sehr gewissenhaft und engagiert. Leider 
würden «gesundheitliche Beschwerden» eine Ausweitung des Einsatzes 
verunmöglichen (Vorakten POM B. 3 zur Eingabe vom 7.2.2018). – Die Be-
schwerdeführerin hat gegenüber der Vorinstanz festgehalten, ihr Arbeits-
wille sei vorhanden. Es sei aber für sie als alleinerziehende Mutter ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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Ausbildung sehr schwierig, «einen anständigen Job» zu finden. Sie 
versuche, das Beste aus ihrer Situation zu machen (Stellungnahme S. 3, 
Vorakten POM B. 2 zur Eingabe vom 7.2.2018).

2.6.7 Während des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens trat die Be-
schwerdeführerin bei der … Lebensmittel GmbH in … eine Stelle als Ver-
käuferin an (Arbeitsbeginn: 5.3.2019). Gemäss den Beschwerdeführenden 
ist zunächst ein Pensum von 20 % vereinbart worden, wobei mündlich ein 
noch höheres Pensum in Aussicht gestellt worden sei (vgl. Eingabe vom 
8.3.2019, act. 22). Da sie bereits in der ersten Arbeitswoche 12,3 Stunden 
gearbeitet habe, was einem Pensum von 30 % entspreche, sei der Vertrag 
angepasst worden (vgl. Eingabe vom 15.3.2019, act. 23). Laut dem 
(angepassten) Arbeitsvertrag beträgt der Beschäftigungsgrad 30 %; der 
Vertrag ist unbefristet. Die drei ersten Monate gelten als Probezeit. Der 
Bruttolohn beträgt Fr. 20.30 pro Stunde (inkl. Feiertagsentschädigung, zu-
züglich Anteil am 13. Monatslohn und Ferienentschädigung). Die Be-
schwerdeführerin hat Anspruch auf vier Wochen Ferien (vgl. act. 23A). 
Lohnabrechnungen hat die Beschwerdeführerin keine eingereicht. Gestützt 
auf die Angaben im Arbeitsvertrag kann von einem monatlichen Bruttolohn 
von Fr. 1'165.-- ausgegangen werden (12,3 Stunden x Fr. 20.30 x 4 
Wochen plus Anteil 13. Monatslohn und Ferienentschädigung [je 8,33 % 
des errechneten Monatslohns]).

2.7 Zum sozialen Umfeld der Beschwerdeführenden lässt sich den Ak-
ten Folgendes entnehmen:

2.7.1 Gemäss der Beschwerde sind die Pflegeeltern wichtige Bezugs-
personen der Beschwerdeführenden (vgl. S. 11). Die Pflegeeltern schrei-
ben, sie hätten eine starke Beziehung und Bindung zu B.________ auf-
gebaut. Sie beschreiben ihn als sehr lebendigen und aufgeweckten 
Jungen, der sich austoben und ausleben müsse. Sie seien sehr wichtig für 
seine Entwicklung. Er übernachte ab und zu bei ihnen. Bei ihnen lebten 
drei weitere Kinder im fast gleichen Alter, mit denen B.________ stark 
verbunden sei; er gehe zudem in die Spielgruppe, wo er gut integriert sei 
(vgl. E-Mail vom 23.2.2018, BB 11). Die Beschwerdeführerin hat gemäss 
eigener Einschätzung in den letzten drei Jahren einen «grossen Bezug» 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 14

zur Pflegefamilie aufbauen können und «gute Unterstützung» erfahren 
(Stellungnahme S. 4, Vorakten POM B. 2 zur Eingabe vom 7.2.2018).

2.7.2 Der Vater von B.________ wohnt in Bern und verfügt über die 
Niederlassungsberechtigung. Er bezieht eine IV-Rente und ist verbei-
ständet. Die Beschwerdeführerin hat die Beziehung mit ihm im Jahr 2015 
beendet (vgl. Beistandsbericht vom 8.9.2015 S. 2, act. 7A B. 2; Akten 
MIDI 4C pag. 66 f.). Gemäss dem Beistand hat sich deren Verhältnis 
mittlerweile entspannt (vgl. Beistandsbericht vom 29.12.2017 S. 2, act. 7A 
B. 4). Die Beschwerdeführerin bezeichnete den Kindsvater gegenüber der 
POM als «Erzeuger» (Stellungnahme S. 3, Vorakten POM B. 2 zur Eingabe 
vom 7.2.2018). C.________ hat ein begleitetes 14-tägliches Besuchsrecht 
(jeden zweiten Samstag 2-2½ Stunden). An regelmässigen Besprechungen 
wird die Besuchsregelung ausgewertet und angepasst; daran nehmen die 
Eltern von B.________, die Pflegemutter und die beiden Beistände teil (vgl. 
Stellungnahme Beistand vom 21.6.2018 S. 2, act. 7; Zusammenfassungen 
der Besprechungen, act. 7A B. 10; Akten MIDI 4C pag. 1). Laut den Be-
sprechungsprotokollen hat der Vater die Besuchstermine grösstenteils 
wahrgenommen, jedoch einzelne Termine verpasst (vgl. Protokolle der Be-
sprechungen vom 28.11.2016 und vom 1.2.2018). Zu Beginn habe der 
Sohn nach Einschätzung der Pflegemutter noch stark «gefremdet» (Proto-
koll der Besprechung vom 15.2.2016). Die Vater-Sohn-Beziehung wird zu-
nehmend positiver beschrieben. So erzähle B.________ mittlerweile von 
seinem «Papi» (Protokoll der Besprechung vom 1.2.2018). An einzelnen 
Besuchen oder Ausflügen nahm auch die Grossmutter väterlicherseits teil 
(Protokolle der Besprechung vom 16.10.2017 und 1.2.2018). An der letzten 
aktenkundigen Besprechung (am 8.5.2018) erklärte die Pflegemutter, alle 
vereinbarten Termine hätten geklappt. Sie erlebe den Vater präsenter, die 
notwendige Aufmerksamkeit sei vorhanden. Aus ihrer Sicht wäre ein unbe-
gleiteter Besuch möglich, wenn dieser nicht in einer städtischen Umgebung 
stattfinde. 

2.7.3 Die Beziehung der Beschwerdeführerin zu ihrer Mutter wurde nach 
ihrem Einzug in die Mutter-Kind-Einrichtung als «recht entspannt» ge-
schildert. B.________ habe einige Wochenenden bei der Grossmutter 
mütterlicherseits verbringen können (vgl. Protokoll der Standortsitzung vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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17.2.2015, act. 18A). Im jüngsten Beistandsbericht wird die Beziehung der 
Beschwerdeführerin zu ihrer Mutter und ihrer Zwillingsschwester als nach 
wie vor schwierig beschrieben. Mit der Zwillingsschwester habe es Kon-
flikte gegeben. Die Beziehung zur Mutter sei «nicht zuverlässig» oder ent-
lastend. Bei der Betreuung des Sohnes erfahre die Beschwerdeführerin 
von dieser Seite «keine wirkliche Entlastung und Unterstützung». Beispiels-
weise habe es die Mutter der Beschwerdeführerin bisher abgelehnt, 
B.________ über Nacht bei sich aufzunehmen (Beistandsberichte vom 
29.12.2017 S. 2 und vom 23.2.2017 S. 2, act. 7A B. 4 bzw. 8). Die Pflege-
eltern bestätigen diese Einschätzung und schreiben, dass es schnell zu 
Auseinandersetzungen komme. Gemeinsame Aktivitäten würden sich meist 
auf auswärtiges Essen beschränken und seien mit einer unguten Stimmung 
verbunden; B.________ sei oft unerwünscht (E-Mail vom 23.2.2018 
[BB 11]). An der Sitzung vom 29. März 2018 äusserten sich die 
Pflegemutter und die Beschwerdeführerin dahingehend, dass für die 
Sicherung der Zukunft in der Schweiz auf die Mutter und Zwillings-
schwester kein Verlass sei (vgl. act. 18A).

2.7.4 Mutter und Kind pflegen regelmässigen Kontakt zu den in Deutsch-
land lebenden Grosseltern der Beschwerdeführerin. Der Grossvater mütter-
licherseits war «ein Vater-Ersatz» (Anamneseblatt der Klinik … vom 
24.5.2010, act. 18A). Die Beschwerdeführenden haben die Grosseltern 
mehrfach in Deutschland besucht. Die Grossmutter schrieb im vorinstanz-
lichen Verfahren, die beiden hätten sich bei ihr zwar wohlgefühlt; sie hätten 
sich aber auch sehr gefreut, wieder nach D.________ zur Pflegefamilie 
zurückzukehren. Vor allem B.________ habe täglich mehrfach nach den 
Pflegeltern und den anderen Kindern gefragt (vgl. Vorakten POM B. 4 zur 
Eingabe vom 7.2.2018). – Über weitere Bekanntschaften in der Schweiz 
und in Deutschland lässt sich den Akten nur wenig entnehmen. Laut der 
Familienanamnese lebt der Vater der Beschwerdeführerin in Deutschland; 
er habe die Familie vor längerer Zeit (wohl im Jahr 1998) verlassen 
(Anamneseblatt der Klinik … vom 24.5.2010, act. 18A). Die Beschwerde-
führerin hat zudem erwähnt, dass B.________ zwei Paten habe, die er 
regelmässig sehe (vgl. Stellungnahme Beschwerdeführerin S. 3, Vorakten 
POM B. 2 zur Eingabe vom 7.2.2018).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 16

2.8 Zur finanziellen Situation ergibt sich Folgendes:

2.8.1 Die Beschwerdeführerin wird seit November 2011 von der Ge-
meinde E.________ finanziell unterstützt (act. 3A). Der Saldo des Sozial-
hilfekontos belief sich am 15. Oktober 2018 auf Fr. 381'187.45 (vgl. Konto-
auszug, act. 18A). Der Aufenthalt in der Mutter-Kind-Einrichtung kostet 
Fr. 280.-- pro Tag; für die Mutter sind Fr. 180.-- budgetiert (vgl. Tarif-
übersicht, act. 7A B. 11). Gemäss dem Beistand setzt sich das Budget der 
Beschwerdeführerin seit dem 1. Januar 2016 unverändert aus den Auf-
enthaltskosten Mutter-Kind-Einrichtung, dem Unterhalt/Grundbedarf 
(Taschengeld, Kleider, Handy, Fr. 60.-- pro Woche), den Kosten für ein 
Generalabonnement (GA) und den Krankenkassenprämien zusammen. 
Der Betrag beläuft sich monatlich auf Fr. 6'299.30 (Stellungnahme Beistand 
vom 21.6.2018 S. 2, act. 7). Das GA soll ihr ermöglichen, ihre Kontakte in 
E.________ und Bern zu pflegen (vgl. Beistandsbericht vom 8.9.2015 S. 2, 
act. 7A B. 2). Laut dem Beistandsbericht vom 29. Dezember 2017 be-
stehen aus früheren Lebensphasen Schulden bzw. Schuldscheine, «die 
von den Gläubigern in regelmässigen Abständen erfolglos geltend ge-
macht» werden (S. 2, act. 7A B. 4). 

2.8.2 Im Budget des Kindes resultiert ein monatlicher Überschuss von 
Fr. 212.--, wobei situationsbedingte Leistungen (z.B. der Besuch der Spiel-
gruppe) nicht berücksichtigt sind (vgl. Stellungnahme Beistand vom 
21.6.2018 S. 2, act. 7). Folgende Einnahmen werden ihm angerechnet: 
eine IV-Kinderrente von monatlich Fr. 314.--, welche er über den Vater er-
hält, Kinderzulagen in der Höhe von Fr. 230.-- sowie Ergänzungsleistungen 
(EL) von monatlich Fr. 2'865.--. Der Aufenthalt in der Mutter-Kind-Ein-
richtung ist für ihn auf Fr. 100.-- pro Tag veranschlagt (vgl. Berechnung EL, 
act. 7A B. 14; BB 7 und 8).

2.8.3 Vor Verwaltungsgericht haben die Beschwerdeführenden eine 
«Unterstützungserklärung» (mit Datum vom 11.6.2018) der Mutter und der 
Grosseltern der Beschwerdeführerin eingereicht, worin diese sich bereit er-
klären, der Gemeinde E.________ an den Lebensbedarf der Beschwerde-
führerin monatlich Fr. 500.-- zu bezahlen, solange diese «nicht in der Lage 
ist, ihren Lebensunterhalt zumindest teilweise aus eigenem Erwerbs-
einkommen oder allfälligen Renten und Ergänzungsleistungen zu be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 17

streiten bzw. solange [sie] dazu in der Lage sind». Momentan verfügten sie 
über ausreichend Einkünfte, um die Beschwerdeführerin monatlich zu 
unterstützen (act. 8A). Gemäss Kontoauszug der Abteilung Soziales vom 
15. Oktober 2018 sind April bis September 2018 sechs Zahlungen in der 
Höhe von je Fr. 500.-- verbucht worden (vgl. act. 18A; vgl. auch E-Mail des 
Beistands vom 22.6.2018, act. 8A). Das Geld stammt offenbar vom Gross-
vater (vgl. Protokoll des Standortgesprächs vom 29.3.2018, act. 18A). 
Weitere Zahlungen sind nicht belegt. 

2.9 Zum ausländerrechtlichen Verfahren und dessen Auswirkungen auf 
die Beschwerdeführenden lässt sich den Akten Folgendes entnehmen: 

2.9.1 Die Beschwerdeführerin stellte am 14. Juli 2014 ein Gesuch um 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, das von der EG E.________ zur 
Annahme empfohlen wurde (vgl. Akten MIDI 4B pag. 5 f.). Gemäss dem 
von den Ausländerbehörden eingeholten Auszug ist sie nicht im Straf-
register verzeichnet (vgl. Akten MIDI 4B pag. 11). Nach Eröffnung der Ver-
fügung des MIP hat die Abteilung Soziales der EG E.________ den 
Rechtsvertreter beauftragt, Beschwerde gegen die Verfügung des MIP zu 
erheben (Beistandsbericht vom 23.2.2017 S. 2, act. 7A B. 2; vgl. auch 
diverse E-Mails, act. 18A). Die Beschwerdeführerin persönlich hat der POM 
geschrieben, sie habe sich «ein stabiles und verlässliches Umfeld durch 
Kollegen» aufbauen können. Dieses zu verlieren, hätte für ihre «Bindungs- 
und Angststörung wieder fatale Folgen» (Stellungnahme Beschwerde-
führerin S. 4, Vorakten POM B. 2 zur Eingabe vom 7.2.2018). Laut dem 
Beistand und der Pflegemutter wirkt sich der ungeklärte Aufenthaltsstatus 
spürbar destabilisierend auf die Beschwerdeführerin aus (Beistandsbericht 
vom 29.12.2017 S. 2, act. 7A B. 4; Protokoll des Standortgesprächs 
29.3.2018, act. 18A). Gemäss der Grossmutter sei die Beschwerdeführerin 
nach ihrem anfänglich schwierigen Start mit der Schweiz sehr verbunden, 
habe ein gutes soziales Umfeld und auch Freunde gefunden. Bei Verlust 
des Bleiberechts drohe die Beschwerdeführerin «in ein tiefes Loch [zu] 
fallen» (Schreiben der Grossmutter, Vorakten POM B. 4 zur Eingabe vom 
7.2.2018). Hinsichtlich ihres Sohnes hielt die Beschwerdeführerin fest, dass 
für ihn ein Umzug nach Deutschland sehr schwierig wäre, da er in der 
Schweiz viele Bezugspersonen habe und er die Sprachbarriere überwinden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 18

müsste; sie wolle ihren Sohn vor negativen Folgen schützen, die sie selber 
habe durchleben müssen (Stellungnahme S. 3, Vorakten POM B. 2 zur 
Eingabe vom 7.2.2018).

2.9.2 Am Standortgespräch des Sozialdienstes vom 29. März 2018 wurde 
die mögliche Wegweisung nach Deutschland thematisiert. Die Pflegemutter 
und der pädagogische Betreuer erachten für diesen Fall eine Überführung 
der Beistandschaft nach Deutschland als sinnvoll. Die Beschwerdeführerin 
erklärte an dieser Sitzung, eine andere Anstellung als im Bereich Tier-
pflege/Tierverkauf würde sie nicht annehmen, auch im Bewusstsein der 
möglichen Konsequenzen für ihren Aufenthalt in der Schweiz (vgl. 
act. 18A). Ursprünglich ging die Beschwerdeführerin davon aus, dass sie 
bei einer allfälligen Wegweisung zu ihren Grosseltern ziehen könnte. Aller-
dings sind die Grosseltern offenbar nicht (mehr) bereit, die Beschwerde-
führenden für den Fall einer Rückkehr nach Deutschland bei sich aufzu-
nehmen. Die Bewältigung administrativer Angelegenheiten traut sich die 
Beschwerdeführerin zu, allenfalls würde der Grossvater sie dabei unter-
stützen (vgl. Protokoll des Standortgesprächs vom 29.3.2018, act. 18A; 
Beistandsberichte vom 29.12.2017 S. 2 und vom 23.2.2017 S. 2, act. 7A 
B. 4 bzw. 8).

3.

Vorab ist das anwendbare Recht zu bestimmen.

3.1 Das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Auslände-
rinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integra-
tionsgesetz, AIG; SR 142.20; bis 31.12.2018: Ausländergesetz, AuG) gilt 
für Ausländerinnen und Ausländer, soweit keine anderen Bestimmungen 
des Bundesrechts oder von der Schweiz abgeschlossene völkerrechtliche 
Verträge zur Anwendung kommen (Art. 2 Abs. 1 AIG). Für Staats-
angehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) gilt 
das Ausländer- und Integrationsgesetz nur so weit, als das Freizügigkeits-
abkommen (FZA; SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen 
enthält oder das AIG günstigere Bestimmungen vorsieht (Art. 2 Abs. 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 19

AIG). Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige; ihr Kind ver-
fügt über die deutsche und die italienische Staatszugehörigkeit. Sie können 
sich folglich auf das FZA berufen. Das FZA regelt nur den Aufenthalt im 
Rahmen der Kurzaufenthalts- und Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Für die 
Erteilung der Niederlassungsbewilligung an Angehörige von EU/EFTA-
Mitgliedstaaten gelten die Bestimmungen des AIG und allfällige Nieder-
lassungsvereinbarungen mit den betroffenen Ländern (vgl. Art. 5 der Ver-
ordnung vom 22. Mai 2002 über die Einführung des freien Personen-
verkehrs [VEP; SR 142.203]; BGer 2C_1144/2014 vom 6.8.2015 E. 4.1; 
BVR 2014 S. 395 E. 4.1; Peter Uebersax, Einreise und Anwesenheit, in 
Uebersax et al. [Hrsg.], Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII: 
Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, S. 221 ff., 282 N. 7.226). Zu berücksichtigen 
ist daher die Niederschrift vom 19. Dezember 1953 zwischen der Schweiz 
und der Bundesrepublik Deutschland über Niederlassungsfragen 
(SR 0.142.111.364; nachfolgend: Niederschrift). Ebenfalls nicht im FZA ge-
regelt ist der Widerruf bzw. die Verweigerung von Bewilligungen, sodass 
Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen gegenüber Angehörigen von Mit-
gliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft gestützt auf Art. 60-68 AIG 
angeordnet werden (Art. 24 VEP; BGer 2C_793/2015 vom 29.3.2016 E. 4; 
vgl. auch BGer 2C_381/2018 vom 29.11.2018 E. 5.2.1; jüngst 
VGE 2018/131 vom 13.11.2018 E. 3.2 mit Hinweisen [bestätigt durch 
BGer 2C_1092/2018 vom 31.1.2019]).

3.2 Während des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens sind die Ände-
rungen des AuG vom 16. Dezember 2016 in Kraft getreten (vgl. AS 2018 
S. 733 ff.; AS 2017 S. 6521 ff. und AS 2018 S. 3171). Damit sind unter an-
derem der Gesetzestitel ergänzt und die offizielle Abkürzung geändert 
worden (vgl. dazu Botschaft des Bundesrats zur Änderung des Ausländer-
gesetzes [Integration], in BBl 2013 S. 2397 ff., 2413). – Dem Wortlaut nach 
hat soweit hier interessierend Art. 34 Abs. 2 AIG bzw. AuG geändert (vgl. 
dazu E. 4.1 hiernach): Art. 34 Abs. 2 Bst. c AIG setzt für den Erwerb der 
Niederlassungsbewilligung neu (ausdrücklich) voraus, dass die Auslände-
rinnen und Ausländer integriert sind. Damit wird laut Botschaft das Erteilen 
der Niederlassungsbewilligung an eine zusätzliche Voraussetzung geknüpft 
(vgl. Botschaft Integration S. 2417). Da der Gesetzgeber keine besonderen 
Übergangsbestimmungen erlassen hat, gelangen die revidierten Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 20

stimmungen hier nicht zur Anwendung (vgl. Art. 126 Abs. 1 AIG bzw. AuG; 
BGer 2C_381/2018 vom 29.11.2018 E. 5.2.1, 2C_167/2018 vom 9.8.2018 
E. 2 bezüglich des bereits am 1.7.2018 in Kraft getretenen Art. 61a AIG 
bzw. AuG). Das vorliegende Beschwerdeverfahren bestimmt sich daher 
noch nach altem Recht (d.h. nach dem AuG in der bis zum 31.12.2018 
gültigen Fassung), soweit nicht das FZA oder andere völkerrechtliche Be-
stimmungen vorgehen (vgl. E. 3.1 hiervor). Ob die genannte Änderung von 
Art. 34 Abs. 2 AIG bzw. AuG tatsächlich eine Verschärfung des Rechts be-
deutet, braucht nach dem Gesagten nicht abschliessend geklärt zu werden. 
Immerhin lässt sich festhalten, dass die Ausländerbehörden bereits unter 
der Geltung des alten Rechts vor Erteilen der Niederlassungsbewilligung 
das bisherige Verhalten der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers sowie 
den Grad der Integration zu prüfen hatten (vgl. aArt. 96 Abs. 1 AuG i.V.m. 
aArt. 60 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 
und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]; BVR 2018 S. 63 E. 3.3). Soweit 
die im vorliegenden Verfahren anwendbaren Bestimmungen unverändert 
geblieben sind, wird ausschliesslich auf das AIG verwiesen.

4.

Die Beschwerdeführenden beantragen im Hauptpunkt, ihnen sei gestützt 
auf die Niederschrift eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen.

4.1 Gemäss Ziff. I/1 Niederschrift haben Deutsche nach einem ununter-
brochenen ordnungsgemässen Aufenthalt von fünf Jahren in der Schweiz 
Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung im Sinn des Art. 6 
des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Nieder-
lassung der Ausländer (ANAG; BS 1 S. 121). Das AuG, welches das ANAG 
per 1. Januar 2008 ersetzt hat, regelt die Erteilung der Niederlassungs-
bewilligung in aArt. 34. Gestützt auf aArt. 34 Abs. 2 AuG kann Auslände-
rinnen und Ausländern die Niederlassungsbewilligung erteilt werden, wenn 
sie sich insgesamt mindestens zehn Jahre mit einer Kurzaufenthalts- oder 
Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz aufgehalten haben und sie während 
den letzten fünf Jahren ununterbrochen im Besitz einer Aufenthalts-
bewilligung waren (Bst. a) und keine Widerrufsgründe nach Art. 62 vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 21

liegen (Bst. b). Die Niederschrift erleichtert deutschen Staatsangehörigen 
den Erhalt der Niederlassungsbewilligung somit insofern, als sie lediglich 
einen fünfjährigen Aufenthalt in der Schweiz voraussetzt. Sie lässt aber die 
weitere Voraussetzung von aArt. 34 Abs. 2 Bst. b AuG nicht entfallen. Viel-
mehr verweist die Niederschrift ausdrücklich auf die entsprechende 
Regelung im ANAG bzw. auf den hier massgeblichen aArt. 34 AuG 
(BGer 2C_1144/2014 vom 6.8.2015 E. 4.4). 

4.2 Gemäss aArt. 34 Abs. 2 Bst. b AuG ist für die Erteilung der Nieder-
lassungsbewilligung vorausgesetzt, dass keine Widerrufsgründe nach 
Artikel 62 vorliegen. Diese Sichtweise wird mittlerweile auch von den Be-
schwerdeführenden geteilt (Bemerkungen vom 25.9.2018 Ziff. 1 S. 1, 
act. 15). Zu Recht: Zwar regelt aArt. 63 AuG den Widerruf von Nieder-
lassungsbewilligungen und stellt hierfür höhere Anforderungen als aArt. 62 
AuG für den Widerruf anderer Bewilligungen und Verfügungen. aArt. 63 
AuG gilt daher, was sich unmissverständlich aus Ziff. IV der Niederschrift 
ergibt, auch für den Widerruf von Niederlassungsbewilligungen, die gestützt 
auf die Niederschrift erteilt wurden (BGer 2C_882/2017 vom 7.12.2017 
E. 2.3.3 und 2.4). Das schliesst indes nicht aus, dass aArt. 34 AuG für die 
Erteilung einer Niederlassungsbewilligung auf die Gründe zum Widerruf der 
Aufenthaltsbewilligung verweist. Der Erteilung der Niederlassungs-
bewilligung dürfen demnach keine Widerrufsgründe nach aArt. 62 AuG ent-
gegenstehen (BGer 2C_1144/2014 vom 6.8.2015 E. 4.4; BVR 2014 S. 395 
E. 4.3 ist insoweit zu präzisieren [betreffend gleichlautende Nieder-
lassungsvereinbarung mit Österreich]). – Die Beschwerdeführerin erfüllt die 
Voraussetzung des ununterbrochenen ordnungsgemässen Aufenthalts von 
fünf Jahren (vgl. vorne E. 2.1). Strittig ist, ob der Widerrufsgrund nach 
aArt. 62 Abs. 1 Bst. e AuG der Erteilung einer Niederlassungsbewilligung 
entgegensteht. Dies ist im Folgenden zu prüfen.

4.3 Nach aArt. 62 Abs. 1 Bst. e AuG kann die zuständige Behörde die 
Aufenthaltsbewilligung widerrufen, wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe 
angewiesen ist. Bei diesem Widerrufsgrund geht es in erster Linie darum, 
eine zusätzliche und damit künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu 
vermeiden. Der auf diese Bestimmung gestützte Widerruf der Bewilligung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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(bzw. deren Nichtverlängerung) fällt grundsätzlich in Betracht, wenn eine 
Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht 
damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt 
sorgen wird (BGer 2C_395/2017 vom 7.6.2018 E. 3.1, 2C_949/2017 vom 
23.3.2018 E. 4.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen; vgl. auch 
VGE 2017/279 vom 18.7.2018 E. 5.2). Die Hintergründe, warum eine Per-
son sozialhilfeabhängig wurde, müssen zwar beim Widerrufsgrund der 
Sozialhilfeabhängigkeit in den Entscheid miteinbezogen werden. Ob und in-
wieweit die betroffene Person die Sozialhilfebedürftigkeit selber zu ver-
treten hat, bildet jedoch nicht Frage der Erfüllung des Widerrufsgrunds, 
sondern der Verhältnismässigkeitsprüfung (BGer 2C_13/2018 vom 
16.11.2018 E. 3.2, 2C_395/2017 vom 7.6.2018 E. 3.2, 2C_775/2017 vom 
28.3.2018 E. 3.2; VGE 2016/251 vom 16.5.2017 E. 3.1; Silvia Hunziker, in 
Handkommentar AuG, 2010, Art. 62 N. 51).

4.4 Die Beschwerdeführerin wird seit ihrer Volljährigkeit ununterbrochen 
von der Sozialhilfe unterstützt. Die wirtschaftliche Hilfe belief sich per 
15. Oktober 2018 auf Fr. 381'187.45 (vgl. vorne E. 2.8.1). Dieser Betrag ist 
als hoch zu qualifizieren, woran nichts ändert, dass ein Teil der Kosten auf 
die kindes- und erwachsenenschutzrechtlichen Massnahmen zurück-
zuführen ist. Eine Ausbildung hat die heute 24-Jährige bisher nicht be-
gonnen. Sie hat trotz grundsätzlicher Ausbildungsfähigkeit keine von der IV 
unterstützten Eingliederungsmassnahmen wahrgenommen. Das IV-Ver-
fahren betreffend berufliche Eingliederungsmassnahmen wurde entgegen 
der Darstellung der Beschwerdeführenden abgeschlossen (vorne E. 2.6.3 
und E. 2.6.5; act. 12 S. 2). Zwar hat die Beschwerdeführerin am 5. März 
2019 eine Teilzeitstelle als Verkäuferin angetreten. Sie verdient monatlich 
brutto Fr. 1'165.-- (vorne E. 2.6.7). Dies reicht aber bei weitem nicht aus, 
um sich wirtschaftlich selber zu erhalten. Es erscheint fraglich, ob sie sich 
trotz fehlender Ausbildung und Berufserfahrung mittel- und längerfristig 
eine gefestigte Erwerbssituation zu einem deutlich höheren Pensum 
schaffen kann. Bis heute hat sich die Beschwerdeführerin trotz guten An-
sätzen nicht nachhaltig in die Berufswelt integrieren können (vgl. vorne 
E. 2.6.4). Eine wesentliche Besserung der beruflichen Situation ist leider 
nicht zu erwarten. Es muss unter diesen Umständen davon ausgegangen 
werden, dass die Beschwerdeführerin weiterhin in beträchtlichem Umfang 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 23

auf wirtschaftliche Unterstützung angewiesen sein wird. Sie erfüllt nach 
dem Gesagten den Widerrufsgrund nach aArt. 62 Abs. 1 Bst. e AuG. Inwie-
fern sie daran eine Mitverantwortung trägt, ist hierfür nicht relevant (vgl. 
E. 4.3 hiervor). Der Widerrufsgrund steht somit grundsätzlich der Erteilung 
einer Niederlassungsbewilligung im Weg. 

4.5 Die Beschwerdeführenden anerkennen nun zwar, dass Hinderungs-
grund für die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung der Sozialhilfe-
bezug im Sinn von aArt. 62 Abs. 1 Bst. e AuG ist (vgl. vorne E. 4.2). Es 
bleibt aber unklar, ob sie dessen ungeachtet unter Verhältnismässigkeits-
aspekten fordern, dass an den Widerrufsgrund die Anforderungen von 
aArt. 63 Abs. 1 Bst. c AuG zu stellen sind bzw. die Verhältnismässigkeit 
umfassend zu prüfen ist (vgl. Eingabe vom 25.9.2018 Ziff. 1 S. 1 f. [act. 15] 
mit Hinweis auf die Beschwerde sowie die Eingabe vom 27.8.2018 Ziff. 3 
[act. 12]). Dem könnte nicht gefolgt werden: Wohl muss jedes staatliche 
Handeln und damit auch das Verweigern einer Niederlassungsbewilligung 
verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] 
i.V.m. aArt. 96 AuG). Nach dem Wortlaut von aArt. 34 Abs. 2 AuG fällt die 
Erteilung der Niederlassungsbewilligung aber ausser Betracht, wenn ein 
Widerrufsgrund vorliegt, d.h. ein Widerrufstatbestand erfüllt ist. Das Norm-
konzept «kann-wenn» legt nahe, dass diese Bestimmung die Voraus-
setzungen nach Bst. a und b als Mindestvoraussetzungen umschreibt, 
welche zwingend vorliegen müssen, um erst im Rahmen der Ermessens-
betätigung nach Verhältnismässigkeitsgesichtspunkten zu entscheiden, ob 
die Niederlassungsbewilligung effektiv zu erteilen ist (so auch BVR 2018 
S. 63 E. 3.3). Dies ist auch für analog konzipierte weitere ausländerrecht-
liche Ermessensbewilligungen anerkannt (vgl. Art. 44 AIG und dazu 
BGE 137 I 284 E. 1.2 und 2.3.2; ebenso BGE 139 I 330 E. 2.4 für den Fall 
eines eigentlichen Nachzugsanspruchs bei gefestigtem Aufenthaltsrecht; 
vgl. auch Art. 45 AIG; weiter Art. 27 Abs. 1 AIG). Der Gesetzgeber hat folg-
lich die Verhältnismässigkeit im Kontext der Erteilung der Niederlassungs-
bewilligung insofern abschliessend geregelt, als er positivgesetzlich 
Mindestvoraussetzungen umschrieben hat. Überdies spricht folgende Über-
legung dagegen, bei der Anwendung der Voraussetzungen von aArt. 34 
AuG eine umfassende Interessenabwägung bzw. Verhältnismässigkeits-
prüfung vorzunehmen, wie sie beim Widerruf einer Niederlassungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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bewilligung verlangt wird: Anders als eine Nichtverlängerung der Aufent-
haltsbewilligung, die regelmässig die Wegweisung zur Folge hat, ist die 
Verweigerung der Niederlassungsbewilligung für die Betroffenen deutlich 
weniger einschneidend. Ihnen dient die Aufenthaltsbewilligung gleichsam 
als Auffangnetz. Bei überwiegenden privaten Interessen am Verbleib in der 
Schweiz ist somit zwar die Niederlassungsbewilligung zu verweigern, doch 
kann weiterhin eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden (so 
BGer 2C_1144/2014 vom 6.8.2015 E. 4.5.4; Hunziker/König, in Hand-
kommentar AuG, 2010, Art. 34 N. 29; in diesem Sinn auch noch Peter 
Bolzli, in Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 3. Aufl. 2012, Art. 34 AuG 
N. 5; Botschaft des Bundesrats zum AuG, in BBl 2002 S. 3709 ff., S. 3750 
und 3789 f.). Eine umfassende Interessenabwägung hat damit allein bei 
der Prüfung des Widerrufs bzw. der Nichtverlängerung einer Aufenthalts-
bewilligung zu erfolgen (vgl. allgemein dazu BVR 2013 S. 73 E. 3.2, 2011 
S. 289 E. 6.3.2). Im Übrigen kann selbst eine Niederlassungsbewilligung 
unter bestimmten Voraussetzungen von Gesetzes wegen erlöschen, ohne 
dass eine Verhältnismässigkeitsprüfung im Einzelfall vorzunehmen wäre 
(vgl. Art. 61 AIG und dazu VGE 2018/68 vom 15.2.2019 E. 3.5 mit weiteren 
Hinweisen [zur Publ. bestimmt; bestätigt durch BGer 2C_292/2019 vom 
8.4.2019]). Nach dem Gesagten muss die Erteilung einer Niederlassungs-
bewilligung verweigert werden, wenn ein Widerrufsgrund nach aArt. 62 
AuG vorliegt.

4.6 Dem widerspricht Peter Bolzli (a.a.O., 4. Aufl. 2015, Art. 34 AuG 
N. 5). Er hält dafür, dass eine «streng am Gesetzeswortlaut orientierte» 
Auslegung von aArt. 34 Abs. 2 AuG mit Blick auf die im eidgenössischen 
Bürgerrecht neu eingeführte Einbürgerungsvoraussetzung der Nieder-
lassungsbewilligung zu einer Inkohärenz mit dem Bürgerrecht führe (vgl. 
Art. 9 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2014 über das 
Schweizer Bürgerrecht [Bürgerrechtsgesetz, BüG; SR 141.0]). Es dürfe 
nicht sein, dass die Voraussetzungen für eine Niederlassungsbewilligung 
strenger seien als diejenigen für die Einbürgerung. Darum dürfe ein Wider-
rufsgrund noch nicht zwingend zur Verweigerung einer Niederlassungs-
bewilligung führen. – Diese Auffassung findet im Bundesrecht und in den 
Materialien keine Stütze: Zusammen mit der Totalrevision des BüG wurde 
das Ausländergesetz angepasst (vgl. Anhang Ziff. II BüG [einsehbar unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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AS 2016 S. 2561 ff., 2575]; Botschaft des Bundesrats zur Totalrevision des 
BüG, in BBl 2011 S. 2825 ff., 2868 f. [nachfolgend: Botschaft BüG]). Die 
Änderungen sollten gerade Kohärenz zwischen Bürger- und Ausländer-
recht herstellen (Botschaft BüG S. 2844). Der Bundesgesetzgeber hat da-
bei aber darauf verzichtet, die Voraussetzungen für den Erwerb der Nieder-
lassungsbewilligung zu erleichtern, obwohl er sich möglicher daraus resul-
tierender Härten durchaus bewusst war (vgl. Botschaft BüG S. 2844 f.). 
Näher zu prüfen wäre immerhin, ob sich die Voraussetzungen von aArt. 34 
Abs. 2 AuG als unverhältnismässige oder gar diskriminierende Hürden er-
weisen könnten, wenn z.B. eine Person wegen dauerhafter Sozialhilfe-
abhängigkeit, die sie nicht zu vertreten hat, für unabsehbare Zeit vom Er-
halt einer Niederlassungsbewilligung (und damit von der Einbürgerung) 
ausgeschlossen würde (vgl. zu dieser Frage im Bürgerrecht BGE 135 I 49 
E. 6; BVR 2017 S. 7 E. 7.3 f., 2017 S. 25 E. 7.3 f.; VGE 2016/59 vom 
24.4.2018 E. 10 [bestätigt durch BGer 1D_6/2018 vom 3.5.2019]). Davon 
kann aber im Fall der Beschwerdeführerin von vornherein keine Rede sein. 

4.7 Aus dem Erwogenen folgt, dass die Vorinstanzen den Beschwerde-
führenden eine Niederlassungsbewilligung gestützt auf die Niederschrift 
rechtsfehlerfrei verweigert haben. Den Interessen der Beschwerdeführerin 
am Verbleib in der Schweiz wird bei der Prüfung der Voraussetzungen für 
eine Aufenthaltsbewilligung Rechnung zu tragen sein (vgl. hinten E. 7).

5.

Zu prüfen ist weiter, ob den Beschwerdeführenden gestützt auf das FZA 
ein Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung zusteht.

5.1 Insoweit ist zunächst vorgebracht, der Beschwerdeführerin stehe 
abgeleitet von ihrer Mutter ein Bleiberecht zu.

5.1.1 Gemäss Art. 7 Bst. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 Anhang I 
FZA haben die Familienangehörigen einer Person, die Staatsangehörige 
einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei ihr 
Wohnung zu nehmen (BGE 136 II 65 E. 2.2; BGer 2C_71/2016 vom 
14.11.2016 E. 3.1). Als Familienangehörige, die nach FZA nachgezogen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 26

werden können, gelten ungeachtet ihrer Staatsangehörigkeit u.a. die Ver-
wandten in absteigender Linie, die noch nicht 21 Jahre alt sind oder denen 
Unterhalt gewährt wird (Art. 3 Abs. 2 Bst. a Anhang I FZA; vgl. ferner 
Art. 42 Abs. 2 AIG für Familienangehörige von Schweizerinnen und 
Schweizern). – Die Bestimmungen zum Familiennachzug haben zum Ziel, 
das tatsächlich gelebte Familienleben der Bürgerinnen und Bürger der 
Staatsvertragsparteien zu ermöglichen; geht es in Wirklichkeit nicht um 
diesen Zweck, fällt der staatsvertragliche Anspruch dahin 
(BGer 2C_71/2016 vom 14.11.2016 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE 139 II 393 
E. 2.1; vgl. auch Weisungen und Erläuterungen des Staatssekretariats für 
Migration [SEM] vom Januar 2019 zur VEP [Weisungen VEP] Ziff. 9.6 
S. 126; einsehbar unter: <www.sem.admin.ch>, Rubriken «Publikationen & 
Service/
Weisungen und Kreisschreiben/II. Freizügigkeitsabkommen»). Die familiäre 
Beziehung muss von gewisser Qualität sein und nach dem Nachzug gelebt 
werden. Vorausgesetzt wird ein minimales Zusammenleben («Wohnung 
nehmen»; Giulia Santangelo, Der Familiennachzug im Freizügigkeits-
abkommen Schweiz-EU unter besonderer Berücksichtigung der Recht-
sprechung des Bundesgerichts und des EuGH, in Achermann et al. [Hrsg.], 
Jahrbuch für Migrationsrecht 2016/2017, 2017, S. 17 ff., 38 mit Hinweis auf 
BGer 2C_494/2013 vom 2.6.2013 E. 3.1). Nach höchstrichterlicher Praxis 
wird verlangt, dass die betreffende familiäre Beziehung bereits vorgängig 
mit minimaler Intensität gelebt worden ist (BGE 136 II 65 E. 5.2; 
BGer 2C_71/2016 vom 14.11.2016 E. 3.6).

5.1.2 Kurzaufenthalts-, Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA und Grenz-
gängerbewilligungen EU/EFTA können widerrufen oder nicht verlängert 
werden, wenn die Voraussetzungen für deren Erteilung nicht oder nicht 
mehr erfüllt sind (Art. 23 Abs. 1 VEP i.V.m. Art. 62 Abs. 1 Bst. d AIG; 
BGE 144 II 121 E. 3.1, 141 II 1 E. 2.2.1). Ein abgeleiteter Aufenthalts-
anspruch besteht nur, solange die betroffene Person die Eigenschaft als 
Familienangehörige im Sinn von Art. 3 Abs. 2 Anhang I FZA besitzt 
(BGer 2C_688/2017 vom 29.10.2018 E. 3.4). – Die Beschwerdeführerin ist 
im Rahmen des freizügigkeitsrechtlichen Familiennachzugs in die Schweiz 
gekommen und erhielt abgeleitet eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA 
(vorne Bst. A; E. 2.1). Nachdem sie das 21. Lebensjahr vollendet hatte, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 27

verlor sie nach dem Gesagten den Status als Familienangehörige im Sinn 
des FZA, es sei denn, ihr würde von ihrer Mutter Unterhalt gewährt. Zu 
prüfen ist somit, ob die Voraussetzung der «Unterhaltsgewährung» erfüllt 
ist.

5.1.3 Die Mutter der Beschwerdeführerin hat zusammen mit deren Gross-
eltern zugesichert, für die Beschwerdeführerin monatlich einen Unterhalts-
beitrag von Fr. 500.-- zu leisten, solange diese nicht in der Lage ist, ihren 
Lebensunterhalt zumindest teilweise zu bestreiten; aktenkundig sind sechs 
Zahlungen ab April 2018 an den Sozialdienst (vgl. vorne E. 2.8.3). – Die 
Beschwerdeführenden bringen unter Hinweis auf eine Literaturstelle zum 
deutschen Freizügigkeitsgesetz vor (Thomas Oberhäuser, in Hofmann 
[Hrsg.], Nomos Kommentar zum Ausländerrecht, 2. Aufl. 2016, § 3 Frei-
zügigkeitsgesetz N. 12), der Unterhaltsgewährung im Sinn von Art. 3 Abs. 2 
Bst. a Anhang I FZA sei Genüge getan, wenn die Unterhaltszahlung nicht 
gänzlich unbedeutend ist. Ein Beitrag von Fr. 500.-- pro Monat könne nicht 
als gänzlich unbedeutend qualifiziert werden. Nach Abzug der mit der 
kindes- und erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme zusammen-
hängenden Kosten würde die Beschwerdeführerin Sozialhilfe im Umfang 
von lediglich Fr. 1'026.-- beziehen. Der zugesicherte Beitrag decke somit 
fast die Hälfte der Sozialhilfeunterstützung. Entgegen der Vorinstanz liege 
damit Unterhaltsgewährung im freizügigkeitsrechtlichen Sinn vor (vgl. Be-
schwerde II/2 S. 6 ff.). 

5.1.4 Die Eigenschaft eines Familienangehörigen, dem Unterhalt gewährt 
wird, ergibt sich aus einer tatsächlichen Situation, die dadurch gekenn-
zeichnet ist, dass der erforderliche Unterhalt des Familienangehörigen vom 
Aufenthaltsberechtigten materiell sichergestellt wird. Es kommt dabei dar-
auf an, ob der nachzuziehende Verwandte in Anbetracht seiner wirtschaft-
lichen und sozialen Situation in der Lage ist, seine Grundbedürfnisse selber 
zu decken, oder ob er auf zusätzliche Mittel angewiesen ist, die vom Auf-
enthaltsberechtigten aufgebracht werden (BGE 135 II 369 E. 3.1 mit Hin-
weisen auf die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union 
[EuGH]; BGer 2C_296/2015 vom 28.1.2016 E. 4.3.1). Das Vorliegen eines 
tatsächlichen Abhängigkeitsverhältnisses muss nachgewiesen werden 
(BGer 2C_688/2017 vom 29.10.2018 E. 3.5 mit Hinweis auf Urteil C-423/12 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 28

vom 16.1.2014 Reyes, Rz. 20; vgl. auch Weisungen VEP Ziff. 9.6 S. 125). 
Eine faktische Unterstützung durch Kost und Logis genügt; vorausgesetzt 
sind jedenfalls fortgesetzte und regelmässige Leistungen, die einen nicht 
vernachlässigbaren Teil der Lebenshaltungskosten decken (VGE 2015/361 
vom 1.11.2016 E. 2.2 mit weiteren Nachweisen; VGE 2017/160 vom 
21.8.2017 E. 3.3; vgl. etwa auch Caroni et al., Migrationsrecht, 4. Aufl. 
2018, S. 352). In der Literatur findet sich die Meinung, dass ein Nachzug 
möglich bleiben muss, wenn nebst der Unterhaltsgewährung Sozialhilfe in 
Anspruch genommen wird. Es dürfe nicht die Leistung des vollumfäng-
lichen Unterhalts verlangt werden (vgl. einlässlich Marcel Dietrich, Die Frei-
zügigkeit der Arbeitnehmer in der Europäischen Union – unter Berück-
sichtigung es schweizerischen Ausländerrechts, Diss. Freiburg 1995, 
S. 326 mit Hinweis auf Urteil des EuGH vom 18.6.1987 C-316/85 Lebon 
Slg. 1987, 2811, Rz. 20; Marc Spescha, in Spescha et al. [Hrsg.], Migra-
tionsrecht, 4. Aufl. 2015, Art. 3 Anhang I FZA N. 10). 

5.1.5 Die Rechtsprechung hat sich in den folgenden Fällen mit der Frage 
der Unterhaltsgewährung befasst: BGE 135 II 369 betraf eine Frau, die von 
ihrem Ex-Mann einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'400.-- erhielt. 
Ihr wurde von ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn Kost und Logis ge-
währt; der Schwiegersohn bezahlte zudem die Krankenkassenprämien so-
wie Selbstbehalte/Franchisen. Der Existenzbedarf der Frau war allein durch 
die Unterhaltszahlung ihres Ex-Manns nicht gedeckt (vgl. E. 3.1). Das 
Bundesgericht bewertete die Leistungen von Tochter und Schwiegersohn 
als erhebliche Unterstützung. In einem anderen Fall wies das Bundes-
gericht die Sache an die Vorinstanz zurück, um zu überprüfen, ob der Sohn 
und die Schwiegertochter über ausreichendes Einkommen verfügen, um 
den (gesamten) Unterhalt ihrer Mutter bzw. Schwiegermutter zu gewähr-
leisten (vgl. BGer 2C_296/2015 vom 28.1.2016 E. 4.3.2). Das Verwaltungs-
gericht hat als nicht ausreichend beurteilt, wenn Eltern ihren (über 21-
jährigen) Sohn (nur) unentgeltlich in ihrem Wohnzimmer leben lassen und 
diesem von den Sozialdiensten monatlich wirtschaftliche Hilfe in der Höhe 
Fr. 585.-- geleistet wird (VGE 2015/361 vom 1.11.2016 E. 2.3). 

5.1.6 Mit Blick auf die dargelegte Praxis reicht der Betrag von Fr. 500.-- 
pro Monat nicht aus, damit der Beschwerdeführerin weiterhin ein von ihrer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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Mutter abgeleitetes Aufenthaltsrecht zuerkannt werden kann. Die Be-
schwerdeführerin wird seit Erreichen der Volljährigkeit mit Sozialhilfe unter-
stützt. Die Mutter gewährt ihr weder Kost noch Logis. Mit der Zahlung eines 
Beitrags an den Unterhalt hat sie erst im Verlauf des verwaltungsgericht-
lichen Verfahrens begonnen. Sodann ist die Zahlung an die Bedingungen 
geknüpft, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage ist, den Lebens-
unterhalt zumindest teilweise aus eigenen Mitteln zu bestreiten und dass 
die Mutter (und Grosseltern) weiterhin über genügend Einkünfte verfügen 
(vorne E. 2.8.3). Ob und wie die Zahlung mittel- oder langfristig gesichert 
ist, haben sie nicht plausibilisiert. Es erscheint fraglich, ob die Mutter (und 
Grosseltern) den Beitrag auf Dauer leisten werden, zumal die Beschwerde-
führer mittlerweile eine Teilzeitstelle angetreten hat (vgl. vorne E. 2.6.7). 
Der Beitrag der Mutter (und der Grosseltern) an die Sozialhilfekosten er-
weist sich damit insgesamt als untergeordnet. Die Vorinstanz bemerkt zu-
dem in der Vernehmlassung zu Recht, dass die Sozialhilfekosten einen 
höheren Betrag als Fr. 1'026.-- pro Monat ausmachen, da die Kosten für 
die Unterbringung in der Mutter-Kind-Einrichtung auch Bestandteile des 
Grundbedarfs umfassen (vgl. act. 4). Mit Blick auf das Erwogene kann 
offenbleiben, ob der Lebensunterhalt durch die Unterhaltsleistung materiell 
(vollständig) sichergestellt werden muss (vgl. vorne E. 5.1.4). Da der ge-
währte Unterhaltsbeitrag nicht ausreichend ist, können sodann Weite-
rungen zur Bedeutung der Herkunft der finanziellen Mittel unterbleiben 
(vorne E. 2.8.3; vgl. dazu Stellungnahme POM vom 27.8.2018 S. 2 und Be-
merkungen der Beschwerdeführenden vom 25.9.2018 Ziff. 2 S. 2 f., act. 13 
bzw. act. 15). Anzumerken ist immerhin, dass fraglich erscheint, ob das 
Familienleben zwischen Mutter und Tochter überhaupt mit genügender 
(minimaler) Intensität gelebt worden ist (vgl. zu dieser Voraussetzung vorne 
E. 5.1.1). Der Mutter wurde Ende 2011 die Obhut über die damals noch 
minderjährige Beschwerdeführerin entzogen, seither wohnen die beiden 
nicht mehr zusammen. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter ist bis 
heute schwierig und beschränkt sich auf wenige Kontakte; selbst gegen-
über dem Enkel geht die Mutter der Beschwerdeführerin auf Distanz (vgl. 
vorne E. 2.2 und E. 2.7.3). 

5.1.7 Zusammengefasst besteht kein von der Mutter abgeleitetes Bleibe-
recht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 30

5.2 Im Streit liegt auch, ob der Beschwerdeführerin eine Aufenthalts-
bewilligung als Arbeiternehmerin zusteht.

5.2.1 In der Beschwerde ist gestützt auf die Tätigkeit der Beschwerde-
führerin bei der «… Hundetagi» bzw. «… Hundetagi» (vgl. vorne E. 2.6.6) 
vorgebracht, die Vorinstanz habe der Beschwerdeführerin die 
Arbeitnehmereigenschaft zu Unrecht abgesprochen. Diese Tätigkeit be-
rechtige üblicherweise zu einem Entgelt. Die Beschwerdeführerin erbringe 
daher offenkundig eine echte und tatsächliche wirtschaftliche Leistung und 
sie sei in die Arbeitsorganisation der «… Hundetagi» eingegliedert, wes-
halb gemäss Art. 20 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; 
SR 220) von einem Arbeitsvertrag auszugehen sei. Unentgeltlichkeit sei 
nicht ausdrücklich vereinbart. An ihrer Arbeitnehmereigenschaft ändere 
nichts, dass der Arbeitgeber ihr die Lohnzahlung bisher verweigert habe mit 
dem Argument, der Betrieb könne noch nicht kostendeckend geführt 
werden (vgl. Beschwerde II/3 S. 8 f.). Jüngst haben die Beschwerde-
führenden einen Arbeitsvertrag mit der … Lebensmittel GmbH eingereicht 
(vgl. vorne E. 2.6.7). Gestützt darauf stehe der Anerkennung der Arbeit-
nehmereigenschaft definitiv nichts mehr entgegen (vgl. Eingaben vom 8. 
und 15.3.2019 [act. 22 und 23]).

5.2.2 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Staatsangehörige einer 
Vertragspartei sind und mit einer Arbeitgeberin oder einem Arbeitgeber des 
Aufnahmestaats ein Arbeitsverhältnis mit einer Dauer von mindestens 
einem Jahr eingegangen sind, haben Anspruch auf Erteilung einer mindes-
tens fünfjährigen Aufenthaltserlaubnis (Art. 4 FZA i.V.m. Art. 2 Abs. 1 und 
Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA). Nach der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts ist der Begriff der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers weit 
auszulegen. Hauptmerkmal für ein Arbeitsverhältnis ist, dass die betroffene 
Person während einer bestimmten Zeit zu Gunsten von jemand anderem 
nach dessen Weisungen eine Leistung erbringt und von diesem eine Ent-
löhnung enthält (vgl. BGE 141 II 1 E. 2.2.3, 140 II 460 E. 4.1 und 4.1.1, 
131 II 339 E. 3.2 [Pra 95/2006 Nr. 39]). Grundsätzlich kommt es dabei we-
der auf den zeitlichen Umfang der Aktivität noch auf die Höhe des Lohnes 
oder die Produktivität der betroffenen Person an. Erforderlich ist jedoch 
quantitativ wie qualitativ eine echte und tatsächliche wirtschaftliche Tätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 31

keit. Die Beurteilung, ob eine solche besteht, muss sich auf objektive Krite-
rien stützen und in einer Gesamtbewertung allen Umständen Rechnung 
tragen, welche die Art der Tätigkeit und des fraglichen Arbeitsverhältnisses 
betreffen. Es ist dabei auch zu berücksichtigen, ob die erbrachten Leistun-
gen auf dem allgemeinen Beschäftigungsmarkt als üblich gelten können 
(BGE 141 II 1 E. 2.2.4 mit zahlreichen Hinweisen, namentlich auf die 
Rechtsprechung des EuGH; vgl. auch BGE 131 II 339 E. 3.3 [Pra 95/2006 
Nr. 39]; VGE 2014/236 vom 10.2.2015 E. 3.2.1 [bestätigt durch 
BGer 2C_243/2015 vom 2.11.2015]; einlässlich zum Arbeitnehmerbegriff 
Gregor Chatton, Die Arbeitnehmereigenschaft gemäss Freizügigkeits-
abkommen – eine Bestandesaufnahme, in Achermann/Epiney/Gnädinger 
[Hrsg.], Migrationsrecht in der Europäischen Union und im Verhältnis 
Schweiz – EU, 2018, S. 17 ff., 26 ff.).

5.2.3 Zur Arbeitnehmereigenschaft hinsichtlich der Beschäftigung in der 
«Hundetagi» ist Folgendes zu erwägen (vgl. vorne E. 2.6.6): Es ist fraglich, 
ob die Beschwerdeführerin noch in der «Hundetagi» arbeitet, da sie nun 
eine Stelle als Verkäuferin angetreten hat. Dies kann aber dahingestellt 
bleiben. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind arbeitslosen-
versicherungsrechtliche Beschäftigungsmassnahmen ohnehin nicht ge-
eignet, die Arbeitnehmereigenschaft einer Person zu begründen (vgl. 
BGE 141 II 1 E. 2.2.5; BGer 2C_390/2013 vom 10.4.2014, in Pra 103 
[2014] Nr. 108 S. 870 E. 4.2). Auch fallen jene Tätigkeiten ausser Betracht, 
die nicht dem gewöhnlichen Arbeitsmarkt zuzurechnen sind, sondern der 
Weiterbildung oder Wiedereingliederung von physisch oder psychisch be-
einträchtigten Personen dienen (BGE 131 II 339 E. 3.3 [Pra 95/2006 Nr. 39] 
mit Hinweis auf das Urteil des EuGH C-344/87 vom 31.5.1989, Bettray, 
Slg. 1989, 1621; vgl. auch BGE 141 II 1 E. 3.3.2; Gregor Chatton, a.a.O., 
S. 40 f.; Marcel Dietrich, a.a.O., S. 286). Nach dem Gesagten kann aus der 
Tätigkeit bei der «Hundetagi» keine Arbeitnehmereigenschaft abgeleitet 
werden. Die Beschäftigung in der «Hundetagi» muss vielmehr zusammen 
mit der Vorinstanz als soziale und berufliche Integrationsmassnahme bzw. 
als Praktikum betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin hat keinen Lohn 
erhalten; solcher ist auch nicht vereinbart worden. Es ist zudem weder vor-
gebracht noch ersichtlich, dass sie irgendwelche Naturalleistungen be-
zogen hätte. Der Inhaber der «Hundetagi» hat sodann deutlich zum Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 32

druck gebracht, dass er aktuell und in absehbarer Zeit niemanden ein-
stellen könne (vgl. vorne E. 2.6.6). 

5.2.4 Die Arbeitnehmereigenschaft fällt nun auch hinsichtlich der Teilzeit-
anstellung bei der … Lebensmittel GmbH in Betracht, welche die Be-
schwerdeführerin seit März 2019 innehat (vgl. dazu vorne E. 2.6.7): Die 
Arbeitnehmereigenschaft kann auch von sog. «Working Poor» erfüllt 
werden, d.h. von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die einer tatsäch-
lichen und effektiven wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen, deren Ein-
kommen aber nicht ausreichen für den eigenen Lebensunterhalt oder den-
jenigen der Familie (vgl. etwa BGer 2C_1061/2016 vom 14.7.2015 
E. 4.2.1). Allerdings reichen Tätigkeiten nicht aus, die sich als marginal 
oder beiläufig erweisen (vgl. etwa BGE 131 II 339 E. 3.4 [Pra 95/2006 
Nr. 39]; BGer 2C_716/2018 vom 13.12.2018 E. 3.3; Gregor Chatton, 
a.a.O., S. 37 ff.). In Konkretisierung der Frage, wann von einem zu ge-
ringen Lohn ausgegangen werden muss, entschied das Bundesgericht, 
dass eine mit einem Pensum von 80 % ausgeübte und monatlich mit 
Fr. 2'532.65 entlöhnte Tätigkeit keine untergeordnete Tätigkeit ist 
(BGer 2C_1061/2013 vom 14.7.2015 E. 4.4). Hingegen kann bei einem 
monatlichen Gehalt zwischen Fr. 600.-- und Fr. 800.-- davon ausgegangen 
werden, dass die Betätigung bloss geringfügig und beiläufig erscheint (vgl. 
BGer 2C_1137/2014 vom 6.8.2015 E. 4.4; vgl. für weitere Beispiele etwa 
BGer 2C_813/2016 vom 27.3.2017 E. 3.2; aus der kantonalen Praxis vgl. 
etwa VGer ZH VB.2018.00674 vom 9.1.2019 E. 4.2). In zeitlicher Hinsicht 
kann möglicherweise bereits eine wöchentliche Arbeitszeit von zwölf Stun-
den reichen, um die Arbeitnehmereigenschaft zu begründen (vgl. zur Praxis 
der Zürcher Behörden VGer ZH VB.2018.00712 vom 23.1.2019 E. 5.1 mit 
Hinweisen; vgl. auch Weisungen VEP Ziff. 4.2.3 S. 51 Fn. 77 mit Hinweis 
auf das Urteil des EuGH C-139/85 vom 23.3.1982, Kempf, Slg. 1986, 
1741); das Bundesgericht hat sich dazu soweit ersichtlich noch nicht ge-
äussert. – Bei einer Gesamtbewertung aller Umstände reicht die Teilzeit-
anstellung der Beschwerdeführerin nicht aus, um die Arbeitnehmer-
eigenschaft zu bejahen. Zum einen ist die Tätigkeit bereits in zeitlicher Hin-
sicht eher als untergeordnet zu bewerten. Die Beschwerdeführerin erreicht 
mit dem Pensum von 30 % eine wöchentliche Arbeitszeit von gerade 
12,3 Stunden, wobei zunächst gar nur ein Pensum von 20 % möglich er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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schien. Zum anderen ist das monatliche Bruttogehalt tief. Anhand der ver-
traglich vereinbarten Entlöhnung ist von einem Betrag von Fr. 1'165.-- aus-
zugehen (vgl. vorne E. 2.6.7). Die anwaltlich vertretenen Beschwerde-
führenden haben jedoch keine Lohnabrechnungen eingereicht, die den 
effektiven Verdienst und die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der Be-
schwerdeführerin belegen. Dies wäre angesichts der Mitwirkungspflichten 
zu erwarten gewesen (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRPG i.V.m. Art. 90 AIG). Kommt 
hinzu, dass sich die Beschwerdeführerin bisher nicht in die Berufswelt zu 
integrieren vermocht hat. Es erscheint daher unsicher, ob die Anstellung 
von Dauer ist. Insgesamt kann nicht von einer tatsächlichen und effektiven 
wirtschaftlichen Tätigkeit gesprochen werden. 

5.2.5 Aus diesen Gründen muss der Beschwerdeführerin die Arbeit-
nehmereigenschaft abgesprochen werden. 

5.3 Schliesslich ist vorgebracht, den Beschwerdeführenden stehe ein 
Aufenthaltsanspruch gestützt auf Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA zu.

5.3.1 Nach Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA dürfen die Kinder einer Staats-
angehörigen einer Vertragspartei unabhängig davon, ob sie im Hoheits-
gebiet der anderen Vertragspartei eine Erwerbstätigkeit ausübt, eine solche 
ausgeübt hat oder erwerbslos ist, unter den gleichen Bedingungen am all-
gemeinen Unterricht sowie an der Lehrlings- und Berufsausbildung teil-
nehmen wie die Staatsangehörigen des Aufnahmestaats. Die Regelung ist 
Art. 12 der von der Schweiz als «Acquis communautaire» übernommenen 
Verordnung (EWG) Nr. 1612/68 des Rates vom 15. Oktober 1968 über die 
Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Gemeinschaft (ABl. L 257 
vom 19. Oktober 1968 S. 2 ff.) nachgebildet und stimmt mit dieser fast 
wörtlich überein. Sie verschafft Kindern – auch wenn ihre Eltern ihr Auf-
enthaltsrecht verlieren – einen (originären) Anspruch auf einen weiteren 
Aufenthalt, um die Ausbildung abschliessen zu können, wenn ihnen die 
Rückkehr in die Heimat nicht zugemutet werden kann (vgl. BGE 144 II 1 
E. 3.3.1, 142 II 35 E. 4.1; BGer 2C_145/2017 vom 5.3.2018 E. 3). Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist Sinn und Zweck dieses in Art. 3 
Abs. 6 Anhang I FZA übernommenen selbständigen Anwesenheitsrechts 
für Kinder von Bürgerinnen und Bürgern aus EU- oder EFTA-Staaten bzw. 
deren Partnerinnen oder Partnern, über die Teilnahme am allgemeinen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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Unterricht die Integration in der Aufnahmegesellschaft zu fördern. Dies 
setzt voraus, dass die Kinder tatsächlich über die Teilnahme am all-
gemeinen Unterricht (bzw. anschliessend über die Lehrlings- und Berufs-
ausbildung) bei (noch) intakter Familiengemeinschaft bereits in nennens-
werter Weise begonnen haben, sich zu integrieren bzw. massgebliche 
Beziehungen ausserhalb der Kernfamilie auszubilden. Das ist bei Klein-
kindern, die noch in erster Linie auf den familiären Bereich bezogen leben, 
nicht der Fall, auch wenn sie in eine Tageskrippe oder allenfalls in den 
Kindergarten gehen (grundlegend BGE 139 II 393 E. 4.2.2; vgl. etwa auch 
BGer 2C_145/2017 vom 5.3.2018 E. 3, 2C_997/2015 vom 30.6.2016 
E. 2.2, 2C_792/2013 vom 11.2.2014 E. 4.1). 

5.3.2 Mit Blick auf das soeben Erwogene hat die Vorinstanz zu Recht 
einen Aufenthaltsanspruch des Beschwerdeführers (und daraus abgeleitet 
seiner sorgeberechtigten Mutter) gestützt auf Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA 
verneint (vgl. angefochtener Entscheid E. 5 S. 7): B.________ ist erst vier-
einhalb Jahre alt; er geht in die Spielgruppe und ist noch nicht eingeschult 
(vgl. vorne E. 2.4 und E. 2.7.1; Bst. A). Er ist mithin noch ein Kleinkind und 
hat noch nicht damit begonnen, sich über die Teilnahme am Grundschul-
unterricht in die schweizerische Gesellschaft zu integrieren. Dies gälte 
selbst dann, wenn er – die Beschwerdeführenden haben dies nicht vorge-
bracht – seit dem Schuljahr 2018/2019 den Kindergarten besuchen würde. 
Zwar hat B.________ möglicherweise im Rahmen der Pflegefamilie ausser-
familiäre Beziehungen (zu den anderen Pflegekindern) geknüpft (vgl. vorne 
E. 2.7.1; Beschwerde II/4 S. 10). Dies ist aber mit Blick auf Art. 3 Abs. 6 
Anhang I FZA nicht von Relevanz, weil die Bestimmung die Integration im 
Rahmen der (schulischen und beruflichen) Ausbildung im Blick hat 
(vgl. 5.3.1 hiervor). Im Übrigen darf nach der Praxis des Bundesgerichts 
unter Umständen selbst von Kindern, die bereits die ersten Schuljahre in 
der Schweiz verbracht haben, noch erwartet werden, sich in einem anderen 
Schulsystem zurechtzufinden (vgl. BGer 2C_997/2015 vom 30.6.2016 
E. 2.2; 2C_792/2013 vom 11.2.2014 E. 4.1).

5.3.3 Die Beschwerdeführenden kritisieren, dass sich die Vorinstanz auf 
die bundesgerichtliche Rechtsprechung gestützt hat, wonach sich Klein-
kinder nicht auf Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA berufen können. Die bisherige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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bundesgerichtliche Rechtsprechung zum umgekehrten Familiennachzug 
sorgeberechtigter Elternteile von Kleinkindern mit EU-Staatsangehörigkeit 
sei angesichts des Urteils des EuGH C-115/15 vom 30. Juni 2016, NA 
(noch nicht veröffentlicht), nicht mehr haltbar (Beschwerde II/4 S. 10 f.).

5.3.4 Gemäss Art. 16 Abs. 2 FZA ist für die Anwendung des Frei-
zügigkeitsabkommens die einschlägige Rechtsprechung des EuGH vor 
dem Zeitpunkt der Unterzeichnung (21.6.1999) massgebend. Bezüglich 
neuer Entwicklungen besteht für die schweizerischen Gerichte keine Be-
folgungspflicht, sondern höchstens ein Beachtungsgebot. Das Bundes-
gericht weicht praxisgemäss von der Auslegung abkommensrelevanter 
unionsrechtlicher Bestimmungen durch den EuGH nur beim Vorliegen 
«triftiger» Gründe ab, um eine möglichst parallele Rechtslage zu gewähr-
leisten (vgl. etwa BGE 143 II 57 E. 3.6 [Pra 107/2018 Nr. 42], 139 II 393 
E. 4.1.1 mit weiteren Hinweisen). – Aus der Prozessgeschichte des an-
geführten Urteils des EuGH («Ausgangsverfahren und Vorlageverfahren») 
geht hervor, dass eines der betroffenen Kinder im Vereinigten Königreich 
bereits im Alter von drei Jahren «eingeschult» wurde (Rz. 21). Die Be-
schwerdeführenden folgern daraus, dass für ein Aufenthaltsrecht nach 
Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA bereits der Besuch einer Tageskrippe oder des 
Kindergartens ausreiche (vgl. auch Marc Spescha, EuGH-Urteil C-115/15 
NA widerspricht der bundesgerichtlichen Auslegung von Art. 3 Abs. 6 Anh. I 
FZA, in Jusletter 26.9.2016 N. 19 f.). Dieser Schluss ist jedoch unzulässig: 
Dem EuGH wurde nicht als Frage vorgelegt, ob Art. 12 der Verordnung 
(EWG) Nr. 1612/68 bereits Kleinkindern ein Aufenthaltsrecht verschaffen 
soll. Ebenso wenig hat der Gerichtshof darüber befunden, was unter «Ein-
schulung» bzw. «Teilnahme am allgemeinen Unterricht» zu verstehen ist. 
Betreffend Art. 12 der Verordnung (EWG) Nr. 1612/68 hat der EuGH ledig-
lich erkannt, dass ein Kind und dessen sorgeberechtigter Elternteil auch 
dann ein Aufenthaltsrecht haben, wenn das Kind mit der Ausbildung erst 
nach Auflösung der Familiengemeinschaft begonnen hat (vgl. Rz. 52 ff.). 
Mit Blick auf dieses Urteil ist daher nicht gerechtfertigt, vom bundesgericht-
lichen Verständnis von Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA betreffend Kleinkinder 
abzuweichen. Jedenfalls insoweit ist kein Widerspruch zur Rechtsprechung 
des EuGH zu erkennen. Dass die Personenfreizügigkeit ein öffentliches 
Interesse darstellt (vgl. Beschwerde II/4 S. 11 mit Hinweis auf Zünd/Arquint 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 36

Hill, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in 
Uebersax et al. [Hrsg.], Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII: Aus-
länderrecht, 2. Aufl. 2009, S. 311 ff., 336 N. 8.40), rechtfertigt ebenfalls 
nicht, Art. 3 Abs. 6 Anhang I FZA anders als bisher zu handhaben. 

5.4 Nach dem Gesagten vermögen die Beschwerdeführenden aus kei-
ner der angerufenen Bestimmungen des FZA einen Anspruch auf eine Auf-
enthaltsbewilligung abzuleiten. Mit der Vorinstanz (vgl. E. 5 S. 7 f.) sind 
auch keine anderen Gründe ersichtlich, welche den Beschwerdeführenden 
ein freizügigkeitsrechtliches Aufenthaltsrecht vermitteln könnten. Ein sol-
ches ergibt sich namentlich nicht aus Art. 6 i.V.m. Art. 24 Anhang I FZA, 
weil sie nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen (vgl. dazu 
BGE 144 II 113 E. 4.1 [Pra 108/2019 Nr. 1]; Weisungen VEP Ziff. 9.5.2.2 
S. 122 f.). Solches wird auch nicht vorgebracht. Unter diesen Umständen 
liegt ein Widerrufsgrund im Sinn von Art. 23 Abs. 1 VEP vor (vgl. vorne 
E. 5.1.2; vgl. zu diesem Widerrufsgrund etwa BGer 2C_167/2018 vom 
9.8.2018 E. 5).

6.

Vorgebracht ist schliesslich ein Bleiberecht auf der Grundlage der Euro-
päischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101).

6.1 Die Beschwerdeführenden machen zunächst geltend, B.________ 
habe zwecks Fortsetzung der Beziehung zu seinem Vater einen Aufent-
haltsanspruch aus Art. 8 EMRK und damit auch seine sorgeberechtigte 
Mutter. Obwohl B.________ nicht bei seinem Vater wohne und dieser nur 
ein begleitetes Besuchsrecht wahrnehme, könne die erforderliche affektive 
Beziehung zwischen Vater und Sohn nicht verneint werden. Auch die 
wirtschaftliche Abhängigkeit sei aufgrund der IV-Kinderrente, der Kinder-
zulage und den EL zu bejahen. Überdies berufen sich die Beschwerde-
führenden auf den Schutz des Privatlebens bzw. auf den kombinierten 
Schutzbereich des Privat- und Familienlebens. Hierzu verweisen sie auf die 
beinahe 10-jährige Aufenthaltsdauer der Beschwerdeführerin in der 
Schweiz und den Umstand, dass nebst dem Vater des Beschwerdeführers 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 37

auch die Mutter und die Zwillingsschwester der Beschwerdeführerin in der 
Schweiz leben. Es komme hinzu, dass der Beschwerdeführer sehr gut in 
der Mutter-Kind-Einrichtung bei der Pflegefamilie eingebettet sei (vgl. 
Beschwerde II/5 S. 11; Eingaben vom 27.8.2018 Ziff. 4 S. 2 f. und vom 
25.9.2018 Ziff. 3 S. 3, act. 12 bzw. act. 15). Ein Eingriff in das geschützte 
Recht auf Privat- und Familienleben liesse sich nicht rechtfertigen. Die 
privaten Interessen am Verbleib in der Schweiz würden namentlich wegen 
des Kindeswohls überwiegen und es bestünde kein herausragendes 
soziales Bedürfnis der Schweiz an einer Wegweisung (vgl. namentlich 
Eingabe vom 27.8.2018 Ziff. 4 S. 3 [act. 12]; Eingabe vom 16.11.2018 
S. 2 f. [act. 20] mit Hinweis auf BGE 139 I 330 E. 2.2 und Zünd/Hugi Yar, 
Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, 
insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, in EuGRZ 
2013 S. 1 ff., N. 17 S. 6). 

6.2 Art. 8 EMRK verschafft praxisgemäss keinen Anspruch auf Einreise 
und Aufenthalt oder auf einen Aufenthaltstitel. Er hindert Konventions-
staaten nicht daran, die Anwesenheit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und 
den Aufenthalt ausländischer Personen unter Beachtung überwiegender 
Interessen des Familien- und Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu 
beenden. Dennoch kann das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerte Recht auf 
Achtung des Privat- und Familienlebens berührt sein, wenn einer aus-
ländischen Person das Zusammenleben mit in der Schweiz aufenthalts-
berechtigten Familienangehörigen verunmöglicht wird (BGE 144 II 1 E. 6.1, 
144 I 91 E. 4.2 [Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 E. 5.1). Über ein gefestigtes 
Anwesenheitsrecht verfügt gemäss langjähriger bundesgerichtlicher Praxis, 
wer das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung be-
sitzt oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt, die ihrerseits auf einem 
gefestigten Rechtsanspruch beruht (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1; BVR 2015 
S. 309 E. 5.1).

6.3 Der nicht hauptsächlich betreuungsberechtigte ausländische Eltern-
teil kann die familiäre Beziehung zu seinem Kind aus zivilrechtlichen Grün-
den nur in beschränktem Rahmen leben, nämlich durch die Ausübung des 
ihm eingeräumten Rechts auf angemessenen persönlichen Verkehr. Hierfür 
ist nicht unbedingt erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 38

im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht ver-
fügt. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben (Art. 8 
Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV) ist es grundsätzlich ausreichend, 
wenn der Kontakt zum Kind im Rahmen von Kurzaufenthalten, Ferien-
besuchen oder über die modernen Kommunikationsmittel vom Ausland her 
wahrgenommen werden kann, wobei allenfalls die Modalitäten des Be-
suchsrechts entsprechend auszupassen sind (vgl. BGE 144 I 91 E. 5.1 
[Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 E. 5.3 mit Hinweisen). Voraussetzung für 
den Bewilligungserhalt mit der Folge, dass das Recht auf persönlichen Um-
gang in der Schweiz gelebt werden kann, ist eine in affektiver Hinsicht zu-
mindest normale und in wirtschaftlicher Hinsicht besonders enge Eltern-
Kind-Beziehung, wobei diese Beziehung wegen der Distanz zwischen der 
Schweiz und dem Staat, in welchen die ausländische Person auszureisen 
hätte, praktisch nicht mehr aufrechterhalten werden könnte. Die (erwach-
sene) ausreisepflichtige Person muss sich zudem in der Schweiz bisher 
weitgehend «tadellos» verhalten haben (vgl. BGE 144 I 91 E. 5.2 
[Pra 108/2019 Nr. 11], 143 I 21 E. 5.2, 142 II 35 E. 6.2, 139 I 315 E. 2.2 
und 2.5; VGE 2018/178 vom 3.12.2018 E. 4.2, 2018/19 vom 14.8.2018 
E. 5.4.1 [beim Bundesgericht angefochten], 2018/131 vom 13.11.2018 
E. 6.2.1 [bestätigt durch BGer 2C_1092 vom 31.1.2019]). Diese Kriterien 
sind in einer Gesamtbetrachtung zu würdigen. Dabei ist dem Wohl des 
Kindes und dessen grundlegendem Bedürfnis Rechnung zu tragen, in mög-
lichst engem Kontakt zu beiden Elternteilen aufwachsen zu können 
(BGE 144 I 91 E. 5.2 [Pra 108/2019 Nr. 11]). Aus dem Übereinkommen 
vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinderrechts-
konvention, KRK; SR 0.107) ergeben sich keine über Art. 8 EMRK hinaus-
gehenden Ansprüche (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2 mit Hinweisen). Das Er-
fordernis der besonderen Intensität der affektiven Beziehung ist nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits dann als erfüllt anzusehen, 
wenn der Kontakt im Rahmen eines üblichen Besuchsrechts ausgeübt wird 
(BGE 139 I 315 E. 2.5). Geht es darum, dass der Sorge- und Obhuts-
berechtigte mit den Kindern im Land verbleiben will, um deren Weiter-
führung der Beziehung zum hier gefestigt anwesenheitsberechtigten Eltern-
teil zu erleichtern, ist die Rechtsprechung tendenziell restriktiver; in dieser 
Situation soll die Bewilligung nur bei besonderen Umständen erteilt werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 39

(BGE 143 I 21 E. 5.2, 142 II 35 E. 6.2 mit Hinweisen; Zünd/Hugi Yar, 
a.a.O., N. 47 S. 15).

6.4 Ausnahmsweise kann sich ein gefestigtes Anwesenheitsrecht auch 
aus dem Anspruch auf Achtung des Privatlebens, also wiederum aus Art. 8 
EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV ergeben. Dies kommt namentlich bei Aus-
länderinnen und Ausländern der zweiten Generation in Betracht (vgl. 
BGE 139 I 16 E. 2.2.2), im Übrigen aber nur unter besonderen Umständen. 
Dabei genügen eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale 
Integration nicht. Vielmehr sind besonders intensive, über eine normale 
Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder gesell-
schaftlicher Natur erforderlich (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.4, 144 II 1 E. 6.1, je 
mit weiteren Hinweisen; VGE 2018/68 vom 15.2.2019 E. 5.2.1 [zur Publ. 
bestimmt; bestätigt durch BGer 2C_292/2019 vom 8.4.2019], 
VGE 2018/131 vom 13.11.2018 E. 6.3 [bestätigt durch BGer 2C_1092 vom 
31.1.2019]). Wird durch eine ausländerrechtliche Entfernungs- oder Fern-
haltemassnahme der Schutzbereich von Art. 8 EMRK beeinträchtigt, so ist 
diese Massnahme nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK rechtfertigungsbedürftig. Dazu 
ist eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen, bei welcher den 
nationalen Behörden ein gewisser Beurteilungsspielraum zukommt. Die 
Konvention verlangt, dass die individuellen Interessen an der Erteilung 
bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und der öffentlichen Interessen an 
dessen Verweigerung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden 
(BGE 144 I 266 E. 3.7, 143 I 21 E. 5.1 mit Hinweis auf EGMR 56971/10 
vom 8.11.2016, El Ghatet gegen Schweiz, Ziff. 53). Nach der jüngsten bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung ist eine strikte Trennung zwischen der 
Frage, ob ein Eingriff in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK (Achtung des 
Privatlebens) vorliegt und der Frage, ob der Eingriff gerechtfertigt ist, nicht 
sinnvoll. Vielmehr sei im Rahmen einer Gesamtabwägung zu beurteilen, ob 
Art. 8 EMRK im Ergebnis verletzt ist (BGE 144 I 266 E. 3.8; VGE 2018/68 
vom 15.2.2019 E. 5.2.1 [zur Publ. bestimmt; bestätigt durch 
BGer 2C_292/2019 vom 8.4.2019]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 40

7.

7.1 In der Gesamtinteressenabwägung hinsichtlich der Frage, ob die 
aufenthaltsbeendende Massnahme mit Art. 8 EMRK vereinbar ist, sind die 
öffentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme und die privaten 
Interessen der betroffenen Person am weiteren Verbleib in der Schweiz 
gegeneinander abzuwägen. Nach der bundesgerichtlichen Praxis sind für 
die Beurteilung namentlich die Schwere des Verschuldens an der Sozial-
hilfeabhängigkeit, der Grad der Integration bzw. die Dauer der bisherigen 
Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden 
Nachteile zu berücksichtigen; zu beachten ist auch die Qualität der 
sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen sowohl im Gast- wie im 
Heimatland (vgl. BGer 2C_13/2018 vom 16.11.2018 E. 3.3, 2C_395/2017 
vom 7.6.2018 E. 3.2; VGE 2016/251 vom 16.5.2017 E. 4.1, 2014/9 vom 
3.7.2015 E. 5.1). In diese Beurteilung sind ausserdem die nach der KRK zu 
berücksichtigenden Interessen von B.________ einzubeziehen (vgl. 
BGE 143 I 21 E. 5.5.1; BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

7.2 Hinsichtlich des öffentlichen Interesses ergibt sich was folgt:

7.2.1 Nach Auffassung der POM besteht ein nicht unerhebliches öffent-
liches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung (angefochtener Entscheid 
E. 8c S. 14). Richtigerweise verweist sie zunächst auf das legitime An-
liegen einer restriktiven Einwanderungspolitik (vgl. dazu BVR 2013 S. 73 
E. 3.4 betreffend eine Ermessensbewilligung). Sodann liegt auf der Hand, 
dass mit Blick auf die dauerhafte und erhebliche Sozialhilfebedürftigkeit der 
Beschwerdeführerin ein beträchtliches öffentliches Interesse an der ange-
ordneten Entfernungsmassnahme besteht, zumal nicht absehbar ist, dass 
sie mittel- und längerfristig in weitgehendem Umfang für sich selber auf-
kommen kann (vgl. vorne E. 4.4). Daran vermag die neulich auf-
genommene Teilzeittätigkeit nichts zu ändern. Insoweit hat die POM zu-
treffend auf das bedeutende Interesse an der Entlastung der Staats-
finanzen hingewiesen (angefochtener Entscheid E. 8c S. 14; vgl. auch 
Stellungnahme vom 27.8.2018 S. 2, act. 13). Es muss allerdings näher ge-
prüft werden, ob der Beschwerdeführerin überhaupt vorwerfbar ist, dass sie 
von der Sozialhilfe abhängig ist. Dies steht mit Blick auf ihre psychische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
Seite 41

Verfassung und die vielen Fremdplatzierungen während der Jugend nicht 
ohne weiteres fest (vgl. dazu vorne E. 2.1 und E. 2.5). 

7.2.2 Die Beschwerdeführenden gehen davon aus, dass keine Vorwerf-
barkeit besteht (Eingabe vom 27.8.2018 S. 1 f. [act. 12]). Aufgrund der 
Akten ist jedoch nicht restlos klar, in welchem Umfang die psychischen und 
gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin zur fehlenden beruf-
lichen Integration beigetragen haben. Gemäss dem letzten RAD-Bericht 
wären dazu weitere Abklärungen erforderlich (vgl. vorne E. 2.6.5). Aus den 
Akten lässt sich immerhin schliessen, dass die Voraussetzungen für einen 
beruflichen Einstieg erschwert waren bzw. sind (vgl. dazu vorne E. 2.6.1 
und E. 2.6.2). Die Beschwerdeführerin benötigt für die berufliche Integration 
besondere Unterstützung (kleine und überschaubare Strukturen, klare 
Handlungsanweisungen, verständnisvolle Vorgesetzte). Dies muss zu ihren 
Gunsten berücksichtigt werden. Kommt hinzu, dass die Sozialhilfebehörde 
schonungsvoll mit ihr umgegangen ist und offenbar lange davon ausge-
gangen ist, dass die Beschwerdeführerin noch nicht in der Lage ist, eine 
Ausbildung in Angriff zu nehmen (vgl. auch Einschätzung der Beschwerde-
führerin selber, vorne E. 2.6.4). Der Sozialdienst liess zu, dass die Be-
schwerdeführerin ihre therapeutische Unterstützung beendete. Es bestand 
kein Druck für die Beschwerdeführerin, eine berufliche Eingliederungs-
massnahme der IV zu ergreifen. Sanktionierende Massnahmen (Leistungs-
kürzungen) standen nie im Raum. Nicht zum Vorwurf gereicht der Be-
schwerdeführerin zudem, dass berufliche Integrationsbemühungen 
während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Sohnes ausser 
Betracht fielen (vgl. auch BGer 2C_184/2018 vom 16.8.2018 E. 2.4).

7.2.3 Der Beschwerdeführerin wurde von der zuständigen Fachstelle der 
IV mehrfach attestiert, dass sie ausbildungsfähig ist (E. 2.6.2 und E. 2.6.5). 
Dafür spricht auch, dass sie vor der Geburt ihres Sohnes während längerer 
Zeit mit einem Beschäftigungsgrad von bis zu 80 % in einer Zoohandlung 
arbeitete und dort gute Rückmeldungen erhielt. Eine Lehre scheiterte in 
diesem Fall an betrieblichen Gründen (vorne E. 2.6.3). Ebenso waren die 
Rückmeldungen aus der «Hundetagi» positiv (vgl. vorne E. 2.6.6). Seit der 
Geburt ihres Sohnes ist die Beschwerdeführerin selbständiger und verant-
wortungsbewusster geworden (vgl. vorne E. 2.5.3). Der langjährige Bei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11.06.2019, Nr. 100.2018.92U, 
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stand ging daher davon aus, dass eine berufliche Integration bzw. eine 
Tätigkeit mit einem hohen Beschäftigungsgrad möglich sei (vgl. vorne 
E. 2.6.5). Insgesamt erhellt, dass die Beschwerdeführerin über ausreichend 
Potenzial verfügt, um eine Ausbildung zu absolvieren und sich damit we-
nigstens teilweise in die Berufswelt zu integrieren (vgl. auch Schluss-
bemerkungen S. 2, wonach eine verstärkte arbeitsmarktliche Integration 
realistisch sei). Davon zeugen auch ihre Schreiben gegenüber der Aus-
länderbehörde und der Vorinstanz. Die Beschwerdeführerin hat zu er-
kennen gegeben, grundsätzlich gewillt zu sein, eine Arbeit zu suchen oder 
eine Ausbildung zu absolvieren (vgl. vorne E. 2.6.4 und E. 2.6.6).

7.2.4 Die Beschwerdeführerin hat neulich eine Teilzeitstelle mit einem 
Pensum von 30 % angetreten, was ebenfalls belegt, dass grundsätzlich die 
Möglichkeit einer teilweisen beruflichen Eingliederung besteht (vgl. vorne 
E. 2.6.7). Damit hat sie einen ersten Schritt in Richtung berufliche Integra-
tion getan, was positiv zu werten ist. Allerdings erscheint fraglich, ob sich 
die Aufnahme einer Teilzeiterwerbstätigkeit ohne Ausbildung für die Be-
schwerdeführerin als nachhaltige Lösung erweist, um mittel- oder langfristig 
im Berufsleben bestehen und sich weitgehend von der Sozialhilfe lösen zu 
können. Von einer eigentlichen Trendwende hin zu einer gelungenen beruf-
lichen Integration kann noch nicht gesprochen werden (vgl. auch vorne 
E. 4.4). – Für den erfolgreichen Einstieg in die Berufswelt sind nach (frühe-
ren) Einschätzungen mehrerer Fachpersonen ein geeignetes Umfeld sowie 
begleitende und unterstützende Massnahmen unentbehrlich (vorne 
E. 2.6.1). Es muss davon ausgegangen werden, dass diese Ein-
schätzungen noch heute Gültigkeit haben. Die Beistandschaft besteht fort; 
zudem benötigt die Beschwerdeführerin immer noch Unterstützung im All-
tag und bei der Erziehung von B.________ (vgl. etwa vorne E. 2.5.3). Die 
Beschwerdeführerin hat sich nun aber offenbar gegen den von ihrem Bei-
stand und anderen Fachpersonen vorgeschlagenen Weg (Ausbildung oder 
berufliche Eingliederungsmassnahmen der IV) entschieden und statt-
dessen eine Teilzeiterwerbstätigkeit aufgenommen, die nicht ausreichend 
ist, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die IV verlangte, dass sie sich 
einer psychiatrisch-psychologischen Therapie unterziehe (vorne E. 2.6.2). 
Hierzu war die Beschwerdeführerin nicht bereit; vielmehr entschloss sie 
sich, die Therapie nach dem Auszug aus der WG F.________ nicht mehr 

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weiterzuführen (vgl. vorne E. 2.5.2). Sodann kam für die Beschwerde-
führerin nur eine Ausbildung in Frage, die mit Tieren zu tun hat. Selbst das 
Wissen um die au