# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7546df84-1326-5b46-b0b9-242112fb0828
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FE210062-H14
**Docket/Reference:** FE210062-H14
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/FE210062-H14.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Pfäffikon
Einzelgericht o.V.  

Geschäfts-Nr. FE210062-H/U 

Mitwirkend: Bezirksrichter M. Ottiger

Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Schoch

Urteil vom 14. April 2025

in Sachen

A._____, 

Klägerin

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X._____, 

gegen

B._____, 

Beklagter

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____, 

betreffend Ehescheidung

- 2 -

Zuletzt aufrecht erhaltene 

Rechtsbegehren der Klägerin:
(act. 148 i.V.m. act 74 und act. 131, teilweise sinngemäss) 

1.

2.

3.

4.

Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.

Es sei die Teilscheidungsvereinbarung vom 21. Juli 2023 zu ge-
nehmigen.

Es sei die Pensionskasse des Beklagten anzuweisen, 
CHF 15'501.95 auf das Vorsorgekonto der Klägerin zu überwei-
sen.

Der Beklagte sei zu verpflichten, an die Kosten des Unterhalts und 
der Erziehung der gemeinsamen Kinder C._____, geb. tt.mm.2016, 
und D._____, geb. tt.mm.2018 monatlich im Voraus jeweils auf den 
Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich 
allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinder- und Ausbildungs-
zulagen) wie folgt zu bezahlen: 





Phase I: ab 01.12.2020 bis 31.10.2021

- CHF 643.40 für C._____

- CHF 3'225.30 für D._____ (davon CHF 2'604.85 Betreu-

ungsunterhalt)

Phase II: ab 01.11.2021 bis 31.07.2022

- CHF 704.40 für C._____

- CHF 2'912.20 für D._____ (davon CHF 3'412.01 Betreu-
ungsunterhalt, wobei beim Betreuungsunterhalt ein 
Manko von CHF 1'181.21 festzustellen sei)



Phase III: ab 01.08.2022 bis 31.08.2023

- CHF 797.60 für C._____

- CHF 3'174.00 für D._____ (davon CHF 2'399.43 Be-

treuungsunterhalt)

5.

Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin monatlich im Voraus je-
weils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare persönliche Unter-
haltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:



-

Phase I: ab 01.12.2020 bis 31.10.2021

- CHF 756.20

Phase II: ab 01.11.2021 bis 31.07.2022

- CHF 0 (wobei ein Manko von CHF 28.90 festzustellen sei)

- 3 -



Phase III: ab 01.08.2022 bis 31.08.2023

- CHF 290.90

Phase IV: ab 01.09.2023 bis 31.05.2024

- CHF 2'627.28

Phase V: ab 01.06.2024 bis 31.07.2030

- CHF 1'247.22

6.

7

8.

Es sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin per 1. No-
vember 2021 CHF 34'072.35 an Kindsunterhalt sowie persönli-
chen Unterhalt aus der Phase I schuldet. 

Es sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin eine güter-
rechtliche Ausgleichszahlung von CHF 43'229.29 schuldet, zahl-
bar mit Rechtskraft des Scheidungsurteils.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt zulas-
ten des Beklagten. 

Zuletzt aufrecht erhaltene 

Rechtsbegehren des Beklagten:
(act. 150) 

1.

In erster Linie beantrage ich Ihnen , die Teilscheidungsvereinba-
rung vom 21. Juli 2023 zu genehmigen und zum Urteil zu erhe-
ben. 

Es sei der Beklagte zu verpflichten, den Kindern C._____, geb. 
tt.mm.2016, und D._____, geb. tt.mm.2018, für die Zeit vom 8. 
September 2021 - 30. August 2023 einen angemessenen Unter-
halt zu bezahlen.

Es sei in diesem Zusammenhang davon Vormerk zu nehmen, 
dass der Beklagte bereits Unterhalt gemäss Teilscheidungsver-
einbarung vom 26. Oktober 2021 in der Höhe von Fr. 1'800.- zzgl. 
Kinderzulagen und Krankenkassenkosten bezahlt hatte. Diese be-
zahlten Unterhaltskosten sind mit den festzulegenden Unterhalts-
zahlungen zu verrechnen und die zu viel bezahlten Unterhaltsbei-
träge in der Hohe von Fr. 13'251.10 bzw. Fr. 17'261.- sind dem 
Beklagten zurückzuerstatten. 

Es sei für den gennannten Zeitraum von einem Unterhaltsbeitrag 
von Fr. 726.80 zzgl. Kinderzulagen für C._____ und von Fr. 0.- 
evtl. Fr. 175.55 zzgl. Kindezulagen für D._____ sowie von einem 
Betreuungsunterhalt in der Höhe von Fr. 210.15 auszugehen. 

- 4 -

I.

Prozessgegenstand und -verlauf

1.

Prozessgegenstand

Die Parteien (fortan: Klägerin und Beklagter) heirateten am tt. März 2016. Aus ihrer 

Ehe  gingen  die  gemeinsamen  Kinder  C._____,  geboren  am  tt.mm.2016,  und 

D._____, geboren am tt.mm.2018, hervor. Seit dem 1. Juni 2021 stehen die Par-

teien am hiesigen Gericht in einem Scheidungsverfahren. 

2. Wesentlicher Prozessverlauf

2.1

Die Parteien leiteten am 1. Juni 2021 das vorliegende Scheidungsver-

fahren ein, indem sie eine Teilvereinbarung (act. 3) unter Beilage weiterer Unterla-

gen (act. 1, 4 und 5) einreichten. Eine Anfrage bei der KESB Bezirk Pfäffikon ZH 

ergab, dass hinsichtlich der Kinder C._____ und D._____ weder Gefährdungsmel-

dungen bekannt waren noch ein Verfahren hängig war (act. 6). Mit Verfügung vom 

7. Juni 2021 wurden die Parteien zur Einreichung weiterer Unterlagen aufgefordert 

(act. 7).

2.2 Mit  Verfügung  vom  23.  August  2021  wurden  die  Parteien  zur  Anhörung  / 

Hauptverhandlung auf den  13. September 2021 vorgeladen (act. 17). 

2.3 Mit Eingabe vom 25. August 2021 reichten die Parteien gemeinsam eine im 

Hinblick auf die Kinderbetreuung geänderte Scheidungskonvention ein (act. 19 und 

21).

2.4 Mit  Eingabe  vom  6.  September  2021  legitimierte  sich  die  Rechtsvertreterin 

des Beklagten mit Vollmacht und führte aus, dass die zuletzt eingereichte Konven-

tion nicht auf dem freien Willen ihres Mandanten basiere und dieser die Konvention 

im Fieberwahn unterzeichnet habe (act. 23). Infolge Terminkollision wurde die auf 

den 13. September 2021 anberaumte Verhandlung verschoben. 

2.5 Am 9. September 2021 ging ein Gesuch um superprovisorische Massnahme 

ein (act. 26) mit den Anträgen, die Klägerin zu verpflichten, die Kinder wieder an 

den Wohnort des Beklagten zu verbringen und diese bei ihm zu Hause zu betreuen. 

Das Gesuch wurde mit Verfügung vom 10. September 2021 vollumfänglich abge-

wiesen (act. 29).

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2.6 Mit Eingabe und Vollmacht vom 13. September 2021 legitimierte sich Rechts-

anwältin in X._____ als Rechtsvertreterin der Klägerin (act. 30 und 32).

2.7 Mit Eingabe vom 14. September 2021 stellte der Beklagte erneut ein identi-

sches Gesuch um superprovisorische Massnahmen (act. 34). Auch dieses Gesuch 

wies das hiesige Gericht vollumfänglich ab (act. 36). 

2.8 Die Parteien wurden darauf mit Verfügung vom 20. September 2021 zur An-

hörung und Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen (VSM) auf den 26. 

Oktober 2021 vorgeladen (act. 37). Die Parteien konnten sich an dieser Verhand-

lung mit act. 45 auf eine Teilscheidungsvereinbarung einigen (Prot. S. 15), welche 

die  elterliche  Sorge,  Obhut,  Betreuung  und  Erziehungsgutschriften  regelte.  Des 

Weiteren regelte das gleiche Dokument, dass die Klägerin für die Dauer des Ver-

fahrens die der Tochter D._____ zugesprochene Hilflosenentschädigung und all-

fällige  Sozialversicherungsleistungen  sowie  die  Familienzulagen  und  zusätzliche 

Akontozahlungen durch den Beklagten an die Kinderkosten erhalten sollte. Zudem 

verpflichtete sich der Beklagte zur Begleichung der Krankenkassenkosten während 

der Dauer des Verfahrens. Der Beklagte hielt aber an seinen ursprünglichen Anträ-

gen betreffend vorsorgliche Massnahmen in Bezug auf die Obhut der Kinder fest 

(Prot. S. 17).

2.9 Mit Eingabe vom 11. Januar 2022 übermittelte die KESB Pfäffikon ZH einen 

Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich betreffend einen Vorfall vom 8./9. Septem-

ber 2021 an das hiesige Gericht. Aus diesem ging hervor, dass der Beklagte der 

Klägerin vorwirft, ihm in der Nacht vom 8. September 2021 auf den 9. September 

2021 und vom 16. September auf den 17. September 2021 die gemeinsamen Kin-

der entzogen zu haben (act. 53). 

2.10 Am 10. März 2022 fand die Fortsetzung der Anhörung und der Verhandlung 

betreffend VSM statt (Prot. S. 19), anlässlich welcher eine weitere Vereinbarung 

betreffend  VSM  geschlossen  wurde  (act.  65).  Diese  vorsorglichen  Massnahmen 

wurden mit Verfügung vom 10. März 2022 (act. 68) genehmigt. Im Wesentlichen 

wurde dabei eine höhere Betreuungsquote des Beklagten vereinbart. 

2.11 Mit Verfügung vom 29. März 2022 (act. 69) wurden - infolge der Nichteinigung 

über gewisse Scheidungsfolgen an der Anhörung - die Parteirollen verteilt, wobei 

der Ehefrau die Rolle der Klägerin zugeteilt wurde. Dieser wurde die Frist für die 

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Klagebegründung angesetzt, welche unter Beilage diverser Unterlagen (act. 75/1-

23) innert Frist einging (act. 74).

2.12 Sodann  wurde  dem  Beklagten  Frist  zur  Beantwortung  der  Klage  angesetzt 

(act. 78). Auch diese erreichte das Gericht innert Frist (act. 108, Prot. S. 46), musste 

aber aufgrund Weitschweifigkeit verbessert werden (act. 112, act. 122). 

2.13 Am 20. Februar 2023 erreichte das hiesige Gericht ein Ausstandsgesuch des 

Beklagten, welches verlangte, dass der zuständige Richter und die zuständige Ge-

richtsschreiberin in den Ausstand treten sollten (act. 114). 

2.14 Mit Eingabe vom 3. Juli 2023 verlangte der Beklagte die Weiterinstruktion des 

Verfahrens und - im Wesentlichen - erneut die Umteilung der Obhut per vorsorgli-

cher Massnahme auf ihn (act. 127).

2.15 Mit Eingabe vom 21. Juli 2023 (act. 129) reichte der Beklagte abermals eine 

Teil-Scheidungsvereinbarung, unterzeichnet von beiden Parteien, mit dem Antrag 

auf Genehmigung, ein (act. 131). 

2.16 Mit Entscheid vom 28. September 2023 wurde das Ausstandsbegehren des 

Beklagten vom hiesigen Gericht abgewiesen (act. 132).

2.17 Mit Verfügung vom 21. November 2023 wurde die vom Beklagten nur unwe-

sentlich verbesserte Klagantwort zugelassen und mit separaten Verfügungen zur 

Haupt- und VSM-Verhandlung auf den 27. Mai 2024 vorgeladen (act. 135 und act. 

146).

2.18 Anlässlich der VSM-Verhandlung zog der Beklagte sein VSM-Gesuch zurück 

(Prot. S. 55), die Parteien plädierten im Rahmen der Hauptverhandlung in zwei Vor-

trägen (Prot. S. 55ff.).

2.19 Mit Verfügung vom 21. Januar 2025 wurde den Parteien Frist angesetzt, um 

fehlende Unterlagen einzureichen (act. 156). Diese gingen alle innert Frist ein.

2.20 Auf Anfrage des Gerichts verzichteten beide Parteien auf die Schlussvorträge 

(act. 164 und 165).

2.21 Mit Eingabe vom 24. März 2025 bzw. 7. April 2025 meldeten auf Nachfrage 

des Gerichts beide Parteien geänderte Vorsorgeeinrichtungen (act. 167 und 168). 

- 7 -

II. 

 Teilscheidungsvereinbarungen / VSM-Vereinbarungen / Bestimmung 
der noch zu entscheidenden Rechtsbegehren

Infolge  der  diversen  Teilscheidungs-  und  VSM-Vereinbarungen  ist  zuerst  festzu-

stellen, was überhaupt noch entschieden werden muss. Die Parteien einigten sich 

am  26.  Oktober  2021  auf  eine  Teilscheidungsvereinbarung,  welche  teilweise  als 

VSM gelten sollte (act. 45). Später - am 10. März 2022 - wurde vereinbart, dass 

weitere Teile dieser Teilscheidungsvereinbarung für die Dauer des Verfahrens gel-

ten sollten (act. 65). Diese vorsorglichen Massnahmen wurden vom Gericht geneh-

migt  (act.  68).  Mit  einer  weiteren  Teilscheidungsvereinbarung  vom  21.  Juli  2023 

(act. 131) änderten die Parteien die Teilscheidungsvereinbarung und die vorsorgli-

chen  Massnahmen,  die  in  act.  45  enthalten  waren,  wieder  ab.  Weder  die  neuen 

vorsorglichen Massnahmen noch die neue Teilscheidungsvereinbarung, die in act. 

131 enthalten sind, wurden vom Gericht bislang genehmigt. 

Im Folgenden wird der Inhalt dieser Vereinbarungen dargestellt. 

1.

Teilscheidungsvereinbarung und integrierte VSM-Vereinbarung vom 26. Ok-

tober 2021 (act. 45)

An der Anhörung vom 26. Oktober 2021 einigten sich die Parteien auf eine Teil-

Scheidungsvereinbarung    sowie  vorsorgliche  Massnahmen  (act.  45),  welche  im 

Wesentlichen zusammengefasst folgenden Inhalt aufwiesen:

1.1 Teilscheidungsvereinbarung:











Scheidungsantrag Ziff. 1

Antrag auf gemeinsame elterliche Sorge für die beiden Kinder (Ziff. 2 lit. a)

Antrag auf wechselnde Obhut, Regelung des Wohnsitzes der Kinder (Ziff. 2 
lit. b)

Betreuung durch den Beklagten in geraden Kalenderwochen (Ziff. 2 lit. c): 





von Dienstag, 8.00 Uhr bis Mittwoch, 8.00 Uhr

von Freitag, 13 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr

Betreuung durch den Beklagten in ungeraden Kalenderwochen: 

- 8 -





von Dienstag, 8.00 Uhr bis Mittwoch, 8.00 Uhr

von Freitag, 13 Uhr bis Samstag 10.00 Uhr



Beklagter betreut Kinder während 4 Wochen Ferien im Jahr (Ziff. 2 lit. c)

Regelungen für die Dauer des Verfahrens (VSM, Ziff. 4 und 5):





Hilflosenentschädigung und andere Sozialversicherungsleistungen für 
D._____ gehen zu 100% an die Klägerin

Kinderunterhalt für die Dauer des Verfahrens: Beklagter verpflichtet sich, 
der Klägerin monatliche Akontobeiträge an die Kinderkosten in der Höhe 
von insgesamt Fr. 1'800.- (zzgl. Familienzulagen) zu bezahlen. Zusätzlich 
verpflichtet sich der Beklagte, die Auslagen für die Krankenkasse zu be-
zahlen. 

1.2. Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen (act. 65)

Anlässlich der Fortsetzung Anhörung und VSM-Verhandlung vom 10. März 2022 

vereinbarten die Parteien, dass zusätzlich zu den Ziffern 4 (betr. Hilflosenentschä-

digung) und 5 (Kinderunterhalt für die Dauer des Verfahrens) der Teilscheidungs-

vereinbarung vom 26. Oktober 2021 auch die Ziffern 2 lit. b) und lit. c) als vorsorg-

liche Massnahmen für die Dauer des Verfahrens gelten sollten:

















wechselnde Obhut, Regelung des Wohnsitzes der Kinder

Betreuung durch den Beklagten in geraden Kalenderwochen: 

von Dienstag, 8.00 Uhr bis Mittwoch, 8.00 Uhr

von Freitag, 13 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr

Betreuung durch den Beklagten in ungeraden Kalenderwochen: 

von Dienstag, 8.00 Uhr bis Mittwoch, 8.00 Uhr

von Freitag, 13 Uhr bis Samstag 10.00 Uhr

Beklagter betreut Kinder während 4 Wochen Ferien im Jahr

Sämtliche vorsorglichen Massnahmen wurden mit Verfügung vom 10. März 2022 

(act. 68) genehmigt. 

1.3 Teilscheidungsvereinbarung vom 21. Juli 2023 und Abänderung VSM (act. 

131)

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Mit Eingabe vom 21. Juli 2023 (act. 129) reichte der Beklagte eine Teil-Scheidungs-

vereinbarung,  unterzeichnet  von  beiden  Parteien,  mit  dem  Antrag  auf  Genehmi-

gung, ein (act. 131). Diese Vereinbarung änderte die Teilscheidungsvereinbarung 

vom 26. Oktober 2021 ab. Nachfolgend wird dargestellt, was im Wesentlichen der 

Inhalt der Teilscheidungskonvention vom 21. Juli 2023 ist: 





Gemeinsame Anträge auf Scheidung und gemeinsame elterliche Sorge 

sowie wechselnde Betreuung.

Kinderbetreuung durch die Klägerin:





in geraden Kalenderwochen von Montag bis Mittwoch um 11.50 
Uhr (Schulschluss) und Samstag ab 10.00 Uhr bis und mit Sonn-
tag

in ungeraden Kalenderwochen von Montag bis Mittwoch um 
11.50 Uhr (Schulschluss) und am Sonntagabend ab 18.00 Uhr,



Kinderbetreuung durch den Beklagten: 







in geraden Kalenderwochen: von Mittwoch, 11.50 Uhr (Schul-
schluss), bis Samstag, 10.00 Uhr

in ungeraden Kalenderwochen von Mittwoch 11.50 Uhr (Schul-
schluss), bis Sonntag, 18.00 Uhr

Betreuung durch den Vater während 6.5 Wochen Schulferien pro 
Jahr.

Diese Betreuungsregelung soll ab 1. September 2023 umgesetzt 

werden. 

Der Beklagte betreut die Kinder während 6.5 Wochen Ferien im 

Jahr



Kinderunterhalt:

Die Parteien übernehmen ab dem 1. September 2023 den Natu-


ral- und Barunterhalt der Kinder zu je 50%, d.h. die Eltern übernehmen 
diejenigen Kosten selber, die in der Zeit anfallen, die die Kinder beim 
betreuenden Elternteil verbringen (Verpflegung, Alltagsbekleidung, An-
teil Miete, Fremdbetreuungskosten). Der Beklagte zahlt die Kosten für 
die Krankenversicherung (KVG und VVG).

Die Parteien halten fest, dass ab 1. September 2023, d.h. ab Um-

setzung der alternierenden Obhut keine Kinderunterhaltsbeiträge mehr 

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geschuldet sind. Das Gericht solle über den Kindesunterhalt bis zum 1. 
September 2023 entscheiden.

Die Familien- / Ausbildungszulagen seien den Parteien je zu 50% 


zuzusprechen.

Vom 1. September 2023 bis 31. Dezember 2023 soll die Klägerin 


die Hilflosenentschädigung sowie andere Sozialversicherungsleistun-
gen, die D._____ erhält, beziehen. Ab 1. Januar 2024 sollen diese 
Leistungen zwischen der Klägerin und dem Beklagten hälftig aufgeteilt 
werden. 

1.4 Rechtsbegehren der Klägerin (act. 148)

Die Klägerin modifizierte resp. reduzierte aufgrund der Teilscheidungsvereinbarung 

vom 21. Juli 2023 (act. 131) ihre Begehren bezüglich des Kindesunterhalts in ihrer 

Replik an der Hauptverhandlung (act. 148) im Wesentlichen in Bezug auf die Pha-

sen resp. darauf, dass sie nur noch Kindesunterhalt für drei Phasen vom 1. Dezem-

ber 2020 bis 31. August 2023 verlangte und nicht mehr - wie in der Klagebegrün-

dung - bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Kinder. 

Die Klägerin verlangt mit der Scheidungsklage nach wie vor persönlichen Unterhalt 

rückwirkend ab 1. Dezember 2020 bis 31. Juli 2030, unterteilt in fünf Phasen. Aus-

serdem sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin per 1. November 2021 Fr. 

34'072.35 an Kinderunterhalt und persönlichem Unterhalt aus Phase 1 schulde. 

Im Weiteren verlangt sie die Feststellung, dass der Beklagte ihr aus der güterrecht-

lichen Auseinandersetzung eine Ausgleichszahlung von Fr. 43'229.20 schulde. 

1.5  Rechtsbegehren des Beklagten (act. 150)

Der Beklagte beantragte, er sei zu verpflichten, für die Zeit vom 8. September 2021 

bis 30. August 2023 angemessenen Unterhalt für die Kinder zu bezahlen. Dabei sei 

Vormerk davon zu nehmen, dass der Beklagte bereits Unterhalt für diese Phase 

bezahlt  habe.  Diese  bereits  geleisteten  Unterhaltsbeiträge  seien  mit  den  effektiv 

geschuldeten zu verrechnen und die zuviel bezahlten Unterhaltsbeiträge seien zu-

rückzuerstatten, nämlich Fr. 13'251.10 bzw. Fr. 17'261.-. 

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Der Beklagte hält an den Antragsziffern 8 - 10 fest. Damit macht er Kinderunterhalt 

geltend  für  die  Phase  ab  räumlicher  Trennung  der  Ehegatten  vom  1.  Dezember 

2020 bis 30. September 2021.

Eventualiter sei die Klägerin zu verpflichten, einen zu viel erhaltenen Kindesunter-

halt, in noch zu beziffernder Höhe  zurückzuerstatten, wobei von einem Betrag in 

der Höhe von Fr. 17'382.50 ausgegangen werde. 

Im Weiteren sei die Klägerin zu verpflichten, den zu viel bezogenen Ehegattenun-

terhalt von Fr. 23'332.- dem Beklagten zurückzuerstatten.

Es sei vorzumerken, dass kein nachehelicher Unterhalt geschuldet sei.

Festgehalten wird auch am Antrag bezüglich der Regelung der ausserordentlichen 

Kinderkosten.

Auch an den Antragsziffern 18 - 20 wird festgehalten: Güterrechtliche Auseinander-

setzung, Teilung der Pensionskasse, Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 

der Klägerin. 

An den Antragsziffern 11 - 17 wird demgemäss nicht festgehalten (Mehrverdienst-

klausel, quartalsweise Herausgabe der Buchhaltungs- und Kontoauszüge im Zu-

sammenhang  mit  der  Selbständigkeit  der  Klägerin,  Besuchsregelung  im  Fall  der 

Zuteilung der Obhut an den Beklagten und entsprechender Eventualantrag bei al-

ternierender Obhut, Regelung von Ferien und Feiertagen).

Zusammengefasst ist über den Kindesunterhalt vom 1. Dezember 2020 bis 31. Au-

gust 2023, den ehelichen Unterhalt ab 1. Dezember 2020 und nachehelichen Un-

terhalt, das Güterrecht sowie über den Vorsorgeausgleich zu entscheiden. 

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III.

Materielles

1.

Kindesunterhalt

1.1 Zeitspanne

Wie  erwähnt,  fordert  die  Klägerin  mit  der  Scheidungsklage  Kindesunterhalt  ab 

1. Dezember 2020 bis 31. August 2023. Der Beklagte anerkennt seine Kinderun-

terhaltspflicht erst ab 8. September 2021 (act. 150, S. 2.) Die Scheidung wurde am 

1. Juni 2021 beim hiesigen Gericht eingereicht. Es stellt sich die Frage, ob und falls 

ja  inwieweit  mit  dem  Scheidungsurteil  Kinderunterhalsbeiträge  für  die  Zeit  vor 

Rechtskraft des Scheidungsurteils zugesprochen werden können. 

Die Bestimmungen über die Scheidung verweisen in Art. 133 ZGB, der das Gericht 

verpflichtet,  die  Kinderbelange  bei  Scheidung  zu  regeln,  auf  Art.  276  ff.  ZGB. 

Art. 279 bestimmt zwar, dass das Kind auf Leistung seines Unterhalts rückwirkend 

für ein Jahr vor Klageerhebung klagen kann. Trotzdem ist der Kinderunterhalt in 

einem  Scheidungsurteil  eine  Scheidungsfolge.  Deswegen  kann  mit  dem  Schei-

dungsurteil  grundsätzlich  kein  Kinderunterhalt  für  die  Zeit  vor  Rechtskraft  der 

Scheidung festgelegt werden (Samuel Zogg, "Vorsorgliche Unterhaltszahlungen im 

Familienrecht", FamPra 2018, S. 47, 74).

Zogg  hält  dafür,  dass  in  einem  Scheidungsurteil  zwar  keine  Kinderunterhaltsbei-

träge für die Zeit vor Rechtskraft festgesetzt werden können, dass aber das Gericht 

aufgrund des Offizialgrundsatzes für Kinderbelange vorsorgliche Massnahmen an-

ordnen oder abändern und diese auch mit dem Scheidungsurteil eröffnen und so 

den Kindesunterhalt für die Zeit vor der Rechtskraft des Scheidungsurteils festlegen 

könne. Würde das Gericht solche vorsorgliche Massnahmen anordnen, bestünde 

zudem die Möglichkeit, diese bis ein Jahr vor Rechtshängigkeit der Scheidung an-

zuordnen (Zogg, Fn 112). 

Auch  das  Bundesgericht  ist  grundsätzlich  der  Meinung,  dass  mit  einem  Schei-

dungsurteil rückwirkend keine Kinderunterhaltsbeiträge festgesetzt werden können 

und  lässt  dies  nur  in  Ausnahmefällen  zu  und  nur  wenn  nicht  mit  vorsorglichen 

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Massnahmen oder im Eheschutzverfahren Kinderunterhaltsbeiträge zugesprochen 

worden sind (BGE142 III 193 E. 5.3; BGer 17.5.2013, 5A_933/2012, E.5; BGE 141 

III 193, E. 5.3; BGer 5A_833/2008, E.2.3.3; 5A_91/2013, E. 5.1). Wie diese Aus-

nahmen beschaffen sein müssen, lässt das Bundesgericht offen und stellt es in das 

Ermessen des Gerichts, wann ein Ausnahmefall vorliegen soll. Auf jeden Fall muss 

es sich um schwerwiegende Gründe handeln (BGE 90 II 351, S. 358). Anerkennt 

der Unterhaltspflichtige jedoch seine vor Rechtskraft des Scheidungsurteils begin-

nende Unterhaltspflicht, spricht nichts dagegen, diese auch ab diesem Zeitpunkt im 

Scheidungsurteil zu regeln (BGE 90 II 351, S. 358).

Die Klägerin macht keine schwerwiegenden Gründe geltend, welche die rückwir-

kende Festlegung von Kinderunterhaltsbeiträgen mit dem Scheidungsurteil recht-

fertigen würden. Die Parteien machten das Scheidungsverfahren am 2. Juni 2021 

anhängig. Aufgrund des Offizialgrundsatzes kann das Gericht daher Kinderunter-

haltsbeiträge grundsätzlich ab 2. Juni 2020 mit vorsorglichen Massnahmen regeln. 

1.2 Vorsorgliche Massnahmen / vorläufige vorsorgliche Massnahmen

Es ist im Weiteren zu unterscheiden zwischen vorläufigen vorsorglichen Massnah-

men und vorsorglichen Massnahmen. Das vorsorgliche Massnahmeverfahren vor 

dem Scheidungsgericht (Art. 276 ZPO) entspricht dem Eheschutzverfahren vor Ein-

leitung der Scheidung und bietet definitiven Rechtsschutz während der Dauer des 

Verfahrens. Den vorsorglichen Massnahmen im Eheschutzverfahren entsprechen 

die vorläufigen vorsorglichen Massnahmen, die einstweiligen Rechtsschutz bieten. 

Die Letzteren sind im vorsorglichen  Massnahmeurteil rückwirkend zu  überprüfen 

(Zogg, S. 79). 

Für die Zeit vom 1. Dezember 2020 bis 31. Oktober 2021 existiert vorliegend keine 

vorsorgliche Regelung zwischen den Parteien. Für diesen Zeitraum hat das Gericht 

die Kinderunterhaltsbeiträge mit rückwirkenden vorsorglichen Massnahmen festzu-

setzen. Diese unterliegen einer anderen Rechtsmittelfrist als das Scheidungsurteil.

Vom 1. November 2021 bis 31. August 2023 bestehen mit Ziffer 2 lit. b) und lit. c) 

sowie  mit  Ziffer  4  und  5  der  Teilscheidungsvereinbarung  vom  26.  Oktober  2021 

- 14 -

(act. 45) Regelungen, welche als vorsorgliche Massnahmen gelten. Während Ziffer 

5 monatliche Akontobeiträge an die Kinderkosten festsetzt, regeln Ziff. 4 und der 

dritte Absatz von Ziffer 5 der erwähnten Vereinbarung, dass die Hilflosenentschä-

digung während der Dauer des Verfahrens der Mutter zusteht und der Vater die 

Krankenkassenkosten während der Dauer des Verfahrens bezahlt. Es ist also da-

von auszugehen, dass die Parteien die Höhe der definitiven Kinderunterhaltsbei-

träge für die Zeit vom 1. November 2021 bis 31. August 2023 nachträglich definitiv 

durch das Gericht feststellen lassen wollten. Dies geht zumindest aus dem Wort 

"Akontobeiträge"  hervor.  Es  handelt  sich  hierbei  also  um  vorläufige  vorsorgliche 

Massnahmen die vom Gericht im Massnahmeurteil rückwirkend zu überprüfen sind. 

Indem Ziff. 4 die Hilflosenentschädigung für die Dauer des Verfahrens für die Toch-

ter D._____ zu 100% der Klägerin zuspricht und der Beklagte die Krankenkassen-

prämien für die Kinder für die Dauer des Verfahrens ebenfalls übernimmt (Ziff. 5), 

ist hier ebenfalls von definitiven Regelungen für die Dauer des Verfahrens auszu-

gehen. Wer also für die Dauer des Verfahrens die Hilflosenentschädigung erhält 

und die Auslagen für die Krankenkasse übernimmt, wurde definitiv geregelt. Eine 

Überprüfung ist nicht angezeigt. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass für die Zeit vom 1. Dezember 

2020 bis 31. Oktober 2021 keine Vereinbarung besteht. Der Kindesunterhalt für die 

beiden Kinder D._____ und C._____ ist demzufolge rückwirkend für diese Dauer 

festzusetzen bzw. ab 1. November 2021 bis 31. August 2023 zu überprüfen. Die 

Regelung  der  Hilflosenentschädigung  und  der  Krankenkassenkosten  werden  mit 

diesem Urteil nicht überprüft, da es sich dabei nicht um vorläufige, sondern defini-

tive vorsorgliche Massnahmen handelt und diese zudem auch genehmigt wurden. 

Sowohl  für  die  Festsetzung  als  auch  für  die  Überprüfung  ist  der  Kinderunterhalt 

nach den geltenden gesetzlichen Regeln zu berechnen. 

1.3 Rechtliches zur Bemessung des Kindesunterhalts

Sowohl  während  des  Zusammenlebens  als  auch  während  des  Getrenntlebens 

kann  das  Gericht  die  Kinderunterhaltsbeiträge  von  Amtes  wegen  festlegen 

(Art. 173 Abs. 1 und Art. 176 Abs. 1 ZGB i. V. m. Art. 296 Abs. 3 ZPO). 

- 15 -

Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB wird der Kindesunterhalt durch Pflege, Erziehung und 

Geldzahlung geleistet. 

Der monetäre Kindesunterhalt setzt sich aus Bar- und Betreuungsunterhalt zusam-

men. Diese Ansprüche stehen dem Kind zu. Zahlstelle ist regelmässig der betreu-

ende Elternteil. 

Der Barunterhalt umfasst die Auslagen des Kindes, wie etwa den Grundbetrag, den 

Anteil an den Wohnkosten, die Krankenkassenprämien, Schul- und Fremdbetreu-

ungskosten etc. Bei alleiniger Obhut eines Elternteils leistet dieser den Kinderun-

terhalt in natura (sog. Naturalunterhalt), während der andere zu Kinderunterhalt in 

Form von Geldleistungen verpflichtet ist. Er ist aber grundsätzlich dort anzurech-

nen, wo er anfällt und ist nicht in erster Linie von der Obhutszuteilung abhängig. 

Die Leistungsfähigkeit der Eltern ist je nach Umständen ebenfalls zu berücksichti-

gen. Das kann bedeuten, dass der alleinige Inhaber der Obhut auch den Barunter-

halt  für  das  Kind  übernimmt,  soweit  der  andere  Elternteil  nicht  leistungsfähig  ist 

(BGE 5A_273/2018), denn ein Elternteil kann nur insoweit zu Unterhalt verpflichtet 

werden, als er leistungsfähig ist (A. Jungo / C. Arndt, Barunterhalt der Kinder: Be-

deutung von Obhut und Betreuung der Eltern, FamPra.ch 2019 S. 750, 756).

Liegt alternierende oder gemeinsame Obhut vor, so ist der Kindesunterhalt anhand 

einer Matrix basierend auf den Betreuungsanteilen und der Leistungsfähigkeit der 

Eltern zu berechnen. Ist nur der eine Elternteil leistungsfähig, hat auch bei dieser 

Betreuungsform dieser Elternteil den vollen Barunterhalt zu übernehmen, ungeach-

tet  seiner  Betreuungsquote.  Alternierende  Obhut  hat  aber  auch  Einfluss  auf  die 

Grundbeträge. Grundsätzlich ist bei beiden Eltern - sofern sie nicht in einer kosten-

senkenden Lebensgemeinschaft wohnen - ein Grundbetrag von Fr. 1'350.- einzu-

setzen.  Die  Grundbeträge  der  Kinder  sind  nach  Massgabe  der  Betreuungsquote 

auf die beiden Haushalte zu verteilen und die Wohnkosten sind pro Haushalt auf 

die grossen und kleinen Köpfe zu verteilen (Statt vieler: BGE 5A_311/2029, E. 5.5; 

P. Maier, M. Geiger, Betreuen oder Bezahlen? Weshalb Obhut und Unterhalt un-

trennbar miteinander verknüpft sind, in: Anwaltsrevue 2023, S. 430ff.). 

- 16 -

Der Betreuungsunterhalt soll die aus Sicht des Kindeswohls bestmögliche Betreu-

ung ermöglichen und jene Kosten abdecken, die dem betreuenden Elternteil da-

durch entstehen, dass er davon abgehalten wird, durch Erwerbsarbeit die für seinen 

Lebensunterhalt benötigten Mittel zu erwirtschaften. 

Betreut ein Elternteil das Kind selber, umfasst der Betreuungsunterhalt die Diffe-

renz zwischen seinem Nettoverdienst und seinem Existenzbedarf.

Die Ermittlung des Bar- und Betreuungsunterhalts hat mit der 2-stufigen Methode 

mit Überschussverteilung zu erfolgen. Einerseits werden die zur Verfügung stehen-

den  finanziellen  Mittel  zusammen  gerechnet,  wofür  in  erster  Linie  die  effektiven 

bzw.  unter  bestimmten  Voraussetzungen  die  hypothetischen  Netto-Einkommen 

festgestellt werden, andererseits wird der Bedarf der von der Unterhaltsberechnung 

betroffenen Personen ermittelt. Danach werden die vorhandenen Mittel in einer be-

stimmten Reihenfolge auf die anspruchsberechtigten Personen verteilt. 

Gemäss Bundesgericht ist die für ein Kind ausbezahlte Hilflosenentschädigung bei 

der Berechnung des Kindesunterhalts nicht zu berücksichtigen und auch nicht von 

einem allfälligen Betreuungsunterhalt in Abzug zu bringen (BGer. 5 A_77/2022 v. 

15.  März  2023).  Sie  ist  lediglich  eine  pauschale  Abgeltung  für  behinderungsbe-

dingte Ausgaben und damit kein familienrechtliches Einkommen. Würde man die 

Hilflosenentschädigung  berücksichtigen,  würde  dies  zu  einer  ungerechtfertigten 

Ungleichbehandlung  führen,  denn  der  das  hilflose  Kind  betreuende  Elternteil 

müsste eine Reduktion des Betreuungsunterhalts hinnehmen und gleichzeitig die 

besonderen Bedürfnisse des Kindes decken. 

Sowohl der Unterhaltsschuldner als auch der betreuende Elternteil haben ihre Ar-

beitskapazität voll auszuschöpfen. Das bedeutet für den Elternteil mit alleiniger Ob-

hut bzw. alleiniger Betreuungslast, dass ihn ab Eintritt des Kindes in den Kinder-

garten eine 50%-ige Erwerbspflicht trifft, ab Übertritt in die Oberstufe eine solche 

von 80% und sobald das Kind 16 Jahre alt geworden ist, eine 100%ige. Für denje-

nigen Elternteil, der nur über ein Besuchsrecht verfügt, bedeutet dies in der Regel 

eine 100%-ige Erwerbstätigkeit. Nur wenn das tatsächliche Einkommen und Ver-

mögen der Eltern und des Kindes nicht ausreichen, um den Kinderunterhalt zu de-

- 17 -

cken, kann das Gericht von einem hypothetischen Einkommen ausgehen, soweit 

der unterhaltspflichtige bzw. unterhaltsberechtigte Elternteil bei ihm zuzumutender 

Arbeitsanstrengung mehr verdienen könnte, als er tatsächlich verdient. Sind diese 

Voraussetzungen erfüllt, kann eine rückwirkende Anrechnung von hypothetischem 

Einkommen ausnahmsweise erfolgen, wenn für die betroffene Partei die Verpflich-

tung zur Anpassung ihrer Lebensumstände deutlich voraussehbar war oder wenn 

sie sich rechtsmissbräuchlich oder unredlich verhalten hat (OGer. LE 180018 v. 16. 

Oktober 2018 E. 2. mit weiteren Hinweisen). Liegt keine solche Ausnahme vor, be-

trägt die Übergangsfrist für die Aufnahme einer Arbeit, welche möglich und zumut-

bar ist und ein höheres Einkommen generiert, 3 - 6 Monate und fängt mit der rich-

terlichen Eröffnung der Umstellungsfrist zu laufen. Richterliche Ankündigungen im 

Rahmen  von  mündlichen  Verhandlungen  lösen  diese  Übergangsfrist  nicht  aus, 

auch wenn bis zum Entscheid des Gerichts noch mehrere Monate vergehen (OGer 

ZH, LE180003, 2. Juli 2018). 

Bei der Einkommensberechnung ist sämtliches Nettoeinkommen anzurechnen. Bei 

unregelmässigen Einkünften ist ein Durchschnittswert einzusetzen (Ph. Maier, Die 

konkrete  Berechnung  von  Kinderunterhaltsbeiträgen,  Fampra.ch  2020,  S.  314, 

340.)

Bei der Bedarfsermittlung bilden die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und 

Konkursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimums die Grundlage: Grundbetrag, Krankenkassenprämien, Schulkosten 

und besondere regelmässige Gesundheitskosten sind in diesem Zusammenhang 

einzusetzen.  Hinzuzurechnen  ist  der  am  betreibungsrechtlichen  Minimum  orien-

tierte Wohnkostenanteil (inkl. Nebenkosten) des Kindes und die Fremdbetreuungs-

kosten. Bei knappen Verhältnissen hat es damit sein Bewenden und auch die Be-

rechnung des Betreuungsunterhalts erfolgt auf dieser Grundlage. Nur wenn es die 

finanziellen Verhältnisse zulassen, kann der Bedarf auf das familienrechtliche Exis-

tenzminimum, welches zusätzliche Positionen wie Steuern, Kommunikationspau-

schale, Einzahlungen in die 3. Säule, eine angemessene Schuldentilgung etc. ent-

hält,  erweitert  werden.  Anders  ausgedrückt:  Reichen  die  finanziellen  Mittel  nicht 

aus, um das familienrechtliche Existenzminimum aller Beteiligten zu decken, wer-

- 18 -

den  Steuern,  Kommunikations-  und  Versicherungspauschalen,  den  finanziellen 

Verhältnissen  entsprechende  statt  am  betreibungsrechtlichen  Existenzminimum 

orientierte  Wohnkosten  und  angemessene  Schuldentilgung  nicht  berücksichtigt 

(BGer 5A_311/2019, 11. November 2020, E. 7.2.) 

Können  aber  alle  familienrechtlichen  Existenzminima  gedeckt  werden  und  bleibt 

dann  noch  ein  Überschuss,  kann  der  Barunterhalt  des  Kindes  durch  Zuweisung 

eines Überschussanteils noch erhöht werden. Der Betreuungsunterhalt hingegen 

partizipiert nie am Überschuss und verbleibt maximal beim familienrechtlichen Exis-

tenzminimum (BGer 5A_311/2019, E. 7.2.).

1.4

Verfahrensmaximen bei Kinderunterhalt

In Kinderbelangen gilt der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz und der Of-

fizialgrundsatz (Art. 296 ZPO).

1.5 Betreuungssituation 

Gemäss Klagebegründung (act. 74, Rz, 9) trennten sich die Parteien per 1. Dezem-

ber 2020, als die Klägerin in E._____ TG eine 1-Zimmerwohung bezog. Die Kinder-

betreuung sei so gut als möglich wie vor der Trennung gehandhabt worden, indem 

der Beklagte weiterhin zu 100% arbeitete und die Klägerin die Kinder während des-

sen Arbeitszeiten von Montag bis Freitag im Wohnhaus des Beklagten betreute und 

zusätzlich jedes 2. Wochenende bei sich zu Hause (act. 74, Ziff. 17). Der Beklagte 

führt an, die Parteien hätten sich damals nicht getrennt, sondern die Klägerin habe 

sich einen Rückzugsort gewünscht, um sich ausserhalb der Familie erholen zu kön-

nen (act. 150, S. 3). Unbestritten seitens des Beklagten bleibt jedoch, dass er wäh-

rend dieser Zeit 100 % arbeitete und die Klägerin die Kinder in dessen Haus be-

treute, jeweils vom Zeitpunkt an, als der Beklagte das Haus verliess bis spätestens 

18 Uhr. Der Betreuungsanteil der Klägerin - so der Beklagte weiter - habe sich aber 

effektiv auf wenige Stunden pro Tag beschränkt, denn während des Tages seien 

die Kinder in der Schule bzw. Spielgruppe oder Tagesmutter gewesen. Den über-

wiegenden Anteil der Betreuung habe der Beklagte geleistet, indem er den Kindern 

das  Abendbrot  gerichtet  habe,  mit  ihnen  spielte,  eine  Gutenachtgeschichte  er-

- 19 -

zählte, nachts aufstand etc. Ausserdem habe der Beklagte versucht, stets früher 

zu Hause zu sein, wenn die Klägerin dies gewünscht habe (act. 122 Ziff. 7).

Ab September 2021 seien die Kinder zur Klägerin gezogen (act, 74, Ziff. 17). Diese 

Darstellung bestreitet der Beklagte. Die Klägerin habe die Kinder ohne Absprache 

einfach aus der Obhut des Beklagten genommen, sodass die superprovisorischen 

Anträge nötig geworden seien, womit der Beklagte die Rückführung der Kinder in 

seine Obhut beantragt habe. 

Aus den Akten geht hervor, dass die superprovisorischen Anträge abgewiesen und 

die  Parteien  zur  Anhörung  und  Verhandlung  über  vorsorgliche  Massnahmen  auf 

den 26. Oktober 2021 vorgeladen wurden (act. 29, 36 und 37). Anlässlich dieser 

Verhandlung schlossen die Parteien die bereits erwähnte Teilscheidungsvereinba-

rung, welche in Ziff. 4 und 5 auch vorsorgliche Massnahmen enthielt, nämlich die 

Regelung des Anspruchs auf die Hilflosenentschädigung für D._____ und die Akon-

tobeiträge an den Kindesunterhalt für die Dauer des Verfahrens (act. 45). Im Wei-

teren regelte diese Teilscheidungsvereinbarung, dass beide Elternteile die Kinder 

in alternierender Obhut betreuen sollten: Der Vater jeweils in geraden Kalenderwo-

chen von Dienstag, 8.00 Uhr, bis Mittwoch, 8.00 Uhr und von Freitag, 13.00 Uhr bis 

Sonntag, 18.00 Uhr und in ungeraden Kalenderwochen von Dienstag, 8.00 Uhr bis 

Mittwoch 8.00 und von Freitag, 13.00 Uhr bis Samstag 10.00 Uhr. Die Obhut bzw. 

Betreuung wurde hingegen (vorerst) nicht vorsorglich geregelt, sondern war zuerst 

nur Teil der Scheidungsvereinbarung. Erst aus der Klagebegründung (act. 74, Ziff. 

23) und der Replik (act. 148, Ziff. 32) sowie aus dem Protokoll (S. 20) geht hervor, 

dass der Beklagte sein Arbeitspensum schon per 1. November 2021 auf 80% re-

duziert hatte, um die Kinder mehr betreuen zu können. Dies ist jedoch aus der Teil-

scheidungsvereinbarung  vom  26.  Oktober  nicht  ersichtlich.  Erst  mit  der  weiteren 

Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 10. März 2022 anlässlich 

der Fortsetzung Anhörung / VSM-Verhandlung wurden die Ziffern 2 lit. b) und lit. c) 

der Teilscheidungsvereinbarung vom 26. Oktober 2021 als vorsorgliche Massnah-

men für die Dauer des Verfahrens schriftlich vereinbart. Jedoch ist auch dort nicht 

ersichtlich,  ab  wann  die  neue  Betreuungsregelung  umgesetzt  werden  sollte.  Der 

Beklagte anerkennt jedoch die Darstellung der Klägerin (act. 122, Ziff. 11). Somit 

- 20 -

ist davon auszugehen, dass die Umsetzung der Teilscheidungsvereinbarung schon 

vor der VSM-Vereinbarung, welche erst am 10. März 2022 unterzeichnet wurde, in 

Bezug auf die wechselnde Obhut und vermehrte Betreuung durch den Beklagten 

schon per 1. November 2021 umgesetzt wurde. Der Beklagte betreute die Kinder 

also schon per 1. November 2021 jeweils unter der Woche vom Dienstag, 8 Uhr, 

bis Mittwoch, 8 Uhr und ab Freitagmittag, 13 Uhr, bis entweder Sonntag, 18 Uhr 

oder Samstag 10 Uhr. Diese Tatsache ist wesentlich für die Phasenbildung. 

Mit Eingabe vom 21. Juli 2023 erreichte das Gericht eine neue Teil-Scheidungsver-

einbarung, unterzeichnet von beiden Parteien am 21. Juli 2023 (act. 131). Diese 

Regelung, welche diejenige vom 26. Oktober 2021 abändert (act. 65 i.V.m. act. 45), 

enthält  nicht  nur  eine  teilweise  Regelung  der  Scheidungsnebenfolgen,  sondern 

auch  vorsorgliche  Massnahmen.  Diese  Vereinbarung  beantragt  dem  Gericht  die 

gemeinsame elterliche Sorge und weiterhin die alternierende Obhut, nun aber mit 

stark  erweiterter  Betreuung  durch  den  Beklagten.  Im  Weiteren  sind  die  Parteien 

übereingekommen, dass sie den Natural- und Barunterhalt der Kinder zu je 50% 

übernehmen und diejenigen Kosten für die Kinder begleichen, die in der Zeit anfal-

len, die sie beim betreuenden Elternteil verbringen. Einzig die Kosten für die Kran-

kenkasse (KVG und VVG) übernimmt der Vater zusätzlich. Die Parteien halten zu-

dem fest, dass die Betreuungsregelung ab 1. September 2023 gelte (Ziff. 4) und ab 

diesem Datum keine Kinderunterhaltsbeiträge mehr geschuldet seien, denn ab die-

sem Datum werde die alternierende Obhut umgesetzt. Über den Kindesunterhalt 

bis 1. September 2023 habe jedoch das Gericht zu entscheiden (act. 131 Ziff. 11). 

Zusammengefasst  lebten  die  Kinder  also  von  Dezember  2020  bis  Ende  August 

2021 im Haus des Beklagten und wurden in dieser Zeit von der Klägerin betreut, 

die aber auswärts wohnte. Ab September 2021 lebten die Kinder bei der Klägerin, 

ab November 2021 war es dem Beklagten möglich, die Kinder infolge Reduktion 

seines Arbeitspensums mehr zu betreuen. Ab September 2023 wurde die hälftige 

Betreuung vereinbart. 

Da vorliegend rückwirkend Unterhaltsbeiträge festgelegt werden müssen, ist v.a. 

die Betreuungssituation ausschlaggebend für die Phasenbildung. Erhöhungen oder 

Senkungen des Bedarfs oder des Einkommens können rückwirkend innerhalb einer 

- 21 -

Phase als Durchschnitt pro Monat berechnet werden und veranlassen keinen Pha-

senwechsel. Der Wechsel hingegen von der alleinigen Betreuung durch einen El-

ternteil zur gemeinsamen Betreuung geht mit einer veränderten Berechnungsme-

thode einher, indem die Matrixberechnung Anwendung findet. Dies ist vorliegend 

zu berücksichtigen.

Die Betreuungssituation vom 1. Dezember 2020 bis 31. Oktober 2021 ist zudem 

ungewöhnlich:  Sowohl  bei  alternierender  als  auch  bei  alleiniger  Obhut  findet  die 

Betreuung normalerweise beim jeweils Betreuenden zu Hause statt. Hier wurden 

aber die Kinder von der Klägerin im Haus des Beklagten betreut, am Abend kehrte 

die Klägerin jeweils wieder in ihre Wohnung in E._____ zurück. Die Parteien strei-

ten sich, wer in dieser Phase die Obhut innehatte. Wer die Obhut innehatte, ist aber 

vorliegend nicht relevant, da es sich um eine ungewöhnliche Betreuungssituation 

handelte. Es stellt sich vielmehr die Frage, wo die jeweiligen Kosten für die Kinder 

anfielen. Die Kinder wohnten in dieser Phase unbestritten beim Beklagten im Haus, 

schliefen, assen und spielten dort. Die Klägerin betreute sie von Montag bis Freitag 

während den Arbeitszeiten des Beklagten. Dass sie während den Betreuungszeiten 

mit  Kolleginnen  abmachte  oder  die  Kinder  teilweise  bei  einer  Tagesmutter  oder 

Spielgruppe waren, ist dabei irrelevant, denn bei Krankheit der Kinder oder anderen 

unvorhergesehenen Ereignissen, wäre es an der Klägerin gewesen, die Kinder zu 

betreuen. Wie der Beklagte ernsthaft äussern kann, dass er den überwiegenden 

Anteil der Betreuung übernommen habe bei nota bene 100%-iger Erwerbstätigkeit 

kann nicht nachvollzogen werden. 

Da die Klägerin die Kinder während des Tages betreute und infolgedessen nicht 

oder nur in reduziertem Pensum arbeiten konnte, ist zu berechnen, ob sie Anspruch 

auf  Betreuungsunterhalt  hat.  Der  Barunterhalt  für  die  Kinder  fiel  in  dieser  Phase 

demgegenüber im Haushalt des Beklagten an. 

Ab 1. September 2021 änderte sich die Betreuungssituation. Die Kinder lebten bei 

der Klägerin und der Beklagte konnte infolge der Reduktion seines Arbeitspensums 

auf 80% die Kinder mehr betreuen.

- 22 -

1.6 Überblick Phasenbildung

Aufgrund  der  Veränderungen  in  der  Betreuungssituation  rechtfertigt  es  sich,  von 

folgenden Phasen für die Berechnung des Kinderunterhalts für die Kinder auszu-

gehen:

Phase I (1. Dezember 2020 bis 31. Oktober 2021)

Die Klägerin wohnte ab 1. Dezember 2020 in einer 1-Zimmerwohnung in E._____, 

TG. Die Kinder wohnten weiterhin im Haus des Beklagten. Die Klägerin betreute 

die Kinder während der Woche von Montag bis Freitag im Haus des Beklagten und 

jedes  2.  Wochenende  bei  sich  zu  Hause.  Der  Beklagte  betreute  abends  ab  ca. 

18.00 Uhr und während den Nächten. Obwohl die Kinder eigentlich schon ab Sep-

tember  2021  bei  der  Beklagten  wohnten,  ist  der  Einfachheit  halber  und  weil  die 

Klägerin dies selber vorschlägt (die Kosten für den Barunterhalt fallen für Septem-

ber und Oktober 2021 bei der Klägerin an), diese Phase bis 31. Oktober 2021 aus-

zudehnen. 

Phase II (1. November 2021 bis 31. August 2023)

Die Kinder wohnten hauptsächlich bei der Klägerin, der Beklagte konnte ab 1. No-

vember 2021 sein Arbeitspensum auf 80% reduzieren und betreute jeden Dienstag, 

Freitagnachmittag und alternierend die Wochenenden (Ziffer 2 lit b) und lit. c). Diese 

Vereinbarung  für  die  Dauer  des  Verfahrens  wurde  mit  Verfügung  vom  10.  März 

2022 (act. 68) genehmigt und dauerte bis 31. Juli 2023 an. 

1.7 Unterhaltsberechnung Phase I (1. Dezember 2020 bis 31. Oktober 2021) 

De Unterhaltsberechnung präsentiert sich in einem Überblick folgendermassen: 

Überblick Einkommen Phase I

Klägerin

Beklagter

C._____

D._____

Einkommen

Fr. 1'847.–

Fr. 7'603.–

Fr.

200.–

Fr.

200.–

- 23 -

Überblick Bedarf aller Beteiligten in Phase I

Klägerin

Beklagter

C._____

D._____

Grundbetrag

Fr. 1'200.–

Fr. 1'350.–

Fr.

400.–

Fr.

400.–

Wohnkosten

Fr.

500.–

Fr.

352.–

Fr.

176.–

Fr.

176.–

KVG

Fr.

330.–

Fr. 

231.–

Fr. 

89.–

Fr. 

89.–

Gesundheitskosten

Fr.

49.–

Arbeitswegkosten

Fr.

384.–

ausw. Verpflegung

Fr.

42.–

Fr.

110.–

a)

b)

c)

d)

e)

f)

g)

Fahrtwegkosten 

Fr.

572.–

zwecks Betreuung

zusätzliche Bedarfpositionen 

des familienrechtlichen Exis-

tenzminimums:

h)

Kommunikation/Se-

Fr.

150.–

Fr.

150.–

rafe

i)

j)

k)

l)

Hausrat / Haftpflicht  Fr.

30.–

Fr.

30.–

VVG 

Fr.

49.–

Fr.

25.–

Fr.

61.–

Fr.

38.–

Schulden

Fr.

279.–

Steuern 

Fr.

180.–

Fr.

324.–

Total:

Fr. 3'486.–

Fr. 2'851.–

Fr.

726.–

Fr.

703.–

1.7.1 Einkommen der Parteien

Wie die Klägerin ausführt, arbeitete sie nach der Trennung ab Dezember 2020 wei-

terhin als Masseurin und auf Abruf am F._____ bei der G._____. Sie habe damit 

durchschnittlich monatlich Fr. 1'037.- in dieser Phase verdient (act. 74, Ziff. 19ff).

- 24 -

Der  Beklagte  führt  aus,  es  sei  bei  der  Klägerin  von  einem  Einkommen  von  Fr. 

4'413.-  eventualiter  von  Fr.  2'334.40  auszugehen.  Dass  die  Klägerin  ein  solches 

Einkommen  hätte  erzielen  können,  gehe  aus  den  Steuererklärungen  2016-2020 

hervor.  Zudem  sei  die  Klägerin  nur  beschränkt  in  die  Kinderbetreuung  involviert 

gewesen,  denn  meistens  habe  sie  mit  Kolleginnen  abgemacht  oder  die  Kinder 

seien in der Schule oder im Kindergarten gewesen. Es wäre der Klägerin problem-

los möglich gewesen, ihr Pensum zu erhöhen (act. 122 Ziff. 9). 

Der Beklagte will der Klägerin rückwirkend ein höheres Einkommen anrechnen. Die 

Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ist jedoch nur möglich, wenn der 

gebührende  Unterhalt  nicht  gedeckt  wird.  Wie  nachfolgend  zu  zeigen  sein  wird, 

kann der gebührende Unterhalt aller Beteiligten gedeckt werden. Die Anrechnung 

eines  hypothetischen  Einkommens  ist  schon  deshalb  nicht  angezeigt.  Hinzu 

kommt, dass es der Klägerin in Anbetracht des Schulstufenmodells (das jüngere 

Kind  D._____  kam  erst  im  Jahr  2022  in  den  Kindergarten)  wohl  kaum  zumutbar 

gewesen wäre, die Kinder während der Woche zu 100% zu betreuen und gleich-

zeitig noch ihr Pensum aufzustocken - ganz abgesehen davon, dass D._____ auf-

grund ihrer Behinderung sowieso eines grösseren Betreuungsumfangs bedurfte. 

Der Beklagte lässt ausserdem vorbringen, die Klägerin führe eine Michbüchli-Buch-

haltung.  Es  sei  nicht  sichergestellt,  dass  die  Klägerin  sämtliche  Einnahmen  aus 

ihrer Massagepraxis verbuche. In diesem Zusammenhang wird auf einen Social-

media-Beitrag  verwiesen,  in  welchem  die  Klägerin  schreibe,  dass  sie  den  FC 

H._____ und den FC I._____ als Masseurin begleite. Zudem werde sie von zwei 

Personen in ihrer Tätigkeit unterstützt. Diese Bestreitungen sind zu wenig substan-

ziiert und zu diffus, um an den Zahlen der Gegenseite Zweifel aufkommen zu las-

sen. Insbesondere erhellt nicht, wie sich aus der Tatsache dass die Klägerin die 

Spieler der beiden Fussballclubs massiere und dass sie von zwei Personen in ihrer 

Tätigkeit unterstützt werde, herleiten lassen soll, dass die Zahlen nicht stimmten. 

Immerhin  ist  dem  Beklagten  insoweit  hinsichtlich  der  Einkommenszahlen  bei-

zupflichten, als dass sich aus der Steuererklärung 2020 und 2021 andere Zahlen 

ergeben. Insbesondere vergisst die Klägerin, ihre Einkünfte aus der Arbeitslosen-

versicherung miteinzuberechnen: Gemäss Steuererklärung 2020 (act. 12/1) gene-

- 25 -

rierte  die  Klägerin  aus  unselbständiger  Erwerbstätigkeit  ein  Einkommen  von 

Fr. 8'232.- aus selbständiger Erwerbstätigkeit ein solches von Fr. 11'131.- abzüg-

lich der Beiträge von Fr. 724.– an die AHV, IV (Ziff. 16.1. der Steuererklärung 2020) 

und  aus  der  Arbeitslosenversicherung  erhielt  sie  Fr.  8'061.-  (act.  12/1).  Aus 

act. 10/12 geht hervor, dass die Klägerin nur bis Ende April 2020 bei der J._____ 

arbeitete. Dieses Einkommen kann nicht berücksichtigt werden, da die Klägerin per 

Dezember 2020 auszog. Hingegen finden die Einkommen aus der Arbeitslosenver-

sicherung und aus der selbständigen Massagepraxis "K._____" Eingang in die Un-

terhaltsberechnung. Die Klägerin verdiente in ihrer Massagepraxis insgesamt Fr. 

11'131.-,  was  ein  Einkommen  aus  Selbständigkeit  von  Fr.  10'407.-  ergibt  (Fr. 

11'131.– abz. AHV-/IV-Beiträge Fr. 724.–.) Im Durchschnitt erwirtschaftete sie da-

mit im Jahr 2020 einen Gewinn von Fr. 867.- pro Monat mit ihrer Massagepraxis. 

Aus der Abrechnung der Arbeitslosenversicherung (act. 158/2) geht hervor, dass 

die Klägerin im Dezember 2020 Fr. 665.60 erhielt. Für den Monat Dezember 2020 

ist somit von einem Einkommen von Fr. 1'532.- auszugehen.

Gemäss Steuererklärung 2021 (act. 138/4) erzielte die Klägerin aus unselbständi-

ger Erwerbstätigkeit ein Einkommen von Fr. 6'729.-, aus selbständiger Erwerbstä-

tigkeit ein solches von Fr. 11'830.- abzüglich der AHV-Beiträge von Fr. 1'244.– , 

(Ziff. 16.1 der Steuererklärung 2021) und aus Arbeitslosenversicherung Fr. 5'397.- 

Offensichtlich hat die Klägerin den Gesamtbetrag, den sie von der Arbeitslosenver-

sicherung im Jahr 2021 erhalten hat, in der Steuererklärung 2021 falsch deklariert. 

Aus  den  Abrechnungen  der  Arbeitslosenversicherung  (act.  158/1-3)  ergibt  sich 

nämlich, dass die Klägerin im Jahr 2021 von Januar bis März Arbeitslosengelder 

im Umfang von Fr. 4'732.-. bezog. In der Steuererklärung 2021 ist aber ein Betrag 

von Fr. 5'397.- ausgewiesen. 

Von April bis Dezember 2021 arbeitete die Klägerin bei der G._____ und erzielte 

dort  Fr.  6'729.-.  Im  Zeitraum  von  April  bis  Oktober  2021  erzielte  sie  folglich  Fr. 

5'234.- (Fr. 6'729 : 9 Monate = Fr. 747.- pro Monat x 7 = Fr. 5'234.-). 

Das  durchschnittliche  Einkommen  aus  ihrer  Selbständigkeit  betrug  pro  Monat 

Fr. 882.- (Fr. 11'830.- abzüglich Fr. 1'244. geteilt durch 12 Monate : 12 = 882.-). 

- 26 -

Von Januar 2021 bis und mit Oktober 2021 erzielte sie damit insgesamt Fr. 8'820.- 

(10 x Fr. 882.-). 

Berechnet man das durchschnittliche Einkommen der Klägerin von Dezember 2020 

bis Oktober 2021 pro Monat, ergibt sich folgende Rechnung:

Dezember 20: 

Fr. 

1'532.-

ALV Jan. 21 - März 21: 

Fr. 

4'732.-

G._____ (April 21 - Okt. 21): 

Fr.

 5'234.-

Massagepraxis (Jan. 21 - Okt. 21):  Fr.

8'820.-

Total: 

Fr. 

20'318.-

Teilt man dieses Total von Fr. 20'318.- durch die 11 Monate der Phase I ergibt sich 

ein durchschnittliches Einkommen der Klägerin von Fr. 1'847.-.

Dass der Beklagte bis Ende Phase I, also bis 31. Oktober 2021 100% gearbeitet 

hat, ist unbestritten (act. 74 N 22, act. 122 N 10). Hingegen streiten sich die Parteien 

um die Höhe des monatlichen Nettolohns. Während die Klägerin unter Hinzurech-

nung der Pauschalspesen dem Beklagten Fr. 8'103.50 als Einkommen anrechnen 

will, führt der Beklagte aus, dass die Pauschalspesen keine Lohnbestandteile dar-

stellten,  da  diese  die  Reinigung  der  Berufskleidung,  Kleinspesen,  Parkplatzent-

schädigung etc.) entgälten. Der Beklagte will die Pauschalspesen vom Jahresnet-

tolohn in Abzug bringen (act. 122 N10).

Weder die Addition der ausgewiesenen Spesen noch deren Subtraktion vom Net-

tojahreslohn ist angezeigt, denn die Spesen ersetzen in diesem Fall die tatsächlich 

entstandenen  Kosten.  Es  ist  vom  Nettojahreslohn  von  Fr.  96'042.-,  wie  er  in  der 

Steuererklärung  2020  ausgewiesen  ist,  auszugehen.  Pro  Monat  ergibt  dies    Fr. 

8003.-. abzüglich der Kinderzulagen von Fr. 400.- ergibt einen anrechenbaren Mo-

natslohn von Fr. 7'603.-. Dieser ist dem Beklagten für die Monate Dezember 2020 

bis und mit Oktober 2021 anzurechnen. 

- 27 -

1.7.2 Bedarf

a) Grundbetrag 

Die  Klägerin  macht  den  Grundbetrag  von  Fr.  1'350.-  für  eine  alleinerziehende 

Schuldnerin, die nicht in einer Haushaltsgemeinschaft wohnt, für sich geltend, mit 

der Begründung, dass sie einkaufte, den Haushalt machte und kochte (act. 74 N 

44). Der Beklagte gesteht der Klägerin einen Grundbetrag von Fr. 1'200.- zu, denn 

die Kinder hätten in dieser Phase beim Beklagten gewohnt und nicht im Haushalt 

der Klägerin. 

Die  Klägerin  will  dem  Beklagten  nur  den  Grundbetrag  für  einen  alleinstehenden 

Schuldner zugestehen (act. 74 N 44). 

Der Grundbetrag umfasst die Kosten für Nahrung, Kleidung und Wäsche, einsch-

liesslich deren Instandhaltung, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Woh-

nungseinrichtung, Kulturelles sowie sämtliche Energiekosten (ohne Heizung). 

Die Kinder wohnten in dieser Phase unbestrittenermassen im Haushalt des Beklag-

ten. Dort fielen nicht nur die Kosten für die Grundbeträge für die Kinder an (je Fr. 

400.-), sondern es ist auch kein Grund ersichtlich, dem Beklagten nicht den Grund-

betrag  eines  alleinerziehenden  Elternteils  ohne  kostensenkende  Lebensgemein-

schaft im Umfang von Fr. 1'350.- anzurechnen. Schliesslich generierten die Kinder 

im Haus des Beklagten Mehrkosten in Bezug auf Essen, Möbel, Energie und Was-

ser. Hauseinrichtungen wie Waschmaschine und Geschirrspüler wurden mehr be-

nutzt als wenn nur eine Person im Haushalt gelebt hätte. 

Die Klägerin hingegen betreute zwar die Kinder, aber eben nicht bei sich zu Hause, 

sondern im Haushalt des Beklagten. Ihr ist der Grundbetrag einer alleinstehenden 

Person ohne kostensenkende Lebensgemeinschaft im Umfang von Fr. 1'200.- an-

zurechnen. 

b) Wohnkosten

Die Wohnkosten für die 1-Zimmerwohnung beziffert die Klägerin auf Fr. 500.- (act. 

74, N 45). Der Beklagte lässt zwar die Höhe der Wohnkosten nicht bestreiten, führt 

- 28 -

aber  aus,  diese  seien  nicht  der  Klägerin,  sondern  dem  Beklagten  anzurechnen, 

denn er habe ja diese Kosten bezahlt. Der Beklagte verkennt hier, dass zuerst er-

kannt werden muss, ob die Klägerin überhaupt einen Anspruch hat, dass der Be-

klagte ihre Wohnkosten übernimmt. Steht dieser Anspruch fest, wird in einem zwei-

ten Schritt eine allfällige Tilgung berücksichtigt. Die Höhe der Wohnkosten wird hin-

gegen nicht bestritten. Sie sind somit mit Fr. 500.- in den Bedarf aufzunehmen. 

Die Wohnkosten des Beklagten anerkennt die Klägerin im Umfang von Fr. 704.10 

(Fr.  471.-  Hypothekarzins,  Fr.  70.85  für  Wasser,  Fr.  136.60  für  Heizöl,  GVZ  Fr. 

17.05, Fr. 8.60 Kehrichtgebühr, act. 148, N 14). 

Der Beklagte macht insgesamt Fr. 2'004.- geltend (Fr. 979.- Hypozinsen, Neben-

kosten Fr. 525.-; act. 122, N 26 mit Verweis auf N 9) und rechnet die Wohnkosten 

der Klägerin im Umfang von Fr. 500.- auch noch dazu, die er ja schliesslich in dieser 

Phase beglichen habe. 

Die  durch  den  Beklagten  geltend  gemachten  Nebenkosten  umfassen  u.a.  den 

Strom und die jährliche Kehrichtgebühr. Zuzustimmen ist der Klägerin darin, dass 

der Strom bereits im Grundbetrag enthalten ist und die durch den Beklagten geltend 

gemachte Kehrichtgebühr den jährlichen Betrag umfasst. Zu erfassen sind aber die 

monatlichen Gebühren von Fr. 8.60. Die Wohnkosten des Beklagten belaufen sich 

demnach auf Fr. 704.10. Verteilt auf zwei kleine und einen grossen Kopf ergeben 

sich beim Beklagten Fr. 352.- und bei den Kinder je Fr. 176.- an Wohnkosten.

c)

KVG

Die  Krankenkassenkosten  (KVG)  für  die  Klägerin  sind  für  das  Jahr  2021  mit 

Fr. 330.05 (act. 43/2) und für den Beklagten mit Fr. 231.- (act. 11/2), für C._____ 

und D._____ mit je Fr. 89.- ausgewiesen (act. 43/2). 

d) Gesundheitskosten

Die Klägerin macht Gesundheitskosten im Umfang von Fr. 49.- geltend (act. 74, N 

46),  welche  der  Beklagte  mit  dem  Argument  bestreiten  lässt,  dass  deren  Regel-

mässigkeit nicht ausgewiesen sei (act. 122, N 27). 

- 29 -

Gesundheitskosten sind - falls sie im Zeitpunkt der Unterhaltsregelung bereits an-

gefallen sind - im Bedarf anzurechnen (OGer. ZH LE170061, E III 4.8.3). 

Die  klägerischen  Gesundheitskosten  sind  mit  Fr.  49.-  ausgewiesen  und  entspre-

chend anzurechnen (act. 43/3 und 59/5).

e) Arbeitswegkosten

Von April 2021 bis zum Ende der Phase I Ende Oktober 2021 arbeitete die Klägerin 

unbestrittenermassen bei der G._____ am F._____ (vgl. StE 2021). Die entspre-

chenden Arbeitswegkosten werden vom Beklagten anerkannt (act. 122, N 30). Ge-

mäss Angaben der Klägerin fuhr sie durchschnittlich zwei Mal pro Woche an den 

F._____. Von E._____ TG an den F._____ sind es 54km, hin und zurück beträgt 

der Weg 108km. Pro Monat ergibt dies folgende Rechnung: 54 km x 2 (Hin und 

zurück) x 2 Tage pro Woche  x 4 Wochen / pro Monat = 864km im Monat x Fr. 0.70 

= Fr. 604.-. In dieser Phase fuhr sie während 7 Monaten von April 2021 bis und mit 

Oktober 2021 an den F._____. Berechnet man davon den Durchschnitt für die 11 

Monate der Phase I ergibt sich ein Schnitt von Fr. 384.- (7 x Fr. 604.- = Fr. 4'228.- 

:11 = 384.-). Dieser Betrag ist der Klägerin im Bedarf für die Arbeitswegkosten an-

zurechnen. 

Der Beklagte gab an der Verhandlung vom 10. März 2022 an, dass sein Arbeitgeber 

alle Arbeitswegkosten übernehme und ihm deshalb keine Kosten entstünden (Prot. 

S. 30). Es sind ihm deshalb keine Arbeitswegkosten im Bedarf anzurechnen. 

f)

auswärtige Verpflegung

Die Verpflegungskosten der Klägerin für einen Tag in der Woche von Fr. 42.- pro 

Monat werden anerkannt (act. 74, N 54 und act. 122 N 31). 

Während der Beklagte seine Verpflegung im Betrag von Fr. 210.- im Bedarf berück-

sichtigt haben will, gesteht ihm die Klägerin nur Fr. 105.- zu (act. 122 N 54, act. 148 

N 27). Gemäss Lohnausweisen der Jahre 2019 bis 2021 hatte der Beklagte stets 

die Möglichkeit, sich in der Kantine zu verpflegen oder Lunch-Checks zu beziehen 

- 30 -

und er weist auch keine Mehrkosten nach. Es ist ihm deshalb der halbe Verpfle-

gungsbetrag von Fr. 110.-für eine 100%-ige Erwerbstätigkeit anzurechnen.

g) Fahrtwegkosten zwecks Betreuung

Die Klägerin führt aus, es seien ihr monatlich Mobilitätskosten zwischen Fr. 700.- 

und Fr. 1'340.80 entstanden (act. 74, N 52, act. 148, N 26)). Deshalb seien ihr die 

gerichtsüblich maximal anrechenbaren Mobilitätskosten von Fr. 600.- anzurechnen. 

Diese setzten sich erstens zusammen aus Fahrten von E._____ TG nach L._____ 

und zweitens ab April 2021 für ihren Arbeitsweg von E._____ TG an den F._____. 

Der Beklagte (act. 122, N 30) stellt sich auf den Standpunkt, dass die Mobilitäts-

kosten,  welche  der  Klägerin  für  die  Fahrten  E._____  TG  -  L._____  zwecks  Aus-

übung  der  Kinderbetreuung  entstanden  seien,  nicht  zu  berücksichtigen  seien. 

Schliesslich sei die Klägerin freiwillig in eine Wohnung gezogen, die weit entfernt 

vom Wohnort der Kinder gelegen habe. Ausserdem mache die Klägerin geltend, 

dass sie 5x pro Woche in ihre Massagepraxis in L._____ gefahren sei, gemäss der 

Halbjahresbilanz habe sie im Schnitt jedoch lediglich 3 Tage pro Woche dort gear-

beitet. Ausserdem sei nicht klar, wie die Klägerin diese Kosten über ihre Einzelun-

ternehmung abrechne. Es seien ihr lediglich 12 Fahrten pro Monat für ihre Massa-

getätigkeit und die Fahrten zur G._____ anzurechnen. Ausserdem seien pro gefah-

renem Kilometer nur Fr. 0.50 und nicht Fr. 0.70 zu verbuchen. 

Im  familienrechtlichen  Existenzminimum  sind  auch  die  Kosten  für  die  Ausübung 

des Besuchsrechts einzurechnen (BGer5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 

7.2). Umso mehr muss dies gelten, wenn die Kosten nicht in Ausübung des Be-

suchsrechts, sondern in Ausübung der Betreuung entstanden sind, da diese noch 

vielmehr im Interesse des andern Elternteils liegen, v.a. wenn dieser aufgrund sei-

nes 100%-Pensums auf die Betreuung angewiesen ist. 

Ist der betreffende Elternteil erwerbstätig, sind ihm auch allfällige Arbeitswegkosten 

anzurechnen. Im Kanton Zürich werden pro gefahrenem Kilometer Fr. 0.70 berech-

net. Grundsätzlich können Fahrzeugkosten im Gesamtbetrag von Fr. 600.- pro Mo-

- 31 -

nat als Arbeitswegkosten berücksichtigt werden (Ph. Maier, Die konkrete Berech-

nung von Unterhaltsbeiträgen, in: FamPra.ch 2020, S. 314, 368).

Es ist zu unterscheiden zwischen Kosten, die im Rahmen der Betreuung der Kinder 

angefallen sind, und den Arbeitswegkosten:

Die Klägerin reicht eine Aufstellung über Fahrkosten von Januar 2021 bis und mit 

Juni 2021 ein (act. 10/3). Fest steht aber, dass die Klägerin ab Dezember 2020 bis 

August 2021 die Kinder im Haus des Beklagten betreute, wodurch sie an jedem 

Wochentag 50km zurücklegte. Ab September 2021 wohnten die Kinder bei der Klä-

gerin, wodurch sie nicht mehr täglich nach L._____ fahren musste. 

Die Wegkosten für die Kinderbetreuung in Phase I berechnen sich folgendermas-

sen: 

Der Weg hin und zurück von E._____, TG, nach L._____ beträgt 50 km. Diesen 

legte  die  Klägerin  5  Mal  pro  Woche  während  4  Wochen  pro  Monat  zurück.  Dies 

ergibt 50 x 0.70 Fr. x 5 x 4 = Fr. 700.- pro Monat. Sie fuhr diese Strecke während 9 

Monaten,  nämlich  von  Dezember  2020  bis  August  2021,  also  9 x 700 =  Fr. 

6'300.–verteilt auf insgesamt 11 Monate der Phase I ergibt einen durchschnittlichen 

Betrag von Fr. 572.- pro Monat. Dieser Betrag ist der Klägerin im Bedarf anzurech-

nen, zumal die Klägerin - hätte sie im Bezirk M._____ eine Wohnung gemietet - 

höhere Kosten in ihrem Bedarf für Wohnkosten generiert hätte, zumal sie Anspruch 

auf mindestens eine 2-Zimmerwohnung gehabt hätte (Ph. Maier, Die konkrete Be-

rechnung von Unterhaltsbeiträgen, a.a.O., S. 354).

Da sich in dieser Phase die Massagepraxis im Haus des Beklagten befand, sind 

nicht  noch  zusätzliche  Wegkosten  für  diesen  Arbeitsweg  anzurechnen,  denn  die 

Klägerin fuhr ja ohnehin von Montag bis Freitag nach L._____, um die Kinder zu 

betreuen. 

h)

Kommunikation / Serafe 

Serafe  (Fr.  30.-)  und  Kommunikationskosten  (Fr.  120.-)  sind  in  Bezug  auf  beide 

Parteien nicht bestritten (act. 74 N 47, act. 122 N 28). 

- 32 -

i)

Hausrat / Haftpflicht

Der Beklagte will bei beiden Parteien höhere Versicherungskosten als die Fr. 30.- 

angerechnet  wissen  (act.  122,  N  28),  verkennt  aber,  dass  im  familienrechtlichen 

Existenzminimum nur eine Versicherungspauschale von Fr. 30.- für Hausrat/Haft-

pflicht angerechnet wird (Ph. Maier, Festsetzung, a.a.O., S. 359). Andere Versiche-

rungen  müssen  aus  einem  allfälligen  Überschuss  bezahlt  werden.  Bei  beiden 

Haushalten ist demzufolge pauschal Fr. 30.- anzurechnen. 

j)

VVG

Die Zusatzversicherung schlug bei der Klägerin mit Fr. 49.- (act. 11/2), bei C._____ 

mit Fr. 31.- für VVG (act. 11/2) und mit Fr. 30.- für die Unfall- und Zahnpflegeversi-

cherung zu Buche. Bei D._____ beliefen sich diese Kosten auf Fr. 27.- für VVG und 

Fr. 11.- für Unfall und Zahnpflege (act. 56/16). Der Beklagte zahlte für seine Zu-

satzversicherung Fr. 25.-.

k)

Schulden

Die Parteien sind sich einig, dass der Privatkredit der N._____ (act. 56/15) mit mo-

natlichen Raten von Fr. 279.- für die Gesundheitskosten von D._____ verwendet 

wird (act. 122 N 27 und act. 148 N 15) und dass dieser Betrag dem Beklagten in 

seinem Bedarf anzurechnen ist, weil er Schuldner des Darlehens ist und die Kre-

ditraten begleicht.

l)

Steuern

Grundsätzlich sind - wenn genügend finanzielle Mittel vorhanden sind - bei allen 

Beteiligten Steueranteile einzuberechnen. Damit wird dem Umstand Rechnung ge-

tragen, dass Unterhalt zu höheren Steuern führt, die durch den Unterhaltsempfan-

genden zu begleichen sind. Dabei sind die Gesamtsteuern im gleichen Verhältnis 

aufzuteilen, wie sie im Verhältnis des Einkommens der betreuenden Person (Er-

werbseinkommen,  Ehegattenunterhalt,  Betreuungsunterhalt)  zu  den  relevanten 

Einkünften  des  Kindes  (Barunterhaltsbeitrag,  Familienzulagen,  Sozialversiche-

rungsrenten u.ä.m) anfallen. Machen also die relevanten Einkünfte des Kindes bei-

- 33 -

spielsweise 20% des steuerlich relevanten Haushaltseinkommens aus, ist dieser 

Prozentbetrag  auch  massgebend  für  die  Aufteilung  der  Steuerschuld  zwischen 

Kind und betreuendem bzw. unterhaltsberechtigtem Elternteil (BGE147 III 457, E. 

4). 

In Bezug auf den anwendbaren Steuertarif und die Kinderabzüge ist das Merkblatt 

des kantonalen Steueramtes über die Gewährung von Sozialabzügen und die An-

wendung der Steuertarife bei Familien, Zürcher Steuerbuch, Nr. 34.2 (ab Steuer-

periode 2019) einschlägig. Der Kinderabzug steht demjenigen Elternteil zu, der den 

Unterhalt des Kindes zur Hauptsache bestreitet (§ 34 Abs. 1 lit. a al. 1 StG ZH). 

Leistet der andere Unterhaltsbeiträge, steht der Kinderabzug dem die Unterhalts-

beiträge  empfangenden  Elternteil  zu.  Anwendbar  ist  der  Verheiratetentarif  bei 

demjenigen Elternteil, der den Kinderabzug geltend machen kann, sprich mit dem 

Kind zusammenlebt, sodass das Kind dort seinen steuerrechtlichen Wohnsitz hat. 

Der andere Elternteil untersteht dem Grundtarif.

Bei der Klägerin ergibt sich für die Ermittlung des steuerbaren Einkommens für die 

Staats-  und  Gemeindesteuern  Folgendes:  Ihr  jährliches  Einkommen  beläuft  sich 

gemäss Unterhaltsrechner für die erste Phase auf Fr. 22'164.- (12 x 1'847.-). Der 

Betreuungsunterhalt von Fr. 17'508.- (12 x Fr. 1'459.-, ohne Steuern) ist hinzuzu-

rechnen, was einen Betrag von Fr. 39'672.- ergibt. Das steuerbare Einkommen er-

gibt sich, indem man die Abzüge der Berufsauslagen (Fr. 2'500.-) , der Mobilitäts- 

und  Verpflegungskosten  (Fr.  4'608.-  und  Fr.  504.-)  sowie  der  Versicherungsprä-

mien  (Fr.  2'600.-)  von  total  Fr.  10'212.-  in  Abzug  bringt,  was  einem  steuerbaren 

Einkommen  von  Fr.  29'460.-  entspricht.  Die  Staats-  und  Bundessteuern  werden 

sodann mit dem zürcherischen Steuerrechner zirkulär annähernd berechnet: An-

wendbar  ist  dabei  bei  der  Klägerin  der  Grundtarif,  da  sie  zwar  Empfängerin  von 

Kinderunterhaltsbeiträgen in Form von Betreuungsunterhalt ist, die Kinder aber in 

dieser Phase nicht bei ihr wohnen. Aus demselben Grund kann sie den Kinderab-

zug nicht geltend machen. Für die Gemeinde O._____ ergeben sich somit Staats-

steuern in Höhe von Fr. 2'160.- und direkte Bundessteuern in Höhe von Fr. 131.-, 

was einen Steuerbetrag von Fr. 180.- pro Monat ergibt. Dieser Betrag muss im fa-

milienrechtlichen Existenzminimum berücksichtigt werden. 

- 34 -

Weil der Beklagte zur Hauptsache den Unterhalt der Kinder bestreitet und die Kin-

der in seinem Haushalt wohnen, ist bei ihm der Verheiratetentarif anwendbar und 

er kann die Kinderabzüge geltend machen. Da der Beklagte nicht nur sein Erwerbs-

einkommen  (Fr.  91'236.-),  sondern  auch  die  Kinderzulagen  (12  x  Fr.  400.-  =  Fr. 

4'800.-) und den Eigenmietwert (Fr. 16'400.- s. Steuererklärung 2021) versteuern 

muss,  ist  bei  ihm  von  einem  Gesamteinkommen  von  Fr.  112'436.-  auszugehen. 

Abzüglich des an die Klägerin zu leistenden Betreuungsunterhalts von Fr. 1'639.- 

bzw.  Fr.  19'668.-  jährlich,  der  Kinderabzüge  im  Umfang  von  Fr.  18'000.-,  der 

Schuldzinsen von Fr. 5'650.-, der Berufsauslagen von 2'737.-, der Verpflegungs-

kosten von Fr. 1'320.-, der Beiträge an die Säule 3a von Fr. 3'120.-, der Versiche-

rungsprämien  von  Fr.  2'600.-  für  Erwachsene  und  derselben  für  die  Kinder  von 

ebenfalls Fr. 2'600.-, ergibt dies ein steuerbares Einkommen von Fr. 56'741.-. -Sein 

steuerbares Vermögen beträgt Fr. 64'282.-. Die zirkulär annähernde Steuerberech-

nung ergibt einen Steuerbetrag von Fr. 3'885.- für die Staats- und Gemeindesteu-

ern für das Jahr 2021, was einem monatlichen Betrag von Fr. 324.- entspricht. 

Bei der direkten Bundessteuer kann der Beklagte den Betreuungsunterhalt an die 

Klägerin im Umfang von Fr. 19'668.–, die Verpflegungskosten von Fr. 1'320.–, die 

Berufskosten von Fr. 2'737.–, Hypozinsen von Fr. 5'650.-, Beiträge an die Säule 3a 

von Fr. 3'120.–, die Versicherungsprämien von Fr. 1'700.– bzw. Fr. 1'400.– für die 

Kinder und den Kinderabzug von Fr. 13'000.– geltend machen. Insgesamt kann er 

damit Fr. 48'595.– von den Steuern abziehen. Dies ergibt ein steuerbares Einkom-

men bei der direkten Bundessteuer von Fr. 63'841.–, was einen jährlichen Steuer-

betrag von Fr. 36.- bei der direkten Bundessteuer generiert. Aufgrund der Gering-

fügigkeit kann dieser Betrag vernachlässigt werden.

1.7.3 Leistungsfähigkeit

Der Bedarf des Beklagten für diese Phase I beträgt Fr. 2'851.-, was in Anbetracht 

seines Einkommens von Fr. 7'603.- zu einer Leistungsfähigkeit von Fr. 4'752.- führt. 

- 35 -

1.7.4 Unterhaltsbeiträge 

Der Barbedarf von C._____ beträgt im Haushalt des Beklagten Fr. 726.-; derjenige 

von  D._____  Fr.  703.-.  Abzüglich  der  Kinderzulagen  von  je  Fr.  200.-  bei  beiden 

Kindern resultiert ein Barunterhaltsanspruch von Fr. 526.- bei C._____ und Fr. 503.- 

bei D._____. 

Da die Klägerin ihren eigenen familienrechtlichen Bedarf nicht zu decken vermag 

und ihr auch kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden kann, muss der 

Barunterhalt der Kinder vollumfänglich vom Beklagten getragen werden. 

Abzüglich des gesamten Kinderbarunterhaltsbetrages von Fr. 1'029.- (Fr. 526 + Fr. 

503  =  1'029.-)  verbleibt  eine  Leistungsfähigkeit  von  Fr. 3'723.–.  beim  Beklagten, 

wovon er den Betreuungsunterhalt von Fr. 1639.–, zahlbar monatlich an die Kläge-

rin, ohne Weiteres zu begleichen vermag. Der verbleibende Überschuss im Umfang 

von Fr. 2'467.- verbleibt beim Beklagten, der auch seinen im gleichen Haushalt le-

benden Kindern zugutekommen soll. Im Rahmen des Betreuungsunterhalts besteht 

nämlich  kein  Anspruch  auf  Überschussbeteiligung  (BGE  144  III  377  E.  7.1.4  S. 

386f.).

1.8  Phase II: 1. November 2021 bis 31. August 2023

1.8.1 Betreuungsanteile der Parteien

Ab 1. November 2021 reduzierte der Beklagte sein Arbeitspensum auf 80% und 

betreute die Kinder in geraden Kalenderwochen von Dienstag, 8.00 Uhr, bis Mitt-

woch 8 Uhr, und am Freitag von 13.00 Uhr bis Sonntag, 18 Uhr. 

In  ungeraden  Kalenderwochen  betreute  er  ebenfalls  von  Dienstag,  8.00  Uhr,  bis 

Mittwoch 8.00 Uhr, und von Freitag, 13.00 Uhr bis Samstag, 10.00 Uhr. Ausserdem 

betreute er während 4 Wochen Ferien pro Jahr. 

Es stellt sich also die Frage, wie hoch die Betreuungsanteile der Eltern in dieser 

Phase waren, da diese den Barunterhalt beeinflussen. 

- 36 -

Das  Bundesgericht  legt  bei  Schulkindern  für  jeden  Tag  drei  Zeiträume  fest:  Der 

erste Zeitraum umfasst den Morgen bis Schulbeginn, der zweite den Tag bis Schul-

schluss und den dritten den Abend nach Schulschluss (BGer 5A_743/2017 v. 22. 

Mai  2019  E.  2.2.).  Indes  ist  bei  noch  nicht  schulpflichtigen  Kindern  eine  andere 

Beurteilung  möglich  (Nicolas  von  Werth,  Unification  du  droit  de  l'entretien  par  le 

tribunal fédéral, in Symposium en droit de famille - Famille et argent, 2022, S. 12). 

Der Einfachheit halber und weil D._____ in dieser Phase erst ab August 2022 schul-

pflichtig wurde, soll die Betreuungsquote vorliegend anhand der betreuten Tage im 

Zeitraum von zwei aufeinanderfolgenden Wochen berechnet werden. Vereinfacht 

gesagt betreute der Beklagte die Kinder jeden Dienstag den ganzen Tag und den 

Freitagnachmittag, also ca. 1,5 Tage pro 5 Werktagen oder 3 Tage pro 10 Werk-

tage. Er betreut zwar nur während 4 Wochen Ferien pro Jahr, dafür betreut er die 

Kinder auch an denjenigen Samstagen bis 10 Uhr, an denen hauptsächlich die Be-

treuung der Klägerin obliegt. Es rechtfertigt sich daher, von einer Betreuungsquote 

von 30% beim Beklagten auszugehen und bei der Klägerin von 70%.

Überblick Einkommen Phase II

Klägerin

Beklagter

C._____

D._____

Einkommen

Fr. 1'544.–

Fr. 5'795.–

Fr.

200.–

Fr.

200.–

Überblick Bedarf aller Beteiligten Phase II

Klägerin

C._____

D._____

Beklagter

C._____

D._____

a) Grundbetrag

Fr.

1'250.–

Fr.

280.–

Fr.

280.–

Fr. 1'350.–

Fr.

120.–

Fr.

120.–

b) Wohnkosten

Fr.

640.–

Fr.

320.–

Fr.

320.–

Fr.

352.–

Fr.

176.–

Fr.

176.–

c) KVG

Fr.

330.–

Fr. 

231.–

Fr. 

89.–

Fr. 

89.–

d)  Gesundheitskos-

Fr.

49.–

ten

e) Arbeitswegkosten

Fr.

281.–

f) ausw. Verpflegung

Fr.

42.–

Fr.

88.–

- 37 -

zusätzliche Bedarf-

positionen des fami-

lienrechtlichen Exis-

tenzminimums:

g)

Kommunika-

Fr.

75.–

Fr.

150.–

.–

tion/Serafe

h)

Hausrat 

/ 

Fr.

15.–

Fr.

30.–

Haftpflicht 

VVG 

Fr.

49.–

Fr.

25.–

Fr.

61.–

Fr.

38.–

i)

j)

Schulden

k)

Steuern 

Fr.

30.–

Fr.

279.–

Fr.

340.–

Total: 

Fr.

2'761.–

Fr.

600.–

Fr. 600.-.–

Fr. 2'845.-.–

Fr.

446.–

Fr.

423.–

1.8.2 Einkommen der Parteien

Die Klägerin führt aus, dass sie in dieser Phase aus ihrer unselbständigen Erwerbs-

tätigkeit bei der G._____ kein Einkommen mehr habe erzielen können, sondern nur 

noch in ihrer Massagepraxis arbeitete. Gemäss Bilanz 2021 habe sie im November 

und Dezember 2021 insgesamt Fr. 3'293.35 an Einnahmen und Fr. 1'971.35 Aus-

gaben gehabt. Dies ergebe für November und Dezember 2021 ein Einkommen von 

insgesamt Fr. 1'322.- netto. Gemäss Bilanz 2022 habe die Klägerin für die Monate 

Januar bis Juli 2022 ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 961.- gehabt (Ein-

nahmen von durchschnittlich Fr. 2'328.85 und Ausgaben von Fr. 1'366.99, act. 148, 

N 36). 

Im Weiteren habe sie habe gemäss Bilanz 2023 (act. 149/8) ein durchschnittliches 

monatliches  Einkommen  von  Fr.  2'070.-  für  die  Monate  Januar  bis  August  2023 

erzielt (act. 148, N 51).

Der Beklagte lässt auch hier wieder ausführen, warum die Klägerin in dieser Phase 

ein höheres Einkommen anzurechnen sei und sie ausserdem nicht gehört werden 

dürfe,  wenn  sie  behaupte,  dass  ihre  Erwerbstätigkeit  bei  der  G._____  sich  nicht 

- 38 -

gelohnt  habe.  Ausserdem  sei  nicht  ersichtlich,  warum  die  Klägerin  solche  Mühe 

bekundet habe, andere Praxisräumlichkeiten zu finden und Kunden für den Diens-

tagvormittag  zu  finden.  Dann  wäre  es  ja  so,  dass  auch  andere  Massagepraxen 

keine Kunden unter der Woche finden würden und das sei ja gerichtsnotorisch be-

kannt, dass dem nicht so sei. Dementsprechend sei dieser grundlose Verzicht auf 

Einkommen bei den Unterhaltsberechnungen zu berücksichtigen. Ausserdem sei 

der Klägerin - auch wenn dieser wider Erwarten die Obhut für diese Phase zuge-

sprochen würde - ein Arbeitspensum von 50% und damit ein monatlicher Nettolohn 

von Fr. 2'206.50 anzurechnen. Der Beklagte bestreitet aber die konkreten Einkom-

menszahlen, wie von der Klägerin dargelegt, nicht (act. 122, N 12f.). 

Gemäss Steuererklärung 2021 (act. 138/4) erzielte die Klägerin aus unselbständi-

ger Erwerbstätigkeit ein Einkommen von Fr. 6'729.-, aus selbständiger Erwerbstä-

tigkeit ein solches von Fr. 10'586.- (Fr. 11'830.- abz. Fr. 1'244.- AHV/IV-Beiträge) .- 

und aus Arbeitslosenversicherung Fr. 5'397.-, wobei das Geld der ALV für diese 

Phase nicht mehr relevant ist, da diese Zahlungen nur bis und mit März 2021 er-

folgten. 

Bei der G._____ war sie offensichtlich bis Ende 2021 angestellt  (act. 59/1), wobei 

es sich aufgrund der Unregelmässigkeit der Arbeitseinsätze rechtfertigt, einen mo-

natlichen Durchschnittslohn zu errechnen. Ausgehend von den 9 Monaten, die sie 

bei  der  G._____  arbeitete,  erwirtschaftete  sie  einen  durchschnittlichen  Nettolohn 

pro Monat von Fr. 747.-. Von November 2021 bis und mit Dezember 2021 erhielt 

sie folglich Fr. 1'495.-. 

Bei der selbständigen Erwerbstätigkeit rechtfertigt es sich - wie in der Phase I - von 

einem  durchschnittlichen  Lohn  pro  Monat  auszugehen,  basierend  auf  den  in  der 

Steuererklärung deklarierten Zahlen, was einen Netto-Lohn von Fr. 882.- ergibt (Fr. 

10'586.- : 12), womit sie in den Monaten November und Dezember 2021 insgesamt 

ein Einkommen von Fr. 1'764.- generierte. 

Im Jahr 2022 erzielte die Klägerin gemäss Steuererklärung 2022 nur noch aus ihrer 

Selbständigkeit Einnahmen und zwar in der Höhe von Fr. 14'742.-, wovon offen-

sichtlich bereits die AHV/IV-Beiträge abgezogen worden sind (act. 138/5). 

- 39 -

Auch die Steuererklärung 2023 (act. 158/3)  weist nur noch Einkommen aus selb-

ständiger Erwerbstätigkeit aus und zwar in Höhe von Fr. 23'981.-. Monatlich erzielte 

sie damit Fr. 1'998.-. Für die acht Monate Januar bis August 2023 erzielte sie folg-

lich Fr. 15'987.-.

Berechnet man das durchschnittliche Einkommen der Klägerin von November 2021 

bis und mit August 2023 pro Monat, ergibt sich folgende Rechnung:

Nov. und Dez. 2021 (G._____): 

Fr. 

1'495.-

Massagepraxis 2021: 

Massagepraxis 2022:

Fr.

Fr.

1'764.-

14'742.-

Massagepraxis Jan.-August 2023 Fr. 

15'987.-

Total: 

Fr. 

33'988.- 

Teilt man dieses Total von Fr. 33'988.- durch die Anzahl Monate (22) in Phase II 

ergibt sich ein durchschnittliches Einkommen der Klägerin von Fr. 1'544.-.

Die Klägerin hat aufgrund der eingereichten Lohnabrechnungen des Beklagten sei-

nen monatlichen Netto-Lohn auf Fr. 6'292.70 berechnet, dies inkl. 13. Monatslohn 

und Pauschalspesen (act. 148, N 34). 

Der Beklagte selber beziffert sein Einkommen für diese Phase auf Fr. 5'795.- act. 

150, N7).

In  der  Steuererklärung  2022  weist  der  Beklagte  ein  Nettoeinkommen  von  Fr. 

74'341.- aus (act. 145/3). Offensichtlich war er das ganze Jahr 2022 zu 80% ange-

stellt (act. 110/11) und bezog im Rahmen dieser Vergütung auch die Kinderzulagen 

im Umfang von monatlich Fr. 400.- (act. 110/1). Monatlich ergibt dies ein Nettoein-

kommen von Fr. 5'795.- (74'341 : 12 = 6'195 - 400 = 5'795.-). Von diesem Einkom-

men ist auch für das Jahr 2023 bis zur erneuten Umstellung der Betreuungsrege-

lung per 1. September 2023 auszugehen. Auch ihm kann - aus denselben Gründen 

wie  bei  der  Klägerin  -  selbstredend  kein  höheres  hypothetisches  Einkommen  im 

- 40 -

Umfang von 90% angerechnet werden, wie von der Klägerin gefordert (act. 148, N 

52).  Beim  Beklagten  ist  folglich  für  die  Phase  II  von  einem  Einkommen  von  Fr. 

5'795.- auszugehen. 

1.8.3 Bedarf

a) Grundbetrag

Die Klägerin wohnte gemäss eigenen Angaben ab 16. Oktober 2021 bis 31. Juli 

2022 in einer Wohnung in P._____, wo ihr neuer Partner ab Dezember 2021 eben-

falls einzog. Ab August 2022 wohnte sie in an der Q._____-str. 1 in einer 5-Zim-

merwohnung in R._____. Erst im Dezember 2023 zog sie innerhalb der Gemeinde 

R._____ an die S._____-strasse. Dies ist aber für die vorliegende Phase der Be-

darfsrechnung, die vom 1. November 2021 bis 31. August 2023 dauert, nicht mehr 

relevant. (act. 148 N 43f.; vgl. Mietverträge act. 149/5 und act. 149/11).

Ihr ist deshalb für die gesamte Phase der Grundbetrag von Fr. 1'250.- für eine al-

leinerziehende  Person  in  Haushaltsgemeinschaft  mit  einer  erwachsenen  Person 

anzurechnen.

Der Beklagte wohnte weiterhin in seinem Haus in L._____, wobei die Klägerin be-

hauptet, seine neue Partnerin habe von Juli 2022 bis mindestens März 2023 dort 

mit ihm im Konkubinat gelebt. Damit der Beklagte nicht höhere Unterhaltsbeträge 

bezahlen  müsse,  habe  sich  seine  Partnerin  an  der  Wohnadresse  der  Eltern  des 

Beklagten, die ebenfalls in L._____ wohnten, angemeldet (act. 148, N 44). Tatsäch-

lich  geht  aus  der  eingereichten  Adressauskunft  der  Gemeinde  L._____  hervor, 

dass an der besagten Adresse der Eltern des Beklagten eine T._____ angemeldet 

war (act. 149/6). Der Beklagte lässt dies bestreiten (Prot. S. 65). Die Klägerin offe-

riert als Beweis die Zeugenaussage des Ex-Manns von T._____, was als untaugli-

ches Beweismittel erscheint. Es ist nicht auszuschliessen, dass der Ex-Mann der 

Freundin des Beklagten dieser allenfalls schaden will. Beim Beklagten ist daher der 

Grundbetrag von Fr. 1'350.- einzusetzen. 

Die Grundbeträge der Kinder sind im Verhältnis der Betreuungsanteile ihrer Eltern 

in den Bedarf einzusetzen: Pro Kind unter 10 Jahren wird mit einem Grundbetrag 

- 41 -

von Fr. 400.- gerechnet. Die Klägerin betreut die Kinder zu 70%, der Beklagte zu 

30%,  was  einen  Grundbetrag  von  Fr.  280.-  im  Haushalt  der  Klägerin  und  einen 

solchen von Fr. 120.- im Haushalt des Beklagten je Kind ergibt. 

b) Wohnkosten

In Bezug auf die Wohnkosten führt die Rechtsvertreterin der Klägerin aus, der Zu-

zug des Partners der Klägerin sei erst ab Juli 2022 relevant, da er erst dann einen 

Job gefunden und erst dann an die Wohnkosten habe beitragen können (act. 148, 

N 45). Dem ist selbstverständlich nicht so. Die Wohnkosten sind auf alle grossen 

und kleinen Köpfe zu verteilen. Ansonsten würde der Beklagte die Wohnkosten des 

Partners der Klägerin indirekt bezahlen. 

Gemäss Mietvertrag für die 4-Zimmerwohnung an der U._____-str. 2 in P._____ 

betrug  der  Mietzins  Fr.  1300.-.    (act.  75/10).  Hinzu  kommt  der  Garagenplatz  mit 

einem Mietzins von Fr. 120.- (act. 75/11). Die Klägerin wohnte dort mit ihren Kin-

dern und ihrem neuen Partner ab 16. Oktober 2021 bis 31. Juli 2022. Per 1. August 

2022  zog  sie  in  eine  5-Zimmerwohnung  an  der  Q._____-str.  in  R._____,  wo  sie 

ebenfalls wieder mit den Kindern und dem Partner wohnte. Dort betrug der Mietzins 

inkl. Nebenkosten Fr. 2'170.-. Ebenfalls wurden ein Garagenplatz (Fr. 120.-) und 

ein Abstellplatz (Fr. 60.-) gemietet (act. 149/5). 

Der Beklagte gesteht der Klägerin die Mietzinsen für den Parkplatz nicht zu (Prot. 

S. 67).

Grundsätzlich ist es richtig, dass Kosten für einen Parkplatz nicht im Bedarf berück-

sichtigt  werden  können,  selbst  wenn  der  Parkplatz  dazu  gemietet  werden  muss. 

Eine Ausnahme besteht, wenn der Elternteil das Auto für die Ausübung des Berufes 

benötigt  (Ph.  Maier,  Die  konkrete  Berechnung  von  Unterhaltsbeiträgen,  a.a.O.S. 

356).

Der Beklagte bestreitet nicht, dass der Klägerin grundsätzlich Mobilitätskosten für 

die Ausübung des Berufes zustehen (act. 122, N 37). Infolgedessen ist der Park-

platz von Fr. 120.- anzurechnen (act. 75/11). Hingegen ist ab Einzug in die Woh-

- 42 -

nung an der Q._____-str. nur der Garagenplatz, hingegen nicht noch zusätzlich der 

Abstellplatz anzurechnen. 

Die Kosten für die Wohnung der Klägerin belaufen sich somit gesamthaft auf 

Fr. 42'550.- für diese Phase II: 

1. November 2021 bis 31. Juli 2022: Fr. 1'420.- (Fr. 1'320.- + Fr. 120.-) x 9 Mo-

nate = Fr. 12'780.-;

1. August 2022 bis 31. August 2023: Fr. 2'290.- (Fr. 2'170.- + Fr. 120.-) x 13 Mo-

nate = Fr. 29'770.-. 

Total: Fr. 42'550.- .

Dies ergibt bei 22 Monaten einen durchschnittlichen Mietzins von Fr. 1'934.- pro 

Monat.  In  der  Wohnung  lebten  zwei  Erwachsene  und  zwei  Kinder,  verteilt  auf 

grosse  und  kleine  Köpfe  ergibt  dies  Wohnkosten  von  Fr.  322.-  pro  Kind  und  Fr. 

644.- pro Erwachsenem. 

Beim  Beklagten  können  die  Wohnkosten  aus  Phase  I  übernommen  werden,  da 

diese sich nicht verändert haben. 

c) und d) KVG und Gesundheitskosten

Mangels anderer Behauptungen können die Zahlen für diese Positionen aus der 

Phase I übernommen werden (act. 74 N 57; act. 122 N 34), wobei bei den Kindern 

diese Kosten im Haushalt des Beklagten anzurechnen sind, da er diese gemäss 

den vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des Verfahrens übernimmt (act. 45 

Ziff. 5).

e)

Arbeitswegkosten

Die Klägerin macht geltend, sie habe in dieser Phase jeweils dienstags und freitags 

in V._____ gearbeitet. Wie oben erwähnt, bestreitet der Beklagte nicht grundsätz-

lich,  dass  der  Klägerin  Mobilitätskosten  anzurechnen  wären,  sondern  nur  deren 

Höhe. Sie wohne ja in R._____ und dies sei nur 24 km von V._____ entfernt und 

- 43 -

ausserdem sei der gerichtsübliche Ansatz für den gefahrenen Kilometer Fr. 0.50 

und nicht Fr. 0.70 (act. 122, N 37). 

Wie oben gesehen, wohnte die Klägerin erst ab 1. August 2022 in R._____. Für die 

Zeit  vom  1.  November  2021  bis  Ende  Juli  2022  ist  ihr  der  Fahrweg  P._____  - 

V._____ retour von 88 km und erst ab 1. August 2022 bis 31. August 2023 ist ihr 

der Fahrtweg von 24km R._____ - V._____ retour anzurechnen. Die km-Pauschale 

beträgt im Kanton Zürich praxisgemäss Fr. 0.70. Für die Zeit, als sie in P._____ 

wohnte, ergibt dies einen Betrag von Fr. 493.- pro Monat (2 Arbeitstage x 88 km x 

4 Wochen) für 9 Monate (November 2021 bis Juli 22) Fr. 4'435.-. Für die Zeit in 

R._____ ist ein Betrag von Fr. 1'747.- angefallen, indem sie 24km pro Tag 2 Mal in 

der  Woche,  4  Mal  im  Monat  während  13  Monaten  zurückgelegt  hat.  Für  die  ge-

samte Phase II ist somit ein Betrag von Fr. 6'182.- angefallen, was pro Monat durch-

schnittlich Fr. 281.- ergibt (total 22 Monate). Diese Arbeitswegkosten sind der Klä-

gerin im Bedarf zuzugestehen. 

Die Klägerin weist im Weiteren darauf hin, dass sie auch wegen der zahlreichen 

Therapietermine von D._____ in dieser Phase auf das Auto angewiesen gewesen 

sei. Diese Fahrten sind aber durch die Hilflosenentschädigung abgedeckt und sind 

damit weder im Bedarf der Klägerin noch von D._____ aufzunehmen. 

f)

auswärtige Verpflegung 

Der Beklagte anerkennt die von der Klägerin geltend gemachten Verpflegungskos-

ten im Umfang von Fr. 42.- (act. 74, N 61, act. 122, N 38).

Hingegen will der Beklagte für sein 80%-Pensum in dieser Phase Fr. 168.- für die 

auswärtige  Verpflegung  anrechnen  (act.  122,  N  38),  was  die  Klägerin  bestreiten 

lässt (act. 148 N 47). Mit Hinweis auf die Ausführungen zu den Verpflegungskosten 

in der Phase I, welchen ein 100% Pensum zugrunde lag, ist nun von einem 80% 

Pensum auszugehen. Aufgrund der Kantinenverbilligung und des 80% Pensums 

belaufen sich die Verpflegungskosten auf Fr. 88.- pro Monat (80% von Fr. 110.-).

g) und h) Kommunikation / Serafe / Hausrat / Haftpflicht

- 44 -

Aufgrund der Wohngemeinschaft sind bei der Klägerin nun noch jeweils die halben 

Beträge zu berücksichtigen, beim Beklagten bleiben diese unverändert. 

i)

und j) VVG und Schulden

Diese Zahlen können aus der Phase I übernommen werden. 

k)

Steuern

Vorliegend ist besonders von Belang, dass die Kinder unter gemeinsamer Obhut 

leben,  weshalb  wiederum  die  einschlägigen  Steuervorschriften  heranzuziehen 

sind, insbesondere das oben erwähnte Merkblatt über die Gewährung von Sozial-

abzügen und Anwendung des Steuertarifs bei Familien. 

Gemäss § 31 Abs. 1 lit. c StG ZH werden die Unterhaltsbeiträge vom Einkommen 

des Unterhaltspflichtigen abgezogen und bei demjenigen Elternteil, der diese er-

hält, versteuert (§ 23 lit. f StG ZH). 

Stehen Kinder unter gemeinsamer elterlicher Sorge bzw. Obhut beider Eltern und 

werden Unterhaltsbeiträge nach § 31 Abs. 1 lit. c StG für die Kinder abgezogen, 

steht der Kinderabzug demjenigen Elternteil zu, der den Unterhalt des Kindes be-

streitet (§ 34 Abs. 1 lit. a al. 1 StG ZH). Aus steuerrechtlicher Sicht bestreitet der 

Unterhaltsbeiträge empfangende Elternteil, der diese Beiträge als Einkommen zu 

versteuern hat, den Unterhalt des Kindes und nur er kann den Kinderabzug geltend 

machen. Derjenige, der diese Unterhaltsbeiträge leistet, kann die geleisteten Un-

terhaltsbeiträge von seinem Einkommen abziehen, kann aber keinen Kinderabzug 

geltend machen. 

Bezüglich der anwendbaren Steuertarife referenziert der Verheiratetentarif u.a. auf 

den Kinderabzug (§35 Abs. 2 StG ZH i.S.m. § 34 Abs. 1 lit. a StG ZH) und damit 

auf das dort massgebliche Kriterium, wer den Unterhalt aus steuerrechtlicher Sicht 

zur Hauptsache bestreitet. Auf den anderen Elternteil ist der Grundtarif anwendbar.

Da auch in dieser Phase II die Klägerin nicht leistungsfähig ist und der Beklagte ihr 

Betreuungsunterhalt zahlen und den gesamten Barunterhalt der Kinder überneh-

men  muss,  ist  bei  der  Klägerin  der  Verheiratetentarif  und  beim  Beklagten  der 

- 45 -

Grundtarif  anwendbar.  Während  die  Klägerin  die  Kinderunterhalte  zu  versteuern 

hat und den Kinderabzug geltend machen kann, kann der Beklagte die Unterhalts-

beiträge, die er für die Kinder zahlt (einschliesslich der von ihm bezahlten Kranken-

kassenkosten) von seinem Einkommen abziehen. 

Bei  der  Klägerin  ergibt  sich  Folgendes:  Ihr  Jahreseinkommen  beläuft  sich  auf 

Fr. 37'572.- (12 x Fr. 1'544.- zuzüglich Kinderzulagen von 12 x Fr. 400.-, welche ihr 

der Beklagte gemäss VSM monatlich überwies, act. 45) zuzüglich Betreuungsun-

terhalt von Fr. 14'244.- (12 x 1'187.-). Den Barunterhalt von Fr. 800.- monatlich bzw. 

Fr. 9600.- jährlich für die Kinder muss sie auch versteuern. Damit beläuft sich ihr 

Reineinkommen auf Fr. 47'172.-. Bei den Abzügen sind die Kosten für Mobilität von 

Fr. 3'372.-, Verpflegung von Fr. 504.-, Berufskosten von Fr. 2'000.- , Versicherungs-

prämien von Fr. 2'600.- und der Kinderabzug von Fr. 18'000.- jährlich abzuziehen, 

was  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 20'696.-  entspricht.  Aus  der  zirkulär 

annähernden Steuerberechnung wird ersichtlich, dass bei der Klägerin bei diesem 

steuerbaren Einkommen Staats- und Gemeindesteuern von Fr. 336.- bzw. knapp 

Fr. 30.- pro Monat, anfallen. Infolge Geringfügigkeit wird auf die zirkulär annähernde 

Steuerberechnung an dieser Stelle verzichtet. Der Klägerin ist aber Fr. 30.- in ihrem 

Bedarf pro Monat einzurechnen. 

Bei der direkten Bundessteuer können maximal Fr. 3'000.- für die Mobilität abge-

zogen werden. Weiter kann sie die Verpflegung (Fr. 504.-) und weitere Berufskos-

ten von Fr. 2'000.- sowie ihre eigenen Versicherungsprämien von Fr. 1'700.- und 

die  Kinderabzüge  von  Fr.  13'000.-  bei  den  Abzügen  berücksichtigen.  Damit  ver-

steuert sie Fr. 26'968.-, was aber - infolge Geringfügigkeit - keine Bundesssteuern 

generiert. 

Der Beklagte weist ein Einkommen von Fr. 69'540.- (12 x 5'795.-) aus. Hinzuzu-

rechnen ist der Eigenmietwert von Fr. 16'400.-, was ein Total von Fr. 85'940.- ergibt. 

In Bezug auf Abzüge sind folgende Posten zu berücksichtigen: Fr. 1'056 Verpfle-

gung,  Fr.  2'086.-  Berufskosten,  Versicherungsprämien  von  je  Fr.  2'600.-  für  den 

Beklagten und für die Kinder, Schuldzinsen von Fr. 6'433.-, Säule 3a Fr. 3'120.-, 

Barunterhalt  für  die  beiden  Kinder  im  Haushalt  der  Klägerin  Fr.  9'600.-  (12  x  Fr. 

800.-) und Betreuungsunterhalt Fr. 14'604.- (12 x 1'217.-). Insgesamt kann der Be-

- 46 -

klagte Fr. 42'099.-- von seinem Einkommen abziehen. Dies ergibt ein steuerbares 

Einkommen von Fr. 43841.- Die Steuerberechnung mit den Parametern getrennt, 

Grundtarif, römisch-katholisch ergibt Staats- und Gemeindesteuern von Fr. 3'625.– 

pro Monat also ca. Fr. 300.–.

Bei der direkten Bundessteuer kann der Beklagte Fr. 9'600.– an Kinderbarunterhalt, 

Betreuungsunterhalt von Fr. 14'604.–,  Fr. 1'056.– Verpflegungskosten, Fr. 2'086.– 

an Berufskosten, Fr. 3'120.– für die Säule 3a, Fr. 1'700.– Versicherungsprämien für 

sich und Fr. 1'400.– für die Kinder abziehen. Sein steuerbares Einkommen beläuft 

sich  auf  Fr. 52'374.–.Dies  ergibt  einen  Betrag  von  ca.  Fr.  500.-  bei  der  direkten 

Bundessteuer, pro Monat also Fr. 40.–. 

Dem Beklagten ist ein Steuerbetrag von Fr. 340.– einzusetzen. 

1.8.4 Unterhaltsbeiträge

Aus der obigen Berechnung ergibt sich, dass die Klägerin nicht leistungsfähig ist, 

denn ihr familienrechtlicher Bedarf übersteigt ihr Einkommen. Dem Beklagten ver-

bleibt hingegen nach Abzug seines eigenen Bedarfs von Fr. 2'845.- sowie des Be-

darfs der beiden Kinder in seinem Haushalt (Fr. 446.- bei C._____ sowie Fr. 423.- 

bei D._____) von seinem Einkommen eine Leistungsfähigkeit von Fr. 2'081.-. Da-

von  kann  er  den  Betreuungsunterhalt  der  Klägerin  im  Umfang  von  Fr.  1'217.- 

(Fr. 2'761.-- Fr. 1'544.-) bezahlen und die Barbedarfe der Kinder im Haushalt der 

Klägerin um Umfang von je Fr. 400.- (die Kinderzulagen sind hier schon abgezo-

gen) decken.

Der Beklagte hat für die Kinder in dieser Phase demzufolge Fr. 2'017.–, zzgl. Kin-

derzulagen, monatlich zu bezahlen, zahlbar an die Klägerin. In diesem Betrag sind 

Fr. 1'217.– Betreuungsunterhalt enthalten. 

2.

Ehelicher Unterhalt / Nachehelicher Unterhalt / Vorsorgeunterhalt

Die Klägerin fordert ab 1. Dezember 2020 bis 31. Juli 2030 Vorsorgeunterhalt und 

zusätzlich einen Anteil vom Überschuss für sich (vgl. Rechtsbegehren der Klägerin 

Ziff. 2). 

- 47 -

Die Klägerin lässt ausführen, dieser sei ab dem Zeitpunkt geschuldet, ab dem in 

ihrer Vorsorge eine Lücke entstehe. Da der Vorsorgeausgleich per Stichtag Rechts-

hängigkeit der Scheidung statt fände, habe die Klägerin aufgrund ihrer nur teilwei-

sen Erwerbstätigkeit keine angemessene Vorsorge mehr. Die Eheleute hätten im 

Jahr 2020 zusammen netto Fr. 123'466.- verdient, was pro Monat Fr. 10'288.- ent-

spreche. Die Hälfte, nämlich Fr. 5'144.–, stelle den Lebensstandard der Klägerin 

dar. Das ergebe einen Vorsorgeunterhalt von Fr. 1'088.61 pro Monat.

Daneben verlangt sie persönlichen Unterhalt als Anteil am Überschuss (act. 74 N 

81). Dabei unterscheidet sie nicht zwischen ehelichem und nachehelichem Unter-

halt,  sondern  verlangt  alles  zusammen  mit  der  Scheidungsklage  (vgl.  Rechtsbe-

gehren in act. 148). 

Der Vorsorgeunterhalt ist Teil des gebührenden nachehelichen Unterhalts gemäss 

Art. 125 ZGB. Der zuletzt gemeinsam gelebte Lebensstandard bildet den Anspruch 

und gleichzeitig die obere Grenze des gebührenden Unterhalts. Grundsätzlich er-

folgt die Ermittlung des zuletzt gemeinsam gelebten Lebensstandards auf der Basis 

des vollen Jahres vor der Trennung. Der gebührende Unterhalt soll den zuletzt ge-

meinsam gelebten Lebensstandard aufrechterhalten. Die angemessene Altersvor-

sorge geht vom nachehelichen gebührenden Unterhalt aus, indem die Lebenshal-

tung, auf welche die berechtigte Person Anspruch hat, in ein fiktives Bruttoeinkom-

men umzurechnen ist, worauf die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zu kalku-

lieren sind (im Einzelnen BGE 135 III 158 E. 4.4.)

Anspruch auf nachehelichen Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Al-

tersvorsorge hat nur, wer in einer lebensprägenden Ehe lebte und wegen Unzu-

mutbarkeit nicht selber für seinen gebührende Unterhalt sorgen kann.

Die Klägerin geht in ihrer Klagebegründung (act. 74) unter N 48, wo sie den Vor-

sorgeunterhalt berechnet, nicht auf die Voraussetzungen des nachehelichen Un-

terhalts ein. Es soll wohl aus den restlichen Ausführungen der Klägerin in der Kla-

gebegründung geschlossen werden, dass die Ehe lebensprägend war, da ihr zwei 

Kinder entsprossen und die Klägerin - als die Familie noch zusammenlebte - die 

- 48 -

Kinderbetreuung übernahm, weshalb sie keiner Vollzeiterwerbstätigkeit nachgehen 

konnte. 

Der Vorsorgeunterhalt - wie der gesamte nacheheliche Unterhalt - wird nicht auf 

der  Basis  des  letzten  gemeinsamen  Einkommens  vor  der  Trennung  berechnet, 

sondern  aufgrund  der  zuletzt  gemeinsam  gelebten  Lebenshaltung  vor  der  Tren-

nung zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten. Die diese Unterhaltsformen for-

dernde  Person  muss  also  zwei  Berechnungen  beziffern  und  allenfalls  beweisen: 

Erstens die eheliche Lebenshaltung mittels zweistufiger Methode mit Überschuss-

verteilung, wobei u.a. der eheliche Grundbetrag im Umfang von Fr. 1'700.- einzu-

setzen ist. In einer zweiten Rechnung ist das familienrechtliche Existenzminimum 

bei Getrenntleben zu ermitteln und der beitragsmässig unveränderte Anteil am frü-

heren gemeinsamen Überschuss hinzuzählen (BGE 147 III 293, E. 4.4ff.; weitere 

Ausführungen zur diesbezüglichen Behauptungslast finden sich bei P. Maier, Be-

rechnung ehelicher und nachehelicher Unterhaltsbeiträge, in: AJP 2020 S. 1276a, 

S. Althaus, Praxisfragen zur Überschussverteilung, in: FamPra 2023, S. 873ff, ins-

besondere S. 880; Heinz Heller, Unterhalt bei alternierender Obhut, Verrechnung 

schlägt Matrix, in: Anwaltsrevue 2023, S. 224, 230). 

Sodann  wird  beim  Vorsorgeunterhalt  die  eheliche  Lebenshaltung  in  ein  fiktives 

Bruttoeinkommen umgerechnet, worauf die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeträge 

zu berechnen sind. Nebenbei sei bemerkt, dass Vorsorgeunterhalt zudem nicht als 

vorsorgliche Massnahme zugesprochen werden kann (BGE 145 III 169 E. 3.2), son-

dern erst ab Rechtskraft des Scheidungsurteils. Möglich ist hingegen, die Lücke, 

die während des Scheidungsverfahrens in der Vorsorge der unterhaltsberechtigten 

Partei  entsteht,  durch  rückwirkende  Zusprechung  von  Vorsorgeunterhalt  per 

Rechtshängigkeit  der  Scheidung  auszugleichen  (C.  Arndt,  Handkommentar  zum 

Schweizer Privatrecht, 2023, Art. 125 ZGB, N 11f.).

Da die Klägerin die Voraussetzungen - insbesondere den zuletzt gemeinsam ge-

lebten Lebensstandard - zur Berechnung des Vorsorgeunterhalts bzw. ehelichen / 

nachehelichen Unterhalts nicht schlüssig dargetan hat, erübrigen sich weitere Aus-

führungen  hierzu.  Das  Begehren  auf  Zusprechung  von  Vorsorgeunterhalt  und 

- 49 -

ehehlichen bzw. nachehelichen Unterhalt ist abzuweisen. Für den ehelichen Unter-

halt ist zudem auf Folgendes hinzuweisen: 

Der Anspruch auf ehelichen Verbrauchsunterhalt besteht nur während der Dauer 

der Ehe. Er hat seine Rechtsgrundlage in Art. 163 ZGB i.V.m Art. 173 ZGB und Art. 

176 ZGB. Ehelicher Verbrauchsunterhalt kann nur mittels vorsorglicher Massnah-

men oder im Eheschutzverfahren zugesprochen werden (P. Maier, Die Berechnung 

ehelicher  und  nachehelicher  Unterhaltsbeiträge,  a.a.O.,  S.  1290;  S.  Zogg,  "Vor-

sorgliche" Unterhaltszahlungen im Familienrecht, a.a.O., S. 48; BGE 142 III 193, E. 

5.3;  BGer, 17.5.2013,  5A_933/2012,  E.  5).  Dementsprechend  kommen  auch an-

dere Verfahrensmaximen zur Anwendung. Die Zusprechung von ehelichem Unter-

halt für die Dauer des Verfahrens mittels Scheidungsurteil ist nicht möglich.

3.

Tilgungen

Wie die Klägerin ausführt, hätten die Parteien in der Phase I weiterhin das gemein-

same  Haushaltskonto  bei  der  Bank  W._____  benutzt.  Beide  Parteien  hätten  auf 

dieses Konto überwiesen und über dieses Konto Rechnungen für sich und die Kin-

der beglichen. Der Beklagte habe während der ersten Phase Fr. 24'251.- auf dieses 

Konto einbezahlt und für sich Fr. 6'083.25 für seinen eigenen Bedarf verwendet. 

Dies ergebe einen Gesamtunterhaltsbeitrag von Fr. 18'167.75 für die Klägerin und 

die Kinder zusammen in dieser Phase. Zusätzlich habe der Beklagte in dieser ers-

ten Phase die Krankenkassenprämien der Kinder beglichen. Für C._____ seien das 

monatlich Fr. 120.- und für D._____ Fr. 116.- gewesen. Insgesamt habe der Be-

klagte für die Krankenkassenprämien in dieser Phase I für die Kinder so Fr. 2'596.- 

beglichen (act. 74, N 85f.).

Der Beklagte lässt - ohne Belege oder substanziierte Bestreitung der Zahlen - aus-

führen, er habe in dieser Phase lediglich Fr. 668.40 für seine eigenen Zwecke be-

zogen. Ausserdem seien auch noch Kosten für Internet und TV durch den Beklag-

ten vom Haushaltskonto bezahlt worden, was ja den Kindern zu Gute gekommen 

sei. Unter Berücksichtigung der durch den Beklagten auch noch beglichenen Miet-

zinsen  von  Fr.  500.-  für  die  1-Zimmerwohnung  der  Klägerin  seien  dieser  so  Fr. 

- 50 -

2'858.25 pro Monat zur Verfügung gestanden. Ausserdem habe die Klägerin gar 

nie auf das Haushaltskonto einbezahlt. 

Der strenge Untersuchungsgrundsatz und der Offizialgrundsatz entbinden die Be-

teiligten nicht von ihrer Mitwirkungspflicht (BGer. 5A_242/2019, E. 3.2.1, vom 29. 

September 2019). Das Gericht ist nicht verpflichtet, in vorgelegten Belegen nach 

einer allfälligen Tilgung oder Bezahlung von bereits geleistetem Unterhalt zu for-

schen (BGer. 5A_75/2018, v. 18. Dezember 2018, E. 9). 

Vorliegend kann nur Kinderunterhalt festgelegt werden. Wieviel der Beklagte davon 

bereits geleistet hat, und wieviel an persönlichem Unterhalt für die Klägerin über-

wiesen wurde, erhellt aus den Ausführungen der Parteien nicht. Es wäre am Be-

klagten gewesen, allfällige Tilgungen der einzelnen Unterhaltsansprüche darzule-

gen. Daran ändert auch nichts, dass die Klägerin Tilgungen anerkennt, tut sie dies 

doch für den gesamten Unterhalt, den der Beklagte überwiesen hat. Einzig die An-

erkennung der Begleichung der Krankenkassenprämien durch den Beklagten hätte 

Einfluss auf die Höhe der Unterhaltsbeiträge. Weil aber in Phase I nicht die Klägerin 

Empfängerin des Kinderbarunterhalts ist, sondern dieser direkt durch den Beklag-

ten für die in seinem Haushalt lebenden Kinder bezahlt wird, ändert sich nichts am 

Umfang desjenigen Betrages, den der Beklagte für den Betreuungsunterhalt an die 

Klägerin überweisen muss. 

Auch  aus  dem  Kontoauszug  der  Bank  W._____  und  den  Zuordnungen  der  Zah-

lungsflüsse (act. 75/13) lässt sich nicht eruieren, ob diese jeweils im Rahmen des 

Barunterhalts,  Betreuungsunterhalts  oder  des  ehelichen  Unterhalts  erfolgten.  So 

sind beispielsweise in act. 75/13 Fr. 3'500.- mit dem Vermerk "Hälfte Kredit" aufge-

führt (17.12.2020). Es bleibt unklar, wofür dieser Kredit verwendet wurde, zumal er 

in der Spalte "für Kosten I" (also gemäss Legende Kosten für A._____") aufgeführt 

ist. Noch viel weniger erhellt, wofür die Fr. 400.- am 28.12.2020 mit dem Vermerk 

"(Bezahlung … NOV Transfer 24.12.)" bestimmt sind, zumal sie in der Spalte "für 

Kosten I" aufgeführt sind. 

- 51 -

Eine  detaillierte  Aufstellung,  welche  Zahlungen  bereits  durch  den  Beklagten  im 

Rahmen des Betreuungsunterhalts geleistet worden sind, wäre von Nöten gewe-

sen. Allfällige Tilgungen können vorliegend nicht berücksichtigt werden. 

Hingegen  ist  von  dem  bereits  im  Rahmen  der  Teilscheidungsvereinbarung  vom 

26. Oktober 2021 für die Dauer des Verfahrens vereinbarten und bereits bezahlten 

Akontobeiträge an die Kinderkosten im Umfang von Fr. 1'800.- zzgl. Kinderzulagen 

pro Monat von den berechneten Kinderunterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 1 vorste-

hend Vormerk zu nehmen. 

4. Güterrechtliche Auseinandersetzung

4.1

Vorbemerkung

Für die güterrechtliche Auseinandersetzung gelten die Dispositions- und die Ver-

handlungsmaxime (Art. 277 Abs. 1 ZPO). Gemäss der Verhandlungsmaxime ha-

ben  die  Parteien  dem  Gericht  die  Tatsachen,  auf  die  sie  ihre  Begehren  stützen, 

darzulegen  und  die  Beweismittel  anzugeben  (Art. 55  Abs. 1  ZPO,  vgl.  u.a.  auch 

Urteil  des  Bundesgerichts  4A_334/2012  vom  16. Oktober  2012,  E.  3.1).  Art. 277 

Abs. 2 ZPO schwächt den Verhandlungsgrundsatz nur insofern ab, als er dem Ge-

richt  eine  Hinweispflicht  auferlegt,  wenn  für  die  Beurteilung  der  diesbezüglichen 

Scheidungsfolgen  notwendige  Urkunden  fehlen.  Diese  richterliche  Pflicht  be-

schränkt sich indessen auf die Urkunden, die zum Beweis einer behaupteten Tat-

sache erforderlich sind, das heisst auf eine Korrektur ungenügend substantiierter 

Beweisanträge. Von den Beweisanträgen sind die Tatsachenbehauptungen zu un-

terscheiden. Art. 277 Abs. 2 ZPO begründet keine Pflicht des Gerichts, auch dort 

auf eine Nachbesserung hinzuwirken, wo eine Partei eine Tatsachenbehauptung, 

die sich auf die vermögensrechtlichen Scheidungsfolgen bezieht, nicht genügend 

substantiiert  hat  (Urteil  des  Bundesgerichts  5A_751/2014  vom  28. Mai  2015,  E. 

2.3). Die eben erwähnte richterliche Pflicht relativiert sich zudem umso mehr, als 

eine Partei anwaltlich vertreten ist. 

4.2

Zeitpunkt  für  Bestandesaufnahme  der  Vermögenswerte  und  Schulden 

im Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung

- 52 -

Während für die Feststellung des Bestandes der Vermögenswerte der Ehegatten 

der Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes massgebend ist (Art. 207 Abs. 1), 

bestimmt sich der Wert der Vermögenswerte grundsätzlich gemäss Art. 214 Abs. 1 

ZGB zum Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung. 

Muss ein Scheidungsurteil gefällt werden, sind die Werte zum Zeitpunkt des ge-

richtlichen Entscheids massgebend (BGE 121 III 154 E. 3a.). Wenn der Prozess 

noch andauert, kann dieser nur geschätzt werden. Dabei ist von den aktuellen Ver-

kehrswerten auszugehen (Wert bei Einreichung der Eingabe der Partei oder Datum 

der Verhandlung, Ph. Maier, S. Hampel, Substanziierungsobliegenheiten im Ehe-

güterrecht, ZZZ 2020, S. 103, 112). 

Bei Forderungen und Schulden ist der Nominalwert im Zeitpunkt der Auflösung des 

Güterstandes massgebend. Der Wert dieser Positionen kann demzufolge zwischen 

Zeitpunkt  Auslösung  Güterstand  und  güterrechtlicher  Auseinandersetzung  nicht 

mehr  schwanken.  Bankkonti  und  Säule  3a  Konti  müssen  dementsprechend  mit 

dem  Wert  zum  Zeitpunkt  der  Auflösung  des  Güterstandes  Eingang  in  die  güter-

rechtliche Auseinandersetzung finden (Ph. Maier, S. Hampel, Substanziierungsob-

liegenheiten  im  Ehegüterrecht,  a.a.O.,  S. 112  mit  entsprechenden  Substanziie-

rungshinweisen).

Objekte sind in der Errungenschaftsbeteiligung güterrechtlich dem Vermögen des-

jenigen Ehegatten zuzuordnen, der nach allgemeinem Vermögensrecht (Sachen-

recht,  Obligationenrecht,  weiteres  Vermögensrecht)  Rechtsträger  ist.  Sowohl  die 

Vermögenswerte, die einem Ehegatten zu Beginn des Güterstandes gehören, als 

auch die Vermögenswerte, die ihm später durch Erbgang oder sonst wie unentgelt-

lich  zugefallen  sind,  stellen  von  Gesetzes  wegen  Eigengut  dar  (Art. 198  Ziff.  2 

ZGB). Die übrigen Vermögenswerte zählen folglich zur Errungenschaft.

Gemäss Art. 204 ZGB ist der Güterstand bei Scheidung der Ehe auf den Tag zu-

rückzubeziehen, an dem das Begehren eingereicht worden ist. Keine Beachtung 

finden demgemäss Vermögenswerte und Schulden, welche erst nach dem Auflö-

sungszeitpunkt, aber noch vor der güterrechtlichen Auseinandersetzung in Erschei-

nung treten (BGE 121 III 152, E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 5A_26/2014 vom 

- 53 -

2. Februar 2015, E. 6.2). 

Hat ein Ehegatte zum Erwerb, zur Verbesserung oder zur Erhaltung von Vermö-

gensgegenständen  des  andern  ohne  entsprechende  Gegenleistung  beigetragen 

und besteht im Zeitpunkt der Auseinandersetzung ein Mehrwert, so entspricht seine 

Forderung dem Anteil seines Beitrages und wird nach dem gegenwärtigen Wert der 

Vermögensgegenstände  berechnet;  ist  dagegen  ein  Minderwert  eingetreten,  so 

entspricht die Forderung dem ursprünglichen Betrag (Art. 206 Abs. 1 ZGB).

Investierte hingegen ein Ehegatte Mittel einer seiner Vermögensmassen in die an-

dere Vermögensmasse, besteht eine Ersatzforderung von der investierenden Ver-

mögensmasse an die empfangende und wird sowohl am Minderwert als auch am 

Mehrwert der Investition beteiligt (Art. 209 Abs. 3 ZGB). 

Beglich ein Ehegatte Schulden der einen Vermögensmasse mit Mitteln der anderen 

Vermögensmasse, so besteht zwischen den beiden Vermögensmassen (des glei-

chen Ehegatten) eine Ersatzforderung (Art. 209 Abs. 1 ZGB). 

4.3

Güterrechtlich relevante Vermögenswerte und Schulden

Die Parteien unterstehen unbestrittenermassen und mangels eines einschlägigen 

Ehevertrags  dem  Güterstand  der  Errungenschaftsbeteiligung.  Sie  leiteten  am 

1. Juni 2021 das vorliegende Scheidungsverfahren ein, weshalb dies der Stichtag 

für die Feststellung der güterrechtlichen Verhältnisse ist. 

4.3.1 Bankkonti

Die Parteien sind sich einig, dass jeder Ehegatte das Vermögen derjenigen Konti 

behält, die jeweils auf ihren Namen lauten (act. 74 N 94, act. 122 N 64).

Während jedoch die Klägerin die Saldierung des gemeinsamen Bankkontos bei der 

Bank W._____ und die Auszahlung des verbliebenen Betrags je hälftig an die Par-

teien verlangt, macht der Beklagte geltend, der Saldo dieses Kontos stehe ihm zu. 

Er sei derjenige gewesen, der dieses Konto gespiesen habe. Zudem habe die Klä-

gerin  auch  nach  der  ersten  Anhörung  vor  dem  Bezirksgericht  Pfäffikon  ZH  noch 

Zugriff auf dieses Konto gehabt und der Beklagte habe noch über einen längeren 

- 54 -

Zeitraum danach die Krankenkassenprämien der Klägerin bezahlt, mutmasslich bis 

zur zweiten Verhandlung (act. 122 N 64).

Im Weiteren bestreitet der Beklagte nicht, dass das Geld auf dem gemeinsamen 

Haushaltskonto Errungenschaft darstellt. 

Die Klägerin fordert keine Ausgleichszahlung, sondern die Saldierung und hälftige 

Teilung des Guthabens. Sie stellt diesbezüglich aber kein Rechtsbegehren und die-

sem  könnte  infolge  mangelnder  gesetzlicher  Grundlage  auch  nicht  entsprochen 

werden. 

4.3.2 Säule 3a

Die Klägerin behauptet, der Beklagte habe in den Jahren 2016 - 2020 Fr. 23'416 in 

die  Säule  3a  aus  seiner  Errungenschaft  einbezahlt.  Darum  habe  sie  einen  Aus-

gleichsanspruch von Fr. 13'268.- (act. 74 N 96).

Bei Guthaben der Säule 3a ist das Datum der Auflösung des Güterstandes mass-

gebend. Vorliegend ist das der 1. Juni 2021. Wieviel der Beklagte in den genannten 

Jahren eingezahlt hat, ist nicht relevant, sondern es wäre der Wert des Guthabens 

zu behaupten bzw. der Antrag zu stellen gewesen, dass der Beklagte die entspre-

chende Urkunde ediert, welche den Wert des Kontos per 1. Juni 2021 ausweist. 

Die Klägerin verlangt hingegen die Edition sämtlicher Bescheinigungen für Beiträge 

des Beklagten an die Säule 3a im Jahr 2021 (act. 74 N 95f.). Dieser Beweisantrag 

ist aber erstens zu unbestimmt und zweitens würde er nicht die benötigten Zahlen 

belegen (zur schlüssigen Behauptung bei der Säule 3a: Ph. Maier, S. Hampel, Sub-

stanziierungsobliegenheiten  im  Ehegüterrecht  a.a.O.,  113f.;  BGE  137  III  337,  E. 

2.1.2).

Der Beklagte anerkennt aber einen Wert von Fr. 10'348.- (act. 122, N66) für den 

Wert des Säule 3a-Kontos. Dieser Wert ist als Vermögenswert der Errungenschaft 

des Beklagten zu berücksichtigen. 

- 55 -

4.3.3 Autos, Mobiliar

Die Parteien sind sich einig, dass die Autos in demjenigen Eigentum verbleiben, 

auf den sie eingetragen sind. Es werden keine Ausgleichszahlungen gefordert (act. 

74 N 97, 122 N 67). 

In Bezug auf das Mobiliar wird der Wert des Mobiliars als Errungenschaft anerkannt 

(Fr. 2'000.-) und eine Ausgleichsforderung der Klägerin im Umfang von Fr. 1'000.- 

anerkannt (act. 74 N 98, act. 122 N 68). 

4.3.4 Massagepraxis

Der  Beklagte  lässt  ausführen,  die  Klägerin  müsse  Gründungskosten  im  Umfang 

von Fr. 2'000.- für ihre Massagepraxis gehabt haben, indem sie Dekogegenstände 

und mindestens eine Massageliege habe kaufen müssen. Diese seien aus Errun-

genschaft finanziert worden. Ausserdem habe der Beklagte ihr geholfen, ihren Kun-

denstamm aufzubauen. Dieser weise schätzungsweise einen Wert von Fr. 3'000.- 

auf (act. 122 N 69). 

Es  ist  unklar,  was  der  Beklagte  mit  der  Geltendmachung  der  Gründungskosten 

(Massageliegen, Einrichtungsgegenstände der Massagepraxis) fordern will: Um die 

Investitionen von damals als Teil der Errungenschaft der Klägerin aufführen zu kön-

nen,  bräuchte  es  einen  aktuellen  Vermögenswert.  Dazu  führt  der  Beklagte  aber 

nichts aus. 

Will der Beklagte zudem Ersatzforderungen zwischen den Vermögensmassen gel-

tend machen, wäre der Beitrag i. S. v. 206 bzw. 209 ZGB zu beziffern gewesen. 

Dasselbe gilt für den geltend gemachten Wert des Goodwills der Massagepraxis: 

Es ist erstens nicht ersichtlich, ob es sich dabei um einen aktuellen Wert handelt 

und zweitens wie hoch der geltend gemachte Beitrag des Beklagten gewesen sein 

soll. 

Für  die  Massagepraxis  der  Klägerin  kann  somit  kein  Vermögenswert  eingesetzt 

werden. 

- 56 -

4.3.5 Steuern

Der Beklagte führt aus, er habe im Jahr 2020 den grössten Teil der Steuern bezahlt. 

Im Jahr 2021 habe die Klägerin ursprünglich einen Drittel der Steuerrechnung mit-

finanzieren wollen, habe dann aber dem Beklagten die gesamte Steuerschuld über-

lassen. Aufgrund der Rechtshängigkeit der Scheidung per Ende Juni 2021 werde 

¼ der Steuerlast in der derzeit geschätzten Summe von Fr. 6'000.-, also Fr. 1'500.- 

von der Klägerin gefordert (act. 122 N 69). Die Klägerin bestreitet nicht nur die Höhe 

der Forderung, sondern auch deren Bestand. Belege reicht der Beklagte keine ein, 

weshalb  die  Forderung  abzuweisen  ist.  Es  sei  die  Bemerkung  erlaubt,  dass  die 

Ehegatten im Steuerjahr 2021 aufgrund der Trennung im Dezember 2020 sowieso 

getrennt besteuert wurden (vgl. act. 134/4). Die Steuerlast im Jahr 2020 stellt nor-

malen Unterhalt der Familie dar. 

4.3.6 Ausbildung

Der Beklagte verlangt, dass die Klägerin ihre Ausbildungkosten ausgleicht. Auch 

hier erhellt nicht, warum der Beklagte diese Ausbildungskosten anführen lässt. Das 

Gesetz  spricht  im  Zusammenhang  mit  der  güterrechtlichen  Auseinandersetzung 

nur von "Vermögenswerten". Ausbildungskosten bzw. eine bessere Ausbildung ist 

kein Vermögenswert, da ein aktueller Wert nicht beziffert werden kann. Dement-

sprechend beziffert der Beklagte auch keinen aktuellen Wert. Er führt auch nicht 

aus, aus welcher Errungenschaft diese Kosten finanziert worden sind oder dass es 

sich dabei zwischen den Ehegatten um ein Darlehen handle (act. 122 N 69, S. 71). 

Diese Kosten sind deshalb nicht zu berücksichtigen. 

4.3.7 Passiven

Kredit N._____ für Therapiekosten D._____

Der Beklagte beziffert diese Schuld mit Fr. 20'149.- und verbucht diese in seiner 

Errungenschaft (vgl. act. 122, N 69, Tabelle und eine Seite weiter die Erläuterung 

hierzu). 

- 57 -

Auch hier ist aber nicht klar, ob es sich dabei um den ursprünglichen Kreditbetrag 

oder denjenigen per 1. Juni 2021 handelt. Damit ist diese Position nicht schlüssig 

begründet und kann so nicht in der güterrechtlichen Auseinandersetzung Berück-

sichtigung finden. Die Klägerin anerkennt aber einen Betrag von Fr. 17'576.57 (act. 

148 N 70, Tabelle) als Passivum in der Errungenschaft des Beklagten. Dieser ist 

zu berücksichtigen. 

Darlehen bei AA._____

Dieses Darlehen wurde nach dem Stichtag 1. Juni 2021 aufgenommen und ist in 

der güterrechtlichen Auseinandersetzung daher nicht zu berücksichtigen (act. 74, 

N 101). 

Darlehen bei AB._____

Die  Klägerin  lässt  ausführen,  sie  habe  am  1.  Juni  2021  noch  ein  Darlehen  von 

AB._____ im Umfang von Fr. 8'000.- gehabt (act. 74 N 100 und 103). Davon habe 

sie ihre Lebenshaltungskosten während der Trennung finanziert. 

Der Beklagte bestreitet nicht den Bestand oder die Höhe dieses Darlehens, son-

dern führt aus, dass dieses Darlehen ohne Rücksprache mit dem Beklagten aufge-

nommen und nicht ersichtlich sei, wofür und wann dieses Darlehen aufgenommen 

worden sei (act. 122 N 70). Diese Bestreitungen sind vorliegend irrelevant. Der Be-

trag ist demzufolge bei den Passiven im Umfang von Fr. 8'000.- in der Errungen-

schaft der Klägerin zu berücksichtigen. 

Hypothekarzinsen

Die Klägerin lässt ausführen, dass die Liegenschaft, in welcher die Familie zusam-

men wohnte, im Eigengut des Beklagten stehe. Die Hypothekarzinsen seien aus 

seiner Errungenschaft bezahlt worden, weshalb einerseits dem Beklagten eine Er-

satzforderung  seiner  Errungenschaft  gegenüber  seinem  Eigengut  zustünde  und 

andererseits bestehe eine Ersatzforderung der Errungenschaft der Klägerin an das 

Eigengut des Beklagten (act. 74 N 105). 

- 58 -

Das Einfamilienhaus diente als eheliche Liegenschaft, die dafür aus der Errungen-

schaft bezahlten Hypothekarzinsen sind güterrechtlich unbeachtlich, da es sich da-

bei um den Unterhalt der Familie handelt (H. Hausheer, T. Geiser, Regina Aebi-

Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 6. A., 2018, N 

14.41 und N 14.43). Weitere Ausführungen erübrigen sich hierzu. Die entsprechen-

den  Hypothekarzinsen  können  in  der  güterrechtlichen  Auseinandersetzung  nicht 

berücksichtigt werden. 

4.3.8 Investitionen

Die Klägerin macht geltend, dass in das im Eigengut des Beklagten stehende als 

eheliche Liegenschaft dienende Einfamilienhaus aus Mitteln der Errungenschaft in-

vestiert worden sei. Im Jahr 2019 sei im Umfang von Fr. 18'000.- in den Garten 

investiert worden. Dies sei aus dem in der Steuererklärung 2019 aufgeführten Be-

trag im Umfang von Fr. 6'000.- ersichtlich, wobei sich der Restbetrag aus der Akon-

torechnung vom 16. April 2019 der AC._____ GmbH, welche sich bereits auf Fr. 

6'000.-  belaufe,  ergebe  (act.  74,  N  106).  Im  Weiteren  sei  in  den  Pool  sowie  die 

Lichtanlage  im  Umfang  von  Fr.  3'028.65  investiert  worden,  welche  sich  aus  den 

Rechnungen der AD._____ GmbH sowie der AE._____ AG vom 18. Januar 2020 

ergäben. Dazu käme ein Whirlpool für Fr. 600.-, was ebenfalls belegt sei. Insgesamt 

sei damit erstellt, dass die Errungenschaft des Beklagten Fr. 51'291.15 (inkl. Hypo-

zinsen) in das Eigengut des Beklagten investiert habe. Damit bestehe eine Ersatz-

forderung mindestens im Umfang des Nennwerts dieser Investiion. 

Über den Nennwert hinaus habe die Errungenschaft des Beklagten auch einen An-

spruch auf einen Anteil am konjunkturellen Mehrwert des Eigenguts. Um den kon-

junkterellen Mehrwert des Eigenguts in den 5 Jahren und 3 Monaten der Ehe bis 

zum Stichtag festzustellen, müsse grundsätzlich ein Gutachten eingeholt werden. 

Da dies aber zu kostspielig sei, sei der statistische Mehrwert von Einfamilienhäu-

sern im Kanton Zürich heranzuziehen. Gemäss dieser Statistik habe ein Einfamili-

enhaus im Jahr 2016 im Zürcher Oberland im Durchschnitt einen Verkaufserlös von 

Fr. 950'000.- erzielt. Im Jahr 2021 habe ein Einfamilienhaus im Kanton Zürich im 

Median einen Wert von Fr. 1'250'000.- erzielt. Dies entspreche einem Wertzuwachs 

von Fr. 300'000.-, was in Prozenten ausgedrückt 31.60% entspreche. In Anwen-

- 59 -

dung auf die Ersatzforderung von Fr. 51'291.15 ergebe dies eine Ersatzforderung 

von  Fr.  67'499.15,  welche  die  Errungenschaft  gegenüber  dem  Eigengut  des  Be-

klagten habe (act. 74, N 111f.)

Sind Schulden der Errungenschaft aus dem Eigengut oder Schulden des Eigengu-

tes  aus  der  Errungenschaft  eines  Ehegatten  bezahlt  worden,  so  besteht  bei  der 

güterrechtlichen Auseinandersetzung eine Ersatzforderung (Art. 209 Abs. 1 ZGB). 

Diese ist von den beidseitig variablen Ersatzforderungen gemäss Art. 209 Abs. 3 

zu unterscheiden. Beide entstehen zwischen den Gütermassen des gleichen Ehe-

gatten. Die Ersatzforderung nach Abs. 1 wird nur mit dem Nominalbetrag berück-

sichtigt. Ihr liegt eine einfache Schuld wie beispielsweise ein Darlehen zugrunde 

und nicht eine Investition (D. Steck, R. Fankhauser, Scheidung, Band I: ZGB / Art. 

209 N 6).

Haben Mittel der einen Vermögensmasse zum Erwerb, zur Verbesserung oder zur 

Erhaltung von Vermögensgegenständen der andern beigetragen und ist ein Mehr- 

oder ein Minderwert eingetreten, so entspricht die Ersatzforderung dem Anteil des 

Beitrages und wird nach dem Wert der Vermögensgegenstände im Zeitpunkt der 

Auseinandersetzung oder der Veräusserung berechnet (Art. 209 Abs. 3 ZGB). Sie 

kann sowohl einen Mehr- als auch einen Minderwert umfassen. Dieser berechnet 

sich anhand der Differenz zwischen dem Anschaffungs- und dem Wert im Zeitpunkt 

der  güterrechtlichen  Auseinandersetzung.  Diese  Ersatzforderung  geniesst  keine 

Nennwertgarantie (D. Steck, R. Fankhauser, a.a.O. Art. 209 N 17). 

Die Klägerin macht nicht geltend, der Beklagte habe eine einfache Schuld seines 

Eigengutes mit Mitteln seiner Errungenschaft im Sinne von Art. 209 Abs. 1 ZGB 

getilgt. Sie bringt vielmehr vor, es bestehe eine Investition seiner Errungenschaft in 

sein  Eigengut,  weshalb  in  seiner  Errungenschaft  eine  Ersatzforderung  mit  Mehr-

wertbeteiligung gegenüber seinem Eigengut entstanden sei. 

Die Klägerin hat zu behaupten, welchen Betrag der Beklagte zu welchem Zeitpunkt 

in welchen Vermögenswert investiert hat. Für jeden einzelnen Vermögenswert ist 

darzulegen, wie hoch der Verkehrswert des Vermögenswertes im Zeitpunkt der In-

vestition war und wie hoch er heute ist (vgl. P. Maier, S. Hampe, Substanziierungs-

- 60 -

obliegenheiten im Ehegüterrecht, a.a.O., S. 120.) Letzteres behauptet die Klägerin 

aber nicht schlüssig. Sie führt nur aus, es sei der konjunkturelle Mehrwert des Ei-

genguts, also der Liegenschaft, in welche investiert wurde, in den 5 Jahren und 3 

Monaten der Ehe bis zum Stichtag festzustellen. Festzustellen wäre aber der je-

weilige Verkehrswert der Liegenschaft im Zeitpunkt der Investition und der aktuelle 

Verkehrswert. Diese Differenz bildet den Mehr- oder Minderwert der Liegenschaft 

ab.  Die  Differenz  zwischen  dem  Wert  der  Liegenschaft  bei  Eheschliessung  und 

dem Wert bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung bildet nicht den massge-

benden Wert ab. 

Die Ersatzforderung kann vorliegend nicht berücksichtigt werden.

Die tabellarische Zusammenfassung der güterrechtlichen Auseinandersetzung der 

Parteien ergibt Folgendes: 

Errungenschaft 

Errungenschaft 

Klägerin

Beklagter

Aktiven 

Fr.

0.–

Fr. 10'348.– 

(Säule 3a)

Fr.

2'000.– 

(Mobiliar)

Passiven

Fr.

- 

8'000.–

Fr.

-17'576.–

(Darlehen)

(Darlehen)

Total:

Fr.

0.–

Fr.

0.–

Bei  beiden  Parteien  ergibt  sich  ein  Rückschlag,  weshalb  keinem  der  beiden  ein 

Anspruch  aus  Güterrecht  zusteht.  Das  Begehren  der  Klägerin,  wonach  der  Be-

klagte zu verpflichten sei, ihr Fr. 43'229.29 aus Güterrecht zu zahlen, ist abzuwei-

sen. 

5.

Vorsorgeausgleich

Gemäss Art. 123 ZGB werden die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einlei-

tung der Scheidung erworbenen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge bei der 

Scheidung ausgeglichen. 

- 61 -

Der Beklagte hat während der Ehe ein Vorsorgeguthaben von Fr. 32'000.90 erwor-

ben (act. 13). Die Klägerin erwarb währenddessen ein Guthaben von Fr. 997.- Die 

Pensionskasse des Beklagten, die AF._____ (act. 168), ist demnach anzuweisen, 

der Klägerin Fr. 15'501.95 auf ihr Vorsorgekonto der 2. Säule bei der Sammelstif-

tung AG._____ (act. 167) zu überweisen. 

6.

Teilscheidungsvereinbarung vom 21. Juli 2023

Die von den Parteien getroffene Teilscheidungsvereinbarung kann ohne Weiteres 

als angemessen beurteilt werden und ist zu genehmigen, zumal sie seit einiger Zeit 

gelebt wird und die Parteien und die Kinder mit der Betreuungsregelung und den 

vereinbarten Unterhaltsmodalitäten zufrieden sind (act. 164). 

IV.

Prozesskosten 

Das  Gericht  entscheidet  über  die  Gerichtskosten  in  der  Regel  im  Endentscheid, 

wobei  über  die  Prozesskosten  vorsorglicher  Massnahmen  zusammen  mit  der 

Hauptsache entschieden werden kann (Art. 104 Abs. 1 und 2 ZPO).

Die Prozesskosten werden nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt, wenn keine 

der Parteien vollständig obsiegt hat (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Von diesem Verteilungs-

grundsatz kann das Gericht in familienrechtlichen Verfahren abweichen (Art. 107 

Abs. 1 lit. c). Wenn ein Vergleich keine Regelung enthält, werden die Prozesskos-

ten gemäss Art. 106 - 108 ZPO verteilt. 

Der Beklagte stellte am 9. September 2021 (act. 26) ein Gesuch um superproviso-

rische Massnahmen hinsichtlich der Obhut der beiden Kinder. Dieses wurde voll-

umfänglich abgewiesen (act. 29). Dies hielt ihn nicht davon ab, wenige Tage später 

am 14. September 2021 (act. 34) abermals ein identisches Gesuch zu stellen. Auch 

dieses wurde vollumfänglich abgewiesen und zur Verhandlung betreffend vorsorg-

liche  Massnahmen  vorgeladen.  Nachdem  sich  die  Parteien  am  10. März  2022 

(act. 65) hinsichtlich der Obhut über die Kinder mittels vorsorglicher Massnahmen 

geeinigt hatten, stellte der Beklagte am 3. Juli 2023 abermals ein Gesuch um vor-

sorgliche Massnahmen mit praktisch identischen Anträgen hinsichtlich der Obhut 

- 62 -

(act.  127)  und  stiftete  damit  vollends  Verwirrung.  Erst  am  24.  Mai  2024  zog  der 

Beklagte das Gesuch zurück (Prot. S. 55). Streitgegenstand der (super-)provisori-

schen  Anträge  war  die  Rückführung  der  gemeinsamen  Kinder  in  die  Obhut  des 

Beklagten. Es handelte sich dabei also um eine nicht vermögensrechtliche Streitig-

keit, welche grundsätzlich unter § 5 GebV ZH fällt. In Anwendung von §§ 5 und 8 

GebV  ZH  ist  die  Gebühr  für  diese  Verfahren,  in  welchem  zwei  Mal  die  gleichen 

Anträge superprovisorisch gestellt und dann zurückgezogen wurden, auf Fr. 2'000.- 

festzusetzen. Für das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen vom 3. Juli 2023 sind 

nochmals Fr. 1'000.– zu verrechnen. 

Ausserdem stellte der Beklagte ein Protokollberichtigungsgesuch (act. 84), welches 

abgewiesen wurde. Es erscheint angemessen, dafür Fr. 1'000.- zu verrechnen.

In Anwendung namentlich von §§ 2, 5 und 6 Abs. 2 lit. b GebV ist die Grundgebühr 

für das Hauptverfahren auf Fr. 13'000.- festzusetzen: Das Verfahren gestaltete sich 

v.a. für das Gericht aufwändig und zeitintensiv. So fanden insgesamt drei Verhand-

lungen statt (vgl. Prot.), welche allesamt mehr als einen halben Tag dauerten. Aus-

serdem liess der Beklagte eine 80-seitige Klageantwort mit weitschweifenden und 

irrelevanten  Ausführungen  einreichen,  welche  auch  nach  Ansetzung  einer  Frist 

nicht  auf  das  Wesentliche  beschränkt  wurde  und  nur  deshalb  Berücksichtigung 

fand, weil ansonsten der Beklagte säumig gewesen wäre. Ausserdem war in Bezug 

auf den Unterhalt und das Güterrecht praktisch alles strittig. 

In  Anbetracht  der  Tatsache,  dass  es  vorliegend  -  nach  Einreichung  der  zweiten 

Teilscheidungsvereinbarung  (act.  131)  -  in  erster  Linie  um  Unterhaltszahlungen 

ging, ist zu prüfen, ob die Gebühr in Anwendung von § 5 Abs. 2 GebV OG zu erhö-

hen ist: Insgesamt forderte die Klägerin Unterhaltszahlungen für die Kinder im Um-

fang  von  Fr.  250'000.-;  (Kinderunterhalt:  Fr.  126'000.-,  ehelicher  Unterhalt: 

Fr. 125'000), wovon der Beklagte Kinderunterhalt im Umfang von Fr. 26'000.- zu-

gestand. Zudem verlangte die Klägerin eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von 

Fr. 43'000.-. Insgesamt lag damit ein Betrag von Fr. 267'000.- im Streit. Für diesen 

Betrag könnten gemäss § 4 GebV OG Fr. 15'430.- an Gerichtsgebühr verlangt wer-

den. Da es sich teilweise um wiederkehrende Leistungen i.S.v. Art. 92 ZPO handelt, 

- 63 -

kann der Betrag auf Fr. 13'000.- gesenkt werden (§ 4 Abs. 2 GebV ZH). Die Grund-

gebühr bleibt also bei Fr. 13'000.-. 

Wie dargelegt, lagen Fr. 267'000.- im Streit. Die Klägerin erhält Fr. 70'000.-, was 

26% des Streitwerts entspricht. Da aber v.a. der Beklagte durch weitschweifende 

und unnötige Eingaben für Prozessverzögerungen sorgte, sind ihm 50% der Ge-

richtsgebühren aufzuerlegen. Damit werden dem Beklagten und der Klägerin je Fr. 

6'500.- an Gerichtskosten für das Hauptverfahren auferlegt. Dem Beklagten werden 

zusätzlich die Gerichtskosten für die vorsorglichen Massnahmen im Umfang von 

Fr. 2'000.- und Fr. 1'000.– für das Protokollberichtigungsgesuch auferlegt. Der Klä-

gerin werden somit Fr. 6'500.–, dem Beklagten 9'500.- an Gerichtskosten auferlegt. 

Die Gerichtskosten sind - da beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege ge-

währt wurde und unter Hinweis auf eine allfällige Rückzahlungspflicht - einstweilen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Grundsätzlich gelten die gleichen Überlegungen für die Parteientschädigung, wel-

che in Anbetracht des Streitwerts, in Anwendung von §§ 4, 5 und 6 AnwGebV auf 

Fr. 18'245.- festgesetzt wird. Auch hier drängt sich eine hälftige Kostenteilung aus 

den oben genannten Überlegungen auf. Zwar obsiegt der Beklagte in Bezug auf 

die Unterhaltskosten und das Güterrecht zu ca. 70%, doch war er es, der den Auf-

wand für die Gegenseite mit unnötigen Eingaben und langfädigen Ausführungen in 

die Höhe trieb, zumal er der Gegenseite auch eine Prozessentschädigung für die 

diversen vorsorglichen Massnahmen schuldet. Die Parteientschädigungen sind da-

her wettzuschlagen. 

Zufolge der den Parteien bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege sowie unentgelt-

lichen Rechtsverbeiständung sind die Rechtsbeistände der Parteien angemessen 

zu entschädigen, sobald sie ihre Honorarnoten dargetan haben werden. Die ent-

sprechenden  Entschädigungen  sind  direkt  an  die  jeweiligen  unentgeltlichen 

Rechtsbeistände auszubezahlen (OGer ZH PF110018 vom 1. Juli 2011).

- 64 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Kinder die folgenden Kin-

derunterhaltsbeiträge zu bezahlen:

In Phase I (monatlich ab 1. Dezember 2020 bis 31. Oktober 2021):

 Fr.

1'639.–

Betreuungsunterhalt für D._____ 

in Phase 2 (monatlich ab 1. November 2021 bis 31. August 2023):

 Fr.

 Fr.

400.–

für C._____, zzgl. Kinderzulagen Fr. 200.–

1'617.–

für D._____, (davon Fr.1'217.– als Betreuungsunterhalt),
zzgl. Kinderzulagen Fr. 200.–

Für diesen Zeitraum nachweislich bereits geleistete Unterhaltsbeiträge sind 

in Abzug zu bringen.

2.

3.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis. 

Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des 

Kantons Zürich, I. Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In der 

Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Ur-

kunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Dieser Entscheid ist sofort vollstreckbar (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO).

- 65 -

1.

2.

Sodann wird erkannt:

Die Ehe der Parteien wird geschieden.

Die Kinder, C._____, geb. am tt.mm.2016, und D._____, geb. am 

tt.mm.2018, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien 

belassen. 

3.

Die Obhut für die Kinder, C._____, geb. am tt.mm.2016, und D._____, geb. 

am tt.mm.2018, wird beiden Parteien mit wechselnder Betreuung übertra-

gen. Der Wohnsitz der Kinder befindet sich bei der Mutter. 

4.

Die Teilvereinbarung der Parteien vom 21. Juli 2023 über die Scheidungsfol-

gen wird im Übrigen genehmigt. Sie lautet wie folgt:

A.

 Scheidung

1
[...].

B.

Elterliche Sorge, Obhut und Betreuung

Elterliche Sorge

2
[...]

Entsprechend sind die Parteien verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung 
und Ausbildung miteinander abzusprechen. Den Parteien ist bekannt, dass ein Aufenthaltswechsel 
der Kinder der Zustimmung beider Eltern bedarf, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt, 
oder der Wechsel des Aufenthaltsortes erhebliche Auswirkungen auf die Ausübung der elterlichen 
Sorge und die persönlichen Kontakte zwischen einem Elternteil und den Kindern hat.

Obhut

3
[...]

Die Parteien vereinbaren, dass der zivilrechtliche Wohnsitz der Kinder bei der Mutter ist. Verlegt 
die Mutter ihren Wohnsitz während der obligatorischen Schulzeit der Kinder auf ausserhalb der 
Schulgemeinde AH._____, wechselt der zivilrechtliche Wohnsitz von C._____ und D._____ zum 
Wohnsitz des Vaters.

Betreuungsregelung 

- 66 -

4
Die Parteien einigen sich über die Aufteilung der Betreuung der Kinder wie folgt:

Betreuung durch die Mutter: 

-

-

in geraden Kalenderwochen: von Montag bis Mittwoch um 11.50 Uhr (Schulschluss) und Sams-
tag ab 10.00 Uhr bis und mit Sonntag
in ungeraden Kalenderwochen: von Montag bis Mittwoch um 11.50 Uhr (Schulschluss) und am 
Sonntagabend ab 18.00 Uhr;

Betreuung durch den Vater: 

-
-

in geraden Kalenderwochen: von Mittwoch, 11.50 Uhr (Schulschluss), bis Samstag, 10.00 Uhr,
in ungeraden Kalenderwochen: von Mittwoch, 11.50 Uhr (Schulschluss), bis Sonntag, 18.00 Uhr.

Die Parteien sprechen sich über die Übergabe der Kinder ab. Im Streitfall gilt, dass der Vater die 
Kinder am Mittwoch von der Schule abholt und am Sonntag der Mutter bringt und die Mutter die 
Kinder jeweils am Samstag abholt und am Montag in die Schule bringt. 

Die neue Betreuungsregelung soll ab Schulbeginn des Schuljahres 2023/2024, d.h. per 1. Sep-
tember 2023 umgesetzt werden.

5
Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, dauert seine Betreuungsverantwortung 
bis Ostermontag, 18.00 Uhr. Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, beginn ihre 
Betreuungsverantwortung bereits am Freitag um 10.00 Uhr. 

Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Pfingsten, verlängert sich seine Betreuungs-ver-
antwortung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr.

Für Weihnachten und Silvester gilt im Streitfall folgende Regelung: In Jahren mit gerader Jahres-
zahl betreut der Vater die Kinder an Weihnachten (25./26.12) und die Mutter am 24. Dezember so-
wie an Silvester (31.12/1.1). In Jahren mit ungerader Jahreszahl betreut die Mutter die Kinder an 
Weihnachten (25./26.12) und der Vater am 24. Dezember sowie an Silvester (31.12/1.1). 

6
Die Eltern vereinbaren, dass der Vater die Kinder während der Schulferien 6.5 Wochen Ferien pro 
Jahr betreut. 

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindestens 2 Monate im Voraus ab. Kön-
nen sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.

7
Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte nach gegenseiti-
ger Absprache bleiben vorbehalten.

8
Ist ein Elternteil aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage, die Betreuung gemäss dem 
hier vereinbarten Betreuungsplan selber zu übernehmen, ist er verpflichtet für eine angemessene 
Betreuung der Kinder durch Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein.

C.

Kinderunterhalt,  Hilflosenentschädigung  und  Erziehungsgutschriften  ab  der  Umsetzung 
der neuen Betreuungsregelung

- 67 -

Kindesunterhalt 

9
Die Parteien vereinbaren, dass sie ab dem 1. September 2023 den Natural- und Barunterhalt der 
Kinder je zu 50 % übernehmen. D.h. die Eltern übernehmen jeweils diejenigen Kosten für die Kin-
der, die während der Zeit anfallen, die sie beim betreuenden Elternteil verbringen (insb. Verpfle-
gung, Alltagsbekleidung, Anteil Miete, Fremdbetreuungskosten) jeweils selber. Diese Regelung gilt 
auch für die Ferien.

10
Der Vater verpflichtet sich die Kosten für die Krankenkasse (KVG und VVG) für die beiden Kinder 
zu bezahlen.

Die ausserordentlichen Kinderkosten i.S.v. Art. 286 Abs. 3 ZGB von mehr als CHF 200.00 pro 
Ausgabeposition (daher einmalige oder zeitlich begrenzt anfallende Kosten des Kindes, wie bei-
spielsweise für (zahn-)ärztliche Behandlungen, Brillen, besondere schulische Massnahmen oder 
Prüfungsgebühren) übernehmen die Parteien auf Vorlage der entsprechenden Quittungen je zur 
Hälfte, soweit sie nicht durch Dritte (Versicherungen, Gemeinde, etc.) übernommen werden. Eben-
falls zu Hälfte übernehmen die Parteien die Kosten für Hobbies, Schule (Schulreise etc.) und öV-
Abos. Voraussetzung für die hälftige Kostentragung ist, dass sich die Parteien vorgängig über die 
Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine Einigung zustande, so trägt der veranlassende Elternteil 
die entsprechende Ausgabe einstweilen allein; die gerichtliche Geltendmachung der Kostenbeteili-
gung bleibt vorbehalten. 

11
Die Parteien halten fest, dass ab dem 1. September 2023, d.h. ab der Umsetzung der alternieren-
den Obhut, keine Kinderunterhaltsbeiträge mehr geschuldet sind. Im Übrigen, d.h. über den Kin-
desunterhalt bis zum 1. September 2023, hat das Gericht zu entscheiden.

Familienzulage und Hilflosenentschädigung 

12
Die Parteien vereinbaren, dass die Familien- und Ausbildungszulagen den Parteien je zu 50 % zu-
gesprochen werden. 

Die Parteien vereinbaren, dass die Hilflosenentschädigung sowie andere Sozialversicherungs-leis-
tungen für die Tochter D._____ vom 1. September 2023 bis zum 31. Dezember 2023 zu 100 % 
der Mutter und ab dem 1. Januar 2024 den Parteien je zu 50 % zugesprochen werden. Die Par-
teien nehmen zur Kenntnis, dass diese Gelder der Tochter D._____ zustehen und grundsätzlich 
für ihre Bedürfnisse einzusetzen sind. Die Mutter A._____ verpflichtet sich, eine Kopie der Abrech-
nungen der Hilflosenentschädigung und Sozialversicherung betreffend D._____ unaufgefordert 
dem Vater B._____ zuzustellen, sobald ihr diese vorliegen.

Derjenige Elternteil, der die Zulage bzw. Hilflosenentschädigung bezieht, überweist die Hälfte des 
Betrags jeweils monatlich dem anderen Elternteil.

Erziehungsgutschriften

13
[...]

- 68 -

5.

Die Erziehungsgutschrift für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden den 

Parteien je zur Hälfte angerechnet. Es ist Sache der Parteien, die betroffenen 

Ausgleichskassen zu informieren. 

6.

Das  Begehren  der  Klägerin  auf  Zusprechung  von  ehelichem  Unterhalt  wird 

abgewiesen. 

7.

Das  Begehren  der  Klägerin  auf  Zusprechung  von  nachehelichem  Unterhalt 

wird abgewiesen. 

8.

Die Pensionskasse AF._____, … [Adresse], wird angewiesen, mit Rechtskraft 

des  Scheidungsurteils  vom  Vorsorgekonto  des  Beklagten  (AHV-Nr.  3) 

Fr. 15'501.95.–, zuzüglich Zins ab 2. Juni 2021, auf das Vorsorgekonto der 

Klägerin (Arbeitgeber: AI._____ AG, Anschluss Nr: 4, AHV-Nr. 5, IBAN: CH6) 

bei der Sammelstiftung AG._____ der AJ._____ AG, … [Adresse], zu über-

weisen.

9.

Das  Begehren  der  Klägerin  auf  Zusprechung  einer  güterrechtlichen  Aus-

gleichszahlung im Umfang von Fr. 43'229.29 wird abgewiesen. 

10. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 16'000.- festgesetzt. 

11. Die Entscheidgebühr wird der Klägerin in der Höhe von Fr. 6'500.– sowie dem 

Beklagten in der Höhe von Fr. 9'500.– auferlegt, jedoch zufolge Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Gesuchsteller werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 

ZPO hingewiesen.

12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

13. Schriftliche Mitteilung an

 die Parteien

- 69 -

sowie nach Eintritt der Rechtskraft 

 mit Formular an das Zivilstandsamt AK._____,
 mit Formular an die Einwohnerkontrolle der Gemeinde AH._____,
 an die Kindesschutzbehörde Pfäffikon ZH,
 an die Pensionskasse AF._____, … [Adresse], (im Auszug gemäss Dis-

positiv-Ziffern 1 und 8 des Urteils).

14. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des 

Kantons  Zürich,  Zivilkammer,  Postfach,  8021 Zürich,  erklärt  werden.  In  der 

Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Ur-

kunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.

Bei einem gemeinsamen Scheidungsbegehren kann die Scheidung der Ehe 

nur wegen Willensmängeln angefochten werden (Art. 289 ZPO).

BEZIRKSGERICHT PFÄFFIKON

Bezirksrichter:

Gerichtsschreiberin:

M. Ottiger

lic. iur. K. Schoch