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**Case Identifier:** f04a19de-2da9-5cad-a929-6e3b274a20dc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.12.2023 720 23 102 / 278 (720 2023 102 / 278)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-102---278_2023-12-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 7. Dezember 2023 (720 23 102 / 278) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Abstellen auf die gemischte Methode bei ehemaliger Erwerbstätigkeit und einem Kind im 
schulpflichtigem Alter; Einholen eines neuen Gutachtens trotz Vorliegen eines älteren 
Gerichtsgutachtens.   
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin i.V. Liv Engelhardt 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dominique Flach, Advo-
katin, indemnis, Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
A.1 Die 1969 geborene A.____ stürzte gemäss Unfallmeldung vom 17. April 2001 am 16. Ap-
ril 2001 eine Treppe hinunter und verletzte sich dabei am Rücken. Am 12. April 2002 meldete sie 
sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung unter Hinweis auf Schmerzen der Lenden-
wirbelsäule mit Ausstrahlung ins Bein resp. Steissbein, Konzentrationsstörungen, Kopfschmer-
zen, hohen Blutdruck und Schlafstörungen, aufgrund deren sie nicht mehr arbeite, zum Bezug 
von IV-Leistungen an. Die Eidgenössische Invalidenversicherung verfügte daraufhin am 30. Juli 
2003 resp. 28. August 2003 die Zusprache einer halben IV-Rente (Härtefallrente) ab dem 1. April 

 

 
 
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2002. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2003 wurde diese Rente auf eine Viertelrente herunter-
gestuft, da aufgrund einer Gesetzesrevision kein Anspruch mehr auf eine Härtefallrente bestand. 
 
A.2 Nachdem A.____ mit Gesuch vom 8. November 2005 geltend machte, ein Arbeitsver-
such habe ergeben, dass sie nicht mehr als 40 % arbeitstätig sein könne, ermittelte die IV-Stelle 
nach Durchführung medizinischer Abklärungen in Anwendung der allgemeinen Methode einen 
IV-Grad von 57 % und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 10. Oktober 2006 ab dem 
1. November 2005 eine halbe Rente zu.  
 
A.3 Nach der Geburt der Tochter von A.____ im Jahr 2010 verfügte die IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) am 11. Februar 2013 die Einstellung der IV-Rente per 31. März 2013, da 
die Versicherte im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ihre Tochter vollzeitig 
betreuen und im Haushalt eine Einschränkung erfahren würde, die nicht rentenbegründend sei. 
Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung So-
zialversicherungsrecht (Kantonsgericht) im Entscheid vom 18. Juli 2013 (Verfahrensnummer 720 
2013 63 / 164) insoweit gut, als es die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung der Einschrän-
kungen im Haushaltsbereich an die Beschwerdegegnerin zurückwies. Nach weiteren Abklärun-
gen hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Februar 2014 an der Aufhebung der Rente fest. Diese 
Auffassung wurde vom Kantonsgericht mit Urteil 720 2014 74 / 403 vom 6. August 2015 bestätigt. 
  
A.4  Am 3. September 2021 meldete sich A.____ aufgrund ihrer Rücken-, Hüft- und Fusslei-
den sowie Entzündungen in den Armen bei der IV-Stelle erneut zum Bezug von IV-Leistungen 
an. Die IV-Stelle veranlasste daraufhin eine Abklärung im Haushalt, bei der gemäss Abklärungs-
bericht vom 19. April 2022 eine Einschränkung von 12,7 % eruiert wurde. Gestützt auf diesen 
Bericht und ein Gerichtsgutachten vom 12. Dezember 2014 von Dr. med. B.____, FMH Rheuma-
tologie sowie Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychothe-
rapie, verfügte die IV-Stelle am 6. März 2023 die Abweisung des Rentenantrags aufgrund eines 
nach der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs eruierten Invaliditätsgrades von 13 %. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten von Advokatin Dominique Flach, am 3. April 2023 Be-
schwerde beim Kantonsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 6. März 2023 
sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen an die Beschwerdeführerin. Sie begründete 
die Beschwerde im Grundlegenden damit, dass sie im Gesundheitsfall teilzeiterwerbstätig wäre 
und die IV-Stelle folglich zur Berechnung des Invaliditätsgrades auf die gemischte Methode hätte 
abstellen müssen. Auch habe die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt, 
indem sie diverse medizinische Unterlagen nicht berücksichtigt habe. Schliesslich postulierte die 
Beschwerdeführerin, dass der Haushaltsabklärungsbericht vom 19. April 2022 als Beweisgrund-
lage ungeeignet sei, da dieser dem Gutachten vom 12. Dezember 2014 widerspreche und dem 
Kindsvater einen zu hohen Mithilfeanteil anrechne.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab-
weisung der Beschwerde. Sie führte aus, dass sich die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihrer 
Tochter nie um eine Anstellung bemüht habe, obwohl ihre finanzielle Situation dies erfordert hätte, 

 

 
 
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weshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass sie auch im Gesund-
heitsfall nicht erwerbstätig wäre. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten medizinischen 
Unterlagen seien entweder bekannte Diagnosen, die bereits berücksichtigt worden seien, oder 
hätten ohnehin keinen massgebenden Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit.    
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 6. März 2023, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als 
Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfü-
gungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden 
Beschwerden zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde 
vom 3. April 2023 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 traten im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmun-
gen im IVG sowie im des Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht in Kraft (Wei-
terentwicklung der IV [WEIV]). Dabei wurde grundsätzlich ein stufenloses Rentensystem einge-
führt, wobei die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an eine ganze Rente fest-
gelegt wird (Art. 28b Abs. 1 IVG). Die vorliegend angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Ja-
nuar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts sind vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen 
führenden Tatbestands Geltung haben (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1). In Revisionsfällen 
nach Art. 17 ATSG gilt gemäss Rz. 9102 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der 
Invalidenversicherung (KSIR; gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2022) Folgendes: Liegt die 
massgebende Änderung vor dem 1. Januar 2022, finden die Bestimmungen des IVG und dieje-
nigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der bis zum 
31. Dezember 2021 gültigen Fassung Anwendung. Liegt die massgebende Änderung nach die-
sem Zeitpunkt, finden die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der Fassung gültig 
ab 1. Januar 2022 Anwendung. Der Zeitpunkt der massgebenden Änderung bestimmt sich nach 
Art. 88a IVV (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 8. Februar 2023, 8C_644/2022, 
E. 2.2.3). Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, trat die leistungsbeeinflussende 
Änderung der Verhältnisse vor dem 1. Januar 2022 ein. Demnach bleiben die Bestimmungen des 
IVG und diejenigen der IVV in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung an-
wendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und ange-
wendet. 
 

 

 
 
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2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-ge-
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 
7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich-
tigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 
überwindbar ist (Satz 2). Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). 
 
3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dies ist die 
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten 
des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Me-
thode (BGE 128 V 29). 
 
3.2  Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der In-
validität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der 
Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 
 
3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des 
Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art.16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese 
Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemes-
sen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 

 

 
 
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V 15 E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der 
Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist 
die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen 
(Art. 27bis IVV). 
 
3.4 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter-
werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1). 
Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im 
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch er-
werbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen). Da es sich um einen hypothetischen, für 
den Fall intakter gesundheitlicher Verhältnisse angenommenen Sachverhalt handelt, kommt der 
Darstellung der betroffenen Peron erhöhter Stellenwert zu (Urteil des Bundesgerichts vom 10. 
April 2014, 8C_812/2013, E. 3.2.1). In der Regel ist auf die sogenannte spontane "Aussage der 
ersten Stunde" abzustellen (BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinweisen). Denn die ersten, intuitiven An-
gaben sind regelmässig als glaubhafter einzustufen als im Nachgang dazu gemachte, widerspre-
chende Aussagen. Letztere bedingen eine kritische Würdigung, können sie doch – bewusst oder 
unbewusst – von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein-
flusst sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 8C_741/2014, E. 4.2). Bei im 
Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und er-
werblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber 
Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei-
gungen und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 144 I 28 E. 2.3, 125 V 146 E. 2c). Die Status-
frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü-
gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeüb-
ten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1 mit Hinweisen).  
 
4.1 In dem von der IV-Stelle eingeholten psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 7. Dezember 2002 findet sich eine Erwerbsbiografie 
der Beschwerdeführerin. Demnach sei sie am 10. August 1989 von der Türkei in die Schweiz 
eingereist und habe noch im gleichen Jahr eine Anstellung in der Batterieherstellung angetreten. 
Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Jahr 1996 sei sie drei Monate lang in der Glaskon-
trolle tätig gewesen sei. Am 2. Oktober 2000 habe sie einen befristeten Einsatz als Konfektionie-
rungsmitarbeiterin angetreten (vgl. Arbeitsbescheinigung vom 29. Juni 2001 der E.____ AG). Vor 
dessen Ende habe sich die Beschwerdeführerin am 16. April 2001 bei einem Treppensturz ver-
letzt und sei in der Folge krankgeschrieben gewesen. Mit Aufhebungsvertrag vom 6. Juli 2001 
sei das befristete Anstellungsverhältnis per 30. Juni 2001 aufgelöst worden. Gemäss Angaben 
der Beschwerdeführerin im Anmeldeformular zum Bezug von IV-Leistungen vom 8. November 
2005 habe das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) im April 2004 mit ihr einen Arbeits-
versuch in einem Pensum von 40 % durchgeführt. Dieser habe ergeben, dass das zumutbare 
maximale Arbeitspensum der Beschwerdeführerin bei 40 % liege.  
 

 

 
 
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4.2 Nach ihrer ersten Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen vom 12. April 2002 wurde 
die Beschwerdeführerin von behördlicher Seite langjährig als im Gesundheitsfall erwerbstätig ka-
tegorisiert: Die Eidgenössische Invalidenversicherung verfügte am 30. Juli 2003 resp. 28. August 
2003 in Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs die Zusprache einer 
halben IV-Rente ab dem 1. April 2002, die mit Verfügung vom 9. Dezember 2003 ohne Änderung 
der Methode auf eine Viertelrente heruntergestuft wurde. Mit Verfügung der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung vom 10. Oktober 2006 wurde der Beschwerdeführerin wieder in Anwen-
dung der allgemeinen Methode eine halbe IV-Rente zugesprochen, nachdem diese eine Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend gemacht hatte. Als ihre Tochter in 2010 ge-
boren wurde, wurde die Beschwerdeführerin mit Verfügung der IV-Stelle vom 3. Februar 2014 als 
im Gesundheitsfall nichterwerbstätig kategorisiert und ihre IV-Rente wurde eingestellt. Dagegen 
erhob sie am 28. Februar 2014, vertreten von Advokat Dr. Marco Chevalier, Rechtsanwälte 
Schmid Hofer, Beschwerde beim Kantonsgericht, welche mit Urteil vom 6. August 2015 abgewie-
sen wurde. Das Gericht erwog, dass der langjährig unerfüllte Kinderwunsch der Beschwerdefüh-
rerin sowie der Mangel an Drittbetreuungsoptionen für ihr Kind dafür sprechen, dass sie im Ge-
sundheitsfall nichterwerbstätig wäre und sich vollumfänglich mit der Kindesbetreuung befassen 
würde. So war die Betreuung weder bei ihrem Bruder und seiner Frau noch dem Kindsvater, der 
auch IV-Rentner ist, möglich, zumal diese nicht in der Region lebten. Eine kostenpflichtige Dritt-
betreuung war in Anbetracht des vergleichsweise geringen Lohnes ihrer bisherigen Tätigkeit als 
Betriebsmitarbeiterin auch zweifelhaft. Nachdem die Beschwerdeführerin sich am 3. September 
2021 erneut für den Bezug von IV-Leistungen anmeldete, gab sie im Rahmen der von der IV-
Stelle durchgeführten Ermittlung der Erwerbstätigkeit am 8. April 2022 an, dass sie ohne gesund-
heitliche Einschränkungen zu 50 % berufstätig wäre (Protokoll zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit 
vom 14. April 2022). 
 
4.3 In der angefochtenen Verfügung vom 6. März 2023 erachtete die IV-Stelle die Beschwer-
deführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als nichterwerbstätig im Gesundheitsfall und 
berechnete ihren Invaliditätsgrad anhand des Betätigungsvergleichs. Die Beschwerdeführerin sei 
seit 2001 nicht mehr erwerbstätig gewesen und habe sich seither auch nicht nachhaltig um eine 
Anstellung bemüht trotz finanzieller Abhängigkeit von der Sozialhilfe. Hinzu komme, dass das 
familiäre und soziale Umfeld der Beschwerdeführerin eine regelmässige kostenlose Fremdbe-
treuung ihres Kindes nicht erlaube, was weiter gegen die Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall 
spreche.  
 
4.4 Der IV-Stelle ist insoweit zuzustimmen, dass das letzte Anstellungsverhältnis der Be-
schwerdeführerin langjährig zurückliegt und sie gemäss Aktenlage seit ihrem Unfall auch keine 
Bewerbungsbemühungen anstellte. Für die Statusfrage ist jedoch entscheidend, in welchem Pen-
sum sie im Gesundheitsfall hypothetisch erwerbstätig wäre (vgl. Erwägung 3.4 hiervor), weshalb 
– wie im Rahmen der Beschwerde richtigerweise argumentiert –  die Umstände vor Eintritt der 
Invalidität zu berücksichtigen sind. Vor Eintritt des Unfallereignisses war die Beschwerdeführerin 
– wenn auch mit gewissen Unterbrüchen – über mehrere Jahre in einem Vollzeitpensum erwerbs-
tätig. Entsprechend wurde sie vor der Geburt ihrer Tochter auch von behördlicher Seite als er-
werbstätig im Gesundheitsfall betrachtet und ihr Invaliditätsgrad wurde in Anwendung der allge-

 

 
 
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meinen Methode berechnet. Indizien, dass die Beschwerdeführerin keiner Arbeit mehr nachge-
gangen wäre, hätte sich das Unfallereignis nicht zugetragen, liegen keine vor. Dass sie nach der 
Geburt ihrer Tochter als nichterwerbstätig im Gesundheitsfall kategorisiert wurde, lag gemäss 
Urteil vom 6. August 2015 einzig an der zu diesem Zeitpunkt anfallenden Kindesbetreuung und 
den mangelnden Fremdbetreuungsoptionen. Da sich die Tochter der Beschwerdeführerin inzwi-
schen jedoch im schulpflichtigen Alter befindet, ist davon auszugehen, dass heute ein vergleichs-
weise geringerer Betreuungsaufwand vorliegt und die Beschwerdeführerin demgemäss mehr Zeit 
für die finanzielle Versorgung ihrer Familie aufwenden könnte. Hinzukommt, dass die Beschwer-
deführerin selbst angab, im Gesundheitsfall zu 50 % erwerbstätig zu sein. Unter Anwendung der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur "Aussage der ersten Stunde" kommt dieser Darlegung 
ein erhöhter Stellenwert zu. Diese Äusserung tätigte die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage 
spontan und in Abwesenheit einer Rechtsvertretung und auch liegen keine anderen Sachverhalt-
selemente vor, welche ihre Selbsteinschätzung in Frage stellen würden. Zusammenfassend ver-
mochte die Beschwerdegegnerin es nicht nachvollziehbar zu begründen, warum die Beschwer-
deführerin im Gesundheitsfall bei einer Reduzierung des Betreuungsaufwandes nicht zumindest 
einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgehen würde. In Berücksichtigung der behördlichen Einschät-
zung der Statusfrage vor der Geburt der Tochter der Beschwerdeführerin, deren verringerten Be-
treuungsbedarf und der eigenen Angaben der Beschwerdeführerin ist vielmehr mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 
50 % erwerbstätig und zu 50 % nichterwerbstätig wäre. Die Beschwerdegegnerin stellte somit zu 
Unrecht auf den Betätigungsvergleich bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ab und es ge-
langt vorliegend die gemischte Methode zur Anwendung.  
 
5.1  Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang bezüglich welcher Tätig-
keit die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zu-
gemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen).  
 
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) –  wie alle an-
deren Beweismittel –  frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 

 

 
 
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nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange um-
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksich-
tigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob 
die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 
125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 
für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richt-
linien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinwei-
sen). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe 
von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkennt-
nisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizi-
nisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise wider-
sprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu 
andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt 
sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig 
genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es 
die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober-
expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 
125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
5.5 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, 
dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren 
nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen 
definiert systematisierte Indikatoren, die –  unter Berücksichtigung von leistungshindernden 
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander-
seits –  erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 
E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord-
nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht-
lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die 
materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 3.7.2). 
 

 

 
 
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6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2).  
 
7.  Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejenigen 
Berichte wiedergegeben werden, welche für den vorliegenden Entscheid zentral sind.  
 
7.1 Mit Beschluss vom 26. Juni 2014 ordnete das Kantonsgericht die Einholung eines Ge-
richtsgutachtens an. Es beauftragte Dr. B.____ und Dr. C.____ mit der rheumatologischen und 
psychiatrischen Begutachtung der Beschwerdeführerin, die daraufhin am 12. Dezember 2014 ein 
bidisziplinäres Gutachten verfassten. Im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung stellte 
Dr. B.____ fest, dass die Beschwerdeführerin von körperlichen Schmerzen, vor allem im Rücken, 
im linken Bein, im linken Handgelenk und in den Füssen, berichte, sich selbst jedoch auch be-
wusst sei, dass diese Schmerzen Ausdruck ihrer psychischen Belastungssituation sein mögen. 
Nachdem er eine Röntgenuntersuchung veranlasste und sie spezifisch am Rücken und an den 
peripheren Gelenken untersuchte, diagnostizierte er mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 
Widespread Pain Syndrom resp. eine Fibromyalgie (ICD-10 M79.7), das resp. die sich unter an-
derem durch Schmerzen im Körper, Erschöpfung und verminderter Leistungsfähigkeit, Muskel-
schwäche, unscharfem Sehen, Taubheitsgefühle im linken Bein und Appetitverlust bemerkbar 
mache. Weiter diagnostizierte er ein chronisches lumbovertebrales, intermittierend lumbospon-
dylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5 und M54.4), ein leichtes zervikales Schmerzsyndrom 
(ICD-10 M54.2), eine Tendenz zur Hypermobilität sowie einen beidseitigen Pes Planus (sog. 
Plattfuss). Die Schmerzhaftigkeit und die Verspannungszustände seien – mit Ausnahme von de-
generativen Veränderungen der unteren Halswirbelsäule – nicht auf ein organisches Korrelat zu-
rückzuführen, sondern hauptsächlich im Rahmen des rheumatischen Beschwerdebildes zu inter-
pretieren. Da der Muskelskelettapparat medizinisch-theoretisch voll funktional sei, bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von 100 % für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Eine schwere Tätigkeit, bei 
der Gewichte über 11 Kilogramm getragen oder in Zwangspositionen (gebückt oder in Kopfrekli-
nation) oder repetitiv monoton gearbeitet werden müsse, seien aus schmerzmedizinisch-rheuma-
tologischer Sicht ungeeignet. Zumal keine spezifischen somatischen Einschränkungen vorliegen 
würden, könne die Beschwerdeführerin auch sämtliche Haushaltstätigkeiten ausführen. Bei der 
psychiatrischen Untersuchung durch Dr. C.____ habe die Beschwerdeführerin Erinnerungs-, 
Konzentrations- und Schlafschwierigkeiten, ein regelmässiger Pausenbedarf, Lärmempfindlich-
keit und eine innere Unruhe sowie diverse körperliche Schmerzen beklagt. Vom Gemüt her sei 
sie unglücklich und lebe nur noch für ihre Tochter. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-

 

 
 
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beitsfähigkeit stellte Dr. C.____ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradi-
ger Ausprägung (ICD-10 F33.1), akzentuierte Persönlichkeitszüge vom ängstlichen, selbstunsi-
cheren Typ (ICD-10 Z73.1) und eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Die alltägli-
chen Verrichtungen im Haushalt und die Aufrechterhaltung ihrer sozialen Kontakte seien subjektiv 
mit einer grossen Anstrengung für die Beschwerdeführerin verbunden. Sie könne ihren Alltag 
jedoch meistern, wenn sie genügend Pausen einlege. Ihre akzentuierten Persönlichkeitszüge 
vom selbstunsicheren, ängstlichen Typ würden sich psychosomatisch in ihrer schmerzhaften 
Muskelanspannung niederschlagen. Dr. C.____ attestierte eine Arbeits- und Leistungsunfähig-
keit von 50 %. Eine Beeinträchtigung in der Haushaltsführung sei jedoch psychiatrisch nicht be-
gründbar, da die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ihre Arbeiten über den Tag zu verteilen und 
Pausen einzulegen, und zudem Hilfe vom Kindsvater beanspruche. Mit zunehmendem Alter und 
Selbstständigkeit der Tochter müsse diese Einschätzung in Zukunft neu vorgenommen werden. 
Im Rahmen der Konsensbesprechung kamen Dr. B.____ und Dr. C.____ zum Schluss, dass für 
leichte und mittelschwere Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsunfähigkeit von 50 % bestehe, 
eine Beeinträchtigung im Haushalt hingegen objektiv nicht begründbar sei.  
 
7.2 Im Rahmen der Neuanmeldung wurden von den Parteien folgende Arztberichte erhält-
lich gemacht.  
 
7.2.1 Nach einer MRT-Untersuchung des Ellbogengelenks und einer CT-Untersuchung des 
Handgelenks diagnostizierte Dr. med. F.____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, mit Arztbericht 
vom 24. März 2021 eine Epicondylopathia humeri radialis am rechten Ellenbogen und eine be-
ginnende degenerative Veränderung des Pisotriquetralgelenks an der rechten Hand.  
 
7.2.2 Mit Arztbericht vom 25. August 2021 diagnostizierte Dr. med. G.____, FMH Radiologie, 
gestützt auf die MRT-Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 24. August 2021 eine osteodis-
koligamentär bedingte, mässig- bis knapp hochgradige Spinalkanalstenose des 3. und 4. Len-
denwirbelkörpers und eine breitbasige Bandscheibenprotusion des 4. und 5. Lendenwirbelkör-
pers mit beidseitiger Dorsalverlagerung der recessalen Nervenwurzeln am 5. Lendenwirbelkörper 
im Liegen ohne Kompression. In einer liegenden Position, bei der keine ersichtliche Nervenwur-
zelkompression stattfinde, seien auf der Höhe des 1. und 2. sowie des 2. und 3. Lendenwirbel-
körpers ein Riss des Anulus fibrosus und breitbasige, parazentrale Bandscheibenextrusionen der 
rechten Seite mit Kontakt zum recessalen Nervenwurzel des 3. Lendenwirbelkörpers ohne abso-
lute Spinalkanalstenose festgestellt worden.  
 
7.2.3 Am 13. September 2021 führte PD Dr. med. H.____, FMH Radiologie, ein MRT am linken 
Hüftgelenk der Beschwerdeführerin durch. Im gleichtägigem Arztzeugnis befand er Einrisse in die 
Labrumbasis und Substanz mit mukoiden Veränderungen im antero-superioren bis superioren 
Abschnitt, eine grenzwertige Kopf-Hals-Taillierung sowie eine leichte Weichteilreizung am Tro-
chanter major links ohne wesentliche Insertionsdinopathie der Abduktoren. Zudem vermute er 
eine fokale Knorpelausdünnung anterosuperior am Acetabulum.  
 
7.2.4 Mit Arztbericht vom 22. Oktober 2021 diagnostizierte Dipl. Arzt I.____, Facharzt für Neu-
rologie, extreme brennende Parästhesien des linken Fusses mit möglicher Differentialdiagnose 

 

 
 
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einer Small-Fiber-Neuropathie und eines Restless Legs-Syndroms. Es bestehe eine deutliche 
Druckdolenz über dem linken Hüftgelenk und dem linken Mittelfussknochen.  
 
7.2.5 Im Sprechstundenbericht vom 6. Januar 2022 gab Dr. med. J.____, FMH Physikalische 
Medizin und Rehabilitation, an, dass die Beschwerdeführerin in ihrer linken Hüfte an einer diskre-
ten anterosuperioren Knorpelausdünnung mit Einriss, anamnestisch an einer chronischen Lum-
balgie, an Husten- und Niesattacken mit akut einschiessender und anhaltender Schmerzsympto-
matik sowie anamnestisch an einer chronischen Zervikalgie leide.  
 
7.2.6 Nachdem die Beschwerdeführerin am 29. November 2021 eine Niesattacke gehabt, die 
zu Schmerzen im Brustbereich geführt habe, wurde am 11. Januar 2022 eine Zweiphasenske-
lettszintigraphie mit SPECT durchgeführt. Mit gleichtägigem Arztbericht befand Dr. K.____, Fach-
arzt für Nuklearmedizin, dass eine Fraktur der 6. Rippe vorliege, und berichtete nebenbefundlich 
von ausgeprägten postspezifischen pulmonalen Residuen im Oberlappen.  
 
7.2.7 PD Dr. med. L.____, FMH Ophthalmologie, und Dipl. Arzt M.____, Facharzt für Ophthal-
mologie, diagnostizierten im Arztbericht vom 27. Februar 2020 eine beginnende Cataracta senilis 
sowie eine Presbyopie. Die Presbyopie stehe aktuell im Vordergrund.  
 
7.2.8 Mit Arztbericht vom 23. Mai 2022 diagnostizierten Dr. med. N.____, FMH Kardiologie 
und Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. O.____, FMH Nuklearmedizin und Radiologie, nach 
gleichtägiger Durchführung einer Myokardperfusionsszintigrafie eine unklare schwere Belas-
tungsdyspnoe.  
 
7.2.9 Am 9. Mai 2022 hat sich die Beschwerdeführerin in eine kardiologische Konsultation 
begeben. Dr. med. P.____, FMH Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte da-
raufhin gemäss Arztbericht vom 1. Juni 2022 eine schwere Koronarsklerose ohne Stenosierung. 
Dieser Befund erkläre jedoch nicht die schwere Dyspnoe der Beschwerdeführerin, weshalb Dr. 
P.____ dringend eine pneumologische Abklärung empfahl, insbesondere mit Blick auf ihren ho-
hen Nikotinkonsum. 
 
7.2.10 Im Sprechstundenbericht vom 19. August 2022 stellten Dr. med. Q.____, Facharzt für 
Orthopädie, und Dr. med. R.____, Facharzt für Orthopädie, eine diskrete anterosuperiore Knor-
pelausdünnung mit einem Einriss in der Labrumbasis, der am ehesten degenerativer Natur sei, 
als Hauptdiagnose. Auch bestehe ein Verdacht auf eine Pathologie der Iliopsoas-Sehne. Eine 
Hüftgelenksinfiltration werde von der Beschwerdeführerin abgelehnt und die Physiotherapie habe 
nicht zur Besserung geführt, weshalb eine Zuweisung in die psychosomatische Therapie denkbar 
sei.  
 
7.2.11 Auf Anfrage der IV-Stelle nahm Dipl. Ärztin S.____, FMH Praktische Ärztin, mit Bericht 
vom 22. Oktober 2022 zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin Stellung. Dabei diag-
nostizierte sie unter Hinweis auf die Akten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie-
rende depressive Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode (ICD-10 F33.1), ein psy-

 

 
 
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chogener Appetitverlust (ICD-10 F50.8), eine links ausstrahlende Lumboischialgie, eine Coxarth-
rose und Labrumläsion der linken Seite, eine chronische Zervikalgie, extreme brennende Paräs-
thesien des linken Fusses mit möglicher Differentialdiagnose einer Small-Fiber-Neuropathie und 
eines Restless Legs-Syndroms, eine Epicondylopathia humeri radialis rechts, linksseitige Thora-
xschmerzen nach einem Hustenstoss am 26. November 2021, eine Hyperthyreose unklarer Äti-
ologie, differentialdiagnostisch ein Morbus Basedow sowie eine deutlich überdurchschnittliche 
Koronarsklerose. Aus diesen Diagnosen schloss Dipl. Ärztin S.____ auf eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % mindestens seit der Erstkonsultation am 21. Oktober 2019. Im Rahmen der Ausfüh-
rungen zur Anamnese fügte sie an, dass die Beschwerdeführerin an linksseitigen und seit einigen 
Wochen auch an rechtsseitigen Fussschmerzen leide, dass sie Rückenschmerzen habe, die sie 
beim Gehen, längeren Sitzen, Schuhe- und Sockenanziehen, beim Stehen und beim Liegen 
spüre. Auch klage sie über starke Schmerzen am rechten Ellbogen und Handgelenk sowie über 
Hüft- und Leistenschmerzen. Im Rahmen eines Hust- und Niesanfalles am 29. November 2021 
seien linksseitig am Thorax akute Schmerzen aufgetreten, die auf eine Rippenfraktur zurückzu-
führen seien, weshalb sie nun einen Rippengürtel trage. Auch berichte sie von Beschwerden bei 
der Bewegung des Rumpfes und bei Erschütterungen an der linken Seite des Thorax sowie von 
einer zunehmenden Atemnot bei Belastung. Aufgrund der Schmerzproblematik schlafe sie kaum 
in der Nacht und berichte von einer ausgeprägten Müdigkeit. Auch der psychische Zustand der 
Beschwerdeführerin habe sich verschlechtert, doch habe sie eine psychologische Anbindung ab-
gelehnt und stehe somit momentan bloss in psychopharmazeutischer, jedoch nicht in psycholo-
gischer oder psychiatrischer Behandlung. Die Verweigerung dieser Behandlungsarten begründe 
die Beschwerdeführerin damit, dass es dabei zu Aggressionsausbrüchen ihrerseits komme und 
dass sie fürchte, stationär eingewiesen zu werden.  
 
8.1 In der rentenabweisenden Verfügung vom 6. März 2023 stützte sich die IV-Stelle auf den 
RAD-Bericht vom 7. Februar 2023 von Dr. med. T.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie Allgemeine Innere Medizin. Dieser führte aus, dass ein direkter Vergleich der medizini-
schen Befunde vor dem Gerichtsgutachten vom 12. Dezember 2014 und heute ergebe, dass ein 
weitestgehend identischer Gesundheitszustand vorliege. Das Eintreten der IV-Stelle auf das Ver-
schlechterungsgesuch der Beschwerdeführerin sei korrekt und sinnvoll gewesen, doch sei die 
Befundlage derart umfassend und übereinstimmend, dass für eine erneute Abklärung versiche-
rungsmedizinisch kein Anlass erkennbar sei. An dieser Argumentation hielt die Beschwerdegeg-
nerin auch in der Vernehmlassung vom 17. Mai 2023 fest.  
 
8.2 In ihrer Beschwerde vom 4. April 2023 stipulierte die Beschwerdeführerin, dass die Be-
schwerdegegnerin durch das Abstellen auf das Gerichtsgutachten vom 12. Dezember 2014 den 
Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 42 Abs. 1 ATSG verletzt habe. Der RAD habe es verpasst, 
mehrere fachärztlich gestellte Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu berücksich-
tigen. So seien etwa zu den im Jahr 2014 bereits bestehenden Diagnosen eine Coxarthrose und 
Labrumläsion links, eine Epicondylopathia humeri radialis rechts, extreme brennende Parästhe-
sien des medialen Fusses, Thoraxschmerzen links nach Hustenstoss am 26. November 2021 
und eine Hyperthyreose unklarer Ätiologie aufgetreten. Im Übrigen seien auch nicht die Diagno-
sen massgebend, sondern ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; so könne eine langjährig be-
stehende Diagnose sich zu einem späteren Zeitpunkt noch auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. 

 

 
 
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Ein reiner Diagnosenvergleich erfülle die Anforderungen an den Untersuchungsgrundsatz dabei 
nicht, weshalb weitere medizinische Abklärungen von Nöten seien.  
 
8.3 Mit Urteil vom 6. August 2015 erachtete das Kantonsgericht das bidiszilpinäre Gerichts-
gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 12. Dezember 2014 als beweistauglich. Es stellte 
fest, dass das Gerichtsgutachten sämtliche bundesgerichtlichen Anforderungen erfüllte: So wies 
es weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es war für die streitigen Belange umfassend, es 
beruhte auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden, war in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtete in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, setzte sich ausführlich mit den 
bei den Akten liegenden (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander und war in 
den Schlussfolgerungen überzeugend. Zu prüfen ist vorliegend indessen, ob auch im aktuellen 
Zeitpunkt noch auf das Gutachten vom 12. Dezember 2014 abgestellt werden kann und in diesem 
Zusammenhang insbesondere, ob sich die medizinische Sachlage seither derart verändert hat, 
dass sich eine neue Begutachtung aufdrängt. Wie unter Erwägung 4.4 hiervor ausgeführt, weicht 
das Gericht bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts bei Gerichtsgutachten praxisge-
mäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab. Wie 
die Beschwerdeführerin jedoch richtig darlegte, sind seit dem Gerichtsgutachten mehrere fach-
ärztliche Diagnosen gestellt worden resp. gesundheitliche Beschwerden aufgetreten, die im Ge-
richtsgutachten nicht erwähnt wurden. Einerseits handelt es sich dabei um medizinische Sach-
verhalte, die gemäss Aktenlage erst nach der Begutachtung auftraten, wie etwa Herz-, Hüft- und 
Brustkorbbeschwerden. So diagnostizierten Dr. P.____ eine schwere Koronarsklerose ohne Ste-
nosierung, PD Dr. H.____ Einrisse in die Labrumbasis und Substanz mit mukoiden Veränderun-
gen im antero-superioren bis superioren Abschnitt und eine leichte Weichteilreizung am Trocha-
nter major links ohne wesentliche Insertionsdinopathie der Abduktoren und Dr. J.____ eine dis-
krete anterosuperiore Knorpelausdünnung an der linken Hüfte mit Einriss, eine anamnestisch 
chronische Lumbalgie und eine anamnestisch chronische Zervikalgie. Andererseits wurden be-
reits bekannte Beschwerden in neuen fachärztlichen Einschätzungen anders diagnostiziert. So 
kategorisierte Dr. B.____ die Sehschwäche und Beschwerden im linken Bein der Beschwerde-
führerin als Auswirkungen einer Fibromyalgie (ICD-10 M79.7), wohingegen Dipl. Arzt I.____ ext-
reme brennende Parästhesien des linken Fusses mit möglicher Differentialdiagnose einer Small-
Fiber-Neuropathie und eines Restless Legs-Syndroms und PD Dr. L.____ und Dipl. Arzt M.____ 
eine beginnende Cataracta senilis sowie eine Presbyopie diagnostizierten. Hinzukommt, dass 
sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin gemäss Einschätzung von Dipl. Ärztin 
S.____ seit dem Gerichtsgutachten verschlechtert habe. Zwar ist Dipl. Ärztin S.____ keine Psy-
chiaterin oder Psychologin, doch scheint der momentane Stand der psychischen Leiden der Be-
schwerdeführerin denn auch ungeklärt zu sein, da die Beschwerdeführerin sich weigerte, sich in 
eine psychiatrische oder psychologische Therapie zu begeben. So fehlt es gänzlich an aktuellen 
Arztberichten einer behandelnden psychologischen oder psychiatrischen Fachperson und dies, 
obwohl die psychiatrische Untersuchung von Dr. C.____ im Gerichtsgutachten vom 12. Dezem-
ber 2014 ausschlaggebend für die damalige Attestierung der Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde-
führerin war. Auch dass Dr. C.____ im Zuge seiner Begutachtung explizit erwähnte, dass die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit zunehmendem Alter und Selbststän-

 

 
 
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digkeit ihrer Tochter neu bestimmt werden müsse, indiziert die Erforderlichkeit einer neuen Be-
gutachtung der Beschwerdeführerin. Schliesslich ist zu beachten, dass das Gerichtsgutachten im 
Jahr 2014 verfasst wurde und zum Zeitpunkt der von der IV-Stelle verfügten Rentenabweisung 
vom 6. März 2023 mehr als 8 Jahre zurücklag. Erfahrungsgemäss können medizinische Be-
schwerden über einen längeren Zeitraum an Tragweite gewinnen resp. kann sich das Beschwer-
debild einer Person über die Jahre ändern. Nachdem die Beschwerdeführerin durch das Vorlegen 
einer Vielzahl von Arztberichten eine Veränderung ihres Gesundheitszustandes geltend gemacht 
hatte, ist das Abstellen auf ein mehrere Jahre zurückliegendes Gutachten ohne tiefere medizini-
sche Auseinandersetzung demgemäss als nicht gerechtfertigt zu betrachten. Zusammenfassend 
kann entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin und des RAD nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass heute ein weitestgehend identischer Ge-
sundheitszustand wie zum Zeitpunkt des Verfassens des Gerichtsgutachtens besteht. Seit dem 
inzwischen mehrere Jahre zurückliegenden Gerichtsgutachten sind eine Vielzahl von neuen Di-
agnosen sowie Differentialdiagnosen aufgetreten, die triftig genug erscheinen, um die Aktualität 
und Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens betreffend den jetzigen medizinischen Gesundheits-
zustand der Beschwerdeführerin in Frage zu stellen.  
 
8.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die vorliegende medizinische Aktenlage keine ab-
schliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin erlaubt. Der relevante 
medizinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. Indem die IV-Stelle bei der Eruie-
rung des Invaliditätsgrades medizinisch einzig auf das Gerichtsgutachten vom 12. Dezember 
2014 und die Stellungnahme des RAD vom 7. Februar 2023 abstellte, verkannte sie es, die neu 
aufgetretenen Beschwerden, die zahlreichen Differentialdiagnosen, die mangelnde psychologi-
sche oder psychiatrische Behandlung und den langen Zeitraum seit Verfassungsdatum des Ge-
richtsgutachtens zu berücksichtigen. Der aktuelle Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
ist mit Blick darauf umfassend abzuklären. Die ungeklärte medizinische Sachlage verunmöglicht 
zum jetzigen Zeitpunkt auch eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem von der Beschwer-
deführerin beanstandeten Haushaltsabklärungsbericht vom 19. April 2022.  
 
9. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte 
nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurück-
weisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuho-
len, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für 
gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheb-
lichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, 
wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begrün-
det ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Aus-
führungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). Die IV-Stelle wäre vorliegend verpflichtet 
gewesen, den medizinischen Sachverhalt weiter abzuklären und die Beschwerdeführerin erneut 
begutachten zu lassen. Davon hatte sie jedoch abgesehen und stellte im Ergebnis auf die nicht 
schlüssigen Ausführungen des RAD ab. Da es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im 
Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Be-
schwerdegegnerin auch unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung des Bundesge-

 

 
 
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richts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. Mit Blick auf die seit dem Gerichtsgutachten neu aufgetrete-
nen gesundheitlichen Beschwerden sowie die zahlreichen Differentialdiagnosen ist der Gesund-
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin umfassend durch ein versiche-
rungsexternes Gutachten abklären zu lassen. Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin ge-
stützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung über den Leistungsanspruch der Beschwerdefüh-
rerin unter Anwendung der gemischten Methode mit einem Erwerbstätigkeits- und Nichterwerbs-
tätigkeitsgrad von jeweils 50 % neu befinden zu haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem 
Sinne gutzuheissen. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach 
§ 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend unterliegt die Beschwerdegegnerin, weshalb die Ver-
fahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 
 
10.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertretung hat ge-
mäss Honorar- und Spesenrechnung vom 8. August 2023 für das vorliegende Verfahren einen 
Zeitaufwand von 12 Stunden und 35 Minuten ausgewiesen mit Auslagen in der Höhe von Fr. 
72.70, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemes-
sen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur 
Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Beschwerdeführe-
rin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'465.50 (12,58 Stunden à Fr. 250.-
- mit Auslagen von Fr. 72.70 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegne-
rin zuzusprechen.  
 
11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
–  mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) –  nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 

 

 
 
Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt.  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 6. März 2023 aufgeho-
ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und zum Erlass einer 
neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen 
wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete 
Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3'465.50 (inklusive Auslagen und 7,7 
% Mehrwertsteuer) auszurichten. 

 

 

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