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**Case Identifier:** d4492d79-e08c-540e-8a5a-df0f8819d348
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.10.2017 200 2016 760
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-760_2017-10-26.pdf

## Full Text

200 16 760 IV
SCJ/ZID/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Juli 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich erstmals im Oktober 2009 unter Hinweis auf eine 
Schmerzproblematik (Rücken und Nacken) bei der IV-Stelle Bern (nachfol-
gend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der 
IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Nach erwerblichen und medizinischen Ab-
klärungen und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (AB 25, 27, 
32) wies die IVB das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 6. Juli 2010 
(AB 35) ab. Die hiergegen erhobene Beschwerde der Versicherten (AB 36) 
wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 13. Januar 
2011 (VGE IV/2009/1157; AB 39) ab, was unangefochten blieb. 

B.

Nachdem das Nichteintreten auf ein weiteres Leistungsbegehren der Versi-
cherten (von Juni 2012; AB 43) mit Urteil des Bundesgerichts vom 19. Sep-
tember 2013 (BGer 8C_491/2013; AB 67) letztinstanzlich geschützt worden 
war, meldete sie sich im Dezember 2014 – mit Hinweis auf eine schwere 
depressive Episode, chronische Schmerzstörung sowie eine andauernde 
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom – erneut zum 
Leistungsbezug an (AB 71). Auf dieses Leistungsbegehren ist die IVB 
schlussendlich eingetreten, nachdem sie eine zunächst noch auf Nichtein-
treten lautende Verfügung vom 21. April 2015 (AB 86) im Rahmen eines 
gerichtlichen Beschwerdeverfahrens (VGE IV/2015/485) wiedererwä-
gungsweise aufgehoben hatte (AB 94). Im Rahmen weiterer Abklärungen 
liess die IVB die Versicherte polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 
11. Mai 2016; AB 149.1). Mit Vorbescheid vom 1. Juni 2016 (AB 150) stell-
te die IVB mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wir-
kung im Rechtssinne erneut die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aus-
sicht; auf Einwand hin (AB 153) verfügte sie am 14. Juli 2016 dem Vorbe-
scheid entsprechend (AB 155).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 3

C.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 30. August 2016 Beschwerde erheben und beantragen, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei der Invaliditätsgrad rückwirkend auf 
Mai 2015 auf mindestens 50 % anzusetzen, eventualiter seien die Akten 
zur Neubeurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 
Begründung lässt sie im Wesentlichen vorbringen, die Beschwerdegegne-
rin sei zu Unrecht vom Fehlen eines invalidisierenden Gesundheitsscha-
dens ausgegangen, zumal sowohl der behandelnde wie auch der begut-
achtende Psychiater eine krankheitsbedingte Arbeits- resp. Leistungsun-
fähigkeit von mindestens 50 % attestieren würden.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. September 2016 beantragte die IVB die 
Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. Juli 2016 (AB 155). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-

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lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemach-
ten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). 
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 6

tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

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unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung von Dezember 
2014 (AB 71) schlussendlich eingetreten (AB 94), weshalb das Eintreten 
praxisgemäss nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prü-
fen ist, ob zwischen der – mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 13. Januar 2011 (VGE IV/2009/1157; AB 39) bestätigten – Ver-
fügung vom 6. Juli 2010 (AB 35), mit welcher ein Anspruch der Beschwer-
deführerin auf Leistungen der IV letztmals materiell geprüft wurde, und der 
angefochtenen Verfügung vom 14. Juli 2016 (AB 155) eine revisionsrecht-
lich relevante Änderung des Sachverhalts eingetreten ist und wenn ja, ob 
nunmehr eine leistungsbegründende Invalidität vorliegt.

3.2 Nachdem die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung eingetre-
ten war (vgl. E. 3.1 hiervor), veranlasste sie eine polydisziplinäre Begutach-
tung der Beschwerdeführerin. Im Gutachten vom 11. Mai 2016 
(AB 149.1/30 Ziff. 3 f.) wird ausdrücklich festgehalten, dass sich seit 2014 
eine wesentliche Verschlimmerung des Gesundheitszustandes eingestellt 
habe. Die depressive Symptomatik habe deutlich zugenommen. Seit 2014 
sei es zu wiederkehrenden schweren depressiven Episoden gekommen. 
Der behandelnde Psychiater attestiere ab Mai 2015 eine Chronifizierung 
der depressiven Erkrankung, nachdem sich zuvor wiederkehrende schwere 
depressive Episoden per psychiatrischer Hospitalisierung offenbar teilweise 
hätten bessern lassen. Gestützt auf das Gutachten sowie die diesbezüglich 
übereinstimmenden Berichte der behandelnden Ärzte (so AB 74/5, 74/7, 
75/6, 109/2, 119/2, 131/1, 134/2) hat als erstellt zu gelten, dass sich der 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit 2014 massgeblich ver-

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schlechtert hat. Diese Änderung des Gesundheitszustandes ist an sich 
geeignet, den Invaliditätsgrad und somit den Rentenanspruch zu beeinflus-
sen (vgl. E. 2.4.2 hiervor). In der Folge ist der Rentenanspruch allseitig 
ohne Bindung an frühere Beurteilungen zu prüfen (vgl. E. 2.4.4 hiervor).

3.3 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass in somatischer Hin-
sicht kein Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in 
einer zumutbaren Verweistätigkeit vorliegt (vgl. dazu insbesondere die Aus-
führungen im [orthopädischen Teil-]Gutachten der SMAB AG vom 11. Mai 
2016, S. 64 [AB 194/9]), was von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht 
bestritten wird.

4.

4.1

4.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

4.1.2 Bei leichten bis mittelschweren Störungen aus dem depressiven 
Formenkreis, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, wird pra-
xisgemäss angenommen, dass – aufgrund der nach gesicherter psychiatri-
scher Erfahrung regelmässig guten Therapierbarkeit – hieraus keine invali-
denversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit re-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 9

sultiert. Leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankungen fehlt es, so-
lange sie therapeutisch angehbar sind, an einem hinreichenden Schwere-
grad der Störung, um diese als invalidisierend anzusehen. Nur in der selte-
nen, gesetzlich verlangten Konstellation mit Therapieresistenz ist den nor-
mativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objek-
tivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan. Ein solcher 
Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht 
auszuschliessen sein. Zudem muss die Therapie in dem Sinne konsequent 
gewesen sein, als die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (am-
bulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise 
optimal und nachhaltig ausgeschöpft worden sind (Entscheid des BGer 
vom 15. Mai 2017, 8C_753/2016, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch 
SVR 2016 IV Nr. 51 S. 174 E. 5.3.1).

4.2 In diesem Zusammenhang kann den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnommen werden:

4.2.1 Auf seinem Fachgebiet diagnostizierte der behandelnde Psychiater 
Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im 
Bericht vom 14. Januar 2016 eine rezidivierende depressive Störung mittel- 
bis schwergradige Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.1, 
F33.2) sowie eine andauernde Persönlichkeitsveränderung bei chroni-
schem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.8; AB 131/1 Ziff. 1.2). Er behandle 
die Beschwerdeführerin mit Unterbrüchen seit 2010; damals habe sie eine 
geringere depressive Symptomatologie, keine Impulskontrollstörung und 
auch keine Verhaltensauffälligkeiten gezeigt. Im Rahmen der erneuten 
Therapieaufnahme (nach anderweitiger Behandlung) sei eine erhebliche 
Zustandsverschlechterung festgestellt worden, bestehe doch nebst der 
Zunahme der depressiven Symptomatologie eine völlig inadäquate Poly-
pharmazie, welche im ambulanten Rahmen nicht habe optimiert werden 
können, weil die Beschwerdeführerin keine diesbezüglichen Ressourcen 
aufgewiesen habe. Zudem sei es in der Zwischenzeit zu erheblichen Ver-
haltensauffälligkeiten wie Impulskontrollstörung, Agitiertheit, Gereiztheit 
und zu selbstschädigenden Handlungen gekommen. Es sei auch wieder-
holt zu Medikamentenintoxikationen mit suizidaler Absicht gekommen. Seit 
Beginn der ambulanten Therapie im Mai 2015 bestehe aus psychiatrischer 

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Sicht eine 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Unter Berücksich-
tigung, dass die Beschwerdeführerin 2014 während ca. 4.5 bis 5 Monaten 
hospitalisiert gewesen sei, könne auch retrospektiv für dieses Jahr eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 100 % angenommen 
werden. Aufgrund der starken depressiven Symptomatologie und auch der 
Verhaltensauffälligkeiten bestehe bei der Beschwerdeführerin keine ver-
wertbare Restarbeitsfähigkeit; sie sei im aktuellen Zustand nicht einmal in 
der Lage, die Strukturen in einem geschützten Arbeitsrahmen einhalten zu 
können (AB 131/3 ff.).

4.2.2 Im (federführenden) psychiatrischen Teilgutachten wurden mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode 
(ICD-10 F32.1) sowie eine anhaltende Persönlichkeitsänderung bei chroni-
schem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.8) und ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psych-
iatrischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert (AB 149.2/9 Ziff. 4). Die 
diagnostischen Algorithmen einer schweren depressiven Episode hingegen 
seien nicht erfüllt, psychotische Symptome fänden sich ebenfalls nicht. Bei 
der Beschwerdeführerin bestehe zweifelsohne seit Jahren eine depressive 
Episode, teilweise mit mittelschwerem bis schwerem Ausprägungsgrad; 
aktuell bestehe das Bild einer mittelschweren depressiven Episode. Darü-
ber hinaus sei eine beginnende, insgesamt aber noch gering ausgeprägte 
andauernde Änderung der Persönlichkeit vor dem Hintergrund einer chro-
nischen Schmerzstörung anzunehmen. Mit Blick auf die enge Verknüpfung 
der Entwicklung des chronischen Schmerzsyndroms mit psychobiographi-
schen Belastungsfaktoren müsse die Diagnose einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bzw. einer chronischen Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) ge-
stellt werden. Eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit resultiere aus der an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung bzw. chronischen Schmerz-
störung gleichwohl nicht, weil es an einem ausgewiesenen sozialen Rück-
zug aus allen Lebensbereichen und einer gravierenden psychiatrischen 
Komorbidität, welche die Überwindung von Schmerzen unmöglich mache, 
mangle. Ferner ergäben sich in der Explorationssituation durchaus Hinwei-
se auf Selbstlimitierung und Inkonsistenzen zwischen der angegebenen 
Schmerzintensität sowie dem verbliebenen Aktivitätsniveau und dem Ver-

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halten der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin sei aus psychiatri-
scher Optik nur noch in der Lage, 4.25 Stunden täglich einer einfachen 
geistigen Tätigkeit mit geringen Verantwortungsbereichen nachzugehen; 
damit bestehe eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 50 % (AB 
149.2/9 f. Ziff. 5).

Diese (psychiatrischen) Diagnosen und die daraus resultierende Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit wurden im Gesamtgutachten übernommen 
(AB 149.1/22 und 149.1/24). Präzisierend hielten die Gutachter fest, rück-
blickend sei die Arbeitsfähigkeit in Übereinstimmung mit der Einschätzung 
des behandelnden Psychiaters (vgl. E. 4.2.1 hiervor) seit Mai 2015 bei 
Chronifizierung eingeschränkt, abweichend von diesem jedoch für eine 
leidensadaptierte Tätigkeit lediglich zu 50 %. Keine Übereinstimmung zum 
behandelnden Psychiater bestehe sodann im Hinblick auf dessen Ein-
schätzung des Ausmasses der Arbeitsunfähigkeit für das Jahr 2014; für 
diesen Zeitraum könne das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit nach Akten-
lage und Dossier nicht bestätigt werden. Die Prognose sei zweifelhaft. Die 
Beschwerdeführerin verhalte sich passiv mit ausgeprägter Vermeidenshal-
tung und Selbstlimitierung; darüber hinaus seien Aggravationstendenzen 
erkennbar (AB 149.1/24, 149.1/30).

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 12

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

4.4 Das Gutachten (vgl. E. 4.2.2 hiervor) erfüllt die Voraussetzungen 
der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 4.3 hiervor) und erbringt vollen 
Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Auf diese Einschätzung 
kann abgestellt werden, auch wenn der behandelnde Psychiater eine rezi-
divierende depressive Störung mittel- bis schwergradige Episode festhält 
und von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgeht (vgl. E. 4.2.1 hiervor). 
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin führen die Differenzen 
nicht dazu, dass eine Rückweisung zur näheren Abklärung erforderlich 
wäre, wird doch im psychiatrischen Teilgutachten darauf hingewiesen 
(AB 149.2/10 oben), dass die diagnostischen Algorithmen einer schweren 
depressiven Episode nicht erfüllt seien, was überzeugt. Ebenso überzeu-
gend wird begründet, dass und weshalb keine 50 % übersteigende Leis-
tungsminderung vorliege (AB 149.2/10 unten). Zwar wirkt sich an sich auch 
die Diagnose einer anhaltenden Persönlichkeitsänderung bei chronischem 
Schmerzsyndrom auf die Arbeitsfähigkeit aus, doch gilt es in diesem Zu-
sammenhang sogleich zu beachten, dass es sich dabei erst um eine be-
ginnende, insgesamt noch gering ausgeprägte andauernde Änderung der 
Persönlichkeit handelt (AB 149.2/10 Mitte). Soweit im Gutachten auf Ag-
gravationstendenzen hingewiesen worden ist, wurden diese bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit ausgeklammert (AB 149.1/25 Ziff. 4). Damit 
erweist sich das Gutachten vom 11. Mai 2016 (vgl. E. 4.2.2 hiervor) sowohl 
in diagnostischer Hinsicht als auch bei der Beurteilung der zumutbaren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 13

Leistung in einer adaptierten Tätigkeit als schlüssig. Im Übrigen bestreitet 
auch die Beschwerdegegnerin den Beweiswert des Gutachtens nicht, wur-
de dieses doch nicht einmal dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vor-
gelegt.

4.5 Nach dem Dargelegten ist in diagnostischer Hinsicht eine mittel-
schwere depressive Episode im Sinne der ICD-10-Codierung F32.1 erstellt. 
Eine solche ist indessen nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung nur invalidisierend, wenn sie sich ausnahmsweise als therapieresis-
tent erweist und eine konsequente Therapie in dem Sinne erfolgt war, dass 
die aus fachärztlicher Sicht zumutbaren (ambulanten und stationären) Be-
handlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig aus-
geschöpft wurden (Entscheide des BGer vom 3. April 2017, 8C_814/2016, 
E. 5.3.2, und vom 20. Juni 2017, 8C_154/2017, E. 3.3.3.2, sowie BGer 
8C_753/2016 E. 4.3; vgl. auch E. 4.1.2 hiervor).

4.6 Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt: So wird im Gutach-
ten unter der Überschrift "Behandlungserfolge oder -resistenz" 
(AB 149.2/11) darauf hingewiesen, dass trotz jahrelanger psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung eine depressive Entwicklung schluss-
endlich nicht habe verhindert werden können. Zudem habe bislang kein 
Eingliederungserfolg erzielt werden können. Auch die Bemerkung im Ge-
samtgutachten, die Arbeitsfähigkeit sei seit Mai 2015 "bei Chronifizierung" 
eingeschränkt (AB 149.1/24), lässt auf eine Therapieresistenz schliessen. 
Weiter wird darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen 
der Therapie kooperiert hat resp. die therapeutischen Optionen wahrnimmt 
(AB 149.1/28 f.). Mittels Laboruntersuchungen konnte der Nachweis er-
bracht werden, dass die Beschwerdeführerin die angegebenen Antidepres-
siva einnimmt (AB 149.2/9). Gemäss dem behandelnden Psychiater wird 
die Beschwerdeführerin ambulant psychiatrisch und psychotherapeutisch 
wöchentlich bis zweiwöchentlich therapiert; ein längeres Gespräch von 
mehr als 30 Minuten sei nicht möglich (AB 131/4 Ziff. 1.5; vgl. auch 
AB 149.2/4). Die Beschwerdeführerin war wiederholt psychiatrisch hospita-
lisiert, so unter anderem vom 11. März bis 5. April 2014 im Zentrum 
D.________ (AB 74/7) und vom 10. Oktober bis 19. Dezember 2014 im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 14

Zentrum E.________ (AB 75/4). Zuletzt kam es Anfang 2016 zu einer 
Hospitalisation nach Suizidversuch mit Medikamenten (AB 134).

Nach dem Dargelegten ist davon auszugehen, dass bei der Beschwerde-
führerin die erforderliche Therapiefrequenz im Sinne einer häufiger als 
zweiwöchentlich erfolgten Behandlung gegeben ist (vgl. hierzu BGer 
8C_814/2016, E. 5.3.2, sowie Entscheid des BGer vom 29. Oktober 2013, 
9C_454/2013, E. 4.1). Trotz der jahrelangen ambulanten und zum Teil 
auch stationären Behandlung liegt ein chronifizierter Zustand im Sinne ei-
ner Therapieresistenz vor. Es sind keine weiteren therapeutischen Mass-
nahmen ersichtlich, mit welchen der Zustand der Beschwerdeführerin güns-
tig beeinflusst werden könnte. Damit hat die depressive Störung als invali-
disierende Krankheit zu gelten.

4.7 Zusammenfassend ist von einer IV-relevanten Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine angepasste Tätigkeit auszugehen. Ge-
stützt darauf ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen (vgl. 
E. 5 nachfolgend).

Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob und in welchem Umfang die 
Arbeitsunfähigkeit auf die depressive Störung oder aber die ebenfalls dia-
gnostizierte anhaltende Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.8) zurückzu-
führen ist (vgl. bereits E. 4.4 hiervor), denn bei beiden Diagnosen handelt 
es sich nicht um solche, auf welche die Rechtsprechung zu den psychoso-
matischen Störungen gemäss BGE 141 V 281 anwendbar wäre.

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-

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chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute: BGer] vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 
E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 
E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2). 

5.3 Angesichts der langjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sind 
sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen aufgrund statisti-
scher Zahlen der LSE zu bestimmen. Sind Validen- und Invalideneinkom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 16

men ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich de-
ren genaue Ermittlung; diesfalls entspricht der IV-Grad dem Grad der Ar-
beitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn 
(Entscheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Vorliegend ist auf 
einen solchen Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.4.2 zweiter Abschnitt 
hiervor) zu verzichten, da hier beide Vergleichseinkommen auf statistischen 
Grössen beruhen, weshalb invaliditätsfremde Gründe (Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) bei beiden Einkom-
men zu berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5). Angesichts der attestierten Einschränkung von 50 % in 
einer angepassten Tätigkeit entspricht dies einem IV-Grad in gleicher 
Höhe, was zu einer halben Rente (vgl. E. 2.2 hiervor) berechtigt. Die – er-
neute – Anmeldung zum Leistungsbezug wurde im Dezember 2014 einge-
reicht (vgl. AB 71), weshalb unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG 
(sechsmonatige Karenzfrist) eine Rente frühestens ab Mai 2015 ausgerich-
tet werden kann. Sodann steht fest, dass die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit gemäss Gutachten seit 2009 aufgehoben ist 
(AB 149.1/24), weshalb die einjährige Wartefrist nach Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG im Zeitpunkt der Neuanmeldung erfüllt war. Schliesslich ist gemäss 
Gutachten davon auszugehen, dass die depressive Störung ab Mai 2015 
chronifiziert ist (AB 149.1/24, 149.1/30) und deshalb spätestens zu diesem 
Zeitpunkt invalidisierenden Charakter hat. Damit hat die Beschwerdeführe-
rin ab Mai 2015 Anspruch auf eine halbe Rente. Die angefochtene Verfü-
gung vom 14. Juli 2016 (AB 155) ist demnach aufzuheben und der Be-
schwerdeführerin eine entsprechende Rente zuzusprechen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 17

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Rechtsanwalt B.________ macht mit Kostennote vom 31. Oktober 2016 ein 
Honorar von Fr. 2'114.10 (7.83 Std. à Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 178.60 und Mehrwertsteuer von 183.40, total Fr. 2'476.10, geltend, was 
nicht zu beanstanden ist. Die Parteientschädigung wird demnach für das 
vorliegende Verfahren auf Fr. 2'476.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt; diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 
zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 14. Juli 2016 aufgehoben und der Beschwerdefüh-
rerin ab 1. Mai 2015 eine halbe Rente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Okt. 2017, IV/16/760, Seite 18

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'476.10 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.