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**Case Identifier:** 3a0e6f3d-672a-5433-9007-700da1d56b68
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-22
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Strafrechtliche Abteilung 22.01.2018 2018_OG S 17 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_003_2018-OG-S-17-3_2018-01-22.pdf

## Full Text

OBERGERICHT DES KANTONS URI 

Strafrechtliche Abteilung 
OG S 17 3 

 

 

 
 
 

Urteil 
 
 
 
 

22. Januar 2018 
 
 
 
 
Unter Mitwirkung von: Vizepräsident Thomas Dillier, Vorsitz, Mitglieder Christoph Wipfli, 
Daniela Bär-Huwyler, Urs Dittli und Robert Stampfli sowie Gerichtsschreiber Mark Schib-
ler 
 
 

In Sachen 
 
 
 

W 
vertr. durch RA lic. iur. Linus Jaeggi, Landenbergstrasse 34, 6002 Luzern 

 
 Berufungskläger / 
 Anschlussberufungs-
 beklagter / Berufungs- 
 beklagter 
 

gegen 
 
 
Staatsanwaltschaft des Kantons Uri, Tellsgasse 3, Postfach 959, 6460 Altdorf 
 
 Berufungsbeklagte / 
 Anschlussberufungs-
 klägerin 
 

und 
 
 

- 2 - 

 
K 
vertr. durch RA lic. iur. Claudia Zumtaugwald, Bruchstrasse 5, 6000 Luzern 7 
 
 Privatklägerin 1 /  
 Berufungsklägerin 
 
 

und 
 
 
AXA Winterthur, Postfach 6938, 8050 Zürich 
 
 Privatklägerin 2  
 
 
 

sowie 
 
 
P verstorben am 20. August 2015 
 
 Privatkläger 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

betreffend 
Gefährdung des Lebens, Mord (Versuch) und Widerhandlungen gegen das 

Waffengesetz (Urteil Landgericht Uri [LGS 12 1] vom 24. Oktober 2012)  
 

  

- 3 - 

Inhaltsverzeichnis 
 

A.-F. Prozessgeschichte        4 
1. Zum Berufungsverfahren OG S 17 3        10 
2. In Rechtskraft erwachsene Punkte       11 
3. Bindungswirkung des Rückweisungsentscheids des Bundesgerichts   12 
4. Beweisergänzungen und Beweisanträge      14 
5. Zur Beweiswürdigung        18 
 5.1 Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung    18 
 5.2 Indizienbeweis        18 
 5.3 Personalbeweis        19 
 5.4 Grundsatz „in dubio pro reo“      19 
6. Zur Person         20 
7. Vorfall vom 4. Januar 2010 (Sachverhaltskomplex P)     22 
8. Vorfall vom 12. November 2010 (Sachverhaltskomplex K)    23 
 8.1 Tatvorwurf        23 
 8.2 Erwiesener Sachverhalt       24 
 8.3 Täterschaft von S        26 
 8.4 Tatbeteiligung von W       27 
  8.4.1 Aussagen von S       27 
  8.4.2 Aussagen der Zeugen I und R.P.     29 
  8.4.3 Telefonische Kontakte zwischen W und S    32 
  8.4.4 Erkenntnisse aus der Schussrekonstruktion    33 
  8.4.5 Tatwaffe        34 
  8.4.6 Rückführung von S      35 
  8.4.7 Alibi von W       37 
  8.4.8 Motiv        37 
  8.4.9 Gesamtwürdigung       40 
 8.5 Rechtliches        42 
9. Waffendelikte         45 
 9.1 Anklagepunkte Ziff. 1.5 - 1.10 AKS      45 
 9.2 Anklagepunkt Ziff. 1.2 AKS       45 
10. Strafzumessung         47 
 10.1 Allgemeines        47 
 10.2 Gesamt- und Zusatzstrafenbildung      48 
 10.3 Bestimmung der Strafart       49 
 10.4 Freiheitsstrafe        51 

10.4.1 Bestimmung des schwersten Delikts und Strafrahmen   51 
10.4.2 Einsatzstrafe       51 
10.4.3 Gefährdung des Lebens, Asperation     53 
10.4.4 Täterkomponenten      53 
10.4.5 Strafe        54 
10.4.6 Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft   54 

 10.5 Geldstrafe        54 
 10.6. Busse und Ersatzfreiheitsstrafe      58 
11. Nichtbewährung gemäss Art. 46 StGB      60 
12. Verfahrenskosten         60 
 12.1 Allgemeines        60 
 12.2 Vorinstanzliche Verfahrenskosten      61 
 12.3 Verfahrenskosten OG S 13 3      61 
 12.4 Verfahrenskosten OG S 14 8      62 
 12.5 Verfahrenskosten OG S 17 3      62 
 12.6 Auslagen        62 
13. Zivilpunkt         63 
 13.1 K         63 
 13.2 AXA Winterthur        65 
 13.3 P         66 
14. Kosten der amtlichen Verteidigung       66 
 14.1 Vorinstanzliches Verfahren       67 
 14.2 Verfahren OG S 13 3       67 
 14.3 Verfahren OG S 14 8       68 
 14.4 Verfahren OG S 17 3       70 
15. Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerschaft   70 
 15.1 Vorinstanzliches Verfahren       71 
 15.2 Verfahren OG S 13 3       71 
 15.3 Verfahren OG S 14 8       71 
 15.4 Verfahren OG S 17 3       72 
16. Weitere Beschlüsse        72 
 16.1 Einziehung gemäss Art. 69 und Art. 70 StPO     72 
 16.2 Haftantrag der Staatsanwaltschaft      77 
Dispositiv          81 

- 4 - 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
A. 
 
In der Anklageschrift vom 27. April 2012 (AKS) wirft die Staatsanwaltschaft des Kantons Uri 
(nachfolgend Staatsanwaltschaft) W (nachfolgend W) vor, er habe am 4. Januar 2010, um ca. 
05.00 Uhr, vor dem Nachtlokal Taverne in Erstfeld mit einer Pistole einen gezielten Schuss in 
Richtung des ca. 10-15 Meter entfernten P (nachfolgend P) abgefeuert, mit dem er kurz zuvor 
in der Taverne einen Streit gehabt habe, obwohl er im Umgang mit Schusswaffen nicht geübt 
und der Standort von P nur wenig beleuchtet gewesen sei (Ziff. 1.3 und 1.4 AKS). 
 
Weiter wird in Ziff. 1.1 AKS ausgeführt, S (nachfolgend S) habe am 12. November 2010, um 
ca. 00.40 Uhr, in Erstfeld mit einer Pistole aus einer Distanz von einigen Metern mindestens 
drei Schüsse auf K (nachfolgend K) abgefeuert, mit der Absicht, diese zu töten. Ein Projektil 
habe K in den Rücken getroffen, weshalb sie eine zu unmittelbarer Lebensgefahr führende 
Thoraxverletzung mit Rippenbruch erlitten und während einer Woche habe hospitalisiert wer-
den müssen. Ein weiteres Projektil habe sie am Oberarm und Thorax rechts verletzt. W habe 
die Tat zuvor zusammen mit S geplant und mit diesem den Entschluss dazu gefasst, wobei W 
S die Waffe für die Tat verschafft und ihm ein Entgelt dafür versprochen habe. Eventualiter 
habe W S mit der Ausführung der Tat gegen ein Entgelt beauftragt und diesem die Waffe dafür 
beschafft. 
 
Schliesslich wirft die Staatsanwaltschaft W vor, 
- S, welcher serbischer und kroatischer Staatsangehöriger sei und nicht über einen Waffen-

erwerbsschein verfüge, zu einem nicht näher bestimmten Zeitpunkt nach dem 4. Januar 
2010 unerlaubterweise eine Waffe übergeben zu haben (Ziff. 1.2 AKS), 

- am 4. Januar 2010, ca. 05.00 Uhr, in und vor der Taverne unerlaubterweise eine Waffe an 
öffentlichen Orten ohne Waffentragbewilligung getragen zu haben (Ziff. 1.5 AKS), 

- am 4. Januar 2010, ca. 05.00 Uhr, vor der Taverne mit einer Pistole an öffentlich zugäng-
lichen Orten absichtlich einen Schuss abgegeben zu haben (Ziff. 1.6 AKS), 

- in den Jahren 2004/2005, genauer Ort unbekannt, von Th.W. eine Selbstladepistole ent-
gegengenommen zu haben, betreffend welche er am 4. Januar 2010 keinen Vertrag über 
den Waffenerwerb vorweisen konnte (Ziff. 1.7 AKS), 

- am 4. Januar 2010 an der Schmiedgasse 2 in Erstfeld unerlaubterweise im Besitz von zwei 
Pistolen gewesen zu sein (Ziff. 1.8 AKS), 

- eine Selbstladepistole derart aufbewahrt zu haben, dass er sie am 4. Januar 2010 in Erst-
feld nicht mehr auffinden konnte (Ziff. 1.9 AKS) sowie  

- 5 - 

- im Jahr 2008, genauer Zeitpunkt unbekannt, eine Schusswaffe unerlaubterweise nach 
Hegglingen transportiert und dort auf sich getragen zu haben (Ziff. 1.10 AKS).  

 
 
B. 
 
B.a Das Landgericht Uri sprach W am 24. Oktober 2012 vom Vorwurf des unerlaubten Er-
werbs einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein frei. Im Übrigen verurteilte es W wegen ver-
suchten Mordes, Gefährdung des Lebens und mehrfacher Widerhandlung gegen die Waffen-
gesetzgebung zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren und einer Busse von Fr. 1'000.00. Zudem 
widerrief es den bedingten Vollzug der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Uri (nachfol-
gend Obergericht) vom 17. Juli 2009 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 20 Tagessät-
zen zu Fr. 50.00. Die Genugtuungsforderung von K hiess es im Umfang von Fr. 10'000.00 
(zzgl. Zins) und diejenige von P im Umfang von Fr. 500.00 (zzgl. Zins) gut. Zudem sprach es 
der AXA Winterthur Fr. 15'372.75 Schadenersatz zu. Die Schadenersatzforderung von K ver-
wies es auf den Zivilweg. Über die Kostennoten der unentgeltlichen Rechtsbeistände der Pri-
vatkläger und der amtlichen Verteidiger von W befand es je in separaten Beschlüssen. Gegen 
das Urteil vom 24. Oktober 2012 erhoben W und K Berufung und die Staatsanwaltschaft An-
schlussberufung.  
 
B.b Das Obergericht stellte am 11. September 2013 die Rechtskraft des Freispruchs be-
treffend den unerlaubten Erwerb einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein fest. Im Weiteren 
sprach es W des versuchten Mordes, der versuchten Tötung und der mehrfachen Widerhand-
lung gegen die Waffengesetzgebung schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 
15 Jahren sowie einer Busse von Fr. 1'000.00. Es widerrief den bedingten Vollzug der Geld-
strafe gemäss Urteil vom 17. Juli 2009 und sprach K eine Genugtuung von Fr. 25'000.00 (zzgl. 
Zins) zu. Im Übrigen bestätigte es im Zivilpunkt das erstinstanzliche Urteil. Den amtlichen Ver-
teidiger entschädigte das Obergericht für das Berufungsverfahren mit Fr. 40'000.00 (Verfahren 
OG S 13 3). 
 
B.c Das Bundesgericht hiess am 10. Dezember 2014 eine von W gegen das Urteil vom 11. 
September 2013 geführte Beschwerde teilweise gut, soweit es darauf eintrat. Es hob den an-
gefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zu-
rück (Urteil 6B_529/2014). 
 
  

- 6 - 

C. 
 
Mit Urteil vom 18. April 2016 erklärte das Obergericht W der Gefährdung des Lebens und der 
mehrfachen Widerhandlung gegen die Waffengesetzgebung schuldig. Von den Vorwürfen des 
versuchten Mordes und des Übertragens einer Waffe an einen Staatsangehörigen, der keine 
Waffe erwerben darf, sprach es ihn frei. Es verurteilte W zu einer Freiheitsstrafe von 28 Mo-
naten, zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 10.00 sowie einer Busse von Fr. 900.00 
und es wiederrief den bedingten Vollzug der Geldstrafe gemäss Urteil vom 17. Juli 2009. Die 
Schadenersatz- und Genugtuungsforderung von K verwies es auf den Zivilweg. Die Genugtu-
ungsforderung des zwischenzeitlich verstorbenen P hiess es im Umfang von Fr. 500.00 (zzgl. 
Zins) gut. Dem amtlichen Verteidiger sprach es im Urteil vom 18. April 2016 sowie im separa-
ten Beschluss vom gleichen Tag für das zweite Berufungsverfahren eine Entschädigung von 
Fr. 111'408.50 zu (Verfahren OG S 14 8). 
 
 
D. 
 
D.a Die Staatsanwaltschaft wandte sich betreffend die Entschädigung des amtlichen Ver-
teidigers mit Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie bean-
tragte, der Beschluss vom 18. April 2016 sei aufzuheben und über die Entschädigung des 
amtlichen Verteidigers sei im Urteil über die Hauptsache zu befinden. Eventualiter sei die Ent-
schädigung des amtlichen Verteidigers von ursprünglich Fr. 111'408.50 auf Fr. 52'908.50 zu 
kürzen. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts trat auf die Beschwerde mit Be-
schluss vom 19. Juli 2016 nicht ein und überwies die Angelegenheit zuständigkeitshalber dem 
Bundesgericht (Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2016.287 vom 19. Juli 2016; Verfah-
rensnummer Bundesgericht: 6B_824/2016). 
 
D.b Die Staatsanwaltschaft führte zudem beim Bundesgericht Beschwerde in Strafsachen 
mit den Anträgen, das Urteil vom 18. April 2016 sei aufzuheben, W sei wegen versuchten 
Mordes, versuchter vorsätzlicher Tötung und mehrfacher Widerhandlung gegen die Waffen-
gesetzgebung mit einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren und einer Busse von Fr. 1'000.00 zu 
bestrafen und zur Sicherung des Vollzugs unverzüglich in Sicherheitshaft zu nehmen. Der 
Beschluss betreffend die Entschädigung des amtlichen Verteidigers sei ebenfalls aufzuheben. 
Eventuell sei die Entschädigung auf Fr. 52'908.50 zu kürzen (Verfahrensnummer Bundesge-
richt: 6B_946/2016). 
 
 
D.c K führte gegen das Urteil vom 18. April 2016 Beschwerde in Strafsachen beim Bun-
desgericht und beantragte, W wegen versuchten Mordes, eventualiter wegen Gehilfenschaft 

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zum versuchten Mord, subeventualiter wegen Gefährdung des Lebens schuldig zu sprechen 
und entsprechend zu bestrafen. Sie ersuchte um unentgeltliche Rechtspflege (Verfahrens-
nummer Bundesgericht: 6B_844/2016). 
 
D.d W führte ebenfalls Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht und beantragte, 
das angefochtene Urteil sei mit Ausnahme der Freisprüche aufzuheben und er sei von Schuld 
und Strafe freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. Er stellte ebenfalls ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Verfahrens-
nummer Bundesgericht: 6B_960/2016). 
 
 
E. 
 
E.a Mit Urteil vom 10. April 2017 hiess das Bundesgericht die Beschwerde der Staatsan-
waltschaft betreffend die Entschädigung des amtlichen Verteidigers gut und wies die Sache 
zur Neubeurteilung der Höhe der Entschädigung im zweiten Berufungsverfahren an das Ober-
gericht zurück (6B_824/2016).  
 
E.b Mit Urteil vom 10. April 2017 hiess das Bundesgericht die Beschwerden der Staatsan-
waltschaft und von K betreffend die Freisprüche vom 18. April 2016 (Sachverhaltskomplex K) 
gut, soweit es darauf eintrat, und wies die Sache zur Neubeurteilung an das Obergericht zu-
rück (6B_946/2016 und 6B_844/2016).  
 
Betreffend den Sachverhaltskomplex P stellte das Bundesgericht fest, dass der Schuldspruch 
kein Bundesrecht verletzt und wies in dem Sinne die Beschwerde der Staatsanwaltschaft ab, 
soweit es darauf eintrat (6B_946/2016).  
 
E.c Weiter hiess das Bundesgericht mit Urteil vom 10. April 2017 das Gesuch von K um 
unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren 6B_844/2016 gut. Das Gesuch von W um unentgelt-
liche Rechtspflege in den Verfahren 6B_844/2016 und 6B_946/2016 hiess das Bundesgericht 
gut, soweit es nicht gegenstandslos geworden war. W wurden Gerichtskosten von Fr. 2'000.00 
auferlegt. Für das Verfahren 6B_946/2016 wurde dem Rechtsvertreter von W eine durch den 
Kanton Uri zu bezahlende Entschädigung von Fr. 1'500.00 zugesprochen. Der Rechtsvertre-
terin von K wurde eine Entschädigung von Fr. 3'000.00 für das Verfahren 6B_844/2016 und 
dem Rechtsvertreter von W eine Entschädigung von Fr. 3'000.00 für die Verfahren 
6B_946/2016 und 6B_844/2016 aus der Gerichtskasse des Bundesgerichts ausgerichtet.  
 

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E.d Die Beschwerde von W im Verfahren 6B_960/2016 wies das Bundesgericht am 10. 
April 2017 ab, soweit es darauf eintrat. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für dieses 
Verfahren wies das Bundesgericht ab und auferlegte W Gerichtskosten von Fr. 1'600.00. 
 
 
F. 
 
F.a In der Folge setzte das Obergericht das Verfahren unter der Nummer OG S 17 3 fort. 
In diesem dritten Berufungsverfahren stellte W anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. 
November 2017 folgende Anträge: 
1. Es sei in Analogie zum letzten obergerichtlichen Urteil W erneut von Schuld und Strafe 

bezüglich Mordversuch freizusprechen. 
2. Die Schadenersatz- und Genugtuungsanträge der Privatkläger seien auf den Weg des 

Zivilprozesses zu verweisen. 
3. Die Kosten seien ausgangsgemäss zu regeln und über die Genugtuungs- und Entschä-

digungsansprüche des Beschuldigten sei – wie bereits vorgängig verfügt – in einem 
separaten Verfahren zu entscheiden. 

 
Die Staatsanwaltschaft beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. November 
2017 Folgendes: 
1. W sei wegen versuchten Mordes in Mittäterschaft (Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 StGB), 

Gefährdung des Lebens (Art. 129 StGB), Übertragung einer Waffe an einen Staatsan-
gehörigen, der keine Waffe erwerben darf und nicht über einen Waffenerwerbsschein 
verfügt (Art. 33 Abs. 1 lit. g WG), unerlaubten Tragens einer Waffe an öffentlich zu-
gänglichen Orten ohne Waffentragbewilligung (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG), unerlaubten 
Schiessens mit einer Feuerwaffe an öffentlich zugänglichen Orten (Art. 34 Abs. 1 lit. b 
WG), Erwerb einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein respektive Nichtaufbewahren 
des Vertrags beim Erwerb von Waffen unter Privaten (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG), mehr-
fachen unerlaubten Besitzes von Waffen (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG), unsorgfältigen Auf-
bewahrens einer Waffe (Art. 34 Abs. 1 lit. e WG), Tragens und Transportierens einer 
Waffe an öffentlich zugänglichen Orten ohne Waffentragbewilligung (Art. 33 Abs. 1 lit. 
a WG) schuldig zu sprechen. 

2. W sei dafür, teilweise als Zusatzstrafe zu den Urteilen des Obergerichtes Uri vom 17. 
Juli 2009, 10. Mai 2010 und 4. September 2014, mit einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren 
und Fr. 1'000.00 Busse zu bestrafen. 

3. Die durch das Obergericht des Kantons Uri mit Urteil vom 17. Juli 2009 bedingt ausge-
sprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 50.00 sei gestützt auf Art. 46 Abs. 1 
StGB zu widerrufen. 

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4. W sei gestützt auf Art. 231 und 232 StPO zur Sicherung des Vollzugs in Sicherheitshaft 
zu nehmen.  

5. Die im vorliegenden Verfahren erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft sei an 
die Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

6. Die unter Ziff. 11.1 und 11.2 des Urteils des Obergerichts des Kantons Uri vom 18. April 
2016 genannten beschlagnahmten Gegenstände seien nach Eintreten der Rechtskraft 
gestützt auf Art. 69 StGB einzuziehen und zu vernichten. 

7. Die unter Ziff. 11.3 und 11.4 des Urteils des Obergerichts des Kantons Uri vom 18. April 
2016 genannten beschlagnahmten Gegenstände seien nach Eintreten der Rechtskraft 
dem rechtmässigen Eigentümer herauszugeben, sofern dies nicht bereits erfolgt sei. 

8. Die unter Ziff. 11.5 des Urteils des Obergerichts des Kantons Uri vom 18. April 2016 
genannten beschlagnahmten Gegenstände seien nach Eintreten der Rechtskraft ge-
stützt auf Art. 268 StPO einzuziehen und zur Kostendeckung zu verwenden. 

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten W. 
 
K stellte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. November 2017 folgende Anträge: 
1. Der Beschuldigte W sei des versuchten Mordes i.S.v. Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB zum Nachteil von K schuldig zu sprechen. 
2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genugtuungssumme in 

der Höhe von Fr. 25'000.00 zu bezahlen und sie für den entstandenen Schaden im 
Betrage von Fr. 500.00 schadlos zu halten. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz. 
 
Die Parteien hielten in ihren zweiten Vorträgen anlässlich der Berufungsverhandlung vom 
22. November 2017 an ihren Anträgen fest. 
 
F.b P nahm nicht an den Berufungsverhandlungen in den Verfahren OG S 14 8 und OG S 
17 3 teil; er ist am 20. August 2015 verstorben. Vor dem Landgericht Uri stellte er schriftlich 
folgende Anträge:  
1. W sei schuldig zu sprechen wegen Gefährdung des Lebens zum Nachteil von P. 
2. W sei zu verpflichten, P eine Genugtuung von Fr. 3'000.00 zu zahlen, nebst Zins zu 

5% seit dem 4. Januar 2010. 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von W. 
 
F.c Die AXA Winterthur nahm nicht an den Berufungsverhandlungen teil; ihr war das Er-
scheinen freigestellt. Die AXA Winterthur beantragte mit Eingabe vom 15. August 2012 an das 
Landgericht Uri, dass im Falle eines Schuldspruchs W und S zu verpflichten seien, die aus der 
obligatorischen Unfallversicherung für Heilungskosten und Lohnausfall infolge Verletzung von 
K erbrachten gesetzlichen Leistungen in der Höhe von total Fr. 15'382.75 zurückzuerstatten. 

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Das Obergericht zieht in Erwägung: 
 
 
 
1. Zum Berufungsverfahren OG S 17 3  
 
1.1 Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Ver-

fahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 StPO). Das Urteil 
LGS 12 1 des Landgerichts Uri vom 24. Oktober 2012 stellt ein das Verfahren ab-
schliessendes Urteil dar. Dagegen haben W und K innert Frist (Art. 399 Abs. 1 und 
Abs. 3 StPO) und formgerecht (Art. 399 Abs. 3 StPO) Berufung eingelegt. Frist- und 
formgerecht hat auch die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung nach Art. 401 StPO 
erklärt.  
 
Das Obergericht ist das sachlich zuständige Berufungsgericht und spruchfähig (Art. 14 
StPO i.V.m. Art. 37e sowie Art. 33 Abs. 3 i.V.m. Art. 35 Abs. 2 GOG [RB 2.3221]).  
 

1.2 Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO). 
Mit der Berufung können Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und 
Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvoll-
ständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes und die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 398 Abs. 3 lit. a - c StPO). 

 
1.3 Das Obergericht ist im Verfahren OG S 13 3 und 13 5 auf die Berufungen von W und 

K und die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft im Umfang der Anträge eingetre-
ten. In der Folge wurde das Berufungsurteil des Obergerichts vom 11. September 2013 
vom Bundesgericht mit Entscheid vom 10. Dezember 2014 aufgehoben und die Sache 
an das Obergericht zurückgewiesen. Letzteres führte das Berufungsverfahren unter 
der Verfahrensnummer OG S 14 8 weiter und fällte am 18. April 2016 ein neues Urteil. 
Dieses Urteil wurde vom Bundesgericht mit Entscheid vom 10. April 2017 teilweise auf-
gehoben. Das Obergericht führte das Berufungsverfahren unter der Verfahrensnum-
mer OG S 17 3 weiter. Das Verfahren wurde mündlich geführt (vergleiche act. 2.2 Akten 
OG S 17 3 sowie Art. 406 Abs. 2 StPO).  

 
1.4 Inhalt, Form und Dispositiv des Urteils richten sich nach Art. 80 und Art. 81 StPO 

(SCHMID, StPO Praxiskommentar, Art. 408 N. 2). Das obergerichtliche Urteil muss zwin-
gend begründet werden (e contrario Art. 82 Abs. 1 StPO), wobei das Gericht im Rechts-
mittelverfahren für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten 
Sachverhaltes auf die Begründung der Vorinstanz verweisen kann (Art. 82 Abs. 4 

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StPO). Dies gilt auch nach einem bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid (ver-
gleiche Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2017, E. 8.7). Insoweit das Obergericht vor-
liegend das vorinstanzliche Urteil bestätigt, mithin den Ausführungen der Vorinstanz 
nichts mehr beizufügen hat, wird es im Folgenden gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO auf 
die entsprechenden Erwägungen des angefochtenen Entscheides verweisen. Auf Be-
hauptungen und Argumente, die erst vor der Rechtsmittelinstanz präsentiert wurden, 
ist als Ausfluss des Anspruches auf rechtliches Gehör im Rechtsmittelentscheid in je-
dem Fall einzugehen (SCHMID, a.a.O., Art. 82 N. 15), wobei das Obergericht – um Wie-
derholungen zu vermeiden – nachfolgend auch auf Erwägungen in seinen Urteilen vom 
11. September 2013 (OG S 13 3) und 18. April 2016 (OG S 14 8) verweisen wird. Bei 
der Begründung des Urteils lässt sich das Obergericht im Weiteren davon leiten, dass 
es sich nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 
der Parteien auseinandersetzen muss. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 112 Ia 107 E. 2b mit Hinweisen; HAU-
SER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel, 2005, S. 
55 N. 24). 

 
 
2. In Rechtskraft erwachsene Punkte 
 
2.1 Das Landgericht Uri sprach W am 24. Oktober 2012 vom Vorwurf des unerlaubten Er-

werbs einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein frei (Ziff. 1.7 AKS). Dieser Freispruch 
wurde in der Folge nicht angefochten und ist daher rechtskräftig. Es kann auf E. 5.4.5 
des Urteils LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012 verwiesen werden. 

 
2.2 Das Obergericht sprach W am 11. September 2013 unter dem Titel der mehrfachen 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz in den Anklagepunkten Ziff. 1.5 AKS (Tragen 
einer Waffe ohne Bewilligung, begangen am 4. Januar 2010 in Erstfeld), Ziff. 1.6 AKS 
(unerlaubtes Schiessen an öffentlich zugänglichen Orten, begangen am 4. Januar 
2010 in Erstfeld), Ziff. 1.7 AKS (Nichtaufbewahren des Vertrages beim Privaterwerb 
einer Waffe, festgestellt am 4. Januar 2010 in Erstfeld), Ziff. 1.8 AKS (unerlaubter Be-
sitz von Waffen, begangen am 4. Januar 2010 in Erstfeld), Ziff. 1.9 (unsorgfältiges Auf-
bewahren einer Waffe, begangen am 4. Januar 2010 in Erstfeld) und Ziff. 1.10 AKS 
(unerlaubtes Tragen und Transportieren einer Waffe ohne Bewilligung, begangen im 
Jahr 2008 in Hegglingen und anderswo) schuldig. W hat diese Schuldsprüche in seiner 
Beschwerde in Strafsachen gegen das Urteil vom 11. September 2013 nicht gerügt, 
weshalb sie in Rechtskraft erwachsen sind (vergleiche auch E. 6 des Bundesgerichts-
urteils vom 10. April 2017). Es kann auf E. 10 des Urteils des Obergerichts vom 11. 

- 12 - 

September 2013 sowie E. 5.4.1 – 5.4.6 des Urteils LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012 
verwiesen werden.  

 
 
3. Bindungswirkung des Rückweisungsentscheids des Bundesgerichts 
 
3.1 Mit Urteil vom 10. April 2017 hiess das Bundesgericht die Beschwerde der Staatsan-

waltschaft im Verfahren 6B_824/2016 (Entschädigung des amtlichen Verteidigers) gut. 
Im Verfahren 6B_946/2016 (Gefährdung des Lebens, versuchter Mord in Mittäter-
schaft; willkürliche Beweiswürdigung; Entschädigung des amtlichen Verteidigers) hiess 
das Bundesgericht die Beschwerde der Staatsanwaltschaft teilweise gut und wies sie 
im Übrigen ab, soweit darauf eingetreten wurde. Die Beschwerde von K hiess das Bun-
desgericht im Verfahren 6B_844/2016 (versuchter Mord in Mittäterschaft, ev. Gehilfen-
schaft zum versuchten Mord etc.; willkürliche Beweiswürdigung) gut, soweit darauf ein-
getreten wurde. Das Bundesgericht hob das Urteil des Obergerichts vom 18. April 2016 
auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Den Be-
schluss des Obergerichts vom 18. April 2016 betreffend die Entschädigung des amtli-
chen Verteidigers hob das Bundesgericht ebenfalls auf.  

 
3.2 
3.2.1 Wird eine Beschwerde durch das Bundesgericht gutgeheissen, das angefochtene Ur-

teil aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, besteht eine kassa-
torische Wirkung (Art. 107 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht [BGG; SR 173.110]). Um festzustellen, ob der angefochtene Entscheid 
ganz oder nur teilweise aufgehoben wurde, sind jeweils die Erwägungen beizuziehen. 
Wurde das angefochtene Urteil nur teilweise aufgehoben, so gilt es hinsichtlich der 
nicht gerügten und der nicht aufgehobenen Punkte als bestätigt (HEIMGARTNER/ 
WIPRÄCHTIGER, in Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., 2011, N. 14 zu 
Art. 61). Entscheidend ist die materielle Tragweite des bundesgerichtlichen Entscheids 
(vergleiche Urteile 6B_765/2015 vom 3. Februar 2016 E. 4; 6B_372/2011 vom 12. Juli 
2011 E. 1.3.2 mit Hinweisen). Die neue Entscheidung der kantonalen Instanz ist somit 
auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen 
als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in 
Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundes-
gerichts Rechnung zu tragen (BGE 123 IV 1 E. 1; BGE 117 IV 97 E. 4; Urteile 
6B_408/2013 vom 18. Dezember 2013 E. 3.1; 6B_35/2012 vom 30. März 2012 E. 2.2). 

 
3.2.2 Aus den bundesgerichtlichen Erwägungen im Urteil vom 10. April 2017 ergibt sich, dass 

der Schuldspruch des Obergerichts vom 18. April 2016 gegen W wegen Gefährdung 

- 13 - 

des Lebens (Vorfall vom 4. Januar 2010 [Sachverhaltskomplex P]) kein Bundesrecht 
verletzt (vergleiche Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2017, E. 10.4). Insoweit gilt das 
Urteil des Obergerichts vom 18. April 2016 (Verfahren OG S 14 8) somit als bestätigt 
und mit dem Urteil des Bundesgerichts in Rechtskraft erwachsen (Art. 61 BGG). Es 
kann auf E. 6 - 10 des Urteils vom 18. April 2016 inkl. Hinweisen auf das Urteil des 
Landgerichts LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012 verwiesen werden (vergleiche Art. 82 
Abs. 4 StPO).  

 
3.2.3 Was den Vorfall vom 12. November 2010 (Sachverhaltskomplex K) anbelangt, ist den 

bundesgerichtlichen Erwägungen im Urteil vom 10. April 2017 zu entnehmen, dass der 
Freispruch des Obergerichts vom 18. April 2016 Bundesrecht verletzt. Das Bundesge-
richt hielt verbindlich fest, dass das Obergericht einzelne Indizien willkürlich gewürdigt 
hat und dass auch die Gesamtwürdigung der Indizien nicht rechtsgenüglich erfolgte. 
Das Urteil des Obergerichts vom 18. April 2016 wurde betreffend den Vorfall vom 12. 
November 2010 aufgehoben und das Obergericht hat im Lichte der verbindlichen Er-
wägungen des Bundesgerichts die Indizien in den beanstandeten Punkten erneut zu 
würdigen und eine rechtsgenügende Gesamtwürdigung vorzunehmen (vergleiche an-
schliessend E. 8).  

 
Neuerlich zu würdigen ist damit ebenfalls der eng mit dem Vorfall vom 12. November 
2010 verknüpfte Anklagepunkt Ziff. 1.2 AKS (Übertragung einer Waffe an einen Staats-
angehörigen, der keine Waffe erwerben darf; vergleiche anschliessend E. 9.2). 

 
3.2.4 Ebenfalls aufgehoben wurden das Urteil beziehungsweise der Beschluss des Oberge-

richts vom 18. April 2016 betreffend die Entschädigung des amtlichen Verteidigers im 
Verfahren OG S 14 8. Auch darüber hat das Obergericht im Lichte der verbindlichen 
Erwägungen des Bundesgerichts neu zu befinden. 

 
3.3  
3.3.1 Aus vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass im vorliegenden dritten Berufungsver-

fahren im Schuldpunkt noch über die Anklagepunkte Ziff. 1.1 AKS (Vorfall vom 12. No-
vember 2010) und Ziff. 1.2 AKS (Übertragung einer Waffe an einen Staatsangehörigen, 
der keine Waffe erwerben darf) neu zu urteilen ist. Im Weiteren ist im Sanktionspunkt 
neu zu entscheiden.  

 
3.3.2 Das Bundesgericht kam in seinem Urteil vom 10. April 2017 zum Schluss, dass die 

Würdigung einzelner Indizien durch das Obergericht im Entscheid vom 18. April 2016 
in mehrfacher Hinsicht ungenügend begründet, nicht nachvollziehbar oder gar offen-
sichtlich unhaltbar ist (E. 14.9). Im Weiteren wird auch die Gesamtwürdigung als nicht 

- 14 - 

rechtsgenügend beurteilt. Vom Obergericht wäre zu erwarten gewesen, dass es bei-
spielsweise in einem ersten Schritt prüft, ob S im Auftrag oder in Zusammenarbeit mit 
einer Drittperson gegen K vorging. Wenn ja, hätte die Vorinstanz in einem zweiten 
Schritt die Frage beantworten müssen, ob es sich bei dieser Drittperson um W handelte 
oder ob als Tatbeteiligter allenfalls auch eine andere Person infrage kommt (E. 15.1). 
Das Bundesgericht verlangt eine Neubeurteilung unter Hinweis darauf, dass das Ober-
gericht bei der Beweiswürdigung (und der Strafzumessung) über ein erhebliches Er-
messen verfügt.  

 
3.3.3 Im Falle eines Rückweisungsentscheids hat die mit der Neubeurteilung befasste kan-

tonale Instanz nach ständiger Rechtsprechung die rechtliche Beurteilung, mit der die 
Zurückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zu Grunde zu legen. Wegen dieser 
Bindung der Gerichte ist es diesen wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls 
zulässigen Noven, verwehrt, der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den 
bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunk-
ten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt 
nicht in Erwägung gezogen worden sind (BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1 S. 335 f. mit 
Hinweisen).  

 
 
4. Beweisergänzungen und Beweisanträge 
 
4.1 Gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO beruht das Rechtsmittelverfahren im Grundsatz auf den 

Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben wor-
den sind. Eine Wiederholung von Beweisabnahmen erfolgt in der Regel nur, wenn 
diese in irgendeiner Weise mangelhaft waren (vergleiche Art. 389 Abs. 2 StPO). Zudem 
hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforder-
lichen zusätzlichen Beweise zu erheben (Art. 389 Abs. 3 StPO). Im Weiteren enthält 
Art. 343 StPO, der auch im Berufungsverfahren Anwendung findet (Art. 405 Abs. 1 
StPO), Regelungen zur Beweisabnahme. Danach erhebt das Gericht neue oder er-
gänzt unvollständig erhobene Beweise (Abs. 1). Es erhebt ordnungsgemäss erhobene 
Beweise nochmals, sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteils-
fällung notwendig erscheint (Abs. 3). Beweise sind notwendig im Sinne von Abs. 3, 
wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können. Ob eine erneute Be-
weisabnahme erforderlich ist, hat das Gericht unter Berücksichtigung des Grundsatzes 
der materiellen Wahrheit von Amtes wegen nach freiem Ermessen zu entscheiden (Ur-
teil 6B_599/2012 vom 5. April 2013 E. 3.3.2). Schliesslich gilt auch im Rechtsmittelver-
fahren der Wahrheits- und Untersuchungsgrundsatz (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1). Aus 
obigen Ausführungen geht hervor, dass das Berufungsgericht stets von Amtes wegen 

- 15 - 

neue Beweise erstmals oder bereits erhobene Beweise erneut erheben kann bezie-
hungsweise muss, sofern es diese als mutmasslich entscheidrelevant erachtet. Ist ein 
beantragter Beweis für die Beurteilung nicht erforderlich, kann auf dessen Abnahme 
verzichtet werden. Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde be-
kannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird kein Beweis geführt (Art. 139 
Abs. 2 StPO). Diese Bestimmung kodifiziert das von der Rechtsprechung vor Inkraft-
treten der Strafprozessordnung aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitete Recht der Strafbe-
hörden, eine antizipierte Beweiswürdigung vorzunehmen. Danach kann das Gericht 
einen Beweisantrag ablehnen, wenn es in willkürfreier Würdigung der bereits abge-
nommenen Beweise zur Überzeugung gelangt, der rechtlich erhebliche Sachverhalt 
sei genügend abgeklärt, und es überdies in willkürfreier antizipierter Würdigung der 
zusätzlich beantragten Beweise annehmen kann, seine Überzeugung werde dadurch 
nicht mehr geändert (Urteil 6B_1251/2014 vom 1. Juni 2015 E. 1.3). 

 
4.2. 
4.2.1 W beantragte mit Eingabe vom 18. September 2017 die Befragung des SRG-Journa-

listen R.B. als Zeugen (act. 2.4 Akten OG S 17 3). Mit Beweisverfügung vom 6. No-
vember 2017 (act. 1.21 Akten OG S 17 3) hat die Verfahrensleitung des Obergerichts 
diesen Beweisantrag abgelehnt. Eine Befragung des „Rundschau“-Journalisten R.B. 
stünde im Zusammenhang mit der sogenannten Komplotttheorie. R.B. könnte wohl den 
Namen des von S bezeichneten angeblichen Schützen nennen und er könnte allenfalls 
auch Wahrnehmungen äussern, wie es zu den Aussagen von S kam. Das Bundesge-
richt hat die Komplotttheorie indessen klar verworfen (Urteil vom 10. April 2017 E. 
15.3.2). Eine Befragung von R.B. ist damit nicht erforderlich (vergleiche auch E. 4.2.2.2 
hiernach). 

 
4.2.2 In ihrer Eingabe vom 29. September 2017 wies die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass 

die aufgrund der sogenannten Komplotttheorie geführte Untersuchung durch einen 
ausserordentlichen Staatsanwalt eingestellt worden sei und sie davon ausginge, dass 
das Obergericht die entsprechenden Akten beiziehen werde (act. 3.2 Akten OG S 17 
3). Mit Schreiben vom 6. Oktober 2017 (act. 1.12 Akten OG S 17 3) teilte die Verfah-
rensleitung des Obergerichts den Parteien mit, dass die bereits im Verfahren OG S 14 
8 beigezogenen Akten des ausserordentlichen Staatsanwaltes des Kantons Uri kom-
plettiert werden. Im Weiteren forderte die Verfahrensleitung des Obergerichts – wie 
schon im Verfahren OG S 14 8 – die SRG auf, bisher nicht vollständig vorhandene 
Akten in kompletter Form nachzureichen. In beiden Fällen stellte sich zwar die Frage, 
inwieweit ein Beizug dieser im Zusammenhang mit der vom Bundesgericht verworfe-
nen Komplotttheorie stehenden Unterlagen überhaupt noch erforderlich war. Im Sinne 

- 16 - 

einer Komplettierung und im Lichte von Art. 6 Abs. 2 StPO ergingen jedoch entspre-
chende Editionsaufforderungen (act. 1.11 und 1.13 Akten OG S 17 3). 

 
4.2.2.1 Mit Eingabe vom 13. Oktober 2017 stellte der ausserordentliche Staatsanwalt dem 

Obergericht die seit der letzten Zustellung entstandenen Akten zu, am 17. Oktober 
2017 erfolgte eine Ergänzung durch den ausserordentlichen Oberstaatsanwalt des 
Kantons Uri (act. 5.2 und 5.3 Akten OG S 17 3).  

 
 Anlässlich der Hauptverhandlung im Verfahren OG S 17 3 deponierte der amtliche Ver-

teidiger von W am 20. November 2017 mündlich und in den abgegebenen Plädoyer-
notizen schriftlich (act. 2.8 Akten OG S 17 3, S. 18) eine „Beschwerde gegen Einstel-
lungsverfügungen“ des ausserordentlichen Staatsanwaltes (vermutlich in Sachen Ak-
ten-Nrn. SA3 15 4371 31 und SA3 16 4956 31). Die strafrechtliche Abteilung des Ober-
gerichts ist nicht für Beschwerden nach Art. 393 ff. StPO zuständig, weshalb die Ver-
fahrensleitung die Plädoyernotizen nach Art. 39 Abs. 1 StPO am 21. November 2017 
an die strafprozessuale Beschwerdeinstanz des Obergerichts des Kantons Uri zur Wei-
terbehandlung weiterleitete (act. 1.24 Akten OG S 17 3).  

 
4.2.2.2 Mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 reichte die SRG dem Obergericht die gemäss act. 

1.11 Akten OG S 17 3 angeforderten Unterlagen und Aufzeichnungen ein und verlangte 
deren Versiegelung nach Art. 248 StPO (act. 5.5 Akten OG S 17 3).  

 
Aufzeichnungen und Gegenstände, die nach Angaben der Inhaberin oder des Inhabers 
wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechts oder aus anderen Gründen 
nicht durchsucht oder beschlagnahmt werden dürfen, sind zu versiegeln und dürfen 
von den Strafbehörden weder eingesehen noch verwendet werden (Art. 248 Abs. 1 
StPO). Die Strafbehörde darf zuvor nur eine Grobsichtung der zu versiegelnden Akten 
vornehmen. Diese hat sich auf eine kurze Sichtung und summarische Prüfung zu be-
schränken (BSK-StPO, Basel 2014, N. 13 zu Art. 248 StPO).  

 
Es obliegt der Strafbehörde, innert 20 Tagen ein Entsiegelungsgesuch zu stellen 
(Art. 248 Abs. 2 StPO). Zu entscheiden über das Entsiegelungsgesuch hat das Gericht, 
bei dem der Fall hängig ist (Art. 248 Abs. 3 Bst. b StPO), wobei sich im vorliegenden 
Fall der Spruchkörper aus anderen Richtern zusammensetzen würde, als das mit der 
Hauptsache befasste Richtergremium (vergleiche Beschluss des Obergerichts des 
Kantons Uri vom 14. August 2015 im Verfahren OG S 14 8, E. 1.2.8). 

 
Ein Entsiegelungsgesuch ist zu begründen; es muss zum Beispiel dargetan werden, 
dass die Unterlagen beweisgeeignet sind (SCHMID, a.a.O., Art. 248 N. 7). Weiter ist 

- 17 - 

aufzuzeigen, inwieweit die anbegehrte Entsiegelung verhältnismässig ist. Das heisst 
die Entsiegelung muss unter anderem geeignet und erforderlich sein.  

 
Die Verfahrensleitung des Obergerichts hat die von der SRG eingereichten Akten so-
weit zulässig anhand der von der SRG erstellten Chronologie und des Beilagenver-
zeichnisses am 3. November 2017 einer Grobsichtung unterzogen und anschliessend 
antragsgemäss in geeigneter Weise versiegelt (act. 7.1 Akten OG S 17 3). Die Verfah-
rensleitung ist aufgrund der Grobsichtung zum Schluss gekommen, dass den Akten im 
Lichte des Bundesgerichtsentscheids vom 10. April 2017, insbesondere E. 16, worin 
die sogenannte Komplotttheorie klar verworfen wird, keine relevante Beweistauglich-
keit zukommt. Insbesondere hat sich aus der Grobsichtung auch nicht ergeben, dass 
die eingereichten Unterlagen anderweitig zur Klärung der Tat beitragen könnten. Bei 
dieser Ausgangslage musste im Weiteren aus demselben Grund davon ausgegangen 
werden, dass ein Entsiegelungsgesuch nicht rechtsgenüglich begründet werden 
könnte und somit aussichtslos wäre. Daher sandte die Verfahrensleitung die Aufzeich-
nungen und Gegenstände am 20. November 2017 (act. 1.26 Akten OG S 17 3) der 
SRG zurück (vergleiche Art. 248 Abs. 2 StPO).  

 
4.2.3 Mit unaufgeforderter Eingabe vom 11. November 2017 informierte K.E., ehemaliger 

Vizedirektor beziehungsweise Direktor a.i. der Justizvollzugsanstalt Thorberg, das 
Obergericht über ein Gespräch mit S im Sommer 2015. Dieses Schreiben wurde am 
13. November 2017 zu den Akten OG S 17 3 genommen (vergleiche act. 5.6 und act. 
1.23 Akten OG S 17 3). 

 
4.2.4 Anlässlich der Hauptverhandlung im Verfahren OG S 17 3 beantragte W am 16. No-

vember 2017 die Befragung von K.E. als Zeugen, die Entsiegelung der SRG-Unterla-
gen und Aufzeichnungen, die Einvernahme des mutmasslich von S bezeichneten 
Schützen und die Aufnahme eines Urteils des Landgerichts Uri vom 31. Oktober 2017 
in die Akten OG S 17 3. Letzterer Antrag wurde vom Obergericht am 16. November 
2017 gutgeheissen und das Urteil vom 31. Oktober 2017 (Dispositiv) zu den Akten 
erkannt (vergleiche act. 5.7 und act. 7.3, S. 17 Akten OG S 17 3). Die erstgenannten 
drei Anträge wurden vom Obergericht am 16. November 2017 abgewiesen, da sie im 
Zusammenhang mit der vom Bundesgericht verworfenen Komplotttheorie stehen und 
damit nicht entscheidrelevant sind (act. 7.3, S. 17 Akten OG S 17 3).  

 
 
 
 
 

- 18 - 

5. Zur Beweiswürdigung 
 
5.1 Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung 
 
 Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Der Grundsatz der freien richterlichen Be-
weiswürdigung besagt, dass die Strafverfolgungsbehörden und die Strafgerichte nicht 
nach festen Beweisregeln, sondern aufgrund ihrer persönlichen Überzeugung darüber 
entscheiden, ob sie eine Tatsache als bewiesen ansehen oder nicht (WOHLERS, in DO-
NATSCH et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., 
Zürich 2014, N. 25 zu Art. 10). Für den modernen Strafprozess ist typisch, dass er 
entgegen früheren Ausgestaltungen nicht auf feste Beweisregeln abstellt. Vielmehr 
wird die Würdigung und Abwägung der verschiedenen Beweise (Personalbeweise wie 
Aussagen von Personen, Gutachten, sachliche Beweismittel wie Beweisgegenstände) 
in die Verantwortlichkeit des Richters gelegt, womit dem Untersuchungs- und Wahr-
heitsgrundsatz nach Art. 6 StPO besser gedient ist. Die Regel der freien Beweiswürdi-
gung galt schon früher gestützt auf Art. 249 BStP. Daraus folgt, dass es keine Rang-
ordnung der Beweise gibt. Verwertet werden können auch Indizien- und Hilfsbeweise 
und in engen Grenzen ist eine antizipierte Beweiswürdigung erlaubt. Die richterliche 
Überzeugung beruht jedenfalls nicht auf der äusseren, sondern allein der inneren Au-
torität von Beweismitteln, bestehend in deren zwingend überzeugender Kraft. Soweit 
rechtmässig erhoben, gibt es auch keinen numerus clausus der Beweise, das heisst 
neue, durch Wissenschaft oder Technik geschaffene Beweise können verwertet wer-
den. Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO ist entscheidend, dass die Beweise beim Richter die 
Überzeugung für die von ihm zu ziehenden Schlüsse zu wecken vermögen. Der Richter 
muss mit anderen Worten persönlich von der Richtigkeit dieser Schlüsse überzeugt 
sein, doch ist erforderlich, dass diese objektivier- und nachvollziehbar sind. Eine abso-
lute Sicherheit für die Richtigkeit dieser Schlüsse kann nicht verlangt werden; für einen 
Schuldspruch muss genügen, dass vernünftige Zweifel an der Schuld der beschuldig-
ten Person ausgeschlossen werden können beziehungsweise dass ein Freispruch zu 
ergehen hat, wenn erhebliche und unüberwindliche Zweifel an der Schuld verbleiben 
(SCHMID, a.a.O., Art. 10 N. 4 ff. mit Hinweisen; vergleiche auch E. 5.4 hiernach). 

 
5.2 Indizienbeweis 
 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter 
Beweis zulässig. Indizien sind Tatsachen, von denen auf das Vorliegen einer unmittel-
bar entscheiderheblichen Tatsache geschlossen werden kann. Der Indizienbeweis ist 

- 19 - 

dem direkten Beweis gleichwertig. Es ist zulässig, aus der Gesamtheit der verschiede-
nen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrschein-
lichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel 
offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu schlies-
sen (zum Ganzen Urteil 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 mit Hinweisen). 
Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtser-
heblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtser-
hebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur 
mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und 
einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können in ihrer Ge-
samtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen 
lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil 6B_678/2013 vom 3. Februar 
2014 E. 3.3 mit Hinweisen). 

 
5.3 Personalbeweis 
 

Sind Personalbeweise zu würdigen, so ist anhand sämtlicher sich aus den Akten erge-
benden Umstände zu prüfen, ob die einzelnen – beziehungsweise welche – der Sach-
verhaltsdarstellungen überzeugen. Dabei kommt es vorwiegend auf den inneren Ge-
halt der einzelnen Aussagen an, verbunden mit der Art und Weise, wie sie erfolgen. Es 
darf also nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwürdigkeit der 
aussagenden Person abgestellt werden, sondern es ist vor allem die Glaubhaftigkeit 
ihrer konkreten sachverhaltsrelevanten Aussagen zu berücksichtigen. Diese sind einer 
Analyse und einer kritischen Würdigung zu unterziehen (BENDER/NACK, Tatsachenfest-
stellung vor Gericht, Band I, 2. Aufl., 1995, S. 106 ff.; BENDER, in SJZ 81 S. 53 ff.; 
HAUSER, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 316). 

 
5.4 Grundsatz "in dubio pro reo" 
 

Der Grundsatz „in dubio pro reo“ besagt als Beweiswürdigungsregel, dass sich das 
Strafgericht nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt 
erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende 
Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das Gericht darf sich 
nicht nach Gutdünken und rein subjektivem Empfinden von der Schuld der angeklagten 
Person überzeugt zeigen. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind aber ohne Be-
deutung, weil solche immer möglich sind. Es müssen vielmehr erhebliche und nicht zu 
unterdrückende Zweifel vorliegen. Relevant sind mithin nur unüberwindliche Zweifel, 
d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (vergleiche Art. 10 Abs. 
3 StPO; BGE 138 V 74 S. 81 f.; 127 I 38 E. 2a S. 40 ff.; je mit Hinweisen; Urteil 

- 20 - 

6B_978/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 1.4 mit Hinweisen). Die Entscheidregel be-
sagt nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 
Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Der Grundsatz „in dubio pro reo“ 
kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem rele-
vante Zweifel verbleiben (Urteile 6B_978/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 1.4; 
6B_913/2015 vom 19. Mai 2016 E. 1.3.2; 6B_830/2015 vom 12. Januar 2016 E.4.3). 
 
 

6. Zur Person 
 
6.1 Dem forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 17. August 2011 (act. 10/6/1 Akten K) 

kann im Wesentlichen Folgendes zur Biografie von W entnommen werden: W wurde 
am 22. Mai 1968 in einem Weiler etwas ausserhalb von Erstfeld geboren. Seine Eltern 
seien im Gastgewerbe tätig gewesen. Seine Schulzeit sei normal verlaufen. Er habe 
eine Lehre als Elektromaschinenmonteur begonnen, welche er nicht abgeschlossen 
habe. Er habe dann als Akkordmaurer im Tessin gearbeitet. Später habe er Zeit im 
Ausland verbracht. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz habe er in Schattdorf für eine 
Elektrofirma gearbeitet. Nach einem Herzinfarkt habe er eine IV-Umschulung zum kauf-
männischen Angestellten gemacht. Dies sei jedoch nicht seine Welt gewesen und er 
habe dann Kurierdienste für eine Firma in Erstfeld gemacht. Seine damalige Freundin 
habe ein Wirtepatent gehabt und sie hätten 1997 ein Restaurant erworben. Er habe 
dann einen Gewerberaum für eine Kontaktbar vermietet. Später habe er diese selber 
betrieben und im Jahr 2002 ein Cabaret eröffnet. Seine spätere Ehefrau (K) sei eine 
seiner ersten Tänzerinnen gewesen. Bei einer Reise in die Ukraine habe er aber fest-
gestellt, dass grosse Mentalitätsunterschiede zwischen ihnen bestünden. Sein Bruder 
habe dann die Mutter von K geheiratet. Sein Betrieb sei der einzige Rotlicht-Betrieb im 
Kanton gewesen, der über die Polizeistunde hinaus offen gehabt habe, so dass es oft 
zu Problemen mit sich schlecht benehmenden Gästen gekommen sei. In der Ehe mit 
K sei es schon lange schief gelaufen. K sei bei ihm angestellt gewesen und habe be-
ständig Geld aus seinem Geschäft in die Ukraine geschickt. Trotzdem sei K dann 
schwanger geworden und habe den gemeinsamen Sohn P. zur Welt gebracht (am 4. 
Mai 2007, vergleiche act. 10/3 Akten K). Er habe im Mai 2007 in seinem Cabaret mit-
erlebt, wie ein algerischer Asylsuchender (A.S.) mit einem Messer einem Bekannten 
die Kehle aufgeschlitzt, einen Zweiten mit einem Stich ins Herz getötet und einen Drit-
ten mit einem Schnitt am Hals verletzt habe. Schon in der ersten Nacht nach dem Vor-
fall hätten sich bei ihm (W) Schlafstörungen eingestellt, er sei nachts zitternd aufge-
wacht und habe ständig die Bilder der getöteten Männer vor sich gesehen. Er sei immer 
nervöser geworden, was sich negativ auf seine Ehe ausgewirkt habe. K habe dann 

- 21 - 

C.V. kennen gelernt. Verschiedentlich sei die Polizei im Haus gewesen. K sei ins Frau-
enhaus gezogen und später in eine Wohnung nur 100 m von seinem Betrieb entfernt. 
Er habe seinen Besitz vor ihren unberechtigten Ansprüchen schützen müssen. Seine 
GmbH habe er 2008 einem Kollegen verkauft (vergleiche act. 10/3 Akten K). Er sei als 
Geschäftsführer in seinem Betrieb angestellt gewesen. Zuletzt sei das Verhältnis zu K 
so schlecht gewesen, dass er sie nicht mehr habe sehen wollen. Er habe 2009 eine 
neue Pacht in Kägiswil/OW übernommen, das Dollhouse (vergleiche act. 10/3 Akten 
K). Die Pacht der Taverne in Erstfeld habe S.D. übernommen, ebenfalls eine Tänzerin 
und zwar aus Russland, welche V.S. (nachfolgend V.S.) geheiratet habe, einen Italie-
ner, den er als Allrounder eingestellt habe. Er habe sich in S.D. verliebt und sie hätten 
nun ein gemeinsames Kind. Die Beziehung zu S.D. besteht heute nicht mehr. 

 
6.2 Bei der polizeilichen Einvernahme vom 15. März 2011 zur Person (act. 10/3 Akten K) 

gab W an, glaublich Fr. 1‘640.00 Alimentenzahlungen für K und P. entrichten zu müs-
sen, wobei die Gemeinde diese bezahle, da er dazu nicht in der Lage sei. Privat habe 
er etwa Fr. 120‘000.00 Schulden. Er leide nach wie vor unter Angstzuständen wegen 
des Falls A.S..  

 
6.3 Anlässlich der Hauptverhandlung vom 16. November 2017 führte W aus, dass er von 

K geschieden sei. Er habe zwei Kinder und entsprechende Unterstützungspflichten. 
Gesundheitlich gehe es ihm schlecht, er habe vor rund einem Monat einen Tumor her-
ausoperieren müssen und gehe regelmässig zum Arzt. Er habe einen Teilzeitjob und 
verdiene zwischen Fr. 1'000.00 und Fr. 2'000.00 im Monat (act. 7.3, S. 17 Akten OG S 
17 3).  

 
6.4 Gemäss Strafregister wurde W seit dem Jahr 2008 insgesamt viermal rechtskräftig ver-

urteilt. Dies wegen grober Verkehrsregelverletzung (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
vom 25. Mai 2009), einfacher Körperverletzungen (Urteile des Obergerichts vom 17. 
Juli 2009 und 4. September 2014) sowie Widerhandlungen gegen das ANAG (Urteil 
des Obergerichts vom 10. Mai 2010). Als Strafuntersuchungen werden, nebst dem vor-
liegenden Verfahren, Untersuchungen wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden 
und Beamte (4. April 2008, Landgericht Uri), Verleumdung (10. Februar 2013, Landge-
richt Uri), betrügerischer Konkurs und Pfändungsbetrug (7. Januar 2013, Landgericht 
Uri) sowie Diebstahl (5. April 2017, Staatsanwaltschaft Sursee/LU) erwähnt.  

 
6.5 Der forensisch-psychiatrische Gutachter kommt in seinem Gutachten zur Diagnose, es 

würden sich bei W ein Hang zur Selbstüberschätzung und Unkonventionalität, aber 
auch Impulsivität, gleichzeitig bestehend mit einem Wunsch nach Normalität und An-
erkennung, feststellen lassen. Überdies stehe aufgrund der Aussagen von W, aber 

- 22 - 

auch aufgrund der sich häufenden Delikte im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit fest, 
dass W immer mehr in einen Zustand der subjektiven Überforderung geraten sei. Kein 
Zweifel bestehe daran, dass das Ereignis vom 4./5. Mai 2007, also das Doppeltötungs-
delikt durch A.S. in der Taverne, einen Knick in der Biografie von W bedeute. W leide 
unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (F43.1 nach ICD-10). Menschen, die 
unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden würden, hätten in der Regel 
eine "dünne Haut" was Auseinandersetzungen und Kränkungen betreffe, wie sie ge-
rade in einem chronischen Ehekonflikt vorkommen könnten. Schliesslich sei es wäh-
rend der Haft auch zu einem psychogenen Appetitverlust (F50.8 nach ICD-10) gekom-
men. Zur Schuldfähigkeit, Wiederholungsgefahr und Massnahmebedürftigkeit führte 
der Gutachter aus, es sei von vollständig erhaltener Schuldfähigkeit auszugehen. W 
bewege sich heute in einer kriminogenen Halbwelt, die ihn aber zunehmend überfor-
dere, wie die Zunahme der Strafverfahren belege, die gegen ihn eröffnet worden seien, 
mit anderen Worten verfüge W nur über insuffiziente Problemlösungsstrategien. Die 
persönliche Verstrickung Ws in sein Geschäft, mit anderen Worten die Partnerschaft 
mit der Besitzerin der von ihm gegründeten GmbH, bei der er damals noch angestellt 
gewesen sei, mache die Situation nicht günstiger. Wie die Analyse der Wiederholungs-
gefahr anhand eines statistischen Verfahrens zeige, bestehe eine moderate Gefahr, 
dass W in den nächsten Jahren erneut einschlägig straffällig werden würde. Allerdings 
stuft der Gutachter die Gefahr, dass W ausgerechnet zum Nachteil Ks straffällig werden 
würde, aufgrund seiner zweifellos vorhandenen Intelligenz kurzfristig als gering ein. 
Mittel- bis langfristig erachtet der Gutachter allerdings die Gefahr erneuter Straf- und 
Gewalttaten als moderat bis deutlich, sie sei aus forensisch-psychiatrischer Sicht mit 
psychiatrischen Mitteln im engeren Sinn wohl kaum zu verbessern (act. 10/6/1 Akten 
K). 

 
 
7. Vorfall vom 4. Januar 2010 (Sachverhaltskomplex P) 
 
7.1 Wie zuvor (E. 3.2.2) ausgeführt, ergibt sich aus dem Bundesgerichtsurteil vom 10. April 

2017, dass die Beweiswürdigung des Obergerichts im Verfahren OG S 14 8 bezüglich 
des Vorfalls vom 4. Januar 2010 vor Bundesrecht stand hält (E. 8 des Urteils vom 10. 
April 2017). Mit Urteil vom 18. April 2016 hat das Obergericht in tatsächlicher Hinsicht 
nach Würdigung der Beweise rechtskräftig erkannt, dass W am 4. Januar 2010, um 
circa 05.00 Uhr, vor dem Nachtlokal Taverne in Erstfeld mit einer Selbstladepistole, 
Marke „Blow Mini“, Modell 2003, Kaliber 8mm Knall (abgeändert auf Kaliber 6.35mm), 
einen Schuss in die ungefähre Richtung von P, mit dem er zuvor in der Taverne einen 
Streit gehabt hatte, abgefeuert hat, wobei in Bezug auf die Schussrichtung zugunsten 
von W davon ausgegangen wurde, dass es sich dabei nicht um einen gezielten Schuss 

- 23 - 

mit Tötungsvorsatz handelte (E. 8 des Urteils vom 18. April 2016 mit Hinweisen auf das 
Urteil des Landgerichts LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012).  
 

7.2 In rechtlicher Hinsicht hat das Obergericht den zuvor zusammengefassten Sachverhalt 
im Urteil vom 18. April 2016 unter Hinweis auf die rechtliche Begründung der ersten 
Instanz im Urteil LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012 als Gefährdung des Lebens (Art. 129 
StGB) qualifiziert (E. 9 und 10 des Urteils vom 18. April 2016). Auch die rechtliche 
Qualifikation des Vorfalls vom 4. Januar 2010 wurde vom Bundesgericht geschützt und 
es hielt fest, dass der Schuldspruch im Verfahren OG S 14 8 wegen Gefährdung des 
Lebens kein Bundesrecht verletzt (E. 10 des Bundesgerichtsurteils vom 10. April 2017). 

 
7.3 Der Vorfall vom 4. Januar 2010 ist damit in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht rechts-

kräftig entschieden und es kann diesbezüglich auf das Urteil OG S 14 8 des Oberge-
richts vom 18. April 2016 (E. 7 - 10; mit Hinweisen auf das Urteil des Landgerichts vom 
24. Oktober 2012) verwiesen werden. Betreffend den Sanktionspunkt wird auf E. 10.4.3 
hiernach verwiesen. 

 
 
8. Vorfall vom 12. November 2010 (Sachverhaltskomplex K) 
 
8.1 Tatvorwurf 
 

W wird gemäss Ziff. 1.1 AKS vorgeworfen, sich der Mittäterschaft zum versuchten 
Mord, eventuell der Anstiftung zu Mord zum Nachteil von K schuldig gemacht zu haben. 
Der Vorwurf gründet im Wesentlichen auf folgender Sachverhaltsdarstellung der An-
klage: Nachdem sich S und W am Abend des 11. November 2010 in der Taverne in 
Erstfeld unterhalten hätten, sei S mit einem auf die C. GmbH zugelassenen Skoda nach 
Schattdorf gefahren und habe sich im Auftrag von W ins Restaurant Mühle begeben, 
um nachzuschauen, ob K arbeite, was S auch schon vor dem 11. November 2010 
mehrmals gegen Entgelt von W gemacht habe. Am 12. November 2010 um circa 00.40 
Uhr habe S dann in Erstfeld, Verbindungsweg Schützengasse - Liegenschaft Bärenbo-
denweg, mit der Tatwaffe "Blow Mini", aus einer Distanz von einigen Metern mindes-
tens drei Schüsse auf K abgefeuert mit der Absicht, diese zu töten. Ein Projektil habe 
K in den Rücken getroffen, weshalb sie eine zu unmittelbarer Lebensgefahr führende 
Thoraxverletzung mit Rippenbruch erlitten habe und während einer Woche habe hos-
pitalisiert werden müssen. Ein weiteres Projektil, mutmasslich ein Streifschuss, habe K 
am Oberarm und Thorax rechts verletzt. Nach der Schussabgabe habe sich S vom 
Tatort entfernt und W Bericht erstattet. W habe schliesslich organisiert, dass S durch 

- 24 - 

V.S. nach Hause gefahren worden sei. Diese Tat habe W zuvor zusammen mit S ge-
plant und mit diesem den Entschluss dazu gefasst, wobei W S die Waffe für diese Tat 
verschafft und ihm ein Entgelt dafür versprochen habe. W habe dabei in der Absicht 
gehandelt, sich aus Habgier und/oder aus anderen besonders verwerflichen Motiven 
seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau (K) zu entledigen. Im Scheidungsverfahren 
hätte W riskiert, das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn P. zu verlieren. Der hoch-
verschuldete W habe vorgängig im Hinblick auf eine grössere, von seinem Vater er-
wartete Erbschaft zugunsten von P. auf seinen Erbteil verzichtet, damit dieser nicht in 
die Hände seiner Gläubiger geraten würde. Durch den Tod seiner Ehefrau hätte er über 
seinen Sohn P. wieder auf dieses Erbe zugreifen können. Als begünstigter Ehepartner 
wäre ihm beim Ableben von K ausserdem die bei der Mobiliar Versicherung abge-
schlossene Lebensversicherung im Betrag von Fr. 36'000.00 ausbezahlt worden. 
Schliesslich hätte W auch eine künftige Unterhaltsverpflichtung K gegenüber abwen-
den können. Eventualiter habe W mit den beschriebenen Absichten S mit der Ausfüh-
rung dieser Tat gegen ein Entgelt beauftragt und diesem die Waffe für die Tat ver-
schafft. W bestreitet den Vorwurf.  

 
 Die Vorinstanz folgte dem Hauptantrag der Staatsanwaltschaft und sprach W des ver-

suchten Mordes in Mittäterschaft gemäss Art. 112 i.V.m. Art. 22 StGB schuldig. Sie 
erachtet es als erwiesen, dass S die Schüsse auf K abgegeben hat und dass W eine 
Tatbeteiligung zukam, wobei sie sich auf verschiedene Indizien stützte.  

 
8.2 Erwiesener Sachverhalt 
 
8.2.1 Es ist erwiesen, dass am 12. November 2010, circa 00.40 Uhr, Verbindungsweg Schüt-

zengasse - Liegenschaft Bärenbodenweg in Erstfeld, mit einer Pistole aus einer Dis-
tanz von einigen Metern mindestens drei Schüsse auf K abgegeben wurden. Dabei 
erlitt K gemäss Arztbericht des Luzerner Kantonsspitals vom 5. Dezember 2011 (act. 
1/56/2 Akten K) eine Thoraxschussverletzung rechts mit Hämatothorax, kleiner Spit-
zen-Pneumothorax und nicht verschobenem Rippenbruch Rippe drei sowie eine ober-
flächliche Hautverletzung am Oberarm rechts. Es bestand unmittelbare Lebensgefahr. 
Eines der abgefeuerten Projektile wurde K operativ entfernt, ein zweites Projektil 
steckte in ihrer Handtasche und ein drittes Projektil konnte im Treppenhaus des Wohn-
blocks Bärenbodenweg 21, Erstfeld, wo K durch die Ambulanz und die Polizei ange-
troffen wurde, sichergestellt werden (act. 1/3 und act. 5/5 Akten K). Drei Patronenhül-
sen des Kalibers 6.35mm konnten mit Hilfe von Diensthunden am Tatort erschnüffelt 
und sichergestellt werden (act. 1/3 und act. 1/6/10 Akten K).  

 

- 25 - 

8.2.2 Aufgrund des Vorberichtes des Forensischen Instituts Zürich (FOR) vom 11. Januar 
2011 (act. 5/5 Akten K) und des Gutachtens des FOR vom 7. Juli 2011 (act. 5/7/2 Akten 
K) steht beweiskräftig fest, dass die aufgefundenen Projektile beziehungsweise Patro-
nenhülsen durch die Selbstladepistole, Marke „Blow Mini“, Mod. 2003, Nr. 5-167795, 
Kaliber 8mm Knall, abgeändert auf Kaliber 6.35mm, abgefeuert wurden, welche an-
lässlich der am 22. Dezember 2010 bei M.F. (nachfolgend M.F.), einer Lebensgefährtin 
von S, durchgeführten Hausdurchsuchung sichergestellt werden konnte. Im Weiteren 
steht beweiskräftig fest, dass bei den Vorfällen vom 4. Januar 2010 und 12. November 
2010 als Tatwaffe die gleiche Waffe Verwendung fand (act. 5/7/2 Akten K). Weiter ist 
unbestritten, dass S diese Waffe „Blow Mini“ bei M.F. deponiert hatte. Aufgrund eines 
weiteren Gutachtens des FOR vom 11. April 2012 (act. 5/8/2 Akten K) und der Sach-
verständigeneinvernahme von Dr. Martin Lory anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung ist ebenfalls unbestritten, dass es mit dieser Tatwaffe „Blow Mini“ grund-
sätzlich möglich ist, einen Menschen zu töten. Die DNA-Analyse ergab gemäss Spu-
renbericht der Kantonspolizei Uri vom 17. Februar 2011 (act. 1/9/1 Akten K), dass S 
sowohl mit dem Bedienelement wie auch mit dem Griffstück der Tatwaffe „Blow Mini“ 
in Berührung gekommen war.  
 

8.2.3 Aus den Akten ergibt sich im Weiteren, dass S in der Tatnacht in der Taverne war 
(Einvernahme S vom 22. Dezember 2010 [act. 2/63 Akten K]; Konfrontationseinver-
nahme vom 14. Januar 2011 [act. 2/66 Akten K]; Einvernahme W vom 26. Oktober 
2011 [act. 2/112/1 Akten K]), dort von W den Skoda auslieh (Konfrontationseinver-
nahme vom 14. Januar 2011 [act. 2/66 Akten K]), mit dem Skoda an den Arbeitsort von 
K (Restaurant Mühle in Schattdorf) fuhr (Einvernahme S vom 22. Dezember 2010 [act. 
2/63 Akten K]; vorinstanzliche Einvernahme S vom 10. Oktober 2012), dort im Restau-
rant zur Mühle von K bedient wurde und etwas trank (Einvernahme S vom 20. Oktober 
2011 [act. 2/111/1 Akten K]), anschliessend wieder nach Erstfeld fuhr (Einvernahme S 
vom 22. Dezember 2010 [act. 2/63 Akten K]), W den Skoda zurückbrachte (Einver-
nahme S vom 22. Dezember 2010 [act. 2/63 Akten K]; Konfrontationseinvernahme vom 
14. Januar 2011 [act. 2/66 Akten K]) und später von der Taverne durch V.S. nach Wol-
fenschiessen gefahren wurde (Einvernahme S vom 7. März 2011 [act. 2/75/1 Akten K]; 
Konfrontationseinvernahme vom 14. Januar 2011 [act. 2/66 Akten K]; Einvernahme S 
vom 20. Oktober 2011 [act. 2/111/1 Akten K]; Einvernahme W vom 26. Oktober 2011 
[act. 2/112/1 Akten K]; vorinstanzliche Einvernahme von S vom 10. Oktober 2012).  

 
8.2.4 Aufgrund der rückwirkenden Randdatenauswertung der Mobiltelefone von S (Zeitraum 

vom 22. September 2010 - 22. Dezember 2010) und von W (Zeitraum vom 12. Mai 
2010 - 12. November 2010) steht ausserdem fest, dass diese in dieser Zeit 59 Mal 
telefonischen Kontakt hatten, unter anderem auch am 9. November 2010 und am 10. 

- 26 - 

November 2010, wobei die Kontakte jeweils maximal nur 33 Sekunden dauerten (act. 
1/3 und act. 1/52/1 Akten K). Um 01.00.15 Uhr erfolgte ein telefonischer Kontakt von 
W mit V.S. von sieben Sekunden (act. 1/51/3 Akten K), wobei W bei diesem Telefonat 
V.S. den Auftrag gab, S nach Wolfenschiessen zu fahren. Unbestritten ist sodann auch, 
dass V.S. und S, als sie anschliessend mit dem Volvo von W vom Parkplatz hinter der 
Taverne wegfuhren, durch die Polizei fotografiert, nicht jedoch angehalten wurden.  

 
8.2.5 Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann in diesem Zusammenhang gestützt 

auf Art. 82 Abs. 4 StPO auch auf die umfangreichen Ausführungen im vorinstanzlichen 
Urteil LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012 (S. 130 - 177) verwiesen werden.  

 
8.3 Täterschaft von S 

 
S ist vom Landgericht Uri am 24. Oktober 2012 (Verfahren LGS 12 2) im Zusammen-
hang mit den Schüssen auf K wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Dieses Ur-
teil ist in Rechtskraft erwachsen und S hat seine Strafe mittlerweile verbüsst. Auch das 
Obergericht ist im Verfahren OG S 13 3 zum Schluss gekommen, dass S am 12. No-
vember 2010 mindestens dreimal auf K geschossen hat. Da das Obergericht W im 
Verfahren OG S 14 8 vom Vorwurf des Mordversuchs freisprach, erübrigten sich in 
diesem Verfahren Ausführungen zur Täterschaft von S. Dem Bundesgerichtsentscheid 
vom 10. April 2017 ist zu entnehmen, dass auch das Bundesgericht es als erstellt er-
achtet, dass S auf K geschossen hat (E. 14.1.3 dritter Absatz; E. 14.2.4 dritter Absatz; 
E. 14.5.3; E. 14.6.3; E. 15.1).  
 
Um Wiederholungen zu vermeiden, kann für die tatsächliche und rechtliche Würdigung 
betreffend die Täterschaft von S auf die vorinstanzlichen Verfahren LGS 12 2 (S) und 
LGS 12 1 (W; insbesondere S. 130 - 161 des Urteils vom 24. Oktober 2012) und das 
Urteil OG S 13 3 des Obergerichts vom 11. September 2013 (E. 9.3) verwiesen werden 
(vergleiche Art. 82 Abs. 4 StPO). 
 
Weiter erachteten es sowohl die Vorinstanz (Verfahren LGS 12 1 und LGS 12 2) als 
auch das Berufungsgericht (Verfahren OG S 13 3) als erwiesen, dass S im Auftrag oder 
in Zusammenarbeit mit einer Drittperson gehandelt hat. Dies, da bei ihm kein familiärer, 
persönlicher oder geschäftlicher Zusammenhang zu K erstellt werden konnte und nur 
ein finanzielles Motiv im Sinne eines Entgelts für die Schüsse auf K in Frage kommt. 
Auch hier kann zur Vermeidung von Wiederholungen für die tatsächliche Würdigung 
auf die Begründung der Vorinstanz (Urteil LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012, insbeson-
dere E. 4.6.2.1.19) verwiesen werden.  
 

- 27 - 

8.4 Tatbeteiligung von W 
 
Vorab ist festzuhalten, dass W aufgrund der bereits dargelegten Beweiswürdigung so-
wie aufgrund der Aussagen von K selber (act. 2/5 Akten K), der Tänzerinnen O.P. (act. 
2/9 Akten K), J.V. (act. 2/8 und act. 2/107/1 Akten K), Y.K. (act. 2/6 Akten K), A.M. (act. 
2/11 Akten K), der fehlenden Schmauchspuren auf seinen Händen (act. 5/1/1 Akten K) 
und seiner fehlenden DNA auf der Tatwaffe (act. 1/9/1 Akten K) als Schütze ausge-
schlossen werden kann. Nachfolgend ist zu prüfen, ob W eine Tatbeteiligung an den 
Schussabgaben von S zukommt.  
 
Die Vorinstanz und das Obergericht im Verfahren OG S 13 3 sind aufgrund eines Indi-
zienbeweises zum Schluss gekommen, dass W Tatbeteiligter des Mordversuchs auf K 
war (Urteil LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012, E. 4.6.2.2 und 4.6.2.3; Urteil OG S 13 3 
vom 11. September 2013, E. 9.7). Im Urteil vom 18. April 2016 ist das Obergericht nach 
einer Würdigung der alten und im Verfahren OG S 14 8 neu gewonnen Erkenntnisse 
gestützt auf den Grundsatz „in dubio pro reo“ zu einem Freispruch gelangt. Das Bun-
desgericht befand im Urteil vom 10. April 2017, dass das Obergericht im Urteil vom 18. 
April 2016 Indizien nicht rechtsgenügend gewürdigt hat. Im Einzelnen geht es um die 
Würdigung 
- der Aussagen von S (E. 14.1 des Bundesgerichtsurteils vom 10. April 2017), 
- der Aussagen der Zeugin I (nachfolgend I; E. 14.2), 
- der telefonischen Kontakte zwischen W und S (E. 14.3), 
- der Erkenntnisse aus der Schussrekonstruktion (E. 14.4), 
- von Umständen im Zusammenhang mit der Tatwaffe (E. 14.5), 
- der Rückführung von S in der Tatnacht (E. 14.6), 
- des Alibis von W (E. 14.7) und 
- der Motivsituation bei W (E. 14.8). 
 

8.4.1 Aussagen von S 
 
S hat angegeben, im Auftrag von W auch schon vor der Tatnacht im Restaurant Mühle 
gewesen zu sein, um zu schauen, ob K arbeite. W bestreitet – entgegen den Ausfüh-
rungen von S (act. 2/63, act. 2/66 und act. 2/111/1 Akten K) – diesbezügliche Aufträge. 
Die Aussagen von S sind indessen glaubhaft, zumal auch die Zeugin I bestätigte, mit 
S schon im Restaurant Mühle in Schattdorf gewesen zu sein, weil S im Auftrag von W 
habe schauen müssen, ob K arbeite (act. 2/67/1 Akten K). Erwiesen ist im Weiteren, 
dass W S am Abend des 11. November 2010 ein Auto zur Verfügung stellte, mit wel-

- 28 - 

chem S an den Arbeitsort von K (Restaurant Mühle in Schattdorf) fuhr, dort von K be-
dient wurde und anschliessend wieder nach Erstfeld zurückfuhr (vergleiche E. 8.2.3 
hiervor). 
 
Betreffend den Grund der Aufträge führte S widersprüchlich aus, W habe wissen wol-
len, an welchen Tagen K arbeite, um seinen Sohn zu treffen (act. 2/63 Akten K) bezie-
hungsweise er wisse den Grund nicht genau, eventuell wegen der Scheidung (vo-
rinstanzliche Einvernahme vom 10. Oktober 2012). W bestreitet die zuvor erwähnten 
Aufträge. Seitens der Verteidigung wurde vorgebracht, dass diese im Hinblick auf das 
Eheschutz- beziehungsweise Scheidungsverfahren erfolgt sein könnten, indem S für 
W auskundschaftete, ob K arbeite. Inwieweit solche Besuche W nützliche Informatio-
nen für das Scheidungsverfahren hätten liefern können, ist nicht wirklich ersichtlich. 
Hingegen waren die Beobachtungen von S im Restaurant Mühle für die Tatausführung 
und seine diesbezüglichen Dispositionen sehr brauchbar und wichtig. Einerseits konnte 
er mit dem Besuch am 11. November 2010 die Sicherheit erlangen, dass K an diesem 
Abend tatsächlich am Arbeiten war, und andererseits musste er in Erfahrung gebracht 
haben, dass sie in absehbarer Zeit mit dem Bus nach Erstfeld zurückkehren wird. Die 
Argumentation der Verteidigung, es hätte keinen Sinn gemacht, hinsichtlich einer sol-
chen Tatausführung mehrmals ins Restaurant Mühle zu fahren, greift deshalb nicht. 
Diesbezüglich führte S denn auch aus, mehrmals im Restaurant Mühle gewesen zu 
sein, K jedoch am 11. November 2010 erst das zweite Mal getroffen zu haben; das 
erste Mal habe er sie circa vor acht oder neun Tagen dort gesehen (act. 2/63 Akten K). 
Damit erklärte S selber, wieso er zuvor mehrmals im Restaurant Mühle war, nämlich 
weil er bis vor circa acht oder neun Tagen K dort nie angetroffen hatte. Folglich konnte 
er auch erst vor circa acht oder neun Tagen Gewissheit über ihr Aussehen erlangen. 
Hinzu kommt, dass sich die Aussage von S, er sei seit circa zwei Monaten vor dem 
Vorfall jeweils ins Restaurant Mühle gefahren (act. 2/63 Akten K) mit der Aussage von 
I deckt, wonach er ihr circa zwei Monate vor dem Vorfall davon zu erzählen begonnen 
habe, er müsse eine Person beiseiteschaffen (act. 2/67/1 Akten K).  
 
Bei den Besuchen im Restaurant Mühle wollte S offensichtlich Gewissheit über das 
Aussehen von K erlangen. Beim Besuch in der Tatnacht ging es überdies darum, in 
Erfahrung zu bringen, ob und wann in etwa K an jenem Abend den Heimweg antreten 
wird. Die im Auftrag von W erfolgten Besuche von S im Restaurant Mühle dienten damit 
der Vorbereitung der Tat (Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2017, E. 14.1.3).  
 
 
 
 

- 29 - 

8.4.2 Aussagen der Zeugen I und R.P. 
 

8.4.2.1 Die Zeugin I sagte anlässlich der Einvernahme vom 28. Januar 2011 durch die Staats-
anwaltschaft Obwalden auf Nachfrage bezüglich des Motivs von S für die Schüsse auf 
K aus, dass der Grund das Geld von W gewesen sei (act. 2/67/1 Akten K). Anlässlich 
der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 24. Februar 2011 sagte sie aus, S habe 
ihr immer gesagt, W gebe ihm Geld. Am Anfang sei es noch nicht so deutlich gewesen, 
wofür das Geld sei. Aber irgendwann im Sommer habe S dann angefangen davon zu 
sprechen, dass er eine Person auf die Seite schaffen wolle. Er habe damals aber noch 
keinen Namen genannt. Später habe er erwähnt, es handle sich um eine Frau in Erst-
feld, die in irgendeiner Bar arbeite. Mit der Zeit sei er immer mehr ins Detail gegangen 
und sie habe gewusst, um wen es sich handle. S habe als Motiv für die Tat das Geld 
von W angegeben. Er habe ihr gesagt, W gebe ihm Geld für das, was er mache. S sei 
nicht ins Detail gegangen. Er habe nur immer gesagt, W wolle die Frau beseitigen und 
er (S) führe das aus. S habe ihr nie etwas darüber erzählt, ob und wie die beiden die 
Tat planten. Er sei aber viel nach Erstfeld oder ins Dollhouse gegangen. Er habe ge-
sagt, er bespreche solche Sachen nur mit ihm persönlich und nicht am Telefon. Er habe 
immer Angst gehabt, das Telefon werde abgehört. Er habe nur gesagt, sie hätten sich 
jeweils ausserhalb getroffen, in einem anderen Restaurant oder halt im Lokal selber, 
sie wisse es nicht (act. 2/70/1 Akten K). Anlässlich der Befragung vom 6. November 
2012 durch das Landgericht bestätigte sie ihre Aussage, wonach S ihr sagte, es sei 
geplant, K umzubringen und er bekomme hierfür Geld von W. I gab an, sie bereue es 
heute, dass sie damals nicht zur Polizei gegangen sei. Auf die Frage der Verteidigung, 
ob es nicht so gewesen sein könnte, dass sie im Sommer nicht wusste, dass S dies 
vorhatte, sondern erst, als das passierte und in der Zeitung alle diese Details standen, 
unterbrach die Zeugin den Verteidiger mit den Worten „Nein, nein. Da können Sie ge-
rade echt aufhören. Das stimmt dann voll nicht. Da wehre ich mich mit Händen und 
Füssen“ (Akten LGS 12 1, HV-Protokoll, Beilage 00.02).  
 
I machte im Zusammenhang mit den Schüssen vom 12. November 2010 detaillierte 
Aussagen und verfügte dabei über Informationen, die sie nicht aus den Zeitungen er-
fahren haben konnte. So führte sie – teilweise wiederholt – aus, S habe ihr gegenüber 
gesagt, er habe sich bei einem Gebüsch versteckt (act. 2/70/1 Akten K), er habe fünf 
und nicht drei Schüsse abgegeben, er sei auf die Strasse gegangen und habe Leute 
beobachtet, die von Schüssen gesprochen hätten, ein Kollege habe ihn gefahren und 
sie beide seien in eine Polizeikontrolle gekommen, hätten aber weiterfahren können 
(act. 2/67/1 und act. 2/70/1 Akten K) und er habe die Waffe mit der Jacke bei einem 
Kollegen zu Hause versteckt (act. 2/67/1 Akten K). Zur Vermeidung von Wiederholun-
gen kann auf das Urteil des Landgerichts LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012, E. 

- 30 - 

4.6.2.1.15.6, und das Urteil des Obergerichts OG S 13 3 vom 11. September 2013, E. 
9.10.1, verwiesen werden.  
 
Bei den Aussagen von I können Rachegedanken gegenüber S aus Eifersucht und ent-
täuschter Liebe eine gewisse Rolle gespielt haben (act. 2/89/2 Akten K). Betreffend die 
Täterschaft von S spielt dies insofern keine wesentliche Rolle, weil auch viele andere 
Indizien dafür sprechen (vergleiche Entscheid des Landgerichts LGS 12 2 vom 24. Ok-
tober 2012, E. 3.6). Die Aussagen von I sind indessen sehr bestimmt. Sie wehrt sich 
kategorisch dagegen, dass ihre Aussagen auf Zeitungsberichten basieren würden. 
Diesfalls hätte I wohl entsprechend den Medienberichten auch von drei Schüssen ge-
sprochen und die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht dadurch gefährdet, von fünf 
Schüssen zu sprechen. Ähnlich verhält es sich mit der Argumentation der Verteidigung, 
die Aussagen von I würden auf den detaillierten Aktenkenntnissen von C.V. beruhen. 
So sprach I – entgegen den Ausführungen von C.V. (act. 6/37 Akten K) –  gerade nicht 
von einem "auf Katzen schiessen", was sie wohl getan hätte, wenn ihre Aussagen le-
diglich auf Ausführungen von C.V. ihr gegenüber basiert hätten und sie folglich die 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen hätte untermauern müssen. Dasselbe gilt sodann hin-
sichtlich ihren Ausführungen, S habe ihr gesagt, von einem Kollegen nach Erstfeld ge-
fahren worden zu sein und auch die Jacke und die Waffe bei einem Kollegen versteckt 
zu haben, wobei davon auszugehen ist, dass sie wohl nicht von einer männlichen Per-
son gesprochen hätte, wenn ihr diese Informationen von C.V. gesteckt worden wären, 
weil sie auch dadurch ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt hätte. Es macht durchaus 
Sinn, dass S I gegenüber von einem Kollegen sprach und nicht von seiner zweiten 
Freundin M.F.. Ausserdem machte I zwar geltend, einen C.V. zu kennen, führte aber 
auch an, diesen nie mehr gesehen zu haben (act. 2/89/1 Akten K). Aus den Akten 
ergeben sich diesbezüglich keine gegenteiligen Hinweise. Insbesondere finden sich 
auch keine Hinweise, dass die Aussagen von I aus den Akten stammen könnten. Ihre 
Aussagen, wonach S seine Jacke auf den Rücksitz oder in den Kofferraum des Autos 
gelegt habe (act. 2/67/1 und act. 2/70/1 Akten K), sind plausibel. S gab ihr gegenüber 
an, wie clever er vorgegangen sei. Dazu gehörten das unauffällige Verhalten nach den 
Schüssen und eben das Ausziehen der Jacke im Auto.  
 
Betreffend den Tatbeitrag von W gab I Gespräche zwischen ihr und S direkt wieder. 
Ihre Aussagen werden sodann durch konkrete Handlungen untermauert. So gab sie 
etwa an, sie habe sich einmal mit S in das Restaurant Mühle begeben, weil S K aus-
forschen wollte, welche sie damals jedoch nicht angetroffen hätten (Akten LGS 12 1, 
HV-Protokoll, Beilage 00.02). Weshalb S, welcher bezüglich der Planung und Umset-
zung der Tat offensichtlich die Wahrheit sagte, I einzig in Bezug auf die Person des 
Auftraggebers angelogen haben sollte, ist nicht ersichtlich. I führte differenziert aus, sie 

- 31 - 

sei mit W immer gut ausgekommen, dieser habe ihr nie etwas zu Leide getan, dann sei 
das mit dem Restaurant gekommen und sie hätte vielleicht einfach erwartet, dass W 
sie mehr unterstützt hätte, sie sei da einfach enttäuscht gewesen, sie seien aber nie 
aneinander geraten, im Gegenteil, so habe sie W ja nach dem Vorfall in Kerns auch so 
Sachen erzählt wie das mit den Waffen. W hätte ihr etwas angetan, sei falsch formuliert 
gewesen, sie sei einfach irgendwie enttäuscht gewesen (Akten LGS 12.1, HV-Proto-
koll, Beilage 00.02). Überdies ist bei der Beurteilung dieses Verhältnisses zu berück-
sichtigen, dass I W auch das Messer und die zwei Waffen von S übergab, ein gewisses 
Vertrauensverhältnis zwischen ihnen also auch damals noch vorhanden gewesen sein 
muss. Es ist zwar möglich, dass bei I wegen der Angelegenheit mit dem Dollhouse eine 
gewisse Enttäuschung über W vorhanden war (act. 2/67/1 Akten K). Dass sie ihn des-
halb jedoch – unter Wahrheitspflicht als Zeugin – zu Unrecht eines Mordes bezichtigen 
würde, erscheint sehr unwahrscheinlich. Aufgrund der Bestimmtheit der Angaben von 
I gibt es auch keine Anhaltspunkte, dass sie S bezüglich der Person des Auftraggebers 
falsch verstanden haben könnte. Hinzu kommt, dass S gegenüber dem Zeugen R.P. 
(nachfolgend R.P.) ähnliche Aussagen bezüglich einer Geldschuld von W machte (ver-
gleiche E. 8.4.2.2 hiernach), wobei S hier aber gemäss den Aussagen des Zeugen R.P. 
von einer Bausache sprach (act. 2/81 und act. 2/87/1 Akten K).  
 
Die Aussagen von I werden im Übrigen auch durch die rückwirkend ausgewerteten 
Mobiltelefondaten gestützt: Auf die Frage, ob S ihr etwas darüber erzählt habe, wie die 
beiden (S und W) die Tat geplant hätten, sagte I aus, dass S viel nach Erstfeld oder ins 
Dollhouse gegangen sei und gesagt habe, er bespreche solche Sachen nur mit W per-
sönlich und nicht am Telefon. Er habe immer Angst gehabt, das Telefon werde abge-
hört. Er und W hätten sich jeweils ausserhalb getroffen, in einem anderen Restaurant 
oder halt im Lokal selber, sie wisse es nicht (act. 2/70/1 Akten K). Tatsächlich hat die 
Randdatenauswertung der Mobiltelefone von S und W ergeben, dass die beiden auf-
fällig kurze Telefonate geführt hatten (vergleiche Ziff. 8.2.4 hiervor).  
 
Zusammenfassend sind die Aussagen von I im Kerngehalt durchaus nachvollziehbar 
und glaubhaft. Auf ihre Angaben kann grundsätzlich abgestellt werden. Sie belasten 
W.  
 

8.4.2.2 Betreffend den Zeugen R.P. und die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen kann auf das im 
Urteil LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012, E. 4.6.2.1.16.7, Ausgeführte verwiesen werden. 
R.P. erwähnte betreffend Geld, welches S von W für eine Bausache bekommen sollte, 
gegoogelt und recherchiert zu haben (act. 2/68/1 Akten K). Geistig habe er dann das 
Geld in Zusammenhang gebracht mit einem möglichen Auftrag von W an S zur Besei-
tigung einer Person; dies sei jedoch im Bereich der persönlichen Vermutung gewesen 

- 32 - 

(act. 2/87/1 Akten K). Ein relevanter Beweiswert kann den Aussagen des Zeugen R.P. 
nicht zukommen. Immerhin sagte er aber bezüglich Aussagen von S betreffend eine 
Geldschuld von W Ähnliches aus wie die Zeugin I (vergleiche Bundesgerichtsurteil vom 
10. April 2017, E. 14.2.4), was die Glaubhaftigkeit der Aussagen von I verstärkt (ver-
gleiche E. 8.4.2.1 hiervor).  

 
8.4.3 Telefonische Kontakte zwischen W und S 

 
Es ist erwiesen, dass S und W vor dem Vorfall vom 12. November 2010 59 Mal telefo-
nischen Kontakt hatten, unter anderem auch am 9. November 2010 und am 10. No-
vember 2010, wobei die Kontakte jeweils nur maximal 33 Sekunden dauerten (verglei-
che Ziff. 8.2.4 hiervor). Betreffend den Inhalt dieser Telefongespräche liegen wider-
sprüchliche Angaben von S und W vor. S machte geltend, er habe mit W ein geschäft-
liches Verhältnis wegen eines Umbaus gehabt, wobei er ihm handwerklich geholfen 
habe (act. 2/63 Akten K). Später bestätigte er, das geschäftliche Verhältnis habe in der 
Lieferung von Bauisolation bestanden, ansonsten würde er keine geschäftliche Bezie-
hung zu W unterhalten (act. 2/66 Akten K). Dies wiederum bestätigte jedoch W nicht, 
sondern machte geltend, sie hätten im Zusammenhang mit der Suche von Tänzerinnen 
aus dem EU-Raum Kontakt gehabt. Woraufhin S anfügte, es sei richtig, dass es um 
das gegangen sei, was W gesagt habe (act. 2/66 Akten K). Auch die vielen und kurzen 
Telefonate konnten W und S nicht glaubhaft erklären, zumal W primär geltend machte, 
relativ wenig mit S telefoniert zu haben und bei diesen Telefonaten sei es um die Caba-
ret-Frauen aus dem EU-Raum gegangen (act. 2/66 Akten K). Auf den entsprechenden 
Vorhalt, seit September habe er fünfzehnmal mit S telefoniert, machte W wiederum 
geltend, das dünke ihn viel, er sei wirklich unter Druck gewesen, weil er bis Ende Jahr 
diese Frauen aus dem EU-Raum gewollt habe (act. 2/66 Akten K). Auf den Vorhalt, die 
Telefongespräche hätten jeweils nie länger als rund 30 Sekunden gedauert, machte W 
entgegen den vorherigen Aussagen geltend, sie hätten sicher nichts Geschäftliches 
am Telefon besprochen, sondern vielleicht ein Treffen abgemacht (act. 2/66 Akten K). 
Ebenfalls nicht glaubhaft sind diese Aussagen deshalb, weil W anlässlich der Befra-
gung vom 14. Januar 2011 (act. 2/66 Akten K) geltend gemacht hatte, unter Druck 
gewesen zu sein, weil er bis Ende Jahr diese Frauen aus dem EU-Raum gewollt habe. 
Am 26. Oktober 2011 (act. 2/112/1 Akten K) machte er dann sinngemäss geltend, für 
November beziehungsweise Dezember Frauen gebraucht zu haben. Dabei führte er 
aus, er habe die Bewilligungen für den November schon zu spät eingegeben und be-
reits eine Sonderbewilligung gebraucht, weil er die ganze Zeit geglaubt habe, das mit 
der Vermittlung der Tänzerinnen klappe noch, dann habe er aber doch auf eine andere 
Agentur ausweichen müssen (act. 2/112/1 Akten K). Auf die Frage, wann er denn die 
Verträge mit diesen Tänzerinnen für November gemacht habe, antwortete W sodann, 

- 33 - 

Mitte Oktober (act. 2/112/1 Akten K). Auf den Vorhalt, wieso er dann S im November 
noch siebenmal angerufen habe, führte W aus, es sei dann um die Verträge für De-
zember gegangen, weil auch da hätten ihm Tänzerinnen gefehlt (act. 2/112/1 Akten K). 
Diese Erklärung erscheint nicht glaubhaft, weil W erstens nur von den Tänzerinnen für 
den November sprach und zweitens, weil er zuvor ausgeführt hat, er habe auf eine 
andere Agentur ausweichen müssen. Folglich können diese telefonischen Kontakte mit 
S kaum mehr mit der Vermittlung von Tänzerinnen begründet werden (vergleiche zum 
Ganzen auch LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012, E. 4.6.2.2.5). Daraus ergibt sich, dass 
es nicht glaubhaft ist, dass W und S in den Tagen vor dem 12. November 2010 telefo-
nischen Kontakt ausschliesslich wegen der Vermittlung von Tänzerinnen aus dem EU-
Raum hatten. Es muss davon ausgegangen werden, dass die telefonischen Kontakte 
zumindest auch der Planung der Tat dienten (vergleiche Bundesgerichtsurteil vom 10. 
April 2017, E. 14.3). 
 

 
 
8.4.4 Erkenntnisse aus der Schussrekonstruktion 

 
Am 28. September 2015 wurde am Tatort in Erstfeld durch das FOR eine 
Schussrekonstruktion durchgeführt (act. 5.25, act. 5.26, act. 5.27 und act. 5.30 Akten 
OG S 14 8). Dabei wurden drei verschiedene, von den Parteien vorgegebene 
Szenarien geschossen, wobei die Szenarien 1 und 2 von W angegeben wurden, das 
Szenario 3 von K. Das Ziel war es, aufgrund eines Vergleichs zwischen dem am Tatort 
vorgefundenen Spurenbild, insbesondere dem Fundort der drei Hülsen, und den 
Spurenbildern der drei Varianten, Rückschlüsse auf den tatsächlichen Tatablauf ziehen 
zu können. Das Szenario 1 beruhte auf der Tatrekonstruktion der Polizei gemäss den 
ersten Angaben von K relativ kurz nach der Tat (act 1/8/3, act.1/8/23 und act. 1/8/24 
Akten K). Dabei wurde von den von K seinerzeit angegebenen Standorten bei der 
Abgabe des ersten und des letzten Schusses, welche rund 80 cm auseinanderlagen, 
ausgegangen. Die Schüsse wurden innerhalb von weniger als einer Sekunde 
abgefeuert, unter der Annahme, dass das Zurücklegen der 80 cm ungefähr so lange 
gedauert hatte. Das Szenario 2 sollte einen möglichen Ablauf im Falle eines 
vorgetäuschten Mordanschlages darstellen. Das Szenario 3 war ähnlich wie Szenario 
1, wobei die Positionen des Opfers beim ersten und beim letzten Schuss weiter 
auseinander lagen und der Zeitraum zwischen dem ersten und dem letzten Schuss 
entsprechend länger war. 

 
 Das Szenario 1 konnte nicht realisiert werden beziehungsweise das Spurenbild ent-

sprach nicht dem am Tatort seinerzeit tatsächlich angetroffenen Spurenbild. K sagte 

- 34 - 

indessen plausibel aus, sie sei von der Polizei aufgefordert worden, ihren ungefähren 
Standort im Zeitpunkt der Schüsse wiederzugeben beziehungsweise sie habe anläss-
lich der Tatrekonstruktion durch die Polizei nur ihren ungefähren Standort wiedergeben 
können (vergleiche act. 7.1 S. 52 ff. Akten OG S 14 8). Auch der Experte wies darauf 
hin, dass das Szenario 1 auf der Annahme beruhe, dass die Schilderung der Bewegung 
von 80 cm genau der Realität entspreche, was bei Zeugenaussagen von Schussopfern 
üblicherweise nicht zutreffe (act. 5.30 Akten OG S 14 8). Daraus, dass K zwischen den 
Schüssen möglicherweise mehr als die nachträglich am Tatort eingezeichneten 80 cm 
zurücklegte, kann daher weder der Schluss gezogen werden, auf K sei nicht geschos-
sen worden, noch dass der Schütze im Sinne der sogenannten Komplotttheorie im Auf-
trag von K selber handelte. Nicht ausgeschlossen werden kann zudem, dass K nach 
dem ersten Schuss, der sie überraschend wie ein Schlag in den Rücken traf, (unbe-
wusst) kurz innehielt, bevor sie flüchtete. Die 80 cm liessen sich auch damit erklären. 
Aus dem Standort von K im Zeitpunkt der Schüsse kann daher nicht abgeleitet werden, 
die drei Schüsse seien in lediglich 0.6 Sekunden abgefeuert worden (vergleiche Bun-
desgerichtsurteil vom 10. April 2017, E. 14.4.3). Wird beim Szenario 1 eine gewisse 
Ungenauigkeit berücksichtigt und beispielsweise von einer Distanz zwischen den bei-
den Positionen von 2 m anstatt 80 cm ausgegangen, wird Szenario 1 zum Szenario 3, 
bei welchem das Spurenbild ähnlich dem tatsächlich aufgefundenen Spurenbild ausfiel 
(act. 5.30 Akten OG S 14.8). Letzteres Szenario wurde vom Experten denn auch als 
das plausibelste bezeichnet. Das Szenario 2 hingegen konnte nicht realisiert werden, 
da weder ein genaues Zielen noch eine Korrektur der Schussabgabe möglich waren 
(act. 5.30 Akten OG S 14 8). 

 
 Als Fazit kann aus der Schussrekonstruktion gezogen werden, dass das von K ange-

gebene Szenario 3 mit dem tatsächlich aufgefundenen Spurenbild aufgehen kann. 
Zwar entspricht es nicht exakt den Angaben anlässlich der Tatortrekonstruktion. Indes-
sen ist nachvollziehbar, dass die seinerzeitigen Angaben nicht exakt der Realität ent-
sprochen haben könnten. Nicht realistisch ist hingegen ein vorgetäuschter Mordan-
schlag. Die Schussrekonstruktion erweist sich insgesamt als wenig aussagekräftig. Je-
denfalls aber kann aus ihr bei objektiver Betrachtung nichts zugunsten von W abgeleitet 
werden (vergleiche Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2017, E. 14.4.3).  

 
8.4.5 Tatwaffe 
 
 Es ist erwiesen, dass bei den Vorfällen vom 4. Januar 2010 und 12. November 2010 

als Tatwaffe die gleiche Waffe Verwendung fand (vergleiche E. 8.2.2 hiervor). Als be-
wiesen zu gelten hat zudem, dass W am 4. Januar 2010 in die ungefähre Richtung von 
P schoss (vergleiche E. 7 hiervor). Damit ist bewiesen, dass W am 4. Januar 2010 im 

- 35 - 

Besitz der Waffe war, mit welcher S am 12. November 2010 auf K schoss. Gemäss 
Bundesgericht muss W S die Waffe daher zu irgendeinem Zeitpunkt vor der Tat vom 
12. November 2010 übergeben haben (Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2017, E. 
14.5.3). W war offensichtlich der ordentliche Besitzer der Waffe, da er diese im Januar 
2010 für seine persönliche Verteidigung gebrauchte. Hinzu kommt, dass S selber an-
gab, er habe die Waffe von W erhalten (vergleiche Bundesgerichtsurteil vom 10. April 
2017, E. 14.5.3). Zu berücksichtigen sind zudem die Kontakte zwischen W und S, na-
mentlich auch in den Tagen vor der Tat (telefonisch) sowie am Tatabend, und dass 
keinerlei Anhaltspunkte vorliegen, wonach die Waffe unabhängig von der Tat vom 
12. November 2010 über eine Drittperson zu S gelangt war (Bundesgerichtsurteil vom 
10. April 2017, E. 14.5.3). Zwar gab S an, dass die Waffe in der Tatnacht über eine 
Drittperson zu W und dann an ihn gelangte. Dies muss jedoch als Schutzbehauptung 
von S angesehen werden (vergleiche dazu Urteil LGS 12 2 vom 24. Oktober 2012, E. 
3.6.2.1).  
 
W wendet ein, es ergebe keinen Sinn, dass ein Mord-Auftraggeber darum besorgt sei, 
dass der Auftragnehmer eine Waffe verwendet, welche mit dem Auftraggeber in Ver-
bindung gebracht werden kann. Dies ändert nichts daran, dass W die Waffe S überge-
ben haben muss (vergleiche Bundesgerichturteil vom 10. April 2017, E. 14.5.3) und S 
mit dieser Waffe auf K schoss. Es ist möglich, dass W das Risiko, dass die Waffe auf-
grund von gefundenen Hülsen identifiziert werden kann, falsch einschätzte. Auch war 
wohl kaum geplant gewesen, dass der beauftragte Schütze im Fall K und die Waffe 
gefunden werden. Sicher war es unklug von S, die Tatwaffe zu behalten. Darauf hatte 
W indessen keinen Einfluss mehr. Wären weder S noch die Waffe gefunden worden, 
hätte auch keine diesbezügliche Verbindung zwischen W und S nachgewiesen werden 
können. Aus der vorliegenden Kombination (Verwendung der gleichen Tatwaffe und 
Übergabe dieser Waffe von W an S) ergibt sich indessen ein erheblich belastendes 
Indiz.  
 

8.4.6 Rückführung von S 
 
Es hat als erstellt zu gelten, dass S auf Veranlassung von W innert kürzester Zeit von 
V.S. nach Hause gefahren wurde (vergleiche E. 8.2.4 hiervor). Unbestrittenermassen 
telefonierte W um 01.00.15 Uhr V.S. (act. 1/51/3 Akten K), wobei W geltend machte, 
diesen dabei in die Taverne bestellt zu haben, damit er S heimfahre (act. 2/112/1 Akten 
K). Das Telefongespräch dauerte gerade mal sieben Sekunden (act. 1/51/3 Akten K), 
welche kaum ausreichen dürften, jemanden, der nach eigenen Aussagen angeblich 
geschlafen hatte (act. 2/25 Akten K), anzuweisen, sogleich in die Taverne zu kommen, 
um einen Gast nach Hause zu fahren, es sei denn, diese Person war bereits zuvor 

- 36 - 

instruiert worden, dass sie noch für Fahrdienste gebraucht werde. Gemäss S war dann 
V.S. auch innert kürzester Zeit, innert circa zwei Minuten, unten in der Taverne, in An-
zug und Hemd gekleidet (act. 2/75/1 Akten K). Die diesbezüglichen Aussagen von W 
(act. 2/66 Akten K) und von V.S. (act. 2/91/1 Akten K), es hätte circa zehn Minuten 
gedauert, bis V.S. nach dem Anruf unten gewesen sei, sind nicht glaubhaft. Der Anruf 
an V.S. erfolgte um 01.00.15 Uhr (act. 1/51/3 Akten K). Aus den Akten geht hervor, 
dass die Polizei, bevor sie um 01.04 Uhr am Tatort eintraf, ein Foto eines vom Hinterhof 
der Taverne wegfahrenden Fahrzeuges gemacht hatte (act. 1/6/1, act. 1/16/3 und act. 
1/57 Akten K), wobei heute unbestritten ist, dass das Foto das Fahrzeug zeigt, in wel-
chem V.S. und S sassen (act. 2/91/1 und act. 2/63 Akten K). Somit bestand eine Zeit-
spanne von knapp vier Minuten, während welcher V.S. aufgestanden, sich angezogen, 
in die Taverne hinuntergegangen, die Schlüssel für das Fahrzeug behändigt, die Bar-
riere geöffnet und mit S weggefahren sein muss. Es muss davon ausgegangen werden, 
dass V.S. zumindest teilweise instruiert wurde, was er aussagen soll (oder nicht). Bei 
der ersten Einvernahme (act. 2/25 Akten K) gab er an, um 23.30 Uhr schlafen gegan-
gen zu sein. Er erwähnte keinen Taxidienst. Auf entsprechenden Vorhalt gab er später 
an, sich nicht erinnern zu können, ob er S nach Hause gefahren habe (act. 2/71/1 Akten 
K). Bei einer weiteren Einvernahme (act. 2/91/1 Akten K) sagte er dann aus, eine Per-
son mit Namen S mitsamt Hund heimgefahren zu haben. Auf den Vorhalt, zuvor gel-
tend gemacht zu haben, nicht zu wissen, ob er jemanden heimgefahren hätte, sagte 
V.S., es sei nicht so gewesen, dass er sich nicht mehr hätte erinnern können. Er habe 
zuerst ausgesagt, sich nicht mehr zu erinnern, dann habe man ihm ein Foto gezeigt 
und er habe sich wieder erinnern können. Auf entsprechende Nachfrage führte er dann 
aus, nein, man habe ihm kein Foto gezeigt, die Staatsanwältin habe ihm einfach ge-
sagt, es gäbe ein Foto, dann habe er sich erinnert (vergleiche dazu auch Urteil LGS 12 
1 vom 24. Oktober 2012, E. 4.6.2.2.8).  
 
Bei der Rückführung von S musste es offensichtlich sehr schnell gehen. Es lagen daher 
besondere Umstände vor, die auf eine eigentliche Fluchthilfe hindeuten und damit da-
rauf, dass W um das Vorgefallene wusste. W verhalf S zur Flucht, was klarerweise als 
belastendes Indiz zu werten ist. Offensichtlich nicht zu entlasten vermag W, dass er 
V.S. erst 15 beziehungsweise 20 Minuten nach der Tat anrief (Bundesgerichtsurteil 
vom 10. April 2017, E. 14.6.3). Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Es ist nicht 
erstellt, zu welchem genauen Zeitpunkt S nach den Schüssen wieder in der Taverne 
auftauchte. Es gibt durchaus plausible Gründe, weshalb er den Tatort nicht fluchtartig 
verliess. So hätte er sich bei den Frauen hinter dem Hotel Frohsinn unmittelbar ver-
dächtig gemacht, wenn er vom Tatort weggerannt beziehungsweise -geeilt wäre. Auch 
ist möglich, dass er sich anschliessend noch versteckt hielt. Eine Fluchtplanung, bei 
der S nach der Tat in die Taverne zurückkehrt, dort allenfalls von W und vom Personal 

- 37 - 

ein Alibi erhält und innert Minuten von einem Chauffeur wie ein normaler Gast abgeholt 
und nach Hause gefahren wird, ist durchaus realistisch. Zur Vermeidung von Wieder-
holungen kann auf das vorinstanzliche Urteil vom 24. Oktober 2012, E. 4.6.2.2.9, ver-
wiesen werden.  
 

8.4.7 Alibi von W 
 
Es erscheint plausibel, dass sich ein Auftraggeber für einen Mord im Vorfeld um ein 
wasserdichtes Alibi bemüht. W wird nicht vorgeworfen, selber geschossen zu haben. 
Dies gestützt auf die Aussagen von K selber, aber auch von vier Tänzerinnen, welche 
bestätigten, dass W zur Tatzeit immer in der Taverne gewesen war (vergleiche E. 8.4 
erster Absatz hiervor). Daran ändert nichts, dass er die Taverne zuvor um circa 21.00 
Uhr kurz verliess, da die Tat um circa 00.40 Uhr stattfand, als K nach der Arbeit auf 
dem Weg nach Hause war, und die Tat wohl auch für diesen Zeitpunkt geplant gewe-
sen war (Bundesgerichtsurteil vom 10. April 2017, E. 14.7.3). Selbst ohne die Aussa-
gen von K hätte W somit über ein Alibi verfügt beziehungsweise hätte er mit einem 
solchen durch die Aussagen der in der Taverne anwesenden Tänzerinnen rechnen 
können. Gleichzeitig wäre es auffällig gewesen, wenn W als sonst meist anwesender 
Geschäftsführer ausgerechnet an diesem Abend nicht in der Taverne gewesen wäre. 
Damit ergibt sich in diesem Zusammenhang nichts Entlastendes für W.  
 

8.4.8 Motiv 
 
Die Vorinstanz nennt im Urteil LGS 12 1 vom 24. Oktober 2012 eine Reihe von Motiven 
für eine Tatbeteiligung von W, welchen sich das Obergericht grundsätzlich anschlies-
sen kann, weshalb auf E. 4.6.2.2.12 des Urteils vom 24. Oktober 2012 verwiesen wer-
den kann. Es sind dies zusammengefasst 
- das angespannte Verhältnis zwischen W und K (E. 4.6.2.2.12.1), 
- Insiderwissen von K betreffend Schwarzgeld (E. 4.6.2.2.12.2), 
- finanzielle Folgen der anstehenden Scheidung (E. 4.6.2.2.12.3), 
- das Erbe des Vaters in Konnex mit dem Sorgerecht für den Sohn PL 

(E. 4.6.2.2.12.4) sowie 
- das Todesfallkapital der Lebensversicherung von K (E. 4.6.2.2.12.5). 
 

8.4.8.1 Betreffend die im Raume stehenden Todesdrohungen und handgreiflichen Auseinan-
dersetzungen (act. 2/5, act. 2/29 und act. 2/30 Akten K) hat die Vorinstanz ausgeführt, 
dass die diversen von K geltend gemachten Drohungen, Tätlichkeiten und Körperver-
letzungen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildeten, sondern in anderen 
Verfahren zu beurteilen seien beziehungsweise abgeurteilt würden und im Übrigen 

- 38 - 

zum jetzigen Zeitpunkt keine rechtskräftige Verurteilung von W wegen Drohung, Tät-
lichkeiten oder Körperverletzung gegenüber K vorliege (Urteil LGS 12 1 vom 24. Okto-
ber 2012, E. 4.6.2.2.12.1). Zwischenzeitlich liegt ein (nicht rechtskräftiges) erstinstanz-
liches Urteil des Landgerichts Uri vom 31. Oktober 2017 vor, gemäss welchem W von 
Vorwürfen der Gewalt beziehungsweise Drohung beziehungsweise Nötigung gegen-
über K freigesprochen wurde (act. 5.7 Akten OG S 17 3). Dies bedeutet nicht, dass 
damit ein im belasteten Verhältnis zwischen W und K zu suchendes Motiv weggefallen 
wäre. Wie von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt (E. 4.6.2.2.12.1), ist davon auszu-
gehen, dass zwischen W und K ein äusserst angespanntes Verhältnis herrschte.  

 
8.4.8.2 Bezüglich Insiderwissen von K erwähnt die Vorinstanz verschiedene Konten, welche 

im Laufe des Verfahrens zum Vorschein kamen (E. 4.6.2.2.12.2). Insbesondere geht 
es dabei um ein Privatkonto der Credit Suisse AG (Konto-Nr. 561479-90), welches per 
6. Juli 2011 einen Saldo von Fr. 201‘554.95 aufwies (act. 1/47/3 Akten K) und ein Depot 
der Credit Suisse AG (Depot-Nr. 0456-561479-95), welches per 6. Juli 2011 einen Wert 
von Fr. 142‘958.00 aufwies (act. 1/44 Akten K). Zwar waren diese Konten zur Deckung 
der Schulden der C. GmbH auf deren Kontokorrentkonto Nr. 779407-21 gepfändet (act. 
1/48/23 Akten K), allerdings bewegte sich der Negativsaldo des Kontokorrentkontos 
regelmässig im Bereich zwischen circa Fr. 140‘000.00 bis 150‘000.00 (act.1/47/24 Ak-
ten K). Es verblieben W somit je nach jeweiligem Kontenstand beziehungsweise De-
potwert namhafte Beträge, auf welche er zugreifen konnte. Zu Recht hat die Vorinstanz 
die Argumentation von W, wonach es sich um Geld der C. GmbH handle, auf welches 
er keinen Zugriff habe (act. 2/112/1 Akten K), als Schutzbehauptung qualifiziert. Aus 
den Akten ergibt sich im Weiteren, dass W diese beiden CS-Privatkonten in der Steu-
ererklärung nicht deklarierte (act. 1/26/8 Akten K). W musste damit rechnen, dass seine 
Vermögensverhältnisse im Hinblick auf die bevorstehende Scheidung zur Sprache 
kommen könnten, und er verfügte über Schwarzgeld. Wie konkret der Wissensstand 
von K über Letzteres war und mit welchem – allenfalls auch nur vermeintlichen – Wis-
sen W rechnete, kann offengelassen werden und ist nicht entscheidend. Jedenfalls 
musste W im November 2010 im kurz bevorstehenden Scheidungsverfahren befürch-
ten, dass seine Vermögensverhältnisse – allenfalls aufgrund von vielleicht auch nur 
vagen Hinweisen von K – genauer beleuchtet werden könnten, mit entsprechenden 
Folgen (Busse, Straf- und Nachsteuern und Verzugszinse), auch unabhängig von all-
fälligen tatsächlichen oder vermeintlichen Auswirkungen im Scheidungsverfahren. Dies 
begründet ein mögliches Motiv.  

 
 Ergänzend zu den Erwägungen der Vorinstanz ist darauf hinzuweisen, dass W bis circa 

im Herbst 2008 die Buchhaltung seines Vaters geführt hat (act. 2/112/1 und act. 2/113/1 
Akten K). Es ist deshalb davon auszugehen, dass er davon wusste, dass sein Vater 

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über nicht versteuertes Vermögen in Millionenhöhe verfügte. Dieses betrug Ende 2001 
über 3,2 Mio. Franken und Ende 2010 immer noch 1,259 Mio. Franken (act. 1/59/65 
und 1/59/5/6 Akten K). Dieses nicht deklarierte Vermögen war – wie die zuvor erwähn-
ten CS-Privatkonten – im November 2010 den Behörden noch nicht bekannt (verglei-
che act. 1/59/5/1 Akten K). Auch hier musste W im November 2010 damit rechnen, 
dass das Schwarzgeld im Rahmen des Scheidungsverfahrens entdeckt werden 
könnte, zumal ein als Erbvorbezug deklarierter Betrag von Fr. 360‘000.00 vom 
Schwarzgeld seines Vaters Grundlage der Vermögen auf den CS-Privatkonten bildete 
(act. 1/47/2 Akten K). Auch hier ist nicht entscheidend, ob und was konkret K davon 
wusste. Es bestand für W das Risiko, dass