# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72a20bdc-70d7-57fd-abf2-c1a29376287f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2008 B-4638/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4638-2008_2008-09-12.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-4638/2008
{T 0/2}

A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d  v o m  
1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Maria Amgwerd, 
Gerichtsschreiberin Barbara Aebi.

X._______ GmbH, 
vertreten durch Rechtsanwalt Peter Hofer, 

Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL),
vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb 
und/oder Rechtsanwalt Micha Bühler,

Vergabestelle

Öffentliches Beschaffungswesen (Systemplattform 
eDokumente Biometrie).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-4638/2008

Das  Bundesverwaltungsgericht  stellt  fest  und  zieht  in 
Erwägung, 

dass das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL; im Folgenden: die 
Vergabestelle)  am 22. November  2007 im Schweizerischen Handels-
amtsblatt  (SHAB Nr. 227)  unter  dem Projekttitel  "Systemplattform e-
Dokumente Biometrie" einen Lieferauftrag im offenen Verfahren ausge-
schrieben hat, 

dass am 16. Juni 2008 (publiziert am 20. Juni 2008 im SHAB Nr. 118) 
der Zuschlag für die Lieferung gewisser Hardware- und Software-Kom-
ponenten und Dienstleistungen  für  die  zu  entwickelnde Systemplatt-
form  "e-Dokumente"  an  die  Y._______  AG  (im  Folgenden:  die  Zu-
schlagsempfängerin) erteilt worden ist,

dass  die  X._______GmbH  (im  Folgenden:  die  Beschwerdeführerin) 
gegen diesen Zuschlag am 10. Juli 2008 beim Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde erhoben hat mit den Anträgen, der Zuschlag sei auf-
zuheben und an sie zu erteilen, sowie der Vergabestelle sei zu verbie-
ten, den Vertrag mit der Zuschlagsempfängerin zu schliessen,

dass die Beschwerdeführerin gleichzeitig beantragt hat, es sei der Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen; falls der Antrag auf 
Erteilung der aufschiebenden Wirkung nicht gutgeheissen werden soll-
te und/oder die Vergabestelle den Vertrag mit der Zuschlagsempfänge-
rin  bereits  abgeschlossen haben sollte,  sei  die  Rechtswidrigkeit  des 
Vergabeentscheides  vom  16.  Juni  2008  festzustellen  und  von  den 
Schadenersatzansprüchen  der  Beschwerdeführerin  Vormerk  zu  neh-
men,

dass  die  Beschwerdeführerin  des  Weiteren beantragt  hat,  es  sei  ihr 
vollumfängliches Akteneinsichtsrecht einzuräumen und die Möglichkeit 
zu geben, innert einer Nachfrist nach der Akteneinsicht die Beschwer-
debegründung gegebenenfalls zu ergänzen,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit  Verfügung vom 14. Juli  2008 
unter anderem angeordnet hat, bis zum Entscheid über die aufschie-
bende  Wirkung  hätten  sämtliche  Vollzugsvorkehrungen  zu  unterblei-
ben, 

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B-4638/2008

dass das Bundesverwaltungsgericht mit  Verfügung vom 16. Juli  2008 
die  Vergabestelle  sowie  die  Zuschlagsempfängerin  eingeladen  hat, 
zum Begehren der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschieben-
den Wirkung Stellung zu nehmen,

dass das Bundesverwaltungsgericht gleichzeitig von der Beschwerde-
führerin einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 30'000.-- eingefor-
dert hat,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 15. August 2008 bean-
tragt  hat,  die  Frist  zur  Leistung  des  Kostenvorschusses  sei  ihr  bis 
17. September 2008 zu erstrecken, mit der Begründung, die Vergabe-
stelle habe mit ihr Kontakt zur aussergerichtlichen Erledigung des Ver-
fahrens aufgenommen, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  20.  August 
2008  der  Beschwerdeführerin  die  angesetzte  Frist  zur  Leistung  des 
Kostenvorschusses bis 17. September 2008 erstreckt hat, 

dass die Zuschlagsempfängerin mit  Schreiben vom 14. August  2008 
auf die Einreichung einer Stellungnahme zu den prozessualen Anträ-
gen der Beschwerdeführerin verzichtet hat, 

dass sich die Vergabestelle mit Eingabe vom 18. August 2008 zu den 
prozessualen  Anträgen  der  Beschwerdeführerin,  insbesondere  zum 
Begehren auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung, hat vernehmen 
lassen,

dass  die  Vergabestelle  mit  Eingabe  vom 21. August  2008 beantragt 
hat,  die  Verfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  20.  August 
2008 sei in Wiedererwägung zu ziehen, und der Beschwerdeführerin 
sei  eine  Nachfrist  von  fünf  Tagen  anzusetzen,  um  den  Kostenvor-
schuss zu leisten mit der Androhung, bei Ausbleiben des Vorschusses 
werde auf die Beschwerde nicht eingetreten, 

dass die Vergabestelle zur Begründung angeführt hat, eine ausserge-
richtliche Einigung sei  gescheitert,  weshalb das Fristerstreckungsge-
such der Beschwerdeführerin dilatorisch sei, und dass die rasche Rea-
lisierung der ausgeschriebenen Leistung im nationalen Interesse ge-
boten sei,

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B-4638/2008

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  26.  August 
2008 die Beschwerdeführerin aufgefordert  hat,  hierzu bis 1. Septem-
ber 2008 Stellung zu nehmen, 

dass sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich nicht hat vernehmen 
lassen, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  26.  August 
2008 den Schriftenwechsel  zum Gesuch auf  Erteilung der  aufschie-
benden Wirkung der Beschwerde abgeschlossen hat, 

dass das Bundesverwaltungsgericht die Parteien gleichentags aufge-
fordert hat, sich bis zum 1. September 2008 zur Unterschriftensamm-
lung zur Ergreifung des fakultativen Staatsvertragsreferendums gegen 
den Bundesbeschluss vom 13. Juni 2008 über die Genehmigung und 
die Umsetzung des Notenaustauschs zwischen der Schweiz und der 
Europäischen  Gemeinschaft  betreffend  die  Übernahme  der  Verord-
nung  (EG)  Nr. 2252/2004  über  biometrische  Pässe  und  Reisedoku-
mente zu äussern und unter diesem Gesichtspunkt eine Stellungnah-
me zum weiteren Verfahrensverlauf einzureichen, 

dass die Vergabestelle am 29. August 2008 und die Beschwerdeführe-
rin am 1. September 2008 diesbezüglich Stellung genommen haben, 

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  schriftlicher  Erklärung  vom 
2. September 2008 die Beschwerde vom 10. Juli 2008 zurückgezogen 
hat, 

dass das Beschwerdeverfahren infolge Rückzugs der Beschwerde im 
einzelrichterlichen  Verfahren  als  gegenstandslos  geworden  abzu-
schreiben ist  (Art. 23 Abs. 1 Bst. a  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Ver-
waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich 1998, Rz. 682),

dass damit die Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Leistung ei-
nes Kostenvorschusses entfällt,

dass  grundsätzlich  die  Prozesskosten  (Verfahrenskosten  und  Partei-
entschädigung) zu tragen hat,  wer ein Verfahren durch Rückzug der 
Beschwerde zur Erledigung bringt,  da er  als unterliegende Partei  zu 
betrachten ist (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 5 und Art. 15 des 

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B-4638/2008

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]; 
KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 683; MARTIN BERNET, Die Parteientschädigung in 
der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege, Bd. 69, Zürcher Studien 
zum Verfahrensrecht, Zürich 1986, S. 146),

dass die Verfahrenskosten indessen ganz oder teilweise erlassen wer-
den können, wenn ein Rechtsmittel ohne erheblichen Aufwand für das 
Gericht durch Rückzug erledigt wird (Art. 6 Bst. a VGKE),

dass  der  Beschwerdeführerin  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von 
Fr. 1000.-- aufzuerlegen sind, da die Voraussetzungen für einen gan-
zen Erlass der Verfahrenskosten beim vorliegend gewählten Zeitpunkt 
des  Beschwerderückzuges  und  der  bis  anhin  verursachten  Kosten 
nicht erfüllt sind,

dass  der  Beschwerdeführerin  bei  diesem  Verfahrensausgang  keine 
Parteientschädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 
Abs. 1 VGKE), 

dass das Bundesamt für Bauten und Logistik  - selbst dann, wenn es 
sich durch einen aussenstehenden Anwalt vertreten lässt - keinen An-
spruch auf Parteientschädigung hat (Art. 7 Abs. 3 VGKE; vgl. VPB 67.6 
E. 4).

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B-4638/2008

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das  Beschwerdeverfahren  B-4638/2008  wird  zufolge  Rückzugs  der 
Beschwerde als gegenstandslos abgeschrieben.

2.
Die Verfahrenskosten  von Fr. 1000.-  werden der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu 
überweisen.  Die  Zustellung  des  Einzahlungsscheins  erfolgt  mit 
separater Post.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.
Dieser Entscheid wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- der Vorinstanz (Ref-Nr. SHAB Nr. 118; Gerichtsurkunde)

und wird mitgeteilt: 

- der Y._______ AG (auszugsweise)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

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B-4638/2008

Maria Amgwerd Barbara Aebi

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann, soweit nicht eine Ausnahme im Sinne 
von  Art.  83  Bst.  f  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
(BGG,  SR  173.110)  vorliegt,  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (vgl. Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 
BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat 
die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die Beschwerdeführerin in Händen hat, beizule-
gen (vgl. Art. 42 BGG).

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