# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aec2da2b-185c-58f9-aa35-d1af2c13f77e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230404-O1
**Docket/Reference:** SB230404-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230404-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230404-O/U/hb

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. 

Castrovilli und Oberrichter lic. iur. Hoffmann sowie Gerichtsschreibe-

rin MLaw Zogg

Urteil vom 16. April 2025

in Sachen

A._____, 

Privatkläger und Berufungskläger

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____

sowie

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin

gegen

B._____, 

Beschuldigte und Berufungsbeklagte

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw Y1._____

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc.  

-  2  -

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 

17. April 2023 (DG220209)

-  3  -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. Novem-

ber 2022 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 23A).

Urteil der Vorinstanz:

1.

Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der Beschimpfung im Sinne von Art. 

177 Abs. 1 StGB.

2.

Die Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf





der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

Abs. 1 und 3 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.

3.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 130.–, wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind.

4.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

5.

6.

7.

festgesetzt. 

Eine Landesverweisung wird nicht angeordnet.

Der Beschuldigten wird keine Entschädigung zugesprochen.

Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 30. März 2022 beschlagnahmten und sich bei den Akten befindenden 

Gegenstände werden dem Privatkläger A._____ innert einer Frist von drei 

Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf erstes Verlan-

gen hin herausgegeben, ansonsten sie der Lagerbehörde zur 

gutscheinenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen werden:







1 Schuh links, 1 Schuh rechts (Asservat Nr. A014'220'010)

1 Pullover (Asservat Nr. A014'220'010)

1 Jeanshose (Asservat Nr. A014'220'010)

-  4  -

8.

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

30. März 2022 beschlagnahmten und sich bei den Akten befindenden 3 Tür-

schildchen aus Metall / Plastik werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheides eingezogen und vernichtet. 

9.

Der Privatkläger A._____ wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtu-

ungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'900.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'100.00   Gebühr für das Vorverfahren

224.95   Gutachten/Expertisen etc. 

3'394.35   amtliche Verteidigung (RA Y2._____)

14'764.40   amtliche Verteidigung (RA Y1._____) 

11'352.10   unentgeltliche Rechtsvertretung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.                                                                                                                                                                                                                                                                                  

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechts-

vertretung, werden der Beschuldigten im Umfang von einem Sechstel aufer-

legt und im Übrigen definitiv auf die Staatskasse genommen. 

12. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt MLaw Y1._____, wird mit 

Fr. 14'764.40 aus der Gerichtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung im Umfang von einem Sechstel gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

13. Der vormals amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____, wurde be-

reits mit Fr. 3'394.35 (inkl. MwSt.) aus der Staatskasse entschädigt. Von ei-

ner Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO wird abgesehen. 

-  5  -

14. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X2._____, wird mit Fr. 11'352.10 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. Von einer Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO wird abge-

sehen. 

Berufungsanträge:

a)

Der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers:
(Berufungskläger)

(Urk. 83)

" 1.

In Abänderung von Dispositivziffer 2 sei die Beschuldigte der voll-
endeten, eventualiter der versuchten schweren Körperverletzung 
schuldig zu sprechen.

2. Die Beschuldigte sei angemessen zu bestrafen.

3. Die Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger für den be-

reits entstandenen Schaden Ersatz in der Höhe von Fr. 3'640.– 
zuzüglich 5 % Zins seit dem 20. September 2020 zu bezahlen. Im 
Übrigen sei festzustellen, dass die Beschuldigte gegenüber dem 
Privatkläger aus dem Schadensereignis vom 20. September 2020 
schadenersatzpflichtig sei. 

4. Die Beschuldigte sei ferner zu verpflichten, dem Privatkläger eine 
Genugtuung von wenigstens Fr. 20'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 
dem 20. September 2020 zu bezahlen.

5. Die beschlagnahmten Gegenstände (Hose etc.) des Privatklägers 

seien diesem herauszugeben.

6. Es seien die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Ver-

fahrens der Beschuldigten aufzuerlegen."

b)

Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:
(Anklägerin)

(Urk. 61; Prot. II S. 23) 

Verzicht auf Anträge.

-  6  -

c)

Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten:
(Berufungsbeklagte)

(Urk. 85)

" 1. Die Berufung des Berufungsklägers sei abzuweisen.

2. Die Kosten des Verfahrens sowie diejenigen der amtlichen Vertei-
digung (zzgl. MWST) seien auf die Staatskasse zu nehmen.

3. Auf die Zivilforderung des Berufungsklägers sei nicht einzutreten. 
Eventualiter sei seine Zivilforderung abzuweisen. Subeventualiter 
sei der Berufungskläger mit seiner Zivilforderung auf den Zivilweg 
zu verweisen."

_______________________________________

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.1.

Gegen das mündlich (Prot. I S. 29 ff.) eröffnete Urteil der Vorinstanz liess 

der Privatkläger fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 49). Nach Erhalt der schrift-

lichen Urteilsbegründung, die der Privatklägerseite am 25. Juli 2023 zugestellt 

wurde (Urk. 54/3), reichte die Privatklägervertretung am 11. August 2023 (Datum 

Poststempel) fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 58). Auf die Erhebung 

einer Anschlussberufung wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich explizit verzichtet (Urk. 61), während sich die Beschuldigte hierzu nicht ver-

nehmen liess. 

1.2.

In der Folge wurde in Absprache mit den Parteivertretern auf den 

10. September 2024 zur mündlichen Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 64). 

Mit Präsidialverfügung vom 21. Juni 2024 wurde der bisherige unentgeltliche Ver-

treter des Privatklägers, Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, auf dessen Gesuch hin 

(Urk. 66) aus seinem Amt entlassen und stattdessen Rechtsanwalt Dr. iur. 

X1._____ auf entsprechendes Ersuchen (Urk. 68) als neuer unentgeltlicher 

Rechtsbeistand des Privatklägers eingesetzt (Urk. 70). Gleichzeitig wurde in Gut-

-  7  -

heissung des privatklägerischen Begehrens die Ladung zur Berufungsverhand-

lung abgenommen und in der Folge neu auf den 16. April 2025 vorgeladen 

(Urk. 76).

1.3.

Ferner wurde der Beweisantrag des Privatklägers auf Erstellung eines 

Gutachtens durch das Forensische Institut Zürich (FOR) betreffend Sachverhalts-

rekonstruktion auf Grundlage des Verletzungsbildes des Privatklägers und des 

Zustandes seiner Kleidung mit Präsidialverfügung vom 4. Dezember 2024 einst-

weilen abgewiesen (Urk. 78).

2.

Zur Berufungsverhandlung erschienen der Privatkläger in Begleitung sei-

nes unentgeltlichen Rechtsvertreters und die Beschuldigte in Begleitung ihres 

amtlichen Verteidigers sowie die fallführende Staatsanwältin für die Anklagebe-

hörde (Prot. II S. 6).

II. Prozessuales

1.

Anwendbares Recht

Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Zürich erging am 17. April 2023 

(Urk. 55). Das Berufungsverfahren richtet sich somit nach den bis zum 31. De-

zember 2023 geltenden Bestimmungen der Strafprozessordnung (Art. 453 Abs. 1 

StPO). 

2.

Rückweisung

2.1.

Die Berufung nach Art. 398 ff. StPO ist grundsätzlich ein reformatorisches 

Rechtsmittel. Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, fällt es ein neues 

Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO). Nach Art. 409 

Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht bei wesentlichen, im Berufungsverfahren 

nicht heilbaren Mängeln das angefochtene Urteil ausnahmsweise auf und weist 

die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines 

neuen Urteils an die Vorinstanz zurück. Dabei bestimmt das Berufungsgericht, 

welche Verfahrenshandlungen zu wiederholen oder nachzuholen sind (Abs. 2). 

Das erstinstanzliche Gericht ist an die vom Berufungsgericht im Rückweisungsbe-

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schluss vertretenen Rechtsauffassungen und an die Weisungen gemäss Art. 409 

Abs. 2 StPO gebunden (Abs. 3). Die kassatorische Erledigung durch Rückwei-

sung ist aufgrund des reformatorischen Charakters des Berufungsverfahrens die 

Ausnahme und kommt nur bei derart schwerwiegenden, nicht heilbaren Mängeln 

des erstinstanzlichen Verfahrens in Betracht, in denen die Rückweisung zur Wah-

rung der Parteirechte, in erster Linie zur Vermeidung eines Instanzenverlusts, un-

umgänglich ist (BGE 149 IV 284 E. 2.2; mit Hinweisen). Damit sind grundsätzlich 

solche Fälle von einer Rückweisung betroffen, in denen keine ordnungsgemässe 

Hauptverhandlung stattfand bzw. kein ordnungsgemässes oder kein vollständiges 

Urteil ergangen ist, der Mangel also in der Regel derart schwer wiegt, dass die 

Wesentlichkeit in diesem selbst gründet und er auch nicht heilbar ist. Damit ein-

hergehend ist nicht zwingend erforderlich, dass sich der Mangel auf den Ent-

scheid ausgewirkt hat (BGE 148 IV 155 E. 1.4.1 mit Hinweisen). Dies ist etwa der 

Fall bei Verweigerung von Teilnahmerechten oder nicht gehöriger Verteidigung, 

bei nicht richtiger Besetzung des Gerichts oder bei unvollständiger Behandlung 

sämtlicher Anklage- oder Zivilpunkte (BGE 149 IV 284 E. 2.2; 148 IV 155 E. 1.4.1; 

143 IV 408 E. 6.1; je mit Hinweisen). 

2.2.

Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs 

kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglich-

keit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sach-

verhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung 

ist darüber hinaus – im Sinne einer "Heilung" des Mangels – selbst bei einer 

schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rü-

ckweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rück-

weisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerun-

gen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der be-

troffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinba-

ren wären (BGE 147 IV 340 E. 4.11.3; 142 II 218 E. 2.8.1; 137 I 195 E. 2.3.2; 136 

V 117 E. 4.2.2.2; 133 I 201 E. 2.2). Nach der Rechtsprechung dient die Berufung 

gerade dazu, allfällige Fehler des erstinstanzlichen Gerichts zu beheben, und 

bringt es mit sich, dass sich die Berufungsinstanz unter Umständen mit neuen Be-

hauptungen und Beweisen zu Tat- und Rechtsfragen auseinandersetzen muss, 

-  9  -

für deren Beurteilung alsdann nur eine Instanz zur Verfügung steht (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_105/2021 vom 29. November 2021 E. 2.2.4; 6B_542/2016 

vom 5. Mai 2017 E. 3.4.1; 6B_1302/2015 vom 28. Dezember 2016 E. 4.2.1; je mit 

Hinweis). 

2.3.

Verlangt nur die Privatklägerschaft ein begründetes Urteil oder ergreift sie 

allein ein Rechtsmittel, so begründet das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 3 StPO das 

Urteil nur in dem Masse, als sich dieses auf das strafbare Verhalten zum Nachteil 

der Privatklägerschaft und auf deren Zivilansprüche bezieht. Zwar steht der Straf-

anspruch nach der Rechtsprechung allein dem Staat zu (BGE 141 IV 380 

E. 2.3.4). Die Privatklägerschaft kann daher einen Entscheid hinsichtlich der aus-

gesprochenen Sanktion nicht anfechten (Art. 382 Abs. 2 StPO). Im Rahmen der 

Strafklage (Art. 119 Abs. 2 lit. a StPO) kann sich die Privatklägerschaft auch zur 

rechtlichen Würdigung der Tat äussern und einen zu Unrecht erfolgten erstin-

stanzlichen Freispruch oder eine ihres Erachtens zu milde rechtliche Würdigung 

durch das erstinstanzliche Gericht unabhängig von allfälligen Zivilforderungen mit-

tels Berufung anfechten (BGE 148 IV 127 E. 2.6.6 m.H.). Soweit ein Privatkläger 

jedoch die Verurteilung der beschuldigten Person wegen eines Tatvorwurfs ver-

langt, der vor Vorinstanz mit einem Freispruch geendet hat, stehen zwangsläufig 

auch die damit unmittelbar zusammenhängenden Nebenpunkte (Strafe, Vollzug, 

Landesverweisung und Kostenauflage) zur Disposition (BGE 147 IV 167 E. 1.5.3; 

144 IV 383 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichtes 6B_827/2017 vom 25. Januar 2018 

E. 1.1).

2.4.1. Angesichts der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den Anfechtungs-

möglichkeiten seitens der Privatklägerschaft ist es daher fraglich, ob die Vorin-

stanz trotz des Wortlautes von Art. 82 Abs. 3 StPO ihrer grundsätzlich aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) fliessenden Verpflichtung, ihr 

Urteil zu begründen, in ausreichendem Ausmass nachgekommen ist. Auch wenn 

– soweit ersichtlich – das Bundesgericht diese Frage noch nie zu prüfen hatte, er-

scheint es offensichtlich, dass die erste Instanz bei der alleinigen Berufung der 

Privatklägerschaft gegen ein freisprechendes (Teil-)Erkenntnis mit Antrag auf an-

klagegemässe Verurteilung auch die von ihr ausgefällte Sanktion zu begründen 

-  10  -

hat, weil durch das zulasten der beschuldigten Person erhobene Rechtsmittel der 

erstinstanzliche Entscheid auch hinsichtlich derjenigen Gesichtspunkte zum Ge-

genstand des zweitinstanzlichen Prozesses wird, die sachlich eng mit den Beru-

fungsanträgen zusammenhängen (BGE 147 IV 167 E. 1.5.3), selbst wenn sich die 

Privatklägerschaft dazu nicht äussern kann. Wohl ist angesichts der überschauba-

ren Anklage in concreto auch bei einer anklagegemässen Verurteilung keine 

übermässig komplizierte Strafzumessung vorzunehmen, jedoch könnte dies in ei-

nem anderen Strafverfahren durchaus der Fall sein, wenn zum Beispiel in einer 

Vielzahl von Delikten Freisprüche ergangen sind, die allesamt nur von der Privat-

klägerschaft angefochten werden. Es trifft denn wohl grundsätzlich zu, wie das 

Bundesgericht bereits einmal festgehalten hat, dass ein Rechtsmittelverfahren 

ohne Kenntnis der Entscheidgründe den Parteien und der Rechtsmittelinstanz 

grundsätzlich nicht zuzumuten ist (BGE 143 IV 40 E. 3.4.3 m.H.). 

2.4.2.

Im vorliegenden Fall ist die im vorinstanzlichen Urteil fehlende Begrün-

dung der Strafzumessung jedoch insbesondere in Nachachtung des Beschleuni-

gungsgebots von der Rechtsmittelinstanz nachzuholen, zumal die zur Beschimp-

fung ausgesprochene bedingte Strafe von 10 Tagessätzen Geldstrafe im Baga-

tellbereich liegt. Im vorliegenden Fall kann daher auf eine Rückweisung an die 

Vorinstanz zur vollständigen Begründung ihres Urteils verzichtet werden.

3.

Rechtskraft

3.1.

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-

fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (BGE 147 IV 93 E. 1.5.2; Urteil des Bun-

desgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 2.2, nicht publ. in BGE 148 IV 

22). Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstin-

stanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Dabei ist es naheliegend, 

dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprüfung des Urteils einzube-

ziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den angefochtenen Punkten besteht. 

Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Freispruch gelten für den Fall 

der Gutheissung automatisch auch damit zusammenhängende Folgepunkte des 

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Urteils, wie zum Beispiel Nebenfolgen von Entscheiden über Einziehungen, Zivil-

punkte sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, als angefochten. Bestätigt 

das Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die weiteren nicht angefochtenen 

Urteilspunkte bei einer Beschränkung der Berufung nicht zu überprüfen (BGE 147 

IV 93 E. 1.5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 

E. 2.2 [nicht publ. in BGE 148 IV 22]; vgl. auch JOSITSCH/SCHMID, Schweizerische 

Strafprozessordnung, Praxiskommentar [kurz: Praxiskommentar StPO], 4. Aufl. 

2023, Art. 399 N 18; HUG/SCHEIDEGGER in: Donatsch/ Lieber/Summers/Wohlers 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO [kurz: SK 

StPO], 3. Aufl. 2020, N 19 und 20 zu Art. 399). Auch wenn das Berufungsgericht 

nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein insgesamt neues 

Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche Punkte bereits frü-

her in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit Hinweisen).

3.2.

Nach Massgabe der Berufungserklärung beantragt der Privatkläger in Ab-

weichung vom vorinstanzlichen Urteil einen (weiteren) Schuldspruch wegen 

schwerer Körperverletzung bzw. eventualiter wegen versuchter schwerer Körper-

verletzung sowie eine angemessene Bestrafung der Beschuldigten und die Gut-

heissung seiner Zivilansprüche (Urk. 58; Urk. 83). Zudem verlangt er anlässlich 

der Berufungsverhandlung in Ergänzung zu seiner Berufungserklärung die Her-

ausgabe der ihm gehörenden, beschlagnahmten Kleidungsstücke, wobei anzu-

merken ist, dass dieser Antrag mit der entsprechenden Dispositivziffer 7 des 

vorinstanzlichen Urteils übereinstimmt. Insofern sind vorliegend einzig der Schuld-

spruch wegen Beschimpfung (Dispositivziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils), das 

Absehen von einer Entschädigung für die Beschuldigte (Dispositivziffer 6 des erst-

instanzlichen Urteils) sowie die Entscheide über die Herausgabe bzw. Einziehung 

der beschlagnahmten Gegenstände (Dispositivziffern 7 und 8 des erstinstanzli-

chen Urteils) vom Gegenstand des Berufungsverfahrens ausgenommen. In die-

sem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid folglich in Rechtskraft erwachsen, 

was mit einem entsprechenden Beschluss vorab festzustellen ist.

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4.

Soweit angezeigt, wird auf die vom Privatkläger erhobenen Einwände in 

formeller Hinsicht wie auch auf den von ihm im Verlauf des Strafverfahrens ge-

stellten Beweisergänzungsantrag im Rahmen der nachfolgenden Beurteilung ein-

zugehen sein. Davon abgesehen wurden im Berufungsprozess von keiner Seite 

Vorfragen aufgeworfen oder weitere Beweisbegehren gestellt. Demgemäss er-

weist sich die Sache als spruchreif, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzu-

weisen ist, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerle-

gen muss. Vielmehr kann sich das Berufungsgericht auf die für seinen Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; 146 IV 297 

E. 2.2.7; 141 IV 249 E. 1.3.1 m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 7B_611/2024 

vom 13. November 2024 E. 4.2.2; 6B_1135/2022 vom 21. September 2023 

E. 3.2.3).

III. Schuldpunkt 

1.

Soweit für das Berufungsverfahren noch relevant, wird der Beschuldigten 

vorgeworfen, sich der einfachen Körperverletzung und der versuchten schweren 

Körperverletzung schuldig gemacht zu haben. Dabei soll es am 20. September 

2020 um ca. 13:45 Uhr im Wohnzimmer ihrer Wohnung an der C._____-str. ... in 

... Zürich zwischen ihr und dem Privatkläger, mit dem sie damals liiert gewesen 

sei, zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung gekommen sein, in deren 

Verlauf die Beschuldigte die Wohnzimmertür mit einem Schlüssel von innen ver-

schlossen habe, worauf der Privatkläger versucht habe, über das Fenster des 

Wohnzimmers ins Freie zu gelangen. Der Privatkläger sei dafür auf den Fenster-

sims geklettert, indem er mit seinem linken Fuss auf dem Fensterbrett gestanden 

sei und sich gleichzeitig mit der linken Hand innen am Fensterbrett festgehalten 

habe. Als er einen Schritt auf das Geländer ausserhalb des Fensters habe ma-

chen wollen, habe er eine Berührung an seinem Gesäss wahrgenommen und zu-

dem gespürt, wie der linke Fensterflügel nach vorne gepresst worden sei. Durch 

den Druck des Fensterflügels und das Schubsen / Drücken der Beschuldigten mit 

ihrer rechten Hand auf seinem Gesäss habe der Privatkläger das Gleichgewicht 

auf dem Fenstersims verloren und sei auf die ca. 3 m weiter unten liegende Stein-

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treppe gestürzt, wodurch er sich einen Bruch des rechten Schulterblattes sowie 

Quetschungen und Prellungen an der ganzen rechten Schulterseite zugezogen 

habe. Ferner habe er infolge des durch die Beschuldigte verursachten Druckes 

auf den Fensterflügel eine stark blutende Rissquetschwunde am linken Mittelfin-

ger erlitten, welche durch das Einklemmen / Schlagen des Fensters auf den Mit-

telfinger (an welchem der Privatkläger einen Siegelring getragen habe) entstan-

den sei (Urk. 23A S. 2).

2.

Die Beschuldigte gibt zu, dass sie am frühen Nachmittag des 20. Septem-

ber 2020 in ihrer Wohnung einen verbalen Streit mit dem Privatkläger hatte. 

Ebenso anerkennt sie, dass der Privatkläger im Zuge dieses Disputs auf den 

Fenstersims im Wohnzimmer gestiegen und dabei aus dem Fenster gefallen ist, 

wobei er sich beim Sturz die ärztlich festgestellten Verletzungen zugezogen hat. 

Demgegenüber bestreitet sie, die Wohnzimmertür, wie in der Anklageschrift be-

schrieben, von innen mit einem Schlüssel verschlossen zu haben (vgl. Urk. 2/3 

F/A 35 f.; Urk. 2/6 F/A 6, Prot. I S. 12). Zudem hat sie durchgehend in Abrede ge-

stellt, den Privatkläger gestossen oder den Fensterflügel zugedrückt zu haben; 

vielmehr sei der Privatkläger gänzlich ohne ihr Zutun vom Fenstersims gestürzt 

(Urk. 2/1 F/A 22; Urk. 2/3 F/A 15 ff., 21 f., 37 f.; Urk. 2/5 F/A 6, 16; Urk. 2/6 F/A 6 

ff.; Urk. 2/7 F/A 40; Prot. I S. 12, 14; Prot. II S. 20 f.). 

3.

Demzufolge ist in sachverhaltsmässiger Hinsicht zu prüfen, ob die der Be-

schuldigten angelastete Handlung – namentlich das Stossen des Privatklägers an 

dessen Gesäss sowie das Zudrücken des Fensterflügels – anhand der Beweis-

lage nachgewiesen werden kann. Hinsichtlich der dabei zu beachtenden Beweis-

grundsätze kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vorab auf die zutreffen-

den Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (vgl. Urk. 55 

S. 6 ff.). Ebenso hat die Vorinstanz die Beweismittel, auf denen der inkriminierte 

Vorwurf basiert, vollständig aufgelistet und die Glaubwürdigkeit der Parteien und 

Zeugen sowie insbesondere die Aussagen der Beschuldigten und des Privatklä-

gers ausführlich und zutreffend wiedergegeben (Urk. 55 S. 7 ff.). Um Wiederho-

lungen zu vermeiden, kann an dieser Stelle wiederum in Anwendung von Art. 82 

Abs. 4 StPO vollumfänglich darauf verwiesen werden. Vorwegzunehmen ist, dass 

-  14  -

den von der Vorinstanz aus dem vorhandenen Beweismaterial gezogenen 

Schlüssen zur Sachverhaltserstellung grundsätzlich zu folgen ist, weshalb die 

nachstehenden Erwägungen primär als Ergänzung resp. Verdeutlichung der vor-

instanzlichen Beweiswürdigung zu verstehen sind.

4.1. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, beruht der Anklagevorwurf in erster 

Linie auf den Aussagen des Privatklägers, die denjenigen der Beschuldigten ge-

genüberstehen und welchen für die Beurteilung des rechtlich relevanten Sachver-

halts entscheidende Bedeutung zukommt (Urk. 55 S. 7). Diese sind jedoch – im 

Einklang mit den ebenfalls zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 55 

S. 17) – von mehreren Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten geprägt, ge-

rade auch was das eigentliche Kerngeschehen anbelangt.

4.2.1. Zwar schilderte der Privatkläger grundsätzlich konstant, dass er eine Be-

rührung an seinem Gesäss wahrgenommen habe und der linke Fensterflügel ge-

schlossen worden sei, als er auf dem Fenstersims gestanden sei. Ins Auge sticht 

jedoch zunächst der Umstand, dass die Aussagen des Privatklägers zum Bestei-

gen des Fenstersimses und zum weiteren Verlauf bis hin zur wahrgenommenen 

Berührung an seinem Gesäss und zum Zudrücken des Fensterflügels in den bei-

den durchgeführten Einvernahmen gewisse Abweichungen voneinander aufwei-

sen. So führte er bei der polizeilichen Befragung vom 22. September 2020 und 

somit kurz nach dem Vorfall aus, dass er mit dem linken Fuss auf dem Fenster-

brett gestanden sei und sich mit der linken Hand innen am Fensterbrett festgehal-

ten habe (Urk. 3/1 F/A 3). Bei der Staatsanwaltschaft beschrieb er dieses Vorge-

hen knapp 5 Monate später am 11. Februar 2021 demgegenüber so, dass er mit 

seinem linken Schienbein auf das Fensterbrett gekniet sei und mit der linken 

Hand im Fensterrahmen gewesen sei (Urk. 3/3 F/A 16). Sodann hatte der Privat-

kläger anlässlich der polizeilichen Einvernahme noch angegeben, dass er dann, 

d.h. nachdem er auf das Fensterbrett gestiegen sei, draussen ein Geländer gese-

hen habe, auf das er mit dem rechten Fuss habe steigen und dann in den Garten 

habe herunterklettern wollen. Vom Geländer sei es vielleicht noch ein halber Me-

ter bis zum Boden gewesen. Als er gerade den Schritt auf dieses Geländer habe 

machen wollen, habe er eine Berührung an seinem Gesäss und den linken Fens-

-  15  -

terflügel, welcher nach vorne gepresst worden sei, verspürt (Urk. 3/1 F/A 3). Wo-

hingegen er bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme angab, dass es Se-

kunden gedauert habe, er den rechten Fuss schon aus dem Fenster gestreckt 

habe und in Richtung des Geländers, das sich unterhalb des Fensters befindet, 

gewollt habe, er aber realisiert habe, dass es doch zu weit weg sei. Während er 

diesen Gedanken gehabt habe, sei der linke Flügel des Fensters von innen gegen 

seine linke Hand, wo er am Mittelfinger einen Siegelring trage, geschlagen wor-

den. Fast zur gleichen Zeit habe er zudem die rechte Hand der Beschuldigten auf 

seiner rechten Gesässbacke gespürt, mit der sie ihn gedrückt bzw. vom Fenster-

brett geschubst habe (Urk. 3/3 F/A 16 f.). Die soeben wiedergegebenen Aussa-

gen des Privatklägers offenbaren nicht unwesentliche Diskrepanzen hinsichtlich 

zentraler Punkte des Kerngeschehens. So lässt sich anhand der Aussagen des 

Privatklägers nicht eruieren, ob er mit dem Fuss auf dem Fensterbrett stand oder 

doch vielmehr darauf kniete. Im Weiteren bleibt aufgrund seiner abweichenden 

Angaben offen, wo er seine linke Hand konkret platzierte – auf dem Fensterbrett 

oder im Fensterrahmen. Ferner fallen seine Ausführungen auch insofern wider-

sprüchlich aus, als er in seiner ersten Version auf das Geländer steigen wollte 

bzw. im Begriff war, darauf zu steigen, während er gemäss seiner zweiten Schil-

derung sein Bein bereits aus dem Fenster gestreckt haben will und dabei bemerkt 

haben soll, dass sich das Geländer zu weit entfernt befindet, wovon bei seiner 

ersten Befragung, die zeitlich noch deutlich näher beim Geschehen lag, über-

haupt nicht die Rede war. 

4.2.2. Zum eigentlichen Vorwurf, wonach die Beschuldigte ihn aus dem Fenster 

geschubst haben soll, beschränken sich die Ausführungen des Privatklägers bei 

der Polizei zudem im Wesentlichen darauf, dass er an seinem Gesäss eine Hand 

der Beschuldigten verspürt habe (ohne dies weiter zu konkretisieren) und bemerkt 

habe, dass der linke Fensterflügel zugedrückt wird, wodurch er das Gleichgewicht 

verloren habe (Urk. 3/1 F/A 3). Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwalt-

schaft präzisierte er dann zwar, dass er die rechte Hand der Beschuldigten auf 

seiner rechten Gesässbacke verspürt habe und jene ihn vom Fensterbrett ge-

drückt bzw. geschubst habe, während fast gleichzeitig der linke Fensterflügel ge-

gen seine linke Hand, an der er einen Siegelring trage, geschlagen sei und er sich 

-  16  -

die Verletzung am Finger zugezogen habe (Urk. 3/3 F/A 16 f.). Wie die Vorinstanz 

zutreffend erwog (Urk. 55 S. 16), ist indessen festzustellen, dass sich auch in die-

sen eher detailarmen Schilderungen gewisse Unklarheiten finden, etwa was die 

Berührung resp. das Drücken des Gesässes anbelangt. Zudem manifestiert sich 

darin auch eine (wenn auch wenig ausgeprägte) Aggravierungstendenz im privat-

klägerischen Aussageverhalten, was sich dann vor allem in seinen im Verlaufe 

der Zeit stetig angepassten Angaben zur Ursache seines Sturzes zeigen wird 

(siehe nachfolgend E. III.4.2.3). 

4.2.3. Seltsam muten überdies – entgegen der Ansicht der Privatklägervertre-

tung (Urk. 42 S. 12) – die unmittelbar nach dem Vorfall erfolgten Schilderungen 

des Privatklägers zur Ursache seiner Verletzungen an. So gab der Privatkläger 

gegenüber dem Personal in der Notaufnahme im Stadtspital Triemli nachgewiese-

nermassen an, sich nach vorne gelehnt und das Gleichgewicht verloren zu haben 

(Urk. 5/1 S. 1). Ebenso behauptete er, sich gegenüber dem Polizeibeamten, von 

dem er als erster angesprochen wurde, dahingehend geäussert zu haben, dass er 

gestürzt sei, dieser habe ihm das jedoch nicht geglaubt (Urk. 3/3 F/A 25 f.), wofür 

allerdings keinerlei Anhaltspunkte in den Akten zu finden sind. Vielmehr lässt sich 

der zweiten polizeilichen Einvernahme der Beschuldigten vom 23. September 

2020 eine Protokollnotiz entnehmen, wonach die vor Ort ausgerückten Polizei-

funktionäre bei der Tatbestandsaufnahme mit beiden Beteiligten Kontakt gehabt 

hätten, diese sich jedoch nicht zum Vorfall hätten äussern wollen und man des-

halb von einem Sturz des Mannes aus dem Fenster ausgegangen sei (Urk. 2/3 

zwischen F/A 11 und 12). Darüber hinaus ist aus dem Polizeibericht vom 22. Sep-

tember 2020 ersichtlich, dass der rapportierende Polizeibeamte erst im Anschluss 

an die Befragung der am Tag nach dem Sturz (d.h. am 21. September 2020) aus-

serplanmässig auf der Polizeiwache erschienenen Beschuldigten mit der Bericht-

erstattung und der Einvernahme des Privatklägers beauftragt wurde, nachdem die 

Beschuldigte ausgeführt hatte, dass der Privatkläger ihr vorgeworfen habe, ihn 

aus dem Fenster gestossen zu haben (vgl. Urk. 1/1 S. 2). Schliesslich lässt sich 

den ab dem Mobiltelefon des Privatklägers sichergestellten 10 Sprachnachrichten 

eine gänzlich neue Sachverhaltsversion entnehmen, erzählt er doch darin in den 

Stunden nach dem anklagegegenständlichen Vorfall gegenüber verschiedenen 

-  17  -

Anrufsempfängern, dass er sich seine Verletzungen bei einem Überfall durch Ma-

skierte mit einem Baseballschläger und einem Messer zugezogen habe (Urk. 1/4 

S. 3; Urk. 8/3). Entgegen den Ausführungen der Privatklägervertretung (Urk. 83 

S. 5) handelt es sich bei den letzten Äusserungen folglich nicht etwa um Behaup-

tungen der Beschuldigten, sondern des Privatklägers selbst. Gibt doch auch die 

Beschuldigte in ihrer Einvernahme an, von einem Bekannten des Privatklägers 

gehört zu haben, dass er (der Privatkläger) diesem gesagt habe, von Albanern 

überfallen und verletzt worden zu sein (Urk. 2/5 F/A 12).

4.3.1. Neben den soeben abgehandelten Aussagen zum Kerngeschehen sind 

auch die übrigen Schilderungen des Privatklägers in Bezug auf die Umstände 

kurz vor oder nach dem Sturz aus dem Fenster der Wohnung der Beschuldigten 

von inneren Widersprüchlichkeiten sowie Ungereimtheiten geprägt und stehen zu-

dem teilweise in Kontrast zu den Aussagen der weiteren Zeugen. 

4.3.2.1. Zu erwähnen ist zunächst der Umstand, dass der Privatkläger sowohl bei 

der Polizei als auch bei der Staatsanwaltschaft behauptete, am besagten Tag zwi-

schen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr zuhause angekommen zu sein (Urk. 3/1 F/A 3; 

Urk. 3/3 F/A 13, 54 ff.), wobei er auf explizite Frage hin erklärte, dass dies das 

erste Mal gewesen sei, dass er an jenem Tag in der Wohnung gewesen sei, 

nachdem er die Nacht zuvor bei einem Freund verbracht und bei diesem mehrere 

alkoholhaltige Getränke konsumiert habe (Urk. 3/3 F/A 54 f.). Dem stehen jedoch 

die Aussagen der Beschuldigten, ihrer Tochter D._____ und ihres besten Freun-

des E._____ entgegen, welche darauf schliessen lassen, dass sich der Privatklä-

ger am besagten Tag bereits um ca. 08.00 Uhr in der Wohnung aufgehalten ha-

ben muss. So führte die Beschuldigte detailliert aus, wie sie sich am frühen Mor-

gen des 20. September 2020 beim Privatkläger erkundigt habe, wo er sei, und 

dieser lediglich mit "F._____-strasse" geantwortet habe. Kurz vor 08.00 Uhr habe 

sie die Wohnung Richtung Bushaltestelle verlassen, um zur Arbeit zu gehen, da 

habe sie einen schwarzen Audi gesehen, der vor ihrer Wohnliegenschaft gehalten 

habe. Als sie gesehen habe, dass der Privatkläger aus dem Fahrzeug gestiegen 

sei, sei sie nach Hause zurückgekehrt und habe den Privatkläger, nachdem die-

ser das Bad verlassen habe, in der Küche angetroffen. Dabei sei es zum Streit 

-  18  -

gekommen, weil er ihr unterstellt habe, dass sie am Abend zuvor Kokain konsu-

miert habe, was sie abgestritten habe. Er habe dann ihr Handy herausverlangt 

und ihre SMS- und WhatsApp-Nachrichten durchgesehen und gemeint, es sei 

sein gutes Recht, zu wissen, was seine Freundin am Abend zuvor mit ihrem bes-

ten Freund, E._____, gemacht habe. Anschliessend habe er die Frage gestellt, ob 

er bei der Tochter der Beschuldigten, D._____, die am Abend zuvor mit ihrer Mut-

ter am Grillabend gewesen sei, eine Zweitmeinung einholen dürfe, worauf es eine 

Weile gedauert habe, bis die Tochter, die zu jenem Zeitpunkt noch geschlafen 

habe, von ihrem Schlafzimmer im oberen Stock heruntergekommen sei. In der 

Zwischenzeit habe sie (die Beschuldigte) den Privatkläger gehört, der schimpfend 

die Treppe vom oberen Stock heruntergekommen sei und zu ihr gesagt habe: 

"Was glaubt der, wer er ist, mir zu sagen, er müsse mir [dem Privatkläger] keine 

Auskunft über dein [der Beschuldigten] Konsumverhalten geben". Sie habe nun 

realisiert, dass er mit E._____ telefoniert habe. Schliesslich sei sie vom Privatklä-

ger auf sein Insistieren hin zur Arbeit gefahren worden, wobei er weiter mit ihr ge-

schimpft habe (Urk. 2/1 F/A 18 ff.; Prot. I S. 10 f.). In Bestätigung dieser Ausfüh-

rungen schilderte D._____, dass sie am Morgen um 08.00 Uhr vom Privatkläger 

geweckt worden sei, der sie aufgefordert habe, sich ihre Mutter (die Beschuldigte) 

anzusehen und dabei zu ihr gesagt habe, es gehe ihr nicht gut, sie habe sehr gla-

sige Augen, fettige Haut und noch etwas, von dem sie nicht mehr wisse, was es 

gewesen sei. Sie (D._____) sei dann aufgestanden und hinuntergegangen, habe 

ihre Mutter gesehen, aber es sei mit ihr nichts Auffälliges gewesen. Für sie sei al-

les normal gewesen und der Privatkläger habe die Mutter dann mit dem VW Bus 

zur Arbeit gefahren (Urk. 4/3 F/A 15 ff.). Auch der Zeuge E._____ bestätigte, dass 

er am besagten Morgen irgendwann zwischen 08.00 Uhr und 10.00 Uhr telefo-

nisch vom Privatkläger kontaktiert worden sei, dieser sehr aufgebracht gewesen 

sei und sich bei ihm darüber habe informieren wollen, was die Beschuldigte am 

Abend zuvor gemacht habe. Er (E._____) habe ihm gesagt, sie seien bei Freun-

den auf der Dachterrasse gewesen. Die Beschuldigte sei dann zusammen mit ih-

rer Tochter D._____ früher gegangen, ca. zwischen 23.00 Uhr und 24.00 Uhr. 

Was sie danach getan habe, wisse er nicht. Der Privatkläger habe sich dann ge-

ärgert, weil er (E._____) zu ihm gesagt habe, es gehe ihn grundsätzlich nichts an, 

-  19  -

was die Beschuldigte in ihrer Freizeit unternehme. Schliesslich habe er den Pri-

vatkläger aufgefordert, ihn nicht mehr zu kontaktieren, und dessen Nummer blo-

ckiert (Urk. 4/1 F/A 13 ff.).

4.3.2.2. Zwar mag die Nähe der beiden Zeugen D._____ und E._____ zur Be-

schuldigten den Eindruck erwecken, dass sie allenfalls geneigt sein könnten, zu 

ihren Gunsten auszusagen, wie dies von Seiten des Privatklägers geltend ge-

macht wird (Prot. I S. 23). Jedoch ist kein Grund ersichtlich, weshalb die beiden 

Aussagepersonen gerade in Bezug auf die verbale Auseinandersetzung vom frü-

hen Morgen zwischen der Beschuldigten und dem Privatkläger übereinstimmend 

falsche Angaben zu Protokoll geben sollten, zumal dieser Sachverhaltsaspekt mit 

dem inkriminierten Kerngeschehen auch nicht unmittelbar zusammenhängt. Viel-

mehr kann letztlich nicht nachvollzogen werden, weshalb der Privatkläger diese 

erste Begegnung und Auseinandersetzung mit der Beschuldigten überhaupt ver-

schwiegen hat. Denkbar wäre, dass sich der Privatkläger nicht mehr genau daran 

erinnern kann bzw. dies mit seiner späteren Rückkehr und der (erneuten) Ausein-

andersetzung mit der Beschuldigten vermischt. Zumal er einräumte, dass es die-

sen Streit zwischen ihm und der Beschuldigten gab und er bei einem Streit mit ihr 

E._____ angerufen habe, wobei er dies aber zeitlich erst um die Mittagszeit des 

20. September 2020 eingeordnet hat, kurz bevor es zum Sturz aus dem Fenster 

gekommen ist (vgl. Urk. 3/1 F/A 3; Urk. 3/3 F/A 13 ff.).

4.3.3.

Im Kontext der verbalen Auseinandersetzung im Wohnzimmer, welche 

dem zu beurteilenden Sturz aus dem Fenster unmittelbar vorausging, fällt ferner 

auf, dass der Privatkläger dazu in seinen beiden Einvernahmen in weiten Teilen 

divergierende Angaben machte. So habe er seiner ersten Schilderung bei der Po-

lizei zufolge lediglich in Ruhe sein Essen von McDonald's geniessen wollen und 

sich von der Beschuldigten dabei gestört gefühlt, die ihm zunächst unterstellt 

habe, ihrem Freund E._____ etwas antun zu wollen, in einem nächsten Moment 

ihm an den Kopf geworfen habe, er stehe mit seiner Ex-Freundin in Kontakt, und 

schliesslich die Wohnzimmertür mit den Worten, dass er ihren Liebsten nichts an-

tun werde, von innen verschlossen habe (Urk. 3/1 F/A 3). Demgegenüber will sich 

der Privatkläger – gemäss seiner zweiten Version bei der Staatsanwaltschaft auf-

-  20  -

grund seiner Vermutung, dass die Beschuldigte am Vorabend Kokain konsumiert 

habe – von dieser getrennt und im Wohnzimmer seine Kleider zusammengepackt 

haben, wobei er beabsichtigt habe, mit seinem Mobiltelefon einen Freund zu kon-

taktieren, als die Beschuldigte versucht habe, ihm das Gerät wegzunehmen, um 

ihn daran zu hindern, das Telefonat zu tätigen. Dies habe – wie von der Privatklä-

gerseite anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung betont wurde (Prot. I 

S. 21) – zu einer Rangelei zwischen den beiden geführt, bei der sein Pullover in 

Mitleidenschaft gezogen worden sei (Urk. 3/3 F/A 13 ff.). Davon, dass er sich ent-

schieden habe, sich von der Beschuldigten zu trennen, sowie von der Rangelei, 

die dadurch entstanden sei, dass sie ihm sein Mobiltelefon habe abnehmen wol-

len, war jedoch anlässlich seiner polizeilichen Erstbefragung, die kurz nach dem 

Vorfall stattfand, überhaupt keine Rede. Die Beschuldigte führt zwar selbst aus, 

dass sie dem Privatkläger das Mobiltelefon (vergeblich) habe abnehmen wollen, 

weil sie befürchtet habe, er würde jemand anderen zu ihrem besten Freund 

E._____ schicken (Urk. 2/3 F/A 21; Prot. I S. 16). Dies ändert jedoch nichts daran, 

dass auch die soeben genannten Diskrepanzen in den Aussagen des Privatklä-

gers jeglicher Nachvollziehbarkeit entbehren und den unglaubhaften Eindruck sei-

ner Aussagen zusätzlich belegen. 

4.3.4.

Im Weiteren findet die privatklägerische Schilderung, wonach die Be-

schuldigte die Wohnzimmertür von innen mit einem Schlüssel verschlossen ha-

ben soll, keine Stütze in den Zeugenaussagen. So führten die beiden Töchter der 

Beschuldigten (G._____ und D._____) unabhängig voneinander aus, dass der 

Schlüssel der Wohnzimmertür bereits seit Jahren fehle und die Tür lediglich mit 

einem Riegel verschlossen werden könne (Urk. 4/2 F/A 58 ff.; Urk. 4/3 F/A 57), 

was auch von der Beschuldigten selber mehrfach so bestätigt wurde (vgl. Urk. 2/3 

F/A 37; Urk. 2/7 F/A 16 ff., 40; Prot. I S. 12).

4.3.5. Schliesslich sind auch die Schilderungen des Privatklägers zum weiteren 

Geschehen unmittelbar nach seinem Sturz nicht schlüssig, erscheinen lebens-

fremd und widersprechen zudem nicht nur denjenigen der Beschuldigten, sondern 

auch den Ausführungen ihrer beiden Töchter. Gemäss dem Privatkläger habe er 

der Beschuldigten, unmittelbar nachdem er in die Tiefe auf die Betontreppe ge-

-  21  -

stürzt sei, zugerufen, dass sie ihn hinuntergestossen habe. Die Beschuldigte habe 

dann einfach das Fenster geschlossen, obwohl sie gesehen habe, dass er verletzt 

gewesen sei. Er habe vor Schmerzen geschrien, habe aber das Gefühl gehabt, 

nicht gehört zu werden, weshalb er sich selber mit Müh und Not hochgerafft habe 

und mit letzter Kraft die Treppe zur Küche hochgestiegen sei, von wo aus er bis 

zum anderen Teil der Wohnung gelangt sei, wo die Beschuldigte zusammen mit 

ihren Töchtern und ihrem jüngeren Sohn in der Lounge gesessen sei. Die Kinder 

seien sofort aufgesprungen und hätten sich um ihn gekümmert, eines von ihnen 

habe auch den Krankenwagen gerufen. Als er den Kindern gesagt habe, dass er 

von der Beschuldigten aus dem Fenster geschubst worden sei, sei die Beschul-

digte hingegen sofort ins Haus gerannt (Urk. 3/1 F/A 3; Urk. 3/3 F/A 18 ff.). Dem-

gegenüber schilderte die Beschuldigte das Geschehen nach dem Sturz dahinge-

hend, dass sie direkt via Küche zum Privatkläger gegangen sei, da er wegen der 

Schmerzen so laut geschrien habe. Sie sei zu ihm hinunter und habe ihm Hilfe 

angeboten, das habe er aber abgelehnt (Urk. 2/3 F/A 40). Er habe ihr gesagt 

"Fass mich nicht an, du hast mich aus dem Fenster geschubst" (Urk. 2/5 F/A 17). 

Dann sei er aufgestanden und wieder in die Wohnung zurückgekehrt, er habe 

seine Tasche genommen und durch die Haustür hinausgehen wollen. Da die Tür 

jedoch verschlossen gewesen sei, habe er nicht nach draussen gehen können. 

Sie habe dann die Tür geöffnet und zu ihren hinter der verschlossenen Tür war-

tenden Töchtern sowie ihrem ebenfalls anwesenden Sohn direkt gesagt, der Pri-

vatkläger sei aus dem Fenster gefallen. Die beiden Töchter hätten ihn dann in 

Empfang genommen und sich um ihn gekümmert. Als sie selbst nochmals zum 

Privatkläger habe hingehen wollen, habe dieser sie angezischt, worauf die ältere 

Tochter ihr zu verstehen gegeben habe, dass sie ins Haus gehen soll, was sie 

dann auch getan habe. Durch das Fenster in der Haustüre habe sie schliesslich 

gesehen, dass ihr Sohn mit ihrem (der Beschuldigten) Mobiltelefon, das draussen 

auf dem Tisch gelegen habe, die Sanität bzw. die Polizei gerufen habe (vgl. 

Urk. 2/1 F/A 22; Urk. 2/3 F/A 40 f., 45; Urk. 2/6 F/A 28 ff.; Prot. I S. 12 ff.). Die 

Ausführungen der Zeugin D._____ stützen die Aussagen der Beschuldigten inso-

fern, als beide (die Beschuldigte und der Privatkläger) drinnen gewesen seien und 

sie (D._____) dann ca. 3 bis 5 Minuten später durch die Glasscheibe der Haustür 

-  22  -

gesehen habe, wie der Privatkläger und die Beschuldigte zur Haustür gerannt 

seien. Sie wisse nicht mehr, wer die Haustür geöffnet habe, jedenfalls sei der Pri-

vatkläger dann zur Haustür herausgestolpert und in ihre Arme gefallen. Sie habe 

zunächst überhaupt nicht verstanden, was vor sich geht. Der Privatkläger habe 

nur gesagt, dass er Schmerzen an der Schulter habe, und sie habe gesehen, 

dass sein Finger geblutet habe. Als ihre Mutter ebenfalls nach draussen habe 

kommen wollen, habe sie zu ihr gesagt, sie solle drinnen bleiben. Unterdessen 

habe eines ihrer Geschwister den Krankenwagen gerufen (Urk. 4/3 F/A 30). 

Ebenso wird die Darstellung der Beschuldigten von ihrer jüngeren Tochter, der 

Zeugin G._____, untermauert: So führte diese aus, dass der Privatkläger einige 

Minuten, nachdem er mit der Beschuldigten in das Haus gegangen sei, wieder 

aus der Haustür getreten sei und zu ihr und ihrer Schwester (D._____) gekom-

men sei, wo er sich in den Schoss ihrer Schwester gelegt habe. Der Privatkläger 

habe die ganze Zeit geschrien, dass die Beschuldigte ihn aus dem Fenster ge-

schubst habe. Als die Beschuldigte habe hinzukommen wollen, hätten sie ihr ge-

sagt, sie solle drinnen bleiben. Ihr Bruder habe dann den Krankenwagen gerufen. 

Als sie gemerkt hätten, dass die Sanität nicht komme, habe sie selbst noch ein-

mal angerufen (Urk. 4/2 F/A 26 ff.). Nach dem Gesagten findet die Version des 

Privatklägers, wonach die Beschuldigte direkt nach seinem Sturz zu ihren Kindern 

zur Lounge gegangen sei, – abgesehen davon, dass sie nicht plausibel erscheint 

– auch in diesem Punkt keine Stütze durch die weiteren Beweismittel.

4.4.

Für die Beurteilung, ob die Schilderungen des Privatklägers als glaubhaft 

zu bezeichnen sind, wären die einzelnen Diskrepanzen und Ungereimtheiten in 

seinen Aussagen je für sich allein betrachtet zwar nicht ohne weiteres ausschlag-

gebend. In ihrer Gesamtheit und bei umfassender Beurteilung weisen sie jedoch 

eine derart massive Inkonsistenz auf, dass sie erhebliche und unüberwindbare 

Zweifel an der Verlässlichkeit seiner Ausführungen erwecken, was einer Erstel-

lung des eingeklagten Sachverhalts allein basierend auf seiner Sachdarstellung 

entgegensteht. Kommt hinzu, dass weitere aussagekräftige (objektive) Beweismit-

tel nicht vorliegen. Insbesondere lassen sich auch anhand der (ärztlich soweit do-

kumentierten) Verletzungen des Privatklägers keine verlässlichen Schlüsse auf 

den konkreten Hergang seines Sturzes aus dem Fenster ableiten. Noch weniger 

-  23  -

kann daraus geschlossen werden, dass eine Fremdeinwirkung bestanden haben 

muss. Was den Zustand seiner Kleidung bzw. konkret den Riss am Kragen seines 

Pullovers anbelangt ist sodann festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, inwiefern 

daraus Schlüsse auf das geltend gemachte Schubsen durch die Beschuldigte ge-

zogen werden könnten, zumal der Privatkläger lediglich geltend machte, eine Be-

rührung bzw. ein Drücken durch die Beschuldigte an seinem Gesäss gespürt zu 

haben. Kommt hinzu, dass der Privatkläger den Riss am Kragen seines Pullovers 

nicht anlässlich seiner ersten Einvernahme bei der Polizei, sondern erst bei seiner 

zweiten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft zum ersten Mal erwähnte und 

dabei geltend machte, dass der Riss im Zuge einer Rangelei im Wohnzimmer ent-

standen sei, ehe er sich überhaupt auf den Fenstersims begeben habe (Urk. 3/3 

F/A 16). Entsprechend machte nicht einmal der Privatkläger selbst geltend, dass 

der Riss am Kragen seines Pullovers mit einem Schubsen durch die Beschuldigte 

entstanden sein sollte. Abgesehen davon wäre im Übrigen nicht ausgeschlossen, 

dass ein solcher Riss an einem Kleidungsstück auch beim Sturz an sich – ohne 

Fremdeinwirkung – entstanden sein könnte, weshalb nicht ersichtlich ist, inwiefern 

hieraus auf ein Schubsen durch die Beschuldigte geschlossen werden sollte. Fer-

ner lässt sich auch von allfällig vorhandenen DNA-Spuren der Beschuldigten auf 

der Kleidung des Privatklägers nichts Aussagekräftiges zur Tatrekonstruktion ab-

leiten. Wohnte der Privatkläger doch zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits seit eini-

gen Wochen in der Wohnung der Beschuldigten und wechselte er vor dem Vorfall, 

der zum Sturz aus dem Fenster geführt hat, noch in der Wohnung seine Kleider 

(Urk. 2/1 F/A 22), weshalb das Vorhandensein von DNA-Spuren der Beschuldig-

ten auf dessen Kleidung von vornherein nicht verwunderlich wäre und insbeson-

dere nichts zum Tathergang beitragen könnte. Insofern erscheint auch die von 

Seiten des Privatklägers auf Grundlage des Verletzungsbildes, des Zustands sei-

ner Kleider sowie der Spuren beantragte Tatrekonstruktion (Urk. 58 S. 2; Urk. 83 

S. 3 ff.) als aussichtslos, weshalb sein entsprechendes Beweisbegehren definitiv 

abzuweisen ist.

5.1.

Vor diesem Hintergrund erübrigt sich grundsätzlich eine eingehende Aus-

einandersetzung mit den Aussagen der Beschuldigten. Nichtsdestotrotz ist an die-

ser Stelle kurz auf diese einzugehen und mit der Vorinstanz (Urk. 55 S. 8 ff.) fest-

-  24  -

zuhalten, dass die Sachdarstellung der Beschuldigten insgesamt betrachtet als 

glaubhaft zu bezeichnen ist. Herauszustreichen ist insbesondere, dass sie es 

nicht bloss bei einem pauschalen Bestreiten der Vorwürfe beliess, sondern das 

gesamte Geschehen ausführlich zu schildern vermochte. So beschrieb sie sowohl 

den Ablauf vor und nach dem hier zu beurteilenden Vorfall als auch das eigentli-

che Kerngeschehen widerspruchsfrei, detailliert und anschaulich. Kommt hinzu, 

dass sich die Beschuldigte in den insgesamt 7 Einvernahmen (ihre Befragungen 

vor Vorinstanz sowie anlässlich der hiesigen Berufungsverhandlung eingeschlos-

sen), in denen sie sich zum Vorfall vom 20. September 2020 äusserte, in keine 

nennenswerten Widersprüche verstrickte, was ein klarer Beleg für die real erlebte 

Grundlage ihrer Depositionen darstellt. 

5.2.1. Es trifft zwar zu, dass anhand der Aussagen der Beschuldigten letztlich 

unklar bleibt, wo genau im Raum sie sich während des Sturzes des Privatklägers 

befand. So führte sie diesbezüglich in der Strafuntersuchung mehrheitlich aus, 

dass sie sich zum Privatkläger bewegt habe, als dieser sich auf das Fensterbrett 

begeben habe. Bei der polizeilichen Erstbefragung gab sie an, dass sie direkt 

zum Fenster hingegangen sei und "A'._____ Nein" geschrien habe, als dieser das 

Fenster aufgemacht und sich auf den Fenstersims gestellt habe (Urk. 2/1 F/A 22). 

Auch anlässlich ihrer zweiten polizeilichen Einvernahme führte sie aus, dass sie 

versucht habe, ihn zu stoppen, es jedoch schon zu spät gewesen sei und sie ihn 

nicht mehr habe zurückhalten können (Urk. 2/3), was impliziert, dass sie sich 

ebenfalls in Richtung Fenster begeben haben muss. Dasselbe gilt zudem für ihre 

Aussagen bei der staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme, gemäss denen sie 

zum Fenster hingegangen sei und den linken Fensterflügel festgehalten habe, der 

Privatkläger da aber bereits heruntergefallen sei (Urk. 2/6 F/A 11). Demgegen-

über führte sie anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz in freier Rede so-

wie auf explizite Frage hin aus, dass sie sich erst zum Fenster begeben habe, 

nachdem der Privatkläger runtergefallen sei (Prot. I S. 12, 16 f.). In der Berufungs-

verhandlung gab sie schliesslich zu Protokoll, mit dem Rücken zur Tür gestanden 

und zum Fenster geschaut zu haben, als der Privatkläger auf den Sims geklettert 

ist (Prot. II S. 20 f.). Unabhängig davon, wann genau sich die Beschuldigte in 

Richtung des Fensters bewegte, schilderte sie doch durchgehend, dass sie den 

-  25  -

eigentlichen Aufprall des Privatklägers nicht habe sehen können (Urk. 2/1 F/A 22; 

Urk. 2/3 F/A 41; Urk. 2/6 F/A 11), was darauf schliessen lässt, dass sie zu diesem 

Zeitpunkt nicht direkt beim Fenster stand. 

5.2.2. Schliesslich hielt bereits die Vorinstanz zutreffend fest, dass die wieder-

holten Versuche der Beschuldigten, den Privatkläger zu diskreditieren, indem sie 

immer wieder auf seinen Drogenkonsum zu sprechen kam oder von seiner "Fake-

Louis-Vuitton"-Tasche sprach, die grundsätzliche Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

nicht herabzusetzen vermag (Urk. 55 S. 12). Gleich verhält es sich mit der sich in 

den Akten befindlichen WhatsApp-Nachricht der Beschuldigten an den Privatklä-

ger mit dem Originalwortlaut: "hallo A'._____, dass gestern hat das fass zum 

überlaufen gebracht. ich bin sicher nicht ganz unschuldig an allem aber die haltlo-

sen anschuldigungen vertrage ich nicht mehr […]" (Urk. 2/2 S. 1). So lässt sich 

daraus nichts Konkretes in Bezug auf den Sturz aus dem Fenster ableiten, be-

zieht sich doch die Anspielung auf ihren Eigenverschuldensanteil auf die voraus-

gegangene Diskussion zwischen dem Privatkläger und ihr, wie es auch von der 

Beschuldigten geltend gemacht wurde. So führte sie konkret aus, dass sie eine 

verbale Auseinandersetzung in Bezug auf eine Frau gehabt hätten, welche den 

Privatkläger ständig angerufen habe und über welche sie (die Beschuldigte) durch 

ihre Tochter G._____ erfahren habe, dass es sich um die Ex-Freundin handle. 

Damit habe sie den Privatkläger konfrontiert, was zu einem verbalen Gefecht ge-

führt habe, bei welchem man sich gegenseitig angeschrien und angekeift habe, 

woran sie sicher nicht unschuldig gewesen sei (Prot. I S. 14).

6.

Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände kann demnach auf die in-

konsistenten und mit der grundsätzlich glaubhaften Sachdarstellung der Beschul-

digten nicht zu vereinbarenden Aussagen des Privatklägers nicht abgestellt wer-

den. Einhergehend mit der Vorinstanz lässt sich folgerichtig weder das in der An-

klageschrift behauptete Schubsen des Privatklägers an dessen Gesäss noch das 

Zudrücken des linken Fensterflügels durch die Beschuldigte rechtsgenügend er-

stellen (vgl. Urk. 55 S. 18). In Nachachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" ist 

der vorinstanzliche Freispruch vom Anklagevorwurf der versuchten schweren Kör-

perverletzung bzw. der einfachen Körperverletzung demgemäss zu bestätigen. 

-  26  -

IV. Sanktion

1.

Nachdem die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid keinerlei Ausfüh-

rungen zur Sanktion gemacht hat, ist die Strafzumessung im Berufungsurteil von 

Grund auf nachzuholen. Gemäss Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB misst das Gericht die 

Strafe nach dem objektiven und subjektiven Verschulden des Täters zu. Es be-

rücksichtigt zudem das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters, 

die Wirkung der Strafe auf dessen Leben sowie sein Verhalten nach der Tat und 

im Strafverfahren. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung 

und die an sie gestellten Begründungsanforderungen eingehend dargelegt (BGE 

142 IV 137 E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.1; 129 IV 6 E. 6.1; Urteile des Bundesgerichts 

6B_646/2024 vom 27. Februar 2025 E. 2.2.1; 6B_855/2023 vom 15. Juli 2024 

E. 2.2.1). Auf die dazu ergangene Rechtsprechung kann verwiesen werden. 

2.

Der anwendbare Strafrahmen bestimmt sich nach Art. 177 Abs. 1 StGB, 

der für eine Beschimpfung die Bestrafung mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen 

vorsieht. Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe, die zu einer Erweiterung 

des Strafrahmens führen können, liegen keine vor.

3.1. Was die objektive Schwere der Tat anbelangt, ist einerseits zu berück-

sichtigen, dass die Beschuldigte auf Türschildchen, die sie schon längere Zeit zu-

vor erworben hatte, eigens mit wasserfestem Filzstift die Ausdrücke "Arschloch" 

und "elender Bastard" angebracht hat, wobei diese derbe Wortwahl offensichtlich 

darauf ausgerichtet war, den Privatkläger herabzusetzen. Andererseits geschah 

dies eigenen Angaben zufolge aus "Psychohygiene" heraus, nachdem die Be-

schuldigte aus der Haft entlassen worden war, die als Folge des anklagegegen-

ständlichen Ereignisses vom 20. September 2020 angeordnet worden war (Prot. I 

S. 20). Die Beschuldigte beging die Tat also nicht kaltblütig, sondern in einem Zu-

stand emotionaler Aufwühlung. Zu ihren Gunsten ist ferner zu veranschlagen, 

dass es bei einer einmaligen Tathandlung blieb. Gemessen an der Bandbreite 

möglicher Taten wäre jedenfalls eine viel gravierendere Delinquenz vorstellbar. 

Demgemäss wiegt das objektive Tatverschulden selbst innerhalb des eng gefass-

ten Strafrahmens von Art. 177 Abs. 1 StGB leicht. Des Weiteren handelte die Be-

schuldigte zweifellos direktvorsätzlich, als sie die Beschriftung der Türschildchen 

-  27  -

vornahm und diese zusammen mit den anderen persönlichen Effekten, die dem 

Privatkläger gehörten, in einer Ecke ihres Schlafzimmers deponierte (Prot. I 

S. 18 f.). Hingegen liegt mit Bezug auf die Übergabe der beschrifteten Schildchen 

an den Privatkläger, die erst anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 29. Juni 2021 durchgeführt wurde und im Hinblick worauf die Beschuldigte 

einfach sämtliche Sachen des Privatklägers, die noch in ihrer Wohnung verblie-

ben waren, in mehreren Papiertüten verstaut hatte (Prot. I S. 19), lediglich Even-

tualvorsatz vor, was das bereits leichte Tatverschulden aber höchstens noch in 

geringfügigem Ausmass zu relativieren vermag. 

3.2.

Aufgrund der objektiven und subjektiven Tatkomponente drängt sich mit-

hin eine Einsatzstrafe auf, die im untersten Strafmassbereich bei 10 Tagessätzen 

Geldstrafe anzusiedeln ist. 

4.1.

Im Rahmen der Täterkomponente ist zunächst anzuführen, dass die 

49-jährige Beschuldigte über eine Berufsausbildung als medizinische Praxisassis-

tentin mit kaufmännischem Abschluss verfügt und im Jahr 2000 aus Deutschland 

in die Schweiz übersiedelte. Mit ihrem Ehegatten, der sich im Jahr 2019 das Le-

ben nahm, hat sie drei Kinder, von denen die ältere Tochter D._____ (Jahrgang 

1999) und der noch minderjährige Sohn H._____ (Jahrgang 2008) mit ihr zusam-

men in Zürich leben. Ihre mittlere Tochter G._____ (Jahrgang 2002), welche nicht 

mehr bei ihr lebt, leidet an Agoraphobie, was deren Bewegungsradius deutlich 

einschränkt. Die Beschuldigte, die seit dem Tod ihres Ehemannes auf die Ein-

nahme von Psychopharmaka (Cipralex) angewiesen ist, arbeitet mit einem 90%-

Pensum im I._____ (zum Ganzen: Urk. 2/7 F56 ff.; Prot. I S. 8 ff.; Prot. II S. 9 ff.). 

Aus dem vorstehend wiedergegebenen Werdegang und den persönlichen Ver-

hältnissen der Beschuldigten ergibt sich mithin nichts, was sich auf die Strafzu-

messung auszuwirken hat.

4.2.

Ebenso ist strafzumessungsneutral zu werten, dass die Beschuldigte bis-

lang nicht im Strafregister verzeichnet ist (Urk. 80). Hinsichtlich des Nachtatver-

haltens ist sodann zu bemerken, dass die Beschuldigte zwar die Verwendung der 

für den Privatkläger ehrverletzenden Ausdrücke eingestanden hat, jedoch stets 

geltend gemacht hat, die beschrifteten Schildchen seien völlig unabsichtlich in 

-  28  -

den ihm übergebenen Papiersack geraten (Urk. 55 S. 19). Entsprechend kann 

nicht gesagt werden, dass ihr Aussageverhalten auf Einsicht in das begangene 

Unrecht schliessen lässt. Folgerichtig ist deswegen keine Strafreduktion ange-

zeigt. Andere Strafzumessungsfaktoren sind nicht ersichtlich. Demnach erfährt die 

unter dem Gesichtspunkt der Tatkomponente ermittelte Einsatzstrafe von 10 Ta-

gessätzen aufgrund der Täterkomponente keine Veränderung.

5.1.

Die Höhe des Tagessatzes bei der Geldstrafe bestimmt sich nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Ur-

teils (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Einkom-

men, das ihm durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Davon abzuziehen sind lau-

fende Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallversiche-

rung sowie die notwendigen Berufsauslagen. Relevant sind zudem familiäre Un-

terhaltsverpflichtungen, sofern solche bestehen und ihnen nachgekommen wird. 

Grössere Zahlungsverpflichtungen des Täters, die schon unabhängig von der Tat 

bestanden haben, fallen hingegen grundsätzlich ausser Betracht. Insbesondere 

können Abzahlungs- und Leasingverpflichtungen, aber auch Hypothekar- und 

Mietzinse in der Regel nicht in Abzug gebracht werden. Zudem wirkt sich fehlen-

des oder vorhandenes Vermögen auf die Höhe des Tagessatzes in der Regel 

ebenso wenig aus wie der konkrete Lebensaufwand (BGE 134 IV 60 E. 6).

5.2.

Die Beschuldigte erzielt aktuell ein Nettoeinkommen, das je nach Schicht-

zulagen monatlich zwischen Fr. 5'900.– und Fr. 6'400.– schwankt. Hinzu kommen 

der ihr einmal jährlich ausbezahlte 13. Monatslohn und weitere mit ihren unregel-

mässigen Einsätzen im J._____ [Abteilung] des I._____ verbundene Einkünfte. 

Ausserdem bezieht sie eine monatliche Witwenrente von Fr. 1'900.–. Auf Bedarfs-

seite belaufen sich die Wohnkosten auf Fr. 2'390.– (zzgl. Nebenkosten) pro Mo-

nat und die Steuerlast auf umgerechnet rund Fr. 670.– pro Monat bzw. rund 

Fr. 8'000.– pro Jahr. Zudem kommt die Beschuldigte für den Unterhalt ihres min-

derjährigen Sohnes auf, wobei sich dessen Gesundheitskosten auf Fr. 190.– pro 

Monat belaufen. Sie unterstützt auch die sich noch in Ausbildung befindliche äl-

tere Tochter, indem sie ihr Kost und Logis gewährt und im Gegenzug einzig einen 

minimalen Beitrag von Fr. 350.– monatlich von ihr ausbezahlt erhält (Prot. II 

-  29  -

S. 11). Darüber hinaus hat die Beschuldigte weder Vermögen noch Schulden 

(Urk. 2/7 F54 f.). Unter diesen Umständen erscheint ein Tagessatz von Fr. 130.– 

als angezeigt.

6.

Zusammengefasst ist die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe 

von 10 Tagessätzen zu Fr. 130.– nicht zu beanstanden und folglich auch in zwei-

ter Instanz zu bestätigen. Ebenso sind die gemäss dem angefochtenen Entscheid 

daran angerechneten 2 Hafttage (vom 23. September 2020, 06.00 Uhr, bis 

24. September 2020, 16.45 Uhr [vgl. Urk. 23A S. 1]) zu übernehmen.

7.1.

Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Gelds-

trafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten. Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs setzt 

nicht die positive Erwartung voraus, der Täter werde sich bewähren, sondern es 

genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der Straf-

aufschub ist deshalb die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Pro-

gnose abgewichen werden darf (BGE 135 IV 180 E. 2.1; 134 IV 97 E. 7.3; 134 

IV 1 E. 4.2.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_80/2024 vom 9. Januar 2025 E. 3.1; 

6B_265/2024 vom 21. Oktober 2024 E. 1.1.2; 6B_30/2024 vom 5. August 2024 

E. 2.3.3). Die Prüfung der Bewährungsaussichten ist anhand einer Gesamtwürdi-

gung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzube-

ziehen sind neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie alle 

weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Verurteilten und 

die Aussichten seiner Bewährung zulassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 E. 3.2.2; 6B_962/2023 vom 26. Februar 

2024 E. 2.3.4; 6B_1308/2023 vom 22. Januar 2024 E. 4.3.3). Bei Gewährung des 

Strafaufschubs bestimmt das Gericht für den Täter zudem eine Probezeit von 

2 bis 5 Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB).

7.2.

In legalprognostischer Hinsicht ist festzuhalten, dass die Beschuldigte als 

Ersttäterin gilt, bei der grundsätzlich erwartet wird, dass sie sich durch das durch-

laufene Strafverfahren und die jetzige Verurteilung nachhaltig genug beeindru-

cken lässt, um sich in Zukunft gesetzeskonform zu verhalten. Demgemäss ist der 

-  30  -

Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben, wobei die Probezeit auf die gesetzliche Mi-

nimaldauer von 2 Jahren anzusetzen ist.

V. Landesverweisung

Da es beim vorinstanzlichen Freispruch vom Anklagevorwurf der versuchten 

schweren Körperverletzung bleibt und die Beschuldigte lediglich der Beschimp-

fung schuldig zu sprechen ist, liegt keine Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 

StGB vor, sodass in Übereinstimmung mit dem angefochtenen Entscheid (Urk. 55 

S. 20) keine Rechtsgrundlage für eine obligatorische Landesverweisung gegeben 

ist. Zudem sind auch keine Umstände ersichtlich, die für eine fakultative Landes-

verweisung nach Art. 66abis StGB sprechen würden, zumal eine solche weder von 

der Anklage noch von der Vorinstanz je thematisiert worden ist.

VI. Zivilbegehren

1.1.

Gemäss Art. 126 Abs. 1 StPO entscheidet das Strafgericht zusammen mit 

dem Strafurteil materiell über die adhäsionsweise anhängig gemachte Zivilklage, 

wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht (lit. a) oder  wenn es die be-

schuldigte Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 lit. 

b StPO). Nach Abs. 2 derselben Bestimmung wird die Zivilklage namentlich auf 

den Zivilweg verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend 

begründet oder beziffert (vgl. auch Art. 84 Abs. 2 und Art. 221 Abs. 1 lit. c und d 

ZPO) oder wenn die beschuldigte Person freigesprochen, der Sachverhalt aber 

nicht spruchreif ist (lit. d).

1.2.

Die im Strafverfahren gestellten Zivilforderungen (Schadenersatz, Genug-

tuung) stützen sich meist auf den Rechtstitel der unerlaubten Handlung (Art. 41 

ff., 47 f. OR; Art. 58 und 62 SVG). Weitere mögliche Anspruchsgrundlagen sind 

die Persönlichkeitsrechte (Art. 28 ff. ZGB), die Eigentums- (Art. 641 ZGB) und Be-

sitzesrechte (Art. 927, 928 und 934 ZGB) oder auch Art. 9 und 23 UWG (BGE 148 

IV 432 E. 3.1.3 mit Hinweisen). Zivilansprüche, die auf einem Vertrag beruhen, 

können hingegen nicht Gegenstand einer adhäsionsweise erhobenen Zivilklage 

im Strafverfahren sein. Denn soweit jemand einen vertraglichen Anspruch besitzt, 

-  31  -

ist er nicht geschädigte Person (Art. 115 Abs. 1 StPO), weil sich die Forderung 

nicht auf eine unmittelbar durch die Straftat verursachte Verletzung von Rechten 

stützt (BGE 148 IV 43 E. 3.2 und 3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_57/2021 vom 

27. April 2023 E. 4.2.2).

2.

Der Privatkläger macht gegenüber der Beschuldigten einen Schadener-

satzanspruch von Fr. 3'640.– für mehrere beim Streit mit dem anschliessenden 

Sturz vom Fenster beschädigte Kleidungsstücke und Wertsachen (Armbanduhr 

bzw. Mobiltelefongerät) sowie eine Genugtuungsforderung von mindestens 

Fr. 20'000.–, je zuzüglich 5 % Zins seit dem 20. September 2020, geltend. Dar-

über hinaus beantragt er die Feststellung, dass die Beschuldigte ihm aus dem Er-

eignis vom 20. September 2020 dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig zu 

erklären sei (Urk. 42 S. 17 f.; Urk. 83 S. 8).

3.1.

Mit Bezug auf die zum Nachteil des Privatklägers erfolgte Beschimpfung 

durch die Beschuldigte fehlt es nicht nur an einer konkreten Schadensposition, die 

in diesem Zusammenhang geltend gemacht worden wäre. Vielmehr ist auch die 

für eine Genugtuung erforderliche Schwere der Persönlichkeitsverletzung (Art. 49 

OR) nicht gegeben, ist doch der gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundes-

gerichts bei Ehrverletzungsdelikten vorausgesetzte aussergewöhnlich schwere 

und in seinen Auswirkungen das Mass einer Aufregung oder einer alltäglichen 

Sorge klar übersteigende Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Opfers (Urteile 

des Bundesgerichts 6B_126/2023 vom 20. März 2023 E. 2.2; 6B_803/2019 vom 

21. August 2019 E. 3.2; 6B_94/2013 vom 3. Oktober 2013 E. 1.1) im Falle der von 

der Beschuldigten an die Adresse des Privatklägers ausgesprochenen Beleidi-

gung ("Arschloch" bzw. "elender Bastard") zu verneinen. 

3.2.

Nachdem die Beschuldigte sodann auch in zweiter Instanz vom Anklage-

vorwurf der versuchten schweren resp. der einfachen Körperverletzung freizu-

sprechen ist und die genaue Ursache, wie es zum Sturz des Privatklägers gekom-

men ist, im Strafverfahren nicht rekonstruiert werden konnte, sodass nicht gesagt 

werden kann, die Sache sei definitiv spruchreif, ist gestützt auf Art. 126 Abs. 2 

lit. d StPO mit der Vorinstanz das privatklägerische Adhäsionsbegehren auf den 

Zivilweg (Dispositivziffer 9) zu verweisen. 

-  32  -

VI. Kostenfolgen

1.

Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

Angesichts dessen, dass es sowohl beim Schuldspruch wegen Beleidigung wie 

auch beim Freispruch betreffend Körperverletzung bleibt, ist die anteilsmässige 

Auflage von 1/6 der Verfahrenskosten zulasten der Beschuldigten nicht zu bean-

standen (Art. 426 Abs. 2 StPO). Im Ergebnis ist daher das gesamte erstinstanzli-

che Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Dispositivziffern 10 bis 14) zu bestäti-

gen.

2.

Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

2.1.

Für den Berufungsprozess ist die Gebühr auf Fr. 3'600.– zu veranschla-

gen (vgl. Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 

Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.2.

Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Ob bzw. inwieweit eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unter-

liegt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten 

Anträge gutgeheissen werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_791/2023 vom 

23. August 2023 E. 1.4 m.w.H.; 6B_369/2018 vom 7. Februar 2019 E. 4.1, nicht 

publ. in BGE 145 IV 90). 

2.3.1. Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO hat die beschuldigte Person, wenn sie freigesprochen wird, Anspruch auf 

Entschädigung für ihre Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Ver-

fahrensrechte. Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach den Anwaltstarifen 

und nach dem Zeitaufwand, den der Verteidiger aufgewendet hat. Die Bemühun-

gen des Anwaltes müssen im Umfang aber den Verhältnissen entsprechen, das 

heisst sachbezogen und angemessen sein. Die Verteidigungskosten müssen mit-

hin in einem vernünftigen Verhältnis zur Komplexität bzw. Schwierigkeit des Fal-

les und zur Wichtigkeit der Sache stehen (WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommen-

tar Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N 15 f. zu Art. 433 StPO).

-  33  -

2.3.2. Gemäss Art. 432 Abs. 2 StPO (in Verbindung mit Art. 436 Abs. 1 StPO) 

hat die obsiegende beschuldigte Person gegenüber der Privatklägerschaft An-

spruch auf angemessene Entschädigung für die durch die Anträge zum Zivilpunkt 

verursachten Aufwendungen. Im Allgemeinen richtet sich die Verlegung der Kos-

ten nach dem Grundsatz, wonach die Kosten zu tragen hat, wer sie verursacht, 

wobei dies auch dann zu berücksichtigen ist, wenn das Strafverfahren nach ei-

nem freisprechenden erstinstanzlichen Entscheid nur noch auf Betreiben der Pri-

vatklägerschaft fortgesetzt wird (BGE 147 IV 47 E. 4.2.1 und 4.2.5 m.w.H.). Im 

Berufungsverfahren kann somit die unterliegende Privatklägerschaft nach der 

Rechtsprechung sowohl bei Offizial- wie auch Antragsdelikten verpflichtet werden, 

der beschuldigten Person die Aufwendungen für die angemessene Ausübung ih-

rer Verfahrensrechte zu ersetzen (BGE 147 IV 47 E. 4.2.6, 138 IV 248 E. 5.3). 

Von dieser Regelung sind allerdings nur die Kosten der Wahlverteidigung der be-

schuldigten Person erfasst, nicht jedoch diejenigen der amtlichen Verteidigung 

(BGE 145 IV 90 E. 5.1 [übers. in Pra 108 (2019) Nr. 114]), da für einen "analogen" 

Rückgriff auf die Privatklägerschaft nach Art. 135 Abs. 4 StPO die gesetzliche 

Grundlage fehlt (BGE 145 IV 90 E. 5.2. [übers. in Pra 108 (2019) Nr. 114]).

2.4.

Der Privatkläger unterliegt im vorliegenden Berufungsverfahren mit seinen 

Anträgen vollumfänglich, so dass ihm grundsätzlich die Kosten des Verfahrens 

aufzuerlegen sind, wovon allerdings die Kosten für die amtliche Verteidigung der 

Beschuldigten nach dem Dargelegten auszunehmen sind. Die übrigen Kosten, 

einschliesslich derjenigen für seine unentgeltliche Rechtsvertretung, sind hinge-

gen einstweilen vom Staat zu tragen, wobei der Privatkläger in analoger Anwen-

dung von Art. 135 Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 138 StPO zur Rückzahlung 

zu verpflichten ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (BGE 

145 IV 90 E. 5.2 [übers. in Pra 108 (2019) Nr. 114]; 143 IV 154 E. 2.3.5). Nicht zur 

Anwendung kommt hingegen der seit dem 1. Januar 2024 geltende Art. 138 

Abs. 1bis StPO, der spezifisch für Privatkläger mit Opferstellung eine definitive Be-

freiung der Auslagen der Rechtsvertretung vorsieht, da das vorinstanzliche Urteil 

vor dem Inkrafttreten der genannten Bestimmung gefällt wurde (siehe dazu vor-

stehende E. II.1.).

-  34  -

2.5.1. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt MLaw Y1._____, macht für die 

Aufwendungen im Berufungsprozess Fr. 3'056.60 (inkl. Barauslagen und MWST) 

geltend, wobei die Aufwendungen für die Berufungsverhandlung offen gelassen 

wurden (Urk. 82; Urk. 86). Das geforderte Honorar steht im Einklang mit den An-

sätzen der Anwaltsgebührenverordnung und erweist sich grundsätzlich als ange-

messen. Mithin ist der amtliche Verteidiger – nach Ergänzung um die noch nicht 

verrechnete Berufungsverhandlung inkl. Nachbesprechung des Urteils – mit ei-

nem Betrag von pauschal Fr. 4'250.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Eine Rückzahlungspflicht seitens des unterliegenden Privatklägers besteht nicht. 

Stattdessen ist das für das Berufungsverfahren zuzusprechende Honorar des Of-

fizialverteidigers definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

2.5.2. Sodann beansprucht der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers, 

Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, für den Berufungsprozess eine Entschädigung 

von Fr. 8'004.50 (inkl. Barauslagen und MWST; Urk. 84). Auch in seinem Fall be-

wegt sich das geltend gemachte Honorar innerhalb der Bandbreite des anwend-

baren Gebührentarifs und ist ausgewiesen. Demgemäss ist der unentgeltliche Pri-

vatklägervertreter – ebenfalls unter Anpassung der vorerst geschätzten Aufwen-

dungen für die Berufungsverhandlung – mit einem Betrag von pauschal 

Fr. 8'130.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Wie erörtert, ist für diese 

Rechtsvertretungskosten allerdings die Rückzahlungspflicht des Privatklägers vor-

zubehalten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen. 

2.5.3. Abschliessend ist zu bemerken, dass der vormalige unentgeltliche Privat-

klägervertreter, Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, trotz entsprechender Aufforde-

rung in der Präsidialverfügung vom 21. Juni 2024 (Urk. 70) keine Honorarnote 

über seine Aufwendungen im Berufungsverfahren einreichte. Damit erübrigen sich 

weitere Ausführungen hierzu.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abtei-

lung, vom 17. April 2023 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch Be-

-  35  -

schimpfung), Dispositivziffer 6 (Entschädigung Beschuldigte) sowie Disposi-

tivziffern 7 und 8 (Beschlagnahmungen) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

Die Beschuldigte B._____ wird im Übrigen freigesprochen.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 130.–, wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind.

1.

2.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

Eine Landesverweisung wird nicht angeordnet.

Der Privatkläger A._____ wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtu-

ungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

4.

5.

6.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Dispositivziffern 10 bis 14) wird bestä-

tigt.

7.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr.

Fr.

4'250.–

Fr.

8'130.–

  amtliche Verteidigung,
  Rechtsanwalt MLaw Y1._____
  (inkl. 7.7 % bzw. 8.1 % MWST)
  unentgeltliche Vertretung des Privatklägers, 
  Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____
  (inkl. 8.1 % MWST).

8.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr und die Kosten der unentgeltlichen 

Privatklägervertretung im Berufungsverfahren werden dem Privatkläger auf-

erlegt, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Dabei bleibt die 

Rückzahlungspflicht des Privatklägers in vollem Umfang vorbehalten.

-  36  -

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren werden 

definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers (A._____) im Doppel für 
sich und zuhanden des Privatklägers (übergeben)

die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers (A._____), im Doppel 
für sich und zuhanden des Privatklägers 

die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

-  37  -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 16. April 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

MLaw Zogg

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.