# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3549a6af-f81e-5e49-8da4-df6b2e5a3fef
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2010 B-1379/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-1379-2010_2010-08-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-1379/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), 
Frank Seethaler, Jean-Luc Baechler, 
Stephan Breitenmoser, Francesco Brentani;
Gerichtsschreiberin Astrid Hirzel.

A._______, 
vertreten durch Fürsprecher Willy Charles Zobrist,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB,
Vorinstanz.

Zulassung als Revisor.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-1379/2010

Sachverhalt:

A.
Am  17. September  2007  reichte  A._______  (nachfolgend:  Be-
schwerdeführer)  ein Gesuch um Zulassung als  Revisionsexperte  bei 
der  eidgenössischen  Revisionsaufsichtsbehörde  (RAB,  nachfolgend: 
Vorinstanz) ein.

Nach einer  summarischen Überprüfung wies die Vorinstanz mit  Ent-
scheid vom 21. Dezember 2007 das Gesuch des Beschwerdeführers 
um Zulassung  als  Revisionsexperte  wegen fehlender  beaufsichtigter 
Fachpraxis ab. 

Der  Beschwerdeführer  focht  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwal-
tungsgericht an und beantragte in der Folge, er selbst und die von ihm 
beherrschte  X._______AG (...) seien provisorisch als  Revisoren ein-
zutragen. Mit Verfügung vom 22. Februar 2008 trug die Vorinstanz den 
Beschwerdeführer und die X._______AG provisorisch als Revisoren in 
das Revisorenregister ein.

B.
Mit  Urteil  B-390/2008  vom  30. April  2008  wies  das  Bundesverwal-
tungsgericht die Beschwerde des Beschwerdeführers gegen den Ent-
scheid der Vorinstanz vom 21. Dezember 2007 ab, da der Beschwer-
deführer die Voraussetzungen für die Zulassung als Revisionsexperte 
offensichtlich nicht erfülle. 

Auf  die  vom Beschwerdeführer  dagegen  erhobene  Beschwerde  trat 
das  Bundesgericht  mit  Urteil  2C_438/2008  vom  16. Oktober  2008 
nicht ein, da die Überprüfung der praktischen Fachtätigkeit dem Bun-
desgericht entzogen sei. 

C.
Mit  Verfügung vom 5. Februar 2010 wies die Vorinstanz das Gesuch 
des Beschwerdeführers um Zulassung als Revisor ab, soweit sie da-
rauf eintrat. Die mit Verfügung vom 22. Februar 2008  provisorisch er-
teilte Zulassung als Revisor hob sie auf und nahm mit Eröffnung der 
Verfügung  die  Löschung  der  entsprechenden  Eintragung  im  Reviso-
renregister  vor. Sie begründete ihren Entscheid im Wesentlichen da-
mit,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  den  im  Verlauf  des  Verfahrens 
eingereichten Belegen weder eine einjährige beaufsichtigte Fachpraxis 

Seite 2

B-1379/2010

noch eine langjährige praktische Erfahrung habe nachweisen können, 
weshalb er nicht als Revisor zugelassen werden könne. Die Vorinstanz 
führte folgende Belege auf: 

- Arbeitsbestätigung  der  Y._______  vom  16. Oktober  2007  für  die 
Lehrtätigkeit  in  Rechnungswesen  und  Wirtschaftsrecht  von  1979-
2007 und für  die Leitung der Z._______ von 1992-1999 (zwischen 
den  Fachreferenten  habe  eine  punktuelle,  aber  regelmässige  Zu-
sammenarbeit mit partnerschaftlicher gegenseitiger Beaufsichtigung 
stattgefunden);

- Bestätigung von B._______, dipl. Wirtschaftsprüfer, Q._______ vom 
12. Oktober  2007  (der  Beschwerdeführer  sei  als  Leiter  der 
Z._______ zwischen 1992-1999 formell sein Vorgesetzter gewesen. 
Zwischen ihnen hätten berufliche Kontakte stattgefunden);

- Bestätigung von C._______ vom 7. Januar 2008 (der Beschwerde-
führer habe bereits vor 1992 Revisionen für die R._______ und die 
S._______ durchgeführt. Zudem habe er ihn mehrmals als Experten 
bei  Fragen  im  Zusammenhang  mit  der  Rechnungslegung  konsul-
tiert);

- Handelsregisterauszug  der  T._______  (der  Beschwerdeführer  war 
von 1976 bis 1979 Präsident der Verwaltung); 

- Bestätigung von D._______,  ehemaliger  Leiter  der  Z._______ und 
Geschäftsleiter  der  P._______,  vom  26. April  2009  (der  Be-
schwerdeführer  sei  von 1992-1999 Leiter  der Z._______ gewesen, 
habe Lehrmittel publiziert und bereits in den 70er-Jahren das Rech-
nungswesen einer Genossenschaft aufgebaut. Zudem sei er ab 1991 
Verwaltungsrat  zweier  Aktiengesellschaften  und  in  dieser  Funktion 
zuständig  für  die  Erstellung der  Jahresrechnungen gewesen. 1999 
habe er vom Beschwerdeführer die Leitungsfunktion der Z._______ 
übernommen und habe mit ihm zusammen unzählige Seminare mit 
Fachpersonen des Rechnungswesens durchgeführt);

- undatiertes Schreiben von E._______, eidg. dipl. Experte in Rech-
nungslegung und Controlling (er habe zahlreiche fachliche Kontakte 
zum  Beschwerdeführer  gehabt,  einige  seiner  Unterrichtseinheiten 
bei  der  Z._______  übernommen,  die  vom  Beschwerdeführer  ge-
führte  Rechnung der  Z._______ revidiert  und Erfahrungen mit  ihm 
ausgetauscht. Der Beschwerdeführer habe als Organisator und Re-
ferent Einzelkurse und Seminare durchgeführt);

- eigene Erklärung des Beschwerdeführers vom 8. Mai 2009 (als Ge-
schäftsleiter  und  Finanzverantwortlicher  U._______AG  sowie  aus 
seiner Funktion als Mandats- und Geschäftsleiter der X._______AG 
ergebe sich eine unbeaufsichtigte Fachpraxis ab dem 23. Dezember 
1991 bei einem variablen Teilzeitpensum);

- Bestätigung  von  F._______,  Revisor  der  U._______AG  sowie  der 
X._______AG, vom 30. April  2009 (der Beschwerdeführer habe die 
Buchhaltungen  der  U._______AG  sowie  der  X._______AG 
ordnungsgemäss durchgeführt. Die Jahresabschlüsse hätten Gesetz 
und  Statuten  entsprochen. Verbunden mit  seiner  langjährigen  Auf-
sichtstätigkeit hätten zudem eine intensive Zusammenarbeit und ein 
fachlicher Austausch mit dem Beschwerdeführer stattgefunden);

- Revisionsbericht V._______Stiftung für das Jahr 1997;
- Revisionsbericht der R._______ für das Jahr 1997;
- Bestätigung von G._______ der W._______ vom 7. November 2007 

(er  habe  zusammen  mit  dem  Beschwerdeführer  seit  Beginn  der 

Seite 3

B-1379/2010

Bürogemeinschaft [1. Januar 2001] regelmässig Revisionen diverser 
Rechtssubjekte durchgeführt);

- Bestätigung  von  H._______,  Mitarbeiterin  der  X._______AG,  vom 
7. November 2007 (sie habe zusammen mit dem Beschwerdeführer, 
ihrem Vorgesetzten, seit ihrem Eintritt in die X._______AG [1. März 
2004]  regelmässig  Revisionen  von  Aktiengesellschaften  und  Stif-
tungen durchgeführt). 

D.
Der  Beschwerdeführer  erhebt  gegen  den  Nichtzulassungsentscheid 
(als  Revisor)  der  Vorinstanz vom 5. Februar  2010 Beschwerde beim 
Bundesverwaltungsgericht, mit welcher er  sinngemäss dessen Aufhe-
bung beantragt. Im Einzelnen stellt er folgende Rechtsbegehren:

"1.  Die  Treuhand  und  Verwaltungsgesellschaft  X._______AG  (CH-035.3.008.964.5, 

RAB Nr. 500285) sei gestützt auf Art. 47 Abs. 3 RAV als Partei (Beschwerdegegner 2) 

in diesem Verfahren anzuerkennen.

2. Es sei festzustellen, dass das Verhalten der Beschwerdegegnerin gegenüber dem 

Beschwerdeführer und der Partei gemäss Rechtsbegehren 1 im zweistufigen Verfah-

ren widersprüchlich und willkürlich war. Insbesondere sei festzustellen, dass der Be-

hördenentscheid  der  ersten  Stufe  des  Verfahrens  für  die  Zulassung  als  Revisions -

experte auf einem unvollständigen Dossier beruhte,  damit rechtswidrig war und der  

Beschwerdeführer die Zulassungsbedingungen als Revisionsexperte erfüllt.

3.  Es  sei  festzustellen,  dass  der  Nichtzulassungsentscheid  als  Revisor  gemäss 

Punkt 1 der Verfügung vom 5. Februar 2010 unverhältnismässig und rechtswidrig ist. 

4. Dem Beschwerdeführer sowie dem Beschwerdeführer 2 gemäss Rechtsbegehren 1 

sei ein Schadenersatz in angemessener Höhe zuzusprechen.

5. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 5. Februar 2010 betreffend Abweisung des Gesuchs Nr. (...)  um Zulassung als 

Revisionsexperte/Revisor  sei  als  vorsorgliche  Massnahme  im  Sinne  des  Art.  55 

Abs. 3 Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (SR 172.021) aufzuheben."

Der Beschwerdeführer hat zusammen mit seiner Beschwerde zusätz-
lich folgende Belege eingereicht: 

- E-Mail  von  I._______  vom  25. Januar  2010  (das  Ausbilden  von 
Fachleuten  in  Finanz-  und  Rechnungswesen  sowie  Experten  für 
Rechnungslegung und Controlling während achtundzwanzig Jahren 
schliesse den Erwerb rechtsgenüglicher Fachpraxis nicht offensicht-
lich aus);

- Bestätigung von J._______ vom 21. Januar 2010 (der Beschwerde-
führer habe als Präsident der T._______ während der Zeit, in der er 
Mitglied der Verwaltung gewesen sei, jeweils die Rechnung geführt, 
den Jahresabschluss erstellt und diesen sowohl gegenüber der Ge-
nossenschaftsversammlung als auch der Kontrollstelle vertreten);

- Bestätigung  von  K._______,  ehemalige  Schülerin  der  Z._______ 
und zugelassene Revisionsexpertin,  vom 22. Januar 2010 (der Be-

Seite 4

B-1379/2010

schwerdeführer habe während des Unterrichts bei der Z._______ ein 
grosses  Fachwissen  vermittelt  und  Fragen  der  Kursteilnehmer 
praxisgerecht beantwortet).

Zur  beaufsichtigten Fachpraxis  führt  er  aus, auch als Verwaltungsrat 
könne er eine beaufsichtigte Fachpraxis erworben haben. Die Arbeits-
bestätigung der  Y._______  sei  von einer  Person ausgestellt,  welche 
die  Voraussetzungen  nach  Art. 43  Abs. 5  des  Revisionsaufsichtsge-
setzes vom 16. Dezember 2005 (RAG, SR 221.302) und Art. 5 Abs. 2 
RAG erfülle. Diese Person habe deshalb ab 1995 als sein direkter Vor-
gesetzter  zu  gelten,  womit  die  Arbeitsbestätigung  gleichzeitig  eine 
mehrjährige beaufsichtigte Fachpraxis belege. Dasselbe gelte für die 
Bestätigung von D._______ vom 26. April  2009,  woraus hervorgehe, 
dass  er  diesem  ab  1999  formell  unterstellt  gewesen  sei.  Die  Be-
stätigung von G._______, zugelassener Revisor, müsse ebenfalls als 
Aufsicht von einem Jahr Fachpraxis genügen. Des Weiteren bringt er 
vor,  er  habe  neben  seiner  achtundzwanzigjährigen  Lehrtätigkeit  die 
Möglichkeit  gehabt,  Praxismandate  zu  führen und Fachpraxis  zu  er-
werben,  was  weder  die  Vorinstanz  noch  das  Bundesverwaltungs-
gericht  genügend  beachtet  hätten.  Er  sei  von  1976 – 1986 
(T._______),  von  1992 - 2007  (X._______AG)  und  von  1991 – 2007 
(U._______AG)  verantwortliches  Organ  für  die  Rechnungslegung 
dieser Unternehmen gewesen. Die von ihm eingereichten Unterlagen 
belegten eine ausreichende Fachpraxis. Die  Handelsregisterauszüge 
seien als grundsätzlich bekannt vorauszusetzen. Er könnte durchaus 
weitere  Nachweise  erbringen,  doch  habe  die  Vorinstanz  nicht 
kommuniziert,  wie  der  Nachweis  für  eine  genügende  Fachpraxis  zu 
erbringen sei, weshalb sie sich auch nicht darauf stützen könne, dass 
er die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen habe. Die Vorinstanz habe 
die  mit  Schreiben  vom  4. November  2009  gestellten  Fragen  nur 
schemenhaft beantwortet, weshalb sie Art. 9 und Art. 29 der Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April 
1999 (BV, SR 101) verletzt und ihn ungleich behandelt habe.

E.
Mit Zwischenverfügung vom 9. März 2010 hat das Bundesverwaltungs-
gericht den Rechtsvertreter aufgefordert, sich mittels Vollmacht formell 
als  Vertreter  des  Beschwerdeführers  und  der  X._______AG für  das 
Beschwerdeverfahren auszuweisen. Der Beschwerdeführer nahm dies 
zum Anlass, um in seinem Antwortschreiben vom 15. März 2010, mit 
welchem er  die  Vollmacht  nachreichte,  zugleich  die  Unabhängigkeit 
von  Philippe  Weissenberger  als  Instruktionsrichter  und  von  Anita 

Seite 5

B-1379/2010

Kummer als  Gerichtsschreiberin  in  Frage zu stellen. Dies  wurde als 
sinngemässes Ausstandsbegehren entgegengenommen. 

Mit  Zwischenverfügung  vom  22. April  2010  hat  das  Bundesverwal-
tungsgericht im Dreierspruchkörper (ohne Mitwirkung der sinngemäss 
abgelehnten  Gerichtspersonen)  das  Ausstandsbegehren  gegen  In-
struktionsrichter Philippe Weissenberger und Gerichtsschreiberin Anita 
Kummer abgewiesen.

F.
Nach Eingang der Stellungnahme der Vorinstanz vom 12. April  2010 
hiess  der  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  27. April 
2010  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  vom  15. März  2010  um 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  seiner  Beschwerde 
gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 5. Februar 2010 gut. Er wies 
die  Vorinstanz  an,  den  Beschwerdeführer  wieder  in  das  Revisoren-
register als Revisor mit provisorischer Zulassung einzutragen.

G.
In ihrer  Stellungnahme vom 12. April  2010 bringt  die Vorinstanz vor, 
nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  B-390/2008  vom 
30. April 2008 noch offen gelassen habe, ob die Lehrtätigkeit des Be-
schwerdeführers teilweise als Fachpraxis angerechnet werden könne, 
habe das Bundesgericht mit Urteil vom 2C_438/2008 vom 16. Oktober 
2008 in einem obiter  dictum klar  festgehalten,  dass die Lehrtätigkeit  
die geforderte (langjährige) praktische Erfahrung nicht ersetzen könne. 
Die  Anerkennung  der  Lehrtätigkeit  als  beaufsichtigte  Fachpraxis  sei 
deshalb ausgeschlossen. Zudem habe der Beschwerdeführer im Hin-
blick auf eine Zulassung nach der Härtefallklausel von Art.  43 Abs. 6 
RAG trotz  mehrmaliger  Aufforderung den verlangten Nachweis einer 
zwölfjährigen praktischen Erfahrung auf dem Gebiet der Rechnungs-
revision nur teilweise erbringen können, was für die Zulassung als Re-
visor nicht genüge. 

H.
Mit  Verfügung vom 27. April  2010 hat  das Bundesverwaltungsgericht 
den Beschwerdeführer  aufgefordert,  dem Gericht  zusätzliche Belege 
für seine langjährige praktische Erfahrung auf dem Gebiet der Rech-
nungsrevision  einzureichen.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  5. Mai 
2010 die folgenden zwei Belege nachgereicht: 

Seite 6

B-1379/2010

- Bestätigung von G._______ der W._______ vom 30. April 2010 (von 
den  im  Schreiben  der  Vorinstanz  vom  23. September  2009  auf-
gelisteten  Revisionsmandaten  hätte  er  mehr  als  fünf Mandate  ge-
meinsam  mit  dem  Beschwerdeführer  wahrgenommen.  Er  sei  Auf-
traggeber dieser Revisionsmandate gewesen, weshalb er eine ein-
jährige beaufsichtigte Fachpraxis des Beschwerdeführers bestätigen 
könne);

- Revisionsberichte  und  Rechnungen  der  V._______Stiftung  für  die 
Jahre 1995 - 2005. 

Er macht ergänzend dazu geltend,  die Forderung eines Nachweises 
von zwölf  Jahren Fachpraxis  bis  zum 1. Juli  1992 und von weiteren 
fünfzehn  Jahren  bis  zum  Gesuchszeitpunkt  entziehe  der  Härtefall-
klausel  die  Substanz.  Zudem  sei  der  Nichtzulassungsentscheid  als 
Revisor unverhältnismässig und rechtswidrig, da der Nachweis für eine 
Zulassung  als  Revisor  dreifach  erbracht  sei:  Erstens  liege  eine  Be-
stätigung  des  Büropartners  G._______  für  eine  einjährige  beauf-
sichtigte  Fachpraxis  vor,  zweitens  anerkenne  die  Vorinstanz  mit 
Schreiben vom 23. September 2009 eine fünfjährige unbeaufsichtigte 
Fachpraxis, was ausreiche, und drittens habe die Vorinstanz mit E-Mail 
vom 13. November 2007 bestätigt, dass die Voraussetzungen für eine 
Zulassung  nach  Art. 50  der  Revisionsaufsichtsverordnung  vom 
22. August 2007 (RAV, SR 221.302.3) erfüllt seien. Betreffend die vom 
Bundesverwaltungsgericht  geforderte  Mandatsliste  führt  er  aus,  drei 
Revisionsmandate  während  zwölf  Jahren  seien  ausreichend  (vgl. 
Schreiben der Vorinstanz vom 23. September 2009). Da das Bundes-
verwaltungsgericht mit Urteil vom 30. April 2008 bereits zwei Mandate 
anerkannt  habe,  reiche er  Belege nur noch für  ein weiteres  Mandat 
nach,  nämlich  für  jenes  der  V._______Stiftung  von  1995 – 2007. 
Demnach seien die geforderten minimalen drei Mandate (R._______, 
V._______Stiftung  und  S._______)  für  mehr  als  zwölf  Jahre  aus-
reichend belegt.

I.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 11. Mai  2010 beantragt  die  Vorinstanz 
die  Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Lehrtätigkeit  des  Beschwerde-
führers führt sie ergänzend aus, da das Bundesverwaltungsgericht mit 
Urteil B-390/2008 vom 30. April 2008 bereits entschieden habe, dass 
die  Lehrtätigkeit  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die 
Fachpraxis  nach  Art. 50  RAV nicht  genüge,  liege  auch  keine  Fach-
praxis im Sinne von Art. 5 Abs. 2 RAG vor, da beide grundsätzlich die 
gleichen Anforderungen an die Fachpraxis festlegten. Ungeachtet des-
sen  seien  die  vom Beschwerdeführer  als  Lehrer  bei  der  Y._______ 
ausgeführten  Tätigkeiten  nicht  unter  Aufsicht  erfolgt.  Auch  aus  den 

Seite 7

B-1379/2010

Bestätigungsschreiben von E._______ und G._______ ergebe sich in 
keiner Weise ein Beaufsichtigungsverhältnis im Sinne von Art. 7 RAV. 

Bezüglich der unbeaufsichtigten Fachpraxis für die Zulassung des Be-
schwerdeführers  als  Revisor  hält  die  Vorinstanz  fest,  vor  dem  Jahr 
2002  könne  der  Beschwerdeführer  höchstens  eine  sehr  punktuelle 
praktische Erfahrung im Bereich der Rechnungsrevision nachweisen. 
Auch  mit  den  vor  Bundesverwaltungsgericht  eingereichten  Belegen 
weise er keine weiteren Mandate nach, sondern belege lediglich das 
bereits früher geltend gemachte Mandat der V._______Stiftung. Sofern 
er nach der Aufgabe seiner Lehrtätigkeit im Jahre 2004 bzw. schon in 
den  Jahren  2002 – 2004  trotz  der  80 %-igen  Anstellung  bei  der 
Y._______ mehrheitlich im Bereich des Rechnungswesens und insbe-
sondere  der  Rechnungsrevision  tätig  gewesen  sei,  verfüge  er  über 
eine unbeaufsichtigte praktische Erfahrung von knapp fünf Jahren (vgl. 
Eintragung der X._______AG als Revisionsstelle für 16 juristische Per-
sonen  im  Handelsregister  des  Kantons  Bern  ab  dem  22. Februar 
2002). Diese praktische Erfahrung genüge jedoch nicht, um im Sinne 
eines  Härtefalls  als  Revisor  zugelassen  zu  werden.  Die  vom  Be-
schwerdeführer  aufgeführten  Eintragungen  als  Leitungsorgan  von 
Gesellschaften könnten zudem höchstens als unbeaufsichtigte Fach-
praxis  im  Bereich  des  Rechnungswesens  angerechnet  werden.  Da-
durch hätte er jedoch den Nachweis einer langjährigen praktischen Er-
fahrung im Bereich der Rechnungsrevision nach wie vor nicht erbracht. 
Die Tätigkeit auf dem Gebiet des Rechnungswesens sei nicht mit jener 
auf  dem  Gebiet  der  Rechnungsrevision  gleichzusetzen.  Als  Revisor 
dürften jedoch nur Personen zugelassen werden, die über Erfahrung 
auf den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision 
verfügten.  Schliesslich  beziehe  sich  die  E-Mail  vom  13. November 
2007 auf die provisorische Zulassung, weshalb der Beschwerdeführer 
daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten könne.

Seite 8

B-1379/2010

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  i.V.m.  Art. 5 
Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zuständig für die Beurteilung 
der Beschwerde gegen den Entscheid der Eidgenössischen Revisions-
aufsichtsbehörde (Art. 33 Bst. e VGG i.V.m Art. 28 Abs. 2 RAG).

1.1 Der  Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 
(Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG). 

1.2 Der Beschwerdeführer stellt in Bezug auf seine Nichtzulassung als 
Revisor lediglich ein Feststellungsbegehren. Er beantragt die Feststel-
lung,  dass  die  angefochtene  Verfügung  insoweit  unverhältnismässig 
und  rechtswidrig  gewesen  sei.  Damit  erhebt  er  zwar  zulässige  Be-
schwerdegründe  (Art. 49  VwVG),  mangels  entsprechendem  Anfech-
tungsobjekt  jedoch  nicht  ein  korrekt  gestelltes  Rechtsbegehren.  Für 
eine Feststellung besteht grundsätzlich kein Raum, solange ein Leis-
tungs-  oder  rechtsgestaltendes Urteil  ergehen kann (BGE 131 I  166 
E. 1.4;  FRANK SEETHALER/FABIA BOCHSLER,  in:  Bernhard  Waldmann/ 
Philippe Weissenberger (Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, 
Art. 52 N. 38). Nach Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet die Beschwerde-
instanz in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit ver-
bindlichen  Weisungen  an  die  Vorinstanz  zurück.  Dabei  ist  die  Be-
schwerdeinstanz  in  keinem  Falle  an  die  Begründung  der  Begehren 
gebunden (Art. 62  Abs. 4  VwVG). Wohl  ist  von einem Anwalt  zu  er-
warten, dass er ausdrücklich ein Rechtsbegehren im Sinne von Art.  61 
Abs. 1 VwVG stellt. Es ergibt sich jedoch aus der Begründung der Be-
schwerde und aus dem Gesamtzusammenhang der gestellten Anträge 
(vgl.  oben  Sachverhalt D.)  mit  noch  hinreichender  Deutlichkeit  (vgl. 
dazu Art. 52  VwVG),  dass  der  Beschwerdeführer  vor  Bundesverwal-
tungsgericht  seine  Zulassung  als  Revisor  und  damit  in  erster  Linie 
einen  für  ihn  positiven  reformatorischen  Entscheid  anbegehren  will. 
Dies vermag den gesetzlichen Anforderungen gerade noch zu genü-
gen.

1.3 Es ergibt sich somit, dass die Anforderungen an die Beschwerde-
frist (Art. 50 Abs. 1 VwVG) sowie an Form und Inhalt der Beschwerde-

Seite 9

B-1379/2010

schrift  (Art. 52  VwVG)  erfüllt  sind. Der  Kostenvorschuss  wurde  frist-
gemäss bezahlt  (Art. 63  Abs. 4  VwVG) und die  übrigen Sachurteils-
voraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist 
daher, unter Vorbehalt nachfolgender Erwägung, einzutreten.

2.

2.1 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  das  Bundesverwaltungs-
gericht habe im Urteil B-390/2008 vom 30. April 2008 betreffend seine 
Zulassung als  Revisionsexperte  zehn Jahre  Lehrtätigkeit  nicht  aner-
kannt, was entscheidrelevant sei und zur Zulassung als Revisionsex-
perte führen müsse.

2.1.1 Mit Verfügung vom 21. Dezember 2007 wies die Vorinstanz das 
Gesuch um Zulassung als Revisionsexperten ab. Mit Urteilen des Bun-
desverwaltungsgerichts  vom 30. April  2008  und  des  Bundesgerichts 
vom 16. Oktober 2008 wurde dieser Entscheid bestätigt bzw. auf die 
Beschwerde  nicht  eingetreten.  Die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 
21. Dezember 2007 betreffend Nichtzulassung des Beschwerdeführers 
als Revisionsexperte ist somit in Rechtskraft erwachsen. Eine bereits 
endgültig beurteilte Streitsache kann in der Regel nicht zum Gegen-
stand eines neuen Verfahrens gemacht werden, so dass eine (noch-
malige) Prüfung nicht  zulässig ist. Eine Wiedereröffnung des Verfah-
rens  ist  nur  ausnahmsweise bei  Vorliegen von Revisionsgründen  im 
Sinne von Art. 66 Abs. 2 VwVG gerechtfertigt. 

2.1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  mit  Urteil  B-390/2008  vom 
30. April  2008  von  einer  achtzehnjährigen  statt  der  ausgewiesenen 
achtundzwanzigjährigen  Dauer  der  Lehrtätigkeit  des  Beschwerde-
führers  ausgegangen. Unabhängig  davon,  ob  die  Lehrtätigkeit  acht-
zehn  oder  achtundzwanzig  Jahre  gedauert  hat,  hätte  diese  –  wenn 
überhaupt  –  nach  der  Begründung  im  erwähnten  Entscheid,  auf 
welche  hier  zu  verweisen  ist,  nicht  in  einem Ausmass  angerechnet 
werden können, das für  einen Eintrag als  Revisionsexperten ausge-
reicht hätte. Der Beschwerdeführer erfüllte so oder anders die Voraus-
setzungen nicht. Es fehlte auch bei Beachtung einer achtundzwanzig-
jährigen Lehrtätigkeit sowohl an einer notwendigen achtjährigen Fach-
praxis  unter  Beaufsichtigung  durch  einen  zugelassenen  Revisions-
experten  oder  durch  eine  ausländische  Fachperson  vergleichbarer 
Qualifikation als auch an einer seit dem 1. Juli 1992 mehrheitlich und 
ohne wesentliche Unterbrüche betriebenen Tätigkeit auf den Gebieten 
des  Rechnungswesens  und  der  Rechnungsrevision  (vgl.  Urteil  B-

Seite 10

B-1379/2010

390/2008 vom 30. April 2008, E. 3.4). Daher war der geltend gemachte 
Umstand  nicht  entscheidwesentlich  und  vermag  am damaligen  Ent-
scheid nichts zu ändern. Es liegt  somit kein Revisionsgrund gemäss 
Art. 66 Abs. 2 Bst. b VwVG im Sinne einer erheblichen Tatsache vor, 
soweit der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen sinngemäss eine 
Revision  des  genannten  Entscheids  beantragen  sollte  und  das  Re-
visionsbegehren nicht ohnehin verspätet wäre (Art. 67 Abs. 1 VwVG), 
weshalb darauf nicht eingetreten werden kann.

Es sind im Übrigen weder Verfahrensfehler noch die Neuentdeckung 
von erheblichen Tatsachen und Beweismitteln ersichtlich,  welche am 
Ausgang des Verfahrens etwas zu ändern vermöchten,  so dass das 
Verfahren über die Zulassungsvoraussetzungen als Revisionsexperte 
endgültig entschieden worden ist  und inhaltlich nicht mehr verändert 
werden  kann.  Demnach  kann  auf  das  Begehren  des  Beschwerde-
führers, als Revisionsexperte zugelassen zu werden, nicht eingetreten 
werden.

2.2 Der Beschwerdeführer beantragt,  ihm und der  X._______AG sei 
Schadenersatz in angemessener Höhe zuzusprechen, da die Nichtzu-
lassung  zu  einem Berufsverbot  geführt  habe  und  ihnen  daraus  ein 
Schaden  entstanden  sei. Des Weiteren habe  sich  die  Vorinstanz  im 
Verfahren betreffend Zulassung als Revisionsexperte widersprüchlich 
und willkürlich verhalten und den Entscheid auf der Grundlage eines 
unvollständigen  Dossiers  getroffen,  was  vom  Bundesverwaltungsge-
richt festzustellen sei. 

Diese beiden Begehren beziehen sich auf das Verfahren betreffend die 
Zulassung als Revisionsexperten, weshalb der Beschwerdeführer die 
diesbezüglichen  Vorbringen  nur  in  dem  entsprechenden  Verfahren 
hätte vorbringen können. Da das Verfahren betreffend Zulassung des 
Beschwerdeführers  als  Revisionsexperte  bereits  rechtskräftig  ent-
schieden worden ist  und nicht mehr geändert  werden kann, ist  auch 
auf diese Begehren nicht einzutreten. Der Beschwerdeführer ist dies-
bezüglich auf den Weg des Staatshaftungsverfahrens zu verweisen.

2.3 Zu  prüfen  ist  im  vorliegenden  Verfahren  somit  nur,  ob  der  Be-
schwerdeführer die Zulassungsvoraussetzungen als Revisor erfüllt.

3.
Der Beschwerdeführer beantragt,  der X._______AG sei im Verfahren 
Parteistellung einzuräumen. Er macht geltend, durch die angefochtene 

Seite 11

B-1379/2010

Verfügung sei auch die X._______AG belastet, da ihr ein Entzug der 
provisorischen Zulassung drohe und auch ihr ein Schaden entstanden 
sei. Die Vorinstanz verneint die Parteistellung der X._______AG.

3.1 Vorab ist festzuhalten, dass die X._______AG in eigenem Namen 
keine Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung eingereicht hat 
und im Verfahren auch nicht aufgetreten ist. Des Weiteren lautet die 
vom Beschwerdeführer nachgereichte Anwaltsvollmacht einzig auf ihn 
selber. Damit ist  der Anwalt  des Beschwerdeführers nicht befugt,  für 
die X._______AG im Verfahren aufzutreten und Anträge zu stellen. Auf 
den Antrag ist folglich nicht einzutreten.

3.2 Fraglich ist jedoch, ob der X._______AG nicht von Amtes wegen 
Parteistellung im Verfahren einzuräumen ist.

3.2.1 Die  Parteistellung  der  X._______AG  richtet  sich  im  Be-
schwerdeverfahren  – mangels  spezialgesetzlicher  Regelung  – nach 
Art. 6  VwVG  und  Art. 48  VwVG  (vgl. BGE  124  V  393  E. 2a).  Als 
Parteien  gelten  sowohl  Personen,  deren  Rechte  oder  Pflichten  die 
Verfügung  berühren  soll,  als  auch  solche  Personen,  Organisationen 
oder Behörden, denen ein Rechtsmittel gegen die Verfügung zusteht 
(Art. 6 VwVG). Parteistellung haben Personen, die am vorinstanzlichen 
Verfahren teilgenommen haben oder keine Möglichkeit zur Teilnahme 
hatten, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind und 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung 
haben (Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG). Hierbei kann es sich auch um 
Dritte  handeln,  soweit  diese  in  einer  hinreichend  engen,  berück-
sichtigungswürdigen  Beziehung  zum  Streitgegenstand  stehen 
(vgl. BGE  127  II  323  E. 3b).  Die  notwendige  Beziehungsnähe  liegt 
jedoch  nur  vor,  wenn  dem Dritten  durch  die  streitige  Verfügung  ein 
unmittelbarer Nachteil entsteht (vgl. BGE 131 II 587 E. 3, BGE 130 V 
560 E. 3.5, BGE 125 V 345 E. 4d).

3.2.2 Eine allfällige Nichtzulassung des Beschwerdeführers als Revi-
sor könnte sich nur dann und nur insofern auf das bei der Vorinstanz 
noch hängige Verfahren betreffend die X._______AG auswirken, wenn 
die  X._______AG die  Voraussetzungen  für  die  Zulassung  als 
Revisionsunternehmen  nur  bei  einer  Zulassung  des  Beschwerde-
führers erfüllen könnte. Ob dies genügt, um der X._______AG im vor-
liegenden Verfahren Parteistellung einzuräumen, kann vorliegend offen 
gelassen werden, zumal nach dem Ausgang des Verfahrens der Be-

Seite 12

B-1379/2010

schwerdeführer  als  Revisor  in  das  Revisorenregister  einzutragen  ist 
(vgl. die nachfolgenden Erwägungen). 

4.
Das Revisionsaufsichtsgesetz ist  am 1. September 2007 in Kraft  ge-
treten. Es regelt die Zulassung und die Beaufsichtigung von Personen, 
die  Revisionsdienstleistungen  erbringen  und  dient  der  ordnungsge-
mässen Erfüllung und Sicherstellung der Qualität von Revisionsdienst-
leistungen (Art. 1 Abs. 1 und 2 RAG).

4.1 Natürliche  Personen  und  Revisionsunternehmen,  die  Revisions-
dienstleistungen erbringen,  bedürfen einer  Zulassung durch die  Auf-
sichtsbehörde (Art. 3 Abs. 1 RAG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 RAV). Die Auf-
sicht  obliegt  gemäss  Art. 28  Abs. 1  RAG der  Vorinstanz. Diese  ent-
scheidet auf Gesuch hin über die Zulassung von Revisionsexpertinnen 
und  Revisionsexperten,  Revisorinnen  und  Revisoren  sowie  staatlich 
beaufsichtigten Revisionsunternehmen (Art. 15 Abs. 1 RAG). 

4.2 Art. 43 Abs. 3 RAG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 RAV sehen für den Über-
gang zum neuen Recht eine Erleichterung des Zulassungsverfahrens 
vor. Demnach dürfen natürliche Personen und Revisionsunternehmen, 
die bis vier Monate nach Inkrafttreten des Revisionsaufsichtsgesetzes 
bei der Aufsichtsbehörde ein Gesuch um Zulassung als Revisorin oder 
Revisor,  Revisionsexpertin  oder  Revisionsexperte  oder  als  staatlich 
beaufsichtigtes Revisionsunternehmen einreichen, bis zum Entscheid 
über  die  Zulassung  Revisionsdienstleistungen  im  Sinne  von  Art. 2 
Bst. a RAG erbringen. Bei fristgerechter Einreichung des Zulassungs-
gesuchs  wird  der  Gesuchsteller  grundsätzlich  provisorisch  zugelas-
sen.

4.3 Der  Beschwerdeführer  hat  das  Gesuch  um Zulassung  als  Revi-
sionsexperte subsidiär als Revisor am 17. September 2007 und damit 
innerhalb  der  vorerwähnten  viermonatigen  Frist  bei  der  zuständigen 
Behörde (RAB) eingereicht. Mit Verfügung vom 22. Februar 2008 hat 
die Vorinstanz den Beschwerdeführer in der Folge provisorisch in das 
Revisorenregister  eingetragen. Gestützt  auf  die  angefochtene  Verfü-
gung  vom 5. Februar  2010  und  die  darin  entzogene  aufschiebende 
Wirkung einer Beschwerde erfolgte die Löschung des provisorischen 
Eintrags. Mit Zwischenverfügung vom 27. April 2010 wies das Bundes-
verwaltungsgericht  die  Vorinstanz  an,  diese  Löschung  wieder  rück-
gängig zu machen.

Seite 13

B-1379/2010

5.

5.1 Im Verfahren um Zulassung als Revisor ist die Mitwirkung des Ge-
suchstellers unerlässlich, da nur dieser selbst in der Lage ist, über die 
erworbene  Fachpraxis  Auskunft  zu  geben  bzw.  diese  zu  belegen 
(Art. 12 und Art. 13 Abs. 1 Bst. a-c VwVG; vgl. BGE 124 II 361 E. 2b). 
So muss der Gesuchsteller  nach Art. 3 Abs. 1 und 2 RAV auch alle 
Angaben  machen und sämtliche Unterlagen bezeichnen,  aus  denen 
hervorgeht,  dass die Voraussetzungen für die Zulassung erfüllt  sind, 
und sie  auf  Verlangen  der  Aufsichtsbehörde  einreichen. Da der  Be-
schwerdeführer die Fachpraxis nachzuweisen hat,  ist  er  gezwungen, 
an der Beweisbeschaffung mitzuwirken, auf die für ihn günstigen Um-
stände hinzuweisen und sie zu belegen. Dementsprechend hat er die 
Folgen der Beweislosigkeit zu tragen.

5.2 Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer während des Verfahrens 
mehrmals aufgefordert, Nachweise für seine Fachpraxis einzureichen 
(vgl. E-Mail  vom  3. März  2009,  Schreiben  vom  26. März  2009, 
23. September  2009 und  23. Dezember  2009)  und erinnerte  ihn  zu-
dem explizit an die Verpflichtung zur Mitwirkung an der Erhebung des 
rechtserheblichen Sachverhalts (vgl. Schreiben vom 1. Mai 2009). Der 
Beschwerdeführer  verweigerte  die  Einreichung  der  Unterlagen  oder 
reichte nur Nachweise für einzelne Mandate ein (vgl. Schreiben vom 
23. April 2009, 12. Mai 2009 und 4. Januar 2010). Bei dieser Sachlage 
kann der  Vorinstanz nicht  vorgeworfen werden,  sie  habe unzulässig 
kurze  Fristen  zur  Einreichung  der  Nachweise  angesetzt,  dem  Be-
schwerdeführer  eine  Beweisführung  verunmöglicht  oder  aufgrund 
eines unvollständigen Dossiers entschieden. 

Die Gesuchsteller  haben alle  entscheidrelevanten Daten,  Nachweise 
und Unterlagen unaufgefordert von sich aus oder höchstens auf ein-
malige Aufforderung der Behörde hin einzureichen. Der Beschwerde-
führer  hat  sich  schliesslich  auch  auf  die  Aufforderung  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  hin ausdrücklich darauf  beschränkt,  lediglich  ein 
(zusätzliches)  Mandat  als  Revisor  zu  belegen,  obschon  ihm  nach 
seiner  ausdrücklichen  Darstellung  die  Einreichung  weiterer  Belege 
möglich gewesen wäre (vgl. oben Sachverhalt I.). 

Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf das 
Erfordernis der mindestens einjährigen beaufsichtigten Fachpraxis die 
Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat. Nicht zum Nachteil gereicht 

Seite 14

B-1379/2010

ihm hingegen sein Verhalten, soweit die Voraussetzungen eines Härte-
falls zu prüfen sein werden.

5.3 Entgegen seinen Vorbringen kann der Beschwerdeführer aus der 
E-Mail vom 13. November 2007, worin die Vorinstanz bestätigte, dass 
die  Voraussetzungen  für  eine  Zulassung  nach  Art. 50  RAV  erfüllt 
seien, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Diese E-Mail bezog sich auf 
die  provisorische  Zulassung  als  Revisor,  welche  mit  Verfügung  vom 
22. Februar 2008 aufgrund einer summarischen Prüfung der Voraus-
setzungen erfolgte. Die zeitliche Abfolge von Gesuch und Erlass der 
erwähnten Verfügung sowie die in Art. 43 Abs. 3 RAG statuierte Re-
gelung  der  provisorischen  Zulassung  stützen  diese  Darstellung.  Im 
Übrigen handelte der Beschwerdeführer nicht im Vertrauen auf die von 
ihm angerufene E-Mail, sondern erklärte in seiner Antwort-E-Mail vom 
gleichen Tag, nicht als Revisor, sondern als Revisionsexperte zugelas-
sen  werden  zu  wollen. Die  Rügen  des  Beschwerdeführers,  die  Vor-
instanz  habe  sich  willkürlich  verhalten,  seinen  Anspruch  auf  rechtli -
ches Gehör  verletzt  sowie  ihn  ungleich  behandelt,  sind  somit  unbe-
gründet. 

6.
Der  Beschwerdeführer  macht  zur  beaufsichtigten  einjährigen  Fach-
praxis im Wesentlichen geltend, er könne auch als Verwaltungsrat eine 
beaufsichtigte  Fachpraxis  erworben  haben.  Mit  der  Einreichung  von 
mehreren Bestätigungen habe er den Nachweis einer beaufsichtigten 
einjährigen Fachpraxis erbracht und sei deshalb nach Art.  5 RAG als 
Revisor zuzulassen.

6.1 Nach Art. 5 RAG kann eine natürliche Person als  Revisor zuge-
lassen werden, wenn sie über einen unbescholtenen Leumund verfügt, 
eine Ausbildung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 RAG abgeschlossen hat 
und beaufsichtigte Fachpraxis von einem Jahr nachweist. Dass der Be-
schwerdeführer  über  eine  abgeschlossene  Ausbildung  (Universitäts-
abschluss als lic. rer. pol. aus dem Jahr 1978) und über einen unbe-
scholtenen Leumund verfügt, ist unbestritten. Zu prüfen ist einzig, ob 
er die Anforderungen an die Fachpraxis erfüllt.

6.2 Gemäss Art. 5 Abs. 2 RAG muss die Fachpraxis vorwiegend auf 
den Gebieten des Rechnungswesens und der Rechnungsrevision er-
worben worden sein, und zwar unter Beaufsichtigung durch eine zu-
gelassene Revisorin oder einen zugelassenen Revisor oder durch eine 
ausländische  Fachperson  mit  vergleichbarer  Qualifikation. Die  Fach-

Seite 15

B-1379/2010

praxis  gilt  als  unter  Beaufsichtigung  erworben,  wenn  die  Gesuch-
stellerin oder der Gesuchsteller einer Fachperson, welche die gesetz-
lichen Anforderungen erfüllt,  formell  unterstellt  war und die  Tätigkeit 
weisungsgebunden ausgeübt hat (Art. 7 RAV).

6.3 Der  Beschwerdeführer  ist  gemäss  Handelsregisterauszug  des 
Kantons Bern Verwaltungsrat der X._______AG und einziges Mitglied 
der U._______AG. Als oberstes Leitungs- und Verwaltungsorgan bzw. 
als  einziges  Mitglied  des Verwaltungsrats  kann er formell  keiner  an-
deren Person in diesen Unternehmen unterstellt sein. Der hier zu be-
urteilende  Fall  liegt  somit  anders  als  bei  einem  mehrköpfigen  Ver-
waltungsrat  und  bei  einer  Doppelfunktion  eines  der  Verwaltungsräte 
als Angestellter der Gesellschaft  (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungs-
gerichts  B-3219/2009  vom  22. März  2010  E. 4).  G._______,  zu-
gelassener Revisor, sowie H._______, zugelassene Revisorin, beides 
Mitarbeitende  und  seit  dem  2. März  2010  Mitglieder  mit  Kollektiv-
unterschrift  zu  zweien  der  X._______AG, können dem Beschwerde-
führer  im Rahmen ihrer  Tätigkeit  bei  der  X._______AG keine  Fach-
praxis unter Aufsicht bestätigen (vgl. Bestätigungen vom 7. November 
2007 und 30. April  2010), die ihm angerechnet werden könnte. Auch 
geht  aus  der  Bestätigung  von  G._______  nicht  hervor,  inwiefern  er 
den Beschwerdeführer im Rahmen der Bürogemeinschaft beaufsichtigt 
haben bzw. als  Auftraggeber  für  die  aufgeführten  Revisionsmandate 
aufgetreten  sein  soll.  Die  Mandate  sind  von  der  X._______AG  als 
Revisionsstelle,  d.h. mit  dem Beschwerdeführer  als  oberstes  Organ, 
durchgeführt  worden. Es besteht weder ein Unterstel lungs- noch ein 
Beaufsichtigungsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und den 
genannten, für die X._______AG arbeitenden Personen im Sinne von 
Art. 7 RAV.

Selbst  wenn  man  gestützt  auf  ein  neueres  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts, bei welchem eine Doppelstellung als Arbeitnehmer 
und Verwaltungsrat vorlag (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
B-3219/2019 vom 22. März 2010 E. 4), annehmen wollte, dass der Be-
schwerdeführer  seit  dem  2. März  2010  (Datum  der  Aufnahme  von 
L._______  und  H._______  als  Mitglieder  der  X._______AG  mit 
Kollektivunterschrift zu zweien) seine Arbeit ganz oder teilweise unter 
deren  Aufsicht  erbracht  habe,  ergäbe  sich  daraus  noch  keine  be-
aufsichtigte  Fachpraxis  von einem Jahr. Aus den  nachfolgenden  Er-
wägungen erschliesst sich, dass die für ein volles Jahr fehlende Dauer 
sich nicht aus anderweitigen Tätigkeiten ergibt.

Seite 16

B-1379/2010

6.4 Ebenso wenig besteht bzw. bestand zwischen der Revisionsstelle 
bzw.  F._______,  definitiv  zugelassener  Revisionsexperte  sowie 
Revisor der U._______AG und ehemaliger Revisor der X._______AG 
(gelöscht  am 2. März  2010),  und  dem Beschwerdeführer  ein  Beauf-
sichtigungsverhältnis.  Die  Revisionsstelle  ist  dem  betreffenden 
Leitungsorgan nicht übergeordnet und hat keine Kompetenz, bindende 
Weisungen zu erteilen. Die Bestätigung von F._______ vom 30. April 
2009 kann somit nicht als Nachweis für beaufsichtigte Fachpraxis des 
Beschwerdeführers berücksichtigt werden. 

6.5 Aus den  Bestätigungen  von  D._______  (lic. rer. pol.,  ehemaliger 
Leiter der Z._______ und Geschäftsleiter der P._______) vom 26. April 
2009  und  der  Y._______  vom  16. Oktober  2007,  unterzeichnet  von 
M._______ und N._______, betreffend die Anrechnung der Lehrtätig-
keit als beaufsichtigte Fachpraxis geht nicht hervor, dass und inwiefern 
der  Beschwerdeführer  von  diesen  Personen  während  seiner  Lehr-
tätigkeit,  namentlich  im  vermittelten  Lehrinhalt,  beaufsichtigt  worden 
wäre.  Allein  der  Umstand,  dass  M._______,  N._______  und 
D._______ Vorgesetzte des Beschwerdeführers gewesen sind,  reicht 
nicht aus, um ein Beaufsichtigungsverhältnis im Sinne von Art. 7 RAV 
während  der  Lehrtätigkeit  in  Bezug  auf  den  Inhalt  der  Lehrstunden 
nachzuweisen.  Eine  Lehrtätigkeit  bzw.  das  Leiten  einer  Schule  ist 
grundsätzlich keine umfassend weisungsgebundene Tätigkeit im Sinne 
von Art. 7 RAV. Eine Lehrperson hat sich zwar an einen Lehrplan zu 
halten und muss sich insbesondere an Reglemente und Beschlüsse 
der  jeweiligen  Schule  sowie  an  arbeitsrechtliche  Pflichten  und  An-
ordnungen  halten,  doch  arbeitet  und  unterrichtet  sie  weitgehend 
selbstständig. 

Doch selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die Lehrtätigkeit 
des Beschwerdeführers unter Aufsicht im Sinne von Art. 7 RAV erfolgt 
sei, erwiese sich die erworbene Fachpraxis als ungenügend, weil sie 
nur auf dem Gebiet des Rechnungswesens erfolgte und nicht auch auf 
jenem der Rechnungsrevision. Die einjährige beaufsichtige Fachpraxis 
muss  sich  aber  zwingend  auf  beide  genannten  Fachbereiche  er-
strecken.

6.6 Der  Beschwerdeführer  kann  demnach  keine  einjährige  beauf-
sichtigte Fachpraxis im Sinne von Art. 5 RAG i.V.m. Art. 7 RAV nach-
weisen. Eine Zulassung als  Revisor nach Art. 5 RAG ist  daher  nicht 
möglich.

Seite 17

B-1379/2010

7.
Der  Beschwerdeführer  macht  zudem geltend,  aufgrund  seiner  lang-
jährigen Lehrtätigkeit  im Rechnungswesen und  Wirtschaftsrecht,  der 
Leitung  der  T._______,  der  Z._______,  der  X._______AG  und  der 
U._______AG  sowie  der  Durchführung  von  zahlreichen  Revisions-
mandaten  verfüge  er  über  eine  langjährige  praktische Erfahrung. Er 
sei  deshalb als Härtefall  nach Art. 43 Abs. 6 RAG als Revisor zuzu-
lassen.

7.1 Art. 43 Abs. 6 RAG bestimmt, dass die Aufsichtsbehörde in Härte-
fällen  auch  Fachpraxis  anerkennen  kann,  welche  den  gesetzlichen 
Anforderungen nicht genügt, sofern eine einwandfreie Erbringung von 
Revisionsdienstleistungen aufgrund einer langjährigen praktischen Er-
fahrung  nachgewiesen  wird.  Einen  fest  bestimmten  bzw. definierten 
Zeitraum, über welchen hinweg eine Tätigkeit  ausgeübt worden sein 
muss, enthalten weder das Gesetz noch die  Botschaft (vgl. Botschaft 
zur  Änderung  des  Obligationenrechts  [Revisionspflicht  im  Gesell-
schaftsrecht] sowie  zum Bundesgesetz  über  die  Zulassung  und  Be-
aufsichtigung  der  Revisorinnen  und  Revisoren  vom  23. Juni 2004 
[BBl 2004 3969 ff.; nachfolgend: Botschaft]). 

Gemäss der Ausführungsbestimmung von Art. 50 RAV können natür-
liche Personen in Anwendung von Art. 43 Abs. 6 RAG als Revisions-
expertinnen oder Revisionsexperten oder als Revisorinnen oder Revi-
soren zugelassen werden, wenn sie nachweisen, dass sie am 1. Juli 
1992 über eine der Ausbildungen und die entsprechende Fachpraxis 
nach Art. 1  Abs. 1 der  Verordnung vom 15. Juni  1992 (vgl. AS 1992 
1210) über die fachlichen Anforderungen an besonders befähigte Re-
visoren verfügt haben (Bst. a); seit dem 1. Juli 1992 mehrheitlich und 
ohne  wesentliche  Unterbrüche  auf  den  Gebieten  des  Rechnungs-
wesens  und  der  Rechnungsrevision  tätig  gewesen  sind  (Bst.  b).  In 
diesen  Fällen  ist  der  Nachweis  von beaufsichtigter  Fachpraxis  nicht 
notwendig.

7.2 Mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-5196/2008  vom 
11. Dezember 2008 E. 4.2 wurde sinngemäss die Regelung in Art. 50 
RAV  als  nicht  abschliessend  gewertet,  weshalb  für  die  von  dieser 
Norm  nicht  erfassten  Fälle  die  allgemeine  Norm  von  Art. 43  Abs. 6 
RAG Anwendung fände. 

Seite 18

B-1379/2010

Es ist fraglich, ob daran festgehalten werden kann. Der Wortlaut von 
Art. 50 RAV lässt  eher  auf  eine abschliessende Konkretisierung von 
Art. 43 Abs. 6 RAG schliessen. Würde man dieser Auslegung folgen, 
wäre Art. 50 RAV aber kaum in allen Teilen mit dem Gesetz vereinbar. 
Die erwähnte Verordnungsbestimmung ist trotz der Nennung von Re-
visoren  einseitig  auf  die  Revisionsexperten  zugeschnitten.  Für  eine 
Anwendung  der  Härtefallklausel  wäre  auch  für  Revisoren  eine  un-
unterbrochene  Fachpraxis  von  rund  15 Jahren  (1992 – 2007)  bzw. 
rund 27 Jahren (1980 – 2007) erforderlich, was die von Art. 43 Abs. 6 
RAG  verlangte  langjährige  Erfahrung  überspannen  und  den  An-
wendungsbereich  der  Härtefallklausel  übermässig  einschränken 
dürfte.  Eine  gesetzesvollziehende  Verordnungsbestimmung  (vgl. die 
Verordnungskompetenz in Art. 41 RAG),  welche so eng ausgestaltet 
ist,  dass  sie  eine  Gesetzesbestimmung  nahezu  Makulatur  werden 
lässt, wäre unter dem Gesichtspunkt der Bindung an das Gesetz zu-
mindest fragwürdig. 

Wie es sich damit verhält, kann hier aber offen bleiben, weil die Be -
schwerde so oder anders gutzuheissen ist.

7.3 Die geforderte Dauer unbeaufsichtigter Fachpraxis für die Zulas-
sung  als  Revisor  nach  der  Härtefallklausel  muss  mit  den  Anfor-
derungen an die Fachpraxis bei einer ordentlichen Zulassung in einem 
angemessenen Verhältnis stehen. Art. 5 RAG fordert  für die ordentli-
che Zulassung (neben der Ausbildung und dem unbescholtenen Leu-
mund) eine lediglich einjährige beaufsichtigte Fachpraxis. Zu berück-
sichtigten  ist  dabei  insbesondere,  dass  das  Gesetz  für  Revisions-
experten und Revisoren eine unterschiedlich lange Dauer  an beauf-
sichtigter  Fachpraxis verlangt  (Art. 5 Abs. 1 Bst. c RAG [ein Jahr für 
Revisoren] und Art. 4 Abs. 2 Bst. a-c RAG [je nach abgeschlossener 
Ausbildung bis  maximal  zwölf Jahre  für  Revisionsexperten]). Ausser-
dem haben Revisionsexperten und Revisoren  unterschiedliche Kom-
petenzen  zur Durchführung von Revisionen (vgl. ordentliche Revision 
nach  Art. 727  und  727b  des  Obligationenrechts  vom 30. März  1911 
[OR,  SR 220] und  eingeschränkte  Revision  nach  Art. 727a  Abs. 1 
i.V.m. 727c OR). Insoweit werden an Revisionsexperten und Revisoren 
voneinander  abweichende  Anforderungen  zur  Absicherung  der  ein-
wandfreien Erbringung von Revisionsdienstleistungen gestellt. Dies ist 
bei  der  Auslegung  von  Art. 43  Abs. 6  RAG und  des  Erfordernisses 
einer  einwandfreien  Erbringung  von  Revisionsdienstleistungen  auf-
grund einer langjährigen praktischen Erfahrung gebührend zu berück-

Seite 19

B-1379/2010

sichtigen. 

Nach  dem  Gesagten  erscheint  der von  der  Vorinstanz  geforderte 
Nachweis von unbeaufsichtigter Fachpraxis von annähernd zwölf Jah-
ren  für  die  Zulassung  als  Revisor  nach  der  Härtefallklausel (vgl. 
Stellungnahme der Vorinstanz vom 12. April  2010,  S. 3 f.)  als zu un-
differenziert und als  eindeutig zu lange. Wie viele Jahre unbeaufsich-
tigte Fachpraxis genügen, um auch ohne beaufsichtigte Fachpraxis als 
Revisor zugelassen zu werden, kann nicht abstrakt beantwortet wer-
den. Vielmehr sind im Einzelfall die Leistung und die Qualität der prak-
tischen  Erfahrung  des Gesuchstellers  über  einen längeren Zeitraum 
hinweg zu betrachten und es ist gestützt darauf zu entscheiden, ob die 
Erfahrung  ausreichend  ist.  Die  langjährige  praktische  Erfahrung  ist 
ohne grössere Unterbrüche auf den Gebieten des Rechnungswesens 
und  der  Rechnungsrevision  nachzuweisen,  wobei  diese  mindestens 
zum grossen Teil aus der entsprechenden Führung von Mandaten (in-
terne oder externe Revisionsarbeiten) stammen muss.

7.4

7.4.1 Bei der Härtefallklausel von Art. 43 Abs. 6 RAG handelt es sich, 
obwohl diese Bestimmung gesetzessystematisch bei den Übergangs-
bestimmungen  eingeordnet  ist,  nicht  um  eine  befristete  Übergangs-
regelung,  sondern  um  eine  Ausnahmeregelung  (vgl.  Botschaft, 
BBl 2004 4093), die unbefristet Anwendung findet.

7.4.2 Auch wenn grundsätzlich  eine  genügende Fachpraxis  im Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung  vorzuweisen  ist,  berücksichtigt  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Entwicklung  des  Sachverhalts  bis  zu 
seinem  Urteil  (vgl.  HANSJÖRG SEILER,  in:  Waldmann/Weissenberger 
[Hrsg.],  Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 54 N. 19, mit Hin-
weisen). Daher ist dem Beschwerdeführer auch die während der pro-
visorischen  Eintragung  als  Revisor  gewonnene  Erfahrung  anzurech-
nen.

7.5 Das Bundesverwaltungsgericht  hielt  im  Verfahren  betreffend  die 
Zulassung  des  Beschwerdeführers  als  Revisionsexperten  fest,  dass 
Lehrtätigkeit  nicht  mit  Fachpraxis  gleichzusetzen  sei  (vgl. Urteil  B-
390/2008  vom 30. April  2008  E. 3.6.3).  Es  hat  sich  damit  nicht  zur 
Frage geäussert, ob Lehrtätigkeit allenfalls teilweise angerechnet wer-
den  könnte.  Indem  das  Bundesgericht  mit  Urteil  2C_438/2008  vom 
16. Oktober 2008 ausführte, Lehrtätigkeit ersetze praktische Erfahrung 

Seite 20

B-1379/2010

nicht,  hat  es  nicht  – wie  die  Vorinstanz  einwendet  – generell  aus-
geschlossen, dass Lehrtätigkeit als Fachpraxis berücksichtigt werden 
kann. Auch wenn die mindestens achtundzwanzigjährige Lehrtätigkeit 
des  Beschwerdeführers  im  Bereich  des  Rechnungswesens  bei  der 
Y._______  in  teilweise  leitender  und  verantwortungsvoller  Funktion 
nicht  mit  der  in  Art. 43  Abs. 6  RAG  geforderten  Erfahrung  gleich-
zusetzen  ist,  könnte  sie  gleichwohl,  wenn  auch  nur  teilweise,  als 
Fachpraxis  im Rechnungswesen anzurechnen sein. Dabei  ist  zu be-
achten, dass sich jede Lehrtätigkeit in diesem Fach intensiv mit  Bei-
spielen aus der Praxis auseinandersetzen muss.  Zudem schliesst die 
Lehrtätigkeit  selbstverständlich  den  Erwerb  rechtsgenüglicher  Fach-
praxis nicht  offensichtlich aus. Die neben der Lehrtätigkeit  geführten 
Praxismandate sind jedoch nachzuweisen. 

7.6 Die X._______AG war oder ist immer noch im Handelsregister des 
Kantons Bern bei 16 juristischen Personen als Revisionsstelle einge-
tragen (frühester Eintrag am 22. Februar 2002). Da der Beschwerde-
führer bis zum 2. März 2010 einziges zeichnungsberechtigtes Mitglied 
der X._______AG war (vgl. Handelsregisterauszug der X._______AG) 
und  er  anschliessend  zwei  Mitarbeiter  als  Mitglieder  mit  Kollektiv-
unterschrift  zu  zweien  aufnahm,  sind  ihm  diese  Revisionsmandate 
zuzurechnen. Dem  Beschwerdeführer  kann  daher  aufgrund  der  von 
2002  bis  heute  durchgeführten  Revisionsmandate  eine  rund  acht-
jährige  unbeaufsichtigte  Fachpraxis  in  der  Rechnungsrevision  an-
gerechnet  werden.  Zudem  hat  er  zwei  dieser  Revisionsmandate 
(V._______Stiftung sowie R._______) nachgewiesenermassen bereits 
ab 1995 geführt (vgl. Revisionsberichte und Rechnungen), was jedoch 
nicht ausreicht, um ihm auch diese Jahre vollumfänglich als unbeauf-
sichtigte Fachpraxis in der Rechnungsrevision anrechnen zu können. 
Hinzu  kommt  eine  achtundzwanzigjährige  Lehrtätigkeit,  die  ihm teil-
weise als unbeaufsichtigte Fachpraxis im Rechnungswesen anzurech-
nen  ist  (vgl. oben  E. 7.5)  sowie  die  Leitung  der  T._______,  der 
U._______AG und der X._______AG. 

Eine Gesamtbetrachtung der vom Beschwerdeführer vorzuweisenden 
Erfahrung  ergibt,  dass  der  Beschwerdeführer  über  genügend  lang-
jährige praktische Erfahrung im Rechnungswesen und der Rechnungs-
revision verfügt, um ihn gestützt auf die Härtefallregelung nach Art.  43 
Abs. 6 RAG definitiv als Revisor zuzulassen. 

Bei  diesem  Ergebnis  braucht  auf  die  Vorbringen  des  Beschwerde-

Seite 21

B-1379/2010

führers zu weiterer Fachpraxis, welche die Vorinstanz ihm seiner Auf-
fassung nach hätte anrechnen müssen, nicht  näher eingegangen zu 
werden.

8.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine 
einjährige beaufsichtigte Fachpraxis nachweisen kann, um nach Art. 5 
RAG als Revisor zugelassen zu werden. Aufgrund seiner langjährigen 
Erfahrung  auf  den  Gebieten  des  Rechnungswesens  und  der  Rech-
nungsrevision  kann  er  jedoch  nach  der  Härtefallklausel  von  Art. 43 
Abs. 6 RAG als Revisor zugelassen werden. Die Beschwerde ist daher 
gutzuheissen, die Verfügung der Vorinstanz vom 5. Februar 2010 auf-
zuheben und die Vorinstanz anzuweisen,  den Beschwerdeführer  de-
finitiv als Revisor in das Revisorenregister einzutragen.

9.
Bei  diesem  Verfahrensausgang  gilt  der  Beschwerdeführer  als  ob-
siegende Partei, weshalb ihm keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 
Abs. 1 VwVG). Vorinstanzen haben keine Verfahrenskosten zu tragen 
(Art. 63 Abs. 2 VwVG).

Als  obsiegende  Partei  hat  der  Beschwerdeführer  Anspruch auf  eine 
Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen  Kosten 
(Art. 64  Abs. 1  VwVG  i.V.m.  Art. 7  Abs. 1  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese umfasst die 
Kosten  der  Vertretung  sowie  allfällige  weitere  notwendige  Auslagen 
der Parteien (Art. 8 ff. VGKE). Das Anwaltshonorar wird nach dem not-
wendigen Zeitaufwand des Vertreters bemessen. Der  Stundenansatz 
beträgt  für  Anwälte  mindestens  Fr. 200.– und  höchstens  Fr. 400.–, 
exklusive Mehrwertsteuer (Art. 10 VGKE). Wird keine Kostennote ein-
gereicht, setzt das Bundesverwaltungsgericht die Parteientschädigung 
aufgrund der Akten fest (Art. 14 VGKE).

Der  Beschwerdeführer  liess  sich  vor  Bundesverwaltungsgericht  an-
waltlich  vertreten,  doch  reichte  dessen  Vertreter  keine  detaillierte 
Kostennote ein. Die Parteientschädigung ist daher aufgrund der Akten 
und des geschätzten Aufwands durch das Bundesverwaltungsgericht 
festzusetzen. Eine Parteientschädigung in Höhe von  Fr. 3'000.– (inkl. 
MwSt) erscheint insgesamt als angemessen.

Seite 22

B-1379/2010

Die Parteientschädigung wird der Vorinstanz in ihrer Funktion als ver-
fügende Behörde auferlegt (Art. 64 Abs. 2 VwVG).

10.
Im  Bereich  des  Revisionsaufsichtsrechts  handelt  es  sich  nach  der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei der Beurteilung der zu absol-
vierenden Fachpraxis um eine Frage, deren Überprüfung dem Bundes-
gericht  entzogen  ist  (Art. 83  lit. t  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110];  vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_438/2008  vom  16. Oktober  2008  E. 2  und  2C_136/2009  vom 
16. Juni 2009). Dieser Entscheid kann demnach nicht mit Beschwerde 
an das Bundesgericht weitergezogen werden. Er ist endgültig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  teilweise  gutge-
heissen,  soweit  darauf  und  insbesondere  auf  sinngemäss  gestellte 
Begehren überhaupt eingetreten werden kann, die Verfügung der Vor-
instanz  vom 5. Februar  2010  aufgehoben  und  die  Vorinstanz  ange-
wiesen, den Beschwerdeführer definitiv als Revisor in das Revisoren-
register einzutragen. 

2.
Es werden keine  Verfahrenskosten  erhoben. Dem Beschwerdeführer 
wird der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– nach Eintritt der Rechtskraft 
des vorliegenden Urteils aus der Gerichtskasse zurückerstattet.

3.
Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.– 
(inkl. MwSt) zulasten der Vorinstanz zugesprochen. Dieser Betrag ist 
nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils dem Beschwer-
deführer zu überweisen.

Seite 23

B-1379/2010

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  Rückerstattungs-
formular; Beschwerdebeilagen zurück);

- die  Vorinstanz  (Ref.-Nr. Nr.  [...];  Einschreiben;  Beilage:  Vorakten 
zurück).

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Philippe Weissenberger Astrid Hirzel

Versand: 2. September 2010

Seite 24