# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1c0f9f0-7c29-54c3-800e-4c6ee9ffa625
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.03.2021 200 2020 219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-219_2021-03-31.pdf

## Full Text

200 20 219 IV
SCP/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. März 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Februar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nach einem abgewiesenen Gesuch um Umschulung im Jahr 2005 (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 19) 
meldete sich der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), gelernter ..., unter Hinweis auf diverse körperliche 
Schmerzen und eine depressive Verstimmung im April 2014 bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 27). 
Im Rahmen erwerblicher und medizinischer Abklärungen liess die IVB den 
Versicherten durch die MEDAS C.________ (MEDAS) polydisziplinär (all-
gemeininternistisch, psychiatrisch, orthopädisch und neuropsychologisch) 
begutachten (Expertise vom 6. Juli 2015 [AB 71.1]) und sie holte die Akten 
der Unfallversicherungsanstalt (D.________) ein (AB 82, 115; vgl. auch 
AB 122 ff.). Nach Aufforderungen zur Schadenminderung (Alkoholentzugs-
behandlung mit anschliessender Abstinenz; AB 78, 88) und Konsultationen 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 74, 76, 87 und 113 f.) wies 
sie mit Verfügung vom 12. September 2016 (nach Durchführung des Vor-
bescheidverfahrens; AB 116) bei einem Invaliditätsgrad von 10 % das Leis-
tungsbegehren ab (AB 121). Diese Verfügung blieb unangefochten. 

B.

Im Januar 2019 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf unfallbe-
dingte Kniearthrosen beidseits und eine Schultereinschränkung rechts er-
neut bei der IVB zum Leistungsbezug an (AB 128). In der Folge holte die 
IVB unter anderem die aktuellen Akten der D.________ ein (AB 138, 141 f., 
151 ff.) und konsultierte den RAD (AB 143). Am 9. Oktober 2019 teilte sie 
dem Versicherten mit, dass gemäss ihren Abklärungen keine Eingliede-
rungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden könnten 
(AB 154), und stellte mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2019 (AB 158) in 
Aussicht, einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 10 % zu 
verneinen. Nach dagegen eingereichtem Einwand (AB 159, 164; vgl. auch 

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AB 165) verfügte die IVB am 11. Februar 2020 dem Vorbescheid entspre-
chend (AB 166; vgl. auch AB 169).

C.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 13. Januar (richtig: März) 2020 Beschwerde erheben. Er 
beantragt, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Sache zu 
weiteren Abklärungen sowie zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Gleichzeitig 
beantragt er für das Beschwerdeverfahren die Bewilligung der unentgeltli-
chen Verbeiständung unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als 
amtlicher Anwalt.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. April 2020 schliesst die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

Die für den Beschwerdeführer bestehende Beistandschaft gemäss Art. 394 
Abs. 1 f. i.V.m. Art. 395 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
(ZGB; SR 210) wurde per 31. März 2020 aufgehoben (Akten des Be-
schwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 4; vgl. auch AB 124.92/4 ff., 
82.1/42, 124.92/3, 125.81/32 ff., 126.31, 130).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Februar 2020 
(AB 166). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
und dabei insbesondere, ob zwischen der Verfügung vom 12. September 
2016 (AB 121) und der vorliegend angefochtenen Verfügung eine an-
spruchsrelevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen ausge-
wiesen ist.

Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet dagegen mangels 
eines Anfechtungsobjektes (vgl. dazu AB 169) die Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege im Verwaltungsverfahren, weshalb insoweit auf die 
Beschwerde nicht einzutreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

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oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

Nach ständiger Rechtsprechung begründen Alkoholismus, Medikamenten-
missbrauch und Drogensucht für sich allein keine Invalidität im Sinne des 
Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich 
erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in de-
ren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit 
beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie 
selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheits-

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schadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c S. 268; 
SVR 2012 BVG Nr. 14 S. 62 E. 4.4.2). Die Anordnung und der Nachweis 
einer Abstinenz im Abklärungsverfahren kann unter dem Titel der Mitwir-
kungspflicht angezeigt sein, wenn es darum geht, einen invaliditätsfremden 
Alkoholkonsum bei der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auszublenden 
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. November 2013, 
9C_370/2013, E. 4.2.1).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Ge-
sundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen 
einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der 
Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig 
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungsein-
schränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 
141 V 281 E. 2.2.1 S. 287). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 
V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

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und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue 
Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist 
(Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist 
eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der An-
spruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls 
sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 
2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, 
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Ren-
tengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

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Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Januar 
2019 (AB 128) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft. Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht 
zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Ver-
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der rentenverneinenden Verfügung 
vom 12. September 2016 (AB 121) mit demjenigen bei Erlass der hier an-
gefochtenen Verfügung vom 11. Februar 2020 (AB 166) zu prüfen, ob in 
den tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, 
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu 
beeinflussen.

3.2 Die Verfügung vom 12. September 2016 (AB 121) basierte im We-
sentlichen auf dem polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 6. Juli 2015 
(AB 71.1) und RAD-ärztlichen Stellungnahmen (AB 74, 76, 87 und 113 f.).

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3.2.1 Die MEDAS-Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit Gonarthrosen beidseits nach Meniscektomie sowie rechts 
nach Varisierung, eine Radiokarpalarthrose links, ein subacromiales Im-
pingement rechts, eine beginnende Metacarpo-phalangeal-Arthrose II+III 
rechts sowie eine Alkoholabhängigkeit mit gegenwärtigem Substanzge-
brauch (ICD-10 F10.24); als Nebendiagnosen ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit erwähnten sie zudem einen Status nach Karpaltunnelspal-
tung links, eine mittelgradige depressive Episode, gegenwärtig remittiert 
(ICD-10 F32.1), einen Status nach Nasenbeinimpressionsfraktur rechts 
1997 mit der Folge Nasenschiefstand sowie eine Nasenatmungsbehinde-
rung bei Nasenimpressionsfraktur, einen Status nach Nasenoperation 1985 
mit grosser Septumperforation sowie einen chronischen Nikotinkonsum 
(AB 71.1/31 Ziff. 7.1).

Aus den vorliegenden Unterlagen seien keine speziellen internistischen 
Abklärungen oder Beurteilungen ersichtlich (AB 71.1/32 Ziff. 7.2.2); ent-
sprechend ergäben sich diesbezüglich keine Einschränkungen des Leis-
tungsbildes, die die berufliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in 
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit handicapieren würden (AB 71.1/34 
Ziff. 8.1.1).

Der Beschwerdeführer habe durch das Fussballspielen immer wieder ver-
schiedene Traumata erlitten, was zu Arbeitsunfähigkeiten geführt habe. 
Aktuell beklage er Schulter- und beidseitige Knieschmerzen. In wenigen 
Wochen solle links eine Knietotalprothese implantiert werden (AB 71.1/32 
Ziff. 7.2.2; vgl. auch AB 71.1/27 f. Ziff. 6.4.1). Davon sei zwar eine 
Schmerzlinderung zu erwarten, nicht aber ein erheblicher Zuwachs der 
Funktion (AB 71.1/33 Ziff. 7.2.4; vgl. auch AB 71.1/30 Ziff. 6.7). Aus or-
thopädischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit als ... arbeitsunfähig; es würden da zu oft Arbeiten im Knien oder 
Überkopfarbeiten erfolgen und das Besteigen von Leitern sei riskant 
(AB 71.1/34 Ziff. 8.1.1; vgl. auch AB 71.1/29 Ziff. 6.6.1). Eine angepasste 
Tätigkeit (vorwiegend, nicht aber ausschliesslich im Sitzen mit wiederholten 
Positionswechseln ohne das Besteigen von Leitern und ohne Überkopfarb-
eiten mit dem rechten dominanten Arm) wäre seit November 2014 voll-

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schichtig ausführbar (AB 71,1/34 f. Ziff. 8.2.1 f.; vgl. auch AB 71.1/30 
Ziff. 6.6.3 f.).

Während der neuropsychologischen Untersuchung hätten sich leichte bis 
mittelschwere kognitive Defizite v.a. im sprachlichen Bereich (Wortschatz, 
allgemeines Verständnis), in Teilbereichen der Exekutivfunktionen (verbal-
abstraktes Denken und praktisches Urteilsvermögen) sowie in der geteilten 
Aufmerksamkeit gezeigt. Vom klinischen Eindruck hätten sich nach der 3.5-
stündigen Untersuchung keine Hinweise auf eine verminderte kognitive 
Belastbarkeit bzw. raschere Ermüdbarkeit gezeigt und der Beschwerdefüh-
rer habe eine erhöhte Müdigkeit verneint. Des Weiteren werde eine grenz-
wertige Intelligenz (IQ von 70) festgestellt. Da so kaum ein Schulabschluss 
in einer Regelschule, eine abgeschlossene Ausbildung sowie eine langjäh-
rige berufliche Tätigkeit im angestammten Beruf möglich gewesen sein 
dürften, sei davon auszugehen, dass die aktuell objektivierten kognitiven 
Minderleistungen damals bzw. prämorbid nicht in diesem Ausmass bestan-
den hätten. Einerseits deshalb und andererseits auch aufgrund der ICD-10-
Kriterien, wonach eine leichte Intelligenzminderung erst bei einem IQ-
Bereich von 50 bis 69 vorliege, lasse sich die Diagnose einer (leichten) 
Intelligenzminderung (ICD-10 F70) nicht stellen. Die Ursache für die objek-
tivierten kognitiven Minderleistungen müsse an dieser Stelle offenbleiben. 
Das kognitive Leistungsprofil passe nicht zu einer Depression; aufgrund der 
in der Begutachtungssituation erhobenen Befunde und unter Würdigung 
der vorliegenden ärztlichen Dokumentation könne die depressive Episode 
als remittiert erachtet werden. Allenfalls könnte eine Kombination verschie-
dener Faktoren die Anamnese bzw. den Verlauf erklären. Auch wenn keine 
schweren Gedächtnisstörungen und Beeinträchtigungen der räumlich-
konstruktiven Fähigkeiten festgestellt worden seien, was für beginnendes 
Korsakov-Syndrom sprechen würde, könne die Intelligenzminderung diffe-
rentialdiagnostisch als hirnorganische Folgestörung des Alkoholabusus in 
Betracht gezogen werden. Es bedürfe einer ausgiebigen Diagnostik, um 
eine degenerative neurologische Erkrankung auszuschliessen (AB 71.1/19 
ff. Ziff. 5.3.2 und 71.1/33 Ziff. 7.2.3 sowie 71.2/4 f.). Unter Berücksichtigung 
des aktuell objektivierten kognitiven Leistungsprofils sei aus rein neuropsy-
chologischer Sicht von einer Einschränkung der Leistungs- bzw. Arbeits-
fähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ... auszugehen. Aufgrund 

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der objektivierten leichten bis mittelschweren kognitiven Minderleistungen 
sei davon auszugehen, dass Tätigkeiten, welche geringe Anforderungen an 
sprachliche Fähigkeiten, an das logische Denken und die Aufmerksamkeit 
stellen, grundsätzlich ohne Einschränkung der Leistungs- bzw. Arbeits-
fähigkeit möglich seien (AB 71.1/21 und 71.2/5 f.).

Der Beschwerdeführer habe im Alter von 16 Jahren begonnen, regelmässig 
Alkohol zu konsumieren. Im Verlauf habe er bis zu 2.5 Liter Bier täglich 
konsumiert und mittlerweile trinke er bereits vormittags und im Verlauf des 
ganzen Tages. Vermutlich habe der Alkoholmissbrauch zu häufigen Stel-
lenwechseln (in den letzten 20 Jahren Anstellungen ausschliesslich durch 
Temporärbüros) und Beziehungsabbrüchen geführt. Dadurch habe er auch 
insgesamt drei Mal den Führerschein verloren. Der Verlust jeglichen Kon-
takts zu seiner Ursprungsfamilie, vor allem zu seiner Mutter, bei der er lan-
ge gewohnt habe, habe zur weiteren Destabilisierung geführt. In den letz-
ten zwei Jahren sei es zu einem markanten sozialen Abstieg gekommen: 
Arbeits- und Wohnungslosigkeit, Verschuldung, Einleitung einer Beistand-
schaft für finanzielle Angelegenheiten (AB 71.1/32 Ziff. 7.2.2; vgl. auch 
AB 71.1/17 ff. und 71.1/22 Ziff. 5.4.1 und 5.4.3). Aufgrund dieser massiven 
sozialen Folgen des täglichen Alkoholkonsums könne nicht bloss ein Alko-
holmissbrauch, sondern müsse eine Abhängigkeit diagnostiziert werden 
(AB 71.1/22 Ziff. 5.4.2 f.). Der fortdauernde Alkoholkonsum des Beschwer-
deführers sei als Einschränkung anzusehen; daraus resultierten eine Ver-
minderung der Kritik- und Urteilsfähigkeit sowie des Durchhaltevermögens 
(AB 71.1/33 Ziff. 7.2.4). Die psychiatrische Beurteilung sehe aktuell einen 
instabilen Gesundheitszustand; aktuell betrage die Arbeitsfähigkeit 0 % 
bezogen auf ein volles Arbeitspensum. Polydisziplinär sei die psychiatri-
sche Beurteilung führend (AB 71.1/34 Ziff. 8.1.1; vgl. auch AB 71.1/23 f. 
Ziff. 5.6.1). Auch die Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht in einer 
adaptierten Tätigkeit sei instabil. Der Beginn der Tätigkeit sollte erst nach 
Durchführung einer ausführlichen neurologischen Diagnostik, um eine de-
generative neurologische Erkrankung auszuschliessen, sowie Durch-
führung einer stationären Entzugstherapie mit dem Ziel, eine dauerhafte 
Abstinenz zu erlangen, stattfinden (AB 71.1/34 f. Ziff. 8.2.1 und 8.3; vgl. 
auch AB 71.1/24 Ziff. 5.6.3). Es werde empfohlen, die adaptierte Tätigkeit 
einfach zu strukturieren, und die Aufgaben sollten klar vorgegeben sein, 

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weil die Lernfähigkeit infolge kognitiver Einbussen deutlich gemindert sei 
(AB 71.1/35 Ziff. 8.2.2; vgl. auch AB 71.1/24 Ziff. 5.6.2). Geeignete sucht-
therapeutische Massnahmen seien bisher nicht durchgeführt worden, 
wären jedoch unbedingt erforderlich. Vermutlich seien die kognitiven 
Störungen durch den Alkoholkonsum bedingt (AB 71.1/25 Ziff. 5.11).

3.2.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Orthopädie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in der Stellungnahme 
vom 15. Juli 2015 aus, auf das MEDAS-Gutachten (AB 71.1; vgl. E. 3.2.1 
hiervor) könne aus somatischer Sicht vollumfänglich abgestellt werden. Die 
geplante Knieoperation (vgl. AB 81/2, 82.3/2) begünstige wohl die Schmer-
zen, führe aber nicht zu einer Verbesserung der Funktion, weshalb das 
Zumutbarkeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit durch die Operation nicht 
positiv beeinflusst werde. Dringend sei jedoch die Entzugsbehandlung in 
die Wege zu leiten, um den Operationserfolg nicht durch erneute Stürze zu 
gefährden (AB 74/5).

Nach erfolgter Re-Operation des linken Kniegelenks (vgl. AB 115.3/2 f.) 
ging Dr. med. E.________ mit weiterer Stellungnahme vom 28. April 2016 
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer die Kniegelenke schonenden, an-
gepassten Tätigkeit ab Juni 2016 aus (AB 113/6 f.).

3.2.3 Auch das psychiatrische Teilgutachten (AB 71.1; vgl. E. 3.2.1 hier-
vor) wurde von der RAD-Ärztin F.________, eigenen Angaben zufolge 
Fachärztin für Neuropsychiatrie, indessen weder im Medizinalberuferegister 
noch im FMH-Index verzeichnet, als nachvollziehbar und schlüssig be-
zeichnet (Stellungnahme vom 22. Juli 2015 [AB 76/5 f.]). Derzeit seien 
psychiatrischerseits keine weiteren Abklärungen notwendig. Erst nach einer 
mehrmonatigen Alkoholentzugs- und Entwöhnungstherapie solle eine neu-
ropsychologische Verlaufsuntersuchung gemacht werden, da die Mehrheit 
von den durch Alkohol verursachten kognitiven Defiziten (unterschiedlich 
schnell) reversibel sei. Nur eine mehrmonatige Alkoholentwöhnungsthera-
pie könne zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit beitragen. Erst nach 
der abgeschlossenen Alkoholentwöhnungstherapie, nach einer neuropsy-
chologischen Verlaufsbeurteilung und eventuell einer Belastbarkeitserpro-
bung könne und solle die Arbeitsfähigkeit beurteilt werden (AB 76/6 f.). Die 
Alkoholsuchtproblematik sei ausgewiesen und indiskutabel; ein aktueller 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 13

Alkoholkonsum sei erstellt (Stellungnahme vom 2. Dezember 2015 
[AB 87/2]).

Aufgrund der Umstände, dass die vom RAD verordneten Kontrollen der 
Alkoholkonsumparameter eher für einen schädlichen Gebrauch von Alkohol 
(ICD-10 F10.1) sprachen, indessen der Beschwerdeführer weder eine 
psychiatrische Behandlung in Anspruch nahm noch auf eine solche ange-
wiesen war, ging die RAD-Ärztin in einer weiteren Stellungnahme vom 1. 
Juni 2016 davon aus, dass die nach ihrer Darstellung im MEDAS-
Gutachten unter den Nebendiagnosen aufgeführten psychischen Störun-
gen keinen Gesundheitsschaden darstellen und keine relevante Arbeitsun-
fähigkeit zu begründen vermögen (AB 113/3 = AB 114/4 f.).

3.3 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers mit Bezug auf die 
Neuanmeldung vom Januar 2019 (AB 128) betrifft, ergibt sich aus den 
Akten im Wesentlichen das Folgende:

3.3.1 Bei bestehender hochgradiger Gonarthrose rechts, Status nach 
Knietotalprothese links (vgl. dazu AB 122.5 und 122.3/1) und Alkoholab-
hängigkeitssyndrom zog sich der Beschwerdeführer am 13. Oktober 2016 
im Zusammenhang mit einer Schlägerei in alkoholisiertem Zustand (vgl. 
AB 124.87/13 f.; vgl. auch AB 123.2 und 123.11) eine metacarpale I Mehr-
fragmentfraktur links mit Weichteilkontusion des Daumengrundglieds und 
eine subkaptiale Humeruskopffraktur rechts zu, welche gleichentags opera-
tiv versorgt und in der Folge physiotherapeutisch behandelt wurden 
(AB 123.10, 124.80/9, 124.87/15, 124.80/7 f., 124.80/5, 124.118, 124.80/3, 
124.119, 124.104, 124.80/1 f., 124.87/11, 124.83). Gemäss Verlaufsbericht 
vom 9. Mai 2017 hat der Beschwerdeführer bereits sechs Monate postope-
rativ ein ordentliches funktionelles Ergebnis erreicht (AB 124.44).

3.3.2 Nach einer weiteren Schlägerei am 24. Februar 2017 beklagte der 
Beschwerdeführer Schmerzen am Rippenthorax links (dorsolateral Fraktur 
3. Rippe links) und am Ellbogen links (ohne Nachweis einer Fraktur; 
AB 124.85/5 f., 124.64).

3.3.3 Eigenen Angaben des Beschwerdeführers zufolge wurde er zudem 
am 5. März 2017 von Unbekannten zusammengeschlagen und beraubt; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 14

nach der Notfallbehandlung habe er das Spital wieder verlassen können 
(AB 124.56/1 f.). Diagnostiziert wurden eine Kontusion Trochanter major 
rechts und ein MCP-Gelenk des 3. Fingers rechts (AB 124.3/4).

3.3.4 Am 1. April 2017 war der Beschwerdeführer nach dem Konsum 
mehrerer Biere einmal mehr in eine tätliche Auseinandersetzung involviert 
und zog sich dabei eine Rippenkontusion links apikal zu (AB 124.62, 
124.63).

3.3.5 Gemäss Ausführungen des Kreisarztes med. pract. G.________, 
Facharzt für Chirurgie, hat die klinische Untersuchung vom 27. Juni 2017 
im Bereich der linken Schulter nur leichte Druckdolenzen ohne klinisch we-
sentliche Bewegungseinschränkung gezeigt. Im Weiteren sei eine Valguss-
tellung beim 2. bis 5. Finger im MC-Gelenk festgestellt worden; ausser mi-
nimalem Streckdefizit im MC-Gelenk des 3. und 4. Fingers sei keine we-
sentliche Bewegungseinschränkung in den Fingergelenken festgestellt 
worden (AB 124.3/8 unten). Die klinische Untersuchung des linken Kniege-
lenks zeige keine wesentlichen Befundänderungen. Im Bereich der linken 
Hüfte bestünden ausser einer leichten Druckdolenz über dem Trochanter 
major keine pathologischen Befunde, insbesondere keine Hinweise für eine 
Coxarthrose beidseits. Bezüglich Ellenbogenkontusion links und Thorax-
kontusion bzw. Fraktur der 3. Rippe links handle es sich um einen medizi-
nisch stabilen Zustand. Bei weiterer rascher Zunahme der Kniebeschwer-
den rechtsseitig wäre eine endoprothetische Versorgung des Kniegelenks 
zu erwägen. Bezüglich Status nach subcapitaler Humerusfraktur rechts sei 
eine Vorstellung zur eventuellen OSME empfohlen worden. Zur Beurtei-
lung, ob bezüglich der rechten Hüfte und rechten Hand eine unfallbedingte 
Behandlung noch indiziert sei, werde zuerst die Durchführung einer kon-
ventionellen radiologischen Diagnostik empfohlen. Die Tätigkeit als ... sei 
aus versicherungsmedizinischer/unfallchirurgischer Sicht nicht mehr zu-
mutbar (AB 124.3/9).

3.3.6 Am 8. Dezember 2017 erfolgte alsdann die OSME im Bereich des 
rechten Humerus und am Metacarpale I (AB 125.116/3, 125.105/2).

3.3.7 Aufgrund einer ausgedehnten Ruptur der Infraspinatussehne und 
dorsaler Anteile der Supraspinatussehne der rechten Schulter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 15

(AB 125.50/3) erfolgte am 20. Februar 2018 eine entsprechende arthrosko-
pische Rekonstruktion (AB 125.66/3 ff.). Dabei zeigte sich ein unauffälliger 
(AB 125.59/1 f.) bzw. ein sehr erfreulicher Heilungsverlauf mit guter Ge-
lenkfunktion der rechten Schulter (AB 125.42/2 f.).

3.3.8 Am 28. Mai (AB 125.47, 126.20), 1. Juni (AB 125.31/5, 125.34) bzw. 
2. Juni 2018 (AB 125.41) rutschte der Beschwerdeführer in der Dusche aus 
und erlitt eine Calcaneus-Mehrfragmentfraktur vom Typ Joint depression 
links, welche am 5. Juni 2018 operativ (ORIF) versorgt wurde 
(AB 126.24/2, 126.15, 125.31/4 f., 126.11, 127.44, 127.32, 127.26). 
Gemäss Verlaufsbericht vom 25. September 2018 zeigte sich ein guter 
Verlauf bei gut tolerierter Vollbelastung ohne Gehhilfe (AB 127.33/2).

3.3.9 Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 24. Januar 2019 zeigten 
sich im Vergleich zur vorangehenden Untersuchung (AB 124.3; vgl. 
E. 3.3.5 hiervor) weder subjektiv noch objektiv wesentliche Änderungen der 
Befunde. Der Beschwerdeführer habe über moderate Beschwerden des 
linken Fusses, des linken Handgelenks, der rechten Schulter und des rech-
ten Knies berichtet; er fühle sich im Alltag noch leicht bis mässig einge-
schränkt. Die klinische Untersuchung zeige im Bereich der rechten Schulter 
eine mässige Atrophie der rechtsseitigen Schultergürtelmuskulatur und 
eine leichte Kraftminderung des rechten Arms, ansonsten keine anderen 
pathologischen Befunde. Die Beweglichkeit sei unter dem Aspekt der statt-
gehabten und operierten Rotatorenmanschettenläsion als sehr gut zu wer-
ten. Klinisch beständen keine neurologischen Defizite. Die Befunde im Be-
reich beider Handgelenke und beider Hände sowie beider Kniegelenke 
seien praktisch unverändert. Nebenbefundlich zeige sich eine minimale 
Schwellung des linken Unterschenkels mit begleitender Varicosis linksseitig 
sowie auch Krallenzehen am linken Fuss. Von chirurgischer Seite handle 
es sich um einen medizinischen Endzustand und die heutige kreisärztliche 
Untersuchung könne als Abschlussuntersuchung angesehen werden. Von 
weiteren Behandlungen sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes zu 
erwarten (AB 141.12/13). In einer angepassten wechselbelastenden kör-
perlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit (ohne dauerhaftes oder regel-
mässiges Besteigen von Leitern, Treppen sowie unebenem Gelände, ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 16

Zwangshaltungen sowie Vibrationen für die unteren Extremitäten, mit 
höchstens leichten Arbeiten über Brustniveau und sehr leichten Überkopfa-
rbeiten, ohne Schläge und/oder Vibrationen für beide Arme und ohne repe-
titive oder mit höchstens nur leichten Drehbewegungen für beide oberen 
Extremitäten) sollte eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben sein 
(AB 141.12/14; vgl. auch AB 142.3/2 f.).

3.3.10 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, erachtete in der Stellungnahme vom 7. Februar 2019 weitere me-
dizinische Abklärungen als nicht erforderlich und verwies auf das kreisärzt-
liche Zumutbarkeitsprofil (vgl. AB 141.12/14 bzw. E. 3.3.9 hiervor). Die Ar-
beitsfähigkeit sei vor allem durch die Gesundheitsschäden seitens des Be-
wegungsapparates eingeschränkt. Hingegen liege kein auf den anhalten-
den Alkoholkonsum zurückzuführender Gesundheitsschaden mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit vor (AB 143/4).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 17

3.4.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354).

3.5 Aufgrund der weiteren Unfälle (vgl. E. 3.3 hiervor) ist eine Verände-
rung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten und somit ein medizini-
scher Revisionsgrund erstellt, was denn auch zu Recht unbestritten ist. 
Nachfolgend ist damit frei zu prüfen, ob diese Veränderung geeignet ist, 
den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise zu 
beeinflussen (vgl. E. 2.4 hiervor).

3.6 In somatischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin in der hier 
angefochtenen Verfügung vom 11. Februar 2020 (AB 166) massgeblich auf 
den kreisärztlichen Bericht von med. pract. G.________ vom 24. Januar 
2019 (AB 141.12; vgl. E. 3.3.9 hiervor) gestützt. Dieser Bericht erfüllt die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) und 
überzeugt. Aktenmässig erstellt und denn auch unbestritten ist, dass der 
Beschwerdeführer aufgrund zahlreicher Unfälle in verschiedener Hinsicht 
beeinträchtigt ist. Anders als die Darstellung in der – nicht von einer medi-
zinischen Fachperson verfassten – Aktennotiz der D.________ vom 
27. Juni 2017 (AB 124.9) vermuten liesse, hat der Suva-Kreisarzt die im 
Zeitpunkt der Neuanmeldung noch geklagten körperlichen Beeinträchtigun-
gen in seiner kreisärztlichen Untersuchung vom gleichen Tag (Bericht vom 
29. Juni 2017 [AB 124.3; vgl. E. 3.3.5 hiervor]) allesamt berücksichtigt und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 18

in seiner Beurteilung gewürdigt. Die Verlaufs- und Abschlussuntersuchung 
durch den Kreisarzt am 24. Januar 2019 erfolgte unter Berücksichtigung 
der gesamten und umfangreichen medizinischen Vorakten sowie aufgrund 
eigener klinischer Untersuchungen. Die vom Kreisarzt erhobenen Befunde 
stehen dabei weitestgehend in Übereinstimmung mit denjenigen der Be-
handler, so in Bezug auf die rechte Schulter (AB 141.12/13: "Die Beweg-
lichkeit ist unter dem Aspekt der stattgehabten und operierten Rotatoren-
manschettenläsion als sehr gut zu werten"; AB 127.33/2: "der aktuelle Be-
fund ein erfreuliches Resultat in Anbetracht des Ausmasses der ursprüngli-
chen Schädigung darstellt"), die Handgelenke (AB 141.12/10: Faustschluss 
beidseits demonstrierbar, keine Druckdolenzen, kaum Bewegungsein-
schränkungen an allen Fingergelenken; AB 125.140/4 f.: Freie Beweglich-
keit des rechten Handgelenkes und freie Oppositionsbewegung des Dau-
mens, die Oppositionsbewegung des linken Daumens gelingt regelrecht, an 
beiden Händen zeigen sich typisch rheumatologische, radiologische Ver-
änderungen mit Destruktion der Grundgelenke, wobei unklar sei, inwieweit 
hier traumatische Veränderungen eine Rolle spielten; AB 152.25: "Leicht 
aktivierte Polyarthrose der Hände"; hierzu gilt es anzumerken, dass sich in 
den Akten keine Hinweise auf einen nicht-unfallbedingten rheumatologi-
schen Anteil finden und der Kreisarzt ungeachtet dessen die geklagten 
Beschwerden insgesamt berücksichtigt hat), beide Hüftgelenke 
(AB 141.12/10: "Keine Bewegungseinschränkungen beider Hüftgelenke"; 
AB 125.152/2: "stationärer Befund bei erhaltene[n] Hüftgelenkspalten beid-
seits"; AB 152.25/1: "Symmetrisch unauffällige Hüftgelenke"), beide Knie 
(AB 141.12/11: "Beidseitig kein Erguss, keine Instabilitätszeichen"; 
AB 152.25/1: "Reizlose Knie-TP ohne Anhalt für Lockerung oder peripro-
thetische Fraktur") und den linken Fuss (AB 141.12/11: "reizlose druckindo-
lente postoperative Narbe"; AB 127.33/2: "guter Verlauf [mit] gut tolerierter 
Vollbelastung ohne Gehhilfe"; AB 152.25/1: "Status nach Kalkaneusfrak-
tur"; AB 152.11/3: "empfehle, keine weitere Operation durchzuführen"). 
Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde, S. 4 Ziff. 2, durfte folglich die 
Beschwerdegegnerin, soweit die somatischen Befunde betreffend, ohne 
weiteres auf das vom Kreisarzt der D.________ definierte Zumutbar-
keitsprofil abstellen. Danach ist dem Beschwerdeführer die angestammte 
Tätigkeit als ... (weiterhin) nicht mehr zumutbar (vgl. AB 124.3/9), wogegen 
in einer angepassten wechselbelastenden körperlich leichten bis mittel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 19

schweren Tätigkeit eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben sein sollte 
(AB 141.12/14).

3.7 Anders verhält es sich in psychiatrischer Hinsicht. Zwar wies der 
Beschwerdeführer im Neuanmeldungsverfahren nicht mehr auf psychische 
Probleme hin (vgl. AB 128) und die medizinischen Akten beschlagen ab 
dem Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenabweisung (AB 121) ausschliess-
lich die somatische Seite. Das vermag deshalb nicht zu verwundern, weil 
dem Beschwerdeführer eine Krankheitseinsicht auf psychiatrischem Fach-
gebiet abzugehen und er sich einzig auf (orthopädisch-)somatische Be-
schwerden zu fokussieren scheint (vgl. AB 71.1/17 Ziff. 5.2.1). Doch sein 
Rechtsvertreter beruft sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren auf eine 
Veränderung nicht nur des (orthopädisch-)somatischen, sondern auch des 
psychischen Gesundheitszustands (vgl. Beschwerde, S. 3 f. Ziff.1 f.). Die in 
diesem Verfahren aufgelegte Bestätigung der Dr. med. I.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. Februar 2020 
(BB 3) deutet immerhin auf eine entsprechend stattgehabte Behandlung im 
Jahr 2019 (und damit noch vor Erlass der hier angefochtenen Verfügung 
[AB 166]) hin. Dazu kommt der massive Alkoholmissbrauch mit allfälligen 
(verschlimmerten) neurologischen Folgen. Der Beschwerdeführer zeigte 
denn auch anlässlich der MEDAS-Begutachtung im Jahr 2015 auffällige, 
leichte bis mittelschwere neuropsychologische Befunde bei einem Gesamt-
IQ an der Grenze zur Minderintelligenz (AB 71.1/33; vgl. E. 3.2.1 hiervor). 
Mit Bezug auf eine angepasste Tätigkeit, welche geringe Anforderungen an 
sprachliche Fähigkeiten, an das logische Denken und an die Aufmerksam-
keit stellt, war damals eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit zwar nicht anzunehmen (so wohl AB 71.1/21 und 71.2/6), wobei für die 
MEDAS unklar blieb, ob die kognitiven Störungen durch den übermässigen 
Alkoholkonsum oder die Intelligenzminderung bedingt sind. Für die MEDAS 
war in der Folge die psychiatrische Beurteilung wegleitend, welche zufolge 
des Abhängigkeitssyndroms (zumindest damals) von einer vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit ausging und nebst einer neurologischen Abklärung (De-
menz als mögliche sekundäre Folge des Alkoholkonsums) eine stationäre 
Entzugsbehandlung empfahl (AB 71.1/24 und 71.1/35).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 20

Soweit nunmehr der RAD-Arzt Dr. med. H.________, welcher als Facharzt 
für Innere Medizin FMH nicht über die zur Beurteilung einer Suchterkran-
kung und deren möglichen Auswirkungen auf hirnorganische Prozesse 
erforderliche fachärztliche Kompetenz verfügt, in der Stellungnahme vom 
7. Februar 2019 (AB 143/4; vgl. E. 3.3.10 hiervor) festhält, es liege kein auf 
den anhaltenden Alkoholkonsum zurückzuführender Gesundheitsschaden 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor, durfte die Beschwerdegegnerin 
darauf nicht abstellen. Denn mit Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit wurde 
bereits im MEDAS-Gutachten im Sinne eines Vorbehaltes explizit festge-
halten, dass eine solche erst nach Durchführung einer möglichst statio-
nären Entzugstherapie sowie einer erweiterten neurologischen Diagnostik 
(LP, MRI-Schädel z.B. in einer Demenz-Klinik) zwecks Ausschlusses einer 
degenerativen neurologischen Erkrankung des Gehirns aufgenommen 
werden könne (AB 71.1/34 f.). Insoweit erweist sich wie vorstehend darge-
legt der medizinische Sachverhalt als nicht hinreichend abgeklärt. Die Be-
schwerdegegnerin wird deshalb im Rahmen einer interdisziplinären Ver-
laufsbegutachtung vorzugsweise bei den gleichen Ärzten der bereits be-
fassten MEDAS abzuklären haben, ob eine hirnorganische Schädigung 
eingetreten ist bzw. sich verschlimmert hat und ob eine stationäre Entzugs-
behandlung nach wie vor erforderlich ist und dem Beschwerdeführer zu-
gemutet werden kann. Dabei wird sie auch die Möglichkeit einer organi-
schen Wesensveränderung bei Kopfverletzung in der Kindheit und deren 
Folgen (vgl. BB 3) zu prüfen haben. Gegebenenfalls wird sie die stationäre 
Entzugsbehandlung vom Beschwerdeführer mittels Mahn- und Bedenkzeit-
verfahren einzufordern und hiernach eine psychiatrische Verlaufsbegutach-
tung anzuordnen haben.

3.8 Unter diesen Umständen kann vorliegend keine abschliessende 
Beurteilung der medizinischen Situation bzw. deren Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden. Der Sachverhalt erweist sich vor 
diesem Hintergrund namentlich in neurologisch-psychiatrischer Hinsicht als 
ungenügend abgeklärt. In der Folge ist die angefochtene Verfügung 
(AB 166) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an 
die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt 
gutachterlich abkläre und anschliessend neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 21

3.9 Da es derzeit an einer beweiskräftigen medizinischen Entscheid-
grundlage mangelt, erübrigen sich im vorliegenden Stadium Weiterungen 
im Zusammenhang mit den strittigen Aspekten der Invaliditätsbemessung 
(Beschwerde, S. 4 ff. Ziff. 3 ff.). Bereits an dieser Stelle ist indessen die 
Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer sei-
ne angestammte Tätigkeit als ... gesundheitsbedingt schon länger nicht 
mehr ausüben kann (AB 71.1/34 Ziff. 8.1.1 und 124.3/9), was die Be-
schwerdegegnerin im Rahmen der Beschwerdeantwort (S. 3 Ziff. 11) er-
kannt haben dürfte.

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4)

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, soweit er 
die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, 
so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die 
Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträg-
lich zugesprochener Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 ATSG).

4.2.2 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. Mit Kostennote vom 7. September 2020 macht 
Rechtsanwalt B.________ bei einem zeitlichen Aufwand von 16.67 Stun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 22

den ein Honorar von Fr. 4'167.50 (16.67 Stunden à Fr. 250.--) zzgl. Ausla-
gen von Fr. 102.80 und MWSt. von Fr. 328.80 (7.7 % von Fr. 4'270.30), 
mithin total Fr. 4'599.10 geltend. Zusätzlich aufgeführt werden Barauslagen 
von Fr. 57.-- für den Arztbericht von Dr. med. I.________ vom 13. Februar 
2020 (BB 3). Der zeitliche Aufwand und die weiteren Auslagen sind unter 
Hinweis auf das aufwändige Aktenstudium nicht zu beanstanden. Hingegen 
führte der besagte, ohnehin erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung 
vom 11. Februar 2020 (AB 166) datierte Arztbericht nicht zu entscheiden-
den neuen Erkenntnissen (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 69 und Entscheid 
des BGer vom 8. Januar 2019, 8C_389/2018, E. 4.2), womit die Beschwer-
degegnerin der Beschwerdeführerin die diesbezüglichen Kosten nicht zu 
ersetzen hat. Die von der Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu 
ersetzende Parteientschädigung ist somit auf Fr. 4'599.10 (inkl. Auslagen 
und MWSt.) festzusetzen.

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Verfahren betreffend 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechts-
anwalt B.________ als amtlicher Anwalt als gegenstandslos geworden vom 
Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

4.4 Soweit die Beschwerdegegnerin das (vorprozessuale) Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungsverfahren vom 26. Januar 2020 
(AB 165) noch nicht behandelt haben sollte (vgl. AB 169), wird sie darüber 
– wie dem Beschwerdeführer in Aussicht gestellt – noch förmlich zu ent-
scheiden haben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit auf die Beschwerde einzutreten ist, wird sie dahingehend gut-
geheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
11. Februar 2020 aufgehoben und die Sache zum weiteren Vorgehen 
im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen wird.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2021, IV/20/219, Seite 23

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'599.10 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben. 

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.