# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1eb23014-8a16-56d9-afda-8b1a1bb1f256
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2025 D-5485/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5485-2025_2025-11-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5485/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 5   

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder;   

Gerichtsschreiberin Rahel Schöb. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Saban Murat Özten,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. Juni 2025 / N (…). 

 

 

 

D-5485/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie 

und suchte am 30. Oktober 2022 in der Schweiz um Asyl nach.  

A.a Am 3. November 2022 fand die Personalienaufnahme (PA) statt 

(ZEMIS-Direkterfassung) und am 8. Dezember 2022 wurde er vorzeitig 

dem Kanton B._______ zugewiesen.   

A.b Am 13. Juli 2023 wurde der Beschwerdeführer eingehend zu seinen 

Asylgründen angehört (Art. 29 AsylG [SR 142.31]). Mit Verfügung vom 

20. Juli 2023 teilte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers dem 

erweiterten Verfahren zu. Am 22. Juli 2024 wurde eine ergänzende Anhö-

rung im erweiterten Verfahren durchgeführt.  

B.  

B.a Zur Begründung des Asylgesuchs führte der Beschwerdeführer an-

lässlich der Anhörungen im Wesentlichen aus, seine Probleme hätten mit 

einem Vorfall mit Dorfschützern begonnen. Das Militär habe ihn zur Aus-

sage auf den Polizeiposten gerufen, wo er trotz anderslautender Aufforde-

rung auch Waffen erwähnt habe. Daraufhin sei ihm mitgeteilt worden, dass 

gegen ihn ein Verfahren wegen Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdis-

tans (PKK) eingeleitet werde. Er hätte keine Klage erhoben, weil ihm die 

Dorfältesten davon abgeraten hätten. Dieser Fall sei abgeschlossen wor-

den. Danach hätte er in C._______ (kurdisch: D._______) als (…) gearbei-

tet. Nach der Teilnahme an einer Trauerfeier sei er auf dem Rückweg von 

der Polizei kontrolliert worden. Als er sich über die Behandlung beschwert 

hätte, habe ein Polizist ihn mit dem Tod bedroht. Er hätte den Vorfall dem 

Müftü und dem Polizeidirektor gemeldet, woraufhin man ihn beschuldigt 

habe, die Polizei zu verleumden. Anschliessend sei er als PKK-Unterstüt-

zer fichiert worden.  

Einige Zeit später sei er bei einem Picknick mit einem Freund von der PKK 

festgehalten und bedroht worden. Nach dreistündigem Verhör sei er mit 

der Drohung freigelassen worden, bei einer künftigen Operation innerhalb 

eines Monats im Gebiet würde man sie verantwortlich machen und töten. 

Sein Freund respektive dessen Vater hätten ihn zur Polizei schicken wol-

len, was er nicht getan habe. Etwa drei Stunden später hätten sich mut-

massliche Geheimdienstmitarbeiter telefonisch gemeldet und ihn zu einem 

Treffen aufgefordert. Man habe ihm Fotos gezeigt, auf denen er diejenigen 

Personen hätte identifizieren sollen, die ihn festgehalten hatten. Er hätte 

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erklärt, dass er lieber verhaftet werden wolle, als jemanden zu verraten. 

Man habe ihm zugesichert, dass es im nächsten Monat keine Operation 

geben werde. Er habe lediglich einen der Guerilla-Kämpfer identifizieren 

können. Am nächsten Morgen sei er vom Lärm von Hubschraubern und 

Panzerwagen geweckt worden. Nach vier Tagen habe er seine Tätigkeit 

als (...) gekündigt und sei in sein Dorf zurückgekehrt, aus Angst und wegen 

anhaltender Geheimdienstkontakte. Weder in späteren Arbeitsorten noch 

im Dorf sei er in Ruhe gelassen worden. Der Staat habe ihn als PKK-Un-

terstützer betrachtet, die PKK und Dorfbewohner hingegen als Spitzel. Der 

Geheimdienst habe ihm Geld für eine Zusammenarbeit angeboten. Wäh-

rend des Militärdienstes in E._______ sei er bereits als Informant tätig ge-

wesen. Später hätte er auf Anfrage Kennzeichen verdächtiger Fahrzeuge 

gemeldet, jedoch nur bekannte Informationen weitergegeben und kein 

Geld dafür erhalten. Als sein Ruf im Dorf darunter gelitten habe, hätte er 

sich (…) versetzen lassen, zuerst nach F._______, danach nach 

G._______, nach H._______, schliesslich I._______, um Prüfungen für 

den öffentlichen Dienst abzulegen. Obwohl er sich in J._______ auf Prü-

fungen vorbereitet habe, habe man ihm mit Verhaftung und Tod gedroht. 

Die wiederholten Einvernahmen während der Prüfungsphase hätten ihm 

seine Motivation genommen. Familie und Freunde hätten ihn nicht unter-

stützt, ein Freund habe ihm von einer Beamtenlaufbahn abgeraten. Sein 

Freund K._______, der ebenfalls von der PKK festgehalten worden sei, sei 

ein Jahr später getötet worden, dies sei offiziell als Unfall dargestellt wor-

den. Seine Familie sei zunehmend unter Druck geraten. Im (…) 2022 hät-

ten 15 bewaffnete Personen aus Dorfschützerfamilien nach ihm gesucht. 

Sein Bruder sei bei dem Angriff fast zu Tode geschlagen worden. Seine 

Familie habe ihm die Schuld gegeben. Er vermute, dass dies eine Vergel-

tungsaktion gewesen sei, weil er nicht für die Dorfschützer hätte arbeiten 

wollen. Er habe Klage gegen den Staat erhoben, wobei ihn alle (beispiels-

weise politische Parteien oder Agenten des Staates) versucht hätten daran 

zu hindern. Er habe seinen Job aufgeben müssen und man haben ihn er-

neut als Unterstützer der PKK dargestellt. In seinem Dorf sei er nicht un-

terstützt worden und seine Sachen sowie sein Pferd seien gestohlen wor-

den. Trotz Diebstahls und Angriffen habe die Polizei nichts unternommen. 

Er sei auch mit dem Tod bedroht worden, weshalb er nach Istanbul gezo-

gen sei.  

Auf die Bedrohung von Seiten der PKK angesprochen, gab er an, die Gue-

rillas hätten keinen Hass ihnen gegenüber, aber sie würden auch Leute 

ohne nachzufragen hinrichten. Zu 90 % sei er deswegen in die Schweiz 

gekommen, zu 10 % wegen der drohenden Gefängnisstrafe.  

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Insgesamt seien sechs Verfahren gegen ihn eröffnet worden, von denen 

drei bereits abgeschlossen und drei noch hängig seien. Die Verfahren hät-

ten sich teilweise auf Kritik an staatlichen Stellen sowie auf Aussagen be-

zogen, die man ihm als Terrorpropaganda und Beleidigung des Präsiden-

ten ausgelegt habe. Ein Teil der Verfahren sei seiner Einschätzung nach 

Folge seiner Anzeigen gegen das Militär gewesen. Er habe lediglich sein 

Recht auf Meinungsäusserung wahrgenommen und keine illegalen Hand-

lungen begangen. Seine Aussagen seien unter anderem im Zusammen-

hang mit Beiträgen auf sozialen Medien missverstanden oder absichtlich 

gegen ihn ausgelegt worden. Er habe sich dort kritisch zu sicherheitspoliti-

schen Vorgängen und Ungleichbehandlungen durch Behörden geäussert. 

Seine Online-Aktivitäten seien von den türkischen Behörden überwacht 

worden und hätten zur Einleitung einzelner Verfahren beigetragen. Durch 

einen Freund, welcher beim Staat arbeite, habe er von den Verfahren er-

fahren. Er habe sich dazu entschieden, nach Istanbul zu ziehen, wo er sich 

unter einer anderen Adresse als wohnhaft registriert hätte. Auch in Istanbul 

seien Drohungen und Kontaktversuche durch Militär und Geheimdienst an 

der Tagesordnung gewesen. Diese hätten versucht, ihn zur Zusammenar-

beit zu bewegen. Es sei ihm auch Geld angeboten worden. In Istanbul sei 

er einmal dazu aufgefordert worden zur Staatsanwaltschaft zu gehen. Ob-

wohl das Verfahren gegen ihn eingestellt und er freigesprochen worden 

sei, habe die Staatsanwaltschaft ihn erneut aufgefordert zur Einvernahme 

vorbeizugehen. Er hätte erfolglos versucht, sich mit Anzeigen über CIMER 

gegen den Druck der Behörden zu wehren. Der entscheidende Grund für 

die Ausreise sei gewesen, dass er regelmässig zur Einvernahme gerufen 

und telefonisch belästigt worden sei. Er habe sich in der Türkei dauerhaft 

beobachtet und bedroht gefühlt.  

Am (…) 2022 sei er legal über den Flughafen ausgereist und nach Serbien 

geflogen. Von dort aus sei er mit einem Fahrzeug in die Schweiz gebracht 

worden. Er befürchte bei einer Rückkehr in die Türkei eine Inhaftierung 

durch die Behörden oder eine Tötung durch die PKK.  

Seine Familie habe sich endgültig von ihm abgewandt. Mehrfach seien Sol-

daten zu ihm nach Hause, zu seinem Bruder und seinem Schwager ge-

kommen. Diese seien zur Polizeidirektion gerufen und über ihn befragt wor-

den.  

B.b Bezüglich seiner Gesundheit gab er an, er leide an Rückenbeschwer-

den, weshalb er in physiotherapeutischer Behandlung sei. Er sei zudem 

wegen einer Zyste operiert worden und habe weiterhin Beschwerden, 

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Seite 5 

weshalb er in der Schweiz mehrfach in medizinischer Behandlung gewe-

sen sei. Er leide zudem an chronischer Gastritis. Im Weiteren gab er im 

Rahmen der ergänzenden Anhörung an, seit den belastenden Erlebnissen 

in der Türkei unter anhaltenden psychischen Beschwerden zu leiden. Ins-

besondere an Schlafstörungen, wiederkehrenden Albträumen, Zittern im 

Alltag sowie einem anhaltenden Gefühl, verfolgt zu werden. Diese Symp-

tome würden sich auch in innerer Unruhe und erhöhter Reizbarkeit äus-

sern.  

B.c Zum Nachweis seiner Identität reichte er eine türkische Identitätskarte, 

einen Führerausweis und einen Arbeitsausweis als Sicherheitsmitarbeiter 

(alle in Kopie) sowie einen Personenregisterauszug zu den Akten. Des 

Weiteren legte er dem SEM zur Substantiierung seiner Asylgründe meh-

rere Dokumente in Kopie vor (vgl. angefochtene Verfügung S. 5 f.). 

C.  

Mit Verfügung vom 18. Juni 2025 – eröffnet am 23. Juni 2025 – stellte das 

SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

fülle, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an.  

D.  

Die vormalige Rechtsvertretung teilte dem SEM mit Schreiben vom 1. Juli 

2025 mit, sie habe ihr Mandat niedergelegt. 

E.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten 

durch den rubrizierten Rechtsvertreter, mit Eingabe vom 22. Juli 2025 (Da-

tum Poststempel: 23. Juli 2025) Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 18. Juni 2025 sei 

aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers an-

zuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustel-

len, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nicht zuläs-

sig bzw. nicht zumutbar sei. Die Vorinstanz sei anzuweisen, die vorläufige 

Aufnahme des Beschwerdeführers zu verfügen. Subeventualiter sei die 

Beschwerdesache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und die Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als 

amtlichen Rechtsbeistand. 

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Mit der Beschwerdeschrift wurde nebst den Kopien der bereits im  

vorinstanzlichen Verfahren vorgelegenen Unterlagen (Beilagen zur Be-

schwerde 5-8) eine Kopie der Einladung vom (…) 2025 des psychiatri-

schen Ambulatorium L._______ zu einem Erstgespräch am (…) 2025 zu 

den Akten gereicht.   

F.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 24. Juli 2025 den Eingang 

der Beschwerde.  

G.  

Die Instruktionsrichterin stellte mit Zwischenverfügung vom 29. September 

2025 fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, wies die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands in-

folge Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren ab und forderte den Be-

schwerdeführer auf, bis zum 14. Oktober 2025 einen Kostenvorschuss von 

Fr. 750.– zu leisten. 

H.  

Der verlangte Kostenvorschuss ging am 6. Oktober 2025 bei der Gerichts-

kasse ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

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Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – nachdem auch der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet 

wurde – einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer beantragt subeventualiter, die Sache sei zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, und rügt in diesem 

Zusammenhang sinngemäss eine Verletzung der Untersuchungs- und der 

Begründungspflicht. Diese formellen Rügen sind vorab zu beurteilen, da 

sie gegebenenfalls zu einer Kassation der vorinstanzlichen Verfügung füh-

ren (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfah-

ren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. 

m.w.H.). 

4.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, die der Vorinstanz eingereich-

ten Ermittlungsakten seien aus dem UYAP herunterladen worden und ei-

nige dieser Dokumente seien mit einem QR-Code versehen, d.h. ihre Echt-

heit sei überprüfbar. Aus den Behauptungen in der türkischen Presse lasse 

sich nicht ableiten, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Be-

schwerdeführer gefälscht oder gegen Geld arrangiert worden seien. Dass 

die Dokumente zu dem hängigen strafrechtlichen Ermittlungsverfahren ge-

gen den Beschwerdeführer «problemlos gegen Entgelt beschafft werden 

können», sei eine rein willkürliche Behauptung der Vorinstanz ohne jegli-

che objektive Beweisgrundlage. Wenn die Vorinstanz irgendwelche Be-

weise diesbezüglich haben sollte, um ihre Vorbringen gegen den 

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Beschwerdeführer in diesem Punkt zu untermauern, sollte sie dies expli-

zieren (vgl. Beschwerdeschrift S. 15). 

4.3 Vorliegend hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung zwar einerseits allge-

mein auf die leichte Fälschbarkeit der Beweismittel hingewiesen, den Vor-

führbeschluss andererseits entgegen der Vorbringen in der Beschwerde 

aber inhaltlich gewürdigt. Im Weiteren hat das SEM die Frage, ob es sich 

bei den eingereichten Beweismitteln um echte Verfahrensdokumente han-

delt, explizit offengelassen. Das SEM hat denn auch die flüchtlingsrechtli-

che Relevanz der Ermittlungs- und Strafverfahren – unter der Annahme, 

dass es sich um echte Verfahrensdokumente handelt – auf das kumulative 

Vorliegen der erforderlichen Kriterien gemäss Referenzurteil des BVGer 

E-4103/2024 vom 8. November 2024 geprüft und gestützt auf diese mate-

rielle Würdigung verneint (vgl. angefochtene Verfügung S. 9 ff.). Dabei ist 

es seiner Begründungspflicht – soweit für den Entscheid erforderlich – 

nachgekommen. Vor diesem Hintergrund war die Vorinstanz nicht gehal-

ten, weitere Abklärungen zur Echtheit der Verfahrensdokumente zu tätigen.  

4.4 Es besteht demnach keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung 

wegen unrichtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts oder wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs, insbeson-

dere der Begründungspflicht, aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Das entsprechende Subeventualbegehren ist abzuwei-

sen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

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Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM begründete seinen ablehnenden Entscheid mit der fehlenden 

Asylrelevanz der Vorbringen.  

6.1.1 Es hielt fest, zum einen handle es sich bei vielen der geschilderten 

Vorkommnisse um punktuelle und zum Teil länger zurückliegende Episo-

den. Die Aussagen des Beschwerdeführers würden darauf hindeuten, dass 

seit seiner Ausreise keine staatlichen Massnahmen gegen ihn persönlich 

erfolgt seien, die über allgemeine Nachfragen hinausgehen würden. So 

habe er etwa angegeben, dass seiner Familie in der Türkei aktuell gesund-

heitlich nichts zugestossen sei und auch seitens des Staates «nichts pas-

siert» sei. Seine Ausreise sei legal über den Flughafen Istanbul erfolgt, was 

gegen das Bestehen einer akuten, unmittelbar bevorstehenden Bedro-

hungslage spreche. Auch während seiner Zeit in Istanbul, in der er nach 

eigenen Angaben durchgehend berufstätig gewesen sei, habe er kein kon-

kretes Ereignis angeführt, das unmittelbar eine existenzielle Gefährdung 

dargestellt hätte. Hinzu komme, dass er trotz der behaupteten Repression 

weiterhin mit seiner Familie in Kontakt gestanden sei, was gegen eine voll-

ständige soziale Isolation oder systematische Überwachung spreche. 

Seine Ehefrau und Kinder lebten im Herkunftsdorf und durch den Be-

schwerdeführer seien keine konkreten Repressionen durch staatliche Stel-

len gegen sie geltend gemacht worden. Zusammenfassend stellte das 

SEM fest, dass keine hinreichenden Hinweise auf eine aktuelle oder zu-

künftig drohende individuelle Verfolgung vorliegen würden, die eine Rück-

kehr in die Türkei als nicht gerechtfertigt erscheinen liessen. Die durch den 

Beschwerdeführer geschilderten Erlebnisse würden nicht die für eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung erforderliche Intensität und Aktua-

lität erreichen. 

6.1.2 Weiter führte das SEM aus, dass sich die Schilderungen des Be-

schwerdeführers auf lokal begrenzte Schwierigkeiten in dessen Heimatre-

gion konzentrierten. Es würden keine Hinweise auf eine gesamtstaatliche 

Verfolgung bestehen, was auch bestätigt werde durch den Umstand, dass 

er die Türkei auf legalem Weg habe verlassen können. Es wäre ihm mög-

lich, sich einer allfälligen Bedrohung durch Wegzug in eine andere Region 

der Türkei zu entziehen. Damit stehe ihm eine innerstaatliche Schutzalter-

native offen, weshalb er nicht auf internationalen Schutz angewiesen sei. 

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6.1.3 Das SEM hielt im Weiteren fest, dass aus den eingereichten Doku-

menten hervorgehe, dass gegen den Beschwerdeführer mehrere Strafver-

fahren wegen Propaganda für eine Terrororganisation gemäss Art. 7 Abs. 2 

des türkischen Antiterrorgesetzes (ATG) und Präsidentenbeleidigung ge-

mäss Art. 299 des türkischen Strafgesetzbuchs (tStGB) eröffnet worden 

seien. Zudem seien ein Vorführbefehle erlassen und Anklage erhoben wor-

den. Die eingereichten Dokumente würden über keine (verifizierbaren) Si-

cherheitsmerkmale verfügen. Diese liessen sich einfach fälschen und es 

sei im Zusammenhang mit solchen Dokumenten mittlerweile öffentlich be-

kannt, dass diese in der Türkei problemlos gegen Entgelt beschafft werden 

könnten. Deshalb hätten diese Dokumente lediglich einen geringen Be-

weiswert, um einen Sachverhalt belegen zu können (mit Verweis auf 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts). Vor diesem Hintergrund 

könne darauf verzichtet werden, zu prüfen, ob die eingereichten Doku-

mente objektive Fälschungsmerkmale aufweisen würden. 

6.1.4 Die geltend gemachte Strafverfahren wiesen auch keine flüchtlings-

rechtliche Relevanz im Sinne der Rechtsprechung gemäss Referenzurteil 

des BVGer D-4103/2024 vom 8. November 2024 auf. Da der Beschwerde-

führer strafrechtlich nicht vorbelastet sei und kein relevantes politisches 

Profil aufweise, bestehe für ihn keine beachtliche Wahrscheinlichkeit, zu 

einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt zu werden. Ausserdem seien 

keine Hinweise auf eine in absehbarer Zukunft drohende Untersuchungs-

haft vorhanden, weshalb das das Risiko für den Beschwerdeführer bei der 

Einreise in die Türkei festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt zu 

werden, gering sei, zumal auch den in den übrigen Akten diesbezüglich 

keine Anhaltspunkte vorliegen würden. Deshalb sei auch eine objektiv be-

gründete Furcht vor einem ernsthaften Nachteil im Sinne der Untersu-

chungshaft zu negieren.  

6.1.5 Bezüglich der geltend gemachten Ermittlungsverfahren und der 

Rechtmässigkeit der gegen den Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe 

kam das SEM aufgrund der Akten zum Schluss, dass diese nicht offen-

sichtlich haltlos seien. Mit Verweis auf diverse Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts hielt das SEM fest, dass mit solchen Beiträgen in den sozia-

len Medien der Eindruck erweckt werde, Aktionen dieser Organisationen 

und deren Mitglieder würden unterstützt. Es sei somit nachvollziehbar, 

dass ein solches Verhalten zur Eröffnung eines Strafverfahrens gemäss 

Art. 7 Abs. 2 ATG (Propaganda für eine terroristische Organisation) führe. 

Die strafrechtliche Verfolgung solcher Inhalte erscheine dem SEM als 

rechtsstaatlich legitim und wäre auch in der Schweiz (Art. 259 StGB) 

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denkbar. Dasselbe gelte für das Gerichtsverfahren aufgrund der Ehrverlet-

zungsdelikte nach Art. 299 tStGB und Art. 125 tStGB (mit Verweis auf 

Art. 173 StGB, Art. 174 StGB, Art. 177 StGB sowie die Rechtsprechung 

des Bundesverwaltungsgerichts). 

6.1.6 Betreffend den Vorführbeschluss führte die Vorinstanz aus, diesem 

sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer nach der Einvernahme frei-

zulassen sei. Es sei nach der Einschätzung des SEM im Rahmen der Voll-

streckung des Vorführbefehls – auch unter Berücksichtigung der Men-

schenrechtslage in der Türkei – nicht mit einem systematischen Risiko von 

Misshandlungen oder, wie vom Beschwerdeführer befürchtet, sogar Tö-

tung im Kontext der ihm zur Last gelegten Straftatbestände auszugehen, 

zumal auch in seinem Einzelfall aufgrund der vorliegenden Akten kein sol-

ches Risiko ersichtlich sei. Aufgrund der geltend gemachten Strafverfahren 

habe der Beschwerdeführer nicht mit erheblicher Wahrscheinlichkeit eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bei einer Rückkehr in die Türkei 

zu befürchten. 

6.2 Der Beschwerdeführer wiederholte in seiner Beschwerde den vorge-

tragenen Sachverhalt und rügte, die Vorinstanz habe seine asylrelevante 

Gefährdung in der Türkei gänzlich ignoriert.  

6.2.1 Er sei in der Türkei vielfältiger staatlichen Verfolgung ausgesetzt ge-

wesen, einerseits von der türkischen Polizei, andererseits sei er von türki-

schen Soldaten, Dorfwächtern und dem türkischen Geheimdienst in zuneh-

mender Intensität verfolgt und unter Druck gesetzt worden, wobei es zu-

nehmend zu tätlichen Angriffen gekommen sei, von denen auch seine Fa-

milienangehörige betroffen gewesen seien. Neben der Verfolgung durch 

die türkischen Behörden sei er auch einer Verfolgung durch die PKK aus-

gesetzt gewesen. Die PKK sehe ihn als Informanten der türkischen Behör-

den und würde ihn daher als Feind betrachten. Seine psychische Gesund-

heit sei durch diese vielseitige Verfolgung in der Türkei erheblich beein-

trächtigt worden. Er sei vor seiner Ausreise aus der Türkei einer grossen 

Gefahr für seine Gesundheit und sein Leben ausgesetzt gewesen. Wenn 

er die Türkei nicht verlassen hätte, wäre er zudem weitaus schwerwiegen-

deren Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen als bis zu diesem 

Zeitpunkt, wodurch seine Gesundheit noch erheblicher beeinträchtigt oder 

er getötet worden wäre. Zu diesen Gefahren zähle auch die Möglichkeit 

einer Verhaftung. Viele Personen, die sich weigerten, als Informanten für 

den Staat zu arbeiten, würden von den türkischen Behörden festgenom-

men, und es werde auf diese Weise an ihnen Rache genommen. Er habe 

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vor seiner Ausreise aus der Türkei alle ihm zur Verfügung stehenden inner-

staatlichen Schutzalternativen ausgeschöpft. Er habe Anzeigen erstattet 

und seine Heimatstadt verlassen und sei nach Istanbul gezogen. Trotz die-

ser innerstaatlichen Schutzbemühungen habe er die Gefahren nicht ab-

wenden können. Die Ausreise aus der Türkei sei das letzte Mittel, das er 

zur Wahrung seiner Sicherheit habe ergreifen können. Seine Furcht, die 

ihn zur Flucht aus der Türkei veranlasst habe, sei eine begründete Furcht 

im Sinne Art. 3 Abs. 1 AsylG. Indem die Vorinstanz sein Asylgesuch abge-

lehnt habe, obwohl er die Kriterien der Flüchtlingseigenschaft erfüllen 

würde, verletzte sie Art. 3 Abs. 1 AsylG und die einschlägigen Bestimmun-

gen der Genfer Flüchtlingskonvention.  

6.2.2 Im Weiteren führte der Beschwerdeführer aus, gegen ihn seien zwei 

Strafverfahren und zwei strafrechtliche Ermittlungsverfahren hängig. Das 

erste Strafverfahren habe die Verfahrensnummer (…) wegen «Beleidigung 

des Staatspräsidenten». Dieses Strafverfahren sei beim (…) Strafgericht 

erster Instanz M._______ hängig. In dieser Strafsache sei auch ein Haft-

befehl gegen ihn erlassen worden. Das zweite Strafverfahren sei beim 

Strafgericht erster Instanz in N._______ – ebenfalls wegen «Beleidigung 

des Staatspräsidenten» gemäss Art. 299 tStGB – hängig. In dieser Straf-

sache sei auch ein Haftbefehl gegen ihn erlassen worden. Gemäss Art. 299 

tStGB werde die Straftat der «Beleidigung des Präsidenten» mit einer Frei-

heitsstrafe von einem bis vier Jahren bestraft. Aufgrund der Art der Bege-

hung der Straftat werde die gegen den Beschwerdeführer zu verhängende 

Strafe zwei Jahre betragen, wobei von der unteren Grenze abgewichen 

werde. Da die betreffende Straftat über Social Media begangen worden sei 

und damit als öffentlich begangen gelte, werde das Strafmass um einen 

Sechstel erhöht werden. Auf diese Weise würde der Beschwerdeführer we-

gen des Tatvorwurfs «Beleidigung des Staatspräsidenten» zu einer Frei-

heitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt werden. Die Strafe 

würde verschärft werden, da es sich bei den verfahrensgegenständlichen 

Beiträgen um mehrere Beiträge handle, die auf Social Media veröffentlicht 

worden seien.  

Bei der Generalstaatsanwaltschaft M._______ sei ein Ermittlungsverfah-

ren (…) wegen «Propaganda für eine Terrororganisation» hängig. Gemäss 

Art. 7 Abs. 2 TMK i.V.m. Art. 220 Abs. 8 tStGB werde mit einer Freiheits-

strafe von einem bis zu fünf Jahren bestraft. Werde die Straftat in Social 

Media begangen, erhöhe sich diese Strafe auf das eineinhalb-Fache. Nach 

Art. 43 Abs. 1 tStGB werde nur eine Strafe verhängt, wenn dieselbe Straftat 

von einer Person gegen eine andere Person zu verschiedenen Zeiten 

D-5485/2025 

Seite 13 

mehrfach begangen werde. Diese Strafe werde jedoch um ein Viertel bis 

drei Viertel erhöht.  

In den Social-Media-Posts des Beschwerdeführers finde sich weder eine 

Äusserung, die über «scharfe Kritik» hinausgehe und einer Beleidigung 

gleichkomme, noch eine, die Gewalt anpreise. Es stimme, dass er einige 

Guerilla-Bilder gepostet habe. Viele seriöse Medienorganisationen würden 

in ihren Veröffentlichungen auch Bilder der Guerilla verwenden. Die Bilder, 

die er auf seinen Social-Media-Accounts veröffentlicht habe, und die 

schriftlichen Erklärungen, die er geteilt habe, seien keine Verherrlichung 

von Gewalt. Vielmehr stelle er die Gewalt der türkischen Sicherheitskräfte 

gegen die kurdische Bevölkerung dar und kritisiere sie. Die Social-Media-

Posts seien daher nach Schweizer Recht nicht strafbar und rechtsstaatlich 

legitim. 

6.2.3 Einige zurückgekehrte Asylsuchende seien, obwohl es in den gegen 

sie eingeleiteten strafrechtlichen Ermittlungsverfahren einen «Vorführbe-

fehl» gegeben habe, sofort nach ihrer Ankunft in der Türkei verhaftet wor-

den. Es sei daher davon auszugehen, dass der Vorführbefehl / Haftbefehl 

gegen den Beschwerdeführer zu seiner Verhaftung führen werde. Es sei 

eine von vielen internationalen Organisationen anerkannte Tatsache, dass 

in türkischen Gefängnissen schwere Menschenrechtsverletzungen, darun-

ter auch Folter begangen werden.  

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers in der 

angefochtenen Verfügung mit überzeugender Begründung als nicht flücht-

lingsrechtlich relevant qualifiziert hat. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

sowie auf Erwägung (E. 6.1) hiervor verwiesen werden. Die Ausführungen 

auf Beschwerdeebene führen insgesamt zu keiner anderen Betrachtungs-

weise.  

7.2  

7.2.1 Ohne die Belastung für den Beschwerdeführer zu verkennen, ist be-

züglich der geltend gemachten Drohungen, Einschüchterungen und Über-

griffen durch Sicherheitskräfte, Dorfschützer sowie durch den Geheim-

dienst, die sich vor dem Umzug des Beschwerdeführers nach Istanbul er-

eignet haben (vgl. Akten der Vorinstanz gemäss Aktenverzeichnis vom […] 

2025 [nachfolgend: SEM-act.] […] [nachfolgend: A21] F86-89; SEM-act. 

D-5485/2025 

Seite 14 

[…] [nachfolgend: A46] F41; F45; F48; F50; F100), in Übereinstimmung mit 

dem SEM festzuhalten, dass es diesen nebst der für die Bejahung der 

flüchtlingsrechtlichen Relevanz notwendigen Intensität auch am zeitlichen 

Kausalzusammenhang zur erst im (…) 2022 erfolgten legalen Ausreise aus 

der Türkei fehlt (vgl. auch angefochtene Verfügung S. 7 f.).  

7.2.2 Bezüglich der geltend gemachten Verfolgung durch die PKK sind den 

Akten keinerlei Hinweise zu konkreten Verfolgungshandlungen oder Behel-

ligungen des Beschwerdeführers durch Mitglieder der PKK, insbesondere 

nach seinem Umzug nach Istanbul, zu entnehmen. Demnach ist – unab-

hängig von der Beurteilung der Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens – weder 

von einer landesweiten Verfolgung noch einem aktuellen Verfolgungsinte-

resse der PKK auszugehen (vgl. auch angefochtene Verfügung S. 8).  

7.2.3 Der auf Beschwerdeebene geltend gemachte unerträgliche psychi-

sche Druck aufgrund von Drohungen und Schikanen im alltäglichen Leben 

durch Telefonanrufe und Vorladungen zu Einvernahmen der letztlich für die 

Ausreise aus der Türkei ausschlaggebend gewesen sei (vgl. SEM-act. A21 

F89; SEM-act. A46 F45; F47; F84; F90-94) vermag nicht zur Anerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft zu führen. Soweit der Beschwerdeführer in der 

Summe der einzelnen Faktoren eine genügende Intensität erblickt, welche 

zu einem unerträglichen psychischen Druck führe, ist auf die diesbezüglich 

hohen Anforderungen für die Annahme eines solchen hinzuweisen. Ge-

mäss Praxis ist ein unerträglicher psychischer Druck anzunehmen, wenn 

einzelne Personen oder Teile einer Bevölkerung systematisch schweren 

oder wiederholten Eingriffen in ihre Menschenrechte durch den Staat aus-

gesetzt sind und diese Eingriffe eine derartige Intensität erreichen, dass 

ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich erscheint. Ausschlagge-

bend ist dabei nicht allein, wie die betroffene Person die Situation subjektiv 

erlebt, sondern ob aufgrund der tatsächlichen Situation auch für Aussen-

stehende nachvollziehbar ist, dass der psychische Druck unerträglich ge-

worden ist (vgl. BVGE 2014/29 E. 4.3 f.; 2010/28 E. 3.3.1.1; CONSTANTIN 

HRUSCHKA, in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar zum Migrationsrecht, 

5. Aufl. 2019, Art. 3 AsylG N. 9; Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH 

[Hrsg.], Handbuch zum Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl. 2021, 

S. 190 f.). Eine solche Situation lässt sich im Falle des Beschwerdeführers 

nicht bejahen. Die von ihm geschilderten Repressalien der türkischen Be-

hörden erreichen nicht das von der Rechtsprechung geforderte Mass an 

Intensität. Daran vermag auch der Bruch mit seiner Familie nichts zu än-

dern. Dem Beschwerdeführer kann kein unerträglicher psychischer Druck, 

D-5485/2025 

Seite 15 

der zu einem menschenunwürdigen Leben in der Türkei geführt hätte, at-

testiert werden. 

7.2.4 Entgegen der vom Beschwerdeführer geäusserten Befürchtung ist 

auch nicht davon auszugehen, ihm würden bei einer heutigen Rückkehr in 

die Türkei ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG seitens der türkischen 

Behörden drohen. Der Beschwerdeführer weist insbesondere kein politi-

sches Profil auf (vgl. angefochtene Verfügung S. 10). Ein anhaltendes In-

teresse des türkischen Staates am Beschwerdeführer, der selbst nie Mit-

glied der PKK war und gemäss den Akten von deren Mitgliedern lediglich 

einmalig für einen Zeitraum von drei Stunden festgehalten worden war, ein-

zig aufgrund seiner Weigerung weiterhin als Informant tätig zu sein, er-

scheint nicht überwiegend wahrscheinlich. So ist denn aus dem Vorgehen 

der türkischen Behörden mangels einer über die Zeit hinweg gesteigerten 

Verfolgungsintensität auch aus den Akten kein ernsthaftes Interesse am 

Beschwerdeführer ersichtlich. Schliesslich ist mit der Vorinstanz darauf hin-

zuweisen, dass es ihm in Istanbul durchgehend möglich war einer Berufs-

tätigkeit nachzugehen und die Türkei im (…) 2022 über den Flughafen auf 

legalem Weg zu verlassen, was ebenfalls gegen ein anhaltendes Verfol-

gungsinteresse spricht (vgl. angefochtene Verfügung S. 7 f.).  

7.2.5 Hinsichtlich der in der Türkei eingeleiteten Ermittlungsverfahren we-

gen Propaganda für eine Terrororganisation (Art. 7 Abs. 2 ATG) sowie der 

Strafverfahren wegen Präsidentenbeleidigung (Art. 299 tStGB) hat die  

Vorinstanz deren Relevanz zutreffend anhand der Kriterien des Koordina-

tionsurteils des Bundesverwaltungsgerichts E-4103/2024 vom 8. Novem-

ber 2024 geprüft (vgl. angefochtene Verfügung S. 8 ff.).  Aus den Einwän-

den in der Beschwerde, die sich weitgehend in allgemeinen Ausführungen 

zur (menschenrechtlichen) Situation in der Türkei erschöpfen ohne einen 

konkreten Bezug zum Beschwerdeführer herzustellen, ergeben sich keine 

hinreichend konkreten neue Aspekte, die dazu führen könnten, dem Be-

schwerdeführer eine begründete Furcht vor Verfolgung durch die türki-

schen Behörden zu attestieren. Daran ändert auch der Hinweis auf die ge-

sundheitliche Situation des Beschwerdeführers nichts. Nichts anderes gilt 

in Bezug auf die beschwerdeweisen Ausführungen zum Vorführbefehl und 

der geltend gemachten Befürchtung des Beschwerdeführers im Rahmen 

der Einvernahme verhaftet zu werden. 

7.2.6 Soweit der Beschwerdeführer seine Social-Media-Aktivitäten als aus-

lösendes Moment anführt, ist festzuhalten, dass das blosse Weiterverbrei-

ten von Bildmaterial bewaffneter Akteure rechtstaatlich legitimierte 

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Seite 16 

Ermittlungen nach Art. 7 Abs. 2 ATG auslösen können, ohne dass hieraus 

allein flüchtlingsrechtliche Relevanz folgt. Eine strafprozessuale Reaktion 

auf potentiell gewaltverherrlichende Inhalte stellt für sich genommen keine 

Verfolgung aus einem in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Motiv dar; massge-

blich bleibt, ob eine beachtliche Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung zu 

einer Strafe von asylrechtlicher Intensität besteht (vgl. Referenzurteil 

E-4103/2024 E. 8.2, 8.6). Aus dem Vorbringen, wonach diese Bilder auch 

von seriösen Medienorganisationen verwendet würden, vermag der Be-

schwerdeführer keinen individuellen Politmalus zu begründen.  

7.2.7 Schliesslich ist auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass es 

bei den beiden Strafverfahren wegen Präsidentenbeleidigung zu einer Ku-

mulation von Delikten und damit einer Verschärfung der Strafe kommen 

kann, vorliegend die Wahrscheinlichkeit als gering einzustufen, dass der 

Beschwerdeführer – als strafrechtlich nicht einschlägig vorbelastete Per-

son, die kein geschärftes politisches Profil aufweist (vgl. angefochtene Ver-

fügung S. 10) – zu einer unbedingten mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt 

würde (vgl. zur Praxis bei einer Kumulation von Verfahren Urteile des 

BVGer D-1147/2024 vom 28. August 2025 E. 6; E-7970/2024 vom 6. Juni 

2025 E. 7.4.3 m.w.H.). 

7.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine konkreten Hinweise 

dafür vorliegen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung oder einer entsprechenden 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle seiner Rückkehr in die 

Türkei ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu gewärtigen 

hätte. Die Vorinstanz hat demzufolge zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

D-5485/2025 

Seite 17 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung, auf welche vorab voll-

umfänglich verwiesen werden kann, zutreffend aus, weshalb der Wegwei-

sungsvollzug vorliegend zulässig, zumutbar und möglich sei (vgl. ange-

fochtene Verfügung, Ziff. III). In der Beschwerde wird nichts vorgebracht, 

was zu einer von derjenigen des SEM abweichenden Beurteilung führen 

könnte. Die pauschal vorgebrachten psychischen Probleme, die den Be-

schwerdeführer daran hindern würden, ein normales Alltagsleben zu füh-

ren, blieben unbelegt (vgl. Beschwerdeschrift S. 24). Den beschwerdewei-

sen eingereichten Beweismitteln ist einzig eine Einladung zu einem Erst-

gespräch im psychiatrischen Ambulatorium L._______ am (…) 2025 zu 

entnehmen (vgl. Beilage 9 zur Beschwerde). Wie das SEM zu Recht darauf 

hinwies, ist in der Türkei die medizinische und psychiatrische Versorgung 

gewährleistet und entspricht grundsätzlich westeuropäischen Standards 

(vgl. angefochtene Verfügung S. 13). Weder in den vorinstanzlichen Akten 

noch im Beschwerdeverfahren ergeben sich individuelle Gründe oder be-

sondere Umstände, welche auf eine wirtschaftliche, soziale oder gesund-

heitliche Notlage schliessen und den Wegweisungsvollzug in die Türkei als 

unzumutbar erscheinen lassen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme 

fällt nach dem Gesagten ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

D-5485/2025 

Seite 18 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5485/2025 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens-

kosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Rahel Schöb