# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 858392ad-9837-5bf3-83f3-42788306494b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.07.2019 E-3216/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3216-2019_2019-07-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3216/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Roswitha Petry 

Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch lic. iur. Peter Frei, Rechtsanwalt,  

advokaturbüro kernstrasse, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 7. Juni 2019 / N (…). 

 

 

 

E-3216/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 1. Februar 2016 um Asyl nach. Am 

23. Februar 2016 wurde er kurz zur Person befragt und am 29. Januar 

2018 einlässlich zu seinen Asylgründen angehört.  

Dabei führte er im Wesentlichen aus, er sei ausgereist, weil er in den Mili-

tärdienst einberufen worden sei. Er habe den Dienst aufgrund seiner Ein-

schreibung an der Universität einmal verschieben können. Beim zweiten 

Mal habe er keine Bestätigung der Uni mehr gehabt, weil er aufgrund des 

Krieges nicht nach B._______ zur Uni habe gehen können. Es seien zwei 

Personen vom Rekrutierungsamt zu seiner Familie nach Hause gekom-

men und hätten nach ihm gefragt. Diese hätten seiner Mutter mitgeteilt, 

dass er bis zum (…) 2015 zum Rekrutierungsamt kommen müsse. Seine 

Mutter habe ihnen gesagt, sie wisse nicht, wo er sei. Er habe sich tags 

darauf zu seiner Tante begeben, wo er sich aufgehalten habe, bis er aus-

gereist sei. Wegen des Krieges, weil sein Bruder verletzt worden sei, habe 

er an psychischen Problemen gelitten. Ansonsten habe er keine Probleme 

mit Behörden, Polizei, Militär, Parteien oder Organisationen gehabt. Nach 

seiner Ausreise hätten seine Eltern von den YPG (Yekîneyên Parastina 

Gel) ein an ihn gerichtetes Aufgebot für den Militärdienst erhalten.  

B.  

Mit Verfügung vom 7. Juni 2019 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh-

rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Da der Vollzug der Wegwei-

sung zurzeit nicht zulässig sei, wurde die vorläufige Aufnahme des Be-

schwerdeführers angeordnet. 

C.  

Mit Eingabe vom 24. Juni 2019 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, Ziffern 1 bis 3 der 

angefochtenen Verfügung seien aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuer-

kennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventuell sei festzustellen, dass der 

Wegweisungsvollzug unzulässig erscheine. In prozessualer Hinsicht er-

suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Beiord-

nung des die Beschwerde unterzeichnenden Anwalts als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand. 

  

E-3216/2019 

Seite 3 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2019 wies die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Beiord-

nung eines amtlichen Rechtsbeistandes ab und forderte den Beschwerde-

führer zur Leistung eines Kostenvorschusses auf. 

Dieser ging innert Frist bei der Gerichtskasse ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – unter Vorbehalt nachstehender Erwägung – einzutreten. 

2.  

Nachdem der Beschwerdeführer aufgrund der Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzuges vorläufig in der Schweiz aufgenommen wurde (Dispo-Zif-

fer 4 der angefochtenen Verfügung), besteht kein Rechtsschutzinteresse 

E-3216/2019 

Seite 4 

an der Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges. Auf 

den entsprechenden Antrag in der Beschwerde (Ziffer 3) ist daher nicht 

einzutreten.  

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung 

oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete 

Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhal-

tung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 3 AsylG). 

5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht stand. 

Zur Begründung führte sie an, die vom Beschwerdeführer miterlebten Ex-

plosionen und die Verletzung seines Bruders seien auf die allgemeine Lage 

und das Kriegsgeschehen in Syrien zurückzuführen. Die Vorbringen seien 

demnach nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG.  

Es treffe zu, dass in den Gebieten Nordsyriens, welche unter Kontrolle der 

YPG seien, Aufforderungen zur Wahrnehmung der Dienstpflicht ergehen 

würden. Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung ver-

möchten diese Rekrutierungsbemühungen mangels Verfolgungsmotiv im 

Sinne von Art. 3 AsylG und mangels hinreichender Intensität keine Asylre-

levanz zu entfalten. Es möge ein gewisser Erwartungsdruck bestehen, es 

sei jedoch nicht davon auszugehen, dass eine Weigerung asylrelevante 

Sanktionen nach sich ziehe. Daran vermöge auch das eingereichte Aufge-

bot nichts zu ändern.  

Bezüglich der Wehrdienstverweigerung im syrischen Militär sei festzuhal-

ten, dass eine Dienstverweigerung per se die Flüchtlingseigenschaft nicht 

zu begründen vermöge. Eine Quellenanalyse ergebe, dass die syrischen 

Behörden nicht allen Wehrdienstverweigerern oder Deserteuren eine re-

gierungsfeindliche Haltung unterstellten. Beim Vorliegen politischer Fakto-

ren sei jedoch davon auszugehen, dass die syrischen Behörden eine 

Wehrdienstverweigerung oder Desertion als Stellungnahme für die Oppo-

sition einstuften und entsprechend bestrafen würden. Beim Beschwerde-

führer lägen keine einzelfallspezifischen Risikofaktoren vor, die ein politi-

sches Profil begründen könnten. Damit würden allfällige Strafmassnahmen 

infolge einer Wehrdienstverweigerung keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 

AsylG darstellen, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle.  

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Seite 6 

Es sei nicht auszuschliessen, dass dem Beschwerdeführer in Syrien Straf-

massnahmen drohten, die gegen Art. 3 EMRK verstossen würden. Aus die-

sem Grund sei er wegen Unzulässigkeit des Vollzuges der Wegweisung 

vorläufig aufzunehmen.  

6.2 Der Beschwerdeführer bringt in der Rechtsmitteleingabe vor, er sei im 

Rahmen der BzP nicht zu seinen Asylgründen befragt worden und habe 

sich erstmals anlässlich der Anhörung zu den Fluchtgründen äussern kön-

nen. Die Anhörung zur Sache habe lediglich rund drei Stunden gedauert, 

womit die Befragung verhältnismässig kurz und wenig tiefschürfend gewe-

sen sei. Obwohl der asylberechtigte Bruder des Beschwerdeführers wäh-

rend der Anhörung anwesend gewesen sei, sei der Beschwerdeführer nicht 

zu seinem familiären Umfeld und dessen politischen Aktivitäten befragt 

worden. Aus den auch vom SEM beigezogenen Akten dieses Bruders er-

gebe sich, dass er mit der Tochter von R.B., eines in der Schweiz asylbe-

rechtigten Aktivisten der PDK-S (Demokratischen Partei Kurdistans Sy-

rien), verheiratet sei. Bereits daraus sei auf eine relative Nähe des Be-

schwerdeführers zu regimefeindlichen politischen Aktivisten aus Syrien zu 

schliessen. Zudem sei der Vater des Beschwerdeführers seit vielen Jahren 

für die PYD (kurdische Partei der Demokratischen Union / Partiya Yekitîya 

Demokrat) aktiv gewesen und deshalb mehrmals verhaftet worden. Er 

habe das nicht erwähnt, da ihm nicht bewusst gewesen sei, dass die poli-

tischen Aktivitäten seines Vaters wichtig sein könnten. Ferner habe sich der 

Beschwerdeführer in Syrien aktiv gegen das Assad-Regime betätigt, indem 

er etwa fünfzehn Mal an von Jugendorganisationen durchgeführten Kund-

gebungen und Demonstrationen gegen das Assad-Regime teilgenommen 

habe. Die Polizei habe sich dabei zurückgehalten, Agenten hätten aber Fo-

tos und Videos gemacht. Auch Teilnehmer hätten solche gemacht und 

diese auf sozialen Medien verbreitet. Da es nach den Kundgebungen Ver-

haftungen gegeben habe, habe er sich mit der Zeit auch davor gefürchtet. 

Während der Anhörung sei er nicht auf seine politischen Aktivitäten ange-

sprochen worden. Er sei sich nicht bewusst gewesen, dass dies für sein 

Asylverfahren massgeblich sein könnte. Die Vorinstanz habe den Sachver-

halt damit nicht vollständig erhoben und die Offizialmaxime verletzt. Es sei 

die Gefahr einer Reflexverfolgung und die eigene regimefeindliche politi-

sche Aktivität des Beschwerdeführers zu berücksichtigen.  

Zweieinhalb Monate nach seiner Einreise in die Schweiz sei bei ihm eine 

(…) diagnostiziert worden, was zum Schluss führe, dass ihn die Erlebnisse 

in Syrien stark belastet hätten. Ein solches Erleben und die damit verbun-

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Seite 7 

dene psychische Belastung ähnle in asylrechtlicher Hinsicht einer Vorver-

folgung, welche eine begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung nahe-

lege.  

7.  

7.1 Zunächst ist, was die Dauer der Anhörung betrifft, festzuhalten, dass 

die Anhörung des Beschwerdeführers inklusive Pausen und Rücküberset-

zung von 9.30 Uhr bis 14.50 Uhr gedauert hat. Die zeitliche Dauer liegt 

damit im Durchschnitt und ist nicht zu beanstanden. Die Anhörung war ge-

nügend ausführlich. Dem Beschwerdeführer wurde Gelegenheit gegeben, 

seine Asylgründe frei zu schildern, und er wurde zu allen relevanten Ereig-

nissen hinreichend befragt. Er wurde wiederholt gefragt, ob es noch andere 

Gründe gebe, weshalb er Syrien verlassen habe (vgl. SEM-Akte A26/20 

F95 ff., F100 f., F171 f.). Da der Beschwerdeführer selbst das politische 

Engagement seines Vaters nicht angesprochen und die familiären Verbin-

dungen seines Bruders über dessen Ehefrau nicht erwähnt hat, kann der 

Vorinstanz nicht vorgehalten werden, dass dem Beschwerdeführer dazu 

keine Fragen gestellt wurden. Der Sachverhalt erweist sich damit als hin-

reichend abgeklärt. 

7.2 Eine Reflexverfolgung liegt vor, wenn sich Verfolgungsmassnahmen 

abgesehen von der primär betroffenen Person auch auf Familienangehö-

rige und Verwandte erstrecken. Diese kann flüchtlingsrechtlich im Sinne 

von Art. 3 AsylG relevant sein, allerdings hängen die Wahrscheinlichkeit 

einer Reflexverfolgung und deren Intensität stark von den konkreten Um-

ständen des Einzelfalls ab. Die Annahme einer Reflexverfolgung erfordert 

eine sorgfältige Prüfung im Einzelfall. Es muss aufgrund der Umstände des 

Einzelfalls ermittelt werden, ob die Furcht vor Verfolgung begründet ist. Die 

erlittene Verfolgung beziehungsweise die begründete Furcht vor zukünfti-

ger (Reflex-)Verfolgung muss ferner sachlich und zeitlich kausal für die 

Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im 

Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Dieser Nachweis muss 

durch die entsprechende Partei erbracht werden (vgl. Urteile des BVGer  

E-6470/2017 E.5.2 vom 6. Juni 2019, D-76/2017 E. 5.5.2 vom 19. Novem-

ber 2018, E-6244/2016 vom 9. Mai 2018 E. 5.5). 

Was die auf Beschwerdeebene vorgebrachte Furcht vor Reflexverfolgung 

aufgrund des Vaters und der familiären Beziehungen des Bruders betrifft, 

ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Anhörung 

keine Probleme in diesem Zusammenhang erwähnte. Auch auf Beschwer-

deebene bringt er lediglich vor, dass sein Vater für die PYD aktiv gewesen 

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sei und die familiären Bande seines Bruders zu berücksichtigen seien. Es 

wird in keiner Weise substantiiert, inwiefern der Vater oder der Bruder des 

Beschwerdeführers bereits Verfolgungsmassnahmen erlitten hätten. Hier-

bei fällt insbesondere ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer angab, 

selbst nie Probleme mit Behörden gehabt zu haben (SEM-Akte A26/20 

F167), und im Rahmen der Anhörung weder auf seinen Vater noch auf 

seinen Bruder – der im Übrigen bereits im Juli 2013 in die Schweiz einge-

reist ist – Bezug nahm. Der Grund für die Ausreise des Beschwerdeführers 

war denn auch der bevorstehende Militärdienst (F165). Weitere Gründe, 

die ihn zur Ausreise getrieben hätten, brachte er nicht vor. Seine Eltern und 

sein jüngerer Bruder leben nach wie vor in Syrien und haben, gemäss sei-

nen Angaben, von keinen Vorfällen oder Behelligungen berichtet (F38 ff.). 

Eine begründete Furcht vor einer zukünftigen Reflexverfolgung ist dem-

nach vorliegend zu verneinen. 

7.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Grundsatzurteil 

BVGE 2015/3 (insbesondere E. 5) festgestellt, dass auch nach der Einfüh-

rung von Art. 3 Abs. 3 AsylG die bisherige Rechtspraxis in Bezug auf Per-

sonen, die ihr Asylgesuch mit einer Wehrdienstverweigerung oder Deser-

tion im Heimatstaat begründen, weiterhin gültig bleibt. Entsprechend ver-

mag eine Wehrdienstverweigerung oder Desertion nicht allein, sondern nur 

verbunden mit einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG, die 

Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Mit anderen Worten muss die be-

troffene Person aus einem in dieser Norm genannten Grund (Rasse, Reli-

gion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder 

politische Anschauungen) wegen ihrer Wehrdienstverweigerung oder De-

sertion eine Behandlung zu gewärtigen haben, die ernsthaften Nachteilen 

gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkommt. In Bezug auf die spezifische Si-

tuation in Syrien erwog das Gericht, die genannten Voraussetzungen seien 

im Falle eines syrischen Refraktärs erfüllt, welcher der kurdischen Ethnie 

angehöre, einer oppositionell aktiven Familie entstamme und bereits in der 

Vergangenheit die Aufmerksamkeit der staatlichen syrischen Sicherheits-

kräfte auf sich gezogen habe (BVGE 2015/3 E. 6.7.3). 

7.4 Den Akten lassen sich vorliegend keine Anhaltspunkte für gezielte Ver-

folgungsmassnahmen der syrischen Behörden im Sinne von Art. 3 Abs. 1 

AsylG gegen den Beschwerdeführer entnehmen. Es ist ihm nicht gelungen, 

glaubhaft zu machen, dass er einer oppositionellen Familie entstammt. Er 

hatte vor der Ausreise nie aus einem in dieser Norm genannten Grunde 

persönliche Probleme mit den syrischen Behörden. Auch die erst auf Be-

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Seite 9 

schwerdeebene angeführte Tätigkeit des Vaters für die PYD hat den Be-

schwerdeführer offenbar nicht beeinträchtigt. Es ist nicht davon auszuge-

hen, dass der Beschwerdeführer bereits vor seiner Ausreise und vor der 

unbestrittenen Einberufung zum Militärdienst die Aufmerksamkeit der 

staatlichen syrischen Sicherheitskräfte auf sich gezogen hat.  

7.5 Andere Gründe für eine asylrelevante Verfolgung werden nicht geltend 

gemacht und sind auch den Akten nicht zu entnehmen. Die in der Schweiz 

diagnostizierte Posttraumatische Belastungsstörung führt nicht zur Asylre-

levanz seiner Vorbringen. Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer 

nichts vorgebracht, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nach-

zuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat diese 

daher zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der am 9. Juli 2019 geleistete Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Evelyn Heiniger 

 

 

Versand: