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**Case Identifier:** cad736f1-2fee-52c5-bdaa-314989dafb79
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 31.05.2011 BB.2011.42
**Docket/Reference:** BB.2011.42
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2011-42_2011-05-31

## Full Text

Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).;;Ausstand der Bundesanwaltschaft (Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO).

Beschluss vom 31. Mai 2011  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Giuseppe Muschietti,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
A., 
vertreten durch Rechtsanwalt Bruno Steiner,  
 

 
Gesuchsteller 

 
 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Gesuchsgegnerin 
 
 

Gegenstand  Ausstand der Bundesanwaltschaft 
(Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 56 StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2011.42 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- die Bundesanwaltschaft gegen A. und Mitbeschuldigte eine Strafuntersu-
chung führt, in deren Rahmen sie diesen aufforderte, allfällige Entschädi-
gungs- und Genugtuungsansprüche im Sinne des Art. 429 StPO anzumel-
den; 

 
- A. dieser Aufforderung mit Eingabe vom 15. April 2011 nachkam (act. 1); 

 
- er im Rahmen dieser Eingabe in prozessualer Hinsicht beantragte, die Mit-

glieder der Bundesanwaltschaft seien in der vorliegenden Sache wegen 
des Anscheins von Befangenheit in den Ausstand zu versetzen (act. 1, 
S. 2); 

 
- die Bundesanwaltschaft am 27. April 2011 diese Eingabe zusammen mit ih-

rer Stellungnahme zur Beurteilung des Ausstandsbegehrens der I. Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts übermittelte (act. 2); 

 
- A. die Stellungnahme der Bundesanwaltschaft am 29. April 2011 zur Kennt-

nis gebracht wurde (act. 3). 
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- eine Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person 
verlangen will, der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Ge-
such zu stellen hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat, wobei 
die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen sind 
(Art. 58 Abs. 1 StPO); 

 
- die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ohne weiteres Beweis-

verfahren und endgültig entscheidet, wenn ein Ausstandsgrund nach 
Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht wird oder sich eine in einer Straf-
behörde tätige Person einem Ausstandsgesuch einer Partei widersetzt, das 
sich auf Art. 56 lit. b – e StPO abstützt und die Bundesanwaltschaft betrof-
fen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG und Art. 19 
Abs. 1 des Organisationsreglements vom 31. August 2010 für das Bundes-
strafgericht [Organisationsreglement BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161); 

 

- 3 - 

 

 

- die im prozessualen Antrag ohne weitere Spezifikation erfolgte Formulie-
rung, es seien „die Mitglieder der Bundesanwaltschaft“ in den Ausstand zu 
versetzen, nur so verstanden werden kann, dass die Bundesanwaltschaft 
als Gesamtbehörde in den Ausstand treten soll; 

 
- Ausstandsgesuche nur gegen einzelne Personen, nicht jedoch gegen Ge-

samtbehörden gerichtet werden können (BGE 105 Ib 301 E. 1a S. 302 f. zu 
Art. 22 f. aOG); 

 
- dieser Grundsatz vom Bundesgericht unlängst auch im Bereich der nun-

mehr in Kraft getretenen StPO für anwendbar erklärt wurde (Urteil des 
Bundesgerichts 1B_86/2011 vom 14. April 2011, E. 3.3.1); 

 
- daher auf das Ausstandsgesuch nicht einzutreten ist; 

 
- im Gesuch lediglich generelle Polemik, jedoch keine bezüglich bestimmter 

Personen spezifizierte Ausstandsgründe im Sinne von Art. 56 StPO er-
kennbar sind, und auch im Übrigen nicht aus den vorliegenden Akten her-
vorgehen, weshalb das Gesuch abgewiesen werden müsste, falls darauf 
einzutreten wäre;  

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten vom Gesuchsteller zu tra-

gen sind (Art. 59 Abs. 4 StPO); 
 

- die Kosten dieses Verfahrens auf Fr. 500.-- festgesetzt werden (Art. 73 
StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts 
vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 
Bundesstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162); 
 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten. 
 
2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 31. Mai 2011 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Bruno Steiner  
- Bundesanwaltschaft 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.