# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c387ebb-a795-5fe7-b55e-5714096e6d50
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-29
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 29.08.2019 III 2019 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2019-121_2019-08-29.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2019 121

Entscheid vom 29. August 2019

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Ruth Mikšovic-Waldis, Richterin
Monica Huber-Landolt, Richterin
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,

gegen

1. Amt für Migration (AFM), Steistegstrasse 13,
Postfach 454, 6431 Schwyz,

2. Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9,
Postfach 1260, 6431 Schwyz,
Vorinstanzen,

Gegenstand Ausländerrecht (Familiennachzug)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1972, brasilianischer Staatsangehöriger) ist seit dem 23. 
Dezember 2011 mit der Schweizerbürgerin C.________ verheiratet und hat mit 
ihr zwei gemeinsame Töchter (Jg. 2010 und 2015). Aus einer früheren Bezie-
hung hat er einen Sohn (geb. 4.12.1999), der brasilianischer Staatsangehöriger 
ist und in Brasilien lebt. Seit dem 23. Juni 2015 wohnt A.________ mit seiner 
Ehefrau und den gemeinsamen Töchtern in der Schweiz. Er ist im Besitz einer 
bis 22. Juni 2020 gültigen Aufenthaltsbewilligung.

B. Am 9. Juni 2016 ging beim Amt für Migration das am 24. Mai 2016 ausge-
fertigte Gesuch für ein Visum D (langfristiger Aufenthalt) für den Sohn 
D.________ ein, um bei seinem Vater in der Schweiz zu leben. Das Gesuch ist 
unterzeichnet durch den Sohn und seine Mutter. Am 1. Juli 2016 stellte 
A.________ förmlich das Gesuch um Familiennachzug Drittstaaten (F1) für sei-
nen Sohn; das Gesuch war begleitet von einem bestätigenden Begleitschreiben 
der Eheleute A.________ / C.________. In der Folge nahm das Amt für Migrati-
on die Prüfung des Gesuches vor und lehnte dieses schliesslich mit Verfügung 
vom 26. Oktober 2016 ab, da A.________ nicht in der Lage sein werde, den Le-
bensunterhalt im gewünschten Rahmen zu bestreiten, was unweigerlich zu einer 
erheblichen Fürsorgeabhängigkeit führen würde; es bestehe daher ein erhebli-
ches öffentliches Interesse an der Verweigerung des Familiennachzuges. Dage-
gen liess A.________ am 16. November 2016 beim Regierungsrat Verwaltungs-
beschwerde führen (Vi-act. II-01-1). Mit Beschwerdeentscheid Nr. 714/2017 vom 
19. September 2017 hat der Regierungsrat die Beschwerde abgewiesen. Er ver-
neinte zwar eine drohende Fürsorgeabhängigkeit der Familie, befürchtete aber 
erhebliche Integrationsschwierigkeiten für den Sohn D.________. 

C. Gegen den Regierungsratsbeschluss Nr. 714/2017 vom 19. September 
2017 erhob A.________ am 18. Oktober 2017 Beschwerde beim Verwaltungsge-
richt des Kantons Schwyz. Dieses hiess die Beschwerde mit VGE III 2017 191 
vom 26. Januar 2018 insoweit gut, als der angefochtene Beschluss aufgehoben 
und die Sache zur Vornahme einer Integrationsprognose und neuem Entscheid 
an das Amt für Migration zurückgewiesen wurde.

D. Am 18. Juli 2018 liess das Amt für Migration D.________ durch das 
Schweizerische Konsulat in Rio de Janeiro befragen. Nach Gewährung des 
rechtlichen Gehörs lehnte das Amt für Migration das Gesuch um Familiennach-
zug von A.________ mit Verfügung vom 19. Dezember 2018 ab. Hiergegen er-
hob A.________ am 28. Januar 2019 Beschwerde beim Regierungsrat, der diese 
mit RRB Nr. 394/2019 vom 4. Juni 2019 abwies.

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E. Am 2. Juli 2019 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz fristgerecht Beschwerde einreichen mit den Anträgen:

1. Der Beschwerdeentscheid des Regierungsrates vom 4. Juni 2019 sei aufzu-
heben und das Gesuch von A.________ um Bewilligung des Familiennachzu-
ges für D.________, geb. 1999, sei zu bewilligen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates.

F. Mit Schreiben vom 8. Juli 2019 verzichtete das Sicherheitsdepartement auf 
das Einreichen einer Vernehmlassung; an den Erwägungen des angefochtenen 
Entscheides RRB Nr. 394/2019 vom 4. Juni 2019 werde festgehalten. Das Amt 
für Migration teilte am 17. Juli 2019 den Verzicht auf Einreichung einer Stellung-
nahme mit.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Im ersten Entscheid zum vorliegenden, am 1. Juli 2016 eingereichten Ge-
such um Familiennachzug führte der Regierungsrat aus, die Zukunftsaussichten 
des Sohnes in der Schweiz seien ungewiss. Es sei nicht auszuschliessen, dass 
mit seinem Nachzug nicht primär die Zusammenführung der Familie erreicht 
werden solle. Auf jeden Fall vermöge das Interesse des Beschwerdeführers, 
seinen Sohn kurz vor Erreichen des 18. Altersjahres zu sich in die Schweiz 
nachzuziehen, das öffentliche Interesse an der Durchsetzung einer restriktiven 
Einwanderungspolitik und der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die 
Eingliederung der Ausländer nicht zu überwiegen. Dies insbesondere deshalb, 
weil der Sohn sein gesamtes Leben bei der Mutter in Brasilien verbracht habe. Er 
habe dort die Schulen besucht und sei vollumfänglich in seiner Heimat soziali-
siert. Er spreche keine Landessprache der Schweiz und sei auch sonst nicht mit 
der Schweiz vertraut. Ausser der Beziehung zu seinem Vater bestünden keine 
Berührungspunkte zur Schweiz. Er habe in der Schweiz auch keine konkrete 
Arbeitsstelle in Aussicht. Unter diesen Umständen seien erhebliche Integrations-
schwierigkeiten zu befürchten (RRB Nr. 714/2017 vom 19.9.2017 Erw. 3.4). 

1.2 Mit VGE III 2017 191 vom 26. Januar 2018 hob das Verwaltungsgericht 
den Entscheid des Regierungsrates auf. Es erwog, der Regierungsrat habe die 
Gründe des Amtes für Migration, die zu dessen Gesuchsablehnung führten, nicht 
bestätigt, sondern den Familiennachzug wegen einer schlechten Integrationspro-
gnose des Sohnes ermessensweise abgelehnt. Es sei indes nicht nach-
vollziehbar, wie der Regierungsrat zu diesem Schluss gekommen sei. Zwar sei 
dem Regierungsrat beizupflichten, wenn er aufgrund der äusseren Umstände 

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Bedenken äussere. Da der Sohn kurz vor der Volljährigkeit gestanden habe, kein 
Deutsch spreche, seine Schulzeit in Brasilien absolvierte und über keine Berufs-
ausbildung verfüge, könne eine gute Integrationsprognose mit Recht in Frage 
gestellt werden. Es rechtfertige jedoch nicht, einen Entscheid losgelöst vom 
Einzelfall zu treffen, ohne dass jegliche Abklärungen erfolgten, ohne dass der 
Beschwerdeführer resp. sein Sohn nicht mindestens die Möglichkeit erhalten hät-
ten, sich zu den Zweifeln an einer guten Prognose zu äussern, mithin ohne dass 
eine einzelfallbezogene Gesamtwürdigung erfolgt sei (VGE III 2017 191 vom 
26.1.2018 Erw. 3.6).

1.3 Im vorliegend angefochtenen Beschluss Nr. 394/2019 vom 4. Juni 2019 
hält der Regierungsrat fest, der Beschwerdeführer verfüge über eine gültige Auf-
enthaltsbewilligung und der Sohn sei im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung noch 
nicht ganz 18 Jahre alt gewesen, womit die Gesuchsprüfung nach Art. 44 AuG zu 
erfolgen habe. Im RRB Nr. 714/2017 vom 19. September 2017 habe der Regie-
rungsrat festgehalten, die Voraussetzungen von Art. 44 Abs. 1 lit. a bis c AuG 
seien im damaligen Zeitpunkt erfüllt gewesen. Ob dies noch immer der Fall sei, 
könne offengelassen werden. Denn Art. 44 AuG räume dem Beschwerdeführer 
keinen Anspruch auf Familiennachzug ein; vielmehr liege die Bewilligung im 
behördlichen Ermessen, das pflichtgemäss auszuüben sei. Im Rahmen der In-
teressenabwägung sei auch eine Integrationsprognose zu treffen. Zusammen-
fassend kommt der Regierungsrat dann zum Schluss, die Beschwerde sei so-
wohl aufgrund der negativen Integrationsprognose als auch aufgrund des wirt-
schaftlich motivierten Familiennachzugsgesuchs abzuweisen. 

1.4 In seiner Beschwerde betont der Beschwerdeführer, es sei unbestritten, 
dass die Voraussetzungen für den Familiennachzug gemäss Art. 44 AuG erfüllt 
seien. Bestritten werde seinerseits die Auffassung der Vorinstanzen, wonach das 
Gesuch um Nachzug des Sohnes vorrangig wirtschaftlich motiviert sei und dass 
eine negative Integrationsprognose zu stellen sei. 

Bei der Beurteilung des Gesuches müsse beachtet werden, dass dessen Be-
arbeitung drei Jahre gedauert habe, was aussergewöhnlich lang sei. Auslöser 
des Gesuches sei klar der Wunsch aller Beteiligten gewesen, als Familie in der 
Schweiz zusammenzuleben. Es habe keinerlei Hinweise gegeben, dass andere 
Gründe wie etwa berufliche im Vordergrund gestanden hätten. Dass die Vor-
instanzen das Gesuch anfänglich nicht umfassend, sondern nur unter dem As-
pekt einer Voraussetzung aus Art. 44 AuG geprüft hätten und sich das Verfahren 
dann derart in die Länge zog, dürfe nicht dem Beschwerdeführer zum Nachteil 
gereichen. In Berücksichtigung der besonderen Umstände des vorliegenden 
Falles müsse von der ursprünglichen Motivation des Gesuches, der Familien-

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vereinigung ausgegangen werden. Im Übrigen bestehe diese auch heute noch; 
wirtschaftliche Gründe stünden nicht im Vordergrund. Dass beim Sohn in An-
betracht seines Alters berufliche Fragen heute ein höheres Gewicht hätten als 
früher, sei nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer bestreitet auch die negative 
Integrationsprognose. Vielmehr sei der Sohn sowohl gewillt als auch fähig, 
Deutsch zu erlernen, worin ihn die ganze Familie unterstütze. Auch sie sei gewillt 
und fähig, mit dem Sohn Deutsch zu sprechen. Mit seinem Schulabschluss, der 
den Zugang zur Hochschule / Universität erlaube, habe er viele Möglichkeiten. 
Dank dem Eingebundensein im Familienverbund seien die Startchancen zudem 
erheblich höher, was eine Erfahrungstatsache sei. Das Alter dürfe nicht negativ 
gewertet werden, könnte doch sonst jedes Gesuch von Jugendlichen abgelehnt 
werden. Der Regierungsrat verkenne, dass ein Nachzugsgesuch für Kinder bis 
zur Volljährigkeit gestellt werden könne. Für eine gute Integrationsprognose 
spreche schliesslich, dass dank der Familie bereits heute ein enger Bezug zur 
Schweiz bestehe und der Sohn ja auch klar den Willen geäussert habe, sich in 
der Schweiz zu integrieren und sein Leben da aufzubauen.

2.1 Am 1. Januar 2019 trat das revidierte Bundesgesetz über die Ausländerin-
nen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG; SR 142.20) vom 16. Dezember 2005 
in Kraft, das neu "Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und 
über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG)" lautet. Auf Ge-
suche, die vor dem Inkrafttreten des AIG eingereicht worden sind, mithin auch 
auf das vorliegende Gesuch um Familiennachzug, bleibt indes das bisherige 
Recht anwendbar (Art. 126 Abs. 1 AIG; vgl. auch Urteil BGer 2C_167/2018 vom 
9.8.2018 Erw. 2). Zitiert wird in diesem Entscheid das bis zum 31. Dezember 
2018 gültig gewesene AuG.

2.2 Es ist unbestritten, dass das Gesuch des Beschwerdeführers um Nachzug 
seines brasilianischen Sohnes in die Schweiz nach Art. 44 AuG zu prüfen ist. 
Durch die Vorinstanzen nicht weiter in Frage gestellt wurde die Erfüllung der Vor-
aussetzungen, dass der Beschwerdeführer über eine gültige Aufenthaltsbewilli-
gung verfügt, der Sohn bei Gesuchseinreichung noch nicht 18-jährig war, er beim 
Nachzug bei der Familie des Beschwerdeführers wird wohnen können und der 
Nachzug auch finanziell tragbar wäre (vgl. Art. 44 AuG). 

2.3.1 Sind die Voraussetzungen nach Art. 44 AuG erfüllt, kann eine Aufenthalts-
bewilligung im Familiennachzug erteilt werden. Anders als beim Familiennachzug 
gemäss Art. 42 und 43 AuG hat der Gesetzgeber - abweichend vom Entwurf des 
Bundesrates - einen Nachzugsanspruch bewusst nicht gewährt. Vielmehr liegt 
der Entscheid über die Bewilligung des Familiennachzugs gemäss Art. 44 AuG 

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im Ermessen der zuständigen Behörde, das pflichtbewusst auszuüben ist (BGE 
137 I 284 Erw. 1.2 und 2.6; Spescha: OFK-Migrationsrecht, AuG Art. 44 N 1). 
Dieser Unterschied zu Art. 42 und 43 AuG ergibt sich daraus, dass Art. 44 AuG 
in erster Linie auf Personen zugeschnitten ist, die selber keinen Anspruch auf 
Erneuerung ihres zeitlich befristeten Anwesenheitstitels haben. Haben die im 
Inland wohnhaften Ausländer selber keinen Anspruch auf Aufenthalt, sollen sie 
auch keinen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Familiennachzug haben.

2.3.2 Anders sieht es aus für diejenigen Ausländer, die einen gefestigten Aufent-
haltsanspruch haben, da sie - etwa als Ehepartner einer Schweizer Bürgerin - 
selber einen Anspruch auf Erneuerung ihrer Aufenthaltsbewilligung haben (vgl. 
Art. 42 AuG; Caroni, in Caroni/Gächter/Thurnherr, Stämpflis Handkommentar 
zum AuG, Vorb. Art. 42-52 Rz. 56) und sich deshalb nach der bundesgericht-
lichen Praxis für den Familiennachzug zusätzlich auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV 
berufen können. Diesfalls haben die Behörden nicht nur pflichtgemäss nach 
Art. 44 AuG über das Nachzugsbegehren zu entscheiden. Es müssen mit Blick 
auf die aus Art. 8 EMRK und Art. 13 BV abgeleiteten Rechte vielmehr auch gute 
Gründe gegeben sein, um den begehrten Nachzug zu verweigern.

Demnach ist laut Bundesgericht auch unter Anwendung von Art. 44 AuG für den 
Ausländer mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht ein Anspruch auf Nachzug der 
Kinder gestützt auf Art. 8 EMRK und Art. 13 BV gegeben, wenn (1) dieser mit 
seinen Kindern zusammenleben will (vgl. Art. 44 lit. a AuG), (2) eine bedarfs-
gerechte Wohnung vorhanden ist (Art. 44 lit. b AuG), (3) die Familie nicht auf 
Sozialhilfe angewiesen ist (Art. 44 lit. c AuG), (4) der Nachzug bei Kindern über 
zwölf Jahren innerhalb von zwölf Monaten bzw. bei Kindern unter zwölf Jahren 
innerhalb von fünf Jahren geltend gemacht wird (Art. 47 Abs. 1 und 3 AuG bzw. 
Art. 73 VZAE) und (5) der Nachzug nicht in klarer Missachtung des Wohls sowie 
der familiären Bindungen des Kindes erfolgen soll, wobei auch die bisherige 
Beziehung zwischen den nachziehenden Eltern und den Kindern sowie die 
Betreuungsmöglichkeiten in der Schweiz zu berücksichtigen sind. Zudem darf 
(6) die Wahrnehmung des Anspruchs nicht rechtsmissbräuchlich erscheinen und 
(7) kein Widerrufsgrund nach Art. 62 AuG vorliegen. Bei einem - vorliegend nicht 
relevanten - Nachzug ausserhalb der in Art. 47 Abs. 1 AuG und Art. 73 Abs. 1 
VZAE angegebenen Fristen müssen zudem wichtige familiäre Gründe geltend 
gemacht werden (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 284 Erw. 2 m.w.H.; BGE 139 I 330 
Erw. 2.4.1).

2.4 Für das Nachzugsalter, mithin die Frage, ob das nachzuziehende Kind 
unter 18 Jahren ist, ist der Zeitpunkt der Gesuchseinreichung massgeblich (BGE 
136 II 497 Erw. 3.7; Urteil BGer 2C_86/2018 vom 9.2.2018 Erw. 3). Für die Frage 

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hingegen, ob Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV für die Gesuchsprüfung beachtlich ist, 
ist der Zeitpunkt der Prüfung massgeblich. Ist das Kind im Zeitpunkt der Prüfung 
des Nachzugsgesuches bereits volljährig und liegt aufgrund der Umstände kein 
besonderes Abhängigkeitsverhältnis vor, kann sich der Gesuchsteller nicht auf 
das in Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV verankerte Recht auf Achtung des 
Familienlebens berufen, auch wenn die nachsuchende Person über ein gefestig-
tes Anwesenheitsrecht verfügt (BGE 129 II 11 Erw. 2; BGE 130 II 137 Erw. 2.1; 
Urteile BGer 2C_29/2014 vom 10.11.2014 Erw. 1.1; 2D_58/2014 vom 15.8.2014 
Erw. 2.1).

2.5 Besteht kein Anspruch auf Familiennachzug, liegt die Erteilung der Be-
willigung im pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Sie hat bei der Ermes-
sensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse so-
wie den Grad der Integration der Ausländer und Ausländerinnen zu berücksichti-
gen (Art. 96 AuG). Steht wie beim Familiennachzug die erstmalige Bewilligung 
zur Prüfung, ist weniger der Grad, als vielmehr die Chance der Integration zu 
berücksichtigen; es ist eine Integrationsprognose vorzunehmen (vgl. Spescha, 
a.a.O., Art. 96 N 5; Schindler, in: Caroni/Gächter/Thurnherr, Stämpflis Hand-
kommentar zum AuG, Art. 96 Rz. 14). Schliesslich ist zu bedenken, dass der 
Familiennachzug stets eine Kompromisslösung zwischen den konträren An-
liegen, einerseits das Familienleben zu gestatten und andererseits die Ein-
wanderung zu begrenzen, darstellt (Urteil BGer 2C_132/2016 vom 7.7.2016 
Erw. 2.2.1 m.V.a. AB 2004 N 739 ff., 2005 S. 305 ff.; Caroni, a.a.O., Vorb. 
Art. 42-42 Rz. 1 ff.). 

3.1 Der Beschwerdeführer hat das Gesuch um Nachzug seines Sohnes innert 
Jahresfrist nach dem Zuzug in die Schweiz gestellt. Der am 1999 geborene Sohn 
war im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung vom 1. Juli 2016 (vgl. Ingress Bst. B) 
ca. 16 ½ jährig, mithin erfolgte die Gesuchseinreichung fristgerecht. Zwischen-
zeitlich ist der Sohn volljährig geworden, weshalb er sich grundsätzlich nicht 
mehr auf den Schutz des Familienlebens (Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV) berufen 
kann. Um dem Einzelfall gerecht zu werden, gilt es aber insbesondere nachfol-
gende Erwägungen zu berücksichtigen.

3.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Nachzugsgesuch sei im Mai re-
sp. Juli 2016 eingereicht worden, mithin dauere das Verfahren bereits rund drei 
Jahre. Dies sei für einen Familiennachzug aussergewöhnlich lange. Diese lange, 
nicht vom Beschwerdeführer zu verantwortende Verfahrensdauer dürfe nicht zu 
seinen Lasten ausfallen. Hierbei gibt er insbesondere zu bedenken, dass sich 
das Amt für Migration in einem ersten Schritt einzig auf die Prüfung der wirt-

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schaftlichen Situation des Beschwerdeführers beschränkt habe und die weiteren 
Umstände, namentlich etwa die Integrationsprognose oder die Motivation für den 
Nachzug gänzlich ungeprüft gelassen habe. 

3.2.2 Der mit einer Schweizer Bürgerin verheiratete Beschwerdeführer zog am 
23. Juni 2015 mit seiner Ehefrau und den zwei Töchtern (beide Schweizer Bürge-
rinnen) in die Schweiz. Innert eines Jahres stellte er das Gesuch um Nachzug 
seines brasilianischen Sohnes. Der Sohn war im Zeitpunkt der Gesuchstellung 
rund 16 ½ Jahre alt. Das Gesuch erfolgte somit nicht kurz vor Eintritt der Voll-
jährigkeit des Sohnes, sondern innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist 
von einem Jahr und rund 1 ½ Jahre vor Eintritt der Volljährigkeit. 

Es bestehen keinerlei Hinweise, dass das Gesuch rechtsmissbräuchlich einge-
reicht worden wäre. Der Sohn lebte zu Beginn mit seinen Eltern zusammen. 
Nach deren Trennung war er bei der Mutter, wobei er die Zeit unter der Woche 
beim Vater resp. dessen Familie verbrachte (vgl. VGE III 2017 191 vom 
26.1.2018). Mithin ist unbestritten, dass stets auch eine enge Vater-Sohn-
Beziehung bestand. Gemäss ausdrücklicher Aussage war es denn auch der 
Wunsch des Sohnes, zum Vater in die Schweiz zu ziehen, als dessen Familie in 
die Schweiz übersiedelte. Die Schweiz kannte er bereits damals aus einem 
Besuch in der Schweiz 2013 und 2015. Den Wunsch, in die Schweiz zum Vater 
zu ziehen, unterstützte auch die leibliche Mutter, welche den Visa-Antrag mit-
unterzeichnete. Aus den Gesuchsunterlagen des Beschwerdeführers und dessen 
Schweizer Ehefrau erhellt sodann, dass es dem Wunsch der ganzen Familie ent-
sprach, dass der Sohn bei seinem Vater und der Familie in der Schweiz 
aufwachsen soll. 

3.2.3 Bis zum Erlass der ersten Verfügung am 26. Oktober 2016 dauerte es 
knapp vier Monate, was nicht als übermässig bezeichnet werden kann. Der erste 
Rechtsmittelentscheid erging am 19. September 2017, knapp ein Jahr später, 
wobei der Schriftenwechsel bereits am 24. Februar 2017 abgeschlossen war. 
Der Verwaltungsgerichtsentscheid erging am 26. Januar 2018 und verlangte eine 
Abklärung der Integrationsprognose. Aus den Akten ergibt sich, dass zu diesem 
Zwecke eine Befragung des Sohnes am 18. Juli 2018 durchgeführt und dem 
Beschwerdeführer hierzu das rechtliche Gehör gewährt wurde. Die Verfügung 
des Amtes für Migration erging dann am 19. Dezember 2018, der Rechtsmitte-
lentscheid des Regierungsrates am 4. Juni 2019.

Art. 10 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) ver-
langt von den Vertragsstaaten, dass von einem Kind oder seinen Eltern zwecks 
Familienzusammenführung gestellte Anträge auf Einreise in einen Vertragsstaat 

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oder Ausreise aus einem Vertragsstaat von den Vertragsstaaten wohlwollend, 
human und beschleunigt bearbeitet werden. Allgemein ergibt sich das Gebot des 
beschleunigten Verfahrens ebenso aus Art. 29 Abs. 1 BV. Ob ein Verfahren um 
Nachzug eines Kindes ungebührlich lange ist, kann nicht allgemein beantwortet 
werden. Im Urteil BGer 2A.414/2001 vom 5. Februar 2002 Erw. 5b/bb hat das 
Bundesgericht die Frage offen gelassen, gleichzeitig aber festgestellt, dass zwei 
Jahre für ein Familiennachzugverfahren als relativ lange zu bezeichnen sind. 
Gemäss Urteil BGer 2A.414/2001 vom 5. Februar 2002 Erw. 5b/bb sind auch 
neun Monate Verfahrensdauer vor erster Instanz auffällig (vgl. auch Urteile BGer 
2C_992/2016 vom 3.4.2017 Erw. 5.2; 2C_97/2013 vom 26.8.2013 Erw. 3.1.4; 
2C_669/2012 vom 5.5.2013 Erw. 3.5; 2C_757/2009 vom 6.5.2010 Erw. 6).

Eine absichtliche Verfahrensverschleppung der Vorinstanzen ist nicht ersichtlich. 
Auch die Tatsache, dass aus den Akten über längere Zeiträume keine Verf-
ahrensschritte erkenntlich sind, vermag nicht zu belegen, dass das Verfahren 
offenkundig verschleppt worden wäre. Auch erhellt aus den Akten nicht, dass der 
Beschwerdeführer während des Verfahrens eine beförderliche Behandlung ab-
gemahnt hätte. Insgesamt kann dennoch festgehalten werden, dass eine Ver-
fahrensdauer von bislang drei Jahren für ein Nachzugsgesuch eines Kindes, bei 
dem den Betroffenen keine Verletzung der Mitwirkungspflicht vorgeworfen wer-
den kann, doch relativ lange erscheint. Allerdings würde nach der Rechtspre-
chung auch eine allfällige Verletzung des Beschleunigungsgebots nicht ohne 
Weiteres zu einem Anspruch auf Familiennachzug führen (vgl. Urteile BGer 
2C_97/2013 vom 26.8.2013 Erw. 3.1.4; 2C_757/2009 vom 6.5.2010 Erw. 6; 
2A.414/2001 vom 5. Februar 2002 Erw. 5b/bb).

3.2.4 Vorliegend hat sich die lange Verfahrensdauer aber zu Ungunsten des 
Beschwerdeführers ausgewirkt, weshalb sie dennoch zu beachten ist. 

Wie erwähnt, wurde das Gesuch rund 1 ½ Jahre vor Erreichen des 18. Alters-
jahres des Sohnes eingereicht, mithin nicht kurz vor Volljährigkeit. Auch sonst 
bestehen keinerlei Hinweise für ein rechtsmissbräuchlich eingereichtes Gesuch. 
Der erste ablehnende Rechtsmittelentscheid erging noch vor Erreichen der Voll-
jährigkeit des Sohnes. Dabei wurde - auch in VGE III 2017 191 - der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung zu wenig Beachtung geschenkt, dass sich der über 
ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügende Beschwerdeführer bis dahin auf 
Art. 8 EMRK resp. Art. 13 BV berufen konnte und der Entscheid über den Fami-
liennachzug auch nach Art. 44 AuG nicht ein reiner Ermessensentscheid war. 
Mithin hätten damals gute Gründe gegeben sein müssen, um den anbegehrten 
Nachzug zu verweigern (vgl. oben 2.3.2). Solche liegen dann vor, wenn die Be-
troffenen die Bewilligungsvoraussetzungen von Art. 44 AuG nicht erfüllen oder 

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Erlöschensgründe im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AuG bestehen (BGE 139 I 330 
Erw. 2.4.1; oben Erw. 2.3.2). Dass die Voraussetzungen von Art. 44 AuG damals 
erfüllt waren, ist unbestritten. Dass Erlöschensgründe im Sinne von Art. 51 
Abs. 2 AuG bestehen würden, wurde zu keiner Zeit geltend gemacht und er-
schliesst sich auch aus den Akten nicht. Dennoch wurde das Gesuch aufgrund 
einer Interessenabwägung als Ermessensentscheid abgelehnt, weil die Integra-
tionsprognose negativ sei. Da dies ohne weitere Abklärungen angenommen wur-
de, wurde der Entscheid aufgehoben und für weitere Abklärungen zurückgewie-
sen. Zwischenzeitlich erreichte der Sohn die Volljährigkeit und das Verfahren 
dauerte weitere rund 1 ½ Jahre. 

3.2.5 Auch wenn in casu nicht offenkundig eine Verletzung des Beschleuni-
gungsgebotes vorliegt, eine solche auch nicht ohne Weiteres Anspruch auf 
Nachzug gäbe, gilt es bei der Gesuchsprüfung dennoch zu beachten, dass das 
Verfahren relativ lange dauerte und ein Anspruch auf Nachzug aus Art. 44 AuG 
i.V.m. Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV bei Gesuchseinreichung gegeben war.

3.3 Mit VGE III 2017 191 vom 26. Januar 2018 wurde das Amt für Migration 
beauftragt, Abklärungen betreffend die Chance des Sohnes auf Integration zu 
treffen. Aus den Akten erhellt hierzu einzig, dass der Sohn rund ½ Jahr später 
auf dem Konsulat in Brasilien befragt wurde (AFM-act. 138 betreffend Sohn). 
Weitere Abklärungen, etwa der den Sohn in der Schweiz erwartende Umstände, 
die Deutschkenntnisse des Vaters oder der Anerkennung der brasilianischen Bil-
dungszeugnisse in der Schweiz, sind nicht erfolgt. Auch was die Sprachkenntnis-
se des Sohnes selbst betrifft, besteht keine Klarheit. Er selber verweist auf einen 
in der Schweiz besuchten Deutschkurs und erklärt, Grundkenntnisse zu haben, 
etwas Hochdeutsch zu verstehen. Aus der Befragung ergibt sich aber nicht, dass 
versucht worden wäre, Deutsch mit ihm zu sprechen; eine Dritteinschätzung sei-
ner Deutschkenntnisse liegt nicht vor. Mithin basiert die vorinstanzliche Einschät-
zung einer negativen Integrationsprognose weiterhin primär auf Annahmen. Auf 
der anderen Seite handelt es sich auch bei den Ausführungen des Beschwerde-
führers bloss um eine Einschätzung. Allerdings erscheint es glaubhaft, dass die 
ganze Familie gewillt ist, den Sohn bei sich aufzunehmen und ihn in der Schweiz 
zu integrieren. Dass im Familienverbund die Chance grösser ist, Deutsch zu ler-
nen, auch wenn der Vater portugiesischer Muttersprache ist, ist nachvollziehbar. 
Dass die Ehefrau des Beschwerdeführers Erziehungswissenschaften studiert hat 
(AFM-act. betreffend Beschwerdeführer 40, 32, 27) und ihr die Bedeutung 
sprachlicher Gewandtheit für eine gute Integration bewusst sein dürfte, kann 
ebenfalls in die Überlegungen einbezogen werden. Zudem stand der Sohn im 
Zeitpunkt der Befragung im letzten Jahr des Gymnasiums. Anschliessend steht 

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so oder anders ein neuer Lebensabschnitt bevor. Es kann dies - trotz zwischen-
zeitlich erreichter Volljährigkeit - auch als Chance gesehen werden, sich in der 
Familie des Vaters im Ausland zu integrieren. Nicht zu bestreiten ist sodann, 
dass Integration bisweilen insbesondere über den Sport erfolgt und der Sohn 
sportlich aktiv ist und auch in seinen bisherigen Schweiz-Aufenthalten über den 
Sport Zugang zur Bevölkerung erhielt. Dass es sich dabei nicht um enge Freund-
schaften handeln könne, nehmen die Vorinstanzen an, ohne dies abgeklärt zu 
haben. Weder wurde der Sohn selbst noch die Eltern eingehender nach be-
stehenden Kontakten gefragt. Auch wenn die vom Regierungsrat bereits 2017 
geäusserten Bedenken grundsätzlich berechtigt sind, so haben sich diese durch 
die Befragung des Sohnes als einzige Abklärungshandlung nicht weiter verstärkt. 
Anderseits sind die intakte Familie und das auch deutschsprachige Umfeld eben-
so unbestritten wie der ausgesprochene Wille, sich zu integrieren. Ebenso be-
stehen aufgrund früherer Kontakte sowie des bestehenden Schulabschlusses 
Anzeichen, dass der Sohn auch fähig ist, sich trotz Volljährigkeit zu integrieren. 
Mithin kann die negative Integrationsprognose so nicht bestätigt werden.

3.4 Abgelehnt wurde das Nachzugsgesuch auch, weil es primär wirtschaftlich 
motiviert sei. Hierbei wird in erster Linie auf die Befragung des Sohnes ver-
wiesen. 

Dem Sohn wurden am 18. Juli 2018 verschiedene vorbereitete Fragen gestellt. 
Zumindest in der deutschen Übersetzung (AFM-act. zum Sohn 138) sind nicht di-
rekt seine Antworten wiedergegeben, sondern eine Aussage in der dritten Person 
(z.B. "7. Beschreiben Sie Ihr Verhältnis zu Ihren Halbgeschwistern. Er versteht 
sich sehr gut mit den zwei Halbschwestern"). Aufgrund dieser notierten Antwor-
ten kann nicht bestritten werden, dass sich der Sohn aus dem Nachzug auch 
bessere Möglichkeiten als in Brasilien erhofft. Diese Hoffnung ist durchaus nach-
vollziehbar. Es wäre wohl wenig glaubhaft, hätte er diese Hoffnung nicht ausge-
drückt. Dass wirtschaftliche Erwägungen bei einem Nachzug eine Rolle spielen 
dürfen, ist indes anerkannt (vgl. BGE 137 I 284 Erw. 2.3.1). Das Gesuch darf 
aber nicht rechtsmissbräuchlich sein, wirtschaftliche Gründe dürfen nicht den 
Hauptgrund darstellen. Diesbezüglich ist vorliegend zu berücksichtigen, dass das 
Gesuch frühzeitig bereits 2016 gestellt wurde. Der Sohn sagte auch aus, es sei 
klar sein Wunsch gewesen, zum Vater in die Schweiz zu ziehen. Dabei spielen 
die ggfs. besseren wirtschaftlichen Aussichten eine Rolle. Es ist aber auch 
glaubhaft, dass sich der Sohn, der vor dem Umzug des Vaters in die Schweiz un-
ter der Woche bei diesem und dessen Familie lebte, auch mit der ganzen Familie 
und insbesondere dem Vater verbunden fühlt und zusammen mit diesem leben 
möchte. Dabei mag auch eine Rolle spielen, dass er in Brasilien nicht bei der 

12

Mutter, sondern der Grossmutter lebt. Dass sich die Akzente zwischenzeitlich 
gegebenenfalls verschoben und sich der Sohn auch Gedanken über seine beruf-
liche Zukunft macht, ist nachvollziehbar. Dass die Motivation indes nicht zeitnah 
zum Gesuch geklärt wurde, darf ihm aufgrund der besonderen Umstände dieses 
Einzelfalles nicht zum Nachteil gereichen. Da zudem auch verschiedene An-
haltspunkte für die Motivation "Familienvereinigung" sprechen (schon früher enge 
Bindung zum Vater, durchwegs enge Kontakte, gegenseitige Besuche, Unter-
stützung des Nachzuges durch leibliche Mutter, auch zugegebenermassen gute 
Beziehung zur Stiefmutter und den Halbgeschwistern sowie frühe Gesuchstel-
lung noch während der Schulzeit), kann nicht bestätigt werden, dass der Nach-
zug in der Hauptsache oder stark überwiegend wirtschaftlich motiviert sein soll. 
Wenn dies aber nicht eindeutig feststeht, so muss dies im konkreten Einzelfall 
aufgrund der Umstände zu Gunsten des Beschwerdeführers in die Erwägungen 
einbezogen werden.

4. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Chancen des Sohnes des 
Beschwerdeführers auf eine soziale und berufliche Integration in der Schweiz 
nicht als schlecht beurteilt werden müssen. Auch bestehen keine klaren Anzei-
chen, dass der Nachzug des Sohnes, insbesondere im Zeitpunkt der Gesuchstel-
lung, in erster Linie wirtschaftlich motiviert war und nicht die Bildung einer Fami-
liengemeinschaft des Vaters mit dem Sohn im Vordergrund stand und steht. Bei 
dieser Betrachtung wird im Sinne der Einzelfallgerechtigkeit mitberücksichtigt, 
dass das Gesuch fristgerecht und ohne jegliche Anzeichen betreffend Rechts-
missbrauch eingereicht wurde, das gesamte Verfahren relativ lange dauerte und 
der über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügende Beschwerdeführer 
während den ersten rund 1 ½ Jahren auf den Nachzug des minderjährigen Soh-
nes gemäss Art. 44 AuG einen Anspruch aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV hatte. 
Die Beschwerde erweist sich damit als begründet und ist gutzuheissen. Das Ge-
such um Nachzug des Sohnes wird bewilligt.

5.1 Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten von 
Fr. 1'500.-- (inkl. Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) dem Kanton 
auferlegt.

5.2 Nachdem der beanwaltete Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren 
obsiegt, ist ihm zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung zuzuspre-
chen (§ 74 Abs. 1 VRP). Die Parteientschädigung ist in Beachtung des kantona-
len Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 
1975, welcher für das Honorar im Verfahren vor Verwaltungsgericht in § 14 einen 
Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 

13

des Gebührentarifs enthaltenen Kriterien sowie in Ausübung des pflichtgemäs-
sen Ermessens auf insgesamt Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) festzu-
setzen.

5.3 Mit der Beschwerdegutheissung und Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides ist auch Dispositiv Ziff. 2 des vorinstanzlichen Entscheids hinsichtlich 
der Kostenfolge aufgehoben. Überdies ist dem Beschwerdeführer für das regie-
rungsrätliche Verfahren eine Entschädigung zuzusprechen, welche in Beachtung 
von § 15 GebTRA auf Fr. 1'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) festgesetzt wird. 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Regierungsratsbeschluss 
Nr. 394/2019 vom 4. Juni 2019 sowie die Verfügung des Amtes für Migra-
tion vom 19. Dezember 2018 aufgehoben und das Gesuch um Familien-
nachzug für D.________, geb. 1999, wird bewilligt.

2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- (Gerichtsgebühr, 
Kanzleikosten und Barauslagen) werden dem Kanton auferlegt. Auf die 
kantonsinterne Verrechnung wird verzichtet. Der vom Beschwerdeführer 
am 15. Juli 2019 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- wird ihm aus 
der Gerichtskasse zurückerstattet.

3. Der Kanton hat dem anwaltschaftlich vertretenen, obsiegenden Beschwer-
deführer eine Parteientschädigung zu leisten in der Höhe von Fr. 2'000.-- 
(inkl. Barauslagen und MwSt) für das vorliegende Verfahren sowie in der 
Höhe von Fr. 1'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) für das Verwaltungs-
beschwerdeverfahren vor Regierungsrat.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, erhoben werden, sofern das Bundesrecht oder das Völker-
recht einen Bewilligungsanspruch einräumt (Art. 42 und 82ff., insbesondere 
Art. 83 lit. c Ziffer 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG, 
SR 173.110).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann innert 30 Tagen seit Zustellung Verfassungsbeschwerde* 
erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt 
werden (Art. 113ff. BGG). Bei gleichzeitiger ordentlicher Beschwerde sind 
beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen.

5. Zustellung an:

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R)

- das Amt für Migration (EB)

- den Regierungsrat des Kantons Schwyz (EB)

- und das Staatssekretariat für Migration, SEM, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 29. August 2019

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Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 10. September 2019