# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d0ece40-c493-5549-94cb-55c017104d57
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.06.2014 IV 2013/501
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-501_2014-06-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/501

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 10.06.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 10.06.2014
Art. 28 IVG: Rentenanspruch. Beweiswürdigung Gutachten. Bestimmung der 
Vergleichseinkommen (Valideneinkommen gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV; 
Invalideneinkommen gestützt auf LSE-Tabelle T7S ermittelt).(Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2014, IV 
2013/501). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2014.

Entscheid Versicherungsgericht, 10.06.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin 

Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 10. Juni 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Mullis, ME Advocat AG, 

Hauptstrasse 17, 9422 Staad SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ sprach die IV-Stelle am 6. Januar 1988 für das Geburtsgebrechen Nr. 183 

(Hüftgelenksdysplasie links, act. G 5.5-3) medizinische Massnahmen für die Dauer vom 

10. November 1987 bis 31. Dezember 1989 zu (act. G 5.7). Zur Behandlung der 

Geburtsgebrechen Nr. 208 und 209 (Micrognathia inferior congenita und Mordex 

apertus congenitus, act. G 5.10-4) gewährte die IV-Stelle am 10. Juli 1996 

medizinische Massnahmen (act. G 5.12).

A.b  Vom 8. Oktober bis 3. Dezember 2004 befand sich die Versicherte in der B.___, 

Milieutherapeutische Institution zur Behandlung akuter Psychosen. Die dort 

behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine Anpassungsstörung 

im Sinn einer adoleszenten Krise mit vorwiegend depressiver Symptomatik (ICD-10: 

F43.2), DD: Verdacht auf eine beginnende emotional instabile Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F60.31; Austrittsbericht vom 15. März 2005, act. G 5.51). Am 6. Januar 2005 

meldete sich die Versicherte wegen schwerer Depression, Status nach Suizidversuch 

und Lehrabbruch zum Bezug von IV-Leistungen für Versicherte vor dem 20. Altersjahr 

an (act. G 5.16). Die behandelnde Psychologin Dr. phil. C.___ diagnostizierte im Bericht 

vom 31. Mai 2005 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Stress disorder bei Status 

nach psychotraumatischer Belastungssituation (PTBS) mit Borderline Entwicklung 

(Mehrfachvergewaltigung mit 16,5 Jahren in stark alkoholisiertem Zustand durch 

ausländische junge Männer); Panikattacken, internalisierter Schuldkomplex, Sozial-

Phobie, massive generalisierte Versagensängste (ICD-10: F41.1). Die Ausübung einer 

beruflichen Tätigkeit sei nicht möglich (act. G 5.31).

A.c  Die Versicherte beantragte in der Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen für 

Erwachsene vom 4. November 2005 (Datum Posteingang IV-Stelle) eine "zeitliche 

Rente" (act. G 5.39).

A.d  Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 13. Februar und 8. Mai 2006 von 

Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. Im 

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Gutachten vom 18. Juni 2006 diagnostizierte der Experte eine leichte depressive 

Episode (ICD-10: F32.0), eine (sekundäre) Polytoxikomanie, zurzeit teilweise abstinent 

(ICD-10: F19.2), sowie einen Verdacht auf eine emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.3). Die Versicherte absolviere zurzeit eine Lehre 

zur Kosmetikerin. Eine Ausbildungsfähigkeit liege grundsätzlich vor. Die 

Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft betrage 75% (act. G 5.59). Per August 2006 

brach die Versicherte den zweiten Einstieg in die Ausbildung zur Kosmetikerin ab 

(Bericht des Berufsberaters 18. Dezember 2006, act. G 5.69).

A.e  Vom 15. Januar bis 8. Februar 2007 nahm die Versicherte an einer beruflichen 

Abklärung in der BEFAS Appisberg teil. Die Abklärungspersonen führten im 

Schlussbericht vom 27. Februar 2007 aus, die Versicherte habe sich sehr arbeitswillig 

und auch ausdauernd gezeigt. Insbesondere im Bürobereich habe sie Motivation und 

Freude beim Erlernen berufsbezogener Fertigkeiten entwickelt. Für eine Ausbildung im 

Bürobereich könne eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestätigt werden, wobei der 

berufliche Einstieg unter Berücksichtigung der psychiatrischen Beurteilungen 

zumindest initial in einer geeigneten Institution angezeigt sei. Die Versicherte sei 

eingliederungsfähig und auch eingliederungswillig. Als Vorbereitungsmassnahme für 

die angestrebte Büroausbildung schlugen die Abklärungspersonen eine dreimonatige 

vertiefte Abklärung im Bürobereich bei der Stiftung Z.___ vor (act. G 5.80). Am 13. März 

2007 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung bei der 

Stiftung Z.___ für die Dauer vom 5. März bis 31. Mai 2007 (act. G 5.82). Die 

Abklärungspersonen der Stiftung Z.___ schlossen auf eine gute Eignung der 

Versicherten für den Bürobereich und empfahlen im Abschlussbericht vom 30. Mai 

2007, dass die Versicherte vor Beginn der vom 20. August 2007 bis 19. August 2010 

dauernden kaufmännischen Ausbildung zur Vorbereitung ein Arbeitstraining (5. Juni bis 

19. August 2007) absolvieren solle (act. G 5.87). Am 7. Juni 2007 erteilte die IV-Stelle 

Kostengutsprache für erstmalige berufliche Ausbildung (Mehrkosten der erstmaligen 

Ausbildung in Form der Vorbereitung und des 1. Lehrjahrs zur Kauffrau Profil B bei der 

Stiftung B.___) für die Dauer vom 1. Juni 2007 bis 31. Juli 2008 (act. G 5.90). Mit 

Zwischenbericht vom 23. November 2007 hielt der Berufsberater der IV-Stelle fest, das 

bisherige Ziel (kurze Vorbereitungsphase sowie 1. Lehrjahr zur Kauffrau) könne nicht 

weiterverfolgt werden, da die Versicherte ab Juli 2007 nur noch sehr unregelmässig am 

Arbeitsplatz erschienen sei. Es sei allen Beteiligten klar, dass die bestehende 

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Massnahme in eine Vorbereitungsphase auf eine erstmalige berufliche Ausbildung 

abgeändert werden müsse. Die gesundheitlichen Schwierigkeiten und die Angst der 

Versicherten, wieder in die Ausbildung zurückzukehren, hätten zu einem Aufenthalt 

(September bis Mitte Oktober 2007) in der psychiatrischen Klinik E.___ geführt. In der 

verbleibenden Zeit bis August 2008 müsse die Versicherte eine Vorbereitungsphase 

absolvieren, um den zukünftigen Schulstoff aufzuarbeiten (act. G 5.100). Am 

21. Dezember 2007 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für die Mehrkosten der 

Wiederaufnahme der Vorbereitungsphase Kauffrau Profil B bei der F.___ für die Dauer 

vom 7. Januar bis 31. Juli 2008 (act. G 5.106). Gestützt auf entsprechende Berichte der 

F.___ und des Berufsberaters (act. G 5.110 f.) gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache 

für die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung zur Kauffrau in der F.___ für 

die Dauer vom 1. August 2008 bis 31. Juli 2009 (Mitteilung vom 13. August 2008, act. 

G 5.114). Wegen gehäufter Absenzen wurde der Lehrvertrag mit der F.___ aufgelöst 

(vgl. act. G 5.139-7). Gestützt auf einen entsprechenden Bericht des Berufsberaters 

vom 23. Juli 2009 (act. G 5.126) erteilte die IV-Stelle nochmals Kostengutsprache für 

die Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung zur Kauffrau, nunmehr an der 

G.___ für die Dauer vom 10. August 2009 bis 30. Januar 2010 (1. Semester; Mitteilung 

vom 6. August 2009, act. G 5.132), verbunden mit Auflagen (vgl. act. G 5.139-7).

A.f   Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 15. Dezember 2009 führte 

der Berufsberater aus, es sei nicht möglich, die Versicherte mittels einer Ausbildung 

nachhaltig in den Arbeitsprozess einzugliedern. Ihre psychische Verfassung sei derart 

instabil und ungünstig, dass die Weiterführung der beruflichen Massnahme zur Zeit 

nicht sinnvoll sei. Geplant sei nun ein Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik. Eine 

weitere Abklärung der Eingliederungs- und Ausbildungsfähigkeit sei erst nach diesem 

Aufenthalt sinnvoll (act. G 5.140). Mit Verfügung vom 18. Dezember 2009 hob die IV-

Stelle die Mitteilung vom 6. August 2009 per 8. Dezember 2009 auf und stellte die 

Taggeldzahlung per gleichen Datums ein (act. G 5.142). Vom 27. Dezember 2009 bis 

17. Februar 2010 befand sich die Versicherte zur stationären Behandlung in der Klinik 

H.___ Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit 

Suizidalität (ICD-10: F32.1), einen Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

abhängigen, emotional instabilen Anteilen (ICD-10: F63.0), Störungen durch Kokain und 

Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F19.2), Probleme durch sexuellen Missbrauch 

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in der Kindheit und Jugend ausserhalb der engen Familie (ICD-10: Z61.5) sowie 

anamnestisch bekannte kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen 

(ICD-10: F92). Aus heutiger Sicht benötige die Versicherte eine Entzugs- und 

Entwöhnungsbehandlung, um eine weitere vertiefte psychotherapeutische Behandlung 

eingehen zu können. Über den Zeitpunkt der Wiederaufnahme der begonnenen 

beruflichen Massnahme seien aktuell keine gesicherten Angaben möglich (act. 

G 5.147). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. G 5.153) verfügte die IV-

Stelle am 16. Juni 2010 die Abweisung des Leistungsgesuchs der Versicherten. Zur 

Begründung führte sie unter Hinweis auf die Schadenminderungs- und 

Mitwirkungspflicht aus, Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherten aus 

medizinischer Sicht eine klinikinterne Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung 

zugemutet werden könne, diese aber von ihr nicht angenommen worden sei (act. 

G 5.154). Diese Verfügung blieb unangefochten.

A.g  Am 17. August 2010 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 

(Massnahmen für die berufliche Eingliederung) bei der IV-Stelle an (act. G 5.155). 

Dr. med. I.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, teilte im Schreiben vom 8. Oktober 

2010 mit, die Versicherte habe um eine Kontrolle ihrer Abstinenz bezüglich illegaler 

Drogen gebeten. Die Abstinenz sei ab dem 23. Juni 2010 mit regelmässigen 

Urinkontrollen bestätigt worden. Die Versicherte habe sich von ihrem belastenden 

Milieuumfeld distanzieren und neue Tagesstrukturen finden können (act. G 5.160; vgl. 

auch Protokoll des Gesprächs zwischen dem RAD und Dr. I.___ vom 12. November 

2010, act. G 5.163). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 14. Januar 2011 mit, dass 

ihr Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten gewährt 

würden (act. G 5.168). Am 20. Januar 2011 wurde die Versicherte von RAD-Arzt 

Dr. med. J.___, u.a. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Im 

Abklärungsbericht vom 24. Januar 2011 führte der RAD-Arzt aus, die Versicherte sei 

derzeit zu 80% arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit solle in einem Vorbereitungskurs 

auch zur Tagesstrukturierung und zur Überprüfung der Belastbarkeit zu Grunde gelegt 

werden. Weitere Forderungen aus RAD-Sicht seien die Begleitung durch einen 

Fallmanager, die regelmässige psychotherapeutische ambulante Behandlung und 

durchgängig kontrollierte Drogenabstinenz durch entsprechend vom Hausarzt zu 

übernehmende, monatlich zweimal stattfindende Stichproben. Unter diesen 

Voraussetzungen könne aus psychiatrischer Sicht derzeit von einer vorwiegend 

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günstigen Prognose ausgegangen werden, so dass erwartet werden könne, dass die 

Versicherte nach Ausbildungsabschluss in der Lage sei, auf dem freien Arbeitsmarkt 

einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (act. G 5.170).

A.h  Die IV-Stelle gewährte am 26. April 2011 Kostengutsprache für die berufliche 

Abklärung vom 28. Februar bis 11. Juni 2011 bei der G.___ (act. G 5.176). Am 12. Mai 

2011 berichtete Dr. I.___, es bestehe zur Zeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

(act. G 5.180). Demgegenüber beurteilte der RAD-Arzt Dr. J.___ am 24. Mai 2011 die 

Situation der Versicherten aufgrund seiner Rückfragen bei den involvierten Stellen als 

stark gefährdet (act. G 5.183). In der Mitteilung vom 25. August 2011 erteilte die IV-

Stelle der Versicherten Kostengutsprache für die Mehrkosten der erstmaligen 

beruflichen Ausbildung zur Kauffrau EFZ, Profil B, bei der G.___ ab 13. Juni bis 

31. Dezember 2011 (act. G 5.194). Für die 2. Phase der erstmaligen beruflichen 

Ausbildung zur Kauffrau EFZ, Profil B, bei der G.___ (1. Januar bis 7. Juli 2012) erteilte 

die IV-Stelle am 23. Januar 2012 Kostengutsprache (act. G 5.221), nachdem dies vom 

RAD-Arzt und Berufsberater befürwortet worden war (act. G 5.205 und G 5.216). Der 

behandelnde Dr. med. K.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im 

Verlaufsbericht vom 4. Mai 2012 an, die Motivation und der Wille der Versicherten, eine 

Berufsausbildung abschliessen zu können, seien sehr hoch. Intermittierende Krisen mit 

starker psychomotorischer Begleitreaktion habe die Versicherte ohne Drogenrückfall 

und ohne neuerliche psychiatrische Hospitalisation überwinden können (act. G 5.234). 

Am 13. August 2012 verlängerte die IV-Stelle die Kostengutsprache für die erstmalige 

berufliche Ausbildung um die Dauer vom 8. Juli 2012 bis 31. Januar 2013 (act. 

G 5.241). Dr. M.___ bescheinigte der Versicherten ab 21. August 2012 bis auf Weiteres, 

vermutlich 14 bis 28 Tage, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (ärztliches Zeugnis vom 

27. August 2012, act. G 5.245). Im Rahmen eines Fürsorgerischen Freiheitsentzugs war 

die Versicherte vom 16. September bis 2. Oktober 2012 in der Psychiatrischen Klinik 

L.___ hospitalisiert. Zuvor war sie bereits vom 9. bis 10. September 2012 nach 

amtsärztlicher Zuweisung wegen akut psychotischem Zustandsbild eingewiesen 

worden. Im Austrittsbericht vom 2. November 2012 diagnostizierten die behandelnden 

medizinischen Fachpersonen eine akute polymorphe psychotische Störung mit 

Symptomen einer Schizophrenie: mit akuter Belastung (ICD-10: F23.11), eine 

kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-abhängigen, selbstunsicheren, 

zwanghaften und histrionischen Zügen (ICD-10: F61.0), eine posttraumatische 

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Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine atypische Anorexia nervosa (ICD-10: F50.1) 

sowie Störungen durch Kokain: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10: 

F14.20). Nach gut verlaufenen Belastungsurlauben habe die knapp kompensierte 

Versicherte den Wunsch nach Austritt in die alten Verhältnisse geäussert, dem bei 

fehlender akuter Selbst- oder Fremdgefährdung habe entsprochen werden müssen 

(act. G 5.254).

A.i   Im Schlussbericht vom 5. November 2012 führte der Berufsberater aus, in der

Vergangenheit seien unzählige Versuche durchgeführt worden, der Versicherten eine 

entsprechende Ausbildung zu ermöglichen, damit sie nachhaltig im ersten Arbeitsmarkt 

eingegliedert werden könne. Dies sei aus gesundheitlichen Gründen indessen nicht 

möglich. Die gesundheitliche Situation der Versicherten sei so invalidisierend, dass 

keine Ausbildung, auch längerfristig gesehen, absolviert werden könne. Die 

Erfahrungen der letzten Wochen und Monate würden dies sehr deutlich 

veranschaulichen. Aus Sicht der Berufsberatung rücke die Prüfung der Rentenfrage in 

den Vordergrund. Es bestehe keine effektive Verwertbarkeit der Arbeitsleistung und der 

Eingliederungsfähigkeit (act. G 5.252). Am 27. November 2012 hob die IV-Stelle die 

Mitteilung vom 13. August 2012 per 30. Oktober 2012 auf und bestimmte, dass das IV-

Taggeld bis zum letzten Eingliederungstag ausbezahlt werde; Abklärungen hätten 

ergeben, dass die erstmalige berufliche Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen per 

30. Oktober 2012 habe abgebrochen werden müssen (act. G 5.258).

A.j   RAD-Arzt Dr. J.___ vertrat in der Stellungnahme vom 23. Januar 2013 die 

Auffassung, die Versicherte verfüge derzeit nicht über eine Ausbildungsfähigkeit. Dies 

ergebe sich aus dem Verlauf seit August. Daran ändere auch eine Mitwirkungspflicht 

bezüglich Drogenabstinenz nichts. Das primäre Problem seien die 

Psychotraumatisierungen und die Persönlichkeitsstörung. Die Drogenproblematik sei 

nur als Folge anzusehen und stehe nicht im primären Fokus der Behandlung. Er 

empfahl die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens (act. G 5.261). Am 3. und 

14. Mai 2013 wurde die Versicherte von Dr. med. M.___, Facharzt u.a. für Psychiatrie 

und Psychotherapie, untersucht. Im psychiatrischen Gutachten vom 27. Mai 2013 

diagnostizierte der Experte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional 

instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: F60.31), eine Störung 

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durch Kokain, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F14.20), eine 

Störung durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent 

(ICD-10: F13.20) sowie eine Störung durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom, 

gegenwärtig Substanzgebrauch (aktive Abhängigkeit; ICD-10: F12.24). Die 

psychiatrische Erkrankung bewirke zwar deutliches Leiden und eine Einschränkung von 

Wohlbefinden und der Lebensqualität. Sie bewirke aber nicht in gleichem Mass 

Einschränkungen und Defizite der Leistungsfähigkeit. Gesundheitlich bedingte Defizite, 

die eine Ausbildung oder eine Arbeitstätigkeit grundsätzlich verhindern würden, seien 

nicht vorhanden. Es könne nicht zur Überzeugung gelangt werden, dass mehr als 

leichte gesundheitlich bedingte Leistungseinschränkungen und Leistungsdefizite 

anhaltend vorhanden seien. Krankheitsfremde Faktoren würden eine grosse Rolle für 

die Leistung in Ausbildung und Beruf spielen. Inkonsistenzen hätten Zweifel an dem 

von der Versicherten geltend Gemachten ergeben. Die krankheitsbedingte 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage 25%.

Wegen einer teilstationären Behandlung könne die Arbeitsfähigkeit derzeit nicht 

realisiert werden, sondern erst nach Abschluss der tagesklinischen Behandlung. 

Sowohl für die angestammte wie auch für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit 

verfüge die Versicherte ab Mai 2013 über eine 75%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 5.273). 

RAD-Arzt Dr. J.___ folgte der gutachterlichen Einschätzung (Stellungnahme vom 

30. Mai 2013, act. G 5.274).

A.k  Ausgehend von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 75% 

ermittelte die IV-Stelle einen 25%igen Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit 

Vorbescheid vom 21. Juni 2013 in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen (act. 

G 5.278). Dagegen erhob die Versicherte am 22. August 2013 Einwand und reichte den 

Austrittsbericht der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums N.___ vom 27. Juni 2013 

ein, wo sie vom 11. März bis 27. Juni 2013 behandelt worden war. Darin wurde der 

Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. G 5.279). Am 

5. September 2013 verfügte die IV-Stelle die Rentenabweisung. Die gutachterlich 

bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 75% gelte ab Mai 2013 als ausgewiesen. Zuvor seien 

im Rahmen von beruflichen Ausbildungsmassnahmen Taggeldleistungen ausgerichtet 

worden. Es lägen keine Anzeichen vor, dass zuvor ein invalidisierender 

Gesundheitsschaden bestanden habe. Den Vergleichseinkommen legte die IV-Stelle 

den Verdienst einer Kauffrau mit B-Profil zugrunde (act. G 5.281).

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B.    

B.a  Gegen die Verfügung vom 5. September 2013 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 3. Oktober 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen 

Rente. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur neuen Beurteilung 

zurückzuweisen. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, das Gutachten von 

Dr. M.___ sei nicht beweiskräftig. Der Gutachter habe lediglich am 27. Mai 2013 mit der 

behandelnden Psychologin ein telefonisches Gespräch geführt, die aktuellen 

medizinischen Unterlagen seien indessen nicht beigezogen worden. Sie sei nach wie 

vor zu 100% arbeitsunfähig (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. November 

2013 die Abweisung der Beschwerde. Es bestehe kein Grund, der den Beweiswert des 

psychiatrischen Gutachtens zu erschüttern vermöchte (act. G 5).

B.c  Mit Präsidialverfügung vom 18. November 2013 wird dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ab 

Replik entsprochen (act. G 6).

B.d  In der Replik vom 30. Dezember 2012 hält die Beschwerdeführerin unverändert an 

der Beschwerde fest (act. G 8). Sie reicht den Austrittsbericht der Psychiatrischen 

Klinik L.___ vom 7. August 2013 ein, wo sie vom 10. bis 31. Juli 2013 hospitalisiert war. 

Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen bescheinigten ihr bei Austritt bis 

auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 8.1).

B.e  Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. 

G 10).

Erwägungen:

1.

Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten. 

Dabei ist in zeitlicher Hinsicht darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin in der 

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(unangefochten gebliebenen) Verfügung vom 16. Juni 2010 das Begehren der 

Beschwerdeführerin um IV-Leistungen (u.a. Rentenleistungen; vgl. den entsprechenden 

Antrag in act. G 5.39-6) abgewiesen hat (act. G 5.154). In Nachachtung von Art. 29 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entsteht 

vorliegend ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 6 Monaten nach der 

Wiederanmeldung vom 17. August 2010 (act. G 5.155) bzw. am 1. Februar 2011. Des 

Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin für die Dauer vom 

28. Februar 2011 (act. G 5.179) bis 30. Oktober 2012 (act. G 5.198, G 5.223, G 5.244 

und G 5.258) Taggeldleistungen der Invalidenversicherung bezogen hat, was einen 

Anspruch auf Rentenleistungen für den entsprechenden Zeitraum ausschliesst (Art. 29 

Abs. 2 IVG). Ein allfälliger Rentenanspruch würde den Februar 2011 sowie die Zeit ab 

1. Oktober 2012 betreffen, wobei hinsichtlich der Monate Februar 2011 und Oktober 

2012 die intrasystemische Koordinationsnorm von Art. 47 Abs. 1  und Abs. 2 IVG zu 

beachten wäre.

1.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

ter

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gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.

Zunächst ist zu prüfen, ob die medizinische Situation rechtsgenüglich abgeklärt ist. Die 

Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das 

psychiatrische Gutachten von Dr. M.___ vom 27. Mai 2013. Dieser bescheinigte für die 

angestammte sowie für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 75%ige Arbeitsfähigkeit. 

Ferner ging Dr. M.___ davon aus, dass eine Ausbildungsfähigkeit auf dem 

1. Arbeitsmarkt bestehe und nach Abschluss einer Ausbildung eine auf dem 

1. Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei (act. G 5.273). Die 

Beschwerdeführerin hält die gutachterliche Einschätzung für nicht beweiskräftig (act. 

G 1).

2.1  Gegen die gutachterliche Beurteilung führt die Beschwerdeführerin ins Feld, sie 

beruhe lediglich auf einer Momentaufnahme und lasse eine Beurteilung des 

Gesamtkontexts vermissen (act. G 1, Rz 20).

2.1.1      Der Vorwurf, die gutachterliche Beurteilung beruhe lediglich auf einer 

Momentaufnahme, ist nicht stichhaltig. Die an 2 Tagen durchgeführte Begutachtung 

(3. Mai 2013: 15:30 bis 17:45 Uhr; 14. Mai 2013: 14:00 bis 17:00 Uhr, act. G 5.173-2) 

erfolgte in Kenntnis sowie in Würdigung der Voraktenlage (zur umfangreichen 

Zusammenfassung der relevanten Vorakten siehe act. G 5.273-2 ff.), und der Gutachter 

berücksichtigte die vollständige Leidensgeschichte der Beschwerdeführerin (zur 

einlässlichen persönlichen Anamnese siehe act. G 5.273-8 ff.). Hinzu kommt, dass 

zwischen den beiden Begutachtungsterminen 10 Tage lagen, was zusätzlich gegen 

den Charakter einer Momentaufnahme spricht.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/23

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2.1.2      Angesichts dessen, dass der Gutachter eine umfangreiche persönliche 

Anamnese erhob (act. G 5.273-8 ff.), die Entwicklung sowie den Verlauf des Leidens 

ausführlich darstellte (act. G 5.273-18 f.) und sowohl die Selbsteinschätzung der 

Beschwerdeführerin als auch die Einschätzungen der behandelnden psychiatrischen 

Fachpersonen im Rahmen seiner Beurteilung diskutierte (act. G 5.273-23 ff.), kann 

keine Rede davon sein, das Gutachten lasse eine Beurteilung des Gesamtkontexts 

vermissen.

2.2  Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, der psychiatrische Gutachter habe die 

Beurteilung der behandelnden Psychologin praktisch ausser Acht gelassen. Er habe 

mit dieser lediglich ein telefonisches Gespräch geführt, die aktuellen medizinischen 

Unterlagen indessen nicht beigezogen (act. G 1, Rz 20 und Rz 28 f., und G 8, Rz 5).

2.2.1      Vorweg ist zu wiederholen, dass sich der psychiatrische Gutachter einlässlich 

mit früheren Beurteilungen der behandelnden psychiatrischen Fachpersonen 

auseinandersetzte (act. G 5.273-23 ff.; vgl. vorstehende E. 2.1.2). Die 

Beschwerdeführerin benennt denn auch keine im Zeitpunkt der Begutachtung 

vorgelegenen relevanten Vorakten, die der Experte ausser Acht gelassen hätte

2.2.2      Dass der Gutachter bei der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums N.___, 

wo die Beschwerdeführerin vom 11. März bis 27. Juni 2013 behandelt wurde (act. 

G 5.279-9), keine aktuellen medizinischen Unterlagen beigezogen hat, vermag den 

Beweiswert des Gutachtens nicht zu erschüttern. Denn Dr. M.___ holte am 27. Mai 

2013 bei der in der Tagesklinik behandelnden Psychologin eine eingehende 

telefonische Auskunft zum Gesundheitszustand, zum Suchtmittelkonsum, zur 

Persönlichkeit und Compliance der Beschwerdeführerin ein (act. G 5.273-15 f.). Die 

dadurch gewonnenen Angaben diskutierte der Gutachter im Rahmen der Beurteilung 

(act. G 5.273-25 f.). Der Inhalt der im Gutachten wiedergegebenen Auskunft wird von 

der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Entscheidend ist weiter, dass sich aus dem 

(erst nach dem Gutachten vom 27. Mai 2013 erstellten) Austrittsbericht vom 27. Juni 

2013 (act. G 5.279 ff.) keine relevanten Gesichtspunkte ergeben, von denen Dr. M.___ 

keine Kenntnis gehabt hätte. Dem entspricht, dass die Beschwerdeführerin keine 

relevanten Umstände benennt, die im Rahmen der telefonischen Auskunft unerwähnt 

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blieben. Vor diesem Hintergrund bestand kein Anlass für das zusätzliche Einholen einer 

schriftlichen Stellungnahme.

2.3  Aus der Sicht der Beschwerdeführerin stellt es einen weiteren Mangel an der 

gutachterlichen Beurteilung dar, dass sich diese nicht mit den von den behandelnden 

medizinischen Fachpersonen gestellten Diagnosen und vorgenommenen 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen vereinbaren liessen (act. G 1, Rz 20, Rz 22 und Rz 30, 

und G 8, Rz 6)

2.3.1      In diesem Zusammenhang gilt es zu bemerken, dass rechtsprechungsgemäss 

unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und 

Abklärungsauftrag es nicht angehen kann, eine medizinische Administrativ- oder 

Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 

zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu 

unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten 

abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die 

behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv feststellbare Gesichtspunkte 

vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet 

sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen). Weiter ist zu 

beachten, dass - behandelnde und begutachtende - Psychiater, mit der gleichen 

Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und Situationen 

konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen 

und - invalidenversicherungsrechtlich entscheidend - deren Schweregrades mitsamt 

den sich daraus ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit gelangen können. 

Diese in der Natur der Sache begründete weitgehend fehlende Validierbarkeit 

("Reliabilität") psychiatrischer Diagnosen kann nicht automatisch zu 

Beweisweiterungen bei sich widersprechenden psychiatrischen Berichten und 

Expertisen führen, wenn die gutachterliche Einschätzung die Anforderungen an 

beweiskräftige Gutachten erfüllt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009, 

9C_661/09, E. 3.2).

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2.3.2      Was die Diagnosestellung anbelangt, so hat Dr. M.___ ausführlich und in 

Diskussion der Vorakten sowie der telefonischen Auskunft der behandelnden 

Psychologin begründet, weshalb er nicht eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, 

sondern eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Boderline-Typ (ICD-10: 

F60.31) diagnostiziert habe. Die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 

sei nicht ganz mit der ICD-Leitlinie konform. Denn diese Diagnose solle nach ICD-10-

Leitlinie nur verwendet werden, wenn Merkmale verschiedener 

Persönlichkeitsstörungen vorkämen, aber kein vorherrschendes Symptombild, das eine 

spezifischere Diagnose erlauben würde. Bei der Beschwerdeführerin herrsche das 

Symptombild der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ vor. 

Nicht nur die jetzige Untersuchung, sondern auch die in den bisherigen Expertisen 

enthaltenen Beschreibungen von Beschwerden und Befunden ergäben ganz klar eine 

Dominanz von Merkmalen einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom 

Borderline-Typ gegenüber Merkmalen, die bei einer abhängigen Persönlichkeitsstörung 

vorkämen oder gegenüber Merkmalen einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung. 

Überdies würden Teile der Selbstbeschreibung und Selbstdarstellung der 

Beschwerdeführerin hinsichtlich abhängiger Merkmale oder ängstlich-vermeidender 

Merkmale nicht überzeugend wirken (act. G 5.273-23 f.). Im Einklang mit den 

Austrittsberichten der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums N.___ vom 27. Juni 

2013 sowie der Psychiatrischen Klinik L.___ vom 7. August 2013, worin keine 

posttraumatische Belastungsstörung diagnostizierte wurde (act. G 5.279-9 und G 8.1), 

hielt Dr. M.___ schlüssig fest, dass die Kriterien für dieses Leiden nicht erfüllt seien (act. 

G 5.273-24 f.). Das Bestehen eines depressiven Leidens verneinte er nachvollziehbar 

mit der Begründung, es hätte sich kein Anhalt dafür ergeben, dass eine affektive 

Störung, die unabhängig von der Borderline-Persönlichkeitsstörung sei, vorliege. 

Vielmehr passten die Art und das Muster der affektiven Symptome der 

Beschwerdeführerin mit Stimmungsschwankungen, die meist kürzer andauerten als 

depressive Episoden, gut zur Borderline-Persönlichkeitsstörung (act. G 5.273-25). Im 

Licht dieser Umstände besteht kein Anlass, die gutachterlich vorgenommenen 

Diagnosestellung in Frage zu stellen. Dies umso weniger als weder dargetan noch 

naheliegend ist, dass die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführten Diagnosen zu 

einer höheren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten, sind doch die Auswirkungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/23

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auf die Leistungsfähigkeit anhand der objektiven Befunderhebung zu bestimmen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 3. April 2014, 8C_101/2014, E. 5.1 mit Hinweisen).

2.3.3      Die vom Gutachter bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 75% ist insoweit mit der 

Voraktenlage vereinbar - worauf im Gutachten zutreffend hingewiesen wird (act. 

G 5.273-23) -, als sie mit den Berichten von Dr. K.___ vom 4. Mai 2012 (80 bis 100%ige 

Arbeitsfähigkeit, act. G 5.234-3; siehe auch dessen Bericht vom 30. Juni 2011 [Datum 

Posteingang IV-Stelle], worin eine volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde, act. 

G 5.187-3), von Dr. H.___ vom 16. Oktober 2011 (uneingeschränkte Leistungsfähigkeit, 

act. G 5.199-4) und des RAD-Arztes Dr. J.___ vom 24. Januar 2011 (80%ige 

Arbeitsfähigkeit, act. G 5.170) in Einklang steht. Ergänzend ist zu bemerken, dass 

Dr. D.___ im Gutachten vom 18. Juni 2006 ebenfalls von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit 

ausging (act. G 5.59-5). Zwar wurden in den Austrittsberichten der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums N.___ vom 27. Juni 2013 (act. G 5.279 ff.) und der 

Psychiatrischen Klinik L.___ vom 7. August 2013 (act. G 8.1) eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Eine begründete Beurteilung der vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit ist den Austrittsberichten nicht zu entnehmen. Sie erscheint mit Blick 

auf den in der Psychiatrischen Klinik L.___ erhobenen psychopathologischen Status 

(Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik L.___ vom 7. August 2013, worin der 

psychopathologische Status bei Eintritt wortwörtlich demjenigen bei Austritt entspricht, 

act. G 8.1) nicht nachvollziehbar. Es findet in den Austrittsberichten weder eine 

Diskussion der leidensbedingten Einschränkung der Funktionen statt, noch enthalten 

sie Aussagen zu allfälligen kompensatorischen (Rest-)Fähigkeiten der 

Beschwerdeführerin (zur Wesentlichkeit solcher Gesichtspunkte bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit siehe Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für 

Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, in: 

Schweizerische Ärztezeitung, 2004;85: Nr. 20, S. 1051). Demgegenüber diskutierte Dr. 

M.___ die Ressourcen der Beschwerdeführerin (act. G 5.273-20) und setzte sich 

kritisch mit ihrer Selbsteinschätzung auseinander (act. G 5.273-23). Hinzu kommt, dass 

er die Suchtproblematik würdigte, schlüssig von einer sekundären Suchterkrankung 

sprach, die zu keinen Folgekrankheiten geführt habe, und diesem Aspekt bei der 

Bestimmung der Arbeitsfähigkeit Rechnung trug (act. G 5.273-23 und -25). Im Übrigen 

legte er nachvollziehbar dar, dass die von der behandelnden Psychologin erwähnten 

psychotischen Symptome im Zusammenhang mit Substanzwirkungen bzw. einem 

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Entzug von Substanzen vorgekommen seien (act. G 5.273-25). Diese Sichtweise findet 

sich (teils) in den Austrittsberichten der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums 

N.___ vom 27. Juni 2013 ("andererseits induziert durch den Cannabiskonsum", act. 

G 5.279-11) und der Psychiatrischen Klinik L.___ vom 7. August 2013 

("Sinnestäuschungen werden in Form von Bildern, Stimmen v.a. nach Cannabiskonsum 

berichtet", act. G 8.1, S. 4; zu den "aktuell" täglich konsumierten 3 bis 4 Joints siehe 

act. G 8.1, S. 2). Die genannten Austrittsberichte des Psychiatrischen Zentrums N.___ 

und der Psychiatrischen Klinik L.___ sind demnach nicht geeignet, Zweifel an der 

gutachterlichen Einschätzung entstehen zu lassen.

2.4  Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die Tatsache, dass sie per Anfang Juli 

2013 für mehrere Wochen erneut stationär in der Psychiatrischen Klinik N.___ 

hospitalisiert gewesen sei, belege, dass der Gutachter ihre Situation und demnach 

auch die Arbeitsfähigkeit falsch beurteilt habe (act. G 1, Rz 21). Wie soeben ausgeführt 

(vgl. vorstehende E. 2.3), vermag der Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik L.___ 

die Beweiskraft der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu 

erschüttern. Daran vermag der Umstand, dass die Beschwerdeführerin während dreier 

Wochen (vom 10. bis 31. Juli 2013) in der Psychiatrischen Klinik L.___ hospitalisiert 

war, nichts zu ändern, kann doch allein aufgrund einer Hospitalisation bzw. der Art der 

Behandlungsform nicht auf den Umfang einer invalidenversicherungsrechtlich 

relevanten Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, zumal sich aus der Hospitalisation 

keine längerdauernde, rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustands 

ergibt, und die stationäre Behandlung von der Beschwerdeführerin vor allem deshalb 

begonnen worden sei, "um dem Wunsch der Herkunftsfamilie gerecht zu werden" und 

um emotional stabiler zu werden sowie Zukunftsperspektiven entwickeln zu können 

(act. G 8.1, S. 3).

2.5  Schliesslich weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass der Berufsberater zum 

Schluss gelangt sei, sie könne krankheitsbedingt im ersten Arbeitsmarkt nicht 

nachhaltig eingegliedert werden. Die gesundheitliche Situation sei so invalidisierend, 

dass keine Ausbildung, auch längerfristig gesehen, absolviert werden könne (act. G 1, 

Rz 24).

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2.5.1     Der Berufsberater führte im Schlussbericht vom 5. November 2012 aus, in der 

Vergangenheit seien unzählige Versuche durchgeführt worden, der Versicherten eine 

Ausbildung zu ermöglichen, damit sie nachhaltig im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert 

werden könne. Dies sei aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Die gesundheit­

liche Situation der Beschwerdeführerin sei so invalidisierend, dass keine Ausbildung, 

auch längerfristig gesehen, absolviert werden könne. Es bestehe keine effektive 

Verwertbarkeit der Arbeitsleistung und keine Eingliederungsfähigkeit (act. G 5.252).

2.5.2      Diese Erkenntnis des Berufsberaters ist bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit 

mit zu berücksichtigen. Es verhält sich insofern ähnlich wie mit Bezug auf die 

Ergebnisse leistungsorientierter beruflicher Abklärungen, welchen nicht jegliche 

Aussagekraft für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden darf. 

Steht eine medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und 

erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen 

beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten 

Person effektiv realisiert und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv 

realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu 

begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme 

grundsätzlich unabdingbar (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012, 

9C_148/2012, E. 2.3.2 mit Hinweis).

2.5.3      Der Berufsberater, der eine Ausbildung "aus gesundheitlichen Gründen" im 

Schlussbericht vom 5. November 2012 (act. G 5.252) für nicht möglich hielt, stützte 

sich bei seiner Beurteilung nicht auf eine gründliche fachmedizinische Abklärung. 

Seiner Schlussfolgerung lagen primär ein Telefongespräch mit dem Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin vom 30. Oktober 2012 zugrunde, wonach sich der gesundheitliche 

Zustand der Beschwerdeführerin nicht nachhaltig verbessert habe und sie die 

Leistungsanforderungen nicht erfüllen könne (act. G 5.251-3 unten), sowie der anfangs 

September 2012 von der Beschwerdeführerin eigenmächtig - ohne Unterstützung des 

behandelnden Psychiaters - vorgenommene "kalte Entzug" (act. G 5.251-3 oben). Der 

Berufsberater trug bei seinen Aussagen weder der Suchtproblematik noch der (später 

beschriebenen) Motivationsproblematik Rechnung (vgl. hierzu nachfolgende E. 2.5.4). 

Dies wirft Fragen an seiner Beurteilung im Schlussbericht vom 5. November 2012 - 

insbesondere an deren Endgültigkeit ("so invalidisierend", dass "keine Ausbildung, 

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auch längerfristig gesehen, absolviert werden kann", act. G 5.252-1) - auf, zumal sich 

die Beschwerdeführerin während längerer Zeit (ab 13. Juni 2011 bis Juli 2012; act. 

G 5.194, G 5.216, G 5.224, G 5.234-2, G 5.237 f. und 5.251-2) im Rahmen der 

Massnahmen zur erstmaligen beruflichen Ausbildung - trotz zahlreicher Absenzen - auf 

gutem Weg befunden hat (Eintrag des Berufsberaters vom 9. Juli 2012, act. G 5.251-2) 

und in den medizinischen Vorakten grundsätzlich von einer Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen (siehe vorstehende E. 2.3.3) und auf die Wichtigkeit einer regelmässigen 

Arbeit für die Strukturierung der Beschwerdeführerin hingewiesen wurde (act. 

G 5.234-3; siehe auch die entsprechende gutachterliche Einschätzung in act. 

G 5.273-20: Vielmehr sei von einer regelmässigen Tätigkeit an einem Arbeits- oder 

Ausbildungsplatz eine gesundheitlich positive Wirkung zu erwarten).

2.5.4      Hinsichtlich des Abbruchs der Berufsausbildung führte Dr. M.___ im 

Gutachten aus, der Mangel an Leistung in der Berufsausbildung sei zu einem grossen 

Teil dadurch verursacht, dass die Beschwerdeführerin nicht regelmässig am 

Ausbildungsplatz erschienen sei. Es sei ihr aber trotz subjektivem Leiden grösstenteils 

zumutbar, regelmässig und pünktlich an einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu 

erscheinen. Das, was sie daran hindere, am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu 

erscheinen, sei nicht durch die psychiatrische Erkrankung hinreichend begründet, 

sondern es spielten "weiter gefasste motivationale Faktoren, Faktoren der Lust/Unlust-

Regulation, der Unlust-Vermeidung, eine Rolle, die sich nicht unmittelbar aus der 

psychiatrischen Krankheit begründen" liessen. Krankheitsfremde soziale und 

pädagogische Faktoren spielten dabei eine Rolle (act. G 5.273-21). Das erneute 

Scheitern der Ausbildung Mitte 2012 nach so vielen Versuchen der IV, eine 

Berufsausbildung zu gewährleisten, habe die Beteiligten sicher zu enttäuschen 

vermocht, ändere aber nichts an der bisherigen Bewertung von Wesen, Schwere und 

Auswirkungen der psychischen Krankheit. Zu sagen sei ferner, dass selbst die 

Beschwerdeführerin das Scheitern in einen engen Zusammenhang mit der Sucht­

erkrankung stelle (act. G 5.273-23).

2.5.5      Unter diesen Umständen besteht vorliegend kein Anlass, gestützt auf die 

Beurteilung des Berufsberaters die Beweiskraft des Gutachtens in Frage zu stellen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/23

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2.6  Gestützt auf die sämtliche Anforderungen an beweiskräftige medizinische 

Expertisen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb) erfüllende gutachterliche Einschätzung ist von 

einer 75%igen Arbeitsfähigkeit (act. G 5.273-22) für die angestammte Tätigkeit und 

eine leidensangepasste Tätigkeit sowie von einer Ausbildungsfähigkeit (act. 

G 5.273-26) auszugehen.

2.7  Die gutachterliche Einschätzung gilt ab Mai 2013 (act. G 5.273-22). Der davor 

liegende Sachverhalt wurde vom Gutachter nicht ausdrücklich beurteilt. Allerdings 

führte er im Einklang mit der Voraktenlage (vgl. hierzu vorstehende E. 2.3.3) aus, die 

meisten Experten hätten es in den letzten Jahren so eingeschätzt, dass trotz der 

psychischen Krankheiten eine Arbeitsfähigkeit in erheblichem Umfang bestanden habe, 

die Beschwerdeführerin also habe arbeiten können (act. G 5.273-23). Gestützt auf die 

in den Vorakten enthaltenen (vgl. vorstehende E. 2.3.3), von Dr. M.___ bestätigten 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung auch retrospektiv gilt, 

zumal sich aus den Akten - insbesondere auch nicht aus dem Austrittsbericht der 

Psychiatrischen Klinik L.___ vom 2. November 2012 betreffend die Hospitalisierung 

vom 16. September bis 2. Oktober 2012 (act. G 5.254; bei Austritt wurde bezüglich des 

psychopathologischen Status Folgendes festgehalten: wirkt vordergründig stabil, aber 

auch sehr bemüht, sich keine Schwäche anmerken zu lassen; gut schwingungsfähig; 

keine psychotischen Symptome, hintergründig fragil, ängstlich und unsicher; 

subdepressive Grundstimmung) - keine gesundheitliche Verschlechterung ergibt, die 

über 3 Monate angedauert hätte. Für die Zeit nach der gutachterlichen Einschätzung 

bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 5. September 2013 ist eine relevante 

gesundheitliche Verschlechterung weder geltend gemacht worden noch kann eine 

solche im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik L.___ vom 7. August 2013, wo die 

Beschwerdeführerin vom 10. bis 31. Juli 2013 behandelt wurde, entnommen werden. 

Vielmehr enthält dieser Austrittsbericht lediglich eine andere Würdigung des 

gleichgebliebenen Sachverhalts (vgl. vorstehende E. 2.4).

3.

Ausgehend von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit verbleibt die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/23

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3.1  Bei der Bestimmung des Valideneinkommens gilt es zu beachten, dass in Fällen, in 

denen die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen 

Kenntnisse erwerben konnte, das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide 

erzielen könnte, den nach Alter abgestuften Prozentsätzen des statistischen 

Tabellenlohns (jährlich aktualisierter Medianwert gemäss der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik) gemäss Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) entspricht. Unter diese Regelung fallen Ver­

sicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit einen Gesundheitsschaden aufweisen und 

deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Als Erwerb von 

zureichenden beruflichen Kenntnissen gilt im Allgemeinen die abgeschlossene 

Berufsbildung. Dazu gehören auch Anlehren, sofern sie auf einem besonders der 

Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie 

eine eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung und der versicherten Person 

praktisch die gleichen Verdienstmöglichkeiten eröffnen (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 7. Juni 2005, I 108/05, E. 5.1.1 mit Hinweisen).

3.1.1      Die Beschwerdeführerin vermochte bislang weder eine Ausbildung noch eine 

gleichwertige Anlehre abzuschliessen, weshalb die Beschwerdegegnerin denn auch 

Unterstützung in Form einer erstmaligen beruflichen Ausbildung gewährte (vgl. etwa 

act. G 5.194). Ein psychiatrischer Gesundheitsschaden besteht seit der Kindheit (act. 

G 5.59-4, G 5.147-2 und G 5.273-25) und nicht erst seit Aufnahme einer beruflichen 

Ausbildung, weshalb das Valideneinkommen gestützt auf Art. 26 Abs. 1 IVV festzulegen 

ist und Art. 26 Abs. 2 IVV keine Anwendung findet. Das Vorgehen der 

Beschwerdegegnerin, dem Valideneinkommen den Jahresverdienst als Kauffrau Profil-

B zugrunde zu legen, erweist sich demnach als unzulässig.

3.1.2      Gemäss IV-Rundschreiben Nr. 317 vom 17. Oktober 2012 beträgt das 

durchschnittliche Einkommen der Arbeitnehmer zur Invaliditätsbemessung auf Grund 

von Art. 26 Abs. 1 IVV bis auf weiteres Fr. 77'000.-- im Jahr. Im Zeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung vom 5. September 2013 hatte die Beschwerdeführerin das 

25igste Altersjahr vollendet, weshalb ab diesem Zeitpunkt als Valideneinkommen der 

Betrag von Fr. 69'300.-- (Fr. 77'000.-- x 0.9) als Valideneinkommen zu berücksichtigen 

ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/23

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3.2  Der Bestimmung des Invalideneinkommens legte die Beschwerdegegnerin 

ebenfalls den Jahresverdienst als Kauffrau B-Profil zugrunde (act. G 5.281-2). Da die 

Beschwerdeführerin indessen eine entsprechende Ausbildung nicht erfolgreich 

abgeschlossen hat (act. G 5.252), besteht kein Anlass für die Anrechnung des 

entsprechenden Verdiensts.

3.2.1      Die Rechtsprechung wendet für die Bestimmung des Invalideneinkommens 

anhand von Tabellenlöhnen in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1 

("Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, 

Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor"), Zeile 

"Total" an (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Nach den konkreten Umständen des Einzelfalls 

kann es sich indessen rechtfertigen, auf die Tabelle T7S ("Monatlicher Bruttolohn 

[Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - 

Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, 

Körperschaften] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des 

Invalideneinkommens erlaubt und der versicherten Person der entsprechende Sektor 

offen steht und zumutbar ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. März 2014, 

9C_841/2013, E. 4.2 und E. 4.4, und vom 15. Mai 2014, 8C_910/2013, E. 3.1.2.1).

3.2.2      Die Beschwerdeführerin verfügt zwar über keine abgeschlossene 

Berufsausbildung. Indessen hat sie mit Unterstützung der Beschwerdegegnerin im 

Rahmen eines zweisemestrigen Lehrgangs ein Bürofachdiplom VSH erworben (siehe 

Zeugnis vom 2. Februar 2012, act. G 5.238). Bereits zuvor waren die 

Eingliederungsbemühungen auf eine kaufmännische Tätigkeit fokussiert (vgl. etwa die 

Berichte der Z.___ vom 30. Mai 2007, act. G 5.87 und vom 20. November 2007, act. 

G 5.99, sowie den "Antrag - Abklärung / Berufliche Massnahme" vom 17. August 2011, 

act. G 5.191, und die Zielvereinbarung vom 12. Juli 2011, act. G 5.189). Gemäss 

Schlussbericht der BEFAS Appisberg vom 27. Februar 2007 entsprechen 

administrative Tätigkeiten "sowohl den Neigungen als auch den Fähigkeiten der 

Klientin" (act. G 5.80-8). Im Geschäft ihrer Eltern erledigte die Beschwerdeführerin 

schliesslich "ca. 5 bis 10 Stunden pro Woche" anfallende Bürotätigkeiten (Bestätigung 

vom 11. Oktober 2010, act. G 5.159). Die Beschwerdeführerin verfügt mit anderen 

Worten über Kompetenzen für kaufmännisch-administrative Tätigkeiten, weshalb zur 

Ermittlung eines möglichst realitätsbezogenen Invalideneinkommens auf den Lohn der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/23

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Tabelle T7S, Ziff. 23 ("Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten"), 

Anforderungsniveau 4, Frauen, abzustellen ist. Dieser Lohn beträgt für das Jahr 2010 

bei einer 40-stündigen Arbeitswoche Fr. 5'297.-- bzw. bei einer (im Jahr 2013) 

betriebsüblichen Arbeitswoche von 41,7 Stunden Fr. 5'522.-- ([Fr. 5'297.-- / 40] x 41,7). 

Angepasst an die bis 2013 eingetretene Nominallohnentwicklung (Index 2010: 2579; 

2013: 2648) resultiert ein Monatslohn von Fr. 5'670.-- bzw. ein Jahreslohn von 

Fr. 68'040.-- (Fr. 5'670.-- x 12). Bei der noch relativ jungen Beschwerdeführerin 

(Jahrgang 198_) bestehen derzeit keine Anhaltspunkte, die auf lohnwirksame Nachteile 

bei kaufmännisch-administrativen Tätigkeiten mit Anforderungsniveau 4 deuten bzw. 

einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden. Unter Berücksichtigung der 75%igen 

Restarbeitsfähigkeit beträgt das Invalideneinkommen damit Fr. 51'030.-- (Fr. 68'040.-- 

x 0,75).

3.3  Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 69'300.-- und unter 

Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von Fr. 51'030.-- ergeben sich eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 18'270.-- (Fr. 69'300.-- - Fr. 51'030.--) und ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 26% ([Fr. 18'270.-- / Fr. 69'300.--] x 100). Für 

die Zeit vor Erreichen des 25igsten Altersjahres bzw. vor dem 5. September 2013 kann 

die Bestimmung der Vergleichseinkommen offen gelassen werden, da aufgrund des 

vergleichsweise niedrigeren Valideneinkommens gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV ein 

entsprechend tieferer Invaliditätsgrad resultiert.

4.   

4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 18. November 

2013 ab Replik bewilligt (act. G 6). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es 

gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art. 123 Abs. 1 der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO/CH; SR 272]).

4.3  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/23

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Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der 

unterliegenden Beschwerdeführerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

4.4  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin ab Replik. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis 

Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das 

Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- für die Bemühungen ab 

Replik angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit 

entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal (BGE 125 

V 201) mit Fr. 1'200.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe 

von

Fr. 600.-- befreit.

3.      Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'200.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 10.06.2014
	Art. 28 IVG: Rentenanspruch. Beweiswürdigung Gutachten. Bestimmung der Vergleichseinkommen (Valideneinkommen gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV; Invalideneinkommen gestützt auf LSE-Tabelle T7S ermittelt).(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2014, IV 2013/501). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2014.

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