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**Case Identifier:** 4f32954a-802e-5cfe-a34c-fcf219ace76d
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-20
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010
**Docket/Reference:** DB.2012.263
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_263_hd.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2012.263 
2 ST.2012.293 

Entscheid 

20. Januar 2014 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiber Stefan Eichenberger 

A ,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2010 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist Eigentümer einer im Jahr 2008 erstellten 

Eigentumswohnung in B. In der Steuererklärung 2010 deklarierte er diesbezüglich Lie-

genschaftsunterhaltskosten  von  insgesamt  Fr. 72'308.-.  Mit  Veranlagungsverfügung 

und  Einschätzungsentscheid  vom  20.  Februar  2012  setzte  das  kantonale  Steueramt 

die  abzugsfähigen  Liegenschaftsunterhaltskosten  auf  Fr. 13'717.-  fest  und  schätzte 

den  Pflichtigen  für  die  Steuerperiode  2010  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 243'100.-  (direkte  Bundessteuer)  resp.  Fr. 242'400.-  (Staats-  und  Gemeindesteu-

ern) ein. Ferner setzte es das steuerbare Vermögen auf Fr. 1'111'000.- fest. 

B. Eine dagegen erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt mit Ent-

scheiden vom 14. September 2012 ab. 

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 6. Oktober 2012 beantragte der Pflichti-

ge, Kosten im Betrage von Fr. 3'262.- (Fr. 3'031.- inkl. MwSt.) für die Erneuerung des 

Terrassenbelags bei den Unterhaltskosten zu berücksichtigen. 

Das kantonale Steueramt beantragte in der Beschwerde-/Rekursantwort vom 

25. Oktober  2012,  die  Rechtsmittel  abzuweisen  und  das  steuerbare  Einkommen  auf 

Fr. 251'000.-  (direkte  Bundessteuer)  resp.  Fr.  250'300.-  (Staats-  und  Gemeindesteu-

ern) zu erhöhen, weil in den Veranlagungs- und Einspracheentscheiden versehentlich 

ein  Eigenmietwert  von  Fr.  23'775.-  (pro  rate  Wert  2009)  anstelle  des  amtlichen  Jah-

reswerts von Fr. 31'700.- in die Ermittlung des steuerbaren Einkommens eingeflossen 

sei.  In  der  Replik  anerkannte  der  Pflichtige  den  amtlichen  Eigenmietwert  von 

Fr. 31'700.-.  Im  Übrigen  hielten  im  zweiten  Schriftenwechsel  beide  Parteien  an  ihren 

Anträgen bezüglich der anzurechnenden Liegenschaftsunterhaltskosten fest. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

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1.  Im  Einschätzungsentscheid  und  in  der  Veranlagungsverfügung  vom 

20. Februar  2012  wie  auch  in  den  Einspracheentscheiden  vom  14.  September  2012 

wurde  versehentlich  ein  Eigenmietwert  von  Fr.  23'775.-  (pro  rata  Wert  pro  2009)  an-

stelle des amtlichen Jahreswerts von Fr. 31'700.- gemäss Bewertung 2009 besteuert. 

Da in der Steuerperiode unbestrittenermassen der Jahreswert von Fr. 31'700.- steuer-

bar  ist,  sind  die  Einspracheentscheide  abzuändern.  Dementsprechend  ist  der  bisher 

nicht  versteuerte  Eigenmietwert  von  Fr.  7'925.-  (Fr.  31'700.-  ./.  Fr.  23'775.-)  nach  zu 

veranlagen,  was  zu  einer  Erhöhung  des  steuerbaren  Einkommens  von  abgerundet 

Fr. 251'000.- (direkte Bundessteuer, Fr. 243'163.- + 7'925.-) resp. Fr. 250'300.- (Staats- 

und Gemeindesteuern, Fr. 242'463.- + Fr. 7'925.-) führt. 

2. a) Zur Ermittlung des Reineinkommens werden von den gesamten steuer-

baren Einkünften die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und die allgemei-

nen  Abzüge  abgezogen  (Art.  25  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer 

vom  14. Dezember  1990  [DBG],  § 25  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  [StG]). 

Dazu  gehören  bei  Liegenschaften  im  Privatvermögen  u.a.  die  Unterhaltskosten,  die 

Kosten  der  Instandstellung  von  neu  erworbenen  Liegenschaften,  die  Versicherungs-

prämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte (Art. 32 Abs. 2 StG, § 30 Abs. 2 

StG).  

b)  Gemäss  ständiger  Rechtsprechung  sind  unter  Unterhaltskosten  Aufwen-

dungen zu verstehen, deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bis-

heriger Werte ist und die in längeren oder kürzeren Zeitabständen wiederkehren (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A.,  2013,  § 30 

N 38  StG).  Unterhaltskosten  sind  demnach  alle  jene  Aufwendungen,  die  ein  Grund-

stück in denjenigen Zustand versetzen, in dem es sich bereits einmal befunden hat.  

Im  Gegensatz  dazu  stehen  die  bei  der  Einkommenssteuer  nicht  abzugsfähi-

gen wertvermehrenden Aufwendungen (Art. 34 lit. d DBG, § 33 lit. d StG). Dazu gehö-

ren alle Aufwendungen, welche ein Grundstück in einen besseren Zustand versetzen, 

d.h. ein Haus resp. einen Garten in den Rang eines besser ausgestatteten, wertvolle-

ren Objekts aufrücken lassen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 48b StG). Ferner 

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sind  all  jene  Aufwendungen  nicht  abzugsfähig,  die  sich  als  Lebenshaltungskosten  er-

weisen (Art. 34 lit. a DBG, § 33 lit. a StG). Dies ist der Fall, wenn sie weder dem Unter-

halt noch der Schaffung liegenschaftlicher Werte, sondern einzig der Befriedigung per-

sönlicher  Bedürfnisse  und  Neigungen  eines  Steuerpflichtigen  dienen  und  damit 

Einkommensverwendung  darstellen  (Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  I. Teil, 

Art. 1 – 48 DBG, 2001, Art. 34 N 4).  

c)  Umfasst  eine  Aufwendung  sowohl  einen  werterhaltenden  als  auch  einen 

wertvermehrenden  Anteil,  was  häufig  bei  Umbauten  und  teilweise  auch  bei  Ersatzin-

vestitionen der Fall ist, ist die Aufwendung im Umfang des werterhaltenden Anteils zum 

Abzug  zuzulassen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 30  N  46  StG).  Die  Abgrenzung 

zwischen Werterhaltung und Wertvermehrung erfolgt dabei in der Regel nach objektiv-

technischen  Kriterien  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 30  N 48  StG).  Ob  das  Objekt 

zufolge  der  Aufwendung  wirtschaftlich  für  den  Berechtigten  einen  höheren  Wert  auf-

weist oder nicht, ist somit unerheblich (RB 1982 Nr. 55, 1997 Nr. 47). Ausnahmen von 

dieser Abgrenzungsmethode bestehen u.a. bei Umbauten, die mit einer Gebäudeaus-

kernung  verbunden  sind,  sowie  bei  der  Instandstellung  einer  Liegenschaft,  die  sich 

beim  Erwerb  in  einem  verwahrlosten  Zustand  befunden  hat  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, § 221 N 35 und 36 StG). Solche Aufwendungen sind grundsätzlich wert-

vermehrender  Natur.  Ebenfalls  nicht  als  Unterhaltsaufwendungen  anrechenbar  sind 

Kosten zur Behebung oder zum Ersatz einer von Anfang an mangelhaften Einrichtung, 

die  nachträglich  mit  weiteren  Kosten  verbessert  oder  ausgewechselt  werden  muss 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 49 StG).  

d) Unterhaltskosten sind steuermindernder Natur und daher vom Steuerpflich-

tigen  geltend  zu  machen,  hinreichend  (substantiiert)  darzutun  und  nachzuweisen 

(RB 1987  Nr. 35).  Ausreichend  substantiiert  ist  eine  Sachdarstellung  dann,  wenn  aus 

ihr Art, Motiv und Rechtsgrund der geltend gemachten Auslagen in der Weise hervor-

gehen,  dass gestützt  darauf  –  aber  unter  dem  Vorbehalt  einer  Beweisabnahme  –  die 

rechtliche Würdigung der geltend gemachten Steueraufhebung oder -minderung mög-

lich  ist.  Dies  bedingt  bei  baulichen  Aufwendungen  detaillierte  Angaben  über  Lieferun-

gen  und  Leistungen  und  über  den  Zustand  und  die  Ausstattung  der  Liegenschaft  vor 

und nach der betreffenden Aufwendungen. Überdies hat er die  zum Beweis für seine 

Darstellung erforderlichen Beweismittel einzureichen oder unter genauer Bezeichnung 

zumindest anzubieten (RB 1975 Nr. 55, 1986 Nr. 49). Bei ungenügender Substantiie-

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rung hat die Rekursbehörde nicht von Amtes wegen eine Untersuchung zu führen, um 

sich  die  fehlenden  Grundlagen  zu  beschaffen  (RB 1975  Nr. 64,  1981  Nr. 90,  1987 

Nr. 35).  Eine  unvollständige  Sachdarstellung  kann  nicht  im  Beweisverfahren  nachge-

holt werden (RB 1980 Nr. 69 mit weiteren Hinweisen). Kommt der Steuerpflichtige die-

sen  Anforderungen  nicht  nach,  so  haben  die  Aufwendungen  grundsätzlich  unberück-

sichtigt  zu  bleiben  (RB 1980  Nr. 72;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 139  N  61  StG), 

soweit  nicht  ausnahmsweise  zu  einer  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen 

gemäss Art. 130 Abs. 2 DBG bzw. § 139 Abs. 2 StG Zuflucht zu nehmen ist (Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter,  § 139  N  62  StG).  Letztere  ist  aber  nur  vorzunehmen,  wenn 

Gewissheit besteht, dass dem Pflichtigen über die Pauschale hinaus bestimmte Unter-

haltskosten  erwachsen  sind  und  lediglich  über  deren  Höhe  Unklarheit  besteht  (VGr,  

21. Mai 2003, SB.2002.00115 und SB.2003.00004, www.vgrzh.ch).  

2.  Vorliegend  ist  streitig,  ob  die  Kosten  für  den  Ersatz  des  Terrassenbelags 

bei  einer  im  Jahr  2008  neu  erstellten  Liegenschaft  als  Unterhaltskosten  anrechenbar 

sind.  

Der  Austausch  der  Terrassenplatten  erfolgte  laut  Rechnung  der  D AG  im  

Juni 2010, also rund zwei Jahre nach Bezug der neu erstellten Wohnung. Als Grund für 

den  Austausch  bringt  der  Pflichtige  vor,  dass  die  Gehwegplatten  vom Typ  "gegossen 

Provence weiss" aufgrund unbekannt gebliebener Gründe Schäden erlitten hätten und 

für ihn unzumutbar geworden seien. Die Plattenherstellerin E, F, bestätigte nach erho-

bener  Mängelrüge  gewisse  Schäden  (u.a.  Kratzspuren  und  Ausbrüche),  die  aber  nur 

bei genauem Hinsehen sichtbar seien. Solche Schäden wurden offenbar auch von der 

Generalunternehmung,  welche  das  Bauwerk  erstellte,  nicht  in  Abrede  gestellt,  da  sie 

dem Pflichtigen nur einen Teil der neu verlegten Terrassenplatten in Rechnung stellte. 

Zwar unterliegen Gehwegplatten auf Betonbasis relativ rasch, d.h. bereits vom ersten 

Tag  der  Verlegung  an,  einer  abnützungs-  und  witterungsbedingten  Altersentwertung. 

Innerhalb  von  nur  zwei  Jahren  besteht  jedoch  unter  normalen  Verhältnissen  und  im 

Rahmen  vernünftiger  Betrachtungs-  und  Handlungsweisen  kein  Anlass,  Terrassenbe-

läge  im  Rahmen  der  periodisch  wiederkehrenden  Unterhaltsaufwendungen  bereits  zu 

ersetzen.  Unter  diesen  Umständen  liegt  –  wie  oben  dargelegt  und  vom  kantonalen 

Steueramt richtig entschieden – kein Unterhalt vor, wenn mit dem Plattenaustausch ein 

(zumindest nach Auffassung des Pflichtigen) ursprünglich mangelhafter Bauteil ersetzt 

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wird.  Dass  der  Austausch  erst  zwei  Jahre  nach  der  Erstellung  des  Gebäudes  resp. 

diverser vom Pflichtigen veranlasster Umbauten erfolgte, spielt dabei keine Rolle. Un-

terhalt  liegt  selbst  dann  nicht  vor,  wenn  eine  nachgewiesenermassen  bereits  bei  der 

ersten Erstellung fehlerhafte Einrichtung erst zu einem noch späteren Zeitpunkt ersetzt 

wird.  

3. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel. Wie in E. 1 dar-

gelegt  sind  die  in  der  Steuerperiode  2010  steuerbaren  Einkommen  auf  Fr. 251'000.- 

(direkte Bundessteuer) und Fr. 250'300.- (Staats- und Gemeindesteuern) zu erhöhen. 

Bei  diesem  Verfahrensausgang  sind  die  Kosten  des  Beschwerde-/Rekursverfahrens 

dem Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Da der erst 

mit  Beschwerde-/Rekursantrag  gestellte  Antrag  auf  Erhöhung  der  Steuern  bei  der 

Streitwertfestsetzung  ausser  Betracht  fällt  (RB  1958  Nr.  45;  VGr.  17.  Juni  2004, 

SB.2004.00015),  erübrigt  es  sich,  einen  Teil  der  Verfahrenskosten  der  Beschwerde-

gegnerin/dem Rekursgegner aufzuerlegen. 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  abgewiesen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die  direkte  

Bundessteuer,  Steuerperiode  2010,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 251'000.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Grundtarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  abgewiesen.  Der  Rekurrent  wird  für  die  Staats-  und  Gemeinde-

steuern, Steuerperiode 2010, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 250'300.- 

und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 1'111'000.- veranlagt (Tarif gemäss § 35 

Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

[…] 

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