# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ba932a7-a493-5be0-b2ac-5512adf42cd6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2009 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2009-33_0000-00-00.pdf

## Full Text

Submission 14
Appalti

Richtige Berücksichtigung der Zuschlagskriterien. Präzi- 
sierung der Rechtssprechung.
– Allgemeine Grundsätze (E. 2).
– Die unhaltbare Bewertung eines einzelnen Zuschlagskri- 

teriums kann nur dann unbeachtlich bleiben, wenn sich 
deswegen das Gesamtergebnis nicht ändert (E. 3a).

Giusta presa in considerazione dei criteri di aggiudica- 
zione. Precisazione della giurisprudenza.
– Principi generali (cons. 2).
– L’insostenibile valutazione di un determinato criterio di 

aggiudicazione può restare incensurata solo se con que- sto 
l’intero risultato non cambia (cons. 3a).

Erwägungen:
2. Gemäss Art. 21 Abs. 1 SubG erhält das wirtschaftlich

günstigste Angebot den Zuschlag. Als Kriterien zur Ermittlung des 
wirtschaftlich günstigsten Angebots können Qualität, Preis, Erfah- 
rung, Zweckmässigkeit, Termine, technischer Wert, Ästhetik Be- 
triebskosten, Nachhaltigkeit, Kundendienst, Kreativität, Infrastruk- 
tur und Lehrlingsausbildung berücksichtigt werden (Abs. 2). Der 
Zuschlag für weitgehend standardisierte Güter kann auch aus- 
schliesslich nach dem Kriterium des niedrigsten Preises erfolgen 
(Abs. 4). Die ersten beiden Kriterien – die Qualität und der Preis – 
bilden das allgemeine und Hauptkriterium für die Ermittlung des 
wirtschaftlich günstigsten Angebotes, wird doch damit nichts an- 
deres als das Preis-/Leistungsverhältnis umschrieben, während es 
sich bei den weiteren, nicht abschliessend aufgezählten Punkten 
um spezielle Bewertungskriterien handelt. Gemäss Art. 21 Abs. 3 
SubG sowie Art. 111 lit. j und Art. 12 lit. h SubV haben die Ausschrei- 
bung bzw. die Offertunterlagen u. a. die Zuschlagskriterien mit 
ihrer Gewichtung bzw. in der Reihenfolge ihrer Bedeutung zu ent- 
halten. Der Anbieter muss nicht damit rechnen, dass im Devis 
nicht genannte Kriterien für die Vergabebehörde entscheidrelevant 
sein könnten, ansonsten sie ja in den Submissionsunterlagen hät- 
ten erwähnt werden müssen.

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14/33 Submission PVG 2009

3. a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Bewer- 
tung beim Kriterium «Lehrlingsausbildung» sei willkürlich erfolgt, 
weil die Beschwerdegegnerin 2 dort 5.25 von 8 möglichen Punkten 
erhalten habe, obwohl sie keine Lehrlinge ausbilde. Dem hält die 
Vorinstanz entgegen, es genüge nicht zu rügen, dass das eine oder 
andere Zuschlagskriterium falsch interpretiert oder angewendet 
worden sei, um den Vorwurf der Willkür zu begründen. Massge- 
bend müsse vielmehr sein, dass das Ergebnis der Wirtschaftlich- 
keitsprüfung in seiner Gesamtheit dem Sinn von Art. 21 SubG 
nicht widerspreche bzw. keinen Ermessensmissbrauch wie auch 
keine Ermessensüberschreitung darstelle. Vorliegend vermöge 
der angefochtene Entscheid gerade in seiner Gesamtheit zu über- 
zeugen, habe doch das preisgünstigste Angebot den Zuschlag er- 
halten. Diese Ansicht widerspricht der oben wiedergegebenen 
Praxis des Verwaltungsgerichtes. Präzisierend ist dazu Folgendes 
festzuhalten.

Die erfolgte Festsetzung der massgeblichen Zuschlags- 
und Unterkriterien (samt Gewichtung) für die Beurteilung des wirt- 
schaftlich günstigsten Angebotes ist bei  der  Zuschlagserteilung 
für die Vergabestelle und die Anbieter verbindlich und schränkt in 
diesem Sinne das der Vergabestelle zustehende Ermessen bei der 
Bestimmung des auszuwählenden Angebotes ein. So ist es z. B. 
unzulässig, bei der Fällung des Zuschlagsentscheids einen Ge- 
sichtspunkt in die Beurteilung der Angebote einfliessen zu lassen, 
der sich nicht aus den vorgängig publizierten Kriterien (Zuschlags- 
und eventuelle Unterkriterien) ergibt. Die Vergabebehörde hat die 
Angebote ausschliesslich nach den von ihr bekannt gegebenen 
Kriterien zu beurteilen. Unzulässig ist es somit, einzelne Kriterien 
beim Zuschlagsentscheid ausser Acht zu lassen, die Bedeutungs- 
reihenfolge der Kriterien umzustellen, andere Gewichtungen vor- 
zunehmen oder zusätzliche, nicht publizierte Kriterien heranzuzie- 
hen (vgl. Galli, Moser, Lang, Clerc, Praxis des öffentlichen Beschaf- 
fungsrechtes, 2. A., N 531 mit zahlreichen Hinweisen). Eine Ver- 
gabebehörde handelt rechtswidrig, wenn sie den Zuschlagsent- 
scheid nicht (ausschliesslich) aufgrund der bekannt gegebenen 
Zuschlags- bzw. Subkriterien und des ebenso vorgängig bekannt 
gegebenen (relativen) Gewichts eines jeden Kriteriums fällt (vgl. 
Galli, Moser, Lang, Clerc, a.a.O, N 531 mit Hinweis auf BRK 6/00). 
Der Grundsatz, dass die Bewertungsmethode so zu wählen ist, 
dass die bekannt gegebene Gewichtung zum Tragen kommt, gilt 
nicht nur für das Preiskriterium, sondern auch für die Bewertung 
der übrigen Zuschlagskriterien (vgl. Galli, Moser, Lang, Clerc,

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14/33 Submission PVG 2009

a.a.O, N 578 mit Hinweis auf VB.2006.00205). Daraus folgt, dass 
eine unhaltbare Bewertung eines einzelnen Kriteriums nur dann 
unbeachtlich bleiben kann, wenn sich deswegen das Gesamter- 
gebnis nicht ändert.
U 09 38 Urteil vom 7. Juli 2009

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