# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b149032-daee-5063-917c-889d80a55a54
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.12.2017 200 2017 882
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-882_2017-12-06.pdf

## Full Text

200 17 882 IV
MAW/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Dezember 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. September 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), gelernte ..., meldete sich im April 2013 unter Hinweis auf eine 
Hyperthyreose, einen Morbus Basedow sowie „psychische Beschwerden“ 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
[act. II] 2; 7 S. 18). Nachdem die IVB den Sachverhalt in erwerblicher Hin-
sicht abgeklärt und Berichte der behandelnden Ärzte beigezogen hatte, 
verneinte sie mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 3. Dezember 
2013 (act. II 22) einen Anspruch auf Leistungen der IV mit der Begründung, 
es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden (im Rechtssinne) vor. 

Im März 2016 meldete sich die Versicherte wegen „schwere[n] depressiven 
Phasen/Suizidgedanken in Stresssituationen, Selbstverletzungen (Ritzen, 
Schneiden), Essstörungen [und] Panikattacken“ erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (act. II 27). Die IVB holte diverse medizinische Berichte ein 
– darunter einen zu Handen des Sozialamts C.________ verfassten ver-
trauensärztlichen Bericht von Dr. med. D.________, Facharzt für Präventi-
on und Gesundheitswesen, vom 10. April 2015 (act. II 43 S. 4 ff.) – und 
liess die Versicherte durch Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, begutachten (Expertise vom 27. April 2017 [act. II 
52.1]). Mit Vorbescheid vom 15. Mai 2017 (act. II 55) stellte die IVB der 
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 30% die Ablehnung eines Ren-
tenanspruchs in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben, 
woraufhin die IVB eine Stellungnahme bei Dr. med. E.________ (act. II 66) 
einholte. Am 8. September 2017 (act. II 68) verfügte die IVB wie im Vorbe-
scheid in Aussicht gestellt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 3

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 5. Oktober 2017 Beschwerde erheben. Sie stellt die fol-
genden Rechtsbegehren: 

1. Es sei die Verfügung vom 8. September 2017 aufzuheben. Das Leis-
tungsbegehren sei gutzuheissen.

2. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, der Beschwerdeführerin ei-
ne dem Invaliditätsgrad entsprechende Rente zu berechnen und auszu-
bezahlen.

3. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Es sei der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und 

5. unter Anwendung des gewährten Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege 
unterfertigender Rechtsanwalt, eventualiter ein anderer Rechtsanwalt, als 
unentgeltlicher Rechtsbeistand beizuordnen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, Dr. med. 
E.________ werde „wegen der Besorgnis der Befangenheit“ abgelehnt (S. 
6, Ziffer 13). Im Übrigen seien sowohl sein Gutachten vom 27. April 2017 
als auch seine Stellungnahme vom 15. August 2017 nicht schlüssig, wes-
halb auch aus materiellen Gründen nicht darauf abgestellt werden könne 
und die Einholung eines „Zweitgutachtens“ (S. 6, Ziffer 14) erforderlich sei. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2017 beantragt die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde. In der Begründung bringt die Beschwerdegegne-
rin hauptsächlich vor, entgegen der Beschwerdeführerin sei das Gutachten 
von Dr. med. E.________ voll beweiskräftig. Zwar sei fraglich, ob es sich 
dabei um eine im Vergleich zur Verfügung vom 3. Dezember 2013 lediglich 
andere Beurteilung eines gleichgebliebenen Sachverhalts handle. So oder 
anders ändere dies jedoch nichts daran, dass der Rentenanspruch zu 
Recht verneint worden sei. 

Mit Eingabe vom 20. November 2017 wird von Seiten der Beschwerdefüh-
rerin geltend gemacht, „das Gericht in seiner jetzigen Besetzung“ werde 
mangels entsprechender gesetzlicher Grundlage bzw. wegen Verstosses 
gegen Art. 6 EMRK „vollständig“ abgelehnt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 
2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 
830.1) bestellt jeder Kanton ein Versicherungsgericht als einzige kantonale 
Instanz zur Beurteilung solcher Streitigkeiten. Das Nähere regelt die kanto-
nale Gesetzgebung (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 
2015, N. 4 zu Art. 57). Gemäss Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Geset-
zes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) beurteilt die Sozialversicherungs-
rechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts Beschwerden gegen solche 
Entscheide. Das angerufene Gericht ist damit sachlich zuständig (vgl. zu-
dem E. 2 hiernach). Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten 
sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. September 2017 
(act. II 68). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 5

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Eingabe vom 20. Novem-
ber 2017 geltend, „die Besetzung des Verwaltungsgerichts“ sei „mangels 
gesetzlicher Grundlage nicht der ‚gesetzliche Richter‘“ im Sinne von Art. 6 
der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101). Die Fest-
legung der Zusammensetzung durch die Exekutive oder im Ermessen der 
Justizorgane sei konventionswidrig und derartige Einflussnahmen auf die 
Besetzung berührten auch die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des 
Spruchkörpers, da objektiv nicht erkennbar sei, ob dieser gegen Einfluss-
nahme von aussen hinreichend geschützt sei. Deshalb lehne sie „das Ge-
richt in seiner jetzigen Besetzung […] vollständig ab.“ Die 
Beschwerdeführerin lehnt damit (entgegen dem Wortlaut ihres Antrags) bei 
Lichte betrachtet nicht das Gericht bzw. einzelne Mitglieder des Gerichts 
ab, sondern behauptet vielmehr, es fehlten hinreichende gesetzliche 
Grundlagen, damit das Verwaltungsgericht die Sache rechtsgültig beurtei-
len könne. Dem kann nicht gefolgt werden. 

2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat 
jede Person, deren Sache in einem gerichtlichen Verfahren beurteilt 
werden muss, Anspruch auf ein durch Gesetz geschaffenes, zuständiges, 
unabhängiges und unparteiisches Gericht. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 
1.1 vorne) bestimmt das geltende Recht das Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern zur für den vorliegenden Fall sachlich, örtlich und funktionell zu-
ständigen Gerichtsbehörde. 

2.3 Erstmals in ihrer Eingabe vom 20. November 2017 machte die 
Beschwerdeführerin das Fehlen einer gesetzlichen Regelung hinsichtlich 
der Zusammensetzung des Spruchkörpers und daraus ableitend einen 
Verstoss gegen Art. 6 EMRK geltend, weshalb sie das gesamte Gericht 
ablehne. Entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters der Beschwerde-
führerin bestehen hinreichende gesetzliche Grundlagen nicht nur für die 
Zuständigkeit des Gerichts als solches, sondern auch die Zuweisung an 
den Spruchkörper. Die Kammerzusammensetzung erfolgt an der Sozial-
versicherungsrechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern in Nachachtung bundes- und kantonsverfassungsmässiger Grundsät-
ze im Rahmen von Art. 56 ff. GSOG, Art. 18 des Organisationsreglements 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 6

des Verwaltungsgerichts vom 22. September 2010 (OrR VG; BSG 162.621) 
sowie des Reglements vom 26. Oktober 2010 über die Organisation der 
Rechtsprechung der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung des Verwal-
tungsgerichts des Kantons Bern (OrR SVA, abrufbar unter: 
http://www.justice.be.ch/justice/de/index/justiz/organisation/verwaltungsgeri
cht/rechtliche grundlagen.html). Von fehlenden gesetzlichen Grundlagen 
oder einem Verstoss gegen Art. 6 EMRK kann demnach keine Rede sein. 

Selbst wenn die von der Beschwerdeführerin zur Diskussion gestellten 
Fragen unter dem Gesichtspunkt der Regeln zum Ausstand zu beurteilen 
wären, würde sich nichts ändern. Abgesehen davon, dass der Vortrag sol-
cher Gründe erst mit Eingabe vom 20. November 2017 erfolgte und damit 
zweifellos verspätet gewesen wäre, womit hierauf gar nicht eingetreten 
werden könnte (vgl. BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69, 132 V 93 E. 7.4.2 S. 112), 
kann sich ein Ausstandsbegehren rechtsprechungsgemäss nur gegen 
(sämtliche) Mitglieder einer Behörde, nicht aber gegen eine Behörde als 
solche richten (BGE 139 I 121 E. 4.3 S. 125). Die Namen der Mitglieder 
des Verwaltungsgerichts werden im Rahmen des Wahlaktes durch den 
Grossen Rat des Kantons Bern öffentlich bekannt gemacht. Die aktuellen 
Mitglieder des Gerichts sind zudem jederzeit auf der Homepage der Justiz 
des Kantons Bern verzeichnet und können von jeder interessierten Person 
jederzeit abgerufen werden. Die Gewaltenteilung ist garantiert und die Ge-
richtsmitglieder sind allein dem Recht verpflichtet (vgl. Art. 97 Abs. 1 der 
Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]). Dass und aus welchen 
Gründen einzelne (oder alle) Mitglieder der sozialversicherungsrechtlichen 
Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern von der Beschwerde-
führerin konkret abgelehnt würden, ergibt sich auch nicht ansatzweise aus 
der Rechtsschrift. Nachdem keiner der in Art. 9 Abs. 1 VRPG geregelten 
Ausstands- und Ablehnungsgründe geltend gemacht ist und auch keinerlei 
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass im vorliegenden Fall ein solcher für ein 
Mitglied dieses Gerichts gegeben sein könnte, hätte das Gericht das als 
solches bezeichnete Ausstandsbegehren, wenn darauf überhaupt eingetre-
ten werden könnte, ohne weiteres – wegen offensichtlicher Unbegründet-
heit – selbst abzuweisen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 9. 
Dezember 2015, 9C 513/2015, E. 4.3). 

http://www.justice.be.ch/justice/de/index/justiz/organisation/verwaltungsgericht/rechtliche%20grundlagen.html
http://www.justice.be.ch/justice/de/index/justiz/organisation/verwaltungsgericht/rechtliche%20grundlagen.html

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 7

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz 
ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem 
ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 
verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

4.1 Bis zum massgebenden Zeitpunkt der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 8. September 2017 präsentierte sich die Aktenlage im Wesentli-
chen wie folgt: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 8

4.1.1 Im zu Handen des Sozialamts C.________ erstellten vertrauens-
ärztlichen Bericht vom 10. April 2015 (act. II 43 S. 4 ff.) hielt Dr. med. 
D.________ fest, man habe es vorliegend mit zwei ursächlich voneinander 
unabhängigen und unterschiedlichen Krankheitsbildern zu tun, die sich 
gegenseitig überlagerten. Zum einen handle es sich unbestrittenermassen 
um eine körperliche Krankheit in Form des seit 2011 manifesten Morbus 
Basedow (ICD-10 E05.0), zum andern liege ein offensichtlich schwerwie-
gendes psychisches Krankheitsbild vor, das bisher noch nicht mit Sicher-
heit klar habe zugeordnet werden können. Aus seiner Sicht handle es sich 
mit grösster Wahrscheinlichkeit um eine emotional instabile Persönlich-
keitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), wobei diese Diagnose 
nicht als gesichert zu bezeichnen sei. Viele Einzelaspekte sprächen jedoch 
dafür. Für die Therapien sowohl der somatischen als auch der psychischen 
Grundkrankheiten erwiesen sich zwei Eigenheiten der Beschwerdeführerin 
als erschwerend: Zum einen falle es ihr nicht leicht, Vertrauen zu anderen 
Menschen zu entwickeln, was auch für Therapeuten gelte (S. 10 f.); zum 
andern erschwere die konsequente Ablehnung schulmedizinischer Behand-
lungsweisen die Sache, wobei gerade bei der Behandlung der Hyperthy-
reose, deren Krankheitsmechanismus im Fall der Beschwerdeführerin 
absolut klar sei, von einer Fehleinschätzung durch die Betroffene gespro-
chen werden müsse, sei die Krankheit schulmedizinisch doch behandel- 
und beherrschbar (S. 12). Was die künftige Arbeitstätigkeit anbelange, 
könne erst später nach wesentlichen Fortschritten im gesundheitlichen Be-
reich entschieden werden (S. 14).

4.1.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, hielt im Bericht vom 6. Juni 2016 (act. II 36) als Diagnosen mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeit vom Border-
line-Typ (ICD-10 F60.31), eine rezidivierend depressive Störung, gegen-
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine Panikstörung (ICD-10 
F41.0) sowie einen Status nach Bulimie (ICD-10 F50.2) fest. Als Diagnose 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Hyperthyreose (S. 
1). Der Verlauf sei chronisch langanhaltend; es beständen mehrere ge-
scheiterte Versuche, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen (S. 2). Bezüglich der 
körperlichen Einschränkungen könne sie nicht Stellung nehmen. Psychisch 
sei die Beschwerdeführerin wenig belastbar; Druck und zu hohe Anforde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 9

rungen könnten schwere Krisen auslösen, wobei die Anspannung derart 
gross werde, dass sie diese nur noch mit selbstverletzendem Verhalten 
(sich schneiden, Alkoholexzess, etc.) lösen könne. Dies wirke sich bei der 
Arbeit durch nicht effizientes und rasches Erledigen von Dingen, Fehler und 
vor allem durch zwischenmenschliche Schwierigkeiten aus. Die Arbeitsun-
fähigkeit betrage seit dem 2. Februar 2015 100% (S. 3). 

4.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Psychosomatik 
und Psychotherapie, hielt in seiner Stellungnahme vom 7. Juli 2016 (act. II 
38) fest, im Rahmen der Borderline-Persönlichkeitsstörung liege eine ein-
geschränkte Stresstoleranz und konsekutiv ein eingeschränktes Durchhal-
tevermögen vor. Zudem sei die soziale Anpassungsfähigkeit deutlich 
gestört. Im bisherigen Behandlungsverlauf habe zudem trotz kontinuierli-
cher psychotherapeutischer Behandlung keine nachhaltige psychische Zu-
standsstabilisierung erzielt werden können. Die Prognose sei daher als 
ungünstig zu bewerten. Die Tätigkeit im ...-Bereich sei aufgrund der be-
schriebenen Funktionsbeeinträchtigung in einem Umfang von zeitlich 80% 
bei einer Leistung von 50% möglich. Eine angepasste Tätigkeit sei in einem 
Umfang von 80% bei einer Leistung von 80% möglich (S. 3). 

4.1.4 Im Bericht vom 28. September 2016 (act. II 43 S. 1-3) hielt Dr. 
med. F.________ fest, der Gesundheitszustand sei stationär. Das Befinden 
der Beschwerdeführerin sei sehr wechselhaft mit z.T. ausgeprägter Suizi-
dalität oder selbstverletzendem Verhalten. Kleinigkeiten könnten völlig un-
erwartet eine starke Stimmungsverschlechterung auslösen, weshalb sie 
sich sozial fast völlig zurückziehe. Vieles sei nur dank der grossen Unter-
stützung durch den Lebenspartner möglich. Öfters müssten die Termine bei 
ihr – Dr. med. F.________ – wegen verschiedenen körperlichen Problemen 
verschoben werden. Es erfolge eine Gesprächstherapie in zweiwöchentli-
chen Abständen, jedoch keine Medikation (S. 1). 

4.1.5 Im psychiatrischen Gutachten vom 27. April 2017 (act. II 52.1) hielt 
Dr. med. E.________ die folgenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
fest (S. 13): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

Vordiagnostiziert:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 10

• emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-
10 F60.31)

• rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episo-
de (ICD-10 F33.1)

• Panikstörung (ICD-10 F41.0)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

• Status nach Bulimie

In der Beurteilung hielt er fest, die Diagnosestellung einer emotional insta-
bilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (F60.31) sei nachvoll-
ziehbar. Seines Erachtens erleide sie nicht zusätzlich eine affektive 
Störung, eine spezifische Angsterkrankung und eine Essstörung, die je-
weils gemäss der Klassifikation ICD-10 noch zusätzlich zu benennen seien 
(S. 14). Aus versicherungspsychiatrischer Sicht werde für die vergangenen 
Jahre und auch zukünftig eine Minderung der Arbeitsfähigkeit bei 30% an-
gesiedelt. Wenn die Beschwerdeführerin als arbeitsunfähig gelte, könne die 
Behandlung intensiviert werden, wobei sie nach einer kurzen Übergangs-
zeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit erlangen würde (S. 22 f.). 

In der Stellungnahme vom 15. August 2017 (act. II 66 S. 2 ff.) hielt Dr. med. 
E.________ fest, Menschen mit derartigen Persönlichkeitsstörungen könn-
ten bei guter Motivation – und diese dürfe bei maximaler Willensanstren-
gung sogar abverlangt werden – über viele Wochen und Monate durchaus 
sehr gute Leistungen erbringen, seien jedoch krankheitsbedingt nicht in der 
Lage, eine überdauernde derartig gute Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhal-
ten. Aus diesem Grund werde das Konstrukt der Jahresarbeitszeit verwen-
det, wenn davon ausgegangen werde, die Beschwerdeführerin könnte zu 
70% arbeiten und wäre zu 30% in ihrer Arbeitsfähigkeit gemindert (S. 4).

4.2

4.2.1 Im Sozialversicherungsverfahren gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten respektive der 
Parteien zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, 
von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen verletzt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 11

etwa dann Bundesrecht, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare 
Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie 
namentlich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit einer versicherten 
Person, auf unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Februar 2017, 
8C_344/2016, E. 2.1).

4.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

4.3 Bei Erlass der Verfügung vom 8. September 2017 (act. II 68) stütz-
te sich die Beschwerdegegnerin auf die Einschätzungen von Dr. med. 
E.________ im psychiatrischen Gutachten vom 27. April 2017 (act. II 52.1) 
ab, welche er mit Stellungnahme vom 15. August 2017 (act. II 66 S. 2 ff.) 
bestätigte. Darin führte der Gutachter das von der Beschwerdeführerin 
geklagte Beschwerdebild (namentlich auch die affektiven Störungen, das 
mitunter gestörte Essverhalten und die Panikattacken) auf eine emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) 
zurück und verneinte das Vorliegen weiterer primärer psychischer 
Störungen (vgl. act. II 52.1 S. 14 ff.). Sodann postulierte Dr. med. 
E.________ eine infolge der Persönlichkeitsstörung um 30% reduzierte 
Arbeitsfähigkeit (vgl. S. 22). 

4.4 Die Beschwerdeführerin bringt vor, indem Dr. med. E.________ in 
der Stellungnahme vom 15. August 2017 (act. II 66 S. 2 ff.) mehrmals den 
Namen ihres Rechtsvertreters genannt und seine Ausführungen als nicht 
nachvollziehbar qualifiziert habe, manifestiere sich eine innere ablehnende 
Einstellung gegenüber ihm bzw. gegenüber der seinem Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 12

entgegengehaltenen Kritik, weshalb der Gutachter „wegen der Besorgnis 
der Befangenheit abgelehnt“ werde (Beschwerde, S. 6, Ziffer 13). 

Mit diesen Vorbringen macht die Beschwerdeführerin keine Umstände 
geltend, welche bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit 
und Voreingenommenheit zu erwecken vermöchten (BGE 139 I 121 E. 4.1 
S. 123 und E. 5.1 S. 125, 137 I 227 E. 2.1 S. 229): Die Stellungnahme vom 
15. August 2017 ist in allen Teilen sachlich und in angemessenem Tonfall 
abgefasst. Inwiefern der Gutachter durch die namentliche Erwähnung des 
Rechtsanwalts „eine innere ablehnende Einstellung“ gegenüber diesem 
eingenommen haben soll, ist aus allein massgebender objektiver Sicht 
nicht im Ansatz erkennbar. Sodann hat es Dr. med. E.________ nicht dabei 
belassen, die Vorbringen des Rechtsvertreters als „nicht nachvollziehbar“ 
zu bezeichnen, sondern er hat die seines Erachtens wesentlichen Ge-
sichtspunkte für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nochmals dargelegt. 
Auch insoweit ist nicht erkennbar, dass sich der Gutachter dabei von allfäl-
ligen unsachlichen Motiven hätte leiten lassen. 

Demnach besteht kein Anlass, das Gutachten und die Stellungnahme von 
Dr. med. E.________ aus formellen Gründen aus den Akten zu weisen. 

4.5 Wenngleich nach Lage der Akten die psychische Problematik im 
Sinne einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung im Vordergrund zu 
stehen scheint, so ergibt sich aus den medizinischen Berichten, dass die 
Beschwerdeführerin (seit geraumer Zeit) auch an einer Hyperthyreose bei 
Morbus Basedow leidet (vgl. act. II 43 S. 10), welches somatische Leiden 
indes nicht Gegenstand weiterer (gutachterlicher) Abklärungen bildete. 
Dies, obwohl eine Beeinflussung der dokumentierten Beschwerden und 
damit auch eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht a priori 
ausgeschlossen werden kann: So spricht Dr. med. D.________ im zu 
Handen des Sozialamts C.________ erstellten vertrauensärztlichen Bericht 
vom 10. April 2015 (act. II 43 S. 4 ff.) von einer „Überlagerung von 
Persönlichkeitsstörung und Hyperthyreose“, was „die Beurteilung der 
komplexen Gesundheitsstörung und die Diagnosestellung nicht einfacher“ 
mache, indem sich Ängstlichkeit und die Symptome des Morbus Basedow 
gegenseitig zu veritablen Krisen hochschaukeln könnten (S. 11). Weiter 
hielt er fest, dass eine schulmedizinische Behandlung, welche die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 13

Beschwerdeführerin bis anhin offensichtlich konsequent verweigert hat, 
eine Besserung des Gesundheitszustandes bewirken könnte (vgl. S. 12). In 
Anbetracht dieser Ausführungen ist es nicht nachvollziehbar, dass die 
Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer (gutachtlichen) Abklärungen die 
Hyperthyreose gänzlich ausser Acht liess und stattdessen einzig eine 
psychiatrische Begutachtung in Auftrag gab. Zwar hat die behandelnde 
Psychiaterin Dr. med. F.________ die Hyperthyreose unter den Diagnosen 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 36 S. 1), 
gleichzeitig aber – und entsprechend ihrer diesbezüglich fehlenden 
fachärztlichen Ausbildung richtigerweise – zu den körperlichen 
Einschränkungen ausdrücklich nicht Stellung genommen (S. 3). 
Schliesslich haben sich weder der RAD noch der Gutachter Dr. med. 
E.________ – auch nur am Rande – zur Hyperthyreose geäussert. Dieser 
Mangel kann – im Lichte des Berichts von Dr. med. D.________, welcher 
Arzt sich mit dieser Thematik als einziger eingehender befasst hat – auch 
auf dem Wege der Beweiswürdigung nicht behoben werden. Somit 
erweisen sich die tatsächlichen medizinischen Entscheidgrundlagen bereits 
in somatischer Hinsicht als ungenügend. 

4.6 In psychiatrischer Hinsicht hielt der Gutachter Dr. med. 
E.________ fest, er vertrete die Meinung, dass Menschen mit einer emoti-
onal instabilen Persönlichkeitsstörung, die ja grundsätzlich über eine gute 
Begeisterungsfähigkeit und Motivation, etwas zu tun, verfügten, häufig eine 
Arbeit annehmen könnten für einen bestimmten Zeitraum, bis sie dann auf-
grund der Persönlichkeitseigenschaften mit Krankheitswert z. B. zwi-
schenmenschliche Probleme bekämen, ihren Arbeitsplatz verlören oder ihn 
verändern wollten. Hieraus ergebe sich dann im Längsschnitt im Sinne ei-
ner „Jahresarbeitsfähigkeit“ eine Arbeitsfähigkeit von 70% (act. II 52.1 S. 16 
f.). 

Insoweit ist festzuhalten, dass die Arztperson die Arbeitsfähigkeit so sub-
stantiell wie möglich zu begründen hat (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195). 
Nebst Aussagen zu den quantitativen Einbussen hat das Gutachten dem-
nach insbesondere auch Angaben zu den sich aus den funktionellen Beein-
trächtigungen ergebenden qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähig-
keit zu enthalten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 14

Dr. med. E.________ hielt fest, Menschen mit derartigen Persönlichkeitss-
törungen seien krankheitsbedingt nicht in der Lage, eine „überdauernde“ 
gute Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten (vgl. act. II 66 S. 4) und eine 
Arbeitsstelle müsste eine möglichst eigenständige Arbeit beinhalten, die 
sich die Beschwerdeführerin selber einteilen könne und bei welcher es kei-
ne Mitarbeitenden respektive Konkurrenten gebe (act. II 52.1 S. 18). Diese 
Ausführungen lassen Zweifel an der Verwertbarkeit der von Dr. med. 
E.________ postulierten 70%igen Arbeitsfähigkeit auch auf dem hier 
massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt aufkommen. Insoweit bleibt 
das Gutachten zu allgemein und in beweisrechtlicher Hinsicht ungenügend, 
indem es von der grundsätzlichen Überwindbarkeit der sich bei einer emo-
tional instabilen Persönlichkeitsstörung ergebenden funktionellen Beein-
trächtigungen auszugehen scheint (vgl. auch act. II 66 S. 4). 

4.7 Indem die Beschwerdegegnerin entscheidwesentlich auf das den 
beweismässigen Anforderungen (vgl. E. 4.2.2 vorne) nicht genügende, 
allein monodisziplinäre psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ 
(act. II 52.1) abgestellt und auf weitere Abklärungen verzichtet hat, verletzte 
sie den Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 4.2.1 vorne). Die medizinischen 
Berichte erweisen sich demnach vorab hinsichtlich der Frage, ob und wenn 
ja inwieweit die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 
Beschwerden das funktionelle Leistungsvermögen beeinflussen, als 
unvollständig, weshalb der Sachverhalt weiterer medizinischer Abklärung in 
Form eines bidisziplinären Gutachtens bedarf. In somatischer Hinsicht wird 
die Beschwerdegegnerin – nachdem sie das medizinische Dossiers 
vervollständigt und insbesondere auch die Berichte der Klinik H.________ 
eingeholt hat – mit Blick auf den seit Jahren manifesten Morbus Basedow 
eine endokrinologische Abklärung zu veranlassen haben. In psychischer 
Hinsicht wird insbesondere abzuklären sein, ob und wenn ja inwieweit 
bestehende funktionelle Einschränkungen sich erwerblich auswirken und 
inwieweit diese überwindbar sind. Schliesslich werden sich die Gutachter 
auch zur Frage nach der Zumutbarkeit einer allfälligen schulmedizinischen 
Behandlung des Morbus Basedow zu äussern haben, wenn und soweit 
sich dieser auf die Beschwerden und die Arbeitsfähigkeit auswirkt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 15

4.8 Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfü-
gung vom 8. September 2017 aufzuheben und die Sache – entsprechend 
dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin – an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

5.2

5.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

5.2.2 Mit am 20. November 2017 eingereichter und nicht zu beanstan-
dender Honorarnote hat Rechtsanwalt B.________ ein Honorar von 
Fr. 1‘371.40 inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer (MWSt) geltend ge-
macht. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 1‘371.40 (inkl. 
Auslagen und MWSt) festgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 16

5.3 Bei diesem Ausgang ist das Rechtsschutzinteresse an der Beurtei-
lung des in diesem Verfahren gestellten Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege dahingefallen. Entsprechend ist das Verfahren um Erteilung 
der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 8. September 2017 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Leistungsan-
spruch neu verfüge. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgeschrieben. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘371.40 (inkl. Auslagen und MWSt), zu er-
setzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2017, IV/17/882, Seite 17

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.