# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6dc5b5d8-dc77-5ec3-9692-4be1ec9a5d5a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 02.08.2023 SBK.2023.61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2023-61_2023-08-02.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2023.61  
(STA.2022.2124)  

Art. 234 

 

 

Entscheid vom 2. August 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari 

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Meister 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, 

[…] 

 

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten,  

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 

Beschuldigter   B._____, 

[…]  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

vom 6. Januar 2023 

 

in der Strafsache gegen B._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

1.1.1. 

Am 24. Dezember 2021 stellte B. (fortan: Beschuldigter) nach einer wech-

selseitigen Auseinandersetzung am 23. Dezember 2021 im Restaurant 

"[…]" Strafantrag gegen A. (fortan: Beschwerdeführer) wegen Drohung und 

Beschimpfung (STA4 ST.2022.1462). Am 6. Januar 2022 stellte auch der 

Beschwerdeführer gegen den Beschuldigten Strafantrag wegen Tätlichkei-

ten und Beschimpfung (STA4 ST.2022.2124). 

 

1.1.2. 

1.1.2.1. 

Mit Gerichtsstandsanfrage vom 29. April 2022 ersuchte die Staatsanwalt-

schaft Muri-Bremgarten die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt 

der Region Oberwallis, um Übernahme des gegen den Beschwerdeführer 

geführten Verfahrens STA4 ST.2022.1462 gestützt auf Art. 31 Abs. 2 StPO. 

Aus sachlichen Gründen (gleicher Sachverhalt) wurde auch um Über-

nahme des gegen den Beschuldigten geführten Verfahrens 

STA4 ST.2022.2124 ersucht. 

 

1.1.2.2. 

Am 30. Mai 2022 übernahm die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, 

Amt der Region Oberwallis, das gegen den Beschwerdeführer geführte 

Verfahren STA4 ST.2022.1462, lehnte aber die Übernahme des gegen den 

Beschuldigten geführten Verfahrens STA4 ST.2022.2124 mit der Begrün-

dung ab, dass Art. 33 StPO nicht greife, da der Beschuldigte nicht Mittäter 

des Beschwerdeführers sei. 

 

1.1.2.3. 

Mit Abtretungsverfügung vom 10. Juni 2022 wurde das gegen den Be-

schwerdeführer geführte Strafverfahren STA4 ST.2022.1462 im Register 

der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten abgeschrieben. 

 

1.2. 

Am 10. Mai 2022 erstattete die […] Arbeitslosenkasse Strafanzeige gegen 

das Restaurant "[…]" wegen Verletzung der Auskunftspflicht gemäss dem 

Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die In-

solvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 

837.0). In der Folge ermittelte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten ge-

gen den Beschuldigten als Betriebsleiter und Inhaber einer Generalvoll-

macht. 

 

 - 3 - 

 

 

2. 

Am 6. Januar 2023 stellte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten das ge-

gen den Beschuldigten geführte Strafverfahren wegen Tätlichkeiten, Be-

schimpfung, Drohung und Übertretung des AVIG ein. Es wurde festgestellt, 

dass keine Verfahrenskosten entstanden sind. Zivilklagen wurden keine 

behandelt, Entschädigung und Genugtuung wurden keine ausgerichtet. 

 

Diese Einstellungsverfügung wurde am 9. Januar 2023 von der Ober-

staatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigt.  

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihm am 6. Februar 2023 zugestellte Einstellungsverfügung 

vom 6. Januar 2023 erhob der Beschwerdeführer am 16. Februar 2023 

(Postaufgabe) bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Oberge-

richts des Kantons Aargau Beschwerde ("Schriftlicher Einspruch") und be-

antragte sinngemäss die Aufhebung der Einstellungsverfügung. 

 

3.2. 

Die von der Verfahrensleitung mit Verfügung vom 23. Februar 2023 ein-

verlangte Sicherheitsleistung von Fr. 800.00 für allfällige Kosten (zugestellt 

am 6. März 2023) wurde vom Beschwerdeführer am 16. März 2023 an die 

Obergerichtskasse bezahlt. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 21. März 2023 (Postaufgabe am 22. März 2022) reichte 

die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten ihre Beschwerdeantwort ein mit 

den folgenden Anträgen: 

 

" 1. 
Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. 
 
2. 
Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen. 
 
3. 
Unter Kostenfolgen." 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 30. März 2023 (Postaufgabe am 3. April 2023) reichte der 

Beschuldigte seine Beschwerdeantwort ein und beantragte sinngemäss die 

Abweisung der Beschwerde. 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Verfügungen der Staatsanwaltschaft betreffend die Einstellung eines Straf-

verfahrens sind gemäss Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO 

mit Beschwerde anfechtbar. Vorliegend bestehen keine Beschwerdeaus-

schlussgründe gemäss Art. 394 StPO. 

 

1.2. 

Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Person, die ein rechtlich geschütz-

tes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein 

Rechtsmittel ergreifen. Die Privatklägerschaft ist gemäss Art. 104 Abs. 1 

lit. b StPO Partei. Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die 

ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu 

beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Der Strafantrag ist dieser Erklärung 

gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). Die Erklärung ist gegenüber einer 

Strafverfolgungsbehörde spätestens bis zum Abschluss des Vorverfahrens 

abzugeben (Art. 118 Abs. 3 StPO). Als geschädigt gilt die Person, die durch 

die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 

StPO). 

 

Insoweit der Beschwerdeführer mit Beschwerde (zumindest sinngemäss) 

die Aufhebung der Einstellungsverfügung betreffend die Übertretung des 

Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung geltend macht, indem er ausführt, dass der Be-

schuldigte für die Arbeitszeiten und Arbeitsstunden verantwortlich sei, ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nicht zur Beschwerde legitimiert 

ist, da er diesbezüglich nicht als geschädigte Person zu qualifizieren ist (die 

unterlassene Meldung betraf E.) und somit auch kein Rechtsschutzinte-

resse gegeben ist. In Bezug auf das gegen den Beschuldigten geführte 

Strafverfahren wegen Tätlichkeiten, Beschimpfung und Drohung hingegen 

ist der Beschwerdeführer als geschädigte Person zu betrachten wie er sich 

auch als Zivil- und Strafkläger konstituiert und Strafantrag gestellt hat, wo-

mit er in diesem Punkt zur Beschwerde legitimiert ist.  

 

1.3. 

Gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder 

mündlich eröffnete Entscheide innert 10 Tagen schriftlich und begründet 

bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Dabei hat die Person, die das 

Rechtsmittel ergreift, gestützt auf Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 

StPO genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides sie anficht (lit. a), 

welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (lit. b) sowie welche 

Beweismittel sie anruft (lit. c). Bei sogenannten Laienbeschwerden dürfen 

die Anforderungen an die Begründungspflicht nicht allzu hoch angesetzt 

werden. Dennoch kann auch von einem Laien erwartet werden, bereits mit 

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der Beschwerdeschrift und ohne zusätzliche Aufforderung zur Verbesse-

rung auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid konkret einzugehen 

(Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2021.51 vom 2. Februar 2022 

E. 1.1.1 m.w.H.).  

 

Ob die obengenannten Voraussetzungen hinsichtlich der Begründung und 

der Form der Beschwerde vorliegend erfüllt sind, ist fraglich, zumal der Be-

schwerdeführer keine konkreten Anträge stellt und sich in seiner Be-

schwerde darauf beschränkt, seine Sachverhaltsbehauptungen zu wieder-

holen. Dies kann jedoch offenbleiben, da die Beschwerde so oder so abzu-

weisen ist. 

 

2. 

2.1. 

Nach Art. 7 Abs. 1 StPO sind die Strafbehörden grundsätzlich verpflichtet, 

im Rahmen ihrer Zuständigkeit ein Verfahren einzuleiten und durchzufüh-

ren, wenn ihnen Straftaten oder auf Straftaten hinweisende Verdachts-

gründe bekannt werden. Gemäss Art. 324 Abs. 1 StPO erhebt die Staats-

anwaltschaft beim zuständigen Gericht Anklage, wenn sie aufgrund der Un-

tersuchung die Verdachtsgründe als hinreichend erachtet und keinen Straf-

befehl erlassen kann. Nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO verfügt sie nament-

lich dann die (vollständige oder teilweise) Einstellung des Verfahrens, wenn 

kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt. Entscheidend 

dafür ist, ob der Verdacht gegen die beschuldigte Person in der Untersu-

chung nicht in dem Masse erhärtet wurde, dass Aussicht auf eine Verurtei-

lung besteht, m.a.W. ein Freispruch zu erwarten ist. Der Tatverdacht ist 

bereits dann als anklagegenügend anzusehen, wenn die Tatbeteiligung der 

beschuldigten Person und eine strafrechtliche Reaktion (Strafe oder Mass-

nahme) im Zeitpunkt des Entscheids über die Frage, ob Anklage zu erhe-

ben oder das Verfahren einzustellen ist, bloss wahrscheinlich erscheint 

(LANDSHUT/BOSSHARD, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, 3. Aufl. 2020, N. 15 zu Art. 319 StPO). 

 

Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens richtet sich nach dem 

aus dem Legalitätsprinzip fliessenden Grundsatz "in dubio pro duriore" (vgl. 

Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 319 Abs. 1 und Art. 324 Abs. 1 

StPO). Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grund-

sätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozess-

voraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung 

mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn 

eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Frei-

spruch gleich wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Re-

gel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf 

(BGE 138 IV 186 E. 4.1; 138 IV 86 E. 4.1; je mit Hinweisen). Bei zweifel-

hafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die 

Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das 

 - 6 - 

 

 

zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im 

Zweifelsfall nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von 

Einstellungsverfügungen zu beachten (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 mit Hin-

weisen). 

 

2.2. 

2.2.1. 

Nach Art. 180 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden durch schwere Dro-

hung in Schrecken oder Angst versetzt. Der objektive Tatbestand setzt vo-

raus, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder 

in Aussicht stellt. Erforderlich ist ein Verhalten, das geeignet ist, die ge-

schädigte Person in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dabei ist grund-

sätzlich ein objektiver Massstab anzulegen, wobei in der Regel auf das 

Empfinden eines vernünftigen Menschen mit einigermassen normaler psy-

chischer Belastbarkeit abzustellen ist. Zudem ist erforderlich, dass die be-

troffene Person durch das Verhalten des Täters tatsächlich in Schrecken 

oder Angst versetzt wird. Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, min-

destens Eventualvorsatz. Nicht erforderlich ist, dass der Täter das Opfer 

mit dem Tode bedroht oder das in Aussicht gestellte Übel genau beschreibt 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_758/2018 vom 24. Oktober 2019 E. 3.1 mit 

Hinweisen). 

 

2.2.2. 

Nach Art. 177 Abs. 1 StGB macht sich der Beschimpfung schuldig, wer 

jemanden in anderer Weise − als durch üble Nachrede oder Verleumdung 

− durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre an-

greift. Gegenstand der Beschimpfung ist entweder eine üble Nachrede oder 

Verleumdung gegenüber dem Verletzten selbst oder eine sogenannte 

Formalinjurie (Werturteil).  

 

2.2.3. 

Gemäss Art. 126 StGB wird auf Antrag mit Busse bestraft, wer gegen je-

manden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Körpers oder der 

Gesundheit zur Folge haben. 

 

3. 

3.1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten führt in der angefochtenen Ein-

stellungsverfügung aus, dass es zwischen dem Beschuldigten und dem 

Beschwerdeführer am 23. Dezember 2021 zu einer Auseinandersetzung 

im Restaurant "[…]" gekommen sei. Während der Beschwerdeführer die 

polizeiliche Einvernahme vom 11. Januar 2023 noch aufgebracht verlassen 

habe, habe er einen Tag später zu Protokoll gegeben, dass der Beschul-

digte ihn gegen den Kopf geschlagen, gestossen, zu würgen versucht und 

mit den Worten "ich mache dich kaputt, ich schlage dir die Fresse ein" be-

droht habe. Der Beschuldigte hingegen bestreite dies und mache geltend, 

 - 7 - 

 

 

dass der Beschwerdeführer ihn mit einem Messer bedroht und mit den 

Worten "ein Schlag und du bist tot" bedroht und ihn mit "du huere Kinder-

figger" beschimpft habe. Die Inhaberin des Restaurants, Frau F., habe an-

gegeben, dass sich die beiden lauthals gestritten hätten, der Beschuldigte 

den Beschwerdeführer aber nicht habe schlagen oder würgen können, da 

zwischen den beiden ein Tisch gestanden sei und ihr Ehemann die beiden 

auseinandergehalten habe. Gesamthaft lägen keine Beweise vor, die die 

Aussagen des Beschwerdeführers belegen würden. Da der Beweis nicht 

erbracht werden könne, sei ein Freispruch wahrscheinlicher als ein Schuld-

spruch, weshalb das Verfahren gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein-

zustellen sei. 

 

3.2. 

In der Beschwerde vom 16. Februar 2023 macht der Beschwerdeführer 

geltend, dass ihn der Beschuldigte mehrmals geschlagen und angegriffen 

habe. Der Beschuldigte habe ihm seinen "Stundenzettel" wegnehmen wol-

len und ihm die Übertragung der Stunden in das Stundenblatt verweigert. 

Er selbst habe nicht gedroht. Der Beschuldigte sei auch nicht in Angst ver-

setzt worden. Der Tisch sei eineinhalb Meter lang und 90 Zentimeter breit 

gewesen; es sei gar nicht möglich gewesen, seine Hand mit dem Messer 

zu erheben und vor sich zu halten, da der Beschuldigte sich zehn Zentime-

ter vor ihm bedrohlich "aufgeplustert" habe. Der Beschuldigte habe ihn er-

neut anzugreifen versucht und wäre damit in das Messer gelaufen, wenn 

er dieses vor sich gehalten hätte, wie der Beschuldigte behaupte. 

 

3.3. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. März 2023 führt die Staatsanwaltschaft 

Muri-Bremgarten aus, dass die Darstellung des Beschwerdeführers im Ver-

laufe des Strafverfahrens nicht habe bestätigt werden können. Was die 

Ausführungen zum Messer anbelange, sei dies im Strafverfahren gegen 

den Beschwerdeführer vorzubringen und nicht in dem gegen den Beschul-

digten. Der Beschwerdeführer bringe nichts vor, was die Einstellungsverfü-

gung als rechtswidrig erscheinen lasse oder eine Neubeurteilung notwen-

dig mache. Es könne kein strafbares Verhalten des Beschuldigten belegt 

werden.  

 

4. 

4.1. 

Der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten ist zuzustimmen. Vorliegend ste-

hen sich die Aussagen des Beschwerdeführers und des Beschuldigten ge-

genüber. Die Inhaberin des Restaurants "[…]", Frau F., hat den Teil der 

Auseinandersetzung, der sich in der Küche abgespielt hatte, nicht mitbe-

kommen (vgl. Verfahrensakten, Polizeiliche Einvernahme Auskunftsperson 

vom 8. April 2022, S. 4), in Bezug auf den weiteren Verlauf der Auseinan-

dersetzung – hinsichtlich dem die Aussagen der Beteiligten auseinander-

gehen – bestätigte sie jedoch die Version des Beschuldigten, indem sie 

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aussagte, dass eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Be-

schwerdeführer und dem Beschuldigten stattgefunden habe, es aber nicht 

zutreffe, dass der Beschuldigte den Beschwerdeführer geschlagen habe, 

ihr Mann habe die beiden auseinandergehalten, es sei auch noch ein Tisch 

dazwischen gestanden. Es sei möglich, dass der Beschuldigte den Be-

schwerdeführer geschubst habe, aber er habe ihn keinesfalls geschlagen 

oder zu würgen versucht. Beschimpfungen seien gemäss Frau F. insbe-

sondere durch den Beschwerdeführer gegenüber dem Beschuldigten aus-

gesprochen worden, wobei sie klarstellte, dass sie den Beginn der Ausei-

nandersetzung in der Küche nicht gehört hatte, bzw. aussagte, dass sich 

die beiden im Rahmen des Streits gegenseitig "verbal alle Schimpfworte 

angehängt" gehabt hätten. An den genauen Wortlaut bestimmter Aussagen 

konnte sie sich teilweise jedoch nicht mehr erinnern, geblieben sei ihr ein-

zig, dass der Beschwerdeführer den Beschuldigten mehrfach als "Kinder-

figger" betitelt habe (vgl. Polizeiliche Einvernahme von Frau F. vom 8. Ap-

ril 2022, Fragen 14, 18−24, 32, 42). Der Beschwerdeführer legt nicht dar, 

welche weiteren Beweismittel seine Sachverhaltsvariante zu unterstützen 

vermögen, wobei nicht ersichtlich ist, inwiefern weitere Untersuchungs-

handlungen zur Klärung des Sachverhalts beitragen könnten. Die weiteren 

Ausführungen des Beschwerdeführers, dass er den Beschuldigten nicht 

bedroht oder das Messer gegen ihn erhoben habe (Beschwerde, Ziff. 4 und 

5) beziehen sich auf das im Kanton Wallis hängige Strafverfahren, in wel-

chem er selbst beschuldigt ist. Darauf ist vorliegend nicht weiter einzuge-

hen.  

 

4.2. 

Eine Verurteilung des Beschuldigten durch ein Gericht erscheint vor die-

sem Hintergrund nicht als wahrscheinlich, weshalb die Beschwerde abzu-

weisen ist, soweit darauf einzutreten ist. 

 

5. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Anspruch auf Ent-

schädigung besteht nicht. Dem Beschuldigten sind durch dieses Beschwer-

deverfahren keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen entstanden. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. 

Die Kosten dieses Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichts-

gebühr von Fr. 800.00 sowie den Auslagen von Fr. 71.00, zusammen 

Fr. 871.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit der von ihm 

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geleisteten Sicherheit von Fr. 800.00 verrechnet, so dass er der Oberge-

richtskasse noch Fr. 71.00 zu bezahlen hat. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 2. August 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Meister