# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04b29e35-140a-55fb-be80-6afa0c3a2555
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2009 D-8117/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8117-2008_2009-08-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8117/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

X._______, geboren _______,
Sri Lanka,
vertreten durch Gabriel Püntener, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 14. November 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8117/2008

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  –  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  tamili-
scher Ethnie aus _______ – verliess eigenen Angaben zufolge seinen 
Heimatstaat am 15. Juni 2007 und gelangte zuerst mit dem Flugzeug 
nach _______ und dann über Italien am 18. Juni 2007 in die Schweiz, 
wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 29. Juni 2007 wurde er 
_______ summarisch befragt und am 24. Juli 2007 einlässlich zu den 
Gründen für sein Asylgesuch angehört, woraufhin er am 27. Juli 2007 
für die Dauer des Verfahrens dem Kanton _______ zugewiesen wurde.

Zur Begründung seines Gesuches machte er im Wesentlichen geltend, 
er  habe  für  die  Hilfsorganisation  _______,  wo  auch  seine  Frau  als 
Buchhalterin gearbeitet habe, seit 2005 als Chauffeur Hilfsgüter für Zi-
vilisten in von der Armee wie auch von der LTTE kontrollierten Gebie-
ten transportiert. Deshalb sei er verdächtigt worden, für die LTTE zu 
arbeiten. Am 4. Januar 2007 sei das Büro der _______ in Brand ge-
setzt  worden  und  er  habe  seither  keine  Arbeit  mehr  gehabt.  Am 
8. März 2007 sei er von der Armee festgenommen und anschliessend 
befragt und gefoltert worden. Nach drei Tagen sei er der Polizei über-
geben worden. Ihm sei unterstellt worden, am Massaker vom _______ 
in  _______  beteiligt  gewesen  zu  sein,  bei  dem  _______  Vertreter 
_______ getötet worden seien. Auf Intervention seines Anwaltes sei er 
am _______ durch ein Gericht  gegen Kaution  und unter  Auflagen – 
monatliches Erscheinen bei der Polizei zur Unterschrift  – wieder frei-
gelassen worden. In der Zeit darauf sei er telefonisch beschimpft und 
bedroht  worden.  Deshalb  habe  er  sich  ab  dem  dritten  Monat  nicht 
mehr bei der Polizei gemeldet. Sein Anwalt habe ihm geraten, wegzu-
gehen. In der Nacht vom 7. Juni 2007 seien bewaffnete Leute von der 
Karuna-Gruppe  und  von  der  Armee  gekommen  und  hätten  ihn  ge-
sucht. Er habe das Haus durch den Hintereingang verlassen und sei 
zu einem Freund seines Vaters, _______, dessen Name er aber nicht 
kenne, gegangen, wo er sich vier Tage versteckt habe. Dann habe ihm 
seine Mutter telefonisch von einem Haftbefehl des _______ gegen ihn 
berichtet,  weil  er  sich  nicht  zur  Unterschrift  gemeldet  habe.  Am 
11. Juni 2007  sei  er  nach  _______  gegangen,  wo  er  sich  während 
zweier Tage bei _______ einem weiteren Kollegen seines Vaters be-
ziehungsweise von _______ aufgehalten habe. Das Criminal Investiga-
tion Department (CID) habe ihn bei _______ zu Hause gesucht, wäh-
rend er mit _______ auswärts essen gewesen sei. Deshalb habe er, 

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ohne noch einmal zu _______ zurückzukehren, am 15. Juni 2007 das 
Land verlassen.

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  den 
Haftbefehl des _______, einen Arbeitsausweis der _______ sowie Be-
stätigungsschreiben  (im  Original)  der  _______vom  10. Januar 2007, 
seines  Anwaltes  vom  10. Juni 2007  und  von  einer  weiteren  Person 
vom 17. Juni 2007 ein.

B.
Der Beschwerdeführer hatte im Jahr 2002 – gemäss seinen Angaben 
aufgrund der Kämpfe im Land und weil er keine Arbeit gehabt habe – 
einen Visumsantrag für die Schweiz gestellt, welcher abgelehnt wurde.

C.
Am 2. Juli 2008 ging bei  der  Schweizerischen Botschaft  in  Colombo 
ein Asylgesuch der Ehefrau des Beschwerdeführers ein. Am 15. Sep-
tember 2008 reichte sie gemäss Aufforderung der Botschaft  eine er-
gänzende  Eingabe  nach.  Zur  Begründung  ihres  Gesuches  gab  die 
Ehefrau im Wesentlichen die Probleme des Beschwerdeführers an. 

D.
Mit  Verfügung  vom  14. November 2008  –  eröffnet  am  17. Novem-
ber 2008 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
ab und ordnete dessen Wegweisung sowie den Vollzug an.

E.
Mit Eingabe vom 17. Dezember 2008 reichte der Beschwerdeführer – 
handelnd durch seinen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid Be-
schwerde ein und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung und die Rückweisung der Sache zur Feststellung des vollständi-
gen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeur-
teilung. Eventualiter sei ihm Asyl zu gewähren, subeventualiter die vor-
läufige Aufnahme aufgrund der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zuges anzuordnen. In formeller Hinsicht ersuchte er um Einsicht in die 
Akten A7, A10, und A13 sowie in die von ihm eingereichten Beweismit-
tel  verbunden  mit  einer  angemessenen  Frist  zur  Beschwerdeergän-
zung.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 6. Januar 2009 hiess  die  zuständige In-
struktionsrichterin  das  Gesuch  um Einsicht  in  die  eingereichten  Be-

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weismittel  gut  und  setzte  dem Beschwerdeführer  bis  zum 21. Janu-
ar 2009 Frist zur allfälligen Stellungnahme. Das Gesuch um Einsicht in 
die Akten A7, A10 und A13 wurde abgelehnt, deren Inhalt jedoch mit 
der  Verfügung  offen  gelegt.  Gleichzeitig  wurde  ein  Kostenvorschuss 
von Fr. 600.– erhoben.

G.
Der  Beschwerdeführer  bezahlte  den  einverlangten  Kostenvorschuss 
am 21. Januar 2009 fristgerecht ein und reichte gleichentags eine Be-
schwerdeergänzung ein.

H.
In seiner Vernehmlassung vom 20. Februar 2009 hielt das BFM an sei-
nen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

I.
Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe vom 12. März 2009 zur Ver-
nehmlassung des BFM Stellung und reichte die darin in Aussicht ge-
stellten fremdsprachigen Beweismittel mit Eingabe vom 30. März 2009 
nach. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 

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ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn-
te,  wegen ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-
gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, 
solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; 
den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 Zur Begründung seines ablehnenden Entscheides führte das BFM 
im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers erfüllten 
die  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  gemäss  Art.  7  AsylG 
nicht. Seine Aussagen zu seinen Aufgaben bei  der _______ und zu 
deren  Tätigkeit  und  Geschichte  seien  äusserst  unsubstanziiert  –  so 
wisse er den englischen Namen der Organisation nicht – und zum Teil 
sogar tatsachenwidrig – so zum Beispiel seine Angaben, seit wann es 
die _______ gebe. Weiter schildere der Beschwerdeführer auch seine 
Festnahme  und  das  Verhör  vom  8. März 2007  sowie  die  Untersu-
chungshaft,  trotz mehreren vertiefenden Fragen, unsubstanziiert. Zu-
dem äus-sere er sich widersprüchlich zur Person, bei der er zuerst Zu-
flucht gesucht habe, indem er einmal sagte, sie heisse _______ und 
stamme aus _______ und ein andermal, sie stamme aus _______, er 
wisse aber ihren Namen nicht. Angesichts der ihm vorgeworfenen Un-
terstützung der LTTE und Beteiligung an einem Massaker, sei es des 
Weiteren wenig plausibel, dass er nach so kurzer Untersuchungshaft 

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auf Kaution wieder freigelassen worden sei. Auch sei nicht nachvoll-
ziehbar,  wie  der  Beschwerdeführer  einerseits  von  Unbekannten  be-
droht  worden  sei  und damit  zur  Flucht  aus  dem Elternhaus  bewegt 
worden  sei,  andererseits  die  Polizei  ihn  dann  per  Haftbefehl  suche, 
wenn man davon ausgehe, dass zum Beispiel  die Karuna-Leute, die 
den Beschwerdeführer eventuell  bedroht hätten, mit  den Sicherheits-
kräften zusammenarbeiteten. Auch sei es als unwahrscheinlich zu be-
zeichnen,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinem Profil  schon nach 
zwei Tagen in _______ gezielt vom CID an seiner Aufenthaltsadresse 
gesucht  werde,  wenn  er  selber  nicht  mal  die  Adresse  angeben und 
auch nicht erklären könne, wie ihn das CID so schnell gefunden habe. 
Dass der Beschwerdeführer immer dann gesucht werde, wenn er nicht 
zu Hause sei  und dass ihm die Flucht  durch die Hintertür  gelungen 
sei,  seien zudem typische Elemente einer konstruierten Verfolgungs-
geschichte. Wenn zum Beispiel die Polizei oder die Karuna-Leute einer 
Person habhaft  werden wollten, würden sie nicht vom Gartentor aus 
den Namen rufen und Gelegenheit geben, durch die Hintertüre zu flie-
hen.  Auch  die  rasche  Ausreise  praktisch  innerhalb  von  24  Stunden 
entspreche nicht der allgemeinen Erfahrung. Illegale Ausreisen seien 
kompliziert  und zeitraubend. Zudem könne der Beschwerdeführer zu 
den  verwendeten  Reisedokumenten  zwischen  _______  und  Rom 
nichts sagen. Zuletzt sei die Art, wie er die Flughafenkontrolle passiert 
haben  wolle  –  er  sei  hinter  dem Schlepper  hergelaufen  und  dieser 
habe die Dokumente gezeigt – realitätsfremd.

Die vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumente vermöchten die 
dargelegten  Zweifel  nicht  auszuräumen.  Obwohl  tamilische  Namen 
phonetisch  in  lateinischen  Buchstaben  unterschiedlich  geschrieben 
werden könnten, und auch im Englischen in Sri Lanka immer wieder 
Fehler vorkämen, sei doch auffällig, in welcher Anzahl der Arbeitsaus-
weis  und das Bestätigungsschreiben der  _______  Fehler  enthielten, 
insbesondere auch in den Logos und der Organisationsbezeichnung. 
So sei das Bestätigungsschreiben vom Deputy Director nicht auf offizi-
ellem Papier  verfasst,  sondern  das Logo sei  ein Computerausdruck. 
Zudem sei  der  Name der  Organisation _______ und der  Name des 
Deputy  Directors  falsch  geschrieben.  Der  Arbeitsausweis  enthalte 
ebenfalls  unzählige  Schreib-  und Grammatikfehler. So stehe im Titel 
_______, anstatt _______. Weiter stehe „Date of issued“ und auch die 
„Instructions“  auf  der  Rückseite  enthielten  Fehler.  Der  eingereichte 
Haftbefehl liege nur in Kopie vor, sodass sein Beweiswert reduziert sei. 
Dann sei fraglich, warum der Beschwerdeführer einen Haftbefehl ein-

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reiche, der ja nicht zum Aushändigen an ihn bestimmt sei, nicht aber 
die weiteren bei den Befragungen in Aussicht gestellten Gerichtsdoku-
mente. Weiter falle auf, dass der Haftbefehl in Englisch ausgefüllt sei, 
was ungewöhnlich sei, da er sich ja an Polizisten richte, die nicht un-
bedingt Englisch lesen und schreiben könnten. Zudem wäre zu erwar-
ten, dass unter dem Grund für die Verhaftung anstelle einer Alltagsum-
schreibung ein Gesetzesartikel oder ein klarer Gesetzesverstoss auf-
geführt wäre.

4.2 In seiner Beschwerde vom 17. Dezember 2008 und deren Ergän-
zung vom 21. Januar 2009 hielt  der Beschwerdeführer den Erwägun-
gen des BFM entgegen, er habe seine Asylgründe klar und strukturiert 
vorgebracht. Die srilankischen Behörden stünden im Zusammenhang 
mit der Tötung der Hilfswerksvertreter unter einem schweren Verdacht 
und schwerer Kritik. Es liege ihnen viel daran, angeblich Schuldige aus 
den Reihen der  tamilischen Bevölkerung zu suchen,  denen sie eine 
LTTE-Verbindung unterstellten. Die _______ werde grundsätzlich unter 
den Verdacht gestellt, eine Organisation der LTTE zu sein. Wichtig sei 
auch, dass ein in Sri  Lanka tätiger Rechtsanwalt in die Sache invol-
viert  und der Haftbefehl erst ausgestellt worden sei, als er nicht mehr 
zur Unterschrift erschienen sei. Damit habe er sich klar verdächtig ge-
macht. Die  Ausstellung eines  gerichtlichen Haftbefehls  erkläre  auch, 
weshalb  das  CID  sowohl  in  seiner  Herkunftsregion  als  auch  in 
_______ sofort habe aktiv werden und ihn suchen können. Dabei dürf-
ten sie über die Befragung seiner Familienangehörigen und Personen 
der ersten Fluchtstation erfahren haben, wo er sich hinbegeben habe. 
Zudem weise er in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es nicht 
Sache des Asylgesuchstellers  sei,  darzulegen,  wieso sich  Behörden 
auf eine bestimmte Art und Weise verhielten. Wenn er erkläre, er wisse 
nicht, wieso er schon nach zwei Tagen gesucht worden sei, könne dar-
aus nicht die Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen abgeleitet werden. In 
die gleiche Kategorie  fielen  die Bemerkungen des BFM, wonach es 
gerade typisch sei für eine konstruierte Geschichte, dass ein angeblich 
Verfolgter einer drohenden Verhaftung immer noch gerade habe ent-
kommen können. Wäre dies nicht  der Fall,  könnte er  logischerweise 
nicht in der Schweiz sein. Das BFM hätte die eingereichten Dokumen-
te würdigen und bei Zweifeln betreffend deren Echtheit beispielsweise 
im Rahmen einer Botschaftsabklärung mit Hilfe der auf dem Haftbefehl 
vermerkten Verfahrensnummer weitere Abklärungen machen müssen. 
Auch eine Kontaktnahme mit  der _______ oder seinem Anwalt,  wel-
cher über weitere Unterlagen verfügen dürfte  und die Urheberschaft 

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für das eingereichte Schreiben bestätigen sowie zu der Bedrohungsla-
ge Auskunft geben könne, wäre möglich gewesen. Aufgrund der man-
gelhaften Sachverhaltsabklärungen sei die Sache ans BFM zurückzu-
weisen.  Eventualiter  habe  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Sach-
verhalt mittels einer Botschaftsabklärung und einer Kontaktnahme mit 
dem Anwalt sowie der _______ abzuklären. Er selber habe versucht, 
über seinen Anwalt an weitere Unterlagen zu kommen, habe aber er-
fahren, dass dieser aufgrund seines Menschenrechtsengagements in 
Sri Lanka Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen und nach In-
dien geflohen sei. Über die Botschaft in Indien könnte dessen Aufent-
haltsort festgestellt werden. Durch diesen Umstand könnte die Beweis-
mittelbeschaffung deshalb schwierig werden. Auf jeden Fall wäre eine 
angemessene  Beweismittelfrist  zur  Einreichung  weiterer  Dokumente 
aus Sri Lanka anzusetzen.

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  unter 
anderem das Original  des Haftbefehls des _______ ein, welcher am 
_______ ausgestellt worden sei und auf die Nummer der Gerichtsak-
ten (_______) verweise.

4.3 In seiner Vernehmlassung hielt das BFM fest, die Tatsache, dass 
der Haftbefehl nun „im Original“ vorliege, ändere nichts an der Untaug-
lichkeit  der Beweismittel,  den geltend gemachten Sachverhalt  glaub-
haft  zu  machen. Der  Beschwerdeführer  habe  bis  heute  weitere  Be-
weismittel,  die  er  eigentlich  beibringen  können  sollte  nicht  nachge-
reicht. Auch das Schreiben des Anwaltes sei aufgrund seines Inhaltes 
mehr ein Bestätigungsschreiben, das wiedergebe, was der Beschwer-
deführer berichtet habe, und zum grössten Teil allgemeine Vorfälle aus 
Sri Lanka aufliste. 

4.4 Der  Beschwerdeführer  hielt  in  seiner  Stellungnahme  vom 
12. März 2009 fest, das BFM ignoriere seine Ausführungen in der Be-
schwerde, wonach sein Anwalt nach Indien geflüchtet sei. Deswegen 
habe er keine weiteren Beweismittel einreichen können. Er habe nun 
über andere Kanäle ein weiteres Beweismittel  in Form eines E-Mail-
ausdruckes  organisieren  können,  welches  die  gleiche  Aktennummer 
wie der bereits eingereichte Haftbefehl trage. Es handle sich um ein 
Dokument in singhalesischer Sprache, welches noch nicht habe über-
setzt  werden  können. Das Original  und  die  entsprechende  Überset-
zung  werde  nachgereicht.  Auf  die  Rüge  der  Notwendigkeit  der  Bot-
schaftsabklärung gehe das BFM in keiner Weise ein. Es sei somit da-

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von auszugehen, dass dieses einer Botschaftsabklärung nichts entge-
gen zu setzen habe.

Mit Eingabe vom 30. März 2009 reichte der Beschwerdeführer das in 
Aussicht gestellte Original des E-Mailausdruckes nach.

5.  

5.1 In seinem Hauptantrag beantragte der Beschwerdeführer, die Sa-
che sei zur Feststellung des rechtserheblichen und richtigen Sachver-
haltes ans BFM zurückzuweisen. Eventualiter habe das Bundesverwal-
tungsgericht den Sachverhalt mittels einer Botschaftsabklärung und ei-
ner Kontaktnahme mit dem Anwalt sowie der _______ abzuklären.

5.2 Im Asylverfahren ist der Sachverhalt zwar grundsätzlich von Am-
tes wegen festzustellen (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Diese be-
hördliche Untersuchungspflicht  wird aber  durch die  den Asylsuchen-
den  gestützt  auf  Art.  8  AsylG  auferlegte  Mitwirkungspflicht  einge-
schränkt. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers hat das BFM 
die eingereichten Beweismittel sehr wohl gewürdigt. Dabei stellte es – 
wie nachfolgend unter  E. 6 ausgeführt  – richtigerweise fest, dass die 
vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumente zahlreiche Unregel-
mässigkeiten  aufwiesen.  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann 
diesbezüglich auf die Erwägungen des BFM verwiesen werden. Ange-
sichts dessen und der zahlreichen weiteren Unglaubhaftigkeitselemen-
te in den Vorbringen des Beschwerdeführers – welche wie nachfolgend 
unter E. 6 dargelegt, im Wesentlichen zu bestätigen sind – durfte das 
BFM und darf das Bundesverwaltungsgericht auf weitere Abklärungen 
in Form von einer Botschaftsabklärung und Befragungen des Anwaltes 
und der _______ verzichten. Dies gilt auch angesichts des nunmehr im 
Original vorliegenden Haftbefehls und des am 30. März 2009 neu ein-
gereichten Beweismittels, welches – wie nachfolgend unter E. 6 darge-
legt – von geringem Beweiswert ist. Es ist Sache des Beschwerdefüh-
rers, allfällige Dokumente, über die der Anwalt angeblich verfügen soll, 
einzureichen.  Dies  sollte  dem  Beschwerdeführer  insbesondere  des-
halb möglich sein, weil ein Anwalt in die Sache involviert ist. Der dies-
bezügliche Einwand des Beschwerdeführers, der Anwalt sei nach Indi-
en geflüchtet, vermag daran nichts zu ändern, hielt er doch in der Be-
schwerdeergänzung  vom  21. Januar 2009  fest,  dies  sei  erst  „einige 
Wochen“ zuvor geschehen. Somit hätte er vorher genügend Zeit und 
offensichtlich auch Gelegenheit gehabt, diesen zu kontaktieren. Zudem 
ist davon auszugehen, dass er auch andere Kanäle nützen könnte, um 

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an  seine  Gerichtsunterlagen  heranzukommen,  was  er  für  das  am 
30. März 2009 eingereichte Dokument auch gemacht haben will. Der 
Beschwerdeführer hatte bis zum heutigen Urteilszeitpunkt ausreichend 
Zeit, allfällige weitere Beweismittel einzureichen, was er jedoch bis auf 
die erwähnte Eingabe vom 30. März 2009 unterliess. Der Sachverhalt 
kann  jedoch  aufgrund  der  Aktenlage  als  hinreichend  erstellt  gelten. 
Der Antrag des Beschwerdeführers, die Sache sei zur Feststellung des 
rechtserheblichen und richtigen Sachverhaltes ans BFM zurückzuwei-
sen, wird somit abgewiesen. 

6.
In  seinem Eventualantrag beantragte  der  Beschwerdeführer  sodann, 
es sei ihm Asyl zu gewähren. Somit ist zunächst zu prüfen, ob die vor-
getragenen  Fluchtumstände,  die  zum  Entschluss  der  Ausreise  aus 
dem Heimatstaat geführt haben, gesamthaft als glaubhaft gemacht zu 
erachten sind.

6.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, 
in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüch-
lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsa-
chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 
muss  die  asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, 
was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (vgl.  Art.  7  Abs. 3 
AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 
bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswech-
selt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfah-
ren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung be-
deutet ferner  – im Gegensatz zum strikten Beweis  – ein reduziertes 
Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung 
gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit 
nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl 
nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind. Für die Glaubhaftmachung reicht  es 
demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 
ist,  aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-
wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 
sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise ab-

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zustellen (vgl. Entscheide und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-
rekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c S. 43 f.; 1996 Nr. 28 E. 3a 
S. 270; 2005 Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den genannten Kriterien ist 
nach wie vor festzuhalten, zumal die Rechtslage diesbezüglich keine 
Änderung erfahren hat.

6.2 Wenn auch die Verfügung des BFM in ihrem Ergebnis zu bestäti-
gen  ist,  vermögen  die  in  der  angefochtenen  Verfügung  dargelegten 
Unglaubhaftigkeitselemente dennoch nicht alle zu überzeugen. So ver-
mag die Argumentation des BFM, wonach es nicht nachvollziehbar sei, 
wie  der  Beschwerdeführer  einerseits  von Unbekannten bedroht  wor-
den sei und damit zur Flucht aus dem Elternhaus bewegt worden sei, 
andererseits die Polizei ihn dann per Haftbefehl suche, nicht zu über-
zeugen. Es könnte durchaus den tatsächlichen Gegebenheiten in Sri 
Lanka entsprechen, dass die Polizei oder die Karuna-Leute unter Aus-
nützung aller  möglichen Mittel  dem Beschwerdeführer, solange noch 
nichts Konkretes gegen ihn vorlag, mit anonymen Anrufen einschüch-
terten und erst später, als er den Fehler beging, sich nicht mehr zur 
Unterschrift zu melden, einen Haftbefehl erliessen.

6.3 Wie das BFM aber richtigerweise festhielt, entstehen erste Zweifel 
bereits  dadurch,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  einer  angeblich 
zweijährigen Tätigkeit bei der _______ nur sehr allgemeine Aussagen 
zu dieser Organisation zu machen vermochte.  So beschränkten sich 
seine Angaben zu den Tätigkeiten der Hilfsorganisation auf die allge-
meine  Aussage  „Sie  helfen  Flüchtlingen  mit  Gütern.  (...)  Sie  haben 
auch Häuser gebaut und Unterkünfte für die Flüchtlinge.“ Auch konnte 
er deren vollen englischen Namen nicht angeben, obwohl dieser auf 
seinem Arbeitsausweis steht  und er  selber  die englische Abkürzung 
verwendet. Wenn auch von einem einfachen Chauffeur nicht erwartet 
werden  kann,  dass  er  den  Gründungszeitpunkt  des  Hilfswerkes,  für 
das er Güter transportiert, genau angeben kann, so erstaunt es doch 
sehr, wenn er sich dabei um zwanzig Jahre verschätzt (A14 S. 6). Auch 
bezüglich der Haft und der Folter bleibt er – wie vom BFM richtigerwei-
se festgehalten – trotzt Nachfragens unsubstanziiert. So antwortete er 
beispielsweise auf  die Frage,  wo die Befragung stattgefunden habe, 
„im Camp“. Als der Befrager nachhakte, wo genau, gab er an „in einem 
Raum“  und  auf  nochmaliges  nachhaken,  wo  dieser  Raum  gewesen 
sei, sagte er wieder „im Camp“ (A14 S.7). Hätte er das Vorgebrachte 
tatsächlich selbst erlebt, wäre davon auszugehen, dass er diese mar-
kanten – somit für eine Ausreise bestimmenden – Ereignisse im we-

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sentlichen widerspruchsfrei,  folgerichtig,  substanziiert  und den Tatsa-
chen entsprechend vortragen kann.

6.4 Bestätigt  werden die Zweifel schliesslich auch aufgrund der sehr 
kurzen Haftdauer und des langen Zeitraums zwischen dem Massaker 
an  _______  am  _______  und  der  angeblichen  Verhaftung  des  Be-
schwerdeführers am 8. März 2007. Angesichts der internationalen Auf-
merksamkeit, welche das Attentat auf die Hilfswerksmitarbeiter hervor-
rief und dem damit einhergehenden Druck auf die srilankischen Behör-
den, den Vorfall aufzuklären, ist kaum vorstellbar, dass sie mit der Ver-
haftung des Beschwerdeführers, hätten sie ihn effektiv der Beteiligung 
an  diesem  Vorfall  verdächtigt,  derart  lange  zugewartet  hätten.  Und 
schon gar nicht hätten sie ihn nach acht Tagen auf Kaution und unter 
so leichten Auflagen wieder freigelassen. Zudem wurden die Ermittlun-
gen  der  Justiz  und  der  staatlichen  Menschenrechtsorganisation  von 
Sri Lanka von der internationalen Gemeinschaft aufmerksam beobach-
tet. Wären tatsächlich Mitglieder der _______ verhaftet oder gar, wie 
der Beschwerdeführer von zwei anderen Chauffeuren der _______ be-
hauptet, erschossen worden, ist davon auszugehen, dass dies die Öf-
fentlichkeit erfahren hätte. Bis heute brachten aber die erwähnten Er-
mittlungen  keine  Ergebnisse  (Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH], 
Sri Lanka – Update: Aktuelle Situation – 11. Dezember 2008, S. 14). 
Zudem vermag die Erklärung des Beschwerdeführers, die Sicherheits-
behörden hätten ihn allein aufgrund seiner Fahrten für die _______im 
LTTE-Gebiet der LTTE-Mitgliedschaft  und damit auch der Beteiligung 
am Massaker von _______ verdächtigt, nicht zu überzeugen.

6.5 Die eingereichten Beweismittel vermögen die dargelegten Zweifel 
nicht zu entkräften.

6.5.1 Bezüglich  der  vom BFM  richtigerweise  aufgedeckten  Unregel-
mässigkeiten im Bestätigungsschreiben und dem Arbeitsausweis der 
_______ kann auf dessen überzeugende Erwägungen verwiesen wer-
den.  Ergänzend  ist  auszuführen,  dass  der  Arbeitsausweis  des  Be-
schwerdeführers vollkommen unbenutzt aussieht. Dies erstaunt ange-
sichts der Tatsache, dass er am 5. Juni 2005 ausgestellt und somit für 
zahlreiche Fahrten zwischen Armee- und LTTE-Gebiet, wo sicher re-
gelmässige  Kontrollen  durchgeführt  worden  waren,  benutzt  worden 
sein  soll.  Des  Weiteren  wurden  das  Bestätigungsschreiben  der 
_______  betreffend  die  Anstellungsverhältnisse des  Beschwerdefüh-
rers am 10. Januar 2007 durch das _______-Büro in _______ ausge-

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stellt. Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers soll dieses aber 
am 4. Januar 2007 niedergebrannt und anschliessend durch die Karu-
na-Gruppe besetzt worden sein (A 14 S. 3 und 8). Dass so kurz nach 
einer  Brandkatastrophe  und  anschliessender  Besetzung  des  Büros 
Bestätigungsschreiben  für  die  Mitarbeiter  ausgestellt  werden,  er-
scheint höchst unwahrscheinlich. Die Bestätigungsschreiben vom An-
walt  und einer  weiteren  Person sind  als  Gefälligkeitsschreiben ohne 
Beweiswert zu werten.

6.5.2 Bezüglich des Haftbefehls kann zwar, entgegen der Ansicht des 
BFM, nicht ausgeschlossen werden, dass solche in die Hände der zu 
Verhaftenden gelangen. Dennoch widerspricht  sich  der  Beschwerde-
führer bezüglich des Haftbefehls, wenn er zuerst angibt, das Original 
sei bei der Polizei (A14, S. 4), dieses aber später dennoch einreichte. 
Zudem gab der Beschwerdeführer an, der Haftbefehl sei am _______ 
ausgestellt  worden. Auf dem eingereichten Dokument ist  aber einzig 
der _______ als Datum ersichtlich. Hinzu kommt, dass der Beschwer-
deführer am _______ aber bereits aufgrund dieses Haftbefehls unter-
wegs nach _______ gewesen sein will. Es ist unwahrscheinlich, dass 
innerhalb eines Tages der Haftbefehl ausgestellt und der Anwalt davon 
in Kenntnis gesetzt  wurde, dieser die Mutter des Beschwerdeführers 
informieren  konnte,  welche  dann  auch  noch  dem  Beschwerdeführer 
Mitteilung darüber  machen konnte. Bezüglich des am 30. März 2009 
eingereichten Dokumentes  wurde  in der Beschwerde lediglich ausge-
führt, es handle sich um ein Dokument in singhalesischer Sprache und 
eine Übersetzung werde nachgereicht. Dies  wurde jedoch bis  heute 
unterlassen. Würde das Dokument aber tatsächlich den Beschwerde-
führer  und  seine  Asylvorbringen  betreffen,  wäre  davon auszugehen, 
dass er seinem Rechtsvertreter auch ohne professionelle Übersetzung 
zumindest ungefähr hätte angeben können, um was es sich dabei han-
delt. Allein die Tatsache, dass auf dem Dokument die gleiche Akten-
nummer wie auf dem Haftbefehl vermerkt ist, sagt nichts aus. Da somit 
unklar bleibt, um was für ein Dokument es sich dabei handelt und es 
der  Beschwerdeführer  bis  heute  unterlassen hat,  diesbezüglich,  wie 
angekündigt, Klarheit zu schaffen, ist dem Schreiben kein Beweiswert 
zuzusprechen.

6.5.3 Auch aus der mit der Beschwerde eingereichten _______-Erklä-
rung vom 8. August 2007 lässt sich nichts zu Gunsten des Beschwer-
deführers  ableiten.  Vielmehr  bestätigt  diese  die  soeben  dargelegten 
Zweifel. Wäre nämlich der Beschwerdeführer tatsächlich als _______-

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Mitarbeiter  der  Beteiligung  an  diesem  Attentat  beschuldigt  worden, 
würde doch in dieser Erklärung nicht bloss ausgeführt, die Regierung 
mache nichts, um die Täterschaft zu finden, sondern man würde sich 
weitergehend darüber empören, dass die Regierung sogar _______-
Mitglieder  fälschlicherweise  verdächtige. Zudem ist  dieser  Erklärung 
zu  entnehmen,  dass  im  _______  _______  humanitäre  Helfer  der 
_______ umgebracht  worden sind. In  Anbetracht  der Tatsache, dass 
der Beschwerdeführer zu dieser Zeit schon bei der _______ gearbeitet 
haben will, ist es nicht erklärlich, wieso er diesen Zwischenfall nicht er-
wähnte, steht er doch in engem Zusammenhang zu seiner vorgebrach-
ten Verfolgung aufgrund seiner _______-Mitgliedschaft.

6.6 Zuletzt stellt auch das Visumsgesuch des Beschwerdeführers vom 
Jahr  2002,  welches er  gemäss seinen Angaben unter  anderem auf-
grund seiner Arbeitslosigkeit gestellt  habe, einen Hinweis darauf dar, 
dass er das Land nicht aufgrund einer Verfolgung sondern eher aus 
wirtschaftlichen Gründen verlassen hat.

7.
Nach den vorstehenden Erwägungen hat die Vorinstanz zu Recht fest-
gestellt,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfüllt  und das Asylgesuch abgelehnt. Demnach erübrigt es sich, auf 
die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers einzugehen, da sie 
zu keinen anderen Schlüssen führen können.

8.  

8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

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9.

9.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

9.2  Diese Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Weg-
weisung (Unmöglichkeit, Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit) sind alterna-
tiver Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Weg-
weisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesen-
heit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f., 2001 Nr. 1 
E. 6a S. 2).

10.

10.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

10.2 Die Vorinstanz hielt in ihrem Entscheid fest, vor dem Hintergrund 
der allgemeinen Situation in Sri  Lanka sei zwar eine Rückkehr nach 
_______ für  den Beschwerdeführer  nicht  zumutbar. Vorliegend sprä-
chen aber individuelle Gründe für die Zumutbarkeit der Wohnsitznah-
me  in  einem  anderen  Teil  seines  Heimatlandes  –  beispielsweise 
_______. Der Beschwerdeführer habe sich früher schon zumindest für 
kürzere  Zeit  in  _______  aufgehalten.  Ebenso  verfüge  seine  Familie 
über Freunde in _______, wo er sich schon aufgehalten habe. Der Be-
schwerdeführer  habe eine recht  gute Schulbildung und Arbeitserfah-
rung. Zudem lebten verschiedene Geschwister des Beschwerdeführers 
in europäischen Ländern. Es sei ihnen im Rahmen ihrer Verwandten-
unterstützungspflicht zuzumuten, diesen bei seiner Rückkehr nach Sri 
Lanka zu unterstützen.

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10.3 Der Beschwerdeführer hielt dem BFM entgegen, er habe immer 
in _______ gelebt und habe keinerlei Verwandte, welche im Süden Sri 
Lankas oder in _______ leben würden. Es existierten keinerlei Hinwei-
se,  wonach  er  ein  irgendwie  geartetes  Beziehungsnetz  in  _______ 
oder im Süden des Landes habe. Das Verhältnis zu den angeblichen 
Familienfreunden in  _______  sowie  deren aktuelle  Lage werde vom 
BFM ebenso wenig dokumentiert, wie die Behauptung, er könne sei-
ner beruflichen Tätigkeit als Chauffeur in der aktuell beschränkten Be-
wegungsfreiheit in Sri Lanka nachgehen. Auch sei nicht abgeklärt wor-
den, wie es um die finanziellen Verhältnisse seiner Geschwister  und 
seiner Beziehung zu diesen stehe. Unklar sei des Weiteren auch wie 
seine früheren Aufenthalte in _______ in einem Kausalzusammenhang 
zu einer allfälligen Rückkehr stünden, beziehungsweise diese erleich-
tern sollten.

10.4 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  BVGE  2008/2  E.  7  eine 
umfassende Beurteilung der Situation in Sri Lanka vorgenommen. Es 
hat  dabei  unter  anderem festgestellt,  dass  die Rückschaffung abge-
wiesener Asylgesuchsteller aus Sri Lanka in die Nordprovinz (die Di-
strikte Killinochchi, Mannar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna) und in die 
Ostprovinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) angesichts 
der dort herrschenden allgemeinen Lage unzumutbar ist. Bei rückkeh-
renden Tamilen, die aus der Nord- oder Ostprovinz stammen, kann zu-
dem nicht mehr von der generellen Zumutbarkeit der Inanspruchnah-
me einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes, 
namentlich im Grossraum Colombo, ausgegangen werden. Damit die 
Rückkehr abgewiesener tamilischer Asylsuchender in den Grossraum 
Colombo als zumutbar qualifiziert  werden kann, bedarf es besonders 
begünstigender,  das  heisst  positiver  individueller  Umstände  wie  na-
mentlich ein tragfähiges Familien- oder sonstiges Beziehungsnetz, die 
konkrete Möglichkeit  der Sicherung des Existenzminimums und eine 
gesicherte Wohnsituation.

10.5 Aus den Akten geht hervor, dass grosse Teile der Verwandtschaft 
des Beschwerdeführers, darunter auch seine Ehefrau, Kinder und El-
tern  sowie  eine  Schwester  in  _______  wohnen.  Die  restlichen  Ge-
schwister halten sich in Grossbritannien und der Schweiz auf. Für ein 
tatsächlich bestehendes familiäres oder soziales Beziehungsnetz des 
Beschwerdeführers  im _______ gibt  es  keinerlei  konkrete  Hinweise. 
Der Freund des Vaters in _______, bei welchem er vor seiner Ausreise 
kurze Zeit wohnen konnte, erfüllt die Anforderungen an ein tragfähiges 

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Beziehungsnetz nicht, zumal nicht als gesichert gelten kann, dass die-
ser immer noch in _______ wohnt und den Beschwerdeführer bei sich 
aufnehmen würde. Unter diesen Umständen ist nicht davon auszuge-
hen, dass der aus dem Norden Sri Lankas stammende Beschwerde-
führer im _______ auf  ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen 
kann. Hinzu kommt, dass der aus dem Krisengebiet stammende Be-
schwerdeführer  einer  erhöhten  Gefahr  behördlicher  Behelligungen 
ausgesetzt wäre, zumal davon auszugehen ist, dass er aus Sicht der 
Behörden keinen valablen Grund für seinen Aufenthalt im Süden des 
Landes vorweisen kann. Es kann somit in keiner Weise von besonders 
begünstigenden Umständen für eine Rückkehr nach _______ ausge-
gangen werden.

10.6 Nach dem Gesagten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 
Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung als unzumutbar im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist. Das BFM ist demnach an-
zuweisen, den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. 

11.
Zusammenfassend ergibt sich, dass das Bundesamt zu Unrecht fest-
gestellt hat, der Vollzug der Wegweisung sei zumutbar. Die Beschwer-
de ist daher gutzuheissen, soweit darin die Anordnung der vorläufigen 
Aufnahme beantragt wird. Die Verfügung der Vorinstanz vom 14. No-
vember 2008 ist betreffend die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs aufzuhe-
ben. Das BFM ist anzuweisen, den Beschwerdeführer in der Schweiz 
vorläufig aufzunehmen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer redu-
zierte Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 300.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]).  Sie sind mit  dem am  21. Janu-
ar 2009 geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen. Der  Restbetrag 
ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

13.
Teilweise  obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  reduzierte 
Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und ver-
hältnismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Rechtsvertre-
tung des Beschwerdeführers hat es bisher unterlassen, eine Kosten-
note  einzureichen.  Der  Aufwand  für  das  Beschwerdeverfahren  lässt 

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sich jedoch hinreichend zuverlässig abschätzen. Der in der Beschwer-
de gestellte Antrag um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Ein-
reichung einer detaillierten Kostennote ist  demnach abzuweisen. Die 
von  der  Vorinstanz  zu  entrichtende  Parteientschädigung  wird  auf 
Fr. 800.– (inkl.  Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  festgesetzt  (Art.  14 
VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen,  soweit  darin  die Anordnung der 
vorläufigen Aufnahme beantragt wird. Im Übrigen wird die Beschwerde 
abgewiesen.

2. Die Ziffern 4 und 5 der Verfügung vom 14. November 2008 werden 
aufgehoben  und  das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer 
vorläufig aufzunehmen.

3.
Dem  Beschwerdeführer  werden  reduzierte  Verfahrenskosten  von 
Fr. 300.– auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  21. Januar 2009  in  der 
Höhe von Fr. 600.– geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der Rest-
betrag von Fr. 300.– wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

4.
Die vom BFM für das Verfahren vor der Beschwerdeinstanz zu entrich-
tende reduzierte Parteientschädigung wird auf Fr. 800.– festgesetzt.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Formular Zahladresse)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- _______

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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