# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 257341ad-0594-508f-b36d-33e5b3e4c2e9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.11.2023 E-5914/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5914-2023_2023-11-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5914/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;  

Gerichtsschreiber Olivier Gloor.   

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Russland,  

BAZ (…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 25. Oktober 2023 / N (…). 

 

 

 

E-5914/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 29. September 2023 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 17. Oktober 

2016 in B._______, am 3. Januar 2017 und am 2. September 2021 in 

Deutschland sowie am 2. Juli 2021 in C._______ jeweils ein Asylgesuch 

eingereicht hatte, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Gespräches vom 

18. Oktober 2023 erklärte, er sei im Jahre 20(…) in Deutschland verhaftet 

und nach Russland zurückgeschafft worden und später – über D._______, 

C._______ und B._______ – wieder nach Deutschland eingereist sei, wo 

sein Asylantrag aber nicht behandelt worden sei, woraufhin er in die 

Schweiz weitergereist sei, 

dass er zu einer möglichen Überstellung nach Deutschland vorbrachte, er 

habe dort keine Angehörigen und bezüglich seines Gesundheitszustandes 

erklärte, er leide unter schwacher Sehkraft und habe seine Hand gebro-

chen, 

dass die deutschen Behörden dem Übernahmeersuchen der Vorinstanz 

vom 18. Oktober 2023 am 20. Oktober 2023 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufassung) (ABl. 

L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO) am 20. Oktober 2023 

zustimmten, 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 25. Oktober 2023 auf das Asylge-

such des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung nach Deutsch-

land anordnete und den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug 

beauftragte sowie die editionspflichtigen Akten aushändigte und festhielt, 

eine allfällige Beschwerde habe keine aufschiebende Wirkung, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. Oktober 2023 beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde erhob und beantragt, die angefoch-

tene Verfügung sei aufzuheben und das Asylgesuch sei in der Schweiz zu 

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prüfen, ferner sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen 

und ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, unter Verzicht auf 

Erhebung eines Kostenvorschusses, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),  

dass sich die Beschwerde – wie aus dem Folgenden ersichtlich sein wird 

– als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie im Verfahren einzel-

richterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin bezie-

hungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu be-

handeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),  

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts 

grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 

das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.),  

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Seite 4 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO der Asylantrag eines Drittstaatan-

gehörigen nur von einem einzigen Dublin-Staat zu prüfen ist, 

dass aus seinen Vorbringen zu schliessen ist, dass in Deutschland bereits 

über den Asylantrag des Beschwerdeführers entschieden wurde, 

dass sich die deutschen Behörden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-

III-VO bereit erklärt haben, ihn wieder aufzunehmen, 

dass der Beschwerdeführer weder im erstinstanzlichen Verfahren noch auf 

Beschwerdeebene geltend macht, Deutschland habe sich zu Unrecht be-

ziehungsweise unter Verletzung der Zuständigkeitsordnung der Dublin-III-

VO, mit der Wideraufnahme einverstanden erklärt, 

dass die Vorinstanz im Grundsatz zu Recht festgestellt hat, die Schweiz 

sei für das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht zuständig, 

dass der Beschwerdeführer sodann mit dem pauschalen und nicht näher 

substantiierten Vorbringen, die deutschen Behörden hätten sein Asylge-

such nicht richtig geprüft, im Ergebnis nichts zu seinen Gunsten abzuleiten 

vermag, 

dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid sodann bereits zutreffend auf die 

völker- und unionsrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands hingewiesen 

hat, 

dass somit alleine der Umstand, dass der Beschwerdeführer in Deutsch-

land einen abschlägigen Entscheid erhalten hat, nicht gegen die Überstel-

lung spricht, 

dass bei dieser Ausgangslage auch kein Grund für einen Selbsteintritt im 

Sinne von Art. 17 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) durch die Schweizer Behör-

den besteht, der Beschwerdeführer im Übrigen auch nichts in seiner 

Rechtsmitteleingabe diesbezüglich vorbringt, 

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dass die Vorinstanz demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

ist und die Überstellung nach Deutschland angeordnet hat,  

dass die Beschwerde abzuweisen ist,  

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – auf-

grund der sich aus dem Vorstehenden ergebenden Aussichtslosigkeit – ab-

zuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG) und das Gesuch um Verzicht auf 

Auferlegung eines Kostenvorschusses sowie das Begehren um aufschie-

bende Wirkung der Beschwerde mit Erlass des vorliegenden Urteils ge-

genstandslos geworden sind. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor 

 

 

Versand: