# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff5d963a-c859-5d8d-9047-c795209d7d2c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 20.09.2016 BK 2016 358
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2016-358_2016-09-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 16 358

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. September 2016

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Stucki, Oberrich-
ter Studiger
Gerichtsschreiberin Bohren

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Jugendanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Rüschlistrasse 16, 
Postfach 652, 2501 Biel
v.d. Jugendanwältin C.________ (SL 16 0276) 

Beschwerdegegnerin

Gegenstand Verlängerung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen einfacher, evtl. schwerer Körperverletzung

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 25.08.2016
(ARR 16 307)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Jugendanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Jugendan-
waltschaft) führt gegen A.________ ein Strafverfahren wegen einfacher Körperver-
letzung mit gefährlichem Gegenstand, evtl. versuchter schwerer Körperverletzung 
etc. Am 25. August 2016 verlängerte das Regionale Zwangsmassnahmengericht 
Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Zwangsmassnahmengericht) die Untersu-
chungshaft über A.________ für die Dauer von einem Monat bis am 21. September 
2016. Dagegen erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 5. Sep-
tember 2016, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde mit 
dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er sei mit sofortiger 
Wirkung aus der Untersuchungshaft zu entlassen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen. Die Leitende Jugendanwältin betraute am 7. September 2016 Ju-
gendanwältin C.________ mit der Wahrung der jugendanwaltschaftlichen Aufga-
ben im Verfahren vor der Beschwerdekammer in Strafsachen. Diese nahm am 
12. September 2016 zur Beschwerde Stellung und beantragte deren kostenfällige 
Abweisung. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 8. September 2016 
auf eine Stellungnahme zur Beschwerde. Der Beschwerdeführer erhielt am 
15. September 2016 Gelegenheit, sich auch zum besonderen Haftgrund der 
Fluchtgefahr zu äussern. Der Beschwerdeführer replizierte am 18. September und 
hielt an seinen Anträgen fest.

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Strafprozessordnung (StPO; 
SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung und die Verlängerung der Un-
tersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwerde angefochten werden. 
Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 des Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 
161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR 
OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Verlängerung der Untersu-
chungshaft unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und 
somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222, Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die 
form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Der Beschwerdeführer rügt vorweg eine Verletzung seines Anspruches auf rechtli-
ches Gehör. Er macht geltend, die Vorinstanz habe wesentliche Argumente, die er 
in seiner Stellungnahme vom 22. August 2016 vorgetragen habe, in ihrem Ent-
scheid nicht behandelt. So habe sie einerseits nicht dargelegt, welche konkreten 
Indizien die Kollusionsgefahr begründen würden. Andererseits habe sie den be-
sonderen Haftgrund der Wiederholungsgefahr bejaht, ohne dabei festzuhalten, 
welche gleichartigen (schweren) Vortaten vorliegen würden und ohne die erforder-
liche sehr ungünstige Prognose zu begründen. Aufgrund dieser Gehörsverletzung 
sei der angefochtene Entscheid aufzuheben. 

3.2 Dagegen führt die Jugendanwaltschaft aus, die Vorinstanz habe sich in genügen-
dem Masse mit den Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Eine 
Partei könne nicht erwarten, dass jeder einzelne Punkt gesondert abgehandelt 

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werde. Es sei der entscheidenden Behörde überlassen, die Argumente gesamthaft 
zu betrachten und einen Entscheid zu fällen. Dies sei vorliegend gemacht worden. 
Der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs ziele ins Leere.

3.3 Dem schliesst sich die Beschwerdekammer an. Das rechtliche Gehör nach 
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; 
SR 101) und Art. 3 Abs. 2 Bst. c StPO verlangt, dass die Behörde die Vorbringen 
des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft 
und in der Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 124 I 49 E. 3a, BGE 124 I 241 E. 
2, BGE 134 I 88 E. 4.1, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Verpflichtung der 
Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie 
sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 
Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 
wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 
sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und 
ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In die-
sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 
sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 
133 III 439 E. 3.3; BGE 130 II 530 E. 4.3 S. 540; BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 
97 E. 2b, je mit Hinweisen). Diesen Anforderungen ist die Vorinstanz im angefoch-
tenen Entscheid nachgekommen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör des Be-
schwerdeführers wurde nicht verletzt.

4.

4.1 Der Beschwerdeführer bestreitet im Weiteren das Vorliegen eines dringenden Tat-
verdachts. Die Untersuchungshaft setzt voraus, dass die beschuldigte Person ei-
nes Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtig ist (Art. 221 Abs. 1 StPO). 
Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts ist nach ständiger Rechtspre-
chung keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender 
Beweise vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend konkrete Anhaltspunk-
te für eine Straftat und eine Beteiligung der betroffenen Person daran vorliegen, die 
Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit 
vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt der 
Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten 
mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen 
könnte. Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt keinen Raum für ausge-
dehnte Beweismassnahmen zu. Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat das 
Haftgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem er-
kennenden Strafgericht vorzugreifen (vgl. zum Ganzen: BGE 137 IV 122 E. 3.2 f.; 
Urteil des Bundesgerichts 1B_148/2013 vom 2. Mai 2013 E. 4).

4.2 Die Vorinstanz begründete den dringenden Tatverdacht einzig im Zusammenhang 
mit dem Vorfall vom 17. Juli 2016. Der Beschwerdeführer habe eine Involvierung 
anlässlich seiner ersten Einvernahme am 18. Juli 2016 nicht bestritten. Auch die Si-
tuation bei der Anhaltung des Beschwerdeführers begründe den dringenden Tat-
verdacht gegen ihn. Aus den Zeugenaussagen zum Vorfall ergäben sich gewisse 
Hinweise auf Provokationen der anderen Beteiligten, aber auch Aussagen, die die-

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se Hinweise wieder relativieren würden. Ob es sich um Notwehr gehandelt habe, 
sei eine Würdigungs- und Subsumtionsfrage, die von der in der Sache urteilenden 
Behörde zu beantworten sei. Bislang würden jedenfalls keine Entlastungsbeweise 
vorliegen, die den für die Haft vorausgesetzten dringenden Tatverdacht zu Fall 
bringen könnten.

4.3 Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, die Vorinstanz habe den neuen 
Ermittlungsergebnissen wenig bis keine Beachtung geschenkt. Die an ihn gerichte-
ten Vorhalte im Zusammenhang mit den Geschehnissen vom 17. Juli 2016 seien 
durch Zeugenaussagen erheblich relativiert worden. Die Zeugen hätten ausgesagt, 
die Aggressionen, insbesondere die Tätlichkeiten seien ursprünglich von den 
«weisshäutigen» Personen ausgegangen und nicht von ihm (dem Beschwerdefüh-
rer). Er sei im Zug von Burgdorf nach Bern von einem der anderen Beteiligten ge-
schlagen worden, habe sich aber nicht tätlich zur Wehr gesetzt. Auch sei es einer 
der anderen Beteiligten gewesen, welcher nach seiner Ankunft in Bern ihn (den 
Beschwerdeführer) unvermittelt angegriffen habe. Er sei mit einem Messer ange-
griffen worden und habe sich aus Angst adäquat verteidigen wollen. Sein Verhalten 
sei höchstens als straflose Notwehrhandlung zu werten. Es bestehe in den Haftak-
ten ausserdem kein Beweis dafür, dass die Verletzung von F.________ durch ihn 
verursacht worden wäre. Gemäss Aussagen der befragten Personen hätten mehre-
re Personen Steine geworfen. Auch im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 
10. Juni 2016 auf der Grossen Schanze in Bern würde kein dringender Tatverdacht 
gegen ihn bestehen. Es sei nicht bewiesen, dass er sich an besagtem Ort an einer 
Auseinandersetzung tätlich beteiligt habe. Es seien seit dem Entscheid des 
Zwangsmassnahmengerichts weitere Personen parteiöffentlich befragt worden. 
Keine dieser Personen habe ihn in diesem Zusammenhang als möglichen Täter 
belastet.

4.4 Die Jugendanwaltschaft verweist in ihrer Stellungnahme vorab auf die Begründung 
der Vorinstanz. Ergänzend macht sie geltend, der dringende Tatverdacht gegen 
den Beschwerdeführer lasse sich sehr wohl aus den Aussagen der Beteiligten be-
gründen. Der Beschwerdeführer habe nie bestritten, am Vorfall vom 17. Juli 2016 
beteiligt gewesen zu sein und auch Schottersteine geworfen zu haben. Auch wenn 
die Zeugenaussagen Hinweise auf eine Provokation durch die «weisshäutige» 
Gruppe geben würden, so würden diese durch die Aussagen des Zeugen 
H.________ relativiert. Dieser habe ausgesagt, es sei schwierig zu sagen, wer 
denn nun die Schuld trage. Seiner Ansicht nach seien es einfach zwei Gruppen 
gewesen, die zu viel Alkohol gehabt hätten (S. 5, Z. 134 f.). Inwiefern die Handlun-
gen des Beschwerdeführers als reine Notwehrhandlungen zu beurteilen seien, sei 
jedoch der urteilenden Behörde überlassen. Insgesamt sei der dringende Tatver-
dacht zu bejahen. 

4.5 Die Vorinstanz hat im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 17. Juli 2016 aufge-
zeigt, dass die Provokationen der anderen Gruppierung durch Zeugenaussagen re-
lativiert wurden und im jetzigen Zeitpunkt nicht klar gesagt werden kann, wer die 
Schuld an der Auseinandersetzung trägt. Ebenso wenig kann aktuell abschliessend 
beantwortet werden, ob der Beschwerdeführer dem F.________ die Verletzungen 
zugefügt hat. Klar ist aber, dass der Beschwerdeführer gegen F.________ Steine 

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geworfen und diesen auch getroffen hat (Einvernahme Beschwerdeführer vom 18. 
Juli 2016, Z. 158). Das Argument der Notwehr ist indessen nicht von der Be-
schwerdekammer im Haftbeschwerdeverfahren zu überprüfen. Einzig wenn auf-
grund des bisherigen Untersuchungsergebnisses mit einer hohen Wahrscheinlich-
keit davon auszugehen ist, dass ein Rechtfertigungsgrund gegeben ist, ist dies im 
Haftverfahren zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_372/2015 vom 
11. November 2015 E. 2.1. mit Hinweis auf 1B_180/2014 vom 10. Juni 2014 E. 3.3, 
sowie 1B_331/2008 vom 7. Januar 2009 E. 3.2; siehe ferner Urteil 1B_392/2010 
vom 10. Dezember 2010 E. 3.3; Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 
16 148 vom 2. Mai 2016 E. 3.3). Dies ist nicht der Fall. Es wird Aufgabe des erken-
nenden Sachgerichts sein, abschliessend zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer 
in Notwehr gehandelt hat oder nicht. Der dringende Tatverdacht gegen den Be-
schwerdeführer wegen Körperverletzung im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 
17. Juli 2016 ist zu bejahen. Indessen wird das Ereignis vom 10. Juni 2016 von der 
Vorinstanz nicht zur Begründung des dringenden Tatverdachts herangezogen. 
Ausführungen dazu erübrigen sich.

5.

5.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund im Sinn von Art. 221 Abs. 1 Bst. a – c StPO voraus. Kollusionsgefahr ist 
gegeben, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass der Beschuldigte Personen beein-
flusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchti-
gen (Art. 221 Abs. 1 Bst. b StPO). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes 
genügt indessen die theoretische Möglichkeit, dass die beschuldigte Person in 
Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft unter diesem Titel zu 
rechtfertigen. Es müssen vielmehr konkrete Indizien für die Annahme von Verdun-
kelungsgefahr sprechen. Solche können sich namentlich ergeben aus dem bisheri-
gen Verhalten der beschuldigten Person im Strafprozess (Aussageverhalten, Ko-
operationsbereitschaft, Neigung zu Kollusion etc.), aus ihren persönlichen Merkma-
len (Leumund, allfällige Vorstrafen etc.), aus ihrer Stellung und ihren Tatbeiträgen 
im Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie aus den persönlichen Beziehun-
gen zwischen ihr und den sie belastenden Personen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_257/2007 vom 5. Dezember 2007 E. 2.2; vgl. FORSTER, in: Basler Kommentar 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 7 zu Art. 221 StPO). Bei der 
Frage, ob im konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung des Strafverfah-
rens wegen Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der von Beein-
flussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der untersuchten 
Straftaten sowie dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen (zum Ganzen: 
BGE 132 I 21 E. 3.2.1 mit Hinweisen).

5.2 Die Vorinstanz begründete den Haftgrund der Kollusionsgefahr einerseits damit, 
dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien und weitere geplante Unter-
suchungen durchgeführt werden müssten, ohne dass der Beschwerdeführer mit in-
volvierten Drittpersonen oder dem Mittäter in Kontakt treten könne und versuche, 
die Strafuntersuchung zu behindern. Der Umstand, dass sich der Mitbeschuldigte 
in Untersuchungshaft befinde, hindere die Kollusionsgefahr nicht. Dieser könne 
ausserdem jederzeit freigelassen werden. Die Kollusionsgefahr sei in Anbetracht 

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der vorgeworfenen Tathandlungen, der Beteiligung mehrere Personen und der 
noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen nach wie vor evident und vorherrschend. 

5.3 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, es reiche für die Annahme von Kollu-
sionsgefahr nicht aus, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen und mehre-
re Personen am untersuchten Geschehen beteiligt gewesen seien. Erforderlich 
seien vielmehr konkrete Umstände, welche dafür sprechen, dass eine Person in 
Freiheit mit hoher Wahrscheinlichkeit kolludieren würde. Die beschuldigte Person 
und insbesondere minderjährige Beschuldigte seien während einer Strafuntersu-
chung grundsätzlich in Freiheit zu belassen. Es lägen jedoch keine konkreten Hin-
weise vor, welche eine Verdunkelungsgefahr begründen würden. Die drei am Vor-
fall vom 17. Juli 2016 beteiligten Personen seien parteiöffentlich befragt worden. Es 
sei stossend, dass er selber in Haft bleiben müsse, die anderen Beteiligten und 
teilweise ebenfalls Beschuldigten (F.________ und I.________) sowie die Aus-
kunftsperson (J.________) in Freiheit seien und sich ohne Weiteres untereinander 
absprechen könnten. Am 16. August 2016 seien weitere Zeugen zum Geschehen 
vom 17. Juli 2016 parteiöffentlich befragt worden. Auch er selber sowie 
K.________ hätten dazu schon mehrfach ausgesagt. Es seien ausserdem gemäss 
Vorhalten der einvernehmenden Polizisten Videoaufzeichnungen sichergestellt 
worden, welche die Vorfälle im Zug von Burgdorf nach Bern und das Ereignis auf 
dem Bahnsteig im Bahnhof Bern zeigen würden. Die notwendigen Beweise seien 
damit erhoben, der Sachverhalt liege aufgrund der Videoaufzeichnungen gesichert 
vor und Kollusionshandlungen seien nicht mehr möglich. Es komme hinzu, dass 
K.________ in Untersuchungshaft sei und er sich mit diesem ohnehin nicht ab-
sprechen könne. Ausserdem könnten ihm in der Vergangenheit keine versuchten 
bzw. erstellten Kollusionshandlungen vorgeworfen werden, was die Vorinstanz 
denn auch nicht mache. 

5.4 Dagegen bringt die Jugendanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vor, Kollusionsge-
fahr habe im Zeitpunkt des Haftverlängerungsantrages vom 17. August 2016 und 
des Entscheides der Vorinstanz vom 25. August 2016 zweifellos bestanden. Daher 
werde vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen. Zu 
betonen bleibe, dass verschiedene parteiöffentliche Einvernahmen durchzuführen 
seien, die mit der Staatsanwaltschaft und den verschiedenen Beteiligten geplant 
werden müssten. Dies nehme einige Zeit in Anspruch. Eine Einvernahme mit dem 
Beschwerdeführer als Auskunftsperson sei zudem von der Staatsanwaltschaft nach 
Rücksprache mit der Jugendanwaltschaft auf den 22. September 2016 angesetzt 
worden. 

5.5 Der dringende Tatverdacht wird von der Vorinstanz nur mit dem Vorfall vom 17. Juli 
2016 begründet. Folglich kann auch die Kollusionsgefahr nur in diesem Zusam-
menhang begründet werden. Darüber hinaus hat sich das kolludierende Verhalten 
der beschuldigten Person immer auf das eigene Verfahren zu beziehen (MEIER, 
Masterarbeit Kollusionsverhinderung im Vorverfahren der Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 2011, S. 20 Ziff. 5.2.3.4). Nicht von Belang für die Frage der Ver-
dunkelungsgefahr ist daher die von der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland geplante Einvernahme des Beschwerdeführers als Auskunftsperson in 
dem gegen K.________ geführten Verfahren. Über eine bereits erfolgte parteiöf-

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fentliche Befragung des Beschuldigten und K.________ lässt sich weder dem an-
gefochtenen Entscheid noch den eingereichten Akten etwas entnehmen. Der Be-
schwerdeführer bringt aber vor, er und K.________ seien bereits mehrfach zum 
Vorfall befragt worden, was weder die Vorinstanz noch die Jugendanwaltschaft be-
streiten. Im Übrigen existieren offenbar Videoaufzeichnungen der Ereignisse vom 
17. Juli 2016 im Zug von Burgdorf nach Bern sowie im Bahnhof Bern, auf die der 
Beschwerdeführer keinen Einfluss nehmen kann. Die Aussagen des Beschwerde-
führers sowie von K.________ können daher kaum als kollusionsgefährdet ange-
sehen werden. Ferner wurden die drei am Vorfall vom 17. Juli 2016 beteiligten Per-
sonen (F.________, I.________ und J.________ ) offenbar bereits parteiöffentlich 
befragt. Protokolle dieser Einvernahmen sind jedoch nicht bei den Haftakten. Auch 
mit den drei Zeugen des Vorfalls wurden parteiöffentliche Einvernahmen durchge-
führt. Insgesamt fehlen daher konkrete Anzeichen für Kollusionsgefahr. Im Haftver-
längerungsgesuch der Jugendanwaltschaft vom 16. September 2016 – vom Be-
schwerdeführer als Beilage zur Replik eingereicht – wird Kollusionsgefahr auch 
nicht mehr geltend gemacht.

6.

6.1 Schliesslich bejahte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid den besonderen 
Haftgrund der Wiederholungsgefahr. Gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO ist eine 
solche gegeben, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person 
durch Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefähr-
det, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat. Nach der Recht-
sprechung kann sich Wiederholungsgefahr ausnahmsweise auch aus Vortaten er-
geben, die der beschuldigten Person im hängigen Strafverfahren erst vorgeworfen 
werden, sofern ihre Freilassung mit erheblichen konkreten Risiken für die öffentli-
che Sicherheit verbunden wäre. Erweisen sich die Risiken als untragbar hoch, kann 
vom Vortatenerfordernis sogar ganz abgesehen werden. Die Verhütung weiterer 
schwerwiegender Delikte ist ein verfassungs- und grundrechtskonformer Mass-
nahmenzweck. Art. 5 Ziff. 1 Bst. c EMRK anerkennt ausdrücklich die Notwendig-
keit, eine beschuldigte Person an der Begehung schwerer strafbarer Handlungen 
zu hindern (BGE 137 IV 84 E. 3.2, 135 I 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erforderlich ist 
allerdings eine sehr ungünstige Rückfallprognose. Der Haftgrund der Wiederho-
lungsgefahr ist restriktiv zu handhaben; seine Anwendung über den gesetzlichen 
Wortlaut hinaus auf Ersttäter muss auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben 
(BGE 135 I 71 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 1B_17/2016 vom 8. Februar 2016 
E. 3.3; 1B_249/2014 vom 6. August 2014 E. 3.2; 1B_250/2013 vom 20. August 
2013 E. 2.2; HUG/SCHEIDEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 38 zu Art. 221 StPO; OBERHOLZER, Grundzüge des 
Strafprozessrechts, 3. Auflage, S. 335 Rz. 922). 

6.2 Die Vorinstanz verwies zur Begründung der Wiederholungsgefahr auf die Aus-
führungen der Jugendanwaltschaft sowie auf ihren Entscheid über die Anordnung 
der Untersuchungshaft vom 22. Juli 2016. Demnach stehe der Beschwerdeführer 
unter dringendem Verdacht, bereits am 9. März 2016 sowie am 7. Mai 2016 straf-
bare Handlungen gegen Leib und Leben begangen zu haben. Der Beschwerdefüh-
rer sei geständig, am 7. Mai 2016 sowie am 9. März 2016 im Wartesaal in Bern 

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bzw. im Zug von Zürich nach Bern weitere Personen geschlagen zu haben. Auch 
hinsichtlich des Vorfalls vom 17. Juli 2016 sei er teilweise geständig. Die Wiederho-
lungsgefahr beim Beschwerdeführer sei nach wie vor zu bejahen, da sich seit dem 
Entscheid vom 22. Juli 2016 keine Änderungen ergeben hätten.

6.3 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass die strengen Voraus-
setzungen der Wiederholungsgefahr nicht erfüllt seien. Einerseits fehle es am so-
genannten Vortatenerfordernis. Er gelte in Bezug auf den Vorfall vom 17. Juli 2016 
während der laufenden Untersuchung als unschuldig. Selbst ein dringender Tat-
verdacht gegen ihn würde nicht ausreichen, um die «früheren gleichartigen Vorta-
ten» zu bejahen. Dem angefochtenen Entscheid sei nicht zu entnehmen, inwiefern 
die Vorinstanz im Zusammenhang mit dem Geschehnis vom 9. März 2016 von ei-
ner erdrückenden Beweislage gegen ihn ausgehe. Es liege kein Geständnis vor. Er 
habe nur ausgesagt, sich mit jemandem gestritten zu haben, jedoch keine Schläge 
eingestanden. In Bezug auf den Vorfall vom 7. Mai 2016 habe er zugegeben, eine 
Person geschlagen zu haben. Es gehe aber weder aus dem vorinstanzlichen Ent-
scheid noch aus dem Haftantrag der Jugendanwaltschaft hervor, dass sich diese 
Person dabei Verletzungen zugezogen haben sollte. Tätlichkeiten oder eine einfa-
che Körperverletzung könnten ohnehin keine Vortat im Sinn von Art. 221 Abs. 1 
Bst. c StPO sein. Dasselbe habe in Bezug auf das Ereignis vom 9. März 2016 zu 
gelten, falls dieser Vorwurf beweismässig erstellt wäre. Es komme hinzu, dass ihm 
keine sehr ungünstige Prognose gestellt werden könne; dazu habe sich die Vorin-
stanz nicht geäussert. Es liege keine zwingend gebotene psychiatrische Begutach-
tung vor. Entsprechend könne nicht beurteilt werden, ob weiter Delikte drohen wür-
den und ob diese allenfalls erheblich sicherheitsgefährdend wären.

6.4 Die Jugendanwaltschaft verweist auch in diesem Punkt zunächst auf die Erwägun-
gen der Vorinstanz vom 25. August 2016, vom 22. Juli 2016 und vom 18. Juli 2016. 
Weiter macht sie geltend, dass die Wiederholungsgefahr aus den in der Strafunter-
suchung vorliegenden Tatvorwürfen abgeleitet werde, wenn keine strafrechtlichen 
Verurteilungen vorliegen würden. 

6.5 Vor dem Hintergrund, dass das Bundesgericht eine erdrückende Beweislage ver-
langt, dass die beschuldige Person Straftaten im Sinn von Art. 221 Abs. 1 bst. c 
StPO begangen hat, und die Anwendung von Wiederholungsgefahr auf Ersttäter 
der Ausnahmefall bleiben muss, ist Wiederholungsgefahr vorliegend zu verneinen. 
Was die Vorinstanz und die Jugendanwaltschaft vorbringen, überzeugt nicht. Die 
Beweislage im Hinblick auf den Vorfall vom 17. Juli 2016 begründet zwar einen 
dringenden Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer. Jedoch kann daraus keine 
erdrückende Beweislage von der Qualität eines Geständnisses abgeleitet werden. 
Es wird vom Sachrichter zu klären sein, welche Rolle dem Beschwerdeführer bei 
diesem Ereignis zugekommen ist. Die Polizei schildert in ihrem Bericht vom 18. Juli 
2016 Szenen aus einer Videoaufzeichnung vom Bahnhof Bern, welche den Vorfall 
zeige. Diese Aufzeichnung befindet sich indessen nicht in den der Beschwerde-
kammer zur Verfügung gestellten Akten und kann folglich nicht zur Begründung der 
Untersuchungshaft herangezogen werden (vgl. Art. 224 Abs. 2 StPO). Im Zusam-
menhang mit dem Vorfall vom 9. März 2016 hat die Jugendanwaltschaft bloss ein 
Verfahren wegen Tätlichkeiten, evtl. Angriffs eröffnet. Es ist daher von vornherein 

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fraglich, ob die für die Vortaten erforderliche Schwere mit diesem Vorwurf über-
haupt erreicht wird. Im Beschwerdeverfahren reichte die Jugendanwaltschaft eine 
Fotodokumentation ein, mit welcher die Vorinstanz versehentlich nicht bedient wor-
den sei. Diese wurde von der Verfahrensleitung zu den Akten erkannt. Auf der Do-
kumentation ist der Beschwerdeführer zu erkennen, der eine andere Person 
schlägt. Der Beschwerdekammer ist indessen nicht bekannt, welche Verletzungen 
das Opfer aus dieser Auseinandersetzung erlitten hat und ob das Opfer den Be-
schwerdeführer ebenfalls als Täter belastet. Die Vorinstanz behauptet, der Be-
schwerdeführer sei geständig, das Opfer geschlagen zu haben und verweist auf die 
Einvernahme vom 18. Juli 2016, Z. 159 ff. Dort gibt der Beschwerdeführer indessen 
lediglich zu, sich mit einem «weissen Mann» gestritten zu haben. Die Passage «Ich 
nehme zur Kenntnis, dass ich diesen Mann geschlagen habe ohne dass er etwas 
gemacht hat.» dokumentiert indessen nicht etwa eine Aussage des Beschwerde-
führers, sondern bloss einen an ihn gerichteten Vorhalt. In der Beschwerde bestrei-
tet der Beschwerdeführer ausdrücklich, das Opfer geschlagen zu haben. Von ei-
nem Geständnis oder einer erdrückenden Beweislage kann hier mangels hinrei-
chender Dokumentation nicht ausgegangen werden. 

Der Vorfall vom 7. Mai 2016 ist in den zur Verfügung gestellten Akten kaum doku-
mentiert. Gegen den Beschwerdeführer wurde ein Verfahren wegen einfacher Kör-
perverletzung eröffnet. Ihm wird vorgeworfen, im Zug von Zürich nach Bern einen 
Mann geschlagen zu haben. Das gibt der Beschwerdeführer zu. Über die Verlet-
zungen ist indessen nichts bekannt. Auch hier fehlen Aussagen des Opfers oder 
anderer Beteiligter. Die Aussage des Beschwerdeführers kann daher von der Be-
schwerdekammer nicht überprüft werden. Von einem Geständnis oder einer erdrü-
ckenden Beweislage ist nicht auszugehen. Weitere einschlägige Vortaten sind we-
der bekannt, noch werden sie konkret geltend gemacht. 

Nach dem Gesagten liegen keine Vortaten vor, die zur Begründung der Wiederho-
lungsgefahr herangezogen werden könnten. Ausserdem besteht zwar ein gewisses 
Risiko dafür, dass der Beschwerdeführer nach einer Freilassung erneut Delikte 
verüben könnte. Daraus kann aber keine sehr ungünstige Rückfallprognose abge-
leitet werden. Eine solche wird von der Vorinstanz auch nicht näher begründet. 
Insgesamt ist die Wiederholungsgefahr zu verneinen.

7.

7.1 Die Vorinstanz hat sich bisher nicht, und die Jugendanwaltschaft erst im Rahmen 
des Beschwerdeverfahrens, mit dem besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr aus-
einandergesetzt. Der Beschwerdekammer in Strafsachen steht es indessen frei, die 
Begründung der Untersuchungshaft zu substituieren (Beschluss des Obergerichts 
des Kantons Bern BK 13 428 vom 14. Januar 2014 E. 4.2). Dem Beschwerdeführer 
wurde Gelegenheit geboten, sich in seiner Replik auch zur Fluchtgefahr zu äus-
sern. Damit wurde sein Anspruch auf rechtliches Gehör gewahrt.

7.2 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung braucht es für die Annahme des 
besonderen Haftgrunds der Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die 
beschuldigte Person, wenn sie in Freiheit wäre, sich der Strafverfolgung und dem 
Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde (vgl. statt vieler: Urteil des Bun-

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desgerichts 1B_424/2011 vom 14. September 2011, E. 4.1). Im Vordergrund steht 
dabei eine mögliche Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen 
im Inland. Es müssen Gründe bestehen, die eine Flucht nicht nur als möglich, son-
dern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Schwere der drohenden Strafe darf 
als Indiz für die Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein 
nicht, um den Haftgrund zu bejahen (BGE 125 I 60 E. 3a; Urteil des Bundesge-
richts 1B_126/2012 und 1B_146/2012 vom 26. März 2012, E. 3.3.2). Vielmehr 
müssen die konkreten Umstände des betreffenden Falls, insbesondere die gesam-
ten Verhältnisse der beschuldigten Person in Betracht gezogen werden (BGE 117 
Ia 70, E. 4a mit Hinweisen). Faktoren, welche bei der Beurteilung der Fluchtgefahr 
eine Rolle spielen können, sind beispielsweise das Alter, die gesundheitliche Situa-
tion, die Sprachkenntnisse oder die berufliche Situation. Als Fluchtneigung gilt auch 
das erhöhte Risiko eines Untertauchens in der Schweiz (FORSTER, in: a.a.O., 
Art. 221 N 5).

7.3 Der Beschwerdeführer bestreitet in der Replik das Vorliegen von Fluchtgefahr. In 
diesem Zusammenhang macht er in erster Linie geltend, bei den von der Jugend-
anwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 12. September 2016 nachgereichten Do-
kumenten handle es sich um unzulässige Noven. Es könne nicht angehen, dass 
die Jugendanwaltschaft im Rahmen des Beschwerdeverfahrens weitere Aktenstü-
cke preisgebe um damit zu versuchen, den erstinstanzlichen Entscheid zu stützen. 
Ausserdem dürfe der ebenfalls eingereichte Eintrag aus dem Betreuungsjournal 
vom 1. September 2016 betreffend Besuche beim Beschwerdeführer mangels Ein-
haltung der Protokollierungsvorschriften nicht verwertet werden. Das Betreuungs-
journal enthalte weder eine Unterschrift, noch sei der Verfasser erkennbar. Zudem 
sei das Betreuungsjournal, welches offensichtlich kein Einvernahmeprotokoll dar-
stelle, vom Beschwerdeführer nicht unterzeichnet worden.

In materieller Hinsicht wendet er sich wie folgt gegen die Annahme von Fluchtge-
fahr: An die Anforderungen dieses Haftgrunds seien strenge Anforderungen zu 
stellen. Es sei zutreffend, dass er als Flüchtling und damit unfreiwillig in die 
Schweiz gelangt sei. Es stimme jedoch nicht, dass es ihm bisher in der Schweiz 
nicht gelungen sei, ein Beziehungsnetz aufzubauen, sondern er pflege zu diversen 
Landsleuten einen regen Kontakt. Vor seiner Verhaftung habe er im Passanten-
heim in N.________ Wohnsitz begründet. Ausserdem sei er – trotz wohl jugendli-
cher Hemmungen beim Anwenden der deutschen Sprache – motiviert, seine 
Deutschkenntnisse auszubauen. Um in der Schweiz abzutauchen oder sich ins 
Ausland – geschweige denn in das gefährliche Land Eritrea – abzusetzen, würden 
ihm schlicht die finanziellen Mittel fehlen. Er sei auf die bescheidenen staatlichen 
Leistungen zwecks Bestreitung seines Lebensunterhaltes angewiesen, welche ihm 
bei einem Untertauchen in der Schweiz oder gar einer Flucht ins Ausland nicht 
mehr zur Verfügung stehen würden. Allein der allenfalls vorhandene, aber zurzeit 
schlicht illusorische Wunsch eines 17-jährigen Flüchtlingsjungen, irgendeinmal zu 
seiner Familie und in sein Heimatland zurückzukehren, dürfe nicht ausreichen, um 
von akuter Fluchtgefahr auszugehen. Ausserdem habe es bis zu seiner Verhaftung 
keine konkreten Fluchtversuche oder Versuche in der Schweiz unterzutauchen ge-
geben.

11

7.4 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers sind die von der Staatsan-
waltschaft in der Stellungnahme eingereichten Dokumente zu berücksichtigen. 
Gemäss Art. 224 Abs. 2 StPO reicht die Staatsanwaltschaft dem Zwangsmass-
nahmengericht ihren Antrag auf Anordnung der Haft schriftlich ein, begründet ihn 
kurz und legt die wesentlichen Akten bei. Sie entscheidet, welche Akten sie zur 
Begründung ihres Antrags als erforderlich erachtet. Die Staatsanwaltschaft ist nicht 
verpflichtet, im Haftverfahren sämtliche Akten offenzulegen, und kann Informatio-
nen aus untersuchungstaktischen oder aus anderen Gründen zurückbehalten 
(OBERHOLZER, a.a.O., S. 343 Rz. 947). Analoges muss auch bezüglich eines Haft-
prüfungsverfahrens nach der Schweizerischen Jugendstrafprozessordnung 
(JStPO; SR 312.1) gelten. Vor diesem Hintergrund stellt es kein Novenproblem dar, 
dass die Jugendanwältin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens noch Dokumente 
einbrachte, solange der Beschwerdeführer die Möglichkeit hat, sich vollumfänglich 
dazu zu äussern – wozu er mit Verfügung vom 15. September 2016 aufgefordert 
wurde und was er in der Replik dann auch machte. Im Übrigen sind im Beschwer-
deverfahren (mit minimalen, hier nicht einschlägigen Einschränkungen) sowohl 
echte wie unechte Noven zulässig (GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 16 zu Art. 393 StPO).

Die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage der Verwertbarkeit des von der 
Jugendanwaltschaft eingereichten Auszugs des Betreuungsjournals ist vom Straf-
richter zu beurteilen. Im Haftprüfungsverfahren reicht es aus, wenn die Verwertbar-
keit der Beweismittel, welchen den Tatverdacht begründen, nicht von vornherein 
als ausgeschlossen erscheint (Entscheid des Bundesgerichts 1B_179/2012 vom 
13. April 2012; Beschluss der Beschwerdekammer BK 12 313 vom 13. Dezember 
2012 E. 5.3). Die Verwertbarkeit des auszugsweise eingereichten Betreuungsjour-
nals kann nicht von vornherein als ausgeschlossen bezeichnet werden. Einerseits 
handelt es sich beim Betreuungsjournal um ein gängiges Beweismittel und ande-
rerseits betreffen die vorgebrachten Mängel prima vista die Einhaltung von Ord-
nungsvorschriften. Des Weiteren geht es hier nicht um ein Beweismittel zur Be-
gründung des Tatverdachts, sondern der Auszug wird als Anhaltspunkt für die Be-
urteilung der Fluchtwahrscheinlichkeit hinzugezogen. Ausserdem ist darauf hinzu-
weisen, dass es sich, wie schon der Titel des Ausdrucks belegt, lediglich um einen 
«Auszug» aus dem wohl chronologisch geführten Journal handelt (eingereicht wur-
de der sich unter dem Titel «Besuch bei A.________» befindliche Eintrag vom 
1. September 2016). Aus dem von der Jugendanwaltschaft in eine mit ihrem Brief-
kopf versehene Vorlage kopierten Auszug lässt sich kein Rückschluss auf die Form 
des vollständigen Ausdrucks des Journals schliessen.

Der ebenfalls von der Jugendanwaltschaft im Beschwerdeverfahren eingereichte 
Bericht «Verlauf Wohnsituation» des Zentrums P.________ vom 26. Juli 2016 zeigt 
auf, dass sich die bisherige Wohnsituation des Beschwerdeführers in der Schweiz 
schwierig gestaltete, dies insbesondere aufgrund zahlreicher verhaltensbedingter 
Ausschlüsse: So wurde er am 23. Dezember 2015 aus dem Wohnheim der Zen-
trum P.________ GmbH wegen eines Gewaltvorfalls zwischen ihm und einem an-
deren Jugendlichen ausgeschlossen; am 31. Januar 2016 musste er wegen «Re-
gelbrüchen» aus der Q.________ (Unterkunft) ausziehen und am 1. März 2016 
musste er das Studentenwohnheim in S.________ per sofort verlassen, nachdem 

12

er mit Gästen zum wiederholten Mal eine Party in seinem Zimmer veranstaltete und 
einen sich wegen der Lärmstörung beschwerenden Zimmernachbar gegen die 
Wand drückte. Von da an schlief er entweder in einer Notschlafstelle oder bei «Kol-
legen». Vom 14. Juli 2016 bis zu seiner Verhaftung am 18. Juli 2016 hielt er sich im 
Passantenheim in N.________ auf (vgl. Bericht Zentrum P.________ vom 26. Juli 
2016, S. 1).

Der Beschwerdeführer verfügt weder über ein stabiles Beziehungsnetz in der 
Schweiz noch über eine geregelte Tagesstruktur und besucht auch keine Schule. 
Die von ihm ins Feld geführten regen Kontakte zu Landsleuten können nicht als 
stabilisierendes Sozialnetz bezeichnet werden. Die betreffenden Personen dürften 
sich, was den Aufenthaltsstatus anbelangt, überwiegend in der gleichen Situation 
wie der Beschwerdeführer befinden. Ausserdem scheint der Kontakt zu diesen 
Gruppen alles andere als einen deliktpräventiven Einfluss auf ihn zu haben, fiel er 
doch gerade im Zusammenhang mit solchen Gruppen polizeilich auf (vgl. Angriff 
vom 9. März 2016 im Warteraum des Bahnhofs Bern; Schlägerei vom 10. Mai 2016 
auf der Grossen Schanze in Bern und schliesslich auch der Vorfall vom 17. Juli 
2016, welcher zur Verhaftung führte). Dem Beschwerdeführer gefällt es nach eige-
nen Angaben nicht in der Schweiz. Er möchte zurück nach Eritrea, wo auch seine 
ganze Familie wohnt (vgl. Auszug Betreuungsjournal vom 1. September 2016). Es 
scheinen somit konkrete Absichten einer Ausreise aus der Schweiz vorhanden zu 
sein, welche nicht einfach als «illusorischen Wunsch» des Beschwerdeführers bei-
seite geschoben werden können. Ausserdem verstärkt das Strafverfahren sowie 
die ihm drohende empfindliche Strafe den Druck auf den Beschwerdeführer, zumal 
er in der Schweiz nur einen Aufenthaltsstatus F besitzt. Die reihenweise Verstösse 
gegen die vom Migrationsamt verfügte Ausgrenzung für die Innenstadt (vgl. Anord-
nung von Untersuchungshaft, 19. Juli 2016, S. 2) verdeutlichen zudem, dass der 
Beschwerdeführer behördlichen Vorladungen und Vorgaben kaum Beachtung 
schenkt. In Würdigung der gesamten Umstände muss deshalb davon ausgegangen 
werden, dass der Beschwerdeführer die Freiheit dazu nutzen würde, sich dem Zu-
griff der Behörden und damit dem gegenwärtig gegen ihn laufenden Strafverfahren 
zu entziehen. Der Haftgrund der Fluchtgefahr ist zu bejahen.

8.

8.1 Nach Art. 212 Abs. 2 lit. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen 
aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen Ziel 
führen. Darüber hinaus hat gemäss Art. 5 Ziff. 3 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) 
eine in Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen 
Frist abgeurteilt oder während des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden. 
Dass eine an sich rechtmässige Haft nicht übermässig lange dauern darf, ergibt 
sich aus dem Verfassungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine übermässige Haft 
liegt dann vor, wenn die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Strafe 
übersteigt. 

8.2 Auch ohne entsprechenden Antrag ist zu prüfen, ob eine Haftentlassung gestützt 
auf ausreichende Ersatzmassnahmen möglich bzw. geboten erscheint (BGE 133 I 

13

27 E. 3.2 [Pra 2007 Nr. 26]). Vorliegend sind keine milderen Massnahmen denkbar, 
welche die beim Beschwerdeführer bestehende Fluchtgefahr bannen könnten. Die 
Untersuchung wird ausserdem ausreichend vorangetrieben. Die einmonatige Ver-
längerung der Untersuchungshaft erweist sich als verhältnismässig. Insgesamt 
rückt die Haftdauer noch nicht in die Nähe der zu erwartenden Strafe.

9. Die Beschwerde ist unbegründet und abzuweisen. Angesichts der besonderen 
Umstände, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der zwei ursprünglichen Haft-
gründe Kollusions- und Wiederholungsgefahr obsiegt und sich sein Unterliegen 
(Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 33 des Dekrets vom 24. 
März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [VKD; BSG 161.12]) auf das Beste-
hen der Fluchtgefahr, welche von der Jugendanwaltschaft zudem erst im Rahmen 
ihrer Stellungnahme ins Beschwerdeverfahren eingebracht worden ist, beschränkt, 
verzichtet die Beschwerdekammer auf die Erhebung von Verfahrenskosten. Die im 
Strafverfahren gewährte amtliche Verteidigung gilt auch im Beschwerdeverfahren. 
Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschwerdeführers wird am 
Ende des Verfahrens durch die Jugendanwaltschaft oder das urteilende Gericht 
festgesetzt (Art. 3 Abs. 1 JStPO i.V.m. Art. 135 Abs. 2 StPO).

14

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Auf eine Kostenerhebung wird verzichtet.

3. Zu eröffnen (vorab per Fax):
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland
- Regionale Jugendanwaltschaft Berner Jura-Seeland

Mitzuteilen (vorab per Fax):
- der Leitenden Jugendanwältin
- dem Regionalgefängnis N.________

Bern, 20. September 2016 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Bohren

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.