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**Case Identifier:** 5734d0b1-a9c1-59bc-a24a-a4497f001ab5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.11.2021 200 2021 345
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-345_2021-11-24.pdf

## Full Text

200 21 345 IV
MAK/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 24. November 2021

Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. April 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2003 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), gesetzlich vertreten durch seine Mutter, meldete sich im 
Februar 2020 unter Hinweis auf eine Trichterbrust (Geburtsgebrechen Zif-
fer 163 des Anhangs der Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Ge-
burtsgebrechen [GgV; SR 831.232.21]) bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin; act. II] 16). Die IVB holte verschiedene medizinische 
Unterlagen sowie Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD) ein (act. II 20, 23, 26, 29, 31, 36, 38). 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren und der Einholung einer wei-
teren Stellungnahme des RAD (inklusive Aktennotiz; act. II 39 - 56) ver-
neinte die IVB mit Verfügung vom 7. April 2021 (act. II 57) den Anspruch 
auf medizinische Massnahmen, da der Schweregrad zur Einstufung der 
Trichterbrust als Geburtsgebrechen Ziffer 163 Anhang GgV nicht vorliege. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 11. Mai 2021 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem 
Beschwerdeführer die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten. 
Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin erneut zur Beurtei-
lung zurückzuweisen. Subenventualiter sei die Leistungspflicht der Be-
schwerdegegnerin durch ein gerichtliches Gutachten abzuklären, alles 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2021 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin unter Hinweis auf eine Aktennotiz des RAD vom 8. Juli 2021 (im Ge-
richtsdossier) die Abweisung der Beschwerde. 

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Der Beschwerdeführer hält mit Stellungnahme vom 24. August 2021 voll-
umfänglich an den beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest. Die-
se Stellungnahme wurde der Beschwerdegegnerin mit prozessleitender 
Verfügung vom 25. August 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 7. April 2021 (act. II 57). Streitig 
und zu prüfen ist, ob die Trichterbrust des Beschwerdeführers einer Opera-
tion bedarf, mithin als Geburtsgebrechen im Sinne von Ziffer 163 Anhang 
GgV gilt, und damit ein Anspruch auf Übernahme der Kosten der operati-
ven Korrektur durch die Invalidenversicherung besteht.

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1.3 Die Kosten der umstrittenen Trichterbrustoperation belaufen sich 
auf zirka Fr. 12'000.-- bis Fr. 15'000.-- (vgl. https://blog.hirslanden.ch/ 
2016/08/29/trichterbrust-wenn-die-brust-ein-loch-hat/). Der Streitwert liegt 
daher unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 
20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen 
(Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen. Der Bun-
desrat bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt 
werden; er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von 
geringfügiger Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG). Mit Art. 13 Abs. 2 IVG 
wurde dem Bundesrat die Kompetenz erteilt, aus der Gesamtheit der Ge-
burtsgebrechen im medizinischen Sinne jene auszuwählen, für welche me-
dizinische Massnahmen der IV zu gewähren sind (Geburtsgebrechen im 
Rechtssinne des IVG; BGE 122 V 113 E. 3a cc S. 119). Der Bundesrat 
verfügt dabei über einen weiten normativen Ermessensspielraum (BGE 105 
V 21; AHI 1999 S. 168 E. 2b). Die Geburtsgebrechen sind in der Liste im 
Anhang der GgV aufgeführt.

2.2 Geburtsgebrechen nehmen in der Invalidenversicherung eine Son-
derstellung ein. Denn Versicherte können gemäss Art. 8 Abs. 2 i.V.m. Art. 
13 Abs. 1 IVG bis zum vollendeten 20. Altersjahr unabhängig von der Mög-
lichkeit einer späteren Eingliederung in das Erwerbsleben die zur Behand-
lung von Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen 
beanspruchen. Eingliederungszweck ist die Behebung oder Milderung der 
als Folge eines Geburtsgebrechens eingetretenen Beeinträchtigung (BGE 
115 V 202 E. 4e cc S. 205; SVR 2019 IV Nr. 59 S. 188 E. 4.2.2).

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2.3 Als medizinische Massnahmen, die für die Behandlung eines Ge-
burtsgebrechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach 
bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und 
den therapeutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstre-
ben. (Art. 2 Abs. 3 GgV; BGE 142 V 58 E. 2.2 S. 60). Eine Behandlungsart 
entspricht bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft, wenn sie 
von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf breiter 
Basis anerkannt ist. Das Schwergewicht liegt auf der Erfahrung und dem 
Erfolg im Bereich einer bestimmten Therapie. Die für den Bereich der 
Krankenpflege entwickelte Definition der Wissenschaftlichkeit findet prinzi-
piell auch auf die medizinischen Massnahmen der Invalidenversicherung 
Anwendung (SVR 2019 IV Nr. 59 S. 188 E. 4.2.1).

2.4 Der Anhang zur GgV führt zahlreiche Gebrechen auf, bei denen ein 
Leistungsanspruch davon abhängt, ob eine Operation oder eine andere 
näher umschriebene Behandlung notwendig ist. Damit sollen nach dem 
Willen des Verordnungsgebers geringfügigere Ausprägungen des Leidens 
im Sinne von Art. 13 Abs. 2 Satz 2 IVG von der Leistungspflicht der Invali-
denversicherung ausgenommen werden. Leidet eine versicherte Person 
zwar an einem derartigen Gebrechen, ist aber nach bewährter Erkenntnis 
der medizinischen Wissenschaft keine Operation angezeigt oder würde 
eine solche den therapeutischen Erfolg nicht in der geforderten einfachen 
und zweckmässigen Weise anstreben, handelt es sich um ein Geburtsge-
brechen, für das die Invalidenversicherung zufolge Geringfügigkeit keine 
Leistungspflicht trifft. Die Beurteilung der Operationsnotwendigkeit hat 
durch einen für die betreffende Operation befähigten Spezialarzt zu erfol-
gen (BGE 142 V 58 E. 3.1 ff. S. 61).

2.5 Gemäss Ziffer 163 Anhang GgV wird eine angeborene Trichterbrust 
als Geburtsgebrechen anerkannt, sofern eine Operation notwendig ist. 
Gemäss Rechtsprechung leuchtet mit Blick auf die Materialien gerade bei 
dem das Skelett betreffenden Geburtsgebrechen der Trichterbrust (Ziffer 
163 Anhang GgV) ein, dass das Erfordernis der Operationsnotwendigkeit 
im Sinne einer qualifizierten Umschreibung eines besonderen Schweregra-
des des Geburtsgebrechens als leistungsbegründende Voraussetzung 
nicht aus geisteswissenschaftlich-psychologischer Fachrichtung, sondern 

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aus naturwissenschaftlich-medizinischer Sicht eines für die betreffende 
Operation befähigten Spezialarztes zu beurteilen ist, zumal der – gegebe-
nenfalls notwendige invasive Eingriff – nach bewährter Erkenntnis der me-
dizinischen Wissenschaft angezeigt sein und den therapeutischen Erfolg in 
einfacher und zweckmässiger Weise anstreben muss (Art. 2 Abs. 3 GgV; 
BGE 142 V 58 E. 3.2 S. 61; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 10. Februar 2003, 
I 693/02, E. 3.1.4; vgl. auch das Kreisschreiben über die medizinischen 
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung [KSME] des Bun-
desamtes für Sozialversicherungen [BSV], Rz. 163). Bei einer kongenitalen 
Trichterbrust vermögen psychische Beschwerden nicht (alleine) die Not-
wendigkeit einer Operation zu begründen (EVG I 693/02, E. 3.3).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Zusammenhang mit einer am 4. März 2020 am Spital 
C.________ durchgeführten Spiroergometrie wurde im Bericht vom glei-
chen Tag die folgende Beurteilung festgehalten (act. II 31/5): Die erreichten 
194 Watt und die maximale Sauerstoffaufnahme von 41.9 ml/min/kg 
sprächen für eine normale Leistungsfähigkeit. Es lägen keine Hinweise für 
eine kardiopulmonale Limitation vor. 

3.2 Ein am 4. März 2020 am Spital C.________ durchgeführtes MR 
Thorax ergab die folgende Beurteilung (Bericht vom 4. März 2020; act. II 
20/5): Trichterbrust mit einem Haller-Index von 5.3. MR-tomographisch kei-
ne weitere thorakale Pathologie. 

3.3 Dr. med. D.________, Facharzt für Kinderchirurgie, hielt im Bericht 
vom 5. März 2020 (act. II 20) die folgende Diagnose fest:

 Trichterbrust mit einem Haller-Index von 5.3, erstmals gestellt am 23. Januar 
2020

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Der Beschwerdeführer komme zwecks Erstvorstellung zur Beurteilung ei-
ner seit dem Kindesalter bestehenden und im Rahmen des pubertären 
Wachstumsschubes deutlich progredienten Trichterbrust. Er gebe an, bei 
sportlichen Aktivitäten im Vergleich zu Gleichaltrigen teilweise ausdauer-
gemindert zu sein. Familienanamnestisch bestehe bei der Grossmutter 
väterlicherseits sowie auch beim Vater eine leichte Trichterbrust. Es liege 
ein athletischer, schlanker Habitus vor sowie eine ausgeprägte, tiefe, sym-
metrische Trichterbrust mit einer Trichtertiefe von 3.9 cm. Mit der Bodybuil-
der-Saugglocke lasse sich der Trichter bis zu einem Unterdruck von -0.05 
bar nur ansatzweise anheben. Es bestehe keine nennenswerte Fehlhaltung 
der Wirbelsäule. Es liege das Geburtsgebrechen Ziffer 163 Anhang GgV 
vor. Der Beschwerdeführer benötige sobald als möglich eine minimalinva-
sive Trichterbrustkorrektur.

3.4 Der RAD-Arzt Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Kinder- und 
Jugendmedizin, hielt in der Stellungnahme vom 7. April 2020 (act. II 23) die 
folgende Diagnose fest: 

 Trichterbrust ohne Auswirkung auf die körperliche Belastbarkeit

Die Trichterbrust sei mit keiner bedeutsamen restriktiven Ventilations-
störung und insbesondere nicht mit einer verminderten körperlichen Be-
lastbarkeit verbunden. Die hier vorliegenden FEV1-Werte > 61% seien 
nicht als pathologisch zu bewerten: Falls eine Restriktion vorliegen würde, 
"wird der Schweregrad der ventilatorischen Insuffizienz gemäss den 
ERS/ATS-2005-Empfehlungen durch die Untersuchung der prozentualen 
FEV1-Verringerung in Bezug zum Sollwert bestimmt [12]" (SWISS MEDI-
CAL FORUM 2018;18[26-27]:555-562). In der Leitlinie Spirometrie würden 
dazu konkrete Grenzwerte angegeben: 61 % Soll im Verhältnis zum ge-
messenen Wert würde die untere Grenze der Norm kennzeichnen (Criée 
CP et al: Leitlinie Spirometrie. Pneumologie 2015, 69:147-164; Abb. 7). Aus 
versicherungsmedizinischer Sicht seien vorbehaltlich des noch fehlenden 
echokardiografischen Befundes und der Einschätzung durch einen Chirur-
gen bzw. Orthopäden aus dem RAD keine Leistungsansprüche nach Ziffer 
163 Anhang GgV ausgewiesen, da in Rz. 163 1/17 KSME auf das Urteil 
EVG I 693/02 abgestellt werde. Die in diesem Urteil zitierte medizinische 
Auffassung werde auch aktuell vertreten: Die Behandlung basiere auf der 

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Schwere der Deformität UND dem Umfang der physiologischen Verände-
rungen (Nelson: Textbook of Pediatrics, 19. Aufl., 2011, p. 1516). Gleich-
lautend dazu sollten die physiologisch fassbaren Funktionseinschrän-
kungen mittels Lungenfunktion und Belastungsuntersuchungen dokumen-
tiert werden. Erst bei signifikanten Veränderungen dieser Parameter sei an 
eine operative Korrektur einer Trichterbrust zu denken (Nelson: Textbook of 
Pediatrics, 20. Aufl., 2015, p. 2144). Ergänzend dazu sollte im Sinne der 
wzw-Kriterien und im Sinne von organmedizinisch orientierten Nutzen-
Risiko-Abwägungen berücksichtigt werden, dass das in den Brustkorb ein-
gebrachte Material Komplikationen auslösen könne wie Perforation des 
Herzens, Hämothorax, Verletzungen grosser Gefässe, Lungen-, Leber-, 
Zwerchfellläsionen und gastrointestinale Probleme (Hebra A et al.: J Pedia-
tr Surg, Apr 2018, 53/4: 728-732). Diese Auffassung werde durch andere 
Autoren gestützt und mit noch grösseren Fallzahlen begründet (De Wolf J 
et al. 2018, vgl. Wurtz A und Husi I: The Nuss Procedere: Above All, Do No 
Harm. Ann Thor Surg 2015, 99: 1866 mit Literaturangaben zu schwerwie-
genden Komplikationen dieser Operation).

Nach Eingang und Prüfung des Befundes der Echokardiografie sollte noch 
ein Chirurg oder Orthopäde aus dem RAD einbezogen werden (z.B. Dr. 
med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates), damit auch dessen Expertise gemäss KSME 
zum Tragen komme, bevor eine abschliessende Entscheidung getroffen 
werde.

3.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Kardiologie, führte im Bericht vom 13. Mai 2020 (act. II 31/1 f.) die folgende 
Diagnose auf:

ausgeprägte, tiefe Trichterbrust:
 kardiovaskuläre Risikofaktoren: Nikotinabusus
 leichte Leistungsintoleranz
 partieller Rechtsschenkelblock
 Echokardiographie vom 13. Mai 2020: normal dimensionierter, nicht hypertro-

pher linker Ventrikel, leicht eingedellt wirkend, normale Funktion, kleine Klap-
penvitien, Aorta und Hohlvenen normal dimensioniert, rechter Ventrikel nicht 
dilatiert, funktionell normal

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Zur Anamnese wurde festgehalten, vor der Operation solle noch ein Ver-
such mit einer Saugglocke stattfinden, auch wenn die Aussichten darauf 
nicht günstig seien (im Versuch in der Sprechstunde habe sich die Trich-
terbrust nur minim erhoben). Der Beschwerdeführer habe den Eindruck, 
dass sich die Trichterbrust in der Pubertätsphase verstärkt habe und er 
seither etwas weniger leistungsfähig sei als die Klassenkameraden. So 
könne er im Sport zwar gut mithalten, sei aber nach der Anstrengung noch 
längere Zeit etwas erschöpft und müsse länger "nachatmen". Einziger Risi-
kofaktor sei ein Nikotinabusus von einem halben Päckchen täglich. Alkohol 
werde selten und nicht übermässig konsumiert. Vorerkrankungen bestün-
den nicht. Eine Trichterbrust sei im geringen Ausmass auch beim Vater und 
bei der Grossmutter väterlicherseits bekannt. Zur Beurteilung und zum Pro-
cedere wurde angegeben, der rechte Ventrikel sei normal dimensioniert 
und funktionell normal gewesen, habe nicht eingedellt gewirkt, eher der 
linke Ventrikel interessanterweise, wenn auch nur ganz leicht. Im EKG zei-
ge sich ein partieller Rechtsschenkelblock, welcher ebenso wie die U-
Welle, welche in V2 und V3 ein Pseudoflattern vortäusche, wahrscheinlich 
keinen Zusammenhang mit der Trichterbrust habe und bestimmt keinen 
Krankheitswert darstelle, dennoch werde ein EKG postoperativ (nach der 
Heilungsphase) vorschlagen.

3.6 Der RAD-Arzt Prof. Dr. med. E.________ hielt in der Stellungnahme 
vom 4. Juni 2020 (act. II 29) unter Bezugnahme auf die EKG-Kurven vom 
4. März 2020 (act. II 26) fest, absolute oder relative Abbruchkriterien wie 
z.B. anhaltende ventrikuläre Tachykardie, polymorphe Extrasystolen, su-
praventrikuläre Extrasystolen, Leitungsstörungen oder Bradyarrhythmien 
seien in den EKG-Kopien nicht erkennbar. ST-Streckenveränderungen 
könnten angesichts der begrenzten Qualität der Kopien nicht eingeschätzt 
werden. Da unter Belastung ein deutlicher paO2-Anstieg von 91.8 auf 
106.0 mmHg erfolgt sei, seien vorbehaltlich der Einschätzung der Untersu-
cher und vorbehaltlich des Herzultraschallbefundes keine Hinweise für ein 
primäres oder sekundäres kardiales Leiden erkennbar.

3.7 Unter Bezugnahme auf den Bericht von Dr. med. G.________ vom 
13. Mai 2020 (inklusive Echokardiographie vom 13. Mai 2020 [act. II 31/1 - 
4]) sowie den Bericht des Spitals C.________ vom 4. März 2020 (act. II 

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31/5 f.) zur Spiroergometrie vom 4. März 2020 (act. II 20/7 ff.) hielt der 
RAD-Arzt Prof. Dr. med. E.________ am 15. Juni 2020 fest (act. II 36), aus 
versicherungsmedizinischer Sicht sei ein derartiger Befund im Kindes- und 
Jugendalter physiologisch und habe gleichlautend zur Einschätzung des 
Kardiologen keinen Krankheitswert. Leistungsansprüche nach Ziffer 163 
Anhang GgV seien nicht ausgewiesen, da die hier vorliegende Trichterbrust 
keine Auswirkungen auf die körperliche Belastbarkeit habe. 

3.8 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ führte in der Stellungnahme 
vom 3. Juli 2020 (act. II 38) die folgende Diagnose auf:

 Trichterbrust ohne Auswirkung auf die körperliche Belastbarkeit

Zur Diagnose einer Trichterbrust als Geburtsgebrechen Ziffer 163 Anhang 
GgV sei ein besonderer Schweregrad Voraussetzung. Dieser Schweregrad 
liege hier nicht vor, wie in den ärztlichen RAD-Berichten von Prof. Dr. med. 
E.________ ausführlich und plausibel dargelegt sei.

3.9 Prof. em. Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin und Kardiologie, nannte im Bericht vom 22. Oktober 2020 (act. II 
53/4 ff.) die folgenden (Haupt-)Diagnosen:

1. Ausgeprägte Trichterbrust mit/bei
 Haller-Index von 5.2 (Norm unter 2.5)
 eingeschränkter Vitalkapazität in der Lungenfunktion
 anamnestisch verminderter Ausdauerleistung und verlängerter Erholungs-

zeit nach körperlicher Anstrengung
2. Psychiatrische Einschränkung mit/bei 

 zufolge Diagnose 1
 psychometrisch mit signifikanter Störung des Körperempfindens
 adoleszentärer Entwicklungsverzögerung

3. V.a. Morbus Gilbert-Meulengracht, DD: Crigler-Najjar-Syndrom mit/bei
 über das dreifache erhöhten Gesamt-Bilirubinwerten
 bisher ohne Schmerzepisoden (sollten diese auftreten, ist Paracetamol zu 

vermeiden)

Zur Anamnese führte Prof. em. Dr. med. H.________ aus, der Beschwer-
deführer berichte von Einschränkungen bei körperlichen Anstrengungen, 
welche länger dauerten oder belastend seien (Lasten heben, Treppenstei-
gen). Diese äusserten sich in rascher Erschöpfbarkeit, Leistungsintoleranz 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 11

und verlängerter Erholung. Über Schmerzen klage der Beschwerdeführer 
nicht. Allerdings erwähne er, dass es ihm peinlich sei und er sich davor 
schäme, seinen Oberkörper nackt zu zeigen. Zusätzlich spüre er, wie ihn 
die Leute dann anschauen würden. Zuerst sei ihm dies in der Schule gar 
nicht aufgefallen, doch in letzter Zeit beschäftige ihn diese Deformität im-
mer mehr. Sein Befinden sei deshalb oft etwas gedrückt. Weitere Be-
schwerden äussere er keine.

Zur Beurteilung und zum Procedere wurde ausgeführt, die anamnestischen 
Angaben, untermauert durch die psychometrischen Tests zeigten, dass die 
Situation mit der Trichterbrust zusammen mit den fotografisch dokumentier-
ten körperlichen Befunden eine klare Operationsindikation darstelle. Durch 
die noch nicht abgeschlossene Adoleszenz könnten sich besonders die 
psychische Situation und das Körperempfinden ohne Sanierung der auch 
körperlich sehr eindrücklichen Trichterbrust zusätzlich verschlechtern, was 
durch die abnormen Skalenwerte in den Fragebögen zum Vorschein kom-
me.

Zusammenfassend erschienen eine dringliche Sanierung der Trichterbrust 
und damit eine Befreiung des Patienten von seinen körperlichen Ein-
schränkungen vordringlich, nicht zuletzt auch um zukünftige psychische 
Beeinträchtigungen zu verhindern. Es handle sich dabei keineswegs um 
eine kosmetische Angelegenheit. Somit empfehle er die vorgeschlagene 
Sanierung der Trichterbrust. Von einer konservativen Therapie rate er ab, 
weil der Zeitrahmen für eine positive Veränderung für den Beschwerdefüh-
rer in seiner aktuellen Situation für seine persönliche wie berufliche Ent-
wicklung nicht förderlich erscheine. Dies zeigten die psychometrischen 
Daten deutlich.

3.10 Im Bericht vom 13. November 2020 (act. II 53/2 f.) führten PD Dr. 
med. I.________, Facharzt für Chirurgie und Thoraxchirurgie, und Dr. med. 
D.________ aus, beim Beschwerdeführer bestehe eine ausgeprägte Trich-
terbrust mit einem Haller-Index von 5.3, zudem anamnestisch eine vermin-
derte Ausdauerleistung mit verlängerter Erholungszeit nach körperlicher 
Anstrengung sowie objektiv dokumentierter, eingeschränkter Vitalkapazität 
der Lungenfunktion (71 %). Des Weiteren zeige sich eine psychiatrische 
Einschränkung in Folge der Trichterbrust, psychometrisch mit signifikanter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 12

Störung des Körperempfindens sowie adoleszentärer Entwicklungsverzö-
gerung. Bezüglich der psychologisch-psychiatrischen Beurteilung werde 
auf das Gutachten von Prof. em. Dr. med. H.________ vom 22. Oktober 
2020 verwiesen. Die obenerwähnten Befunde legitimierten weiterhin die 
Operationsindikation zur Trichterbrustkorrektur.

3.11 In der Aktennotiz vom 19. Januar 2021 (act. II 56; vgl. auch die Stel-
lungnahme vom 17. Dezember 2020 [act. II 55]) hielt der RAD-Arzt Dr. 
med. F.________ fest, seit der RAD-Stellungnahme vom 3. Juli 2020 (act. 
II 38) und dem Vorbescheid vom selben Tage seien keine neuen internisti-
schen Befunde vorgelegt worden. Im Schreiben des Spitals C.________ 
vom 13. November 2020 (act. II 53/2 f.) beziehe man sich nur auf bereits 
bekannte Befunde. Weiter hätten psychologische Aspekte bei der Beurtei-
lung der OP-Indikation bei Trichterbrust im Hintergrund zu bleiben (vgl. 
Literaturangaben in vorausgegangenen RAD-Stellungnahmen). Wolle man 
solche Aspekte berücksichtigen, so sei im vorliegenden Fall zu sagen, dass 
diesbezüglich auch von Prof. em. Dr. med. H.________ psychologische 
Störungen von entsprechender Schwere nicht festgestellt worden seien. 
Die Möglichkeit, psychisch könne sich die Situation verschlechtern, wie er 
schreibe, sei für die Frage nicht relevant. Ein neuer Sachverhalt ergebe 
sich somit gesamtwertend nicht. Die bisherigen RAD-Berichte und Stel-
lungnahmen (act. II 23, 29, 36, 38) behielten auch unter Würdigung der 
zum Einwand eingereichten neuen Berichte ihre Gültigkeit.

3.12 Der RAD-Arzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte in der Aktennotiz vom 8. Juli 2021 (im Gerichtsdossier) aus, 
in Zusammenschau dieser objektiv vorliegenden Befunden könne weiterhin 
an der Einschätzung des RAD (Prof. Dr. med. E.________) vom 15. Juni 
2020 (act. II 36) festgehalten werden. Es gebe weiterhin keine Hinweise für 
eine kardiopulmonale/funktionelle Leistungseinschränkung. Im Hinblick auf 
die vorgebrachte Vitalkapazität von 71 % (Thoraxchirurgie 13. November 
2020 [act. II 53/2 f.]) finde sich diesbezüglich kein entsprechender Lungen-
funktions-Befund. Auf der anderen Seite liege ein Lungenfunktions-
/Spirometrie-Befund des Spitals C.________ vom 4. März 2020 vor (act. II 
20/7 ff., 31/5 f.) mit einer VCmax von 80 %, somit im unteren Normbereich 
liegend (im Zweifelsfall würden bei unterschiedlichen Werten der Lungen-

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funktionen immer die Bestwerte genommen). Bei genauer Analyse der im 
Befund vorliegenden Flussvolumenkurve müsse sogar zusätzlich erwähnt 
werden, dass bei optimaler technischer Durchführung (Anstrengung des 
Patienten) mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar noch ein besserer Wert zu 
erzielen gewesen wäre.

4.

4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 14

und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 
134 E. 4.3).

4.3 Die versicherte Person hat von Bundesrechts wegen keinen formel-
len Anspruch auf Beizug eines versicherungsexternen Gutachtens, wenn 
Leistungsansprüche streitig sind. Es ist auch im Lichte der von Art. 6 Ziff. 1 
EMRK gewährleisteten Verfahrensgarantien grundsätzlich zulässig, den 
Entscheid ausschlaggebend oder gar ausschliesslich auf verwaltungsinter-
ne Abklärungen zu stützen (BGE 123 V 175 E. 3d S. 176, 122 V 157 E. 2c 
S. 165).

Urteilt das Gericht indessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, 
die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 
58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

4.4 Der ablehnende Entscheid der Beschwerdegegnerin basiert auf den 
Beurteilungen der RAD-Ärzte Prof. Dr. med. E.________ vom 7. April, 4. 
und 15. Juni 2020 (act. II 23, 29, 36), Dr. med. F.________ vom 3. Juli, 17. 
Dezember 2020 und 19. Januar 2021 (act. II 38, 55, 56) sowie Dr. med. 
J.________ vom 8. Juli 2021 (im Gerichtsdossier). Diese Aktenbeurteilun-
gen sind voll beweiskräftig, da hier ein lückenloser Befund vorliegt und es 
im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. E. 4.2 hiervor). Überein-
stimmend kommen die RAD-Ärzte in überzeugender und schlüssiger Art 
und Weise zum Schluss, dass die Voraussetzungen zur Kostenübernahme 
für die Trichterbrustoperation nicht gegeben sind.

Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Vorbringen keine auch nur ge-
ringen Zweifel am Beweiswert dieser Einschätzungen zu wecken (vgl. E. 
4.3 hiervor). Er bringt vor (Beschwerde III. Ziff. 7 ff.; Stellungnahme vom 
24. August 2021 S. 2 f.), die Bejahung der Operationsindikation durch die 
behandelnden Ärzte sei unter Berücksichtigung deren Qualifikation auf die-
sem Gebiet sowie deren reichhaltigen Erfahrung absolut nachvollziehbar. 
Weiter weise Dr. med. D.________ darauf hin, dass die im Urteil EVG I 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 15

693/02, E. 3.3, erwähnte Literatur (Biskup: Kinderorthopädie 1987) mittler-
weile veraltet sei. Die versicherungsmedizinische Beurteilung verkenne die 
Notwendigkeit der Trichterbrustoperation, insbesondere sei von den be-
handelnden Ärzten mehrfach bestätigt worden, dass die Indikation nicht auf 
kosmetischen Gründen beruhe. Selbst wenn vorliegend keine kardiopul-
monale Limitierung vorliege, entspreche es der langjährigen Erfahrung von 
Dr. med. D.________, dass die Trichterbrust mit den vom Beschwerdefüh-
rer beschriebenen Symptomen einen invalidisierenden Gesundheitsscha-
den mit deutlicher Ausdauerminderung verursache. Eine umfassende 
interdisziplinäre fachärztliche Beurteilung nach den aktuellen medizinischen 
Erkenntnissen sei versäumt worden und sei mit Verweis auf Art. 43 Abs. 1 
ATSG nachzuholen. Die Beurteilungen von Dr. med. D.________ und Prof. 
em. Dr. med. H.________ belegten die naturwissenschaftlich-medizinische 
Notwendigkeit der zu beurteilenden Trichterbrustoperation. Am Beweiswert 
der medizinischen Arztberichte könne aufgrund der langjährigen fachspezi-
fischen Erfahrung der beiden Ärzte kein Zweifel bestehen. Auch der feh-
lende FMH-Titel für Psychiatrie und Psychotherapie vermöge daran nichts 
zu ändern. Zudem seien psychische Beschwerden im Zusammenspiel mit 
somatischen Beschwerden durchaus geeignet, eine Operationsnotwendig-
keit zu begründen. 

4.5 Laut der MR-Untersuchung vom 4. März 2020 (act. II 20/5) beträgt 
der Haller-Index zwar 5.3 (der Normalwert beträgt weniger als 2.5 [vgl. htt-
ps://de.wikipedia.org/wiki/Trichterbrust]), die erwähnte MR-Untersuchung 
ergab aber keine weitere thorakale Pathologie. Auch die gleichentags 
durchgeführte Spiroergometrie (act. II 31/5 f.) ergab eine normale Leis-
tungsfähigkeit bzw. es lägen keine Hinweise für eine kardiopulmonale Limi-
tation vor. Am 7. April 2020 (act. II 23) hielt der RAD-Arzt Prof. Dr. med. 
E.________ fest, die Trichterbrust sei mit keiner bedeutsamen restriktiven 
Ventilationsstörung und insbesondere nicht mit einer verminderten körperli-
chen Belastbarkeit verbunden und die vorliegenden FEV1-Werte > 61 % 
seien nicht als pathologisch zu werten. Was den Einwand angeht, die dem 
Urteil EVG I 693/02 zu Grunde liegende Literatur (Biskup: Kinderorthopädie 
1987) sei veraltet, entgegnet der RAD-Arzt Prof. Dr. med. E.________ in 
der Stellungnahme vom 7. April 2020 (act. II 23) unter Hinweis auf die ak-
tuelle medizinische Literatur, die im erwähnten Urteil zitierte medizinische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 16

Auffassung werde auch aktuell vertreten, nämlich dass die Behandlung auf 
der Schwere und der Deformität und dem Umfang der physiologischen 
Veränderung basiere (Nelson: Textbook of Pediatrics, 19. Aufl. 2011, p. 
1516). Gleichlautend dazu sollten die physiologisch fassbaren Funktions-
einschränkungen mittels Lungenfunktion und Belastungsuntersuchungen 
dokumentiert werden. Erst bei signifikanter Veränderungen dieser Parame-
ter sei an eine operative Korrektur einer Trichterbrust zu denken (Nelson: 
Textbook of Pediatrics, 20. Aufl. 2015, p. 2144). Aus kardiologischer Sicht 
erwähnte Dr. med. G.________ am 13. Mai 2020 (act. II 31/1 f.) sodann, 
dass ein sich im EKG zeigender partieller Rechtsschenkelblock, welcher 
ebenso wie die U-Welle, welche in V2 und V3 ein Pseudoflattern vortäu-
sche, wahrscheinlich keinen Zusammenhang mit der Trichterbrust habe 
und bestimmt keinen Krankheitswert darstelle.

Zu der vorgebrachten eingeschränkten Vitalkapazität der Lungenfunktion 
(71 %; vgl. act. II 53/2 f.) führte der RAD-Arzt Dr. med. J.________ in der 
Aktennotiz vom 8. Juli 2021 (im Gerichtsdossier) überzeugend und schlüs-
sig aus, diesbezüglich finde sich kein entsprechender Lungenfunktionsbe-
fund. Auf der anderen Seite liege ein Lungenfunktions-/Spirometrie-Befund 
des Spitals C.________ vom 4. März 2020 vor mit einer VCmax von 80 %, 
somit im unteren Normbereich liegend. Bei genauer Analyse der im Befund 
vorliegenden Flussvolumenkurve müsse sogar zusätzlich erwähnt werden, 
dass bei optimaler technischer Durchführung (Anstrengung des Patienten) 
mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar noch ein besserer Wert zu erzielen 
gewesen wäre. 

Sodann ist ein schwerwiegender psychologischer Leidensdruck nicht aus-
gewiesen. Die anderslautenden Ausführungen von Prof. em. Dr. med. 
H.________ stammen nicht von einem Facharzt und sind daher nicht be-
weistauglich, da die fachliche Qualifikation eines Arztes für die Würdigung 
medizinischer Berichte eine erhebliche Rolle spielt (statt vieler Entscheid 
des BGer vom 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2.1). Der Beschwerde-
führer befindet sich im Übrigen auch nicht in psychiatrischer Behandlung, 
was ebenfalls zeigt, dass kein schwerwiegender psychologischer Leidens-
druck besteht. Im Übrigen vermögen bei einer kongenitalen Trichterbrust 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 17

psychische Beschwerden nicht (alleine) die Notwendigkeit einer Operation 
zu begründen (vgl. E. 2.5 hiervor).

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist damit der medizini-
sche Sachverhalt hinreichend abgeklärt, so dass in antizipierter Beweis-
würdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) keine weiteren Abklärungen 
erforderlich sind.

4.6 Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen ist aus naturwissen-
schaftlich-medizinischer Sicht das Erfordernis der Operationsnotwendigkeit 
im Sinne einer qualifizierten Umschreibung eines besonderen Schweregra-
des Geburtsgebrechens Ziffer 163 Anhang GgV nicht gegeben. Die Be-
schwerdegegnerin hat folglich zur Recht die Übernahme der entsprechen-
den Operationskosten abgelehnt. Die Beschwerde ist demnach abzu-
weisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG) und dem geleisteten 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/21/345, Seite 18

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.