# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** def2c9d1-c1e6-54c0-9b52-a0e7e387a281
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.02.2015 SB140158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140158_2015-02-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140158-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier 

und Dr. iur. D. Schwander sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

C. Laufer 
 

Urteil vom 19. Februar 2015 

 

in Sachen 
 

A._____,  

Privatklägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

sowie 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. J. Vollenweider 

Anklägerin 
 

gegen 

B._____,  

Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

 

betreffend 

fahrlässige Körperverletzung etc. 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht, vom 

3. Dezember 2013 (GG130021) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 6. September 

2013 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 49 S. 18 f.) 

Die Einzelrichterin erkennt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne 

von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie Art. 21 

Abs. 2 VRV und Art. 41 Abs. 1bis VRV. 

Der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB ist 

der Beschuldigte nicht schuldig und wird von diesem Vorwurf freige-

sprochen. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von CHF 100.–. 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag.  

4. Die Privatklägerin wird mit ihren Zivilansprüchen auf den Weg des ordentli-

chen Zivilprozesses verwiesen. 

5. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Gerichtsverfahren wird festgesetzt 

auf: 

CHF 1500. – ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 116.48  Auslagen Vorverfahren 

 CHF 800.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 
CHF 2'416.48  Total 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.  

-   3   - 

6. Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen. Die Kosten des 

Vorverfahrens sowie die Hälfte der Gebühr der Strafuntersuchung werden 

dem Beschuldigten auferlegt. Im Übrigen wird die Gebühr für die Straf-

untersuchung der Untersuchungsbehörde zur Abschreibung überlassen. 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Privatklägerin: 

 (schriftlich; Urk. 52 S. 3) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 3. Dezember 2013 sei 

aufzuheben. 

2. Der Beschuldigte sei der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 125 Ziff. [recte: Abs.] 2 StGB und der Verletzung der Verkehrs-

regeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen und  

angemessen zu bestrafen. 

3. Die Zivilansprüche der Privatklägerin seien im Grundsatz anzuerken-

nen und auf den Zivilweg zu verweisen. 

4. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen 

und er sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine angemessene Ent-

schädigung (zzgl. MWSt.) auszurichten. 

b) Des Beschuldigten: 

Keine Anträge. 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 57 und 67) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

-   4   - 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Mit vorinstanzlichem Urteil vom 3. Dezember 2013 wurde der Beschuldig-

te der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbin-

dung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie Art. 21 Abs. 2 VRV und Art. 41 Abs. 1bis VRV 

schuldig gesprochen (Dispositivziffer 1 Absatz 1) und mit einer Busse von 

Fr. 100.– bestraft (Dispositivziffer 2). Vom Vorwurf der fahrlässigen Körper- 

verletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB wurde der Beschuldigte freige-

sprochen (Dispositivziffer 1 Absatz 2). Die Privatklägerin wurde mit ihren Zivil-

ansprüchen auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen (Dispositiv-

ziffer 4). Die Gerichtskosten wurden auf die Staatskasse genommen und die 

Kosten des Vorverfahrens sowie die Hälfte der Gebühr der Strafuntersuchung 

dem Beschuldigten auferlegt. Im Übrigen wurde die Gebühr für die Strafunter-

suchung der Untersuchungsbehörde zur Abschreibung überlassen (Dispositiv-

ziffer 6). 

1.2. Gegen dieses Urteil, das den Parteien am 3. Dezember 2013 mündlich 

eröffnet wurde (Prot. I S. 10 unten), meldete die Privatklägerin mit Eingabe vom 

12. Dezember 2013 innert der zehntägigen Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO  

Berufung an (Urk. 43). Das begründete Urteil ging der Privatklägerin am 28. März 

2014 zu (Urk. 48/2). Die Berufungserklärung erfolgte mit Eingabe vom 16. April 

2014 (Urk. 52; Poststempel unleserlich; Eingang am 17. April) und damit innert 

der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO. 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 17. April 2014 wurde die Berufungserklärung 

dem Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft zwecks allfälligem begründe-

tem Beantragen eines Nichteintretens, zwecks allfälliger Einreichung einer  

Anschlussberufung (gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO) sowie zwecks allfälliger 

Stellungnahme zur beantragten schriftlichen Durchführung des Berufungs- 

verfahrens zugestellt (Urk. 55). Mit Eingabe vom 29. April 2014 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, erklärte auf eine  

Anschlussberufung zu verzichten und erteilte ihr Einverständnis mit der Durch- 

 

-   5   - 

führung des schriftlichen Verfahrens (Urk. 57). Der Beschuldigte liess sich innert 

Frist nicht vernehmen (weshalb androhungsgemäss von seinem Einverständnis 

mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens auszugehen war). 

Mit Präsidialverfügung vom 21. Mai 2014 wurde der Privatklägerin eine Kopie der 

Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 29. April 2014 zugestellt und sie wurde zur 

Leistung einer Prozesskaution von einstweilen Fr. 5'000.– aufgefordert (Urk. 59). 

Nachdem die Privatklägerin die Kaution innert erstreckter Frist geleistet hatte 

(Urk. 64), wurde mit Präsidialverfügung vom 4. Juni 2014 die schriftliche Durch-

führung des Berufungsverfahrens angeordnet, das Doppel der Berufungs-

begründung dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft sowie der Vorinstanz 

zugestellt und dem Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft eine Frist von  

20 Tagen angesetzt, um eine Berufungsantwort einzureichen und letztmals all-

fällige Beweisanträge zu stellen; weiter erhielt die Vorinstanz Gelegenheit zur 

freigestellten Vernehmlassung (Urk. 65).  

Mit Eingabe vom 10. Juni 2014 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine  

Berufungsantwort und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 67). Der Beschuldigte liess sich innert Frist nicht vernehmen. Das  

Verfahren erweist sich als spruchreif. 

2. Umfang der Berufung 

Die Privatklägerin beantragt mit ihrer Berufung eine Verurteilung wegen fahr- 

lässiger Körperverletzung. Sodann seien ihre Zivilansprüche im Grundsatz anzu-

erkennen und auf den Zivilweg zu verweisen. Schliesslich seien die Kosten des 

Verfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen und er sei zu verpflichten, ihr eine 

angemessene Entschädigung (zzgl. MWSt.) auszurichten.  

Im Übrigen (Dispositivziffern 1 Absatz 1 [vgl. Urk. 52 S. 4 Ziff. 5], 2, 3 und 5) wird 

das erstinstanzliche Urteil nicht angefochten, so dass es insofern in Rechtskraft 

erwachsen ist, was vorab festzustellen ist. 

 

-   6   - 

3. Sachverhalt 

3.1. Ausgangslage 

Am 20. August 2012 gegen 09:45 Uhr bei schönem und trockenem Wetter 

(Urk. 2 S. 1 unten) parkierte der Beschuldigte seinen LKW (Nissan E Atleon  

TK 45.13) in C._____/ZH (in Fahrrichtung Rapperswil betrachtet) am Rand der 

rechten Fahrbahn der D._____-Strasse (Hauptstrasse), um bei der auf der ge-

gen-überliegenden Strassenseite befindlichen Unternehmung E._____ AG 

(D._____-strasse …) Ware abzuliefern. Das Heck seines LKW befand sich (wie-

derum in Fahrtrichtung Rapperswil betrachtet) einige wenige Meter nach der auf 

der rechten Fahrbahn der D._____-Strasse rechtswinklig abzweigenden 

F._____-Strasse (Nebenstrasse). Dabei beanspruchte der LKW das gesamte 

rechte Trottoir, welches eine Breite von rund 1.5 Metern (Urk. 2 S. 4 unten) auf-

weist, sowie gut 3/4 des auf der Hauptstrasse befindlichen Radstreifens, der rund 

einen Meter breit ist (Urk. 2 S. 4 unten; zur Position des LKW siehe insbesonde-

re: Urk. 3 S. 1 oberes Foto sowie unteres Foto; Urk. 1 S. 2 oberes Foto). 

Die D._____-Strasse verläuft an dieser Stelle in einer minimen Rechtskurve (sie-

he dazu insbesondere Geografisches Informationssystem des Kantons Zürich; 

nachfolgend „GIS“: www.maps.zh.ch sowie D._____-Strasse …, C._____, einge-

ben, dann auf „amtliche Vermessung“, wobei der Massstab variabel veränderbar 

ist).  

Auf dem Radstreifen der vorerwähnten rechten Fahrbahn der D._____-Strasse 

näherte sich die Privatklägerin auf ihrem Rennrad (Focus Ergo R) mit Triathlon-

Lenker-Aufsatz (Urk. 3 S. 3 [Fotos] sowie S. 4 oben [Foto]) und prallte in das 

Heck des parkierten Lastwagens, wobei sie sich die im ärztlichen Befund vom 

23. Mai 2013 (Urk. 8/5/6 S. 1 Ziff. 2) bzw. in der Anklage (Urk. 22 S. 2) umschrie-

benen Verletzungen zuzog. 

3.2. Distanz der frühestmöglichen Erkennbarkeit des LKW durch eine sich auf 

dem Radstreifen nähernde Person 

Zur Klärung der Frage nach der frühestmöglichen Erkennbarkeit des LKW hat 

der Vertreter der Privatklägerin sowohl in der Untersuchung als auch vor der Vor- 

http://www.maps.zh.ch/

-   7   - 

instanz einen Beweisantrag gestellt, wonach die entsprechende Distanz zu ermit-

teln sei (Urk. 12/1; Urk. 34; Urk. 35/1 und Urk. 35/2). Diese Beweisanträge  

wurden jeweils abgewiesen (Urk. 20 und Urk. 36). Im Berufungsverfahren wurde 

dieser Beweisantrag nicht erneuert.  

Mit Hilfe des vorerwähnten GIS und unter hilfsweisem Beizug der vorliegenden 

Fotografien (Urk. 3; zuzüglich der vom Vertreter der Privatklägerin eingereichten: 

Urk. 35/1 und Urk. 35/2) lässt sich die fragliche Distanz mit hinreichender Genau-

igkeit ermitteln, was – zumindest sinngemäss – auch der Vertreter der Privat-

klägerin unter Beilage entsprechender GIS-Ausdrucke (Urk. 12/2 und Urk. 12/3) 

eingeräumt hat (vgl. Urk. 12/1 S. 2 unten; Urk. 34 S. 2). 

Der Vertreter der Privatklägerin bezeichnete die Distanz der frühesten Erkenn-

barkeit in seiner Eingabe an die Staatsanwaltschaft vom 30. August 2013 mit 

„maximal 55 Metern“ (Urk. 12/1 S. 2 Mitte unter Verweis auf Urk. 12/3 [GIS-

Ausdruck]). In seiner an die Vorinstanz gerichteten Eingabe vom 18. September 

2013 sprach er alsdann von „zwischen 50 und 55 Metern“ (Urk. 34 S. 2 Mitte), in 

seinem vorinstanzlichen Plädoyer von „rund 50 Metern“ (Urk. 40 S. 3 Ziff. 5) und 

schliesslich präzisierte er im Rahmen seiner Berufungserklärung Folgendes: 

„Aus diesen Messungen ergab sich, dass die hinterste linke Ecke des LKW’s aus 

einer Distanz von maximal 50 bis 55 Metern sichtbar wurde. Die ganze Rückseite 

des LKW dürfte indessen erst aus einer Distanz von ca. 40 Metern sichtbar  

gewesen sein (Urk. 52 S. 6 Ziff. 12). 

Nachfolgend ist anhand des GIS eine eigene Messung vorzunehmen.  

3.3. Allfälliges Verschieben des LKW nach dem Unfall 

Der Beschuldigte sagte vor der Vorinstanz aus, der LKW habe sich zum Zeit-

punkt des Unfalls am gleichen Standort befunden, an dem er auch auf den Fotos 

abgebildet ist (Prot. I S. 8). Auch der Vertreter der Privatklägerin hat diesbezüg-

lich jedenfalls keine anderweitigen Behauptungen aufgestellt und geht implizit 

von dieser Prämisse aus. Einziger Anhaltspunkt, dass es sich doch anders ver-

halten haben könnte, ist das Unfallaufnahme-Protokoll (Urk. 2 S. 4 ganz oben  

 

-   8   - 

und unten, wo „von Endlage verändert“ die Rede ist). Mangels anderer Anhalts-

punkte für eine Verschiebung des LKW ist zu Gunsten des Beschuldigten davon 

auszugehen, dass sich das Fahrzeug an dem auf den Fotos abgebildeten 

Standort befand. 

3.4. Standort des Hecks des LKW gemäss GIS 

Zunächst gilt es alsdann zu ermitteln, wo sich das Heck des LKW zum Unfall-

zeitpunkt genau befand. Aus der Fotografie gemäss Urk. 3 S. 1 unteres Bild 

(i.V.m. Urk. 3 S. 1 oberes Bild sowie Urk. 3 S. 2 oberes Bild) ergibt sich, dass 

sich das Heck nicht unmittelbar nach der Abzweigung der F._____-Strasse be-

fand (also bei der blauen Tafel, welche auf die Unterführung hinweist), sondern 

einige Meter weiter (Richtung Rapperswil), aber immer noch auf Höhe des paral-

lel zur Unterführung verlaufenden Betonmäuerchen mit Geländer (vgl. Urk. 3 S. 1 

und 2). Wo genau entlang diesem Mäuerchen sich das Heck befand, lässt sich 

nicht mehr präzis ermitteln; immerhin steht aber fest, dass sich das Heck jeden-

falls nicht direkt am nach Zürich gerichteten Ende des Mäuerchens befand. 

Demzufolge ist zu Gunsten des Beschuldigten anzunehmen, dass sich das Heck 

nahe beim Ende des gegen Rapperswil gerichteten Endes des Mäuerchens be-

fand (vgl. zum Ganzen: Urk. 3 S. 1 und 2).  

Die vorerwähnte Position des Hecks lässt sich anhand des GIS bestimmen, da 

die erwähnte Strassenunterführung dort eingezeichnet ist, so dass auch die Lage 

der Rampe bestimmt werden kann, parallel zu der das vorerwähnte Mäuerchen 

verläuft. 

Für die frühestmögliche Sichtbarkeit massgebend ist der (in Fahrtrichtung der 

Privatklägerin betrachtet) linke Rand des Fahrzeughecks, welches sich auf dem 

Radweg befand; nicht massgebend ist jedoch das Erblicken der gesamten Fahr-

zeugbreite. Wie bereits erwähnt, beanspruchte der parkierte LKW das gesamte 

1.5 Meter breite Trottoir sowie etwa 3/4 des 1 Meter breiten Fahrradstreifens (vgl. 

Urk. 2 S. 4 unten; Urk. 3 S. 1 oben). 

Von der vorerwähnten Position aus, d.h. auf Höhe des nach Rapperswil gerichte-

ten Endes des erwähnten Mäuerchens (das parallel zur Rampe der Unterführung 

verläuft) und dort rund 75 cm in die Strasse hinein, gilt es im GIS Richtung Zürich 

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eine Gerade zu ziehen, und zwar bis zu einer Position, die sich möglichst weit 

entfernt, aber immer noch im Bereich des 1 Meter breiten Radwegs befindet.  

Eine derartige Messung mittels GIS führt zu einer Gerade von rund 55 Metern 

Länge. Zu Gunsten des Beschuldigten ist auf diesen Wert abzustellen, wobei der 

ursprüngliche Wert des Vertreters der Privatklägerin ebenfalls 55 Meter betrug. 

Diese 55 Meter bildet die Direktsicht-Distanz. Die eigentliche Fahrstrecke vom 

Punkt der frühesten Erkennbarkeit bis zum Heck des Lastwagens wäre aufgrund 

der Kurvenkrümmung noch leicht länger; diese Differenz erscheint vorliegend 

aber vernachlässigbar, da die Kurvenkrümmung minim ist. 

Fazit: Zu Gunsten des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass die Distanz, 

aus welcher das Heck frühestens erblickt werden konnte, rund 55 Meter betrug. 

3.5. Warnblinkanlage 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte auf 

entsprechende Frage hin erstmals aus, die Warnblinkanlage sei zum Unfallzeit-

punkt eingeschaltet gewesen (Prot. I S. 7 ganz unten und S. 8 ganz oben). Aller-

dings wurde er in den beiden früheren Einvernahmen auch nicht danach gefragt. 

Nachdem er hiervon in den beiden früheren Einvernahmen allerdings spontan 

nichts erwähnt hatte und auch im Polizeirapport nichts Entsprechendes vermerkt 

ist, erscheint die vor der Vorinstanz erstmals gemachte Aussage zwar als  

zweifelhaft; zu Gunsten des Beschuldigten ist aber gleichwohl davon auszu-

gehen, dass die Warnblinkanlage eingeschaltet war. 

3.6. Geschwindigkeit der Privatklägerin 

Sowohl im Polizeirapport als auch in ihrer Einvernahme sagte die Privatklägerin 

aus, sie sei mit rund 30 km/h unterwegs gewesen (Urk. 1 S. 5; Urk. 7 S. 4 Mitte). 

Im vorinstanzlichen Plädoyer sowie in seiner Berufungserklärung behauptet der 

Vertreter der Privatklägerin, die Geschwindigkeit habe zwischen 30 und 35 km/h  

betragen (Urk. 40 S. 3 Ziff. 5; Urk. 52 S. 5 Ziff. 7). Im Lichte der klaren Aussagen 

der Privatklägerin sowie auch in Anwendung des Zweifelsgrundsatzes ist vor-

liegend von einer Geschwindigkeit von 30 km/h auszugehen.  

 

-   10   - 

3.7. Reaktionszeit unter den vorliegenden Umständen 

Die Reaktionszeit bezeichnet die Zeitspanne von der Wahrnehmung des Hinder-

nisses bis zum Beginn der mechanischen Bremswirkung. Sofern nicht aufgrund 

besonderer Umstände mit besonderen Gefahren zu rechnen ist, rechtfertigt es 

sich im Allgemeinen, von einer Reaktionszeit von 0,7 bis zu einer Sekunde aus-

zugehen (vgl. BGE 115 II 283 E. 1a a.E. S. 285). Ein Wert von einer Sekunde  

erscheint unter den vorliegenden Umständen als angemessen.  

3.8. Bremsverhalten der Privatklägerin 

Vorliegend steht fest, dass die Privatklägerin ungebremst in das Heck des Last-

wagens fuhr (Urk. 1 S. 6 oben; Urk. 2 S. 4 unten; Urk. 7 S. 3 oben und S. 5 

oben).  

Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h hätte sie unter Berücksichtigung einer 

Reaktionszeit von einer Sekunde (in denen sie 8.3333 Meter weiter gefahren  

wäre) noch 46.7 Meter zum Bremsen zur Verfügung gehabt. Diese Distanz wäre 

als Bremsweg mehr als ausreichend gewesen, zumal vorliegend die auch für  

Autos gültige Faustregel „Bremsweg = halber Tacho“ ebenfalls realistisch  

erscheint. Demzufolge entsprach die erwähnte Distanz dem verdreifachten theo-

retischen Mindestbremsweg. Anders betrachtet: Unter Abzug der Reaktionszeit 

von einer Sekunde dauerte es bei einer ungebremsten Weiterfahrt mit 30 km/h 

weitere 5.60 Sekunden bis zur Kollision.  

Unter diesen Umständen erweist sich die Aussage der Privatklägerin, wonach sie 

nur kurz nach unten geschaut habe, um zu kontrollieren, „ob die Kette richtig 

umgeschaltet war“ (Urk. 7 S. 5 oben), dass sie aber ansonsten nach vorne 

schaute, zumindest insofern als unzutreffend, als ihr Blick nach vorne jedenfalls 

nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit erfolgte. Da eine visuelle Kontrolle des  

Umschaltens der Kette im Übrigen ohnehin nicht nötig ist (es sei denn, es lägen 

Funktionsstörungen vor, was die Privatklägerin allerdings nicht darlegte), liegt der 

Schluss nahe, dass es sich hierbei um eine blosse Schutzbehauptung handelt.  

-   11   - 

4. Rechtliche Würdigung 

Der Beschuldigte hielt rechtswidrig an, was mittlerweile rechtskräftig feststeht. 

Bei der Beurteilung der Frage, ob er sich mit seinem Verhalten auch der fahr-

lässigen Körperverletzung schuldig gemacht hat, gilt es die Kausalität näher zu 

prüfen. Zweifelsohne bildete sein Verhalten eine „conditio sine qua non“ des  

Unfallereignisses. Rechtsprechungsgemäss wird die Kausalität allerdings ver-

neint, wenn sich die geschädigte Person grobfahrlässig verhalten hat, wobei 

nach der einen dogmatischen Konzeption der adäquate Kausalzusammenhang 

unter Umständen zunächst bejaht, letztlich aber als durch Fremdverschulden  

unterbrochen betrachtet wird (so zuletzt: Urteil des Bundesgerichts 6B_163/2010 

vom 23. April 2010 E. 4.3 Abs. 1 und Abs. 3 a.E.), während nach anderer  

dogmatischer Sichtweise direkt und nur die Adäquanz des Kausalzusammen-

hangs geprüft wird (so BGE 86 IV 153 E. 1 S. 156; vgl. zum Ganzen: ANDREAS 

EICKER, in: FP 2011 S. 3 ff.). Letztlich führen beide Konzeptionen bei richtiger  

Betrachtung zum selben Ergebnis. 

Vorliegend steht fest, dass die Privatklägerin nach dem Verstreichen der eine 

Sekunde dauernden Reaktionszeit weitere 5.60 Sekunden lang ungebremst  

weiterfuhr, bevor sie mit dem LKW kollidierte. Innerhalb dieser 5.60 Sekunden 

hätte sie ihr Fahrrad problemlos anhalten oder dem Hindernis ausweichen  

können, zumal die Strecke an dieser Stelle, wie sie selbst ausführte, sogar noch 

ganz leicht anstieg (Urk. 7 S. 4 ganz unten). Die Strecke, auf der sie während 

dieser 5.60 Sekunden weiterfuhr, ist rund drei Mal so lang, wie der zum Anhalten 

minimal nötige Bremsweg. Dass sie von der Sonne geblendet wurde, hat die  

Privatklägerin nicht ausgesagt. Einzig ihr Vertreter hat darauf hingewiesen, dass 

sie im Gegenlicht gefahren sei (Urk. 52 S. 5 Ziff. 9). Auch dieser Umstand würde 

allerdings nichts daran ändern, dass jeder Verkehrsteilnehmer stets in der Lage 

sein muss, auf Sicht anzuhalten (Art. 4 Abs. 1 Halbsatz 1 VRV); nötigenfalls 

muss sich ein Radfahrer mit einer Sonnenbrille ausrüsten. 

In Anbetracht der Distanz, aus welcher der LKW erstmals vom Radstreifen aus 

sichtbar wurde, der guten Sichtverhältnisse und der trockenen Witterung, des 

leicht ansteigenden Strassenverlaufs sowie der eingeschalteten Warnblinkanlage 

kann nicht gesagt werden, dass der LKW so parkiert war, dass er – nach dem  

 

-   12   - 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung – zu einer 

Kollision mit einem herannahenden Fahrrad führen würde. Demzufolge ist der 

adäquate Kausalzusammenhang vorliegend zu verneinen. 

Gemäss der anderen vorerwähnten dogmatischen Konzeption drängt das qualifi-

zierte Verschulden der Privatklägerin, die (nach Abzug der Reaktionszeit von  

einer Sekunde) ganze 5.60 Sekunden lang ungebremst weiterfuhr, an sich aber 

hätte in der Lage sein müssen, auf Sicht anzuhalten, das verhältnismässig  

leichte Verschulden des kurzfristig Ware ausladenden Beschuldigten in den  

Hintergrund. 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte vom Vorwurf der fahrlässigen Körper-

verletzung freizusprechen. 

5. Zivilansprüche 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Zivilansprüche auf den Weg des Zivil-

prozesses zu verweisen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO).  

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss wird die Privatklägerin kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO) 

und hat keinen Anspruch auf Entschädigung. Mangels entstandener Umtrieben 

steht dem Beschuldigten keine Entschädigung zu. 

Die erstinstanzliche Dispositivziffer 6 ist grundsätzlich zu bestätigen, allerdings 

mit folgenden Ausnahmen: Die Position „Auslagen Vorverfahren“ im Umfang von 

Fr. 116.48 steht im Zusammenhang mit medizinischen Abklärungen (Urk. 21/1 

und Urk. 21/2), die vom Freispruch mitumfasst werden und demzufolge von der 

Staatskasse zu tragen sind. Im Lichte einer interessengemässen Wertung ist 

dem Beschuldigten die Gebühr für die Strafuntersuchung lediglich zu einem  

Drittel aufzuerlegen. Dass der Beschuldigte selbst keine Berufung erhoben hat, 

steht den vorgenannten beiden Korrekturen des vorinstanzlichen Urteils nicht 

entgegen. 

-   13   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom  

3. Dezember 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

Die Einzelrichterin erkennt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie Art. 21 Abs. 2 VRV 

und Art. 41 Abs. 1bis VRV. 

[...] 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von CHF 100.–. 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag. 

4. [...]  

5. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Gerichtsverfahren wird festgesetzt auf: 

CHF 1500. – ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 116.48  Auslagen Vorverfahren 

 CHF 800.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

CHF 2'416.48  Total 
 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Gerichtsgebühr um einen Drittel. 

6. [...] 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-   14   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körper-

verletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 und Abs. 2 StGB freigesprochen. 

2. Die Privatklägerin wird mit ihren Zivilansprüchen auf den Weg des ordentli-

chen Zivilprozesses verwiesen. 

3. Der Privatklägerin wird keine Entschädigung zugesprochen. 

4. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten sowie Auslagen des Vorverfahrens 

werden auf die Gerichtskasse genommen. Ein Drittel der Gebühr der Straf-

untersuchung wird dem Beschuldigten auferlegt; im Übrigen wird die  

Gebühr für die Strafuntersuchung auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'000.–. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Privatklägerin auferlegt 

und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

7. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren keine Entschädigung 

zugesprochen. 

8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− den Beschuldigten 
− den Rechtsvertreter der Privatklägerin, RA lic. iur. X._____, 

im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 

− die Staatsanwaltschaft See / Oberland 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 
Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 51 

− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben  
(§ 54a Abs. 1 PolG) 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich 

− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativ-
massnahmen, 8090 Zürich. 

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9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 19. Februar 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Laufer 
 

 

	Urteil vom 19. Februar 2015
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	Die Einzelrichterin erkennt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie Art. 21 Abs. 2 VRV und Art. 41 Abs. 1bis VRV.
	Der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB ist der Beschuldigte nicht schuldig und wird von diesem Vorwurf freige-sprochen.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von CHF 100.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag.
	4. Die Privatklägerin wird mit ihren Zivilansprüchen auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.
	5. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Gerichtsverfahren wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.
	6. Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen. Die Kosten des Vorverfahrens sowie die Hälfte der Gebühr der Strafuntersuchung werden dem Beschuldigten auferlegt. Im Übrigen wird die Gebühr für die Straf-untersuchung der Untersuchungsbehörd...
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 3. Dezember 2013 sei aufzuheben.
	2. Der Beschuldigte sei der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Ziff. [recte: Abs.] 2 StGB und der Verletzung der Verkehrs-regeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen und  angemessen zu bestrafen.
	3. Die Zivilansprüche der Privatklägerin seien im Grundsatz anzuerkennen und auf den Zivilweg zu verweisen.
	4. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen und er sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine angemessene Entschädigung (zzgl. MWSt.) auszurichten.
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Mit vorinstanzlichem Urteil vom 3. Dezember 2013 wurde der Beschuldigte der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie Art. 21 Abs. 2 VRV und Art. 41 Abs. 1bis VRV schuldig gesprochen...
	1.2. Gegen dieses Urteil, das den Parteien am 3. Dezember 2013 mündlich eröffnet wurde (Prot. I S. 10 unten), meldete die Privatklägerin mit Eingabe vom 12. Dezember 2013 innert der zehntägigen Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO  Berufung an (Urk. 43). Da...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 17. April 2014 wurde die Berufungserklärung dem Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft zwecks allfälligem begründetem Beantragen eines Nichteintretens, zwecks allfälliger Einreichung einer  Anschlussberufung (gemäss...
	führung des schriftlichen Verfahrens (Urk. 57). Der Beschuldigte liess sich innert Frist nicht vernehmen (weshalb androhungsgemäss von seinem Einverständnis mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens auszugehen war).
	Mit Präsidialverfügung vom 21. Mai 2014 wurde der Privatklägerin eine Kopie der Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 29. April 2014 zugestellt und sie wurde zur Leistung einer Prozesskaution von einstweilen Fr. 5'000.– aufgefordert (Urk. 59). Nachdem di...

	2. Umfang der Berufung
	3. Sachverhalt
	3.1. Ausgangslage
	Am 20. August 2012 gegen 09:45 Uhr bei schönem und trockenem Wetter (Urk. 2 S. 1 unten) parkierte der Beschuldigte seinen LKW (Nissan E Atleon  TK 45.13) in C._____/ZH (in Fahrrichtung Rapperswil betrachtet) am Rand der rechten Fahrbahn der D._____-St...
	3.2. Distanz der frühestmöglichen Erkennbarkeit des LKW durch eine sich auf dem Radstreifen nähernde Person
	3.3. Allfälliges Verschieben des LKW nach dem Unfall
	Der Beschuldigte sagte vor der Vorinstanz aus, der LKW habe sich zum Zeitpunkt des Unfalls am gleichen Standort befunden, an dem er auch auf den Fotos abgebildet ist (Prot. I S. 8). Auch der Vertreter der Privatklägerin hat diesbezüglich jedenfalls ke...
	und unten, wo „von Endlage verändert“ die Rede ist). Mangels anderer Anhaltspunkte für eine Verschiebung des LKW ist zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass sich das Fahrzeug an dem auf den Fotos abgebildeten Standort befand.
	3.4. Standort des Hecks des LKW gemäss GIS
	Zunächst gilt es alsdann zu ermitteln, wo sich das Heck des LKW zum Unfall-zeitpunkt genau befand. Aus der Fotografie gemäss Urk. 3 S. 1 unteres Bild (i.V.m. Urk. 3 S. 1 oberes Bild sowie Urk. 3 S. 2 oberes Bild) ergibt sich, dass sich das Heck nicht ...
	3.5. Warnblinkanlage
	3.6. Geschwindigkeit der Privatklägerin
	3.7. Reaktionszeit unter den vorliegenden Umständen
	3.8. Bremsverhalten der Privatklägerin

	4. Rechtliche Würdigung
	5. Zivilansprüche
	6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom  3. Dezember 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	Die Einzelrichterin erkennt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 37 Abs. 2 SVG sowie Art. 21 Abs. 2 VRV und Art. 41 Abs. 1bis VRV.
	[...]

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von CHF 100.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag.
	4. [...]
	5. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Gerichtsverfahren wird festgesetzt auf:

	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel.
	6. [...]
	7. (Mitteilungen)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körper-verletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 und Abs. 2 StGB freigesprochen.
	2. Die Privatklägerin wird mit ihren Zivilansprüchen auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.
	3. Der Privatklägerin wird keine Entschädigung zugesprochen.
	4. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten sowie Auslagen des Vorverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen. Ein Drittel der Gebühr der Strafuntersuchung wird dem Beschuldigten auferlegt; im Übrigen wird die  Gebühr für die Strafuntersuchung auf di...
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'000.–.
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Privatklägerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
	7. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren keine Entschädigung zugesprochen.
	8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 den Beschuldigten
	 den Rechtsvertreter der Privatklägerin, RA lic. iur. X._____, im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 die Staatsanwaltschaft See / Oberland
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 51
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben  (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativmassnahmen, 8090 Zürich.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.