# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a289fa1-f174-5bc1-9045-11fd82fe2f5d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2025 D-6537/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6537-2025_2025-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6537/2025 

law/gnb 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli; 

Gerichtsschreiberin Barbara Gysel Nüesch. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch MLaw Alexander Flückiger, Rechtsschutz für 

Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region (…) 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 18. August 2025 / N (…). 

 

 

 

D-6537/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 16. Juni 2025 in der Schweiz um Asyl 

nach und gab an, er sei minderjährig. Anlässlich der Erstbefragung UMA 

(unbegleitete minderjährige Asylsuchende) vom 1. Juli 2025 und der Anhö-

rung vom 7. August 2025 machte er im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei türkischer Staatsbürger kurdischer Ethnie. Er habe mit seinem Vater 

oft Streit gehabt. Er sei von ihm einmal wöchentlich angeschrien und sel-

tener auch geschlagen worden. Er habe kein Geld gehabt für eine Privat-

schule, weshalb er eine staatliches Gymnasium habe besuchen müssen; 

dieses sei aber nicht gut gewesen. In der Schweiz seien die Schulen und 

die Berufschancen besser. Ausserdem sei die wirtschaftliche Lage der Tür-

kei schlecht und seine Familie habe finanzielle Schwierigkeiten gehabt. Er 

sei deshalb mit Hilfe eines Schleppers, den er selbst finanziert habe, und 

ohne Wissen seiner Eltern ausgereist. 

Zum Beleg seiner Identität reichte der Beschwerdeführer eine Kopie seiner 

türkischen Identitätskarte zu den Akten. 

B.  

Das SEM gewährte der Rechtsvertretung am 14. August 2025 das rechtli-

che Gehör zum Entscheidentwurf. Diese reichte am folgenden Tag ihre 

Stellungnahme ein. 

C.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 18. August 2025 (gleichentags eröff-

net) fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht 

(Dispositivziffer 1), lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2), wies ihn 

aus der Schweiz weg (Dispositivziffer 3) und stellte fest, er sei verpflichtet, 

das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schengen-Raum bis am Tag nach 

Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, dies zur Rückreise in 

seinen Heimatstaat beziehungsweise seinen Herkunftsstaat oder zur Wei-

terreise in ein Land, das sich ausserhalb des Schengen-Raumes befinde 

und in dem er aufgenommen werde, verbunden mit dem Hinweis, wenn er 

seiner Verpflichtung nicht innert Frist nachkomme, könne die Wegweisung 

unter Zwang vollzogen werden (Dispositivziffer 4). Gleichzeitig beauftragte 

das SEM den Kanton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung (Dis-

positivziffer 5). 

D-6537/2025 

Seite 3 

D.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 27. August 2025 liess der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, die Verfügung der Vor-

instanz sei in den Dispositivziffern 3 bis 5 aufzuheben (Rechtsbegehren 1) 

und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen (Rechtsbe-

gehren 2). Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und 

die Sache zur vollständigen Feststellung des Sachverhaltes an die Vor-

instanz zurückzuweisen (Rechtsbegehren 3). In prozessualer Hinsicht 

wurde beantragt, es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechts-

pflege zu gewähren, insbesondere sei von der Erhebung eines Kostenvor-

schusses abzusehen (Rechtsbegehren 4). 

E.  

Mit Schreiben vom 29. August 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers den Eingang der Be-

schwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5). 

  

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Seite 4 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten 

Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend aufgezeigt 

wird, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb auf einen Schrif-

tenwechsel zu verzichten und der Beschwerdeentscheid nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

In der Beschwerde wird beantragt, die Verfügung der Vorinstanz sei in den 

Dispositivziffern 3 bis 5 aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, 

den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. Eventualiter sei die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Feststel-

lung des Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen (Rechtsbegeh-

ren 1 bis 3; vgl. Sachverhalt Bst. D). Dementsprechend bildet Gegenstand 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzig die Frage, ob das SEM die 

Wegweisung zu Recht angeordnet und den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat oder ob allenfalls anstelle 

des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme des Beschwerdefüh-

rers anzuordnen ist beziehungsweise ob die Sache zur vollständigen Fest-

stellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 

4.  

4.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

4.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

5.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

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Seite 5 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.7.4 und 2011/24 E. 10.2 

m.w.H.).  

5.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug der Wegweisung für 

Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder 

Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei-

ner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der Vollzug 

ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den 

Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder 

dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

5.4 Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bil-

det im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Gesichts-

punkt von gewichtiger Bedeutung. Unter dem Aspekt des Kindeswohls im 

Sinne von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 

über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) sind bei der Prüfung der Zu-

mutbarkeit des Vollzugs sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdi-

gen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen. Dabei 

können namentlich folgende Kriterien im Rahmen einer gesamtheitlichen 

Beurteilung von Bedeutung sein: Alter und Reife des Kindes, Abhängigkei-

ten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigenschaf-

ten seiner Bezugspersonen (insbesondere Unterstützungsbereitschaft und 

-fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich Entwicklung/Ausbildung sowie 

der Grad der erfolgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der 

Schweiz (vgl. dazu BVGE 2009/51 E. 5.6; 2009/28 E. 9.3.2). Bei unbeglei-

teten minderjährigen Asylsuchenden ist das SEM zudem verpflichtet abzu-

klären, ob sie zu ihren Eltern oder anderen Angehörigen zurückgeführt wer-

den können und ob diese in der Lage sind, ihre Bedürfnisse abzudecken 

(vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2, m.w.H.). 

6.  

6.1 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung zum Asylpunkt fest, der 

Beschwerdeführer habe angegeben, sein angeblich als Tagelöhner tätige 

Vater habe ihn regelmässig geschlagen und angeschrien, weil er nicht auf 

die (…) habe mitgehen wollen. Er habe (…) tragen müssen, wobei der Va-

ter ihn auch auf der (…) angeschrien habe, wenn er nicht gehorcht habe. 

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Das geschilderte aggressive Verhalten des Vaters habe er in der Erstbe-

fragung mit keinem Wort erwähnt. Vielmehr habe er die Beziehung zu sei-

nen Eltern – auch diejenige zu seinem Vater – positiv dargestellt. So habe 

er angegeben, mit seinen Eltern täglich zu telefonieren, wobei die Bezie-

hung gut sei. In der Anhörung habe er neu erklärt, der Vater schreie ihn an, 

nutze seine Arbeitskraft auf der (…) aus, schlage ihn und gebe ihm manch-

mal kein Abendessen. Er telefoniere nur mit der Mutter. Die negative Be-

ziehung zum Vater habe er weder seinem Rechtsanwalt noch dem SEM 

vor der Anhörung offengelegt, weil er sich dafür geschämt habe. Er habe 

gehofft, dass die Beziehung sich verbessere, und gedacht, der Vater werde 

wütend, wenn er dies erfahre. 

Beim Beschwerdeführer handle es sich um einen rund (…)-jährigen Ju-

gendlichen, welcher in der Schule gute Noten gehabt habe und dem es 

gelungen sei, die beschwerliche Reise in die Schweiz ohne elterliche Ob-

hut zu bestreiten, was von einer gewissen Resilienz und Reife zeuge. Es 

hätten mindestens ein Gespräch mit der Rechtsvertretung vor der Erstbe-

fragung, eine Erstbefragung und dann noch mindestens ein weiteres Ge-

spräch mit der Rechtsvertretung bis zur Anhörung stattgefunden. Der Be-

schwerdeführer müsse an diesen Gesprächsterminen entscheidende In-

formationen bekommen haben, was in seinem Asylverfahren massgeblich 

sei und in welchen Punkten mögliche Fallstricke gegeben seien. In der 

Schweiz werde er zudem von mehreren Onkeln unterstützt, wobei einer 

das Schweizer Bürgerrecht besitze, weshalb angenommen werden könne, 

dieser habe sich in das Asylverfahren einlesen können. Es müsse davon 

ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer einen im Asyl- und 

Wegweisungsverfahren massgeblich begünstigenden Umstand schon frü-

her erwähnt hätte, wenn dieser tatsächlich vorliegen würde. Dass er sich 

zu seinem eigenen Nachteil in der von ihm beschriebenen Weise verhalten 

habe, sei nicht lebensnah. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er und 

seine Verwandten im Laufe des Verfahrens Klarheit darüber erlangt hätten, 

dass sein Vorbringen gemäss Erstbefragung nicht genüge, um in der 

Schweiz bleiben zu dürfen, und der Versuch unternommen worden sei, 

dem bereits Gesagten noch etwas Ausgedachtes hinzuzufügen. 

Der Beschwerdeführer habe anlässlich der Erstbefragung mit keinem Wort 

erwähnt, dass er jemals auf (…) gearbeitet habe. Vielmehr habe er ange-

geben, auf dem (…) und in einer (…) gearbeitet zu haben. In der Erstbe-

fragung habe er zudem erklärt, dass er nach dem Aussteigen aus dem 

Flugzeug seine Eltern darüber informiert habe, dass er ausgereist sei, und 

diese traurig gewesen seien. In der Anhörung zu den Asylgründen habe er 

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neu erklärt, dass die Mutter nicht traurig, sondern erstaunt, zuversichtlich, 

ja sogar froh gewesen sei, während der Vater überhaupt nicht reagiert 

habe. Weiter habe er ausgeführt, sein Vater sei illegal nach C._______ ge-

kommen, obwohl er von niemandem verfolgt worden sei, und habe dort ein 

Asylgesuch gestellt. Dieses sei aber abgelehnt worden, weshalb der Vater 

in die Türkei habe zurückkehren müssen. Der Onkel in der Schweiz habe 

ihm (dem Beschwerdeführer) regelmässig über die Bildungsmöglichkeiten 

und die wirtschaftliche Lage in der Schweiz erzählt, weshalb er sich ein 

Leben mit besseren Möglichkeiten vorgestellt habe. Dass er vor diesem 

Hintergrund rein zufällig in D._______, als er zur Entspannung in einem 

Café geweilt habe, mit einem ihm bislang unbekannten Mann ins Gespräch 

gekommen sei, welcher sich mit dem Schleusen von Personen nach Eu-

ropa beschäftige und ihn entsprechend habe vermitteln können, erscheine 

nicht wahrscheinlich. In der Regel würden Minderjährige ihre Reise in die 

Schweiz nicht selbst organisieren, sondern deren Familienangehörige. 

Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer angeblich zwei bis drei Stunden 

mit dem Schlepper im Gespräch gewesen sei, aber kaum etwas über den 

Gesprächsinhalt habe sagen können. Der Schlepper habe von seinem Le-

ben erzählt und er (der Beschwerdeführer) über seine familiäre Situation. 

Über das angebliche Leben des Schleppers habe er aber lediglich ge-

wusst, dass dieser ein (…) sei und Leute vermittle, die nach Europa woll-

ten. Der Schlepper habe ihm angeboten, ihn gegen eine Zahlung von 

1'200 Euro nach Europa zu bringen, was er akzeptiert habe. Dass der Be-

schwerdeführer die schicksalsträchtige Entscheidung zur Auswanderung 

so spontan getroffen haben wolle, erscheine sehr unwahrscheinlich. Im Üb-

rigen habe er in der Anhörung erklärt, dass seine Eltern ihn nach seiner 

geheimen Abreise zwei Tage lang angerufen hätten, er aber nicht habe ab-

nehmen können. Erst als er nach dem Flug in einem ihm unbekannten 

Land aus dem Flugzeug gestiegen sei, habe er ihnen offengelegt, dass er 

auf dem Weg in die Schweiz sei, wobei seine Mutter erstaunt, aber froh 

und zuversichtlich darüber gewesen sei. Auch in dieser Hinsicht seien 

seine Schilderungen nicht lebensnah ausgefallen, zumal nicht anzuneh-

men wäre, dass eine Mutter so reagieren würde. Die angegebene familiäre 

Situation in der Türkei sei somit unglaubhaft. Es sei davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer – wie noch in der Erstbefragung erklärt – ein 

gutes Verhältnis zu beiden Elternteilen unterhalte, wobei ihm, wie es im 

Allgemeinen üblich sei, sein familiäres Netz eine Reise in die Schweiz erst 

ermöglicht und organisiert habe. 

Dass die Schulen und Berufschancen gemäss Beschwerdeführer in der 

Schweiz besser seien als in der Türkei, lasse sich auf die allgemeinen 

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Lebensbedingungen in der Türkei beziehungsweise der Schweiz zurück-

führen und stelle keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung dar. 

Was die Einwände in der Stellungnahme vom 15. August 2025 anbelange, 

sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer durch eine erfahrene Rechts-

vertretung vertreten werde. Diese habe ihm mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit gesagt, dass die noch während der Erstbefragung ge-

äusserten Vorbringen wohl nicht für ein Bleiberecht in der Schweiz genü-

gen würden und er sich auf einen negativen Entscheid einstellen müsse. 

Auch wenn er zunächst Angst und Scham verspürt hätte, die Gewalttätig-

keit des Vaters auszusprechen, wäre deshalb nicht davon auszugehen, 

dass er ausgerechnet in der Anhörung erstmalig – wohlgemerkt ohne wei-

teres Nachhaken beziehungsweise erkennbare Hemmungen und gleich 

am Anfang – Auskunft hierüber erteilt und damit seine Rechtsvertretung 

überrascht hätte. Das SEM anerkenne zwar, dass er gelegentlich geweint 

habe. Die Gründe hierfür müssten jedoch im Dunkeln bleiben. Die Hin-

weise, die gegen den Wahrheitsgehalt seiner Ausführungen sprechen wür-

den, seien jedenfalls ungleich gewichtiger ausgefallen als sein Weinen. An-

ders zu entscheiden hiesse, dass jede Äusserung, bei welcher im Asylver-

fahren geweint werde, als glaubhaft zu gelten hätte. Die Gewalttätigkeit 

des Vaters sei nicht glaubhaft. Der Beschwerdeführer habe in der Erstbe-

fragung gesagt, er sei in die Schweiz gekommen wegen der angeblich bes-

seren Schulen, der seiner Auffassung nach besseren Berufschancen und 

weil sein Vater wenig Einkommen gehabt habe. Sein Streben nach einem 

besseren Leben sei zu respektieren, jedoch genüge es nicht für die An-

nahme eines Vollzugshindernisses. Auch sei nicht davon auszugehen, 

dass er in der Schweiz automatisch bessere Berufs- und Bildungschancen 

hätte als in der Türkei, zumal er mit Nachteilen gegenüber Gleichaltrigen 

ins Bildungssystem beziehungsweise in den Arbeitsmarkt einsteigen 

müsste. Ferner habe er ohne Angabe von Gründen und trotz verstrichener 

Frist weiterhin den Asylentscheid seines Vaters nicht eingereicht. Dieser 

Mangel sei in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf nicht angespro-

chen worden. Es sei deshalb davon auszugehen, dass der Asylentscheid 

des Vaters den Wahrheitsgehalt der Schilderungen noch weiter in Frage 

stellen würde und deshalb nicht eingereicht worden sei. 

Der Beschwerdeführer erfülle somit die Flüchtlingseigenschaft nicht, wes-

halb sein Asylgesuch abgelehnt werden müsse (Art. 3 und 7 AsylG). 

6.2 Zum Wegweisungsvollzug führt die Vorinstanz in der angefochtenen 

Verfügung sodann aus, dieser sei zulässig, zumutbar und möglich. Der 

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Beschwerdeführer stamme aus der von den Erdbeben betroffenen Provinz 

D._______. Seine Eltern würden in einer Eigentumswohnung leben, die 

dritten Familienmitgliedern gehöre (gemäss Angaben in der Erstbefragung: 

dem Onkel und Opa; gemäss Angaben in der Anhörung: sieben Geschwis-

tern des Vaters und dem Opa). Sein Vater habe zwar als angeblicher Tage-

löhner nur über ein niedriges Einkommen verfügt. Dennoch habe sein Ein-

kommen, möglicherweise inklusive finanzieller Unterstützungsleistungen 

von weiteren Familienmitgliedern, in der Gesamtschau offenbar gereicht, 

dass der Beschwerdeführer zur Schule habe gehen können und einen ge-

regelten Alltag gehabt habe, wobei er in den Sommerferien gelegentlich in 

einer (…) gearbeitet habe. Es stehe ihm offen, sich in der Türkei wieder der 

Schule zu widmen. Dass die Qualität der Schule und der türkische Arbeits-

markt nicht seinen Präferenzen entsprechen würden, ändere nichts daran, 

dass er aller Voraussicht nach in der Lage sei, die Schule abzuschliessen 

und in Zukunft seinen Lebensunterhalt durch Lohnarbeit zu decken. Auch 

verfüge er über Verwandte in der Schweiz, die ihn notfalls finanziell unter-

stützen könnten. Sodann würden in E._______ seine Eltern leben, die er 

vermisse und von denen angenommen werden müsse, dass sie in der Ver-

gangenheit bereits angemessen für ihn gesorgt hätten. Es stehe somit aus-

ser Frage, dass der Beschwerdeführer zu seinen Eltern zurückkehren 

könne. Er verfüge über einen Onkel in der Schweiz, der seine Familie oh-

nehin einmal im Jahr besuche und bei dem er auch schon im Wochenend-

ausgang gewesen sei. Dieser könne ihn bei der Planung der Rückreise bis 

zum Familienhaus unterstützen. Sollte er sich hinsichtlich des Flugs und 

der Reise zum Familienhaus in der Türkei unsicher fühlen, sei der Onkel 

notfalls sicherlich bereit, einen weiteren Familienbesuch mit seiner Beglei-

tung in die Türkei zu verbinden, damit er nicht alleine reisen müsse, um 

seiner Ausreisepflicht nachzukommen. Zur Erleichterung der Rückreise 

und Reintegration in der Türkei könne er zudem im Rückkehrhilfe beantra-

gen. 

7.  

7.1 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, die Familie des Be-

schwerdeführers sei finanziell sehr schlecht gestellt. Zwischen dem Be-

schwerdeführer und seinem Vater bestehe schon seit langem ein schwie-

riges Verhältnis. Angeheizt durch die wirtschaftlich schwierigen Verhält-

nisse und ein sehr starres und konservatives Familienbild sei der Be-

schwerdeführer regelmässig verbaler-psychischer Gewalt und auch immer 

wieder physischer Gewalt durch den Vater ausgesetzt gewesen. Dies habe 

für den Beschwerdeführer eine Situation konstanten psychischen Drucks 

gebildet. Diese für ihn nicht weiter tragbare familiäre Situation gepaart mit 

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der Perspektivlosigkeit habe zum Wunsch geführt, die Türkei zu verlassen. 

Als er einen Schlepper kennengelernt habe, habe er die Gelegenheit wahr-

genommen und die Türkei verlassen, ohne seinen Eltern etwas zu sagen. 

Wie bereits in der Anhörung sowie in der Stellungnahme zum Entscheid-

entwurf dargelegt, habe er sich indessen geschämt, davon zu erzählen. Es 

falle auf, dass die befragende Person während der Anhörung offensichtlich 

von der Glaubhaftigkeit der Vorbringen und insbesondere der Erklärung 

des Beschwerdeführers, weshalb er sich nicht schon in der Erstbefragung 

zur Gewalt durch den Vater geäussert habe, ausgegangen sei. Er hätte 

ansonsten noch in der Anhörung damit konfrontiert werden müssen, dass 

zentrale Vorbringen als unglaubhaft erachtet würden. Anhand des Ein-

drucks, den er in der Anhörung erweckt habe (Art zu sprechen, Emotiona-

lität und Schüchternheit, Mühe zuzugeben, dass er von seinem Vater ge-

schlagen werde), habe es der befragenden Person offensichtlich haltlos 

geschienen, ihm vorzuwerfen, er würde lügen, Opfer von häuslicher Gewalt 

zu sein, nur um sich einen Vorteil im Asylverfahren zu verschaffen. Ferner 

wäre anzunehmen, dass der Beschwerdeführer diesfalls etwas vorbringen 

würde, das asylrelevant wäre. Es sei überdies nicht Zweck der Erstbefra-

gung, eine gesuchstellende Person zu ihren Asylgründen zu befragen. Pri-

mär gehe es um die Abklärung des geltend gemachten Alters, der Perso-

nalien und des Reisewegs. Die Probleme mit dem Vater und der wieder-

kehrende Streitpunkt mit der Arbeit auf der (…) habe der Beschwerdeführer 

im Übrigen schon in der Erstbefragung angedeutet: Auf die Frage, was er 

zu erwarten hätte, wenn er in die Türkei zurückkehren müsste, habe er 

geantwortet: «Höchstwahrscheinlich könnte ich nicht in die Schule zurück. 

Ich müsste irgendwo arbeiten. (GS weint)». Hinsichtlich der Beziehung zu 

seinen Eltern scheine ausserdem nicht alles protokolliert oder übersetzt 

worden zu sein. Auf die Frage, ob seine Beziehung mit den Eltern in Ord-

nung sei, habe er geantwortet: «Sonst ist unsere Beziehung gut. Auch als 

ich noch dort war, war sie gut. Wir telefonieren täglich.». Das «Sonst» 

deute auf einen Vorbehalt bezüglich der Beziehung hin, der irgendwann 

vor dieser Antwort hätte gemacht werden müssen. Im Protokoll lasse sich 

aber nichts finden, worauf sich dieses «Sonst» beziehen würde. Weiter sei 

absolut nachvollziehbar, dass sich ein (…)-jähriger in einer Befragungssi-

tuation geniere, davon zu erzählen, dass er von seinem Vater geschlagen 

werde. Kinder und Jugendliche, die von den Eltern geschlagen würden, 

stünden in einem starken Loyalitätskonflikt. Einerseits würden sie sich nach 

Liebe, Schutz und Anerkennung von ihren Eltern sehnen. Andererseits 

würden sie von eben diesen Bezugspersonen Angst, Schmerz und Unsi-

cherheit erfahren. Dieser Widerspruch zwischen emotionaler Bindung und 

tatsächlicher Bedrohung könne unter anderem auch zu Schuldgefühlen 

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Seite 11 

gegenüber den Eltern führen. Weiter sei das Thema für Jugendliche – wie 

generell für Opfer häuslicher Gewalt – extrem schambehaftet, da Be-

troffene gezwungen seien, zuzugeben, dass etwas innerhalb der Familie 

nicht «funktioniere» oder «falsch» sei. In der Anhörung habe der Be-

schwerdeführer denn auch vorgebracht, dass er es nicht schon früher er-

zählt habe, weil er sich geschämt habe. Es sei bekannt, dass Personen 

gewisse Ereignisse nicht zwingend bei der ersten Möglichkeit schildern 

könnten. So werde in der Rechtsprechung anerkannt, dass traumatisierte 

Personen, insbesondere Opfer von sexueller Gewalt, unter anderem auch 

wegen Schamgefühlen grosse Probleme hätten, über das Erlebte zu spre-

chen. Verspätete Vorbringen seien daher nicht zwangsläufig ein Merkmal, 

welches gegen die Glaubhaftigkeit spreche. In casu sei das Erlebte weni-

ger intensiv als in der zitierten Rechtsprechung, jedoch dränge sich auf-

grund des besonderen Kontexts der häuslichen Gewalt sowie des Alters 

des Beschwerdeführers ein Analogieschluss auf. Es überrasche demnach 

nicht, dass er erst bei zweiter Gelegenheit vorgebracht habe, dass er von 

seinem Vater Gewalt erfahren habe. Dies spreche nicht gegen die Glaub-

haftigkeit dieses Vorbringens. Im Übrigen mache er Aussagen, wie sie von 

einem Jugendlichen seines Alters zu erwarten seien. Bei der Argumenta-

tion der Vorinstanz, die Schilderungen des Beschwerdeführers würden als 

nicht «lebensnah» eingestuft, und weil sie nicht lebensnah seien, seien sie 

unglaubhaft, handle es sich um einen Zirkelschluss. Die Protokolle der 

Erstbefragung sowie der Anhörung würden keine Grundlage bieten, um die 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers zu verneinen. 

Seine Schilderungen könnten sich ohne weiteres so zugetragen haben und 

seien daher glaubhaft. 

7.2 Eine Rückkehr ins Elternhaus dürfe dem Beschwerdeführer, der auf-

grund der erlittenen häuslichen Gewalt das Elternhaus verlassen habe, 

nicht zugemutet werden. Eine Wegweisung (recte: Ein Wegweisungsvoll-

zug) hätte zur Folge, dass er erneut den Schlägen und verbaler Gewalt 

durch den Vater ausgesetzt wäre, was klar das Kindeswohl verletze. Als 

Minderjähriger sei der Beschwerdeführer auf die Unterstützung von er-

wachsenen Personen angewiesen. Ohne eine solche sei bei einer Rück-

kehr in die Türkei davon auszugehen, dass er in eine existenzielle Notlage 

geraten würde. Es müssten daher Aufenthaltsalternativen in der Türkei ge-

prüft werden. Gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers sei nicht 

davon auszugehen, dass er bei Verwandten in der Türkei unterkommen 

könnte. Selbst wenn ihn Verwandte aufnehmen würden, sei anzunehmen, 

dass ihn der Vater wieder zu sich holen würde. Das türkische Recht sehe 

zwar einen gewissen Schutz für Kinder vor, die von ihren Eltern geschlagen 

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Seite 12 

oder andere Formen von Gewalt erfahren würden, jedoch scheitere die Im-

plementierung aufgrund der sozialen Akzeptanz der Prügelstrafe. Die Or-

ganisation End Corporal Punishment halte in einem Bericht zur Situation in 

der Türkei von November 2024 fest, dass körperliche Züchtigung innerhalb 

des Haushalts gesetzlich erlaubt sei. Im Jahr 2002 sei das Zivilgesetzbuch 

zwar geändert worden, um das «Recht auf Züchtigung» der Eltern zu strei-

chen, jedoch erkenne das türkische Strafgesetzbuch von 2004 das Kon-

zept der «Disziplinargewalt» nach wie vor an (Art. 232). Gerichtsverfahren 

wegen Körperverletzung auf der Grundlage dieser «Züchtigungsbefugnis» 

würden in der Regel abgewiesen. Die Bestimmungen gegen Gewalt und 

Missbrauch im Strafgesetzbuch, im Gesetz zum Schutz der Familie und 

zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen von 2012 und im Jugendschutz-

gesetz von 2005 würden durch die türkische Justiz nicht so ausgelegt, dass 

jede Form der körperlichen Züchtigung in der Kindererziehung verboten 

wäre. Im Jahr 2010 sei die Verfassung dahingehend geändert worden, 

dass «der Staat Massnahmen zum Schutz der Kinder vor jeder Art von 

Missbrauch und Gewalt ergreift» (Art. 41). Dies werde allerdings nicht als 

Verbot aller Formen körperlicher Züchtigung ausgelegt. 

Bei einer Rückkehr in die Türkei wäre der Beschwerdeführer in einer be-

sonders vulnerablen Position. Es sei nicht davon auszugehen, dass er un-

mittelbar nach der Ankunft in der Türkei Zugang zu staatlichen Schutzstruk-

turen erhalten würde. Faktisch wäre er gezwungen, sich wieder ins Eltern-

haus zu begeben oder in eine existenzielle Notlage zu geraten. Selbst 

wenn letzteres nur einige Wochen der Fall sein sollte, wäre dies unter Be-

achtung des Kindeswohls nicht zulässig und die Wegweisung (recte: der 

Wegweisungsvollzug) unzumutbar, weshalb der Beschwerdeführer in der 

Schweiz vorläufig aufzunehmen sei. 

7.3 Da die Vorinstanz die Vorbringen bezüglich häuslicher Gewalt fälschli-

cherweise als unglaubhaft qualifiziert habe, sei in der angefochtenen Ver-

fügung nicht geprüft worden, ob eine Rückkehr ins Elternhaus zumutbar 

oder zulässig wäre. Wohnalternativen oder der Zugang zu staatlicher Un-

terstützung seien ebenfalls nicht geprüft worden. Damit sei die behördliche 

Begründungspflicht verletzt. Selbst wenn sich der Beschwerdeführer selbst 

bemühen würde, Schutz von der Polizei oder Jugendämtern zu erhalten, 

könne angesichts der zumindest gewissen gesellschaftlichen Akzeptanz 

von körperlicher Züchtigung nicht ohne weiteres davon ausgegangen wer-

den, dass er diesen auch erhalten würde. Die Hürde, damit die Behörden 

aktiv würden, sei hoch, da die Annahme vorherrsche, dass es sich um eine 

familieninterne Angelegenheit handle. Weiter seien unter dem Aspekt des 

D-6537/2025 

Seite 13 

Kindeswohls ohnehin erhöhte Anforderungen an die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs zu stellen. Es wäre daher an der Vorinstanz gewe-

sen, abzuklären, wie der staatliche Schutz für Kinder, die in einer konstan-

ten Situation häuslicher Gewalt leben würden, konkret ausgestaltet sei und 

ob der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr Zugang dazu bekommen 

würde. Da er nicht mehr ins Elternhaus zurückkehren könne, wäre auch 

die Frage zu klären gewesen, wo er sich unmittelbar nach der Ankunft am 

Flughafen aufhalten und welche erwachsene Person sich um ihn kümmern 

könnte. Die entsprechenden Länderkenntnisse wären im Entscheid aufzu-

führen gewesen. Folglich sei der rechtserhebliche Sachverhalt nicht er-

stellt. 

8.  

8.1 Die Vorinstanz hat den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zu-

mutbar und möglich beurteilt. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

hierzu vollumfänglich auf die ausführlichen und zu bestätigenden Ausfüh-

rungen des SEM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. 

vorstehend E. 6.1 und 6.2). In Ergänzung ist folgendes festzuhalten: 

8.2 Der Beschwerdeführer machte gleich zu Beginn der Anhörung geltend, 

sein Verhältnis zu seinem Vater sei schwierig gewesen. Der Befrager fragte 

ihn daraufhin, weshalb er sich nicht getraut habe, dies seinem Rechtsan-

walt zu sagen, und weshalb er sich geschämt habe (vgl. SEM-act. […]-

14/13 F12 ff.). Damit gab das SEM dem Beschwerdeführer hinreichend 

Gelegenheit darzulegen, weshalb er das schwierige Verhältnis zum Vater 

nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt vorgebracht habe. Das SEM war 

hingegen nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer zum Umstand, dass es 

das neue Vorbringen als unglaubhaft erachtet, das rechtliche Gehör zu ge-

währen. Der Anspruch zur Stellungnahme bezieht sich nämlich grundsätz-

lich nur auf den rechtserheblichen Sachverhalt und nicht auf die rechtliche 

Würdigung desselben. Werden Aussagen der asylsuchenden Person als 

unglaubhaft qualifiziert, weil diese sich in wesentlichen Punkten widerspre-

chen, stellt dies eindeutig einen Vorgang der Beweiswürdigung dar, der 

nicht dem Anspruch auf vorgängige Stellungnahme unterliegt (vgl. SEM, 

Handbuch Asyl und Rückkehr, Artikel B4: Das rechtliche Gehör, S. 12). 

8.3 Auch der Erklärungsversuch in der Beschwerde, der Beschwerdeführer 

hätte sich im Falle einer Lüge etwas ausgedacht, das asylrelevant wäre, 

vermag nicht zu überzeugen, zumal sich bei Glaubhaftigkeit seines neuen 

Vorbringens tatsächlich Überlegungen zur Durchführbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs aufdrängen würden. 

D-6537/2025 

Seite 14 

8.4 Sodann ist es gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgericht trotz des summarischen Charakters der BzP – beziehungs-

weise vorliegend der Erstbefragung UMA – zulässig, Widersprüche für die 

Beurteilung der Glaubhaftigkeit heranzuziehen, wenn klare Aussagen in 

der BzP in wesentlichen Punkten von den späteren Ausführungen diamet-

ral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, wel-

che später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits in der 

BzP zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. zuletzt etwa Urteil des 

BVGer E-3028/2020 vom 25. Juni 2025 E. 6.1.4 m.w.H.). Der Einwand, es 

gehe in der Erstbefragung primär um die Abklärung des geltend gemachten 

Alters, der Personalien und des Reisewegs, ist daher unbehilflich.  

8.5 Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht lassen sich dem 

Protokoll der Erstbefragung sodann keine Hinweise auf Probleme mit dem 

Vater und dem wiederkehrenden Streitpunkt mit der Arbeit auf der (…) ent-

nehmen (vgl. SEM-act. […]-12/12 Ziff. 7.02). Beim ohnehin wenig überzeu-

genden Versuch, die Formulierung «Sonst ist unsere Beziehung gut» im 

letzteren Sinne zu deuten, handelt es sich sodann um eine reine Mutmas-

sung. Im Übrigen haben weder der Beschwerdeführer noch dessen 

Rechtsvertretung anlässlich der Rückübersetzung vorgebracht, die Proto-

kollierung der Erstbefragung sei unvollständig oder fehlerhaft (vgl. vgl. 

SEM-act. […]-12/12 S. 12). Sodann ist nicht ersichtlich, inwiefern in der 

überzeugenden Argumentation des SEM, die Schilderungen des Be-

schwerdeführers seien nicht lebensnah ausgefallen und – unter anderem 

– aus diesem Grund unglaubhaft, ein Zirkelschluss zu erkennen wäre. 

Schliesslich sind auch die allgemeinen Ausführungen zu (Kinder-)Psycho-

logie und zu Loyalitätskonflikten von Kindern und Jugendlichen mit Verweis 

auf die ausführlichen Erwägungen des SEM in der angefochtenen Verfü-

gung nicht geeignet, das nachträgliche Vorbringen des Beschwerdeführers 

als glaubhaft erscheinen zu lassen. 

8.6 Zusammenfassend erweist sich das nachträgliche Vorbringen des Be-

schwerdeführers, er habe zu Hause von seinem Vater häusliche Gewalt 

erfahren, als unglaubhaft. Das SEM hat demnach in seiner Verfügung vom 

18. August 2025 den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig 

festgestellt. Mithin ist es zu Recht von einem tragfähigen Beziehungsnetz 

des minderjährigen Beschwerdeführers bei einer Rückkehr ausgegangen 

und hat den Vollzug der Wegweisung mit zutreffender Begründung ange-

ordnet. Vor diesem Hintergrund war die Vorinstanz nicht gehalten, weitere 

Abklärungen im Zusammenhang mit staatlichem Schutz für Kinder und Ju-

gendliche, die in einer konstanten Situation häuslicher Gewalt leben, zu 

D-6537/2025 

Seite 15 

tätigen. Es erübrigt sich deshalb, auf die weiteren Einwände in der Be-

schwerde einzugehen, weil sie an dieser Beurteilung nichts zu ändern ver-

mögen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt nach dem Gesag-

ten ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Gründe für eine Rück-

weisung der Sache an die Vorinstanz sind nicht ersichtlich. Die Be-

schwerde ist demnach abzuweisen. 

10.  

Mit dem vorliegendem Urteil wird das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 

11.  

Nachdem sich die Beschwerdebegehren aufgrund der vorstehenden Erwä-

gungen als aussichtslos erwiesen haben, fehlt es – ungeachtet der mut-

masslichen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers – an den materiellen 

Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG) und das entsprechenden Gesuch ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Walter Lang Barbara Gysel Nüesch