# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ecccddcc-c492-51d0-a441-b77f75c79b46
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 09.01.2015 SK.2014.22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2014-22_2015-01-09.pdf

## Full Text

Urteil vom 9. Januar und 20. Mai 2015 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Peter Popp, Einzelrichter, 

Gerichtsschreiber Kaspar Lang 

 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staats-

anwältin Lucienne Fauquex und a.o. Staatsanwalt 

Daniel Gutzwiller  

  

 gegen 

  A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Till Gon-

tersweiler 

Gegenstand  Bestechung fremder Amtsträger, qualifizierte unge-

treue Geschäftsbesorgung, eventualiter mehrfache 

Veruntreuung, mehrfache Urkundenfälschung, Steu-

erbetrug 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2014.22 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft (sinngemäss): 

1. A. sei der Bestechung fremder Amtsträger (Art. 322septies Abs. 1 StGB), der quali-

fizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB), 

eventualiter der mehrfachen Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB), der 

mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB) und des 

Steuerbetrugs (Art. 186 DBG; § 261 Steuergesetz des Kantons Zürich) schuldig 

zu sprechen.  

2. A. sei mit einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten zu bestrafen, bedingt vollziehbar 

bei einer Probezeit von zwei Jahren. 

3. Es seien folgende in der Beschlagnahmeverfügung vom 30. September 2009 

(Anklageziffer 5.2.2) aufgeführte, beim Beschuldigten bzw. bei der B. GmbH si-

chergestellte Dokumente einzuziehen: 

a. Schreiben von A. an C., datiert vom 25. November 2003, betreffend Auffor-

derung zur Rückzahlung von Fr. 1'496'000.--; 

b. Wirtschaftliche Berechtigung an D. International Trust Reg., Vaduz, E. an 

B. GmbH, datiert vom 13. Dezember 2006; 

c. Wirtschaftliche Berechtigung an D. International Trust Reg., Vaduz, F. 

s.r.l.o. an B. GmbH, datiert vom 13. Dezember 2006; 

d. "The Agreement on Cession" zwischen G. Ltd., D. International Trust Reg. 

und B. GmbH vom 10. Mai 2002. 

Es seien weiter sämtliche in der Beschlagnahmeverfügung vom 30. September 

2009 (Anklageziffer 5.2.3) aufgeführte, bei der H. AG sichergestellte Dokumente 

einzuziehen. 

4. Es seien die übrigen mit Beschlagnahmeverfügung vom 30. September 2009 

beim Beschuldigten bzw. der B. GmbH (Anklageziffer 5.2.2), bei der Firma I. (An-

klageziffer 5.2.1) und bei J. AG (Anklageziffer 5.2.4) sichergestellte Dokumente 

den jeweils Berechtigten herauszugeben. 

Es seien die rechtshilfeweise durch liechtensteinische, tschechische und slowa-

kische Behörden sichergestellten Gegenstände den einliefernden Behörden zu 

retournieren bzw. den Berechtigten wieder herauszugeben (Anklageziffer 5.2.5-

5.2.8). 

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Es seien die durch die Bundeskriminalpolizei vorgenommenen Datensicherungen 

ab sichergestellten Datenträgern zu löschen (Anklageziffer 5.3).  

5. Es seien die mit Verfügung der Bundesanwaltschaft vom 28. November 2006 auf 

der Bankverbindung Stammnummer 1, lautend auf D. International Trust Reg. 

(heute D. International Trust Reg. in Liquidation), bei der Privatbank K. AG in Zü-

rich beschlagnahmten Vermögenswerte bzw. die heute noch vorhandenen Ver-

mögenswerte von rund Fr. 1'500'000.-- einzuziehen. 

6. Es seien A. Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 138'225.65 zur Bezahlung aufzu-

erlegen.  

Anträge der Verteidigung: 

1. Es sei auf die Anklage im Hauptpunkt (Ziffer 1.1) nicht einzutreten. 

2. Eventualiter sei die Sache zur Ergänzung der Untersuchung an die Untersu-

chungsbehörde zurückzuweisen. 

3. Subeventualiter sei der Beschuldigte vom Vorwurf der Anklage vom 27. Juni 

2014 bzgl. Ziffern 1.1, 1.2 und 1.2 (eventual) freizusprechen, jedoch hinsichtlich 

der Ziffer 1.3.1 wegen Urkundenfälschung und versuchtem Steuerbetrug schuldig 

zu sprechen. 

4. Diesfalls sei der Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessät-

zen à Fr. 100.-- zu bestrafen unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs und 

Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. 

5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass es weder Privatkläger noch Geschädigte 

gibt. 

6. Diesfalls seien die Kosten des Verfahrens zu einem überwiegenden Teil der An-

klägerin aufzuerlegen, die Kosten die auf den Beschuldigten fallen, sollen nicht 

mehr als Fr. 5'000.-- betragen. 

7. Die mit Verfügung vom 28. November 2006 beschlagnahmten Gelder seien an 

den Beschuldigten zurückzuerstatten respektive freizugeben. 

8. Dem Beschuldigten sei eine Prozessentschädigung in Höhe von mindestens 

Fr. 221'455.50 (Fr. 195'150.-- Honorar, Fr. 10'210.-- Spesen, Fr. 16'095.55 

MWST) zuzusprechen. 

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MWST zu Lasten der An-

klägerin. 

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Sachverhalt: 

 

A. Die slowakische Strassenverwaltung L. beauftragte mit Werkvertrag vom 8. April 

1998 das slowakische Unternehmen M. a.s., den sich im Bau befindenden Auto-

bahntunnel N. zwischen den Ortschaften Z. und Y. im Osten der Slowakei mit 

den elektromechanischen Anlagen auszurüsten (B5.0.2.147 ff.). Im Oktober 1999 

übernahm das Nachfolgeunternehmen der M. a.s., die O. a.s., sämtliche Rechte 

und Pflichten aus genanntem Werkvertrag mit der L. (B5.0.2.157 ff.). 

 

B. Da sich die O. a.s. in der Folge ausser Stande sah, den Werkvertrag mit der L. zu 

erfüllen bzw. die elektromechanischen Anlagen für den Autobahntunnel N. ver-

tragskonform auszuführen, beauftragte sie am 28. Juni 2001 einen Subunter-

nehmer – das Konsortium P. – mit der Ausführung des Werkes, womit sich die 

Auftraggeberin L. mit Zusatz Nr. 19 zum Werkvertrag vom 8. April 1998 einver-

standen erklärte (B5.0.2.213 ff./169 ff.). Das Konsortium wurde am 25. Juli 2001 

in einem schriftlichen Vertrag als einfache Gesellschaft der Unterzeichner des 

Unterwerkvertrages – B. GmbH und Q. + Partner AG – näher strukturiert 

(B5.0.1.78-81). 

 

C. Während der Werksausführung kam es zwischen den Konsortialpartnern bzw. 

dem Geschäftsführer der B. GmbH, A., und R. zum Bruch. Die O. a.s. entschied 

sich, die weitere Ausführung des Werkes allein der B. GmbH anzuvertrauen (vgl. 

B18.7.1.122; TPF 149.925.168 f.). Die Q. + Partner AG erwirkte gerichtlich eine 

Sperre des Gesellschaftskontos der B. GmbH und erhielt Einsicht in die entspre-

chenden Dokumente (B18.4.2-5/410-11). Am 13. August 2003 erstatteten die Q. 

+ Partner AG und R. gemeinsam gegen A. bei der (damaligen) Bezirksanwalt-

schaft III des Kantons Zürich Strafanzeige wegen diverser Delikte 

(B18.7.1.11 ff.). Soweit die Anzeige die Bestechung fremder Amtsträger 

(Art. 322septies StGB) betraf, stützte sie sich auf diverse Zahlungen der B. GmbH 

ab dem gesperrten Gesellschaftskonto (B18.7.1.32 ff.). Am 29. März 2005 stellte 

die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich die gegen A. eröffnete Strafunter-

suchung ein (B18.7.1.326; zum Ganzen eingehender infra, E. 1.2.1). 

 

D. Vom 20. bis 21. Oktober 2004 führte das Steueramt Zürich bei der damaligen 

Buchhalterin der B. GmbH, der H. AG in Zürich, eine reguläre Steuerrevision der 

Steuerjahre 2001 und 2002 durch. Anlässlich dieser Revision stellten die Steuer-

behörden bei der B. GmbH geschäftsmässig nicht begründete Zahlungen fest: 

Einerseits acht Zahlungen zwischen 25. Juli 2001 und 4. Januar 2002 in Höhe 

von total Fr. 1,496 Mio. Fr. an verschiedene, teilweise unbekannte Empfänger, 

welche im Rahmen eines "Repräsentanz-Vertrages" mit der liechtensteinischen 

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Gesellschaft C. erfolgten, andererseits eine Zahlung vom 3. Juni 2002 in Höhe 

von 1,67 Mio. Fr. an den liechtensteinischen D. International Trust Reg. Das 

Steueramt des Kantons Zürich erstattete hierauf am 25. Mai 2005 bei der Bun-

desanwaltschaft Strafanzeige gegen A. wegen Geldwäscherei, Urkundenfäl-

schung "etc." (zum Ganzen BA 4.0 ff./3/11/13/16).  

 

E. Am 20. April 2006 eröffnete die Bundesanwaltschaft gegen A. wegen Verdachts 

der Bestechung fremder Amtsträger (Art. 322septies StGB) ein gerichtspolizeiliches 

Ermittlungsverfahren nach den damals geltenden Art. 101 ff. der Bundesstrafpro-

zessordnung (BStP). Am 1. Juni 2007 wurde die Strafverfolgung auf den Tatbe-

stand der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) und am 27. April 2009 auf die Tatbe-

stände der Veruntreuung (Art. 138 StGB), der ungetreuen Geschäftsbesorgung 

(Art. 158 StGB), der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) sowie des Steuerbetru-

ges (Art. 186 DGB und § 261 Steuergesetz des Kantons Zürich) ausgedehnt. Am 

21. September 2010 eröffnete das Eidg. Untersuchungsrichteramt eine Vorunter-

suchung im Sinne der Art. 108 ff. BStP (zum Ganzen BA 1.0 ff.). Mit Inkrafttreten 

der Schweizerischen Strafprozessordnung per 1. Januar 2011 ging die Verfah-

rensleitung wieder auf die Bundesanwaltschaft über.  

 

F. Am 30. Juli 2012 erhob die Bundesanwaltschaft (erstmals) Anklage beim hiesi-

gen Gericht (BA 22.1.0 ff.). Das Gericht wies diese am 18. Oktober 2012 zwecks 

Durchführung diverser Konfrontationseinvernahmen an die Bundesanwaltschaft 

zurück (vgl. SK.2012.33; BA 2.48 ff.). Am 27. Juni 2014 erfolgte die hier gegen-

ständliche Anklage der Bundesanwaltschaft gegen A. (TPF 149.100.1 ff.).  

 

G. Mit Schreiben vom 21. Juli 2014 erteilte das Gericht im Hinblick auf das Doppel-

bestrafungsverbot (Art. 54 SDÜ) der Bundeskriminalpolizei den Auftrag, via den 

polizeilichen Rechtshilfeverkehr den Verfahrensstand der aktenkundig gegen den 

Beschuldigten in der Slowakei geführten Strafverfahren abzuklären 

(TPF 149.291.1 ff.). Der entsprechende Bericht der Bundeskriminalpolizei inkl. 

diverser Verfügungen der slowakischen Behörden ging dem Gericht am 31. Juli 

2014 ein (TPF 149.291.5 ff.). Hieraus ergab sich, dass in der Slowakei gegen A. 

per dato formell noch keine Anklage erhoben worden war. Am 6. Oktober 2014 

stellte der Beschuldigte den Antrag, ein auf Slowakisch verfasstes Schreiben der 

slowakischen Staatsanwaltschaft zu den Akten zu nehmen, was das Gericht mit 

Verfügung vom 9. Oktober 2014 ablehnte (TPF 149.520.1; 149.300.1 f.). Weitere 

Beweisanträge stellte er per 4. November 2014 in Bezug auf Zeugeneinvernah-

men, Übersetzungen von dem Gericht durch die Bundeskriminalpolizei übermit-

telten Verfügungen slowakischer Behörden sowie Beizug von Steuererklärungen 

der B. GmbH (TPF 149.520.4 ff.). Auch diese Beweisanträge lehnte das Gericht 

(mit Ausnahme der Steuererklärungen) mit Verfügung vom 2. Dezember 2014 ab 

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(TPF 149.280.2 ff.). Die Bundesanwaltschaft verzichtete auf Beweisanträge (TPF 

149.510.1 f.). 

 

H. Die Hauptverhandlung begann am 7. Januar 2015 in Anwesenheit der Parteien 

am Sitz des Bundesstrafgerichts in Bellinzona und wurde am Folgetag fortge-

setzt. Die Urteilseröffnung erfolgte am 9. Januar 2015 (vgl. Hauptverhandlungs-

protokoll, TPF 149.920.1 ff.). Mit Eingabe vom 13. Januar 2015 verlangte der 

Verteidiger von A. fristgerecht die schriftliche Begründung des Urteils gemäss 

Art. 82 Abs. 2 lit. a StPO (TPF 149.520.41). 

 

I. Den Entscheid über die von der Bundesanwaltschaft beantragte Vermögensein-

ziehung (vgl. supra Anträge der Bundesanwaltschaft, Ziff. 5 [vor Prozessge-

schichte]) musste das Gericht mangels Entscheidungsgrundlage auf einen späte-

ren Zeitpunkt aufschieben, zumal sich kurz vor Hauptverhandlung Unklarheiten 

betreffend Identität des betroffenen Finanzinstituts sowie des Kontoinhabers her-

ausstellten (vgl. TPF 149.510.3 ff.; infra, E. 9). Am 11. Februar 2015 beantragte 

D. (Kontoinhaber) – nachdem der Trust vom Gericht am 14. Januar 2015 zur 

Stellungnahme aufgefordert wurde – die Aufhebung der Kontosperre bzw. die 

Freigabe der Vermögenswerte (TPF 149.640.4; 149.340.1). Mit Eingaben vom 

19. Februar 2015 schloss sich A. diesem Antrag an, indessen hielt die Bundes-

anwaltschaft an der beantragten Vermögenseinziehung fest (TPF 149.520.42; 

149.510.8). Jeweils am 6. März 2015 replizierten A. und der Vertreter von D. auf 

die erwähnte Eingabe der Bundesanwaltschaft (TPF 149.520.44 ff.; 149.640.9 f.). 

Eine Duplik der Bundesanwaltschaft blieb aus.  

 

J. Am 13. Januar 2015 setzte die Bank S. AG das Gericht darüber in Kenntnis, dass 

sie die Kundenbeziehung mit den beschlagnahmten Vermögenswerten von der 

Privatbank K. AG in Zürich übernommen habe (TPF 149.294.4). Am 19. Januar 

bzw. am 6. Februar 2015 reichte die Bank auf Verlangen des Gerichts die ent-

sprechenden Kontoeröffnungsunterlagen sowie den Vermögensübertragungsver-

trag ein (TPF 149.294.6 ff./43 ff.). Am 17. April 2015 übermittelte die Bank S. AG 

gemäss Aufforderung zudem aktuelle, nicht bei den Strafakten liegende Konto- 

und Depotauszüge der gesperrten Kundenbeziehung ab 1. Januar 2006. Weiter 

kündigte sie an, für den Minussaldo auf dem CHF-Kontokorrent das ihr vertrag-

lich zustehende Verrechnungsrecht geltend zu machen und den Betrag mit Gut-

haben auf dem EUR-Kontokorrent abzudecken (TPF 149.294.58 ff. i.V.m. 

149.294.52 ff./57). Am 20. April 2015 forderte das Gericht die Bank S. AG auf, 

die nach der Kontosperre vorgenommenen – und gemäss Verfügung der Bun-

desanwaltschaft vom 22. Dezember 2006 (BA 7.1.79 f.) nicht gestatteten – 

Geldmarktanlagen wieder rückgängig zu machen (TPF 149.294.292 f.). Die Bank 

S. AG hat per dato in dieser Hinsicht nichts vorgekehrt.  

- 7 - 

 

K. Auf die weitere Sachverhaltsdarstellung wird, soweit erforderlich, in den rechtli-

chen Erwägungen einzugehen sein. 

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Der Einzelrichter erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Anklage des Steuerbetrugs nach kantonalem Recht 

Die Anklage auf Steuerbetrug gründet auf Art. 186 Abs. 1 DBG und § 261 Abs. 1 

Steuergesetz des Kantons Zürich. Die Zürcher Strafbestimmung gehört zum kan-

tonalen Verwaltungsstrafrecht, welches in Art. 335 Abs. 2 StGB vorbehalten wird 

(WIPRÄCHTIGER, Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 335 

N 32). Dieser Vorbehalt betrifft nicht nur die materielle Strafnorm, sondern auch 

das Verfahrensrecht; denn die eidgenössische Strafprozessordnung gilt nur für die 

Anwendung von Bundesstrafrecht (Art. 1 Abs. 1 StPO; STRAUB/WELTERT, Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 1 

N 12). Infolgedessen fehlt es an Bundesgerichtsbarkeit für den Steuerbetrug im 

Sinne von § 261 Steuergesetz des Kantons Zürich. Das Verfahren ist in diesem 

Punkt in Anwendung von Art. 329 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 329 Abs. 4 und 5 StPO 

einzustellen. 

1.2 Einstellung vom 29. März 2005 im Kanton Zürich 

1.2.1 Die erste Beschuldigung enthält die Strafanzeige von R. an die Bezirksanwalt-

schaft III des Kantons Zürich vom 13. August 2003 (B18.7.1.11 ff.; vgl. supra, 

lit. C). Sie richtete sich gegen A. und allfällige Mitbeteiligte und lautete u.a. auf 

Veruntreuung (Art. 138 StGB), ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 159 StGB) 

und Bestechung fremder Amtsträger (Art. 322septies StGB). Die Anzeige erfolgte 

vor dem Hintergrund des "Konsortiums P.", welches die B. GmbH und die Q. + 

Partner AG vereinte zum Zweck von Planung und Ausführung der elektromecha-

nischen Ausrüstung des Autobahntunnels N. in der Slowakei. Konkret stützte sich 

der Vorwurf der Bestechung auf Auszüge über das Konto 2 der B. GmbH bei der 

Bank T. AG aus der Zeit vom 1. Juli 2001 bis 1. April 2002. Sie enthielten drei 

Zahlungen von Fr. 3'000.-- an AA., einen Direktor der L., ferner eine Überweisung 

an Dr. BB., den Ehemann einer Abteilungsleiter-Stellvertreterin bei der L. Ausser-

dem machte der Anzeiger auf weitere Zahlungen an Empfänger geltend, welche 

auf den Auszügen abgedeckt und von ihm mit * markiert worden waren; dabei 

handle es sich vermutungsweise um Zahlungen an verschiedene slowakische 

Amtsträger (B18.7.1.32-37). Sodann wurde geltend gemacht, A. habe eine Unter-

gesellschaft des Konsortiums in der Slowakei etabliert und für diese eine Bank-

verbindung bei der Bank CC. eröffnet, bei welcher er alleine gezeichnet habe. 

Über diese habe er Guthaben des Konsortiums vereinnahmt und Ausgaben ohne 

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Zustimmung der Konsortialpartnerin getätigt. Weiterhin habe er allein zulasten des 

Konsortialkontos bei der Bank T. AG einen Check ausgestellt und der L. als Si-

cherheit ausgefolgt. All dies sei als Veruntreuung oder ungetreue Geschäftsbe-

sorgung zu werten. Die Bezirksanwaltschaft III des Kantons Zürich ersuchte am 

30. Oktober 2003 den Bundesanwalt um Übernahme des Verfahrens 

(B18.7.1.292/293). Diesem Begehren wurde nicht stattgegeben. 

Q. + Partner AG klagten am 11. Juli 2003 vor einem Zivilgericht gegen die B. 

GmbH und A. auf Rechenschaftsablage, Forderung an sich und das Konsortium, 

eventuell auf gerichtliche Liquidation desselben. Bereits am 26. Februar 2002 hat-

te das Gerichtspräsidium auf Verlangen von Q. + Partner AG das Konto Nr. 2 der 

B. GmbH bei der Bank T. AG in Zürich gesperrt (B18.4.2–5/410–11); aus diesem 

Verfahren stammten die in der Strafanzeige verwendeten Bankunterlagen. Nach-

dem sich die Konsortialpartner am 7. Dezember 2004 verglichen hatten, erklärte 

R. am 16. Dezember 2004 sein Desinteresse an der Strafanzeige (B18.7.1.288). 

Am 29. März 2005 stellte die Staatsanwaltschaft (vormals Bezirksanwaltschaft) III 

das gegen A. hängige Strafverfahren für die in der Anzeige namhaft gemachten 

Straftaten ein (B18.7.1.326), da sie sich ausserstande sah, den angezeigten 

Sachverhalt selbst oder durch Rechtshilfebegehren zu ermitteln. 

Am 25. Mai 2005 reichte das Steueramt des Kantons Zürich bei der Bundesan-

waltschaft Strafanzeige gegen die Organe der B. GmbH wegen Geldwäscherei, 

Urkundenfälschung etc. ein. Den Verdacht gründete es auf den Befund, dass die 

Schweizer Gesellschaft B. GmbH erhebliche Zahlungen von der slowakischen B. 

o.z. erhalten und im Umfang von 1,5 Mio. Fr. an die liechtensteinische C. und in 

Höhe von 2,3 Mio. Fr. an D. zukommen lassen habe; diese Transaktionen würden 

sich nicht mit der ordentlichen Geschäftstätigkeit im Inland erklären lassen, zumal 

die liechtensteinischen Empfänger ersichtlich keine Gegenleistung erbracht hätten 

(BA 4.0 ff.). Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 20. April 2006 ein Vorverfahren 

wegen Bestechung fremder Amtsträger und überwies die Akten am 31. Mai 2007 

hinsichtlich des Verdachts von Geldwäscherei an die Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich (BA 2.3 ff.). Am 1. Juni 2007 dehnte die Bundesanwaltschaft das 

Verfahren auf Geldwäscherei aus (BA 1.1) und am 27. April 2009 auf Veruntreu-

ung, ungetreue Geschäftsbesorgung, Urkundenfälschung und Steuerbetrug (BA 

1.2 f.). Der Generalprokurator der Slowakischen Republik ersuchte die Bundes-

anwaltschaft am 12. März 2007 um Rechtshilfe im Zusammenhang mit einem 

Strafverfahren wegen Gründung, Planung und Unterstützung einer verbrecheri-

schen Gruppe und terroristischen Gruppe sowie wegen Betrugs, gestützt auf den 

Vorwurf, die Beschuldigten hätten im Zusammenhang mit dem Bau eines Auto-

bahntunnels auf der Strecke X. – W. Rechnungen für Dienstleistungen ausgestellt, 

welche nicht ausgeführt worden seien; diese habe die L. an die O. a.s. vergütet 

und sie sei dadurch im Umfang von ca. 62,6 Mio. SKK geschädigt worden (BA 

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15.3.19 ff.). Das Rechtshilfeersuchen erwähnte ferner Überweisungen ab dem 

Konto des Konsortiums bei der Bank CC. auf das Konto der B. GmbH Nr. 2 bei 

der Bank T. AG, statt auf das Konto des Konsortiums Nr. 3 bei der Bank T. AG; 

diese Information hatte die Generalprokuratur aus einer Anzeige abgeleitet, wel-

che R. am 22. Januar 2003 einer slowakischen Kontrollbehörde erstattet hatte. 

1.2.2 Gemäss Art. 123 BStP kann der Bundesanwalt das eingestellte Verfahren wieder 

aufnehmen, wenn neue Beweismittel oder neue Tatsachen die Schuld wahr-

scheinlich machen. Im gleichen Sinne konnte nach § 45 StPO-ZH eine eingestell-

te Untersuchung wieder aufgenommen werden, sobald sich neue Anhaltspunkte 

für die Schuld ergaben. Diese Normen waren bei der Eröffnung des Strafverfah-

rens durch den Bund in Kraft. Sie standen dem internationalen Recht nicht entge-

gen (Art. 4 Abs. 2 Protokoll Nr. 7 zur EMRK [SR.0.101.7]). Nicht geregelt war die 

Sperrwirkung der Einstellung der einen inländischen Strafbehörde bezüglich der 

einer anderen. Art. 323 Abs. 1 StPO bestimmt:  

Die Staatsanwaltschaft verfügt die Wiederaufnahme eines durch Einstellungsverfügung 

rechtskräftig beendeten Verfahrens, wenn ihr neue Beweismittel oder Tatsachen be-

kannt werden, die: 

a. für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der beschuldigten Person sprechen; und 

b. sich nicht aus den früheren Akten ergeben. 

und enthält inhaltlich die gleiche Regel wie die erwähnten früheren Regelungen. 

Zum Verhältnis zwischen den Aktivitäten unterschiedlicher Strafbehörden äussert 

sie sich ebenso wenig ausdrücklich. Allerdings zeigt Art. 11 StPO, dass für die 

Entscheidungen verschiedener Strafbehörden ne bis in idem den Grundsatz dar-

stellt und die Regel der Wiederaufnahme eingestellter Verfahren die Ausnahme; 

dies wird verdeutlicht dadurch, dass sie in Art. 11 Abs. 2 StPO "vorbehalten" ("re-

servée", "fatte salve") ist. Es handelt sich dabei nicht um eine unechte Einschrän-

kung, weil die Einstellung die Wirkung eines Freispruchs hat (Art. 320 Abs. 4 

StPO; so RIKLIN, Kommentar StPO, 2. Aufl., Zürich 2014, Art. 11 N 6). Auch die 

Einstellung entfaltet demnach Sperrwirkung, solange nicht die Wiederaufnahme 

verfügt wird (OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl., Bern 

2012, N 1409) und dies für alle inländischen Strafbehörden (im Ergebnis auch 

SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 

2013, Art. 323 N 11; ROTH, Commentaire romand, Code de procédure pénal 

suisse, Basel 2011, Art. 323 N 7). Das Bundesgericht hat unlängst die Sperrwir-

kung einer durch die Staatsanwaltschaft vorgenommenen Einstellung für die ge-

richtliche Beurteilung des Sachverhalts unter einem anderen Straftatbestand be-

jaht (Urteil des Bundesgerichts 6B_653/2013 vom 20. März 2014 E. 3.3). Folgt 

man dieser Auffassung auch für das alte Recht, von welchem sich das neue 

- 11 - 

Recht inhaltlich nicht unterscheidet, so kann eine Strafverfolgungsbehörde für ei-

nen Sachverhalt, den eine andere eingestellt hat, auf keinen Fall ermitteln und 

kann es die gleiche Behörde nur, wenn die materiellen Wiederaufnahmegründe 

vorliegen. 

Gemäss neuem Recht können die Eröffnung der Untersuchung und die Wieder-

anhandnahme einer sistierten Untersuchung nicht angefochten werden (Art. 309 

Abs. 3, Art. 315 Abs. 2 StPO); hingegen unterliegt die Wiederaufnahme einer ein-

gestellten Untersuchung der Beschwerde (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 380, 

394 StPO e contrario). Unter altem Recht war die Einstellung durch Beschwerde 

anfechtbar (Art. 105bis Abs. 2 BStP; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizeri-

sches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 491 f.); das muss auch für den 

contrarius actus, d.h. die Wiederaufnahme, gelten. Das Bundesgericht hat dies für 

die Ablehnung eines Wiederaufnahmebegehrens ausdrücklich bejaht in Bezug auf 

die geschädigte Person (Urteil des Bundesgerichts 6P.88/2006 vom 1. Februar 

2007, E. 5). 

1.2.3 Nach dem Gesagten ist im vorliegenden Fall zu prüfen, ob die Bundesanwalt-

schaft den gleichen Sachverhalt untersuchte, für welchen die Zürcher Staatsan-

waltschaft ein eigenes Verfahren eingestellt hatte. Diesbezüglich ergibt sich aus 

dem Faszikel der Letzteren (B18.7.1.1–325), dass sie keine eigenen Ermittlungen 

durchführte, sondern sich darauf beschränkte, die von R. eingegebenen Beweis-

mittel aufzunehmen und sich bezüglich des Beschuldigten mit Interpol in Verbin-

dung zu setzen. Der Gegenstand dieses Verfahrens deckt sich also mit dem Inhalt 

der Strafanzeige von R. bzw. der Q. + Partner AG. Der Vergleich mit der hier ein-

gereichten Anklage ergibt Folgendes: 

 Betreffend die Bestechung ausländischer Amtsträger werden in der Anzeige 

(S. 22–23) alle Zahlungen genannt, welche im Anklagesachverhalt 

Ziff. 1.1.2–1.1.4 angeführt sind. Die Übereinstimmung bezieht sich auf Da-

tum und Betrag, während der Empfänger in der Anzeige meist fehlt, weil er 

auf den Bankauszügen abgedeckt worden war. 

 In der Anklageschrift nicht thematisiert werden: die in der Anzeige genannte 

Ausstellung eines Checks und die Alleinunterschrift des Beschuldigten für 

Überweisungen ab den Konti der Bank CC.; die Rechnungsstellung für in 

Wahrheit nicht erbrachte Leistungen der Q. + Partner AG gegenüber O. a.s.; 

die Bezahlung von ungeprüften Rechnungen der Lieferanten und Montage-

firmen; und weitere Sachverhalte. 

 In der Anzeige sind die Zahlungen an die ausländischen Amtsträger nicht 

qualifiziert als ungetreue Geschäftsbesorgung (eventuell Veruntreuung) – so 

aber Anklagepunkt 1.2 – ebenso wenig als Urkundenfälschung und Steuer-

betrug – so aber Anklagepunkt 1.3. 

- 12 - 

Es steht also fest, dass die Bundesanwaltschaft für den Vorwurf der Bestechung 

ausländischer Amtsträger ein Verfahren wieder aufgenommen hat, das die 

Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich rechtskräftig eingestellt hatte. Das wäre 

nur nach einer förmlichen, anfechtbaren Verfügung durch die Zürcher Staatsan-

waltschaft zulässig gewesen. Selbst hätte die Bundesanwaltschaft für diesen 

Vorwurf eigene Zuständigkeit beanspruchen können, so waren die materiellen Vo-

raussetzungen zur Wiederaufnahme nicht gegeben. Die Anzeige der zürcheri-

schen Steuerbehörde enthielt nämlich keinen Vorwurf der Bestechung, sondern 

legten A. zur Last, Überweisungen aus dem Vermögen der B. GmbH an die liech-

tensteinische Gesellschaft C. und den liechtensteinischen Trust D. geleistet und 

sie deshalb zu Unrecht als ertragsmindernde Faktoren gelten gemacht zu haben, 

weil sie nicht mit der ordentlichen Geschäftstätigkeit der Steuerschuldnerin zu-

sammen hingen. Die nach Auffassung der Steuerbehörde nicht gerechtfertigten 

Überweisungen (BA 4.13) entsprechen nach Datum und Betrag den mit der Straf-

anzeige vom 13. August 2003 eingereichten Bankauszügen der B. GmbH, wie sie 

der Anzeigeerstatter mit * markiert hatte, überein. Es lagen im Kontext C. also 

keine neuen Fakten oder Beweise für den Verdacht der Bestechung vor. Wegen 

dieses formellen wie materiellen Mangels fehlt diesbezüglich eine nicht heilbare 

Prozessvoraussetzung (Art. 329 Abs. 1 lit. b StPO), weshalb das Verfahren in die-

sem Punkt einzustellen ist (Art. 329 Abs. 4 StPO; SCHMID, Praxiskommentar, 

a.a.O., Art. 323 N 11; LANDSHUT/BOSSHARD, in Donatsch/Hansjakob/Lieber, 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2014, Art. 

323 N 31). 

Anders ist die Situation hinsichtlich des Vorwurfs, der Beschuldigte habe DD. be-

stochen durch die Zahlung von 1,67 Mio. Fr. aus Mitteln der B. GmbH auf ein Kon-

to von D. Dieser Transfer ist in der Strafanzeige R. nicht enthalten, die nämlich 

diesen Vorwurf mit Kontoauszügen unterlegt, welche über das Datum des 1. April 

2002 nicht hinausreichen; die Überweisung an D. erfolgte jedoch erst am 3. Juni 

2002. Dieser Lebenssachverhalt wurde von der Bundesanwaltschaft erstmals un-

tersucht. 

1.2.4 Damit stellt sich die Frage, ob die kantonale Einstellungsverfügung auch die Beur-

teilung der Zahlungen im Kontext C. als ungetreue Geschäftsbesorgung betrifft, 

obwohl sie nicht unter diese Strafnorm subsumiert, sondern unter einem anderen 

strafrechtlichen Aspekt thematisiert sind: als strafbare Beschädigung des Vermö-

gens der B. GmbH und – im Rahmen von deren Verbuchung – als Urkundenfäl-

schung sowie Steuerbetrug. Zwar war lange Zeit grundsätzlich umstritten, ob die 

strafrechtliche Entscheidung über einen Lebenssachverhalt jede spätere Ent-

scheidung über denselben sperrt – Kriterium der faktischen Identität – oder nur ei-

ne solche nach demselben gesetzlichen Straftatbestand, der in der ersten Ent-

scheidung angewendet wurde – Kriterium der faktisch/rechtlichen Identität (vgl. 

- 13 - 

WOHLERS, in Donatsch/Hansjakob/Lieber, a.a.O., Art. 11 N 14 ff.; SCHMID, Praxis-

kommentar, a.a.O., Art. 11 N 2). Unter dem Einfluss der Rechtsprechung des 

EGMR ist das Bundesgericht in der letzten Zeit dem faktischen Ansatz gefolgt, 

wenigstens was die strikte strafrechtliche Beurteilung eines Vorwurfes betrifft (et-

wa Urteil des Bundesgerichts 6B_704/2012 vom 3. April 2013, E. 1.1; ebenso 

WOHLERS, a.a.O., N 16). Ausgehend von der faktischen Qualität des "idem" ist 

folglich zu prüfen, ob eine Qualifikation als ungetreue Geschäftsbesorgung bloss 

eine andere juristische Würdigung des gleichen Lebenssachverhalts bildet oder 

ob dem Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung, so wie ihn die Anklage de-

finiert, ein anderer Lebenssachverhalt zugrunde liegt als der Bestechung, so wie 

sie die Anzeige R. umschreibt. Dafür ist entscheidend, dass der Tatbestand der 

Bestechung den Verwendungszweck eines Vermögenswertes anvisiert, während 

der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung eine Pflichtverletzung im 

Umgang mit fremden Vermögenswerten und das Ergebnis in Form einer Schädi-

gung an diesem Vermögen fokussiert. Die Strafwürdigkeit dieser beiden Aktivitä-

ten beruht also auf wesentlich unterschiedlichen Gründen und die Handlung ist 

weder typisch noch regelmässig dieselbe. Dementsprechend bleibt der Vorwurf 

der ungetreuen Geschäftsbesorgung zu prüfen; dies erst Recht in Bezug auf die 

Zahlung im Kontext D. vom 3. Juni 2002, welche wie erwähnt in den Bankauszü-

gen, auf welche sich die Anzeige R. bezieht, nicht dokumentiert ist – sie hat auch 

ein späteres Datum als die Anzeigebeilagen Nr. 17 – 19. Noch weniger ist eine 

faktische Identität zwischen der Bestechung und der Verbuchung sowie der Steu-

erdeklaration für die entsprechende Steuerperiode gegeben. 

2. Bestechung im Kontext D. 

2.1 Existenz D. und Vorteil  

Der liechtensteinische D. Trust wurde am 5. April 2002 durch ein örtliches Treu-

handunternehmen gegründet und durch EE. verwaltet (BA 18.5.34). Die Initiative 

zur Gründung war vom Beschuldigten ausgegangen; ein Direktor der Bank, FF., 

stellte den Kontakt zu EE. her (BA 12.22.2-3/6-7). Die Verwalterin meldete am 26. 

April 2002 das Konto Nr. 1 (Stammnummer) bei der Privatbank K. AG an; zeich-

nungsberechtigt sollten sie selbst, der Beschuldigte und DD. sein – die letzten 

beiden einzeln, die Verwalterin jedoch nur kollektiv (B7.1.1.30), obwohl sie gesell-

schaftlich einzeln zeichnete. Das Konto wurde am 3. Juni 2002 eröffnet 

(B7.1.1.48); bankseitig war FF. die verantwortliche Person für das Konto.  

Als erster wirtschaftlicher Berechtigter des Trusts fungierte DD., sowohl auf Ge-

sellschafts- wie auf Bankebene (B7.1.1.31; BA 12.1.2). Als Zweck wurde auf bei-

den Seiten angegeben, dass (kurzfristig) 1,6 Mio. Fr. in Form von "Einnahmen 

- 14 - 

(Provisionen) staatlicher Bauprojekte", konkret aus "Tunnelbau N." (B7.1.1.43) zu-

fliessen würden, respektive als "Gewinn aus unternehmerischer Tätigkeit" von ca. 

1,6 Mio. Fr. (B12.1.40). Gemäss zwei bei der Verwaltung beschlagnahmten Do-

kumenten hätte DD. am 26. April 2002 seine Rechte an D. vertraglich an den 

Tschechen GG. übertragen und zwar gegen Bezahlung von CZK 200'000.-- (zum 

damaligen Kurs knapp Fr. 10'000.--); gleichzeitig hätte dieser den früheren Eigen-

tümer mit der Verwaltung der Mittel von D. und mit weiteren, nicht näher spezifi-

zierter "Beratungs- und Konsultationstätigkeit und Finanzoperationen" betraut (BA 

12.1.56/58). In seiner Befragung bezieht sich GG. auf einen Vertrag zwischen ihm 

und dem Beschuldigten, datiert vom 10. April 1997, wonach er diesem verschie-

dene Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen zu erbringen habe, namentlich 

Informationen zu Ausschreibungen (BA 5.0.4.193). Daraus habe ihm der Beschul-

digte ein Honorar von 1,67 Mio. Fr. geschuldet, und sich schliesslich zum Aus-

gleich bereitgefunden, aber nur, wenn er – GG. – eine Firma in Liechtenstein "be-

sorge", über welche die Zahlung abgewickelt werde (BA 12.18.13-14). Mit dieser 

Einlassung deckt sich eine schriftliche Erklärung GG. vom 17. Februar 2007 (BA 

12.1.63-64).  

Am 3. Juni 2002 zahlte die B. GmbH 1,67 Mio. Fr. (ab ihrem Konto 2 bei der Bank 

T. AG) auf das Konto von D. bei der Privatbank K. AG (B7.1.1.183; B7.2.1.290). 

Von diesem Betrag wurden am 12. Juni 2002 Fr. 250'000.-- auf das vorbestehen-

de Nummernkonto von AA. bei der Privatbank K. AG (vgl. infra, 3.1.3) überwiesen 

(B7.1.1.183; B7.1.2.309) und 1 Mio. Fr. auf das Nummernkonto 4 von DD. 

(B7.1.1.183; B7.1.2.76), welches auf seinen Antrag vom 22. März 2002 am 11. 

Juni 2002 von der Privatbank K. AG eröffnet worden war (B7.1.2.15-16/28). Die 

restlichen Fr. 420'000.-- wurden in eine Treuhandanlage investiert (B7.1.1.183). 

Aus dem Konto von D. wurden noch zwei weitere Beträge auf das Konto von AA.  

übertragen, nämlich am 6. August 2003 Fr. 28'000.-- (B7.1.1.190; B7.1.2.314) und 

am 30. Oktober 2003 EUR 30'000.-- (zum damaligen Kurs Fr. 46'554.--) 

(B7.1.1.145; B7.1.2.291). Auch auf das Konto von DD. gingen am 29. Oktober 

2003 nochmals Fr. 375'000.-- ein (B7.1.1.192; B7.1.2.85). Die Zahlungen gründe-

ten auf einem bankinternen Formular "Auftragserteilung", welche ein Bankmitar-

beiter ausstellte. Nach dem Vordruck musste jeweils ein Dauerauftrag durch den 

Kunden unterzeichnet werden. In der Sparte der Unterschriften war eine solche 

von "Auftragsempfänger/in und Zeichnungsberechtigtem" zu setzen sowie eine 

Zweitunterschrift laut "Regelung gemäss GB-Weisung". Das Formular setzte also 

bankintern die Transaktion in Gang; auf einem solchen war ein Auftrag des Be-

rechtigten selbst an die Bank nur für Daueraufträge notwendig. Die ersten beiden 

Zahlungen vom 12. Juni 2002 enthielten freilich die Unterschrift von DD. auf dem 

bankinternen Formular (B7.1.1.211/213), während die Unterschriften auf den 

Formularen für die anderen Zahlungen prima facie nicht mit denjenigen auf dem 

Vollmachtformular identisch sind (B7.1.1.165/222/226). Die Transfers vom 6. Au-

- 15 - 

gust und 30. Oktober 2003 wurden nicht durch ein solches Formular, sondern eine 

handschriftliche Notiz von DD. in offensichtlich slowakischer Sprache und die an-

schliessenden Durchführungsanweisungen eines Bankmitarbeiters ausgelöst 

(B7.1.1.162/220). Insgesamt ergibt sich, dass alle genannten Transfers durch eine 

Unterschrift DD. autorisiert sind, mit Ausnahme derjenigen von Fr. 375'000.-- auf 

sein eigenes Konto, die allerdings ursprünglich im korrigierten Betrag von EUR 

350'000.-- ab dem Konto von D. dieser Währung bezahlt werden sollten und 

schliesslich um den Betrag von EUR 30'000.-- reduziert wurden, welcher an AA. 

ging (B7.1.1.145/164). 

DD. bezog ab seinem Privatkonto K. AG zwischen 4. Februar 2005 und 5. Mai 

2006 in sechs Malen total Fr. 510'000.--. Er beauftragte die Privatbank K. AG am 

13. November 2006, sein Nummernkonto zu schliessen und den Saldo auf das 

Konto von D. zu überweisen (B7.1.2.40). Tatsächlich wurden auf dieses am 28. 

November 2006 Beträge in fünf verschiedenen Währungen übertragen 

(B7.1.2.71/105/131/145/155), welche ein Total von Fr. 1'656'655.-- ausmachen 

(B7.1.1.307). AA. hob ab seinem Konto bei der Privatbank K. AG unter drei Malen 

total Fr. 291'240.-- ab; Rückzahlungen von seiner Seite sind nicht ersichtlich (mit 

Ausnahme des auf dem Konto lediglich kurze Zeit liegenden Betrags ausserhalb 

des D-Konnexes, vgl. infra, 3.1.3). 

2.2 Allgemeine Bemerkung zum sog. Äquivalenzzusammenhang 

Der gesetzliche Tatbestand verlangt einen Zusammenhang zwischen Vorteil und 

amtlicher Tätigkeit. In der Lehre wird dies als "Äquivalenzzusammenhang" be-

zeichnet (PIETH, a.a.O., Art. 322ter N 47). Auch die Botschaft spricht von "Äquiva-

lenz" (BBl 1999 5497, 5532). Diese Begriffe geben freilich den Sinn des geltenden 

Gesetzes nicht präzis wieder, denn sie suggerieren eine Gleichwertigkeit zwi-

schen dem Nutzen aus der Amtshandlung und dem für diese gewährten resp. in 

Aussicht gestellten Vorteil. Nicht zielführend ist auch der Begriff der "Unrechtsver-

einbarung" (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, in Trechsel/Pieth, Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 322ter N 3) 

oder des "effet motivant" (CORBOZ, Les infractions en droit suisse, vol. II, 3. Aufl., 

Bern 2010, Art. 322ter N 17); auf solche Weise lehnt man sich zu stark an die alte 

Fassung der Korruptionstatbestände an, welche für den Vorteil voraussetzten, 

dass er im Hinblick auf eine in der Zukunft liegende Amtshandlung angeboten, 

versprochen oder gegeben werde (Art. 288 aStGB). Im geltenden Recht hat das 

Element des Zusammenhangs den Zweck, die Bestechung von der minder straf-

würdigen Vorteilsgewährung (Art. 322quinquies StGB) abzugrenzen, bei welcher das 

Ziel nicht eine bestimmte amtliche Handlung, sondern die Amtsführung schlech-

terdings ist. Aus diesem Grund ist bei der Bestechung der neutrale Begriff des 

"funktionalen Zusammenhangs" (DONATSCH/WOHLERS, Strafrecht IV, Delikte ge-

- 16 - 

gen die Allgemeinheit, 4. Aufl., Zürich 2011, S. 605) angemessen; damit vermei-

det man auch, die unterschiedlichen Zwecke bei Bestechung und Vorteilsgewäh-

rung mit einem unterschiedlichen Charakter der Beziehung zwischen Zweck und 

Vorteil zu erklären (verdünnter Äquivalenzzusammenhang bei PIETH, a.a.O., Art. 

322quinquies N 4). Das Bundesgericht spricht von "genügendem", "gewissermassen 

rechtsgeschäftlichem" Zusammenhang in einem ganz allgemeinen Sinne (BGE 

126 IV 141 E. 2a).  

Wie dieser Zusammenhang zustande kommt, lässt sich nicht allgemein definieren, 

sondern nur durch äussere Merkmale charakterisieren. Als solche nennt die Bot-

schaft Höhe des Vorteils, zeitliche Nähe – gemeint zwischen Vorteil resp. Ver-

sprechen und Amtshandlung –, Häufigkeit der Kontakte zwischen Gebendem und 

Nehmendem und Identität des Geschäftsbereichs – verstanden als Zusammen-

hang zwischen der wirtschaftlichen Stellung des Gebenden und dem Amtsbereich 

des Empfangenden (BBl, a.a.O., 5533; ebenso PIETH, a.a.O., Art. 322ter N 47; 

DONATSCH/WOHLERS, a.a.O., S. 611 f.). Was das zeitliche Moment angeht, so ist 

in der Botschaft affirmativ das Zürcher Urteil in der "Huber"-Affäre erwähnt, wo-

nach ein Abstand von einem Jahr ausreiche – zusammen mit der Branchenidenti-

tät –, nicht aber von sieben. Allerdings bedürfen auch in ihrer Gesamtheit gewich-

tige äussere Momente einer von gemeinsamer Vorstellung getragenen Motivation 

(TRECHSEL/JEAN-RICHARD, in Trechsel/Pieth, a.a.O., Art. 322ter N 4 spricht von ei-

ner Bedingung der Äquivalenz; vgl. den kritischen Tenor bei STRATEN-

WERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil Band II, 7. Aufl., 

Bern 2011, § 62.13). 

2.3 Bestechung im Zusammenhang mit der Genehmigung des Unterwerkver-

trags 

Durch den Zusatz Nr. 19 zum Werkvertrag zwischen der L. und der O. a.s. ver-

pflichtete sich diese, vor dem Beizug eines Unterlieferanten die Genehmigung der 

L. einzuholen; diese wurde im gleichen Zug hinsichtlich des Konsortiums P. erteilt 

(B5.0.2.169-170). Die Vereinbarung unterzeichnete seitens der L., HH. Der erste 

Vorwurf der Bundesanwaltschaft gegenüber dem Beschuldigten, er habe die Zah-

lungen DD. in Aussicht gestellt für diese Genehmigung, ist also deshalb nicht tat-

bestandsmässig im Sinne von Art. 322septies StGB, weil der Letztere sie nicht erteil-

te. 

Der alternative Vorwurf, DD. habe darauf Einfluss genommen, ist in der Realität 

denkbar. Der Tatbestand von Art. 322septies StGB schliesst es nicht aus, dass der 

Vorteil einer anderen Person angeboten, versprochen oder gewährt wurde als 

derjenigen, welche die Amtshandlung vornimmt. Es muss dann freilich ein "gewis-

sermassen rechtsgeschäftlicher Zusammenhang" (BGE 126 IV 141 E. 2a) zwi-

- 17 - 

schen dem Empfänger und der Amtsperson – hier also DD. und HH. – bestanden 

haben (PIETH, a.a.O., Art. 322ter N 32; vgl. BBl, a.a.O., 5529). DD. bekleidete in-

nerhalb der L. die Stellung eines Direktors der Wirtschaftsabteilung; konkret waren 

dieser Abteilung aufgegeben: die Finanz- und Budgetdisziplin der L., die Finanzie-

rung und Buchhaltung der Ausgaben und die Entwicklung der Informationssyste-

me in der Strassenwirtschaft (BA 18.2.130). In diesem Bereich war er befugt, die 

L. anstelle des Generaldirektors HH. gegen aussen zu vertreten. Die für die Her-

stellung des Tunnels erforderlichen Verträge gehörten jedoch zur technischen Sei-

te der L. Diese lag in der Hand von AA., dem kein derartiges Vertretungsrecht 

eingeräumt worden war (BA 18.2.151). Deshalb war die Zustimmung zum Unter-

werkvertrag mit dem Konsortium P. ausserhalb des Wirkungsbereichs von DD. 

Wäre es anders gewesen, so hätte er die Zustimmung selbst erteilt. Jedenfalls er-

innerte sich HH., dass die L. – deren Generaldirektor er war – der Erweiterung des 

Zuliefersystems zugestimmt habe, so wie sie die O. a.s. vorgeschlagen gehabt 

habe; in diesem Zusammenhang habe er viele Verträge unterzeichnet (BA 

12.23.21-23). AA. äusserte sich etwas detaillierter zur Auswahl der Unterlieferan-

ten: Diese hätte die O. a.s. evaluiert und mit dem entsprechenden Dossier der L. 

vorgelegt, wo sie von Mitarbeitern der L. mit technologischem Wirkungsbereich – 

prinzipiell solchen aus der Tunnelabteilung – geprüft worden seien. Er persönlich 

habe die Stellungnahmen seiner Mitarbeiter der Investitionsabteilung gutgeheis-

sen. Der Generaldirektor habe nur unterzeichnet, wenn die Juristen, die Abteilung 

für öffentliche Beschaffung, die Wirtschaftsabteilung und, je nach Bedarf, weiteren 

Abteilungen zugestimmt hätten (BA 19.2.761–762). DD. seinerseits verneinte, 

dass die L. in die Auswahl der Unterlieferanten involviert gewesen sei; das habe 

allein die O. a.s. gemacht. Sie habe nur der L. die ausgewählten Firmen bekannt 

gegeben. In seinen Tätigkeitsbereich sei die Auswahl der Lieferung und Installati-

on der elektromechanischen Anlagen für den Tunnel nicht gefallen (BA 12.24.29–

30). Das Gegenteil ist nicht erwiesen, so dass auch der Vorwurf der Einflussnah-

me unbegründet ist. 

2.4 Bestechung im Zusammenhang mit den Zahlungen der L. 

Der Vorwurf war nicht originärer Gegenstand der Ermittlungen, sondern ist erst 

durch das Slowakische Rechtshilfeersuchen an die Schweiz vom 18. August 2006 

in den Fokus gekommen. In diesem wird behauptet, das Konsortium P. habe am 

13. Oktober 2001 der O. a.s. eine Rechnung über SKK 108'938'972.-- gestellt, 

welche ihrerseits diesen Betrag in ihre Rechnung vom 5. November 2001 an die 

L. über SKK 130'832'259.70 integriert habe (BA 18.3.19/22). Diese Dokumente 

wurden R., dessen Befragung das Ziel des Ersuchens bildete, anlässlich der Ein-

vernahme am 11. August 2009 vorgelegt; er konnte dazu nichts sagen (BA 

18.3.321). Indessen sind diese beiden Dokumente dem vom Rechtshilfe- in das 

Strafverfahren übernommenen Einvernahmeprotokoll nicht beigegeben. Sie wer-

- 18 - 

den zwar auch in anderen Akten des Strafverfahrens erwähnt, so in der Eröff-

nungsverfügung der slowakischen Polizei gegen den Beschuldigten vom 1. Feb-

ruar 2011 (BA 19.2.1520), aber nur die zweite Rechnung ist hier zu finden 

(B18.2.14.350). In dieser ist der Ausgangsbetrag mit SKK 107'366'886.-- angege-

ben; die Aufschläge betreffen die Umsatzsteuer. Als Leistungsinhalt werden zwar 

Positionen der Kategorie 432 genannt, welche nach dem Vorhalt in der Befragung 

R. Gegenstand des Unterlieferantenvertrags bildeten, aber auch Positionen ande-

rer Kategorien. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Rechnungen ist damit 

nicht erstellt. Weitere Belege sind auch nicht dem polizeilichen Schlussbericht zu 

entnehmen, der sich inhaltlich, wenn auch nicht explizit an die Darstellung im slo-

wakischen Rechtshilfeersuchen anlehnt (BA 5.302).  

Die mit dem Vorwurf fokussierte Amtshandlung soll die Genehmigung und Aus-

zahlung der Beträge gewesen sein, welche die O. a.s. der L. in Rechnung gestellt 

habe. Über den Vorgang der Genehmigung und vor allem der Prüfung solcher 

Rechnungen im Schosse der L. führt die Anklageschrift nichts aus. Sie ist damit 

nicht zureichend konkret im Sinne von Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO: Der Beschuldigte 

kann sich gegen diesen Vorwurf ja nur verteidigen, wenn die Anklage besagt, wer 

eine solche Prüfung vorgenommen habe und inwiefern diese und die an-

schliessende Zahlung pflichtwidrig ausgefallen seien; denn die Ansprüche der O. 

a.s. aus dem Vertrag vom 8. April 1998 sind dort beziffert (BA 19.2.960) und be-

ruhen nicht auf dem durch Art. 322septies StGB ebenfalls geschützten Amtsermes-

sen. Jedenfalls ist nicht nachgewiesen, dass DD. mit diesen Vorgängen etwas zu 

tun hatte; solches wurde ihm auch nicht vorgeworfen (BA 19.2.1058). Im Gegen-

teil ist hoch wahrscheinlich, dass eine Prüfung der eingehenden Rechnungen sei-

tens der O. a.s. den technischen Fachleuten der LL. obliegen hätte, weil nur sie in 

der Lage gewesen wären, Arbeitsfortschritt und -qualität zu überprüfen. Eine inne-

re Motivation solcher Personen durch einen Vorteil, der einem Dritten, d.h. DD., 

angeboten, versprochen oder gewährt worden wäre (supra, E. 2.3), ist ebenfalls 

nicht erstellt. 

3. Ungetreue Geschäftsbesorgung Kontext C. 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe zulasten der B. GmbH acht Über-

weisungen von total Fr. 1'496'000.-- auf Konti, deren Inhaber die Direktoren von 

L., HH., AA., und DD. gewesen seien, sowie eine Zahlung von Fr. 1'670'000.-- auf 

ein Konto des liechtensteinischen Trusts D., dessen wirtschaftlicher Eigentümer 

DD. gewesen sei, vorgenommen und dadurch einerseits die B. GmbH pflichtwidrig 

geschädigt und andererseits diesen Personen einen ungerechtfertigten Vorteil 

verschafft. 

- 19 - 

3.1 Geldbewegung 

Bezüglich der Konti der drei Direktoren von L. wurden Bankunterlagen erhoben 

und durch das Kompetenzzentrum für Wirtschaftsprüfung der Bundesanwaltschaft 

analysiert. Aus diesen Unterlagen ergibt sich Folgendes: 

3.1.1 HH. eröffnete am 7. Dezember 2001 bei der Bank T. AG Küsnacht eine Bankver-

bindung, die in der Folge als Nummernkonto 5 geführt wurde. Er deklarierte sich 

auf dem Formular A als wirtschaftlich Berechtigter und erteilte Vollmacht an seine 

Ehefrau sowie an II. und JJ. von der Firma KK. AG; an Letztere waren auch Dop-

pel der Transaktionsnachrichten zu senden (B7.2.2.313–315/320–323), während 

die Originale banklagernd verwahrt wurden. 

Dieses Konto wurde alimentiert durch die in der Anklageschrift (Ziff. 1.1.3) ge-

nannte Zahlung von Fr. 280'000.-- per 17. Dezember 2001 (ab Konto Nr. 2 der B. 

bei der Bank T. AG) und zwar mit dem Zahlungsvermerk "Anzahlung Mittelspan-

nung el. mech Ausrüstung" (B7.2.2.329). In der Folge (vgl. die Übersicht im Be-

richt des Kompetenzzentrums Wirtschaftsprüfung der Bundesanwaltschaft, BA 

10.43) wurde über dieses Konto wie folgt disponiert:  

 Am 22. Januar 2002 wurden Anteile eines bankeigenen Anlagefonds und ei-

ne Obligation erworben; die Titel wurden in das Depot eingelegt 

(B7.2.2.330–331/356/404); 

 Am 1. Februar 2002 wurden Fr. 40'000.-- abdisponiert zwecks "Zeichnung 

Genussrechte" (B7.2.2.331), ohne dass ein Gegenwert im Depot aufscheint. 

Den Auftrag dazu erteilte die KK. AG; als Empfänger wurde die New York 

Ventures Corp. bezeichnet, welche ein Konto bei der Bank S. AG führte 

(B8.6.1.61); die Titel wurden später zugeteilt (B8.6.1.63). Bei der KK. AG 

wurde über dieses Konto quartalsweise eine Vermögensübersicht erstellt. 

Basis bildete der Depotauszug der Bank T. AG; hinzugefügt wurden Werte, 

welche für Rechnung des Kunden gehalten waren. Die Übersicht per Ende 

Juni 2002 weist die Position "Genussrechte New York Ventures Corp – noch 

nicht eingeliefert" aus (B8.6.3.148); 

 Am 7. November 2003 veranlasste die KK. AG, USD 30'000.-- an die Natio-

nal Financial Corp. zu überweisen zum Erwerb von "notes" zum Zins von 

3½ % auf Aktien der Campus Door (B8.6.2.213–214). Im Auftrag an die 

Bank T. AG wurde angekündigt, dass die Zahlungsempfängerin diese Titel 

später der Bank zukommen lassen werde. Im Depot des Kontos HH. er-

scheinen sie ebenso wenig (B7.2.2.404 ff.) wie in den Depots der B. GmbH 

bei der Bank T. AG. In der Vermögensübersicht der KK. AG per Ende 2003 

findet sich der am 7. November 2003 gekaufte, aber noch nicht eingelieferte 

- 20 - 

Wert "3.50% Notes NFC", bei welchem es sich um diesen Wert handeln 

muss;  

 Am 11./18. Juni 2004 wurden USD 40'000.-- an "Pennynvest SAFI" überwie-

sen und zwar zu Investitionen in eine "note" (vgl. B7.2.2.377/390). Den Auf-

trag hatte JJ. von der KK. AG am 9./19. Juni 2004 erteilt (B8.6.2.333/4). Der 

Gegenwert bestand in einem schriftlichen abstrakten Schuldversprechen der 

Pennynvest SAC vom 18. Juni 2004 über USD 300'000.-- zugunsten von II., 

welches an die Adresse der KK. AG ausgeliefert wurde (B8.6.1.3/12/14). Der 

Titel wurde bei Ablauf honoriert durch Zahlung von USD 370'000.-- auf das 

Konto Nr. 6 der B. GmbH (nach einem Transit über ein spezielles Unterkonto 

derselben Beziehung) am 26. Januar 2005 (B7.2.2.61/75-76); 

 Schliesslich sind dem Konto Bankspesen und Honorare der KK. AG von total 

rund Fr. 7'500.-- belastet worden. 

Am 21. Juli 2004 erteilte HH. auf einem an die Bank T. AG gerichteten Schreiben 

den Auftrag, Konto und Depot zu saldieren und die Werte auf die Beziehung Nr. 7, 

lautend auf B. GmbH, zu übertragen (B7.2.2.409). Der Beschuldigte liess dieses 

Konto am 26. Juli 2004 eröffnen und erteilte der KK. AG Verwaltungsvollmacht 

(B7.2.2.117/124). Am 9. August 2004 wurden die beiden nach Kontoeröffnung er-

worbenen Titel verkauft. Die Bank überwies am 9./11. August 2004 den Schluss-

saldo von rund Fr. 141'000.-- und rund USD 230.-- auftragsgemäss an die B. 

GmbH (B7.2.2.366/393).  

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die durch B. GmbH bezahlte Summe von 

Fr. 280'000.-- zwar auf ein von HH. eröffnetes Nummernkonto bezahlt wurde, 

dass aber weder er noch seine Frau diese Mittel für sich verwendeten, vielmehr 

rund die Hälfte wieder an die B. GmbH zurückflossen und die andere Hälfte für 

Bankspesen, für Honorare der KK. AG und für Werte, welche in deren Hand ver-

blieben, aufgewendet wurden. 

3.1.2 Ein weiteres Privat-Nummernkonto der Bank T. AG wurde am 5. Oktober 2001 für 

DD. eröffnet (Nr. 8; vgl. B7.2.2.151). Bei den Akten liegt eine Vollmacht an II. und 

JJ. vom 5. Juni 2004 (B7.2.2.155); dieser muss freilich eine frühere vorangegan-

gen sein, gab JJ. doch schon am 31. Januar 2002 der Bank einen Zahlungsauf-

trag (B7.2.2.207). 

Auf diesem Konto gingen folgende in der Anklageschrift (Ziff. 1.1.4 lit. a) genann-

ten Zahlungen ab dem laufenden Konto der B. GmbH ein: 

 Fr. 600'000.-- mit dem Zahlungsgrund "1. Anzahlung DPS" am 11. Oktober 

2001; 

- 21 - 

 Fr. 200'000.-- mit dem Zahlungsgrund "Anzahlung Trafo el. mech. Ausrüs-

tung" am 17. Dezember 2001; 

 Fr. 200'000.-- mit dem Zahlungsgrund "el. mech. Ausrüstung" am 4. Januar 

2002. 

Von diesen Mitteln wurden Fr. 240'000.-- und EUR 65'000.-- in den Erwerb von 

Obligationen investiert, deren Gegenwert später durch Verfall oder Verkauf wieder 

auf das Konto zurückfloss. Gemäss Kontoauszug wurden am 25. Januar 2002 

USD 21'000.-- in Eigenkapital der Gesellschaft Claimsnet.com investiert 

(B7.2.2.221); in das Wertschriftendepot sind freilich 84'000 Aktien mit einem Wert 

von Fr. 46'749 (Valuta Ende Jahr) eingebucht worden, allerdings erst am 

10. Dezember 2003 (B7.2.2.271/278), welche am 9. August 2004 auf das Depot 

der B. GmbH übertragen wurden (B7.2.2.213). Sodann wurden am 2. November 

2001 USD 150'000.-- für eine Investition in den "Mevion Global Growth Fund" 

(B7.2.2.220/239/242) verwendet, welche in der Bestandes-Übersicht der KK. AG 

per Ende 2002 (B8.6.2.456) verbucht ist – allerdings mit dem nicht erklärten Ver-

merk: Betrag von USD 150'000 wird zurückerstattet –, in der Performance-

Übersicht der KK. AG für das Jahr 2002 hingegen mit dem Vermerk "Titellieferung 

ausstehend" (B8.6.2.455). Am 21. Februar 2003 wurden dem Konto 

USD 126'656.-- gutgeschrieben mit der Bemerkung "95percent of est redem proc. 

of 14010939 shares Mevion…", am 22. Mai 2003 USD 14'435.-- als "redemption 

of 1410939 shares from Mevion…" am 19. Juni 2003 USD 1'800.-- als "refund 

placement fee Mevion…" (B7.2.225/226). Das Investment erscheint in der Be-

standes-Übersicht von Ende 2003 nicht mehr als solche, sondern nur noch mit ei-

ner "pendenten Differenz" von gut USD 7'000.-- (B8.6.3.24). Es scheint, dass es 

veräussert und der Gegenwert dem Bankkonto (grossmehrheitlich) gutgeschrie-

ben wurde; aus der Korrespondenz von JJ. mit dieser Gesellschaft könnte auch 

geschlossen werden, dass nur eine Rückzahlung der investierten Summe erfolgte 

(B8.6.3.201/202). 

Folgende weitere Investitionen wurden ab den Konti dieser Bankverbindung getä-

tigt, die in den Bestandes-Übersichten der KK. AG per Ende 2002 und 2003 

(B8.6.2.456; B8.6.3.24) als "noch nicht eingeliefert" verbucht waren: 

 am 1. Februar 2002 über Fr. 130'000.-- für "Zeichnung Genussrechte", wel-

che in gleicher Weise für die New York Ventures Corp. verwendet wurden 

wie beim Konto HH. (B8.6.2.412); 

 am 25. März 2002 Fr. 50'625.-- für den Erwerb von 6'000 Aktien der Campus 

Door (B7.2.2.163); 

 am 21. Mai 2003 USD 30'000.-- für den Kauf von 3'000 Aktien Serie E, wel-

che in 30'000 "common shares" der Campus Door umzuwandeln waren 

(B8.6.3.14/175); 

- 22 - 

 am 7. November 2003 Fr. 55'680.-- für den Erwerb "notes" zum Zins von 

3½ % auf Aktien der Campus Door (B7.2.2.184/213); 

 am 15. Juni 2004 USD 260'000.-- für die "note" in Pennynvest SAFI, wie 

beim Konto HH. 

Schliesslich wurden am 7. Dezember 2001 Fr. 3'000.-- in bar abgehoben 

(B7.2.2.160); ein Beleg für den Empfänger findet sich nicht bei den Akten. Am 

21. Juli 2004 gab DD. durch einen mit demjenigen von HH. identischen Brief an 

die Bank T. AG den Auftrag, Konto und Depot zu saldieren und die Werte auf das 

Konto Nr. 7 der B. GmbH zu übertragen. Die Bank überwies zwischen 9. und 12. 

August 2004 sowie am 15. Dezember 2004 insgesamt Fr. 468'241.-- und USD 

224.-- auf dieses Zielkonto (B7.2.2.216/218/235/267). Auch hier ergibt sich, dass 

die Überweisungen der B. GmbH von total 1 Mio. Fr. zu knapp der Hälfte wieder 

an diese zurückflossen und die übrigen Mittel für Bankspesen, Honorare der KK. 

AG und Werte, die ausserhalb dieser Bankbeziehung verblieben, aufgewendet 

werden; ungeklärt ist lediglich der Barbezug von Fr. 3'000.--. 

3.1.3 AA. unterzeichnete am 10. Oktober 2001 in Bratislava Eröffnungsformulare für 

eine Bankverbindung bei der Bank T. AG Küsnacht (B7.2.2.288 ff.). Am 25. Juli 

und 23. August 2001 gingen auf diesem Konto Nr. 9 je Fr. 3'000.-- ein mit der 

Anmerkung "Akquisition in der SK" respektive "Marktforschung und Marketing"; 

sie stammten vom Konto der B. GmbH Nr. 2 bei der gleichen Bank 

(B7.2.1.275/276). Aus gleicher Quelle gingen am 19. Oktober 2001 Fr. 100'000.--

 mit der Bemerkung "Ventilatoren Sirocco Vorauszahlung-Banksicherheit" und am 

10. Dezember 2001 Fr. 110'000.-- mit der Bemerkung "Mittelspannungs-Anlage 

Vorauszahlg. Performance" ein (B7.2.1.280/283). Die Kontoeröffnungsformulare 

unterzeichnete AA. freilich erst am 10. Oktober 2001 in Bratislava (B7.2.2.288 ff.). 

Den Saldo, resultierend aus diesen Einlagen, einer Zahlung von Q. + Partner AG 

vom 10. Oktober 2001 mit der Bemerkung "Provision Projekt Tunnel LL." über 

Fr. 15'000.-- (B7.2.2.304) und Zinsen, Verrechnungssteuer und Bankspesen in 

Höhe von Fr. 232'420.20 überwies die Bank auf ein Konto bei der Privatbank K. 

AG – gemäss einem schriftlichen Auftrag von AA. vom 28. August 2002 

(B7.2.2.294/305). Dieses Konto war am 22. März 2002 für AA. eröffnet worden 

und wurde als Nummernkonto geführt (Nr. 10; B7.1.2.261); unterschriftsberechtigt 

war auch dessen Ehefrau (B7.1.2.265). Die ursprüngliche Summe von 

Fr. 216'000.-- wurde am 1. November 2004 auf das Konto Nr. 7 der B. GmbH bei 

der Bank T. AG überwiesen, gemäss einem telefonischen Auftrag 

(B7.1.2.319/332). Bezüge wurden in der Zeit zwischen Ein- und Ausgang dieses 

Betrags auf dem Konto bei der Privatbank K. AG keine getätigt. 

 

- 23 - 

3.2 Ausschluss der Veruntreuung 

Indem der Beschuldigte Geschäftsführer der Gesellschaft war (B5.0.1.67), be-

schuldigt die Bundesanwaltschaft ihn primär der qualifizierten ungetreuen Ge-

schäftsbesorgung, sekundär der Veruntreuung. Art. 138 StGB kommt jedoch nicht 

in Betracht, weil der Geschäftsführer Organ der Gesellschaft ist, dem das Gesell-

schaftsvermögen folglich nicht anvertraut ist, sondern der im Namen der juristi-

schen Person handelt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1161/2013 vom 14. April 

2014, E. 2.3.1; NIGGLI, Basler Kommentar, Strafrecht II, a.a.O., Art. 138 N 36, 

211). 

3.3 Eingriff in das Vermögen 

Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die B. GmbH durch die genannten Zah-

lungen ab ihrem Konto Nr. 11 bei der Bank T. AG die Verfügung über ein Aktivum 

verloren hat. Waren die Personen, welche über die Zielkonti verfügen konnten, 

durch ein Treuhand- oder anderes Auftragsverhältnis an die B. GmbH gebunden, 

so liegt ungetreue Geschäftsbesorgung nicht vor, betrachte man die Mittel als in 

der mittelbaren Verfügung der Gesellschaft verbleibend – wie sich ja letztlich auch 

über ein Bankkonto nicht direkt, sondern nur durch Zahlungsauftrag verfügen lässt 

– oder werte man die Ansprüche aus diesem Rechtsverhältnis als gleichwertige 

Gegenleistung, was einen Schaden ausschliesst.  

Was die genannten Überweisungen auf Konti der Inhaber HH., DD. und AA. be-

trifft, so kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Kontoinhaber sich verpflich-

teten, sie der B. GmbH zur Verfügung zu halten, wie sie sie denn auch alle nicht 

als ihnen gehörend bezeichneten: HH. erklärte, er habe das Geld als Vorschuss 

für eine künftige Unternehmenstätigkeit verstanden, das er unter seinem Namen 

gehalten habe, weil Ausländer keine Immobilien in der Slowakei erwerben könn-

ten; er habe es zurückerstatten lassen, als aus diesem Projekt nichts geworden 

sei (BA 12.23.58/63). DD. qualifizierte sie als Mittel, welche zur Vorbereitung einer 

"Entwicklungstätigkeit und Realisationstätigkeit" bereitgestellt worden seien, der 

"Absender" sei ihr "Inhaber" gewesen; weil diese Vorhaben nicht realisiert worden 

seien, habe er sie zurück gegeben (BA 19.2.152-153). AA. sagte aus, das Geld 

sei wegen eines "Vertrages über die Durchführung einer Immobilientransaktion" in 

der Slowakei und zur "Vermittlung der Ausführung von Ingenieurstätigkeiten und 

Projektarbeiten" ausserhalb der Slowakei geflossen und sei, weil es nicht zu die-

sen Tätigkeiten gekommen sei, "zurück überwiesen" worden (BA 12.21.83-84/92-

93). Die Bewegungen auf diesen Konti zeigen in der Zeitspanne zwischen Juli 

2001 und 15. Dezember 2004, d.h. erstem Zufluss und letzter Überweisung an die 

B. GmbH, keine eigennützige Verwendung der Kontoinhaber, ausgenommen den 

erwähnten Bezug von Fr. 3'000.-- durch DD. (supra, E. 3.1.2). 

- 24 - 

Bei der Verwaltung der Konti von HH. und DD. spielte die KK. AG eine wesentli-

che Rolle. Fest steht, dass sie diverse Investitionen ab diesen Konti veranlasste – 

neben klassischen Werten ist auch in eher spekulativer, wenig diversifizierter 

Weise angelegt worden. Ihre eigentliche Stellung ist freilich wenig durchschaubar: 

Nach den Aussagen von JJ., einem der beiden damaligen Verwaltungsräte 

(B5.0.1.137), hat ihm der Beschuldigte HH. und DD. vorgestellt, welche der KK. 

AG die Verwaltung je ihres Bankkontos übertragen wollten. Ausserdem – wohl 

gemeint: im weiteren Verlauf – hätten diese zwei Personen mit dem Beschuldigten 

ein Abkommen getroffen, wonach sie die Mittel auf ihren beiden Konti an die B. 

GmbH überweisen würden und zwar auf ein neues Konto, das nur aus dieser 

Quelle gespiesen werden würde (BA 12.10.2–5). Über die Investition der Mittel auf 

diesem Konto wurde er nicht befragt, erwähnte aber nebenbei, HH. habe ihn in 

Begleitung des Beschuldigten etwa drei bis viermal aufgesucht, um über den 

Stand des Vermögens orientiert zu werden und Anlagerichtlinien festzulegen (BA 

12.10.10). Einige dieser unorthodoxen Anlagen wurden durch die KK. AG gehal-

ten und schliesslich dem Konto der B. GmbH zugeführt, ohne dass diesbezügliche 

Initiativen von HH. oder DD. ersichtlich sind. Tatsächlich liess der Beschuldigte für 

die B. GmbH das Konto, welches als Destination für den Abbau der formell von 

diesen zwei Personen gehaltenen Mittel fungierte (supra, E. 3.1.1 und 3.1.2), am 

26. Juli 2004 eröffnen und bevollmächtigte für dessen Verwaltung die KK. AG 

(B7.2.2.15/16/ 22/23). Die Mittel auf den Konti von DD. wurden nicht investiert, 

aber die Bankunterlagen gingen, wenigstens anfänglich direkt an den Beschuldig-

ten. Schliesslich ist nicht zu übersehen, dass die Konti dieser Personen alle beim 

gleichen Bankinstitut, nämlich der Bank T. AG, geführt wurden, wo auch die Konti 

der B. GmbH bestanden – ganz im Gegensatz zu den Konti im Zusammenhang 

mit dem Trust D. (dazu infra, E. 4). 

Wenn in der Zwischenzeit ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten im Kanton 

Zürich wegen Bestechung eingeleitet wurde, so war er darin zwar nicht einbezo-

gen, aber darüber doch informiert; denn sonst wäre es nicht auf zivilrechtlicher 

Ebene im Dezember 2004 zu einem Vergleich mit Desinteresse-Erklärung des 

Kontrahenten R. gekommen (vgl. supra, E. 1.2.1). Das lässt es nicht ausschlies-

sen, dass der Beschuldigte ein allfälliges Expansionsvorhaben abbrach, jedenfalls 

die an HH., DD. Und AA. geleiteten Mittel zurückgeführt haben wollte, und dass 

diese Personen im Hinblick auf jenes Verfahren so handelten, nicht weil sie die 

Mittel durchwegs fremdnützig hielten. Es bleiben im Lichte all dieser Umstände je-

doch Zweifel, ob die B. GmbH durch die Zahlungen an sie die Verfügung verloren 

und daher eine Vermögenseinbusse erlitten hat. Diese Ungewissheit wird nicht 

durch den Umstand ausgeräumt, dass die fraglichen Konti mit Zahlungen geäuf-

net wurden, welche andere Gründe anführten als den von den Direktoren der L. 

genannten Zweck (vgl. supra, E. 3.1) und offensichtlich mit ihrer beruflichen Tätig-

- 25 - 

keit nicht zusammenhingen: Solche Gründe können sehr wohl auch fiskalischer 

Natur sein. 

3.4 Schaden 

3.4.1 Der Tatbestand von Art. 158 Ziff. 1 StGB setzt einen Schaden voraus. Als solchen 

versteht man allgemein eine Verminderung der Aktiven, eine Vermehrung der 

Passiven oder – wenn für eine Ausgabe ein Gegenwert erworben wird – ein nega-

tiver Saldo zwischen Leistung und Gegenleistung (VEST, in Ackermann/Heine, 

Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, Hand- und Studienbuch, Bern 2013, § 13.172 

mit § 13.139). Die Vermögensgefährdung genügt deshalb grundsätzlich nicht. Ei-

ne Ausnahme ist dann zu machen, wenn die Realisation eines Wertes so stark 

gefährdet ist, dass dieser nicht voll bilanziert werden kann, sondern unter wirt-

schaftlicher Betrachtungsweise nur zum Teil oder gar nicht, respektive dass eine 

teilweise oder vollständige Wertberichtigung im Umfang des gefährdeten Wertes 

erforderlich ist (BGE 129 IV 124 E. 3.1). Das wird etwa im Fall angenommen, da 

bei einem durch den Geschäftsführer erteilten Darlehen des Geschäftsherrn der 

Rückleistungsanspruch wegen der Vermögenslage des Darlehensnehmers zum 

vornherein nicht voll gewährleistet ist (BGE 122 IV 279 E. 2c). 

3.4.2 Die Bundesanwaltschaft bezeichnet als Zweck der Zahlungen die Bestechung der 

genannten Personen. Sie wirft dem Beschuldigten vor, dadurch das Vermögen 

der B. GmbH in dreifacher Hinsicht gefährdet zu haben: durch den drohenden 

Ausschluss aus Submissionsverfahren, durch die Beeinträchtigung des geschäftli-

chen Ansehens der Firma und durch den Verlust des Rückforderungsrechts ge-

genüber den Empfängern. Die ersten beiden Alternativen machen keine buchhal-

terische Rückstellung nötig: Die Aussicht, im Wege der Submission zu einem Ge-

winn zu kommen, stellt keinen bilanzfähigen Wert dar, weil Gewinne erst verbucht 

werden dürfen, wenn sie realisiert sind (so zu dem kraft Art. 801 OR massgebli-

chen Aktienrecht FORSTMOSER/MEIER-HAYOZ/NOBEL, Schweizerisches Aktien-

recht, Bern 1996, § 50.231; NEUHAUS/BLÄTTLER, Basler Kommentar, Obligationen-

recht II, 4. Aufl., Basel 2012, Art. 960 N 23 f.; beide Gesetzesbestimmungen in der 

Fassung bis 31. Dezember 2012); somit steht auch eine Wertberichtigung ausser 

Frage. Das geschäftliche Ansehen wiederum kann ein bilanzfähiges Aktivum dar-

stellen, ausser wenn es originärer Art, also durch das Unternehmen selbst ge-

schaffen worden ist (NEUHAUS/BLÄTTLER, a.a.O., Art. 663a N 41). Im zweiten Fall 

haben also Vermehrung und Verminderung des geschäftlichen Ansehens eines 

Unternehmens infolge seiner Geschäftsabwicklung, erst recht eine Gefährdung, 

ausserhalb der Bilanz zu bleiben. Selbst nach den Schweizer Fachempfehlungen 

zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER), einem von der aktienrechtlichen Rege-

lung abweichenden Normwerk, darf ein durch das Unternehmen nicht erworbener, 

sondern kreierter Wert nur bilanziert werden, wenn die zur Erschaffung aufge-

- 26 - 

wendeten Kosten gesondert erfasst und quantitativ "gemessen" werden können 

(BOEMLE/LUTZ, Der Jahresabschluss: Bilanz, Erfolgsrechnung, Geldflussrech-

nung, Anhang, 5. Aufl., Zürich 2008, S. 338 f. mit 80 f.). 

3.4.3 Es bleibt also die dritte der in der Anklageschrift genannten Schadensvarianten zu 

prüfen, wobei die "Rückforderung" nicht auf den Rechtsgrund ungerechtfertigter 

Bereicherung beschränkt ist. Was die direkten Zahlungen an die Direktoren der L. 

betrifft, so macht weder die Anklageschrift geltend noch ist ersichtlich, dass die 

Empfänger ausserstande gewesen wären, sie zurück zu geben. Der Schaden wird 

vielmehr darin erblickt, dass die B. GmbH kein Recht auf Rückleistung gehabt ha-

be. Nach Darstellung der involvierten Personen sollen die Direktoren Gelder an-

genommen und angelegt haben, die für eine künftige gemeinsame Investitionstä-

tigkeit bestimmt gewesen seien. Entspräche dies den Tatsachen, so würde es 

sich um Leistungen der B. GmbH in Sicht auf ein ins Auge gefasstes, aber noch 

nicht rechtsgeschäftlich verfasstes Ziel handeln; solche Anzahlungen erachtet die 

Praxis als Fall einer Leistung aus nicht verwirklichtem Grund, welche nach Art. 62 

Abs. 2 OR sehr wohl einen Bereicherungsanspruch verleiht (BGE 119 II 20 E. 2a). 

Wollte man andererseits als Grund für die Zahlungen das Bedürfnis erachten, Mit-

tel der B. GmbH auf ein sog. schwarzes Konto auszulagern, aber gleichwohl noch 

zur Verfügung zu haben, so läge ein irregulärer Hinterlegungsvertrag nach Art. 

481 OR vor. Dies nämlich selbst dann, wenn man nicht so weit gehen möchte wie 

das Bundesgericht, welches sogar alle Spareinlagen diesem Vertragstyp unter-

wirft (BGE 100 II 153 E. c); denn das für die Gegenmeinung relevante Interesse 

am Gelddepot (HUGUENIN, Obligationenrecht, Allgemeiner und Besonderer Teil, 2. 

Aufl., Zürich 2014, N 3534) lag einseitig bei der B. GmbH (für Banken entsteht ein 

Interesse des Aufbewahrers erst durch den konstanten Bodensatz an Einlagen, 

EMCH/RENZ/ARPAGAUS, Das Schweizerische Bankgeschäft, 7. Aufl., Zürich 2011, 

N 1443 ff.). Beim Hinterlegungsvertrag besteht jedoch eine obligatorische Rück-

leistungspflicht (Art. 475 Abs. 1 i.V.m. Art. 481 Abs. 1 und 2 OR). 

Sollte der Zweck der Zahlungen an die Direktoren der einer Bestechung gewesen 

sein, so wäre – insofern dies nicht aus prozessualen Gründen ausser Acht gelas-

sen werden muss (supra, E. 1.2.3) – tatsächlich eine Rückforderung gemäss Art. 

66 OR ausgeschlossen: Das Bundesgericht hat sie zwar bis BGE 134 II 438 auch 

für Leistungen, die aufgrund eines rechts- oder sittenwidrigen Vertrags erbracht 

wurden, verneint (E. 3), aber den Bereicherungsanspruch durchwegs jedenfalls 

dann verneint, wenn solche eine rechts- oder sittenwidrige Handlung zu fördern 

bezweckte (BGE 102 II 401 E. 4a m.H.; h.M. etwa RÜEDY, Berner Kommentar, Art. 

62-67 OR, Bern 2011, Art. 66 N 328; SCHULIN, Basler Kommentar, Obligationen-

recht I, 5. Aufl., Basel 2011, Art. 66 N 3), als welche eine durch "ungebührliche" 

Leistung begünstigte Amtshandlung gelten müsste. Für diesen Fall wäre freilich 

nicht nur zu fragen, ob diese Rechtsfolge auch dem international-privatrechtlich 

- 27 - 

wenigstens partiell massgeblichen (Art. 128 Abs. 2 IPRG) liechtensteinischen 

Recht entspricht, sondern ob die dank einer solchen Amtshandlung erwirtschafte-

ten Netto-Honorareinnahmen eine gleichwertige Gegenleistung zum Beste-

chungsaufwand bildeten. Dafür spricht die allgemeine Lebenserfahrung, welche 

von einer per Saldo lukrativen Tätigkeit auch in freien Berufen ausgeht. Immerhin 

wurden in konstanter Praxis Schmiergelder eines Unternehmens als Gewinnungs-

kosten anerkannt (BGE 124 II 129 E. 3c); das heutige explizite Hindernis von Art. 

27 Abs. 3 DBG ist das Ergebnis einer politischen Entscheidung, nicht einer ande-

ren wirtschaftlichen Anschauung über die unternehmerische Nützlichkeit solcher 

Ausgaben. Indessen zeigt die steuerliche Veranlagung, dass B. GmbH in der frag-

lichen Periode (2001-2002) selbst ohne Aufrechnung dieser Zahlungen einen 

Gewinn erwirtschaftete (vgl. BA 4.126-129), der kaum nur durch die Arbeit an an-

deren Projekten erzielt worden sein dürfte. Jedenfalls ist das Gegenteil nicht er-

wiesen. Damit wäre es auch unter der dritten der in der Anklageschrift angeführ-

ten Alternativen nicht zu einer Schädigung der B. GmbH gekommen. 

3.5 Absicht 

Handelt der Täter mit der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu be-

reichern, so kann er mit Freiheitsstrafe von einem bis fünf Jahren bestraft werden 

(Art. 158 Ziff. 1 al. 3 StGB).  

Bei den Direktoren der L. ist es zu keiner Bereicherung gekommen. Ob sich eine 

solche bei der KK. AG oder weiteren Personen ergab, ist nicht zu prüfen, weil 

Derartiges die Anklageschrift nicht dartut. Damit wäre eine ungetreue Geschäfts-

besorgung, unabhängig vom Mangel an Tatbestand, verjährt (Art. 97 Abs. 1 lit. c 

StGB in der massgeblichen – Art. 389 StGB – Fassung bis Ende 2013). 

3.6 Ergebnis 

Der Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung ist im Kontext C. nicht erfüllt. 

4. Ungetreue Geschäftsbesorgung im Kontext D. 

4.1 Eingriff in das Vermögen 

Damit stellt sich die Frage, ob die B. GmbH über die Mittel, welche diese auf ein 

Bankkonto von D. überwies, weiterhin verfügte, weil der Empfänger verpflichtet 

war, sie der B. GmbH jederzeit zur Verfügung zu halten, ob mit anderen Worten 

ein Treuhandverhältnis bestand wie im Kontext C. (dazu supra, E. 3.3). 

- 28 - 

In diesem Zusammenhang ist wesentlich, dass die Verwalterin von D. bei der 

Kontoeröffnung sich selbst nur Kollektivunterschrift, DD. und dem Beschuldigten 

Einzelunterschrift einräumte (supra, E. 2.1). Ihre Kompetenz, D. alleine zu vertre-

ten, konnte sie jederzeit einsetzen, diese Vollmachten zu widerrufen und damit 

dem Beschuldigten den direkten Zugriff auf das Konto zu verwehren. Ein Treu-

handverhältnis könnte unter diesen Umständen immer noch dann angenommen 

werden, wenn EE. ihrerseits verpflichtet war, das Konto im ausschliesslichen Inte-

resse der B. GmbH oder des Beschuldigten als deren Organ zu verwalten. Aller-

dings sind ausser der wirtschaftlichen Berechtigung keine anderen Treuhandver-

hältnisse hinsichtlich des Trusts erwiesen: Die schriftlichen Unterlagen zeigen, 

dass D. am 5. April 2002 im Auftrag des Beschuldigten gegründet wurde; EE. um-

schrieb am 3. Mai 2002 auf einer internen Notiz den "Kunden", als Geschäftsfüh-

rer und "Alleinaktionär (…) einer schweizerischen GmbH" (B5.0.2.71). Der Be-

schuldigte selbst bezeichnete im Gründungsauftrag vom 14. Februar 2002 DD. als 

wirtschaftlich Berechtigten (B5.0.2.70). Die B. GmbH hätte also nur über die Mittel 

weiterhin verfügen können, wenn DD. sie treuhänderisch für sie gehalten hätte. 

Das aber wird von diesem verneint: In seiner Befragung wollte er sich an die 

Gründung von D. nicht mehr erinnern können; er wisse auch nicht, ob er alleiniger 

Inhaber der Firma gewesen sei, jedenfalls habe er sie an GG. verkauft (BA 

19.2.150). Darauf angesprochen, dass das Bankkonto von D. zum grössten Teil 

für Überweisungen auf sein eigenes Konto und auf eines von AA. – beide bei der-

selben Bank – verwendet worden sei, erklärte er, dies sei aufgrund eines Kredits 

von D. an ihn und AA. geschehen (BA 19.2.1055 ff.).  

Was den "Verkauf" von D. an GG. angeht, so handelt es sich dabei um eine nach-

trägliche Konstruktion: Gemäss den bei der Verwaltung von D. beschlagnahmten 

Dokumenten mit Datum vom 26. April 2002 (BA 12.1.56/58) soll DD. die Rechte 

am D. Trust auf GG. übertragen haben, teilte dies der Verwaltungsrätin aber erst 

mehr als vier Jahre später mit (BA 18.2.1540). Ausserdem hat sich die wirtschaft-

liche Berechtigung für das Konto von D. bei der Privatbank K. AG, wohin die Zah-

lung floss, bis Ende 2008 nicht geändert (BA 12.22.116). Demzufolge stand die-

ses Geld unverändert DD. zur Verfügung, auch wenn neben ihm der Beschuldigte 

Einzelunterschrift und ausserdem EE. Kollektivunterschrift hatten (B7.1.1.30). 

Dass übrigens E. am 13. Februar 2006 schriftlich bestätigte, bezüglich "sämtli-

chen Zahlungen seitens der B. GmbH an die D. (…) wirtschaftlich an sämtlichen 

Mitteln berechtigt" zu sein (BA 12.19.16), entspricht kaum den Fakten, ist aber im 

zeitlichen Kontext irrelevant. Jedenfalls ist DD. als Treuhänder der B. GmbH be-

züglich der an D. transferierten Mittel von 1,67 Mio. Fr. auszuschliessen, wenn 

nicht einmal er selbst sich als solchen gesehen hat. Ob der Eigennutzen an dieser 

Zahlung in einem Darlehensvertrag oder in Anderem gelegen hat, ist in diesem 

Zusammenhang irrelevant. Jedenfalls wurde mit ihr in das Vermögen der B. 

GmbH eingegriffen. 

- 29 - 

4.2 Schaden  

Hinsichtlich der Zahlungen an D. ist ein Anspruch aus ungerechtfertigter Bereiche-

rung nicht entstanden: Sie wurden getätigt, um einen angeblichen Honoraran-

spruch von GG. zu erfüllen, den dieser für verschiedene Dienstleistungen gehabt 

haben soll (supra, E. 2.1). Diesbezügliche Versicherungen sind nicht frei vom An-

schein, konstruiert zu sein. Namentlich ist schwer ersichtlich, weshalb GG. über 

Jahre, d.h. zwischen 1997 und 2002, kein Honorar für seine Dienste beansprucht 

haben soll, obwohl der Vertrag die Vergütung eines jeden einzelnen vorgesehen 

hatte (B5.0.4.193). Jedenfalls lagen auf dem Schweizer Konto der B. GmbH ab 

anfangs Dezember 2001 bis zur schliesslichen Überweisung stets mehr Mittel, als 

zum Ausgleich der Zahlung erforderlich gewesen wäre (B7.2.1.282 ff.). Die an D., 

nach ihrer angeblichen Übernahme durch GG., seitens der B. GmbH geleistete 

Zahlung entsprach dem Saldo der Rechnung, welche D. mit Datum vom 30. Mai 

2002 (BA 10.101) an B. GmbH gerichtet und die nach Aussage der Geschäftsfüh-

rerin möglicherweise GG. Verfasst hatte (BA 12.1.29). Das war 20 Tage nach ei-

ner Abtretung aller Rechte der G. Ltd., GB, aus einem Vertrag zwischen dieser 

und der B. GmbH, der seinerseits vom gleichen Monat datiert (B5.0.5.81; 

B5.0.4.81 ff.). Bemerkenswert ist vor allem, dass der Letztere als Vergütung eine 

Beteiligung von 20% auf allen Leistungen an die B. GmbH aus dem Projekt des 

Tunnelprojekts "N." vorsah, als Zahlungsziel jedoch 15 Werktage ab Rechnungs-

tellung der G. Ltd. fixierte. Nun ist die Faktura von D. zwar als Saldorechnung ab-

gefasst für die Periode von Juni 2001 bis Mai 2002, und die Berechnung basiert 

auf angeblichen Einkünften der B. GmbH über 11,67 Mio. Fr. Die als Teilleistung 

pro 2002 vermerkte Zahlung wurde tatsächlich am 8. Januar 2002 getätigt 

(B7.2.1.285), auf der Grundlage der ersten von drei undatierten Rechnungen der 

G. Ltd. an die B. GmbH (B5.0.114–116), die allerdings nicht 20%, sondern nur 

15% der (eingegangenen) Leistungen entspricht. Auffälligerweise entspräche der 

Rechnungsbetrag von Fr. 664'000.-- 15% von Fr. 4'426'667.--, wogegen effektiv 

auf dem Konto der B. GmbH ab der slowakischen Bankverbindung des Konsorti-

ums nur 2,17 Mio. Fr. eingingen. Eine vernünftige Erklärung dafür, weshalb im 

Vertrag zwischen B. GmbH und G. Ltd. eine Beteiligung von 20% abgemacht, 

aber in den drei von ihr ausgestellten Fakturen bloss 15% berechnet wurden und 

weshalb die B. GmbH bereits 16 Monate vor dem Vertragsdatum leistete, ist nicht 

ersichtlich. Schliesslich ist kein innerer Zusammenhang zwischen den angebli-

chen Honoraransprüchen von GG. gegenüber dem Beschuldigten und der Höhe 

des Saldos eines Vergütungsanspruchs der G. Ltd. gegenüber der B. GmbH er-

sichtlich. Dabei kommt es nicht darauf an, ob D. selbst Gläubiger einer Honorar-

verpflichtung gewesen wäre oder ob GG. die B. GmbH anwies, einen ihr gegen-

über bestehenden Anspruch durch Zahlung an D. zu tilgen (Art. 468 Abs. 2 OR). 

- 30 - 

Nach alledem liegen keine Anzeichen vor, dass die B. GmbH mit der Zahlung vom 

3. Juni 2002 über 1,67 Mio. Fr. an D. eine effektiv bestehende Schuld erfüllte, 

dass also die Aktivenminderung durch eine entsprechende Passivenminderung 

aufgewogen wurde. Als Gegenwert zu diesem Vermögensabgang erwuchs ihr vor 

allem kein Kondiktionsanspruch: Dieser setzt einen Irrtum über das Bestehen ei-

ner entsprechenden Verpflichtung voraus (Art. 63 Abs. 1 OR). Ein solcher liegt 

nicht vor, hatte der Beschuldigte doch alle Informationen, die darüber entschie-

den, ob GG. etwas zugute hatte oder nicht. Damit liegt ein tatbestandsmässiger 

Schaden vor. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschuldigte den Tatbestand der unge-

treuen Geschäftsbesorgung durch die Zahlung vom 3. Juni 2002 in Höhe von 1,67 

Mio. Fr. an D. objektiv erfüllte. Für die von DD. genannte Grundlage eines Darle-

hensvertrages ergaben sich keine Beweise. Er würde auch nicht die Zahlung der 

B. GmbH an D. von 1,6 Mio. Fr. stützen, sondern höchstens die Weitergabe eines 

Teils dieser Summe an ihn und AA. Der B. GmbH erwuchs folglich auch kein obli-

gatorischer Anspruch im Gegenwert der Vermögenshingabe. 

4.3 Absicht 

Hinsichtlich der Zahlung an D. behauptet die Anklage, die Direktoren DER L. sei-

en bereichert worden. In diesem Zusammenhang kommen nur DD. und AA. in 

Frage. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschuldigte zulasten der B. 

GmbH den Betrag von 1,67 Mio. Fr. an D. auszahlte und dass davon 1,375 Mio. 

Fr. an DD. weiter gingen, Fr. 278'000.-- und EUR 30'000.-- an AA. Der Betrag 

wurde diesen voll, aber ohne ersichtlichen Anspruch darauf zur Verfügung ge-

stellt. An B. GmbH ist diese Summe nicht zurückgeflossen, sondern nur an D. 

(supra, E. 2.1 am Ende). Die Bereicherung ist damit erstellt. 

4.4 Ergebnis 

Es gibt keinen Umstand, welcher bezweifeln liesse, dass der Beschuldigte in 

Kenntnis der Tatelemente, also vorsätzlich handelte. Er hat sich folglich der quali-

fizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung hinsichtlich der Zahlung von 1,67 Mio. 

Fr. an D. schuldig gemacht, ist von dieser Anklage im Übrigen jedoch freizuspre-

chen. 

 

 

- 31 - 

5. Urkundenfälschung 

5.1 Anklage 

Die Anklageschrift bezeichnet als Urkunden im Zusammenhang mit D.: 

 "Geschäftsbücher 2002"; 

 "Consulting services agreement" B. GmbH / G. Ltd. vom Mai 2001;  

 "Agreement on cession" vom 10. Mai 2002;  

 Rechnung D. vom 30. Mai 2002; 

 

Und im Zusammenhang mit C.: 

 "Geschäftsbücher 2001/2002"; 

 "Geschäftsbücher 2004/2005"; 

 Repräsentanzvertrag vom 27. April 2001; 

 Brief B. GmbH / C. vom 25. November 2003. 

5.2 Allgemeine Bemerkungen 

5.2.1 Begriff der Urkunde 

Nach Art. 251 StGB Ziff. 1 al. 2 StGB ist die Urkundenfälschung in zwei Hand-

lungsvarianten strafbar: Bei der materiellen Fälschung wird eine unechte Urkunde 

hergestellt, indem ihr entweder der Anschein eines anderen als des wirklichen 

Ausstellers verliehen wird oder indem ihr Inhalt abgeändert wird, ohne dass dies 

dem Willen des Ausstellers entspricht. Die intellektuelle Fälschung liegt darin, 

dass der Inhalt der Urkunde von der Wirklichkeit abweicht. Für beide Varianten 

bestimmt Art. 110 Abs. 4 StGB, was als Urkunde zu gelten hat, nämlich dass die 

Schrift bestimmt und geeignet sei, Beweis zu erbringen. Auf diese Weise verlangt 

die Strafbarkeit mehr als den blossen Anschein der Realität, welchen jede Äusse-

rung entfaltet, sie verlangt nicht nur den höheren Grad, den die schriftliche Äusse-

rung gegenüber der mündlichen hat, sondern ein besonderes Vertrauen auf die 

Wahrhaftigkeit der schriftlichen Äusserung, die in der Qualität ihres Autors be-

gründet ist. Diese vor allem in der Verpflichtung von Personen, denen in der Do-

mäne, zu welcher die Urkunde gehört, obliegt, den Wahrheitsgehalt einer schrift-

lich niedergelegten Information zu überprüfen. Dabei handelt es sich um eine im 

Recht eingebettete, wenngleich nicht notwendigerweise begründete, Obliegenheit; 

die geschäftliche Usanz, Schriften einer bestimmten Kategorie als glaubwürdig 

hinzunehmen, genügt nicht (BGE 132 IV 12 E. 8.1; BOOG, Basler Kommentar, 

Strafrecht II, a.a.O., Art. 251 N 84). 

- 32 - 

Die kaufmännische Buchhaltung impliziert eine solche Garantie, weil auf ihren Er-

gebnissen die Rechnung beruht, die wiederum einem Aussenstehenden ein zu-

verlässiges Urteil über die wirtschaftliche Lage erlauben muss (Art. 957a f. OR). 

Wenn die Rechnung durch die Unternehmensspitze und die intern mit der Rech-

nungslegung betraute Person unterzeichnet werden muss, so ergibt sich daraus 

eine gesetzliche Prüfungspflicht. Was die Buchhaltungsbelege betrifft, so hat das 

Bundesgericht in verschiedenen Entscheiden befunden, die erhöhte Beweiskraft 

komme ihnen nicht per se zu, so etwa der Zahlungsanweisung eines Beamten 

aus dem Fachbereich der Staatsverwaltung oder den beglichenen Rechnungen – 

obwohl sie in die Staatsbuchhaltung einfliessen (BGE 117 IV 286 E. 6b/c; 131 IV 

125 E. 4.2). Solchermassen wird berücksichtigt, dass die Garantiefunktion erst in-

folge der Prüfung durch die Gewährsperson und damit für die Buchhaltung ent-

steht, nicht in Hinsicht auf das Objekt der Prüfung, nämlich den Beleg. In BGE 138 

IV 130 E. 2.4.2 wird diese Praxis bestätigt, aber eine Urkundenfälschung aus-

nahmsweise dann angenommen, wenn sie "in erster Linie auch als Beleg für die 

Buchhaltung der Rechnungsempfängerin bestimmt ist." Diese Bestimmung setze 

voraus, dass der Rechnungssteller mit dem Rechnungsempfänger oder seinem 

Organ zusammenwirke und auf dessen Initiative eine inhaltlich unwahre Rech-

nung erstelle (E. 2.4.3). Ein Vertrag ist grundsätzlich kein Buchhaltungsbestand-

teil, wenn er synallagmatisch ist, weil die Leistungspflicht die Erfüllung durch die 

Gegenpartei voraussetzt (Art. 82 OR). Jedenfalls kann die erhöhte Beweisfunktion 

sich nicht allein aus dem Umstand ergeben, dass ein Vertrag zur Dokumentation 

einer Buchhaltung hinzugefügt wurde (BOOG, a.a.O., N 97). 

5.2.2 Unwahrheit 

Die Anklageschrift bezeichnet manche Dokumente als "fiktiv". Aus dem Kontext 

ergibt sich jedoch, dass der Vorwurf nicht im Erstellen einer unechten Urkunde, 

d.h. dem Fälschen der Identität des Ausstellers liegt, sondern darin, dem Doku-

ment einen der Realität widersprechenden Inhalt gegeben zu haben. Die Unwahr-

heit muss sich freilich aus dem Inhalt der Urkunde selbst ergeben. Tatsachen, 

welche bloss mittelbar aus dem Inhalt eines Schriftstückes hervorgehen, sind 

nicht konkludent "mitbeurkundet" (BOOG, a.a.O., N 74; STRATENWERTH/BOMMER, 

a.a.O., § 36.32), so z.B. die tatsächlichen Voraussetzungen eines schriftlich erteil-

ten Jagdpatentes (BGE 80 IV 112 E. 2), die tatsächlichen Voraussetzungen der 

Ehefähigkeit in der Zivilstandsurkunde im Eheregister (BGE 131 IV 125 E. 4.5) 

oder die Handlungsfähigkeit bei einem in Schriftform abgeschlossenen Rechtsge-

schäft. 

 

 

- 33 - 

5.2.3 Subjektive Voraussetzungen der Strafbarkeit 

Die Urkundenfälschung ist ein Vorsatzdelikt. Ausserdem ist eine besondere Ab-

sicht vorausgesetzt, nämlich jemanden am Vermögen oder anderen Rechten zu 

schädigen oder sich oder einem Dritten einen unrechtmässigen Vorteil zu ver-

schaffen (Art. 251 Ziff. 1 al. 1 StGB). Unter den Letzteren fällt schlechthin jede 

"Besserstellung" (BGE 129 IV 53 E. 3.3). Dementsprechend ist in der Praxis die 

Absicht bejaht worden, wenn der Täter seine Kreditwürdigkeit bei der Bank mittels 

eines falschen Jahresabschlusses erhöhen wollte (Urteil des Bundesgerichts 

6S.147/2003 vom 30. April 2005, E. 3) oder wenn er die Wahrheitsfindung in ei-

nem Strafverfahren behindern wollte (BGE 129 IV 29 E. 2c). Die besondere Ab-

sicht ist jedoch zu unterscheiden von den Gesichtspunkten, welche für die Ab-

grenzung der Urkundenfälschung nach Art. 251 StGB vom Steuerbetrug (infra, 

E. 6) massgeblich sind. Auch diese liegen in dem mit dem Schriftstück anvisierten 

Verwendungszweck. Liegt dieser ausschliesslich in einer fiskalischen Besserstel-

lung, so ist zwar eine Absicht gemäss Art. 251 Ziff. 1 al. 1 StGB gegeben, aber 

dieser Tatbestand tritt hinter das Fiskaldelikt zurück (BGE 133 IV 303 E. 4.8; 

STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., § 37.60; PIETH, Strafrecht Besonderer Teil, Ba-

sel 2014, S. 224).  

Grundsätzlich steht der Strafbarkeit nicht im Wege, dass die Vorstellung des Tä-

ters auf eine ungewisse Ausgangslage seines Handelns oder einen ungewissen 

Erfolg ausgerichtet ist; der sogenannte Eventualvorsatz ist dem direkten gleichge-

stellt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). Hingegen reicht es für eine vom Gesetz ver-

langte besondere Absicht nicht aus, dass der entsprechende Erfolg nur möglich-

erweise wegen der Handlung eintrete; vielmehr muss gerade auf diesen der 

Handlungswille des Täters ausgerichtet sein (BGE 101 IV 177 E. II/8; NIG-

GLI/MAEDER, Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 12 N 80; 

STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 

4. Aufl., Bern 2011, § 9.124). Das Bundesgericht hat ursprünglich die objektive 

Eignung einer Urkunde für den ausserfiskalischen Bereich genügen lassen; das 

Handlungsmotiv spiele keine Rolle (BGE 103 IV 36 E. 4). Später liess es genü-

gen, dass dem Täter eine solche bewusst war (BGE 106 IV 38 E. 1b). Schliesslich 

verlangte es, dass er sie "beabsichtigte oder zumindest in Kauf nahm", erachtete 

jedoch eine "erkennbare Verwendbarkeit" als ein solches In-Kauf-Nehmen (BGE 

108 IV 27 E. 3b). Neuerdings betont es zwar, dem Täter müsse "nachgewiesen" 

sein, dass er "mit seiner Fälschung oder Falschbeurkundung nicht nur einen steu-

erlichen Vorteil erstrebte, sondern auch eine – objektiv mögliche – ausserfiskali-

sche Verwendung des Dokuments (…) zumindest in Kauf nahm" (BGE 133 IV 303 

E. 4.5). Nachdem das höchste Gericht die frühere, objektivistische Sicht auf das 

Dokument als entscheidend für die ausserfiskalische Zielsetzungen erachtete und 

sich in mehreren Entscheiden hin zu einem Abstellen auf die persönlich-konkrete 

- 34 - 

Motivation bewegt hat, kann nicht angenommen werden, es sei neuerdings dazu 

zurückgekehrt, auch wenn BGE 138 IV 130 E. 3.2.4 durch die Wendung "eine 

Täuschung Dritter wird bei der Erstellung einer unwahren Buchhaltung in der Re-

gel in Kauf genommen", so gelesen werden könnte; dort ging es gerade nicht um 

die Abgrenzung zwischen gemeinem und Steuerstrafrecht. Das ist umso weniger 

zu vermuten, als es die tatbestandsmässigen Absichten bei anderen Delikten im 

Sinne des dolus 1. Grades versteht und deshalb etwa beim Betrug auf der subjek-

tiven Seite beim Täter voraussetzt: Es "genügt (…) nicht, dass die Erlangung des 

Vermögensvorteils nur eine notwendige, dem Täter vielleicht sogar höchst uner-

wünschte Nebenfolge eines von ihm erstrebten anderen Erfolges ist (BGE 105 IV 

330 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 6B_689/2010 vom 25. Oktober 2010, E. 4.1); 

bloss die Gewissheit, dieses Ziel zu erreichen, darf fehlen: "Er will die Bereiche-

rung für den Fall, dass sie eintritt" (BGE 101 IV 277; im Ergebnis ebenso STRA-

TENWERTH, a.a.O., § 9.126 und NIGGLI/MAEDER, a.a.O., Art. 12 N 79). 

5.3 Kontext D. 

5.3.1 Jahresrechnung 2002 

Die für Urkunden vorausgesetzten Garantiemerkmale liegen vor. Was den Inhalt 

angeht, so sind als Aufwand zwei Zahlungen der B. GmbH an die G. Ltd. ver-

bucht, nämlich am 8. Januar in Höhe von Fr. 664'000.-- und am 3. Juni in Höhe 

von 1,67 Mio. Fr. (B4.0.2.88). Die Anklageschrift macht nur die zweite zum Ge-

genstand und führt aus, die Zahlung sei effektiv an D. ausgerichtet, in der Buch-

haltung indessen als Aufwand mit der Angabe "G. Ltd. – Vermittlungsgebühr 2. 

Teil" erfasst worden. In der Tat findet sich in der Aufwandrubrik 3000 "Leistungen 

Dritter" der von der Anklage erwähnte Eintrag per 3. Juni 2002 (B4.0.2.63/88). Die 

Zahlung erscheint mit der gleichen Angabe im Bestandeskonto 1020 als Überwei-

sung aus dem Bankkonto der B. GmbH (B4.0.2.66). Tatsächlich zahlte die Bank 

jedoch an die D. – und zwar aufgrund einer diesbezüglichen schriftlichen Anwei-

sung des Beschuldigten – mit dem Zahlungsgrund "Vorauszahlung für Ventilato-

ren" (B7.2.1.290/439). Selbst wenn man ihm zugutehalten könnte, dass wegen 

der Zession vom 10. Mai 2002 der Aufwand der G. Ltd. zugeschrieben werden 

sollte und die Buchung im Bestandeskonto 1020 den Zahlungsempfänger weder 

auswies noch ausweisen musste, so war der Zahlungsgrund nicht Schuldentil-

gung, sondern Investment (vgl. infra, E. 5.3.4). Die Jahresrechnung 2002 ent-

spricht in diesem Punkt nicht der Realität und ist Gegenstand einer Falschbeur-

kundung.  

Was die tatbestandsmässige Absicht betrifft, so führt die Anklageschrift in 

Ziff. 1.3.1 lit. d und e aus, der Beschuldigte habe verhindern wollen, dass die Zah-

lungen als Gewinnausschüttung oder als geschäftsmässig unbegründeter Auf-

- 35 - 

wand "erkannt" würden; unter lit. e heisst es ausserdem, es sei angestrebt worden 

"dadurch der B. GmbH einen Steuervorteil [zu] verschaffen". Was den ausserfis-

kalischen Bereich betrifft, so wird behauptet, der Beschuldigte habe in Kauf ge-

nommen, dass durch eine ausserfiskalische Verwendung "namentlich Banken, 

andere Gläubiger oder Geschäftspartner über die wahre Vermögenslage der Ge-

sellschaft und die mit dem Geschäftsbetrieb zusammenhängenden Schuld- und 

Forderungsverhältnisse getäuscht werden könnten" (lit. d). Die abstrakte Möglich-

keit einer ausserfiskalischen Verwendung dieses Schriftstückes genügt allerdings 

für einen Schuldspruch nach Art. 251 StGB nicht (supra, E. 5.2.3). Eine konkrete 

derartige Zielsetzung ist weder ersichtlich nachgewiesen, noch naheliegend: Vor-

weg mangelt der Anklage insofern die erforderliche Präzision, indem sie nicht dar-

legt, ob beabsichtigt gewesen sei, die B. GmbH zu bevorteilen oder ihre Ge-

schäftspartner zu benachteiligen. Vor allem steht die Gesellschaft wirtschaftlich 

gleich da, verwende sie einen Mittelzufluss für Investitionszwecke oder zur Schul-

dentilgung. Es fehlt also das tatbestandsmässige Objekt. 

5.3.2 "Consulting services agreement" B. GmbH / G. Ltd. vom Mai 2001 

Dieser Vertrag lässt zwar einen beidseitigen Leistungswillen erwarten. Dieser ist 

jedoch ein im Dokument nur implizit enthaltener Umstand. Selbst wenn er fehlt, ist 

die Urkunde deshalb nicht falsch; jedenfalls sind die für materielle Urkundenfäl-

schung erforderlichen erhöhten Beweisanforderungen bezüglich einer Zahlungs-

pflicht der B. GmbH nicht gegeben. Es fehlt diesem Schriftstück die Qualität einer 

Urkunde. 

5.3.3 "Agreement on cession" vom 10. Mai 2002 

Wie die Anklage es darstellt ("fiktiv"), geht der Vorwurf dahin, die Abtretung hätte 

Forderungen aus dem "Consulting services agreement" zum Gegenstand gehabt, 

welche in Realität nie entstanden seien. Obwohl die Zession materiell-rechtlich 

den Bestand einer Forderung auf Seiten des Zedenten voraussetzt (Art. 164 

Abs. 1 OR), ist die schriftliche Zessionserklärung nur Beleg für den Rechtsüber-

gang (Art. 165 Abs. 1 OR), aber nicht für die Existenz der Forderung. Diese wird 

in der Erklärung also nur implizit dargetan, weshalb keine Urkundenfälschung vor-

liegt, wenn sie fehlt. 

5.3.4 Rechnung D. vom 30. Mai 2002 

Gemäss Anklage ist die Rechnung fiktiv, weil mit ihr Beratungshonorar einverlangt 

wird, welches D. nicht für die B. GmbH erbracht hat. In der Tat wird die Leistung 

einer "consultant fee" gefordert. Nach dem Geständnis des Beschuldigten hat er 

jedoch nicht bezahlt, um ein Guthaben der G. Ltd. – oder der Zessionarin D. – ge-

- 36 - 

genüber B. GmbH zu begleichen, sondern um Zahlungseingänge von Seiten der 

Firma MM. in der Slowakei zu reinvestieren (BA 13.2000). Die Rechnung stimmt 

also nicht mit der Realität überein. Zu prüfen bleibt, ob dieses Dokument die er-

forderliche Eigenschaft als Urkunde hat. In dem bereits erwähnten Entscheid BGE 

138 IV 130 hat dies das Bundesgericht in der speziellen Situation angenommen, 

da die Rechnung auf Veranlassung oder im Einverständnis mit der Rechnungs-

empfängerin erstellt wurde. Hier steht jedoch die Strafbarkeit nicht des Ausstel-

lers, sondern des Beschuldigten als Organ der Adressatin in Frage. Für solche 

heisst es in diesem Urteil, sie seien ohnehin strafwürdig (E. 2.4.3). Im konkreten 

Fall will EE., einzige Verwaltungsrätin von D., die Rechnung nicht ausgestellt ha-

ben (BA 12.1.29), ebenso wenig deren (angeblicher) wirtschaftlich Berechtigter 

GG. (BA 12.18.58). Wenn die Rechnung durch den Beschuldigten an die H. AG 

gegeben wurde, damit diese der Steuerbehörde einen bis anhin nicht existieren-

den Beleg für eine Zahlung der B. GmbH dokumentieren konnte (BA 12.2.2, 

12.2.20/21), ist mit praktischer Gewissheit erstellt, dass sie der Beschuldigte auch 

erstellte, war er doch der einzige exekutive Vertreter der B. GmbH. Jedenfalls be-

streitet er dies in seiner Stellungnahme zum Schlussvorhalt nicht (BA 13.2000). 

Damit liegt eine Urkunde vor, weil zwischen Rechnungsautor und -adressat eine 

personelle Nähe besteht. 

In subjektiver Hinsicht fehlt es am konkreten Nachweis einer unmittelbaren aus-

serfiskalischen Zielsetzung. Soweit die Rechnung als Buchhaltungsbeleg verwen-

det wurde, wäre die deliktstypische Absicht nur mittelbar verwirklicht, nämlich im 

Falle einer ausserfiskalischen Verwendung des Jahresabschlusses. Das ist nicht 

der Fall (supra, E. 5.3.1). 

5.4 Kontext C. 

5.4.1 Jahresrechnungen 2001/2002 

Wie die Anklageschrift richtig darlegt, sind in beiden Jahresrechnungen die Zah-

lungen zunächst im Konto 1060 als "Forderung C." aktiviert worden und zwar mit 

der Erklärung "Anzahlung Repräsentanzvertrag"; zum Jahresende wurden sie bis 

auf 1 Fr. rückgestellt und zwar nicht zulasten des Passivkontos 2085 "Rückstel-

lungen", sondern zulasten des Erfolgs, nämlich über das Konto 4910 "Verände-

rung Rückstellung" (B4.0.2.5/9/64/71).  

Nach den damals geltenden einschlägigen Buchführungsregeln waren Rückstel-

lungen in der kaufmännischen Buchhaltung vorzunehmen, wenn aus schweben-

den Geschäften Verluste drohten; sie mussten im Fremdkapital gesondert ausge-

wiesen werden (Art. 663a Abs. 3, Art. 669 Abs. 1 aOR [Fassung im Zeitpunkt der 

Bilanzierung]; Schweizer Handbuch für Wirtschaftsprüfung 1998, Band 1, S. 215, 

- 37 - 

220). Was die Höhe angeht, so war der maximal mögliche Vermögensabgang in-

folge dieses Risikos mit der Wahrscheinlichkeit seines Eintritts zu multiplizieren 

(BOEMLE, Der Jahresabschluss, 4. Aufl., Zürich 2001, S. 364). Schon in formeller 

Hinsicht ist diesen Vorschriften nicht genügt worden: Zwar figuriert in den Bilanzen 

das Passivkonto 2085 "Rückstellungen". Es wurde jedoch wegen der prozessua-

len Auseinandersetzungen mit dem Partner des Konsortiums (supra, E. 1.2.1) ge-

bildet und wegen der Leistungen im Kontext C. Nicht verändert (B4.0.2.15/82). Die 

Rückstellungen in diesem Zusammenhang wurden direkt zulasten des Aktivpos-

tens Nr. 1060 "Forderung C." vorgenommen. Vor allem war der materielle Grund 

für eine solche Rückstellung nicht gegeben: Nach dem Anklagevorwurf der unge-

treuen Geschäftsbesorgung waren die im Kontext C. als Anzahlung thematisierten 

Leistungen im Bestand nicht gefährdet und sind später integral zurückgeführt 

worden (supra, E. 3.4.3). Mochte man ein gewisses Risiko in der bedingten Rück-

leistungspflicht von C., gemäss Ziff. 6 des Repräsentanzvertrags (BA 14.2.62), 

annehmen, so lag die Eintretenswahrscheinlichkeit nicht bei quasi 100%. Es sind 

folglich beide Jahresrechnungen inhaltlich falsche Urkunden. Hingegen ist eine di-

rekte Absicht in Richtung ausserfiskalischer Erfolge bloss abstrakt behauptet, aber 

nicht nachgewiesen. Ein Schuldspruch kommt aus den in E. 5.3.1 genannten 

Gründen nicht in Betracht. 

5.4.2 Jahresrechnungen 2004/2005 

Die Anklage führt aus, die Jahresabschlüsse 2004 und 2005 der B. GmbH würden 

in deren Bankkonti Eingänge ausweisen, welche als "Rückzahlungen C." be-

schrieben worden seien, obwohl sie von HH., DD. und AA. stammen würden; 

auch damit habe der Beschuldigte bewusst in Kauf genommen, dass u.a. Banken 

"über die wahren mit dem Geschäftsbetrieb zusammenhängenden Schuld- und 

Forderungsverhältnisse (…) getäuscht werden könnten". Einem Schuldspruch 

steht schon die bloss abstrakte Eignung der Abschlüsse für ausserfiskalische 

Zwecke entgegen (vgl. supra, E. 5.2.3). Vor allem aber entstammen die bei den 

Akten liegenden Abschlussdokumente den bei der H. AG beschlagnahmten Unter-

lagen. Diese sind offensichtlich Ausdrucke aus einem Buchhaltungsprogramm, 

und sie sind dort mehrfach, unter jeweils verschiedenem Datum, abgelegt. Auch 

die je letzten Versionen – vom 16. November 2006 für das Jahr 2004, vom 21. 

November 2006 für das Jahr 2005 – sind freilich mit dem handschriftlichen Ver-

merk "prov. Stand" überschrieben. Das ist nicht dasselbe wie eine als definitive 

gestaltete, aber nicht unterzeichnete Jahresrechnung, welche die Bundesanwalt-

schaft als Urkunde gelten lassen will. Es handelt sich folglich um Entwürfe, die er-

kennbar keine Beweisfunktion erhalten können. Der Sachordner der kantonalen 

Steuerverwaltung (class. 52) enthält unter der Rubrik "C." nur einen Ausdruck vom 

20. Oktober 2004 über das Konto Nr. 1060 "Forderungen C." für das Geschäfts-

jahr 2001. Damit fehlt es an einem tauglichen Tatobjekt. 

- 38 - 

5.4.3 Repräsentanzvertrag vom 27. April 2001 

Ziff. 6 dieses Dokumentes (BA 14.2.59 ff.) spricht einerseits vom Recht der C. auf 

Akontozahlungen, dies aber auf die "vermittelten Projekte", wobei die Vertragsleis-

tung sich allerdings gerade in der Vermittlung erschöpft (Ziff. 2). Der Vertragstext 

kann inhaltlich nicht anders verstanden werden, als dass konkrete Geschäftsmög-

lichkeiten identifiziert werden und C. ihre Vermittlungsbemühungen im Hinblick auf 

eine Einigung zwischen Projektherr und B. GmbH sich bevorschussen lassen 

kann. Da kein anderer Beleg für die Begründetheit der Ausgabe zur Verfügung 

stand, wurde der Vertrag als solcher in der Buchhaltung verwendet (BA 12.13.5), 

und zwar um den Charakter dieser Leistungen als Anzahlungen und diese – nach 

einer Rückstellung bis auf 1 Fr. – als Forderung gegenüber C. zu belegen 

(B4.0.2.1/6–7/9).  

Die Anklageschrift bezeichnet den Inhalt dieses Dokumentes als fiktiv, denn C. 

hätte nie Leistungen erbringen sollen. Damit versteht sich der Vorwurf dahin ge-

hend, dass den Unterzeichnern der Wille gefehlt habe, dass C. die im Vertrag um-

schriebene Dienstleistung tatsächlich erbringe. Das wiederum ist ein Umstand, 

der sich aus dem Dokument nur implizit ergibt und für die es erhöhte Beweisquali-

tät nicht hat. Eine Falschbeurkundung liegt deshalb nicht vor.