# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd8af198-d455-592d-a7cc-3757ae1a1dd7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.06.2023 SB220433
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220433_2023-06-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220433-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Bertschi 

und Ersatzoberrichter lic. iur. Weder sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Boese 

 

 

Urteil vom 20. Juni 2023 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Kloiber,  

Anklägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte 

 

gegen 

 

A._____ 
Beschuldigter, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____ 

 

betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
31. März 2022 (DG210170) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. Oktober 2021 

(Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c und d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a und 

Abs. 3 lit. b BetmG, 

− der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB, 

− der Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 116 

Abs. 1 lit. a AIG, 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 23 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis 

und mit heute 407 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt er-

standen sind) sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 12 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (11 Monate, wel-

che durch die Haft sowie den vorzeitigen Strafantritt erstanden sind) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 17. März 2021 

beschlagnahmten Fr. 220.– (Asservat-Nr. A014'739'049) werden eingezo-

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gen. Der beschlagnahmte Bargeldbetrag wird zur teilweisen Deckung der 

Busse verwendet. 

7. Das bei der Stadtpolizei Zürich sichergestellte Mobiltelefon Samsung, 

schwarz, Asservat-Nr. A014'738'886, wird dem Berechtigten B._____ innert 

30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf erstes Verlan-

gen hin herausgegeben, beziehungsweise nach Ablauf dieser Frist der zu-

ständigen Lagerbehörde zur Vernichtung/gutscheinenden Verwendung über-

lassen. 

8. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

17. März 2021 beschlagnahmten bzw. bei der Stadtpolizei Zürich sicherge-

stellten Gegenstände werden eingezogen und der zuständigen Lagerbehör-

de zur Vernichtung/gutscheinenden Verwendung überlassen: 

− Mobiltelefon Samsung, Asservat-Nr. A014'738'864; 
− Papierware, Asservat-Nr. A014'738'944; 
− SIM-Karte, Asservat-Nr. A014'738'988; 
− Mobiltelefon WIKO, Asservat-Nr. A014'739'141; 
− Mobiltelefon Nokia, Asservat-Nr. A014'739'232. 

9. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

17. März 2021 und 23. Juli 2021 beschlagnahmten bzw. beim Forensischen 

Institut Zürich (FOR) sichergestellten Betäubungsmittel und 

Betäubungsmittelutensilien werden eingezogen und der zuständigen Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen: 

− 2 Portionen Heroin, Asservat-Nr. A014'739'152; 
− 2 Kügelchen Kokain, Asservat-Nr. A014'739'163; 
− 4.4. Gramm Kokain, Asservat-Nr. A015'248'789; 
− Streckmittel, Asservat-Nr. A014'738'911; 
− Betäubungsmittel, Asservat-Nr. A014'738'922; 
− Waage, Asservat-Nr. A014'738'897; 
− Betäubungsmittel, Asservat-Nr. A015'264'514; 

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10. Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids werden – mit Ausnahme der 

zuvor aufgeführten Gegenstände – sämtliche unter der Referenz-

Nr. K210218-054 / 79700882 beim Forensischen Institut Zürich (FOR) si-

chergestellten Spuren und Spurenträger vernichtet. 

11. Rechtsanwältin MLaw X._____ wird für die amtliche Verteidigung des 

Beschuldigten mit Fr. 23'038.20 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der 

Gerichtskasse entschädigt. 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'500.–   Gebühr Strafuntersuchung 
Fr. 3'560.25   Gutachten/Expertisen etc. 
Fr. 141.95   Auslagen Untersuchung 

Fr. 23'038.20   amtliche Verteidigung MLaw X._____ 

1. Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

Berufungsanträge: 

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:  

(Urk. 51 S. 2; Urk. 62 S. 1 f.) 

1. Das angefochtene Urteil sei hinsichtlich der Dispositivziffern 1 bis 4 

(Schuldsprüche und Sanktion) zu bestätigen. 

2. Es sei eine Landesverweisung für die Dauer von 5 Jahren anzuordnen. 

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3. Das angefochtene Urteil sei auch im Übrigen zu bestätigen 

(Dispositivziffern 6 ff.).  

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das zweitinstanzliche 

Gerichtsverfahren zulasten des Beschuldigten. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 56 S. 2 f.; Urk. 63 S. 2 f.) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 31. März 2022 sei hinsicht-

lich der Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 1, sowie der Dispositivziffern 2, 

3 und 13 aufzuheben und es sei neu wie folgt zu entscheiden: 

2. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Widerhandlung gegen das Be-

täubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG 

schuldig zu sprechen. 

3. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von maximal 

12 Monaten, wobei 407 durch Haft bzw. durch vorzeitigen Strafvollzug 

erstandene Tage anzurechnen seien, sowie mit einer Busse von 

Fr. 500.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 

drei Jahre festzulegen. 

5. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung von Fr. 200.– pro Tag für zu 

Unrecht erlittene Überhaft zuzusprechen. 

6. Die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidi-

gung, seien entsprechend dem Verfahrensausgang anteilsmässig dem 

Beschuldigten aufzuerlegen. 

7. Im Übrigen sei das angefochtene Urteil zu bestätigen und die Berufung 

der Anklägerin abzuweisen. 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang / Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete Urteil 

des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 31. März 2022 meldete die Staats-

anwaltschaft rechtzeitig Berufung an (Urk. 41; Prot. I S. 30; Urk. 45) und reichte 

nach Erhalt der begründeten Urteilsausfertigung mit Eingabe vom 20. August 2022 

(hierorts eingegangen am 23. August 2022) fristgerecht die Berufungserklärung 

ein (Urk. 49/1; Urk. 50; Urk. 51).  

2. Mit Präsidialverfügung vom 30. August 2022 wurde die Berufungserklärung 

dem Beschuldigten zugestellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschluss-

berufung erhoben oder ein Nichteintreten auf die Berufung der Staatsanwaltschaft 

beantragt werde (Urk. 54). Mit Eingabe vom 15. September 2022 erklärte der Be-

schuldigte die Anschlussberufung gegen das erstinstanzliche Urteil (Urk. 56), was 

der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 57).  

3. Am 1. November 2022 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 20. Juni 

2023 vorgeladen (Urk. 59). Anlässlich derselben hielten sowohl die Staatsanwalt-

schaft als auch der Beschuldigte an den eingangs wiedergegebenen Anträgen 

gemäss ihren schriftlichen (Anschluss-)Berufungserklärungen fest (Urk. 62 S. 1 f.; 

Urk. 63 S. 2 f.; Prot. II S. 4 f.). 

4. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Staatsan-

waltschaft ficht mit ihrer Berufung den vorinstanzlichen Entscheid über die Lan-

desverweisung an und beantragt, der Beschuldigte sei in Aufhebung der Disposi-

tivziffer 5 für die Dauer von 5 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz zu verweisen. 

Der Beschuldigte wendet sich mit seiner Anschlussberufung gegen den vo-

rinstanzlichen Schuldspruch wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelge-

setz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 

2 lit. a BetmG (Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 1). Er beantragt, er sei lediglich des 

mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

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Abs. 1 lit. c und d BetmG schuldig zu sprechen. Als Folge davon verlangt er die 

Aufhebung der Dispositivziffern 2 bis 4 (Strafe und Vollzug) und eine mildere Be-

strafung, unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges. Der Beschuldigte ficht 

sodann die erstinstanzliche Kostenauflage gemäss den Dispositivziffern 13 und 

14 an. In diesem Umfang steht das angefochtene Urteil zur Disposition. 

Unangefochten blieben hingegen die Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldsprüche 

wegen Geldwäscherei, Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts und mehrfa-

cher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 6 (Einziehung von Bargeld), 7 

bis 9 (Entscheid über beschlagnahmte bzw. sichergestellte Gegenstände), 10 

(Entscheid über Spuren und Spurenträger) sowie 11 und 12 (Kostenfestsetzung). 

Entsprechend ist vorab mittels Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche 

Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

II. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

1.1. Gegenstand dieses Berufungsverfahrens ist einzig der Anklagevorwurf be-

treffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

1.2. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe im Zeit-

raum vom 19. Januar 2021 bis 18. Februar 2021 im Auftrag einer nicht näher be-

kannten Person namens "C._____" insgesamt ca. 310 Gramm Heroin mit einem 
durchschnittlichen Reinheitsgehalt von ca. 29.6 % (ca. 91.76 Gramm reines He-

roin) an diverse, mehrheitlich nicht näher bekannte Abnehmer verkauft bzw. ein-

getauscht. Das zum Verkauf bestimmte Heroin habe er jeweils von B._____ er-

halten. Diesem habe er nach dem Verkaufsgeschäft auch den eingenommenen 

Erlös überbracht. Zudem habe er anlässlich seiner Verhaftung am 18. Februar 

2021 zwei Portionen Heroin von insgesamt 52.9 Gramm mit einem Reinheitsgrad 
von 17 % (9.2 Gramm reines Heroin) mit sich geführt, welche Portionen für den 

Verkauf an zwei seiner Abnehmer bestimmt gewesen seien. 

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1.3. Dem Beschuldigten wird weiter zum Vorwurf gemacht, er habe im Zeit-

raum vom 2. Februar 2021 bis 18. Februar 2021 insgesamt ca. 60 Gramm Koka-
in mit einem durchschnittlichen Reinheitsgehalt von ca. 55 % bis 65 % (33 bis 39 
Gramm reines Kokain) an mehrheitlich nicht näher bekannte Personen verkauft 

bzw. eingetauscht. Das Kokain habe er zuvor jeweils von B._____ käuflich er-

worben. 

1.4. In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten zur Last gelegt, er habe 

gewusst, dass er weder zum Verkauf noch zur Übergabe von Betäubungsmitteln 

befugt gewesen sei. Er habe zudem gewusst, dass die Menge der von ihm in Um-

lauf gesetzten Drogen geeignet gewesen sei, zahlreiche Personen gesundheitlich 

zu schädigen, was er mit seinem Handeln zumindest in Kauf genommen habe 

(Urk. 19 S. 2 ff.). 

2. Standpunkt des Beschuldigten / Zu erstellender Sachverhalt 

2.1. In Bezug auf den Vorwurf des Verkaufs von Heroin zeigte sich der Be-
schuldigte gegen Ende des Vorverfahrens und anlässlich der Hauptverhandlung 

grundsätzlich geständig, im Auftrag Dritter Heroin verkauft zu haben. Er räumte 

ein, das zum Verkauf bestimmte und bereits abgepackte Heroingemisch jeweils 

von B._____ erhalten zu haben. Anschliessend habe er dieses entsprechend den 

Instruktionen seiner Auftraggeber zum Preis von Fr. 30.– pro Gramm verkauft und 

den eingenommenen Kaufpreis an B._____ übergeben (Urk. 4/33 F/A 68; 

Urk. 4/47 S. 9; Prot. I S. 13 f.). Diese Zugeständnisse decken sich mit den Aussa-

gen von B._____ (Urk. 5/4 F/A 63 f.; Urk. 5/7 F/A 59, 72 ff., 85 f.), den Erkenntnis-

sen aus den Whatsapp-Chatverläufen zwischen B._____ und D._____ (genannt 

"D'._____" bzw. "D''._____"; Urk. 4/25; Urk. 4/27-32; Urk. 4/35-37; Urk. 4/39-40) 

und den Feststellungen im Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Univer-

sität Zürich vom 26. März 2021 betreffend Auswertung von DNA-Spuren 

(Urk. 9/2). Der Sachverhalt ist insofern anklagegemäss erstellt. 

2.2. Im Einzelnen anerkannte der Beschuldigte, den folgenden Personen Hero-

in verkauft bzw. überbracht zu haben (Urk. 4/3 F/A 99 ff.; Urk. 4/22 F/A 14, 23, 92, 

96 ff.; Urk. 4/33 F/A 13; Urk. 4/46 F/A 5 ff.; Prot. I S. 16):  

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− E._____ in Zürich-F._____ bei drei Gelegenheiten je 25 Gramm Heroin 

zum Kaufpreis von total ca. Fr. 720.–,  

− G._____ (auch "G'._____" genannt) in H._____ bei drei Gelegenheiten 

je 20 Gramm Heroin zum Kaufpreis von total Fr. 600.–,  

− I._____ in J._____ GL insgesamt ca. 6 Gramm Heroin im Tausch ge-

gen Diaphin oder Dormicum.  

Der Beschuldigte zeigte sich überdies geständig, K._____ bei drei Gelegenheiten 

Heroin verkauft zu haben. Bezüglich der Menge fielen seine Aussagen zwar un-

einheitlich aus. Er gab jedoch an, dass er von K._____ jeweils zwischen Fr. 150.– 

und Fr. 200.– erhalten habe. Bei einem Preis von Fr. 30.– pro Gramm Heroin hat 

der Beschuldigte ihr demnach zwischen 5 bis 7 Gramm Heroin pro Treffen ver-

äussert (Urk. 4/33 F/A 13; Urk. 4/46 F/A 5; vgl. auch Urk. 4/22 F/A 92, 96 f.; Prot. I 

S. 16 f.). Zugunsten des Beschuldigten ist vom tieferen dieser zwei Werte auszu-

gehen. Dass sämtliche der genannten Personen über den Beschuldigten Heroin 

bezogen, ergibt sich aus den ausgewerteten Whatsapp-Chatverläufen (Urk. 4/14; 

Urk. 4/25; Urk. 4/27-32; Urk. 4/35-37; Urk. 4/39-41). Der objektive Sachverhalt ist 

auch in dieser Hinsicht erstellt. 

2.3. Der Beschuldigte bestreitet hingegen, er habe an weitere, nicht namentlich 

bekannte Abnehmer im Kanton Zürich und Kanton Glarus Heroin verkauft. Weiter 

bestreitet er die in der Anklage aufgeführte Menge von 310 Gramm Heroin und 

den Reinheitsgehalt von 29.6 %. Diesbezüglich wird der Anklagesachverhalt 

nachfolgend zu erstellen sein. 

2.4. Vor Vorinstanz anerkannte der Beschuldigte, dass die anlässlich seiner 

Verhaftung am 18. Februar 2021 bei ihm sichergestellten Portionen Heroinge-

misch von insgesamt 52.9 Gramm für den Verkauf an E._____ und G._____ be-

stimmt gewesen seien (Prot. I S. 16). Dieses Zugeständnis deckt sich mit 

Whatsapp-Chatnachrichten, die der Beschuldigte mit "C._____" und einem der 

genannten Abnehmer ausgetauscht hatte und im Rahmen der Auswertung seines 

Mobiltelefons gesichert werden konnten (Urk. 4/11+12). Der in der Anklageschrift 

genannte Reinheitsgrad von 17 % ergibt sich aus den Feststellungen im Gutach-

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ten des Forensischen Instituts Zürich vom 12. März 2021 zur Identifikati-

on/Gehaltsbestimmung von Betäubungsmitteln (Urk. 4/13 S. 2). Der Sachverhalt 

ist in dieser Hinsicht anklagegemäss erstellt. 

2.5. Betreffend den Vorwurf des Verkaufs von Kokain räumte der Beschuldigte 
im Verlauf der Untersuchung und anlässlich der Hauptverhandlung ein, I._____ in 

J._____ GL bei diversen Gelegenheiten insgesamt ca. 6 Gramm Kokain im 

Tausch gegen Diaphin oder Dormicum übergeben zu haben (Urk. 4/3 F/A 99 ff.; 

Urk. 4/22 F/A 14, 104; Urk. 4/33 F/A 13; Urk. 4/47 F/A 15 S. 9; Prot. I S. 18). Dass 

I._____ Kokain vom Beschuldigten bezog, ergibt sich aus dem ausgewerteten 

Whatsapp-Chatverlauf zwischen den beiden (Urk. 4/14). Weiter gab der Beschul-

digte in der Untersuchung an, K._____ bei drei Gelegenheiten jeweils 5 Gramm 

Kokain zu Fr. 70.– pro Gramm verkauft zu haben (Urk. 4/46 F/A 5; Urk. 4/47 F/A 

8, 13). Anlässlich der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte zwar aus, 

K._____ bei zwei Gelegenheiten jeweils nur 1 Gramm Kokain verkauft zu haben 

(Prot. I S. 16 f.). Es ist jedoch mit der Verteidigung auf sein wiederholtes Ge-

ständnis in der Untersuchung abzustellen (vgl. Urk. 39 Rz. 7). In diesem Umfang 

ist der Anklagesachverhalt erstellt. 

2.6. Im Übrigen stellte der Beschuldigte den Tatvorwurf des Verkaufs von Koka-

in in Abrede. Nachfolgend ist daher zu erstellen, ob der Beschuldigte neben 

I._____ und K._____ auch an weitere, nicht näher bekannte Personen Kokain zu 

einem Preis von Fr. 100.– pro Gramm verkaufte bzw. abgab. Sodann wird die in 

der Anklageschrift genannte Menge von ca. 60 Gramm Kokain und der durch-

schnittliche Reinheitsgehalt von ca. 55 % bis 65 % zu erstellen sein.  

2.7. Der subjektive Sachverhalt ist aufgrund der engen Verknüpfung von Tat- 

und Rechtsfragen im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen (E. III.2.4.; 

BGE 133 IV 9 E. 4.1; BGE 130 IV 58 E. 8.5; je mit Hinweisen).  

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3. Grundlagen der Sachverhaltserstellung / Glaubwürdigkeit der Verfahrens-
beteiligten 

3.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung zutreffend dargelegt, worauf einleitend verwiesen werden kann 

(Urk. 50 S. 7 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und 

von B._____ ist festzuhalten, dass diese Beiden im Zeitraum vom 10. Januar 

2021 bis zu ihrer jeweiligen Verhaftung am 18. Februar 2021 in der Wohnung von 

L._____ an der M._____-strasse …, N._____ GL, zusammenlebten. Der Be-

schuldigte war zwar an einer anderen Adresse (O._____-gasse …, P._____ GL) 

angemeldet. Gemäss eigenen Aussagen hielt er sich jedoch regelmässig in der 

Wohnung von L._____ auf, um dort Drogen zu konsumieren. An seinem eigentli-

chen Wohnort habe er dies nicht gekonnt wegen seiner Partnerin und dem ge-

meinsamen Kind (Urk. 4/1 F/A 7 ff.; Urk. 4/2 F/A 15 f., 19 f., 35; Urk. 4/3 F/A 17, 

25 ff., 33). Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung wohnte er faktisch seit einigen Mona-

ten an der M._____-strasse … in N._____, nachdem er sich mit seiner Partnerin 

zerstritten hatte (Urk. 1/1 S. 4; Urk. 1/2 S. 7 f.; Urk. 5/4 F/A 47 f.; Urk. 5/7 F/A 14; 

Prot. I S. 23). Der Beschuldigte hatte B._____ ein Zimmer in der Wohnung von 

L._____ vermittelt und kam für dessen Verpflegung auf (Urk. 4/3 F/A 27; Urk. 4/33 

F/A 13; Urk. 4/47 F/A 15 S. 10; Urk. 5/7 F/A 46, 85, 88, 93). Aus den überein-

stimmenden Aussagen ergibt sich zudem, dass sie sich gemeinsam im Drogen-

handel betätigten und dabei zusammenarbeiteten. Darauf wird nachfolgend noch 

im Detail einzugehen sein. Insofern besteht zwischen den beiden Verfahrensbe-

teiligten ein gewisses Näheverhältnis.  

Als beschuldigte Personen bzw. als Auskunftsperson im Sinne von Art. 178 lit. f 

StPO (nachdem B._____ zunächst Mitbeschuldigter in diesem Verfahren war, 

wurde er infolge einer teilweisen Verfahrensübernahme seit Mai 2021 Beschuldig-

ter in einem getrennten Strafverfahren der Staatsanwaltschaft des Kantons Gla-

rus) haben sie ein legitimes Interesse daran, die Ereignisse in einem für sie güns-

tigen Licht darzustellen. Insbesondere liegt ihnen daran, ihren Beitrag an den 

ausgeführten Drogengeschäften und deren Umfang als möglichst gering erschei-

nen zu lassen. Sie waren nicht zur Aussage verpflichtet und hatten insbesondere 

nicht unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB wahrheitsgemässe 

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Angaben zu machen. Allerdings bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sie 

sich gegenseitig übermässig belastet hätten. Insbesondere B._____ zeigte sich 

darum bemüht, das Handeln bzw. den Tatbeitrag des Beschuldigten als möglichst 

gering darzustellen, da jede Belastung auf ihn selbst zurückgefallen wäre und 

auch er sich dafür verantwortlich gemacht hätte. Die Aussagen des Beschuldigten 

und von B._____ sind unter diesen Vorzeichen zu würdigen. 

3.2. Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen des Beschuldigten und von 

B._____ zutreffend zusammengefasst, worauf vorab verwiesen werden kann 

(Urk. 50 S. 9 ff., 17 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch die Beweiswürdigung durch die 

Vorinstanz ist sorgfältig, zutreffend und überzeugend (Urk. 50 S. 10 ff., 15 f., 18 

ff.). Die nachfolgenden Erwägungen verstehen sich als Hervorhebungen und Er-

gänzungen. 

4. Beweiswürdigung 

4.1. Objektive Beweismittel 

4.1.1.  Am 18. Februar 2021 wurde der Beschuldigte einer polizeilichen Kontrolle 

unterzogen. Dabei wurde festgestellt, dass er zwei grössere Portionen Heroin von 

insgesamt 52.9 Gramm und zwei Portionen Kokain von total 6.7 Gramm mitsich-

führte (Urk. 1/1 S. 3; Urk. 11/5). Die beim Forensischen Institut Zürich eingeholten 

Gutachten vom 12. März 2021 und vom 5. August 2021 zur Identifikati-

on/Gehaltsbestimmung dieser Betäubungsmittel ergaben in Bezug auf das Heroin 

einen Reinheitsgehalt von 17 % (Urk. 8/2 S. 2), betreffend das Kokain einen sol-

chen von 55 % bzw. 59 % (Urk. 8/7 S. 2). Gleichentags wurde am aktuellen Auf-

enthaltsort des Beschuldigten und von B._____ an der M._____-strasse …, 

N._____, eine Hausdurchsuchung durchgeführt, bei welcher eine weitere Portion 

Heroin, Streckmittel und diverse Betäubungsmittelutensilien sichergestellt wurden 

(Urk. 11/3 ff.). 

4.1.2.  Der Beschuldigte und B._____ wurden am selben Tag, d.h. am 18. Februar 

2021 verhaftet. Dabei wurden ihre Mobiltelefone sichergestellt (Urk. 11/3+4; 

Urk. 11/7). Auf entsprechenden Auftrag der Staatsanwaltschaft wertete die Kan-

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tonspolizei Zürich, Digitale Forensik, die darauf befindlichen Daten aus (Urk. 1/2 

S. 9 f.). Auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten der Marke Nokia wurden nur Da-

ten betreffend den Zeitraum vom 17. und 18. Februar 2021 festgestellt. Über die 

ausgewerteten Daten des Beschuldigten sind somit lediglich die zwei Tage unmit-

telbar vor seiner Verhaftung dokumentiert. Das Mobiltelefon der Marke Wiko, wel-

ches der Beschuldigte bis ungefähr zum 15. Februar 2021 verwendet hatte 

(Urk. 4/3 F/A 35), war derart beschädigt, dass eine Auswertung nicht möglich war 

(Urk. 1/2 S. 9 f.). Die Auswertung des Mobiltelefons von B._____ der Marke Sam-

sung ergab dagegen umfangreiche Daten betreffend den Zeitraum zwischen dem 

5. und 18. Februar 2021 (Urk. 4/25; Urk. 4/27-32; Urk. 4/35-37; Urk. 4/39-41).  

4.1.3.  Hinsichtlich der bestrittenen Sachverhaltselemente sind insbesondere die 

Whatsapp-Chatverläufe zwischen B._____ und D._____ (genannt "D'._____" bzw. 

"D''._____"; Urk. 4/25; Urk. 4/27-32; Urk. 4/35-37; Urk. 4/39-40) sowie zwischen 

B._____ und "C._____" (Urk. 4/41) relevant. Die Stadtpolizei Zürich kam nach 

Durchsicht dieser umfangreichen Chatverläufe zum Schluss, dass die ausge-

tauschten Nachrichten beinahe ausschliesslich Drogengeschäfte zum Gegenstand 

hätten, wobei der Beschuldigte ("A._____") als Hauptdarsteller erscheine. So habe 

B._____ laufend die zum Verkauf bestimmten Drogen vorbereiten und abpacken 

müssen, welche der Beschuldigte anschliessend von A nach B transportiert und 

veräussert habe. B._____ habe "C._____" und D._____ jeweils rapportiert, wieviel 

Geld der Beschuldigte von seinen Verkaufstouren zurückgebracht habe, welche 

Mengen welcher Drogen er verkauft habe und was noch übrig sei. Gestützt auf 

diese Angaben sei über Whatsapp ständig eine Art Buchhaltung über die abgewi-

ckelten Drogengeschäfte geführt worden. Die Stadtpolizei Zürich stellte sodann 

fest, dass sich aus den ausgewerteten Chatverläufen ergebe, dass der Beschul-

digte als Lohn für seine Tätigkeit als Läufer immer wieder Kleinstmengen an Hero-

in und Kokain geschenkt bekommen habe oder diese Drogen billig habe erwerben 

können, namentlich Kokain praktisch durchwegs zu einem Preis von Fr. 60.– pro 

Gramm. Das Kokain habe der Beschuldigte anschliessend selbständig seinen 

persönlichen Kunden für Fr. 100.– pro Gramm gewinnbringend weiterverkauft 

(Urk. 1/2 S. 13 f.).  

- 14 - 

4.1.4.  Diese Auswertungsergebnisse und Feststellungen der Stadtpolizei Zürich 

sind im Wesentlichen zutreffend. Zur Illustration ist nachfolgend ein Ausschnitt aus 

dem Whatsapp-Chatverlauf zwischen B._____ und D._____ vom 8. Februar 2021 

wiederzugeben. Die für die Drogen verwendeten Begriffe sind dabei wie folgt zu 

interpretieren: Kokain wird als "Weisses" oder "Schnee" bezeichnet, "Rotes" und 

"Äpfel" stehen für gestrecktes Heroin, "Steine" für ungestrecktes Heroin und mit 

"Salz" sind Streckmittel gemeint (Urk. 1/2 S. 15; Urk. 5/3 F/A 29 ff.; Urk. 5/4 

F/A 16, 19 ff.; Urk. 5/5 F/A 52; Urk. 5/7 F/A 53 ff.). Diese Interpretationen wurden 

vom Beschuldigten nach anfänglichem Bestreiten (vgl. Urk. 4/22 F/A 44 f., 51, 68, 

80) anlässlich der Hauptverhandlung als zutreffend bestätigt (Prot. I S. 18). 

Ausschnitt aus dem Whatsapp-Chatverlauf zwischen B._____ und D._____ vom 

8. Februar 2021 (Urk. 4/25): 

Nr. Absender Inhalt Datum, Uhrzeit 

136 D''._____ Hoffentlich endet das Treffen. Beim 
Ersten 10 10 

08.02.2021, 09:01 Uhr 

137 " Danach frage ich ihn nach Zerbrochenen 
("te thyra" wird oft auch für kleine 
Scheine/Noten gebraucht) 

" 

138 " Andere " 

139 " 10 30 " 

140 B._____ Hoffentlich " 

141 D''._____ Beim Zweiten " 

142 " Noch eine Stunde und er kommt zurück 08.02.2021, 09:02 Uhr 

143 " 12 30 " 

144 " So etwa " 

145 B._____ Ja er hat mir gesagt er kommt um 12 30 
Uhr oder um 13 00 

" 

146 " Ja " 

147 D''._____ Melde es mir wenn er kommt 08.02.2021, 10:37 Uhr 

148 B._____ Ok Bruder 08.02.2021, 10:40 Uhr 

- 15 - 

[…]    

184 D''._____ Gib A._____ 3 g Schnee 08.02.2021, 12:44 Uhr 

185 " 150 wird er dir geben was übrig bleibt 
gibst du ihm später 

" 

186 B._____ Ok Bruder " 

187 D''._____ 925 08.02.2021, 12:48 Uhr 

188 " Muss er dir geben " 

189 " Für das " 

190 " Was er ausgeliefert hat " 

191 B._____ Ok Bruder " 

192 D''._____ Danach für sich selber 150 " 

193 " Was er will (oder: so viel er will) " 

194 " Ok Bruder " 

[…]    

197 D''._____ Ist A._____ gekommen Bruder 08.02.2021, 13:10 Uhr 

198 B._____ Nein noch nicht Bruder " 

199 " Ich glaube er ist in 10 Minuten da " 

200 D''._____ Ok Bruder 08.02.2021, 13:24 Uhr 

201 " Sag mir danach wieviel Geld es 
insgesamt wird 

08.02.2021, 13:26 Uhr 

202 B._____ Ja " 

203 " 920 hat er mir gegeben Bruder 08.02.2021, 13:29 Uhr 

204 D''._____ Ok Bruder " 

205 " Und die anderen 150 hat er dir nicht geg-
eben 

08.02.2021, 13:30 Uhr 

206 " für die 3 g die er für sich wollte " 

207 B._____ 1 Sek den er hat mir genug gegeben " 

208 D''._____ Ok " 

209 B._____ 6828 08.02.2021, 13:35 Uhr 

- 16 - 

[…]    

255 D''._____ Ist A._____ da Bruder 08.02.2021, 14:26 Uhr 

256 B._____ Nein Bruder ist gegangen um die Person 
zu treffen 

" 

257 D''._____ Ok " 

258 B._____ Um ihm Schnee zu geben " 

4.1.5.  Dieser Chatverlauf ist dahingehend zu interpretieren, dass der Beschuldig-

te am Vormittag des 8. Februar 2021 im Auftrag von D._____ (genannt 

"D''._____") zwei Abnehmer traf und diesen Betäubungsmittel verkaufte, wofür er 

einen Kaufpreis von Fr. 920.– einnahm. Diesen Geldbetrag lieferte er bei seiner 

Rückkehr an den gemeinsamen Aufenthaltsort an B._____ ab. Als Belohnung für 

die erfolgreiche Ausführung dieses Auftrags durfte der Beschuldigte zu einem 

vergünstigten Kaufpreis Kokain beziehen (3 Gramm Kokain für Fr. 150.– anstatt 

für Fr. 300.–). B._____ rapportierte in der Folge an D._____ den vom Beschuldig-

ten abgelieferten Verkaufserlös und zu welchem vergünstigten Preis er welche 

Mengen Kokain gekauft hatte. Eine Stunde nach seiner Ankunft in der Wohnung 

an der M._____-strasse … in N._____ traf der Beschuldigte bereits wieder einen 

dritten Abnehmer, dem er – vermutlich das vorgängig vergünstigt bezogene – Ko-

kain verkaufte. 

4.1.6.  Auch aus weiteren Whatsapp-Chatverläufen zwischen B._____ und 

D._____ (genannt "D'._____" bzw. "D''._____") ergibt sich, dass der Beschuldigte 

jeweils mehrere Abnehmer pro Tag mit Betäubungsmitteln belieferte (vgl. 

Urk. 4/28 und Urk. 4/32): 

Nr. Absender Inhalt Datum, Uhrzeit 

960 D''._____ Morgen muss er 30 bringen nimmt 720 10.02.2021, 00:59 Uhr 

[…]    

962 " und 960 " 

963 B._____ Ahaa super " 

- 17 - 

964 D''._____ Kommt jener der 20 Steine nehmen wird " 

965 " 4 werden es heute 10.02.2021, 01:00 Uhr 

[…]    

2194 D''._____ Er muss heute unbedingt nach Zürich 13.02.2021, 16:45 Uhr 

2195 " Bruder " 

2196 B._____ Aaa wieso " 

2197 D''._____ Wir haben Bestellungen Bruder 13.02.2021, 16:46 Uhr 

2198 " 30 25 " 

2199 " Ungefähr 70 g sind direkt bestellt worden " 

2200 " Bruder sobald die Ware nach Hause 
kommt 

" 

2201 " Mach das Salz/Streckmittel bereit " 

4.1.7. In Bezug auf die Menge der veräusserten Betäubungsmittel führte der poli-

zeiliche Sachbearbeiter in seinem Nachtragsrapport vom 26. Juli 2021 aus, dass 

gestützt auf die sehr detaillierten und präzisen Textnachrichten für den Zeitraum 

vom 8. bis 18. Februar 2021 ziemlich genau erhoben werden könne, welche Dro-

gen der Beschuldigte zu welchen Preisen veräussert habe. Dabei sei zu unter-

scheiden, dass der Verkauf von Heroin fast ausschliesslich im Auftrag von 

D._____ und "C._____" erfolgt sei. Das Kokain habe der Beschuldigte dagegen 

vergünstigt für Fr. 60.– pro Gramm erwerben und anschliessend selbständig sei-

nen persönlichen Kunden für Fr. 100.– pro Gramm gewinnbringend weiterverkau-

fen können. Unter Berücksichtigung der per Whatsapp ausgetauschten Mengen-

angaben und der laufend nachgeführten Buchhaltung ergebe sich eine Mindest-

menge von insgesamt 214.5 Gramm Heroin (ohne die anlässlich der Verhaftung 

am 18. Februar 2021 sichergestellten Portionen Heroin) und 49.5 Gramm Kokain, 

die der Beschuldigte veräussert habe. Für die Berechnung dieser Angaben seien 

lediglich Whatsapp-Nachrichten berücksichtigt worden, welche keinen Spielraum 

für Interpretationen offenlassen würden (Urk. 1/2 S. 14).  

- 18 - 

4.1.8.  Der Verteidigung ist grundsätzlich Recht zu geben, wenn sie kritisiert, dass 

weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft oder die Vorinstanz die angeblich 

per Whatsapp laufend nachgeführte "Buchhaltung" im Einzelnen ausgewertet und 

in einer Form dargestellt habe, die eine Äusserung dazu ermöglicht hätte (Urk. 63 

Rz. 9). Es lässt sich nicht nachvollziehen, wie der polizeiliche Sachbearbeiter die 

in seinem Nachtragsrapport vom 26. Juli 2021 erwähnten Mindestmengen von 

insgesamt 214.5 Gramm Heroin und 49.5 Gramm Kokain ermittelte. Ergänzende 

Erläuterungen oder eine konkrete Berechnung unter Bezugnahme auf einzelne 

Chatnachrichten liegen nicht vor. Die Staatsanwaltschaft veranlasste keine weite-

ren Ermittlungen in Bezug auf die Menge an verkauften Drogen und nahm auch 

keine eigene Berechnung vor. Sie stellte vielmehr auf die Aussagen von B._____ 

ab, der gegen Ende des Vorverfahrens grössere Mengenangaben nannte, als die-

jenigen gemäss Nachtragsrapport (vgl. dazu nachfolgend E. II.4.2.). Es würde die 

Kompetenz bzw. die Überprüfungsbefugnis des Gerichts übersteigen, die von der 

Stadtpolizei Zürich berechneten Mengenangaben gestützt auf die erhobenen 

Chatnachrichten (insgesamt rund 6'000) zu überprüfen. Dennoch ist festzuhalten, 

dass den Whatsapp-Chatverläufen zwischen B._____ und D._____ resp. zwi-

schen B._____ und "C._____" teilweise sehr konkrete Mengenangaben zu ent-

nehmen sind, welche sich anhand der vorstehenden Interpretationen (E. II.4.1.4.) 

Kokain, gestrecktem und ungestrecktem Heroin sowie Streckmitteln zuordnen 

lassen. Es erscheint daher durchaus möglich, die vom Beschuldigten verkaufte 

Menge an Betäubungsmitteln gestützt auf die ausgewerteten Chatverläufe im-

merhin annäherungsweise zu bestimmen, wie es die Stadtpolizei Zürich getan 

hat. Die ermittelten Mindestmengen gemäss Nachtragsrapport der Stadtpolizei 

Zürich vom 26. Juli 2021 sind daher für die Sachverhaltserstellung heranzuzie-

hen. Aufgrund des zutreffenden Einwandes der Verteidigung ist allerdings nur in-

soweit auf diese Mengenangaben abzustellen, als sie durch weitere Beweismittel 

gestützt werden. 

4.1.9. In Ergänzung der polizeilichen Feststellungen ist schliesslich festzuhalten, 

dass sich aus den ausgewerteten Chatverläufen die starke Betäubungsmittelab-

hängigkeit des Beschuldigten ergibt. Von B._____ resp. von D._____ erhielt er 

täglich mehrere Portionen Heroin und Kokain geschenkt oder konnte diese Be-

- 19 - 

täubungsmittel zu einem vergünstigten Preis beziehen. Es wird deutlich, dass die-

se Geschenke und Angebote dazu dienten, den Beschuldigten für die Ausführung 

seiner verschiedenen Aufträge zu motivieren. 

Ausschnitt aus dem Whatsapp-Chatverlauf zwischen B._____ und D._____ vom 

10. Februar 2021 (Urk. 4/29): 

Nr. Absender Inhalt Datum, Uhrzeit 

1124 D''._____ Hey 10.02.2021, 14:07 Uhr 

1125 " Sag ihm " 

1126 " Er wird unbedingt gebraucht " 

1127 " Sag ihm er soll jemanden finden bevor sie 
(Bank) schliessen 

" 

1128 " Gib ihm ein g ohne Geld " 

1129 B._____ Er hat jetzt drei genommen " 

1130 " Er sagt es gibt keine Chance mit meinem 
Pass 

10.02.2021, 14:08 Uhr 

1131 D''._____ Ich Weiss den er hat es mir gesagt " 

1132 " Hey er soll jemanden anrufen " 

1133 " Gib ihm ein g vom Weissen und sag es 
ihm 

" 

1134 " Damit er kommt und es erledigt " 

1135 " Er soll Q._____ nehmen " 

1136 B._____ Es kommt einer seiner Freunde " 

1137 D''._____ Oder R._____ " 

1138 B._____ Jetzt " 

1139 D''._____ Ok " 

1140 " Sag ihm er soll schneller Machen " 

1141 " Denn in einer Stunde schliessen sie 
(Bank) 

" 

1142 B._____ Ok " 

- 20 - 

1143 D''._____ Bruder gib ihm ein g Weisses " 

1144 " als Geschenk " 

1145 " Er soll einfach kommen und es beenden 10.02.2021, 14:09 Uhr 

1146 " Dringend " 

Folglich liegt der Schluss nahe, dass er einen Grossteil der für sich persönlich be-

zogenen Betäubungsmittel konsumierte. Durch die Whatsapp-Nachrichten ist al-

lerdings ebenso belegt, dass der Beschuldigte zumindest einen Teil des Kokains 

selbständig und unabhängig von seinen Auftraggebern (weiter-)verkaufte.  

Ausschnitt aus dem Whatsapp-Chatverlauf zwischen B._____ und "C._____" vom 

15. Februar 2021 (Urk. 4/41): 

Nr. Absender Inhalt Datum, Uhrzeit 

1008 B._____ 0.5 Apfel 15f A._____ 15.02.2021, 09:41 Uhr 

1009 " 1 Schnee 60f A._____ 15.02.2021, 10:34 Uhr 

1010 C._____ Ok " 

1011 B._____ 2.5 Schnee A._____ bringt die Leke's (al-
banische Währung) sobald er zurück ist 

15.02.2021, 11:59 Uhr 

1012 " Denn in 10 Min bringt er es irgendwo hin 15.02.2021, 12:00 Uhr 

1013 C._____ Okkk 15.02.2021, 12:25 Uhr 

1014 B._____ Bruder A._____ hat jetzt 230 [gebracht] 
und schuldet nur noch 100 

15.02.2021, 13:37 Uhr 

1015 C._____ Ok " 

1016 B._____ 1.5 Schnee 1 Apfel 120f A._____ 15.02.2021, 13:38 Uhr 

1017 C._____ Ok 15.02.2021, 13:39 Uhr 

1018 B._____ 1 Schnee 60f A._____ 15.02.2021, 14:23 Uhr 

4.2. Aussagen von B._____ 

- 21 - 

4.2.1.  Zu den bestrittenen Sachverhaltselementen machte B._____ im Verlauf der 

Untersuchung widersprüchliche Aussagen. Zunächst bestritt er wiederholt, dass 

der Beschuldigte und er Drogen verkauft hätten oder an entsprechenden Ge-

schäften beteiligt gewesen seien (Urk. 5/1 F/A 7, 38 ff.; Urk. 5/2 F/A 9, 14, 18 ff., 

27 f.). Auf Vorhalt der ausgewerteten und belastenden Chatverläufe zwischen ihm 

und "C._____" bzw. D._____ (genannt "D''._____") räumte er dagegen ein, er ha-

be von seinen beiden Auftraggebern Heroin und Kokain geliefert erhalten. Diese 

Drogen habe er auf Anweisung seiner Auftraggeber gestreckt, portioniert und an-

schliessend an Personen in der Nähe seiner Unterkunft verkauft (Urk. 5/3 F/A 9 f., 

17 f.; Urk. 5/4 F/A 2 f.). Zum Tatbeitrag des Beschuldigten befragt, erklärte 

B._____ anlässlich der delegierten Einvernahme vom 6. Mai 2021 zunächst, die-

ser habe nur Drogen von ihm abgekauft und anschliessend alleine oder zusam-

men mit Kollegen konsumiert. Er könne nicht sagen, ob der Beschuldigte die er-

worbenen Drogen auch weiterverkauft habe (Urk. 5/3 F/A 20 ff.). Nur einige Fra-

gen später räumte B._____ dagegen ein, dass der Beschuldigte etwa drei Mal 

Drogen verkauft habe (Urk. 5/3 F/A 28). Dabei spezifizierte er nicht weiter, ob er 

vom Heroin- oder Kokain-Verkauf sprach. In seinem schriftlichen Geständnis vom 

selben Tag (6. Mai 2021) deponierte B._____ dagegen, der Beschuldigte und er 

hätten gemeinsam Drogen verkauft. Dabei habe er sich auf Abnehmer in der nä-

heren Umgebung seiner Unterkunft konzentriert, während der Beschuldigte mit 

dem Zug in andere Städte gefahren sei und dort verkauft habe (Beilage 1.2 zu 

Urk. 5/4; vgl. auch Urk. 5/6 F/A 33). Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 

28. Mai 2021 ergänzte er auf entsprechende Frage, dass der Beschuldigte die 

Drogen überall bzw. an verschiedenen Orten verkauft oder verteilt habe. Dies sei 

dessen Aufgabe gewesen. Zudem habe er neue Kunden gewinnen sollen 

(Urk. 5/4 F/A 64, 69; vgl. auch Urk. 5/6 F/A 33). B._____ erwähnte, dass der Be-

schuldigte – im Gegensatz zu ihm selber – zahlreiche Personen aus dem Dro-

genmilieu und damit auch potentielle Abnehmer gekannt habe (Urk. 5/4 F/A 43). 

Teilweise habe dieser auch seine Kollegen in die gemeinsame Wohnung an der 

M._____-strasse ... in N._____ gebracht, wo er (B._____) diesen habe Drogen 

verkaufen können (Urk. 5/4 F/A 65). Als Lohn für den Transport und Verkauf des 

Heroins an die jeweiligen Abnehmer sei dem Beschuldigten ein bestimmter Geld-

- 22 - 

betrag in Aussicht gestellt worden und habe er kleinere Mengen an Drogen be-

kommen (jeweils 1 Gramm Heroin oder Kokain). Zudem habe er Kokain zu einem 

vergünstigten Preis von Fr. 60.– pro Gramm beziehen können, welches er an-

schliessend für Fr. 100.– pro Gramm gewinnbringend weiterverkauft habe, soweit 

er es nicht selbst konsumiert habe (Urk. 5/4 F/A 57, 63, 67). B._____ erklärte so-

dann, dass der Beschuldigte ihm jeweils den Erlös aus den Drogenverkäufen ha-

be übergeben müssen. Es sei seine Aufgabe gewesen, die verkauften Mengen 

und die Einnahmen aus den Verkaufsgeschäften zu notieren (Urk. 5/4 F/A 15; 

Urk. 5/6 F/A 19). Anlässlich seiner Einvernahme als Auskunftsperson vom 9. Juli 

2021, welche in Anwesenheit des Beschuldigten durchgeführt wurde, hielt er im 

Wesentlichen an der vorstehend dargelegten Aufgabenteilung fest (Urk. 5/7 

F/A 35 ff., 60, 63, 72 ff., 80 ff.). So sollte der Beschuldigte mit dem Zug in ver-

schiedene Städte reisen und dort an die Kunden von "C._____" Heroin verkaufen. 

Er (B._____) habe vorgängig die Drogen gestreckt, portioniert und für den Trans-

port verpackt. Die konkreten Instruktionen, wo und an wen das Heroin zu verkau-

fen sei, habe der Beschuldigte direkt von "C._____" erhalten. Er (B._____) sei 

diesbezüglich nicht involviert gewesen, da er sich mit den Örtlichkeiten auch nicht 

ausgekannt habe. Den Erlös aus den Heroin-Verkäufen habe der Beschuldigte 

ihm schliesslich zur Aufbewahrung übergeben. Auf die Frage, in welchem Gebiet 

der Beschuldigte die Drogen veräussert habe, antwortete B._____, dies sei ledig-

lich in drei Ortschaften gewesen und zwar in Zürich, S._____ und H._____. An 

anderen Orten habe er nicht verkauft. Jedenfalls wisse er nichts davon. Er könne 

es zwar nicht ausschliessen, aber er würde lügen, wenn er sagen würde, der Be-

schuldigte habe auch anderswo Heroin verkauft (Urk. 5/7 F/A 40, 61 f., 64). In Be-

zug auf den Verkauf von Kokain führte B._____ aus, dass der Beschuldigte täg-

lich jeweils kleinere Mengen dieser Droge für Fr. 60.– pro Gramm bei ihm erwor-

ben habe. Einen Grossteil davon habe er selbst oder zusammen mit Kollegen 

konsumiert, da er stark süchtig gewesen sei. Rund einen Drittel habe er dagegen 

an seine Leute zu einem Preis von Fr. 100.– weiterverkauft, wobei er den Gewinn 

von Fr. 40.– pro Gramm wiederum für den Erwerb von Drogen investiert habe 

(Urk. 5/7 F/A 37 f., 41 ff., 79). 

- 23 - 

4.2.2.  Aus den vorstehenden Aussagen wird deutlich, dass B._____ die Ge-

schehnisse immer wieder anders schilderte und seine Darstellung jeweils dem 

neuesten Untersuchungsergebnis anpasste. Besonders zur Anzahl Abnehmer, an 

welche der Beschuldigte im Auftrag von "C._____" oder D._____ Heroin veräus-
serte, machte er keine verlässlichen Angaben. So sagte er zunächst aus, der Be-

schuldigte habe überall bzw. an verschiedenen Orten Heroin verkauft. Bei seiner 

späteren Einvernahme als Auskunftsperson, welcher auch der Beschuldigte per-

sönlich beiwohnte, schränkte er dessen Verkaufsgebiet auf die drei Ortschaften 

Zürich, H._____ und S._____ ein. Gleichzeitig erklärte er jedoch, dass der Be-

schuldigte jeweils direkt von "C._____" Anweisungen erhalten habe, wo und an 

wen er die Portionen Heroingemisch verkaufen und welchen Preis er dafür for-

dern müsse. Er (B._____) selber habe nur mitgeteilt erhalten, welche Mengen He-

roin er für den Transport und Verkauf vorbereiten solle. Entsprechend könne er 

nicht ausschliessen, dass der Beschuldigte auch Abnehmer an anderen Orten mit 

Heroin beliefert habe. Davon habe er jedoch keine Kenntnis. Diese Einschrän-

kung anlässlich seiner Einvernahme vom 9. Juli 2021 ist als blosse Schutzbe-

hauptung zu werten. Dass der Beschuldigte in den drei genannten Ortschaften 

Heroin verkauft hatte, musste B._____ wohl einräumen, weil auf seinem Mobilte-

lefon Fotos ausgewertet wurden, auf denen abgepackte Heroin-Portionen mit den 

Aufschriften "H._____" und "S.______" abgebildet sind (Beilagen 1.13 und 1.14 

zu Urk. 5/3). Sodann führte der Beschuldigte bei seiner Verhaftung in Zürich zwei 

grössere Portionen Heroingemisch mit sich (Urk. 1/1 S. 3; Urk. 11/5). Es ist nahe-

liegend, dass B._____ versuchte, den Beschuldigten durch sein Aussageverhal-

ten keiner weiteren Drogenverkäufe zu belasten, zu denen ihm keine objektiven 

Beweismittel vorgehalten worden waren, da dies auch sein eigenes Verschulden 

geringer erscheinen liess. Aus seinen Chatverläufen mit D._____ (genannt 

"D''._____") geht jedoch ohne rechtserhebliche Zweifel hervor, dass B._____ dar-

über informiert war, dass der Beschuldigte auch in anderen Ortschaften bzw. an 

weitere Abnehmer Heroin verkaufte ("T'._____", T._____).  

Ausschnitte aus dem Whatsapp-Chatverlauf zwischen B._____ und D._____ (Urk. 

4/28+36): 

- 24 - 

Nr. Absender Inhalt Datum, Uhrzeit 

894 D''._____ Morgen Bruder, morgen [muss] er unbed-
ingt um 11 Uhr bei T'._____ sein. Er muss 
unbedingt am Morgen aufstehen. Das 
sagt dir dein Bruder. 

09.02.2021, 23:57 Uhr 

895 B._____ Ja Bruder ich wecke ihn " 

[…]    

3247 D''._____ Ruf A._____ an 15.02.2021, 15:36 Uhr 

3248 " Er soll kommen " 

3249 " Und gib ihm die 2.6 " 

3250 " 2.5 " 

3251 " Und er sol les nach U._____ bringen " 

3252 " Er soll T._____ (T._____) treffen " 

3253 " Sage ihm dass er auf ihn in U._____ 
wartet 

" 

3254 B._____ Ok " 

3255 " Er sagt er sei um 5 zuhause 15.02.2021, 15:38 Uhr 

3256 D''._____ Ok einverstanden 15.02.2021, 15:40 Uhr 

3257 " Sag ihm 70 fr " 

3258 " Wird er dir geben " 

Folglich ist auf seine Aussagen in Bezug auf den Kreis der Abnehmer, an die der 

Beschuldigte Heroin verkaufte, nicht abzustellen. 

4.2.3.  Auf die Frage, an wen der Beschuldigte Kokain verkauft hatte, konnte 
B._____ keine Auskunft geben, da es sich bei den betreffenden Abnehmern nicht 

um Kunden von "C._____" gehandelt habe und er die Tätigkeit des Beschuldigten 

nicht habe überwachen bzw. rapportieren müssen. Vielmehr habe dieser beim 

Verkauf von Kokain selbständig gehandelt (vgl. Urk. 5/7 F/A 37). 

4.2.4.  Zur verkauften Menge an Heroin und Kokain machte B._____ im Verlauf 
der Untersuchung uneinheitliche Angaben (Urk. 4/3 F/A 9, 17, 22, 67; Beilage 1.2 

- 25 - 

zu Urk. 5/4; Urk. 5/4 F/A 2, 8, 22, 33; Urk. 5/5 F/A 39, 46 ff.; Urk. 5/6 F/A 22 ff., 

35; Urk. 5/7 F/A 71, 77 f.), die im vorinstanzlichen Urteil zutreffend zusammenge-

fasst werden (Urk. 50 S. 11 f., 18 f.). Zuletzt nannte er wiederholt Mengen im Be-

reich von ca. 274 bis 310 Gramm Heroin und 180 bis 200 Gramm Kokain. Mit der 

Vorinstanz ist festzuhalten, dass B._____ laufend eine Art Buchhaltung führte und 

jeweils an seine Auftraggeber rapportierte, welche Mengen Heroin (gestreckt / 

ungestreckt) und Kokain noch vorhanden seien, wieviel Drogen zu welchem Preis 

an Kunden verkauft worden seien und wieviel dem Beschuldigten geschenkt bzw. 

zu einem vergünstigten Preis abgegeben worden sei. Er musste daher einen ge-

wissen Überblick gehabt haben über die umgesetzte Menge an Heroin. Zudem 

wird er ungefähr abgeschätzt haben können, wieviel Kokain er dem Beschuldigten 

verkauft oder als Lohn gegeben hatte. Für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

spricht weiter, dass die Zugabe von bestimmten Mengenangaben immer auch 

bedeutete, dass er in diesem Umfang Heroin vorgängig zum Transport und Ver-

kauf durch den Beschuldigten vorbereitet oder diesem Kokain veräussert bzw. 

abgegeben hatte. Damit hatte er sich ebenfalls des Verkaufs von Betäubungsmit-

teln (mit-)verantwortlich gemacht. Dennoch verbleiben aufgrund seines wider-

sprüchlichen und auf das jeweilige Untersuchungsergebnis adaptierten Aussage-

verhaltens Zweifel an der Richtigkeit seiner Mengenangaben. Hinzukommt, dass 

B._____ auf die Fragen, von wem und in welchen Mengen er Heroin und Kokain 

geliefert erhalten hatte, äusserst unplausible und lebensfremde Antworten gab, 

welche durch die ausgewerteten Chatnachrichten klar widerlegt werden (Urk. 5/5 

F/A 40 f., 43 f., 53, 55 ff.; Urk. 5/6 F/A 1 f., 5, 10 ff., 20; Urk. 5/7 F/A 77, 85). Ent-

sprechend lässt sich auch nicht ohne Weiteres nachvollziehen, wie er darauf 

schloss, welche Mengen der gelieferten Betäubungsmittel durch den Beschuldig-

ten veräussert wurden. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass B._____ nicht 

überwachte bzw. mitverfolgte, in welchem Umfang der Beschuldigte das Kokain, 

welches er zuvor im Einverständnis mit "C._____" und D._____ über ihn bezogen 

hatte, an seine eigenen Kunden weiterverkaufte und in welchem Umfang er die-

ses selbst oder zusammen mit Freunden konsumierte. Vor diesem Hintergrund 

lassen sich aus den Aussagen von B._____ keine verlässlichen Schlüsse auf die 

- 26 - 

verkauften Mengen an Heroin und Kokain ziehen. Auf seine Angaben kann daher 

für die Sachverhaltserstellung nicht unbesehen abgestellt werden. 

4.3. Aussagen des Beschuldigten 

4.3.1.  Der Beschuldigte sagte zu Beginn des Vorverfahrens wiederholt aus, er 

verkaufe keine Drogen. In Bezug auf das Heroin, welches anlässlich der Verhaf-
tung bei ihm sichergestellt wurde, erklärte er zunächst, dies sei für seinen eigenen 

Konsum bestimmt gewesen. Er habe das Heroin für sich selber benötigt und nicht 

verkaufen wollen (Urk. 4/1 F/A 39; Urk. 4/2 F/A 12, 14). In der delegierten Einver-

nahme vom 31. März 2021 schilderte er dagegen, B._____ habe ihm eine der 

beiden Heroin-Portionen schenken wollen, wenn er die andere Portion einer Per-

son mit roter Mütze und roten Schuhen unter der grossen Uhr im Zürich HB über-

geben würde. Für dieses Geschäft hätte er jedoch kein Geld in die Hand nehmen 

müssen. Die Bezahlung des Kaufpreises sei bereits anderweitig geregelt gewe-

sen. Einen solchen Auftrag habe er bereits zwei Mal ausgeführt. Am 18. Februar 

2021 sei er zum dritten Mal nach Zürich gereist (Urk. 4/3 F/A 53, 55, 57, 79; vgl. 

auch Urk. 4/33 F/A 13; Urk. 4/47 F/A 7). Auf Vorhalt belastender Whatsapp-

Nachrichten und auf die Frage, ob er die beiden Portionen Heroingemisch nicht 

an E._____ und G._____ hätte verkaufen sollen, erklärte der Beschuldigte zu-

nächst, er habe bei diesen Personen Diaphin bzw. Dormicum beziehen wollen. Es 

seien immer dieselben zwei Personen gewesen: E._____ und G._____. Diesen 

habe er einige Male Heroin im Tausch gegen Diaphin bzw. Dormicum abgegeben. 

Geld habe er hingegen nie entgegengenommen (Urk. 4/3 F/A 68, 73, 77 ff.). Auf 

Vorhalt des ausgewerteten Whatsapp-Chatverlaufs mit I._____ räumte der Be-

schuldigte sodann ein, dass er auch mit ihr bei mehreren Gelegenheiten Heroin 

gegen Diaphin bzw. Dormicum eingetauscht habe (Urk. 4/3 F/A 96 ff.). Anlässlich 

der delegierten Einvernahme vom 10. Mai 2021 sagte er neu aus, dass er für 

D._____ (genannt "D'._____") mehrmals Pakete an drei Kunden ausgeliefert und 

im Gegenzug Heroin für seinen Konsum erhalten habe. Neben E._____ und 

G._____ (genannt "G'._____") gab der Beschuldigte neu K._____ als seine Kun-

din an. I._____ erwähnte er dagegen nicht mehr. Zum konkreten Vorgehen führte 

er aus, dass B._____ ihn jeweils im Auftrag von "D'._____" gefragt habe, ob er zu 

- 27 - 

einem seiner drei Kunden gehen und etwas ausliefern könne. In der Folge habe 

B._____ Pakete vorbereitet. Er habe nicht gewusst, was sich darin befunden ha-

be. Da "D'._____" nur mit Heroin zu tun gehabt habe, sei er jedoch davon ausge-

gangen, dass es sich um diese Droge handeln müsse. B._____ habe ihm dann 

die Pakete übergeben und ihn darüber informiert, welchen Preis die jeweiligen 

Abnehmer dafür bezahlen müssten. Davon ausgehend habe er jeweils die im Pa-

ket enthaltene Menge Heroin abschätzen können (Urk. 4/22 F/A 23, 28, 71, 95; 

vgl. auch Urk. 4/47 F/A 5). In der Folge hielt der Beschuldigte daran fest, dass er 

nur an E._____, G._____ (genannt "G'._____") und K._____ Heroin verkauft ha-

be, obwohl die ausgewerteten Chatverläufe den Schluss nahelegten, dass er 

auch "Bestellungen" von weiteren, nicht namentlich bekannten Personen auf An-

weisung von D._____ bzw. "C._____" ausgeführt hatte. Bis zu seiner Verhaftung 

habe er nur drei Verkaufstouren gemacht, bei welchen er diese drei Abnehmer im 

Kanton Zürich mit Heroin beliefert habe. Im Kanton Glarus habe er dagegen nie 

Drogen verkauft (Urk. 4/33 F/A 13, 19 f., 53; Urk. 4/46 F/A 5 ff., 11; Urk. 4/47 F/A 

9, F/A 15 S. 9; Prot. I S. 12 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung räumte der Be-

schuldigte schliesslich ein, dass die bei seiner Verhaftung sichergestellten Portio-

nen Heroingemisch zum Verkauf an E._____ und G._____ bestimmt gewesen 

seien (Prot. I S. 16). 

4.3.2.  Anhand der vorstehenden Aussagen wird deutlich, dass der Beschuldigte 

in Bezug auf die Anzahl Personen, denen er im Auftrag von D._____ bzw. 

"C._____" Heroingemisch verkaufte, immer wieder neue Darstellungen präsen-

tierte, die sich jeweils ganz offensichtlich widersprachen. Zudem ergibt sich aus 

seinem Aussageverhalten, dass er einzig Heroin-Verkäufe bzw. -Übergaben an 

Abnehmer einräumte, die aus den ausgewerteten Whatsapp-Chatverläufen na-

mentlich hervorgingen. Da insoweit die Möglichkeit bestand, dass diese Personen 

einvernommen werden und ihn belasten könnten, hätte ein Bestreiten nur wenig 

Sinn gemacht. Auf Vorhalt von weiteren, in den Chatnachrichten beschriebenen 

"Bestellungen", die der Beschuldigte im Auftrag von D._____ bzw. "C._____" an 

namentlich nicht bekannte Personen auslieferte, gab er hingegen ausweichende, 

unplausible und nicht nachvollziehbare Antworten (vgl. Urk. 4/22 F/A 44, 50, 68 f., 

74, 88; Urk. 4/33 F/A 15 ff., 24 ff.). Schliesslich ist festzuhalten, dass sein Stand-

- 28 - 

punkt, er habe im Kanton Glarus kein Heroin verkauft, durch eigene Zugeständ-

nisse und Chatnachrichten widerlegt ist (I._____ in J._____: Urk. 4/3 F/A 99, 

Urk. 4/22 F/A 14; V._____ in der Unterführung vom Bahnhof N._____: Urk. 4/20; 

Mann namens T._____ an den Bahnhöfen N._____ und U._____: Urk. 4/35 

Nr. 2898, 2941 ff. und Urk. 4/36 Nr. 3247 ff.). Im Ergebnis bestehen erhebliche 

Zweifel an der Behauptung des Beschuldigten, wonach er während des Delikts-

zeitraumes nur anlässlich drei Touren in den Kanton Zürich an E._____, G._____ 

und K._____ Heroin verkauft und bei verschiedenen Gelegenheiten Heroin im 

Tausch gegen Medikamente an I._____ übergeben habe. Auf seine Darstellung, 

er habe darüber hinaus an keine weiteren, namentlich nicht bekannte Personen in 

den Kantonen Zürich und Glarus Heroin veräussert, ist folglich nicht abzustellen. 

4.3.3.  Auch zur verkauften Menge an Heroin machte der Beschuldigte in der Un-
tersuchung und anlässlich der Hauptverhandlung widersprüchliche Angaben (vgl. 

die Zusammenfassung in Urk. 50 S. 10). So bezifferte er die Mengenangaben auf 

entsprechende Fragen stets in unterschiedlicher Höhe und bestritt bereits einge-

standene Einzelverkäufe an seine namentlich bekannten Abnehmer. Zuletzt stell-

te er sich auf den Standpunkt, er habe insgesamt höchstens 135 bis 140 Gramm 

bzw. 120 bis 125 Gramm Heroin verkauft, welches er von B._____ bereits portio-

niert und abgepackt erhalten habe. Im darüber hinausgehenden Umfang habe er 

das Heroin, welches B._____ ihm abgegeben habe, alleine oder zusammen mit 

Kollegen geraucht (Urk. 4/46 F/A 6 f.; Urk. 4/47 F/A 15 S. 9; Prot. I S. 12 ff.). 

4.3.4.  Mit der Vorinstanz ist durchaus nachvollziehbar, dass der Beschuldigte 

keine verlässlichen Angaben zur verkauften Menge an Heroin machen konnte. So 

führte er keine eigene Buchhaltung über die ausgelieferten "Bestellungen" und 

hatte keine Einsicht in die fortlaufend nachgeführten Zahlen, welche B._____ an 

D._____ und "C._____" weiterleitete. Zudem erklärte der Beschuldigte, dass er 

nicht gewusst habe, welche Mengen welcher Drogen in den Paketen enthalten 

gewesen seien, die er den einzelnen Abnehmern habe übergeben müssen. Da 

sich "D'._____" seines Wissens im Heroinhandel betätigt habe, sei er davon aus-

gegangen, dass es sich um diese Droge handeln müsse. Ausgehend vom Kauf-

preis, den er habe einfordern müssen, habe er jeweils die Menge berechnet (Urk. 

- 29 - 

4/22 F/A 71; Urk. 4/33 F/A 13). Der Beschuldigte hatte somit keine klaren und 

aufs Gramm genauen Informationen darüber, welche Mengen welcher Drogen er 

an die verschiedenen Abnehmer verkaufte. Schliesslich ist zu berücksichtigen, 

dass er während des Deliktszeitraumes gemäss eigenen Aussagen konstant un-

ter Drogeneinfluss stand und deshalb "mit dem Hirn nicht wirklich anwesend war" 

(Urk. 4/47 F/A 15 S. 10; Prot. I S. 21; vgl. auch act. 39 Rz. 10). Diese vorstehen-

den Umstände führen zusammen mit seinem inhaltlich widersprüchlichen Aussa-

geverhalten dazu, dass auf seine Angaben zur verkauften Mengen an Heroin 

nicht abgestellt werden kann. 

4.3.5.  Schliesslich machte der Beschuldigte auch in Bezug auf den Vorwurf des 

Verkaufs von Kokain im Verlauf der Untersuchung und anlässlich der Hauptver-
handlung widersprüchliche Angaben (vgl. Zusammenfassung in Urk. 50 S. 17 f.). 

So beteuerte er wiederholt, kein Kokain verkauft zu haben (Urk. 4/33 F/A 60, 65; 

Urk. 4/46 F/A 8; Urk. 4/47 F/A 15 S. 9 f.; Prot. I S. 18 f.). Im Widerspruch dazu ge-

stand er jedoch ein, bei mehreren Gelegenheiten Kokain an K._____ und I._____ 

verkauft bzw. gegen Medikamente eingetauscht zu haben (Urk. 4/3 F/A 99 ff.; 

Urk. 4/22 F/A 14, 104; Urk. 4/33 F/A 13; Urk. 4/46 F/A 5; Urk. 4/47 F/A 8, 13, 

F/A 15 S. 9; Prot. I S. 17 f.). Weiter behauptete er zunächst, er habe das Kokain 

jeweils nicht von B._____ bezogen, sondern von einer unbekannten Person (ge-

nannt "der Schwarze"; Urk. 4/1 F/A 21 ff.; Urk. 4/2 F/A 30 ff.; Urk. 4/3 F/A 91 f., 

106, 113; Urk. 4/22 F/A 31). B._____ bzw. "D'._____" hätten kein Kokain oder nur 

solches von ganz schlechter Qualität gehabt (Urk. 4/22 F/A 31, 82, 84; vgl. auch 

Urk. 4/46 F/A 5). Später schilderte der Beschuldigte jedoch, dass er von B._____ 

regelmässig Kokain als Bezahlung für die Erledigung seiner verschiedenen Auf-

träge erhalten habe (Urk. 4/33 F/A 37). Dass er bei B._____ auch Kokain für sei-

nen eigenen Konsum gekauft habe, stritt der Beschuldigte anfangs ab (Urk. 4/22 

F/A 50, 85). In späteren Einvernahmen räumte er dies dagegen ein und erklärte, 

von seinem Komplizen jeden Tag kleinere Mengen Kokain erworben zu haben. 

Diese habe er jedoch mehrheitlich selbst konsumiert. Teilweise seien auch Leute 

in die gemeinsame Wohnung an der M._____-strasse ... in N._____ gekommen 

und hätten mit ihm zusammen Kokain geraucht (Urk. 4/46 F/A 8; Urk. 4/47 F/A 8, 

F/A 15 S. 9; Prot. I S. 17). Schliesslich bestätigte der Beschuldigte, im Auftrag von 

- 30 - 

"D'._____" und B._____ Kokain veräussert zu haben (Urk. 4/22 F/A 52 f., 61, 70). 

Dieses Zugeständnis bestritt er jedoch kurz darauf wieder (vgl. Urk. 4/22 F/A 68, 

82 f.) und behauptete, er habe keine eigenen Kunden gehabt. Er sei vielmehr ein-

fach ein Mittelsmann für B._____ gewesen und habe diesem potentielle Abneh-

mer vermittelt (Urk. 4/22 F/A 76; Prot. I S. 19 f.). 

4.3.6.  Mit der Vorinstanz erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten als äus-

serst widersprüchlich, ausweichend und unplausibel. Es fällt wiederum auf, dass 

er einzig Kokain-Verkäufe bzw. -Übergaben an zwei Abnehmerinnen einräumte, 

die aus den ausgewerteten Whatsapp-Chatverläufen namentlich hervorgingen. 

Da insoweit die Gefahr belastender Aussagen dieser Personen im Falle einer 

Einvernahme bestand, hätte ein Bestreiten nur wenig Sinn gemacht. Abgesehen 

von diesen Zugeständnissen stehen die Aussagen des Beschuldigten weitgehend 

in Widerspruch zu den ausgewerteten Chatverläufen, aus welchen hervorgeht, 

dass er mehrmals täglich über D._____ bzw. B._____ kleinere Mengen an Kokain 

zu einem durchschnittlichen Preis von Fr. 60.– pro Gramm erwarb und diese Dro-

gen anschliessend nicht nur selbst konsumierte, sondern teilweise an namentlich 

nicht näher bekannte Personen weiterveräusserte. Auf entsprechende Vorhalte 

konnte er keine nachvollziehbaren Erklärungen für die Richtigkeit seiner Darstel-

lung abgeben (Urk. 4/22 F/A 44, 50, 68; Urk. 4/33 F/A 24 ff.). Vor diesem Hinter-

grund ist für die Erstellung der bestrittenen Sachverhaltselemente in Bezug auf 

den Tatvorwurf des Verkaufs von Kokain nicht auf die Aussagen des Beschuldig-

ten abzustellen. 

4.4. Gesamtwürdigung 

4.4.1.  Aus der vorstehenden Würdigung der einzelnen Beweismittel ergibt sich, 

dass die bestrittenen Sachverhaltselemente hauptsächlich anhand der ausgewer-

teten Chatverläufe zu erstellen sind. Der Verteidigung ist zuzustimmen, wenn sie 

festhält, dass die Kommunikation aus unvollständigen, abgehackten Sätzen und 

einzelnen Zahlen bestehe, aus welchen sich das Geschehen nicht im Detail ab-

bilden lasse (vgl. Urk. 39 Rz. 16; Urk. 63 Rz. 9). Dennoch wird deutlich, dass der 

Beschuldigte das Heroin im Grunde ausschliesslich im Auftrag von D._____ und 

- 31 - 

"C._____" veräusserte. Zudem ergibt sich aus den zahlreichen Textnachrichten, 

dass er das Heroin nicht nur an die vier in der Anklageschrift aufgeführten Ab-

nehmer, sondern auch an weitere, nicht namentlich bekannte Personen ausliefer-

te und verkaufte. Dazu kann auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden 

(E. II.4.1.4. ff.). Auch in Bezug auf den Verkauf von Kokain ist gestützt auf die 

ausgewerteten Chatnachrichten erstellt, dass der Beschuldigte nicht bloss I._____ 

und K._____ als Abnehmerinnen hatte, sondern auch an männliche Personen 

verkaufte. So stand er über sein Mobiltelefon mit mehreren Personen in Kontakt 

betreffend den Verkauf von Kokain (Urk. 4/17; Urk. 4/19-21). Zudem teilte 

B._____ den beiden Auftraggebern mehrmals mit, dass der Beschuldigte jeman-

den treffe, um diesem Kokain zu verkaufen (vgl. E. II.4.1.4.; vgl. auch Urk. 4/28 

Nr. 912 [Nachricht von B._____ an D''._____]: "Er hat 8 für den Mann genommen 

und 1 für sich, als er zurückgekommen ist hat er noch 4 für sich genommen]).  

4.4.2.  Der Beschuldigte anerkannte, den vier in der Anklageschrift aufgeführten 

Personen insgesamt 156 Gramm Heroin verkauft bzw. überbracht zu haben (vgl. 
E. II.2.2.; E._____: 75 Gramm; G._____: 60 Gramm; K._____: 15 Gramm; 

I._____: 6 Gramm). Im darüber hinausgehenden Umfang bestritt er die Menge He-

roin, die er gemäss Anklage umgesetzt haben soll. Dass der Beschuldigte im De-

liktszeitraum mehr als 156 Gramm Heroin veräusserte, ergibt sich bereits daraus, 

dass er diese Droge gemäss erstelltem Sachverhalt auch an weitere, nicht na-

mentlich bekannte Personen lieferte. Die Stadtpolizei Zürich ermittelte basierend 

auf der stets fortgeführten Buchhaltung und den Mengenangaben in den 

Whatsapp-Nachrichten von B._____ an D._____ und "C._____" eine absolute 

Mindestmenge von total 214.5 Gramm Heroin (ohne die Sicherstellungen vom 18. 

Februar 2021), die der Beschuldigte veräussert haben müsse (Urk. 1/2 S. 14). 

Diese Mengenangabe bezieht sich allerdings nur auf den Zeitraum vom 8. bis 

18. Februar 2021, welcher mittels Chatnachrichten ab dem Mobiltelefon von 

B._____ dokumentiert ist. Daraus ergibt sich jedoch, dass der Beschuldigte bereits 

im Zeitraum zwischen dem 19. Januar 2021 und dem 7. Februar 2021 im Auftrag 

von D._____ und "C._____" Heroin veräussert hatte. Diesbezüglich liegen jedoch 

keine verlässlichen Mengenangaben vor, welche dem Beschuldigten angelastet 

werden können. Einzig B._____ machte Schätzungen darüber, welche Mengen 

- 32 - 

Heroin der Beschuldigte während des gesamten Deliktszeitraumes vom 

19. Januar 2021 bis zum 18. Februar 2021 veräussert habe. Vorstehend wurde 

festgestellt, dass darauf nicht unbesehen abgestellt werden kann. Allerdings steht 

aufgrund von zwei Fotos, welche sich auf dem Mobiltelefon von B._____ befan-

den, ohne rechtserhebliche Zweifel fest, dass der Beschuldigte im Zeitraum vor 

dem 8. Februar 2021 bereits eine Verkaufstour in den Kanton Zürich unternom-

men und Heroin an K._____ sowie G._____ ausgeliefert hatte (vgl. Beilagen 1.13 

und 1.14 zu Urk. 5/3; Fotos von abgepackten Heroin-Portionen mit den Aufschrif-

ten "H._____" und "S._____"). Der von der Polizei ermittelten Mindest-Menge von 

214.5 Gramm Heroin sind daher 50 Gramm hinzuzurechnen (entspricht einer Ver-

kaufstour im Kanton Zürich gemäss dem Zugeständnis des Beschuldigten; vgl. 

Urk. 4/33 F/A 13, 19 f., 53; Urk. 4/46 F/A 5 ff., 11; Urk. 4/47 F/A 9, F/A 15 S. 9; 

Prot. I S. 12 ff.), was 265 Gramm Heroin ergibt. Diese Menge liegt nahe der Band-

breite, welche B._____ auf Befragen zur verkauften Menge an Heroin zuletzt an-

gab (ca. 274 bis 310 Gramm). Seine Schätzung wird folglich durch die Ermittlun-

gen gestützt. Umgekehrt lässt sich die von der Stadtpolizei Zürich eruierte Men-

genangabe mit den Aussagen von B._____ in Einklang bringen. Damit ist erstellt, 

dass der Beschuldigte während des Deliktszeitraums 265 Gramm Heroingemisch 

an diverse, teilweise nicht namentlich bekannte Abnehmer im Kanton Zürich und 

Kanton Glarus verkaufte oder im Tausch gegen Diaphin bzw. Dormicum übergab.  

4.4.3.  Beim Reinheitsgehalt ist unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz (Urk. 50 S. 16; Art. 82 Abs. 4 StPO) von 17 % auszugehen, woraus 

sich eine vom Beschuldigten veräusserte Menge an reinem Heroin von 45 Gramm 

ergibt. 

4.4.4.  In Bezug auf das Kokain ermittelte die Stadtpolizei Zürich gestützt auf die 
in den Whatsapp-Nachrichten dokumentierte Buchhaltung und die laufend nach-

geführten Mengenangaben eine absolute Mindestmenge von 49.5 Gramm, die der 

Beschuldigte veräussert haben müsse (Urk. 1/2 S. 14). Vorstehend wurde festge-

halten, dass B._____ nicht überwachte bzw. mitverfolgte, in welchem Umfang der 

Beschuldigte das Kokain, welches er zuvor im Einverständnis mit "C._____" und 

D._____ über ihn bezogen hatte, an seine eigenen Kunden weiterverkaufte und in 

- 33 - 

welchem Umfang er dieses selbst oder zusammen mit Freunden konsumierte 

(E. II.4.2.4.). Anders als in Bezug auf den Verkauf von Heroin war B._____ somit 

weiter entfernt von den einzelnen Geschäften, die der Beschuldigte mit seinen 

Abnehmern von Kokain abschloss. Vor diesem Hintergrund sind die Angaben von 

B._____ zur veräusserten Menge an Kokain für die Sachverhaltserstellung nicht 

zu berücksichtigen. Andere Beweismittel zu diesem bestrittenen Sachverhaltsele-

ment liegen nicht vor. Die von der Polizei ermittelte Menge wird folglich durch kei-

ne weiteren Beweismittel gestützt. Es ist deshalb nur auf die anerkannte Menge 

an Kokain abzustellen, die der Beschuldigte an K._____ und I._____ veräusserte 

(insgesamt 21 Gramm; vgl. E. II.2.2.).  

4.4.5.  In Bezug auf den Reinheitsgehalt ist mit der Vorinstanz auf das Gutachten 

des Forensischen Instituts Zürich vom 5. August 2021 abzustellen und von einem 

Wert von 55 % auszugehen. Daraus ergibt sich eine vom Beschuldigten veräus-

serte Menge an reinem Kokain von 11.5 Gramm. 

4.4.6.  Der objektive Sachverhalt ist folglich mit den erwähnten Einschränkungen 

hinsichtlich der Menge an verkauften Betäubungsmitteln anklagegemäss erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Urteil der Vorinstanz / Standpunkt des Beschuldigten 

1.1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten – soweit dieses 

noch Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet – als Verbrechen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. a und Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG (Urk. 50 S. 24 ff., 46).  

1.2. Der Beschuldigte beantragt dagegen, er sei lediglich des mehrfachen Ver-

gehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d 

BetmG schuldig zu sprechen (Urk. 56 S. 2; Urk. 63 S. 2). Zur Begründung lässt er 

ausführen, dass die qualifizierende Mindestmenge gemäss der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung zu Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG zwar erreicht sei. Das Heroin 

habe er jedoch stets an dieselben vier Personen überbracht, wobei sich die Rein-

- 34 - 

menge pro Übergabe auf höchstens 4.25 Gramm (25 Gramm Heroin mit einem 

Reinheitsgehalt von 17 %) belaufen habe. Die vier Abnehmer seien allesamt 

Süchtige gewesen, welche die Lieferungen zweifellos für ihren Eigenkonsum be-

nötigt hätten. Unter diesen Umständen sei klarerweise davon auszugehen, dass 

keine konkrete Gefahr der Weiterverbreitung des Heroins an eine unbestimmte 

Vielzahl von Personen bestanden habe. Eine allfällige abstrakte Verbreitungsge-

fahr reiche nicht aus. Damit sei der qualifizierte Tatbestand von Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG nicht erfüllt (Urk. 39 Rz. 25 f.; Urk. 63 Rz. 13). 

2. Rechtliche Grundlagen und Würdigung 

2.1. Die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen und die dazu ergangene 

bundesgerichtliche Rechtsprechung werden im angefochtenen Urteil zutreffend 

dargelegt (Urk. 50 S. 24). Auf die entsprechenden Erwägungen kann einleitend 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu ergänzen ist, dass ein schwerer Fall 

im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung schon dann vorliegt, wenn sich die Widerhandlung auf eine Menge von Be-

täubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr brin-

gen kann. In objektiver Hinsicht setzt die Bestimmung nur voraus, dass die Wi-

derhandlung mit einer Menge eines bestimmten Betäubungsmittels begangen 

wird, die geeignet ist, eine gesundheitliche Gefahr für viele herbeizuführen. Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG ist gemäss Bundesgericht ein abstraktes Gefährdungsdelikt. 

Es kommt daher nicht darauf an, wieviele Personen durch die abgegebenen Dro-

gen tatsächlich gefährdet wurden, sondern allein darauf, wieviele hätten gefährdet 

werden können. Desgleichen spielt es keine Rolle, ob durch die Tathandlung 

neue Abnehmerkreise von (noch) nicht süchtigen Personen erschlossen werden 

oder ob die vermittelten Abnehmer bereits Süchtige sind. Der Nachweis, dass die 

Gefahr tatsächlich eingetreten ist oder vom Täter gewollt war, ist nicht erforderlich 

(BGE 120 IV 334 E. 2.a; BGE 111 IV 31 E. 2; BGE 117 IV 58 E. 2; BGE 118 IV 

200 E. 3 f.). Eine Ausnahme von dieser Rechtsprechung besteht gemäss Bun-

desgericht einzig bei Konstellationen, in denen die Drogen lediglich an eine be-

reits süchtige nahe Bezugsperson zum eigenen oder gemeinsamen Konsum ab-

gegeben werden und bei der zudem die Gewissheit besteht, dass diese die Dro-

- 35 - 

gen selber konsumiert und nicht an Dritte weitergibt. Nur diesfalls könne die abs-

trakte Gefahr, dass Betäubungsmittel in die Hände unbestimmt vieler, unter Um-

ständen auch gesunder Menschen gelangen, vernachlässigt werden (BGE 120 IV 

334 E. 2.b/aa). 

2.2. In Bezug auf einen Täter, der mit verschiedenen Betäubungsmittelarten 

handelt, entschied das Bundesgericht schliesslich, dass nicht die Mengen der 

einzelnen umgesetzten Betäubungsmittelarten massgebend seien, sondern die 

Gesamtmenge aller Drogen. Könne durch die vom Täter verkaufte Menge von 

(verschiedenartigen) Drogen die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr gebracht 

werden, liege ein schwerer Fall vor, auch wenn hinsichtlich der einzelnen Betäu-

bungsmittelarten die festgelegten Grenzwerte nicht erreicht seien (BGE 120 IV 

334 E. 2.a; BGE 112 IV 109 E. 2.a). 

2.3. Vorstehend wurde erstellt, dass der Beschuldigte im Zeitraum vom 19. Ja-

nuar 2021 bis 18. Februar 2021 im Auftrag von Dritten mindestens 265 Gramm 

Heroingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 17 % (entspricht 45 Gramm rei-
nem Heroin) an diverse, teilweise nicht näher bekannte Abnehmer in den Kanto-
nen Zürich und Glarus verkaufte bzw. im Tausch gegen Medikamente übergab. 

Sodann ist erstellt, dass der Beschuldigte im Zeitraum vom 2. Februar 2021 bis 

18. Februar 2021 insgesamt 21 Gramm Kokain mit einem Reinheitsgehalt von 

55 % (entspricht 11.5 Gramm reinem Kokain) an zwei seiner Heroin-
Abnehmerinnen (K._____ und I._____) verkaufte bzw. im Tausch gegen Medika-

mente übergab. Gemäss Aussagen des Beschuldigten erfolgte der Verkauf bzw. 

der Tausch von Kokain jeweils bei denselben Gelegenheiten, wie er auch Heroin 

an die betreffenden Abnehmerinnen veräusserte. Der gleichzeitige Verkauf von 

verschiedenen Betäubungsmitteln stellt nur eine Widerhandlung dar und begrün-

det keine Konkurrenz. Vielmehr liegt eine Tateinheit vor (HUG-BEELI, Kommentar 

BetmG, Basel 2016, N 162 zu Art. 19 BetmG). Für die Veräusserung von Kokain 

und Heroin ist demnach ein einheitlicher Schuldspruch im Sinne von Art. 19 Abs. 

1 lit. c BetmG auszufällen. 

2.4. Für die Prüfung, ob hinsichtlich der Veräusserung von Betäubungsmitteln 

die vom Bundesgericht festgelegten Grenzwerte für die Annahme eines schweren 

- 36 - 

Falles im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG erreicht werden, ist die Gesamt-

menge der vom Beschuldigten umgesetzten Drogen massgebend. Um die einzel-

nen Mengen der veräusserten Betäubungsmittelarten zusammenrechnen zu kön-

nen, ist das Kokain in Heroin-Äquivalenz umzurechnen. Das Bundesgericht wen-

det hierfür einen Umrechnungsschlüssel von 3:2 an (vgl. BGE 120 IV 334 

E. 2.b/aa: 12 Gramm reines Kokain entsprechen 8 Gramm reinem Heroin). Ange-

wendet auf die 11.5 Gramm reines Kokain, die der Beschuldigte an K._____ und 

I._____ veräusserte, ergibt dies eine Heroin-Äquivalenz von 7.6 Gramm. Die Ge-

samtmenge der vom Beschuldigten umgesetzten Drogen beläuft sich folglich auf 

52.6 Gramm reines Heroin bzw. Heroin-Äquivalenz (45 Gramm + 7.6 Gramm).  

2.5. Die vom Beschuldigten veräusserte Reinsubstanz überschreitet die mass-

gebliche Grenzmenge für die Annahme eines schweren Falles im Sinne von 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG von 12 Gramm reinem Heroin deutlich. Das angeklagte 

Verhalten war somit geeignet, eine Gefahr für die Gesundheit vieler Menschen 

herbeizuführen. Das Vorbringen des Beschuldigten, wonach er nur an die vier in 

der Anklageschrift namentlich aufgeführten Abnehmer Heroin und teilweise auch 

Kokain verkauft habe, ist aufgrund der ausgewerteten Whatsapp-Nachrichten wi-

derlegt (vgl. E. II.4.1.4. ff. und II.4.4.1.). Selbst wenn seiner Darstellung gefolgt 

und es zutreffen würde, dass es sich bei E._____, G._____, K._____ und I._____ 

um schwer süchtige Personen handelt, hatte der Beschuldigte keine Möglichkeit 

zu überprüfen, ob diese die von ihm erworbenen Betäubungsmittel selber und 

überdies alleine konsumierten. So standen ihm die vier genannten Abnehmer 

nicht derart nahe, dass er deren Konsumverhalten hätte beobachten und mitver-

folgen können. Solches sagte er denn auch nicht aus. Angesichts der nicht uner-

heblichen Mengen, die der Beschuldigte den namentlich bekannten Abnehmern 

innerhalb nur eines Monats bei drei Gelegenheiten verkaufte, bestand keine Ge-

währ bzw. keine Gewissheit, dass diese nicht einen Teil des Heroins und des Ko-

kains an weitere Personen abgaben oder mit anderen Konsumenten zusammen 

verbrauchten. So sagte auch der Beschuldigte in Bezug auf sich selber aus, dass 

er die über B._____ bezogenen Drogen häufig mit Kollegen zusammen konsu-

miert oder diesen etwas davon abgegeben habe. Eine Ausnahmekonstellation, 

welche ein Abweichen von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den 

- 37 - 

Grenzmengen für die Annahme eines schweren Falles erlauben würde, liegt nicht 

vor. Die abstrakte gesundheitliche Gefahr, die der Beschuldigte durch die Ver-

äusserung der erstellten Menge an Heroin (Reinsubstanz und Äquivalenz) schuf, 

kann nicht vernachlässigt werden. Der qualifizierte Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 

lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG ist damit in objektiver 

Hinsicht erfüllt.  

2.6. Sodann führte der Beschuldigte anlässlich seiner Verhaftung am 18. Feb-

ruar 2021 zwei Portionen Heroingemisch von insgesamt 52.9 Gramm und einem 

Reinheitsgehalt von 17 % (entspricht 9.2 Gramm reinem Heroin) mit sich. 
Dadurch hat er den objektiven Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG erfüllt. 

Es ist erstellt, dass der Beschuldigte die Absicht hatte, je eine dieser Portionen an 

E._____ und G._____ zu verkaufen. Auch wenn diese Menge den Grenzwert für 

einen qualifizierten Fall gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (12 Gramm Heroin) 

nicht erreicht, erscheint es mit der Vorinstanz und der amtlichen Verteidigung an-

gezeigt, diesen Tatvorwurf gemeinsam mit dem Vorwurf der Veräusserung von 

Betäubungsmitteln zu würdigen (vgl. vorstehend E. III.2.3. ff.). So besteht zwi-

schen den jeweiligen Taten nicht bloss ein enger zeitlicher und sachlicher Zu-

sammenhang, sondern scheinen diese auch von einem einheitlichen Tatent-

schluss des Beschuldigten getragen zu sein. Wäre es nicht zu seiner Verhaftung 

gekommen, hätte er die unmittelbar bevorstehenden Verkaufsgeschäfte mit 

E._____ und G._____ gemäss seinem Auftrag abgeschlossen und wären die bei-

den Portionen mit insgesamt 9.2 Gramm reinem Heroin der bereits verkauften 

Menge von 52.6 Gramm reinem Heroin bzw. Heroin-Äquivalenz hinzuzurechnen 

gewesen.  

2.7. Der Beschuldigte wusste oder ging zumindest davon aus, dass es sich bei 

den Betäubungsmitteln, die er im Auftrag von D._____ oder "C._____" unbefugt 

an zahlreiche Abnehmer veräusserte bzw. zwecks Veräusserung besass, um He-

roin handelte (Urk. 4/22 F/A 71; Urk. 4/33 F/A 13). Auch bei den Verkaufs- und 

Tauschgeschäften, die der Beschuldigte selbständig bzw. unabhängig von seinen 

Auftraggebern vornahm, wusste er, dass er unbefugt mit Kokain, d.h. einem ver-

botenen Betäubungsmittel handelte. Das grosse gesundheitsschädliche Potential 

- 38 - 

dieser Drogen war dem Beschuldigten als selbst stark Süchtiger bekannt. Auf-

grund des unbestimmten Abnehmerkreises und der nicht unerheblichen Menge an 

verschiedenartigen Betäubungsmitteln, die er während des Deliktszeitraums in 

Umlauf brachte bzw. veräussern sollte, nahm der Beschuldigte mit den angeklag-

ten Taten in Kauf, die Gesundheit vieler Menschen zu gefährden. Daran ändert 

nichts, dass er keine eindeutigen Informationen darüber hatte, wieviel Gramm He-

roin er an die diversen Abnehmer veräusserte. Ausgehend vom Kaufpreis, den er 

auf Anweisung jeweils einfordern musste, konnte er grobe Rückschlüsse auf die 

Menge ziehen (Urk. 4/22 F/A 71; Urk. 4/33 F/A 13). Damit ist auch der subjektive 

Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG erfüllt. 

2.8. Im Ergebnis ist der Beschuldigte zusätzlich zu den bereits in Rechtskraft 

erwachsenen Schuldsprüchen wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung und Vollzug 

1. Urteil der Vorinstanz / Anträge der Parteien 

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer teilbedingten Frei-

heitsstrafe von 23 Monaten und Fr. 500.– Busse (Urk. 50 S. 28 ff., 46). Der Be-

schuldigte beantragt, er sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von maximal 12 

Monaten und Fr. 500.– Busse zu sanktionieren (Urk. 56 S. 2 f.; Urk. 63 S. 2). 

1.2. Nachdem die Staatsanwaltschaft das erstinstanzliche Urteil nur in Bezug 

auf die Landesverweisung anficht (Urk. 51), ist bei der nachfolgenden Überprüfung 

des Strafpunkts das Verschlechterungsverbot zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO) 

und eine strengere Bestrafung durch das Berufungsgericht von vornherein ausge-

schlossen. 

- 39 - 

2. Rechtliche Grundlagen 

Die Vorinstanz hat den ordentlichen Strafrahmen ausgehend von der schwersten 

Straftat korrekt mit nicht unter einem Jahr bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe abge-

steckt (Art. 19 Abs. 2 BetmG) und festgehalten, dass keine ausserordentlichen 

Umstände ersichtlich sind, die ein Verlassen dieses Strafrahmens als angezeigt 

erscheinen liessen (Urk. 50 S. 28 f.). Die tat- und täterangemessene Strafe ist 

deshalb innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzusetzen. Die rechtlichen 

Grundlagen zur Strafzumessung mit der Unterscheidung zwischen Tat- und Tä-

terkomponente werden im vorinstanzlichen Urteil ebenfalls zutreffend dargelegt, 

worauf zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 50 S. 

29 f.). 

3. Sanktionsart 

3.1. Das Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz wird nachfolgend mit 

einer Freiheitsstrafe zu sanktionieren sein (Art. 19 Abs. 2 BetmG). Für die weite-

ren zu beurteilenden Straftaten sieht das Gesetz als mögliche Sanktionsarten 

sowohl eine Geld- als auch eine Freiheitsstrafe vor (vgl. Art. 305bis Ziff. 1 StGB; 

Art. 116 Abs. 1 lit. a AIG). 

3.2. Gemäss Art. 41 Abs. 1 StGB ist für Strafen im Bereich von 3 Tagen bzw. 

3 Tagessätzen bis zu 6 Monaten bzw. 180 Tagessätzen grundsätzlich eine Geld-

strafe auszusprechen. Die genannte Bestimmung statuiert somit den Vorrang der 

Geldstrafe gegenüber der Freiheitsstrafe und bestätigt insofern den bisher gelten-

den Grundsatz, wonach die Geldstrafe im Bereich leichter Kriminalität die Regel-

sanktion darstellt und bei Strafen bis zu 6 Monaten freiheitsentziehenden Sankti-

onen vorgeht (BGE 144 IV 217 E. 3.3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_436/2018 

vom 24. September 2018 E. 1.2; je mit Hinweisen; vgl. auch DOLGE, in: Niggli/Wi-

prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, 2019, N 24 zu 

Art. 34 StGB). Das Gericht kann einzig dann auf eine Freiheitsstrafe erkennen, 

wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 

lit. b StGB). Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe von höchstens 

180 Tagessätzen ist gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB zudem zulässig, wenn eine 

- 40 - 

solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten.  

3.3. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässig-

keit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein sozia-

les Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 138 IV 120 E. 

5.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_112/2020 vom 7. Okto-

ber 2020 E. 3.2; je mit Hinweisen). Ferner sind der Delinquenz während laufender 

Probezeit oder einer eröffneten Strafuntersuchung Rechnung zu tragen (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_416/2015 vom 7. Oktober 2015 E. 1.4.2). 

3.4. Der Beschuldigte weist insgesamt vier Vorstrafen auf, welche hauptsäch-

lich Vermögensdelikte und Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

betreffen. Für die bisher verübten Straftaten wurde er mit (überwiegend unbeding-

ten) Geldstrafen sanktioniert, was ihn jedoch nicht dazu veranlasste, von seinem 

deliktischen Verhalten Abstand zu nehmen. Vielmehr wurde er nach den entspre-

chenden Bestrafungen wiederholt und ausnahmslos einschlägig straffällig. 

3.5. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 23. Mai 

2016 wurde der Beschuldigte wegen mehrfachen, teilweise geringfügigen Dieb-

stahls, wegen Hausfriedensbruchs, geringfügiger Hehlerei und Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes schuldig gesprochen. Gegen ihn wurde eine bedingte 

Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.– und eine Busse von Fr. 2'000.– aus-

gefällt. Bereits am 20. Oktober 2017 delinquierte der Beschuldigte erneut und 

zwar einschlägig. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 

27. Februar 2018 wurde er wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz, 

wegen Hausfriedensbruchs und geringfügigen Diebstahls zu einer unbedingten 

Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 60.– und einer Busse von Fr. 400.– verur-

teilt. Da die erneute Delinquenz in die zweijährige Probezeit seiner Vorstrafe vom 

23. Mai 2016 fiel, hatte die Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus über den Wi-

derruf des bedingten Strafvollzugs zu befinden und erklärte die damals ausge-

sprochene Geldstrafe für vollziehbar. Allerdings vermochten der Vollzug von zwei 

Geldstrafen und die Bezahlung der Busse den Beschuldigten nicht von der Bege-

hung weiterer einschlägiger Straftaten abzuhalten. So beging er am 29. Mai 2020 

- 41 - 

erneut einen Diebstahl, wofür er mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Uznach 

vom 26. August 2020 mit einer unbedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sanktioniert wurde. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons 

Glarus vom 19. Februar 2021 wurde der Beschuldigte erneut verurteilt wegen 

mehrfachen, teilweise geringfügigen Diebstahls, mehrfachen Hausfriedensbruchs, 

mehrfacher Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes und Erschleichens 

einer geringfügigen Leistung. Einen Teil dieser Taten hatte der Beschuldigte noch 

vor dem Diebstahl vom 29. Mai 2020 begangen, weshalb eine Zusatzstrafe zur 

mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Uznach vom 26. August 2020 ausgespro-

chenen Strafe auszufällen war. Die Sanktion für die neu zu beurteilenden Delikte 

wurde auf 80 Tagessätze Geldstrafe zu 30.– und Fr. 1'250.– Busse bemessen. 

Auch die weiteren Verurteilungen bzw. die jeweils unbedingt zu vollziehenden 

Geldstrafen und Bussen konnten keine Änderung im Verhalten des Beschuldigten 

herbeiführen. Vielmehr verübte er die im vorliegenden Verfahren zur Anklage ge-

brachten Taten während des laufenden Strafverfahrens der Staatsanwaltschaft 

des Kantons Glarus, welche schliesslich zu seiner letzten Verurteilung vom 

19. Februar 2021 führte.  

3.6. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu erwarten, dass sich der Beschuldigte 

von der milderen Sanktionsart der Geldstrafe – selbst wenn sie erneut unbedingt 

ausgefällt würde – genügend beeindrucken liesse und von weiteren Straftaten ab-

sehen würde. Angesichts seiner wiederholten und stets einschlägigen Delin-

quenz, insbesondere während laufender Probezeit und sogar während eröffneter 

Strafuntersuchung, erscheint die Anordnung einer Geldstrafe als nicht mehr 

zweckmässig. Vielmehr sind aus Gründen der präventiven Effizienz auch für die 

Geldwäscherei und die Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts je Freiheitsstra-

fen vorzusehen. 

4. Retrospektive Konkurrenz 

4.1. Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor 

er wegen einer anderen Tat verurteilt wurde, so bestimmt es die Zusatzstrafe in 

der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren 

- 42 - 

Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Diese Be-

stimmung will im Wesentlichen das in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte Asperati-

onsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der meh-

rere gleichartige Strafen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Prinzip der 

Strafschärfung beurteilt werden, unabhängig davon, ob die Verfahren getrennt 

durchgeführt werden oder nicht (BGE 142 IV 265 E. 2.3.1 mit Hinweisen; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1138/2020 vom 2. November 2021 E. 1.2.1). 

4.2. Wie vorstehend bereits erwähnt, wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 19. Februar 2021 zu einer unbeding-

ten Geldstrafe und zu einer Busse verurteilt. Sämtliche Delikte, die im vorliegen-

den Verfahren zur Beurteilung stehen, beging er noch vor dieser Verurteilung. Es 

ist daher die Bildung einer Zusatzstrafe nach Art. 49 Abs. 2 StGB bei retrospekti-

ver Konkurrenz zu prüfen. Das Erfordernis der gleichartigen Strafen ist nur in Be-

zug auf die Busse erfüllt. Im Übrigen sind mit diesem Urteil ausschliesslich Frei-

heitsstrafen auszufällen (vgl. E. IV.3.1. und IV.3.6.), was die Bildung einer Zusatz-

strafe im Verhältnis zur rechtskräftig ausgefällten Geldstrafe gemäss der genann-

ten Verurteilung vom 19. Februar 2021 ausschliesst. Nachfolgend wird daher ein-

zig die Busse für die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes als teilweise Zu-

satzstrafe zur mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Glarus vom 19. 

Februar 2021 festgesetzten Strafe zu bemessen sein. 

5. Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

5.1. Tatkomponente 

5.1.1.  Im Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts ist zu berücksichtigen, dass 

der Drogenmenge und der daraus resultierenden Gefährdung bei der Bemessung 

der Strafe eine wichtige, aber keine vorrangige Rolle zukommt (BGE 121 IV 202 

E. 2.d/cc; BGE 118 IV 342 E. 2.c; Urteile des Bundesgerichts 6B_691/2022 vom 

17. Oktober 2022 E. 5.3.2; 6B_662/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2.4.4). Es wäre 

verfehlt, im Sinne eines Tarifs überwiegend oder gar allein auf dieses Kriterium 

abzustellen. Falsch wäre aber auch die Annahme, diesem Strafzumessungsele-

ment komme eine völlig untergeordnete oder gar keine Bedeutung zu. Es ist nicht 

- 43 - 

nebensächlich, ob jemand mit 20 oder 200 Gramm einer gefährlichen Droge 

handelt. 

5.1.2.  Der Reinheitsgrad der Betäubungsmittel kann für das Verschulden von Be-

deutung sein. Handelt der Täter wissentlich mit ausgesprochen reinen Drogen, ist 

das Verschulden schwerer, handelt er wissentlich mit besonders stark gestreckten 

Drogen, ist es leichter (BGE 122 IV 299 E. 2.c). Steht indes nicht fest, dass der 

Beschuldigte ein ausgesprochen reines oder besonders stark gestrecktes Betäu-

bungsmittel liefern wollte, spielt der genaue Reinheitsgrad für die Gewichtung des 

Verschuldens und bei der Strafzumessung keine Rolle. Die genaue Betäubungs-

mittelmenge und gegebenenfalls ihr Reinheitsgrad verlieren zudem an Bedeu-

tung, wenn mehrere Qualifikationsgründe gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG gegeben 

sind, und sie werden umso weniger wichtig, je deutlicher der Grenzwert im Sinne 

von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG überschritten ist (BGE 121 IV 193 E. 2.b/aa). 

5.1.3.  Die objektive Tatschwere bestimmt sich bei Drogendelikten neben der er-

wähnten eher sekundären Bedeutung der Drogenmenge und der daraus folgen-

den Gesundheitsgefährdung namentlich auch nach der Art und Weise der Tatbe-

gehung (BGE 118 IV 342 E. 2.c mit Hinweisen). Massgebend sind dabei u.a. die 

Häufigkeit und Dauer der deliktischen Handlungen, die aufgewendete persönliche 

Energie, das gezeigte kriminelle Engagement, die hierarchische Stellung sowie 

die Grösse der erzielten oder angestrebten Gewinne. Daneben kommt es darauf 

an, wie der Täter mit der Droge in Kontakt gekommen ist und was er mit dieser 

gemacht hat (HUG-BEELI, Kommentar BetmG, Basel 2016, N 279 ff. zu Art. 26 

BetmG). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes trifft beispielsweise den 

Transporteur einer bestimmten Drogenmenge grundsätzlich ein geringeres Ver-

schulden als denjenigen, der diese Betäubungsmittelmenge verkauft oder zum 

Zwecke des Weiterverkaufs erwirbt (BGE 121 IV 202 E. 2.d/cc; WIPRÄCHTI-

GER/KELLER, in: Niggli/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 

4. Auflage, 2019, N 100 zu Art. 47 StGB). Weiter beachtlich ist auch eine allfällige 

Drogenabhängigkeit des Täters, ob er ausschliesslich des Geldes wegen handel-

te, ohne sich in einer finanziellen Notlage zu befinden, oder ob er es ablehnt zu 

arbeiten, obwohl es ihm möglich wäre, und er es vorzieht, durch den Drogenhan-

- 44 - 

del seinen Lebensunterhalt zu verdienen (vgl. BGE 118 IV 342 E. 2.e; BGE 107 

IV 60 E. 2.c). Daraus ergibt sich, dass nicht einem einzelnen der aufgeführten Kri-

terien für die Beurteilung des Verschuldens eine überwiegende Bedeutung zu-

kommt. Der Einbezug all dieser Kriterien und deren Gesamtwürdigung führt 

schliesslich zur Gewichtung der Tatschwere und des Verschuldens. 

5.1.4.  Bei der objektiven Tatschwere ist zunächst zu berücksichtigen, dass es 

sich bei den vom Beschuldigten veräusserten Betäubungsmitteln um harte Dro-

gen mit einem erheblichen Abhängigkeitspotential handelt. Kokain kann bereits 

innert relativ kurzer Zeit bei wiederholtem Konsum zu einer sehr grossen psychi-

schen Abhängigkeit führen (HUG-BEELI, a.a.O., N 295 ff. zu Art. 2 BetmG mit Hin-

weisen; FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Auflage, Zürich 

2016, N 29 zu Art. 2 BetmG). Zudem birgt der regelmässige Kokainkonsum 

schwere Risiken für die körperliche und psychische Gesundheit (HUG-BEELI, 

a.a.O., N 254 ff. zu Art. 2 BetmG). Heroin gehört zu den stärksten und gefähr-

lichsten Suchtmitteln, da es rund 10-mal stärker als Morphin wirkt und dement-

sprechend auch ein hohes Abhängigkeitspotenzial birgt (HUG-BEELI, a.a.O., N 758 

f. und N 760 zu Art. 2 BetmG; FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., N 11 zu 

Art. 8 BetmG). Dies führt indessen nicht zu einer Verschuldenserhöhung, da diese 

Aspekte bereits tatbestandsimmanent sind. 

5.1.5.  Es ist erstellt, dass der Beschuldigte insgesamt rund 54 Gramm reines He-
roin (45 Gramm + 9.2 Gramm) an diverse, teilweise nicht namentlich bekannte 
Abnehmer im Kanton Zürich und Kanton Glarus veräusserte bzw. zwecks Ver-

äusserung besass. Zudem ist erstellt, dass er insgesamt 11.5 Gramm reines Ko-
kain an zwei seiner Heroin-Abnehmerinnen verkaufte bzw. im Tausch gegen 
Medikamente übergab. Diese Reinsubstanz an Kokain entspricht einer Heroin-

Äquivalenz von 7.6 Gramm. Mit der Gesamtmenge von 61.8 Gramm hat der Be-

schuldigte den massgeblichen Grenzwert von 12 Gramm reinem Heroin (bzw. 

Heroin-Äquivalenz) für die Annahme eines schweren Falles im Sinne von Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG um ein Vielfaches überschritten, was verschuldenserhöhend 

zu gewichten ist. Relativierend ist allerdings zu berücksichtigen, dass das in Um-

lauf gesetzte Heroin mit einem Reinheitsgehalt von 17 % von eher schlechter 

- 45 - 

Qualität war. Da der Beschuldigte immer wieder Kleinstmengen vom umgesetz-

ten Heroin für seinen eigenen Konsum beziehen durfte, wusste er von diesem 

Umstand. Er hatte jedoch keinen Einfluss auf den Reinheitsgehalt, zumal das 

Strecken, Portionieren und Abpacken des Heroins in den Aufgabenbereich von 

B._____ fiel. Dass der Beschuldigte das Heroin stark gestreckt veräusserte, wirkt 

sich folglich nur leicht verschuldensmindernd aus. Das Kokain war mit einem 
Reinheitsgehalt von 55 % von durchschnittlicher Qualität. Für die Gewichtung des 

Verschuldens lässt sich daraus nichts ableiten. Dagegen ist die Intensität der 

Handlungen über einen Deliktszeitraum von nur einem Monat, innert welchem 

der Beschuldigte die nicht unerhebliche Gesamtmenge von 61.8 Gramm reinem 

Heroin (inkl. Heroin-Äquivalenz) veräusserte bzw. zu veräussern beabsichtigte, 

verschuldenserhöhend zu gewichten. Dabei fällt auch ins Gewicht, dass seinen il-

legalen Verkaufsaktivitäten allein durch seine Verhaftung ein Ende gesetzt wur-

de. 

5.1.6. Über die Anzahl der bedienten Käufer von Heroin ist keine verbindliche 
Feststellung möglich. Der Beschuldigte hatte einerseits einen festen Kreis von 

vier Abnehmern, denen er bei mehreren Gelegenheiten jeweils grössere Mengen 

Heroin verkaufte und daher keine Gewähr bzw. Gewissheit bestand, dass diese 

nicht einen Teil des Heroins an weitere Personen abgeben oder mit anderen 

Konsumenten zusammen verbrauchen würden. Andererseits traf der Beschuldig-

te während des Deliktszeitraums diverse Personen, mit denen er nur einmalig ein 

Verkaufsgeschäft über Heroin abschloss. Insgesamt trug er somit dazu bei, einen 

grösseren, im Einzelnen nicht näher bekannten Kreis von Personen mit Heroin zu 

versorgen. Dies ist jedoch dem qualifizierten Tatbestand von Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG immanent und wirkt sich nicht verschuldenserhöhend aus. Der Abneh-

merkreis von Kokain war dagegen eng umgrenzt. So wurde vorstehend erstellt, 
dass der Beschuldigte nur an zwei Personen Kokain verkaufte bzw. im Tausch 

gegen Medikamente übergab, was jeweils bei denselben Gelegenheiten erfolgte, 

wie er diesen auch Heroin veräusserte. Der gleichzeitige Verkauf von Kokain an 

zwei bestehende Abnehmerinnen von Heroin fällt damit nicht merklich verschul-

denserhöhend ins Gewicht.  

- 46 - 

5.1.7.  Mit der Vorinstanz ist verschuldensmindernd zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte in Bezug auf die Veräusserung von Heroin im Auftrag und auf kon-
krete Anweisungen von D._____ und "C._____" handelte. Als Läufer nahm er im 

Grunde die unterste Position in der Hierarchie des organisierten Drogenhandels 

ein und verfügte bloss über ein geringes Mass an Entscheidungsfreiheit. Das Ko-
kain veräusserte der Beschuldigte dagegen selbständig und unabhängig von sei-
nen Auftraggebern. Dennoch war er für den Bezug bzw. Einkauf dieser Droge von 

D._____ und "C._____" abhängig und verkaufte das Kokain zwei ihrer Kundinnen, 

bei denen er ohnehin vorbeikam zur Abgabe von Heroin. Auch in dieser Hinsicht 

erscheint die kriminelle Energie des Beschuldigten gering. 

5.1.8.  Unter Berücksichtigung der vorstehenden Umstände wiegt die objektive 

Tatschwere im Rahmen des qualifizierten Tatbestandes von Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG gerade noch leicht. Dafür erscheint ein Strafmass von 27 Monaten ange-

messen. 

5.1.9.  Bei der subjektiven Tatschwere ist einleitend festzuhalten, dass der Be-

schuldigte während des Deliktszeitraums von Heroin und Kokain abhängig war. 

Gemäss eigenen Aussagen konsumierte er täglich 2-5 Gramm Heroin und 

0.5 Gramm Kokain (Urk. 4/1 F/A 42; Urk. 4/3 F/A 37 f.; Prot. I S. 10, 19 f.). Da er 

keiner Erwerbstätigkeit nachging, sondern von Unterstützungsleistungen der Ar-

beitslosenversicherung lebte (vgl. Urk. 4/1 F/A 58; Urk. 4/3 F/A 19 ff.; Urk. 4/47 

F/A 22 f.), diente die angeklagte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz der Finanzierung seines eigenen, massiven Drogenkonsums. Dies ist in An-

wendung von Art. 19 Abs. 3 lit. b BetmG deutlich verschuldensmindernd zu ge-

wichten. 

5.1.10. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, als er Heroin und Kokain im 

erstellten Umfang veräusserte bzw. zwecks Veräusserung mitsichführte. Hinsicht-

lich der qualifizierenden Merkmale im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG konnte 

ihm dagegen nur eventualvorsätzliches Handeln nachgewiesen werden. In die-

sem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass ihm als selbst stark Süchtiger 

das grosse gesundheitsschädliche Potential von Heroin ganz genau bekannt sein 

musste und er aufgrund der veräusserten Mengen auf einen grösseren Abneh-

- 47 - 

merkreis schliessen konnte. Das grosse gesundheitsschädliche Potential, das er 

durch seine Mitwirkung am Betäubungsmittelhandel schuf, musste sich ihm folg-

lich mit einer bestimmten Gewissheit aufdrängen. Allerdings ist ihm aufgrund sei-

ner mehrjährigen Drogensucht eine leicht- bis mittelgradige Verminderung der 

Schuldfähigkeit zugutezuhalten (Art. 19 Abs. 2 StGB).  

5.1.11. Insgesamt führt die subjektive Tatschwere zu einer deutlichen Relativie-

rung der objektiven Tatschwere. Im Rahmen des qualifizierten Tatbestandes von 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG ist das Verschulden als eher leicht einzustufen und die 

Einsatzstrafe auf 18 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

5.2. Täterkomponente 

5.2.1.  Über das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des aktuell 48-

jährigen Beschuldigten ist bekannt, dass er in W._____ [Stadt in Deutschland] 

geboren wurde, anschliessend jedoch in Italien bei seinen Eltern aufwuchs. 

Nachdem er die obligatorische Schulzeit erfolgreich absolviert hatte, besuchte er 

die Hotelfachschule in AA._____. Diese Ausbildung brach er jedoch ein Jahr vor 

dem Diplom ab. Im Alter von 17 Jahren zog er nach Deutschland und arbeitete 

dort während zehn Jahren als Koch und Pizzabäcker für eine Gastronomie-

Agentur. Im Jahr 2002/2003, d.h. im Alter von 28/29 Jahren, migrierte er in die 

Schweiz, wo er in verschiedenen Restaurants wiederum als Koch tätig war, bis er 

im Dezember 2019 seine Arbeitsstelle verlor. Aufgrund der grassierenden 

Corona-Pandemie gelang es ihm nicht, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Bis zu 

seiner Verhaftung am 18. Februar 2021 bezog er daher Arbeitslosentaggelder in 

der Höhe von knapp Fr. 4'000.– pro Monat. Diese unterlagen jedoch einer Lohn-

pfändung, sodass er monatlich noch Fr. 1'930.– ausbezahlt erhielt. Aktuell ist der 

Beschuldigte im Umfang von rund Fr. 20'000.– verschuldet. Gegen ihn bestehen 

Verlustscheine. Zu seiner Erwerbssituation befragt, erklärte er anlässlich der Be-

rufungsverhandlung, dass er nach seiner Haftentlassung im April 2022 zunächst 

während einiger Monate Arbeitslosentaggelder bezogen habe. Ab Ende Juli 2022 

[recte: Ab 31. August 2022] habe er dann im Hotel "AB._____" in AC._____ eine 

Stelle als Koch und Pizzaiolo angetreten, wo er bis Ende Dezember 2022 gear-

- 48 - 

beitet habe. In den Monaten Januar und Februar 2023 habe er während einiger 

Wochen seine Schwester in Deutschland unterstützt, welche Zwillinge bekommen 

und ein neues Hotel eröffnet habe. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz habe er 

kurzzeitig im Hotel "AD._____" in AE._____ gearbeitet, bevor er im Juni 2023 im 

Restaurant "AF._____" in AG._____ bei AH._____ als Koch und Pizzaiolo ange-

fangen habe.  

Der Beschuldigte führt seit rund 14 Jahren eine Beziehung mit AI._____, die er 

im Juni 2009, d.h. etwa sieben Jahre nach seiner Migration in die Schweiz ken-

nenlernte und mit der er eine 8-jährige Tochter namens AJ._____ hat. Anlässlich 

der Berufungsverhandlung aktualisierte er, dass AI._____ und er noch immer in 

einer Beziehung miteinander seien und eine gemeinsame Zukunft planen wür-

den, die vergangenen fünf Jahre allerdings etwas turbulent gewesen seien auf-

grund seiner Drogensucht. Zu seiner Wohnsituation befragt, erklärte der Be-

schuldigte, dass er derzeit während fünf Tagen pro Woche an seinem Arbeitsort 

in AG._____ wohne, da er von seiner Arbeitgeberin Kost und Logis erhalte. An-

gemeldet sei er jedoch nach wie vor an der O._____-gasse … in P._____, wo 

AI._____ mit der gemeinsamen Tochter lebe. An seinen freien Tagen halte er 

sich jeweils dort auf (Urk. 4/3 F/A 8 ff.; Urk. 4/47 F/A 22 ff.; Prot. I S. 7 ff.; Prot. II 

S. 6, 7 ff.; vgl. auch Urk. 64/1-4). Aus dem Werdegang und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten 

Faktoren. Dass er zur Tatzeit bereits während mehrerer Jahre von Heroin und 

Kokain abhängig war, wurde bereits bei der subjektiven Tatschwere mit einer 

leicht- bis mittelgradigen Verminderung der Schuldfähigkeit berücksichtigt (vgl. E. 

IV.5