# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7774f2c-e728-59c2-9b5b-c4a5bdf4a129
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-16
**Language:** de
**Title:** Verzicht auf Unterschutzstellung und Inventarentlassung des Wohn- und Bürogebäudes "Mythenschloss" in Zürich.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0178/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0178-2016_vom_16._dezember_2016.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2016.05078 
0178/2016 

Entscheid vom 16. Dezember 2016 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Bruno  Grossmann,  Baurichter  Walter  Baumann,  Bau-
richter Claude Reinhardt, Gerichtsschreiberin Anna Frey     

in Sachen 

Rekurrentin 

ARCHICULTURA, Stiftung für Orts- und Landschaftsbildpflege,  
Adligenswilerstrasse 26, 6006 Luzern  

gegen 

Rekursgegner 

1.  Stadtrat von Zürich, Stadthausquai 17, 8022 Zürich  

Mitbeteiligte 

2.  Swiss Re Investments AG, Mythenquai 50/60, 8002 Zürich  

betreffend 

Beschluss des Stadtrates von Zürich vom 18. Mai 2016; Verzicht auf Unter-
schutzstellung,  Inventarentlassung  des  Gebäudes  Mythenschloss,  Kat.-Nr. 
EN2561, Mythenquai 20-28, Zürich 2 - Enge 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 18. Mai 2016 verzichtete der Stadtrat von Zürich auf die 

Unterschutzstellung  des  Gebäudes  „Mythenschloss“  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. EN2561 am Mythenquai 20-28, Zürich 2 - Enge, und verfügte des-

sen  Entlassung  aus  dem  Inventar  der  kunst-  und  kulturhistorischen 

Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung. 

B. 

Hiergegen  wandte  sich  die  ARCHICULTURA,  Stiftung  für  Orts-  und  Land-

schaftsbildpflege,  mit  Rekurs  vom  11. Juli  2016  ans  Baurekursgericht  des 

Kantons Zürich und stellte den Antrag, es sei der  angefochtene Beschluss 

aufzuheben  und  die  Vorinstanz  einzuladen,  das  Objekt  in  angemessenem 

Umfang unter Schutz zu stellen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

C. 

Mit  Verfügung  vom  12. Juli  2016  wurde  vom  Rekurseingang  Vormerk  ge-

nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 

Innert  erstreckter Frist  beantragten  sowohl die  Swiss Re  AG  (recte:  Swiss 

Re  Investments  AG)  als  auch  die  Vorinstanz  mit  Eingaben  vom  7. bzw. 

8. September  2016  die  Abweisung  des  Rekurses,  unter  Kosten-  und  Ent-

schädigungsfolgen zulasten der Rekurrentin.  

E. 

In der Folge hielten die Parteien mit Replik vom 4. Oktober 2016 sowie mit 

Dupliken vom 20. bzw. 21. Oktober 2016 an ihren Anträgen fest.  

F. 
Am 8. November 2016 führte die 1. Abteilung des Baurekursgerichts im Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf Lokal durch.  

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G. 

Auf die Vorbringen der Parteien sowie die anlässlich des Augenscheins ge-

machten Feststellungen ist nachfolgend insoweit einzugehen, als dies für die 

Entscheidfindung erforderlich erscheint. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass die Swiss Re  AG (recte: Swiss Re 

Investments AG) versehentlich als private Rekursgegnerschaft ins Rekurs-

verfahren  aufgenommen  wurde.  Korrekterweise  wäre  sie  in  Übereinstim-

mung mit der geltenden Praxis des Baurekursgerichts als Mitbeteiligte auf-

zuführen  gewesen  (vgl.  BRGE III  Nr. 0087/2014  vom  2. Juli 2014  im 

BEZ 2014  Nr. 50,  www.baurekursgericht-zh.ch). Dieser Status  rührt daher, 

dass die rekursweise geführte Auseinandersetzung in erster Linie – unbese-

hen der erheblichen privaten Interessen der Eigentümerschaft am Verzicht 

auf  Unterschutzstellung  des  Streitobjekts  –  zwischen  dem  öffentliche  Inte-

ressen vertretenden Verband und dem Stadtrat als in Heimatschutzsachen 

zuständiges Gemeindeorgan (vgl. § 211 Abs. 2 PBG) stattfindet.  

Das Rubrum ist daher entsprechend anzupassen. 

2.1.  

Das streitbetroffene Gebäude „Mythenschloss“ befindet sich im Alleineigen-
tum  der  Mitbeteiligten  und  ist  gemäss  geltender  Bau-  und  Zonenordnung 

(BZO) der Stadt Zürich der Kernzone K 6 mit Empfindlichkeitsstufe III zuge-

schieden. Es wurde ursprünglich zwischen 1925 und 1928 durch den Archi-

tekten  Arminio  Christofari  als  reines  Wohnhaus  erbaut  und  von  1982  bis 

1987 durch einen (vollständigen und flächenmässig erweiterten) Neubau der 

Generalunternehmung Karl Steiner AG ersetzt. Das heutige „Mythenschloss“ 

ist  ein  grosses,  herrschaftlich  konzipiertes  Büro-  und  Wohngebäude,  wel-
ches über eine nach dem Vorbild des Vorgängerbaus aus den 1920er-Jah-

ren  rekonstruierte,  seeseitige  Schaufassade  sowie  über  eine  rückseitige, 

neuzeitliche Metallfassade verfügt. 

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Das „Mythenschloss“ ist im kommunalen Inventar der kunst- und kulturhisto-

rischen Schutzobjekte aufgeführt und gehört als Bestandteil der von palast-

artigen  Bauten  geprägten  Uferfront  am  unteren  Zürcher  Seebecken  mit 

Richtplaneintrag  zum  schutzwürdigen  Ortsbild  von  kantonaler  Bedeutung. 

Überdies  ist  es  als  Einzelobjekt  im  Bundesinventar  der  schützenswerten 

Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) vermerkt.  

2.2. 

Der Versicherungskonzern Swiss Re hat sich Ende 2014 dazu entschieden, 

seinen  Standort  am  Mythenquai  zu  stärken,  wo  sich  mit  dem  „Mythen-

schloss“  (Mythenquai  20–28),  dem  Clubhaus  (Alfred-Escher-Strasse 65), 

dem Firmenhauptsitz (Mythenquai 60) sowie dem sich im Bau befindlichen 

Gebäude „Swiss Re Next“ (Mythenquai 50) eine Reihe zentraler Betriebslie-

genschaften befinden. In diesem Zusammenhang strebt die Swiss Re ent-

weder die Gesamtsanierung des „Mythenschlosses“ (Szenario A) oder einen 

Ersatz- bzw. Teilersatzneubau im Rahmen der Regelbauweise (Szenario B) 

respektive eines privaten Gestaltungsplanes (Szenario C) an. Zwecks Prü-

fung der möglichen Szenarien im Umgang mit dem „Mythenschloss“ hat die 

Mitbeteiligte  in  Zusammenarbeit  mit  dem  Amt  für  Städtebau  eine  Testpla-

nung durchgeführt; da zwei dieser Szenarien den Abbruch des Inventarob-

jekts  vorsehen,  löste  die  Testplanung  die  Abklärung  der  Schutzwürdigkeit 

des „Mythenschlosses“ aus.  

Gestützt auf das Gutachten der städtischen Denkmalpflege vom 7. Dezem-

ber 2015 (act. 5.2, nachfolgend: Gutachten 2015) kam die städtische Denk-

malpflegekommission  zum  Schluss,  dass  der  Gebäudekomplex  „Mythen-

schloss“  die  Kriterien  eines  historischen  Zeugen  nicht  erfülle  und  deshalb 

aus dem Inventar entlassen werden könne. Ein Neubau müsse jedoch der 

hohen Lagequalität und der kulissenartigen Schaufront gerecht werden, wel-
cher die Stadtsilhouette am rechten Zürichseeufer präge. Da das Seeufer mit 

den palastartigen Bauten im kantonalen Richtplan als schutzwürdiges Orts-

bild von kantonaler Bedeutung eingetragen sei, hätten der Neubau und seine 

Umgebung  höchsten  Qualitätsanforderungen  zu  genügen  (vgl.  act. 13.1 

S. 3). Die Vorinstanz folgte dieser Auffassung, verzichtete auf Schutzmass-

nahmen und entliess das „Mythenschloss“ mit dem vorliegend angefochte-
nen Beschluss aus dem Inventar.  

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3. 

Die  Rekurrentin  zeigt  sich  mit  diesem  Vorgehen  nicht  einverstanden.  Ge-

mäss § 338b Abs. 1 lit. a PBG sind gesamtkantonal tätige Verbände, die sich 

seit wenigstens zehn Jahren im Kanton statutengemäss dem Natur- und Hei-

matschutz oder verwandten, rein ideellen Zielen widmen, zum Rekurs gegen 

Anordnungen und Erlasse berechtigt, soweit sich diese auf den III. Titel (Na-

tur-  und  Heimatschutz,  §§ 203–217 PBG)  oder  § 238  Abs. 2  PBG  stützen. 

Die  Rekurrentin  erfüllt  diese  Voraussetzungen  unbestrittener-massen  (vgl. 

dazu VB.2013.00640, E. 3). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen 

erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten.  

4.1. 

In verfahrensmässiger Hinsicht beantragt die Rekurrentin die Einholung ei-

nes  Gutachtens  der  Kantonalen  Denkmalpflegekommission  (KDK)  mit  der 

Begründung, ein solches (zusätzliches) Gutachten wäre angesichts der her-

ausragenden kommunalen Bedeutung des „Mythenschlosses“ (§ 216 Abs. 2 

PBG) sowie mit Blick auf die offen zutage tretende Divergenz zwischen dem 

angefochtenen Beschluss und dem Gutachten 2015 geradezu zwingend ge-

wesen (VB.2009.00270 vom 24. Februar 2010, E. 2.2). Das Gutachten 2015 

enthalte deutliche Hinweise darauf, dass eine architekturhistorisch wichtige 

Zeugeneigenschaft im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu bejahen gewe-

sen wäre. Die Vorinstanz habe sich dem jedoch ohne weitere Begründung 

entgegengestellt.  

4.2. 

In dem von der Rekurrentin zitierten Entscheid hält das Verwaltungsgericht 

des Kantons Zürich fest, dass – sofern in einem Verfahren bereits unabhän-

gige Sachverständige mitgewirkt hätten – ein weiteres Gutachten bzw. Ober-

gutachten nur dann einzuholen sei, wenn begründete Zweifel an der richtigen 

Beurteilung  einer  Sachfrage  bestünden  (VB.2009.00270  vom  24. Februar 

2010, E. 2.2). Solche begründeten Zweifel liegen beim Gutachten 2015 al-

lerdings  nicht  vor  und  werden  auch  seitens  der  Rekurrentin  nicht  vorge-

bracht, im Gegenteil. Die Rekurrentin macht vielmehr geltend, die Vorinstanz 

sei vom Gutachten 2015 abgewichen, indem sie sich über die deutlichen Hin-
weise, welche für eine wichtige Zeugenschaft des „Mythenschlosses“ sprä-

chen, ohne  weitere  Begründung  hinweggesetzt  habe.  Ob  sich  diese  Rüge 

als begründet erweist, wird im Folgenden zu prüfen sein (vgl.  nachfolgend 

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Ziff. 5.7);  ein  Gutachten  der  Kantonalen  Denkmalpflegekommission  bedarf 

es hierfür allerdings nicht. Der denkmalpflegerische Wert des „Mythenschlos-

ses“ wurde im Rahmen des Gutachtens 2015 einlässlich geprüft. Im Übrigen 

ist  auch  das  Baurekursgericht  als  Fachgericht  in  der  Lage,  das  streitbe-

troffene Gebäude in denkmalpflegerischer Hinsicht zu bewerten. Anhand der 

Akten  sowie  der  anlässlich  des  Abteilungsaugenscheins  getroffenen  Fest-

stellungen ist der Sachverhalt vorliegend genügend klar, um die Schutzwür-

digkeit des fraglichen Objektes zu beurteilen. Von der Einholung eines Gut-

achtens  der Kantonalen  Denkmalpflegekommission  kann  deshalb  abgese-

hen werden.  

5.1. 

In  materieller  Hinsicht  rügt  die  Rekurrentin  zunächst,  die  Vorinstanz  habe 

den  Eigenwert  des  „Mythenschlosses“  im  Hinblick  auf  seine  baukünstleri-

sche Zeugenschaft für die 1980er-Jahre unvollständig abgeklärt. Die Argu-

mentation der Vorinstanz basiere auf dem Missverständnis, dass es um die 

Schutzwürdigkeit des Vorgängerbaus aus den 1920er-Jahren gehe, welch-

er  jedoch  längst  unwiederbringlich  verloren  sei.  Vorliegend  stehe  vielmehr 

die Schutzwürdigkeit eines 1980er-Jahre Bauwerks zur Debatte, das sich auf 

eine  damals  typische  Art  mit  seinem  Vorgängerbau  auseinandergesetzt 

habe.  Das  Gutachten  2015  habe  diesen  Sachverhalt  weitaus  präziser  er-

fasst, indem es den heute bestehenden Bau und dessen Bezugnahme auf 

die Vergangenheit analysiert und dabei erkannt habe, dass die Besonderheit 

des „Mythenschlosses“ ganz wesentlich in seiner „Zweigesichtigkeit“ mit der 

rekonstruierten Hauptfassade und der rückseitigen Metallfassade begründet 

sei.  Die  gutachterlichen  Ausführungen  würden  überdies  illustrieren,  dass 

sich  die  Karl  Steiner  AG  im  Rahmen  der  Rekonstruktion  der  seeseitigen 

Schaufassade  äusserst  aktiv  und  aufwändig  mit  der  Geschichte  des  Bau-
werks auseinandergesetzt habe. Das Gutachten 2015 zeige deutlich, dass 

das „Mythenschloss“ gerade in dieser Hinsicht ein wichtiger Zeuge sei, na-

mentlich ein Zeuge für die Geschichte der Denkmalpflege. Selbst unabhän-

gig von der Bezugnahme auf den Vorgängerbau könne dem heute erhalte-

nen Gebäude eine architekturhistorische Zeugenschaft nicht a priori abge-

sprochen werden. Das Gutachten 2015 enthalte deutliche Hinweise darauf, 
dass es sich beim „Mythenschloss“ um einen wichtigen Zeugen einer Epoche 

handeln könnte, die wegen ihrer zeitlichen Nähe heute noch (zu) wenig im 

Bewusstsein des Denkmalschutzes verankert sei. Aus dem Gutachten 2015 

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seien insbesondere folgende Passagen herauszustreichen, welche auf eine 

architekturhistorische Zeugenschaft des „Mythenschlosses“ hinweisen wür-

den und denen sich die Vorinstanz ohne weitere Begründung entgegenge-

stellt habe: 

 

„Dieser auf dem Prinzip der Collage beruhende Stilpluralismus, der mit 

der Montage von Bildern und dem Zitieren von Bedeutungsträgern ope-

riert, entspricht der ideologischen Position des „Anything Goes“ der post-

modernen Architektur“ (act. 5.2. S. 49). 

  Es sei die Rede von den „architektonischen und ästhetischen Präferen-

zen der 1980er-Jahre“ (act. 5.2 S. 48).  

5.2. 

Die Vorinstanz weist diese Kritik zurück und betont, die Schutzabklärung er-

strecke sich durchaus auf das Bauwerk aus den 1980er-Jahren. Die Schutz-

würdigkeit des „Mythenschlosses“ sei im Kontext der Architektur der 1980er-

Jahre und im Rahmen postmoderner Konzepte und Strategien in städtebau-

licher,  typologischer,  baukünstlerischer  sowie  sozial-  und  wirtschaftsge-

schichtlicher Hinsicht untersucht worden. Beim „Mythenschloss“ gehe es un-

ter  anderem  um  die  Beurteilung  der  denkmalpflegerischen  Praxis  der 

1980er-Jahre,  die  den  vollständigen  Verlust  der  historischen  Bausubstanz 

zugunsten einer „originalgetreuen Rekonstruktion“ der seeseitigen Hauptfas-

sade im Sinne einer postmodernen Haltung zur Folge  gehabt habe. Einen 

derartigen Umgang mit historischer Bausubstanz nachträglich legitimieren zu 

wollen,  würde  – nach  Auffassung  der  städtischen  Denkmalpflegekommis-

sion – „eine zynische Haltung“ offenbaren, die nicht zu rechtfertigen sei. 

Gemäss den Leitsätzen der Eidgenössischen Denkmalpflegekommission zur 

Denkmalpflege in der Schweiz (Ausgabe 2004) werde die Authentizität des 
Denkmals „durch ihre überlieferte Materie“ bestimmt; „werde dem Objekt die 

überlieferte Substanz genommen, verliere es seine Denkmaleigenschaft un-

wiederbringlich“  (vgl.  act. 13.2  S. 13  f.).  Genau  dies  sei  beim  „Mythen-

schloss“  geschehen.  Selbst  wenn  die  als  reine  Kulissenarchitektur  behan-

delte Rekonstruktion der seeseitigen Fassade mit einem hohen technischen 

Aufwand betrieben worden sei, so lasse diese Herangehensweise nicht den 

Umkehrschluss zu, dass damit auch eine vertiefte Auseinandersetzung mit 
dem bedeutenden historischen Zeugen der 1920er-Jahre verbunden gewe-

sen wäre. Bereits im Zeitpunkt des Abbruchs und Wiederaufbaus des heuti-

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gen „Mythenschlosses“ in den 1980er-Jahren sei diese Art der „Stadtsanie-

rung“, mit der „ein Neubau beliebiger Gestaltung und räumlicher Strukturie-

rung“ hinter rekonstruierter Fassade legitimiert werden sollte, heftig kritisiert 

worden. Auch die Natur- und Heimatschutzkommission des Kantons Zürich 

habe  in  ihrer  Stellungnahme  vom  3. April  1981  die  „Zweigesichtigkeit  des 

Bauwerks und die damit verbundene Problematik generellen Charakters“ an-

geprangert und die Frage aufgeworfen, „ob nicht eine Lösung eingehendes 

Studium verdient hätte, in welcher die seeseitige Fassadenpartie Architekt 

Christofaris durch eine Neuschöpfung ersetzt worden wäre“. Selbst aus der 

zeitlichen Distanz von 35 Jahren erfülle weder der rückseitige Neubau der 

Karl  Steiner  AG  noch  die  vom  bauzeitlichen  Bestand  abweichende,  freie 

Nachbildung der Hauptfassade die Kriterien gemäss § 203 Abs. 1 lit. c PBG, 

welche  eine  Unterschutzstellung  rechtfertigen  würden.  Im  Übrigen  fänden 

sich – entgegen der rekurrentischen Behauptung – auch im Gutachten 2015 

keine Hinweise darauf, dass eine wichtige Zeugenschaft im Sinne von § 203 

Abs. 1 lit. c PBG vorliegen könnte; das Gegenteil sei der Fall. Das Gutachten 

2015  halte  unmissverständlich 

fest,  dass  das  „Mythenschloss“  kein 

Schutzobjekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG sei (vgl. act. 5.2 S. 7).  

Auch  die  Mitbeteiligte  stellt  einen  schutzwürdigen  Eigenwert  des  „Mythen-

schlosses“ mit Nachdruck in Abrede.  

5.3. 

Schutzobjekte  sind  unter  anderem  Ortskerne,  Quartiere,  Strassen  und 

Plätze, Gebäudegruppen, Gebäude und Teile sowie Zugehör von solchen, 

die als wichtige Zeugen einer politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder bau-

künstlerischen  Epoche  erhaltenswürdig  sind  oder  die  Landschaften  oder 

Siedlungen  wesentlich  mitprägen,  samt  der  für  ihre  Wirkung  wesentlichen 

Umgebung (§ 203 Abs. 1 lit. c PBG). Für die Qualifikation als Schutzobjekt 
setzt das Gesetz alternativ die wichtige Zeugenschaft (sog. Eigenwert) oder 

die wesentliche landschafts- bzw. siedlungsprägende Wirkung (sog. Situati-

onswert) voraus. 

Aus der Zeugenschaft ergibt sich das Erfordernis, dass ein Objekt, über wel-

ches Schutzmassnahmen verhängt werden sollen, namentlich aufgrund sei-

ner ortsbaulichen, baulichen oder ausstattungsmässigen Eigenschaften von 
einer  Epoche  Zeugnis  abzulegen,  d.h.  die  betreffende  Epoche  zu  veran-

schaulichen und im eigentlichen Wortsinne zu dokumentieren vermag. Allein 

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der Umstand, dass ein Objekt einer Epoche zugeordnet werden kann, ist so-

mit für die Bejahung der Zeugenschaft noch nicht ausreichend. Zudem lässt 

das Gesetz auch die blosse Zeugenschaft noch nicht genügen; das betref-

fende  Objekt  muss  vielmehr  ein  wichtiger  Zeuge  sein.  Diese  Qualifikation 

kann  sich  aus  verschiedenen,  hier  nicht  abschliessend  aufzuzählenden 

Gründen ergeben. Ein wichtiger Zeuge liegt namentlich dann vor, wenn die 

betreffende Baute aufgrund ihrer gesamten Beschaffenheit eine Epoche be-

sonders aussagekräftig und qualitätsvoll zu dokumentieren vermag. Mit dem 

Begriff  der  Epoche  werden  vom  Gesetz  auch  Ereignisräume  anvisiert,  die 

zeitlich oder lokal vergleichsweise eng begrenzt sind und daher im Allgemei-

nen kaum als "Epochen" zu bezeichnen wären. Namentlich mit Blick auf die 

baukünstlerischen Epochen gilt sodann, dass auch Bauten, die Übergänge 

zwischen  solchen  bezeugen,  Schutzobjekte  sein  können.  Zu  verlangen  ist 

allerdings stets, dass die betreffende politische, wirtschaftliche, soziale oder 

baukünstlerische Epoche klar definiert werden kann.  

5.4. 

Die in Heimatschutzsachen zuständige kommunale Behörde – in der Stadt 

Zürich der Stadtrat – hat in einem ersten Schritt den Sachverhalt zu ermitteln 

(§ 7 Abs. 1 VRG). Dies beinhaltet namentlich die Abklärung der denkmalpfle-

gerischen Grundlagen hinsichtlich des in Frage stehenden Objekts. Diesbe-

züglich  kann und  soll die  zuständige  Behörde  nötigenfalls  Expertisen oder 

Stellungnahmen von Fachgremien einholen, wie dies die Vorinstanz vorlie-

gend  mit  dem  bei  der  städtischen  Denkmalpflege  eingeholten  Gutachten 

2015  getan  hat.  Ohne  triftige  Gründe  darf  sie  nicht  von  den  tatsächlichen 

Feststellungen im eingeholten Gutachten abweichen. Ein Abweichen ist nur 

zulässig,  wenn  die  Glaubwürdigkeit  der  tatsächlichen  Feststellungen  des 

Gutachtens  durch  die  Umstände  ernsthaft  erschüttert  ist,  was  namentlich 

dann der Fall sein kann, wenn Irrtümer, Lücken oder Widersprüche vorlie-

gen.  Abweichungen  vom  Gutachten  sind  in  jedem  Fall  zu  begründen  (vgl. 

VB.2009.00270 vom 24. Februar 2010, E. 2.1; www.vgr.zh.ch).  

Hiervon  zu  unterscheiden  ist  der  Akt  der  Rechtswendung.  Die  zuständige 

Behörde  würdigt  das  Ergebnis  der  Sachverhaltsermittlung  frei  (§ 7  Abs. 4 

VRG). Dabei hat sie die in § 203 Abs. 1 lit. c PBG enthaltenen unbestimmten 
Rechtsbegriffe, hier jene des "wichtigen Zeugen" (und der "siedlungsprägen-

den  Wirkung")  auszulegen  und  – im  Falle  einer  Unterschutzstellung –  zur 

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Überzeugung zu gelangen, dass der denkmalpflegerisch einwandfrei abge-

klärte Sachverhalt unter diese Begriffe zu subsumieren ist. Es ist hingegen 
nicht Aufgabe des Gutachtens, darüber zu entscheiden, ob ein in Frage ste-
hendes Objekt ein wichtiger Zeuge ist oder siedlungsprägende Wirkung hat. 

Das Gutachten hat dem für diesen Entscheid einzig zuständigen Gemeinwe-

sen (nur, aber immerhin) die entsprechenden tatsächlichen Entscheidungs-

grundlagen zu liefern und es kann einen Antrag stellen. Beim Rechtsanwen-

dungsakt steht der zuständigen Behörde eine besondere Entscheidungsfrei-

heit  im  Grenzbereich  zwischen  Rechtsanwendung  und  Ermessensbetäti-

gung zu. Diese besondere Entscheidungsfreiheit bezieht sich insbesondere 

auf die Qualifikation eines Objekts als wichtiger Zeuge (oder die Feststellung 

seiner siedlungsprägenden Wirkung), auf die Bestimmung des Umfangs ei-

ner Schutzmassnahme oder auf die Auswahl unter mehreren Schutzobjekten 

(Marco Donatsch, in Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 20 

Rz. 85 f.).  

Bei  sich  auf  § 203  PBG  stützenden  denkmalpflegerischen  Anordnungen 

kommt den Denkmalpflegebehörden eine gewisse Entscheidungsfreiheit zu. 

Solche  Anordnungen  sind  namentlich  dann  mit  einer  gewissen  Zurückhal-

tung zu überprüfen, wenn es um die Frage der Qualifikation eines Objekts 

als wichtiger Zeuge, um die Bestimmung des Umfangs einer Schutzmass-

nahme oder um die Auswahl unter mehreren Schutzobjekten geht. Diesbe-

zügliche  Beurteilungen  sind  mit  einem  spezifisch  denkmalpflegerischen 

Fachwissen verbunden. Unerheblich ist, ob es um Anordnungen kommuna-

ler oder kantonaler Denkmalpflegebehörden geht. 

Besagte Zurückhaltung führt allerdings nicht etwa dazu, dass das Baurekurs-

gericht gleich wie das Verwaltungsgericht auf eine reine Rechtskontrolle be-

schränkt wäre (§ 20 Abs. 1 und § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes 

[VRG]). Konsequenz ist vielmehr, dass das Baurekursgericht den angefoch-

tenen Entscheid unter gebührender Berücksichtigung der Entscheidgründe 

der Denkmalpflegebehörde und in sorgfältiger, einlässlicher Auseinanderset-

zung  mit  diesen  zu  überprüfen  hat.  Dergestalt  ist  zwischen  der  Entschei-

dungsfreiheit der Denkmalpflegebehörde einerseits und dem Anspruch auf 

wirksamen Rechtsschutz andererseits (Art. 77 der Kantonsverfassung [KV] 

und Art. 29a der Bundesverfassung [BV]) praktische Konkordanz herzustel-
len (Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 20 Rz. 64 ff.). 

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Seite 10 

 
 
Im Übrigen kommt dem Baurekursgericht bei der Überprüfung von sich auf 

§ 203  PBG  stützenden  denkmalpflegerischen  Anordnungen  in  der  Regel 

volle Kognition zu (§ 20 Abs. 1 VRG). Die Frage, was unter einem Schutzob-

jekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG zu verstehen ist, kann das Baure-

kursgericht  frei  beantworten.  Soweit  ihm  die  örtlichen  Verhältnisse  hinrei-

chend bekannt sind, kann es diese in der Regel frei würdigen. Geht es um 

bautechnische Fragen, namentlich um solche der Erhaltungs- und Renova-

tionsfähigkeit  von  Schutzobjekten  oder  von  Teilen  hiervon,  ist  das  Baure-

kursgericht als Fachgericht in Bausachen zu deren Beantwortung nicht we-

niger berufen als die Denkmalpflegebehörden, womit auch in dieser Hinsicht 

eine Kognitionseinschränkung nicht begründet wäre. 

5.5.1. 

Das Gutachten 2015 kommt bezüglich Zeugenschaft des „Mythenschlosses“ 

im  Sinne  eines  Antrags  zum  Schluss,  dass  der  streitbetroffene  Gebäude-

komplex aufgrund des vollständigen Verlustes der historischen Bausubstanz 

des  Vorgängerbaus  und  mit  Blick  auf  die  fragmentarisch  gebliebene,  vom 

bauzeitlichen  Bestand  mitunter  abweichende,  freie  Nachbildung  in  städte-

baulicher,  architekturhistorischer  bzw.  baukünstlerischer,  typologischer  so-

wie wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Hinsicht keinen Zeugenwert mehr 

aufweise und daher kein Schutzobjekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG 

darstelle (act. 5.2 S. 7).  

Die Begründung dieses Antrags lässt sich den folgenden, entscheidrelevan-

ten Abschnitten und Textpassagen des Gutachtens 2015 entnehmen.  

5.5.2. 

In optisch-gestalterischer Hinsicht beschreibt das Gutachten 2015 das „My-

thenschloss“ wie folgt:  

"Das  sechsgeschossige  „Mythenschloss“  besteht  aus  mehreren  Gebäude-

flügeln,  die  mit  einem  H-förmigen  Gebäudegrundriss  die  Typologie  eines 

Schlosses mit Ehrenhof vermitteln. Sowohl an der Vorder- wie an der Rück-

seite weicht das Gebäude hinter einen mittigen Hof zurück, nur die Seiten-

flügel  reichen  bis  an  den  Gehsteig  der  Strasse.  Die  aufwändig  gestaltete, 

schmuckvollste  Hauptfassade  orientiert  sich  zur  Strasse  und  zum  Seeufer 

hin. Zwei grundsätzlich verschiedene Gebäudeteile lassen sich unterschei-

den:  Zum  See  hin  präsentiert  die  Hauptfront  ein  steinernes  Fassadenbild. 

Allerdings  handelt  es  sich  bei  den  hellgrauen  Quadern  um  vorgehängte 

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Seite 11 

 
 
Kunststeinplatten. Nach Westen weist die Rückfassade entlang der Alfred-

Escher-Strasse  eine dunkelbraun  schimmernde  Fassade  aus  vor-fabrizier-

ten Metallpaneelen auf. An den beiden Seitenflügeln treffen die gegensätzli-

chen Erscheinungsbilder zusammen: Mit Blick vom Mythenquai aus folgt auf 

den von hochrechteckigen Fensterformaten geprägten, „steinernen“ Fassa-

denabschnitt – einem Fünftel der Seitenansicht – die mit einem Fassaden-

rücksprung  akzentuierte,  neuzeitliche  Metallfassade  mit  durchgehenden 

Fensterbändern.  Während  der  vermeintlich  ältere  Gebäudeteil  ein  Walm-

dach  aufweist,  das  über  dem  zurückversetzten  Dachgeschoss  durch  eine 

geringe Neigung und einem knappen Dachrand optisch kaum in Erscheinung 

tritt, präsentiert der rückseitige Gebäudeteil über zwei zurückversetzten Atti-

kageschossen ein Flachdach (act. 5.2 S. 9 f.)." 

5.5.3. 

Zur  typologischen  bzw.  sozial-  und  wirtschaftsgeschichtlichen  Bedeutung 

des „Mythenschlosses“ hält das Gutachten 2015 fest, der Gebäudekomplex 

knüpfe  typologisch  an  die  Prunkbauten  des  „Roten  Schlosses“  und  des 

„Weissen Schlosses“ am General-Guisan-Quai an (act. 5.2. S. 37 f.). Der Ar-

chitekt des Vorgängerbaus aus den 1920er-Jahren, Arminio Cristofari, habe 

sich bei der Projektierung des Gebäudes am Typus „Wohnschloss“ orientiert; 

dieser Typus bezeichne ein herrschaftlich gestaltetes Mehrfamilienhaus mit 

gutbürgerlich ausgestatteten Wohnungen für gehobene Ansprüche, welche 

in  Ablösung  der  obrigkeitlichen  Wohnsitze  Ende  19. und  Anfang  20. Jahr-

hundert in  den  Städten  gebaut  worden  seien.  Für den  H-förmigen  Gebäu-

degrundriss habe sich Cristofari entschieden, um die Versorgung der Woh-

nungen mit ausreichend Luft und Licht zu gewährleisten. Entsprechend den 

in einem Wohnschloss standesgemäss zustehenden, gehobenen Wohnan-

sprüchen sei das ursprüngliche „Mythenschloss“ mit jeglichem Komfort und 

neustem  Luxus  ausgestattet  gewesen  (act. 5.2.  S. 40 ff.).  Nach  Überwin-
dung der Wirtschaftskrise in den 1970er-Jahren habe die Expansion des Un-

ternehmens  am  bisherigen  Standort  oberste  Priorität  für die  Swiss  Re  ge-

habt. Da offenbar technische und wirtschaftliche Gründe gegen eine umfas-

sende Sanierung des „Mythenschlosses“ gesprochen hätten und sowohl die 

Stadt wie auch der Kanton Zürich den Erhalt des seeseitigen Erscheinungs-

bildes  „als  wesentlicher  Bestandteil  der  zürcherischen  Seefront“  gefordert 
hätten, habe dies zur Rekonstruktion der zum Seebecken orientierten Fas-

sadenfront geführt. Im Kontext dieses ökonomischen Wachstumsdrangs sei 

es folglich zur Umwandlung des ursprünglich für das herrschaftliche Wohnen 

R1S.2016.05078 

Seite 12 

 
 
konzipierten  „Mythenschlosses“  in  ein  Wohn-  und  Geschäftshaus  gekom-

men. Im Innern des heutigen „Mythenschlosses“ lasse sich der Typus des 

monumental  wirkenden  Wohnschlosses  allerdings  nicht  mehr  ablesen 

(act. 5.2. S. 42 ff.; act. 5.2. S. 59).  

5.5.4. 

Was die baukünstlerische Bedeutung des „Mythenschlosses“ anbelangt, so 

streicht das Gutachten 2015 heraus, dass es sich einerseits um ein Bauwerk 

handle, an welchem sich die denkmalpflegerische Praxis im Umgang mit his-

torischer Bausubstanz der 1970er- und 1980er-Jahre manifestiere und an-

dererseits  um  ein  Gebäude,  das  sich  der  postmodernen  Haltung  eines 

Stilpluralismus verpflichtet habe (act. 5.2 S. 53).  

Charakteristisch für die damalige Haltung der Denkmalpflege sei der Erhalt 

der  Fassade,  d.h.  des  äusseren  Erscheinungsbildes  gewesen,  womit  zu-

gleich  der  Verlust  der Bausubstanz  des  Schutzobjekts  in  Kauf  genommen 

worden sei. Folglich sei es oft zu sog. Auskernungen gekommen, bei denen 

die Frontfassaden vor dem neu aufgebauten Ersatzneubau bestehen geblie-

ben seien, seltener auch zu Rekonstruktionen, wenn die Wiederherstellung 

einfacher oder günstiger erschienen sei als der tatsächliche Substanzerhalt. 

Als prominente Vergleichsobjekte für Fassadenrekonstruktionen in der Stadt 

Zürich verweist das Gutachten 2015 auf das Hotel „Savoy“ am Paradeplatz 

(1975-1977, im kommunalen Inventar), auf den Gebäudekomplex der „Wan-

nerhäuser“ an der Löwenstrasse 47/49 (1981-1984, unter Schutz seit 1985) 

und das „Habis Royal“ am Bahnhofplatz (1985-1990, unter Schutz seit 1984). 

Schon damals habe die Denkmalpflege die Auskernung und Fassadenrekon-

struktion allerdings als „ultima ratio“ bezeichnet, weil durch diese denkmal-

pflegerischen  Massnahmen  zumindest  noch  ein  Strassen-  oder  Platzbild 

habe gerettet werden können (act. 5.2 S. 50 ff.). Auch im Falle des „Mythen-
schlosses“ habe sich die damalige Bauherrschaft für eine Rekonstruktion der 

seeseitigen Fassade entschieden, mit dem Ziel, ein möglichst unverfälschtes 

Fassadenbild  zu  erhalten,  um  damit  das  hochwertige  Ortsbild  am  unteren 

Seebecken zu schützen (act. 5.2 S. 44 ff.). Zu diesem Zweck habe die Karl 

Steiner  AG  Massaufnahmen  der  (ursprünglichen)  Fassaden  und  Hausein-

gänge angefertigt bzw. die Fassade fotogrammetrisch aufgenommen. Mittels 

Gipsabgüssen habe sie dann nicht nur die gehauenen Mauerwerksteine der 
Fassaden  aus  Mägenwiler  Sandstein,  sondern  auch  die  Türeinfassungen, 

Fenstergewände,  Gesimse  und  Balusterbrüstungen  der  Balkone  in  Kunst-

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Seite 13 

 
 
stein nachgebildet. Zur Imitation der verschiedenen Farbnuancen des Sand-

steins seien für die nachgebildeten Kunststeine in Absprache mit der Denk-

malpflege am Originalbestand drei Farbtöne bestimmt worden, die zwischen 

grau, beige und beige-grau changiert hätten. Für die Rekonstruktion der vor-

dersten Gebäudeschicht sei offenbar Stein für Stein abgetragen und jedes 

wiederverwendbare Element registriert und eingelagert worden. Für eine tat-

sächliche  Wiederverwendung  von  Materialien  des  Vorgängerbaus  fänden 

sich allerdings – entgegen den Erwartungen der Denkmalpflege – keine Hin-

weise  oder  Belege  in  den  Bauakten;  einzig  die  Obelisken  mit  den  beiden 

Leuchtkörpern seien nach gründlicher Restaurierung am alten Standort im 

Ehrenhof  wiederaufgebaut  worden  (act. 5.2  S. 46  f.).  Auch  sei  das  Fassa-

denbild  des  Vorgängerbaus  lediglich  an  der  Seefassade  möglichst  exakt 

nachgebildet worden, an den Seitenfassaden habe man sich demgegenüber 

bloss  lose  an  Gestaltungsmerkmalen  des  Originals  –  wie  Mittelsymmetrie 

und  lineare  Gliederung  –  orientiert.  Im  Innern  hätten  die  Gebäudestruktur, 

die  Grundrissdispositionen  und  die  Raumausstattung  des  Vorgängerbaus 

der  1920er-Jahre  sogar  gänzlich  den  architektonischen  und  ästhetischen 

Präferenzen  der  1980er-Jahre  weichen  müssen.  Die  seeseitige  Hauptein-

gangshalle  sei  etwa  mit  rhombenförmigen  Marmorplatten  aus  weissge-

flammtem Callacata-Rosato-Marmor und rotbraunem Rosso-Collemandino-

Marmor ausgekleidet worden. Die Bauherrschaft habe damit eine besondere 

Aura im Sinne eines Zusammenspiels von „Alt“ und „Neu“ konstruieren wol-

len (act. 5.2. S. 47 f.).  

Laut  Gutachten  2015  lässt  sich  am  rekonstruierten  „Mythenschloss“  eine 

postmoderne  Haltung  erkennen.  Die  erkerartig  vorspringende  rückseitige 

Glas- bzw. Metallfassade repräsentiere im Vergleich zum seeseitigen Fass-

adenbild die kontrastierende „moderne Linie“ der 1980er-Jahre. Während die 

beiden unterschiedlichen  Formensprachen  an  den  Seitenfassaden  entlang 
der Mars- und Sternenstrasse durch einen kräftigen Rücksprung klar vonei-

nander abgesetzt seien, schlage sich diese Einschnürung in der Grundriss-

bildung nicht nieder. Im Gegenteil, der Neubau werde mit dem rekonstruier-

ten Vorgängerbau verschliffen. Aus dieser Kombination von imitiertem Altbau 

und neuem Ergänzungsbau erwachse ein Wechselspiel des formalen Aus-

drucks und der architektonischen Stile. Dieser auf dem Prinzip der Collage 

beruhende Stilpluralismus, der mit der Montage von Bildern und dem Zitieren 
von Bedeutungsträgern operiere, entspreche der ideologischen Position des 

„Anything Goes“ der postmodernen Architektur. Diese postmoderne Haltung 

R1S.2016.05078 

Seite 14 

 
 
stehe in einer auffälligen Verwandtschaft zum Spät-historismus des Vorgän-

gerbaus aus den 1920er-Jahren: die Verantwortlichen der Karl Steiner AG 

hätten eine wesensverwandte, nostalgische Haltung wahrgenommen, die ei-

nerseits bereits den Architekten Cristofari zur Verwendung eines rückwärts-

gewandten Baustils motiviert habe, und die andererseits den eigenen ambi-

valenten Standpunkt gegenüber einer als unzeitgemäss erkannten Architek-

tur gerechtfertigt habe. Diese im Denken der Postmoderne verankerte Hal-

tung erkläre vielleicht die Betonung der auf der Bildebene angesiedelten äs-

thetischen  Werte.  Der  Erhalt  des  äusseren  Erscheinungsbildes  habe  Vor-

rang gehabt, wogegen die historischen Werte der Architektur zu Lasten der 

gut erhaltenen bauzeitlichen Substanz vernachlässigt worden seien (act. 5.2. 

S. 48 ff.). Obschon die seeseitig rekonstruierte Seefassade unter dem öko-

nomischen Druck einer gewinnoptimierten Arbeitswelt nur noch als Substitut 

für  das  verloren  gegangene  Wohnschloss  erhalten  geblieben  sei,  wieder-

spiegle die damalige Haltung der Denkmalpflege nicht einfach die Angst oder 

eine Sehnsucht nach einer vertrauten Umgebung. Die Betonung der Bildäs-

thetik unter Vernachlässigung der historischen Werte eines authentisch er-

haltenen  Bauwerks  habe  (auch)  mit  dem  Primat  des  Ortsbildschutzes  am 

Seeufer  zu  tun.  Im  Begriff  des  Ortsbildschutzes  zeige  sich  vor  allem  eine 

postmoderne Kritik am Tabula-rasa-Pathos der Nachkriegsmoderne, die im 

blinden  Glauben  an  technischen  und  ökonomischen  Fortschritt  und  ohne 

Rücksicht  auf  lokale  Traditionen  vertraute  Strassenzüge  und  Plätze  elimi-

nierte (act. 5.2. S. 53 ff.).  

Beim rekonstruierten „Mythenschloss“ kumulieren also gewissermassen die 

denkmalpflegerische Praxis der 1970er-  bzw.  1980er-Jahre und der  in der 

Postmoderne  verankerte  Stilpluralismus.  Vor  diesem  Hintergrund  gelangt 

das Gutachten 2015 abschliessend zu folgender Beurteilung: 

"Beim „Mythenschloss“ vermisst man am Zusammenspiel des rekonstruier-

ten Vorgängerbaus und dem rückseitigen Neubau die nötige Inspiration, wel-

che  eine  Architektur  von  herausragenden  Qualitäten  hätte  hervorbringen 

können. Der von den Architekten und der Bauherrschaft oft heraufbeschwo-

rene Kontrast von Alt und Neu schafft keinen wirklichen Dialog, sondern ein 

Nebeneinander von unvereinbaren Auffassungen und Ansichten. So etabliert 

der  Neubauteil  mit  den  schräg  abgewinkelten  vertikalen  Einschnitten  das 

Thema der durch das Stützenraster gegebenen vertikalen Fassadengliede-

rung mittels Erker und Linsenen. Der seeseitig rekonstruierte Vorgängerbau 

R1S.2016.05078 

Seite 15 

 
 
gibt das Thema Fassadengliederung mit den horizontalen dunkleren Mauer-

werkstreifen auf Kämpferhöhe vor, ohne dass sich aus diesem Befund ein 

weiterer Bedeutungszusammenhang ableiten lässt. Weder in konzeptionel-

ler noch in architektonischer Hinsicht wird das „Mythenschloss“ zu einem Be-

deutungsträger, der von einer verbrieften Auseinandersetzung mit seiner Ge-

schichte erzählt.  Die  Kombination  von  Versatzstücken  alter Architektur mit 

neuzeitlichen Materialien und Konstruktionen lässt kein narratives Moment 

erkennen,  die  von  einer  individuellen  Autorenschaft,  Haltung  oder  Hand-

schrift  im  Sinne  eines  postmodernen  Eklektizismus  zeugt.  Das  „Mythen-

schloss“ bedient sich allenfalls einiger weniger neuklassizistischer Zitate und 

erzeugt ein janusköpfiges, dualistisches Erscheinungsbild, das aber als sol-

ches  keine  sinnstiftende  Korrelation  herstellt  und  auch  kein  einheitliches 

Ganzes  ergibt.  Das  gesamte  Bauwerk  beschränkt  sich  auf  die  Erzeugung 

von zwei Bildern – einer historischen Vorder- und einer zeitgemässen mo-

dernen Rückansicht. Es handelt sich um eine Architektur-Collage, die see-

seitig die Verankerung in der historischen Tradition bekräftigt, jedoch rück-

seitig die von den Architekten behauptete „Aura“ vermissen lässt. Kulissen-

architektur in dieser Ausprägung steht deshalb für eine Tendenz der Archi-

tektur der 1970er- und 1980er-Jahre, in der Bevölkerung Vertrautheit zu we-

cken, indem das einmalige Ortsbild an der städtebaulich heiklen Lage des 

Zürcher Seebeckens erhalten bleibt. Das „Mythenschloss“ fügt sich mit ihrer 

(sic) rekonstruierten Fassade seit beinahe 30 Jahren wie selbstverständlich 

in das schützenswerte Ortsbild ein, so dass diesem eine dem Einzelobjekt 

übergeordnete Bedeutung zukommt (act. 5.2. S. 55)." 

5.6. 

Der Begriff der Postmoderne bezeichnet eine kulturgeschichtliche Strömung, 

die  in  den  1960er-Jahren  in  den  USA  entstand  und  in  den  1980er-Jahren 

grosse Bedeutung erlangte. Ihre Ausprägungen hat die Postmoderne insbe-

sondere in der bildenden Kunst, Literatur sowie in der Architektur. Im Bereich 

der Architektur steht die Postmoderne für eine pluralistische Grundhaltung 

bezüglich Stilelemente, Methoden und Konzepte im Sinne der ideologischen 

Position „Anything Goes“. Im Mittelpunkt des Interesses steht nicht die Inno-

vation,  sondern  eine  Rekombination  bzw.  neue  Anwendung  vorhandener 

Ideen und vergangener Stile. Die Postmoderne ist ihrem Wesen nach eklek-
tizistisch, d.h. an einem postmodernen Bauwerk werden regelmässig diverse 

Architekturstilelemente vergangener Epochen zitiert. Dadurch entstehen Ge-

bäude, die eine Mischung aus bearbeiteten, interpretierten, adaptierten oder 

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Seite 16 

 
 
entfremdeten historischen Stilelementen und einer individuellen Schöpfung 

des Architekten bilden.  

5.7. 

Das Gutachten 2015 hat sich einlässlich und umfassend mit dem „Mythen-

schloss“ der 1980er-Jahre auseinandergesetzt und stuft es in baukünstleri-

scher Hinsicht als ein Bauwerk der Postmoderne ein, das sich mit seiner re-

konstruierten, den Vorgängerbau aus den 1920er-Jahren imitierenden See-

fassade und der rückseitigen, neuzeitlichen Metallfassade einem Stilpluralis-

mus verpflichtet hat. Von diesem Stilpluralismus – in Form der stark kontras-

tierenden  Fassadenbilder –  konnte  sich  auch  die  1. Abteilung  des  Baure-

kursgerichts anlässlich des Augenscheins überzeugen (vgl. Fotos Nrn. 2, 5, 

18, 19, 21 und 22). 

Wie bereits erwähnt, genügt allerdings allein der Umstand, dass ein Bauwerk 

einer bestimmten Stilepoche zugeordnet werden kann, für die Bejahung sei-

ner Zeugenschaft nicht. Darüber hinaus reicht für die Schutzwürdigkeit eines 

Gebäudes selbst eine Zeugenschaft noch nicht aus; diese müsste vielmehr 

als „wichtig“ qualifiziert werden. Das „Mythenschloss“ müsste mithin geeignet 

sein, die Postmoderne besonders aussagekräftig und qualitätsvoll zu doku-

mentieren. Genau diesen Schluss zieht das Gutachten 2015 aber nicht, im 

Gegenteil.  Es  kommt  dezidiert  zum  Ergebnis,  dass  es  sich  beim  „Mythen-

schloss“ gerade nicht um einen Bedeutungsträger der Postmoderne handelt 

und verneint – entgegen der rekurrentischen Darstellung – einen allfälligen 

Zeugenwert  in  städtebaulicher,  architekturhistorischer  bzw.  baukünstleri-

scher,  typologischer  sowie  wirtschafts-  und  sozialgeschichtlicher  Hinsicht 

und damit auch die Schutzwürdigkeit des streitbetroffenen Gebäudes mit al-

ler Deutlichkeit. Die gutachterlichen Ausführungen sind nachvollziehbar und 

widerspruchslos  begründet.  Gegenteiliges  hat  sich  dem  Baurekursgericht 
auch anlässlich des Augenscheins auf Lokal nicht erschlossen.  

Die Rekurrentin verkennt dies, wenn sie behauptet, das Gutachten 2015 ent-

halte deutliche Hinweise, welche auf eine Zeugenschaft des „Mythenschlos-

ses“ schliessen lassen würden. Die von ihr in diesem Zusammenhang zitier-

ten Textpassagen belegen einzig – zumindest diejenige auf S. 49 des Gut-

achtens 2015 –, dass das „Mythenschloss“ der postmodernen Architektur zu-
geordnet  werden  kann.  Dass  dieser  Umstand  allein  nicht  genügt,  wurde 

soeben ausgeführt. Aus der zweiten, von der Rekurrentin zitierten Textstelle, 

wonach  von  „architektonischen  und  ästhetischen  Präferenzen  der  1980er-

R1S.2016.05078 

Seite 17 

 
 
Jahre“ die Rede sei (vgl. act. 5.2 S. 48), lässt sich mit Blick auf eine allfällige 

Zeugenschaft des „Mythenschlosses“ noch viel weniger ableiten. Abgesehen 

davon,  dass  die  betreffende  Textstelle  aus  dem  Zusammenhang  gerissen 

wurde und für sich allein wenig aussagekräftig ist, nimmt sie Bezug auf das 

Innere des „Mythenschlosses“, wo die Gebäudestruktur, die Grundrissdispo-

sitionen  und  die  Raumausstattung  des  Vorgängerbaus  den  architektoni-

schen  und  ästhetischen  Präferenzen  der  1980er-Jahre  weichen  mussten. 

Gerade im Innern des „Mythenschlosses“ offenbart sich, wie fragmentarisch 

und  oberflächlich  die  Rekonstruktion  des  Vorgängerbaus  aus  den  1920er-

Jahren  letztendlich  ausfiel,  dies  notabene  unter  vollständigem  Verlust  der 

historischen Bausubstanz. Die Kulissenhaftigkeit und die bescheidene archi-

tektonische Qualität dieses hybriden Bauwerks treten hier besonders deut-

lich zu Tage. Einzig die seeseitige Haupteingangshalle, welche im Geiste der 

1980er-Jahre vollständig mit Marmor ausgekleidet wurde, zeugt von gewis-

sen gestalterischen Bemühungen. Die übrigen, anlässlich des Augenscheins 

besichtigten  Räumlichkeiten  (Bürotrakte,  Wohnung,  Treppenhaus)  lassen 

demgegenüber  weder eine differenzierte architektonische Gestaltung noch 

eine besondere Qualität erkennen (vgl. Fotos Nrn. 6-17). Im Übrigen wider-

spricht sich die Rekurrentin, wenn sie in ihrer Replik plötzlich vorbringt, das 

Gutachten 2015 würde den Fokus zu stark auf den Vorgängerbau aus den 

1920er-Jahren richten (vgl. act. 18 S. 7), nachdem sie in der Rekursschrift 

noch  argumentiert  hatte,  das  Gutachten  2015  würde  – anders  als  die  Vo-

rinstanz bzw. Denkmalpflegekommission – den Sachverhalt gerade weitaus 

präziser erfassen, indem es das heute bestehende „Mythenschloss“ aus den 

1980er-Jahren sowie dessen Bezugnahme auf die Vergangenheit analysiere 

(act. 2 S. 8 ff.). 

Insgesamt  lassen  sich  dem  Gutachten  2015  jedenfalls  keinerlei  Hinweise 

entnehmen, welche auf eine wichtige Zeugenschaft des „Mythenschlosses“ 
im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. c PBG hindeuten würden. Entgegen der rekur-

rentischen Behauptung hat sich die Vorinstanz im Rahmen der Schutzabklä-

rung somit nicht ohne weitere Begründung über die gutachterlichen Erkennt-

nisse hinweggesetzt. Vielmehr ist die Vorinstanz dem Gutachten 2015 voll-

umfänglich  gefolgt.  Dies  ist  nicht  zu  beanstanden,  zumal  keine  triftigen 

Gründe ersichtlich sind – und auch seitens der Rekurrentin nicht geltend ge-

macht wurden –, die ein Abweichen vom Gutachten 2015 gerechtfertigt hät-
ten. Im Ergebnis erweist sich die Verneinung des schutzwürdigen Eigenwerts 

des „Mythenschlosses“ daher als rechtens.  

R1S.2016.05078 

Seite 18 

 
 
6.1. 

Die Rekurrentin moniert im Weiteren, die Vorinstanz habe den überwiegend 

wichtigen  Situationswert  des  „Mythenschlosses“  – welcher  seine  Legitima-

tion zugleich aus der besonders ausgeprägten Erinnerung an den ursprüng-

lichen „Originalbau“ sowie aus der Substanz des Baus aus den 1980er-Jah-

ren beziehe – nicht erkannt. Das „Mythenschloss“ sei für die Stadtfront am 

unteren Seebecken unverzichtbar, folgerichtig habe die städtische Denkmal-

pflege  im  Gutachten  2015  auch  den  Erhalt  der  seeseitigen  Schaufassade 

und  damit  die  Bewahrung  des  Erscheinungsbildes  beantragt  (vgl.  act. 5.2. 

S. 7). Dieser Antrag werde im Gutachten 2015 mit der „hohen städtebaubli-

chen Bedeutung“ des „Mythenschlosses“ (vgl. act. 5.2. S. 36) begründet und 

es werde darauf hingewiesen, dass der Swiss Re Konzern mit seinen „archi-

tektonischen Vorzeigebauten verschiedenster Bauepochen [Hauptsitz, Club-

haus, neues Verwaltungsgebäude Swiss Re Next] nicht nur die eigene Fir-

mengeschichte  dokumentiere“,  sondern  „zugleich  einen  Einblick  in  die 

Schweizer  Architekturgeschichte  des  20. Jahrhunderts“  biete  (vgl.  act. 5.2. 

S. 38). Das „Mythenschloss“ wirke „als Teil dieser prachtvollen Seefront […] 

als Visitenkarte und identitätsstiftender Faktor der Geschäftsmetropole Zü-

rich“ (act. 5.2 S. 39). Vor diesem Hintergrund hätte die Vorinstanz nicht die 

vollumfängliche  Inventarentlassung  des  „Mythenschlosses“  beschliessen 

dürfen, sondern zumindest dessen Erscheinungsbild samt zugehöriger Sub-

stanz unter Schutz stellen müssen.  

6.2. 

Die Vorinstanz entgegnet, die städtebauliche Bedeutung des heutigen „My-

thenschlosses“ sei einzig dadurch begründet, dass es Teil der repräsentati-

ven Schaufront am Seeufer bilde. Dieser Umstand allein genüge indes für 

eine wesentliche Mitprägung der Landschaft oder Siedlung (Situationswert) 

nicht (vgl. VB.2005.00128, E. 4.5). Entgegen der Darstellung der Rekurrentin 

werde  im  Gutachten 2015  auch nicht  der Erhalt der seeseitigen  Hauptfas-

sade beantragt; es sei lediglich die Rede davon, dass deren Erhalt – im Rah-

men der parallel zur Schutzabklärung laufenden Testplanung – zu prüfen sei 

(vgl. act. 5.2. S. 6 f.). Daraus könne jedoch nicht abgeleitet werden, dass das 

„Mythenschloss“ erhalten werden müsse, zumal weder die städtische Denk-

malpflege noch die Denkmalpflegekommission der Stadt Zürich das Inventa-
robjekt als schutzwürdig erachteten.  

R1S.2016.05078 

Seite 19 

 
 
Die Mitbeteiligte argumentiert in die gleiche Richtung und räumt ein, dass der 

seeseitigen  Fassade  des  „Mythenschlosses“  im  städtebaulichen  Kontext 

zwar eine erhebliche Bedeutung zukomme. Allein um die städtebaulich wich-

tige Silhouette im Bereich des Hafens Enge zu schützen, sei eine Erhaltung 

des bestehenden Gebäudes mit der seeseitigen Fassadenkulisse allerdings 

nicht nötig, zumal das betroffene Grundstück in der Kernzone liege und damit 

– unabhängig von dem in Aussicht gestellten Gestaltungsplan – erhöhte ge-

stalterische Anforderungen zu beachten seien (§ 238 Abs. 2 PBG) und ein 

Abbruch des Gebäudes von der Sicherung eines den entsprechenden Krite-

rien genügenden Ersatzbaus abhängig gemacht werde (Art. 42 Abs. 2 BZO).  

6.3. 

Mit der Erfassung von Gebäuden und Gebäudegruppen, die Landschaften 

oder  Siedlungen  wesentlich  mitprägen,  bezweckt  § 203  Abs. 1  lit. c  PBG 

− anders  als  mit  dem  Schutz  wichtiger  Zeugen –  nicht  die  Dokumentation 

geschichtlicher  Epochen,  sondern  die  Erhaltung  qualifizierter  Landschafts- 

und  Siedlungsbilder. Da  das  Gesetz  die  beiden  Voraussetzungen  für  eine 

Unterschutzstellung  – wichtige  Zeugeneigenschaft  oder  wesentlich  prä-

gende Wirkung –  alternativ  aufzählt,  lässt  sich  auch allein  mit  letzterer die 

Anordnung  von  Schutzmassnahmen  an  Gebäuden  oder  Gebäudegruppen 

begründen. Allerdings rechtfertigt nicht jede Optimierung von Siedlungs- o-

der Landschaftsbildern die Anordnung von Schutzmassnahmen; die positiv 

prägende Wirkung muss vielmehr objektiv ausgewiesen und begründet sein, 

was etwa bei für das geschützte Ortsbild sehr wichtigen Kernzonenbauten 

der Fall sein kann (VB.2009.00608 vom 4. Mai 2011). 

Als "Ensemble" im Sinn des Natur- und Heimatschutzes bezeichnet man eine 

Gruppe von Gebäuden und Aussenräumen, die im Zusammenhang eine be-

sondere städtebauliche Qualität haben und als Gruppe wahrgenommen wer-
den. Das Erscheinungsbild des Ensembles wird geprägt durch die einzelnen 

Elemente und ihr räumliches Zusammenspiel. Entscheidend ist, dass die Ge-

samtanlage  mit  ihrer  besonderen  geschichtlichen,  kulturellen  oder  ästheti-

schen  Bedeutung  den  Charakter  und  die  Identität  eines  Orts  massgeblich 

bestimmt  und  diesem  eine  besondere Wertigkeit  gibt  (vgl.  VB.2010.00472 

vom 26. Januar 2011, E. 6.2). 

R1S.2016.05078 

Seite 20 

 
 
6.4. 

Das Gutachten 2015 hält bezüglich Situationswert des „Mythenschlosses“ im 

Wesentlichen fest, dass die hohe städtebauliche Bedeutung des Bauwerks 

durch  seine  exponierte  Lage  am  unteren  Zürcher  Seebecken  entlang  des 

geraden Strassenzugs am Mythenquai bedingt sei. Es bilde mit seiner see-

seitig rekonstruierten Fassade Teil einer von palastartigen Bauten geprägten 

Stadtsilhouette,  welche  die  ökonomischen  Werte  von  Bonität  und  Solidität 

verkörpere. Diese repräsentative Seefront, deren Bauten sowohl axialsym-

metrisch konzipiert, als auch durch steinerne Fassaden geprägt seien, ver-

leihe  dem  unteren  Seebecken  ein  grossstädtisches  Antlitz.  Als  Teil  dieser 

prachtvollen Seefront wirke das „Mythenschloss“ als Visitenkarte und identi-

tätsstiftender Faktor der Geschäftsmetropole Zürich, vergleichbar mit ande-

ren,  im  19. Jahrhundert  am Wasser  angelegten  Städten  wie  Genf,  Luzern 

oder Nizza. Der Versicherungskonzern Swiss Re dokumentiere mit seinen 

architektonischen Vorzeigebauten verschiedenster Bauepochen am Mythen-

quai  nicht  nur  die  eigene  Firmengeschichte,  sondern  vermittle  mit  diesem 

städtebaulichen Ensemble zugleich einen Einblick in die Schweizer Architek-

turgeschichte des 20. Jahrhunderts (act. 5.2. S. 35 ff.).  

Das Ortsbild am unteren Seebecken – so das Gutachten 2015 weiter – sei 

für die Schweiz einmalig; allerdings werde sich die kulissenartige Schaufront 

mit  dem  sich  im  Bau  befindlichen  Gebäude  „Swiss  Re  Next“,  welches  auf 

dem Nachbargrundstück des „Mythenschlosses“ einen Erweiterungsbau des 

Versicherungskonzerns  aus  den  1960er-Jahren  ersetze,  nachhaltig  verän-

dern. Angesichts der grossen Bedeutung des Ortsbildes am unteren Seebe-

cken hätte ein Abbruch des „Mythenschlosses“ einen tiefgreifenden Wandel 

des städtebaulichen Ensembles am Mythenquai zur Folge, weshalb der Er-

halt der rekonstruierten, seeseitigen Schaufassade zu prüfen sei. Bei einem 

allfälligen  Neubau  müssten  im  Voraus  verbindliche  Rahmenbedingungen 
und Vorgaben festgelegt werden, die den Erhalt des schützenswerten Orts-

bildes gewährleisten würden. Zu diesen Bedingungen gehörten unter ande-

rem die Materialität in Stein, die seeseitige Hofsituation, die gleichbleibende 

Traufhöhe und eine repräsentative Gestaltung gegen aussen (act. 5.2. S. 7). 

6.5. 
Es  ist  unbestritten,  dass  dem  „Mythenschloss“  in  städtebaulicher  Hinsicht 

eine  gewichtige  Bedeutung  für  das  untere  Zürcher  Seebecken  zukommt; 

diesbezüglich stimmen sämtliche Beteiligten mit dem Gutachten 2015 über-

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ein.  Das  „Mythenschloss“  stellt  mit  seiner  seeseitigen  Fassade  zweifellos 

eine imposante Erscheinung dar (vgl. Fotos Nr. 1, 2 und 5) und fügt sich ge-

lungen  in  das  städtebauliche  Ensemble  von  monumentalen  Verwaltungs- 

und Versicherungsgebäuden am Mythenquai ein. Allerdings ist seine städte-

bauliche  Bedeutung  – wie  auch  das  Gutachten  2015  festhält  (act. 5.2. 

S. 36)   –  hauptsächlich,  wenn  nicht  ausschliesslich,  auf  seine  exponierte 

Lage in der ersten Häuserreihe direkt am Zürcher Seebecken sowie auf sein 

stattliches  Volumen  – verteilt  auf  sechs  Geschosse  und  eine  Fläche  von 
24'214 m2 – zurückzuführen. Einen erheblichen Beitrag zur Qualifikation des 
schutzwürdigen Ortsbilds am unteren Seeufer vermag das „Mythenschloss“ 

damit nicht zu leisten. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass im Gut-

achten 2015 die Rede davon ist, dass das „Mythenschloss“ Bestandteil eines 

städtebaulichen Ensembles am Mythenquai bilde. Von einer gewissen En-

semblewirkung ist zwar grundsätzlich auszugehen, allzu grosse Bedeutung 

ist dieser allerdings nicht beizumessen, zumal sich die Umgebung am My-

thenquai derzeit im Wandel befindet und sich durch den Neubau „Swiss Re 

Next“ nachhaltig verändern wird (vgl. Fotos Nrn. 3a-b und 4).  

Folgerichtig spricht das Gutachten 2015 dem „Mythenschloss“ – zumindest 

implizit – auch unter dem Aspekt des Situationswerts die Schutzwürdigkeit 

ab. Anders als bezüglich Eigenwert enthält das Gutachten 2015 zwar keinen 

expliziten Antrag betreffend Situationswert des „Mythenschlosses“. Es kon-

statiert  allerdings,  dass  es  sich  beim  „Mythenschlosses“  nicht  um  ein 

Schutzobjekt im Sinne von Art. 203 Abs. 1 lit. c PBG handle und zeigt sich 

einem allfälligen Neubau gegenüber aufgeschlossen (vgl. act. 5.2 S. 7). Ei-

nen gegenteiligen Schluss lassen auch die übrigen Angaben im Gutachten 

2015  nicht  zu.  Vor  dem  Hintergrund  der  hiervor  angestellten  Erwägungen 

durfte die Vorinstanz daher – in Übereinstimmung mit dem Gutachten 2015 – 

eine wesentlich siedlungsprägende Wirkung des „Mythenschlosses“ vernei-
nen. Unter diesen Umständen ist denn auch die vollumfängliche Inventarent-

lassung  des  „Mythenschlosses“  nicht  zu  beanstanden,  zumal  der  Schutz 

bloss  einzelner  Bauteile  – insbesondere  der  seeseitigen  Fassade –  ohne 

Rücksicht auf das Zusammenwirken von Innerem und Äusserem nicht mehr 

der heutigen Auffassung von Denkmalschutz entspricht (vgl. BGE 118 Ia 384 

ff., E. 5e).  

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7.1. 

Die  Rekurrentin  bringt  schliesslich  vor,  die  Vorinstanz  beschränke  sich  im 

angefochtenen  Beschluss  auf  eine  verkürzte,  fehlerhafte  Interessenabwä-

gung,  welche  den  Anforderungen  an  Begründungsdichte  und  -tiefe  (vgl. 

Art. 29 Abs. 2 BV) bei weitem nicht zu genügen vermöge. 

7.2. 

Dieser Einwand erweist sich ebenfalls als unbegründet.  

Die Rekurrentin lässt ausser Acht, dass die Vorinstanz das „Mythenschloss“ 

weder hinsichtlich seines Eigenwerts als „wichtigen Zeugen“ noch bezüglich 

seines  Situationswerts  als  „wesentlich  mitprägendes  Element“  qualifiziert 

hat, was sich – wie vorstehend dargelegt – ohne Weiteres als rechtens er-

weist. Dies allein genügt bereits für die Verneinung der Schutzwürdigkeit und 

die damit einhergehende Inventarentlassung. Diesbezüglich enthält der an-

gefochtene Beschluss – ergänzt durch die Ausführungen in der Rekursant-

wort –  durchaus  eine  hinreichende  Begründung.  Zusätzlich  hat  die  Vo-

rinstanz auch das Ergebnis der parallel zur Abklärung der Schutzwürdigkeit 

durchgeführten Testplanung – ein Ersatzneubau im Rahmen eines Gestal-

tungsplans – gewürdigt und dargelegt, dass mit einem solchen Ersatzneu-

bau in städtebaulicher Hinsicht vielschichtig und subtil auf die Anforderungen 

des  Ortes  reagiert  und  dem  geschützten  Ortsbild  gut  Rechnung  getragen 

werden kann, was sowohl im privaten wie auch öffentlichen Interesse liegt. 

Damit war die Rekurrentin ohne Weiteres in der Lage, sich über die Trag-

weite des vorinstanzlichen Entscheids Rechenschaft zu geben und diesen 

sachgemäss anzufechten.  

8.1. 
Zusammenfassend ist die Würdigung der Vorinstanz, das „Mythenschloss“ 

nicht als Schutzobjekt im Sinne von Art. 203 Abs. 1 lit. c PBG zu qualifizieren 

und es aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte zu 

entlassen, nicht zu beanstanden. Der angefochtene Beschluss des Stadtrats 

von Zürich vom 18. Mai 2016 ist daher zu schützen und der Rekurs vollum-

fänglich abzuweisen.  

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8.2. 

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten  der Rekurrentin aufzuerlegen 

(§ 13 VRG).  

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-

gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-

nem Zeitaufwand, der Schwierigkeit des Falls und dem bestimmbaren Streit-

wert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt wie hier ein Verfahren 

ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr in der Regel 

Fr. 1'000.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 3 GebV VGr).  

Innerhalb  der  genannten  Kriterien  ist  bei  Fällen  mit  nicht  bestimmbarem 

Streitwert in erster Linie auf das tatsächliche Streitinteresse abzustellen. Die 

Tragweite einer Streitsache ist primär vom Streitgegenstand abhängig. Das 

tatsächliche  Streitinteresse  richtet  sich  daher  – wie  der  Streitwert –  nach 

dem  Streitgegenstand  (vgl.  hierzu  VB.2011.00624  vom  30.  Mai  2012, 

E. 5.5.2 f., und VB.2011.00628 vom 30. Mai 2012, E. 3.7.2 f.). 

Mit der von der Rekurrentin angestrebten Unterschutzstellung des „Mythen-

schlosses“ könnte ein allfälliges Neubauvorhaben nicht umgesetzt werden. 

Das tatsächliche Streitinteresse ist mithin sehr gross. Im Lichte des vorlie-

gend  gegebenen  tatsächlichen  Streitinteresses  (mit  einer  Schutzmass-

nahme verbundener Eingriff in das Eigentum), der Schwierigkeit des Falles 

und  des  getätigten  Verfahrensaufwandes  ist  die  Gerichtsgebühr  auf 

Fr. 16'000.-- festzusetzen (BRGE II Nr. 0179/2012 vom 6. November 2012, 

E. 16, und dort zitierte Lehre und Rechtsprechung; www.baurekursgericht-

zh.ch).  

Im Bereich des Verbandsbeschwerderechtes ist der Umstand, dass ideelle 

Interessen vertreten werden, bei der Kostenbemessung zu berücksichtigen. 
Die Kosten- und Entschädigungsregelung darf die Erfüllung der Aufgaben, 

welche  die  beschwerdeberechtigten  Organisationen  im  öffentlichen  Inte-

resse  wahrnehmen,  nicht  übermässig  erschweren.  Das  Prozessrisiko  darf 

nicht  derart  hoch  sein,  dass  ideelle  Verbände  an  der  Ausübung  ihres  Be-

schwerderechtes gehindert werden. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen ein 

aussichtsloses oder mutwilliges Rechtsmittel erhoben wird (Plüss, Kommen-

tar  VRG,  §  13  Rz.  38;  VB.2011.00624  und  VB.2011.00628  vom  30.  Mai 
2012).  

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In einem jüngeren Urteil hat das Verwaltungsgericht in einem vergleichbaren 

Fall  diese  Schwelle  bei  Fr. 12'000.--  zuzüglich  Zustellkosten  angesetzt 

(VB.2015.00362 vom 14. Juli 2016). Dieser Betrag erscheint auch im vorlie-

genden Verfahren als angemessen. Der darüber hinausgehende Kostenan-

teil von Fr. 4'000.-- ist auf die Staatskasse zu nehmen.  

[….] 

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