# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 572b4b76-3d19-5782-ad30-3c54d4643e10
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2008 D-7423/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7423-2008_2008-12-12.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7423/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Robert Galliker, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

A._______, geboren (...),
Angola,

Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen 
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 
15. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7423/2008

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  –  eine  in  Luanda  geborene  ethnische 
B.______ – verliess nach ihren eigenen Angaben zusammen mit ihrem 
Ehemann am 16. Mai 2002 ihren Heimatstaat. Sie reisten am 24. Mai 
2002  in  die  Schweiz  ein  und  reichten  am  gleichen  Tag  in  der 
Empfangsstelle  (heute  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  [EVZ]) 
C._______  ihre  Asylgesuche  ein.  Diese  wurden  mit  Verfügung  des 
Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF; seit 1. Januar 2005 Teil des BFM) 
vom  26. Januar  2004  abgewiesen,  das  Ehepaar  wurde  aus  der 
Schweiz weggewiesen und der Wegweisungsvollzug angeordnet. Das 
Bundesamt führte  zur  Begründung aus,  die Beschwerdeführerin  und 
ihr  Ehemann  hätten  im  Verlaufe  des  Verfahrens  zu  wesentlichen 
Punkten  unterschiedliche  Angaben  gemacht,  ihre  Vorbringen 
widersprächen  in  wesentlichen  Punkten  der  allgemeinen  Erfahrung 
oder  der  Logik  des  Handelns  und  zudem  liege  eine  asylrelevante 
Verfolgung  nicht  vor,  wenn staatliche  Massnahmen rechtsstaatlichen 
Zwecken  diene.  Insgesamt  hielten  die  Vorbringen  weder  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch den Anforderungen an die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  stand.  Die  gegen  die 
Verfügung vom 26. Januar 2004 gerichtete Beschwerde wurde von der 
damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK) 
mit Urteil vom 5. März 2004 abgewiesen.

B.
Mit Eingabe vom 29. Juli 2004 ersuchten die Beschwerdeführerin und 
ihr  Ehemann  um  Wiedererwägung  der  Verfügung  vom  26. Januar 
2004. Das  BFF wies  dieses  Wiedererwägungsgesuch  mit  Verfügung 
vom 13. August 2004 ab. Auf die dagegen gerichtete Beschwerde trat 
die ARK mangels Leistung des erhobenen Kostenvorschusses mit Ur-
teil vom 21. Oktober 2004 nicht ein.

C.
Der Ehemann der Beschwerdeführerin liess durch seinen Rechtsver-
treter am 28. Januar 2008 ein neues Wiedererwägungsgesuch einrei-
chen,  auf  welches  das  Bundesamt  mit  Verfügung  vom  26. Februar 
2008 nicht eintrat, nachdem der mit Zwischenverfügung vom 31. Janu-
ar 2008 auferlegte Gebührenvorschuss nicht geleistet worden war. 

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D.
Die Beschwerdeführerin  ihrerseits  reichte mit  Eingabe vom 12. März 
2008  ein  Wiedererwägungsgesuch  ein.  Mit  Zwischenverfügung  vom 
28. April 2008 verlangte das Bundesamt auch von der Beschwerdefüh-
rerin  die  Bezahlung eines  Gebührenvorschusses. Nach dessen Aus-
bleiben trat das Bundesamt auf das Wiedererwägungsgesuch der Be-
schwerdeführerin mit Verfügung vom 22. Mai 2008 nicht ein. Mit Urteil 
vom 2. Juli 2008 erachtete das Bundesverwaltungsgericht die erhobe-
ne Beschwerde als unzulässig.

E.
Am 27. August 2008 ging beim BFM erneut ein Wiedererwägungsge-
such der Beschwerdeführerin vom 24. August 2008 zusammen mit ei-
nem ärztlichen Zeugnis des Psychiatriezentrums D._______ vom 14. 
Juli 2008 ein. Mit Zwischenverfügung vom 1. September 2008 forderte 
das  BFM  die  Beschwerdeführerin  zur  Leistung  eines 
Gebührenvorschusses  in  der  Höhe  von  Fr. 600.--  bis  zum 
15. September 2008 auf, ansonsten auf das Wiedererwägungsgesuch 
nicht  eingetreten  werde.  Die  Erhebung  eines  Gebührenvorschusses 
rechtfertigte das BFM insbesondere damit, dass sich die Begehren im 
Wiedererwägungsgesuch als von vornherein aussichtslos erwiesen.

F.
Mit Verfügung vom 15. Oktober 2008 – eröffnet am 22. Oktober 2008 – 
trat das BFM auf das Wiedererwägungsgesuch wiederum nicht ein, er-
klärte  die  Verfügung vom 26. Januar  2004 für  rechtskräftig  und voll-
streckbar  und  stellte  im  Weiteren  fest,  einer  allfälligen  Beschwerde 
komme keine aufschiebende Wirkung zu. Als Grund für das Nichtein-
treten führte das BFM an, die Beschwerdeführerin habe innert der an-
gesetzten Frist den Gebührenvorschuss nicht einbezahlt.

G.
Mit  Eingabe  vom  20. November  2008  (Poststempel)  erhob  die  Be-
schwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen 
die Verfügung des BFM vom 15. Oktober 2008, mit welcher sie bean-
tragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr infolge Un-
zumutbarkeit sowie Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die vor-
läufige Aufnahme zu gewähren und ihr Ehemann sei in diese vorläufi-
ge Aufnahme miteinzubeziehen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie 
um Anweisung der Vollzugsbehörden, von Vollzugshandlungen sei ab-

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zusehen, um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

Mit ihrer Beschwerdeschrift reichte die Beschwerdeführerin einen ärzt-
lichen  Bericht  des  Universitätsspitals  Zürich,  Dept.  Frauenheilkunde, 
Klinik für Reproduktions-Endokrinologie, vom 8. September 2008 ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Bei der vorliegenden Beschwerde handelt es sich um eine soge-
nannte  Laienbeschwerde,  an welche keine hohen Anforderungen  zu 
stellen sind (vgl. nachstehend dazu auch E. 6.). Die Beschwerde ist 
form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführerin  ist durch 
die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-
resse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Die Beschwer-
deführerin ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in  einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-

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hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Die Wiedererwägung wird im Gegensatz zur Revision nicht explizit 
geregelt. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bun-
desgerichts wird jedoch gestützt auf Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, 
SR 101) ein Anspruch auf Wiedererwägung anerkannt, wenn sich der 
rechtserhebliche Sachverhalt nach einem rechtskräftigen Verwaltungs- 
oder  Verwaltungsgerichtsentscheid  in  entscheidwesentlicher  Art  und 
Weise verändert  hat  (BGE 109 Ib 251 f.;  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die 
ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des 
Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 178). Nach ständiger, vom 
Bundesverwaltungsgericht weitergeführter, Praxis der ARK (Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[EMARK] 1995 Nr. 21 S. 202 f.) wird der Begriff der Wiedererwägung 
in mehrdeutigem Sinn verwendet,  wobei  im Wesentlichen drei  Kon-

stellationen erfasst werden:

In  seiner  ersten  Bedeutung  stellt  ein  Wiedererwägungsgesuch  ein 
blosser Rechtsbehelf dar, auf dessen Behandlung durch die verfügen-
de Behörde kein Anspruch besteht.

In der zweiten Bedeutung meint der Begriff der Wiedererwägung den 
Widerruf einer unangefochten gebliebenen, formell rechtskräftigen Ver-
fügung, die sich als ursprünglich fehlerhaft erweist (vgl. EMARK 2003 
Nr. 17 E. 2a S. 103 f.). Analog zur gesetzlichen Regelung von Art. 66 
VwVG leitet die Praxis dabei unmittelbar aus Art. 29 Abs. 1 BV einen 
Anspruch auf Wiedererwägung ab, sofern Revisionsgründe geltend ge-
macht werden können. Revisionsgründe können - wie erwähnt - aller-
dings nur dann wiedererwägungsweise bei der Vorinstanz geltend ge-
macht werden, wenn das ordentliche Verfahren ohne materiellen Be-
schwerdeentscheid abgeschlossen wurde.

In  seiner  letzten Bedeutung  bezeichnet  der  Begriff  der  Wiedererwä-
gung  die  Anpassung  einer  ursprünglich  fehlerfreien  Verfügung  an 

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nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage, demnach die 
Neuregelung eines Rechtsverhältnisses, welche der neu eingetretenen 
Sachlage Rechnung trägt (vgl. EMARK 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.). Dabei 
ist  unbedeutend,  ob die  ursprüngliche  Verfügung  unangefochten  ge-
blieben oder in einem ordentlichen Rechtsmittelverfahren angefochten 
worden ist.

4.2 Eine Wiedererwägung fällt  nicht  in  Betracht,  wenn lediglich  eine 
neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsa-
chen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die be-
reits  in  einem  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  gegen  die  frühere 
Verfügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. EMARK 2003 
Nr. 17 E. 2b S. 104).

5.
Die Analyse der Vorbringen der Beschwerdeführerin ergibt Folgendes: 
Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen eine Veränderung ih-
res gesundheitlichen Zustandes und damit  eine nachträgliche Verän-
derung des Sachverhalts geltend. In ihren Eingaben wird dabei nicht 
vorgebracht, die früheren Entscheide seien ursprünglich fehlerhaft. Da-
ran vermag auch nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin als 
Grund für die Veränderung der gesundheitlichen Situation sexuelle Ge-
walt  im  Heimatstaat  und  damit  vorbestandene  Tatsachen  geltend 
macht. Geltend gemacht wird vielmehr, dass die Beschwerdeführerin 
an schweren psychischen Problemen leidet,  weshalb der Vollzug der 
Wegweisung  nicht  zumutbar  sei.  Die  Vorinstanz  hat  die  Vorbringen 
demnach  zu  Recht  unter  dem  Aspekt  der  nachträglich  veränderten 
Sachlage als Wiedererwägungsgesuch geprüft.

6.
Nachdem das BFM in seiner Verfügung vom 15. Oktober 2008 auf das 
diesbezügliche Wiedererwägungsgesuch – welches sich (nur) auf die 
Frage des Wegweisungsvollzuges bezieht – nicht eingetreten ist, be-
schränkt sich das vorliegende Beschwerdeverfahren auf die Frage, ob 
dieses  Nichteintreten  des  BFM zu Recht  erfolgte. Die  vorliegend  zu 
behandelnde Beschwerde vom 20. November 2008 richtet sich einer-
seits  sinngemäss –  in  der  Laienbeschwerde wird zum Ausdruck ge-
bracht,  das Wiedererwägungsgesuch hätte nicht als aussichtslos be-
trachtet  werden dürfen – gegen die  Zwischenverfügung vom 1. Sep-
tember 2008, in welcher das BFM einen Gebührenvorschuss  gestützt 
auf  Art. 17b  Abs. 3  AsylG  erhoben  hat,  und  anderseits  gegen  den 

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Nichteintretensentscheid  des  BFM  vom  15. Oktober  2008  wegen 
Nichtbezahlens dieses Gebührenvorschusses.

Die Regelung von Art. 17b Abs. 3 AsylG, wonach das BFM von einer 
um Wiedererwägung ersuchenden Person einen Gebührenvorschuss 
erheben kann, gehört zu den Bestimmungen der Asylgesetzänderung 
vom 16. Dezember 2005, welche vorgezogen auf den 1. Januar 2007 
in Kraft gesetzt worden sind (vgl. dazu: AS 2006 4745 4767, BBl 2002 
6845). Gemäss Art. 17b Abs. 3 Bst. i.V.m. Abs. 2 AsylG wird auf einen 
Gebührenvorschuss verzichtet, wenn die gesuchstellende Person be-
dürftig  ist  und  ihre  Begehren  nicht  von  vornherein  aussichtslos  er-
scheinen. Im vorliegenden Verfahren ist somit die Frage zu beurteilen, 
ob das BFM mit der Zwischenverfügung vom 1. September 2008 eine 
zutreffende Einschätzung der Prozessaussichten der Rechtsbegehren 
im Wiedererwägungsgesuch vom 24. August 2008 vorgenommen und 
in der Folge gestützt auf diese Einschätzung zu Recht einen Gebüh-
renvorschuss erhoben hat, was dann – mangels Leistung – zum for-
mellen Nichteintretensentscheid vom 15. Oktober 2008 geführt hat.

7.
7.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer Zwischenverfügung vom 1. September 
2008 als Begründung für die Vorschusserhebung im Wesentlichen fest, 
es sei im vorliegenden Fall erneut festzustellen, dass die von der Be-
schwerdeführerin  geltend gemachte Verfolgung – angeblich  begleitet 
von Vergewaltigungen – als unglaubhaft eingestuft worden sei. An die-
ser  Einschätzung  vermöge  auch  der  nun  nachgereichte  Arztbericht 
nichts zu ändern. Es gehöre nämlich nicht zu den Aufgaben einer Arzt-
person, Aussagen ihrer Patienten auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu über-
prüfen. Es sei daher nicht glaubhaft, dass die von den Ärztinnen fest-
gestellten  psychischen  Beeinträchtigungen  auf  Gewaltereignisse  im 
Heimatland zurückzuführen seien. Vielmehr  dränge sich  der  Schluss 
auf, dass die Beschwerdeführerin psychische Probleme habe, weil ihr 
Asylgesuch abgelehnt  und die Hoffnungen auf  einen Verbleib  in  der 
Schweiz  zerschlagen  worden  seien.  Psychische  Beeinträchtigungen 
dieser Art  stellten indessen gemäss ständiger Praxis der schweizeri-
schen Asylbehörden in aller Regel kein Vollzugshindernis dar. Das er-
neute Gesuch der  Beschwerdeführerin  sei  daher  als  von vornherein 
aussichtslos einzustufen.

7.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt zunächst, das BFM setze sich 
in der angefochtenen Verfügung in keiner Weise mit den eigentlichen 

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Wiedererwägungsgründen,  nämlich  den  gesundheitlichen Leiden der 
Beschwerdeführerin  und  deren  Behandelbarkeit  im  Heimatland, 
auseinander.

Der Einwand der Beschwerdeführerin geht fehl. In der Zwischenverfü-
gung vom 1. September 2008 hat sich das BFM – wie sich aus den 
vorstehend wiedergegebenen Ausführungen (E. 7.1) ergibt – sehr wohl 
mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin, insbesondere mit den gel-
tend  gemachten  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen,  befasst.  Was 
die  abschliessende Verfügung vom 15. Oktober  2008 anbelangt,  be-
stand für die Vorinstanz – nachdem der verlangte Gebührenvorschuss 
nicht geleistet worden war – keine Veranlassung, (nochmals) auf  die 
Begründung des Wiedererwägungsgesuches einzugehen.

7.3 Zu prüfen bleibt somit, ob das Bundesamt die Erfolgschancen des 
Wiedererwägungsgesuches  richtig  eingeschätzt  hat.  Da  die   Flücht-
lingseigenschaft nicht Thema des Wiedererwägungsgesuches bildete, 
stellte sich lediglich die Frage, ob die diagnostizierte posttraumatische 
Belastungsstörung  einem  Wegweisungsvollzug  entgegensteht.  Es 
kann somit nicht darum gehen, die von der Beschwerdeführerin  gel-
tend gemachten Verfolgungsgründe neu zu beurteilen, vielmehr bleibt 
es dabei – wie vom BFM in seiner Zwischenverfügung festgehalten –, 
dass die geltend gemachten Verfolgungsgründe als nicht glaubhaft zu 
erachten sind.

7.3.1 Die  Beschwerdeführerin  begründete  ihr  Wiedererwägungsge-
such mit einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, welche 
die spezialisierte medizinische Betreuung in der Schweiz erfordere. In 
ihrem Heimatland bestehe ein Mangel  an Berufserfahrung und guter 
Ausbildung im Bereich ihrer psychischen Probleme. Deshalb und auf-
grund der sozio-ökonomischen Situation müsste sie nach einer Rück-
kehr nach Angola in totaler Unsicherheit leben, welche sogar zu Invali-
dität  und Tod führen könnte. Die Situation ihres Ehemannes erlaube 
keine  Verbesserung  der  Integrationsaussichten.  Sie  verfügten  beide 
weder  über  ein  familiäres Beziehungsnetz,  gute  berufliche Erfahrun-
gen noch genügende Ausbildung, um die sich stellenden Probleme bei 
einer Rückkehr bewältigen zu können.

7.3.2 Im von der Beschwerdeführerin eingereichten Bericht des Psy-
chiatriezentrums  D._______  wird  eine  posttraumatische 
Belastungsstörung  (PTBS)  nach  Gewalterfahrungen  und 
Vergewaltigungen  diagnostiziert.  Unter  dem  Titel  "Aktueller 

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psychopathologischer  Befund"  wird  unter  anderem  eine  depressive 
Grundstimmung,  Sorgen  und  Ängste  betreffend  eine  allfällige 
Rückschaffung  in  ihr  Heimatland  und  betreffend  die  bisherige 
ungewollte  Kinderlosigkeit  aufgeführt,  zudem  Flashbacks,  begleitet 
von ausgeprägten Angstgefühlen. Die Situation betreffend Alpträume 
habe  sich  unter  der  aktuellen  Medikation  gebessert,  es  bestünden 
keine  Anzeichen  für  eine  psychotische  Symptomatik.  Eine  akute 
Suizidalität bestehe nicht. Nebst der aktuellen Medikation komme die 
Patientin zwei bis dreimal pro Monat zu stützenden Gesprächen in das 
Zentrum. Zu Beginn der Behandlung sei sie zur Krisenintervention in 
die  Psychiatrische  Klinik  E._______  eingewiesen  worden,  seither 
werde eine ambulante psychiatrische Behandlung durchgeführt.

7.3.3 Eine  Prüfung  der  Akten  ergibt,  dass  die  Vorbringen  der  Be-
schwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Wiedererwägungsgesuches 
vom 24. August 2008 von der Vorinstanz zu Recht als von vornherein 
aussichtslos  qualifiziert  wurden.  Gemäss  Praxis  des  Bundesverwal-
tungsgerichts ist unbestritten, dass die genaue Ursache eines psychi-
schen Leidens – vorliegend die geltend gemachte sexuelle Gewalt  – 
durch ein ärztliches Zeugnis oder Gutachten kaum je schlüssig nach-
gewiesen  werden kann. Aus diesem Grund und da die  von der  Be-
schwerdeführerin genannten Asylgründe nach wie vor als unglaubhaft 
zu erachten sind, erscheint die vorliegende Diagnose nicht geeignet, 
den Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen zu lassen. Hinzu 
kommt, dass sich aufgrund des ärztlichen Befundes die Annahme auf-
drängt,  dass einerseits  – wie vom BFM erwogen – eher die Sorgen 
und Ängste der Beschwerdeführerin betreffend einer allfälligen Rück-
schaffung in ihr Heimatland und anderseits vor allem betreffend ihren 
unerfüllten Kinderwunsch die Beschwerdeführerin psychisch stark be-
lasten.  Dieser  wird  entsprechend  auch  als  Grund  für  den  sozialen 
Rückzug der Beschwerdeführerin angegeben, indem sie praktisch den 
ganzen Tag alleine zu Hause verbringe und oft stundenlang bete, sie 
möge ein Kind bekommen. Dass diese unerwünschte Kinderlosigkeit 
die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin beeinträchtigt, ist 
verständlich, zumal sie in der Schweiz nicht auf die Unterstützung ih-
rer eigenen Familie zurückgreifen kann. Allerdings stellt der unerfüllte 
Kinderwunsch keinen Umstand dar, der einen Wegweisungsvollzug zu 
verhindern vermag (zur Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges un-
ter dem Aspekt medizinischer Gründe vgl. EMARK 2003 Nr. 24). Insge-
samt ist davon auszugehen, dass ein Krankheitsbild, welches im Rah-
men der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges zu beachten wäre, 

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angesichts  des  vorstehend  Gesagten  nicht  nachgewiesen  ist.  Aus 
diesem  Grund  zählt  die  in  Luanda  geborene,  aufgewachsene  und 
wohnhaft  gewesene  Beschwerdeführerin  nicht  zu  dem  nach  der 
weiterhin  gültigen Rechtsprechung (EMARK 2004 Nr. 32)  genannten 
Personenkreis,  für  den  der  Wegweisungsvollzug  nach  Angola 
unzumutbar  erscheint.  Damit  ist  die  Feststellung  des  BFM  vom  1. 
September  2008,  wonach  dem  Wiedererwägungsgesuch  vom 
24. August  2008  keine  ernsthaften  Erfolgschancen  attestiert  wurden 
und  die  Eingabe  als  von  vornherein  aussichtslos  qualifiziert  wurde, 
nicht zu beanstanden.

7.3.4  Der Vollständigkeit halber bleibt in Bezug auf das (erst) im Be-
schwerdeverfahren eingereichte  Arztzeugnis  anzumerken,   dass  die-
ses im vorliegenden Verfahren keine Beachtung finden kann, nachdem 
das  Beschwerdeverfahren  inhaltlich  auf  die  Prüfung  der  Frage  be-
schränkt ist, ob das BFM zu Recht aufgrund der Nichtleistung des Ge-
bührenvorschusses auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten 
ist.

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist abzuweisen.

9.
Die Anträge der Beschwerdeführerin, es sei die Vollzugsbehörde anzu-
weisen, von Vollzugshandlungen abzusehen und auf die Erhebung ei-
nes  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten,  werden  mit  vorliegendem 
Entscheid  in  der  Hauptsache  gegenstandslos. Da  die  Begehren  der 
Beschwerdeführerin – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen er-
gibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind, sind die kumulativen Vo-
raussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt, weshalb das entsprechen-
de Gesuch abzuweisen ist.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-
führerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  insgesamt 
Fr. 800.-- festzusetzen (Art. 1-3  des Reglements über die Kosten und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 
2008 [VGKE]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist mittels beiliegendem Einzahlungsschein in-
nert  30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse 
zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)
- das (...) des Kantons F._______ ad (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: 

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