# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0b52211-ef93-5010-8e61-2259d45cde18
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.01.2013 SB110482
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110482_2013-01-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB110482-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic.iur. P. Marti, Präsident, lic.iur. R. Naef und  

Ersatzoberrichter E. Leuenberger sowie die Gerichtsschreiberin 

lic.iur. A. Truninger 

 

Urteil vom 15. Dezember 2011 und vom 28. Januar 2013 
(Schuldinterlokut im Sinne von Art. 342 Abs. 1 StPO) 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und II. Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

betreffend 

Erpressung, Freiheitsberaubung etc. und Widerruf 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom  
20. Januar 2011 (DG100084) 

- 2 - 

 
Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 29. Septem-

ber 2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD 39). 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. HD 70 S. 51 ff.) 

"Das Gericht erkennt: 

1. Der Angeklagte A._____ ist schuldig 

− der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 17), 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 10), 

− der mehrfachen, teilweise versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von  

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 6 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3, 11, 19, 28 und 29), 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 6 und 15), 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, teilweise 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2, 5, 7, 12 und 22), 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Anklageziffer 1 und 4),  

− der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB (Anklageziffer 31 und 

32), 

− der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in  

Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG und Art. 31 Abs. 3 SVG (Anklageziffer 27),  

− des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 30), 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c StGB  

(Anklageziffer 18 und 28), 

- 3 - 

− der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in  

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Anklageziffer 16), 

− des geringfügigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im 

Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Anklage-

ziffer 14) sowie 

− der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 des Betäubungsmittel-

gesetzes (Anklageziffer 33 und 34). 

2. Der Angeklagte wird freigesprochen von den Vorwürfen 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 25), 

− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB (Anklage-

ziffer 20, 24 und 26), 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklage-

ziffer 23), 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 21). 

3. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 8. Februar 2006 ausgefällte, bedingte 

Freiheitsstrafe von 8 Monaten wird widerrufen. 

4. Der Angeklagte wird mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, wovon 154 Tage durch  

Untersuchungshaft bereits erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.– bestraft. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe  wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festge-

setzt. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Angeklagte die Busse schuldhaft nicht, so tritt 

an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 

6. Es wird eine ambulante Behandlung des Angeklagten im Sinne von Art. 63 StGB (Behand-

lung psychischer Störungen) angeordnet. Der Vollzug der widerrufenen Freiheitsstrafe wird 

nicht zugunsten der ambulanten Massnahme aufgeschoben. 

7. a) Es wird festgestellt, dass der Angeklagte gegenüber den Geschädigten B._____ und 

C._____ aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schadenersatz-

pflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

werden die Geschädigten auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

- 4 - 

 b) Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten B._____ Fr. 4'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 16. Juni 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

 c) Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten C._____ Fr. 500.– als Genugtu-

ung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'330.50   Auslagen Untersuchung 

Fr. 16'140.00   Gutachten 

Fr.    unentgeltl. Geschädigtenvertr. Y._____ (ausstehend) 

Fr.    amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 

Fr.      

 

9. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Geschädigtenvertretung, werden dem Angeklagten im Umfang von zwei Dritteln auferlegt 

und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

10. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten B._____ für das gesamte  

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'370.90 zu bezahlen. 

11. … (Mitteilung) 

12. … (Rechtsmittel) 

 
 

Das Gericht beschliesst: 

1. Folgende mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 

2009 sowie 23. September 2010 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und 

der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen: 

− Notebook Marke HP Typ Pavilion dv9000 Seriennummer: ... 

− Mobiltelefon Nokia N95, IMEI ... 

2. … (Mitteilung) 

3. … (Rechtsmittel)." 

- 5 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. HD 89 S. 1 vom 14. Dezember 2011) 

1. Die erstinstanzlichen Schuldsprüche seien zu bestätigen. 
2. Der Widerruf der Vorstrafe vom 8. Februar 2006 sei zu bestäti-

gen. 
3. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten 

sowie einer Busse von Fr. 2'000.– zu bestrafen. 
4. Es sei der Vollzug der Freiheitsstrafe anzuordnen. 
5. Es sei eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB 

während des Vollzugs der Freiheitsstrafe anzuordnen. Eventuali-
ter sei die Weisung zu erteilen, die begonnene Therapie fortzu-
setzen. 

6. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse sei eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 20 Tagen anzusetzen. 

7. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-
erlegen. 

 
(Urk. HD 112 vom 31. August 2012) 

1. Die Vorstrafe vom 8. Februar 2006 im Rahmen von 8 Monaten 
Freiheitsstrafe sei zu widerrufen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten 
sowie einer Busse von Fr. 2'000.– zu bestrafen. 

3. Der Vollzug der ausgefällten Strafe sei anzuordnen. 

4. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse sei eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 20 Tagen anzusetzen. 

5. Die Kosten des Verfahrens, inklusive jener der Begutachtung, 
seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(mündlich) 

1. In Abänderung von Dispositiv Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils 
sei der Angeklagte vom Vorwurf der groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG freizusprechen.  

- 6 - 

2. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil im Schuld- und Straf-
punkt zu bestätigen. 

3. Auf den Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 
vom 8.2.2006 ausgefällten bedingten Gefängnisstrafe von 8 Mo-
naten sei zu verzichten. 

4. Eventualiter sei die zu widerrufende Freiheitsstrafe zugunsten der 
anzuordnenden ambulanten Massnahme aufzuschieben. 

5. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten, soweit sie dem Angeklagten 
aufzuerlegen sind, seien angemessen zu reduzieren, wogen die 
zweitinstanzlichen Gerichtskosten, inkl. derjenigen der amtlichen 
Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. 

 
(und Urk. HD 123 vom 25. Oktober 2012) 
 
1. Der Beschuldigte sei mit einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstra-

fe von 16 Monaten zu bestrafen unter Anrechnung der erstande-
nen UH von 154 Tagen. 

2. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse sei eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 20 Tagen anzusetzen.  

3. Die Probezeit sei auf 5 Jahre anzusetzen. 
4. Auf den Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 

vom 8.2.2006 ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe von 8 Mona-
ten sei zu verzichten. Stattdessen sei die mit Urteil des Bezirks-
gerichts Winterthur vom 8.2.2006 festgesetzte Probezeit von  
3 Jahren um 8 Monate zu verlängern. 

5. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten, soweit sie dem Angeklagten 
auferlegt werden, seien angemessen zu reduzieren, wogegen die 
zweitinstanzlichen Gerichtskosten inkl. die Kosten der amtlichen 
Verteidigung auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.  

Erwägungen: 

I. 
(Prozessgeschichte) 

1. Nach durchgeführter Hauptverhandlung verurteilte das Bezirksgericht  

Winterthur den Beschuldigten mit Urteil vom 20. Januar 2011 wegen Erpressung, 

Freiheitsberaubung, mehrfacher (teilweise versuchter) einfacher Körperver-

letzung, mehrfacher Drohung, mehrfacher (teilweiser versuchter) Nötigung, Haus-

- 7 - 

friedensbruchs, mehrfacher Pornografie, grober Verletzung der Verkehrsregeln, 

unbefugten Aufnehmens von Gesprächen, mehrfachen Tätlichkeiten, geringfügi-

ger Sachbeschädigung, geringfügigen betrügerischen Missbrauchs einer Daten-

verarbeitungsanlage und mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes. 

Von weiteren Vorwürfen sprach das Bezirksgericht Winterthur den Beschuldigten 

frei. Es bestrafte ihn mit 15 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit einer Busse von 

Fr. 2'000.--. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde unter Ansetzung einer Probe-

zeit von drei Jahren aufgeschoben, und es wurde eine ambulante Behandlung im 

Sinne von Art. 63 StGB angeordnet. Weiter erklärte die Vorinstanz eine früher 

ausgefällte bedingte Freiheitsstrafe für vollziehbar und hielt fest, dass der Vollzug 

nicht zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme aufgeschoben werde 

(Urk. HD 70 S. 51 ff.).  

2. Gegen das am 20. Januar 2011 mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 76ff.) 

meldete die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 21. Januar 2011 (Urk. HD 62) 

und der Beschuldigte mit Eingabe vom 31. Januar 2011 (Urk. HD 64) fristgerecht 

Berufung an. Am 5. bzw. 6. Juli 2011 stellte die Vorinstanz u.a. der Staatsanwalt-

schaft und dem Beschuldigten das begründete Urteil zu (Urk. HD 67) und übermit-

telte in der Folge die Anmeldung der Berufung zusammen mit den Akten dem 

Obergericht (Urk. HD 69).  

3.1 Unter dem 6. Juli 2011 reichte die Staatsanwaltschaft der erkennenden 

Kammer ihre Berufungserklärung - unter Beschränkung der Berufung auf die  

Bemessung der Strafe und die Frage der Gewährung des bedingten Strafvollzu-

ges - ein und stelle den Antrag, der Beschuldigte sei in Abänderung des erstin-

stanzlichen Entscheides mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu 

bestrafen (Urk. HD 71). Die Berufungserklärung des Beschuldigten datiert vom 

25. Juli 2011. Er beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der groben Verkehrs-

regelverletzung, den Verzicht auf den Widerruf seiner Vorstrafe und eventualiter 

den Aufschub der widerrufenen Freiheitsstrafe zugunsten der angeordneten  

ambulanten Massnahme (Urk. HD 73). Im Zusammenhang mit seinem Eventual-

antrag stellte der Beschuldigte sodann den Antrag, es sei bei Dr. med. D._____ in 

E._____ ein Bericht zum bisherigen Verlauf der auf freiwilliger Basis begonnenen 

- 8 - 

Psychotherapie und zur Frage, ob eine weiterführende Therapie ohne Strafvollzug 

oder während des Strafvollzuges angeordnet werden solle, einzuholen (Urk. HD 

73 S. 2). 

3.2 Mit Verfügung vom 5. August 2011 wurden die Berufungserklärungen den 

Parteien zugestellt und es wurde ihnen Frist angesetzt, um zu erklären, ob  

Anschlussberufung erhoben werde oder um begründet ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen (Prot. II S. 2; Urk. HD 75). Sodann verfügte der Vorsit-

zende am 5. September 2011 die (einstweilige) Abweisung des Beweisantrages 

des Beschuldigten (Prot. II S. 3; Urk. HD 81). In der Folge wurde weder  

Anschlussberufung erhoben noch ein Antrag auf Nichteintreten auf die Berufung 

gestellt.  

4. Die Berufungsverhandlung fand am 15. Dezember 2011 statt, in welcher 

sich die Frage stellte, ob aufgrund des bestehenden Gutachtens die Voraus-

setzungen für die von der Vorinstanz angeordnete ambulante Behandlung im Sin-

ne von Art. 63 StGB überhaupt gegeben sind. Da das Gutachten aus diversen 

Gründen als unklar und unvollständig erschien, befand die erkennende Kammer, 

dass ein neues psychiatrisches Gutachten über den Beschuldigten zu erstellen 

sei (Urk. HD 91 und Urk. HD 93). In der Folge fand eine Zweiteilung des Ver-

fahrens im Sinne von Art. 342 Abs. 1 StPO statt, wobei am 15. Dezember 2011 

über den Schuldpunkt und die Rechtskraft des vorinstanzlichen Urteils entschie-

den und zudem beschlossen wurde, dass ein neues psychiatrisches Gutachten 

über den Beschuldigten zu den Fragen einer psychischen Störung, einer vermin-

derten Schuldfähigkeit, der Rückfallgefahr und der Notwendigkeit einer Mass-

nahme zu erstellen sei (Urk. HD 90). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklär-

ten sich die Parteien damit einverstanden, dass die Fortsetzung der Berufungs-

verhandlung schriftlich erfolgen soll und erhoben auch keine Einwände gegen die 

vom Gericht vorgeschlagenen Gutachter (Prot. II S. 20 f.). Als Gutachter wurde 

schliesslich mit Beschluss vom 4. Januar 2012 Dr. med. F._____ ernannt und es 

wurde den Parteien Frist angesetzt, um sich zu den an den Gutachter gestellten 

Fragen zu äussern und dazu eigene Anträge zu stellen (Urk. HD 93). In der Folge 

liessen sich die Parteien nicht vernehmen oder verzichteten explizit auf Stellung-

- 9 - 

nahme (Urk. HD 96 und Urk. HD 97). Am 23. August 2012 ging das vom 20. Au-

gust 2012 datierte Gutachten bei der hiesigen Kammer ein (Urk. HD 109). Die 

entsprechenden Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung 

wurden eingeholt (Urk. HD 112 und Urk. HD 123). Das Verfahren erweist sich als 

spruchreif. 

II. 
(Schuldpunkt) 

1.  Das vorinstanzliche Urteil ist im Schuldpunkt nur hinsichtlich Anklagesach-

verhalt III. 27 (vorsätzliche grobe Verletzung der Verkehrsregeln) angefochten. Im 

Übrigen blieben die von der Vorinstanz gefällten Schuld- und Freisprüche unan-

gefochten. Die gemäss Art. 399 Abs. 4 mögliche Teilanfechtung ist demzufolge, 

was den Schuldpunkt betrifft, wirksam (vgl. dazu EUGSTER in BSK StPO, N 6 zu 

Art. 399 StPO). Dementsprechend ist vorab davon Vormerk zu nehmen, dass der 

Schuldpunkt (Dispositiv-Ziffer 1 und 2) mit Ausnahme des Schuldpunktes betref-

fend grobe Verletzung der Verkehrsregeln in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.1 Gemäss Ziffer III. 27 der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland vom 29. September 2010 sei der Beschuldigte an einem Sonntag Ende 

Juli/Anfang August 2008 als Beifahrer im von seiner damaligen Freundin G._____ 

gelenkten Personenwagen "Peugeot …" von E._____ nach H._____ gefahren. Im 

Gebiet von H._____ sei es zwischen dem Beschuldigten und G._____ zum Streit 

gekommen. G._____ sei auf einer geraden, nicht namentlich bekannten Über-

landstrasse mit Gegenverkehr bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 

km/h mit einer Geschwindigkeit von 70 bis 80 km/h gefahren. Der Beschuldigte 

habe mit seiner rechten Hand unvermittelt und heftig gegen das Gesicht respekti-

ve den Mund von G._____ geschlagen. Durch den schmerzhaften Schlag habe er 

die Lippe von G._____ verletzt, sie habe geblutet. Diese Verletzung habe der  

Beschuldigte durch den heftigen Schlag zumindest in Kauf genommen. G._____ 

sei ob des überraschenden Schlages erschrocken und habe unmittelbar danach 

weinen müssen. Es habe die nahe Gefahr bestanden, dass G._____ die Kontrolle 

über das von ihr gelenkte Fahrzeug hätte verlieren, auf die Gegenfahrbahn hätte 

- 10 - 

gelangen und mit Gegenverkehr hätte kollidieren oder aber von der Strasse hätte 

abkommen können. Es habe mithin eine akute Kollisionsgefahr mit grossem Risi-

ko für Personen und Sachen bestanden, welche Gefahr der Beschuldigte durch 

sein rücksichtloses Handeln zumindest in Kauf genommen habe.  

2.2 Der Anklagevorwurf beruht auf den Aussagen von G._____, der damaligen 

Freundin des Beschuldigten. Der Beschuldigte gestand zwar ein, zusammen mit 

G._____ an einem Sonntag Ende Juli/Anfang August 2008 im Auto zu seiner Mut-

ter nach H._____ gefahren zu sein und sich im Laufe dieser Fahrt mit seiner am 

Steuer sitzenden Freundin gestritten zu haben. Er stellt aber bis heute in Abrede, 

seine Freundin im Laufe der Fahrt geschlagen zu haben. In diesem Punkt lüge 

G._____ (vgl. Prot. I S. 40ff.).  

3.1  Ein Schuldspruch darf nach dem Grundsatz der Unschuldsvermutung  

(Art. 10 Abs. 2 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) nur dann  

erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit  

erwiesen ist, d.h. Beweise dafür vorliegen, dass der Beschuldigte mit seinem  

Verhalten objektiv und subjektiv den ihm zur Last gelegten Straftatbestand  

verwirklicht hat. Dabei kann nicht verlangt werden, dass die Tatschuld gleichsam 

mathematisch sicher und unter allen Aspekten unwiderlegbar feststehe (vgl. zum 

Ganzen: Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, S. 96 N 286 ff.). Es 

muss genügen, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten aus-

geschlossen werden können. Aufgabe des Richters ist es, seinem Gewissen  

verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses, zu prüfen, 

ob er von einem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche 

Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden vermag (ZR 72 Nr. 80; Guldener, 

Beweiswürdigung und Beweislast, S. 7; BGE 124 IV 88, 120 Ia 31 E. 2c). Bloss 

abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil  

solche immer möglich sind. Es genügt, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld 

ausgeschlossen werden können, hingegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser 

Wahrscheinlichkeit beruhen. Lässt sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewiss-

heit feststellen, was schon im Wesen menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, 

so hindert dies den Richter nicht, subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu 

- 11 - 

sein (vgl. WOHLERS, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung,  

Zürich 2010, N. 11 zu Art. 10). 

3.2 Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind  

diese frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den  

Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung 

überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen  

ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Es darf 

nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aus-

sagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der 

konkreten im Prozess relevanten Aussagen (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO; WOHLERS, 

StPO-Komm., a.a.O., N. 27 zu Art. 10). Diese sind einer kritischen Würdigung zu 

unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten Realitätskriterien 

grosses Gewicht zu legen ist (vgl. BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurtei-

lung von Zeugenaussagen, SJZ 18 [1985] S. 53 ff.; BENDER/NACK/TREUER,  

Tatsachenfeststellung vor Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Ver-

nehmungslehre, 3. Aufl., München 2007, N. 310 ff. und 350 ff.). 

4.1 G._____ meldete sich am 30. September 2008 bei der Polizei, um Anzeige 

gegen den Beschuldigten zu erstatteten (Urk. ND 2/1). Sie gab an, vom Beschul-

digten in der Zeit von August/Anfang September dreimal geschlagen worden zu 

sein. Einmal sei es beim Autofahren gewesen, dann habe er sie zu Hause her-

umgeschubst und das dritte Mal habe er sie im Schlafzimmer gewürgt, zuerst auf 

dem Bett und dann habe er sie am Hals der Wand entlang hochgehoben (Urk. ND 

2/5 S. 1f.). Seit dem letzten Vorfall fasse er sie nicht mehr an bzw. sei sie in den 

letzten drei Wochen nicht mehr geschlagen worden. Nur vorgestern, da habe er 

im Bett über ihre Mutter gesprochen, was sie nicht gewollt habe. Sie habe gesagt, 

er solle aufhören, sich immer einzumischen. Als er beim zweiten Mal nicht rea-

giert habe, habe sie mit der Hand gegen ihn geschlagen, worauf er den Oberkör-

per gehoben und sie kurz an den Hals gefasst habe (Urk. ND 2/5 S. 3). Sie habe 

nicht früher Anzeige erstattet, weil sie so im Stress gewesen sei. Sie habe sogar 

Ausschlag im Gesicht bekommen, was sie sonst nie habe. Sie arbeite sehr viel. 

Als sie sich gestritten hätten, habe sie der Beschuldigte im Nachhinein wieder be-

- 12 - 

ruhigt. Für sie sei damit alles wieder in Ordnung gewesen. Sie habe auf Besse-

rung gehofft. Als sie heute nach Hause gekommen sei, habe sie im Badezimmer 

einen fremden Lipgloss gesehen. Sie habe den Beschuldigten darauf angespro-

chen und er habe gesagt, dass eine Kollegin nur kurz zur Toilette habe gehen 

müssen und ihn dort vergessen habe. Das sei ihr komisch vorgekommen und sie 

habe es nicht gerne, dass fremde Frauen in ihrem Reich seien. Er habe von An-

fang an verboten, dass ihre Mutter in die Wohnung dürfe; andere Frauen lasse er 

aber hinein (Urk. ND 2/5 S. 1, 3). Zum im vorliegenden Zusammenhang interes-

sierenden Vorfall hielt sie sodann fest, dieser habe vor ca. 2 Monaten stattgefun-

den; er habe sie dann zum ersten Mal geschlagen. Sie hätten mit dem Auto die 

Mutter des Beschuldigten in H._____ besuchen wollen. Sie hätten sich gestritten 

und dann habe der Beschuldigte ihr eine Ohrfeige gegeben. Er habe mit der rech-

ten Hand geschlagen und ihr Gesicht bei der Lippe getroffen; es habe danach ge-

brannt. Ob sie sich gewehrt bzw. zurückgeschlagen habe, wisse sie nicht mehr. 

Sie habe zu weinen begonnen und habe während des Autofahrens fast nichts 

mehr gesehen. Der Beschuldigte habe noch gemeint, sie solle doch anhalten, 

nicht dass noch ein Unfall passiere (Urk. ND 2/5 S. 1).  

Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 20. Juli 2009 bestätigte sie zunächst 

ihre früheren Aussagen als richtig und gab an, ihren Wohnort inzwischen  

gewechselt zu haben. Sie habe am Tag nach der Anzeigeerstattung ihre Sachen 

abgeholt. Der Beschuldigte habe sie möglichst schnell aus der Wohnung, in  

welcher sie mit ihm zuvor ca. einen Monat zusammen gelebt habe, haben wollen, 

obwohl sie ihm ihren Mietanteil bereits bis Ende Monat bezahlt gehabt habe. Er 

habe sie nach der Anzeigeerstattung beschimpft, sie im Übrigen aber nicht be-

lästigt (Urk. ND 2/7 S. 1f.). Sodann gab sie Auskünfte über ihre Beziehung zum 

Beschuldigten und seine Eigenschaften, wobei sie ihn insbesondere als aggressiv 

und eifersüchtig beschrieb (Urk. ND 2/7 S. 3f.), und hielt zum vorliegend interes-

sierenden Vorfall Folgendes fest: Zum ersten Mal sei der Beschuldigte ihr gegen-

über handgreiflich geworden, nachdem sie bei ihm eingezogen sei. Es sei beim 

Autofahren gewesen, als sie seine Mutter hätten besuchen wollen (Urk. ND 2/7 

S. 4). Sie habe das Auto gelenkt, der Beschuldigte sei neben ihr gesessen. Sie 

hätten zuerst den Weg nicht gefunden. Er habe ihr die Schuld daran gegeben und 

- 13 - 

begonnen, sie zu kritisieren. Er habe mit der Hand gegen ihr Gesicht geschlagen. 

Sie sei am Fahren und geschockt gewesen. Sie habe Schmerzen im Gesicht  

gehabt und es habe gebrannt. Sie habe zu weinen begonnen. Der Beschuldigte 

habe dann noch zu ihr gesagt, sie solle auf die Seite fahren, sonst mache sie 

noch einen Unfall. Weiter geschlagen habe er sie nicht. Tätlich sei er geworden, 

weil er aggressiv geworden sei und sich nicht mehr unter Kontrolle gehabt habe. 

Er habe nicht gedroht, er sei aggressiv gewesen und habe laut geredet. Sie sei, 

so glaube sie, ca. 80 km/h gefahren; es sei ausserorts gewesen. Sie hätten 

schliesslich die Mutter des Beschuldigten besucht. Auf der Heimfahrt sei es nicht 

zu weiteren Streitigkeiten gekommen. Sie hätten eigentlich nicht mehr geredet 

(Urk. ND 2/7 S. 5f.). 

Am 21. September 2009 durch die Staatsanwaltschaft in Gegenwart des  

Beschuldigten und seines Verteidigers als Zeugin einvernommen, bestätigte sie 

ihre früheren Aussagen. Sie habe, so glaube sie, von ca. Mitte August bis  

Mitte/Ende September 2008 mit dem Beschuldigten zusammen gewohnt, nach-

dem sie zuvor ca. drei Monate zusammen gewesen seien. Am Anfang sei der  

Beschuldigte ganz lieb, offen und lustig gewesen. In der Zeit, als sie zusammen-

gelebt hätten, seien dann Streitigkeiten und Aggressivität dazu gekommen. Sie 

habe nicht verstanden, woran das gelegen habe. Es sei ca. vier Mal zu Über-

griffen gekommen. Der erste Mal sei, so glaube sie, im Auto gewesen, dann noch 

auf dem Bett mit dem Kissen, dann sei sie an die Wand "getäscht" worden und es 

sei, so glaube sie, noch etwas auf dem Sofa gewesen. Was den ersten Vorfall  

betreffe, so seien sie auf der Fahrt zu seiner Mutter gewesen. Wann das gewesen 

sei, wisse sie nicht. Wahrscheinlich sei es an einem Sonntag gewesen, weil sie 

an den Samstagen meist gearbeitet habe. Sie habe damals bereits mit dem  

Beschuldigten zusammen gelebt. Weiter denke sie, dass es (nicht im Juli  

sondern) im August gewesen sei, weil sie damals ein Auto, einen Peugeot …, ge-

habt habe. Sie seien von E._____ nach H._____ gefahren. Sie sei  

gefahren. Plötzlich hätten sie gesehen, dass der Weg nicht stimmen könne. Sie 

hätten kein Navigationssystem gehabt. Der Beschuldigte sei sauer geworden, weil 

sie falsch gefahren sei, falsch geschaltet habe oder sie wisse nicht mehr was. Er 

sei vielfach aggressiv geworden; er habe ihr viel zeigen wollen, wie man richtig 

- 14 - 

fahre, obschon sie die Autoprüfung erst im Juli 2008 gemacht gehabt habe. Es  

sei ja normal, dass man noch nicht perfekt fahre. Er habe sie immer wieder  

"zusammengeschissen", weshalb sie es nicht so mache und so und so. Sie hätten 

wegen des Weges gestritten. Er habe - so glaube sie - gesagt, sie solle dort und 

dort durchfahren. Dann sei das falsch gewesen. Er sei aggressiv geworden.  

Niemand habe gewusst, wo durch fahren. Plötzlich habe er sie mit der Hand  

gegen Mund und Backe geschlagen. Er habe einmal geschlagen, sie glaube mit 

der rechten Hand. Sie seien zu jenem Zeitpunkt in der 80er-Zone gewesen. Es sei 

in der Gegend von H._____ gewesen, aber wo genau, wisse sie nicht mehr. Sie 

seien zwischen 70 und 80 km/h gefahren. Auf die Frage, wie kräftig der Schlag 

gewesen sei, erwidert sie sodann, es habe recht gebrannt. Sie glaube, dass sie 

mit dem Zahn die Lippe verletzt habe. Es habe leicht geblutet. Es habe nur kurz 

geblutet. Sie habe nachher weiter gesprochen, da habe es geblutet. Ob des 

Schlages sei sie erschrocken. Ihr seien gerade die Tränen in die Augen  

geschossen. Er habe das gemerkt und gesagt, sie solle anhalten, sonst mache 

sie einen Unfall. Mit einem Schlag ins Gesicht habe sie nicht gerechnet. Der Streit 

vorher sei nicht so heftig gewesen. Darauf angesprochen, ob sie durch den 

Schlag in der sicheren Bedienung des Autos eingeschränkt gewesen sei, gab sie 

an, nicht so sehr. Sie habe schon ein bisschen mit den Händen gezuckt, aber sie 

habe sich auf die Strasse konzentrieren müssen. Es habe zu jener Zeit Gegen-

verkehr gehabt (Urk. HD 21/8 S. 1 ff). Weiter wurde G._____ danach gefragt, ob 

die Strecke kurvig oder gerade und übersichtlich gewesen sei, worauf sie angab, 

die Strecke sei gerade gewesen, um dann mit der Bemerkung "wissen sie was?", 

zu ihren weiteren Aussagen überzuleiten. Sie habe in jener Zeit noch nicht zu-

sammen mit dem Beschuldigten gewohnt. Sie habe die Wohnung gekündigt ge-

habt. Aber sie habe erst vorgehabt, einzuziehen. Sie habe warten müssen, dass 

sie einen Nachmieter habe. Beim Streit habe er immer gesagt, sie müsste gar 

nicht bei ihm wohnen kommen. Es sei kurz vor dem Einzug bei ihm gewesen. Es 

sei schwierig, weil es schon lang her sei. Sie erinnere sich an den Ausspruch "Du 

muesch gar nüme cho zu mir go wohne". Sie habe gedacht, was sie jetzt bloss 

machen sollte; sie habe die Wohnung gekündigt gehabt. Schliesslich gab sie auf 

entsprechende Frage an, sie denke schon, dass die Gefahr eines Unfalls bestan-

- 15 - 

den habe. Es sei so, sie habe den Schmerz gehabt, aber es sei wichtig gewesen, 

dass sie weiterfahren könne und niemanden verletze. Sie habe verschiedene Ge-

danken gehabt. Sie habe sich auf die Strasse konzentrieren müssen (Urk. HD 

21/8 S. 5ff.). 

4.2 Der Beschuldigte bestätigte am 30. September 2008 erstmals durch die  

Polizei befragt, auf den allgemeinen Vorhalt, seine Freundin habe angegeben, 

dass sie seit Mitte August von ihm tätlich angegangen worden sei, zunächst, dass 

es zutreffe, dass er gegen G._____ tätlich geworden sei. Die Tätlichkeiten seien 

jedoch von ihr ausgegangen (Urk. ND 2/6 S. 1). Erstmals sei es im August zu Tät-

lichkeiten gekommen, er denke, es sei Mitte August gewesen (Urk. ND 2/6 S. 1). 

In der Folge schilderte er zwei Vorfälle, wobei gemäss seiner Schilderung zu-

sammengefasst die Aggression jeweils von G._____ ausgegangen war. Eine 

Auseinandersetzung bei einer Autofahrt erwähnte er nicht und bestätigte auf ent-

sprechende Frage, dass es sich bei den geschilderten Vorfällen seines Wissen 

um die beiden einzigen gehandelt habe (Urk. ND 2/6 S. 2f.). Damit konfrontiert, 

dass G._____ angegeben habe, dass der Beschuldigte ihr nach einem verbalen 

Streit eine Ohrfeige gegeben habe, als sie vor ca. zwei Monaten mit dem Auto 

seine Mutter in H._____ hätten besuchen wollen, gab er sodann zu Protokoll, 

dass sie in H._____ gewesen seien. G._____ habe ihn beschimpft, da er ihrer 

Ansicht nach falsch gefahren sei. Dabei habe er ihr mit seiner rechten Hand an 

den Kiefer gefasst und ihren Kopf gegen sich gedreht, um ihr zu sagen, dass der 

Umweg wegen einer Umleitung zustandegekommen sei. Er habe ihren Kopf zu 

sich gedreht, um sicher zu gehen, dass sie ihm zuhören würde. Geschlagen habe 

er sie nicht (Urk. ND 2/6 S. 3). Auch den Vorfall, bei welchem er G._____ nach 

deren Aussagen gewürgt hatte, stellte er in Abrede (Urk. ND 2/6 S. 3).  

Im Rahmen der polizeilichen Befragung vom 5. August 2009 wurde der Beschul-

digte erneut mit den Aussagen von G._____ konfrontiert, wonach es zwischen 

ihnen zu Streitigkeiten gekommen sei, in deren Verlauf, der Beschuldigte sie ge-

schlagen habe, wobei Auslöser jeweils seine Eifersucht oder die Tatsache gewe-

sen sei, dass es in alltäglichen Situationen nicht so gelaufen sei, wie er es sich 

vorgestellt habe. Der Beschuldigte verwies darauf zunächst auf einen Brief, in 

- 16 - 

welchem er geschrieben habe, dass er sich nicht mehr erinnern könne. Auf wie-

derholte Frage blieb er dabei, sich nicht genug daran erinnern zu können; dann-

zumal sei er nicht eifersüchtig gewesen. Die Gründe für die Auseinander-

setzungen seien schwierig zu definieren. Was er sagen könne sei, dass G._____ 

ihn, genauer sein E-Mail und sein Handy, kontrolliert habe. Konkret mit den Aus-

sagen von G._____ zu den Geschehnissen anlässlich der Autofahrt nach 

H._____ konfrontiert, gab der Beschuldigte zu Protokoll, er bleibe bei dem, was er 

damals bei der Stadtpolizei gesagt habe. Auf die Frage, was das für eine Aussage 

gewesen sei, erklärte er in der Folge, das wisse er nicht. Weiter befragt gab er an, 

er könne sich an die Fahrt nach H._____ erinnern. Er könne sich daran erinnern, 

dass sie gestritten hätten. Ansonsten bleibe er bei dem, was er gesagt habe. Auf 

Vorhalt der Aussage von G._____, er, der Beschuldigte, habe laut geredet und 

sich aggressiv verhalten, bemerkte der Beschuldigte, sie seien beide laut gewe-

sen. Es sei um den Weg gegangen. Sie habe einen anderen Weg fahren wollen 

und er habe einen anderen Weg nehmen wollen. Seiner Meinung nach, sei er 

nicht aggressiv gewesen. Er habe laut geredet, aber er sei nicht aggressiv gewe-

sen. Auf die Frage, was nun mit dem Schlag gewesen sei, hielt der Beschuldigte 

fest, das habe er bereits vorher gesagt; er bleibe bei dem, was er vorher gesagt 

habe. Was er der Stadtpolizei gesagt habe, wisse er nicht mehr so genau. Er wol-

le nicht so genaue Angaben machen, weil er nicht mehr so genau wisse, wie es 

gewesen sei und weil er bei den Aussagen bleibe, die er bei der Stadtpolizei Win-

terthur gemacht habe (Urk. HD 19/6 S. 1ff.). 

Im Rahmen seiner Stellungnahme zu den Aussagen von G._____ anlässlich ihrer 

Einvernahme als Zeugin führte der Beschuldigte unter anderem aus, das mit dem 

Auto sei so gewesen: Sie seien bei einem Stopp gewesen, bevor sie auf eine 

Hauptstrasse gekommen seien. Sie hätten gestritten. Er wisse nicht mehr, aber 

irgendwann habe sie ihn angeschrien, er wisse nicht mehr, warum. Er habe sie 

auch angeschrien. Er habe sie kurz am Kinn angefasst. Sie seien am Stopp ge-

standen und hätten über den Weg diskutiert. Nachher seien sie rechts in die 

Hauptstrasse abgebogen. Es habe Umleitungen gegeben. Sie habe zu weinen 

begonnen. Er habe ihr gesagt, sie solle anhalten, weil sie geweint habe (Urk. HD 

21/9 S. 2).  

- 17 - 

Anlässlich der Schlusseinvernahme verwies er auf seine bisherigen Aussagen. Im 

Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte er sodann, dass er 

seine Mutter zusammen mit G._____ an einem Sonntag im Juli/August 2008 in 

H._____ besucht habe. G._____ sei gefahren. Sie hätten sich gestritten bzw. über 

den Weg diskutiert. Sie hätten an einem Ort angehalten, wo es ein Restaurant 

gehabt habe. Es habe abgelegen gelegen. Sie hätten dort die Karte studiert. Nicht 

richtig sei, dass er G._____ geschlagen habe. Als sie rechts bei diesem Restau-

rant angehalten habe, habe ihn G._____ angeschrien und beschimpft. Da habe er 

sie am Kinn gepackt und ihr gesagt, sie solle ihn nicht anschreien oder beschimp-

fen. Das habe er gemacht. Während der Fahrt habe er sie nie geschlagen. Das 

wäre für entgegenkommende Fahrzeuge auch sehr gefährlich gewesen (Prot. I S. 

40ff.). 

5.1 Dass der Beschuldigte aufgrund seiner Stellung im Strafverfahren grund-

sätzlich durchaus ein legitimes Interesse daran hat, den Sachverhalt in einem für 

ihn günstigen Licht darzustellen, versteht sich von selbst. G._____  

sagte zwar unter der strengen Strafdrohung von Art. 307 StGB als Zeugin aus 

und verzichtete darauf, gegen den Beschuldigten Strafantrag zu stellen. Dennoch 

handelt es sich bei ihr nicht um eine unbeteiligte Tatzeugin. Auch ihren Aussagen 

ist daher grundsätzlich mit besonderer Vorsicht zu begegnen. Entscheidend für 

den Ausgang dieses Verfahrens sind aber nicht allgemeine Überlegungen zur 

Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und von G._____, sondern der  

materielle Inhalt ihrer Aussagen. 

5.2 Ohne sämtliche Überlegungen der Vorinstanz wiederholen zu wollen oder zu 

müssen (Urk. HD 70 S. 31; Art. 82 Abs. 4 StPO), ist festzuhalten, dass das  

Aussageverhalten des Beschuldigten in der Tat höchst problematisch ist. Seine 

Aussagen sind bruchstückhaft und weder konstant noch inhaltlich stimmig. Wie 

sich aus der vorstehenden Wiedergabe seiner Aussagen ergibt, schilderte er den 

Ablauf der Geschehnisse stets anders. So gab er zunächst an, dass sie bei einem 

Stopp gestanden seien, als es zum Streit gekommen sei, behauptete dann aber in 

der folgenden Einvernahme, sie hätten bei einem Restaurant angehalten, um eine 

Karte zu studieren und da sei es zum Streit gekommen. Die Aggressionen, die zu 

- 18 - 

einem Streit führten, sollen dabei gemäss Aussagen des Beschuldigten jeweils 

klar von G._____ ausgegangen sein, was den Eindruck entstehen lässt, dass er 

G._____ in einem möglichst schlechten Licht darstellen will. Die Ungereimtheiten 

in der Darstellung des Beschuldigten lassen es jedenfalls nicht zu, dies entgegen 

den Ausführungen der Verteidigung (Prot. II S. 13), diese ohne Skepsis für die 

Entscheidung zu übernehmen. Die Aussagen von G._____ demgegenüber sind 

mit der Vorinstanz und entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Prot. II S. 

12) im Kerngeschehen als konstant und in sich logisch zu bewerten. Die von der 

Verteidigung vorgebrachten Einwände (Prot. II S. 13) betreffen nicht den Kern-

gehalt, weshalb sie vorliegend nichts daran ändern, dass die Ausführungen von 

G._____ authentisch wirken und zahlreiche Realitätsmerkmale aufweisen. Es fällt 

auch auf, dass sie den Beschuldigten nie übermässig belastete. So erklärte sie, 

nachdem sie begonnen habe zu weinen, habe der Beschuldigte ihr gesagt, sie 

solle auf die Seite fahren, sonst mache sie noch einen Unfall. Sie betonte auch, 

dass er ihr nicht gedroht habe. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der ein-

geklagte Sachverhalt aufgrund der glaubhaften Darstellung von G._____ erstellt 

ist.  

6. Die rechtliche Würdigung des erstellten Sachverhaltes durch Staatsanwalt-

schaft und Vorinstanz als grobe Verletzung der Verkehrsregeln ist zutreffend  

(Urk. HD 70 S. 31f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Verteidigung hat die rechtliche 

Würdigung im Berufungsverfahren grundsätzlich auch nicht in Frage gestellt. Sie 

hat bezüglich grober Verletzung von Verkehrsregeln lediglich ausgeführt, G._____ 

habe nicht selber ausgesagt, dass der Beschuldigte ihr in dem  

Moment eine Ohrfeige gegeben habe, als sie mit einer Geschwindigkeit von  

70 oder 80 km/h gefahren sei (Prot. II S. 13 f.). Diesbezüglich ist auf die Antwort 

von G._____ in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme hinzuweisen, in wel-

cher sie klar aussagte, sie sei zwischen 70 und 80 km/h gefahren, als der Be-

schuldigte sie geschlagen habe (vgl. Urk. HD 21/8 S. 4). Es besteht kein  

Anlass an dieser Aussage zu zweifeln, ansonsten auch ihre Aussage keinen Sinn 

machen würde, wonach der Beschuldigte ihr gesagt haben soll, sie solle auf die 

Seite fahren, sonst mache sie noch einen Unfall. Demnach ist davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte der Lenkerin G._____, die mit einer Geschwindigkeit von 

- 19 - 

70 bis 80 km/h fuhr, ins Gesicht geschlagen hat und somit eine ernstliche Gefahr 

für die Sicherheit anderer in Kauf genommen hat. 

7. Zusammenfassend ist der Beschuldigte anklagegemäss der groben Ver-

letzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit 

Art. 26 Abs. 1 SVG und Art. 31 Abs. 3 SVG schuldig zu sprechen.  

III. 
(Sanktion) 

1. Bei der Strafzumessung ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte  

mehrfach handelte und verschiedene Delikte begangen hat, mithin echte Konkur-

renz zwischen den Delikten vorliegt.  

 

Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist nach der Recht-

sprechung vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und 

alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens 

festzusetzen. Gemäss aktueller bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die 

schwerste Tat vorerst eine Einsatzstrafe festzulegen und in der Folge wegen den 

andern zu beurteilenden Taten durch Asperation zur Strafe für die Tatkomponen-

ten zu gelangen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_390/2009 vom 14. Januar 2010 

E. 2.3.2. und 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1.). Der Richter hat mithin in 

einem ersten Schritt, unter Einbezug aller straferhöhenden und strafmindernden 

Umstände, gedanklich die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt festzulegen. In 

einem zweiten Schritt hat er diese Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen 

Straftaten zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen 

Umständen Rechnung zu tragen hat (Urteile des Bundesgerichtes 6B_323/2010 

vom 23. Juni 2010; 6B_579/2008 vom 27.12.2008 E. 4.2.2, 6B_297/ 2009 vom 

14. August 2009 E. 3.3.1 und 6B_865/2009 vom 25.3.2010 E. 1.2.2, mit Hinweis 

auf Jürg-Beat Ackermann, BSK Strafrecht I, 2. Aufl. 2007, Art. 49 N 46 f.; vgl. 

auch BGE 127 IV 101 E. 2b; BGE 116 IV 300 E. 2b/aa zu Art. 68 Ziff. 1 aStGB).  

 

Das Asperationsprinzip kommt nur bei mehreren gleichartigen Strafarten zum 

- 20 - 

Zug. Muss das Gericht einerseits für ein Vergehen eine Freiheits- oder Geldstrafe, 

andererseits für eine Übertretung eine Busse aussprechen, ist Art. 49 Abs. 1 

StGB nicht anwendbar. Übertretungen sind somit stets mit Busse zu ahnden, 

selbst wenn gleichzeitig eine Verurteilung wegen eines Vergehens oder eines 

Verbrechens erfolgt (Urteile des Bundesgerichts 6B_65/2009 vom 13.07.2009  

E. 1.2 und 6B_890/2008 vom 6.4.2009 E. 7.1).  

  

Bei Konkurrenz von Strafänderungsgründen sind alle zu berücksichtigen. Mehrere 

Strafschärfungsgründe führen zu qualifizierter Erhöhung der Strafe innerhalb des 

massgebenden Strafrahmens. Treffen Strafschärfungs- und -milderungsgründe 

zusammen, kompensieren sie sich mindestens teilweise (Stefan Trechsel, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 

2013, N 28 zu Art. 47 StGB und N 4 vor Art. 48 StGB).  

 

2.1 Das Gesetz sieht sowohl für die Erpressung im Sinne vom Art. 156 Ziff. 1 

StGB (Anklageziffer 17) wie für die Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 10) eine Bestrafung mit Freiheitsstrafe von bis 

zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Die meisten weiteren Delikte (Vergehen), für 

welche der Beschuldigte zu bestrafen ist, sind mit drei Jahren Freiheitsstrafe oder 

Geldstrafe bedroht (Art. 123, 180, 181, 186, 197 Ziff. 3 StGB sowie Art. 90 Ziff. 2 

SVG). Lediglich bezüglich des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen sieht 

das Gesetz bloss Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor (Art. 179ter 

Abs. 1 StGB). Für die Übertretungen ist - wie erwähnt - eine separate Busse aus-

zufällen. 

2.2 Bei der Strafzumessung ist vom Strafrahmen für die gemessen an der  

abstrakten Strafandrohung schwerste Straftat auszugehen, vorliegend also von 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Da eine Überschreitung des  

ordentlichen oberen Strafrahmens nicht zur Diskussion steht, erübrigt sich ein 

Eingehen auf den theoretisch möglichen, geschärften Strafrahmen nach Art. 49 

Abs. 1 StGB (BGE 136 IV 55 E. 58).  

- 21 - 

3.1 Innerhalb des massgebenden Strafrahmens ist die Strafe nach dem Ver-

schulden des Täters zu bemessen, wobei das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berück-

sichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). 

3.2 Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung 

des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach 

den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Ver-

letzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Was im Einzelnen über das Mass 

des Verschuldens entscheidet, welche Momente in diesem Zusammenhang  

stehen und wie diese zu berücksichtigen sind, lässt sich kaum in allgemeiner 

Weise umschreiben. Fest steht, dass sich der Begriff des Verschuldens auf den 

gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen muss und 

dass bei der Tatkomponente insbesondere das Ausmass des verschuldeten  

Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung des Erfolges, die Willensrichtung, 

mit der der Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Schuldigen zu berück-

sichtigen sind. Das Mass des Verschuldens variiert mit anderen Worten u.a. mit 

der Schwere des deliktischen Erfolges, den unterschiedlich gravierenden Modali-

täten der Tatbegehung, dem Grad der Verwerflichkeit des Motivs und dem Mass 

an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden muss.  

Verschuldensmindernd wirkt sich dabei nach ausdrücklicher gesetzlicher Anord-

nung eine verminderte Schuldfähigkeit (Art. 19 Abs. 2 StGB) aus. Ausserdem 

wirkt sich verschuldensmindernd aus, wenn ein Täter aus achtenswerten Beweg-

gründen, in schwerer Bedrängnis, unter dem Eindruck einer schweren Drohung 

oder auf Veranlassung einer Person, der er Gehorsam schuldet oder von der er 

abhängig ist, gehandelt hat bzw. wenn der Täter durch das Verhalten der verletz-

ten Person ernsthaft in Versuchung geführt worden ist oder in einer heftigen  

Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Belastung gehandelt hat. Eben-

falls wirkt sich verschuldensmindernd aus, wenn der Täter aufrichtige Reue  

betätigt oder das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit 

deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat 

- 22 - 

(Art. 48 StGB). Ein reduziertes Verschulden trifft auch denjenigen, dem lediglich 

eventualvorsätzliches Handeln angelastet werden kann oder denjenigen, der die 

Tat durch Unterlassung begangen hat (Art. 11 Abs. 4 StGB). Verschuldensrelati-

vierend wirken sich schliesslich Notwehr (Art. 16 Abs. 1 StGB), Notstand (Art. 18 

Abs. 1 StGB), der Rechtsirrtum (Art. 21 StGB), die tätige Reue (Art. 23 Abs. 4 

StGB), der Rücktritt (Art. 23 Abs. 1 StGB) und die Gehilfenschaft (Art. 25 StGB) 

aus (vgl. zum Ganzen BGE 136 IV 55 Erw. 5.5 und 5.6).  

Bei der Gewichtung der einzelnen zu beachtenden Komponenten innerhalb des 

Strafrahmens steht dem Richter ein erheblicher Ermessensspielraum zu (Trech-

sel, Praxiskommentar, a.a.O., N 35 zu Art. 47 StGB; BGE 129 IV 21). Dabei ist er 

nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie er die einzelnen Straf-

zumessungsfaktoren berücksichtigt. Er hat aber das Gesamtverschulden zu  

qualifizieren und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdrücklich zu benennen, 

wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist.  

Sodann ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens die (hypotheti-

sche) Strafe zu bestimmen, die dem Verschulden entspricht. 

3.3 Die so ermittelte Tatschuld ist dann gegebenenfalls aufgrund wesentlicher 

verschuldensunabhängiger Täterkomponenten zu erhöhen oder herabzusetzen. 

Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, die 

Strafempfindlichkeit sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren. 

Strafreduzierend können sich unter letzterem Titel zum Beispiel ein Geständnis, 

das kooperative Verhalten bei der Aufklärung von Straftaten sowie Reue und  

Einsicht auswirken, straferhöhend sind hingegen beispielsweise das Begehen 

mehrerer Delikte (Art. 49 Abs. 1 StGB), Vorstrafen sowie die Delinquenz während 

laufendem Strafverfahren zu berücksichtigen. Als verschuldensunabhängige Tat-

komponente ist sodann beispielsweise die lange Dauer des Verfahrens und die 

Verletzung des Beschleunigungsgebotes (vgl. BGE 130 IV 55) sowie ein allfälliger 

vollendeter Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB strafmindernd zu berück-

sichtigen. 

4.1 Verschuldensmässig steht im konkreten Fall der Vorwurf der Freiheits-

beraubung gemäss Anklageziffer 10 im Vordergrund.    

- 23 - 

 

4.2 Vorerst ist die objektive Tatschwere als Ausgangskriterium für die Verschul-

densbewertung festzulegen und zu bemessen. Es gilt zu prüfen, wie stark das 

strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Darunter 

fallen etwa das Ausmass des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, Sach-

schaden etc.) sowie die Art und Weise des Vorgehens. Von Bedeutung ist auch 

die kriminelle Energie, wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart wird. 

Auch die Grösse des Tatbeitrages (bei mehreren Tätern) und die hierarchische 

Stellung sind von Bedeutung (vgl. Hans Wiprächtiger in BSK StGB I, a.a.O., 

N 69 ff. zu Art. 47 StGB; Stefan Trechsel, Praxiskommentar, a.a.O., N 18 ff. zu 

Art. 47 StGB; Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetz-

buch, 18.A., Zürich 2010, N 8 zu Art. 47 StGB samt Zitaten).   

 

In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Freiheitsberaubung  

(Anklageziffer 10) nicht völlig losgelöst vom ganzen inkriminierten Vorfall gesehen 

werden kann. Die Vorinstanz hat richtig gesehen (Urk. HD 70 S. 43 unter  

Ziffer 2.3.), dass die Freiheitsberaubung an sich nur kurze Zeit gedauert hat. Der 

genaue Zeitrahmen konnte nicht geklärt und dementsprechend die Anklage nicht 

näher präzisiert werden. Jedenfalls fand während der Freiheitsberaubung auch 

noch die versuchte Körperverletzung zum Nachteil der Geschädigten C._____ 

und die Nötigung statt (Anklageziffern 11. und 12.). Aufgrund des einheitlichen 

Tatgeschehens - Ziel des Beschuldigten war letztlich die Kontrolle des  

Mobiltelefons der Geschädigten C._____ - rechtfertigt es sich, für diese drei Delik-

te zusammen eine Einsatzstrafe zu bestimmen. Auch wenn die Freiheitsberau-

bung nicht sehr lange dauerte, erzwang der Beschuldigte das Verbleiben der Ge-

schädigten C._____, obwohl diese mündlich und durch konkludentes Handeln 

(Drücken der Türklinge) zu erkennen gab, dass sie die Wohnung verlassen wollte. 

Der Beschuldigte verlangte wiederholt und mit Nachdruck die Herausgabe der 

SIM-Karte durch die Geschädigte C._____. Nachdem sich die Geschädigte die-

sem Ansinnen widersetzte, wurde der Beschuldigte handgreiflich und schlug sie 

gegen die Wand. Als er sein Ziel nicht erreichte, würgte der Beschuldigte die Ge-

schädigte während ca. 10 Sekunden. Gemäss erstelltem Sachverhalt befand sich 

- 24 - 

die Geschädigte dabei in potentieller Lebensgefahr.   

 

Dieses massive Vorgehen des Beschuldigten gegen die Geschädigte C._____ in 

der abgeschlossenen Wohnung wiegt letztlich nicht unerheblich. Dass es bei der 

Körperverletzung lediglich bei einem Versuch geblieben ist, ist wohl mehr dem 

Zufall zu verdanken als dem Verhalten des Beschuldigten. Jedenfalls führt das 

nur in einem geringen Umfang zu einer Relativierung des Verschuldens. In objek-

tiver Hinsicht ist für diese zusammenhängende Tathandlung (Einschliessen, Wür-

gen und Nötigen) von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen. 

4.3 In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des (subjektiven) Verschuldens 

vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tat-

schwere tatsächlich anzurechnen ist. Dazu gehören etwa die Frage der Zurech-

nungs- beziehungsweise Schuldfähigkeit (wer in seiner Einsichts- und/oder Hand-

lungsfähigkeit beeinträchtigt ist, den trifft letztlich ein geringerer subjektiver Tat-

vorwurf; sein Verschulden ist minder, was zu einer tieferen Strafe führen muss) 

sowie das Motiv. Ferner sind die weiteren subjektiven Verschuldenskomponenten 

(zum Beispiel einige der in Art. 48 StGB aufgeführten Gründe) zu berücksichtigen. 

War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzu-

sehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gericht die Strafe 

(Art. 19 Abs. 2 StGB).  

Ging das Gutachten vom 21. November 2009 noch davon aus, dass beim  

Beschuldigten eine in knapp leichtem Grade Verminderung der Fähigkeit zum 

Handeln gemäss dieser Einsicht bestand (Urk HD 24/7 S. 94 oben), so hält das 

neue Gutachten fest, dass beim Beschuldigten zwar narzisstische Persönlich-

keitszüge vorliegen, diese aber die Diagnoseschwelle für eine Persönlichkeits-

störung nicht erreicht haben. Nachdem der Beschuldigte, wie das Gutachten fest-

gestellt hat, bei der Begehung der Delikte weder in der Einsichts- noch in der 

Steuerungsfähigkeit in forensisch relevanter Weise beeinträchtigt gewesen ist 

(vgl. Urk. HD 109 S. 73), kommt vorliegend auch keine Verminderung der Schuld-

fähigkeit, die das objektive Verschulden relativieren würde, in Betracht.   

- 25 - 

Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass das Motiv des Beschuldigten in 

seiner ungebändigten Eifersucht zu suchen ist (Urk. HD 70 S. 44). Sein Tatmotiv 

war mithin rein selbstsüchtiger Art.   

 

In subjektiver Hinsicht ist weiter festzuhalten, dass das Verschulden eines Täters, 

der eine Tat vorsätzlich begeht, wesentlich schwerer zu werten ist, als das Ver-

schulden eines Täters, der "bloss" fahrlässig oder mit Eventualvorsatz handelt. 

Dies ist beim Verschulden zu berücksichtigen, wiegt dieses doch dann geringer 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6P.119/2003/6S.333/2003 vom 20. Januar 2004, 

Erw. II. 7.5. und Hans Wiprächtiger in BSK StGB I, N 89 zu Art. 47 StGB). Die 

Freiheitsberaubung und die Nötigung hat der Beschuldigte mit direktem Vorsatz 

durchgeführt. Lediglich bezüglich der versuchten Körperverletzung kann dem  

Beschuldigten eventualvorsätzliche Tatbegehung zugebilligt werden.  

 

Insgesamt wird die objektive Tatschwere durch die subjektiven Komponenten in 

sehr leichtem Masse relativiert. Das Verschulden wiegt somit nicht mehr leicht, 

liegt aber noch nicht im mittleren Bereich. In diesem Zusammenhang ist zu  

erwähnen, dass die schweizerische Praxis bei nicht besonders schweren Ver-

schulden in aller Regel die Strafen im unteren bis mittleren Teil des vorgegebenen 

Strafrahmens ansiedelt. Strafen im oberen Bereich, insbesondere Höchststrafen, 

sind bloss ausnahmsweise und bei sehr schwerem Verschulden des Täters aus-

zusprechen (Wiprächtiger in BSK StGB I, N 15 zu Art. 47 StGB). 

Hierauf ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens die (hypotheti-

sche) Strafe zu bestimmen, die diesem Verschulden entspricht. Die Einsatzstrafe 

für die Freiheitsberaubung (Anklageziffer 10.), die versuchte Körperverletzung 

(Anklageziffer 11.) und die Nötigung (Anklageziffer 12.) ist mithin auf 12 Monate 

festzusetzen.  

4.4 Die Einsatzstrafe ist folglich unter Einbezug der anderen Straftaten in  

Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. 

4.4.1. Zweit schwerstes Delikt ist die Erpressung (Anklageziffer 17): Objektiv 

ist der Deliktsbetrag mit CHF 250.-- noch gering. Bei reinen Vermögensdelikten 

- 26 - 

läge noch die Privilegierung von Art. 172ter StGB vor. Bei Vermögensdelikten ist 

der Deliktsbetrag (neben anderen) ein Faktor, der die Höhe der Strafe mitbe-

stimmt (Urteil des Bundesgerichtes 6S.263/2002 vom 27. Oktober 2003 E. 6.2.3.; 

BGE 118 IV 18; Trechsel, Praxiskommentar, a.a.O., N 18 zu Art. 47 StGB). Von 

diesem Blickwinkel her läge die Erpressung in objektiver Hinsicht sicher am  

unteren Rand des Strafrahmens. Anders sieht es von der Bedrohungslage her 

aus. Der Beschuldigte bedrohte sein Opfer damit, er werde "ihr Leben kaputt" 

machen und dafür besorgt sein, dass sie ihre Lehrstelle verliere. Zudem waren 

diese Drohungen eingebettet in weitere psychische und physische Übergriffe auf 

das Opfer. Objektiv wiegt das Delikt deshalb nicht mehr ganz leicht. Subjektiv war 

auch dieses Delikt getragen von seiner Eifersucht. Der Beschuldigte wollte sich 

nicht im herkömmlichen Sinn bereichern, sondern seine Aufwendungen für  

Geschenke zurückerhalten; was zwar auch eine unrechtmässige Besserstellung 

beinhaltet, aber nicht auf eine eigentliche Gewinnsucht schliessen lässt. Das  

würde allein betrachtet wohl zu einer Strafe von 3-4 Monaten führen.  

4.4.2  Bezüglich der einfachen Körperverletzung (Anklageziffer 3) ist in objek-

tiver Hinsicht zu berücksichtigen, dass es sich um einen rabiaten Angriff auf die 

Geschädigte B._____ handelte, mit starkem Würgen und Herumwerfen, woraus 

doch einige Verletzungen resultierten. In subjektiver Hinsicht ist hier, wie auch im 

Zusammenhang mit sämtlichen folgenden Delikten zu berücksichtigen, dass das 

Tatmotiv rein selbstsüchtiger Art war. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, 

dass die Gewaltausbrüche jeweils lediglich aufgrund seiner Eifersucht erfolgten. 

Nachdem diese einfache Körperverletzung am 16. Juni 2009 in der Wohnung der 

Geschädigten B._____ stattfand und dort auch der Hausfriedensbruch (Anklage-

ziffer 1 und Anklageziffer 4) sowie diverse teilweise versuchte Nötigungen (Ankla-

geziffern 2, 5 und 7) und Drohungen (Anklageziffer 6) stattfanden, rechtfertigt es 

sich, für diese Delikte eine gemeinsame Einsatzstrafe zu bestimmen. Der Be-

schuldigte verblieb 6 Stunden gegen den Willen der Geschädigten in der Woh-

nung. Er bedrohte dabei B._____ mehrfach massiv - auch mit dem Tod - diese 

Drohungen waren kombiniert mit der erwähnten einfachen Körperverletzung von 

erheblichem Gewicht. Bezüglich der Nötigung (Anklageziffer 2) hat die Vorinstanz 

eine Abschwächung des Sachverhaltes vorgenommen und nur ein Würgen als 

- 27 - 

Nötigungsmittel gesehen (Urk. HD 70 S. 8 Ziffer 2). Schliesslich ist zu berücksich-

tigen, dass es sich bei der einten an diesem Abend erfolgten Nötigung um einen 

Versuch handelte. Diese Delikte würden insgesamt zu einer Strafe von rund 8 

Monaten führen.  

4.4.3  Auch bezüglich der einfachen Körperverletzungen (Anklageziffer 18 

und 19) fällt insbesondere das brutale Vorgehen des Beschuldigten auf. Nachdem 

sich die Geschädigte C._____ wehren wollte, da ihr der Beschuldigte  

drei Ohrfeigen gegeben hatte, würgte er die Geschädigte und gab ihr einen 

Faustschlag in den Bauch und einen Fusstritt, als sie am Boden lag. Zu berück-

sichtigen ist allerdings, dass das Würgen nur kurz andauerte und daraus resultie-

rende Verletzungen nicht bewiesen sind. Für dieses Delikt wäre eine Strafe im 

Bereich von einem Monat angemessen. 

4.4.4 Im Zusammenhang mit der versuchten Körperverletzung in Anklage-

ziffer 29 ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die Geschädigte G._____ 

würgte, ihr ein Kissen ins Gesicht drückte, wodurch sie keine Luft mehr bekam 

und ihr den Kehlkopf zusammendrückte. Diese gemäss Anklagesachverhalt po-

tentiell lebensgefährlichen Handlungen führten nur zufällig zu keinen Verletzun-

gen und würden für sich alleine betrachtet eine Strafe in der Höhe von rund drei 

Monaten rechtfertigen, unter Berücksichtigung, dass es beim Versuch geblieben 

ist.  

4.4.5 Die Drohung in Anklageziffer 15, die - wie in der Anklage vermerkt - vor 

dem Hintergrund der Vorgeschichte zu sehen ist, ist von erheblichem Gewicht, 

nicht zuletzt da der Beschuldigte der Geschädigten C._____ zu bedenken geben, 

dass er sie kaputt machen werde. Eine Strafe von rund zwei Monaten 

 wäre angemessen. 

4.4.6 Die Nötigung in Anklageziffer 22 unter dem Eindruck der vorangehen-

den versuchten Körperverletzung, ist nicht unerheblich. Für diese Drohung wäre 

eine Strafe von rund einem Monat auszusprechen.  

- 28 - 

4.4.7  Bezüglich Pornographie (Anklageziffer 31 und 32) ist zu berücksichti-

gen, dass der Beschuldigte von Dezember 2007 bis März 2008 zur Befriedigung 

seiner Bedürfnisse mehrfach Filmdateien heruntergeladen hat, welche, insbe-

sondere aufgrund der Titel der Filmdateien, deutlich erkennbar Sexszenen mit 

Kindern enthielten. Das würde allein betrachtet wohl zu einer Strafe von rund  

zwei Monaten führen.  

4.4.8  Bei der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Anklageziffer 27 ) ist zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte der Geschädigten G._____  

einen Schlag ins Gesicht verpasst hat, obwohl diese mit einer Geschwindigkeit 

von 70 bis 80 Km/h ein Fahrzeug am lenken war. Durch das Verhalten des  

Beschuldigten entstand eine akute Kollisionsgefahr. Für dieses Delikt alleine wäre 

eine Strafe im Bereich von ca. zwei Monaten auszusprechen. 

4.4.9  Nicht gross ins Gewicht fällt schliesslich das unbefugte Aufnehmen  

des Gesprächs zwischen dem Beschuldigten und B._____ (Anklageziffer 30).  

4.4.10 Bei den übrigen Delikten (Anklageziffern 14, 16, 28, 33 und 34), han-

delt es sich um Übertretungen, für welche zwingend eine Busse auszusprechen 

ist (vgl. Erw. 4.6.5.).  

4.5 Es wurde aufgezeigt, dass für die Freiheitsberaubung zum Nachteil von  

C._____ eine Einsatzstrafe im Bereich von 12 Monaten angemessen  

erscheint. Es ist nun unter Einbezug der anderen Strafen die Einsatzstrafe unter 

Berücksichtigung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. Aufgrund  

der Tatschwere erscheint eine hypothetische Einsatzstrafe im Bereich von  

30 Monaten Freiheitsstrafe angemessen. 

 

4.6  Was die Täterkomponente betrifft, ist bezüglich Vorleben des Beschuldigten 

auf die Untersuchungsakten, das psychiatrische Gutachten und auf die Erwägun-

gen im angefochtenen Entscheid (Urk. HD 70 S. 42 Ziffer 2.2.) zu verweisen.  

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte ergänzend aus, 

dass er eine Freundin habe, mit der er seit Oktober 2011 ein Kind habe. Er wohne 

- 29 - 

nun auch mit der Familie zusammen. Er habe zudem seinen Beruf gewechselt. 

Seine berufliche Zukunft sehe er als Personalberater (Urk. HD 88 S. 2 ff.).  

Resümiert lassen sich aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen 

des Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten, die über 

das hinaus gehen würden, was bei der Abhandlung der subjektiven Tatschwere 

ausgeführt wurde.  

 

4.6.1  Der Beschuldigte hat eine Vorstrafe erwirkt. Gemäss gefestigter Recht-

sprechung messen die Gerichte dem Umstand, dass der Täter durch Vorstrafen 

(auch im Ausland: BGE 105 IV 226 und Trechsel, Praxiskommentar, a.a.O., N 30 

zu Art. 47 StGB; Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, a.a.O., N 14 zu Art. 47 StGB 

samt Zitaten) oder nur schon durch frühere Strafverfahren gewarnt worden war, 

straferhöhende Wirkung zu (vgl. dazu auch Wiprächtiger in BSK StGB I, N 104 zu 

Art. 47 StGB). Dabei spielt es für die grundsätzliche Berücksichtigung als Straf-

zumessungsfaktor keine Rolle, ob mit dem früheren Entscheid eine Busse oder 

eine Freiheitsstrafe ausgefällt worden ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

6S.26/2002 vom 17. Juli 2002). An dieser Rechtsprechung hält das Bundesgericht 

in konstanter Rechtsprechung fest (BGE 121 IV 62, 122 IV 241) . 

 

Insbesondere die Tatsache, dass der Täter später ähnliche Handlungen began-

gen hat, zeugt von einer, trotz der erhaltenen Strafe nicht eingetretenen Besse-

rung, was als erschwerender Umstand zu berücksichtigen ist (Pra 86 Nr. 26  

S. 151 lit. c). Ein Delinquieren trotz mehreren einschlägigen Vorstrafen zeugt von 

einer gewissen Renitenz und wirkt erheblich straferhöhend (vgl. Entscheide des 

Bundesgerichtes 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010, E. 5.3. und 6B_954/2009 

vom 14. Januar 2010, E. 2.2. unter Hinweis auf BGE 121 IV 49 E. 2d/cc).  

 

Von dieser gefestigten Rechtsprechung abzuweichen besteht im vorliegenden 

Verfahren kein Anlass. Die - im Wesentlichen nicht einschlägige - Vorstrafe des 

Beschuldigten ist auf jeden Fall straferhöhend zu gewichten.  

 

4.6.2  Der Beschuldigte hat - was die Vorinstanz soweit ersichtlich bei der 

- 30 - 

Strafzumessung nicht berücksichtigt hat - zudem während der laufenden Probe-

zeit der Vorstrafe sowie während der laufenden Strafuntersuchung im vorliegen-

den Verfahren wiederum delinquiert, was ebenso straferhöhend zu berücksichti-

gen ist (vgl. BGE 134 IV 241 E. 4.3.; Wiprächtiger in BSK StGB I, N 136 zu Art. 47 

StGB; Stefan Trechsel, Praxiskommentar, a.a.O., N 23 zu Art. 47 StGB). Es 

verstösst nicht gegen das Doppelverwertungsverbot, die erneute Straffälligkeit 

während der laufenden Probezeit neben der Vorstrafe als weiteren Straf-

erhöhungsgrund zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des Bundesgerichtes 

6B_765/2008 vom 7. April 2009 E. 2.1.2.). 

4.6.3  Worin die Vorinstanz die erhebliche Strafempfindlichkeit des Beschul-

digten gesehen haben will (Urk. HD 70 S. 42 unten), erklärt sie nicht näher. Ledig-

lich die Schreiben des Beschuldigten aus der Untersuchungshaft und die Schilde-

rungen, wie schlecht es ihm gehe, können das jedenfalls nicht begründen. Ein 

Freiheitsentzug ist für jeden Häftling eine einschneidendes Erlebnis und nur die 

allerwenigsten leiden nicht darunter.  

 

Mit der neu ins Gesetz aufgenommenen Formulierung (Art. 47 Abs. 1 StGB) wird 

die Strafempfindlichkeit eines Täters angesprochen. Es ist unbestritten, dass  

gewisse Täter vom Strafvollzug besonders hart betroffen sein können, weshalb 

eine solche besondere Strafempfindlichkeit im Rahmen der Strafzumessung zu 

berücksichtigen ist. Üblicherweise wird dies bereits im Rahmen der persönlichen 

Verhältnisse berücksichtigt, wobei sie sich bei genauer Betrachtung nicht auf das 

Verschulden bezieht, sondern auf das den Täter treffende Mass an Strafe. Das 

Bundesgericht (Entscheid 6S.703/1995 vom 26.3.1996) hat ausgeführt, die Straf-

empfindlichkeit und Strafempfänglichkeit fielen als strafmindernde Strafzumes-

sungsfaktoren nur in Betracht, wenn Abweichungen vom Grundsatz einer einheit-

lichen Leidempfindlichkeit geboten seien, wie etwa bei Gehirnverletzten, Schwer-

kranken, unter Haftpsychosen Leidenden oder Gehörlosen. Es gehe darum, 

Gleichheit in dem Sinne herzustellen, dass gleiches Verschulden mit einem  

gleichen Mass an Übelszuführung geahndet werde. Die Schwere dieses Übels 

könne auch von der persönlichen Situation des Betroffenen abhängen (Wiprächti-

ger in BSK StGB I, Basel 2003, N 95 zu Art. 63 aStGB; Wiprächtiger im BSK 

- 31 - 

StGB I, N 117 ff. zu Art. 47 StGB). Das Bundesgericht hatte sich auch mit der 

Frage der Relevanz der familiären Situation zu befassen. Im bereits zitierten Ent-

scheid vom 26. März 1996 verneinte es eine zu einer Strafreduktion führende 

Strafempfindlichkeit infolge Verheiratung. Ein langer Strafvollzug werde zwar den 

Ehepartner hart treffen, doch sei dies eben eine unmittelbare Auswirkung einer 

unbedingten Freiheitsstrafe. Im Entscheid 6S.5/2000 vom 21. Februar 2000  

berücksichtigte das Bundesgericht dann eine etwas erhöhte Strafempfindlichkeit 

aus familiären Gründen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Verbüssung einer 

langjährigen Freiheitsstrafe zwar für jeden in ein familiäres Umfeld eingebetteten 

Angeklagten mit einer gewissen Härte verbunden ist, dies als unmittelbar gesetz-

mässige Folge jeder Sanktion jedoch nur bei Vorliegen aussergewöhnlicher  

Umstände erheblich strafmindernd berücksichtigt werden darf. Dies wurde bei-

spielsweise als gegeben erachtet, als ein Kind 15 Tage nach einer Verhandlung 

geboren wurde. Im Entscheid 6S.750/1996 vom 13. März 1996 hielt das Bundes-

gericht wiederum dafür, eine Mutter von zwei Kindern sei erhöht strafempfindlich, 

wobei die Strafreduktion jedoch nur gering ausfiel. Im Entscheid 6P.32/2007 resp. 

6S.76/2007 vom 29. Juni 2007 (Erw. 5.2.5.) führte das Bundesgericht folgendes 

aus: 

„Das Obergericht hat dem Beschwerdeführer eine leicht erhöhte Straf-
empfindlichkeit zugebilligt, da er eine Familie mit drei kleinen Kindern  
habe. Der Beschwerdeführer findet, damit werde seine Situation bagatelli-
siert; mit dem ausgesprochenen Urteil werde seine Familie mit grösster 
Wahrscheinlichkeit nachhaltig zerstört, und er müsse dann mit der Verant-
wortung leben, seine Ehefrau und die Kinder in eine Lage gebracht zu  
haben, in welcher sie auf finanzielle Hilfe Dritter oder der öffentlichen Hand 
angewiesen seien. 

Die Situation des Beschwerdeführers ist keineswegs eine besondere: die 
Verurteilung eines Familienvaters zu einer unbedingten Strafe stellt für die 
Angehörigen in aller Regel eine Belastung dar, namentlich auch wenn  
dessen Einkommen die Familie ernährte. Dies sind keine ausserordentlichen 
Umstände, sondern die normalen Nebenfolgen einer unbedingten Freiheits-
strafe, denen das Obergericht ausreichend Rechnung getragen hat, indem es 
dem Beschwerdeführer eine leicht erhöhte Strafempfindlichkeit zubilligte.“ 

 

In einem aktuelleren Entscheid hat sich das Bundesgericht auch zur behaupteten 

Strafempfindlichkeit einer Mutter mit einem kleinen Kind geäussert (Urteil des 

Bundesgerichtes 6B_540/2010 vom 21. Oktober 2010, E. 1.4.2.): 

- 32 - 

"1.4.2 Die Verbüssung einer Freiheitsstrafe ist für jeden in ein familiäres 
Umfeld eingebetteten Täter mit einer gewissen Härte verbunden. Als unmit-
telbare gesetzmässige Folge jeder Sanktion darf diese Konsequenz daher nur 
bei aussergewöhnlichen Umständen erheblich strafmindernd wirken (vgl. 
Urteil 6B_470/2009 vom 23. November 2009 E. 2.5 mit Hinweisen). Solche 
Umstände sind nicht ersichtlich. Es ist nicht zu bestreiten, dass ein Strafvoll-
zug für die Beschwerdeführerin sowie ihren Sohn, welchen sie derzeit allei-
ne betreut, eine Belastung darstellt. Denn das Kind wird während des Straf-
vollzugs der Beschwerdeführerin auf eine Fremdbetreuung angewiesen sein 
und von seiner Mutter als Bezugsperson vorübergehend getrennt leben. Dies 
stellt jedoch eine unvermeidbare Konsequenz der freiheitsentziehenden 
Sanktion dar, welche sich die Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der 
Tathandlungen, als sie schwanger war, vor Augen führen musste. Dass sich 
eine Fremdbetreuung nicht in angemessener Weise gewährleisten liesse, 
bringt die Beschwerdeführerin zu Recht nicht vor. Nichts herleiten kann sie 
aus dem Umstand, dass ihr Kontakt zur Tochter durch den Strafvollzug  
massvoll limitiert wird. Denn dieser ist aufgrund ihrer Straftaten bereits jetzt 
erheblich eingeschränkt. Die Vorinstanz durfte bei dieser Sachlage eine über 
das normale Mass hinausgehende Strafempfindlichkeit der Beschwerde-
führerin verneinen, ohne ihr Ermessen zu verletzen." 

Beim Beschuldigten, der im Oktober 2011 Vater geworden ist, liegt gemäss  

bundesgerichtlicher Rechtsprechung noch keine Konstellation mit aussergewöhn-

lichen Umständen vor, welche eine besondere Strafempfindlichkeit zu begründen 

vermöchte.  

4.6.4 Bezüglich des Nachtatverhaltens kann auf die Erwägungen im ange-

fochtenen Entscheid (Urk. HD 70 S. 43 Absatz 1) verwiesen werden. Der  

Beschuldigte hat sich zudem - was sich zu seinen Gunsten auswirken muss - 

freiwillig in eine Therapie begeben und diese während eines halben Jahres  

besucht (Urk. HD 88 S. 8). 

Die Beurteilung der Täterkomponente ergibt insgesamt, dass die straferhöhenden 

Faktoren leicht überwiegen, weshalb die Einsatzstrafe auf 33 Monate zu erhöhen 

ist.  

4.6.5  Bezüglich Übertretungen, für welche eine Busse auszusprechen ist, 

kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden  

(Urk. HD 70 S. 44). Zu berücksichtigen ist zudem, dass die finanziellen Verhält-

nisse des Beschuldigten eine Busse in der Höhe von Fr. 2'000.– ebenfalls recht-

fertigen. 

- 33 - 

4.7 Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu bestrafen mit 33 Monaten Frei-

heitsstrafe, wovon 154 Tage durch Untersuchungshaft bereits erstanden sind, 

sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.–. Entgegen der Ansicht der Verteidigung  

erfolgt die Erhöhung der von der Vorinstanz festgelegten Strafe nicht nur daher, 

da vorliegend eine verminderte Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt nicht mehr ich 

Frage kommt (Urk. HD 123 S. 2), sondern weil diese Strafe der ermittelten Tat-

schuld und der Täterkomponente entspricht. 

IV. 
(Vollzug) 

1. Das Bezirksgericht Winterthur hat den Vollzug der von ihr ausgesprochenen 

Freiheitsstrafe aufgeschoben. Nachdem vorliegend eine Strafe von über 2 Jahren 

auszufällen ist, kommt ein vollständig bedingter Vollzug im Sinne von Art. 42 

Abs. 1 StGB nicht mehr in Frage. Es ist aber zu prüfen, ob dem Beschuldigten in 

Anwendung von Art. 43 Abs. 1 StGB der teilbedingte Strafvollzug gewährt werden 

kann. 

2.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer 

Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise 

aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend 

Rechnung zu tragen. Der unbedingt vollziehbare Teil darf dabei die Hälfte der 

Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). 

2.2 Grundvoraussetzung für eine teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB 

ist, dass eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Zwar fehlt ein ent-

sprechender Verweis auf Art. 42 StGB, doch ergibt sich dies aus Sinn und Zweck 

von Art. 43 StGB. Wenn und soweit die Legalprognose des Täters nicht schlecht 

ausfällt, verlangt die Bestimmung, dass zumindest ein Teil der Strafe auf Bewäh-

rung ausgesetzt wird. Umgekehrt gilt, dass bei einer Schlechtprognose auch ein 

bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist. Denn wo keinerlei 

Aussicht besteht, der Täter werde sich in irgendeiner Weise durch den – ganz  

oder teilweise – gewährten Strafaufschub beeinflussen lassen, muss die Strafe in 

- 34 - 

voller Länge vollzogen werden. Die Auffassung, dass die subjektiven Voraus-

setzungen von Art. 42 StGB auch für die Anwendung von Art. 43 StGB gelten 

müssen, entspricht ganz überwiegender Lehrmeinung (BGE 134 IV 1 E. 5.3.1 mit 

div. Verweisen). Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass nachdem der Beschuldig-

te eine Vorstrafe von 8 Monaten Freiheitsstrafe aufweist, besonders günstige 

Umstände vorliegen müssen, damit ein Aufschub möglich ist (vgl. Art. 42 Abs. 2 

StGB).  

3. In diesem Zusammenhang ergeben sich schon aus der jahrelangen  

Delinquenz des Beschuldigten erheblich Zweifel an einer günstigen Prognose. 

Bereits im Urteil vom 8. Februar 2006 lagen beim damals erkennenden Gericht 

erhebliche Bedenken bezüglich des künftigen Wohlverhaltens des Beschuldigten 

vor (Vorakten Urk. HD 57 S. 12 f.). Der Beschuldigte hatte nämlich trotz laufender 

Strafuntersuchung weiter delinquiert. Sogar eine förmlich ausgesprochene  

Warnung durch den Staatsanwalt hatte offenbar nichts gefruchtet. Trotz diesen 

Bedenken hat der damalige Spruchkörper dem Beschuldigten den bedingten 

Strafvollzug gewährt, allerdings unter Ansetzung einer längeren Probezeit. Noch 

während laufender Probezeit delinquierte der Beschuldigte erneut und zwar 

mehrmals. Auch während der neu laufenden Strafuntersuchung im vorliegenden 

Verfahren beging der Beschuldigte weitere Delikte. Am 30. September 2008  

wurde der Beschuldigte durch die Stadtpolizei … im Zusammenhang mit einem 

Verfahren wegen häuslicher Gewalt zum Nachteil von G._____ ein erstes Mal be-

fragt (Urk. ND 2/6). Zudem ist zu berücksichtigen, dass auch das Gutachten vom 

20. August 2012 von einem moderaten Rückfallrisiko ausgeht (Urk. HD 109 S. 71 

und S. 73 f.). Ob lediglich die erstandene Untersuchungshaft im vorliegenden Ver-

fahren den Beschuldigten genügend beeindrucken könnte, wie im Gutachten fest-

gehalten wird (Urk. HD 109 S. 71), um ihn von weiterer Delinquenz abzuhalten, ist 

vor diesem Hintergrund äusserst fraglich.  

4. Der Vorinstanz kann demnach hinsichtlich ihrer Erwägungen zum bedingten 

Vollzug und zur Bewährungsprognose für den Beschuldigten nicht beigepflichtet 

werden (Urk. HD 70 S. 46). Damit kann dem Beschuldigten keine günstige  

- 35 - 

Prognose gestellt werden; vielmehr liegt eine Schlechtprognose vor. Die heute 

auszufällende Strafe ist daher zu vollziehen.  

V. 
(Widerruf) 

1.1 Der Beschuldigte wurde am 8. Februar 2006 vom Bezirksgericht Winterthur 

wegen mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln, mehrfacher einfacher 

Verletzung der Verkehrsregeln, Fahren eines Motorfahrzeuges ohne Führeraus-

weis oder trotz Entzug und Übertretung des Waffengesetzes zu einer bedingt 

vollziehbaren Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt, unter Ansetzung einer 

Probezeit von drei Jahren (Urk. HD 36/1). 

1.2 Innerhalb dieser Probezeit ist der Beschuldigte nun erneut mehrfach aus-

serhalb des Bagatellbereichs straffällig geworden.  

2.1 Begeht einer Verurteilter während der Probezeit ein Verbrechen oder Ver-

gehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so 

widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe 

(Art. 46 Abs. 1 StGB). Die bedingte Strafe ist nur zu widerrufen, wenn von einer 

negativen Einschätzung der Bewährungsaussichten auszugehen ist, d.h. auf-

grund der erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht  

(BGE 134 IV 140 E. 4.3 S. 143 mit Hinweisen). Die Prüfung der Bewährungsaus-

sichten des Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen  

Umstände vorzunehmen. In diese Beurteilung ist im Rahmen der Gesamtwürdi-

gung auch mit einzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausge-

sprochen wird (BGE 6B_768/2009 E.3.3.). 

2.2 Der Beschuldigte befand sich vor der Begehung sämtlicher heute zu beurtei-

lenden Taten noch nie im Strafvollzug. Er hat zwar einige Zeit in Untersuchungs-

haft verbracht. Eine heilsame oder abschreckende Wirkung war davon aber noch 

nicht zu erwarten. Nun wird der Beschuldigte die heute auszufällende Freiheits-

strafe verbüssen müssen, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass er  

daraus die nötigen Lehren ziehen wird, insbesondere da ihm ansonsten der Voll-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_768%2F2009&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-IV-140%3Ade&number_of_ranks=0#page140

- 36 - 

zug einer weiteren empfindlichen Freiheitsstrafe von acht Monaten droht. Die 

Warnwirkung dieser unbedingt gesprochenen Freiheitsstrafe rechtfertigt es, vom 

Widerruf des bedingten Strafvollzugs der mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 

vom 8. Februar 2006 ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 8 Monaten abzu-

sehen. Allerdings ist die Probezeit gestützt auf Art. 46 Abs. 2 StGB um 1 ½ Jahre 

zu verlängern. 

VI. 
(Massnahme) 

1.  Gemäss Art. 63 StGB kann das Gerichte eine ambulante Massnahme  

anordnen, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Das Gericht stützt sich 

beim Entscheid über die Anordnung einer Massnahme auf eine sachverständige 

Begutachtung (Art. 56 Abs. 3 StGB). Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte 

sich die Frage, ob aufgrund des bestehenden Gutachtens die Voraussetzungen 

für die von der Vorinstanz angeordnete ambulante Behandlung im Sinne von  

Art. 63 StGB überhaupt gegeben sind. Da das Gutachten aus diversen Gründen 

als unklar und unvollständig erschien, befand die erkennende Kammer, ein neues 

psychiatrisches Gutachten über den Beschuldigten erstellen zu lassen (Urk.  

HD 91 und Urk. HD 93). Am 23. August 2012 ging das vom 20. August 2012  

datierte Gutachten bei der hiesigen Kammer ein (Urk. HD 109). 

2. Gemäss dem inhaltlich vollständigen, nachvollziehbaren und überzeugen-

den psychiatrischen Gutachten von PD Dr. med. F._____ vom 20. August 2012, 

welches auch von der Parteien nicht in Frage gestellt wurde (vgl. Urk.  

HD 112 und Urk. HD 123), sind beim Beschuldigten zwar narzisstische Persön-

lichkeitsmerkmale festzustellen, die jedoch zum Deliktszeitpunkt nicht die  

Schwelle einer Persönlichkeitsstörung erreichten. Es konnten keine Hinweise auf 

das Vorliegen psychotischer Erkrankungen gefunden werden (Urk. HD 109 S. 72 

ff.). Nachdem beim Beschuldigten keine psychische Störung vorliegt, fehlt es an 

einer Voraussetzung, um eine ambulante Massnahme anordnen zu können (vgl. 

Art. 63 StGB), weshalb im Gegensatz zum vorinstanzlichen Urteil von der Anord-

nung einer ambulante Massnahme abzusehen ist.  

- 37 - 

VII. 
(Kosten) 

1. Ausgangsgemäss - es bleibt beim anklagemässen Schuldspruch - ist das 

erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziffer 8 und 9) zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 

StPO). 

2. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem  

Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr für das 

Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.– festzusetzen.  

3. Im erstinstanzlichen Verfahren trägt der kostenpflichtige Beschuldigte auch 

die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft nur, wenn 

er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 426 Abs. 4 

StPO). Im Berufungsverfahren erscheint dies indessen aus folgenden Gründen 

nicht als sachgerecht: 

Art. 428 StPO, gemäss welcher Bestimmung die Parteien in (teilweiser) Abände-

rung der für das erstinstanzliche Verfahren geltenden Regeln (Art. 426 und 427 

StPO) die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Obsiegen und Unterliegen 

tragen, enthält keinen Verweis auf Art. 426 Abs. 4 StPO. So gelten die Auslagen 

für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft vorbehaltlos als Teil 

der (ausgangsgemäss aufzuerlegenden) Verfahrenskosten (Art. 422 StPO). Eine 

Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO entsprechende Regelung in den 

allgemeinen Bestimmungen der StPO gibt es für diese Kosten nicht. 

In einem Strafprozess muss der Beschuldigte – und zwar vorbehaltlos auch dann, 

wenn er mittellos und amtlich verteidigt ist – dem obsiegenden Privatkläger  

eine angemessene Entschädigung für (unter anderem) dessen notwendige  

Aufwendungen für eine allfällige erbetene Rechtsvertretung bezahlen (Art. 433 

Abs. 1 StPO). Es ist darum nicht einsichtig, weshalb dies im Falle einer unentgelt-

lichen Verbeiständung der Privatklägerschaft anders sein sollte. Mag der Gesetz-

geber für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Verfahren noch eine Aus-

nahme vorgesehen haben (Art. 426 Abs. 4 StPO), rechtfertigt sich dies jedenfalls 

- 38 - 

im Rechtsmittelverfahren nicht mehr, wo die Kosten- und Entschädigungsfolgen 

den zivilprozessualen Regeln angeglichen worden sind (Schmid, StPO Praxis-

kommentar, Art. 428 N 1). 

4. Entsprechend sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der-

jenigen der amtlichen Verteidigung, aber einschliesslich derjenigen für die  

unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft, dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichts-

kasse zu nehmen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

5. Nachdem die Kosten des zweiten psychiatrischen Gutachtens nicht vom  

Beschuldigten verursacht wurden, sondern auf das erste, mangelhafte Gutachten 

zurückzuführen sind, sind die Kosten des zweiten psychiatrischen Gutachtens auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

Das Gericht hat am 15. Dezember 2011 beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

20. Januar 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. Der Angeklagte A._____ ist schuldig 

− der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 17), 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB  

(Anklageziffer 10), 

− der mehrfachen, teilweise versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne  

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 6 StGB, teilweise in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3, 11, 19, 28 und 29), 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 6 

und 15), 

- 39 - 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, 

teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2, 5, 7, 12 und 

22), 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Anklageziffer 1 und 4),  

− der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB (Anklage- 

ziffer 31 und 32), 

− ….  

− des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter Abs. 1 

StGB (Anklageziffer 30), 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c 

StGB (Anklageziffer 18 und 28), 

− der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Anklageziffer 16), 

− des geringfügigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanla-

ge im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 14) sowie 

− der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 des Betäubungs-

mittelgesetzes (Anklageziffer 33 und 34). 

2. Der Angeklagte wird freigesprochen von den Vorwürfen 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 25), 

− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB  

(Anklageziffer 20, 24 und 26), 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB  

(Anklageziffer 23), 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 21). 

3. … 

4. … 

- 40 - 

5. … 

6. … 

7. a) Es wird festgestellt, dass der Angeklagte gegenüber den Geschädigten 

B._____ und C._____ aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Scha-

denersatzanspruches werden die Geschädigten auf den Weg des Zivilprozes-

ses verwiesen. 

b) Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten B._____ Fr. 4'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 16. Juni 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

c) Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten C._____ Fr. 500.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'330.50   Auslagen Untersuchung 

Fr. 16'140.00   Gutachten 

Fr.    unentgeltl. Geschädigtenvertr. Y._____ (ausstehend) 

Fr.    amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 

Fr.      

 

9. … 

10. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten B._____ für das gesamte Verfah-

ren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'370.90 zu bezahlen. 

11. … (Eröffnung) 

12. … (Rechtsmittel)" 

 

 

- 41 - 

2. Es wird festgestellt, dass der Beschluss des Bezirksgerichts Winterthur vom 

20. Januar 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. Folgende mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

7. Dezember 2009 sowie 23. September 2010 beschlagnahmten Gegenstände  

werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen: 

− Notebook Marke HP Typ Pavilion dv9000 Seriennummer: ... 

− Mobiltelefon Nokia N95, IMEI ... 

2. … (Eröffnung) 

3. … (Rechtsmittel)" 

3. Am 15. Dezember 2011 mündlich eröffnet und im Dispositiv versandt.  

und hat am 15. Dezember 2011 erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der groben Verletzung der 
Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 26 

Abs. 1 SVG und Art. 31 Abs. 3 SVG (Anklageziffer 27).  

2. Am 15. Dezember 2011 mündliche eröffnet und im Dispositiv versandt. 

Sodann erkennt das Gericht am 28. Januar 2013: 

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 33 Monaten,  

wovon 154 Tage durch Untersuchungshaft bereits erstanden sind, sowie mit 

einer Busse von Fr. 2'000.–. 

2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen und die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der 

Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 20 Tagen. 

- 42 - 

3. Auf den Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom  

8. Februar 2006 ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten wird 

verzichtet. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 8. Februar 2006 

angesetzte Probezeit wird um 1 ½ Jahre verlängert.  

4. Von der Anordnung einer ambulanten Behandlung des Beschuldigten im 

Sinne von Art. 63 StGB wird abgesehen. 

5. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8 bis 10) 

wird bestätigt.  

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.  15'698,--   2.  psychiatrisches Gutachten 

Fr. 9'203.35   amtliche Verteidigung 

Fr. 1'256.55   unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, mit Ausnahme der Kosten des 

zweiten psychiatrischen Gutachtens, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 
bleibt vorbehalten. Die Kosten des zweiten psychiatrischen Gutachtens 
werden auf die Gerichtskasse genommen. 

8. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste   
− die Vertreterin lic. iur. Z._____ im Doppel für sich und zuhanden  

der Privatklägerin B._____  
− die Vertreterin lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden  

der Privatklägerin C._____ 

- 43 - 

− das Bundesamt für Polizei, …[Adresse] 
 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 

Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und Formular B 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− das Bezirksgericht Winterthur in die Akten Geschäft Nr. DG050061  
betreffend Widerruf 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

- 44 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 28. Januar 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Truninger 

 

	Urteil vom 15. Dezember 2011 und vom 28. Januar 2013 (Schuldinterlokut im Sinne von Art. 342 Abs. 1 StPO)
	Anklage:
	Entscheid der Vorinstanz: (Urk. HD 70 S. 51 ff.)
	"Das Gericht erkennt:
	1. Der Angeklagte A._____ ist schuldig
	 der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 17),
	 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 10),
	 der mehrfachen, teilweise versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von  Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 6 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 3, 11, 19, 28 und 29),
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 6 und 15),
	 der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2, 5, 7, 12 und 22),
	 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Anklageziffer 1 und 4),
	 der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB (Anklageziffer 31 und 32),
	 der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in  Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 SVG und Art. 31 Abs. 3 SVG (Anklageziffer 27),
	 des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen im Sinne von Art. 179ter Abs. 1 StGB (Anklageziffer 30),
	 der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c StGB  (Anklageziffer 18 und 28),
	 der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in  Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Anklageziffer 16),
	 des geringfügigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Anklageziffer 14) sowie
	 der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 des Betäubungsmittelgesetzes (Anklageziffer 33 und 34).

	2. Der Angeklagte wird freigesprochen von den Vorwürfen
	 der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 25),
	 der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 20, 24 und 26),
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 23),
	 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 21).

	3. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 8. Februar 2006 ausgefällte, bedingte Freiheitsstrafe von 8 Monaten wird widerrufen.
	4. Der Angeklagte wird mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, wovon 154 Tage durch  Untersuchungshaft bereits erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.– bestraft.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe  wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Angeklagte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.
	6. Es wird eine ambulante Behandlung des Angeklagten im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen) angeordnet. Der Vollzug der widerrufenen Freiheitsstrafe wird nicht zugunsten der ambulanten Massnahme aufgeschoben.
	7. a) Es wird festgestellt, dass der Angeklagte gegenüber den Geschädigten B._____ und C._____ aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches werden di...
	b) Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten B._____ Fr. 4'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. Juni 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	c) Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten C._____ Fr. 500.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung, werden dem Angeklagten im Umfang von zwei Dritteln auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	10. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten B._____ für das gesamte  Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'370.90 zu bezahlen.
	11. … (Mitteilung)
	12. … (Rechtsmittel)
	Das Gericht beschliesst:
	1. Folgende mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. Dezember 2009 sowie 23. September 2010 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen:
	 Notebook Marke HP Typ Pavilion dv9000 Seriennummer: ...
	 Mobiltelefon Nokia N95, IMEI ...

	2. … (Mitteilung)
	3. … (Rechtsmittel)."
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. (Prozessgeschichte)
	II. (Schuldpunkt)
	III. (Sanktion)
	1. Bei der Strafzumessung ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte  mehrfach handelte und verschiedene Delikte begangen hat, mithin echte Konkurrenz zwischen den Delikten vorliegt.   Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist n...
	4.3 In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des (subjektiven) Verschuldens vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dazu gehören etwa die Frage der Zurechnungs- beziehungswei...
	Ging das Gutachten vom 21. November 2009 noch davon aus, dass beim  Beschuldigten eine in knapp leichtem Grade Verminderung der Fähigkeit zum Handeln gemäss dieser Einsicht bestand (Urk HD 24/7 S. 94 oben), so hält das neue Gutachten fest, dass beim B...
	Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass das Motiv des Beschuldigten in seiner ungebändigten Eifersucht zu suchen ist (Urk. HD 70 S. 44). Sein Tatmotiv war mithin rein selbstsüchtiger Art.    In subjektiver Hinsicht ist weiter festzuhalten, dass ...
	Hierauf ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu bestimmen, die diesem Verschulden entspricht. Die Einsatzstrafe für die Freiheitsberaubung (Anklageziffer 10.), die versuchte Körperverletzung (Anklageziffer ...
	4.4 Die Einsatzstrafe ist folglich unter Einbezug der anderen Straftaten in  Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen.
	4.4.1. Zweit schwerstes Delikt ist die Erpressung (Anklageziffer 17): Objektiv ist der Deliktsbetrag mit CHF 250.-- noch gering. Bei reinen Vermögensdelikten läge noch die Privilegierung von Art. 172ter StGB vor. Bei Vermögensdelikten ist der Deliktsb...
	4.4.2  Bezüglich der einfachen Körperverletzung (Anklageziffer 3) ist in objektiver Hinsicht zu berücksichtigen, dass es sich um einen rabiaten Angriff auf die Geschädigte B._____ handelte, mit starkem Würgen und Herumwerfen, woraus doch einige Verlet...
	4.4.3  Auch bezüglich der einfachen Körperverletzungen (Anklageziffer 18 und 19) fällt insbesondere das brutale Vorgehen des Beschuldigten auf. Nachdem sich die Geschädigte C._____ wehren wollte, da ihr der Beschuldigte  drei Ohrfeigen gegeben hatte, ...
	4.4.4 Im Zusammenhang mit der versuchten Körperverletzung in Anklageziffer 29 ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die Geschädigte G._____ würgte, ihr ein Kissen ins Gesicht drückte, wodurch sie keine Luft mehr bekam und ihr den Kehlkopf zus...
	4.4.5 Die Drohung in Anklageziffer 15, die - wie in der Anklage vermerkt - vor dem Hintergrund der Vorgeschichte zu sehen ist, ist von erheblichem Gewicht, nicht zuletzt da der Beschuldigte der Geschädigten C._____ zu bedenken geben, dass er sie kaput...
	4.4.6 Die Nötigung in Anklageziffer 22 unter dem Eindruck der vorangehenden versuchten Körperverletzung, ist nicht unerheblich. Für diese Drohung wäre eine Strafe von rund einem Monat auszusprechen.
	4.4.7  Bezüglich Pornographie (Anklageziffer 31 und 32) ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte von Dezember 2007 bis März 2008 zur Befriedigung seiner Bedürfnisse mehrfach Filmdateien heruntergeladen hat, welche, insbesondere aufgrund der Tite...
	4.4.8  Bei der groben Verletzung der Verkehrsregeln (Anklageziffer 27 ) ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte der Geschädigten G._____  einen Schlag ins Gesicht verpasst hat, obwohl diese mit einer Geschwindigkeit von 70 bis 80 Km/h ein Fahrze...
	4.4.9  Nicht gross ins Gewicht fällt schliesslich das unbefugte Aufnehmen  des Gesprächs zwischen dem Beschuldigten und B._____ (Anklageziffer 30).
	4.4.10 Bei den übrigen Delikten (Anklageziffern 14, 16, 28, 33 und 34), handelt es sich um Übertretungen, für welche zwingend eine Busse auszusprechen ist (vgl. Erw. 4.6.5.).
	4.5 Es wurde aufgezeigt, dass für die Freiheitsberaubung zum Nachteil von  C._____ eine Einsatzstrafe im Bereich von 12 Monaten angemessen  erscheint. Es ist nun unter Einbezug der anderen Strafen die Einsatzstrafe unter Berücksichtigung des Asperatio...
	4.6  Was die Täterkomponente betrifft, ist bezüglich Vorleben des Beschuldigten auf die Untersuchungsakten, das psychiatrische Gutachten und auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid (Urk. HD 70 S. 42 Ziffer 2.2.) zu verweisen.  Anlässlich der Ber...
	4.6.3  Worin die Vorinstanz die erhebliche Strafempfindlichkeit des Beschuldigten gesehen haben will (Urk. HD 70 S. 42 unten), erklärt sie nicht näher. Lediglich die Schreiben des Beschuldigten aus der Untersuchungshaft und die Schilderungen, wie schl...
	In einem aktuelleren Entscheid hat sich das Bundesgericht auch zur behaupteten Strafempfindlichkeit einer Mutter mit einem kleinen Kind geäussert (Urteil des Bundesgerichtes 6B_540/2010 vom 21. Oktober 2010, E. 1.4.2.):
	Beim Beschuldigten, der im Oktober 2011 Vater geworden ist, liegt gemäss  bundesgerichtlicher Rechtsprechung noch keine Konstellation mit aussergewöhnlichen Umständen vor, welche eine besondere Strafempfindlichkeit zu begründen vermöchte.
	4.6.4 Bezüglich des Nachtatverhaltens kann auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid (Urk. HD 70 S. 43 Absatz 1) verwiesen werden. Der  Beschuldigte hat sich zudem - was sich zu seinen Gunsten auswirken muss - freiwillig in eine Therapie begeben u...
	Die Beurteilung der Täterkomponente ergibt insgesamt, dass die straferhöhenden Faktoren leicht überwiegen, weshalb die Einsatzstrafe auf 33 Monate zu erhöhen ist.
	4.6.5  Bezüglich Übertretungen, für welche eine Busse auszusprechen ist, kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden  (Urk. HD 70 S. 44). Zu berücksichtigen ist zudem, dass die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten e...
	4.7 Zusammengefasst ist de