# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98c99201-a29b-5087-8a0b-1781db6a7e73
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 26.02.2007 R 2006 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2006-85_2007-02-26.pdf

## Full Text

R 06 85
4. Kammer 

URTEIL
vom 26. Februar 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Aufgrund einer schriftlichen Mitteilung der … AG vom 22. Dezember 2004 und 

eines in der Folge durchgeführten Augenscheins durch das Bauamt stellte die 

Baubehörde … fest, dass auf der Liegenschaft Nr. 70, d.h. auf dem Vorplatz 

des Hotels … in …, eine sog. Schirmbar aufgestellt war, welche nicht in allen 

Teilen der 1996 bewilligten Bar-Anlage mit Windschutzwänden und 

Sonnenschutz entsprach. In ihrer Stellungnahme machte … für die StWEG … 

geltend, man habe anstelle der ursprünglichen rechteckigen Form eine runde 

Form gewählt, was baupolizeilich unerheblich sei. Die Fläche sei damit von 

61.5 m2 auf 45 m2 reduziert worden. Sie sei der Meinung gewesen, dass 

keine neue Bewilligung nötig sei. Am 31. März 2005 stellte die StWEG … ein 

nachträgliches Baugesuch für die erwähnte Schirmbar auf dem Vorplatz des 

Hotels … Dagegen erhoben die … AG, die Erben … und … Einsprachen. Sie 

stellten sich auf den Standpunkt, dass die Schirmbar wegen der fix montierten 

Umfassungswände eine AZ-pflichtige Baute darstelle. Es stünde aber keine 

AZ mehr zur Verfügung. Mit Baubescheid vom 5. September 2006 erteilte die 

Gemeinde die Baubewilligung für die Schirmbar und wies die Einsprache ab. 

Die Baubewilligungspflicht wurde bejaht. Da die Schirmbar weniger als 6 

Monate gegen aussen geschlossen sei, könne man nicht von einer AZ-

pflichtigen Baute ausgehen. Es sei auch kein Gebäude, das die gesetzlichen 

Abstände einzuhalten hätte. Es seien keine Pflichtparkplätze erforderlich. Der 

Kanton habe zudem eine Ausnahmebewilligung in Aussicht gestellt.

2. Dagegen erhoben die … AG, die Erben … und … am 28. September 2006 

Rekurs an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Baubewilligung 

aufzuheben; eventuell sei die Bewilligung mit der Bedingung zu verknüpfen, 

dass für die Schirmbar ein AZ-Nachweis und ein Parkplatz-Nachweis erbracht 

werden müsse. Die Rekurrenten machen geltend, die bereits jetzt voll 

eingewandete Schirmbar biete 30 Personen Platz und verfüge über eine 

autonome Office-lnfrastruktur. Neben der Schirmbar befänden sich weitere 60 

Restaurationsplätze. Die Liegenschaft sei bereits heute übernutzt, so dass 

kein AZ-pflichtiger Raum mehr geschaffen werden könne. Die Argumentation 

der Gemeinde sei nicht haltbar. Auch mit bloss halber Umwandung handle es 

sich nämlich um ein AZ-pflichtiges Gebäude. Es spiele nämlich keine Rolle, 

dass der Raum teilweise offen sei. Zum gleichen Ergebnis gelange man, wenn 

man Sinn und Zweck der Ausnützungsziffer betrachte. Auch die 

Nutzungsdauer von bloss 6 Monaten ändere an der Natur des Gebäudes 

nichts. 

3. Die Gemeinde … beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses. Sie bringt vor, vorliegend sei noch das alte kantonale 

Raumplanungsgesetz (KRG) anwendbar. Auch bei allenfalls fehlender 

Bewilligungspflicht sei ein Verfahren durchzuführen, wenn Anzeichen dafür 

bestünden, dass materielle Bauvorschriften verletzt sein könnten. Temporär 

umwandete Schirmbaren seine keine Gebäude. Es handle sich zwar schon 

um Bauten im Rechtssinne, nicht aber um Gebäude. Daher bestehe auch 

keine AZ-Pflicht. Das neue KRG nehme solche Bauten sogar von der 

Bewilligungspflicht aus. 

3. Die Rekursgegnerin 2 beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses, soweit darauf eingetreten werden könne. Sie ist der Auffassung, 

dass der Rekurs rechtsmissbräuchlich sei, da die Rekurrenten die früher 

bewilligte grössere Schirmbar akzeptiert hätten. 

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest. Die Rekurrenten erhoben neu eine Ausstandseinrede gegen zwei 

Behördenmitglieder.

5. Am 26. Februar 2007 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein an 

Ort und Stelle durch, an welchem Vertreter der Rekurrenten mit ihrem Anwalt, 

Mitglieder der Baubehörde mit ihrem Rechtsvertreter sowie die 

Rekursgegnerin 2 mit ihrem Anwalt teilnahmen. Allen Anwesenden wurde 

dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch mündlich 

zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen in den 

Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) abgelöst hat. Die 

Übergangsbestimmung in Art. 85 Abs.2 VRG legt fest, dass 

Rechtsmittelverfahren sich nach neuem Recht richten, wenn bei dessen In-

Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen ist. Da im 

vorliegenden Fall die Rechtsmittelfrist noch im Jahre 2006 geendet hat, sind 

hier noch die bisherigen Bestimmungen des Verwaltungsgerichtsgesetzes 

anwendbar.

b) Von einer Vereinigung der Verfahren R 06 85 und R 06 91 ist abzusehen. 

Zwar stellen sich teilweise dieselben Fragen. Daneben sind im Verfahren R 

06 91 noch andere Gegenstände zu beurteilen, weshalb eine 

Verfahrenszusammenlegung nicht angezeigt ist.

2. a) Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur 

Verwirklichung von Interessen verwendet wird, die es nicht schützen will (BGE 

121 I 367 E. 3b S. 375; 121 II 97 E. 4 S. 103). Einem solchen Vorgehen ist 

nach Art. 2 Abs. 2 ZGB der Rechtsschutz zu verwehren. Damit wird das 

Verhalten sanktioniert, welches an sich mit dem Wortlaut einer gesetzlichen 

Norm oder einer privatautonomen Vertragsbestimmung in Einklang steht, 

aber bei objektiver Betrachtung eine Verletzung des Redlichkeitsstandards 

von Treu und Glauben darstellt, und damit das Vertrauen des 

Rechtsgenossen auf sachangemessenes Verhalten enttäuscht (Elisabeth 

Chiariello, Treu und Glauben als Grundrecht nach Art. 9 der schweizerischen 

Bundesverfassung, S. 17).

b) Die Rekursgegnerin 2 ist der Auffassung, die Rekurserhebung sei 

rechtsmissbräuchlich, da im Jahre 1996 eine weit grössere Schirmbar 

akzeptiert worden sei, die nunmehr durch eine kleinere ersetzt worden sei. Da 

sich innert eines Zeitraumes von 10 Jahren sowohl die Interessenlagen als 

auch die Anschauungen ändern können, kann die Rekurserhebung nicht als 

geradezu rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden. Auf das Rechtsmittel ist 

daher einzutreten. 

2. a) Die Rekurrenten machten erstmals in der Replik geltend, zwei 

Behördenmitglieder seien bei dem dem angefochtenen Entscheid 

vorangegangenen Grundsatzentscheid der Baubehörde über Schirmbaren 

nicht in Ausstand getreten. Dieser Entscheid habe aber für den 

angefochtenen Entscheid präjudizielle Wirkung gehabt, weshalb letztlich auch 

dieser wegen Verletzung der Ausstandsvorschriften aufzuheben sei.

b) Wer Ausstandsgründe nicht unverzüglich nach der Entdeckung geltend 

macht, verwirkt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung den Anspruch 

auf spätere Ablehnung (BGE 126 III 249 E. 3c, 124 I 121 E. 2, 121 I 225 E. 

3). Treuwidrig und rechtsmissbräuchlich handelt die Partei, welche 

Ablehnungsgründe gleichsam in Reserve hält, um diese bei ungünstigem 

Verfahrensverlauf und voraussehbarem Unterliegen nachzuschieben (vgl. 

BGE 126 III 249 E. 3c). Vorliegend wurde im angefochtenen Baubescheid auf 

den erwähnten Grundsatzentscheid der Baubehörde ausdrücklich Bezug 

genommen. Die Rekurrenten hätten daher ohne weiteres kontrollieren 

können, ob daran Behördenmitglieder mitgewirkt hatten, die nach Ansicht der 

Rekurrenten befangen sind. Sie hätten bei Anwendung der nötigen Sorgfalt 

die Ausstandseinrede also bereits mit dem Rekurs und nicht erst mit der 

Replik geltend machen können und auch müssen. Die Ausstandseinrede ist 

damit offensichtlich verspätet erfolgt.

3. Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, fällt 

das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden. In Bezug auf all jene Fragen, die im 

kantonalen Gesetz keine abschliessende Regelung gefunden haben und bei 

denen den Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, 

stellen die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen autonomes 

Gemeinderecht dar (BGE 128 I 3 E. 2b S. 8). Die Gemeindeautonomie bezieht 

sich dabei nicht nur auf die Rechtsetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich 

dann bei der Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung 

aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder 

in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Den 

Gemeinden steht in solchen Fällen ein geschützter Beurteilungs- und 

Ermessensspielraum zu, in welchen das Verwaltungsgericht nur eingreifen 

kann, sofern die Gemeinde diesen Bereich missbraucht oder überschritten 

hat. Die Kognition des Verwaltungsgerichtes beschränkt sich damit praktisch 

auf eine Willkürprüfung, d.h. das Verwaltungsgericht kann nur dann 

eingreifen, wenn sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene 

Entscheid als sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine 

Rechtsgrundsätze verstösst. Bei den vorliegend zur Diskussion stehenden 

Bestimmungen des kommunalen Baugesetzes über die zulässige 

Ausnützungsziffer handelt es sich fraglos um autonomes Gemeinderecht, 

überlässt es sowohl das alte als auch das neue kantonale 

Raumplanungsgesetz doch ausdrücklich den Gemeinden, wie sie auf diesem 

Gebiet legiferieren wollen (vgl. Art. 25 nKRG bzw. Art 22 aKRG).

4. In materieller Hinsicht ist nur strittig, ob die mit Glaswänden umfasste und für 

jeweils nicht mehr als ein halbes Jahr betriebene Schirmbar AZ-pflichtig ist. 

Auszugehen ist dabei von Art. 37 und 38 des kommunalen Baugesetzes (BG). 

Nach Art. 37 BG ist die Ausnützungsziffer die Verhältniszahl zwischen der 

Summe der anrechenbaren Bruttogeschossfläche der Gebäude und der 

anrechenbaren Grundstückfläche. Als anrechenbare Bruttogeschossfläche 

gilt nach Art. 38 Abs. 1 die Summe aller oberirdischen und unterirdischen 

Geschossflächen im Aussenmass in Haupt-, An- und Nebenbauten. Im 

Dachgeschoss wird, ohne Rücksicht auf die Zweckbestimmung, jene Fläche 

angerechnet, welche innerhalb einer lichten Höhe von 1.80 m und mehr liegt. 

Nicht angerechnet werden nach Abs. 2: 

a) zu Wohnungen gehörende Keller, Kohlen- und Tankräume, 

Waschküchen und Heizräume 

b) Maschinenräume für Lift-, Ventilations- und Klimaanlagen

c) die gesetzlich vorgeschriebenen Einstellräume für Motorfahrzeuge für 

das betreffende Bauobjekt

d) Korridore, Treppen und Lifte, die ausschliesslich nicht anrechenbare 

Räume erschliessen 

e) offene Erdgeschosshallen und offenen Dachterrassen 

f) offene ein- und vorspringende Balkone, sofern sie nicht als Laubengänge 

dienen 

g) Hallenbäder, Sport- und Sauna-Anlagen 

h) alle Lagerräumlichkeiten, welche unter Terrain liegen. Als unter Terrain 

gelten jene Geschosse oder Geschossteile (bei Hanglage), deren Koten 

Oberkant Decke an keinem Punkt mehr als 1.20 m aus dem 

gewachsenen Terrain oder bestehenden Terrain herausragen. 

5. a) Nach Auffassung der Rekurrenten ist für die Frage der AZ-Pflicht vom 

Gebäudebegriff auszugehen, welcher alle auf dem Boden stehenden Anlagen 

umfasst, die einen Raum zum Schutze von Menschen oder Sachen gegen 

äussere, namentlich atmosphärische Einflüsse mehr oder weniger vollständig 

abschliessen (PVG 1989 Nr. 24, vgl. auch BGE 99 la S. 120). Der 

Gebäudebegriff umfasse auch gebäudeähnliche Objekte wie Buden, Lauben, 

Schuppen usw. Das Konstruktionsmaterial sei ohne Bedeutung, ebenso 

spiele es keine Rolle, ob es sich um vorfabrizierte Konstruktionen handle, ob 

die betreffenden Anlagen leicht transportabel seien und ob sie Fundamente 

aufwiesen. Auch die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die 

Gebäudeversicherung im Kanton Graubünden würden in Art. 5 vom gleichen 

Gebäudebegriff ausgehen. Danach stelle das Gebäude jedes Erzeugnis der 

Bautätigkeit dar, das sich zur Aufnahme von Menschen, Tieren oder Sachen 

eigne und einem bleibenden Zweck diene. Wende man diese Kriterien auf den 

vorliegenden Fall an, so sei erstellt, dass die ganzjährig betriebene Schirmbar 

auch mit bloss zur Hälfte montierten Seitenwänden eine sog. Geschossfläche 

im Sinne von Art. 38 BauG aufweise und diese anrechenbar sei.

b) Dieser Auffassung stellte sich die Gemeinde mit folgenden Ausführungen 

entgegen:

Abgesehen davon, dass es bei den von den Rekurrenten ins Feld geführten 

Präjudizien (R 02 131 und R 02 64/66/67) um völlig andere Tatbestände 

handle - im einen Fall stand eine offene Erdgeschosshalle zur Diskussion, im 

andern Fall der Wiederaufbau im Hofstattrecht (…) - dürfe nicht übersehen 

werden, dass Gebäude im eigentlichen Sinne des Wortes umbaute Räume 

mit fest konstruierten Fassaden darstellten (R 01 3/4 mit Verweis auf PVG 

1993 Nr. 21, 1983 Nr. 19). Zweifellos hätte der Gesetzgeber in diesem 

Zusammenhang mit der baurechtlichen Behandlung von Gebäuden nicht die 

auf Vorplätzen montierten Sonnenschirme im Auge, und erst recht nicht 

solche, welche nur temporär eingewandet seien, nämlich vorab während der 

Wintersaison. Es sei geradezu abwegig, bei temporär umwandeten 

Schirmbaren von einem „Geschoss“ zu sprechen. Solche Einrichtungen seien 

zwar dem Oberbegriff „Bauten“ zuzuordnen, nicht aber Gebäuden im 

eigentlichen Sinne, was schon dadurch zum Ausdruck gelange, dass das 

kantonale Raumplanungsrecht solche Einrichtungen sogar von der 

Baubewilligungspflicht ausnehme. Von einer solchen Befreiung hätte der 

kantonale Gesetzgeber zweifellos abgesehen, wenn solche Einrichtungen 

unter dem Aspekt der Grenzabstände und der AZ relevant wären. Mit offenen 

Erdgeschosshallen liessen sich solche Einrichtungen nicht vergleichen, weil 

im Gegensatz zu dort nicht die Gefahr bestehe, dass durch die Umwandung 

unvermittelt ein zusätzliches Geschoss entstehe. Irrelevant sei auch, ob sich 

im Bereich der Schirmbar Gäste aufhielten, die vom Personal des Hotels 

bedient würden. Käme es darauf an, dann müsste auch jede Sonnenterrasse 

bald einmal AZ-pflichtig erklärt werden, insbesondere wenn sie ganzjährig 

betrieben werde, wie das in der Gemeinde sehr oft der Fall sei. Auch die 

Rekurrenten bestritten nicht, dass selbst ein grösserer Schirm für sich allein 

noch kein Gebäude darstelle. Dies mit gutem Grund. Wäre es nämlich so, 

müsse die gleiche Regelung natürlich auch für ihre eigenen Schirmbaren 

angewendet werden. Entscheidend sei vor allem auch die Tatsache, dass die 

Umwandung des Schirms vorliegend nicht auf Dauer gestattet worden sei, 

sondern entsprechend dem Baugesuch nur für max. 6 Monate. Die These der 

Rekurrenten wäre allenfalls noch diskutabel, wenn die Umwandung fix und 

ganzjährig bewilligt worden wäre, was jedoch nicht der Fall sei. Daran ändere 

selbstverständlich die Tatsache nichts, dass sich die Betreiberin 

gegebenenfalls nicht an diese Befristung halte. Dieser Punkt wäre dann 

gegebenenfalls Gegenstand eines Wiederherstellungsverfahrens. Aus all 

diesen Gründen bestehe daher kein Anlass, die zur Diskussion stehende 

Schirmbar als Gebäude im Sinne des Baugesetzes zu qualifizieren. Doch 

selbst wenn das Verwaltungsgericht zu einem anderen Schluss kommen 

sollte, würde sich im Ergebnis nach Auffassung der Gemeinde nichts ändern. 

Es sei zwar richtig, dass die in Art. 38 Abs. 2 BauG enthaltene Aufzählung 

über die nichtanrechenbaren Geschossflächen an sich abschliessend sei. 

Ebenso klar sei jedoch auch, dass der Gesetzgeber, hätte er an diese 

Einrichtungen gedacht, diese ebenfalls von der AZ-Pflicht ausgenommen 

hätte. Es handle sich hier offensichtlich um eine echte Lücke, welche nach 

dem mutmasslichen Willen des Gesetzgebers zu schliessen sei. Hierbei sei 

davon auszugehen, dass es wohl niemandem einfallen würde, im 

Zusammenhang mit Schirmbaren von einer Bruttogeschossfläche zu 

sprechen. Solche seien regelmässig auf fest konstruierte Baukörper 

ausgerichtet und darauf angelegt, deren Ausmasse zu begrenzen. 

Bezeichnenderweise habe der kommunale Gesetzgeber offene 

Erdgeschosshallen und offene Dachterrassen, offene ein- und vorspringende 

Balkone und sogar Hallenbäder, Sport- und Saunaanlagen als nicht 

anrechenbar erklärt, dies obwohl letztere sogar grossen Einfluss auf das 

Volumen und damit die Ausdehnung von fest konstruierten Gebäuden hätten. 

Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass der Gesetzgeber - wäre er sich 

seinerzeit der Problematik bewusst gewesen - die Schirmbaren von der AZ-

Pflicht ausgenommen hätte, jedenfalls jene, die nur für eine beschränkte Zeit 

nach aussen abgeschlossen seien und daher auch nur beschränkt dazu 

geeignet seien, der Aufnahme von Menschen, Tieren und Sachen zu dienen 

bzw. diese von den Witterungseinflüssen abzuschirmen. Bezeichnenderweise 

werde in Art. 5 des Gebäudeversicherungsgesetzes der „bleibende Zweck“ 

als Kriterium für ein Gebäude stipuliert. Handle es sich bei der fraglichen 

Schirmbar nicht um ein Gebäude und bestehe für diese Einrichtung keine AZ-

Pflicht, dann brauche für die bewirtschaftete Fläche auch kein 

Parkplatznachweis erbracht zu werden. Der von den Rekurrenten ins Feld 

geführte Art. 23 des Parkplatzreglements komme im Übrigen nur für 

Bewirtschaftungsflächen im Innern von Restaurants, Cafes und Nachtlokalen 

zur Anwendung, nicht aber auf Aussenräume, insbesondere nicht auf 

Sonnenterrassen und dgl. Verhielte es sich anders, müssten auch die 

Rekurrenten für ihre Schirmbaren entsprechende Parkierungsflächen zur 

Verfügung stellen, und zwar unabhängig davon, ob die betreffenden 

Einrichtungen nun umwandet seien oder nicht.

Mit dieser Argumentation bewegt sich die Gemeinde innerhalb des ihr 

zustehenden Rechtsanwendungsermessens. Zwar sind die Gegenargumente 

der Rekurrenten nicht unbeachtlich. Indessen lassen sie die 

Gesetzesauslegung der Gemeinde nicht als willkürlich erscheinen. 

Insbesondere erscheint es als sachlich vertretbar, dem bloss temporären 

Charakter der Schirmbar Rechnung zu tragen. Dies lässt sich nicht zuletzt mit 

Blick auf das neue KRG, das zwar vorliegend noch nicht anwendbar ist, 

rechtfertigen, hat doch der kantonale Gesetzgeber solche und ähnliche 

touristische Anlagen als nicht bewilligungspflichtig erklärt und damit zum 

Ausdruck gebracht, dass davon keine erheblichen Auswirkungen auf Raum 

und Umwelt ausgehen. Sodann spielt es für die Nutzbarkeit solcher Anlagen 

nur eine geringe Rolle, ob sie - wie vorliegend - mit einer nicht isolierten 

Glasumwandung versehen sind, oder ob sie nur teilweise mit einer 

Holzumwandung bestückt sind, wie bei der Schirmbar der Rekurrenten (vgl. 

R 06 91). Bei beiden Varianten ist nämlich der Betrieb auch in den kälteren 

Stunden durch den Einsatz von Heizstrahlern, wie sie heute auch in offenen 

Gartenwirtschaften verwendet werden, durchaus möglich. Die 

Glasverkleidung hat daher gegenüber einer teilweisen Holzverkleidung bloss 

einen geringfügigen quantitativen, nicht aber einen qualitativen Effekt zur 

Folge. Es wäre daher kaum vertretbar, im einen Fall von einem AZ-pflichtigen 

Gebäude zu sprechen, im andern aber nicht. In Würdigung dieser Umstände 

erweist sich die angefochtene Baubewilligung als rechtmässig.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der Rekurrenten, 

welche überdies die anwaltlich vertretenen Gegenparteien angemessen 

aussergerichtlich zu entschädigen haben.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 7'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 7'314.--

gehen zulasten der Rekurrenten  und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Rekurrenten entschädigen die Gemeinde … und … aussergerichtlich mit je 

Fr. 3'000.-- (inkl. MWST).