# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5ebd75e-774f-51ee-91a5-37b534d7f881
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-31
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 31.10.2017 BK 2017 400
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-400_2017-10-31.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 400

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 31. Oktober 2017

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrich-
ter Stucki
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter 1

B.________

Beschuldigter 2

C.________

Beschuldigter 3

D.________

Beschuldigte 4

E.________

Beschuldigte 5

unbekannte Täterschaft

Beschuldigte 6

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

G.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer
Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen Körperverletzung, Verletzung des Berufs-
geheimnisses, Urkundenfälschung etc.

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 18. September 2017
(EO 17 9140)

2

Erwägungen:

1. Am 28. Juli 2017 reichte G.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) Strafanzei-
ge gegen eine Vielzahl von Personen wegen unterschiedlicher Delikte ein, darunter 
unter Anderem wegen angeblicher Körperverletzung, Amtsgeheimnisverletzung 
oder Urkundenfälschung. Am 18. September 2017 nahm die Regionale Staatsan-
waltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren 
nicht an die Hand. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 28. September 2017 
Beschwerde. Am 12. Oktober 2017 reichte er auf entsprechende Aufforderung der 
Verfahrensleitung hin eine verbesserte Rechtsmittelschrift ein. Am 20. Oktober 
2017 leistete er auf entsprechende Aufforderung der Verfahrensleitung hin eine Si-
cherheitsleistung von CHF 600.00.

Mit Blick auf das Nachfolgende hat die Verfahrensleitung auf das Einholen einer 
Stellungnahme verzichtet (Art. 390 Abs. 2 Schweizerische Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]).

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schweizerische Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organi-
sationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdefüh-
rer ist durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschütz-
ten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 
Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist grundsätzlich einzu-
treten, jedenfalls soweit sie den Streitgegenstand betrifft (siehe hinten E. 5.3).

3. Die Nichtanhandnahme ist wie folgt begründet: Der Beschwerdeführer habe 
zunächst vorgebracht, dass ihn sein Vater A.________ in der Zeit von ca. 1987 - 
2004 geschlagen und ihm physische und psychische Gewalt angetan habe. Eben-
so soll er dies seiner Mutter H.________ zugefügt haben. Sämtliche einfachen 
Körperverletzungen, die der Beschwerdeführer durch seinen Vater in der Zeit von 
ca. 1987 bis 2004 erlitten haben solle, seien allerdings verjährt. Daher werde das 
Verfahren diesbezüglich nicht an die Hand genommen. 

In der Zeit von ca. 2005 - 2007 habe sich der Beschwerdeführer in Behandlung bei 
Dr. B.________ begeben. Da dieser ihm ein Medikament gegen seine Hochsensi-
bilität verschrieben habe, nehme er an, dass dieser von seiner Krankheit gewusst 
und diese absichtlich verschwiegen habe. Weswegen er das Medikament «Reba-
lance» habe einnehmen müssen, habe er nicht gewusst; aus diesem Grund habe 
B.________ seine ärztliche Informationspflicht und die ethischen Grundsätze eines 
Mediziners verletzt. Dem behandelnden Arzt werde also das Zurückbehalten von 
Informationen gegenüber dem Beschwerdeführer vorgeworfen und nicht das Of-
fenbaren einer geheimhaltungsbedürftigen Tatsache. Inwiefern der Beschwerde-
führer durch die Verschreibung des Arzneimittels ohne vorgängige Aufklärung in 
seiner körperlichen Integrität im Sinne einer Körperverletzung gemäss Art 123 
Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB; SR 311) verletzt worden sei, könne nicht 

3

festgestellt werden. Der Tatbestand der einfachen Körperverletzung verjähre nach 
zehn Jahren. Folglich seien die Vorbringen betreffend die Zeit ab ca. 2005 - 2007 
mit hoher Wahrscheinlichkeit (zumindest teilweise) verjährt. Aus diesen Gründen 
werde das Verfahren (auch betreffend Amts- bzw. Berufsgeheimnisverletzung) 
nicht an die Hand genommen.

Der Beschwerdeführer habe vorgebracht, dass ihn eine unbekannte, staatliche Or-
ganisation in der Zeit von 2007 - 2008 einmalig während einer Autofahrt mit elektri-
scher Strahlung bestrahlt habe. Dies soll die Organisation mit der Absicht getan 
haben, um Leute, die eine Bindungsstörung aufweisten, stärker zu machen. Der 
Grundtatbestand von Art. 123 StGB sei als Antragsdelikt ausgestaltet. Gemäss 
Art. 31 StGB erlösche das Antragsrecht nach Ablauf von drei Monaten, wobei die 
Frist mit dem Tag beginne, an dem der antragsberechtigten Person der Täter be-
kannt werde. Hier habe der Beschwerdeführer vorgebracht, dass die Tat durch eine 
staatliche, ihm unbekannte Organisation begangen worden sei. Die Anzeige richte 
sich also gegen den Staat, da die Organisation ihm als Verwaltungsträger zuzuord-
nen sei. Es sei davon auszugehen, dass der Geschädigte im Tatzeitpunkt bereits in 
Kenntnis der Täterschaft, wenn auch nicht der genauen Personen, gewesen sei. 
Somit sei auch hier das Antragsrecht verjährt. Zudem lege der Beschwerdeführer in 
keinerlei Weise dar, inwiefern er durch die [angebliche] Bestrahlung in seiner phy-
sischen oder psychischen Integrität verletzt worden wäre. Objektivierbare Beweis-
mittel lägen keine vor und könnten aufgrund der langen Zeitspanne seit dem Vorfall 
nicht mehr erhältlich gemacht werden. Infolge der ungenügenden Belastungstatsa-
chen werde das Verfahren nicht an die Hand genommen.

in der Zeit von 2006 - 2017 habe sich der Beschwerdeführer des Weiteren in The-
rapie bei Dr. C.________ begeben. Auch dieser habe von seiner Hochsensibilität 
gewusst und ihm dies verschwiegen. Zudem sei er sicher, dass dieser mit der un-
bekannten staatlichen Organisation zusammenarbeitet habe – wie alle Ärzte. 
Gemäss der Staatsanwaltschaft sei indes kein Verfahren an die Hand zu nehmen, 
da der Eingabe kein strafrechtlich relevanter Sachverhalt entnommen werden kön-
ne. 

Der Beschwerdeführer habe sodann vorgebracht, dass D.________, bei welcher er 
im Coaching gewesen sei, seine leibliche Mutter und folglich eine Leihmutter ge-
wesen sei; überdies stehe auch sie mit der staatlichen Organisation in Verbindung. 
Indessen lägen keine den Tatverdacht begründende Hinweise vor, dass ein medi-
zinisch unterstütztes Fortpflanzungsverfahren angewandt worden sei. Das Kindes-
verhältnis zu H.________ sei mit der Geburt des Beschwerdeführers entstanden. 
Das Vorgebrachte erfülle keinen Straftatbestand. Werde das Kindesverhältnis be-
stritten, so handle es sich um eine zivilrechtliche Angelegenheit. 

Der Beschwerdeführer habe ausgeführt, dass durch die Gemeinde E.________ ei-
ne Urkundenfälschung begangen worden sei, da in seiner Geburtsurkunde 
A.________ und H.________ eingetragen seien, diese aber aufgrund der Leihmut-
terschaft nicht seine leiblichen Eltern seien. Die Verjährung beginne indes mit dem 
Tag, an dem der Täter, hier die Gemeinde E.________, die strafbare Tätigkeit aus-
geführt habe. Das Vorbringen betreffe die Zeit um die Geburt des Beschwerdefüh-
rers, also das Jahr 1987. Die Verfolgungsverjährung sei somit im Jahr 2002 einge-

4

treten. Aus diesem Grund werde das Verfahren diesbezüglich nicht an die Hand 
genommen.

Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers solle er schliesslich in der Zeit vom 
17.06.2015 - 25.07.2015 bei der I.________ AG und vom 01.09.2015 - 31.03.2016 
bei den K.________-Diensten Bern von den Angestellten manipuliert worden sein, 
indem sie auf seine Schwachstellen abgezielt hätten. Wiederum sei allerdings vom 
Beschwerdeführer nicht vorgebracht worden, inwiefern er durch dieses Verhalten 
geschädigt worden sei. Er lege insbesondere nicht dar, wie – d.h. mit welchen Mit-
teln und von wem – er manipuliert worden sei. Ebenso wenig könne aus den Aus-
sagen auf einen konkreten Straftatbestand geschlossen werden.

4. In seiner verbesserten Eingabe vom 12. Oktober 2017 führt der Beschwerdeführer 
vorab aus, er möchte namentlich das Verfahren gegen unbekannte Täterschaft 
weiterführen. «Das Muster» folge generell dem gleichen Schema. Ihm würden «die 
Grenzen geöffnet», um ein negatives Erlebnis zu bewirken bzw. das Risiko dazu zu 
erhöhen. Im Folgenden macht er über viele Seiten Ausführungen zu verschiedenen 
angeblichen Geschehnissen, darunter insbesondere: Verschreibung des Medika-
ments Abilify im Frühling 2016; Verschreibung des Medikaments Olanzapin im 
September 2017; Nichtbehandlung einer Herz-/Kreislaufstörung im September 
2017; Malta Tauchgang im April 2017; versuchte Verursachung einer «Decompres-
sion Sickness» in Jordanien im Mai 2017; versuchter Sportunfall beim Kitesurfen im 
Mai 2017; Anstiftung zur Belästigung einer Minderjährigen im Nachtzug Hamburg-
Basel im Juni 2017; versuchte Verursachung von Autounfällen; Injektion eines all-
ergischen Stoffs im Regionalspital L.________ im September 2017. 

Zu den ursprünglich angezeigten angeblichen Straftaten äussert er sich nicht mehr. 
Insbesondere führt er nicht aus, inwiefern die angefochtene Verfügung vom 
18. September 2017 rechtsfehlerhaft wäre. Vielmehr legt auf den letzten Seiten 
seiner Eingabe vom 12. Oktober 2017 dar, was sich in seinem Leben in den letzten 
Jahren (in suboptimaler Weise) zugetragen habe.   

5.

5.1 Bei der Frage, ob ein Strafverfahren über eine Nichtanhandnahme durch die Straf-
verfolgungsbehörde erledigt werden kann, gilt der Grundsatz in dubio pro duriore. 
Dieser fliesst aus dem Legalitätsprinzip (BGE 138 IV 86 E. 4.2). Er bedeutet, dass 
eine Nichtanhandnahme durch die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 310 Abs. 1 
Bst. a StPO grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise offensicht-
lich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Klare Straflosig-
keit liegt vor, wenn es sicher ist, dass der Sachverhalt unter keinen Straftatbestand 
fällt, was namentlich bei rein zivilrechtlichen Streitigkeiten der Fall ist. Bei der Beur-
teilung dieser Frage verfügen die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz 
über einen gewissen Spielraum, den das Bundesgericht mit Zurückhaltung über-
prüft (BGE 138 IV 86 E. 4.1.2). Im Zweifelsfall – wenn die Sach- und/oder die 
Rechtslage nicht von Vornherein klar sind – ist eine Untersuchung zu eröffnen.

5.2 Soweit der Beschwerdeführer eine Überprüfung der angefochtenen Verfügung vom 
18. September 2017 verlangt, so ist die Beschwerde unbegründet und abzuweisen. 

5

Der Beschwerdeführer vermag nicht darzutun und es ist auch nicht ersichtlich, in-
wiefern sich die angezeigten Personen strafrechtsrelevant verhalten hätten. Die 
sehr ausführlich begründete Nichtanhandnahme erweist sich als rechtmässig.

5.3 Soweit der Beschwerdeführer andere angebliche Geschehnisse darstellt, so ist 
darauf – respektive auf die damit verbundenen, sinngemäss erhobenen Rügen und 
Rechtsbegehren – nicht einzutreten, da sie den Streitgegenstand nicht betreffen. 
Die Beschwerdekammer überprüft ausschliesslich die Rechtmässigkeit der voran-
gegangenen Verfügung. Anzeichen oder Verdachtsmomente, dass andere Strafta-
ten geschehen sein könnten, die eine Weiterleitung an die zuständigen Strafbehör-
den rechtfertigen würden, liegen im Übrigen nicht vor.

6. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde wegen offensichtlicher Unbegründetheit 
abzuweisen, soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann.  

7. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 428 
Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten von CHF 600.00 werden mit seiner Sicher-
heitsleistung verrechnet.

6

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 600.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit seiner geleisteten Sicherheit verrechnet.

3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten 1
- dem Beschuldigten 2
- dem Beschuldigten 3
- der Beschuldigten 4
- der Beschuldigten 5
- der Generalstaatsanwaltschaft
- der Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwalt 

J.________
(mit den Akten)

Bern, 31. Oktober 2017 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.