# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62cef84c-6080-5744-8db7-4ccdbf649e1f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-04-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 07.04.2006 R 2003 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2003-69_2006-04-07.pdf

## Full Text

R 03 69A
4. Kammer 

URTEIL
vom 26. Oktober 2004

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2000 reichte die Baugesellschaft “…“ ein 

Baugesuch für die Erstellung von zwei Mehrfamilienhäusern A und B mit 

Einstellhalle auf der in der Gemeinde … gelegenen Parzelle Nr. 1548 ein. Mit 

Baubescheid vom 25. April 2001 wies die Baukommission … das Baugesuch 

ohne vorgängige Publikation und Auflage u.a. zufolge fehlender 

Bauberechtigung ab. Den dagegen von der Baugesellschaft erhobenen 

Rekurs (R 01 75) hiess das Verwaltungsgericht nach Vornahme eines 

Augenscheins mit Urteil vom 27. November 2001 gut und wies die Sache zur 

öffentlichen Auflage und Publikation und anschliessender materieller 

Behandlung im Sinne der Erwägungen an die Gemeinde … zurück. Das 

Gericht stellte fest, dass die strassenmässige Erschliessung der Parzelle Nr. 

1548 ausreichend sei und dass sich die Gebäude- und Firsthöhen der beiden 

geplanten Mehrfamilienhäuser im Sinne von Art. 45 Abs. 3 BG nach den 

umliegenden Bauten richten würden. Das Urteil erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

Am 8. März 2002 wurden die Baugesuche für den Bau der beiden 

Mehrfamilienhäuser A und B auf der Parzelle Nr. 1548 publiziert. Innert Frist 

gingen dagegen verschiedene Einsprachen von benachbarten Grund- und 

Stockwerkeigentümern ein. Die Evangelische Kirchgemeinde sowie u.a. … 

rügten u.a. eine Verletzung der Vorschriften über die Gebäudehöhe sowie der 

einzuhaltenden Gebäude- und Grenzabstände (Windfang an der Nordfassade 

Haus B würde in den Grenzabstand hineinragen; Balkone am Haus B würden 

den Gebäudeabstand zu Haus A nicht einhalten). Am 24. April 2003 reichte 

die Baugesellschaft noch ein abgeändertes Projekt für die Erschliessung der 

beiden Bauvorhaben mit Wasser und die Abwasserentsorgung ein. Mit Bau- 

und Einspracheentscheid vom 26. Juni 2003 hiess die Gemeinde die 

Einsprache der Kirchgemeinde und von … im Sinne der Erwägungen gut, im 

Übrigen wies sie sie aber ab, soweit sie darauf überhaupt eintrat. Auf die Rüge 

der Verletzung der Vorschriften über die zulässige Gebäudehöhe könne nicht 

eingetreten werden, weil das Verwaltungsgericht bereits rechtskräftig 

festgestellt habe, dass das Projekt den Vorgaben von Art. 45 BG entspreche. 

Gutgeheissen wurde die Einsprache hinsichtlich der gerügten Verletzung des 

Grenzabstandes durch den geplanten Windfang an der Nordfassade von 

Haus B. Da nach Art. 69 Abs. 4 BG Dachgesimse bis höchstens 1 m Tiefe in 

den Grenzabstand hineinragen dürften, sei die Bauherrschaft durch eine 

Auflage zu verpflichten, beim Windfang die Seitenwände wegzulassen und 

lediglich ein Vordach mit einer Tiefe von max. 1 m vorzusehen. Gutgeheissen 

wurde die Einsprache auch hinsichtlich der gerügten Verletzung des 

Gebäudeabstandes durch die geplanten am Boden abgestützten Balkone des 

Hauses B. Diesbezüglich entschied die Baubehörde mittels Auflage, dass die 

Abstützungen unter den Balkonen gegenüber Haus A wegzulassen seien. Im 

Übrigen würden die Balkone aber sowohl der Gebäudeabstandsvorschrift von 

Art. 68 BG als auch der Grenzabstandsvorschrift von Art. 69 Abs. 4 BG 

entsprechen. Als berechtigt erachtete die Baubehörde auch den Einwand, 

dass der beim Haus A gegenüber der Parzelle Nr. 431 geplante Ausgang den 

Grenzabstand verletze. Entsprechend verpflichtete sie die Bauherrschaft 

mittels Auflage, auf den Ausgang zu verzichten. Hinsichtlich der übrigen 

Einsprachepunkte (Einhalten lediglich des kleinen Grenzabstandes bei Haus 

B, ungenügend dimensionierte Sickerschächte sowie drohende Schäden an 

den Mauern auf der gemeinsamen Grenze der Parzellen Nr. 432 und 436 

zufolge der geplanten Baumassnahmen) wurde die Einsprache dagegen 

abgewiesen.

2. Dagegen liessen die Evangelische Kirchgemeinde … und … am 25. Juli 2003 

beim Verwaltungsgericht frist- und formgerecht Rekurs erheben mit dem 

Antrag, der angefochtene Bau- und Einspracheentscheid vom 26. Juni 2003 

sei vollumfänglich aufzuheben und das Baugesuch der Rekursgegner 

entsprechend vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung machten sie 

geltend, das Bauvorhaben beeinträchtige das Orts- und Landschaftsbild 

beträchtlich. Es verletze Art. 8 KRG, Art. 1 Ziff. 2 und Art. 8 Abs. 3 der 

kantonalen Verordnung über Natur- und Heimatschutz (NHV) sowie Art. 1 BG. 

Diese Vorschriften gälten nicht nur für die Raumplanung, sondern auch bei 

der Behandlung von Baubewilligungen. Die Verweigerung der Prüfung der 

zum Ortsbildschutz aufgeworfenen Fragen und die Nichtberücksichtigung in 

der Entscheidfindung würden das rechtliche Gehör der Rekurrenten verletzen. 

Die schwere Beeinträchtigung des Ortsbildes durch das Bauvorhaben führe 

dazu, dass es nicht bewilligungsfähig sei. Weiter beanstandeten die 

Rekurrenten den angeblich zu hohen First von Haus B. Diesen Einwand 

zogen sie mit Schreiben vom 22. August 2003 wiederum zurück. Weiter 

beanstandeten sie, Haus B verletze den Gebäudeabstand von 7,5 m zu Haus 

A, weil die Balkone an der Südfassade von Haus A mehr als einen Drittel der 

Fassadenlänge ausmachten (Art. 69 Abs. 4 BG) und das Haus A halte den 

Grenzabstand von 5 m zu Parzelle Nr. 433 nicht ein, weil auch hier die 

Balkone mehr als einen Drittel der Fassadenlänge ausmachten. 

3. Auf entsprechendes Gesuch hin erteilte der Instruktionsrichter dem Rekurs 

mit Verfügung vom 12. August 2003 die beantragte  aufschiebende Wirkung.

4. a) Die Gemeinde … beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses, soweit darauf eingetreten werden könne. Auf die Rüge betreffend 

Verletzung des Orts- und Landschaftsbildes könne nicht eingetreten werden, 

weil die Rekurrenten kein eigenes schutzwürdiges Interesse hätten. Im 

Übrigen stellten die angerufenen Bestimmungen Anweisungen an den 

kommunalen Gesetzgeber dar, Bestimmungen zum Schutz des Orts- und 

Landschaftsbildes zu erlassen. Dies habe die Gemeinde u.a. mit dem Erlass 

von Art. 12 und 45 BG getan. Die Rügen betreffend Verletzung der Gebäude- 

und Grenzabstände durch die Häuser A und B würden erstmals im 

Rekursverfahren vorgebracht, weswegen darauf nicht eingetreten werden 

könne. Die gerügte Verletzung der Gebäudeabstandsvorschriften ziele ins 

Leere, weil bei Haus A nur der östliche Balkon teilweise in den 

Gebäudeabstand hinein rage. Weil der Balkon aber den zulässigen Drittel der 

Fassadenlänge nicht überschreite, treffe die Rüge nicht zu. Betreffend 

Verletzung des Grenzabstandes durch Haus A übersähen die Rekurrenten, 

dass Haus A und der westliche Bauteil eine einzige Fassade bildeten; 

entsprechend würden die beiden Balkone auch nicht einen Drittel der 

gesamten Fassadenlänge ausmachen. Eine gesetzliche Grundlage für die 

Zusprechung einer aussergerichtlichen Entschädigung für das Vorverfahren 

existiere nicht, weswegen der Rekurs auch diesbezüglich abgewiesen werden 

müsse.

b) Die Baugesellschaft „…“ beantragte ebenfalls die Abweisung des Rekurses, 

soweit darauf einzutreten sei. Die Durchführung eines Augenscheins und die 

Anordnung einer Expertise, wie von den Rekurrenten beantragt, sei nicht 

nötig, weil sich das Gericht bereits in VGU R 01 75 mit der Angelegenheit 

befasst habe. Eine Konkretisierung einer Wertverminderung der 

rekurrentischen Grundstücke sei nicht erfolgt und sei auch nicht gegeben, 

weswegen diesbezüglich keine Legitimation der Rekurrenten zur 

Rekurserhebung gegeben sei. Art. 8 KRG wäre nur dann anwendbar, wenn 

das kommunale BG keine Ästhetikvorschriften enthielte. Dies sei aber 

vorliegend der Fall. Die Verletzung von Grenz- resp. Gebäudeabständen 

seien im Einspracheverfahren nicht geltend gemacht worden, weswegen auf 

die entsprechenden Rügen nicht einzutreten sei. Auch materiell sei der 

Einwand unbegründet. Die Verfahrenskosten seien den Rekurrenten 

aufzuerlegen; für das Vorverfahren könne mangels gesetzlicher Grundlage 

keine aussergerichtliche Entschädigung zugesprochen werden.

5. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien 

Gelegenheit, die von ihnen eingenommenen Rechtstandpunkte zu ergänzen 

und zu vertiefen. Die Rekurrenten wiesen darauf hin, dass sie die Rügen der 

mutmasslichen Verletzung von Gebäude- und Grenzabstandsvorschriften 

bereits im Einspracheverfahren vorgebracht hätten, weshalb auf diese im 

vorliegenden Rekursverfahren auch einzutreten sei.

6. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2003 informierte der Instruktionsrichter die 

Parteien, dass das Verwaltungsgericht die vorliegende Streitsache zum 

Anlass für eine Praxisänderung der Rekurslegitimation in Ästhetikfragen 

nehmen wolle. Am Augenschein werde ihnen Gelegenheit gegeben, 

Ausführungen zur Ästhetikproblematik zu machen.

7. In einer ergänzenden Eingabe vom 9. Dezember 2003 machten die 

Rekurrenten noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Eine 

solche erblickten sie im Umstand, dass die Bauprofile auf der im Streit 

liegenden Parzelle entfernt worden seien. Ihr Fehlen verunmögliche eine 

korrekte Durchführung des Augenscheines und stelle zudem einen Verstoss 

gegen Art. 101 BG dar.

8. Am 11. Dezember 2003 führte eine Delegation der lV. Kammer des 

Verwaltungsgerichts einen Augenschein an Ort und Stelle durch, an welchem 

Vertreter der Rekurrentschaft mit ihrem Anwalt, ein Mitglied des 

Gemeindevorstandes und der Präsident der Baukommission mit dem 

gemeindlichen Anwalt, zwei Vertreter der Baugesellschaft „…“ mit ihrem 

Anwalt sowie der kantonale Denkmalpfleger teilnahmen. Allen Anwesenden 

wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch 

mündlich zu den in den Eingaben aufgeworfenen Fragen, der 

Ästhetikproblematik und der angekündigten Änderung der Rechtsprechung 

bei der Auslegung der Rekurslegitimation zu äussern.

9. Mit Urteil vom 11. Dezember 2003, mitgeteilt am 9. Februar 2004, hiess das 

Verwaltungsgericht den Rekurs gut und hob die Baubewilligung auf, soweit 

damit die Balkone von Haus A gegenüber der Parzelle Nr. 433 bewilligt 

worden waren. Im Übrigen wurde der Rekurs abgewiesen. Es verneinte im 

Wesentlichen eine Verletzung der Bestimmungen über den Ortsbild- und 

Landschaftsschutz und erkannte, dass die Gebäude- und Grenzabstände, mit 

Ausnahme der Balkone von Haus A, eingehalten seien.

10. Dagegen reichte die Evangelische Kirchgemeinde … am 11. März 2004 beim 

Bundesgericht in Lausanne Staatsrechtliche Beschwerde ein. Das 

Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 14. September 2004 gut 

und hob das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts auf. Es führte in 

formeller Hinsicht vorweg aus, dass das Verwaltungsgericht zu Recht die 

Legitimation im Rekursverfahren auch hinsichtlich der aufgeworfenen 

Ortsbildschutzfragen bejaht habe. Ferner stellte es fest, dass sich das 

Verwaltungsgericht mit den von der Beschwerdeführerin, gestützt auf eine 

Stellungnahme der kantonalen Denkmalpflege geltend gemachten 

spezifischen Auswirkungen des Bauvorhabens auf die evangelische Kirche 

als historisches Bauwerk in keiner Weise auseinandergesetzt habe. Auch zum 

Antrag, allenfalls dazu ein Sachverständigengutachten bei der Denkmalpflege 

einzuholen, habe es sich im angefochtenen Urteil nicht geäussert. Weil es 

sich dabei um einen wesentlichen Entscheidpunkt handle, genüge das 

angefochtene Urteil den verfassungsmässigen Begründungsanforderungen 

nicht und es sei daher die Beschwerde gutzuheissen, ohne dass die weiteren 

(im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren) erhobenen Rügen zu behandeln 

seien.

11. Auf das Ergebnis des verwaltungsgerichtlichen Augenscheins vom 11. 

Dezember 2003 und die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften 

wird soweit erforderlich in den Erwägungen eingegangen

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Heisst das Bundesgericht eine staatsrechtliche Beschwerde ganz oder 

teilweise  gut, und hebt es damit ein kantonales Urteil auf, wird die frühere 

prozessuale Lage wieder hergestellt (BGE 104 Ia 378). Die staatsrechtliche 

Beschwerde ist in der Regel rein kassatorischer Natur. Dies hat zur Folge, 

dass die Vorinstanz einen neuen Entscheid zu treffen hat, welcher dem 

bundesgerichtlichen Urteil Rechnung trägt. Die Erwägungen des 

Bundesgerichts sind dabei für die Vorinstanz verbindlich (BGE 95 I 516), 

soweit das Bundesgericht in der Sache selbst nicht schon entschieden hat 

(vgl. zum Ganzen: Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen 

Beschwerde, 2.A., Bern 1994, S. 399; BGE 121 328 E. 1b, 120 Ia 222 E. b, 

118 Ia 69 E. e).

2. a) Das Bundesgericht hat hinsichtlich der vom Verwaltungsgericht im 

angefochtenen Urteil vorgenommenen Erweiterung der Legitimationspraxis in 

Ziff. 1.2. des Urteils folgendes ausgeführt:

„Das Verwaltungsgericht bejahte die Rekurslegitimation der 
Beschwerdeführerin in Bezug auf den Ortsbildschutz, weil es seine bisher an 
der Legitimationspraxis zur staatsrechtlichen Beschwerde orientierte 
Rechtsprechung änderte und neu (richtigerweise) jener zur 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht folgt; es liess 
demzufolge eine Beeinträchtigung in schützenswerten Interessen als 
Nachbarin genügen (vgl. dazu auch Giusep Nay, Verfahrensfragen bei der 
Anfechtung von Planungsmassnahmen, ZGRG 3/86 5. 47 f.). (…).“
Bereits aus dieser Sicht betrachtet, erhellt, dass im vorliegenden Verfahren 

von weiteren Ausführungen zur Rekurslegitimation und dem von den 

Rekursgegnerinnen vorgebrachten Nichteintretensantrag abgesehen werden 

kann, zumal das Bundesgericht diesbezüglich abschliessend entschieden 

hat. Entsprechend ist auf den Rekurs hinsichtlich aller vorgebrachten Rügen 

einzutreten.

b) Hinsichtlich der vom Bundesgericht bejahten Verletzung des rechtlichen 

Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV kann dem Urteil folgendes entnommen 

werden:

„2.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV folgt 
die grundsätzliche Pflicht von Gerichten, ihre Entscheide zu begründen. 
Der Bürger soll wissen, warum entgegen seinem Antrag entschieden 
wurde. Die Begründung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst 
sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten 
kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die 
Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die 
Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht leiten liess 
und auf welche sich sein Entscheid stützt. Die Begründungspflicht und 
der Anspruch auf Begründung sind allerdings nicht bereits dadurch 
verletzt, dass sich die urteilende Behörde nicht mit allen 
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne 
Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den 
Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 126 1 97 E. 2b 5. 
102 f. mit Hinweisen).

2.2 Das Verwaltungsgericht prüfte im angefochtenen Urteil, ob die auf dem 
Nachbargrundstück bewilligten Bauten “im Sinne von Art. 12 BG der 
Gemeinde sowie im Lichte der vorgebrachten generellen 
ortsbildschützerischen Einwände in die Umgebung einfügen“ (E. 4) und 
bejahte dies. Mit den geltend gemachten spezifischen Auswirkungen auf 
die evangelische Kirche als historisches Bauwerk, auf die sich die 

Beschwerdeführerin gestützt auf eine Stellungnahme der kantonalen 
Denkmalpflege berief, befasst es sich in keiner Weise. Es äussert sich 
auch zum Antrag, dazu allenfalls ein Sachverständigengutachten bei 
dieser Denkmalpflege einzuholen, nicht, sondern führt allein an, die 
Gemeinde sei nicht verpflichtet gewesen, die Denkmalpflege beratend 
beizuziehen. Da es sich dabei ohne weiteres um einen wesentlichen 
Entscheidpunkt handelt, genügt der angefochtene Entscheid den 
verfassungsmässigen Begründungsanforderungen nicht. Die Rüge der 
Verletzung des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV ist begründet.“

Im Lichte dieser bundesgerichtlichen Vorgaben ist der Rekurs, soweit 

aufgrund der bundesgerichtlichen Erwägungen erforderlich, neu zu 

entscheiden.

3. Die Rekurrenten beantragen die Einholung eines 

Sachverständigengutachtens bei der kantonalen Denkmalpflege. Von der 

Einholung eines solchen Gutachtens kann abgesehen werden, da daraus 

keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Abgesehen 

davon, dass dem Gericht für die Beurteilung der sich stellenden Fragen 

bereits die von den Rekurrenten bei der nämlichen Denkmalpflege eingeholte 

Stellungnahme vorliegt, hat der Kantonale Denkmalpfleger auch am 

Augenschein vom 11. Dezember 2003 teilgenommen und er konnte sich auch 

noch mündlich umfassend zu den aufgeworfenen ortsbild- und 

landschaftsschützerischen Fragen und den Auswirkungen des Bauvorhabens 

auf die Evangelische Kirche äussern. Dass die von ihm zu vertretenden 

Anliegen bereits im Rahmen (der verwaltungsinternen Mitwirkung) im 

Vorprüfungsverfahren, in der Folge von der Gemeinde bei der 

Verabschiedung der Zonenordnung und in der Folge auch noch im 

Genehmigungsverfahren der Grundordnung vor der Regierung (Art. 37 f. 

KRG) ebenfalls eingeflossen und von den zuständigen Instanzen - soweit als 

massgeblich erachtet - auch in die nunmehr rechtskräftige Grundordnung 

(Zonenplan, Art. 23 ff. KRG; Generelle Erschliessungs-/Gestaltungsplan,  Art. 

32 ff. KRG; Baugesetz, Zonenschema, Art. 22 ff. KRG) eingeflossen sind, ist 

notorisch und bedarf keiner näheren Erläuterung. Auf die Einholung des 

beantragten zusätzlichen Sachverständigengutachtens kann daher ohne 

weiteres verzichtet werden.

4. a) Vorgängig einer materiellen Beurteilung der sich stellenden Fragen ist jedoch 

noch der rekurrentische Einwand der Verletzung des rechtlichen Gehörs zu 

prüfen. Einen solchen erblicken sie einerseits im Umstand, dass der 

angefochtene Entscheid hinsichtlich der gerügten Verletzung von 

Ästhetikbestimmungen ungenügend begründet worden sei. Ferner erblicken 

sie einen solchen darin, weil die Profilierung auf der Parzelle bereits entfernt 

worden sei. In diesem Vorgehen liege ein Verstoss gegen Art. 101 BG und 

dieses komme auch einer massgeblichen Verletzung des rechtlichen Gehörs 

gleich. 

Ihnen kann nicht gefolgt werden. Von einer rechtlich relevanten Verletzung 

des den Rekurrenten zustehenden verfahrensrechtlichen Gehörsanspruches 

kann im konkreten Fall keine Rede sein. Die Parteien haben im vorliegenden 

Verfahren Gelegenheit erhalten, sich im Rahmen eines doppelten 

Schriftenwechsels sowie auch noch anlässlich eines Augenscheines (und im 

Beisein des kantonalen Denkmalpflegers) ausführlich zu den aufgeworfenen 

Fragen zu äussern, weshalb ein allfälliger Mangel in der vorinstanzlichen 

Begründung daher praxisgemäss als nachträglich geheilt erachtet werden 

kann (PVG 1996 Nr. 107; VGU R 02 139). 

b) Auch die Rüge der im Zeitpunkt des (zweiten) verwaltungsgerichtlichen 

Augenscheines fehlenden Profilierung und des damit allenfalls 

einhergehenden Verstosses gegen Art. 101 BG ist ungeeignet, den Ausgang 

des vorliegenden Verfahrens massgebend zu beeinflussen. Dies ergibt sich 

bereits aus dem Zweck der Profilierung, welcher im Wesentlichen einzig darin 

liegt, einem weiteren Personenkreis die Beurteilung des Bauvorhabens unter 

öffentlich- und privatrechtlichen Gesichtspunkten zu ermöglichen und sie in 

die Lage zu versetzen, Einwendungen zu erheben (vgl. Hänni, Planungs-, 

Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., Bern 2002, S. 314 f.). 

Vorliegend waren die Rekurrenten offenkundig in der Lage, sachkundige 

Einwendungen gegen das Bauvorhaben vorzubringen. Im Übrigen waren die 

Profile zum Zeitpunkt des ersten verwaltungsgerichtlichen Augenscheines 

unbestrittenermassen gestellt. Auch das urteilende Gericht konnte sich 

jedenfalls bereits anlässlich des ersten Augenscheines, wenn auch in einer 

im Vergleich zu heute leicht geänderten Zusammensetzung, bereits ein 

umfassendes Bild darüber machen. Erwachsen den Rekurrenten aber aus 

dem Vorgehen der Rekursgegnerinnen keine rechtlich relevanten Nachteile, 

erweist sich ihre Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbehelflich. 

Auf den Rekurs ist daher materiell einzutreten.

5. a) In der Sache selbst machen die Rekurrenten mit ihrem Haupteinwand eine 

Verletzung von kantonalen und kommunalen Vorschriften betreffend den 

Ortsbild- und Landschaftsschutz geltend (u.a. Art. 8 KRG, Art. 1 Ziff. 2 sowie 

Art. 8 Abs. 3 der kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung [NHV]; Art. 

1 und 45 BG) und beantragen entsprechend die Aufhebung des 

angefochtenen Bau- und Einspracheentscheides. Ihnen kann jedoch nicht 

gefolgt werden. Wie das Verwaltungsgericht bereits mehrfach festgehalten 

hat, handelt es sich bei Art. 8 KRG um eine Mindestvorschrift, welche lediglich 

dann herangezogen werden kann, wenn die Gemeinde keine eigenen 

Bestimmungen erlassen hat (VGE 647/96) Dies ergibt sich im Übrigen bereits 

aus Art. 4 Abs. 2 KRG, wonach die Gemeinden in ihrem Baugesetz, soweit 

sie zuständig sind, strengere Bestimmungen aufstellen können. Vorliegend ist 

unbestritten, dass die Gemeinde u.a. mit Art. 12 BG (Anpassungsbereich) 

eine entsprechende, strengere Bestimmung erlassen hat. Diese schreibt vor, 

dass Neubauten gestattet sind, sofern sie sich in Bezug auf Grösse, Form und 

Stellung an die bestehende Bauweise und in der Umgebung anpassen. 

Während Art. 8 KRG lediglich ein Verunstaltungsverbot (negative 

Ästhetikvorschrift) enthält, sieht Art. 12 BG ein Einfügungsgebot (positive 

Ästhetikvorschrift) vor, welches offensichtlich weiter geht, als Art. 8 KRG und 

entsprechend diesem denn auch vorgeht. Aus den angerufenen Art. 1 und 8 

NHV können die Rekurrenten direkt ebenso wenig etwas zu Gunsten ihrer 

Begehren ableiten, wie aus Art. 1 BG. All diesen Bestimmungen ist 

gemeinsam, dass damit ein von den Behörden zu verfolgendes ein Ziel (so im 

Wesentlichen die Wahrnehmung und Erhaltung bzw. Verbesserung des 

Landschafts- und Ortsbildes) umschrieben wird. Die Umsetzung dieser Ziele 

hat aber – analog Art. 8 KRG – im Rahmen der kommunalen Grundordnung 

(Zonenplänen, Generellen Gestaltungsplänen, Baugesetz) zu erfolgen. 

b) Nachdem der Gesetzgeber bei der Totalrevision der Grundordnung im Jahre 

1997 von der Festlegung gestalterischer Schranken für die streitige Parzelle 

sowohl im Zonenplan als auch im Generellen Gestaltungsplan abgesehen hat 

(mit Ausnahme des bereits erwähnten Anpassungsbereiches), bleibt zu 

prüfen, ob sich die Bauten im Sinne von Art. 12 BG sowie im Lichte der 

vorgebrachten generellen ortsbildschützerischen Einwände in die Umgebung 

einfügen, wobei vorliegend im Sinne einer ergänzenden gestalterischen 

Vorschrift noch Art. 45 BG (Kernzone) hinzuweisen ist. Danach haben sich 

Gebäude- und Firsthöhen sowie Dachform nach den umliegenden Bauten zu 

richten. Dass das konkrete Bauvorhaben Art. 45 BG entspricht, hat das 

Verwaltungsgericht bereits in VGU R 01 75 erkannt. Dort hat es ausgeführt, 

dass das Projekt bezüglich der Gebäude- und Firsthöhen und Ausrichtung 

den baugesetzlichen Vorgaben i.S. von Art. 45 BG entspreche und sich 

hinsichtlich derer Höhen und Dachform nach der bestehenden 

Siedlungsstruktur bzw. den umliegenden Bauten richten würde. An der 

damaligen Bewertung, welche im Übrigen auch der kantonale Denkmalpfleger 

weder in seiner Stellungnahme vom 19. April 2002 noch am Augenschein vom 

11. Dezember 2003 in Frage gestellt hat, kann ohne weiteres festgehalten 

werden. Seitens des Denkmalpflegers wurde am Augenschein in Vertiefung 

seiner schriftlichen Ausführungen dargelegt, die exponierte Lage der aus dem 

18. Jh. stammenden Evangelischen Kirche mit dem Friedhof sowie die in der 

Nähe gelegenen historischen Bauten (Unteres Schloss, Oberes Schloss) 

würden eine besondere Sorgfalt bei der Gestaltung von Neubauten verlangen. 

Gerade in diesem Bereich wären qualitätsvolle Bauten gewünscht. Unüblich 

sei im ländlichen Raum, dass ein Friedhof von Mehrfamilienhäusern 

umschlossen werde. Bedauerlich sei auch, dass in der Zonenplanung derart 

minimale Grenz- und Gebäudeabstände vorgesehen worden seien, wo doch 

das Einhalten grösserer Abstände wünschenswert gewesen wäre. Er gestand 

jedoch ein, dass sich die von der Bauherrschaft geplanten Gebäudevolumina, 

die aufgrund der Parzellenform mögliche Situierung der Mehrfamilienhäuser, 

aber auch die vom Bauprojekt in Anspruch genommenen Grenz- und 

Gebäudeabstände sich letztlich halt doch im Rahmen des in der 

Grundordnung vorgegebenen Rahmens bewegen würden. Auch in 

gestalterischer Hinsicht stellte er nicht in Abrede, dass sich die geplanten 

modernen Mehrfamilienhäuser letztlich in die bereits heute sehr heterogene 

Überbauungsstruktur einfügen würden, wenn gleich er eine 

Redimensionierung als wünschenswert erachtet hätte.

c) Nach herrschender Rechtsprechung enthalten Fragen der Bauästhetik ihrem 

Wesen gemäss einen erheblichen Beurteilungs- und Ermessensspielraum 

der kommunalen Behörden. In Kenntnis der Tatsache, dass es nicht Sache 

der kantonalen Rechtsmittelinstanz ist, in Ästhetikfragen ihr eigenes 

Empfinden anstelle desjenigen der Gemeinde zu setzen, hebt das 

Verwaltungsgericht einen kommunalen Entscheid nur auf, sofern die 

Gemeinde ihren Beurteilungsspielraum überschritten oder missbraucht hat 

(vgl. VGE 647/96; PVG 1994 Nr. 20; 1986 Nr. 33). Gerade wo die Natur der 

Streitfrage Schwierigkeiten bereiten kann, etwa ob sich ein Bauteil in die 

bauliche Umgebung einfüge, das Orts- und Strassenbild nicht beeinträchtige 

und im besonderen Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind, übt das 

Verwaltungsgericht denn auch regelmässig Zurückhaltung. Die Gemeinden 

sind in der Regel besser in der Lage, die Bau- und Ortsbildgeschichte, ihre 

Absichten in der Ortsbildpflege und das kommunale Stil- und 

Geschmacksempfinden zu berücksichtigen. Die Gemeindebehörde hat 

jedoch bei der Beurteilung der Frage, ob eine geplante Baute das 

Landschafts-, Orts- und Strassenbild verunstaltet oder beeinträchtigt, nicht 

nach ihrem subjektiven Empfinden, sondern nach objektiven, grundsätzlichen 

Kriterien zu entscheiden. Es ist auf die Anschauungen des 

Durchschnittsbetrachters, die von einer gewissen Verbreitung und 

Allgemeingültigkeit zeugen, abzustellen. Dabei ist, entsprechend dem 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit, das Projekt selbst und sein Eindruck auf 

den Betrachter gegen den ästhetischen Wert der konkreten baulichen 

Umgebung abzuwägen. Massgebend ist die Wirkung des Neubauteiles auf 

das bestehende Landschafts-, Orts- und Strassenbild, wobei allerdings 

einzelne, bereits bestehende nachteilige Bauten die ästhetische 

Schutzwürdigkeit eines Gebietes nicht aufzuheben vermögen (VGE 647/96; 

PVG 1985 Nr. 19; 1978 Nr. 37). 

d) Im Lichte dieser Rechtsprechung sowie aufgrund der Akten und des 

Ergebnisses zweier an Augenscheinen erhaltenen Erkenntnisse, besteht für 

das urteilende Gericht kein Anlass, den rekurrentischen Anliegen aus ortsbild- 

und landschaftsschützerischen Überlegungen Folge zu leisten. Zum einen hat 

das Verwaltungsgericht bereits in VGU R 01 75 festgestellt, dass der im 

Anpassungsbereich gelegenen, geplanten Zufahrtsrampe zur Tiefgarage die 

Bewilligung gestützt auf Art. 12 BG nicht verweigert werden könne; es hat 

mithin diesbezüglich ortsbildschützerische Einwände als nicht gegen das 

Teilbauvorhaben sprechend qualifiziert. Dies gilt im Ergebnis auch für die 

beiden massiven Bauten, welche in einem empfindlichen Bereich im Dorfkern 

(Nähe zu historischen Bauten, der evangelischen Kirche mit ihrer 

Friedhofsanlage) zu stehen kommen. Die von den Bauten ausgehenden 

Auswirkungen sind im Lichte der rechtskräftigen Grundordnung aus dem 

Jahre 1997 (Zonenplan, Genereller Gestaltungsplan, Baugesetz) zu prüfen. 

Aus dieser ergeben sich die möglichen Vorgaben (so u.a. das zulässige 

Nutzungsmass, Bestimmungen über die zulässigen Gebäudehöhen und –

längen, Gebäude- und Grenzabstände) für eine Überbauung der direkt an den 

Friedhof angrenzenden Bauzone. In diesem Zusammenhang ist auch zu 

beachten, dass der Gesetzgeber beim Erlass der Grundordnung bereits eine 

erste Interessenabwägung (so u.a. mit Blick auf allfällige ortsbild- und 

landschaftsschützerische Probleme) vorgenommen hat. Mit Blick auf das 

streitige Bauvorhaben ist festzuhalten, dass im Rahmen der Grundordnung 

auf breitere gestalterische Vorkehren, wie z.B. das Festlegen eines 

Bauverbot-Bereiches zum Schutz der Evangelischen Kirche und des 

Friedhofs, verzichtet worden ist. Unbestritten ist, dass die kommunale 

Grundordnung rechtskräftig ist und dass sich die beiden geplanten Baukuben 

hinsichtlich Höhe, Form und Stellung an den in der Grundordnung 

festgelegten Rahmen halten. Ferner sind auch die zonenrechtlich 

massgebenden Grenz- und Gebäudeabstandsvorschriften – mit Ausnahme 

eines in den Grenzabstand hineinragenden Balkons bei Haus A (nachstehend 

Ziff. 6) – eingehalten. Der Augenschein vom 11. Dezember 2003 hat bestätigt, 

dass vergleichbar grosse Bauvolumina im fraglichen Bereich, wovon eines 

neueren Datums westlich der Bauparzellen, nicht unüblich sind. Es mag 

zutreffen, dass weniger voluminöse und weniger massiv genutzte 

Mehrfamilienhäuser am geplanten Standort wünschenswert und auch möglich 

gewesen wären. Die geplanten Mehrfamilienhäuser bewegen sich aber im 

Rahmen dessen, was vom kommunalen Gesetzgeber im Rahmen der 

Grundordnung für den fraglichen Bereich im Dorfkern als planerisch, 

gestalterisch und nutzungsmässig sinnvoll erachtet wurde und es kann einer 

Bauherrschaft nicht verwehrt werden - solange sich ihre Bauten wie die 

vorliegenden in die Umgebung einfügen – den bau- und zonenrechtlich 

vorgegebenen Rahmen auszuschöpfen. Insofern wird damit auch dem Gebot 

einer haushälterischen Nutzung des Baugebietes angemessen Rechnung 

getragen. Vorliegend sind die von den Bauten ausgehenden Auswirkungen 

aber auch deshalb hinzunehmen, weil bei der 1997 erfolgten Totalrevision der 

Grundordnung von einem (planerisch durchaus möglichen) vertiefteren 

Schutz der historischen Bauten im allgemeinen und der Evangelischen Kirche 

mit dem umliegenden Friedhof im Speziellen abgesehen worden ist. Nachdem 

auch keine mit PVG 1991 Nr. 16 vergleichbare Ausgangslage vorliegt, lässt 

sich der gemeindliche Verzicht, von einer weitergehenden Anpassung an die 

in der Nähe gelegenen historischen Bauten (so der oberhalb gelegene Torkel 

und die drei zusammengebauten Wohnhäuser, das Obere Schloss sowie das 

Untere Schloss) und an die östlich gelegene Evangelische Kirche mit der 

dazugehörenden Friedhofsanlage abzusehen, durchaus vertreten. Aus 

ortsbild- und landschaftsschützerischer Sicht ist zudem festzuhalten, dass 

jeder Neubau im fraglichen Bereich zu einer Beeinträchtigung der 

Evangelischen Kirche und der übrigen historischen Bauten  führen wird. 

Vorliegend bewegen sich die Auswirkungen der neuen Bauten im Rahmen 

des bau- und zonenrechtlich Zulässigen, weshalb sie hinzunehmen sind. Zu 

Recht nicht geltend gemacht wird und es ist für das Gericht auch nicht 

ersichtlich, dass die geplanten Bauten hinsichtlich Farb- und Materialwahl, 

Gestaltung der Fenster- und Fassadenfronten, Dachform und -gestaltung etc. 

ortsunüblich wären und daher ästhetisch nicht zu befriedigen vermöchten. Im 

Lichte des eingangs dargelegten, weiten gemeindlichen 

Ermessenspielraumes betrachtet, lässt sich der angefochtene Entscheid nicht 

beanstanden. Die Gemeinde war mangels einer entsprechenden gesetzlichen 

Grundlage auch nicht verpflichtet, die kantonale Denkmalpflege beratend 

beizuziehen. Aus dem von den Rekurrenten zitierten Art. 7 des 

Bundesgesetzes über die Förderung des Natur- und Heimatschutzes lässt 

sich jedenfalls keine entsprechende Verpflichtung ableiten.

6. a) Nachdem die Rekurrenten ihren Einwand, dass Haus B die zulässige 

Firsthöhe überschreite, mit Schreiben vom 22. August 2003 zurückgezogen 

haben, bleiben noch die Rügen des Nichteinhaltens der Grenzabstände zu 

prüfen. Die Rekurrenten machen geltend, das Haus B verletze im Verhältnis 

zu Haus A den minimal vorgeschriebenen Gebäudeabstand. Ferner verletze 

Haus A den zu Parzelle Nr. 433 vorgeschriebenen Grenzabstand. Die 

Gemeinde macht hinsichtlich des letzterwähnten Einwandes dessen 

Unzulässigkeit geltend und beantragt diesbezüglich Nichteintreten. Ihr kann 

nicht gefolgt werden. Mit dem Einwand, dass das Haus A gegenüber der 

Parzelle Nr. 433 den vom Baugesetz vorgesehenen Grenzabstand verletze, 

bringen die Rekurrenten nämlich lediglich ein weiteres Argument für die 

Aufhebung des angefochtenen Bau- und Einspracheentscheides vor. Im 

Einklang mit der dazu entwickelten Rechtsprechung des 

Verwaltungsgerichtes gilt es festzuhalten, dass darin keine unzulässige 

Erweiterung des Rekursverfahrens erblickt werden kann. Praxisgemäss ist 

einzig die Erweiterung eines Rechtsbegehrens nach durchlaufenem erstem 

Instanzenzug unzulässig, nicht aber das Vorbringen neuer Begründungen, 

welche das ursprünglich gestellte Rechtsbegehren zu stützen vermögen (vgl. 

PVG 1994 Nr. 77, 1990 Nr. 83, 1971 Nr. 84). Vorliegend verlangen die 

Rekurrenten in ihrer Rekursschrift nicht mehr als im vorangegangenen 

Baueinspracheverfahren, weshalb der gemeindliche Nichteintretensantrag 

diesbezüglich auch ohne Erfolg ist. Die beiden Einwände sind daher materiell 

zu prüfen.

b) Als unbehelflich erweist sich der rekurrentische Einwand, Haus B verletze den 

Grenzabstand im Verhältnis zu Haus A. Im angefochtenen Entscheid hat die 

Gemeinde die Bauherrschaft mittels Auflage verpflichtet, gegenüber Haus A 

auf die geplanten Abstützungen unter den Balkonen zu verzichten. Gemäss 

Art. 68 Abs. 1 BG beträgt der minimal vorgeschriebene Gebäudeabstand (= 

Summe des grossen und des kleinen Grenzabstandes gemäss 

Zonenschema) 7,5 m. Gemäss Art. 69 Abs. 4 BG dürfen Balkone bis zu einem 

Drittel und höchstens 1,5 m Tiefe in den Grenzabstand hineinragen. Streitig 

ist lediglich, ob die Balkone gegenüber dem Haus A zu mehr als einem Drittel 

der Fassadenlänge in den Gebäudeabstand hineinragen. Dies ist nicht der 

Fall. Wie sich nämlich den bei den Akten liegenden Plänen (Baueingabe- und 

Grundrisspläne) ohne weiteres entnehmen lässt, ragt lediglich der südöstliche 

Balkon auf einer Länge von rund 3,6 m in den Gebäudeabstand zu Haus A. 

Hält man sich vor Augen, dass die südliche Fassadenlänge insgesamt 22,6 m 

beträgt (ein Drittel davon: 7,53 m), erhellt ohne weiteres, dass den Vorgaben 

von Art. 69 Abs. 4 BG Genüge getan ist, weil der betroffene Teil des 

südöstlichen Balkons weniger als ein Drittel der Fassadenlänge ausmacht. 

c) Als berechtigt erweist sich nach wie vor der Einwand, Haus A verletze den zu 

Parzelle Nr. 433 vorgeschriebenen Grenzabstand. Unbestritten ist, dass im 

fraglichen Bereich ein Grenzabstand von 5 m einzuhalten ist und dass die 

Balkone an der Südfassade mit insgesamt rund 10,2 m Länge in den 

Grenzabstand hineinragen (vgl. Grundrissplan Erdgeschoss 1:100). Balkone 

dürfen jedoch bis zu einem Drittel der Fassadenlänge und höchstens 1,5 m 

Tiefe in den Grenzabstand hineinragen (Art. 69 Abs. 4 BG). Nicht streitig ist, 

dass der zulässige Drittel der Fassadenlänge dann überschritten ist, wenn 

lediglich auf die Länge der Südfassade von Haus A (ca. 21,5 m; zulässig ein 

Drittel davon: ca. 7,2 m) abzustellen ist. Die Gemeinde ihrerseits will nun aber 

- unter Hinweis auf Art. 67 BG – die im südwestlichen Bereich des 

Baugrundstückes über dem gewachsenen Terrain als Baukörper in 

Erscheinung tretende Tiefgarage bei der Ermittlung der massgebenden 

Fassadenlänge miteinberechnet haben. Diesfalls müsste von einer 

Fassadenlänge von insgesamt rund 38,55 n ausgegangen werden. Ihrer 

Argumentation kann nicht gefolgt werden. Wie sich den bei den Akten 

liegenden Ansichten und Schnitten (vgl. insbesondere den Plan Südfassade 

1:100) tritt die Tiefgarage gegen aussen bereits optisch gar nicht als 

Verlängerung der Fassade von Haus A, insbesondere auch nicht als 

eingeschossige Anbaute im Sinne von Art. 67 BG, in Erscheinung, weshalb 

die Anlageteile der Tiefgarage auch nicht bei der Berechnung der 

massgebenden Fassadenlänge hätten herangezogen werden dürfen. Damit 

steht fest, dass die Balkone von Haus A gegenüber der Parzelle Nr. 433 zu 

mehr als dem von Art. 69 Abs. 4 BG vorgesehenen zulässigen Drittel in den 

Grenzabstand hineinragen. Das Projekt wird entsprechend noch zu 

überarbeiten und anzupassen sein. Die Gemeinde hat diesbezüglich die 

Baubewilligung zu Unrecht erteilt. Der Rekurs ist daher teilweise 

gutzuheissen. Im Übrigen erweist er sich jedoch als vollumfänglich 

unbegründet und ist entsprechend abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zu vier Fünfteln unter 

solidarischer Haftung zulasten der Rekurrenten, und zu je einem Zehntel 

zulasten der Rekursgegnerinnen 1 und 2. Die Rekurrenten haben überdies 

die Rekursgegner angemessen aussergerichtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen und die 

angefochtene Baubewilligung, soweit damit die Balkone von Haus A 

gegenüber der Parzelle Nr. 433 bewilligt worden sind, aufgehoben. Im 

Übrigen wird der Rekurs abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 456.--

zusammen Fr. 5'456.--

gehen zu vier Fünfteln unter solidarischer Haftung zulasten der Evangelischen 

Kirchgemeinde und …, zu einem Zehntel zulasten der Gemeinde … und zu 

einem Zehntel zulasten der Baugesellschaft „…“. Die entsprechenden 

Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Rekurrenten haben die Gemeinde … mit Fr. 2'000.-- und die 

Baugesellschaft „…“ mit ebenfalls Fr. 2'000.-- aussergerichtlich zu 

entschädigen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene staatsrechtliche Beschwerde wurde am 

15. April 2005 gutgeheissen und der Entscheid des Verwaltungsgerichtes aufgehoben 

(1P.709/2004/ggs).