# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3850f131-d243-5265-a263-f725f0c7fd55
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-12-17
**Language:** de
**Title:** Unterbruch der Bauarbeiten. Massnahmen bei längerem Andauern. Grundsätzliches und Kasuistik.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0186/2013
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_II_0186_2013_367.pdf

## Full Text

BRGE II Nr. 0186/2013 vom 17. Dezember 2013 in BEZ 2014 Nr. 46 

(Bestätigt mit VB.2014.00026 vom 22. Mai 2014.) 

Der  Gemeinderat  stellte  fest,  die  Baubewilligung  für  ein  Einfamilienhaus 
einschliesslich  aller  Abänderungsbewilligungen  sei  erloschen.  Gleichzeitig 
befahl die Behörde, innert 30 Tagen ab der Rechtskraft des Beschlusses einen 
Plan  für  den  Rückbau  der  vorhandenen  Bauteile  und  die  Rückführung  des 
Geländes  in  einen  ordentlichen  Zustand  zur  Genehmigung  einzureichen  und 
innert  60  Tagen 
das  Rückbauvorhaben  nach  erfolgter  Genehmigung 
auszuführen.  Für  den Unterlassungsfall  wurde  die  Ersatzvornahme  angedroht. 
Für  diese  Beschlussfassung  ursächlich  war  eine  Folge  von  Unterbrechungen 
der Bauarbeiten. 

Aus den Erwägungen: 

1. Der  vorliegende  Streitfall  hat  eine  längere  Vorgeschichte,  die  nachste-

hend in geraffter Form wiedergegeben wird: 

a) Mit  Beschluss  vom  16.  Mai  2001  war  den  Rekurrierenden  die
baurechtliche  Bewilligung  für  die  Erstellung  eines  Einfamilienhauses  auf  dem 
Grundstück Kat.-Nr. 1 an der B.-Strasse in X erteilt worden.  

b) Gegen  diesen  Beschluss  und  auch  gegen  eine  im  Jahr  2002  erteilte
Bewilligung  für  eine  grundstücksinterne  Zufahrt  wurden  Rechtsmittel  ergriffen. 
Das letzte dieser Verfahren wurde zu Beginn des Jahres 2003 erledigt.  

c) Am 9. März 2005 wurde, nachdem in der Stammbewilligung aus dem
Jahr  2001  vorbehaltene  Nachweise  erbracht  und  zusätzlich  erforderliche 
Bewilligungen eingeholt worden waren, die Baufreigabe erteilt.  

d)

Im  selben  Jahr  erfolgten  erste  Aushubarbeiten.  Diese  erfuhren
aufgrund  einer  durch  die  Vorinstanz  erfolgten,  Gegenstand  eines  weiteren 
Rekursverfahrens  bildenden  Verweigerung  für  die  Inanspruchnahme  von 
Drittgrundstücken  eine  gewisse  Verzögerung.  Dieses  Verfahren  konnte,  nach-
dem  die  Vorinstanz  wiedererwägungsweise  auf  ihren  Beschluss  zurückge-
kommen  war,  im  April  2006  abgeschrieben  werden.  Gleichzeitig  wurde  ein 
gegen den Wiedererwägungsbeschluss gerichteter Nachbarrekurs abgewiesen.  

e)

Im  Jahr  2006  wurden  die  Bauarbeiten  nicht  wieder  aufgenommen.
Solche  fanden  erst  im  Jahr  2007  wieder  statt.  Deren  Zweck  bestand  nach 

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rekurrentischer  Darstellung  darin,  die  «Kanalisation  an  die  Baugrube  heran-
zuführen».  

f)  Während  dieser  Bauarbeiten  traten  heftige  Regenfälle  auf,  die  auf 
Nachbargrundstücken  zu  Problemen  mit  abfliessendem  Meteorwasser  führten 
und  zur  Folge  hatten,  dass  die  Rekurrierenden  zu  entsprechenden  Mass-
nahmen (Rückhaltebecken mit Überlauf in die Kanalisation) verpflichtet wurden.  

g)  Diese Umstände veranlassten die Rekurrierenden, ihre Baustelle «auf 
eventuelle  Risiken»  überprüfen  zu  lassen.  Handlungsbedarf  erkannten  sie 
hierbei unter anderem bei der Baugrubenwand. Sie entschlossen sich zu deren 
Verstärkung,  was  gewisse  Anpassungen  des  geplanten  Gebäudes  bedingte. 
Die entsprechenden Projektänderungen wurden am 10. Juli 2007 bewilligt.  

h)  Ebenfalls  als  Risiko  erachteten  die  Rekurrierenden  die  «Gefahren 
einer Winterbaustelle». Sie teilten der Gemeinde daher mit Schreiben vom 10. 
August  2007  mit,  dass  auf  «das  erhöhte  Risiko  einer  Winterbaustelle» 
verzichtet werde.  

i) 

In den Jahren 2008 und 2009 fanden keine Bauarbeiten statt.  

j)  Wieder aufgenommen wurden die Bauarbeiten im Frühjahr 2010. Der 
teilweise bereits erfolgte Aushub wurde zu Ende geführt und es wurde die aus 
topografischen Gründen notwendige Baugrubenwand erstellt. 

k) 

In  diesem  Zustand  fand  eine  Delegation  des  Baurekursgerichts  das 
im  Rahmen  des  Verfahrens  G.-Nr. 

Rekursgrundstück  anlässlich  eines 
R2.2011.00056 am 29. Juni 2011 durchgeführten Augenscheins vor. 

l)  Beurteilungsgegenstand  jenes  Verfahrens  war  eine  am  24.  Februar 
2011  ergangene  Verfügung  des  Gemeinderates,  mit  welcher  dieser  den 
Rekurrierenden  befohlen  hatte,  die  unterbrochenen  Bauarbeiten  auf  dem 
Rekursgrundstück bis spätestens Mitte Mai 2011 wieder aufzunehmen. Für den 
Unterlassungsfall wurden die Einebnung der bereits erstellten Bauteile und das 
Versetzen  des  Grundstücks  in  einen  ordentlichen  Zustand  sowie  überdies  der 
Verfall der Baubewilligung angedroht. 

m)  Einen hiergegen von den Rekurrierenden erhobenen Rekurs wies das 
Baurekursgericht mit dem Entscheid BRGE II Nr. 0206/2011 vom 6. September 
2011 ab. Die von der Vorinstanz angesetzte, im Verlauf des Rekursverfahrens 
abgelaufene  Frist  zur  Wiederaufnahme  der  Bauarbeiten  wurde  neu  auf 
«spätestens» 15. Mai 2012 angesetzt.  

n)  Für  die  Jahre  2011  und  2012  führt  die  Vorinstanz  im  vorliegend 
im  Herbst  2011  noch  «gewisse 
angefochtenen  Beschluss  aus,  dass 
Rohbauteile  im  Untergeschoss»  erstellt  worden  seien.  Im  Mai  2012  seien  die 
Bauarbeiten  eingestellt  worden;  im  Juli  2012  seien  sie  kurzfristig  wieder 
aufgenommen  worden.  Ab  September  2012  hätten  keine  Bauarbeiten  mehr 
stattgefunden.  

 
 
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o)  Nach  Angaben  der  Rekurrierenden  wurden,  was  sich  einigermassen 
mit  der  Darstellung  der  Vorinstanz  deckt,  von  November  2011  bis  Mitte  Juni 
2012  «sämtliche  unterirdischen  Nebengebäude,  die  Aussenwände  des  Kellers 
und  Einliegerwohnung»  erstellt.  Die  Angaben  der  Parteien  stimmen  auch  mit 
Bezug auf die kurzfristige Wiederaufnahme von Bauarbeiten im Juli überein. 

Im  Gegensatz  zu  dem  von  der  Vorinstanz  erwähnten  Stillstand  der 
Arbeiten  seit  September  2012  machen  die  Rekurrierenden  geltend,  dass  im 
September und Oktober 2012 die Kellerinnenwände und die Kellerdecke erstellt 
worden  seien.  Bestätigt  wird  dies  durch  von  der  Vorinstanz  im  vorliegenden 
Verfahren  eingereichte,  gemäss  Vermerk  am  14.  November  2012  aufgenom-
mene Fotos.  

p)  Ende  Oktober  2012  entschieden  sich  die  Rekurrierenden  «infolge 

Frostprognose» zur Winterpause.  

2.1  Mit  dem  vorliegend angefochtenen  Beschluss  stellte  der Gemeinderat 
unter Bezugnahme auf die vorstehend erwähnten Gegebenheiten fest, dass die 
(mitsamt  allen  Abänderungs-
Stammbewilligung  vom  16.  Mai  2001 
bewilligungen)  erloschen  bzw.  verfallen  sei.  Gleichzeitig  befahl  er,  dass  innert 
30 Tagen ab der Rechtskraft des Beschlusses «ein bewilligungsfähiges Projekt 
für den  Rückbau  der vorhandenen  Bauteile und die  Versetzung  des  Geländes 
in  einen  ordentlichen  Zustand»  zur  Genehmigung  einzureichen  sei  und  der 
Rückbau  innert  60  Tagen  zu  erfolgen  habe.  Für  den  Unterlassungsfall  drohte 
die Vorinstanz die Ersatzvornahme an. 

Vorgängig  war  den  Rekurrierenden  am  28.  November  2012  durch  die 
Zustellung  eines  Entwurfs  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  zur  beabsichtigten 
Anordnung  eingeräumt  worden.  Die  Rekurrierenden  liessen  sich diesbezüglich 
mit  Eingabe  vom  19.  Dezember  2012,  in  welcher  sie  den  damaligen  Bauzu-
stand  erklärten  und  den  Standpunkt  einnahmen,  dass  «alle  Auflagen  (…) 
erfüllt» seien, vernehmen.  

Ungeachtet  dieser  Stellungnahme  erging  am  8.  Januar  2013  der  vorlie-

gend angefochtene Beschluss. 

2.2  Die  Rekurrierenden  werfen  der  Vorinstanz  vor,  den  Ablauf  der 
Bauarbeiten  völlig  verzerrt  darzustellen.  Sie  halten  dafür,  ihren  sich  aus  dem 
vorgängigen  Rekursentscheid  vom  6.  September  2011  ergebenden  Ver-
pflichtungen  vollumgänglich  nachgekommen  zu  sein.  Sechs  Monate  vor  dem 
geforderten  Termin  sei  der  Hochbau  begonnen  worden.  Durch  sie  (die 
Rekurrierenden)  verschuldete  Unterbrechungen  der  Bauarbeiten  hätten  nicht 
stattgefunden.  Gewisse  Verzögerungen  hätten  sich  aus  bautechnischen 
Gründen  ergeben.  Ab  Oktober  2012  hätten  die  Bauarbeiten  aufgrund  der  zur 
Verwendung  vorgesehenen  Baumaterialien  witterungsbedingt  eingestellt 
werden müssen.  

3.1  Nach  §  328  Abs.  1  PBG  kann,  sofern  Bauarbeiten  während  längerer 
Zeit  −  bei  Arealüberbauungen  länger  als  zwei  Jahre  −  unterbrochen  werden, 
deren  Beendigung  innert  nützlicher  Frist  befohlen  werden.  Nach  Absatz  2  ist 
der  Befehl  für  den  Säumnisfall  mit  einer  dem  Stand  der  Arbeiten  und  den 

 
 
 
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sonstigen  Umständen  angepassten  Androhung  zu  verbinden.  Als  solche  sieht 
das Gesetz die Fertigstellung durch Ersatzvornahme (lit. a), die Förderung der 
Bauarbeiten  durch  die  Gemeinde,  soweit  es  die  Sicherheit  von  Personen  und 
Sachen oder der Natur- und Heimatschutz erfordern (lit. b) oder die Einebnung 
der  bereits  erstellten  Bauteile  sowie  das  Versetzen  des  Geländes  in  einen 
ordentlichen  Zustand  vor  (lit.  c).  Bei  Arealüberbauungen  kann  nach  lit.  d 
überdies angedroht werden, dass die Bewilligung nach zwei Jahren dahinfalle. 
Die Kosten derartiger Massnahmen trägt der Grundeigentümer (Abs. 3). 

§  328  PBG  trägt  dem  Umstand  Rechnung,  dass  halbfertige  Bauten  in 
verschiedener  Hinsicht  polizeiwidrig  sind  (Christian  Mäder,  Das  Baube-
willigungsverfahren,  1991,  Rz.  411;  RB  1996  Nr.  86).  Zu  erwähnen  sind 
namentlich  die  mit  Baustellen  verbundenen  Gefahren  für  das  Publikum  bzw. 
Passanten  sowie  die  Verletzung  des  Einordnungsgebots  von  §  238  PBG.  Zu 
den  unerwünschten,  nicht  beliebig  lang  hinzunehmenden  Auswirkungen  einer 
Baustelle  gehören  auch  die  mit  Bauarbeiten  regelmässig  verbundenen 
Immissionen (vgl. in diesem Zusammenhang § 226 Abs. 1, 2 und 4 PBG). 

3.2 § 328 PBG bestimmt – abgesehen vom Fall der Arealüberbauungen – 
nicht näher, wann von einem längeren Unterbruch der Bauarbeiten gesprochen 
werden  kann.  Darüber  ist  im  Einzelfall  mit  Rücksicht  auf  die  konkreten 
Umstände  zu  entscheiden;  bei  dieser  Prüfung  steht  der  zuständigen 
Baubehörde  ein  erheblicher  Ermessensspielraum  offen  (RB  1996  Nr.  86  mit 
Hinweisen).  Dabei  ist  nicht  massgebend,  in  welchen  zeitlichen  Abständen  die 
Bauherrschaft jeweils kleinere Bauarbeiten ausführte; entscheidend ist allein die 
zeitliche  Distanz  zwischen  dem  Augenblick,  in  welchem  der  Zustand  des 
unvollendeten  Bauwerks  beurteilt  wird,  und  demjenigen  der  rechtskräftigen 
Erteilung  der  Baubewilligung,  unter  Berücksichtigung  der  Grösse  des 
Bauvorhabens  (VGr, 21.  Dezember 1989,  VB  89/0148,  E.  2a). Ein  Unterbruch 
der Bauarbeiten während längerer Zeit im Sinn von § 328 Abs. 1 PGB liegt mit 
anderen Worten  auch  dann  vor,  wenn  an  einer  Baute  zwar  regelmässig,  aber 
derart  langsam  gearbeitet  wird,  dass  die  Gesamtdauer  der  Bauarbeiten  in 
keinem  vernünftigen  Verhältnis  zum  Bauvolumen  bzw.  der  Bauaufgabe  mehr 
steht (vgl. zum Ganzen VGr,  11. Mai 2000, VB.2000.00046; www.vgrzh.ch).  

4.1  Ausdrücklich  vorgesehen  ist  die  Androhung,  dass  die  Baubewilligung 
dahinfalle,  nach  §  328  Abs.  2  lit.  d  PBG  an  sich  nur  für  Arealüberbauungen. 
Zulässig  ist  eine  solche  nach  der  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts 
jedoch auch bei sonstigen Bauvorhaben (RB 1996 Nr. 87). 

Aus  diesem  Grund  erwies  sich  der  von  den  Rekurrierenden  im  voran-
gegangenen  Verfahren  G.-Nr.  R2.2011.00056  erhobene  Einwand,  wonach  die 
im damals angefochtenen Beschluss vom 24. Februar 2011 erfolgte diesbezüg-
liche Androhung unzulässig sei, als unbehelflich. 

Durch die mit dem – unangefochten gebliebenen – Entscheid BRGE II Nr. 
0206/2011  vom  6.  September  2011  erfolgte  Abweisung  des  Rekurses  im 
vorgenannten  Verfahren  erwuchs  der  damals  strittige  Gemeinderatsbeschluss 
vom  24.  Februar  2011  in  Rechtskraft.  Damit  wurde  auch  die  in  dessen 
Dispositiv-Ziffer 1 getroffene Anordnung verbindlich, wonach das Bauvorhaben 

 
 
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«ohne wesentliche Unterbrüche zu Ende zu führen» sei. Eine Änderung ergab 
sich durch den Rekursentscheid nur insofern, als die von der Vorinstanz für die 
Wiederaufnahme  der  Bauarbeiten  angesetzte  Frist  (15.  Mai  2011)  zufolge 
Ablaufs  während  des  Rechtsmittelverfahrens  neu  auf  «spätestens  15.  Mai 
2012» angesetzt wurde. 

Zumindest ab  diesem Datum  wären  die  Rekurrierenden  daher verpflichtet 
gewesen, die Bauarbeiten «ohne Unterbruch» zu Ende zu führen. Wie erwähnt 
sind sie der Auffassung, den ihnen aufgrund des Beschlusses vom 24. Februar 
2011 obliegenden Verpflichtungen nachgekommen zu sein. 

4.2  Die  Vorinstanz  beurteilte  dies,  was  unter  den  gegebenen  Umständen 
nicht unvertretbar erscheint, gegenteilig. Für die Vorinstanz präsentierte sich die 
Situation 
im  Vorfeld  des  vorliegend  angefochtenen 
Beschlusses  so,  dass  das  fragliche  Bauvorhaben  zwischenzeitlich  erst  bis  zur 
Rohbauvollendung  des  Untergeschosses  gediehen  und  daher  von  einer 
Fertigstellung noch weit entfernt war.  

im  Zeitpunkt  bzw. 

Objektiv  einleuchtende  Gründe 

für  diesen  nur  sehr  beschränkten 
Baufortschritt  waren  bzw.  sind  nicht  erkennbar.  Die  Rechtshängigkeit  des 
Verfahrens G.-Nr. R2.2011.00056 im Jahr 2011 hätte die Rekurrierenden nicht 
daran  gehindert,  ihr  Bauvorhaben  voranzutreiben  und  –  nach  der  von  ihnen 
im  Jahr  2012  ohne 
jeweils  als  notwendig  erachteten  Winterpause  – 
nennenswerte  Unterbrüche  fortzusetzen.  Es  hätte  daher  erwartet  werden 
können,  dass  das  Bauvorhaben  Ende  des  Jahres  2012  deutlich  über  den 
tatsächlichen  Baufortschritt  hinaus  gediehen  ist.  Insofern  ist  nachvollziehbar, 
wenn  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Beschluss  zur  Erkenntnis  gelangte, 
dass ihrer Anordnung, wonach die Bauarbeiten «ohne Unterbrüche zu Ende zu 
führen» seien, nicht genügt worden ist. 

5.1  Staatliches  Handeln,  namentlich  auch  die  Einschränkung  von 
Grundrechten  wie  der  Eigentumsgarantie  (Art.  26  der Bundesverfassung  [BV]) 
oder  der  Wirtschaftsfreiheit  (Art.  27  BV),  muss  verhältnismässig  sein  (Art.  5 
Abs.  2  und  Art.  36  Abs.  3  BV).  Damit  wird  zunächst  verlangt,  dass  staatliche 
Massnahmen  zwecktauglich  und  notwendig  sind  (Verhältnismässigkeit  im 
weiteren  Sinne).  Die  Notwendigkeit  bedeutet,  dass  eine  Massnahme  in  ihrer 
konkreten Ausgestaltung über das zur Erreichung ihres Ziels Erforderliche nicht 
hinausgehen darf. 

Alsdann  muss  die  Verhältnismässigkeit  auch  im  engeren  Sinne  gewahrt 
sein.  Das  heisst, dass  ein  vernünftiges  Verhältnis  zwischen  dem  angestrebten 
Ziel  und  dem  mit  der  Massnahme  verbundenen  Eingriff  in  die  Rechtsstellung 
der betroffenen Person bestehen muss. Staatliche Massnahmen müssen durch 
ein  öffentliches  Interesse,  welches  das  private  überwiegt,  gerechtfertigt  sein, 
andernfalls  sie  für  den  Betroffenen  unzumutbar  sind.  Für  die  Interessen-
abwägung massgeblich sind einerseits die Bedeutung der mit einer staatlichen 
Massnahme  verfolgten  öffentlichen  Interessen  und  andererseits  das  Gewicht 
der  im  Spiele  stehenden  privaten  Interessen.  Eine  Massnahme,  die  tief 
greifende  Auswirkungen 
betreffenden 
Rechtssubjektes  hat,  jedoch  bloss  von  geringem  öffentlichen  Interesse  ist,  ist 

die  Rechtsstellung 

des 

auf 

 
 
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somit  als  unzulässig  einzustufen  (vgl.  zum  Ganzen  Ulrich  Häfelin/Georg 
Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. A., 2010 Rz. 581 ff.). 

5.2 Dahingestellt bleiben kann im heutigen Zeitpunkt, ob die Vorinstanz in 
ihrem  Beschluss  im  Hinblick  auf  den  statuierten  Befehl  zum  Rückbau  der 
bereits erstellten Bauteile nicht gleichzeitig auch hätte anordnen müssen, dass 
die  Bauarbeiten  nicht  fortgeführt  werden  dürfen.  Offen  bleiben  kann  auch,  ob 
eine derartige Anordnung in der Präsidialverfügung vom 13. Februar 2013, mit 
welchem der Rekurseingang vorgemerkt wurde, hätte erfolgen müssen. 

Faktum  ist,  dass  ein  Baustopp  nicht  verfügt  wurde.  Gleichzeitig  entfaltete 
die  Feststellung  der  Vorinstanz,  wonach  die  Baubewilligung  erloschen  sei, 
durch  die  dem  Rekurs  in  der  genannten  Präsidialverfügung  zuerkannte 
aufschiebende  Wirkung  (noch)  keine  Rechtswirkungen.  Es  ist  daher  nicht  zu 
beanstanden,  dass  die  Rekurrierenden  die  Bauarbeiten  während  der 
Rechtshängigkeit des vorliegenden Verfahrens fortführten.  

5.3  Da  die  gemäss  der  vorstehenden  Erwägungsziffer  5.1  notwendige 
Verhältnismässigkeit  jeglichen  staatlichen  Handelns  nicht  zuletzt  auch  für 
Anordnungen gilt, die gestützt auf § 328 PBG erfolgen, können die derzeitigen 
baulichen  Gegebenheiten  auf  dem  Rekursgrundstück 
im  vorliegenden 
Verfahren nicht unberücksichtigt bleiben.  

Mittlerweile  ist  das  fragliche  Gebäude,  was  sich  aus  den  am  24.  Oktober 
2013  aufgenommenen,  den  Parteien  zur  Stellungnahme  zugestellten  Fotos 
ergibt,  im  Rohbau  mehr  oder  weniger  fertiggestellt.  Hieraus  ergibt  sich  vorab, 
dass  der  von  der  Vorinstanz  im  angefochtenen  Beschluss  angeordnete 
Rückbau  im  heutigen  Zeitpunkt  als  klarerweise  unverhältnismässig  und  daher 
nicht  mehr  haltbar  zu  qualifizieren  ist.  Nachdem  von  der  für  das  strittige 
Gebäude  erteilten  Bewilligung  in  erheblichem  Ausmass  Gebrauch  gemacht 
worden 
diesen 
Bewilligungsentscheid  (mitsamt  allen  Abänderungsbewilligungen)  aufzuheben 
bzw. als verfallen zu erklären.  

kein  Anlass 

besteht 

(mehr) 

dazu, 

auch 

ist, 

5.4  Diesbezüglich  haben  die  im  vorliegend  angefochtenen  Beschluss 
getroffenen  Anordnungen  –  aus  massgeblicher  heutiger  Sicht  – 
ihre 
Berechtigung  verloren  und  sind  diese  daher  aufzuheben.  Insoweit  ist  der 
Rekurs teilweise gutzuheissen. 

6.1  Nicht  gesagt  ist  damit,  dass  der  angefochtene  Beschluss  ersatzlos 
aufzuheben  sei.  Nicht  wegdiskutieren  lässt  sich,  dass  das  rekurrentische 
Bauvorhaben  weiterhin  nur  schleppend  vorankommt.  Um  der  Gefahr  einer  auf 
unabsehbare  Zeit  weiterhin  bestehenden  «ewigen  Baustelle»  zu  begegnen, 
sind  daher  gestützt  auf  §  328  Abs.  2  PBG  den  heutigen  Gegebenheiten 
Rechnung tragende Ersatzmassnahmen anzuordnen. 

Grundsätzlich könnte die Sache zum Erlass der notwendigen Anordnungen 
an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  werden.  Dies  erscheint  (mit  Blick  auf  ein 
mögliches  weiteres  Rekursverfahren)  indessen  nicht  verfahrensökonomisch 
und in anderer Hinsicht auch nicht notwendig. Letzteres gilt namentlich mit Blick 
auf  das  der  örtlichen  Baubehörde  bei  der  Anwendung  von  §  328  PBG 

 
 
- 7-  

zustehende  Ermessen.  Deren  Absichten,  nämlich  dass  auf  dem  Rekursgrund-
stück  in  absehbarer  Zeit  ordentliche  Zustände  herrschen  sollen,  kommen 
unmissverständlich  zum  Ausdruck.  Es  spricht  daher  nichts  dagegen,  dass  die 
Anordnungen,  welche  die  Vorinstanz  bei  einer  allfälligen  Rückweisung  der 
Sache  mutmasslich  treffen  würde  (bzw.  noch  treffen  könnte),  durch  von  der 
Rekursinstanz 
im  vorliegenden  Verfahren  angeordnete  Massnahmen 
präsumiert werden.  

6.2  Wie  erwähnt  fällt,  nachdem  das  streitbetroffene  Gebäude  mittlerweile 
bis zum Rohbau gediehen ist, ein Rückbau («Einebnung») heute aus Gründen 
der  Verhältnismässigkeit  ausser  Betracht.  Fragen  kann  sich  nur  noch,  ob  und 
inwieweit  eine  der  vom  Gesetz  überdies  vorgesehenen  Anordnungen  zu 
erfolgen  habe.  Deren  Ziel  muss  sein,  dass  das  Baugrundstück  in  absehbarer 
Zeit  den  Charakter  einer  Baustelle  verliert.  In  erster  Linie  ist  daher  den 
Rekurrierenden zu befehlen, ihr Bauvorhaben bis spätestens Ende September 
2014  zu  beenden.  Die  hierdurch  zur  Verfügung  stehende  Zeit  reicht  bei  einer 
üblichen  Vorgehensweise  für  die  Beendigung  des  Bauvorhabens  problemlos 
aus.  

6.3 Für den Säumnisfall ist den Rekurrierenden gestützt auf § 328 Abs. 2 
lit.  a  PBG  überdies  anzudrohen,  dass  die  Fertigstellung  (im  nachgenannten 
Umfang)  ersatzvornahmeweise  durch  die  Gemeinde  erfolge.  Nicht  erforderlich 
ist, da sich die Ersatzvornahme auf jene Vorkehren zu beschränken hat, die aus 
baupolizeilichen  bzw.  Einordnungsgründen  erforderlich  scheinen,  ein 
Innenausbau.  Der  Zweckbestimmung  von  §  328  PBG  wird  genügt,  wenn  das 
Gebäudeäussere  fertiggestellt  und  der  Umschwung  in  einen  ordentlichen 
Zustand  gebracht  wird.  Ob  das  Gebäude  im  Innern  bis  zur  Bewohnbarkeit 
fertiggestellt sei, ist unerheblich. 

7.1  Als Fazit  ergibt  sich  aus  dem  vorstehend  Gesagten,  dass  der Rekurs 

teilweise gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen ist. 

Demgemäss  ist  Dispositiv-Ziffer  I  des  angefochtenen  Beschlusses,  worin 
die  Vorinstanz  das  Erlöschen  der  Stammbaubewilligung  vom  16.  Mai  2001 
feststellte, aufzuheben. 

Dasselbe  gilt  für  Dispositiv-Ziffer  II,  worin  den  Rekurrierenden  die  Einrei-
chung  eines  Projektes  für  den  Rückbau  der  vorhandenen  Bauteile  und  die 
Vornahme  des  Rückbaus  nach  erfolgter  Genehmigung  des  Rückbauprojekts 
befohlen wird. 

Ebenfalls aufzuheben sind die Dispositiv-Ziffern III bis VII, welche sich auf 
die  ersatzvornahmeweise  angedrohte  Einebnung  der  erstellten  Bauteile  und 
das Versetzen des Geländes in einen ordentlichen Zustand sowie auf die damit 
zusammenhängenden Kostenfolgen beziehen. 

7.2  Zu  ersetzen  sind  die  aufgehobenen  Dispositiv-Ziffern  durch  die 

nachgenannten Anordnungen: 

«I.  B.  und  B.  Z.  wird  befohlen,  das  Bauvorhaben  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. 1 bis 30. September 2014 zu beenden. 

 
 
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II.  Für den Zuwiderhandlungsfall wird angedroht, dass die Fertigstellung 
des  Gebäudeäusseren  und  die  Versetzung  des  Umschwungs 
in  einen 
ordnungsgemässen  Zustand  auf  Kosten  der  Grundeigentümerschaft 
ersatzvornahmeweise durch die Gemeinde veranlasst werden. 

III.  Über  die  näheren  Modalitäten  der  Ersatzvornahme  wird  nötigenfalls 

vor dem Vollzug separat Beschluss gefasst.  

(IV - VII aufgehoben)».