# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39ceaa7d-7116-5fc5-afbe-24e09869487f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2017 200 2017 381
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-381_2017-07-11.pdf

## Full Text

200 17 381 UV
KNB/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2017

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 27. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, UV/17/381, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1977 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin obligatorisch bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva bzw. Be-
schwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen 
sowie Berufskrankheiten versichert, als er am XX.XX.2007 von einem Ar-
beitsgerüst fiel und sich insbesondere am rechten Knie verletzte (Akten der 
Suva [act. IIc] 1, 4, 6). Am XX.XX.2013 erlitt der Versicherte während einer 
tätlichen Auseinandersetzung erneut eine Verletzung am rechten Knie. 
Zum damaligen Zeitpunkt war er bei der Arbeitslosenkasse des Kantons 
Bern zum Leistungsbezug angemeldet und dadurch gegen Unfallfolgen 
ebenfalls bei der Suva obligatorisch versichert (Akten der Suva [act. IId] 3), 
welche für die beiden Ereignisse die gesetzlichen Leistungen erbrachte.

Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom XX.XX.2013 verfügte die Suva 
am 25. März 2014 eine Kürzung der Geldleistungen um 50 % (act. IId 89). 
Die dagegen erhobene Einsprache (act. IId 104) wies die Suva mit Ent-
scheid vom 11. August 2014 ab (act. IId 118), welcher unangefochten blieb. 

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Ereignis vom XX.XX.2013 stellte die 
Suva mit Verfügung 27. Juni 2014 (act. IId 108) die Behandlungskosten für 
psychische Beschwerden per 30. Juni 2014 ein und lehnte die Ausrichtung 
von Taggeldleistungen für die ausschliesslich psychisch bedingte Arbeits-
unfähigkeit ab. Diese Verfügung blieb ebenfalls unangefochten.

Mit Verfügung vom 3. Juni 2015 (act. IId 145) sprach die Suva dem Versi-
cherten im Zusammenhang mit den Ereignissen vom XX.XX.2007 und 
XX.XX.2013 ab dem 1. März 2015 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsun-
fähigkeit von 11 % bzw. von Fr. 366.55 pro Monat zu, dies unter Berück-
sichtigung der im Zusammenhang mit dem Ereignis vom XX.XX.2013 
verfügten Kürzung der Geldleistungen um 50 %. Gleichzeitig verneinte sie 
hinsichtlich der beiden erwähnten Ereignisse den Anspruch auf eine Inte-
gritätsentschädigung. Die dagegen erhobene Einsprache (act. IId 149, 156) 
wies die Suva mit Entscheid vom 27. Januar 2017 (act. IId 164) ab und 

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stellte den Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtsverbeiständung nach Eingang der erforderlichen Akten in Aussicht.

B.

Mit Beschluss vom 18. April 2017 leitete das Versicherungsgericht des 
Kantons Solothurn die gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 
27. Januar 2017 am 2. März 2017 erhobene Beschwerde samt Akten an 
das Verwaltungsgericht des Kantons Bern weiter, dies nachdem das Versi-
cherungsgericht des Kantons Solothurn auf die Beschwerde infolge fehlen-
der örtlicher Zuständigkeit nicht eingetreten war. 

Der Beschwerdeführer stellt, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
B.________, die folgenden Rechtsbegehren: 

1. In Aufhebung der Verfügung vom 3. Juni 2015 sowie des Ein-
spracheentscheides vom 27. Januar 2017 seien dem Be-
schwerdeführer die gesetzlichen Leistungen nach dem 
Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20), namentlich eine Invalidenrente aufgrund 
einer Erwerbsunfähigkeit von 17.1 % auszurichten.

2. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege 
zuzusprechen und die Unterzeichnete als unentgeltliche Ver-
treterin einzusetzen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Be-
schwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 2. Juni 2017 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers auf-
forderungsgemäss ergänzende Angaben bzw. Unterlagen zum Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege ein.

Erwägungen:

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1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2

1.2.1 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 27. Januar 2017 (act. 
IId 164), mit welchem dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den 
Ereignissen vom XX.XX.2007 und XX.XX.2013 eine Invalidenrente bei ei-
ner Erwerbsunfähigkeit von 11 % zugesprochen und der Anspruch auf eine 
Integritätsentschädigung verneint wurde.

1.2.2 Streitgegenstand bildet das auf Grund der Beschwerdebegehren 
tatsächlich angefochtene Rechtsverhältnis. Anfechtungs- und Streitgegen-
stand beziehen sich auf ein (materielles) Rechtsverhältnis, sei es auf eines 
(z.B. Rentenanspruch), sei es auf mehrere Rechtsverhältnisse (z.B. Ein-
gliederungs- und Rentenanspruch). Bezieht sich also die Beschwerde nur 
auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, 
gehören die nicht beanstandeten – verfügungsweise festgelegten – 
Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, aber nicht zum Streitge-
genstand (BGE 125 V 413 E. 2a S. 415).

Vorliegend beantragt der Beschwerdeführer zwar die Ausrichtung der ge-
setzlichen Leistungen nach UVG, namentlich eine Invalidenrente aufgrund 

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einer Erwerbsunfähigkeit von 17.1 %. Der Beschwerdebegründung ist je-
doch zu entnehmen, dass die im Einspracheverfahren noch streitig gewe-
sene Integritätsentschädigung nicht mehr thematisiert wird. Folglich ist der 
angefochtene Einspracheentscheid hinsichtlich der Verneinung des An-
spruchs auf eine Integritätsentschädigung in Teilrechtskraft erwachsen. 
Vorliegend bildet somit einzig die angefochtene Invalidenrente Thema des 
Verfahrens.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Vorliegend 
haben sich die beiden Unfälle vom XX.XX.2007 und XX.XX.2013 vor dem 
1. Januar 2017 ereignet, so dass das bisherige Recht zur Anwendung ge-
langt. 

2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

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2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

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2.5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

2.5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2).

Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit 
aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben 
sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 
zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt 
grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 
V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der Dokumentation 
von Arbeitsplätzen (DAP) der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 
(Suva) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 
UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Die Vorlage von fünf zumutbaren Arbeitsplätzen erscheint in quantitativer 
Hinsicht in der Regel als genügend. Im Hinblick auf die geforderte Reprä-
sentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben sind 
im Sinne einer qualitativen Anforderung zusätzlich Angaben zu machen 
über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage 
kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den 
Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten 

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Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Allfällige Einwendungen der 
versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsen-
tativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im Einsprachever-
fahren zu erheben. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den 
erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf 
den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (BGE 139 V 592 E. 6.3 S. 595, 
129 V 472 E. 4.2.2 S. 480).

2.6 Das Rentensystem der obligatorischen Unfallversicherung beruht 
auf dem Grundsatz der Gesamtbeurteilung mehrerer versicherter Unfälle 
und ihrer Folgen. Daraus folgt, dass mehrere versicherte Schäden zu 
vereinen und durch eine Rente für die Gesamtinvalidität zu entschädigen 
sind, welche nicht einfach der Summe der aus den einzelnen Unfällen 
resultierenden Invaliditätsgrade entspricht (BGE 123 V 45 E. 3b S. 50).

3.

3.1 Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom XX.XX.2013 ist die Kür-
zung der Geldleistungen um 50 % nicht mehr strittig und rechtskräftig fest-
gelegt; ebenfalls nicht mehr umstritten ist, dass die Beschwerdegegnerin 
die Behandlungskosten für psychische Beschwerden im Zusammenhang 
mit dem erwähnten Ereignis nur bis zum 30. Juni 2014 erbracht und keine 
Taggelder für die ausschliesslich psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit 
ausgerichtet hat (vgl. den Einspracheentscheid vom 11. August 2014 [act. 
IId 118] und die Verfügung vom 27. Juni 2014 [act. IId 108], welche beide 
unangefochten geblieben sind).

3.2 In medizinischer Hinsicht hat die Beschwerdegegnerin auf die Er-
gebnisse der Untersuchung durch den Kreisarzt Dr. med. C.________, 
Facharzt für Rheumatologie sowie Physikalische Medizin und Rehabilitati-
on, vom 3. März 2015 (act. IId 127) abgestellt (vgl. Einspracheentscheid 
vom 27. Januar 2017, S. 6 Ziff. 4 [act. IId 164]), was beschwerdeweise zu 
Recht nicht bestritten wird. Denn der entsprechende Bericht erfüllt die an 
den Beweiswert einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen, 
wonach der Beweiswert eines ärztlichen Berichts davon abhängt, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Kreisarzt Dr. med. C.________ hat im Bericht vom 3. März 2015 die 
folgenden Diagnosen aufgeführt (act. IId 127 S. 7 f.):

Restbeschwerden im rechten Knie bei
Kniekontusion rechts bei Sturz drei Meter von einem Gerüst am XX.XX.2007
 Teilmeniskektomie medial bei MR-tomografisch dokumentierter Mensikuslä-

sion, Pannusresektion am 17. April 2008
 Szintigrafisch Reaktion am Femurkondylus medial und Tibiakopf medial und 

lateral 2008 (Dr. D.________)
 MRI November 2012: Kleiner Radiärriss an der Hinterhornwurzel des Innen-

meniskus.

Tibiakopffraktur rechts, proximale Fibulafraktur rechts nach Rangelei am 
XX.XX.2013
 Kompartmentsyndrom (XX.XX.2013), Spaltung der Tibialis anterior- und der 

Peronealloge rechts
 Osteosynthese Tibiakopf rechts mittels medialer 5-Loch-3.5-T-LCP und lateral 

8-Loch-3.5-Tibia-LCP und 2 ap Stellschrauben (KS Chur)
 12. Februar 2014 Orthoradiografie: Normale Höhe des Knorpelraums medial 

und lateral. Verdacht auf interkondyläre Inaktivitätsosteopenie

Rezidivierend depressive Störung
Posttraumatische Belastungsstörung
 2014 Terminierung/Ablehnung der psychischen Beschwerden durch die Suva

Dr. med. C.________ hielt fest (act. IId 127 S. 9), es ergebe sich folgendes 
Zumutbarkeitsprofil: Wechselnd sitzende, gehende und stehende Tätigkei-
ten seien ganztags zumutbar. Gewichtsbelastungen einmalig seien unbe-
schränkt möglich, repetitiv nicht über 10kg (leicht bis mittelschwer). Es 
bestünden Einschränkungen für das Besteigen von Leitern, Gerüsten, Ge-
hen in unebenem Gelände, Kauern und Knien und häufiges Treppenstei-
gen. Zwangshaltungen bzw. fehlende Beinfreiheit für Spontanbewegungen 
seien schwierig. 

Auf dieses Zumutbarkeitsprofil ist vorliegend abzustellen.

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4.

4.1 Die Bestimmung des Invaliditätsgrades hat auf den hier zu Recht 
nicht umstrittenen Zeitpunkt des Fallabschlusses (vgl. BGE 140 V 130 E. 
2.2 S. 132, 137 V 199 E. 2.1 S. 201) per Anfang März 2015 (vgl. act. IId 
145) zu erfolgen. Dabei ist das Valideneinkommen von Fr. 66‘846.-- zu 
Recht nicht umstritten (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 8); die Beschwerdegeg-
nerin hat diesbezüglich auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des 
Beschwerdeführers abgestellt (Fr. 5‘142.-- x 13 = Fr. 66‘846.-- [act. IId 
126]). 

4.2

4.2.1 Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin unter Zuhil-
fenahme der DAP-Profile ermittelt. Der Beschwerdeführer wendet dagegen 
ein (Beschwerde S. 4 ff.), das Invalideneinkommen hätte aufgrund des Ein-
kommens, welches er im Jahr 2015 bzw. im Zeitpunkt der Verfügung vom 
3. Juni 2015 tatsächlich bei der E.________ AG als … im Betrag von 
Fr. 55‘250.-- erzielt habe (vgl. act. IId 122), ermittelt werden sollen. Entge-
gen der Auffassung der Beschwerdegegnerin hätten dort im März 2015 
(bzw. Juni 2015) stabile Arbeitsverhältnisse geherrscht und der Beschwer-
deführer habe die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise 
voll ausgeschöpft. 

4.2.2 Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend 
ausgeführt hat (S. 3, Ziff. 6.2), beurteilt sich die Gesetzmässigkeit des an-
gefochtenen Entscheides nach dem Sachverhalt, der zur Zeit seines Erlas-
ses gegeben war (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140), 
vorliegend also am 27. Januar 2017. Der Beschwerdeführer hat die Stelle 
bei der E.________ AG – wie er selber ausführt (Beschwerde S. 4 Ziff. 6) – 
nach einem Arbeitsunfall am XX.XX.2016 verloren, wobei die Kündigung 
per 31. Dezember 2016 erfolgte (Akten der Beschwerdegegnerin [act. IIe] 
42). Folglich ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten (Beschwerde-
antwort S. 3 Ziff. 6.2), dass der Beschwerdeführer im relevanten Beurtei-
lungszeitpunkt in keinem Arbeitsverhältnis stand, auf dessen Lohn bei der 
Bemessung des Invalideneinkommens hätte abgestellt werden können. 
Zudem bestätigt die per 31. Dezember 2016 erfolgte Kündigung, dass in 

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Bezug auf das betreffende Anstellungsverhältnis eben gerade keine be-
sonders stabilen Arbeitsverhältnisse gegeben waren (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 2. September 2015, 9C_874/2014, E. 3.2, wo 
das Vorliegen eines besonders stabilen Arbeitsverhältnisses insbesondere 
deshalb verneint wurde, weil im relevanten Überprüfungszeitpunkt des Ver-
fügungserlasses das Arbeitsverhältnis nicht mehr bestand). 

Da damit bereits eine der drei kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen 
(besonders stabile Arbeitsverhältnisse, Ausschöpfung der verbleibenden 
Arbeitsfähigkeit und fehlender Soziallohn [vgl. E. 2.5.2 hiervor]) nicht erfüllt 
ist, kann offen bleiben, wie es sich beim besagten Arbeitsverhältnis mit 
dem vom Beschwerdeführer erwähnten häufigen Herumgehen (act. IId 127 
S. 6) und Treppensteigen sowie Zurücklegen weiterer Strecken (vgl. act. IId 
130; vgl. auch Beschwerde S. 5 f. Ziff. 14 ff.) bzw. der Einhaltung des me-
dizinischen Zumutbarkeitsprofils und somit der vollen Ausschöpfung der 
verbleibenden Arbeitsfähigkeit verhalten hat.

4.3 Nach dem Dargelegten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin 
das Invalideneinkommen zu Recht anhand der DAP-Profile ermittelt hat. 
Dabei hat sie aus 49 mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil des Beschwerde-
führers in Frage kommenden DAP-Profilen fünf ausgewählt, dies verbun-
den mit Angaben über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den 
Durchschnittslohn (vgl. E. 2.5.2 hiervor), und gestützt darauf für das Jahr 
2015 ein Invalideneinkommen von Fr. 59‘829.-- ermittelt (act. IId 138, 145 
S. 2, 146 S. 2, 164 S. 7 f.). Damit erfüllt die konkrete Anwendung der DAP-
Profile vorliegend die gemäss Rechtsprechung entwickelten Vorgaben (vgl. 
E. 2.5.2 hiervor) und der Beschwerdeführer bringt denn auch nichts Gegen-
teiliges vor.

4.4 Die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt 
einen Invaliditätsgrad von gerundet 11 % (100 / Fr. 66‘846.-- x [Fr. 66‘846.-- 
- Fr. 59‘829.--] = 10.5 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 
3.2 und 3.3 S. 123). Dafür, dass der auf Fr. 366.55 festgelegte monatliche 
Rentenbetrag (vgl. act. IId 145 S. 1) nicht korrekt wäre, gibt es keine An-
haltspunkte und der Beschwerdeführer macht denn auch nichts Derglei-
chen geltend.

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4.5 Nach dem Ausgeführten lässt sich der Einspracheentscheid vom 
27. Januar 2017 – soweit überhaupt angefochten – nicht beanstanden und 
ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

5.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3.2 Da die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der Akten 
ausgewiesen ist (vgl. Akten des Beschwerdeführers, act. Ia und act. Ib), 
dieser Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erschien und die an-
waltliche Verbeiständung geboten ist, sind die Voraussetzungen für die 
Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das entspre-
chende Gesuch des Beschwerdeführers ist somit gutzuheissen und es ist 
ihm Rechtsanwältin lic. iur. B.________ als amtliche Anwältin beizuordnen. 
Festzusetzen bleibt deren amtliches Honorar.

5.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, UV/17/381, Seite 13

Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 12. Juni 2017 macht Rechtsanwältin lic. iur. 
B.________ ein nicht zu beanstandendes Honorar von Fr. 1‘340.-- (6.7 
Stunden à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von 3 % auf Fr. 1‘340.-- bzw. 
Fr. 40.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 110.40 (8 % auf Fr. 1‘380.20) gel-
tend, womit ein tarifmässiger Parteikostenersatz von Fr. 1‘490.60 resultiert, 
was aufgrund des Stundenansatzes von Fr. 200.-- gleichzeitig dem amtli-
chen Honorar entspricht. Der erwähnte Betrag ist Rechtsanwältin 
B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichts-
kasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Be-
schwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den 
Voraussetzungen von Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin lic. iur. B.________ als amtliche Anwältin wird gutge-
heissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, UV/17/381, Seite 14

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1‘490.60 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Rechtsanwältin lic. iur. B.________ wird nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘490.60 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva 
- Bundesamt für Gesundheit 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.