# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 423c7205-289a-523a-8363-5a1b1381bf38
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 01.11.2006 SB 2006 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2006-37_2006-11-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 01. November 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 06 37 (nicht mündlich eröffnet)

(Auf die gegen diese Entscheidung erhobene Nichtigkeitsbeschwerde ist das 
Bundesgericht mit Urteil vom 15. März 2007 (6S.89/2007) nicht eingetreten.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Richter Möhr und Hubert
Aktuar ad hoc Walder

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In der strafrechtlichen Berufung

des X., Angeklagter und Berufungskläger, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 8. August 2006, mitgeteilt am 26. Sep-
tember 2006, in Sachen gegen den Berufungskläger,

betreffend Betrugsversuch, Urkundenfälschung und Auskunftsverweigerung,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 1. Juni 1976 in A. geboren. Er wuchs zusammen mit drei 
Brüdern bei den Eltern vorerst in B. und später in C. auf. Nachdem er in D. drei 
Jahre die Primarschule besucht hatte, zog seine Familie 1987 für ein halbes Jahr 
nach E., wodurch er ein Schuljahr verlor. Nach der Rückkehr aus Italien liess sich 
die Familie X. in A. nieder, wo X. weitere drei Jahre die Primar- und anschliessend 
drei Jahre die Realschule besuchte. Nach der Schulentlassung durchlief er eine 
dreijährige Malerlehre, die er 1996 mit Erfolg abschloss. Er war darauf bis 2003 bei 
verschiedenen Firmen auf seinem Beruf tätig. Es folgten verschiedene kürzere Be-
schäftigungen vor allem in Gastwirtschaftsbetrieben. Seit 2005 ist X. arbeitslos; er 
bezieht vom Sozialamt A., das auch für die Kosten eines Zimmers und die Kranken-
kassenbeiträge aufkommt, öffentliche Unterstützungsleistungen von 1'000 Franken 
pro Monat. Nach den Angaben der Steuerverwaltung Graubünden war X. 2005 pro-
visorisch mit einem Reineinkommen von 30'000 Franken veranlagt. Eigenen Anga-
ben zufolge besitzt der Angeklagte kein Vermögen, hingegen hat er Schulden von 
mehreren tausend Franken. Nach dem Auszug aus dem Betreibungsregister wurde 
er in den Jahren 2003 bis 2005 für insgesamt Fr. 17'541.65 betrieben.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit zwei Verurteilungen ver-
zeichnet. Am 22. August 2000 wurde er vom Kreispräsidenten Fünf Dörfer wegen 
versuchter Unterdrückung von Urkunden zu einer bedingt vollziehbaren Gefäng-
nisstrafe von 14 Tagen unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt. 
Am 11. Februar 2004 bestrafte ihn der Bezirksgerichtsausschuss Landquart wegen 
Sachbeschädigung, Drohung usw. mit 20 Tagen Gefängnis und 500 Franken 
Busse; es wurde ihm abermals der bedingte Strafvollzug beziehungsweise die be-
dingt vorzeitige Löschung der Busse im Strafregister unter Ansetzung einer Probe-
zeit von zwei Jahren gewährt. – Auf Grund seiner Vorstrafen und seines Lebens-
wandels muss der Leumund des Angeklagten als angeschlagen bezeichnet wer-
den.

B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft X. in ihrer Anklageschrift 
vom 4. April 2006 folgende Begangenschaften vor:

„1. Mit Darlehensvertrag vom 7. März 2004 gewährte F. X. zur Be-
gleichung von Kosten beim Betreibungsamt J. n zinsloses Darle-
hen in Höhe von CHF 4'343.85. Die Rückzahlung sollte durch Ver-
rechnung mit dem Lohn, jeweils am Ende des Monats, erstmals 
am 31. März 2004, erfolgen. Die vereinbarten monatlichen Zah-
lungen von CHF 500.--  sind im März, April und Mai 2004 durch 
entsprechende Verrechnung mit dem Lohn geleistet worden. Da 
in der Folge die Rückzahlung des Restbetrages in Höhe von CHF 
2'843.86 ausblieb, wurde X. betrieben. Gegen den am 15. März 

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2005 zugestellten Zahlungsbefehl erhob er Rechtsvorschlag, wor-
auf RA Jürg Domenig namens von F. am 5. April 2005 das Rechts-
ffnungsbegehren stellte. Am 13. April 2005 lud das Bezirksge-
richtspräsidium Plessur F. und X. auf den 4. Mai 2005 zur 
Rechtsöffnungsverhandlung vor. Anlässlich dieser Verhandlung 
machte der Angeklagte geltend, er habe von F. kein Geld erhalten 
und er habe auch keinen Darlehensvertrag unterzeichnet. Die Un-
terschrift auf dem Darlehensvertrag sei nicht seine Unterschrift 
und deshalb gefälscht. Die am 8. März 2004 an das Betreibungs-
amt J. überwiesenen CHF 4'343.85 würden von einer ihm 
gehörenden Gesellschaft stammen. Ausserdem reichte der Ange-
klagte Lohnabrechnungen der Monate Januar bis Mai 2004 ein, 
auf welchen keine Verrechnung einer Darlehensforderung mit 
dem Monatslohn enthalten sind. Der Rechtsöffnungsrichter nahm 
in der Folge trotz dieser falschen Aussagen und der begleitenden 
Machenschaft des Angeklagten keine für F. nachteiligen Disposi-
tionen vor.

2. Am 8. Juli 2004 meldete X. beim Amt für Industrie, Gewerbe und 
Arbeit (KIGA) einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung im 
Umfang von 100 Prozent ab diesem Datum an. In der Folge wies 
ihn die zuständige Behörde dem Einsatzprogramm Pro Wiv zu, 
wo er am 21. und 22. März 2005 nicht zur Arbeit erschien. Dem 
Programmleiter gegenüber führte der Angeklagte aus, er hätte 
wegen der Teilnahme an Vorstellungsgesprächen, welche in die-
ser Zeit durchgeführt worden seien, der Arbeit fernbleiben müs-
sen. Um diese Behauptung zu beweisen, reichte er in der Folge 
dem für ihn zuständigen Personalberater des KIGA insgesamt 
acht Bestätigungen ein, welche jeweils mit Stempel und Unter-
schrift von verschiedenen Betrieben aus A. – grösstenteils aus 
dem Malereigewerbe – versehen waren. Mit diesem Vorgehen 
versuchte der Angeklagte eine Sanktionierung durch die für die 
Auszahlung von Arbeitslosenentschädigung zuständige Behörde 
zu verhindern. In der Folge verfügte das KIGA eine Einstellung 
der Anspruchsberechtigung für 18 Tage, was einem Geldwert von 
CHF 1'940.--  entspricht. Gemäss Aussagen des KIGA wäre die 
Sanktionierung auch ausgesprochen worden, wenn der Ange-
klagte keine gefälschten Bestätigungen von Vorstellungsge-
sprächen eingereicht hätte.

3. Am 10. Juni 2005, um ca. 22.15 Uhr, hielt eine Patrouille der 
Stadtpolizei A. den Angeklagten auf der H.-Strasse in A., Höhe I.-
Weg, an und verlangte von ihm Angaben über seine Person. Die-
ser verweigerte eine Aussage und rannte unvermittelt davon. 
Kurze Zeit später konnte er von besagter Patrouille wieder ange-
halten werden.“

C. Aufgrund des geschilderten Sachverhalts versetzte die Staatsanwalt-
schaft X. in Anklagezustand und überwies die Sache zur  Beurteilung an das Be-

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zirksgericht Plessur. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 8. August 2006 bestritt 
der Angeklagte den ihm unter Ziffer 1 der Anklageschrift vorgeworfenen Sachver-
halt. Er machte geltend, sein ehemaliger Arbeitgeber F. habe ihm nie ein Darlehen 
gewährt. Das Geld zur Begleichung seiner Schulden habe er von der G. AG erhal-
ten. Er habe auch nie einen Darlehensvertrag unterzeichnet; seine Unterschriften 
auf dem Vertrag und auf den Lohnabrechnungen seien gefälscht; er habe nur Lohn-
abrechnungen ohne Abzug für das angebliche Darlehen erhalten. Mit Bezug auf die 
beiden übrigen ihm vorgeworfenen Sachverhalte war der Angeklagte geständig. 
Das Bezirksgericht fällte das folgende Urteil:

„1. X. ist schuldig

– des vollendeten versuchten Betruges gemäss Art. 146 Abs. 
1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

– des untauglichen Betrugsversuches gemäss Art. 146 Abs. 1 
StGB in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 StGB,

– der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 
StGB,

– der Irreführung der Rechtspflege gemäss Art. 304 Ziff. 1 
StGB sowie

– der Auskunftsverweigerung gemäss Art. 26 StPO.“

2. Dafür wird X. mit drei Monaten Gefängnis bestraft.

3. Vom Widerruf der mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Lan-
dquart vom 11. Februar 2004 bedingt ausgesprochenen Gefäng-
nisstrafe von 20 Tagen (Probezeit zwei Jahre) wird abgesehen. 
Die Probezeit wird um ein Jahr verlängert.

4. Die Kosten des Verfahrens von CHF 5'060.--  (Untersuchungs-
kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'060.--, Ge-
richtsgebühr von CHF 3'000.--) gehen zu Lasten des Verurteilten 
und sind innert 30 Tagen auf das PC-Konto 70-3596-3 des Be-
zirksgerichtes Plessur zu überweisen.

Die Kosten des Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

5. Rechtsmittel ..…

6. Mitteilung ….“

D. Gegen dieses Urteil reichte X. am 3. Oktober 2006 ein als Berufung 
bezeichnetes Schreiben ein. Darin führte er vorerst aus, es stelle sich die Frage, 
wie er Gerichtskosten von Fr. 5'060.--  sollte bezahlen können, wenn er eine drei-
monatige Gefängnisstrafe verbüssen müsse, nicht arbeiten könne und noch offene 
Betreibungen in der Höhe von Fr. 17'541.65 habe. Das was er an Herrn Raschein 

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geschrieben und an der Hauptverhandlung abgegeben habe, sei wahrheitsgetreu. 
Er beantrage eine Strafe auf Bewährung, da er nur einen Tatbestand begangen 
habe, oder eine Strafe von nur anderthalb Monaten Gefängnis, eine dreimonatige 
Strafe halte er wegen seiner Depressionen nicht aus. Zu berücksichtigen seien auch 
die Ursachen, die zu seinen Handlungen geführt hätten, nämlich der Strafmilde-
rungsgrund der Provokation, wenn Zorn oder grosser Schmerz über eine unge-
rechte Reizung oder Kränkung den Täter hingerissen habe. Gemäss dem GAV Gas-
tronomie habe er Anspruch auf einen Arbeitsvertrag, was auch wegen seiner finan-
ziellen Lage nötig gewesen sei. Wegen dieser Provokation habe er die Urkunden-
fälschungen gemacht.

Das Bezirksgericht Plessur und die Staatsanwaltschaft verzichteten auf eine 
Vernehmlassung.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung:

I. 1. a) X. stellt an den Anfang seiner mit viel Wohlwollen als Berufung 
anzuerkennenden Eingabe vom 3. Oktober 2006 die Frage, wie er angesichts der 
gegen ihn ausgefällten dreimonatigen Gefängnisstrafe, deretwegen er keiner Arbeit 
nachgehen könne, sowie seiner zahlreichen Betreibungen in der Lage sein solle, 
Gerichtskosten von 5'060 Franken zu bezahlen. Er bestreitet mit dieser Frage nicht 
so sehr die Höhe der ihm auferlegten Kosten, sondern macht vielmehr geltend, er 
sei zu deren Bezahlung ausserstande. Dies ist ein Problem, das im Rahmen des 
Berufungsverfahrens nicht überprüft werden kann, und insbesondere kann sich der 
Kantonsgerichtsausschuss nicht mit der Frage befassen, ob einem Verurteilten in-
folge Mittellosigkeit die Bezahlung von Gerichtskosten erlassen werden kann. Wenn 
der Berufungskläger glaubt, seinen Zahlungspflichten nicht nachkommen zu kön-
nen, so hat er sich mit diesem Anliegen an die für den Einzug der ihm auferlegten 
Kosten zuständige Amtsstelle zu wenden und mit dieser darüber zu verhandeln, ob 
ihm Zahlungserleichterungen gewährt oder ob ihm diese Kosten ganz oder teilweise 
erlassen werden können.

b) Was die Höhe der dem Berufungskläger auferlegten Kosten betrifft, 
kann der Kantonsgerichtsausschuss zwar überprüfen, ob die Vorinstanz sich an den 
Kostentarif gehalten und  im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens entschieden 
hat. Dabei soll das Gericht im Berufungsverfahren allerdings nicht ohne triftigen 
Grund in das Ermessen der Vorinstanz eingreifen. Im vorliegenden Fall halten sich 
die von der Staatsanwaltschaft ausgewiesenen und ins Urteil übernommenen  Un-

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tersuchungskosten sowie die vom Bezirksgericht dem Verurteilten auferlegten Ge-
richtskosten innerhalb des von der Verordnung über die Kosten im Strafverfahren 
beziehungsweise der sich auf diese beziehenden Verordnung über Gebühren und 
Entschädigung der im Strafverfahren mitwirkenden Personen sowie das Rech-
nungswesen vorgesehen Rahmens. Dabei darf festgestellt werden, dass sowohl die 
von der Staatsanwaltschaft als auch die vom Bezirksgericht in Rechnung gestellten 
Gebühren als dem erheblichen vom Angeklagten verursachten Aufwand angemes-
sen bezeichnet werden können. Die Untersuchung von mindesten zwei der drei ein-
geklagten Tatbestände erforderte von den Untersuchungsbehörden einen erhebli-
chen Aufwand, und beim Bezirksgericht fielen für die Vorbereitung und die Durch-
führung der Gerichtsverhandlung und die Urteilsredaktion namhafte Kosten an. Die 
dem Berufungskläger auferlegten Kosten erscheinen angesichts des entstandenen 
Aufwandes als durchaus gerechtfertigt, so dass der Kantonsgerichtausschuss kei-
nen Grund sieht, in den entsprechenden Ermessensentscheid der Vorinstanz ein-
zugreifen.

2. Der Berufungskläger spricht zwar in seiner Eingabe vom 3. Oktober 
2006 im Zusammenhang mit der Strafzumessung davon, er habe nur einen Straf-
tatbestand erfüllt, macht aber nur eine kurze Bemerkung zum Strafpunkt, der sich 
offenbar auf die Verurteilung wegen vollendeten versuchten Betruges und Irre-
führung der Rechtspflege im Zusammenhang mit dem Darlehen von F. bezieht, 
während er zum zweiten Anklagepunkt, dem untauglichen Betrugsversuch und der 
mehrfachen Urkundenfälschung keinerlei Bemerkungen anführt und sich auch zur 
Auskunftsverweigerung nicht äussert. Eine eigentliche Begründung, wie sie die 
Strafprozessordnung fordert, findet sich in der Eingabe von X. allerdings auch mit 
Bezug auf den Schuldspruch im Falle F. nicht. Nach Art. 142 Abs. 1 StPO ist die 
Berufung innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des Entscheides 
beim Kantonsgerichtsausschuss unter Beilage des angefochtenen Urteils in dreifa-
cher Ausfertigung einzureichen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden 
und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden. Diese Er-
fordernisse sind prozessual von erheblicher Bedeutung, richten sich doch der Um-
fang und der Inhalt der Prüfungsbefugnis des Kantonsgerichtsausschusses nach 
dem Inhalt der Berufungsschrift, also nach dem Willen des Berufungsklägers. Die 
vom Gesetz vorgeschriebene Begründungspflicht dient somit dazu, die ordnungs-
gemässe, rationelle und ökonomische Abwicklung des Verfahrens zu gewährleis-
ten. Es kann somit nicht von überspitztem Formalismus gesprochen werden, wenn 
eine ausreichende Begründung der Berufung verlangt wird (PKG 1980 Nr. 31). Als 

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Folge dieser gesetzlichen Regelung ergibt sich, dass die Berufungsinstanz nur 
überprüfen darf, was in der Rechtsschrift des Berufungsklägers gerügt worden ist. 
X. verweist in seiner Eingabe lediglich auf seine schon in der Untersuchung und 
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorgebrachte Sicht der Dinge 
und seine damaligen Akteneinlagen. Damit erfüllt er die an eine Berufung zu  stel-
lenden Anforderungen in keiner Weise, selbst wenn diese in einem Fall wie dem 
vorliegenden, wo sich ein juristischer Laie ohne Rechtsbeistand gegen seine Verur-
teilung vor erster Instanz zur Wehr setzt, nicht allzu hoch angesetzt werden. Der 
Berufungskläger setzt sich mit der Argumentation der Vorinstanz, mit welcher diese 
ihren Schuldspruch begründet, in keiner Weise auseinander, sondern macht ledig-
lich geltend, er habe im bisherigen Verfahren die Wahrheit gesagt. Das Bezirksge-
richt hat demgegenüber seine Sachdarstellung mit überzeugenden Argumenten als 
unglaubhaft bezeichnet. Die Behauptung des Angeklagten, er sei mit F. keinen Dar-
lehensvertrag eingegangen und er habe von diesem auch kein Geld bekommen, 
sondern er habe die beim Postamt J. einbezahlten Fr. 4'343.85 von der G. AG er-
halten, werden durch erdrückende, das Gegenteil belegende Beweise entkräftet. Es 
ist in keiner Weise einzusehen, weshalb der Zeuge F., der dem Angeklagten nach 
der Aktenlage sehr wohl gesinnt war, in wahrheitswidriger Weise behauptet haben 
sollte, er habe seinem Angestellten ein Darlehen zur Bezahlung seiner Schulden 
gewährt. Für die Tatsache, dass er in der Folge zwei Lohnabrechnung erstellt hat, 
konnte F. einleuchtende Gründe angeben, während der Angeklagte eine Erklärung 
dafür, weshalb er sich gegen die dreimaligen Abzüge von je 500 Franken von sei-
nem Lohnguthaben nicht beschwerte, schuldig blieb. Nicht nur mit der klaren Er-
klärung der G. AG im Schreiben vom 20. Juli 2005, sie habe X. nie eine Auszahlung 
in Form eines Schecks oder wie auch immer gemacht, sondern auch mit jedem 
vernünftigen Handeln in solchen Fällen im Widerspruch steht die Behauptung des 
Angeklagten, die fragliche Schuldentilgungsfirma habe ihm den fraglichen Betrag 
zur Vornahme von Zahlungen zur Verfügung gestellt. Ohne dass angesichts der 
ungenügenden Berufungsbegründung näher auf den umstrittenen Sachverhalt ein-
zugehen wäre, lässt sich damit aufgrund dieser wenigen Fakten mit restloser Si-
cherheit sagen, dass die Sachdarstellung X.s völlig wirklichkeitsfremd ist, so dass 
sie von der Vorinstanz zu Recht verworfen wurde. Auch an der rechtlichen Würdi-
gung des klar ausgewiesenen Sachverhalts ist nichts auszusetzen.

3. a) Dem Schreiben X.s vom 3. Oktober 2006 kann entnommen werden, 
dass er sich mit der ihm vom Bezirksgericht Plessur auferlegten Strafe von drei Mo-
naten Gefängnis nicht abfinden kann. Er macht geltend, seine finanzielle Situation 
und psychische Verfassung seien bei der Strafzumessung zu berücksichtigen und 

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es komme auch der in Art. 64 StGB erwähnte Strafmilderungsgrund zur Anwen-
dung, wonach die Strafe gemildert werden könne, wenn Zorn oder grosser Schmerz 
über eine ungerechte Reizung oder Kränkung den Täter zur Tat hingerissen habe. 
Beim zweiten ihm zur Last gelegten Tatbestand verhalte es sich so.

Die Vorinstanz hat ausführlich dargelegt, wie bei der Strafzumessung vorzu-
gehen ist. Sie hat zutreffend festgestellt, dass gemäss Art. 63 StGB vom Verschul-
den des Täters auszugehen ist, wobei die Beweggründe, das Vorleben und die per-
sönlichen Verhältnisse des Schuldigen zu berücksichtigen seien. Setzt man in An-
wendung dieser Vorschrift das Verschulden von X. in den Vordergrund der Überle-
gungen zur Strafzumessung, so muss sofort festgestellt werden, dass sich der An-
geklagte ein schweres Verschulden vorwerfen lassen muss. Mit Bezug auf den ers-
ten ihm zur Last gelegten Tatbestand kann das Verhalten des Berufungsklägers 
nicht anders denn als verwerflich bezeichnet werden. X. hat das ihm von einem ihm 
wohlgesinnten Arbeitgeber entgegengebrachte Vertrauen in schmählicher Weise 
missbraucht. Er hat die ihm von F. angebotene Hilfe entgegengenommen; anstatt 
sich dafür aber dankbar zu erweisen, hat er nach wenigen Wochen seine Arbeits-
stelle grundlos und ohne Kündigung verlassen und hat später seinen Arbeitgeber 
unlauterer Machenschaften bezichtigt. Dieses Verhalten wirft ein denkbar schlech-
tes Licht auf Gesinnung und Charakter des Angeklagten und ruft nach einer stren-
gen Bestrafung. Das Vorleben X.s gibt zu weiteren ernsthaften Bedenken Anlass. 
Er musste sich bereits zweimal vor dem Richter verantworten. Aus den ihm in bei-
den Fällen auferlegten bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafen hat er offensichtlich 
keine Lehren gezogen, ja er wurde innert der ihm bei der letzten Verurteilung aufer-
legten Probezeit erneut straffällig. Er hat nur wenige Monate nach der Verurteilung 
vom 11. Februar 2004 eine sichere Arbeitsstelle verlassen und damit und durch die 
bereits früheren häufigen Stellenwechsel bewiesen, dass es ihm am ernsthaften 
Willen, einer geregelten Erwerbstätigkeit nachzugehen, fehlt. Durch seinen Lebens-
wandel hat er auch seine prekäre wirtschaftliche Lage weitgehend selbst verschul-
det, so dass er nicht geltend machen kann, seine finanzielle Situation sei bei der 
Strafzumessung zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Seinen mangelnden Ar-
beitswillen hat er auch beim zweiten ihm zur Last gelegten Sachverhalt unter Be-
weis gestellt, indem er ohne Grund nicht zu dem ihm vom KIGA zugewiesenen Ar-
beitseinsatz erschienen ist, sondern sich mit wahrheitswidrigen Ausflüchten der Ar-
beit entzogen hat. Schwer wiegt auch, dass er sich nicht zu versuchen gescheut 
hat, durch zahlreiche gefälschte Bestätigungsschreiben über Vorstellungs-ge-
spräche den zuständigen Personalberater des KIGA zu täuschen. Inwiefern er in 
diesem Zusammenhang darauf kommen kann, eine Provokation zu behaupten und 

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damit einen Strafmilderungsgrund im Sinne von Art. 64 StGB für sich in Anspruch 
zu nehmen, lässt sich seinen Ausführungen mit dem besten Willen nicht entneh-
men.

Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass das Zusammentreffen meh-
rerer strafbarer Handlungen und die mehrfache Tatbegehung gemäss Art. 68 StGB 
zu einer Strafschärfung führen müssen. Strafmildernd im Sinne von Art. 65 StGB 
kann berücksichtigt werden, dass es im ersten dem Angeklagten zur Last gelegten 
Fall beim vollendeten Versuch geblieben ist, während die Untauglichkeit des Ver-
suchs beim zweiten Anklagepunkt zu einer Strafmilderung nach freiem Ermessen 
gemäss Art. 66 StGB führt. Dass eine Strafmilderung wegen verminderter Zurech-
nungsfähigkeit im Sinne von Art. 11 StGB nicht in Frage kommt, hat die Vorinstanz 
in Würdigung der ärztlichen Berichte zu Recht festgestellt. Im Bericht der psychia-
trischen Dienste Graubünden vom 9. Mai 2005 wird festgestellt, dass keine massi-
ven depressiven Symptome ausgemacht werden könnten, hingegen zeige der Pro-
band deutliche Aggravationstendenzen und er habe auch zu erkennen gegeben, 
dass er an der Fortführung der Beschäftigungsmassnahmen nicht interessiert sei. 
Aus ärztlicher Sicht lasse sich jedoch eine Arbeitsunfähigkeit nicht begründen. Auch 
Dr. med. K. hielt in seinem Bericht vom 27. Juli 2005 fest, die depressive Verstim-
mung mit Kopfschmerzen habe keinen Einfluss auf das Verhalten des Angeklagten 
zur Tatzeit gehabt. - Strafminderungsgründe sind nicht ersichtlich, hingegen wirken 
sich die Vorstrafen, der getrübte Leumund und das Delinquieren während hängiger 
Probezeit straferhöhend aus. Der Vorwurf des Delinquierens während laufender Un-
tersuchung lässt sich hingegen entgegen den Ausführungen in der Ergänzung zur 
Anklageschrift und im angefochtenen Urteil kaum erheben. Die Eröffnungsverfü-
gung der Staatsanwaltschaft datiert vom 10. Juni 2005. Die zu beurteilenden straf-
baren Handlungen gemäss Ziffer 1 und 2 der Anklageschrift wurden hingegen alle 
vor diesem Datum begangen und nur die Auskunftsverweigerung fiel mit dem Tag 
der Eröffnung der Strafuntersuchung zusammen. Ob auch die von der Vorinstanz 
angeführte Einsichtslosigkeit straferhöhend berücksichtigt werden muss, ist in der 
Literatur umstritten. Die Frage kann aber offen bleiben, da – selbst wenn die Frage 
zu bejahen wäre - die Strafzumessung angesichts der zahlreichen übrigen Strafzu-
messungsgründe dadurch kaum mehr beeinflusst würde. Bei Würdigung all der für 
die Strafzumessung erwähnten massgeblichen Elemente erweist sich die vom Be-
zirksgericht Plessur ausgesprochene Freiheitsstrafe von drei Monaten Gefängnis 
als dem Verschulden des Verurteilten angemessen; die Strafe ist folglich zu bestäti-
gen.

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b) Die Vorinstanz hat X. die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges ver-
weigert, weil sie die subjektiven Voraussetzungen zu deren Gewährung als nicht 
gegeben erachtete. Der Kantonsgerichtsausschuss gelangt zur gleichen Beurtei-
lung. In der Tat hat der Verurteilte aus zwei früheren Verfahren keine Lehren gezo-
gen. Nachdem er bereits am 22. August 2000 wegen versuchter Unterdrückung von 
Urkunden mit 14 Tagen Gefängnis unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
bestraft worden war, wurde er kurze Zeit nach Ablauf der Probezeit erneut straffällig, 
so dass er am 11. Februar 2004 wegen Sachbeschädigung, Drohung usw. erneut 
mit 20 Tagen Gefängnis und 500 Franken Busse bestraft werden musste, wobei 
ihm abermals der bedingte Strafvollzug gewährt worden war. Kurz nach der Ausfäl-
lung dieses Urteil begann X. wieder zu delinquieren und beging die in diesem Ver-
fahren beurteilten Straftaten. Aus diesem Verhalten kann kein anderer Schluss ge-
zogen werden, als dass der Angeklagte sich durch blosse Warnstrafen nicht beein-
drucken lässt. Damit kann ihm zum heutigen Zeitpunkt offensichtlich keine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden; es ist nicht zu erwarten, dass 
er sich durch die abermalige Gewährung des bedingten Strafvollzuges von der Be-
gehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abhalten lässt. Die Vorinstanz hat da-
her mit guten Gründen entschieden, dass die in diesem Verfahren ausgefällte Frei-
heitsstrafe zu vollziehen ist. -  Entsprechend dem Antrag des Untersuchungsrichters 
hat das Bezirksgericht davon abgesehen, den Vollzug der am 11. Februar 2004 
ausgesprochenen Gefängnisstrafe anzuordnen, hingegen hat es die Probezeit um 
ein Jahr verlängert. Es stellte sich auf den Standpunkt, der haftungewohnte Ange-
klagte lasse sich durch den Vollzug der neu ausgesprochenen dreimonatigen Frei-
heitsstrafe beeindrucken, so dass mehr als nur die vage Hoffnung bestehe, dass er 
sich zu einer dauerhaften Verhaltensänderung bewegen lasse und sich in Zukunft 
bewähren werde. Da das vorinstanzliche Urteil in diesem zu Gunsten des Ange-
klagten lautenden Punkt nicht angefochten wurde, braucht sich der Kantonsge-
richtsausschuss nicht dazu zu äussern, ob dieser Optimismus berechtigt erscheint.

II. Ist die Berufung abzuweisen, gehen die Kosten des Kantonsgerichts-
ausschusses zu Lasten des Berufungsklägers.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von 800 Franken gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Der Aktuar ad hoc: