# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4771dea9-0994-564c-baed-03f9035b5a4e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 E-766/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-766-2009_2011-12-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­766/2009

U r t e i l   v om   2 1 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richterin Jenny de Coulon Scuntaro; 
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

Parteien A._______, geboren am (…),
Kongo (Kinshasa), 
vertreten durch Ngoyi wa Mwanza Alfred,  
(…),
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für 
Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern, 
Vorinstanz. 

Gegenstand Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen 
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 
13. Januar 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 14. Mai 2001 gelangte die 
Beschwerdeführerin am 14. Mai 2001 von B._______ kommend auf dem 
Luftweg nach Zürich­Kloten, wo sie noch gleichentags um Bewilligung der 
Einreise und Asylgewährung ersuchte. Die Beschwerdeführerin wies sich 
mit  einem  auf  den  Namen  C._______,  geboren  (…),  Demokratische 
Republik  Kongo/  Zaire  lautenden  kongolesischen  Pass  sowie  einem 
Ausländerausweis  des  Kantons  (…),  lautend  ebenfalls  auf  den  Namen 
C._______, aus.

B. 
Mit  Zwischenverfügung  des  BFF  vom  14.  Mai  2001  wurde  der 
Beschwerdeführerin die Einreise  in die Schweiz vorläufig verweigert und 
sie  wurde  für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Transitbereich  des 
Flughafens zugewiesen. 

C. 
Die  Kantonspolizei  Zürich  unterzog  den  von  der  Beschwerdeführerin 
verwendeten  Reisepass  noch  am  14.  Mai  2001  einer  Ausweisprüfung. 
Dabei  stellte  sich  heraus,  dass  im  Pass  eine  Bildauswechslung  sowie 
zwei Stempelabdruckfälschungen vorgenommen worden waren.

D. 
Am  17.  Mai  2001  wurde  die  Beschwerdeführerin  auf  dem  Flughafen 
Zürich­Kloten  von  der  Kantonspolizei  Zürich  zu  ihrem  Asylgesuch 
angehört.  Weil  die  Beschwerdeführerin  angab,  minderjährig  zu  sein, 
wurde ihr durch das Sozialamt (Zentralsstelle MNA) ein Beistand ernannt. 
Ebenfalls  am  17.  Mai  2001  unterzeichnete  die  Beschwerdeführerin 
zuhanden der Zentralstelle MNA eine Vollmacht. Bei  der Anhörung gab 
sie zu Protokoll,  sie sei gerade 16 Jahre alt geworden. Sie habe zuerst 
mit  ihrer  Familie  in  Kinshasa  gewohnt,  dann  seien  sie  wegen  der 
militärischen  Versetzung  ihres  Vaters  nach  D._______  gezogen. 
Während ihres Aufenthaltes in D._______, konkret am 19. Mai 1997, sei 
ihr Vater, welcher für Mobutu gearbeitet habe, verhaftet und umgebracht 
worden.  Am  20.  Mai  1997  habe  sie  D._______  zusammen  mit  ihrer 
Mutter  und  ihrer Schwester wieder  in Richtung Kinshasa  verlassen. Auf 
dem Rückweg nach Kinshasa sei  ihre Mutter  in einer Piroge gestorben. 
Man  habe  die  Tote  dann  in  ein  Tuch  eingehüllt  und  dem  Wasser 
übergeben. Sie selbst sei auf der Reise an Malaria erkrankt. Sie sei mit 
ihrer  Schwester  nach  Kinshasa  zurückgekehrt,  wo  sie  zuerst  auf  der 

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Strasse geschlafen hätten. Die Schwester habe auf der Strasse gebettelt, 
während  sie  (die  Beschwerdeführerin)  bis  ins  Jahr  2000  die  Schule 
besucht  habe.  Ihre  Schwester  habe  einen  Mann  namens  E._______ 
kennen gelernt, der mit ihr habe zusammenleben wollen. Sie beide seien 
deshalb im August 1997 zu diesem E._______ gezogen. E._______ habe 
Politik  gemacht  und  für  einen  Verwandten  von  Kabila  gearbeitet.  Eines 
Nachts,  konkret  am  16.  Januar  2001,  seien  Soldaten  zur  Wohnung 
gekommen und hätten die anderen beiden umgebracht. Ihr selbst sei eine 
Plastiktasche  über  den  Kopf  gestülpt  worden.  Soldaten  hätten  sie 
mitgenommen  und  in  ein  dunkles  schmutziges  Zimmer  gesteckt.  Dort 
seien  ihr von den Soldaten, welche maskiert gewesen seien, manchmal 
Spritzen verabreicht worden. Sie sei dadurch "einfach weg" gewesen. Wo 
dies gewesen sei, wisse sie nicht. In der Zeit vom 16. Januar 2001 bis zur 
Ausreise am 13. Mai 2001 seien viele schlechte Sachen geschehen. Sie 
sei  geschlagen  und  vergewaltigt  worden.  Sie  sei  gewöhnlich  von  drei 
Soldaten umgeben gewesen. Manchmal  seien  ihr die Augen verbunden 
worden. Eines Tages habe sie mit einem der Soldaten sprechen können. 
Sie habe diesem gesagt, dass sie so nicht weiterleben könne. Er habe ihr 
gesagt, dass er ihr helfen werde, vorausgesetzt, dass sie ausschliesslich 
ihm  zur  Verfügung  stehe.  Er  habe  ihr  in  Aussicht  gestellt,  dass  er  sie 
irgendwohin bringen werde. Gleichzeitig habe er  ihr aufgezeigt, dass sie 
keine Wahl habe und sonst umgebracht würde. Am 10. Mai 2001 sei sie 
mit diesem Soldaten  irgendwohin gegangen. Am 13. Mai 2001 um 6.00 
Uhr morgens habe sie diesen Soldaten das  letzte Mal gesehen. Sie sei 
dann in einem Auto alleine an den Flughafen gelangt. 

E. 
Im Auftrag des BFF  führte das  Institut  für Rechtsmedizin der Universität 
Zürich­Irchel  am  23.  Mai  2001  eine  Alterseinschätzung  der 
Beschwerdeführerin  anhand  einer  körperlichen  Untersuchung,  eines 
Röntgenbildes  der  linken  Hand  und  einer  zahnmedizinischen 
Untersuchung durch. Am 25. Mai 2001 und ausführlich am 22. Juni 2001 
erstattete das Institut gegenüber dem BFF Bericht. Das Institut kam zum 
Schluss,  dass die Zusammenführung der drei Untersuchungen ein Alter 
von unter 18 Jahren nicht ausschliessen lasse. 

F. 
Am 28. Mai 2001 bewilligte das BFF der Beschwerdeführerin die Einreise 
gestützt  auf  Art.  21  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 
142.31) zur Prüfung des Asylgesuches.

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G. 
Mittels  Merkblatt  wurde  die  Beschwerdeführerin  unter  Hinweis  auf  die 
Möglichkeit  eines  Nichteintretensentscheides  am  28.  Mai  2001 
aufgefordert, innert 48 Stunden gültige Identitätsdokumente zu den Akten 
zu reichen.

H. 
Am  30.  Mai  2001  fand  in  der  Empfangsstelle  Kreuzlingen,  heute 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum [EVZ] Kreuzlingen, die Befragung zur 
Person  statt.  Dabei  führte  die  Beschwerdeführerin  aus,  sie  stamme 
ursprünglich  aus  Kinshasa  und  habe  dort  wieder  seit  dem  Jahre  1999 
gelebt. Sie gehöre der Ethnie der  (...) an und sei protestantisch. Sie sei 
im Heimatland während acht Jahren in die Schule gegangen. Ihre Eltern 
seien verstorben, Geschwister habe sie keine. Sie habe weder  je einen 
Pass noch eine Identitätskarte besessen. Jedoch sei sie  im Besitz eines 
Schülerausweises  gewesen.  Sie  könne  keine  Identitätsdokumente 
beschaffen, da sie im Heimatland weder Familie noch Freunde habe. Aus 
diesem Grund wünsche sie auch, dass man sich hier um sie kümmere. 
Asylgründe wurden bei der Befragung keine erhoben.

I. 
Am  5.  Juli  und  23.  August  2001  fand  im  Beisein  einer  Vertreterin  der 
Zentralstelle  MNA  die  Anhörung  der  Beschwerdeführerin  durch  die 
zuständige  kantonale  Behörde  statt.  Dabei  bestätigte  sie  eingangs  ihre 
Angaben zu ihren Familienangehörigen und deren Hinschied. In Kinshasa 
habe  sie  niemanden  mehr  und  könne  deshalb  auch  keine 
Identitätsdokumente  besorgen.  Sie  habe  allenfalls  noch  Tanten  und 
Onkel in D._______, kenne deren Adressen jedoch nicht. Sie selbst habe 
aufgrund der Versetzung  ihres Vaters während dreier Jahre ab 1996  im 
Militärcamp  in  D._______  gewohnt.  Sie  habe  dort  die  Schule  besucht. 
Beschreiben könne sie den Ort aber nicht, da sie jeweils nur vom Camp, 
welches  sich  ausserhalb  der  Stadt  befunden  habe,  zur  Schule,  welche 
sich  ebenfalls  im  Camp  befunden  habe,  und  zurück  gegangen  sei. 
Ausserdem  sei  sie  sehr  jung  gewesen.  Einen  Ausweis  habe  sie  nicht 
benötigt,  da  man  sie  dort  gekannt  habe. 
Gegen  Ende  1998  habe  sie  D._______  wieder  verlassen  und  sei  per 
Schiff  und  Camion  nach  Kinshasa  gelangt.  Sie  sei  etwa  drei  Tage  mit 
dem Schiff unterwegs gewesen; an die Dauer der Fahrt mit dem Camion 
könne sie sich nicht mehr erinnern. Die Grenze zwischen D._______ und 

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Kinshasa  habe  sie  im  Camion  passiert.  Ob  die  Schiffreise  auf  einem 
Fluss oder einem See erfolgt sei, wisse sie nicht. 

Sie habe insgesamt während neun Jahren die Schule besucht, zuletzt die 
Sekundarschule  in  der  Gemeinde  F._______  in  Kinshasa.  Einen 
Schulabschluss habe sie jedoch nicht erworben. Nach der Rückkehr aus 
D._______ hätten sie und die Schwester  zuerst während dreier Monate 
auf der Strasse gelebt und gebettelt. Ein gewisser E._______ habe ihrer 
Schwester geholfen und auch sie habe dann bei diesem wohnen dürfen. 
Am 16. Januar 2001 sei sie dann nachts, als sie schon geschlafen habe, 
mit  verbundenen  Augen  entführt  worden.  Die  Leute  hätten  damals  das 
Schlafzimmer  durchsucht  und offenbar  das Foto mitgenommen,  das  sie 
später  für  die  Passfälschung  verwendet  hätten.  Bei  dem Überfall  seien 
ihre Schwester und deren Mann getötet worden. Sie sei dann mit einem 
Sack über dem Kopf in ein Haus ohne Licht gebracht worden, irgendwo in 
Kinshasa. Man habe sie dort bis am 11. Mai 2001  festgehalten. Sie sei 
mehrmals vergewaltigt und es seien ihr Spritzen und Schläge verabreicht 
worden. Sie habe deswegen heute noch Schmerzen an den Augen und 
Menstruationsbeschwerden. Ein Helfer (Soldat), dessen Namen sie nicht 
kenne, habe sie dann aus Mitleid im Kofferraum eines Wagens an einen 
anderen ihr nicht bekannten Ort gebracht. Sie habe mit diesem schlafen 
müssen und als Entgelt die gefälschten Papiere für die Ausreise und ein 
Ticket  erhalten.  Sie  habe  sich  während  zweier  Tage  in  dessen  Haus 
aufgehalten, dann habe sie dieser zum Flughafen gebracht, wo er ihr alle 
Dokumente übergeben habe. Sie vermöge sich nicht daran zu erinnern, 
mit  welcher  Fluggesellschaft  sie  geflogen  sei.  Es  habe  eine 
Zwischenlandung gegeben und sie habe erst dort erfahren, dass sie nach 
G._______  gereist  sei.  Mit  den  Dokumenten,  die  ihr  der  Helfer  in 
Kinshasa gegeben habe, sei sie dann am Abend weiter geflogen, ohne zu 
wissen wohin. Zum Umstand, dass das Flugticket am 13. Mai 2001 nicht 
in Kinshasa, sondern in B._______ ausgestellt worden sei, vermochte die 
Beschwerdeführerin keine Erklärung abzugeben. 

Zusammenfassend  formulierte  die  Beschwerdeführerin  ihre 
Ausreisegründe  dahingehend,  dass  sie  geflüchtet  sei,  weil  sie  entführt, 
vergewaltigt und mit dem Tode bedroht worden sei. Auch sei sie an einer 
Augenkrankheit  erkrankt.  Schliesslich  habe  sie  noch  erfahren,  dass  der 
Freund ihrer Schwester, bei welchem sie gewohnt hätten, ein Mitglied der 
Familie  (Cousin)  des  Mörders  von  Kabila  gewesen  sei.  Da  alle 
Familienmitglieder  des  Mörders  gesucht  worden  seien,  habe  auch  sie 
sich fürchten müssen. Zudem habe sie keine Familie mehr in Kinshasa. 

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J. 
Mit Schreiben vom 23. August 2001 wies die Vertreterin der Zentralstelle 
MNA auf  eine anfänglich  falsche Übersetzung der Übersetzerin  hin und 
machte geltend, es sei nicht auszuschliessen, dass die in der Befragung 
angesprochenen Widersprüche auf eine  frühere  fehlerhafte Übersetzung 
zurückzuführen seien.

K. 
Mit Verfügung vom 11. Februar 2002 wies das BFF das Asylgesuch der 
Beschwerdeführerin  ab  und  ordnete  ihre  Wegweisung  nach  Kongo 
(Kinshasa) an. Zur Begründung führte es aus, die Vorbringen vermöchten 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht 
standzuhalten. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFF als zulässig, 
zumutbar und möglich. Konkret führte das BFF zum Wegweisungsvollzug 
aus, aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen sei auch nicht davon 
auszugehen,  dass  sich  die  Eltern  und  die  Schwester  nicht  mehr  in 
Kinshasa aufhalten würden. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin bei  der Rückkehr  von dem sozialen oder  familiären 
Netz umgeben sei, welches ihr die Ausreise nach Europa finanziert habe. 
Die  von  der Beschwerdeführerin  angegebene Adresse  und  die Adresse 
der  Schulen  befänden  sich  in  einem  der  reichsten  Quartiere  Kinshasa, 
was darauf hindeute, dass sie einer wohlhabenden Familie entstamme.

L.  
Mit Eingabe vom 4. März 2002 erhob die Beschwerdeführerin durch ihre 
Vertreterin  bei  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK) 
Beschwerde  gegen  die  negative  Verfügung  des  BFF  vom  11.  Februar 
2002. 

M. 
Mit Strafbefehl vom 21. Oktober 2003 wurde die Beschwerdeführerin des 
Diebstahls  im  Betrage  von  Fr.  915.80  schuldig  befunden  und  zu  einer 
bedingten  Freiheitsstrafe  von  30  Tagen  Gefängnis  (bei  einer  Probezeit 
von zwei Jahren) verurteilt.

N. 
Mit Vernehmlassung vom 6. November 2003 schloss die Vorinstanz auf 
Abweisung der Beschwerde.

O. 
Die  ARK  wies  die  Beschwerde  mit  Urteil  vom  5.  März  2004  ab.  Sie 

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würdigte  die  vorgebrachten  Asylgründe  ebenfalls  als  unglaubhaft. 
Betreffend  den  Wegweisungspunkt  stützte  sie  die  Argumentation  der 
Vorinstanz, welche das Fehlen eines  familiären und sozialen Netzes als 
unglaubhaft  bezeichnet  hatte. Weiter  hielt  sie  fest,  in Kongo  (Kinshasa) 
herrsche keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt. 
Die  ARK  setzte  sich  auch  mit  der  Frage  des  Vorliegens  einer 
schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  gemäss  Art.  44  Abs.  3  aAsylG 
auseinander.  In  diesem  Zusammenhang  führte  sie  aus,  die 
Beschwerdeführerin  habe  in  der  Schweiz  eine  gewisse  Ausbildung 
absolvieren  können.  Zudem  stehe  die  Rückkehr  an  einen  Ort  an,  an 
welchem  die  Beschwerdeführerin  geboren  sei,  welchen  sie  kenne  und 
dessen  Sprache  sie  spreche.  Aufgrund  ihres  Alters  und  ihres 
Gesundheitszustandes  sollte  es  ihr  möglich  sein,  allfällige 
Startschwierigkeiten zu überwinden und eine Arbeit zu finden, die ihr das 
Existenzminimum  sichere.  Der  Beschwerdeführerin  wurde  in  der  Folge 
seitens des BFF eine neue Ausreisefrist gesetzt.

P. 
Mit  Schreiben  vom  22.  März  2004  teilte  die  Zentralstelle  MNA mit,  die 
Beschwerdeführerin  habe  zwischenzeitlich  die  Volljährigkeit  erreicht. 
Damit  sei  die  Zentralstelle  MNA  nicht  mehr  zuständig.  Die 
Folgekorrespondenz sei deshalb künftig direkt an die Beschwerdeführerin 
zuzustellen. 

Q.  
Mit Schreiben vom 18. April 2004 ans BFF teilte die Beschwerdeführerin 
mit,  sie  sei  nicht  bereit,  ins Heimatland  zurückzukehren. Eine Rückkehr 
bedeute für sie den Tod. Sie werde weder heute noch morgen das Risiko 
einer Rückkehr auf sich nehmen. Weiter verwies die Beschwerdeführerin 
auf  ihren  sich  verschlechternden  Gesundheitszustand.  Schliesslich 
machte sie geltend, ihr Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen. 

R. 
Mit  Antwortschreiben  vom  23.  April  2004  teilte  das  BFF  der 
Beschwerdeführerin mit, das Asylverfahren sei entgegen ihrer Darstellung 
rechtskräftig  abgeschlossen.  Soweit  sie  Gründe  vorbringen  könne, 
welche  gegen  eine  Rückkehr  ins  Heimatland  sprächen,  seien  diese  im 
Rahmen eines begründeten Gesuches ans BFF geltend zu machen.

S. 
Am 17. Februar 2005 verfügte der Kanton H._______. die Ausgrenzung 

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der  Beschwerdeführerin  aus  dem  Kanton  H._______.  Zur  Begründung 
führte  er  an,  die  Beschwerdeführerin  sei  am  16.  Februar  2005  wegen 
Verdachts  auf Diebstahl  in  I._______  festgenommen worden. Sie  sei  in 
der  Folge  beim  zuständigen  [Amt]  verzeigt  worden.  Für  den  Fall  der 
Nichtbefolgung  der  Ausgrenzung  wurde  der  Beschwerdeführerin  die 
Ausschaffungshaft/Vorbereitungshaft angedroht.

T. 
Am  5.  Juli  2005  erliess  das  Einzelrichteramt  des  Kantons  J._______ 
einen  Strafbefehl  wegen  Übertretung  des  Transportgesetzes,  nachdem 
die  Beschwerdeführerin  innert  kürzester  Zeit  insgesamt  viermal  ohne 
gültige  Fahrkarte  in  den  Schweizerischen  Bundesbahnen  erwischt 
worden  sei.  Der  Beschwerdeführerin  wurden  eine  Busse  von  Fr.  150.­­ 
und Kosten von Fr. 100.­­ auferlegt.

U. 
Am  15.  Februar  2008  erliess  die  Staatsanwaltschaft  K._______einen 
Strafbefehl wegen Hausfriedensbruchs und geringfügigen Diebstahls. Die 
Beschwerdeführerin  wurde  zu  einer  Geldstrafe  von  20  Tagessätzen  zu 
Fr.  30.­­,  davon bereits  7 Tagessätze  durch Haft  erstanden  [12.  bis  19. 
Januar 2007], und einer Busse von Fr. 300.­­ verurteilt. Für den Fall der 
Nichtbezahlung wurde der Beschwerdeführerin eine Ersatzfreiheitsstrafe 
von 3 Tagen angedroht. Der Beschwerdeführerin wurden sodann Kosten 
von Fr. 900.­­ auferlegt.

V. 
Mit Eingabe vom 24. März 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin durch 
eine  neu  mandatierte  Rechtsvertreterin  um  Wiedererwägung  der  BFF­
Verfügung  vom  11.  Februar  2002  soweit  den  Wegweisungsvollzug 
betreffend.  Es  sei  festzustellen,  dass  seit  Erlass  der  ursprünglichen 
Verfügung  eine  wiedererwägungsrechtlich  massgebliche  Änderung  der 
Sachlage  eingetreten  sei,  und  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung 
unzumutbar  im  Sinne  von  Art.  83   Abs.  5  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) geworden sei, weshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei. 
Dem  Wiedererwägungsgesuch  sei  die  aufschiebende  Wirkung  zu 
gewähren. Die für den Vollzug zuständige Behörde sei anzuweisen, den 
Vollzug  während  der  Behandlung  des  vorliegenden  Gesuches 
auszusetzen.  Auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu 
verzichten  und  es  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  gewähren. 
Zur  Begründung  machte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen 

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geltend, sie würde bei ihrer Rückkehr nach Kinshasa in eine existenzielle 
Notlage geraten und eventuell in die Prostitution getrieben. Sie habe den 
grössten  Teil  ihrer  Jugend  in  der  Schweiz  verbracht  und  hier  an 
Ausbildungskursen  teilgenommen.  Eine  Rückkehr  führe  zu  ihrer 
Entwurzelung und sei daher nicht zumutbar, zumal sie über kein soziales 
oder familiäres Netz mehr in Kinshasa oder sonst wo in Kongo (Kinshasa) 
verfüge. Der Eingabe  lagen diverse Unterlagen zur Lage  im Heimatland 
und zur Integration der Beschwerdeführerin bei.

W. 
Mit  Schreiben  vom  28. März  2008  teilte  das  BFM  der  Vollzugsbehörde 
mit,  dass  aufgrund  einer  summarischen  Prüfung  der  Akten  der  Vollzug 
der Wegweisung nicht ausgesetzt werde.

X. 
Mit  Verfügung  des  BFM  vom  13.  Mai  2008  trat  dieses  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch vom 27. März 2008 nicht ein. Es erklärte seine 
Verfügung vom 11. Februar 2002 für rechtskräftig und vollstreckbar. Der 
Beschwerdeführerin  auferlegte  es  eine  Gebühr  von  Fr.  600.­­.  Sodann 
verfügte  das  BFM,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine 
aufschiebende Wirkung zukomme. Zur Begründung führte das BFM aus, 
die Beschwerdeführerin sei seit dem Jahre 2004 zur Ausreise verpflichtet 
und  könne  sich  nun  nicht  darauf  berufen,  sich  in  der  Schweiz 
zwischenzeitlich gut integriert zu haben. Weiter ergäben sich gemäss den 
Feststellungen im ordentlichen Verfahren keine Hinweise darauf, dass die 
Beschwerdeführerin  im  Heimatland  über  kein  Beziehungsnetz  verfüge. 
Die  ARK  habe  sodann  festgehalten,  dass  es  der  Beschwerdeführerin 
aufgrund  ihrer  Schulbildung  zumutbar  sei,  sich  wie  zahlreiche 
kongolesische  Staatsangehörige  eine  Existenzgrundlage  zu  erarbeiten. 
Das BFM verwies schliesslich auf seine bisherige Argumentation, welcher 
zu entnehmen sei, dass die Beschwerdeführerin aus einer wohlhabenden 
sozialen Schicht stamme.

Y. 
Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft K._______ vom 31. Oktober 2008 
wurde  die  Beschwerdeführerin  der  Widerhandlung  gegen  das 
Bundesgesetz  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer  (AuG,  SR  142.20),  Art.  115  Abs.  1  Bst.  b,  und  des 
geringfügigen Diebstahls  für schuldig befunden. Die Beschwerdeführerin 
wurde  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  90  Tagen,  abzüglich  1  Tag 

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erstandener  Haft,  als  Zusatzstrafe  zum  Strafbefehl  vom  15.  Februar 
2008, sowie einer Busse von Fr. 300.­­ als Gesamtstrafe bestraft.

Z. 
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2008 ersuchte die Beschwerdeführerin 
um  Akteneinsicht  zwecks  Anstrengung  eines  erneuten 
ausserordentlichen  Verfahrens. Mit  Antwortschreiben  des BFM  vom  22. 
Dezember 2008 wurden ihr drei Anhörungsprotokolle zugestellt.

AA. 
Mit  Eingabe  vom  4.  Januar  2009  ans  BFM  ersuchte  die 
Beschwerdeführerin  ein  zweites  Mal  um  Wiedererwägung  des 
angeordneten  Wegweisungsvollzugs.  In  ihrem  Gesuch  machte  sie  im 
Wesentlichen geltend, das BFM sei  in seinem Entscheid zu Unrecht von 
einer  wohlhabenden  sozialen  Herkunft,  einer  soliden  Schulbildung  und 
dem Bestehen eines sozialen Netzes ausgegangen. Vielmehr stamme sie 
aus dem ärmlichen Dorf bei Kinshasa und habe keine höheren Schulen 
besucht.  Zudem  seien  alle  Familienmitglieder  verstorben. Des Weiteren 
sei  ihre  Integration  in  der  Schweiz  nicht  ausreichend  berücksichtigt 
worden. Sodann lasse auch die sozio­ökonomische Situation in Kinshasa 
einen  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  erscheinen.  Die 
Beschwerdeführerin  verwies  auf  ein  nicht  näher  genanntes  Urteil  der 
Beschwerdeinstanz,  in  welchem  die  Rückkehr  von  Frauen  nach  Kongo 
(Kinshasa)  als  unzumutbar  erklärt  worden  sei.  Schliesslich  machte  sie 
geltend, sie leide heute an Depressionen.

BB. 
Mit  Entscheid  vom  13.  Januar  2009  trat  das  BFM  auch  auf  dieses 
Wiedererwägungsgesuch  nicht  ein.  Es  führte  aus,  es  würden  im 
Wesentlichen die gleichen Gründe wie  im ersten Wiederwägungsgesuch 
geltend  gemacht,  weshalb  auf  den  entsprechenden  Entscheid  vom  13. 
Mai  2008,  aber  auch  auf  das ARK­Urteil  vom  5. März  2004,  verwiesen 
werden könne. Das BFM erklärte seine Verfügung vom 11. Februar 2002 
erneut  als  rechtskräftig  und  vollstreckbar  und  verfügte,  dass  einer 
allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme.

CC. 
Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 
12.  Februar  2009  (Datum Poststempel)  beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde.  Sie  beantragte  die  Aufhebung  des  vorinstanzlichen 
Entscheides vom 13. Januar 2009 ­ und damit auch des Entscheides vom 

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Seite 11

11.  Februar  2002  ­  und  die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme.  In 
formeller Hinsicht  ersuchte  sie  darum,  der  Vollzug  der Wegweisung  sei 
einstweilen auszusetzen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
sei  zu  verzichten.  Sie  machte  im  Wesentlichen  erneut  die  im 
Wiedererwägungsgesuch dargelegten Vorbringen geltend.

DD. 
Am  16.  Februar  2009  verfügte  die  zuständige  Instruktionsrichterin  bis 
zum Eingang der Akten einen provisorischen Vollzugsstopp.

EE. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  20.  Februar  2009  verfügte  die 
Instruktionsrichterin  nach  Eingang  der  Akten,  der  Vollzug  der 
Wegweisung  werde  während  des  Beschwerdeverfahrens  nicht 
ausgesetzt.  Die  Beschwerdeführerin  habe  den  Entscheid  im  Ausland 
abzuwarten  und  innert  10  Tagen  ab  Verlassen  der  Schweiz  ihre 
Zustelladresse mitzuteilen. Das sinngemässe Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen  Prozessführung  wurde  abgewiesen  und  die 
Beschwerdeführerin  wurde  unter  Androhung  eines 
Nichteintretensentscheides  aufgefordert,  einen  Kostenvorschuss  in  der 
Höhe von Fr. 1'200.­­ einzuzahlen.

FF. 
Mit  Eingabe  vom  2.  März  2009  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  das 
Bundesverwaltungsgericht  um Wiedererwägung  der  Zwischenverfügung 
vom 20. Februar 2009. Sie begründete das Gesuch in erster Linie mit der 
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation und  legte dem Gesuch 
ein ärztliches Zeugnis [einer psychiatrischen Einrichtung]vom 27. Februar 
2009 bei. Der behandelnde Arzt wies  in seinem Bericht darauf hin, dass 
die  Beschwerdeführerin  "aus  psychiatrischer  Sicht  in  keinster  Weise 
reisefähig"  sei,  und  dass  im  Falle  einer  forcierten  Ausreise  ein  hohes 
Suizidrisiko bestehe. Der Eingabe lagen sodann Kopien fremdsprachiger 
Schreiben an einen Onkel der Beschwerdeführerin sowie Postquittungen 
betreffend den Versand bei. 

GG. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  6.  März  2009  entsprach  die 
Instruktionsrichterin  wiedererwägungsweise  dem  Begehren  um  Erlass 
einer  vorsorglichen  Massnahme.  Die  zuständige  Instruktionsrichterin 
stellte  aufgrund  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin 
ein  überwiegendes  privates  Interesse  für  das  Abwarten  des 

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Beschwerdeentscheides  in  der  Schweiz  fest.  Der  Beschwerdeführerin 
wurde gestattet, den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz 
abzuwarten. Sodann wurde nachträglich das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gutheissen  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  verzichtet.

HH. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  12.  Mai  2009  wurde  die 
Beschwerdeführerin  aufgefordert,  innert  Frist  die  eingereichten 
Briefkopien  in eine Amtssprache übersetzen und dem bloss dreizeiligen 
Arztschreiben einen ausführlichen fachärztlichen Bericht folgen zu lassen.

II. 
Mit  Eingabe  vom  26. Mai  2009  (Poststempel  27. Mai  2009)  reichte  die 
Beschwerdeführerin  einen  ausführlichen  Bericht  [einer  psychiatrischen 
Einrichtung]  vom  25.  Mai  2009  zu  den  Akten.  Darin  wird  ihr  eine 
posttraumatische Belastungsstörung ICD­10F 43.1 attestiert. Sie benötige 
stützende  Gespräche  und  psychopharmakologische  Medikation 
(Seroquel,  Zoloft,  Temesta).  Zudem  reichte  die  Beschwerdeführerin  die 
geforderten Übersetzungen, bei denen es sich um Briefe an den Onkel im 
Heimatland handelte, in einer Amtssprache zu den Akten.

JJ. 
Am 9. Juni 2009 wurde das BFM aufgefordert, sich zur Beschwerde und 
deren Ergänzungen vernehmen zu lassen.

KK. 
Mit  Vernehmlassung  vom  22.  Juni  2009  beantragte  die  Vorinstanz  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Zum  eingereichten  psychiatrischen Bericht 
hielt  das BFM  vorab  fest,  dieser  stütze  sich  auf  Verfolgungsvorbringen, 
welche bisher als unglaubhaft qualifiziert worden seien. Zudem seien die 
von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  gesundheitlichen 
Probleme  in Kongo  (Kinshasa) grundsätzlich behandelbar. Ein allfälliger 
Standardunterschied  in  den  Behandlungsmöglichkeiten  stehe  einem 
Wegweisungsvollzug nicht entgegen.

LL. 
Mit  Schreiben  vom  8.  Juli  2009  (Poststempel  9.  Juli  2009)  nahm  die 
Beschwerdeführerin  zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  Stellung.  Sie 
machte  geltend,  der  Entscheid  über  die  Zumutbarkeit  des 

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Wegweisungsvollzugs  bedinge  eine Gesamtschau  sämtlicher  Elemente, 
die  zu  einer  Gefährdung  zu  führen  vermöchten.  Nebst  der 
gesundheitlichen  Situation  sei  daneben  die  Dauer  des  bisherigen 
Aufenthaltes  in  der  Schweiz,  die  Situation  als  alleinstehende  Frau,  das 
Fehlen  einer  guten  Schulbildung  sowie  das  Fehlen  eines  familiären 
Beziehungsnetzes,  welches  sie  beherbergen  und  bei  der  Reintegration 
unterstützen  könnte,  zu  berücksichtigen.  Sie  habe  im  Verlaufe  des 
Beschwerdeverfahrens  aufgezeigt,  dass  sie  im  Heimatland  vergeblich 
nach  Familienangehörigen  in D._______  gesucht  habe. Das BFM habe 
es  unterlassen  aufzuzeigen,  wie  ihr  die  Integration  aufgrund  der  vielen 
fehlenden Faktoren und ihres Gesundheitszustandes gelingen sollte. Das 
BFM  habe  es  insbesondere  unterlassen  zu  erwähnen,  in  welchem 
Gesundheitszentrum  des  Heimatlandes  sie  die  adäquate  Behandlung 
erhalte. Aus dem Dossier könne auch nicht geschlossen werden, dass sie 
über  die  nötigen  intellektuellen  und  beruflichen  Fähigkeiten  verfügen 
würde,  die  ihr  zu  einer  Arbeit  und  damit  zum  nötigen  Geld  für  eine 
medizinische  Behandlung  und  die  Bestreitung  der  Lebenskosten 
verhelfen würden.

MM. 
Am 26. April 2010 ging beim BFM ein erstes Denunzierungsschreiben die 
Beschwerdeführerin  betreffend  ein,  welches  in  der  Folge  ans 
Bundesverwaltungsgericht  übermittelt  wurde.  In  diesem  gibt  der/die 
Schreibende  bekannt,  dass  A._______  falsche  Asylgründe  vorgebracht 
habe und beabsichtige, mittels Heirat zu einer Aufenthaltsbewilligung zu 
gelangen. Die Beschwerdeführerin habe in Kinshasa an der Adresse (...) 
(Gemeinde)  Quartier  (...)  gewohnt  und  verfüge  in  der  Schweiz  über 
Familienangehörige – darunter eine  in H._______ wohnhafte Schwester 
namens  L._______  sowie  eine  weitere  Schwester  namens  M._______ 
und  einen  Bruder  namens  N._______  im  Raume  (...).  Die  Eltern  seien 
weiterhin  im  Heimatland  wohnhaft,  sie  hiessen  O._______  und 
P._______. Die Beschwerdeführerin sei sodann am (…) geboren. Sie sei 
eine  Diebin,  stehle  in  Läden,  wie  Mango,  Kleider  und  verkaufe  diese 
dann.  Der  Eingabe  lag  ein  amtliches,  an  die  Familie  der  angeblichen 
Schwester gerichtetes Schreiben und eine Fotografie bei.

NN. 
Am  1.  Oktober  2010  ging  beim  BFM  ein  weiteres  anonymes 
Denunzierungsschreiben  die  Beschwerdeführerin  betreffend  ein.  Laut 
diesem  sei  der  richtige  Name  der  Beschwerdeführerin  Q._______.  Sie 
habe hier  in der Schweiz eine Schwester, welche  in H._______ wohne. 

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Seite 14

Zudem wohne  eine  weitere  Schwester  namens M._______  in  (...).  Ihre 
grosse  Schwester  habe  für  sie  die  Ausreise  organisiert.  Die 
Beschwerdeführerin  habe  betreffend  ihrer  Asylgründe  gelogen.  Sie  sei 
hier,  um  nach  (ehewilligen)  Personen  mit  B­Bewilligung  Ausschau  zu 
halten.  Sie  stehle  Sachen,  um  diese  dann  zu  verkaufen,  den  Erlös  in 
Dollar umzuwechseln und  ins Heimatland zu schicken. Auch schicke sie 
Pakete von Kleidern in den Kongo (Kinshasa).

OO. 
Mit Eingabe  vom 14. März  2010  (recte  2011)  teilte  der  neu beauftragte 
Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  mit,  diese  sei  vom  (…) 
hospitalisiert  gewesen.  Näheres  könne  dem  beigelegten  Arztbericht 
entnommen  werden.  Der  Rechtsvertreter  verwies  erneut  darauf,  dass 
eine Abwägung  sämtlicher  für  und gegen die Wegweisung  sprechender 
Punkte vorzunehmen sei. Er machte geltend, die psychische Erkrankung 
der  Beschwerdeführerin  habe  sich  verschlimmert.  Sie  benötige 
gegenwärtig eine medikamentöse Therapie gegen die PTBS und gegen 
Depressionen.  In  Kongo  (Kinshasa)  könne  sie  sich  die  Medikamente 
jedoch  nicht  leisten,  zumal  keine  Krankenversicherung  bestehe.  Hinzu 
komme, dass die Behandlung von psychischen Schwierigkeiten in Kongo 
(Kinshasa)  gemäss  einem  Bericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe 
(SFH)  vom  Juni  2009  nicht  von  guter  Qualität  sei.  Der  Rechtsvertreter 
verwies sodann, wie bereits die Beschwerdeführerin in ihren vorgängigen 
Eingaben, auf das Fehlen eines familiären Netzes im Heimatland und die 
schlechten persönlichen Erwerbsvoraussetzungen. Der Eingabe lag eine 
SFH­Länderanalyse vom 10. Juni 2009 zur psychiatrischen Versorgung in 
Kongo (Kinshasa), eine Karte betreffend Termin beim Facharzt Dr. med. 
(...)  sowie  eine  Bestätigung  der  Privatklinik  (...)  über  den  erwähnten 
Aufenthalt  bei.  Als  Diagnose  nennt  der  Bericht  eine  posttraumatische 
Belastungsstörung  und  eine  leichte  depressive  Episode  ohne 
somatisches Syndrom.

PP. 
Am  8.  Juli  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  einen  spezialärztlichen 
Bericht  von Dr. med.  (...), FMH Psychiatrie und Psychotherapie,  vom 5. 
Juli  2011  ein.  Diesem  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin 
seit dem 18. Februar 2011 beim erwähnten Arzt in Behandlung steht. Der 
Facharzt  diagnostiziert  der  Beschwerdeführerin  im  erwähnten  Bericht 
eine  posttraumatische  Belastungsstörung  ICD  F  43.1  und  eine 
rezidivierende  mittelgradige  depressive  Störung  ICD  F  33.1.  Die 
Behandlung  bestehe  aus  einer  Kombination  von 

E­766/2009

Seite 15

psychopharmakologischer  Medikation  sowie  stützender  Psychotherapie 
im Rahmen von wöchentlichen Sitzungen. Diese Behandlung habe nur zu 
einer  gewissen  Erleichterung  der  Symptomatik  geführt,  nicht  aber  zu 
einer  kurativen  Besserung.  Ohne  entscheidende  Wende  in  der 
festgefahrenen  psychosozialen  Pattsituation  sei  keine  wesentliche 
Besserung möglich.

QQ. 
Am  9.  August  2011  teilte  die  Staatsanwaltschaft  K._______  dem 
Bundesverwaltungsgericht  telefonisch  mit,  dass  gegen  die 
Beschwerdeführerin  erneut  wegen  Hausfriedensbruch, 
Sachbeschädigung  und  versuchten  Diebstahls  vom  16.  Mai  2011  in 
R._______ ermittelt werde. 

RR. 
Mit Instruktionsverfügung vom 9. August 2011 wurde der Rechtsvertreter 
über  die  Delinquenzserie  der  Beschwerdeführerin  sowie  über  die 
Existenz und den Inhalt der anonymen Schreiben in Kenntnis gesetzt und 
es  wurde  ihm  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  insbesondere  auch  zu 
einer allfälligen Anwendung von Art. 83 Abs. 7 AuG gegeben.

SS. 
Mit Eingabe vom 22. August 2011 (Poststempel 24. August 2011) nahm 
der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  unter  Beilage  diverser 
fremdsprachiger  Schreiben,  bei  welchen  es  sich  um  weitere,  der 
Beschwerdeführerin  direkt  zugestellte 
Denunzierungsschreiben/Drohbriefe handeln soll, Stellung. Weiter reichte 
er einen Bericht [einer medizinischen Institution] vom 11. Juli 2011 zu den 
Akten, welchem zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin seit dem 
15. Februar 2011 wegen Eisenmangelanämie behandelt und wegen ihrer 
Depression  an  den  Facharzt  Dr. med.  (...)  weiterverwiesen worden  sei. 
Zur  Delinquenz  nahm  der  Rechtsvertreter  dahingehend  Stellung,  dass 
diese  nicht  derart  schwerwiegend  sei,  dass  von  einer  Gefährdung  der 
öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgegangen werden könne, zumal 
die  längste  Verurteilung  auf  eine  zwischenzeitlich  erfolgte 
Gesetzesänderung  zurückzuführen  sei.  Zudem  liege  die  letzte 
Übertretung  fünf  Jahre  zurück.  Zu  den  Ermittlungen  wegen  Diebstahls 
vom Mai 2011  führte der Rechtsvertreter aus, es habe sich dabei bloss 
um Polizeiermittlungen wegen Verdachts auf Diebstahl gehandelt, und es 
sei  schliesslich  kein  Strafverfahren  eröffnet  worden.  Hinsichtlich  der 
Denunzierungsschreiben hielt der Rechtsvertreter  fest, diesen dürfe kein 

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Seite 16

hoher  Beweiswert  beigemessen  werden.  Die  Briefe  seien  das  Resultat 
eines privaten Konfliktes. Die Beschwerdeführerin  habe die Absenderin, 
welche  aus  Eifersucht  gehandelt  und  weitere  Schreiben  verfasst  habe, 
ermitteln  können.  Sämtliche  Aussagen  der  Denunziantin  seien  unwahr. 
Der  Rechtsvertreter  verwies  sodann  auf  die  lange  Anwesenheit  der 
Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  und  beantragte  abschliessend,  im 
Zweifelsfall via die Schweizer Botschaft in Kinshasa weitere Abklärungen 
zu treffen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Eine  solche  Situation  ist  vorliegend 
nicht gegeben.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 

E­766/2009

Seite 17

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die  Wiedererwägung  im  Verwaltungsverfahren  ist  ein  gesetzlich  nicht 
geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende 
Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss  herrschender 
Lehre  und  ständiger Praxis  des Bundesgerichts wird  jedoch aus Art. 29 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  (BV,  SR 101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein 
verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung  abgeleitet  (vgl. 
BGE 127 I 133 E. 6 S. 137 f. mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf ein 
Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit 
dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  in 
wesentlicher  Weise  verändert  hat  und  mithin  die  ursprüngliche 
(fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene Veränderungen  der 
Sachlage  anzupassen  ist.  Sodann  können  auch Revisionsgründe  einen 
Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf  eine  in 
materielle  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die  entweder 
unangefochten  geblieben  oder  deren  Beschwerdeverfahren  mit  einem 
formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als 
qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist 
grundsätzlich  nach  den  Regeln  des  Revisionsverfahrens  zu  behandeln 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2.a S. 103 f. mit weiteren 
Hinweisen). 

4. 
Die Behörde hat auf ein Wiedererwägungsgesuch hin zunächst zu prüfen, 
ob  die  Voraussetzungen,  unter  denen  sie  zum  Eintreten  auf  ein 
Wiedererwägungsgesuch  verpflichtet wäre,  erfüllt  sind. Dabei  genügt es 
zwar für die Zulässigkeit des Wiedererwägungsgesuchs, dass Umstände, 
die  einen  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  Wiedererwägung 
begründen  würden,  substanziiert  behauptet  werden  (vgl.  EMARK  1998 
Nr.  1,  Erw.  6b,  S.  11).  Das  Wiedererwägungsgesuch  in  seiner 
Ausprägung  als  ausserordentliches  Rechtsmittel  ist  indessen  nicht 
hinreichend  begründet,  wenn  aus  der  Rechtsschrift  die  tatsächlichen 
Anhaltspunkte,  die  auf  das  Vorliegen  eines  Wiedererwägungsgrundes 
hindeuten sollen, nicht ersichtlich sind. Sind dem Gesuch nicht genügend 
substanziierte  Wiedererwägungsgründe  zu  entnehmen,  so  ist  die 

http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
http://www.ark-cra.ch/emark/1998/9801011PUB.htm
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Verwaltungsbehörde  nicht  gehalten,  auf  das  Gesuch  einzutreten,  ja  es 
überhaupt  formell  anhand  zu  nehmen
 
Das  Bundesverwaltungsgericht  stellt  fest,  dass  die  Begründung  des 
vorliegend  zu  beurteilenden  Wiedererwägungsgesuchs  den  oben 
umschriebenen  Anforderungen  nicht  zu  genügen  vermag.  Die 
Beschwerdeführerin verlangte mit der Eingabe vom 4. Januar 2009 unter 
dem  Titel  der  Wiedererwägung  eine  erneute  Würdigung  ihrer  (bereits 
mehrfach  gewürdigten)  Rückkehrsituation  und  damit  der  Frage  der 
Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs.  Zur Begründung  führte  sie  an, 
bisher sei von falschen Prämissen ausgegangen worden, beispielsweise, 
dass sie aus einer wohlhabenderen sozialen Schicht stamme, oder dass 
sie  im  Heimatland  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfüge.  Auch 
seien  ihre  bescheidene  Schulbildung  und  das  Fehlen  von  beruflicher 
Erfahrung  nicht  gebührend  berücksichtigt  worden.  Die 
Beschwerdeführerin  hielt  daran  fest,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr 
existenziell gefährdet wäre und ihr diese deshalb nicht zugemutet werden 
könne. Das BFM hat hinsichtlich dieser Vorbringen im Entscheid vom 13. 
Januar  2009  zutreffend  erwogen,  dass  die  behaupteten  ungünstigen 
Rückkehrfaktoren  im  Wesentlichen  bereits  Gegenstand  des  ersten 
Wiedererwägungsverfahrens  gewesen  seien. Zu Recht  hat  das BFM  im 
angefochtenen  Entscheid  auch  auf  das  ARK­Urteil  vom  5.  März  2004 
verwiesen,  welches  sich  ebenfalls  mit  der  Frage  der  Zumutbarkeit  der 
Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  auseinandergesetzt  hat.  Es  sei  an 
dieser  Stelle  nochmals  daran  erinnert,  dass  weder  das  BFM  noch  die 
ARK die Vorbringen der Beschwerdeführerin, namentlich auch diejenigen 
rund um die Ermordung beziehungsweise den natürlichen Tod sämtlicher 
Familienmitglieder,  als  glaubhaft  erachtet  haben,  und  vielmehr  immer 
davon ausgegangen sind, die Beschwerdeführerin habe  in Kinshasa ein 
Beziehungsnetz.  Die  Beschwerdeführerin  hat  trotz  gegenteiliger 
Erwägungen  der  Behörden  lediglich  weiterhin  am  Fehlen  jeglicher 
Beziehungen  zu  Kongo­Kinshasa  festgehalten  ­  ohne  dazu  aber 
beweiskräftige  Dokumente  wie  beispielweise  Todesurkunden 
einzureichen  (die  Schreiben  an  den  Onkel  müssen  als  untaugliches 
Beweismittel  eingestuft  werden)  ­  und  repetitiv  eine  fehlende 
Reintegrationsmöglichkeit  wegen  unzureichender  Schul­  und 
Berufsbildung und langer Landesabwesenheit behauptet. Diese Faktoren 
wurden  in  den  früheren  Verfahren  bereits  gewürdigt  und  der 
Beschwerdeführerin  wurde  aufgezeigt,  weshalb  ihre  Einschätzung  nicht 
geteilt werden könne. Es sei an dieser Stelle nochmals verdeutlicht, dass 
eine Wiedererwägung nicht  in Frage kommt, wenn weder das Bestehen 

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einer  seit  der  früheren  Verfügung  veränderten  Sachlage,  noch  das 
Vorliegen  von  wiedererwägungsrechtlich  relevanten  neuen  Tatsachen 
oder Beweismitteln gegeben sind, sondern lediglich eine neue Würdigung 
der beim  früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeigeführt 
werden soll (vgl. EMARK 2000 Nr. 24, Erw. 3b, S. 217 f.).

Insoweit  die  Beschwerdeführerin  sodann  als  weiteren  vermeintlichen 
Wiedererwägungsgrund  anführt,  ihre  Wegweisung  sei  nicht  mit  einem 
zwischenzeitlich  ergangenen  Leiturteil  der  ARK  vereinbar  (gemeint  sein 
dürfte  das  in  EMARK,  2004  Nr.  33  publizierte  Urteil  vom  19.  Oktober 
2004 i.S. A.M.A., Demokratische Republik Kongo), welches die Rückkehr 
von Frauen als unzumutbar erklärt habe, ist vorab festzuhalten, dass das 
fragliche Urteil hinsichtlich der Rückkehr von alleinstehenden Frauen nur 
dann  (in der Regel) von Unzumutbarkeit ausgeht, wenn diese über kein 
soziales  oder  familiäres  Beziehungsnetz  in  Kinshasa  oder  einer 
westlichen Stadt verfügen. Das Fehlen eines familiären Netzes wurde  in 
den  bisherigen  Verfahren  aber  konstant  als  unglaubhaft  bezeichnet,  so 
dass sich die Beschwerdeführerin schon aus diesem Grund nicht auf die 
erwähnte Rechtsprechung berufen kann. Ohnehin ist aber hinsichtlich der 
Massgeblichkeit  von  Praxisänderungen  für  das 
Wiedererwägungsverfahren  zu  bemerken,  dass  eine  Praxisänderung 
nach  gefestigter  Lehre  und  Rechtsprechung  grundsätzlich  nicht  zur 
Wiedererwägung  eines  bereits  in Rechtskraft  erwachsenen Entscheides 
zu führen vermag (s. dazu EMARK 2000 Nr. 5 E. 3. f, S. 48).

Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  dem 
Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerin  vom  4.  Januar  2009 
keine genügend substanziierten Wiedererwägungsgründe zu entnehmen 
sind, welche ein Eintreten auf dieses erfordert hätten. Das BFM ist somit 
mit  Verfügung  vom  13.  Januar  2009  zu  Recht  nicht  auf  das  zweite 
Wiedererwägungsgesuch eingetreten. 

5. 

5.1.  Nachdem  die  Beschwerdeführerin  im  Verlaufe  des 
Rechtsmittelverfahrens  diverse  Arztberichte  eingereicht  hat,  welche  ihr 
eine  posttraumatische  Belastungsstörung  bei  zeitweiliger 
Reiseunfähigkeit  attestierten,  ist  nachfolgend,  obwohl  diese  Umstände 
nicht Gegenstand des Wiedererwägungsverfahrens des BFM bildeten, zu 
prüfen,  ob  damit  heute  allenfalls  einem  Wegweisungsvollzug 
entgegenstehende  Gründe  vorliegen,  die  im  Rahmen  eines 
Wiedererwägungsverfahrens  einer  eingehenden  Prüfung  unterzogen 

http://www.ark-cra.ch/emark/2000/24.htm
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werden müssten  und  gegebenenfalls  eine Rückweisung  der  Sache  ans 
BFM zur Folge haben müssten.

Dazu  sind  vorab  nochmals  die  Voraussetzungen  zu  vergegenwärtigen, 
die  zu  einem  Verzicht  auf  den  Wegweisungsvollzug  und  zu  einer 
vorläufigen  Aufnahme  zu  führen  vermögen:  Ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt 
das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44 
Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der 
Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im 
Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg, 
Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret 
gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter 
Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren 
(vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818; BVGE 2008/34 E. 11.1 mit 
weiteren Hinweisen). 

5.2. Gemäss dem Vorbehalt  von Art. 83 Abs. 7 AuG wird die vorläufige 
Aufnahme  nach  den  Absätzen  2  und  4  (wegen  Unmöglichkeit 
beziehungsweise  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs)  nicht 
verfügt,  wenn  die  weg­  oder  ausgewiesene  Person  a)  zu  einer 
längerfristigen  Freiheitsstrafe  im  In­  oder  Ausland  verurteilt  wurde  oder 
wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme in Sinne von Art. 64 oder 
61  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937 
(StGB, SR 311.0) angeordnet wurde; b) erheblich oder wiederholt gegen 
die  öffentliche Sicherheit  und Ordnung  in  der Schweiz  oder  im Ausland 
verstossen  hat  oder  diese  gefährdet  oder  die  innere  oder  die  äussere 
Sicherheit gefährdet oder c) die Unmöglichkeit im Vollzug der Weg­ oder 
Ausweisung durch ihr eigenes Verhalten verursacht hat.

Bevor  sich  das  Gericht  somit  vorliegend  mit  dem  Vorliegen  einer 
medizinischen  Notlage  beziehungsweise  der  medizinischen 
Behandelbarkeit  der  Krankheit  der  Beschwerdeführerin,  welche  erst  im 
Verlaufe des zweiten Wiedererwägungsverfahrens zu Tage getreten sei, 
auseinandersetzt,  prüft  es  nachfolgend  vorfrageweise,  ob  die 
Beschwerdeführerin mit  ihrer Delinquenz nicht die Voraussetzungen von 
Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG erfüllt. 

Vorliegend  stehen  aufgrund  der  Akten  nachfolgende  Straftaten  und 
Verurteilungen fest: 

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­ Verwendung  gefälschter  Ausweisepapiere  (Pass  und 
Ausländerausweis) im Jahre 2001 (keine Strafakten in Dossier), 

­ Diebstahl  im  Betrag  von  Fr.  915.80,  Verurteilung  zu  einer  bedingten 
Gefängnisstrafe von 30 Tagen Gefängnis mit Strafbefehl vom 21. Oktober 
2003, 

­ wiederholte Übertretung des Transportgesetzes, Busse von Fr. 150.­­
und Kostenauferlegung mit Strafbefehl vom 5. Juli 2005, 

­ Hausfriedensbruch und Diebstahl, Verurteilung per Strafbefehl vom 15. 
Februar  2008  zu  einer Geldstrafe  von  20 Tagessätzen  zu Fr.  30.­­  und 
einer Busse von Fr. 300.­­,

­ Widerhandlung  gegen  das  AuG  und  Diebstahl,  Verurteilung  mit 
Strafbefehl vom 31. Oktober 2008 zu 90 Tagen Freiheitsstrafe und eine 
Busse von Fr. 300.­­.

Weiter kann den Akten entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin 
am  16.  Februar  2005  wegen  Verdachts  auf  Diebstahl  in  unmittelbarer 
Nähe  des  Diebesgutes  festgenommen  wurde.  Die  betroffenen 
Warenhäuser  verzichteten  in  der Folge aufgrund der Sicherstellung des 
Diebesgutes auf  eine Anzeige,  vermochten die Beschwerdeführerin  und 
ihre  Begleiterinnen  aber  als  (vor  dem  Diebstahl)  im  Laden  sich 
aufhaltende Personen  zu  identifizieren. Der Kanton H._______  verfügte 
in der Folge die Ausgrenzung der Beschwerdeführerin  aus dem Kanton 
(vgl. A 47 und A48).

Sodann  ist  gegenwärtig  ein  Strafverfahren  bei  der  Staatsanwaltschaft 
K._______  wegen  Hausfriedensbruch,  Sachbeschädigung  und 
versuchten Diebstahls, begangen am 16. Mai 2011 in R._______, hängig. 

5.3.  Wann  ein  wegweisungsrelevanter  Verstoss  gegen  die  öffentliche 
Sicherheit  und  Ordnung  vorliegt,  wird  in  Art.  80  der  Verordnung  vom 
24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit 
(VZAE,  SR  142.201)  konkretisiert.  Demnach  liegt  ein  solcher  Verstoss 
unter  anderem  bei  Missachtung  von  gesetzlichen  Vorschriften  und 
behördlichen  Verfügungen  vor  (vgl.  Art.  80  Abs.  1  Bst.  a  VZAE).  Eine 
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt gemäss Absatz 
2  der  genannten  Bestimmung  dann  vor,  wenn  konkrete  Anhaltspunkte 
dafür  bestehen,  dass  der  Aufenthalt  der  betroffenen  Person  in  der 

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Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung führt.

Aufgrund der oben erwähnten Straftaten und weiteren Tatbestände steht 
für  das Gericht  fest,  dass  die Beschwerdeführerin  im Sinne  von Art.  83 
Abs.  7  Bst.  b  AuG  wiederholt  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und 
Ordnung verstossen hat und diese auch weiterhin zu gefährden scheint. 
An  dieser  Auffassung  vermag  auch  der  vom  Rechtsvertreter  geltend 
gemachte  Umstand  nichts  zu  ändern,  dass  die  letzte  Verurteilung  der 
Beschwerdeführerin bereits längere Zeit zurückliege und es sich nicht um 
schwere Delikte handelt. Art. 80 VZAE schreibt nicht vor, welcher Art die 
wiederholten  Gesetzesverstösse  sein  müssten.  Überdies  hat  sich  die 
Beschwerdeführerin  nebst  des  mehrfachen  Diebstahls  weiterer 
unterschiedlicher Straftaten schuldig gemacht und damit aufgezeigt, dass 
sie nicht gewillt  ist, sich an die elementaren Regeln der schweizerischen 
Rechtsordnung  zu  halten.  Ob  dieser  klaren  Sachlage  kann  darauf 
verzichtet werden, auf die weiteren Relativierungen der Straftaten durch 
den Rechtsvertreter  einzugehen,  vermögen  diese  doch  insgesamt  nicht 
zu überzeugen. 

Gemäss  Literatur  und  Praxis  ist  auch  bei  Art.  83  Abs.  7  AuG  dem 
rechtstaatlichen  Prinzip  der  Verhältnismässigkeit  Rechnung  zu  tragen 
(vgl.  RUEDI  ILLES,  in  MARTINA  CARONI/THOMAS  GÄCHTER/DANIELA 
THURNHERR  [HRSG.],  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer,  Handkommentar,  Bern  2010,  N  53  zu  Art.  83;  Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_295/2009  vom  25.  September  2009  E.  4.3;  BVGE 
2007/32 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­2448/2008 vom 
16. November 2011, E. 6.3). Art. 83 Abs. 7 AuG ist so zu verstehen, dass 
das  Vorliegen  der  Straftatbestände  das  öffentliche  Interesse  am 
Wegweisungsvollzug  gewichtig  erscheinen  lässt,  keinesfalls  aber,  dass 
eine Interessenabwägung im Einzelfall nicht doch zugunsten der privaten 
Interessen  ausfallen  könnte  (vgl.  PETER  BOLZLI,  in  MARC 
SPESCHA/HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI, Migrationsrecht, 
R._______ 2008, N 23 zu Art.83).

Bei  der  im  Rahmen  der  Verhältnismässigkeit  vorzunehmenden 
Interessenabwägung  gilt  als  öffentliches  Interesse  dasjenige  an  der 
Fernhaltung straffälliger ausländischer Personen. Beim privaten Interesse 
sind insbesondere die Dauer des (legalen) Aufenthalts, die wirtschaftliche 
Integration  und die  familiären Bindungen  zu  berücksichtigen  (vgl.  SILVIA 
HUNZIKER,  in  MARTINA  CARONI/THOMAS  GÄCHTER/DANIELA  THURNHERR 

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[HRSG.], a.a.O., N 31 zu Art. 62). Von Relevanz ist sodann eine allfällige 
Gefährdungslage  der  betroffenen  Person  im  Falle  einer  Rückkehr  ins 
Heimatland  (vgl.  BOLZLI,  a.a.O,  N  23  zu  Art.  83).  Von  Bedeutung  sind 
letztlich  auch  das  Verschulden  der  betroffenen  Person  und  deren 
Verhalten  seit  der  Tat  bzw.  den  Taten.  Bei  der  Beurteilung  der 
Verhältnismässigkeit  ist  somit  nicht  von  einer  schematischen 
Betrachtungsweise  auszugehen,  sondern  es  ist  auf  die  gesamten 
Umstände des Einzelfalles abzustellen.

Die vorliegend in Betracht zu ziehenden privaten Interessen am Verbleib 
in der Schweiz vermögen das sich aus der wiederholten Delinquenz und 
Verurteilung der Beschwerdeführerin ergebende öffentliche Interesse am 
Vollzug  der  Wegweisung  nicht  aufzuwiegen.  Der  von  der 
Beschwerdeführerin  ins  Feld  geführte  jahrelange  Aufenthalt  in  der 
Schweiz  ist  insofern  zu  relativieren,  als  dass  die  Beschwerdeführerin 
während vier  Jahren zur Ausreise verpflichtet  gewesen wäre,  sie dieser 
Aufforderung  jedoch  nie  nachgekommen  ist,  und  sie  in  der  Folgezeit 
mittels erfolgloser, ausserordentlicher Rechtsmittel ihren Aufenthalt in der 
Schweiz verlängert hat. Weiter ist festzustellen, dass das Asylgesuch der 
Beschwerdeführerin  im  März  2004  rechtskräftig  abgelehnt  worden  ist, 
wobei im Urteil der ARK vom 5. März 2004 festgestellt wurde, dass ihr im 
Heimatland  keinerlei  Gefährdung  drohe.  Nachdem  die 
Beschwerdeführerin  das  Vorhandensein  familiärer  Bindungen  in  der 
Schweiz konsequent verneint hat und sie auch in wirtschaftlicher Hinsicht 
nicht Fuss zu fassen vermochte, liegen auch diesbezüglich keine privaten 
Interessen  vor,  die  dem  öffentlichen  Interesse  am  Vollzug 
entgegenstehen könnten. 

Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  lassen  sich  somit  keine 
überwiegenden  privaten  Interessen  am  Verbleib  in  der  Schweiz 
entnehmen, welche  das  öffentliche  Interesse  am Vollzug  der wiederholt 
straffälligen  Beschwerdeführerin  zu  überwiegen  vermöchten.  Ein 
Wegweisungsvollzug erweist sich somit als verhältnismässig.

Somit sind die Voraussetzungen von Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG, wonach 
die  vorläufige  Aufnahme  trotz  (allfälliger  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs)  nicht  zu  verfügen  ist,  gegeben.  Bei  dieser 
Sachlage kann darauf verzichtet werden, auf die Behandelbarkeit der erst 
nach acht Jahren Aufenthalt in der Schweiz geltend gemachten PTBS im 
Heimatland  sowie  die  diversen  Arztberichte  näher  einzugehen. 
Nichtsdestotrotz  sei  aber  bemerkt,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht 

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bereits  in  mehreren  Fällen  eine  PTBS  als  einem  Wegweisungsvollzug 
nach Kongo  (Kinshasa) nicht entgegenstehend betrachtet hat  (vgl. etwa 
die  Entscheide  E­3479/2008  vom  12.  Juni  2008,  D­1005/2010  vom  24. 
August 2010, E­8392/2010 vom 28. Januar 2011, D­7475/2007 vom 23. 
November 2009, D­4411/2006 vom 27. April 2007 und E­/1177/2010 vom 
24. März 2010).

Bei  dieser  Sachlage  ist  schliesslich  der  Antrag  um  Vornahme  weiterer 
Abklärungen  via  die  Schweizer  Botschaft  in  Kinshasa  abzuweisen. 

Als weiteres Ergebnis ist festzustellen, dass sich auch aus heutiger Sicht 
eine Rückweisung  der  Sache  zur  erneuten wiedererwägungsrechtlichen 
Prüfung nicht rechtfertigen würde.

6. 
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  auf  das 
Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  nicht 
eingetreten ist, und dass sich ein Wiedererwägungsbedarf auch nicht aus 
dem erst im Beschwerdeverfahren vorgebrachten Sachverhalt ergibt. Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.  
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der 
Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG). 
Angesichts  der  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  mit 
Zwischenverfügung  vom  6.  März  2009  und  der  seither  unveränderten 
finanziellen  Lage  der  Beschwerdeführerin  wird  auf  die  Auferlegung  von 
Verfahrenskosten verzichtet (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 25

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 
Infolge  Gutheissung  des  Gesuches  um  unentgeltliche  Prozessführung 
werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil  geht  an  den Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin,  das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

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