# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35648cb2-44ef-57d4-aa97-98851b24b9dd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-01-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 16.01.2006 SF 2005 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-35_2006-01-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 16.01.2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 35 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Zinsli
Aktuarin ad hoc Honegger Droll

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic.iur. Werner Jörger, 
Alexanderstrasse 1 / AAC.-Strasse 11, 7001 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 19. Oktober 2005, 

wegen mehrfacher Raub und unvollendeter Raubversuch etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

A. X. wurde am 17. Juni 1985 in AG. geboren und wuchs zusammen mit 
einer rund 2 1/2 Jahre jüngeren Schwester bei seinen Eltern auf. Die Familie wohnte 

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bis 1986 in A. und ab diesem Zeitpunkt in B. Sein Vater arbeitet selbständig als 
Plattenleger. Im Jahre 1999 liessen sich seine Eltern scheiden. Kurz nach der 
Scheidung heiratete sein Vater im August 1999 C., zu der der Angeklagte jedoch 
kein gutes Verhältnis hatte, da er sich von ihr nichts sagen lassen wollte und es 
daher ab und zu Streit gab. Die Primarschule absolvierte X. in B. ohne nennens-
werte Probleme. 1998/1999 besuchte er die erste Klasse der Realschule beim 
Schulgemeindeverband B. Aufgrund verschiedener Probleme (Leistungsverweige-
rung, Delinquenz) konnte er jedoch am Ende dieses Schuljahres nicht promoviert 
werden. Er wurde daher in das Therapiehaus E. in AG. versetzt, wo er sich zunächst 
vom 16. August 1999 bis 13. Dezember 1999 teilstationär und von diesem Zeitpunkt 
an bis zum 30. Juni 2000 im Wocheninternat aufhielt. Anschliessend besuchte er 
das Schulheim F. in G., wo er jedoch mangels Kooperation am 28. September 2000 
wieder entlassen wurde. Hierauf kehrte er wieder nach B. zurück, wo er der Schule 
jedoch oftmals fernblieb und mehrmals straffällig wurde. Er wurde daher am 5. März 
2001 aufgrund einer kantonalen Verfügung vorzeitig aus dem obligatorischen 
Schulunterricht entlassen.

Nach der Schulentlassung arbeitete X. bis Ende Juni 2001 bei seinem Vater 
in dessen Geschäft als Handlanger. Er erhielt einen Lohn von Fr. 800.-- pro Monat. 
Ca. Mitte Juni 2001 verliess C. den Vater von X.. Etwa einen Monat später zog der 
Angeklagte zu seiner Mutter und deren Freund nach H.. Nach zwei Wochen Ferien 
absolvierte er vom 1. bis zum 6. Juli 2001 eine Schnupperlehre im Hotel I., wobei 
sich X. jedoch nicht an die Vorgaben des Lehrmeisters bezüglich des abendlichen 
Ausgangs hielt, weshalb er die Lehrstelle nicht erhielt. Am 13. August 2001 begann 
der Angeklagte im Hotel J. in K. eine Schnupperlehre als Koch. Sein Arbeitgeber 
war bereit, ihn ab dem 22. August 2001 als Koch-Lehrling zu beschäftigen. Der 
Lehrvertrag wurde ihm jedoch bereits wenige Tage später wieder gekündigt, weil er 
ein Sparschwein aus der Hotelbar entwendet hatte. Am 20. September 2001 konnte 
X. eine neue Anstellung als Hilfskoch im Hotel L. in M. annehmen. Nachdem er 
wiederholterweise nicht zur Arbeit erschien, wurde auch dieses Arbeitsverhältnis 
fristlos aufgelöst. In der Folge wohnte er wieder bei seinem Vater in B..

Mit Urteil vom 7. November 2001 des Bezirksgerichtsausschusses Surselva 
wurde X. wegen Gehilfenschaft zu Raub, mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sach-
beschädigung etc. im Sinne von Art. 91 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in ein Erziehungsheim 
für Jugendliche eingewiesen. Am 4. März 2002 trat der Jugendliche zum Vollzug 
dieser Massnahme in die offene Wohngruppe des Jugendheims N. ein, wo er aber 
nur eine Woche später, am 11. März 2002, entwich. Am 6. Juni 2002 konnte er 

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polizeilich zurückgeführt werden, doch bereits am 13. Juni 2002 entwich er erneut. 
Er verbarrikadierte sich in einem Keller eines umliegenden Bauernhofes und drohte 
sich umzubringen. Die Polizei konnte ihn aber überwältigen.

Nach einem Suizidversuch im Jugendheim N. trat X. am 19. Juni 2002 in die 
Psychiatrische Klinik O. in P. ein. Während des dortigen Aufenthaltes entwich er 
wiederum für die Dauer von 14 Tagen. Am 9. September 2002 erfolgte ein probe-
weiser Eintritt im Schul- und Berufsbildungsheim AIbisbrunn. Nach einer 7-wöchi-
gen Probezeit wurde er am 24. Oktober 2002 dort offiziell aufgenommen. 3 Tage 
später verübte X. zusammen mit einem weiteren Insassen des Jugendheimes Q. in 
AG. einen Raubversuch. Daraufhin wurde X. aus Gründen der Sicherheit und auf 
Anordnung der Schutzaufsicht Graubünden vorübergehend in die Jugendabteilung 
des Bezirksgefängnisses R. versetzt. Im Anschluss daran erfolgte am 6. Januar 
2003 die Einweisung in die Arbeitserziehungsanstalt S.. Auch diese Platzierung ver-
lief alles andere als optimal, kam es doch zu massiven verbalen Drohungen gegen 
Mitarbeiter und Erziehungsanstalt. Nach einem Wochenendurlaub bei seinem Vater 
in B. kehrte X. am 11. Mai 2003 nicht mehr in die Arbeitserziehungsanstalt S. zurück. 
Er wurde erst am 2. Oktober 2003 polizeilich festgenommen und am folgenden Tag 
der Arbeitserziehungsanstalt S. zugeführt. Zur Fortsetzung der Massnahme konnte 
X. nicht motiviert werden. Auf Antrag von X. wurde er mit Entscheid der Jugendan-
waltschaft Graubünden vom 18. Dezember 2003 rückwirkend auf den 13. November 
2003 bedingt aus dem Massnahmevollzug entlassen.

Seither hielt sich der Angeklagte mehrheitlich in B. bei seinem Vater auf. 
Ende 2004/anfangs 2005 wohnte X. für drei Monate in AG.. Dabei ging er unter-
schiedlichen Tätigkeiten nach, u.a. begann er eine Kochlehre, welche er aber nach 
vier Wochen wieder abbrach.

Vom 13. November 2003 bis am 10. März 2004 sowie vom 31. August 2004 
bis 12. Oktober 2004 hielt sich der Angeklagte in den Strafanstalten T., AG., bzw. 
U., P., im Straf- und Massnahmenvollzug auf. 

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist der Angeklagte mit folgenden 
drei Urteilen verzeichnet: 

07.11.2001 Bezirksgerichtsausschuss Surselva als Jugendgericht: Erziehungsheim ge- 
Raub (Gehilfenschaft), mehrfacher Diebstahl, mehrfache mäss Art. 91 Abs. 1 
Sachbeschädigung, mehrfacher Hausfriedensbruch, mehr- StGB 

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facher geringfügiger Diebstahl, mehrfache geringfügige Hehle- 
rei, Entwendung zum Gebrauch, Fahren ohne Führerausweis, 
grobe Verletzung der Verkehrsregeln, Widerhandlung gegen 
das BetmG 

16.04.2003/ Bezirksgerichtsausschuss Surselva als Jugendgericht: Einschliessung sechs 
13.11.2003 mehrfache Tätlichkeiten, Diebstahl (unvollendeter Versuch), Monate 

Diebstahl (Anstiftung zu unvollendetem Versuch), Raub (Mit- 
führen einer Waffe; unvollendeter Versuch), Sachbeschädi-
gung, Zechprellerei, Nötigung (Versuch), In Umlaufsetzen 
falschen Geldes, Entwendung zum Gebrauch, mehrfache 
Übertretung des BetmG 

26.03.2004 Kreispräsident H.: Gefängnis 45 Tage 
Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch 

Der Leumund des Angeklagten ist aufgrund seiner Vorstrafen als ange-
schlagen zu bezeichnen. 

In seinem Gutachten vom 1. Juni 2005 kommt V., Oberarzt der Psychiatri-
schen Klinik O., zum Schluss, dass beim Angeklagten zum Tatzeitpunkt eine disso-
ziale Persönlichkeitsstörung vorlag, welche einer mangelhaften geistigen Entwick-
lung gemäss Art. 11 StGB entspricht. Bei den Delikten vom 9., 23., und 27. Januar 
2005 sei seine Zurechnungsfähigkeit infolge des zuvor konsumierten Alkohols zu-
sätzlich leicht vermindert gewesen. Zur Verminderung der Rückfallgefahr sei eine 
ärztliche Behandlung angezeigt, welche ambulant erfolgen könne. Der Gutachter 
befürwortet es weiter, diese ambulante Behandlung auch bei einem allfälligen Straf-
vollzug durchzuführen.

Vom 23. bis am 24. Januar 2005 sowie vom 27. bis am 28. Januar 2005 
befand sich X. in Polizeihaft, vom 4. April bis am 27. Juni 2005 in Untersuchungs-
haft.

B. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2005 wurde X. wegen mehrfachen 
Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie Versuchs dazu gemäss Art. 140 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, einfacher Körperverlet-
zung gemäss Art. 123 Ziff 1 Abs. 1 StGB, mehrfacher Tätlichkeiten gemäss Art. 126 
Abs. 1 StGB, Drohung gemäss Art. 180 StGB, mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 
139 Ziff 1 StGB, Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 
19a Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt nach Anklage-
schrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 19. Oktober 2005 der folgende 
Sachverhalt zu Grunde:

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„1. des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie des 
unvollendeten Raubversuches gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB.

a) In der Nacht vom 26. auf den 27. Januar 2005 hielten sich X. und W. in 
B. im Hollywood Pub auf und sprachen dort den ihnen vom Sehen her 
bekannten Y. an. Dabei beobachtete X., dass Y. noch Geld auf sich trug. 
Nach der Schliessung des Lokals begleitete er Y. auf dessen Heimweg 
und bat ihn um Geld. Dieser vertröstete ihn auf später. Mit seinem Mo-
biltelefon informierte er anschliessend W. über seinen Standort. In die-
sem Moment fasste er auch den Entschluss, Y. vor dessen Haus zu-
sammenzuschlagen und auszurauben. Um ca. 02.15 Uhr kamen die 
beiden beim Mehrfamilienhaus an der Z. 18, in welchem Y. wohnt, an. 
Dort anerbot Letzterer X., in seiner Wohnung übernachten zu können. 
Kurze Zeit später stiess auch W. zu den beiden, näherte sich ihnen aber 
nur auf ein paar Meter. Unvermittelt schlug der Angeklagte in der Folge 
Y. mit einem Faustschlag ins Gesicht zu Boden, entnahm aus dessen 
Gesässtasche das Portemonnaie mit ca. CHF 120.-- Bargeld und trat 
dem am Boden liegenden Opfer mit den Füssen in die Seite. Mit dem 
erbeuteten Geld konsumierte der Angeklagte in der Folge zusammen 
mit W. Getränke im B. Cabaret.

Der Angeklagte bestritt anlässlich der letzten untersuchungsrichterli-
chen Einvernahme, das am Boden liegende Opfer mit den Füssen ge-
treten zu haben (act. 1.8, S.5).

Y. zog sich bei diesem Überfall einen Bluterguss am rechten Oberkiefer, 
sowie ein Hämatom an der Oberlippe, rechts, zu (Zahn 13 devital?; act. 
7.4). Am 27. Januar 2005 stellte er Strafantrag gegen den strafrechtlich 
Verantwortlichen wegen Körperverletzung (act. 7.2).

Das gegen W. in diesem Zusammenhang geführte Strafverfahren 
(VV.2005.419) wurde mit Verfügung vom 8. Juli 2005 eingestellt.

b) Am frühen Morgen des 18. März 2005, um ca. 03.40 Uhr, begegneten 
X., AA. und AB. in AC. auf dem Parkplatz der AD. AG AE. und AF.. Ohne 
erkennbaren Grund schlugen die drei Täter auf die beiden Geschädig-
ten ein, AA. und AB. mit den Händen, X. mit dem abgesägten Billard-
stock. AA. forderte in der Folge von AE. die Herausgabe von dessen 
Mobiltelefon Nokia von CHF 180.--, ohne dass dies die beiden anderen 
Täter bemerkt hätten. Nachdem sich die Täter vom Tatort entfernt hat-
ten, zeigte AA. X. das erbeutete Mobiltelefon und übergab ihm dieses 
auf dessen Verlangen. Dieser warf es in der Folge in den unmittelbar 
daneben vorbeifliessenden Bach.

AE. zog sich bei diesem Überfall eine Rissquetschwunde am Kopf sowie 
ein Hämatom und eine Schulterquetschung auf der linken Seite zu (act. 
12.4), AF. eine Rissquetschwunde über dem linken Jochbein, eine ober-
flächige Schürfung des rechten Augenlides sowie ein Hämatom an der 
rechten Temporalregion (act. 12.6). Am 18. März 2005 stellte AE. Straf-
antrag gegen Unbekannt wegen Körperverletzung und Diebstahls (act. 
12.3). Am 18. März 2005 stellte AF. Strafantrag gegen Unbekannt we-
gen Körperverletzung (act. 12.5).

Gegen AA. und AB. wird ein separates Verfahren geführt 
(VV.2005.642).

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AE. und AF. machten am 25. bzw. am 29. August 2005 "gegen sämtli-
che Täterschaften vorsorglich Schadenersatz und eine Genugtuung gel-
tend", bezifferten diese aber noch nicht (act. 1.17, 1.18). AE. bezifferte 
seine Schadenersatzforderung mit Schreiben vom 23. September 2005 
auf CHF 996.90, seine Genugtuungsforderung auf CHF 1'000.--.

c) Ebenfalls am frühen Morgen des 18. März 2005, um ca. 03.45 Uhr, 
schlug AA. in AC. auf dem Parkplatz der AD. AG D. mit einem Faust-
schlag zu Boden und behändigte anschliessend dessen Portemonnaie 
mit CHF 300.-- (eine Hunderter- und eine Zweihunderternote). Um dem 
Geschädigten zusätzlich noch Angst einzujagen, zeigte ihm AA. ein 
Klappmesser mit einer Klingenlänge von ca. 5 cm. Während AB. unmit-
telbar neben AA. stand, hielt sich X. zu diesem Zeitpunkt ca. zehn Meter 
vom Tatort entfernt auf. In der Folge begaben sich AA. und AB. zu X. 
und forderten diesen auf den Tatort zu verlassen, da sie nunmehr "ge-
nug Geld" hätten. Gleichzeitig übergab AA. dem Angeklagten die Zwei-
hunderternote, welche dieser am nächsten Tag mit AB. teilte.

Nach Auskunft des Geschädigten D. wurde dieser von drei Personen 
"herumgeschubst" und bekam zusätzlich zum Faustschlag von einem 
anderen Täter mit einem harten Gegenstand einen Schlag auf den Kopf 
(act. 11.6). Auch AAA. bezeichnete drei Täter als am Überfall beteiligt 
(act. 11.7). X. räumt ein, dass er eine "dieser beiden Personen mit dem 
Stock kurz geschlagen hat" (act. 9.18, S. 5).

Am 18. März 2005 stellte D. Strafantrag gegen Unbekannt wegen Kör-
perverletzung (act. 11.3).

Gegen AA. und AB. wird ein separates Verfahren geführt 
(VV.2005.642).

d) Am gleichen Morgen, um ca. 03.30 Uhr, begab sich AI. vom AJ. in AC. 
zu Fuss in Richtung des sich in der Nähe befindenden AK.s, als sich 
ihm X., AA. und AB. von hinten näherten. In der Folge schlug der Ange-
klagte dem Geschädigten ohne Vorwarnung mit einem abgesägten, ca. 
30 cm langen Billardstock heftig auf den Kopf und forderte von ihm mit 
den Worten "Give me your money!" Bargeld. Als AI. dieser Aufforderung 
nicht nachkommen wollte, schlug ihn der Angeklagte erneut mit dem 
Billardstock auf den Kopf. Nach einem kurzen Gerangel gelang es dem 
Geschädigten, zu Fuss in Richtung AJ. zu flüchten, ohne den Tätern 
irgendwelche Vermögenswerte übergeben zu haben.

AI. zog sich bei diesem Überfall zwei 5 cm lange Quetschwunden am 
Kopf zu (act. 10. 4). Am 18. März 2005 stellte er Strafantrag gegen Un-
bekannt wegen Körperverletzung (act. 8.2).

Gegen AA. und AB. wird ein separates Verfahren geführt 
(VV.2005.642).

2. des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie des Haus-
friedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

a) Am frühen Morgen des 9. Januar 2005, zwischen 03.50 Uhr und 04.10 
Uhr riss X. auf dem B. Bahnhof AL. dessen Portemonnaie aus den Fin-
gern, als dieser im Begriff war, eine Fahrkarte daraus hervorzuholen. In 
der Folge entfernte er sich mit dem entwendeten Portemonnaie in Rich-
tung AAB.-Strasse. Der Gesamtwert des entwendeten Portemonnaies 
(inklusive Inhalt) wird auf CHF 430.-- beziffert.

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Am 9. Januar 2005 stellte AL. Strafantrag gegen Unbekannt wegen 
Diebstahls (act. 4.2).

b) In der Nacht vom 8. auf den 9. März 2005 begaben sich X. und AM. per 
Anhalter von B. nach AN. und von dort zu Fuss zur Bergstation der Ses-
selbahn AO.. Mit einem Schlüssel, in dessen Besitz sich AM. aufgrund 
seiner früheren Tätigkeit für die AD. AG befand, verschafften sich die 
beiden Zugang zu den Räumlichkeiten der Bergbahnen. In einem Ab-
stellraum im Untergeschoss des Gebäudes öffnete AM. einen Tresor 
und entnahm aus einer darin befindlichen Kassette Notengeld in der 
Höhe von ca. CHF 500.-- sowie Hartgeld in unbekannter Höhe. Nach 
Angaben der Geschädigten befanden sich ca. CHF 750.-- in der Kas-
sette. X. behielt in der Folge Notengeld in der Höhe von CHF 300.-- für 
sich, AM. den Rest des erbeuteten Geldes. Nachdem die beiden Täter 
das Gebäude verlassen hatten, fuhren sie mit einem Schlitten über die 
Skipiste in Richtung AN.. Die mitgenommene Kassette warfen sie auf 
dieser Fahrt weg.

Am 6. April 2005 stellte AP. namens der AD. AG Strafantrag gegen AM. 
und X. wegen Hausfriedensbruchs (act. 8.2).

Gegen AM. wird ein separates Verfahren geführt (VV.2005.1937).

3. der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der 
Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der Drohung gemäss 
Art. 180 StGB.

a) Am frühen Morgen des 23. Januar 2005, zwischen 04.10 Uhr und 04.30 
Uhr, kam es vor den Toiletten des AQ. im AR. zu einer Auseinanderset-
zung zwischen X. und W. einerseits sowie AS. andererseits. Im Verlauf 
dieser Auseinandersetzung versetzte X. dem Geschädigten einen Knie-
stich in den Genitalbereich und einen Faustschlag ins Gesicht. Nach-
dem sich AS. auf der Toilette das Blut aus dem Gesicht gewischt hatte, 
begegnete er im Treppenhaus erneut dem Angeklagten. Dieser hatte in 
der Zwischenzeit aus seiner sich im gleichen Haus befindenden Woh-
nung ein Küchenmesser mit einer 21 cm langen Klinge behändigt. Damit 
fuchtelte er vor dem Oberkörper von AS. herum, um diesem Angst zu 
machen. AT. gelang es schliesslich, X. das Messer aus der Hand zu 
winden.

Der Geschädigte macht geltend, dass ihm auch sein Mobiltelefon Nokia 
im Wert von CHF 500.-- entwendet worden war.

AS. stellte am 28. Januar 2005 Strafantrag gegen X. wegen Diebstahls, 
Körperverletzung und Drohung (act. 6.3).

Das von der Kantonspolizei Graubünden am 23. Januar 2005 bei X. si-
chergestellte Metzgermesser mit schwarzem Griff und einer Klingen-
länge von 21 cm wurde am 21. September 2005 untersuchungsrichter-
lich beschlagnahmt.

Das gegen W. in diesem Zusammenhang geführte Strafverfahren 
(VV.2005.419) wurde mit Verfügung vom 8. Juli 2005 eingestellt und an 
das Kreisamt AG. abgetreten.

Nach dem umschriebenen Vorfall im Treppenhaus des AQ.s beabsich-
tigte X., in seine Wohnung zurückzukehren. Als er damit beschäftigt war, 
seine Wohnungstüre zu öffnen, bewegte sich AU., ein Bekannter von 

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AS., auf ihn zu, um ihn wegen seines vorangehenden Verhaltens AS. 
gegenüber zur Rede zu stellen. In diesem Moment nahm der Ange-
klagte sein am Schlüsselbund angebrachtes Taschenmesser und fügte 
damit AU. mehrere Schnittverletzungen im Gesicht zu.

AU. zog sich bei diesem Vorfall eine ca. 4 cm lange Schnittverletzung 
an der linken Wange sowie eine 2 bis 3 cm lange Schnittverletzung 
oberhalb des linken Auges zu (act. 6.4 f.). Am 25. Januar 2005 stellte er 
Strafantrag gegen X. wegen Körperverletzung (act. 6.2).

Das gegen W. in diesem Zusammenhang geführte Strafverfahren 
(VV.2005.419) wurde mit Verfügung vom 8. Juli 2005 eingestellt und an 
das Kreisamt AG. abgetreten.

4. der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und der Tätlich-
keiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB.

Am frühen Morgen des 9. Januar 2005, zwischen 03.45 Uhr und 04.15 
Uhr, kam es auf der AAC.-Strasse in B. zu einer verbalen Auseinander-
setzung zwischen X. und verschiedenen Bekannten von AV.. Als Letz-
terer den Streit schlichten wollte, packte ihn X. an den Haaren, versetzte 
ihm einen Faustschlag auf das linke Auge und stiess ihn in das Schau-
fenster des dortigen Geschäftes "AW.". Dadurch entstand ein Sach-
schaden in Höhe von CHF 790.--.

Am 9. Januar 2005 stellte AX. namens der AW. Strafantrag gegen Un-
bekannt wegen Sachbeschädigung (act. 5.2). Am 11. Januar 2005 
stellte AY. als gesetzlicher Vertreter von AV. Strafantrag gegen unbe-
kannte Täterschaft wegen Tätlichkeiten (act. 5.3).

5. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

In der Zeit vom 13. Dezember 2004 bis zum 4. April 2005 konsumierte 
X. zusammen mit verschiedenen Bekannten eine unbestimmte Menge 
Cannabis, welches ihm von diesen Bekannten unentgeltlich zur Verfü-
gung gestellt wurde.

Am 1. April 2005 erwarb der Angeklagte in AG. von einem ihm unbe-
kannten Schwarzafrikaner eine Kugel Kokain für CHF 70.--. Diese kon-
sumierte er anschliessend gemeinsam mit AB.. Letzterer bestreitet die-
sen gemeinschaftlichen Konsum.

Am 3. April 2005 erwarb der Angeklagte in B. von einem ihm unbekann-
ten Verkäufer eine unbestimmte Menge Amphetamine für CHF 30.--, 
welche er in der Folge zusammen mit AB. konsumierte.

Am Abend des 17. März 2005 erwarb X. schliesslich einen "Filz" LSD 
für CHF 20.-- und konsumierte diesen umgehend.“

C. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden vom 16. Januar 2006 waren der Angeklagte persönlich, dessen amtli-
cher Verteidiger und der Staatsanwalt, Dr.iur. Alex Zindel zugegen. 

Der Staatsanwalt, Dr.iur. Alex Zindel, stellte und begründete die folgenden 
Anträge:

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"1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit drei Jahren Gefängnis zu bestrafen unter Abzug der 
Untersuchungshaft.

3. Es sei eine ambulante Behandlung während des Strafvollzuges gericht-
lich anzuordnen.

4. Das beschlagnahmte Metzgermesser sei richterlich einzuziehen und 
über dessen weitere Verwendung zu befinden.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der amtliche Verteidiger von X., Rechtsanwalt lic.iur. Werner Jörger, stellte 
und begründete folgende Anträge:

„1. Der Angeklagte sei des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
sowie Versuchs dazu gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der Hehlerei gemäss Art. 160 StGB, der mehr-
fachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff 1 Abs. 1 StGB, 
der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB, der Dro-
hung gemäss Art. 180 StGB, des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 
139 Ziff 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, der 
mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie 
wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schul-
dig zu sprechen.

2. Dafür sei er unter Anrechnung der 89 Tage Untersuchungshaft milde zu 
bestrafen

3. Es sei eine ambulante psychotherapeutische Massnahme anzuordnen.

4. Die Adhäsionsklage von AE. werde anerkannt. Die Zivilforderung von 
AF. sei auf den Zivilweg zu verweisen.“

In seinem Schlusswort erklärte X., dass er die Vorfälle bedauere. Er könne 
sie leider nicht mehr rückgängig machen. Er werde in Zukunft nicht mehr delinquie-
ren. Er erklärte, dass er bereit sei, in eine Arbeitserziehungsanstalt einzutreten.

Auf die Ausführungen in den mündlichen Vorträgen wird, soweit erforderlich, 
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Der in der Anklageschrift relevierte Sachverhalt wird teilweise bestrit-
ten. Konkret geht es um den in den Ziffern 1 lit. a bis und mit lit. c der Anklageschrift 
dargestellten Sachverhalt. Der in den Ziffern 2 bis und mit 5 der Anklageschrift re-
levierte Sachverhalt wird vom Angeklagten anerkannt und ist ausgewiesen. Der in 
diesen Ziffern dargestellte Sachverhalt deckt sich im Wesentlichen mit den Angaben 

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des Angeklagten im Ermittlungsverfahren, von denen er auch an der Hauptverhand-
lung nicht abgewichen ist.

a) Bezüglich Ziff. 1 lit. a negiert der Angeklagte, dass er Y. getreten habe, als 
dieser am Boden gelegen habe. Die Untersuchungsakten ergeben folgendes Bild: 
In seiner ersten Aussage hat der Angeklagte bestritten, dass er den am Boden lie-
genden Y. getreten habe (act. 7.07). In den darauf folgenden Aussagen erachtete 
er es als möglich (act. 7.10, 7.12). In der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 26. Mai 2005 bestritt er wiederum, Y. getreten zu haben (act. 1.8). Y. selbst 
vermochte auch nicht mit genügender Sicherheit zu sagen, dass er vom Angeklag-
ten getreten worden war (act. 7.09). Die Version des Angeklagten kann deshalb 
nicht ausgeschlossen werden. Damit ist entgegen der Darstellung in Ziff. 1 lit. a der 
Anklageschrift nicht rechtsgenüglich ausgewiesen, dass der Angeklagte Y. getreten 
hat.

b) Bezüglich Ziff. 1 lit. b wendet der Angeklagte ein, dass der Ablauf der Er-
eignisse nicht korrekt wiedergegeben sei. In der Tat kann aus den Aussagen der 
Geschädigten AE. und AF. entnommen werden, dass AA. das Mobiltelefon Nokia 
von AE. zum Versand einer SMS forderte und auch erhielt und die drei Jugendlichen 
erst danach auf AE. und AF. eingeschlagen haben und nicht umgekehrt (act. 12.08, 
12.10). Aus der Aussage von AE. geht im Weiteren hervor, dass er und AF., als sie 
flohen, von den Tätern verfolgt wurden. Als er den Parkplatz neben dem AK. erreicht 
habe, habe ihn einer der Täter aufgefordert, sein Portemonnaie herauszugeben 
(act. 12.8). Der Angeklagten gesteht zu, dass er AE. und AF. mit einem Stock ge-
schlagen hat. Er will dabei aber nicht gesehen haben, wie AA. das Mobiltelefon von 
AF. entwendete (act. 9.7). Dieses habe ihm AA. erst später gezeigt. AA. habe ihm 
hierauf das Mobiltelefon auf sein Verlangen übergeben, worauf er es sogleich weg-
geworfen habe (act. 9.18). Auch AB. will die Entwendung des Mobiltelefons durch 
AA. nicht gesehen haben; er habe erst im Nachhinein davon erfahren (act. 9.18). 
Nach den Aussagen der verschiedenen Beteiligten ist hinsichtlich des Ablaufs der 
Geschehnisse davon auszugehen, dass AA. das Mobiltelefon von AE. erhielt und 
es in der Folge zurückbehielt, ohne dass dies der Angeklagte und AB. bemerkt hät-
ten und dass die Jugendlichen erst danach auf AE. und AF. eingeschlagen haben.

c) Schliesslich will der Angeklagte am Überfall auf D. in AC. nur am Rande 
beteiligt gewesen sein (act. 9.18), wobei er nicht ausschliesst, dass er einen Schlag 
mit dem abgesägten Billardstock erteilt hat. Er habe sich aber nicht unmittelbar beim 
Tatort aufgehalten. Seine Kollegen seien mit dem erbeuteten Geld zu ihm gekom-

11

men. Der amtliche Verteidiger erachtet deshalb höchstens den Tatbestand der Heh-
lerei, jedoch nicht die Qualifikationsmerkmale des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB als gegeben. Bezüglich Ziff. 1 lit. c der Anklageschrift wird demnach 
nicht der in der Anklageschrift relevierte Sachverhalt, sondern vielmehr die durch 
die Staatsanwaltschaft Graubünden erfolgte rechtliche Subsumtion beanstandet.

Es ist im Folgenden zu prüfen, ob und allenfalls auf Grund welcher Strafbe-
stimmungen der Angeklagte für sein Verhalten zur Verantwortung zu ziehen ist.

2. Gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu zehn 
Jahren oder mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten bestraft, wer mit Gewalt ge-
gen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben 
oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen 
Diebstahl begeht. Raub ist eine qualifizierte Form der Nötigung (Art. 181 StGB, vgl. 
BGE 107 IV 108), um einen Diebstahl begehen oder die weggenommene Sache 
behalten zu können. Die Nötigungshandlung muss sich gegen eine Person richten, 
die in Bezug auf die zu stehlende Sache eine Schutzposition einnimmt, d.h. gegen 
den Gewahrsamsinhaber bzw. -hüter oder einen Dritten, der Nothilfe leistet (BGE 
113 IV 66). Im Gegensatz zum früheren Recht müssen Gewaltanwendung und Dro-
hung nicht mehr zur Widerstandsunfähigkeit des Opfers führen. Das Begehen eines 
Diebstahls (mit allen nach Art. 139 StGB erforderlichen objektiven und subjektiven 
Merkmalen) wird nach geltendem Recht für die Vollendung des Raubes stets vor-
ausgesetzt. Sinngemäss muss der Diebstahl im Falle von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB gerade durch die Nötigungshandlung ermöglicht worden sein. Andererseits ist 
der Versuch aber nicht vollendet, wenn der Täter zwar Gewalt verübt, den Diebstahl 
aber nicht begangen hat. 

a) Der Angeklagte sprach Y. im Hollywood Pub in B. an, wobei er beobachten 
konnte, dass dieser Geld auf sich trug. In der Folge begleitete er ihn nach Hause 
und bat ihn um Geld. Y. vertröstete ihn auf später. Der Angeklagte informierte mit 
seinem Mobiltelefon W. und fasste dabei den Entschluss, Y. vor dessen Haus zu-
sammenzuschlagen und auszurauben. Diesen Vorsatz setzte er um und schlug Y. 
unvermittelt mit einem Faustschlag ins Gesicht zu Boden. Hierauf entnahm er aus 
dessen Gesässtasche das Portemonnaie mit zirka Fr. 120.--. Das erbeutete Geld 
verbrauchte er. Der Angeklagte ist überführt und geständig, Y. niedergeschlagen zu 
haben, um ihm sein Geld entwenden zu können. Der Diebstahl wurde gerade durch 
die Vornahme der Nötigungshandlung - der Anwendung von Gewalt - ermöglicht. 

12

Der Angeklagte handelte mit direktem Vorsatz. Der Tatbestand des Raubes gemäss 
Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist damit in subjektiver und objektiver Hinsicht erfüllt.

b) Es ist unbestritten und ausgewiesen, dass der Angeklagte mit seinen Kol-
legen plötzlich auf AE. und AF. einschlug, als sie ihnen am frühen Morgen des 18. 
März 2005, um 03.40 Uhr in AC. auf dem Parkplatz der AD. AG begegneten (Dos-
sier 9 und 12). Aus der Aussage von AE. geht hervor, dass er und AF., als sie flohen, 
von den Tätern verfolgt wurden. Als er den Parkplatz neben dem AK. erreicht habe, 
habe ihn einer der Täter aufgefordert, sein Portemonnaie herauszugeben. Er habe 
jedoch kein Geld mehr auf sich gehabt (act. 12.8). Die Aussage von AE. wird zu 
Recht nicht angezweifelt. Der Angeklagte stellt sich jedoch auf den Standpunkt, 
dass nicht er das Portemonnaie von AE. verlangt habe. Der amtliche Verteidiger 
plädiert dafür, dass der Angeklagte nicht des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB, sondern der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Abs. 1 StGB und 
der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen sei. Die 
Ereignisse am frühen Morgen des 18. März 2005 in AC. sind in einem Gesamtzu-
sammenhang zu sehen. An diesem Morgen kam es zu mehreren Schlägereien zwi-
schen dem Angeklagten zusammen mit seinen Kollegen und verschiedenen Tou-
risten. Zu den Ereignissen am fraglichen Abend und frühen Morgen befragt, gab der 
Angeklagte zu Protokoll, dass er und seine Kollegen kein Geld gehabt hätten und 
ihnen klar gewesen sei, dass sie Geld auftreiben mussten (act. 9.7, S. 4). Konkret 
hätten sie nicht die Absicht gehabt, jemanden auszunehmen. Es sei aber richtig, 
dass sie im Hinterkopf gehabt hätten, etwas anzustellen. Auf welche Art und Weise 
hätten sie nicht gewusst. So sei es für ihn nicht verwunderlich gewesen, dass AB. 
den abgesägten Billardstock in den Ausgang mitgenommen habe. Er und AB. hätten 
genau gewusst, dass sie Geld auftreiben mussten. Es sei auch klar gewesen, dass 
AA. mitmachen würde. Vor Schranken bestätigte der Angeklagte auf entsprechen-
des Befragen, dass unter den Kollegen bezüglich der Übergriffe keine ausdrückliche 
Absprache getroffen worden sei. Sie hätten aber klar die Absicht gehabt, zufällig 
entgegenkommende Personen zu schlagen, um zu Geld zu kommen. Aus den Aus-
sagen des Angeklagten im Strafuntersuchungsverfahren und vor Schranken ergibt 
sich, dass ohne Zweifel die Absicht bestanden hatte, bei sich ergebender Gelegen-
heit durch Anwendung von Gewalt Geld zu erbeuten. Um Mittäterschaft zu begrün-
den, ist es nicht erforderlich, dass die am Überfall beteiligten drei Täter bereits im 
Voraus ausdrücklich und gemeinsam den Plan und Vorsatz fassten, AE. und AF. 
niederzuschlagen, um Geld zu erbeuten. Es genügt, wenn der gemeinsame Tatent-
schluss konkludent geäussert wird, wobei Eventualvorsatz ausreichend ist. Die Ju-
gendlichen haben bewusst und gewollt zusammengewirkt. Sie hatten alle das glei-

13

che Interesse an der Tat, insbesondere die anteilsmässige Beteiligung an der Beute 
(vgl. nachfolgend Erw. 2a). Es ist folglich irrelevant, wer von ihnen das Portemon-
naie entwenden wollte. Der Vorsatz, durch Anwendung von Gewalt Geld zu erbeu-
ten, wurde von allen gleichermassen getragen. Der Angeklagte hat vorsätzlich und 
in massgebender Weise mit den andern Tätern zusammengewirkt, so dass er als 
Hauptbeteiligter dasteht; es ist Mittäterschaft gegeben. Da die Täter zwar Gewalt 
eingesetzt haben, den Diebstahl aber nicht begehen konnten, liegt ein unvollendeter 
Raubversuch gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 
StGB vor. 

Zu beurteilen bleibt in diesem Zusammenhang noch der Umstand, dass der 
Angeklagte das durch AA. von AE. erbeutete Mobiltelefon Nokia in einen Bach warf, 
nachdem es ihm AA. übergeben hatte (vgl. Ziff. 1 lit. b Anklageschrift). AE. stellte 
am 18. März 2005 Strafantrag wegen Körperverletzung und Diebstahl (act. 12.3). 
Es wäre überspitzter Formalismus im von AE. gestellten Strafantrag nicht auch die 
Willenserklärung zu sehen, dass die Strafverfolgung auch den Tatbestand der 
Sachbeschädigung beinhalten solle. Seine Erklärung beinhaltet den Antrag auf Ver-
folgung des Vermögensdeliktes, damit auch der Sachbeschädigung. Der Ange-
klagte ist folglich der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB (vgl. Erw. 5) 
schuldig zu sprechen.

c) Beim Überfall auf D. gemäss Ziff. 1 lit. c der Anklageschrift stellt sich eben-
falls die Frage, ob dem Angeklagten, der sich nicht unmittelbar am Tatort aufgehal-
ten haben will, die Tathandlungen von AA. und AB. anzurechnen sind. Während AA. 
D. mit einem Faustschlag zu Boden schlug und ihm anschliessend das Portemon-
naie mit Fr. 300.-- entwendete, will der Angeklagte einen Engländer verprügelt ha-
ben (act. 9.18, S. 5 f. sowie act. 9.19, S. 6). Vor Schranken blieb der Angeklagte bei 
seiner Aussage, dass er D. nicht mit der Faust geschlagen habe und dass er nicht 
unmittelbar am Tatort gewesen sei. Seine Kollegen seien mit dem von D. abgenom-
menen Geld zu ihm gekommen. Er habe mittlerweile versucht, dem Engländer Geld 
abzunehmen. Der genaue Sachverhalt und die einzelnen Rollen der Beteiligten sind 
unklar geblieben. Die Auffassung der amtlichen Verteidigung, dass der Angeklagte 
nicht unmittelbar am körperlichen Übergriff auf D. beteiligt war, kann offen gelassen 
werden. Auch wenn der Angeklagte am Übergriff auf D. nicht unmittelbar beteiligt 
gewesen war, war dieser gleichwohl ganz in seinem Sinn, wie er selbst vor Schran-
ken bestätigte. Dies ergibt sich daraus, dass das von D. gestohlene Geld anteils-
mässig mit dem Angeklagten geteilt worden ist. Sodann ist der Übergriff auf D. eben-
falls im Gesamtzusammenhang mit den anderen Ereignissen vom 18. März 2005 in 

14

AC. zu sehen (vgl. oben Erw. 2b). Die Kollegen des Angeklagten mögen alleine auf 
D. losgegangen sein, währenddem der Angeklagte noch eine andere Person ver-
prügelte, um von dieser Geld zu erlangen. Nachdem sie von D. das Geld erbeutet 
hatten, gingen sie zum Angeklagten und sagten ihm, dass sie genug Geld hätten 
und gehen könnten. In diesem Moment übergab ihm AA. Fr. 200.--. Aus der Chro-
nologie der Ereignisse am fraglichen Morgen, den Aussagen des Angeklagten im 
Strafuntersuchungsverfahren und vor Schranken (vgl. oben Erw. 2b) und schliess-
lich daraus, dass das D. abgenommene Geld mit dem Angeklagten anteilsmässig 
geteilt worden ist, ergibt sich schlüssig, dass alle Beteiligten bei den verschiedenen 
Vorkommnissen gleichgerichtet gehandelt haben. Da seine Kollegen beim Überfall 
auf D. nicht von dem abgewichen sind, was der gemeinsamen Vorstellung über den 
Ablauf der Tat entsprochen hat, muss ihr gesamtes Handeln in vollem Ausmass 
dem Angeklagten angerechnet werden. Der Angeklagte hat sich unabhängig davon, 
ob er selbst Hand anlegte, was nach der Beweislage aber nicht gänzlich auszusch-
liessen ist (act. 11.6, 11.7), als Mittäter zu verantworten. Nachdem gegen D. Gewalt 
angewendet worden ist, wurde ihm erfolgreich Geld im Betrage von Fr. 300.-- ab-
genommen. Die Tat ist unbestritten als Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
zu qualifizieren. Alle subjektiven und objektiven Merkmale sind erfüllt.

d) Aus der Serie der Vorfälle am frühen Morgen des 18. März 2005 bleibt der 
Übergriff auf AI. zu beurteilen. Der Angeklagte ist überführt und geständig, zusam-
men mit seinen Kollegen auf AI. eingeschlagen zu haben. Dabei verlangte er des-
sen Geld heraus. Nach einem kurzen Gerangel gelang es AI. zu flüchten, ohne ih-
nen irgendwelche Vermögenswerte übergeben zu haben. Es liegt ein unvollendeter 
Raubversuch gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 
StGB vor.

e) Raub ist in drei Stufen qualifiziert: Durch Bewaffnung, durch besondere 
Gefährlichkeit (bsp. infolge Bandenmässigkeit) und durch Lebensgefährdung, 
schwere Körperverletzung oder Grausamkeit. Der Angeklagte benützte bei den 
Raubüberfällen vom 18. März 2005 einen abgesägten Billardstock. Dieser fällt nicht 
unter den Begriff einer anderen gefährlichen Waffe im Sinne von Art. 140 Ziff. 2 
StGB (Trechsel, a.a.O., N 20 zu Art. 139 StGB). Eine Bande ist bei Zusammen-
schluss zur fortgesetzten Verübung von Raub gegeben (Trechsel, a.a.O., N 16 zu 
Art. 139 StGB). Der Angeklagte und seine Mittäter haben sich zum Ausgang getrof-
fen und sich am fraglichen Abend und Morgen spontan zu einer Gruppe gebildet. 
Der Wille, am fraglichen Abend und Morgen durch Anwendung von Gewalt zu Geld 
zu kommen, ist ausgewiesen. Der Wille zur gemeinsamen Fortsetzung solcher De-

15

likte ist jedoch nicht rechtsgenüglich erkennbar; es handelt sich jedoch um einen 
Grenzfall. Es liegen damit keine qualifizierten Raubtatbestände vor, hingegen mehr-
fache Begangenschaft.

f) Gemäss herrschender Lehre und Rechtsprechung gilt eine einfache Kör-
perverletzung, die im Zusammenhang mit der Gewaltanwendung an Opfern im Rah-
men von Art. 140 StGB bewirkt werden, als durch Art. 140 StGB konsumiert (vgl. 
Trechsel, Kurzkommentar, 2. Auflage, N 24 zu Art. 140 StGB mit weiteren Hinwei-
sen, insb. PKG 1967 Nr. 12; Rehberg, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Bemer-
kungen zu Ziff. 1 von Art. 140 StGB; Stratenwerth, BT 1, Rz. 140, S. 313). Wird der 
Angeklagte wegen mehrfachen Raubes respektive mehrfachen Versuchs dazu ver-
urteilt, so sind die Tatbestände der einfachen Körperverletzung und der Tätlichkei-
ten, soweit sie bei den Raubtaten erfüllt wurden, konsumiert. Sie sind nicht zu be-
urteilen.

3. Gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren 
oder mit Gefängnis bestraft, wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur An-
eignung wegnimmt, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. 
Wegnehmen ist Bruch fremden und Begründung neuen Gewahrsams; dieser be-
steht in der tatsächlichen Sachherrschaft mit dem Willen, sie auszuüben. Der Bruch 
fremden Gewahrsams liegt regelmässig in der Entfernung der Sache. Der Diebstahl 
ist vollendet mit der Herstellung eines neuen Gewahrsams nach dem Willen des 
Täters (vgl. Trechsel, a.a.O., N. 11 zu Art. 139 StGB). Subjektiv sind neben dem 
Vorsatz die Aneignungsabsicht und die Absicht unrechtmässiger Bereicherung er-
forderlich.

Wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in 
einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem 
Hause gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz un-
rechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung eines Berechtigten, sich zu ent-
fernen, darin verweilt, wird, auf Antrag, mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 
186 StGB).

a) Der Angeklagte wollte sich anlässlich der Strafuntersuchung nicht an den 
Übergriff vom 9. Januar 2005 auf AL. erinnern (act. 1.8, 4.1, 4.4 und 4.8). Er bestritt 
den Vorfall aber auch nicht. Anlässlich des Plädoyers des amtlichen Verteidigers 
wurde der in Ziff. 2 lit. a der Anklageschrift relevierte Sachverhalt zugestanden. Es 
ist  unbestritten und ausgewiesen, dass der Angeklagte am frühen Morgen des 9. 

16

Januar 2005 auf dem B. Bahnhof AL. dessen Portemonnaie aus den Fingern riss, 
als dieser daraus gerade eine Fahrkarte herausnehmen wollte. Der Angeklagte floh 
mit dem entwendeten Portemonnaie in Richtung AAB.-Strasse. Der Gesamtwert 
des entwendeten Portemonnaies und des darin enthaltenen Geldes wird auf Fr. 
430.-- beziffert (act. 41, 4.3 und 4.7). Der Tatbestand des Diebstahls gemäss Art. 
139 Ziff. 1 StGB ist damit objektiv und subjektiv erfüllt.

b) Der Angeklagte hat vollumfänglich gestanden, zusammen mit AM. unbe-
fugt in die Räumlichkeiten der AD. AG eingedrungen zu sein und aus einer sich im 
Tresor befindlichen Kassette Notengeld im Betrage von zirka Fr. 500.-- sowie Hart-
geld in unbekannter Höhe entwendet zu haben. Der Angeklagte behielt in der Folge 
Fr. 300.-- für sich. Der Angeklagte ist überführt und geständig, sich das in der Kas-
sette befindliche Geld angeeignet zu haben, um sich unrechtmässig zu bereichern. 
Den Gewahrsam der Eigentümerin hat er dadurch gebrochen, dass er gegen deren 
Willen in deren Räumlichkeiten eingedrungen ist und das vorgefundene Geld mit 
sich genommen hat, womit er eigenen Gewahrsam begründete. Der Tatbestand des 
Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB ist damit objektiv und subjektiv erfüllt.

Indem der Angeklagte gegen den Willen der AD. AG in deren Räumlichkeiten 
eindrang, machte er sich unbestritten des Hausfriedensbruchs schuldig. Der für die 
Bestrafung notwendige Strafantrag liegt rechtsgenüglich vor (act. 8.2).

c) Der Angeklagte ist des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB schuldig zu sprechen.

4. Gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird, auf Antrag, mit Gefängnis 
bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise an Körper oder Gesund-
heit schädigt. "In anderer Weise" schädigt der Täter jemanden an Körper oder Ge-
sundheit, wenn die Verletzung nicht die Vorraussetzungen der schweren Körperver-
letzung gemäss Art. 122 StGB erfüllt. Art. 123 StGB schützt sowohl die physische 
als auch die psychische Integrität. Abzugrenzen ist die Bestimmung der einfachen 
Körperverletzung zudem von den Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Ziff. 1 StGB. Nach 
der Praxis des Bundesgerichts (BGE 117 IV 15, 119 IV 25) ist eine Tätlichkeit an-
zunehmen bei einer das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass 
überschreitenden physischen Einwirkung auf einen Menschen, die keine Schädi-
gung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge hat (Jörg Rehberg, Strafrecht III, 
6. Auflage, S. 25ff; BGE 119 IV 2ff); die Verursachung von Schmerzen wird nicht 
mehr vorausgesetzt. Beispiele: Ohrfeigen, Faustschläge, Fusstritte, heftige Stösse, 

17

Bewerfen mit Gegenständen von einigem Gewicht, Begiessen mit Flüssigkeiten, 
Zerzausen einer kunstvollen Frisur, Verschmieren eines Stücks Patisserie im Ge-
sicht eines andern, sog. «entartage» (BGer vom 08.10.2001, 6S.436/2001). Das 
Herbeiführen von selbst vorübergehenden Störungen, die einem krankhaften Zu-
stand gleichkommen (bsp. Zufügen erheblicher Schmerzen, eines Nervenschocks, 
eines Rausch- oder Betäubungszustandes) oder eine wesentliche Beeinträchtigung 
des Aussehens mit sich bringen (BGE 103 IV 70, 107 IV 42, 119 IV 2, 27, Pra 83 
(1994) Nr. 17), gilt dagegen bereits als Schädigung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 
StGB.

Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, 
wird, auf Antrag, mit Gefängnis oder mit Busse bestraft (Art. 180 StGB). Der Täter 
muss dem Opfer einen schweren Nachteil in Aussicht stellen und dieses, damit die 
Tat vollendet ist, tatsächlich in Angst oder Schrecken versetzen (vgl. BGE 81 IV 
106, 99 IV 215). Auch eine Scheindrohung ohne tatsächliche Gefahr für das Opfer 
(bsp. Drohung mit ungeladener Waffe) kann die beabsichtigte Wirkung erzielen (RS 
1972 Nr. 328).

a) Es ist unbestritten und ausgewiesen, dass der Angeklagte am frühen Mor-
gen des 23. Januar 2005 im AQ. im AR. im Verlaufe einer Auseinandersetzung zwi-
schen ihm und AS. diesem einen Kniestich in den Genitalbereich und einen Faust-
schlag ins Gesicht versetzte. Der Angeklagte handelte vorsätzlich. Fusstritte und 
Faustschläge sind unter den Tatbestand der Tätlichkeiten zu subsumieren, wenn 
sie keine weitere Folgen haben als eine vorübergehende harmlose Störung des 
Wohlbefindens, wovon vorliegend ausgegangen werden kann. Der Tatbestand ist 
in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt, weshalb der Angeklagte der Tätlichkei-
ten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen ist.

b) In der Folge holte sich der Angeklagte aus seiner sich im gleichen Haus 
befindenden Wohnung ein Küchenmesser mit einer 21 cm langen Klinge. Damit 
fuchtelte er AS., als er diesem erneut im Treppenhaus begegnete, vor dem Oberkör-
per herum, um diesem Angst zu machen. AT. gelang es schliesslich, dem Ange-
klagten das Messer aus der Hand zu nehmen. Dieser unbestrittene und ausgewie-
sene Vorfall ist als Drohung gemäss Art. 180 StGB zu qualifizieren; der Tatbestand 
ist in subjektiver und objektiver Hinsicht erfüllt.

c) Schliesslich ist unbestritten und ausgewiesen, dass der Angeklagte am 
fraglichen Morgen AU., als dieser den Angeklagten wegen seines vorangehenden 

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Verhaltens AS. gegenüber zur Rede stellen wollte, mit dem an seinem Schlüssel-
bund angebrachten Taschenmesser mehrere Schnittverletzungen im Gesicht zu-
fügte. AU. zog sich bei diesem Vorfall eine zirka 4 cm lange Schnittverletzung an 
der linken Wange sowie eine 2 bis 3 cm lange Schnittverletzung oberhalb des linken 
Auges zu (act. 6.4 f.). Am 25. Januar 2005 stellte er Strafantrag gegen X. wegen 
Körperverletzung (act. 6.2). Die AU. zugefügte Verletzung geht über eine Tätlichkeit 
gemäss Art. 126 StGB hinaus. Das Aussehen von AU. wurde, erheblich beeinträch-
tigt, was unabhängig der voraussichtlichen bleibenden Narbe im Gesicht als Schä-
digung gemäss Art. 123 StGB zu qualifizieren ist. Zudem dürften ihm die Schnittver-
letzungen auch erhebliche Schmerzen bereitet haben. Subjektiv handelte der An-
geklagte vorsätzlich. Der für die Bestrafung erforderliche Strafantrag liegt vor. Der 
Angeklagte ist der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
schuldig zu sprechen.

5. Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder 
Busse bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder 
Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht.

a) Es ist unbestritten und ausgewiesen, dass es am frühen Morgen des 9. 
Januar 2005, zwischen 03.45 Uhr und 04.15 Uhr, auf der AAC.-Strasse in B. zu 
einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und verschiedenen 
Bekannten von AV. kam. Als Letzterer den Streit schlichten wollte, packte ihn der 
Angeklagte an den Haaren, versetzte ihm einen Faustschlag auf das linke Auge und 
stiess ihn in das Schaufenster des dortigen Geschäftes "AW.". Dadurch entstand 
ein Sachschaden in Höhe von Fr. 790.--. Der Angeklagte handelte vorsätzlich. Er 
hat sich der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB (vgl. vorstehend Erw. 4) und 
der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig gemacht; die für die 
Bestrafung erforderlichen Strafanträge sind rechtsgenüglich gestellt worden (act. 
5.2 und 5.3).

b) Bezüglich der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB (vgl. Erw. 4a) 
wie auch der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB (vgl. Erw. 2b) liegt 
damit mehrfache Begangenschaft vor.

6. Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unter anderem unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert.

Der Angeklagte ist geständig, in der Zeit vom 13. Dezember 2004 bis 4. April 
2005 zusammen mit verschiedenen Bekannten wiederholt Marihuana konsumiert 

19

zu haben. Sodann erwarb er am 1. April 2005 eine Kugel Kokain für Fr. 70.--, welche 
er mit AB. konsumierte. Am 4. April 2005 erwarb der Angeklagte eine unbestimmte 
Menge Amphetamine für Fr. 30.--, welche er in der Folge zusammen mit AB. kon-
sumierte. Dafür ist der Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.

7. Das Strafgesetz enthält eine nach Alterskategorien abgestufte 
Annäherung an das Sanktionensystem des Erwachsenenstrafrechts. Für junge Er-
wachsene (achtzehn- bis fünfundzwanzigjährige Täter) gilt das ordentliche Sanktio-
nensystem des Erwachsenenstrafrechts, es sei denn, sie erfüllen die Voraussetzun-
gen für eine Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt (Art. 100 Abs. 1 StGB; 
BGE 121 IV 155 E. 2a). Deshalb wird im Strafpunkt immer geprüft, ob diese Mass-
nahme in Betracht kommt (BGE 125 IV 239, 117 IV 251 E. 2b). Gemäss Art. 100 
Abs. 1 StGB kann der Richter an Stelle einer Strafe die Einweisung in eine Arbeits-
erziehungsanstalt anordnen, wenn der Täter in seiner charakterlichen Entwicklung 
erheblich gestört oder gefährdet, oder er verwahrlost, liederlich oder arbeitsscheu 
ist, und seine Tat damit im Zusammenhang steht, und, wenn anzunehmen ist, durch 
diese Massnahme lasse sich die Gefahr künftiger Verbrechen oder Vergehen ver-
hüten (Art. 100bis Ziff. 1 StGB). 

a) Als besondere - den Tätern zwischen 18 und 25 Jahren vorbehaltene - 
Massnahme sieht Art. 100bis StGB die Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt 
vor. Die Bezeichnung ist unglücklich, weil die Massnahme neben arbeitsscheuen 
Tätern auch für charakterlich fehlentwickelte und verwahrloste Täter bestimmt ist 
und eine allgemeine sozialpädagogische Betreuung in sich schliesst. Es handelt 
sich um eine Massnahme, mit der eine erheblich gestörte oder gefährdete Entwick-
lung mit erzieherischen Mitteln behoben werden soll. Voraussetzungen der Einwei-
sung in eine Arbeitserziehungsanstalt sind, dass der Täter ein Verbrechen oder Ver-
gehen begangen hat, dass die Tat im Zusammenhang mit dem Zustand des Täters 
(alternativ Störung oder Gefährdung der charakterlichen Entwicklung, Verwahrlo-
sung, Liederlichkeit, Arbeitsscheue) steht und dass auf Grund dieses Zustandes 
eine Rückfallgefahr besteht. Im Weiteren muss die Arbeitserziehung als geeignetes 
und notwendiges Mittel der Rückfallbekämpfung erscheinen. Hier ist zu berücksich-
tigen, dass die Massnahme mit ihren aus dem Jugendstrafrecht hereinwirkenden 
Gesichtspunkten nach ihrer Zielsetzung auf Täter zugeschnitten ist, die sich nach 
Persönlichkeitsstruktur und Begehungsweise noch in den weiteren Umkreis der 
Adoleszenzdelinquenz einordnen lassen. Die straftatrelevanten Entwicklungsdefi-
zite müssen erzieherisch behebbar sein, jedenfalls insoweit, dass angenommen 

20

werden kann, dadurch lasse sich künftige Delinquenz verhüten. Schliesslich muss 
sich ebenfalls prognostisch eine Gefährlichkeit des Einzuweisenden verneinen las-
sen. Wesentliche Beurteilungskriterien für eine Einweisung bilden demnach Feh-
lentwicklung, Erziehbarkeit, Delinquenzverhütung und Ungefährlichkeit. Sind die 
Voraussetzungen von Art. 100 und 100bis StGB erfüllt, muss das Gericht die Mass-
nahme anordnen (BGE 125 IV 241, 118 IV 351 E. 2d). Allerdings ist auch die Ar-
beitserziehung als Behandlungsmassnahme nur dann geeignet, künftige Delikte zu 
verhüten, wenn der Betroffene einer in solcher Form erfolgenden sozialtherapeuti-
schen oder sozialpädagogischen Einwirkung zugänglich erscheint (BGE 123 IV 
113, BGE 118 IV 351; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil 
II, S. 446 f. N 2, S. 453 N 18). An das Erfordernis einer in diesem Sinn günstigen 
Prognose sind um so höhere Anforderungen zu stellen, je länger die Strafe gegen 
einen jungen Erwachsenen zu bemessen wäre, wenn Art. 100bis StGB nicht ange-
wandt würde. Sind aber die Voraussetzungen von Art. 100bis Ziff. 1 StGB auch im 
Lichte dieser Überlegung gegeben, so muss der Richter die Einweisung in eine Ar-
beitserziehungsanstalt anordnen (BGE 118 IV 356 f., 102 IV 171). Die Arbeitserzie-
hung ist monistisch ausgestaltet; es wird daneben keine Strafe ausgesprochen 
(BGE 118 IV 356).

b) Der Gutachter diagnostizierte beim Angeklagten eine antisoziale Persön-
lichkeitsstörung DSM-IV 301.7, eine dissoziale Persönlichkeitsstörung nach ICD-10, 
was einer mangelhaften geistigen Entwicklung im Sinne von Art. 11 StGB entspre-
che (act. 3.9, S. 30). Die von ihm begangenen Delikte seien einerseits in diesem 
Zusammenhang zu sehen, andererseits habe er zusätzlich noch Alkohol konsu-
miert, was seine Aggressionsbereitschaft erhöht habe (act. 3.9, S. 32). Zur Frage 
der Legalprognose und Gefährlichkeit kam der Gutachter zum Schluss, dass sich 
derzeit gesamthaft gesehen ein eher ungünstiges Bild ergebe und es fraglich sei, 
ob nicht wieder schwerwiegende Delikte gegen die körperliche Integrität anderer zu 
erwarten sei. Als besonders gefährlich werde er jedoch derzeit nicht eingestuft (act. 
3.9, S. 32 ff.). Bezüglich der allgemeinen Therapiemöglichkeit führte der Gutachter 
aus, dass die Therapie von dissozialen Persönlichkeitsstörungen in der Regel recht 
schwierig sein könne. Auf Grund des jungen Alters des Angeklagten könne davon 
ausgegangen werden, dass die Persönlichkeitszüge sich noch nicht vollkommen 
gefestigt hätten und somit noch durch Therapie beeinflussbar und zugänglich seien. 
Somit sei die allgemeine Therapiemöglichkeit als eher günstig anzusehen (act. 3.9, 
S. 33). Zur Frage der Massnahmeindikation führte der Gutachter aus, dass eine 
psychotherapeutische Behandlung zur Therapie der dissozialen Persönlichkeits-
züge sinnvoll sei, um damit die Rückfallgefahr zu vermindern und die Legalprognose 

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zu verbessern. Der Gutachter erachtete die Einweisung in eine Arbeitserziehungs-
anstalt auf Grund der schlechten Erfahrungen eher als kontraproduktiv. Der Ange-
klagte würde vermutlich wieder seine Hauptenergie darauf verwenden zu beweisen, 
dass diese Massnahme scheitern müsse. So könnte er sich nicht mit seinen Delik-
ten auseinandersetzen und würde eventuell noch weiter in seiner Dissozialität ge-
stärkt werden. Daher werde von einer Massnahme im Sinne von Art. 100bis StGB 
abgeraten (act. 3.9, S. 34).

c) AZ.l von der Schutzaufsicht Graubünden hatte gegenüber dem Gutachter 
angegeben, dass es der Angeklagte mit Beharrlichkeit und auch Skrupellosigkeit 
geschafft habe, aus drei Institutionen herausgeworfen zu werden. Er habe sich je-
weilen ein Bild vom System gemacht und habe dann begonnen, dieses für sich aus-
zunützen. Er habe Autoritäten hinterfragt und diese nicht ernst genommen. Dies sei 
soweit gegangen, dass er in der Arbeitserziehungsanstalt S. derartige Drohungen 
ausgesprochen habe, dass man diese ernst genommen und die Zusammenarbeit 
aufgekündigt habe. Diese in der Vergangenheit gezeigte Einstellung des Angeklag-
ten war für den Gutachter wohl ausschlaggebend dafür, dass er die Massnahme 
der Arbeitserziehung nicht in Betracht gezogen hat, sondern sogar davon abrät. Be-
kräftigt wurde der Gutachter dabei dadurch, dass der Angeklagte ihm gegenüber 
anlässlich der Begutachtung angab, dass er nicht noch einmal in eine Arbeitserzie-
hungsanstalt wolle (act. 3.9, S. 18). Zur Anordnung einer Massnahme ist es an sich 
nicht erforderlich, dass der Täter mit dieser einverstanden ist. Die Anordnung macht 
indes nur Sinn, wenn der Täter die nötige Bereitschaft zur Mitarbeit zeigt. Ansonsten 
müssen einzig die allgemeinen und besonderen gesetzlichen Voraussetzungen ge-
geben sein, welche vorliegend unbestritten erfüllt sind. Der Gutachter diagnosti-
zierte eine antisoziale Persönlichkeitsstörung nach DSM-IV 301.7. Die für die Dia-
gnose geprüften Kriterien konnten alle festgestellt werden und waren zumindest teil-
weise erfüllt. Es liegt demnach beim Angeklagten eine ernst zu nehmende Fehlent-
wicklung und damit ein Sozialisationsdefizit vor. Der Gutachter lässt keine Zweifel 
offen, dass eine Massnahme geeignet und notwendig ist, um die damit zusammen-
hängende Rückfallgefahr zu beseitigen oder zumindest zu vermindern. Eine ein-
schneidende Persönlichkeitsentwicklung ist unerlässlich. Der Gutachter erachtet 
dazu eine den Strafvollzug begleitende ambulante psychotherapeutische Behand-
lung als zweckmässig. Der Gutachter stützt sich auf die bisherigen negativen Erfah-
rungen und den fehlenden Willen des Angeklagten ab. Insofern sind seine Schluss-
folgerungen nachvollziehbar. Dass der erste Massnahmeversuch erfolglos geblie-
ben ist, schliesst die Anordnung einer Arbeitserziehung allerdings nicht aus. Ange-
sichts des jugendlichen Alters des Angeklagte, der Notwendigkeit der Korrektur der 

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erheblich gestörten und gefährdeten Entwicklung mit psycho-, sozialtherapeuti-
schen oder sozialpädagogischen Mitteln wie auch der Tatsache, dass er über keine 
Berufslehre verfügt, sprechen für die Anordnung der Arbeitserziehung; eine ambu-
lante psychotherapeutische Behandlung allein erscheint ungenügend und wird der 
Situation (den Defiziten) des Angeklagten nicht gerecht. Ziel der Massnahme ist es, 
den Angeklagten mit pädagogischen und therapeutischen Mitteln so weit zu brin-
gen, dass er später im Erwerbsleben und in der Gesellschaft funktionieren und sich 
zurechtfinden kann. Im Mittelpunkt steht die Resozialisierung und berufliche Inte-
gration in die Gesellschaft sowie die Persönlichkeitsentwicklung. Der Begriff der Ar-
beitserziehungsanstalt ist unglücklich, weil eigentlich eine Nacherziehungs- und so-
zialpädagogische Anstalt für junge Erwachsene gemeint ist. Neben der Chance zu 
einer beruflichen Ausbildung sieht die Massnahme die Förderung der psychischen 
und physischen Entwicklung sowie die charakterliche Festigung vor. Es geht also 
um eine intensive sozialpädagogische Betreuung, welche beim Angeklagten erfor-
derlich und geeignet ist, um seinen Weg in der bestehenden Gesellschaftsstruktur 
finden zu können. Die Arbeitserziehung ist nur abzulehnen, wenn davon ausgegan-
gen werden muss, dass sie hoffnungs- und nutzlos ist. Dafür bestehen im Vorleben 
des Angeklagten genügende Anhaltspunkte. Der Angeklagte muss sich aber be-
wusst sein, dass angesichts seiner Vorstrafen und der neuerlichen Delinquenz mit 
sinnloser Brutalität eine bedingte Strafe nicht zur Diskussion stehen kann. Als Alter-
native zum Massnahmevollzug bliebe damit nur der Strafvollzug. Unter dem Reso-
zialisierungsaspekt stellt sich die Frage, wie der Angeklagte auf den rechten Weg 
gebracht werden kann. Die antisozialen Persönlichkeitszüge des Angeklagten sind 
nun noch nicht vollkommen gefestigt, damit noch durch Therapie beeinflussbar und 
zugänglich. Berücksichtigt man zudem die fehlende Berufslehre, ist der Entscheid 
zu Gunsten der Arbeitserziehung zu fällen. Der Angeklagte gab gegenüber dem 
Gutachter an, dass er mittlerweile verstehen könne, dass er eine Chance bekom-
men habe, als er in die Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen worden sei. Er habe 
dies aber nicht als Chance ansehen können. Auch andere Chancen in seinem Le-
ben habe er nicht immer erkannt, habe sich dagegen gewehrt (act. 3.9, S. 18). In 
dieses Bild fügt sich ein, dass sich der Angeklagte gegenüber dem Gutachter erneut 
respektive weiterhin negativ zur Arbeitserziehung stellte. Selbstredend ist der Wille 
des Angeklagten sehr entscheidend, ob eine solche Massnahme zum Erfolg führen 
kann. Anlässlich der Hauptverhandlung wurde er angeregt, seine Position zu über-
denken. In seinem Schlusswort erklärte er, dass er für die Massnahme der Arbeits-
erziehung bereit sei. Ist der Wille zum Antritt der Massnahme vorhanden, kann ihm 
in diesem Sinne eine günstige Prognose gestellt werden. Hinsichtlich des Kriteriums 
der Gefährlichkeit stellte der Gutachter fest, dass keine besondere Gefährlichkeit 

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bestehe. Damit sind sämtliche Anforderungen von Art. 100bis Ziff. 1 StGB erfüllt, so 
dass die Arbeitserziehung angeordnet werden muss; dies im Sinne einer allerletzten 
Chance für den Angeklagten. Es ist zu hoffen, dass er diesmal seine Chance er-
kennt und seine Energie entsprechend ziel- und erfolgsgerichtet einsetzt. 

Der Gutachter empfiehlt eine psychotherapeutische Begleitbehandlung 
gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist eine Ver-
bindung von Arbeitserziehung mit einer ambulanten Behandlung gemäss Art. 43 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht ausdrücklich vorgesehen (Basler Kommentar, StGB I, Gür-
ber/Hug, N 3 zu Art. 100bis StGB), aber nach Trechsel vorstellbar (Trechsel, a.a.O., 
N. 3 zu Art. 100bis StGB). Das Gericht erachtet jedoch eine Kombination der er-
wähnten Massnahmen für problematisch, da die Arbeitserziehungsmassnahme als 
Sondermassnahme für junge Erwachsene vorgeht und die im Erwachsenenstraf-
recht vorgesehenen sichernden Massnahmen erst in Betracht zu ziehen sind, wenn 
die Voraussetzungen gemäss Art. 100bis StGB nicht erfüllt sind (vgl. im Weiteren 
ZR 1976 Nr. 36). Das Gericht erachtet die Anordnung einer Massnahme gemäss 
Art. 100bis StGB als erforderlich, zweckmässig und zudem ausreichend. Das Ge-
richt ist davon überzeugt, dass primär sozialpädagogische Arbeit geleistet werden 
muss. Ergänzend kann von der Anstaltsleitung bei Bedarf immer noch eine psych-
iatrische Betreuung veranlasst werden. Auf Grund dieser Überlegungen wird von 
der Anordnung einer Massnahme gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB abgesehen.

8. Gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf 
die Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die 
zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder 
die durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden.

Entsprechend wird das gemäss Beschlagnahmeverfügung vom 21. Septem-
ber 2005 sichergestellte Metzgermesser gerichtlich eingezogen; es ist zu vernich-
ten.

9. a) Es wird davon Vormerk genommen, dass der Angeklagte die Adhä-
sionsklage von AE. im Betrage von Fr. 1’996.90, bestehend aus einer Schadener-
satzforderung von Fr. 996.90 und einer Genugtuungsforderung von Fr. 1'000.--, an-
erkennt.

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b) Von AF. liegt keine bezifferte Schadenersatz- und Genugtuungsforderung 
vor, weshalb seine Adhäsionsklage nicht beurteilt werden kann (act. 1.18).

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Untersuchungskosten 
und Gebühren der Staatsanwaltschaft sowie die Gerichtsgebühr zu Lasten des Ver-
urteilten, welcher zudem die Kosten seiner amtlichen Verteidigung sowie des Mass-
nahmevollzugs zu tragen hat (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der Polizei- haft 
und eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 
StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig des mehrfachen Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 
des mehrfachen unvollendeten Raubversuches gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der einfachen Körperverlet-
zung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Tätlichkeiten 
gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB, der Drohung gemäss Art. 180 StGB, des mehr-
fachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 
Abs. 1 StGB und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 
BetmG.

2. Der Verurteilte wird gestützt auf Art. 100bis StGB in eine Arbeitserziehungs-
anstalt eingewiesen.

3. Das gemäss Beschlagnahmeverfügung vom 21. September 2005 sicherge-
stellte Metzgermesser wird gerichtlich eingezogen und ist zu vernichten.

4. Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von AE. im Betrag von Fr. 
1’996.90, bestehend aus einer Schadenersatzforderung von Fr. 996.90 und 
einer Genugtuungsforderung von Fr. 1'000.--, durch X. wird Vormerk genom-
men.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
  Graubünden von Fr. 9'256.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 8’865.65
total somit Fr. 21'121.15

gehen zu Lasten des Verurteilten, der auch die Kosten des Massnahmevoll-
zugs gemäss Art. 100bis StGB zu tragen hat.

Die Kosten der Polizei- und Untersuchungshaft und eines allfälligen Strafvoll-
zuges trägt der Kanton Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-

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scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Die Aktuarin ad hoc: