# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f2d8048-e1d5-53b7-b149-0b7736f3dddd
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-31
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2011.31
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_31_ie.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.31 
1 ST.2011.49 

Entscheid 

31. August 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

A,    

vertreten durch Baker & McKenzie Zurich,  
Holbeinstrasse 30, Postfach, 8034 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) […] ist Eigentümer einer 97%-Beteiligung an 

der B AG. Im April 2007 gründete er zusammen mit weiteren Investoren die C AG, […], 

und übernahm insgesamt 100'000 Aktien dieser Gesellschaft zum Nennwert von je Fr. 

10.-.  Mit  Vertrag  vom  1.  September  2008  räumte  er  der  B  AG  eine  Option  zum  Kauf 

seiner 100'000 Aktien der C AG zu einem Preis von Fr. 10.- pro Aktie ein; als Gegen-

leistung  erhielt  er  eine  Optionsprämie  von  Fr. 2.50  pro  Aktie  in  bar,  insgesamt  Fr. 

250'000.-. Dieser Vertrag wurde am 24. September 2008 teilweise geändert, insbeson-

dere wurde der Ausübungspreis auf Fr. 6.67 pro Aktie herabgesetzt, und zwar im Hin-

blick  auf  einen  am  27.  September  2008  abgeschlossenen  Vertrag  zwischen  dem 

Pflichtigen  und  den  übrigen  Investoren  der  C  AG.  In  Letzterem  wurde  sein  Ausschei-

den  aus  der  C  AG  geregelt;  im  Weiteren  erhielt  er  eine  Put-Option  und  gewährte 

zugleich  den  Investoren  eine  Call-Option  auf  die  nämlichen  Aktien,  Letzeres  gegen 

eine  Optionsprämie  von  Fr.  250'000.-.  Am  31.  Oktober  2008  übte  die  B  AG  ihr  Kauf-

recht  im  Umfang  von  30'000  Aktien  aus  und  erwarb  diese  vom  Pflichtigen  für  Fr. 

200'000.-.  Im  Mai  2009  wurde  die  Einstellung  der  [Unternehmenstätigkeit]  beschlos-

sen. Die B AG schrieb in der Folge die Beteiligung auf Fr. 1.- ab.  

Mit  Einschätzungsentscheid  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2008  vom 

8.  November  2010  rechnete  der  Steuerkommissär  Fr.  449'999.-,  bestehend  aus  der 

Optionsprämie der B AG von Fr. 250'000.- und der Abschreibung der Beteiligung von 

Fr. 199'999.-, als verdeckte Gewinnausschüttung auf, da die Transaktion keinem Dritt-

vergleich standhalte. Dies ergab ein steuerbares Einkommen von Fr. 621'400.- (davon 

aus  qualifizierter  Beteiligung  Fr.  450'000.-)  und  ein  steuerbares  Vermögen  von 

Fr. 1'712'000.-.  Am  gleichen  Tag  erging  der  Hinweis  direkte  Bundessteuer  2008  mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 619'000.-. Die Schlussrechnung/Veranlagungs-

verfügung direkte Bundessteuer wurde am 22. November 2010 versandt.  

B.  Hiergegen  liess  der  Pflichtige  am  8.  Dezember  2010  Einsprache  erheben 

und beantragen, auf die erwähnten Aufrechnungen zu verzichten. Das kantonale Steu-

eramt wies die Rechtsmittel am 31. Januar 2011 ab.  

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C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 1. März 2011 wiederholte der Pflichtige 

Einspracheantrag und -begründung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 

der Beschwerdegegnerin bzw. des Rekursgegners.  

Das  kantonale  Steueramt  beantragte  am  6.  April  2011  eine  Erhöhung  des 

steuerbaren  Einkommens  sowohl  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  als  auch  die 

direkte  Bundessteuer  um  Fr.  250'000.-.  Es  begründete  dies  damit,  dass  die  im  Zu-

sammenhang mit der Vereinbarung vom 27. September 2008 von den übrigen Investo-

ren erhaltene Optionsprämie tatsächlich eine Entschädigung für die Auflösung des Ar-

beitsvertrags des Pflichtigen mit der C AG und deshalb steuerbar sei.  

Der Pflichtige hielt in seiner Replik vom 30. Mai 2011 und das kantonale Steu-

eramt in seiner Duplik vom 20. Juni 2011 an ihren bisherigen Anträgen fest. Die Eidge-

nössische  Steuerverwaltung  (ESTV) liess sich nicht vernehmen.  Am 15. August 2011 

reichte der Pflichtige noch eine weitere Stellungnahme ein.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Gemäss  Art. 143 Abs. 1  des Bundesgesetzes  über die direkte Bundes-

steuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  149  Abs.  2  des  Steuergesetzes  vom 

8. Juni 1997 (StG) ist das Rekursgericht nicht an die Anträge der Parteien gebunden. 

Es  kann  nach  Anhören  des  Steuerpflichtigen  die  Einschätzung  auch  zu  dessen  Un-

gunsten ändern. In der Beschwerde-/Rekursantwort hat das kantonale Steueramt An-

trag auf Erhöhung des steuerbaren Einkommens um Fr. 250'000.- gestellt mit der Be-

gründung,  es  handle  sich  bei  der  in  der  Vereinbarung  mit  den  Investoren  der  C  AG 

vom 27. September 2008 festgesetzten Optionsprämie tatsächlich um eine steuerbare 

Abgangsentschädigung. Dem Pflichtigen wurde mit Verfügung vom 7. April 2011 Gele-

genheit  eingeräumt,  sich  hierzu  zu  äussern,  wovon  er  mit  Replik  vom  30.  Mai  2011 

Gebrauch  gemacht  hat.  Die  formellen  Anforderungen  für  die  Höhereinschätzung  sind 

damit erfüllt.  

b) Der Pflichtige rügt indessen in Ziff. 7 der Replik, der  Antrag auf Höherein-

schätzung sei ungenügend begründet.  

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Zur  Wahrung  des  rechtlichen  Gehörs  bei  einer  Höhereinschätzung  reicht  es 

aus, eine Rechtsschrift der Gegenpartei mit dem entsprechenden Antrag zur Stellung-

nahme zuzustellen; das Rekursgericht ist nicht verpflichtet, selbst nochmals die Grün-

de in einer Verfügung offen zu legen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar 

zum DBG, Art. 143 N 24 DBG und Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuerge-

setz, 2. A., 2006, § 149 N 27 StG). Dies allerdings nur, wenn die Rechtsschrift der an-

tragstellenden  Partei  den  Anforderungen  an  eine  Begründung  genügt.  Dies  ist  dann 

der Fall, wenn die Begründung so ausgestaltet ist, dass der Betroffene die Gedanken-

gänge nachvollziehen und sich dagegen wehren kann. Diesen Anforderungen werden 

die  Ausführungen  des  kantonalen  Steueramts  in  der  Beschwerde-/Rekursantwort  ge-

recht;  der  Pflichtige  hat  sich  denn  auch  in  der  Replik  eingehend  dazu  geäussert.  Die 

Rüge ist deshalb unbegründet.  

c)  In  der  Eingabe  vom  15.  August  2011  beantragt  der  Pflichtige  die  Gewäh-

rung einer Frist zur Stellungnahme, falls die Steuerbarkeit mit gewerbsmässigem Wert-

schriftenhandel begründet wird. Da sich die Frage nach Auffassung des Rekursgerichts 

hier aber nicht stellt, ist der Antrag als gegenstandslos zu betrachten.  

2. Der Pflichtige macht in Bezug auf die von den übrigen Investoren der C AG 

erhaltenen Fr. 250'000.- geltend, dass es sich um eine Optionsprämie handle, welche 

als privater Kapitalgewinn steuerfrei sei. Das kantonale Steueramt betrachtet die Leis-

tung demgegenüber als Leistung aus Arbeitsvertrag.  

a) Nach der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG und § 16 Abs. 1 StG un-

terliegen  der  Einkommenssteuer  alle  wiederkehrenden  und  einmaligen  Einkünfte.  Er-

gänzt wird diese Bestimmung durch einen beispielhaften Einkünftekatalog (Art. 17 - 24 

DBG; §§ 17 - 23 StG). Steuerfrei sind nach Art. 16 Abs. 3 DBG bzw. § 16 Abs. 3 StG –

 bei  den  Staats-  und  Gemeindesteuern  vorbehältlich  der  Grundstückgewinnsteuer –

 demgegenüber Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen. 

aa) Die Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit sind in Art. 17 Abs. 1 

DBG  und  §  17  Abs.  1  StG  geregelt.  Steuerbar  sind  danach  alle  Einkünfte  aus  privat-

rechtlichem oder öffentlich-rechtlichem Arbeitsverhältnis mit Einschluss der Nebenein-

künfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, Dienstalters- 

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und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trinkgelder,  Tantiemen  und  andere  geld-

werte Vorteile (Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit).  

Diese  Aufzählung  ist  nicht  abschliessend.  Deshalb  enthält  Art. 17  DBG  bzw. 

§ 17  StG  analog  zu  Art.  16  DBG  bzw.  §  16  StG  auch  einen  Auffangtatbestand,  unter 

den alle nicht ausdrücklich genannten Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit 

fallen,  nämlich  "alle  Einkünfte",  und  zwar  gleichgültig,  wie  diese  bezeichnet  werden. 

Voraussetzung  ist  einzig,  dass  die  Leistung  ihren  hauptsächlichen  Grund  im  Arbeits-

verhältnis hat. Zwischen der unselbstständigen Erwerbstätigkeit und den daraus flies-

senden  Einkünften  muss  somit  ein  kausaler  Zusammenhang  bestehen;  die  Leistung 

muss eine Folge der Tätigkeit sein und die steuerpflichtige Person die Leistung im Hin-

blick  auf  ihre  Tätigkeit  erhalten.  Steuerbar  sind  daher  sämtliche  geldwerten  Vorteile, 

welche  ein  Arbeitnehmer  als  Gegenleistung  für  seine  Tätigkeit  erhält,  die  er  gestützt 

auf  ein  Arbeitsverhältnis  ausübt  (vgl.  dazu  und  zum  Folgenden:  Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 17 N 28 ff. DBG und § 17 N 28 ff. StG). Der Charakter der Tätigkeit 

und  die  Ausgestaltung  des  Arbeitsverhältnisses  sind  unmassgeblich,  namentlich  kön-

nen  die  Einkünfte  auch  von  Dritten  ausgerichtet  werden.  Ohne  Bedeutung  ist,  ob  ein 

Rechtsanspruch auf eine Leistung besteht oder nicht (BGr, 3. März 1989, ASA 60, 245 

= StE 1991 B 21.1 Nr. 2). Art. 17 DBG und § 17 StG sind auch anwendbar auf freiwilli-

ge Leistungen des Arbeitgebers, wie vertraglich nicht vereinbarte Gratifikationen, Boni, 

Gewinnbeteiligungen,  Tantiemen,  Jubiläumsgaben,  Vergütungen  für  Verbesserungs-

vorschläge  und  Treueprämien  sowie  Zuwendungen  in  Anerkennung  der  geleisteten 

Dienste (VGr, 1. November 1988, StE 1989 B 21.3 Nr. 2).  

bb)  Hinzuweisen  ist  ferner  darauf,  dass  Einkünfte  aus  einer  gelegentlichen 

nebenberuflichen  Tätigkeit  zugunsten  einer  Drittperson,  welche  auf  einem  anderen 

Vertrag als einem Arbeitsvertrag beruht (Auftrag, Werk-, Verlags- oder Agenturvertrag), 

und  welche  mangels  Planmässigkeit  oder  Dauerhaftigkeit  nicht  zwingend  als  selbst-

ständige Erwerbstätigkeit zu würdigen ist, gleichwohl der Besteuerung als Einkommen 

gemäss  Art.  16  Abs.  1  DBG  bzw.  §  16  Abs.  1  StG  unterliegen  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 16 N 33 DBG und § 16 N 48 StG).  

cc)  Ein  Optionsgeschäft  ist  ein  bedingtes  Termingeschäft  und  somit  ein  Ver-

trag  zwischen  zwei  Parteien.  Der  Käufer  einer  Option  erwirbt  gegen  Bezahlung  des 

Optionspreises (= Optionsprämie) das Recht, nicht aber die Verpflichtung, eine festge-

legte  Menge  eines  bestimmten  Gutes  (Basiswert)  an  bzw.  bis  zu  einem  festgelegten 

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Zeitpunkt  (Verfalltermin)  zu  einem  vereinbarten  Preis  (Ausübungspreis)  zu  kaufen 

(Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option; Ziff. 2.2.3. des Kreisschreibens der ESTV 

Nr. 15 vom 7. Februar 2007 betreffend Obligationen und derivative Finanzinstrumente 

als Gegenstand der direkten Bundessteuer, der Verrechnungssteuer sowie der Stem-

pelabgaben, www.estv.admin.ch).  

Die Gewinne und Verluste aus der Veräusserung oder Glattstellung von Opti-

onen  gelten  im  privaten  Vermögensbereich  als  Kapitalgewinne  bzw.  -verluste,  die  als 

solche  nicht  der  Einkommenssteuer  unterliegen,  solange  sich  die  Aktivitäten  im  Rah-

men der privaten Vermögensverwaltung bewegen (Markus Reich, in: Kommentar zum 

Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2.  A.,  2008,  Art.  20  N  133  DBG,  auch  zum 

Folgenden; Fritz Müller, Die Besteuerung der Einkünfte aus derivativen, strukturierten 

und  synthetischen  Finanzinstrumenten  im  Privatvermögen,  StR  1999,  300).  Nach  der 

zitierten Lehre gilt dies auch für die Optionsprämie; dieser steht eine Verpflichtung ge-

genüber, deren Wert während der Optionsdauer schwankt. Wird die Option nicht  aus-

geübt, verbleibt dem Optionsverkäufer die gesamte Prämie. Wird sie hingegen ausge-

übt,  steht  der  Optionsprämie  eine  entsprechende  Wertschwankung  auf  der  Verpflich-

tung  gegenüber,  was  je  nachdem  zu  einem  Kapitalgewinn  oder  -verlust  führt.  Der 

Schreiber (Verkäufer) erzielt somit auf jeden Fall einen Kapitalgewinn oder -verlust, der 

einkommensteuerrechtlich  unbeachtlich  ist,  solange  es  sich  bei  ihm  nicht  um  einen 

gewerbsmässigen  Wertschriftenhändler  handelt  (so  auch  die  Praxis  der  ESTV,  KS 

Nr. 15 Ziff. 3.3 Abs. 2).  

dd)  Nach  der  allgemeinen  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den 

Nachweis  zu  erbringen,  dass  ein  Steuerpflichtiger  bestimmte  Einkünfte  erzielt  hat,  da 

es  sich  hierbei  um  einen  steuerbegründenden  Umstand  handelt.  Der  Nachweis  eines 

Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-

bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-

den,  indem  er  den  Gegenbeweis  erbringt,  dass  nämlich  die  zugeflossenen  Einkünfte 

kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapital-

gewinns aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens). Das Risiko der Beweis-

losigkeit liegt somit hinsichtlich jener Tatsachen, aus denen sich die Nichtsteuerbarkeit 

einer Einkunft ergibt, beim Steuerpflichtigen.  

b) Da der Zufluss der streitigen Leistung von Fr. 250'000.- gemäss Ziff. 4.2 der 

Vereinbarung  zwischen  dem  Pflichtigen  und  den  Investoren  der  C  AG  vom  27.  Sep-

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tember 2008 unbestritten ist, obliegt dem Pflichtigen die Beweislast für seine Behaup-

tung, es handle sich dabei um einen steuerfreien Kapitalgewinn in Form einer Options-

prämie. Hierfür beruft er sich auf die genannte Vereinbarung (nachfolgend Investoren-

vereinbarung).  

aa) Der Pflichtige war mit Arbeitsvertrag vom 28./29. Juni 2007 von der C AG 

(früher  E  AG)  als  Delegierter  des  Verwaltungsrats  angestellt  worden.  Dieses  Arbeits-

verhältnis  wurde  mit  Aufhebungsvereinbarung  vom  26./27.  September  2008  per 

31. Oktober 2008 aufgelöst. Die Investorenvereinbarung war zwischen dem Pflichtigen 

und einer Investorengruppe abgeschlossen worden, welche 65,5% des Kapitals der C 

AG repräsentierte; zudem bestand zwischen ihr, dem Pflichtigen und weiteren Aktionä-

ren ein Aktionärsbindungsvertrag. Gemäss den Präambeln der Investorenvereinbarung 

benötigte die C AG neues Kapital zur Finanzierung eines Neustarts, nachdem im ers-

ten  Jahr  der  Geschäftstätigkeit  erhebliche  Verluste  entstanden  waren.  Die  Investoren 

waren  bereit,  unter  bestimmten  Voraussetzungen  neues  Kapital  aufzubringen.  In  die-

sem Zusammenhang waren die Parteien übereingekommen, dass der Pflichtige mittel-

fristig  als  Aktionär  aus  der  Gesellschaft  ausscheidet  und  seine  Beteiligung  von  den 

Investoren übernommen werde (Präambeln B – D der Investorenvereinbarung).  

Nach  dem  in  Ziff.  2.1  der  Investorenvereinbarung  festgehaltenen  Grundsatz 

räumt der Pflichtige den Investoren an den von ihm gehaltenen Aktien eine "stille Betei-

ligung" ein. Er bleibt zwar formell Aktionär der Gesellschaft, intern aber wird das Ver-

hältnis  so  geregelt,  als  ob  die  Investoren  seine  Aktien  übernommen  hätten.  Daraus 

ergeben  sich  für  den  Pflichtigen  eine  Reihe  von  Pflichten;  insbesondere  hat  er  alle 

Rechte  und  Pflichten  aus  oder  im  Zusammenhang  mit  der  Aktionärsstellung  gemäss 

den  Instruktionen  der  Investoren  auszuüben  (Ziff.  2.2.1  und  2.2.2).  Alle  finanziellen 

Folgen aus der Aktionärsstellung sollen die Investoren treffen; dies bezieht sich insbe-

sondere auf Ausschüttungen, Kapitalrückzahlungen etc. (Ziff. 2.3.1). Ferner war vorge-

sehen,  voraussichtlich  im  vierten  Quartal  2008  eine  Finanzierungsrunde  durchzufüh-

ren;  soweit  die  Investoren  den  Pflichtigen  anweisen,  sich  daran  zu  beteiligen,  haben 

sie ihm die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen (Ziff. 2.3.2). Der Pflichtige hat 

alle dadurch hervorgegangenen und ihm zufallenden Vermögenswerte herauszugeben. 

Unter  Ziff.  3.1  verpflichtete  er  sich  ferner,  per  31.  Oktober  2008  seinen  Rücktritt  aus 

dem Verwaltungsrat zu erklären. Weiter war er in Ziff. 3.2 damit einverstanden, mit der 

Gesellschaft eine Vereinbarung über die Aufhebung seines Arbeitsverhältnisses abzu-

schliessen; diese Aufhebungsvereinbarung soll die entschädigungslose, einvernehmli-

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che Auflösung des Arbeitsvertrags vorsehen. In Ziff. 4.1 erhält er eine Put-Option, wel-

che es ihm erlaubt, sämtliche von ihm gehaltenen Aktien der C AG den Investoren zu 

verkaufen. Gleichzeitig räumt er in Ziff. 4.2 den Investoren eine Call-Option auf diesel-

ben  Aktien  ein;  hierfür  erhält  er  die  streitige  Optionsprämie  von  Fr. 250'000.-,  zahlbar 

ab  zehn  Tagen  nach  Unterzeichnung.  Der  Kaufpreis  war  auf  Fr. 1'000'000.-  festge-

setzt;  für  den  Fall  des  Erreichens  von  bestimmten  Leserzahlen  ab  März  2011  waren 

Kaufpreiszuschläge vorgesehen.  

Ziff. 2.3.3 enthält unter der Überschrift "Entschädigung für die Einräumung der 

'Stillen  Beteiligung'  "  folgende  Regelung:  "Die  Entschädigung  für  die  Einräumung  der 

Stillen  Beteiligung  und  für  die  entschädigungslose,  einvernehmliche  Auflösung  des 

Arbeitsvertrags gemäss Ziff. 3.2 liegt in der Gewährung der Put-Option gemäss Ziff. 4.1 

und  der  Optionsprämie  gemäss  Ziff.  4.2.  Diese  ermöglichen  [dem  Pflichtigen]  einen 

Ausstieg  aus  der  Gesellschaft  mit  Gewinn,  was  angesichts  der  heutigen  finanziellen 

Lage  der  Gesellschaft  anderweitig  nicht  zu  erwarten  wäre.  Eine  weitergehende  Ent-

schädigung für die Einräumung der Stillen Beteiligung ist nicht geschuldet".  

bb)  Aus  dieser  Bestimmung  geht  somit  hervor,  dass  die  Optionsprämie  als 

Gegenleistung  sowohl  für  die  "stille  Beteiligung"  als  auch  für  das  Einverständnis  zur 

entschädigungslosen Arbeitsvertragsauflösung vereinbart wurde. Im Letzteren Fall liegt 

ohne weiteres Einkommen aus dem Arbeitsverhältnis vor. Dieser Schluss ist insbeson-

dere bereits daraus zu ziehen, dass darin ja auf die arbeitsvertragliche Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses  ausdrücklich  Bezug  genommen  und  damit  die  dortige  Regelung 

quasi  vorweggenommen  wird.  Dass  die  Investorengruppe  mit  der  Arbeitgeberin  nicht 

identisch  ist,  ändert  nach  dem  Gesagten  nichts,  fallen  doch  bei  gegebenen  Zusam-

menhang  mit  dem  Arbeitsverhältnis  auch  von  Dritten  erhaltene  Leistungen  unter  Ar-

beitseinkommen.  Die  "stille  Beteiligung"  ihrerseits  ist  nicht  mit  der  Übertragung  von 

Eigentum  an  den  Aktien  verbunden,  sondern  besteht  aus  einem  Bündel  von  Hand-

lungs- und Unterlassungspflichten im Zusammenhang mit dem Halten der Aktien. Der 

Pflichtige erscheint dadurch im Innenverhältnis als blosser Treuhänder, und die Gegen-

leistung der Investoren als Abgeltung für ein Verhalten des Pflichtigen. Das Rechtsver-

hältnis hat auftragsähnliche Elemente und ist als gelegentliche nebenberufliche Tätig-

keit mit den entsprechenden steuerlichen Folgen zu qualifizieren.  

cc)  Daran  ändert  nichts,  dass  der  Betrag  in  Ziff.  4.2  der  Investorenvereinba-

rung  als  Optionsprämie  bezeichnet  wird,  da  der  Wortlaut  von  Ziff.  2.3.  einer  solchen 

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Betrachtungsweise  klar  widerspricht.  Der  dort  verwendete  Begriff  der  Entschädigung 

verträgt  sich  grundsätzlich  nicht  mit  der  auf  Leistungsaustausch  ausgerichteten  Natur 

eines Optionskontraktes. Daraus ist unmittelbar zu schliessen, dass die Investoren mit 

dem Optionskontrakt Leistungen des Pflichtigen abgelten wollten. Dieser Schluss wird 

dadurch untermauert, dass im Fall einer Einstellung der Zeitung bis 30. Juni 2009, die 

Optionsvereinbarung zwar dahinfällt, die Optionsprämie aber gerade nicht zurückzuer-

statten  war  (vgl.  demgegenüber  Ziff.  2  des  Optionsvertrags  vom  1.  September  2008, 

wo  eine  Rückzahlung  bei  Rücktritt  vorgesehen  war).  Es  ist  im  Übrigen  nicht  einzuse-

hen,  weshalb  der  Pflichtige  die  in  der  Investorenvereinbarung  auferlegten  einschnei-

denden  Handlungs-  und  Unterlassungspflichten  hätte  entschädigungslos  hinnehmen 

sollen; diese Pflichten gingen jedenfalls über diejenigen eines Verkäufers einer Option 

weit hinaus. Weshalb er deshalb – neben dem Verkaufserlös – noch eine Optionsprä-

mie erhalten sollte, ist nicht einzusehen. Bezeichnenderweise ist zudem in Bezug auf 

die Put-Option, welche er den Investoren auf denselben Aktien eingeräumt hat (Ziff. 4.1 

der Investorenvereinbarung), keine Optionsprämie vereinbart worden. Die Behauptung 

des  Pflichtigen,  es  handle  sich  bei  den  Fr.  250'000.-  um  den  Nettobetrag  nach  Ver-

rechnung der beiden gegenseitigen Optionsprämien, überzeugt nicht, da in der Inves-

torenvereinbarung  nichts  davon  erwähnt  wird  und  sich  zudem  –  stellt  man  auf  seine 

Sachdarstellung  ab  –  in  Bezug  auf  den  demnach  überschiessenden  Betrag  von  Fr. 

250'000.- genau dieselben Fragen stellten.  

Nachdem in Ziff. 2.3.3 zudem klar von einer Entschädigung für die "entschädi-

gungslose  einvernehmliche  Auflösung  des  Arbeitsvertrags"  gesprochen  wird,  geht 

auch  der  Einwand  des  Pflichtigen  in  der  Stellungnahme  vom  30.  Mai  2011  fehl,  aus 

seinem  Arbeitsvertrag  habe  er  keinen  Anspruch  auf  eine  Abgangsentschädigung  ge-

habt.  Es  kann  offen  bleiben,  aus  welchen  Gründen  die  Investorengruppe  zu  dieser 

Entschädigung bereit war; Tatsache ist, dass sie erfolgt ist.  

dd)  Der  Nachweis,  dass  es  sich  um  eine  Optionsprämie  gehandelt  hat,  lässt 

sich  demnach  bereits  gestützt  auf  die  Investorenvereinbarung  nicht  erbringen.  Nach 

dem Aktenstand handelt es sich bei ihr vielmehr um eine Entschädigung für die Erbrin-

gung einer Arbeitsleistung, sei es aus dem Arbeitsverhältnis oder aus einem auftrags-

ähnlichen  Vertragsverhältnis,  und  somit  um  eine  steuerbare  Leistung  nach  Art.  16 

Abs. 1  bzw.  17  Abs.  1  DBG  sowie  §§  16  Abs.  1  bzw.  17  Abs.  1  StG.  Da  es  sich  bei 

beiden  Fällen  um  steuerbare  Leistungen  handelt,  kann  offen  bleiben,  wie  sie  auf  die 

beiden Elemente aufzuteilen ist. Die Zahlung ist daher entsprechend dem Antrag in der 

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Rekurs-/Beschwerdeantwort  dem  steuerbaren  Einkommen  des  Pflichtigen  zuzurech-

nen.  

3. Die Vorinstanz hat ferner die Optionsprämie von – ebenfalls – Fr. 250'000.- 

der  B  AG  sowie  den  Kaufpreis  für  die  in  der  Folge  erworbenen  Aktien  als  verdeckte 

Gewinnausschüttung  erfasst,  letztere  im  Umfang  der  darauf  vorgenommen  Abschrei-

bung von Fr. 199'999.-.  

a) aa) Zu den nach Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG bzw. § 20 Abs. 1 lit. c StG steuer-

baren geldwerten Vorteilen aus Beteiligungen aller Art gehören insbesondere die ver-

deckten Gewinnausschüttungen von juristischen Personen im Sinn von Art. 58 Abs. 1 

lit. b DBG bzw. § 64 Abs. 1 Ziff. 2 lit. e StG. Auf eine solche Gewinnausschüttung ist zu 

schliessen, wenn eine juristische Person, sich entreichernd, ihren Gesellschaftern oder 

ihr  sonst  nahestehenden  Personen,  diese  bereichernd,  bewusst  geldwerte  Vorteile 

zuwendet,  die  sie  unbeteiligten  Dritten  nicht  einräumen  würde  (RB 1985  Nr. 42  = 

StE 1985  B 72.13.22  Nr. 4;  Reimann/Zuppinger/Schärrer,  Kommentar  zum  Zürcher 

Steuergesetz, 3. Band, 1969, § 45 N 68 ff.). Der Grund solcher Leistungen liegt nicht in 

der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. Mit der Aus-

richtung  von  geldwerten  Vorteilen  kommt  die  Gesellschaft  nicht  geschäftlichen  Ver-

pflichtungen nach, sondern verwendet sie Gewinn im Interesse ihrer Aktionäre (Markus 

Reich, Verdeckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, ASA 54, 

621  f.).  Im  Ausmass,  in  dem  die  erbrachte  Zuwendung  einem  unabhängigen  Dritten 

nicht  erbracht  worden  wäre,  erhält  der  Empfänger  einen  Sondervorteil,  dessen  Ur-

sprung im Beteiligungsverhältnis zur Gesellschaft liegt. Verdeckte Gewinnausschüttun-

gen kommen in den mannigfaltigsten Formen vor (vgl. für einen Überblick und gleich-

zeitig  Systematisierungsversuch  Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  II.  Teil,  2004, 

Art. 58 N 108 ff.). Aus buchhalterischer Perspektive können grundsätzlich die Fälle des 

Ausweises  zu  hohen  Aufwands,  zu  geringen  Ertrags  (die  so  genannten  Gewinnvor-

wegnahmen)  und  der  Überbilanzierung  von  Aktiven  (mit  entsprechendem  späteren 

Bedarf  nach  erfolgswirksamer  Korrektur)  bzw.  der  Bilanzierung  von  fiktiven  Aktiven 

unterschieden werden. 

bb) Liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, wird sie beim Gesellschaf-

ter  grundsätzlich im  Zeitpunkt  erfasst,  in  welchem  er  mit  der  Ablieferung  des  Erhalte-

nen nicht mehr rechnen muss (RB 1981 Nr. 50).  

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cc)  Das  Zufliessen  von  Vermögensertrag  ist  eine  steuerbegründende  Tatsa-

che,  welche  die  Steuerbehörden  nachzuweisen  haben  (RB 1990  Nr. 36  =  StE 1990 

B 92.51 Nr. 3). Sie sind bei der Ermittlung in hohem Mass auf die Mitwirkung des Steu-

erpflichtigen  angewiesen.  Diese  Feststellung  gilt  insbesondere  für  die  im  Massenver-

waltungsverfahren  durchgeführte  Festsetzung  der  direkten  Steuern  von  Einkommen 

bzw.  Ertrag  und  Vermögen  bzw.  Kapital.  Es  ist  daher  folgerichtig,  an  die  rechtsgenü-

gende Darlegung derartiger Tatsachen durch die Behörden keine allzu hohen Anforde-

rungen  zu  stellen  (RB 1990  Nr. 36  =  StE 1990  B 92.51  Nr. 3).  Die  Steuerbehörde  hat 

somit  zunächst  nachzuweisen,  dass  überhaupt  eine  geldwerte  Leistung  vorliegt.  Wird 

dieser Nachweis erbracht, trägt der an ihr beteiligte Leistungsempfänger die Beweislast 

dafür,  dass  er  für  diese  Leistung  eine  Gegenleistung  erbracht  hat.  Gelingt  ihm  dieser 

Nachweis, obliegt es dann gegebenenfalls in einem weiteren Schritt der Steuerbehör-

de,  ein  Missverhältnis  zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  darzutun,  worauf  dem 

Steuerpflichtigen  wiederum  der  Nachweis  offen  steht,  dass  trotz  Missverhältnis  zwi-

schen Leistung und Gegenleistung keine verdeckte Gewinnausschüttung anzunehmen 

ist (vgl. StRK II, 26. Mai 1999, 2 ST.1999.194). 

b)  Gemäss  Optionsvertrag  vom  1.  September  2008  verkaufte  der  Pflichtige 

der B AG folgende Call-Option:  

  Kaufgegenstand: 100'000 Aktien der C AG 

  Laufzeit: bis 31. März 2009 

  Ausübung: jederzeit 

  Ausübungspreis: Fr. 10.- pro Aktie 

  Optionsprämie:  Fr.  250'000.-,  zahlbar  innert  zehn  Tagen  nach  Abschluss  des  Ver-

trags.  

 

Ist für die Übertragung der Aktien die Zustimmung eines Dritten erforderlich und wird 

diese  nicht  innerhalb  von  drei  Monaten  nach  Ausübung  erteilt,  ist  jede  Partei  be-

rechtigt,  vom  Vertrag  zurückzutreten.  Die  Optionsprämie  ist  in  diesem  Fall  zurück-

zuzahlen.  

Am 24. September 2008 wurde der Vertrag ergänzt, damit der Pflichtige den 

in  der  späteren  Investorenvereinbarung  enthaltenen  Verpflichtungen  nachkommen 

konnte. Die B AG garantierte, dass sie im Fall einer Unterzeichnung der Vereinbarung 

zwischen dem Pflichtigen und den anderen Grossaktionären der C AG die daraus ent-

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stehenden Verpflichtungen respektiere und sie die von ihr im Rahmen des Optionsver-

trags vom 1. September 2008 erworbenen Aktien zum Preis von Fr. 10.- pro Aktie an 

den  Pflichtigen  zurückverkaufen  werde,  wenn  dieser  es  verlange,  um  seinen  eigenen 

Verkaufsverpflichtungen  nachkommen  zu  können.  Der  Pflichtige  räumte  der  B  AG  im 

Gegenzug folgende Rechte ein:  

  Das Bezugsrecht wird bis zum 30. Juni 2009 verlängert. 

  Die B AG nimmt an der Put-Option des Pflichtigen gegenüber den übrigen Investo-

ren teil; sie kann vom Pflichtigen insbesondere zwingend verlangen, dass dieser sie 

am frühestmöglichen Zeitpunkt (1. Juli 2009) einlöst.  

  Sie hat Anspruch auf allfällige Kaufpreiszuschläge. 

  Der Pflichtige gibt die von den Investoren erhaltene Optionsprämie von Fr. 250'000.- 

anteilsmässig  an  die  Käuferin  weiter,  indem  der  Ausübungspreis  von  Fr.  10.-  auf 

Fr. 6.67 pro Aktie herabgesetzt wird.  

Am 31. Oktober 2008 kaufte die B AG in Ausübung ihrer Option 30'000.- Akti-

en des Pflichtigen, wobei der Beschluss des Verwaltungsrats bereits am 24. Septem-

ber 2008 gefällt worden war. Der Kaufpreis betrug Fr. 6.67 pro Aktie. Darin wurde noch 

einmal bestätigt, dass die B AG die Rechte und Pflichtigen aus der Investorenvereinba-

rung – welche zwei Tage später abgeschlossen wurde – respektiere.  

c) Nachdem der Pflichtige mit den erwähnten Verträgen geltend macht, für die 

Optionsprämie von Fr. 250'000.- eine Gegenleistung erbracht zu haben, obliegt es den 

Steuerbehörden,  ein  Missverhältnis  zwischen  diesen  Leistungen  darzutun.  Dieser 

Nachweis ist erbracht, erweisen sich die Aktien der C AG doch als wertlos:  

aa) Der Pflichtige begründet den Abschluss des Optionsvertrags vom 1. Sep-

tember 2008 damit, dass bereits bei Gründung der C AG am 24. April 2007 beabsich-

tigt  gewesen  sei,  dass  die  B  AG  die  Beteiligung  erwerbe.  Diese  habe  aber  zunächst 

nicht über genügend Bargeld verfügt, weshalb er die Beteiligung persönlich übernom-

men habe. Erst im Lauf des Jahres 2008 habe die B AG genügend Mittel erarbeitet, um 

den Kauf selbst zu finanzieren.  

Massgebend  für  die  Beurteilung  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  des 

Vertragsabschlusses am 1. September 2008 sind indessen die Verhältnisse zu diesem 

Zeitpunkt, und nicht diejenigen bei Gründung der C AG. Im Herbst 2008 war die finan-

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zielle Lage der C AG sehr schlecht: Gemäss den Abschlüssen erlitt sie im ersten Ge-

schäftsjahr  (1.1.  -  31.12.2007)  einen  Verlust  von  Fr.  8'918'235.-  und  im  zweiten  Ge-

schäftsjahr (1.1. - 31.12.2008) von Fr. 36'590'063.-. Die Bilanz per 31. Dezember 2008 

zeigt  Aktiven  von  Fr. 6'118'282.-  bei  einem  Fremdkapital  von  Fr.  41'626'580.-  und  ei-

nem  negativen  Eigenkapital  von  Fr.  35'508'298.-.  Dem  Umlaufvermögen  von 

Fr. 2'906'082.- stand ein kurzfristiges Fremdkapital von Fr. 8'777'278.- gegenüber, was 

auf ein erhebliches Liquiditätsproblem hindeutet. Insgesamt sind die Titel der C AG zu 

diesem Zeitpunkt als Nonvaleur zu beurteilen. In der Investorenvereinbarung wird denn 

auch ausdrücklich festgehalten, dass die Gesellschaft neues Kapital zur Finanzierung 

eines  Neustarts  benötige,  nachdem  im  ersten  Jahr  der  Geschäftstätigkeit  erhebliche 

Verluste  entstanden  seien  (Präambel  C).  Der  geplante  "Neustart"  widerspricht  somit 

klar der Sachdarstellung des Pflichtigen, dass die wirtschaftliche Entwicklung der C AG 

zu diesem Zeitpunkt dem Business-Plan entsprochen habe. Zudem liegen die von ihm 

angeführten  [umsatzrelevante  Zahlen]  weit  hinter  den  prognostizierten  Worst-Case-

Zahlen [...] zurück. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser  schlechte Zustand der 

Gesellschaft  bereits  am  1.  September  2008  abgezeichnet  hatte  und  den  Aktionären 

bekannt war. Der Pflichtige beherrscht die B AG und ist gemäss Handelsregister Dele-

gierter  des  Verwaltungsrats  mit  Einzelzeichnungsbefugnis.  Damit  hat  sich  diese  Ge-

sellschaft  in  ihrem  Handeln  auch  sein  Wissen  anrechnen  zu  lassen.  Bei  diesen  Ver-

hältnissen  ist  im  September  2008  kein  geschäftliches  Interesse  der  B AG  am  Erwerb 

einer Call-Option für Aktien der C AG ersichtlich, sondern war von einem solchen Ge-

schäft sogar dringend abzuraten, falls dies mit Kosten verbunden war.  

Dem hält der  Pflichtige entgegen, dass  bei einem  [Produkt]  eine  mehrjährige 

Anlaufzeit mit Verlust die Regel sei und langfristig durchaus mit Gewinn habe gerech-

net  werden  dürfen,  zudem  habe  die  Investorengruppe  das  Projekt  ja  weiter  verfolgt. 

Wenn  dieser  Sachdarstellung  gefolgt  würde,  hätte  der  Kaufentscheid  der  B  AG  aber 

Hand in Hand gehen müssen mit dem Willen zu einem (weiteren) starken finanziellen 

Engagement  bei  der  C  AG;  sie  setzte  einen  unternehmerischen  Entscheid  in  diese 

Richtung voraus. Wie aus der Investorenvereinbarung klar hervorgeht, war der Pflichti-

ge hierzu aber nicht bereit. Vielmehr strebte er den Ausstieg aus der Gesellschaft an 

und trat aus dem Verwaltungsrat aus. Wieso unter diesen Umständen die nahezu voll-

ständig ihm gehörende B AG den umgekehrten Weg hätte beschreiten sollen, ist nicht 

ersichtlich.  Eine  entsprechende  Absichtserklärung  ihrer  Geschäftsleitung  wird  weder 

behauptet,  noch  werden  entsprechende  Geschäftsleitungsbeschlüsse  vorgelegt.  Zu-

dem wurde ein entsprechender Wille auch gegenüber den übrigen Investoren nirgends 

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kundgetan;  in  Anbetracht  der  engen  vertraglichen  Bindungen  (Aktionärsbindungsver-

trag) sowie der zu erwartenden zukünftigen finanziellen Lasten wäre ein Engagement 

der  B  AG  bei  der  C  AG  anstelle  des  Pflichtigen  nur  im  Zusammengehen  mit  diesen 

möglich  gewesen.  Dass  keine  solchen  Schritte  unternommen  wurden,  lässt  nur  den 

Schluss zu, dass ein diesbezügliches Engagement auch nie ernsthaft beabsichtigt war. 

Der Pflichtige kann sich deshalb zur Rechtfertigung des Optionsvertrags auch nicht auf 

die angeblichen langfristigen Erfolgsaussichten berufen.  

Nicht weiter hilft dem Pflichtigen sodann, dass in der Investorenvereinbarung 

ebenfalls eine Optionsprämie von Fr. 250'000.- stipuliert worden war. Entgegen seiner 

Auffassung  handelt  es  sich  nicht  um  einen  Vertrag,  welcher  unter  voneinander  unab-

hängigen Dritten zu vergleichbaren Bedingungen abgeschlossenen worden war, da wie 

bereits  ausgeführt  mit  dieser  Optionsprämie  eben  gerade  andere  Leistungen  als  die 

Einräumung einer Option abgegolten wurden. Die Prämie taugt deshalb nicht als Beleg 

für einen marktgerechten Optionspreis.  

Insgesamt ist kein Gegenwert für die von der B AG für die Eingehung des Op-

tionsvertrags am 1. September 2008 bezahlte Optionsprämie von Fr. 250'000.- ersicht-

lich. Damit bestand kein geschäftliches Interesse für den Abschluss des Vertrags, und 

ist die Optionsprämie nicht geschäftsmässig begründet, sondern im alleinigen Interes-

se des Pflichtigen als ihr Anteilsinhaber erbracht worden. Demensprechend ist sie als 

verdeckte Gewinnausschüttung an ihn zu qualifizieren.  

bb)  Mit  der  Investorenvereinbarung  vom  27.  September  2008  und  dem  Ver-

tragszusatz vom 24. September 2008 hat sich die Situation insoweit geändert, als der 

Pflichtige  nun  eine  Put-Option  erwarb,  welche  ihn  zum  Verkauf  der  Aktien  zu  einem 

Preis von Fr. 10.- berechtigte, während die B AG diese von ihm für Fr. 6.67 erwerben 

und – da sie an der Put-Option des Pflichtigen teilnehmen durfte – allfällige erworbene 

Aktien demnach zu mindestens Fr. 10.- verkaufen konnte, zuzüglich weiterer allfälliger 

Kaufpreiszuschläge  im  Falle  des  Erreichens  von  bestimmten  [Leistungszahlen].  Ge-

stützt darauf hat die B am 31. Oktober 2008 30'000 Aktien erworben.  

Der  dadurch  hervorgerufene  Anschein  eines  garantierten  Abnahmepreises 

erweist sich aber als rein theoretisch. Vor dem Hintergrund der geschilderten schlech-

ten finanziellen Lage der C AG war nämlich Ende September 2008 höchst fraglich, ob 

der Wiederverkauf durch Ausübung der Put-Option des Pflichtigen jemals Realität wer-

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den würde. Gemäss Ziff. 5.14 der Investorenvereinbarung standen die Kaufs- und Ver-

kaufsrechte gemäss Ziff. 4 nämlich unter der resolutiven Bedingung, dass  die Gesell-

schaft  [die  Leistungserbringung]  bis  zum  30.  Juni  2009  nicht  dauerhaft  einstellt  (und 

kein  Nachfolgeprodukt  herausgibt)  und  nicht  die  Liquidation  beschliesst  sowie  auch 

kein Konkursverfahren über die Gesellschaft eröffnet wird. Bei Eintritt dieser Resolutiv-

bedingung  fällt  Ziff.  4  der  Vereinbarung  mit  Wirkung  ex  nunc,  d.h.  im  Zeitpunkt  des 

Bedingungseintritts, ersatzlos dahin. Demgegenüber war die Put-Option des Pflichtigen 

gemäss  Ziff.  4.1  der  Investorenvereinbarung  erst  ab  dem  1.  Juli  2009  ausübbar.  Mit 

anderen  Worten  musste  im  Herbst  2008  aufgrund  der  dargelegten  schlechten  

finanziellen  Lage  der  C  AG  mit  einer  hohen  Wahrscheinlichkeit  damit  gerechnet  wer-

den, dass die Put-Option des Pflichtigen dereinst gar nie ausgeübt werden kann, weil 

die C AG bereits vor dem 1. Juli 2009 aufgibt. Unter diesen Umständen war aber das 

Geschäft für die B AG ausserordentlich riskant. Hinzu kommt, dass  – wie bereits dar-

gelegt – weder vom Pflichtigen noch von der B AG dringend nötige Investitionen in die 

C AG zu erwarten waren und der Erfolg des Projekts einzig von der Risikobereitschaft 

der übrigen Investoren abhing. Unter diesen Umständen kann die Ausübung der Call-

Option in Bezug auf 30'000 Aktien durch die B AG nicht mehr als geschäftsmässig be-

gründet betrachtet werden, und zwar trotz des niedrigeren Kaufpreises von Fr. 6.67 pro 

Aktie.  

Anzufügen ist zudem, dass Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine Überga-

be  der  30'000  Aktien  an  die  B  AG  im  Zeitpunkt  der  Ausübung  gar  nicht  möglich  war. 

Das Aktienkapital der C AG war eingeteilt in 770'000 Namenaktien im Nominalwert von 

je Fr. 10.-. Zur Übertragung von Namenaktien bedarf es grundsätzlich der Indossierung 

und Übergabe der Urkunden (Art. 967 OR). Die Aktien des Pflichtigen waren indessen 

–  wie  bereits  erwähnt  –  hinterlegt  und  unterstanden  einem  Aktionärsbindungsvertrag. 

Nachdem in der Investorenvereinbarung dem Pflichtigen weitgehende Pflichten ("stille 

Beteiligung")  auferlegt  worden  waren  und  ihm  jedwelche  Verfügungen  über  diese  un-

tersagt  wurden,  ist  kaum  anzunehmen,  dass  die  übrigen  Investoren  bereit  gewesen 

wären, die Aktien ohne Weiteres aus der Hand zu geben. Nachweise über die Durch-

führung der Transaktion fehlen denn auch vollständig.  

cc)  Demnach  hat  die  B  AG  vom  Pflichtigen  –  falls  die  Aktienübergabe  über-

haupt durchgeführt wurde – wertlose Aktien erworben und hat sie ihm damit eine Leis-

tung  erbracht,  welche  sie  unbeteiligten  Dritten  nicht  gewährt  hätte.  Der  Erlös  aus  der 

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Transaktion ist dem Pflichtigen somit wie die Optionsprämie von Fr. 250'000.- als ver-

deckte Gewinnausschüttung aufzurechnen.  

4. Gestützt auf diese Erwägungen sind Beschwerde und Rekurs abzuweisen 

und  die  steuerbaren  Einkommen  entsprechend  dem  Antrag  in  der  Beschwerde-

/Rekursantwort  zu  erhöhen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  dem 

Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und sind diesem 

keine  Parteientschädigungen  zuzusprechen  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64 

Abs. 1 - 3  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember 

1968  sowie  § 152 StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom 

24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführer wird für die direkte Bun-

dessteuer,  Steuerperiode  2008,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 869'000.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  abgewiesen.  Der  Rekurrent  wird  für  die  Staats-  und  Gemeinde-

steuern, Steuerperiode 2008, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 871'400.- 

(davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen Fr. 450'000.-) und einem steuerbaren 

Vermögen  von  Fr.  1'712'000.-  eingeschätzt  (Tarif  gemäss  §  35  Abs.  1  bzw.  §  47 

Abs. 1 StG; Grundtarif).  

[…] 

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