# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b3436e6-1082-505c-8e21-c179064fdc2b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-06
**Language:** de
**Title:** Angesichts des längeren beschwerdefreien Intervalls bzw. des Fehlens von Brückensymptomen ist davon auszugehen, dass während des Dienstes aufgetretene Beschwerden wieder abheilten; bei aktuellen Beschwerden handelt es sich weder um Spätfolgen noch um Rückfälle einer versicherten Gesundheitsschädigung; Abweisung.
**Docket/Reference:** MV.2012.00001
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/MV.2012.00001.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
MV.2012.00001
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
6. August 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Martin
Künzle
Besser &
Gontersweiler
, Rechtsanwälte, Haus zum Steinberg
Neumarkt 6, Postfach, 8021 Zürich 1
gegen
Suva, Abteilung Militärversicherung
Laupenstrasse
11, Postfach 8715, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1985 geborene
X.___
hatte
seit dem
15. März
2010
d
ie Rekrutenschule
besucht
, als er sich am 28. April 2010 wegen rechtsseitiger Schulterschmerzen und weiterer Beschwerden beim Truppenarzt meldete
(Urk. 8/7, Urk. 8/8 S. 2, Urk. 8/21
, Urk. 8/S
1-S3
)
.
Nachdem er a
m 30. April 2010
infolge Dienstuntaug
lichkeit aus psychischen Gründen
aus dem
Militärdienst
entlassen
worden war
(Urk. 8/S1-S3)
, ging er wieder vollzeitlich seiner angestammten Tätigkeit nach (Urk. 8/5 S. 2, Urk. 8/6)
.
Am 1. Oktober 2010 begab er sich – unter anderem wegen
rechtsseitiger Schulterschmerzen
-
in ärztliche Behandlung; nach ent
sprechenden Abklärungen
diagnostizierten
die behandelnden Ärzte
eine
An
satztendinose
des kurzen Bizeps am
Coracoid
rechts
und verordneten
Physio
therapie
(Urk
.
8/2
,
Urk. 8/4,
Urk. 8/15.3
).
Nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung (Urk. 8/8) teilte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),
Abteilung Militärversicherung (Militärversicherung)
,
dem Versicherten mit Schreiben vom 2. Februar 2011 (Urk. 8/9) mit, dass die während der
Rekru
tenschule
gemeldeten Schulterbeschwerden mit medizinisch-praktischer Sicher
heit sechs Monate nach der Entlassung aus dem Militärdienst wieder abgeheilt gewesen
und die im November 2010 behandelten Schulterschmerzen weder als Spätfolge noch als Rückfall der versicherten Gesundheitsstörung zu interpretieren seien
.
Während sie
die Kosten der Abklärungen im Zusammenhang mit der frag
lichen Symptomatik
übernehmen werde, bestehe für
weitere Behandlungen be
ziehungsweise Massnahmen keine Haftung. Nachdem der Versicherte
hiegegen
opponiert hatte (Urk. 8/11),
lehnte die Militärversicherung ihre Leistungspflicht für die
Ansatztendinose
des kurzen Bizeps am
Coracoid
Schultergelenk rechts mit Vorbescheid vom 15. März 2011 (Urk. 8/14)
beziehungsweise
mit Verfügung vo
m 8. April 2011 (Urk. 8/15.2)
ab
.
D
aran hielt sie – auf vom Versicherten
gegen
letztgenannten
Entscheid erhobene Einsprache (Urk. 8/15)
hin -
am
10.
Januar 2012
fest
(Urk. 2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) liess
X.___
am 10
. Februar 2012 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„Es sei der
Einspracheentscheid
der SUVA, Abteilung Militärversicherung, vom 10. Januar 2012 (Referenz 82.940.258/524 PR2) respektive die Ver
fügung vom 8. April 2011 (Referenz 82.940.258/524 TEU) aufzuheben und festzustellen, dass die Militärversicherung für die Beschwerden des Beschwerdeführers im Schultergelenk rechts leistungspflichtig ist;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 %
MWSt
zu Lasten des Staates.“
Die Militärversicherung schloss am 7. März 2012 auf Abweisung der Be
schwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 5 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Militärversicherung (
MVG
)
er
streckt sich die Haftung der Militärversicherung auf jede
Gesundheitsschädi
gung
, die während des Dienstes in Erscheinung tritt und gemeldet oder sonst wie festgestellt wird. Die Militärversicherung haftet nicht, wenn sie den Beweis erbringt, dass die Gesundheitsschädigung sicher vordienstlich ist oder sicher nicht während des Dienstes verursacht werden konnte (Art. 5 Abs. 2
lit
. a MVG), und wenn sie zusätzlich den Beweis erbringt, dass die
Gesundheitsschä
digung
sicher während des Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem Ablauf beschleunigt worden ist (Art. 5 Abs. 2
lit
. b MVG). Wird der nach
Absatz
2
Buchstabe a geforderte Beweis erbracht, dagegen nicht derjenige nach Absatz 2 Buchstabe b, so haftet die Militärversicherung für die Verschlimmerung der Gesundheitsschädigung (Art. 5 Abs. 3 MVG).
Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes durch einen Arzt, Zahnarzt oder
Chiropraktor
festgestellt und bei der Militärversicherung angemeldet, so haftet die Militärversicherung nur, wenn die
Gesundheitsschä
digung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des Dienstes verursacht worden ist. Die Militärversicherung haftet auch insoweit, als eine vordienstliche Gesundheitsschädigung wahrscheinlich durch Einwirkungen während des Dienstes verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicherten
Gesundheits
schädigung
handelt (Art. 6 MVG).
1.2
Die eine Haftung begründende Verschlimmerung kann auslösender Natur sein, indem sie eine latente Gesundheitsschädigung in eine klinisch manifeste Form überführt, oder sie kann eine klinisch manifeste Gesundheitsschädigung un
günstig beeinflussen. Im zweiten Fall kann die vorbestandene
Gesundheitsschä
digung
stationär oder labil (allenfalls auch progredient) gewesen sein. Die Ver
schlimmerung selbst kann vorübergehend oder dauernd sein; sie kann auch richtunggebend sein. Ist die Verschlimmerung dauernd (oder richtunggebend), haftet die Militärversicherung auf unbestimmte Zeit, ist sie lediglich vorüberge
hend, kann die Haftung befristet werden. Voraussetzung für eine zeitliche Be
grenzung der Haftung ist, dass die Verschlimmerung mit Sicherheit behoben ist (vgl. Jürg
Maeschi
, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung, Bern 2000, N 40 und N 41 zu Art. 5 MVG mit Hinweisen). Die Verschlimmerung gilt als behoben, wenn der "Status quo ante" (Gesundheitszustand, in welchem sich der Versicherte vor dem Dienst befunden hat) oder der "Status quo sine" (Gesundheitszustand, in welchem sich der Versicherte befinden würde, wenn er den Einwirkungen während des Dienstes nicht ausgesetzt gewesen wäre) er
reicht ist (
Maeschi
, a.a.O., N 41 zu Art. 5 MVG mit Hinweisen).
1.3
Die Haftung gemäss Art. 4 und 5 MVG einerseits sowie Art. 6 MVG anderseits unterscheidet sich darin, dass im ersten Fall der adäquate Kausalzusammen
hang zwischen den Einwirkungen während des Dienstes und der
Gesundheits
schädigung
vermutet wird und nur durch den gegenteiligen Sicherheitsbeweis ausgeschlossen werden kann, während im zweiten Fall das Vorliegen adäquat kausaler Folgen von Einwirkungen während des Dienstes erstellt sein muss (BGE 111 V 372 E. 1b, 105 V 229 E. 3a mit Hinweisen).
1.4
Rückfälle und Spätfolgen versicherter Gesundheitsschäden stellen insofern ei
nen Sonderfall dar, als sie kraft ausdrücklicher gesetzlicher Vorschrift der
Be
weisregel
von Art. 6 MVG unterliegen. Die Haftung für Rückfälle und Spätfol
gen greift Platz, wenn trotz Identität der Gesundheitsschädigung ein neuer Versicherungsfall anzunehmen ist. Ein neuer Versicherungsfall liegt vor, wenn die nachdienstlich gemeldete Gesundheitsschädigung nicht zum Symptomkreis der versicherten Gesundheitsschädigung gehört (das Krankheitsgeschehen me
dizinisch somit keine Einheit bildet). Bei gleicher Gesundheitsschädigung wird praxisgemäss ein neuer Versicherungsfall angenommen, wenn ein längeres be
schwerdefreies Intervall vorliegt, welches auf eine Abheilung der ursprüngli
chen Gesundheitsschädigung schliessen lässt, und keine Brückensymptome vorhanden sind, die auf ein kontinuierliches Fortbestehen des als versichert an
erkannten Leidens schliessen lassen (zu den Anforderungen an
Brückensymp
tome
insbesondere bei Rückenleiden vgl.
Debrunner
/
Ramseier
, Die Begutach
tung von Rückenschäden in der schweizerischen sozialen Unfallversicherung, Bern 1990, S. 64 f.). Liegt kein neuer Versicherungsfall vor, gilt bei Identität der Gesundheitsschädigung weiterhin die bisherige Haftung nach Art. 5 oder Art. 6 MVG. Werden Spätfolgen oder Rückfälle geltend gemacht, ist daher vorab zu prüfen, ob ein neuer Versicherungsfall gegeben ist (
Maeschi
, a.a.O., N 43 zu
Vorbemerkungen zu Art. 5 - 7 MVG, N 12 und N 23 zu Art. 6 MVG, S. 78, S. 94 und S. 97, je mit Hinweisen).
Nach dem Wortlaut des Gesetzes besteht bei Rückfällen und Spätfolgen auch insofern eine Besonderheit, als sich die vorausgesetzte Kausalität auf den Zu
sammenhang mit der versicherten ursprünglichen Gesundheitsschädigung be
zieht. Schon im Hinblick darauf, dass für Spätfolgen und Rückfälle auch
nach
dienstliche
zivile Einwirkungen ursächlich sein können, kann die Identität der gemeldeten Spätfolge oder des Rückfalls mit der ursprünglichen
Gesundheits
schädigung
für sich allein jedoch nicht haftungsbegründend sein. Vielmehr be
darf es darüber hinaus eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs der Spätfolgen oder des Rückfalls mit Einwirkungen während des Dienstes (
Mae
schi
,
a.a.O., N 24 zu Art. 6 MVG, S. 97
f.).
2.
2.1
Die Militärversicherung begründete die
Leistungsverweigerung – unter Hinweis auf die Beurteilungen ihres Kreisarztes Dr.
med.
Y.___
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 27. Januar 2011 (Urk. 8/8), vom 23. Februar 2011
(Urk. 8/13) und vom 1. Dezember 2011 (Urk. 8/21) -
damit, d
ass die während des Dienstes aufgetretene
Ansatztendinose
des kurzen Bizeps am
Coracoid
rechts spätestens Ende September 2010 wieder behoben gewesen sei. Angesichts der Tatsache, dass nachdienstlich keine erheblichen Brückensymptome bestanden hätten, stellten die im November 2010 gemeldeten Schulterschmerzen keine Spätfolgen beziehungsweise kein
en
Rückfall
der
in der Rekrutenschule aufgetretenen
Ge
sundheitsschädigung
dar (Urk. 2 S. 3, Urk.
7 S.
2 f.
). Aufgrund der bereits er
folgten fundierten Untersuchungen
erübrigten sich weitere medizinische Ab
klärungen (Urk. 2 S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die
– erst
mals -
während der Rekrutenschule
aufgetretenen Schulterbeschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Schiessen mit dem Sturmgewehr (Rückschlag) sowie das Tragen schweren Gepäcks zurückzuführen.
Nach dem Austritt aus der Rekrutenschule am 30. April 2010 hätten sich die Schmerzen gar noch verschlimmert. Zwar hätten
sich
die
konstant vorhandenen
Brücken
symptome
nicht einschränkend auf seine
Bürotätigkeit
ausgewirkt
; es sei ihm aber seit der Entlassung aus dem Militärdienst schmerzbedingt nie mehr mög
lich gewesen, Golf zu spielen.
Seit dem 1. Oktober 2010 stehe er aufgrund der
Schulters
chmerzen
ununterbrochen in ärztlicher Behandlung.
Die
Leistungsver
weigerung
sei daher zu Unrecht erfolgt (Urk. 1 S. 3 ff.).
3.
3.1
Der am 28. April 2010 wegen
eines Fusspilzes
und rechtsseitiger
Schulterbe
sch
werden
konsultierte Truppenarzt
hielt in
Bezug auf die
rechte Schulter fest, es bestehe eine
Druckdolenz
im Bereich der langen
Bizepssehne
und des
Mus
culus
s
ubscapularis
; die Funktion sei beidseits erhalten
.
Dem Beschwerdeführer sei Physiotherapie verordnet worden (Urk. 8/S3 S. 2).
3.2
Nachdem er den Beschwerdeführer am 9. und 24. November 2011 untersucht hatte, diagnostizierte
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirur
gie, in seinem Schreiben vom 30. November
2010 (Urk. 8/2) an den Hausarz
t
med.
pract
.
A.___
eine
Ansatztendinose
des kurzen Bizeps am
Coracoid
rechts. Die Beschwerden seien – ohne eigentliches Trauma – vor mehreren Monaten anlässlich des Militärdienstes aufgetret
en und persistierten seither. S
i
e
störten den Beschwerdeführer bei der Arbeit und – insbesondere – beim Golf
Spielen
. Die MRI-Untersuchung
(vgl. Urk. 8/4)
habe ein vollkommen intaktes Gelenk und eine intakte
Rotatorenmanschette
gezeigt. D
emnach seien die
Beschwerden auf die
Ansatztendinose
des kurzen Bizeps zurück
zuführen
, die bekannt
lich
sehr hartnäckig verlaufen könne und
die - nachdem sich nun
lange Zeit
keine
spontane Besserungstendenz
gezeigt habe -
physiotherapeutisch behandelt wer
den sollte.
3.
3
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Beurteilung vom 2
7
. Januar 2011 (Urk. 8/8) hielt Kreisarzt Dr.
Y.___
fest, der Beschwerde
führer habe sich nach der am 28. April 2010, mithin zwei Tage vor der
Entlassung aus dem Dienst, erfolgten Konsultation des Truppenarztes (auch) wegen Schulterschmerzen rechts erst am 9. November 2010
beim Hausarzt in Behandlung begeben. Grund für diesen Arztbesuch sei eine
Schnittverletzung an der linken Hand
gewesen; die
– auf kein Trauma zurückzuführenden - Schulterschmerzen rechts habe
d
er
Beschwerdeführer
dabei nur beiläufig erwähnt (Urk. 8/8 S. 2). Angesichts dieser Gegebenheiten und aufgrund der Tatsache, dass die Abklärungen eine gesun
de rechte Schulter und klinisch
ein
e
Ansatztendinose
der kurzen
Bizepssehne
erge
ben hätten, sei
mit medizinisch-praktischer Sicherheit davon auszugehen, dass die
während der Rekrutenschule gemeldeten Sch
u
lterbeschwerden innert sechs Monaten nach der Entlassung wieder abgeheilt gewesen
seien
. Die im November 2010 gemeldeten Beschwerden könnten weder als Spätfolge noch als Rückfall
der
dienstlich aufgetretenen Gesundheitsstörung interpretiert werden
(Urk. 8/8 S. 3).
3.4
In seiner
am 23. Februar 2011 verfassten
Stellungnahme gab Dr.
Y.___
an,
der Beschwerdeführer habe
anlässlich der zuvor erfolgten Konsultationen
des
Truppenarzt
es
nie über Schulterschmerzen geklagt und diese auch am 28. April 2010 nur beiläufig erwähnt. Den Rat, sich wegen der Schulter
symptomatik
nachdienstlich in ärztliche Behandlung zu begeben, habe er nicht befolgt. Eine Therapienotwendigkeit habe nicht bestanden, und der Beschwerdeführer sei nicht in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen. Nach eigenen Angaben hätten
ihn
die Schulterbeschwerden kaum behindert und
sich
nur
beim
Golfs
pielen
störend ausgewirkt; e
ine Brückensymptomatik habe demnach nicht be
standen. Insofern könne davon ausgegangen werden, dass die vorübergehende Verschlimmerung wieder behoben gewesen sei, als der Beschwerdeführer am 9. November 2010 erstmals nach dem Dienst einen Arzt konsultiert habe (Urk. 8/13).
3.5
Med.
pract
.
A.___
gab am 29. April 2011 an, bereits am 1. Oktober 2010 wegen rechtsseitiger Schulterbeschwerden
vom Beschwerdeführer konsultiert worden zu sein. Er habe ihn damals
an den
Schulterspezialisten Dr. med.
Z.___
ver
wiesen
(Urk. 8/15.3).
3.6
Dr.
Y.___
gelangte
nach Kenntnisnahme dieses Berichts
(Urk. 8/15.3)
am 1. Dezember 2011 zum Schluss
, dass es möglicherweise während des Dienstes - ohne traumatische Einwirkung - zu
r
Verschlimmerung
eines
Vorzustandes ge
kommen sei. Unter Berücksichtigung der Länge des Intervalls, in dem keine Arztkonsultationen stattgefunden hätten, sowie der
stets
vollen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
und des
diesem
weiterhin möglichen Golfsports sei da
von auszugehen, dass eine allfällige Verschlimmerung
eines
Vorzustandes bis Oktober 2010 wieder abgeheilt gewesen sei (Urk. 8/21).
3.7
Dr. med
.
B.___
, Facharzt FMH
für Allgemeine Medizin, bestätigte am 7. Februar 2012, das
s
der Beschwerdeführer, der vom 24. Februar 2004 bis 5. Februar 2009 bei ihm in Behandlung gestanden habe, während dieser
Zeit an keinen unfall- oder krankheitsbedingten Beschwerden im Bereich der rechten Schulter gelitten habe (Urk. 3/3).
4.
4.1
Aufgrund der diesbezüglich übereinstimmenden medizinischen Berichte
ist da
von auszugehen, dass den rechtsseitigen Schulterbeschwerden kein bildgebend nachweisbarer Schaden zugrunde liegt (vgl.
hiezu
insbesondere Bericht MRI vom 22. November 2010 [Urk. 8/4]).
Fest steht sodann, dass
sich
der Beschwer
deführer
, der nach eigenen Angaben seit dem Austritt aus dem Dienst immer
vollzeitlich der angestammten Tätigkeit nachgegangen ist
(Urk. 8/5 S. 1, Urk.
8/6,
Urk. 8/15 S. 4
, Urk. 1 S. 5)
,
nach der –
gemäss den ursprünglichen Aussagen
vordergründig aufgrund von Fussbeschwerden erfolgten
(Urk. 8/5 S. 1)
- Konsultation des Truppenarztes am 28. April 2010
weder
der von diesem hinsichtlich der Schulter empfohlenen Physiotherapie (Urk. 8/S3 S. 2)
noch ei
ner analgetischen Behandlung
unterzog
(Urk. 8/5 S. 1 f.)
und bis am 1. Oktober 2010 wegen rechtsseitiger Schulterschmerzen auch nie mehr einen Arzt auf
suchte
(Urk. 8/15.3)
.
Auch beim Arzttermin vom 1. Oktober 2010 erwähnte er die Schultersymptomatik
gemäss seiner anfänglichen Darstellung
lediglich ne
benbei; eigentlicher Grund für die ärztliche Behandlung war damals eine Schnittverletzung an der linken Hand (vgl. Urk. 8/5 S. 2, Urk. 8/6).
Dass sich
die Schulterb
eschwerden nach
dem
Austritt aus der Rekrutenschule stetig ver
schlimmert hätten, wie der – nach wie vor zu 100 % arbeitsfähige - Beschwer
deführer erstmals
einspracheweise
geltend machte (Urk. 8/15 S. 2; vgl. auch Beschwerdeschrift [Urk. 1 S. 5]), ist angesichts der Tatsache, dass er sich der vom Truppenarzt empfohlenen Physiotherapie
(Urk. 8/S3 S. 2)
nicht unterzog
en hat
und nach de
m
28. April 2010 gut fünf Monate lang keinen Arzt konsul
tierte, nicht anzunehmen. Sofern der Truppenarzt, der von keiner Einschrän
kung der Leistungsfähigkeit ausging, dem Beschwerdeführer am 28. April 2010 tatsächlich – ohne dies in der Krankengeschichte zu vermerken (vgl. Urk. 8/S3 S. 2) - nahe gelegt hatte, sich nach dem (regulären
[vgl. Urk. 8/11 S. 1]
) Diens
t
-
ende sofort (vgl. Protokoll vom 11. Januar 2011 [Urk. 8/5 S. 1]) beziehungs
weise innert sechs Monaten (vgl. Einsprache vom 6. Mai 2011 [Urk. 8/15 S. 3]) beim Zivilarzt zu melden, erscheint aufgrund des fünfmonatigen
behandlungs
freien
Intervalls umso weniger wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer zwi
schen Ende April und anfangs Oktober 2010 unter anhaltenden und gar noch schlimmer werdenden erheblichen Schulterschmerzen gelitten hatte. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Beschwerdeführer als selbständig Erwerben
der jedes Interesse daran hatte, voll arbeitsfähig zu bleiben, hätte er mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit im Falle einer Beschwerdepersistenz beziehungs
weise –
verschlimmerung
schon bald einen Arzt aufgesucht und sich auch der vom Truppenarzt verordneten Physiotherapie unterzogen, um seine Leistungs
fähigkeit zu erhalten. Dass er einfach lange auf die Zähne gebissen habe (weil sich eine ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit negativ auf seine Geschäftstätigkeit ausgewirkt hätte [vgl. Urk. 1 S. 5]), vermag
im Übrigen
auch insofern nicht zu überzeugen, als der Beschwerdeführer aktenkundig während der lediglich rund sechswöchigen Dauer seines Militärdienstes – wegen diverser, teilweise eher ge
ringfügiger Leiden – insgesamt viermal den Truppenarzt konsultierte (vgl. Urk. 8/S3).
Angesichts der geschilderten
Gegebenheiten
fällt eine
Leistungs
pflicht
der Beschwerdegegnerin
für die ihr im Dezember 2010 (vgl. Urk. 8/2) gemeldete Symptomatik im Rahmen des ursprünglichen Versicherungsfalls ausser Betracht
.
4.2
Aufgrund der aktenkundigen medizinischen Berichte und der Angaben des Be
schwerdeführers
besteht auch unter dem Titel Rückfall kein Leistungsanspruch.
So wurde die wä
hrend des Dienstes aufgetretene
– nicht traumatisch bedingte (vgl. etwa Urk. 8/2 S. 1) -
Symptomatik
(nachträglich) mit dem Tragen des Rucksacks beziehungsweise anderer Lasten während der Rekrutenschule in Ver
bindung gebracht
(vgl. Urk. 8/5 S. 1, Urk. 8/6)
.
Zwar ist nicht auszuschliessen
, dass bereits die Ende April 2010 bestandenen rechtsseitigen Schulterschmerzen
mit einer
Ansatztendinose
der kurzen
Bizepssehne
, wie sie aufgrund der
seit dem
1. Oktober 2010 ärztlich behandelten
Beschwerden
diagnostiziert
wurde (Urk. 8/2, Urk. 8/15.3), zu erklären
waren.
Von einem überwiegend wahrschein
lichen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der am 28. April 2010 dem Truppenarzt angegebenen
(Urk. 8/S3 S. 2)
und der seit anfangs Oktober 2010 ärztlich behandelten Gesundheitsstörung kann indes insofern nicht ausgegan
gen werden, als
– gerade angesichts des bereits dargelegten Verlaufs -
auch durchaus denkbar ist, dass
die vom
Beschwerdeführer, der während des Dienstes keine
Läsion oder
strukturelle
Veränderung
im Bereich der rechten Schulter
er
litten
hat
(vgl. insbesondere Urk. 8/4)
,
erneut geklagten Schulterbeschwerden Folge
eine
r
nachdienstliche
n
Einwirkung beziehungsweise
eine
r
seit der Ent
lassung aus der Rekrutenschule
stattgefundenen
physische
n
Belastung
sind
.
4.3
D
ie Leistungsverweigerung
(Urk. 2)
erweist sich demnach
als rechtens.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Martin
Künzle
-
Suva, Abteilung Militärversicherung
-
Avanex
Versicherungs
AG
-
Bundesamt für Gesundheit, Aufsicht Militärversicherung
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer
AN/AF/IDversandt