# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40de4def-6dd0-5632-b06e-a1f29a7229a6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.06.2021 200 2021 253
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-253_2021-06-08.pdf

## Full Text

200 21 253 ALV
JAP/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Juni 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 30. März 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1993 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
Mutter zweier am 26. August 2014 und 25. September 2015 geborener 
Töchter, meldete sich am 20. Oktober 2020 beim Regionalen Arbeitsver-
mittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung im Umfang von 60 % an 
(Akten des RAV Region Seeland - Berner Jura [act. IIB] 71 f., 89 f.) und 
stellte am 7. Dezember 2020 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 
dem 30. November 2020 (Akten der Arbeitslosenkasse Unia Lyss [act. IIA] 
16 bis 19). Mit Schreiben vom 10. Dezember 2020 (act. IIB 64 f.) forderte 
das Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
(AVA bzw. Beschwerdegegner), die Versicherte zur Einreichung einer Stel-
lungnahme bzw. von Unterlagen mit weiteren Angaben betreffend die Ver-
mittlungsfähigkeit auf. Nachdem die Versicherte entgegen wiederholter 
Aufforderung des AVA vom 4. Januar 2021 (act. IIB 63) keine Stellung-
nahme resp. Unterlagen eingereicht hatte, verneinte das AVA mit Verfü-
gung vom 27. Januar 2021 (act. IIB 51 bis 54) die Vermittlungsfähigkeit der 
Versicherten und damit deren Anspruchsberechtigung ab dem 1. Dezem-
ber 2020. Die dagegen erhobene Einsprache vom 2. Februar 2021 (Post-
eingang beim AVA; act. IIB 41) wies das AVA mit Entscheid vom 30. März 
2021 (Akten des AVA [act. II] 1 bis 5) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 6. April 2021 Beschwerde. Sie bean-
tragt die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Dezember 
2020. Eine inhaltlich identische, an den Beschwerdegegner adressierte 
Eingabe leitete dieser am 9. April 2021 zuständigkeitshalber an das Ver-
waltungsgericht weiter.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2021 schliesst der Beschwerdegegner 
auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 30. März 
2021 (act. II 1 bis 5). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Arbeitslos-
entschädigung ab dem 1. Dezember 2020 und hierbei insbesondere die 
Frage der Vermittlungsfähigkeit.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt unter anderem 
voraus, dass die versicherte Person vermittlungsfähig ist (Art. 8 Abs. 1 lit. f 
i.V.m. Art. 15 AVIG). Als vermittlungsfähig gilt eine arbeitslose Person, 
wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit an-
zunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 
Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach nicht nur die Ar-
beitsfähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, 
die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der 
üblichen Arbeitszeit einzusetzen. Die Vermittlungsfähigkeit als Anspruchs-
voraussetzung schliesst graduelle Abstufungen aus. Entweder ist die ver-
sicherte Person vermittlungsfähig, insbesondere bereit, eine zumutbare 
Arbeit (im Umfang von mindestens 20 % eines Normalarbeitspensums; vgl. 
Art. 5 AVIV) anzunehmen, oder nicht. Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt 
sich prospektiv, somit aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie bis 
zum Erlass des Einspracheentscheids bestanden haben (BGE 146 V 210 
E. 3.1 f. S. 212). 

2.2 Nach der Rechtsprechung gelten Arbeitnehmerinnen und Arbeit-
nehmer als vermittlungsfähig, wenn sie aufgrund ihrer körperlichen und 
geistigen Fähigkeiten sowie der persönlichen Verhältnisse in der Lage sind, 
ihre Arbeitskraft auch an einem anderen zumutbaren Arbeitsplatz, inner- 
oder ausserhalb des bisherigen Berufs, zu verwerten. Dagegen sind nicht 
nur Personen vermittlungsunfähig, die wegen ihres Gesundheitszustandes 
keine Arbeit mehr finden, sondern auch solche, die aus persönlichen oder 
familiären Gründen ihre Arbeitskraft nicht so einsetzen können, wie es ein 
Arbeitgeber normalerweise verlangt. Versicherte, die im Hinblick auf an-
derweitige Verpflichtungen oder besondere persönliche Umstände lediglich 
während gewisser Tages- oder Wochenstunden sich erwerblich betätigen 
wollen, können nur sehr bedingt als vermittlungsfähig anerkannt werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 5

Denn sind einer versicherten Person bei der Auswahl des Arbeitsplatzes so 
enge Grenzen gesetzt, dass das Finden einer Stelle sehr ungewiss ist, 
muss Vermittlungsunfähigkeit angenommen werden. Der Grund für die 
Einschränkung in den Arbeitsmöglichkeiten spielt dabei keine Rolle (BGE 
120 V 385 E. 3a S. 388, 115 V 434 E. 2a S. 436; ARV 1998 S. 265 E. 1b).

2.3 Eine versicherte Person mit betreuungsbedürftigen Kindern muss 
hinsichtlich der Vermittlungsfähigkeit, namentlich in Bezug auf die Verfüg-
barkeit, die gleichen Bedingungen erfüllen wie alle anderen Personen. Es 
liegt somit an ihr, das Privat- und Familienleben so zu gestalten, dass sie 
nicht daran gehindert ist, im Umfang des geltend gemachten Beschäfti-
gungsgrades bzw. Arbeitsausfalles einer unselbstständigen Erwerbstätig-
keit nachzugehen (AVIG-Praxis ALE des Staatssekretariats für Wirtschaft 
[SECO], Rz. B225 [abrufbar unter: www.arbeit.swiss]; zur Verbindlichkeit 
von Verwaltungsweisungen für das Gericht: BGE 146 V 224 E. 4.4.2 
S. 228). 

2.4 Die Vermittlungsfähigkeit darf nicht leichthin unter Verweis auf fami-
liäre Betreuungsaufgaben verneint werden. Dies gilt namentlich dann, 
wenn eine Person schon vor Eintritt der Arbeitslosigkeit den Tatbeweis er-
bracht hat, dass sie trotz Betreuungsaufgaben eine (Vollzeit-)Beschäftigung 
auszuüben bereit und in der Lage war, und sie die bisherige Stelle nicht 
aus Gründen der fehlenden Betreuungsmöglichkeit aufgeben musste. Erst 
wenn im Verlaufe des Leistungsbezugs der Wille oder die Möglichkeit, die 
Kinder einer Drittperson anzuvertrauen, als zweifelhaft erscheint, muss die 
zuständige Amtsstelle die Vermittlungsfähigkeit im Hinblick auf die konkrete 
Möglichkeit einer Kinderbetreuung prüfen und einen Obhutsnachweis ver-
langen. Ausser bei offensichtlichem Missbrauch ist somit nicht schon zum 
Zeitpunkt des Einreichens des Entschädigungsgesuchs der Nachweis der 
Betreuung zu prüfen, sondern auf plausible Angaben abzustellen (Ent-
scheide des Bundesgerichts vom 5. Mai 2015, 8C_674/2014, E. 4.2.2, und 
10. März 2008, C 29/07, E. 4.1). Indizien für die Zweifelhaftigkeit sind na-
mentlich ungenügende Arbeitsbemühungen, Aufgabe der vorangehenden 
Stelle wegen Betreuungspflichten, unhaltbare Anforderungen für die An-
nahme einer Stelle, Ablehnung zumutbarer Arbeit oder nicht erfüllbare An-
sprüche an die Arbeitszeiten (AVIG-Praxis ALE, Rz. B225a; vgl. zum Gan-

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zen: BARBARA KUPFER BUCHER, Bundesgesetz über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 4. Aufl. 2013, 
S. 80 ff.).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin ihre zuletzt ausgeübte Teilzeittätigkeit (bei der 
B.________ AG mit einem Beschäftigungsgrad von 80 %) wegen fehlender 
Kinderbetreuung aufgab (act. IIB 80, 98). In der Anmeldung zur Arbeits-
vermittlung von Oktober 2020 (act. IIB 89 f.) gab die Beschwerdeführerin 
eine gewünschte Tätigkeit im …bereich in einem Pensum von 60 % ganz-
tags an (act. IIB 90). Im Rahmen des Erstgesprächs mit dem RAV-Berater 
vom 2. Dezember 2020 bestätigte die Beschwerdeführerin gemäss Ver-
laufsprotokoll (act. IIB 2), mangels einer Betreuungsmöglichkeit für die Kin-
der gekündigt zu haben. Der Beschwerdegegner sah sich vor diesem Hin-
tergrund somit zu Recht veranlasst, die Vermittlungsfähigkeit bereits ab 
dem Zeitpunkt des Einreichens des Entschädigungsgesuchs näher abzu-
klären und dabei insbesondere einen Obhutsnachweis einzufordern (vgl. 
E. 2.4 hiervor). In dieser Hinsicht zeigen die Akten folgendes Bild: 

3.1.1 Der von Frau C.________ am 3. Dezember 2020 mitunterzeichne-
ten "Bescheinigung Kinderbetreuung (Obhutsnachweis)" ist zu entnehmen, 
dass diese für die Kinderbetreuung von Montag bis Freitag jeweils von 
06:00 Uhr bis 12:00 Uhr zur Verfügung stehe (act. IIB 71). 

3.1.2 In der Einsprache vom 2. Februar 2021 (act. IIB 41) brachte die Be-
schwerdeführerin vor, dass sie kein Auto habe, jedoch problemlos den öf-
fentlichen Verkehr benutzen könne. Weiter sei sie bereit, täglich von Mon-
tag bis Sonntag zu jeder Zeit zu arbeiten. Im Namen von Frau C.________ 
teilte sie mit, dass diese zurzeit arbeitslos sei und bei ihren Verwandten in 
… wohne. Frau C.________ stehe an sieben Tagen die Woche rund um 
die Uhr zur Verfügung. Sodann wies die Beschwerdeführerin nochmals 
darauf hin, dass sie ihre letzte Arbeitsstelle habe kündigen müssen, weil 
die Kinderbetreuung aufgrund der pandemiebedingten Einreisebeschrän-
kungen nicht mehr durch Personen aus ihrem Herkunftsland habe gewähr-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 7

leistet werden können (vgl. auch Kündigungsschreiben vom 18. September 
2020; act. IIB 98). Momentan könnten ihre Mutter und Stiefmutter (recte 
wohl: Schwiegermutter; vgl. Beschwerde) in die Schweiz kommen und je-
derzeit die Kinderbetreuung übernehmen.

3.1.3 Auf Nachfrage des Beschwerdegegners hin (act. IIB 30) bestätigte 
Frau C.________ im undatierten Schreiben (Posteingang beim Beschwer-
degegner vom 1. März 2021; act. IIB 27), dass sie derzeit arbeitslos sei und 
an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr zur Betreuung der Kinder zur 
Verfügung stehe. Dem Schreiben legte sie eine Kopie ihrer Identitätskarte 
der Republik D.________ bei (act. IIB 28). 

3.1.4 Am 10. März 2021 führte Frau C.________ ergänzend aus, dass sie 
weder vom Sozialdienst unterstützt werde noch Arbeit suchen müsse. So-
dann besitze sie keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz und könne 
sich hier jeweils für höchstens drei Monate pro Halbjahr aufhalten. Dem-
entsprechend reise sie immer wieder an, wenn die Beschwerdeführerin 
Hilfe bei der Betreuung der Kinder benötige; sie mache dies freiwillig und 
mit Vergnügen (act. IIB 23). 

3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

3.3 Die Angaben im Obhutsnachweis (act. IIB 71 f.) bzw. in den Schrei-
ben von Frau C.________ vom 1. und 10. März 2021 (act. IIB 23, 27) ver-
mögen - wie nachfolgend dargelegt wird - den Nachweis für eine gesicherte 
bzw. durchwegs gewährleisteten Kinderbetreuung im Hinblick auf einen 
allfälligen Stellenantritt der Beschwerdeführerin nicht mit dem erforderli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erbringen. Die 
als betreuende Person angegebene Frau C.________ ist Staatsangehörige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 8

der Republik D.________ (kein Mitglied der Europäischen Union oder der 
Europäischen Freihandelsassoziation), soll arbeitslos sein und bei Ver-
wandten in ... wohnen (act. IIB 27 f., 41). Sie besitzt nach eigenen Angaben 
keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz (act. IIB 23). Damit kann sie 
sich, wie sie auch selbst vorbringt (act. IIB 23), lediglich im Rahmen von 
Besuchsaufenthalten von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums 
von 180 Tagen bewilligungsfrei in der Schweiz aufhalten (Touristenvisum; 
vgl. Art. 2 lit. a der Verordnung vom 15. August 2018 über die Einreise und 
die Visumserteilung [VEV, SR 142.204]). Dies erlaubt Frau C.________, 
zweimal jährlich für je drei Monate im Sinne einer Gefälligkeit die Kinderbe-
treuung zu übernehmen. Gleiches gilt auch in Bezug auf die im Beschwer-
deverfahren zusätzlich als mögliche Betreuungsperson erwähnte und eben-
falls aus der Republik D.________ stammende Mutter bzw. Schwiegermut-
ter der Beschwerdeführerin. Zwar gilt eine versicherte Person prinzipiell als 
vermittlungsfähig, wenn sie dem Arbeitsmarkt für mindestens drei Monate 
zur Verfügung steht (vgl. AVIG-Praxis ALE, Rz. B227). Allerdings kann hier 
die Frage offen bleiben, ob die Möglichkeit von Drittpersonen, im Rahmen 
eines kurzfristigen Aufenthalts - d.h. höchstens 90 Tagen innerhalb eines 
Zeitraums von 180 Tagen (vgl. Art. 2 lit. a VEV) - im Sinne einer Gefälligkeit 
die Kinderbetreuung zu übernehmen, generell ungenügend ist (vgl. Be-
schwerdeantwort, S. 4), gilt doch im hier vorliegenden Einzelfall der Ob-
hutsnachweis aus den nachstehenden Gründen ohnehin als nicht erbracht. 

3.4 Die Beschwerdeführerin kündigte das letzte Arbeitsverhältnis - wie 
bereits erwähnt - mit der Begründung, dass die Kinderbetreuung aufgrund 
der pandemiebedingten Einreisebeschränkungen nicht mehr durch Perso-
nen aus ihrem Herkunftsland gewährleistet werden könne (act. IIB 98). 
D.________ figurierte ab dem 14. Dezember 2020 als Staat mit erhöhtem 
Ansteckungsrisiko im Anhang der per 8. Februar 2021 aufgehobenen (AS 
2021 61 S. 7) Verordnung vom 2. Juli 2020 über Massnahmen zur 
Bekämpfung des Coronavirus (Covid-19) im Bereich des internationalen 
Personenverkehrs (fortan: Covid-19-Verordnung Massnahmen im Bereich 
des internationalen Personenverkehrs; AS 2020 5299) bzw. ab dem 22. 
März 2021 (AS 2021 140) bis 5. Mai 2021 (AS 2021 261) im Anhang 1 der 
gleichnamigen Verordnung vom 27. Januar 2021 (SR 818.101.27). Damit 
mussten sich die betreffenden Personen unter anderem einer zehntägigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 9

(bzw. ausnahmsweise auf sieben Tage verkürzten) Einreisequarantäne 
unterziehen (vgl. Art. 2 Abs. 1 Covid-19-Verordnung Massnahmen im Be-
reich des internationalen Personenverkehrs vom 2. Juli 2020 bzw. Art. 7 
Abs. 2 resp. Abs. 4 Covid-19-Verordnung Massnahmen im Bereich des 
internationalen Personenverkehrs vom 27. Januar 2021). Zudem galt der 
ausserhalb des Schengen-Raums liegende Staat im gesamten hier mass-
gebenden Zeitraum (vom 1. Dezember 2020 bis 30. März 2021 [vgl. E. 1.2 
und 2.1 hiervor]) als Risikoland im Sinne des Anhangs 1 der Verordnung 3 
vom 19. Juni 2020 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus 
(Covid-19; SR 818.101.24 [fortan: Covid-19-Verordnung 3]), womit 
grundsätzlich ein Einreiseverbot bestand bzw. der Besuch von Verwandten 
1. und 2. Grades mit Wohnsitz in der Schweiz nur bei wichtigen familiären 
Gründen (wie Geburt, Hochzeit und schwerer Erkrankung) zulässig war 
(vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 Covid-19-Verordnung 3; Weisung des 
Staatssekretariates für Migration SEM vom 12. Februar 2021, 
Nr. 323.7-5040/3 [Umsetzung der Covid-19-Verordnung 3 sowie zum Vor-
gehen bezüglich Ein-/Ausreise in/aus der Schweiz], Ziff. 1.5; vgl. zum Un-
terschied der BAG- und SEM-Liste: <www.bag.admin.ch>, Rubrik: Corona-
virus/Reisen/BAG-Liste der Risikoländer). Mithin hätten die von der Be-
schwerdeführerin genannten Drittpersonen, soweit die Einreise überhaupt 
zulässig war, durch die obligatorische Quarantäne und der damit verbun-
denen Verpflichtung zur sozialen Absonderung die Töchter der Beschwer-
deführerin nicht fremdbetreuen dürfen (vgl. die vom BAG publizierten An-
weisungen zur Quarantäne). 

3.5 Damit steht zusammenfassend fest, dass die Einreiserestriktionen, 
welche die Beschwerdeführerin zur Kündigung ihrer letzten Arbeitsstelle 
bewegt hatten, nur kurzzeitig gelockert waren und die Beschwerdeführerin 
somit ab dem 1. Dezember 2020 über keine gesicherte lückenlose Kinder-
betreuung während mindestens drei Monaten (vgl. AVIG-Praxis ALE, 
Rz. B227) verfügte. Demnach hat der Beschwerdegegner die Vermittlungs-
fähigkeit und damit den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Arbeitslo-
senentschädigung ab dem 1. Dezember 2020 zu Recht verneint.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 10

4.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
30. März 2021 (act. II 1 bis 5) nicht zu beanstanden; die Beschwerde ist 
offensichtlich unbegründet und abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

5.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft - SECO

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2021, ALV/21/253, Seite 11

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.