# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73250bb8-dc53-59a6-bda6-8a81aa41526b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Medizinisches Gutachten beweiswertig, auf abweichende Beurteilung durch die behandelnden Ärzte kann nicht abgestellt werden; Abweisung. Gewährung uP/URV.
**Docket/Reference:** IV.2023.00172
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2023.00172.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2023.00172
II. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
26. Oktober 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Yolanda
Schweri
Kasernenstrasse 15, Postfach, 8021 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1971, war seit August 201
5
als Hilfsarbeiter
bei der
Y.___
GmbH
in Zürich
angestellt
.
Am
27. Oktober 201
5
verletzte er sich
bei einem Unfall am linken Kniegelenk
(Urk. 7/14/3 Ziff. 1-6 und 9). Die Arbeit
geberin
hatte
das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten am 23. per 31.
Oktober 2015
gekündigt
(Urk. 7/14/6).
Der Versicherte meldete sich am 9.
August 2016 unter Hinweis auf
seit
dem Unfall
verstärkte Rückenbeschwerden
und psychische Probleme
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/9 Ziff. 6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerb
liche (Urk. 7
/16, Urk. 7/20) und medizinische (Urk. 7/17, Urk. 7/19
)
Abklärungen und zog Akten des Unfallversicherers (Urk. 7/11, Urk. 7/14) zum Verfahren bei. Mit Verfügung vom 28. November 2016 (Urk. 7/24) verneinte die IV-Stelle
nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/23)
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
1.2
Der Versicherte meldete sich am 2. April
2020
unter Einreichung von Unterlagen (Urk. 7/34-35)
erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 7/36).
Mit Schreiben vom 1. Oktober 2020 (Urk. 7/40) reichte er den Austrittsbericht der
Psychiatrie
Z.___
vom 6. August 2020 ein (Urk.
7/39). Nach Einreichung weiterer Arztberichte (Urk. 7/43-44) und beruf
li
chen Abklärungen durch die IV-Stelle (Urk. 7/47-49) teilte diese dem Versicher
ten mit, dass zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/50).
Die IV-Stelle holte
in der Folge weitere
medizinische Berichte
ein
(
Urk. 7/51
, Urk.
7/60
)
und
gab
bei der Gutachtensstelle
A.___
(nachfolgend:
A.___
)
ein
polydisziplinäres Gutachten
in Auftrag
, das am 16. März 2022 (Urk. 7/74/3-54) erstattet wurde. Am 7. Juni 2022 (Urk. 7/76) erliess
die IV-Stelle den
Vorbescheid
, wogegen der Versicherte
Einwände (Urk. 7/77, Urk. 7/81) vor
brachte.
Mit Verfügung vom 16. Februar 2023 (Urk. 7/88 = Urk. 2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 20. März 2023 Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Februar 2023 (Urk. 2)
und beantragte, diese s
e
i aufzuheben
,
und es sei ihm mit Wirkung ab dem 1. August 2020, eventuell ab de
m
1. November 2020
,
eine Rente zuzusprechen. Eventuell sei die IV-Stelle zu verpflichten, den Leistungs
an
spruch nach ergänzenden Abklärungen neu zu prüfen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-3 oben). Verfahrensrechtlich beantragte der Versicherte die Bewilligung der unent
geltli
chen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung in der Person seiner Rechtsvertreterin (Urk. 1 S. 2 Ziff. 4
oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2023 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 16. Mai 2023 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lun
gen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
Da der Zeitpunkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Rentenanspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invali
denrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008
des Kreisschreibens
des Bundesamtes für Sozialversicherungen zu den Übergangsbestimmungen zur Ein
führung des linearen Rentensystems [
K
S ÜB WE IV],
gültig ab 1. Januar 2022
).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022.
Da jedoch eine anspruchsrelevante Veränderung und ein allfälliger Rentenanspruch vor dem 1.
Januar 2022 zu prüfen sind,
sind die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraus
setzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisi
ons
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
sicherten Person in einer für den Anspruch erheblich
en Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades  auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung
ist von Amtes wegen zu prüfen
, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtspre
chung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E.
2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgege
nhalten lassen (BGE 130 V 71 E.
3.2.3
; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.
).
1.
5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabe
nbereich von Bedeutung (BGE 141
V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetisc
hen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I
28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) fest, die nach der Neuanmeldung
des Beschwerdeführers
vom 2. April 2020
(am 8. Mai 2020
bei der Beschwerdegegnerin
eingegangen)
eingeholten
medizinischen Akten
hätten ergeben, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit nicht mehr zugemutet werden könne. In einer angepassten Tätigkeit bestehe dagegen seit
dem 1. April 2020 eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Es sollte sich um eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne wiederholte Zwangshaltun
gen der Wirbelsäule handeln
. Ein erhöhter Pausenbedarf sei zu empfehlen
(
S. 1 unten). Der Beschwerdeführer könne
mit einer
behinderungsangepassten
Tätig
keit
ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor, nach der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. November 2016
habe sich eine
depressive Störung entwickelt. Ein teilstationärer und ein nachfolgender stationärer Aufenthalt in einer psychiatri
schen Klinik hätten
trotz Umstellung der Medikation
keine Verbesserung des Zustandsbildes
ge
bracht
.
Es
bestünden nur geringe therapeutische Einflussmög
lichkeiten. Die weitere Behandlung
in
der Psychiatrie Z.___
sei ambulant erfolgt
(Urk. 1 S. 3 Ziff. 6-
8).
Die
Überp
rüfung des Gutachtens der
A.___
durch den regionalen ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin sei durch einen Arbeitsmediziner erfolgt (S. 4 Ziff. 13).
Nach den Berichten der Ärzte
der Psychiatrie Z.___
bestünden
eine zunehmend
chronifizierte, rezidivierende depressive Störung und ein
e
chronische Schmerz
störung. Der Beschwerdeführer verfüge kaum über Ressourcen und er könne von psychotherapeutischen Massnahmen nicht profitieren
. Von
den
behandelnden Ärzte
n
sei über die Jahre nur eine gewisse Teilarbeitsfähigkeit i
m
geschützten Rahmen attestiert worden
(S. 4
f.
Ziff. 14).
Die Begutachtung
en
durch den Fallführer und
den psychiatrischen Gutachter
sei
en
im Eilzugstempo durch
geführt worden.
Der fallführende Gutachter habe sich verspätet und den Beschwer
deführer daher nur eine gute halbe Stunde gesehen
(S. 5 Ziff. 17).
Des Weiteren wäre es die
Aufgabe des orthopädischen Gutachters der
A.___
gewesen abzuklären, ob sich die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
somatischen
Beschwerden objektivieren liessen (S. 5 Ziff. 18).
Mit den
wenigen Aktivitäten des Beschwerdeführers
lasse sich nicht nachvoll
ziehbar begründen,
inwiefern ihm eine Arbeitsfähigkeit von 80 % im ersten Arbeitsmarkt möglich sein sollte (S. 6 Ziff. 23).
Er sei während Jahren in inten
siver psychiatrisch-psychotherapeutischer und pharmakologischer
sowie
einer schmerzmedikamentösen Behandlung
gestanden, ohne dass sich eine Besserung eingestellt h
abe
(S. 7 Ziff. 26).
2.3
Die Beschwerdegegnerin verneinte m
it Verfügung vom 28. November 2016 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf IV-Leistungen (Urk. 7/24).
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer die körperlich schwere Tätigkeit als angelernter Gipser nicht mehr möglich ist.
Im vorliegenden Verfahren ist
strittig und zu prüfen,
ob
von einer
massgeblichen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers
verglichen mit dem Zeitpunkt der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
28. November 2016 auszugehen ist
,
ob auf das polydisziplinäre Gutachten der
A.___
abgestellt werden kann,
und ob neu ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Dr. med.
B.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte im
Bericht
vom 7. September 2006 (Urk. 7/14/36-37) folgende Diagnosen (S. 1):
-
cervicospodylogenes
und
lumbospondylogenes
Syndrom links seit Unfall mit PKW vom 12. November 2005
-
chronisch rezidivierende Lumbalgien seit 2000
-
Computertomographie (CT) Lendenwirbelsäule (LWS) 2004:
Spondylolyse
L5 beidseits ohne
Olisthesis
-
n
icht
neuroforaminale
kleine Diskushernie L4/5 rechts
-
psychosoziale Belastung
-
Status nach OP
Unguis
incarnatus
beidseits, 1993
-
Status nach
vertebrogener
Cephalea
, 1995
-
Ulcus
bulbi
duodenis
, 1995
Der Hausarzt
führte weiter
aus,
der Beschwerdeführer habe seit August 2001 als Gipser gearbeitet. Es
bestünden ein primär
fibromuskuläres
Schmerzsyndrom und eine muskuläre Dysbala
nce
bei leichten degenerativen Veränderungen. Die Beschwerden seien im Verlauf wesentlich aggraviert durch eine psychosoziale Belastung
. Aufgrund der familiären Konstellation werde das Risiko einer Chronifizierung als sehr hoch eingeschätzt
(S. 2).
3.2
Dr. med.
C.___
, Fachärztin für Rheumatologie und für Innere Medizin, gab im Bericht vom 5. September 2013 (Urk. 7/14/42-43) zur Anamnese an, der Patient klage seit vielen Jahre
n (mindestens seit 2000)
über rezidivierende Lumbalgien
(S. 1 oben).
Dr.
C.___
nannte als Diagnosen (S. 1):
-
chronisch-rezidivierendes
lumbovertebrogenes
und intermittierend
lumbo
spondylogenes
Schmerzsyndrom links
-
akut
exa
z
erbiert
nach Kontusion am 21. Juni 2013 (Treppensturz)
-
Spondylolisthesis L4/5 Grad I nach Meyerding bei
Spondylolyse
L5
-
reaktive Depression/psychosoziale Überlastungssituation
Dr.
C.___
habe die Arbeitsunfähigkeit verlängert.
Der Patient sei für die schwere Arbeit als Gipser aktuell nicht arbeitsfähig, zumindest nicht mit einem vollen Arbeitspensum (S. 2).
3.3
Dr.
B.___
nannte im
Überweisungsschreiben
vom 14. Dezember 2015
an Dr.
C.___
(Urk. 7/14/23-24) als Diagnosen (S. 1):
-
chronische rezidivierende Lumbalgien seit 2000
-
CT der LWS 2004:
-
Spondylolyse
L5 beidseits, ohne Spondylolisthes
is
-
nicht
neuroforaminale
kleine Diskushernie L4/5 rechts
-
Diskusprotrusionen
-
aktuell: Rezidiv mit
lumbospondylogener
Ausstrahlung
-
Status nach Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) vom 12. November 2006
Dr.
B.___
gab weiter an, s
eit
einem
Sturz
bei der Arbeit
auf das linke Bein am 27. Oktober 2015 persistierten lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in das ganze linke Bein
. Die Hüften und
die
Knie seien frei beweglich. Die Gelenkspalten am Kniegelenk seien indolent
(S. 1 unten).
Da eine länger bestehende Arbeitsun
fähig
keit vorliege, bitte sie um eine fachärztliche Beurteilung für die weitere Behand
lung und Krankschreibung (S. 2).
3.4
Dr.
C.___
berichtete am 16. Januar 2016. Der Beschwerdeführer klage nach einem Bagatellunfall Ende Oktober 2015 über verstärkte lumbale Schmerzen sowie linksseitige Beinschmerzen. Die psychosoziale Situation sei auch durch eine Trennung oder Scheidung von der Ehefrau belastet. Therapeutisch empfehle sich eine mehr aktiv orientierte Physiotherapie. Für eine körperlich schwere Arbeit könne dem Beschwerdeführer weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Bei chronisch persistierenden Rückenbeschwerden seit 15 Jahren müsse sich der Beschwerdeführer grundsätzlich die Frage stellen, ob er sich nicht nach einer leichteren Arbeit umschauen sollte (Urk. 7/14/55-56).
3.
5
Dr.
C.___
gab
im Bericht vom 10. September 2016
zuhanden der Beschwer
degegnerin
(Urk. 7/17/6-7)
an,
die seit Jahren
immer wieder
beste
hen
den lumbalen Schmerzen
würden seit einem
Bagatellunfall Ende Oktober 2015
verstärkt auftreten
. Der Patient klage seither über lumbale Schmerzen, die praktisch dauernd vorhanden seien, verstärkt bei längerem Sitzen und nachts. Daneben
seien auch
Beinschmerzen
vor
handen
, verstärkt beim Bergabgehen
, und im linken Bein komme es zu einem wechselnden Hitze- und Kältegefühl
(S. 1 Ziff. 1.4).
Es bestehe eine verminderte Belastbarkeit der lumbalen Wirbelsäule und des linken Knies.
Repetitives Hantieren mit Lasten von mehr als 10 bis 15 kg sei nicht möglich. Arbeiten in ergonomisch ungünstigen Positionen (Zwangshaltungen des Oberkörpers, nach
v
ornegebückte Haltung) seien
ebenfalls
nicht möglich.
Nicht in Frage kämen sodann repetitives in die Knie gehen oder Arbeiten auf den Knien.
Für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit (nicht ausschliesslich sitzend) sei der Patient seit der letzten Konsultation
mit einem vollen Arbeitspensum
arbeitsfähig (S. 2 Ziff. 1.7).
3.
6
Dr.
B.___
führte im Bericht vom 2. Oktober 2016
zuhanden der Beschwerde
gegnerin
(Urk. 7/19/1-5)
zur Anamnese
aus, es bestünden degenerative Verän
derungen der Wirbelsäule, welche bei körperlich mittelschweren
bis schweren Tätigkeiten
regelmässig zu Schmerzen, einer Schonhaltung und einer Belastungs
intoleranz geführt hätten. Aus diesem Grunde seien
dem Beschwerdeführer
seit 2005 immer wieder Analgetika und Physiotherapie
n
verschrieben worden
. Weiter habe er den
Patienten für gewisse Perioden arbeitsunfähig schreiben müssen. Die Situation habe sich seit der Trennung von der Ehefrau und
der
Familie vor zwei Jahren verschlechtert. In dieser Zeit habe sich insbesondere eine depressive Entwicklung eingestellt, welch
e
nun psychiatrisch behandelt werde (S. 2 Ziff. 1.4).
Für die Tätigkeit als angelernter Gipser habe vom 27. Oktober bis 31. Dezember 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden
(S. 2 Ziff. 1.6)
. Die schwere Arbeit als Gipser seit nicht
mehr
zumutbar. Wegen des körperlichen Leidens seien nur leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
möglich
.
In einer angepassten Tätigkeit sei ein Vollpensum möglich (S. 2 f. Ziff. 1.7).
3.
7
Mit Verfügung vom 28. November 2016 (Urk. 7/24)
lehnte die Beschwerde
gegnerin einen Anspruch auf IV-Leistungen ab.
Dabei ging sie davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste, körperlich leichte oder mittelschwere Tätigkeit vollumfänglich zumutbar sei.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer befand sich vom 6. Februar bis 11. März 2020
in
der Psychiatrie Z.___
in teilstationäre
r
Behandlung (Urk. 7/34 S. 1 oben). Die Ärzte
der Psychiatrie Z.___
stellten im Bericht vom 22. April 2020 (Urk. 7/34) folgende Diagnosen
:
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und chronische rezidivierende Lumbalgien seit 2000
(S. 1).
Der Patient habe es nicht geschafft, regelmässig in die Tagesklinik zu kommen. Die Behandlung sei im gegenseitigen Einverständnis vorzeitig beendet worden.
Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sollte eine Arbeitsbelastung von zwei Stunden täglich möglich sein. Ob eine sukzessive Steigerung der Arbeitszeit
möglich sei,
könne aktuell nicht beurteilt werden (S. 2).
4.2
Die Fachleute
der Psychiatrie Z.___
berichteten am 6. August 2020 (Urk. 7/39) über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers in der
Klinik D.___
der Psychiatrie Z.___
vom 16. bis 30. Juli 2020 (S. 1).
Sie gaben an, a
ktuell bestehe eine
depressive, abgeklärt wirkende Grundstimmung.
Der Beschwerdeführer habe von Gedanken
kreisen, Nervosität sowie von belastenden Lebensereignissen wie
der
Trennung
von
der Ehefrau und einem Suizidversuch des 22
-
jährigen Sohnes im Oktober 2019 berichtet
. Die Schmerzsymptomatik bestehe seit einem Unfall im Jahr 2005 und werde mit
Novalgin
und Dafalgan behandelt
(S. 1).
Trotz Umstellung der Medikation habe sich b
is zum Austritt aus der Klinik keine Verbesserung des Zustandsbildes ergeben.
Der Patient verfüge über geringe Coping-Strategien und eine verminderte Reflexions- und Introspektionsfähigkeit. Es bestünden geringe therapeutische Einflussmöglichkeiten, da der Patient nicht in der Lage sei, sich
therapeutisch mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die Weiterführung der regelmässigen Therapie
im
Ambulatorium E.___
werde
dennoch
empfohlen (S.
2 unten).
4.3
Die Ärzte
der Psychiatrie Z.___
stellten im
Verlaufsb
ericht vom 11. Dezember 2020 (Urk. 7/44) neu die Diagnose
einer
leichte
n
bis mittelgradige
n
depressiv
en
Episode
(ICD-10 F32.0
,
S. 1).
Zur Beurteilung gaben sie an
, trotz einer tagesklinischen und einer stationären Behandlung sei eine Chronifizierung der psychischen Symptomatik zu beobachten mit einem leichten
bis mittelschweren depressiven Syndrom
und einer Schmerzstörung.
Zurzeit werde eine
Arbeitsfähigkeit von 50
% im Rahmen eines Integrationsprogrammes geschätzt (S. 2).
4.4
Dr.
B.___
gab in einem ärztlichen Zeugnis vom 12. Dezember 2020 (Urk. 7/43) an,
die lumbalen Schmerzen hätten
seit dem Suizidversuch des jüngeren Sohnes des Beschwerdeführers im Herbst 2019
zugenommen
,
und es bestünden vermehrt Kopfschmerzen. Neue Bildgebungen oder rheumatologische Untersuchungen
seien nicht erfolgt
(S. 2).
4.5
Dr. med.
F.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberarzt
Psychiatrie Z.___
, gab im Verlaufsbericht vom 18. März 2021 (Urk. 7/51/1-3) an, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär (S. 1 Ziff.
1.1). Die
Hospitalisation
in der
Klinik D.___
im Juli 2020 sei aufgrund von suizidalen Gedanken des Patienten erfolgt. Er sei ohne eine relevante Verbesserung des Zustandsbildes entlassen worden. Seit Sommer 2020 sei ein stagnierender Verlauf des psychischen Zustandes zu beobachten. Der Patient sei klagsam, unflexibel und eingeengt auf somatische Beschwerden. Er habe über lebensmüde Gedanken berichtet (S. 1 Ziff. 1.3).
Der Beschwerdeführer sei ein
gepflegte
r
, modisch angezogene
r
Mann. Er sei wach und zu allen Qualitäten orientiert. Mnestische Störungen seien nicht feststellbar. Der Patient habe über ein Grübeln und eine Konzentrationsstörung berichtet. Im Kontakt sei er klagsam
,
und
er
habe mehr
mals sein Leiden betont.
Manchmal sei er weinerlich
,
und es bestünden
Zukunfts- und Existenzängste. Der Antrieb sei soweit erhalten
. Die Stimmung sei gereizt. Er habe über lebensmüde Gedanken berichtet, vor allem abe
nds
. Er pflege den Kontakt mit einigen Kollegen. Er leide an Ein- und Durchschlafstörungen
(S. 2 Ziff. 1.3).
In einer angepassten Tätigkeit (ruhiges Umfeld, wohlwollender Arbeitgeber, genügend Pausen) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag. Die Leistungsfähigkeit sei um 50 % reduziert (S. 2 Ziff. 2.1).
Es lägen eine
chronifizierte Schmerzstörung und eine depressive Störung
vor
. Der Patient verfüge über wenige Ressourcen und sei nicht psychotherapiefähig. Eine weitere
Verb
esserung des psychischen Zustandes durch die Behandlung im Ambulatorium
der Psychiatrie Z.___
sei nicht zu erwarten. Der Patient sei auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgrund einer
Dekonditionierung
nicht arbeitsfähig. Aus psychi
atrischer Sicht könne die Teilnahme
an einem Eingliederungsprogramm die Durchhaltefähigkeit und die Belastbarkeit verbessern mit der Wiedererlangung einer Teilarbeitsfähigkeit. Der Patient fühle sich zurzeit
aber
nicht in der Lage, eine Integrationsmassnahme zu besuchen (S. 2 Ziff. 3.3).
4.6
Dr.
B.___
gab im Bericht vom 8. Juni 2021 (Urk. 7/60/2-5) an, die Arbeitsun
fähigkeit werde durch das psychische Leiden ausgelöst
. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe daher durch das Ambulatorium
der Psychiatrie Z.___
zu erfolgen
(Ziff.
2.7
-2.8).
4.7
Pract
. med.
G.___
, Facharzt für Arbeitsmedizin, RAD, führte in der Stel
lungnahme vom 29. Juni 2021 (Urk. 7/75 S. 6 f.) aus, die von psychiatrischer Seite behandelnden Ärzte gingen davon aus, dass der Beschwerdeführer an beruflichen Massnahmen teilnehmen könne
(Belastbarkeit gegeben)
. Der Gesund
heitszustand sei stationär.
Die Motivation
des Beschwerdeführers
werde jedoch als gering eingeschätzt. Die Teilnahme an einem Eingliederungsprogramm könne die Belastbarkeit verbessern
,
und es könne eine
Teilarbeitsfähigkeit erreicht wer
den
(S. 6 unten).
Aus versicherungsmedizinischer Sicht werde bei unklarem gesundheitlichem Zustand und nicht nachvollziehbarer Arbeitsunfähigkeit zumin
dest in einer körperlich angepassten Tätigkeit die Einholung eines Gutach
tens empfohlen (S. 7 oben).
4.
8
4.
8
.1
Die Gutachter der Gutachtensstelle
A.___
AG erstatteten am 16. März 2022 (Urk. 7/74/3-54) ein polydisziplinäres Gutachten. Die fachärztlichen Untersu
chungen erfolgen am 11., 12. und am 18. Januar 2022 durch
Dr. med.
H.___
, Facharzt für Neurologie, Dr. med.
I.___
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, Dr. med.
J.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und
Dr. med.
K.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
(
S. 5 Ziff. 1.3 und 2.1).
Die Gutachter
gaben an, aus allgemeininternistischer Sicht könne keine Diagnose gestellt werden (S. 22 Ziff. 6.3
lit
. a).
I
n der bisherigen
und in einer angepassten
Tätigkeit
bestehe aus allgemeininternistischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von 100
% (S. 23 Ziff. 8.1
und 8.2).
4.
8
.2
Dr.
I.___
führte im
psychiatrischen Teilgutachten (S. 25-34)
aus
,
es bestünden
Schwierigkeiten mit der Familie. Seit der Scheidung habe
d
er
Beschwerdeführer
keinen Kontakt mehr
zu
seinen Kindern. Kontakt habe er nur noch zu einem Kollegen (S. 25 f. Ziff. 3.2).
Er leide unter ständigen Rückenschmerzen. Diese seien unten im Rücken ausgeprägt mit Ausstrahlung ins linke Bein, abhängig von seiner Nervosität. Er toleriere die Medikamente nicht. Es sei dabei zum Erbrechen gekommen. In der Nacht habe er Schwierigkeiten mit dem Schlafen (S. 26 oben). Er sei in psychiatrischer Behandlung. Er habe alle zwei Wochen einen Termin (S.
26).
Der Beschwerdeführer stehe um 9 Uhr auf und trinke Kaffee. Wenn es ihm gut gehe, gehe er danach spazieren. Anschliessend bereite er das Mittagessen zu. Danach sei er müde und müsse sich ausruhen.
Wenn er wieder aufstehe, höre er Musik und beschäftige sich am Computer.
Am Nachmittag gehe er wieder spaziere
n. Er kaufe auch regelmässig ein. Danach lege er sich wieder hin.
Gegen Abend treffe er einen Kollegen.
Er gehe z
wischen 23 und 24 Uhr zu Bett. Der Beschwerdeführer habe auf Nachfrage angegeben, dass er die Arbeiten im Haushalt selber erledige. Er könne Sachen von höchstens
3 bis 4 kg
heben. Ansonsten komme es zu verstärkten Rückenschmerzen (S. 28 oben).
Er habe
Quetiapin
für am Abend
und
Cymbalta
für am Morgen verordnet erhalten
.
Gegen die Schmerzen habe er Dafalgan erhalten, welches Medikament er zum Teil ein bis zweimal am Tag eingenommen habe.
Seit einem Monat
nehme
er wegen der Nebenwirkungen gar keine Tabletten mehr ein.
Er wolle gerne wieder arbeiten.
Es sei ihm
aber
unmöglich, wieder als Gipser zu arbeiten.
Er verneine, dass er sich eine körperlich einfache Tätigkeit vorstellen könne. Er habe eben auch Depressionen (S. 28 unten). Der Explorand habe im Gespräch geweint. Ein ständig klagendes, Aufmerksamkeit suchendes oder ein
aggravatorisches
Verhalten habe ansonsten nicht bestanden (S. 29 oben).
4.
8
.3
D
er Beschwerdeführer
sei im Verlauf des Gespräches aufgestanden und habe sich mit den Händen ans Kreuz gefasst und auch geweint. Die L
ebensdaten
habe er
gut angegeben können. Er habe
über eine Vergesslichkeit geklagt, die bei
m
Ein
kaufen bestehe oder als er am Schluss den Namen des untersuchenden Arztes nicht mehr gewusst habe (S. 29 Ziff. 4.1).
Die Stimmung sei depressiv mit ver
minderter Freude und dem Verlust von Interessen
gewesen
.
A
usserdem
bestünden
Schlafstörungen in der Nacht mit Ein- und Durchschlafschwierigkeiten und einer erhöhten Ermüdbarkeit am Tag
.
Der Selbstwert sei herabgesetzt gewesen mit Insuffizienzgedanken.
Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Sympto
men als Ausdruck der Angst
oder
Zwänge hätten nicht bestanden.
Die Aufmerk
samkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien nicht gestört gewesen (S. 29 Ziff. 4.3). Der
Explorand
sei bis zum Schluss aufmerksam geblieben, obschon er über eine Vergesslichkeit geklagt habe. Es könne nicht nachvollzogen werden, warum ihm eine somatisch angepasste Tätigkeit nicht
mehr
möglich sein sollte, vor allem wenn er dabei die Möglichkeit zu vermehrten Pausen habe (S. 30 Ziff. 6.2.1).
Es bestehe zwar ein sozialer Rückzug.
Der Beschwerdeführer habe
aber durchaus noch Kontakte zu einem Kollegen, mit dem er sich regelmässig und gerne treffe. Er benütze alleine die öffentlichen Verkehrsmittel und fühle sich prinzipiell fähig, kurze Strecken selber mit dem Auto zu fahren. Au
ch
Flugreisen
in seine Heimat
seien ihm möglich (S. 30 Ziff. 6.2.2). Die diagnostische Beurteilung in den Akten mit einer rezidivierenden depressiven Störung
bei einer
leichten bis mittelschwe
ren depressiven Episode könn
e
aufgrund der psychiatrischen Untersuchung bestätigt werden. Weiter bestehe eine Schmerzstörung. Zu den somatischen Prob
lemen sei aus somatischer Sicht Stellung zu nehmen. Aus psychiatrischer Sicht könne
für die Schmerzstörung
keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit attestiert wer
den. Dies auch aufgrund der täglichen Aktivitäten,
welche
dem Exploranden möglich seien
.
Er
wäre in einer somatisch angepassten Tätigkeit prinzipiell arbeitsfähig, insbesondere wenn er dazu die Möglichkeit zu depressionsbedingten vermehrten Pausen
erhalte
. Es sei möglich, dass währen
d
der stationären Behand
lung
eine etwas höhergradige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Gemittelt über den Verlauf sei eine höherprozentige Arbeitsunfähigkeit aber nicht begründet (S.
30 Ziff. 6.2.3).
Dr.
I.___
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.00/F33.10). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41, S. 31 Ziff. 6.3
lit
. b und c).
Die
chronische
Schmerzstö
rung
sei gekennzeichnet durch deutliche, etwas ausgeweitete Schmerzen, vor allem im Bewegungsapparat. Die Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, auch nicht in einer somatisch angepassten Tätigkeit, lasse sich mit de
n
somati
schen Befunden nicht objektivieren. Weiter
sei von einer
leichte
n
bis mittelgra
dige
n
depressive
n
Episode
auszugehen
, gekennzeichnet durch eine depressive Verstimmung mit verminderter Freud
e
und
dem Verlust an Interessen
,
durch
Schlafstörungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit
und
eine
n
verminderten Selbstwert mit Insuffizienz- und Schuldgedanken (S. 31 Ziff. 6.3
lit
. a).
Eine psychopharmakologische Medikation bestehe nicht. Der Explorand nehme überhaupt keine Medikamente ein
, da er unter Nebenwirkungen wie Erbrechen gelitten habe.
Gem
äss den Leitlinien könne eine antidepressive Medikation hilf
reich sein
.
Es gebe verschiedene Substanzen, so dass es nicht zu übe
r
wiegenden Nebenwirkungen kommen müsse.
Auch
mit einer
optimale
n
Behandlung könne
aber
kaum erreicht werden, dass der Explorand in absehbarer Zeit wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehe
n werde
, da er sich auch in einer angepassten Tätigkeit als nicht arbeitsfähig betrachte
. Er begründe die Arbeitsunfähigkeit mit seinen Schmerzen, die er als unfallbedingt ansehe, und mit Depressionen
(S. 31 Ziff. 7.1).
Belastend sei die chronische gesundheitliche Problematik mit Beschwerden, die sich bis heute trotz Behandlung nicht gebessert hätten. Belastend, aber medizi
nisch nicht begründet, sei auch die schwierige psychosoziale Situation mit finan
zieller Abhängigkeit vom Sozialamt
und dem
Verlust der Kontakte zu den beiden erwachsenen Söhnen infolge der Scheidung. Es bestünden Ressourcen mit
einer
gute
n
Berufserfahrung
, jedoch in
einem körperlich anspruchsvollen Beruf. Die genaue Exploration der täglichen Aktivitäten zeige, dass dem Exploranden somatisch angepasste Tätigkeiten
durchaus
möglich wären bei noch erhaltenen psychischen Funktionen. Dies stimme auch mit den psychopathologischen Befunden und den gestellten Diagnosen überein. Zur Gesundheit könne auch
die
Wiederhin
o
rientierung
zu einer
Erwerbstätigkeit gehören, mit der
der Beschwer
deführer
sich
identifizieren und ein lebenserhaltendes Einkommen erwirtschaften könne. In der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung bestehe die Mög
lichkeit, daran zu arbeiten (S. 32 Ziff. 7.2).
4.
8
.4
Aufgrund der durch die Depression bedingten erhöhten Ermüdbarkeit bestünden aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit eine Leistungseinschränkung von 20 % und eine
Arbeitsfähigkeit von 80 %.
Davon
könne gemittelt im Verlauf seit 2020 ausgegangen werden, seitdem in den Akten eine Verschlechterung
mit einer
Depression geltend gemacht worden sei (S. 32 Ziff. 8.1). In ei
ner angepass
ten Tätigkeit bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (S. 32 f. Ziff. 8.2). Eine adäquate medizinische Behandlung bestehe nicht. Diese könne theoretisch von medikamentöser Seite optimiert werden. Auch soziorehabilitative Massnah
me
n
könnten hilfreich sein mit beruflichen Massnahmen, um die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit zu realisieren (S. 33 Ziff. 9.3
).
4.
8
.5
Dr.
J.___
gab zur orthopädischen Untersuchung (S. 35-44) an, der Beschwerde
führer habe Schmerzen am Rücken und dem linken Bein sowie psychische Beschwerden angegeben. Er
habe
die Symptomatik auf Höhe des lumbosakralen Überganges
an der Mittellinie
gedeutet u
nd die zweite Bandscheibe
erwähnt
. Es komme zur Ausstrahlung
ins
linke Bein von tieflumbal bis zum lateralen Fuss
rand
. Neuerdings bestünden zudem langstreckig Schmerzen vom lateralen Ober- bis zum Unterschenkel rechts, die ausschliesslich beim Treppensteigen auftreten würden
(S. 35 Ziff. 3.1).
Bis zu einem Autounfall 2005 sei er völlig beschwerdefrei gewesen (S. 36 Ziff. 3.1 oben).
Der Explorand beklage seit einem
Autounfall
vor 16 Jahren lumbosakrale Rückenschmerzen, wobei im Verlauf linksseitige Ausstrahlungen bis in den late
ralen
Fussrand
hinzugekommen
seien
. Die im Verlauf seit November 2005 bis heute stetig zunehmende Symptomatik habe sich zuletzt, insbesondere aufgrund der psychischen Beschwerden, deutlich verschlechtert. Seit etwa einem halben Jahre leide er überdies an ausschliesslich beim
Treppaufgehen
auftretenden Beschwerden an der Aussenseite des rechten Beins. Er sei bezüglich der Geh- und Sitzdauer eingeschränkt und könne sich weder bücken noch aufrichten (S. 40 Ziff.
6.1).
Die
gesamte
Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liege
n
sei bei
ausrei
chender Kooperation problemlos durchgeführt
worden. Vier von fünf
Waddel
-Zeichen seien positiv (S. 40 Ziff. 6.2.1 Mitte). In Anbetracht des klinisch objektiv ansonsten weitgehend blanden Befundes sei auf die Anfertigung neuer Bilddo
kumente verzichtet worden. D
ie beklagten Beschwerden liessen sich durch die klinischen und radiologischen Befunde keinesfalls klar begründe
n
. Dezidiert nachvollziehbar sei
en
ein gewisser Leidensdruck an der lumbosakralen Wirbel
säule bei höhergradiger Belastung oder
der
Einnahme von Zwangshaltungen sowie eine Schmerzhaftigkeit angesichts von Veränderungen am linken Kniege
lenk
(S. 40 Ziff. 6.2.1 unten). Die im Alltag geltend gemachten Einschränkungen könnten bezüglich
ihres
Ausmasses nicht nachvollzogen werden (S. 41 Ziff. 6.2.2).
Nach dem Selbstunfall des Beschwerdeführers mit dem PKW vom 12. November 2005 könne eine klare somatische Ursache für die Schmerzen weder anamnes
tisch, klinisch noch bildgebend eruiert werden. Der Schmerzcharakter und die
ver
teilung
mit nahezu d
ie
gesamte linke Körperhälfte betreffenden Beschwerden entsprächen
ebenfalls
nicht einer somatischen Ursache. Die psychosoziale Situa
tion spiel
e
eine wesentliche Rolle bei
der
Entstehung und
dem
Unterhalt des Schmerzes
(S. 41 Ziff. 6.2.3 oben).
Dr.
J.___
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 41 f. Ziff. 6.3):
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
radiologisch lumbale degenerative Veränderungen,
Spondylolyse
LWK5/SWK1 und Hinweise für eine Affektion der Nervenwurzeln L5 beidseits sowie L4 und L5 jeweils rechts (MRI 5. April 2016)
-
chronisches Kniebeschwerden links
-
radiologisch horizontale Rissbildung des medialen
Meniskushinter
horns
sowie eine
Chrondropathie
des lateralen und
femoropatellär
en
Kompartimentes (Röntgen 14. Januar 2016 und MRI 5. April 2016)
Der orthopädische Gutachter nannte sodann als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine Schmerzausweitung (S. 42 Ziff. 6.3).
Für körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten mit überwiegend stehenden und gehenden sowie kniende
n
und kauernde
n
Positionen
einschliessende
n
Ver
richtungen, wie sie der Explorand als Gipser ausgeübt habe, bestehe eine blei
bende und vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit gelte ab dem 5. September 2013
, dies unter Verweis auf das Schreiben von Dr.
C.___
gleichen Datums
(S. 42 Ziff. 8.1). Für körperlich leichte und auch sitzende Ver
richtungen unter Wechselbelastung bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten von über 10 kg, die längerdauernde Einnahme von Zwangshaltungen des Rumpfes sowie kniende und kauernde Positionen sollten vermieden werden
. Für derartige Verrichtungen habe auch in der Vergangenheit keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 42 f. Ziff. 8.2). Die retrospektive Einschätzung zu einer Veränderung des Gesundheitsschadens im Vergleich zu 2016 sei
ange
sichts der Aktenlage
schwierig. Es könne jedoch davon ausgegangen werden, dass es auf der Ebene des Bewegungsapparates zu keiner wesentlichen Veränderung gekommen sei (S. 43 Ziff. 9.1).
4.
8
.6
Dr.
H.___
nannte im neurologischen Teilgutachten
(S. 45-50)
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbales und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links. Eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte der Gutachter nicht (S. 48 f. Ziff. 6.3
lit
. b und c). Die
beschriebenen Schmerzausstrahlungen in das linke Bein
seien nicht klassisch
dermatombezogen
. Bei der weiterführenden klinischen Untersuchung hätten sich keine relevanten sensomotorischen Defizite gefunden, insbesondere keine segmentalen Beein
trächtigungen. Ebenfalls fehlten Hinweise auf eine radikuläre Reizsymptomatik. Ein rückenschonendes Verhalten sei bei der klinischen Untersuchung nicht nach
vollziehbar (S. 48 Ziff. 6.3
lit
. a). Dr.
H.___
attestierte für die bisherige Tätigkeit aus neurologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (S. 49 Ziff. 8.1).
4.
8
.7
Die Gutachter führten zur
interdisziplinären Beurteilung (S.
4
-12)
aus
, bei
den Untersuchungen seien verschiedene Inkonsistenzen festgestellt worden. Die angegebenen Beschwerden und Einschränkungen könnten mit den somatisch objektivierbaren Befunden nicht ausreichend erklärt werden. Die subjektiv hoch
gradige Arbeitsunfähigkeit sei mit den vom Exploranden angegebenen Alltags
aktivitäten und
seinem
Verhalten während de
r
Untersuchungen nicht vollständig plausibel erklärbar (S. 8 Ziff. 4.2). Aus psychiatrischer Sicht
sei
en
e
ine rezidivie
rende depressive Störung, gegenwärtig
leichte bis mittelgradige Episode
,
und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnos
tiziert worden. Der Explorand ermüde durch die depressive Symptomatik rascher und sei in seiner Leistungsfähigkeit
für alle Tätigkeiten
etwas eingeschränkt. Die Schmerzstörung erkläre
die
subjektive
n
Beschwerden, welche bei den somati
schen Untersuchungen nicht hinreichend objektiviert werden könnten. Eine Arbeitsunfähigkeit werde dadurch
aber
nicht ausgelöst (S. 9 Ziff. 4.3
lit
. a oben). Aus orthopädischer Sicht seien körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeit
en
nicht mehr zumutbar. Bei körperlich angepassten
Tätigkeiten
sollten gegenüber den Alltagsaktivitäten keine zunehmenden Beschwerden auftrete
n
. Aus orthopädischer Sicht bestehe für solche Tätigkeiten keine Leistungsein
schränkung
(S. 9 Ziff. 4.3
lit
. a)
.
Die Gutachter nannten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9 Ziff. 4.3
lit
. b):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.10)
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
chronische Kniebeschwerden links
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41, S. 9 Ziff. 4.3
lit
. c).
Belastungsfaktoren ergäben sich aus der Lebensge
schichte und der psychosozialen Situation. Der Explorand habe keine berufliche Ausbildung
absolviert
und sei für die frühere Tätigkeit arbeitsunfähig geworden. Des Weiteren habe sich die Ehefrau von ihm getrennt, die Kinder hätten den Kontakt abgebrochen und er sei auf Unterstützung durch die Sozialhilfe ange
wiesen. Es bestünden aber auch Ressourcen für die weitere berufliche Tätigkeit
. Er habe als angelernter Arbeiter regelmässig gearbeitet. Weiter bestünden ein einigermassen geregelter Tagesablauf und der Beschwerdeführer führe seinen Haushalt selbständig. Schliesslich habe er noch wenige soziale Kontakte (S. 9 f. Ziff. 4.4).
Die Arbeitsunfähigkeit für die frühere Tätigkeit auf dem Bau sei durch die ortho
pädischen Befunde am Bewegungsapparat begründet. Die Leistungseinschrän
kung für körperlich angepasste Tätigkeit
en
sei durch die psychiatrischen Befunde begründet. Aus somatischer Sicht bestehe für angepasste Tätigkeiten keine Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit (S. 10 Ziff. 4.5). Für die bisherige Tätigkeit beziehungsweise für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei schwie
rig festzulegen. Der Explorand habe schon länger nicht mehr gearbeitet. Die lum
balen degenerativen Veränderungen seien erstmals 2013 beschrieben worden (S.
10 Ziff. 4.6). Angepasst seien körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne wiederholte
Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ständige sitzende Ver
richtungen. In einer solchen Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 % beziehungsweise eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit sei seit dem Zeitpunkt der letzten IV-Anmeldung im April 2020 anzunehmen (S. 10 Ziff. 4.7).
Die Gutachter gaben
auf die Frage
nach einer Veränderung des Gesundheitsscha
dens im Vergleich zu 2016 an, die Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätig
keit habe bereits 2016 bestanden. Seit 2020 sei die Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten durch das psychische Leiden eingeschränkt (S. 11 Ziff. 4.9.2). Aus psychiatrischer Sicht sei die Behandlung nicht adäquat. Eine Verbesserung durch die regelmässige Einnahme und Kontrolle der Antidepressiv
a
sei möglich. Mit einer Intensivierung der psychiatrischen Behandlung sei aber keine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (S. 11 Ziff. 4.9.3
-4
).
4.9
RAD-Arzt
pract
. med.
G.___
nahm am 25. März 2022 (Urk. 7/75 S. 7 f.) Stel
lung zum Gutachten der
A.___
vom 16. März 2022.
Er gab an, g
emäss Gutach
ten bestünden als Diagnosen mit
dauerhafter
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Epi
sode, ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom und Kniebeschwerden links. Als Diagnose ohne
dauerhafte
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (S.
7 Mitte). In Bezug auf die bisherige Tätigkeit als
angelernter
Gipser seien körper
lich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Aufgrund der psychischen Erkrankung
sei von
eine
r
erhöhte
n
Ermüdung und eine
r
leicht verminderte
n
Leistungsfähigkeit
auszugehen.
Als Belastungsprofil seien körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten möglich, ohne wiederholte Zwangshaltungen für die Wirbelsäule. Weiter bestünden ein leicht erhöhter Pau
senbedarf und eine etwas reduzierte Einschränkung der Leistung im Rahmen der depressiven Symptomatik (S. 7 unten).
In der bisherigen Tätigkeit als
angelernter
Gipser bestehe retrospektiv mindestens seit Anfang 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. In einer angepassten Tätig
keit gemäss Belastungsprofil bestehe retrospektiv seit April 2020 eine Arbeitsun
fähigkeit von 20 %
. Eine Intensivierung der fachpsychiatrischen Behandlung mit regelmässige
r
Einnahme und Kontrolle der psychopharmakologischen Medika
tion (Antidepressiva) könne zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers führen und diene dem Erhalt der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit.
Bei den gutachterlichen Untersuchungen seien verschiedene Inkonsistenzen fest
gestellt worden. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden und Ein
schränkungen könn
ten
mit den somatischen objektivierbaren Befunden nicht ausreichend erklärt werden. Die subjektiv hochgradige Arbeitsunfähigkeit sei mit den angegebenen Alltagsaktivitäten und
dem
Verhalten
des Beschwerdeführers
während der Untersuchungen ebenfalls nicht vollständig und plausibel erklärbar. Es bestehe eine ausgeprägte, subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeu
gung (S. 8 oben).
4.10
Die Ärzte
der Psychiatrie Z.___
führten
in einem weiteren Verlaufsbericht vom 2. September 2022 (Urk. 7/82
/1-2
) a
us
, die Konsultationen erfolgten monatlich. Bei einer Krise oder wenn es dem Beschwerdeführer nicht so gut gehe, erhalte er wöchentlich einen Termin für eine Krisenintervention. Seit Frühling 2022 benötige er regel
mässig und oft Termine für eine Krisenintervention.
Die Ärzte nannten als Diagnosen eine schwere depressive Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10 F32.2) und eine chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41
). Zum psychopathologischen Befund wurde ausgeführt, es handle sich um einen gepflegten, altersentsprechend und elegant gekleideten Mann. Er sei wach und zu allen Qualitäten orientiert. Mnestische Störungen seien nicht feststellbar. Der Beschwerdeführer
habe
über ein starkes Grübeln und eine vermehrte Vergesslichkeit
berichtet
. Formalgedank
lich sei er leicht verlangsamt
und es
seien starke Zukunftsängste vorhanden
. Trotz Medikation bestünden Ein- und Durchschlafstörungen (S. 1 f.).
Es handle sich um eine chronifizierte depressive Störung. Seit dem Bericht vom 18. März 2022
(richtig wohl: 2021)
habe sich der Befund leider
weiter
verschlech
tert. Der Patient verfüge über wenige Ressourcen
,
und er sei bei einem vorwie
gend somatischen Krankheitsverständnis wenig psychotherapiefähig.
Er
sei auf
grund der depressiven Symptomatik und einer
Dekonditionierung
auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht wäre die Teil
nahme an einem Eingliederungsprogramm wünschenswert. Die psychische Ver
fassung
des Beschwerdeführers
lasse dies aber absehbar nicht zu.
Für
eine
n
rein geschützten Rahmen
werde er
maximal zu
50 % arbeitsfähig geschätzt. Die Ein
gliederungsfähigkeit solle in ein bis zwei Jahren erneut geprüft werden (S. 2).
4.11
Pract
. med.
G.___
gab in einer weiteren Stellungnahme vom 3. Oktober 2022 (Urk. 7/87 S. 3 f.) an, im Arztbericht vom 2. September 2022 werde eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im Vergleich zu 2021 postuliert.
Eine solche
sei aufgrund der Berichterstattung nicht nachvoll
ziehbar.
Im Bericht
der Ärzte
der Psychiatrie Z.___
werde ein gepflegter, altersentsprechend elegant gekleidet
er
und voll orientiert
er Mann beschrieben
, ohne mnestische Stö
rung, somit ohne Störung des Denkens, der Auffassung und der Aufmerksamkeit. Die Beschreibung entspreche letztlich nicht der Diagnose einer schweren depres
siven Episode.
Im Vergleich zum psychopathologischen Befund von 2021
ergebe sich aus dem akt
u
ellen Befund
keine Veränderung. Auf die im Rahmen des Gut
achtens aufgedeckten Inkonsistenzen und die Tatsache,
dass
der Beschwerdefüh
rer seine Medikation nicht mehr einnehme, werde im Bericht vom 2. September 2022 nicht weiter eingegangen. Aus versicherungsmedizinischer Sicht
sei
damit
keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes
im Vergleich zum Zeit
punkt der Begutachtung
ausgewiesen. Die aktuelle Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit im Bericht vom 2. September 2022 sei als eine andere Beurteilung eines medizinisch unveränderten Sachverhaltes einzuschätzen (S. 3 unten).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdi
gen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einho
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswür
digung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
5.
3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.
4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
5.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
5.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer leidet seit Jahren
an einem
cervicospondylogenen
und
lumbospondylogenen
Schmerz
syndrom
links
und an chronisch rezidivierenden Lumbalgien (vorstehend E. 3.1-3.3).
Nach Einschätzung durch
Dr.
C.___
und Dr.
B.___
in den Berichten vom 10. September und vom 2. Oktober 2016
war dem Beschwerdeführer die körperlich schwere Arbeit als
angelernter
Gipser nicht mehr zumutbar. Eine körperlich leichte bis mittelschwere angepasste Tätig
keit war ihm dagegen
uneingeschränkt
möglich
(E. 3.
5
und 3.
6
).
Die Gutachter der
A.___
nannten
am 16. März 2022
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyn
drom und chronische Kniebeschwerden links. Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Gutachter eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Die Gutachter bestätigten für die ange
stammte Tätigkeit
unbestrittenermassen
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt
gemäss Belastungsprofil
attestierten sie
dagegen
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80
%
(E. 4.8.7 hiervor).
Abweichend zum Gutachten der
A.___
diagnostizierten die
behandelnden Ärzte
der Psychiatrie Z.___
im Bericht vom 22. April 2020 eine mittelgradige depressive Episode
, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und chronische rezidivierende Lumbalgien
. Für
eine T
ätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
attestierten sie eine
Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag. Im Verlaufsbericht vom 11. Dezember 2020
nannten
die Ärzte
der Psychiatrie Z.___
neu
als
Diag
nose
eine
leichte bis mittelgradige depressive Episode
(vorstehend E. 4.1 und 4.
3
).
Im Bericht vom 18. März 2021 wurde ein stationärer Gesundheitszustand festge
halten (E. 4.5).
Im Verlaufsbericht vom 2. September 2022 berichteten
d
ie
Ärzte
der Psychiatrie Z.___
über eine gesundheitliche Verschlechterung seit dem Vorbericht
vom
März 2021
. Nach
ihrer
Einschätzung bestand
zuletzt
in einem geschützten Rah
men eine Teilarbeitsfähigkeit von 50 %
(E. 4.10).
6.2
Das Gutachten der
A.___
beruht auf den erforderlichen polydisziplinären Untersuchungen des Beschwerdeführers und erweist sich für die streitigen Belange
grundsätzlich
als umfassend.
Weiter wurde es in
Kenntnis und in Ausei
nandersetzung mit de
n
massgeblichen
Vorakten
erstellt.
Der psychiatrische
Gutachter Dr.
I.___
legte
dar
, dass
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
auch für eine
behinderungs
angepasste
,
körperlich leichte Tätigkeit
aufgrund
der
im Gutachten beschriebenen
Alltagsaktivitäten des Beschwerdeführers nicht nachvollzogen werden kann.
Nach
dessen Angaben
kann er die
Arbeiten
im
Haushalt selb
ständig
erledigen und dabei Gewichte von 3-4 kg heben
.
Ausserdem
absolviert er
in der Regel am Vormittag und a
m
Nach
mittag ein
en
Spaziergang
, und es ist
ihm etwa möglich,
die
öffentlichen Ver
kehrsmittel
zu benützen
oder
kurze Strecken
selbständig mit
dem Auto z
urück
zulegen
(E.
4.8.2 und
4.8.
3
).
D
en
Auswirkungen
der
auch von den behandelnden Ärzten diagnostizierten
rezidivierenden
depressiven Störung
kann gemäss Dr.
I.___
mit einem erhöhten Pausenbedarf
über den Tag
Rechnung getragen werden
. Der Gutachter attestierte
dafür
aus psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsun
fähigkeit von 20 %
(E. 4.8.3
und 4.8.4
hiervor).
Der Gutachter
begründete
somit
seine
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
.
Der Umstand
allein
, dass die behandelnden Ärzte
der Psychiatrie Z.___
die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit
entgegengesetzt
zu den Gut
achtern der
A.___
beurteilt
en, kann nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens angeführt werden (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 14).
Die Gutachter
hatten
stattdessen
und
unabhängig
von der Beurteilung durch die behandelnden Ärzte
unter anderem
zu beurteilen, ob und inwieweit es der versicherten Person zumutbar ist,
trotz ihrer Beschwerden e
ine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. vorstehend E. 5.2).
Die entsprechenden Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutach
tens sind vorliegend erfüllt.
Die Dauer der psychiatrischen Begutachtung von einer Stunde und zehn Minuten (vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 17) ist
grundsätzlich
nicht zu beanstanden. Nach der Recht
sprechung des Bundesgerichts kommt es
ohnehin
nicht auf die Dauer der Unter
suchung an. Massgebend ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom 7. Septem
ber 2012 E. 8.2).
D
ass sich der
fallführende Gutachter verspätete
(vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 17)
,
schadet
angesichts
von Wiederholungen bei der Erhebung der
Kranken
geschichte
und der beklagten Beschwerden
durch die
jeweiligen
Gutachter
eben
falls nicht.
Gemäss Gutachter Dr.
J.___
ergab die klinische orthopädische Untersuchung des Beschwerdeführers einen
weitgehend
blanden Befund
(vorstehend E. 4.8.5)
.
Es ist daher nachvollziehbar, dass der
Gutachter
in Anbetracht
der Befunde
entgegen dem Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 5 Ziff. 18)
auf
neue
bildgebende Abklärungen
verzichtete
.
Die Entscheidung
über die erforderlichen
(inklusive bildgebenden)
Abklärungen fällt
ohnehin
in das
Ermessen der Gutachter.
D
as Gutachten
vermag i
nsgesamt sowohl in Bezug auf die gestellten Diagnosen als auch die Beurteilung der medizinischen Situation zu überzeugen.
Weiter leuchtet es
auch
hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit
ein
und es erlaubt die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens. Das Gutachten erfüllt
daher die Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachten
s (E. 5.1)
.
Da
darauf
abgestellt werden kann, erübrigen sich
weitere
medizinische Abklärungen
(Urk. 1 S. 2 Ziff. 3 oben)
.
6.3
Mit den Gutachter
n
der
A.___
vermag
in Anbetracht
der erwähnten
Inkonsis
tenzen
des Beschwerdeführers (
vgl.
E. 4.8.7)
nicht zu überzeugen
,
dass
in
einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit gar keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehen sollte
.
Gemäss den
Ärzte
n
der Psychiatrie Z.___
bestünde selbst an einem
geschützten Arbeitsplatz
lediglich eine
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von
50 %
(E. 4.10).
Dr.
F.___
gab im Verlaufsbericht vom 18. März 2021 einerseits an, dass in einer angepassten Tätigkeit (ruhiges Umfeld
, w
ohlwollender Arbeitgeber, genügend Pausen) eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
% besteht. Andererseits stellte er darauf ab, dass auf dem ersten Arbeitsmarkt keine
verwertbare
Arbeits
fähigkeit mehr besteht (E. 4.5). Er äusserte sich
somit
teils
widersprüchlich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
, was gegen den Beweiswert des Berichtes vom 18. März 2021 spricht.
Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen
sodann
in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren.
Ihre
Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszu
standes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gut
achten gemäss BGE 125 V 315 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte - beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgericht I 551/06 vom 2. April 2007 E. 4.2) -
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1).
Auf die Berichte der behandelnden Ärzte kann somit nicht ohne Weiteres abgestellt werden.
RAD-Arzt
pract
. med.
G.___
hatte unter anderem die Frage zu beantworten, ob
sich aus
dem Verlaufsbericht der Ärzte
der Psychiatrie Z.___
vom 2. September 2022 Hin
weise für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
seit der Begutachtung
ergeben
, was er verneinte
(vorstehend E. 4.11).
Auch wenn
pract
. med.
G.___
über einen Facharzttitel für Arbeitsmedizin, und nicht für Psychiatrie und Psychotherapie verfügt, war ihm die Überprüfung einer gesund
heitlichen Verschlechterung anhand der
vorliegenden
medizinischen Akten
auf
grund seiner Erfahrung
gleichwohl möglich.
Der Kritik an der Beurteilung durch Dr.
G.___
(Urk. 1 S. 4 Ziff. 13)
kann
daher
nicht gefolgt werden.
6.4
Die Gutachter der
A.___
nannten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit eine rezidivierende depre
ssive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgra
dige Episode, ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom und chronische Kniebeschwerden links. Die psychiatrische Diagnose einer chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren wirkt sich
gemäss Dr.
I.___
nicht zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus
(E. 4.8.3
und 4.8.7
).
Dr.
I.___
stellte zwar
eine
depressive Stimmung mit verminderter Freude, dem Verlust von Interessen und Schlafstörungen mit Ein- und Durch
schlafschwierigkeite
n
fest
. Die
Aufmerksamkeit, die Auffassung und
das
Gedächt
nis
des Beschwerdeführers
waren
während der psychiatrischen Untersuchung
jedoch nicht
beeinträchtigt.
Der
Explorand
blieb
sodann
bis
zum Schluss
der Untersuchung
aufmerksam, obschon
er über eine Vergesslichkeit
klagte
(E. 4.8.3
hiervor
)
.
Gemäss dem
psychiatrische
n
Teilgutachten
der
A.___
erweisen sich die
diagnoserelevanten Befunde
als
leicht bis höchstens mittelgradig ausgeprägt.
Nach
den Angaben
der
behandelnden Ärzte
konnte
trotz
einer teilstationäre
n
und einer stationären Behandlung
des Beschwerdeführers
in
der Psychiatrie Z.___
keine Verbesse
rung des
psychiatrischen
Zustandsbildes
erzielt werden
(vorstehend E. 4.1 und 4.2).
Die Gutachter der
A.___
kamen demgegenüber zur Einschätzung
, dass
sich
der Beschwerdeführer nicht in einer adäquaten Behandlung befinde und
mit der regelmässigen Einnahme
und Kontrolle
von Antidepressiva
eine Verbesserung möglich wäre (E. 4.8.7). Betreffend die vom Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung angeführte Medikamentenunverträglichkeit
(E. 4.8.2)
ist den Berichten der behandelnden Ärzte
der Psychiatrie Z.___
nichts
zu entnehmen.
Angesichts
der Vielzahl von Substanzen, die heute zur Behandlung von Depressionen zur Ver
fügung stehen, ist unter Verweis auf das leitliniengerechte Vorgehen mit de
m psychiatrischen
Gutachter der
A.___
von weiteren Behandlungsoptionen aus
zugehen
(E. 4.8.3)
.
Dass auch mit der Intensivierung der psychiatrischen Behand
lung
kaum erreicht werden könne, dass der Beschwerdeführer in absehbarer Zeit wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen werde,
was auf den ersten Blick mit dem eben Ausgeführten in einem Widerspruch steht, begründet
e
der psychiatrische Gutachter denn auch damit, dass sich der Beschwerdeführer selber auch für eine angepasste Tätig
k
eit als arbeitsunfähig erachte
, mithin von seiner Behinderung überzeugt sei, was sich auf die Prognose ungünstig auswirke (Urk. 7/74/3-54 S.
31 f.).
Der Beschwerdeführer leidet
an einem chronischen
lumbovertrebralen
Schmerz
syndrom
und an chronischen Kniebeschwerden links
. Daneben ist er zusätzlich
im Sinne einer Komorbidität durch eine rezidivierende depressive Stö
rung in seiner
L
eistungs
- und Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt.
Die Kategorie «funktio
neller Schweregrad» erweist sich gesamthaft als leicht bis mittelgradig ausgeprägt.
Der psychiatrische Gutachter konnte die Angaben der behandelnden Ärzte
der Psychiatrie Z.___
nicht bestätigen, wonach
der Beschwerdeführer nur über geringe persönliche Ressourcen verfügt
(E. 4.2 und 4.5)
. Dr.
I.___
wies
etwa
auf eine gute Berufs
erfahrung des Beschwerdeführers hin, auch wenn sich diese auf
die zuletzt aus
geübte körperlich schwere Arbeit bezieht.
Weiter verfügt
der Beschwerdeführer noch über Kontakte zu einem Kollegen
(vorstehend E. 4.8.3).
Ein völliger sozialer Rückzug liegt daher nicht vor
.
Der Beschwerdeführer
benützt
ausserdem
die öffentlichen Verkehrsmittel und kann
kurze
Strecken mit dem Auto zurücklegen.
Er geht spazieren
und regelmässig einkaufen. Auch erledigt er die Arbeiten im Haushalt selber.
Dies spricht dafür, dass
ihm
eine behinderungsangepasste Tätig
keit
grundsätzlich
möglich wäre, was
dieser
jedoch ablehnt. Nach Prüfung der Standardindikatoren
kann dem
Beschwerdeführer in einer behinderungsange
passten Tätigkeit
aus psychiatrischer Sicht wie von den Gutachtern der
A.___
attestiert eine Arbeitsfähigkeit von 80 % zugemutet werden.
Der medizinische Sachverhalt ist nach dem Gesagten als dahingehend erstellt zu erachten, dass in der bisherigen Tätigkeit als angelernter Gipser eine Arbeitsun
fähigkeit von 100 % besteht. Für eine behinderungsangepasste Tätigkeit besteht dagegen seit
April 2020
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80 %. RAD-Arzt Dr.
G.___
gab als Belastungsprofil
eine
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltung
en
für die Wirbelsäule
an.
Weiter bestünden ein leicht erhöhter Pausenbedarf und
eine
reduzierte Leistungs
fähigkeit
im Rahmen der depressiven Symptomatik (E. 4.8.7 und 4.9 hiervor).
6.5
Aus dem Bericht der Ärzte
der Psychiatrie Z.___
vom 2. September 2022 kann
nicht
auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers geschlossen werden. Der
darin
wiedergegebene psychopathologische Befund unterscheidet sich nur geringfügig von jenem im Bericht von Dr.
F.___
vom 18. März 2021
.
Gemäss Dr.
F.___
hatte der Beschwerdeführer schon im März 2021 über ein Grübeln und eine Konzentrationsstörung berichtet und es bestanden Zukunfts- und Existenzängste (E. 4.5). Die Ärzte
der Psychiatrie Z.___
stellten
im Bericht vom 2. Septem
ber 2022
sodann
trotz der Angabe
von nunmehr starken
Zukunftsängste
n
nicht die Diagnose einer Angststörung
(E. 4.10)
.
Es ist daher
nicht von einer
massge
benden
gesundheitlichen
Verschlechterung seit dem Gutachten der
A.___
vom 16. März 2022 auszugehen.
Stattdessen liegt
mit dem Arztbericht vom 2.
September 2022
eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes vor.
7.
Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Der Beschwerdeführer meldete sich am 2. April 2020 erneut bei der Invalidenversicherung an (Urk. 7/36). Ein Rentenanspruch ist daher ab dem 1.
Oktober 2020 zu prüfen.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete im angefochtenen Entscheid auf die Durch
führung eines Einkommensvergleichs.
Der Beschwerdeführer war zuletzt als angelernter Gipser tätig.
Die Kündigung per 31. Oktober 2015 erfolgte nicht aus gesundheitlichen Gründen (Urk. 7/14/6).
Für die Bestimmung des
Valideneinkom
mens
ist
daher
anhand der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhe
bung (LSE) vom
durchschnittlichen Lohn
für Männer
im Baugewerbe in einer einfachen Tätigkeit körperlicher oder handwerklicher Art
(Kompetenzniveau 1)
auszugehen. Für das Jahr 2020 ergibt sich
gemäss
Tabelle TA1_tirage_skill_lavel Ziff. 41-42 (Baugewerbe)
ausgehend vo
m
Kompetenzniveau
1
und bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.
3
Stunden
im Baugewerbe
im Jahr 2020
ein Jahreseinkommen von Fr.
71’
007
.-- (Fr. 5'731.-- x
12
:
40 x 41.
3
). Als
Validen
einkommen
sind daher
Fr. 71'
007
.--
zu veranschlagen.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens
sind ebenfalls Tabellenlöhne heranzuziehen.
Gemäss dem Gutachten der
A.___
und der Beurteilung durch den RAD
ist dem Beschwerdeführer eine
körperlich leichte
Hilfsarbeitertätigkeit
weitgehend uneingeschränkt
möglich.
Es ist daher
vom Totalwert
einer einfachen Tätigkeit körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau
1
)
gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_lavel für das Jahr 2020
auszugehen. Der
Beschwerde
führer
hätte dabei
ein Einkommen von Fr.
5'261.-- erzielen können.
Der verwen
dete Tabellenlohn umfasst bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts 8C_381/2017 vom 7. August 2017 E. 4.2.2)
, welche mit dem beschriebenen Belastungsprofil
in Frage kommen
. Ein Anspruch auf einen zusätzlichen
Abzug vom Tabellenlohn
besteht
damit
nicht
. Bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten Tätigkeit ergibt sich
bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(Total)
ein Einkommen von
Fr.
52'652.--
(Fr.
5'261.-- x
12 :
40 x 41.7 x 0.8). Vergleicht man das
Validenein
kommen
von Fr.
71’
007
.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 52'652.-- resul
tiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
1
8
'
355
.--
,
was einem Invaliditätsgrad von
rund 2
6
%
entspricht. Bei einem Invaliditätsgrad von deutlich unter 40 % besteht kein Rentenanspruch.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch in der Verfügung vom 16.
Februar 2023 zu Recht verneint. Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8
.
8
.1
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt.
8
.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und dem
unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung sind
sie
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8
.3
Nachdem die unentgeltliche Rechtsvertreterin trotz Aufforderung (vgl. Urk. 9) keine Honorarnote eingereicht hat, ist ihr Aufwand nach Ermessen festzulegen. Sie ist bei
Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit Fr.
2’400
.-- (inklusive Baraus
l
agen und Mehr
wertsteuer)
aus der Gerichtskasse
zu entschädigen.
8
.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom
20. März 2023
wird dem Beschwerdeführer Rechtsanwältin Yolanda
Schweri
, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt
,
und es wird ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt
,
und erkennt sodann:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Yolanda Schweri, Zürich,
wird mit Fr.
2’400
.-- (inkl. Barauslagen und MWST) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Yolanda
Schweri
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkun
den sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
Grieder-MartensBrugger