# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 248b622a-5c3e-58e2-bd11-6a12d2c9721c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.08.2018 AVI 2018/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2018-4_2018-08-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2018/4

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2018

Entscheiddatum: 20.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2018
Art. 31 Abs. 1 lit. b AVIG; Art. 33 Abs. 1 lit. a und b AVIG; 
Kurzarbeitsentschädigung; Arbeitsausfälle von Arbeitnehmenden eines 
kleineren Unternehmens im Baunebengewerbe, die infolge eines 
mehrmonatigen krankheitsbedingten Ausfalls des Geschäftsführers 
entstehen, gehören zum normalen Betriebsrisiko. Der vom 
Beschwerdeführer geltend gemachte Rückgang der Baugesuche und die 
fehlenden Auftragserteilungen nach Offertstellung, sind für die Baubranche 
als branchenüblich zu werten. Ein entschädigungsberechtigter 
anrechenbarer Arbeitsausfall liegt nicht vor (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2018, AVI 
2018/4).

Entscheid vom 20. August 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Michaela Machleidt Lehmann; a.o. Gerichtsschreiberin Janina Maier            

Geschäftsnr.                                                                                                                   

AVI 2018/4          

Parteien

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A.___ AG,

Beschwerdeführerin,

gegen

Amt für Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst,

Davidstrasse 35, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand                                                                   

Kurzarbeitsentschädigung

Sachverhalt

A.   

A.a  Die A.___ AG, vertreten durch den Geschäftsführer B.___, reichte am 17. 

November 2017 dem Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen eine 

Voranmeldung von Kurzarbeit für den Gesamtbetrieb vom 1. Dezember 2017 bis 28. 

Februar 2018 ein. Gemäss Angaben in der Voranmeldung beschäftigte das 

Unternehmen sechs Mitarbeitende inklusive eines Lernenden. Voraussichtlich würden 

drei Personen zu 70 Prozent nicht beschäftigt werden können. Zur veränderten 

Auftragslage wurde ausgeführt, es seien in den letzten Monaten nur wenige Aufträge 

eingegangen. Gemäss dem amtlich beglaubigten Handelsregisterauszug vom 7. 

Dezember 2015 ist der Zweck des Unternehmens A.___ AG der Betrieb einer 

Werkstätte mit den Abteilungen Spenglerei und sanitäre Anlagen (act. G 4.2/A3).

A.b  Mit Schreiben vom 20. November 2017 ersuchte das Amt für Wirtschaft und Arbeit 

die A.___ AG um weitere Angaben zum geltend gemachten Arbeitsausfall und zum 

Umsatz des 3. Quartals 2017 (act. G 4.2/A1).

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A.c  Mit E-Mail vom 29. November 2017 erteilte der Geschäftsführer B.___ Auskunft 

zum Umsatz des 3. Quartals 2017, welcher Fr. 127'060.-- betrage. Gleichzeitig teilte er 

mit, dass einem Mitarbeiter gekündigt werden müsse, da bis zum 30. November 2017 

vermutlich der Entscheid des Amtes für Wirtschaft und Arbeit noch nicht vorliegen 

werde. Als Grund für den möglichen Arbeitsausfall wurde sodann im E-Mailverkehr (E-

Mail vom 21. und 30. November 2017) der zehn Monate dauernde Spitalaufenthalt des 

Geschäftsführers genannt. Auf Grund dieser krankheitsbedingten Abwesenheit habe es 

am Kundenkontakt gefehlt, und komplizierte Abrechnungen seien nicht gemacht 

worden. Weiter führte der Geschäftsführer aus, dass für das 4. Quartal 2017 ein 

Umsatz von mindestens Fr. 190‘000.-- zu erwarten sei. Es bestehe noch ein Anspruch 

im Betrag von Fr. 10‘000.-- gegenüber der C.___ in D.___. Somit sei nicht von einem 

Umsatzeinbruch auszugehen (act. G 4.2/A6).

A.d  Das Amt für Wirtschaft und Arbeit wies den Geschäftsführer der A.___ AG mit E-

Mail vom 30. November 2017 darauf hin, dass ein Spitalaufenthalt des 

Geschäftsführers als zum normalen Betriebsrisiko gehörend zu erachten sei und 

deshalb voraussichtlich Einspruch gegen die Auszahlung von 

Kurzarbeitsentschädigung erhoben werde. Zur Einreichung einer schriftlichen 

Stellungnahme gewährte das Amt für Wirtschaft und Arbeit dem Geschäftsführer eine 

nochmalige Frist bis 12. Dezember 2017 (act. G 4.2/A6). Gleichentags, am 30. 

November 2017, teilte der Geschäftsführer der A.___ AG dem Amt für Wirtschaft und 

Arbeit per E-Mail mit, dass er auf eine Kurzarbeitsentschädigung verzichte und einem 

Mitarbeiter kündigen werde. Im Weiteren hielt der Geschäftsführer nochmals fest, dass 

kein Umsatzrückgang vorliege. Aufträge des Bundes würden sehr kurzfristig eingehen, 

und es seien Offerten von über Fr. 300‘000.-- ausstehend (act. G 4.2/A6).

A.e  Mit Eingabe vom 4. Dezember 2017 teilte der Geschäftsführer der A.___ AG mit, 

dass an der Voranmeldung vom 17. November 2017 festgehalten werde. Im Jahr 2017 

sei trotz krankheitsbedingter Abwesenheit des Geschäftsführers ein guter Umsatz 

erzielt worden. Der Umsatz betrage in diesem Jahr ca. Fr. 550'000.--. Ferner wurde 

angegeben, dass einem Mitarbeiter gekündigt worden sei. Der Auftragsrückgang 

erkläre sich damit, dass in der Umgebung D.___ viel weniger Baugesuche 

ausgeschrieben worden seien und dass die vielen versandten Offerten noch nicht den 

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gewünschten Effekt erzielt hätten. Die Auftragslage werde sich stark verbessern, wenn 

die Budgets für das Jahr 2018 bewilligt seien (act. G 4.2/A8).

A.f  Mit E-Mail vom 12. Dezember 2017 unterbreitete das Amt für Wirtschaft und Arbeit 

die Voranmeldung von Kurzarbeit der A.___ AG vom 17. November 2017 dem 

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO zur Beurteilung (act. G 4.2/A9). Mit Schreiben 

vom 18. Dezember 2017 empfahl das SECO auf Grund seiner Einschätzung der 

Voranmeldung dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, Einspruch gegen die beantragte 

Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung zu erheben (act. G 4.2/A15).

A.g  Mit Verfügung vom 19. Dezember 2017 erhob das Amt für Wirtschaft und Arbeit 

Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung an die A.___ AG. 

Begründet wurde der Einspruch im Wesentlichen damit, dass aufgrund der nach wie 

vor sehr wenigen Informationen keine aussergewöhnlichen Umstände erkennbar seien, 

die über das normale Betriebsrisiko hinausgehen würden. Die wenigen Angaben 

würden eher auf Arbeitsausfälle hinweisen, die als branchenüblich zu werten seien. Es 

könne daher kein anrechenbarer Arbeitsausfall anerkannt werden. Demzufolge sei 

Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung zu erheben (act. G 4.2/

A12).

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung erhob der Geschäftsführer für die A.___ AG mit Schreiben 

vom 21. Dezember 2017 bzw. 5. und 6. Januar 2018 Einsprache. Sinngemäss 

beantragte er die Aufhebung der Verfügung vom 19. Dezember 2017 und die erneute 

Prüfung der Voranmeldung von Kurzarbeit. Der Geschäftsführer machte insbesondere 

geltend, er habe widerlegt, dass wegen seiner Krankheit und dem damit verbundenen 

Spitalaufenthalt von zehn Monaten ein markanter Umsatzeinbruch zu verzeichnen sei. 

Seine Mitarbeiter hätten den Betrieb während seiner Abwesenheit bravourös 

weitergeführt. Indessen seien die Baugesuche insbesondere auch in D.___ rückläufig 

(act. G 4.2/A16, A19 und A20).

B.b  Mit Einspracheentscheid vom 11. Januar 2018 wies das Amt für Wirtschaft und 

Arbeit die Einsprache ab. Zur Begründung führte es an, dass die A.___ AG mit den 

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Tätigkeitsbereichen „Sanitär, Spenglerei und Werkleitungen“ im Baunebengewerbe 

tätig sei. Es würde somit die Rechtsprechung zur Anwendung kommen, welche für die 

engere und weitere Baubranche gelte. So habe das Bundesgericht in verschiedenen 

Entscheiden erkannt, dass in dieser Branche Schwankungen der Auftragslage im 

Jahresverlauf, insbesondere vorübergehende Auftragsrückgänge in den 

Wintermonaten, die mit einem Arbeitsausfall verbunden seien, durchaus üblich und 

daher nicht anrechenbar seien. Auch in der Einsprache werde kein aussergewöhnlicher 

Umstand für einen vorübergehenden Auftragseinbruch vorgebracht. Es müsse somit 

von einem normalen Betriebsrisiko ausgegangen werden (act. G 1.1).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegend zu beurteilende 

Beschwerde vom 15. Januar 2018. Der Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 

beantragt sinngemäss die Bewilligung von Kurzarbeit für die in der Voranmeldung 

genannte Zeitperiode. Er macht unter anderem geltend, er habe die Behauptung des 

Beschwerdegegners, dass wegen seines mehrmonatigen Spitalaufenthaltes ein 

markanter Umsatzeinbruch zu verzeichnen sei, eindeutig widerlegt. Der Betrieb sei 

auch in Abwesenheit des Geschäftsführers erfolgreich durch die Mitarbeiter 

weitergeführt worden. Des Weiteren habe einem Mitarbeiter vorsorglich gekündigt 

werden müssen. Sollte keine Kurzarbeit eingeführt werden können, gelte diese 

Kündigung. Sodann führt der Vertreter der Beschwerdeführerin aus, dass das 

Staatssekretariat für Wirtschaft SECO in seiner Beurteilung vom 18. Dezember 2017 

nur die einseitigen Angaben des Beschwerdegegners bestätige. Im Übrigen seien bei 

der Eidgenossenschaft Offerten von über Fr. 300‘000.-- ausstehend. Ebenfalls wird 

geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin früher für einen Unternehmer aus E.___ 

etwa zehn Fertighäuser montiert habe. Die letzten Monate seien wegen des steigenden 

Euros keine Aufträge mehr eingegangen. Pro Haus mache dies etwa Fr. 50‘000.-- aus 

(act. G 1 und G 4.2/A22).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2018 beantragt der Beschwerdegegner 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist er auf den 

Einspracheentscheid vom 11. Januar 2018 (act. G 4).

Erwägungen

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1.   

1.1  Vorliegend umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob der gemäss 

Voranmeldung der Beschwerdeführerin vom 17. November 2017 geltend gemachte 

Arbeitsausfall für den Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 im 

Rahmen von Kurzarbeit entschädigungsberechtigt ist.

1.2  Arbeitnehmer, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz 

eingestellt ist, haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn unter anderem der 

Arbeitsausfall anrechenbar und vorübergehend ist und erwartet werden darf, dass 

durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden können (Art. 31 Abs. 1 lit. b und d 

des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 

Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Ein Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er 

auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a 

AVIG) und wenn er zudem je Abrechnungsperiode mindestens 10% der Arbeitsstunden 

ausmacht, die von den Arbeitnehmern des Betriebes normalerweise insgesamt 

geleistet werden (Art. 32 Abs. 1 lit. b AVIG). Ein Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als 

anrechenbar, wenn er durch betriebsorganisatorische Massnahmen wie Reinigungs-, 

Reparatur- oder Unterhaltsarbeiten sowie andere übliche und wiederkehrende 

Betriebsunterbrechungen oder durch Umstände verursacht wird, die zum normalen 

Betriebsrisiko des Arbeitgebers gehören (Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG). Ebenfalls nicht 

anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, wenn er branchen-, berufs- oder betriebsüblich ist 

oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht wird (Art. 33 Abs. 1 lit. 

b AVIG). Damit will das Gesetz vor allem regelmässig wiederkehrende Arbeitsausfälle 

von der Kurzarbeitsentschädigung ausschliessen (BGE 121 V 374 E. 2a mit Hinweisen; 

ARV 1999 Nr. 10 S. 50 E. 2).

1.3  Vorübergehend im Sinne von Art. 31 Abs. 1 lit. d AVIG ist ein Arbeitsausfall dann, 

wenn mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit voraussehbar ist, dass der Betrieb innert 

nützlicher Frist wieder zur vollen Beschäftigung zurückkehren kann. Davon ist 

auszugehen, wenn nicht konkrete Anhaltspunkte die gegenteilige Schlussfolgerung 

zulassen (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. Basel 2016, Rz 

472; BGE 121 V 373 E. 2a). Das Anspruchsmerkmal der nur vorübergehenden Dauer 

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des Arbeitsausfalls wird vorliegend von der Verwaltung nicht in Frage gestellt. Zu 

prüfen ist jedoch, ob der Arbeitsausfall anrechenbar im Sinne von Art. 32 AVIG ist bzw. 

ob diesbezüglich nicht ein Ausschlussgrund im Sinne von Art. 33 AVIG vorliegt.

1.4  Der Begriff der wirtschaftlichen Gründe im Sinne von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG ist 

nach Lehre und Rechtsprechung weit auszulegen. Wirtschaftliche Gründe für den 

Arbeitsausfall liegen einerseits vor, wenn die Nachfrage nach den normalerweise von 

einem Betrieb angebotenen Gütern und Dienstleistungen zurückgeht, und andererseits, 

wenn Faktoren angesprochen sind, die entweder durch den Markt beeinflusst werden 

oder sich auf die Stellung eines Produktes auf dem Markt auswirken. Darunter können 

auch behördliche Massnahmen verstanden werden, wie bei Preiserhöhungen eines 

Produkts zufolge Wegfalls von Subventionen (BGE 128 V 307 E. 3a; NUSSBAUMER, 

a.a.O., Rz 479). Der Begriff des wirtschaftlichen Grundes erfasst sowohl konjunkturelle 

als auch strukturelle Gründe, welche einen Nachfrage- bzw. Umsatzrückgang zur Folge 

haben (AVIG-Praxis KAE, Rz C2).

1.5  Der auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführende Arbeitsausfall muss auch 

unvermeidbar sein. Diese kumulative Voraussetzung ist Ausdruck der 

Schadenminderungspflicht. Vom Arbeitgeber kann verlangt werden, dass er zumutbare 

Vorkehren zur Abwendung des Arbeitsausfalls trifft. Vermeidbar ist die Kurzarbeit 

jedoch nicht bereits deshalb, weil der Arbeitgeber ihr durch Personalentlassungen 

hätte vorbeugen können. Vielmehr muss sich die Annahme der Vermeidbarkeit des 

Arbeitsausfalls auf hinreichend konkrete Gründe stützen und die Verwaltung muss 

geeignete zumutbare Massnahmen nennen, die der Arbeitgeber zu ergreifen 

unterlassen hat. Keine wirtschaftlichen Gründe stellen etwa wetterbedingte, technische 

oder in der Person des Arbeitgebers oder des Kunden liegenden Ursachen (wie Tod, 

Krankheit oder Unfall) dar (NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 480).

1.6  Mit dem eine Kurzarbeitsentschädigung ausschliessenden normalen Betriebsrisiko 

im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG sind die „gewöhnlichen“ Arbeitsausfälle gemeint, 

mithin jene Ausfälle, die erfahrungsgemäss regelmässig und wiederholt auftreten, 

demzufolge vorhersehbar und in verschiedener Weise kalkulatorisch erfassbar sind. 

Was in diesem Sinne als normal gelten soll, darf nach der Rechtsprechung nicht nach 

einem für alle Unternehmensarten allgemein gültigen Massstab bemessen werden, 

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sondern ist in jedem Einzelfall auf Grund der mit der spezifischen Unternehmertätigkeit 

verbundenen besonderen Verhältnisse zu bestimmen (BGE 119 V 500 E. 1 mit 

Hinweisen; ARV 2000 Nr. 10 S. 57 f. E. 4b). Dabei kommt dem Gesichtspunkt der 

Vorhersehbarkeit massgebende Bedeutung zu. So gehören Arbeitsausfälle, die jeden 

Arbeitgeber treffen können, zum normalen Betriebsrisiko und sind in der Regel vom 

Unternehmen zu tragen. Lediglich wenn sie ausserordentlicher oder 

aussergewöhnlicher Natur sind, sind sie anrechenbar und damit 

entschädigungsberechtigt. Beschäftigungsschwankungen aufgrund verstärkter 

Konkurrenzsituation wie auch Arbeitsausfälle im Baugewerbe, welche wegen 

mangelnder Zahlungsfähigkeit des Bauherrn oder wegen hängiger Einspracheverfahren 

zu Verzögerungen führen, stellen daher normales Betriebsrisiko dar (NUSSBAUMER, 

a.a.O., N 485). Das Bundesgericht hat ebenfalls in verschiedenen Entscheiden erkannt, 

dass bei Bauunternehmungen Schwankungen in der Auftragslage im Jahresverlauf, 

insbesondere ein Rückgang der Aufträge im Winter, erfahrungsgemäss durchaus üblich 

sind (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2003, C 248/03, E. 1; Urteil C 

237/06 vom 6. März 2007; Nussbaumer, a.a.O., Rz 487 mit weiteren Hinweisen). 

Demzufolge ist der darauf zurückzuführende Arbeitsausfall saisonal und betriebsüblich 

und gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. b AVIG nicht anrechenbar.

2.   

2.1  Die Beschwerdeführerin begründete den Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung 

im Verwaltungsverfahren zunächst damit, dass der zehnmonatige Spitalaufenthalt des 

Geschäftsführers ein Grund für den möglichen Arbeitsausfall sein könnte, weil dadurch 

direkte Kundenkontakte gefehlt hätten (vgl. E-Mail vom 21. und 30. November 2017, 

act. G 4.1/A6). Im Beschwerdeverfahren wird diese Begründung für die Einführung von 

Kurzarbeit zu Recht nicht mehr vorgebracht. Denn eine krankheitsbedingte 

Abwesenheit des Geschäftsführers kann nicht zu einem wirtschaftlich begründeten 

Arbeitsausfall führen. Vielmehr liegt es an der Unternehmung, sich so zu organisieren, 

dass auch bei krankheitsbedingtem Ausfall eines Geschäftsführers der Kundenkontakt 

aufrechterhalten bleiben kann. Im Übrigen machte die Beschwerdeführerin schon in der 

Eingabe vom 4. Dezember 2017 geltend, trotz krankheitsbedingter Abwesenheit des 

Geschäftsführers sei im Jahr 2017 ein guter Umsatz erzielt worden, der noch in der 

"Toleranz der vergangenen Jahre" liege (act. G 4.1/A8).

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2.2  Im Weiteren begründet die Beschwerdeführerin den Antrag auf Einführung von 

Kurzarbeit damit, dass im Raum D.___ ein Rückgang der Baugesuche festzustellen sei; 

ausserdem fehle die Auftragserteilung bzw. Rückmeldung nach vielen Offertstellungen. 

Gemäss ihren Angaben in Ziffer 9 der Voranmeldung ist die Beschwerdeführerin in den 

Bereichen „Sanitär, Spenglerei und Werkleitungen“ tätig, womit ihre Unternehmung 

dem Baunebengewerbe angehört (act. G 4.2/A3; vgl. auch amtlich beglaubigter 

Handelsregisterauszug vom 7. Dezember 2015, act. G 4.2/A3). Schwankungen bei der 

Anzahl von Baugesuchen und entsprechend Rückgänge bei den Aufträgen bzw. 

fehlende Rückmeldungen auf zugestellte Offerten sind nach der in E.1.6 erwähnten 

Rechtsprechung für Bauunternehmungen als branchenüblich zu werten. Ein 

vorübergehender Auftragseinbruch, der mit einem Arbeitsausfall verbunden ist, gehört 

demnach zum betriebsüblichen Arbeitsausfall, der jeden Arbeitgeber des Bauhaupt- 

und des Baunebengewerbes treffen kann. Vorliegend reichte der Beschwerdeführer am 

17. November 2017 dem Beschwerdegegner eine Voranmeldung von Kurzarbeit für 

den Gesamtbetrieb vom 1. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 ein, also genau in den 

Wintermonaten, in denen ein Rückgang der Aufträge üblich sein kann. Der geltend 

gemachte Rückgang der Baugesuche im Raum D.___ und die fehlenden 

Auftragserteilungen nach Offertstellung sind mithin als betriebsüblicher Arbeitsausfall 

zu werten und nicht anrechenbar (Art. 33 Abs. 1 lit. b AVIG).

2.3  In den Beschwerdeeingaben vom 11./15. Januar 2018 macht die 

Beschwerdeführerin sodann geltend, früher für einen Unternehmer aus E.___ rund 10 

Fertighäuser im Jahr montiert zu haben. In den letzten Monaten seien keine Aufträge 

mehr eingegangen, weil der Euro so gestiegen sei. Die Fertighäuser seien um Fr. 

50'000.-- teurer geworden, weshalb die Nachfrage zusammengebrochen sei. Es trifft 

zu, dass der Euro im Vergleich zum Schweizer Franken im zweiten Halbjahr 2017 

stärker geworden ist (vgl. Wechselkursentwicklung EUR-CHF in www.finanzen.ch/

waehrungsrechner). So bestand am 3. Juli 2017 ein Wechselkurs von 1.0952, während 

der Wechselkurs am 31. Dezember 2017 1.1698 betrug. Die Kursschwankungen in 

diesem Zeitraum waren jedoch nicht ausserordentlich. Wie das Bundesgericht erkannt 

hat, gehören Währungsschwankungen in der Bandbreite von weniger als 10% 

gegenüber dem längere Zeit üblichen Wechselkurs jedenfalls zum normalen 

Betriebsrisiko (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 28. September 2012, 8C_267/2012, 

E. 3.3). Ohnehin ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin keinerlei Belege 

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anführt, weshalb sie auf Grund des 2017 gestiegenen Eurokurses erhebliche 

Umsatzeinbussen bzw. einen anrechenbaren Arbeitsausfall hinnehmen musste. Aus 

der geltend gemachten Währungssituation vermag die Beschwerdeführerin nichts zu 

ihren Gunsten abzuleiten.

2.4  Aussergewöhnliche oder ausserordentliche Umstände, welche ausnahmsweise zu 

einer Entschädigungsberechtigung führen könnten, sind aus den vorliegenden Akten 

nicht ersichtlich. Es muss somit von einem normalen Betriebsrisiko im Sinne von Art. 

33 Abs. 1 lit. a AVIG ausgegangen werden.

2.5  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2018
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