# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbe1bd35-4676-56ce-8778-fd178e0ec9c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2008 D-6914/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6914-2008_2008-11-07.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6914/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._____
Nigeria,
B.______
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 16. Oktober 2008 / N______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6914/2008

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten  (Europäische Menschenrechtskonvention, 
EMRK, SR 0.101),

des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30),

der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101),

stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer  am 20. Juli  2008  ohne  Einreichung von 
Identitätsdokumenten in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

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dass er im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel am 30. Juli 2008 
einer Erstbefragung unterzogen und am 15. August 2008 nach Art. 29 
Abs. 4 AsylG angehört wurde,

dass er dabei unter anderem angab, nigerianischer Staatsangehöriger 
zu sein und von 1980 bis zu seiner Ausreise in C._____ gewohnt zu 
haben,

dass er von einem Nachbarn erfahren habe, seine Ehefrau empfange 
während seiner beruflichen Abwesenheit männlichen Besuch, 

dass  sich  dieser  Verdacht  bestätigt  habe,  als  er  eines  Nachts 
unverhofft früher als vorgesehen nach Hause gekommen sei und seine 
Ehefrau mit einem anderen Mann in ihrem Zimmer überrascht habe, 

dass er beide erschossen habe und danach zu einem Freund geflüch-
tet  sei,  bei  dem er  eine  Woche verbracht  habe,  bevor  er  mit  einem 
Schiff an einen ihm unbekannten Ort und danach in einem Lastwagen 
in die Schweiz gereist sei, 

dass er nie Identitätspapiere besessen habe und ohne Identitätsdoku-
mente durch ihm unbekannte Länder gereist sei,

dass für weitere Einzelheiten auf die angefochtene Verfügung und die 
vorinstanzlichen  Akten verwiesen  werden  kann  (vgl. Art.  109  Abs. 3 
BGG i.V.m. Art. 6 und Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass der Beschwerdeführer trotz Aufforderung im Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum  Basel  bis  zum  jetzigen  Zeitpunkt  keine  Identi-
tätspapiere eingereicht hat,

dass das BFM mit - am 17. Oktober 2008 eröffnetem - Entscheid vom 
16. Oktober 2008 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 
AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat, 
dessen Wegweisung anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar 
und möglich erachtete,

dass der Beschwerdeführer mit vorab per Telefax am 21. Oktober 2008 
eingelangter Eingabe an das BFM gelangte, 

dass  diese  Eingabe  in  der  Folge  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
weitergeleitet wurde,

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und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung hat  und daher  zur  Einreichung der  Beschwerde le-
gitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die  Beschwerde nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes abge-
fasst ist, jedoch auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbes-
serung verzichtet werden kann, da sich aus der in englischer Sprache 
verfassten  Beschwerdeschrift  genügend  klare,  sinngemässe  Rechts-
begehren mit entsprechender Begründung ergeben und ohne weiteres 
darüber befunden werden kann, 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist, 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde, 

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dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründet-
heit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz 
der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  im  Fall  der  Begründetheit  des  Rechtsmittels 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass indessen bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nicht-
eintretenstatbestand vom Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf 
welchen sich die hier angefochtene Verfügung stützt, das BFM im Rah-
men einer summarischen Prüfung das offenkundige Nichterfüllen der 
Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige 
Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat (vgl. 
Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb insoweit bei dagegen er-
hobenen Beschwerden auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegen-
stand bildet (vgl. BVGE 2007/8 vom 11. Juli 2007 E. 2.1.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetre-
ten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von 
48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspa-
piere abgeben,

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird  oder  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlings-
eigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass das Bundesamt offensichtlich zu Recht zum Schluss gelangt ist, 
der  Beschwerdeführer  mache  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das 
versäumte Einreichen von Identitätsdokumenten geltend, 

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dass hierzu auf die zutreffenden Erwägungen des Bundesamtes ver-
wiesen  werden  kann,  zumal  in  der  Beschwerdeschrift  auf  die  vorin-
stanzlichen  Erwägungen  nicht  näher  eingegangen  wird,  sondern 
vielmehr im Widerspruch zu der Angabe im vorinstanzlichen Verfahren, 
weder  einen  Reisepass  noch  eine  Identitätspapiere  besessen  zu 
haben,  lediglich  pauschal  darauf  hingewiesen  wird,  als  Flüchtender 
habe  er  keine  Gelegenheit  mehr  gehabt,  Identitätspapiere  bei  sich 
Zuhause holen zu gehen, 

dass der Beschwerdeführer im Weiteren angab, er  wisse über seine 
Reise nichts Genaueres, da er sich im Schiff habe verstecken müssen,

dass  diese  Erklärungsversuche  nicht  zu  überzeugen  vermögen  und 
daher nicht geeignet sind, die Einschätzung der Vorinstanz in Frage zu 
stellen, 

dass im Weiteren, wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten, die 
Vorbringen des Beschwerdeführers, seine Ehefrau und dessen Liebha-
ber umgebracht zu haben und deswegen geflüchtet zu sein, nicht als 
asylrelevant zu erachten sind, weshalb die Frage der Glaubhaftigkeit 
dieser Vorbringen nicht abschliessend beurteilt werden muss, 

dass in der Beschwerdeschrift mit keinem Wort auf diese Feststellung 
eingegangen wird,

dass  daher  keine  Abklärungen  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  AsylG 
notwendig erscheinen,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass, falls sich ein Asylsuchender nicht im Besitz einer fremdenpolizei-
lichen Aufenthaltsbewilligung befindet,  die  Anordnung einer  Wegwei-
sung die gesetzliche Regelfolge der Ablehnung eines Asylgesuches ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass im vorliegenden Fall der Beschwerdeführer über keine derartige 
Bewilligung verfügt und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend 
machen kann, weshalb die von der Vorinstanz ausgesprochene Weg-
weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu 
bestätigen ist, 

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dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht  zumutbar,  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von  Ausländern  regelt 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG), 

dass der Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers nach den völ-
kerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz (Art. 3 EMRK; Art. 33 Abs. 
1 FK ) sowie nach Art. 5 Abs. 1 AsylG sowie Art. 25 Abs. 2 BV zulässig 
ist, da er wie ausgeführt die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht 
erfüllt, 

dass sich die Situation in Nigeria seit  dem Sommer 1998 wesentlich 
verbessert  hat und in den Akten auch keine Anhaltspunkte dafür be-
stehen, der Beschwerdeführer würde im Falle einer Rückführung einer 
konkreten Gefährdung ausgesetzt,

dass sich der Beschwerdeführer gemäss Akten am 13. beziehungswei-
se  19.  August  2008  wegen  Bauchschmerzen  und  Hautausschlag  in 
medizinische Behandlung begeben musste, jedoch in der Beschwerde 
keinerlei Gesundheitsbeschwerden oder Behandlungs- respektive Ab-
klärungsbedürftigkeit geltend macht,

dass der relativ junge Beschwerdeführer nach eigenen Angaben bis zu 
seiner Ausreise seinen Lebensunterhalt als Lastwagenfahrer bestritten 
hat und im Weiteren in Gestalt seiner Mutter und einer Schwester im 
Heimatstaat über ein intaktes Beziehungsnetz verfügt,

dass es somit keinen Grund für die Annahme gibt,  der Beschwerde-
führer könnte nach einer Rückkehr nach Nigeria dort  sowohl in wirt-
schaftlicher als auch in sozialer Hinsicht nicht wieder Fuss fassen, wo-
mit sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar erweist,

dass der Vollzug der Wegweisung somit im Sinne von Art. 83 AuG als 
zulässig,  zumutbar  und  möglich  zu  erachten  und  der  angefochtene 
Wegweisungsvollzug daher zu bestätigen ist,

dass die  angefochtene Verfügung,  da diese weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde  (vgl.  106 
AsylG), zu bestätigen und die Beschwerde daher abzuweisen ist,

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dass die Verfahrenskosten in  der Höhe von Fr. 600.--  in  Anwendung 
von Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE dem Beschwerde-
führer als unterliegende Partei aufzuerlegen sind.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an:

- den  Beschwerdeführer (eingeschrieben;  Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.- Nr. N______ (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand:

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