# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6f6c32e-a491-534c-984e-af520c2b196f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.03.2024 D-1674/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1674-2024_2024-03-20.pdf

## Full Text

,   B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1674/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger,   

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat); 

Verfügung des SEM vom 11. März 2024 / N (…). 

 

 

 

D-1674/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 12. November 2023 suchte der Beschwerdeführer in der Schweiz um 

Asyl nach. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank 

(Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass er am 27. Oktober 2022 bereits in 

Griechenland um Asyl nachgesucht hatte und ihm dort am 21. Dezember 

2022 internationaler Schutz gewährt worden war. 

B.  

Am 12. Januar 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden gestützt 

auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in 

den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Drittstaatsange-

höriger (nachfolgend: Rückführungs-Richtlinie) und auf das Abkommen 

zwischen der Schweiz und Griechenland über die Rückübernahme von 

Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006  

(SR 0.142.113.729) schriftlich um Rückübernahme des Beschwerdefüh-

rers. 

C.  

Am 15. Januar 2024 stimmten die griechischen Behörden dem Übernah-

meersuchen des SEM vom 12. Januar 2024 zu. Sie bestätigten, der Be-

schwerdeführer sei in Griechenland als Flüchtling anerkannt (gültiger 

Schutzstatus vom 5. Januar 2023 bis 4. Januar 2026). 

D.  

Im Rahmen der Personalienaufnahme (PA) vom 27. Februar 2024 und des 

persönlichen Gesprächs zur Rückführung in einen sicheren Drittstaat 

(RüA) vom 1. März 2024 gab der Beschwerdeführer hinsichtlich des Rei-

seweges an, er habe seinen Heimatstaat vor rund fünf Jahren verlassen 

und sei mit einem Schlepper nach Griechenland gereist, wo er zunächst in 

Thessaloniki gelebt habe. Als der Schlepper seine Bezahlung verlangt 

habe, sei er nach Athen «geflohen», habe sich dort bei der Polizei gemeldet 

und als Minderjähriger um Asyl nachgesucht. Das Datum seiner Ausreise 

aus Griechenland kenne er nicht und er sei im Besitz eines Reisepasses 

mit dem Flugzeug in die Schweiz eingereist. Betreffend eine allfällige Rück-

kehr nach Griechenland erklärte der Beschwerdeführer, er wolle nicht dort-

hin zurückkehren. Die griechischen Behörden würden ihn als nunmehr Voll-

jährigen nicht unterstützen, weshalb sein Leben in Griechenland in Gefahr 

sei. Hinsichtlich seiner gesundheitlichen Situation gab er an, es gehe ihm 

physisch gut. Im Gegensatz zu früher komme er heute psychisch gut damit 

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Seite 3 

klar, seine Familie nicht mehr gesehen zu haben, jedoch schlafe er seit 

seiner Ankunft in der Schweiz schlecht.  

E.  

Das SEM tätigte im Verlauf des Verfahrens diverse medizinische Abklärun-

gen (Arztberichte vom 1. Dezember 2023, 8. Dezember 2023, 27. Dezem-

ber 2023, 31. Dezember 2023 sowie Verlaufsblätter der medizinischen Be-

treuung).   

F.  

Am 1. März 2024 reichte die damalige Rechtsvertretung beim SEM einen 

Auszug aus dem griechischen Reisepass in Kopie ein.  

G.  

Mit Stellungnahme vom 11. März 2024 äusserte sich die damalige Rechts-

vertretung des Beschwerdeführers zum beabsichtigten Nichteintretensent-

scheid der Vorinstanz und zur Wegweisung nach Griechenland.  

Sie machte im Wesentlichen geltend, der Beschwerdeführer könne nicht 

nach Griechenland zurückkehren, weil der Schlepper ihn mit dem Tod be-

droht habe und ihn immer noch suche. Zudem müsse er gemäss Angaben 

des dortigen Sozialarbeiters nach Erlangen der Volljährigkeit das Camp 

verlassen, weshalb ihm bei einer Wegweisung Obdachlosigkeit drohen 

würde, wobei er keinerlei Unterstützung der Behörden erwarten dürfe. Ge-

mäss öffentlichen Quellen sei aufgrund des überlasteten Asylsystems eine 

Verletzung von Art. 3 EMRK zu befürchten.  

H.  

Mit am 12. März 2024 eröffnetem Entscheid vom 11. März 2024 trat die 

Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn 

aus der Schweiz weg und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt 

der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen; ansonsten werde er in Haft 

genommen und unter Zwang nach Griechenland zurückgeführt. Gleichzei-

tig beauftragte die Vorinstanz den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der 

Wegweisung. 

I.  

Mit Eingabe vom 12. März 2024 teilte die damalige Rechtsvertretung dem 

SEM die Beendigung des Mandatsverhältnisses mit dem Beschwerdefüh-

rer mit.  

D-1674/2024 

Seite 4 

J.  

Der Beschwerdeführer erhob am 15. März 2024 beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 11. März 

2024. Er beantragte dessen Aufhebung und auf das Asylgesuch einzutre-

ten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung und um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die Einsetzung 

eines amtlichen Rechtsbeistandes. 

K.  

Mit Schreiben vom 18. März 2024 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwer-

deführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

mit Vorbehalt von nachstehender Erwägung (E.) 1.2 – einzutreten (Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.2 Auf den Prozessantrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde ist, da dieser eine solche bereits von Gesetzes wegen zu-

kommt und sie von der Vorinstanz nicht entzogen wurde (Art. 55 VwVG), 

mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten.  

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die Vor-

instanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 

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Seite 5 

m.w.H.). Bezüglich der Frage der Wegweisung und des Vollzugs hat das 

SEM eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Gericht diesbe-

züglich volle Kognition zukommt. 

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu 

behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn die asylsuchende Person in einen sicheren Drittstaat nach 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem sie sich vorher 

aufgehalten hat. 

Der Bundesrat bezeichnet Staaten, in denen nach seinen Feststellungen 

effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG be-

steht, als sichere Drittstaaten (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Durch den Be-

schluss des Bundesrates vom 14. Dezember 2007 wurden sämtliche Län-

der der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsasso-

ziation (EFTA) als sichere Drittstaaten bezeichnet. 

4.2 Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, 

dass es sich bei Griechenland, als Mitglied der EU, um einen sicheren Dritt-

staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG handelt. Den Akten ist zu 

entnehmen, dass die griechischen Behörden dem Beschwerdeführer am 

21. Dezember 2022 internationalen Schutz gewährten und seiner Rück-

übernahme am 15. Januar 2024 ausdrücklich zugestimmt haben (A21/1). 

Griechenland ist unter anderem Signatarstaat der FK und es bestehen we-

der objektive Anhaltspunkte noch substanzielle Hinweise für eine drohende 

Rückschiebung in seinen Heimatstaat unter Verletzung des Refoulement-

Verbots. Weder der vorherige Aufenthalt in Griechenland noch die erhal-

tene Aufenthaltsbewilligung werden in der Beschwerde bestritten. Die Be-

schwerdevorbringen hinsichtlich der Lebensumstände in Griechenland 

sind in nachstehenden E. 9 und E. 10 betreffend Wegweisungsvollzug zu 

berücksichtigen.  

4.3 Bei dieser Sachlage ist das (sinngemässe) Begehren auf Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz mit der Anweisung, auf das Asylgesuch 

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Seite 6 

einzutreten, abzuweisen. Festzustellen ist vielmehr, dass die Vorausset-

zungen für einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a 

AsylG erfüllt sind. Das SEM ist demnach zu Recht auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht eingetreten.  

5.  

5.1 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel 

die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 

AsylG). 

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

6.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz hielt in Würdigung der Aussagen des Beschwerdefüh-

rers und der Stellungnahme der damaligen Rechtsvertretung in der ange-

fochtenen Verfügung fest, Griechenland habe die Qualifikationsrichtlinie 

(2011/95/EU) sowie die Aufnahmerichtlinie (2013/33/EU) umgesetzt. Ge-

mäss der Aktenlage sei der Beschwerdeführer als (damals noch) minder-

jährige Person in einer adäquaten Unterkunft untergebracht worden (vor-

handene Betreuung, zuständiger Sozialarbeiter) und es sei ihm während 

des Asylverfahrens auch eine Anwältin zur Seite gestellt worden. Im Wei-

teren habe er die reguläre Schule in Griechenland besuchen können und 

die Möglichkeit erhalten, die griechische und englische Sprache zu lernen. 

Gleichermassen sei die medizinische Versorgung gewährleistet gewesen. 

Es sei nicht den griechischen Behörden anzulasten, wenn der sich über ein 

Jahr in den dortigen Asylstrukturen aufhaltende Beschwerdeführer ihre 

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Seite 7 

Angebote nur widerwillig annehme, weil er in ein anderes Land weiterrei-

sen wolle und gemäss eigenen Angaben auch keine Anstrengungen habe 

unternehmen wollen, die Sprache zu lernen oder weitergehende Kennt-

nisse zu erlangen. Im Weiteren werde auf die Internetseite des Hohen 

Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) verwiesen, wo 

ausführliche Informationen über das Leben in Griechenland, die Rechte 

und Pflichten von Personen mit Schutzstatus, den Zugang zum Arbeits-

markt und zum Gesundheitssystem (auch in Persisch) abrufbar seien, so-

wie betreffend die Unterbringung in Griechenland auf das HELIOS-Projekt 

und den ECRI-Bericht (Webseite IOM: verfügbare, preisgünstige Mietwoh-

nungen; Unterstützung bei Mietvertragsabschlüssen; Finanzierung/Mietzu-

schüsse; Informationen zu Hilfsorganisationen; wöchentliche Informatio-

nen bezüglich Arbeitsstellen auf der Webseite von «Generation 2.0 RED»; 

kostenlose Sprachkurse von «Greek Council for Refugees» inklusive Un-

terstützung bei der Arbeitssuche). Nebst der bereits erhaltenen griechi-

schen Steuernummer (AFM-Nummer) könne er auch die Sozialversiche-

rungsnummer (AMKA-Nummer) beantragen, sofern er – trotz der bereits in 

Anspruch genommenen medizinischen Behandlung in Griechenland – 

noch nicht über eine solche verfügen sollte. Im Weiteren seien die griechi-

schen Behörden schutzwillig und schutzfähig. Er könne sich bei einer mög-

lichen, jedoch infolge Änderung seiner Telefonnummer (SIM-Karte) nicht 

mehr vorgekommenen und damit zukünftig unwahrscheinlichen, weiteren 

Bedrohung durch den Schlepper an die funktionierende Polizeibehörde 

wenden. Die abstrakte Befürchtung weiterer Bedrohungen durch den 

Schlepper begründe keine konkrete Bedrohungslage. Die Ausführungen 

der Rechtsvertretung in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf seien 

alsdann allgemeiner Natur und stünden in keinem Kontext zu seinen indi-

viduellen Vorbringen.  

Weiter führte die Vorinstanz aus, gemäss dem Referenzurteil des Bundes-

verwaltungsgerichts E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 könne 

trotz Schwächen davon ausgegangen werden, dass schutzberechtigte 

Personen grundsätzlich in der Lage seien, ihre existenziellen Bedürfnisse 

abzudecken und es könne nicht von einem dysfunktionalen Aufnahmesys-

tem gesprochen werden. Es sei in Griechenland nicht von einer Situation 

auszugehen, in der jeder Person eine völkerrechtswidrige Behandlung be-

ziehungsweise eine Verletzung von Art. 3 EMRK drohe.  

Hinsichtlich des Gesundheitszustands könne aufgrund der vorgebrachten 

und diagnostizierten körperlichen Beschwerden des Beschwerdeführers 

festgehalten werden, diese seien nicht derart gravierend, dass sie einer 

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Seite 8 

Wegweisung nach Griechenland entgegenstünden (beispielsweise Pus-

teln, Erkältungssymptome, Mittelohrenentzündung, Ellbogenschmerzen). 

Diese seien auch in Griechenland behandelbar und eine Verweigerung ei-

ner adäquaten Betreuung oder Behandlung sei nicht anzunehmen und 

auch nicht dargetan worden.  

Der Wegweisungsvollzug sei sowohl zulässig als auch zumutbar und tech-

nisch möglich. 

7.2 In der Beschwerde brachte der Beschwerdeführer nebst der Wiederho-

lung seiner bisherigen Ausführungen hauptsächlich vor, er sei wegen des 

Schleppers, der ihn bedroht habe, zur Polizei gegangen, jedoch habe diese 

ihm nicht zugehört und ihn nicht beschützt. Bei einer Rückkehr nach Grie-

chenland drohe ihm tägliche Polizeigewalt und unmenschliche Behand-

lung. Seine besondere Verletzlichkeit aufgrund seines jungen Alters sei zu 

berücksichtigen, wie auch, dass es deswegen für ihn schwierig sei, sich 

um eine Wohnung und um Hilfe vom Staat zu kümmern. Diejenige Hilfe, 

die er benötige, bekomme er von den überlasteten Hilfsorganisationen 

nicht. Er habe viele schlechte Erfahrungen in Griechenland gemacht und 

müsse sich auch vor anderen Flüchtlingen schützen. So müsse er 

draussen übernachten, weil er sich nicht traue, in einer Unterkunft zu schla-

fen, «wo niemand aufpasse».  

8.  

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im erwähnten Referenzurteil  

E-3427/2021, E-3431/2021 einlässlich mit der Situation in Griechenland 

auseinandergesetzt und an seiner bisherigen Rechtsprechung festgehal-

ten, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für Personen, 

die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätzlich zulässig ist. In 

Griechenland ist nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder Person 

mit Schutzstatus eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im 

Sinne von Art. 3 EMRK droht. Trotz der schwierigen Verhältnisse geht das 

Gericht – entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers – davon aus, 

dass schutzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage sind, ihre exis-

tenziellen Bedürfnisse abzudecken (a.a.O. E. 11.2). 

8.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass eine 

Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist 

(a.a.O. E. 11.3). Wie die Vorinstanz zutreffend berücksichtigt hat, gilt die 

Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung bezüglich 

Griechenlands grundsätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum 

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Seite 9 

Beispiel Schwangere oder Personen, die an gesundheitlichen Problemen 

leiden, die nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. 

a.a.O. E. 11.5.1). Es obliegt der betroffenen Person, diese Legalvermutun-

gen umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubrin-

gen, dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihr 

nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen 

Lebensumständen aussetzen würden respektive, dass sie in Griechenland 

aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder ge-

sundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. a.a.O. 

E. 11.4). 

9.  

9.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2 Der Beschwerdeführer wurde in Griechenland als Flüchtling anerkannt. 

Er kann sich damit auf die Garantien der Qualifikationsrichtlinie berufen 

(insbesondere die Regeln betreffend den Zugang zu Beschäftigung 

[Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu Sozialhilfeleistungen [Art. 29], zu Wohn-

raum [Art. 32] und zu medizinischer Versorgung [Art. 30]), auf die sich Grie-

chenland als EU-Mitgliedstaat behaften lassen muss. Aufgrund der Akten 

liegen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass er für den Fall einer Rück-

kehr nach Griechenland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 

gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende 

Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Es ist unbestritten, dass die Lebensbedingungen in 

Griechenland schwierig sind; dennoch ist unter diesen Umständen im heu-

tigen Zeitpunkt nicht von einem «real risk» auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Griechenland einer menschen-

rechtswidrigen Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. dazu auch Urteil Papos-

hvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10, § 183). Auch unter 

Berücksichtigung der Schwächen des griechischen Aufnahmesystems ver-

mag die blosse Möglichkeit, in nicht absehbarer Zeit aus nicht vorausseh-

baren Gründen in eine missliche Lebenssituation zu geraten, die einer Aus-

setzung einer existenziellen Notlage und andauernden menschenrechts-

widrigen Behandlung gleichkäme, die hohe Schwelle zu einem entspre-

chenden «real risk» nicht zu erreichen.  

D-1674/2024 

Seite 10 

9.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zulässig. 

10.  

10.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.2 Betreffend die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung ist mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass Griechenland an die Qualifikationsrichtlinie 

gebunden ist. Auch wenn eine adäquate Eingliederung des Beschwerde-

führers in die sozialen Strukturen Griechenlands als Person mit internatio-

nalem Schutzstatus mit nicht zu verkennenden Erschwernissen verbunden 

ist, vermögen seine Vorbringen die hohen Anforderungen an eine konkrete 

Gefährdung nicht zu erfüllen. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um 

einen jungen Mann, welcher bereits einige Zeit in Griechenland verbracht 

hat (Asylgesuch vom 27. Oktober 2022) und von den Angeboten der grie-

chischen Behörden, welche gemäss seinen Angaben «nicht ganz perfekt 

waren, er aber fast alles bekommen habe» (A25/8, F45), Gebrauch machte 

(Transport zur Schule, Schulbesuch, Sprachkurse, betreute Unterkunft im 

Viererzimmer, Taschengeld; A25/8, F40 ff.). Er kann aus seinen Beschwer-

deausführungen, bei einer Rückkehr unmenschlich behandelt zu werden 

und insbesondere, sich in Griechenland nicht weiter entwickeln zu können, 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal aus den Akten sein fehlender 

Wille sich zu integrieren und die von den griechischen Behörden angebo-

tene Unterstützung anzunehmen, anschaulich hervorgeht. So erinnere er 

sich nicht an die Schulfächer; weil er «sowieso nicht gelernt habe», könne 

er nichts über eine geplante berufliche Fachrichtung mangels Interesses 

«irgendetwas zu lernen» sagen und habe er auch keine Bemühungen hin-

sichtlich einer Arbeitsstelle tätigen wollen (A25/8, F49 bis F56). Die Inan-

spruchnahme der angebotenen sozialen und wirtschaftlichen Hilfeleistun-

gen in Griechenland kann von ihm – ob als damals Minderjähriger oder als 

nunmehr Volljähriger – erwartet werden. Die Vorinstanz hat die vorhande-

nen Unterstützungsmöglichkeiten in ihren Erwägungen ausführlich aufge-

zeigt (vi-Entscheid, Ziff. III, S. 8-10; vorstehend E. 7.1). Dem Beschwerde-

führer ist es zuzumuten, sich um solche – beispielsweise betreffend die von 

ihm genannte Unterkunft beziehungsweise Mietwohnung – zu bemühen. 

Zudem sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche dagegen sprechen, 

dass er sich an die griechischen Behörden wendet, um die erforderliche 

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Seite 11 

Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einzufordern. Es geht aus den Akten 

keine dauerhafte Verweigerung von Unterstützung auf ein konkretes, akti-

ves Hilfeersuchen bei den griechischen Behörden oder Hilfsorganisationen 

hervor. Der Beschwerdeführer hat alsdann im Zusammenhang mit dem 

Schutz durch die griechischen Behörden selbst dargelegt, der Polizei 

nichts von den Problemen mit dem Schlepper erzählt zu haben, weshalb 

sein Vorbringen, sie hätte ihm nicht zugehört beziehungsweise ihn nicht 

beschützt, fehlschlägt (A25/8, F15 ff, insbesondere F18). Seine rein hypo-

thetische Befürchtung, die Hilfsorganisationen seien nicht in der Lage, ihm 

in geeigneter Form zu helfen und zudem überlastet, vermag zu keiner an-

deren Einschätzung zu führen.  

10.3 Hinsichtlich des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers kann 

aufgrund der Aktenlage nicht darauf geschlossen werden, der Beschwer-

deführer sei auf dringende medizinische Behandlung angewiesen (A13/2, 

A14/1, A15/2, A18/2, A26/3, A27/1, A28/1, vgl. vi-Entscheid, S. 10f.: mit 

Salbe behandelte und abgeheilte Pickel an Gesäss und Hinterkopf; medi-

kamentös behandelte Erkältungssymptome und Ellbogenschmerzen vom 

19./20./21. November 2023 und 16./21. Januar 2024, mit Medikamenten 

behandelte Mittelohrenentzündung vom 31. Dezember 2023; keine ausste-

henden Arzttermine). Solches wird von ihm auch nicht vorgebracht. Entge-

gen seiner Auffassung handelt es sich beim Beschwerdeführer aufgrund 

seines Alters auch nicht um eine (besonders) vulnerable Person, für wel-

che sich der Vollzug der Wegweisung nur unter besonderen Umständen 

als zumutbar erweisen würde (vgl. dazu auch BVGE 2011/50 E. 8.3, 

2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1, 2009/2 E. 9.3.2). 

10.4 Insgesamt besteht kein Grund zu der Annahme, der Beschwerdefüh-

rer gerate bei einer Rückkehr nach Griechenland in eine Existenz gefähr-

dende Situation. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann im Übrigen auf 

die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 

werden. Der Vollzug der Wegweisung ist demnach zumutbar. 

11.  

Nachdem die griechischen Behörden einer Rückübernahme des Be-

schwerdeführers ausdrücklich zugestimmt haben, ist der Vollzug der Weg-

weisung auch möglich (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

12.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

D-1674/2024 

Seite 12 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

14.  

14.1 Mit Ergehen des vorliegenden Urteils wird das Gesuch um Verzicht 

auf das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 

14.2 Die Beschwerde erschien im Zeitpunkt der Einreichung als aussichts-

los, weshalb die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und der amtlichen Rechtsverbeiständung unabhängig vom Vorliegen 

einer allfälligen prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen sind. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuer-

legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1674/2024 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: