# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f5aaf33-1b19-58bb-b039-b91f789a7e02
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.11.2023 F-3353/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3353-2023_2023-11-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3353/2023, F-3359/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Basil Cupa, Richterin Aileen Truttmann,    

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,    

2. B._______,    

beide vertreten durch Carla Müller,  

Rechtsschutz für Asylsuchende, Bundesasylzentrum Region 

Zürich, Förrlibuckstrasse 110, 8005 Zürich,  

Beschwerdeführerinnen,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone;  

Verfügungen des SEM vom 31. Mai 2023. 

 

 

 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die irakischen Staatsangehörige A._______ (geboren am […], nachfol-

gend: Beschwerdeführerin 1) und deren Schwester B._______ (geboren 

am […], nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) ersuchten am 21. Juli 2022 

in der Schweiz um Asyl. Die beiden reisten in Begleitung der dritten 

Schwester C._______ (geboren am […]), welche gleichentags ebenfalls 

ein Asylgesuch stellte. Während der anschliessend durchgeführten Dublin-

Verfahren wurden die Schwestern dem Kanton Zürich zugeteilt.    

B.  

Mit Verfügungen vom 19. Oktober 2022 (in Bezug auf C.______), 20. Ok-

tober 2022 (A._______) und 21. Oktober 2022 (B._______) trat das SEM 

auf die Asylgesuche der Schwestern nicht ein und ordnete ihre Wegwei-

sung nach Italien an. Dagegen eingereichte Rechtsmittel wies das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteilen F-4981/2022 vom 10. November 2022 

(A._______), F-4997/2022 vom 10. November 2022 (B._______) und  

F-4958/2022 vom 10. November 2022 (C._______) ab.  

C.  

Am 10. Mai 2023 stellten die damals durch AsyLex vertretenen Beschwer-

deführerinnen und ihre Schwester C._______ je einen Antrag auf wieder-

erwägungsweises Eintreten auf ihre Asylgesuche, da die Überstellungsfrist 

nach Italien inzwischen abgelaufen sei.  

D.  

Mit drei separaten Verfügungen vom 31. Mai 2023 hob die Vorinstanz die 

drei Nichteintretensentscheide auf und nahm die nationalen Asylverfahren 

wieder auf. Hierbei hob sie hervor, dass die bisherige Kantonszuteilung 

keine Gültigkeit mehr habe. Dementsprechend wies sie die Beschwerde-

führerin 1 und die Beschwerdeführerin 2 dem Kanton Bern und C.______ 

dem Kanton Aargau zu. Gleichzeitig entzog das SEM allfälligen Beschwer-

den die aufschiebende Wirkung.  

E.  

Mit separaten Rechtsmitteleingaben vom 12. Juni 2023 gelangten die Be-

schwerdeführerinnen an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragten, 

die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und die Vorinstanz an-

zuweisen, sie demselben Kanton zuzuweisen wie ihre beiden Schwestern. 

Eventualiter seien die Verfügungen vom 31. Mai 2023 aufzuheben und zur 

erneuten Überprüfung an das SEM zurückzuweisen. In verfahrensrecht-

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 3 

licher Hinsicht ersuchten sie darum, die beiden Beschwerdeverfahren zu 

koordinieren und ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.  

Die Beschwerde von A._______ wurde unter der Referenz F-3353/2023 

erfasst, diejenige von B._______ unter F-3359/2023. C._______ legte ge-

gen die sie betreffende Verfügung vom 31. Mai 2023 kein Rechtsmittel ein. 

F.  

Mit Zwischenverfügungen vom 6. Juli 2023 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht die Gesuche der Beschwerdeführerinnen um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gut.   

G.  

Die Vorinstanz schloss in ihren Vernehmlassungen vom 24. Juli 2023, un-

ter nachträglicher Darlegung der Gründe für die im Falle der drei Schwes-

tern vorgenommenen Kantonzuteilungen, auf Abweisung der Beschwerde.    

H.  

Mit Schreiben vom 21. Juni 2023 ersuchten Mitarbeitende der Kollektivun-

terkunft X._______, wo die Beschwerdeführerinnen untergebracht sind, 

beim Bundesverwaltungsgericht um einen Kantonswechsel von C.______ 

vom Kanton Aargau in den Kanton Bern zu ihren Schwestern.  

Das deswegen vorsorglich eröffnete Verfahren F-4132/2023 wurde am 

15.August 2023 als mittels Brief erledigt von der Geschäftskontrolle abge-

schrieben und die Eingabe vom 21. Juni 2023 als Unterstützungsschreiben 

in den betreffenden Beschwerdeverfahren abgelegt. 

I.  

Replikweise hielten die Beschwerdeführerinnen am 24. August 2023 an ih-

ren Rechtsmitteln, den Rechtsbegehren und deren Begründung fest. 

J.  

Mit Nachtrag vom 5. September 2023 reichten die Beschwerdeführerinnen 

eine vom 30. August 2023 datierende Einschätzung der in der Kollektivun-

terkunft für sie zuständigen Sozialarbeiterin nach. 

 

 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Aufgrund des engen persönlichen und sachlichen Zusammenhangs recht-

fertigt es sich vorliegend aus prozessökonomischen Gründen, die Verfah-

ren F-3353/2023 und F-5359/2023 zu vereinigen und in einem Urteil dar-

über zu entscheiden (vgl. Art. 24 BZP [SR 273] i.V.m. Art. 4 VwVG und 

Art. 6 AsylG [SR 142.31]). 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt auf Beschwerde hin selbstän-

dig anfechtbare Zwischenverfügungen des SEM betreffend Kantonszuwei-

sung und Kantonswechsel (Art. 27 Abs. 3 i.V.m. Art. 107 Abs. 1 AsylG; 

Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ff. VGG; Art. 46 VwVG). 

2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das AsylG oder das VGG nichts anderes be-

stimmen (Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 VwVG; Art. 6 AsylG). 

2.3 Entscheide über die Zuweisung der asylsuchenden Person an einen 

Kanton können gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG nur mit der Begründung an-

gefochten werden, sie verletzten den Grundsatz der Einheit der Familie 

(BVGE 2009/54 E. 1.3.1). Die Beschwerdeführerinnen rügen in vertretba-

rer Weise eine Verletzung dieses Grundsatzes. Formelle Rügen sind inso-

weit zulässig, als sie im Zusammenhang mit der Frage des Grundsatzes 

der Einheit der Familie stehen (BVGE 2008/47 E. 1.2 und E. 1.3.2). 

2.4 Die Beschwerdeführerinnen sind als jeweilige Verfügungsadressatin-

nen zur Beschwerde gegen die sie betreffenden Verfügungen legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Insoweit sie mit ihren Rechtsbegehren faktisch auch 

die Aufhebung der anderen Verfügung beantragen (vgl. Sachverhalt 

Bst. E), handelt es sich um sog. Drittbeschwerden pro Adressatin. Diese 

setzen ein eigenständiges und unmittelbares Rechtsschutzinteresse der 

Drittperson an der Beschwerdeführung zugunsten der Verfügungsadressa-

tin voraus. Neben der spezifischen Beziehungsnähe zur Streitsache muss 

die Drittperson einen praktischen Nutzen aus einer allfälligen Aufhebung 

oder Änderung des angefochtenen Entscheids ziehen, d.h. ihre Situation 

muss durch den Ausgang des Verfahrens in relevanter Weise beeinflusst 

werden können (BGE 142 II 451 E. 3.4.1; 139 II 279 E. 2.2; ferner Urteil 

des BVGer F-745/2023, F-747/2023 vom 27. Februar 2023 E. 2.4). 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 5 

Die Zuweisung der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 

an den Kanton Bern beziehungsweise von C._______ an den Kanton Aar-

gau und deren damit einhergehende örtliche Trennung wirkt sich direkt auf 

das Familienleben der drei Schwestern aus, indem es dieses einschränkt. 

Folglich sind sie auch durch die jeweils die andere Schwester betreffende 

Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Änderung oder Aufhebung. Sie sind somit auch in dieser Hinsicht zur 

Beschwerde legitimiert. 

2.5 Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Rechtsmittelfrist 

[Art. 108 Abs. 2 AsylG] und Form der Beschwerden [Art. 52 VwVG]) sind 

erfüllt. Auf die Beschwerden ist einzutreten. 

2.6 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden 

Rechtsmaterie endgültig (vgl. Art. 83). 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Amtes we-

gen an. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines 

Entscheides (vgl. BVGE 2020/4 E. 2.2 m.H.). 

4.  

Die Beschwerdeführerin 1 rügt in ihrer Rechtsmitteleingabe vom 12. Juni 

2023 eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, indem das 

SEM die Kantonszuweisungen lediglich in einem Standardsatz erklärt und 

ohne Auseinandersetzung mit der familiären Situation und ihrem prekären 

gesundheitlichen Zustand erlassen habe, womit es seiner Begründungs-

pflicht nicht nachgekommen sei. Die Beschwerdeführerin 2 schloss sich 

dieser formellen Rüge in ihrer Beschwerde gleichen Datums an.  

4.1 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) folgt unter 

anderem die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu be-

gründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Per-

son den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Be-

gründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen 

sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. 

Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Partei-

standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2; 136 I 184 E. 2.2.1; 

133 III 439 E. 3.3). Hat die asylsuchende Person um Zuteilung in einen 

bestimmten Kanton ersucht oder ergeben sich aus den Akten Umstände, 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 6 

die für eine bestimmte Zuweisung sprechen würden, muss sich die Vor-

instanz damit konkret auseinandersetzen. Eine blosse Formularverfügung 

ohne Begründung genügt in einem solchen Fall den Anforderungen an die 

Begründungspflicht nicht (vgl. BVGE 2009/54 E. 2.3; 2008/47 E. 3.3.3; Ur-

teile des BVGer F-6154/2020 vom 2. Dezember 2021 E. 2.1; F-4921/2020 

vom 3. Februar 2021 E. 3.2; F-2081/2020 vom 11. September 2020 E. 4).  

4.2 Die Beschwerdeführerinnen und ihre Schwester C._______ sind Mitte 

Juli 2022 gemeinsam in die Schweiz eingereist und haben hier um Asyl 

nachgesucht. Die anschliessenden Dublin-Verfahren wurden parallel ge-

führt. Während dieser Zeit waren die drei Schwestern demselben Kanton 

(Zürich) zugeteilt, weshalb für sie, entgegen der vorinstanzlichen Auffas-

sung, damals noch kein Anlass bestand, das nunmehr behauptete Abhän-

gigkeitsverhältnis explizit geltend zu machen. Abgesehen davon waren die 

Verfahren bereits von der Vorinstanz koordiniert worden (so figuriert in den 

Überstellungsmodalitäten zu Handen der italienischen Behörden der Hin-

weis darauf, dass der Vollzug der Wegweisungen mit denjenigen der 

Schwestern zu koordinieren sei) und auch das Bundesverwaltungsgericht 

hat die jeweiligen Rechtsmittelverfahren (F-4981/2022, F-4997/2022 und 

F-4958/2022) zeitgleich behandelt. Überdies war dem SEM aufgrund der 

recht umfangreichen medizinischen Akten bekannt, dass eine der drei 

Schwestern gesundheitlich erheblich angeschlagen ist. Indem die Vor- 

instanz über die Kantonszuweisungen gleichwohl mittels Standardbegrün-

dungen befand und die Beschwerdeführerinnen dem Kanton Bern bezie-

hungsweise deren Schwester C._______ dem Kanton Aargau zuwies, hat 

sie ihre Begründungspflicht verletzt. 

4.3 Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person 

die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die 

sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Un-

ter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des 

Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs 

auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 

Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 

Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2). 

4.4 Im Rahmen ihrer Vernehmlassung vom 24. Juli 2022 hat die Vorinstanz 

die Begründung der angefochtenen Verfügung ergänzt. Im Verfahren 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 7 

betreffend die Beschwerdeführerin 1 (F-3353/2023) führte sie aus, dass die 

in Frage stehenden Beziehungen nicht die Kernfamilie beträfen. Sodann 

hätten die Beschwerdeführerinnen zuvor kein besonderes Abhängigkeits-

verhältnis geltend gemacht. Ein solches sei im Übrigen zu verneinen. Zwar 

sei das Erfordernis einer gewissen gegenseitigen Unterstützung unter den 

Geschwistern aus den medizinischen Akten ersichtlich, die Aufhebung der 

Nichteintretensentscheide in den Dublin-Verfahren und die vorgenomme-

nen Kantonszuteilungen erlaubten im Falle der Beschwerdeführerin 1 nun 

aber Kontinuität und Stabilität und es könne im Kanton Bern eine langfris-

tige Therapie angestrebt werden. Hinzu komme, dass die Beschwerdefüh-

rerin 1 bisher nicht alle psychotherapeutisch möglichen Massnahmen zur 

Bekämpfung ihrer Leiden ausgeschöpft habe und die Einnahme von Medi-

kamenten ablehne. Es bestehe vorliegend deshalb kein derart ausgepräg-

tes Abhängigkeitsverhältnis, welches die Unterbringung aller drei Schwes-

tern im gleichen Kanton rechtfertigen würde. Durch die Zuteilung in die be-

nachbarten Kantone Aargau und Bern stehe es ihnen frei und sei es ihnen 

ohne weiteres zumutbar, sich regelmässig gegenseitig zu besuchen.  

Im Verfahren betreffend die Beschwerdeführerin 2 argumentierte das SEM 

in einer separaten Vernehmlassung, dass die betroffene Person keine ei-

genständigen Gründe für ein Abhängigkeitsverhältnis geltend mache und 

verwies im Wesentlichen auf die Vernehmlassung der Schwester. 

4.5 Angesichts dieser Ergänzungen der Begründungen und der den Be-

schwerdeführerinnen gewährten Gelegenheit, sich replizierend hierzu zu 

äussern, wovon sie am 24. August 2023 Gebrauch machten, sind die fest-

gestellten Verfahrensmängel als geheilt zu betrachten (vgl. BVGE 1008/47 

E. 3; ferner Urteile des BVGer F-1557/2023 vom 18. August 2023 E. 3 und 

F-6154/20220 vom 2. Dezember 2021 E. 2). 

5.  

5.1 Gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG weist das SEM die Asylsuchenden den 

Kantonen zu und trägt dabei den schützenswerten Interessen der Kantone 

und der Asylsuchenden Rechnung. Die Verteilung erfolgt nach einem 

Schlüssel gemäss Art. 21 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311), wobei das SEM bei der Verteilung bereits in der 

Schweiz lebende Familienangehörige, die Staatsangehörigkeit der Asylsu-

chenden und besonders betreuungsintensive Fälle berücksichtigt (Art. 22 

Abs. 1 AsylV 1). 

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Seite 8 

5.2 Der Begriff der «Einheit der Familie» gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG wird 

im Asylgesetz einheitlich verwendet und entspricht dem Schutzbereich von 

Art. 8 EMRK (BVGE 2008/47 E. 4.1). Er umfasst die Kernfamilie, das heisst 

Ehegatten, eingetragene Partnerinnen und Partner, in dauernder eheähn-

licher Gemeinschaft zusammenlebende Personen sowie deren minderjäh-

rige Kinder (vgl. Art. 1a Bst. e AsylV 1). Über diesen engen Kern hinaus 

fallen auch andere familiäre Verhältnisse in den Schutzbereich von Art. 8 

EMRK, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Bezie-

hung besteht. Indizien für das Bestehen solcher Beziehungen sind das Zu-

sammenleben in einem gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Abhängig-

keit, speziell enge familiäre Banden, regelmässige Kontakte oder die Über-

nahme von Verantwortung für eine andere Person. Bei hinreichender In-

tensität sind auch Beziehungen zwischen nahen Verwandten, namentlich 

solche von erwachsenen Kindern zu ihren Eltern oder unter Geschwistern 

wesentlich. In diesem Fall setzt die Berufung auf Art. 8 Abs. 1 EMRK aber 

voraus, dass zwischen den beteiligten Personen ein über die normalen af-

fektiven Bindungen hinausgehendes Abhängigkeitsverhältnis besteht 

(BGE 144 II 1 E. 6.1; 137 I 154 E. 3.4.2; 135 I 143 E. 3.1, je m. H.).   

5.3 Besondere Elemente der Abhängigkeit können sich unabhängig vom 

Alter namentlich aus besonderen Betreuungs- und Pflegebedürfnissen wie 

bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden 

Krankheiten ergeben (BGE 120 Ib 257 E. 1e; Urteil des BGer 2C_339/2019 

vom 14. November 2019 E. 3.4; Urteil des EGMR 65550/13 Belli und Ar-

quier-Martinez gegen Schweiz vom 11. Dezember 2018 § 65). Die be-

troffene Person muss für die Bewältigung des täglichen Lebens auf fremde 

Hilfe einer in der Schweiz ansässigen Person angewiesen sein, die ihr 

sinnvollerweise nur von einem nahen Angehörigen geleistet werden kann. 

Eine lediglich moralische Unterstützung genügt dabei nicht, um ein Abhän-

gigkeitsverhältnis im Sinne der Rechtsprechung zu begründen (Urteil 

2C_339/2019 E. 3.5; BVGE 2008/47 E. 4.1.1 f.; Urteile des BVGer  

F-2651/2020 vom 4. April 2022 E. 4.3 und F-4445/2020 vom 14. Juni 2021 

E. 5.2, je m. H.; Urteil des EGMR 23887/16 I.M. gegen Schweiz vom 9. Ap-

ril 2019 § 62; CHRISTOPH GRABENWARTER/KATHARINA PABEL, Europäische 

Menschenrechtskonvention, 7. Aufl. 2021, § 22 Rz. 18). Das besondere 

Abhängigkeitsverhältnis muss gewachsen sein und im Zeitpunkt der Gel-

tendmachung des Anspruchs bestehen (Urteile des BGer 2C_396/2021 

vom 27. Mai 2021 E. 3.2; 2C_867/2016 vom 30. März 2017 E. 2.2). 

 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 9 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerinnen wurden am 31. Mai 2023 dem Kanton 

Bern zugeteilt, ihre Schwester C._______ gleichentags dem Kanton Aar-

gau. Sie verlangen die Zuweisung aller drei Schwestern in denselben Kan-

ton. In einer Eingabe vom 21. Juni 2023, welche als Unterstützungsschrei-

ben in den betreffenden Beschwerdeverfahren abgelegt wurde, ersuchten 

Mitarbeitende der Kollektivunterkunft in X._______ ebenfalls darum, 

C.______ dem Kanton Bern zuzuweisen (BVGer act. 6). 

6.2 In den Rechtsmitteleingaben vom 12. Juni 2023 wird im Wesentlichen 

geltend gemacht, die Beschwerdeführerin 1 leide seit Jahren an massiven 

gesundheitlichen Problemen. Seit jeher komme es zu Episoden von Atem-

not, Angst, Schwindel, Schwächegefühl und Ohnmacht. Ihre beiden 

Schwestern, welche beide ebenfalls psychische Probleme bekundeten, 

hätten ihr stets zur Seite gestanden und wüssten, wie mit solchen hyper-

ventilativen Attacken umzugehen sei. In den letzten Monaten hätten sich 

die Attacken gehäuft, mittlerweile träten sie mehrmals wöchentlich bis 

mehrmals täglich auf. Die Beschwerdeführerin 1 habe deshalb unzählige 

Male ins Spital gebracht werden müssen. Sie sei in solch dissoziativen Zu-

ständen nicht mehr selbständig handlungsfähig und akut sich selbst ge-

fährdend. Somit bestehe in ihrem Fall ein über das normale Mass hinaus-

gehendes besonderes Betreuungs- und Pflegebedürfnis, welches nur 

durch die beiden anderen Schwestern gemeinsam gewährleistet er-

scheine. Eine 24-stündige Überwachung sei in keiner Asylunterkunft si-

chergestellt. Gleichzeitig könne diese Aufgabe nicht von einer Schwester 

alleine übernommen werden, vielmehr seien alle drei wechselseitig aufei-

nander angewiesen. Mit den vorgenommenen Kantonszuweisungen ver-

letze die Vorinstanz somit das Recht auf Einheit der Familie und damit 

Art. 8 EMRK. Die Rechtsmittel waren mit einer Reihe medizinischer Be-

richte ergänzt.  

Bezüglich der Argumente des SEM kann auf die mittels Vernehmlassung 

ergänzte Begründung der angefochtenen Verfügung verwiesen werden 

(siehe E. 4.4 hiervor).  

7.  

7.1 Die Beschwerdeführerinnen und die dritte Schwester C._______bilden 

keine Kernfamilie. Aufgrund der Akten darf allerdings davon ausgegangen 

werden, dass zwischen ihnen vorbestehende, nahe und tatsächlich gelebte 

Beziehungen vorliegen, so dass im Folgenden zu prüfen ist, ob zwischen 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 10 

ihnen ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der zitierten Rechtsprechung 

gegeben ist. 

7.2 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 1 kann den Medizi-

nalakten entnommen werden, dass sie seit Jahren an regelmässig auftre-

tenden Panikattacken leidet. Sie unterzog sich im Kanton Zürich deswegen 

zahlreichen medizinischen Untersuchungen. Gemäss den entsprechenden 

Arztberichten kommt es bei der Patientin in psychischen Belastungssitua-

tionen immer wieder zu psychosomatisch bedingten Hyperventilationen, 

die zu Schwindel, Atemnot und Bewusstlosigkeit führten. Während ihrer 

Anwesenheit hierzulande musste sie aus diesem Grund sechs Mal mit dem 

Rettungswagen notfallmässig für kurze Zeit in Spitäler gebracht werden. 

Aktenkundig sind ferner häufig bis täglich auftretende synkopale Anfälle 

(kurz andauernde Bewusstlosigkeit), die ohne besondere Behandlung 

spontan wieder aufhörten. Stationär untergebracht war die Beschwerde-

führerin bislang dreimal, vom 21. Oktober bis 27. Oktober 2022 in der psy-

chiatrischen Klinik Winterthur, am 9. März 2023 wegen vorübergehender 

Selbstgefährdung als fürsorgerische Unterbringung im Kantonsspital Win-

terthur sowie am 14./15. Juni 2023 in den Universitären Psychiatrischen 

Diensten (UPD) Bern. Die in diesem Zusammenhang gestellten Diagnosen 

lauteten auf Posttraumatische Belastungsstörung, Panikattacken, dissozi-

ative Störungen, Dyspnoe, rezidivierende synkopale Ereignisse und episo-

disch paroxysmale Angst. Von ärztlicher Seite empfohlen wurden ihr die 

Einnahme von Medikamenten, das Weiterführen beziehungsweise die 

Wiederaufnahme der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung und die Anmeldung für eine transkulturelle Psychiatrie (zum 

Ganzen vgl. Beschwerdebeilagen 4-16 [BVGer act. 1] sowie Beilage zur 

Replik [BVGer act. 7]). Ansonsten soll sich die Patientin in gutem Allge-

mein- und Ernährungszustand befinden (vgl. bspw. Beschwerdebeilage 13 

und Beilage zur Replik). Aus einzelner dieser Arztberichte sowie zweier 

Einschätzungen der Kollektivunterkunft Tannental in Muri bei Bern geht 

ebenfalls die bisher durch die beiden Schwestern geleistete Unterstützung 

für die Patientin hervor. Vor diesem Hintergrund ist, nicht zuletzt aufgrund 

der laut Darstellung der Betroffenen fast täglich auftretenden dissoziativen 

Anfälle, nicht von der Hand zu weisen, dass die Beschwerdeführerin 1 psy-

chisch erheblich angeschlagen ist und deshalb auch im Alltag auf eine ge-

wisse Unterstützung angewiesen ist. Es stellt sich indes die Frage, ob hier-

für die ständige Anwesenheit beider Schwestern erforderlich ist. 

7.3 Was die Abhängigkeit der Beschwerdeführerin 1 von den Schwestern 

anbelangt, so findet sich in den medizinischen Unterlagen lediglich ein 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 11 

Bericht, welcher ihr attestiert, in ihrem psychischen Zustand auf die Hilfe 

von ihnen beiden angewiesen zu sein. Der fragliche Arztbericht vom 

17. November 2022 (BVGer act. 1, Beilage 12) wurde allerdings im Vorfeld 

der drohenden Überstellungen der Betroffenen nach Italien erstellt (vgl. die 

vom Bundesverwaltungsgericht am 10. November 2022 in den Dublin-Ver-

fahren bestätigten Nichteintretensentscheide) und ist in diesem Kontext zu 

beurteilen. Die darin festgehaltene Angewiesenheit bezog sich laut Betreff 

(«Arztbericht mit Stellungnahme zur Reisefähigkeit») denn ausdrücklich 

auf die Phase der damals befürchteten Rückführung mit der damit zusam-

menhängenden Reisefähigkeit. Mit der Vorinstanz ist anzunehmen, dass 

die Unsicherheit wegen möglicher baldiger Überstellungen nach Italien mit 

den am 31. Mai 2023 aufgehobenen Nichteintretensentscheiden und der 

Wiederaufnahme der nationalen Asylverfahren im Falle aller drei Schwes-

tern wegfiel. Zumindest in einer weiteren ärztlichen Beurteilung vom 1. De-

zember 2022 ist denn die Rede davon, dass die Symptomatik auch in Zu-

sammenhang mit der bevorstehenden Ausweisung stehe (BVGer act. 1, 

Beilage 14). Diese veränderten, zur Stabilisierung der Situation beitragen-

den Verhältnisse gilt es miteinzubeziehen. Kommt hinzu, dass eine der 

Schwestern – die Beschwerdeführerin 2 – demselben Kanton zugewiesen 

wurde wie die Beschwerdeführerin 1. Sie wohnen dort gemeinsam in einer 

Kollektivunterkunft. Erstere bekundet, soweit bekannt, keine nennenswer-

ten gesundheitlichen Probleme. Wohl soll sie laut Unterstützungsschreiben 

vom 21. Juni 2023 kurz zuvor einen Bänderriss erlitten haben (BVGer 

act. 6), hierbei handelte es sich aber um eine vorübergehende Einschrän-

kung (siehe Beilage zu BVGer act. 9), weshalb sie weiterhin im Stande sein 

dürfte, ihre Schwester (mit) zu unterstützen. Diese Umstände sprechen ge-

gen einen erhöhten Grad der Abhängigkeit aller drei Schwestern unterei-

nander.    

7.4 Die bei der Beschwerdeführerin 1 diagnostizierten Leiden implizieren, 

wie erwähnt, eine Einschränkung ihrer Fähigkeit, den Alltag ohne Hilfe Drit-

ter zu bewältigen. Die im Rahmen des nationalen Asylverfahrens vorge-

nommene Kantonszuteilung würde in ihrem Fall nun aber auf längere Dau-

er angelegte Behandlungen erlauben. Solche konnten, nicht zuletzt auf-

grund ihres bisherigen Verhaltens, nicht ausgeschöpft werden. So hielt 

eine der sie behandelnden Ärztinnen am 1. Dezember 2022 fest, dass die 

Patientin immer wieder unterschiedliche «Aerzte/Psychologen» aufsuche 

und die Einnahme von Medikamenten ablehne (BVGer act. 1, Beilage 14). 

Hinweise auf verweigerte oder nicht anweisungsgemäss eingenommene 

Medikamente finden sich ferner in den Unterlagen zu den Konsultationen 

vom 5. Oktober 2022 und 7. Oktober 2022 (BVGer act. 1, Beilagen 4 und 5) 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 12 

sowie im Austrittsbericht der UPD Bern vom 30. Juni 2023 (Beilage zu 

BVGer act. 8). Aus letzterem Bericht ergibt sich auch, dass die Beschwer-

deführerin 1 nicht stationär behandelt werden möchte. Dass dies für sie 

nicht in Frage komme, bestätigte sie in der Replik vom 24. August 2023. 

Ihr Wunsch, dauernd in der Nähe ihrer Schwestern zu sein, erscheint zwar 

nachvollziehbar, ändert indes nichts daran, dass bei angemessener Bean-

spruchung der indizierten psychiatrischen Betreuung und Einnahme der 

verschriebenen Medikamente mit einer Besserung ihres Gesundheitszu-

standes gerechnet werden dürfte, mit entsprechender Entlastung für die 

sie betreuende Beschwerdeführerin 2. In Berücksichtigung der dargelegten 

Behandlungsoptionen nimmt die daneben gebotene Betreuung nicht ein 

Ausmass an, welches die dauerhafte Anwesenheit gleich beider Schwes-

tern unabdingbar machte.        

7.5 Vor diesem Hintergrund vermögen die Einschätzungen von Mitarbei-

tenden der Kollektivunterkunft (siehe Unterstützungsschreiben vom 

21. Juni 2023 [BVGer act. 6] und nachgereichte Stellungnahme vom 

30. August 2023 (Beilage zu BVGer act. 9]) kein anderes Ergebnis herbei-

zuführen. Zwar leuchtet ein, dass eine räumliche Nähe der Beschwerde-

führerin 1 zu beiden Schwestern sie emotional und moralisch stärken wür-

de und wirkungsvolle Unterstützung sich auf diese Weise leichter bewerk-

stelligen liesse. Moralische Unterstützung allein vermag jedoch kein rele-

vantes Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. Hervorzuheben gilt es im-

merhin, dass sie weiterhin mit einer der beiden Schwestern, der Beschwer-

deführerin 2, zusammenwohnt. Für notwendige medizinische Belange, ins-

besondere die aus medizinischer Sicht prioritäre psychiatrisch-psychothe-

rapeutische Behandlung, stehen der Beschwerdeführerin 1, wie dargetan, 

derweil entsprechende Institutionen im Kanton Bern zur Verfügung. Ergän-

zend kann ein Teil der erforderlichen Hilfe von Mitarbeitenden der Kollek-

tivunterkunft erbracht werden. Überdies wurde C._______, die andere 

Schwester, dem benachbarten Kanton Aargau zugeteilt. Dies ermöglicht es 

den Betroffenen, sich nach wie vor regelmässig zu treffen. Soweit nicht 

durch Fachpersonen substituierbar, reicht die ständige Präsenz einer 

Schwester zur Gewährleistung einer angemessenen Unterstützung im All-

tag aus, weshalb auch unter diesem Blickwinkel – bezogen auf alle drei 

Schwestern – keine besonderen Abhängigkeitsverhältnisse untereinander 

bestehen. Der zitierte Vergleichsfall (F-1030/2022, F-1031/2022) schliess-

lich betraf zwei Dublin-Verfahren. Eine Wegweisung von Geschwistern in 

unterschiedliche Staaten lässt sich indessen nicht mit Kantonszuweisun-

gen in zwei (benachbarte) Kantone gleichsetzen und folglich nicht heran-

ziehen. Bei allem Verständnis für die gewünschte Vereinigung vermögen 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 13 

die Betroffenen unter den konkreten Begebenheiten mithin keine verwandt-

schaftlichen Beziehungen darzutun, welche anspruchsrelevant von Art. 8 

EMKR erfasst werden.  

7.6 Zusammenfassend bestehen keine im vorliegenden Sinne beachtli-

chen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Beschwerdeführerinnen 

und ihrer Schwester C._______. Deren Zuweisung in die Kantone Bern 

beziehungsweise Aargau verletzt daher den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie nicht. 

8.  

Die angefochtenen Verfügungen erweisen sich – nach Heilung der Verfah-

rensmängel – im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig. Die Beschwer-

den sind deshalb abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang der vereinigten Verfahren wären die Kosten den Be-

schwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen mit 

Zwischenverfügungen vom 6. Juli 2023 die unentgeltliche Rechtspflege 

nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind sie von der Bezahlung von 

Verfahrenskosten befreit. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

 

 

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren F-3353/2023 und F-3359/2023 werden verei-

nigt. 

2.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, die Vorinstanz und die 

Migrationsbehörden der Kantone Bern und Aargau. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Daniel Grimm 

 

 

 

Versand: 

 

  

F-3353/2023, F-3359/2023 

Seite 15 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […] und […]) 

– den Migrationsdienst des Kantons Bern (in Kopie) 

– das Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau (in Kopie)