# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 447b525b-da56-5913-bf58-a3ccca52ba76
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.04.2012 S 2011 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-51_2012-04-17.pdf

## Full Text

S 11 51

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 17. April 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. a) Der Beschwerdeführer …, geboren 1958, war  seit dem 1. März 2002 als 

Operator im Schichtbetrieb bei der … AG in … angestellt, bevor er ab dem 1. 

Januar 2009 eine Tätigkeit als Schichtarbeiter für den Unternehmensbereich … 

aufnahm. In diesen Eigenschaften war der Beschwerdeführer jeweils bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch 

unfallversichert. Am 17. September 1997 erlitt der Beschwerdeführer einen 

ersten Verkehrsunfall, als ein Anhängerzug im … in … auf den von ihm 

gelenkten Lastwagen auffuhr, so dass dieser mit einem weiteren 

Personenwagen kollidierte. Dabei zog er sich eine Distorsion der 

Halswirbelsäule (HWS), eine Schulterkontusion rechts und eine basale 

rechtsseitige Rippenfraktur zu. In der Folge war der Beschwerdeführer  bis zum 

17. Oktober 1997 zu 100 % und anschliessend noch während etwa zwei 

Wochen zu 50 % arbeitsunfähig, bevor er ab dem 3. November 1997 seine 

Arbeitstätigkeit wieder vollständig aufnahm.

b) Am 22. März 2009 erlitt der Beschwerdeführer als Beifahrer beim 

Grenzübergang … - im Tunnel vor dem Zoll in … - erneut einen Verkehrsunfall 

in Form einer Auffahrtskollision. Infolge einer stehenden Kolonne im besagten 

Tunnel musste die Ehefrau des Beschwerdeführers als Lenkerin abbremsen, 

woraufhin der nachfolgende Personenwagen auf ihren Personenwagen auffuhr 

und diesen durch den Heckaufprall in das nächstvordere Fahrzeug schob. Nach 

dem Unfall wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau noch gleichentags 

zur Erstversorgung ins Spital … gebracht. Die Röntgenbilder vom 22. März 

2009 zeigten eine Streckhaltung der HWS sowie eine Osteochondrose im 

Bewegungssegment C5/C6 mit leichter Retrolisthesis von HWK 5. Am nächsten 

Morgen konsultierte der Beschwerdeführer seinen Hausarzt, Dr. med.  …, 

welcher unmittelbar nach dem Unfallereignis starke okzipitale Kopfschmerzen 

mit Ausstrahlung in den Nacken sowie beide Schultern, einen 

Schwankschwindel mit Brechreiz und Erbrechen und fragliche Doppelbilder 

feststellte und die Verletzungen gemäss Dokumentationsbogen für 

Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 22. 

April 2009 mit der Klassifikation QTF III (Quebec Task Force) bewertete. Später 

traten auch noch Kraftlosigkeit beim Faustschluss und Sensibilitätsstörungen in 

den Fingern II bis V auf. Bis auf weiteres war der Beschwerdeführer zu 100 % 

arbeitsunfähig. Nach einem MRI der HWS vom 2. April 2009 und einer 

Untersuchung des Beschwerdeführers am 15. April 2009 (inkl. EEG und EMG) 

stellte Dr. med. … einen Zustand nach HWS-Distorsionstrauma mit zerviko-

zephalem Schmerzsyndrom, Schwindelbeschwerden, Insomnie und 

Konzentrationsstörungen durch Auffahrkollision und ein leichtes Reiz- und 

Ausfallsyndrom der Nervenwurzel C7 links durch HWS-Distorsionstrauma bei 

vermutlich krankhaften, degenerativen Veränderungen im Bereich der 

Halswirbelsäule fest. Klinisch-neurologisch seien keine Hinweise auf fokale 

neurologische Ausfälle zu finden; auch das EEG sei im Normbereich.

c) Nachdem in der Folge aufgrund von persistierenden Beschwerden diverse 

medizinische Untersuchungen erfolgt waren, teilte die SUVA dem 

Beschwerdeführer letztlich mit Verfügung vom 8. September 2010 mit, dass die 

Adäquanz der noch geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren 

Beschwerden zum Unfallereignis vom 22. März 2009 zu verneinen sei, weshalb 

die Versicherungsleistungen auf den 30. September 2010 eingestellt würden. 

Eine hiergegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid 

vom 17. März 2011 ab. Dagegen erhob der Beschwerdeführer Beschwerde ans 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren S 11 52).

2. a) Am 12. Juni 2009 meldete sich der Beschwerdeführer bei der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (IV-Stelle) zum Bezug 

von IV-Leistungen in Form von beruflichen Massnahmen und Rentenleistungen 

an. Trotz verschiedener medikamentöser, physio- und manualtherapeutischer 

Behandlungen litt der Beschwerdeführer weiter an Kopf- und Nackenschmerzen, 

Schwindel, Insomnie und Konzentrationsstörungen, weshalb vor und nach der 

erwähnten Anmeldung bei der IV-Stelle medizinische Abklärungen durch die 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) stattfanden (Akten im IV-

Dossier vollständig enthalten). Auszugsweise hervorzuheben sind:

• Kantonsspital Graubünden, Dr. med. …, Leitender Arzt Radiologie (MRI 
Head und KHBW vom 11.05.2009): Es finde sich kein Hinweis auf einen 
intercerebralen Prozess. Insbesondere die Felsenbeinregion stelle sich 
regelrecht dar ohne Hinweis auf eine Raumforderung (keine traumatischen 
Läsionen).

• Dr. med. …, Spezialarzt FMH Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten, Bericht vom 
18. Mai 2009: Es seien ein Tympanogramm, ein Reintonaudiogramm und 
eine Vestibularisprüfung durchgeführt worden. Festzustellen seien ein 
Status nach HWS-Schleudertrauma vom 22. März 2009 mit persistierenden 
Schwindelbeschwerden bei cervico-cephalem Schmerzsyndrom sowie eine 
mittelschwere Hochtonstörung mit Tinnitus (rechts). Dagegen seien keine 
Hinweise für eine periphere Vestibulopathie oder eine wesentliche 
vestibuläre zentrale Komponente zu finden. Vorhanden seien 
Linksnystagmen, welche als Reiznystagmus interpretiert würden.

• PD Dr. med. …, Facharzt für Ophthalmologie FMH/FEBO, Bericht vom 3. 
Juni 2009: Es sei eine Amotio (Netzhautablösung) älteren Datums 
festzustellen, welche auf ein Trauma und eine Operation vor 30 Jahren 
zurückzuführen sei. Ein Zusammenhang mit der Auffahrkollision vom 22. 
März 2009 sei nicht zu erkennen. Alle Augenbeschwerden seien nicht mit 
der Auffahrkollision in Verbindung zu setzen.

• Dr. Med. …, Spezialarzt FMH für Neurologie, Bericht vom 23. Juli 2009: 
Kein Nachweis von zentralen oder peripheren neurologischen Ausfällen an 
der linken oberen Extremität, speziell die Motorik und die Koordination der 
linken Hand seien normal. Die Beschwerden des Patienten liessen sich aus 
neurologischer Sicht nicht objektivieren; auch nicht die subjektiv erwähnten 
koordinativen Beeinträchtigungen der linken Hand.

• Rehaklinik …, Ambulantes Assessment mit Bericht vom 10. Juni 2009 und 
stationärer Aufenthalt (01.07.2009-12.08.2009) mit Bericht vom 24. August 
2009: Wegen mässiger Symptomausweitung, Selbstlimitierung und 

Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests für die 
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. In einer 
adaptierten Tätigkeit (Schonarbeitsplatz mit leichten Tätigkeiten) bestehe 
eine volle Arbeitsfähigkeit ab dem 13. August 2009.

b) Im Anschluss an den stationären Aufenthalt in … wurde ab dem 13. August 2009 

ein Arbeitsversuch beim Arbeitgeber des Beschwerdeführers in einer leichten 

adaptierten Tätigkeit durchgeführt. Der Arbeitsversich scheiterte, weil der 

Beschwerdeführer am 19. August 2009 infolge von Schwindel einen 

Treppensturz erlitt. Seither war er aufgrund des Schwindels wiederum zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben. Am 1. September 2009 teilte der Beschwerdeführer 

mit, dass er eine Behandlung bei Dr. phil. … (Psychotherapeut) aufgenommen 

habe. Mit Schreiben vom 4. September 2009 ersuchte der Rechtsanwalt des 

Beschwerdeführers den Psychotherapeuten um Prüfung einer Notfallinterven-

tion, da der Beschwerdeführer Suizidgedanken geäussert hatte.

c) Da sich die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers weiterhin nicht 

verbesserten, veranlasste die SUVA weitere medizinische Untersuchungen und 

Behandlungen, welche zu den folgenden Ergebnissen führten (im IV-Dossier 

enthalten):

• Aufenthalt im Rehazentrum … in … vom 10.10.2009-30.10.2009, Bericht 
vom 30.10.2009: Es sei eine Subluxation des Wirbels C5 mit Kompression 
auf die Wirbelmark als Traumafolge festzustellen (gemäss MRI vom 2. April 
2009). Sodann werde eine reaktive depressive Störung schweren Grades 
diagnostiziert.

Dr. med. …, Kantonsspital Graubünden, Nachtrag vom 13. November 2009: 
Eine erneute Prüfung des MRI vom 2. April 2009 habe keine Subluxation 
HWK 5/6 erkennen lassen. Es liege vielmehr eine Uncovertebralarthrose 
vor. Diese stelle eine chronisch degenerative Veränderung dar und basiere 
nicht auf einem traumatischen Mechanismus.

Dr. med. …, Facharzt für Radiologie, Bericht vom 21. Dezember 2009 nach 
einem Upright MRI der HWS vom 10.12.2009: Festzustellen seien 
degenerative Veränderungen an der HWS. Es fänden sich keine Hinweise 
auf eine Instabilität oder eine Subluxation.

• Dr. med. … Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten (SUVA), 
Bericht vom 7. Januar 2010 über die neurootologische Untersuchung vom 

06.01.2010: Es beständen Hinweise auf eine zentrale vestibuläre 
Funktionsstörung im weiteren Sinn mit einem etwas unklaren 
Spontannystagmus nach links und einer gestörten Blickfolge. Dabei handle 
es sich am ehesten um Nebenwirkungen der aktuellen Medikation.

Dr. med. …, Antwortschreiben vom 25. Januar 2010: Anhand 
Medikamentenspiegel glaube er nicht, dass der Schwindel medikamentös 
bedingt sei, dies umso mehr, weil Schwindel rasch nach dem Unfall 
aufgetreten sei und auch vor Verordnung der erwähnten Medikamente 
bestanden habe. 

Dr. med. …, Antwortschreiben vom 2. Februar 2010: Die 
Schwindelbeschwerden könnten durch … ihre Erklärung finden.

• Neuropsychologische Untersuchung an der Klinik … vom 12. Januar 2010, 
Bericht vom 9. Februar 2010: Zusammenfassend sei festzustellen, dass die 
Resultate aus neuropsychologischer Sicht schwierig einzuordnen seien. 
Wenn aus medizinischer Sicht die Ergebnisse nicht zu erklären seien, 
könnten die kognitiven Defizite von anderen als primär hirnorganischen 
Faktoren beeinflusst werden (emotionale Verfassung, Motivation, 
Stimmung, Schmerzen).

• …, Bewegungstherapeutin, Bericht vom 8. Februar 2010: Objektiv seien im 
Bereich der Hals- und oberen Rückenmuskulatur starke Myogelosen 
festzustellen. Aus biomechanischer und bewegungswissenschaftlicher Sicht 
könnten die bestehenden Myogelosen die vorhandene Schmerz- und 
Schwindelproblematik erklären.

• Dr. phil. …, Psychotherapeut SPV, Bericht vom 8. Februar 2010: Zu 
diagnostizieren seien eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) 
nach Unfall mit Schleudertrauma vom 22. März 2009 und eine mittelgradige 
depressive Episode (F32.1) mit schwerer Schlaflosigkeit, latenter 
Suizidalität und neuerdings Arbeitslosigkeit (Z59.0).

d) Am 24. Februar 2010 wurde der Beschwerdeführer von Dr. med. … kreisärztlich 

untersucht. Mit Bericht vom gleichen Tag führt der Kreisarzt der SUVA aus, aus 

unfallmedizinischer Sicht stehe fest, dass keine somatischen Unfallfolgen mehr 

vorlägen. Die Nackenproblematik sei durch die fortgeschrittenen degenerativen 

Veränderungen vollumfänglich zu erklären. Es sei eine Fortführung der 

medizinischen Trainingstherapie 3x pro Woche angezeigt, um die leichten 

muskulären Defizite noch zu korrigieren. Aus somatischer unfallmedizinischer 

Sicht bestehe ab dem 15. März 2010 eine 50%ige und ab dem 6. April 2010 

eine volle Arbeitsfähigkeit.

e) Es folgten weitere medizinische Untersuchungen und Behandlungen des 

Beschwerdeführers:

• Dr. med. …, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals und 
Gesichtschirurgie, Bericht vom 22. Februar 2010 über die Untersuchung 
vom 11.01.2010: Als Diagnose zu stellen seien verschiedene unfallkausale 
Funktionsstörungen bei einem posttraumatischen cervico-encephalen 
Syndrom, einem cervico-brachialen Reiz- und Ausfallsyndrom (C7/8) mit 
carnio-mandibulärer Dysfunktion und einem beidseitigen posttraumatischen 
Tinnitus. Es sei die Durchführung eines Testverfahrens nach N. Bogduk 
durch Kollege Dr. … an der …-Klinik in Winterthur zu empfehlen.

Dr. med. …, Antwortschreiben vom 15. April 2010: Gesamthaft gesehen 
habe auch Dr. … den Nachweis einer relevanten organisch-strukturellen 
Läsion als Folge des erlittenen HWS-Traumas nicht erbringen können. 
Schlussendlich stelle Dr. … etwa die gleichen Befunde wie Dr. … und er 
selbst fest.

• Med. Pract. …, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrische 
Beurteilung vom 28. April 2010: Es sei vorerst von einer Anpassungsstörung 
mit depressiven und ängstlichen Reaktionen (ICD-10 F43.2) auszugehen. 
Es beständen keine Anhaltspunkte für die Entwicklung einer 
posttraumatischen Belastungsstörung. Differentialdiagnostisch sei eine 
Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2) und 
gegebenenfalls eine mittelschwere depressive Störung (ICD-10 F32.1) mit 
einer zusätzlichen Angststörung (ICD-10 F41) zu erwägen.  Die jetzige 
psychische Entwicklung stehe in natürlicher Teilkausalität mit dem 
Unfallereignis vom 22. März 2009.

• Dr. med. …, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, Ärztliche 
Beurteilung vom 30. April 2010: Weder in den von Dr. … wiedergegebenen 
Daten zur Anamnese noch in seinem Untersuchungsbefund ergäben sich 
irgendwelche Hinweise auf von Fazettengelenken an der HWS ausgehende 
Symptome; vielmehr sei anzunehmen, dass die degenerierten 
Bandscheiben an der unteren HWS Ursache der Schmerzen sein könnten. 
Dass Radiofrequenzverfahren nach Bogduk sei ausdrücklich für die 
palliative Behandlung von Schmerzen der Fazettengelenke entwickelt 
worden. Somit lasse sich hier keine Indikation für ein solches Verfahren 
stellen. 

• Schmerzzentrum Klinik …, Dr. rer. nat. …: Im März, April und Mai 2010 
wurden an der Klinik … mehrere Interventionen der diagnostischen 
Blockaden an C2/3 und C5/6 sowie eine Infiltration des Musculus levator 
scapulae links durch Schmerztherapeut Dr. … vorgenommen. Am 17. Mai 

2010 folgte eine funktionelle percutane Rhizotomie C3 beidseits, C5 
beidseits und C6 beidseits (Radiofrequenz-Neurotomie).

• Klinik im …, Bidisziplinäre Begutachtung durch Prof. Dr. med. …, FMH 
Neurologie (neurologisches Gutachten vom 10. Mai 2010 mit Untersuchung 
vom 19.04.2010) und Dr. med. … (psychiatrisches Gutachten vom 12. Mai 
2010 mit Untersuchung vom 27.04.2010), veranlasst von der … 
Krankenversicherung: Neurologisch sei kein sicherer oder wahrscheinlicher 
Anhalt für eine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren 
Nervensystem, der Wirbelsäule sowie der paravertebralen Strukturen 
festzustellen. Gegeben seien eine leichtgradige und folgenlos abgeheilte 
HWS-Distorsion am 22.03.09 und eine Migräne. Eine Arbeitsunfähigkeit 
oder ein unfallbedingter dauerhafter Gesundheitsschaden liessen sich nicht 
belegen und begründen. Die bisherige Tätigkeit als Schichtarbeiter sei dem 
Beschwerdeführer zumutbar. Psychiatrisch liessen sich keine Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit sei eine leichte Residualsymptomatik einer 
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) zu diagnostizieren.

• Dr. med. …, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals und 
Gesichtschirurgie, Schreiben an Dr. … vom 18. Mai 2010: Der 
Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. 
Einer adaptierten Tätigkeit könne er zu 50 % nachgehen.  

• Dr. med. …, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Schreiben vom 20. Juli 2010 
und vom 8. Oktober 2010: Festzustellen sei ein Status nach 
zervikocephalem Akzelerations-/Dezelerationstrauma im Rahmen einer 
Heck- und Frontalkollision vom 22. März 2009 bei vorbestehenden, 
degenerativen Veränderungen der HWS sowie ein posttraumatisches, 
zervikozephales Syndrom mit Funktionsstörung des posturalen 
Kontrollsystems.

• …, Bewegungstherapeutin, Berichte vom 14. August 2010 und vom 18. 
September 2010: Die vorhandene Schmerz- und Schwindelproblematik 
könne durch die bestehenden starken Myogelosen und die muskuläre 
Dysbalance teilweise erklärt werden. Zusammenfassend lasse sich 
festhalten, dass die Entwicklung der Therapie sowie die Einstellung des 
Patienten erfreuliche Fortschritte machten. Die Fortsetzung des 
Trainingsprogramms sei aus bewegungswissenschaftlicher Sicht sehr zu 
empfehlen.

f) Letztlich hielt der Kreisarzt der SUVA, Dr. med. …, Ende August 2010 fest, 

dass er vom Erreichen des medizinischen Endzustands ausgehe. Die jetzigen 

Beschwerden seien durch krankhafte Veränderungen erklärbar. Der Regionale 

Ärztliche Dienst Ostschweiz (RAD), Dr. med. …, kam in seinem 

Abschlussbericht vom 17. August 2010 zum Schluss, dass auf das 

bidisziplinäre Gutachten vom Mai 2010 von Prof. Dr. med. … und Dr. med. … 

abgestellt werden könne. Es sei umfassend, berücksichtige die geklagten 

Beschwerden sowie die Vorakten in angemessener Weise, beruhe auf 

klinischen Untersuchungen und begründe die arbeitsmedizinischen 

Schlussfolgerungen ausreichend. Wegen der hohen subjektiven 

Arbeitsunfähigkeits-Überzeugung und der ausgeprägten Selbstlimitierung, die 

auch von den Gutachtern festgestellt worden sei, bestünden beträchtliche 

Eingliederungshindernisse.

3. a) Mit Vorbescheid vom 27. September 2010 teilte die IV-Stelle dem 

Beschwerdeführer mit, dass das Leistungsbegehren abgewiesen und  keine 

Kostengutsprache für eine Umschulung erteilt werde. Mit Vorbescheid vom 28. 

September 2010 sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer eine befristete, 

halbe Invalidenrente vom 1. März 2010 bis zum 31. Juli 2010 bei einem IV-Grad 

von 50 % zu. Ab dem 1. August 2010 bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente 

mehr, da der IV-Grad unter 40 % liege. Hiergegen erhob der Beschwerdeführer 

am 8. Oktober 2010 Einwand mit dem Antrag auf Aufhebung der beiden 

Vorbescheide. Ihm sei ab dem 1. März 2010 eine ganze IV-Rente und ab dem 1. 

November 2010 eine halbe IV-Rente auszurichten und es seien ihm berufliche 

Massnahmen zu gewähren. Im Wesentlichen kritisierte der Beschwerdeführer, 

dass die IV-Stelle keine eigenen Abklärungen durchgeführt, sondern nur die 

Akten der SUVA beigezogen und auf die verfehlte Begutachtung von Dr. … 

abgestellte habe; ohne sich mit dem Gutachten von Dr. … 

auseinanderzusetzen.

b) Auf Veranlassung und Entscheid des Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit 

Graubünden (KIGA) nahm der Beschwerdeführer vom 1. November 2010 bis 

zum 29. April 2011 mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % am 

Einsatzprogramm Mittelbünden teil. Im März 2011 wurde der Einsatz des 

Beschwerdeführers im Einsatzprogramm Mittelbünden dann bis zum 29. Juli 

2011 verlängert.

c) Mit Verfügung vom 5. März 2011 gewährte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer 

schliesslich eine befristete Rente vom 1. März 2010 bis zum 31. Juli 2010:

• Gemäss der SUVA sei der Beschwerdeführer vom 22. März 2009 bis zum 
14. März 2010 zu 100 % und vom 15. März 2010 bis zum 5. April 2010 zu 
50 % arbeitsunfähig gewesen, bevor ab dem 6. April 2010 wiederum eine 
volle Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit bestanden habe. 
Die eigenen medizinischen Abklärungen bestätigten diese Feststellungen. 
Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens (VEK) von Fr. 70'771.-- 
als Schichtarbeiter und eines Invalideneinkommens (IVEK) von Fr. 
35‘385.50 ab dem 15. März 2010 ergebe sich ein IV-Grad von 50 % bis zum 
6. April 2010. Danach entspreche das VEK dem IVEK, weshalb ab diesem 
Zeitpunkt ein IV-Grad von 0 % bestehe. Unter Berücksichtigung der 3-
monatigen Wartezeit ab dem 6. April 2010 ergebe sich daraus ein 
beschwerdeführerischer Anspruch auf eine halbe IV-Rente vom 1. März 
2010 bis zum 31. Juli 2010 bei einem IV-Grad von 50 %.

• Im Hinblick auf die eingangs dargestellte Rechtslage könne insbesondere 
auf die Abschlussbeurteilung des RAD vom 17. August 2010 abgestellt 
werden, welche einen Gesamtwert der Arbeitsfähigkeit darstelle 
(Vorgeschichte und bisherige medizinische Akten) und in den Ergebnissen 
schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei erscheine. Der RAD 
komme dabei vor allem gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten der Klinik 
im … vom 10. und vom 12. Mai 2010 zum Schluss, dass der 
Beschwerdeführer trotz seiner Beschwerden in der Arbeitsfähigkeit nicht 
eingeschränkt sei.

• Soweit der Beschwerdeführer rüge, dass sich die IV-Stelle darauf 
beschränkt habe, die Akten der SUVA beizuziehen und die unfallkausalen 
Beschwerden zu thematisieren, sei auf das bidisziplinäre Gutachten der 
Klinik im … hinzuweisen, welches zu Handen der SWICA 
Krankenversicherung erstellt worden sei. Dieses äussere sich zur 
krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Entgegen 
dem Beschwerdeführer sei sodann auch eine Auseinandersetzung mit dem 
Gutachten von Dr. … nicht erforderlich gewesen, da dieses den 
Untersuchungsbericht von Dr. … vom 7. Januar 2010, das neurologische 
Untersuchungsergebnis der Rehaklinik … vom 22. Juli 2009 und das 
neurologische Gutachten der Klinik im … vom 10. Mai 2010 nicht zu 
erschüttern vermöge. Gemäss neuropsychologischem 
Untersuchungsbericht der Klink Valens seien ebenfalls keine deutlichen 
Einschränkungen gegeben. Denn danach seien die kognitiven Defizite von 
anderen als primär hirnorganischen Faktoren beeinflusst (Motivation, 
Schmerzen, Stimmung). Inwiefern das psychiatrische Gutachten der Klinik 
… nicht schlüssig sein solle, werde schliesslich nicht dargelegt.

• Nur am Rande sei darauf hinzuweisen, dass - selbst wenn man dem 
Beschwerdeführer eine gewisse Arbeitsunfähigkeit attestieren wollte - 
gemäss Rechtsprechung die Frage der Überwindbarkeit der Schmerzen zu 
prüfen wäre. Diese Frage wäre zu bejahen, da weder eine psychische 
Komorbidität gegeben noch die übrigen Kriterien mit einer gewissen 
Intensität und Konstanz erfüllt seien.

d) Mit Verfügung vom 9. März 2011 lehnte die IV-Stelle den 

beschwerdeführerischen Antrag auf berufliche Massnahmen ab. Die 

vorgenommenen Abklärungen hätten ergeben, dass die verbliebene 

Leistungsfähigkeit (zeitliche Restarbeitsfähigkeit abzüglich allfälliger 

Leistungsminderungen) in der bisherigen wie in einer leidensangepassten 

Tätigkeit gleich hoch sei. Aus diesem Grund sei keine Umschulung auf eine 

neue Tätigkeit notwendig.

4. Dagegen erhob … am 6. April 2011 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung der beiden Verfügungen 

vom 5. März 2011 und vom 9. März 2011. Ihm sei ab dem 1. März 2010 eine 

ganze IV-Rente und ab dem 1. November 2010 eine vorerst unbefristete halbe 

IV-Rente, eventuell nach gerichtlichem Ermessen, auszurichten. Zudem seien 

ihm berufliche Massnahmen zu gewähren. Eventualiter sei ein interdisziplinäres 

gerichtliches Gutachten in Auftrag zu geben. Das Verfahren sei bis Ende August 

2011 zu sistieren, damit er weitere Abklärungen tätigen und die entsprechenden 

Berichte einreichen könne:

• Das Valideneinkommen von Fr. 70‘771.-- werde nicht kritisiert. Angefochten 
würden jedoch das Invalideneinkommen und der IV-Grad. Die IV-Stelle 
stelle sich auf den Standpunkt, er sei ab dem 6. April 2010 in der zuletzt 
ausgeführten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Dabei habe 
sie aber keine eigenen medizinischen Abklärungen getätigt. Der RAD stütze 
sich auf die Beurteilung von Dr. …, die kreisärztliche Untersuchung und die 
Berichte von Dr. … und Dr. …, welche im Auftrag der SWICA 
Krankenversicherung erstellt worden seien. Letztere beiden Berichte seien 
als Parteigutachten zu qualifizieren, in deren Zusammenhang er kein Recht 
gehabt habe, die im Sozialversicherungsrecht vorgesehenen Parteirechte 
auszuüben. Auch hätten den Gutachtern die nach Februar 2010 erstellten 
Akten nicht vorgelegen.

• Der neurologische Bericht von Dr. … beruhe auf einem aktenwidrigen 
Sachverhalt, da er von einer leichtgradigen HWS-Distorsion spreche, 
obwohl die behandelnden Ärzte eine QTF III bestätigt hätten. Ebenfalls 
würden Wurzelkompressionen verneint, obwohl diese bildgebend 
nachgewiesen seien. Als Neurologe sei Dr. … sodann weder für eine 
Beurteilung des posturalen Kontrollsystems noch für die Beurteilung der 
orthopädischen und rheumatologischen Einschränkungen qualifiziert. Er 
begründe seine Auffassung denn auch nur mit Literatur und nicht mit einem 
klinischen Befund. Insbesondere werde der Vorzustand der HWS nicht 
berücksichtigt. Kritisiert würden auch die Untersuchungsmethoden von Dr. 
…, da die Anamneseerhebung und die klinische Untersuchung nur 30 
Minuten gedauert hätten. Stossend sei, dass Dr. … nach dieser kurzen Zeit 
alle neuropsychologischen Einschränkungen ausschliessen könne. 
Entgegen der Auffassung des RAD habe keine umfassende klinische 
Untersuchung stattgefunden. Die Schlussfolgerung sei auch nicht 
ausreichend und schlüssig begründet. Im Weiteren könne auch nicht auf 
den Bericht von Dr. … abgestellt werden. Denn dieser widerspreche sowohl 
Dr. … als auch dem SUVA-Psychiater, welcher einen deutlichen Anteil einer 
depressiven Episode erkannt habe. Da der Endzustand noch nicht erreicht 
gewesen sei, hätte sich die IV-Stelle nicht mit dem Bericht von Dr. … 
zufrieden geben dürfen. Keine genügende Grundlage vermittelten 
schliesslich auch der Bericht von Dr. … und der Bericht des Kreisarztes Dr. 
… vom 24. Februar 2010. Ersterer widerspreche den Auffassungen von Dr. 
… und Dr. … zu den Ursachen der Schwindelbeschwerden und letzterer 
könne für die IV-Stelle nicht massgebend sein, da die Arbeitsfähigkeit 
basierend auf den reinen Unfallfolgen festgestellt worden sei.

• Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe die IV-Stelle verschiedene 
wesentliche Aspekte nicht berücksichtigt:

▪ Verletzungen der HWS (degenerative Veränderungen mit 
Wurzelkompressionen und Diskushernien gemäss MRI)

▪ Erhebliche Amotio (Netzhautablösung, obwohl eine Operation als 
indiziert erachtet werde)

▪ Schwindelattacken und gestörtes Gleichgewicht (objektiviert von Dr. …, 
trotz deutlicher Einschränkungen und Integritätsentschädigung)

▪ Beidseitige deutliche Hochtonstörung mit beidseitigem Tinnitus
▪ Deutlich feststellbare myofasziale Beschwerden
▪ Entwicklungen des psychischen Gesundheitszustandes

Ebenfalls nicht berücksichtigt worden sei, dass er - wie eine audiometrische 
Entwicklung des Gehörs aufzeige - in der angestammten Tätigkeit starken 
Lärmbelastungen ausgesetzt sei, welche unter anderem Auslöser der 
psychischen Beschwerden sei. Hinzu komme, dass er in dieser Tätigkeit 
regelmässig schwere Gewichte tragen müsse, was nach der Beurteilung 
des Neurochirurgen Dr. … nicht zumutbar sei. Somit ergebe sich 
zusammenfassend, dass die medizinischen Befunde nicht umfassend 
abgeklärt und berücksichtigt worden seien. Ausserdem sei erstellt, dass ihm 

seine bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Für die Berechnung des 
IV-Grades sei daher auf die LSE 2008 abzustellen.

• Die IV-Stelle führe im Weiteren an, dass ihm die Überwindung der 
Schmerzen zumutbar wäre, wobei sie übersehe, dass diese 
Rechtsprechung nur dann zur Anwendung ge…, wenn es sich um organisch 
nicht objektivierbare Befunde handle: 

▪ Hier seien die beidseitigen Hochtonstörungen und der beidseitige 
Tinnitus objektivierbar. Dieser Hörverlust führe offensichtlich zu einer 
Beschränkung der möglichen adaptierten Arbeitsplätze und schliesse 
die bisherige Tätigkeit aus, um eine weitere Verschlechterung zu 
vermeiden. 

▪ Auch die Gleichgewichtsstörungen könnten objektiviert werden. Gemäss 
Dr. … bestünden deutliche Einschränkungen, welche anhand der 
durchgeführten Tests beschrieben und bewertet worden seien.

▪ Zudem seien die Befunde an der HWS anhand der verschiedenen MRI 
objektivierbar (Wurzelkompressionen und Diskushernien), was zu einer 
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit führe.

▪ Schliesslich sei der psychische Gesundheitszustand zu berücksichtigen. 
Es sei von einer eigenständigen psychischen Erkrankung im Sinne einer 
Depression auszugehen. Der Beginn der Erkrankung liege nach dem 
gescheiterten Arbeitsversuch.

Zu kritisieren sei letztlich auch, dass die IV-Stelle zur Frage der 
Überwindbarkeit der Leiden und zur Verwertung der Arbeitskraft keine 
ärztlichen Stellungnahmen eingeholt habe. 

• Dr. … attestiere nach erfolgreicher Radiofrequenz-Neurotomie ab dem 10. 
Juli 2010 eine 50%ige Erwerbsfähigkeit. Unter Berücksichtigung der 
physischen und psychischen Einschränkungen erscheine diese 
Einschätzung realistisch. Gemäss Tabelle T1 der LSE 2008 betrage das 
IVEK somit Fr. 28‘575.-- (Anforderungsniveau 4, Teilarbeit 50 %, 
Indexierung, Leidensabzug 10-15 %). Daraus ergebe sich für die Zeit ab 
dem 1. November 2010 ein IV-Grad von 59 % und somit ein Anspruch auf 
eine halbe IV-Rente. Unter Berücksichtigung der Übergangsfrist von 3 
Monaten gemäss Art. 88a IVV sei bis Ende Oktober 2010 von einer vollen 
Arbeitsunfähigkeit und einem Anspruch auf eine volle IV-Rente auszugehen. 
Unter diesen Umständen ergebe sich auch ein Anspruch auf berufliche 
Massnahmen.

• Die Sistierung des Verfahrens werde beantragt, damit ein präzisierender 
neuro-otologischer Bericht und ein ausführliches psychiatrisches Gutachten 
eingelegt werden könnten. Die Berichte seien notwendig, um einerseits eine 
Objektivierung der Störung des posturalen Kontrollsystems nachzuweisen 
und andererseits die psychische Entwicklung aufzuzeigen.

5. Nachdem die Vorinstanz am 21. April 2011 noch eine Stellungnahme des RAD 

verlangt und am 3. Mai 2011 erhalten hatte, beantragte sie mit Vernehmlassung 

vom 5. Mai 2011 die Abweisung der Beschwerde:

• In Bezug auf das zunächst formell kritisierte Gutachten der Klinik … zeige 
der Beschwerdeführer nicht auf, inwiefern er seine Parteirechte nicht habe 
ausüben können. Die Rüge erscheine vielmehr als reine Schutzbehauptung 
und sei offensichtlich verspätet gestellt worden. Die Gutachter hätten 
sodann zweifellos über alle relevanten Akten verfügt, welche sie 
auszugsweise auch zitiert hätten. Da im April 2010 sowohl die SWICA als 
auch die SUVA Gutachten eingeholt hätten, sei es logisch dass den 
Gutachtern der Klinik … die fast zeitgleich erstellten Gutachten der SUVA 
nicht bekannt gewesen seien. Der RAD habe in seiner Abschlussbeurteilung 
sodann alle medizinischen Akten gewürdigt und zu Recht auch das 
Gutachten der Klinik … berücksichtigt.

• In materieller Hinsicht sei den kritischen Bemerkungen des 
Beschwerdeführers die detaillierte Stellungnahme des RAD vom 3. Mai 
2011 entgegenzuhalten. Der RAD zeige schlüssig und nachvollziehbar auf, 
dass der Beschwerdeführer nur eine leichte Distorsion der HWS erlitten 
habe, weil sich aus den radiologischen Bildern eben gerade keine 
Wurzelkompression ableiten lasse, da radikuläre Ausfallerscheinungen trotz 
Anfangsverdachts wiederholt ausgeschlossen worden seien. Im Weiteren 
halte der RAD auch klar fest, dass Umfang und Qualität der neurologischen 
Untersuchung von Prof. … in Ordnung gewesen seien, dass die 
Hochtonschwerhörigkeit und der Tinnitus sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirkten, dass keine für die Arbeitsfähigkeit relevante Visusminderung 
vorliege, dass aus psychiatrischer Hinsicht das Störungsbild im Rahmen der 
Anpassungsstörung nicht in einem Schweregrad ausgeprägt sei, welcher 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnte und dass weder 
zentral- noch peripher-vestibuläre Störungen des Gleichgewichtssinns 
nachgewiesen hätten werden können. Zusammenfassend sei der 
medizinische Sachverhalt umfassend abgeklärt worden, weswegen auf die 
Abschlussbeurteilung des RAD vom 17. August 2010 betreffend 
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abgestellt werden könne.

6. Mit Schreiben vom 10. Mai 2011 hiess die Instruktionsrichterin das 

beschwerdeführerische Sistierungsgesuch zunächst bis Ende August 2011 gut, 

bevor sie es mit Schreiben vom 26. August 2011 bis Ende September 2011 

verlängerte. Daraufhin reichte der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 28. 

September 2011 die angekündeten medizinischen Unterlagen (Arztbericht Dr. 

med.  … vom 10. Juni 2011, Arztbericht Dr. med. D. … vom 27. Juni 2011 sowie 

psychiatrisches Gutachten Dr. med. … vom 8. September 2011 von der 

unabhängigen medizinischen Gutachtenstelle Zürich [UMEG]) ein und führte 

dazu aus:

• Bezüglich Schwindel lägen nach Dr. … und Dr. … objektivierbare 
pathodiagnostische Systembefunde vor; die beiden Ärzte beurteilten nur die 
Schwere der Befunde unterschiedlich, wobei Dr. … die posturalen 
Prüfungen nicht durchgeführt habe. Tatsache sei aber, dass nach dem 
Unfallereignis eine objektivierbare Störung des Gleichgewichtsystems 
aufgetreten sei. Die Erklärungen von Dr. … als SUVA Arzt, hierbei handle 
es sich um eine Folge der Medikation, könnten durch die objektivierten 
Befunde und den Medikamentenspiegel widerlegt werden. Der Ärger von 
Dr. … im Bericht vom 27. Juni 2011 über die Beurteilungen anderer Ärzte in 
seinem Fachgebiet sei verständlich. Seine eingehende und umfassende 
Prüfung am 11. Januar 2010 gemäss anerkannten Richtlinien habe 
objektivierbare Befunde ergeben. Die Arbeitsunfähigkeit infolge Störung des 
Gleichgewichtsystems sei deshalb nicht gemäss BGE 136 V 279 zu prüfen.

• Nach dem Gutachten von Dr. … vom 8. September 2011 seien eine 
prolongierte Anpassungsstörung mit Depressionen (ICD-10 F43.21 bzw. 
DSM-IV 309.28) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-
10 F54.4) bei akzentuierter Persönlichkeit mit ängstlich angepassten Zügen 
(ICD-10 Z73.2) gegeben. Dr. … teile somit diagnostische Einschätzung des 
SUVA Arztes …, lehne aber die Beurteilung von Dr. … ab. Insbesondere 
liege nicht nur ein leichter Residualzustand einer Anpassungsstörung vor, 
da bei der Untersuchung am 29. Juni 2011 weiterhin depressive und nicht 
abgeklungene Symptome vorhanden gewesen seien. Ausserdem bestehe 
eine chronifizierte somatoforme Schmerzstörung, so dass maximal eine 
Arbeitsfähigkeit von 60 % gegeben sei. Gemäss Dr. … sei eine psychische 
Komorbidität gegeben und es seien die Förster Kriterien erfüllt, weshalb 
eine willentliche Überwindung des Leidens nicht zumutbar sei.

• Somit sei insgesamt von einer objektivierbaren Störung des 
Gleichgewichtsystems auszugehen, welche bei der Beurteilung der 
Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen sei. Hinzu komme die invalidisierende 
Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40 %, da dem Beschwerdeführer die 
Überwindung seiner Leiden nicht zuzumuten sei.

7. Hierzu nahm die IV-Stelle mit Schreiben vom 20. Oktober 2011 wie folgt Stellung:

• Die Berichte von Dr. … könnten weder den neurootologischen 
Untersuchungsbericht von Dr. … noch das neurologische 
Untersuchungsergebnis der Rehaklinik … noch das neurologische 
Gutachten der Klink … erschüttern. Die Beurteilung von Dr. … bestätigte die 
Feststellungen des RAD vom 3. Mai 2011, wonach beim Beschwerdeführer 
keine objektivierbaren Befunde vorlägen (keine zentral- oder peripher-
vestibuläre Störungen des Gleichgewichtsinns). Denn auch Dr. … komme 

zum Schluss, dass sich keine Hinweise für eine peripher-vestibuläre 
Funktionsstörung finden liessen und eine vestibuläre Pathologie 
unwahrscheinlich erscheine. Ein zervikaler Nystagmus liege nicht vor. Damit 
sei keine objektivierbare vestibuläre Störung des Gleichgewichtssystems 
gegeben.

• Das vom Beschwerdeführer eingereichte Parteigutachten von Dr. … könne 
das bestehende Gutachten von Dr. … nicht erschüttern, da die von 
letzterem erhobene Diagnose schlüssiger und nachvollziehbarer sei, wie 
auch der RAD mit Stellungnahme vom 3. Mai 2011 bestätige; zumal beide 
Mediziner ähnliche, praktisch identische Befunde erhoben hätten. Sodann 
begründeten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine 
leichte depressive Episode praxisgemäss keine Invalidität im Rechtssinne, 
da die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien klar nicht erfüllt seien: 
Es liege keine erhebliche psychische Komorbidität vor und auch die übrigen 
Umstände für eine ausnahmsweise Unzumutbarkeit der Überwindung der 
Schmerzstörung seien nicht gegeben. Chronische Begleiterkrankungen 
seien zu verneinen, da die somatischen Beschwerden keine Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Ein sozialer Rückzug aus in allen Belangen 
des Lebens sei entgegen Dr. … ebenfalls zu verneinen. Schliesslich seien 
auch unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent 
durchgeführter Behandlungsmassnahmen zu verneinen, da diese infolge 
der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung keine Erfolge gehabt 
hätten. Selbst wenn man bezüglich Gewichtung der erhobenen Befunde auf 
Dr. … abstellen wollte, wäre dem Beschwerdeführer die Überwindung der 
Schmerzen zumutbar.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekte im vorliegenden Verfahren sind die beiden Verfügungen 

der IV-Stelle vom 5. März 2011 und vom 9. März 2011, wonach dem 

Beschwerdeführer eine befristete halbe IV-Rente bei einem IV-Grad von 50 % 

vom 1. März 2010 bis zum 31. Juli 2010 zugestanden und berufliche 

Massnahmen verweigert wurden. Streitig und zu prüfen ist einerseits, ob die 

Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Recht lediglich Rentenleistungen in Form 

einer befristeten halben IV-Rente gewährt hat. Andererseits ist zu prüfen, ob die 

Vorinstanz den beschwerdeführerischen Antrag auf berufliche Massnahmen zu 

Recht abgewiesen hat.

2.a) Nach  Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 

haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent 

Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 

Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente. 

Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG) i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu 

bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 

zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich 

aus der Einkommensdifferenz der IV-Grad bestimmen lässt (allgemeine 

Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 S. 349, mit 

Hinweisen).

b) Für die Ermittlung des IV-Grades kommt es primär auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 

2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 393 E. 2.1 S. 395). Ohne zuverlässige 

und beweistaugliche Bestimmung der prozentualen Arbeitsfähigkeit durch die 

Ärzte (Zumutbarkeitsprofil als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse Ermittlung 

der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) indes zum vorneherein gar nicht möglich 

(BGE 125 V 256 E. 4 S. 261, 122 V 157 E. 1c S. 160 f.). Das Bundesrecht 

schreibt dabei nicht vor, wie die einzelnen Arztberichte als Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der allgemeine Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Versicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es 

bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 

erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). Für den Beweiswert von 

Arztberichten ist entscheidend, ob die Berichte für die streitigen Belange 

umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden sind, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und ob die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch 

die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen 

als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 

352). 

c) Im konkreten Fall ist das von der IV-Stelle festgelegte Valideneinkommen 

(VEK) von Fr. 70‘771.-- unbestritten geblieben, weshalb darauf nicht weiter 

einzugehen ist. Der Beschwerdeführer hat aber die Restarbeitsfähigkeit, das 

Invalideneinkommen (IVEK) und somit auch den IV-Grad beanstandet:

• Die IV-Stelle geht von einer beschwerdeführerischen Arbeitsunfähigkeit vom 
22. März 2009 bis zum 14. März 2010 zu 100 % und vom 15. März 2010 bis 
zum 5. April 2010 zu 50 % aus, bevor ab dem 6. April 2010 wiederum eine 
volle Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit bestanden habe. 

Aus diesen Vorgaben folge ein IVEK von Fr. 35‘385.50 ab dem 15. März 
2010, woraus ein IV-Grad von 50 % und ein befristeter Anspruch auf eine 
halbe Rente resultiere. Danach entspreche das VEK dem IVEK, weshalb ab 
diesem Zeitpunkt ein IV-Grad von 0 % bestehe. Unter Berücksichtigung der 
3-monatigen Wartezeit ab dem 6. April 2010 ergebe sich daraus ein 
beschwerdeführerischer Anspruch auf eine halbe IV-Rente vom 1. März 
2010 bis zum 31. Juli 2010 bei einem IV-Grad von 50 % (vgl. Beurteilung 
RAD vom 17. August 2010 und vom 3. Mai 2011, bidisziplinäres Gutachten 
der Klinik … vom 10. und 12. Mai 2010).

• Der Beschwerdeführer hingegen geht gestützt auf die Beurteilung von Dr. … 
ab dem 10. Juli 2010 von einer 50%igen Erwerbsfähigkeit in einer 
adaptierten Tätigkeit aus, dessen Einschätzung unter Berücksichtigung der 
physischen und psychischen Einschränkungen realistisch erscheine. 
Gemäss Tabelle T1 der LSE 2008 betrage das IVEK somit Fr. 28‘575.-- 
(Anforderungsniveau 4, Teilarbeit 50 %, Indexierung, Leidensabzug 10-
15 %). Daraus ergebe sich für die Zeit ab dem 1. November 2010 ein IV-
Grad von 59 % und somit ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente. Unter 
Berücksichtigung der Übergangsfrist von 3 Monaten gemäss Art. 88a IVV 
sei bis Ende Oktober 2010 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit und einem 
Anspruch auf eine volle IV-Rente auszugehen (vgl. Beurteilung Dr. … vom 
30. August 2010, Schreiben Dr. … vom 20. Juli 2010 und vom 8. Oktober 
2010).

Damit ist nachfolgend insbesondere die Restarbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers zu prüfen, da diese einen direkten Einfluss auf das IVEK 

hat und entsprechend auch den IV-Grad beeinflusst. Ebenfalls zu prüfen gilt es, 

inwiefern dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit bzw. die zuletzt 

ausgeführte Tätigkeit weiterhin zumutbar ist. Aus dem letztlich resultierenden 

IV-Grad ergibt sich dann auch, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen hat.

3. a) Ihre Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit, des Invalideneinkommens und somit 

auch des IV-Grades stützt die IV-Stelle in erster Linie auf die Stellungnahmen 

des RAD Ostschweiz, Dr. med. …, vom 17. August 2010 und vom 3. Mai 2011, 

wobei sich dieser auf das bidisziplinäre Gutachten der Klinik … vom 10. und 12. 

Mai 2010 bezieht. Der Beschwerdeführer kritisiert diesbezüglich grundsätzlich, 

dass das besagte Gutachten als Parteigutachten zu qualifizieren sei, in dessen 

Zusammenhang er kein Recht gehabt habe, die im Sozialversicherungsrecht 

vorgesehenen Parteirechte auszuüben. Auch hätten den beiden 

verantwortlichen Gutachtern die nach Februar 2010 erstellten Akten nicht 

vorgelegen. Aus diesem Grund dürfe das Gutachten nicht als Grundlage für die 

Verfügungen der IV-Stelle dienen. 

b) Diese Rügen sind unbegründet, da nach Lage der Akten keine Anhaltspunkte 

ersichtlich sind, die gegen eine grundsätzliche Zuverlässigkeit des Gutachtens 

der Klinik … sprechen:

• Soweit der Beschwerdeführer zunächst generell rügt, er habe seine 
Parteirechte nicht ausüben können, sind ihm die berechtigten Ausführungen 
der Vorinstanz entgegenzuhalten. In der Tat hat der Beschwerdeführer nicht 
aufgezeigt, inwiefern er seine Parteirechte nicht hat ausüben können. 
Bereits aus diesem Grund ist die betreffende pauschale Rüge unbegründet 
und nicht zu schützen. Selbst wenn der Beschwerdeführer aber aufgezeigt 
hätte, aus welchem Grund seine Parteirechte verletzt worden seien, wäre 
die Rüge unbegründet. Denn der Beschwerdeführer hat im Zeitpunkt der 
Auftragsvergabe für die Erstellung des Gutachtens durch die Klink … bei 
der Auftraggeberin (SWICA) keine Verletzung seiner Parteirechte geltend 
gemacht; zumal den Akten diesbezüglich keine Angaben zu entnehmen 
sind. Vielmehr hat der Beschwerdeführer abgewartet und erst nach 
Vorliegen des Gutachtens die grundlegende Kritik formeller Art geäussert. 
Ein solches Vorgehen wäre missbräuchlich und nicht zu schützen, da der 
Beschwerdeführer die formelle Kritik im Vorfeld der Begutachtung hätte 
äussern müssen. Dann wäre es der SWICA als Auftraggeberin auch 
möglich gewesen, auf allenfalls berechtigte Einwände des 
Beschwerdeführers einzugehen und die Begutachtung gegebenenfalls 
anzupassen. 

• Im Gegensatz zu den entsprechenden beschwerdeführerischen 
Behauptungen haben die verantwortlichen Gutachter der Klinik … sodann 
auch über alle relevanten Akten verfügt. Dass die Gutachter der Klinik … 
sich im Zeitpunkt der Begutachtung nur auf die dann verfügbaren 
Unterlagen abstützten konnten - d.h. keine Berücksichtigung der zeitgleich 
in Auftrag gegebenen Gutachten der SUVA -, ist konsequent und nicht zu 
beanstanden. Schliesslich erfolgte ein Einbezug der von der SUVA in 
Auftrag gegebenen Gutachten in die Gesamtbeurteilung durch die 
Abschlussbeurteilung des RAD vom 17. August 2010, welcher alle 
relevanten medizinischen Unterlagen zugrunde lagen. An dieser Beurteilung 
hat der RAD nach einer Rückfrage seitens der IV-Stelle mit Stellungnahme 
vom 3. Mai 2011 explizit festgehalten und die Schlüssigkeit des 
bidisziplinären Gutachtens im Detail dargelegt.

• Der Beschwerdeführer beanstandet im Weiteren, dass der neurologische 
Bericht von Dr. … auf einem aktenwidrigen Sachverhalt beruhe, da er von 
einer leichtgradigen HWS-Distorsion spreche, obwohl die behandelnden 
Ärzte eine QTF III bestätigt hätten. Ebenfalls würden Wurzelkompressionen 

verneint, obwohl diese bildgebend nachgewiesen seien. Die 
Beschwerdegegnerin hält unter Verweis auf die Stellungnahme des RAD 
vom 3. Mai 2011 entgegen, die inhaltliche Kritik am Gutachten der Klinik … 
sei durch den RAD geprüft worden. Der RAD zeige schlüssig und 
nachvollziehbar auf, dass beim Beschwerdeführer wirklich nur ein leichter 
Schweregrad einer Distorsion der HWS vorliege. In seinem neurologischen 
Gutachten spricht Dr. … in der Tat von einer leichtgradigen HWS-Distorsion, 
währenddem die Verletzungen des Beschwerdeführers gemäss 
Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem 
Beschleunigungstrauma vom 22. April 2009 noch mit der Klassifikation QTF 
III (Quebec Task Force) bewertet worden sind. Daraus ergibt sich eine 
gewisse erklärungsbedürftige Diskrepanz zwischen dem Gutachten von Dr. 
… und dem initial festgestellten Schweregrad der Verletzung der 
Wirbelsäule.

Mit Stellungnahme vom 3. Mai 2011 begründet der RAD auf die Anfrage der 
IV-Stelle hin die Feststellungen von Dr. … wie folgt: In der Frühphase sei 
tatsächlich eine Distorsion der HWS mit dem Schweregrad QTF III erwogen 
worden (Dr. … vermute im Bericht vom 17. April 2009 ein leichtes Reiz- und 
Ausfallsyndrom der Nervenwurzel C7 links, allerdings ohne 
elektroneurographischen Nachweis). Spätere Untersuchungen hätten 
diesen Befund jedoch nie bestätigen können (Berichte Dr. … und Dr. …). 
Zudem hätten keine Muskelverspannungen im Halswirbelsäulen-Umkreis 
und im Schultergürtelbereich festgestellt werden können (Dr. …, Dr. …). Die 
diversen radiologischen Untersuchungen der HWS zeigten zwar erhebliche 
degenerative Veränderungen, doch müssten diese nicht per se zu schweren 
klinischen Auswirkungen führen. Entscheidend seien letztlich der erhobene 
klinische Befund einerseits und die sich daraus ergebenden Auswirkungen 
auf die Funktion bzw. die Belastbarkeit andererseits. Letztlich lasse sich aus 
den Bildern keine Wurzelkompression ableiten.

Diese Begründung des RAD ist nach Lage der Akten schlüssig und 
nachvollziehbar, schliessen doch durchwegs alle behandelnden Ärzte 
nunmehr radikuläre Reiz- oder Ausfallerscheinungen aus. Das Gutachten 
von Dr. … basiert somit nicht auf einem aktenwidrigen Sachverhalt. Damit 
bleibt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer eine leichtgradige Distorsion 
der HWS erlitten hat und den in den Akten liegenden MRI keine 
Wurzelkompressionen oder Diskushernien entnommen werden können.

• Stossend ist gemäss beschwerdeführerischer Auffassung letztlich auch, 
dass die Anamneseerhebung und die klinische Untersuchung bei Dr. … nur 
gerade knapp 30 Minuten gedauert hätten. Für die Dauer der klinischen 
Untersuchung von angeblich knapp 30 Minuten findet sich keine verlässlich 
Stütze in den Akten, so dass es sich diesbezüglich um eine nicht belegte 
beschwerdeführerische Behauptung handelt. Selbst wenn die klinische 
Untersuchung nur gerade eine halbe Stunde gedauert haben sollte, dann ist 
dies aber nicht zu beanstanden, da die Dauer der Untersuchung in das 
Ermessen eines jeden Experten zu stellen ist. Wichtiger als die blosse 

Dauer einer klinischen Untersuchung ist die Schlüssigkeit der medizinischen 
Diagnosen und die Nachvollziehbarkeit der Feststellungen zur 
Arbeits(un)fähigkeit aus medizinischer Sicht. Wie noch aufzuzeigen sein 
wird, ist die Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit des Gutachtens von Dr. 
… nicht in Zweifel zu ziehen, zumal es nicht auf einem aktenwidrigen 
Sachverhalt beruht und sowohl quantitativ als auch qualitativ ausreichend ist 
(vgl. die Stellungnahme des RAD vom 3. Mai 2011, wonach Umfang und 
Qualität der gutachterlichen neurologischen Untersuchung durch Dr. … 
nicht zu beanstanden seien). Zudem ist auch die Qualifikation von Dr. … 
nicht in Frage zu ziehen.

Entsprechend ist dem Gutachten der Klinik … - bidisziplinäre Begutachtung in 

Form eines neurologischen und eines psychiatrischen Teils, welche jeweils auf 

klinischen Untersuchungen des Beschwerdeführers beruhen - Beweiswert 

zuzuerkennen. 

c) Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz kein eigenes 

polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben, sondern sich auf die Akten der 

SUVA und der SWICA (bidisziplinäres Gutachten) sowie die Beurteilung des 

RAD vom 17. August 2010 gestützt hat. So hat der RAD zwar am 6. April 2010 

noch zu Recht erkannt, dass eine polydisziplinäre Begutachtung in der MEDAS 

notwendig sei, da komplexe unfall- und krankheitsbedingte somatische und 

psycho-kognitive Faktoren eine Rolle spielten. Nach Erhalt des bidisziplinären 

Gutachtens der SWICA sah die IV-Stelle dann aber von einer eigenen 

polydisziplinären Begutachtung ab, da eine solche gemäss medizinischer 

Abschlussbeurteilung des RAD nicht mehr notwendig war. Zu den 

Beurteilungen der RAD hat das Bundesgericht wiederholt festgehalten (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 8C_331/ 2010 vom 26. Juli 2010 E. 2, 9C_589/2010 

vom 8. September 2010 E. 2, 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 2.2):

• Zu ergänzen ist, dass gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG die regionalen 
ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen 
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung stehen. Sie 
setzen die für die Invalidenversicherung nach Artikel 6 ATSG massgebende 
funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare 
Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in 
ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 
IVV beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste die medizinischen 
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden 

können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der 
allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). 
Die regionalen ärztlichen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche 
Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die 
Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2). 

• Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht wird. 
Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinischen 
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Bedarf" selber ärztliche 
Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf 
die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen 
Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in 
Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die 
Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die 
direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund 
rückt.

• In dem in BGE 135 V 254 auszugsweise publizierten Urteil 9C_204/2009 
vom 6. Juli 2009 hat das Bundesgericht festgehalten, dass die 
Untersuchungsberichte der regionalen ärztlichen Dienste, sofern sie den 
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten - auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen - genügen, einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten haben (vgl. Urteil 9C_204/2009 vom 
6. Juli 2009 E. 3.3.2). Unter Bezugnahme auf die Entstehungsgeschichte 
des Art. 44 ATSG hat es im Weiteren mit ausführlicher Begründung 
dargelegt, dass der Gesetzgeber diese Bestimmung nicht auf 
versicherungsinterne Ärzte angewendet haben wollte (BGE 135 V 254 E. 
3.4.1 S. 258 f.). Es hielt fest, das Gesetz unterscheide klar zwischen den 
regionalen ärztlichen Diensten, welche unter fachlicher (und administrativer) 
Aufsicht der zuständigen Bundesbehörde stehen, und (externen) 
medizinischen Experten, welche im Einzelfall beigezogen werden können; 
nach dem Willen des Gesetzgebers sollten die regionalen ärztlichen Dienste 
nach dem Vorbild der im Bereich der Unfallversicherung geltenden 
Regelung die Kompetenz haben, selber medizinische Untersuchungen 
durchzuführen, um sich bei unklaren und komplexen Situationen ein Bild im 
Hinblick auf Zusatzabklärungen machen zu können. Das Gericht gelangte 
daher zur Erkenntnis, dass die regionalen ärztlichen Dienste zur Verwaltung 
gehören und deren Berichte versicherungsinterne Dokumente darstellen, 
welche von Art. 44 ATSG nicht erfasst werden (BGE 135 V 254 E. 3.4.2 S. 
259 f.). 

Auch wenn ein Untersuchungs- oder ein Abschlussbericht des RAD nach dem 

Gesagten nicht als eigentliches Gutachten im formellen Sinn gilt, lassen sich 

gegen dessen Beweiswert keine grundsätzlichen Einwendungen machen; 

soweit die beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht erfüllt 

werden. Daher durfte die Vorinstanz ohne weiteres auf die Beurteilung des 

RAD abstellen und von der Veranlassung eines eigenen Gutachtens absehen. 

d) Zusammenfassend ergibt sich schliesslich, dass die Vorinstanz ihre beiden 

Verfügungen vom 5. und vom 9. März 2011 gestützt auf die beigezogenen 

Akten der SUVA (diverse medizinischen Berichte und Abklärungen) sowie der 

SWICA (bidisziplinäres Gutachten) einerseits und gestützt auf die 

Abschlussbeurteilung des RAD andererseits erlassen durfte. Insgesamt sind die 

Abklärungen der Vorinstanz umfassend, beruhen auf allseitigen 

Untersuchungen, berücksichtigen die beklagten Beschwerden und wurden in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben. Aus diesem Grund ist die 

generelle beschwerdeführerische Kritik der ungenügenden medizinischen 

Abklärung unbegründet.

4. a) Nachdem die Vorinstanz ihre Verfügungen damit grundsätzlich auf das 

Gutachten der Klinik … und die Abschlussbeurteilung des RAD abstützen 

durfte, ist nachfolgend zu prüfen, ob die darin geäusserten Diagnosen sowie die 

Festlegungen zur Restarbeitsfähigkeit in der angestammten bzw. in einer 

adaptierten Tätigkeit - unter Berücksichtigung aller übrigen medizinischen 

Berichte und Gutachten - schlüssig und einleuchtend sind. Hierzu sind die 

betreffenden beschwerdeführerischen Rügen näher zu prüfen: 

• Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe die IV-Stelle verschiedene 
wesentliche Aspekte nicht berücksichtigt: Verletzungen der HWS 
(degenerative Veränderungen mit Wurzelkompressionen und Diskushernien 
gemäss MRI), erhebliche Amotio (Netzhautablösung, obwohl eine Operation 
als indiziert erachtet werde), Schwindelattacken und gestörtes 
Gleichgewicht (objektiviert von Dr. …, trotz deutlicher Einschränkungen und 
Integritätsentschädigung), beidseitige deutliche Hochtonstörung mit 
beidseitigem Tinnitus, deutlich feststellbare myofasziale Beschwerden und 
die Entwicklungen des psychischen Gesundheitszustandes. 

• Ebenfalls nicht berücksichtigt worden sei, dass er in der angestammten 
Tätigkeit starken Lärmbelastungen ausgesetzt sei, und dass er in dieser 
Tätigkeit regelmässig schwere Gewichte tragen müsse, was nach der 
Beurteilung des Neurochirurgen Dr. … nicht zumutbar sei. 

Obwohl die Vorinstanz die Stellungnahme des RAD vom 3. Mai 2011 erst nach 

dem Erlass der angefochtenen Verfügungen im März 2011 und im Verlaufe des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens eingeholt hat, ist diese Stellungnahme für 

die Frage der Rechtmässigkeit der beiden besagten Verfügungen und die 

Prüfung der beschwerdeführerischen Rügen zu beachten, da der RAD darin 

seine Abschlussbeurteilung vom 17. August 2010 konkretisiert bzw. erklärt und 

keine neuen Tatsachen berücksichtigt. Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer 

im Rahmen einer Replik die Möglichkeit gehabt, dazu Stellung zu nehmen, 

nachdem ihm mit Schreiben vom 24. Oktober 2011 hierzu eine Frist bis zum 4. 

November 2011 gesetzt worden war. Darauf hat der Beschwerdeführer aber 

verzichtet.

b) Was die geltend gemachten Veränderungen der HWS (degenerative 

Veränderungen mit Wurzelkompressionen und Diskushernien gemäss MRI) 

betrifft, so ist dem Beschwerdeführer die Beurteilung des RAD vom 3. Mai 2011 

entgegenzuhalten, welche nachvollziehbar und schlüssig aufzeigt, dass 

bildgebend keine Wurzelkompressionen abgeleitet werden könnten. Ebenfalls 

hätten radikuläre Reiz- und Ausfallerscheinungen ausgeschlossen werden 

können. Auch die beschwerdeführerische Behauptung, die deutlich 

feststellbaren myofaszialen Beschwerden seien nicht berücksichtigt worden, ist 

zurückzuweisen. Denn damit hat sich der RAD gerade auch im Zusammenhang 

mit den geklagten Veränderungen an der HWS auseinandergesetzt: Aus der 

Tatsache, dass jeweils unterschiedliche Muskelbefunde (jedenfalls auch 

weiche, unverkrampfte, myogelosenfreie Muskeln) hätten vorgefunden werden 

können, lasse sich auf ein immer wieder reversibles, also erholungsfähiges 

Muskelsystem schliessen (vgl. Beurteilung des RAD S. 2). Entsprechend kann 

weder aus den geklagten Veränderungen der HWS noch aus den geklagten 

myofaszialen Beschwerden eine Einschränkung für die Arbeit in der 

angestammten oder in einer adaptierten Tätigkeit hergeleitet werden.

c) In ophthalmologischer Hinsicht ist auf die medizinische Beurteilung von Dr. … 

abzustellen, welcher mit Bericht vom 3. Juni 2009 als Zufallsbefund eine Amotio 

(Netzhautablösung) älteren Datums mit Gesichsfeldausfall unten nasal 

feststellte, die auf ein Trauma und eine Operation vor 30 Jahren 

zurückzuführen sei. Die weiteren geklagten Sehstörungen sind gemäss Dr. … 

auf eine noch nicht ausreichend korrigierte, indes gut korrigierbare beginnende 

Presbyopie (Alterssichtigkeit) und Hyperobie (Weitsichtigkeit) zurückzuführen. 

Daher liegt keine für die Arbeitsfähigkeit relevante Visuseinbusse vor (vgl. RAD, 

Stellungnahme vom 3. Mai 2011).

d) Auch hinsichtlich der geklagten Schwindelbeschwerden sind die Feststellungen 

des RAD schlüssig und nachvollziehbar, wobei insbesondere auf die 

Ausführungen von Dr. … vom 6. Januar 2010 und vom 15. April 2010 

verwiesen wird:

• Die Beschwerdegegnerin hält zu Recht fest, dass beim Beschwerdeführer 
keine periphere vestibuläre Funktionsstörung diagnostiziert werden konnte 
(vgl. Berichte Dr. … und Dr. …). Auch die von Dr. … erhobenen Befunde 
und die Diagnoseliste ergeben gemäss Dr. … keine grundlegenden neuen 
Erkenntnisse. Gesamthaft sind somit organisch-strukturelle Läsionen 
hinsichtlich des Gleichgewichtssystems als Folge des erlittenen HWS-
Traumas auch aufgrund des Berichts von Dr. … nicht nachgewiesen. Diese 
nachvollziehbare Schlussfolgerung von Dr. … wird auch von dem 
beschwerdeführerisch nachgereichten medizinischen Bericht von Dr. … 
vom 10. Juni 2011 gestützt, gemäss welchem sich keine Hinweise für eine 
peripher-vestibuläre Funktionsstörung finden liessen, so dass eine 
vestibuläre Pathologie unwahrscheinlich erscheine. Ein zervikaler 
Nystagmus als Zeichen für eine objektive Feststellung der beklagten 
Schwindelbeschwerden sei zu verneinen. Der chronische Dreh- und 
Schwankschwindel sei höchstwahrscheinlich nicht vestibulärer Natur. 
Schliesslich hat auch Dr. … bei seiner neurologischen Untersuchung und 
den Gang-, Koordinations- und Gleichgewichtsprüfungen keine 
objektivierbaren krankhaften Befunde feststellen können.

• Soweit der Beschwerdeführer auf den von ihm nachgereichten Bericht von 
Dr. … vom 27. Juni 2011 verweist, ist ihm seine verweigernde Haltung 
entgegenzuhalten. Der genannte Bericht von Dr. … kann im Rahmen des 
vorliegenden Verfahrens nicht berücksichtigt werden, da darin auf einen 
Screening-Bericht von Dr. … (UMEG) vom 4. Februar 2011 verwiesen wird, 
welcher sich gemäss Dr. … offenbar nachteilig für den Beschwerdeführer 
auswirkt und den Beurteilungen sowie Diagnosen von Dr. … widerspricht. 
Trotz zweimaliger Aufforderung durch die Instruktionsrichterin hat der 
Beschwerdeführer diesen Bericht im Verfahren S 11 52 (UVG) nicht 
eingereicht und auch den direkt kontaktierten Dr. … ausdrücklich nicht von 

der ärztlichen Schweigepflicht entbunden. Dieses Verhalten muss sich der 
Beschwerdeführer hier entgegen halten lassen. Da die Grundlage des 
Berichts von Dr. … vom 27. Juni 2011 nicht bekannt ist, ist der genannte 
Bericht nicht nachvollziehbar, weshalb er nicht weiter zu berücksichtigen ist.

Auch in Bezug auf die geklagten Schwindel bzw. die Störungen des 

Gleichgewichtssystems ist entsprechend auf die Stellungnahme des RAD 

abzustellen. Die Beschwerden sind gemäss den im Recht liegenden Akten 

insgesamt weder zentral- noch peripher-vestibulärer Natur. Vielmehr scheint die 

Kombination der Medikation (Tramadol, Venlafaxin und Trimipramin) mit ihren 

Interaktionen geeignet zu sein, die Schwindelbeschwerden als Nebenwirkung 

zumindest erheblich zu verstärken.

e) Die Ausführungen des RAD vom 3. Mai 2011 zur geklagten 

Hochtonschwerhörigkeit bzw. zum geklagten beidseitigen Tinnitus sind 

ebenfalls nachvollziehbar; zumal nach Lage der Akten kein anderer Mediziner 

daraus eine gänzliche oder partielle Arbeitsunfähigkeit abgeleitet hat (vgl. z.B. 

den Arztbericht von Dr. … vom 10. Juni 2011). Die Hochtonschwerhörigkeit ist 

demnach korrigierbar und der Tinnitus mangels korrelierender erheblicher 

psychischer Beeinträchtigung nicht invalidisierend (vgl. bidisziplinäres 

Gutachten der Klinik …, psychiatrisches Teilgutachten Dr. …). 

f) Zuletzt ist auf die gerügte ungenügende Berücksichtigung des psychischen 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers einzugehen. Entgegen der 

beschwerdeführerischen Auffassung sind die Darlegungen des RAD, welche 

den beiden angefochtenen Verfügungen zugrunde liegen, zu den erhobenen 

psychiatrischen Befunden schlüssig und nachvollziehbar: 

• Zunächst habe Dr. … beim Beschwerdeführer mit Bericht vom 8. Februar 
2010 eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) nach Unfall mit 
Schleudertrauma vom 22. März 2009 und eine mittelgradige depressive 
Episode (F32.1) mit schwerer Schlaflosigkeit, latenter Suizidalität und 
neuerdings Arbeitslosigkeit (Z59.0) diagnostiziert. Dabei handle es sich 
indessen nicht um Diagnosen, welche auf einem lege artis erhobenen 
psychopathologischen Befund beruhten, und bei Dr. … nicht um einen 
Fachpsychiater, weshalb diese Einschätzung nicht massgebend sein könne. 
Pract. med. … diagnostiziere mit Bericht vom 28. April 2010 nach 

Aktenstudium eine Anpassungsstörung mit depressiven und ängstlichen 
Reaktionen (ICD-10 F43.2). Es bestünden hingegen keine Anhaltspunkte für 
die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung. 
Differentialdiagnostisch - unter Vorbehalt einer direkten Untersuchung und 
Überprüfung des Beschwerdeführers - sei eine Angst- und depressive 
Störung gemischt (ICD-10 F41.2) und gegebenenfalls eine mittelschwere 
depressive Störung (ICD-10 F32.1) mit einer zusätzlichen Angststörung 
(ICD-10 F41) zu erwägen (vgl. zur Notwendigkeit von klinischen 
Untersuchungen: Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für 
Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen, 
Schweizerische Ärztezeitung 2004/85 Nr. 20, S. 1048 ff.). 

• Diese klinische Untersuchung sei von Dr. … von der Klinik … durchgeführt 
worden, der in seinem psychiatrischen Gutachten zum Schluss gekommen 
sei, es liege eine leichte Residualsymptomatik einer Anpassungsstörung 
(ICD-10 F43.2) vor. Nicht dokumentiert werden könne eine mittelgradige 
depressive Episode oder eine posttraumatische Belastungsstörung. Aus 
psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und 
auch die angestammte Tätigkeit als Schichtarbeiter sei dem 
Beschwerdeführer weiterhin zumutbar. Diese Diagnose entspreche 
schlüssig den erhobenen Befunden und widerspreche auch der 
Vorbeurteilung durch den versicherungsmedizinischen Dienst der SUVA 
nicht. 

Zusammenfassend hält der RAD in seiner Stellungnahme vom 3. Mai 2011 fest, 

dass das diagnostizierte Störungsbild im Rahmen der Anpassungsstörung nicht 

mehr in einem Schweregrad ausgeprägt sei, der eine relevante Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöchte, weshalb aus psychiatrischer 

Sicht keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. Diese Schlussfolgerung ist 

einleuchtend und nachvollziehbar, basiert sie doch auf den beiden unabhängig 

voneinander verfassten, praktisch zeitgleich erstellten psychiatrischen 

Expertisen von Dr. … und pract. med. …, welche beide eine 

Anpassungsstörung diagnostiziert und eine Belastungsstörung ausgeschlossen 

haben. Die Schlussfolgerung vermag das vom Beschwerdeführer 

nachgereichte psychiatrische Gutachten von Dr. … vom 8. September 2011 - 

gemäss welchem eine prolongierte Anpassungsstörung mit Depression (ICD-10 

F43.21 bzw. DSM-IV 309.28) und eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei akzentuierter Persönlichkeit mit ängstlich 

angepassten Zügen (ICD-10 Z73.2) zu diagnostizieren seien - nicht zu 

erschüttern; zumal - mit Ausnahme der somatoformen Schmerzstörung - ein 

praktisch identischer Befund (Anpassungsstörung) erhoben wurde.

g) Damit ist festzuhalten, dass die Vorinstanz ihre beiden Verfügungen zu Recht 

auf die Beurteilung des RAD, welchem alle zum damaligen Zeitpunkt 

bestehenden medizinischen Unterlagen vorgelegen haben, und das 

bidisziplinäre Gutachten der Klinik … gestützt hat. Diese medizinischen 

Berichte bzw. Gutachten sind - wie der vorstehenden Zusammenstellung 

entnommen werden kann - für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf 

allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und sind in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtend. Zudem sind die Schlussfolgerungen der 

verantwortlichen medizinischen Experten nachvollziehbar begründet, weshalb 

den Arztberichten voller Beweiswert zukommt.

5. a) Da nach Lage der Akten keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden 

Beschwerden ausgewiesen sind, ist die Vorinstanz gestützt auf die Beurteilung 

des RAD und das bidisziplinäre Gutachten der Klinik … zu Recht zum Schluss 

gekommen, dass der Beschwerdeführer ab dem 6. April 2010 wiederum zu 

100 % in seiner angestammten Tätigkeit arbeitsfähig ist: 

• Gemäss Bericht der Rehaklinik … vom 24. August 2009 war der 
Beschwerdeführer ab dem 13. August 2009 in einer adaptierten Tätigkeit 
wieder voll arbeitsfähig. Infolge seines Treppensturzes war der 
Beschwerdeführer daraufhin wieder arbeitsunfähig, bevor er ab dem 16. 
März 2010 zu 50 % und ab dem 6. April 2010 wieder zu 100 % arbeitsfähig 
war (Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die SUVA gestützt auf den 
Kreisarzt Dr. …). 

• Diesem Ergebnis haben sich anschliessend auch die verantwortlichen 
Gutachter der Klinik … und der RAD angeschlossen, indem keine 
invalidisierende Einschränkung der medizinisch-theoretischen 
Arbeitsfähigkeit festgestellt werden konnte.

Eine Beschränkung der beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit auf eine 

adaptierte, leidensangepasste Tätigkeit wurde nicht diskutiert. Mangels 

Feststellung einer Einschränkung der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit ist dies konsequent und nicht zu beanstanden. Die vom 

Beschwerdeführer angeführte übermässige Lärmbelastung in der 

angestammten Tätigkeit, welche ihm infolge der Hochtonschwerhörigkeit und 

infolge des Tinnitus nicht mehr zumutbar sei, kann durch geeignete technische 

Hilfsmittel (Gehörschutz) eliminiert oder minimiert werden. Aus diesem Grund 

kann daraus kein Argument gegen die angestammte und kein Argument für 

eine adaptierte Tätigkeit abgeleitet werden.

b) Die vom Beschwerdeführer zitierten abweichenden ärztlichen Beurteilungen zur 

Restarbeitsfähigkeit vermögen die Schlussfolgerungen des RAD und des 

bidisziplinären Gutachtens der Klinik … nicht in Zweifel zu ziehen:

• Was den beschwerdeführerischen Hinweis auf Dr. med. …, Facharzt FHM 
für Neurochirurgie, betrifft, so erwähnte dieser mit Bericht vom 20. Juli 2010 
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % im angestammten Beruf; jedoch ohne nähere 
Angaben und ohne Begründung. Im folgenden Bericht vom 8. Oktober 2010 
erwähnt der Mediziner dann, er sei nicht kompetent, die Arbeitsfähigkeit in 
einer adaptierten Tätigkeit zu beurteilen. Unklar ist in Bezug auf die beiden 
Berichte insbesondere, auf welcher Grundlage diese erfolgt sind bzw. auf 
welche Frage Dr. … die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im 
angestammten Beruf abgegeben hat. Daher kann auf die betreffende 
Beurteilung nicht abgestellt werden. 

• Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt, Dr. …, vom 30. 
August 2010 zu Handen der Arbeitslosenkasse (Arbeitsunfähigkeit zu 
100 % bis zum 10. Juli 2010, anschliessend 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer 
adaptierten Tätigkeit) ist nicht begründet und ohne Stütze in den übrigen 
Akten, weshalb sie die Schlüssigkeit der vorinstanzlichen medizinischen 
Beurteilungen und Feststellungen zur beschwerdeführerischen 
Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen vermag. Sodann 
entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Beurteilungen 
des Hausarztes im Hinblick auf seine auftragsrechtliche Vertrauensstellung 
im Zweifelsfall eher zugunsten der Patienten ausfallen (BGE 125 V 352 E. 
3a/cc S. 353; Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010 vom 25. Januar 2011 
E. 6.2.2).

• Die von Dr. … im psychiatrischen Gutachten vom 8. September 2011 
diagnostizierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in der angestammten und 60 % in 
adaptierter Tätigkeit ist nicht zu berücksichtigen, da dieser entgegen den 
Gutachtern der Klinik … und dem RAD vom Vorliegen einer nur partiell 
überwindbaren somatoformen Schmerzstörung ausgeht. Dasselbe gilt 

mutatis mutandis für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. … vom 
18. Mai 2010, gemäss welchem der Beschwerdeführer für seine 
angestammte Tätigkeit als Fabrikarbeiter zu 100 % arbeitsunfähig sei. In 
adaptierter Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 50 % arbeitsfähig, wobei 
sich Dr. … auch mit viel Phantasie weder theoretisch noch praktisch eine 
berufliche Tätigkeit vorstellen könne. Denn Dr. … geht von gesundheitlichen 
Beschwerden aus, welche in den übrigen medizinischen Akten keine Stütze 
finden.

c) Nachdem der Beschwerdeführer somit in seiner angestammten Tätigkeit ab 

dem 6. April 2010 wiederum zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist, hat die 

Vorinstanz ab diesem Zeitpunkt mangels Einschränkung der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu Recht einen IV-

Grad von 0 % errechnet. Unter Berücksichtigung der 3-monatigen Wartezeit ab 

dem 6. April 2010 ist die Beschränkung des beschwerdeführerischen 

Anspruchs auf eine IV-Rente bis zum 31. Juli 2010 infolgedessen nicht zu 

beanstanden. 

d) Unter diesen Umständen entfällt auch ein Anspruch auf berufliche 

Massnahmen bzw. ein Anspruch auf Umschulung auf eine neue 

Erwerbstätigkeit. Denn ein solcher Anspruch des Beschwerdeführers setzt 

gemäss Art. 17 IVG voraus, dass die Umschulung infolge Invalidität notwendig 

ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert 

werden kann. Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die 

Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die 

notwendig und geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig 

gewesenen Versicherten eine seiner früheren annähernd gleichwertige 

Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 124 V 109 f. E. 2a, mit Hinweisen). Als 

invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil 

der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die 

Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar 

macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass 

erreicht haben. Nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der 

Versicherte in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren 

Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse 

von etwa 20 % erleidet (BGE 124 V 108 E. 2b S. 110 f., 130 V 488 E. 4.2 S. 

489 f.; Urteil des Bundesgerichts 9C_169/2010 vom 19. April 2010 E. 2.1; Urteil 

des Versicherungsgerichts St. Gallen IV 2009/83 vom 25. August 2009 E. 2.3 

mit Hinweisen; Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Kreisschreiben über 

die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE], 1. Januar 2010, Rz. 

4011). Dies ist in der vorliegend zu beurteilenden Konstellation beim 

Beschwerdeführer angesichts des festgestellten IV-Grades von 0 % nicht der 

Fall. Die angefochtenen Verfügungen erweisen sich damit als korrekt, weshalb 

die Beschwerde abzuweisen ist.

6. a) Selbst wenn man entgegen den vorstehenden Ausführungen davon ausgehen 

wollte, dass der Beschwerdeführer gemäss der von ihm ins Recht gelegten 

psychiatrischen Beurteilung von Dr. … unter einer prolongierten 

Anpassungsstörung mit Depression (ICD-10 F43.21 bzw. DSM-IV 309.28) und 

einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei 

akzentuierter Persönlichkeit mit ängstlich angepassten Zügen (ICD-10 Z73.2) 

leide, änderte sich an der vollständigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

in der angestammten Tätigkeit nichts, da ihm gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung die Überwindung der geklagten Beschwerden - entgegen den 

Ausführungen von Dr. … - zumutbar wäre. 

b) Denn somatoforme Schmerzstörungen verursachen nur unter gewissen 

Umständen eine Arbeitsunfähigkeit. Sie fallen unter die Kategorie der 

psychischen Leiden, für die grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten 

erforderlich ist, wenn es darum geht, über das Ausmass der durch sie bewirkten 

Arbeitsunfähigkeit zu befinden. In Anbetracht der sich mit Bezug auf 

Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten genügen mithin 

die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung 

einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss im Rahmen der 

sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die 

Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare 

Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche 

Beurteilung der Rentenansprüche nicht gewährleisten liesse (BGE 130 V 352 

E. 2.2.2 S. 353, mit Hinweisen).

• Das Vorliegen eines fachärztlich ausgewiesenen psychischen Leidens mit 
Krankheitswert - worunter anhaltende somatoforme Schmerzstörungen 
grundsätzlich fallen - ist aus rechtlicher Sicht wohl Voraussetzung, nicht 
aber hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Namentlich vermag nach der 
Rechtsprechung eine diagnostizierte anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung als solche in der Regel keine lang dauernde, zu einer 
Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 
IVG zu bewirken. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt nur in jenen 
Fällen in Betracht, in denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung 
nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der 
versicherten Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf 
dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von 
Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten 
zurückzuführen sind - sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die 
Gesellschaft gar untragbar ist (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 353 f., mit 
Hinweisen; BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50).

• Die - nur in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer 
willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den 
Arbeitsprozess setzt das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch 
ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, 
Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, 
mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprechen 
unter Umständen (1) chronische körperliche Begleiterkrankungen und 
mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter 
Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener sozialer 
Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch 
nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, 
psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 
Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]) oder schliesslich (4) 
unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter 
ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit 
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte 
Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und 
Eigenanstrengung der versicherten Person für die ausnahmsweise 
Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung (BGE 130 V 352 E. 
2.2.3 S. 354 f., mit Hinweisen; BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281 f.). 

• Genügt die psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für 
eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht, obliegt der 
begutachtenden Fachperson der Psychiatrie im Rahmen der - naturgemäss 
mit Ermessenszügen behafteten - ärztlichen Stellungnahme zur 
Arbeits(un)fähigkeit und der Darlegungen zu den einer versicherten Person 

aus medizinischer Sicht noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit die Aufgabe, 
durch die zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten 
fachkundiger Exploration der Verwaltung (und im Streitfall dem Gericht) 
aufzuzeigen, ob und inwiefern eine versicherte Person über psychische 
Ressourcen verfügt, die es ihr erlauben, mit ihren Schmerzen umzugehen. 
Entscheidend ist, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen 
Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer 
subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V  352 
E. 2.2.4 S. 355, mit Hinweisen). 

• Die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und 
zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential 
bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und 
gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen 
guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer 
verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Im Rahmen der freien 
Beweiswürdigung darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das 
Gericht - weder über die medizinischen Tatsachenfeststellungen 
hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und 
Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten 
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. 
Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein 
aufgrund der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden 
Behörden haben diesfalls mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche 
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit 
berücksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 
unbeachtlich sind, und ob die von den Ärzten anerkannte (Teil-
)Arbeitsunfähigkeit auch im Lichte der für eine Unüberwindlichkeit der 
Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen Kriterien standhält (BGE 
130 V 352 E. 2.2.5 S. 355 f., mit Hinweisen; BGE 136 V 279 E. 3.3 S. 284).

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht nach dem Gesagten eine 

Vermutung, dass eine somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer 

zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, 

welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den 

Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess aber unzumutbar machen, weil die 

versicherte Person dann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen 

notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, 

entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 

steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, 

Ausprägung und Dauer. Massgebend kann aber auch das Vorhandensein 

anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien 

sein (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67 f., mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

8C_103/2011 vom 1. Juni 2011 E. 2).

c) Mit monodisziplinären, psychiatrischem Gutachten vom 8. September 2011 

diagnostizierte Dr. … von der UMEG Zürich beim Beschwerdeführer einerseits 

eine prolongierte Anpassungsstörung mit Depression (ICD-10 F43.21 bzw. 

DSM-IV 309.28) und andererseits eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei akzentuierter Persönlichkeit mit ängstlich 

angepassten Zügen (ICD-10 Z73.2). Diese beiden Diagnosen hätten 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers:

• Aufgrund der auslösenden möglichen Ereignisse (Unfall, gescheiterte 
Reintegration in den Arbeitsprozess) mit reaktiver Ausbildung sei eher von 
einer Anpassungsstörung als von einer (leichten) depressiven Episode i.e.S. 
auszugehen. Gleichzeitig bestehe eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung, da die geäusserten Schmerzen nicht mehr durch einen 
physiologischen Prozess erklärbar seien. Wegen der depressiven 
Symptomatik und den Einschränkungen der somatoformen Schmerzstörung 
bestehe eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit von 50 %. Zusätzlich zu berücksichtigen seien die relevanten 
neurotischen Faktoren durch die bestehenden vorhandenen 
Persönlichkeitsakzentuierungen. In einer adaptierten Tätigkeit ohne Zeit- 
und Leistungsdruck sei der Beschwerdeführer zu 60 % arbeitsfähig.

• In Anwendung der Rechtsprechung sei eine psychiatrische Komorbidität 
durch die depressive Symptomatik im Rahmen der Anpassungsstörung 
gegeben. Eine Einschränkung der sozialen Integration sei gegeben, 
wenngleich es sich nicht um einen totalen Verlust handle. Der 
Krankheitsverlauf dauere mittlerweile zweieinhalb Jahre mit unveränderter, 
eher progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission. Die 
bisherigen Behandlungsergebnisse mit unterschiedlichem Therapieansatz 
seien unbefriedigend verlaufen. Die Rehabilitationsbemühungen seien zwar 
nicht vollständig gescheitert, doch habe eine Reintegration in den 
Arbeitsmarkt nicht verwirklicht werden können. Der Beschwerdeführer 
verfüge grundsätzlich über Ressourcen, teilweise mit seinem Leiden 
umzugehen, nur seien die aktuellen Strategien nicht wirksam. Es müsse von 
einer Schmerzverarbeitungsstörung gesprochen werden. Er werde darauf 
angewiesen sein, neue Methoden therapeutischer Anleitung zu entwickeln, 
um einen verbesserten Umgang zu erlernen. Entscheidend werde sein, ob 
es ihm gelingen werden, vom rein somatischen Krankheitsverständnis 
abzurücken. Eine Überwindbarkeit betreffe eine vollständige 
Arbeitsfähigkeit. Zumutbar sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.

d) Wenn man sich diesen psychiatrischen Feststellungen von Dr. … anschliessen 

wollte, dann wäre davon auszugehen, dass in der vorliegend zu beurteilender 

Konstellation mit der zusätzlich zur anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung diagnostizierten prolongierten Anpassungsstörung mit 

Depression eine psychische Komorbidität nach Massgabe der 

Rechtsprechungsgrundsätze vorliegt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_958/2010, 8C_1039/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6.2.2.2, 8C_369/2011 

vom 9. August 2011 E. 4.3.1). Eine solche Komorbidität führt indessen nur dann 

zur ausnahmsweisen Unzumutbarkeit, eine somatoforme Schmerzstörung und 

deren Folgen überwinden zu können, wenn sie erheblich (in Bezug auf 

Schwere, Ausprägung und Dauer) ist. Mithin erforderlich ist eine von 

depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde 

Depression im Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens, welcher 

unabhängig von der somatoformen Schmerzstörung als erhebliche psychische 

Komorbidität ausnahmsweise auf die Unzumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung schliessen lässt (Urteile des Bundesgerichts 

8C_857/2009 vom 23. März 2010 E. 4.2,  8C_930/2008 vom 28. April 2009 E. 

3.2.2). Das Bundesgericht hat das Vorliegen einer erheblichen psychischen 

Komorbidität im Falle einer rezidivierenden depressiven Störung mit leichter 

Episode (ICD-10 F33.0; BGE 130 V 352), im Falle einer mittelgradigen 

depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_803/2008) und auch im Falle einer rezidivierenden 

depressiven Störung mit mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_340/2009, 8C_979/2008) schon verneint (vgl. auch Urteil 

des Bundesgerichts 8C_369/2011 vom 9. August 2011 E. 4.3.2, mit zahlreichen 

Hinweisen). 

e) Es stellt sich somit die Frage, ob die von Dr. … diagnostizierte prolongierte 

Anpassungsstörung mit Depression (ICD-10 F43.21 bzw. DSM-IV 309.28) als 

erhebliche psychische Komorbidität oder als Begleiterscheinung der 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und damit als nicht-

invalidisierender Faktor zu qualifizieren ist. Dazu sind in erster Linie die 

einschlägigen medizinischen Unterlagen zu konsultieren. Dr. … als Facharzt für 

Psychiatrie äussert sich dazu jedoch etwas widersprüchlich: 

• Dr. … verweist zunächst auf die Hamilton-Depressionsskala, welche vom 
Untersucher ausgefüllt werde und eine eher objektive Betrachtungsweise 
widerspiegle. Danach bestünden Hinweise auf eine leichte depressive 
Episode, da der Beschwerdeführer 18 Punkte erreicht habe (vgl. Gutachten 
S. 19). Diese Einschätzung präzisiert der Gutachter daraufhin, indem er 
eher von einer Anpassungsstörung als von einer (leichten) depressiven 
Episode i.e.S. ausgeht (vgl. Gutachten S. 23). Nach wie vor spricht der 
Gutachter aber lediglich von einer leichten depressiven Episode. 
Gleichzeitig bestehe eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, da die 
geäusserten Schmerzen nicht mehr durch einen physiologischen Prozess 
erklärbar seien.

• Dann führt der Gutachter eine Verminderung der beschwerdeführerischen 
Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Markt auf die depressive Symptomatik und 
die anhaltende somatoforme Schmerzstörung zurück. Zugleich führt er aus, 
in Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei eine 
psychiatrische Komorbidität durch die depressive Symptomatik im Rahmen 
der Anpassungsstörung gegeben. Der Beschwerdeführer verfüge 
grundsätzlich über Ressourcen, teilweise mit seinem Leiden umzugehen, 
nur seien die aktuellen Strategien nicht wirksam. Es müsse von einer 
Schmerzverarbeitungsstörung gesprochen werden. Er werde darauf 
angewiesen sein, neue Methoden therapeutischer Anleitung zu entwickeln, 
um einen verbesserten Umgang zu erlernen. 

Obwohl Dr. … klinisch also lediglich eine leichte depressive Episode 

diagnostiziert, qualifiziert er diese bereits als erhebliche psychische 

Komorbidität, welche es dem Beschwerdeführer nur mehr teilweise (zu 50 %) 

erlaube, mit den Schmerzen umzugehen. Diese nicht widerspruchsfreie 

Schlussfolgerung - d.h. die Diskrepanz zwischen klinischem Befund und 

anschliessender ärztlicher Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit bzw. zur Frage 

der Überwindbarkeit der Schmerzen - vermag unter Berücksichtigung der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht zu überzeugen. Denn einer 

leichtgradigen depressiven Episode ist praxisgemäss keine invalidisierende 

Wirkung zuzuerkennen; zumal selbst bei mittelgradigen depressiven Episoden 

in der Regel keine von depressiven Verstimmungszuständen klar 

unterscheidbare und vor allem andauernde Depression im Sinne eines 

verselbständigten Gesundheitsschadens gegeben ist (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_369/2011 vom 9. August 2011 E. 4.3.2, 8C_213/2012 vom 

13. April 2012 E. 3.2). 

Das Beschwerdebild dürfte in der vorliegend zu beurteilenden Konstellation 

vielmehr in erheblichem Masse von invaliditätsfremden und daher 

auszuklammernden psychosozialen Belastungsfaktoren und damit 

verbundenen emotionalen Konflikten geprägt sein:

• Monodisziplinäres Gutachten Dr. … vom 8. September 2011 S. 23 f.: 
Enttäuschung bzw. Frustration über das Gesundheits- und 
Versicherungssystem; Unfallereignis in Phase erhöhter Vulnerabilität, da der 
Beschwerdeführer von Umstrukturierungsmassnahmen betroffen war, in 
deren Zusammenhang die Arbeitsstelle der Ehefrau gekündet wurde; 
narzisstische Kränkungen und Erschütterungen des Selbstverständnisses. 

• Psychiatrisches Gutachten Dr. … vom 12. Mai 2010 S. 16: Bei 
Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung und der Lebensplanung 
können der erlittene Autounfall, die Umstände der anschliessenden 
Krankenhausbehandlung, die vom Beschwerdeführer spontan detailliert 
beschrieben wurden, aber auch der von geringer Vorsorge begleitete 
Arbeitsversuch mit erneutem Unfall/Sturz als Reihe narzisstischer 
Kränkungen interpretiert werden, die mit der Verlagerung der Abteilung, in 
der er ursprünglich gearbeitet hatte, begann (vgl. auch die 
Abschlussbeurteilung des RAD vom 17. August 2010).

Hinzu kommt im Weiteren, dass der Beschwerdeführer im Verlaufe der 

medizinischen Behandlungen und Untersuchungen mehrfach aggravatorisches 

und selbstlimitierendes Verhalten bzw. Schonverhalten gezeigt hat, welches 

eine subjektive Krankheitsüberzeugung indiziert und gegen eine objektive 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischen Gründen bzw. gegen 

eine partielle Unüberwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung spricht:

• Rehaklinik …, Ambulantes Assessment mit Bericht vom 10. Juni 2009 und 
stationärer Aufenthalt (01.07.2009-12.08.2009) mit Bericht vom 24. August 
2009: Wegen mässiger Symptomausweitung, Selbstlimitierung und 
Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests für die 
Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. 

• Neuropsychologische Untersuchung an der Klinik Valens vom 12. Januar 
2010, Bericht vom 9. Februar 2010: Zusammenfassend sei festzustellen, 
dass die Resultate aus neuropsychologischer Sicht schwierig einzuordnen 
seien. Wenn aus medizinischer Sicht die Ergebnisse nicht zu erklären seien, 
könnten die kognitiven Defizite von anderen als primär hirnorganischen 
Faktoren beeinflusst werden (emotionale Verfassung, Motivation, 
Stimmung, Schmerzen).

• Kreisärztliche Untersuchung vom 24. Februar 2010 durch Dr. …: Bei der 
Untersuchung sei als Hauptbefund eine deutliche Einschränkung der HWS-
Beweglichkeit festzustellen. Neurologische Ausfälle seien zurzeit nicht 
feststellbar. Während dem ganzen Untersuchungsgang falle ein 
Schonverhalten auf.

• Psychiatrische Beurteilung durch pract. med. … vom 28. April 2010: Aus 
psychiatrischer Sicht könnten der Schwindel und die Stagnierung des 
Heilverlaufs auf eine ängstliche Haltung oder auf neurotische Elemente 
zurückgeführt werden. Psychosoziale Belastungsfaktoren wurden zwar 
verneint, doch sei zu wenig über die Persönlichkeit und den Psychostatus 
des Beschwerdeführers bekannt, um eine abschliessende Beurteilung über 
das Vorhandensein ängstlicher oder neurotischer Persönlichkeitselemente 
abzugeben. Seine extreme Schonhaltung, seine Aussagen bzw. der 
bisherige Verlauf, die festgehaltene Diagnose in Bosnien und die 
Ansprechbarkeit auf die damalige Medikation deuteten jedoch stark in diese 
Richtung. Es bedürfe einer fachlich fundierten Überprüfung der 
Symptomatik und der Persönlichkeit.

• Neurologisches Gutachten Dr. … vom 10. Mai 2010: Demgegenüber habe 
sich ein sicherer Anhalt für eine bewusstseinsnahe demonstrative 
Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden ergeben (Diskrepanz 
zwischen der anamnestisch angegebenen Schmerzstärke und dem 
unbeeinträchtigt wirkenden klinischen Eindruck; Diskrepanz zwischen der in 
der formalen Bewegungsprüfung der HWS demonstrierten Einschränkung 
und der freien Beweglichkeit ausserhalb der formalen Prüfung; mangelhafte 
Mitarbeit bei allen Kraftproben im Bereich Arme mit abruptem Nachgeben 
und unzureichender Willensanstrengung. Die Beobachtungen stünden im 
Einklang mit den auch aus den Aktendokumenten ersichtlichen Hinweisen 
auf einen zumindest wesentlichen bewusstseinsnahen Artefakt-Charakter 
der vorgetragenen Beschwerden und demonstrierten Einschränkungen.

Vor diesem Hintergrund liegt gemäss Aktenlage insgesamt keine von der 

diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung klar 

unterscheidbare Depression im Sinne eines verselbständigten 

Gesundheitsschadens vor, welcher unabhängig von der somatoformen 

Schmerzstörung als erhebliche psychische Komorbidität ausnahmsweise auf 

die vollständige Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung 

schliessen lassen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_369/2011 vom 9. 

August 2011 E. 4.3.2). 

f) Nachdem keine erhebliche psychische Komorbidität mit der Folge einer 

partiellen oder vollständigen Unzumutbarkeit der willentlichen 

Schmerzüberwindung ausgewiesen ist, ist praxisgemäss das Vorhandensein 

anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien zu 

prüfen: 

• So sprechen unter Umständen (1) chronische körperliche 
Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter 
oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein 
ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein 
verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf 
einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]) 
oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz 
konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer 
Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem 
Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener 
Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person für die 
ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung 
(BGE 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354 f., mit Hinweisen; BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 281 f.). 

• Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die 
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die 
Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen 
(BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67 f., mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 
8C_103/2011 vom 1. Juni 2011 E. 2).

Nach Lage der Akten sind, wie die Vorinstanz im Wesentlichen zu Recht 

festhält, die vier zitierten anderen, qualifizierten Kriterien hier nicht gegeben:

• (1) Chronische körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger 
Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 
längerfristige Remission sind nicht gegeben, da keine somatischen 
Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden 
konnten. Da die Symptomatik, welche das Schmerzsyndrom aufrecht erhält, 
bei der Beurteilung dieses Kriteriums ausser Acht bleibt, ist anhand der 
Akten keine chronische körperliche Begleiterkrankung ausgewiesen (Urteile 
des Bundesgerichts 9C_749/2010 vom 23. November 2010 E. 4.3.2, 

9C_709/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 4.1.4). Eine progrediente 
Symptomatik liegt unter diesen Umständen auch nicht vor.

• (2) Ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens ist 
ebenfalls nicht gegeben, wenngleich Dr. … eine Einschränkung der sozialen 
Integration feststellt. Die Vorinstanz hält zu Recht fest, zwar habe sich der 
Kollegenkreis des Beschwerdeführers deutlich reduziert, doch sei dies nicht 
ausreichend, weil er jeweils morgens in einer Werkstatt arbeiten gehe 
(Vermittlung durch RAV), wo er sich gut eingelebt habe, und abends gerne 
die Kinder besuche. Zudem sei auch die Ehe mit seiner Frau intakt.

• (3) Für einen verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren 
innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber 
entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die 
Krankheit"]) lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen.

• (4) Das Kriterium der unbefriedigenden Behandlungsergebnisse trotz 
konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer 
Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem 
Ansatz) und der gescheiterten Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener 
Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person ist nach dem 
Vorgesagten nicht erfüllt, da der Beschwerdeführer nach Lage der Akten 
deutliche Anzeichen für eine Selbstlimitierung und aggravatorisches 
Verhalten gezeigt hat.

Insgesamt sind daher auch die anderen, qualifizierten Kriterien nicht mit einer 

solchen Intensität und Konstanz erfüllt, dass deswegen von einer teilweisen 

oder vollständigen Unzumutbarkeit der Schmerzüberwindung auszugehen 

wäre. 

g) Somit ist festzuhalten, dass in der vorliegend zu beurteilenden Konstellation 

weder eine erhebliche psychische Komorbidität ausgewiesen ist noch andere, 

qualifizierte Kriterien es dem Beschwerdeführer verunmöglichen, die 

notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um die subjektiv erlebten 

Schmerzen zu überwinden. In medizinischer und rechtlicher Hinsicht bestehen 

keine hinreichenden Gründe dafür, dass die psychischen Ressourcen es dem 

Beschwerdeführer nicht erlauben, trotz der subjektiv erlebten Schmerzen zu 

100 % einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Entsprechend wäre auch unter 

der Berücksichtigung der Diagnose der anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung gemäss Gutachten vom 8. September 2011 von Dr. … von 

einer vollständige