# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4148945-ffb3-504e-82b2-92c31ec7d33b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 05.05.2021 IV 2020/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-55_2021-05-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.11.2021

Entscheiddatum: 05.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2021
Vorschlag für Internet-Regeste: Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. 
Invaliditätsbemessung anhand der gemischten Methode. Auf vier Monate 
befristeter Anspruch auf eine Viertelsrente bejaht. Unbefristeter 
Rentenanspruch verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 5. Mai 2021, IV 2020/55).

Entscheid vom 5. Mai 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2020/55

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Zogg, rechtsanwälte.og42, 

Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

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St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte), war bei der B.___ AG als Verkäuferin in einem 

Pensum von 60 % angestellt. Am .___ 2013 wurde die Versicherte bei der Arbeit von 

zwei Tätern überfallen und gefesselt (IV-act. 15; Fremdakten 1-108). Noch am Tag des 

Überfalls wurde die Versicherte notfallmässig ins Spital eingeliefert, wo die 

behandelnden Ärzte Fesselspuren an den Hand- und Fussgelenken feststellten und die 

Diagnose einer akuten Belastungsreaktion bei Raubüberfall am .___ 2013 stellten 

(Fremdakten, 1-90 ff.). Am 21. August 2013 wurde die Versicherte dem Psychiatrischen 

Zentrum Z.___ zur weiteren Behandlung zugewiesen, wo sie bis zum 4. Oktober 2013 

stationär betreut wurde. Gemäss Austrittsbericht war sie in einem seelischen 

Ausnahmezustand eingeliefert worden. Völlig erschöpft und wie betäubt, unfähig das 

Geschehene in irgendeiner Form zu erfassen oder gar zu beschreiben, habe die 

Versicherte innerhalb von Sekunden von Teilnahmslosigkeit zu heftigen 

Gefühlsausbrüchen und sogar Selbstvorwürfen, am Geschehenen Verantwortung zu 

tragen, gewechselt. Unter Tränen habe sie von Spannungszuständen, Ängsten, 

Intrusionen, Konzentrationsstörungen und massiven Schlafstörungen erzählt. Weiter 

habe die Versicherte berichtet, vor ca. zehn Jahren als Mitarbeiterin eines Kiosks schon 

einen ähnlichen Vorfall erlebt zu haben, ohne dabei jedoch einen persönlichen Schaden 

erlitten zu haben. Bereits vor dem Überfall am .___ 2013 sei es ihr psychisch nicht gut 

gegangen. Sie habe sich überfordert und erschöpft gefühlt, da sie für alles in der 

Familie zuständig gewesen sei. Ihr Ehemann sei Kriegsveteran und durch 

Kampfhandlungen traumatisiert. Durch seine affektive Labilität sei der Alltag manchmal 

schwierig. Anamnestisch habe die Versicherte zudem eine schwierige Kindheit erlebt. 

A.a. 

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Der Vater sei alkoholkrank und im Rausch jeweils gewalttätig gewesen. In den ersten 

vier bis fünf Wochen der Hospitalisation habe es den Anschein gemacht, als würde 

sich die Versicherte durch enge Bezugspflege und täglich geführte therapeutische 

Gespräche stabilisieren. Getriggert durch einen Termin bei der Opferhilfe habe sie sich 

in der Folge jedoch immer öfter zurückgezogen und sie habe selbst die 

Patientengemeinschaft, die ihr zuvor noch als grosse Stütze erschienen sei, plötzlich 

als extrem belastend erlebt. Beim Versuch, die Versicherte in ein störungsspezifisches, 

multimodales, interdisziplinäres Behandlungssetting einzubinden, seien erneut heftige 

Symptome aufgetreten. Gequält von traumatischen Bildern des Überfalls, welche 

zunehmend in den Therapiealltag eingedrungen seien, habe die Versicherte ein 

ausgeprägtes Vermeidungsverhalten entwickelt, was eine konsequente Teilnahme am 

Therapieprogramm verunmöglicht habe. Auch habe die Versicherte die stufenweise 

Reduktion der Lorazepam-Dosierung, die zuvor unproblematisch gewesen sei, nicht 

mehr toleriert. Um den bisherigen Therapieerfolg nicht weiter zu gefährden, habe man 

sich dazu entschieden, die begonnene Therapie zu unterbrechen und die Versicherte 

vorerst in das von ihr als sehr unterstützend erlebte häusliche Umfeld zu entlassen. Als 

Diagnosen nannten die behandelnden Ärzte eine akute Belastungsreaktion im 

Übergang zur posttraumatischen Belastungsstörung vor dem Hintergrund einer 

mittelgradigen depressiven Episode im Vorfeld, früherer Traumata in der Anamnese 

sowie des Verdachts auf eine Persönlichkeitsakzentuierung mit vorwiegend ängstlich-

vermeidenden und abhängigen Zügen (IV-act. 37-6 ff.).

Am 22. Oktober 2013 berichtete Dr. med. C.___, Fachärztin Innere Medizin, dass 

sich der Schlaf und der Appetit der Versicherten verbessert hätten. Sie wirke agiler. Am 

21. Oktober 2013 habe sie einen deutlich besseren Eindruck gemacht (Fremdakten, 

1-68). In einem Bericht vom 28. Oktober 2013 erklärte Dr. C.___, dass sie die 

Versicherte schon seit Jahren behandle. Es sei immer um eine Eisenmangelanämie 

gegangen. Im September 2011 habe sie ihr wegen einer Erschöpfungsdepression 

vorübergehend Deanxit und Citalopram verordnet. Allerdings habe ihr die Versicherte 

mitgeteilt, dass sie lediglich Deanxit kurzfristig eingenommen habe. Bei der 

Kontrolluntersuchung vom 27. Oktober 2011 habe sich die Versicherte bereits besser 

gefühlt. Ein drohendes Burnout-Syndrom sei damals als abgewendet erschienen. 

A.b. 

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Zwischenzeitlich sei es zu keinen depressiven Episoden mehr gekommen (Fremdakten, 

1-66).

Am 2. Dezember 2013 berichtete Dr. med. D.___, Psychiatrische Klinik Y.___, dass 

bei der Versicherten psychopathologisch-diagnostisch eine akute, durch eine gewisse 

Aggravationstendenz nunmehr prolongierte Belastungsreaktion vorliege. Angesichts 

der Tatsache, dass sich die Versicherte recht enttäuscht und gekränkt über die 

fehlende Zuwendung ihrer Arbeitgeberin und der Ämter beklagt habe und ihr Leiden 

deutlich zur Schau stelle, erachte er eine spezifische traumafokussierende Behandlung 

als nicht geeignet. Zwischen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer 

Anpassungsstörung zu unterscheiden, sei in der kurzen Zeit der Behandlung und 

angesichts der inkonsistenten und teilweise auch widersprüchlichen Berichte der 

Versicherten kaum möglich gewesen. Gewisse Elemente einer posttraumatischen 

Störung seien wohl bereits zum Vorschein gekommen. Zudem erscheine die 

Versicherte gegenüber einer solchen Entwicklung biographisch durch Ereignisse 

während ihrer Kindheit und Jugend sowie einen Einbruch an einer früheren Arbeitsstelle 

in gewisser Hinsicht disponiert. Die Versicherte habe ihn, Dr. D.___, in drei 

aufeinanderfolgenden Wochen konsultiert, wobei sich rasch gezeigt habe, dass sie eine 

idiosynkratische Vorstellung von Wiedergutmachung und Entlastung vertrete, in der 

sein psychiatrisch-psychotherapeutisches Angebot nicht enthalten zu sein scheine. Die 

Versicherte habe sich genötigt gefühlt, ihn aufzusuchen, und wäre lieber zu dem bereits 

zuvor konsultierten Dr. med. E.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

gegangen. Am Anfang der dritten Sitzung habe sie, verärgert durch eine kurze 

Wartezeit, ihre Mitarbeit aufgekündigt. Er würde aktuell eine stationäre Abklärung und 

Behandlung der Versicherten in der psychiatrischen Klinik Y.___ empfehlen 

(Fremdakten, 1-52 f.).

A.c. 

Am 24. Januar 2014 berichtete Dr. C.___, dass die Versicherte den Hausarzt 

gewechselt habe und nicht mehr zu ihr komme (Fremdakten, 1-34).

A.d. 

In einem Bericht vom 25. Februar 2014 nannte Dr. E.___ als Diagnosen eine 

posttraumatische Belastungsstörung, eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung 

sowie eine mittel- bis schwergradige depressive Episode. Weiter hielt er fest, dass in 

der nunmehr dreimonatigen Behandlungsphase intensive Ängste im Vordergrund 

A.e. 

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B.  

gestanden hätten. Die Versicherte sei immer sehr angespannt, klage über zwanghafte 

Erinnerungen an den erlebten Überfall und äussere Angst, an ihre bisherige 

Arbeitsstelle zurückzukehren, zumal sie bereits sieben Jahre zuvor einen ähnlichen 

Überfall erlebt habe. In der bisherigen Therapie seien nur kleine Schritte erreicht 

worden. Die Versicherte sei tagsüber noch immer auf die Anwesenheit einer Drittperson 

angewiesen. In der Nacht werde sie von Albträumen heimgesucht. Ihr erscheine häufig, 

dass jemand an die Türe oder die Fenster klopfe, was bei ihr Panik auslöse. Die 

Versicherte habe Angst vor Kontakten mit Personen. Sie lebe seit dem Überfall sozial 

ganz isoliert. Schon in ihrer Kindheit habe sie eine Reaktion auf die erlebte Aggression 

ihres Vaters gezeigt. Man könne aber annehmen, dass auch der Überfall, der vor 

einigen Jahren stattgefunden habe, eine wichtige Rolle in der Art und Weise der 

jetzigen Reaktion spiele. Es sei von einer Retraumatisierung auszugehen (Fremdakten, 

1-11).

Am 18. März 2014 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen an 

(IV-act. 1). In einem Bericht vom 1. April 2014 erklärte Dr. E.___, dass die Versicherte 

seit dem Überfall vom .___ 2013 an erheblichen psychischen Problemen leide und zu 

100 % arbeitsunfähig sei. Als Diagnosen nannte er eine posttraumatische Belastungs­

störung (bestehend seit dem .___ 2013), eine ängstliche Persönlichkeitsstörung 

(bestehend seit der Kindheit) sowie eine mittel- bis schwergradige Depression 

(bestehend seit dem .___ 2013; IV-act. 11).

B.a. 

Vom 18. August bis 24. Oktober 2014 wurde die Versicherte in der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums Z.___ behandelt. Im Austrittsbericht wurden als Diagnosen 

eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine schwergradige depressive 

Episode ohne psychotische Symptome genannt. Weiter hiess es, eine Teilnahme an 

Gruppenaktivitäten sei für die Versicherte kaum aushaltbar gewesen. Sie habe 

anschliessend längere Pausen im Ruheraum benötigt. An der Kochgruppe habe sie 

stets mit Freude teilgenommen und habe sich manchmal auch kreativ einbringen 

können. Einzelgespräche seien nie länger als 15 Minuten möglich gewesen. Die 

Versicherte habe sich rasch überfordert und ängstlich gefühlt. Sie sei deutlich leidend 

B.b. 

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gewesen. Aufgrund der Überforderung habe man eine Pause vom teilstationären 

Rahmen beschlossen. Der Versicherten sei auch der Vorschlag einer psychiatrischen 

Spitex unterbreitet worden, was diese aber zunächst mit Dr. E.___ habe besprechen 

wollen. Die Versicherte werde in einem leicht verschlechterten Zustand in die alten 

Verhältnisse entlassen mit der Empfehlung einer stationären Behandlung in einer 

traumaspezifischen Klinik (IV-act. 26).

In einem Bericht an die IV-Stelle vom 2. März 2015 hielt Dr. E.___ fest, dass die 

Versicherte seit dem 14. Oktober 2013 durch ihn behandelt werde. Trotz der 

durchgeführten ambulanten und medikamentösen Therapie sei ihr Zustand unverändert 

geblieben. Deswegen habe er sie in die Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums 

Z.___ eingewiesen, wo sie sich vom 18. August bis zum 24. Oktober 2014 aufgehalten 

habe und in leicht verschlechtertem Zustand entlassen worden sei. Neu beurteilte Dr. 

E.___ die depressive Störung als schwergradig. Die Fortsetzung der Therapie habe 

ebenfalls keine namhafte Verbesserung gebracht. Die Option einer Behandlung auf 

einer traumaspezifischen Abteilung sei noch offen (IV-act. 30).

B.c. 

Mit Mitteilung vom 9. März 2015 lehnte die IV-Stelle das Gesuch der Versicherten 

um berufliche Massnahmen ab, da solche aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit 

nicht möglich seien. Sollten sich die Verhältnisse ändern, könne die Versicherte ein 

neues Gesuch einreichen (IV-act. 34).

B.d. 

Vom 3. bis 11. Februar 2016 nahm die Versicherte an einer stationären 

Traumatherapie in der Klinik F.___ teil. Im Austrittsbericht vom 24. Februar 2016 hiess 

es, dass bei der Versicherten zu Beginn der Behandlung erhebliche Schwierigkeiten 

bestanden hätten, sich befriedigend ins Alltagsleben einzubringen. Ängste, emotionale 

Labilität, seelische Leere sowie schädigende Kompensationsformen hätten im 

Vordergrund gestanden. Die Versicherte sei im stationären Rahmen kaum fähig 

gewesen, neue Anpassungsstrategien zu nutzen. Sie habe sich wenig in die 

Stationskultur eingelebt, sondern habe sich nach eigenen Angaben vorwiegend in 

ihrem Zimmer aufgehalten und auf den Besuch der Familie gewartet, der morgens und 

abends stattgefunden habe. Die Versicherte sei der Therapie gegenüber ambivalent 

eingestellt gewesen, habe äussere Gegebenheiten verleugnet und die 

Auseinandersetzung mit kritischen Themen vermieden. Die ausbleibende 

B.e. 

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Kostengutsprache habe die Versicherte durcheinandergebracht, da sie angenommen 

habe, diesbezüglich sei alles bereits bei Eintritt geregelt gewesen. Sie habe andere 

gebeten, die ungeklärten Angelegenheiten zu regeln. Eine Therapeutin, die sie nach 

einer Woche einmalig um Klärung der Kostengutsprache gebeten habe, habe sie als in 

hohem Masse strafend und verfolgend erlebt. Infolgedessen habe sie sich einen 

Therapeutenwechsel gewünscht. Da dies im aktuellen Setting nicht möglich gewesen 

sei, habe die Versicherte den Aufenthalt auf eigenen Wunsch vorzeitig beendet. Sie 

wolle die ambulante Therapie bei Dr. E.___ weiterführen. Als notwendige Bedingungen 

für einen erneuten stationären Eintritt würden das Beibehalten einer Tagesstruktur, die 

Bereitschaft, sich in einem Mindestmass in eine bestehende Gruppe einzuleben sowie 

die regelmässige ambulante Psychotherapie gesehen. Bei Bedarf und entsprechender 

Vorbereitung könne sich die Versicherte zu einem erneuten Vorgespräch anmelden (IV-

act. 67-5 ff.; zum Zuweisungsschreiben von Dr. E.___ vgl. IV-act. 67-13 f.).

In einem Fragebogen zur Rentenabklärung gab die Versicherte am 8. August 2016 

an, dass sie ohne Gesundheitsschaden heute in einem Pensum von 60-100 % 

erwerbstätig wäre, da ihre Kinder (…) seien (IV-act. 56; zu dem am 22. August 2018 

erneut ausgefüllten Fragebogen, wonach die Versicherte als Gesunde in einem Pensum 

von 80-100 % arbeiten würde, vgl. ferner IV-act. 78).

B.f. 

Am 16. Januar 2017 berichtete Dr. E.___, dass trotz gewisser Fortschritte die 

Notwendigkeit für eine intensivere Behandlung bestehe, um eine weitere psychische 

Stabilität zu erreichen. Deswegen werde die Versicherte in die Tagesklinik X.___ 

überwiesen. Es sei zu hoffen, dass sie durch diese Behandlung auf die Fortsetzung der 

Traumatherapie vorbereitet werde (Fremdakten, 47-1 f.; zu einem vorhergehenden 

Bericht vom 13. Mai 2016 vgl. Fremdakten, 14-1 f.).

B.g. 

Vom 13. Januar bis 3. Februar 2017 war die Versicherte in der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums X.___ behandelt worden. Im Austrittbericht hielten die 

behandelnden Ärzte fest, dass die Versicherte anfangs sehr schüchtern gewesen sei 

und kaum hörbar geflüstert habe. Sie scheine von Anfang an mit dem Setting 

überfordert gewesen zu sein. Die Gruppentherapien habe sie kaum ausgehalten, sich in 

die Ruheräume zurückgezogen und nicht an den gemeinsamen Essenszeiten 

B.h. 

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teilgenommen. Es habe sie nur schon Überwindung gekostet, in die Tagesklinik zu 

kommen. Aus diesem Grund habe sie die Behandlung abgebrochen (IV-act. 66-2 f.).

Am 9. Juli 2018 berichtete Dr. E.___, dass die Versicherte nur in einem geschützten 

Rahmen einem Pensum von 50 % nachgehen könnte. Da sich die Versicherte durch 

die stationären und teilstationären Behandlungen überfordert gefühlt habe, seien keine 

solchen mehr geplant. Die Prognose sei ungünstig (IV-act. 74; zu einem weiteren 

Bericht vgl. IV-act. 84).

B.i. 

In einer Stellungnahme vom 2. August 2018 hielt der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) fest, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht unklar sei, ob die Versicherte 

die Therapien tatsächlich aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht habe bewältigen 

können oder ob eher eine fehlende Mitwirkung und mangelnde Kooperation im 

Vordergrund gestanden hätten. Die übertrieben anmutende Beschwerdeschilderung 

der Versicherten und ihre Anspruchshaltung (z.B. der dezidierte Wunsch nach einem 

Therapeutenwechsel auf der Traumastation, der nicht zu einer ängstlich-abhängigen 

Persönlichkeit passe) oder der Abbruch der ambulanten Behandlung bei Dr. D.___, 

nachdem sie eine kurze Wartezeit habe in Kauf nehmen müssen, wiesen nicht 

unbedingt auf einen der Symptomatik entsprechenden Leidensdruck hin. Eine seit fünf 

Jahren bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit könne aus versicherungsmedizinischer 

Sicht nicht nachvollzogen werden (IV-act. 75-5 f.).

B.j. 

Am 7. November 2018 fand bei der Versicherten eine Haushaltsabklärung statt. Im 

entsprechenden Abklärungsbericht stufte die IV-Eingliederungsverantwortliche die 

Versicherte als im Gesundheitsfall zu 20 % im Haushalt und zu 80 % im 

Erwerbsbereich tätig ein. Weiter hielt sie fest, dass die Versicherte nicht aktiv an der 

Abklärung teilgenommen habe. Sie habe während der ganzen Abklärung auf der 

Polstergruppe gelegen. Das Verhalten und das Schlafen der Versicherten anlässlich der 

Abklärung seien nicht nachvollziehbar (IV-act. 82).

B.k. 

Am 5. April 2019 hielt der RAD fest, dass die übertrieben anmutende 

Beschwerdeschilderung der Versicherten nicht nachvollziehbar sei. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht sei das Verhalten der Versicherten anlässlich der 

Haushaltsabklärung nicht durch krankheitsbedingte Symptome zu erklären. Zur 

B.l. 

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abschliessenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei eine psychiatrische Begutachtung 

angezeigt (IV-act. 86-2).

Am 2. November 2019 erstattete med. pract. G.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, im Auftrag der IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten (IV-

act. 96). Als Diagnosen nannte sie eine depressive Episode, gegenwärtig leicht bis 

allenfalls zeitweilig mittelgradig, eine posttraumatische Belastungsstörung, gegenwärtig 

weitgehend remittiert, sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen 

und abhängigen Persönlichkeitszügen (IV-act. 96-39). Sodann kam med. pract. G.___ 

zum Schluss, dass die Versicherte die bisherige Tätigkeit noch ca. 5 bis 5.5 Stunden 

pro Tag ausüben könne bei einer Leistungsminderung von ca. 10 %. Gesamthaft 

betrage die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bezogen auf ein Pensum von 

100 % ca. 50 %. Im Haushalt liessen sich bei einer freien Zeiteinteilung keine 

Einschränkungen feststellen. Die der Versicherten ab August 2013 attestierte 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit lasse sich aus gutachterlicher Sicht bis Oktober 2013 gut 

nachvollziehen. Vermutlich seit Oktober 2013, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

seit Oktober 2014 und mit Sicherheit spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung, 

also ab Oktober 2019, liege eine ca. 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit vor. In einer optimal leidensangepassten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit auf 

100 % zu schätzen. Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Stresstoleranz, die 

emotionale Belastbarkeit und die selbständige Strukturierung der Arbeitsabläufe seien 

nicht zu empfehlen. Auch Nachtschichten seien ungeeignet (IV-act. 96-55).

B.m. 

In einer Stellungnahme vom 13. November 2019 bezeichnete der RAD das 

Gutachten als umfassend und einleuchtend. Die festgestellten psychischen 

Einschränkungen entsprächen in ihrer Ausprägung nicht den von der Versicherten 

angegebenen Beeinträchtigungen. Die Einschätzung von med. pract. G.___, wonach es 

sich um ein eigenwilliges, subjektives Krankheitskonzept mit einem daraus 

resultierenden maladaptiven Krankheits-, Schon- und Vermeidungsverhalten bei einem 

hohen sekundären Krankheitsgewinn handle, werde vom RAD geteilt. Es fänden sich 

sowohl in den Aussagen als auch im Verhalten der Versicherten zahlreiche 

Inkonsistenzen und Widersprüche, die von med. pract. G.___ beschrieben worden 

seien. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. G.___ sei plausibel. In der 

angestammten Tätigkeit sei von einer 50%igen und in einer angepassten Tätigkeit von 

B.n. 

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C.  

einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Diese Arbeitsfähigkeiten würden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Oktober 2014 und mit Sicherheit seit Oktober 

2019 gelten. Im Haushalt lägen bei freier Zeiteinteilung keine Einschränkungen vor (IV-

act. 97-5 f.).

Mit Vorbescheid vom 14. November 2019 wurde der Versicherten die Abweisung 

des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht gestellt. Die 

Versicherte sei als zu 80 % im Erwerb und als zu 20 % im Haushalt Tätige eingestuft 

worden. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, in 

einer angepassten eine solche von 100 % (IV-act. 100).

B.o. 

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. T. Zogg, St. Gallen, am 6. Januar 2020 Einwand. Diesem legte sie eine 

Stellungnahme von Dr. E.___ vom 12. Dezember 2019 sowie eine psychiatrische 

Beurteilung von Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Konsiliarpsychiater der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva), vom 25. 

August 2017 bei (IV-act. 103 und 105).

B.p. 

Nach der Einholung einer erneuten RAD-Stellungnahme (vgl. IV-act. 106) verfügte 

die IV-Stelle am 7. Februar 2020 die Abweisung des Rentenbegehrens (IV-act. 107).

B.q. 

Gegen diese Verfügung erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Zogg vertretene 

Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 11. März 2020 Beschwerde. Sie 

beantragte, die Verfügung vom 7. Februar 2020 sei aufzuheben und ihr sei rückwirkend 

ab dem 1. Oktober 2014 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 1). Weiter beantragte sie die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 1 und 4).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2020 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.b. 

Am 3. Juni 2020 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um Bewilligung 

der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung 

C.c. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente.

2.  

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht 

(act. G 6).

In ihrer Replik vom 3. September 2020 hielt die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 10).

C.d. 

Mit Schreiben vom 15. September 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in 

der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest und verzichtete auf die Erstattung einer 

ausführlichen Duplik (act. G 12).

C.e. 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf 

eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Als 

Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität ist bei im 

Gesundheitsfall Vollzeiterwerbstätigen durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/22

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(Art. 16 ATSG). Wenn eine versicherte Person auch ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll, sondern nur teilerwerbstätig gewesen wäre, ist 

der Invaliditätsgrad gemäss der langjährigen Praxis des Bundesgerichts nicht anhand 

eines reinen Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG), sondern anhand der 

sogenannten gemischten Methode zu berechnen. Hierbei ist der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; BGE 141 V 

21 E. 3.2). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder 

als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. April 2019, 8C_820/2018, E. 3.2). Massgebend sind die 

Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, 

wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 

Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 11. 

August 2016, 9C_179/2016, E. 4.2.1 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat die 

Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin aufgrund deren Angaben in den 

Fragebögen zur Rentenabklärung (vgl. IV-act. 56-1 und 78-1) sowie anlässlich der 

Haushaltsabklärung (vgl. IV-act. 82-5) zu Recht als im Gesundheitsfall 

Teilzeiterwerbstätige (80 % Erwerb, 20 % Haushalt) eingestuft (vgl. IV-act. 107). Auch 

die Beschwerdeführerin kritisiert diese von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Qualifikation nicht (vgl. act. G 1 und 10).

Um die Arbeitsfähigkeit bzw. Leistungsfähigkeit einer versicherten Person 

bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis).

2.2. 

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3.  

Für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat sich die 

Beschwerdegegnerin sowohl hinsichtlich des Erwerbsteils (Gewichtung 80 %) als auch 

hinsichtlich des Aufgabenbereichs (Gewichtung 20 %) auf das Gutachten von med. 

pract. G.___ sowie die Stellungnahmen des RAD abgestützt (vgl. act. G 5). 

Demgegenüber erachtet die Beschwerdeführerin das Gutachten aus verschiedenen 

Gründen als nicht beweiskräftig (vgl. act. G 1 und 10).

3.1. 

 3.2. 

Zunächst bemängelt die Beschwerdeführerin das Gutachten von med. pract. 

G.___ dahingehend, dass es Inkonsistenzen enthalte. So habe med. pract. G.___ 

einerseits ausgeführt, dass sie, die Beschwerdeführerin, in ihren Antworten auf 

konkrete Fragen zu den geltend gemachten Beschwerden trotz wiederholter 

Nachfragen wenig konkret und stereotyp geblieben sei. Andererseits habe med. pract. 

G.___ festgehalten, dass die Angaben bei konkreten Nachfragen wiederholt 

inkonsistent, punktuell auch widersprüchlich gewesen seien. Diese Schlussfolgerungen 

seien nicht nachvollziehbar. Wenn Antworten stereotyp seien, könnten sie nicht 

gleichzeitig inkonsistent sein. Des Weiteren habe med. pract. G.___ ausgeführt, dass 

viele ihrer Fragen nicht beantwortet worden seien, da sie, die Beschwerdeführerin, eine 

fehlende Erinnerung bzw. massive Gedächtnisstörungen seit dem Überfall geltend 

gemacht habe. Im Widerspruch dazu habe die Gutachterin dann aber festgehalten, 

dass bei der Konfrontation mit den in den Akten beschriebenen Ereignissen ein gutes 

Erinnerungsvermögen vorgelegen habe (act. G 1 S. 8 f.).

3.2.1. 

Dass die Beschwerdeführerin teilweise angegeben hat, sich nicht erinnern zu 

können, sich andererseits aber an gewisse Ereignisse sehr gut hat erinnern können, ist 

tatsächlich widersprüchlich. Diese Widersprüchlichkeit hat aber nicht die Gutachterin, 

sondern die Beschwerdeführerin zu verantworten. Med. pract. G.___ weist insofern 

plausibel auf dieses widersprüchliche Erinnerungsvermögen hin, als es eben gerade 

Zweifel an den geltend gemachten Erinnerungslücken aufkommen lässt. Was den 

Einwand der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Antwortverhaltens betrifft, ist 

festzuhalten, dass Antworten durchaus oberflächlich, also in gewisser Weise stereotyp, 

und gleichzeitig inkonsistent sein können. Dies zeigt sich in der im Gutachten 

enthaltenen detaillierten Dokumentation der gegebenen Antworten (vgl. IV-act. 

96-26 ff.).

3.2.2. 

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 3.3. 

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass das psychiatrische 

Gutachten nicht überzeuge, da sich med. pract. G.___ nicht rechtsgenügend mit 

anderslautenden fachärztlichen Beurteilungen auseinandergesetzt habe. Ihre 

Einschätzung stehe im Widerspruch zur Beurteilung des behandelnden Psychiaters Dr. 

E.___, welcher eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätigkeiten attestiert 

habe. Auch der Hausarzt Dr. med. I.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, sei in 

seinem Bericht vom 28. März 2018 von einer schweren Depression ausgegangen und 

habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit attestiert. Dr. 

med. J.___, praktischer Arzt, sei in seinem Bericht vom 27. April 2015 ebenfalls von 

einer akuten Belastungsreaktion ausgegangen. Schliesslich stehe das Gutachten von 

med. pract. G.___ auch in einem Widerspruch zum Bericht des Psychiatrischen 

Zentrums Z.___ vom 13. Januar 2014 und demjenigen der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums X.___ vom 23. Mai 2017, in welchen ebenfalls von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden sei. Weiter widerspreche das 

Gutachten auch der Stellungnahme von Dr. H.___ vom August 2017. Dieser sei davon 

ausgegangen, dass ein überwiegender Teil der Symptomatik ohne den Überfall 

vom .___ 2013 nicht vorhanden wäre und dass sämtliche zur Verfügung stehenden 

Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft seien, weshalb von der weiteren Behandlung 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung mehr erwartet 

werden könne (act. G 1 S. 9 ff.).

3.3.1. 

Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hat sich med. pract. G.___ 

ausreichend mit den teils divergierenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte 

auseinandergesetzt. Die Herleitung der von ihr gestellten Diagnosen hat sie im 

Gutachten detailliert beschrieben und dabei auf die von anderen Ärzten gestellten 

Diagnosen ausreichend Bezug genommen. Sie hat ausführlich begründet, weshalb eine 

allenfalls früher vorhandene schwere depressive Episode sowie eine posttraumatische 

Belastungsstörung als weitgehend remittiert anzusehen seien (vgl. IV-act. 96-39 ff.). Im 

Weiteren hat sie bezüglich der Diagnosestellung auch auf Inkonsistenzen in den 

Berichten der behandelnden Ärzte hingewiesen. So hat sie beispielsweise festgehalten, 

dass im Austrittsbericht der Tagesklinik des Psychiatrischen Zentrums Z.___ vom 13. 

Januar 2014 (vgl. IV-act. 26) die Diagnose einer schweren depressiven Episode gestellt 

worden sei, eine solche aber nicht zu den im Bericht enthaltenen Beschreibungen, 

wonach die Beschwerdeführerin stets mit Freude an einer Kochgruppe teilgenommen 

habe und sich dabei kreativ habe einbringen können, passe (IV-act. 96-49). Auch hat 

med. pract. G.___ den zeitlichen Verlauf der Erkrankung unter Würdigung der Berichte 

3.3.2. 

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der behandelnden Ärzte dargelegt. Dabei hat sie namentlich darauf hingewiesen, dass 

die ärztlicherseits kurz nach dem Überfall vom .___ 2013 erfolgte diagnostische 

Einschätzung einer akuten Belastungsreaktion absolut nachvollziehbar sei ebenso wie 

die im Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums Z.___ vom 3. Oktober 2013 

erwähnte posttraumatische Belastungsstörung. Retrospektiv sei auch die damals 

diagnostizierte schwere depressive Episode nachvollziehbar. Dr. D.___ habe dann 

allerdings in seinem Bericht vom Dezember 2013 (Fremdakten, 1-52 f.) bereits 

Inkonsistenzen und Widersprüche in der Beschwerdeschilderung der 

Beschwerdeführerin beschrieben, die gerade auch vor dem Hintergrund der 

hausärztlichen Berichte von Dr. C.___ (vgl. Fremdakten 1-66, 1-68 und 1-34) sowie vor 

dem Hintergrund des Austrittsberichts des Psychiatrischen Zentrums Z.___ vom 4. 

Oktober 2013 (IV-act. 37-6 ff.) einleuchtend seien (IV-act. 96-48 ff.). In der Tat erscheint 

es fragwürdig, wenn sich der Zustand der Beschwerdeführerin in den ersten Wochen 

des stationären Aufenthaltes im Psychiatrischen Zentrum Z.___ stark verbessert hat, 

während sich gegen Ende des Aufenthaltes - angeblich ausgelöst durch einen Termin 

bei der Opferberatung - plötzlich ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten eingestellt 

hat, welches eine konsequente Teilnahme am Therapieprogramm verunmöglicht hat 

(vgl. IV-act. 37-6 ff.). Auch im Rahmen der im Jahr 2014 begonnenen tagesklinischen 

Behandlung im Psychiatrischen Zentrum Z.___ ist gegen Ende des Aufenthaltes - 

wiederum angeblich ausgelöst durch einen Kontakt mit einer anderen Institution - eine 

Dekompensation bzw. eine Verschlechterung der Beschwerden eingetreten (vgl. IV-

act. 26). Aus psychiatrischer Sicht hat med. pract. G.___ keinen nachvollziehbaren 

Zusammenhang zwischen den Dekompensationen und der Problematik der 

posttraumatischen Belastungsstörung erkannt (IV-act. 96-53). Auch die nachfolgenden 

Versuche einer stationären oder teilstationären Behandlung sind gescheitert. Der 

Aufenthalt in einer speziell auf Opfer von Traumata ausgerichteten Station der F.___ im 

Februar 2016 ist seitens der Versicherten nach wenigen Tagen abgebrochen worden, 

da ihrem Wunsch nach einem Wechsel der Therapeutin nicht nachgekommen worden 

ist. Gemäss Austrittsbericht der F.___ vom 24. Februar 2016 hat sich die 

Beschwerdeführerin kaum in die Patientengruppe eingefügt, sondern morgens und 

abends auf den Besuch der Familie gewartet. Die behandelnden Ärzte der F.___ haben 

für einen allfälligen erneuten Aufenthalt die Bedingung formuliert, dass die 

Beschwerdeführerin die Bereitschaft mitbringen müsste, sich in einem Mindestmass in 

eine bestehende Gruppe einzuleben sowie an einer regelmässigen Psychotherapie 

teilzunehmen (IV-act. 71). Auch die Teilnahme am Programm der Tagesklinik des 

Psychiatrischen Zentrums X.___ anfangs 2017 ist von der Beschwerdeführerin vorzeitig 

beendet worden (IV-act. 66-2 f.). Schon Dr. H.___ hat in seiner Beurteilung vom August 

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2017, auf die sich die Beschwerdeführerin unter anderem beruft (vgl. E. 3.3.1), 

bezweifelt, dass die zahlreichen Therapieabbrüche einzig aufgrund eines 

Überforderungsgefühls erfolgt seien. Als mögliche Ursache für die 

Behandlungsabbrüche hat er auch die Ambivalenz der Beschwerdeführerin gegenüber 

den angebotenen Therapien erwähnt (vgl. IV-act. 103-21 ff.). Weiter hat der RAD in 

seiner Stellungnahme vom 2. August 2018 darauf hingewiesen, dass die 

Anspruchshaltung der Beschwerdeführerin (z.B. der dezidierte Wunsch nach einem 

Therapeutenwechsel oder der Abbruch der ambulanten Behandlung bei Dr. D.___ 

aufgrund einer kurzen Wartezeit) nicht unbedingt auf einen Leidensdruck hindeuten 

würden. Diese Anspruchshaltung passe auch nicht zu einer ängstlich-abhängigen 

Persönlichkeit (IV-act- 75-5). Damit übereinstimmend hat med. pract. G.___ 

retrospektiv lediglich hinsichtlich der ersten stationären psychiatrischen Behandlung im 

Zeitraum von August bis Oktober 2013 eine gute Motivation der Beschwerdeführerin 

erkannt, während sie die Motivation hinsichtlich der von August bis Oktober 2014 

erfolgten tagesklinischen Behandlung vor dem Hintergrund eines sekundären 

Krankheitsgewinns zumindest als ambivalent gewertet hat. Eine tragfähige Motivation 

zu einer Trauma-spezifischen Behandlung in der F.___ im Februar 2016 oder zur 

tagesklinischen Behandlung in X.___ anfangs 2017 ist für die Gutachterin nicht 

erkennbar gewesen (IV-act. 96-50). Diese Einschätzung von med. pract. G.___ wird 

durch die im Rahmen der Begutachtung durchgeführte Messung der Spiegel der 

verordneten Medikamente gestützt. Der Serumspiegel des Medikaments Temesta 

(Wirkstoff Lorazepam) hat nämlich unterhalb des therapeutischen Bereichs gelegen 

und jener des schlafanstossenden Antidepressivums Trimipramin ist überhaupt nicht 

nachweisbar gewesen (IV-act. 96-50 f.). Darüber hinaus sind med. pract. G.___ im 

Rahmen der Begutachtung weitere Inkonsistenzen im Verhalten und in den seitens der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Erinnerungslücken aufgefallen (vgl. IV-act. 96; 

vgl. dazu auch E. 3.2). Auch das von der Beschwerdeführerin anlässlich der 

Haushaltsabklärung durch die Beschwerdegegnerin gezeigte Verhalten, das bereits 

den RAD irritiert hatte (die Beschwerdeführerin hat die ganze Zeit auf der Polstergruppe 

gelegen und keine Auskunftsbereitschaft gezeigt; vgl. IV-act. 82), hat sich med. pract. 

G.___ medizinisch nicht hinreichend erklären können (vgl. IV-act. 96-54). Gerade vor 

diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass med. pract. G.___ nicht 

unbesehen auf die von den behandelnden Ärzten attestierten Diagnosen und 

Arbeitsunfähigkeiten abgestellt, sondern diese kritisch hinterfragt hat, zumal die 

behandelnden Ärzte wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung geneigt sein 

können, eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5; Urteil 

des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014, 8C_677/2014, E. 7.2). Med. pract. G.___ 

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hat denn auch einleuchtend dargelegt, dass Dr. E.___ sich als behandelnder Arzt nicht 

mit den bereits von Dr. D.___ beschriebenen Inkonsistenzen befasst, sondern in seinen 

Berichten zu grossen Teilen auch auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 

abgestellt habe (vgl. IV-act. 96-52). Sodann seien in den Austrittsberichten der F.___ 

(IV-act. 67-5 ff.) und der Psychiatrischen Tagesklinik X.___ (IV-act. 66-2 f.) Diagnosen 

unkritisch übernommen worden und die in den Berichten erwähnten psycho­

pathologischen Befunde stellten eine Vermischung von subjektiven Beschwerden und 

tatsächlich festgestellten psychischen Symptomen dar, weshalb aus gutachterlicher 

Sicht auf diese Berichte nicht abgestellt werden könne (vgl. IV-act. 96-53). Soweit die 

Beschwerdeführerin sich auf den Bericht von Dr. I.___ vom 28. März 2018 beruft, ist auf 

die darin enthaltenen Ausführungen zu verweisen, wonach sie diesen Hausarzt nach 

November 2012 lediglich im Oktober 2017 einmalig wegen thorakaler Schmerzen 

aufgesucht habe und am 6. März 2018 erneut vorstellig geworden sei, um über die 

letzten fünf Jahre zu berichten. Dementsprechend hat Dr. I.___ bezüglich Diagnosen 

und Arbeitsunfähigkeiten auf die Einschätzung von Dr. E.___ abgestellt und die 

Beschwerdegegnerin für weitere Angaben an ihn verwiesen (vgl. IV-act. 67-1 ff.). Auch 

Dr. J.___ hat in seinem Bericht vom 27. April 2015 im Wesentlichen auf weitere 

Berichte verwiesen (vgl. IV-act. 37-2 ff.). Zusammenfassend erscheint die Einschätzung 

von med. pract. G.___, wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit lediglich bis Oktober 

2013 gut nachvollziehbar sei, während vermutlich schon danach und mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Oktober 2014 in der angestammten Tätigkeit 

eine 50%ige und einer leidensangepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

vorliege (vgl. IV-act. 96-55), einleuchtend. An diesem Ergebnis vermag auch der im 

Beschwerdeverfahren neu eingereichte Bericht von Dr. E.___ vom 4. März 2020 nichts 

zu ändern (vgl. act. G 1.1.3). Ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten 

ist nämlich nicht stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen 

gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. 

Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 

die behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai 

2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2 mit weiterem Hinweis). Solche im Rahmen der 

Begutachtung unberücksichtigt gebliebenen Aspekte sind dem neu eingereichten 

Bericht nicht zu entnehmen.

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4.  

 3.4. 

Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin die Dauer der Begutachtung. Es liege 

auf der Hand, dass die aus einem knapp dreistündigen Gespräch gezogenen Schlüsse 

nicht vergleichbar seien mit der Diagnose und der Einschätzung von Dr. E.___, der sie 

über längere Zeit regelmässig fachärztlich betreut habe. Insbesondere bei psychischen 

Problemen erscheine eine einmalige Begutachtung nicht ausreichend, um eine 

verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vornehmen und die Berichte der 

behandelnden Fachärzte in Frage stellen zu können (vgl. act. G 1 S. 7).

3.4.1. 

Dass sich eine psychiatrische Begutachtung nicht auf einen gleich langen 

Beobachtungszeitraum wie Berichte behandelnder Fachleute stützen kann, liegt in der 

Natur der Sache. Dieser Umstand allein vermag den Beweiswert einer Expertise jedoch 

nicht zu schmälern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 2012, 

9C_671/2012, E. 4.5). Med. pract. G.___ hat die Beschwerdeführerin sorgfältig und in 

Kenntnis der Vorakten exploriert. Vorliegend sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, 

dass die Dauer der Untersuchung keine seriöse Beurteilung der Beschwerdeführerin 

erlaubt hätte.

3.4.2. 

Die von der Beschwerdeführerin gegen das Gutachten von med. pract. G.___ 

vorgebrachten Einwände erweisen sich nach dem Gesagten als nicht stichhaltig. 

Vielmehr leuchtet die von med. pract. G.___ bescheinigte Arbeitsfähigkeit in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv 

wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Schliesslich 

hat med. pract. G.___ auch die vom Bundesgericht definierten Standardindikatoren des 

strukturierten Beweisverfahrens ausreichend berücksichtigt. Auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. pract. G.___ kann somit abgestellt werden. 

Folglich ist bis September 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Ab 

Oktober 2014 ist in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin von einer 50%igen und 

in optimal leidensangepassten Tätigkeiten von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen (IV-act. 96-55 und 97-5 f.). Im Haushaltsbereich sind unter 

Berücksichtigung der Art der Beeinträchtigungen bei freier Zeiteinteilung sodann keine 

Einschränkungen anzunehmen (vgl. IV-act. 96-55).

3.5. 

In einem nächsten Schritt sind die erwerblichen Auswirkungen der Gesundheits­

beeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der Invaliditätsgrad anhand der sogenannten 

gemischten Methode festzusetzen (vgl. E. 2.1).

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/22

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 4.2. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Entscheidend 

für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222).

4.2.1. 

Die IV-Anmeldung der Beschwerdeführerin ist am 18. März 2014 bei der 

Beschwerdegegnerin eingetroffen (IV-act. 1-1). Der früheste Beginn eines allfälligen 

Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG wäre somit der 1. September 

2014. Das Wartejahr i.S.v. Art. 28 Abs. 1. lit. b IVG war zu diesem Zeitpunkt bereits 

verstrichen, da die Arbeitsunfähigkeit am Tag des Überfalls vom .___ 2013 ihren Anfang 

genommen hat (vgl. IV-act. 1-5). Massgebend für den Einkommensvergleich ist somit 

das Jahr 2014.

4.2.2. 

Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person 

aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des 

allfälligen Rentenbeginns hätte verdienen können, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Art. 16 ATSG; BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). 

Ausgehend von den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 

(vgl. IV-act. 15-3) hat die Beschwerdegegnerin hochgerechnet auf ein Pensum von 100 

% (vgl. Art. 27  Abs. 3 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 

831.201]) für das Jahr 2014 ein Valideneinkommen von jährlich Fr. 50'266.-- ermittelt 

(vgl. IV-act. 107), was nicht zu beanstanden ist. Auch die Beschwerdeführerin hat am 

errechneten Valideneinkommen keine Kritik geübt (vgl. act. G 1 und 10).

4.2.3. 

bis

Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist, wie die Beschwerdegegnerin zu 

Recht ausgeführt hat (vgl. IV-act. 107-1), grundsätzlich auf den Medianlohn der 

schweizerischen Lohstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für die im 

Kompetenzniveau 1 beschäftigten Frauen abzustellen. Den LSE-Werten folgend ergäbe 

sich für das Jahr 2014 für ein Pensum von 100 % (bei einer betriebsüblichen 

wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden) ein Jahreseinkommen von Fr. 53'793.-- 

(vgl. Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen 

Gesetzesausgabe "Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des 

4.2.4. 

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Sozialversicherungsrechts", Ausgabe 2019). Bei LSE-Daten handelt es sich allerdings 

lediglich um statistische Durchschnittswerte, was sich daran zeigt, dass die 

Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall als Gesunde in einem Pensum von 100 % ein 

unter dem LSE-Wert für Hilfsarbeitertätigkeiten liegendes Einkommen erzielt hat. Da 

die Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür liefern, dass die Beschwerdeführerin freiwillig 

auf ein höheres Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, dass die 

Unterdurchschnittlichkeit ihres Validenlohns auf die für die Invaliditätsbemessung nicht 

zu berücksichtigenden Zwänge des realen Arbeitsmarktes zurückzuführen ist. Folglich 

ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen 

mit dem Valideneinkommen gleichgesetzt hat (vgl. IV-act. 107-2).

Da somit sowohl hinsichtlich des Validen- als auch hinsichtlich des 

Invalideneinkommens von derselben Lohnbasis auszugehen ist, kann der 

Einkommensvergleich anhand eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen 

werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, 

allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75). 

Gründe, die einen weiteren Abzug auf Seiten des Invalideneinkommens rechtfertigen 

würden, sind vorliegend nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht.

4.2.5. 

Für den September 2014, in welchem noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

anzunehmen ist, ergibt sich somit für den Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von 100 

%. Für die Zeit ab Oktober 2014, in welcher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

angepassten Tätigkeiten auszugehen ist, resultiert im Erwerbsbereich ein 

Invaliditätsgrad von 0 % (für die Arbeitsunfähigkeitsgrade vgl. E. 3.5).

4.2.6. 

Die für den Teilbereich Erwerb errechneten Invaliditätsgrade sind schliesslich 

entsprechend dem für den Erwerbsbereich anzunehmenden Pensum zu gewichten. Bei 

einer Gewichtung des Erwerbsbereichs von 80 % (vgl. E. 2.1) und einem 

Teilinvaliditätsgrad von 100 %, wie er für den September 2014 anzunehmen ist 

(vgl. E. 4.2.6), ergibt sich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von 80 % (80 x 100 / 100). 

Bei einem Teilinvaliditätsgrad von 0 %, wie er für die Zeit ab Oktober 2014 gilt 

(vgl. E. 4.2.6), resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von 0 % (80 x 0 / 100).

4.2.7. 

Im Haushaltsbereich sind entsprechend der gutachterlichen Einschätzung keine 

Einschränkungen ausgewiesen (vgl. IV-act. 96-55), was zumindest für den Zeitraum ab 

Oktober 2014 nachvollziehbar erscheint. Folglich ist im Aufgabenbereich spätestens ab 

Oktober 2014 von einem Teilinvaliditätsgrad von 0 % auszugehen, wobei auch der 

gewichtete Teilinvaliditätsgrad 0 % (20 x 0 / 100) entspricht. Ob im September 2014 

analog dem Grad der Arbeitsunfähigkeit auch im Haushalt von einer vollen 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/22

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5.  

Entscheid

Leistungsunfähigkeit auszugehen ist, kann vorliegend offengelassen werden, da für 

September 2014 selbst bei der Annahme einer vollen Leistungsfähigkeit im Haushalt 

ein Anspruch auf eine ganze Rente resultiert (vgl. dazu den bereits im Erwerbsbereich 

vorliegenden Teilinvaliditätsgrad von 80 %; E. 4.2.7).

Zusammenfassend resultiert bei der Anwendung der gemischten Methode für den 

September 2014 ein Gesamtinvaliditätsgrad von mindestens 80 % und somit ein 

Anspruch auf eine ganze Rente. Ab Oktober 2014 ist demgegenüber kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr ausgewiesen. Aufgrund der Übergangsfrist 

von Art. 88a IVV ist die ganze Rente jedoch noch bis Dezember 2014 auszubezahlen. 

Ab Januar 2015 besteht kein Rentenanspruch mehr.

4.4. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die 

Beschwerdeführerin für die Zeit von September bis Dezember 2014 einen Anspruch auf 

eine ganze Rente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

vorliegend als angemessen. Da die Beschwerdeführerin gemessen an ihren Anträgen 

nur in äusserst untergeordnetem Ausmass obsiegt hat (vgl. act. G 1), rechtfertigt es 

sich, ihr die volle Gerichtsgebühr aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist 

sie jedoch von der Bezahlung zu befreien.

5.2. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. 

Art. 61 lit. g ATSG). In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit 

Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes 

[AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

pauschal mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

5.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.4. 

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Beschwerdegegnerin 

verpflichtet wird, der Beschwerdeführerin für die Zeit von September bis Dezember 

2014 eine ganze Rente zu bezahlen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rente wird 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe 

von

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2021
	Vorschlag für Internet-Regeste: Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Invaliditätsbemessung anhand der gemischten Methode. Auf vier Monate befristeter Anspruch auf eine Viertelsrente bejaht. Unbefristeter Rentenanspruch verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2021, IV 2020/55).

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		2024-05-27T01:32:00+0200
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