# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a98459e8-0c53-5eff-95c0-0bad32ea1915
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.08.2010 IV 2008/522
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-522_2010-08-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/522

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 11.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 11.08.2010
Art. 28 Abs. 1 aIVG. Invalidenrente. Beweiswert medizinisches Gutachten 
bejaht. Verwertbarkeit der gutachterlich festgestellten Restarbeitsfähigkeit 
nicht genügend abgeklärt. Rückweisung zur entsprechenden Abklärung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. 
August 2010, IV 2008/522).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 11. August 2010

in Sachen

D.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Mattias Dolder, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.  

A.a D.___ meldete sich am 10. April 2006 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (Rente; act. G 5.1/2). Zu diesem Zeitpunkt stand er in 

ungekündigter Stellung als Hilfsarbeiter und Maschinist (Baggerfahrer) bei der A.___ AG 

(act. G 5.1/10). Mit Bericht vom 15. Mai 2006 diagnostizierte der Hausarzt des 

Versicherten, Dr. med. B.___, Trübbach, einen Zustand nach verschiedenen operativen 

Eingriffen bei Verdacht auf intersphinkteren Abszess mit residueller grosser dorsalen 

Sphinkterläsion und Feinkontinenzstörung, bei 1998 erfolgtem erstem Eingriff. Weiter 

bestehe seit 2005 ein Zervicobrachialgiesyndrom C6 betont links, sowie seit 1995 eine 

chronische Lumbago. Die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bezifferte 

Dr. B.___ auf 100 % für den Zeitraum vom 12. Februar 2005 bis zum 13. November 

2005, auf 50 % vom 14. November 2005 bis zum 27. Dezember 2005 sowie 

anschliessend wiederum auf 100 % bis auf Weiteres. Hingegen seien ihm bei 

jederzeitiger Erreichbarkeit einer Toilette und einer Waschgelegenheit Arbeiten, die 

wechselnd stehend und gehend auszuführen sind, zeitlich unlimitiert zumutbar (act. G 

5.1/11). 

Auf Betreiben des RAD Ostschweiz wurde bei Dr. C.___, Oberarzt Chirurgie der Klinik 

für Chirurgie, ein weiterer Arztbericht eingeholt. Dr. C.___ nannte in seinem Bericht vom 

28. Juni 2006 als Diagnose Narbenschmerzen nach Fissurektomie und 

Sphinkterspaltung 1999, bestehend seit Mai 2005. Im Weiteren führte Dr. C.___ aus, 

sowohl die bisherige als auch eine andere Tätigkeit sei dem Versicherten zumutbar. 

Dabei bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit (act. G 5.1/17.5 f.). Darauf stellte 

der RAD in seiner Beurteilung vom 6. Juli 2006 ab (Prof. E.___; act. G 5.1/18). Auf 

erneute Rückfrage der IV-Sachbearbeiterin korrigierte der RAD (nun Dr. F.___) seine 

Auffassung dahingehend, dass die angestammte Tätigkeit als Baggerfahrer wegen des 

imperativen Stuhldrangs mit Stuhlinkontinenz nicht mehr zumutbar sei. In einer 

adaptierten Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung, Vermeiden von längerem Sitzen, 

Vermeiden von Heben von Gewichten über 10 kg sowie der ständigen Verfügbarkeit 

einer Toilette, sei von einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. G 5.1/19). In 

der Folge machte die Eingliederungsberaterin den RAD mit Schreiben vom 1. 

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September 2006 darauf aufmerksam, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % auf 

Grund ihrer Abklärungen sowohl beim Hausarzt als auch beim Arbeitgeber und beim 

Versicherten selbst als unrealistisch erscheine. So schildere der Versicherte, dass er 

öfter unterwegs Stuhl verloren und diese Situation als ausserordentlich unangenehm 

und demütigend erlebt habe. Zudem seien weitere, von Dr. B.___ initiierte medizinische 

Abklärungen vorgesehen. Der RAD regte darauf hin eine polydisziplinäre Begutachtung 

durch eine MEDAS an. Dabei soll sowohl die Analsphinkterproblematik (Schmerz- und 

Funktionsproblem [Inkontinenz]) als auch das Rückenleiden begutachtet werden. Auf 

Grund der Schmerzproblematik sei auch eine psychiatrische Teilbegutachtung 

notwendig (act. G 5.1/22).

A.b Die Begutachtung erfolgte vom 29. Oktober 2007 bis zum 2. November 2007 im 

Zentrum für Medizinische Begutachtung, Basel (ZMB). Im entsprechenden Gutachten 

vom 3. Januar 2008 lauteten die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

Anales Schmerzsyndrom und anale Inkontinenz mit Status nach hohem perianalem 

Abszess mit Spontanperforation 6/1998 sowie diversen operativen Eingriffen von 1998 

bis 2005, funktionelle Kolopathie, chronische Gastropathie, gastrooesophageale 

Refluxkrankheit, Verdacht auf analgetikainduzierte Kopfschmerzen bei abusivem 

Gebrauch von Analgetika, chronisches Lumbovertebralsyndrom bei Osteochondrose 

LWK5/S1, chronisches Cervicalsyndrom sowie Innenohrschwerhörigkeit. Ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden unter anderem eine muskuläre 

Dysbalance im C.___engürtelbereich und in den Knieflexoren, eine Ansatztendinose am 

C.___enkamm medial links, eine klinisch beginnende Gonarthrose (rechts 

symptomatisch), eine Periarthropathia humeroscapularis links sowie ein Verdacht auf 

Koronarinfarkt oder Angina pectoris, differenzialdiagnostisch Refluxkrankheit 

diagnostiziert. Für die bisherige Tätigkeit wurde eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. 

Für adaptierte Tätigkeiten, die keine regelmässige Arbeit über Kopf- oder Schulterhöhe, 

keine regelmässigen Rotationsbewegungen von Hals- und Lendenwirbelsäule oder 

eine fixierte Haltung dieser Wirbelsäulenabschnitte beinhalten, jedoch die Möglichkeit, 

jederzeit eine Toilette aufzusuchen, attestierten die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von 

75 %. Für die Wiedereingliederung in eine adaptierte Tätigkeit sahen die Gutachter vor 

allem nicht medizinische Faktoren wie die mangelnde schulische und berufliche 

Ausbildung des Versicherten sowie dessen sprachliche Nichtintegration und einfache 

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Strukturiertheit als hinderlich an. Zudem zeige sich eine gewisse Überlagerung und 

Ausweitungssymptomatik (act. G 5.1/37.32 ff.).

A.c In der Folge prüfte die IV berufliche Massnahmen (Arbeitsvermittlung), schloss den 

Fall jedoch diesbezüglich am 14. Februar 2008 ab, da der Versicherte erklärte, wegen 

der Schmerzen sei es ihm nicht möglich, einer Arbeit nachzugehen (act. G 5.1/39 - 41). 

Am 3. April 2008 teilte sie ihm mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen sei (act. 

G 5.1/50).

A.d Gestützt auf einen Einkommensvergleich vom 2. April 2008, der bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 56'369.-- (12,8 X Fr. 4300.--, zuzüglich Teuerung 2006 bis 

2008) und einem Invalideneinkommen von Fr. 42'777.-- (75 % Arbeitsfähigkeit, kein 

Leidensabzug) einen Invaliditätsgrad von 25 % auswies, stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit Vorbescheid vom 3. April 2008 die Abweisung des Rentengesuchs in 

Aussicht (act. G 5.1/49).

A.e Mit Einwand vom 15. April 2008 und Ergänzung vom 4. Juni 2008 liess der 

Versicherte durch seinen Rechtsvertreter die Ausrichtung der ihm gesetzlich 

zustehenden Leistungen beantragen. Eventualiter sei vorgängig ein neues 

interdisziplinäres Gutachten, das über die Arbeitsfähigkeit des Versicherten Auskunft 

gebe, einzuholen. Ausserdem sei dem Versicherten die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu gewähren.

Es sei nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit 

nicht mehr arbeitsfähig sei. Nicht nachvollziehbar sei dagegen, wenn das ZMB-

Gutachten von einer 75 %igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgehe. 

So werde die Einschränkung durch die Analproblematik lediglich dahingehend 

umschrieben, dass der Versicherte unmittelbar Gelegenheit haben müsse, eine Toilette 

aufzusuchen. Weitergehende Einschränkungen nenne das Gutachten nicht. Solche 

seien jedoch offenkundig und fänden sich selbst in den einzelnen Teilgutachten. So 

schildere der Versicherte gegenüber dem chirurgisch-proktologischen Gutachter, dass 

er manchmal stundenlang pressen müsse, und in den subjektiven Angaben gegenüber 

Dr. G.___, dass er täglich mindestens dreimal und gelegentlich bis zu 12 Mal das WC 

aufsuchen müsse. Im Weiteren habe bereits die IV-Sachbearbeiterin in ihrer RAD-

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Anfrage vom 1. September 2009 darauf hingewiesen, dass sich die vom RAD 

attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % (vgl. act. G 5.1/19.2) nicht mit den tatsächlichen 

Gegebenheiten vereinbaren lasse. Dies alles stehe einer Arbeitsfähigkeit von 75 % 

offensichtlich entgegen.

Das Gutachten weise weitere Mängel auf. Die Diagnosen, denen die Ärzte des ZMB 

einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit attestierten, umfassten auch Befunde, die in den 

Bereich der Gastroenterologie fielen (chronische Gastropathie, gastrooesophageale 

Refluxkrankheit). Es habe jedoch keine eigentliche gastroenterologische Untersuchung 

stattgefunden. Die Funktion von PD Dr. G.___ bleibe unklar, sei doch dieser Arzt auf 

der Liste der Fachärzte des ZMB nicht aufgeführt. Das Gutachten beurteile die 

Gesundheitssituation keineswegs umfassend und räume dies selbst ein. Offenbar 

hätten Anhaltspunkte für einen möglichen Infarkt bestanden. Die Gutachter würden 

jedoch ausdrücklich weitere Abklärungen empfehlen. Selbst wenn man 

unzulässigerweise auf das ZMB-Gutachten abstellen wollte, wäre zu beachten, dass 

der allgemeine Arbeitsmarkt den Versicherten bei dessen Einschränkungen 

realistischerweise nicht nachfragen würde. So dürfe die Tätigkeit keine fixierte Haltung 

von Halswirbel- und Lendenwirbelsäule mit sich bringen. Umgekehrt dürfe sie aber 

auch keine regelmässigen Rotationen und damit Bewegungen der fraglichen 

Wirbelsäulenbereiche mit sich bringen. Hinzu komme, dass der Versicherte jederzeit 

eine Toilette aufsuchen können und zum Teil stundenlang auf dem WC sitzen müsse. 

Schliesslich seien Arbeiten über Kopf und über Schulter ausgeschlossen. Die angeblich 

zumutbare Tätigkeit sei damit gar nicht mehr Gegenstand des Arbeitsmarktes, so dass 

nicht von einer dem Versicherten anrechenbaren Arbeitsgelegenheit ausgegangen 

werden könne.

Ein Rentenanspruch würde schliesslich selbst dann bestehen, wenn unzutreffend von 

einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen würde. Die IV-Stelle 

berücksichtige zwar den Minderverdienst, gewähre dem Versicherten aber keinen 

Leidensabzug. Diesbezüglich falle in Betracht, dass der Versicherte auf Grund der 

häufigen, länger dauernden und jeweils plötzlich notwendig werdenden WC-

Aufenthalte auf häufige Pausen angewiesen sei, und dass selbst das ZMB-Gutachten 

erhebliche gesundheitsbedingte Leistungseinschränkungen annehme. Im Weiteren 

leide der Versicherte an depressiven Symptomen, wirke sich das erhöhte 

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Krankheitsrisiko lohnsenkend aus, verfüge der Versicherte über keine abgeschlossene 

Berufslehre und nur über mangelhafte Deutschkenntnisse und habe zuvor während 

mehr als dreizehn Jahren demselben Betrieb angehört. Damit rechtfertige sich ein 

Leidensabzug von 25 % (was zu einem Invaliditätsgrad von knapp 44 % führen würde 

{Fr. 56'369.-- : [Fr. 56'369.-- - Fr. 31'708.--]}).

Schliesslich rügt der Rechtsvertreter, dass der Versicherte bei der von der IV-Stelle 

angenommenen Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen hätte. Gegenstand des vorliegenden 

Vorbescheids bilde jedoch nur die Rentenfrage. Sollte die IV-Stelle an der behaupteten 

Restarbeitsfähigkeit festhalten, sei in Berücksichtigung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör ein separater Vorbescheid bezüglich der Eingliederungsmassnahmen 

(einschliesslich des bereits mitgeteilten Abschlusses der Arbeitsvermittlung) zu erlassen 

(act. G 5.1/51.1 - 4 und 61).

A.f Mit einer weiteren Anfrage an den RAD ersuchte die IV-Stelle um Stellungnahme 

bezüglich der medizinischen Einwände sowie zur Frage, ob die vom Gutachten 

attestierte Arbeitsunfähigkeit von 25 % in einer adaptierten Tätigkeit die 

Stuhlproblematik - im Hinblick auf einen Leidensabzug - genügend berücksichtige. Der 

RAD beurteilte das Gutachten als umfassend und konsistent. Ein anales 

Schmerzsyndrom und die chronische Gastropathie seien Diagnosen, die sehr wohl - 

jedenfalls nach initialer Beurteilung durch einen Gastroenterologen - durch einen 

Allgemeinmediziner, Internisten oder Chirurgen beurteilt werden könnten. Bei PD Dr. 

G.___ handle es sich um einen Chirurgen mit grosser gastroenterologischer und 

proktologischer Erfahrung. Die Diagnose Koronarinfarkt werde von den Gutachtern 

unter die Nebendiagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingereiht. 

Entsprechend sei der internistische Status in kardialer Hinsicht unauffällig. Sinngemäss 

verstehe sich darunter eine EKG-Veränderung, die auf einen stummen früheren Infarkt 

zurückzuführen sei. Um dem erfolgten Angriff des Rechtsvertreters standhalten zu 

können, seien jedoch das Schmerzereignis im linken Thoraxbereich, dessen Einreihung 

als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowie die stumme Klinik im 

internistischen Status durch Rückfrage beim ZMB noch auf einen einheitlichen Nenner 

zu bringen. Die Limitierungen für die Adaption des Arbeitsplatzes seien aus ärztlicher 

Sicht sinnvoll und nähmen Bezug sowohl auf die Analproblematik als auch auf das 

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Rückenleiden. Der Versicherte werde vor den Stuhlentleerungen durch 

Unterbauchschmerzen gewarnt und leide häufig unter Verstopfung. Bei Durchfall habe 

er 2 Mal/Woche bis 2 Mal/Monat unkontrollierten Stuhlabgang. Der Versicherte müsse 

somit in naher Umgebung, ohne Treppensteigen oder Heruntersteigen von Maschinen, 

eine Toilette und eine Dusche zur Verfügung haben (act. G 5.1/63).

Mit Schreiben vom 15. Juli 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie nehme die 

Abklärungen betreffend berufliche Massnahmen wieder auf, schloss diese jedoch nach 

Gesprächen mit dem Versicherten und dessen Ehefrau am 17. September 2008 wieder 

ab, da aus subjektiver Sicht nach wie vor keine Arbeitsfähigkeit gegeben sei (act. G 

5.1/66, 68 und 71).

Auf entsprechende Nachfrage vom 11. Juli 2008 erklärte das ZMB am 11. September 

2008, bei den Angaben, der Versicherte müsse bis zu zwölf Mal täglich das WC 

aufsuchen und bei hartem Stuhl stundenlang pressen, handle es sich um subjektive 

Angaben des Versicherten, die durch den objektiven Befund nicht begründet werden 

könnten. Zu den Diagnosen der chronischen Gastropathie und des 

gastrooesophagealen Refluxes sei festzuhalten, dass der erstuntersuchende Arzt ein 

Internist gewesen sei und die genannten Krankheiten in das Fachgebiet der inneren 

Medizin gehörten, weshalb kein Unterspezialist im gastroenterologischen Fach 

hinzugezogen werden müsse. Bei PD Dr. G.___ handle es sich um einen der 

bekanntesten und erfahrensten Proktologen der Region Basel, der seit Jahren auf 

diesem Fachgebiet arbeite und an der Universität habilitiert sei. Die erwähnte 

Möglichkeit eines Infektes (richtig wohl: Infarktes) habe keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit. Es handle sich lediglich um einen Hinweis als Hilfe für die 

weiterbehandelnden Ärzte. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei schliesslich im Gutachten 

darauf hingewiesen worden, dass verschiedene Faktoren nicht medizinischer Genese 

die praktische Umsetzung der Restarbeitsfähigkeit erschwerten (act. G 5.1/74).

A.g Mit Vorbescheid vom 23. September 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen, da er sich weiterhin nicht in der Lage 

sehe, einer geregelten Arbeit nachzugehen (act. G 5.1/77). Am 3. November 2008 

erfolgte die entsprechende Verfügung (act. G 5.1/80).

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A.h Mit Verfügung vom 20. November 2008 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab, da 

sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 56'369.-- und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 42'277.-- nur ein Invaliditätsgrad von 25 % ergebe (act. G 5.1/82).

B.  

B.a Gegen die Verfügung vom 20. November 2008 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 19. Dezember 2008 mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die ihm gesetzlich zustehenden 

Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zwecks 

Einholung eines neuen interdisziplinären Gutachtens an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen und anschliessend über den Leistungsanspruch neu zu verfügen. 

Ausserdem sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.

Die Qualifikation des PD Dr. G.___ sowie der auch die Analproblematik des 

Beschwerdeführers umfassende Fachbereich des Internisten werden nicht mehr 

angezweifelt. Jedoch wird daran festgehalten, dass die weiteren Einschränkungen in 

Bezug auf die Stuhlproblematik im ZMB-Gutachten zu wenig berücksichtigt worden 

seien. Dabei seien die Schilderungen des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau, 

wonach jener Stuhl verliere, im Gutachten nicht angezweifelt worden. Dies geschehe 

erst in der nachträglichen Stellungnahme des ZMB vom 11. September 2008, wo diese 

als subjektive Angaben bezeichnet würden, die sich nicht objektiv begründen lassen 

würden. Damit setzten sich die Gutachter jedoch in Widerspruch zu ihrem eigenen 

Gutachten vom 3. Januar 2008, hätten die ZMB-Ärzte darin doch selber von einer 

analen Inkontinenz gesprochen. Auch betreffend (Un-)Vollständigkeit der medizinischen 

Abklärung (mangelnde kardiologische Abklärung) wird an den Ausführungen im 

Einwand festgehalten, wobei neu noch die Dauer der psychiatrischen Abklärung von 

nur einer halben Stunde bemängelt wird.

Im Weiteren wird auch bezüglich der Verwertbarkeit der (bestrittenen) 

Resterwerbsfähigkeit im Wesentlichen auf die Ausführungen im Einwand 

zurückgegriffen. In ihrem Ergänzungsschreiben vom 11. September 2008 erweiterten 

die Gutachter zudem die Liste der Einschränkungen dahingehend, dass die Tätigkeit 

leicht und vorwiegend sitzend sein soll. Die ZMB-Ärzte räumten denn auch selber ein, 

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eine Tätigkeit, wie sie für den Beschwerdeführer noch möglich sei, werde in der Regel 

nur bei höheren beruflichen Qualifikationen angeboten, über welche der 

Beschwerdeführer jedoch nicht verfüge. Sie verneinten damit selbst die Verwertbarkeit 

der von ihnen angegebenen Restarbeitsfähigkeit. Realistischerweise sei somit selbst 

bei einer unzutreffenden Bejahung einer wesentlichen Resterwerbsfähigkeit davon 

auszugehen, dass ein allgemeiner Arbeitsmarkt dem ungelernten Beschwerdeführer 

angesichts seiner erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen keine 

leidensadaptierte Tätigkeit anbiete, was zu einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit und 

einem Anspruch auf eine volle Invalidenrente führe.

Schliesslich würde selbst dann ein Rentenanspruch bestehen, wenn 

unzutreffenderweise eine verwertbare Resterwerbsfähigkeit angenommen würde, gehe 

doch die Beschwerdegegnerin von einem zu niedrigen Valideneinkommen von Fr. 

56'369.-- aus. Noch in einer Aktennotiz vom 15. Juli 2008 sei sie selber von einem 

"letzten erzielten Verdienst" von Fr. 57'760.-- ausgegangen. Wie bereits im Einwand 

vom 15. April 2008 macht der Rechtsvertreter sodann einen Leidensabzug von 25 % 

geltend. Dabei seien auch die sozialen Gründe mitzuberücksichtigen (act. G 1).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung 

der Beschwerde. Es treffe nicht zu, dass das ZMB die analen Beschwerden des 

Beschwerdeführers (stundenlanges Pressen bei hartem Stuhl, bis zu 12-maliger 

Toilettengang am Tag) nicht ausreichend untersucht und gewürdigt habe. Es sei 

diesbezüglich ein chirurgisch-proktologisches Konsilium durchgeführt worden. In 

seinem Schreiben vom 11. September 2008 habe das ZMB schlüssig ausgeführt, dass 

die genannten Beschwerden nicht durch entsprechende Befunde hätten erhärtet 

werden können. Objektivierbar sei einzig die vom ZMB festgestellte anale Inkontinenz, 

welcher Gesichtspunkt bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung und der Beschreibung einer 

adaptierten Tätigkeit vom ZMB berücksichtigt worden sei. Insgesamt sei das 

Gutachten beweistauglich, weitere Abklärungen nicht nötig.

Im Weiteren treffe nicht zu, dass die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht 

verwertbar sei. Für ihn geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere 

Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und 

leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung.

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Da der Beschwerdeführer nicht mehr arbeite, sei das Invalideneinkommen an Hand der 

Tabellenlöhne zu ermitteln. Der entsprechende Wert für das Jahr 2005 (Männer, Niveau 

4) betrage Fr. 58'389.--. 75 % davon entsprächen Fr. 43'792.--; ein Leidensabzug sei 

nicht geschuldet, da die angenommene Arbeitsfähigkeit von 75 % die 

Gesundheitsschädigung in ausreichendem Ausmass berücksichtige. Das vom 

Beschwerdeführer zuletzt erzielte Valideneinkommen betrage Fr. 53'760.-- und liege 

rund 8 % unter dem Invalideneinkommen ohne Berücksichtigung der 

Arbeitsunfähigkeit. Da das Valideneinkommen somit weniger als 15 % unter dem 

ungekürzten Invalideneinkommen liege, sei gemäss Rechtsprechung auf eine Kürzung 

des Invalideneinkommens zu verzichten. Der Invaliditätsgrad betrage damit 19 % (act. 

G 5).

B.c Mit Replik vom 24. Februar 2009 hält der Beschwerdeführer an seinem Standpunkt 

fest. In Bezug auf die medizinische Abklärung wird nochmals die Notwendigkeit einer 

kardiologischen Abklärung sowie die unzureichende psychiatrische Abklärung betont. 

Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung sei entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 

nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer könne noch mittelschwere Tätigkeiten 

ausüben. Dies stehe im Widerspruch zu den Ausführungen der ZMB-Gutachter im 

Schreiben vom 11. September 2008. In Bezug auf die Berechnung des 

Invaliditätsgrades weist der Rechtsvertreter auf den Umstand hin, dass die 

Beschwerdegegnerin jeweils von unterschiedlichen Valideneinkommen ausgehe. 

Während sie in einer Aktennotiz vom 15. Juli 2008 von einem Valideneinkommen von 

Fr. 57'760.-- (vgl. act. G 5.1/66) und in einer Aktennotiz vom 2. April 2008 von einem 

solchen von Fr. 56'369.-- (vgl. act. G 5.1/45) ausgegangen sei, gehe sie in der 

Beschwerdeantwort von einem Valideneinkommen von Fr. 53'760.-- aus. Dies erwecke 

Zweifel an der Sorgfalt der Berechnung (act. G 9).

Zusätzlich reicht der Rechtsvertreter einen Bericht von Dr. med. I.___, 

Departementsleiter, Chefarzt Chirurgie, vom 20. Januar 2009 ein. Darin vertritt dieser 

die Ansicht, dass die Abklärungen, die zu einem Invaliditätsgrad von 25 % geführt 

hätten, mindestens drei Jahre zurück lägen. In der Zwischenzeit habe sich jedoch die 

Situation verschlechtert, weshalb eine 75 %ige Arbeitsfähigkeit auch in einer 

adaptierten Tätigkeit nicht erreichbar sei (act. G 9.1).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 11).

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B.e Mit Präsidialverfügung vom 11. Februar 2009 wurde dem Beschwerdeführer die 

unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 6). Am 23. Juli 2009 reicht der Rechtsvertreter 

eine Honorarnote über Fr. 3'245.20 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (act. G 

13).

Erwägungen:

1.   

1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin 

hat die angefochtene Verfügung am 20. November 2008, also unter der Geltung des 

Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in 

eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision und sogar vor Inkrafttreten der 4. IV-

Revision am 1. Januar 2004 zurück. Nachdem vorliegend die Gesundheitsprobleme 

des Beschwerdeführers im Jahr 2005 erneut aufflammten und er im selben Jahr seine 

Erwerbstätigkeit aufgab, die Anmeldung im Jahr 2006 und die wesentlichen 

Abklärungen im Jahr 2007 erfolgten, rechtfertigt es sich, im Folgenden die bis zum 

31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen zu zitieren. Für den danach bis 

zur Verfügung vom 20. November 2008 verwirklichten Sachverhalt ist auf das aktuelle 

materielle Recht abzustellen, wobei dieses in Bezug auf die 

Anspruchsvoraussetzungen keine Änderung erfahren hat.

1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) in der bis am 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung (heute: Art. 28 

Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch 

auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die 

Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und 

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nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre.

1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.   

2.1 Vorliegend moniert der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zunächst, der 

Sachverhalt sei in medizinischer Hinsicht nicht genügend abgeklärt. Namentlich wird 

ausgeführt, der von den Gutachtern als Möglichkeit erwähnte Koronarinfarkt sei nicht 

genügend abgeklärt worden. Demgegenüber ist mit der Beschwerdegegnerin 

festzustellen, dass die Gutachter in ihrem Zusatzschreiben vom 11. September 2008 

die erwähnte Möglichkeit eines Koronarinfarktes als ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit beschrieben hatten und die Empfehlung, das entsprechende 

Schmerzereignis hausärztlich abklären zu lassen, nur als Hilfe für die 

weiterbehandelnden Ärzte verstanden hatten (act. G 5.1/74.2). Dass dem möglichen 

Infarkt offenbar weder vom Beschwerdeführer noch von seinem Hausarzt weitere 

Bedeutung zugemessen worden war, ergibt sich daraus, dass der Beschwerdeführer 

anlässlich des Ereignisses (nach eigenen Angaben drei bis vier Wochen vor der ZMB-

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Begutachtung, wo der Beschwerdeführer das Ereignis gegenüber dem psychiatrischen 

Gutachter schilderte; vgl. act. G 5.1/37.30) nicht den Hausarzt aufsuchte, und auch die 

offenbar eine Woche nach der Begutachtung erfolgte hausärztliche Kontrolle keine 

diesbezüglichen Diagnosen oder Behandlungen zur Folge hatte. Ebenso wurden vom 

Rechtsvertreter keine diesbezüglichen Unterlagen eingereicht. Die internistische 

Untersuchung förderte bezüglich des Herzens ebenfalls nichts Auffälliges zu Tage (act. 

G 5.1/37.17). Insgesamt hat ein mögliches Infarktereignis keinen Niederschlag in den 

medizinischen Akten gefunden, so dass dieser Umstand nicht weiter abzuklären ist.

2.2 Weiter macht der Rechtsvertreter geltend, die psychiatrische Untersuchung habe 

nur eine halbe Stunde gedauert und sei damit zu kurz gewesen. Zwar mag die 

Erhebung der subjektiven Beschwerden durch den Untersucher tatsächlich etwas 

rudimentär ausgefallen sein. Indessen schilderte der Beschwerdeführer anlässlich 

dieser Untersuchung selber keine psychischen Beschwerden. Vielmehr klagte er nur 

über die Schmerzen im Rücken, im Knie und im Darm, wobei letzteres das Schlimmste 

sei. Sonstige Beschwerden klagte der Beschwerdeführer nicht (act. G 5.1/37.30). 

Psychische Beschwerden werden denn auch in den medizinischen Vorakten kaum 

erwähnt. Einzig im EU-Arztbericht (Formular E 213) vom 17. Mai 2006 notierte Dr. B.___ 

bei der Frage nach dem seelischen Zustand, der Beschwerdeführer sei deprimiert und 

habe gelegentlich eine depressive Grundstimmung (act. G 5.1/12.4). Abgesehen davon, 

dass Dr. B.___ ohne die ausdrückliche Formularfrage nach dem seelischen Zustand 

einen solchen wohl gar nicht erwähnt hätte, deutet der von ihm gewählte Beschrieb 

nicht zwingend auf einen Zustand mit Krankheitswert. Die ganze Krankengeschichte 

fusst auf den seit 1995 bestehenden und 1998 erstmals akut gewordenen 

Darmbeschwerden. Die Idee einer psychiatrischen Abklärung stammte denn auch nicht 

vom Beschwerdeführer selber, sondern vom RAD-Arzt, der eine solche in seiner 

Stellungnahme vom 1. September 2006 auf Grund der Schmerzproblematik als 

notwendig erachtete (act. G 5.1/22.1 f.). Insgesamt standen und stehen psychische 

Beschwerden nicht im Vordergrund, so dass der entsprechende psychiatrische Befund 

des Gutachters, der an larviert depressiven Symptomen nur einen gestörten Schlaf 

fand, nicht zu beanstanden ist.

2.3 Replicando macht der Rechtsvertreter unter Berufung auf ein Schreiben von Dr. 

I.___ vom 20. Januar 2009 geltend, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

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habe sich seit der Begutachtung verschlechtert (vgl. oben Sachverhalt B.c). Dem ist 

jedoch entgegen zu halten, dass zum damaligen Zeitpunkt die gutachterliche 

Untersuchung keineswegs drei Jahre sondern erst gut ein Jahr zurücklag (November 

2007). Dr. I.___ führt denn auch nicht näher aus, inwiefern sich der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers seit der Begutachtung verschlechtert haben soll. In seinem 

Bericht vom 15. August 2008 - ebenfalls nach der Begutachtung - führte derselbe Arzt 

aus, der Beschwerdeführer habe aus der Hospitalisation im Spital Grabs vom 12. 

August 2008, anlässlich derer weitere Abklärungen betreffend die Schmerzproblematik 

getätigt worden waren, bei gebesserter Schmerzsymptomatik und Stuhlregulierung 

nach Hause entlassen werden können (act. G 5.1/70.2). Eine Verschlechterung seit 

Januar 2008 (Erstattung Gutachten) bis Verfügungserlass (20. November 2008) 

erscheint auf Grund der Anamnese denn auch nicht wahrscheinlich. Vielmehr besteht 

seit Sommer 1998, im Begutachtungszeitpunkt also seit fast zehn Jahren, ein mehr 

oder weniger unveränderter Gesundheitszustand. Mithin ist keine erneute 

proktologische - oder anderweitige - Begutachtung vorzunehmen. Vielmehr kann auch 

diesbezüglich auf das Gutachten abgestellt werden.

2.4 Im Weiteren bestreitet der Rechtsvertreter die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter von 75 % in einer adaptierten Tätigkeit. Mit dem Beschwerdeführer ist 

zunächst davon auszugehen, dass die von ihm gegenüber den untersuchenden Ärzten 

gemachten Äusserungen in Bezug auf Dauer und Häufigkeit der Stuhlgänge 

glaubwürdig sind. Diese wurden denn auch im Gutachten selbst in keiner Weise 

angezweifelt oder als aggravierend bezeichnet. Es erscheint somit als nicht 

gerechtfertigt, die Angaben des Beschwerdeführers im Nachhinein als rein subjektiv, 

mithin als nicht glaubhaft einzustufen. Selbst wenn man aber auf die Angaben des 

Beschwerdeführers, wonach er täglich mindestens drei Mal und gelegentlich bis zu 

zwölf Mal am Tag das WC aufsuchen und manchmal stundenlang pressen müsse (act. 

G 5.1/37.16 und 28), abstellt, erscheint die gutachterlich zugebilligte durchschnittliche 

WC-Pause von gut zwei Stunden während der Arbeitszeit (ausgehend von einer 

täglichen Arbeitszeit von 8,6 Stunden [vgl. act. G 5.1/10.2]) ohne weiteres als vereinbar 

mit den Angaben des Beschwerdeführers. Dabei ist nicht vom "Maximalbedarf" 

auszugehen (zwölf Mal "stundenlang", was mehr als 24 Stunden pro Tag ergäbe). Geht 

man davon aus, dass der Beschwerdeführer während der Arbeitszeit im Durchschnitt 

vier WC-Pausen à 30 Minuten einlegt, und weitere Toilettengänge vor und nach der 

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Arbeit möglich sind, erscheint dies vereinbar mit den Angaben des Beschwerdeführers. 

Die gutachterliche Schätzung der Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 25 % erscheint 

damit als plausibel. Ebenso wurde den weiteren Beeinträchtigungen des 

Beschwerdeführers Rechnung getragen, indem die zumutbare Arbeit als körperlich 

leicht, ohne Überkopf- und Überschultertätigkeiten, ohne regelmässige Rotationen und 

ohne fixierte Haltung der Hals- und Lendenwirbelsäule beschrieben wurde.

Zusammenfasssend ist das Gutachten in medizinischer Hinsicht nicht zu beanstanden. 

Ausserdem leuchten die Schlussfolgerungen in Bezug auf die geschätzte 

Restarbeitsfähigkeit ein, sodass darauf abzustellen ist.

2.5 In Bezug auf die Verwertbarkeit macht der Rechtsvertreter geltend, dass der 

allgemeine Arbeitsmarkt den Beschwerdeführer für die angeblich leidensadaptierte 

Tätigkeit bei realistischer Betrachtung nicht nachfragen würde. Die ZMB-Ärzte räumten 

selber ein, dass eine Tätigkeit, die für den Beschwerdeführer noch in Frage käme, nur 

bei höheren beruflichen Qualifikationen angeboten werde. Demgegenüber ist die 

Beschwerdegegnerin der Ansicht, dass dem Beschwerdeführer eine Reihe von 

Tätigkeiten wie leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie 

Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und 

Ersatzteilbewirtschaftung offen stünden.

Wie vorstehend erwähnt, darf die zumutbare Tätigkeit keine regelmässigen Arbeiten 

über Kopf- oder Schulterniveau sowie keine regelmässigen Rotationsbewegungen und 

keine fixierte Haltung von Halswirbel- und Lendenwirbelsäule umfassen. Wie der 

Beschwerdeführer zu Recht ausführt, kann er nur noch leichte Tätigkeiten ausüben, wie 

das ZMB in seinem Ergänzungsschreiben vom 11. September 2008 festhielt (act. G 

5.1/74.2). Die Annahme der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer könne auch 

mittelschwere Tätigkeiten ausüben, ist damit aktenwidrig. Ausserdem muss der 

Beschwerdeführer gemäss Gutachten die Möglichkeit haben, jederzeit eine Toilette 

aufsuchen zu können (act. G 5.1/37.35). Diese Aufzählung erscheint insofern nicht 

vollständig, als die Möglichkeit, duschen zu können, im Gutachten nicht mehr erwähnt 

wird. Demgegenüber ging ursprünglich der Hausarzt davon aus, dass in Folge der 

analen Inkontinenz und dem damit verbundenen Stuhlverlust auch die Möglichkeit, sich 

gegebenenfalls duschen zu können, vorhanden sein muss (act. G 5.1/11.4). Der RAD 

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übernahm diese Sichtweise zunächst und postulierte ebenfalls, es müssten eine 

Toilette und eine Duschgelegenheit in nächster Nähe zum Arbeitsplatz vorhanden sein 

(act. G 5.1/16.2). Erst im ZMB-Gutachten fiel das Anfordernis einer Duschmöglichkeit 

dahin, sodass auch der RAD dieses in seiner erneuten Beurteilung vom 14. Januar 

2008 nicht mehr aufnahm, in der Beurteilung vom 3. Juli 2008 aber wieder erwähnte 

(act. G 5.1/38, 5.1/63.2). Nachdem jedoch gemäss Gutachten als Hauptdiagnose unter 

anderem eine anale Inkontinenz besteht, und diese mit Einlagen wohl nur unzulänglich 

behandelt werden kann, erscheint naheliegend, dass gegebenenfalls eine 

Duschmöglichkeit zur Verfügung stehen muss. Dies selbst dann, wenn angenommen 

werden kann, dass die Wahrscheinlichkeit eines entsprechenden Vorfalls umso kleiner 

ist, je näher die Toiletten beim Arbeitsplatz sind.

Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann davon ausgegangen werden, 

dass alle system- oder maschinengebundenen Tätigkeiten für den Beschwerdeführer 

nicht geeignet sind, da hier die zu überwachende oder zu bedienende Anlage bzw. die 

auszuübende Tätigkeit in der Regel nicht einfach jederzeit - und unter Umständen für 

längere Zeit - verlassen werden kann. Dies betrifft namentlich die genannten - und in 

der Regel für männliche Hilfsarbeiter als verwertbar erachteten (vgl. Ulrich Meyer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., S. 326) - 

Maschinenbedienungs- und Kontrollfunktionen, wohl ebenso die Sortier-, Prüf- und 

Verpackungsarbeiten. Vielmehr ist der Beschwerdeführer auf eine Tätigkeit 

angewiesen, bei der er seine Arbeit selbst einteilen und gegebenenfalls jederzeit und 

auch für längere Zeit unterbrechen kann. Schliesslich sollte aus naheliegenden 

Gründen wohl auch der Arbeitsweg nicht allzu lang sein. Mithin sind die Anforderungen 

an eine zumutbare Tätigkeit deutlich höher zu setzen, als dies die Beschwerdegegnerin 

gestützt auf das ZMB-Gutachten getan hat.

Zwar sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten praxisgemäss keine 

übermässigen Anforderung zu stellen (Urteile 9C_744/2008 E. 3.2, 9C_236/2008 E. 4.2 

und I 349/01 E. 6.1). Vorliegend untersteht eine zumutbare Arbeitsstelle indessen derart 

vielfältigen Einschränkungen, dass mit dem Beschwerdeführer nicht ohne Weiteres von 

einer - gestützt auf den von der Beschwerdegegnerin angeführten Entscheid I 588/05 - 

gegebenen Verwertbarkeit der festgestellten Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden 

kann. Insbesondere stehen dem Beschwerdeführer die meisten der im genannten 

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Entscheid aufgeführten Tätigkeiten gerade nicht offen. Mithin lässt sich auf Grund der 

Aktenlage nicht abschliessend beurteilen, ob die dem Beschwerdeführer zumutbare 

Tätigkeit Gegenstand von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt bildet. Die 

Beschwerdegegnerin wird deshalb konkret abzuklären haben, welche Tätigkeiten die 

für den Beschwerdeführer relevanten Einschränkungen (körperlich leicht, keine 

Überschulterarbeiten, keine Zwangshaltungen, freie Zeiteinteilung) berücksichtigen und 

ob Arbeitsplätze mit den erforderlichen sanitären Einrichtungen (WC und Dusche 

jederzeit erreichbar) auf dem für den Beschwerdeführer in Frage kommenden 

Arbeitsmarkt realistischerweise in genügender Anzahl vorhanden sind. Sollte die 

Beschwerdegegnerin wiederum zum Schluss gelangen, dass die Restarbeitsfähigkeit 

grundsätzlich verwertbar ist, wären zudem allfällige Massnahmen zur 

Wiedereingliederung zu prüfen (gegebenenfalls mit Mahn- und Bedenkzeitverfahren), 

da der Beschwerdeführer mittlerweile seit rund fünf Jahren nicht mehr im 

Arbeitsprozess steht und von einem chronifizierten Leiden auszugehen ist (vgl. Ulrich 

Meyer, a.a.O., S. 327 f., mit Hinweis auf Urteil I 2/2006 E. 2.2).

2.6 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die 

angefochtene Verfügung vom 20. November 2008 aufzuheben. Die Streitsache ist 

sodann zur weiteren Abklärung der Verwertbarkeit der gutachterlich festgestellten 

Restarbeitsfähigkeit und zur neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.   

3.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.-- 

erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt 

praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat 

deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses 

bis

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festzulegen ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die vom 

Rechtsvertreter eingereichte Kostennote von Fr. 3'245.20 (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer; act. G 13) basiert auf dem gemäss Art. 31 Abs. 3 Anwaltsgesetz um 

20 % reduzierten Ansatz. Nachdem der Beschwerdeführer jedoch Anspruch auf eine 

ungekürzte Parteientschädigung hat, ist diese ermessensweise auf pauschal Fr. 

3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

20. November 2008 aufgehoben und die Streitsache zur weiteren Abklärung im Sinn 

der Erwägungen und anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.08.2010
	Art. 28 Abs. 1 aIVG. Invalidenrente. Beweiswert medizinisches Gutachten bejaht. Verwertbarkeit der gutachterlich festgestellten Restarbeitsfähigkeit nicht genügend abgeklärt. Rückweisung zur entsprechenden Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. August 2010, IV 2008/522).

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