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**Case Identifier:** e8f16e44-600d-5b45-ab50-30c92d5e3ef7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 30.03.2016 U 2015 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2015-104_2016-03-30.pdf

## Full Text

Mitgeteilt am

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 15 104

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, Stecher 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 30. März 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Toller, 

Beschwerdeführer
gegen 

Gemeinde X._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peder Cathomen, 

Beschwerdegegnerin 1
und

B._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel, 

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

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1. Die Gemeinde X._____ schrieb den Auftrag für den Betrieb der Deponie 

"C._____" in Y._____ im kantonalen Amtsblatt aus. Als Verfahrensart 

wurde das offene Verfahren bestimmt, die Eingabefrist wurde auf den 14. 

September 2015 festgelegt. Das Deponievolumen wurde mit ca. 65'000 

m3 angegeben. Bei der Deponie "C._____" handelt es sich um eine Inert-

stoffdeponie für ausschliesslich unverschmutztes Aushub-, Abraum- und 

Ausbruchmaterial. Der Auftrag beinhaltet gemäss Ausschreibung "im We-

sentlichen die Kontrolle des angelieferten Materials, Mengenerfassung 

des angelieferten Materials, das Führen eines Betriebsjournals und Be-

treuung der Deponie, den Einbau des angelieferten Materials sowie den 

Unterhalt des Deponieareals". 

Die Zuschlagskriterien und deren Gewichtung wurden wie folgt definiert:

- Preis 60% (max. 600 Punkte)
- Technischer Bericht 40% (max. 400 Punkte)
(Konzept Mengenerfassung und –kontrolle, Arbeitsabläufe, 
Einhaltung der Vorgaben, Machbarkeit)

2. Innert Frist gingen sechs gültige Offerten ein. In der Offertbewertung er-

hielt die B._____ AG 810 Punkte (Preis: 475 Punkte; Technischer Bericht: 

335 Punkte) und die A._____ AG 780 Punkte (Preis: 560 Punkte; Techni-

scher Bericht: 220 Punkte). Gestützt auf dieses Ergebnis vergab die Ge-

meinde den Auftrag als wirtschaftlich günstigstes Angebot an die B._____ 

AG. Die Auftragsvergabe wurde den Anbietern am 29. Oktober 2015 mit-

geteilt. 

3. Dagegen erhob die A._____ AG (Beschwerdeführerin) am 9. November 

2015 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Ent-

scheids und die Vergabe des Auftrages an sie selber; eventuell sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vergabebehörde. Im 

Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin die Erteilung der aufschie-

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benden Wirkung. Der Zuschlagentscheid müsse bereits deshalb aufgeho-

ben werden, weil die Zuschlagsempfängerin nicht berechtigt sei, die Zu-

fahrt zur Deponieparzelle zu benutzen. Die Zuschlagsempfängerin gehe 

zudem fälschlicherweise von einer Kostentragungspflicht für die Auffors-

tung im Rahmen der Rekultivierung durch die Gemeinde aus. Im Weiteren 

habe die Vergabebehörde den Technischen Bericht der Beschwerdefüh-

rerin ungerechtfertigterweise in mehreren Punkten zu tief und denjenigen 

der Zuschlagsempfängerin zu hoch bewertet.

4. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 2015 beantragte die Vergabe-

behörde die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wer-

den könne. Wegen Mehrfachbewerbung und des Verdachts auf Preisab-

reden zwischen der Beschwerdeführerin als Anbieterin und als Subunter-

nehmerin in einem anderen Angebot könne die Beschwerdeführerin oh-

nehin nicht berücksichtigt werden, was zu einem Nichteintreten führe. Der 

allfällige Rechtsmangel bei der Zufahrt zur Deponie habe keinen Einfluss 

auf den Vergabeentscheid. Die Kosten für die Rekultivierung habe zudem 

klarerweise die Gemeinde zu tragen. Die Abzüge im Technischen Bericht 

bei der Beschwerdeführerin aufgrund des mangelhaften Detaillierungs-

grades seien gerechtfertigt; daran ändere auch nichts, dass die Gemein-

de die Beschwerdeführerin aus früheren Aufträgen kenne.

5. Die Zuschlagsempfängerin beantragte in ihrer Vernehmlassung ebenfalls 

vom 7. Dezember 2015 die Abweisung der Beschwerde, die Abweisung 

des Gesuchs um Gewährung der aufschiebenden Wirkung und die Ge-

währung der Akteneinsicht, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die Zugänglichkeit der Deponie sei 

nicht Gegenstand des Submissionsverfahrens; im Weiteren vermöge die 

Beschwerdeführerin nicht nachzuweisen, dass ihr Angebot gegenüber 

demjenigen der Zuschlagsempfängerin willkürlich oder rechtsungleich be-

handelt worden sei.

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6. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2015 legte der Instruktionsrichter den 

Umfang der Akteneinsicht fest. 

7. In ihrer Replik vom 13. Januar 2016 argumentiert die Beschwerdeführerin, 

dass aufgrund des fehlenden Zufahrtsrechts dem Angebot der Zuschlags-

empfängerin die Machbarkeit fehle bzw. der Vergabebehörde bis zur Ver-

fügbarkeit eines solchen Zufahrtsrechts erhebliche Kosten entstehen 

würden. Die Beschwerdeführerin sei korrekterweise davon ausgegangen, 

dass die Kultivierungskosten zu Lasten des Deponiebetreibers gehen 

würden; sie habe diesen Umstand in ihr Angebot eingerechnet und sei 

auch weiterhin bereit, diese Kosten zu übernehmen; ihr Angebot sei somit 

im Gegensatz zu demjenigen der Zuschlagsempfängerin vollständig und 

zudem preislich günstiger. Aufgrund der in der zweiten Jahreshälfte 2015 

durch die Beschwerdeführerin vorgenommene Einbautätigkeit auf der 

Deponie sei es zudem der Vergabebehörde ohne weiteres möglich gewe-

sen, einen objektiven Vergleich zwischen den Offerten vorzunehmen.

8. In ihren Dupliken vom 28. Januar 2016 bestätigen und vertiefen die Ver-

gabebehörde und die Zuschlagsempfängerin ihre Standpunkte.

9. Die Honorarnote des Rechtsvertreters der Zuschlagsempfängerin wird am 

4. Februar 2016 eingelegt. Am 11. Februar 2016 reicht der Rechtsvertre-

ter der Beschwerdeführerin eine Stellungnahme und eine Honorarnote 

ein. Der Schriftenwechsel wird mit dem Schreiben des Rechtsvertreters 

der Zuschlagsempfängerin vom 18. Februar 2016 abgeschlossen, in wel-

chem er die gegnerische Honorarnote beanstandet. 

10. Am 21. März 2016 reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine 

Bestätigung der Eigentümerin der Parzelle Nr. 4455 nach, aus der sich 

ergibt, dass diese der Beschwerdeführerin für den Fall der Zuschlagser-

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teilung ein Fuss- und Fahrwegrecht für die Zufahrt zur Deponie 'C._____' 

einräumt.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Vergabeentscheid vom 29. Oktober 

2015, worin die zuständige Gemeinde (Beschwerdegegnerin 1) die Auf-

tragsarbeiten betreffend den Betrieb der Deponie "C._____" auf Parzelle 

4472 an die als "wirtschaftlich günstigste" Anbieterin taxierte B._____ AG 

(Zuschlagsempfängerin; Beschwerdegegnerin 2) vergab und somit offen-

sichtlich nicht das "preisgünstigere" Angebot der A._____ AG (Beschwer-

deführerin) berücksichtigte. Die Beschwerdegegnerin 1 bewertete das 

Angebot der Beschwerdegegnerin 2 – nach der im Devis festgelegten 

Gewichtung von 60 % Preis (max. 600 Punkte) und 40 % Technischer Be-

richt (max. 400 Punkte) - mit total 810 Punkten, dasjenige der Beschwer-

deführerin mit insgesamt 780 Punkten. Während die Beschwerdeführerin 

beim Preis eine höhere Punktzahl von 560 Punkten (im Vergleich zu den 

475 Punkten der Beschwerdegegnerin 2) erzielt hatte, fiel ihr Angebot 

beim Kriterium "Technischer Bericht" mit 220 Punkten gegenüber jenem 

der Beschwerdegegnerin 2 mit 335 Punkten deutlich tiefer aus, was letzt-

lich die Differenz von 30 Punkten zu Gunsten der Beschwerdegegnerin 2 

(810 Punkte = 475 + 335) bzw. zu Ungunsten der Beschwerdeführerin 

(780 Punkte = 560 + 220) ergab. Beschwerdethema bildet dabei einzig 

die Auslegung und Anwendung des mit 40 % gewichteten Kriteriums 

"Technischer Bericht" (max. 400 Punkte erreichbar), da die Beschwerde-

führerin nur dort eine zu niedrige Bewertung ihres Angebots bzw. eine zu 

hohe Bewertung des Angebots der Beschwerdegegnerin 2 als "unge-

rechtfertigt" rügte. Mit dem Zuschlagskriterium des Preises (Gewichtung 

60 %) und der dort erzielten Punktezahl von 560 (Beschwerdeführerin) 

bzw. von 475 (Beschwerdegegnerin 2) konnten sich die Parteien hinge-

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gen einverstanden erklären, da sie sich in ihren Rechtsschriften zu die-

sem Kriterium nicht weiter äusserten. Im konkreten Fall ist daher einzig 

die Rechtmässigkeit und Vertretbarkeit der Interpretation des Zuschlags-

kriteriums "Technischer Bericht" (Gewichtung 40 %) und die gestützt dar-

auf – streitentscheidend - ermittelte Punktdifferenz von 30 Punkten zwi-

schen der Beschwerdeführerin (nur 220 Punkte bei Technischem Bericht 

[+ 560]) und der diesbezüglich klar besser taxierten Beschwerdegegnerin 

2 (335 Punkte [+ 475]) im Detail zu prüfen und verbindlich zu entscheiden.

2. Vorweg gilt es klarzustellen, dass auf den konkreten Fall unbestritten das 

kantonale Submissionsgesetz (SubG; BR 803.300) einschliesslich zu-

gehöriger Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) sowie ergänzend 

die Bestimmungen der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche 

Beschaffungswesen (IVöB; SR 172.056.5 [BR 803.510]) Anwendung fin-

den. Im einschlägigen Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) wird die Legitimation zur Erhebung einer Be-

schwerde vor Verwaltungsgericht wie folgt umschrieben: Zur Beschwerde 

legitimiert ist, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat […]. 

Gemäss Art. 25 Abs. 1 SubG kann gegen Verfügungen (Vergabeent-

scheide) des Auftraggebers (Vergabebehörde) beim Verwaltungsgericht 

Beschwerde erhoben werden. Als durch Beschwerde selbständig an-

fechtbare Verfügungen gelten insbesondere auch der Zuschlag (Verga-

beentscheid) und der Ausschluss vom Verfahren (Art. 25 Abs. 2 lit. c 

SubG). Beschwerden sind schriftlich und begründet innert zehn Tagen 

seit Eröffnung der Verfügung bzw. Mitteilung des Entscheids einzureichen 

(Art. 26 Abs. 1 SubG). Im Einzelfall ist erstellt, dass der angefochtene 

Vergabeentscheid vom 29. Oktober 2015 datiert und tags darauf (also am 

30. Oktober 2015) der Beschwerdeführerin zugestellt wurde. Die dagegen 

verfasste Beschwerdeschrift vom 9. November 2015 erfolgte demzufolge 

aber korrekt innert der 10-tägigen Anfechtungsfrist (Fristenlauf ab 31.10. 

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bis 9.11.2015) beim dafür örtlich, sachlich sowie auch funktionell zustän-

digen Verwaltungsgericht. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist daher materiell vollumfänglich (siehe zu der sich stellenden 

Rechtsfrage E.1) einzutreten. 

3. a) Was die Kognition (Überprüfungsbefugnis) des streitberufenen Gerichts 

betrifft, so ist dazu auf die ständige Rechtsprechung des Verwaltungsge-

richts zu verweisen, wonach Folgendes gilt: Die Überprüfung von Verfü-

gungen und Entscheiden im Submissionsverfahren gemäss Art. 27 SubG 

entspricht derjenigen nach Art. 51 VRG und ist somit auf Rechtsverlet-

zungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens 

sowie auf unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhaltes beschränkt. Das Verwaltungsgericht kann dagegen 

nicht sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Vergabeinstanz setzen, 

sondern es hat Lösungen der Gemeindeverwaltungen zu akzeptieren, die 

mit sachlichen Gründen vertretbar sind, selbst wenn eine andere Lösung 

als zweckmässiger erschiene. Im Besonderen bei Fragen technischer, 

technologischer, (bau)physikalischer und methodologischer Art sowie bei 

Eignungs- und Angebotsbewertungen ist die Kognition – wie bei Examina 

– praktisch auf Willkür begrenzt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden [VGU] U 12 29 vom 12. Juli 2012 E.2a mit Hinweis 

auf VGU U 07 25 vom 1. Juni 2007 E.3). Mit Blick auf ein graduell abge-

stuftes Bewertungs- und Punktesystem wird entsprechend verlangt, dass 

es sachlich haltbar ist und auf alle Anbieter/-Innen in gleicher Weise und 

nach gleichen Massstäben angewendet wird (VGU U 04 134 vom 11. Ja-

nuar 2005 E.2; Gleichheits-/Transparenzgebot; Diskriminierungsverbot).

b) In formeller Hinsicht gilt es zudem noch festzuhalten, dass die Vorbringen 

der Beschwerdegegnerin 1 insoweit von vornherein unbeachtlich sind, als 

sie erst im hängigen Beschwerdeverfahren vorbrachte, es liege eine un-

zulässige Mehrfachbewerbung der Beschwerdeführerin nach Art. 8 SubV 

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vor und es bestehe der Verdacht auf illegale Preisabsprachen im Sinne 

von Art. 22 lit. h SubG, was in beiden Fällen zwingend den Ausschluss 

der Beschwerdeführerin vom Wettbewerbsverfahren erforderlich machen 

würde. Dieser Sichtweise vermag sich das Gericht nicht anzuschliessen. 

Diese Themenbereiche hätte die Beschwerdegegnerin 1 vielmehr bereits 

selbst schon im Vergabeentscheid behandeln und entscheiden müssen. 

Sie hätte die von ihr nunmehr gerügten Mängel also fairerweise bereits im 

Vergabeverfahren thematisieren und klären müssen, um gegebenenfalls 

dort einen Ausschluss zu verfügen, nicht erst hinterher im Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens vor Verwaltungsgericht zu beantragen. Das streit-

berufene Gericht ist daher im Einklang mit der Rechtsprechung des Ver-

waltungsgerichts des Kantons Zürich (vgl. VB.2005.00286 E.2.5 in fine) 

aufgrund der geschilderten Verfahrenskonstellation zur Auffassung ge-

langt, dass sich die Beschwerdegegnerin 1 im jetzigen Beschwerdever-

fahren nun nicht mehr auf einen Ausschlussgrund berufen kann, weil sie 

sich nicht bereits im Rahmen des Submissionsverfahrens für einen Aus-

schluss nach Art. 22 SubG entschieden hat (vgl. PETER GALLI/ANDRÉ MO-

SER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungs-

rechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N 452; sowie VGU U 15 31 vom 3. Septem-

ber 2015 E.3c). In diesem Punkt sind die Einwände und Argumente der 

Beschwerdegegnerin 1 infolgedessen nicht zu beachten.

4. a) In materieller Hinsicht wird von der Beschwerdeführerin vorab das Fehlen 

einer Zufahrtsberechtigung zu Gunsten der Zuschlagsempfängerin bzw. 

der Beschwerdegegnerin 2 auf die Deponie auf Parzelle 4472 moniert. 

Dieser Rechtsmangel verunmögliche die Auftragsvergabe an die berück-

sichtigte Anbieterin. Zutreffend ist diesbezüglich, dass die Zufahrtsstrasse 

zur Deponie u.a. über die Parzelle 4445 – welche sich im Privateigentum 

einer Mitbieterin (4. Rangierte D. _____AG, Y._____) befindet – führt (vgl. 

Beilagen 20 der Beschwerdeführerin mit bestehendem Sammel-, Sortier- 

und Lagerplatz einschliesslich Zufahrt auf und über Parzelle 4445 ab 

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Bahnhofstrasse sowie Fortsetzung der Zufahrt über die Parzelle 4446 und 

anschliessender Strassenparzelle 4463 bis zur Betriebsdeponie auf Par-

zelle 4472). Die besagte Mitbieterin hatte am 9. November 2015 beim zu-

ständigen Bezirksgericht bereits ein Gesuch um Erlass eines gerichtlichen 

Verbots für das Führen von Fahrzeugen aller Art auf ihrer Parzelle 4445 

eingereicht, wonach nur Dienstbarkeitsberechtigte im Rahmen ihrer Be-

fugnisse (als Mieter/Pächter, Kunden, Lieferanten/Zulieferer) zur Nutzung 

der Zufahrt berechtigt sein sollten (vgl. Beilage 22 der Beschwerdeführe-

rin). Das Bezirksgericht K._____ hiess das Gesuch am 17. November 

2015 gut (vgl. nicht nummerierte Beilage der Beschwerdeführerin). Gegen 

dieses gerichtliche Fahrverbot auf Parzelle 4445 für Unbefugte erhob zu-

mindest die Beschwerdegegnerin 2 frist- und formgerecht Einsprache (zur 

Erschliessungssituation: Beilage 1 [Ortsplanung mit Generellem Erschlies-

sungsplan 1:2000 vom 19. Januar/12. Juli 1982] und Beilagen 2-5 [Geo-

portal mit farblich illustrierten Parzellennummern und Zufahrtsstrecke] der 

Beschwerdegegnerin 1 einschliesslich Beilage 4 der Beschwerdegegnerin 

2 mit "gelb" markierten Zufahrtsstrassen). 

b) Die Beschwerdeführerin ist nun der Ansicht, dass das Bestehen einer Zu-

fahrt zur Deponie eine Grundvoraussetzung für die Realisierung des De-

ponieprojekts darstellt. Weil die Zuschlagsempfängerin (Beschwerdegeg-

nerin 2) über keine Zufahrtsberechtigung verfüge, erfülle sie auch das Kri-

terium der 'Machbarkeit' nicht (vgl. im Sachverhalt Ziff. 1; Technischer Be-

richt mit konkreten Zusätzen/Präzisierungen). Dementsprechend hätte der 

Beschwerdegegnerin 2 der Auftragszuschlag nicht erteilt werden dürfen. 

Überdies würden der Beschwerdegegnerin 1 im Zuge eines Erwerbs der 

Zugangsberechtigung so oder anders Kosten entstehen, welche ihr (der 

Beschwerdeführerin) nicht erwachsen würden, wenn sie den Zuschlag er-

hielte, da eine ihr nahestehende Drittfirma (Muttergesellschaft) Pächterin 

eines Teils der Parzelle 4445 sei und die Beschwerdeführerin daher – im 

Gegensatz zur Beschwerdegegnerin 2 – bereits jetzt zufahrtsberechtigt 

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sei. Dieser Vorteil hätte bei der Bewertung des Angebots der Beschwer-

degegnerin 2 ebenfalls berücksichtigt werden müssen, was sich punk-

temässig in der Bewertungsmatrix wiederum zu Gunsten der Beschwer-

deführerin ausgewirkt hätte. Oder mit anderen Worten: Die Bewertung des 

Kriteriums 'Technischer Bericht' sei bei der Beschwerdegegnerin 2 mit 

335 Punkten zu hoch bzw. bei der Beschwerdeführerin mit 220 Punkten 

zu tief erfolgt (vgl. dazu Bewertungsmatrix: Beilage 9 der Beschwerdefüh-

rerin bzw. Beilage 19 der Beschwerdegegnerin 1). 

Die Beschwerdegegnerin 1 bringt diesbezüglich vor, dass nach den Aus-

schreibungsunterlagen von den Anbietern/-Innen kein Durchgangsrecht 

oder eine Zufahrtsbewilligung zur Deponie nachzuweisen gewesen sei; es 

sei vielmehr ihre Sache und Verantwortung, dem jeweiligen Betreiber und 

der künftigen Kundschaft der Deponie die Zufahrt rechtlich abzusichern. 

Submissionsrechtlich könne die Beschwerdeführerin aus ihrer bereits be-

stehenden Zufahrtsberechtigung (Befahrbarkeit der Parzelle 4445) nichts 

zu ihren Gunsten herleiten. Der Beschwerdegegnerin 1 bliebe dazu nichts 

anderes übrig, als die Beschwerdegegnerin 2 um eine Verlängerung der 

Gültigkeitsdauer ihres Angebots bis zur Regelung der Zufahrtsverhältnis-

se zu bitten; stimme diese zu, könne der Vertrag abgeschlossen werden. 

Ein Zuschlag an die Beschwerdeführerin komme dagegen nicht in Frage, 

denn wenn das wirtschaftlich günstigste Angebot mangels Zufahrtsrecht 

nicht zum Zuge kommen könnte, wäre die Ausschreibung von Anfang an 

mangelhaft, was zu einem Abbruch des Verfahrens führen würde/müsste.

Auch die Beschwerdegegnerin 2 sieht in ihren Eingaben keinen submissi-

onsrechtlichen Zusammenhang zwischen der Zufahrtsberechtigung und 

der Auftragsvergabe. So sei die jetzt strittige Zufahrt in der Ausschreibung 

weder als Eignungs- noch als Zuschlagskriterium definiert worden. Die 

Deponiezufahrt sei deshalb auch keine Frage der 'Machbarkeit', welche 

im Rahmen des Technischen Berichts zu bewerten gewesen wäre. Die al-

lenfalls bei der Zufahrtsregelung entstehenden Kosten würden ausserdem 

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nicht auf die Arbeitsvergabe entfallen, sondern auf die öffentlich-rechtliche 

Sicherungspflicht von Strassenverbindungen, welche den Gemeinden aus 

deren genereller Erschliessungspflicht erwachse. Im Übrigen sei sie (als 

Zuschlagsempfängerin) bereit, ihr Angebot zu verlängern, sobald und so-

weit dies notwendig werde bzw. vertragstechnisch erforderlich sein sollte.

c) Ausgangspunkt für die Beurteilung einer Rechtspflicht für die Bereitstel-

lung und Benutzbarkeit einer Zufahrt zur Deponie auf Parzelle 4472 müs-

sen die Ausschreibungsunterlagen des konkreten Wettbewerbsverfahrens 

sein. Vorliegend sollte ein Angebot für den 'Betrieb' einer namentlich ge-

nannten Deponie eingereicht werden (vgl. Beilage 6 der Beschwerdefüh-

rerin bzw. Beilage 10 der Beschwerdegegnerin 1) und in der Mitteilung 

der Auftragsvergabe vom 29. Oktober 2015 ist ebenfalls ausschliesslich 

vom 'Betrieb' der besagten Deponie mit einem (Wiederauffüll-) Volumen 

von ca. 65'000 m3 die Rede (vgl. Beilage 1 der Beschwerdeführerin, Bei-

lage 21 der Beschwerdegegnerin 1 und Beilage 2 der Beschwerdegegne-

rin 2). Der von der Beschwerdeführerin gerügte Erschliessungsmangel ist 

damit aber submissionsrechtlich ohne Bedeutung, weil die Zufahrt nicht 

Gegenstand der Ausschreibung war. Die fehlende Zugangsberechtigung 

kann daher auch nicht in den Verantwortungsbereich der Anbieter/-Innen 

bzw. der Beschwerdegegnerin 2 fallen. Auch was die allenfalls dadurch 

verursachten (Mehr-) Kosten betrifft, so sind diese losgelöst vom Verga-

beverfahren zu betrachten; sie ergeben sich unabhängig davon aus der 

Erschliessungspflicht der Gemeinde bzw. hier der Beschwerdegegnerin 1. 

Nach Art. 45 Abs. 1 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für 

den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) sind die Gemeinden u.a. 

auch für den Erlass des Generellen Erschliessungsplans (GEP) zuständig, 

worin in den Grundzügen die Verkehrs-, Versorgungs- und Entsorgungs-

anlagen zur Erschliessung der Bauzonen und anderer Nutzungszonen 

festzulegen ist. Zu Letzteren zählen natürlich auch Deponien und ehema-

lige Kiesgruben. Die Gemeinden haben also im Rahmen ihrer Zuständig-

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keit auch für die Grund-, Grob- und Feinerschliessung ihres Gebietes zu 

sorgen. Diese Erschliessungspflicht kann besonders im Zuge einer ent-

sprechenden Quartierplanung (Art. 51 ff. KRG) durchgeführt werden. Mit 

der Rüge der nicht existierenden Zufahrtsberechtigung zu Lasten der Be-

schwerdegegnerin 2 dringt die Beschwerdeführerin folglich nicht durch, da 

die Bereinigung dieses tatsächlich noch rechtlich ungelösten 'Teilaspek-

tes' nicht der ausschreibungskonform offerierenden Zuschlagsempfänge-

rin zum Nachteil gereichen darf. Für diese Problemlösung ist hier einzig 

und allein die Auftraggeberin bzw. die Beschwerdegegnerin 1 zuständig, 

wobei dieselbe nachweislich bereits die Durchführung eines entsprechen-

den Quartierplanverfahrens zur Regelung der künftigen Zufahrtsgewähr-

leistung in Angriff genommen hat. An dieser Sach- und Rechtslage ändert 

nichts, dass die Beschwerdeführerin am 21. März 2016 noch eine ent-

sprechende Bestätigung der Eigentümerin der Parzelle 4455 nachreichte, 

worin ihr für den Fall der Zuschlagserteilung ein Fuss- und Fahrwegrecht 

für die Zufahrt zur Deponie eingeräumt wurde (vgl. im Sachverhalt Ziff. 

10), da diese nachgereichte Zusicherung offensichtlich keinen Einfluss 

mehr auf die Preisgestaltung der Beschwerdeführerin gehabt haben konn-

te, indem sie z.B. noch günstiger hätte offerieren können. Der erwähnte 

Nachtrag konnte daher auch keine Auswirkungen auf das hier zu beurtei-

lende Vergabeverfahren haben.

5. a) Zur Übernahmepflicht der Kosten für die Aufforstung im Rahmen der Re-

kultivierung der ehemals als Kiesgrube genutzten Parzelle 4472 (vgl. Bei-

lagen 5 [Genereller Gestaltungsplan der Kiesgrube mit Einbauphasen I 

und II] samt Abbild der Endgestaltung, 11 [Situationsplan mit Längen- und 

Querprofilen der Kiesgrube] und 12 [Foto der Kiesgrube mit Abbruchstel-

len inkl. Einbaugebiet/Grubenauffüllung samt Terrain Wiederaufforstung] 

der Beschwerdeführerin sowie Beilage 13 [Dossierfoto Wiederauffüllung 

Kiesgrube] der Beschwerdegegnerin 1), gilt es zunächst wiederum auf die 

Ausschreibungsunterlagen hinzuweisen, worin bestimmt wurde: Die Ge-

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meinde kann eine geeignete Sicherheit (zweckgebundenes Depositum) 

für die finanziellen Mittel verlangen, welche für die Rekultivierung erfor-

derlich sind (Art. 43 Baugesetz Y.____: vgl. Beilage 6 [S. 2 unten] der Be-

schwerdeführerin bzw. identische Beilage 10 der Beschwerdegegnerin 1).

b) Die Beschwerdeführerin argumentiert hierzu, dass sie im Gegensatz zur 

Zuschlagsempfängerin in ihrem Angebot die Kosten für die Aufforstung im 

Rahmen der Rekultivierung einkalkuliert habe. Sie sei auch bereit, diese 

Kosten zu tragen. Damit sei ihr Angebot preislich günstiger als dasjenige 

der Zuschlagsempfängerin. Die Verpflichtung, dass die Rekultivierungs-

kosten durch den Deponiebetreiber zu tragen seien, ergebe sich aus Art. 

11 Abs. 3 des Betriebsreglements (vgl. Beilage 18 der Beschwerdeführe-

rin) und der Anordnung eines Depositums durch die Vergabebehörde. 

Die Beschwerdegegnerin 1 hält demgegenüber fest, dass das Depositum 

von Fr. 0.50 pro m3 eingebauten Materials zurückerstattet würde, sobald 

der Deponiebetreiber die Arbeiten ausgeführt habe. Sollte der Deponiebe-

treiber die Rekultivierung der Beschwerdegegnerin 1 überlassen, fiele das 

Depositum an diese. Die Kosten der Bepflanzung trage somit so oder an-

ders die Beschwerdegegnerin 1, weshalb die Angebote auch vergleichbar 

blieben. Bereits bei der forstrechtlichen Bewilligung für den Aushub der 

Deponie habe sie sich verpflichten müssen, Fr. 15'000.-- pro Jahr in ihr 

Budget aufzunehmen, um die Bepflanzungsarbeiten zu finanzieren. 

Nach Ansicht der Beschwerdegegnerin 2 haben beide Anbieterinnen die 

Kosten für die Aufforstung in ihr Angebot eingerechnet. Während die Be-

schwerdeführerin ihr Angebot so kalkuliert habe, dass sie die Fr. 0.50 pro 

m3 nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückerhalte, sei sie (Zuschlags-

empfängerin) davon ausgegangen, dass dieser Betrag zur Äufnung eines 

sogenannten Forstdepositums bereitgestellt würde, wie es in anderen 

Gemeinden üblich sei und von Deponiebetreibern häufig verlangt würde. 

Indem das Depositum zweckgebunden für die spätere Aufforstung hinter-

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legt werde, könne die Finanzierung der Aufforstung sichergestellt werden. 

So oder anders seien die Kosten in den Angeboten gleichermassen ent-

halten, weshalb die Vergleichbarkeit gegeben sei.

c) Das streitberufene Gericht ist diesbezüglich in Würdigung der als ge-

gensätzlich bezeichneten Parteistandpunkte zur Überzeugung gelangt, 

dass es begrifflich zunächst zwischen Rekultivierung und Renaturierung 

zu unterscheiden gilt. Die Rekultivierung betrifft u.a. die Wiederherstellung 

des Geländeverlaufs und die Bachkorrektur. Der einschlägige Art. 11 Abs. 

3 des von der Beschwerdeführerin erwähnten Betriebsreglements hält 

fest: "Nach Abschluss der Auffüllung einer Deponieetappe ist diese um-

gehend zu rekultivieren". Diese umweltrechtlichen Verrichtungen sind 

somit Bestandteil der ausgeschriebenen Arbeiten und wurden unbestritte-

nermassen sowohl von der Beschwerdeführerin als auch der Beschwer-

degegnerin 2 offeriert. Bei der Renaturierung geht es dagegen im We-

sentlichen um die Aufforstung. Während die Beschwerdeführerin aber of-

fensichtlich davon ausging, dass der Deponiebetreiber auch für die Auf-

forstung zuständig ist und nach erfolgreichem Abschluss der Renaturie-

rung das Depositum wieder zurückerhalten würde, ging die Beschwerde-

gegnerin 2 davon aus, dass die Abgabe von Fr. 0.50 pro m3 zur Äufnung 

eines 'Forstdepositums' dienen würde, das dann von der Gemeinde 

zweckgebunden zur Aufforstung verwendet würde. Dem Verwaltungsge-

richt erscheint die zweite Auffassung mit dem Depositum zwecks Sicher-

stellung der Finanzierung der Aufforstung plausibler und praktikabler. 

Diese Würdigung wird zudem noch durch die Formulierung im Vertrags-

entwurf über den betreffenden Deponiebetrieb (s. Beilage 26 der Be-

schwerdeführerin), welcher ebenfalls Teil der Ausschreibungsunterlagen 

war, gestützt. Darin wurde unmissverständlich bestimmt: "Der Betreiber 

hat die Gemeinde zur Sicherstellung der finanziellen Mittel für die Rekulti-

vierung Fr. 0.50/m3 angeliefertes (loses) Material zu entrichten (Deposi-

tum)." Dieses Betriebskonzept macht insbesondere auch unter dem Ge-

- 15 -

sichtspunkt der 'Nachhaltigkeit' Sinn, weil eine Aufforstung erfahrungs-

gemäss eine langfristige Koordination mit den kantonalen und kommuna-

len Fachstellen bedingt. Dazu ist die Beschwerdegegnerin 1 gewiss bes-

ser geeignet als eine private Deponiebetreiberin, deren Auftragsverhältnis 

mit der Auffüllung der Deponie und der Geländegestaltung gemäss Vor-

gaben beendet ist. Letztlich spielt es aber ohnehin keine Rolle, welche 

Auffassung zutreffend ist, weil im Ergebnis beide Offerten den Vorgang 

preislich abbilden: So ist die Beschwerdeführerin davon ausgegangen, 

dass sie die Renaturierung veranlasst und anschliessend das als Sicher-

heit hinterlegte Depositum zurückerstattet erhält, während die Beschwer-

degegnerin 2 die Abgabe zuhanden der Beschwerdegegnerin 1 zweckge-

bunden für die Aufforstung hinterlegen wollte, die dann durch diese vor-

genommen würde. Beide strittigen Angebote wurden aber den Ausschrei-

bungsunterlagen entsprechend eingereicht, weshalb ihre offerierten Prei-

se durchaus vergleichbar sind, zumal sie auf der gleichen Basis erstellt 

wurden. Unterschiedlich ist einzig die interne Kalkulation dieser beiden 

Anbieter/-Innen ausgefallen, was für den Zuschlagsentscheid aber irrele-

vant ist. 

6. a) In den Ausschreibungsunterlagen wurden als massgebliche Zuschlagskri-

terien einerseits der offerierte Preis mit Gewichtung 60 % (entspricht max. 

600 Punkten; hier allseits unbestritten) und anderseits die Einreichung ei-

nes Technischen Berichts mit Gewichtung 40% (max. 400 Punkte; strittig) 

angeführt, wobei erläuternd und präzisierend noch folgende Zusätze zum 

Inhalt des geforderten Berichts beigefügt wurden: Konzept Mengenerfas-

sung und –kontrolle, Arbeitsabläufe, Einhaltung der Vorgaben und Mach-

barkeit. Wie der submissionsrechtlich angewandten Bewertungsmatrix der 

Beschwerdegegnerin 1 entnommen werden kann, wurde das Zuschlags-

kriterium 'Technischer Bericht' bei der Bewertung allerdings in folgende 

drei Teilbereiche aufgeschlüsselt: 1. Konzept Mengenerfassung/Kontrolle 

(mit Gewichtung 10 %); 2. Deponieinstallation/Einbauvorgang (15 %) und 

- 16 -

3. Arbeitsabläufe/Betrieb/Überwachung (15 %), womit die Gesamtgewich-

tung für den Technischen Bericht von 40 % (10 % + 15 % + 15 %) - unter-

teilt in drei verschiedene Funktionsbereiche – zumindest rechnerisch ein-

gehalten und somit ausschreibungskonform respektiert wurde (vgl. Beila-

ge 9 der Beschwerdeführerin bzw. Beilage 19 der Beschwerdegegnerin 1). 

b) Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang nun, dass die in 

der Beurteilungsmatrix effektiv verwendeten Zuschlagskriterien (s. die drei 

Teilbereiche in E.6a) nicht mit denjenigen in der Ausschreibung überein-

stimmen würden (Sachverhalt Ziff. 1; Vorgaben an 'Technischen Bericht'), 

weshalb der Zuschlagsentscheid insofern gewiss nicht rechtens sei.    

Während die Beschwerdegegnerin 1 nicht von Unterkriterien spricht, son-

dern von Entscheidungshilfen, welche das Zuschlagskriterium 'Machbar-

keit' erst fass- und anwendbar machten, sieht die Beschwerdegegnerin 2 

darin bloss zulässige Unter- und Teilkriterien als methodisches Hilfsmittel 

zur Bewertung der eingereichten Angebote, welche vorgängig weder be-

kannt gegeben noch in ihrer Bedeutung aufgelistet werden müssten; die 

effektiv angewandten Unter- und Teilkriterien müssten sich einzig einem 

in den Ausschreibungsunterlagen aufgeführten Zuschlagskriterium zuord-

nen lassen, was hier ohne weiteres der Fall (möglich und zumutbar) sei.

c) Nach geltender Rechtsprechung des streitberufenen Verwaltungsgerichts 

sind Unter- und Teilkriterien in einem Submissionsverfahren als methodi-

sche Hilfsmittel zur Bewertung der eingereichten Angebote grundsätzlich 

zulässig und müssen vorher weder bekannt gegeben noch in ihrer Bedeu-

tung aufgelistet werden. Die einzelnen Kriterien müssen sich aber einem 

in den Ausschreibungsunterlagen aufgeführten Zuschlagskriterium zuord-

nen lassen; es dürfen also nicht nachträglich neue Zuschlagskriterien ge-

schaffen und angewandt werden, sondern die Vergabebehörde ist viel-

mehr an ihre rechtzeitig, offen und transparent im Devis bekannt gegebe-

nen Vergabekriterien gebunden (vgl. VGU U 13 68 vom 22. Oktober 2013 

- 17 -

E.4d mit Hinweis auf VGU U 00 129 vom 2. Februar 2001 E.4b). Im kon-

kreten Fall vermag das Gericht keine Probleme bei der Subsumption der 

drei effektiv angewandten Teilkriterien (s. E.6a) unter das Hauptkriterium 

'Technischer Bericht' einschliesslich ergänzender Inhaltsvorgaben laut 

Ausschreibung (s. im Sachverhalt Ziff. 1) zu erkennen. Die gewählten drei 

Teilbereiche geben sachdienlich und praxisnah Auskunft darüber, welche 

inhaltlichen Vorgaben für die konkrete Ausgestaltung und Beurteilung des 

einzureichenden 'Technischen Berichts' innerbetrieblich von Nutzen sein 

würden und dementsprechend für eine möglichst optimale und friktionslo-

se Auftragserfüllung sorgen werden. Der Oberbegriff 'Technischer Bericht' 

durfte demzufolge ohne weiteres in die Teilaspekte (1) Konzept/Kontrolle, 

(2) Installationen/Einbauvorgang und (3) Arbeitsabläufe/Überwachung un-

terteilt und graduell angemessen in Prozentanteile (10/15/15 % statt 40 %) 

gegliedert werden. Hinzu kommt noch, dass die 10- bzw. 15%ige Gewich-

tung aller drei Teilbereiche in keiner Konstellation eine Verschiebung von 

mindestens 30 Differenzpunkten oder mehr zu Gunsten der Beschwerde-

führerin ergeben hätte. Nebst der vorliegend tatsächlich vorgenommenen 

Gewichtung (10/15/15 %) wären noch die Varianten (15/15/10 %), (15/10/ 

15 %) oder ausserhalb dieses Schemas sogar (z.B. 20/10/10 % als für die 

Beschwerdeführerin vorteilhafteste Variante) denkbar gewesen. Bei sämt-

lichen Konstellationen hätte das Angebot der Beschwerdegegnerin 2 aber 

stets noch eine höhere Gesamtpunktzahl als das Angebot der Beschwer-

deführerin erreicht, was nachfolgend rechnerisch kurz demonstriert wird:

Zuschlagskriterium: 'Technischer Bericht' (Gewichtung 40 %; max.400 Pt.)

Gewählte Variante: Beschwerdegegnerin 2 Beschwerdeführerin 
10/15/15 %   80 + 135 + 120 Punkte   70 + 75 + 75 Punkte
Gesamtpunktzahl: 335 + 475 [Preis] = 810 220 + 560 [Preis] = 780

Alternativvariante 1:
15/15/10 % 120 + 135 + 80 Punkte 105 +   75 + 50 Punkte
Totalpunktzahl: 335 + 475 [Preis] = 810 230 + 560 [Preis] = 790

Alternativvariante 2:
15/10/15 % 120 +   90 + 120 Punkte 105 +   50 + 75 Punkte

- 18 -

Totalpunktzahl: 330 + 475 [Preis] = 805 230 + 560 [Preis] = 790

Neue Zusatzvariante:
20/10/10 % 160 +   90 + 80 Punkte 140 +   50 + 80 Punkte
Totalpunktzahl: 330 + 475 [Preis] = 805 240 + 560 [Preis] = 800

Selbst in der für die Beschwerdeführerin günstigsten Zusatzvariante hätte 

die Beschwerdegegnerin 2 noch ein um 5 Differenzpunkte höheres und 

damit wirtschaftlich besseres Gesamtresultat erzielt, was belegt, dass die 

Beschwerdegegnerin 1 auch diesbezüglich zu Recht den angefochtenen 

Auftragszuschlag an die Beschwerdegegnerin 2 erteilt hat. Der Vollstän-

digkeit halben sei noch erwähnt, dass mit dem Unterkriterium der 'Mach-

barkeit' in den Ausschreibungsunterlagen einzig und allein die Umsetzung 

des vorgeschlagenen Deponiebetriebskonzepts im Rahmen der präzisie-

renden/erläuternden Vorgaben gemeint war. Entgegen der Interpretation 

und Behauptung der Beschwerdeführerin war die Sicherstellung der Zu-

fahrt zur Deponie aber gerade nicht Teil dieses Unter-/Hilfskriteriums. 

7. a) Zum erforderlichen Detaillierungsgrad der einzureichenden Submissions-

angebote ist abermals von den Ausschreibungsunterlagen auszugehen, 

wonach den Eingaben folgende Dokumentation beizulegen war: "Techni-

scher Bericht mit Angaben über das vorgesehene Konzept der Mengener-

fassung und –kontrolle, die Arbeitsabläufe, den Einbauvorgang und die 

Führung des Betriebsjournals sowie ggf. weitere relevante Angaben über 

den Betrieb der Deponie". Die Parteien sind bezüglich der Erfüllung dieser 

Leistungsvorgaben ebenso zu diametral gegenteiligen Schlüssen gelangt.

b) Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, dass die Beschwerdegegnerin 1 

an den Detaillierungsgrad des von ihr eingereichten Technischen Berichts 

zum Nachweis ihrer Eignung nicht denselben Massstab wie bei den übri-

gen Anbietern/Innen ansetzen durfte, weil die Vergabebehörde die zuvor 

als Subunternehmerin aufgetretene Muttergesellschaft (E._____AG) und 

- 19 -

damit eben auch die Beschwerdeführerin (als deren Tochtergesellschaft) 

schon aus dem laufendem Deponiebetrieb gut kenne (vgl. dazu Beilage 

13 [Vergleich in pendenter Beschwerdeangelegenheit U 14 90 zwischen 

besagter Muttergesellschaft und Beschwerdegegnerin 1] und Beilage 14 

der Beschwerdeführerin [Vertrag mit befristeter Gültigkeit bis 1. November 

2015 zwischen denselben Parteien]).

Die Beschwerdegegnerinnen sind demgegenüber übereinstimmend der 

Meinung, dass die Beschwerdeführerin für sich selbst aus früheren Auf-

trägen an eine ihr nahestehende Partner-/Drittfirma keine Sonderstellung 

ableiten könne. Den Nachweis, den ausgeschriebenen Auftrag korrekt er-

füllen zu können, hätten sämtliche Anbieter/-Innen gleichermassen zu er-

bringen. Dementsprechend habe die Einreichung eines nur unvollständig 

bzw. lediglich lückenhaft und viel zu rudimentär abgefassten 'Technischen 

Berichts' eben zu einschneidenden Punkteabzügen geführt.

c) Das streitberufene Gericht hat dazu festgestellt, dass sich der Technische 

Bericht der Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf die Darstellung des 

vorbestehenden Sammel- und Sortierplatzes auf Parzelle 4445 (Eigentum 

der Mitbieterin und 4. Rangierten D._____AG) konzentriert hat und wie 

von dort aus gleichzeitig auch noch die Deponie auf Parzelle 4472 betrie-

ben werden könnte. Es finden sich im offerierten 'Technischen Bericht' 

der Beschwerdeführerin aber keine Angaben darüber, wie sie die Deponie 

konkret betreibt, überwacht, vor unbefugtem Zutritt und unbefugten Mate-

rialablagerungen sichert, wie die Auflagen eingehalten und der Betrieb auf 

der Deponie organisiert werden sollte. Auffallend ist zudem, dass viele 

der vorhandenen Angaben und Leistungsvorgaben im Konjunktiv ("würde/ 

wäre/könnte") gehalten sind, was die Verbindlichkeit des Angebots erheb-

lich in Frage stellt. Im Gegensatz dazu ist die Offerte der Beschwerde-

gegnerin 2 präzise, aussagekräftig und vollständig abgefasst. So wird u.a. 

dargelegt, welche Maschinen zum Einsatz kommen, wie der Einbauvor-

- 20 -

gang abläuft und kontrolliert wird (GPS-Scan), welche Anlagen auf der 

Deponie installiert werden, wie die Zu- und Wegfahrt geplant wird, wie die 

Korrektur des Bachverlaufs vorgenommen wird, wie das Betriebsjournal 

geführt und wie die Eingangskontrolle und Datenerfassung erfolgt. Ferner 

enthält der Technische Bericht der Beschwerdegegnerin 2 Angaben über 

die jährliche Berichterstattung und die Überwachung und Sicherung des 

Deponieareals. Viele dieser Angaben werden zudem zusätzlich erläutert 

und planerisch dargestellt, sodass sich die Beschwerdegegnerin 1 darü-

ber ein klares Bild verschaffen kann. Hinzu kommt, dass das Gleichbe-

handlungsgebot ein wichtiger und zentraler Grundsatz im Vergaberecht 

darstellt. Die Beschwerdeführerin kann somit sowohl aus früheren Kon-

takten und Erfahrungen - seien es eigene oder solche ihr nahestehender 

Drittfirmen - mit der Beschwerdegegnerin 1 submissionsrechtlich nichts zu 

ihren Gunsten ableiten. Diese Beurteilung gilt umso mehr, als in der Ver-

gangenheit nicht die Beschwerdeführerin selber, sondern die damals als 

Subunternehmerin auftretende Muttergesellschaft (E._____AG) schon 

Aufträge für die Beschwerdegegnerin 1 ausgeführt hat. Im Übrigen sind 

diese Aufträge auch nicht reibungslos verlaufen (vgl. nochmals Beilagen 

13/14 der Beschwerdeführerin). Die Beschwerdeführerin hat daher zu Un-

recht auf einen ausführlichen Technischen Bericht verzichtet, womit sie 

das Risiko für Punktabzüge in der Bewertung alleine zu tragen und zu 

verantworten hat. Die Beschwerde erweist sich deshalb auch unter dem 

elementaren Aspekt der Vergleichbarkeit der Angebote als unbegründet.

8. a) Zu den konkreten Bewertungen in der angefochtenen Beurteilungsmatrix 

(Belage 9 der Beschwerdeführerin bzw. Beilage 19 der Beschwerdegeg-

nerin 1) im Einzelnen (s. Teilbereiche 1-3; hiervor E.6a) gilt es vorab klar-

zustellen, dass die Rüge der Unangemessenheit im Vergaberecht ausser 

Betracht fällt (Art. 27 Abs. 2 SubG). Das streitberufene Gericht ist folglich 

keine 'Obervergabebehörde', die ihr Ermessen an die Stelle der Vergabe-

behörden setzt. Den Vergabebehörden wird grundsätzlich ein weiter Er-

- 21 -

messensspielraum eingeräumt, insbesondere wenn es um die Bewertung 

technischer, technologischer, (bau)physikalischer und methodologischer 

Fragen oder die Auslegung rein fachspezifischer Eignungs- bzw. Ange-

botskriterien geht (s. E.3a, hiervor; sowie PVG 2001 Nr. 38; neuere Urtei-

le des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 15 24 vom 

14. Juli 2015 E.2a, U 14 44 vom 30. September 2014 E.2b sowie U 13 8 

vom 6. März 2014 E.2b; PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC 

STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich/Ba-

sel/Genf 2013, Rz. 1386 ff., insbesondere Rz. 1389 S. 708). In dieses 

weite Ermessen der Vergabeinstanz greift das Verwaltungsgericht nur ein, 

wenn die Bewertung der eingereichten Angebote offensichtlich unsach-

gemäss und somit geradezu willkürlich erfolgt ist.  

b) Die Beschwerdeführerin bemängelt insbesondere die zu hohe Bewertung 

des Technischen Berichts der Beschwerdegegnerin 2 bzw. die viel zu tie-

fe Bewertung des eigenen Planungs-, Kontroll-  und Umsetzungsberichts.

Die Beschwerdegegnerin 1 hält dem entgegen, dass alle Angebote nach 

den gleichen Kriterien und gemäss demselben Massstab geprüft und be-

wertet worden seien, wobei die Beschwerdegegnerin 2 die detaillierteste 

und überzeugendste Gesamtofferte eingereicht habe, weshalb sie beim 

Zuschlagskriterium 'Technischer Bericht' mit 335 Punkten deutlich höher 

bewertet worden sei als alle übrigen Mitbewerberinnen (s. Beschwerde-

führerin mit 220 Punkten im 2. Rang "ex aequo" mit einer anderen Anbie-

terin; vgl. dazu erneut Beilage 9 der Beschwerdeführerin bzw. Beilage 19 

der Beschwerdegegnerin 1 – mit entsprechender Bewertungsmatrix).

c) Das Verwaltungsgericht hat unter Berücksichtigung der dazu eingereich-

ten Einzel- und Fachdokumente festgestellt, dass die Beschwerdegegne-

rin 1 beim Unter-/Hilfskriterium 'Konzept Mengenerfassung/-kontrolle' der 

Beschwerdegegnerin 2 die Note 8 (= 80 Punkte von max. 100 Punkten) 

- 22 -

und der Beschwerdeführerin die Note 7 (= 70 Punkte) erteilte. Aktenkun-

dig haben die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin 2 dabei 

unterschiedliche Konzepte vorgelegt: Während die Beschwerdeführerin 

die Materialentnahme und Materialprüfung auf einer vorbestehenden An-

lage vorsieht, wo ein Platzwart vor Ort ist, steht bei der Beschwerdegeg-

nerin 2 ein Deponiewart auf Abruf zur Verfügung für die Materialanliefe-

rung bei der Deponie. Den Umstand, dass der Platzwart der Beschwerde-

führerin die Deponie vom einige 100 Meter entfernten Sortier- und Sam-

melplatz der Eigentümerin der Parzelle 4445 (Mitbieterin D._____ AG) 

aus zu betreiben gedenkt – also der Vorgang nicht direkt auf der Deponie 

auf Parzelle 4472 selbst stattfindet wie nach der Offerte der Beschwerde-

gegnerin 2 – wertete die Beschwerdegegnerin 1 als Nachteil. Umgekehrt 

überzeugte sie das von der Beschwerdegegnerin 2 vorgelegte Konzept 

mit Wägen vor Ort und dem Schrankensystem mit richtungsgetrennter 

Ein- und Ausfahrt. Dass bereits unter diesem Gesichtspunkt (im Teilbe-

reich 1) eine leicht bessere Bewertung der Beschwerdegegnerin 2 resul-

tierte (10 Differenzpunkte), ist somit nach Ansicht des streitberufenen Ge-

richts objektiv nicht zu beanstanden.

d) Beim Unter-/Hilfskriterium 'Deponieinstallation/Einbauvorgang' wurde die 

Beschwerdegegnerin 2 mit der Note 9 (= 135 Punkte), die Beschwerde-

führerin dagegen nur mit der Note 5 (= 75 Punkte) bewertet. Aus Sicht der 

Beschwerdegegnerin 1 besonders nachteilig fiel dabei zu Ungunsten der 

Beschwerdeführerin ins Gewicht, dass deren Konzept bei der Überwa-

chung und beim Schutz vor unbefugtem Zutritt zur Deponie erhebliche 

Schwachstellen aufweist bzw. in Bezug auf das eigentliche Deponie-

gelände auf Parzelle 4472 gar keine Überwachung vorsieht. Demgegenü-

ber zeigt die Beschwerdegegnerin 2 detailliert auf, wie sie konkret die Auf-

lagen des Amtes für Natur und Umwelt (ANU) - wie die Abzäunung des 

Deponieareals, wo dieses für Unbefugte frei zugängig ist, oder die Verrie-

gelung der Deponiezufahrt mit einem abschliessbaren Tor/einer Schranke 

- 23 -

– umzusetzen gedenkt. Die Beschwerdeführerin verkennt offenbar die 

Wichtigkeit dieser Vorkehren zum Schutz vor unbefugten und unkontrol-

lierten Ablagerungen auf der ("unerlässlich schmutzfrei zu betreibenden") 

Deponie. Dass die Unvollständigkeit des Angebots der Beschwerdeführe-

rin in diesem entscheidenden Vergabepunkt (Teilbereich 2) zu einer be-

trächtlich tieferen Bewertung (60 Differenzpunkte zwischen der Be-

schwerdegegnerin 2 mit 135 Punkten und der Beschwerdeführerin mit 75 

Punkten) führte, ist für das Verwaltungsgericht daher nachvollziehbar und 

bedarf keiner Punkteveränderung oder Korrektur in irgendeine Richtung.

e) Im dritten Unter-/Hilfskriterium "Arbeitsabläufe/Betrieb/Überwachung" er-

hielt die Beschwerdegegnerin 2 die Note 8 (= 120 Punkte), die Beschwer-

deführerin hingegen lediglich die Note 5 (= 75 Punkte). Der Punkteabzug 

gründet hier vor allem darin, dass die Beschwerdeführerin vom Betriebs-

reglement abweichende, eingeschränkte Öffnungszeiten der Deponie an-

bietet. Über den Unterhalt der Zufahrt zur Deponie und die Staubbekämp-

fung enthält die Offerte der Beschwerdegegnerin ebenso wenig Angaben 

wie über die Umweltbaubegleitung. Während die Beschwerdeführerin das 

Deponiegelände zu Beginn des Auftrages und dann alle 2-3 Jahre ver-

messen will, bietet die Beschwerdegegnerin 2 eine Vermessung vor Be-

triebsbeginn und anschliessend jährlich an; zudem wird über die jährliche 

Mengenerhebung Bericht erstattet und eine jährliche Kontrolle durch den 

Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie vorgenom-

men. Auch hier (im Teilbereich 3) stützt sich die klar bessere Bewertung 

(45 Differenzpunkte) zu Gunsten der Beschwerdegegnerin 2 offensichtlich 

auf sachliche Gründe, womit der Vorwurf der Willkür klar unbegründet ist. 

f) Daran ändern auch die zusätzlich vorgebrachten Rügen der Beschwerde-

führerin betreffend ungenügender Berücksichtigung schon bestehender 

Infrastrukturanlagen auf Parzelle 4445 samt zugehörigen Maschinen-

parks, betreffend rascheren Einbau (Wiederauffüllung) der Deponie durch 

- 24 -

sauberes Aushubmaterial und angeblich grosszügigeren Öffnungszeiten 

bezüglich des Deponiebetriebs nichts (vgl. Beschwerde vom 9. November 

2015, Ziff. 12 h (S. 13), Ziff. 12 i (S. 13 ff.) und Ziff. 12 k (S. 15, unten). 

Was die Mengenerfassung und die unweit von Parzelle 4472 bereits exis-

tierenden Infrastrukturanlagen auf Parzelle 4445 betrifft, so führte die Be-

schwerdegegnerin 1 bereits in ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 

2015 zu Recht aus, dass nicht relevant sei, ob die Beschwerdeführerin 

schon im Zeitpunkt der Ausschreibung über den gesamten Maschinen-

park, die Waage und die erforderliche Bewilligung für das Aufstellen der 

Waage verfüge; massgebend sei nach der Rechtsprechung des Verwal-

tungsgerichts (statt vieler: VGU U 14 65 vom 14. April 2015) einzig, dass 

die betreffende Bewerberin im Devis plausibel aufzeigen könne, wie und 

mit welchen Maschinen etc. sie den Auftrag zu erfüllen gedenke. Es dürfe 

dagegen nicht verlangt werden, dass sämtliche Vorkehren bereits getrof-

fen seien, bevor über den Zuschlag Gewissheit bestehe. Dies gelte hier 

umso mehr, als sich der Vertragsbeginn wegen der ungeregelten Zufahrt 

voraussichtlich noch verzögern werde (vgl. S. 12/13; Ziff. 5b und 5c). Die-

ser Auffassung vermag sich das Gericht anzuschliessen, zumal bezüglich 

Materialmeldung beim Platzwart noch zu Recht darauf hingewiesen wur-

de, dass die Beschwerdeführerin ab 50 m3 eine Vorankündigungszeit von 

einem Tag vorsehe. Darauf konnte die Beschwerdegegnerin 2 wegen der 

direkt auf der Deponie (Parzelle 4472) geplanten Waage verzichten, was 

in der Realität praxistauglicher und kundenfreundlicher ist. Der bestehen-

de Kontrollort der Beschwerdeführerin liegt immerhin ca. 10 Fussminuten 

von der Deponie entfernt, weshalb vollbeladene Lastwagen unkontrolliert 

direkt zur Deponie gelangen können. Dies im Unterschied zur Beschwer-

degegnerin 2, die die Deponie verschlossen hält und der Platzwart auf 

Verlangen vor Ort erscheint, um so das angelieferte Frachtgut sofort kon-

trollieren, wägen und den Ablage-/Einbauort zuweisen zu können. Bei der 

Beschwerdegegnerin 2 sei zudem eine Kameraüberwachung des Depo-

niegeländes (Parzelle 4472) vorgesehen und für den Einbau (Wieder-

- 25 -

auffüllung Kiesgrube) könne täglich mehr als 500-700 m3 Material ange-

nommen werden, so dass unbestritten von einem raschen Auffüllen der 

Deponie ausgegangen werden dürfe (S. 13, Ziff. 5d). Ferner bezog auch 

die Beschwerdegegnerin 2 in ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 

2015 Stellung zu den zusätzlich erhobenen Einwänden der Beschwerde-

führerin, indem sie exemplarisch (vgl. S. 7) vorbrachte, bereits die Kritik 

des Umgangs mit verschmutztem Material vor Ort sei völlig unberechtigt. 

Die Beschwerdeführerin verkenne, dass es grundsätzlich Sache des Lie-

feranten und nicht des Deponiebetreibers sei, was mit zurückgewiesenem 

Material zu geschehen habe. Der Anbieter müsse sich dazu daher gar 

nicht äussern. Auch sei die Dauer der Auffüllung in den Ausschreibungs-

unterlagen nicht terminlich beschränkt worden (Deponiebewilligung gültig 

bis 31.12.2025). Die Beschwerdegegnerin 2 könne mit ihrem Betriebs-

konzept ein zügiges Auffüllen der Deponie gewährleisten; sei rechne da-

bei mit einer Auffülldauer von 6-8 Jahren. Schliesslich ergäben sich die 

massgebenden Öffnungszeiten für den Deponiebetrieb (7-12 Uhr und 13-

18 Uhr) bereits selbstredend aus Art. 4 der Betriebsordnung (vgl. dazu 

Beilage 19 der Beschwerdeführerin). Das Angebot der Beschwerdeführe-

rin mit den angegebenen Öffnungszeiten (Mitte März bis Mitte November) 

von jeweils 7-12 Uhr und 13-17 Uhr nebst Pickett-Dienst des Platzwarts 

auf Parzelle 4445 (Aufbietung via Handy) entspreche hingegen nicht der 

Betriebsordnung und hätte daher von vornherein für ungültig erklärt wer-

den müssen. Entgegen wiederholter, anderslautender Behauptungen der 

Beschwerdeführerin würden von ihr auch die arbeitsschutzrechtlichen Be-

stimmungen eingehalten, da der Platzwart durch einen Stellvertreter un-

terstützt werde, was bereits in ihrem 'Technischen Bericht' kundgetan 

worden sei (vgl. dazu Duplik der Beschwerdegegnerin 2 vom 28. Januar 

2016, S. 11). Nach dem Dafürhalten des Verwaltungsgerichts sind die je-

weiligen Bewertungen der 'Technischen Berichte' der beiden Kontrahen-

ten daher auch bezüglich der zusätzlich geltend gemachten Kritikpunkte 

korrekt erfolgt. Die soeben im Detail wiedergegebenen Argumente und 

- 26 -

Schlussfolgerungen der Beschwerdegegnerin 1 und 2 konnten von der 

Beschwerdeführerin allesamt nicht stichhaltig entkräftet oder gar beweis-

rechtlich widerlegt werden, weshalb die Beschwerde auch in dieser Be-

ziehung ins Leere stösst.

9. a) Der angefochtene Vergabeentscheid vom 29. Oktober 2015 ist demnach 

rechtens und vertretbar, was einerseits zur Bestätigung des Zuschlags an 

die "wirtschaftlich günstigste" Beschwerdegegnerin 2 und andererseits zur 

vollständigen Abweisung der Beschwerde vom 9. November 2015 führt.

b) Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten 

gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der in der Sache unterlie-

genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Bei einem Streitwert von rund 

Fr. 650'000.-- (Deponievolumen 65'000 m3 x Nettozufluss Fr. 10.--/m3) 

und aufgrund der Komplexität und des Umfanges der Streitsache erachtet 

das Gericht dabei hier ermessensweise eine Staatsgebühr von Fr. 5'000.-- 

zu Lasten der Beschwerdeführerin für angemessen und gerechtfertigt. 

c) Aussergerichtlich hat die Beschwerdeführerin die anwaltlich vertretene 

und obsiegende Beschwerdegegnerin 2 laut Art. 78 Abs. 1 VRG noch zu 

entschädigen, wobei dafür grundsätzlich auf die Honorarnote des Rechts-

vertreters der Beschwerdegegnerin 2 vom 4. Februar 2016 abgestellt 

werden kann. Der darin ausgewiesene Arbeits- und Zeitaufwand von ge-

samthaft 22.75 h erscheint dem Gericht vertretbar. Demgegenüber ist der 

gewählte Stundenansatz von Fr. 280.--/h mangels entsprechender Hono-

rarvereinbarung zu hoch ausgefallen, weil Art. 3 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(HV; BR 310.250) üblicherweise einen Stundenansatz von Fr. 210.-- bis 

Fr. 270.-- vorsieht. Die besagte Honorarnote ist deshalb noch geringfügig 

im Ansatz um Fr. 10.--/h zu reduzieren, was korrigiert eine Parteientschä-

digung von total Fr. 6'326.80 (bestehend aus: 22.75 h x Fr. 270.--/h zzgl. 

- 27 -

Kleinspesen 3 % [Fr. 184.30]) ergibt. Allerdings wurde vom betreffenden 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin 2 nicht aufgezeigt, dass es sei-

ner Mandantin verwehrt wäre, die Mehrwertsteuer (MWST) als Vorsteuer-

abzug geltend zu machen (vgl. Leiturteil: VGU R 14 87 vom 14. April 2015 

E.4). Die Parteientschädigung ist daher ohne MWST zuzusprechen, was 

letztlich die erwähnte Entschädigung von Fr. 6'326.80 zu Lasten der Be-

schwerdeführerin bzw. zu Gunsten der Beschwerdegegnerin 2 ergibt. Der 

Beschwerdegegnerin 1 steht demgegenüber gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

keine aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtli-

chen Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 580.--

zusammen Fr. 5'580.--

gehen zulasten der A._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. Die A._____ AG hat die B._____ AG aussergerichtlich mit insgesamt     

Fr. 6'326.80 (ohne MWST) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]