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**Case Identifier:** e106d8c7-a6d4-57a9-8471-a40f67c1a5b6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.05.2020 200 2019 535
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-535_2020-05-03.pdf

## Full Text

200 19 535 IV
LOU/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Mai 2020

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Juni 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2020, IV/19/535, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
seit März 2000 für die C.________ tätig (vgl. Akten der IV-Stelle Bern [IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 12.5, S. 17 ff.; 67, S. 3), 
meldete sich im Juli 2005 bei der IV-Stelle ... zum Leistungsbezug an 
(AB 2, S. 2 ff.). Per 1. Juni 2006 zog die Versicherte in den Kanton Bern 
(vgl. AB 12.1, S. 29 f.). Nach Einholung diverser Unterlagen – insbesonde-
re einem Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 10. Janu-
ar 2008 (AB 12.2, S. 39 ff.) – verfügte die IV-Stelle ... am 29. Juli 2008 bei 
einem Invaliditätsgrad von 60% die Zusprache einer Dreiviertelsrente ab 
1. August 2004 (AB 12.2, S. 1 ff.). Diese Verfügung wurde mit Mitteilungen 
vom 20. September 2010 und 9. April 2014 (bei einem Invaliditätsgrad von 
61% bzw. 68%) durch die IVB revisionsweise bestätigt (AB 16, 28).

Aufgrund eines Gesuchs um Rentenerhöhung der Versicherten im Juni 
2014 (AB 31) leitete die IVB (vorzeitig) ein weiteres Revisionsverfahren ein 
und holte unter anderem einen RAD-Bericht vom 6. August 2015 (AB 71, 
S. 5 ff.) ein. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 72) gewährte 
die IVB mit Verfügungen vom 13. und 24. November 2015 ab 1. Juni 2014 
eine ganze Rente und ab 1. Februar 2015 (wieder) eine Dreiviertelsrente 
(AB 77 f.). Auf Antrag der Versicherten (AB 79) übernahm die IVB sodann 
die Kosten für eine Umschulung (AB 89). Am 27. April 2017 wurde die be-
rufliche Eingliederung nach erfolgreichem Abschluss des „...“ beendet, da 
der Versicherten eine Anstellung gemäss ihren Angaben aus gesundheitli-
chen Gründen zurzeit nicht zumutbar sei (AB 95).

B.

Im Rahmen einer weiteren Revision von Amtes wegen gab die Versicherte 
im Januar 2018 an, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe, 
seit sie den Bescheid bekommen habe, dass sie nicht vermittelbar sei. 
Seither gehe sie wieder in die ... arbeiten, was körperlich sehr anstrengend 

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sei (AB 99, S. 1). In der Folge holte die IVB diverse erwerbliche und medi-
zinische Unterlagen ein und legte diese dem RAD zur Beurteilung vor (vgl. 
insbesondere den Bericht vom 28. März 2019, AB 140, S. 4 f.). Mit Vorbe-
scheid vom 11. April 2019 stellte die IVB die Abweisung des Erhöhungsge-
suchs bzw. die unveränderte Ausrichtung einer Dreiviertelsrente in Aussicht 
(AB 142). Mit Verfügung vom 6. Juni 2019 entschied die IVB wie angekün-
digt (AB 149). 

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch lic. iur. B.________, am 
5. Juli 2019 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde und 
stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 6. Juni 2019 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführerin seien die gesetzlich zustehenden Leistungen der In-
validenversicherung bzw. eine entsprechende Invalidenrente zuzusprechen.

3. Die Angelegenheit sei nötigenfalls an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen zwecks Durchführung der erforderlichen medizinischen Abklärungen so-
wie anschliessender Durchführung des Vorbescheidverfahrens.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, der Gesundheitszu-
stand habe sich seit mehr als einem Jahr deutlich verschlechtert, weshalb 
die Beschwerdeführerin seither praktisch durchwegs 100% arbeitsunfähig 
geschrieben worden sei. Zudem wurde eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs gerügt.

Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2019 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

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1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 6. Juni 2019 (AB 149). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und 
dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht keine höhere 
als die bisherige Dreiviertelsrente zusprach.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin vorab eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend, indem sie beanstandet, die Verfü-
gung der Beschwerdegegnerin sei ohne vorgängige Durchführung des vor-
geschriebenen Vorbescheidverfahrens erlassen worden. Die Beschwerde-

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führerin habe damit erst mit der Zustellung der Verfügung von der Durch-
führung des Revisionsverfahrens erfahren, wodurch sie keine Möglichkeit 
gehabt habe, die Akten einzusehen und allenfalls weitere Beweiserhebun-
gen in die Wege zu leiten (Beschwerde, S. 3 Ziff. 1). Zudem sei unbekannt, 
welche „Berichterstattung der Ärzte“ gemeint sei, auf welche sich die Be-
schwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung gestützt habe (Be-
schwerde, S. 3 Ziff. 3).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, 
die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-
einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs-
recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 
143 V 71 E. 4.1 S. 72; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1).

2.2.1 Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG teilt die IV-Stelle der versicherten Per-
son den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den 
Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vor-
bescheid mit. Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör 
im Sinne von Art. 42 ATSG. Die Parteien können innerhalb einer Frist von 
30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen (Art. 73ter Abs. 1 der Ver-
ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]).

2.2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Be-
troffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch 

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die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-
chen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 16. September 2019, 9C_494/2019 [zur Publikation vorgese-
hen], E. 4; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.3 Im vorliegenden Fall wurde das Vorbescheidverfahren entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin korrekt durchgeführt. Mit Vorbescheid 
vom 11. April 2019 stellte die IVB die Abweisung des Erhöhungsgesuchs in 
Aussicht (AB 142). Diesen hat die Beschwerdeführerin denn auch zweifel-
los erhalten. Zwar erhob sie keinen Einwand, jedoch meldete sie sich am 
30. April 2019 auf den Vorbescheid hin telefonisch bei der IVB und teilte 
mit, dass ihr Ziel keine ganze Rente sei, sie aber Unterstützung bei der 
beruflichen Eingliederung benötige (AB 143). Darüber hinaus ist festzuhal-
ten, dass die Beschwerdeführerin auch über die Durchführung einer Revi-
sion von Amtes wegen informiert war, hatte diese doch am 18. Januar 2018 
selber den „Fragebogen: Revision der Invalidenrente“ ausgefüllt und eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem letzten Rentenent-
scheid geltend gemacht (AB 99). Soweit die Beschwerdeführerin schliess-
lich sinngemäss vorbringt, die angefochtene Verfügung sei mangelhaft be-
gründet, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin 
stützt sich in ihrem Entscheid auf die „Berichterstattung der Ärzte“, wonach 
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei; damit 
hat sie die wesentlichen Überlegungen genannt, von denen sie sich leiten 
liess. Der Umstand, dass sie nicht einen konkreten Arztbericht bzw. Arzt 
nannte, vermag daran nichts zu ändern, zumal neben den Berichten des 
behandelnden Hausarztes und eines Berichts der Klinik D.________ ledig-
lich Berichte des RAD vorliegen (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Der Beschwerdefüh-
rerin war es denn auch möglich, gestützt auf die Ausführungen in der Ver-
fügung eine den Minimalanforderungen genügende Beschwerdeschrift ein-
zureichen. Die Rüge der Verletzung verfahrensrechtlicher Ansprüche (Vor-

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bescheidverfahren) bzw. des verfassungsrechtlichen rechtlichen Gehörs 
erweist sich somit als unbegründet.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

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3.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb 
nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.4.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

3.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

4.

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2020, IV/19/535, Seite 9

Zu prüfen ist, ob im Zeitraum zwischen der letzten rechtskräftigen Verfü-
gung vom 13. November 2015 (AB 77; vgl. zudem Verfügung vom 24. No-
vember 2015, AB 78), mit welcher nach einer materiellen Überprüfung die 
ab August 2004 zugesprochene Dreiviertelsrente von Juni 2014 bis Januar 
2015 auf eine ganze Rente erhöht und ab Februar 2015 wieder auf eine 
Viertelsrente herabgesetzt wurde, und der angefochtenen Verfügung vom 
6. Juni 2019 (AB 149) eine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen eingetreten ist, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 3.4.2 hiervor). 

4.1 Die letzte rechtskräftige Verfügung vom 13. November 2015 stützte 
sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den Bericht des RAD-
Arztes Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 
6. August 2015 (AB 71, S. 5 ff.). Dieser diagnostizierte mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine unfallähnliche Schädigung der rechten Schulter 
(suva-versichert) am 22. September 2013 mit vollständigem Riss des Su-
praspinatus-Muskels und Teilriss der langen Bicepssehne sowie ein akutes 
Aortensyndrom mit intramuralem Hämatom der Aorta descendens mit drei 
intramuralen Läsionen am 29. Dezember 2013, bei hypertensiver Entglei-
sung bei arterieller Hypertonie. Im Vergleich zu der der Rentenzusprechung 
zugrundeliegenden medizinischen Referenzsachlage (siehe Bericht des 
RAD vom 10. Januar 2008) sei es zu einer gesundheitlichen Verschlimme-
rung mit zusätzlicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gekommen. Beide 
Gesundheitsschädigungen hätten die Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit 
vollständig aufgehoben. Bezogen auf das Schulterleiden sei der Status quo 
sine in Bezug auf die medizinische Referenzsachlage am 4. Juni 2014 er-
reicht gewesen. Bezogen auf das Gefässleiden sei der Status quo sine im 
Oktober 2014 erreicht gewesen. Somit sei das vom RAD im Bericht vom 
10. Januar 2008 formulierte medizinische Zumutbarkeitsprofil wieder an-
wendbar (AB 71, S. 6).

4.2 Hinsichtlich des Verlaufs bis zum Erlass der hier angefochtenen 
Verfügung vom 6. Juni 2019 (AB 149) lässt sich den Akten im Wesentli-
chen Folgendes entnehmen:

4.2.1 Im Bericht vom 1. November 2017 diagnostizierten die Ärzte der 
Klinik D.________ im Wesentlichen ein Aortensyndrom mit intramuralem 

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Hämatom der Aorta descendens am 29. Dezember 2013 und eine arterielle 
Hypertonie (AB 133, S. 1). In der Verlaufsuntersuchung habe sich klinisch 
sowie radiologisch ein erfreuliches Ergebnis mit regredientem PAU (pene-
trierendes Aortenulkus) der Aorta descendens gezeigt. Ein nächster Termin 
sei in drei Jahren geplant (AB 133, S. 2).

4.2.2 Der Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 12. März 2018 aus, der Gesundheitszustand 
habe sich seit der letzten Diagnosestellung verschlechtert. Die Beschwer-
deführerin wiege 43 kg bei einer Körpergrösse von 168 cm (AB 107, S. 2). 
Es bestehe eine stark verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Die bis-
herige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (AB 107, S. 3; vgl. auch AB 114, 
S. 2). Eine wechselbelastende Tätigkeit mit leichten Arbeiten sei eine bis 
zwei Stunden pro Tag zumutbar (AB 107, S. 4). 

Im Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 4. Mai 2018 attestierte Dr. med. 
F.________ eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 4. Mai bis zum 8. Juli 
2018 (AB 115, S. 5).

Im Bericht vom 30. August 2018 diagnostizierte Dr. med. F.________ mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen schweren Erschöpfungszustand 
mit allgemeiner Schwäche und Belastungsdyspnoe. Es sei eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Das Körperge-
wicht sei von 50 kg auf 42 kg abgefallen (12. März 2018) bei einer Körper-
grösse von 168 cm, was einem BMI von 14.9 entspreche (AB 122, S. 2). 
Die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
müsste weiter abgeklärt werden (AB 122, S. 3).

4.2.3 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 21. Sep-
tember 2018 aus, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin schei-
ne sich im massgeblichen Vergleichszeitraum verschlechtert zu haben. Es 
bestehe eine Polymorbidität. Aufgrund der Komplexität der gesundheitli-
chen Störungen empfahl er eine polydisziplinäre Begutachtung (AB 124, 
S. 1).

Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Neurologie sowie 
Psychiatrie und Psychotherapie, stimmte dem Gutachtensauftrag gleichen-
tags zu, bat jedoch zunächst um die Beiziehung von Statusberichten der 

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behandelnden Fachärzte (AB 125, S. 2; vgl. dazu auch Bericht vom 21. Ja-
nuar 2019, AB 130, S. 9).

4.2.4 Auf Anfrage der IVB reichte Dr. med. F.________ den Bericht vom 
21. März 2019 ein (ergänzend zu seinem Bericht vom 30. August 2018) 
und führte aus, durch die schwere körperliche Arbeit in der ... und der dorti-
gen warmen Umgebung sei es zu Schwindel, Nausea, Innappetenz und 
schliesslich totaler körperlicher und psychischer Erschöpfung gekommen. 
Die Beschwerdeführerin sei abgemagert bis auf 42 kg. Im Verlauf habe sie 
sich somatisch langsam erholen können, was sehr schön am Gewichtsver-
lauf zu erkennen sei. Gemäss der Tabelle im Bericht erhöhte sich das Ge-
wicht innerhalb eines Jahres bis März 2019 auf 50,7 kg. Psychisch gehe es 
aber noch (recte: nicht) wirklich gut (AB 138, S. 3).

4.2.5 Im Bericht vom 28. März 2019 führte der RAD-Arzt Dr. med. 
E.________ aus, aufgrund der im Rahmen der laufenden Rentenrevision 
eingeholten Berichte ergäben sich im Vergleich zu der der Verfügung vom 
13. November 2015 zugrundeliegenden medizinischen Referenzsachlage 
keine Hinweise auf eine objektiv ausgewiesene leistungsrelevante Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes. Betreffend das Zumutbar-
keitsprofil wurde auf den RAD-Bericht vom 10. Januar 2008 verwiesen (AB 
140, S. 4).

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

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nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.2, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die 
von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel-
lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh-
baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt 
der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 
351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird 
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

4.4

4.4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der vorliegend an-
gefochtenen Verfügung (in somatischer Hinsicht) auf den Aktenbericht des 
RAD-Arztes Dr. med. E.________ vom 28. März 2019 (AB 140, S. 4 f.). 
Dieser RAD-Arzt hat sich in seiner Beurteilung sorgfältig mit den in den 
medizinischen Akten hinreichend dokumentierten gesundheitlichen Ein-
schränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand sowie der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nachvollziehbar. Der Um-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2020, IV/19/535, Seite 13

stand, dass Dr. med. E.________ keine eigenen Untersuchungen durchge-
führt hat, schadet nicht, da die Voraussetzungen für einen Aktenbericht 
erfüllt sind, zumal sich der RAD-Arzt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 
ein gesamthaft lückenloses Bild der Gesundheitssituation machen konnte 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Soweit Dr. 
med. E.________ im September 2018 (noch) eine polydisziplinäre Begut-
achtung empfahl (AB 124), ist eine solche inzwischen hinfällig geworden, 
war doch nach Einholung weiterer Unterlagen (vgl. AB 125, 130) eine um-
fassende medizinische Würdigung möglich. Somit ist der Bericht beweis-
kräftig (vgl. E. 4.3 hiervor). 

Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 28. März 2019 schlüssig und 
überzeugend aus, dass – gestützt auf die im Rahmen des Revisionsverfah-
rens eingeholten ärztlichen Berichte – im Vergleich zum Referenzzeitpunkt 
im November 2015 keine relevante gesundheitliche Veränderung eingetre-
ten ist und das im Bericht vom 10. Januar 2008 formulierte Zumutbar-
keitsprofil weiterhin massgebend ist (AB 140, S. 4). Demnach ist es der 
Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, sitzenden Tätigkeit mit der 
Möglichkeit, die Position zu wechseln und kleine Pausen einzuschalten, 
sowie einer Gewichtsbelastung von 1 kg zumutbar, morgens und nachmit-
tags jeweils zwei Stunden mit einer Leistungsfähigkeit von 80% zu arbeiten 
(AB 12.2, S. 41). Dem Bericht der Klinik D.________ vom 1. November 
2017 sind keine Hinweise auf eine objektiv ausgewiesene leistungsrelevan-
te Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu entnehmen. Die Ärzte 
führten vielmehr aus, dass sich anlässlich der Verlaufskontrolle klinisch und 
radiologisch ein erfreuliches Ergebnis mit regredientem PAU der Aorta de-
scendens zeigte. Sie empfahlen eine weitere Sprechstunde denn auch erst 
in drei Jahren (AB 133, S. 2). Auch die Einschätzung von Dr. med. 
F.________ vermag keine Verschlechterung zu begründen. So führte der 
Hausarzt im Bericht vom 21. März 2019 selber aus, dass sich die Be-
schwerdeführerin nach einer vorübergehenden Abmagerung in der Zeit von 
März bis August 2018 (42 kg) wieder erholen konnte (AB 138, S. 3). Im 
Übrigen bestand die Problematik mit dem untergewichtigen Ernährungszu-
stand – wie auch der schwere Erschöpfungszustand mit allgemeiner 
Schwäche und Belastungsdyspnoe (unter anderem mit/bei Aortensyndrom 
mit intramuralem Hämatom der Aorta descendens, arterieller Hypertonie, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2020, IV/19/535, Seite 14

Hypothreose, Status nach multiplen Abdominaleingriffen) – bereits im Refe-
renzzeitpunkt im November 2015 (vgl. AB 71, S. 5; 69.2, S. 2 und 5). So-
weit der Hausarzt im Bericht vom 21. März 2019 erstmals einen Sturz mit 
Thoraxkontusion am 24. Februar 2019 erwähnt, vermag dies ebenfalls 
nichts zu ändern. Offenbar hatte dieser Sturz keine (anhaltende) Ver-
schlechterung zur Folge. So wurden von Dr. med. F.________ denn auch 
seit August 2018 keine (technischen) Zusatzuntersuchungen veranlasst 
(AB 138, S. 3).

4.4.2 Aus psychiatrischer Sicht ist ebenfalls keine Veränderung bzw. Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes erstellt. Zwar führte der Allge-
meinmediziner Dr. med. F.________ im Bericht vom 21. März 2019 aus, 
psychisch gehe es der Beschwerdeführerin noch nicht wirklich gut (AB 138, 
S. 3). Allerdings wurde schon im RAD-Bericht vom 6. August 2015 eine 
mittelschwer bis schwer agitierte Depression mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit festgestellt (AB 71, S. 5; vgl. auch AB 12.2, S. 38 f.).

4.5 Zusammenfassend ist keine wesentliche Änderung des medizini-
schen Sachverhalts seit dem Referenzzeitpunkt im November 2015 erstellt. 
Auch ein erwerblicher Revisionsgrund liegt nicht vor. Zwar hat die Be-
schwerdeführerin den „...“ im Rahmen einer Umschulung im Jahr 2016 er-
folgreich abgeschlossen. Die Eingliederungsbemühungen wurden jedoch in 
der Folge beendet, da ihr gemäss ihren eigenen Angaben eine Anstellung 
aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation nicht möglich sei (AB 95). Die 
Beschwerdeführerin arbeitet nach wie vor seit März 2000 ihrem Gesund-
heitszustand entsprechend für die C.________ (vgl. AB 12.5, S. 17 ff.; 115 
sowie Protokoll per 7. August 2019, S. 5 f.). 

Entgegen ihrer Auffassung ist nach dem Gesagten der Sachverhalt hinrei-
chend abgeklärt, weshalb auf weitere Abklärungen in antizipierter Beweis-
würdigung (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2) verzichtet werden 
kann. 

Somit hat die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertels-
rente. Es bleibt diesbezüglich darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde-
führerin offensichtlich auch gar keine Rentenerhöhung anstrebte, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2020, IV/19/535, Seite 15

um Unterstützung bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt ersuchte, welche 
ihr die IVB gewährte (AB 143, 145). Im Rahmen der Beratung und Unter-
stützung durch die Eingliederungsfachperson stellte sich dann allerdings 
heraus, dass es sich bei der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung um ein 
Missverständnis gehandelt habe; die Beschwerdeführerin sei in ungekün-
digter Anstellung bei der C.________ und arbeite dort ihren Möglichkeiten 
entsprechend. Sie habe sich lediglich auf Aufforderung des Krankentag-
geldversicherers bei der Invalidenversicherung angemeldet (Protokoll per 
7. August 2019, S. 5 f.).

Die angefochtene Verfügung vom 6. Juni 2019 (AB 149) ist nicht zu bean-
standen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2020, IV/19/535, Seite 16

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.