# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a1ecbde-3ce3-5e37-ae55-daabe0f7fff7
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 23.10.2025 720 23 89 (720 2023 89)
**Docket/Reference:** 720 23 89
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-89_2025-10-23.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 23. Oktober 2025 (720 23 89 / 720 23 99) 
____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente basierend auf einem Gerichtsgutachten 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Caroline Franz 
Waldner, Advokatin, Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 
4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. A.____, geboren 1964, meldete sich erstmals am 23. April 2008 bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem die IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 10. Dezember 2009 die Ausrichtung einer Invaliden-
rente abgelehnt hatte, weil das Wartejahr nicht erfüllt gewesen sei, hob das Kantonsgericht Ba-
sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), diese Verfügung mit Urteil 
vom 15. Oktober 2010 auf und wies die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle 

 

 
 
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zurück. Bereits am 13. August 2010 hatte A.____ bei der IV-Stelle ein neues Gesuch einge-
reicht. In der Folge holte die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten ein. Gestützt darauf wies die 
IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 12. Dezember 2012 erneut ab. Zwischen-
zeitlich von der IV-Stelle eingeleitete berufliche Massnahmen wurden mit Verfügung vom 4. 
November 2013 wieder abgeschlossen. Mit Gesuch vom 16. Februar 2021 meldete sich die 
Versicherte unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung erneut bei der IV-Stelle für den Be-
zug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse – 
insbesondere nach Einholung eines psychiatrisch-rheumatologischen Gutachtens bei Dr. med. 
B.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. C.____, Facharzt FMH 
für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 13. Mai 2022 – sprach die IV-Stelle der Versicher-
ten mit Verfügung vom 24. Februar 2023 ab 1. April 2023 eine Viertelsrente zu. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Dr. Caroline Franz Waldner, 
Rechtsdienst Behindertenforum, mit Eingabe vom 21. März 2023 Beschwerde beim Kantonsge-
richt. Sie beantragte unter o/e-Kostenfolge, es sei die Verfügung vom 24. Februar 2023 aufzu-
heben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. August 2021 eine ganze, eventualiter eine Dreiviertels-
rente zuzusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unent-
geltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung mit Advokatin Dr. Caroline 
Franz Waldner als Rechtsvertreterin.  
 
C. Mit Verfügung vom 23. März 2023 bewilligte das instruierende Präsidium der Abteilung 
Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin. 
 
D. Mit Eingabe vom 30. März 2023 liess die Beschwerdegegnerin, erneut vertreten durch 
Advokatin Dr. Caroline Franz Waldner, Beschwerde gegen die Verfügung der Beschwerdegeg-
nerin vom 27. März 2023 betreffend den Rentenanspruch vom 1. August 2021 bis 31. März 
2023 erheben. Auch für diese Zeitdauer sprach ihr die Beschwerdegegnerin eine Viertelsrente 
zu. Mit Verfügung des instruierenden Präsidiums vom 5. April 2023 wurden die beiden Verfah-
ren auf Antrag der Beschwerdeführerin zusammengelegt. Gleichzeitig wurde der Beschwerde-
führerin auch für das zweite Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche 
Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt. 
 
E. Mit Vernehmlassung vom 5. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei-
sung der Beschwerde. Ausserdem sei im Sinne einer reformatio in peius festzustellen, dass der 
Beschwerdeführerin kein Rentenanspruch zustehe. 
 
F. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Auffassun-
gen fest (vgl. Replik vom 6. Juni 2023 und Duplik vom 23. Juni 2023). 
 
G. Mit Verfügung vom 28. Juni 2023 wurde die Angelegenheit dem Kantonsgericht zur 
Beurteilung überwiesen. 
 

 

 
 
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H. Im Rahmen der Urteilsberatung vom 24. August 2023 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhan-
dene medizinische Aktenlage nicht möglich sei, da dem von der Beschwerdegegnerin eingehol-
ten psychiatrische Teilgutachten von Dr. B.____ vom 11. Mai 2022 keine ausschlaggebende 
Beweiskraft zukomme. Dr. B.____ habe zwar die Diagnosen nachvollziehbar hergeleitet. Nicht 
schlüssig sei aber die Beurteilung der Auswirkungen der Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin. Ausserdem habe sich Dr. B.____ nur sehr oberflächlich mit der Einschät-
zung des langjährigen behandelnden Psychiaters, Dr. med. D.____, Facharzt FMH für Psychiat-
rie und Psychiatrie, auseinandergesetzt. Das rheumatologische Gutachten von Dr. C.____ hin-
gegen sei nachvollziehbar und schlüssig. Gestützt darauf könnten die funktionellen Auswirkun-
gen der somatischen Leiden auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zuverlässig beur-
teilt werden. In der Folge ordnete das Kantonsgericht ein psychiatrisches Gerichtsgutachten an, 
das auch eine neue Konsensbeurteilung mit Dr. C.____ zu umfassen habe. Als psychiatrische 
Gutachterin bestimmt wurde Dr. med. E.____, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie. 
In der Folge wurde den Parteien die Möglichkeit eingeräumt, zur Wahl der Gutachterin und zum 
Entwurf des Gutachtensauftrags sowie des Fragekatalogs Stellung zu nehmen. 
 
I. Nachdem die Parteien ihre Stellungnahmen eingereicht hatten, in denen sie sich mit 
dem Gutachtervorschlag und dem Fragekatalog einverstanden erklärt hatten, wurde Dr. E.____ 
mit Schreiben vom 4. Oktober 2023 mit der Begutachtung der Beschwerdeführerin beauftragt. 
 
J. Das rheumatologische Verlaufsgutachten von Dr. C.____ vom 31. Oktober 2024 ging 
am 4. November 2024 beim Kantonsgericht ein. Dr. E.____ stellte dem Kantonsgericht ihr Gut-
achten, das auch die Konsensbesprechung mit Dr. C.____ umfasst, am 25. April 2025 zu. Die 
instruierende Präsidentin räumte den Parteien in der Folge mit Verfügung vom 30. April 2025 
die Möglichkeit ein, sich zum Gerichtsgutachten von Dr. E.____ vom 23. April 2025 und zu den 
Auswirkungen auf den Rentenanspruch zu äussern. 
 
K. Mit Schreiben vom 15. Mai 2025 beantragte die Beschwerdeführerin, dass auf das Ge-
richtsgutachten abzustellen und ihr ab dem 1. August 2021 eine ganze Invalidenrente auszu-
richten sei. Sie sei seit dem 1. Mai 2020 arbeitsunfähig. Für die Ermittlung des Valideneinkom-
mens sei von der hypothetischen Erwerbstätigkeit als Disponentin auszugehen. Die Beschwer-
degegnerin beantragte mit Stellungnahme vom 4. Juni 2025 ebenfalls, es sei der Beschwerde-
führerin ab 1. August 2021 eine ganze Invalidenrente auszurichten.  
 
L. Mit Verfügung der instruierenden Präsidentin vom 11. Juni 2025 wurde die Angelegen-
heit dem Kantonsgericht erneut zur Beurteilung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichten Beschwerden vom 21. März 2023 und vom 30. März 2023 trat das Kan-
tonsgericht bereits anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 24. August 2023 ein. 

 

 
 
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2.1 Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich 
die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 
1959 und diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 
in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-
Rente bzw. dessen Ablehnung nach dem 1. Januar 2022 verfügt, gilt unter anderem folgendes: 
Liegen Eintritt der Invalidität und Beginn des umstrittenen Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 
2022, so bleiben die vor dem 1. Januar 2022 gültigen Bestimmungen anwendbar (Kreisschrei-
ben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, 
Rz. 9101). Da die vorliegend angefochtene Verfügung zwar nach dem 1. Januar 2022 erging, 
ein allfälliger Invalidenrentenanspruch aber bereits ab August 2021 gegeben wäre, bleiben die 
Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewe-
senen Fassung anwendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet. 
 
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % ar-
beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % 
invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine 
Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bemessung der Invali-
dität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). 
 
3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach 
haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Ge-
richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge-
setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

 

 
 
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scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die 
es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 
360 E. 5b; 121 V 47 E. 2a; 115 V 142 E. 8b, je mit Hinweisen). 
 
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerde-
fall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Ge-
sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztli-
chen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistun-
gen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinwei-
sen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 
stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu entscheiden ist, ob die Unterlagen eine zuver-
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne dass das 
gesamte Beweismaterial gewürdigt wird und die Gründe angegeben werden, warum auf die 
eine und nicht auf die andere medizinische These abgestellt wird. 
 
4. Zwischen den Parteien war umstritten, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 
höhere Invalidenrente hat. Bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stützte sich die 
Beschwerdegegnerin auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 13. 
Mai 2022. Sie ging in den angefochtenen Verfügungen davon aus, dass die Beschwerdeführe-
rin in der letzten Tätigkeit als Pflegehelferin seit Mai 2020 erheblich und dauerhaft einge-
schränkt sei. In einer angepassten Tätigkeit hingegen bestehe seit Februar 2021 eine 70 %-ige 
Arbeitsfähigkeit ohne zusätzliche Leistungsminderung. Die Beschwerdegegnerin berechnete 
daraufhin einen Invaliditätsgrad von 49 % und sprach der Beschwerdeführerin ab 1. April 2023 
eine Viertelsrente zu. Anlässlich der Urteilsberatung vom 24. August 2023 erachtete es das 
Kantonsgericht als erforderlich, ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, das 
eine Konsensbesprechung mit Dr. C.____ beinhalten müsse. Im gleichentags erlassenen Be-
schluss wurden die medizinischen Unterlagen dargestellt und eingehend gewürdigt, weshalb an 
dieser Stelle auf diesbezügliche Wiederholungen verzichtet und auf den Beschluss vom 24. 
August 2023 verwiesen wird. In Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit stellte das 
Kantonsgericht fest, dass das psychiatrische Teilgutachten von Dr. B.____ die beweisrechtli-
chen Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage aus mehreren Gründen nicht 
erfülle und einen Entscheid über den Rentenanspruch nicht zulasse. Dem somatischen Teilgut-
achten von Dr. C.____ hingegen wurde volle Beweiskraft zugesprochen. Das Gerichtsgutachten 
sei nicht aufgrund wesentlicher Unklarheiten betreffend die psychiatrischen Diagnosen notwen-
dig, sondern in Bezug auf die Beurteilung der durch die Krankheit der Beschwerdeführerin ver-
ursachten qualitativen und quantitativen Funktionseinschränkungen aus psychiatrischer Sicht in 
der angestammten kaufmännischen Tätigkeit als Disponentin und in einer dem Leiden ange-

 

 
 
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passten Tätigkeit. In der Folge wurde Dr. E.____ damit beauftragt, die Beschwerdeführerin 
nochmals psychiatrisch zu begutachten und eine neue Konsensbeurteilung mit Dr. C.____ 
durchzuführen. Dabei seien alle Einschränkungen aus beiden Fachbereichen zu berücksichti-
gen und eine neue konsensuale Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu erstellen. Darzulegen sei auch, 
inwiefern es zu Wechselwirkungen komme. 
 
5.1 Dr. C.____ führte in seinem aktenbasierten rheumatologischen Verlaufsgutachten vom 
31. Oktober 2024 auf Seite 13 aus, dass sich der klinische Zustand seit Juli 2023 nur vorüber-
gehend verschlechtert habe, indem eine Exacerbation einer linksseitigen Schmerzsymptomatik 
im Bereich der linken Hüfte und der tieflumbalen Wirbelsäule aufgetreten sei. Grund dafür sei 
ein bekanntes femoroacetabuläres Impingement der Hüftgelenke linksseitig vom CAM-Typ, mit 
muskulärer Dysbalance der Glutealmuskulatur. Eine minimal invasive Hüfttotalprothese rechts 
am 9. September 2021 nach einer Schenkelhalsfraktur habe zu einer Beschwerdefreiheit der 
rechten Hüfte geführt. Auf der linken Seite dagegen sei es seit Juli 2023 progressiv zur 
Schmerzexacerbation gekommen, die neben dem femoroacetabulären Impingement zusätzlich 
von einer beginnenden Coxarthrose begünstigt worden sei. Die operative Sanierung mittels 
minimal invasiver Hüftteilprothese links am 16. Januar 2024 habe zu einer vollständigen Rück-
bildung des lokalen Reizzustands im Bereich der linken Hüfte geführt. Der postoperative Verlauf 
habe sich komplikationslos gestaltet. Dr. C.____ gelangte zum Schluss, dass sich, wie bereits 
anlässlich des ersten Gutachtens festgestellt, ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-
10 M54.5) und anamnestisch der Status nach Exstirpation eines Morton Neurinoms rechts auf 
die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Anders als bei der ersten Begutachtung sei mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit zusätzlich ein femoroacetabuläres lmpingement der Hüftgelenke 
beidseits (ICD-10 M24.85) vom CAM-Typ zu diagnostizieren. Zusammenfassend hielt er fest, 
dass sich der klinische Zustand nach der vorübergehenden Verschlechterung von Juli 2023 bis 
April 2024 wieder auf den Status quo ante, wie er im Jahr 2022 erfasst und beschrieben worden 
sei, verbessert habe. Weiterhin bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tä-
tigkeit. Eine vorübergehende volle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich aufgrund des 
operationsbedürftigen Reizzustands der Coxarthrose links von Juli 2023 bis April 2024 auch in 
einer adaptierten Tätigkeit ermitteln. Wie bereits im Jahre 2022, lasse sich ab Mai 2024 aus 
rheumatologischer Sicht wieder eine Arbeitsfähigkeit von 75 % in adaptierter Tätigkeit begrün-
den. Weitere neue Aspekte seien aus rheumatologischer Sicht nicht aufgetreten, die einen zu-
sätzlichen persistierenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausüben könnten. Aus rheumatolo-
gischer Sicht sollte es sich um eine körperlich leichte Tätigkeit handeln, ohne die Notwendigkeit, 
Lasten über 5 kg zu heben, tragen oder zu stossen, ohne sich nach vorne zu bücken, in mono-
tonen (z.B. ausschliesslich im Sitzen) oder in ungünstigen Körperhaltungen (z.B. in vorgeneigter 
Körperhaltung) zu verharren, ohne in die Hocke zu gehen resp. zu knien, ohne Betreten von 
unebenem Gelände (Treppen, Leitern, Gerüste usw.) und ohne ausschliesslich im Stehen und 
Gehen zu arbeiten. Es handle sich um eine körperlich leichte Tätigkeit, mit der Möglichkeit, ab-
wechselnd im Stehen, Gehen und Sitzen arbeiten zu können. Aus rheumatologischer Sicht 
könnten medizinische Massnahmen der Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit der Explorandin 
nach wie vor nicht wesentlich verbessern. 
 

 

 
 
Seite 7    

5.2.1 Dr. E.____ führte in ihrem psychiatrischen Gutachten vom 23. April 2025 auf Seite 59 
ff. im Zusammenhang mit der Herleitung der Diagnosen aus, dass sich die Persönlichkeitszüge 
der Explorandin anhaltend und schwer beeinträchtigend auf mehrere Lebensbereiche, von der 
Familie über Freunde, Bekannte, Partnerbeziehungen bis hin zu den Arbeitsverhältnissen und 
den Kontakten zu Fachpersonen und Behörden, ausgewirkt hätten. Die Kriterien für eine spezi-
fische (histrionische, narzisstische, paranoide oder emotional instabile-impulsive Persönlich-
keitsstörung) seien bei der Explorandin nicht ausreichend erfüllt, da die Anzahl der Merkmale 
unter der jeweiligen Diagnoseschwelle bleibe. Es handle sich vielmehr um eine komplexe Stö-
rung mit Anteilen aus den genannten Persönlichkeitsbereichen, so dass die Kriterien für eine 
kombinierte Persönlichkeitsstörung klar erfüllt seien. Zeitweise seien auch depressive Zustände 
diagnostiziert worden als Reaktion auf Misserfolge. Bei der gutachterlichen Untersuchung habe 
keine ausgeprägte affektive Symptomatik im Sinne einer längeren depressiven Reaktion oder 
einer depressiven Störung festgestellt werden können, weshalb diesbezüglich eine Remission 
festzustellen sei. Weiter sei eine Tabak- bzw. Cannabisabhängigkeit zu diagnostizieren, wobei 
letztere nicht mehr als aktiv zu bezeichnen sei. Die Kriterien für eine somatoforme Schmerzstö-
rung seien nicht erfüllt, da die Schmerzen in der aktuellen Untersuchung in einem klaren Zu-
sammenhang mit den nachgewiesenen somatischen Leiden der Explorandin im Bereich des 
Bewegungsapparates stehen würden. Die weiteren Beschwerden seien psychosomatischer 
Ausdruck der psychischen Störung, die die Explorandin in Stress- und Drucksituationen ent-
wickle. Für das in den Akten diagnostizierte ADHS würden sich bei der Analyse der medizini-
schen wie auch der Schul- und Berufsanamnese keine ausreichenden Anhaltspunkte finden 
lassen. Auch in der Exploration hätten sich keine Anzeichen für dieses Störungsbild gefunden. 
Die Explorandin sei im Rahmen der komplexen Persönlichkeitsstörung manchmal etwas 
sprunghaft, folge jedoch dem Gespräch aufmerksam und konzentriert sowie ohne merkliche 
motorische Unruhe. Auf Seite 61 diagnostizierte Dr. E.____ in der Folge eine kombinierte Per-
sönlichkeitsstörung mit histrionischen, narzisstischen, paranoiden und emotional instabil-
impulsiven Züge (ICD-10 F61.0) seit der Jugend mit wiederholten depressiven Reaktionen (An-
passungsstörungen), dokumentiert seit 2008 (ICD-10 F43.21), derzeit remittiert. Ausserdem 
könnten ein Abhängigkeitssyndrom von Tabak, aktiver Konsum (ICD-10 F17.24), und ein Ab-
hängigkeitssyndrom von Cannabinoiden, seit 2012 abstinent (ICD-10 F12.20), diagnostiziert 
werden. 
 
5.2.2 In Bezug auf die funktionalen Auswirkungen der objektivierten Befunde und Diagnosen 
legte Dr. E.____ ab Seite 64 dar, dass sich die aus der kombinierten Persönlichkeitsstörung 
resultierenden Einschränkungen von Kommunikation und sozialer lnteraktionsfähigkeit in allen 
Lebensbereichen stark beeinträchtigend auswirken würden. Die Explorandin zeige anhaltend 
grosse Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten und ihre Anliegen, 
Wünsche und Bedürfnisse sozialverträglich durchzusetzen. In schwierigen sozialen Situationen, 
vor allem wenn sie mit Begrenzung oder Kritik konfrontiert werde, falle es ihr schwer, sich an-
gemessen zu verhalten und nicht in Konflikte zu eskalieren. Daher würden immer wieder Miss-
verständnisse und Unstimmigkeiten auftreten. Die Explorandin erfahre subjektiv Unverständnis, 
Ausgrenzung und Ablehnung und reagiere mit Enttäuschung, Frustration, Trotz, Verbitterung 
und Rückzug. Vor diesem Hintergrund habe sie nicht wie gewünscht eine befriedigende Part-
nerbeziehung führen können und es sei ihr nicht gelungen, längerfristig an einer Arbeitsstelle zu 

 

 
 
Seite 8    

bleiben, obwohl sie nachvollziehbar berufliche Stabilität angestrebt habe. Auch habe sie keine 
längerfristigen familiären, intimen oder freundschaftlichen Beziehungen pflegen können und im 
Umgang mit Ärzten und Therapeuten, Eingliederungsfachpersonen oder Sozialarbeitern sei ihr 
nur mit wenigen ausgewählten Personen eine konstruktive Zusammenarbeit gelungen. 
 
5.2.3 Aus psychiatrischer Sicht weise die Explorandin aufgrund der psychischen Störung 
keine Arbeitsfähigkeit in ihrer angestammten Tätigkeit als Sekretärin/Disponentin auf. Die Beur-
teilung gelte seit dem Scheitern der letzten Anstellung und der folgenden Krankschreibung ab 
1. Juni 2020, spätestens ab ihrer erneuten Anmeldung am 16. Februar 2021. Aufgrund der psy-
chischen Störung weise die Explorandin auch keine Arbeitsfähigkeit in einer alternativen, lei-
densangepassten Tätigkeit auf, insbesondere nicht in einer Tätigkeit als Pflegeassistentin. Die-
se Beurteilung gelte ebenfalls ab 1. Juni 2020 und spätestens ab der erneuten Anmeldung per 
16. Februar 2021. Vor dem Hintergrund der schweren und komplexen Persönlichkeitsstörung 
sei eine Wiedererlangung einer (Teil-)Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt unrealis-
tisch. Zur Förderung einer gewissen sozialen Integration könnte eine Teilzeittätigkeit im ge-
schützten Bereich hilfreich sein, wobei der Explorandin das Störungsbild möglicherweise eben-
falls im Wege stehen würde. 
 
5.2.4 Im Zusammenhang mit den anderslautenden ärztlichen Berichten hielt Dr. E.____ ab 
Seite 67 fest, dass Dr. D.____ die Explorandin bereits 2008 als „psychisch am Ende" und ihre 
Grundstörung (Persönlichkeitsstörung) als kaum veränderbar beurteilt habe, weshalb er ihr trotz 
ihres ausgeprägten Wunsches nach einer Arbeitstätigkeit höchstens eine berufliche „Nischentä-
tigkeit" zugetraut habe, und diese auch nur mit Unterstützung durch berufliche Massnahmen. 
Bei der psychiatrischen Begutachtung im Jahr 2009 seien bei der Explorandin ebenfalls persön-
lichkeitsspezifische Probleme im Vordergrund gesehen worden, jedoch sei damals davon aus-
gegangen worden, dass die Explorandin mit Hilfe eines Arbeitstrainings und Unterstützung bei 
der Arbeitssuche sowohl ihre bisherige als auch eine alternative Tätigkeit in vollem Umfang 
wieder aufnehmen könne. Allerdings sei die Prognose der Explorandin angesichts ihrer labilen 
Persönlichkeitsstruktur und ihrer insuffizienten Bewältigungsstrategien als ungewiss bezeichnet 
worden. Im Jahr 2011 habe ein weiterer psychiatrischer Gutachter die auffälligen Persönlich-
keitszüge der Explorandin als nicht so ausgeprägt befunden, als dass sie nicht (auch ohne Un-
terstützung durch berufliche Massnahmen) wieder eine ganztägige berufliche Tätigkeit aufneh-
men könnte. Aus der Sicht von Dr. E.____ seien die damaligen Untersuchungen für eine fun-
dierte Beurteilung von Art und Schwere der Persönlichkeitsstörung nicht ausreichend gewesen 
(Umfang der Gutachten: 6 bzw. 11 Seiten / Dauer der Exploration 75 min.). Es habe keine tie-
fergehende Auseinandersetzung mit den Berichten des behandelnden Psychiaters stattgefun-
den und es seien keine Zusatzinformationen eingeholt worden. Hinzu gekommen sei die Nei-
gung der Explorandin, sich eher forsch und stark zu präsentieren und wenig über ihr Innenleben 
bzw. ihre Schwierigkeiten in Sozialkontakten preiszugeben. Somit sei die Schwere ihres psy-
chiatrischen Störungsbildes damals tendenziell unterschätzt worden. Nach einer langen Phase 
von Arbeitslosigkeit, Sozialhilfeabhängigkeit und frustranen Arbeitsversuchen in verschiedenen 
Berufsfeldern sei die Versicherte ab Juni 2020 erneut langfristig von Dr. D.____ krankgeschrie-
ben worden. In seinem IV-Bericht von April 2021 habe er diagnostisch eine schwere kombinier-
te Persönlichkeitsstörung festgehalten sowie eine Verschärfung der psychischen Situation 

 

 
 
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durch das Alleinsein und die mittlerweile eingetretenen Folgeprobleme wie Frustration, Krän-
kung und Vertrotzung. Gesamthaft habe er keine Eingliederungsfähigkeit mehr bei der Explo-
randin gesehen. Demgegenüber sei Dr. B.____ im Mai 2022 zum Schluss gekommen, dass die 
Explorandin zwar unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung leiden würde, die eine Ar-
beitstätigkeit nur noch unter ganz bestimmten Umständen zulasse. Ohne nähere Erklärung 
bzw. Auflösung dieses Widerspruchs habe er ihre berufliche Leistungsfähigkeit bei 50 % (Dis-
ponentin) bzw. 70 % (adaptierte Tätigkeit) beurteilt. Aus Sicht von Dr. E.____ könnten die auf-
geführten vielfältigen Einschränkungen der Explorandin nicht mit der ihr attestierten Leistungs-
fähigkeit in Einklang gebracht werden. Eine berufliche Tätigkeit mit dem (sehr niedrigen) Anfor-
derungsprofil, welches der Explorandin laut Dr. B.____ noch möglich sein sollte, sei realistisch 
nur im geschützten Arbeitsbereich zu finden. 
 
5.3 Im Rahmen der Konsensbeurteilung gelangten Dr. E.____ und Dr. C.____ zur Auffas-
sung, dass der Versicherten aufgrund der psychischen Störung seit Juni 2020, spätestens ab 
16. Februar 2021, weder die angestammte noch eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar sei. 
Es bestehe seither eine vollständige Integrations- und Arbeitsunfähigkeit. Dies sei unabhängig 
von den somatischen Leiden und nur bedingt durch die Persönlichkeitsstörung (vgl. Gutachten 
von Dr. E.____, Seite 76). 
 
6.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist ergänzend zu den in Erwägung 3.2 hiervor darge-
legten Grundsätzen darauf hinzuweisen, dass für den Beweiswert eines Arztberichtes entschei-
dend ist, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be-
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur-
teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin 
oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 
1c), und dass das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Ein-
schätzung der medizinischen Fachperson abweicht, deren Aufgabe es ist, dem Gericht ihre 
Fachkenntnisse zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu 
erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüch-
lich ist oder ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, 
wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten als triftig genug erscheinen, 
die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass die Überprüfung 
durch einen Oberexperten für angezeigt gehalten wird, sei es, dass ohne Oberexpertise vom 
Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen gezogen werden (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
6.2 Dr. E.____ verfasste das Gutachten nach umfassender Darstellung der Akten, nach 
persönlicher Untersuchung der Beschwerdeführerin sowie nach eigener Anamnese- und Be-
funderhebung. Die Tonaufnahmen des Explorationsgesprächs sowie die Abschrift dieses Ge-
sprächs im Gutachten auf über 24 Seiten zeugen von einer ausgesprochen geduldigen und 
gründlichen Befragung der Beschwerdeführerin durch die Gerichtsgutachterin. Die Einholung 
von Fremdauskünften bei Frau F.____, die die Beschwerdeführerin seit Jahren im Auftrag des 

 

 
 
Seite 10    

Sozialamtes der Gemeinde Z.____ betreut, verstärkt den Eindruck der äusserst sorgfältigen 
Gutachtenserstellung. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit den bisherigen Berichten be-
sprach Dr. E.____ die Vorgutachten und zeigte auf, weshalb und worin sich ihre Beurteilung 
von den früheren Einschätzungen unterscheidet. Die Einschätzungen zu den gesundheitlichen 
Leiden und der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sind für medizinische Laien äusserst 
nachvollziehbar, da sie detailliert und begründet hergeleitet werden. Es gelingt Dr. E.____ auf-
zuzeigen, weshalb der Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitstätigkeit 
mehr zuzumuten ist und medizinische und/oder berufliche Massnahmen nur schwer daran et-
was zu ändern vermögen. Im Rahmen der Prüfung der Standardindikatoren ab Seite 68 ff. führ-
te Dr. E.____ nochmals detailliert aus, weshalb eine Berufstätigkeit nicht mehr möglich sei. Un-
ter anderem legte sie dar, dass die Persönlichkeitsstörung seit der Jugend bestehe und thera-
peutisch nicht grundsätzlich habe verändert werden können. Die langjährige Betreuung durch 
Sozialberaterin, Psychiater und Rheumatologe habe einen schützenden Rahmen dargestellt, 
der affektive Krisen oder eine weitere Verschärfung der sozialen Situation habe verhindern 
können, so dass die Explorandin mit sich und ihrem Alltag einigermassen zurechtkomme. Wie-
dereingliederungsfachleute hätten die Explorandin mehrfach als psychisch sehr auffällig und 
nicht arbeitsfähig beschrieben. Ab 2020 und unter zunehmender Verbitterung und hinzutreten-
den somatischen Leiden habe die Versicherte ihre Reintegrationsbemühungen abgebrochen. 
Die aus der kombinierten Persönlichkeitsstörung erwachsenden sozialen Misserfolgserlebnisse 
hätten immer wieder zu Beziehungsabbrüchen und zur zunehmenden sozialen Isolation geführt. 
Zeitweise habe sie reaktive depressiv-lebensmüde Phasen im Sinne von Anpassungsstörungen 
durchlebt. Die affektive Problematik habe den sozialen Rückzug gefördert und habe die Res-
sourcen wie Schwung, Selbstbewusstsein, Engagement und Antrieb geschwächt. Damit hätten 
sich Persönlichkeits- und affektive Problematik gegenseitig negativ beeinflusst. Die Explorandin 
sei störungsbedingt von Jugend an in ihren wichtigsten sozialen Beziehungen eingeschränkt 
gewesen. Die Konflikte mit den Eltern hätten zu einem sehr ambivalenten Kontakt zum Vater 
geführt. Mit der Mutter sei es zu einem Beziehungsabbruch gekommen. Partnerschaftliche Be-
ziehungen seien durch Unstimmigkeiten, Drogen und Gewalterfahrungen belastet gewesen. Sie 
verfüge über keinen unterstützenden Bekannten- oder Freundeskreis. Den meisten Personen 
stehe sie misstrauisch oder ablehnend gegenüber. Es sei bei ihr ein niedriges Aktivitätsniveau 
in allen vergleichbaren Lebensbereichen festzustellen.  
 
6.3 Zusammenfassend legte Dr. E.____ äusserst überzeugend und schlüssig dar, weshalb 
sie von einer schwerwiegenden Persönlichkeitspathologie ausgeht, die sich auf das Privatleben 
und auch das Erwerbsleben der Beschwerdeführerin im ersten Arbeitsmarkt auswirkt. Zweifel 
an der vollen Beweistauglichkeit des Gerichtsgutachtens bestehen keine. Dieses erfüllt alle in 
Erwägung 6.1 hiervor dargestellten Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung an 
eine beweistaugliche medizinische Beurteilung. 
 
7. Gestützt auf das Gerichtsgutachten von Dr. E.____, das auch die Konsensbeurteilung 
mit Dr. C.____ umfasst, ist damit erstellt, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der kombinier-
ten Persönlichkeitsstörung in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig ist. Bei diesem Ergeb-
nis erübrigt sich ein konkreter Einkommensvergleich und es ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 
100 %, was zu einem Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Invalidenrente führt. Mit 

 

 
 
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den Parteien ist damit davon auszugehen, dass unter Berücksichtigung des Wartejahres und 
der sechsmonatigen Wartefrist (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) ab 1. August 2021 Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente besteht. Die Beschwerden vom 21. März 2023 und vom 30. März 2023 
werden deshalb vollumfänglich gutgeheissen und die angefochtenen Verfügungen vom 24. 
Februar 2023 und vom 27. März 2023 aufgehoben.  
 
8.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge-
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen 
(Art. 69 Abs. 1bis IVG) und vorliegend auf Fr. 1'000.-- anzusetzen. Dem Verfahrensausgang ent-
sprechend sind sie von der Beschwerdegegnerin zu tragen. 
 
8.2.1 Nach der Rechtsprechung können die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwal-
tung auferlegt werden, wenn ein Zusammenhang besteht zwischen dem Untersuchungsmangel 
seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies ist der 
Fall, wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten 
ärztlichen Auffassungen besteht, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete 
Argumente entkräftet hat, wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation not-
wendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt hat, welche die 
Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfüllt (vgl. BGE 143 V 269 E. 
3.3; 140 V 70 E. 6.1 f.; 139 V 496 E. 4.4). 
 
8.2.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 24. August 2023 ausführlich begründet, 
lag den angefochtenen Verfügungen ein in medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärter 
Sachverhalt zugrunde. Wie sich nun zeigt, erweist sich das in der Folge eingeholte Gutachten 
von Dr. E.____ nicht nur als angezeigt, sondern als unerlässlich für die Beurteilung des medizi-
nischen Sachverhalts. Im Lichte der geschilderten Rechtsprechung sind die daraus resultieren-
den Kosten folglich grundsätzlich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
8.2.3 Die Beschwerdegegnerin brachte in der Stellungnahme vom 4. Juni 2025 die Bemer-
kung an, dass sich die Kosten für das Gutachten von Dr. E.____ in Relation zu vergleichbaren 
Gerichtsgutachten am oberen Rand bewegen würden. 
 
8.2.4 Das Bundesgericht stellte klar, dass die Verwaltung die gesamten Kosten für Gerichts-
gutachten zu tragen hat, sofern die Voraussetzungen nach BGE 139 V 496 erfüllt sind (vgl. 
BGE 143 V 269 E. 6.2.1). Für die Bemessung der Kosten kann (bei polydisziplinären Gutach-
ten) der zwischen BSV und MEDAS ausgehandelte Tarif als Richtschnur dienen – vergleichbar 
mit einer Verwaltungsvorschrift, die zwar nicht bindend, vom Gericht aber zu berücksichtigen 
ist, sofern sie eine sachgerechte Lösung erlaubt (vgl. BGE 141 III 401 E. 4.2.2). Können im Ein-
zelfall weder die pauschalen Sätze des Tarifs noch die Tarmed-Kategorien D („Gutachten mit 
überdurchschnittlichem Schwierigkeitsgrad“) oder E („ausserordentlich schwierige Fälle“) ange-
wendet werden, sind die dafür massgeblichen Gründe darzulegen (vgl. BGE 143 V 269 E. 7.3). 
Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem in Rechnung gestellten Honorar ist angezeigt, wenn 
dieses das üblicherweise zu erwartende Honorar für Gerichtsgutachten deutlich übersteigt (vgl. 

 

 
 
Seite 12    

Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juli 2024, 9C_573/2023, E. 8.4). Mangels bestehender 
Rahmenvereinbarungen zwischen dem Kantonsgericht und den Gerichtsgutachterinnen und 
Gerichtsgutachtern erfolgt die Kostenfestsetzung regelmässig auf der Grundlage des durch die 
Sachverständigen unterbreiteten Kostenvoranschlags. Diese Praxis hat sich bewährt, da sie 
eine faire und angemessene Abbildung des für eine Gerichtsexpertise tatsächlich anfallenden 
Aufwands ermöglicht. Es trifft wohl zu, dass die Kosten für Gerichtsbegutachtungen in der Re-
gel über den üblichen IV-Tarifen liegen, basieren sie doch regelmässig auf der TARMED-
Kategorie E. Dabei ist jedoch darauf hinzuweisen, dass gerichtlichen Gutachten höherer Be-
weiswert zukommt als den Administrativ- und allfälligen Parteigutachten (vgl. BGE 125 V 351 E. 
3b), was mit entsprechenden Qualitätsanforderungen einhergeht. Zudem sind gerichtliche Dos-
siers erfahrungsgemäss besonders umfangreich und enthalten bereits zahlreiche Vorabklärun-
gen und fachärztliche Einschätzungen. Die Anforderungen an medizinische Gerichtsexpertisen 
sind deshalb hoch und haben sich in den letzten Jahren – nicht zuletzt durch die psychiatri-
schen Begutachtungsleitlinien – weiter erhöht, was auch mit einer geringeren Verfügbarkeit ent-
sprechend spezialisierter Fachpersonen einhergeht. Mittlerweile ist es oftmals schwierig, über-
haupt Fachpersonen in der gefragten Disziplin zu finden; dies gilt insbesondere auch bei kom-
plexen Störungsbildern wie dem vorliegenden. 
 
8.2.5 Das Kantonsgericht ist mangels eigener medizinischer Fachkenntnisse nicht in der 
Lage, den erforderlichen Umfang der gutachterlichen Abklärungen in einzelnen Bereichen der 
Gerichtsexpertise abschliessend zu beurteilen. Angesichts der besonderen Komplexität des 
vorliegenden Falls erscheint der von Dr. E.____ geltend gemachte Aufwand angemessen und 
sachlich gerechtfertigt. Eine willkürliche Honorarbemessung liegt offensichtlich nicht vor. Ent-
sprechend sind die Kosten für die gerichtliche Begutachtung vollumfänglich der Beschwerde-
gegnerin aufzuerlegen und es rechtfertigt sich aufgrund der Verletzung des Untersuchungs-
grundsatzes nach Art. 43 ATSG, die Kosten für das Gutachten von Dr. E.____ in der Höhe von 
Fr. 11'200.-- und für das Gutachten von Dr. C.____ im Betrag von Fr. 1'200.-- der Beschwerde-
gegnerin zu auferlegen (vgl. BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 502 E. 4.4). 
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der 
Beschwerdeführerin wies in ihren beiden Honorarnoten vom 3. Juli 2023 und vom 17. Juni 2025 
für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 15 Stunden und 45 Minuten 
aus, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemes-
sen erweist. Die Bemühungen sind zum geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 200.-- bzw. 
von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Beschwerdeführerin ist folglich eine Parteientschädigung in 
der Höhe von insgesamt Fr. 3'370.85 zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
  

 

 
 
Seite 13    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerden werden die angefochtenen Verfü-
gungen vom 24. Februar 2023 und vom 27. März 2023 aufgehoben 
und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. Au-
gust 2021 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 1'000.-- sowie die Kosten für 
das Gutachten von Dr. E.____ im Betrag von Fr. 11'200.-- und das 
Gutachten von Dr. C.____ im Betrag von Fr. 1'200.-- werden der Be-
schwerdegegnerin auferlegt. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3'370.85 zu bezahlen.