# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4745677f-dad5-595d-a6e3-93508b183e97
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2011 C-7136/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7136-2010_2011-08-26.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­7136/2010

U r t e i l   v om   2 6 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richter Bernard Vaudan,
Richter Blaise Vuille,
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

Parteien A._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Visum zu Besuchszwecken.

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Sachverhalt:

A. 
Die  1987  geborene  kenianische  Staatsangehörige  B._______  (im 
Folgenden:  Gesuchstellerin)  beantragte  am  20.  Mai  2010  bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Nairobi ein Schengen­Visum für einen rund 
dreimonatigen  Besuchsaufenthalt  bei  A._______  (im  Folgenden: 
Gastgeber bzw. Beschwerdeführer)  in C._______ (ZH). Dieser hatte am 
17. Mai 2010 eine entsprechende Einladung an die Schweizer Botschaft 
gerichtet.

B. 
Mit  Formularentscheid  vom  20.  Mai  2010  lehnte  es  die  Schweizer 
Vertretung ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete  ihre 
Haltung  mit  der  ihrer  Auffassung  nach  fehlenden  Garantie  für  eine 
Wiederausreise der Gesuchstellerin aus dem Schengen­Raum.

C. 
Gegen diesen Entscheid erhob der Gastgeber ebenfalls am 20. Mai 2010 
Einsprache bei der Vorinstanz. Dabei wendete er ein, die Gesuchstellerin 
habe keine Veranlassung, die Schweiz bzw. den Schengen­Raum nach 
einem  Besuchsaufenthalt  nicht  fristgerecht  wieder  zu  verlassen.  Sie 
studiere  seit  drei  Jahren  an  der  Universität  Eldoret,  werde  im  Herbst 
(nach  dem  geplanten  Besuchsaufenthalt  in  der  Schweiz)  ihr  Studium 
fortführen  und  im  Frühling  2011  ihren  Abschluss  machen.  Er  und  die 
Gesuchstellerin  hätten  alle  erforderlichen  Vorkehrungen  (Flugbuchung, 
Abschluss einer Reiseversicherung und Abgabe einer Garantieerklärung) 
getroffen,  und  er  garantiere  nach  wie  vor  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise seines Gastes.

D. 
Am  22.  Juli  2010  richtete  das Migrationsamt  des  Kantons  Zürich  einen 
Fragekatalog  an  den  Gastgeber,  den  dieser  mit  einer  Eingabe  vom  3. 
August 2010 beantwortete. 

E. 
Mit  Verfügung  vom  13.  September  2010  wies  die  Vorinstanz  die 
Einsprache  ab.  Dies  im  Wesentlichen  mit  der  Begründung,  die 
anstandslose  und  fristgerechte  Wiedeausreise  nach  einem 
Besuchsaufenthalt  könne  nicht  als  gesichert  betrachtet  werden.  Die 
Gesuchstellerin  lebe  in  einer  Region,  aus  der  als  Folge  der  dort 
insbesondere  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  herrschenden  Verhältnisse  ein 

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anhaltend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Bei  der 
Gesuchstellerin selbst handle es sich um eine  junge und unverheiratete 
Studentin.  Ihr  oblägen  weder  familiäre  Verantwortlichkeiten  noch 
berufliche  Verpflichtungen,  welche  trotz  der  allgemeinen  Verhältnisse 
besondere  Gewähr  für  eine  Wiederausreise  bieten  könnten.  Die 
Schweizer  Vertretung  in  Nairobi  habe  die  Ausstellung  eines  Visums 
deshalb zu Recht verweigert.

F. 
Mit  Beschwerde  vom  1.  Oktober  2010  beantragt  der  Gastgeber  beim 
Bundesverwaltungsgericht  implizit,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei 
aufzuheben,  und  das  gewünschte  Besuchsvisum  sei  zu  erteilen.  Zur 
Begründung macht  er  im Wesentlichen geltend,  die Vorinstanz gehe zu 
Unrecht  davon  aus,  dass  die Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  nach 
einem Besuchsaufenthalt nicht gesichert sei. Die  im Zusammenhang mit 
dem Gesuch von den Behörden verlangten Unterlagen seien alle geliefert 
worden,  und er  versichere nochmals,  dass  sein Gast  die Schweiz  nach 
dem Besuchsaufenthalt anstandslos wieder verlassen werde.

G. 
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 2010 
auf Abweisung der Beschwerde. Dabei qualifizierte sie unter anderem die 
im  Zusammenhang  mit  ihrem  Studium  von  der  Gesuchstellerin  im 
erstinstanzlichen Verfahren eingereichte Bestätigung als ungenügend.

H. 
Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer 
Replik.

I. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  und  die  zusammen  mit  der  Beschwerde 
eingereichten  Unterlagen  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.    Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

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20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art.  33 
VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  u.a. 
Verfügungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen­Visums 
zu  Besuchszwecken  verweigert  wird.  In  dieser Materie  entscheidet  das 
Bundesverwaltungsgericht  endgültig  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.    Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem 
VwVG (Art. 37 VGG).

1.3.    Der  Beschwerdeführer  ist  gemäss  Art.  48  Abs.  1  VwVG  zur 
Beschwerde  berechtigt.  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts­  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.451/2002  vom  28. März 
2003 E. 1.2, nicht publiziert in BGE 129 II 215).

3. 
Der  angefochtenen  Verfügung  liegt  das  Gesuch  einer  kenianischen 
Staatsangehörigen  um  Erteilung  eines  Visums  für  einen  dreimonatigen 
Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf 
die  EU/EFTA­Personenfreizügigkeitsabkommen  berufen  kann  und  die 
beabsichtigte  Aufenthaltsdauer  drei  Monate  nicht  überschreitet,  fällt  die 
vorliegende  Streitsache  in  den  persönlichen  und  sachlichen 
Anwendungsbereich  der  Schengen­Assoziierungsabkommen,  mit  denen 
die  Schweiz  den  Schengen­Besitzstand  und  die  dazugehörigen 
gemeinschaftsrechtlichen  Rechtsakte  übernommen  hat.  Das 
Ausländergesetz  vom 16. Dezember  2005  (AuG, SR  142.20)  und  seine 

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Ausführungsverordnung  gelangen  nur  soweit  zur  Anwendung,  als  die 
Schengen­Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 
enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG).

4. 
Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 
Anwendungsbereich des Schengen­Rechts wie folgt:

4.1.    Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht  auf  Einreise  noch  gewährt  es  einen  besonderen  Anspruch  auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch 
– grundsätzlich  nicht  gehalten,  Ausländerinnen  und  Ausländern  die 
Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Verpflichtungen 
handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum 
Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002, 
BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen­Recht 
schränkt  die  nationalstaatlichen  Befugnisse  insoweit  ein,  als  es 
einheitliche  Voraussetzungen  für  Einreise  und  Visum  aufstellt  und  die 
Mitgliedstaaten  verpflichtet,  die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, 
wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise 
bzw. Visum vermittelt auch das Schengen­Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / 
TOBIAS  D.  MEYER,  in:  Martina  Caroni  /  Thomas  Gächter  /  Daniela 
Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.).

4.2.    Angehörige  von  Drittstaaten  dürfen  über  die  Aussengrenzen  des 
Schengen­Raums  für  einen  Aufenthalt  von  höchstens  drei  Monaten  je 
Sechsmonatszeitraums  einreisen,  wenn  sie  im  Besitz  gültiger 
Reisedokumente  sind,  die  zum  Grenzübertritt  berechtigen.  Ferner 
benötigen  sie  ein  Visum,  falls  ein  solches  nach  Massgabe  der 
Verordnung  (EG)  Nr.  539/2001  des  Rates  vom  15.  März  2001  zur 
Aufstellung  der  Liste  der  Drittländer,  deren  Staatsangehörige  beim 
Überschreiten der Aussengrenzen  im Besitz eines Visums sein müssen, 
sowie  der  Liste  der  Drittländer,  deren  Staatsangehörige  von  dieser 
Visumpflicht  befreit  sind,  erforderlich  ist.  Kein  Visum  benötigen 
Drittstaatsangehörige,  die  Inhaber  eines  gültigen  Aufenthaltstitels  sind 
oder über ein gültiges Visum  für den  längerfristigen Aufenthalt  verfügen 
(vgl.  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  AuG,  Art. 2  Abs. 1  der  Verordnung  vom 
22. Oktober  2008  über  die  Einreise  und  die  Visumerteilung  [VEV,  SR 
142.204]  i.V.m.  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung  (EG)  Nr. 
562/2006  des  Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom  15. März 

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2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen 
durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 
vom 13.04.2006, S. 1­32], Art. 4 VEV).

4.3.    Im  Weiteren  müssen  Drittstaatsangehörige  den  Zweck  und  die 
Umstände  ihres  beabsichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über 
ausreichende  finanzielle Mittel verfügen  (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 
Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. 
a–c  der  Verordnung  [EG]  Nr. 810/2009  des  Europäischen  Parlaments 
und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft 
[nachfolgend:  Visakodex]).  Namentlich  haben  sie  in  diesem 
Zusammenhang  zu  belegen,  dass  sie  den  Schengen­Raum  vor  Ablauf 
des  bewilligungsfreien  Aufenthaltes  verlassen,  bzw.  ausreichende 
Gewähr  für  eine  fristgerechte Wiederausreise  zu  bieten  (Art.  14  Abs.  1 
Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu 
PHILIPP  EGLI  /  TOBIAS D. MEYER,  a.a.O.  Art.  5  N. 33).  Weiterhin  dürfen 
Drittstaatsangehörige nicht  im Schengener  Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine  Gefahr  für  die 
öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öffentliche  Gesundheit 
oder  die  internationalen  Beziehungen  eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK).

4.4.   Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 
Bst.  e SGK  ist  auch  dann  anzunehmen, wenn  die  drittstaatsangehörige 
Person  nicht  bereit  ist,  das  Hoheitsgebiet  des  Schengen­Raums 
fristgerecht  wieder  zu  verlassen  (vgl.  dazu  PHILIPP  EGLI  /  TOBIAS  D. 
MEYER,  a.a.O.,  Art.  5  N. 33;  ferner  Urteil  des  deutschen 
Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die 
Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu 
belegen, dass die Gefahr einer  rechtswidrigen Einwanderung oder einer 
nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 
21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesicherten Wiederausreise, wie 
sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt 
vorgesehen  ist,  steht  mit  dieser  Regelung  im  Einklang  (vgl.  BVGE 
2009/27  E.  5  mit  Hervorhebung  des  Zusammenhangs  zum 
Einreiseerfordernis  des  belegten  Aufenthaltszwecks  nach  Art.  5  Abs.  1 
Bst. c SGK).

4.5.    Sind  die  vorerwähnten  Einreisevoraussetzungen  (Visum 
ausgenommen) nicht erfüllt, darf ein  für den gesamten Schengen­Raum 
geltendes  "einheitliches  Visum"  (Art.  2  Ziff.  3  Visakodex)  nicht  erteilt 

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werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es  jedoch ein Mitgliedstaat aus 
humanitären  Gründen,  aus  Gründen  des  nationalen  Interesses  oder 
aufgrund  internationaler  Verpflichtungen  für  erforderlich,  so  ist  er 
berechtigt,  der  drittstaatsangehörigen  Person,  welche  die  ordentlichen 
Einreisevoraussetzungen  nicht  erfüllt,  ausnahmsweise  ein  "Visum  mit 
räumlich  beschränkter  Gültigkeit"  zu  erteilen  (Art.  2  Ziff.  4  Visakodex). 
Dieses  Visum  ist  grundsätzlich  nur  für  das  Hoheitsgebiet  des 
ausstellenden  Staates  gültig  (Art.  32  i.V.m.  Art.  25  Abs.  1  Bst.  a 
Visakodex;  unter  denselben  Voraussetzungen  kann  einer 
drittstaatsangehörigen  Person  die  Einreise  an  den  Aussengrenzen 
gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK).

5. 
5.1.  Die Gesuchstellerin unterliegt als kenianische Staatsangehörige der 
Visumspflicht  (Anhang  I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates 
vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach 
Art.  5  Abs.  1  SGK  steht  die  Frage  der  gesicherten Wiederausreise  im 
Vordergrund,  welche  die  Vorinstanz  aufgrund  der  allgemeinen  Lage  im 
Heimatland  sowie  der  persönlichen  Verhältnisse  der  Gesuchstellerin 
anzweifelt.  Dazu  lassen  sich  in  der  Regel  keine  gesicherten 
Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche 
Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen.

5.2.    Anhaltspunkte  zur  Beurteilung  der  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise  können  sich  aus  der  allgemeinen  Situation  im 
Herkunftsland  der  Besucherin  oder  des  Besuchers  ergeben. 
Einreisegesuche  von  Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  bzw. 
Regionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen 
Verhältnissen  können  darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche 
Interessenlage  in  solchen  Fällen  nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer 
zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

5.3.    Obwohl  Kenia  die  leistungsfähigste  Volkswirtschaft  in  der 
ostafrikanischen Region ausweisen kann, leben trotzdem knapp 60% der 
Bevölkerung  unterhalb  der  Armutsgrenze.  Ungefähr  25%  der 
Bevölkerung müssen mit  weniger  als  1  US­Dollar  pro  Tag  auskommen 
(Quelle:  Webseite  des  Deutschen  Auswärtigen  Amtes: 
www.auswaertiges­amt.de > Länder, Reise, Sicherheit > Auswahl Kenia > 
Wirtschaftspolitik,  Stand:  November  2010,  besucht  im  Juli  2011). 
Geschätzte  40%  [Stand  2008]  der  arbeitsfähigen  Bevölkerung  sind 
arbeitslos  (Quelle:  Webseite  der  Central  Intelligence  Agency  [CIA]: 

http://www.auswaertiges-amt.de

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www.cia.gov  >  The  World  Factbook  >  Auswahl  Kenya  >  Economy, 
besucht  im  Juli  2011).  Entsprechend  hoch  ist  der  Anteil  jener,  die 
versuchen, nach Westeuropa – unter anderem auch in die Schweiz – zu 
gelangen,  um  sich  unter  günstigeren  Bedingungen  eine  (bessere) 
Existenz  aufzubauen.  Diese  Tendenz  zur  Auswanderung  zeigt  sich 
erfahrungsgemäss  besonders  stark  bei  jüngeren  und  ungebundenen 
Personen,  die  bereits  über  ein  minimales  soziales  Beziehungsnetz  im 
Ausland (Verwandte oder Freunde) verfügen.  Im Falle der Schweiz führt 
dies  angesichts  der  restriktiven  Zulassungsregelung  nicht  selten  zur 
Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen. 

5.4.    Bei  der  Risikoanalyse  sind  allerdings  nicht  nur  die  erwähnten 
allgemeinen  Umstände  und  Erfahrungen,  sondern  auch  sämtliche 
Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu  berücksichtigen.  Obliegt 
einer  gesuchstellenden  Person  im  Heimatland  beispielsweise  eine 
besondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung, 
kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose 
Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer 
Heimat  keine  besonderen  Verpflichtungen  haben,  das  Risiko  für  ein 
ausländerrechtlich  nicht  regelkonformes  Verhalten  (nach  bewilligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

6. 
6.1.    Bei  der  Gesuchstellerin  handelt  es  sich  um  eine  junge, 
unverheiratete Frau. Sie  lebt zusammen mit  ihrer Mutter  in Eldoret. Eine 
Schwester  der  Gesuchstellerin  wohnt  in  Mombasa.  Ob  in  Kenia  noch 
weitere  nahe  Angehörige  leben,  kann  den  Akten  nicht  entnommen 
werden.  Die  Gesuchstellerin  dürfte  in  ihrer  Heimat  zwar  familiäre 
Bindungen  haben.  Eigentliche  Verpflichtungen  persönlicher  oder 
familiärer  Natur,  welche  die  Prognose  einer  fristgerechten  und 
anstandslosen  Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt 
begünstigen  könnten,  wurden  aber  weder  geltend  gemacht  noch  sind 
solche ersichtlich.

6.2.    Im  Zeitpunkt  des  Visumantrags  ging  die  Gesuchstellerin  keiner 
Erwerbstätigkeit  nach.  Sie  studierte  an  der  Moi  Universität  in  Eldoret 
"Business  Management".  Ob  sie  ihr  Studium  –  wie  im 
Einspracheverfahren  vom  Beschwerdeführer  in  Aussicht  gestellt – 
tatsächlich  im  Frühling  dieses  Jahres  mit  Erfolg  abgeschlossen  hat,  ist 
nicht  bekannt.  Im  Weiteren  kann  den  Akten  auch  nicht  entnommen 
werden,  in  welchen  wirtschaftlichen  Verhältnissen  sie  und  ihre 

http://www.cia.gov

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Angehörigen  leben.  Insgesamt  sind daher  auch  in  den beruflichen bzw. 
wirtschaftlichen Verhältnissen  der Gesuchstellerin  keine Besonderheiten 
erkennbar, welche die Gefahr eines Verbleibens  in der Schweiz bzw.  im 
Schengen­Raum  über  den  deklarierten  Zeitraum  hinaus  als 
unwahrscheinlich erscheinen liessen.

6.3.    Vor  dem  allgemeinen  und  persönlichen  Hintergrund  konnte  die 
Vorinstanz demnach willkürfrei davon ausgehen, dass keine hinreichende 
Gewähr  für  eine  fristgerechte  und  anstandslose  Wiederausreise  der 
Gesuchstellerin  nach  einem  Besuchsaufenthalt  besteht.  An  dieser 
Einschätzung  vermögen  die  gegenteiligen  Zusicherungen  des 
Beschwerdeführers nichts zu ändern. Als Gastgeber kann er mit rechtlich 
verbindlicher  Wirkung  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im 
Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt,  nicht  aber  für  ein 
bestimmtes  Tun  oder  Unterlassen  seines  Gastes  einstehen  (vgl.  in 
diesem Zusammenhang BVGE 2009/27 E. 9). 

6.4.  Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter 
Gültigkeit  (vgl.  E.  4.5)  wurden  vom  Beschwerdeführer  nicht  geltend 
gemacht und sind auch nicht ersichtlich.

7.  
Aus  vorstehenden Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 
daher abzuweisen.

8. 
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art.  1, 2 und 3 
Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  700.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref­Nr. ZEMIS […])

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

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