# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f984aece-9919-5d1b-a593-592c7a664dc6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.06.2014 D-1396/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1396-2014_2014-06-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1396/2014/plo 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  J u n i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, Richter Martin Zoller,    

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Iran, 

vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 13. Februar 2014 / N (…). 

 

 

D-1396/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger des Iran – ersuchte am 

11. November 2011 um Gewährung von Asyl in der Schweiz, worauf er 

vom BFM am 23. November 2011 zu seiner Person, zu seinem Reise-

weg, zum Verbleib seiner Reise- und Identitätspapiere und summarisch 

zu seinen Gesuchsgründen befragt wurde. 

Ein Jahr nach der Gesucheinreichung – mit Eingabe vom 7. November 

2012 – reichte er ohne weitere Erklärungen Identitätspapiere (Shenas-

nameh) zu den Akten. Mit Eingabe vom 17. April 2013 ersuchte er sodann 

um Auskunft über den Stand seines Asylverfahrens. Diese Eingabe wurde 

vom Bundesamt am 23. April 2013 beantwortet. 

Die einlässliche Anhörung fand am 8. August 2013 statt, wobei der Be-

schwerdeführer nochmals zu seinen persönlichen Verhältnissen, zu sei-

nem Reiseweg und zum Verbleib seiner Papiere befragt wurde. 

B.  

B.a Anlässlich der Befragung führte der Beschwerdeführer zu seinem 

persönlichen Hintergrund aus, er sei ethnischer Kurde sunnitischen Glau-

bens und er stamme aus der nordwestiranischen Stadt B._______ (Pro-

vinz C._______), wo weiterhin seine Ehefrau mit ihrem gemeinsamen 

Kind sowie seine Mutter und (…) Geschwister wohnhaft seien. Ein weite-

res Geschwister lebe andernorts im Iran. Sein Vater sei bereits verstorben 

und Verwandte im Ausland habe er keine. Im Rahmen der Anhörung 

brachte er neu vor, seine Frau habe sich in der Zwischenzeit von ihm ge-

trennt, indem sie zu ihren Eltern zurückgekehrt sei und das gemeinsame 

Kind bei seiner Mutter zurückgelassen habe. Im Weitereren gab er an, er 

habe (… [einen handwerklichen Beruf]) gelernt, nachdem er im Alter von 

17 Jahren das Gymnasium abgebrochen habe, und er sei bis zu seiner 

Ausreise auf diesem Beruf tätig gewesen, indem er nach dem Tod seines 

Vaters dessen Geschäft weitergeführt habe. In B._______ habe er bis zu 

seiner Ausreise am Wohnort seiner Eltern gelebt, respektive nach seiner 

Heirat habe er mit seiner Frau die Wohnung unter jener seiner Eltern be-

zogen.  

B.b Als Grund für sein Asylgesuch brachte er im Wesentlichen vor, er ha-

be den Iran verlassen, weil ihm im Zeitpunkt seiner Ausreise eine Verhaf-

tung durch den Etelaat (den iranischen Sicherheitsdienst) gedroht gehabt 

habe. In diesem Zusammenhang führte er an, er habe am 9. Juli 2011 re-

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spektive eines Abends anfangs Sommer 2011 mit seinem Auto von 

B._______ in die Stadt D._______ fahren wollen (nordöstlich von 

B._______ gelegen), um dort Einkäufe für sein Geschäft zu tätigen. Auf 

diesem Weg, die genaue Stelle könne er aber nicht benennen, respektive 

bei der Stelle habe es sich um die Haarnadelkurve von E._______ ge-

handelt, ein in den kurdischen Medien wegen der dortigen Kämpfe oft 

genannter Ort, sei er von zwei bewaffneten Männern in kurdischer Klei-

dung angehalten worden. Diese hätten ihn in der Folge gezwungen, um-

zukehren und sie und zwei Verletzte mitzunehmen. An einem Ort namens 

F._______ beziehungsweise bei einem Garten am Fluss G._______ hät-

ten sie angehalten. Dort habe er bis zum nächsten Morgen bleiben müs-

sen, dann sei er von den Bewaffneten ohne weitere Erklärung freigelas-

sen worden. Er sei weggefahren, jedoch habe er wenig später bei einem 

Brunnen in einem Dorf angehalten, um sein Gesicht zu waschen. Dabei 

habe er bemerkt, dass die hinteren Sitze seines Autos mit Blut ver-

schmiert gewesen seien. Um dieses abzuwaschen habe er bei einem 

Haus nach einem Reinigungsmittel gefragt und während dem Autowa-

schen seien einige Dorfbewohner hinzugetreten, welchen er auf deren 

Nachfrage hin über sein Erlebnis berichtet habe. Von einem älteren Mann 

sei ihm daraufhin erklärt worden, dass es sich bei den von ihm transpor-

tierten Personen um Kämpfer der oppositionellen PJAK (Partiya Jiyana 

Azad a Kurdistane) gehandelt habe, respektive der Mann habe von 

Kämpfen berichtet, bei welchen etwa sieben Pasdaran (Revolutionsgar-

disten) oder vielleicht auch mehr getötet worden seien. Der Mann habe 

ihm gleichzeitig geraten, er solle jetzt besser aus dem Land flüchten, um 

einer Verhaftung durch die Behörden zu entgehen. Vor diesem Hinter-

grund habe er sich noch am gleichen Tag in die Stadt H._______ bege-

ben (nordwestlich von B._______, an der Grenze zum Irak gelegen). Von 

dort habe er seine Mutter angerufen, welche ihm bei dieser Gelegenheit 

mitgeteilt habe, dass er bereits an diesem Morgen bei ihnen zuhause von 

Angehörigen des Etelaat gesucht worden sei. Vor diesem Hintergrund sei 

er umgehend aus dem Iran ausgereist. Auf entsprechende Nachfrage hin 

brachte er vor, nach seiner Entführung habe er sich nicht an die Polizei 

gewandt, da er als Kurde kein Vertrauen in die Behörden habe, und er 

habe erst von H._______ nach Hause telefoniert, da er vorher mit seinem 

Mobiltelefon keinen Empfang gehabt habe.  

B.c Im Rahmen der Befragungen führte der Beschwerdeführer auf Fra-

gen nach den Umständen seiner Ausreise an, er habe im Dorf L._______ 

sein Auto gewaschen und ihm sei dort von Dorfbewohnern zur Ausreise 

geraten worden. Von dort sei er nach H._______ gelangt und habe den 

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Iran dann am 10. Juli 2011 verlassen, indem er von einem Schlepper bei 

I._______ (beim Dreiländereck Iran, Irak und Türkei gelegen) über die 

grüne Grenze in die Region von J._______ (das türkische K._______) 

gebracht worden sei. Im Verlauf der Anhörung brachte er zur Frage nach 

der Ausreiseroute vor, er sei von B._______ nach H._______ gefahren 

und von dort in eine Ortschaft namens L._______ gelangt, von wo er zwi-

schen dem 17. und 20. Tir 1390 (zwischen dem 8. und 11. Juli 2011) über 

die Grenze in die Türkei nach J._______ gegangen sei. Auf Nachfragen 

sowohl im Rahmen der Befragung als auch anlässlich der Anhörung 

machte er geltend, was seine Ausreise aus dem Iran gekostet habe, wis-

se er nicht mehr so genau, und auch ungefähr könne er das nicht sagen, 

respektive er habe sehr viel für seine Reise ausgegeben, wie viel genau 

wisse er aber nicht, respektive für die Reise von der Türkei in die Schweiz 

habe seine Familie 8'500 oder 9'500 US-Dollar bezahlt.  

B.d Auf die Frage nach dem Verbleib seiner Reisepapiere brachte er im 

Verlauf der Befragung vor, er habe noch nie einen Reisepass besessen 

und seine Identitätskarte, welche in seiner Kindheit ausgestellt worden 

sei, sei zuhause zurückgeblieben. Zwar habe er auch noch einen Militär- 

und einen Führerausweis besessen, diese Papiere habe er jedoch in sei-

nem Auto in B._______ zurückgelassen. Im Rahmen der Anhörung gab 

er an, seine Shenasnameh habe er bereits eingereicht, an den Ort, wo er 

seinen Militär- und seinen Führerausweis gelassen habe, könne er sich 

aber nicht mehr erinnern.  

B.e Im Verlauf der Anhörung machte der Beschwerdeführer neu geltend, 

nach seiner Ausreise seien seine Mutter, seine Frau und seine Brüder 

von Leuten des Etelaat unter Druck gesetzt worden, um seinen Aufent-

haltsort zu erfahren. Näheres dazu wisse er nicht, da er mit seiner Familie 

nur über Facebook und das Internet kommuniziere, welches überwacht 

werde. Seine Angehörigen seien von Personen des Etelaat bedroht und 

zu Anhörungen mitgenommen worden. Seine Frau habe das nicht aus-

gehalten, weshalb sie zu ihren Eltern zurückgekehrt sei. Im Verlauf der 

Anhörung gab er zudem an, dass er kein Politiker sei, nie politische Akti-

vitäten gemacht und auch kein Interesse an Politik habe, sondern er ein-

fach nur ein Geschäftsmann sei, was er schon bei der Befragung erwähnt 

habe. Dabei bekräftigte er auf Nachfrage hin, er habe in seiner Heimat 

nie Probleme mit den Behörden gehabt, da er sich ja für Politik nicht inte-

ressiere.  

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Seite 5 

C.  

Mit Verfügung vom 13. Februar 2014 – eröffnet am 15. Februar 2014 – 

lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug 

an. In seinem Entscheid erkannte das Bundesamt die Vorbringen des Be-

schwerdeführers als oberflächlich und unlogisch und daher insgesamt 

unglaubhaft. Dabei verwies das Bundesamt vorab auf eine mangelnde 

Substanziierung der Schilderungen über den angeblichen behördlichen 

Druck auf seine Familie, über seine angeblichen Entführer und über die 

angebliche Suche der Behörden nach seiner Person. Sodann erklärte es 

verschiedene Sachverhaltselemente – zunächst die unterbliebene Mel-

dung bei den Behörden nach der angeblich erlittenen Entführung, sodann 

das Autowaschen als erste Handlung danach und schliesslich die Kon-

taktnahme mit der Familie erst lange nach der angeblichen Freilassung – 

als nicht nachvollziehbar respektive unlogisch. Den Wegweisungsvollzug 

in den Iran erachtete das Bundesamt als zulässig, zumutbar und möglich.  

D.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch 

seinen neu mandatierten Rechtsvertreter – am 17. März 2014 Beschwer-

de, wobei er in seiner Eingabe zur Hauptsache die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die 

Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit 

oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges und die Anordnung ei-

ner vorläufigen Aufnahme in der Schweiz beantragte. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte er um Erlass der Verfahrenskosten und um Befreiung 

von der Kostenvorschusspflicht sowie um Beigabe seines Anwalts als un-

entgeltlichen Rechtsbeistand. Im Rahmen seiner Beschwerdebegründung 

hielt der Beschwerdeführer an seinen Gesuchsvorbringen fest, wobei er 

dem BFM eine unzutreffende Würdigung seiner Sachverhaltsschilderun-

gen sowie eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und der Be-

gründungspflicht vorhielt. Dabei brachte er einleitend vor, er habe eigent-

lich nicht (… [nur die genannten]) sondern tatsächlich (… [noch mehr]) 

Geschwister. Im erstinstanzlichen Verfahren habe er sich jedoch nicht 

gewagt über seine (… [mehreren]) in Norwegen und Kanada lebenden 

und dort als Flüchtlinge anerkannten Geschwister zu berichten, zumal er 

befürchtet habe, diese durch Angaben zu ihrer Person in Gefahr zu brin-

gen. Den vorinstanzlichen Feststellungen betreffend eine mangelnde 

Substanziierung und Logik seiner Vorbringen entgegnete er sodann, er 

habe sehr wohl ausführlich und nachvollziehbar über den behördlichen 

Druck auf seine Angehörigen seit seiner Ausreise sowie realitätsnah und 

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detailliert über seine kurdischen Entführer berichtet. Auch habe das von 

ihm geschilderte Verhalten nach seiner Entführung durchaus der Logik 

seiner besonderen Situation entsprochen. Dass er sich nicht an die Be-

hörden gewandt habe, sei vor dem Hintergrund des von ihm bis dahin 

noch nicht erwähnten politischen Engagements seiner Brüder für die kur-

dische Sache sehr wohl verständlich. Nachdem sein Verhalten nach sei-

ner Entführung durchaus logisch sei und er sich im Verlauf der Befragun-

gen auch nie widersprochen habe, seien seine Gesuchsvorbringen als 

glaubhaft zu erkennen, zumal sie auch mit Realkennzeichen besetzt und 

keinesfalls als "gelernt" zu erkennen seien. Unter Verweis auf englisch- 

und iranischsprachige Presseartikel betreffend ein Gefecht von Kämpfern 

der PJAK mit iranischen Sicherheitskräften von Ende Juli 2011 machte er 

schliesslich geltend, auch damit sei belegt, dass er damals ein umkämpf-

tes Gebiet durchquert habe. In seinen weiteren Ausführungen – für wel-

che auf die Akten zu verweisen ist – erklärte er seine Gesuchsvorbringen 

als asylrelevant und einen allfälligen Wegweisungsvollzug in den Iran als 

unzulässig. Mit seiner Rechtsmitteleingabe reichte er neben den erwähn-

ten Presseberichten verschiedene Beweismittel betreffend den geltend 

gemachten Aufenthalt von (… [mehreren]) Geschwistern angeblich als 

Flüchtlinge in Norwegen und Kanada zu den Akten, wobei er weitere Be-

weismittel dazu in Aussicht stellte. 

E.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. März 

2014 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, er könne den Ausgang des 

Verfahrens in der Schweiz abwarten. Für den Entscheid über die Gesu-

che um Erlass der Verfahrenskosten und um Befreiung von der Kosten-

vorschusspflicht sowie um Beigabe seines Anwalts als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, zumal der 

Beschwerdeführer vorab aufgefordert wurde, innert Frist die von ihm in 

Aussicht gestellten Beweismittel aus dem Ausland nachzureichen und all-

fällige Beschwerdeergänzungen vorzunehmen.  

F.  

Mit Eingabe vom 25. April 2014 liess der Beschwerdeführer durch seinen 

Rechtsvertreter Beweismittel aus der Heimat (eine Kopie der Shenasna-

meh seiner Mutter mit englischer Übersetzung, eine Kopie ihres Reise-

passes und ein Zustellcouvert aus dem Iran) und aus Kanada (eine 

E-Mail und Kopien der kanadischen Identitätspapiere [… eines Geschwis-

ters]) nachreichen. Gleichzeitig brachte er neu vor, zwar habe er im Rah-

men der Anhörung vom 8. August 2013 zu Protokoll gegeben, er sei 

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mangels Interesse politisch nicht aktiv, indes habe er im Jahre 2012 an 

fünf bis sechs Standaktionen gegen das iranische Regime teilgenommen, 

wobei er betreffend zwei Veranstaltungen vom (… [Herbst]) 2012 insge-

samt 11 Fotos vorlegen könne. Zudem habe er am 1. Oktober 2013 seine 

Aufnahme in der oppositionellen M._______ beantragt und seither für 

diese Organisationen beträchtliche Aktivitäten entfaltet, etwa indem er für 

diese (… [im]) April 2014 an einer von iranischen Kurden organisierten 

Demonstration teilgenommen habe, an welcher er auch eine kleine Rede 

gehalten habe. Ausserdem habe er unter seinem Namen und mit seinem 

Bild versehen insgesamt sechs Artikel auf einer Internetseite der 

M._______ verfasst. Für die in Zusammenhang mit diesen Vorbringen 

vorgelegten Beweismittel (u.a. eine Mitgliederbestätigung vom 10. März 

2014, Fotoprints und auf Internetseiten publizierte Artikel) wird – soweit 

wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Unter Be-

rufung auf ein exilpolitisches Engagement (… [eines]) in Norwegen le-

benden (… [Geschwisters]) gelangte er zum Schluss, von daher und auf-

grund seiner eigenen exilpolitischen Tätigkeiten dürfte im Fall einer Rück-

kehr in den Iran von einem beträchtlichen Risiko auszugehen sein, zumal 

seine Aktivitäten den iranischen Behörden bestimmt bekannt seien.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die 

Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei ent-

scheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was 

vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens 

des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(vgl. dazu Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33 

Verwaltungsgerichtsgesetz [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

Bundesgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz 

(VwVG, SR 172.021), soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes 

bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 ff. AsylG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und seine 

Beschwerdeeingabe erfolgte frist- und formgerecht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 

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Seite 8 

2.  

2.1 Vom Beschwerdeführer wird in der Beschwerdeeingabe unter ande-

rem geltend gemacht, vom BFM sei der Untersuchungsgrundsatz verletzt 

worden. Indes ist aufgrund der Aktenlage auch nicht ansatzweise ersicht-

lich, in welcher Hinsicht es im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens 

von Seiten des BFM weitergehender Abklärung bedurft hätte. Auch in 

Richtung der behaupteten Verletzung der Begründungspflicht ist nichts 

ersichtlich, zumal alleine eine von der Einschätzung des Beschwerdefüh-

rers abweichende Würdigung der Sache durch das BFM keine solche 

darstellt. Da es schliesslich auch aufgrund der heutigen Aktenlage keiner 

weiteren Abklärungen bedarf, fällt eine Rückweisung der vorliegenden 

Sache ans BFM ausser Betracht, womit das Gericht einen Entscheid in 

der Sache zu treffen hat (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 

2.2 Aufgrund der Aktenlage kann auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet werden (Art. 111a Abs. 1 AsylG) 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 In der angefochtenen Verfügung hält das BFM im Wesentlichen dafür, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers seien unglaubhaft, da seine Ge-

suchsvorbringen keine nennenswerte Substanz aufweisen und zudem in 

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verschiedener Hinsicht der allgemeinen Erfahrung und Logik des Han-

delns widersprechen würden. Diese Schlüsse werden vom Beschwerde-

führer bestritten, indem er seine Sachverhaltsschilderungen als durchaus 

nachvollziehbar, substanziiert und widerspruchsfrei darstellt. Seine dies-

bezüglichen Ausführungen sind jedoch nicht geeignet, die zwar kurzen, 

jedoch grundsätzlich schlüssigen Feststellungen des BFM betreffend das 

Vorliegen offenkundiger Mängel in seinem Sachverhaltsvortrag zu ent-

kräften. Die Feststellungen des Bundesamtes zur Unglaubhaftigkeit sei-

ner Gesuchsvorbringen erweisen sich – wie nachfolgend aufgezeigt – als 

insgesamt zutreffend.  

4.2 Der Beschwerdeführer bekräftigt auch auf Beschwerdeebene, er habe 

seine Heimat am 10. Juli 2011 verlassen, weil er eine Verhaftung durch 

die iranischen Sicherheitskräfte befürchtet habe, nachdem er in der Nacht 

zuvor gegen seinen Willen Kämpfern der PJAK habe helfen müssen. Der 

Beschwerdeführer hält dafür, seine Schilderungen zur geltend gemachten 

Entführung seien keineswegs unsubstanziiert, sondern detailliert und zu-

dem mit Realkennzeichen unterlegt. Dieses Vorbringen findet in den Ak-

ten jedoch keine Stütze. Seine Beschreibungen zum angeblichen Kontakt 

mit bewaffneten Kurden sind vielmehr als äusserst rudimentär zu be-

zeichnen. Über die blosse Behauptung der Entführung hinaus sind keine 

Anzeichen einer konkreten Betroffenheit vom behaupteten Ereignis er-

kennbar, womit sich nicht auf ein tatsächliches Erleben schliessen lässt. 

Zugleich kann auch das Beschwerdevorbringen betreffend die angebliche 

Widerspruchsfreiheit seiner Schilderungen nicht überzeugen. Er hat in 

seinen Schilderungen das angeblich fluchtauslösende Ereignis mit ver-

schiedenen Ortsnamen in Verbindung gebracht und seine diesbezügli-

chen Angaben variieren stark. So wollte er anlässlich der Kurzbefragung 

den exakten Ort seiner Entführung nicht kennen, eineinhalb Jahre später 

verwies er jedoch im Rahmen der Anhörung plötzlich auf einen sehr auf-

fälligen Ort (die Haarnadelkurve … nördlich von E._______), welche ihm 

mit Sicherheit schon anlässlich der Befragung geläufig gewesen wäre, 

wäre er tatsächlich dort entführt worden. Benannte er bei der Befragung 

noch das Dorf, wohin er angeblich entführt worden sei (ein Dorf angeblich 

namens F._______), sprach er später nur noch von einem Garten in Rich-

tung des G._______-Flusses vor der Stadt N._______. Machte er im 

Rahmen der Befragung noch geltend, er habe sein Auto in einem Dorf 

namens L._______ gewaschen, so will er anlässlich der Anhörung über 

eine Ortschaft namens L._______ in die Türkei ausgereist sein. Völlig un-

klar bleibt im Übrigen, wo er sein Auto gelassen hat, da er diesbezüglich 

in sich unvereinbare Angaben macht (bspw. will er mit seinem Auto min-

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Seite 10 

destens bis nach H._______ gefahren sein, gleichzeitig erwähnte er sei-

ne Papiere in seinem Auto in B._______ zurückgelassen zu haben, also 

nicht irgendwo auf seiner Fluchtroute, sondern bei ihm zuhause; act. A4 

Ziff. 4.04). Ebenso unterschiedlich sind die Angaben zum Startpunkt sei-

ner Ausreise (im Rahmen der Anhörung nannte er wiederum B._______, 

also seinen Heimatort; act. A14 F. 44). Schliesslich hält das BFM dem 

Beschwerdeführer zu Recht eine mangelnde Substanziierung vor, soweit 

es dessen Angaben zu den angeblich von seinen Angehörigen erlittenen 

Nachstellungen nach seiner Flucht betrifft, steht er doch offenkundig in 

engem Kontakt mit seiner Familie, wie dies die Nachreichung erst seiner 

Shenanasmeh und später von weiteren Beweismitteln über den Weg der 

iranischen Post belegt.  

4.3 Der Beschwerdeführer hält schliesslich dafür, seine Vorbringen seien 

keineswegs unlogisch, sondern unter Berücksichtigung seines Hinter-

grundes durchaus nachvollziehbar. Indes bestehen seine Schilderungen 

bei objektiver Betrachtung im Wesentlichen bloss aus einer Verknüpfung 

von plakativen Elementen (eine überraschende Verschleppung durch 

PJAK-Kämpfer, dann eine unbehelligte Freilassung, daraufhin eine War-

nung vonseiten eines unbekannten Dorfbewohners und alleine aus die-

sem Grund eine überstürzte Flucht nach H._______, wo der Beschwerde-

führer schliesslich von einer bereits laufenden Suche nach ihm erfahren 

haben will), was in Verbindung mit den vorstehend erkannten Ungereimt-

heiten nicht überzeugen kann.  

4.4 Die Unglaubhaftigkeitselemente werden auch nicht durch die einge-

reichten Beweismittel relativiert. So handelt es sich zwar bei dem vom 

Beschwerdeführer angegebenen Gebiet tatsächlich um eine Region, wo 

es zu Kämpfen zwischen den iranischen Sicherheitsbehörden und den 

PJAK gekommen ist. Nach einer Phase relativer Ruhe liess sich ein ho-

her iranischer Offizier am 12. Juli 2011 in der Teheran Times dahingehend 

verlauten, die Duldung der konterrevolutionären PJAK durch den Irak 

werde nicht länger hingenommen. Dies kann im Nachhinein als Ankündi-

gung der Offensive gegen die PJAK verstanden werden, welche vom ira-

nischen Militär ab dem 16. Juli 2011 in Angriff genommen wurde. Gemäss 

übereinstimmender Quellenlage setzte das iranische Militär grosse Trup-

penverbände ein, um die PJAK aus der Provinz C._______ zu treiben. 

Dabei erzielten die iranischen Verbände Erfolge gegen die PJAK, sie erlit-

ten aber auch kleinere Verluste, und zwar namentlich am 22. Juli 2011, 

als ein Fahrzeug des iranischen Militärs auf eine von der PJAK ausgeleg-

te Mine auffuhr. Bei diesem Ereignis fanden sechs Fahrzeuginsassen – 

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darunter ein hochrangiger Kommandant der Revolutionsgarden – den 

Tod, wobei sich auch die Teheran Times zu diesem ausserordentlichen 

Vorfall äusserte, indem sie über den Tod dieser sechs Personen als Mär-

tyrer berichtete. Die Kampfhandlungen kamen erst gegen Ende Septem-

ber 2011 mit der weitgehenden Niederlage der PJAK zum Erliegen. Über 

diese Ereignisse, wie auch weitere Verluste des iranischen Militärs (bspw. 

den Tod von fünf Armeeangehörigen, welche anfangs August mit ihrem 

Fahrzeug in einen Hinterhalt der PJAK gerieten), wurde in der Presse 

wiederholt berichtet. Dies allein vermag die Involvierung des Beschwer-

deführers und die daraus resultierende Verfolgung durch die Behörden 

jedoch nicht als wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Hinzu kommt, dass 

gemäss den zur Verfügung stehenden Presseberichten von keinen ernst-

haften Zwischenfällen in dieser Region um den 9. Juli 2011 berichtet wird, 

sondern nur von Kampfhandlungen nach dem 16. Juli 2011.  

4.5 Auch die Verwandtschaft mit im Ausland lebenden Flüchtlingen ver-

mag zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Zunächst ist dazu festzuhal-

ten, dass nicht recht nachvollziehbar erscheint, dass der Beschwerdefüh-

rer seine Geschwister im Ausland anlässlich der Befragungen einfach 

nicht erwähnt hat. Eine angebliche Furcht, diese dadurch zu gefährden, 

vermag dabei nicht zu überzeugen. Weitere Zweifel werden durch das mit 

Beschwerdeergänzung eingereichte Dokument der Mutter (Shenasna-

meh) aufgeworfen, wonach der Beschwerdeführer, der anlässlich der An-

hörungen (… [einige]) Geschwister namentlich aufzählte, dann im Rah-

men der Beschwerde aufzeigte, es kämen noch (… [mehrere]) dazu (…), 

gemäss diesem Dokument nun aber (… [noch mehr]) Geschwister haben 

müsste. Ohnehin hat der Beschwerdeführer aber nicht geltend gemacht, 

wegen im Ausland lebenden Verwandten Nachteilen ausgesetzt gewesen 

zu sein und auch im Übrigen vermöchte dies die angeführten Unglaubhaf-

tigkeitselemente nicht zu relativieren. 

4.6 Nach dem Gesagten – aufgrund mannigfacher erheblicher Mängel im 

Sachverhaltsvortrag – ist mit dem BFM im Resultat von insgesamt kon-

struierten Gesuchsvorbringen auszugehen. Eine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Gefährdungslage im Zeitpunkt der Ausreise ist damit nicht glaub-

haft gemacht, womit die Ablehnung des Asylgesuches durch das BFM zu 

bestätigen ist. 

5.  

5.1 Nachdem sich der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren 

noch als völlig unpolitische Person dargestellt hat, macht er auf Be-

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Seite 12 

schwerdeebene neu geltend, im Falle einer Rückkehr in den Iran wäre er 

dort aufgrund der Verbindung zu einem exilpolitisch aktiven Bruder und 

seiner eigenen exilpolitischen Aktivitäten gefährdet. Mit seinen diesbezüg-

lichen Vorbringen, welche nicht schon in der Beschwerde sondern erst im 

Rahmen der Eingabe vom 25. April 2014 erhoben wurden, bringt er im 

Wesentlichen vor, er habe erst durch sein Verhalten in der Schweiz einen 

Grund für eine zukünftige Verfolgung durch die iranischen Behörden ge-

setzt, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft aufgrund des Vorliegens sub-

jektiver Nachfluchtgründe erfülle. Solche sind anzunehmen, wenn eine 

asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Her-

kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise – namentlich 

durch politische Aktivitäten – eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 

zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten 

gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig 

aufgenommen. Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist unabhän-

gig davon anzuwenden, ob Nachfluchtgründe missbräuchlich gesetzt 

worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.; Botschaft 

zur Totalrevision des Asylgesetzes vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 

73). Von daher ist für das Asylverfahren nicht entscheidend, welchen 

mutmasslichen Zweck die asylsuchende Person mit ihren exilpolitischen 

Tätigkeiten verfolgt, ein missbräuchliches Setzen von Nachfluchtgründen 

steht aber unter der Strafandrohung von Art. 116 Bst. c und d AsylG.  

5.2 Nach konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts stellt bei ira-

nischen Asylsuchenden das blosse Einreichen eines Asylgesuches noch 

keinen subjektiven Nachfluchtgrund im Sinne von Art. 54 AsylG dar. 

Demgegenüber bleibt im Einzelfall zu prüfen, ob die in der Schweiz ent-

wickelten exilpolitischen Aktivitäten bei einer allfälligen Rückführung in 

den Iran mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im 

asylrechtlichen Sinne nach sich ziehen würden. Nach Erkenntnis des Ge-

richts steht im Iran die politische Betätigung für staatsfeindliche Organisa-

tionen im Ausland unter Strafe. Einschlägigen Berichten zufolge wurden 

Personen verhaftet, angeklagt und verurteilt, welche sich unter anderem 

im Internet kritisch zum iranischen Staat äusserten. Es ist überdies all-

gemein bekannt und unbestritten, dass die iranischen Behörden die poli-

tischen Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen im Ausland überwachen und 

mutmasslich systematisch erfassen. Mittels moderner Software dürfte es 

den iranischen Behörden möglich sein, die im Internet vorhandenen Da-

tenmengen gezielt zu überwachen. Es ist aber davon auszugehen, dass 

sich die iranischen Behörden auf die Erfassung von Personen konzentrie-

ren, die über die massentypischen und niedrigprofilierten Erscheinungs-

D-1396/2014 

Seite 13 

formen exilpolitischer Proteste hinaus konkrete Funktionen wahrgenom-

men und/oder Aktivitäten entwickelt haben, welche die jeweilige Person 

aus der Masse der mit dem iranischen Regime mehr oder weniger Unzu-

friedenen herausheben und als ernsthafte und gefährliche Regimegegner 

erscheinen lassen. Von daher ist alleine die Mitgliedschaft in einer exilpo-

litischen Organisation, die Teilnahme an regimekritischen Demonstratio-

nen, das dabei übliche Aufzeigen von Plakaten und Rufen von Parolen für 

die Einschätzung einer Verfolgungsgefahr nicht von Bedeutung, sondern 

Positionen, Form und Einfluss innerhalb von regimefeindlichen Organisa-

tionen oder Aktionen. Demgemäss erfüllt die Flüchtlingseigenschaft auf-

grund subjektiver Nachfluchtgründe nur, wer sich aus der Masse der ira-

nischen Staatsangehörigen im Ausland in besonderer Weise hervorhebt, 

mithin ein deutliches Profil aufweist. Ein solches ist im Falle des Be-

schwerdeführers nicht ersichtlich.  

5.3 Gemäss den vorgelegten Beweismitteln hat der Beschwerdeführer im 

Herbst 2012 an zwei regimekritischen Kundgebungen teilgenommen. Die 

diesbezüglichen Fotos weisen jedoch auch nicht ansatzweise auf eine 

exponierte Stellung hin. Zudem hat es sich dabei offenkundig um Kleinst-

veranstaltungen gehandelt. Nachdem vom Beschwerdeführer für das ge-

samte Jahr 2013 nichts Konkretes ersichtlich gemacht wird, will er seinen 

Angaben zufolge per 1. Oktober 2013 der M._______ beigetreten sein 

(also noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung), für welche er seither 

aktiv sei. In dieser Hinsicht verweist er auf ein Bestätigungsschreiben der 

M._______ vom 10. März 2013 (ausgestellt somit kurz nach Erlass der 

angefochtenen Verfügung), worin seine gesamten Gesuchsvorbringen als 

wahr erklärt werden und im Weiteren ausgeführt wird, Mitglieder der 

M._______ würden im Falle einer Rückführung im Iran mit Sicherheit ver-

haftet, gefoltert und schwer bestraft. Aufgrund der Aktenlage, mithin auch 

der klar erkennbaren zeitlichen Zusammenhänge, kann dem vorgelegten 

Schreiben der M._______ jedoch keine relevante Beweiskraft zugemes-

sen werden, sondern dieses ist als reines Gefälligkeitsschreiben zu er-

kennen. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er habe zwischen 

(… [Ende]) Februar 2014 und (… [Ende]) April 2014 sechs regimekriti-

sche Artikel auf der Homepage der M._______ publiziert, versehen mit 

seinem Namen und Foto. Nachdem er vorher nie in entsprechender Wei-

se in Erscheinung getreten ist, hat der Beschwerdeführer demnach just 

(… [einige]) Tage nach Erhalt des ablehnenden BFM-Entscheides und um 

die Zeit der Mandatierung des aktuellen Rechtsvertreters die geltend ge-

machte publizistische Tätigkeit aufgenommen, was den Verdacht einer 

rein verfahrenstaktischen Massnahme aufkommen lässt. Sodann verweist 

D-1396/2014 

Seite 14 

er auf seine Teilnahme an einer Kundgebung (…) vom (…) April 2014, bei 

welcher er auch eine kleine Rede gehalten habe. Auf den Fotos zur Ver-

anstaltung verschwindet er jedoch derart in der Reihe der Teilnehmenden, 

dass er seine Position mit Leuchtstiftmarkierung hervorheben musste. 

Gleichzeitig ist damit für die Zeit seiner Einreise in die Schweiz eine Teil-

nahme an bloss drei Veranstaltungen belegt, was sich als sehr geringes 

Engagement darstellt. Zwar macht er geltend, er habe 2012 auch noch an 

anderen Veranstaltungen teilgenommen. Da diesbezüglich jedoch nichts 

vorliegt und der Beschwerdeführer nicht einmal Daten nennt, vermag die 

blosse Behauptung keine Exposition zu belegen. Bei einer Gesamtbe-

trachtung handelt es sich nach dem Gesagten beim Beschwerdeführer 

um einen von vielen einfachen Mitläufern, welcher bei den wiederkehren-

den Aktionen iranischer Staatsangehöriger in der Schweiz in der Masse 

der übrigen Veranstaltungsteilnehmer untergeht. Anlass zur Annahme, die 

iranischen Behörden hätten alleine wegen der sechs kurzen, unter sei-

nem Namen erfolgten Publikationen im Verlauf der letzten Wochen ein 

ernsthaftes Interesse an seiner Person entwickelt, kann nicht bestehen. 

Im Übrigen spricht nichts dafür, dem Beschwerdeführer würde aus den 

behaupteten Aktivitäten (…[des]) angeblich schon seit Jahren in Norwe-

gen lebenden (… [Geschwisters]) irgendein Nachteil erwachsen.  

5.4 Nach dem Gesagten gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, ein re-

levantes exilpolitisches Engagement glaubhaft zu machen, womit er die 

Flüchtlingseigenschaft auch nicht wegen subjektiver Nachfluchtgründe im 

Sinne von Art. 54 AsylG erfüllt.  

6.  

Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

Nachdem der Beschwerdeführer weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen verfügt, ist die Anordnung der Wegweisung zu bestätigen (BVGE 

2009/50 E.9.2 S. 733). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

D-1396/2014 

Seite 15 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 

AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 Ausländergesetz [AuG, SR 142.20]).  

Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass bezüglich der Gel-

tendmachung von Wegweisungshindernissen gemäss ständiger Praxis 

des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der 

Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, allfällige Wegweisungshindernisse 

sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls 

wenigstens glaubhaft zu machen (BVGE 2011/24 E. 10.2). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 

Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 

(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, 

welche die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive 

Art. 1A FK erfüllen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), 

Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten (EMRK, SR 0.101) darf sodann niemand in einen Staat ausgeschafft 

werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder er-

niedrigender Strafe oder Behandlung droht. 

7.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asyl- respek-

tive flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaub-

haft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flücht-

lingsrechtlichen Rückschiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung 

gelangen. Der Vollzug der Wegweisung in den Iran ist demnach unter 

dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder 

aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhalts-

punkte dafür, dass er für den Fall einer Rückführung in den Heimatstaat 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

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Seite 16 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Pra-

xis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der 

Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen 

oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse 

Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Zwar stammt der Be-

schwerdeführer aus dem Iran, welcher bis heute wegen Menschenrechts-

verletzungen in der Kritik steht. Alleine von daher ergibt sich jedoch kein 

völkerrechtliches Vollzugshindernis. Seinen Angaben im Rahmen der An-

hörung gemäss handelt es sich beim Beschwerdeführer um einen völlig 

apolitischen Geschäftsmann, welcher mit den heimatlichen Behörden nie 

in irgend einer Weise in Konflikt geraten ist. Bei dieser Sachlage besteht 

kein Anlass zur Annahme, von Seiten der heimatlichen Sicherheitsbehör-

den habe ein Interesse an seiner Person bestanden oder es könnte ein 

solches im Zeitpunkt seiner Rückkehr entstehen, womit eine Gefahr einer 

menschenrechtswidrigen Behandlung nicht zu erkennen ist. Die anders 

lautenden Vorbringen überzeugen nach den vorstehenden Feststellungen 

nicht. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren (BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748; BVGE 

2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Auslände-

rinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).  

7.3.2 Im Falle des Beschwerdeführers sprechen jedoch weder die im Iran 

herrschenden allgemeinen Lebensumstände noch seine persönlichen 

Verhältnisse gegen eine Rückkehr in die Heimat. Der Beschwerdeführer 

stammt aus B._______ in der Povinz C._______, wo weiterhin seine Mut-

ter, sein Kind, seine getrennt lebende Ehefrau und mehrere Geschwister 

wohnhaft sind. Aufgrund der Aktenlage darf davon ausgegangen werden, 

dass er dort auch weiterhin über ein funktionierendes Beziehungsnetz 

verfügt, womit seine wirtschaftliche Existenz im Iran ohne weiteres ge-

währleistet sein dürfte. Auch die allgemeine Lage am Herkunftsort spricht 

D-1396/2014 

Seite 17 

nicht gegen eine Rückkehr dorthin. Der Wegweisungsvollzug ist bei die-

ser Ausgangslage als zumutbar zu erkennen.  

7.4 Schliesslich ist auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges 

auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), zumal der Beschwerdeführer über ein 

heimatliches Identitätspapier verfügt und er an der Beschaffung vollzugs-

tauglicher Reisepapiere mitzuwirken hat (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 

2008/34 E. 12 S. 513 f.). 

7.5 Der Wegweisungsvollzug in den Iran ist damit als zulässig, zumutbar 

und möglich zu erkennen, womit die Anordnung einer vorläufigen Auf-

nahme in der Schweiz ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).  

8.  

Nach vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass die angefochtene 

Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sach-

verhalt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-

schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

9.  

9.1 Mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um 

Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) 

gegenstandslos geworden. Die Gesuche um Erlass der Verfahrenskosten 

(im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) und um Beigabe einer amtlichen 

Rechtsvertretung (nach Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG) sind abzuweisen, 

da entgegen den Beschwerdevorbringen nicht von der prozessualen Be-

dürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist. Zwar hat er eine Un-

terstützungsbestätigung der für ihn zuständigen Fürsorgebehörde vom 

13. März 2014 vorgelegt, gemäss den ebenfalls vorgelegten Finanztrans-

aktionsbelegen vom 2. März 2014 (…) und vom 10. März 2014 (…) be-

zieht er jedoch darüber hinaus auch Unterstützungszahlungen in beacht-

licher Höhe von seinen in Kanada und Norwegen lebenden Geschwis-

tern.  

9.2 Bei dieser Sachlage und bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens 

sind die Kosten von Fr. 600.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]).  

  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Erlass der Verfahrenskosten und um Beigabe einer amt-

lichen Rechtsvertretung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer 

 

 

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