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**Case Identifier:** 74d384bb-05de-56dd-a0bc-1332e8c83a0b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.06.2023 200 2023 127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-127_2023-06-27.pdf

## Full Text

200 23 127 IV
SCP/LUB/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juni 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Januar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im April 2013 unter Hinweis auf eine bipolare Erkrankung (er-
neut) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs-
bezug an (Akten der IV [act. II] 23.1/78-83). In der Folge gewährte die So-
zialversicherungsanstalt des Kantons C.________ (SVA C.________, IV-
Stelle) dem Versicherten Integrationsmassnahmen (Belastbarkeitstraining 
[act. II 40], Aufbautraining [act. II 52], Kostengutsprache für Job Coach Pla-
cement [act. II 68]) sowie berufliche Massnahmen (Übernahme …kurs im 
Rahmen der Arbeitsvermittlung [act. II 88], Job Coaching [act. 97]). Mit un-
angefochten gebliebener Verfügung vom 1. Juni 2017 verneinte sie einen 
Anspruch auf eine Rente der IV zufolge Nichterfüllung der Mitwirkungs-
pflicht (act. II 100.2). 

Im Februar 2022 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Ma-
genbypassoperation vom November 2016 sowie eine Revisionsoperation 
im Juli 2021, Durchfallprobleme, Schmerzen trotz Operation und ein "Bur-
nout" erneut zum Leistungsbezug an (act. II 101). Die nunmehr zuständige 
IV-Stelle des Kantons Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerb-
liche und medizinische Abklärungen, insbesondere veranlasste sie auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 137 f.) eine 
polydisziplinäre Begutachtung durch die D.________ (MEDAS; Expertise 
vom 2. November 2022; act. II 153/1-9). Mit Vorbescheid vom 7. November 
2022 stellte die IVB bei einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 
32 % die Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht (act. II 154). Nach 
Einwand (act. II 161) und Rückfragen bei der MEDAS (Stellungnahme vom 
10. Januar 2023; act. II 165) verneinte die IVB mit Verfügung vom 20. Ja-
nuar 2023 entsprechend dem Vorbescheid einen Rentenanspruch 
(act. II 166).

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B.

Mit Eingabe vom 20. Februar 2023 erhob der Versicherte selbständig Be-
schwerde; er beantragt die Zusprechung einer IV-Rente und ersucht um 
Befreiung der Verfahrenskosten.

Aufforderungsgemäss reichte der Beschwerdeführer (vgl. prozessleitende 
Verfügung vom 22. Februar 2023) das Formular "Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren vor dem Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern" samt Belegen ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. März 2023 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. April 2023 hiess der Instruktions-
richter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege die Verfahrenskosten 
betreffend gut und schloss das Beweisverfahren.

Mit Eingabe vom 18. April 2023 zeigte der Beschwerdeführer dem Gericht 
an, dass er nunmehr von Rechtsanwalt B.________ vertreten werde und 
ersucht um dessen Einsetzung als amtlicher Anwalt, Akteneinsicht sowie 
Ansetzung einer angemessenen Frist für eine allfällige Stellungnahme.

Am 16. Mai 2023 gingen innert der mit prozessleitenden Verfügung vom 
19. April 2023 angesetzten Frist Schlussbemerkungen des Beschwerdefüh-
rers ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IVB vom 20. Januar 
2023 (act. II 166). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente 
der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene 
Verfügung datiert vom 20. Januar 2023 (act. II 166), womit sie nach dem 
Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Ferner erfolgte 

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die Neuanmeldung im Februar 2022 (act. II 101). Demnach liegt gestützt 
auf Art. 29 Abs. 1 IVG der frühest mögliche Rentenbeginn nach dem 1. 
Januar 2022 (vgl. E. 4 hiernach). Folglich sind die Bestimmungen des IVG, 
der IVV sowie des ATSG in der jeweils seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung massgebend (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 11. 
Januar 2023, 9C_484/2022, E. 2; Ziff. 9102 des Kreisschreibens des 
Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in 
der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von 
Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 
4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass-nahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss Art. 
28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Antei-
len an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 
69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 
IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze 

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Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 
49 % gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 
IVG.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Nachdem mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 1. Juni 
2017 die SVA C.________ das Rentenbegehren abschlägig beschieden 
hatte, weil der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungspflicht nicht nachge-
kommen war (act. II 100.2), erklärte der Beschwerdeführer mit erneuter 
Anmeldung im Februar 2022 (act. II 101) implizit seinen Willen zur Mitwir-
kung. Eine solche nach verweigerter Mitwirkung erklärte Bereitschaft, die 
Mitwirkungspflichten erfüllen zu wollen, ist gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung als Neuanmeldung zu betrachten (SVR 2019 IV Nr. 8 
S. 25 E. 5.1, 2017 IV Nr. 50 S. 151 E. 3.4). Weil der Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers im Rahmen der bisherigen Anmeldungen keiner mate-
riellen Prüfung unterzogen worden war (act. II 100.2), ist der nun zu beur-

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teilende Leistungsanspruch ohne Prüfung, ob eine allfällige Änderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, ab dem Zeitpunkt der Neu-
anmeldung (vom Februar 2022) mit Wirkung für die Zukunft frei zu prüfen 
(SVR 2022 IV Nr. 36 S. 118 f. E. 5.2.1; Entscheid des BGer vom 22. März 
2010, 9C_994/2009, E. 5.1; vgl. dazu auch NICOLAI FULLIN, IV-
Neuanmeldung nach Verletzung der Mitwirkungspflicht, HAVE 2022 
S. 280).

3.2 Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bzw. seiner Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit finden sich in den Akten insbesondere folgen-
de Angaben:

3.2.1 Im Bericht des Spitals E.________ vom 10. April 2021 nannte PD 
Dr. med. F.________, Facharzt für Chirurgie, als Diagnosen eine baria-
trisch intervenierte Adipositas (initial BMI 35.1 kg/m2; aktuell BMI 28 kg/m2) 
und eine gastroösophageale Refluxkrankheit (act. II 129/48) sowie als Ne-
bendiagnosen eine bipolare Störung und Borderline-Persönlichkeit, einen 
Status nach Polytoxikomanie, einen Nikotinabusus, ein Schädelhirntrauma 
Oktober 2014 und eine passagere Niereninsuffizienz Oktober 2014. In letz-
ter Zeit werde wieder vermehrtes epigastrisches Brennen mit anschlies-
sendem Hartwerden des Bauches, gefolgt von entweder Diarrhö oder Ob-
stipation beklagt. Zudem werde ein persistierendes Hungergefühl trotz 
kürzlichem Essen beklagt. Bei Auftreten eines möglichen Dumping-
Symptoms mit Unwohlsein und Schweissausbruch 30 - 45 min. nach dem 
Essen werde eine Ernährungsberatung empfohlen. Diese lehne der Be-
schwerdeführer ab (act. II 129/49).

3.2.2 Am 14. Juli 2021 wurden beim Beschwerdeführer eine diagnosti-
sche Laparoskopie, eine transabdominale Restmagen-Gastroskopie und 
ein Magenverschluss, eine Revision des gesamten Magenbypasses und 
eine diagnostische Eröffnung der Fusspunktanastomose mit "Übernähung", 
Kürzung des blinden biliären Schenkels, Verschluss des jejuno-jejunalen 
Mesodefektes durchgeführt (Operationsbericht vom 15. Juli 2021; 
act. II 129/38 f.).

3.2.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
erwähnte im Bericht vom 25. Oktober 2021 zu Handen des Krankentag-

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geldversicherers, der Beschwerdeführer habe seit der Kindheit Probleme 
mit der Konzentration und Impulskontrolle. Abklärungen in den Psychiatri-
schen Diensten H.________ im Jahr 2014 hätten eine bipolare Störung, 
eine ADHS und den Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeit 
ergeben. Der Beschwerdeführer stehe seit 2021 in seiner Behandlung mit 
Bestätigung der Diagnose ADHS. Er sei initial dysphorisch, leicht reizbar, 
dünnhäutig und er beklage ein Chaos im Kopf, Konzentrationsprobleme, 
Vergesslichkeit, Sprunghaftigkeit, Gedankenkreisen, allgemeine Asthenie 
und tageweise depressive Löcher. Die exekutiven Defizite hätten sich ein 
Stück weit gebessert, die innere Unruhe und Irritabilität persistierten weiter 
unter anderem akzentuiert durch die situative Belastung. Es werde eine 
Ausnahmebewilligung zur Abgabe von Cannabis beantragt, da dies bisher 
die einzige Substanz gewesen sei, auf welche hinsichtlich der erwähnten 
Symptome gut angesprochen worden sei (act. II 108.3/1). Ab 30. Juni 2021 
bis zum 28. Juni 2021 (nächste Konsultation) bestehe eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit (act. II 108.3/3).

3.2.4 Im Rahmen der Konsultation im Spital I.________ vom 8. April 2022 
nannte Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, als Diagnosen einen Pes plano-
valgus (beidseitig), eine arthroskopische Meniskusteilresektion dorsomedial 
und lateral am 17. Dezember 2020 bei Lappenriss des Meniscus medialis 
sowie kleiner Lappenriss am Hinterhorn des Meniscus lateralis (Knie 
rechts), eine milde mediale Gonarthrose bei Status nach arthroskopischer 
Meniskusteilresektion medial März 2019 (Knie links) und den Verdacht auf 
eine Coxarthrose (klinisch; beidseitig). Der Beschwerdeführer habe eine 
etwas diffuse Symptomatik am Kniegelenk rechts mehr als links bei klinisch 
reizlosen Gelenken. Auffallend seien der ausgeprägte Pes planus et valgus 
sowie die eingeschränkte Hüftgelenksbeweglichkeit auf beiden Seiten 
(act. II 130/3 f.).

3.2.5 Am 20. April 2022 hielt der behandelnde Psychiater Dr. med. 
G.________ gegenüber dem Krankentaggeldversicherer (weiter) fest, die 
von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit habe am 28. Februar 2022 geendet. 
Die protrahierte Arbeitsunfähigkeit erkläre sich aus der Summe der Be-
schwerden. Medikamentös sei der Beschwerdeführer weitgehend austhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 9

rapiert, auf Antidepressiva hätte er in der Vergangenheit immer wieder ne-
gativ reagiert. Die Cannabis-Bewilligung sei erteilt worden, welche ihn we-
nigstens punktuell etwas ruhigstellen könne. Ansonsten sei er kaum in der 
Lage gewesen, einer psychotherapeutischen Betreuung zu folgen. Da es 
für ihn immer undenkbarer werde, einer geregelten Arbeit unter üblichen 
Bedingungen nachzugehen, werde eine IV-Anmeldung unterstützt 
(act. II 131.4/2).

3.2.6 Im Bericht des Spitals E.________ vom 22. April 2022 diagnostizier-
te Dr. med. K.________, Fachärztin für Chirurgie, den Verdacht auf eine 
Outlet-Problematik, DD bei rektoanaler Dyssynergie oder Intussuszeption 
Urge-Stuhlinkontinenz, chronische Oberbauchschmerzen seit ca. 2018, 
Ätiologie unklar, ein postbariatrisches, postprandiales Hypoglykämiesyn-
drom, eine bariatrisch intervenierte Adipositas WHO Grad II (initial BMI 
35.1 kg/m2; November 2021 BMI 23.5 kg/m2), eine gastroösophageale Re-
fluxkrankheit und als zusätzliche zu den bereits genannten Nebendiagno-
sen ein ADHS-Syndrom, ein Restless-Legs-Syndrom und einen Status 
nach Polytoxikomanie (act. II 153.9/6). Der Beschwerdeführer habe einen 
intakten Sphinkterapparat. Von neurologischer Seite falle ein gewisses 
Sensibilitätsdefizit rechts auf, welches nicht schlüssig erklärt werden könne. 
Palpatorisch bestehe der Verdacht auf eine Dyssynergie des Sphinkterap-
parates. Mögliche Ursachen für die Stuhlentleerungsstörung könnte einer-
seits die Dyssynergie sein, andererseits die in der Rektoskopie gesehene 
Intussuszeption.

3.2.7 Prof. Dr. med. ________, Facharzt für Gastroenterologie, führte im 
Bericht des Spitals E.________ vom 15. Juni 2022 aus, eine durchgeführte 
anorektale Manometrie habe anamnestisch eine Beckenboden-
Dyssynergie ergeben. Im Hinblick auf die Schmerzsymptomatik sei der Sta-
tus zur Voruntersuchung unverändert. Ein Nardi-Test zum Suchen einer 
Sphinkter-Oddi-Dysfunktion sei negativ geblieben und es sei damit nicht 
von einer entsprechenden Problematik des Sphinkter Oddi auszugehen. 
Insgesamt sei eine Anbindung an die Schmerzambulanz mit langfristiger 
Betreuung und Optimierung der Schmerztherapie angezeigt 
(act. II 153.9/12).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 10

3.2.8 Im Bericht des Spitals E.________ vom 7. Juli 2022 diagnostizierte 
Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, eine funktionelle neurologi-
sche Störung (EM März 2022, ED Mai 2022) mit/bei klinischer Gefühlss-
törung der rechten Körperhälfte mit scharfer Mittelinienbegrenzung, sakka-
dierter Innervation, Temperaturwahrnehmungsstörung links und intermittie-
rendem Zittern am ganzen Körper (act. II 145/2). In Anbetracht des klini-
schen Untersuchungsbefundes sei von einer funktionellen Symptomaus-
weitung beruhend auf einem organischen Kern auszugehen, in diesem Fall 
die wiederholten medizinischen Eingriffe (Magenbypass-Y-Roux 2016, dia-
gnostische Laparoskopie Juli 2021) mit bekannten chronischen Ober-
bauchschmerzen seit ca. 2018 und Juli 2021 bei Verdacht auf Outlet-
Problematik bei Urge-Inkontinenz. Der fehlende Hinweis eines akuten Be-
ginns sowie die Persistenz der Symptomatik sprächen gegen eine neuro-
vaskuläre oder epileptische Ursache. Den Charakter funktioneller neurolo-
gischer Störungen sei zu verstehen als Dysfunktion auf Ebene des Zentral-
nervensystems und definitionsgemäss ohne verantwortliches strukturelles 
Korrelat (act. II 145/6). 

3.2.9 Die Röntgen vom 15. September 2022 offenbarten die Schulter links 
betreffend eine leicht- bis mässiggradige Omarthrose, keine AC-
Gelenksarthrosezeichen, die LWS betreffend kein Nachweis relevanter 
degenerativer Veränderungen, das Becken bzw. die Hüfte betreffend rechts 
mässiggradige und links leichtgradige Coxarthrosezeichen mit Hinweisen 
auf eine Offsetstörung des Femurkopf-Schenkelhals-Überganges, DD 
CAM-Impingement, den rechten Fuss betreffend leicht- bis mittelgradige 
MTP-I-Arthrosezeichen und die Knie betreffend beidseits minimale Gelenk-
spaltverschmälerungen im medialen Kompartiment ohne relevante Arthro-
sezeichen (act. II 153.7).

3.2.10 Dem interdisziplinären Gutachten der MEDAS vom 2. November 
2022 (act. II 153.1) sind folgende Diagnosen zu entnehmen:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 153.1/6)

1. Dumping-Symptomatik und chronisch-rezidivierende Bauchschmerzen bei
- Z. n. zweimaliger Magenbypass-OP 2016 und 2021

2. Degenerative Veränderungen am linken Schulterhauptgelenk bei/mit
- Impingementsyndrom Schulter links
- St. n. Re-Re-Schulter ASK links mit Débridement der Rotatorenmanschet-

tenunterfläche und des Labrums links und offener Bizepssehnen-Re-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 11

Tenodese im Sulcusbereich an einen Cork screw Anker und Adhäsiolyse 
subacromial links am 21. Januar 2015

- St. n. axialem Traktionstrauma Schulter links vom 24. September 2013 
(Arbeitsunfall)

- St. n. Re-Schulter-ASK links mit vermutlich Bizepssehnentenodese sowie 
ventrokaudaler Kapselraffung und Intervallverschluss links bei SLAP-
Läsion Typ 2 links 2009

- St. n. Schulter-ASK links 2007
3. Degenerative Veränderungen an beiden Hüftgelenken rechts > links bei/mit

- CAM-Impingement an beiden Hüften
4. Beginnende degenerative Veränderungen an beiden Kniegelenken medialsei-

tig bei
- St. n. Knie-ASK rechts mit Meniskusteilresektion dorsomedial und lateral 

am 17. Dezember 2020
- St. n. Knie-ASK links mit Meniskusteilresektion medial im März 2019

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)

1. Belastungsabhängige Lumbalgie bei
- Leichtgradiger Mehrsklerosierung um die ISG beidseits, DD degenerativ
- Muskulärer Dysbalance am lumbosakralen Übergang

2. Pes planovalgus beidseits
3. V. a. CTS Hand rechts
4. Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0)
5. Zwangshandlung (Zwangsrituale; ICD-10 F42.1)
6. St. n. multipler Substanzabhängigkeit (ICD-10 F19.2), gegenwärtig abstinent
7. Lese- und Rechtschreibestörung (ICD-10 F81.0).

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, die 
Begutachtung habe ergeben, dass aus orthopädischer Perspektive anhand 
der degenerativen Gelenksveränderungen die angestammte Tätigkeit nicht 
mehr möglich sei. In dem Belastungsprofil angepassten Aufgaben lägen 
noch Einschränkungen vor, welche der gastrointestinalen Problematik ge-
schuldet seien und die das Rendement beträfen. Hierbei sei bei chronisch-
rezidivierenden Bauchschmerzen, Dumping und Problemen bei der Darm-
entleerung von erhöhtem Pausenbedarf und einem generell verlangsamten 
Arbeitstempo auszugehen. Eine völlig aufgehobene Arbeitsfähigkeit sei 
nicht zu rechtfertigen. Die Beschwerden seien bis zu einem gewissen Grad 
zwar nachvollziehbar, im Falle des Dumpings sogar objektivierbar. Das 
Ausmass des funktionellen Defizits werde jedoch geringer eingeschätzt als 
vom Beschwerdeführer angenommen. Hierbei sei zu betonen, dass sich 
psychiatrisch gesehen zum einen keine Hinweise auf eine somatoforme 
Störung ergeben hätten und zum anderen es aber auch bisher nicht gelun-
gen sei, insbesondere für die Darmentleerungsproblematik und auch die 
Bauchschmerzsymptomatik eine befriedigende medizinisch-organische 
Erklärung zu finden. Letztlich scheine nach Beurteilung der Akten und der 
Begutachtung die Einschätzung der Neurologie des Spitals E.________ 

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vom 7. Juni 2022 am einleuchtendsten zu sein, wonach von einer funktio-
nellen Symptomausweitung, beruhend auf einem organischen Kern ausge-
gangen werde. Auf dieser Basis sei die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in 
angepassten Tätigkeiten erfolgt (act. II 153.1/7). Möglich seien leichte 
wechselbelastende Arbeiten. Die Arbeitsweise sollte hierbei sequenziell 
statt parallel sein. Eine Toilette sollte jederzeit erreichbar sein. Ungeeignet 
erschienen aus psychiatrischer Hinsicht folgende Tätigkeiten: Monotone 
Routinen, Termindruck, sehr strukturierte und ordentliche Aufgaben, Arbei-
ten im Grossraumbüro, Aufgaben, die Daueraufmerksamkeit, langes Sitzen 
oder Feinmotorik erforderten. Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Ar-
beitsorganisation und Genauigkeit wäre besonders hoher "Stress-Level" 
ungünstig. Es bestehe eine leichte Ablenkbarkeit. Durch die impulsiven 
Handlungen und die niedrige Reizschwelle könnte es Schwierigkeiten bei 
der Planung und Organisation sowie Konflikte am Arbeitsplatz geben. Eine 
sitzende Tätigkeit könnte bei motorischer Hyperaktivität problematisch sein. 
Bei Schichtarbeit müsste eine präzise Medikationsplanung erfolgen, keine 
Personenbeförderung (innere Ablenkung, Selbstüberschätzung, Stressbe-
wältigung), Vermeidung von Ablenkung. Aus orthopädischer Sicht ergebe 
sich folgendes: Kein Heben/Tragen von Gewichten über 10 kg, keine Arbei-
ten mit dem linken Arm über Brustniveau, keine Arbeitshaltungen im Knien 
oder in Hockstellung, keine höhenexponierten Arbeiten (z.B. auf Leitern 
oder Gerüsten), stehende/gehende Tätigkeiten sollten auf 60 min. am 
Stück reduziert sein mit anschliessender Möglichkeit zum Wechseln in eine 
sitzende Arbeitsposition, keine Präsenzpflicht, kein Schichtdienst, wenig 
Publikumsverkehr (act. II 153.1/8). In der als angestammt betrachteten 
Tätigkeit liege aus orthopädischen Gründen keine Arbeitsfähigkeit mehr 
vor, in angepassten Tätigkeiten kämen nur internistisch bedingte Ein-
schränkungen zum Tragen. In einer angepassten Tätigkeit betrage die ma-
ximale Präsenz 8.5 Stunden und es bestehe eine Einschränkung der Leis-
tung um 35 % aufgrund der wiederkehrenden Bauchsymptomatik von lang-
samerem Arbeitstempo und erhöhter Pausenbedürftigkeit für Toilettengän-
ge (act. II 153.1/9). Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit 65 % bezogen 
auf ein 100%-Pensum. Diese Einschätzung gelte seit dem 1. Juni 2017 
(act. II 153.1/10).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 13

3.2.11 Im Bericht des Spitals E.________ vom 1. Dezember 2022 
(act. II 161) diagnostizierte Dr. med. K.________ nunmehr im Vergleich zu 
den bereits von ihr zuvor gestellten Diagnosen eine komplexe Beckenbo-
dendysfunktion unklarer Ätiologie (funktionell) mit Outlet-Problematik bei 
rektoanaler Dyssynergie, Urge-Stuhlkontinenz, Miktionsproblemen und 
erektiler Dysfunktion, (act. II 161/4). Anzumerken sei, dass das unter dieser 
Diagnose zusammengefasste Krankheitsbild im Gutachten nicht genügend 
Beachtung finde. Die Symptomatik sei relevant für die Organisation des 
Alltags und für die Möglichkeit, sich ausserhalb des häuslichen Umfeldes 
zu bewegen. Sie habe somit auch relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit (act. II 161/6).

3.2.12 In der Stellungnahme der MEDAS vom 10. Januar 2023 (act. II 165) 
führten die Gutachter aus, zunächst falle auf, dass das von Dr. med. 
K.________ beschriebene Beschwerdebild nach wie vor anhand der sub-
jektiven Angaben wiedergegeben werde, gestützt auf ein Stuhltagebuch, 
welches ebenfalls subjektiv zu betrachten sei. Von Dr. med. K.________ 
und auch in den Akten werde von funktionellen Einschränkungen ausge-
gangen, dies in Ermangelung anderweitiger Erklärungen für die angegebe-
ne Symptomatik. Als einzig objektiver Parameter werde eine rektoanale 
Dyssynergie Grad IV in der anorektalen Manometrie genannt. Die Relevanz 
für die Arbeitsfähigkeit werde nicht quantifiziert (act. II 165/1). Nun sei es ja 
nicht so, dass im vorliegenden Fall die Einschränkung nicht gesehen wor-
den sei. Eine Minderung des Rendements von 35 % sei eingeschätzt wor-
den. Diese Einschätzung ergebe sich aus den Akten, den Angaben des 
Beschwerdeführers und der Untersuchung. Insofern sei der Bericht nicht 
geeignet, eine anderweitige Einschätzung abzugeben. Soweit der Be-
schwerdeführer bemängle, seine Aussagen seien im Gutachten nicht kor-
rekt übernommen worden (Defäkation dauere zwei Stunden; Beginn der 
Beschwerden erst nach der Operation von 2021), habe dies keine Auswir-
kung auf die Gesamteinschätzung. Falsch sei, dass die orthopädische Pro-
blematik nicht berücksichtigt worden sei.

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 14

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.4 Das Gutachten der MEDAS vom 2. November 2022 (act. II 153.1-9; 
inkl. Stellungnahme vom 10. Januar 2023; act. II 165) – basierend auf einer 
allgemein-internistischen (act. II 153.3), orthopädisch-traumatologischen 
(act. II 153.4) und psychiatrischen Untersuchung (act. II 153.6) – erfüllt die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer me-
dizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.3 hiervor). Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der me-
dizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, 
umfassend und einlässlich begründet. Die Beurteilung des Gesundheitszu-
standes erfolgte unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizinischen 
Fachdisziplinen und beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (vgl. act. II 153.1). Des Weiteren wur-
de nachvollziehbar zu den Rückfragen im Vorbescheidverfahren Stellung 
genommen und dabei überzeugend aufgezeigt, dass an der gutachterli-
chen Beurteilung festgehalten werden kann (act. II 165). Dem Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 15

(inkl. Stellungnahme) kommt damit voller Beweiswert zu, so dass darauf 
abzustellen ist.

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden im Rahmen des Gutach-
tens umfassend beurteilt, namentlich ist unter den Parteien unbestritten, 
dass dem Beschwerdeführer aufgrund der objektiv ausgewiesenen dege-
nerativen Veränderungen an der linken Schulter, beiden Hüften, der LWS 
und an beiden Knien (vgl. act. II 130/3 f., 153.7) sowohl schwere körperli-
che Arbeiten als auch Tätigkeiten, welche einen Einsatz der linken Schulter 
über Brusthöhe erfordern oder kniend auszuführen sind, nicht mehr zumut-
bar sind. Das daraus aus orthopädischer Sicht abgeleitete positive Zumut-
barkeitsprofil, wonach der Beschwerdeführer leichte wechselbelastende 
Tätigkeiten mit voller Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu verrichten vermag, 
ist damit nachvollziehbar und überzeugend begründet (vgl. dazu das or-
thopädisch-traumatologische Teilgutachten vom 16. Oktober 2022; 
act. II 153.2/12 ff.). Inwiefern sich ein Widerspruch ergeben soll, wenn ei-
nerseits sitzende Tätigkeiten und andererseits längere stehende oder ge-
hende Tätigkeiten schwierig bzw. problematisch seien (Beschwerde S. 3 
unten), erschliesst sich nicht, postuliert das gutachterliche Zumutbar-
keitsprofil eben doch gerade wechselbelastende Tätigkeiten.

Ebenso nachvollziehbar und überzeugend begründet ist, dass der Be-
schwerdeführer wegen seiner ADHS bzw. der daraus resultierenden Pro-
bleme vor allem im zwischenmenschlichen Bereich unter Beachtung, des 
gutachterlich-psychiatrisch umschriebenen Belastungsprofils (vgl. dazu das 
psychiatrische Teilgutachten vom 18. Oktober 2022; act. II 153.6/11 f.) in 
seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, was aufgrund der Erwerbs-
biographie (act. II 61/2, 83/2 f., 101/6, 107/3 f., 120/2 f.) und durch das Ver-
halten anlässlich der Untersuchungen in der MEDAS (pünktlich, rasch her-
gestellt und durchgehend aufrechterhaltener tragfähiger Kontakt, koopera-
tiv, adäquate Interaktion etc.; act. II 153.3/5, 153.4/6, 153.6/5) bestätigt 
wird. Des Weiteren überzeugt die Herleitung und Diskussion der vom 
psychiatrischen Gutachter gestellten Diagnosen (act. II 153.6/3, /7, /10; vgl. 
dazu vgl. hierzu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 114 f., 203, 334 f., 362). Dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 16

der behandelnde Psychiater Dr. med. G.________ eine Arbeitsfähigkeit in 
einem Anstellungsverhältnis gänzlich verneinte (Schlussbemerkungen 
S. 3), vermag in Anbetracht der objektiven Befunde und der vom Be-
schwerdeführer tatsächlich geleisteten vollschichtigen Erwerbspensen (vgl. 
act. II 101/6, 120/2.) weder zu überzeugen noch an der Zuverlässigkeit der 
gutachterlichen Einschätzung etwas zu ändern (vgl. dazu auch Ausführun-
gen a.E. dieser Erwägung). Diesbezüglich ist zu beachten, dass die psych-
iatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei er-
folgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch 
immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizi-
nisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren 
sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Entscheid des BGer 
vom 9. April 2021, 8C_28/2021, E. 4.2), was hier der Fall ist. Des Weiteren 
lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen Facharztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich 
bestellten fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein Administra-
tivgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 
zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen 
gelangen (Entscheid des BGer vom 3. Juni 2022, 8C_134/2022, E. 5.1). 
Ausserdem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behan-
delnde (Spezial-)Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). 

Umstritten ist weiter, in welchem Ausmass die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit durch die aus der komplexen Beckenbodendysfunktion resultierende 
Beschwerdesymptomatik eingeschränkt wird. Die behandelnden Ärzte des 
E.________ gehen zwar von einer primär funktionellen Störung aus 
(act. II 145/2, /6, 161/6), halten jedoch fest, dass die Symptomatik nichts-
destotrotz für die Organisation des Alltags und für die Möglichkeit, sich 
ausserhalb des Hauses zu bewegen, – ohne diesen zu beziffern – einen 
relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (act. II 161/6). Die Gutach-
ter der MEDAS quantifizieren aufgrund des langsameren Arbeitstempos bei 
intermittierenden Bauchkrämpfen und einem erhöhten Pausenbedarf zufol-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 17

ge zusätzlicher Toilettengänge die Einschränkung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit auf 35 % (act. II 153.1/9 f.). Von einem betriebsüblichen Ar-
beitstag von 8.34 Stunden steht dem Beschwerdeführer damit rund 3 Stun-
den (41.7 Stunden [betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit] / 5 Tage x 
0.35) zur Bewältigung seiner Darmentleerungsproblematik zu. Damit haben 
die Gutachter der Beschwerdesymptomatik im Längsschnitt umfassend und 
wohlwollend Rechnung getragen, ergibt sich doch aufgrund der Angaben 
gegenüber den behandelnden Ärzten und den Gutachtern Folgendes: Hin-
sichtlich der krampfartigen Schmerzen gab der Beschwerdeführer anläss-
lich der Sprechstunde am Spital E.________ vom 30. Juni 2021 an, diese 
hielten jeweils ein bis drei Tage an und sie träten etwa an gleich vielen Ta-
gen auf, wie sie nicht aufträten (act. II 129/33). Im Rahmen einer Sprech-
stunde vom 2. Dezember 2021 berichtete er, teilweise verspüre er weiter-
hin krampfartige Bauchschmerzen, welche nun nach der Operation (vom 
14. Juli 2021; act. II 129/38 f.; act. II 129/38 f.) nach kaudal gewandert sei-
en. In der Vorwoche habe er während einer solchen Episode "Targin" ein-
genommen, womit sich die Beschwerden etwas gelindert hätten 
(act. II 129/26), und am 22. Dezember 2021 erwähnte er, dass die Be-
schwerden über mehrere Stunden und ca. dreimal wöchentlich aufträten 
(act. II 129/22). Hinsichtlich der Stuhlfrequenz erwähnte der Beschwerde-
führer anlässlich derselben Sprechstunde, dass diese fünf bis zehn Mal pro 
Tag betrage (act. II 129/22). Bei einer Sprechstunde vom 10. März 2022 
gab der Beschwerdeführer an, dass er täglich bis zu zwei Stunden mit der 
Stuhlentleerung verbringe (act. II 129/5). Am 21. April 2022 berichtete er im 
Rahmen eines vom Krankentaggeldversicherer veranlassten Assessments 
Innere Medizin, dass er seit der im Juli 2021 erfolgten Revision des gesam-
ten Magenbypasses vermehrt Schmerzen im gesamten Abdomen verspüre 
mit einer Durchfallneigung bis zu zehn Mal pro Tag (act. II 131.2/3), und bei 
den gutachterlichen Untersuchungen der MEDAS im Oktober 2022 erwähn-
te er, täglich eine Stunde bzw. bis zu zwei Stunden mit der Stuhlentleerung 
beschäftigt zu sein (act. II 153.3/3, 153.6/4). Gemäss dem vom Beschwer-
deführer im Vorbescheidverfahren eingereichten Patiententagebuch soll die 
tägliche, durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf dem WC rund vier Stunden 
betragen (act. II 161/9, /11). Dieser Wert liegt deutlich über den hiervor 
wiedergegebenen Angaben. In Anbetracht des Umstandes, dass das Le-
ben des Beschwerdeführers vom Aufstehen (um 06.00 - 0800 Uhr) bis zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 18

Zu-Bett-Gehen (um 21.00 - 22.00 Uhr bzw. 22.00 - 24.00 Uhr; 
act. II 153.3/4, 153.4/5, 153.6/4), also während rund 15 Stunden von dieser 
Problematik bestimmt werden soll, erweist sich die gutachterliche Einschät-
zung einer rund dreistündigen Leistungseinschränkung pro 8.34 Stunden 
als sehr wohlwollend, zumal die Magen-Darm-Probleme auch in Zusam-
menhang mit der Ernährung stehen dürften, mithin sich nach dem Morgen- 
und Abendessen noch nicht bzw. nicht mehr auf die Arbeitsfähigkeit aus-
wirken dürften (vgl. act. II 129/49, 153.3/8 unten). Aus der Anamnese zum 
Tagesablauf ergibt sich zudem, dass es dem Beschwerdeführer trotz der 
Verdauungsproblematik täglich möglich ist, sowohl am Vormittag als auch 
am Nachmittag mit seinen Hunden auszugehen, wobei solche Spaziergän-
ge bis zu zwei Stunden dauern können (act. II 153.4/5, 153.6/4). Überdies 
war er auch trotz dieser Problematik in der Lage, namentlich bis kurz vor 
der erneuten Anmeldung zum IV-Leistungsbezug (im Februar 2022; 
act. II 101), d.h. von Mai 2017 bis August 2021, vollzeitlichen Erwerbstätig-
keiten nachzugehen, insbesondere bei der … AG über 2 Jahre 
(act. II 153.3/4, 153.4/4, 153.6/4, 107/3 [IK-Auszug]), und die Kündigung 
seitens der letzten Arbeitgeberin, der M.________ GmbH, erfolgte nicht 
wegen der Häufigkeit des Toilettenaufsuchens, sondern offenbar wegen 
der vielen Termine und Abklärungen am Spital E.________ 
(act. II 153.6/4). Kein Widerspruch ist darin zu erblicken, dass die Gutach-
ter in einer angepassten Tätigkeit von einer Präsenz von maximal 8.5 
Stunden ausgehen, bei der Formulierung des Belastungsprofils eine Prä-
senzpflicht dagegen ausschliessen (Schlussbemerkungen S. 3 unten). Die 
Gutachter der MEDAS berücksichtigten damit namentlich den erhöhten 
Pausenbedarf, was der grundsätzlichen Zumutbarkeit des Verbleibens an 
der Arbeitsstelle im Umfang einer täglichen Sollarbeitszeit nicht entgegen-
steht. Soweit der Beschwerdeführer dafürhält, er sei einem Arbeitgeber 
nicht mehr zumutbar, hat diese Selbsteinschätzung im Rahmen der auch 
von den Behandlern am Spital E.________ anerkannten funktionellen Ge-
nese des Leidens allenfalls therapeutische Relevanz, für die Festlegung 
der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit ist sie jedoch nicht massge-
bend.

3.5 Nach dem Dargelegten ist der medizinische Sachverhalt rechts-
genüglich abgeklärt, weshalb für weitere Abklärungen kein Anlass besteht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 19

(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Da-
mit ist gestützt auf die gutachterliche Einschätzung der noch verbleibenden 
Arbeitsfähigkeit von 65 % bzw. das formulierte Zumutbarkeitsprofil 
(act. II 153.1/8-10) nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV). Vorliegend ist der 
frühestmögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung des Wartejahres 
und der (Neu-)Anmeldung im Februar 2022 (act. II 101) in Anwendung von 
Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf August 2022 festzusetzen.

4.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens. Unterlag das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität er-
zielte Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein ange-
messenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann 
das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend 
genau bestimmt werden, so wird das Einkommen ohne Invalidität nach 
statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher 
Ausbildung und entsprechenden beruflichen Verhältnissen festgelegt (Art. 
26 Abs. 4 IVV). Liegt das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen 5 % oder 
mehr unterhalb des branchenüblichen Zentralwertes der LSE nach Art. 25 
Abs. 3 IVV, so entspricht gemäss Art. 26 Abs. 2 IVV das Einkommen ohne 
Invalidität 95 % dieses Zentralwertes. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 20

4.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statistischen Wer-
ten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Bei versicherten Personen nach 
Art. 26 Abs. 6 IVV sind in Abweichung von Art. 25 Abs. 3 IVV geschlechts-
unabhängige Werte zu verwenden (Art. 26bis Abs. 2 IVV). Kann die versi-
cherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen 
Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50 % oder weniger tätig 
sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit 
abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV).

Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statisti-
sche Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstruktur-
erhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) massgebend. Andere 
statistische Werte können beigezogen werden, sofern das Einkommen im 
Einzelfall nicht in der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die sta-
tistischen Werte nach Abs. 3 sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung anzupassen 
(Art. 25 Abs. 4 IVV).

4.4 Der Beschwerdeführer absolvierte im Jahr 2009 eine Ausbildung 
zum … mit Eidgenössischem Fähigkeitsattest (act. II 61/9), war aber an-
schliessend auf diesem Bereich nur kurze Zeit tätig. Er betätigte sich viel-
mehr u.a. als …, …, …, …, …, …, … und zuletzt von Dezember 2020 bis 
August 2021 vollzeitlich als "…" (act. II 120/3) bei der M.________ GmbH 
(act. II 61/2, 83/2 f., 101/6, 107/3 f., 120/2 f.). Laut dem Beschwerdeführer 
erfolgte die Kündigung dieser letzten Arbeitsstelle, wie bereits erwähnt, 
wegen der vielen Termine und Abklärungen am Spital E.________ 
(act. II 153.6/4; vgl. E. 3.4 hiervor), womit davon auszugehen ist, dass er 
ohne die gesundheitliche Problematik weiterhin bei dieser Arbeitgeberin 
tätig wäre. Dass bei Ausgestaltung dieses (letzten) Arbeitsplatzes der ge-
sundheitlichen Situation des Beschwerdeführers (besonders) Rechnung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 21

getragen wurde bzw. es sich beim Monatslohn von Fr. 4'200.-- (Jahr 2021; 
act. II 101/6, 108.4, 121/2) nicht um ein Einkommen ohne gesundheitliche 
Einschränkungen gehandelt hat, lässt sich den Angaben der Arbeitgeberin 
nicht entnehmen (act. II 121); entsprechendes wird auch vom Beschwerde-
führer nicht geltend gemacht. Trotzdem handelt es sich bei diesem – auf 
ein Jahr aufgerechneten und auf das Jahr 2022 indexierten – Einkommen 
von Fr. 50'697.95 (Fr. 4'200.-- x 12 / 101.5 x 102.1 [Tabelle T1.1.15, Nomi-
nallohnindex, Männer, 2016-2022, Total, Indices 2021 bzw. 2022]) im Ver-
gleich zum branchenüblichen Lohn gemäss LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 13-15 (Herst. v. Textilien u. Bekleidung), Kom-
petenzniveau 1, Männer, entsprechend monatlich Fr. 5'301.--, aufgerechnet 
auf ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit sowie 
indexiert auf das Jahr 2022 von Fr. 66'056.70 (Fr. 5'301.-- x 12 / 40 x 41.7 / 
102.5 x 102.1 [Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016-2022, 
Total, Indices 2020 bzw. 2022]) um ein rund 20 % niedrigeres und damit 
unterdurchschnittliches Einkommen. Folglich ist mit der Beschwerdegegne-
rin von einem Einkommen ohne Invalidität von 95 % des branchenüblichen 
Wertes auszugehen (vgl. E. 4.2 hiervor), mithin Fr. 62'753.85 (Fr. 66'056.70 
x 0.95), was sich im Übrigen deutlich zu Gunsten des Beschwerdeführers 
auswirkt; der Beschwerdeführer erzielte gemäss IK-Auszug während seiner 
gesamten bisherigen Erwerbskarriere nie ein Einkommen in dieser Höhe 
(act. II 107/3).

4.5 Gestützt auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil ist der Be-
schwerdeführer seit Juni 2017 in der Lage, die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
von 65 % in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeiten, mit jederzeit 
erreichbarer Toilette, zu erbringen (act. II 153.1/8 ff. Ziff. 4.4 i.V.m. 
Ziff. 4.7). Dieses medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil ist entgegen 
den Vorbringen des Beschwerdeführers (Schlussbemerkungen S. 3) auch 
unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes verwertbar. Zudem ist 
das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielba-
re Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermit-
teln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leistungsbe-
reich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung 
abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch 
ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 22

beitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 
148 V 174 E. 9.1 S. 188, 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 
S. 66 E. 4.2). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu 
verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen 
vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). 
Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen 
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene 
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Ar-
beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 
IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4).

Die Situation des Beschwerdeführers stellt sich nicht so dar, dass die zu-
mutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich wäre, wie sie der 
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder wie sie nur unter 
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge-
bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 
vornherein als ausgeschlossen erscheinen würde. Selbst wenn der Be-
schwerdeführer auch in qualitativer Hinsicht in seiner Arbeitsfähigkeit ein-
geschränkt ist, wurde das Zumutbarkeitsprofil nicht derart eingeschränkt 
formuliert, dass davon ausgegangen werden muss, auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt bestünden keine entsprechenden Tätigkeiten (vgl. auch 
Entscheid des BGer vom 8. Januar 2021, 8C_720/2020, E. 7.4). Dieser 
bietet eine genügend breite Palette von (Hilfs)-Tätigkeiten (Überwachungs-, 
Prüf-, Kontroll- oder administrative Tätigkeiten sowie die Bedienung und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 23

Überwachung von [halb-] automatischen Maschinen oder Produktionsein-
heiten oder administrative Tätigkeiten), die nicht ausschliesslich aus mono-
tonen Routinearbeiten bestehen. Im Übrigen schliesst das gutachterliche 
Zumutbarkeitsprofil (namentlich aus psychiatrischer Sicht) monotone Rou-
tinetätigkeiten nicht aus, sondern hält sie einzig für ungeeignet 
(act. II 153.1/8); der psychiatrische Experte stellte denn auch keine Dia-
gnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (act. II 153.6/10). Sodann bietet 
der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Stellen, bei denen der Erwerbstätige 
bei Bedarf jederzeit eine Pause einlegen kann. Unerheblich ist der Um-
stand, dass auch in Zukunft mit Phasen vorübergehender Arbeitsunfähig-
keiten gerechnet werden muss (Entscheid des BGer vom 3. Januar 2022, 
9C_366/2021, E. 4.3.). Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit liegt 
damit entgegen der Vorbringen des Beschwerdeführers nicht vor (vgl. BGE 
148 V 174 E. 9.1 S. 188; SVR 2022 IV Nr. 32 S. 108 E. 5.3.3). Sollte der 
Beschwerdeführer im Übrigen durch die viele Zeit, die er für seine Hunde 
aufwendet – sowohl vormittags wie nachmittags – an der Aufnahme einer 
(wie im Gutachten umschriebenen) Arbeit gehindert werden, wäre dies aus 
Sicht der IV unbeachtlich. M.a.W. wäre er diesbezüglich aus iv-fremden 
Gründen nicht in der Lage, das gemäss den Gutachtern mögliche Rende-
ment zu erbringen. Ob er insoweit hinsichtlich Status allenfalls sogar als 
nicht vollzeitig Erwerbstätiger gälte, kann hier letztlich offen bleiben (vgl. 
hiernach).

4.6 Da der Beschwerdeführer keine ihm zumutbare Tätigkeit aufnahm, 
ist das Invalideneinkommen anhand statistischer Werte zu ermitteln. Mit 
Blick auf das Zumutbarkeitsprofil ist praxisgemäss (vgl. E. 4.2 hiervor) von 
der LSE 2020, Tabelle TA1, Total, Männer, Kompetenzniveau 1 auszuge-
hen, entsprechend monatlich Fr. 5'261.--. Aufgerechnet auf ein Jahr, ange-
passt an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit und indexiert auf das Jahr 
2022 resultiert unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 65 % ein 
Invalideneinkommen von Fr. 42'945.65 (Fr. 5'261.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.2 
x 103.6 x 0.65). Die Kritik am Abstellen auf die LSE (act. II 161/2) ist unbe-
gründet, verkennt der Beschwerdeführer doch, dass deren Anwendung 
nunmehr (auch) positivrechtlich vorgeschrieben ist (vgl. E. 4.3 hiervor). Im 
Übrigen hat sich das Bundesgericht zu der vom Beschwerdeführer disku-
tierten Problematik der angeblich unzureichenden Widerspiegelung von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 24

gesundheitlich Beeinträchtigten in den LSE-Tabellen in BGE 148 V 174 
ausführlich geäussert und die subsidiäre Orientierung an den Zentral- be-
ziehungsweise Medianwerten der LSE bestätigt. Entgegen der be-
schwerdeführerischen Vorbringen besteht vorliegend kein Anlass, die be-
stehende (und nunmehr auch normativ festgelegte) Praxis einer Überprü-
fung zu unterziehen. Ein Abzug vom Tabellenlohn hat die Verwaltung zu 
Recht nicht vorgenommen, was vom nunmehr anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführer auch nicht beanstandet wird. Wie die Beschwerdegegnerin 
zutreffend darauf hinweist (act. II 166/3), haben die Gutachter bei der Fest-
legung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit sämtliche limitierenden Faktoren 
umfassend und aus rein lebenspraktischer Sicht sogar wohlwollend 
berücksichtigt. Sie dürfen damit nicht zusätzlich zu einem leidensbedingten 
Abzug führen, da ansonsten eine unzulässige doppelte Anrechnung der-
selben Gesichtspunkte resultieren würde (vgl. SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 
E. 2.2).

4.7 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen von 
Fr. 62'753.85 (vgl. E. 4.4 hiervor) und Fr. 42'945.65 (vgl. E. 4.6 hiervor) 
resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 32 % ([Fr. 62'753.85 ./. 
Fr. 42'945.65] / Fr. 62'753.85 x 100; zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), was nicht zu einer Inva-
lidenrente berechtigt (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.8 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin einen Renten-
anspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint. Die angefochtene 
Verfügung vom 20. Januar 2023 (act. II 166) ist nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 25

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltli-
chen Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten (vgl. prozessleitende 
Verfügung vom 6. April 2023) wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt 
der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 
272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

5.3 Zu prüfen bleibt das im Laufe des verwaltungsgerichtlichen Be-
schwerdeverfahrens gestellte Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung.

5.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). Wird ein Gesuch um unent-
geltliche Verbeiständung erst im Laufe des Prozesses gestellt, ist es trotz-
dem für das gesamte Verfahren zu bewilligen, wenn die dazu erforderlichen 
materiellen Voraussetzungen bereits von Anfang an erfüllt waren (SVR 
1994 IV Nr. 29 S. 76 E. 3c).

5.3.2 Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne der Prozessar-
mut ist aufgrund der zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege die Ver-
fahrenskosten betreffend eingereichten Unterlagen (in den Gerichtsakten) 
ausgewiesen und das Verfahren kann nicht als von vornherein aussichtslos 
bezeichnet werden (vgl. prozessleitende Verfügung vom 6. April 2023). 
Zudem kann die Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung auch dann 
bejaht werden, wenn der Beizug eines Anwaltes – bei sachgerecht erhobe-
ner Beschwerde von der versicherten Person – auch erst während des Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2023, IV/23/127, Seite 26

fahrens erfolgt. Damit sind die Voraussetzungen zur Gewährung der un-
entgeltlichen Verbeiständung im Beschwerdeverfahren vom Grundsatz her 
erfüllt. Das Gesuch ist somit gutzuheissen und es ist Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen. Zu prüfen bleibt die Ange-
messenheit des geltend gemachten Aufwands.

5.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWST) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der 
Stundenansatz Fr. 200.--.

5.3.4 Mit Kostennote vom 31. Mai 2023 macht Rechtsanwalt B.________ 
eine Parteientschädigung von total Fr. 4'859.65, bestehend aus einer An-
waltsgebühr von Fr. 4'114.15 (inkl. MWST von 7.7 % auf Fr. 3'820.--) und 
Auslagen von Fr. 745.-- (inkl. MWST von 7.7 % auf Fr. 692.20), geltend. 
Dieser Aufwand erweist sich in Anbetracht, dass der Beschwerdeführer mit 
Eingabe vom 20. Februar 2023 selbst sachgerecht Beschwerde erheben 
konnte (mitunter mit Verweis auf den von der ehemaligen Rechtsvertretung 
verfassten Einwand inkl. medizinischer Stellungnahme und "Stuhltage-
buch"; act. II 161) und der Rentenanspruch ohne Prüfung einer Änderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen (erst) ab dem Zeitpunkt der Neuanmel-
dung vom Februar 2022 für die Zukunft frei zu prüfen war (vgl. E. 3.1 hier-
vor) und damit die Schlussbemerkungen keinen besonders hohen Aufwand 
bedingten, als ungeboten. Des Weiteren ist zu berücksichtigten, dass dem 
Beschwerdeführer bereits im Vorbescheidverfahren selbst Akteneinsicht 
gewährt wurde (act. II 156), nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 
20. Januar 2022 (act. II 166) sowohl ihm (erneut) als auch auf dessen Ver-

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langen zusätzlich der N.________ Akteneinsicht gewährt wurden (act. II 
168, 170) und Rechtsanwalt B.________ im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Akten ebenfalls noch in Papierform zur Verfügung gestellt wur-
den (vgl. prozessleitende Verfügung vom 6. April 2023), womit die geltend 
gemachten Auslagen für Fotokopien (von insgesamt Fr. 680.--) ausserhalb 
des vertretbaren Rahmens liegen. Unter diesen Umständen sind die gel-
tend gemachte Parteientschädigung und die geltend gemachten Auslagen 
deutlich übersetzt. Angesichts dessen und unter Berücksichtigung der wei-
teren Bemühungen (Begründung Gesuch um unentgeltliche Verbeistän-
dung) ist die amtliche Entschädigung – ausgehend von einem gebotenen 
zeitlichen Aufwand von insgesamt maximal 8 - 10 h (Fr. 2'000.-- [max. 10 h 
x Fr. 200.--]) – ermessensweise auf pauschal Fr. 2'200.-- (inkl. Auslagen 
und MWST) festzusetzen. Die entsprechende Entschädigung ist dem amtli-
chen Anwalt nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichts-
kasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Be-
schwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraus-
setzungen von Art. 123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG).

5.4 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungs-
trägerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. dazu auch 
BGE 128 V 124 E. 5b S. 133; Entscheid des BGer vom 3. Juni 2009, 
8C_951/2008, E. 7).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung mit 
Beiordnung von B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-

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zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Das amtliche Honorar wird auf Fr. 2'200.-- (inkl. Auslagen und MWST) 
festgesetzt und Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

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fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.