# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ea26ef7-410b-5d16-8769-cc2717868f09
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2009 D-3281/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3281-2006_2009-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3281/2006

law/joc/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richterin Regula Schenker Senn,
Richterin Claudia Cotting-Schalch
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

1. A._______, geboren (...),
2. B._______, geboren (...),
beide Türkei,
vertreten durch Verena Gessler, Advokatin,
(...),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundes(...) (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gesuch um Familienvereinigung; Verfügung des BFM 
vom 20. September 2004 / N_______. 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. Mai 2005 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3281/2006
D-3986/2006

Sachverhalt:

A.
Am  29.  August  2004  reichte  der  Beschwerdeführer  1  durch  seine 
Rechtsvertreterin  beim (...)  des Kantons C._______ ein Gesuch ein, 
im welchem er  unter  anderem die  Gewährung des Familienasyls  im 
Sinne von Art. 51 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR  142.31)  zugunsten  seiner  -  damals  in  Deutschland  lebenden  - 
Mutter  (Beschwerdeführerin  2)  beantragen  liess.  Nachdem  dieses 
Gesuch  vom  (...)  dem  damaligen  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF; 
heute  Bestandteil  des  BFM)  zur  Behandlung  überwiesen  wurde, 
bewilligte dieses mit Verfügung vom 20. September 2004 - eröffnet am 
21. September 2004 - die Einreise der Beschwerdeführerin 2 nicht und 
lehnte das Asylgesuch ab.

B.
Am 30. September 2004 suchte die Beschwerdeführerin 2 - nachdem 
sie  zuvor  illegal  in  die  Schweiz  gelangte  -  in  der  Empfangsstelle 
X_______ um Asyl nach. Das BFF erhob dort  am 13. Oktober 2004 
ihre  Personalien  und  befragte  sie  in  Anwesenheit  ihres  Sohnes 
(Beschwerdeführer 1) summarisch zu den Gesuchsgründen und zum 
Reiseweg. 

C.
Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 20. Oktober 2004 (Postauf-
gabe: 21. Oktober 2004) liess der Beschwerdeführer 1 gegen die Ver-
fügung  des  BFF vom 20. September  2004 bei  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  Beschwerde  erheben  und  zur  Haupt-
sache beantragen, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und 
das Gesuch um Familienasyl zugunsten seiner Mutter gutzuheissen. In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht  liess er  beantragen,  es sei  das vorlie-
gende  Verfahren  betreffend  Familienasyl  zu  sistieren,  bis  über  das 
Asylgesuch seiner Mutter rechtskräftig entschieden worden sei; zudem 
sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses zu verzichten.

D.
Am 22. Oktober 2004 übermittelten die (...)  des Kantons D._______ 
dem  BFF  das  Ergebnis  ihrer  auf  dessen  Anfrage  hin  bei  den 
deutschen Behörden erfolgten Abklärungen betreffend die  Frage,  ob 

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die Beschwerdeführerin 2 in Deutschland ein Asylgesuch gestellt habe 
bzw. den Stand eines solchen Verfahrens. Gemäss Mitteilung des (...) 
vom  22.  Oktober  2004  war  die  Beschwerdeführerin  2  beim 
Ausländeramt  in  E._______  erfasst.  Die  Ersteinreise  erfolgte  am  8. 
Oktober  2001,  ihr  Asylgesuch wurde am 16. Januar  2004 abgelehnt 
und  am  23.  August  2004  wurde  sie  unter  dem  Titel  „Fortzug  nach 
unbekannt“ erfasst. 

E.
Mit Verfügung vom 25. Oktober 2004 wies das BFF die Beschwerde-
führerin 2 dem Kanton C._______ zu.

F.
Der Instruktionsrichter der ARK wies mit Verfügung vom 16. November 
2004 das Gesuch des Beschwerdeführers 1 um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) ab, verzichtete auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses und überwies die Akten dem BFF zur Vernehmlassung.

G.
Das  BFF  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  25.  November 
2004,  die Beschwerde sei abzuweisen. Der Instruktionsrichter  stellte 
die  Vernehmlassung  des  BFF dem Beschwerdeführer  1  am 30. No-
vember 2004 zur Kenntnisnahme zu.

H.
Am  24.  November  2004  hörte  das  (...)  C._______  die 
Beschwerdeführerin  2  in  Anwesenheit  ihres  Sohnes 
(Beschwerdeführer  1)  zu  ihren  Asylgründen  an.  Die  Beschwerde-
führerin  2  gab  dabei  ihren  Reisepass,  zwei  Haftbefehlkopien,  vier 
Arztberichte  und  2  Röntgenbilder,  ein  Schreiben  ihrer  Rechtsvertre-
terin vom 22. November 2004 und einen Internetbericht über das Dort 
F._______ zu den Akten. 

Zur  Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 
im Wesentlichen geltend, ihr Ehemann sei am (...) gestorben, und ihre 
Söhne  seien  in  der  Türkei  gefoltert  und  geschlagen  worden.  Diese 
hätten die Türkei deswegen verlassen. Sie selbst sei nach den Söhnen 
befragt,  mitgenommen und geschlagen worden; dabei sei  sie einmal 
verletzt worden. Sie habe die Türkei am 23. August 2001 zusammen 

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mit einem Sohn verlassen, weil sie dort niemanden mehr gehabt habe. 
Sie  sei  zunächst  legal  mit  einem  Visum  in  die  Schweiz  und 
anschliessend  nach  Deutschland  gereist,  wo  sie  ein  Asylgesuch 
gestellt habe. Dieses Asylgesuch sei abgelehnt worden. 

I.
Am 15. April  2005 übermittelte  das zuständige deutsche Bundesamt 
dem BFF das Protokoll der im Asylverfahren in Deutschland erfolgten 
Anhörung  der  Beschwerdeführerin  2  vom  7. November  2001  sowie 
einen Auszug aus dem Bescheid vom 10. Januar 2002.

J.
Mit Verfügung vom 28. April 2005 teilte das BFF der Rechtsvertreterin 
der Beschwerdeführerin 2 mit, Abklärungen beim deutschen Bundes-
amt  für  die  Anerkennung  ausländischer  Flüchtlinge  hätten  ergeben, 
dass die Beschwerdeführerin 2 in Deutschland am 7. November 2001 
zu  ihren  Asylgründen  angehört  und  ihr  Asylgesuch  am  10. Januar 
2002 abgelehnt worden sei. Gleichzeitig teilte es ihr mit, es beabsich-
tige auf das Asylgesuch der Beschwereführerin 2 gestützt auf Art. 32 
Abs. 2 Bst. f  AsylG nicht einzutreten und gewährte der Beschwerde-
führerin  2  Gelegenheit,  sich  dazu  innert  Frist  schriftlich  zu  äussern 
und Gegenbeweismittel zu bezeichnen.

K.
Mit Eingabe vom 9. Mai 2005 nahm die Rechtsvertreterin namens der 
Beschwerdeführerin  2  Stellung  und  reichte  ein  ärztliches  Attest  von 
Dr. med. G._______ vom 10. Februar 2004 und ein ärztliches Zeugnis 
von Dr. med. H.________ vom 3. Mai 2005 ein.

L.
Mit Verfügung vom 26. Mai 2005 - eröffnet am 3. Juni 2005 - trat das 
BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG auf das Asylgesuch 
der Beschwerdeführerin 2 nicht ein. Gleichzeitig verfügte es die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der  Wegweisung 
an.

M.
Mit  Eingabe  ihrer  Rechtsvertreterin  vom 9. Juni  2005  (Postaufgabe: 
10. Juni 2005) liess die Beschwerdeführerin 2 gegen diese Verfügung 
bei der ARK Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene 
Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben und auf das Asylgesuch sei 

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einzutreten. Die  Flüchtlingseigenschaft  sei  anzuerkennen und es sei 
ihr Asyl zu gewähren. Es sei festzustellen, dass die Beschwerde auf-
schiebende Wirkung habe, andernfalls sei die aufschiebende Wirkung 
wiederherzustellen. Es sei festzustellen, dass eine Wegweisung unzu-
lässig, unzumutbar und unmöglich sei, und es sei ihre vorläufige Auf-
nahme  anzuordnen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  liess  die  Be-
schwerdeführerin 2 beantragen, es sei die unentgeltliche Prozessfüh-
rung  und  Verbeiständung  zu  gewähren,  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten  und  die  Beschwerdeführerin  2 
sei psychiatrisch begutachten zu lassen. Mit der Beschwerde wurden 
ein Schreiben von der Beschwerdeführerin 2 an Dr. med. G._______ 
vom 4. August 2004 und eine Unterstützungsbescheinigung des Wohn-
heims für Asylbewerber in I._______ vom 10. Juni 2005 eingereicht.

N.
Der  Instruktionsrichter  der  ARK  hiess  mit  Zwischenverfügung  vom 
16. Juni 2005 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut.

O.
Am 8. Juli 2005 reichte die Rechtsvertreterin ärztliche Berichte des (...) 
vom 14. Juni 2005, von Dr. med. J._______ vom 20. Juni 2005 und der 
(...)  Klinik  K._______  vom  7.  Juli  2005  betreffend  die 
Beschwerdeführerin 2 ein.

P.
Mit Verfügung vom 6. Oktober 2008 forderte der Instruktionsrichter die 
Beschwerdeführenden auf, innert  Frist in Bezug auf die Beschwerde-
führerin  2 einen aktuellen medizinischen Bericht  und gegebenenfalls 
ein  schriftliche  Erklärung  einzureichen,  in  welcher  diese  die  behan-
delnden Ärzte von deren Schweigepflicht entbindet. Ferner forderte er 
die Beschwerdeführenden auf, über die persönliche Situation der Be-
schwerdeführerin  2 Auskunft  zu geben und innert  Frist  eine Kosten-
note einzureichen. 

Q.
Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 7. Dezember 2008 liessen die 
Beschwerdeführenden eine Stellungnahme sowie einen ärztlichen Be-
richt  von  Dr.  med.  H._______  vom  19.  Oktober  2008,  eine  vom 
3. Dezember  2008  datierende  Erklärung  der  Beschwerdeführerin  2 
über  die Entbindung der  sie  behandelnden Ärzte  und Ärztinnen von 

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ihrer Schweigepflicht gegenüber der Rechtsvertreterin und dem Bun-
desverwaltungsgericht,  Ausweiskopien  von  Personen  aus  ihrer  Ver-
wandtschaft, eine Agenturmeldung von (...) mit deutscher Übersetzung 
und eine Honorarnote vom 8. Dezember 2008 einreichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM (bzw. das 
vormalige BFF) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist da-
her  eine Vorinstanz des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das  Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  AsylG);  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung  der  bei  der  ARK  am  31.  Dezember  2006  hängig  gewesenen 
Rechtsmittel  übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar 
(vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerden vom 20. Oktober  2004 und  vom 9. Juni  2005 
sind form- und fristgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden sind 
durch die angefochtenen Verfügungen vom 21. September 2004 bzw. 
vom 26. Mai  2005 besonders berührt  und haben ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung bzw. Änderung. Sie sind daher zur Ein-
reichung ihrer jeweiligen Beschwerden legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1, 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerden 
vom  20.  Oktober  2004  (D-3281/2006)  und  vom  9.  Juni  2005 
(D-3986/2006),  über  welche  aufgrund  des  sachlichen  und  persönli-
chen Zusammenhangs im vorliegenden Urteil vereinigt zu befinden ist, 
ist - unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägung 5.1 - einzutreten.

1.4 Nachdem über  die  Beschwerden  in  den  Verfahren  D-3281/2006 
und D-3986/2006 gleichzeitig im vorliegenden Urteil befunden wird, er-
weist sich der in der Beschwerde vom 20. Oktober 2004 gestellte An-

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trag  auf  Sistierung  des  Verfahrens  betreffend  Familienasyl 
(D-3281/2009; vgl. Bst. C) als gegenstandslos.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Das BFF führte  zur Begründung seiner  Verfügung vom 20. Sep-
tember 2004 aus, den Akten sei zu entnehmen, dass der Beschwerde-
führer 1 die Türkei bereits am 2. Juni 1998 verlassen und mithin seit 
über  sechs  Jahren  nicht  mehr  in  einem gemeinsamen Haushalt  mit 
seiner  Mutter  (Beschwerdeführerin  2)  gelebt  habe.  Diese  halte  sich 
ihrerseits seit einer gewissen Zeit in Deutschland auf. Es könne ihr da-
her zugemutet werden, allenfalls in Deutschland ein Gesuch um Ertei-
lung einer Aufenthaltsbewilligung zu stellen, respektive mit dem Sohn, 
mit welchem sie seit 1998 zusammengewohnt habe, in die Türkei zu-
rückzukehren. Den Akten sei sodann nicht zu entnehmen, dass eine 
Rückkehr der Mutter des Beschwerdeführers 1 in die Türkei unzumut-
bar wäre. Es gebe auch keine Anhaltspunkte dafür, dass keine Fami-
lienangehörige der  Mutter  mehr in  der  Türkei  wären und eine finan-
zielle Unterstützung ihrer Kinder aus dem Ausland nicht möglich wäre. 
Es rechtfertige sich deshalb nicht, der Mutter des Beschwerdeführers 
1 Asyl zu gewähren. Demzufolge sei das Asylgesuch um Familienzu-
sammenführung abzulehnen (Art. 51 Abs. 2 und 4 AsylG).

3.2 In der Beschwerde vom 20. Oktober 2004 wird demgegenüber gel-
tend gemacht,  das BFF habe den angefochtenen Entscheid in Miss-
achtung  der  elementarsten  Verfahrensregeln  erlassen,  dass  heisst 
ohne die gesuchstellenden Personen angehört zu haben, ohne Erhe-
bung des Sachverhalts, ohne Aktenkenntnis, ohne Beizug einer Hilfs-
werkvertretung,  zum  Teil  mit  aktenwidrigen  Behauptungen  bzw.  in 
Missachtung  der  beim  (...)  des  Kantons  C._______  eingereichten 
medizinischen - offenbar an das BFF weitergeleiteten - Akten. Es sei 
nicht nachvollziehbar, weshalb sich die angefochtene Verfügung in der 
Begründung  auf  das  verlangte  „Familienasyl“  beziehe,  im 
Entscheidpunkt jedoch das „Asylgesuch“ ablehne.

3.3 Flüchtlinge sind Personen, welche die in Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG 
näher umschriebenen Voraussetzungen erfüllen. Als Flüchtlinge aner-

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kannt werden zudem Ehegatten, eingetragene Partnerinnen oder Part-
ner von Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder sowie andere na-
he Angehörige von in der Schweiz lebenden Flüchtlingen unter den in 
Art. 51 AsylG geregelten Voraussetzungen. 

3.4
3.4.1 Einer Prüfung eines allfälligen derivativen Anspruchs auf Aner-
kennung als Flüchtling im Sinne von Art. 51 AsylG geht  die Prüfung 
der originären Flüchtlingseigenschaft  nach Art. 3 AsylG vor. Ein Ge-
such um Einbezug eines anderen nahen Angehörigen in das Familien-
asyl  eines  in  der  Schweiz  asylberechtigen  Flüchtlings  gestützt  auf 
Art. 51 Abs. 2 AsylG ist mithin nach Treu und Glauben gegebenenfalls 
auch als Asylgesuch im Sinne von Art. 18 AsylG oder, sofern sich die 
nachzuziehende Person noch im Ausland befindet, als Gesuch im Sin-
ne von Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG zu verstehen. Dabei ist nicht ent-
scheidend, ob das betreffende Gesuch bei einer schweizerischen Ver-
tretung im Ausland oder aber unmittelbar beim BFM eingereicht wurde 
(vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3). 

3.4.2 Nachdem das BFF mit Verfügung vom 20. September 2004 der 
Mutter des Beschwerdeführers 1 (Beschwerdeführerin 2) die Einreise 
in die Schweiz verweigerte, gelangte diese illegal in die Schweiz und 
stellte am 30. September 2004 ein Asylgesuch. Seither befindet sich 
die Beschwerdeführerin 2 in der Schweiz, in der sie sich gestützt auf 
Art. 42 AsylG bis zum vorliegenden Entscheid über ihre Beschwerde 
vom 9. Juni 2005 gegen die Verfügung des BFM vom 26. Mai 2005 auf-
halten kann.

In der Beschwerde vom 20. Oktober 2004 wird ausgeführt, da die Be-
schwerdeführerin 2 inzwischen in die Schweiz eingereist  sei und ein 
eigenes Asylgesuch gestellt  habe, sei die Ziffer 1 der angefochtenen 
Verfügung  des  BFM  vom  20.  September  2004  gegenstandslos 
geworden. Angesichts  dieser  Erklärung  ist  davon  auszugehen,  dass 
aufseiten des Beschwerdeführers 1, soweit die Verweigerung der Ein-
reise der Beschwerdeführerin 2 betreffend, offensichtlich kein Interes-
se mehr an der Beurteilung der Beschwerde vom 20. September 2004 
besteht, und der Beschwerdeführer 1 durch die Ausführungen seiner 
Rechtsvertreterin konkludent erklärt, er ziehe die Beschwerde zurück, 
soweit sich diese gegen die Ziffer 1 der angefochtenen vom 20. Sep-
tember 2004 richtet. Die Beschwerde ist demnach in diesem Umfang 
als durch Rückzug gegenstandslos geworden abzuschreiben.

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3.4.3 Vor  diesem  Hintergrund  und  der  Tatsache,  dass  die  Be-
schwerdeführerin 2 zwischenzeitlich in der Schweiz zu ihren Asylgrün-
den durch das  BFF befragt  wurde,  wäre  an sich  auf  die  in  der  Be-
schwerdeschrift  unter  anderem  erhobene  formelle  Rüge,  das  BFF 
habe seinen Entscheid vom 20. September 2004 getroffen, ohne die 
damals  in  Deutschland  weilende  Beschwerdeführerin  2  angehört  zu 
haben,  nicht  mehr  näher  einzugehen.  Dennoch  ist  in  diesem  Zu-
sammenhang darauf hinzuweisen, dass  der Beschwerdeführer 1 vor-
liegend  durch  seine  Rechtsvertreterin  dem  (...)  des  Kantons 
C._______ am 29. August 2004 ein Gesuch unterbreitete, in welchem 
unter  anderem  beantragt  wurde,  dem  BFF  sei  der  Antrag  um 
Familienvereinigung zu unterbreiten und die Beschwerdeführerin 2 sei 
als nahe Angehörige gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG in das Asyl ihres 
Sohnes einzubeziehen. Angesichts dieses von der Rechtsanwältin des 
Beschwerdeführers 1 formulierten Begehrens bestand für das BFF im 
damaligen  Zeitpunkt  keine  Veranlassung,  das  ihm  vom  (...)  des 
Kantons  C._______  zur  Bearbeitung  weitergeleitete  Gesuch  vom 
29. August 2004 auch als Asylgesuch aus dem Ausland im Sinne von 
Art.  20  Abs.  2  und  3  AsylG  zu  interpretieren,  zumal  aus  dessen 
Begründung  geschlossen  werden  musste,  der  Beschwerdeführer  1 
habe  die  Übersiedlung  seiner  Mutter  (Beschwerdeführerin  2)  von 
Deutschland in die Schweiz und den Einbezug in das Asyl gemäss Art. 
51 Abs. 2 AsylG einzig deshalb bewirken wollen, weil seine Mutter, die 
aufgrund ihrer körperlichen und psychischen Verfassung auf Beistand 
ihrer  Familie  angewiesen  sei,  nicht  mehr  mit  dem  jüngeren  Sohn 
L._______, mit dem sie in Deutschland in einem Asylbewerberzentrum 
gewohnt  habe,  hätte  zusammenleben  können,  nachdem  dieser 
geheiratet und das Asylbewerberzentrum verlassen habe. Das BFF hat 
vor  diesem Hintergrund die  Eingabe vom 29. August  2004 zu Recht 
nicht  als  Asylgesuch  nach  Art.  20  Abs.  2  und  3  AsylG  behandelt, 
sondern allein die Frage geprüft, ob der Beschwerdeführerin 2 zwecks 
Familienvereinigung im Sinne von Art. 51 Abs. 2 und Abs. 4 AsylG die 
Einreise in die Schweiz zu bewilligen und der Beschwerdeführerin  2 
gestützt  auf  erwähnte  Bestimmungen  Asyl  zu  erteilen  ist. 
Dementsprechend  bestand  für  das  Bundesamt  in  jenem  Zeitpunkt 
auch kein Grund, eine Befragung der Beschwerdeführerin 2 durch die 
zuständige schweizerische Vertretung in Deutschland zu veranlassen 
(Art. 10  Abs.  1  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 
Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Gleichzeitig  konnte  es 
aufgrund der Ausführungen in der Eingabe vom 29. August 2004 und 
der eingereichten Beweismittel davon ausgehen, der rechtserhebliche 

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Sachverhalt sei erstellt, weshalb sich weitere Untersuchungen, etwa in 
Form einer Befragung des Beschwerdeführers 1, erübrigten. Die in der 
Beschwerde diesbezüglich erhobenen Rügen erweisen sich demnach 
ebenfalls als unbegründet. 

3.5 Gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG können "andere nahe Angehörige" 
(die  nicht  Ehegatten,  eingetragene  Partnerinnen  oder  Partner  von 
Flüchtlingen oder ihre minderjährigen Kinder sind; vgl. Art. 51 Abs. 1 
AsylG) von in der Schweiz lebenden Flüchtlingen in das Familienasyl 
eingeschlossen werden, wenn besondere Gründe für die Familienver-
einigung sprechen. Anders als Ehegatten, Personen mit eingetragener 
Partnerschaft und minderjährige Kinder, die nach Art. 51 Abs. 1 AsylG 
grundsätzlich einen Anspruch auf einen Einschluss in das Familienasyl 
haben, besteht für andere nahe Angehörige kein solcher Anspruch auf 
Vereinigung  mit  einem  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  anerkannten 
Familienmitglied. Andere nahe Familienangehörige sind insbesondere 
dann zu berücksichtigen, wenn sie behindert oder aus einem anderen 
Grund auf die Hilfe einer in der Schweiz lebenden Person angewiesen 
sind (Art. 38 AsylV 1). Art. 51 Abs. 2 AsylG räumt der entscheidenden 
Behörde  diesbezüglich  ein  Ermessen  ein;  sie  hat  dabei  auf  den 
Einzelfall  bezogene  Umstände  zu  berücksichtigen  und  sich  durch 
humanitäre Überlegungen leiten zu lassen (vgl. Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1994 Nr. 7 E. 3b S. 61). Gemäss Praxis  liegt  ein besonderer Grund 
dann vor, wenn die asylsuchende Person zur Abwendung einer exis-
tenzbedrohenden Lage notwendigerweise und im Sinne einer dauern-
den Abhängigkeit darauf angewiesen ist, in Gemeinschaft mit dem in 
der  Schweiz  asylberechtigten  Familienmitglied  zusammen  zu  leben 
(EMARK 1994 Nr. 7 E. 2 S. 59). Im Weiteren wird ein besonderes En-
gagement  des  in  der  Schweiz  asylberechtigten  Familienmitgliedes 
vorausgesetzt; dieses muss sich persönlich um den in das Familien-
asyl  einzubeziehenden  Verwandten  kümmern  und  ihn  nicht  bloss 
finanziell oder moralisch unterstützen (EMARK 2001 Nr. 24 E. 3 S. 191 
f.; EMARK 2000 Nr. 21 E. 6c S. 200 f.). 

3.6 Aus  dem  eingereichten  ärztlichen  Bericht  von  Dr.  med. 
H.________  vom  19.  Oktober  2008  geht  hervor,  dass  die 
Beschwerdeführerin  2  an  Epilepsie,  somatischer  Schmerzstörung, 
Anpassungsstörung,  depressivem  Syndrom,  Angststörung  und 
Adipositas  (BMI  28,7)  leidet,  seit  Jahren  medikamentös  behandelt 
wird, und vom behandelnden Arzt, der alle vier bis acht Wochen ein 

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Gespräch  mit  ihr  durchführt,  viermal  jährlich  auf  das  Blutbild,  die 
Leberenzyme  und  das  Bauchspeicheldrüsenenzym  sowie  auf  den 
Medikamentenspiegel  im  Blut  kontrolliert  wird.  Gemäss  den 
Ausführungen  in  der  Eingabe  vom  7. Dezember  2008  lebt  die 
Beschwerdeführerin  2  in  einem  Wohnheim  in  I._______  in  einem 
Zimmer, welches sie mit einer Frau teilt,  die ebenfalls aus der Türkei 
stamme.  Den  weiteren  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  vom  7. 
Dezember  2008  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  2 
tagsüber und an Wochenenden viel unterwegs ist und darüber hinaus 
mit ihren zahlreichen Angehörigen und Verwandten, die in U_______, 
V_______  und  W_______  leben,  regelmässig  Kontakte  pflegt.  Dass 
die Beschwerdeführerin 2 zur Abwendung einer existenzbedrohenden 
Lage notwendigerweise  und im Sinne einer  dauernden Abhängigkeit 
darauf  angewiesen  ist,  in  Gemeinschaft  mit  ihrem  Sohn 
(Beschwerdeführer  1)  zu  leben,  ist  vor  diesem  Hintergrund  offen-
sichtlich zu verneinen. Die Beschwerdeführerin 2 lebt weder in einer 
häuslichen Gemeinschaft  mit  ihrem Sohn und es ist  auch nicht  dar-
getan, dass dieser sich in besonderer Weise persönlich um seine Mut-
ter kümmern müsste. Es liegt somit kein besonderer Grund vor, der es 
rechtfertigt, die Beschwerdeführerin 2 gestützt auf Art. 51 Abs. 2 AsylG 
in  das  Familienasyl  ihres  Sohnes  (Beschwerdeführer  1)  einzube-
ziehen. Das Bundesamt hat  demnach das Gesuch des Beschwerde-
führers 1 um Gewährung des Familienasyls zugunsten seiner Mutter 
(Beschwerdeführerin 2) zu Recht abgelehnt. 

4.  
4.1
Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung vom 
20. September 2004 Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen 
Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist 
(Art. 106 AsylG). Es erübrigt sich auf die weiteren Ausführungen in der 
Beschwerde,  die  eingereichten  Beweismittel  und  den  weiteren  ver-
fahrensrechtlichen Antrag, auf ärztliche Begutachtung der Beschwer-
deführerin 2 (vgl. Eingabe vom 7. Dezember 2008) näher einzugehen, 
weil  sie  am  Ergebnis  nichts  ändern  können.  Die  Beschwerde  vom 
20. Oktober 2004 ist demnach abzuweisen, soweit sie nicht als Rück-
zug gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. 

4.2 Bei diesem Ausgang sind dem Beschwerdeführer 1 die Kosten für 
das  Beschwerdeverfahren  D-3281/2006  von  Fr.  600.--  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 5 des Reglements über die Kosten und 

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D-3986/2006

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 
2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

5.
5.1 Was die Beschwerde vom 9. Juni 2005 gegen die Verfügung des 
BFM vom 9. Juni 2005 anbelangt,  ist  festzuhalten, dass die Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide auf die Über-
prüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist. Die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz ist somit darauf limitiert,  im Falle der Begründetheit 
des  Rechtsmittels  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. 
EMARK  2004  Nr.  34  E.  2.1  S.  240  f.).  Nur  betreffend  die  verfügte 
Wegweisung  und  deren  Vollzug  hat  das  Bundesverwaltungsgericht 
volle Kognition, weil diese Punkte vom Bundesamt bereits materiell ge-
prüft  wurden.  Nach  dem  Gesagten  ist  auf  den  Antrag  in  der  Be-
schwerde vom 9. Juni 2005, es sei der Beschwerdeführerin 2 Asyl zu 
gewähren, nicht einzutreten.

6.
6.1 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  in  einem  Staat  der  Europäischen 
Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) einen ab-
lehnenden Asylentscheid erhalten haben, ausser die Anhörung ergebe 
Hinweise  auf  zwischenzeitlich  eingetretene  Ereignisse,  die  geeignet 
sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen oder die für die Gewäh-
rung vorübergehenden Schutzes relevant sind. Darüber hinaus ist auf 
das  Asylgesuch  einer  Person,  die  einen  ablehnenden  Asylentscheid 
eines EU- oder EWR-Staates erhalten hat,  einzutreten, wenn sie die 
auf  einem  solchen  Asylentscheid  beruhende  Vermutung,  die  Flücht-
lingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sei  nicht  erfüllt,  umzu-
stossen  vermag.  Dazu  müssen  im  Zeitpunkt  der  Beurteilung  sub-
stanzielle Argumente vorliegen, die in ihrer Gesamtheit ernsthaft und 
gewichtig genug sind, um mit einiger Wahrscheinlichkeit annehmen zu 
können,  dass  die  asylsuchende  Person  im  Zeitpunkt  des  ausländi-
schen Entscheides die Flüchtlingseigenschaft erfüllt haben dürfte. Da-
bei  ist  zu beachten,  dass die Stichhaltigkeit  der Argumente, die von 
einer asylsuchenden Person im schweizerischen Asylverfahren vorge-
bracht  werden,  um die  auf  einem ablehnenden  Asylentscheid  eines 
EU-  oder  EWR-Staates  basierende  Vermutung  zu  erschüttern,  nicht 
nach dem betreffenden ausländischen Asylrecht, sondern ausschliess-

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lich nach Art. 3 AsylG zu beurteilen ist, womit gleichzeitig gesagt ist, 
dass für die Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. f AsylG unerheblich ist, 
ob jener ausländische Entscheid fehlerhaft war oder nicht (vgl. EMARK 
2006 Nr. 33 E. 6.6 S. 373 f.).

6.2 Das  deutsche  Bundesamt  für  die  Anerkennung  ausländischer 
Flüchtlinge hat den Antrag der Beschwerdeführerin 2 auf Anerkennung 
als Asylberechtigte mit Bescheid vom 10. Januar 2002 abgelehnt (vgl. 
act. C20/3 S.1). Gemäss den Angaben des Z_______ vom 22. Oktober 
2004 ist das von der Beschwerdeführerin 2 in Deutschland beantragte 
Asyl am 16. Januar 2004 abgelehnt worden (vgl. act. C11/1). Daraus 
ist  zu  schliessen,  dass  das  gemäss  den  Angaben  in  der 
Stellungnahme  vom  9.  Mai  2005  (vgl.  act. C21/6  S.  1)  von  der 
Beschwerdeführerin  2  durch  ihren  Rechtsvertreter  in  Deutschland 
gegen den erstinstanzlichen Bescheid vom 10. Januar 2002 ergriffene 
Rechtsmittel  erfolglos geblieben ist. Es ist mithin davon auszugehen, 
dass ein rechtskräftiger Entscheid eines EU-Staates im Sinne von Art. 
32 Abs. 2 Bst. f AsylG vorliegt, in welchem die Flüchtlingseigenschaft 
der Beschwerdeführerin 2 verneint wurde.

6.3 In der Beschwerde vom 9. Juni 2005 wird im Wesentlichen geltend 
gemacht,  der Sohn A._______ (Beschwerdeführer  1)  und der  Enkel 
M._______ der Beschwerdeführerin 2 hätten in der Schweiz Asyl er-
halten. Ihre Enkel N._______ und O.______ seien in der Türkei umge-
bracht  bzw. in  einer  bewaffneten  Auseinandersetzung  zwischen  der 
PKK  und  den  türkischen  Sicherheitskräften  erschossen  worden.  Es 
gebe weitere nahe Angehörige, unter anderem Kinder der Beschwer-
deführerin 2, die aus politischen Gründen aus der Türkei hätten fliehen 
müssen und die heute  zum Teil  als  anerkannte Flüchtlinge in  West-
europa leben würden. Die Beschwerdeführerin 2 müsse aufgrund von 
Reflexverfolgung sowie der früher erlittenen Verfolgung und Misshand-
lungen damit rechnen, bei einer Deportation in die Türkei erneut asyl-
relevanten Gefährdungen ausgesetzt zu werden.

6.3.1 Wie schon in der Begründung ihres Asylgesuches anlässlich der 
Befragung vom 13. Oktober 2004 und der Anhörung vom 24. Novem-
ber 2004 macht die Beschwerdeführerin 2 auch auf Beschwerdeebene 
nicht  geltend,  es  seien  seit  dem  ablehnenden  Asylentscheid  in 
Deutschland neue Ereignisse eingetreten, die für die Flüchtlingseigen-
schaft  relevant  sind.  Das  BFM  hat  in  der  angefochtenen  Verfügung 
denn  auch  zutreffend  festgehalten,  es  lägen  keine  glaubhaften  Hin-

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weise vor, dass in der Zwischenzeit  solche,  für die Flüchtlingseigen-
schaft relevante Ereignisse eingetreten sind. 

6.3.2 Was die geltend gemachte, angeblich nach wie vor bestehende 
Reflexverfolgung wegen der Verwandtschaft der Beschwerdeführerin 2 
betrifft,  ist  festzuhalten,  dass  in  der  Türkei  Familienangehörige  von 
politisch  Verfolgten  oder  anderweitig  gesuchten  Personen  einem er-
höhten Risiko ausgesetzt sein können, von den Sicherheitsbehörden 
ebenfalls behelligt oder zumindest vermehrt schikaniert zu werden. Die 
Wahrscheinlichkeit,  Opfer einer solchen Anschlussverfolgung zu wer-
den, ist vor allem dann gegeben, wenn nach einem flüchtigen Fami-
lienmitglied  gefahndet  wird  und  die  Behörde  Anlass  zur  Vermutung 
hat, jemand stehe mit dem Gesuchten in engem Kontakt. Das Risiko 
erhöht sich zusätzlich, wenn ein nicht unbedeutendes politisches En-
gagement  des  Reflexverfolgten  für  illegale  politische  Organisationen 
hinzukommt (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 10.2.3. S. 199 f., mit weiteren 
Hinweisen). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Be-
schwerdeführerin 2 aus einer Familie stammt, die in der Vergangenheit 
Zielscheibe der türkischen Sicherheitskräfte war, und ihr verstorbener 
Ehemann, ihre in der Schweiz lebenden Söhne, welche hier über den 
Asylstatus  verfügen,  zwei  Enkel  und weitere  Personen aus  der  Ver-
wandtschaft  erheblichen  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt  waren 
oder  gar  getötet  wurden. Am 12.  Juli  2001  wurde  der  Beschwerde-
führerin 2 jedoch ein Reisepass ausgestellt (vgl. act. C2/12 S. 4) und 
sie  hat  -  wie  schon  das  BFM in  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
26. Mai 2005 zu Recht festhält - die Türkei am 23. August 2001 legal 
auf dem Luftweg von Y_______ aus verlassen (vgl. act. C2/12 S. 8). 
Daraus kann geschlossen werden,  dass zum Zeitpunkt  der Ausreise 
nichts vorgelegen hat, was die türkischen Behörden hätte veranlassen 
können,  gegen die Beschwerdeführerin  2 persönlich vorzugehen.  In-
wieweit  seit  dem  in  Deutschland  ergangenen  ablehnenden  Asylent-
scheid Ereignisse eingetreten sein sollen, aufgrund welcher die Gefahr 
einer Reflexverfolgung heute bestehen soll, ist nicht ersichtlich. Es ist 
in  diesem  Zusammenhang  anzufügen,  dass  die  Ehefrau  des  Be-
schwerdeführers 1 und dessen Sohn in der Eingabe an das BFM vom 
11. August  2006  bzw. einer  Erklärung an  das  BFM vom 30. August 
2006  freiwillig  auf  den  Flüchtlingsstatus  und  das  ihnen  gestützt  auf 
Art. 51 Abs. 1 AsylG, abgeleitet vom Ehemann bzw. Vater (Beschwer-
deführer 1), gewährte Asyl verzichtet haben (vgl. act. D1/1, D3/1). Die 
Ehefrau des Beschwerdeführers 1 erklärte in der Eingabe vom 11. Au-
gust 2006 dazu, sie wolle auf ihren Flüchtlingsstatus verzichten, weil 

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sie  ihre  Familie  in  der  Türkei  besuchen  möchte  und  für  sie  derzeit 
keine  Gefahr  bestehe,  wenn  sie  in  die  Türkei  zurückreise  (vgl.  act. 
D1/1).  Es  ist  vor  diesem Hintergrund nicht  nachvollziehbar,  weshalb 
die Mutter  des Beschwerdeführers 1 in  der  Türkei  angeblich Reflex-
verfolgung zu befürchten haben soll, währenddem die Ehefrau des Be-
schwerdeführers 1 nach eigener Einschätzung gefahrlos in die Türkei 
zurückkehren kann.

6.3.3 Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  ein  rechtskräftiger  ableh-
nender Asylentscheid eines EU-Staates im Sinne von Art. 32 Abs. 2 
Bst. f AsylG vorliegt. Gleichzeitig gelingt es der Beschwerdeführerin 2 
nicht,  substanzielle  Argumente  vorzubringen,  die  mit  einiger  Wahr-
scheinlichkeit  annehmen lassen,  sie  hätte  im Zeitpunkt  des  Asylent-
scheides  in  Deutschland  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt,  und  auf-
grund  der  Aktenlage  kann  auch  nicht  davon  ausgegangen  werden, 
dass  die  Beschwerdeführerin  2  im  heutigen  Zeitpunkt  begründete 
Furcht vor Reflexverfolgung im Falle der Rückkehr in die Türkei zu be-
fürchten  hätte.  Das  BFM  ist  demnach  auf  das  Asylgesuch  der  Be-
schwerdeführerin 2 zu Recht nicht eingetreten.

7.
7.1
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-
net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Die  Beschwerdeführerin  2  verfügt  weder  über  eine  ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-
ordnet (EMARK 2001 Nr. 21). 

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

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8.2 Die vorstehend erwähnten Bedingungen für einen Verzicht auf den 
Vollzug  der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmög-
lichkeit) sind alternativer Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die 
weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über 
die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 6  E. 4.2 
S. 54 f.; 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2). Gegen eine allfällige Aufhebung der 
vorläufigen Aufnahme steht dem weggewiesenen Asylsuchenden wie-
derum  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen 
(Art. 31-34 VGG, Art. 83 Bst. c Ziff. 3 BGG), wobei in jenem Verfahren 
sämtliche Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe 
der dannzumal herrschenden Verhältnisse (vgl. EMARK 1997 Nr. 27) 
von Neuem zu prüfen sind.

9.
9.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

9.2 Wie  erwähnt,  geht  aus  dem  ärztlichen  Bericht  von  Dr.  med. 
H.________  vom  19.  Oktober  2008  hervor,  dass  die 
Beschwerdeführerin  2  an  Epilepsie,  somatischer  Schmerzstörung, 
Anpassungsstörung,  depressivem  Syndrom,  Angststörung  und 
Adipositas  (BMI  28,7)  leidet,  seit  Jahren  medikamentös  behandelt 
wird, und vom behandelnden Arzt, der alle 4-8 Wochen ein Gespräch 
mit ihr durchführt, viermal jährlich auf das Blutbild, die Leberenzyme 
und  das  Bauchspeicheldrüsenenzym  sowie  auf  den 
Medikamentenspiegel  im  Blut  kontrolliert  wird.  Es  ist  - 
übereinstimmend mit dem BFM in der angefochtenen Verfügung vom 
26. Mai 2005  -  davon  auszugehen,  dass  die  Behandlung  der 
psychischen und somatischen Beschwerden der Beschwerdeführerin 2 
in der Türkei grundsätzlich gewährleistet wäre. Zu berücksichtigen ist 
allerdings,  dass  die  Beschwerdeführerin  2  seit  dem  Tod  ihres 
Ehemannes  Anfang  der  (...)  alleinstehend  ist  (vgl.  act.  C2/12  S.  2, 
C15/17 S. 5). Sie verfügt zudem über keine Schul- und Berufsbildung 
und  sie  ist  Analphabetin  (vgl.  act.  C2/12  S. 2;  C15/17,  S. 7).  Unter 

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diesen Umständen und angesichts ihres fortgeschrittenen Alters von 
bald  65  Jahren  kann  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  die 
Beschwerdeführerin 2 in der Lage wäre, sich in der Türkei aus eigenen 
Kräften  eine  Existenzgrundlage  zu  schaffen.  Es  kann  zwar 
angenommen werden,  dass die  Beschwerdeführerin  2 mit  der  finan-
ziellen Unterstützung ihrer in Europa lebenden Kinder rechnen könnte. 
Gemäss ihren Angaben soll am Herkunftsort F._______, wo sie vor der 
Ausreise gelebt und ihr ganzes Leben verbracht hat, zudem ihre Stief-
tochter  P._______ leben  (vgl. act. C15/17,  S. 5),  und auch ihre  vier 
Brüder sollen sich in der Türkei aufhalten (vgl. act. C2/12 S. 3; C15/17, 
S. 6). Dennoch kann nicht als gesichert gelten, dass die Beschwerde-
führerin 2 in der Heimat heute noch auf intakte soziale Strukturen zu-
rückgreifen kann, welche ihr eine Existenz in der Türkei ermöglichen 
würden,  da  nicht  ohne  weiteres  davon  ausgegangen  werden  kann, 
dass  die  in  der  Heimat  verbliebenen Angehörigen tatsächlich  in  der 
Lage oder auch nur Willens wären, die im Falle der Rückkehr in erhöh-
tem Masse unterstützungs- und betreuungsbedürftige Beschwerdefüh-
rerin 2 bei sich aufzunehmen. Eine  gesamtheitliche Betrachtung führt 
vielmehr  zum Schluss,  dass  zum heutigen  Zeitpunkt  eine  Rückkehr 
der Beschwerdeführerin 2 in die Türkei für sie mit hoher Wahrschein-
lichkeit mit drastischen sozialen und gesundheitlichen Folgen verbun-
den wäre. Angesichts dessen erscheint  der Vollzug der Wegweisung 
aus humanitärer Sicht als unzumutbar. Nachdem sich aus den Akten 
keine  Hinweise  auf  das  Vorliegen  von  Ausschlussgründen  im  Sinne 
von Art. 83 Abs. 7 AuG ergeben, sind die Voraussetzungen für die An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG 
erfüllt.

10.  
10.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
vom 26. Mai 2005 Bundesrecht verletzt, soweit darin der Vollzug der 
Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  2  angeordnet  wird  (Dispositiv 
Ziffer 3 und 4). Die Beschwerde vom 9. Juni 2005 ist demnach gutzu-
heissen,  soweit  darin  die Feststellung der Unzumutbarkeit  des Weg-
weisungsvollzugs und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme bean-
tragt werden; im Übrigen ist sie abzuweisen, soweit auf diese einzu-
treten  ist.  Die  Ziffern  3  und  4  des  Dispositivs  der  Verfügung  vom 
26. Mai 2005 sind demnach aufzuheben und das BFM ist anzuweisen, 
den Aufenthalt der Beschwerdeführerin 2 gemäss Art. 44 Abs. 2 AsylG 
i.V.m. Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG zu regeln. 

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10.2 Die Beschwerdeführerin 2 ist  mit ihrem auf Anordnung der vor-
läufigen Aufnahme lautenden Begehren und somit nur teilweise durch-
gedrungen. Die  Kosten des Beschwerdeverfahrens D-3986/2006 wä-
ren ihr deshalb in ermässigtem Umfang aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 
VwVG). Nachdem ihr  mit  Zwischenverfügung  vom 16. Juni  2005  die 
unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von Art.  65  Abs. 1  VwVG ge-
währt worden ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten jedoch zu 
verzichten. 

10.3 Gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG bestellt die Beschwerdeinstanz, ihr 
Vorsitzender oder der Instruktionsrichter der Partei einen Anwalt, wenn 
es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist. Im Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht gilt der Untersuchungsgrundsatz, das anzuwen-
dende Recht wird von Amtes wegen ermittelt und auch von den Par-
teien  nicht  aufgeworfene  Rechtsfragen  werden  geprüft,  sofern  dazu 
aufgrund bestimmter,  sich  aus  den Akten ergebender  Anhaltspunkte 
genügend  Anlass  besteht  (vgl.  Art.  62  Abs.  4  VwVG; EMARK 2003 
Nr. 13  E.  4d  S.  84).  Dies  schliesst  die  sachliche  Notwendigkeit  der 
unentgeltlichen  Verbeiständung  zwar  nicht  aus,  aber  es  rechtfertigt 
sich,  einen  strengen  Massstab  anzulegen  (vgl.  EMARK  2000  Nr.  6 
E. 10  S. 53  f.),  da  besondere  Rechtskenntnisse  zur  wirksamen  Be-
schwerdeführung im Regelfall nicht unbedingt erforderlich sind. 

Vorliegend ist eine besondere Komplexität des Falles in tatsächlicher 
oder rechtlicher Hinsicht nicht zu erkennen. Das Gesuch um unentgelt-
liche Verbeiständung ist demnach abzuweisen. 

10.4 Der Beschwerdeführerin 2 ist als teilweise obsiegender Partei für 
die  ihr  im  Beschwerdeverfahren  erwachsenen  notwendigen  Kosten 
eine Entschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 16 Abs. 
1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE). Der in der Kostennote der 
Rechtsvertreterin vom 8. Dezember 2008 geltend gemachte Aufwand 
und der hierfür in Rechnung gestellte Betrag von Fr. 3'915.25 erscheint 
angemessen. Angesichts des bloss teilweisen Obsiegens sind die der 
Beschwerdeführerin  2  erwachsenen  Vertretungskosten  jedoch  nicht 
vollumfänglich, sondern lediglich zur Hälfte zu entschädigen. Das BFM 
ist  deshalb anzuweisen, der Beschwerdeführerin 2 für das Verfahren 
D-3986/2006 eine Parteientschädigung von Fr. 1'957.65 zu entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 vom 20. Oktober 2004 
gegen die  Verfügung des BFF vom 20. September  2004 wird  abge-
wiesen, soweit sie nicht als durch Rückzug gegenstandslos geworden 
abzuschreiben ist.

2. Dem  Beschwerdeführer  1  werden  die  Kosten  für  das  Verfahren 
D-3281/2006 von Fr. 600.-- auferlegt.

3. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 vom 9. Juni 2005 gegen 
die Verfügung des BFM vom 26. Mai 2005 wird gutgeheissen soweit 
darin  die Feststellung der Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs 
und  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  beantragt  werden; im 
Übrigen  wird  die  Beschwerde  abgewiesen,  soweit  auf  diese  einge-
treten wird.

4. Das  BFM  wird  angewiesen,  die  Beschwerdeführerin  2  in  der 
Schweiz vorläufig aufzunehmen.

5. Für das Verfahren D-3986/2006 werden keine Kosten erhoben; das 
Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen.

6. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin 2 für das Ver-
fahren D-3986/2006 eine Parteientschädigung von Fr. 1'957.65 auszu-
richten.

7. Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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