# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f4f83c2-5232-5ad9-8189-ea1490f48862
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.09.2015 200 2015 256
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-256_2015-09-08.pdf

## Full Text

200 15 256 IV
SCI/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. September 2015

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Februar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Juni 2008 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) zum Bezug von Leistungen an (Dossier der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1). Die IVB veranlasste eine neurologische und psychiatrische Begut-
achtung durch die Dres. med. C.________, Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, und D.________, Neurologie FMH (bidisziplinäres Gutachten vom 4. 
Februar 2010 [AB 24]). Nach Einholung eines Abklärungsberichts Haushalt 
vom 1. Juni 2010 (AB 26) bzw. 12. August 2010 (AB 28) und eines Berichts 
der Psychiaterin Dr. med. E.________, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), 
vom 6. August 2010 (AB 27) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 24. Au-
gust 2010 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % in Aussicht 
(AB 29). Hiergegen erhob die Versicherte Einwände (AB 32). Nach einer 
Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 5. Oktober 2010 (AB 34) 
sprach die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 16. Dezember 2010 ab 
dem 1. Juni 2007 eine halbe Rente zu (AB 38). Diese Verfügung wurde 
nicht angefochten.

B.

Am 27. November 2011 beantragte die Versicherte berufliche Massnahmen 
(AB 39). Nach Abklärungen übernahm die IVB die Kosten für ein Belast-
barkeitstraining vom 10. September bis 30. November 2012 (AB 59; Bericht 
der … vom 22. November 2012 [AB 63]). Am 1. Mai 2014 gewährte sie 
eine Kostengutsprache für eine Weiterbildung vom 10. Juni bis 11. Novem-
ber 2014 (AB 94). 

Im Rahmen einer Revision (AB 77) von Amtes wegen veranlasste die IVB 
nach einer Beurteilung durch die RAD-Psychiaterin Dr. med. E.________ 
(AB 80 S. 2) eine interdisziplinäre Begutachtung durch die F.________ 
(MEDAS), MEDAS-Gutachten vom 1. August 2014 [AB 99.1]). Nach Einho-
lung eines Abklärungsberichts Haushalt vom 9. September 2014 (AB 102) 

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stellte die IVB mit Vorbescheid vom 17. September 2014 bei einem Invali-
ditätsgrad von 35 % die Einstellung der Rente nach Zustellung der Verfü-
gung auf Ende des folgenden Monats in Aussicht (AB 103). Hiergegen er-
hob die Versicherte am 16. Oktober 2014 Einwand (AB 110). Die IVB holte 
Stellungnahmen der RAD-Psychiaterin Dr. med. E.________ vom 14. No-
vember 2014 (AB 116) und vom 25. November 2014 (AB 119) ein. Am 29. 
Dezember 2014 erfolgte eine Kostengutsprache für eine berufliche Mass-
nahme vom 2. März bis 4. August 2015 (AB 124). Weiter holte die IVB eine 
Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 22. Januar 2015 ein (AB 126). 
Mit Verfügung vom 10. Februar 2015 stellte die IVB bei einem Invaliditäts-
grad von 35 % die Rente per Ende März 2015 ein (AB 127).

C.

Am 12. März 2015 erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Sie 
beantragt das Folgende:

1. In Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle Bern vom 10. Februar 2015 sei der Be-
schwerdeführerin eine angemessene, gerichtlich festzulegende IV-Rente zuzu-
sprechen und auszubezahlen.
Eventualiter:
In Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle Bern vom 10. Februar 2015 seien die Ak-
ten mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zwecks Durchführung der erfor-
derlichen medizinischen Abklärungen und Festsetzung der IV-Rente zurückzuwei-
sen.

2. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren das Recht 
zur unentgeltlichen Rechtspflege zu gewähren, unter Beiordnung des Unterzeich-
nenden als amtlicher Anwalt.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Sie beanstandet die Festlegung des Status, die medizinische Abklärung 
und schliesslich die Ermittlung des Invaliditätsgrades.

Auf Aufforderung reichte die Beschwerdeführerin am 26. März 2015 ein 
verbessertes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nach (Beschwerde-
beilagen [BB] 3-10).

Mit Beschwerdeantwort vom 22. April 2015 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

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Mit Eingabe vom 28. April 2015 orientierte die Beschwerdeführerin das 
Gericht über den Abbruch und Abschluss der beruflichen Eingliederung und 
am 11. Mai 2015 reichte sie das Sozialhilfe-Budget nach (BB 11).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IVB vom 10. Februar 
2015 (AB 127). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch respektive 
die revisionsweise Aufhebung der IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.1.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG (bis 31. Dezember 2007 aArt. 28 Abs. 2ter 
IVG) wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, für diesen 

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Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch 
im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt 
auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG; bis 31. De-
zember 2007 aArt. 28 Abs. 2bis IVG). In diesem Falle sind der Anteil der 
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzule-
gen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. ge-
mischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.4 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG bzw. 
bis 31. Dezember 2007 aArt. 28 Abs. 2bis und 2ter IVG).

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

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2.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen  
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 
V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 
E. 3.1.1).

2.6.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.6.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.8 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch 
eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. 
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entschei-
dungserheblichen Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu ent-
nehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision er-
stellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausrei-
chend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren 
und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst-
malige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es 
daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die 
(von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend 
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheits-
zustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es 
evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben 
(SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 6.1.2).

Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Be-
weisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen 
von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer-
den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind 
oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ih-
rem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung 
der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist 
als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Dif-
ferenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der 

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früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen 
genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, 
welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Ver-
lauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und 
Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (SVR 2013 
IV Nr. 44 S. 136 E. 6.1.3).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin meldete sich im Juni 2008 zum Bezug von 
IV-Leistungen an (AB 1). Nach Abklärungen sprach die IVB mit Verfügung 
vom 16. Dezember 2010 ab dem 1. Juni 2007 eine halbe Rente zu (AB 38). 
Im Rahmen einer Revision (AB 77) hob die IVB nach Abklärungen mit der 
angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2015 (AB 127) die Rente per 
Ende März 2015 auf. Zu prüfen ist, ob veränderte, d.h. rentenaufhebende 
Verhältnisse vorliegen (vgl. E. 2.6 hiervor). Dabei ist der Sachverhalt zur 
Zeit der Verfügung vom 16. Dezember 2010 (AB 38) mit demjenigen, der 
sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2015 
(AB 127) entwickelt hat, zu vergleichen (E. 2.6.2 hiervor). 

3.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte den IV-Grad in der rentenzu-
sprechenden Verfügung vom 16. Dezember 2010 bei einem Status von 
80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Tätigkeit im Haushalt (vgl. AB 26 S. 4). In 
der angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2015 geht sie von einem 
Status von 85 % Erwerbstätigkeit und 15 % Tätigkeit im Haushalt aus (vgl. 
AB 135 S. 27), was von der Beschwerdeführerin beanstandet wird (Be-
schwerde S. 11 f.). 

Ein Revisionsgrund ergibt sich bereits aufgrund eines geänderten Status 
(vgl. E. 2.4 hiervor), was im Grundsatz von beiden Parteien unbestritten ist. 
Umstritten ist hingegen der Umfang der Erhöhung des Erwerbsanteils.

Die Beschwerdeführerin hat während ihrer gesamten beruflichen Karriere 
(Universitäts-Abschluss mit Lizentiat in ….. im Jahr 1993 [AB 26 S. 2]) al-
lein während wenigen Jahren ein höheres Einkommen in einer Abteilung 
für ….. erzielt (1996-1999 [AB 7 S. 3, AB 26 S. 3 Ziff. 3.2]), wobei dies in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 10

die Zeit nach der Geburt des Sohnes (Jg. 1995 [AB 26 S. 2 Ziff. 2.1]) gefal-
len ist (vgl. AB 26 S. 3 Ziff. 3.3). In der Zeit davor, d.h. zwischen Abschluss 
der Universität und Beginn der Anstellung beim ….. (Februar 1996 [AB 28 
S. 3 Ziff. 3.2]), hat die Beschwerdeführerin hingegen offenbar mit verschie-
denen Tätigkeiten experimentiert (vgl. AB 7 S. 3), diese mit der Geburt des 
Sohnes jedoch abgeschlossen, womit diese Zeit nicht massgeblich für den 
Status sein kann. Die Beschwerdeführerin hat nach der Geburt des Sohnes 
und der Scheidung eine Anstellung zu 60 % mit existenzsicherndem Ein-
kommen (zuzüglich Alimente) aufgenommen. In dieser Anstellung war sie 
danach während einigen Jahren (von Februar 1996 bis Ende Juli 1999) 
tätig.

Anlässlich der Erhebung vom 21. August 2014 gab die Beschwerdeführerin 
gegenüber der Abklärungsperson an, sie würde als Gesunde wohl zu 
100 % arbeiten, nachdem der Sohn selbstständig sei, die Alimente wegge-
fallen und interessante Stellen in ihrem Bereich in der Regel zu 100 % aus-
gefüllt werden müssten (AB 102 S. 4). Dies ist, wird auch das Alter der Be-
schwerdeführerin mit noch längerer Erwerbszeit berücksichtigt, durchaus 
nachvollziehbar. Dem Abklärungsdienst kann deshalb nicht gefolgt werden, 
wenn er die geltend gemachte volle Erwerbstätigkeit hier allein auf der Ba-
sis allgemeiner Lebenserfahrung nicht übernimmt. Nicht nachvollziehbar ist 
dabei insbesondere, weshalb die Abklärungsperson trotz ihrer im Ergebnis 
auf Verneinung einer Statusänderung lautenden Argumentation eine Er-
höhung des Erwerbsanteils um 5 % (80 % auf 85 %) annimmt. Wird von 
der allgemeinen Lebenserfahrung gesprochen, so werden in der Mehrheit 
der Fälle der Festanstellungen Veränderungen in 10er Schritten vorge-
nommen. Die Begründung der Beschwerdegegnerin, der aktuelle Status 
werde aufgrund der wegfallenden Frauenalimente erhöht, was 4,61 % ent-
spreche (AB 102 S. 4 Ziff. 3.5), überzeugt dabei nicht, denn immerhin ist 
auch die im Abklärungsbericht 2010 (AB 28) mit 10 % eingesetzte, nun 
weggefallene Betreuung des Sohnes mit zu berücksichtigen. Damit ist die 
Beschwerdeführerin entsprechend ihren Angaben anlässlich der Abklärung 
im Gesundheitsfall als zu 100 % erwerbstätig zu betrachten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 11

3.3

3.3.1 Die Rentenzusprechung erfolgte gestützt auf das bidisziplinäre Gut-
achten der Dres. med. C.________ und D.________ vom 4. Februar 2010 
(AB 24). Diese diagnostizierten aus neurologischer Sicht eine idiopathische 
psychomotorische Epilepsie mit seltener sekundärer Generalisierung mit 
seit Jahren bestehender Anfallsfreiheit und eine Insomnie bei seelischer 
Interferenz (AB 24 S. 7). Aus psychiatrischer Sicht diagnostizierten sie eine 
Persönlichkeitsstörung vom narzisstisch kränkbaren, passiv aggressiven, 
dysthymen Typ (ICD-10 F61.0), eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.11), mit somatischem Syndrom, ei-
nen Verdacht auf Depersonalisations- und Derealisationsphänomene (ICD-
10 F48.1), eine nicht organische Insomnie und einen Verdacht auf Status 
nach früherem sexuellen Missbrauch (AB 24 S. 11). Die Gutachter hielten 
fest, dass bezüglich der idiopathischen psychomotorischen Epilepsie mit 
seltener Generalisierung ca. 1997 ein letztes Anfallsereignis stattgefunden 
habe. Seit dem Jahr 2000 nehme die Beschwerdeführerin keine antieptilep-
tischen Medikamente mehr ein. Ein Zusammenhang mit der im Vorder-
grund stehenden Insomnie sei als höchst unwahrscheinlich anzusehen. Die 
Experten gingen davon aus, dass die psychiatrische Einschätzung im Vor-
dergrund stehe. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin auf-
grund der rezidivierenden mittelgradigen, sowie in den Akten auch schwe-
ren depressiven Episoden, der Persönlichkeitsstörung und der Insomnie in 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu 70 % eingeschränkt (AB 24 S. 14).

3.3.2 Im Rahmen der beantragten beruflichen Massnahmen (AB 39) wur-
den verschiedene Einschätzungen der behandelnden Ärzte eingeholt 
(AB 42, 43, 74, 78). Daraus ergibt sich jedoch, dass eine fachärztliche Be-
handlung nur sehr locker bzw. faktisch nicht mehr durchgeführt wurde (vgl. 
AB 43 S. 2, 74 S.3, 99.1 S. 32). Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ stell-
te in der Folge im Bericht vom 14. Januar 2014 die frühere gutachterliche 
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zufolge eigenen anlässlich des Ge-
sprächs mit der Beschwerdeführerin gemachten Feststellungen in Frage 
(AB 80 S. 2). In den ärztlichen Verlaufsberichten habe sich zudem gezeigt, 
dass der Cannabiskonsum wohl nicht sistiert, sondern weiterbetrieben wor-
den sein dürfte und bereits die behandelnden Ärzte diesem wie auch einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 12

(nicht gesundheitsbedingt) ungenügenden Schlafverhalten (AB 74; vgl. 
auch AB 97) eine Mitursache an den Problemen zuschreiben würden. In-
soweit bestünden nicht nur Anzeichen für eine unveränderte Situation, 
sondern auch Anzeichen für mögliche Veränderungen. 

3.3.3 Im MEDAS-Gutachten vom 1. August 2014 diagnostizierten die Ex-
perten (AB 99.1) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem 
Syndrom (ICD-10 F33.11), und eine posttraumatische Belastungsstörung 
(ICD-10 F43.1). Aus somatischer Sicht gehen die Gutachter von keiner 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus. Aus psychiatrischer Sicht schätzen 
sie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf 50 % mit der Begrün-
dung der verminderten Belastbarkeit, der eingeschränkten gedanklichen 
Flexibilität sowie der verminderten Auffassungsgabe und der deutlich redu-
zierten Stresstoleranz (AB 99.1 S. 43).

3.3.4 In der Stellungnahme vom 14. November 2014 hielt die RAD-
Psychiaterin Dr. med. E.________ fest, die Beschwerdeführerin habe we-
gen der Epilepsie bis 1996 u.a. Clonazepam erhalten: diese Substanz sei 
ein Benzodiazepin, welches im Präparat Rivotril enthalten sei. Benzodiaze-
pine könnten auch im niedrigen Dosisbereich abhängig machen. Werden 
die Medikamente abgesetzt, könnten sich auch über Jahre im Anschluss 
noch Schlafstörungen einstellen. Die Beschwerdeführerin habe gemäss 
mehrfacher Angaben zur Selbstmedikation Cannabis konsumiert. Im Zeit-
punkt der Begutachtung habe sie angegeben, dass sie seit drei Monaten 
keines mehr konsumiere. Auch Cannabis könne abhängig machen, was 
Entzugssymptome wie Unruhe, Schlafstörungen, Irritabilität (und damit eine 
verminderte Belastbarkeit) zur Folge habe. Diese Faktoren seien in der 
Diskussion der Schlafstörungen bisher noch nie diskutiert worden, auch 
nicht im MEDAS-Gutachten, seien aber relevant (AB 116 S. 2). Sie führte 
weiter aus, die medizinischen Massnahmen, welche eine Verbesserung der 
Leistungsfähigkeit ermöglichten, seien nicht ausgeschöpft. Es müsste eine 
längere kontrollierte Abstinenz von Cannabis und Benzodiazepinen erfol-
gen. Gleichzeitig müsste die Beschwerdeführerin schlaftherapeutisch be-
handelt werden und parallel dazu die Stressregulationsfähigkeit (psychia-
trisch/psychotherapeutisch) angegangen werden (AB 116 S. 3). In der Stel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 13

lungnahme vom 25. November 2014 hielt Dr. med. E.________ fest, die 
Beschwerdeführerin sei vermindert stressresistent, sollte in Therapie gehen 
und sie sei zu 50 % arbeitsfähig (AB 119 S. 3).

3.4

3.4.1 Auch wenn die IV-Anmeldung vom Juni 2008 datiert – die Anmel-
dung erfolgte nachdem die Beschwerdeführerin der Klinik G.________ zu-
gewiesen worden war (AB 9 S. 9, 24 S. 1) –, wurde bereits damals in den 
ärztlichen Berichten ein weit zurückreichendes Leiden geschildert (vgl. AB 
8 S. 1, 9 S. 20). Es ergibt sich daraus, dass bei der Beschwerdeführerin 
seit längerem medizinische Probleme bestanden haben müssen, wurde sie 
doch – auch bei Verdacht auf psychogene Anfälle – ab 1996 wegen Epi-
lepsie behandelt (vgl. AB 9 S. 20 f.), wobei dass letzte Anfallsereignis ca. 
1997 stattgefunden hat und die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2000 
keine anti-epileptischen Medikamente mehr einnimmt (AB 24 S. 2, 14; AB 
99.1 S. 8). Hinreichende Angaben zu allfälligen invalidenversicherungs-
rechtlich relevanten Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
enthalten diese Berichte jedoch nicht.

Soweit die Gutachter Dres. med. C.________ und D.________ in der Ex-
pertise vom 4. Februar 2010 auf der Basis der Schilderungen der Be-
schwerdeführerin davon ausgingen, die Beschwerdeführerin habe noch 
gearbeitet, als sich die psychischen Beschwerden verschlimmerten und die 
Beschwerden seien deshalb der Grund für die Kündigung am H.________ 
gewesen (AB 24 S. 12), so dürfte dies nicht zutreffen. Denn aus dem IK-
Auszug ergibt sich eindeutig, dass die Beschwerdeführerin in ihrer gesam-
ten Erwerbskarriere allein einmal, nämlich von Februar 1996 bis Juli 1999, 
in höherem Mass gearbeitet hat, dies jedoch soweit ersichtlich in nicht zu 
beanstandender Weise (vgl. das Arbeitszeugnis, welches der Beschwerde-
führerin eine hohe Leistungsfähigkeit attestierte [AB 49 S. 1 ff.]). Davor wie 
danach waren die Einkommen marginal (AB 7 S. 2). Nicht nur im Gutach-
ten der Dres. med. C.________ und D.________ vom 
4. Februar 2010 (AB 24 S. 4, 12) sondern auch in verschiedensten anderen 
Berichten werden der Beginn der Auswirkungen der hier zu diskutierenden 
gesundheitlichen Problematik auf die Arbeitsfähigkeit auf das Jahr 2000 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 14

gelegt. Dieser Zeitpunkt fällt zusammen mit dem Absetzen der Epilepsie-
Medikation, jedoch nicht mit der Stellenaufgabe.

3.4.2 Vorliegend kann offen bleiben, ob die frühere medizinische Ein-
schätzung und Diagnosestellung zutreffend war. Bei – wie dargelegt – hier 
allseitiger Prüfung ergibt sich allerdings mit Blick auf die neu gestellten 
Diagnosen ein aufgrund der Akten nicht auflösbarer Widerspruch zwischen 
den von den Dres. med. C.________ und D.________ gestellten Diagno-
sen mit denjenigen der MEDAS-Gutachter, ohne dass diese im Verlaufs-
gutachten nachvollziehbar auf gesundheitliche Veränderungen zurückge-
führt worden wären (zur Bedeutung der sorgfältigen Abklärung von 
Störungsbildern anhand diagnostischer Leitlinien vgl. Entscheid des Bun-
desgericht vom 3. Juni 2015, 9C_492/2014, E. 2.1.1). Erstere haben vorab 
eine Persönlichkeitsstörung (AB 24 S. 11), letztere vorab eine posttrauma-
tische Belastungsstörung diagnostiziert (AB 99.1 S. 37). Letztere Beurtei-
lung überzeugt nicht: Posttraumatische Belastungsstörungen remittieren in 
aller Regel nach einer gewissen Zeit oder gehen in eine Persönlichkeits-
veränderung über (vgl. dazu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 9. Aufl., 2014, S. 208). Dies hätte hier, wird doch 
von an sich weit zurückliegenden, bereits vor der ersten Begutachtung er-
folgten und dort auch thematisierten Traumata ausgegangen (AB 99.1 
S. 42 Mitte), eigentlich längst geschehen müssen. Die von der Beschwer-
deführerin geltend gemachten belastenden Ereignisse in der Kindheit lie-
gen in ihrer Biographie weit zurück. Sie hatten zudem auch während langer 
Zeit gar keine massgebliche Auswirkung auf ihre Funktionsfähigkeit gehabt. 
So hat die Beschwerdeführerin insbesondere eine anspruchsvolle Ausbil-
dung (AB 48 S. 1) abgeschlossen und war in dieser – als gleichzeitig allei-
nerziehende Mutter – während mehreren Jahren immerhin zu 60 % tätig 
(AB 48 S. 2, 49 S. 1 ff.). Tatsächlich begann die Beschwerdeführerin erst 
ca. im Jahr 2000 – im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem 
Absetzen der Epilepsie-Medikation – zu dekompensieren (vgl. AB 24 S. 12) 
und es trat eine negative Abwärtsspirale ein. Die Diagnose der MEDAS-
Gutachter, es liege nach wie vor eine posttraumatische Belastungsstörung 
vor, überzeugt deshalb nicht. Gleichermassen erlaubt die Befunderhebung 
der MEDAS-Gutachter es dem medizinischen Laien jedoch nicht, das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 15

Störungsbild direkt wiederum unter eine Persönlichkeitsstörung zu subsu-
mieren und die invalidenversicherungsrechtlich relevanten Auswirkungen 
festzulegen.

Ohne eine einlässliche medizinische Prüfung mit nachvollziehbarer Darstel-
lung der Befunde und entsprechender Einordnung anhand der diagnosti-
schen Leitlinien lässt sich deshalb gerichtlich derzeit weder der Gesund-
heitsschaden selbst noch die gutachterliche Beurteilung der Auswirkungen 
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit prüfen. Daran ändern auch die übri-
gen medizinischen Akten nichts.

3.4.3 Der behandelnde Arzt med. pract. I.________ – welcher zwar in 
psychiatrischen Kliniken tätig war, aber keinen Facharzttitel hat 
(www.doctorfmh.ch/) – ging im Bericht vom 20. Juni 2013 von einer Stabili-
sierung aus (AB 74 S. 2 Ziff. 1.4), hielt er doch fest, dass eine minime Ver-
besserung erreicht werden konnte. Er wies dennoch in Übereinstimmung 
mit den Gutachtern und dem RAD auf weiterhin bestehende psychische 
Probleme hin; gleichzeitig ging er prognostisch wie die Gutachter von einer 
Arbeitsfähigkeit von 50 % aus (AB 74 S. 2). Weshalb er sich entgegen sei-
ner früheren Einschätzung vor der Begutachtung (AB 74) nun im Bericht 
vom 13. Oktober 2014 (AB 110 S. 7) – nach Kenntnisnahme des Vorbe-
scheids – wiederum auf den Standpunkt stellt, die Beschwerdeführerin sei 
auf Dauer und unüberwindbar auf ein Pensum von 30 % beschränkt, ba-
siert nicht auf einer nachvollziehbaren psychiatrischen Beurteilung. Auf 
seine Ausführungen kann deshalb nicht abgestellt werden.

Nachvollziehbar und überzeugend ist der Bericht der RAD-Psychiaterin 
Dr. med. E.________ vom 14. November 2014 soweit sie auf die Wirkung 
der einzelnen im Verlauf eingenommenen Medikamente und Drogen sowie 
die Zusammenhänge von Medikation und Drogenmissbrauch zu den ge-
klagten Beschwerden hinweist (AB 116 und 119). Als invaliditätsfremder 
Faktor ist ein – zumutbar vermeidbarer – Cannabiskonsum denn auch nicht 
zu berücksichtigen. Überzeugend ist die Beurteilung von Dr. med. 
E.________, dass die medizinischen Massnahmen, die allenfalls eine Ver-
besserung der Leistungsfähigkeit ermöglichten, nicht ausgeschöpft seien, 
dass eine längere kontrollierte Abstinenz von Cannabis und Benzodiazepi-
nen zu erfolgen habe und dass die Beschwerdeführerin gleichzeitig schlaf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 16

therapeutisch behandelt werden sollte (AB 116 S. 3). Diese Überlegungen 
werden in den weiteren Abklärungen zu berücksichtigen sein, erlauben 
jedoch ebenfalls derzeit keine abschliessende gerichtliche Beurteilung.

Aufgrund aller ärztlichen Berichte ist damit erstellt, dass die geklagte und in 
den Vordergrund gestellte Schlafproblematik eigentlich nicht das Hauptpro-
blem ist, sondern als Folge der psychiatrischen Problematik bzw. des Me-
dikamenten- und Cannabiskonsums zu sehen ist (vgl. AB 99.1 S. 36, 44). 
Es ist deshalb auch nachvollziehbar, dass sowohl die Grundproblematik als 
auch die Folgeproblematik mit einer der Beschwerdeführerin durchaus zu-
mutbaren Compliance, insbesondere im Rahmen des Umgangs mit Medi-
kamenten und Cannabis, einer kontinuierlichen und konstanten Therapie 
allenfalls ergänzt durch eine stationäre Behandlung in einer Klinik (vgl. AB 
74 S. 2 Ziff. 1.4) verbessert werden könnte (vgl. auch AB 99.1 S. 45). Zu 
den bisherigen Behandlungen ist dabei zu bemerken, dass die Beschwer-
deführerin seit Jahren verschiedene Therapeuten konsultiert hat; sie hat 
zudem erneut die behandelnde Psychiaterin gewechselt (vgl. auch AB 99.1 
S. 32); dabei ist jedoch fraglich, ob die Beschwerdeführerin bei 
Dr. med. J.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bereits eine 
hinreichende Therapie aufgenommen hat (vgl. Stellungnahme von Dr. med. 
E.________ vom 25. November 2014 [AB 119 S. 2]), da sie die Psychiate-
rin seit Ende September 2014 bis Anfang März 2015 lediglich sechs Mal 
besucht hat (Beschwerdebeilage [BB] 2).

3.4.4 Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin (S. 8) war die Ein-
schätzung der Gutachter, eine Verlängerung des Belastungstrainings in der 
….. sei aussichtslos gewesen, durchaus nicht falsch. Die Beschwerdefüh-
rerin verlangte nach dem Ende der Massnahmen ein Time-Out von berufli-
chen Massnahmen (vgl. AB 63 S. 4), was letztlich einem Abbruch bzw. 
Verzicht auf weitere Massnahmen gleichkommt. Zudem konnte die Steige-
rung des Pensums nicht wie erwartet vorgenommen werden. 

3.5 Damit ergibt sich, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend 
abgeklärt ist, weshalb die Sache antragsgemäss an die Vorinstanz zurück-
zuweisen ist, damit sie eine erneute Begutachtung veranlasst. Da somati-
sche Beschwerden klar ausgeschlossen werden können (vgl. AB 99.1 
S. 37, 41), wird die Begutachtung – vorbehältlich inzwischen diesbezüglich 

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eingetretener Veränderungen – eine monodisziplinäre psychiatrische sein. 
Nebst der einlässlichen medizinischen Einordnung wird sich der Gutachter 
im Rahmen der Anamnese- und Befunderhebung auch detailliert mit den 
einschränkenden Parametern, aber auch den auf Ressourcen hinweisen-
den Elementen des Lebenssachverhalts zu befassen haben (vgl. BGer 
9C_492/2014). Insbesondere wird er sich – je nach den vorgängigen medi-
zinischen Erkenntnissen – zur zumutbaren Compliance, insbesondere im 
Rahmen des Umgangs mit Medikamenten und Cannabis, im Rahmen einer 
kontinuierlichen und konstanten Therapie und zu einer allenfalls (noch) 
vorliegenden Störung bei der Beurteilung der allfälligen Einschränkung zu 
äussern haben. 

3.6 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. Februar 2015 (AB 127) aufzuheben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen über den Rentenanspruch ab April 2015 im Sinne der Erwä-
gungen neu verfüge.

Da die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 10. Februar 2015 
(AB 127 S. 2) einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung 
entzog und dieser Entzug des sog. Suspensiveffekts auch noch für den 
Zeitraum des Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verfügung 
andauert (vgl. BGE 129 V 370; SVR 2013 IV Nr. 37 S. 112 E. 3.1), bleibt 
die Invalidenrente bis dahin vorerst eingestellt.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 18

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Mit Kostennote vom 11. Mai 2015 macht Fürsprecher B.________ ein Ho-
norar von Fr. 8‘000.-- (Aufwand von 29,63 Stunden), Auslagen von 
Fr. 624.10, Mehrwertsteuer von Fr. 689.95, insgesamt von Fr. 9‘314.05 
geltend. Dies entspricht nicht dem vorliegend Gebotenen. Unter Berück-
sichtigung der zu würdigenden Akten, welche insbesondere zwei Gutach-
ten beinhalten, des allein einfachen Schriftenwechsels und des Aufwands 
für das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erscheint eine Parteien-
tschädigung von pauschal Fr. 3‘500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 
als angemessen.

4.3 Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege und Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt 
ist als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschrei-
ben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. Februar 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘500.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2015, IV/15/256, Seite 19

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt  
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.