# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e89c9b3-3bcb-5b27-92be-df585a15dd45
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2016 D-5817/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5817-2016_2016-09-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5817/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli;   

Gerichtsschreiberin Karin Fischli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Gambia,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 8. September 2016 / N (…). 

 

 

 

D-5817/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 22. Juli 2016 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte und geltend machte, er sei minderjährig, 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank ergab, dass er am 8. September 2014 in Italien ein 

Asylgesuch eingereicht hatte,  

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- 

und Verfahrenszentrum B._______ (Befragung zur Person [BzP]) am 

11. August 2016 in Bezug auf seine Reiseroute im Wesentlichen geltend 

machte, er sei (…) 2014 von C._______ nach D._______ (Senegal) gefah-

ren, von wo aus er nach E._______ (Senegal) und schliesslich via Mali, 

Burkina Faso und Niger nach Libyen gelangt sei,  

dass er im (…) 2014 auf einem Boot nach F._______ (Italien) gefahren sei, 

worauf er nach G._______ verlegt worden sei, wo er in einer Unterkunft 

gewohnt und die Schule besucht habe, 

dass er (…) 2016 nach einem Problem vor Ort mehrmals versucht habe, in 

die Schweiz einzureisen, wobei einer seiner Versuche ihn nach Deutsch-

land geführt haben solle, von wo aus er jedoch wieder zurück nach Italien 

gelangt sei, 

dass er schliesslich am 22. Juli 2016 in die Schweiz eingereist sei, 

dass das SEM dem Beschwerdeführer im Anschluss an die BzP das recht-

liche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens zur Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens und zu einer allfälligen Wegwei-

sung nach Italien gewährte, 

dass der Beschwerdeführer angab, er sei dort aus dem Camp rausgewor-

fen worden und habe keine Unterkunft mehr, 

dass ihm die Italiener zudem, als er von H._______ (Schweiz) nach Italien 

zurückgeschickt worden sei, gesagt hätten, er könne gehen, falls er wolle, 

da er in Italien keine Bleibe mehr habe, 

dass er nach seiner Rückkehr nach Italien in I._______ gewesen sei und 

in einem Park gelebt habe, da er keine andere Unterkunft mehr gehabt 

habe,  

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dass der Beschwerdeführer ferner in der Nachbefragung des SEM zum 

Gesundheitszustand am 11. August 2016 (vgl. Akten SEM A13) ausführte, 

er würde manchmal an (…) leiden, wobei er nicht wisse warum genau, 

dass ihm ein Arzt diesbezüglich geraten habe, untersuchen zu lassen, ob 

diese Anfälle mit einer allfälligen (…) zu tun haben könnten, 

dass er als Kind tatsächlich eine (…) erlitten habe, (…), 

dass er aktuell keine Medikamente dagegen nehme, früher aber traditio-

nelle afrikanische Medizin aus Baumrinde und Blättern genommen habe, 

dass er wegen der (…) in Italien auch bei einem Arzt gewesen sei, da er 

sich (…) habe röntgen lassen wollen, um die Ursache der Beschwerden zu 

finden,  

dass er auch um eine solche Untersuchung machen zu lassen in die 

Schweiz gekommen sei, 

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer gleichentags darüber infor-

mierte, dass und weshalb er – entgegen seiner Angabe – als volljährige 

Person behandelt werde, und ihm das rechtliche Gehör dazu gewährte 

(vgl. Akten SEM A14),  

dass das SEM gestützt auf das Resultat des Abgleichs der Fingerabdrücke 

des Beschwerdeführers mit der «Eurodac»-Datenbank und Art. 18 Abs. 1 

Bst. b Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren 

zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 

Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-

VO) die italienischen Behörden am 24. August 2016 um Übernahme des 

Beschwerdeführers ersuchte,  

dass die italienischen Behörden dieses Ersuchen innert der festgelegten 

Frist unbeantwortet liessen, jedoch am 12. September 2016 nachträglich 

explizit zustimmten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 8. September 2016 – versandt am 

15. August 2016 und eröffnet am 18. September 2016 – in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, 

die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und den 

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Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. September 2016 (Post-

stempel: 21. September 2016) gegen diesen Entscheid beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die 

Verfügung vom 8. September 2016 sei aufzuheben und die Vorinstanz an-

zuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten, 

dass die Instruktionsrichterin mit Telefax-Verfügung vom 23. September 

2016 den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aussetzte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. September 2016 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

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wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien anzuwenden 

sind, wogegen im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take 

back) grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III 

stattfindet (vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2.1 m.w.H.), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

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rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet 

eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-

rodac»-Datenbank ergab, dass dieser am 8. September 2014 in Italien ein 

Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das SEM die italienischen Behörden am 24. August 2016 um Wieder-

aufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-

III-VO ersuchte, 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, wo-

mit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 25 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO),  

dass die italienischen Behörden überdies dem Gesuch um Übernahme am 

12. September 2016 noch explizit zustimmten, 

dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Italien ein Asylgesuch ein-

gereicht zu haben, und auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mit-

gliedstaates unbestritten blieb, 

dass die Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene im Wesentlichen ein-

wendet, er könne nicht nach Italien zurückkehren, da sich Italien nicht um 

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die Asylsuchenden kümmere, denn wenn man einmal registriert sei, werde 

man sich selbst überlassen – es gäbe weder eine Arbeitsbewilligung noch 

ein Recht auf Taschengeld, 

dass er sodann nicht gearbeitet und auch keine Bekanntschaften oder Be-

ziehungen habe,  

dass man ferner, wenn man das Land nicht freiwillig verlasse, von der Po-

lizei wieder in sein Heimatland zurückgeschafft werden könne, was für ihn 

ein Risiko und auch sehr bedauernswert wäre, da er den Weg über das 

Mittelmeer auf sich genommen habe, 

dass der Beschwerdeführer in Italien weder persönlichen Frieden, Freiheit, 

Ruhe noch Sicherheit empfinde, 

dass er ausserdem bereits vor seiner Einreise in die Schweiz draussen 

habe campieren und schlafen müssen, da er nicht mehr in das Camp habe 

zurückkehren können, wo er vorher gewesen sei, da es nach einem Ver-

lassen des Camps nicht mehr erlaubt sei, zurückzukehren,  

dass er sodann bei einer Rückkehr nach Italien auf der Strasse schlafen 

müsste, wie viele andere Menschen auch, 

dass – wie nachfolgend aufgeführt wird – weder die bei der Gewährung 

des rechtlichen Gehörs geäusserten Einwände noch die auf Beschwerde-

ebene geltend gemachten Vorbringen an der Zuständigkeit Italiens für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens etwas ändern und 

auch kein Anlass zur Ausübung des Selbsteintritts der Schweiz (Art. 17 

Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 

11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) begründen, 

dass zunächst festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer den zuständi-

gen Mitgliedstaat, in welchem er das Asylverfahren durchlaufen möchte, 

nicht selber wählen kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass zwar gewisse Schwierigkeiten der italienischen Behörden im Umgang 

mit Asylsuchenden bestehen, es indessen keine wesentlichen Gründe für 

die Annahme gibt, das Asylverfahren in Italien würde systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 EU-Grundrechtecharta 

mit sich bringen, 

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dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in seinem 

Urteil Tarakhel bezüglich Italien keine systematischen Mängel feststellte 

und insbesondere ausführte, die heutige Lage Italiens sei nicht mit derjeni-

gen von Griechenland (vgl. Urteil des EGMR M.S.S. gegen Belgien und 

Griechenland [Grosse Kammer] vom 21. Januar 2011, Nr. 30696/09) ver-

gleichbar (vgl. Urteil des EGMR Tarakhel gegen Schweiz vom 4. November 

2014, Nr. 29217/12, § 114 f. und § 120), 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen implizit die Anwendung 

der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO, respektive der – 

das Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung 

von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert, gemäss welcher das SEM das Asylge-

such «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass im Falle des Beschwerdeführers – eines jungen Mannes ohne famili-

äre Verpflichtungen – davon ausgegangen werden darf, er sei in der Lage, 

in Italien eine hinreichende Lebensgrundlage zu finden, da es sich bei ihm 

nicht um eine besonders verletzliche Person handelt, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern, ihn wieder aufzu-

nehmen, wobei anzumerken ist, dass die italienischen Behörden am 

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12. September 2016 dem Übernahmeersuchen der Schweiz sogar explizit 

zugestimmt haben, 

dass der Beschwerdeführer auch nicht dargetan hat, die ihn erwartenden 

Bedingungen in Italien seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung 

von Art. 4 EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen 

könnten, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-

ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben 

oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist 

oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-

zwungen zu werden,  

dass sich der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen zu gelegentli-

chen (…) sinngemäss auf seinen Gesundheitszustand beruft, der einer 

Überstellung nach Italien entgegenstehe, da ihn eine solche einer Gefahr 

für seine Gesundheit aussetzen und damit Art. 3 EMRK verletzen würde,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur dann einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, 

wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen 

Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. BVGE 2011/9 

E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des EGMR),  

dass dies im vorliegenden Fall für die Situation des Beschwerdeführers 

nicht zutrifft, zumal die (…) nicht die vorstehend erwähnte Schwere aufwei-

sen, 

dass es im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Italien über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur verfügt, 

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me-

dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge-

eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 

Aufnahmerichtlinie),  

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dass keine Hinweise vorliegen, dass Italien dem Beschwerdeführer eine 

adäquate medizinische Behandlung verweigern würde – der Beschwerde-

führer hatte gemäss eigenen Angaben bereits einen Arzttermin bezüglich 

seinen Beschwerden –, so dass er auch in Italien die gegebenenfalls nötige 

medizinische Versorgung erhalten kann, 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-

mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-

den Rechnung tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeig-

neter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren 

werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),  

dass schliesslich die Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO 

nicht direkt, sondern nur in Verbindung mit einer nationalen Norm (nament-

lich Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, Selbsteintritt aus humanitären Gründen) oder 

internationalem Recht anwendbar ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 5), dem Bun-

desverwaltungsgericht in diesem Zusammenhang hinsichtlich des Ermes-

sensentscheides des SEM jedoch keine Beurteilungskompetenz mehr zu-

kommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.), 

dass das Bundesverwaltungsgericht demnach nur eingreift, wenn das 

Staatssekretariat das ihm eingeräumte Ermessen über- beziehungsweise 

unterschreitet oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt, was vor-

liegend, wo das SEM die massgeblichen Parameter des Einzelfalles in 

seine Prüfung einbezogen hat, nicht der Fall ist, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-      

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

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dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–   

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Karin Fischli 

 

 

Versand: