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**Case Identifier:** b25cab6a-6538-597c-a167-e50afb209d84
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 08.03.2012 720 11 238 / 67 (720 2011 238 / 67)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-11-238---67_2012-03-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 8. März 2012 (720 11 238/67) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Eingliederungsmassnahmen und realisierbare Erwerbsmöglichkeiten 

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Markus Mattle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Maurizio Greppi 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
A. A.____, geb. 1988, wurde am 26. August 1996 auf dem Fussgängerstreifen von der 
rechten Frontseite eines Lastwagens erfasst und auf die Strasse geschleudert. Dabei zog er 
sich namentlich schwere Kopfverletzungen zu und erlitt ein Schädel-Hirn-Traum mit Commotio 
cerebri (epidurales Hämatom frontal links). 
 
B.  Am 10. November 2004 meldete sich A.____ bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung zum Bezug von IV-Leistungen an. Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2010 wies die IV-Stelle 
Basel-Landschaft (IV-Stelle) sein Rentengesuch aufgrund eines Invaliditätsgrades von 37% ab. 
Darauf erhob A.____, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat in Basel, Einwand gegen den 

 
 
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Vorbescheid und beantragte, die gutachterlich vorgeschlagenen beruflichen Massnahmen zu 
prüfen und umzusetzen. Sollte es keine angepasste Eingliederungsmöglichkeit geben, sei ihm 
eine ganze IV-Rente zuzusprechen. 
 
Mit Verfügung vom 6. Juni 2011 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wiederum ab. Sie 
habe das MEDAS Gutachten vom 26. Mai 2010 dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) bei-
der Basel zur Prüfung und Beurteilung vorgelegt. Dieser sei zum Schluss gekommen, dass das 
Gutachten die versicherungsmedizinischen Kriterien erfülle und die Beurteilung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 70% als valide bezeichnet werden könne. Nach einem Einkommensver-
gleich ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 37% und verneinte deshalb einen Ren-
tenanspruch. 
 
C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, wiederum vertreten durch Nikolaus Tamm, Ad-
vokat in Basel, mit Eingabe vom 4. Juli 2011 Beschwerde an das Kantonsgericht, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte unter o/e-Kostenfolge, es sei ihm in 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung, eventualiter gestützt auf ein gerichtlich anzuordnen-
des Obergutachten, mindestens eine halbe IV-Rente zuzusprechen. Subeventualiter sei die 
Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zur Vornahme weiterer Abklärun-
gen, insbesondere zur Einholung eines Obergutachtens zurückzuweisen. Ferner beantragte er 
die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung führte er an, dass die im 
polydisziplinären Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 26. Mai 2010 festgestellte Arbeits-
fähigkeit von 70% in Tätigkeiten, die den gesundheitlichen Einschränkungen angepasst werden 
können, implizit davon abhängig gemacht werde, dass eine Nachreifung der Persönlichkeit und 
den besonderen Umständen angepasste berufliche Massnahmen stattfinden können. Die Ver-
fügung setze sich über die klare Empfehlung des Gutachtens hinweg, berufliche Massnahmen 
durchzuführen. Die Vorinstanz habe die von den Gutachtern vorgeschlagenen beruflichen 
Massnahmen sorgfältig zu prüfen und umzusetzen. Falls keine den besonderen Bedürfnissen 
von A.____ angepasste Eingliederungsmöglichkeit bestehen sollte, sei ihm eventualiter mindes-
tens eine halbe Rente zuzusprechen.  
 
D. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 5. Januar 2012 die Abweisung 
der Beschwerde. Die bisher durchgeführten Eingliederungsmassnahmen hätten keinen Erfolg 
gehabt und es liege unbestrittenerweise ein komplexes Beschwerdebild vor. Sowohl aus rein 
neurologischer, neuropsychologischer wie auch psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit im 
Umfang von 70% gegeben. A.____ sei hochgradig arbeitsfähig, zumindest auf dem Niveau ei-
ner Anlehre. Die bestehende psychische Dekonditionierung sei höher zu bewerten als allfällige 
unfall- oder krankheitsbedingte Faktoren. Als Hauptursache für die bestehenden Einschränkun-
gen sei die Überprotektion der Familie zu benennen. Es sei festzustellen, dass es sich dabei 
um einen IV-fremden Faktor handle.  
 
 
 
 
 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 
19. Juni 1959 in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 gilt als Invalidität die durch einen körper-
lichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder 
Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. 
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie 
zu mindestens 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 Prozent, auf 
eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 Prozent und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu 
mindestens 40 Prozent invalid ist. 
 
2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 und Abs. 3 lit. b IVG haben Invalide oder von einer Invalidität un-
mittelbar bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art, soweit 
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wiederherzustellen, zu verbessern, zu 
erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Eingliederungsmassnahmen gehören unter 
anderem die Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), 
die Umschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG) und die Kapitalhilfe 
(Art. 18 IVG). 
 
2.2 Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und de-
nen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zu-
sätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung ihren 
Fähigkeiten entspricht und unter der weiteren Voraussetzung, dass das Eingliederungsziel da-
durch voraussichtlich erreicht werden kann (vgl. BGE 124 V 110 E. 2a; Urteil des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei-
lungen] vom 13. November 1995, I 139/94, E. 2b/aa, in: AHI-Praxis 2/1997, S. 81 f.). Unter 
erstmaliger beruflicher Ausbildung im Sinne von Art. 16 IVG ist eine gezielte und planmässige 
Förderung in beruflicher Hinsicht zu verstehen, mit anderen Worten der Erwerb oder die Ver-
mittlung spezifisch beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten (Urteil des EVG vom 15. Mai 2002, 
I 485/01, E. 3c; Urteil des EVG vom 24. Oktober 2001, I 705/00, E. 3b/aa mit Hinweisen; vgl. 
auch Urteil des EVG vom 7. November 2001, I 84/01, E. 3a). Der erstmaligen beruflichen Aus-
bildung gleichgestellt sind nach Art. 16 Abs. 2 lit. a IVG die Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit 
oder auf eine Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte, gemäss lit. b die berufliche Neuausbil-
dung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf die 
Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben sowie nach lit. c die berufliche Wei-
terausbildung im bisherigen oder in einem anderen Berufsfeld, sofern sie geeignet und ange-
messen ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich verbessert werden kann (vgl. auch 
ULRICH MEYER-BLASER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG), Zürich 1997, 
Art. 16, S. 119 ff.). Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt laut Art. 5 Abs. 1 der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 jede Berufslehre oder Anlehre so-
wie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hoch-
schule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer ge-
schützten Werkstätte. 

 
 
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2.3 Um eine strittige Frage zuverlässig beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Be-
schwerdefall das Gericht in besonderem Masse auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärz-
tinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. auch MEYER-BLASER, IVG, Art. 16, S. 116). 
Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess 
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Be-
weismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, 
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet 
sind. Gemäss Rechtsprechung des EVG ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
3. Die IV-Stelle stützte sich beim Erlass der Verfügung vom 6. Juni 2011 auf das Gutach-
ten der MEDAS Zentralschweiz (MEDAS) vom 26. Mai 2010 ab, welches zu Handen der Allianz 
Suisse, Versicherungsgesellschaft, als zuständige Unfallversicherung erstellt worden ist.  
 
3.1 Aufgrund einer neuropsychologischen Untersuchung stellten lic.phil. B.____ und 
lic.phil. C.____, Fachpsychologinnen für Neuropsychologie FSP in X.____, beim Beschwerde-
führer eine verminderte mentale Leistungsfähigkeit dominiert von Aufmerksamkeits- und 
sprachlichen Gedächtniseinschränkungen bei Status nach Schädel-Hirn-Trauma vom 26. Au-
gust 1996 fest. Im Vergleich zur umfassenden Voruntersuchung (Neuropsychologisches Gut-
achten von Dr. phil. D.____, Inselspital Bern vom 21. Dezember 2005), zeige die aktuelle Un-
tersuchung eine verbesserte Leistung. Minderleistungen hätten sich noch bei Parallelanforde-
rungen sowie bei komplexen sprachlichen Gedächtnisanforderungen gezeigt. In den übrigen 
Bereichen seien die Resultate durchschnittlich ausgefallen. Aus neuropsychologischer Sicht 
könne nicht beurteilt werden, ob und in welchem Anteil die Aufmerksamkeits- und verbal       
mnestischen Einschränkungen auf das erlittene Schädel-Hirn-Trauma zurückzuführen seien 
oder diese lediglich auf die Schmerzen, die Müdigkeit, die schwankende Motivation, die Dekon-
ditionierung und die vorbestehend nicht übermässigen Ressourcen zurückzuführen seien. Sie 
hielten fest, dass allfällige Integrationsmassnahmen von der Bereitschaft des Beschwerdefüh-
rers abhängen würden. Aufgrund der kognitiven Ressourcen seien entsprechende Massnah-
men zu empfehlen, die als erfolgversprechend beurteilt werden. Sie empfahlen eine Anlehre, 
weniger im sprachlastigen, eher im handwerklich orientierten Ausbildungsfeld, idealerweise im 
geschützten Rahmen. 

 
 
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3.2 Im neurologischen Fachgutachten diagnostizierte Dr. med. E.____, Neurologie FMH in 
X.____, chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp und reduzierte mentale und körperliche 
Leistungsfähigkeit bei Status nach Schädel-Hirn-Trauma vom 26. August 1996 mit Commotio 
cerebri und Epiduralhämatom links frontal, bei neuropsychologisch verminderter mentaler Leis-
tungsfähigkeit dominiert von Aufmerksamkeits- und verbalen mnestischen Einschränkungen 
und bei intermittierend unspezifischem Schwindel. Klinisch finde sich unverändert zu den Vor-
untersuchungen ein normaler Befund. Eine reduzierte mentale und körperliche Leistungsfähig-
keit könne zwar als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas auftreten, relevanter seien jedoch die 
ausgeprägte Schonung vor allem im familiären Umfeld und eine ungenügende Förderung zu 
bewerten. Aufgrund der angegebenen Beschwerden könne von einer Arbeitsfähigkeit von 70% 
für leichte Tätigkeiten ausgegangen werden, dies mit Steigerungspotential, falls der Beschwer-
deführer das Durchhaltevermögen aufbringen könne, eine regelmässige Tätigkeit aufzuneh-
men. Die Frage, ob der Beschwerdeführer überhaupt fähig sei, eine genügende Motivation und 
Durchhaltevermögen aufzubringen, um eine Tätigkeit (oder Ausbildung) durchzuhalten, müsse 
aus psychiatrischer Sicht beurteilt werden.  
 
3.3 Dr. med. F.____, FMH Psychiatrische Psychotherapie in X.____, stellte anlässlich des 
erstellten psychiatrischen Teilgutachtens als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, abhängigen und emotional retar-
dierten Anteilen, sowie ein subsyndromales organisches Psychosyndrom fest. Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Intelligenzminderung und psychologische Faktoren und 
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten. Als Hauptbefund habe der Be-
schwerdeführer anlässlich der klinischen Untersuchung eine affektive Verflachung mit vermin-
derter affektiver Schwingungsfähigkeit sowie vermindertem Antrieb gezeigt. Er habe über 
Schmerzen, welche er als Kopfschmerzen bezeichne, geklagt. Als Folge davon leide er an er-
höhter Ermüd- und Erschöpfbarkeit, sowie an einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit, 
was anhand der Physiologie beobachtbar gewesen sei. Dr. F.____ diskutierte ausführlich ver-
schiedene Differentialdiagnosen. Das Beschwerdebild und die erhobenen Befunde könnten mit 
der Diagnose einer komplexen Persönlichkeitsstörung beschrieben werden, welche sich ge-
mäss fremdanamnestischen Angaben chronifiziert habe. Der Beschwerdeführer habe wenig 
Druck aus eigener Kraft etwas zu ändern. Intensität und Ausprägungsbild der kombinierten Per-
sönlichkeitsstörung würden die Kriterien einer schweren psychischen Komorbidität nicht erfül-
len. Der Gutachter überprüfte deshalb anhand der Foersterschen Kriterien, ob dem Beschwer-
deführer die Willensanstrengung zur Überwindung der Schmerzen zugemutet werden könne 
und bejahte dies schliesslich. Das Zusammenspiel der psychischen Dekonditionierung und 
kombinierten Persönlichkeitsstörung habe eine berufliche Eingliederung bisher verhindert. Aus 
psychiatrischer Sicht müsse von einem andauernden Gesundheitsschaden ausgegangen wer-
den, welcher sich in reduzierter psychischer Belastbarkeit äussere und die Arbeitsfähigkeit in 
einer seiner Intelligenz angepassten Tätigkeit auf 70% reduziere. Betreffend die bisher geschei-
terten Integrationsmassnahmen sei die psychische Dekonditionierung höher zu werten als un-
fall- oder krankheitsbedingte Faktoren. Aus psychiatrischer Sicht seien dem Beschwerdeführer 
erneute Arbeitsversuche zumutbar.  
 

 
 
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3.4 In der Gesamtbeurteilung wurden die gestellten Diagnosen und Einschätzungen der 
Arbeitsfähigkeit bestätigt. Die Gutachter beurteilten den Beschwerdeführer aus polydisziplinärer 
Sicht in einer seiner Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit im Umfang von 70% arbeitsfähig bei 
ganztägiger Präsenz. Grundsätzlich seien ihm jegliche Tätigkeiten möglich, infolge körperlicher 
und psychischer Dekonditionierung, welche Hauptursache der Einschränkungen sei, soll es 
idealerweise eine leicht bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit sein. Die Gutachter 
wiesen darauf hin, dass der Beschwerdeführer wie auch seine Familie bei einem erneuten Ein-
gliederungsversuch unterstützt werden müssten. Der Beschwerdeführer bedürfe einer Nachrei-
fung, Stützung, aber auch beharrlicher Führung und Ermunterung. Er sei jedoch in der Lage, 
eine Ausbildung auf dem Niveau einer Anlehre zu absolvieren und seinen Lebensunterhalt sel-
ber zu verdienen, falls eine Nachreifung erzielt werde und eine Ablösung aus dem Elternhaus 
gelinge. 
 
4. Das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz (MEDAS) vom 26. Mai 2010 empfiehlt Ein-
gliederungsmassnahmen, welche die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 
vom 6. Juni 2011 in Aussicht stellte zu prüfen. Sie vertritt jedoch den Standpunkt, der Be-
schwerdeführer könne unabhängig davon ohne weiteres ein rentenausschliessendes Er-
werbseinkommen erzielen. Die Parteien sind sich also darin einig, dass eine berufliche Abklä-
rung durchgeführt und gegebenenfalls entsprechende Eingliederungsmassnahmen eingeleitet 
werden müssen. Zu prüfen bleibt, welche Folgen für den Rentenanspruch sich daraus ergeben. 
 
4.1 Nach dem Konzept des Art. 16 ATSG müssen dem Invalideneinkommen - losgelöst von 
der aktuellen konjunkturellen Verfassung des Arbeitsmarktes - effektiv realisierbare Erwerbs-
möglichkeiten aus sogenannten Verweisungstätigkeiten zugrunde liegen. Diese Voraussetzung 
ist unter Umständen nicht erfüllt, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die renten-
ausschliessende (oder -reduzierende) Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne 
vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der 
versicherten Person nicht möglich ist (Urteil 9C_720/2007 vom 28. April 2008 E. 4.1 mit Hinwei-
sen und E. 4.2). Der Schluss, ein auf der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit (hier von 
70 Prozent in einer angepassten Tätigkeit) beruhendes Invalideneinkommen dürfe (noch) nicht 
angerechnet werden, fällt zunächst dann in Betracht, wenn das grundsätzlich attestierte Leis-
tungsvermögen in der ärztlichen Beurteilung selber unter den Vorbehalt einer Durchführung 
befähigender Massnahmen gestellt wird (Urteil I 2/06 vom 23. Mai 2006 E. 2.2). Ein medizini-
sches Anforderungsprofil trägt sodann naturgemäss nur den funktionellen Beeinträchtigungen 
Rechnung; die weiterführende Frage nach der berufspraktischen Umsetzbarkeit wird hierdurch 
nicht berührt. Daher können im Einzelfall auch Erfordernisse des Arbeitsmarktes einer Anrech-
nung entgegenstehen. Unmittelbare Anrechenbarkeit  ist jedoch immer dann gegeben, wenn 
lediglich eine Hilfestellung in Form von Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) nötig erscheint. 
 

4.2 Die Annahme der Beschwerdegegnerin, dass der Beschwerdeführer unabhängig von 
Eingliederungsmassnahmen ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne, stützt 
sich auf die Stellungnahme des Ärztlichen Dienstes vom 11. Oktober 2010. Sie ist aber nach 
der Aktenlage nicht gesichert und lässt die besonderen Umstände und psychischen Auswirkun-
gen der langjährigen Gesundheits- und Entwicklungsstörungen des Beschwerdeführers, die 

 
 
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sich in einem komplexen Beschwerdebild äussern, zu Unrecht ausser Betracht. Diese hatten 
zur Folge, dass der Beschwerdeführer keine berufliche Ausbildung absolvierte und zahlreiche 
Arbeitsversuche abbrach. Zunächst ist der Behauptung der Beschwerdegegnerin zu widerspre-
chen, dass die bestehende psychische Dekonditionierung höher zu bewerten sei als allfällige 
unfall- oder krankheitsbedingte Faktoren und es sich deshalb bei den bestehenden Einschrän-
kungen um einen IV-fremden Faktor handle.  Dr. F.____ führt aus, dass der Beschwerdeführer 
zwar die diagnostischen Kriterien für eine organische Persönlichkeitsstörung nicht vollständig 
erfülle, sich aber deutlich Anzeichen fänden, dass ein Teil der Persönlichkeitsänderung auf or-
ganische Ursachen zurückgeführt werden müssten (S. 17 seines Berichtes). Es fänden sich 
Symptome wie erhöhte Ermüd- und Erschöpfbarkeit, Störung der Konzentrationsfähigkeit und 
des geistigen Leistungsvermögens und des Gedächtnisses, die pathognomonisch seien für ein 
organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma. Diagnostisch erfülle der Beschwerdefüh-
rer die Kriterien eines subsyndromalen organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma. 
Ebenso bestätigt der Gutachter,  dass sich beim Beschwerdeführer, der nach dem Unfall nicht 
einer eingehenden, neuropsychologischen Untersuchung zugeführt worden sei, durch rechtzei-
tiges Erkennen von Defiziten und durch Einleitung geeigneter Rehabilitationsmassnahmen 
wahrscheinlich ein anderer Verlauf eingestellt hätte (S. 17). 
 
4.3. Dr. F._____ gelangt zwar zum Schluss, dass die unfall- und krankheitsbedingte Ar-
beitseinschränkung des Beschwerdeführers 30% betrage (S. 24) und ihm demnach eine Rest-
arbeitsfähigkeit von 70% zumutbar sei (S. 26), vertritt aber die Meinung, dass zur Realisierung 
dieser Restarbeitsfähigkeit zunächst in einem stationären Rahmen, z.B. in einer dazu geeigne-
ten Psychiatrischen Klinik, ein mehrwöchiges Arbeitstraining unter Einbezug der Familie in das 
Behandlungssetting durchgeführt werden müsse (S. 27). Der  Beschwerdeführer  sei in seiner 
Persönlichkeitsentwicklung in einem vorpubertären Stadium stehen geblieben (S. 36). Alle bis-
herigen beruflichen Eingliederungsmassnahmen seien daran gescheitert, dass sie der Be-
schwerdeführer nach einigen Tagen mit sehr undurchsichtigen Vorgaben abgebrochen habe 
(Kopfschmerzen, Grippe usw.). Dies basiere auf seiner infantil-regredierten Persönlichkeits-
struktur, die einem 12-jährigen entspreche und unbedingt eine Nachreifung erfordere.  
 
 
4.4 In der Gesamtbeurteilung gelangt das Gutachten zum Schluss, dass beim Beschwer-
deführer eine Nachreifung und Ablösung vom Elternhaus gefördert und er auftrainiert werden 
müsse. Das geschehe am idealsten im stationären Rahmen, mit Distanz zum Elternhaus, was 
am ehesten in einer BEFAS mit interner Aufenthaltsmöglichkeit, z.B. im Appisberg oder im 
"Brüggli" Romanshorn geschehe (S. 34). An anderer Stelle (S. 35 unten) wird vorgeschlagen, 
dass eine Eingliederung über eine Institution mit stationärer Aufenthaltsmöglichkeit durchgeführt 
wird, z.B. eine BEFAS wie die VEBO Oensingen. Aufgrund dieser gutachterlichen Ausführun-
gen kann nur die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die Zumutbarkeitsbeurteilung von 
der Durchführung beruflicher Massnahmen abhängig gemacht wird. Das nach Ansicht aller be-
teiligten Ärzte prinzipiell gegebene Potential für eine erwerblich verwertbare Leistung kann beim 
Beschwerdeführer offenkundig nur mit Hilfe beruflicher Massnahmen (Art. 15 ff. IVG) ausge-
schöpft werden (vgl. Urteil I 2/06 vom 23. Mai 2006, E. 2.2). Jedenfalls ist die erwerbliche Ver-
wertbarkeit des Leistungsvermögens von 70 Prozent auf dem für den Beschwerdeführer in Be-

 
 
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tracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht ausgewiesen. Die Akten erlauben aber nicht 
die Beurteilung der in Betracht fallenden Massnahmen. Die Sache ist daher an die IV-Stelle 
zurückzuweisen, damit sie zur erwerblichen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit, die Kooperation 
des Beschwerdeführers vorausgesetzt (Art. 21 Abs. 4 ATSG), die erforderlichen Vorkehren tref-
fe. Anschliessend hat die Beschwerdegegnerin über die Rentenfrage neu zu verfügen. 
 
5. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An-
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Be-
schwerdeführer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzu-
sprechen. 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der 
Beschwerdegegnerin vom 6. Juni 2011 aufgehoben und die Angele-
genheit im Sinne der Erwägungen zur Anordnung weiterer beruflicher 
Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurückge-
wiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerde-
führer zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 4'083.85 (inkl. Auslagen und 8% 
MwSt.) zu bezahlen.