# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 042d312e-1004-5e2a-be25-bf9a28854b19
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 18.11.2009 SK2 2009 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2009-45_2009-11-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 18. November 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 09 45

Entscheid 
II. Strafkammer

Vorsitz Bochsler
RichterInnen Schlenker und Hubert
Redaktion Aktuarin Mosca

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X., Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, 
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

die Verfügung der Kreisvizepräsidentin Fünf Dörfer vom 15. September 2009, 
mitgeteilt am 15. September 2009, in Sachen gegen Y., Beschwerdegegner, 

betreffend Widerhandlung im Sinne von Art. 126 StGB

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 25. August 2008 erstattete X. beim Polizeiposten in F. Anzeige gegen 
ihren ehemaligen Lebenspartner Y.. Sie gab zu Protokoll, dass dieser sie am 1. 
Juli 2008 körperlich verletzt habe. Der Vorfall habe sich wie folgt ereignet: Am 1. 
Juli 2008, um rund 17.40 Uhr, sei sie von der Arbeit nach Hause gekommen. Sie 
habe festgestellt, dass Y. einen Campingkühlschrank auf ihre Arvenbank gestellt 
habe. Sie habe ihn zwei Mal aufgefordert, den Kühlschrank zu entfernen. Dieser 
habe erwidert, dass er den Kühlschrank dort lasse; er habe keine Anstalten 
getroffen, das Gerät zu entfernen. Sodann habe sie den Kühlschrank 
hochgehoben, um diesen auf die Terrasse zu platzieren. In der Folge habe ihr Y. 
mit der rechten Handkante auf den linken Unterarm geschlagen. Sie sei der 
Meinung, dass ihr ehemaliger Lebenspartner ausgeholt und gezielt zugeschlagen 
habe. Dieser Vorfall habe sich während der Zeit ihres Umzugs ereignet. Der Arzt 
habe ihr zwar verboten, Lasten zu tragen. Während des Umzugs habe sich dies 
aber nicht vermeiden lassen. Da sie beim Tragen immer noch Schmerzen verspürt 
habe, habe sie am 11. Juli 2008 einen Arzt aufgesucht. Dieser habe eine Prellung 
am rechten Vorderarm diagnostiziert.

B. Bereits am 17. Mai 2008 hatte sich Y. der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 
StGB schuldig gemacht, indem er die Faust an den Mund von X. gehalten und 
gedreht hatte. Mit Strafmandat des Kreispräsidiums Fünf Dörfer vom 27. Februar 
2009 wurde er dafür mit einer Busse von Fr. 100.-- bestraft.

C. Am 2. September 2008 wurde Y. zum Vorfall vom 25. August 2008 
polizeilich befragt. Er nahm Kenntnis von der Strafanzeige, verweigerte jedoch 
jede Aussage. 

D. Mit Kompetenzentscheid der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 22. 
September 2008 wurde die Angelegenheit zur Verfolgung im 
Strafmandatsverfahren an das Kreispräsidium Fünf Dörfer überwiesen. In Betracht 
falle der Übertretungstatbestand im Sinne von Art. 126 StGB.

E. Mit Schreiben des Kreisamtes Fünf Dörfer vom 13. Oktober 2008 wurde Y. 
darüber in Kenntnis gesetzt, dass gegen ihn ein Strafmandatsverfahren eingeleitet 
werde und er wurde aufgefordert, innert 20 Tagen zum Vorfall Stellung zu 
nehmen. In seiner Vernehmlassung vom 28. Oktober 2008 führte Y. aus, er habe 
keine Tätlichkeit begangen. Wenn es sich tatsächlich so verhalten hätte, hätte X. 
postwendend die Polizei alarmiert.

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F. Mit Verfügung vom 27. Februar 2009, mitgeteilt am 27. Februar 2009, 
erkannte das Kreispräsidium Fünf Dörfer:

„1. Die hieramts gegen Y. geführte Strafuntersuchung wird gemäss Art. 
171 Abs. 1 StPO eingestellt.

2. Die kreisamtlichen Untersuchungs- und Verfahrenskosten im Betrag 
von total Fr. 475.00 fallen zu Lasten der Kreiskasse.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Diagnose des Arztes sei 
10 Tage nach dem angeblichen Vorfall erfolgt. Nach dieser langen Zeit sei es nicht 
möglich, zweifelsfrei festzustellen, wodurch die Prellung entstanden sei. Zudem 
könne nicht ausgeschlossen werden, dass X. die besagte Prellung sich beim 
Umzug zugezogen habe. Es sei auch eigenartig, dass X. erst 10 Tage nach dem 
Vorfall einen Arzt konsultiert habe und dann nochmals mehr als einen Monat habe 
verstreichen lassen, bis sie Anzeige gegen Y. erstattet habe.

G. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob X. am 9. März 2009 eine als 
„Einsprache“ betitelte Beschwerde an die Beschwerdekammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung.

Die Vorinstanz liess sich am 18. März 2009 dazu vernehmen. Y. führte in seiner 
Stellungnahme vom 13. März 2009 aus, am 1. Juli 2008 sei nichts vorgefallen, 
darum könne er die Beschwerde von X. nicht nachvollziehen.

H. Mit Entscheid vom 14. Mai 2009, mitgeteilt am 18. Mai 2009, erkannte die 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts:

„1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene 
Einstellungsverfügung aufgehoben und die Sache zur 
Beweisergänzung und neuen Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 600.-- gehen zu Lasten 
des Beschwerdegegners.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)“ 

Zur Begründung wurde dargetan, die Beschwerdeführerin habe neu vorgebracht, 
sie habe am 2. Juli 2008 – also einen Tag nach dem fraglichen Vorfall – auf dem 
Polizeiposten in F. beim Polizeibeamten A. vorgesprochen und ihn gebeten, einen 
Nachtrag zum Protokoll der Tätlichkeit vom 17. Mai 2008 zu machen. Zudem habe 

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sie ihm die Begebenheit vom 1. Juli 2008 geschildert und er habe für sich Notizen 
gemacht, so dass eine Anzeige hätte stattfinden können. Im Polizeirapport des 
Polizeibeamten A. sei die besagte Vorsprache mit keinem Wort erwähnt (vgl. act. 
1). Die Einvernahme des Polizeibeamten A. als Zeuge könnte das bisherige 
Beweisergebnis massgebend beeinflussen. Sollte sich nämlich bei dessen 
Befragung herausstellen, dass X. den Polizeibeamten tatsächlich bereits einen 
Tag nach dem Vorfall wegen der durch die angebliche Tätlichkeit erlittenen 
Verletzung aufgesucht und Anzeige erstattet habe, so seien die in der 
Einstellungsverfügung wegen der bis zur Anzeigeerstattung verstrichenen Tagen 
angeführten Bedenken unbegründet.

I. In der Folge wurde A. am 3. Juni 2009 von der Vizepräsidentin des Kreises 
Fünf Dörfer als Zeuge befragt. Er führte aus, er könne sich zeitlich nicht mehr an 
Details erinnern. Es könne Mitte August gewesen sein, als X. den Vorfall vom 1. 
Juli 2008 bei ihm gemeldet habe. Er sei erstaunt gewesen, dass sie sich erst so 
spät gemeldet habe. Sie habe ihm auch ihren Unterarm gezeigt. Er habe aber 
keinen Bluterguss sehen können. Am 2. Juli 2008 habe X. keine Anzeige erstattet.

 J. Am 5. Juni 2009 teilte A. der Vizepräsidentin des Kreises Fünf Dörfer 
telefonisch mit, er habe nachträglich die Journale der Polizei konsultiert. Hierbei 
habe sich herausgestellt, dass X. tatsächlich am 2. Juli 2008 auf dem 
Polizeiposten gewesen sei. Inhalt des Gesprächs seien Rechnungen der Polizei 
gewesen. X. habe ihm an diesem Tag auch mitgeteilt, dass sie tags zuvor von Y. 
einen Schlag auf den Unterarm erhalten habe. Sie habe ihm den Unterarm 
gezeigt. Es sei keine Verletzung sichtbar gewesen.

Die Vizepräsidentin des Kreises Fünf Dörfer hat von diesem Telefongespräch eine 
Aktennotiz verfasst (act. 19).

K. Mit Verfügung vom 15. September 2009, mitgeteilt am 15. September 2009, 
erkannte das Kreispräsidium Fünf Dörfer:

„1. Die hieramts gegen Y. geführte Strafuntersuchung wird gemäss Art. 
171 Abs. 1 StPO eingestellt.

2. Die kreisamtlichen Untersuchungs- und Verfahrenskosten im Betrag 
von total Fr. 250.00 fallen zu Lasten der Kreiskasse.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)“

Zur Begründung ihrer erneuten Einstellung des Verfahrens führte die 
Vizepräsidentin des Kreises Fünf Dörfer aus, der Zeuge A. habe zu Protokoll 

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gegeben oder habe nachträglich dem Polizeijournal entnommen, dass X. am 2. 
Juli 2008 weder um einen Nachtrag zum Protokoll vom 17. Mai 2008 ersucht noch 
eine Anzeige wegen des Vorfalls vom 1. Juli 2008 erstattet habe. Zudem habe A. 
auch keine Verletzung am Unterarm feststellen können. Schliesslich sei eine 
Prellung gemäss den Feststellungen des Arztes in 10-14 Tagen geheilt. Eine am 
1. Juli 2008 zugezogene Prellung sei somit am 11. Juli mehr oder weniger verheilt 
gewesen und wäre gemäss Arztbericht vom 11. Juli 2008 nicht mit einer 
nochmaligen Heilungsdauer von 10-14 Tagen prognostiziert worden.

L. Dagegen liess X. am 29. September 2009 Beschwerde bei der II. 
Strafkammer des Kantonsgerichts erheben. Sie beantragt:

„1. Die Einstellungsverfügung des Vizepräsidiums des Kreises Fünf Dörfer 
vom 15. September 2009, mitgeteilt am 16. September 2009, sei 
aufzuheben und die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Im Wesentlichen macht X. geltend, die Befragung des Zeugen A. habe ergeben, 
dass sie am 2. Juli 2008 auf dem Polizeiposten F. Anzeige wegen des Vorfalls 
vom 1. Juli 2008 erstattet habe. Die Vorinstanz hätte aus diesem Grund das 
Strafverfahren nicht einstellen dürfen.

Die Vizepräsidentin des Kreises Fünf Dörfer liess sich am 15. Oktober 2009 dazu 
vernehmen. Sie beantragt sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. Y. reichte 
innert Frist keine Stellungnahme ein.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 176a StPO in Verbindung mit Art. 138 StPO kann gegen 
Untersuchungshandlungen und Einstellungsverfügungen des Kreispräsidenten 
beim Kantonsgericht Beschwerde wegen Rechtswidrigkeit oder 
Unangemessenheit geführt werden. Zur Beschwerdeführung legitimiert ist gemäss 
Art. 139 Abs. 1 StPO, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein 
schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung geltend machen kann; 
insbesondere kann sich der Geschädigte gegen eine Einstellungsverfügung 
beschweren.

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Die Beschwerdelegitimation von X. ist fraglos zu bejahen, da sie bei dem zu 
untersuchenden Vorfall eine Prellung erlitten hat. Auf ihre im Übrigen form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2.a)  Gemäss Art. 138 StPO kann die Beschwerdekammer angefochtene 
Einstellungsverfügungen nicht nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf 
Unangemessenheit überprüfen. Eine Einstellungsverfügung ist nur angemessen 
und hält der umschriebenen Kontrolle stand, wenn aufgrund des 
Untersuchungsergebnisses nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen einer 
straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind und somit bei gerichtlicher 
Beurteilung ein Freispruch erwartet werden müsste und wenn keine neuen 
Beweismittel ersichtlich sind, die das Beweisergebnis massgeblich beeinflussen 
könnten. Aufzuheben ist eine Einstellungsverfügung demgegenüber, wenn in 
objektiver und subjektiver Hinsicht Anhaltspunkte vorliegen, die einen 
Schuldspruch als wahrscheinlich erscheinen lassen, oder wenn die Möglichkeiten 
zu einer sinnvollen Untersuchungsergänzung nicht ausgeschöpft wurden und 
damit kein entscheidungsreifes Beweisergebnis vorliegt (PKG 1997 Nr. 36, E. 5, 
S. 147; PKG 1975 Nr. 58, E. 1, S. 160 sowie Willy Padrutt, Kommentar zur 
Strafprozessordnung des Kantons Graubünden (StPO), 2. Aufl., Chur 1996, S. 
164 Ziff. 3.3, S. 111 Ziff. 6, S. 347 Ziff. 2.1). 

b) X. liess mit ihrer Beschwerde vom 29. September 2009 neue, erst nach der 
Einstellungsverfügung vom 15. September 2009 produzierte Akten ins Recht 
legen. Es handelt sich hierbei um die Arztzeugnisse von Dr. B. vom 22. 
September 2009 (act. 01/6) von Dr. C. vom 21. September 2009 (act. 01/7) und 
um das Schreiben von D. vom 24. September 2009 (act. 01/8). Es stellt sich die 
Frage, ob diese Akten im vorliegenden Verfahren noch berücksichtigt werden 
können. 

Gemäss Art. 139 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 VRG sind im 
Beschwerdeverfahren neue Tatsachenbehauptungen und Beweisanträge zulässig. 
Daraus folgt gemäss konstanter Praxis der II. Strafkammer des Kantonsgerichts, 
dass im Beschwerdeverfahren auch die Einlage neuer Beweisurkunden zulässig 
ist. Gegen die erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingelegten Urkunden 
ist daher nichts einzuwenden.

3.a) Der von der Beschwerdeführerin erwähnte Vorfall – Schlag von Y. mit der 
rechten Handkante auf ihrem Unterarm – soll sich am 1. Juli 2008 nach 
Arbeitsschluss zu Hause zugetragen haben. Am 2. Juli 2008 suchte X. den 

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Polizeiposten F. auf. Gemäss Zeugeneinvernahme des Polizeibeamten A. bildeten 
Rechnungen der Polizei das Gesprächsthema (act. 01/3). Wie A. jedoch am 5. 
Juni 2009 der Vizepräsidentin des Kreises Fünf Dörfer telefonisch bestätigte, hat 
X. ihm an diesem Tag auch mitgeteilt, dass sie am Tag zuvor von Y. einen Schlag 
auf den Unterarm erhalten habe (act. 01/4). Dem im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren neu eingelegten Arztzeugnis vom 22. September 2009 von 
Dr. med. B. kann sodann entnommen werden, dass X. am 7. Juli 2008 um einen 
Arzttermin ersucht hat. Da der Arzt in den Ferien weilte, wurde der Termin auf den 
11. Juli 2008 festgesetzt. Die klinische Untersuchung habe einen Bluterguss am 
rechten Vorderarm ergeben. Diesen Bluterguss führte der untersuchende Arzt auf 
eine von der Patientin erlittene Prellung zurück (act. 01/6).

Aufgrund der Beweisergänzung (Polizeibeamter als Zeuge sowie Aktennotiz vom 
5. Juni 2009; act. 01/3 und 01/4) steht somit fest, dass X. dem Polizeibeamten A. 
bereits am 2. Juli 2008 geschildert hatte, von Y. einen Schlag auf den Unterarm 
bekommen zu haben. Durch das neu eingelegte Arztzeugnis von Dr. med. B. ist 
des Weiteren erwiesen, dass X. diesen bereits am 7. Juli 2008 und damit sechs 
Tage nach dem behaupteten Vorfall aufsuchen wollte. Dies sind gewichtige 
Indizien für die von X. behauptete Tätlichkeit. 

b) Dem entgegen stehen die gemäss zweiter Einstellungsverfügung des 
Kreispräsidiums Fünf Dörfer vom 15. September 2009 angeblich unzutreffenden 
Behauptungen von X., wonach sie um einen Nachtrag im Protokoll ersucht und 
Anzeige erstattet habe. Ob diese Behauptungen der Beschwerdeführerin 
zutreffen, kann offen bleiben. Denn selbst wenn von der gegenteiligen 
Behauptung des Polizeibeamten ausgegangen würde, so hiesse dies noch nicht, 
dass X. in dieser Hinsicht bewusst falsche Aussagen machte. So ist es durchaus 
denkbar, dass die Kommunikation zwischen diesen beiden am fraglichen Tag 
unklar war beziehungsweise zu Missverständnissen führte. Dies zeigt sich denn 
auch etwa darin, dass X. in der Einsprache (act. 12) gegen die erste 
Einstellungsverfügung ausgeführt hatte, der Polizeibeamte habe für sich Notizen 
gemacht, so dass eine Anzeige hätte erfolgen können. Daraus erhellt, dass sie 
damals offenbar nicht ausdrücklich eine Anzeige erstattete, sondern dass sie 
davon ausging, der Polizeibeamte werden nun gestützt auf ihre Schilderungen 
eine solche erheben beziehungsweise ein Verfahren gegen Y. in Gang setzten. 
Soweit in der nun vorliegenden Beschwerde behauptet wird, die 
Beschwerdeführerin habe Anzeige erstattet (act. 01 Ziff. 2 S. 3), trifft dies 
demnach offenkundig nicht zu. Die beantragte Edition des damaligen 
Polizeiprotokolls erübrigt sich daher allein schon aus diesem Grund. Ebenso kann 

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offen blieben, ob der Polizeibeamte den von X. an ihrem Unterarm behaupteten 
Bluterguss feststellte. Allein der Umstand, dass der Polizeibeamte keine 
Verletzung wahrnahm, bedeutet nicht, dass sie eine solche nicht erlitten hatte. 
Dem von der Beschwerdeführerin verwendeten Begriff „Bluterguss“ scheint die 
Vorinstanz ein zu grosses Gewicht beizumessen. Blutergüsse können von 
unterschiedlicher Intensität und demzufolge auch kaum sichtbar sein. Auf letzteres 
deutet denn auch die Ausführung in der Einsprache vom 9. März 2009 hin, 
wonach sie Herrn A. gebeten habe, ihren Bluterguss am rechten Unterarm zu 
tasten, was er natürlich nicht gemacht habe (act. 12 S. 1 letzter Absatz). Wäre der 
„Bluterguss“ ohne weiteres sichtbar gewesen, so ist nicht ersichtlich, weshalb X. 
den Polizeibeamten denn überhaupt noch zum Tasten gebeten haben soll. Aus 
dem Umstand, dass der Polizeibeamte keine Verletzung wahrnahm, lässt sich 
demnach – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – nicht schliessen, X. habe 
auch gar keine Verletzung gehabt. Ebenfalls nicht stichhaltig ist die Argumentation 
der Vorinstanz in Zusammenhang mit dem Arztzeugnis von Dr. med. B. vom 11. 
Juli 2008. Dr. med. B. schätzte am 11. Juli 2008 die voraussichtliche Dauer der 
Heilung auf 10-14 Tage. Die Vorinstanz interpretierte diese Aussage 
fälschlicherweise dahingehend, dass eine Heilung ab dem Zeitpunkt des Vorfalls 
10-14 Tage dauere. Unter Ziffer 6 des Arztberichts wurde explizit nach der 
voraussichtlichen Dauer der Heilung gefragt. Diese Frage betraf aber 
offensichtlich die Dauer der Heilung ab dem Zeitpunkt der ärztlichen Untersuchung 
und nicht die grundsätzliche Dauer der Heilung ab dem die Prellung 
verursachenden Vorfall.

c) Stellt man nun die für und gegen eine Tätlichkeit sprechenden Indizien 
beziehungsweise Beweise gegenüber, so kann nicht gesagt werden, die gegen 
eine Tätlichkeit sprechenden würden die für eine solche sprechenden derart 
überwiegen, dass bei gerichtlicher Beurteilung mit hoher Wahrscheinlichkeit mit 
einem Freispruch zu rechnen wäre. Da nun aber die Sachlage, dass X. dem 
Polizeibeamten A. bereits am 2. Juli 2008 geschildert hatte von Y. einen Schlag 
auf den Unterarm bekommen zu haben, nicht einer Zeugenaussage, sondern der 
Aktennotiz der Vizepräsidentin des Kreises Fünf Dörfer vom 5. Juni 2009 
entnommen werden kann, erscheint es jedoch zweckdienlich, in diesem 
Zusammenhang den Polizeibeamten A. nochmals als Zeugen zu befragen. Dies 
aufgrund des Umstandes, dass einer Aktennotiz nicht derselbe Beweiswert 
zukommt wie einer Zeugenaussage. Aus demselben Grund erscheint es auch 
sinnvoll, die Mitarbeiterin D. als Zeugin zu befragen, zumal sie schriftlich bestätigt 
hat, die Beschwerdeführerin habe ihr die besagte Verletzung am 2. Juli 2008 

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gezeigt. Sollte sich aber bei der Einvernahme von A. und D. als Zeugen der Inhalt 
der Aktennotiz vom 5. Juni 2009 (act. 01/4) sowie des Schreibens vom 24. 
September 2009 (act. 01/8) bestätigen, so liesse sich eine erneute Einstellung des 
Verfahrens nicht mehr aufrecht erhalten (vgl. dazu eingehend PKG 2005 Nr. 22 S. 
140 ff.).

Nach dem Gesagten ist die Sache ist im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zur Beweisergänzung und neuen Entscheidfindung zurückzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 160 Abs. 1 
StPO), der die Beschwerdeführerin ausserdem ausseramtlich angemessen zu 
entschädigen hat. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht einen 
Aufwand von Fr. 3'578.-- geltend. Dies erscheint insgesamt zu viel. Es gilt zu 
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin die erste Beschwerde vom 9. März 
2009 noch ohne Rechtsvertreter verfasste. Erst bei der zweiten Beschwerde vom 
29. September 2009 zog X. einen Rechtsanwalt bei. Dieser stellte neue 
Tatsachenbehauptungen auf und legte neue Beweise ins Recht. Wenn diese 
Tatsachenbehauptungen und Beweise schon im ersten Verfahren vorgebracht 
beziehungsweise ins Recht gelegt worden wären, wäre das zweite 
Beschwerdeverfahren vielleicht obsolet gewesen. Jedenfalls hat die 
Beschwerdeführerin es zu vertreten, dass ein Mehraufwand erforderlich war. Nicht 
angerechnet werden kann zudem der Aufwand für die Situationsanalyse der 
Rechtsschutzversicherung und ein Telefonat mit der E.. Unter Berücksichtigung 
des entschädigungsrelevanten Zeitaufwandes für die Ausarbeitung der 
Rechtsschrift und der Bedeutung der Beschwerdesache ist eine 
Verfahrensentschädigung von Fr. 2'600.-- - inklusive Mehrwertsteuer - 
angemessen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene 
Einstellungsverfügung aufgehoben und die Sache im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 600.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdegegners, welcher die Beschwerdeführerin ausseramtlich mit Fr. 
2'600.-- inklusive Mehrwertsteuer zu entschädigen hat.                                       

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: