# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e1e4289-164d-5804-ad1f-e0bc9f184689
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 04.10.2011 U 2011 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2011-52_2011-10-04.pdf

## Full Text

U 11 52

1. Kammer 

URTEIL
vom 4. Oktober 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Hundehaltung

1. …, geb. … 1939, ist Halterin des Huskys „Yukon“ (geb. November 2003). 

Nach verschiedenen Meldungen, wonach die Hundehalterin beim 

Spazierengehen den Hund offensichtlich nicht unter Kontrolle habe, sah sich 

das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) am 20. August 

2009 veranlasst, mit … und ihrem Hund das Hundehalterbrevet 

durchzuführen. Die Halterin bestand diese Prüfung nicht und erreichte 

lediglich 3 von 16 möglichen Punkten. In seiner Beurteilung vom 20. August 

2009 hielt der Experte fest, dass eine Beurteilung aller Disziplinen nicht 

möglich gewesen sei. Der Hund ziehe so an der Leine, dass die Halterin den 

Hund nur mit Mühe zurückhalten könne. Die Halterin sei uneinsichtig und 

wolle sich nicht beraten lassen. Zwischen der Halterin und dem Hund bestehe 

keine Beziehung. Der Hund sei sehr dominant und eigenwillig. Danach 

ordnete das ALT die Verwendung eines speziellen Hundegeschirrs an. 

Trotzdem gingen beim ALT in der Folge weitere Negativmeldungen bezüglich 

der Hundehaltung ein. Am 18. Mai 2010 wurde die Durchführung des 

Verhaltenstestes „Capricorn“ angeordnet. Dabei werden mit Hund und Halter 

maximal 37 Testsituationen durchgespielt, die mit einer Notenskala von 1 - 7 

bewertet werden, wobei 1 die Bestnote ist. Der Hund Yukon erhielt an dem 

am 24. Juni 2010 durchgeführten Test zwölfmal die Note 1 und dreimal die 

Note 2b. Der Test wurde auf DVD dokumentiert. In seinem Kommentar zum 

Test führte das ALT aus, Yukon habe kaum und meist gar nicht auf die 

Kommandos der Halterin reagiert. Er habe permanent an der Leine gezogen. 

Aufgrund der Grösse und Stärke des Tieres sei es der Halterin nicht gelungen, 

das Tier bei “Fuss“ zu halten, bzw. auf Schritttempo einzustellen. Der Hund 

habe deshalb beim Testablauf durch einen erfahrenen Hundetrainer geführt 

werden müssen. Der Hund zeige während des ganzen Tests für das Alter 

abnorme Haltung und Verhaltensweisen (unter anderem Ausweichversuche 

vor den Testpersonen, ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit, abnormale 

Reaktion auf Umgebungsreize). Zusammengefasst müsse festgehalten 

werden, dass der Hund Yukon während dem ganzen Test Defizitsymptome 

bezüglich Sozialisierung und Sozialkontakte zeigte. Ein aggressives 

Kommunikationsverhalten habe hingegen nicht festgestellt werden können. 

Eine Ausnahme stelle das leichte Drohverhalten bei der Untersuchung des 

Hundes und bei der Hund - Hund Begegnung dar. Im Vordergrund stehe 

eindeutig ein tierschutzrelevantes Problem. Es sei der Halterin kaum möglich, 

beim täglichen Spaziergang mit Yukon dessen Bedürfnissen gemäss Artikel 

71 der Tierschutzverordnung (Kontakte mit anderen Hunden, Menschen) 

genügend Rechnung zu tragen. Zudem bestehe ein gewisses Risiko, dass 

durch Yukons Verhalten Strassenverkehrsunfälle und damit eine Gefährdung 

von Menschen nicht ausgeschlossen werden könnten (Artikel 77 der 

Tierschutzverordnung). Als mögliche Massnahmen wurde eine Umplatzierung 

des Hundes oder das regelmässige Ausführen des Hundes (mind. 3 – 4 Mal 

in der Woche) durch eine Hilfsperson vorgeschlagen. Ab 1. September 2010 

wurde der Hund Yukon regelmässig durch eine Hilfsperson ausgeführt. Am 8. 

Oktober 2010 ereignete sich folgender Vorfall: Beim Herumtollen mit zwei 

anderen Hunden war bei Yukon das Hundegeschirr verrutscht. Die 

Hilfsperson griff in das Gebalge ein, weil sie das Hundegeschirr wieder richten 

wollte; dabei knurrte Yukon und biss der Hilfsperson zweimal in die Hände. 

Am 11. Oktober 2010 sprachen Vertreter des ALT bei der Hundehalterin vor 

und kündigten an, dass auf Grund der ganzen Vorgeschichte und des 

nunmehrigen Vorfalls das Tier euthanasiert werden müsse. Die Hundehalterin 

erklärte sich damit aber nicht einverstanden. Mit Verfügung vom 5. November 

2010 ordnete das ALT an, Yukon müsse bis spätestens am 6. Dezember 2010 

euthanasiert werden, andernfalls erfolge die Ersatzvornahme durch das ALT. 

Zudem werde … verboten, Hunde zu halten oder für Dritte zu betreuen. Die 

mündlich erhobene Beschwerde der Halterin hiess das Departement für 

Volkswirtschaft und Soziales Graubünden (DVS) am 2. Mai 2011 teilweise gut 

und verpflichtete die Halterin, ihren Hund Yukon bis spätestens 6. Juni 2011 

zu euthanasieren. Ziff. 2 und 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung 

(Ersatzvornahme) wurden aufgehoben. 

2. Dagegen erhob … am 3. Juni 2011 Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

mit dem Antrag um Aufhebung des angefochtenen Beschwerdeentscheides. 

Ausserdem beantragte sie die unentgeltliche Rechtspflege. Das Departement 

versuche, den Hund Yukon als Bestie darzustellen, dabei handle es sich um 

einen harmlosen ungefährlichen Hund. Die Vorinstanz und das ALT könnten 

keinen einzigen Vorfall benennen, in welchem die Öffentlichkeit abstrakt oder 

konkret gefährdet worden wäre. Der Hinweis auf den fremden Hundeführer, 

der gebissen worden sei, gehe fehl; zum einen sei diese Person dem Hund 

eben fremd gewesen und zudem habe diese fremde Person sich am 

Hundegeschirr beim Kopf des Tieres zu schaffen gemacht, was die Reaktion 

des Tieres ausgelöst habe. Es sei auch nicht abgeklärt worden, was genau 

passiert sei, ob dem Hund allenfalls ein Ohr oder die Lefzen eingeklemmt 

worden seien, ob die Person mit einem Finger ins Auge geraten sei usw. Der 

auf DVD festgehaltene Verhaltenstest „Capricorn“ bestätige, dass die 

Gefährlichkeitsthese erfunden sei. Im Test habe der Hund ein einziges Mal 

zugeschnappt, als die prüfende Person dem Hund mit gepolstertem Arm 

mehrmals an die Nase geschlagen habe. Sonst habe der Hund keinerlei 

Anzeichen von Aggression gezeigt. Der Hund sei völlig ungefährlich. Die 

Beschwerdeführerin hänge sehr an ihrem Hund und der Hund auch an ihr. 

Der Umstand, dass sie den Hund nur mit Mühe festhalten könne, sei kein 

hinreichender Grund für eine Euthanasie. Auch der Umstand nicht, dass sie  

auf Grund ihres Alters nicht mehr in der Lage sei, angemessen lange 

Spaziergänge mit dem Hund zu machen. 

3. Das DVS beantragte in seiner Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde. Was die Empfehlung des Experten zur Schulung mit einem 

Hundetrainer betreffe, so sei damals nicht erkannt worden, dass Yukon 

gefährlich sei und Menschen erheblich verletzen könne. Seit dem Beissvorfall 

im Oktober 2009 stelle sich die Frage nach geeigneten Massnahmen nicht 

mehr nur unter dem Blickwinkel der fehlenden Beziehung zwischen der 

Halterin und dem Hund, sondern es müsse dem Umstand Rechnung getragen 

werden, dass sich der Hund nicht gerne am Kopf anfassen lasse und 

unverhältnismässig reagiere. Eine Schulung von Hund und Halterin stelle kein 

geeignetes Mittel dar, um die Gefahr, die von ihm ausgehe, in den Griff zu 

bekommen. Eine Schulung wäre ohnehin nur dann eine geeignete 

Massnahme, wenn die Beschwerdeführerin willens und in der Lage wäre, mit 

ihrem Hund intensiv zu trainieren. Das sei hier nicht gegeben. Beim 

Hundehalterbrevet habe der Experte ausdrücklich festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin uneinsichtig sei und sich nicht beraten lasse. Es stelle 

sich auch die Frage, warum sie die Schulung nicht bereits absolviert habe, 

nachdem die Empfehlung seit August 2009 im Raum stehe. Sie sei gar nicht 

gewillt, an sich und ihrem Hund zu arbeiten. Sie sei aber auch gar nicht in der 

Lage, eine Schulung zu absolvieren. Sie könne schon rein physisch den Hund 

nicht korrekt an der Leine führen, was die beiden Tests bewiesen hätten. Die 

genauen Umstände, welche zum Beissvorfall vom Oktober 2009 geführt 

hätten, seien gar nicht relevant. Entscheidend sei, dass der Hund damals 

zweimal so fest zugebissen habe, dass eine stationäre Behandlung und ein 

Krankenhausaufenthalt von 4 Tagen notwendig gewesen seien. Diese 

Verhaltensweise des Hundes könne nicht mehr als Reflexhandlung beurteilt 

werden. Vielmehr zeige dieser Vorfall, dass der Hund als gefährlich taxiert 

werden müsse. Wenn man bedenke, dass der Hund sich nicht gerne am Kopf 

berühren lasse und in vielen alltäglichen Situationen Angst habe, werde 

ersichtlich, dass er ein nicht unbeachtliches Gefahrenpotential aufweise. 

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne neue wesentliche Argumente vorzubringen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Vorliegend stellen sich zwei Fragen. Zum einen, ob das ALT die 

Beschwerdeführerin  zu Recht verpflichtet hat, Hund Yukon euthanasieren zu 

lassen, und zum anderen, ob es zulässig war, der Beschwerdeführerin  ein 

Hundehalteverbot aufzuerlegen. Ausgangspunkt der rechtlichen 

Überlegungen zu diesen Fragen bilden die folgenden Bestimmungen:

Eidgenössisches Tierschutzgesetz (TSchG):

"Art. 23 Tierhalteverbote
1 Die zuständige Behörde kann das Halten oder die Zucht von Tieren, den 

Handel oder die berufsmässige Beschäftigung mit Tieren auf bestimmte oder 

unbestimmte Zeit den Personen verbieten:

a. die wegen wiederholter oder schwerer Zuwiderhandlung gegen 

Vorschriften dieses Gesetzes und seiner Ausführungserlasse oder gegen 

Verfügungen bestraft worden sind;

b. die aus anderen Gründen unfähig sind, Tiere zu halten oder zu züchten.

Art. 24 Behördliches Einschreiten
1 Wird festgestellt, dass Tiere vernachlässigt oder unter völlig ungeeigneten 

Bedingungen gehalten werden, so schreitet die zuständige Behörde 

unverzüglich ein. Sie kann die Tiere vorsorglich beschlagnahmen und auf 

Kosten der Halterin oder des Halters an einem geeigneten Ort unterbringen; 

wenn nötig lässt sie die Tiere verkaufen oder töten. Sie kann dafür die Hilfe 

der Polizeiorgane in Anspruch nehmen."

Art. 70 Abs. 1 der eidgenössischen Tierschutzverordnung (TSchV) verlangt, 

dass Hunde täglich ausreichend Kontakt mit Menschen und, soweit möglich, 

mit anderen Hunden haben müssen. Art. 71 Abs. 1 TSchV schreibt vor, dass 

Hunde täglich im Freien und entsprechend ihrem Bedürfnis ausgeführt 

werden (soweit möglich unangeleint). Weiter bestimmt Art. 73 Abs. 1 Satz 1 

TSchV, dass Aufzucht und Erziehung der Hunde sowie der Umgang mit ihnen 

die Sozialisierung gegenüber Artgenossen und Menschen sowie die 

Gewöhnung an die Umwelt gewährleisten müssten. Schliesslich schreibt Art. 

77 TSchV vor, dass der Halter Vorkehrungen zu treffen hat, damit der Hund 

Menschen und Tiere nicht gefährdet.

Gemäss Art. 66 des kantonalen Veterinärgesetzes (VetG) ordnet das Amt 

(ALT) die notwendigen Massnahmen zur Sicherung gefährlicher Tiere an. Es 

kann insbesondere anordnen, dass

a) die Tierhalterin beziehungsweise der Tierhalter Kurse oder Ausbildungen 

zu besuchen hat; 

b) die Hundehalterin oder der Hundehalter eine Haftpflichtversicherung 

abzuschliessen hat; 

c) das Tier vorübergehend in ein Tierheim oder in eine andere geeignete 

Tierhaltung zu verbringen ist; 

d) das Tier nicht für den Schutzdienst ausgebildet oder verwendet werden 

darf; 

e) dem Tier in Siedlungsgebieten ein Maulkorb anzulegen oder es an der 

Leine zu führen ist; 

f) das Tier nur von bestimmten Personen ausgeführt werden darf; 

g) der Rüde entschädigungslos zu kastrieren beziehungsweise die Hündin 

zu sterilisieren ist; 

h) das Tier zur Neuplatzierung entschädigungslos enteignet wird; 

i) das Tier entschädigungslos zu töten ist.

Die Anordnung von Massnahmen unterliegt dem Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit. Das Gebot der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine 

behördliche Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen oder privaten 

Interesse liegenden Zieles geeignet und erforderlich ist und sich für die 

Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung 

zumutbar und verhältnismässig erweist. Erforderlich ist eine vernünftige 

Zweck-Mittel-Relation. Eine Massnahme ist unverhältnismässig, wenn das 

Ziel mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht werden kann 

(BGE 133 I 77 E.4.1 S. 81; 132 I 49 E. 7.2 mit Hinweisen). Die 

Verhältnismässigkeit im Sinne des Übermassverbotes besagt, dass der 

Eingriff nicht weiter gehen darf, als es der Zweck erheischt. Mit anderen 

Worten ist das mildeste Mittel zur Erreichung des gesetzmässigen Zustandes 

zu wählen (vgl. VGU R 08 53). 

2. Im Lichte der erwähnten rechtlichen Grundlagen ist zunächst zu prüfen, ob 

das gegenüber der Beschwerdeführerin ausgesprochene Hundehalteverbot 

sich als notwendig erweist. 

In seiner Beurteilung vom 20. August 2009 hielt der Experte fest, dass eine 

Prüfung in allen Disziplinen nicht möglich gewesen sei. Der Hund ziehe so an 

der Leine, dass die Halterin den Hund nur mit Mühe zurückhalten könne. Die 

Halterin sei uneinsichtig und wolle sich nicht beraten lassen. Zwischen der 

Halterin und dem Hund bestehe keine Beziehung. Dieser Eindruck bestätigt 

sich beim Anschauen der DVD, die vom Wesenstest Capricorn aufgenommen 

wurde, nachhaltig. Hund und Halterin stehen sich wie Fremde gegenüber. Der 

Hund hört auf keinerlei Kommando der Beschwerdeführerin und zieht heftig 

an der Leine, wenn er von ihr geführt wird. Yukon fühlt sich in Gegenwart der 

Halterin sichtlich unwohl und unsicher. Die Halterin ihrerseits macht während 

des Tests einen unbeteiligten und eher gleichgültigen Eindruck dem Tier 

gegenüber. Sie hat offensichtlich keinen empathischen Bezug zu Yukon und 

zeigt kein Interesse am Bestehen des Tests. Das über weite Strecken der 

Prüfung ängstliche und ausweichende Verhalten des Hundes zeigt, dass er 

von der Beschwerdeführerin seit Jahren nicht artgerecht gehalten wird. Immer 

nur angeleint im Freien hat die Halterin es Yukon verwehrt zu lernen, wie sich 

ein normaler Hund im Umgang mit Artgenossen und Menschen verhält, 

nämlich zuwendig, spielfreudig und gehorsamsbereit. Durch ihr jahrelanges 

Fehlverhalten bei der Betreuung von Yukon hat die Beschwerdeführerin klar 

zum Ausdruck gebracht, dass sie zu einer hundegerechten Tierhaltung im 

Sinne der erwähnten tierschutzrechtlichen Bestimmungen nicht in der Lage 

ist. Das Hundehalteverbot erweist sich nach dem Gesagten als notwendig und 

verhältnismässig. Die Beschwerde ist in dieser Hinsicht abzuweisen. 

3. Weiter ist zu beurteilen, ob sich die Verpflichtung der Beschwerdeführerin, 

Hund Yukon euthanasieren zu lassen, als verhältnismässig erweist. Das ist 

klar zu verneinen. Dies belegt zunächst allein schon die Testbewertung durch 

den Experten. Der Hund Yukon erhielt an dem am 24. Juni 2010 

durchgeführten Test zwölfmal die Note 1 und dreimal die Note 2b. Das sind 

alles Bewertungen im grünen Bereich. Das Gericht befindet diese 

Bewertungen nach dem Anschauen der DVD-Dokumentation als zutreffend. 

Richtig ist, dass es sich bei Yukon um einen sehr ängstlichen Hund handelt, 

was aber bei seiner Lebensgeschichte nicht wundert. Es dürfte nicht 

übertrieben sein zu sagen, dass seine Ängstlichkeit Folge der Fehlhaltung 

durch die Beschwerdeführerin ist. Die Dokumentation zeigt aber auch, dass 

Yukon in keiner Hinsicht zu Aggressionsverhalten neigt. Er weicht aus und 

zieht sich zurück, wenn ihm Fremde zu nahe kommen, und wehrt sich nicht. 

An dieser Beurteilung vermag auch der einmalige Beissvorfall nichts zu 

ändern, dessen genaue Umstände ohnehin nicht ganz klar sind. Nach der 

Aktenlage hat die Hilfsperson, welche den Hund regelmässig ausführte, 

eingegriffen, um das verrutsche Geschirr zu richten. Das geschah aber 

während eines Gerangels mit zwei anderen Hunden. In einer solchen 

Situation kann es durchaus vorkommen, dass ein Hund versehentlich 

zubeisst. Ein erfahrener Hundeführer mischt sich in so ein Gerangel auch 

nicht handgreiflich ein. Jedenfalls kann aus den Umständen vorliegend nicht 

geschlossen werden, dass es sich um ein mehr als nur reflexhaftes Verhalten 

gehandelt hat. Weiter lässt sich dem Testvideo entnehmen, dass Yukon 

durchaus noch einer Hundeerziehung und Sozialisierung zugänglich gemacht 

werden kann. So lässt er sich von einer Expertin nach kurzer Zeit zum Spielen 

animieren und tollt mit aufgestellter Rute auf der Übungswiese herum. Dabei 

macht er einen fröhlichen Eindruck. Selbst als eine Person mit einem 

Schutzanzug mit ihm spielt, bleibt er entspannt und zeigt keinerlei aggressives 

Verhalten. Er lässt sich von der Halterin problemlos den Fang zuhalten und 

streicheln. Die verschiedenen Begegnungsituationen mit Menschen (Jogger, 

Betrunkene etc.) besteht er problemlos. Dabei lässt er sich vom 

Hundeexperten sogar einigermassen manierlich an der Leine führen, d.h. er 

zieht nur wenig, was bei der Halterin ja gar nicht funktioniert. Wenn er inmitten 

einer Gruppe von Menschen stehen muss, ist er zwar ängstlich, aber 

durchaus aggressionslos. Als ihn eine Person anschreit, erschrickt er und 

weicht aus, eine normale Reaktion. Bei einem aggressiven Herumfuchteln des 

im Schutzanzug steckenden Armes einer Hilfsperson direkt vor der Schnauze 

des Hundes zeigt er lediglich ein kurzes Warnschnappen ohne Beissneigung. 

Auch dies kann nicht als ungewöhnlich bezeichnet werden. Selbst auf eine 

lautstarke Motorsense reagiert er zwar etwas ängstlich, aber keineswegs 

aggressiv. Einen anderen Hund, der in seine Nähe geführt wird, wedelt er 

freundlich und interessiert an. Bei der Begegnung mit einer Hündin hinter 

einem Zaun fordert Yukon sie sofort zum Spielen auf und rennt freudig hin 

und her. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich bei Yukon zwar um 

einen ängstlichen Hund handelt, dem von der bisherigen Halterin die nötige 

Erziehung und Sozialisation nicht vermittelt wurden. Er ist jedoch 

aggressionsarm und zeigte im Verhaltenstest genügend Potential, um das 

Versäumte nachzuholen. Es ist zu erwarten, dass er bei einem 

hundeerfahrenen Halter aufblüht und dass dieser mit ihm erfolgreich die 

vernachlässigte Erziehung nachholen und das erwünschte Sozialverhalten 

gegenüber Mensch und Tier herbeizuführen vermag. Unter den geschilderten 

Umständen erweist sich die Tötung von Yukon als unverhältnismässig und 

nicht erforderlich. Eine erhebliche Gefährdung von Menschen oder Tieren 

geht von ihm nicht aus. Es sind daher mildere Massnahmen zu treffen. 

Nachdem das Hundehalteverbot gegenüber der Beschwerdeführerin  

bestätigt werden musste, drängt sich die Unterbringung von Hund Yukon 

zwecks Umplatzierung im hiesigen Tierheim auf. Das Tierheim wird dafür 

besorgt sein, dass Yukon an einen geeigneten Halter vermittelt wird. Die 

Beschwerdeführerin ist demnach zu verpflichten, Hund Yukon als 

Verzichthund im Tierheim Arche, Chur, bis spätestens 30. November 2011 

abzugeben. Sollte sie dieser Anordnung nicht fristgerecht nachkommen, hat 

das ALT ihr die Ersatzvornahme anzudrohen und nötigenfalls durchzuführen. 

Die Beschwerde ist in diesem Sinn teilweise gutzuheissen.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten je zur Hälfte zulasten des 

Kantons Graubünden und der Beschwerdeführerin. Da die 

Beschwerdeführerin  teilweise obsiegt hat, hat der Kanton ihr eine 

Parteientschädigung zu bezahlen. Der Anwalt hat Fr. 3'347.15 in Rechnung 

gestellt, was als angemessen erscheint. Die Entschädigung ist auf die Hälfte 

diese Betrages, somit auf Fr. 1'673.60 festzulegen. 

Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche Rechtspflege und 

Verbeiständung zu gewähren. Entsprechend sind der auf sie entfallende 

Kostenanteil und der nicht durch die Parteientschädigung gedeckte 

Honoraranteil auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die Ziff. 2 des angefochtenen 

Entscheides aufgehoben und die Beschwerdeführerin verpflichtet, ihren Hund 

Yukon bis spätestens am 30. November 2011 zwecks Umplatzierung im 

Tierheim Arche, Chur, abzugeben. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 1'266.--

gehen je zur Hälfte zulasten von … und des Kantons Graubünden und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden die 

Gerichtskosten zulasten von … von der Gerichtskasse übernommen. 

4. a) … wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty ein 

Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit Fr. 1'673.60 (inkl. MWST) entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und die Kosten 

der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

5. Der Kanton Graubünden entrichtet … eine Parteientschädigung von Fr. 

1'673.60.-- (inkl. MWST).

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 21. Mai 2012 

abgewiesen (2C_1001/2011).