# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4753e80d-beab-5e19-9daf-a09f66d2c472
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2011 E-8605/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8605-2010_2011-09-01.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­8604/2010
E­8605/2010

U r t e i l   v om   1 .   S ep t embe r   2 0 1 1  

Besetzung Richter Markus König (Vorsitz),
Richter Fulvio Haefeli, Richter Bruno Huber,
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

Parteien 1. A._______, Beschwerdeführerin (E­8605/2010),

und 

2. B._______,
Beschwerdeführer (E­8604/2010),

Mongolei,

beide vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 
(…) Beratungsstelle für Asylsuchende,
(…),

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügungen des BFM vom 6. Dezember 2010 / 
N (…) und N (…).

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Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

I.

dass die Beschwerdeführerin  am 6.  Juni  2001 ein  erstes Asylgesuch  in 
der Schweiz gestellt hatte,

dass das BFM mit Verfügung vom 25. Juni 2001 auf dieses Gesuch nicht 
eingetreten war und die Wegweisung der Beschwerdeführerin sowie den 
Vollzug verfügt hatte,

dass  die  Beschwerdeführerin  eine  bei  der  vormals  zuständigen 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) erhobene Beschwerde am 
30. Oktober  2004  zurückgezogen  hatte,  weil  sie  in  ihr  Heimatland 
zurückkehren wollte, worauf  die ARK das Beschwerdeverfahren  am 25. 
November 2004 als gegenstandslos geworden abgeschrieben hatte,

dass die kontrollierte Ausreise nach Ulaanbaatar am 26. November 2004 
erfolgt war, 

II.

dass die Beschwerdeführerin ihren Angaben zufolge den Heimatstaat  im 
Frühling 2006 erneut verlassen und in Österreich ein Asylgesuch gestellt 
hatte,

dass  sie  auch  dieses  zweite  Asylgesuch  im März  2009  zurückgezogen 
hatte und im April 2009 freiwillig in die Mongolei zurückgekehrt war,

III.

dass die Beschwerdeführerin am 19. Juli 2010 in der Schweiz zusammen 
mit dem Beschwerdeführer, ihrem Sohn, ein erneutes Asylgesuch stellte,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  19.  August  2010  anlässlich  der 
Erstbefragung  im Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ) Kreuzlingen 
respektive der Anhörung zu den Asylgründen vom 1. Dezember 2010 zur 
Begründung  des  erneuten  Asylgesuchs  ausführte,  sie  habe  in  der 
Mongolei  wieder  Schwierigkeiten  bekommen,  weil  sie  (…)  Jahre  zuvor 

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mitgeholfen habe, (…) zu ermöglichen, in die Mongolei zu reisen und sich 
dort als Lehrer zu betätigen,

dass  in der Regierung vertretene Mitglieder der Kommunistischen Partei 
von ihr verlangt hätten, diese (…) wieder ausser Landes zu schaffen, sie 
dies  jedoch  nicht  habe  tun  können,  weil  sie  nicht  gewusst  habe,  wie 
vorzugehen sei,

dass  am  (…)  zwei  in  Zivil  gekleidete  Männer  bei  ihr  zu  Hause 
vorgesprochen und versucht hätten, ihr eine Vorladung zu übergeben,

dass sie sich geweigert habe, die Vorladung entgegenzunehmen, worauf 
sie nach einem mit Handgreiflichkeiten verbundenen Streit abgeführt und 
in Untersuchungshaft gesetzt worden sei,

dass  sie  während  der  Haftzeit  krankheitshalber  ins  Gefängnisspital 
verlegt  und  schliesslich mit  der Auflage  entlassen worden  sei,  sich  den 
Behörden zur Verfügung zu halten und das Land nicht zu verlassen, 

dass  sie  indessen nach der Entlassung sofort  ihre Ausreise  vorbereitet, 
die Mongolei am (…) 2010 verlassen und in der Folge nach China gereist 
sei, wohin sie ihren Sohn (Beschwerdeführer) habe nachkommen lassen,

dass  der Beschwerdeführer  anlässlich  der Anhörungen  vom 19. August 
2010  und  1.  Dezember  2010  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen ausführte, er habe in der Mongolei Schwierigkeiten wegen 
der Probleme seiner Mutter gehabt,

dass  er  jeweils  bei  seiner Grossmutter  gewohnt  habe, wenn  die Mutter 
ausser  Landes  gewesen  sei,  und  dorthin  wiederholt  unbekannte 
Personen angerufen und sich nach seiner Mutter erkundigt hätten,

dass  ihn  einmal  –  im  Jahr  2009  oder  2010  –  auf  dem  Schulweg 
unbekannte  Personen  angesprochen  und  ihn  nach  dem  Aufenthaltsort 
seiner Mutter sowie nach ihrer Telefonnummer gefragt hätten,

dass er  indessen die verlangten Auskünfte verweigert habe, worauf  jene 
Personen wütend geworden seien,  ihn geschlagen und  ihm dabei  unter 
anderem die Nase gebrochen hätten, worauf er sich in Spitalpflege habe 
begeben müssen,

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dass  die Beschwerdeführenden China Ende  (…)  2010  verlassen  hätten 
und auf dem Transitweg durch die Mongolei nach Moskau gereist seien, 
wo  sie  sich  bis Anfang  Juni  2010 aufgehalten  hätten,  und  sie  nach der 
Weiterreise durch die Ukraine sowie andere, ihnen angeblich unbekannte 
Länder schliesslich am 13. Juli 2010 illegal in die Schweiz gelangt seien, 
wo beide am 19. Juli 2010 ein Asylgesuch stellten,

dass das BFM mit Verfügungen vom 6. Dezember 2010 – eröffnet jeweils 
am  10. Dezember  2010  –  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  1  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  diese 
Asylgesuche  nicht  eintrat  und  erneut  die Wegweisung  aus  der Schweiz 
sowie den Vollzug anordnete,

dass  die  Bezeichnung  eines  Lands  als  "Safe  Country"  die 
Regelvermutung beinhalte, dass asylrelevante staatliche Verfolgung nicht 
stattfinde  und  Schutz  vor  nichtstaatlicher  Verfolgung  gewährleistet  sei, 
wobei  es  sich  um  eine  relative  Verfolgungssicherheit  handle,  die  im 
Einzelfall  aufgrund konkreter und substanziierter Hinweise umgestossen 
werden könne,

dass  solche  Hinweise  vorliegend  nicht  ersichtlich  seien,  weil  die 
Asylvorbringen  der  Beschwerdeführerin  lebensfremd  seien  und  einen 
konstruierten  Eindruck  hinterlassen  würden  und  ihr  Verhalten  nicht 
demjenigen einer tatsächlich verfolgten Person entspreche,

dass  die  zu  den  Akten  gereichte  angebliche  Vorladung  formale 
Fälschungsmerkmale  aufweise  und  sich  auch  inhaltlich  nicht  mit  den 
Vorbringen der Beschwerdeführerin in Einklang bringen lasse,

dass der Beschwerdeführer  seine Asylvorbringen von denjenigen seiner 
Mutter  ableite  und  die  Schilderung  seiner  angeblichen  Erlebnisse 
widersprüchlich und unsubstanziiert sei,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  zulässig, 
zumutbar und möglich sei,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingaben  an  das 
Bundesverwaltungsgericht vom 15. Dezember 2010 Beschwerden gegen 
diese Verfügungen erhoben haben,

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dass sie dabei  inhaltlich die Aufhebung der Verfügungen des BFM vom 
6. Dezember  2010,  die  Rückweisung  der  Sache  zwecks  materieller 
Entscheidung der Asylgesuche, die Gewährung von Asyl oder  jedenfalls 
die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, eventuell die Feststellung der 
Unzulässigkeit,  allenfalls  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisungen  und  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme 
beantragten,

dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragten,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügungen  des 
Instruktionsrichters vom 20. Dezember 2010 – unter Hinweis auf Art. 42 
AsylG – den Eingang der Beschwerden bestätigte,

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 17. Dezember 2010 einen 
Arztbericht  der  Integrierten  Psychiatrie  C._______  vom  10.  Dezember 
2010  nachreichte,  gemäss  welchem  sie  unter  chronischen  Schmerzen 
sowie  unter  Symptomen  einer  Posttraumatischen  Belastungsstörung 
leide, weshalb eine entsprechende Therapie  in Betracht gezogen werde 
und ihre Reisefähigkeit in Frage gestellt sei,

dass  das  BFM  mit  Vernehmlassungen  vom  24.  Dezember  2010  (den 
Beschwerdeführenden  am  6.  Januar  2011  zur  Kenntnis  gebracht) 
festhielt,  die  Beschwerdeschriften  enthielten  keine  neuen  erheblichen 
Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines 
Standpunktes  rechtfertigen  würde,  und  unter  Verweis  auf  die 
Erwägungen  in  seinen  Verfügungen  die  Abweisung  der  Beschwerden 
beantragte,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  5.  Januar  2011 
Fürsorgebestätigungen nachreichten,

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt,

dass es auf dem Gebiet des Asyls – vorbehältlich des Vorliegens eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht – endgültig über Beschwerden 
gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 

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i. V. m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichten  Beschwerden 
(unter  dem  im Folgenden erwähnten Vorbehalt)  einzutreten  ist  (Art. 108 
Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  die  beiden  Beschwerdeverfahren  aufgrund  des  engen  sachlichen 
und persönlichen Zusammenhangs zu vereinigen sind,

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32­35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), 

dass daher auf die Beschwerdeanträge auf Gewährung von Asyl und um 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft nicht einzutreten ist,

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

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dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten 
gemäss  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  nicht  eingetreten  wird,  ausser  es 
gebe Hinweise auf Verfolgung (Art. 34 Abs. 1 AsylG),

dass die Beschwerdeführenden Staatsangehörige der Mongolei sind, der 
Bundesrat  dieses  Land  mit  Beschluss  vom  28. Juni  2000  zum  "Safe 
Country"  erklärt  hat  und  auf  diese  Einschätzung  im  Rahmen  der 
periodischen  Überprüfung  (vgl.  Art. 6a  Abs. 3  AsylG)  bisher  nicht 
zurückgekommen ist,

dass  somit  die  formelle  Voraussetzung  für  den  Erlass  eines 
Nichteintretensentscheids gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG gegeben ist,

dass zu prüfen bleibt, ob das BFM zu Recht erwogen hat, aus den Akten 
würden  sich  keine  Hinweise  ergeben,  welche  die  in  Bezug  auf  die 
Mongolei  bestehende  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  widerlegen 
könnten,

dass  bei  der  Prüfung,  ob Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  ein weiter 
Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten  Nachteile 
umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und nur einem tiefen 
Beweismass  Genüge  getan  werden  muss,  weshalb  auf  ein  Gesuch 
einzutreten  ist, wenn Verfolgungshinweise geltend gemacht werden,  die 
nicht  bereits  auf  den  ersten  Blick  als  unglaubhaft  erkennbar  sind  (vgl. 
EMARK 2004 Nr. 5 E. 4c.aa S. 35 f., EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247, 
EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.),

dass  das  BFM  mit  überzeugender  Begründung  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin als völlig unglaubhaft bezeichnet hat,

dass  vorab  auf  die  Erwägungen  des  BFM  in  den  angefochtenen 
Verfügungen vom 6. Dezember 2010 verwiesen werden kann, denen die 
Beschwerdeführenden  offensichtlich  nichts  Überzeugendes 
entgegenzuhalten vermögen,

dass  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  für  realitätsfremd  und  konstruiert  hält,  diese  hätte 
persönlich mehrere (mit Aufenthaltsbewilligungen ausgestattete) (…) aus 
der  Mongolei  ausschaffen  sollen,  nur  weil  sie  (…)  Jahre  zuvor  deren 
Einreise unterstützt habe,

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dass die  in der Beschwerde als nachvollziehbar bezeichnete Entlassung 
aus  dem  Gefängnisspital  (das  mangels  medizinischer  Versorgung 
eigentlich  gar  keines  gewesen  sei)  die  angebliche  Entlassung  aus  der 
Untersuchungshaft  wegen  gesundheitlicher  Schwierigkeiten  nicht 
plausibler  macht,  zumal  der  dargelegte  Geschehnisablauf  insgesamt 
unrealistisch erscheint,

dass  die  als  Beweismittel  eingereichte  Vorladung  offensichtlich  die 
angebliche Verfolgung in der Mongolei nicht zu belegen vermag, wie das 
BFM zu Recht feststellte,

dass  die  Beschwerdeführerin  dieses  Dokument  nämlich  in  der 
vorgelegten  Form  (mit  Empfangsquittung)  gar  nicht  besitzen  dürfte  und 
das  Papier  auch  inhaltlich  nicht  mit  dem  von  ihr  vorgebrachten 
Sachverhalt zusammenzuhängen scheint,

dass  der  geschilderte  Reiseweg  von  China  nach  Russland  über  das 
Hoheitsgebiet  des  angeblichen  Verfolgerstaats  klar  gegen  eine 
Verfolgung der Beschwerdeführerin in diesem Land spricht,

dass  eine  tatsächlich  verfolgte  Person  sich  nach  –  angeblich  unter 
Verletzung  der  Auflagen  ihrer  bedingten  Haftentlassung  –  erfolgter 
Landesflucht  zweifellos  nicht  dem  unnötigen  Risiko  einer  wiederholten 
Kontrolle durch die Grenzbehörden des Verfolgerstaats aussetzen würde,

dass  im  Übrigen  darauf  verwiesen  werden  darf,  dass  die 
Beschwerdeführerin  bereits  zwei  Asylverfahren  in  einem 
westeuropäischen Staat erfolglos durchlaufen hat,

dass  bereits  das  erste  vorinstanzliche  Verfahren  in  der  Schweiz  im 
Wesentlichen  an  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  scheiterte  und  diese  jene  Qualifikation  durch  die 
freiwillige  Rückreise  in  den  angeblichen  Verfolgerstaat  während  des 
hängigen Beschwerdeverfahren faktisch bestätigte,

dass der Beschwerdeführer seine Verfolgung von den Asylvorbringen der 
Mutter  ableitet  und  das BFM  in  seinen Erwägungen  zu Recht  auch  auf 
krasse  Aussagewidersprüche,  Unstimmigkeiten  und  die 
Unsubstanziiertheit  der  protokollierten  Angaben  –  bezüglich  Zeitpunkt 
und  Ort  der  angeblich  persönlich  erlittenen  Übergriffe  sowie 
Spitalaufenthalt – hingewiesen hat,

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dass  die  Vorbringen  in  seiner  Beschwerde  nicht  geeignet  sind,  diese 
klaren Haltlosigkeitsindizien glaubhaft zu erklären,

dass  –  entgegen  der  von  den  Beschwerdeführenden  vertretenen 
Auffassung  –  die  Asylvorbringen  vorliegend  nicht  als  unglaubhaft, 
sondern als von vornherein haltlos (vgl. zu diesem Begriff EMARK 2005 
Nr.  2  E.  4.3  mit  weiteren  Hinweisen)  qualifiziert  werden  mussten  und 
müssen,

dass das BFM bei dieser Sachlage zu Recht  in Anwendung von Art. 34 
Abs.  1  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligungen  erteilt  hat  und  zudem  keine  Ansprüche  auf 
Erteilung einer solchen bestehen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9), weshalb die 
verfügten  Wegweisungen  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  stehen  und  demnach  vom  BFM  zu  Recht  angeordnet 
wurden,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisungen  vorliegend  in  Beachtung  der 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
weil das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­
Refoulement  im  vorliegenden  Nichteintretensverfahren  praxisgemäss 
keine  Anwendung  finden  kann  und  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne von Art. 3 der Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  oder  Art. 1  des  Übereinkommens 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung  oder  Strafe  vom  10. Dezember  1984  (FoK,  SR  0.105) 
ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden  in  der  Mongolei  drohen 
würden,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  der  Mongolei  noch  individuelle 
Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle 
einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung 
vorliegend zumutbar ist,

dass  auch  die  im  Arztbericht  vom  10. Dezember  2010  beschriebenen 
körperlichen  und  psychischen  Schwierigkeiten  der  Beschwerdeführerin 
(Schlafstörungen,  beeinträchtigte  physische  und  psychische 
Befindlichkeit  aufgrund  traumatisierender Erfahrungen  im Herkunftsland, 
weshalb  eine  Anmeldung  an  einem  psychiatrischen  Ambulatorium 
geplant  gewesen  sei)  dem  Vollzug  der  Wegweisung  nicht 
entgegenzustehen vermögen,

dass  das  im  Bericht  beschriebene  Krankheitsbild  angesichts  des  oben 
Gesagten  nach Auffassung  des Gerichts  nicht mit  den  zur  Begründung 
des  (dritten)  Asylgesuchs  geltend  gemachten  Umständen 
zusammenhängen kann,

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dass  die  medizinische  Versorgungslage  in  Ulaanbaatar  als  für  die 
Behandlung dieser Probleme genügend bezeichnet werden kann und es 
der Beschwerdeführerin erforderlichenfalls zuzumuten ist,  im Heimatland 
um medizinische Betreuung nachzusuchen,

dass  der  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragte  Kanton  den 
psychischen Problemen der Beschwerdeführerin  gegebenenfalls mit  der 
Wahl geeigneter Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen haben wird,

dass  die  Beschwerdeführerin  über  eine  gute  Ausbildung  verfügt  und 
gemäss  eigenen  Angaben  in  der  Heimat  den  Beruf  einer 
Fremdsprachenlehrerin und Dolmetscherin (…) ausgeübt hat, so dass es 
ihr zuzumuten ist, in ihrer Heimat wieder eine neue Existenz aufzubauen,

dass der  junge und –  soweit  aktenkundig  –  gesunde Beschwerdeführer 
gemäss  eigenen  Angaben  in  der  Heimat  eine  gute  Schulbildung 
(Volksschule  und  […])  genossen  hat,  über  gute  Englisch­Kenntnisse 
verfügt,  (…)  studiert  hat  (vgl.  EVZ­Protokoll  S.  4)  und  in  der  Mongolei 
über ein  familiäres Beziehungsnetz  verfügt  (vgl. EVZ­Protokoll S.  5),  so 
dass es auch ihm zuzumuten ist, in seine Heimat zurückzukehren,

dass den Akten keine Hinweise keine Hinweise auf eine langfristige (vgl. 
hierzu EMARK 2002 Nr. 17 E. 6 mit weiteren Hinweisen) Unmöglichkeit 
des  Wegweisungsvollzugs  aus  medizinischen  Gründen  zu  entnehmen 
sind,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den 
Heimatstaat  unter  den  gegebenen Umständen  auch möglich  ist  (Art. 83 
Abs. 2  AuG),  und  es  ihnen  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger 
Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass nach dem Gesagten auch der vom Bundesamt verfügte Vollzug der 
Wegweisungen zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtenen  Verfügungen  Bundesrecht  verletzen  oder 
den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellen 
würden  oder  unangemessen  seien  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die 
Beschwerden abzuweisen sind,

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dass  es  sich  erübrigt,  auf  die weiteren Vorbringen  in  den Rechtsmitteln 
einzugehen,  weil  diese  nicht  zu  einem  anderen  Ergebnis  zu  führen 
vermöchten,

dass  die  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gegeben sind, weshalb diese 
Gesuche gutzuheissen und keine Kosten zu erheben sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerdeverfahren  E­8604/2010  und  E­8605/2010  werden 
vereinigt.

2. 
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3. 
Die Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG werden gutgeheissen. 

4. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
kantonale Migrationsbehörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

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