# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0845f53-4289-5055-b939-bae0036ba6b4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 31.10.2008 S 2008 107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2008-107_2008-10-31.pdf

## Full Text

S 08 107

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 31. Oktober 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) …, geboren am 2. Juni 1970 in Bosnien-Herzegovina, ist verheiratet, hat zwei 

Kinder und besitzt die Niederlassungsbewilligung B. Am 1. März 2005 stellte 

sie bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (IV-Stelle) ein Gesuch um 

Wiedereinschulung und Rente. Sie gab an, seit dem 19. Oktober 2003, als sie 

einen Verkehrsunfall erlitten hatte, an einer somatoformen Störung, einem 

zervicozephalen und zervicothorakalen Schmerzsyndrom, einer reaktiven 

depressiven Störung mit somatischen Symptomen, Kopfschmerzen und 

Depressionen zu leiden. Nach dem Unfall verspürte sie Hals- und 

Schulterbeschwerden, später traten zunehmend Fussbeschwerden links auf.

Mit Vorbescheid vom 29. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten 

– gestützt auf mehrere seit Dezember 2003 erstellte Arztberichte (vgl. dazu 

die Berichte des SUVA-Arztes Dr. … vom 4. Dezember 2003 und vom 26. 

Februar 2004, der Zürcher Höhenklinik Davos (ZHD) vom 27. Mai 2004, des 

Allgemeinmediziners und Hausarztes Dr. … vom 6. Dezember 2004, 15. April 

2005 und 29. November 2005, des Psychiaters Dr. … vom 16. Dezember 

2004, 23. Dezember 2004, 23. Juni 2005, 17. November 2005 und 29. Juni 

2006, des Psychiaters, Psychotherapeuten und Allgemeinmediziners Dr. … 

vom 23. Dezember 2004, des Neurologen Dr. … vom 3. Januar 2006, der 

Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) des Unispitals Basel vom 6. 

Juni 2007 und vom 23. Juli 2007) – eine halbe IV-Rente in Aussicht. Aus 

medizinischer Sicht sei der Versicherten in der angestammten Tätigkeit als 

Serviceangestellte seit dem 19. Oktober 2003 lediglich noch eine 30%-ige 

Arbeitsfähigkeit zuzumuten. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe 

seit diesem Datum eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Das mutmassliche 

Einkommen ohne Behinderung (Valideneinkommen) betrage Fr. 52'873.50, 

die Verdienstmöglichkeit mit Behinderung (Invalideneinkommen) Fr. 

25'078.00. Dies führe zu einer Erwerbseinbusse von Fr. 27'795.50, was einem 

Invaliditätsgrad von 53% entspreche. 

b) Dagegen liess die Versicherte am 30. November 2007 Einwand erheben und 

verlangte die Aufhebung des Vorbescheides resp. die Ausrichtung einer 

ganzen Rente. Nach Einholung weiterer Arztberichte (vgl. Berichte des 

Hausarztes Dr. … vom 19. November 2007 und des Psychiaters Dr. … vom 

22. November 2007) wies die IV-Stelle den Einwand ab und hielt mit 

Verfügung vom 11. Juni 2008 an ihrem Entscheid fest. 

2. Am 18. August 2008 liess die Versicherte gegen die Verfügung der IV-Stelle 

frist- und formgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben, mit dem 

Begehren um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheides vom 

11. Juni 2008 und Zusprechung einer ganzen IV-Rente. Begründend wurde 

im Wesentlichen ausgeführt, dass das asim-Gutachten keine differenzierten 

Unterscheidungen vornehme. Es sei nicht klar, ob die attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 70% in angestammter Tätigkeit erst zum Zeitpunkt der 

interdisziplinären Konsensbesprechung bestanden habe, wovon aufgrund der 

Akten nicht auszugehen sei. Bis zur Konsensbesprechung habe aufgrund der 

Akten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden. Wenn das Gericht an der 

Beurteilung der asim festhalte, wäre eine halbe Rente ab der 

Konsensbesprechung auszurichten, vorher eine ganze Rente aufgrund einer 

Arbeitsunfähigkeit von 100%. Es sei ihr nicht zumutbar, im Rahmen von 50% 

arbeiten, was im Übrigen auch die Dres. … bestätigten. Es bestehe ein nicht 

überbrückbarer Widerspruch zwischen den Berichten von Ärzten und 

Therapeuten und dem asim-Gutachten, weswegen ein Obergutachten 

einzuholen sei. Der SUVA-Arzt Dr. … wie auch Dr. … hätten eher zu ihren 

Gunsten ausgesagt, was unverdächtig sei. Dr. … habe sie am 23. Dezember 

2004 als nicht arbeitsfähig erachtet. Die ZHD habe am 16. Mai 2004 zwar 

keine Arbeitsunfähigkeit erwähnt, diese jedoch im Bericht implizit verneint 

(recte: bejaht). Es sei nicht nachvollziehbar, wie die asim drei Jahre 

rückwirkend eine Arbeitsunfähigkeit von 50% als zumutbar erachte. Dr. … 

habe ihr am 3. Januar 2006 eine erheblich höhere Arbeitsunfähigkeit attestiert 

als die asim-Ärzte. Aus seinem Gutachten gehe jedoch nicht hervor, dass bei 

ihr seit dem Unfallzeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten im 

Rahmen von 50% bestanden habe. In der Konsenskonferenz der asim sei 

eine Arbeitsfähigkeit als Serviertochter von 30% statuiert worden. Der 

Neurologe Dr. … habe die Arbeitstätigkeit als Serviertochter als ungeeignet 

erachtet. Dies bedeute, dass er ihr eine Arbeitsfähigkeit von 0% attestiert 

habe, was widersprüchlich sei. 

3. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde. In der Begründung wurde vorgebracht, dass im asim-Gutachten 

alle zitierten Arztberichte berücksichtigt worden seien. Dr. … sei am 23. 

Dezember 2004 nicht zum Schluss gekommen, die Versicherte sei damals 

nicht arbeitsfähig gewesen. Er habe nur festgehalten, dass, obwohl sie 

arbeitsunfähig erscheine, sogar die IV mit Hinweis auf krankheitsfremde 

Faktoren erklären könnte, es liege keine Invalidität vor. Auch werde im 

Austrittsbericht der ZHD vom 16. Mai 2005 keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. 

Entgegen den Beurteilungen der Dres. med. … lege die asim die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit auf 50% fest. 

Da sich ihr Gesundheitszustand in den letzten Jahren nicht verändert, 

jedenfalls nicht verbessert habe, sei auch nicht zu beanstanden, wenn das 

asim-Gutachten zum Schluss komme, sie sei nach dem Unfallereignis gleich 

bleibend in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Dementsprechend habe auch 

der RAD in der Abschlussbeurteilung vom 3. Oktober 2007 festgehalten, dass 

im asim-Gutachten die Arbeitsfähigkeit auf den Zeitpunkt des Unfalls 

zurückdatiert würde. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die 

Verfügung der IV-Stelle vom 11. Juni 2008, worin die Ansprüche der 

Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung festgelegt 

wurden. Streitig und zu prüfen ist nachfolgen, ob der Invaliditätsgrad von der 

IV-Stelle korrekterweise auf 53% ab 1. Oktober 2004 festgelegt wurde, wobei 

sich die Parteien sowohl bezüglich der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit (Gesundheitszustand) als auch des daraus resultierenden IV-

Grades uneinig sind. 

2. a) Gemäss Art. 8 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und Art. 4 des Bundesgesetzes 

über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) gilt als Invalidität die durch 

einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Bei 

erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel 

nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1 

IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung noch 

zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, 

wobei die daraus resultierende Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Ist 

ein Versicherter mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze IV-Rente (Art. 28 Abs. 

2 IVG). Für die Festsetzung des IV-Grades kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis; RKUV 2000, 214). 

b) Für die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit sind 

folgende ärztliche Befunde, Facharzt- und Hausarztberichte sowie weitere 

Abklärungen und Auskünfte aktenkundig und für die Entscheidfindung von 

Bedeutung:

 Am 4. Dezember 2003 schrieb SUVA-Arzt Dr. …, Facharzt FMH 
orthopädische Chirurgie, bei der Patientin sei möglicherweise mit einer 
eher zögerlichen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu rechnen. 
Ein verwertbarer Arbeitsversuch im Rahmen von 50% 2 Monate nach 
Unfallereignis sei zumutbar. Je nach weiterem Verlauf und Ergebnissen 
der noch vorzunehmenden bildgebenden Untersuchung sei eine 
Steigerung auf 75% (volle Vermittlungsfähigkeit) gegeben.

 Dem ärztlichen Zwischenbericht des Allgemeinmediziners und Hausarztes 
der Beschwerdeführerin, Dr. … vom 21. Januar 2004, ist zu entnehmen, 
dass bei ihr eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit seit dem 11. Januar 2004 
bestand. 

 Am 26. Februar 2004 schrieb Dr. …, bei der Versicherten bestehe ein 
weitgehend typisches Beschwerdebild nach HWS-Distorsion im Sinne 
eines cranio-cervicalen Beschleunigungsmechanismus. Die 
Arbeitsfähigkeit könne im Rahmen eines Restaurationsbetriebs bzw. im 
Servicebereich nicht erhöht werden. Mit 2.5 bis 3 Stunden Arbeit während 
wöchentlich 3 Tagen scheine man an die Limite und Obergrenze der 
Ressourcen-Mobilisationsfähigkeit gelangt zu sein. Eine 
Teilbeschäftigung könnte als Instrument und therapeutische Massnahme 
im Sinne der Wiedereingliederung wirken. Anforderungen und 
Umwelteinflüsse seien im Gastgewerbe nicht optimal.

 Am 27. Mai 2004 erstellte die ZHD einen Austrittsbericht über die 
Behandlung vom 5. April - 16. Mai 2004. Im Bericht steht, dass die 
Versicherte noch einige Zeit und intensive Therapien benötige, bis die 
Fortschritte gefestigt seien und die erarbeiteten Strategien auch im Alltag 
angewendet werden könnten. Eine Reintegration in den Berufsalltag solle 
erst im weiteren Heilungsverlauf und dann schrittweise erfolgen.

 Am 6. Dezember 2004 führte Dr. … aus, dass die Versicherte als 
Serviceangestellte bis heute und auf längere Sicht nicht arbeitsfähig sei. 
Sie könne auch viele Haushalttätigkeiten wegen der Nackenschmerzen 
nur teilweise ausführen. Wegen der Depression halte sie ihre Kinder 
zeitweise nicht aus.

 Am 16. Dezember 2004 war der Psychiater und Psychotherapeut Dr. … 
der Ansicht, dass die Wiederaufnahme der Arbeit nicht vorgesehen sei. 

 Am 23. Dezember 2004 erachtete Dr. … die Patientin in der Tätigkeit als 
Serviceangestellte zu 10-20%, als Hausfrau zu ca. 40% arbeitsfähig. Eine 
längerfristige Arbeitsunfähigkeit, zumindest Teilarbeitsunfähigkeit, sei zu 
erwarten. Ein Arbeitsversuch wäre nur in geschützter Situation ohne 
grössere Belastung sinnvoll.

 Am 23. Dezember 2004 erstattete Psychiater, Psychotherapeut und 
Allgemeinmediziner Dr. … Bericht. Die Versicherte erscheine derzeit nicht 
arbeitsfähig. Die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit sei seiner Meinung nach 
nicht durch den Unfall zu erklären, vielmehr hätten die unfallfremden 
Faktoren (Existenzsicherung, vorübergehende Stellenlosigkeit des 
Ehemannes, schwierige familiäre Verhältnisse mit Mehrfachbelastung der 
Versicherten, Persönlichkeitsstruktur der Versicherten: 
leistungsorientierte Persönlichkeit, die ihren Halt zu verlieren drohe, wenn 
die Leistungsfähigkeit vorübergehend nicht im gleichen Ausmass 
vorhanden sei wie früher, zur Leistungsfähigkeit zähle auch, dass sie 
fröhlich und beliebt zu sein habe) dazu geführt. Die natürliche Kausalität 
des Unfalls sei für das heutige psycho-somatische Syndrom in dem Sinne 
gegeben, dass der Unfall einen kausalen Teilfaktor darstelle. Angesichts 
der gewichtigen unfallfremden Faktoren sei es aber fraglich, ob aus 
juristischer Sicht auch die Adäquanz zu bejahen wäre. 

 Am 23. Juni 2005 diagnostizierte Dr. …, dass sich das zervicozephale und 
zervicothorakale Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-
Distorsionstrauma bei Verkehrsunfall sowie die Anpassungsstörung mit 
längerer depressiver Reaktion, gebessert habe. Die Arbeitsunfähigkeit als 
Serviceangestellte betrage 100% vom 1. März 2004 bis auf weiteres. Als 
Hausfrau sei die Versicherte ab 19. Oktober 2003 bis auf weiteres zu 40-
50% arbeitsunfähig.

 Am 15. April 2005 stellte Dr. … dieselbe Diagnose. Er erachtete die 
Versicherte vom 19. Oktober 2003 bis aktuell zu 100% arbeitsunfähig. Der 
Zustand sei verbesserungsfähig. Im Spital Bellinzona seien nach dem 
Unfall keine ossären Frakturen festgestellt worden, jedoch verschiedene 
Prellungen und Distorsionen der Sprunggelenke beidseits sowie eine 
HWS-Distorsion. Der Heilungsprozess habe sich trotz ausgedehnten 
therapeutischen Settings und längeren Aufenthalts in der Thurgauer 
Schauffhauser Höhenklinik sehr langwierig und protrahiert gestaltet. Die 
bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar. Die Versicherte wünsche 
sich, ihre Arbeit im Service wieder aufnehmen zu können. Ein stressfreies 
Umfeld sei dazu notwendig. Sie habe ausserordentlich Mühe mit ihren 
körperlichen und seelischen Einschränkungen, weil ihr Selbstbild das 
einer fröhlichen und tüchtigen Frau sei. Sie sei bereits mit dem Haushalt 
und insbesondere der Kinderbetreuung überfordert. Ein Arbeitsversuch 
ohne Druck und ohne Bezahlung zu therapeutischen Zwecken sei geplant. 
In adaptierter Tätigkeit könne sie nicht arbeiten. Es bestehe heute eine 
bleibende Einschränkung von mindestens 20% in der jetzigen Tätigkeit.

 Am 17. November 2005 schrieb Dr. …, dass sich trotz Bemühungen der 
Versicherten keine Möglichkeit zu einem Arbeitsversuch in geschützter 
Umgebung ergeben habe. Die schmerzbedingten Einschränkungen im 
Haushalt schienen für eine Wiederaufnahme der Arbeit im Service 
prognostisch eher ungünstig.

 Am 29. November 2005 attestierte Dr. … der Versicherten eine 100%-ige 
Arbeitsunfähig und eine starke Einschränkung im Haushalt.

 Am 3. Januar 2006 verfasste Dr. … ein neurologisches Gutachten. Darin 
führte er aus, dass sich bei der Versicherten eine Chronifizierung des 
zerviko-zephalen Schmerzsyndroms eingestellt habe. Trotz diverser 
Therapieansätze sei es zu keiner signifikanten Besserung gekommen. Die 
Prognose stufe er als nicht sehr günstig ein. Als Serviceangestellte könne 
sie zurzeit nicht arbeiten. Zumutbar sei ihr eine Tätigkeit in einem Rahmen 
von 60-70%, ganztags verwertet, unter Meidung körperlicher schwerer 
Arbeiten. Andere Tätigkeiten wären ihr im Rahmen körperlich leichter 
Arbeiten, vergleichbar mit leichten Haushaltsarbeiten, medizinisch-
theoretisch noch zumutbar. Sie habe sich im Oktober 2005 nicht in der 
Lage gesehen, eine berufliche Neuorientierung anzugehen und habe sich 
als 100% arbeits- und erwerbsunfähig betrachtet. Der IV-Berufsberater 
habe keine Eingliederungsmassnahmen der IV als durchführbar 
angesehen. Eine berufliche Abklärung komme somit nicht in Frage.

 Am 29. Juni 2006 berichtete Dr. …, gestützt auf die somatischen Befunde 
von Dr. …, dass die Versicherte als Serviceangestellte zu 100% 
eingeschränkt sei. Die Arbeitsunfähigkeit sei nicht durch die psychische 
Situation bedingt. Als Hausfrau sei sie gemäss seiner Kenntnis der 
Familiensituation und den Angaben der Versicherten eher zu 50-60% 
arbeitsunfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe ein erfreulicher Verlauf. 
Eine Verbesserung der Gesamtarbeitsfähigkeit durch eine weitere 
Verbesserung des psychischen Zustandes sei nicht wahrscheinlich.

 Am 6. Juni 2007 erstattete die asim des Universitätsspitals Basel einen 
Bericht. Dazu war die Versicherte vom 21. - 23. März 2007 internistisch, 
rheumatologisch, neurologisch und neuropsychologisch sowie 
psychiatrisch untersucht worden. Am 24. Mai 2007 fand diesbezüglich 
eine interdisziplinäre Konsensbesprechung statt. Der Gesamtbeurteilung 
ist zu entnehmen, dass als Serviertochter momentan eine Arbeitsfähigkeit 
von 30%, entsprechend 2.5 Stunden pro Tag, bestehe. In einer 
angepassten Tätigkeit ohne stereotype Bewegungen, ohne 
Überkopfarbeiten, ohne das Heben von Lasten über 15 kg und ohne 
repetitives Heben von Lasten über 10 kg, bestehe eine Arbeitsfähigkeit 
von 50%, entsprechend 4.2 Stunden pro Tag. Die Arbeitsfähigkeit sei seit 
dem Unfallereignis vom 19. Oktober 2003 eingeschränkt und bei der 
Aufrechterhaltung der Beschwerden dürften noch andere als rein 
muskuläre Komponenten einen Beitrag leisten.

 Am 23. Juli 2007 schrieb die asim auf entsprechende Rückfragen der IV, 
dass sich die aktuell 50%-ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 
ebenfalls mit den Befunden und Diagnosen im rheumatologischen 
Fachgutachten begründe. Hier bestehe sicher noch vermehrter 
Regenerations- und Pausenbedarf, nicht jedoch in demselben Ausmass 
wie im Beruf als Serviererin. Die entsprechenden Limiten seien im 
rheumatologischen Fachgutachten und in der Konsensbeurteilung 
aufgeführt. Die attestierten Arbeitsfähigkeiten seien nicht in Stein 
gemeisselt. Der Versicherten werde die Durchführung einer instruierend 
supervidierenden Physiotherapie zur Verbesserung des 
Bewegungsumfangs der HWS dringend empfohlen. Auch die 
psychologisch-psychiatrische Betreuung sollte weitergeführt und 

gegebenenfalls ein Antidepressivum zur Verminderung der 
Schmerzperzeption eingesetzt werden. Diese medizinischen 
Massnahmen könnten die Arbeitsfähigkeit innert eines oder zweier Jahre 
steigern. Jeder Tag zu Hause verschlimmere die Chronifizierung. Über 
das Ausmass der zu erwartenden Steigerung könne aktuell keine Auskunft 
gegeben werden. Zunächst sollte die Psychotherapie intensiviert werden, 
die beruflichen Massnahmen sollten kurze Zeit später begonnen werden.

 Am 19. November 2007 führte Dr. … aus, dass sich der Zustand der 
Versicherten in den letzten zwei Jahren so stabilisiert habe, dass ihre 
Lebenssituation wiederum erträglich sei. Sie sei in ihren alltäglichen 
Verrichtungen auch im Haushalt wegen ihrer Nacken- und 
Armbeschwerden eingeschränkt. Im asim-Gutachten habe ihr der 
Rheumatologe Dr. … eine Arbeitsfähigkeit von 30% als Serviertochter mit 
Möglichkeit der Steigerung auf 50% innerhalb von 6 Monaten attestiert. 
Dies beinhalte das Tragen von recht schweren Tabletts, was sicher 
wiederum zusätzliche Verspannungen im Armen-/Nackenbereich auslöse. 
Auch die hektische Umgebung würde dazu beitragen. Falls die Versicherte 
so arbeite, würde sie aufgrund vermehrter Schmerzen wiederum mit einer 
Depression reagieren. Sie sollte deshalb berufliche Massnahmen 
absolvieren, was erfolgsversprechender wäre. 

 Dr. … notierte in seinem Bericht vom 22. November 2007, ihm erscheine 
eine Wiederaufnahme der Arbeit im Service und die 30%-ige 
Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich nicht nachvollziehbar. Zwar habe sich 
die depressive Störung weitgehend gebessert, es persistiere allerdings 
eine schmerzabhängige depressive Reaktion auf Belastung und eine 
Beeinträchtigung durch die chronischen Schmerzen im Sinne einer 
Disthymie, wie im Gutachten asim beschrieben. Die Versicherte sei für 
eine solche langsame Rehabilitation motiviert, eine Arbeitsaufnahme zu 
50% erscheine ihm aber nicht realistisch. Anzustreben wäre eine 
selbständige Beratungstätigkeit, wo die Versicherte die Arbeit selbst 
einteilen könne oder eine Teilzeitarbeit zum Beispiel im Tourismusbereich, 
wo die Versicherte vielseitig arbeiten könne, ohne repetitive Bewegungen 
und ohne grössere Belastungen des Schulter-/Nackenbereichs.

c) In Würdigung der soeben erwähnten Arztberichte ist das Gericht zur 

Überzeugung gelangt, dass es keine triftigen Gründe gibt, um nicht von einer 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 30% als Serviertochter bzw. 

von 50% in einer leidensangepassten Tätigkeit (ohne stereotype 

Bewegungen, ohne Überkopfarbeiten, ohne Heben von Lasten über 15 kg und 

ohne repetitives Heben von Lasten über 10 kg) auszugehen. Das 

polydisziplinäre asim-Gutachen wurde in Berücksichtigung der Vorakten 

sowie der Vorgeschichte verfasst. Sodann überzeugt das umfassende, sich 

zu allen rechtlich relevanten Punkten äussernde Gutachten in der Darstellung 

des medizinischen Sachverhaltes wie auch bezüglich der 

Schlussfolgerungen. Sowohl Dr. … als auch Dr. … bestätigten im November 

2007 die Meinung der asim, dass sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin seit dem Unfall nicht verändert habe, was für die 

Zulässigkeit eines Rückbezuges auf den Unfallzeitpunkt spricht. Bezüglich der 

im Jahre 2003 und 2004 von Dres. … gemachten Äusserungen zur 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist zu beachten, dass ihr Dr. …i am 

4. Dezember 2003 vorerst einen Arbeitsversuch von 50% zumutete, wobei er 

eine Steigerung auf 75% nicht ausschloss. Diese Einschätzung bestätigte er 

im Zwischenbericht vom 21. Februar 2004. Am 23. Dezember 2004 erachtete 

Dr. … die Beschwerdeführerin als fähig, eine Tätigkeit als Serviceangestellte 

zu 10-20% und als Hausfrau zu ca. 40% auszuüben. Schliesslich gab auch 

der Neurologe Dr. … zu Protokoll, dass sie durchaus im Stande wäre, eine 

Tätigkeit in einem Rahmen von 60-70%, unter Meidung körperlich schwerer 

Arbeit, auszuüben. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die 

Einschätzungen der konsultierten Ärzte bezüglich der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin nicht sehr weit entfernt von der Einschätzung der asim 

liegen und dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen, besteht kein Anlass, vom asim-Gutachten abzuweichen. Darin wird 

in Kenntnis der Vorgeschichte und gestützt auf diverse Arztberichte davon 

ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin infolge ihrer durch den Unfall 

bedingten Beschwerden seit Oktober 2003 zu 30% in der angestammten 

Tätigkeit als Servicefachangestellte bzw. zu 50% in einer adaptierten Tätigkeit 

arbeitsfähig sei. An der Gesamtbeurteilung der Vorinstanz gibt es aus Sicht 

des Gerichtes nichts auszusetzen. Weitere Abklärungen (Einholung eines 

Obergutachtens), wie von der Beschwerdeführerin verlangt, sind beim 

dokumentierten, zuverlässigen Erkenntnisstand anhand der 

Spezialistenberichte ebenfalls nicht mehr notwendig. Mit ihrem 

Eventualbegehren dringt die Beschwerdeführerin folglich gleichermassen 

nicht durch.

d) Zur wirtschaftlichen Verwertbarkeit der auf 50% festgelegten Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit kann auf die Berechungen der IV-Stelle vom 11. 

Juni 2008 resp. den Case Report vom 8. Februar 2008, S. 9, verwiesen 

werden. Darin wird das anrechenbare Valideneinkommen (gemäss den 

statistischen Lohnstrukturerhebungen [LSE] für die Schweiz für das Jahr 

2004) auf Fr. 52'873.50 und das noch erzielbare Invalideneinkommen (LSE; 

Anforderungsprofil 4: für einfache/repetitive Tätigkeiten, weiblich, bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 50%) auf Fr. 25'078.00 beziffert. Die daraus resultierende 

Erwerbseinbusse beträgt Fr. 27'795.50, was einem Invaliditätsgrad von 53% 

bzw. einer halben IV-Rente entspricht. 

5. a) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin einen im Sinne 

von Art. 28 Abs. 2 IVG anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad von 53%, 

was einer halben Rente entspricht, aufweist, weshalb die Vorinstanz ihrem 

Begehren um Ausrichtung einer vollen IV-Rente zu Recht nicht stattgegeben 

hat. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle ist somit zu schützen und die 

dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.  

b) Gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren seit 1. Juli 2006 – in 

Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 

200.00 bis Fr. 1'000.00 festgelegt. Vorliegend rechtfertigt es sich, der 

Beschwerdeführerin Kosten in der Höhe von Fr. 700.00 aufzuerlegen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.00 gehen zulasten der Beschwerdeführerin und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.