# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cee2a1a-c14a-58eb-b16c-25a69a9d1b0f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.11.2010 E-3214/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3214-2010_2010-11-18.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3214/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Jean-Pierre Monnet;
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

A._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 
23. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3214/2010

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer gelangte mit  englischsprachiger Eingabe vom 
1. Dezember 2006 an die Schweizer Botschaft in Colombo und suchte 

in der Schweiz um Asyl nach. Zur Begründung machte er im Wesent -

lichen geltend,  er  habe  sich  am 16. November  2006  auf  der  Suche 

nach Arbeit  nach Vavuniya begeben und sei auf der Rückreise nach 

Negombo von der srilankischen Polizei und Armee festgenommen und 

befragt  worden, wobei er  gefoltert  und danach in das (...)-Gefängnis 

gebracht  worden  sei.  Am  24. November  2006  sei  er  gegen  Kaution 

freigelassen  worden  mit  der  Weisung,  am  8. Dezember  2006  vor 

Gericht  zu  erscheinen.  Am 16. November  2006 habe die  "Negombo 

Tourist  Hotel  Beach  Police"  zu  Hause  nach  ihm gesucht.  An  seiner 

Stelle  sei  sein  Vater  zur  Polizeistation  gebracht,  nach  dem  Be-

schwerdeführer befragt und gleichentags wieder freigelassen worden. 

Ferner verwies der Beschwerdeführer auf Ereignisse während seiner 

Schul- und Studentenzeit, als er noch im Distrikt Jaffna gelebt habe. 

Im Mai 1987 sei bei einem Bombenangriff  ihr  dortiges Haus zerstört 

worden und sein Grossvater ums Leben gekommen. Nach der Unter-

zeichnung  der  Friedenserklärung  sei  seine  Familie  von  den 

Operationen der Indian Peace Keeping Force (I.P.K.F.)  betroffen ge-

wesen,  und  ihre  temporäre  Residenz  sei  zerstört  worden.  Danach 

seien sie nach Vadamaradchy gezogen, wo sie indessen immer wieder 

von  bewaffneten  Personen  befragt  und  belästigt  worden  seien. 

Schliesslich  hätten  sie  aus  Sicherheitsgründen  im  Jahre  2005  die 

Halbinsel Jaffna verlassen und seien nach Negombo gezogen, wo ihr 

Leben aber ebenfalls nicht sicher sei.

B.
Mit Schreiben vom 10. Januar 2007 forderte die Schweizer Botschaft 

in Colombo den Beschwerdeführer auf, seine Vorbringen detailliert und 

unter  Beilage  von  Beweismitteln  darzulegen,  sofern  er  am  Gesuch 

festhalte.

C.
Der Beschwerdeführer reichte am 22. Januar 2007, 11. Februar 2007 

und 8. März 2007 weitere Eingaben unter Beilage mehrerer  Beweis-

mittel  zu den Akten.  Ergänzend führte  er  dabei  unter  anderem aus, 

dass ihm nach seiner Entlassung im November 2006 von der Polizei 

wiederholt gesagt worden sei, dass er sich nicht ausser Haus begeben 

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dürfe  und  jederzeit  verfügbar  sein  müsse,  so  dass  er  quasi  unter 

Hausarrest stehe. Weiter machte er geltend, dass einer seiner älteren 

Brüder im Jahre 1991 gewaltsam von den Liberation Tigers of  Tamil 

Eelam (LTTE) mitgenommen worden sei und dass ihre Familie seither 

nichts  mehr  von  ihm  gehört  habe.  Im  Jahre  1990  sei  zudem  die 

Familie  von  Mitgliedern  der  LTTE  zu  Geldzahlungen  verpflichtet 

worden.  Während  seiner  Studienzeit  habe  der  Beschwerdeführer 

Bekanntschaft  mit  LTTE-Aktivisten gemacht und habe begonnen,  die 

LTTE durch Blutspenden zu unterstützen. Er habe gehofft, so allenfalls 

zu Informationen über seinen verschwundenen Bruder zu kommen. Im 

Jahre  2004  sei  er  anlässlich  einer  Armeeaktion  verhaftet  und 

mitgenommen  worden.  Es  sei  ihm  vorgehalten  worden,  dass  sein 

Bruder bei der LTTE und er selber ein Spion sei. Der diensthabende 

Offizier habe ihn indessen wieder nach Hause entlassen. Eine Woche 

danach  hätten  drei  Polizisten  ihr  Haus  durchsucht  und  dabei  Geld 

gefunden,  welches  sie  mitgenommen  hätten.  Daraufhin  habe  sein 

Vater entschieden,  Jaffna zu verlassen,  so dass sie im Januar 2005 

nach  Negombo  umgezogen  seien.  Weiter  machte  der 

Beschwerdeführer geltend, dass er ständig von der Polizei überwacht 

werde. Am 27. Februar 2007 seien drei Polizisten zu ihm nach Hause 

gekommen und hätten ihn über eine Person befragt, die ihn drei Tage 

zuvor besucht habe.

D.
Am 6. August 2007 überwies die Schweizer Botschaft in Colombo das 

Dossier des Beschwerdeführers dem BFM zur weiteren Bearbeitung. 

Dieses ersuchte mit Schreiben vom 30. November 2007 die Botschaft, 
mit dem Beschwerdeführer eine Anhörung durchzuführen.

E.
Am  17. Dezember  2007  führte  die  Botschaft  die  Anhörung  durch, 
wobei  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  seine  in  den  schrift-
lichen  Eingaben  geltend  gemachten  Vorbringen  wiederholte. 
Ergänzend  führte  er  unter  anderem aus,  er  sei  im  Jahre  2003  von 
LTTE-Leuten  geschlagen  worden,  nachdem er  sich  geweigert  habe, 
zwei Studienkollegen, welche Mitglieder der LTTE gewesen seien, zu 
helfen. Etwa Mitte 2006 habe die Polizei erstmals ihr Haus in Negombo 
durchsucht. Danach wiederum am 16. November 2006, als sein Vater 
verhaftet worden sei. Der Beschwerdeführer seinerseits sei auf seiner 
Rückreise aus Vavuniya am 18. November 2007 verhaftet worden. Am 
19. November 2007 sei er vor Gericht und danach ins Gefängnis ge-

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bracht worden. Am 24. November 2007 sei  er  entlassen worden, mit 
der Auflage, sich am 8. Dezember 2007 wieder im Gericht einzufinden, 
von welchem er in der Folge freigesprochen worden sei. Seit Februar 
2007  werde  er  immer  wieder  von  einer  Person  des  Criminal  In-
vestigation  Department  (CID)  besucht,  so  dass  er  um  sein  Leben 
fürchte.

F.
Am 19. Dezember 2007 übermittelte die Botschaft dem BFM das An-
hörungsprotokoll zusammen mit einem kurzen Bericht.

G.
Der Beschwerdeführer führte in weiteren Eingaben vom 19. Dezember 
2007,  14. Januar  2008,  20. Mai  2008,  24. Oktober  2008 und 23. Juli 
2009 aus, dass er am 3. und 4. Januar 2008 sowie am 8. und 9. Janu-
ar  2008  von  Polizisten  kontaktiert,  vorgeladen  und  dabei  zu  seinen 
Kontakten zur  LTTE befragt  worden sei. Am 11. Mai  2008 sei  er  für 
mehrere Stunden verhaftet und unter der Bedingung, sich am 25. Mai 
2008 bei der Polizei zu melden, wieder freigelassen worden. Dabei sei 
er  unmenschlich  und  erniedrigend  behandelt  worden. Er  werde  von 
der Polizei ständig bedroht und eingeschüchtert. Am 10. August 2008 
sei  er  erneut  verhaftet  und schlecht  behandelt  worden,  bevor er  am 
11. August  2008 wieder entlassen worden sei. Am 16. Oktober 2008 
hätten  ihn  zwei  Polizisten  der  Negombo  Polizei  zu  Hause  besucht. 
Auch  nach  der  Beendigung  des  Krieges  würde  es  zu  willkürlichen 
Verhaftungen durch die Polizei kommen. Offiziere des CID hätten ihr 
Haus wiederholt durchsucht. Er sei in ständiger Angst um sein Leben.

H.
Das BFM gewährte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 24. Ja-
nuar 2010 die  Möglichkeit, sich zur aktuellen Situation sowie zu dem 
sich abzeichnenden negativen Entscheid zu äussern.

I.
Der Beschwerdeführer führte in seiner Eingabe vom 23. Februar 2010 
aus,  er  erachte  eine  Abweisung  seines  Asylgesuchs  als  unfair. Seit  
Jahren  werde  er  bedroht  und  könne  kein  friedliches  Leben  führen. 
Durch den ihm von der lokalen Polizei  und dem CID aufer legten in-
offiziellen Hausarrest könne er sich nicht frei bewegen und finde  keine 
Arbeit. Überdies hätten Polizisten und Mitglieder  des CID wiederholt 
bei ihnen vorgesprochen und Geldzahlungen  verlangt. Hinzu komme, 
dass er  die  ganze Verantwortung  für  seine Eltern  und seine  beiden 

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unverheirateten  Schwestern  trage,  welche  unter  den  andauernden 
Belästigungen  der  Polizei  und  des  CID  stark  gelitten  hätten.  Weiter 
wies er darauf hin, dass er am 23. November 2009 und am 21. Januar 
2010  verhaftet  worden  sei.  Da  er  nicht  nach  Jaffna  zurückkehren 
könne,  weil  er  auch  dort  gesucht  werde,  habe  er  keine  andere 
Möglichkeit, als in der Schweiz um Asyl zu ersuchen.

J.
Mit  Verfügung  vom  23. März  2010  verweigerte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch 
ab.

K.
Mit  englischsprachiger Eingabe vom 23. April  2010 gelangte der Be-
schwerdeführer an die Schweizer Botschaft in Colombo sowie an das 
BFM und teilte mit, dass er gegen die Verfügung vom 23. März 2010 
Beschwerde  erhebe,  und  ersuchte  um  Gewährung  einer  Fristver-
längerung zur Einreichung derselben.

L.
Das  Bundesverwaltungsgericht  wies  mit  Zwischenverfügung  vom 
7. Juni  2010 das Gesuch um Gewährung einer Fristverlängerung ab 
und forderte den Beschwerdeführer zur Beschwerdeverbesserung auf, 
welche dieser am 23. Juni 2010 fristgerecht einreichte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Be-
reich  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 

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26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist  nicht in einer Amtssprache des Bundes (vgl. 
Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 33a VwVG und Art. 70 Abs. 1 der Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April 
1999  [BV,  SR  101]),  sondern  in  Englisch  abgefasst.  Die  Rechts-
begehren sind aber verständlich und hinreichend begründet, so dass 
aus prozessökonomischen Gründen auf  eine Übersetzung verzichtet 
und ohne Weiteres darüber  befunden werden kann. Der vorliegende 
Entscheid  ergeht  hingegen  in  deutscher  Sprache  (vgl.  Art. 33a 
Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.4 Abgesehen vom sprachlichen Mangel ist die Beschwerde frist- und 
formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor 
der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Auf-
hebung beziehungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

1.5 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG  wurde vorliegend auf die Durch-
führung eines Schriftenwechsels verzichtet.

3.

3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-

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schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Gemäss Art. 19 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be-
richt an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Das Bundes-
amt  kann ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch ablehnen,  wenn die 
asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die 
Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann  (vgl.  Art. 3, 
Art. 7  und  Art. 52  Abs. 2  AsylG).  Gemäss  Art. 20  Abs. 2  AsylG  be-
willigt  das  Bundesamt  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Ab-
klärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.  Gestützt  auf  Art. 20  Abs. 3  AsylG  kann  das  Eid-
genössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische 
Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 
die  glaubhaft  machen,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und 
Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art.  3 Abs. 1 AsylG 
bestehe.  Hinsichtlich  des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Ver-
tretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit 
der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt 
(Art. 10  Abs. 1  AsylV 1).  Ist  dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asyl-
suchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten 
(Art. 10  Abs. 2  AsylV 1;  vgl.  hierzu  auch  Entscheide  des 
Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 2007/30).  Die 
Schweizer Botschaft  in  Colombo führte am 17. Dezember 2007 eine 
Befragung des Beschwerdeführers durch.

3.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vor-
aussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Be-
ziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und ob-
jektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraus-
sichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht 
zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung 

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ist  dabei  die Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen Personen (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK]  1997  Nr. 15  E. 2c  S. 130),  mithin  die  Prüfung der 
Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft ge-
macht  wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort  für  die Dauer der 
Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann  (vgl. dazu die in die-
sem  ganzen  Zusammenhang  nach  wie  vor  massgeblichen  EMARK 
1997 Nr. 15 E. 2.e-g S. 130 f., EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130 f. und 
Nr. 21 E. 2 S. 136 f., EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.).

4.

4.1 Das  BFM wies  das  Einreise-  und  Asylgesuch  des  Beschwerde-
führers  gestützt  auf  Art. 20 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 3  AsylG ab. Zur 
Begründung führte es aus, dass der Beschwerdeführer im Jahre 2006 
von  einem  Gericht  von  jeglichem  Verdacht  der  LTTE-Mitgliedschaft 
freigesprochen  worden  sei.  Deshalb  sei  es  nicht  nachvollziehbar, 
weshalb das CID nach dem Freispruch noch ein Verfolgungsinteresse 
am  Beschwerdeführer  gehabt  habe.  Weiter  sei  dieses  in  der  Ver-
gangenheit vehement gegen potentielle LTTE-Mitglieder vorgegangen. 
Wenn ein  Verdacht  auf  LTTE-Mitgliedschaft  bestanden habe,  sei  die 
betreffende Person in Untersuchungshaft genommen, eingehend ver-
hört  und vor  Gericht  gestellt  worden. Es  entspreche nicht  dem Vor-
gehen  des  CID,  dem Beschwerdeführer  über  Jahre  hinweg nachzu-
stellen,  ohne  ihn  festzunehmen,  wegen  möglicher  Verbindungen  zur 
LTTE zu befragen oder anzuklagen. Zudem sei nicht nachvollziehbar, 
dass  er  seit  2006  in  Negombo  von  srilankischen  Sicherheitskräften 
bedrängt,  belästigt  und  festgehalten  worden  sei,  jedoch  nicht  von 
Negombo  weggezogen  sei,  um  sich  den  lokalen  Verfolgungsmass-
nahmen zu  entziehen. Weiter  habe  der  Beschwerdeführer  in  seinen 
Eingaben und der Anhörung nicht erwähnt, was während dieser vielen 
Inhaftierungen jeweils geschehen sei, wie er genau behandelt und was 
von ihm verlangt  worden sei. Seine  allgemeinen Schilderungen  ver-
mittelten den Eindruck, als habe er das Erzählte nicht  selber  erlebt,  
was seine Vorbringen unglaubhaft erscheinen lasse.

4.2 Zur Begründung seiner Beschwerde wiederholte der Beschwerde-
führer  die  Ausführungen  in  seiner  Eingabe  vom  23. Februar  2010. 
Ergänzend  führte  er  aus,  dass  die  srilankischen  Sicherheitskräfte 
kürzlich Dokumente sichergestellt hätten, gemäss welchen sein Bruder 
ein  ranghohes Mitglied  der  LTTE sei.  Obwohl  der  Beschwerdeführer 

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nicht wisse, ob sein Bruder noch lebe, versuchten die Sicherheitskräfte 
durch  ständige  Belästigungen  herauszufinden,  ob  sein  Bruder  noch 
lebe. Er sei deshalb wiederholt  befragt  worden. Da alle  diese Unter -
suchungen  inoffiziell  geführt  worden  seien,  könne  er  keine  Belege 
dafür  einreichen. Seine ganze Familie  lebe in  ständiger  Angst. Sein 
Vater  habe  sogar  eine  Herzattacke  erlitten  und  habe  sich  einer 
Bypass-Operation unterziehen müssen.

4.3 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass das BFM die Gründe, weshalb die Vorbringen des 
Beschwerdeführers  als  unglaubhaft  zu  erachten  sind,  in  schlüssiger 
und nachvollziehbarer Weise aufgezeigt hat. Insbesondere ist mit der 
Vorinstanz  davon  auszugehen,  dass  vor  dem Hintergrund  des  Frei-
spruchs des Beschwerdeführers im Dezember 2006 durch ein  Gericht 
nicht anzunehmen ist, dass die Sicherheitskräfte danach noch ein so 
grosses Verfolgungsinteresse an ihm gehabt hätten. Andererseits wäre 
davon  auszugehen,  dass  bei  einem  angeblich  weiterhin  gegen  ihn 
geäusserten  Verdacht  er  nicht  über  Jahre  hinweg  zu  Hause  von 
Leuten  des  CID  besucht  und  befragt  oder  lediglich  für  verhältnis-
mässig  kurze Zeit  verhaftet  und danach wieder  freigelassen  worden 
wäre, ohne dass gegen ihn erneut Anklage erhoben worden wäre. In 
Bezug  auf  die  angeblich  erlittenen  Benachteiligungen  und  die  un-
menschlichen Behandlungen, denen der Beschwerdeführer bei seinen 
wiederholten  Festnahmen  ausgesetzt  gewesen  sei,  wird  dem  Be-
schwerdeführer sodann von der Vorinstanz zu Recht vorgehalten, dass 
sich  seine  Angaben  bei  der  Anhörung  durch  die  Botschaft  und  in 
seinen  schriftlichen  Eingaben  in  stereotypen  Aussagen  ohne  ge-
nügende Realkennzeichen erschöpfen würden, was darauf schliessen 
lässt, dass er die geltend gemachte Verfolgung nicht selber erlebt hat. 
Soweit sich der Beschwerdeführer schliesslich auf Benachteiligungen 
durch die LTTE im Jahre 2003 oder weiter zurückliegende Ereignisse, 
wie  beispielsweise  den  Tod  seines  Grossvaters  und  seines  Onkels 
beruft,  ist  festzuhalten, dass diese im Zeitpunkt der Einreichung des 
Asylgesuchs zu weit zurück liegen, als dass sie noch als relevant be-
trachtet  werden  könnten.  Die  Ausführungen  auf  Beschwerdeebene 
sind nicht geeignet,  die angefochtene Verfügung in entscheidwesent-
licher Hinsicht in einem anderen Licht erscheinen zu lassen, zumal der 
Beschwerdeführer weitestgehend darauf verzichtet, zu den ihm in der 
angefochtenen  Verfügung  vorgehaltenen  Ungereimtheiten  konkret 
Stellung zu nehmen, sondern sich im Wesentlichen mit einer Wieder -
holung seiner  Vorbringen  in  der  Eingabe  vom 23. Februar  2010 be-

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gnügt. Unter diesen Umständen  erübrigt  es sich,  weiter  auf  die Vor-
bringen des Beschwerdeführers einzugehen. Zur Vermeidung weiterer 
Wiederholungen  kann  auf  die  entsprechenden  Ausführungen  im an-
gefochtenen  Entscheid  verwiesen  werden  (vgl.  Art.  109  Abs. 3  BGG 
i.V.m. Art. 6 AsylG).

4.4 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
keine aktuelle Gefährdung beziehungsweise keine konkreten Hinweise 
auf  eine unmittelbare künftige Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
darzulegen  vermochte.  Die  vom Beschwerdeführer  geltend  gemacht 
Furcht scheint zudem nicht derart  zu sein, dass ihm der Verbleib im 
Heimatland nicht zugemutet werden könnte (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Un-
ter  diesen  Umständen hat  die  Vorinstanz dem Beschwerdeführer  zu 
Recht das Asyl und die Erteilung der Einreisebewilligung verweigert.

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang wären die Verfahrenskosten von Fr. 600.– grund-
sätzlich dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63  Abs. 1 VwVG). 
Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art.  6 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2)  ist  allerdings  auf  die  Erhebung  von  Verfahrenskosten  zu 
verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizer Botschaft in Colombo.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

Versand: 

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