# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3f5d1cc-fc09-55f6-aeab-4ea543c0e7c9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 24.01.2022 UV 2020/76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-76_2022-01-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/76

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.08.2022

Entscheiddatum: 24.01.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2022
Art. 18 Abs. 1 UVG: Das Invalideneinkommen richtet sich vorliegend nach 
dem tatsächlich erzielten Verdienst nach dem Unfall. Der Einkommens-
vergleich ergibt einen Invaliditätsgrad von 3 %. Abweisung des Begehrens 
um Ausrichtung einer Invalidenrente. Auf die Beschwerde betreffend 
Verzinsung der Integritätsentschädigung wird nicht eingetreten, da der 
Versicherer darüber noch nicht verfügt hat (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Januar 2022, UV 
2020/76).

Entscheid vom 24. Januar 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2020/76

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter), war seit dem 1. Juli 2000 bei der 

Genossenschaft B.___(nachfolgend: Arbeitgeberin), als C.___ tätig und dadurch bei der 

Suva unfallversichert, als er sich am 6. November 2006 bei Reparaturarbeiten auf 

einem Liftkabinendach den Kopf einklemmte (UV-act. I. 5, 10, 15, 20). Der Versicherte 

erlitt beim Unfall eine parieto-occipitale Skalpierungsverletzung sowie 

Gesichtsteilweichverletzungen (UV-act. I. 4, 12-3). Am 1. Oktober 2008 wechselte der 

Versicherte gesundheitsbedingt firmenintern seinen Arbeitsplatz von D.___ nach E.___ 

und übernahm dort die Stelle als F.___ (UV-act. I. 82 f.).

A.a. 

Am 10. Februar 2011 verunfallte der Versicherte erneut während der Arbeit. Bei 

einer Störungsbehebung an einer ausser Betrieb gesetzten Bowlingbahn prallte ihm 

eine Bowlingkugel an den Kopf (UV-act. I. 151, 153; UV-act. II. 1, 6). Im Arztbericht vom 

15. Februar 2011 berichtete Dr. med. G.___, Zentrale Notfallaufnahme, Kantonsspital 

St. Gallen (nachfolgend: KSSG), über eine reizlose frische Narbe von 2 cm auf der 

Kopfhaut parietosagittal rechts. Sie stellte die Diagnosen Kontusion capitis mit 

Aggravation posttraumatischer neurokognitiver und neuropathischer 

Gesichtsbeschwerden, Visusstörungen, Schlafstörungen sowie den Verdacht auf eine 

posttraumatische Belastungsstörung (UV-act. II. 5).

A.b. 

Im neurologischen Gutachten vom 28. August 2012 diagnostizierte Dr. med. H.___, 

Facharzt für Neurologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, basierend auf 

medizinischen Akten und einer persönlichen Untersuchung des Versicherten am 19. 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dezember 2011, eine schwere Schädel-Kompressionsverletzung mit 

Skalpierungsverletzung parieto-occipital, Nasenbeinfraktur, Frakturen der medialen 

Orbitawand und Nasenweichteilverletzungen, tiefer Rissquetschwunde an der rechten 

Augenbraue, durchgemachter leichter traumatischer Hirnverletzung (MTBI) und HWS-

Distorsion sowie in der Folge eine posttraumatische Belastungsstörung (partiell noch 

vorhanden), ein chronisches cervikales Schmerzsyndrom, Sensibilitätsstörungen im 

Nasen-/Stirnbereich und Gedächtnisstörungen (UV-act. I. 193-6). Der Gutachter stufte 

den Unfall im Jahr 2006 als ein besonders schweres, eindrückliches Erlebnis, 

verbunden mit grosser Belastung und Angst ein. Der Unfall im Februar 2011 habe 

lediglich zu einer Schädelkontusion mit vorübergehender Verstärkung der Schmerzen 

im HWS-Bereich geführt. Im Weiteren stellte der Gutachter fest, dass die 

posttraumatische Belastungsstörung nie fachgerecht behandelt worden sei (UV-act. 

I. 193-7). Im Sommer 2013 begab sich der Versicherte in psychiatrische Behandlung 

bei med. prakt. I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (UV-act. I. 223). 

Im psychologischen Untersuchungsbericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 

1. September 2014 wurden leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen 

diagnostiziert. Im Vordergrund stünden Beeinträchtigungen im Aufmerksamkeits-, 

exekutiven und Gedächtnisbereich. Es zeige sich eine allgemeine Verlangsamung und 

reduzierte Grundaktivierung (UV-act. I. 220).

Am 8. September 2014 erlitt der Versicherte unverschuldet einen Motorradunfall 

(UV-act. I. 222; UV-act. III. 1). Im Arztbericht vom 14. Oktober 2014 diagnostizierte Dr. 

med. J.___, Facharzt für Innere Medizin, eine HWS-Distorsion sowie eine Zerrung im 

Bereich der rechten Hüfte und des rechten OSG lateral (UV-act. III. 12). Vom 17. 

November bis 19. Dezember 2014 wurde der Versicherte stationär im Psychiatrischen 

Zentrum K.___ behandelt. Die Klinikärzte diagnostizierten eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), eine 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und eine andauernde 

Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0; UV-act. I. 235).

A.d. 

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2014 teilte die Suva die Einstellung der 

Versicherungsleistungen bezüglich des Unfalls vom 6. November 2006 per 31. 

Dezember 2014 mit und verneinte den Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form 

einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (UV-act. I. 227). Mit 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verfügung vom 20. Februar 2015 verneinte die Suva ihre Leistungspflicht hinsichtlich 

der Handgelenksbeschwerden beidseitig bzw. der diesbezüglich durchgeführten 

Operationen (Medianusdekompression, Handgelenksoperationen vom 7. November 

2014 und 7. Januar 2015 vgl. UV-act. III. 21, 26), da kein sicherer oder wahrscheinlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 8. September 2014 und den 

gemeldeten Beschwerden bestehe (UV-act. III. 41; siehe auch UV-act. III. 32 f.). Die 

Suva vereinigte die gegen die Verfügungen vom 12. Dezember 2014 und 20. Februar 

2015 erhobenen Einsprachen vom 6. Januar (UV-act. I. 228) und 11. März 2015 (UV-

act. III. 44) und wies diese mit Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015 ab (UV-

act. I. 240, UV-act. III. 50). Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 

29. Januar 2016 Beschwerde (UV-act. III 51-1).

Im Entscheid vom 26. Februar 2018, UV 2016/4, stellte das Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen fest, dass die Suva ihre Taggeld- und 

Heilbehandlungsleistungen hinsichtlich der somatischen Beschwerden zu Recht per 

31. Dezember 2014 eingestellt hatte, da nicht mehr mit einer wesentlichen 

Verbesserung der körperlichen bzw. somatischen Auswirkungen der beim Unfall vom 

6. November 2006 erlittenen Kopf-/Gesichtsverletzungen zu rechnen war (E. 5.4). Im 

Weiteren verneinte das Versicherungsgericht eine Leistungspflicht für die 

Handgelenksoperationen vom 7. November 2014 und 7. Januar 2015, da nicht 

erwiesen sei, dass die Handgelenksbeschwerden im Grad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit kausal zum Motorradunfall vom 8. September 2014 waren (E. 3.3). 

In Bezug auf die psychischen Leiden wurde festgestellt, dass die Suva ohne Einholung 

eines psychiatrischen Gutachtens ihre leistungseinstellende Verfügung vom 12. 

Dezember 2014 bzw. ihren Einspracheentscheid vom 30. Dezember 2015 erliess, 

obwohl die Suva-Ärzte auf die Abklärungsbedürftigkeit der psychischen Leiden 

hingewiesen hatten und der Versicherte zum Leistungseinstellungs-/

Rentenprüfungszeitpunkt (31. Dezember 2014) weiterhin in psychiatrischer Behandlung 

war (vgl. E. 7.1). Das Versicherungsgericht erachtete angesichts dessen den 

medizinischen Sachverhalt als ungenügend abgeklärt und hiess deswegen die 

Beschwerde in dem Sinne gut, dass es den Einspracheentscheid vom 30. Dezember 

2015 hinsichtlich der Leistungseinstellung per 31. Dezember 2014, was den Unfall vom 

6. November 2006 betrifft, aufhob und die Sache an die Suva zurückwies, damit diese, 

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen bezüglich allenfalls noch 

vorliegender unfallbedingter psychischer Beeinträchtigungen und deren 

einschränkenden Einflusses auf die Leistungsfähigkeit des Versicherten, neu über 

dessen Anspruch auf Versicherungsleistungen entscheide. In Bezug auf die 

Kostenübernahme für die Handgelenksbeschwerden wurde die Beschwerde 

abgewiesen.

Für ausführlichere bzw. detailliertere Angaben zum damaligen Sachverhaltsstand 

siehe die Ausführungen im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2018, 

UV 2016/4.

A.g. 

Im Nachgang zum Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2018 

holte die Suva beim behandelnden Psychiater I.___ einen Verlaufsbericht ein (UV-act. I. 

246). Im Arztbericht vom 17. März 2018 erklärte dieser, dass es bei fehlender 

nachhaltiger Verbesserung des Zustandsbilds und jahrlangen Beschwerden nach einer 

erneuten ambulanten Behandlungsmassnahme im Psychiatrie-Zentrum L.___ bei 

zunehmender Therapiemüdigkeit zu einem Abbruch der Behandlungen gekommen sei. 

Der letzte Behandlungstermin sei Ende Mai 2016 gewesen. Danach hätten sporadisch 

bei Bedarf telefonische Kontakte stattgefunden. Psychiater I.___ stellte wie bereits im 

Bericht vom 25. Januar 2016 (UV-act. III. 51-2 ff.) die Diagnosen posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige bis leichte Episoden (ICD-10: F33.1-F33.0), und andauernde 

Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0). Bezogen auf eine 

adaptierte, angepasste leichtere Tätigkeit ging er von einer dauerhaften 50%igen 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (UV-act. I. 254).

B.a. 

Am 28. Mai 2018 beauftragte die Suva Dr. med. M.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie, mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens (UV-act. I. 260 f.). Das 

Gutachten stammt vom 24. Juli 2018 und basiert auf einer persönlichen Untersuchung 

des Versicherten am 18. Juli 2018, den Suva-Akten mit Stand vom 28. Mai 2018 sowie 

den vom Versicherten an der Untersuchung abgegebenen Dokumenten (IV-act. I. 270). 

Dr. M.___ erhob als unfallkausale Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine sonstige Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8) sowie 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.40) jeweils mit/bei 

Unfallereignis vom 6. November 2006, psychosomatischen Beschwerden und 

akzentuierten Persönlichkeitszügen mit selbstunsicheren-histrionischen Anteilen bei 

Beeinträchtigung der Selbstwertregulation (ICD-10: Z73.0; UV-act. I. 270-70/75). Den 

Schweregrad der Diagnosen in Bezug auf die Symptomatik bewertete er als leicht- bis 

maximal mittelgradig (UV-act. I. 270-76). Hinsichtlich der vor dem Unfall ausgeübten 

Tätigkeit ging er von einer 50%igen und bezüglich der aktuellen Tätigkeit, die er als 

leidensangepasst einstufte, von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus (UV-act. I. 270-79 f.). 

Im Weiteren erklärte er, dass die zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Dezember 

2014) vorhanden gewesenen (gemeint ausschliesslich psychischen) Leiden in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 6. November 2006 stünden (UV-

act. I 270-85) bzw. die bestehenden psychischen Leiden mindestens teilkausal auf den 

Unfall zurückzuführen seien (UV-act. I. 270-87). Zum Integritätsschaden erklärte er, da 

selbst bei einem positiven Verlauf von Therapien überwiegend wahrscheinlich weiterhin 

von leicht- bis insbesondere in Belastungssituationen mittelgradigen psychischen 

Beschwerden auszugehen sei und die Intensität des Beschwerdebildes eindeutig das 

Ausmass üblicher Varianten psychischer Beschwerden im Lebensverlauf überschreite, 

gehe er gestützt auf die Tabelle 19 "Integritätsschaden bei psychischen Folgen von 

Unfällen" von einem Integritätsschaden von 30 % aus (UV-act. I. 270-87 f.).

Am 15. Oktober 2018 nahm der Versicherte zum Gutachten Stellung. Er wies 

darauf hin, dass für ihn das Gutachten schwierig zu interpretieren sei. Zudem äusserte 

er Bedenken, ob die Arbeitgeberin auch künftig den ursprünglichen Lohn bezahle, denn 

die derzeitige Tätigkeit sei im Vergleich zur früheren Tätigkeit inhaltlich, körperlich und 

zeitlich weniger belastend und seine derzeitige Leistung ("Output") entspreche in 

fachlicher und leistungsorientierter Hinsicht kaum 100 % (UV-act. I. 273). An der 

Besprechung vom 29. November 2018, an welcher der Versicherte, zwei Mitarbeitende 

der Suva und die Care Managerin der Arbeitgeberin teilnahmen, erklärte der 

Versicherte, dass er ausser dem selbständigen Fitnesstraining keine anderen Therapien 

mehr absolviere, die derzeitige Arbeitstätigkeit in einem Vollzeitpensum ausführe und 

das Jobcoaching der Invalidenversicherung abgeschlossen sei (UV-act. I. 275).

B.c. 

Mit Verfügung vom 4. Dezember 2018 teile die Suva dem Versicherten mit, dass 

sie noch bis zum 31. Dezember 2018 Versicherungsleistungen erbringen und 

B.d. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

anschliessend den Schadenfall abschliessen werde. Ein Anspruch auf weitere 

Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung 

bestehe nicht. Begründet wurde dies insbesondere damit, dass keine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei, die noch geklagten 

Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar und die funktionellen 

Beschwerden nicht im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen 

seien. Zudem verfüge der Versicherte über Ressourcen, die es ihm erlauben würden, 

mit dem Leiden umzugehen und die derzeit als einschränkend empfundenen 

Beschwerden zu überwinden (UV-act. I. 276).

Am 27. Dezember 2018 erhob der Versicherte (vorsorglich) Einsprache gegen die 

Verfügung vom 4. Dezember 2018 und erklärte, dass er die Einsprache erst begründen 

könne, wenn die Suva zu seinem Begehren um Rückvergütung der von ihm bezahlten 

Behandlungskosten Stellung genommen habe (UV-act. I. 279; vgl. Antwort der Suva 

vom 3. Januar 2019, UV-act. I. 280).

B.e. 

In der psychiatrischen Beurteilung vom 30. Oktober 2019 erklärte Kreisarzt Dr. 

med. N.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gestützt auf die Aktenlage, 

dass zwischen dem Zähneknirschen (Bruxismus) mit seinen Folgen für die Zähne und 

der psychischen Symptomatik einerseits und dem Unfall aus dem Jahre 2006 

andererseits im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher teilkausaler 

Zusammenhang gegeben sei (UV-act. I. 307). Der die Suva beratende Zahnarzt Dr. 

med. dent. O.___ ging ebenfalls von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen 

den Zahnschäden und dem Unfall aus (vgl. Stellungnahme vom 22. November 2019, 

UV-act. I. 310).

B.f. 

Am 23. Dezember 2019 reichte der Versicherte eine ergänzende Begründung zur 

Einsprache vom 27. Dezember 2018 ein. Er rügte insbesondere, dass der Fallabschluss 

zu früh erfolgt sei, da noch mit einer namhaften Verbesserung des 

Gesundheitszustandes durch Behandlungsmassnahmen zu rechnen sei, und keine 

Integritätsentschädigung zugesprochen worden sei, obwohl der Gutachter einen 

Integritätsschaden von 30 % ermittelt habe (UV-act. I. 314). Mit Schreiben vom 9. Juni 

2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie das Gesuch um Rückerstattung der 

B.g. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

von ihm bezahlten Rechnungen geprüft habe und ihm nun den Betrag von 

Fr. 17'151.90 überweisen werde (UV-act. I. 325).

Mit Einspracheentscheid vom 18. September 2020 sprach die Suva dem 

Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 

30 % zu. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (UV-act. I. 330).

B.h. 

Am 2. Oktober 2020 erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 18. September 2020. Der nicht 

anwaltlich vertretene Beschwerdeführer äusserte insbesondere Zweifel hinsichtlich der 

Korrektheit des von der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) festgelegten 

Zeitpunkts der Leistungseinstellung, der ermittelten Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit sowie 

der Rentenabweisung (act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 12. November 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 2. Oktober 2020 und die 

Bestätigung des Einspracheentscheids vom 18. September 2020. Zur Begründung 

wurde insbesondere ausgeführt, die Würdigung der Standardindikatoren gemäss BGE 

141 V 281 anhand des psychiatrischen Gutachtens vom 24. Juli 2018 habe ergeben, 

dass den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eine invalidisierende Wirkung zukomme. Damit entfalle ein 

Anspruch auf eine Invalidenrente und ein Einkommensvergleich erübrige sich. Da die 

Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachters angesichts der Ausführungen zu 

den Ressourcen des Beschwerdeführers nicht zu überzeugen vermöchten, liege ein 

triftiger Grund vor, um von der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

abzuweichen (act. G 5).

C.b. 

In der Replik vom 7. Dezember 2020 (Eingang: 18. Dezember 2020) beantragte der 

Beschwerdeführer die Zusprache einer Aufwandsentschädigung in der Höhe von 

Fr. 3'000.-. Zudem bat er um eine Stellungnahme hinsichtlich der Zahlungsfrist und 

Verzinsung der zugesprochenen Integritätsentschädigung und allfälliger weiterer 

Leistungen (act. G 7).

C.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

In der Duplik vom 8. Februar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 

um Abweisung der Beschwerde fest. Im Weiteren erklärte sie, dass sie ihrer 

Abklärungspflicht stets nachgekommen sei und ein Verzugszins nicht geschuldet sei, 

denn der Beschwerdeführer habe erstmals in der ergänzenden Einsprachebegründung 

vom 23. Dezember 2019 eine Integritätsentschädigung geltend gemacht. Mit 

Einspracheentscheid vom 18. September 2020 sei dann die Zusprache der 

Integritätsentschädigung erfolgt (act. G 9).

C.d. 

Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer stellte sein Rechtsbegehren 

lediglich sinngemäss. Der Beschwerde vom 2. Oktober 2020 und der Replik vom 7. 

Dezember 2020 ist zu entnehmen, dass er mit dem Einspracheentscheid vom 18. 

September 2020 hinsichtlich des Zeitpunkts der Leistungseinstellung, der ermittelten 

Arbeits-/Leistungsfähigkeit und der Rentenabweisung nicht einverstanden ist und 

deshalb eine gerichtliche Überprüfung verlangt (vgl. act. G 1, G 7). Hinsichtlich der 

Formulierung, dass es ihm nicht um die Zusprechung einer Invalidenrente per se gehe, 

sondern um die Festlegung bzw. Prüfung der vorliegenden Arbeitsunfähigkeit oder 

Erwerbsunfähigkeit respektive des Lohnvergleichs […] (act. G 1), ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer den Begriff "per se" im umgangssprachlichen 

Sinne verwendet und damit zum Ausdruck gebracht haben dürfte, dass es ihm nicht 

nur oder nicht für sich allein um den Rentenanspruch geht, dass er diesen aber 

mitüberprüft haben will. Dies ergibt sich auch aus den Ausführungen in der Replik (vgl. 

act. G 7, Ziff. 5.3). In der Praxis wird bei der Prüfung der formellen Anforderungen an 

die Beschwerdeschrift (vgl. Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) – insbesondere bei nicht anwaltlich 

vertretenen Personen – kein strenger Massstab angelegt. Es genügt, dass das 

Nichteinverständnis mit dem Einspracheentscheid erklärt wird (vgl. BGE 116 V 353 E. 

2b, 134 V 162 E. 2; Urteil des Bundesgerichtes vom 21. September 2015, 

9C_211/2015; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 88 f. zu Art. 61). Nach 

dem Gesagten sind die Voraussetzungen an eine rechtsgenügliche Beschwerdeschrift 

als erfüllt zu betrachten. Auf die Beschwerde hinsichtlich des Rentenanspruchs ist 

somit einzutreten.

1.1. 

In der Replik vom 7. Dezember 2020 thematisierte der Beschwerdeführer die 

Verzinsung der zugesprochenen Integritätsentschädigung und von allfälligen weiteren 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Leistungen und bat diesbezüglich um eine gerichtliche Einschätzung, ob die 

Beschwerdegegnerin Verzugszinsen schulde (vgl. act. G 7). Die Beschwerdegegnerin 

nahm in der Duplik vom 8. Februar 2021 zum Begehren um Verzinsung kurz Stellung 

(vgl. act. G 9). Die Verzugszinspflicht setzt den Bestand einer Hauptleistung voraus und 

hat insofern akzessorischen Charakter. Da jedoch die weiteren in Art. 26 Abs. 2 ATSG 

genannten Voraussetzungen erfüllt sein müssen, ist der Verzugszinsanspruch als 

eigenständiges Rechtsverhältnis zu qualifizieren. Dieses kann – vorbehältlich der 

Ausdehnung des Anfechtungsgegenstandes – im Rechtsmittelverfahren nur überprüft 

werden, wenn die Vorinstanz darüber befunden hat (Anfechtungsgegenstand) und der 

vorinstanzliche Entscheid in dieser Hinsicht angefochten wird (Streitgegenstand; siehe 

zum Ganzen das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 9. 

September 2005, U 59/04, E. 4 und den Entscheid des Versicherungsgerichts St. 

Gallen vom 21. Dezember 2021, UV 2021/3, E. 1). Festzustellen ist, dass die im 

Einspracheentscheid vom 18. September 2020 (UV-act. I. 330) zugesprochene 

Integritätsentschädigung vom Beschwerdeführer nicht angefochten wurde und 

infolgedessen in Rechtskraft erwuchs. Nicht Gegenstand des Einspracheentscheids 

und somit nicht Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet 

der Anspruch auf Verzugszinsen. Auf das Begehren um Beurteilung des 

Verzugszinsanspruchs ist daher nicht einzutreten.

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher, nachdem ein Ereignis aus dem 

Jahr 2006 strittig ist, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.1. 

Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt (Abs. 1). Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181, E. 3; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, 

S. 53 ff.; André Nabold, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

N 48 ff. zu Art. 6).

Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so 

hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des 

ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades 

wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).

2.3. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der 

Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a 

mit Hinweisen).

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die vorübergehenden 

Leistungen per 31. Dezember 2018 eingestellt hat (vgl. UV-act. I. 276, 330-11).

Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der 

vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente 

abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden 

kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 

abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Ob eine namhafte Besserung noch 

möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt 

beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG 

verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von 

Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere 

auf BGE 134 V 109 E. 4.3, und vom 2. Dezember 2014, 8C_639/2014, E. 3). Für den 

Abschluss der medizinischen Behandlung ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an 

Heilbehandlung somit nicht vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. 

September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3, mit weiteren Hinweisen; Philipp Geertsen, 

N 7 ff. zu Art. 19, in Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018).

3.1. 

Hinsichtlich der somatischen Beschwerden stellte das Versicherungsgericht 

bereits im Urteil vom 26. Februar 2018, UV 2016/4, E. 5.4, fest, dass die 

Beschwerdegegnerin ihre diesbezüglichen Leistungen zu Recht per 31. Dezember 

2014 eingestellt hatte, da nicht mehr mit einer wesentlichen Verbesserung der 

körperlichen bzw. somatischen Auswirkungen der beim Unfall vom 6. November 2006 

erlittenen Kopf-/Gesichtsverletzungen zu rechnen war. Hinsichtlich der psychischen 

Leiden erwies sich der medizinische Sachverhalt dazumal als unvollständig, weshalb 

das Versicherungsgericht die Sache zu weiteren Abklärungen und anschliessender 

neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückwies (vgl. UV 2016/4, E. 7.1). 

Im daraufhin von der Beschwerdegegnerin eingeholten psychiatrischen Gutachten vom 

24. Juli 2018 (UV-act. I. 270) erklärte Gutachter Dr. M.___ zusammengefasst zur Frage, 

ob per 31. Dezember 2014 von einer Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung eine 

namhafte Besserung im Sinne einer ins Gewicht fallenden Erhöhung der 

Arbeitsfähigkeit zu erwarten war, dass dazumal aus versicherungspsychiatrischer 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Perspektive in Anbetracht der Therapien, die keine oder kaum Elemente im Sinne einer 

Aufdeckung der hinter der Symptomatik stehenden psychodynamischen Konstellation 

beinhaltet hätten, die derzeitige (in der angepassten Tätigkeit als F.___ bestehende) 

Arbeitsfähigkeit von 100% weder qualitativ noch quantitativ überwiegend 

wahrscheinlich zu steigern gewesen wäre (UV-act. I. 270-85). Zudem führte Dr. M.___ 

aus, dass im Kontext des bisherigen Verlaufs nicht von einer wesentlichen 

Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit auszugehen sei. Auch eine 

Verbesserung des Beschwerdebildes werde nicht direkt dazu führen, dass nahtlos 

daran eine Steigerung des funktionellen Leistungsniveaus zu erwarten sei (UV-act. I. 

270-81). Gemäss Aktenlange war der Beschwerdeführer letztmals Ende Mai 2016 in 

psychiatrischer Behandlung (vgl. UV-act. I. 254). Es kann daher davon ausgegangen 

werden, dass er sich von einer Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung keine 

(wesentliche/erhebliche) Verbesserung der psychischen Leiden mehr erhoffte und sich 

mit der gegebenen Situation (Arbeitsplatz/Gesundheit) abgefunden bzw. arrangiert 

hatte. In Anbetracht dessen erscheinen die gutachterlichen Einschätzungen stimmig 

und zutreffend (zum Beweiswert des Gutachtens siehe auch die Ausführungen in 

Erwägung 4). Die Beschwerdegegnerin ging deshalb zu Recht davon aus, dass zum 

Zeitpunkt der vorgesehenen Leistungseinstellung (31. Dezember 2018) von einer 

psychiatrischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 

mehr zu erwarten war. Da die Eingliederungsmassnahmen von Seiten der 

Invalidenversicherung ebenfalls abgeschlossen waren (vgl. Mitteilung der IV-Stelle vom 

29. April 2016, UV-act. I. 244-2 f.), ist nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen per 31. Dezember 2018 

einstellte und den Anspruch auf eine Invalidenrente prüfte.

In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung 

dieser Ansprüche im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. September 2020 

(UV-act. I. 330) wiederum auf das psychiatrische Gutachten von Dr. M.___ vom 24. Juli 

2018 (UV-act. I. 270) ab. Der Gutachter nannte als unfallkausale Diagnosen mit 

dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine sonstige Reaktion auf schwere 

Belastung (ICD-10: F43.8) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

(ICD-10: F45.40) jeweils mit/bei Unfallereignis vom 6. November 2006, 

psychosomatischen Beschwerden und akzentuierten Persönlichkeitszügen mit 

selbstunsicheren-histrionischen Anteilen bei Beeinträchtigung der Selbstwertregulation 

(ICD-10: Z73.0; UV-act. I. 270-70/75). Den Schweregrad der Diagnosen in Bezug auf 

die Symptomatik bewertete er als leicht- bis maximal mittelgradig (UV-act. I. 270-76). 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der Beschwerdeführer beruft sich dagegen primär auf die Arztberichte des ihn 

behandelnden Psychiaters I.___. Dieser ging vom Vorliegen einer posttraumatischen 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige bis leichte Episoden (ICD-10: F33.1-F33.0), und einer 

andauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) aus (vgl. 

Arztbericht vom 17. März 2018, UV-act. I. 254). Dr. M.___ begründete im Gutachten 

vom 24. Juli 2018 in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise einerseits seine 

Diagnosen, führte aber auch aus, weshalb er nicht wie der behandelnde Psychiater 

I.___ vom Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgeht (vgl. UV-act. 

I. 270-73 ff.). Ebenso erläuterte er, wieso er nicht vom Vorliegen einer relevanten 

Depression ausging, denn nach seiner Ansicht geht das depressive Leiden in der 

Diagnose der Belastungsreaktion auf (vgl. UV-act. I. 270-76). Dass Dr. M.___ keine 

weitere eigenständige psychiatrische Diagnose erhob, ist nachvollziehbar, denn 

aufgrund der vagen Angaben, die der Beschwerdeführer zu seinen diesbezüglichen 

Beeinträchtigungen machte, konnte der Gutachter eine solche nicht mit der nötigen 

Sicherheit stellen. Festzuhalten ist somit, dass die ausführlich begründete 

psychiatrische Diagnosestellung von Dr. M.___ gut nachvollziehbar ist und zu 

überzeugen vermag, so dass darauf abzustellen ist.

Gutachter Dr. M.___ schätzte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der 

angestammten Tätigkeit als C.___/P.___ auf 50 % und in einer leidensangepassten 

Tätigkeit auf 100 %. Geeignet seien Tätigkeiten mit einem reduzierten 

Anforderungsprofil in fachlicher Hinsicht, einem reduzierten Zeit- und Leistungsdruck, 

vorgegebenen Aufgaben, reduzierten potentiellen interaktionellen 

Belastungssituationen sowie einem wohlwollenden Umfeld. Die vom Beschwerdeführer 

seit dem 1. Oktober 2008 ausgeübte Tätigkeit als F.___ stufte er als leidensangepasst 

ein (vgl. UV-act. I. 270-79 f./86). Der behandelnde Psychiater I.___ erachtete dagegen 

die Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch langfristig als 

deutlich reduziert. Bezogen auf eine adaptierte, angepasste leichtere Tätigkeit ging er 

von einer dauerhaften 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus (vgl. UV-act. I. 

254-2). Die Schätzung von Dr. M.___, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer 

Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, vermag zu 

überzeugen angesichts der fachkompetenten, umfassenden, nachvollziehbaren und 

schlüssigen Ausführungen im Gutachten sowie in Anbetracht dessen, dass der 

Beschwerdeführer seit dem Arbeitsplatzwechsel im Jahr 2008 als F.___ in einem 

Vollzeitpensum arbeitet (vgl. UV-act. I. 82, 83) und die Akten keine Dokumente wie 

Mitarbeiterqualifikationen enthalten, welche belegen, dass der Beschwerdeführer die 

Anforderungen der derzeitigen Arbeitsstelle in qualitativer oder quantitativer Hinsicht 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.

Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad anhand eines reinen Einkommensvergleich zu 

bestimmen (Art. 16 ATSG).

nur bedingt zu erfüllen vermag. Die von Psychiater I.___ abgegebene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag dagegen in Anbetracht der zumindest teilweise 

unzutreffenden Diagnostik sowie des Vollzeitpensums des Beschwerdeführers nicht zu 

überzeugen, zumal konkrete Aussagen zu den Leistungseinschränkungen bei der 

derzeitigen Arbeitsstelle fehlen. Die Überprüfung der funktionellen Auswirkungen der 

unfallkausalen psychischen Leiden anhand der Standardindikatoren (vgl. BGE 141 V 

281, 143 V 409 E. 4.5, 141 V 574 E. 5.2; vgl. Einspracheentscheid vom 18. September 

2020, UV-act. I. 330-6 ff., und Beschwerdeantwort vom 12. November 2020, act. G 5-3 

f.) ergibt ein schlüssiges und widerspruchfreies Bild (Ausprägung der 

diagnoserelevanten Befunde: der Gutachter geht von einer leicht- bis mittelgradigen 

Symptomatik aus; Behandlungs-/Eingliederungserfolg oder -resistenz: der Gutachter 

sieht zwar noch Therapiemöglichkeiten, geht jedoch nicht mehr von einer namhaften 

Verbesserung des Gesundheitszustandes aus; persönliche Ressourcen: bereits seit 

dem Jahr 2008 arbeitet der Beschwerdeführer in der leidensangepassten Tätigkeit als 

F.___; sozialer Kontext: das soziale Umfeld besteht aus wenigen Personen; 

gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen: die ausserberuflichen Aktivitäten/Freizeitaktivitäten des 

Beschwerdeführers bewegen sich auf einem eher niedrigen Niveau, so nutzt er die 

Freizeit insbesondere zur körperlichen Ertüchtigung [Einzelsportarten] und die wenigen 

Ferienreisen beschränken sich weitestgehend auf Aufenthalte im Ferienhaus des 

Bruders in Spanien; behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener 

Leidensdruck: dieser ist gemäss dem Gutachter weiterhin hoch). Demzufolge ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer über genügend Ressourcen für die Ausübung 

einer leidensangepassten Tätigkeit in einem Vollzeitpensum verfügt. Die derzeitige 

Arbeitsstelle des Beschwerdeführers als F.___ ist angesichts der gutachterlichen 

Einschätzung (vgl. UV-act. I 270-79/86) als leidensangepasste Tätigkeit einzustufen, die 

dem Beschwerdeführer in einem Vollzeitpensum vollumfänglich zumutbar ist.

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der 

Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (vgl. BGE 139 V 30 

E. 3.3.2 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1). Da 

gegenteilige Hinweise fehlen, ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer als 

Gesunder im gleichen Umfang in seiner bisherigen Tätigkeit als C.___/P.___ 

weitergearbeitet hätte. Das Valideneinkommen bestimmt sich somit nach dem vor dem 

Unfall vom 6. November 2006 erzielten Einkommen als C.___/P.___.

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der 

beruflicherwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret 

steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 

135 V 297 E. 5.2; 129 V 475 E. 4.2.1). Seit dem 1. Oktober 2008 arbeitet der 

Beschwerdeführer als F.___ in einem Vollzeitpensum. Aufgrund des langjährigen 

Anstellungsverhältnisses ist vom Vorliegen eines stabilen Arbeitsverhältnisses 

auszugehen. Im Weiteren ist, da keine gegenteiligen Indizien vorliegen, davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine verbliebene Arbeitsfähigkeit in zeitlicher 

Hinsicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei seine beruflichen Kenntnisse 

und Erfahrungen in optimaler Weise einbringen bzw. verwerten kann. Mit Antritt der 

neuen Stelle als F.___ per 1. Oktober 2008 reduzierte die Arbeitgeberin den 

Monatslohn des Beschwerdeführers um Fr. 200.- von Fr. 6'100.- auf Fr. 5'900.- (vgl. 

UV-act. I. 82 f.). Dabei dürfte es sich um einen marktüblichen Lohn für diese 

qualifizierte handwerkliche Tätigkeit handeln, zumal es sich bei der Arbeitgeberin um 

eine Grossunternehmung im Detailhandel handelt, deren Löhne sich insbesondere 

nach den Arbeitsplatzanforderungen und den Qualifikationen der Arbeitnehmenden 

richten. Im Weiteren ist davon auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer erbrachte 

Leistung dem entrichteten Lohn entspricht, enthalten doch die Akten keine 

gegenteiligen Aussagen/Berichte seitens der Arbeitgeberin. Klare Anhaltspunkte für 

das Vorliegen eines Soziallohns liegen somit nicht vor. Damit bestimmt sich der 

Invalidenlohn nach dem tatsächlich erzielten Lohn als F.___.

5.2. 

Der Beschwerdeführer erhielt als C.___/P.___ zuletzt einen Lohn von Fr. 6'100.- pro 

Monat. Als F.___ erzielt er noch einen Lohn Fr. 5'900.- pro Monat. Der Invaliditätsgrad 

beträgt somit (abgerundet) 3 % ([Fr. 6'100.- - Fr. 5'900.-] / Fr. 6'100.-) und liegt damit 

deutlich unter der Anspruchsgrenze für eine Invalidenrente der Unfallversicherung, 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Auf den Antrag um Verzinsung der Integritätsentschädigung wird nicht eingetreten.

2. Die Beschwerde betreffend Rente wird abgewiesen.

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4. Für dieses Verfahren wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

welche bei 10 % liegt (vgl. Erwägung 2.3). Das Begehren des Beschwerdeführers um 

Ausrichtung einer Invalidenrente ist deshalb abzuweisen.

Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde betreffend Verzinsung der 

Integritätsentschädigung nicht einzutreten und die Beschwerde gegen den 

Rentenentscheid abzuweisen.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren 

Fassung).

6.2. 

Ausgangsgemäss hat der unterliegende Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung, womit offenbleiben kann, ob der im eigenen Namen 

prozessierende Beschwerdeführer bei Obsiegen überhaupt eine Entschädigung hätte 

beanspruchen können.

6.3. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2022
	Art. 18 Abs. 1 UVG: Das Invalideneinkommen richtet sich vorliegend nach dem tatsächlich erzielten Verdienst nach dem Unfall. Der Einkommens-vergleich ergibt einen Invaliditätsgrad von 3 %. Abweisung des Begehrens um Ausrichtung einer Invalidenrente. Auf die Beschwerde betreffend Verzinsung der Integritätsentschädigung wird nicht eingetreten, da der Versicherer darüber noch nicht verfügt hat (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Januar 2022, UV 2020/76).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte