# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e559bac7-564f-571d-a63a-8f70d1acce85
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 15.08.2018 120 2018 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2018-18_2018-08-15.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 120/2018/18 Bern, 15. August 2018

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

und

B.________
von Amtes wegen am Verfahren Beteiligte

sowie

Baupolizeibehörde der Gemeinde Wiler, Hauptstrasse 30, 3428 Wiler b. Utzenstorf

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Wiler bei Utzenstorf vom 
26. Februar 2018 (Lüftungsanlage, Lärmsanierung)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin betreibt in einem Industrie- und Gewerbepark auf Parzelle 

Wiler bei Utzenstorf Grundbuchblatt Nr. C.________ ein Gewerbe. Die Parzelle liegt in der 

Arbeitszone (ArZ) mit Empfindlichkeitsstufe IV. Südlich davon ist gemäss Zonenplan der 

Gemeinde Wiler1 das Gebiet "D.________" als Zone mit Planungspflicht (ZPP) 

ausgeschieden. Das Baureglement der Gemeinde (GBR)2 regelt in Art. 37 und 38 den 

1 Vom 16. März 2012
2 Baureglement der Einwohnergemeinde Wiler b.U. vom Dezember 2010, genehmigt vom Amt für Gemeinden 
und Raumordnung (AGR) am 21. Juli 2011

RA Nr. 120/2018/18 2

Planungszweck und die Nutzung der ZPP "D.________". Danach wird eine dichte 

Überbauung mit Mehrfamilien-, Reihen- oder Einfamilienhäusern bezweckt (Art. 38 Abs. 1 

GBR). Für die ZPP "D.________" gilt gemäss Art. 38 Abs. 2 GBR die Empfindlichkeitsstufe 

(ES) II.

Die Gemeinde hat bereits im Jahr 2005 für die ZPP "D.________" eine 

Überbauungsordnung (ÜO) erlassen.3 Diese sah ursprünglich an der Nordseite des 

Perimeters der ÜO eine Lärmschutzwand vor, um das Gebiet der ÜO vor Immissionen aus 

dem Industrie- und Gewerbepark zu schützen. Nach der Revision der baurechtlichen 

Grundordnung im Jahr 2012 wurde auch die ÜO "D.________" revidiert, wobei 

insbesondere die Lärmschutzwand gestrichen wurde. Das AGR bewilligte mit Verfügung 

vom 26. November 20124 die Revision der ÜO "D.________" einschliesslich des Verzichts 

auf die Lärmschutzwand und wies die dagegen gerichtete Einsprache der 

Beschwerdeführerin ab.5 Es erwog gestützt auf den eingeholten Fachbericht des Amtes für 

Berner Wirtschaft (beco), dass die Immissionsgrenzwerte der ES II an der Baulinie der ÜO 

"D.________" während der akustischen Tagzeit (07.00 - 19.00 Uhr) zwar nicht eingehalten 

würden. Das Gebiet der ZPP "D.________" sei aber bereits in einer vorangehenden 

Ortsplanungsrevision eingezont worden, es liege also keine Neuausscheidung einer 

Bauzone vor. Sanierungen von lärmerzeugenden Betrieben müssten vordringlich am Ort 

der Quelle vorgenommen werden. Es bestehe keine Pflicht, im Rahmen des 

Nutzungsplanverfahrens Massnahmen in der angrenzenden Bauzone vorzunehmen.

2. Nach Eingang einer Anzeige aus der Nachbarschaft betreffend Lärmbelästigung, 

insbesondere Nichteinhaltung der Nachtruhezeiten, forderte die Gemeinde die 

Beschwerdeführerin mit Sanierungsverfügung vom 26. Februar 2018 auf, ihre 

Lüftungsanlage so weit zu sanieren, bis diese während der akustischen Nachtzeit (19.00 - 

07.00 Uhr) den Planungswert in der Nachbarschaft einhalte. Diese Sanierung müsse 

innerhalb von sechs Monaten nach dem Erhalt der Verfügung abgeschlossen sein. 

Innerhalb von weiteren zwei Monaten habe die Beschwerdeführerin einen Akustiker mit 

einer Abnahmemessung der Lüftungsanlage und mit der Erstellung eines Berichts zu 

beauftragen. Dieser Bericht (Lärmgutachten) habe auszuweisen, dass der Betrieb der 

3 Genehmigt vom AGR am 20. April 2005
4 Geschäftsnummer 150 12 294
5 Vorakten, Register 6

RA Nr. 120/2018/18 3

Lüftungsanlage den gesetzlichen Vorschriften der Umweltschutzgesetzgebung entspreche; 

er müsse dem beco zur Prüfung auf Vollständigkeit, Korrektheit und Plausibilität vorgelegt 

werden. Diese Anordnungen seien unbesehen der Anfechtungsmöglichkeit sofort 

vollstreckbar.

3. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 20. März 2018 

Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie 

beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung führt 

sie im Wesentlichen an, dass sie die Nachtzeiten einhalte. Die massgebenden Grenzwerte 

würden nicht überschritten.

4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet6, beteiligte die 

B.________ als Eigentümerin der Parzelle Nr. C.________ von Amtes wegen am 

Verfahren. Es holte die Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde 

hält mit Stellungnahme vom 24. April 2018 an der angefochtenen Verfügung fest. Die von 

Amtes wegen am Verfahren Beteiligte hat sich innert Frist nicht vernehmen lassen. 

Das Rechtsamt gab zudem der E.________ AG als Anzeigerin Gelegenheit, sich als Partei 

am Verfahren zu beteiligen, wobei sie ihre Legitimation zu begründen habe. Gemäss dem 

im Handelsregistereintrag umschriebenen Gesellschaftszweck ist die Anzeigerin als 

Generalunternehmung und Immobilientreuhänderin tätig. Sie teilte mit Schreiben vom 23. 

März 2018 mit, sie habe für die damalige Eigentümerin von Bauparzellen im Gebiet der ÜO 

"D.________" Wohnhäuser erstellt und anschliessend vermietet. Zu dieser Zeit seien 

Klagen einer Mieterin über Lärmbelästigung durch die Beschwerdeführerin eingegangen. 

Diese Mieterin habe inzwischen den Mietvertrag vorzeitig aufgelöst. Die Bauparzellen 

seien unterdessen weiterverkauft worden. Die E.________ AG wünsche sich am Verfahren 

insofern zu beteiligen, als sie unrichtige Behauptungen der Beschwerdeführerin entkräften 

wolle. Insbesondere treffe es nicht zu, dass zwischen ihr und der Beschwerdeführerin eine 

Vereinbarung betreffend Erstellung einer Lärmschutzwand bestehe.

6 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 120/2018/18 4

Die heutige Eigentümerin der in der ÜO "D.________" gelegenen Parzelle Nr. G.________ 

teilte mit Schreiben vom 23. April 2018 mit, dass sie mit den Ausführungen der E.________ 

AG einverstanden sei. Sie selbst beabsichtige nicht, sich am Verfahren zu beteiligen.

Am 31. Mai 2018 verfügte das Rechtsamt, dass die E.________ AG nicht am Verfahren 

beteiligt wird.

5. Das Rechtsamt holte sodann bei der Gemeinde die Akten der Verfahren ein, mit 

denen der Beschwerdeführerin die jetzige Nutzung der Parzelle Nr. C.________ bewilligt 

wurde. Es bat um Mitteilung, ob bzw. inwiefern die bewilligte Nutzung eine Tätigkeit zur 

akustischen Nachtzeit (19.00 bis 07.00 Uhr) einschliesse. Zudem bat es die Gemeinde um 

Auskunft darüber, wann (Datum des Inkrafttretens) die ZPP "D.________" erstmals in der 

Nutzungsplanung als solche ausgeschieden wurde und wie der Planungszweck der ZPP 

"D.________" in der damaligen baurechtlichen Grundordnung umschrieben war. Die 

Gemeinde reichte die Baubewilligungsakten ein und erklärte, dass seit dem Jahr 1989 

keine neuen Gebäude im Zusammenhang mit dem Beschwerdegegenstand erstellt worden 

seien. Gemäss Auskunft des beco, Amt für Berner Wirtschaft, verfüge die 

Beschwerdeführerin über keine Nachtarbeitsbewilligung. Die ZPP "D.________" sei 

erstmals in der Nutzungsplanung vom 17. Februar 1988 ausgeschieden worden. Der 

Planungszweck der ZPP "D.________" sei aus dem damaligen Zonenplan und 

Baureglement ersichtlich, welche ebenfalls zu den Akten gereicht würden.

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II. Erwägungen

1. Eintreten

Angefochten ist eine Sanierungsverfügung für eine Industrie-/Gewerbeanlage (Anhang 6 

LSV7), welche die Gemeinde im Baupolizeiverfahren erlassen hat (Art. 14 Abs. 1 KLSV8). 

Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG9 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 

BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden. 

Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung beschwert 

und daher zur Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten.

2. Sanierungsanordnung

a) Mit der angefochtenen Verfügung wird die Beschwerdeführerin verpflichtet, ihre 

Lüftungsanlage so weit zu sanieren, bis diese während der akustischen Nachtzeit (19.00 

bis 07.00 Uhr) den Planungswert in der Nachbarschaft einhält. Die Beschwerdeführerin 

wehrt sich gegen diese Sanierungsverfügung mit dem Argument, die akustische Nachtzeit 

werde strikt eingehalten.

b) Bestehende ortsfeste Anlagen, die den lärmschutzrechtlichen Vorschriften des 

Bundes nicht genügen, müssen saniert werden (Art. 16 Abs. 1 USG10). Als Stichtag für die 

Abgrenzung von bestehenden und neuen Anlagen im Sinne des USG gilt grundsätzlich das 

Inkrafttreten des USG am 1. Januar 1985. Der Bundesrat hat die massgebenden 

Immissionsgrenzwerte gestützt auf Art. 13 USG in der Lärmschutzverordnung (LSV) 

festgelegt. Für bestehende Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft 

gelten die Immissionsgrenzwerte nach Anhang 6 LSV. Tragen bestehende ortsfeste 

Anlagen wesentlich zur Überschreitung dieser Immissionsgrenzwerte bei, so ordnet die 

Vollzugsbehörde die Sanierung an (Art. 13 Abs. 1 LSV). Solche Anlagen müssen 

grundsätzlich so weit saniert werden, als dies technisch und betrieblich möglich sowie 

7 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
8 Kantonale Lärmschutzverordnung vom 14. Oktober 2009 (KLSV; BSG 824.761)
9 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
10 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01)

RA Nr. 120/2018/18 6

wirtschaftlich tragbar ist und dass die Immissionsgrenzwerde nicht überschritten werden 

(Art. 13 Abs. 2 LSV). Sanierungsbedürftige Anlagen dürfen sodann nur umgebaut oder 

erweitert werden, wenn sie gleichzeitig saniert werden (Art. 18 Abs. 1 USG). Die 

Lärmemissionen der neuen oder geänderten Anlageteile müssen nach den Anordnungen 

der Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich 

sowie wirtschaftlich tragbar ist. Wird die Anlage wesentlich geändert, so müssen die 

Lärmemissionen der gesamten Anlage mindestens so weit begrenzt werden, dass die 

Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 8 LSV).

c) Gemäss Akten der Gemeinde wurde der Vorgängerin der Beschwerdeführerin, der 

F.________11, im Jahr 1966 der Bau einer Lagerhalle und 1967 der Bau einer 

Fabrikationshalle bewilligt. In den Folgejahren wurden verschiedene ergänzende Gesuche 

bewilligt: 1968 die Erstellung einer Transformatorenstation, 1972 das Erstellen einer 

Auffanggrube mit Mischbecken für Farbabwasser, 1973 die Aufstockung der Fabrikhalle, 

1974 die Freiplatz-Überdachung, 1976 der Neubau einer Auto-Einstellhalle und 1979 der 

Ausbau der Luftfilteranlage. Im Jahr 1985 (d.h. nach Inkrafttreten des 

Umweltschutzgesetzes am 1. Januar 1985) stellte die Vorgängerin der Beschwerdeführerin 

ein Baugesuch für den Anbau einer Luftaufbereitungsanlage. Die Gemeinde erteilte dafür 

am 3. Mai 1985 die kleine Baubewilligung mit der Auflage: "Eventuelle Lärmimmissionen, 

die zur Beanstandung führen, sind auf ein angemessenes Mass zu reduzieren". Im Jahr 

1987 erteilte die Gemeinde die kleine Baubewilligung für den Anbau einer Filteranlage mit 

der Auflage: "Die Anlage darf die an die Industriezone angrenzenden Grundstücke (…) 

nicht stören". Im Jahr 1989 erteilte das Regierungsstatthalteramt Fraubrunnen der 

Vorgängerin der Beschwerdeführerin die Bau- und Gewerbebewilligung für die 

Werkerweiterung (Neubau) des bestehenden Gebäudes Nr. 7. Bei diesem Bauprojekt 

wurde an das bestehende Gebäude ein deutlich grösserer Neubau angebaut. Der 

Mitbericht des KIGA12 vom 27.10.1989 wurde zum integrierenden Bestandteil der 

Baubewilligung erklärt. Nach diesem (S. 12) gilt: "Sollte zu einem späteren Zeitpunkt 

feststehen, dass die vorliegende Anlage übermässige Immissionen verursacht, obwohl die 

vorsorglichen Emissionsbegrenzungen eingehalten sind, so bleiben ergänzende oder 

verschärfte Emissionsbegrenzungen vorbehalten".

11 Die Beschwerdeführerin hat gemäss Handelsregistereintrag bei ihrer Gründung im Jahr 1998 Aktiven und 
Passiven sowie die Liegenschaften "G.________" und "H.________" der F.________ AG per Sachübernahme 
übernommen. Die F.________ ist heute unter der Firma I.________ AG im Handelsregister eingetragen.
12 Damaliges Kantonales Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, heute beco Amt für Berner Wirtschaft

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Der Betrieb der Beschwerdeführerin entstand somit vor dem 1. Januar 1985 und gilt 

umweltschutzrechtlich als altrechtliche Anlage. Die Werkerweiterung im Jahr 1989 stellte 

eine wesentliche Änderung dar. Demnach muss die gesamte Anlage mindestens die 

Immis-sionsgrenzwerte nach Anhang 6 LSV einhalten. Dies ist vorliegend nicht umstritten.

d) Mit der streitigen Sanierungsverfügung hat die Gemeinde die Beschwerdeführerin für 

die Dauer der akustischen Nachtzeit zur Einhaltung der Planungswerte verpflichtet. Dazu 

führt sie aus, ein Ausdehnen der Arbeitszeiten auf die akustische Nachtzeit sei 

umweltschutzrechtlich als übergewichtige Änderung zu betrachten.

e) Umfassende Änderungen einer Anlage, die dem Bau einer neuen Anlage 

gleichkommen, fallen nicht unter Art. 18 USG, sondern werden lärmschutzrechtlich wie 

neue Anlagen behandelt.13 Als neubauähnlich gelten Umbauten oder Erweiterungen, 

welche die bisherigen Anlageteile an Bedeutung überwiegen, sowie vollständige 

Zweckänderungen (Art. 2 Abs. 2 LSV).14 Bei solchen Änderungen müssen also die 

Vorschriften für die Erstellung neuer Anlagen eingehalten werden.

Bei der Erstellung neuer ortsfester Anlagen reicht die Einhaltung der Immissionsgrenzwerte 

nicht aus. Für sie werden sogenannte Planungswerte festgelegt, welche unter den 

Immissionsgrenzwerten liegen (Art. 23 und Art. 25 Abs. 1 USG; Art. 7 LSV). Der Bundesrat 

hat die Planungswerte für Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft in 

Anhang 6 LSV festgelegt. Sind die Planungswerte nicht eingehalten, so liegen unzulässige 

Emissionen vor.

f) Sind unzulässige Emissionen auf bauliche oder nutzungsmässige Änderungen 

zurückzuführen, die ohne Bewilligung vorgenommen wurden, so ist zunächst zu prüfen, ob 

die Änderung im Zeitpunkt ihrer Vornahme bewilligungsfähig war. Ist dies der Fall, so kann 

eine nachträgliche Bewilligung mit den allenfalls notwendigen Auflagen erteilt werden. Ist 

die geänderte Anlage nicht bewilligungsfähig, werden die notwendigen Massnahmen zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands angeordnet, sofern nicht aus 

Verhältnismässigkeitsgründen darauf zu verzichten ist.15 Dieses Vorgehen ist auch zu 

13 Schrader/Wiestner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Art. 18 N. 16
14 Schrader/Wiestner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Art. 25 N. 47
15 Schrader/Wiestner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Art. 25 N. 44

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wählen, wenn von einer Anlage zunehmende Lärmimmissionen ausgehen, weil sie nach 

ihrer Bewilligung anders bzw. verstärkt genutzt wird, so dass verstärkte Lärmimmissionen 

resultieren.16

Der Vorgängerin der Beschwerdeführerin wurde die Erstellung von Lager- und 

Fabrikationsgebäuden samt Erweiterungen und ergänzenden Anlagen und die 

Gewerbsausübung in diesen bewilligt. Bei den nach 1. Januar 1985 erteilten Bewilligungen 

wurden Auflagen gemacht, um übermässige bzw. störende Immissionen zu vermeiden und 

die Einhaltung der Immissionsgrenzwerte sicherzustellen. Die bewilligte Nutzung umfasst 

folglich die Ausübung des Gewerbes einer Maschinenfabrik unter Einhaltung des 

Vorsorgeprinzips und der Immissionsgrenzwerte. Soweit ersichtlich wurden die Zeiten, 

während denen das Gewerbe ausgeübt werden darf, nicht festgelegt. Es ist davon 

auszugehen, dass die bewilligte Nutzung eine Tätigkeit zur arbeitsrechtlichen 

Tagesarbeitszeit (damals 06.00 bis 20.00 Uhr) umfasste.

g) Die angefochtene Sanierungsverfügung stützt sich auf die Reklamation einer Mieterin 

im Quartier J.________, welche die E.________ AG mit Schreiben vom 21. November 

201717 der Gemeinde übermittelte. Nach dieser seien Emissionen der Lüftungsanlage der 

Beschwerdeführerin morgens ab 05.00 Uhr werktags sowie an Samstagen festgestellt 

worden. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs hat die Beschwerdeführerin 

bestritten, dass zur akustischen Nachtzeit gearbeitet werde. Sie sei an den Werktagen 

während der Arbeitszeiten tätig und halte die akustische Nachtzeit von 19.00 bis 07.00 Uhr 

strikt ein. Die Gemeinde hat keine Sachverhaltserhebungen gemacht, um die Reklamation 

bzw. die Behauptung der Beschwerdeführerin zu überprüfen.

Gemäss der von der Gemeinde eingeholten Auskunft des beco, Amt für Berner Wirtschaft, 

verfügt die Beschwerdeführerin über keine Nachtarbeitsbewilligung. Die Reklamation aus 

der Nachbarschaft bietet keine genügende Grundlage für die Annahme, dass die 

Beschwerdeführerin die bewilligte Nutzung überschreitet (bspw. Wechsel vom Tages- auf   

einen Schichtbetrieb) oder dass sie unzulässige Lärmimmissionen verursacht.

h) Die angefochtene Verfügung bezieht sich zudem auf zwei Gutachten aus dem Jahr 

2009, welche im Zusammenhang mit der Überbauungsordnung "D.________" betreffend 

16 Schrader/Wiestner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Art. 25 N. 49 f.
17 Beilage 4 zur Stellungnahme der Gemeinde vom 24. April 2018

RA Nr. 120/2018/18 9

Bauen in lärmbelastetem Gebiet erstellt worden seien. Nach diesen erfülle der Betrieb der 

Beschwerdeführerin die Anforderungen der Umweltschutzgesetzgebung nicht. Nach der 

angefochtenen Verfügung sollen diese Gutachten als Grundlage für die Lärmsanierung 

verwendet werden, sofern sie noch aktuell seien. 

Mit letzterem Vorbehalt stellt die Gemeinde selbst in Frage, dass die im Jahr 2009 

erstellten Gutachten eine verlässliche Grundlage für die Sanierungsverfügung bilden 

können. In den seither verstrichenen 9 Jahren hat sie gegenüber der Beschwerdeführerin 

keine Anordnungen betreffend Lärmminderung erlassen. Unter diesen Umständen und 

aufgrund der verstrichenen Zeitspanne können die Gutachten nicht zum Nachweis von 

Ausmass und Intensität der heutigen Emissionen vom Betrieb der Beschwerdeführerin 

herangezogen werden. Vielmehr hätten zwecks Abklärung eines allfälligen 

Sanierungsbedarfs Erhebungen über die aktuellen Lärmimmissionen gemacht werden 

müssen.

Die Gemeinde hat vor Erlass der angefochtenen Verfügung keine Lärmmessungen 

vorgenommen oder sonstigen Abklärungen darüber getroffen, zu welchen Zeiten 

Lärmimmissionen von der Liegenschaft der Beschwerdeführerin ausgehen und welche 

Intensität diese jeweils aufweisen. Die blosse Reklamation einer Mieterin aus der 

Nachbarschaft war dafür unzulänglich. Sie bildete insbesondere keine zuverlässige 

Grundlage zur Feststellung der objektiven Lärmintensität. Es gibt somit keinen Nachweis, 

dass der Betrieb der Beschwerdeführerin die Immissionsgrenzwerte überschreitet.

i) Nach dem Gesagten ist nicht erstellt, dass der Betrieb der Beschwerdeführerin 

sanierungsbedürftig ist oder dass eine Überschreitung der bewilligten Nutzung (bspw. 

Wechsel auf Schichtbetrieb) vorliegt, die Anlass für neue Auflagen gibt. Für die streitigen 

Anordnungen besteht keine Grundlage. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die 

angefochtene Verfügung aufzuheben.

Dieses Ergebnis hindert nicht ein künftiges Einschreiten der Gemeinde, sofern sich zeigen 

sollte, dass vom Betrieb der Beschwerdeführerin unzulässige Immissionen ausgehen. 

Auch im Falle weiterer Lärmklagen könnte die Gemeinde ein neues Verfahren eröffnen. 

Dabei müsste sie zunächst den Sachverhalt so weit abklären, dass feststeht, zu welchen 

Zeiten der Betrieb der Beschwerdeführerin Lärmimmissionen zeitigt und welche Intensität 

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diese jeweils aufweisen. Auf Grundlage dieser Erhebungen wäre sodann die Vereinbarkeit 

mit der Bau- und Umweltschutzgesetzgebung zu prüfen.

3. Kosten

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung 

aufzuheben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin. Die 

Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV18) trägt 

der Kanton (Art. 108 Abs. 2 VRPG19). Parteikosten sind nicht angefallen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der Gemeinde Wiler bei Utzens-

torf vom 26. Februar 2018 wird aufgehoben.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

18 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)
19 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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IV. Eröffnung

- A.________, eingeschrieben

- B.________, eingeschrieben

- Baupolizeibehörde der Gemeinde Wiler, eingeschrieben

- E.________ AG, zur Kenntnis

- Beco Amt für Berner Wirtschaft, zur Kenntnis

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident