# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c2ee1b2-c1ec-51f9-a2c7-744ecc2751fa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2009 A-4360/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4360-2007_2009-07-03.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-4360/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Pascal Mollard (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, 
Richterin Marianne Ryter Sauvant, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (4. Quartal 2003 - 2. Quartal 2004); 
Ermessenseinschätzung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-4360/2007

Sachverhalt:

A.
Die  A._______  vertreibt  das  Kontaktmagazin  (...).  Aufgrund  dieser 
Tätigkeit  ist  sie  seit  dem  1.  November  2003  im  Register  der 
Mehrwertsteuerpflichtigen bei  der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
(ESTV) eingetragen. Am 18. und 28. Oktober 2004 nahm die ESTV bei 
ihr  eine  Kontrolle  vor.  Sie  stellte  schwere  Buchführungsmängel  fest 
und sah sich deshalb veranlasst, die Barumsätze aus der Platzierung 
von Inseraten für das 4. Quartal 2003 bis 2. Quartal 2004 nach pflicht-
gemässem  Ermessen  zu  schätzen.  Daraus  sowie  aufgrund  weiterer 
Korrekturen  (Umsatzdifferenzen,  Korrektur  von  Vorsteuerabzügen) 
resultierte für die Abrechnungsperioden 4. Quartal 2003 bis 2. Quartal 
2004  eine  Steuernachforderung  von  Fr.  45'523.--  zuzüglich  5% 
Verzugszins  ab  dem  15.  Juli  2004,  welche  die  ESTV  mit  der 
Ergänzungsabrechnung  (EA)  Nr. 270'793  vom  28. Oktober  2004 
geltend machte.

B.
Auf Aufforderung der  ESTV legte  die  A._______ mit  Schreiben vom 
10. November  2004 unter  anderem dar,  dass die  Inserate  unter  der 
Rubrik  „Rendez-vous“  gratis  seien  und  lediglich  eine 
Weiterleitungsgebühr von Fr. 10.-- für eingehende Zuschriften erhoben 
werde. Pro Monat würden ca. 5-10 solcher Briefe per Post eingehen. 
Am  24. November  2004  antwortete  die  ESTV,  dass  sie  an  ihrer 
Nachbelastung  gemäss  EA  Nr.  270'793  vom  28.  Oktober  2004 
festhalte.  Es  sei  kaum  anzunehmen,  dass  die  rund  300  „Rendez-
vous“-Inserate pro Ausgabe ein so geringes Echo auslösten.

C.
Am 8. Dezember 2004 erliess die ESTV einen anfechtbaren Entscheid, 
in  dem  sie  ihre  Nachforderung  gemäss  EA  Nr.  270'793  bestätigte. 
Dagegen erhob die A._______ am 21. Januar  2005 Einsprache. Sie 
legte  im  Wesentlichen  dar,  dass  sie  die  Nachbelastung  aus  den 
Umsatzdifferenzen  zwischen  ihrer  Buchhaltung  und  der  Deklaration 
akzeptiere.  Die  von  der  ESTV  vorgenommene  Schätzung  der 
Barumsätze von Fr. 105'000.-- für die „Meeting-Point“-Inserate und von 
Fr.  42'000.--  für  die  „Rendez-vous“-Inserate  entsprächen 
demgegenüber  nicht  einmal  annäherungsweise  den  tatsächlichen 
Verhältnissen.  Betreffend  die  „Meeting-Point“-Inserate  legte  die 
A._______ dar,  dass private Inserenten kaum mehr bereit  seien,  für 

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solche Kontaktanzeigen Geld zu bezahlen. Die Rubrik „Meeting-Point“ 
werde daher im Wesentlichen von professionellen Erotikstudios sowie 
von ihrem Telefonie-Partner benutzt, welche die Inserate in der Regel 
kostenlos platzieren könnten. Für den vorliegend relevanten Zeitraum 
sei  von  Bareinnahmen  aus  der  Publikation  von  „Meeting-Point“-
Inseraten  von  höchstens  Fr.  4'900.--  auszugehen,  was  einer 
Nachforderung  von Fr. 346.10  Mehrwertsteuer  entspreche. Auch  die 
Umsatzschätzung bezüglich der Anzeigen in der Rubrik „Rendez-vous“ 
sei  viel  zu  hoch.  Die  Annahme  von  zwei  Antworten  pro  Inserat  à 
Fr. 10.--  sei  völlig  aus  der  Luft  gegriffen.  Die  ESTV  habe  sich 
offensichtlich  nicht  auf  branchenspezifische  Erfahrungszahlen 
abgestützt.  Mit  den  betreffenden  Inseraten  erziele  sie  pro  Ausgabe 
höchstens  einen  Barumsatz  von  Fr.  100.--. Im  Weiteren  mache  sie 
zusätzlich Vorsteuerabzüge von Fr. 8'025.50 geltend.

D.
Mit  Einspracheentscheid  vom  23.  Mai  2007  hiess  die  ESTV  die 
Einsprache  im  Betrag  von  Fr.  8'712.--  teilweise  gut  (Ziff.  1).  Sie 
erkannte  zudem,  dass  der  Entscheid  vom  8.  Dezember  2004  im 
Umfang  von  Fr. 10'576.--  in  Rechtskraft  erwachsen  sei  (Ziff.  2).  Die 
A._______ habe ihr für das 4. Quartal 2003 bis 2. Quartal 2004 ausser 
der  rechtskräftigen Steuernachforderung noch Fr. 26'235.--  zuzüglich 
5% Verzugszins zu bezahlen (Ziff. 3). Zur Begründung führte die ESTV 
im Wesentlichen aus, dass anlässlich der Kontrolle bei der A._______ 
gravierende  Mängel  in  der  Führung  des  Kassabuches  festgestellt 
worden seien. Insbesondere habe dieses verschiedene Barzahlungen 
nicht enthalten, zu denen Quittungsbelege vorhanden gewesen seien. 
Im Weiteren hätten sich darin keine Angaben über die Bareinnahmen 
von  Privatpersonen  befunden,  die  auf  Kontaktinserate  geantwortet 
oder  in  der  Zeitschrift  inseriert  hätten.  Angesichts  dieser  Sachlage 
habe sie eine Ermessenseinschätzung der Bareinnahmen vornehmen 
müssen.  Unter  Berücksichtigung,  dass  die  A._______  bei  den 
Inseraten der Rubrik „Meeting-Point ohne kommerzielle Interessen“ an 
den  Telefongebühren  partizipiere,  sei  zu  ihren  Gunsten  davon 
auszugehen,  dass  die  betreffenden  Inserate  gratis  platziert  worden 
seien. Dagegen könne bei den Inseraten der Rubrik „Meeting-Point mit 
kommerziellen  Interessen“  nicht  von  Gratisinseraten  ausgegangen 
werden.  Ebenfalls  halte  sie  an  der  Aufrechnung  in  Bezug  auf  die 
„Rendez-vous“-Inserate  fest. Es  treffe  zwar  zu,  dass  die  betreffende 
Schätzung nicht auf Erfahrungszahlen beruhe. Von der ESTV könnten 
jedoch  keine  solchen  Erfahrungszahlen  verlangt  werden. 

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Entsprechende Inserate würden neben der Zeitschrift (...) nur noch in 
einigen  anderen  Tageszeitungen  und  Zeitschriften  geschaltet.  Keine 
dieser Printmedien führe öffentliche Statistiken über die Häufigkeit der 
Rückmeldungen.  Die  Behauptung  der  A._______,  pro  Ausgabe 
würden höchstens Fr. 100.-- eingenommen bzw. maximal 10 Antworten 
eingehen,  stehe  im  krassen  Widerspruch  zur  unbestrittenen  Anzahl 
von  300  Gratisinseraten  pro  Ausgabe.  Wäre  die  Rückmeldung 
tatsächlich  so  gering  gewesen,  hätte  die  Anzahl  der  Inserate  nach 
sieben  Ausgaben  sicher  massiv  abgenommen.  Im  Übrigen  sei  die 
Behauptung von lediglich 10 Antworten pro Ausgabe auch angesichts 
der direkten Druckkosten von Fr. 9.50 pro Kleininserat nicht realistisch. 
Im  Weiteren  anerkenne  sie  zusätzliche  Vorsteuern  in  der  Höhe  von 
Fr. 4'261.40.

E.
Die A._______ (Beschwerdeführerin)  führte am 25. Juni 2007 gegen 
den Einspracheentscheid der ESTV vom 23. Mai 2007 Beschwerde an 
das Bundesverwaltungsgericht mit den folgenden Anträgen: „(1) Ziff. 1, 
3 und 5 des Einspracheentscheids der ESTV vom 9. März 2007 (recte: 
23.  Mai  2007)  seien  aufzuheben.  (2)  Die  MWST-Nachforderung  der 
Beschwerdeführerin  für  die  Steuerperioden  4. Quartal  2003  bis  2. 
Quartal 2004 (Zeit vom 1. November 2003 bis 30. Juni 2004) sei von 
Fr.  45'523.--  (gemäss  Einschätzungsverfügung  vom  8.  Dezember 
2004)  bzw.  Fr.  36'811.--  (gemäss  Einspracheentscheid)  auf  Fr. 
31'048.-- nebst Verzugszins von 5% seit 15. Juli 2004 zu reduzieren. 
(3)  Der  Beschwerdeführerin  sei  für  das  vorliegende  Verfahren  eine 
angemessene Prozessentschädigung  auszurichten“. Zur  Begründung 
brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass es bei den 
Inseraten unter der Rubrik „Meeting-Point mit finanziellen Interessen“ 
und  einer  0906-Telefonnummer  entgegen  dem  teilweise 
missverständlichen  Text  der  Annoncen  einzig  und  allein  um  die 
Einnahmen gehe, die über die Anrufe auf die kostenpflichtige Nummer 
generiert  würden. Keine  der  abgebildeten  Damen sei  tatsächlich  an 
erotischen Dienstleistungen interessiert. Die Fotos stammten alle aus 
der Datenbank der B._______, die sowohl die betreffenden Bilder als 
auch  die  dazugehörigen  Texte  vertreibe.  Zum  Nachweis  dieser 
Ausführungen reichte die Beschwerdeführerin diverse Unterlagen ein 
(insbesondere Beschwerdebeilage Nr. 4: Angebot der B._______ vom 
27. Oktober 2003). Sie halte daran fest, dass im vorliegend relevanten 
Zeitraum  von  sieben  Monaten  die  Platzierung  von  „Meeting-Point“-
Inseraten höchstens zu Bareinnahmen von Fr. 4'900.-- geführt hätten, 

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was einer MWST-Nachforderung von Fr. 346.10 MWST entspreche.

Hinsichtlich  der  „Rendez-vous“-Inserate  bleibe  sie  dabei,  dass  pro 
Monat  lediglich  5-10 Antworten  mit  der  erwünschten  Weiterleitungs-
gebühr  von  Fr.  10.--  eingegangen  seien.  Der  Grund  dafür  liege  in 
erster Linie darin, dass diese Art  der Kontaktsuche längst durch das 
Internet,  die  Telefonie  und SMS-Kontakte  abgelöst  worden  sei.  Dies 
erkläre  auch  die  Kostenlosigkeit  der  Inserate.  Die  ESTV  schliesse 
allein  aus  der  Tatsache,  dass  die  betreffende  Rubrik  trotz  ihres 
geringen  (direkten)  Profits  beibehalten  worden  sei,  auf  höhere 
Einnahmen.  Die  Rubrik  „Rendez-vous“  mit  ihren  teils  skurrilen 
Fotoaufnahmen präge das Magazin aber seit jeher und sei einer der 
Gründe, weshalb Konsumenten dieses Heft kauften. Die Annahme der 
ESTV, dass solche Inserate eine derart hohe Resonanz auslösten, sei 
lebensfremd. Ebenso unzutreffend sei die Kontrollrechnung der ESTV 
über  die  Druckkosten.  Die  Vorinstanz  breche  die  gesamten  Druck-
kosten für das Magazin linear auf die Seiten der Rubrik „Rendez-vous“ 
und  die  entsprechenden  Einzelinserate  herunter  und  komme so  auf 
Kosten eines Kleininserates von Fr. 9.50. Diese Annahme gehe an der 
wirtschaftlichen Realität vorbei. Es sei notorisch, dass die Druckkosten 
mit  steigender  Seitenzahl  degressiv  seien.  Entsprechend  lägen  die 
effektiven Druckkosten pro zusätzliches Kleininserat deutlich tiefer als 
Fr.  9.50.  Schon  allein  die  Tatsache,  dass  jeder,  der  sich  in  dieser 
Rubrik finde, das Heft für Fr. 12.-- am Kiosk erwerbe, rechtfertige diese 
Mehrkosten  allemal.  Die  ESTV  habe  sich  bei  ihrer  Schätzung  von 
Fr. 42'000.--  Bareinnahmen  offensichtlich  nicht  auf  branchen-
spezifische Erfahrungswerte gestützt. Da negative Tatsachen ohnehin 
nicht bewiesen werden könnten, sei ihr ein direkter Nachweis, dass sie 
mit diesen Inseraten keine Bareinkünfte von Fr. 42'000.-- erwirtschaftet 
habe  bzw.  nicht  zwei  Antworten  pro  „Rendez-vous“-Inserat 
eingegangen seien, nicht möglich. Immerhin habe sie aber glaubhaft 
diejenigen Umstände dargetan,  die den Schluss zuliessen,  dass  die 
Annahme der ESTV komplett überrissen sei. Zusätzlich reiche sie die 
Erklärung zweier Innendienst-Mitarbeiter ein, die dies belegten.

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 27. August 2007 schloss die ESTV auf 
teilweise  Gutheissung  der  Beschwerde  im  Betrag  von  Fr.  2'620.45. 
Aufgrund  der  neu  eingereichten  Beweismittel  könne  sie  sich  der 
Ansicht der Beschwerdeführerin anschliessen, dass bei den Inseraten 
unter der Rubrik „Meeting-Point mit finanziellen Interessen“ inkl. 0906-

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Telefonnummer von gratis platzierten Anzeigen des Telefoniepartners 
–  mit  finanzieller  Beteiligung  der  Beschwerdeführerin  an  dessen 
Telefonieerträgen – auszugehen sei. Der nachgeforderte Steuerbetrag 
hinsichtlich der „Meeting-Point“-Inserate sei deshalb gemäss den Aus-
führungen der Beschwerdeführerin um Fr. 2'620.45 auf Fr. 346.10 zu 
reduzieren. Bezüglich  der  „Rendez-vous“-Inserate halte  sie  indessen 
an  ihrer  Nachforderung  fest.  Wieviele  Antwortbriefe  pro  Ausgabe 
tatsächlich eingegangen seien, lasse sich aufgrund der mangelhaften 
Dokumentation der Beschwerdeführerin nicht mehr genau feststellen. 
Es  sei  aber  gewiss  nicht  abwegig,  davon  auszugehen,  dass  ein 
geringer Teil der 300 Inserenten keine oder nur eine Antwort erhalten 
habe und der grösste Teil mehrere. Der Vergleich mit den Druckkosten 
von  Fr.  9.50  pro  Kleininserat  belege,  dass  die  Behauptung  der 
Beschwerdeführerin von insgesamt lediglich zehn Antworten à Fr. 10.-- 
pro  Ausgabe  nicht  realistisch  sei  und  demgegenüber  ihre  Annahme 
von  zwei  Antworten  pro  Kontaktinserat  gerade  nicht  als  willkürlich 
erscheine.

G.
Am  20.  September  2007  reichte  die  Beschwerdeführerin  auf  Auf-
forderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  eine  Replik  zur  Vernehm-
lassung der  ESTV vom 27. August  2007 ein. Darin  hielt  sie  vollum-
fänglich an ihren bisherigen Ausführungen fest. Im Weiteren legte sie 
in Bezug auf die Kontrollrechnung der ESTV zusätzlich dar, dass es 
bei der Produktion des Magazins neben den Druckkosten noch zahl-
reiche weitere Aufwandpositionen gebe, wie z.B. Löhne, Auslieferungs-
kosten,  Kosten  der  Vertriebspartner  etc.,  die  entweder  fix  oder 
jedenfalls mit steigender Seitenzahl stark degressiv seien. Zusammen 
mit  den  ebenfalls  degressiven  Druckkosten  führe  dies  zu  vernach-
lässigbaren Grenzkosten zusätzlicher Inserate.

Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20. De-

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zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021), 
sofern  keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche 
liegt  nicht  vor  und die ESTV ist  eine  Behörde im Sinne von Art. 33 
VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die  Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst.  a  VwVG) und  der  unrichtigen oder  unvollständigen  Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die 
Rüge  der  Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008,  Rz. 2.149 ff.; ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich 
2006, Rz. 1758 ff.).

1.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet die Beschwerdeinstanz 
in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 
Weisungen  an  die  Vorinstanz  zurück.  Ein  solcher  Rückweisungs-
entscheid  rechtfertigt  sich  vor  allem  dann,  wenn  weitere  Tatsachen 
festgestellt  werden  müssen  und  ein  umfassendes  Beweisverfahren 
durchzuführen  ist  (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren 
und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Aufl.,  Zürich  1998, 
Rz. 694;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.194). Auch wenn der 
Rechtsmittelinstanz  die  Befugnis  zusteht,  weitere  Sachverhalts-
abklärungen vorzunehmen,  soll  in  diesem Fall  die  mit  den  örtlichen 
Verhältnissen  besser  vertraute  oder  sachlich  kompetentere  Behörde 
über  die  Angelegenheit  des  Beschwerdeführers  entscheiden.  Diese 
Methode  wahrt  das  Prinzip  der  Garantie  des  doppelten  Instanzen-
zuges,  da  die  Beschwerdeführerin  den  aufgrund  der  Rückweisung 
getroffenen  neuen  Entscheid  der  Vorinstanz  wiederum  mit  allen 
zulässigen  Rechtsmitteln  anfechten  kann  (zum  Ganzen:  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-7512/2006 vom 23. August 2007 E. 6.1, 
A-1363/2006 vom 30. Mai 2007 E. 1.3).

2.
2.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem Selbstveranlagungsprinzip  (Art.  46  f. des  Bundesgesetzes  vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [MWSTG,  SR 641.20]; 
vgl. ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System  des  schweizerischen 

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Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 421 ff.). Dies bedeutet, dass der 
Steuerpflichtige  selbst  und  unaufgefordert  über  seine  Umsätze  und 
Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der 
Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer 
vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat. Die 
ESTV  ermittelt  die  Höhe  des  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrages 
nur dann an Stelle des Steuerpflichtigen, wenn dieser seinen Pflichten 
nicht  nachkommt  (ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER, 
Handbuch zum neuen Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 2. Aufl., Bern 
2003,  Rz.  1680  ff.).  Der  Steuerpflichtige  hat  seine  Mehrwert-
steuerforderung  selbst  festzustellen; er  ist  allein  für  die  vollständige 
und  richtige  Versteuerung  seiner  steuerbaren  Umsätze  und  für  die 
korrekte Ermittlung der Vorsteuer verantwortlich (vgl. Kommentar des 
Eidgenössischen Finanzdepartementes zur  Verordnung vom 22. Juni 
1994 über die Mehrwertsteuer [Kommentar EFD], S. 38). Ein Verstoss 
des Steuerpflichtigen gegen diesen Grundsatz ist als schwerwiegend 
anzusehen,  da  der  Steuerpflichtige  durch  das  Missachten  dieser 
Vorschrift  die  ordnungsgemässe  Erhebung  der  Mehrwertsteuer 
gefährdet  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1634/2006  vom 
31.  März  2009  E.  3.4,  A-1527/2006  vom  6.  März  2008  E.  2.1, 
A-1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen).

2.2 Gemäss Art. 58 Abs. 1 MWSTG hat der Mehrwertsteuerpflichtige 
seine  Geschäftsbücher  ordnungsgemäss  zu  führen  und  so  einzu-
richten,  dass  sich  aus  ihnen  die  für  die  Feststellung  der  Mehrwert-
steuerpflicht sowie für die Berechnung der Steuer und der abziehbaren 
Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln 
lassen. Die ESTV kann hierüber nähere Bestimmungen aufstellen. Von 
dieser  Befugnis  hat  sie  mit  dem  Erlass  der  "Wegleitung  2001  zur 
Mehrwertsteuer"  vom  Sommer  2000  (Wegleitung  2001),  gültig  ab 
1. Januar  2001,  Gebrauch  gemacht.  Darin  sind  genauere  Angaben 
enthalten, wie eine Buchhaltung auszugestalten ist  (Rz. 878 ff.). Alle 
Geschäftsfälle  müssen  fortlaufend,  chronologisch  und  lückenlos 
aufgezeichnet werden (Rz. 884) und alle Eintragungen haben sich auf 
entsprechende Belege zu stützen,  so dass die einzelnen Geschäfts-
vorfälle  von  der  Eintragung  in  die  Hilfs-  und  Grundbücher  bis  zur 
Steuerabrechnung  und  bis  zum  Jahresabschluss  sowie  umgekehrt 
leicht und genau verfolgt werden können ("Prüfspur"; vgl. Rz. 890 der 
Wegleitung 2001). Nach der  Rechtsprechung ist  der  Steuerpflichtige 
selbst  bei  geringem  Barverkehr  zur  Führung  zumindest  eines 
einfachen  ordentlichen  Kassabuchs  verpflichtet.  Er  ist  zwar  mehr-

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wertsteuerrechtlich  nicht  gehalten,  kaufmännische  Bücher  im  Sinne 
des  Handelsrechts  zu  führen;  die  Bücher  müssen  die  erzielten 
Umsätze jedoch  lückenlos  erfassen  und  die  entsprechenden Belege 
sind  aufzuheben  (Urteile  des  Bundesgerichts  2A.693/2006  vom 
26. Juli 2007 E. 3.1, 2A.569/2006 vom 28. Februar 2007 E. 3.1; Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1634/2006  vom  31.  März  2009 
E. 3.5,  A-1527/2006  vom  6.  März  2008  E.  2.2,  A-1406/2006  vom 
30. Januar 2008 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Damit befinden sich 
die mehrwertsteuerlichen Anforderungen an die  Aufzeichnungspflicht 
auch  im  Einklang  mit  den  bei  den  direkten  Steuern  geltenden 
Regelungen (vgl. auch Rz. 888 der Wegleitung 2001).

Die detaillierte und chronologische Führung eines Kassabuches muss 
besonders  hohen  Anforderungen  genügen  (vgl.  dazu  auch  HANS 
GERBER, Die Steuerschätzung [Veranlagung nach Ermessen], in Steuer 
Revue [StR] 1980 S. 306). Soll also ein Kassabuch für die Richtigkeit 
des  erfassten  Bargeldverkehrs  Beweis  erbringen,  ist  zu  verlangen, 
dass  in  diesem  die  Bareinnahmen  und  -ausgaben  fortlaufend, 
lückenlos und zeitnah aufgezeichnet werden und durch Kassenstürze 
regelmässig  –  in  bargeldintensiven  Betrieben  täglich  –  kontrolliert 
werden.  Nur  auf  diese  Weise  ist  gewährleistet,  dass  die  erfassten 
Bareinnahmen  vollständig  sind,  das  heisst  den  effektiven  Bar-
einnahmen entsprechen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.693/2006 
vom 26. Juli 2007 E. 3.1, 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3; Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1634/2006  vom  31.  März  2009 
E. 3.5,  A-1527/2006  vom  6.  März  2008  E.  2.2,  A-1406/2006  vom 
30. Januar 2008 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).

2.3 Liegen  keine  oder  nur  unvollständige  Aufzeichnungen  vor,  oder 
stimmen  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit  dem  wirklichen  Sach-
verhalt  offensichtlich nicht  überein,  so nimmt die ESTV nach Art. 60 
MWSTG eine  Schätzung  nach  pflichtgemässem Ermessen vor. Eine 
Ermessenstaxation  ist  somit  immer  dann  nötig,  wenn  eine  steuer-
pflichtige Person ihren Obliegenheiten zur Mitwirkung nicht ordnungs-
gemäss nachkommt und entweder überhaupt keine oder aber unvoll-
ständige  oder  ungenügende  Aufzeichnungen  führt  (DIETER METZGER, 
Kurzkommentar zum Mehrwertsteuergesetz, Bern 2000, S. 190 Rz. 1). 
Die  Ermessenseinschätzung  ist  deshalb  auch  logische  Folge  von 
Art. 62  MWSTG,  der  die  ESTV  beauftragt,  die  Erfüllung  der  den 
Steuerpflichtigen  obliegenden  Pflichten  zu  überprüfen  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1549/2006  vom  16. Mai  2008  E. 2.3; 

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PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, veröffentlicht in Archiv 
für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 69 S. 519).

3.
3.1 Zu  unterscheiden  sind  zwei  voneinander  unabhängige  Konstel-
lationen,  welche  zu  einer  Ermessenseinschätzung  gemäss  Art. 60 
MWSTG  führen.  Erstens  geht  es  um  diejenige  der  ungenügenden 
Aufzeichnung,  wobei  eine  Schätzung  insbesondere  dann  erfolgen 
muss,  wenn  die  Verstösse  gegen  die  formellen  Buchhaltungsregeln 
derart  gravierend  sind,  dass  sie  die  materielle  Richtigkeit  der 
Buchhaltungsergebnisse  in  Frage  stellen  (statt  vieler:  Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.437/2005  vom  3.  Mai  2006  E.  3.1;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.4). 
Zweitens  kann  selbst  eine  formell  einwandfreie  Buchführung  die 
Durchführung  einer  Schätzung  erfordern,  wenn  die  ausgewiesenen 
Ergebnisse  mit  dem  wirklichen  Sachverhalt  offensichtlich  nicht 
übereinstimmen. Dies ist nach der Rechtsprechung der Fall, wenn die 
in  den  Büchern  enthaltenen  Geschäftsergebnisse  von  den  von  der 
Steuerverwaltung erhobenen branchenspezifischen Erfahrungszahlen 
wesentlich abweichen,  vorausgesetzt  der Steuerpflichtige ist  nicht  in 
der  Lage,  allfällige  besondere  Umstände,  auf  Grund  welcher  diese 
Abweichung  erklärt  werden  kann,  nachzuweisen  oder  zumindest 
glaubhaft  zu  machen  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.3, A-5712/2007 vom 
17. Januar 2008 E. 2.6). Für das Vorliegen der Voraussetzungen zur 
Vornahme  einer  Ermessenseinschätzung  ist  nach  den  allgemeinen 
Regeln  die  ESTV  beweisbelastet  (Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 5.3, A-1527/2006 vom 
6. März  2008  E.  2.4,  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008  E.  2.4; 
BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 454).

3.2 Sind die Voraussetzungen für  eine  Ermessenstaxation  erfüllt,  ist 
die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach 
pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen.  Die  Fälle,  in  denen  die 
Steuerpflichtigen  ihre  Mitwirkungspflichten  nicht  wahrnehmen  und 
keine,  unvollständige  oder  ungenügende  Aufzeichnungen  über  ihre 
Umsätze  führen,  dürfen  keine  Steuerausfälle  zur  Folge  haben 
(Kommentar  EFD  zu  Art.  48  MWSTV;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.552/2006  vom  1.  Februar  2007  E.  3.2:  Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts A-1549/2006 vom 16. Mai 2008 E. 3.2).

Seite 10

A-4360/2007

4.
4.1 Die  ESTV  hat  die  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen 
vorzunehmen, d.h. diejenige Schätzungsmethode zu wählen, die den 
individuellen Verhältnissen im Betrieb der Steuerpflichtigen soweit als 
möglich  Rechnung  trägt,  auf  plausiblen  Angaben  beruht  und  deren 
Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (Urteile des 
Bundesgerichts  2C_426/2007  vom  22.  November  2007  E.  3.2, 
2A.253/2005  vom  3.  Februar  2006  E.  4.1,  vom  29. August  1991, 
veröffentlicht in ASA 61 S. 819 E. 3a, vom 4. Mai 1983, veröffentlicht in 
ASA 52 S. 238 E. 4). Die Ermessensveranlagung hat somit zum Ziel, 
den  tatsächlichen  Gegebenheiten  möglichst  gerecht  zu  werden.  Es 
haftet  ihr  deshalb  eine  gewisse  Unsicherheit  an,  die  der  Steuer-
pflichtige aufgrund seiner Pflichtverletzung jedoch selber zu vertreten 
hat (Urteil  des Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.2; 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1523/2006 vom 10. Dezem-
ber 2008 E. 2.3.3, A-1526/2006 vom 28. Januar 2008 E. 3.3 und 3.4, 
A-1531/2006  vom  10. Januar  2008  E. 2.5.1  mit  Hinweisen).  Ein 
pflichtgemässes Ermessen schliesst aber auch ein, dass die ESTV in 
zumutbarem  Rahmen  Auskünfte,  Nachweise  und  Belege  bei  Dritten 
einholt  (METZGER,  a.a.O.,  S.  190  Rz. 3).  Im  Weiteren  ist  dem 
Steuerpflichtigen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben und Akten-
einsicht  zu  gewähren  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1549/2006 vom 16. Mai 2008 E. 4.1).

4.2 In Betracht fallen einerseits Schätzungsmethoden, die auf eine Er-
gänzung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinaus-
laufen, andererseits Umsatzschätzungen aufgrund unbestrittener Teil-
Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungssätzen (Urteile des 
Bundesverwaltungsgericht  A-1454/2006  vom  26. September  2007 
E. 2.6.1,  A-1398/2006  vom  19.  Juli  2007  E. 2.4  mit  Hinweisen; 
vgl. auch  MOLLARD,  a.a.O.,  in: ASA 69 S. 526 ff.). Bei der Anwendung 
von  Erfahrungszahlen  ist  allerdings  deren  Streubreite  zu  beachten, 
wenn  eine  den  individuellen  Verhältnissen  gerecht  werdende 
Schätzung erfolgen soll (Urteile des Bundesgerichts vom 4. Mai 1983, 
veröffentlicht in ASA 52 S. 234 E. 4, vom 31. März 1983, veröffentlicht 
in ASA 50 S. 669 E. 2). Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und 
allenfalls  vorhandene  Belege  sind  soweit  als  möglich  bei  der 
Schätzung mitzuberücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte 
der  Ermessenstaxation  fungieren  (Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1634/2006  vom 31.  März  2009  E. 3.7,  A-1549/2006  vom 

Seite 11

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16. Mai  2008 E. 4.2,  A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.3;  GERBER, 
a.a.O., S. 307).

4.3 Im  Rahmen  einer  Ermessenstaxation  ist  es  nach  der  Recht-
sprechung des Bundesgerichts zulässig, dass die ESTV eine Prüfung 
der Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und 
in  der  Folge das Ergebnis  auf  den gesamten kontrollierten Zeitraum 
umlegt  bzw. hochrechnet,  vorausgesetzt  die  massgebenden  Verhält-
nisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt sind ähnlich wie in der 
gesamten  Kontrollperiode  (Urteile  des  Bundesgerichts  2A.437/2005 
vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2, 2A.148/2000 vom 1. November 2000 E. 5b; 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1596/2006 vom 2. April 2009 
E.  2.5.2,  A-1549/2006  vom  16.  Mai  2008  E.  4.3).  Die  Umlage  des 
Referenzjahres  auf  die  übrigen  Jahre  der  Kontrollperiode  darf  aller-
dings  nicht  unbesehen  geschehen.  Da  es  sich  um  eine 
schätzungsweise  Ermittlung  der  nicht  ausgewiesenen  Umsätze 
handelt,  ist  die  ESTV  zwar  nicht  verpflichtet,  in  den  anderen  Zeit-
abschnitten Erhebungen mit dem gleichen Aufwand zu betreiben. Es 
bedarf jedoch gewichtiger Anhaltspunkte dafür, dass in den anderen 
Kalenderjahren  dieselben  Verhältnisse  vorgeherrscht  haben  wie  im 
Basisjahr  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1475/2006  vom 
20.  November  2008  E. 2.4,  A-1549/2006  vom 16. Mai  2008  E. 4.3, 
A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.5.1 mit weiteren Hinweisen).

5.
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich bei der Überprüfung 
von zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagungen eine gewisse 
Zurückhaltung  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1596/2006 
vom 2. April 2009 E. 2.5.3) und führt so die gefestigte diesbezügliche 
Rechtsprechung der SRK weiter, die höchstrichterlich bestätigt worden 
ist  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_426/2007  vom  22. November 
2007  E.  4.3).  Ob  indessen  die  Voraussetzungen  für  die  Vornahme 
einer Ermessensveranlagung gegeben sind, überprüft das Bundesver-
waltungsgericht  uneingeschränkt  (Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1523/2006  vom 10. Dezember  2008  E. 2.2,  A-1475/2006 
vom 20. November  2008  E. 2.1,  A-1406/2006 vom 30. Januar  2008 
E. 1.3 mit weiteren Hinweisen).

5.2 Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation erfüllt, obliegt 
es  dem  Steuerpflichtigen,  den  Beweis  für  die  Unrichtigkeit  der 
Schätzung  zu  erbringen  (Urteile  des  Bundesgerichts  2C_171/2008 

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vom  30.  Juli  2008  E.  4.3,  2A.437/2005  vom  3.  Mai  2006  E.  3.3). 
Aufgrund der Zurückhaltung bei der Überprüfung der zulässigerweise 
erfolgten  Ermessensveranlagung  (E. 5.1)  nimmt  das  Bundesver-
waltungsgericht  erst  dann  eine  Korrektur  der  erstinstanzlichen 
Schätzung vor, wenn der Mehrwertsteuerpflichtige den Nachweis dafür 
erbringt,  dass  der  Vorinstanz  bei  der  Schätzung  erhebliche  und 
offensichtliche Ermessensfehler unterlaufen sind (Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1425/2006  vom  6.  November  2008  E.  2, 
A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.4, A-1406/2006 vom 30. Januar 
2008 E. 2.4, A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.5.2 mit weiteren 
Hinweisen).

6.
Im vorliegenden Fall schätzte die ESTV die Bareinnahmen, welche die 
Beschwerdeführerin aus der Veröffentlichung von Kontaktinseraten in 
ihrem Magazin unter den Rubriken „Meeting-Point“ und „Rendez-vous“ 
erzielte. Im angefochtenen Einspracheentscheid ging die ESTV davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin vom 4. Quartal 2003 bis 2. Quartal 
2004  mit  beiden  Rubriken  je  Fr. 42'000.--  Bareinnahmen  erwirt-
schaftete, was einer Steuernachforderung von insgesamt Fr. 5'933.10 
entsprach.  Mit  Bezug  auf  diese  beiden  Rubriken  verlangt  die 
Beschwerdeführerin eine Herabsetzung der Schätzung um Fr. 2'620.-- 
(„Meeting-Point“)  sowie Fr. 3'143.--  („Rendez-vous“; vgl. Beschwerde, 
S. 8). Zunächst  hat  das Bundesverwaltungsgericht  zu klären,  ob die 
ESTV  zu  Recht  eine  Schätzung  der  Barumsätze  vorgenommen  hat 
(E. 6.1). Wird dies bejaht, ist  in einem zweiten Schritt  die Schätzung 
an sich zu überprüfen (E. 6.2 und 6.3).

6.1 Das  Kassabuch  der  Beschwerdeführerin  war  lückenhaft.  Unbe-
strittenermassen wurden die Bareinnahmen aus der Weiterleitung von 
Antworten  auf  „Rendez-vous“-Inserate  sowie  der  Platzierung  von 
„Meeting-Point“-Inseraten  nicht  eingetragen.  Im  Weiteren  fehlte  im 
Kassabuch  nachgewiesenermassen  der  Eintrag  verschiedener  Bar-
zahlungen  der  Beschwerdeführerin  (Fr. 4'000.--  bzw.  Fr. 1'799.05 
gemäss Quittungen vom 13. Februar  2004 bzw. 16. März  2004; vgl. 
amtl. Akten 5c und d). Sie hat somit kein ordnungsgemässes Kassa-
buch  geführt,  in  dem  die  Bareinnahmen  und  Barausgaben  chrono-
logisch und zeitgerecht aufgezeichnet worden wären. Die Buchführung 
ist  bereits  deshalb  schwer  mangelhaft  und  eine  Ermessensein-
schätzung  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  gerecht-
fertigt  (vgl. E. 2.2). Die ESTV war deshalb nicht nur berechtigt,  son-

Seite 13

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dern  auch  verpflichtet  eine  Schätzung  der  Bareinnahmen  vorzu-
nehmen.

6.2 Hinsichtlich  der  Schätzung  der  Bareinnahmen  aus  der 
Veröffentlichung von „Meeting-Point“-Inseraten beantragen sowohl die 
Beschwerdeführerin als auch die ESTV in ihrer Vernehmlassung vom 
27.  August  2007  –  aufgrund  neu  eingereichter  Beweismittel  –  eine 
Herabsetzung  der  Nachforderung  um  Fr. 2'620.--  auf  Fr.  346.--. 
Zutreffenderweise  ergibt  sich  aus  den  mit  der  Beschwerde  einge-
reichten  Beweismitteln  (Angebot  der  B._______  vom  27.  Oktober 
2003, Ausdruck Textdateien; vgl. Beschwerdebeilage Nr. 4-9), dass die 
Inserate  der  Unterrubrik  „Meeting-Point  mit  finanziellen  Interessen“ 
inkl. der 0906-Telefonnummer durch ihren Telefoniepartner B._______ 
erstellt  worden  sind.  Die  Beschwerdeführerin  bezweckte  mit  diesen 
offensichtlich  die  Erzielung  von  Einnahmen  mittels  der  kosten-
pflichtigen  Telefonnummer. Gleich  wie  bei  der  Unterrubrik  „Meeting-
Point ohne finanzielle Interessen“ kann deshalb auch hier  von gratis 
platzierten  Inseraten  ausgegangen  werden.  Gemäss  den  sich 
entsprechenden Anträgen der Beschwerdeführerin  und der  ESTV ist 
die  diesbezügliche  Schätzung  deshalb  um Fr. 2'620.--  auf  Fr. 346.-- 
MWST zu korrigieren.

6.3
6.3.1 Bei  den rund 300 Kleininseraten der  Rubrik  „Rendez-vous“  ist 
unbestritten,  dass  diese  gratis  platziert  worden  sind.  Fraglich  ist 
indessen,  wie  viele Antworten auf  diese Inserate  bei  der  Beschwer-
deführerin eingegangen sind, denn sie erhob für die Weiterleitung der 
Antwortschreiben an die Inserenten eine Gebühr von Fr. 10.--. Diese 
war  jeder  Antwort  in  bar  beizulegen.  Die  ESTV  schätzte,  dass  pro 
„Rendez-vous“-Inserat zwei Antworten mit der entsprechenden Weiter-
leitungsgebühr  eingegangen  seien.  Wie  sie  selber  ausführte,  lagen 
dieser  Schätzung  keine  Erfahrungszahlen  zu  Grunde,  da  sie  über 
keine  solchen  verfügt  habe  und  andere  Anbieter  von  ähnlichen 
Kontaktinseraten  keine  öffentlich  zugänglichen  Statistiken  über  das 
Rückmeldeverhalten  ihrer  Leser  führten  (vgl.  Einspracheentscheid, 
Ziff. 7; Vernehmlassung, S. 8). Es sei gewiss nicht abwegig – mangels 
Erfahrungszahlen – davon auszugehen, dass ein geringer Teil der 300 
Inserenten  keine  oder  nur  eine  Antwort  bekommen  hätten  und  der 
grösste  Teil  mehrere  Antworten.  Die  Kontrollrechnung  mit  den 
durchschnittlichen  direkten  Druckkosten  von  Fr.  9.50  pro  „Rendez-
vous“-Inserat, die im Minimum – für den unternehmerischen Entscheid 

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diese Rubrik fortzuführen – gedeckt sein müssten, zeige auf, dass ihre 
Annahme nicht willkürlich sei.

6.3.2 Die Begründung der ESTV für ihre Annahme von zwei Antworten 
pro  Anzeige  ist  ungenügend.  Weder  legte  sie  ihr  Erfahrungszahlen 
zugrunde noch lässt die durchgeführte Kontrollrechnung den Schluss 
auf (gerade) zwei Antworten pro Kontaktinserat zu. Im Weiteren sind 
die  Ausführungen  der  ESTV,  dass  die  Weiterleitungsgebühren 
zwingend  die  durchschnittlichen  direkten  Druckkosten  decken 
müssten, vorliegend fraglich, da zumindest gemäss den Ausführungen 
der  Beschwerdeführerin  manche  Leser  das  Magazin  gerade  wegen 
diesen Inseraten kauften. Die Annahme der ESTV ist  demnach nicht 
genügend fundiert und muss als Behauptung qualifiziert  werden. Der 
vorliegenden  Schätzung  mangelt  es  deshalb  bereits  an  einer 
zulässigen Basis. Die ESTV hat keine der zwei möglichen Schätzungs-
methoden  angewandt.  Sie  ermittelte  den  fraglichen  Umsatz  weder 
mittels einer Ergänzung bzw. Rekonstruktion der ungenügenden Buch-
haltung noch nahm sie eine Schätzung aufgrund unbestrittener  Teil-
Rechnungsergebnisse  in  Verbindung  mit  Erfahrungssätzen  vor 
(E. 4.2).

6.3.3  Der Einwand der ESTV, dass die Anbieter von ähnlichen Erotik-
Kontaktinseraten  keine  öffentlichen  Statistiken  über  das  Feedback 
ihrer Leser führten, ist nicht stichhaltig. Die ESTV hat die Schätzung 
nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Ein solches schliesst 
auch ein, dass sie in zumutbarem Rahmen Auskünfte, Nachweise und 
Belege bei Dritten einholt (E. 4.1 in fine). Sie muss in einem Fall wie 
dem vorliegenden, bei dem eine pflichtgemässe Schätzung aufgrund 
vorhandener  Unterlagen  und  Erfahrungszahlen  offensichtlich  nicht 
durchgeführt  werden  kann,  die  notwendigen  Auskünfte  bei  diesen 
Dritten,  d.h.  bei  Anbieter  ähnlicher  Inserate,  einholen  (vgl.  Art. 61 
MWSTG).  In  der  Folge  kann  sie  auf  der  Basis  der  ermittelten 
Erfahrungszahlen eine rechtmässige Schätzung vornehmen. Im vorlie-
genden Fall hat die ESTV durch die unbegründete Annahme von zwei 
Antworten pro Inserat ihr Ermessen missbraucht. Sie hat deshalb eine 
neue Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen im Sinn der obigen 
Erwägungen durchzuführen. Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf 
die weiteren Argumente der Beschwerdeführerin einzugehen.

6.4 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Sinn der Erwägungen 
gutzuheissen, der Einspracheentscheid vom 23. Mai 2007 aufzuheben 

Seite 15

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und die Sache an die ESTV zur Durchführung einer neuen Schätzung 
der Bareinnahmen aus den „Rendez-vous“-Inseraten zurückzuweisen.

7.
7.1 Gemäss  Art.  63  Abs.  1  VwVG sind  die  Verfahrenskosten  in  der 
Regel der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Keine Verfahrenskosten 
werden  Vorinstanzen auferlegt  (Art.  63  Abs. 2  VwVG). Nach  Art.  63 
Abs.  3  VwVG  dürfen  einer  obsiegenden  Partei  die  Kosten  des 
Beschwerdeverfahrens  auferlegt  werden,  sofern  sie  diese  durch 
Verletzung  von  Verfahrenspflichten  verursacht  hat.  Dies  ist  insbe-
sondere  dann  der  Fall,  wenn  der  Beschwerdeführer  das  Beschwer-
deverfahren durch Verletzung von Mitwirkungspflichten unnötigerweise 
verursacht hat, indem er beispielsweise Beweismittel spät eingereicht 
hat (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2036/2007 vom 29. Ok-
tober 2008, A-1418/2006 vom 14. Mai 2008 E. 10.2, A-1527/2006 und 
A-1528/2006 vom 6. März 2008 E. 6.2, A-1389/2006 vom 21. Januar 
2008 E. 7.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.52).

7.2 Die  Beschwerdeführerin  reichte  erst  im  vorliegenden  Beschwer-
deverfahren Unterlagen ein (vgl. Beschwerdebeilagen Nr. 4-9), woraus 
ersichtlich wurde, dass es bei den Inseraten der Unterrubrik „Meeting-
Point  mit  finanziellen  Interessen“  inkl.  einer  0906  Telefonnummer 
einzig  um  die  Erzielung  von  Einnahmen  aus  den  Anrufen  über  die 
kostenpflichtige Telefonnummer ging. Aufgrund des späten Einreichens 
der  notwendigen  Beweismittel,  ist  der  Beschwerdeführerin  eine 
Pflichtverletzung zum Vorwurf zu machen. Diese Unterlagen hätte sie 
bereits im Verfahren vor der Vorinstanz vorlegen können. Unter diesen 
Umständen  ist  das  von  ihr  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
angestrengte  Verfahren  zur  Herabsetzung  der  Schätzung  mit  Bezug 
auf  die  „Meeting-Point“-Inserate  als  von  ihr  unnötig  verursacht  zu 
bezeichnen.  Trotz  der  Gutheissung  der  Beschwerde  ist  es  folglich 
gerechtfertigt,  ihr  insoweit  die  Verfahrenskosten,  die  auf  Fr. 1'200.-- 
festgelegt werden (Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR 173.320.2]),  im  Verhältnis  zum  Gesamtstreitwert 
(Fr. 2'620.--/  Fr. 5'763.--)  aufzuerlegen,  ausmachend  rund  Fr. 550.--, 
und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'200.--  zu  ver-
rechnen. Der  Überschuss von Fr. 650.--  ist  nach Eintritt  der  Rechts-
kraft dieses Entscheids an die Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 
Die ESTV hat der Beschwerdeführerin eine – aus dem gleichen Grund 
–  reduzierte  Parteientschädigung,  die  auf  Fr. 2'000.--  (inkl. 

Seite 16

A-4360/2007

Mehrwertsteuer) festgesetzt wird, auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG 
i.V.m. Art. 7 bis 9 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2.
Der Einspracheentscheid der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 
23. Mai 2007 wird aufgehoben und die Sache zur Fällung eines neuen 
Einspracheentscheids  im Sinne  der  Erwägungen  an die  Eidgenössi-
sche Steuerverwaltung zurückgewiesen.

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- werden der Beschwerdeführerin 
im Umfang von Fr. 550.--  auferlegt. Sie  werden  mit  dem geleisteten 
Kostenvorschuss  von  Fr. 1'200.--  verrechnet.  Der  Überschuss  von 
Fr. 650.--  wird  nach  Rechtskraft  des  vorliegenden  Entscheides 
zurückerstattet.

4.
Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  hat  der  Beschwerdeführerin 
eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Pascal Mollard Jürg Steiger

Seite 17

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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