# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a9c08b6-4602-5dcb-af20-b1b2ecd49c0f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.08.2014 UV 2013/86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-86_2014-08-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/86

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.08.2014

Entscheiddatum: 28.08.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014
Art. 43 und Art. 28 ATSG: UntersuchungsgrundsatzArt. 55 UVV, Art. 55 Abs. 1 
ATSG und Art. 17 VwVG: MitwirkungspflichtArt. 6 UVG: natürlicher 
Kausalzusammenhang (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 28. August 2014, UV 2013/86).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter

Joachim Huber und Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Peter Wohnlich

Entscheid vom 28. August 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Bührer, GN Rechtsanwälte, St. Leonhard-

Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de Milan, Case postale 

120, 1001 Lausanne,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Sekretariatsmitarbeiterin bei den 

ehemaligen B.___ Privatbankiers angestellt und dadurch bei der Vaudoise Allgemeine 

Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Vaudoise) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert, als dieser am 17. Mai 2010 folgender Vorfall der Versicherten vom 15. Mai 

2010 gemeldet wurde: "Die Verletzte verspürte einen sehr starken Krampf im rechten 

Bein, der ihr das Sitzen und Liegen nahezu verunmöglichte. Sie versuchte deshalb 

aufzustehen, kam jedoch zu Sturz. (Am 9. März 2010 sind an beiden Beinen - nicht 

unfallbedingte - Fehlstellungen korrigiert worden.) Notoperation im Spital St. Gallen, 

danach Überführung ins C.___-Krankenhaus und erneute Operation." (UV-act. 1). Die 

Versicherte war gleichentags mit dem Rettungsdienst in die Klinik für Orthopädische 

Chirurgie des Kantonsspital St. Gallen (KSSG) gebracht worden (UV-act. 8), wo die 

behandelnden Ärzte nach Durchführung einer Röntgenuntersuchung des Femurs eine 

distale Femurfraktur nach Implantation eines Distraktionsnagels am 9. März 2010 durch 

Prof. Dr. med. D.___ diagnostizierten. Die Femurfraktur wurde im KSSG unter 

Kurznarkose mit einer geschlossenen Reposition und Anlage einer Neopren-Schiene 

zur Immobilisation therapiert. Anschliessend liess sich die Versicherte auf eigenen 

Wunsch ins C.___-Krankenhaus zur definitiven operativen Versorgung durch Prof. Dr. 

D.___ verlegen (UV-act. 8.1, 9). Vom 25. Mai bis 10. Juli 2010 hielt sie sich zwecks 

Durchführung einer muskuloskelettalen Rehabilitation stationär in der Klinik Valens auf 

(UV-act. 25). Die auf Zuweisung von Prof. Dr. D.___ am 16. Juli 2010 im E.___ 

durchgeführte radiologische Untersuchung zeigte im rechten Oberschenkel eine 

ausgedehnte Kallusbildung im distalen Drittel nach Spiralfraktur. Bei der proximaleren 

Verriegelungsschraube rechtsseitig im distalen Anteil war ein Schraubenbruch sichtbar. 

Die Darstellung der distalen Verriegelungsschraube rechts sowie auch der Schraube im 

proximalen Anteil seien normal. Die Distraktion im rechten Oberschenkel betrage 

aktuell noch ca. 3 cm (UV-act. 23).

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A.b  Im Fragebogen "Unfallbegriff - mit AU" der Vaudoise hielt die Versicherte am 13. 

Juli 2010 fest, sie habe einen Krampf im rechten Bein verspürt und habe deshalb ein 

paar Schritte gehen wollen, worauf sie gestürzt sei (UV-act. 11). Mit Schreiben vom 23. 

Juli 2010 ersuchte die Vaudoise Prof. Dr. D.___, ihr sämtliche, den Unfall betreffenden 

Berichte sowie den Operationsbericht für die Implantation des Distraktionsnagels vom 

9. März 2010 zuzustellen (UV-act. 13). Am 1. September 2010 stellte sich die 

Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vor. Im Bericht vom 

gleichen Datum wurde zum Verlauf festgehalten, dass Prof. Dr. D.___ eine 

Osteosynthese mittels Frakturnagel durchgeführt habe. Seither sei es zu einer 

Verkürzung der Beinlänge um 7cm gekommen. Ansonsten sei die Behandlung gut 

verlaufen. Nun sei geplant, am 1. Oktober 2010 erneut einen Distraktionsnagel zu 

implantieren, um die - auch in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG 

erhobene - Beinlängendifferenz von 7 cm kontinuierlich auszugleichen. Die Versicherte 

wünsche eine Zweitmeinung. Die röntgenologische Untersuchung des Femurs zeigte 

einen geraden Osteosynthesenagel in situ, gebrochene distale 

Verriegelungsschrauben, distal im Bereich der Fraktur vom 15. Mai 2010 eine schöne 

Kallusbildung und Verheilung sowie im Bereich der proximalen Osteotomiestelle noch 

ca. 2 cm fehlender Knochen, hier jedoch auch eine Kallusbildung (UV-act. 15). Mit 

Schreiben vom 14. September und 19. Oktober 2010 ersuchte die Vaudoise das C.___-

Krankenhaus, den ebenfalls behandelnden Arzt Dr. med. F.___, Allgemeine Medizin 

FMH, sowie die Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG um Einreichung eines 

ärztlichen Zwischenberichts (UV-act. 17, 17a, 19, 19a, 29, 30). Dr. F.___ sowie die 

Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG bzw. deren leitender Arzt Dr. med. G.___ 

kamen dem Ersuchen am 26. bzw. 28. Oktober 2010 nach (UV-act. 33, 34). Das 

Caritas-Krankenhaus liess hingegen nichts von sich hören. Dr. G.___ hielt unter 

anderem fest, dass die Versicherte, soweit bekannt, einen Krampfanfall im 

Oberschenkel gehabt habe. Inwieweit zusätzlich ein Sturz mitbeteiligt gewesen sei, 

habe nicht eruiert werden können (UV-act. 34).

A.c  Laut Bericht der Klinik Valens vom 5. November 2010 hatte bei der Versicherten 

inzwischen am 29. September 2010 eine operative Versorgung mit Neuimplantation 

des Distraktionsmarknagels rechts und Wechsel des Ostosynthesematerials des 

Femurs stattgefunden, weshalb sie sich erneut vom 6. bis 16. Oktober 2010 in der 

Klinik Valens zur Rehabilitation aufgehalten hatte (UV-act. 39).

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A.d  Nachdem die Versicherte am 19. November 2010 gegenüber der Vaudoise 

neuerlich den Hergang des Vorfalls vom 15. Mai 2010 geschildert hatte (UV-act. 43), 

erbat diese mit Schreiben vom 8. Dezember 2010 das C.___-Krankenhaus abermals 

um Zusendung sämtlicher Dokumente (Eintritt, Austritt, Verlauf, Operation, 

bildtechnische Abklärung) sowie eine Äusserung zum weiteren Verlauf nach dem 

letzten Eingriff vom 29. September 2010 (UV-act. 44). Am 13. Januar 2011 reichte Dr. 

F.___ einen Verlaufsbericht ein (UV-act. 48). Am 14. Januar 2011 folgte eine weitere 

Schilderung des Vorfalls vom 15. Mai 2010 durch die Versicherte (UV-act. 50). Mit 

Schreiben vom 5. Mai 2011 sowie E-Mail vom 19. Mai 2011 forderte die Vaudoise das 

C.___-Krankenhaus (UV-act. 54) bzw. Prof. Dr. D.___ (UV-act. 58) wieder auf, die 

ärztlichen Unterlagen (insbesondere die Operationsberichte vom 9. März, 16. Mai und 

29. September 2010) zuzustellen und machte ihn darauf aufmerksam, dass ein 

Ausstand nachteilig für die Versicherte sei bzw. nach wiederholtem Ausbleiben der 

Zustellung aufgrund der vorliegenden Akten verfügt werden müsse.

A.e  Am 6. Juni 2011 ersuchte die Vaudoise ihren beratenden Arzt Dr. med. H.___, FMH 

für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie, um eine ärztliche Beurteilung des 

Schadenfalls bzw. der folgenden im Vordergrund stehenden Fragen: Ist von einem 

Unfallereignis auszugehen oder kann die Fraktur krankheitsbedingt, also ohne äussere 

traumatische Einwirkung verursacht worden sein? Sofern von einem Unfallereignis 

auszugehen ist: welche Behandlungen/Kosten und welche Arbeitsunfähigkeit sind 

unfallbedingt? Das rechte Bein soll verkürzt worden sein. Worin liegen die Gründe 

hierfür? Unfall- oder krankheitsbedingte Ursache? (UV-act. 60). Dr. H.___ nahm zu 

diesen Fragen am 23. Juni 2011 Stellung (UV-act. 68).

A.f   Mit E-Mail vom 28. Juni 2011 teilte das Sekretariat von Prof. Dr. D.___ mit, dass er 

nach seinem Urlaub vom 27. Juni bis 20. Juli 2011 die Unterlagen zusammenstellen 

werde (UV-act. 71). Am 30. Juni 2011 forderte die Vaudoise Prof. Dr. D.___ dennoch 

nochmals schriftlich auf, die fraglichen Operationsberichte zuzustellen (UV-act. 70). Mit 

E-Mail vom 3. August 2011 bestätigte das Sekretariat von Prof. Dr. D.___ nochmals die 

Bearbeitung der angeforderten Berichte bis Ende der folgenden Woche (UV-act. 73). 

Am 15. September 2011 wurde Prof. Dr. D.___ vom Vertrauensarzt der Vaudoise, Dr. 

med. I.___, FMH Orthopädische Chirurgie, angehalten, auch ihm die Röntgenbilder des 

ganzen Verlaufs der Verlängerungsosteotomie beider Femuren zukommen zu lassen 

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(UV-act. 74). Mit E-Mail vom 25. Oktober 2011 teilte die Arbeitgeberin der Versicherten 

der Vaudoise mit, sie werde die Versicherte auffordern, ihre eigenen Bemühungen zum 

Erhalt der Unterlagen von Prof. Dr. D.___ zu intensivieren, da sie bis heute keinerlei 

Taggelder von der Vaudoise im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 15. Mai 2010 

erhalten habe (UV-act. 75, vgl. dazu auch UV-act. 77).

A.g  Mit Schreiben vom 10. November 2011 stellte der Rechtsvertreter der 

Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. M. Bührer, St. Gallen, fest, dass die Vaudoise - wie 

der Anfrage an Dr. H.___ vom 6. Juni 2011 zu entnehmen sei - offenbar am Vorliegen 

eines Unfallgeschehens zweifle. Entgegen der Aussage im Bericht des KSSG vom 10. 

Oktober 2010 - inwieweit ein Sturz zusätzlich mitbeteiligt sei, habe nicht eruiert werden 

können (UV-act. 34) - sei aber aufgrund der Akten klar, dass ein Unfallgeschehen 

vorliege (UV-act. 79). Der Rechtsverteter legte ein Schreiben von Dr. G.___ vom 31. 

Oktober 2011 bei, worin dieser nochmals zum Vorfall vom 15. Mai 2010 sowie zur 

Frage der Ursache der Femurfraktur Stellung nahm (UV-act. 76).

A.h  Am 28. März 2012 legte die Vaudoise den Schadenfall ihrem Vertrauensarzt

Dr. I.___ zur Beurteilung vor, welche dieser am 16. April 2012 abgab (UV-act. 85.1, 86). 

In der Folge teilte die Vaudoise dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Schreiben 

vom 29. März 2012 mit, dass Dr. I.___ nach eingehender Prüfung der medizinischen 

Akten sowie der Röntgenbilder vom 15. Mai und 1. September 2010 zum Schluss 

gekommen sei, dass längstens bis zum 28. September 2010 von einer Auswirkung des 

Unfalls auf den Gesundheitszustand der Versicherten ausgegangen werden könne. Bis 

zu diesem Datum würden die Heilbehandlungen im Betrag von Fr. 16'437.30 

übernommen. Eine Kostenübernahme aller weitergehenden Heilbehandlungen, 

insbesondere der Operation vom 29. September 2010, werde abgelehnt (UV-act. 85, 

85.1). Mit Schreiben vom 29. August 2012 erklärte sich der Krankenversicherer der 

Versicherten, die Helsana Versicherungen AG, mit der Leistungsablehnung ab 29. 

September 2010 nicht einverstanden. Die betreffende vertrauensärztliche 

Stellungnahme von Dr. I.___ könne den Akten nicht entnommen werden, weshalb die 

Aussage, die Behandlungen ab dem 29. September 2010 würden nicht mehr im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. Mai 2010 stehen, mangels Schlüssig- und 

Nachvollziehbarkeit nicht ausreichen könne, um die Kausalität der aktuellen 

Beschwerden zum Unfallereignis in Frage zu stellen (UV-act. 93). Mit Schreiben vom 

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26. September 2012 stellte sich auch Rechtsanwalt Bührer auf den Standpunkt, dass 

der Bericht von Dr. I.___ nicht geeignet sei, die Meinung zu stützen, dass die 

Beschwerden der Versicherten nur bis 28. September 2010 mit dem Unfall im 

Zusammenhang stünden. Er legte einen Bericht von PD Dr. med. J.___, K.___ Klinik, 

Zentrum für Gelenk- und Sportchirurgie, vom 6. Juni 2012 bei, welcher nach der von 

Prof. Dr. D.___ am 29. September 2010 durchgeführten Operation die Nachkontrollen 

beaufsichtigt hatte. Sollte die Vaudoise die Unfallkausalität weiterhin nur bis 28. 

September 2010 bejahen, werde eine anfechtbare Verfügung verlangt (UV-act. 90).

A.i   Mit Schreiben vom 8. November 2012 informierte die Vaudoise den 

Rechtsvertreter der Versicherten dahingehend, dass für das Nachgehen ihrer 

Abklärungspflicht die Operationsberichte vom 9. März 2010 (Implantation des 

Distraktionsnagels), 16. Mai 2010 (Stabilisierung mittels Marknagel) sowie vom 29. 

September 2010 (Einsatz Verlängerungsnagel) unerlässlich seien. Des Weiteren bitte ihr 

Vertrauensarzt um Zustellung sämtlicher seit dem 9. März 2010 aufgenommenen 

Röntgenbilder. Bekanntlich seien die obgenannten Unterlagen von Prof. Dr. D.___ 

schon mehrmals einverlangt worden. Es sei sinnvoller, erst nach Vorliegen dieser 

Dokumente und anschliessender Beurteilung ihres Vertrauensarztes zu verfügen (UV-

act. 97). Mit Schreiben vom 18. November 2012 ersuchte die Versicherte Prof. Dr. 

D.___ um Zustellung der fraglichen Unterlagen (UV-act. 100.5). Mit Schreiben vom 4. 

Januar 2013 erhielt die Vaudoise von Rechtsanwalt Bührer mehrere Röntgenbilder. Im 

Weiteren reichte er den Entlassungsbericht von Prof. Dr. D.___ an die Klinik Valens vom 

25. Mai 2010 (UV-act. 100.1), den Bericht von Prof. Dr. D.___ an die Klinik Valens vom 

7. Juni 2010 (UV-act. 100.2) sowie den vorläufigen Entlassungsbericht von Prof. Dr. 

D.___ an PD Dr. J.___ vom 24. Juli 2011 UV-

act. 100.3) ein. Der Rechtsvertreter hielt ausserdem fest, dass sich die Versicherte 

bisher erfolglos um die Operationsberichte von Prof. Dr. D.___ bemüht habe. Nicht die 

Versicherte, sondern die Vaudoise müsse jedoch die notwendigen Abklärungen treffen 

und die erforderlichen Auskünfte einholen (UV-act. 100). Mit eingeschriebenem Brief 

vom 31. Januar 2013 mahnte die Vaudoise den Rechtsvertreter der Versicherten unter 

Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) bzw. die Möglichkeit des 

Versicherungsträgers, auf Grund der Akten zu verfügen, wenn die Versicherte ihrer 

Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise nicht nachkomme, die 

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Operationsberichte von Prof. Dr. D.___ innert 30 Tagen einzureichen (UV-act. 101). Am 

19. Februar 2013 wandte der Rechtsvertreter der Versicherten ein, es könne keine 

Rede davon sein, dass die Versicherte ihren Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer 

Weise nicht nachkommen würde. Die Vaudoise verfüge bereits über zwei der drei 

verlangten Berichte bzw. über die Berichte betreffend die Operationen vom 9. März 

und 16. Mai 2010. Kein Bericht eingereicht werden könne über die Operation vom 29. 

September 2010, da die Versicherte keinen solchen Bericht habe und nicht wisse, ob 

ein solcher überhaupt bestehe. Um der Aufforderung der Vaudoise nachzukommen, 

könnte die Versicherte die Herausgabe von Berichten durch Prof. Dr. D.___ einzig noch 

auf dem Rechtsweg erzwingen. Indessen sei dazu die Einschaltung eines deutschen 

Rechtsanwalts notwendig, was mit hohen Kosten verbunden sei (UV-act. 103). Mit 

Schreiben vom 15. März 2013 erklärte die Vaudoise, dass es sich bei den eingereichten 

Berichten nicht um Operations-, sondern um Entlassungsberichte handle. Ihr 

Vertrauensarzt könne auf diese verzichten, nicht jedoch auf die Röntgenbilder vom 9. 

März, 19. März sowie von Anfangs Mai 2010 (UV-act. 106). Mit Schreiben vom 4. April 

2013 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten weitere Gesuche der Versicherten 

sowie eines mit ihr befreundeten Rechtsanwalts, lic. oec. et lic. iur. Z.___, an Prof. Dr. 

D.___ ein, die erforderlichen Unterlagen zuzustellen (UV-act. 111).

A.j   Am 17. Mai 2013 legte die Vaudoise den Schadenfall Dr. med. L.___, 

Orthopädische Chirurgie FMH, zur Beurteilung vor (UV-act. 112). Dr. L.___ liess sich am 

6. Juni 2013 vernehmen (UV-act. 114).

A.k  Mit Verfügung vom 10. Juli 2013 hielt die Vaudoise fest, dass sie ihre 

Leistungspflicht für das Ereignis vom 14. (richtig: 15.) Mai 2010 und dessen 

unmittelbare Folgen anerkannt habe. Die Beschwerden, welche am 29. September 

2010 eine erneute Beinverlängerung notwendig gemacht hätten, stünden hingegen im 

Zusammenhang mit der Beinverlängerung vom 9. März 2010 und könnten nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 15. Mai 

2010 zurückgeführt werden. Der Status quo sine sei spätestens am 28. September 

2010 eingetreten und die Angelegenheit sei somit ab dem 29. September 2010 durch 

die Krankenversicherung zu übernehmen (UV-act. 116).

B.    

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Die gegen diese Verfügung vom Rechtsvertreter der Versicherten am 7. August 2013 

erhobene Einsprache (UV-act. 119) wies die Vaudoise mit Einspracheentscheid vom

1. November 2013 ab (UV-act. 121).

C.      

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid vom 1. November 2013 liess die Versicherte 

durch Rechtsanwalt Bührer mit Eingabe vom 11. November 2013 Beschwerde 

erheben. Der Rechtsvertreter beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid und 

die diesem zugrundeliegende Verfügung vom 10. Juli 2013 seien aufzuheben. Der 

Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere 

seien ihr Heilungskosten ab 28. September 2010 zuzusprechen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2013 beantragte die Beschwerde­

gegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 19. Dezember 2013 hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin unverändert an den gestellten Anträgen fest (act. G 7).

C.d  Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 8. Januar 2014 an der 

beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 9). 

Erwägungen:

1.       

1.1   Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Art. 4 ATSG umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper. Das Ereignis muss sich in der Aussenwelt zutragen. Die Folgen 

können sich aber unter Umständen im Körperinnern zeigen, so etwa, wenn der Schlag 

auf den Kopf keine äusserliche Verletzung, jedoch eine Hirnerschütterung verursacht 

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(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 

sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 20. August 2007, U 491/06, E. 

4.1.3; A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 165 

f.). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren 

Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (BGE 130 V 117 E. 2.1). Bei 

Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren 

Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn der normale Bewegungsablauf durch etwas 

Programmwidriges wie ein Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes 

unterbrochen bzw. gestört wird. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der 

ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen, denn der äussere Faktor - Veränderung 

zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit 

zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 40; Maurer, a.a.O., S. 166; 

RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c, 1994 Nr. U 18 S. 38 E. 2 mit Hinweisen).

1.2   Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 

erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1, 

119 V 337 E. 1, 118 V 289 1b, je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann 

nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 

UV Nr. 14 S. 45). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 112 E. 3a). Im Bereich 

klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

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Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit bildgebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen).

2.       

2.1   Im konkreten Fall ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin am 15. Mai 

2010 in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG eine distale Femurfraktur

diagnostiziert wurde (UV-act. 9). Am 16. Mai 2010 fand durch Prof. Dr. D.___ deren 

operative Behandlung mittels Marknagelosteosynthese statt (UV-act. 8.1). Aktenkundig 

ist ausserdem, dass bei der Beschwerdeführerin zuvor am 9. März 2010 aus 

unfallfremden Gründen bzw. bei ästhetisch störender Oberschenkellänge an beiden 

Beinen eine Verlängerungsosteotomie mit Distraktionsnägeln durchgeführt worden war 

(UV-act. 9, 25) und nach der Heilung der Femurfraktur am 29. September 2010 im 

rechten Oberschenkel infolge Verkürzung der Beinlänge erneut ein Verlängerungsnagel 

eingesetzt wurde (UV-act. 90). Auch diese beiden Operationen wurden durch Prof. Dr. 

D.___ vorgenommen.

2.2   Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin für die 

Implantation eines Verlängerungsnagels am 29. September 2010 Leistungen zu 

erbringen hat. Es versteht sich von selbst, dass eine Leistungspflicht zunächst nur 

dann in Betracht fällt, wenn die Femurfraktur vom 15. Mai 2010 durch einen Unfall 

verursacht worden ist. Die Beschwerdegegnerin hält im angefochtenen 

Einspracheentscheid zutreffend fest, dass ein Krampf - wie er sich gemäss den 

verschiedenen Schilderungen des Ereignisses vom 15. Mai 2010 ereignet hat (UV-act. 

1, 9, 25, 34, 50) - keinen (programmwidrigen) äusseren Faktor darstellt. Wiederholt ist 

in den Akten jedoch auch beschrieben, dass die Beschwerdeführerin am 15. Mai 2010 

infolge eines Krampfs aufgestanden sei und versucht habe, ein paar Schritte zu gehen. 

Dabei sei sie gestürzt bzw. ausgerutscht. Anschliessend habe sie ein Knacken verspürt 

(UV-act. 1, 25,43, 50, 52). Unstreitig ist, dass mit einem Sturz ein ungewöhnlicher 

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äusserer Faktor auf den Körper einwirken würde und damit einen Unfalltatbestand nach 

Art. 4 ATSG erfüllt wäre.

2.3   Im Regelfall ist bei Vorliegen einer Femurfraktur von einem erlittenen Unfall 

auszugehen. Nachdem jedoch Dr. G.___ in seinem Bericht vom 28. Oktober 2010 (UV-

act. 34) festgehalten hatte, die Beschwerdeführerin habe, soweit bekannt, einen 

Krampfanfall erlitten und es habe nicht eruiert werden können, inwieweit ein Sturz 

zusätzlich mitbeteiligt gewesen sei, stellte die Beschwerdegegnerin die Frage nach 

dem Vorliegen eines Unfallgeschehens bzw. liess diese durch ihren beratenden Arzt

Dr. H.___ beantworten. Dr. H.___ hielt in seiner Beurteilung vom 23. Juni 2011 (UV-act. 

68) - gegen ein Unfallereignis sprechend - fest, dass gemäss den ursprünglichen Akten 

von einem Krampf bei Status nach Verlängerungsosteotomie an beiden Oberschenkeln 

auszugehen sei. Ein Sturz sei damals nicht erwähnt worden (vgl. dazu UV-act. 9). Dr. 

G.___ habe in seinem Bericht vom 28. Oktober 2010 festgehalten, dass der 

Verlängerungsnagel sicherlich den Knochen etwas geschwächt habe (vgl. UV-act. 34). 

Es sei also durchaus denkbar, dass der beschriebene Muskelkrampf zu einer Fraktur 

geführt habe. Aufgrund der heutigen Aktenlage sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es ohne die Verlängerungsosteotomie nie zu 

einer solchen Fraktur gekommen wäre und somit diese Fraktur mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als Komplikation bei Status nach Korrektur respektive 

Distraktionsosteotomie zu sehen sei. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2011 erklärte 

jedoch Dr. G.___, dass nach erneuter Durchsicht der Akten und Röntgenbilder klar zu 

vermerken sei, dass sich damals ein Sturz ereignet habe und es sich nicht einfach um 

einen Krampfanfall gehandelt habe. Sie hätten seinerzeit ebenfalls fälschlicherweise 

vermutet, dass die Fraktur wegen der Schwächung des Knochens entstanden sei. Weil 

die Fraktur etwa 10 cm unterhalb des Nagels geschehen sei, sei dem jedoch zu 

widersprechen. Somit sei die Fraktur nicht in direktem Zusammenhang mit diesem 

Nagel zu sehen (UV-act. 76). Gestützt auf diese Erklärung sowie die Tatsache, dass 

bereits in der frühen Unfallmeldung vom 17. Mai 2010, aber auch in späteren Akten von 

einem Sturz die Rede ist, anerkannte die Beschwerdegegnerin in der Folge die 

Femurfraktur zu Recht als Unfall gemäss Art. 4 ATSG und erbrachte 

Versicherungsleistungen (UV-act. 85).

3.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/21

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3.1   Damit bleibt die Frage zu beantworten, ob zwischen der Femurfraktur und der 

durch Prof. Dr. D.___ am 29. September 2010 vorgenommenen - von der 

Beschwerdegegnerin nicht mehr entschädigten - Distraktionsnagelimplantation ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht bzw. ob es sich bei der genannten Operation 

um eine Operation von Unfallfolgen oder nur um eine nochmalige Beinverlängerung 

handelte.

3.2   Im Sozialversicherungsrecht herrscht der Grundsatz der Untersuchungspflicht. 

Danach hat die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein. Sie hat aus 

eigener Initiative vorzugehen und darf Parteivorbringen nicht mit der Begründung 

abtun, diese seien nicht belegt worden (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; U. Kieser, ATSG-

Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, Art. 43 ATSG N 9; A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl. 2003, S. 348; B. Kupfer Bucher, Das nichtstreitige 

Verwaltungsverfahren nach dem ATSG und seine Auswirkungen auf das AVIG, Diss. 

Freiburg 1996, S. 117). Die Untersuchungspflicht dauert gemäss Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 9C_288/2008, E. 2, so lange, bis über die für die 

Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit 

besteht (vgl. auch BGE 132 V 368 E. 5 S. 374). Es geht somit nicht darum, möglichst 

viele oder gar alle vorhandenen Beweismittel einzuholen. Zur Klärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts sind jedoch weitere Abklärungsmassnahmen 

vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn dazu auf Grund der Parteivorbringen oder 

anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht, 

wobei alle Tatsachen rechtserheblich sind, von deren Vorliegen es abhängt, ob über 

den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. Juni 2007, I 110/07, E. 4.2.2, mit Hinweisen; BGE 117 V 282 f. 

E. 4a). Wie überall im Sozialversicherungsrecht gilt auch im Rahmen der Untersuchung 

der Unfallkausalität der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 

125 E. 9.5). Die blosse Möglichkeit einer Unfallkausalität genügt nicht. Die 

Sozialversicherungsorgane und das Gericht haben vielmehr jenem Sachverhalt zu 

folgen, den sie von allen möglichen Sachverhalten als Wahrscheinlichsten würdigen 

(vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,

3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.).

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3.3   Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die in Art. 28 ATSG geordneten 

allgemeinen verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflichten der leistungsbeanspruchenden 

Person sowie Dritten ergänzt. Mitwirkungspflichten haben dort Bedeutung, wo die 

betreffende Person von der fraglichen Tatsache bessere Kenntnis hat als der 

Versicherungsträger, weshalb aus verfahrensökonomischen Gründen eine Mitwirkung 

zu erfolgen hat (Kieser, a.a.O., Art. 28 N 19; vgl. dazu auch Locher, a.a.O., S. 443 ff.). 

Während Art. 28 Abs. 2 ATSG die Pflicht zur Auskunftserteilung der 

leistungsbeanspruchenden Person festhält, bezieht sich Abs. 3 auf die Mitwirkung 

Dritter an der Sachverhaltsabklärung. So sind insbesondere Ärztinnen und Ärzte zur 

Auskunft verpflichtet. Als verfahrensrechtliche Konsequenz bei einer Verletzung der 

Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht kann der Versicherungsträger gemäss Art. 43 Abs. 

3 ATSG aufgrund der Akten verfügen oder einen Nichteintretensentscheid fällen. Diese 

Bestimmung ist nur massgebend, wenn die Pflichtverletzung auf die 

leistungsbeanspruchende Person selber, nicht aber auf jene einer Drittperson 

zurückgeht. Wird also beispielsweise die Auskunftspflicht durch eine Ärztin bzw. einen 

Arzt nicht befolgt, ist mittels sonstiger Abklärungsmassnahmen anzustreben, den 

massgebenden Sachverhalt zu erstellen (Kieser, a.a.O., Art. 43 N 49 f.). Die im 

konkreten Fall zur Diskussion stehende Herausgabe von Unterlagen von Prof. Dr. D.___ 

(vgl. nachstehende Erwägungen 4.2 ff.) ist in Art. 28 ATSG nicht geregelt. Art. 55 Abs. 1 

der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hält bezüglich 

Mitwirkung fest, dass der Versicherte oder seine Hinterlassenen alle erforderlichen 

Auskünfte erteilen und ausserdem die Unterlagen zur Verfügung halten müssen, die für 

die Klärung des Unfallsachverhalts und die Unfallfolgen sowie für die Festsetzung der 

Versicherungsleistungen benötigt werden, insbesondere medizinische Berichte, 

Gutachten, Röntgenbilder und Belege über die Verdienstverhältnisse. Sie müssen Dritte 

ermächtigen, solche Unterlagen herauszugeben und Auskunft zu erteilen. Art. 55 Abs. 1 

UVV sieht damit gegenüber Art. 28 Abs. 3 ATSG vor, dass die versicherte Person Dritte 

nicht nur zur Erteilung von Auskünften, sondern auch zur Herausgabe von (sonstigen) 

Unterlagen zu ermächtigen hat. Demgegenüber ist hier die Mitwirkung Dritter nicht 

geregelt. Als Verordnungsbestimmung entfällt allerdings Art. 55 Abs. 1 UVV als 

gesetzliche Grundlage für eine solche Regelung. Gestützt auf Art. 55 Abs. 1 ATSG in 

Verbindung mit Art. 17 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG; SR 172.021) ergibt 

sich jedoch, dass auch Dritte, unter bestimmten Voraussetzungen Urkunden, die sich 

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in ihren Händen befinden, herauszugeben haben (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 28 N 38). 

Genauso wie eine Auskunftspflichtverletzung durch eine Ärztin bzw. einen Arzt nicht zu 

dem in Art. 43 Abs. 3 ATSG festgelegten Vorgehen führen kann, ist dies sodann bei der 

Nichtherausgabe von Unterlagen durch eine Ärztin bzw. einen Arzt anzunehmen (vgl. 

Kieser, a.a.O., Art. 43 N 49 f.). Hieraus ist abzuleiten, dass der Mitwirkungspflicht der 

versicherten Person bei der Herausgabe von medizinischen Akten durch eine Ärztin 

bzw. einen Arzt - ausser, dass die versicherte Person die Ärztin bzw. den Arzt dazu zu 

ermächtigen hat oder sie selber über die Akten verfügt - keine Bedeutung zukommt. 

Wie bereits erwähnt, ist in solchen Fällen mittels sonstiger Abklärungsmassnahmen 

anzustreben, den massgebenden Sachverhalt zu erstellen.

3.4    

3.4.1         Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen 

mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der Frage, ob ein 

Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person 

beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten Wegfall der Kausalität 

aufgrund des Erreichens des Status quo sine oder allenfalls des Status quo ante die 

Unfallversicherung (RKUV 1994 Nr. U 26 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom 6. 

August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 54).

3.4.2         Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 1. November 2013 (UV-act. 121). Diesem liegt die Verfügung 

vom 10. Juli 2013 zu Grunde (UV-act. 119a). Gegenstand von Verfügung und 

Einspracheentscheid war einzig die Nichtübernahme der Kosten der Operation vom 29. 

September 2010, auch wenn die Verfügung als Einstellungsverfügung formuliert ist und 

damit missverstanden werden könnte. Es stellt sich die Frage, ob mit der fraglichen 

Operation Unfallfolgen behandelt wurden. Für diesen Nachweis trägt nach dem 

Gesagten (vgl. Erwägung 3.4.1) die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit.

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3.4.3         Die Frage, wer die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt 

sich jedoch ohnehin erst, wenn Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem 

Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind und es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je 

mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b), was vorliegend - wie zu zeigen sein 

wird - nicht zutrifft.

4.       

4.1   Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin 

Untersuchungen zur Sachverhaltsabklärung bzw. Beurteilung der Unfallkausalität 

vorgenommen hat, indem sie verschiedene medizinische Akten eingeholt hat. Gestützt 

auf diese hat sie den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der Femurfraktur und 

der durch Prof. Dr. D.___ am 29. September 2010 vorgenommenen 

Distraktionsnagelimplantation, d.h. deren Unfallkausalität verneint, und einen 

entsprechenden Leistungsanspruch abgelehnt. Im Folgenden stellt sich die Frage, ob 

die Beschwerdegegnerin die Untersuchungen abschliessen und gestützt auf die 

vorhandenen Akten entscheiden durfte. Dies wäre im konkreten Fall anzunehmen, 

wenn die Würdigung der Beweismittel mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit das Nichtbestehen eines Leistungsanspruchs der 

Beschwerdeführerin ergibt oder diesbezüglich Beweislosigkeit vorliegen würde.

4.2   Dem Einsatzrapport des Rettungsdienstes des KSSG vom 15. Mai 2010 ist die

Diagnose "Ausbruch Distraktionsnagel Os rechts ohne Trauma, Status nach OP 

Distraktionsnägel bds. 9. März 2010" zu entnehmen (UV-act. 8). Sowohl anlässlich der 

radiologischen Untersuchung im E.___vom 16. Juli 2010 (UV-act. 23) als auch der 

Röntgenuntersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 1. 

September 2010 (UV-act. 15) zeigte sich im rechten Femur eine Fraktur der distalen 

Verriegelungsschraube. Dr. F.___ hielt diese in seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 

26. Oktober 2010 ebenfalls fest und fügte hinzu, dass deshalb eine erneute Distraktion 

indiziert sei (UV-act. 33). Im ärztlichen Zwischenbericht der Klinik Valens vom 5. 

November 2010 wird die Operation vom 9. März 2010 mit einer Korrekturosteotomie 

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und Vorbereitung der dynamischen kontinuierlichen Verlängerung an beiden 

Oberschenkeln durch voll implantierbare Distraktionsnägel beschrieben. Hinsichtlich 

der Operation vom 29. September 2010 wurde sodann festgehalten, es sei eine 

erneute operative Versorgung mit Neuimplantation des Distraktionsmarknagels rechts 

und Wechsel vom Osteosynthesematerial des Femurs erfolgt (UV-act. 39). Bereits die 

dargelegten Beweismittel bieten Anlass zur Nachfrage, indem sie eine Unfallkausalität 

zumindest nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

ausschliessen lassen, sondern eher nahelegen. Nachdem entgegen des Zusatzes 

"ohne Trauma" im Einsatzrapport des Rettungsdienstes des KSSG am 15. Mai 2010 

ein Trauma stattgefunden hat (vgl. Erwägung 2.3), steht der genannte Ausbruch des 

Distraktionsnagels rechts als Folge dieses Traumas im Raum. Unklar ist ausserdem, ob 

die in den Berichten des E.___, der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG und 

von Dr. F.___ genannten frakturierten Verriegelungsschrauben im Zusammenhang mit 

der mittels Osteosynthesenagel behandelten distalen Femurfraktur oder der 

Distraktionsosteotomie stehen und falls letzteres der Fall wäre, ob die Fraktur der 

Verriegelungsschraube eine Folge des Sturzes vom 15. Mai 2010 sei. Wäre ein 

Kausalzusammenhang zum Sturz gegeben, würde durch den Zusatz von Dr. F.___ 

("weshalb eine erneute Distraktion indiziert ist") ein unfallkausaler Zusammenhang 

hergestellt. Schliesslich liesse sich durch den Umstand, dass anlässlich der Operation 

vom 29. September 2010 auch ein Wechsel des Osteosynthesematerials des Femurs 

stattgefunden hat, ebenfalls eine (Teil-)ursächlichkeit des Unfalls vom 15. Mai 2010 

annehmen. Angesichts dessen, dass es sich jedoch nur um einzelne Hinweise in den 

medizinischen Akten handelt und kein entsprechender, klärender Operationsbericht 

und keine radiologischen Aufnahmen vor der Verlängerungsosteotomie vom 29. 

September 2010 vorliegen, lässt sich kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt 

bestimmen. Die Unerlässlichkeit dieser Akten für eine abschliessende Beurteilung wird 

von Dr. L.___ im Bericht vom 6. Juni 2013 ausdrücklich festgehalten (UV-act. 114). Der 

Orthopäde führt aus, dass er die vorgelegten Akten und Röntgenbilder gesichtet habe, 

jedoch zur Abklärung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin weitere Unterlagen 

zur Verfügung haben müsse. Unabdingbar seien alle Krankengeschichte-Einträge, 

Berichte an Hausärzte, Operationsberichte und Abklärungen vor der 

Verlängerungsosteotomie an beiden Oberschenkeln und ebenso unabdingbar sei es, 

dass die radiologischen Voraufnahmen vorgelegt würden. Seine weitere Aussage, aus 

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den vorgelegten Röntgenbildern sei letztendlich ausser der 

Verlängerungsdokumentation rechts nichts Relevantes im Zusammenhang mit der 

ursprünglichen Fraktur abzulesen (Unfallbilder würden ebenfalls fehlen), ist nicht als 

Verneinung der Unfallkausalität zu verstehen, sondern als Feststellung einer 

unvollständigen bzw. nicht aussagekräftigen Beweismittelsituation. So hält

Dr. L.___ nochmals fest, dass die Beschwerdegegnerin gebeten sei, ihm vorgängig 

einer Aktenbeurteilung alle vorgenannten Daten zuzustellen. Seine Meinungsäusserung, 

dass möglicherweise nicht alles entweder lege artis erfolgt sei oder aber grob 

fahrlässige Massnahmen ergriffen worden seien und somit das Problem am rechten 

Oberschenkel eine zu erwartende Komplikation nach der Verlängerungsosteotomie 

darstelle, entspricht der blossen Vermutung einer fehlenden Unfallbedingtheit. Mit den 

von Dr. L.___ für eine Beurteilung als unerlässlich genannten Akten wäre jedoch das 

Gegenteil offensichtlich ebenso möglich. Den medizinischen Akten liegt schliesslich ein 

Bericht des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin, Dr. I.___, vom 16. April 2012 

bei (UV-act. 86). In ihrem Schreiben betreffend Übernahme von 

Heilbehandlungskostenleistungen vom 29. März 2012 (UV-act. 85) hält die 

Beschwerdegegnerin fest, Dr. I.___ sei zum Schluss gekommen, dass die 

Beschwerden der Beschwerdeführerin bis spätestens zum 28. September 2010 im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 14. (richtig und nachfolgend korrigiert: 15.) Mai 

2010 stehen könnten. In einem Journal vom 31. August 2012 schrieb die 

Beschwerdegegnerin, der Schadenfall sei Dr. I.___ am 28. März 2012 vorgelegt 

worden. Gemäss seinem Bericht vom 16. April 2012 habe der Unfall vom 15. Mai 2010 

eine schräge Fraktur im distalen Femur verursacht, die gemäss den 

Röntgenaufnahmen vom 1. September 2010 konsolidiert sei. Gemäss der Konsulation 

beim KSSG vom 1. September 2010 (UV-act. 15) sei distal im Bereich der Fraktur vom 

15. Mai 2010 eine schöne Kallusbildung und Verheilung zu sehen. Die Verkürzung um 7 

cm (gemäss Dr. I.___ könne sie nicht so gross sein) sei nicht auf die Fraktur vom 15. 

Mai 2010 zurückzuführen, sondern auf die Osteotomie vom 9. März 2010. Die 

Operation vom 29. September 2010 habe nichts mit dem Sturz vom 15. Mai 2010 zu 

tun, sondern sei wieder eine Beinverlängerung. Laut Bericht von Dr. I.___ habe die 

Verlängerung der Beine am 15. Mai 2010 4 cm und am 1. September 2010 nur noch 1 

cm betragen. Somit habe die Beschwerdeführerin beim Sturz vom 15. Mai 2010 3 cm 

Beinverlängerung verloren (UV-act. 85.1). Der Bericht von Dr. I.___ enthält nun aber 

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folgende Aussagen: Ein radiologisches Bild AP des mittleren Femurs vom 15. Mai 2010 

(der proximale und distale Femur seien nicht sichtbar) zeige eine Verlängerung 

unterhalb des Trochanter von ungefähr 4 cm, wo ein Kallusschatten im Bereich der 

Osteotomieöffnung erscheine. Auf dem Profil desselben Datums sei der distale Femur 

sichtbar mit einer schräg liegenden Fraktur mittlerer Länge am Ende des Schafts, in 

Flexion auseinandergehend. Unglücklicherweise existierten keine radiologischen Bilder 

vor dem 15. Mai 2010. Die radiologischen Bilder vom 1. September 2010 zeigten nach 

der Ablösung des Nagels einen neuen Verriegelungsnagel mit Metallumschlingung und 

Verschraubung der Fraktur. Die Verlängerung sei praktisch nicht grösser als 1 cm. Die 

schräg liegende, diaphysäre distale Fraktur sei konsolidiert mit einem kleinen 

knochigen Kallus. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hielt daher in seiner 

Eingabe vom 26. September 2012 zutreffend fest, dass sich Dr. I.___ nicht ansatzweise 

zur Unfallkausalität äusserte (UV-act. 94). Tatsächlich führt er nur die radiologischen 

Befunde vom 15. Mai und 1. September 2010 auf. Die von der Beschwerdegegnerin 

auf den Bericht von Dr. I.___ abgestützte Schlussfolgerung, die nach der Fraktur vom 

15. Mai 2010 aufgetretene Verkürzung von 7cm sei nicht auf die Fraktur, sondern auf 

die Osteotomie vom 9. März 2010 zurückzuführen, ist dem Bericht mit keinem Wort zu 

entnehmen und kann aus den von Dr. I.___ angeführten Befunden auch nicht abgeleitet 

werden. Vielmehr geht aus dem Bericht grundsätzlich eine Reduktion der Verlängerung 

von 4 cm auf 1 cm hervor. Auch Dr. I.___ hat ausserdem Prof. Dr. D.___ mit Schreiben 

vom 15. September 2011 gebeten, ihm die Röntgenbilder des ganzen Verlaufs der 

Verlängerungsosteotomie beider Femuren zukommen zu lassen und hat festgehalten, 

dass es ihm ohne diese Verlaufs-Röntgenbilder unmöglich sei, den vorliegenden 

Schadenfall zu verstehen (UV-act. 74). Der fragliche Bericht ist somit nicht geeignet, die 

Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin zu stützen.

4.3   Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich anhand der vorliegenden Akten 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen lässt, bei 

der Distraktionsnagelimplantation vom 29. September 2010 habe es sich nicht um eine 

Operation von Unfallfolgen gehandelt. Der einzige, sich zur Kausalitätsfrage äussernde 

Bericht von Dr. L.___ bestätigt ausdrücklich, dass weitere medizinische Akten für eine 

abschliessende Beurteilung erforderlich sind. Dr. L.___ führt diese Akten explizit an 

(insbesondere weitere radiologische Aufnahmen und die Operationsberichte). Gleich 

beurteilt wurde die Sachlage durch Dr. I.___ (UV-act. 74). Auch die 

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Beschwerdegegnerin war sich offensichtlich der Erforderlichkeit zusätzlicher Akten 

bewusst, indem sie die von Dr. L.___ erwähnten Akten wiederholt bei Prof. Dr. D.___ 

einzuholen versuchte (vgl. UV-act. 13, 17, 30, 44, 54, 58, 70) und gegenüber dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 8. November 2012 

äusserte, erst nach Vorliegen der fraglichen Dokumente und anschliessender 

Beurteilung durch ihren Vertrauensarzt zu verfügen (UV-act. 97).

4.4   Die Entlassungsberichte von Prof. D.___ an die Klinik Valens bzw. Dr. J.___ vom 

25. Mai und 24. Juli 2011 (UV-act. 100.1, 100.3) sowie sein Bericht an die Klinik Valens 

vom 7. Juni 2010 (UV-act. 100.2) vermögen die Aktenlücke nicht zu füllen. Ihnen sind 

hinsichtlich Unfallkausalität keine aufschlussreichen Erkenntnisse zu entnehmen. Die 

blossen Formulierungen von Dr. J.___ "Diesen Sturz haben Sie als Unfallversicherung 

anerkannt. In der Folge ergab sich eine Verkürzung des rechten Beines um mehr als 

zehn Zentimeter." können nicht als Kausalitätsbeurteilung aufgefasst werden. Damit 

wird lediglich ausgedrückt, dass die Beinverkürzung zeitlich nach dem Unfall 

aufgetreten ist, was nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen vermag (vgl. 

dazu Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; BGE 119 V 335 E. 2b/bb in fine). Insgesamt ist die 

Frage der Unfallkausalität somit ungenügend abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin trifft 

diesbezüglich grundsätzlich eine weitere Abklärungspflicht bzw. sie wird die Aktenlage 

noch zu vervollständigen und hinsichtlich dieser anschliessend eine medizinische 

Beurteilung zu veranlassen haben.

4.5   Angesichts dessen, dass bei Durchführung von Operationen und radiologischen 

Untersuchungen im Regelfall im Rahmen jedes Arztfalles entsprechende Berichte 

erstellt werden und Prof. Dr. D.___ die Akten im Übrigen auch in Aussicht gestellt hat 

(vgl. UV-act. 71, 73), ist im konkreten Fall davon auszugehen, dass im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes noch die Möglichkeit besteht, einen Sachverhalt zu 

ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen, der Untersuchungsgrundsatz noch nicht erschöpft ist und damit keine 

Beweislosigkeit vorliegt. Von einer objektiven Unmöglichkeit des Aktenbeizugs und 

damit Beweislosigkeit wäre beispielsweise erst dann auszugehen, wenn die Akten nicht 

mehr vorhanden wären oder gegen Prof. Dr. D.___ alle zur Verfügung stehenden 

Druckmassnahmen ausgeschöpft worden sind und nichts genützt haben, worauf die 

Frage nach der Beweislast zu stellen wäre. Der Beschwerdegegnerin kommt aber 

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vorerst die Untersuchungspflicht zu, d.h. sie ist für die Einholung der noch offenen 

medizinischen Akten zuständig. Können die fraglichen Akten nicht auf dem direkten 

Weg bei Prof. Dr. D.___ eingeholt werden, wird die Beschwerdegegnerin die 

staatsvertraglichen Möglichkeiten zur Sachverhaltsermittlung in M.___ auszuschöpfen 

haben. Bis jetzt hat sie Prof. Dr. D.___ lediglich angedroht, dass sich der 

Aktenausstand nachteilig auf die Beschwerdeführerin auswirken werde - was Prof. Dr. 

D.___ nicht massgebend betroffen haben dürfte -, und hat ihn ohne Androhung einer 

Konsequenz darauf aufmerksam gemacht, dass von Gesetzes wegen alle 

medizinischen Akten zugestellt werden müssten (vgl. UV-act. 58, 70). Wie in Erwägung 

3.3 festgehalten, kann sich die Beschwerdegegnerin im konkreten Fall nicht mit 

Berufung auf die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin von ihrer 

Untersuchungspflicht befreien. Der Vollständigkeit halber ist zudem festzuhalten, dass 

die Beschwerdeführerin bei der Einholung der fraglichen Akten bei Prof. Dr. D.___ im 

Rahmen ihrer Möglichkeiten möglichst mitgewirkt hat (vgl. dazu UV-act. 57, 100.5, 

111).

5.       

5.1   Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 1. November 2013 teilweise gutzuheissen und die 

Angelegenheit zur Vornahme der Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2   Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Als Obsiegen gilt auch die Rückweisung der

Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb). 

Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. des sankt-gallischen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Bedeutung und dem Aufwand der 

Streitsache angemessen erscheint vorliegend eine Parteientschädigung von pauschal 

Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom

1. November 2013 aufgehoben und die Angelegenheit zur Vornahme der Abklärungen 

im Sinn der Erwägungen und zu anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014
	Art. 43 und Art. 28 ATSG: UntersuchungsgrundsatzArt. 55 UVV, Art. 55 Abs. 1 ATSG und Art. 17 VwVG: MitwirkungspflichtArt. 6 UVG: natürlicher Kausalzusammenhang (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. August 2014, UV 2013/86).

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		2025-07-19T09:41:20+0200
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