# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8fd88401-dabc-56bd-9e19-1ff5ec384af8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-04-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.04.2017 D-7231/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7231-2016_2017-04-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7231/2016 
pjn 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A p r i l  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Christa Luterbacher, Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiber Patrick Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch MLaw Nicole Scheiber, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 24. Oktober 2016 / N (…). 

 

 

 

D-7231/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Eritrea im Juli 

2014 Richtung Äthiopien. Nach einmonatigem dortigem Aufenthalt reiste er 

weiter in den Sudan und sieben Monate später nach Libyen, von wo aus 

die Überfahrt nach Italien stattfand. Am 13. Juli 2015 gelangte er in die 

Schweiz, wo er am selben Tag um Asyl nachsuchte. Am 23. Juli 2015 führte 

das SEM die Befragung zur Person (BzP) durch.  

Der Beschwerdeführer machte geltend, tigrinischer Ethnie zu sein und aus 

dem Dorf B._______ zu stammen. Er sei orthodoxen Glaubens. Nachdem 

sein Vater von Soldaten mitgenommen worden sei, habe er die Schule im 

achten Jahr abgebrochen und fortan in der Landwirtschaft gearbeitet. Da 

er seine Situation mit der Feldarbeit als zunehmend schwierig empfunden 

habe, sei er schliesslich ausgereist. Im Sudan habe er erfahren, dass sein 

Vater wieder zurückgekehrt sei.  

Der Beschwerdeführer gab keine Identitätsdokumente zu den Akten. 

B.  

Am 15. Februar 2016 zeigte die vom Beschwerdeführer bevollmächtigte 

Rechtsvertretung dem SEM ihre Mandatsübernahme an und ersuchte um 

Akteneinsicht nach abgeschlossener Instruktion sowie Fristeinräumung zur 

Stellungnahme.  

C.  

Die Anhörung im Beisein der Rechtsvertretung fand am 13. Oktober 2016 

statt. Der Beschwerdeführer legte dar, dass sein Vater seit einigen Jahren 

Militärdienst leiste. Er habe die Schule im achten Jahr abgebrochen, wo-

rauf seine Mutter diesbezüglich immer wieder von Verwaltungsbeamten 

befragt worden sei. Sein Vater habe sich im Juli 2014 unerlaubt aus dem 

Dienst entfernt, worauf seine Mutter festgenommen worden sei. Um ihr zu 

helfen, habe der Vater sich gestellt, worauf sie freigelassen worden sei. Er 

als sein Sohn habe sich sehr gestresst gefühlt, zumal er ja die Schule ab-

gebrochen und über keinen Passierschein verfügt habe. In der Folge sei er 

ausser Landes geflohen.  

D.  

Am 17. Oktober 2016 gewährte das SEM der Rechtsvertretung Aktenein-

sicht.  

D-7231/2016 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 24. Oktober 2016 – eröffnet am 25. Oktober 2016 – 

lehnte das SEM das Asylgesuch vom 13. Juli 2016 ab und ordnete die 

Wegweisung aus der Schweiz an. Die Vorinstanz erwog, die Vorbringen 

des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der Feldarbeit könnten als 

zwar schwierige Lebensumstände nicht für asylrelevant erachtet werden. 

Soweit er als Schulabbrecher eine Einziehung in den Militärdienst befürch-

tet habe, sei zu berücksichtigen, dass er diesbezüglich nie angegangen 

worden sei. Es sei mithin zu keinem konkreten Aufgebot oder einem an-

derweitigen konkreten Kontakt mit den Militärbehörden gekommen, wes-

halb keine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen bejaht werden 

könne. Es reiche praxisgemäss nicht aus, im dienstfähigen Alter zu sein 

und damit rechnen zu müssen, irgendwann rekrutiert zu werden.  

Ferner habe der Beschwerdeführer geltend gemacht, Eritrea illegal verlas-

sen zu haben. Gemäss Kenntnisstand des SEM könne in seinem Fall aber 

davon ausgegangen werden, dass er auch deswegen nicht mit ernsthaften 

Nachteilen zu rechnen habe. Er habe den Nationaldienst weder verweigert 

noch unerlaubt verlassen und somit nicht gegen die massgebliche eritrei-

sche Bestimmung – die „Proclamation on National Service“ aus dem Jahr 

1995 – verstossen.  

Wegen der vom SEM gleichzeitig festgestellten Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs wurde der Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig 

aufgenommen. 

F.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 22. November 2016 beantragte 

der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung und die Feststellung seiner Flüchtlingseigen-

schaft. Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf Erhebung eines 

Kostenvorschusses und um Verbeiständung (Art. 110a Abs. 1 AsylG 

[SR 142.31]). 

Er machte geltend, mit der Schlussfolgerung, seine illegale Ausreise sei 

asylrechtlich unbeachtlich, weiche die Vorinstanz von der geltenden Recht-

sprechung des Gerichts und ihrer eigenen Praxis ab. Dies sei rechtlich 

nicht haltbar, da die Änderung auf einer ungenügenden Informationslage 

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Seite 4 

beruhe und die in BVGE 2010/54 festgelegten Zulässigkeitsvoraussetzun-

gen einer Abweichung von der ständigen Rechtsprechung des angerufe-

nen Gerichts in Bezug auf mehrere Punkte nicht erfülle.  

Die Vorinstanz stütze sich lediglich auf den von ihr verfassten Bericht 

„Focus Eritrea – Update Nationaldienst und illegale Ausreise“ vom Juni 

2016, der deutlich mache, dass die Quellenlage zur Praxis in Eritrea unzu-

reichend sei. Es bleibe unklar, was mit minderjährigen Personen passiere, 

die illegal aus Eritrea ausgereist seien. Die Praxisänderung des SEM 

verstosse auch gegen das Kindswohl.  

Im Urteil BVGE 2010/54 habe das Bundesverwaltungsgericht verdeutlicht, 

dass sich die Vorinstanz aufgrund der Verfassungsgrundsätze der Rechts-

staatlichkeit, der Rechtssicherheit und der Rechtsgleichheit an seine 

Rechtsprechung halten müsse. Eine Abweichung sei nur zulässig, wenn 

mit einlässlicher Begründung unmissverständlich klargestellt werde, dass 

es sich um so genannte Pilotverfahren handle, bei denen bewusst von der 

publizierten Praxis abgewichen werde. Diese Anforderungen erfülle der an-

gefochtene Entscheid offensichtlich nicht.  

Das SEM habe an der Herkunft des Beschwerdeführers und seiner Sozia-

lisierung in Eritrea nicht gezweifelt. Er habe Eritrea im dienstfähigen Alter 

illegal verlassen, und seine Vorbringen seien in Bezug auf die illegale Aus-

reise in sich schlüssig, obwohl ihm dazu nur wenige Fragen gestellt worden 

seien. Die entsprechenden Schilderungen enthielten viele Details und Re-

alkennzeichen. Aufgrund seiner illegalen Ausreise sei davon auszugehen, 

dass er bei einer Rückkehr nach Eritrea mit Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG zu rechnen habe. 

Mit der Rechtsschrift wurden dem Gericht die aufgeführten Beilagen über-

mittelt.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. November 2016 verzichtete die Instrukti-

onsrichterin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess die Ge-

suche gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a AsylG gut. Die im 

Rubrum aufgeführte Rechtsvertreterin wurde zur amtlichen Rechtsbeistän-

din bestellt.  

H.  

Mit Vernehmlassung vom 1. Dezember 2016 beantragte das SEM die Ab-

weisung der Beschwerde. Dabei verdeutlichte es die Quellenlage, welche 

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Seite 5 

dem angefochtenen Entscheid zugrunde liege. Die im Juni 2016 angekün-

digte Praxisänderung des Staatssekretariats erfülle die relevanten rechtli-

chen Anforderungen an eine solche.  

I.  

Mit Replik vom 21. Dezember 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

bisherigen Darlegungen fest. Ferner verkenne die Vorinstanz, dass er sich 

als 17jähriger dem militärdienstpflichtigen Alter nähere und die Rekrutie-

rung durch den Aufenthalt im Ausland verunmöglicht habe. Er sei mithin als 

Dienstverweigerer zu qualifizieren.  

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 2. März 2017 wurde dem Beschwerdeführer 

in Anbetracht der Praxisänderung des Gerichts (Urteil D-7898/2015 vom 

30. Januar 2017) Gelegenheit eingeräumt, seine Beschwerde zurückzuzie-

hen. In der Folge hielt er am 16. März 2017 an seinem Rechtsmittel fest 

und reichte eine aktualisierte Kostennote ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

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Seite 6 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Die Flüchtlingseigenschaft ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr 

Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. 

Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu 

wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht 

entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-

tel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen 

des Landes – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht 

sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG gel-

tend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen die Flüchtlingseigenschaft 

im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Aus-

schluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht 

missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche 

subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, 

als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 

3.4 Die am 1. Februar 2014 in Kraft getretene Bestimmung von Art. 3 

Abs. 4 AsylG hält zwar fest, dass Personen, die Gründe geltend machen, 

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die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden und weder Aus-

druck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Herkunftsstaat be-

stehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, nicht als Flüchtlinge gelten 

können; diese einschränkende Feststellung wurde vom Gesetzgeber aller-

dings durch den ausdrücklichen Hinweis auf den Vorbehalt der Geltung des 

Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, 

SR 0.142.30) relativiert (vgl. Art. 3 Abs. 4 in fine AsylG). 

4.  

4.1 Zur vormaligen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Eritrea und na-

mentlich auch die illegale Ausreise aus diesem Land betreffend kann auf 

das Bundesveraltungsgerichtsurteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als 

Referenzurteil publiziert) verwiesen werden (vgl. E. 4.1 f.). 

4.2 Im besagten Urteil wurde unter Bezugnahme auf die konsultierten 

Quellen festgehalten, dass die bisherige Praxis, wonach eine illegale Aus-

reise per se zur Flüchtlingseigenschaft führe, nicht mehr aufrechterhalten 

werden könne. Aus der vorgenommenen Analyse ergebe sich, dass zahl-

reiche Personen, welche illegal aus Eritrea ausgereist seien, relativ prob-

lemlos in ihre Heimat hätten zurückkehren können. Daher sei nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass einer Person 

einzig aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Ver-

folgung drohe. Damit erscheine die geltend gemachte Furcht vor ernsthaf-

ten Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG allein aufgrund einer illegalen 

Ausreise nicht als objektiv begründet. Ein erhebliches Risiko einer Bestra-

fung bei einer Rückkehr gestützt auf asylrelevante Motive sei nur dann an-

zunehmen, wenn nebst der illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzuträ-

ten, welche die asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behör-

den als missliebige Person erscheinen liessen (vgl. a.a.O. E. 5.1). 

4.3 Die in der Beschwerde erhobenen Einwände gegen die vom SEM vor-

liegend angewandte Praxisänderung vermögen – nachdem das Bundes-

verwaltungsgericht diese im erwähnten Urteil gestützt hat – keine Relevanz 

mehr zu entfalten. Es erübrigt sich, vorliegend eingehend auf die im Rah-

men des Beschwerdeverfahrens gemachten Eingaben und die darin erho-

benen Einwände gegen die Praxisänderung sowie die in der angefochte-

nen Verfügung und der Vernehmlassung aufgezeigte Argumentation einzu-

gehen, da diesbezüglich vollumfänglich auf das zitierte Urteil verwiesen 

werden kann. 

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Seite 8 

4.4 In Anbetracht der geänderten Rechtsprechung kann auch die Glaub-

haftigkeit der illegalen Ausreise vorliegend offen gelassen werden, da 

obenstehend erwähnte zusätzliche Faktoren im Falle des Beschwerdefüh-

rers zu verneinen sind. Er hatte vor seiner Ausreise gemäss Aktenlage kei-

nen Behördenkontakt betreffend einen allfälligen Einzug in den eritreischen 

Nationaldienst, so dass er entgegen den Beschwerdevorbringen nicht als 

Deserteur oder Refraktär gelten kann (vgl. A 3/11 S. 7; A 18/12 Antwort 47). 

Allein die Tatsache, dass er bald im dienstpflichtigen Alter steht und allen-

falls eine Rekrutierung vor Ort bevorstehen würde, kann entgegen den Be-

schwerdevorbringen nicht als begründete Furcht im Sinne von Art. 3 AsylG 

qualifiziert werden (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-

schen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3 E. 4.10). Anzufügen ist, 

dass sich das SEM im angefochtenen Entscheid entgegen der Rüge in der 

Replik durchaus mit dem allfällig bevorstehenden Militärdienst auseinan-

dersetzte, dabei aber zutreffend festhielt, es reiche zur Bejahung einer Ver-

folgungsfurcht praxisgemäss nicht aus, im dienstfähigen Alter zu sein und 

damit rechnen zu müssen, irgendwann rekrutiert zu werden.  

Andere Anknüpfungspunkte, welche den Beschwerdeführer in den Augen 

des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen lassen könn-

ten, sind ebenfalls nicht ersichtlich. Die Glaubhaftigkeit der Vorbringen, wo-

nach seine Mutter vorübergehend festgenommen und sich der Vater uner-

laubt vom Dienst entfernt habe, kann offen gelassen werden, da der Vater 

offenbar zu seiner Einheit zurückkehrte und der Beschwerdeführer angab, 

seinen Eltern gehe es gut (vgl. A 3/11 S. 7; A 18/12 Antworten 7 ff. und 40). 

Im Weiteren machte er nicht geltend, wegen des Schulabbruchs persönlich 

befragt oder im Rahmen einer Razzia aufgegriffen worden zu sein (vgl. 

a.a.O. Antworten 43 f. und 51). Auch politisch oder religiös sei er nicht aktiv 

gewesen.  

Somit bleibt festzuhalten, dass allein die illegale Ausreise vorliegend keine 

Furcht vor einer zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung zu 

begründen vermag, da keine zusätzlichen Faktoren für ein Risikoprofil zu 

erkennen sind. Wie bereits erwähnt, kann die Frage der Glaubhaftigkeit der 

illegalen Ausreise mangels Asylrelevanz daher offenbleiben. Festzuhalten 

ist indes, dass das SEM die Ausreisemodalitäten gemäss den vorliegenden 

Protokollen rechtsgenüglich abklärte, und diesen Sachverhaltsumständen 

nicht – wie in der Beschwerde vorgebracht – zu wenig Beachtung schenk-

te.  

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Seite 9 

4.5 Zusammenfassend erfüllt der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, das Asylgesuch wurde deshalb zu Recht abgelehnt. Ein Ein-

gehen auf weitere Beschwerdevorbringen erübrigt sich.  

5.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an. Da der Beschwerdefüh-

rer über keine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung verfügt, wurde 

auch die Wegweisung rechtmässig angeordnet (vgl. Art. 44 AsylG; BVGE 

2013/37).  

 

Da der Beschwerdeführer mit der angefochtenen Verfügung wegen Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufgenom-

men wurde, erübrigen sich praxisgemäss Ausführungen zur Zulässigkeit 

und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwischenverfü-

gung vom 28. November 2016 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 

65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen dazu 

nichts geändert hat, sind indessen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

7.2 Nachdem dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung gewährt und MLaw Nicole Scheiber als Rechtsbeiständin einge-

setzt wurde, ist ihr ein amtliches Honorar auszurichten. 

7.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung wie mit 

Zwischenverfügung vom 28. November 2017 ausgeführt in der Regel von 

einem Stundenansatz Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertrete-

rinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Es wird nur der notwendi-

ge Aufwand entschädigt.  

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Seite 10 

Die Rechtsbeiständin reichte am 16. März 2017 eine Kostennote ein. Der 

zeitliche Aufwand erscheint angemessen. Die Spesenpauschale kann je-

doch praxisgemäss nicht vergütet werden. Ausserdem ist ein Stundenan-

satz von Fr. 150.– anzusetzen. Demnach ist der Rechtsvertreterin zulasten 

der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1701.– (inkl. MWSt) aus-

zurichten. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-7231/2016 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird ein Honorar zulasten der Gerichts-

kasse in der Höhe von Fr. 1701.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber 

 

 

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