# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b76b4c71-b8df-546c-950b-388281609b6e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-17
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision; Verbesserung des psychischen Gesundheitsschadens gestützt auf MEDAS-Gutachten ausgewiesen. (BGE 9C_71/2015)
**Docket/Reference:** IV.2013.00312
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00312.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00312
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Onyetube
Urteil
vom
17. Dezember 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Gehring
Anwaltskanzlei Kieser Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X.___
arbeitete bis zur wegen anhaltender Rückenbe
schwerden per Ende Juli 1995 erfolgten Kündigung als Zimmermädchen beim Hotel
Y.___
(Urk. 7/1, Urk. 7/6). Anschliessend bezog sie bis Ende Juli 1997 Arbeitslosentaggelder (Urk. 7/8).
Im
März 1998 meldete sie sich erst
mals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 7/1). Nach Durchführung medizinischer und beruflich-erwerblicher Abklärungen (Urk. 7/5 bis Urk. 7/13) wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Rentenbegehren mit Verfügung vom 21. August 1998 ab (Urk. 7/14).
1.2
Vom 1. Oktober 2000 bis 30. Juni 2004 arbeitete die Versicherte mit einem 70 %-Pensum als Hausangestellte bei der Universitätsklinik
Z.___
(Urk. 7/25). Ab November 2004 befand sie sich in psychiatrischer Behandlung in der Klinik
A.___ AG,
Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, bei Dr. med.
B.___
, Oberarzt, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 7/24/8). Vom 7. Februar bis 7. März 2005 unterzog sie sich einer stationären Behandlung in der RehaClinic
C.___
(Urk. 7/26/7). Schliesslich meldete sich die Versicherte am 10.
Oktober 2005 erneut bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/16, Urk. 7/19). In der Folge liess die IV-Stelle einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 7/23) erstellen, holte den Arbeitgeberbericht der Uni
versitätsklinik
Z.___
vom 2. November 2005 (Urk. 7/25) ein und zog die Arzt
berichte der Klinik
A.___
AG vom 21./26. Oktober 2005 (Urk. 7/24) sowie der RehaClinic
C.___
vom 15. November 2005 (Urk. 7/26) bei. Mit Verfügung vom 28. Juni 2006 sprach die IV-Stelle der Versicherten, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 70 %, rückwirkend ab 1. November 2004 eine ganze Rente samt Kin
derrenten zu (Urk. 7/33).
1.3
Im Zuge des amtlichen Revisionsverfahrens liess die IV-Stelle die Versicherte
durch Dr. med.
D.___
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiat
risch begutachten (Gutachte
n vom 27. September 2007, Urk. 7
/45)
und
führte am 16. November 2007 eine Haushaltsabklärung durch (Beric
ht vom 21. November 2007, Urk. 7
/46)
. Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens (Urk. 7/48,
Urk. 7
/50,
Urk. 7
/53) wurde
die Versicherte
durch Dr. med.
E.___
, Orthopädische Chirurgie FMH/FMCH, orthopädisch begutachtet (Gutachten vom 4. Juni 2008, Urk.
7
/59). Mit Verfügung vom 25. September 2008 hob die IV-Stelle, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 32 %, die ganze Rente per 31. Oktober 2008 auf
und entzog einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung
(Urk.
7/68
).
Dagegen erhob die Versicherte am 24.
Oktober 2008 Beschwerde
, welche das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 31. März 20
10
in dem Sinne guthiess, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgter Abklärung über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab 1. November 2008 neu verfüge
(Urk. 7/77, Prozess-Nr. IV.2008.01091).
1.4
In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte durch die MEDAS
O.___
, polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 27. April 2011, Urk. 7/85; Stellungnahme vom 28. Juni 2011, Urk. 7/90). Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Vorbescheid vom 12. Februar 2012, Urk. 7/96; Einwand vom 14. März 2012, Urk. 7/101)
verneinte
die IV-Stelle
den Anspruch der Versicher
ten auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 26. Februar 2013 (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 5. April 2013 Beschwerde
mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei insoweit aufzuheben, als ihr ab November 2008 keine Invalidenrente zugesprochen worden sei, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere ab November 2008 eine Invalidenrente auszurichten und eventua
liter berufliche Massnahmen durchzuführen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeant
wort vom 24. Mai 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 31. Januar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien
sowie die Akten
wird, soweit
für die Ent
scheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
, IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und
gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin machte zusammengefasst geltend, aufgrund der aktuel
len Begutachtung könne eine psychische Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Untersuchungszeitpunkt und retrospektiv seit der Renten
einstellungsverfügung vom 25. September 2008 nicht mehr bestätigt werden.
Die
im MEDAS-Gutachten festgehaltenen
psychiatrischen Diagnosen
könnten versicherungsmedizinisch keine Arbeitsunfähigkeit begründen, weshalb von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten optimal leidensange
passten Tätigkeiten auszugehen
sei
.
Der 14-jährige Sohn bedürfe einer gewissen Erziehung und Begleitung, weshalb die Beschwerdeführerin nach wie vor als zu 70 % erwerbstätig einzustufen sei.
Die Abklärungen
vor Ort
hätten eine Ein
schränkung bei den Haushaltsarbeiten von 13.75 % ergeben. Aus dem Einkom
mensvergleich errechne sich eine Einschränkung in der Erwerbstätigkeit von 18 %. Daraus resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von 16.7 %.
Berufliche Ein
gliederungsmassnahmen seien infolge fehlender Invalidität nicht angezeigt (Urk. 2).
2.2
Dem hielt die Beschwerdefüh
rerin im Wesentlichen entgegen,
auf
das
MEDAS-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Die psychischen Beschwerden seien bagatellisiert und es sei nicht begründet worden, inwieweit sich der psychische Gesundheitszustand gegenüber dem Zeitpunkt der Rentenzusprache verbessert habe. Im neurologischen Teilgutachten fehlten Untersuchungen zur Sch
w
indel
problematik. In psychiatrischer Hinsicht sei auf den Bericht
des Hausarztes und des behandelnden Psychologen
abzustellen
, in welchem aus rein psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde. Zusätzlich werde die Arbeitsfähigkeit durch die Migräneproblematik im Umfange von 20 bis 30 % eingeschränkt, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit von
70 bis 80 % resultiere (Urk. 1 S. 7 ff.). Zumindest bis zum Zeitpunkt der Begutachtung im Juni 2011 könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ausgegangen werden. Da nur noch der inzwischen 15-jährige Sohn zu Hause lebe und die finanziellen Verhältnisse knapp seien, sei sie als vollständig erwerbstätig zu qualifizieren (Urk. 1 S. 10 f.).
3.
Mit
Verfügung vom 25. September 2008 hob die Beschwerdegegnerin die ganze Rente der Beschwerdeführerin per 31. Oktober 2008 auf und entzog einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung (Urk. 7/68).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dauert der mit der revisionsweise verfügten Aufhebung der Rente verbundene Entzug der aufschiebenden Wir
kung der Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Ver
waltungsverfügung an (BGE 129 V 370 E. 2.2 und 3.2 mit Hinweisen).
Dies bedeutet, dass
die Beschwerdegegnerin die Auszahlung der Rente für die Dauer
sowohl
des Beschwerde
- als auch des vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 31. März 2008 rückweisungshalber angeordneten Abklärungsverfahrens
sis
tierte
.
Die Verfügung
vom 26. Februar 2013
, mit welcher die Beschwerdegegne
rin „das Leistungsbegehren abwies“
,
ist daher
sinngemäss so zu verstehen, dass die Beschwerdegegnerin
die Aufhebung der ganzen Invalidenrente der
Beschwerdeführerin per 31. Oktober 2008
und damit auch deren Sistierung ab diesem Zeitpunkt
bestätigte.
Streitig und zu prüfen ist mithin,
ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin soweit verbessert hat, dass die Aufhebung der
am
28. Juni 2006
zugespro
che
nen ganzen Rente per
31. Oktober 2008
gerechtfertigt ist. Zu ver
gleichen sind die erwerblichen Verhältnisse und der Gesundheitszustand bei Rentenzusprache im Jahr
2006
mit de
r gesundheitlichen und erwerbli
chen Situ
ation im Zeitpunkt der Verfügung vom
25. September 200
8.
Weiter ist streitig, ob die Invalidität aufgrund eines reinen Einkommensvergleichs oder der gemischten Methode festzulegen ist. Nicht zu befinden, weil vorliegend nicht Beschwerdegegenstand, ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf berufliche Massnahmen hat.
4.
4.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die rechtskräftige Verfügung vom 28. Juni 2006 (Urk. 7/33), womit der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. November 2004 eine ganze Invaliden
rente zugesprochen worden war (vgl. Erwägung 1.5). In diesem Zeitpunkt waren
für die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin folgende medizinische Akten massgebend:
4.2
4.2.1
Dr.
B.___
von der Klinik
A.___
diagnostizierte in seinem Bericht vom 21./26. Oktober 2005 (Urk. 7/24/7) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) sowie eine mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F32.1). Als Befunde hielt er fest, dass
die Beschwerdeführerin über ein
geordnetes formales Denken verfüge, welches jedoch eingeengt sei auf die Schmerzsymptomatik. Affekt und Stimmung seien mittelgradig depressiv, sehr klagsam und weinerlich. Die Schwingungsfähigkeit sei eingeengt. Die Beschwer
deführerin sei affektarm. Motorik und Antrieb seien leicht bis mittel
gradig gehemmt. Bisher sei es noch nicht gelungen, bei der Beschwerdeführerin ein Antidepressiva – selbst in niedriger Dosierung – zu etablieren. Dies sei bereits vor Behandlungsbeginn bei ihm der Fall gewesen. Es müsse als Erfolg der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung gewertet werden, dass die Beschwerdeführerin die bis anhin zahlreich konsultierten Spezialärzte kaum noch in Anspruch nehme (Urk. 7/24/8). Ohne Erfolg sei der Versuch einer stati
onären Rehabilitationsmassnahme in der RehaClinic
C.___
vom 7. Februar bis 7. März 2005 geblieben. Bei der Beschwerdeführerin liege ein bereits chro
nifiziertes und psychotherapeutisch kaum erreichbares Krankheitsbild vor. Arbeitsversuche für die in ihrer Krankheitsrolle fixierte Beschwerdeführerin seien im jetzigen Zustand nicht vorstellbar (Urk. 7/24/9).
4.2.2
Dr.
F.___
von der RehaClinic
C.___
hielt in seinem Bericht vom 15. November 2005 (Urk. 7/26/5-6) unter Beilage des Austrittsberichts vom 18. März 2005 (Urk. 7/26/7-10) fest, es liege mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine chronische Schmerzerkrankung (
V
.a. Fibromyalgie, ICD R52.2, M79.0) bei Status nach mittelgradiger depressiver Episode vor (ICD F32.11). In einer Gesamtbeurteilung zeige das klinische Bild noch eine deutlich ängstlich-reizbare, depressiv-hilflose Symptomatik, welche sich auf das schmerzhafte B
e
schwerdebild und die damit verbundenen Schwierigkeiten in einen Wieder
einstieg in die Arbeitswelt durch die Behinderung zurückführen lasse. Er beschrieb den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als besserungsfähig (Urk. 7/26/9) und empfahl die Fortsetzung d
er psychotherapeutisch-psychiat
ri
schen Depressionsbehandlung sowie die Anpassung der weiteren antidepressi
ven Medikation, welche bisher von der Beschwerdeführerin abgelehnt worden sei. Nach Überwindung der deutlich depressiven Komponente sei eine Arbeits
fähigkeit wieder zu erreichen (Urk. 7/26/6). Er attestierte der Beschwerdeführe
rin weiterhin eine 100%ige
A
rbeitsunfähigkeit mit dem Ziel einer beruflichen Wiedereingliederungsmassnahme (Urk. 7/26/5).
4.3
Im Rahmen der vorliegenden Rentenprüfung holte die Beschwerdegegnerin nach Erhalt des Rückweisungsentscheides des hiesigen Gerichts vom 31. März 20
10
das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
O.___
vom 27.
April
2011 ein (Urk. 7/85).
Darin sind als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (1) chronische Kopfschmerzen bei Migräne mit möglicher Aura, Spannungskopfschmerzen, Verdacht auf Analgetika induzierte Kopfschmerzen sowie (2) eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syn
drom festgehalten. Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, sind (1) eine chronifizierte Lumbo
ischialgie links bei/mit altersphysiologischen degenerativen Veränderungen der LWS ohne Progredienz, möglichem residuellem sensible
m
Ausfall und diskretem Schmerzsyndrom L5 links, (2) chronische Zervikalgien mit Projektionsschmer
zen nach kranial und in beide Schultergürtel bei diskreten Diskusprotrusionen C4-C6, (3) eine fibromyalgieforme Symptomatik mit Prädilektion oberhalb der Taille, (4) ein intermittierender Schwindel unklarer Ätiologie, (5) eine leichte Phobie (Höhenangst) sowie (6) ein Diabetes mellitus Typ 2 (nicht optimal behandelt) aufgeführt (Urk.
7/85/14). Im Gutachten ist weiter vermerkt, dass der rheumatologische Konsiliarius die objektiven Befunde als geringgradig ausge
prägt und nicht hinweisend für ein fortschreitendes Wirbelsäulenleiden beurteilt und dadurch die Arbeitsfähigkeit als nicht beeinträchtigt erachtet habe. Die neurologische Konsiliarärztin schätze die Beschwerdeführerin aufgrund der Kopfschmerzen, vor allem der Migräne, als in der bisherigen Tätigkeit im Gast
gewerbe und als Putzfrau zu 70 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig ein, da wiederholt Pausen eingelegt werden müssten. Zudem sei das Arbeiten auf Leitern wegen des Schwindels nicht möglich. Soweit aus den Unterlagen ersichtlich
,
sei die Kopfschmerzsituation seit Juni 2008 in etwa unverändert zu beurteilen. In psychischer Hinsicht fühle sich die Beschwerde
führerin seit der Arbeitsauf
gabe
2004
eingeschränkt
mit depressiver ängstlicher Verstimmung und befinde sich deshalb in psychiatrischer Behandlung. Auf
grund der vom psychiatrischen Konsiliarius gestellten Diagnosen sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf 80 % eingeschränkt. Leichte Arbeiten ohne relevanten Aufmerksamkeitsanspruch seien theoretisch aber zu 100 % zumutbar. Bezüglich früherer psychiatrischer Berichte mit Feststellung einer höhergradigen Arbeitsunfähigkeit habe er festgestellt, dass dort eine dif
ferenzierte psychiatrische Diagnostik fehle, so dass die gemachten Aussagen nicht weiter überprüfbar seien und als widersprüchlich stehen zu bleiben hätten. Insgesamt werde die Arbeitsfähigkeit also leicht durch die neuropathologischen
Befunde beeinträchtigt. Die geschätzte reduzierte Arbeitsfähigkeit habe ihre
Gültigkeit seit der am
25. September 2008
verfügten Renteneinstellung
(Urk. 7/85/13
-14
).
In der Stellungnahme
der MEDAS
O.___
vom
28. Juni 2011 (Urk. 7/90) präzisierte Dr. med.
G.___
, Rheumatologie FMH, die Frage, ob es sich nun um eine Besserung des Gesundheitszustandes handle oder um eine andere Beurtei
lung des gleichen Sachverhaltes, sei nicht leicht
zu beantworten. Die von Dr.
B.___
am 26. Oktober 2005 und am 12. April 2007 festgehaltenen Diag
nosen hätten sie nicht (mehr) bestätigen können. Es sei also wahrscheinlicher, dass es sich um eine Besserung des psychischen Leidens handle. Auf der rheu
matologisch/orthopädischen Seite handle es sich eher um eine andere Beurtei
lung des gleichen Sachverhaltes, indem in Ermangelung harter objektivierbarer Befunde am Bewegungsapparat keine andauernde Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit habe begründet werden können. Auch die Frage nach dem zeitlichen Verlauf sei nicht leicht zu beantworten. Sie würden davon
ausgehen, dass der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Verfügung vom 25. September 2008 in etwa der gleiche gewesen sei wie sie ihn anlässlich der Begutachtung vorgefun
den hätten.
4.4
4.4.1
Die Beschwerdegegnerin hat für ihren Entscheid im Wesentlichen auf das Gutach
ten sowie die Stellungnahme der MEDAS
O.___
abgestellt (Feststellungsblatt vom 26. Februar 2013, Urk. 7/105). Das Gutachten ist umfassend und sowohl die geklagten Beschwerden als auch die medizinische Aktenlage sind berücksichtigt. Die Gutachter untersuchten d
ie
Beschwerdefüh
rer
in
selber, lieferten eine eigene Einschätzung der Situation und beantworteten insbesondere auch in der Stellungnahme in nachvollziehbarer Weise die Fragen der IV-Stelle. Damit erfüllt das Gutachten
zusammen mit der
Stellungnahme sämtliche Kriterien, denen ein beweistaugliches Gutachten zu genügen hat. Es ist daher grundsätzlich eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage.
4.4.2
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin lässt sich dem Gutachten entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand in psychiatrischer Hinsicht ver
bessert hat.
So erachtete der psychiatrische Gutachter pract.
med.
H.___
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, unter Berücksichtigung des Psychostatus und des klinischen Eindrucks lediglich noch die Kriterien für eine leichte depressive Episode erfüllt, wohingegen er die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode als nicht in ausreichendem
Masse und/oder genügender Stärke vorhanden beurteilte
(Urk. 7/85/37).
Diese
Einschätzung steht in Ein
klang mit dem detaillierten und sorgfältig erhobenen Psychostatus nach AMDP (Urk. 7/85/34-36
).
Dam
it liegen fassbare Befunde vor, die eine Zustandsverbes
serung
seit der Rentenzusprache vom 28. Juni 2006
belegen, weshalb für die Annahme der Beschwerdeführerin, Dr.
H.___
habe den gleichen Sachverhalt lediglich anders beurteilt, kein Raum
besteht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_747/2011 vom 9. Februar 2012 E. 4.2).
Dies umso mehr, als
sowohl Dr.
B.___
als auch die behandelnden Ärzte der
Rehaclinic 2005 übereinstim
mend eine Verbesserung der psychischen Beschwerden unt
er Behandlung prog
nostizierten
und Dr.
B.___
im Bericht vom 12. April 2007 ein insgesamt schwaches, aber doch merkliches Ansprechen auf die kombinierte psychiatrisch-psychotherapeutische, pharmakologische und physiotherapeutische Behandlung beschrieb und eine weitere Steigerung als möglich erachtete
(Urk. 7/40/9)
. Eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes
bestätigte auch Dr.
G.___
i
n seiner
Stellungnahme
(Urk. 7/90)
.
Entgegen dem Vorbringen der Beschwer
deführer
in
bleibt die Stellungnahme beweiskräftig, obwohl es sich bei
D
r.
G.___
um einen Facharzt de
r Rheumatologie handelt. Es
kann
nämlich
davon ausge
gangen werden, dass auf Rheumatologie spezialisierte Ärzte, die oft mit psy
chosomatischen Beschwerden konfrontiert sind, eine solche Beurteilung abge
ben k
önnen
(vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 435/01 vom 10. Februar 2003 E. 3.2.3).
Ferner stützt er sich auf die Ausführungen des psychiatrischen Gutachters ab, der ausführte, zumindest im Bereich der Depres
sion scheine es Verbesserungen gegeben zu haben (Urk. 7/85/38).
Was die Beschwerdeführerin hiegegen unter Hinweis auf die Einschätzung der Gemeinschaftspraxis
(Urk. 3)
vorbrachte, überzeugt nicht. Vorab ist dazu zu sagen, dass
rechtsprechungsge
mäss psychiatrische Explorationen von der Natur der Sache her
nicht ermes
sensfrei erfolgen, weshalb verschiedene medizinisch-psy
chiatri
sche Interpretati
onen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_694/2008 vom 5. März 2009 E
. 5.1). Insofern lässt sich nur schon deshalb die
unter
schiedli
che Diagnosestellung erklären.
Kommt hinzu, dass
die unter
schiedliche Wertung der depressiven Episode (leicht oder schwer) und die daraus
abgeleitete Arbeits
fähigkeit gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung, aus der Verschiedenheit von Behandlungsauftrag einerseits und Be
gutachtungsauftrag andererseits resultiert (Urteil des Bundesgerichts
8C-275/2010
vom 6. September 2010 E. 3.3).
Zur
Diagnosestellung von
lic. phil.
I.___
, Psychologe FSP,
ist zudem
zu bemerken
(Urk. 3)
, dass sie sich auf von sub
jektiven An
gaben de
r
Beschwerdeführer
in
geprägte Befunde stützt, welche mithin einer ob
jektiven Grundlage weitgehend entbehren.
Diese scheinen indes nicht immer frei von Widersprüchen zu sein, n
achdem sich anlässlich der rheumatologischen Begut
achtung Anhaltspunkte für
den
Verdacht auf Symptomausweitung
ergaben (vgl. Urk. 7/85/28-29)
. So schrieb Gutachter Dr. med.
J.___
,
Facharzt FMH für Rheumatologie, der nun bereits 11-jährige monotone Verlauf, der auch nach beruflicher Dispensierung unverändert geblieben sei, das Quadrantensyndrom (verminderte Oberflächensensibilität) links, die generell verminderte Innervation bei der Kraftprüfung am linken Bein, die Druck- und Klopfdolenzen über sämt
lichen Spinalfortsätzen, die diffuse Druck-, z.T. Berührungsempfindlichkeit der Skelettmuskulatur, die permanente hohe Schmerzintensität (visuelle analoge Schmerzskala) trotz regelmässiger Einnahme potenter nichtsteroidaler Entzün
dungshemmer, die stark positiven Waddellzeichen im Stehen, die Diskrepanz zwischen anamnestischen Angaben (Ganzkörperschmerzen) und klin
isch fass
baren Befunden respektive d
en Resultaten der bildgebenden Abklärungen in d
en vergangenen zwei Jahren (HWS-
MRI 2008 und LWS-MRI 2010), die deutli
che Selbstlimitierung bezüglich Belastungstoleranz im Alltag, sprächen seines Erachtens für eine Symptomausweitung.
Ferner bleibt anzufügen, dass es sich bei lic. phil.
I.___
nicht
um einen Arzt handelt, was gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung berücksichtigt werden darf (Urteil 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1 und I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a) und sich Hausarzt
Dr.
K.___
als Arzt für Allgemeine Medizin FMH mit seiner psychiatri
schen Diagnosestellung und der daraus abgeleiteten Arbeitsfähigkeit ausserhalb seines Fachgebietes be
wegt
.
Zusammenfassend ist daher auf das Gutachten der MEDAS
O.___
abzu
stellen und von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht spätestens seit dem 25. September 2008 auszugehen. Mithin liegt
lediglich noch eine leichte depressive Epsiode ohne somatisches Syndrom vor, welche
die Arbeitsfähigkeit
bei leichten Arbei
ten ohne relevante Aufmerksamkeitsansprüche nicht einschränkt (Urk. 7/85/12)
.
4.4.3
In somatischer Hinsicht ist festzuhalten, dass für die Rentenzusprache vom 28. Juni 2006 weder rheumatologische noch neurologische Beschwerden mass
gebend gewesen waren und die Gutachter der MEDAS
O.__
aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähig
keit feststellen konnten (Urk. 7/85/12).
Entsprechend bestätigte Dr.
G.___
in sei
ner Stellungnahme, dass sich der Gesundheitszustand in rheumatologisch-orthopädischer Hinsicht nicht verändert habe (Urk. 7/90/2), was von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wurde. Zusätzlich ersah die neurologische Gutachterin
Dr.
med.
L.___
, Neurologie FMH, eine chronische Migräne mit sensibler und visueller Aura mit einschränkenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
. Die Kopfschmerzen hätten zwar bereits früher begonnen
,
sich jedoch in den letzten drei Jahren akzentuiert. Seit Juni 2008 seien sie in etwa unverändert geblieben (Urk. 7/85/22). Damit ist von einer geringgradigen Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes in neurologischer Hinsicht auszugehen, welche jedoch im Gutachten der MEDAS
O.___
bereits gebührend berücksichtigt wurde. So wurde der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit eine 70%ige und in einer angepassten Tätigkeit eine 80%ige Arbeits
fähigkeit attestiert.
Was die von der Beschwerdeführerin geklagten Schwindel
beschwerden angeht, ist festzuhalten, dass
Dr.
L.___
intermittierende Schwin
del unklarer Ätiologie diagnostizierte, jedoch keine fassbaren Hinweis
e
für eine
peripher- oder zentral-
vestibuläre oder cerebelläre
Ausfallssymptomatik fand
(Urk. 7/85/
22
).
Dass sie in der Folge keine weiteren gezielten Abklärungen tätigte, ist entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht zu bean
standen, unterliegt doch die Durchführung von Tests dem Ermessensspielraum des Experten (Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2010 vom 2. Dezember 2010 E. 3.1). Es ist daher davon auszugehen, dass Dr.
L.___
weiter
e
Abklärungen nicht als erforderlich befand, um die Auswirkungen der Schwindelbeschwerden auf die Arbeitsfähigkeit
ab
schliessend beurteilen zu können.
4.4.4
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht zwar eher verschlechtert, jedoch in psychischer Hinsicht verbessert hat. Dieser Entwicklung wurde in der Beurtei
lung
der MEDAS
O.___
insofern Rechnung getragen, als die Beschwer
deführerin
aufgrund der limitiere
nden vor allem neuropathologischen und weniger auch der psychopathologischen Befunde
in der angestammten Arbeit
zu 70 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80 %
arbeitsfä
hig ist. Mithin ist davon auszugehen, dass die gesundheitliche Verbesserung in psychi
scher Hinsicht die Auswirkungen der gesundheitlichen Verschlechterung aus somatischer Sicht mehr als zu kompensieren vermag und daher insgesamt von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen ist. Aufgrund der vorliegenden Akten ist
jedenfalls eine massgebl
i
che Änderung des medizini
schen Sachverhalts ausgewiesen.
Kein Raum bleibt für die von der Beschwer
deführerin geltend gemachte Kumulierung der Einschränkung der Arbeitsfähig
keit in neurologischer und psychiatrischer Hinsicht.
5.
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 70 % im Erwerb und zu 30 % im Haushalt tätig, was bestritten ist. Wie der nachfolgende Einkommensvergleich nach der allgemeinen Methode zeigt, kann offen gelassen werden,
wie
die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der
rentenaufhebenden Ver
fügung 25. September 2008 zu qualifizieren gewesen wäre. Die Beschwerdegeg
nerin ermittelte ein nominallohnangepasstes Valideneinkommen für das Jahr 2008 von Fr.
39‘307.50
für ein 70%-Pensum, was nach Aktenlage nicht zu beanstanden ist und von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten wurde. Umgerechnet auf ein 100%-Pensum ergibt dies ein Jahreseinkommen von Fr. 56‘153.5
7.
Das Invalideneinkommen für das Jahr 2008 bezifferte
die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2009 mit Fr.
51
‘
368.--, was ebenfalls unbestritten ist.
Unter Berücksichtigung der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80 % sowie des von der Beschwerdegegnerin
großzügig
gewährten leidensbedingten Abzugs von 10 % errechnet sich ein Invalideneinkommen von Fr. 36‘984.9
6.
Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 34 % ([56‘153.57 – 36‘984.96] ./. 56‘153.57).
Damit liegt selbst bei einer Qualifikation als zu 100 % Erwerbstätige ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad vor. Da auch der Aufhebungszeit
punkt zu keiner Korrektur Anlass gibt, ist die Aufhebung der ganzen Rente per
31. Oktober 2008 zu bestätigen und die Beschwerde
in diesem Sinne
abzuwei
sen.
6.
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwer
deführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Kaspar Gehring
-
Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstOnyetube