# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 571bfe91-f06d-56d8-aa42-bac55da938df
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.08.2023 IV 2023/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-15_2023-08-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.09.2023

Entscheiddatum: 30.08.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2023
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines polydisziplinären 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 30. August 2023, IV 2023/15).

Entscheid vom 30. August 2023

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Corinne 

Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2023/15

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann Gehler Schmidlin, 

Lattenhofweg 4, Postfach 2151, 8645 Jona,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Januar 2005 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie habe eine Ausbildung zur Coiffeuse 

absolviert. Sie habe zuletzt rund eineinhalb Jahre als Altenpflegerin und dann noch 

einen Monat im Büro gearbeitet. Der Psychiater Dr. med. B.___ berichtete im Februar 

2005 (IV-act. 13), die Versicherte leide an einer rezidivierenden Depression mit einer 

gegenwärtig mittelgradigen Episode und einem somatischen Syndrom. Zudem bestehe 

der Verdacht auf eine abhängige Persönlichkeit. Ihr sei die Beschäftigung im Büro 

lediglich stundenweise im Umfang von etwa ein, zwei Stunden pro Tag zumutbar. Mit 

einer Verfügung vom 29. Dezember 2005 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit 

Wirkung ab dem 1. Januar 2004 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 81 

Prozent zu (IV-act. 38). Im März 2009 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie 

per 1. März 2009 eine Festanstellung erhalten habe und dass sie sich deshalb von der 

Invalidenversicherung „abmelden“ wolle (IV-act. 55). Mit einer Verfügung vom 29. 

Oktober 2009 hob die IV-Stelle die laufende Rente auf das Ende des der Zustellung der 

Verfügung folgenden Monats auf (IV-act. 65).

A.a. 

Im Juni 2012 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 66). Die Klinik C.___ berichtete im Juni 2013 (IV-act. 

111–8 ff.), die Versicherte habe sich von Anfang März bis Mitte Juni 2013 in einer 

stationären psychiatrischen Behandlung befunden. Sie leide an einer abhängigen 

(asthenischen) Persönlichkeitsstörung sowie an einer gemischten Angst- und 

depressiven Störung. Mit einer Verfügung vom 27. Januar 2014 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 

131).

A.b. 

Im Juni 2019 meldete sich die Versicherte ein weiteres Mal zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 132). Die IV-Stelle forderte sie auf (IV-

A.c. 

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act. 136), eine relevante Sachverhaltsveränderung seit dem 27. Januar 2014 glaubhaft 

zu machen. Sie drohte der Versicherten an, dass sie andernfalls nicht auf die 

Neuanmeldung eintreten werde. Im Juli 2019 reichte die Versicherte einen 

psychiatrischen Kurzbericht ein, in dem auf eine Zustandsverschlechterung im April 

2018 hingewiesen und ein Arbeitsfähigkeitsgrad von maximal 30–40 Prozent attestiert 

worden war (IV-act. 139 f.). Im Juli 2019 reichte der Hausarzt der Versicherten diverse 

medizinische Berichte ein (IV-act. 141). Im November 2018 hatte der Rheumatologe Dr. 

med. D.___ berichtet (IV-act. 141–18 f.), die Versicherte leide an einer 

symptomatischen, ausgeprägten Osteoporose. Sie habe sich im September 2017 beim 

Heben einer Giesskanne eine Fraktur des LWK 2 zugezogen. Im September 2019 

notierte Dr. med. E.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), allein schon 

mit dem Hinweis auf die Osteoporose und die Lendenwirbelsäulenfraktur sei eine 

relevante Veränderung des Sachverhaltes glaubhaft gemacht (IV-act. 147). Die 

Psychiaterin Dr. med. F.___ berichtete im April 2020, die Versicherte leide an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig leichten Episode, an einer 

„starken“ Osteoporose, an einem Diabetes mellitus sowie an Rückenschmerzen; eine 

Prognose bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei schwierig, weil sie „sehr“ von den 

krankheitsbedingten und psychosozialen Belastungen abhänge (IV-act. 162). Im 

September 2020 ging der IV-Stelle ein mit „NET Traumatherapie Oktober 2018“ 

betitelter persönlicher Lebenslauf der Versicherten zu, der unter anderem eine 

Schilderung einer im Jugendalter erlittenen Vergewaltigung der Versicherten enthielt 

(IV-act. 167). Im Oktober 2020 berichtete Dr. F.___, der Versicherten sei ein 

Wiedereinstieg in die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem Büro mit einem Pensum von 

drei bis vier Stunden zumutbar (IV-act. 175). Mit einer Mitteilung vom 9. Januar 2021 

wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen mit der 

Begründung ab, da sich die Versicherte nicht arbeitsfähig fühle, seien berufliche 

Massnahmen nicht angezeigt (IV-act. 182).

Im Mai 2021 berichtete Dr. F.___ (IV-act. 187), die Versicherte leide an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig leichten bis mittleren 

Episode, an einer Agoraphobie mit einer Panikstörung, an einer posttraumatischen 

Belastungsstörung, an einem ADS, an einer Osteoporose, an einem Diabetes mellitus 

sowie an Rückenschmerzen. Aktuell sei sie nicht arbeitsfähig. Im Auftrag der IV-Stelle 

A.d. 

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erstattete die Medexperts AG am 18. August 2022 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-

act. 209). Die fallführende internistische Sachverständige hielt fest, aus internistischer 

Sicht befinde sich die Versicherte in einem stabilen Zustand. Allerdings seien dringend 

eine bessere, leitliniengerechte Einstellung des Diabetes mellitus, eine strenge 

Kontrolle der cardio-vasculären Risikofaktoren und eine vermehrte körperliche 

Ertüchtigung zu empfehlen. Aus internistischer Sicht sei wegen des Diabetes mellitus 

eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren: Die Versicherte sollte 

keine Schicht- und Nachtdienste übernehmen und keine Tätigkeiten an 

gefahrerhöhenden Maschinen verrichten; zudem müsse sie genug Zeit für die 

regelmässige Einnahme der Mahlzeiten haben. Der neurologische Sachverständige 

führte aus, der objektive klinische Befund sei bis auf eine Sensibilitätsstörung im 

Versorgungsgebiet des Nervus peronaeus superficialis rechts und eine 

Zehenheberschwäche rechts unauffällig gewesen. Der IRLS (International RLS study 

group ranking scale) habe auf ein schweres restless legs syndrome hingewiesen, das 

aber mit der aktuellen Medikation gut eingestellt sei. Der ESS (Epworth Sleepiness 

Scale) habe keinen Hinweis auf eine erhöhte Tagesmüdigkeit geliefert. Aus rein 

neurologischer Sicht sei keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen. 

Der orthopädische Sachverständige hielt fest, die von der Versicherten bezüglich des 

Bewegungsapparates geklagten Beschwerden seien angesichts der bildgebenden 

Befunde und des (im Gutachten detailliert beschriebenen) klinischen Befundes gut 

nachvollziehbar. Die Versicherte leide an belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich 

der Lendenwirbelsäule, und zwar sowohl im ehemaligen Frakturgebiet des LWK 2 als 

auch im unteren, degenerativ veränderten Abschnitt. Die Schmerzen träten vor allem 

bei Bewegung und Belastung auf. Sie hätten keine neurologischen Ausfälle zur Folge. 

Im Bereich der Halswirbelsäule fänden sich ebenfalls nachweisbare degenerative 

Veränderungen vorwiegend ossärer Art und hauptsächlich auf der Höhe C6/7. Bei 

monotonen Haltungen des Kopfes und bei brüsken Kopfbewegungen verursachten 

diese Veränderungen Schmerzen, aber keine neurologischen Ausfälle. Der Zustand des 

linken, dominanten Handgelenks sei zufriedenstellend. Nur bei stärkeren oder 

repetitiven Belastungen träten Schmerzen auf. Das Krankheitsbild am 

Bewegungsapparat sei gesamthaft als knapp mittelschwer einzuschätzen. 

Leidensadaptierte Tätigkeiten könnten der Versicherten während zweimal drei Stunden 

pro Tag respektive zu 70 Prozent zugemutet werden. Die psychiatrische 

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Sachverständige führte aus, die Stimmung der Versicherten sei eher hyperthym 

gewesen. Bei der Beschreibung einer im Jugendalter erlittenen Vergewaltigung habe 

sich die Stimmung spontan verändert; die Versicherte habe das Gesicht zum Weinen 

verzogen. Sie habe schnell wieder ausgelenkt werden können. Die Stimmung sei 

danach wieder hyperthym gewesen. Manchmal habe die Versicherte ein parathymes 

Lachen gezeigt. Hinweise auf eine aktive oder qualitative Bewusstseinsstörung hätten 

nicht festgestellt werden können. Die Versicherte sei allseits orientiert gewesen. Sie 

habe Schwierigkeiten beim Zusammenbringen von Daten und Fakten gezeigt. Die 

Denkstruktur sei einfach gewesen. Eine Aufmerksamkeitsstörung habe nicht 

vorgelegen. Die subjektiv angegebenen Konzentrationsstörungen hätten nicht 

objektiviert werden können. Die Auffassungsgabe sei unauffällig gewesen. Die 

Verbalisation sei gut gewesen; die Versicherte habe einen Rededrang gezeigt. Die 

Gedankenproduktion sei schnell und kohärent gewesen. Die affektive 

Schwingungsfähigkeit sei gut gewesen. Die Versicherte habe sich gut gelaunt und 

fröhlich präsentiert. Der Antrieb sei leicht gesteigert gewesen. Die Psychomotorik sei 

expressiv gewesen. Von der Persönlichkeitsstruktur her habe sich die Versicherte in 

der Untersuchung unreif, dramatisch, expressiv und emotional gezeigt. Anamnestisch 

sei sie als dependent und unsicher beschrieben worden. Bei der neuropsychologischen 

Testung (vgl. IV-act. 208) hätten sich mittelschwere Hirnfunktionsstörungen im Bereich 

der räumlich-konstruktiven Fähigkeiten und des figuralen Gedächtnisses, leichte bis 

mittelschwere Hirnfunktionsstörungen in der verbalen Lernleistung, in Teilbereichen der 

Aufmerksamkeit und im Arbeitsgedächtnis sowie leichte Hirnfunktionsstörungen im 

verbalen Kurzzeitgedächtnis, in der Gestaltwahrnehmung, in der 

Aktivierungsbereitschaft und in der Impulskontrolle objektivieren lassen. Zudem hätten 

sich Auffälligkeiten in der Zahlenverarbeitung, in der Rechenfähigkeit sowie in der 

Handlungsplanung und Unsicherheiten in der Lesefähigkeit gezeigt. Klinisch seien im 

Rahmen der dreistündigen Testung eine verminderte Belastbarkeit respektive eine 

rasche Ermüdbarkeit aufgefallen. Die Neuropsychologin habe die Authentizität 

beziehungsweise die Validität der Testergebnisse geprüft und bestätigt. Aus 

psychiatrischer Sicht seien die Testergebnisse überzeugend, weshalb entsprechend 

adaptierte Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die räumlich-konstruktiven 

Fähigkeiten, an die Lern- und Gedächtnisleistung und an die Handlungsplanung zu 

empfehlen seien. Aufgrund der Aufmerksamkeitsproblematik sollte die Versicherte 

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nicht über längere Zeit dasselbe tun müssen. Aufgrund der objektivierbaren 

Beeinträchtigungen im Bereich der Aufmerksamkeit benötige die Versicherte 

zusätzliche Pausen; zudem sei sie verlangsamt. Die Arbeitsfähigkeit betrage daher nur 

70 Prozent. Die pneumologische Sachverständige hielt fest, aus pneumologischer Sicht 

könne nur ein restless legs syndrome diagnostiziert werden, das zwar die Schlafqualität 

zeitweise beeinträchtige, sich aber nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Nach der 

Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, die Versicherte leide an einem 

lumbovertebralen Syndrom, an einem chronischen Cervicalsyndrom, an 

Residualbeschwerden am linken, dominanten Handgelenk, an Residualbeschwerden 

am oberen rechten Sprunggelenk, an einer idiopathischen Osteoporose mit Frakturen 

an den Rippen und am LWK 2, an einem Diabetes mellitus Typ 2, an einer einfachen 

Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sowie – ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – 

an einer residuellen Peronaeusläsion rechts, an einer längenabhängigen axonalen 

Polyneuropathie, an einem restless legs syndrome, an einem chronischen 

Nikotinabusus, an Knick-Senk-Spreizfüssen beidseits, an Beschwerden im Bereich des 

rechten Kniegelenks, an Beschwerden am rechten Zeigefinger, an einer rezidivierenden 

depressiven Störung mit einer gegenwärtig leichtgradigen Episode und an psychischen 

und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide bei einem schädlichen Gebrauch. Als 

Hilfsarbeiterin sei sie zu 70 Prozent arbeitsfähig. Eine leidensadaptierte Tätigkeit müsse 

die folgenden Kriterien erfüllen: Wechselbelastend, körperlich leicht, nur gelegentliches 

Heben oder Tragen von Lasten über drei Kilogramm, keine Zwangspositionen der 

Wirbelsäule und des linken Handgelenks, keine Inklinations-, Reklinations- oder 

Rotationsbewegungen der Wirbelsäule, keine repetitiven Bewegungen im linken 

Handgelenk, nur gelegentliches Absolvieren von längeren Gehstrecken und nur 

gelegentliches Überwinden von Höhendifferenzen wie Treppen, Leitern oder Gerüste. 

Der RAD-Arzt Dr. E.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 211).

Mit einem Vorbescheid vom 12. Oktober 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 218). Dagegen liess die Versicherte am 17. 

November 2022 einwenden (IV-act. 227), aufgrund der von den Sachverständigen der 

Medexperts AG diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigungen ergebe sich ein 

„geradezu skurriles Anforderungsprofil“ an eine leidensadaptierte Tätigkeit. Wenn die 

A.e. 

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B.  

Versicherte nicht mehr als drei Kilogramm heben und tragen dürfe, könne sie 

beispielsweise nicht einmal einen Bundesordner heben oder tragen. Der 

Arbeitsfähigkeitsgrad sei viel zu hoch angesetzt. Die Verwertung einer allfälligen 

Restarbeitsfähigkeit sei unrealistisch. Die Versicherte sei keine Hilfsarbeiterin, weshalb 

für die Ermittlung des Valideneinkommens nicht vom statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne ausgegangen werden dürfe. Zudem müsse ein „Leidensabzug“ 

von 25 Prozent gewährt werden. Mit einer Verfügung vom 6. Dezember 2022 wies die 

IV-Stelle das Rentenbegehren aufgrund eines nicht rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades von 30 Prozent ab (IV-act. 230).

Am 23. Januar 2023 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Dezember 2022 erheben (act. G 1). Sie 

liess die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zusprache einer ganzen Rente, 

eventualiter die Zusprache einer halben Rente und subeventualiter die Zusprache einer 

Rente „auf der Basis eines IV-Grades von mindestens 45 Prozent“ beantragen. Zur 

Begründung liess sie ausführen, das von den Sachverständigen der Medexperts AG 

definierte Anforderungsprofil sei „geradezu skurril“. Dass die Beschwerdeführerin zu 70 

Prozent arbeitsfähig sein solle, sei „im höchsten Mass unglaubwürdig“. Die 

Restarbeitsfähigkeit sei realistischerweise nicht verwertbar. Das Valideneinkommen sei 

zu tief angesetzt. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades müsse ein „Leidensabzug“ 

von 25 Prozent berücksichtigt werden. Die Beschwerdeführerin liess ein Schreiben von 

Dr. F.___ vom 19. Januar 2023, mit dem diese sie zu einer stationären Behandlung 

zugewiesen hatte (act. G 1.5), sowie eine Zwischenverfügung des 

Strassenverkehrsamtes einreichen, mit der eine verkehrsmedizinische Untersuchung 

angeordnet worden war (act. G 1.7).

B.a. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 8. März 2023 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie an, das 

Gutachten der Medexperts AG sei in jeder Hinsicht überzeugend. Auf dem allgemeinen 

und ausgeglichenen Arbeitsmarkt existierten zahlreiche Arbeitsstellen, die dem von den 

Sachverständigen definierten Anforderungsprofil genügten. Die Beschwerdeführerin sei 

nur wenige Jahre im erlernten Beruf tätig gewesen. Sie müsse als eine Hilfsarbeiterin 

B.b. 

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Erwägungen

1.  

2.  

qualifiziert werden. Ein „Leidensabzug“ sei nicht vorzunehmen, weil ansonsten die 

reduzierte Arbeitsfähigkeit „doppelt“ berücksichtigt würde.

Am 9. März 2023 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege 

bewilligt (act. G 4).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin liess am 15. Mai 2023 an ihren Anträgen festhalten 

(act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

B.d. 

Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der 

angefochtenen Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem 

des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat sich nach 

der Abweisung des Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen am 9. 

Januar 2021 auf die Prüfung eines im Juni 2019 eingereichten Rentenbegehrens und 

damit auf die Frage beschränkt, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2019 

(vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat.

1.1. 

Bei der im Juni 2019 eingereichten Anmeldung hat es sich um eine sogenannte 

Neuanmeldung gehandelt, weshalb das Eintreten darauf gemäss dem Art. 87 Abs. 3 

IVV das Glaubhaftmachen einer relevanten Sachverhaltsveränderung seit der 

Abweisung des letzten Rentenbegehrens vorausgesetzt hat. Diese Hürde ist mit dem 

ärztlich dokumentierten Bruch an der Lendenwirbelsäule im September 2017 bei einer 

ausgeprägten Osteoporose gemeistert worden. Die Beschwerdegegnerin ist zu Recht 

auf die Neuanmeldung eingetreten.

1.2. 

Eine versicherte Person, die ihre Arbeitsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während mindestens einem Jahr ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

2.1. 

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Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

Die Beschwerdeführerin hat eine Berufsausbildung zur Coiffeuse absolviert. Sie hat 

den erlernten Beruf allerdings nur kurz ausgeübt und anschliessend verschiedene 

Hilfsarbeiten verrichtet. Gegenüber den Sachverständigen der Medexperts AG hat sie 

angegeben, sie habe den erlernten Beruf als Coiffeuse nicht länger ausüben können, 

da sie schon bald nach dem Abschluss der Ausbildung an einem immer stärker 

werdenden Ekzem der Hände gelitten habe. Diese Begründung ist plausibel und 

angesichts der von allen Sachverständigen betonten und objektivierten Authentizität 

der Angaben der Beschwerdeführerin glaubwürdig. Selbst wenn die 

Beschwerdeführerin ihre erlernte Tätigkeit nicht gesundheitsbedingt, sondern aus 

anderen Gründen aufgegeben hätte, änderte dies nichts daran, dass sie über einen 

Berufsabschluss verfügt und im hypothetischen „Gesundheitsfall“ nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung jederzeit problemlos wieder als Coiffeuse arbeiten 

könnte, da sich diese Tätigkeit in den Jahren, in denen die Beschwerdeführerin nicht 

mehr im erlernten Beruf gearbeitet hat, nach der allgemeinen Lebenserfahrung nicht 

grundlegend verändert hat. Als Valideneinkommen müsste an sich also jener Lohn 

herangezogen werden, den eine ausgebildete Coiffeuse erzielen könnte. Nun ist aber 

gemäss der auf der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik 

basierenden Tabelle A1 der statistische Zentralwert jener Löhne, den Frauen im 

Kompetenzniveau 2 in der Branche 96 (sonstige persönliche Dienstleistungen) erzielt 

haben, tiefer als der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne gewesen, was 

der allgemeinen Erfahrungstatsache entspricht, dass es sich beim Coiffeurgewerbe um 

eine Tieflohnbranche handelt. Die Beschwerdeführerin hätte im hypothetischen 

„Gesundheitsfall“ als ausgebildete Coiffeuse also nur ein tieferes Erwerbseinkommen 

als den statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne erzielen können. Deshalb 

wäre es nicht nur (überwiegend wahrscheinlich) aus gesundheitlichen, sondern auch 

aus ökonomischen Gründen sinnvoll gewesen, schon kurz nach dem 

Ausbildungsabschluss in eine besser entlöhnte Hilfsarbeit zu wechseln. Die 

Validenkarriere besteht folglich in einer Tätigkeit als Hilfsarbeiterin, weshalb das 

Valideneinkommen dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne 

entspricht.

2.2. 

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Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

ausschlaggebend, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht 

noch in welchem Umfang zumutbar sind. Zur Beantwortung dieser Frage hat die 

Beschwerdegegnerin ein polydisziplinäres Gutachten bei der Medexperts AG eingeholt. 

Die Sachverständigen haben die Beschwerdeführerin umfassend internistisch, 

neurologisch, orthopädisch, psychiatrisch, neuropsychologisch und pneumologisch 

untersucht und sie haben die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Nichts 

deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche Tatsache übersehen oder ignoriert hätten. 

Die Beschwerdeführerin hat denn auch eingeräumt, dass das Gutachten ihren 

Gesundheitszustand grundsätzlich korrekt widerspiegle. In internistischer, 

neurologischer und pneumologischer Hinsicht haben keine relevanten objektiven 

klinischen Befunde erhoben werden können, weshalb die Schlussfolgerungen in den 

entsprechenden Teilgutachten, die Beschwerdeführerin sei (jeweils rein aus der Sicht 

der einzelnen Fachdisziplin betrachtet) uneingeschränkt arbeitsfähig, überzeugen. Der 

orthopädische Sachverständige hat überzeugend aufgezeigt, dass einerseits die durch 

die ausgeprägte Osteoporose verursachten Frakturen, die in Fehlstellung verheilt seien, 

und andererseits die durch die verschiedenen degenerativen Veränderungen 

verursachten Schmerzen die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin qualitativ (also 

das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten einengend) und quantitativ (den 

Arbeitsfähigkeitsgrad betreffend) einschränkten. Zwar fehlt im orthopädischen 

Teilgutachten eine Begründung für das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent, 

aber das schadet nicht, denn in der Konsensbesprechung haben die Sachverständigen 

keine Veranlassung gehabt, die Arbeitsunfähigkeitsgrade aus orthopädischer und aus 

psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht ganz oder teilweise zu addieren. Das kann 

nur so interpretiert werden, dass die aus neuropsychologischer und psychiatrischer 

Sicht erforderlichen zusätzlichen Pausen gleichzeitig auch der aus orthopädischer Sicht 

notwendigen Erholung dienen können, was (zumindest nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung) durchaus einleuchtet. Nicht ganz nachvollziehbar ist dagegen 

(wiederum notwendigerweise aus der Sicht eines medizinischen Laien), wie sich das 

orthopädische Arbeitsunfähigkeitsattest auch bezüglich der Verlangsamung mit dem 

Arbeitsunfähigkeitsattest aus neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht decken 

könnte, denn einerseits leuchtet nicht ohne weiteres ein, dass die orthopädischen 

Beschwerden zu einer Verlangsamung führen sollen, und andererseits ist es wenig 

plausibel, dass sich eine allfällige Verlangsamung aus orthopädischen Gründen mit der 

Verlangsamung aus neuropsychologischen und psychiatrischen Gründen decken 

sollte. An sich hätte es nahegelegen, eine Begründung für das Arbeitsunfähigkeitsattest 

des orthopädischen Sachverständigen sowie eine begründete Stellungnahme zur 

„Nicht-Addition“ der Arbeitsunfähigkeitsatteste aus orthopädischer und aus 

2.3. 

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neuropsychologisch-psychiatrischer Sicht einzuholen. Diese „Verbesserung“ des 

Gutachtens hätte allerdings lediglich die „Begründungsdichte“ des Gutachtens erhöht, 

aber nichts daran geändert, dass der angegebene Grad der Arbeitsunfähigkeit (30%) 

bereits überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen ist. Aus der Konsensbeurteilung 

geht nämlich klar hervor, dass die Sachverständigen die Auffassung vertreten haben, 

das Attest einer die aus neuropsychologischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit von 

30 Prozent übersteigenden Teil-Arbeitsunfähigkeit aus orthopädischen Gründen lasse 

sich nicht rechtfertigen. Aus der Sicht eines medizinischen Laien ist denn auch nicht 

einzusehen, welche Einschränkungen aus orthopädischer Sicht eine zusätzliche Teil-

Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen könnten, da der orthopädische Sachverständige 

festgehalten hat, die Versicherte müsse bei leidensadaptierten Aktivitäten lediglich das 

gesteigerte Frakturrisiko berücksichtigen. Massgebend für die quantitative 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ist gemäss der Konsensbeurteilung also das – von der 

psychiatrischen Sachverständigen ausdrücklich als überzeugend qualifizierte (vgl. IV-

act. 209–62 und 209–70) – Arbeitsunfähigkeitsattest der neuropsychologischen 

Sachverständigen, das überzeugend mit einer Verlangsamung und einem zusätzlichen 

Pausenbedarf aufgrund der objektivierten und beobachteten Schwierigkeiten im 

Bereich der Aufmerksamkeit – „selektive Aufmerksamkeit, verminderte Belastbarkeit 

beziehungsweise rasche Ermüdbarkeit“ (IV-act. 209–11) – begründet worden ist. Die 

Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, nur schon aufgrund der langen Diagnoseliste 

und des sehr eingegrenzten Anforderungsprofils an eine leidensadaptierte Tätigkeit 

könne der Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent nicht überzeugen. Der 

Arbeitsfähigkeitsgrad ergibt sich aber weder aus der Diagnoseliste noch aus dem 

Anforderungsprofil für eine leidensadaptierte Tätigkeit, sondern aus den objektiven 

klinischen Befunden, die sich hier zumindest für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit 

nicht massiv auf das zumutbare Pensum auswirken können, wie die Sachverständigen 

der Medexperts AG überzeugend aufgezeigt haben. Das Anforderungsprofil schränkt 

nur das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten ein, hat aber auf den 

Arbeitsfähigkeitsgrad für eine dem Anforderungsprofil entsprechende, also ideal 

leidensadaptierte Tätigkeit keinen Einfluss. Die mit der Beschwerde eingereichten 

Akten wecken ebenfalls keinen Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens. Ein 

allfälliges Attest einer Fahruntauglichkeit hat nichts mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

zu tun. Die Zuweisung zu einer stationären Behandlung ist erst nach der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung erfolgt und enthält keinen Hinweis auf eine vor der 

Verfügungseröffnung eingetretene, objektiv klinisch ausgewiesene Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin. Zusammenfassend ist kein Grund 

ersichtlich, der gegen ein Abstellen auf den von den Sachverständigen sorgfältig 

hergeleiteten und – notwendigerweise aus der Sicht eines medizinischen Laien – 

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überzeugend begründeten Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent für eine ideal 

leidensadaptierte Tätigkeit sprechen würde. Gestützt auf das Gutachten der 

Medexperts AG steht also mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin im hier massgebenden Zeitraum 

ab Dezember 2019 zu 70 Prozent arbeitsfähig gewesen ist.

Das von den Sachverständigen der Medexperts definierte Anforderungsprofil an 

eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit ist zwar tatsächlich sehr einschränkend, schliesst 

aber eine realistische Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem 

invalidenversicherungsrechtlich massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht aus. 

Der massgebende allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt enthält nämlich eine 

Vielzahl von Stellen, die wechselbelastend und körperlich nur leicht belastend sind und 

die nur tiefe Anforderungen an die kognitive Leistungsfähigkeit stellen. Allerdings muss 

davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit nicht 

mit demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine gesunde, im selben 

Pensum tätige Person. Ein strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender, also 

keinen Soziallohn ausrichtender Arbeitgeber wird ihr nämlich keinen durchschnittlichen, 

sondern nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen, um seinen aus der 

Anstellung der Beschwerdeführerin resultierenden „Arbeitsmehrwert“ – die Differenz 

zwischen dem ökonomischen Wert der Arbeitsleistung und den direkten und indirekten 

Lohn- und Lohnnebenkosten – auf einen durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. Die 

Beschwerdeführerin kann nur einen unterdurchschnittlichen ökonomischen Mehrwert 

generieren, da die indirekten Lohnkosten und die Lohnnebenkosten 

überdurchschnittlich hoch sind, sodass für den Arbeitgeber nur ein 

unterdurchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“ resultiert. Ein strikt betriebswirtschaftlich 

operierender, also ganz bewusst keinen Soziallohn ausrichtender Arbeitgeber wird das 

nicht hinnehmen, sondern diese „Einbusse“ auf die Beschwerdeführerin überwälzen, 

indem er ihr nur einen unterdurchschnittlichen Lohn bezahlt, sodass für ihn im Ergebnis 

ein durchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“ resultiert. Ein potentieller Arbeitgeber müsste 

bei einer Beschäftigung der Beschwerdeführerin unter anderem in Kauf nehmen, dass 

die Beschwerdeführerin nicht so flexibel wie eine gesunde, in einem Pensum von 

mindestens 70 Prozent tätige Arbeitnehmerin eingesetzt werden könnte, weil sie nur 

ideal leidensadaptierte Tätigkeiten ausführen und weil sie keine Mehr- oder 

Überstunden leisten könnte, weil das zumutbare Pensum von (mindestens) 70 Prozent 

das Maximum dessen darstellen würde, was sie zu leisten in der Lage ist, weil die 

Beschwerdeführerin ihren Arbeitsplatz den ganzen Tag besetzen, aber nur zu 

mindestens 70 Prozent mit der Erzielung eines ökonomischen Mehrwertes „auslasten“ 

würde, weil der Arbeitgeber das Risiko überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen der 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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St.Galler Gerichte

3.  

Dieser Verfahrensausgang gilt hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen als 

ein vollständiges Obsiegen der Beschwerdeführerin. Die angesichts des 

durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden 

Gerichtskosten sind folglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die 

Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

Beschwerdeführerin (insbesondere infolge von wegen der Osteoporose gehäuft und 

bereits bei Bagatellunfällen zu erwartenden Frakturen) lohnkostenmässig abdecken 

müsste und weil insbesondere die Beeinträchtigung der selektiven Aufmerksamkeit, die 

verminderte Belastbarkeit bzw. die rasche Ermüdbarkeit zu einer überdurchschnittlich 

stark schwankenden Leistungsfähigkeit führen und zudem eine besonders hohe 

Rücksichtnahme gegenüber der Beschwerdeführerin erfordern würde, was 

überdurchschnittlich hohe betriebliche Mehrkosten verursachen würde, die bei der 

Lohnfestsetzung einzukalkulieren wären. Zudem müsste ein Arbeitgeber die 

Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin, neue sprachliche Informationen aufzunehmen 

und längerfristig zu behalten sowie die Notwendigkeit, sich jeweils auf eine einzige 

Aufgabe konzentrieren zu können, einkalkulieren. Aufgrund der im Gutachten 

beschriebenen Adaptionskriterien stehen der Beschwerdeführerin nur noch 

Arbeitsstellen offen, für die gewöhnlich unterdurchschnittliche, also unter dem 

Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne liegende Löhne bezahlt werden. Nach der 

ständigen Praxis der Abteilung II des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen 

rechtfertigen diese Einschränkungen einen besonders hohen zusätzlichen Abzug von 

15 Prozent.

Da sowohl das Valideneinkommen als auch der Ausgangswert des 

zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne entsprechen, kann der Betrag bei der Berechnung des 

Invaliditätsgrades mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad kann also 

anhand eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet werden, das heisst er 

entspricht dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um den dem sogenannten 

Tabellenlohnabzug analogen Abzug. Folglich beträgt der Invaliditätsgrad hier 40,5 

Prozent (= 100% – 85% × 70%). Das bedeutet, dass die Beschwerdeführerin einen 

Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Da das sogenannte Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 

lit. b IVG im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns sechs Monate nach der im 

Juni 2019 erfolgten Neuanmeldung bereits längst abgelaufen gewesen ist, ist die Rente 

mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2019 zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung 

der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als für einen „IV-Rentenfall“ 

durchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die Entschädigung praxisgemäss auf 4’000 

Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2019 einen 

Anspruch auf eine Viertelsrente hat; die Sache wird zur Festsetzung der Rentenbeträge 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit 4’000 Franken zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.08.2023
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines polydisziplinären Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. August 2023, IV 2023/15).

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		2025-07-19T00:49:06+0200
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