# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 469485db-30a7-563e-9163-d8283f0da850
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.06.2008 C-6237/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6237-2007_2008-06-26.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6237/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  J u n i  2 0 0 8  

Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richter Blaise Vuille, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiberin Evelyne Sturm.

1. X._______, 
vertreten durch Heinz G. Brunner, 
Rechtsberatung und Treuhandpraxis, 
2. Y._______, 
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
A._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6237/2007

Sachverhalt:

A.
Die  aus  Sri  Lanka  stammende A._______  (geboren  am  [...]  1975, 
nachfolgend:  Gesuchstellerin)  ersuchte  am  18. Juli  2007  bei  der 
Schweizerischen Botschaft in Colombo um eine Einreisebewilligung für 
einen dreimonatigen Aufenthalt, um ihre im Kanton Aargau wohnhafte 
Schwester  besuchen  sowie  einige  Tage  mit  einer  Bekannten 
verbringen  zu  können.  Die  Auslandvertretung  verweigerte  das 
beantragte Visum vorerst formlos und übermittelte anschliessend das 
Gesuch der Vorinstanz zum formellen Entscheid. 

B.
Nachdem die Vorinstanz beim Migrationsamt des Kantons Aargau er-
gänzende Auskünfte eingeholt hatte, lehnte sie das Einreisebegehren 
mit Verfügung vom 29. August 2007 ab. Zur Begründung wurde im We-
sentlichen ausgeführt, infolge der wirtschaftlichen und soziokulturellen 
Umstände in  der  Herkunftsregion,  aber  auch unter  Berücksichtigung 
der  persönlichen  Verhältnisse  könne  die  anstandslose  und  frist-
gerechte Wiederausreise nicht als gesichert betrachtet werden. 

C.
Mit Beschwerde vom 17. September 2007 beantragt die Schwester der 
Gesuchstellerin,  X._______ (nachfolgend:  Beschwerdeführerin 1), 
sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die 
Erteilung des Besuchervisums. Der Rechtsvertreter der Beschwerde-
führerin 1  macht  hauptsächlich  geltend,  seine  Mandantin  habe  zu-
sammen mit Y._______ eine ordnungsgemässe Einladung verfasst und 
eingereicht.  Beide  Personen  seien  unbescholtene  Bürgerinnen. 
Ausserdem stünde seine Mandantin in einem langjährigen Arbeitsver-
hältnis und sichere die termingerechte Rückkehr ihrer Schwester zu. 
Zudem sei die Gesuchstellerin in Sri  Lanka bei  einem angesehenen 
Reisebüro tätig. Der Arbeitgeber sei bereit, sie für drei Monate zu be-
urlauben, und bestätige, dass die Gesuchstellerin die Stelle auch nach 
ihrer  Rückkehr  innehaben  könne.  Überdies  seien  die  Eltern  der 
Gesuchstellerin im Jahr 2005 für 2 ½ Monate in der Schweiz gewesen. 
Ferner  seien  die  in  der  Ablehnung  gemachten  Verallgemeinerungen 
betreffend  Feriengästen  aus  Sri  Lanka  sowohl  touristenfeindlich  als 
auch diskriminierend und nach internationalem Recht  nicht  statthaft. 
Schliesslich  verweist  der  Rechtsvertreter  auf  verschiedene,  im 
vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Unterlagen.

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D.
Mit Eingabe vom 19. September 2007 reichte Y.______ (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin 2)  unter  Mitunterzeichnung  von  X.______ beim 
BFM  ebenfalls  Beschwerde  ein  mit  der  Begründung,  die  Gesuch-
stellerin gehöre der Bevölkerungsgruppe der Singhalesen an und lebe 
im Westen Sri Lankas. Sie habe daher keinen politischen Grund, ihren 
Aufenthalt in der Schweiz zu verlängern. Ausserdem verfüge sie über 
eine feste Arbeit und ein geregeltes Einkommen. Sie sei mit ihrer Ar-
beit zufrieden und habe kein Interesse in der Schweiz zu bleiben; eine 
gleichwertige Arbeit  wäre ihr hier ohnehin nicht möglich. Schliesslich 
lebe die Gesuchstellerin bei ihren Eltern, die je länger je mehr auf ihre 
Unterstützung angewiesen seien,  zumal  sie  das einzig im Land ver-
bliebene Kind sei.

E.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 23. Oktober  2007 beantragt  die  Vorin-
stanz die Abweisung der  Beschwerde und führt  unter  anderem aus, 
die Gesuchstellerin würde im Heimatland über keine zwingenden fa-
miliären oder gesellschaftlichen Verpflichtungen verfügen. Ausserdem 
seien  auch  die  Auslandvertretung  und  die  kantonale  Ausländerbe-
hörde zum Schluss  gekommen,  die  fristgerechte Wiederausreise  sei 
nicht hinreichend garantiert.

F.
Dagegen  bringt  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin 1  mit 
Replik vom 27. November 2007 erneut vor, die Ablehnung basiere nur 
auf Vermutungen und Verallgemeinerungen. Die Gesuchstellerin würde 
zusammen mit  ihren  betagten Eltern  ein  schönes  Anwesen nördlich 
von  Colombo  bewohnen.  Es  bestünden  keine  Gründe  für  die  An-
nahme, die Gesuchstellerin könnte in der Schweiz ein Asylgesuch ein-
reichen. In Ergänzung der Replik legte der Rechtsvertreter zwei Re-
ferenzschreiben, Auszüge aus den Pässen der Eltern, eine weitere Be-
stätigung  des  Arbeitgebers  sowie  Fotos  bei,  mit  dem  Hinweis,  es 
handle sich dabei um Bilder des Anwesens der Eltern. Die Beschwer-
deführerin 2 liess die Frist zur Stellungnahme unbenutzt verstreichen.

G.
Am  14. Februar  2007  zog  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Akten 
des Kantons Aargau bei. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig be-
urteilt  werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts  an-
deres bestimmt. 

1.3 Beide  Beschwerdeführerinnen  haben  sich  am  vorinstanzlichen 
Verfahren  beteiligt  (Beschwerdeführerin 2  mit  Einladungsschreiben 
vom  15. Juni  2007),  sind  von  der  angefochtenen  Verfügung  berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-
derung. Auf die frist- und formgerecht eingereichten Beschwerden ist 
deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die  dazugehörigen  Ausführungsverordnungen  in  Kraft  (u.a.  die  Ver-
ordnung vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt jedoch auf Ge-
suche, die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das 
bisherige  Recht  anwendbar. Die  Beurteilung erfolgt  vorliegend somit 
nach dem damals geltenden Bundesgesetz vom 26. März 1931 über 
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum 
vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) und 
der  Verordnung  vom 14. Januar  1998  über  die  Einreise  und  Anmel-
dung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum 
vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

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3.
3.1 Ausländer  und  Ausländerinnen  sind  zur  Anwesenheit  in  der 
Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung  besitzen oder  keiner  solchen  bedürfen (Art. 1a  aANAG). 
Gewisse Gruppen von ihnen benötigen für die Einreise in die Schweiz 
ein Visum (vgl. Art. 3 ff. aVEA). 

3.2 Für die Erteilung von Einreisevisa ist das BFM zuständig (Art. 18 
aVEA), welches im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Ver-
träge mit dem Ausland nach freiem Ermessen entscheidet (Art. 4 und 
Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 aVEA). Das schweizerische Recht räumt 
somit weder einen Anspruch auf Einreise noch auf Erteilung eines Vi-
sums  ein  (vgl.  PETER UEBERSAX,  Einreise  und  Anwesenheit  in:  Peter 
Uebersax/Peter Münch/Thomas Geiser/Martin Arnold (Hrsg.), Auslän-
derrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privat-
recht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/ München 
2002, S. 143). Dem behördlichen Ermessen steht deshalb im Falle der 
Erteilung  einer  Einreisebewilligung  ein  weiterer  Spielraum  offen  als 
beispielsweise bei der Verlängerung einer allmählich den Vertrauens-
schutz verfestigenden Anwesenheitserlaubnis. Dies gilt namentlich für 
die Beurteilung von Einreisegesuchen für touristische Aufenthalte von 
bis zu drei Monaten, die bewilligungsfrei sind, aber der Visumspflicht 
unterliegen  (vgl.  Art.  2  Abs.  1  aANAG  i.V.m.  den  nachstehenden 
Visumsbestimmungen).

3.3 Das Visum wird verweigert,  wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder die Einreisevoraussetzungen nach Art. 1 aVEA nicht erfüllt (vgl. 
Art. 14 Abs. 1 aVEA). So müssen Personen, die in die Schweiz reisen 
möchten, unter anderem Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wieder 
ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

3.4 Die  Gesuchstellerin  kann  sich  auf  keine Ausnahmeregelung be-
rufen  und  unterliegt  aufgrund  ihrer  Nationalität  den  Visumsbe-
stimmungen (vgl. Art. 1-5 aVEA). Zur Prüfung des Kriteriums der ge-
sicherten  Wiederausreise  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt 
werden.  Dazu  lassen  sich  in  der  Regel  keine  gesicherten  Fest-
stellungen, sondern lediglich Voraussagen machen. Dabei sind sämt-
liche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. 

4.
4.1 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können  sich  aus  der  allgemeinen  Lage  im  Herkunftsland  der  Be-

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sucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bür-
gerinnen und Bürgern  aus Staaten bzw. Regionen mit  politisch oder 
wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhältnissen  können 
darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreise-
bewilligung im Einklang steht. Insofern ergibt sich die Berücksichtigung 
der allgemeinen Lage im Herkunftsland implizit aus Art. 1 Abs. 2 Bst. c 
aVEA. Hinsichtlich der Rüge der Pauschalisierung ist der Beschwerde-
führerin 1 zwar insoweit zuzustimmen, als es zu schematisch und nicht 
haltbar  wäre,  generell  und  ohne  spezifische  Anhaltspunkte  aus-
schliesslich aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland auf eine 
nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Es gilt so-
mit, über die Situation im Herkunftsland hinaus, ebenfalls die weiteren 
Umstände des Einzelfalls  zu  würdigen. Inwiefern  jedoch die Berück-
sichtigung der Lage im Herkunftsland gemäss internationalem Recht 
nicht statthaft wäre, wie von der Beschwerdeführerin 1 behauptet, ist 
nicht ersichtlich. Die Rüge erweist sich als nicht begründet. 

4.2 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4% gewachsen. Das 
Pro-Kopf-Einkommen  betrug  fast  1'350  US-Dollar,  das  Bruttoinland-
produkt  (BIP)  27  Mrd.  US-Dollar.  Ein  Problem  für  die  weitere  wirt-
schaftliche Entwicklung ist zunehmend die Inflation, die 2007 mit einer 
Jahresrate  von  deutlich  über  15%  nicht  unter  Kontrolle  gebracht 
werden konnte. Die Arbeitslosigkeit beträgt seit längerer Zeit ungefähr 
7%. Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist allerdings grosse 
regionale  Unterschiede  auf.  Wirtschaftliches  Zentrum  ist  die  Region 
rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung 
erbringt.  Die  grundsätzlich  ermutigenden  wirtschaftlichen  Ent-
wicklungen können allerdings nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, 
dass nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von vergleichsweise 
schwierigen  ökonomischen  und  sozialen  Lebensbedingungen  be-
troffen  sind. Darüber  hinaus hat  sich  die  Sicherheitslage  im ganzen 
Land seit Ende 2006 wieder verschlechtert, nachdem erneut Kämpfe 
zwischen dem  Militär und der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 
ausgebrochen  sind. Davon  besonders  betroffen  sind  der  Osten  und 
Norden  Sri  Lankas.  Entgegen  den  Vorbringen  der  Beschwerde-
führerin 2 kommen Anschläge jedoch auch vermehrt in der Hauptstadt 
Colombo vor. Zudem hat die Regierung im Januar 2008 das Waffen-
stillstandsabkommen  mit  der  LTTE  gekündigt,  was  gemäss  Ein-
schätzungen des Eidgenössischen Departements für Auswärtige An-
gelegenheiten (EDA) eine Zunahme von Gewaltakten im ganzen Land 

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nach sich ziehen könnte (vgl. Quellen: Länder- und Reiseinformationen 
auf  der  Website  des  Auswärtigen  Amtes,  www.auswaertiges-amt.de, 
Stand: Januar 2008, besucht am 16. Mai 2008; Reisehinweise auf der 
Website  des  EDA,  www.eda.admin.ch,  Stand:  7.  Februar  2008, 
besucht  am  16. Mai  2008).  Von  der  allgemeinen  Gewalt  und  dem 
bewaffneten  Konflikt  sind  denn  auch  alle  drei  ethnischen 
Gruppen - Singhalesen,  Muslime  und  Tamilien - betroffen  (vgl.  BVGE 
E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 E. 7.2.3).

4.3 Vor diesem Hintergrund ist  ungeachtet des Umstandes, dass die 
Gesuchstellerin Singhalesin ist, die Beurteilung der Vorinstanz, die das 
Risiko einer nicht  fristgerechten Wiederausreise als  relativ hoch ein-
schätzte, nicht  zu beanstanden. Wie unter  Erwägung 4.1 ausgeführt, 
entbindet  dies  jedoch  die  Vorinstanz  nicht  von  einer  einzelfall-
bezogenen  Beurteilung.  Namentlich  können  berufliche,  gesellschaft-
liche oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer anstandslosen 
Wiederausreise begünstigen.

5.
5.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 32-jährige, ledige 
Frau,  die  gemäss  Angaben  der  Beschwerdeführerinnen  im  gemein-
samen Haushalt mit ihren Eltern im Westen Sri Lankas lebt. In diesem 
Zusammenhang  macht  die  Beschwerdeführerin 2  geltend,  die  Eltern 
der Gesuchstellerin seien aufgrund ihres Alters je länger je mehr auf 
die  Unterstützung  des  einzigen  im  Land  verbliebenen  Kindes  ange-
wiesen. Gemäss den eingereichten Passkopien sind die Eltern 64 und 
72 Jahre alt. Deren Alter und der Umstand, dass die Gesuchstellerin 
mit ihren Eltern in einem gemeinsamen Haushalt lebt, sprechen somit 
durchaus für einen familiären Bezug zum Heimatland. Auch ist die Ge-
suchstellerin  inzwischen in  einem Alter,  wo der  Wunsch,  die Heimat 
und das Elternhaus zu verlassen und an einem anderen Ort ein neues 
Leben anzufangen,  nicht  mehr  so gross sein  dürfte. Zwar  lässt  sich 
aus  dem Vorbringen  der  Beschwerdeführerin 2  nicht  schliessen,  der 
Gesuchstellerin würden zwingende familiäre Verpflichtungen obliegen. 
Soweit die Vorinstanz dies als Indiz für eine nicht gesicherte Wieder-
ausreise erachtet, verkennt sie jedoch, dass die gesamten Umstände 
des Einzelfalls zu würdigen sind (vgl. Erwägung 4.3). So können denn 
auch  andere  Gründe  als  zwingende  familiäre  oder  gesellschaftliche 
Verpflichtungen für einer fristgemässe Wiederausreise sprechen.

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5.2 Die  Beschwerdeführerin 1  führt  dazu  die  soziale  Stellung  der 
Familie an. In diesem Zusammenhang reichte sie zusammen mit ihrer 
Replik neun Fotos ein mit dem Hinweis, es handle sich dabei um Ab-
bildungen des Anwesens der Eltern. Zwar lässt sich aufgrund der Bil-
der, die Innenräume und Aussenfassade eines Hauses zeigen, keine 
unmittelbare  Aussage  zur  sozialen  Stellung  der  Gesuchstellerin 
treffen.  Indessen  geht  aus  den  ebenfalls  beigelegten  Referenz-
schreiben von B._______ vom November 2007 und von Y._______ und 
C._______ vom 12. November 2007 hervor, dass die Gesuchstellerin 
und ihre Eltern wiederholt Gäste aus der Schweiz beherbergt haben. 
B._______  und  C.______  bestätigten  ausserdem,  dass  die 
Gesuchstellerin  während  ihren  Ferienaufenthalten  in  Sri  Lanka  in 
einem  Reisebüro  tätig  gewesen  sei.  Dazu  fügen  die 
Beschwerdeführerinnen  an,  die  Gesuchstellerin  habe  eine  feste  An-
stellung als „travel executive“ bei einem Reisebüro in P._______, wo 
sie bereits seit 2002 angestellt sei. Dabei verdient die Gesuchstellerin 
gemäss  der  im  vorinstanzlichen  Verfahren  beigebrachten 
Bestätigungen des Arbeitgebers vom 29. Juni 2007 monatlich 20'520 
Sri-Lanka-Rupien, was einem jährlichen Verdienst von ca. 2'280 USD 
entspricht. Zudem bestätigt der Arbeitgeber, die Gesuchstellerin könne 
nach ihrer Rückkehr ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Entgegen dem 
Vorbringen  der  Beschwerdeführerin 2  wird  zwar  das  Risiko  einer 
Emigration nicht bereits dadurch verringert,  dass die Gesuchstellerin 
in der Schweiz keine gleichwertige Arbeit finden könnte. Aufgrund des 
Lohngefälles zwischen der Schweiz und Sri Lanka kann erfahrungsge-
mäss selbst eine für einheimische Verhältnisse gut entlöhnte Tätigkeit 
nicht nachhaltig davon abhalten, das Land dauerhaft zu verlassen (Ur-
teil des Bundesgerichts C-4178/2007 vom 31. Oktober 2007 E. 3.5.3). 
Die Gesuchstellerin verfügt jedoch nicht nur über ein überdurchschnitt-
liches Einkommen (vgl. Erwägung 4.2),  sondern weist auch mit  ihrer 
mehrjährigen Erwerbstätigkeit  eine berufliche Stabilität  auf,  was sich 
auch darin  zeigt,  dass  sie  sich  mehrmals  beruflich  weiterbildete,  so 
gemäss  den  im  Beschwerdeverfahren  eingereichten  Bestätigungen 
letztmals  im  April  2006  (vgl.  Bestätigungen  des  [...]  zum  Kurs  Air 
Faires  &  Ticketing  Stages  1  und  2,  Bestätigung  von  [...]  zum  Kurs 
Advanced Fares and Ticketing [BSP]). Sie verfügt daher durchaus über 
eine massgebende berufliche Verankerung in ihrem Heimatland, zumal 
die  Gesuchstellerin  in  der  West-  bzw.  Nordwestprovinz  Sri  Lankas 
wohnt  und  arbeitet,  womit  sie  nicht  im  gleichen  Masse  von  der 
verschlechterten Sicherheitslage betroffen ist. 

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5.3 Allerdings gilt es ebenfalls zu berücksichtigen, dass neben der in 
der Schweiz wohnhaften Schwester, ein Bruder nach Italien und eine 
weitere  Schwester  nach  Deutschland  emigrierten,  wodurch  ein  ge-
wisser familiärer Bezug zum Ausland besteht. Wie aus den Akten her-
vorgeht,  kam  die  Beschwerdeführerin 1  jedoch  infolge  Heirat  in  die 
Schweiz und hält sich hier seit nunmehr neun Jahren auf. Zu den Hin-
tergründen der Emigration der beiden anderen Geschwister bestehen 
indessen keine Angaben. Auch wenn damit ein gewisses Risiko für ein 
missbräuchliches  Verhalten  nicht  gänzlich  ausgeschlossen  werden 
kann,  erweist  sich  dieses  Risiko  im  Rahmen  der  vorliegenden  In-
teressenabwägung als nicht ausschlaggebend, lassen doch das Alter 
der  Gesuchstellerin,  ihre  familiäre  Einbindung  in  die  Hausgemein-
schaft der Eltern und die berufliche Verwurzelung gesamthaft eine po-
sitive  Prognose  zu.  Da  die  persönlichen  Verhältnisse  der  Gesuch-
stellerin  hinreichende  Gewähr  für  eine  fristgerechte  Wiederausreise 
bieten, erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen der Beschwerde-
führerin 1  hinsichtlich  der  Verhältnisse  der  Gastgeberinnen  einzu-
gehen, wird deren Integrität und finanzielle Situation seitens der Vorin-
stanz  doch  nicht  in  Zweifel  gezogen  und  bestehen  keine  Anhalts-
punkte,  die  in  der  vorliegenden  Beurteilung  nachteilig  ins  Gewicht 
fallen würden. An diesem Ergebnis vermag der Verweis der Vorinstanz 
auf die kantonalen Behörden und die Auslandvertretung, die das Ein-
reisebegehren ebenfalls  abgelehnt  hätten,  nichts  zu ändern. Die be-
sagten Behörden waren nicht in Kenntnis der Vorbringen im Beschwer-
deverfahren  sowie  der  dazu  beigebrachten  Bestätigungen  und  Re-
ferenzschreiben. 

5.4 Die angefochtene Verfügung ist somit in unrichtiger Ausübung des 
Ermessens  ergangen  (Art.  49  Bst.  a  VwVG).  Sie  ist  daher  in  Gut-
heissung der Beschwerde aufzuheben. Die Vorinstanz ist anzuweisen, 
der Gesuchstellerin die Einreise in die Schweiz zu einem Besuchsauf-
enthalt  für den gewünschten Zeitraum zu bewilligen und die Schwei-
zerische Botschaft in Colombo zur Ausstellung des Visums zu ermäch-
tigen.

5.5 Bei  diesem Ausgang des Verfahrens sind  keine Kosten aufzuer-
legen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) und der geleistete Kostenvor-
schuss ist der Beschwerdeführerin 1 zurückzuerstatten. Der Beschwer-
deführerin 1  ist  ausserdem  eine  Parteientschädigung  auszurichten 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

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tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Demgegenüber sind der nicht an-
waltlich  vertretenen  Beschwerdeführerin 2  keine  notwendig  und  ver-
hältnissmässig hohen Kosten erwachsen, weshalb ihr keine Parteient-
schädigung zu zusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 4 
und Art. 8 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen  und  die  angefochten  Verfügung 
vom 29. August 2007 wird aufgehoben.

2.
Die  Vorinstanz  wird  angewiesen,  A._______ die  Einreise  in  die 
Schweiz  zu  bewilligen  und  das  Schweizerische  Verbindungsbüro  in 
Colombo  zur  Ausstellung  des  gewünschten  Besuchervisums  zu 
ermächtigen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und der geleistete Kosten-
vorschuss  von  Fr. 600.--  wird  der  Beschwerdeführerin 1  zurücker-
stattet.

4.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin 1 eine Parteientschädigung 
von Fr. 700.-- zu entrichten.

5.
Der  Beschwerdeführerin 2  wird  keine  Parteientschädigung  zuge-
sprochen.

(Ziff. 6 des Dispositivs auf S. 11)

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6. Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin 1 (Einschreiben; Beilage: zehn Fotografien 
im Original zurück)

- die Beschwerdeführerin 2 (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Aargau

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Evelyne Sturm

Versand: 

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