# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3df63ca7-c76f-5e7a-ac98-85b90d6c6cd7
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 15.11.2023 SST.2023.42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-42_2023-11-15.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.42 
(ST.2021.195; ST.2019.9069) 

 

 

Urteil vom 15. November 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichter Cotti  

Gerichtsschreiberin Gilgen 

 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

   
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1973, von Nordmazedonien, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Alexander Schawalder,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Gewerbsmässiger Betrug, mehrfache Urkundenfälschung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 28. Oktober 2021 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen gewerbsmässigen Betrugs und 

mehrfacher Urkundenfälschung. 

 

 

Der Präsident des Bezirksgerichts Aarau sprach den Beschuldigten mit 

Urteil vom 21. November 2022 im Sinne der Anklage schuldig und 

verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, Probezeit 

3 Jahre, sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00, Ersatzfreiheits-

strafe 20 Tage. Gleichzeitig verwies er den Beschuldigten für die Dauer von 

5 Jahren des Landes ohne Eintragung der Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem (SIS). Zudem wurde er verpflichtet, der 

Privatklägerin B._____ AG Schadenersatz von Fr. 45'345.30 sowie 

Parteikosten von Fr. 9'613.24, beides (teilweise) in solidarischer Haftbarkeit 

mit der Beschuldigten C._____ (rechtskräftig verurteilt), zu bezahlen. 

 

  

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 27. Februar 2023 beantragte der 

Beschuldigte, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Entsprechend 

seien auch die Pflicht zur Leistung von Schadenersatz und die Landes-

verweisung aufzuheben.  

 

Am 15. Mai 2023 reichte der Beschuldigte vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.2. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 29. Juni 2023 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung. 

 

3.3. 

Am 10. November 2023 reichte die Privatklägerin B._____ AG eine 

Vereinbarung vom 6./7. November 2023 mit dem Beschuldigten ein, aus 

der hervorgeht, dass sie sich mit diesem über die Zivilforderung geeinigt 

hat. Darin verzichtet die Privatklägerin auf ihre Stellung als Privatklägerin 

und erklärt ihr Desinteresse am Strafverfahren, während der Beschuldigte 

seine Berufung im Zivilpunkt zurückzieht. 

 

 

4.1. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten, seiner 

Ehefrau D._____ sowie der Mitbeschuldigten E._____ fand am 15. 

November 2023 statt. 

 - 3 - 

 

 

 

4.2. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung präzisierte der Beschuldigte seine 

Berufungsanträge dahingehend, dass er die Schuldsprüche des mehr-

fachen Betrugs und der mehrfachen Urkundenfälschung anerkenne, 

jedoch die Gewerbsmässigkeit der Betrugshandlungen bestreite. Er sei zu 

einer bedingten Freiheitsstrafe von maximal 8 Monaten, Probezeit 3 Jahre, 

und einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00, Ersatzfreiheitsstrafe 20 

Tage, zu verurteilen. Er hielt am Verzicht auf eine Landesverweisung fest. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung richtet sich gegen die Qualifikation des Handelns des 

Beschuldigten als gewerbsmässiger Betrug, die Strafhöhe und die Landes-

verweisung sowie die Kostenfolgen.  

 

Die eingereichte Vereinbarung zwischen dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin B._____ AG vom 6./7. November 2023 hält fest, dass der 

Beschuldigte seine gegen Dispositiv-Ziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils 

gerichtete Berufung zurückziehe. Damit ist der Zivilpunkt im Berufungs-

verfahren nicht mehr angefochten und eine Überprüfung desselben findet 

nicht statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, er 

habe zwischen September 2014 und November 2018 in seiner Funktion als 

Facility Service Manager (Gebietsleiter) der B._____ AG monatlich 

Arbeitsstunden in einem Online-Tool genehmigt, im Wissen darum, dass 

diese gar nicht geleistet worden seien. Diese fiktiven Arbeitsstunden seien 

zuvor von E._____, die ihm unterstellt und mit ihm freundschaftlich 

verbunden gewesen sei, auf den Namen von C._____ gebucht und 

bestätigt worden und hätten die Objekte F._____ AG sowie Berufsschule 

Q._____ betroffen. Die falschen Einträge im Online-Tool hätten die 

B._____ AG dazu veranlasst, C._____ zwischen September 2014 und 

Oktober 2018 irrtümlich zu hohe Löhne auszubezahlen. Diese habe einen 

Teil des unrechtmässig bezogenen Lohns mehrheitlich an E._____, 

einmalig dem Beschuldigten, in bar abgeliefert, wobei letztere die 

abzuliefernden Beträge jeweils berechnet habe. Der gemeinsame Tatplan 

des Beschuldigten und von E._____ habe darin bestanden, die so 

ertrogenen Gelder zu verwenden, um namentlich Raten privater Kredite 

begleichen zu können. Der Schaden der B._____ AG belaufe sich auf 

insgesamt Fr. 50'785.00 und die Bereicherung der Beschuldigten und der 

beiden Mitbeteiligten auf insgesamt mindestens Fr. 38'376.00. Durch die 

Erfassung und Visierung von fiktiven Arbeitsstunden im Online-Tool habe 

 - 4 - 

 

 

sich der Beschuldigte der mehrfachen Urkundenfälschung 

(Falschbeurkundung) sowie des gewerbsmässigen Betrugs zum Nachteil 

der B._____ AG schuldig gemacht.  

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz sah den Anklagesachverhalt grundsätzlich als erstellt an. 

Nicht erwiesen sei, dass E._____ jeweils berechnet habe, welche Beträge 

C._____ abzuliefern habe. Ebenso wenig sei belegt, dass der Beschuldigte 

E._____ jeweils mitgeteilt habe, wie viele Stunden sie fiktiv verbuchen 

könne, ohne dass die geforderte Gewinnmarge tangiert würde (E. 2.3.2.).  

 

3.2. 

Der Beschuldigte anerkennt den angeklagten Sachverhalt sowie die 

rechtliche Würdigung desselben als mehrfache Urkundenfälschung. So 

zeigte er sich anlässlich der Berufungsverhandlung geständig (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 10 ff.) und anerkannte im Vergleich vom 6./7. 

November 2023 mit der B._____ AG auch die Schadenssumme. Gestützt 

auf seine Aussagen erfasste E._____ in ihrer Eigenschaft als Objekt-

managerin die fiktiven Arbeitsstunden in einem Online-Tool und visierte 

diese digital. Der Beschuldigte genehmigte diese Stunden anschliessend 

in seiner Funktion als Gebietsleiter monatlich, obwohl er aufgrund seiner 

organisatorischen Stellung eine garantenähnliche Stellung im Unter-

nehmen innehatte. Damit hat er ohne Weiteres den Tatbestand der 

mehrfachen Urkundenfälschung in Form der Falschbeurkundung gemäss 

Art. 251 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 4 StGB erfüllt. 

 

 

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des gewerbsmässigen Betrugs im 

Sinne von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 StGB schuldig gesprochen.  

 

Der Beschuldigte anerkennt, sich mit seinem bereits beschriebenen 

Verhalten des mehrfachen Betrugs schuldig gemacht zu haben. Die 

Tatbestandselemente gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB sind denn auch 

mehrfach erfüllt. Er bestreitet jedoch die Gewerbsmässigkeit des Betrugs 

und führt aus, dass der erwirtschaftete Betrag im Vergleich zu seinem 

damaligen Einkommen keinen «namhaften Teil der Lebenskosten» dar-

gestellt hätte. Der ihm zugekommene Betrag von monatlich durchschnittlich 

Fr. 256.00 sei bei seinem damaligen Durchschnittseinkommen von rund Fr. 

6'800.00 netto viel zu gering, als dass er einen namhaften Beitrag zur 

Lebenshaltung habe leisten können, dieser Betrag habe lediglich 3.7% 

seines Gesamteinkommens ausgemacht. Auch wenn man die zeitweise 

Lohnpfändung zwischen Januar 2014 und Dezember 2016 vom 

Einkommen abziehe, mache der ertrogene Durchschnittsbetrag lediglich 

 - 5 - 

 

 

5.6% des Einkommens aus (Plädoyernotizen Berufungsverhandlung S. 1 

f.).  

 

4.2. 

Der Täter handelt gewerbsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, 

die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der 

Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den 

angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische 

Tätigkeit nach der Art eines Berufs ausübt. Diese abstrakte Umschreibung 

hat Richtlinienfunktion. Die Einnahmequelle braucht nicht den haupt-

sächlichen oder regelmässigen Erwerb zu bilden. Eine nebenberufliche 

deliktische Tätigkeit kann als Voraussetzung für Gewerbsmässigkeit 

genügen, weil auch in diesem Fall die erforderliche soziale Gefährlichkeit 

gegeben sein kann. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich darauf 

einrichtet, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen 

zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebens-

gestaltung darstellen. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach begangen 

haben und es muss aus den gesamten Umständen geschlossen werden, 

er sei zu einer Vielzahl unter den entsprechenden Tatbestand fallender 

Handlungen bereit gewesen (BGE 147 IV 176 E. 2.2.1 m.w.H.). 

 

4.3. 

Der Beschuldigte hat zusammen mit E._____ über einen Zeitraum von rund 

vier Jahren monatlich betrügerische Handlungen vorgenommen. Gemäss 

den Aussagen des Beschuldigten entstand die Tatidee, nachdem er 

finanziell nicht mehr in der Lage gewesen war, die Leasing- bzw. 

Kreditraten für das gemeinsam mit E._____ angeschaffte Fahrzeug zu 

bezahlen (vgl. UA act. 404 f., 415; GA act. 383; UA act. 446, Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 10 ff.). Zum damaligen Zeitpunkt lief auch eine 

Betreibung gegen ihn wegen Steuerausständen (UA act. 410), weswegen 

er nicht mehr in der Lage war, die Raten für das Auto zu bezahlen. Die 

finanzielle Situation des Beschuldigten und von E._____ verschlechterte 

sich sodann, nachdem sie mit dem Glückspiel angefangen hätten und das 

legale Einkommen zumindest teilweise dafür verwendeten (UA act. 410, 

422 f.). Die Taten dienten somit dem Beschuldigten dazu, das legale 

Erwerbseinkommen aufzubessern, um neben den Kosten der normalen 

Lebenshaltung das gemeinsam mit E._____ angeschaffte (und ganz 

mehrheitlich von ihm genutzte [vgl. GA act. 384 ff., Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 11 ff.]) Fahrzeug zu finanzieren und die aus dem Glückspiel 

resultierenden Verluste teilweise aufzufangen.  

 

Dem Umstand, dass es sich bei den Kosten für Fahrzeuge und Glückspiele 

nicht um Lebenshaltungskosten im engeren Sinn handelt, kommt dabei 

keine entscheidende Bedeutung zu. Vom qualifizierten Tatbestand erfasst 

werden muss auch der Täter, der das erlangte Geld nicht in zwingend 

notwendige Güter investiert, sondern sich damit einen höheren als den 

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gewohnten Lebensstandard finanziert. Ansonsten würde derjenige Täter, 

der sich einen gewissen Luxus gönnt, gegenüber demjenigen privilegiert, 

der das widerrechtlich bezogene Geld für dringendere Bedürfnisse des 

alltäglichen Lebens aufwendet. Eine solche Betrachtungsweise liesse sich 

mit dem Zweck der Qualifikation von Art. 147 Abs. 2 StGB – der 

Sozialgefährlichkeit von gewerbsmässigem Handeln Rechnung zu tragen 

– nicht vereinbaren (Urteil des Bundesgerichts 6B_368/2020 vom 24. 

November 2021 E. 1.4.2). Hinzu kommt, dass sich zufolge Durchmischung 

von legalen und illegalen Mitteln im Allgemeinen ohnehin nicht mehr 

feststellen lässt, wofür die illegalen und legalen Einnahmen im Einzelnen 

verwendet wurden. Wesentlich ist, dass die Betrugshandlungen darauf 

ausgerichtet waren, regelmässige Zusatzeinnahmen zu generieren, die es 

dem Beschuldigten erlauben sollten, die gesamten mit der damaligen 

Lebensführung verbundenen Kosten abdecken zu können.  

 

Gemäss den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz ertrog 

die Täterschaft während rund vier Jahren monatlich durchschnittlich 

Fr. 1'000.00, wobei C._____ E._____ und dem Beschuldigten monatlich 

durchschnittlich hätte Fr. 770.00 übergeben sollen. Nachdem C._____ ihrer 

Zusicherung anfänglich vollumfänglich nachgekommen war, hat sie mit der 

Zeit einen Teil der illegalen Einnahmen zur Deckung eigener Bedürfnisse 

zurückbehalten. Die Höhe der von der Täterschaft insgesamt erbeuteten 

Deliktssumme entspricht mit Fr. 38'376.00 knapp dem Fünfeinhalbfachen 

des im Jahr 2017 durchschnittlich verfügbaren Einkommens der Privat-

haushalte von rund Fr. 6'984.00 pro Monat (vgl. Medienmitteilung des 

Bundesamtes für Statistik vom 19. November 2019) und ist nicht zu 

bagatellisieren. Wie gross der genaue Anteil des Beschuldigten an dieser 

Deliktssumme war, lässt sich nicht mehr feststellen. Er selbst gab an, keine 

finanziellen Mittel bekommen zu haben, jedoch habe E._____ für ihn die 

Leasingraten von Fr. 336.00 bezahlt (Protokoll Berufungsverhandlung S. 

11 ff.). Der Umstand, dass nicht bekannt ist, wie sich der Deliktsbetrag 

genau auf die drei Mitbeteiligten verteilt hat, steht jedoch der Annahme der 

Gewerbsmässigkeit nicht entgegen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

6B_923/2022 vom 5. Oktober 2022 E. 1.3.3). Erwiesen ist immerhin, dass 

die deliktischen Einnahmen des Beschuldigten zu einer wesentlichen 

Verbesserung seiner finanziellen Situation beitrugen, er konnte sich ein 

Auto leisten, dessen Leasingraten er ansonsten nicht hätte begleichen 

können. Andernfalls liesse sich sonst auch nicht schlüssig erklären, 

weshalb er sich jahrelang dem Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung 

bzw. dem Verlust einer Stelle aussetzte, an der er sehr hing. Dass C._____ 

einen Teil des Deliktsbetrags absprachewidrig für sich behielt und der 

Beschuldigte sowie E._____ deshalb nur einen Teil des geplanten 

Einkommens erzielen konnten, ist für die Frage der Gewerbsmässigkeit 

nicht ausschlaggebend (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_496/2020 vom 

11. Januar 2021 E. 2.4.2).  

 

 - 7 - 

 

 

Dass der Beschuldigte auch über ein legales Erwerbseinkommen verfügte, 

schliesst entgegen der Verteidigung die Qualifikation der Gewerbsmässig-

keit nicht aus, zumal die Relation der deliktischen Einnahmen zum 

ordentlichen Erwerbseinkommen nach der Rechtsprechung irrelevant ist. 

Die im gewerbsmässigen Handel liegende erhöhte soziale Gefährlichkeit 

ist auch gegeben, wenn die deliktische Tätigkeit nicht die einzige oder die 

hauptsächliche Einnahmequelle des Täters bildet, sondern schon dann, 

wenn damit lediglich ein Nebenerwerb erzielt wird (BGE 147 IV 176 E. 2.4.1 

m.w.H.). 

 

Für die Qualifikation des Betrugs kommt es letztlich auf die soziale 

Gefährlichkeit an, die sich im Delikt insgesamt offenbart. Der Beschuldigte 

begann mit den Betrugshandlungen, weil er nicht mehr in der Lage war, 

seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Mithin war er aus 

finanziellen Gründen auf die Tatbegehung angewiesen, was auf eine 

soziale Gefährlichkeit schliessen lässt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_793/2019 vom 12. September 2019 E. 1.3). In der mehrfachen 

Tatbegehung über einen langen Zeitraum zeigt sich sodann, dass der 

Beschuldigte zu einer Vielzahl von Betrugshandlungen bereit war und er 

seine finanzielle Situation auf diese Weise nachhaltig verbessern wollte. 

Mithin hatte er sich darauf eingerichtet, durch deliktische Handlungen 

regelmässige Einnahmen zu erzielen. Bereits im Beweggrund sowie in der 

Häufigkeit, der Regelmässigkeit und der Dauer der deliktischen Tätigkeit 

kommt die für eine Gewerbsmässigkeit erforderliche soziale Gefährlichkeit 

des Handelns zum Ausdruck. Hinzu kommt, dass der Betrug vorliegend ein 

gezieltes Zusammenwirken von drei Personen unterschiedlicher 

Hierarchiestufen, die teilweise über besondere Kompetenzen und 

spezielles Wissen verfügen mussten, und damit ein nicht unerhebliches 

Mass an Planung und Raffinesse erforderte. Nicht schlüssig ist die 

Aussage des Beschuldigten, er habe am Anfang nicht gewusst, dass 

E._____ die visierten Stunden nicht selbst geleistet habe (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 10 ff.). Hierbei handelt es sich gemäss den 

Aussagen von E._____ (Protokoll Berufungsverhandlung S. 19 ff.) um eine 

offensichtliche Schutzbehauptung. Ihre Ausführungen überzeugen 

insofern, als dass der Beschuldigte bei der Auswahl der Geschädigten eine 

zentrale Rolle spielte, da er als Vorgesetzter gesehen habe, bei welchen 

Objekten ein «Plus» vorhanden und somit ein Betrug möglich gewesen sei. 

Dies kann jedoch offenbleiben, da der Beschuldigte einräumte, relativ 

schnell gemerkt zu haben, dass E._____ dort nicht gearbeitet habe, und 

die Betrugshandlungen nicht gestoppt zu haben bzw. diese für die Zahlung 

der Leasingraten explizit gewollt zu haben (Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 10 ff.). Schliesslich unterstreicht die insgesamt vergleichs-

weise hohe Deliktssumme die soziale Gefährlichkeit der Betrugs-

handlungen, auch wenn der Beschuldigte davon nur teilweise profitierte. 

Angesichts der in diesen Tatumständen zum Ausdruck kommenden 

sozialen Gefährlichkeit des Handelns ist davon auszugehen, dass der 

 - 8 - 

 

 

Beschuldigte die Betrugshandlungen nach der Art eines Berufs ausgeführt 

hat. Der Beschuldigte handelte mithin gewerbsmässig.  

 

5. 

5.1. 

Der Beschuldigte ist des gewerbsmässigen Betrugs sowie der mehrfachen 

Urkundenfälschung schuldig zu sprechen und dafür angemessen zu 

bestrafen. 

 

5.2. 

Der Beschuldigte beantragt, ausgehend von einem Schuldspruch wegen 

mehrfachen anstatt gewerbsmässigen Betrugs, eine Freiheitsstrafe von 8 

Monaten. 

 

5.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

5.4. 

Der gewerbsmässige Betrug ist nach Art. 146 Abs. 2 StGB [in der im 

Tatzeitpunkt und bis 30. Juni 2023 geltenden Fassung] mit Freiheitsstrafe 

bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bedroht. 

Eine Falschbeurkundung wird gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB mit Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. 

 

Die Einsatzstrafe ist aufgrund des höheren abstrakten Strafrahmens für 

den gewerbsmässigen Betrug festzusetzen. Ausgangspunkt für die 

Strafzumessung bildet die Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der strafrechtliche Schutz des 

Vermögens des Einzelnen vor Angriffen durch arglistige Täuschung 

besteht zwar aus Gründen der öffentlichen Ordnung, doch das durch 

Art. 146 StGB geschützte Rechtsgut ist das Vermögen (BGE 117 IV 139 E. 

3d). 

 

Der Beschuldigte hat zusammen mit E._____ erwirkt, dass die B._____ AG 

während rund vier Jahren zu hohe Löhne an C._____ ausbezahlt hat. 

Während sich der Schaden der B._____ AG auf insgesamt Fr. 50'785.00 

(Lohnzahlungen und Sozialversicherungsbeiträge) beläuft, beträgt die 

Deliktssumme, welche die drei Tatbeteiligten gemeinsam erbeutet haben, 

mindestens Fr. 38'376.00. Zwar wurde die Deliktssumme bereits zur 

Begründung der Gewerbsmässigkeit herangezogen und sie darf damit im 

Sinne des Doppelverwertungsverbots nicht doppelt bewertet werden, 

dennoch ist die Höhe nicht unberücksichtigt zu lassen, da das geschützte 

 - 9 - 

 

 

Rechtsgut das Vermögen ist. Es handelt sich um eine nicht zu bagatelli-

sierende Summe (vgl. das bereits genannte durchschnittlich verfügbare 

Einkommen der Privathaushalte im Jahr 2017 von rund Fr. 6'984.00 pro 

Monat). Des Weiteren ist davon auszugehen, dass sich der Vorsatz des 

Beschuldigten auf eine noch grössere Deliktssumme bezogen hat und er 

auch höhere Beträge angenommen hätte, wurde doch der verfügbare 

Betrag monatlich ausgeschöpft. Der Betrug wäre ohne die Entdeckung 

zudem mutmasslich weitergelaufen. Es darf folglich ohne Weiteres 

geschlossen werden, dass sich sein Vorsatz auf eine erheblich grössere 

Summe als die effektiv erbeutete Summe gerichtet hat. Dementsprechend 

wiegt der monetäre Taterfolg bzw. die Rechtsgutverletzung unter 

Berücksichtigung des Umstands, dass die Gewerbsmässigkeit im 

Qualifikationstatbestand bereits tatbestands-immanent ist, nicht mehr 

leicht. Gleich verhält es sich mit der Dauer der Betrugshandlungen. Zwar 

wurde diese ebenfalls bereits zur Begründung der Gewerbsmässigkeit 

herangezogen, nachdem sie aber mit rund vier Jahren wesentlich über das 

hinausgeht, was schon für die Annahme einer Gewerbsmässigkeit 

erforderlich ist, ist ihr bei der Bemessung der Strafe innerhalb des 

Strafrahmens verschuldenserhöhend Rechnung zu tragen. Leicht 

verschuldenserhöhend ist weiter zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

bei der Tatbegehung mit zwei weiteren Personen – welche auf 

unterschiedlichen Hierarchiestufen tätig waren – zusammenwirkte, was 

eine durchdachte Vorgehensweise und eine gewisse Koordination 

erforderte. Entsprechend höher ist die aus dem bewussten Zusammenspiel 

der involvierten Personen resultierende kriminelle Energie zu veran-

schlagen. Im Vergleich zu E._____ und C._____ ist zudem 

verschuldensmässig zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte diesen im 

Betrieb hierarchisch übergeordnet war. Im Übrigen ging die Verwerflichkeit 

des Handelns des Beschuldigten nicht wesentlich über die blosse Erfüllung 

des qualifizierten Tatbestands hinaus, was sich neutral auswirkt. Der 

Beschuldigte hat aus rein monetären Gründen gehandelt. Diese sind 

jedoch jedem Vermögensdelikt immanent und werden beim Betrug bereits 

durch das Tatbestandsmerkmal der unrechtmässigen Bereicherung 

erfasst. Sie bleiben damit ohne Auswirkungen auf die Verschuldens-

bewertung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 16. März 

2016 E. 4.2). Der Beschuldigte hätte mit seinem Einkommen und dem 

ungefähr gleich hohen Verdienst seiner Ehefrau (UA act. 7) in der Lage 

sein müssen, den normalen Bedarf der Familie zu decken. Allerdings lebte 

er über seinen Verhältnissen, indem er sich zusammen mit E._____ ohne 

Not ein «schönes Auto für den Ausgang» leistete und teilweise dem 

Glückspiel nachging. Unter diesen Umständen ist von einem sehr hohen 

Mass an Entscheidungsfreiheit auszugehen, denn je leichter es für ihn 

gewesen wäre, das für ihn fremde Vermögen der B._____ AG zu 

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen (BGE 117 

IV 112 E.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 

3.4.3). 

 - 10 - 

 

 

 

Insgesamt wäre unter Berücksichtigung des breiten Spektrums gewerbs-

mässiger Betrugshandlungen und Vorgehensweisen von einem in Relation 

zum Strafrahmen von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe nicht mehr leichten 

Tatverschulden und einer dafür angemessenen Freiheitsstrafe von 18 

Monaten zuzüglich einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 (siehe dazu 

unten) als in ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen.  

 

5.5. 

Es wäre damit bereits für den gewerbsmässigen Betrug – noch ohne 

Berücksichtigung der mehrfachen Urkundenfälschung und auch unter 

Berücksichtigung der leicht strafmindernd zu berücksichtigenden Täter-

komponente (siehe dazu sogleich) – eine höhere als die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Freiheitsstrafe von einem Jahr auszusprechen, was 

aufgrund des Verschlechterungsverbots jedoch nicht möglich ist (Art. 391 

Abs. 2 StPO). Demzufolge erübrigt sich eine weitere Strafzumessung bzw. 

kann offen bleiben, ob für die Urkundenfälschungen jeweils eine zu 

asperierende Freiheitsstrafe oder eine zusätzliche Geldstrafe auszu-

sprechen gewesen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 

18. Januar 2023 E. 3.4.3 demgemäss nicht zu beanstanden ist, dass die 

weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen asperiert werden, wenn eine 

Strafe aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht zu Lasten der 

beschuldigten Person abgeändert werden darf). Nach dem Gesagten bleibt 

es bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 12 

Monaten zuzüglich einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 (siehe dazu 

unten). 

 

5.6. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist im Strafregister nicht verzeichnet, was sich jedoch neutral auswirkt (BGE 

136 IV 1). Er hat zwar an der erstinstanzlichen Verhandlung Worte des 

Bedauerns geäussert, sein Verschulden jedoch gleichzeitig damit 

relativiert, er sei von der Geschädigten ausgenutzt und ausgebeutet 

worden. Diese Argumentation hat er anlässlich der Berufungsverhandlung 

nicht mehr vertreten. Zwar machte er nach wie vor geltend, er habe 

Pikettdienst geleistet, welcher ihm nicht entschädigt worden sei. Jedoch 

habe er daran beim Visieren der Stunden nicht gedacht (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 11 f.). Dieser Umstand hatte somit keinen 

Einfluss auf die Tatbegehung. Der Beschuldigte zeigte sich im Verfahren 

teilweise geständig und anerkannte im Berufungsverfahren die Schuld-

sprüche der mehrfachen Urkundenfälschung sowie des mehrfachen 

Betrugs. Weiter anerkannte er in einer Vereinbarung, der B._____ AG 

einen Betrag von Fr. 30'000.00 zu schulden. Dies ist ihm zugute zu halten. 

Sein Geständnis und die von ihm geäusserte Reue scheinen jedoch in nicht 

unerheblichem Mass den von ihm befürchteten Tatfolgen geschuldet, was 

sich relativierend auswirkt. Mithin kommt eine erhebliche Strafminderung, 

 - 11 - 

 

 

wie sie bei einem von Anfang an vollumfänglich geständigen, nachhaltig 

einsichtigen und aufrichtig reuigen Täter möglich ist, nicht infrage. Es ist 

jedoch auch nicht zu verkennen, dass er mit seinen Aussagen dazu 

beigetragen hat, dass die Straftat geklärt werden konnte. Insofern hat das 

Geständnis des Beschuldigten die Strafverfolgung in einem gewissen 

Ausmass vereinfacht und verkürzt, weshalb es leicht strafmindernd zu 

berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_65/2014 vom 9. 

Oktober 2014 E. 2.4). 

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten Faktoren. Der 50-

jährige Beschuldigte ist verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau und seinen 

beiden Kindern im Alter von 20 und 16 Jahren zusammen. Gesundheitlich 

geht es ihm gut (UA act. 3 f.; GA act. 397, Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 12 ff.). Aktuell erledige er für die G._____ AG selbstständig Arbeiten, 

wobei er im Jahr 2022 rund Fr. 80'000.00 brutto erwirtschaftet habe, wovon 

ein Drittel als Ausgaben abzuziehen sei. Ab Januar 2024 werde er 100% 

für die G._____ AG arbeiten. Zudem sei er als Geschäftsführer der 

H._____ GmbH tätig, welche am tt.mm.2023 gegründet worden sei. Ziel sei 

es, diese Firma aufzubauen und sich einen Lohn auszahlen zu können, 

aktuell sei dies noch nicht möglich. Diese persönlichen Umstände 

begründen keine erhöhte Strafempfindlichkeit, zumal vorliegend bloss eine 

bedingte Freiheitsstrafe ausgefällt wird und sich eine erhöhte 

Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen, die hier nicht 

vorliegen, bejahen lässt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 

vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Die Täterkomponente wirkt sich somit insgesamt leicht strafmindernd aus. 

Ihr hätte jedoch höchstens mit einer Reduktion der Strafe um zwei Monate 

Rechnung getragen werden können. Aufgrund des Verschlechterungs-

verbots bleibt es somit bei einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten und der 

Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00. 

 

5.7. 

Der bedingte Strafvollzug ist aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht 

zu überprüfen. Obwohl der Beschuldigte nicht vorbestraft ist, hat er mit der 

Begehung der vorliegenden Delikte über einen Zeitraum von vier Jahren 

eine hohe kriminelle Energie offenbart, zumal er nicht von sich aus 

aufgehört hat. Sodann scheinen sein Geständnis und die von ihm 

geäusserte Reue in nicht unerheblichem Mass den von ihm befürchteten 

Tatfolgen geschuldet. Den mithin nicht unerheblichen Bedenken an der 

Legalbewährung des Beschuldigten ist mit einer erhöhten Probezeit von 

3 Jahren für die Freiheitsstrafe Rechnung zu tragen (Art. 44 Abs. 1 StGB), 

was der Beschuldigte im Übrigen mit Berufung nicht bestreitet. 

 

 - 12 - 

 

 

5.8. 

Eine bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe kann mit einer Busse 

verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der 

bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe mit einer Busse angezeigt, um 

dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen 

seines Handelns deutlich vor Augen zu führen. Zudem soll er gegenüber 

einem Täter, der sich bloss wegen einer Übertretung zu verantworten hat 

und dafür mit einer Busse bestraft wird, nicht bessergestellt werden (sog. 

Schnittstellenproblematik). 

 

Um dem akzessorischen Charakter der Verbindungsbusse gerecht zu 

werden, erscheint unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse 

und des Verschuldens des Beschuldigten sowie des Umstands, dass der 

Verbindungsstrafe nicht lediglich symbolische Bedeutung zukommen soll, 

eine Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 zur bedingt ausgesprochenen 

Freiheitsstrafe angemessen (vgl. BGE 149 IV 321; BGE 135 IV 188 E. 

3.4.4). 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse ist ausgehend von einem Umrechnungsschlüssel von Fr. 100.00 auf 

20 Tage festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

 

6.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c 

StGB für die Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen. Auf die Aus-

schreibung im Schengener Informationssystem (SIS) hat sie verzichtet. 

 

Der Beschuldigte hat mit Berufung – ausgehend von einem Schuldspruch 

wegen mehrfachen statt gewerbsmässigen Betrugs und somit dem Fehlen 

einer Katalogtat – beantragt, es sei von der Landesverweisung abzusehen. 

Weiter hat er anlässlich der Berufungsverhandlung ausgeführt, es sei auch 

im Falle eines Schuldspruchs wegen gewerbsmässigen Betrugs auf die 

Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten, da insbesondere 

aufgrund der familiären Situation und seiner qualifizierten Integration ein 

Härtefall vorliege und ein überwiegendes öffentliches Interesse an der 

Wegweisung fehle (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung S. 26). 

 

6.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung nach 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR zu 

Art. 8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; BGE 

146 IV 105; BGE 146 II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 364; BGE 145 IV 

161; BGE 144 IV 332; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1193/2021 

vom 7. März 2023 E. 6). Darauf kann verwiesen werden. 

 

 - 13 - 

 

 

6.3. 

Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger von Nordmazedonien. Er hat mit 

dem gewerbsmässigen Betrug eine Katalogtat i.S.v. Art. 66 Abs. 1 lit. c 

StGB begangen, welche eine obligatorische Landesverweisung für 5 bis 15 

Jahre zur Folge hat. Daran ändert nichts, dass sich ein Teil der 

betrügerischen Handlungen vor dem Inkrafttreten der Bestimmungen zur 

Landesverweisung per 1. Oktober 2016 zugetragen hat, denn in tatsäch-

licher Hinsicht steht fest, dass ein Grossteil der betrügerischen Handlungen 

des Beschuldigten, die Eingang in den Schuldspruch wegen gewerbs-

mässigen Betrugs genommen haben, nach dem 1. Oktober 2016 und somit 

nach Inkrafttreten der Bestimmungen zur Landesverweisung erfolgt sind. 

Es ist deshalb unabhängig von den vor dem 1. Oktober 2016 begangenen 

Betrugshandlungen von einem gewerbsmässigen Handeln gemäss Art. 

66a Abs. 1 lit. c StGB und damit von einer Katalogtat für die Landes-

verweisung auszugehen. 

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der 

besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der 

Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). Art. 66a 

StGB ist EMRK-konform auszulegen. Die Interessenabwägung hat sich 

daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu 

orientieren. 

 

6.4. 

6.4.1. 

Der heute 50-jährige Beschuldigte wurde in Prag (Tschechien) geboren. 

Als er ca. 4 Jahre alt war, kehrte er mit seiner Familie zurück nach 

Nordmazedonien, wo er nach eigenen Angaben bis ca. zum 16. Altersjahr 

verweilte, zu diesem Zeitpunkt brach er das Gymnasium ab. Danach reiste 

er zunächst zweimal gestützt auf eine jeweils sechsmonatige Arbeits-

bewilligung in die Schweiz ein, wo er in einem Restaurant als Tellerwäscher 

arbeitete (UA act. 4 f.; GA act. 395, Protokoll Berufungsverhandlung S. 12 

ff.). Ab September 1996 hielt sich der Beschuldigte dauerhaft in der 

Schweiz auf (GA act. 395; Akten Migrationsamt). Er verfügt über eine 

Niederlassungsbewilligung in der Schweiz (UA act. 10). Sprachlich ist er 

gut integriert, er spricht Schweizerdeutsch, was in Anbetracht der langen 

Anwesenheitsdauer allerdings auch erwartet werden darf. 

 

6.4.2. 

Der Lebensmittelpunkt des Beschuldigten liegt in der Schweiz. Er wohnt 

mit seiner Ehefrau, der 16-jährigen Tochter und dem volljährigen Sohn 

zusammen in R._____ (UA act. 4 f., Protokoll Berufungsverhandlung S. 13 

 - 14 - 

 

 

ff.). Die familiären Beziehungen erscheinen – auch gestützt auf die 

Aussagen der Ehefrau, D._____, anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 ff.) – intakt. Während der Sohn eine 

Lehre zum Gebäudereiniger absolvierte und danach eine Anstellung fand, 

besucht die Tochter die Oberstufe und werde im nächsten Jahr ihre 

Ausbildung als Fachangestellte Gesundheit beginnen. Die Ehefrau des 

Beschuldigten ist erwerbstätig (UA act. 5 ff.; GA act. 397, Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 7). Sie wurde in Nordmazedonien geboren, kam 

jedoch noch vor dem Kindergartenalter in die Schweiz und wuchs in 

S._____ auf. Ihr erweiterter Familienkreis lebt ebenfalls in der Schweiz 

(Protokoll Berufungsverhandlung). Die Heirat mit dem Beschuldigten hat in 

Nordmazedonien stattgefunden. Die beiden Kinder sind in der Schweiz 

geboren und aufgewachsen. Die Ehefrau und die Kinder verfügen jeweils 

über eine Niederlassungsbewilligung (UA act. 10, Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 7). Sie sprechen Deutsch und Albanisch und geben an, zu 

Hause Deutsch zu sprechen (GA act. 396, Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 7). Es ist von einer nahen, echten und tatsächlich gelebten familiären 

Beziehung zu seiner Ehefrau und Kindern, insbesondere der 

minderjährigen Tochter auszugehen.  

 

6.4.3. 

Die weitere persönliche und gesellschaftliche Integration des 

Beschuldigten kann als maximal durchschnittlich bezeichnet werden. Er 

verfügt zwar über einen Kreis seiner erweiterten Familie in der Schweiz. 

Insbesondere lebt der Bruder des Beschuldigten mit seiner Familie in 

T._____; diverse Cousins wohnen ebenfalls in der Schweiz (UA act. 5 f., 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 4 ff. und 18). Dies ist jedoch von 

sekundärer Bedeutung, zumal zum von Art. 8 EMRK geschützten Familien-

kreis in erster Linie die Kernfamilie gehört, d.h. die Gemeinschaft der 

Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 144 I 1 E. 6.1; BGE 137 

I 113 E. 6.1; BGE 135 I 143 E. 1.3.2 mit Hinweisen). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte weiter an, momentan kaum 

regelmässige Kontakte zu pflegen. Er gab an, Bekanntschaften 

unterschiedlicher Nationalitäten zu haben, konkrete Freundschaften zu 

Schweizern konnte er jedoch nicht nennen (Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 13). Es fehlen somit vertiefte Beziehungen. Sein soziales 

Beziehungsnetz besteht und erschöpft sich hauptsächlich in der Beziehung 

zu seiner Ehefrau und seinen Kindern, was nicht für eine besondere 

Integration spricht. Zu erwähnen bleibt, dass der Beschuldigte in der 

Schweiz zeitweise im Bereich des Vereinsfussballs tätig war. So habe er 

ab dem Jahr 1997 rund fünf bis sechs Jahre aktiv Fussball im FC U._____ 

gespielt und habe damals das Schiedsrichterpatent erworben. Später, als 

sein Sohn im FC R._____ gespielt habe, sei er dort als Fussballtrainer aktiv 

gewesen und habe als Schiedsrichter «Grümpelturniere» gepfiffen, dies im 

Zeitraum der Jahre 2014 bis 2016 (Protokoll Berufungsverhandlung S. 8 

und 13 f.). Diese Vereinstätigkeit spricht grundsätzlich für eine gewisse 

 - 15 - 

 

 

gesellschaftliche Integration. Allerdings darf sie nicht überbewertet werden, 

da diese Tätigkeiten einerseits bereits rund 20 bzw. sieben Jahre 

zurückliegen und keineswegs über die ganze Zeit seiner Anwesenheit in 

der Schweiz angedauert haben. Zudem dürfte sein Sohn für die zweite 

Tätigkeit ab dem Jahr 2014 eine grosse Rolle gespielt haben. Seit dem Jahr 

2016 habe der Beschuldigte weiter lediglich noch bei den jährlichen Spielen 

der (nord-)mazedonischen Vereine als Schiedsrichter gepfiffen. Seine 

diesbezügliche Tätigkeit hat sich damit auf seinen angestammten Kultur-

kreis beschränkt und kann ihm hinsichtlich seiner Integration in der Schweiz 

nicht zugutegehalten werden. 

 

6.4.4. 

In beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht ist die Integration des 

Beschuldigten mit Mängeln behaftet. Er absolvierte in der Schweiz eine 

Berufslehre zum Gebäudereiniger. Ab 2004 arbeitete er bei der B._____ 

AG, wo er zum Abteilungsleiter emporstieg (UA act. 6). Diese Stelle verliess 

er jedoch im Oktober 2018 (Protokoll Berufungsverhandlung S. 28). Die 

lange, konstante Tätigkeit für einen Arbeitgeber wäre grundsätzlich positiv 

zu werten, allerdings sind vorliegend seine Delinquenz im Rahmen dieser 

Tätigkeit bei der B._____ AG und das bewusste Ausnutzen seiner 

Vertrauensposition zu berücksichtigen. Danach arbeitete er zeitweise im 

Rahmen einer Teilzeitanstellung bei der Firma I._____, wobei diese 

Anstellung gemäss Angaben des Beschuldigten «mehr oder weniger von 

beiden Parteien» aufgelöst worden sei (GA act. 396). Danach habe er 

begonnen, Teilzeit für die G._____ AG zu arbeiten bzw. für diese 

selbstständig Aufträge zu erledigen. Ab Januar 2024 werde er dies nun 

Vollzeit tun. Aus der selbstständigen Tätigkeit für die G._____ AG habe er 

gemäss den eingereichten Unterlagen im Jahr 2022 einen Umsatz von Fr. 

80'145.50 erwirtschaftet, wobei er ca. 30% Auslagen gehabt habe 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 14 ff.), was ein Einkommen von 

gerundet Fr. 56'000.00 ergibt. Unklar verbleibt für das Obergericht die Rolle 

des Beschuldigten in der am tt.mm.2023 gegründeten H._____ GmbH. Im 

Handelsregister ist er als Geschäftsführer dieser Firma eingetragen. 

Gemäss seinen Angaben habe diese jedoch aktuell noch zu geringe 

Auftragszahlen, um davon zu leben, was jedoch zukünftig das Ziel sei. Er 

habe deshalb keinen Arbeitsvertrag mit der GmbH (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 14). Die Gründung der GmbH spricht somit nicht 

für seine wirtschaftliche Integration. Negativ ist die gesamte finanzielle 

Situation des Beschuldigten zu werten. Er hat gemeinsam mit seiner 

Ehefrau erhebliche Schulden angehäuft. Die Schulden belaufen sich auf 

rund Fr. 65'000.00 bis Fr. 67'000.00, wobei es sich überwiegend um 

Steuerschulden handle und diese in Raten abbezahlt würden. Im 

Berufungsverfahren hat sich der Beschuldigte mit der B._____ AG geeinigt 

und eine Schadenersatzforderung von Fr. 30'000.00 anerkannt und eine 

ratenweise Bezahlung zugesichert. Ursprünglich hätten die Schulden rund 

Fr. 300'000.00 betragen (GA act. 397, Protokoll Berufungsverhandlung S. 

 - 16 - 

 

 

6 und 28). Die Rückzahlungen sind dabei zwar positiv zu werten, hingegen 

spricht der lange Betreibungsregisterauszug und die hohen Summen der 

verbleibenden Schulden deutlich gegen eine gelungene wirtschaftliche 

Integration in die Schweizer Wirtschaftsordnung. Dieser Integrations-

mangel erscheint zumindest teilweise durch den Beschuldigten selbst 

verschuldet, hat er doch einen erheblichen Teil seines Einkommens für das 

Glückspiel und für die Finanzierung von Autos ausgegeben, auf die er nicht 

angewiesen war. Sozialhilfe hat der Beschuldigte noch nie bezogen (GA 

act. 397). Neben den vorliegend zu beurteilenden Delikten weist der 

Beschuldigte in der Schweiz keine Vorstrafen auf (UA act. 1). Gestützt 

darauf kann jedoch nicht auf eine gelungene Integration in die Schweizer 

Werte- und Rechtsordnung geschlossen werden, da ein Wohlverhalten 

erwartet werden darf. 

 

6.4.5. 

Der Beschuldigte verfügt nach wie vor über einen relativ engen Bezug zu 

seinem Heimatland, wo er bis zum Alter von 16 Jahren lebte und die 

obligatorische Schulzeit und den Grossteil seiner prägenden Kindheit und 

Jugendzeit verbracht hat. Er beherrscht sowohl die albanische Sprache als 

Muttersprache (UA act. 4), als auch die mazedonische Landessprache, 

auch wenn er angibt, letztere teilweise verlernt zu haben, aber immer noch 

lesen zu können (Protokoll Berufungsverhandlung S. 14). Der Beschuldigte 

hielt sich seit seiner Ausreise zahlreiche Male in Nordmazedonien auf und 

bekundete keine Probleme, sich zu verständigen. Auch die Hochzeit hat in 

Nordmazedonien stattgefunden. Es ist damit ohne Weiteres davon 

auszugehen, dass er die notwendigen sprachlichen Kenntnisse für ein 

Leben in Nordmazedonien hat. Der Beschuldigte spricht daneben noch 

Serbokroatisch, Italienisch, Englisch und Deutsch (GA act. 394), sodass 

ihm auch diese sprachlichen Kenntnisse helfen können. Zudem ist er 

bestens mit der Kultur vertraut. Er hielt sich auch nach seiner Ausreise in 

die Schweiz ferienhalber regelmässig in Nordmazedonien auf (GA act. 

395). Sein Vater lebte bis zu seinem Tod im Sommer 2023 in 

Nordmazedonien, wo der Beschuldigte ihn mit seiner Familie regelmässig 

besuchte. Beruflich erscheint eine Integration in Nordmazedonien nicht 

wesentlich schwerer als in der Schweiz. Der Beschuldigte kann den Beruf 

als Gebäudereiniger auch dort ausüben, wobei er von der Ausbildung und 

langjährigen Berufserfahrung in der Schweiz profitieren kann. Dass die 

Wirtschaftslage in seinem Herkunftsland allenfalls schwieriger als in der 

Schweiz sein könnte, vermag die strafrechtliche Landesverweisung nicht 

zu verhindern (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2019 vom 28. Januar 

2020 E. 3.4.2). Die soziale Reintegration des Beschuldigten erscheint 

aufgrund der Verbundenheit mit dem Land und der Kultur ohne weiteres 

möglich und zumutbar, auch wenn er angibt, seit dem Tod seines Vaters in 

Nordmazedonien keine Angehörigen mehr zu haben (Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 18). Es ist davon auszugehen, dass er alte Beziehungen 

wieder aufleben lassen kann und auch, dass er durch seine regelmässigen 

 - 17 - 

 

 

Besuche in Nordmazedonien gewisse Bekanntschaften hat. Sicherlich 

vermögen ein Unterkommen bei Verwandten oder deren Unterstützung in 

der Anfangsphase einen Neubeginn im Heimatland wohl zu erleichtern. 

Notwendig ist dies aber nicht. Der Beschuldigte leidet weder an 

gesundheitlichen Problemen, die einer Wegweisung in sein Heimatland 

entgegenstünden, noch sind irgendwelche Gründe ersichtlich, die dem 

Vollzug einer Landesverweisung entgegenstünden. Zusammengefasst 

erscheint eine soziale und berufliche Integration unter den vorliegenden 

Umständen bei entsprechender Anstrengung als durchaus möglich. 

 

6.4.6. 

Für die Frage, ob der Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens 

«notwendig» im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist, sind nach der 

Rechtsprechung des EGMR auch die Staatsangehörigkeit der betroffenen 

Familienmitglieder, die familiäre Situation des von der Massnahme 

Betroffenen, wie etwa die Dauer der Ehe oder andere Faktoren, welche für 

ein effektives Familienleben sprechen, eine allfällige Kenntnis des 

Ehegatten von der Straftat zu Beginn der familiären Bindung, ob Kinder aus 

der Ehe hervorgingen und falls ja, deren Alter, sowie die Schwierigkeiten, 

mit welchen der Ehegatte im Heimatland des anderen konfrontiert sein 

könnte, zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_977/2023 vom 

12. Januar 2024 E. 1.4.5 mit Hinweisen). 

 

Die Landesverweisung würde die Ehefrau und die Kinder des 

Beschuldigten direkt betreffen. Der Sohn des Beschuldigten ist jedoch 

bereits volljährig, weshalb er vorliegend eine eher untergeordnete Rolle 

spielt, zumal keine speziellen Umstände vorliegen. Die Ehefrau des 

Beschuldigten und die minderjährige Tochter verfügen zwar ebenfalls über 

die nordmazedonische Staatsbürgerschaft und sind mit der dortigen 

Sprache und Kultur vertraut. Auch hat, was die Ehefrau betrifft, die Hochzeit 

in Nordmazedonien stattgefunden. Es wäre ihnen deshalb grundsätzlich 

zumutbar, dem Beschuldigten im Falle einer Landesverweisung in das 

gemeinsame Heimatland zu folgen. Zu beachten ist allerdings, dass die 

Ehefrau in der Schweiz aufgewachsen und die Tochter sogar hier geboren 

ist und sie hier entsprechend stark verwurzelt sind und über ein gefestigtes 

Anwesenheitsrecht verfügen. Die Ehefrau hat von den vom Beschuldigten 

begangenen Straftaten erst Jahre nach der Eheschliessung erfahren. Sie 

ist die Ehe mit der Erwartung eines gemeinsamen Familienlebens in der 

Schweiz eingegangen und ist entsprechend unzufrieden mit dem 

deliktischen Verhalten des Beschuldigten. Zudem ist sie hier berufstätig 

und finanziert einen erheblichen Teil des Unterhalts der Familie (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 4 ff.). Die Tochter befindet sich zudem nicht mehr 

in einem anpassungsfähigen Alter im Sinne der Rechtsprechung. Volljährig 

wird sie erst in knapp zwei Jahren (UA act. 5). Ein Leben in Nord-

mazedonien würde für die Ehefrau und die Tochter insgesamt einen 

grossen Einschnitt bedeuten. D._____ hat diesbezüglich ausgeführt, dass 

 - 18 - 

 

 

sie und die Kinder im Falle einer Landesverweisung in der Schweiz bleiben 

würden, da sie sich in Nordmazedonien kein Leben vorstellen könnten und 

da ihr Umfeld hier sei (Protokoll Berufungsverhandlung S. 6). Unter diesen 

Vorzeichen würde eine Landesverweisung die familiäre Beziehung des 

Beschuldigten zur Ehefrau und zur minderjährigen Tochter und damit die 

Gewährleistungen gemäss Art. 8 EMRK in einem bedeutenden Ausmass 

tangieren (Urteile des Bundesgerichts 6B_977/2023 vom 12. Januar 2024 

und 6B_1384/2021 vom 29. August 2023 E. 1.3.2.2). 

 

Der Beschuldigte würde die Schweiz bei einer Landesverweisung somit 

voraussichtlich alleine verlassen. Es bestünde jedoch die Möglichkeit, den 

Kontakt zu den in der Schweiz verbleibenden Familienmitgliedern über 

Kommunikationsmittel oder mittels Besuchen im Heimatland oder einem 

von der Landesverweisung nicht betroffenen Land aufrechtzuerhalten (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2020 vom 21. August 2020 E. 3.4.5). Es 

ist zudem darauf hinzuweisen, dass die Ehefrau des Beschuldigten 

finanziell nicht auf den Beschuldigten angewiesen ist (UA act. 5 ff.; GA act. 

397, Protokoll Berufungsverhandlung S. 7) und sie auch die Tochter, 

welche nächstes Jahr eine Lehre beginnen wird, unterstützen kann.  

 

6.4.7. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte den über-

wiegenden Teil seines Lebens in der Schweiz verbracht hat. Er ist hier 

sprachlich und sozial eingebunden, auch wenn die gesellschaftliche und 

wirtschaftliche Integration nicht als mustergültig erscheint. Angesichts der 

langen Aufenthaltsdauer des Beschuldigten in der Schweiz, der Tatsache, 

dass er hier seinen Lebensmittelpunkt hat und insbesondere seiner echten 

gelebten familiären Beziehung zu seiner Ehefrau und den beiden 

gemeinsamen Kindern, insbesondere der minderjährigen Tochter, ist von 

einem erheblichen privaten Interesse des Beschuldigten an einem Verbleib 

in der Schweiz auszugehen, auch wenn eine berufliche, soziale und 

kulturelle Wiedereingliederung in der Heimat unter Berücksichtigung der 

anhaltenden Verbundenheit mit seinem Heimatland für ihn durchaus zu 

bewältigen wäre. 

 

6.5. 

Der Beschuldigte wird vorliegend u.a. wegen gewerbsmässigen Betrugs zu 

einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt. Der gewerbsmässige 

Betrug wird mit einer hohen Sanktion von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe 

geahndet, was die abstrakte Schwere des Delikts unterstreicht. Auch wenn 

das durch den Betrugstatbestand geschützte Vermögen als Rechtsgut 

nicht gleich schwer wiegt wie etwa die körperliche oder sexuelle Integrität 

bei Körperverletzungs- oder Sexualdelikten, ist dieses nicht zu baga-

tellisieren. Nicht nur die erstgenannten Delikte können als besonders 

verwerflich betrachtet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1384/2021 vom 29. August 2023 E. 1.5.3). Es ist vorliegend denn auch 

 - 19 - 

 

 

von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen. Entsprechend 

wird er zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt, wobei das Ober-

gericht ohne Geltung des Verschlechterungsverbots eine wesentlich 

höhere Freiheitsstrafe ausgefällt hätte (siehe dazu die Erwägungen zur 

Strafzumessung). 

 

Seit der Aufdeckung der Delikte im Jahr 2018 hat sich der Beschuldigte 

soweit ersichtlich wohl verhalten. Dennoch bestehen nicht unerhebliche 

Bedenken an seinem künftigen Wohlverhalten (siehe dazu die Erwägungen 

zur Strafzumessung). Der Beschuldigte hat eine Geringschätzung der 

Schweizer Rechts- und Werteordnung sowie eine Hartnäckigkeit und ein 

hohes kriminelles Kalkül offenbart. Bis zur Berufungsverhandlung hat er 

auch keine nennenswerte Einsicht und Reue gezeigt, sondern seine Taten 

mit den Arbeitsbedingungen gerechtfertigt, was auf eine fehlende 

nachhaltige Einsicht schliessen lässt. Erst anlässlich des Berufungs-

verfahrens hat er sich mit der B._____ AG geeinigt und gibt nun an, dass 

ihm alles leid tue. 

 

Der Umstand, dass dem Beschuldigten im Rahmen der Bewährungs-

aussichten keine eigentliche Schlechtprognose zu stellen ist, relativiert 

zwar teilweise die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung, 

jedoch lässt es diese nicht entfallen, sind doch bei der Landesverweisung 

strengere Kriterien und Massstäbe entscheidend als bei der Prüfung der 

Bewährungsaussichten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2021 vom 

31. März 2022 E. 1.5.3). Das festgestellte Rückfallrisiko genügt in 

Verbindung mit der verübten erheblichen Straftat und dem betroffenen 

bedeutenden Rechtsgut, um ein Fernhalteinteresse zu bejahen. Ist ein 

gewichtiges Rechtsgut tangiert, braucht das Rückfallrisiko – auch bei einem 

Ersttäter wie dem Beschuldigten – nicht besonders hoch auszufallen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1384/2021 vom 29. August 2023 E. 1.5.3. 

mit Hinweisen). 

 

Nach dem Dargelegten wiegen die öffentlichen Interessen an einer 

Landesverweisung insgesamt vergleichsweise schwer. Mithin ist von 

hohen öffentlichen Interessen auszugehen. 

 

6.6. 

Insgesamt ist nach dem Gesagten in Würdigung der gesamten Umstände 

das Vorliegen eines schweren persönlichen Härtefalls zu bejahen. Jedoch 

überwiegt das hohe öffentliche Interesse an der Landesverweisung die 

nicht unerheblichen privaten Interessen des Beschuldigten am Verbleib in 

der Schweiz. 

 

Damit sind die Voraussetzungen für eine Landesverweisung erfüllt. Diese 

erweist sich sowohl unter dem Blickwinkel von Art. 66a Abs. 2 StGB als 

 - 20 - 

 

 

auch unter demjenigen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK als verhältnismässig und 

rechtskonform. 

 

6.7. 

Die von der Vorinstanz auf das Minimum angesetzte Dauer von 5 Jahren 

kann aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht erhöht bzw. abgeändert 

werden. 

 

6.8. 

Die Vorinstanz hat davon abgesehen, die Landesverweisung im 

Schengener Informationssystem (SIS) einzutragen. 

 

Die Ausschreibung ist als rein vollzugs- und polizeirechtliche Massnahme 

nicht vom Anwendungsbereich von Art. 391 Abs. 2 StPO bzw. vom 

Verschlechterungsverbot erfasst (BGE 146 IV 172 E. 3.3). Die betroffene 

Person ist jedoch auf die drohende Verschlechterung hinzuweisen (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_225/2023 vom 7. Juli 2023 E. 1.6.2), was 

vorliegend geschehen ist (vgl. Vorladung vom 4. September 2023, Ziff. 3.4).  

 

Der Beschuldigte wird u.a. wegen gewerbsmässigen Betrugs schuldig 

gesprochen. Es handelt sich dabei nicht um Bagatellen, sondern um 

Straftaten, welche die öffentliche Sicherheit und insbesondere Ordnung 

tangieren. Entsprechend wird der Beschuldigte auch zu einer einjährigen 

Freiheitsstrafe verurteilt. Unter Berücksichtigung des langen Tatzeitraums 

weisen die Delikte sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit eine 

Schwere auf, die eine Ausschreibung im SIS rechtfertigt. Dass bei der 

Legalprognose eine Schlechtprognose verneint wurde, steht einer 

Ausschreibung der Landesverweisung im SIS nicht entgegen (vgl. zum 

Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 

4). Gründe, welche eine Ausschreibung im SIS als unverhältnismässig 

erscheinen lassen würden, sind keine ersichtlich (vgl. BGE 146 IV 172 E. 

3.2), zumal für die Ausschreibung im SIS kein schweres oder besonders 

schweres Delikt vorliegen muss (BGE 147 IV 340). Somit ist die 

Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem 

(SIS) anzuordnen.  

 

 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten belaufen sich für das Berufungs-

verfahren gegen den Beschuldigten und die Mitbeschuldigte E._____ auf 

insgesamt Fr. 6'000.00 (§ 18 VKD), der auf den Beschuldigten entfallende 

Anteil beträgt Fr. 3'000.00 (Art. 418 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 

unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind ihm 

deshalb die auf ihn entfallenden Kosten von Fr. 3'000.00 vollumfänglich 

aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

 - 21 - 

 

 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die 

anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte Kostennote, mit 

gerundet Fr. 6'140.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staats-

kasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 

3bis AnwT). Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss 

zurückzufordern, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben (Art. 

135 Abs. 4 StPO). 

 

7.2. 

Die erstinstanzliche Kostenregelung bedarf keiner Änderung (Art. 428 

Abs. 3 i.V.m. Art. 426 StPO). Der Beschuldigte wird verurteilt und hat somit 

die erstinstanzlichen Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 3'864.90 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 1'600.00) zu tragen. 

 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zugespro-

chene Entschädigung von Fr. 15'469.05 ist mit Berufung nicht angefochten 

worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr zurückzukom-

men ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

Nicht zurückzukommen ist sodann auf die der Privatklägerin B._____ AG 

im erstinstanzlichen Verfahren zugesprochene Parteientschädigung. 

Nachdem sich der Beschuldigte und die Privatklägerin aussergerichtlich 

geeinigt und der Beschuldigte seine Berufung im Zivilpunkt nicht mehr 

aufrechterhalten hat, hat es mit der vorinstanzlichen Regelung sein 

Bewenden. 

 

 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung 

vollumfänglich abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 

vom 17. Januar 2018 E. 4 mit Hinweisen).  

 

  

 - 22 - 

 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig  

- des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB, 

- der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziffer 1 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB 

und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten, Probezeit 3 Jahre, und 

einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 20 Tage Freiheits-

strafe, 

 

verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird gemäss Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes 

verwiesen. 

 

3.2. 

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 

Informationssystem (SIS) angeordnet. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ AG 

Fr. 45'345.30 zzgl. Zins zu 5 % seit 1. November 2016 als Schadenersatz 

zu bezahlen, davon Fr. 26'959.25 in solidarischer Haftbarkeit mit der 

Beschuldigten C._____. 

 

5. 

5.1. 

Die auf das Berufungsverfahren des Beschuldigten entfallenden 

obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

5.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das obergerichtliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 6'140.00 auszubezahlen. 

 

 - 23 - 

 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine finanziellen Verhältnisse erlauben. 

 

6. 

6.1. 

Die auf den Beschuldigten entfallenden vorinstanzlichen Verfahrenskosten 

von Fr. 3'864.90 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'600.00) werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

6.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzlichen Verfahren eine Entschädigung von Fr. 15'469.05 

auszubezahlen.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

6.3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ AG eine 

Parteientschädigung von Fr. 9'613.24 zu bezahlen, davon Fr. 7'237.02 in 

solidarischer Haftbarkeit mit der Beschuldigten C._____. 

 

 

Zustellung an: 

[…] 

 
 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

 - 24 - 

 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 15. November 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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