# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d4c1cd8-377d-5b1b-9bda-86474b698eb3
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-02
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 02.05.2022 S 2020 86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-86_2022-05-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 2. Mai 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2020 86

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Urteil S 2020 86

A. Die 1964 geborene A.________ war als Charcuterie-Verkäuferin vollzeitlich 
erwerbstätig als sie sich 2015 ein erstes Mal infolge von Rücken- und 
Schulterbeschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet 
hatte (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 6. Oktober 2015 wies die IV-Stelle Zug das 
Leistungsbegehren mangels einer längerdauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab 
(IV-act. 18).

Im April 2017 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf einen Rückfall ihrer Rücken- 
und Schulterbeschwerden am 1. November 2016 erneut zum Leistungsbezug an (IV-
act. 22). Daraufhin tätigte die IV-Stelle Abklärungen in erwerblicher und medizinischer 
Hinsicht. Insbesondere liess sie die Versicherte in der MEDAS Bern ZVMB GmbH 
polydisziplinär abklären (MEDAS-Gutachten vom 6. Februar 2020; IV-act. 112). Nach 
Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-act. 117 ff.) sprach sie der Versicherten mit 
Verfügung vom 24. Juni 2020 eine rückwirkend befristete ganze Invalidenrente vom 
1. Oktober 2017 bis 31. März 2018 und vom 1. Juli 2018 bis 31. Mai 2019 zu (IV-act. 129).

B. Dagegen erhob A.________ am 15. Juli 2020 Beschwerde und beantragte die 
nochmalige Überprüfung des Leistungsanspruchs (act. 1). Auf Aufforderung des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Zug reichte sie am 24. Juli 2020 und 10. August 2020 
eine Begründung ihrer Beschwerde nach (act. 3 und 5). 

C. Innert der angesetzten Frist bezahlte die Beschwerdeführerin den ihr auferlegten 
Kostenvorschuss von Fr. 800.– (act. 7).

D. Mit Vernehmlassung vom 17. September 2020 schloss die Verwaltung auf 
Abweisung der Beschwerde (act. 9).

E. Mit Replik vom 11. November 2020 und Duplik vom 30. November hielten die 
Parteien (sinngemäss) an den gestellten Anträgen fest (act. 12 und 14).

F. Nun anwaltlich vertreten, reichte die Beschwerdeführerin am 7. Dezember 2020 
eine weitere Stellungnahme ein und modifizierte ihre Anträge insoweit, als sie neu die 
Zusprechung einer unbefristeten angemessenen Invalidenrente ab dem frühestmöglichen 
Zeitpunkt, eventualiter eine Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur erneuten 
Abklärung verlangt (act. 16 S. 8).

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Urteil S 2020 86

G. Dazu äusserte sich die Beschwerdegegnerin am 12. Januar 2021 (act. 18), 
worüber die Beschwerdeführerin am 14. Januar 2021 orientiert wurde (act. 19).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten, geänderten Be-
stimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Am 1. Januar 2022 ist 
weiter das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung in Kraft getreten (IVG; 
SR 831.20; Weiterentwicklung der IV, Änderung vom 19. Juni 2020). Das 
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab; in 
zeitlicher Hinsicht sind, vorbehältlich abweichender Übergangsbestimmungen, diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung hatten (vgl. etwa BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; 131 V 
9 E. 1; 129 V 354 E. 1, je mit Hinweisen). Die hier angefochtene Verfügung erging am 
24. Juni 2020; die zu beurteilende Beschwerde wurde am 15. Juli 2020 der Post 
übergeben. Anwendbar sind demnach die bis zum 31. Dezember 2020 gültigen Normen 
des ATSG, des IVG sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201). Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus Art. 82a ATSG 
(Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21. Juni 2019), der ebenfalls vorsieht, dass für 
im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherungen (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche 
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 
Abs. 1 lit. a IVG gegeben. Die angefochtene Verfügung datiert vom 24. Juni 2020. Mit der 
am 15. Juli 2020 der Schweizerischen Post übergebenen Beschwerdeschrift ist die 30-
tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist als 

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Urteil S 2020 86

Verfügungsadressatin direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält einen Antrag und eine Begründung, womit auch den formellen 
Anforderungen Genüge getan ist (Art. 61 lit. b ATSG; § 44 VRG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten 
oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % bestand bis 31. Dezember 2021 
Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine 
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (aArt. 28 Abs. 2 
IVG).

3.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert oder 
aufgehoben, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung 
(IVV; SR 831.201) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss 
Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im neuen Gesuch glaubhaft zu machen, 

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Urteil S 2020 86

dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären 
und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte 
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in 
analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 
117 V 198 E. 3a; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad 
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle 
Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a; 109 V 108 E. 2b).

3.4 Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer 
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und 
andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass 
Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der 
Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a IVV 
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den 
Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für 
die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich 
durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des 
Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung 
der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d; 125 V 368 E. 2; 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. 
BGE 130 V 343 E. 3.5.2). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete 
Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, 
hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem 
Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung 
ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung 
hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum 
und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen 
(BGer I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).

3.5 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in 
Verbindung mit aArt. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu 
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 

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Urteil S 2020 86

der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 
Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, woraufhin sich aus der 
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des 
Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).

3.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 115 V 133 E. 2 mit Hinweisen).

3.7 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der 
Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).

4. Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchsrelevanten Veränderung 
der gesundheitlichen Verhältnisse im Rahmen der Neuanmeldung bildet die 
leistungsablehnende Verfügung vom 6. Oktober 2015, worin festgestellt wurde, dass die 
Beschwerdeführerin gemäss den Angaben von Dr. med. C.________, Spitalfacharzt an 
der Klinik D.________, vom 13. Juli 2015 (IV-act. 15) und der Arbeitgeberin vom 20. Juli 
2015 (IV-act. 16) ab 22. Juni 2015 wieder voll arbeitsfähig war (IV-act. 18).

5.
5.1 Den Akten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 24. August 
2017 bis 27. September 2017, vom 12. Oktober 2017 bis 7. Dezember 2017 und vom 

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Urteil S 2020 86

19. Dezember 2017 bis 11. Januar 2018 wegen einer mittelgradigen depressiven Episode 
in der Klinik E.________, Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, hospitalisiert war 
(Berichte vom 9. November 2017 und 29. Januar 2018; IV-act. 42 und 47). 

5.2 Ausserdem war die Beschwerdeführerin infolge einer Fraktur des Metatarsale V 
am 11. Juli 2018 zunächst im Kantonsspital F.________ in ambulanter (Bericht vom 
4. September 2018; IV-act. 66) und vom 11. bis 28. März 2019 in der Klinik D.________ in 
stationärer Behandlung (Bericht vom 17. April 2019; IV-act. 91).

5.3 Im MEDAS-GA vom 6. Februar 2020 wurden folgende Diagnosen mit Relevanz für 
die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit gestellt (IV-act. 112/9):

- Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom ohne radikuläre Zeichen bei/mit
- degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule und mittelgradige 

Foramenstenose der Nervenwurzeln C5 und C6 rechts

- Periarthropathia humero-scapularis rechts bei/mit
- eingeschränkter Beweglichkeit
- Verdacht auf eine beginnende avaskuläre Nekrose des Humeruskopfes – 

kontrollbedürftig
- AC-Gelenksarthrose bei Bigliani II-Konfiguration und fraglichem Impingement
- Tendinopathie des Musculus supraspinatus und Musculus infraspinatus mit kleinen 

gelenk- und bursaseitigen Sehen-Einrissen

Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter folgenden weiteren 
Diagnose bei (IV-act. 112/9):

- St.n. Metatarsale V-Fraktur links vom 11. Juli 2018

- St.n. Hallux Valgus-Operation links am 15. September 2019

- Knieschmerzen beidseits bei/mit beginnender medialer Gonarthrose rechts

- St.n. akuter Gastritis im August 2017, am ehesten NSAR-assoziiert

- Obstipation (anamnestisch, behandelt)

- St.n. Hysterektomie und Ovarektomie beidseits am 24. Mai 2018

- Leberzyste (Zufallsbefund Sonographie vom 18. September 2012)

- In Art und Ausprägung nicht authentische kognitive Minderleistungen in nahezu allen 
kognitiven Bereichen (Aufmerksamkeit, Neugedächtnis, Exekutivfunktionen, Sprache, 
Visuskonstruktion) mit/bei:

- Leistungsverzerrung

- Status nach Trauerreaktion (Anpassungsstörung; ICD-10 F43.2)

- Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73.0)

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Aus orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin lege artis konservativ behandelt 
worden. Die Degeneration der Halswirbelsäule werde sich schicksalshaft weiter 
verschlechtern. Eine Operationsindikation bestehe nicht. Die Problematik der rechten 
Schulter sei bisher radiologisch nicht abgeklärt worden. In der gutachterlich veranlassten 
Arthro-Magnetresonanztomografie der rechten Schulter hätten sich die Verdachtsdiagnose 
einer beginnenden aseptischen Humeruskopfnekrose neben einer AC-Gelenksarthrose 
und einer Tendinopathie mit kleinsten Rissen im Supra- und Infraspinatus ergeben. Ohne 
Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit sei die Metatarsale V-Fraktur, welche keine Probleme 
mehr bereite, sowie die beginnende Gonarthrose rechts (IV-act. 112/7).

Der psychiatrische Konsiliararzt stellte fest, dass die Beschwerdeführerin über Jahre 
uneingeschränkt gearbeitet habe, zuerst in der Küche und zuletzt im Verkauf. Ab 2016 sei 
sie wegen Schmerzen krankgeschrieben worden. Es seien vermehrt psychische Probleme 
dazu gekommen. Im Januar 2018 seien ausgeprägte kognitive Defizite beschrieben 
worden (vgl. Bericht der Klinik E.________ vom 29. Januar 2018; IV-act. 47). Im April 
2019 sei von den behandelnden Fachleuten der Klinik D.________ eine ADHS-Abklärung 
empfohlen worden (vgl. Bericht vom 17. April 2019; IV-act. 91). Die Verdachtsdiagnose 
eines ADHS erstaune, da aus der Vergangenheit der Beschwerdeführerin keine solchen 
Einschränkungen bekannt seien. Zudem wären sie der behandelnden Psychiaterin wohl 
aufgefallen. In ihrem Bericht vom 17. Dezember 2018 beziehe sich die Psychiaterin 
offensichtlich vornehmlich auf die Angaben der Beschwerdeführerin zur Befindlichkeit (vgl. 
Bericht von med. pract. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie vom 
17. Dezember 2018; IV-act. 81). Dem Schreiben könne sonst keine schwere depressive 
Symptomatik entnommen werden. Ähnliches gelte auch für das Schreiben vom November 
2017 (vgl. Bericht der Klinik E.________ vom 9. November 2017; IV-act. 42). Allerdings 
habe unter der Therapie zunächst eine gute Stabilisierung erreicht werden können. Die 
Verschlechterung des Zustandsbildes, geschildert im Schreiben vom 17. Dezember 2018, 
sei nicht detailliert beschrieben worden, sodass nicht klar werde, welche Beschwerden 
bestanden und zu der Arbeitsunfähigkeit von 100 % beziehungsweise 75 % psychiatrisch 
geführt hätten. Im Austrittbericht der Klinik D.________ mit einer kurzen Hospitalisation im 
März 2019 sei lediglich die Diagnose einer depressiven Episode seit August 2018 
beschrieben worden (vgl. Bericht vom 17. April 2019; IV-act. 91). Es werde auch erwähnt, 
dass die Beschwerdeführerin sich trotz wiederholter Edukation kaum von ihrem 
vorwiegend strukturellen Schmerzverständnis, verbunden mit passenden 
Behandlungsvorstellungen, habe distanzieren können (IV-act. 112/7). 

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Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung hätten sich keine validen Ergebnisse 
ergeben. Somit könnten auch die Angaben im Psychostatus zur Kondition im Januar 2018 
nicht nachvollzogen werden (vgl. Bericht der Klinik E.________ vom 29. Januar 2018; IV-
act. 47). Es sei damals von bis zu schweren kognitiven Defiziten berichtet worden, die 
durch die gutachterliche neuropsychologische Abklärung keineswegs hätten bestätigt 
werden können. Entsprechend hätten insbesondere auch keine neuropsychologischen 
Defizite nachgewiesen werden können. Diese seien zwar von der Beschwerdeführerin und 
ihrer Psychiaterin beschrieben worden, hätten sich jedoch im Rahmen der gutachterlichen 
neuropsychologischen Untersuchung als nicht-authentische Minderleistungen in nahezu 
allen kognitiven Bereichen erwiesen. Dieses Ausmass an negativer Leistungsverzerrung 
erkläre sich aber auch nicht durch tiefgreifende psychische Störungen und erfülle damit 
mindestens die Kriterien einer deutlichen Aggravation (IV-act. 112/7–8). Aufgrund der nicht 
validen Testergebnisse sei der Verdacht eines ADHS weder widerlegbar noch belegbar. 
Trotz der nachgewiesenen Beschwerdeübertreibung und -ausweitung hätten die von der 
Beschwerdeführerin gemachten Angaben zur Schulzeit und zum beruflichen Werdegang 
keine ausreichenden Hinweise auf ein ADHS ergeben (IV-act. 112/83).

Es liege ein Status nach Trauerreaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung vor. Die 
Ursachen der Anpassungsproblematik schienen vielfältig zu sein, einerseits Aborte, eine 
gynäkologische Operation, Kinderlosigkeit, der Verlust naher Familienangehöriger, 
schliesslich auch der Verlust des Arbeitsplatzes im Jahre 2018. Die begonnene 
Massnahme zur Wiedereingliederung am angestammten Arbeitsplatz habe nicht 
fortgeführt werden können, da die Beschwerdeführerin habe operiert werden müssen. 
Auch später sei es zu einem Unfall gekommen, der bei der Beschwerdeführerin wohl eine 
Verunsicherung herbeigeführt und eine erneute Anpassungsproblematik ausgelöst habe. 
Da bei Anpassungsproblemen auch affektive Störungen aufträten, könne es leicht zu 
Fehleinschätzungen in Richtung einer depressiven Störung kommen, dies auch abhängig 
von den Klagen der Betroffenen. Dies scheine auf die Beschwerdeführerin zuzutreffen. Die 
Neigung zu dysfunktionaler Verarbeitung somatischer Ereignisse sei im Bericht der Klinik 
D.________ vom 17. April 2019 (vgl. IV-act. 91) thematisiert worden. Gegenwärtig könne 
keine affektive Störung, aber auch keine somatoforme Störung diagnostiziert werden. 
Auch aus der Vergangenheit ergäben sich keine Hinweise für psychische Störungen. 
Diese seien weder von der Beschwerdeführerin anamnestisch noch aus dem Dossier 
eruierbar. Früher sei auch keine psychiatrische Behandlung durchgeführt worden. Im 
Rahmen der gutachterlichen Untersuchung hätten sich, bis auf die Ereignisse der letzten 
Jahre, auch keine begünstigenden kritischen Ereignisse in der Biografie gezeigt. 

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Insgesamt ergäben sich auch keine Störungen der Persönlichkeit. Auch die 
Ressourcenlage der Beschwerdeführerin erscheine aus psychiatrischer Sicht nicht 
eingeschränkt, dies insbesondere unter der Berücksichtigung der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit und der in Frage kommenden beruflichen Aufgabe in der Zukunft. Die 
geschilderten Einschränkungen des Aktivitätenniveaus erschienen gegenwärtig und auch 
in der Vergangenheit nicht plausibel. Aus psychiatrischer Sicht liessen sich keine 
relevanten Symptome oder Funktionseinbussen erkennen, welche eine dauerhafte 
Arbeitsunfähigkeit auslösen könnten (IV-act. 112/8).

Neurologisch sei ein Osteochondrose-Befund in Höhe C5/6 mit Diskusprotrusion belegt. 
Auch im Rahmen der aktuellen Bildgebung liege hier der Schwerpunkt auf den leichten 
degenerativen Veränderungen. Radiologisch wäre auch eine gewisse radikuläre Reiz-
symptomatik denkbar, bewegungsabhängig. Jedoch finde sich klinisch-neurologisch und 
gemäss neurologischer Anamnese weder aktuell noch in der Vergangenheit eine konkrete 
belegbare radikuläre Reizsymptomatik. Auch sei der Reflexstatus völlig seitengleich, 
sowohl insbesondere für die C5- und C6-Kennreflexe, als auch für die C7-Kennreflexe. 
Zudem sei auch in der Elektromammografie (EMG) in den Myotomen C5–C7 rechts 
keinerlei Pathologie feststellbar. Eine nur geringe Irritation lasse sich lediglich beim 
Thoracic-Outlet-Okklusionsmanöver rechts provozieren, jedoch sei das Adson-Manöver 
unauffällig ohne Pulsverlust. Eine gewisse leichte myofasziale Projektion zum rechten Arm 
könne somit zwar zeitweilig bestehen, sei jedoch sicherlich nicht im Schweregrad relevant, 
um eine adaptierte Tätigkeit zu verunmöglichen. Auch der elektrophysiologische Befund 
mit unauffälligen F-Wellen zeige keine Pathologie. Zudem sei in unbemerkter 
Beobachtung keine Beeinträchtigung der Bewegungsamplituden, zumindest im üblichen 
Greifraum bis Brusthöhe, erkennbar. Somit seien versicherungsmedizinisch bezüglich der 
zervikalen und Schulter-Arm-Beschwerden keine zusätzlichen neurologischen 
Störungsanteile leistungsmindernd zu berücksichtigen. Dies gelte aktuell wie auch 
retrospektiv gemäss Durchsicht der Aktenlage. Es bestehe eine schon primär seit der 
Jugend bestehende episodische Migräne ohne Aura. Die Beschwerdeführerin beschreibe 
die aktuellen Kopfschmerzen aber gleichermassen häufig und in der Ausprägung ähnlich 
wie auch in der Vergangenheit, als sie trotz der Kopfschmerzen praktisch stets und immer 
durchgängig gearbeitet habe, ohne Fehlzeiten. Es dürfe also davon ausgegangen werden, 
dass bei gleicher Symptomatik auch aktuell keine solche Beeinträchtigung zu erwarten 
wäre. Medikamentöse Behandlungsmassnahmen und weitere Therapiemassnahmen 
seien nie ergriffen worden. Offensichtlich habe auch nicht eine solche Ausprägung 
bestanden, dass die Kopfschmerzen zu einer fachmedizinischen Behandlung in der 

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Vergangenheit geführt hätten. Hinsichtlich der angegebenen Kopfschmerzen sei vormals 
eine Magnetresonanztomografie (MRI) des Craniums im November 2015 bereits 
unauffällig gewesen. Versicherungsmedizinisch möge also somit eine episodische 
Migräne zwar bestehen, diese sei jedoch nicht als arbeitsrelevant zu bewerten, wie es 
auch in der Vergangenheit bereits nicht zu Ausfällen relevanter Art geführt habe. Ein 
medikamenteninduzierter Kopfschmerz sei im deskriptiven Befund nicht zwingend 
zuzuordnen. Auch dieses wäre aber behandelbar (IV-act. 112/8). Es bestünden in der 
Gesamtheit deutliche und mehrfache Inkonsistenzen, sowohl bezüglich der angegebenen 
Schmerzstärke, der angegebenen kognitiven Beeinträchtigungen und der Müdigkeit. Es 
sei von einer offensichtlich bewussten aggravatorischen Überbetonung auszugehen (IV-
act. 112/137).

Internistisch sei in einer Sonographie vom 18. September 2012 eine Leberzyste im 
Segment V als Zufallsbefund gefunden worden (vgl. Bericht des Hausarztes Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 10. Juni 2017; IV-act. 32/1–9). 
Die Wertigkeit einer Ovarialzyste als Auslöser von Schmerzen sei unklar gewesen. 
Wiederholt sei ein Vitamin D-Mangel nachgewiesen worden (Dezember 2016, 2017, April 
2018) und eine Vitamin D-Substitution eingeleitet. Ein ätiologischer Zusammenhang mit 
den Schmerzen sei verneint worden. 2017 seien vaskuläre Probleme sowie eine 
entzündlich rheumatologische Grunderkrankung ausgeschlossen worden. Im Frühling 
2018 habe eine Eisenmangelanämie bestanden. Im August 2017 sei aufgrund Angabe 
einer Übelkeit mit Erbrechen eine vermutlich NSAR-bedingte Gastritis diagnostiziert 
worden. Eine Hysterektomie und Ovarektomie beidseits am 24. Mai 2018 habe zum 
Abbruch des damals laufenden Arbeitsversuchs geführt (IV-act. 112/9).

Mit Bezug auf die zumutbare Arbeitsleistung führten die Gutachter aus, aus 
orthopädischer Sicht seien der Beschwerdeführerin das Heben und Tragen von schweren 
Lasten von mehr als 3 kg rechts und 10 kg links ist nicht mehr zumutbar wie auch Arbeiten 
in Zwangspositionen des Kopfes oder reine Überkopfarbeiten und Arbeiten mit 
vibrierenden und schlagenden Maschinen v.a. rechts. Aus allgemein-internistischer Sicht 
bestünden keine Funktionsstörungen (IV-act. 112/9). 

Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine Hinweise für eine Störung der 
Persönlichkeitsentwicklung oder gar eine Persönlichkeitsstörung. Es bestünden deutliche 
und mehrfache lnkonsistenzen in den angegebenen kognitiven Beeinträchtigungen und 
der Müdigkeit. Im Ausdrucksverhalten könne weder ein Hinweis für Müdigkeit noch für 

12

Urteil S 2020 86

kognitive Störungen erkannt werden. Es sei von einer offensichtlich bewussten 
aggravatorischen Überbetonung der möglicherweise im Kern der Schmerzsymptomatik 
bestehenden Einschränkung auszugehen. Es ergäben sich aber keine medizinischen 
Gründe, warum eine relevante kognitive Störung bestehen solle. Auch sei eine depressive 
Störung aktuell in keiner Weise mehr erkennbar, auch wenn dies in der Vergangenheit 
bestanden haben sollte. Hierzu sei aber anzumerken, dass die Beschwerdeführerin in der 
früheren Vergangenheit nie psychische Störungen gezeigt, eine durchaus sehr gute 
Resilienzlage aufgewiesen und gute persönliche psychische Kompetenzen gehabt habe. 
Es sei nachvollziehbar, dass eine Trauersituation vorübergehend depressive Gefühle 
auslöse, eine dauerhafte, langfristige Einschränkung dürfte hieraus aber nicht 
wahrscheinlich sein. Aktuell könne auch keine Depressivität mehr erkannt werden. Auch 
eine kognitive Störung, sofern eine solche je bestanden habe, sollte schon längst 
rückläufig gewesen sein. Wohl aber falle eben als lnkonsistenz die Behauptung auf, sich 
deswegen keine Arbeitstätigkeit mehr zumuten zu können. Dies wirke aufgesetzt. Eine 
solche grobe negative Leistungsverzerrung der hier gezeigten nichtauthentischen 
schweren kognitiven Minderleistungen erfüllten somit in Gesamtschau mindestens die 
Kriterien eines erheblichen aggravatorischen Verhaltens (IV-act. 112/10–11).

Gestützt darauf kamen die Gutachter zum Schluss, dass in der bisherigen Tätigkeit keine 
Arbeitsfähigkeit mehr besteht. In einer angepassten Tätigkeit schätzten sie die 
Arbeitsfähigkeit auf 80 % im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils. Bei der Symptomatik der 
Beschwerdeführerin und unter Annahme einer Anpassungsproblematik sei eine 
Arbeitsunfähigkeit auch in der Vergangenheit nicht nachvollziehbar. Dies gelte 
insbesondere für den Zeitraum von Oktober 2016 bis zum Begutachtungszeitpunkt. Die 
Beschwerdeführerin habe die angestammte Tätigkeit vom 21. Oktober 2014 bis am 
19. August 2017 zu 50 % ausgeführt. Am 25. August 2017 werde in einer Evaluation der 
funktionellen Leistungsfähigkeit (vgl. Bericht der I.________ vom 25. August 2017; IV-
act. 37/2–12) eine Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von 50 % ab Februar 2017 
postuliert und von 80 % für eine sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit. Ab 11. Juli 2018 
habe wegen einer Fussfraktur mit Dislokation der Fragmente eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten wie einer Verweistätigkeit für mindestens vier 
Monate bestanden. Die rein orthopädische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der behandelnden 
Ärzte sei nachvollziehbar. Entsprechend bestehe für die angestammte Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 % vom 21. Oktober 2014 bis 10. Juli 2018, danach eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit bis 10. November 2018 und anschliessend weiterhin wegen der 
zunehmenden Schulterproblematik rechts. In einer Verweistätigkeit wäre medizinisch 

13

Urteil S 2020 86

theoretisch von Oktober 2014 bis zur Fraktur vom 11. Juli 2018 eine 100%ige 
Arbeitsfähigkeit vermutlich möglich gewesen. Nach der viermonatigen 100%igen 
Arbeitsunfähigkeit wäre medizinisch theoretisch ein Aufbau der Arbeitsfähigkeit bis auf 
80 % während zwei Monaten möglich gewesen. Ab Mitte Januar 2019 wäre eine 
Arbeitsfähigkeit von 80 % möglich gewesen, abgesehen von Phasen von akuter 
Exazerbation und von Hospitalisationen. Diese Beurteilung könne sich je nach Verlauf der 
Schulterproblematik rechts ändern. Sollte sich die Verdachtsdiagnose einer aseptischen 
Humeruskopfnekrose erhärten, werde dies zu einer Änderung der orthopädischen 
Diagnose, der Therapie, dem Zumutbarkeitsprofil und der Arbeitsfähigkeit in 
Verweistätigkeit führen (IV-act. 112/11–12). 

5.4 Im Bericht vom 2. April 2020 (BF-act. 24) stellte Dr. med. J.________, Leitender 
Arzt am Kantonsspital F.________, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, mit Bezug 
auf das rechte Schultergelenk die Diagnosen einer partiellen Humeruskopfnekrose, eines 
subacromialen Impingements mit Tendinopathie der Supraspinatussehne, einer 
oligosypmtomatischen AC-Gelenksarthrose und einer beginnenden Omarthrose. Eine am 
2. März 2020 zur Bestätigung der Humeruskopfnekrose durchgeführte 
Magnetresonanztomografie des rechten Schultergelenks (vgl. Radiologiebefund des 
Kantonsspitals F.________; BF-act. 22) habe im Vergleich zu den Aufnahmen vom 
30. August 2019 (vgl. Befundsbericht der Andreasklinik vom 30. August 2019; IV-
act. 112/67–69) keine relevante Befundänderung gezeigt. Nach wie vor bestehe eine 
kleine, ca. 14 mm lange Nekrosezone im Humeruskopf zentral unter der subchondralen 
Knochenlamelle. 

Der berichtende Spitalarzt gab weiter an, die sehr diffusen Beschwerden an der rechten 
oberen Extremität seien multifaktorieller Genese. Klinisch könne keine eindeutige 
Schmerzursache ausfindig gemacht werden. Die magnetresonanztomografisch sichtbaren 
Pathologien seien nicht operationspflichtig. Die kleine Humeruskopfnekrose sei unter der 
intakten Knochenlamelle und nehme in Vergleich zu August 2018 [recte wohl: 2019] nicht 
an Grösse zu. Eine retrograde Anbohrung der Nekrose sei nicht indiziert, da hierdurch 
keine garantierte Verbesserung zu erwarten sei. Die sichtbare AC-Gelenksarthrose und 
das subacromiale Impingement hätten eigentlich durch die anamnestisch vom Hausarzt 
durchgeführten Infiltrationen adressiert werden sollen. Gemäss der Beschwerdeführerin 
sei dies jedoch nicht der Fall gewesen. Die am 10. Januar 2020 durchgeführte 
neurologische Untersuchung (vgl. Bericht von Dr. med. K.________, Fachärztin für 
Neurologie; BF-act. 25) habe auch keine eindeutige neurologische Ursache für die 

14

Urteil S 2020 86

Beschwerden finden können. Sollte es im weiteren Verlauf zum Einbrechen der 
subchondralen Knochenlamelle im Bereich der Humeruskopfnekrose kommen, würde dies 
mit einer deutlichen Schmerzzunahme und Beweglichkeitseinschränkung einhergehen. 
Dann wäre vermutlich die Implantation einer Humeruskopfteilprothese unumgänglich.

5.5 Im Sprechstundenbericht vom 24. Juli 2020 (BF-act. 23) führte Dr. med. 
L.________, Co-Chefarzt interdisziplinäre Wirbelsäulenchirurgie am Kantonsspital 
M.________, aus, die Schmerzsymptomatik am rechten Arm sei sicher multifaktoriell. Im 
klinischen Untersuch hätten sich eine zervikale Radikulopathie, aber auch eine 
subacromiale Impingement an der rechten Schulter und positive Tinelzeichen sowohl am 
Sulcus ulnaris wie auch am Carpaltunnel gezeigt. Angesichts der Tatsache, dass wegen 
dieser Beschwerden die Lebensqualität der Beschwerdeführerin seit Jahren deutlich 
vermindert sei, und angesichts der radiologisch nachgewiesenen foraminalen Engstellen 
von C4–C6 und C7/T1 rechts, dürfe eine chirurgische Dekompression im Sinne einer 
ACDF-Stabilisation von C4–C6 und auch von C7/T1 trotz der komplizierten medizinischen 
und persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin diskutiert werden

5.6 Zum MEDAS-Gutachten vom 6. Februar 2020 bemerkte Dr. med. N.________, 
Oberärztin mbF am Kantonsspital F.________, Medizinische Klinik, im Bericht vom 
10. November 2020 (BF-act. 18), dass zwischenzeitlich relevante neue Abklärungen und 
Beurteilungen durchgeführt worden seien, die verschiedene strukturelle Veränderungen an 
Schulter (partielle Humeruskopfnekrose, Omarthrose, Zystenbildung), Halswirbelsäule 
(neuronale Engstellen mit Nervenkontakt) und ein Sulcus ulnaris-Syndrom ergeben hätten, 
die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Insbesondere bezüglich der 
Schulterpathologie sei eine Verschlechterung im Verlauf möglich, respektive zu erwarten.

6. Aufgrund der Akten ist mit den psychiatrischen Hospitalisationen, der Fussfraktur 
und der Verschlimmerung der Schultersymptomatik eine ab Oktober 2016 eingetretene 
Verschlimmerung dargetan (vgl. insbes. E. 5.1–5.3), weshalb die für die Prüfung der 
Neuanmeldung erforderliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 
Beschwerdeführerin seit der ersten rentenablehnenden Verfügung (E. 4) ausgewiesen ist. 
Liegt somit ein Rückkommenstitel vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere 
Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3).

7.

15

Urteil S 2020 86

7.1 Gegen die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens vom 6. Februar 2020 (E. 5.3) 
wendet die Beschwerdeführerin ein, die nach Erstellung des Gutachtens produzierten 
medizinischen Berichte bestätigten die Humeruskopfnekrose, weshalb auf die im 
Gutachten formulierte Zumutbarkeitsbeurteilung nicht ohne weiteres abgestellt werden 
könne (act. 16 S. 5).
Dem ist zu entgegnen, dass die nach der Begutachtung durchgeführten radiologischen 
und orthopädischen Abklärungen der Schulterbeschwerden zwar das Vorliegen einer 
kleinen Humeruskopfnekrose bestätigten und daneben eine beginnende Omarthrose 
fanden. Daraus lässt sich jedoch keine, über die von den Gutachtern zuerkannte 
Limitierung ableiten, denn gemäss den Angaben des Orthopäden Dr. J.________ würde 
erst ein Einbrechen der subchondralen Knochenlamelle im Bereich der 
Humeruskopfnekrose zu einer deutlichen Schmerzzunahme und 
Beweglichkeitseinschränkung führen (E. 5.4). In die gleiche Richtung geht die Aussage 
der Rheumatologin Dr. N.________, wonach mit einer Verschlechterung der 
Schulterpathologie im Verlauf zu rechnen sei (vgl. E. 5.6). 

Ausschlaggebende Bedeutung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kommt sodann nicht 
der Diagnose zu, sondern der aus der gesundheitlichen Beeinträchtigung am 
Bewegungsapparat resultierenden funktionellen Einschränkungen und der damit 
einhergehenden Auswirkung auf das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin (vgl. 
BGE 143 V 418 E. 6). Dazu äusserten sich die Gutachter abschliessend. Die zu 
erwartende Verschlechterung durch Fortschreiten der Nekrose könnte allenfalls Grund für 
eine Neuanmeldung bilden. In diesem Sinne ist der von den Gutachtern geäusserte 
Vorbehalt zu verstehen.

Weiter konnte die Neurologin Dr. K.________ die von ihr untersuchten intermittierenden 
Parästhesien des rechten Armes nicht eindeutig zuordnen. Klinisch fand sie zwar Aspekte 
für ein Sulcus ulnaris-Syndrom rechts, die Ulnaris-Neurografie und ergänzend das Ulnaris 
somatosensibel evozierte Potenzial (SSEP) waren aber normal (BF-act. 25 S. 3). Auch die 
neueren radiologischen und klinischen Untersuchungen der Halswirbelsäule ergaben 
keine neuen Befunde (vgl. E. 5.5 und Radiologiebefund vom 24. Juli 2020 [BF-act. 21]).

Unter diesen Umständen vermögen die neuen Abklärungen die Beweiskraft des MEDAS-
Gutachtens vom 6. Februar 2020 nicht zu schmälern.

16

Urteil S 2020 86

7.2 Sodann wendet die Beschwerdeführerin ein, entgegen der Empfehlung der 
Rheumatologin Dr. N.________, hätten die Gutachter keine spezifischen 
rheumatologischen Abklärungen vorgenommen (act. 16 S. 6).

Auch diese Einwendung der Beschwerdeführerin dringt nicht durch. Zwar hatte die 
Beschwerdegegnerin eine rheumatologische Begutachtung angeordnet (IV-act. 96), 
jedoch besteht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rahmen von 
polydisziplinären Begutachtungen keine absolute Bindung an die von der IV-Stelle 
gewählten Fachdisziplinen. Mithin steht es den Gutachtern frei, die von der IV-Stelle 
bezeichneten Disziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn 
ihnen die Vorgaben nicht einsichtig sind (BGE 139 V 349 E. 3.3). Dies ist vorliegend 
geschehen, teilten die Experten der MEDAS der Beschwerdegegnerin am 20. Juni 2019 
ihre Absicht mit, anstelle einer rheumatologischen eine chirurgisch-orthopädische 
Untersuchung durchzuführen (IV-act. 101). An der Erstellung des Gutachtens war 
ausserdem neben der Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates auch ein Facharzt für Innere Medizin beteiligt. Ihre Fachkompetenz 
erstreckt sich damit auch auf rheumatologische Leiden, zumal Gegenstand der 
Rheumatologie – als Teildisziplin der Inneren Medizin – (chronische) Schmerzen des 
Bewegungsapparates sind, was u.a. auch auf die Orthopädie zutrifft (vgl. dazu 
BGer 9C_203/2010 vom 21. September 2010 E. 4.1). Ausserdem wurde (wiederum 
entsprechend der Empfehlung von Dr. N.________ im Bericht vom 10. Januar 2019; IV-
act. 87) ein Facharzt für Psychiatrie beigezogen. Unter diesen Umständen und mit Blick 
auf die Aktenlage sowie die Ergebnisse der Begutachtung, anhand derer keine spezifisch 
rheumatologische Fragestellung erkennbar ist, vermag dieser Austausch der Disziplinen 
die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens keineswegs zu schmälern, sondern eher zu 
stärken, zumal auch die nachfolgenden Abklärungen der Schulter- und 
Rückenbeschwerden von Orthopäden der Kantonsspitale F.________ und M.________ 
vorgenommen wurden (E. 5.4–5.5).

7.3 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass entgegen der Empfehlung der Ärzte der 
Klinik D.________ das Vorliegen einer ADHS nicht abgeklärt worden sei (act. 16 S. 6). 
Dieser Rüge kann nicht gefolgt werden. In Kenntnis der in der Klinik D.________ 
geäusserten Empfehlung (vgl. IV-act. 112/19, 112/73, 112/75, 112/82 und 112/85; ferner 
IV-act. 91) befasste sich die neuropsychologische Gutachterin der MEDAS bei der 
Beurteilung der Ätiologie der beobachteten Auffälligkeiten mit dem Verdacht eines ADHS 
und kam zum Schluss, dass dieser aufgrund der nicht validen Testergebnisse weder 

17

Urteil S 2020 86

widerlegbar noch belegbar sei (IV-act. 112/83–84). Darüber hinaus steht die 
Beschwerdeführerin seit April 2017 bei med. pract. G.________ in psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung. Ausserdem war sie 2017/2018 insgesamt mehrere 
Monate in der Klinik E.________, Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie, 
hospitalisiert. Mit keinem Wort erwähnen die behandelnden Ärzte in ihren Stellungnahmen 
ein ADHS (vgl. die Berichte der Klinik E.________ vom 9. November 2017 und 29. Januar 
2018 [IV-act. 42 und 47] sowie die Berichte von med. pract. G.________ vom 28. Februar, 
17. Juli und 17. Dezember 2018 [IV-act. 48,63 und 81]). 

Unter diesen Umständen ist die Verwerfung dieser Diagnose im MEDAS-Gutachten vom 
6. Februar 2020 nachvollziehbar.

7.4 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die echtzeitlichen 
medizinischen Berichte eine psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
geltend (act. 16 S. 7). Psychisch begründete Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit wurden 
von den Gutachtern der MEDAS in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung für die Dauer 
der Hospitalisationen durchaus anerkannt (IV-act. 112/12), was vom Regionalen Ärztlichen 
Dienst in der Stellungnahme vom 13. Februar 2020 (IV-act. 115) entsprechend klargestellt 
wurde. 

Auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzungen der behandelnden Psychiaterin med. pract. 
G.________ (vgl. die Berichte vom 28. Februar, 17. Juli und 17. Dezember 2018 [IV-
act. 48, 63 und 81]; ferner die ärztlichen Zeugnisse vom 4. und 25. April, 4. Juli, 
26. September, 3. und 29. Oktober 2018 [IV-act. 120/1, 120/2, 120/5, 120/6, 120/7, 120/8]) 
konnten die Gutachter dagegen aufgrund der fehlenden Differenzierung zwischen 
subjektiv angegebenen Beschwerden und objektiv erhobenen Befunden nicht abstellen 
(IV-act. 112/7). Nicht zuletzt ist vor diesem Hintergrund auf die Erfahrungstatsache 
hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 
V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3b/cc). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende 
und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die 
unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person 
einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. 
Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, 

18

Urteil S 2020 86

in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden 
Einschätzungen wichtige und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende Aspekte 
benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 
(BGer 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen; 8C_871/2018 vom 
25. März 2019 E. 4.4). Solche Aspekte sind hinsichtlich des MEDAS-Gutachtens vom 
6. Februar 2020 nicht auszumachen.

7.5 Insgesamt entspricht das MEDAS-Gutachten vom 6. Februar 2020 den 
praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (E. 3.7). So ist es für 
die streitigen Belange umfassend, beantwortet es doch in schlüssiger Weise die Frage 
nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin und beruht auf einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung. Die 
Gutachter schilderten ausführlich die von der Beschwerdeführerin erwähnten Leiden und 
Einschränkungen und setzten sich detailliert damit sowie mit dem auffälligen Verhalten der 
Explorandin auseinander. Auf das Administrativgutachten darf somit abgestellt werden.

7.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin spätestens ab 
Oktober 2016 in der angestammten Tätigkeit zunächst aus somatischen Gründen zu 50 % 
und ab August 2017 für die Dauer der Hospitalisationen in der Klinik E.________ aus 
psychischen Gründen zu 100 % arbeitsunfähig war. In einer angepassten, körperlich 
leichten Tätigkeit war sie ab der Klinikentlassung im Januar 2018 zunächst zu 80 % 
arbeitsfähig und ab Juli 2018 infolge der Fussfraktur wieder zu 100 % arbeitsunfähig. Die 
Wiedererlangung einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in angepasster Tätigkeit setzte die 
Beschwerdegegnerin zugunsten der Beschwerdeführerin erst auf die Entlassung aus der 
stationären Rehabilitation in der Klinik D.________ im März 2019 fest (BF-act. 1 S. 6), was 
angesichts der vorliegenden Akten nicht zu beanstanden ist.

8.
8.1
8.1.1 Aufgrund der Wiederanmeldung im April 2017 ist der frühestmögliche Beginn einer 
allfälligen Invalidenrente sechs Monate danach, somit auf den 1. Oktober 2017 
anzusetzen (Art. 29 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 IVG). In den vorangegangenen zwölf 
Monaten (vgl. dazu Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) war die Beschwerdeführerin zwischen 50 % 
und 100 % arbeitsunfähig. Im Oktober 2017 war sie bis und mit Januar 2018 
erwerbsunfähig, weshalb ihr Anspruch auf eine ganze Invalidenrente vom 1. Oktober 2017 
bis 31. März 2018 ausgewiesen ist (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV).

19

Urteil S 2020 86

8.1.2 Infolge der Erwerbsunfähigkeit in den Monaten Juli 2018 bis und mit März 2019 ist 
sodann der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente vom 1. Juli 2018 bis 31. Mai 2019 
ebenfalls ausgewiesen (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV).

8.2 Für die Bestimmung des Rentenanspruchs vom 1. April bis 30. Juni 2018 und 
dann wiederum ab 1. Juni 2019 ist bei einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 
80 % ein Einkommensvergleich durchzuführen (vgl. E. 3.5).

8.2.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des 
(hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 
Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige 
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu 
berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2; 128 V 174; BGer 9C_526/2015 
vom 11. September 2015 E. 3.2.1; 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).

8.2.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des 
Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen 
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 
58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).

Die Beschwerdegegnerin setzte das Valideneinkommen ausgehend vom dem im Jahr 
2017 erzielten Lohn (Fr. 59'215.–; IV-act. 29/2) und unter Anpassung an den 
Nominallohnindex für das Jahr 2018 auf Fr. 59'496.– fest und für das Jahr 2019 auf 
Fr. 59'890.– (BF-act. 1 S. 6; IV-act. 118/1 und 118/3). Dieses Vorgehen ist angemessen. 
Insbesondere berücksichtigt es die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihre 
langjährige Stelle als Charcuterie-Verkäuferin aus rein gesundheitlichen Gründen – per 
31. Dezember 2018 – verloren hat (vgl. Kündigungsschreiben vom 20. November 2018; 
IV-act. 75), weshalb davon auszugehen ist, dass sie im Gesundheitsfall die angestammte 
Tätigkeit weiterhin ausgeübt hätte. Auf die Rüge der Beschwerdeführerin, das 

20

Urteil S 2020 86

Valideneinkommen sei zu tief (act. 16 S. 7), ist mangels einer substantiierten Begründung 
nicht weiter einzugehen.

8.2.3 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin unter 
Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit von den Daten der vom Bundesamt für Statistik 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016, Privater Sektor, Tabelle TA1, Total, 
Kompetenzniveau 1, Frauen, aus (BF-act. 1 S. 6; IV-act. 118/1 und 118/3). 

Dagegen wendet die Beschwerdeführerin zu Recht ein, es sei die am 21. April 2020 – so-
mit vor Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 24. Juni 2020 – 
veröffentlichte LSE 2018 anwendbar (act. 16 S. 7), denn rechtsprechungsgemäss sind 
grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen zu 
verwenden (BGer 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.; 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 
E. 4; 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2). Demgegenüber kann der 
Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie die Anwendung des allgemeinen 
Wertes für den Sektor 3, Kompetenzniveau 1, verlangt (act. 16 S. 7). Da der 
Beschwerdeführerin leidensangepasste Tätigkeiten auch ausserhalb des 
Dienstleistungssektors offenstehen, so z.B. im allgemein besser entlöhnten Sektor 2, 
rechtfertigt es sich nicht von dem in der Regel angewandten Totalwert der Tabelle 
TA1_tirage_skill_level abzuweichen (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil 
BGer 8C_256/2021 vom 9. März 2022 E. 6.2 mit zahlreichen Hinweisen). Es ist 
demzufolge vom statistischen Durchschnittslohn (Zentralwert) der mit einfachen 
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) beschäftigten 
Frauen im privaten Sektor gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 
auszugehen. Dieser hat im Jahre 2018 bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden 
monatlich Fr. 4'371.– betragen (inkl. 13. Monatslohn). Auf der Basis der 2018 wie auch 
2019 betriebsüblichen 41,7 Wochenstunden (vgl. Arbeitsmarktindikatoren 2021, Hrsg. 
Bundesamt für Statistik, Neuchâtel 2021, Tabelle TA2.1, S. 72) ergibt sich für das Jahr 
2018 bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 80 % rund Fr. 43'745.– (4'371.– / 40 
x 41.7 x 12 x 80 %) und – bereinigt um die Nominallohnentwicklung – für das Jahr 2019 
rund Fr. 44'177.– (43'745.– / 2'732 x 2'759).

8.2.4 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Lohndaten wie 
namentlich der LSE ermittelt, ist der so erhobene Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche 
Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität 

21

Urteil S 2020 86

oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 
können und die versicherte Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene 
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht 
automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen. Die 
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug vom Invalideneinkommen, 
wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in 
ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (vgl. wiederum zur Publikation 
vorgesehenes BGer 8C_256/2021 vom 9. März 2022 E. 6.3 mit zahlreichen Hinweisen).
Selbst bei Vornahme des von der Beschwerdeführerin angestrebten – und in dieser Höhe 
aufgrund der konkreten Umstände kaum gerechtfertigten – leidensbedingten Abzuges von 
15 % (act. 16 S. 7) würde sich kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad ergeben. Denn für 
das Jahr 2018 würde dem Valideneinkommen von Fr. 59'496.– ein Invalideneinkommen 
von Fr. 37'183.– (Fr. 43'745.– x 85 %) gegenüberstehen, woraus eine Erwerbseinbusse 
von Fr. 22'313.– (Fr. 59'496.– - Fr. 37'183.–) bzw. ein weiterhin rentenausschliessender 
Invaliditätsgrad von 38 % (Fr. 22'313.– / Fr. 59'496.– x 100) resultieren würde. Gleiches 
gilt für das Jahr 2019, wo dem Valideneinkommen von Fr. 59'890.– ein 
Invalideneinkommen von Fr. 37'550.– (Fr. 44'177.– x 85 %) gegenüberstehen würde, 
woraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 22'340.– (Fr. 59'890.– - Fr. 37'550.–) bzw. ein 
Invaliditätsgrad von 37 % (Fr. 22'340.– / Fr. 59'890.– x 100) resultieren würde.

8.3 Die Verfügung vom 24. Juni 2020 ist demzufolge im Ergebnis nicht zu 
beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

9. Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.– festzulegen und ausgangsgemäss 
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Parteientschädigung 
nach Art. 61 lit. g ATSG ist bei diesem Verfahrensausgang nicht zuzusprechen.

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Urteil S 2020 86

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, welche 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 2. Mai 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

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