# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7850d632-c4be-57d9-bb88-71f0ae62eba9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2010 B-6190/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6190-2009_2010-03-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-6190/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), 
Ronald Flury, und Bernard Maitre;
Gerichtsschreiberin Katharina Walder Salamin.

M._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Maturitätskommission SMK 
Staatssekretariat für Bildung und Forschung, 
Passerelleprüfungen,
Hallwylstrasse 4, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Ergänzungsprüfungen Passerelle 'Berufsmaturität – 
universitäre Hochschulen', Sommersession 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-6190/2009

Sachverhalt:

A.
Vom 11.-29. August  2009  nahm der  Beschwerdeführer  (Kandidaten-
Nr. P415.1)  an  der  Sommersession  2009  der  Ergänzungsprüfungen 
Passerelle  'Berufsmaturität  –  universitäre  Hochschulen'  in  Bern  teil. 
Am  2.  September  2009  teilte  ihm  die  Vorinstanz  das  folgende 
Prüfungsresultat  mit:  Deutsch  4,  Englisch  3,5,  Mathematik  4,5, 
Naturwissenschaften  3,5,  Geistes-  und  Sozialwissenschaften  3,5, 
Punktetotal  19, mit  welchem er die Prüfung gemäss den Bestehens-
normen nicht bestanden habe.

B.
Der Beschwerdeführer focht diesen Entscheid am 26. September 2009 
beim  Bundesverwaltungsgericht  an  und  rügte  in  seiner  Beschwerde 
verschiedene Verfahrens- und Korrekturfehler, namentlich in Bezug auf 
die  zugelassenen  Hilfsmittel  im  Prüfungsfach  Erstsprache  Deutsch, 
eine  Mathematikaufgabe,  die  Aufgabenstellung  im  Fach  Englisch 
sowie die Leistungsbewertung in  den Fächern Biologie, Chemie und 
Geographie.

C.
Am  9.  November  2009  reichte  die  Vorinstanz  dem  Bundesver-
waltungsgericht  die  Vorakten  ein.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom 
30. November 2009 beantragte sie die Abweisung der Beschwerde.

D.
Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 15. Dezember 2009 
an seinen Anträgen fest. Er  machte geltend,  er  habe mit  19 Noten-
punkten das Bestehen der Prüfung um nur einen Punkt verfehlt  und 
mithin 95% der Prüfung bestanden. Wären die Prüfungsumstände in 
allen Bereichen so optimal gewesen, wie dies die Vorinstanz in ihrer 
Vernehmlassung schildere, hätte er ohne Weiteres 20 Punkte erreicht. 

E.
Die Vorinstanz hielt in ihrer Duplik vom 12. Januar 2010 fest, dass sich 
aus  den  Darstellungen  des  Beschwerdeführers  keine  neuen  Ge-
sichtspunkte  ergäben,  und  verzichtete  auf  weitere  Ausführungen  zu 
den Rügen des Beschwerdeführers. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Beschwerdeverfahren  gegen  Verfügungen  der  Schweizerischen 
Maturitätskommission  betreffend  das  Ergebnis  von  Ergänzungs-
prüfungen  Passerelle  'Berufsmaturität  –  universitäre  Hochschulen' 
richtet  sich nach den allgemeinen Bestimmungen der  Bundesrechts-
pflege  (Art. 29  Verordnung  vom  7. Dezember  1998  über  die 
schweizerische  Maturitätsprüfung  [Maturitätsprüfungsverordnung, 
SR 413.12]). Beim angefochtenen Entscheid  handelt  es  sich  um die 
Verfügung einer  eidgenössischen Kommission (Art. 31  und 33 Bst. f 
Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  deshalb  für  die  Behandlung  der  Be-
schwerde zuständig.

Das Beschwerdeverfahren richtet  sich  nach dem Bundesgesetz vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021),  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes 
bestimmt (Art. 37 VGG). Der Beschwerdeführer ist nach Art. 48 Abs. 1 
VwVG beschwerdeberechtigt. Er hat seine Beschwerde innert der an-
gesetzten  Nachfrist  form-  und  fristgerecht  eingereicht  (Art.  50,  52 
VwVG), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

2.
Die  Ergänzungsprüfungen  für  die  Zulassung  zu  den  universitären 
Hochschulen werden in der Verordnung vom 19. Dezember 2003 über 
die Anerkennung von Berufsmaturitätsausweisen für die Zulassung zu 
den  universitären  Hochschulen  (SR 413.14)  geregelt,  welche  der 
Bundesrat  gestützt  auf  Art. 39  Abs.  2  des  ETH-Gesetzes  vom 
4. Oktober  1991  (SR  414.110),  Art.  6  Abs.  1  Bst.  b  des  Bundes-
gesetzes  vom  19. Dezember  1877  betreffend  die  Freizügigkeit  des 
Medizinalpersonals  (SR  811.11)  sowie  in  Anwendung  der  Ver-
waltungsvereinbarung  zwischen  dem  Bundesrat  und  der  schweize-
rischen  Konferenz  der  kantonalen  Erziehungsdirektoren  (EDK)  vom 
16. Januar /  15. Februar 1995 über die Anerkennung von Maturitäts-
ausweisen erlassen hat. Art. 1 der Verordnung regelt die Anerkennung 
von Berufsmaturitätsausweisen in Verbindung mit Ausweisen über Er-
gänzungsprüfungen  für  die  Zulassung  zu  den  universitären  Hoch-
schulen.  Inhaberinnen  und  Inhaber  von  Berufsmaturitätsausweisen 
haben  vor  der  schweizerischen  Maturitätsprüfungskommission  Er-
gänzungsprüfungen  abzulegen,  die  den  Bestimmungen  des  2.  Ab-
schnitts der Verordnung entsprechen (Art. 3). Für den Prüfungszweck, 

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die  Prüfungssessionen,  die  Anmeldung,  die  Zulassung  und  die  Ge-
bühren  gelten  die  Bestimmungen  der  Maturitätsprüfungsverordnung 
sinngemäss (Art. 4). Die Prüfungsziele und -inhalte für die einzelnen 
Fächer  richten  sich  nach  dem  gesamtschweizerischen  Rahmenlehr-
plan  der  EDK  für  die  Maturitätsschulen  und  werden  in  Richtlinien 
näher geregelt (Art. 5). Gestützt auf Art. 6 der Verordnung hat die Vor-
instanz die Richtlinien Passerelle 'Berufsmaturität – universitäre Hoch-
schulen' erlassen, deren aktuelle Version seit 1. Juli 2008 in Kraft ist 
(vgl. Richtlinien Ziff. 4). 

2.1 Die Richtlinien  vom 1. Juli  2008 regeln die Prüfungsinhalte,  das 
Prüfungsverfahren  und  die  Bewertungskriterien.  Gemäss  der  Über-
gangsbestimmung (Richtlinien  Ziff. 3)  galten  bis  und mit  der  Winter-
session 2009 die Richtlinien 2005-2006. In der Sommersession 2009, 
an  welcher  der  Beschwerdeführer  teilgenommen  hat,  kamen  zum 
ersten Mal die aktuellen Richtlinien zur Anwendung. 

2.2 Die Kandidatinnen und Kandidaten haben gemäss Art. 7  Abs. 1 
und  Art.  8  der  Verordnung  schriftliche  und  mündliche  Ergänzungs-
prüfungen in  den folgenden fünf  Fächern  abzulegen: Schriftlich sind 
dies:  die  erste  Landessprache,  Mathematik,  Naturwissenschaften 
sowie  Geistes-  und  Sozialwissenschaften,  mündlich:  die  zweite 
Landessprache oder Englisch. Die Leistung in jedem der fünf Fächer 
wird in ganzen oder halben Noten ausgedrückt, wobei 6 die höchste 
und  1  die  tiefste  Note  ist  und  Noten  unter  4  für  ungenügende 
Leistungen stehen. Das Punktetotal ist  die Summe der Noten in den 
fünf  Fächern;  alle  Noten haben das  gleiche Gewicht  (Art. 10  Abs. 1 
und  3).  Gemäss  Art. 11  Abs.  1  hat  die  Prüfung  bestanden,  wer 
mindestens 20 Punkte erreicht  und nicht  mehr  als  zwei  Noten unter 
3,5 und keine Note unter 2 erzielt.

3.
Gestützt  auf  Art. 49  Bst.  a-c  VwVG kann  der  Beschwerdeführer  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder 
Missbrauch des Ermessens,  die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit  des  angefochtenen  Entscheids  rügen.  Das  Bundesverwaltungs-
gericht  überprüft  Entscheide  über  die  Ergebnisse  von  Prüfungen 
grundsätzlich  frei.  Ebenso  wie  das  Bundesgericht  (BGE  131  I  467 
E. 3.1, BGE 121 I 225 E. 4b, m.w.H), der Bundesrat in seiner früheren 
Funktion als Beschwerdebehörde (VPB 62.62 E. 3, VPB 56.16 E. 2.1) 

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sowie die ehemaligen Rekurs- und Schiedskommissionen (VPB 66.62 
E. 4,  VPB 64.122 E. 2)  auferlegt  sich  das  Bundesverwaltungsgericht 
indessen  Zurückhaltung  und  weicht  in  Fragen,  die  von  Gerichten 
naturgemäss  nur  schwer  überprüfbar  sind,  nicht  ohne  Not  von  den 
Beurteilungen der erstinstanzlichen Prüfungsorgane ab. Der Grund für 
diese Zurückhaltung liegt darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist 
nicht alle massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt sind und es 
ihr  somit  nicht  möglich  ist,  sich  ein  zuverlässiges  Bild  über  die 
Leistungen des Beschwerdeführers – namentlich im Vergleich zu den 
übrigen Kandidatinnen und Kandidaten –  zu  machen. Hinzu kommt, 
dass  die  Prüfungen  in  der  Regel  Spezialgebiete  zum  Gegenstand 
haben,  in  denen  das  Bundesverwaltungsgericht  über  keine  Fach-
kenntnisse  verfügt.  Die  dargelegte  Zurückhaltung  gilt  jedoch  nur  in 
Bezug auf die materielle Bewertung der Prüfungsleistungen. Sind die 
Auslegung  und  Anwendung  von  Rechtsnormen  streitig  oder  werden 
Verfahrensmängel  im  Prüfungsablauf  gerügt,  prüft  das  Bundesver-
waltungsgericht  die  erhobenen  Einwendungen  mit  freier  Kognition, 
andernfalls  es  eine  formelle  Rechtsverweigerung  beginge 
(BVGE 2008/14 E. 3.3 und BVGE 2007/6 E. 3, m.w.H.).

Weil es nicht Aufgabe einer Beschwerdebehörde sein kann, die Prü-
fung gewissermassen zu wiederholen, müssen an den Beweis der be-
haupteten Unangemessenheit der Bewertung gewisse Anforderungen 
gestellt  werden.  Die  entsprechenden  Rügen  müssen  zumindest  von 
objektiven  und  nachvollziehbaren  Argumenten  sowie  den  ent-
sprechenden Beweismitteln getragen sein. Bleiben ernsthafte Zweifel 
an  der  Angemessenheit  der  Bewertung,  ist  die  Angelegenheit  ent-
weder  zu weiteren inhaltlichen Abklärungen zurückzuweisen oder es 
ist  aus prozessökonomischen Überlegungen ein unabhängiger Sach-
verständiger  beizuziehen,  welcher  sich  in  einem  Gutachten  zu  den 
widersprüchlichen  Beurteilungen  durch  die  Experten  und  Exami-
natoren äussert  und auf diese Weise der Beschwerdeinstanz ermög-
licht,  in  der  Beschwerdesache  selber  zu  entscheiden.  Das  Bundes-
verwaltungsgericht  hebt  daher  praxisgemäss  einen  angefochtenen 
Entscheid nur auf, wenn sein Ergebnis in keiner Weise mehr vertretbar 
erscheint,  sei  es,  weil  die  Prüfungsorgane  in  ihrer  Beurteilung  ein-
deutig  zu  hohe  Anforderungen  gestellt  haben  oder  –  ohne  über-
triebene  Anforderungen  zu  stellen  –  sie  die  Arbeit  des  Kandidaten 
offensichtlich unterbewertet haben. Ergeben sich solche offenkundigen 
und eindeutigen Anhaltspunkte nicht bereits aus den Akten, kann von 
der Rechtsmittelbehörde nur verlangt werden, dass sie auf alle Rügen 

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detailliert eingeht, wenn der Beschwerdeführer seine Rügen genügend 
substantiiert (vgl. VPB 61.32 E. 7.2).

4.
Der  Beschwerdeführer  rügt  als  Erstes,  vor  der  Prüfung  Erstsprache 
Deutsch schriftlich  sei  nicht  klar  gewesen,  welche Hilfsmittel  erlaubt 
seien. In Ziff. 2.1.2 der Richtlinien 2008 werde festgehalten, dass an 
der  Prüfung  nur  ein  einsprachiges  Wörterbuch  erlaubt  sei,  welches 
keine  handschriftlichen  Einträge  enthalte.  Demgegenüber  stehe  in 
Ziff. 2.1  des  Informationsblatts  2009,  dass  für  die  Prüfung  neben 
einem Wörterbuch als Hilfsmittel auch die persönlichen Exemplare der 
beiden  vorbereiteten  Literaturwerke  mit  eigenen,  ausschliesslich 
handschriftlichen  Notizen  und  Markierungen  zugelassen  seien.  Er 
habe  sich  am  10. August  2009  telefonisch  bei  der  Vorinstanz  er-
kundigt, was denn nun gelte, worauf er die Antwort erhalten habe, es 
sei  einzig der Rechtschreibeduden als Hilfsmittel  zugelassen. An der 
Prüfung  selbst  seien  dann  aber  doch  ebenfalls  die  Benutzung  der 
persönlichen  Exemplare  der  Literaturwerke  erlaubt  gewesen.  Diese 
Änderung zu Beginn der Prüfung habe ihn extrem irritiert. Er sei durch 
diesen Verfahrensfehler  klar  benachteiligt  gewesen,  da er  die  Werke 
nicht dabei gehabt habe.

4.1 Die Vorinstanz bestätigt,  dass betreffend die zugelassenen Hilfs-
mittel  ein  Widerspruch  zwischen  den  Angaben  der  Kandidaten-
information vom Juni 2009 und den Richtlinien 2008 bestanden habe. 
Dieser Widerspruch sei  aber erkannt  und im Einvernehmen mit  dem 
anwesenden  Prüfungspräsidenten  so  gelöst  worden,  dass  auch  mit 
persönlichen  Notizen  versehene  Lektürewerke  als  Hilfsmittel  zu-
gelassen worden seien. Wer diese Bücher  nicht  dabei  gehabt  habe, 
habe  sich  dadurch  in  emotioneller  Hinsicht  benachteiligt  fühlen 
können, auch wenn eine solche inhaltlich nicht gegeben gewesen sei. 
Der  Autor  der  Prüfungsaufgabe,  auf  dessen  Stellungnahme  vom 
20. Oktober 2009 die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung verweist, hält 
diesbezüglich  fest,  in  inhaltlicher  Hinsicht  sei  dadurch  keine  Be-
nachteiligung entstanden, da der zu interpretierende Textabschnitt so 
ausgewählt worden sei, dass für die Lösung der Aufgabe kein direkter 
und präziser Beizug kontextueller Stellen erforderlich gewesen sei. Für 
die  vorliegende  Beschwerde  sei  zu  berücksichtigen,  dass  der  Be-
schwerdeführer in der inhaltlichen Bewertung der Textinterpretation für 
16  als  trefflich  bewertete  interpretatorische  Gesichtspunkte  17,6 
Punkte  erhalten  habe.  Selbst  wenn  er  mit  einer  interpretatorischen 

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Bestleistung von 28 trefflichen Gesichtspunkten die maximale Inhalts-
punktzahl von 30 erreicht hätte, hätte er in der Schlussrechnung an-
statt der Note 3,75 lediglich die Note 4,17 erzielt (beide Noten ergeben 
gerundet  die  Note  4),  da  er  die  formalen  Mängel  in  der  Textinter-
pretation sowie die inhaltlichen und formalen Mängel im zweiten Teil 
der Prüfung selbst durch eine inhaltliche Bestleistung in der Textinter-
pretation nicht hätte kompensieren können.

4.2 Bei  den  widersprüchlichen Informationen über  die  zugelassenen 
Hilfsmittel handelt es sich um einen Verfahrensfehler, den das Bundes-
verwaltungsgericht  mit  uneingeschränkter  Kognition  prüft.  Ein  Ver-
fahrensfehler,  welcher  zu  einer  Ungleichbehandlung  der  Kandidaten 
führt  und damit  einen nicht  wiedergutzumachenden Nachteil  für  den 
Beschwerdeführer darstellt, führt in der Regel zur Aufhebung des an-
gefochtenen Entscheids und der Annullierung der Prüfung in diesem 
Fach. Die  Prüfung  gilt  damit  aber  nicht  als  bestanden,  sondern  der 
Beschwerdeführer  erhält  lediglich die Gelegenheit,  die  Prüfung ohne 
Anrechnung des ersten Versuchs als  Misserfolg zu wiederholen. Für 
die  Beurteilung  der  Auswirkungen  eines  Verfahrensfehlers  auf  den 
Prüfungsverlauf  und  die  Prüfungsleistung  ist  indessen  auch  zu  be-
rücksichtigen,  ob  der  Beschwerdeführer  durch  den  Mangel  effektiv 
einen  Nachteil  erlitten  hat.  Dabei  ist  abzuklären,  ob  seine  Leistung 
wegen des Mangels  schlechter  war oder er  gegenüber den anderen 
Kandidaten, welche von diesem Mangel nicht betroffen waren, einen 
tatsächlich mit diesem Mangel in Zusammenhang stehenden Nachteil 
erlitten  hat.  Aufgrund  der  Ausführungen  des  Aufgabenautors  und 
Examinators steht fest, dass der Beschwerdeführer keine höhere Note 
hätte erzielen können, auch wenn er die persönlichen Exemplare der 
Literaturwerke dabei gehabt hätte, da sowohl seine formale Leistung in 
der Textinterpretation als auch seine formale und inhaltliche Leistung 
im zweiten Teil der Prüfung nicht für eine höhere Note genügten und er 
demzufolge  auch  bei  einer  inhaltlichen  Bestleistung  im  Teil  1  nicht 
mehr  als  eine 4 erreicht  hätte. Da die Aufgabe zudem so konzipiert 
war, dass für  deren richtige Lösung der Beizug kontextueller  Stellen 
gar nicht  notwendig war, war der Beschwerdeführer  gegenüber  den-
jenigen Kandidaten, denen die persönlichen Exemplare der Literatur-
werke zur Verfügung standen, nicht benachteiligt. Damit hat der Ver-
fahrensfehler  im  Ergebnis  weder  zu  einer  Ungleichbehandlung  der 
Kandidaten geführt noch sich auf die Leistung des Beschwerdeführers 
ausgewirkt. 

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4.3 Unter  diesen  Umständen  erscheint  die  Aufhebung  und  Wieder-
holung  der  Prüfung  als  unangemessen. Das  Recht  auf  Beschwerde 
darf nicht dazu führen, dass Kandidaten, welche durch einen geltend 
gemachten Mangel letztlich gar nicht beschwert sind, zu einem "Frei-
schuss"  gelangen.  Die  unverhältnismässige  Anordnung  einer  neuen 
Prüfung würde zudem ebenfalls die Gefahr einer Ungleichbehandlung 
der  Kandidaten  mit  sich  bringen,  da  eine  Prüfung  nie  unter  den 
gleichen Umständen wiederholt werden kann (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; 
BGE 105 Ia 190 E.2a). Damit ist der Einwand des Beschwerdeführers 
gegen die Prüfung im Fach Erstsprache Deutsch unbehelflich. 

5.
Als  Zweites  bringt  der  Beschwerdeführer  vor,  in  der  schriftlichen 
Prüfung  Mathematik  habe  eine  Aufgabe  mit  Vektoren  der  dritten 
Dimension gelöst werden müssen, obwohl gemäss den Richtlinien nur 
die Lösung von Aufgaben mit  zweidimensionalen Vektoren Prüfungs-
stoff wäre. Durch die Lösung dieser Aufgabe habe er so viel Zeit ver-
loren, dass er nachher zu wenig Zeit für die übrigen Aufgaben gehabt 
habe.

5.1 Die  Vorinstanz  führt  zu  dieser  Rüge  aus,  die  beanstandete 
Mathematikaufgabe  habe  schon  vor  der  Korrektur  zu  Diskussionen 
Anlass  gegeben  und  sei  daher  mit  Bonuspunkten  bewertet  worden. 
Dieser  Entscheid  sei  klar  im Sinne  der  Kandidaten  ausgefallen  und 
habe  einen  überdurchschnittlich  hohen  Mittelwert  bei  der  Mathe-
matiknote bewirkt. Daraus könne in keiner Weise ein Nachteil für den 
Beschwerdeführer abgeleitet  werden,  vielmehr sei  das Gegenteil  der 
Fall.  Wie  die  Examinatoren  in  ihrer  Stellungnahme vom 22. Oktober 
2009 festhalten würden, habe bei der Aufgabe 6 nicht ein Problem der 
räumlichen  Geometrie  gelöst,  sondern  lediglich  das  Skalarprodukt 
dieser  Vektoren  ausgerechnet  werden  müssen.  Es  sei  eine  Er-
messensfrage,  ob  damit  die  Vorgaben  der  Richtlinien  eingehalten 
seien.  Diese  Problematik  sei  an  der  Prüfung  erkannt  und  mit  dem 
Prüfungspräsidenten  besprochen  worden.  Noch  vor  den  Korrektur-
arbeiten sei  beschlossen worden, für diese Aufgabe unabhängig von 
der Qualität der Lösung der Kandidaten die volle Punktzahl zu geben. 
Der Beschwerdeführer habe dadurch 7 Bonuspunkte erhalten. Dies sei 
überdurchschnittlich  viel,  da  die  Aufgabe  6  von  den  meisten 
Kandidaten  gut  gelöst  worden  sei.  Statt  einer  3,7  habe  der  Be-
schwerdeführer dadurch eine 4,4 erhalten (gerundet 4,5 statt 3,5) und 
durch  diesen  Entscheid  somit  um  eine  ganze  Note  besser  ab-

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geschnitten.  Die  nochmalige  Durchsicht  der  Prüfung  habe  gezeigt, 
dass  der  Beschwerdeführer  gerade  nur  in  Wahrscheinlichkeits-
rechnung  sattelfest  gewesen  sei.  In  allen  anderen  Gebieten,  ins-
besondere in Analysis,  habe er  nur bescheidene Teilresultate zeigen 
können. Es gehöre zu den verlangten Grundfähigkeiten, in Prüfungs-
situationen  die  Aufgaben  nach  ihrem  Schwierigkeitsgrad  einzu-
schätzen und diejenigen Aufgaben zuerst zu lösen, die einem vertraut 
erscheinen, um danach die weniger vertrauten Aufgaben in Angriff zu 
nehmen.

5.2 Aus diesen  Darstellungen  der  Vorinstanz  geht  klar  hervor,  dass 
der  Beschwerdeführer  durch  den  Schwierigkeitsgrad  dieser  Aufgabe 
nicht  benachteiligt  worden ist,  da alle  Kandidaten für  diese Aufgabe 
unabhängig von ihrer eigenen Leistung die Höchstpunktzahl erhalten 
haben. Der Schwierigkeitsgrad dieser Aufgabe ist  bei  der Bewertung 
berücksichtigt  worden,  wodurch  die  Examinatoren  ihr  Ermessen  bei 
der  Leistungsbeurteilung  wahrgenommen  haben.  Die  Ausführungen 
des  Beschwerdeführers  vermögen  demgegenüber  nicht  nachzu-
weisen,  dass  in  diesem  Prüfungsfach  offensichtlich  zu  hohe  An-
forderungen gestellt worden sind. Damit ist seine Rüge unbegründet.

6.
Als Drittes bringt der Beschwerdeführer vor, im Fachbereich Geistes- 
und  Sozialwissenschaften  seien  in  der  schriftlichen  Prüfung  Geo-
graphie die Klimazonen von Kuwait und Simbabwe abgefragt worden, 
obschon  nach  den  Richtlinien  lediglich  die  klimatischen  Zonen  der 
Schweiz und Europas zum Prüfungsstoff  gehörten. Zu diesem Punkt 
hält  das  Korrekturteam  Geographie  in  seiner  Stellungnahme  vom 
22. Oktober 2009 fest, in der Themenliste gemäss Ziff. 2.5.5 der Richt-
linien 2008 seien für  den Teil  Geographie "Globalisierung seit  1900" 
sowie "Ressourcen und Naturgefahren auf globaler Ebene" aufgeführt. 
Das  Verständnis  von  Ressourcen  und  Naturgefahren  im  Sinne  der 
gemeinsamen  Ziele  des  Fachbereichs  und  des  Prüfungsprogramms 
(Ziff.  2.5.1  und  2.5.4  der  Richtlinien)  setze  u.a. ein  Grundwissen  in 
Klimatologie,  einschliesslich  globaler  Zirkulation  und  Klimazonen  im 
Überblick,  voraus.  Die  gerügte  Aufgabe  entspreche  daher  dem 
Prüfungsstoff. 

6.1 In  der  Aufgabe  6  im  Prüfungsteil  "Globalisierung"  mussten  die 
Länder  Schweiz,  Kuwait  und  Simbabwe  unter  verschiedenen  Ge-
sichtspunkten  miteinander  verglichen  werden.  Die  Teilaufgabe  6a) 

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fragte danach,  in  welchen Klimaregionen sich diese drei  Länder be-
fänden.  Aus  den  Darlegungen  des  Korrekturteams  Geographie  geht 
überzeugend hervor, dass die Examinatoren ihr weites Ermessen bei 
der  Auswahl  des  Prüfungsstoffs  nicht  überschritten  haben.  Der  Be-
schwerdeführer  vermag  demgegenüber  auch  in  diesem  Punkt  nicht 
darzutun,  dass  in  der  Prüfung offensichtlich  zu  hohe Anforderungen 
gestellt worden sind. Damit ist die Beschwerde auch in diesem Punkt 
unbegründet. 

6.2 Des Weiteren  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  habe  im 
Fach Geographie 20 anstatt 20,5 Punkte erhalten. Das Korrekturteam 
Geographie  bestätigt  in  seiner  Stellungnahme,  dass  die  Punkte  des 
Beschwerdeführers falsch zusammengezählt worden sind, und es an-
erkennt  diesen  Additionsfehler.  Der  Beschwerdeführer  erhält  somit 
statt der Note 3,63 die Note 3,67, was aber keine Auswirkungen auf 
die gerundete Endnote von 3,5 hat. 

7.
Im  Prüfungsfach  Englisch  mündlich  rügt  der  Beschwerdeführer,  aus 
der  Aufgabenstellung  sei  nicht  klar  hervorgegangen,  ob  der  ganze 
vorzubereitende Text oder nur der laut vorzulesende Teil zusammen-
zufassen,  einzuordnen  und  zu  interpretieren  sei.  Er  habe  in  der 
Prüfung  die  Frage  gestellt,  ob  er  zur  nächsten  Aufgabe  wechseln 
könne,  was  der  Examinator  mit  einer  unwirschen  Antwort  quittiert 
habe. Während des ganzen Examens habe daraufhin eine schlechte 
Stimmung  bestanden.  Die  Vorinstanz  führt  dazu  in  ihrer  Vernehm-
lassung aus, in der zwanzigminütigen Vorbereitung für die mündliche 
Prüfung  sei  es  nicht  üblich,  Fragen  stellen  zu  können,  da  die  Vor-
bereitung während der Prüfung des vorherigen Kandidaten stattfinde. 
Sowohl  der  Examinator  als  auch  der  Experte  seien  erfahrene 
Gymnasiallehrer,  die  sowohl  ihre  Professionalität  als  auch  ihren 
wohlwollenden  Umgang mit  den  Kandidaten  an  mehreren Prüfungs-
sessionen  unter  Beweis  gestellt  hätten.  Die  Vorwürfe  des  Be-
schwerdeführers seien deshalb klar zurückzuweisen. 

Aus  dem  Protokoll  des  Experten  über  den  Prüfungsablauf  und  den 
wesentlichen Inhalt der Prüfung vom 18. Oktober 2008 wie auch aus 
der Stellungnahme des Examinators vom 3. November 2008, welche 
bei den Verfahrensakten liegen, geht hervor, dass die Prüfung formal 
korrekt abgelaufen ist. Ebenso geht aus diesen Akten hervor, dass die 
Prüfungsanforderungen  nicht  offensichtlich  zu  hoch  waren.  Der  Be-

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schwerdeführer  begründet  demgegenüber  nicht,  inwiefern  seine 
Leistung offensichtlich unterbewertet worden sei, noch setzt er sich in 
seiner Replik mit den Hinweisen des Examinators auf die inhaltlichen 
Mängel in seinen Antworten auseinander. Die Beschwerde ist damit in 
diesem Punkt nicht substantiiert (vgl. E. 3).

8.
Schliesslich rügt der Beschwerdeführer in den Teilbereichen Biologie 
und  Chemie  des  Prüfungsfachs  Naturwissenschaften,  dass  ihm  für 
mehrere  Teilaufgaben  zu  wenig  Punkte  erteilt  worden  seien.  Da  er 
lediglich sehr allgemein die Angemessenheit der Bewertung rügt und 
sich mit den Entgegnungen der Examinatoren in ihrer Vernehmlassung 
zu  seiner  Kritik  nicht  auseinandersetzt,  vermag  er  nicht  dazulegen, 
dass seine Leistung offensichtlich unterbewertet worden ist. Aufgrund 
seiner Vorbringen besteht deshalb kein Grund, von der Bewertung der 
Examinatoren abzuweichen.

9.
Mit seiner letzten Rüge, er habe 95% der Prüfung bestanden, verkennt 
der Beschwerdeführer, dass er mit 19 Notenpunkten einen Punkt unter 
dem  Punkteminimum  liegt,  welches  nach  Art.  11  Abs.  1  Bst.  a  der 
Verordnung  die  Grenze  für  einen  Prüfungserfolg  ist,  sofern  nicht 
gleichzeitig unzulässig viele ungenügende Noten erzielt  werden. Das 
in  der  Ergänzungsprüfung  beste  erreichbare  Ergebnis  beträgt  dem-
gegenüber 30 Notenpunkte. Mit 19 Punkten ist daher die Prüfung ge-
mäss Art. 11 der Verordnung klar nicht bestanden. Auch diese Rüge ist 
damit unbehelflich.

10.
Die Beschwerde ist aus diesen Gründen abzuweisen. Bei diesem Ver-
fahrensausgang  sind  die  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer 
aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Sie  werden  auf  Fr. 600.- fest-
gesetzt  und  mit  dem  am  21.  Oktober  2009  geleisteten  Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe verrechnet.

11.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst. t  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Er ist somit endgültig.

Seite 11

B-6190/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem Kostenvorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben);
- die Vorinstanz (Ref-Nr. P415.1; Einschreiben; Beilage: Vorakten).

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stephan Breitenmoser Katharina Walder Salamin

Versand: 11. März 2010

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