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**Case Identifier:** 9caf4533-2caa-5df1-8eea-7a285ab6ac87
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.06.2016 200 2015 370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-370_2016-06-13.pdf

## Full Text

200 15 370 IV
KNB/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Juni 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2016, IV/15/370, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals am 12. Juli 2007 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zum Rentenbezug an; dabei verwies sie auf psychi-
sche Probleme seit dem Verlust ihres Ehemannes (Antwortbeilage [AB] 1). 
Nach Vornahme diverser Abklärungen, insbesondere Einholung eines 
psychiatrischen Gutachtens (AB 19), wies die IVB das Leistungsbegehren 
ab, da eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinbusse bestehe 
(unangefochten gebliebene Verfügung vom 27. Mai 2008 [AB 21]).

Am 29. Juli 2013 stellte die Versicherte – mit Hinweis auf Diskushernien 
und eine Depression – erneut ein Gesuch um Leistungen der Invalidenver-
sicherung (AB 23). Die IVB tätigte wiederum Abklärungen (AB 28 ff.). Unter 
anderem ordnete sie auf Empfehlung ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; AB 32/3) eine neurochirurgisch-psychiatrische Untersuchung an 
(Expertisen vom 20. und vom 24. Juni 2014 [AB 42.1 und 43.1]); ferner 
holte sie einen Abklärungsbericht Haushalt ein (AB 51). Gestützt darauf 
stufte sie die Versicherte als vollschichtig im Haushalt Tätige ein, ermittelte 
einen Invaliditätsgrad von 8% und wies das Leistungsbegehren nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 52 ff.) erneut ab (Verfügung 
vom 31. März 2015 [AB 60]).

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 27. April 2015 Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 31. März 2015 sei aufzuheben und 
der Beschwerdeführerin sei rückwirkend seit wann rechtens eine Rente in 
gesetzlicher Höhe auszurichten.

Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 31. März 2015 aufzu-
heben und die Sache unter Feststellung, dass bei der Beschwerdeführerin 
von einem Status von 100% Erwerb auszugehen ist, an die Beschwerde-
gegnerin zu neuem Entscheid zurückzuweisen.

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2. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren und der Unterzeichnende sei ihr als amtlicher 
Anwalt beizuordnen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - 

Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Beschwerde-
führerin würde im Gesundheitsfall vollzeitlich eine Erwerbstätigkeit aus-
üben.

Am 27. Mai 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine ausführliche 
Beschwerdeantwort und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Am 7. Juni 2016 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss Art. 56 
Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga-
nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 
161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah-
ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen 
Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 
Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 

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ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. März 2015 (AB 60). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig 
oder zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist, 
was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung 
führt, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 

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Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde 
(BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 125 V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist 
nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im 
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum 
sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

2.5.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

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2.5.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung (AB 23) eingetreten 
und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. Die Eintretensfrage ist 
vom Gericht deshalb nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 
Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch potentiell relevante 
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, wobei der 
Sachverhalt im Zeitpunkt der anspruchsverneinenden Verfügung vom 
27. Mai 2008 (AB 21) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Ver-
fügung vom 31. März 2015 (AB 60) zu vergleichen ist (E. 2.5 hiervor).

3.1 In medizinischer Hinsicht erging die Verfügung vom 27. Mai 2008 
(AB 21) gestützt auf das Gutachten des Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 20. März 2008 (AB 19). Als 
Diagnosen nannte er eine sich in Remission befindende rezidivierende de-
pressive Störung bei verschiedenen psychosozialen Belastungen (früher 
Tod des Ehemannes, Arbeitsverlust, Schulden, „schwierige Töchter“ [ICD-
10 F33.1; anamnestisch]) sowie eine abhängige Persönlichkeitsstruktur 
(ICD-10 F60.7; S. 7). Die Persönlichkeitsmerkmale ergäben sich aus der 
Lebensgeschichte; sie hätten bis anhin keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit gehabt. Zum Zeitpunkt der Untersuchungen habe keine psychi-
sche Störung vorgelegen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Explorandin in 
allen Tätigkeiten ohne Leistungseinbusse zu 100% arbeitsfähig (S. 8).

3.2 Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 31. März 2015 (AB 60) 
liegen insbesondere folgende medizinische Einschätzungen zugrunde:

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3.2.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, nannte im Bericht vom 12. August 2013 (AB 28/2) die Diagnose 
Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2). Diese bestehe seit 
dem Jahr 2004. Seit Mai 2014 bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit.

3.2.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
berichtete am 31. März 2014 (AB 37), der Gesundheitszustand habe sich 
verschlechtert. Die Patientin habe wegen eines anhaltenden lumboverte-
bragenen Schmerzsyndroms, weiterhin mit Ausstrahlung in die Beine bei 
hochgradiger Foraminalstenose L5/S1 und Osteochondrose, am 24. Januar 
2014 erneut operiert werden müssen. Es bestehe eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit, voraussichtlich mindestens für 12 Monate. 

3.2.3 Dr. med. F.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, führte im 
Gutachten vom 20. Juni 2014 (AB 42.1) Folgendes auf (S. 13 f.):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
• Thorakovertebrale Schmerzen bewegungsabhängig betont auftretend m./b.

- Fehlhaltung (rechts konvexe Skoliose)
- Druck- und Klopfdolenz der Dornfortsätze mittlere/untere BWS
- Spondylosis deformans rechts lateral und ventral mittlere BWS
- rechts konvexe Skoliose
- Discusbulging mehrerer Etagen
- kleine Discushernie C6/7 und Th9/10 ohne Neurokompression

• Lumbovertebrales Schmerzsyndrom zurzeit abgeklungen mit ischialgiformer 
Ausstrahlung links und Trochanterschmerzen links mehr als rechts
- Status nach Microdiscectomie L5/S1 links 22.02.11
- Status nach transpedikulärer Stabilisation L5/S1 TLIF 24.01.14
- verminderte Beweglichkeit LWS
- kein sensomotorisches Defizit (unklare Sensibilitätsstörung linker Un-

terschenkel)
- kein Nervendehnungsschmerz
- korrekte Implantatlage nach Spondylodese L5/S1
- foraminale/extraforaminale Discushernie L3/4 rechts ohne Wurzelkom-

pression
- Rezessusstenose L4/5 beidseits
- postoperative Narbe um Wurzel L5 links und S1 links
- keine Anhaltspunkte für Discushernienrezidiv L5/S1
- keine Anschlusssegmentdekompensation L4/5
- kleine Fibroostose Trochanter major links

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
• Zervikales Schmerzbild zurzeit abgeklungen m./b.

- Status nach Stabilisation C5/6 und C6/7 06.01.10
- gute Beweglichkeit der HWS
- unklare Sensibilitätsstörung linke Hand

• Handschmerzen beidseits / Verdacht auf Rhizarthrose beidseits
m./b.Status nach Karpaltunnelsyndrom-Operation rechts und links

• Status nach Appendektomie
• Nikotinabusus

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• Adipositas
• Diabestes mellitus
• Arterielle Hypertonie

Wie sich die Beeinträchtigungen auf die angestammte Tätigkeit auswirken 
würden, lasse sich aktuell nicht mehr einschätzen. Weiterhin möglich seien 
leichte Arbeiten, welche die Probleme der Wirbelsäule und der Hände 
berücksichtigten (S. 16). Zumutbar seien Arbeiten mit Heben/Tragen von 
Gewichten bis 5 kg. Die Stehdauer sei sehr kurz zu halten, die Gehstrecke 
sei möglichst zu reduzieren und die Sitzdauer liege bei drei Stunden. Der 
Arbeitsplatz müsse anhaltend gebücktes Arbeiten oder repetitive Torsions-
bewegungen ausschliessen. Ausserdem sollte keine Arbeit verrichtet wer-
den, die einen Krafteinsatz der Hände erfordere. Eine solchermassen 
angepasste Tätigkeit sei 4½ bis 5 Stunden täglich zumutbar (50-60%). Eine 
Leistungseinbusse sollte hierbei nicht auftreten (S. 18).

3.2.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, verneinte im Gutachten vom 24. Juni 2014 (AB 43.1) das Vorliegen 
einer Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Keine entspre-
chende Auswirkung hätten folgende Diagnosen (S. 6): Angst und depressi-
ve Störung gemischt, gebessert (ICD-10 F41.2), finanzielle und familiäre 
Schwierigkeiten (ICD-10 Z59/63), Probleme durch negative Kindheitserleb-
nisse (ICD-10 Z61), anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 
F45.4). Die Explorandin sei in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, 
sie habe nicht bei den leiblichen Eltern bleiben können, sondern sei von 
einer Frau erzogen worden, die sie geplagt habe. Die schlimmen Jugend-
verhältnisse seien belastend gewesen für die spätere Lebensführung. Die 
Explorandin habe sich in jungen Jahren verheiratet, sei aus … in die 
Schweiz gekommen, Mutter von vier Kindern geworden und habe im famili-
eneigenen H.________ gearbeitet. Ihr Ehemann sei früh an einem Lun-
genkarzinom verstorben. Die Explorandin sei danach auf sich allein gestellt 
gewesen und in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Sie sei während Jah-
ren unter grossem Druck gestanden (S. 7). Die früher diagnostizierte ab-
hängige Persönlichkeitsstruktur könne bestätigt werden; eine 
Persönlichkeitsstörung sei aber nicht nachweisbar. Seit ein bis zwei Jahren 
habe sich eine Verbesserung eingestellt. Die Kinder seien erwachsen, die 
Schulden seien abbezahlt und die Beschwerdeführerin habe die Kontakte 
zu einer der Töchter wieder aufbauen können. Sie freue sich auf ihr Gross-

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kind, halte Haustiere und habe eine regelmässige Tagesgestaltung (Besu-
che, Einkäufe, Lesen usw.). Soweit die Schmerzen somatisch nicht erklärt 
werden könnten, müsse von einer psychosomatischen Überlagerung aus-
gegangen werden. Die Explorandin sei nämlich auf die Schmerzen fixiert, 
äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdeh-
nung. Lebensprobleme verstärkten die Schmerzen, diese bildeten den 
Hauptfokus ihres Interesses (S. 8). Es gebe diverse ungünstige krankheits-
fremde Faktoren (unvollständige Assimilation, früher Tod des Ehemannes, 
lange Phase von Arbeitsuntätigkeit, fehlende Motivation zur Aufnahme ei-
ner beruflichen Tätigkeit, Alter, mangelnde Ausbildung, mässige Sprach-
kenntnisse [S. 9]). Die Funktionen und die Belastbarkeit seien nicht aus 
Krankheitsgründen eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei – wie auch 
andere Tätigkeiten (S. 12) – in vollem Ausmass und ohne Leistungseinbus-
se zumutbar (S. 10). Die Weiterführung der psychiatrischen Stütztherapie 
sei zu empfehlen (S. 11). Die Explorandin müsse vorerst ihre Dekonditio-
nierung überwinden und motiviert sein, zu arbeiten. In die Arbeitswelt müs-
se sie schonend eingeführt werden. Arbeiten mit erheblichem Druck und 
Stress seien zu vermeiden (S. 13).

3.2.5 Aus interdisziplinärer Sicht gelangten die Dres. med. F.________ 
und G.________ zum Schluss (AB 43.1/14), es bestehe eine Restarbeits-
fähigkeit von 50-60% für eine gut angepasste Tätigkeit. 

3.2.6 Prof. Dr. med. I.________, Facharzt für Neurochirurgie FMH, be-
richtete am 21. Juli 2014 (AB 44/2), es bestehe eine auffällige Mehretagen-
Diskopathie, die von der HWS bis zur LWS reiche. Momentan seien 
thorakale Symptome vordergründig, die keiner chirurgischen Intervention 
bedürften, da die mehrsegmentalen Vorfälle keine Neurokompression ver-
ursachten. Auch sei die Mobilität im Moment nicht eigentlich beeinträchtigt. 
Eine leichte Tätigkeit sei zumutbar, etwa mit einem 30%-igen Arbeitspen-
sum; dies wäre über eine Wiedereingliederung vorzubereiten.

3.3 Aus den medizinischen Unterlagen erhellt, dass sich der Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleich zum Referenzzeitpunkt 
(27. Mai 2008 [AB 21]) verändert hat. Während sie früher allein unter psy-
chischen Problemen litt (AB 1/6, 13/4), wobei primär psychosoziale Belas-
tungsfaktoren vorlagen (AB 19/4, 19/8), sind ca. 2009 Rückenbeschwerden 

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dazu gekommen (vgl. AB 23/5). Aufgrund von Diskushernien und weiteren 
degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule unterzog sie sich in den 
Folgejahren denn auch diversen Operationen und Infiltrationen (6. Januar 
2010 [AB 29/2, 37/14]; 22. Dezember 2010 [AB 37/12]; 22. Februar 2011 
[AB 29/8]; 24. Januar 2014 [AB 37/6]). Diese Eingriffe hatten zudem jeweils 
längere Arbeitsunfähigkeiten zur Folge (AB 29/4, 42.1/17, 48/1). Unter die-
sen Umständen ist von einer Veränderung des Gesundheitszustands aus-
zugehen (vgl. auch AB 37/1). Damit liegt eine anspruchsrelevante 
Veränderung des Sachverhalts im Sinne ihrer Eignung, zu einer abwei-
chenden Beurteilung des Rentenanspruchs zu führen, vor (vgl. BGE 141 V 
9 E. 5.3 S. 13), was zu Recht unbestritten ist. Folglich ist der Leistungsan-
spruch umfassend zu prüfen.

4.

Streitig ist namentlich der Status der Beschwerdeführerin resp. der Um-
fang, in welchem sie als Gesunde erwerbstätig wäre (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Während die Beschwerdegegnerin sie zu 100% als Hausfrau bemisst 
(AB 51/5, 59/2, 60/1), wird in der Beschwerde (Ziff. IV.) die Zuerkennung 
einer hypothetischen Erwerbstätigkeit von 100% verlangt.

4.1 Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 19. Januar 2015 (AB 51/2) ist 
zum Status im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: Die Beschwerde-
führerin habe angegeben, dass sie jeweils am Morgen und am Nachmittag 
Besuch habe; sie habe viele Kolleginnen. Sie gehe einmal pro Tag nach 
draussen. Früher sei die Spitex gekommen für den Haushalt; seit einem 
Monat bezahle die Krankenkasse dies nicht mehr. Von den vier Kindern 
würden noch zwei bei ihr wohnen. Sie habe keine Ausbildung. Sie habe 
seit 1989 diverse Stellen gehabt, teilweise auch mit einem 100%-Pensum; 
sodann habe sie mehrmals Arbeitslosenentschädigung bezogen. Die Ab-
klärungsfachperson legte dar, die Beschwerdeführerin würde bei guter Ge-
sundheit keiner ausserhäuslichen Arbeit nachgehen. Obwohl sich die 
gesundheitlichen Probleme (erst) seit Januar 2014 dauerhaft auf die Ar-
beitsfähigkeit auswirken würden, arbeite sie (bereits) seit 2004 nicht mehr. 
Somit werde sie zu 100% als Hausfrau bemessen.

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4.2 Der von der Beschwerdegegnerin angenommene Status vermag 
nicht zu überzeugen. Wenn die Beschwerdeführerin zu 100% als Hausfrau 
eingestuft wird mit der Begründung, sie sei erst seit Januar 2014 in der 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, trägt dies den Gegebenheiten nur bedingt 
Rechnung. Zunächst entspricht die medizinische Einschätzung, worauf 
Bezug genommen wird, nicht echtzeitlichen ärztlichen Berichten. Vielmehr 
basiert sie auf der – auf Anregung der neurochirurgischen Gutachterin (AB 
42.1/17, Ziff. 6) eingeholten – retrospektiven Beurteilung des Operateurs, 
zumal jene im Abklärungsbericht nicht vollständig wiedergegeben wurde. 
Denn Prof. Dr. med. I.________ hat im entsprechenden Fragebogen nicht 
bloss angegeben, nach der Operation im Januar 2014 habe eine Arbeitsun-
fähigkeit bestanden; vielmehr sei die Beschwerdeführerin auch nach den 
Eingriffen im Januar 2010 und im Februar 2011 je ca. drei Monate arbeits-
unfähig gewesen (AB 48). Abgesehen davon attestierte der behandelnde 
Psychiater schon länger Arbeitsunfähigkeiten (vgl. bspw. AB 12, 13/3, 26, 
28/3).

Die Argumentation der Beschwerdeführerin, sie habe auf ärztliches Anraten 
keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen (vgl. AB 51/4, Ziff. 3.2 in fine; 
Beschwerde, Ziff. IV. 8.), und angesichts ihrer früher inne gehabten Voll-
zeitarbeitsstellen sei sie als 100%-ig erwerbstätig einzustufen, überzeugt 
jedoch ebenso wenig. Denn zumindest im Zeitpunkt der (unangefochten 
gebliebenen) leistungsabweisenden Verfügung vom 27. Mai 2008 (AB 21) 
war der Beschwerdeführerin klar, dass es ihr aus medizinisch-theoretischer 
Sicht zumutbar ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. AB 19/8) resp. 
dass sie als uneingeschränkt arbeitsfähig gilt. Dass sie die vorhandene 
Arbeitsfähigkeit nicht mindestens im Rahmen einer Teilzeittätigkeit ausge-
schöpft hat, hat nicht die Invalidenversicherung zu vertreten. Entgegen den 
Ausführungen in der Beschwerde ist mit Blick auf den Auszug aus dem 
Individuellen Konto (IK; AB 30) denn auch nicht erstellt, dass sämtliche 
früheren Stellen Vollzeitstellen waren. Die Beschwerdeführerin hat anläss-
lich der Erhebung vor Ort denn auch eingeräumt, sie wisse nicht mehr, zu 
welchem Pensum sie nach dem Tod ihres Ehemannes angestellt gewesen 
sei (AB 51/4). Jedenfalls erscheint angesichts des Umstands, dass sie eine 
Witwenrente und Ergänzungsleistungen bezieht (Beschwerdebeilage [BB] 
7), sowie unter Berücksichtigung dessen, dass die bei ihr wohnenden Kin-

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der ihre Berufslehre mittlerweile abgeschlossen haben, mithin keine Unter-
stützungspflichten mehr bestehen, und schliesslich auch die Schulden ab-
bezahlt sind (vgl. AB 43.1/3), nicht überwiegend wahrscheinlich (BGE 138 
V 218 E. 6 S. 221), dass sie heute als Gesunde voll erwerbstätig wäre. 
Anderseits ist wie dargelegt auch nicht anzunehmen, dass die Beschwer-
deführerin im Validitätsfall als (im Zeitpunkt des Erlasses der angefochte-
nen Verfügung) 55-Jährige rein im Haushalt tätig wäre. Immerhin verbleibt 
ihr eine fast 10-jährige Aktivitätsdauer. Ausserdem sind sämtliche Kinder 
erwachsen; familiäre Betreuungspflichten stehen einer Erwerbstätigkeit 
nicht entgegen. Schliesslich wurde der Beschwerdeführerin in der ange-
fochtenen Verfügung – wenn auch ohne Dispositivgehalt – grundsätzlich 
einen Anspruch auf Stellenvermittlung zugestanden (AB 60/1), was bei 
Annahme einer Nichterwerbstätigkeit widersprüchlich wäre.

4.3 Nach dem Dargelegten erscheint eine hypothetische Teilzeiter-
werbstätigkeit wahrscheinlich, wobei die Anteile aufgrund der vorliegenden 
Akten nicht bestimmbar sind. Die Beschwerdegegnerin wird dieser Frage 
im Rahmen weiterer Abklärungen näher nachzugehen haben. Sie hat ins-
besondere die Beschäftigungsgrade früherer Arbeitsstellen zu ermitteln und 
zu prüfen, ob sich daraus verwertbare Rückschlüsse auf die Statusfrage 
ziehen lassen. Dazu hat sie beispielsweise alte Arbeitsverträge und/oder 
Lohnabrechnungen einzuholen resp. bei ehemaligen Arbeitgebern entspre-
chende Berichte zu verlangen.

5.

In Bezug auf die Invalidität im Erwerbsbereich ist Folgendes festzuhalten:

5.1 In somatischer Hinsicht ist auf das neurochirurgische Gutachten von 
Dr. med. F.________ vom 20. Juni 2014 (AB 42.1) abzustellen. Es erfüllt 
die Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) und 
überzeugt. Es beruht auf einlässlichen Untersuchungen und wurde unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden sowie in Kenntnis der Vorak-
ten erstattet. In der Darlegung der medizinischen Situation ist die Expertise 
widerspruchsfrei und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begrün-
det. Es finden sich weder Hinweise für eine Unrichtigkeit der Einschätzung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2016, IV/15/370, Seite 13

noch Anhaltspunkte, die gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung spre-
chen. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b/bb S. 353), was denn auch zu Recht unbestritten ist. Nichts dar-
an ändert die Einschätzung des Prof. Dr. med. I.________, der eine 30%-
ige Arbeitsfähigkeit postuliert (AB 44/2), legte er doch keine bei der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt gebliebene Aspekte dar (SVR 
2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Für angepasste Tätigkeiten besteht dem-
nach aus rein somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50-60%, ohne 
zusätzliche Leistungseinbusse (AB 42.1/18).

5.2 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte – nebst einer (gebes-
serten) gemischten Angst und depressiven Störung sowie nicht krank-
heitswertigen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 28. Juni 
2012, 9C_537/2011, E. 3.1) „Z-Kodierungen“ – eine anhaltende somato-
forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Dr. med. G.________ hat keiner 
Diagnose Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben; hinsichtlich 
der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung verwies er auf die – im 
Zeitpunkt der Gutachtenserstellung noch massgebend gewesene – Recht-
sprechung zur sog. Überwindbarkeitsvermutung bei somatoformen und 
vergleichbaren psychosomatischen Störungen (AB 43.1/9).

5.2.1 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer 
Willensanstrengung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Das bisherige 
Regel/Ausnahme-Modell wurde durch einen strukturierten, normativen 
Prüfungsraster ersetzt. Das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ist 
anhand eines Kataloges von Indikatoren – unter Berücksichtigung 
leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – zu prüfen (E. 3.6). 

5.2.2 Ob vorliegend eine Beurteilung im Lichte der nunmehr massgeben-
den Indikatoren vorzunehmen ist, kann vorerst offen bleiben. Hinsichtlich 
der Diagnosestellung überzeugt das Gutachten des Dr. med. G.________ 
nicht; das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 
wurde nicht hinreichend schlüssig begründet. Soweit der Gutachter hypo-
chondrische Befürchtungen und eine Schmerzverstärkung bei Lebenspro-

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blemen als Grundlage dafür nennt (AB 43.1/8), findet dies in den anamnes-
tischen Angaben keine hinreichende Stütze und steht im Widerspruch zur 
angenommenen Verbesserung. Soweit Dr. med. G.________ aufgrund von 
somatisch nicht erklärbaren Schmerzen von einer psychosomatischen 
Überlagerung ausgeht (AB 43.1/8), ist zudem festzuhalten, dass bei der 
Beschwerdeführerin im Bereich des gesamten Rückens diverse Schädi-
gungen objektivierbar sind und das Schmerzgeschehen somit zumindest 
teilweise erklärbar ist. Die neurochirurgische Gutachterin stellte denn auch 
keine Aggravation fest (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285, E. 2.2 S. 287). 
Unklare (Sensibilitäts-)Störungen nannte sie einzig im Bereich der linken 
Hand, wobei sie aber gleichzeitig auch einen Verdacht auf Rhizarthrose 
erwähnte (AB 42.1/13 f.). Unter diesen Umständen ist nicht von einer 
fachärztlich einwandfrei festgestellten (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285, 
E. 4.3.1.1 S. 298) Störung auszugehen. Diesbezüglich bedarf es weiterer 
Abklärungen. 

6.

Nach dem Ausgeführten basiert die angefochtene Verfügung vom 31. März 
2015 (AB 60) auf einem ungenügend abgeklärten Sachverhalt. Unter dem 
Aspekt des Status ist unklar, zu welchem Anteil die Beschwerdeführerin bei 
guter Gesundheit erwerbstätig wäre. Ausserdem lässt sich gestützt auf die 
vorliegenden medizinischen Akten auch nicht zuverlässig beurteilen, in 
welchem Ausmass Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit bestehen. Die 
angefochtene Verfügung ist damit in Gutheissung der Beschwerde aufzu-
heben und die Akten sind an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit diese in Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 
ATSG) weitere Abklärungen durchführe und anschliessend über den Leis-
tungsanspruch der Beschwerdeführerin neu befinde. Vorab ist – in Ergän-
zung zur beweiskräftigen neurochirurgischen Expertise (AB 42.1) – eine 
psychiatrische Begutachtung bei einem bisher nicht involvierten Facharzt 
zu veranlassen. In der Folge ist ein neuer Haushaltsabklärungsbericht ein-
zuholen, in welchem nebst den neuen medizinischen Erkenntnissen das in 
E. 4.2 f. hiervor Dargelegte zu berücksichtigen sein wird.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2016, IV/15/370, Seite 15

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens 
die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; 
BVR 2009 S. 186 E. 4).

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Entsprechend der angemessenen Kostennote von 
Rechtsanwalt B.________ vom 4. Juni 2015 wird die Parteientschädigung 
auf Fr. 2‘818.25 (Honorar von Fr. 2‘750.-- [11 Stunden à Fr. 250.--], Ausla-
gen von Fr. 25.--, Mehrwertsteuer von Fr. 43.25) festgesetzt. Diesen Betrag 
hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

7.3 Bei diesem Ergebnis ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspfle-
ge und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt als 
gegenstandlos geworden abzuschreiben. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 31. März 2015 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Juni 2016, IV/15/370, Seite 16

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘818.25 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird als gegenstandlos 
geworden abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.