# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e09c155a-29f6-5940-9376-2d2d3ef2968a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.06.2008 D-3886/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3886-2006_2008-06-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3886/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Martin Zoller, 
Richter Walter Lang, 
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
Sudan,
vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, 
Advokatur Kanonengasse, Militärstrasse 76, 
Postfach 2115, 8021 Zürich,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 28. Sep-
tember 2004 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3886/2006

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  Beschwerdeführerin  den  Hei-
matstaat am 17. August 2004 auf dem Luftweg und reiste am folgen-
den Tag mit einem Visum über den Flughafen Zürich-Kloten legal in die 
Schweiz ein, wo sie am 20. September 2004 in der Empfangsstelle (...) 
ein  Asylgesuch stellte. Anlässlich der Befragung vom 21. September 
2004  in  der  Empfangsstelle  sowie  der  direkten  Anhörung  vom  23. 
September 2004 durch das BFF machte die Beschwerdeführerin  zur 
Begründung  ihres  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend,  sie  sei 
sudanesische Staatsangehörige aus Om Durman. Als Mitglied des su-
danesischen Frauenvereins habe sie in den letzten Jahren in verschie-
denen Flüchtlingslagern in Khartoum gearbeitet. Im Juli 2004 habe sie 
im  Mandela-Flüchtlingslager  in  Mayo  von  aus  Darfur  stammenden 
Frauen  in  Erfahrung  gebracht,  dass  dort  Vergewaltigungen  und 
ethnisch motivierte Tötungen durch sudanesische Regierungssoldaten 
stattgefunden  hätten.  Indessen  habe  der  sudanesische  Sicherheits-
dienst von ihren Besuchen im Mandela-Lager Kenntnis erlangt und sie 
mehrmals zu mehrstündigen Verhören vorgeladen. Sie habe allerdings 
- den Vorladungen zum Trotz - geplant, diese Informationen an die Öf-
fentlichkeit zu bringen. Am 7. August 2004 sei in diesem Zusammen-
hang eine vom Frauenverein organisierte, geheime Versammlung vor-
gesehen gewesen, auf der sie einen Vortrag hätte halten sollen. Der 
Sicherheitsdienst  habe  jedoch  diese  Versammlung  verhindert,  sie 
mehrmals vorgeladen und verhört. Während des letzten Verhörs, am 
15. August 2004, habe sie unter Zwang eine Erklärung unterschrieben, 
in der sie sich verpflichtet habe, das Volk nicht aufzuhetzen und ihre 
Aktivitäten einzustellen,  andernfalls sie wegen Landesverrats schwer 
bestraft  würde. Durch  die  anstrengenden  Verhöre  habe  sich  ihr  von 
Kindheit an bestehendes Asthma verschlimmert. Auf Vorschlag ihres in 
der  Schweiz  lebenden  Onkels  sei  sie  am  17.  August  2004  zur 
gesundheitlichen Erholung in  die Schweiz gereist. Kurz vor ihrer  ge-
planten Rückreise in den Sudan habe sie Mitte September 2004 mit ih-
ren Eltern im Sudan ein Telefongespräch geführt. Bei dieser Gelegen-
heit hätten ihr diese mitgeteilt, dass der Sicherheitsdienst in der Zwi-
schenzeit  zweimal  zu  Hause  nach  ihr  gefahndet  habe.  Aus  diesem 
Grunde  habe  sie  sich  entschlossen,  nicht  in  den  Sudan  zurückzu-
kehren, sondern in der Schweiz ein Asylgesuch zu stellen.

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B.
Mit Verfügung vom 28. September 2004 – eröffnet am gleichen Tag – 
stellte das BFF fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingsei-
genschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es 
die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Zur Begründung 
hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, die Informationen über gra-
vierende  Menschenrechtsverletzungen,  von  denen  die  Beschwerde-
führerin  exklusive  Kenntnis  erlangt  haben  wolle,  seien seit  Monaten 
allgemein  bekannt  gewesen.  Im  Sudan  mache  es  insbesondere  die 
rege Fluktuation von Flüchtlingen aus Darfur sowie von Mitarbeitern in-
ternationaler Organisationen unmöglich, die weltweit bekannten Men-
schenrechtsverletzungen  innerhalb  der  sudanesischen  Gesellschaft 
vollständig  geheim  zu  halten.  Dementsprechend  erscheine  die  Be-
hauptung der Beschwerdeführerin, im Sudan wisse weder die gebilde-
te Elite noch das einfache Volk über die Geschehnisse Bescheid, als 
realitätsfremd.  Ferner  entfalle  bei  dieser  Sachlage  die  von  der  Be-
schwerdeführerin geltend gemachte Verfolgungsmotivation der Behör-
den, welche mit ihrem Vorgehen angeblich die Verbreitung der exklusi-
ven Kenntnisse der  Beschwerdeführerin  verhindern  wollten. Im Übri-
gen entspreche das angebliche Verhalten der  sudanesischen Behör-
den in keiner Weise den Erfahrungen des BFF darüber, wie die suda-
nesische  Regierung  mit  Regierungskritikern  umgehe.  Wäre  die  Be-
schwerdeführerin für die Regierung wirklich so gefährlich wie sie be-
haupte, hätte sie zumindest mit  einer Inhaftierung oder noch gravie-
renderen Repressionen rechnen müssen. Desgleichen erscheine das 
Vorbringen wirklichkeitsfremd, die Behörden hätten der Beschwerde-
führerin - trotz Kenntnis der angeblich von ihr ausgehenden Gefahr - 
noch im Juli 2004 einen neuen Reisepass ausgestellt und die Ausreise 
explizit  genehmigt (Ausreisestempel  im Reisepass). In solchem Falle 
hätten sie ihr die Ausreise vielmehr verweigert. Hinzu kämen weitere 
realitätsfremde  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  bezüglich  des 
Mandela-Lagers, auf welche angesichts der nachfolgenden Erwägun-
gen nicht im Detail eingegangen werde. Die Beschwerdeführerin habe 
geltend gemacht, das von ihr besuchte Mandela-Camp werde von der 
Organisation Ärzte ohne Grenzen geleitet und beherberge circa 4000 
Flüchtlinge. Es bestehe seit Juli 2004 und sei speziell für Frauen aus 
Darfur eingerichtet worden. Es sei das einzige Camp in Mayo. Es sei 
auch  das  einzige  in  Khartoum.  Diese  Vorbringen  entsprächen  nicht 
den Tatsachen. Das Mandela Camp, welches sich nicht direkt in Mayo 
befinde, bestehe schon seit Jahren und beherberge vor allem Flücht-
linge aus dem Südsudan. Es beinhalte weit mehr als 4000 Flüchtlinge 

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und werde nicht von der genannten Organisation geleitet. Zudem ken-
ne  die  Beschwerdeführerin  das  weit  mehr  bekannte  „Mayo-Camp“ 
nicht. Von einer Person, welche schon seit Jahren in Flüchtlingslagern 
arbeite,  könnten  detaillierte  und  tatsachentreue  Kenntnisse  erwartet 
werden.  Folglich  könne  den  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  be-
züglich ihrer Arbeit im besagten Lager nicht geglaubt werden. Die Un-
glaubhaftigkeit  werde weiter  durch  die  tatsachenwidrigen Vorbringen 
der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Mitgliedschaft in einer  Frau-
enorganisation  bestätigt:  Die  Beschwerdeführerin  habe  angegeben, 
die  Organisation,  in  der  sie  seit  ihrer  Jugend  Mitglied  gewesen  sei, 
führe die Abkürzung SUW (Sudanese United Women). In Wirklichkeit 
heisse die Organisation Sudanese Women's Union (SWU). Angesichts 
der guten Bildung und der guten Englischkenntnisse der Beschwerde-
führerin sowie ihrer langen Mitgliedschaft in dieser Organisation könn-
ten  diese  Tatsachenwidrigkeiten  nur  als  Unglaubhaftigkeitsmerkmale 
der Vorbringen der Beschwerdeführerin gedeutet werden. Dadurch er-
kläre sich auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin kaum et-
was über andere Frauenrechtsorganisationen im Sudan zu berichten 
wisse. Aufgrund der geschilderten Realitätsfremdheit und den erwähn-
ten Tatsachenwidrigkeiten könnten die Vorbringen der Beschwerdefüh-
rerin nicht geglaubt werden. Angesichts dessen werde darauf verzich-
tet, auf weitere Unglaubhaftigkeitselemente in den Vorbringen der Be-
schwerdeführerin näher einzugehen. Somit hielten die Vorbringen der 
Beschwerdeführerin  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  ge-
mäss Art. 7  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
nicht stand.

C.
Mit Beschwerde vom 28. Oktober 2004 liess die Beschwerdeführerin 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von 
Asyl  beantragen.  Eventualiter  sei  die  vorläufige  Aufnahme  der  Be-
schwerdeführerin in der Schweiz anzuordnen. In prozessualer Hinsicht 
liess  sie  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  und den Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragen. Auf die Begrün-
dung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

D.
Mit  Zwischenverfügung vom 3. November 2004 teilte  die damals zu-

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ständige Instruktionsrichterin der Schweizerischen Asylrekurskommis-
sion (ARK) der Beschwerdeführerin mit,  sie könne den Ausgang des 
Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess sie 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und erhob keinen Kostenvorschuss. 
Ferner gab sie der Beschwerdeführerin Gelegenheit, innert 30 Tagen 
ab Erhalt dieser Verfügung die in Aussicht gestellte Stellungnahme der 
Organisation Médecins sans Frontières einzureichen.
In der Folge liess die Beschwerdeführerin  mit  Schreiben vom 3. De-
zember 2004 die Kopie einer Bestätigung ihrer Mitgliedschaft bei der 
SWU zu den Akten reichen. Mit Eingabe vom 12. Januar 2005 reichte 
die Beschwerdeführerin das Originaldokument nebst Zustellcouvert zu 
den Akten.

E.
Mit Vernehmlassung vom 27. Januar 2005 beantragte das BFM die Ab-
weisung der Beschwerde. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, 
die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen,  erheblichen  Tatsachen 
oder Beweismittel, welche eine Änderung des Standpunktes im Asyl- 
oder Wegweisungspunkt rechtfertigen könnten. Die eingereichte Stel-
lungnahme der dem BFM unbekannten Organisation „El Badrain“ ver-
möge  die  vorinstanzlichen  Erwägungen nicht  umzustossen. Bekann-
termassen seien solche Dokumente problemlos zu fälschen. So seien 
auch beim eingereichten Dokument weder Stempel noch Unterschrift 
des Ausstellers klar zu erkennen, was klar auf eine Fälschung hinwei-
se. Angesichts  dessen  könne  dem eingereichten  Dokument  kein  er-
heblicher Beweiswert zugeschrieben werden. Dementsprechend werde 
an den Erwägungen in der Verfügung vom 28. September 2004 vollum-
fänglich festgehalten.

F.
In ihrer Replik vom 16. Februar 2005 liess die Beschwerdeführerin die 
in der Vernehmlassung aufgeführten Feststellungen der Vorinstanz be-
streiten und weitere Beweismittel zu den Akten reichen, nämlich eine 
Bestätigung des „Ministry Of Humanitarian Affairs“, in der das Ministe-
rium  die  Registrierung  von  „El  Badrain  Charity  O.“  als  NGO  (Non-
Governmental Organization) im Sudan bestätige. Des Weiteren reichte 
die Beschwerdeführerin eine von der Organisation erstellte kurze Zu-
sammenfassung der Aktivitäten sowie eine Liste der Geschäftsführer 
und der Ziele ein.
Mit  Zwischenverfügung vom 18. Februar  2005 forderte  die  damalige 

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Instruktionsrichterin der ARK die Beschwerdeführerin auf, innert 30 Ta-
gen nach Empfang dieser Verfügung die Originale der  eingereichten 
Faxkopien mit Zustellcouvert und Übersetzungen in eine Amtssprache 
des Bundes einzureichen. Im Übrigen stellte sie fest, dass die in den 
Eingaben vom 28. Oktober und 3. Dezember 2004 in Aussicht gestellte 
Bestätigung der Organisation Médecins sans Frontières noch nicht bei 
der  ARK  eingetroffen  sei,  und  ersuchte  darum,  diese  Bestätigung 
innert  der  genannten Frist  nachzureichen,  andernfalls  das Verfahren 
aufgrund der bestehenden Aktenlage fortgesetzt werde.
Mit  Eingabe  vom  23.  März  2005  liess  die  Beschwerdeführerin 
mitteilen, die Stellungnahme von Médecins sans Frontières sei bislang 
nicht eingetroffen. Stattdessen liess sie die nachfolgenden Dokumente 
zu  den  Akten  reichen:  eine  Übersetzung  der  Bestätigung  vom 
1. November 2004 des Ministeriums für humanitäre Angelegenheiten 
der  Republik  Sudan,  das  Original  der  Statuten  der  Organisation  El 
Badrain  Charity  sowie  einen  Bericht  vom  21.  März  2005  der 
Schweizerischen Flüchtlingshilfe mit  dem Titel  „Sudan: Informationen 
zum 'Mandela Camp' für intern Vertriebene“.
Im Schreiben vom 6. März 2006 äusserte sich die Beschwerdeführerin 
zur  Sicherheitslage  in  Darfur  und  zum  Thema  „inländische 
Fluchtalternative“.
Schliesslich  liess  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom 
27. Oktober  2006 die nachfolgend aufgeführten Beweismittel  zu den 
Akten reichen: die Anmeldung vom 22. Mai 2006 zur Eintragung in das 
Handelsregister des Kantons Zürich, die Statuten des Darfur Friedens- 
und  Entwicklungs-Zentrums,  einen  Aufruf  von  Amnesty  International 
für eine Kundgebung vom 15. September 2006 vor der sudanesischen 
Botschaft  in Genf,  sechs Fotos sowie einen Auszug von einer durch 
Amnesty International erstellten Internetseite.

G.
In  seiner  ergänzenden Vernehmlassung vom 5. Februar  2008  bean-
tragte das Bundesamt die Abweisung der Beschwerde und führte zur 
Begründung aus, exilpolitische Aktivitäten könnten nur dann im Sinne 
von subjektiven Nachfluchtgründen zur Flüchtlingseigenschaft führen, 
wenn diese Aktivitäten im Falle einer Rückkehr in den Sudan mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Massnahmen für die betroffe-
ne Person zur Folge hätten. In diesem Zusammenhang sei zunächst 
vorauszuschicken,  dass  sich  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin 
bezüglich  ihrer  politischen  Aktivitaten  in  ihrem  Heimatstaat  als  un-
glaubhaft erwiesen hätten, weshalb sie nicht als politisch „vorbelastet“ 

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gelten könne. Die Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, sie sei 
hier  in  der  Schweiz Mitglied beziehungsweise Direktorin  des  „Darfur 
Friedens-  und  Entwicklungs-Zentrums“  (DFEZ)  geworden.  Indessen 
führe  die  blosse  Mitgliedschaft  in  dieser  Vereinigung  nicht  zu  einer 
asylrelevanten Verfolgung im Falle ihrer Rückkehr in den Heimatstaat. 
Den Akten seien keine konkreten Hinweise auf eine allfällige Kenntnis-
nahme von dieser Mitgliedschaft  durch die sudanesischen Behörden 
zu entnehmen. Die  Beschwerdeführerin  habe zudem ausgeführt,  sie 
habe am 15. September 2006, dem „Global Day für Darfur“, hier in der 
Schweiz zusammen mit dem DFEZ und Amnesty International an einer 
Demonstration  vor  der  sudanesischen  und  weiteren  ausländischen 
Vertretungen teilgenommen. Dieses Vorbringen habe sie mit Fotogra-
fien und Ausdrucken von Internettexten dokumentiert. Entgegen ihren 
Ausführungen erscheine sie jedoch in diesem Zusamenhang nicht als 
führende Persönlichkeit, sondern als eine von mehreren Teilnehmern. 
Sie finde auch keine namentliche Erwähnung in den zu den Akten ge-
reichten Beweismitteln, die sich auf diese Aktion bezögen. Somit ver-
möchten die  Tätigkeiten der  Beschwerdeführerin  keine konkrete  Ge-
fährdung  im Falle  einer  Rückkehr  in  den Sudan zu begründen. Das 
Verhalten  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz sei  insgesamt be-
trachtet  nicht  geeignet,  ein  ernsthaftes Vorgehen der  sudanesischen 
Behörden zu bewirken, zumal keine greifbaren Anhaltspunkte für die 
Annahme bestünden, im Sudan wären gegen sie aufgrund der geltend 
gemachten  Aktivitäten  behördliche  Massnahmen  eingeleitet  worden. 
Es  sei  somit  zusammenfassend  davon  auszugehen,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  über kein derartiges politisches Profil  verfüge, wel-
ches sie bei der Rückkehr in den Sudan einer konkreten Gefährdung 
aussetzen würde.

H.

H.a In ihrer Duplik vom 25. Februar 2008 liess die Beschwerdeführerin 
Stellung zur Vernehmlassung vom 5. Februar 2008 nehmen und einen 
Bericht vom 28. September 2005 der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 
mit dem Titel „Sudan: Verfolgung von RückkehrerInnen aufgrund exil-
politischer Tätigkeit“ zu den Akten reichen.

H.b In ihrer Eingabe vom 27. Mai 2008 reichte die Beschwerdeführerin 
nachträglich  folgende  weitere  Beweismittel  zu  ihren  exilpolitischen 
Tätigkeiten zu den Akten: eine Dokumentation zur Protestaktion vom 
12. April 2008 sowie einen sie betreffenden Ausweis, welcher die Zu-

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trittsberechtigung zu einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates ver-
körpert. Darüber hinaus machte die Beschwerdeführerin Ausführungen 
zum Angriff  auf  Om Durman,  den  Rebellen  aus  Darfur  am 10.  Mai 
2008 durchgeführt hätten. Nachdem die sudanesische Armee den An-
griff mit Verlusten zurückgeschlagen habe, seien Hunderte von darfur-
stämmigen Zivilisten geschlagen und inhaftiert worden. Diese Entwick-
lung dürfe im Falle der Beschwerdeführerin nicht unberücksichtigt blei-
ben.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine 
Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet 
betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur  Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie 50 und 
52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  

4.1 In  der  Beschwerde  macht  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentli-
chen geltend, die sudanesische Regierung versuche mit allen Mitteln, 
die vorgefallenen Menschenrechtsverletzungen in Darfur vor der suda-
nesischen Bevölkerung zu verbergen. Auch kritische Nachforschungen 
würden  bereits  im  Keime  erstickt.  Allerdings  sei  festzustellen,  dass 
Frauen aus traditionellen Gründen generell weniger häufig in Haft ge-
nommen würden. Ferner seien schon zahlreiche sudanesische Flücht-
linge trotz legaler  Ausreise in der Schweiz als Flüchtlinge anerkannt 
worden, zumal sowohl die Papierbeschaffung als auch die Ausreise im 
Sudan mittels Beziehungen oder Bestechung kein Problem darstellten. 
Nur  scheine  die  Vorinstanz  gegen  diese  Erkenntnis  der  vormaligen 
ARK immun zu sein. Ebenfalls gefehlt habe die Vorinstanz, indem sie 
in der Befragung die von der Beschwerdeführerin erwähnte Frauenor-
ganisation auf Englisch unkorrekt benannt habe. Es sei zu einer Ver-
wechslung von United mit  Union gekommen. Ferner müsse aufgrund 
der neuesten Ereignisse in den drei  Gliedstaaten des Darfur  von ei-
nem neuen Genozid im Sudan gesprochen werden. In Anbetracht der 

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Zuspitzung der Situation im Darfur müsse die Rückführung von Asylsu-
chenden zur Zeit als unzulässig, zumindest aber als unzumutbar ange-
sehen werden.

5.  
Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde ist nicht von einem tat-
sächlichen Engagement der Beschwerdeführerin in ihrem Heimatstaat 
auszugehen. Dieser Schluss drängt sich beispielsweise aufgrund ihrer 
Schilderungen zu Aktivitäten auf,  die  einen hohen persönlichen Ein-
satz erforderlich gemacht hätten. So machte die Beschwerdeführerin 
anlässlich der Befragung vom 21. September 2004 in der Empfangs-
stelle geltend, ihr Verein habe am 7. August 2004 eine Vorlesung mit 
dem Thema „Die Lage der Frauen im Sudan“ organisiert  (vgl. A1/12 
S. 6). Wie demgegenüber dem Anhörungsprotokoll vom 23. September 
2004 zu entnehmen ist, lautete der Titel des Vortrags „Die Lage und 
Vorkommnisse in Darfur“ (A8/18 S. 13). Offensichtlich handelt es sich 
nicht um dasselbe Thema, was insofern aufschlussreich ist, als die Be-
schwerdeführerin  bei  dieser  Veranstaltung  nicht  etwa  dem Publikum 
zuzurechnen gewesen wäre, sondern persönlich den Vortrag hätte hal-
ten sollen. Aufgrund des typischerweise nicht ganz unerheblichen Auf-
wands bei der Vorbereitung eines Vortrags ist davon auszugehen, die 
Beschwerdeführerin wäre auch nach Jahren noch in der Lage gewe-
sen, den korrekten Titel widerspruchsfrei zu nennen, wenn sie tatsäch-
lich  einen  Vortrag  hätte  halten  sollen.  Aufgrund  ihres  Unvermögens 
drängt sich der Schluss auf, die Beschwerdeführerin könne bei ihren 
Vorbringen  nicht  auf  Erinnerungen  an  tatsächliche  Begebenheiten 
zurückgreifen. Bestätigt  wird  diese  Schlussfolgerung  auch  durch  die 
unzutreffende  Bezeichnung  einer  Frauenorganisation  (Sudanese 
United Women), welche entgegen den Vorbringen in der Beschwerde 
nicht  dem  Dolmetscher  angelastet  werden  kann,  hat  doch  die 
Beschwerdeführerin  den  Namen  in  der  beanstandeten  englischen 
Fassung eigenhändig zu Papier gebracht (A8/18 S. 3, 18). Wäre sie – 
wie behauptet - tatsächlich jahrelang Mitglied dieser Organisation ge-
wesen  (A1/12  S.  5),  müsste  sie  diese  zumindest  korrekt  benennen 
können. Das  fehlende  Engagement  der  Beschwerdeführerin  im  Hei-
matstaat ergibt sich des Weiteren auch aus der Diskrepanz zwischen 
den tatsächlichen Verhältnissen bezüglich der Flüchtlingcamps im Su-
dan  und  dem  anlässlich  der  Anhörungen  dokumentierten,  mehr  als 
dürftigen Kenntnisstand der Beschwerdeführerin hierüber. Wie die Vor-
instanz ferner zu Recht festgestellt hat, zeichnen sich die Vorbringen 
der  Beschwerdeführerin  namentlich  zum  Ursprung  der  angeblichen 

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Verfolgung (A8/18 S. 7,  14) wie auch zu den staatlichen Reaktionen 
auf ihr angebliches Verhalten dadurch aus, dass sie wirklichkeitsfremd 
erscheinen.  Dementsprechend  können  ihre  Vorbringen  zu  den 
angeblichen, regimefeindlichen Aktivitäten im Sudan beziehungsweise 
zu  den  angeblich  fluchtauslösenden  Umständen  nicht  geglaubt 
werden. Auch aus der Sicht der sudanesischen Behörden lag offenbar 
nichts Nachteiliges gegen die Beschwerdeführerin  vor, hätten sie ihr 
doch  andernfalls  nicht  noch  am  19. Juli  2004  einen  Reisepass 
ausgestellt.
Der Beschwerdeführerin ist es damit nicht gelungen, für den Zeitpunkt 
ihrer  Ausreise  aus  dem Sudan  eine  Verfolgung  im Sinne  von Art.  3 
AsylG  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen.  Vor  diesem  Hin-
tergrund ist zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt 
ihrer  Ausreise  aus  dem  Sudan  in  den  Augen  der  sudanesischen 
Behörden als unbescholtene Bürgerin galt.

6.
Schliesslich  stellt  sich die Frage einer  Gefährdung der  Beschwerde-
führerin im Falle der Rückkehr aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe. 
Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens hat die Beschwerdeführerin un-
ter Vorlage zahlreicher Beweismittel auf fortgesetzte und ihres Erach-
tens  erhebliche politische Aktivitäten in  der  Schweiz  verwiesen,  auf-
grund welcher sie in ihrer Heimat flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-
gung zu gewärtigen habe. Demgegenüber ist das BFM in seiner ergän-
zenden Vernehmlassung vom 5. Februar  2008 im Wesentlichen zum 
Schluss gelangt, die Beschwerdeführerin verfüge über kein derartiges 
politisches Profil,  welches sie  bei  der  Rückkehr  in  den Sudan einer 
konkreten Gefährdung aussetzen würde.

6.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Aus-
reise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat - insbesondere durch poli-
tische Exilaktivitäten - eine Gefährdungssituation erst geschaffen wor-
den ist, sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe be-
ruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit 
von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb 
bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt wür-
de (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 
1  E.  6.1  S.  10;  2000  Nr.  16  E.  5a  S.  141  f.).  Subjektive 
Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne 
von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss 

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der  Asylgewährung.  Die  vom  Gesetzgeber  bezweckte  Bestimmung 
subjektiver  Nachfluchtgründe  als  Asylausschlussgrund  verbietet  ein 
Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem 
Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Anerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b 
und 8 S. 67 und 70).

6.2 Wie sich  aus der  Beweismitteleingabe vom 27. Oktober  2006 
ergibt, suchte die Beschwerdeführerin in der Schweiz eine Organisati-
on, welche sich für die Menschenrechte im Darfur und im Sudan ein-
setzt.  Da  sie  anscheinend  nicht  fündig  wurde,  beteiligte  sie  sich 
schliesslich an der Gründung eines Vereins (DFEZ; Darfur  Friedens- 
und Entwicklungszentrum) und amtet - wie der Anmeldung zur Eintra-
gung in das Handelsregister zu entnehmen ist - als Direktorin und Vor-
standsmitglied dieses Vereins. Gleichzeitig reichte die Beschwerdefüh-
rerin einige Fotos ein, auf denen sie als Demonstrationsteilnehmerin 
abgelichtet  ist.  Aufgrund  der  Vorgeschichte  der  Beschwerdeführerin 
und verschiedenen Begleitumständen drängt  sich allerdings der Ein-
druck auf, sie habe sich lediglich in der Pose einer Demonstrantin foto-
grafieren lassen, um den schweizerischen Asylbehörden ein in Wirk-
lichkeit  nach  wie  vor  nicht  substanziell  glaubhaft  gemachtes  politi-
sches Engagement beziehungsweise subjektive Nachfluchtgründe vor-
zutäuschen. So ist nicht recht ersichtlich, weshalb ein Verein, welcher 
kein  nach kaufmännischer  Art  geführtes  Gewerbe betreibt,  ins  Han-
delsregister eingetragen werden soll; bezeichnenderweise wurde denn 
auch lediglich die Anmeldung zur Eintragung in das Handelsregister 
und nicht ein Auszug aus dem Handelsregister eingereicht. Immerhin 
ermöglichte schon diese Anmeldung, die Beschwerdeführerin nicht als 
gewöhnliches Vereinsmitglied, sondern als „Direktorin“ in einer heraus-
gehobenen Position zu  präsentieren. Indessen vermag diese mittler-
weile in gewissen Emigrantenkreisen und -vereinen verbreitete Mühe-
waltung  bei  der  Konstruktion  subjektiver  Nachfluchtgründe  nicht  zu 
überzeugen Allzu häufig - wie insbesondere vorliegendenfalls - drängt 
sich nämlich der Eindruck auf, der (wahre) Vereinszweck bestehe nicht 
in der Verfolgung politischer Interessen, sondern der Beschaffung von 
Beweismitteln,  welche  subjektive  Nachfluchtgründe  belegen  sollen. 
Man darf  darüber hinaus auch davon ausgehen,  dass die  sudanesi-
schen Behörden kein Interesse an derartigen, politisch unbedeutenden 
Aktivitäten ihrer Landsleute haben, mit  denen Emigranten offensicht-
lich eine vorläufige Aufnahme in ihrem Zielland anvisieren. Das Inter-
esse der  sudanesischen Behörden ist  in  Wirklichkeit  beschränkt  auf 

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die  eigentlichen  Regimegegner,  welche  gegebenenfalls  mit  den  zur 
Verfügung  stehenden,  beschränkten  Personalressourcen  überwacht 
werden,  soweit  dies  überhaupt  möglich  ist.  Die  Beschwerdeführerin 
gehört  nicht  zu  dieser  Kategorie  von  Zielpersonen. Dies  ergibt  sich 
zum einen aus dem Umstand, dass ihr die sudanesischen Behörden 
einen Reisepass ausgestellt  und ihre legale Ausreise über den bes-
tens  kontrollierten  Flughafen  von  Khartoum  zugelassen  haben.  Ihre 
späteren Aktivitäten, soweit diese über ihre unumgängliche Mitwirkung 
an  der  Produktion  der  eingereichten  Beweismittel  hinausgehen,  ver-
schaffen  der  Beschwerdeführerin  kein  Profil,  welches  die  sudanesi-
schen  Behörden  als  staatsfeindliche  Aktivität  im  Ausland  auffassen 
könnten.  Vor  diesem  Hintergrund  besteht  kein  hinreichender  Anlass 
zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin bei der Rückkehr in den 
Sudan mit ernsthaften Nachteilen von Seiten des sudanesischen Regi-
mes zu rechnen hätte. Insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall 
wesentlich von dem in der Eingabe vom 25. Februar 2008 zitierten Fall 
BVGE 6782/06, wo es um einen tatsächlich engagierten, politisch pro-
filierten  Sudanesen ging,  dessen offizielle  Teilnahme an einer  UNO-
Konferenz als erwiesen erachtet wurde. Der Beschwerdeführerin ist es 
zwar ebenfalls gelungen, eine Teilnehmerkarte der UNO zu ergattern, 
doch verleiht auch der Besitz einer solchen noch kein politisches Pro-
fil. Eine Gleichbehandlung dieser beiden Fälle wäre in Anbetracht ihrer 
Verschiedenartigkeit nicht sachgerecht.
Bei dieser Sachlage ist die geltend gemachte Furcht vor künftiger Ver-
folgung als unbegründet zu erkennen, weshalb das Vorliegen von sub-
jektiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen 
ist.

7.

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

7.3 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-

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hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.4 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.5 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Sudan ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-
rerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-
ner Ausschaffung in den  Sudan  dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 

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Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Ben-
said gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des 
arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation  im  Sudan –  ausgenommen die  Region Darfur  -  lässt 
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 
erscheinen. Es  erscheint  im Weiteren nicht  wahrscheinlich,  dass die 
arabischstämmige  Beschwerdeführerin,  welche  keiner  Risikogruppe 
angehört,  im  Falle  ihrer  Rückkehr  in  den  Sudan  allein  infolge  ihres 
Auslandaufenthaltes  respektive  ihrer  Asylgesuchstellung  in  der 
Schweiz  in  menschenrechtswidriger  Weise  festgehalten  und  verhört 
würde. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.6 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.7 Den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  zufolge  be-
steht  ausserhalb  der  Region Darfur  keine Situation  allgemeiner  Ge-
walt, obschon es am 10. Mai 2008 Rebellen aus Darfur gelungen ist, 
überraschend nach Om Durman - dem Herkunftsort der Beschwerde-
führerin  -  vorzustossen.  Indessen  haben  die  sudanesischen  Sicher-
heitskräfte die Blitzattacke umgehend zurückgeschlagen, weshalb der-
zeit keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass die Be-
schwerdeführerin bei einer Rückführung in den Sudan einer konkreten 
Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt wäre. Dem-
entsprechend ist der Wegweisungsvollzug dorthin als generell zumut-
bar zu qualifizieren.
Ferner sind auch keine individuellen, in der Person der Beschwerde-
führerin  gelegenen  Gründe  ersichtlich,  die  den  Wegweisungsvollzug 
als unzumutbar erscheinen lassen würden. Es handelt sich bei der Be-

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schwerdeführerin um eine junge und - laut Akten - gesunde Frau mit 
universitärem  Handelsdiplom  (bachelor),  welche  arabischer  Mutter-
sprache ist und über mittelmässige Englischkenntnisse verfügt. Sie hat 
nach eigenen Angaben nach ihrer Ausbildung zwar keine Erwerbstätig-
keit aufgenommen und stattdessen von Mitteln ihres Vaters gelebt. Es 
ist  aber  in  Anbetracht  ihrer  überdurchschnittlichen Ausbildung davon 
auszugehen,  dass  es  ihr  gelingen  wird,  sich  im Sudan  eine  eigene 
wirtschaftliche und soziale Existenz aufzubauen, zumal sie im Raum 
Khartoum beziehungsweise Om Durman über ein Beziehungsnetz ver-
fügt, welches sie beim Aufbau einer neuen Existenz unterstützen kann. 
So leben denn in Om Durman unter  anderem ihre Eltern,  welche in 
wirtschaftlich ausgezeichneten Verhältnissen leben sollen, und in der 
Nachbarstadt Khartoum ihr etwa gleichaltriger Verlobter.
Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch als zu-
mutbar.

7.8 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Febru-
ar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Indessen wurde mit Zwischenver-
fügung vom 3. November 2004 das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgehei-

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ssen, weshalb in Anbetracht der fortbestehenden Bedürftigkeit auf die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; 
Beilage:  6  Farbfotos,  zwei  Schreiben  der  El  Badrain  Charity 
Organization)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N (per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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