# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5835350c-eac7-5f3f-a177-171ccc516302
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-14
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 14.05.2025 SSG 2024/E/37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-37_2025-05-14.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/E/37 – A._____ v. SSI 
 
 
 
 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzender Richter:  Dr. Vassilios Koutsogiannakis, Zürich 

Richterin:    Pascale Gola, Zürich 

Richter:    Joël Pahud, Lausanne 

 

 

in der Sache 

 

 

zwischen 

 

 

 

A._____ 

vertreten durch B._____ und C._____ (Eltern), 

 

- Beschwerdeführer - 

 

 

und 

 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern, 

vertreten durch Hanjo Schnydrig, Rechtsdienst, 

 

- Beschwerdegegnerin - 

 

  

 

 2 

 

I. Parteien 

1. A._____ (nachfolgend "Beschwerdeführer") (geboren 2007), war von 2016 bis zu seinem 

Austritt Mitglied des Schwimmvereins Y._____ (nachfolgend: "Y._____"). 

 

2. Die Stiftung Swiss Sport Integrity (nachfolgend "SSI" oder "Beschwerdegegnerin") ist eine 

privatrechtliche Stiftung mit Sitz in Bern, deren Aufgabe die Bekämpfung von 

Ethikverstössen und Doping im Schweizer Sport umfasst. Seit dem 1. Januar 2022 fungiert 

SSI als nationale Anti-Doping-Agentur im Sinne von Art. 19 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die Förderung von Sport und Bewegung (nachfolgend "SpoFöG"1) in Verbindung mit Art. 73 

der Sportförderungsverordnung (nachfolgend "SpoFöV"2) sowie als nationale Meldestelle 

für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Sinne von Art. 72f SpoFöV. 
 

3. Der Beschwerdeführer und SSI werden nachfolgend gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

4. Das vorliegende Verfahren betrifft eine Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der SSI 

vom 16. Februar 2023 (nachfolgend "Einstellungsverfügung"), mit welcher die 

Untersuchung gegen D._____ (nachfolgend "Betroffene Person") eingestellt wurde. 

 

5. Nachstehend erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der wesentlichen Elemente des 

Verfahrens, wie sie sich aus den schriftlichen Eingaben der Parteien sowie deren 

Ausführungen anlässlich der Hauptverhandlung ergeben haben. Soweit für die rechtliche 

Beurteilung einzelner Fragen relevant, wird im Rahmen dieses Entscheids auf die 

entsprechenden Ausführungen im Detail Bezug genommen. 

A. Verfahren vor Swiss Sport Integrity 

1. Meldung vom 8. Juli 2022 

 

6. Am 8. Juli 2022 hat der Präsident der Y._____, E._____, eine Meldung bei SSI eingereicht, da 

den Y._____ eine "mögliche Gefährdung von Mitgliedern" durch den Anwalt des 

Beschwerdeführers zugetragen wurde. SSI bestätigte am darauffolgenden Tag den Eingang 

der Meldung.  

 

7. Die Betroffene Person ist Trainer von Jugendlichen bei den Y._____. In diesem 

Zusammenhang wurde ihm im Wesentlichen Folgendes vorgeworfen: 

 

a. Er habe im Juni 2022 den Beschwerdeführer aus nicht objektiven bzw. sachfremden 

Gründen nicht in eine höhere Trainingsgruppe aufgenommen, obwohl der 

Beschwerdeführer aufgrund seiner Qualitäten in der Juniorengruppe sein müsste 

(Diskriminierung und Ungleichbehandlung). 

 

b. Der Beschwerdeführer sei von der Betroffenen Person einem ausgeprägten Mobbing 

ausgesetzt gewesen, dies teilweise isoliert und teilweise vor dem ganzen Team, 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 

 

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weshalb der Beschwerdeführer psychosomatische Folgen - namentlich über 

ausgeprägte Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme - erlitten 

habe (Verletzung der psychischen Integrität). 

 

c. Überdies wurden der Betroffenen Person weitere Vorwürfe gemacht (Weitere 

Vorwürfe). Konkret soll er (i) "dumme und perverse Witze" mit den Kindern gemacht 

und (ii) im Trainingslager keine Nachtkontrollen durchgeführt haben. Überdies soll 

sein Zustand nicht immer "stabil" sein, er würde sich teilweise "wie besoffen" 

verhalten. 

 

2. Einstellungsverfügung vom 16. Februar 2023 

 

8. Im Rahmen des Untersuchungsverfahrens hat SSI verschiedene Untersuchungshandlungen 

durchgeführt. Namentlich fanden diverse Befragungen von Personen statt. Dabei kam 

gemäss Evaluation der SSI Folgendes hervor: 

 

a. Diskriminierung und Ungleichbehandlung 

 

9. Die Untersuchung hat ergeben, dass die Gruppeneinteilungen der Athletinnen und Athleten 

bei den Y._____ einheitlich und auf Grundlage gemeinsamer Besprechungen durch das 

gesamte Trainerteam erfolgen. Jede Athletin und jeder Athlet wird individuell beurteilt. Die 

Kriterien umfassen in erster Linie messbare Leistungen (z.B. Zeiten, Qualifikations-Limiten) 

sowie subjektive Faktoren wie Trainingsfleiss, Motivation und Charakter. Die Zuteilung 

erfolgt somit gemäss den Aussagen mehrerer befragter Personen in einem grundsätzlich 

objektiven und nachvollziehbaren Verfahren. 

 

10. Hinsichtlich des Beschwerdeführers wurde dieser durch verschiedene befragte Personen als 

freundlich, ruhig, technisch versiert und athletisch beschrieben, mit erkennbarem Potenzial. 

Gleichzeitig wurde aber mehrfach auf mangelnde Konstanz in der Trainingsmotivation sowie 

auf physische Einschränkungen im Wasser hingewiesen. Es wurde festgestellt, dass er zwar 

bei Wettkämpfen solide Leistungen zeigte, jedoch nicht das Niveau erreichte, das für eine 

Beförderung in die "Juniorengruppe" erforderlich gewesen wäre. Darüber hinaus wurden 

Defizite in Bezug auf Disziplin, Pünktlichkeit und Trainingsbeteiligung festgestellt. 

 

11. Die Entscheidung, den Beschwerdeführer weiterhin der "Leistungsgruppe Elite 2" 

zuzuordnen und ihn nicht in die "Juniorengruppe" zu befördern, wurde vom Trainerteam 

gemeinsam getroffen. Ziel war es, ihm innerhalb der bestehenden Gruppe weiterhin 

Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Die Zuteilung erscheint unter Berücksichtigung der 

genannten Umstände sachlich begründet und nachvollziehbar; Anhaltspunkte für eine 

unsachliche oder diskriminierende Behandlung seitens der Betroffenen Person bestehen 

nicht. 

 

12. Was die Trainingszeiten betrifft, wurde festgestellt, dass diese aufgrund der allgemeinen 

Wasserknappheit in der Stadt X._____ ohnehin beschränkt und teilweise ungünstig seien. 

Zwar finden die Trainings der "Leistungsgruppe Elite 2" zu Randzeiten statt, das Angebot sei 

jedoch insgesamt ausreichend, sodass für motivierte Athletinnen und Athleten ein 

geregeltes Training möglich sei. Auch andere Gruppen müssen vergleichbare zeitliche 

Einschränkungen hinnehmen. 

  

 

 4 

b. Verletzung der psychischen Integrität 

 

13. Im Rahmen der von SSI durchgeführten Untersuchung wurden auch Vorwürfe betreffend 

Mobbing, Demütigung und unangemessenes Verhalten durch die Betroffene Person 

gegenüber dem Beschwerdeführer geprüft.  

 

14. Die Aussagen der befragten Personen zeichneten ein differenziertes Bild über die Betroffene 

Person, welche von mehreren Auskunftspersonen als "streng", aber gleichzeitig auch als 

"locker und lässig, wenn angebracht" beschrieben wurde. Sein Auftreten sei der 

Trainingssituation angepasst und im Hinblick auf die grosse Anzahl Kinder in den 

Hallenbädern teils bestimmt, jedoch nicht übergriffig gewesen. Aussagen zufolge sei sein 

Ton gelegentlich laut, jedoch nicht beleidigend oder herabsetzend gewesen. Eine befragte 

Person erklärte explizit, nie den Eindruck gehabt zu haben, dass Äusserungen der 

Betroffenen Person beleidigend waren oder über das normale Mass an sportlicher Strenge 

hinausgingen. Auch wurde keine mutwillige Schikane gegenüber dem Beschwerdeführer 

beobachtet. 

 

15. Die Betroffene Person selbst bestritt die erhobenen Vorwürfe ausdrücklich. Die Betroffene 

Person räumte ein, den Beschwerdeführer kritisiert zu haben, etwa hinsichtlich Technik oder 

Trainingseinstellung – was jedoch gegenüber allen Athletinnen und Athleten in 

vergleichbarer Weise geschehe. Die Betroffene Person betonte weiter, stets bemüht 

gewesen zu sein, motivierend zu wirken und eine positive Beziehung zu pflegen. Einzelne 

pointierte oder überspitzte Aussagen – wie etwa der "Vergleich mit der Grossmutter" – seien 

Ausdruck des ehrlichen Stils, jedoch nicht persönlich gemeint gewesen. 

 

16. Verschiedene Aussagen deuteten vielmehr darauf hin, dass sich die Betroffene Person um 

die sportliche Entwicklung des Beschwerdeführers bemüht hatte. So wurde dem 

Beschwerdeführer trotz nicht erfüllter objektiver Kriterien zweimal die Teilnahme am 

nationalen PISTE-Test ermöglicht – auf Basis einer Ausnahmebewilligung, welche die 

Betroffene Person nicht zwingend hätte beantragen müssen. Auch wurde betont, dass der 

Beschwerdeführer trotz knapper Qualifikation in die "Jugendgruppe" aufgenommen wurde, 

was als Zeichen des Entgegenkommens seitens der Betroffenen Person gegenüber dem 

Beschwerdeführer interpretiert werden kann. 

 

17. Mehrere Auskunftspersonen betonten weiter, keine Unterschiede in der Behandlung des 

Beschwerdeführers im Vergleich zu anderen Athletinnen und Athleten wahrgenommen zu 

haben. Die Trainings fanden zudem in gut einsehbaren Rahmenbedingungen statt; dennoch 

wurden keine beobachtbaren oder bezeugten Übergriffe seitens der Betroffenen Person 

festgestellt. 

 

18. Die eingereichten ärztlichen Berichte vermochten keine eindeutige Kausalität zwischen den 

geltend gemachten psychosomatischen Beschwerden des Beschwerdeführers und dem 

Verhalten der Betroffenen Person zu belegen. Ein beigezogener Experte hielt fest, dass eine 

solche Kausalität "unter den gegebenen Umständen – ohne weitere belastbare Hinweise – 

kaum feststellbar sei". 

 

19. Zwar wies SSI in der Einstellungsverfügung darauf hin, dass einzelne Formulierungen der 

Betroffenen Personen – wie etwa der erwähnte "Vergleich mit der Grossmutter" – 

insbesondere im Umgang mit Kindern als grenzwertig erscheinen mögen. Insgesamt liesse 

sich der Betroffenen Person jedoch kein Ethikverstoss im Sinne einer unzulässigen oder 

systematisch diskriminierenden Behandlung des Beschwerdeführers nachweisen. 

 

 

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c. Weitere Vorwürfe 

 

20. Schliesslich liessen sich in der Untersuchung auch die wieteren vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Vorwürfe nicht erhärten. Eher im Gegenteil: Es wurde unter anderem 

berichtet, dass die Betroffene Person ein "sehr engagierter Trainer im Nachwuchsbereich" 

sei und es sehr positiv gewesen sei, mit der Betroffenen Person zusammenzuarbeiten. 

 

d. Einstellung des Verfahrens 

 

21. Mit der Einstellungsverfügung hat SSI das Verfahren gegen die Betroffene Person ohne 

Kostenfolge eingestellt, da die Untersuchung weder eine Ungleichbehandlung noch eine 

Verletzung der psychischen Integrität des Beschwerdeführers durch die Betroffene Person 

zu Tage gebracht habe. 

 

22. Die Einstellungsverfügung wurde von der SSI am 18. Februar 2023 der Schweizerischen Post 

übergegeben und dem Beschwerdeführer am 20. Februar 2023 zugestellt. 

 

3. Einsprache gegen die Einstellungsverfügung 

 

23. Mit Einsprache vom 2. März 2023, die am 4. März 2023 der Schweizerischen Post übergeben 

wurde, focht der Beschwerdeführer die Einstellungsverfügung an. Sinngemäss beantragte 

der Beschwerdeführer deren Aufhebung. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer 

Folgendes aus: 

 

24. Die Beschwerde richtet sich gegen eine angeblich unangemessene Behandlung durch die 

Betroffene Person, namentlich in Form von Mobbing, abwertenden Äusserungen sowie der 

nach Ansicht des Beschwerdeführers unbegründeten Rückstufung in die "Trainingsgruppe 

Elite 2". 

 

25. Der Beschwerdeführer schwimme seit dem vierten Lebensjahr und sei seit 2016 Mitglied 

der X._____. In den Saisons 2020, 2021 und 2022 sei er infolge einer schweren Covid-19-

Erkrankung mit hospitalisierungsbedingtem Trainingsverbot sowie weiteren Verletzungen 

insgesamt rund zehn Monate ausgefallen. Trotz dieser gesundheitlichen Belastungen habe 

er grosse Motivation und Einsatz gezeigt, sich rasch ins Training zurückgekämpft und an 

Wettkämpfen teilgenommen – teils unter Schmerzen oder mit Einschränkungen. 
 

26. Die Entscheidung zur Rückstufung in eine leistungsschwächere Gruppe mit stark 

eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten sei auf die Einschätzung der Betroffenen Person 

zurückzuführen gewesen, die dem Beschwerdeführer mangelnde Motivation unterstellte. 

 

27. Diese Einschätzung sei jedoch unzutreffend und berücksichtige weder die gesundheitliche 

Vorgeschichte noch den belegten Trainingswillen des Beschwerdeführers. Insbesondere 

seien Trainingsteilnahmen in anerkannten externen Trainingslagern (u. a. mit einem 

ehemaligen Weltmeister) unter vorheriger Zustimmung der Betroffenen Person erfolgt, was 

dieser dem Trainerteam gegenüber jedoch offenbar verschwieg. Die Entscheidung über die 

Gruppeneinteilung sei somit auf unvollständiger oder verzerrter Informationsbasis getroffen 

worden. 

 

28. Zudem seien abwertende Aussagen der Betroffenen Person gegenüber dem 

Beschwerdeführer dokumentiert ("Du gehörst nicht hierher", "Du bist kein Schwimmer") – 

teils in russischer Sprache, was eine unabhängige Beurteilung durch andere Trainer/innen 

oder Zeugen erschwert habe. Zeugenaussagen, u. a. von einem Trainer aus Russland, der 

 

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zeitweise anwesend war, oder von einem russischsprechenden Athleten in der gleichen 

Trainingsgruppe des Beschwerdeführers könnten dies bestätigen.  

 

29. Die Zuweisung in eine Gruppe mit unzumutbaren Trainingszeiten – insbesondere in 

Anbetracht des Wohnorts (Z._____) und der Schulpflicht – habe faktisch zu einem 

Ausschluss des Beschwerdeführers aus dem Leistungssport geführt. Der Versuch, eine 

einvernehmliche Lösung herbeizuführen, sei gescheitert; auf anwaltliche Schreiben an die 

X._____ habe es keine Antwort gegeben. Der Beschwerdeführer sieht in der Summe der 

Umstände ein systematisches Vorgehen, das zu gesundheitlichen Folgeschäden (depressive 

Symptome) beim Beschwerdeführer geführt habe, was durch eingereichte medizinische 

Berichte gestützt werde. 

 

30. Der Beschwerdeführer hält fest, dass die Untersuchung unvollständig und formalistisch 

erfolgt sei, und ersucht um vollständige Neubewertung des Falles unter Einbezug aller 

Beweismittel.  

B. Verfahren vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

31. Mit Verfügung vom 31. März 2023 nahm die DK den Eingang der Einsprache formell zur 

Kenntnis, eröffnete das Verfahren und forderte den Einsprecher (heute: Beschwerdeführer) 

auf, die von ihm konkret gestellten Rechtsbegehren sowie das Geburtsdatum von A._____ 

mitzuteilen. Gleichzeitig wurde SSI eine Frist zur Übermittlung sämtliche bei ihr liegenden 

Verfahrensakten, zur Einreichung einer Stellungnahme sowie zur Formulierung allfälliger 

Anträge angesetzt. Ein Spruchkörper wurde von der DK zu diesem Zeitpunkt nicht bestellt. 

 

32. Am 24. April 2023 ersuchte SSI aufgrund einer kurzfristigen, krankheitsbedingten 

Abwesenheit um eine Fristverlängerung von 14 Tagen. Die DK erstreckte die Frist 

antragsgemäss bis zum 8. Mai 2023. 

 

33. Mit Eingabe vom 3. Mai 2023 reichte SSI ihre Stellungnahme fristgerecht ein. Darin erklärte 

sie, von der ihr in Ziffer 4 Absatz 2 der Verfügung vom 31. März 2023 eingeräumten 

Möglichkeit Gebrauch zu machen, sich zur Sache erst nach Kenntnis der konkret beantragten 

Rechtsbegehren des Beschwerdeführers sowie nach Klärung der Frage der Einhaltung der 

Einsprachefrist zu äussern. 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

34. Mit Eröffnungsschreiben vom 14. November 2024 informierte der Direktor des Schweizer 

Sportgerichts die Parteien über den Eingang der Beschwerde gegen die Einstellungs-

verfügung Nr. 175/2022 der SSI. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass sämtliche 

Kompetenzen der DK auf das Schweizer Sportgericht übergegangen seien. In demselben 

Schreiben wurden den Parteien die zuständige Kammer, die Zusammensetzung des Gerichts 

sowie die Verfahrenssprache mitgeteilt. Zudem erhielten die Parteien Hinweise zu den 

Kommunikationsmitteln mit dem Schweizer Sportgericht, zur Möglichkeit eines Beistands 

sowie zum Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege. 

 

35. Der Betroffenen Person wurde im Rahmen desselben Schreibens eine Frist von zehn 

Arbeitstagen eingeräumt, um die Parteistellung im Verfahren zu beantragen. Weiter wurde 

beiden Parteien das Recht eingeräumt, bis spätestens am 5. Dezember 2024 schriftlich oder 

mündlich Stellung zu nehmen und entsprechende Anträge zu stellen. Es wurde klargestellt, 

dass diese Frist auch für die Betroffene Person gelte, sofern die Betroffene Person 

Parteistellung beantrage. 

 

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36. Der Beschwerdeführer reichte seine Stellungnahme am 4. Dezember 2024 fristgerecht ein, 

stellte darin jedoch keine ausdrücklichen Anträge und äusserte sich auch nicht zum Verzicht 

auf eine mündliche Verhandlung. 

 

37. Am 5. Dezember 2024 reichte SSI ihre Stellungnahme zur Beschwerde vom 2. März 2023 

ein. Darin erklärte SSI ausdrücklich den Verzicht auf eine mündliche Verhandlung und stellte 

folgende Anträge: 

 

"1. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; 

2. Allfällige Kosten seien dem Beschwerdeführer aufzuerlegen." 

 

38. Mit Schreiben vom 20. Dezember 2024 bestätigte der Direktor des Schweizer Sportgerichts 

den Eingang der beiden Stellungnahmen und informierte die Parteien darüber, dass die 

Betroffene Person auf die Beantragung der Parteistellung verzichtet habe und somit am 

Verfahren nicht teilnehme. Ferner wurde den Parteien mitgeteilt, dass der vorsitzende 

Richter und Referent die Verfahrensleitung übernimmt. 

 

39. Ebenfalls mit Schreiben vom 20. Dezember 2024 wurden die Parteien über die Zuständigkeit 

und Gerichtsbarkeit des Schweizer Sportgerichts informiert. Sie wurden aufgefordert, die 

entsprechende Verfahrensverfügung bis spätestens zum 9. Januar 2025 zu unterzeichnen. 

SSI kam dieser Aufforderung am 8. Januar 2025 fristgerecht nach. Eine Unterzeichnung 

seitens des Beschwerdeführers blieb hingegen aus. 

 

40. Mit Verfügung vom 29. Januar 2025 bestätigte der Direktor des Schweizer Sportgerichts den 

Erhalt der unterzeichneten Verfahrensverfügung durch SSI sowie der Stellungnahme vom 

8. Januar 2025. Zugleich stellte der Direktor des Schweizer Sportgerichts fest, dass der 

Beschwerdeführer sich innerhalb der angesetzten Frist weder geäussert noch die 

Verfahrensverfügung elektronisch (via Skribble) unterzeichnet habe. In der gleichen 

Verfahrensverfügung lud der Direktor die Parteien zur Hauptverhandlung, welche auf 

Mittwoch, 12. Februar 2025, angesetzt worden war, ein.  

 

41. Die Hauptverhandlung fand am 12. Februar 2025 ordnungsgemäss in Form einer 

Videokonferenz über Microsoft Teams statt. Seitens SSI nahm Herr Hanjo Schnydrig teil; 

seitens des Beschwerdeführers war dessen Vater, C._____, anwesend. Das Gericht war 

vollständig vertreten; zudem nahm Laura Wolf vom Sekretariat des Schweizer Sportgerichts 

an der Hauptverhandlung teil. Zu Beginn der Verhandlung stellte der vorsitzende Richter 

ausdrücklich klar, dass die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zu bestätigen sei. Auf 

entsprechende Nachfrage erklärten sowohl der Beschwerdeführer als auch SSI ausdrücklich 

und vorbehaltlos, dass sie die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur Behandlung des 

vorliegenden Verfahrens anerkennen. Weiter stimmten sämtliche Parteien einer Aufnahme 

der Hauptverhandlung zu. 

 

42. Im Rahmen der Hauptverhandlung vom 12. Februar 2025 stellte das Gericht fest, dass die 

Verfahrensakten unvollständig waren. Es setzte daraufhin SSI mit Verfahrensverfügung vom 

selben Tag eine Nachfrist bis zum 19. Februar 2025 zur vollständigen Einreichung sämtlicher 

Verfahrensakten. 

 

43. Mit E-Mail vom 18. Februar 2025 übermittelte SSI ergänzende Unterlagen, deren Eingang 

der Direktor des Schweizer Sportgerichts am 19. Februar 2025 bestätigte. Nach Prüfung der 

Unterlagen stellte das Gericht jedoch fest, dass weiterhin insbesondere Protokolle von 

Befragungen fehlten. SSI wurde darauf erneut eine Frist von drei Arbeitstagen zur 

vollständigen Einreichung der fehlenden Verfahrensakten angesetzt. 

 

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44. Am 24. Februar 2025 bestätigte der Direktor des Schweizer Sportgerichts den Eingang der 

ergänzenden Aktenübermittlung von SSI vom 21. Februar 2025. Zudem wurde der Eingang 

einer unaufgeforderten Stellungnahme des Beschwerdeführers vom selben Tag bestätigt. 

 

45. Mit Schreiben vom 26. Februar 2025 setzte der Direktor des Schweizer Sportgerichts im 

Namen des Gerichts beiden Parteien eine Frist bis zum 5. März 2025, um zu den neu 

eingereichten Unterlagen der jeweils anderen Partei fakultativ Stellung zu nehmen. 

 

46. Mit Verfügung vom 14. März 2025 bestätigte der Direktor des Schweizer Sportgerichts den 

Eingang der Stellungnahme von SSI vom 5. März 2025. Gleichzeitig wurde dem Antrag des 

vorsitzenden Richters auf Fristverlängerung gemäss Art. 19 Abs. 3 des Reglements 

betreffend das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht vom 1. Juli 2024 (nachfolgend 

"VerfRegl") stattgegeben. Die Frist wurde bis zum 14. April 2025 verlängert. 

 

47. Mit Verfügung vom 9. April 2024 wurde dem Antrag des vorsitzenden Richters auf 

Fristverlängerung gemäss Art. 19 Abs. 3 VerfRegl erneut stattgegeben. Die Frist wurde bis 

zum 14. Mai 2025 verlängert. 

IV. Positionen der Parteien 

48. Der vorliegende Abschnitt enthält keine abschliessende Aufzählung sämtlicher Vorbringen 

und Behauptungen der Parteien, sondern eine zusammenfassende Darstellung der 

wesentlichen Argumente, wie sie in den schriftlichen Eingaben sowie anlässlich der 

Hauptverhandlung seitens der Parteien vorgebracht wurden. 

 

49. Das Gericht hat bei der Beurteilung der Anträge sämtliche von den Parteien eingereichten 

Argumente, Tatsachenbehauptungen und Beweismittel umfassend gewürdigt und 

berücksichtigt – auch jene, die in diesem Urteil weder im Rahmen der vorliegenden 

Zusammenfassung noch in der nachfolgenden rechtlichen Würdigung ausdrücklich erwähnt 

werden. 

A. Die Position des Beschwerdeführers 

50. Die Vorbringen des Beschwerdeführers gemäss seinen schriftlichen Eingaben und seinen 

mündlichen Aussagen an der Hauptverhandlung lassen sich im Wesentlichen wie folgt 

zusammenfassen: 

 

51. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er durch die Betroffene Person während seiner 

Zeit im Nachwuchsbereich der X._____ unsachgemäss beurteilt, ungleich behandelt und in 

seiner sportlichen Entwicklung nachhaltig benachteiligt worden sei. Der Beschwerdeführer 

erhebt den Vorwurf, dass das Untersuchungsverfahren der SSI in mehrfacher Hinsicht 

unvollständig geblieben sei. 

 

1. Diskriminierung und Ungleichbehandlung 

 
52. Zunächst kritisiert der Beschwerdeführer eine sachlich nicht gerechtfertigte Rückstufung in 

die "Trainingsgruppe Elite 2", die mit deutlich reduzierten Trainingsmöglichkeiten 

verbunden gewesen sei. Diese Entscheidung sei im Wesentlichen auf die Einschätzung der 

Betroffenen Person gestützt worden, wonach es dem Beschwerdeführer an Motivation 

mangele. Dabei sei ausgeblendet worden, dass der Beschwerdeführer in den Jahre 2020, 

2021 und 2022 aufgrund einer lebensbedrohlichen Covid-19-Erkrankung mit intensiv-

stationärem Aufenthalt sowie weiterer Verletzungen insgesamt rund zehn Monate vom 

 

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Training ausgeschlossen gewesen sei. Diese gesundheitsbedingten Ausfälle seien durch 

ärztliche Atteste dokumentiert und hätten von der Betroffenen Person korrekt eingeordnet 

und im Trainerteam transparent kommuniziert werden müssen. 

 

53. Der Beschwerdeführer führt weiter aus, dass er trotz dieser Rückschläge mit grosser 

Disziplin und Einsatzbereitschaft zum Training zurückgekehrt sei, unter anderem durch 

frühzeitige Wiederaufnahme des Trainings und Teilnahme an Wettkämpfen mit 

Einschränkungen. Dennoch sei ihm der Zugang zur leistungsorientierten Trainingsstruktur 

verwehrt worden. Die Einschätzung des Trainerteams zur angeblich mangelnden Motivation 

sei nach Ansicht des Beschwerdeführers massgeblich durch die Betroffene Person 

beeinflusst worden, welche wesentliche Informationen – insbesondere die Teilnahme an 

drei externen Trainingslagern unter der Leitung eines ehemaligen Weltmeisters – gegenüber 

den übrigen Trainern verschwiegen habe.  

 

54. Damit sei die Entscheidungsgrundlage der Gruppeneinteilung einseitig und objektiv verzerrt 

gewesen. Die Zuweisung zu der "Trainingsgruppe Elite 2" habe sich darüber hinaus 

angesichts der schulischen Verpflichtungen und des Wohnorts (Z._____, Kanton W._____) 

als faktisch unvereinbar mit einer weiteren Ausübung des Leistungssports erwiesen. 

  

2. Verletzung der psychischen Integrität 

 
55. Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass die Betroffene Person sich mehrfach in 

abwertender Weise ihm gegenüber geäussert habe – unter anderem mit Aussagen wie "Du 

gehörst nicht hierher" und "Du bist kein Schwimmer". 

 

56. Solche Äusserungen seien teils in russischer Sprache erfolgt, wodurch eine unabhängige 

Wahrnehmung durch andere Trainer oder Dritte erschwert worden sei. Der 

Beschwerdeführer verweist auf eine Zeugenaussage eines russischen Trainers, der die 

negative verbale Kommunikation im Training wahrgenommen habe. Das Verhalten der 

Betroffenen Person habe schliesslich dazu geführt, dass der Beschwerdeführer sich 

zunehmend vom Schwimmsport distanziert habe und nach Beendigung des Trainings unter 

anhaltenden psychischen Belastungen – insbesondere depressiven Symptomen – gelitten 

habe. Ärztliche Atteste seien hierzu eingereicht worden. 

 

57. Schliesslich kritisiert der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Vorwurf der 

Verletzung der psychischen Integrität die Art und Weise der Untersuchung durch SSI. Die 

Ermittlung sei aus seiner Sicht formalistisch verlaufen und habe zentrale Aspekte des 

Sachverhalts unzureichend berücksichtigt. 

 

58. Insbesondere seien die gesundheitlichen Gründe für die Leistungsschwankungen des 

Beschwerdeführers nicht angemessen gewürdigt worden. Ebenso sei die Rolle der 

Betroffenen Person im internen Entscheidungsprozess zur Gruppeneinteilung nicht 

hinreichend kritisch hinterfragt worden, obwohl Indizien auf eine einseitige 

Informationslage und möglicherweise sachfremde Motive hindeuteten. 

 

59. Der Beschwerdeführer bemängelt zudem, dass wesentliche Beweismittel – insbesondere 

ärztliche Berichte und Aussagen von entlastenden Zeugen – nicht vollständig einbezogen 

worden seien. Die Feststellung von SSI, wonach eine Kausalität zwischen den psychischen 

Beschwerden des Jugendlichen und dem Verhalten des Trainers "eher unwahrscheinlich" 

sei, werde unter diesen Umständen als nicht nachvollziehbar empfunden. 

 

 

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60. Der Beschwerdeführer verlangt eine unvoreingenommene, umfassende Würdigung aller 

relevanten Umstände. 

B. Die Position der Beschwerdegegnerin 

61. Die Vorbringen von SSI in ihren schriftlichen Eingaben und anlässlich der Hauptverhandlung 

lassen sich wie folgt zusammenfassen: 

 

1. Fehlen von Rechtsbegehren 

 
62. SSI rügte, dass die Beschwerde formell unzulässig sei, da der Beschwerdeführer zu keinem 

Zeitpunkt ein konkretes Rechtsbegehren formuliert habe. Dies gelte sowohl für die 

ursprüngliche Einsprache vom 2. März 2023 als auch für die spätere Eingabe vom 

4. Dezember 2024. Auch aus der Begründung lasse sich nicht eindeutig entnehmen, welches 

konkrete Verhalten beanstandet werde. 

 

63. Zwar könnten an Beschwerden von Privatpersonen weniger strenge Anforderungen gestellt 

werden, doch müssten zumindest die wesentlichen Begehren aus der Begründung 

hervorgehen. Die DK habe den Beschwerdeführer (dazumal: Einsprecher) deshalb bereits 

mit Verfügung vom 31. März 2023 explizit aufgefordert, klare Anträge zu stellen. Diese Frist 

habe der Beschwerdeführer (dazumal: Einsprecher) ungenutzt verstreichen lassen. Auch in 

den dem Schweizer Sportgericht überwiesenen Akten fänden sich keine solchen Anträgen. 

Aus Sicht von SSI sei deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

 

2. Diskriminierung und Ungleichbehandlung 

 
64. Zu den Vorwürfen einer fehlerhaften Trainingsgruppeneinteilung und möglichen 

Ungleichbehandlung des Beschwerdeführers verwies SSI auf das durchgeführte 

Untersuchungsverfahren. 

  

65. Es sei festgestellt worden, dass die Gruppeneinteilung jeweils im Trainerteam gemeinsam 

erfolge und auf objektivierbaren Kriterien wie Leistungsstand, Trainingsfleiss, Motivation 

und Teilnahme an Trainingslagern beruhe. Diese Beurteilung sei im konkreten Fall auch auf 

Grundlage entsprechender Aussagen dokumentiert worden. Ein Verstoss gegen das 

Gleichbehandlungsgebot oder ein sachfremder Ausschluss aus der Juniorengruppe sei nicht 

ersichtlich. 

 

3. Verletzung der psychischen Integrität 

 
66. Die vom Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe betreffend mutmassliches Mobbing oder 

unangemessenen Umgang durch die Betroffene Person seien ebenfalls untersucht worden. 

 

67. SSI stellte in ihrer Untersuchung keine Ethikverstösse fest. Die befragten Personen hätten 

entweder keine problematischen Vorkommnisse beobachtet oder den Ton der Betroffene 

Person als zwar streng, aber sportlich üblich und nicht beleidigend geschildert. Auch 

hinsichtlich sprachlicher Aussagen in russischer Sprache konnten keine eindeutigen, 

belastenden Feststellungen getroffen werden. 

 

68. Die Voraussetzungen für ein weiteres disziplinarisches Vorgehen seien deshalb nicht 

gegeben gewesen. 

 

 

 11 

69. Hinsichtlich des Ablaufs des Untersuchungsverfahrens erläuterte SSI, dass dieses den 

damals geltenden Bestimmungen des VerfRegl in der Fassung vom 1. Januar 2022 entsprach. 

Auf eine vorgängige Triage sei verzichtet worden, da der Sachverhalt "prima facie" klar 

erschien. Eine förmliche Untersuchung sei direkt eröffnet und sodann unter 

Berücksichtigung verschiedener Zeugenaussagen und Unterlagen geführt worden. 

 

70. Der Entscheid zur Einstellung des Verfahrens vom 16. Februar 2023 sei im Lichte dieser 

Ergebnisse begründet und rechtmässig ergangen.  

 

71. Abschliessend stellte SSI den Antrag auf eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 500 

gestützt auf Art. 25 Abs. 4 VerfRegl. Dieser Anspruch bestehe unabhängig davon, ob die 

Partei anwaltlich vertreten sei, und entspreche der ständigen Praxis des Schweizer 

Sportgerichts sowie der DK. SSI habe zudem aus Gründen der Verfahrensökonomie auf eine 

mündliche Verhandlung verzichtet und dem Zirkularverfahren zugestimmt. 

V. PROZESSUALES 

72. Die DK hat ihre Tätigkeit am 30. Juni 2024 gemäss Beschluss des Sportparlaments von Swiss 
Olympic vom 24. November 2023 eingestellt. Gemäss diesem Beschluss gehen sämtliche 
Kompetenzen der DK auf das Schweizer Sportgericht über. 

73. Das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht wird durch das VerfRegl geregelt. Das 
VerfRegl ist per 1. Juli 2024 in Kraft getreten und ersetzt das Reglement betreffend das 
Verfahren vor der DK vom 1. Juli 2022.  

74. Das VerfRegl vom 1. Juli 2024 findet auf sämtliche Verfahren Anwendung, die im Zeitpunkt 
seines Inkrafttretens eröffnet sind oder danach eröffnet werden. Weiter findet das VerfRegl 
auf sämtliche Verfahren Anwendung, für die Swiss Olympic und die nationalen 
Sportverbände auf die Zuständigkeit der DK oder des Schweizer Sportgericht verweisen 
(Art. 29 Abs. 1 VerfRegl).  

75. Soweit das VerfRegl keine Bestimmungen enthält, gilt nach Art. 26 VerfRegl sinngemäss die 
schweizerische Zivilprozessordnung (nachfolgend "ZPO"3). 

VI. ZUSTÄNDIGKEIT 

76. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 

gegründet wurde und den Zweck hat, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das bei 

Streitigkeiten im Sport oder möglichen Regelverstössen entscheidet. Als unabhängige Stelle 

im Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a SpoFöV ist das Schweizer Sportgericht zuständig für die 

Beurteilung der ihm von SSI überwiesenen Fälle von mutmasslichem Fehlverhalten oder 

mutmasslichen Missständen. 

 

77. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 

Zuständigkeit. Da sämtliche Kompetenzen der DK an die Schweizer Sportgericht übergingen 

(vgl. dazu oben unter Rz. 72), ist das Schweizer Sportgericht für die Beschwerde zuständig. 

 

78. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das Schweizer Sportgericht zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist. Im Übrigen haben beide Parteien 

die Zuständigkeit des Schweizer Sportgericht zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt und die 

 
3  Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008, SR 272 (ZPO). 

 

 12 

Zuständigkeit anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. Februar 2025 explizit anerkannt und 

mündlich bestätigt. 

VII. ZULÄSSIGKEIT 

79. Nach Art. 14 Abs. 2 Verfahrensreglement der Stiftung Swiss Sport Integrity betreffend 

Ethikverstösse und Missstände vom 1. Januar 2022 (nachfolgend "VR-SSI") kann ein 

Entscheid von SSI innert 14 Tagen ab Zustellung angefochten werden. Die angefochtene 

Einstellungsverfügung wurde dem Beschwerdeführer am 20. Februar 2023 zugestellt. Der 

Beschwerdeführer übergab seine Beschwerde am 4. März 2023 der Schweizerischen Post. 

Somit erfolgte die Anfechtung der Einstellungsverfügung innert der Frist von 14 Tagen, 

weshalb das Schweizer Sportgericht die Beschwerde als fristgerecht eingegangen erachtet. 

 

80. Die Frage der Zulässigkeit betrifft die Voraussetzung der formgerechten Antragstellung. SSI 

rügt, dass der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt ein ausdrückliches Rechtsbegehren 

gestellt habe. Dies gelte sowohl für die ursprüngliche Einsprache vom 2. März 2023 als auch 

für die Stellungnahme vom 4. Dezember 2024. Auch aus der Begründung lasse sich nicht 

eindeutig entnehmen, welches konkrete Verhalten beanstandet werde. Daher sei nach 

Ansicht der SSI auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

 

81. Nach Art. 14 Abs. 2 VR-SSI kann eine Einstellung des Verfahrens mit einer begründeten 

Beschwerde innert 14 Tagen angefochten werden. Das VR-SSI enthält keine ausdrücklichen 

Formvorschriften hinsichtlich der Anforderungen an die Beschwerde. Allerdings gelten auch 

vor dem Schweizer Sportgericht die allgemeinen Anforderungen an Rechtsschriften: Diese 

müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten (vgl. sinngemäss Art. 106 Abs. 2 

Bundesgerichtsgesetz). 

 

82. Das Bundesgericht hat jedoch in ständiger Rechtsprechung festgehalten, dass an Eingaben 

von Privatpersonen, insbesondere solchen ohne rechtskundigen Beistand, keine 

überspannten Anforderungen gestellt werden dürfen. Entscheidend ist, ob aus dem 

Gesamtzusammenhang der Eingabe hinreichend klar hervorgeht, welches Ziel mit dem 

Rechtsmittel verfolgt wird (BGE 134 II 244, E. 2.3; BGE 134 II 244, E. 2.1). Dabei ist namentlich 

der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung 

(nachfolgend "BV")) sowie das Recht auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV) zu beachten. 

 

83. Vorliegend ergibt sich aus der Einsprache des Beschwerdeführers vom 2. März 2023 sowie 

aus seinen weiteren Stellungnahmen mit hinreichender Klarheit, dass er sich gegen die 

Einstellung des Verfahrens gegen die Betroffene Person wendet. Er verlangt sinngemäss die 

Wiederaufnahme des Verfahrens und eine materielle Beurteilung der erhobenen Vorwürfe 

gegen die Betroffene Person. Der Beschwerdeführer legt umfangreich dar, weshalb er die 

Einstellungsverfügung für sachlich verfehlt und verfahrensrechtlich ungenügend hält. Die 

Kritik betrifft insbesondere eine mangelhafte Beweiswürdigung, unzureichende 

Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers sowie das 

Unterlassen zentraler Befragungen. 

 

84. Auch wenn der Beschwerdeführer kein ausdrückliches Rechtsbegehren im juristisch-

technischen Sinn formuliert hat, ist sein Begehren aus der Begründung ausreichend 

erkennbar. Unter Berücksichtigung des Laienprivilegs, des Vertrauensgrundsatzes sowie der 

inhaltlichen Klarheit der Eingaben des Beschwerdeführers rechtfertigt es sich, auf die 

Beschwerde einzutreten. Entgegen der Auffassung von SSI stellt das Fehlen von 

formalisierten Rechtsbegehren unter diesen Umständen keinen Nichteintretensgrund dar. 

 

 

 13 

85. Das Schweizer Sportgericht erachtet die Beschwerde somit als formell zulässig. Auf sie ist 

einzutreten. 

VIII. ANWENDBARES RECHT 

86. Anwendbar zur Beurteilung des Sachverhalts ist das Ethik-Statut des Schweizer Sports, in 

der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 (nachfolgend "Ethik-Statut 2022"). 

IX. MATERIELLES 

87. Zu beurteilen sind durch das Schweizer Sportgericht nach den obigen Ausführungen somit 

(1) der Vorwurf der Diskriminierung und Ungleichbehandlung und (2) der Vorwurf der 

Verletzung der psychischen Integrität. 

 

1. Vorwurf der Diskriminierung und Ungleichbehandlung 

 
88. Im Verfahren wurde mehrfach geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei von der 

Betroffenen Person gegenüber anderen Athletinnen und Athleten der X._____ benachteiligt 

worden. Insbesondere sei seine Einteilung in die "Trainingsgruppe Elite 2" sachlich nicht 

gerechtfertigt gewesen. Entsprechend habe die Betroffene Person gegen Art. 2.1.1 Ethik-

Statut 2022 verstossen. 

 

89. Unter den Tatbestand der Diskriminierung gemäss Art. 2.1.1 Ethik-Statut 2022 fallen 

sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlungen einer Person aufgrund ihrer Hautfarbe, 

Abstammung, Nationalität, sozialen Herkunft, ihres Geschlechts, ihres Alters, einer 

Behinderung, einer psychischen Krankheit, ihrer Sprache, Religion, politischen oder anderen 

Meinung, ihres Status, ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder aus anderen 

Gründen. Eine Ungleichbehandlung liegt dann vor, wenn vergleichbare Personen ohne 

sachlich gerechtfertigten Grund ungleich behandelt werden. 

 

90. Der Beschwerdeführer legte nicht dar, aufgrund welchen Merkmals und inwiefern die 

Betroffene Person ihn anders als andere Athletinnen und Athleten der X._____ behandelt 

habe. Nach Würdigung der Akten und der Parteivorbringen erachtet das Schweizer 

Sportgericht eine Diskriminierung des Beschwerdeführers im Sinne des Ethik-Statuts 2022 

als nicht hinreichend erwiesen.  

 

91. Die Zuteilung zur "Trainingsgruppe Elite 2" wurde – wie aus den Aussagen mehrerer 

befragter Personen hervorgeht – im Rahmen einer kollegialen Entscheidung des Trainerstabs 

getroffen und beruhte auf verschiedenen Kriterien, darunter objektive Leistungsdaten sowie 

subjektive Einschätzungen zu Motivation, Disziplin und Trainingsbeteiligung. Auch wenn 

einzelne Elemente dieser Einschätzungen kritisch hinterfragt werden dürfen – etwa die 

unklare Kommunikation über die Teilnahme an Trainingslagern oder die fehlende 

Einbeziehung medizinischer Hintergründe – rechtfertigen diese Gesichtspunkte für sich 

allein nicht den Schluss auf eine gezielte, unsachliche Benachteiligung des 

Beschwerdeführers gegenüber vergleichbaren Athleten und Athletinnen. 

 

92. Weitere Untersuchungen scheinen nicht angezeigt, da es keinen Anhaltspunkt für einen 

Verstoss gegen Art. 2.1.1 Ethik-Statut 2022 gibt. In diesem Punkt erweist sich die 

Beschwerde als unbegründet. 
 

 

 

 14 

2. Vorwurf der Verletzung der psychischen Integrität 

 

93. Der Beschwerdeführer kritisiert die Art und Weise der Untersuchung durch SSI u.a. im 

Zusammenhang mit dem Vorwurf der Verletzung der psychischen Integrität. Die 

Untersuchung habe aus seiner Sicht zentrale Aspekte des Sachverhalts unzureichend 

berücksichtigt. Damit macht der Beschwerdeführer sinngemäss die Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geltend.  

 

94. Der verfassungsrechtlich garantierte Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) 

verpflichtet Verwaltungs- wie Disziplinarbehörden dazu, die Vorbringen in tatsächlicher wie 

rechtlicher Hinsicht angemessen zu prüfen, sie in der Entscheidfindung zu berücksichtigen 

und ihre Überlegungen im Rahmen der Begründung nachvollziehbar offenzulegen. Dieser 

Anspruch dient nicht nur der individuellen Mitwirkung am Verfahren, sondern auch der 

Wahrung des Vertrauens in eine objektive und transparente Entscheidfindung (BGE 145 I 

167, E. 4.1; BGE 142 II 49, E. 9.2; BGE 141 V 557, E. 3.2.1). Auch gemäss der Rechtsprechung 

des Court of Arbitration for Sports (vgl. CAS 2010/A/2275, Rz. 29 f.; CAS 2021/A/7723, Rz. 

131) ist das rechtliche Gehör ein fundamentales Verfahrensrecht, welches gerade auch im 

sportethischen Kontext beachtet werden muss. 

 

95. Unter den Tatbestand der Verletzung der psychischen Integrität nach Art. 2.1.2 Ethik-Statut 

2022 fallen Belästigungen durch Worte, Handlungen oder Verhaltensweisen, mit denen eine 

andere Person emotional verletzt, bedroht, eingeschüchtert oder unter ungerechtfertigten 

Druck gesetzt wird. Dies umfasst insbesondere: (a) Äusserungen und Mobbing sowie 

Handlungen, mit denen eine andere Person ausgegrenzt, eingeschränkt, verängstigt oder in 

ihrer Würde verletzt wird; (b) das Stalking, d.h. das Nachstellen gegen deren Willen; (c) die 

Verletzung der Ehre einer anderen Person durch herabwürdigende, schikanierende, 

verhöhnende oder verleumderische Äusserungen oder Handlungen; (d) ungeeignete 

Trainingsmethoden oder ungerechtfertigte Anforderungen an die körperlichen 

Voraussetzungen; und (e) systematische Verweigerung von Aufmerksamkeit oder 

Unterstützung von anvertrauten minderjährigen Personen. 

 

96. Der Beschwerdeführer machte geltend, durch wiederholte abwertende Aussagen seitens 

der Betroffenen Person – insbesondere in russischer Sprache – sowie durch seine faktische 

Ausgrenzung aus dem leistungsorientierten Training sei seine psychische Gesundheit 

nachhaltig beeinträchtigt worden. Er stützt sich dabei auf zwei ärztliche Atteste sowie auf 

die Zeugenaussage eines anerkannten Trainers, welcher die Trainingsumstände unter der 

Betroffenen Person kenne. 

 

97. Nach Auffassung des Schweizer Sportgerichts rügt der Beschwerdeführer zu Recht eine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Zwei Aspekte sind hierfür entscheidend: 

 

a. Aus den Akten ergibt sich, dass SSI eine vom Beschwerdeführer eingereichte 

medizinische Dokumentation vorlag, die unter anderem den psychischen Zustand 

des Beschwerdeführers thematisierte. Weiter ergibt sich, dass SSI eine zusätzliche, 

neutrale Begutachtung des Beschwerdeführers anordnete, welche auch tatsächlich 

durchgeführt wurde und eine gewisse Mitwirkung des Beschwerdeführers 

erforderte. Gleichwohl findet sich in der Begründung der Einstellungsverfügung von 

SSI keine nachvollziehbare Würdigung dieser medizinischen Informationen; es wird 

lediglich festgehalten, dass die ärztlichen Berichte die Kausalität zwischen den 

psychosomatischen Folgen und den vermeintlichen Handlungen der Betroffenen 

Person "nicht restlos darlegen" konnten. Weder wird auf den Inhalt der vom 

Beschwerdeführer eingereichten, medizinischen Atteste noch auf die von SSI 

 

 15 

angeordnete Begutachtung des Beschwerdeführers eingegangen. Es wird in der 

Einstellungsverfügung denn auch nicht erklärt, weshalb diese Unterlagen bzw. Fakten 

als nicht relevant betrachtet wurden. Dies verletzt den Anspruch des 

Beschwerdeführers, dass seine Vorbringen und Beweismittel in die Entscheidung 

einbezogen und gewürdigt werden (BGE 136 I 229, E. 5.2; BGE 124 I 49, E. 3a; BGE 

124 I 241, E. 2). 

 

b. Der Beschwerdeführer brachte wiederholt vor, dass es im Rahmen des Trainings zu 

herabwürdigenden verbalen Äusserungen in russischer Sprache gekommen sei. SSI 

hat diesen Vorwurf zwar erwähnt, jedoch ohne eigene Abklärungen zur sprachlichen 

oder inhaltlichen Einordnung der Aussagen zu treffen. Die Einholung einer 

Zeugenaussage des russischsprachigen Mitathleten oder des anwesenden, 

internationalen Trainers wurde unterlassen. Auch findet sich keine Darlegung, 

weshalb auf solche Erhebungen verzichtet wurde oder warum sie als nicht notwendig 

erachtet wurden. Insofern bleibt die Einstellungsverfügung nicht nur unvollständig 

begründet, sondern ist auch im Tatsächlichen unzureichend abgeklärt – was nach 

ständiger Rechtsprechung einen Verstoss gegen Art. 29 Abs. 2 BV darstellt (vgl. BGE 

135 I 187, E. 2.2; BGer 4D_4/2018 vom 19. März 2018, E. 3.2). 

 

98. Eine abschliessende Feststellung in Bezug auf die Verletzung der psychischen Integrität kann 

aufgrund der unvollständigen Sachverhaltsabklärung durch SSI nicht getroffen werden. 

Indessen ist festzuhalten, dass wesentliche rüge- und beweisrelevante Gesichtspunkte 

durch SSI unbeachtet geblieben sind. Entsprechend erscheint es im Zusammenhang mit der 

Verletzung der psychischen Integrität durch die Betroffene Person gegenüber dem 

Beschwerdeführer notwendig, weitere Abklärungen vorzunehmen. 

 

99. Zusammengefasst stellt das Schweizer Sportgericht fest, dass der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt wurde. Sowohl das Fehlen einer 

nachvollziehbaren Würdigung der medizinischen Unterlagen als auch das Unterlassen 

naheliegender Abklärungen zu den russischsprachigen Äusserungen stellen eigenständige 

Gehörsverletzungen dar. Diese führen zur formellen Rechtswidrigkeit der 

Einstellungsverfügung und rechtfertigen ihre teilweise Aufhebung und Rückweisung zur 

Ergänzung des Verfahrens in diesen Punkten. 

X. ERFORDERLICHE ERGÄNZUNGEN  

100. Im Lichte der vorstehenden Erwägungen ist die Einstellungsverfügung teilweise aufzuheben 

und die Sache zur neuen Entscheidung im Sinne der nachfolgenden Ausführungen 

zurückzuweisen. 

 

101. Im Rahmen der neuen Verfügung ist SSI verpflichtet, den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf rechtliches Gehör zu wahren. Insbesondere hat SSI nach Ablauf der gesetzten Fristen zur 

Stellungnahme und unter Einbezug der Parteivorbringen die in den bisherigen Eingaben des 

Beschwerdeführers sowie in der Hauptverhandlung aufgeworfenen Rügen nachvollziehbar 

zu prüfen und in einer den rechtlichen Anforderungen genügenden Begründung zu 

behandeln. Dabei sind die folgenden Themenkomplexe zu würdigen: 
 

a. Die Rüge des Beschwerdeführers, wonach seine gesundheitliche Situation und die 

Gründe, welche dazu führten, im Verfahren nicht angemessen berücksichtigt 

wurden, ist nachvollziehbar zu prüfen. Dabei sind die vom Beschwerdeführer 

eingereichten medizinischen Atteste sowie die Stellungnahmen von seitens SSI 

beigezogenen neutralen Fachpersonen zu berücksichtigen. 

 

 16 

b. Die Rüge betreffend beleidigende oder erniedrigende Äusserungen der Betroffenen 

Person in russischer Sprache gegenüber dem Beschwerdeführer, die von Dritten (z. B. 

russischsprachigen Mitathleten) hätten bezeugt werden können, sind zu prüfen. 

Insbesondere ist auszuführen, ob entsprechende Abklärungen unterblieben sind und 

aus welchen Gründen gegebenenfalls auf eine Befragung potenzieller 

Auskunftspersonen verzichtet wurde. 

 

102. Die neue Verfügung hat sich mit diesen Vorbringen auseinanderzusetzen und die relevanten 

Argumente erkennbar zu würdigen. Eine pauschale Begründung genügt den Anforderungen 

von Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 53 ZPO sowie Art. 14 Abs. 1 VR-SSI jedenfalls nicht. Nur eine 

transparente und nachvollziehbare Begründung erlaubt es den Parteien, die Verfügung 

sachgerecht zu überprüfen und gegebenenfalls anzufechten. 

XI. KOSTEN- UND ENTSCHÄDIGUNGSFOLGEN 

A. Verfahrenskosten 

1. Höhe der Verfahrenskosten 

 
103. Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid auch 

über die Kosten des Verfahrens. 

 

104. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Verfahrens werden die Kosten des 

Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht auf CHF 1’500 festgelegt, wobei festzuhalten ist, 

dass dieser Betrag bei weitem nicht kostendeckend ist. 

 

2. Verteilung der Verfahrenskosten 

 
105. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel 

der angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es nicht zu einer Verurteilung, so werden die 

Kosten dem betreffenden Sportverband oder SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht kann 

auch von den Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen, 

wenn die Umstände es rechtfertigen. Art. 107 und 108 ZPO gelten sinngemäss (Art. 25 Abs. 

2 VerfRegl). 

 

106. Im vorliegenden Rechtsmittelverfahren beurteilt das Schweizer Sportgericht nicht, ob die 

geltend gemachten potenziellen Ethikverstösse sich erhärtet haben und die Betroffene 

Person zu verurteilen ist, sondern ob SSI zu Recht – im Rahmen des durchgeführten 

Untersuchungsverfahrens – keinen Ethikverstoss festgestellt und das Verfahren zurecht 

eingestellt hat. In Anbetracht dessen kann das Schweizer Sportgericht von seiner Befugnis 

Gebrauch machen und die Kosten nach eigenem Ermessen verteilen (vgl. Art. 25 Abs. 2 

VerfRegl). 

 

107. Angesichts des teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers erscheint eine 

Kostenverteilung im Verhältnis 1/3 zu Lasten von SSI und 2/3 zu Lasten des Beschwerde-

führers als sachgerecht. 

B. Parteikostenersatz 

108. Mit mündlicher Stellungnahme anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. Februar 2025 

beantragte SSI, ihr eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 500 zuzusprechen. Ein 

Beleg zum Antrag oder eine Bezifferung der Parteientschädigung blieb aus. 

 

 17 

109. Das Schweizer Sportgericht stellt fest, dass SSI im vorliegenden Fall lediglich ihren 

gesetzlichen Auftrag im Sinne der SpoFöV, (insbesondere Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und Ziff. 

2 SpoFöV) erfüllte. Zur Erfüllung dieses gesetzlichen Auftrages schliesst Swiss Olympic mit 

SSI eine Leistungsvereinbarung ab und SSI wird vom BASPO wie auch von Swiss Olympic mit 

Finanzhilfen zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben unterstützt. 

 

110. SSI war während des gesamten vorliegenden Verfahrens nicht anwaltlich vertreten. 

Überdies hat SSI auch sonst nicht substanziiert vorgebracht oder gar nachgewiesen, 

inwiefern das Verhalten des Beschwerdeführers bei SSI über den gesetzlichen Auftrag 

hinausgehende Kosten verursacht haben soll. 

 

111. Der Antrag von SSI wird dementsprechend abgewiesen.  
 
 
 
  

 

 18 

Aus diesen Gründen 
 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. 

 

2. Die Einstellungsverfügung von SSI vom 16. Februar 2023 wird hinsichtlich des Vorwurfs der 

Verletzung der psychischen Integrität aufgehoben. 

 

3. Im Übrigen wird die Einstellungsverfügung von SSI vom 16. Februar 2023 bestätigt. 

 

4. Die Sache wird zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und neuen Entscheidung im Sinne 

der Erwägungen an SSI zurückgewiesen. 

 

5. Die Kosten des Verfahrens in der Höhe von CHF 1'500 werden im Umfang von CHF 1'000 

dem Beschwerdeführer und im Umfang von CHF 500 SSI auferlegt. 

 

6. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

 
 
 
Bern, Schweiz 
Datum: 14. Mai 2025 
 
 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 
 

 
 

Dr. Vassilios Koutsogiannakis 
Vorsitzender Richter 

 
 

 

Pascale Gola 
Richterin 

 Joël Pahud 
Richter