# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd40b541-162b-513e-9858-e1274fb28624
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.04.2014 U 2014 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2014-8_2014-04-14.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

U 14 8

1. Kammer 

bestehend aus

Verwaltungsrichter Audétat als Vorsitzender, Vizepräsident Priuli 

und Verwaltungsrichter Stecher, Aktuar Gross

URTEIL
vom 14. April 2014 

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Claudio Weingart, 

Beschwerdeführerin
gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin 1
und

B._____,
Beschwerdegegnerin 2

betreffend Submission

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1. Die Gemeinde X._____ schrieb am 17. Oktober 2013 u.a. die Arbeiten für 

die Lüftungsanlagen (BKP 244) einer geplanten Erweiterung der Küche 

des Restaurants C._____, im offenen Verfahren aus. Der Ausschreibung 

ist u.a. folgendes zu entnehmen: 

- Eingabeadresse: "… Die Offerten sind mit A-Post aufzugeben. Angebo-
te ohne Stempel einer schweizerischen Poststelle 
oder mit unvollständig ausgefüllten oder abgeänder-
ten Formularen sowie Eingaben ohne die verlangten 
Beilagen oder ohne den Vermerk (rote Klebeetikette) 
auf dem Eingabekuvert sind ungültig."

- Eingabefrist: "Montag, 29. November 2013 (A-Post, Poststempel 
massgebend)"

2. Am 29. November 2013 fand die Offertöffnung statt. Dabei wurden im 

Protokoll von der Firma B._____ eine Offerte mit Offertbetrag Fr. 

737'641.10 vermerkt, von der Firma A._____ AG eine Offerte mit Offert-

betrag Fr. 712'838.25 sowie eine Variante mit Offertbetrag Fr. 681'159.55 

sowie drei weitere Offerten von verschiedenen Anbietern. Insgesamt um-

fasst das Offertöffnungsprotokoll somit sechs Offerten, davon eine Varian-

te (vgl. Beilage 1 der Gemeinde X._____). Die Auswertung der Offerten 

erfolgte durch das externe Planungsbüro Y._____ AG in Chur. Im Zuge 

dieser Auswertung wurden die Zustellcouverts vernichtet.

3. Am 14. Januar 2014 (mitgeteilt am 17. Januar 2014) erfolgte die Arbeits-

vergabe. Das Ergebnis der Ausschreibung nach Bereinigung der Offert- 

summen ergab das nachfolgende Bild (acht Offerten von fünf verschiede-

nen Anbietern):

1. B._____, Variante 1 Fr. 679'927.80
2. A._____  AG Fr. 681‘159.55
3. B._____, Variante 2 Fr. 694‘597.25
4. A._____ AG Fr. 712'838.25
5. D._____ AG Fr. 745'623.65

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6. B._____ Fr. 722'888.30
7. E._____ AG Fr. 777'531.85
8. F._____ AG Fr. 773'702.25

Unter '1. Sachverhalt' wurde festgehalten, dass acht Offerten eingegan-

gen seien und keine für ungültig befunden worden sei. Dies stellt eine 

Diskrepanz dar zum Protokoll der Offertöffnung, in welchem nur sechs 

Angebote vermerkt sind. Gegenüber dem Offertöffnungsprotokoll neu hin-

zugekommen sind die beiden Varianten der B._____ 1 und 2. Der Zu-

schlag erfolgte schliesslich zu Gunsten der B._____, Variante 1 zu einem 

Preis von Fr. 679'927.80 inkl. MWST mit der Begründung, es handle sich 

um das wirtschaftlich günstigste Angebot (vgl. Beilage 2 der Gemeinde 

X._____).

4. Gegen den Vergabeentscheid erhob die A._____ AG (Beschwerdeführe-

rin) am 29. Januar 2014 (Datum auf Eingabe und Eingang) Beschwerde 

mit dem Antrag, der angefochtene Vergabeentscheid sei aufzuheben und 

der Zuschlag an die Beschwerdeführerin zu erteilen, eventualiter sei der 

Entscheid aufzuheben und an die Vergabestelle zurückzuweisen zu neu-

em Entscheid unter Ausschluss der Varianten-Offerten der B._____; sub-

eventualiter wurde verlangt, es sei die Rechtswidrigkeit des angefochte-

nen Vergabeentscheides festzustellen – für den Fall, dass die Gemeinde 

X._____ vor Ablauf der Rechtsmittelfrist mit der Zuschlagsempfängerin 

bereits einen rechtsgültigen Vertrag abgeschlossen haben sollte. Die Be-

schwerdeführerin machte hauptsächlich geltend, die beiden Varianten '1' 

und '2' der Beschwerdegegnerin seien im Offertöffnungsprotokoll nicht 

enthalten; sie seien offensichtlich zu spät eingereicht worden, weshalb die 

Varianten schon aus diesem Grund nicht berücksichtigt werden könnten.

5. Mit Verfügung vom 10. Februar 2014 widerrief die Gemeinde X._____ 

ihren Beschluss vom 14. Januar 2014 über die Arbeitsvergabe – Lüf-

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tungsanlagen BKP 244 – Küche C._____ und verfügte die erneute Aus-

schreibung derselben unter Angabe einer Rechtsmittelbelehrung. Der Wi-

derruf wurde im Wesentlichen damit begründet, dass dem Vorwurf der 

Beschwerdeführerin, die beiden Varianten der Beschwerdeführerin seien 

zu spät eingereicht worden, nicht in überzeugender Art und Weise be-

gegnet werden könne (ungenügende Protokollierung anlässlich der Offert-

öffnung; die beiden Varianten hätten sich unter dem Grundangebot be-

funden, seien aber von den zuständigen Personen des Hochbauamtes 

X._____ nicht 'entdeckt' worden); der Beschwerdegegnerin 2 könne aber 

daraus kein Vorwurf gemacht werden, dass der Vergabeentscheid an ei-

nem schweren, unheilbaren Mangel leide; das Submissionsverfahren 

müsse deshalb wiederholt werden (Beilage 3 der Gemeinde X._____). 

Diese Verfügung ging der Beschwerdeführerin am 13. Februar 2014 zu 

(vgl. Beilage 1 [recte: 4] der Gemeinde X._____). 

6. In ihrer Vernehmlassung vom 10. Februar 2014 beantragte die Gemeinde 

X._____ unter Hinweis auf ihren Widerruf der angefochtenen Vergabever-

fügung die Abschreibung der Beschwerde unter Kostenauflage zu ihren 

Lasten. 

7. Der Beschwerdeführerin wurde in der Folge am 19. Februar 2014 Frist 

angesetzt zur Stellungnahme zur Eingabe der Gemeinde X._____. Am 

25. Februar 2014 (Poststempel) hielt die Beschwerdeführerin an Haupt- 

und Eventualbegehren fest unter Hinweis darauf, dass sich das Subeven-

tualbegehren (Feststellung der Rechtswidrigkeit des allenfalls erfolgten 

Vertragsabschlusses) erübrige. Etwas versteckt in Ziff. II.A.3, S. 4f. der 

Stellungnahme stellt die Beschwerdeführerin Anträge betreffend die Ver-

fügung der Gemeinde vom 10. Februar 2014 über den Widerruf und die 

erneute Ausschreibung der Arbeiten und will die Stellungnahme gleichzei-

tig als eigenständige Beschwerde gegen diesen neuen Entscheid ver-

standen wissen. Insofern wehrt sich die Beschwerdeführerin nicht gegen 

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den Widerruf der Verfügung, welche ja auch gemäss ihren eigenen An-

trägen aufgehoben werden soll, doch ist sie mit der Anordnung der Neu-

ausschreibung nicht einverstanden. Sie verlangt deshalb, dass auch der 

Entscheid der Gemeinde vom 10. Februar 2014 teilweise aufzuheben sei 

und das ursprüngliche Verfahren unter Berücksichtigung des Widerrufs 

des Vergabeentscheids weiterzuführen sei. Eventualiter verlangt die Be-

schwerdeführerin, dass der gesamte Entscheid vom 10. Februar 2014 

aufgehoben und das Verfahren so weitergeführt wird, wie wenn dieser 

Entscheid nie gefasst worden wäre – dies für den Fall, dass das Gericht 

von einer Einheit des Entscheids vom 10. Februar 2014 ausgehen sollte 

und eine Teilungültigkeit ausschliessen würde.

8. Zu dieser Eingabe lässt sich die Gemeinde X._____ am 18. März 2014 

(Poststempel) vernehmen und hält an ihrem Rechtsbegehren vom 10. 

Februar 2014 unverändert fest. Es lägen zwei separate submissionsrecht-

liche Entscheide vor, nämlich die Vergabeverfügung vom 14./17. Januar 

2014 und die Verfügung betreffend Widerruf und Neuausschreibung vom 

10. Februar 2014. Die Gemeinde hält fest, dass die Beschwerdeführerin 

die zweite submissionsrechtliche Verfügung vom 10. Februar 2014 betref-

fend Widerruf und Neuausschreibung erst am 11. Tag der Anfechtungs-

frist und somit verspätet angefochten habe. Damit sei der Widerruf und 

die Anordnung der Neuausschreibung in Rechtskraft erwachsen und in-

folgedessen die Beschwerde gegen den Vergabeentscheid vom 14. Ja-

nuar 2014 infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben.

9. Die Firma B._____ (Beschwerdegegnerin 2) beantragte in ihrer Stellung-

nahme vom 14. März 2014 die Abweisung der Beschwerde und legte u.a. 

eine Postquittung ein mit der Sendungsverfolgung 99.44.107070. 

00008801. Demnach wog das Paket, welches am 22. November 2013 an 

die Gemeinde X._____ adressiert aufgegeben wurde 1.403 kg. Es ging 

dort am 25. November 2013 ein.

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10. Die Beschwerdeführerin nahm am 25. März 2014 (beschränkt) Einsicht in 

die Editionsakten der Gemeinde X._____. Dabei wurden die einzelnen Of-

ferten auch gewogen.

11. Am 26. März nahm die Beschwerdeführerin Stellung zu den edierten Ak-

ten und zu den Stellungnahmen der Gemeinde X._____ sowie der 

B._____. Nachdem das Wägen der Offerten ergeben hatte, dass eine 

vollständige Offerte ein Gewicht von ca. einem Kilo aufweist und die bei-

den Varianten der B._____ 108 g bzw. 289 g wogen, räumte die Be-

schwerdeführerin ein, dass die Variantenofferten der B._____ möglicher-

weise rechtzeitig eingereicht wurden (jedenfalls stimmte das Gewicht der 

drei Offerten mit dem Gesamtgewicht des aufgegebenen Pakets plausibel 

überein). Dennoch hält die Beschwerdeführerin die Varianten der B._____ 

für ungültige Offerten, da diese unvollständig bzw. unzulässigerweise vom 

vorgegebenen Devis abwichen. Diese Unvollständigkeit ergebe sich nicht 

nur aus dem gemessenen Gewicht und der äusserlichen Betrachtung der 

Offerten, sondern zusätzlich auch aus dem "screenshot" der B._____ (vgl. 

Beilage zu deren Vernehmlassung vom 26. März 2014) betreffend die 

elektronisch abgespeicherten Dateien der Offerten, aus welchem un-

schwer zu erkennen sei, dass die Grösse der Varianten 4 bis 7 Mal klei-

ner sei als diejenige der Grundofferte.

12. Nachdem die Beschwerdeführerin davon erfuhr, dass die Gemeinde 

X._____ die Beschaffung am 6. März erneut ausgeschrieben und die Of-

fertöffnung auf den 8. April 2014 festgesetzt hatte, gelangte sie mit Ein-

gabe vom 2. April 2014 an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag auf Er-

lass eines Superprovisoriums zur Unterbindung der Offertöffnung zwecks 

Untersagung jeglicher Vollzugshandlungen bis zum Vorliegen eines 

rechtskräftigen Entscheides im Verfahren U 14 8. Mit Anordnung vom 4. 

April 2014 wurde superprovisorisch die Gemeinde angewiesen, die Offert-

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öffnung vom 8. April 2014 abzusetzen und weitere Anordnungen abzu-

warten, welche mit dem Hauptentscheid ergehen werden. Auch in Bezug 

auf das anbegehrte Verbot an die Gemeinde, jegliche Vollstreckungs-

massnahmen in Zusammenhang mit dem angefochtenen Vergabeent-

scheid oder mit der erneuten Ausschreibung zu unterlassen, wurden ent-

sprechende Anordnungen erlassen. Auf eine Fristansetzung zwecks 

Überführung des Superprovisoriums in eine vorsorgliche Massnahme 

wurde angesichts des bald ergehenden Entscheides verzichtet.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Vergabeentscheid vom 14. Januar 

2014 der Gemeinde (Beschwerdegegnerin 1) – welcher am 10. Februar 

2014 von ihr widerrufen wurde - betreffend Neuausschreibung der Arbei-

ten für die Lüftungsanlagen (BKP 244) einer geplanten Erweiterung der 

Küche des Restaurants C._____. Mit der Vergabe konnte sich die Be-

schwerdeführerin nicht einverstanden erklären, weshalb sie dagegen am 

29. Januar 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erhob. Mit Ergänzung zur Beschwerde vom 25. Februar 

2014 bzw. 26. März 2014 bezüglich Widerrufs hielt die Beschwerdeführe-

rin fest, dass sie gegen eine Neuausschreibung des Arbeitsauftrags sei. 

Mit Eingabe vom 2. April 2014 stellte die Beschwerdeführerin noch den 

Antrag auf Erlass eines Superprovisoriums zur Unterbindung jeglicher 

Vollzugshandlungen bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids 

im Verfahren U 14 8. Diesem Antrag wurde sowohl in Bezug auf den an-

gefochtenen Vergabeentscheid vom 14. Januar 2014 als auch auf den 

Widerruf vom 10. Februar 2014 mit Verfügung des Instruktionsrichters 

vom 4. April 2014 (bis zum Entscheid in der Hauptsache) entsprochen. 

Strittig und zu klären ist hier, ob der Widerruf der Vorinstanz vom 10. Fe-

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bruar 2014 bereits in Rechtskraft erwachsen ist und damit die Beschwer-

de vom 29. Januar 2014 (infolge erfolgter Neuausschreibung) gegen-

standslos geworden ist, oder ob der Widerruf keine Verbindlichkeit erlangt 

hat und die Beschwerde deshalb materiell beurteilt werden kann.

2. Vorab gilt es dazu festzuhalten, dass nach Ansicht des Gerichts die Dar-

stellung und Argumentation der Beschwerdegegnerin 1 zutrifft, wonach 

die Anfechtung ihrer Verfügung vom 10. Februar 2014 betreffend Widerruf 

und Neuausschreibung verspätet erfolgte. Hiernach ist der angefochtene 

Widerruf der Beschwerdeführerin am 13. Februar 2014 zugegangen, der 

10. Tag fiel dabei auf einen Sonntag, weshalb die 10-tägige Beschwerde-

frist korrekt am Montag den 24. Februar 2014 abgelaufen ist. Die Ergän-

zung der Beschwerdeführerin bezüglich des Widerrufs datiert aber vom 

25. Februar 2014, womit die einzuhaltende Beschwerdefrist – wenn auch 

nur knapp – verpasst wurde. Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin 

1 den Widerruf vom 10. Februar 2014 nur der Beschwerdeführerin, nicht 

aber auch deren Rechtsvertreter im Verfahren U 14 8 eröffnet hat, ver-

mag keinen Rechtsnachteil zu begründen, da es sich dabei – im Vergleich 

zum Vergabeentscheid - um einen neuen und selbständig anfechtbaren 

Entscheid handelt. Bei diesem Zwischenergebnis stellt sich noch die Fra-

ge, ob die Beschwerdegegnerin 1 zulässigerweise während laufendem 

Beschwerdeverfahren ihren Vergabeentscheid vom 14. Januar 2014 wi-

derrufen und die Neuausschreibung angeordnet hat. Wäre der zu spät 

angefochtene Widerruf hingegen sogar nichtig, so würde selbst eine ver-

spätete Anfechtung nicht schaden (vgl. zum Ganzen auch das vereinigte 

Verwaltungsgerichtsurteil [VGU] U 10 57 und U 10 68 vom 17. August 

2010 einschliesslich das dieses Urteil bestätigende Bundesgerichtsurteil 

2D_59/2010 vom 28. Februar 2011). 

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3. a) Zur Klärung dieser Frage (Vorliegen Nichtigkeit, womit die verspätete 

Beschwerdeerhebung irrelevant bliebe) muss das Verhältnis zwischen 

den einschlägigen Bestimmungen des Submissionsgesetzes für den Kan-

ton Graubünden (SubG; BR 803.300) und des kantonalen Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) untersucht werden. Das 

Gericht ist dabei zur Überzeugung gelangt, dass die vorliegend massge-

benden Bestimmungen von Art. 24 SubG (Widerruf, Abbruch und Wie-

derholung) sowie Art. 55 VRG (Abänderung durch Vorinstanz) nebenein-

ander anwendbar und miteinander zu koordinieren sind. Zwar stellt Art. 24 

SubG eine Spezialnorm dar, weil das SubG zahlreiche spezifische – vom 

VRG abweichende - Verfahrensregelungen enthält (wie z.B. die Definition 

der Anfechtungsobjekte in Art. 25 Abs. 2 SubG; nur 10-tägige Beschwer-

defrist nach Art. 26 Abs. 1 SubG; die Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung nach Art. 28 SubG verlangt eine viel detaillierte Regelung als der 

entsprechende Art. 53 VRG). Während eines hängigen Beschwerdever-

fahrens schliesst Art. 24 SubG aber trotzdem die – wenn auch lediglich 

eingeschränkte – Anwendbarkeit von Art. 55 VRG nicht aus. Entgegen 

der Auffassung der Beschwerdeführerin heisst "im Sinn der Anträge der 

beschwerdeführenden Partei" (Art. 55 Abs. 1 VRG) nicht, dass die Abän-

derung des angefochtenen Entscheids durch die Beschwerdegegnerin 1 

den Anträgen der beschwerdeführenden Partei vollumfänglich entspre-

chen müsste. Es ist auch eine teilweise Abänderung des angefochtenen 

Entscheids möglich, welcher den Anträgen der beschwerdeführenden 

Partei entgegenkommt, d.h. ihnen teilweise entspricht. Dies geht aus dem 

klaren Wortlaut von Art. 55 VRG und dessen Marginale (dort steht "Ände-

rung" und nicht etwa "Aufhebung") hervor. Nach Abs. 1 dieser Bestim-

mung kann der angefochtene Entscheid durch die Beschwerdegegnerin 1 

abgeändert werden. "Abändern" heisst aber klarerweise nicht einzig und 

allein "aufheben". Nach Abs. 3 dieser Bestimmung hat das Verwaltungs-

gericht die Beschwerde nur noch insoweit zu behandeln, als sie durch 

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den abgeänderten Entscheid nicht gegenstandslos geworden ist. Würde 

"im Sinn der Anträge der beschwerdeführenden Partei" heissen, dass bei 

entsprechender Antragstellung durch die beschwerdeführende Partei nur 

die Aufhebung des angefochtenen Entscheids in Frage käme, würde Art. 

55 Abs. 3 VRG folglich keinen Sinn machen. Das Prozedere, welches auf 

eine (vollständige) Rücknahme eines angefochtenen Entscheids folgt, ist 

zudem in Art. 20 VRG bzw. in Art. 9 des Gerichtsorganisationsgesetzes 

(GOG; BR 173.000) geregelt und nicht in Art. 55 Abs. 2 und 3 VRG (so 

bereits prozessleitende Verfügung R 12 133b des zuständigen Instrukti-

onsrichters vom 14. August 2013 E.1b).

b) Der Widerruf vom 10. Februar 2014 stützt sich demnach korrekterweise 

auf Art. 24 SubG in Verbindung mit Art. 55 VRG. Ein Nichtigkeitsgrund 

könnte sich in dieser Konstellation daraus ergeben, dass die "wichtigen 

Gründe" für einen Widerruf oder die Begründung für eine Wiederholung 

der Ausschreibung nicht haltbar wären. Zu den im Gesetz genannten 

"wichtigen Gründen", die einen Widerruf des Vergabeentscheids erlauben 

würden, gilt es festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit dem Wider-

ruf des Vergabeentscheids einverstanden ist bzw. ihn in ihren Rechtsbe-

gehren stets verlangt hat. Die Zuschlagsempfängerin (Beschwerdegegne-

rin 2) hat den Widerruf vom 10. Februar 2014 überhaupt nicht angefoch-

ten, sodass die Aufhebung des Vergabeentscheids vom 14. Januar 2014 

unbestritten ist und das Vorliegen "wichtiger Gründe" offen bleiben kann. 

c) Bestritten ist hingegen die zweite Anordnung, nämlich die Neuausschrei-

bung der Arbeitsvergabe. Art. 24 Abs. 3 SubG zählt nicht abschliessend 

die Gründe für eine Wiederholung des Vergabeverfahrens auf, was mit 

der Formulierung "namentlich" klar zum Ausdruck kommt. Die Vorausset-

zungen für diese Wiederholung werden auch nicht eingeschränkt durch 

"wichtige Gründe" wie beim Widerruf oder beim Abbruch des Verfahrens 

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(Art. 24 Abs. 1 und 2 SubG). Insofern erscheint dem Gericht die Begrün-

dung der Beschwerdegegnerin 1, der Fehler im Offertöffnungsprotokoll 

gehe ausschliesslich zu ihren Lasten und dürfe der Zuschlagsempfänge-

rin (Beschwerdegegnerin 2) nicht zum Nachteil gereichen, als hinreichen-

den Grund, eine Wiederholung des Vergabeverfahrens anzuordnen; zu-

mal seitens der Beschwerdegegnerin 1 kein rechtsmissbräuchliches Ver-

halten oder gar eine gezielte Wettbewerbsverfälschung erkennbar ist.

d) Letztlich kann festgestellt werden, dass der Widerruf vom 10. Februar 

2014 der Beschwerdegegnerin 1 lediglich anfechtbar war – genau gleich 

wie der angefochtene Vergabeentscheid vom 14. Januar 2014 – und da-

her wegen verspäteter Anfechtung (25. Februar 2014) bereits in Rechts-

kraft erwachsen ist, was zur Verbindlichkeit des Widerrufs und zum Nicht-

eintreten auf die (verspätete) Ergänzung der Beschwerde vom 25. Febru-

ar 2014 führt. Die Beschwerde vom 29. Januar 2014 gegen den ursprüng-

lichen - inzwischen rechtsgültig widerrufenen - Vergabeentscheid vom 14. 

Januar 2014 muss damit aber konsequenterweise infolge Gegenstandlo-

sigkeit abgeschrieben werden.

4. Die vom Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 4. April 

2014 angeordneten Vollzugshindernisse sind damit hinfällig geworden.

5. a) Aufgrund dieses Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichts-

kosten nach Art. 73 Abs. 1 VRG zum kleineren Teil (¼) der Beschwerde-

führerin und zum grösseren Teil (¾) der Beschwerdegegnerin 1 (Gemein-

de) aufzuerlegen. Während sich die Beschwerdeführerin über weite Stre-

cken in gutem Treuen wehrte und nur mit dem Antrag auf Neuausschrei-

bung und Direktvergabe an sie unterlegen ist, muss sich die Beschwer-

degegnerin 1 den Vorwurf gefallen lassen, dass sie durch ihren unnötigen 

Widerruf bzw. die voreilige Verneinung der Beweisbarkeit der Vollständig-

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keit der Offerte der Zuschlagsempfängerin das Verfahren erst verursacht 

hat. Das Verhalten der Beschwerdegegnerin 1 muss denn auch als völlig 

unprofessionell bezeichnet werden, soweit "die Original-Offertcouverts" 

einfach weggeworfen wurden, wobei sie sich das Verhalten des mit der 

Offertprüfung beauftragten (externen) Planungsbüros anrechnen lassen 

muss. Weiter wäre es der Beschwerdegegner 1 durchaus zumutbar und 

möglich gewesen, rechtzeitig eine Gewichtskontrolle der eingereichten 

Offertcouverts vorzunehmen. Dabei wäre festgestellt worden, dass die 

Grundofferte und die Varianten der Zuschlagsempfängerin (Beschwerde-

gegnerin 2) zusammen 1.373 kg wogen und damit (plausibel) noch 30 g 

für Verpackung und Adressierung verblieben, um auf das tatsächlich er-

mittelte Endgewicht von 1.403 kg zu kommen. Auf eine Kostenbelastung 

der Beschwerdegegnerin 2 wird demgegenüber verzichtet, da sie mit ihrer 

Eingabe vom 14. März 2014 lediglich zur Sachverhaltsaufklärung beitrug. 

b) Aussergerichtlich hat die Beschwerdegegnerin 1 die Beschwerdeführerin 

gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG noch angemessen zu entschädigen, wo-

bei das Verwaltungsgericht – aus den bereits oben unter E. 5a genannten 

Überlegungen – ebenfalls ¾ der anwaltlich gestellten Honorarnote vom 

26. März 2014 (Fr. 8'387.50) für angemessen erachtet, was schliesslich 

eine Parteientschädigung von Fr. 6'290.60 (inkl. MWST) zu Gunsten der 
Beschwerdeführerin bzw. zu Lasten der Beschwerdegegnerin 1 ergibt. 

Ziffernmässig resultiert diese Entschädigung aus 29 Stunden anrechen-

barem Anwaltsaufwand à Fr. 260.-- (laut separater Honorarvereinbarung; 

ergibt Fr. 7'540.--) zuzüglich 3 % Spesenpauschale (Fr. 226.20) und 8 % 

Mehrwertsteuer (Fr. 621.30); zusammen also Fr. 8'387.50 minus ¼; ergibt 

am Ende noch die reduzierte Parteientschädigung von Fr. 6'290.60.

Demnach erkennt das Gericht:

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1. Die Beschwerde vom 29. Januar 2014 wird infolge Gegenstandslosigkeit 

abgeschrieben. Auf die Ergänzung der Beschwerde vom 25. Februar 

2014 wird nicht eingetreten. 

2. Mit der Mitteilung dieses Urteils fallen die Massnahmen in der Verfügung 

des Instruktionsrichters vom 4. April 2014 dahin.

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 5'314.--

gehen zu ¾ zulasten der Gemeinde X._____ sowie zu ¼ zulasten der 
A._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

4. Aussergerichtlich hat die Gemeinde X._____ die A._____ AG mit Fr. 

6'290.60 (inkl. MWST) zu entschädigen.   

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilungen]