# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ec0c7d2-0be2-5a0a-b2b8-125246aa1c35
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2008 E-3781/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3781-2006_2008-11-28.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3781/2006/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richterin Therese Kojic (Vorsitz), 
Richter François Badoud, Richterin Gabriela Freihofer, 
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A._______, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch Gabriel Püntener, Fürsprecher, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM; vormals: Bundesamt 
für Flüchtlinge, BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 17. September 2004 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3781/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  verliess  ihren  Heimatstaat  gemäss  eigenen 
Angaben am 22. Januar 2004 und gelangte am 25. Januar 2004 in die 
Schweiz,  wo  sie  am  folgenden  Tag  bei  der  Empfangsstelle  (heute: 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum)  in  Basel  um  Asyl  ersuchte.  Am 
28. Januar 2004 wurde die Beschwerdeführerin vom Bundesamt sum-
marisch  zu  ihren  Ausreise-  und  Asylgründen  befragt.  Am  15. März 
2004 fand die einlässliche Anhörung der Beschwerdeführerin zu ihren 
Asylgründen durch das Migrationsamt des Kantons Aargau statt. 

Zur Begründung ihres Asylgesuches brachte die Beschwerdeführerin 
im  Wesentlichen  vor,  sie  sei  alevitische  Kurdin  und  stamme  von 
B._______, Provinz C._______. Ihre Familie sei wegen ihres Cousins 
D._______ ständig belästigt und unterdrückt worden. Sie habe persön-
lich keine Probleme mit den türkischen Behörden gehabt. Sie sei ein 
einziges Mal - anfangs 2002 - auf den Gendarmerie- beziehungsweise 
Militärposten in E._______ mitgenommen, acht bis zehn Stunden fest-
gehalten und über ihren Cousin ausgefragt worden. Diese Festhaltung 
habe keine weiteren Konsequenzen für sie nach sich gezogen. Es sei 
nie  ein  Gerichtsverfahren  gegen  sie  eröffnet  worden.  Die  Behörden 
hätten sie und ihre Familie jedoch ständig beschattet, rund zehn Haus-
durchsuchungen  vorgenommen  und  sie  auf  der  Strasse  kontrolliert. 
Dabei habe man ihr auch Ohrfeigen verpasst und sie mit Füssen trak-
tiert. Ihr Cousin D._______ werde gesucht, weil er vor rund fünf Jahren 
während der Absolvierung seines Militärdienstes bei einem bewaffne-
ten Einsatz gegen die PKK die Fronten gewechselt und sich den PKK-
Guerillas angeschlossen habe. Ihr sei nicht bekannt, ob die türkischen 
Behörden in  Erfahrung gebracht  hätten,  dass sich D._______ in  der 
Schweiz befinde. Im Weiteren hätten sich zwei weitere entferntere Ver-
wandte den Guerilla angeschlossen. Sie selbst habe sich in der Hei-
mat nie politisch betätigt. Wegen der ständigen Schikanen sei es ihr 
physisch und psychisch immer schlechter gegangen, weshalb sie sich 
auch  im  März  2003  von  einem  Psychologen  in  G._______  habe 
behandeln lassen. Ihr Vater habe dann beschlossen, sie ins Ausland 
zu schicken. Ihre sechs Geschwister  hätten ebenfalls ihr Heimatland 
verlassen und lebten in Deutschland oder in der Schweiz.

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Im Anschluss an die eigentliche Anhörung wurde die Beschwerdefüh-
rerin  aufgefordert,  eine  Bestätigung  oder  ein  Gutachten  des  sie  in 
G._______ behandelnden Psychologen nachzureichen.  

B.
Mit  Eingabe  vom 15.  Juni  2004  reichte  die  Beschwerdeführerin  ein 
fremdsprachiges Dokument (Arztzeugnis) vom 2. Juni 2003 im Original 
mit Übersetzung ein. 

C.
Mit Verfügung vom 17. September 2004 - eröffnet am 20. September 
2004  -  lehnte  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die 
Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz sowie den Voll-
zug der  Wegweisung an. Die  Vorinstanz  begründete ihren negativen 
Entscheid im Wesentlichen damit, die Vorbringen der Beschwerdefüh-
rerin  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  nicht 
stand. So habe die Beschwerdeführerin einerseits zu Protokoll  gege-
ben,  ihr  Cousin  D._______  habe  sich  vor  fünf  Jahren,  somit  etwa 
1999, der PKK angeschlossen und halte sich als anerkannter Flücht-
ling in der Schweiz auf. Dieser Cousin sei jedoch bereits 1998 in die 
Schweiz eingereist, womit sich die diesbezüglichen Aussagen der Be-
schwerdeführerin als tatsachenwidrig erwiesen. Zudem habe sich die 
Beschwerdeführerin  wenig  detailliert  und  differenziert  über  die  be-
haupteten Übergriffe auf Grund des genannten Cousins geäussert. Die 
Hausdurchsuchungen,  Identitätskontrollen  und  sonstigen  Belästigun-
gen habe sie nur wenig personenbezogen und realitätsgenau geschil-
dert. Schliesslich habe sie im Verlauf ihres Verfahrens angegeben, sich 
Ende 2002/anfangs 2003 zu Besuch bei ihren Familienangehörigen in 
der Schweiz aufgehalten zu haben, wobei sie damals die Türkei in Be-
sitz eines eigenen Reisepasses verlassen habe. Der Erhalt des Pas-
ses im Jahr 2002 sowie die legale Ausreise im Besitz desselben stell-
ten  klare  Indizien  dafür  dar,  dass  seitens  der  türkischen  Behörden 
nichts  gegen  sie  vorliege.  Auch  die  freiwillige  Rückkehr  der  Be-
schwerdeführerin  in  die  Türkei  im Jahr  2003  lasse zwingend  darauf 
schliessen, dass sie nicht einer Verfolgungsgefahr unterliege. Aufgrund 
dieser gesamten Ungereimtheiten sei die behauptete Reflexverfolgung 
im  Zusammenhang  mit  ihrem  Cousin  D._______  nicht  glaubhaft. 
Schliesslich befand das BFM den Wegweisungsvollzug der Beschwer-
deführerin in die Türkei als zulässig, zumutbar und möglich.

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D.
Mit Eingabe vom 5. Oktober 2004 an das Bundesamt hat der Rechts-
vertreter der Beschwerdeführerin die Übernahme des Vertretungsman-
dates  inklusive  den  Widerruf  früherer  Vertretungsverhältnisse  ange-
zeigt. 

E.
Gegen die Verfügung des BFF vom 17. September 2004 liess die Be-
schwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter bei der damals zuständi-
gen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) mit  Eingabe vom 
20. Oktober 2004 Beschwerde einreichen. Dabei wurde  die Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  der  Sache  an  die 
Vorinstanz,  eventualiter  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
und die Gewährung von Asyl sowie die Feststellung der Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzuges beantragt. Zur Begründung führte die 
Beschwerdeführin aus, der rechtserhebliche Sachverhalt sei nicht voll-
ständig  und  nicht  richtig  abgeklärt  worden.  Zudem  habe  das 
Bundesamt Art. 3 und 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) nicht richtig angewandt. Es sei offensichtlich, dass die Be-
schwerdeführerin keine Gründe vorbringen könne, welche ihre direkte 
Gefährdung des Leibes, Lebens oder Freiheit betreffen würden. Nach-
dem sie jedoch anlässlich ihrer Anhörungen mehrfach auf Behelligun-
gen  wegen  ihres  Cousins  D._______  und  ihren  schlechten  psychi-
schen Zustand verwiesen habe, hätte das Bundesamt die Frage prüfen 
müssen, ob staatliche Massnahmen vorliegen würden, die einen uner-
träglichen psychischen Druck verursacht hätten. Die anlässlich der Be-
fragung  vom  15.  März  2004  anwesende  Hilfswerksvertreterin  habe 
eine  Anmerkung  angebracht,  wonach  sie  die  Erstellung  eines  psy-
chologischen Gutachtens sowie eine entsprechende Betreuung bean-
trage. Im Rahmen der Abklärung des Sachverhaltes hätte untersucht 
werden müssen, ob objektivierbare Gründe für die Annahme eines un-
erträglichen psychischen Druckes vorliegen würden und dabei ein aus-
führlicher psychiatrischer Bericht erstellt werden müssen. Zudem hätte 
die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  einer  ergänzenden  Anhörung 
spezifisch zu diesen Drucksituationen befragt werden müssen. 

Im Weiteren gehe aus einer Vielzahl von Verfahren, welche die engere 
Verwandtschaft der Beschwerdeführerin betreffen würden (D._______, 
H._______,  I._______)  hervor,  dass  diese  Personen  wegen  des 
Überlaufens von D._______ aus dem türkischen Militärdienst zur PKK 
wegen  einer  Reflexverfolgungssituation  Asyl  erhalten  hätten.  Selbst 

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eine  ungenaue  Datierung  oder  Schilderung  der  Beschwerdeführerin 
betreffend  die  Verfolgung  ihres  Cousins  lasse  die  Tatsachen 
beziehungsweise  ihren  familiären  Hintergrund  nicht  aus  der  Welt 
schaffen.  Weder  das  Vorliegen  eines  unerträglichen  psychischen 
Druckes noch das Vorliegen einer Reflexverfolgung auf Grund der Zu-
gehörigkeit  zur  engeren Verwandtschaft  von D._______ seien hinrei-
chend abgeklärt worden. 

Die Beschwerdeführerin habe anlässlich ihrer Befragung vom 15. März 
2004 Unterdrückung, Beschimpfungen und Misshandlungen vorgetra-
gen. Sowohl die Empfangsstellen-, als auch die  kantonale Anhörung 
seien durch ein reines Männerteam durchgeführt  worden. Einzig die 
Hilfswerksvertretung sei eine weibliche Person gewesen, welcher der 
psychisch schlechte Zustand der Beschwerdeführerin aufgefallen sei. 
Die frauenspezifischen Fluchtgründe hätten  nicht erfragt und dement-
sprechend im Entscheid nicht berücksichtigt werden können. 

Für den Fall, dass die angefochtene Verfügung nicht aufgehoben wer-
de,  wurde  die  Durchführung  einer  Befragung  zu  den  frauenspezifi-
schen  Fluchtgründen  durch  ein  weibliches  Befragungsteam  und  die 
Einholung eines psychiatrischen Berichtes beantragt. Das zuständige 
Asylbewerberheim  sei  bereits  darum  ersucht  worden,  eine  fachärzt-
liche Behandlung einzuleiten. Zudem wurde um die Herausgabe der 
Verfahrensakten der Verwandten der Beschwerdeführerin ersucht. Die 
Beschwerdeführerin  habe  mehrfach  auf  ihre  psychische  Verwirrtheit 
hingewiesen, weshalb es nicht angehe, ihr entgegenzuhalten, dass sie 
die Vorgeschichte ihres Cousins zeitlich nicht richtig situiert habe. We-
gen ihres Gesundheitszustandes sei  jedenfalls  von der  Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzuges auszugehen. 

F.
Mit Zwischenverfügung der ARK vom 28. Oktober 2004 wurde die Be-
schwerdeführerin  aufgefordert,  einen  ärztlichen  Bericht  nachzurei-
chen,  welcher  sich  zur  gestellten  Diagnose,  zum  aktuellen  und  zu-
künftigen Krankheitsverlauf und zu den aktuell und zukünftig erforderli-
chen Therapien äussert. Gleichzeitig wurde ein Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 600.-- erhoben und festgestellt, dass über den beantrag-
ten Beizug  von Verfahrensakten  anderer  türkischer  Asylbewerber  zu 
einem späteren Zeitpunkt entschieden werde.

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G.
Mit Eingabe vom 12. November 2004 ersuchte die Beschwerdeführerin 
unter Beilage einer Fürsorgebestätigung um Verzicht auf die Erhebung 
eines  Kostenvorschusses und um Befreiung von der  Bezahlung  von 
Verfahrenskosten.

Im  Weiteren  wurde  ein  kurzer  ärztlicher  Bericht  von  Dr.  med. 
J._______ FMH Innere Medizin, vom 8. November 2004 eingereicht. 

H.
Mit Zwischenverfügung vom 17. November 2004 verwies die ARK das 
am 12. November 2004 gestellte  Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen  Rechtspflege  auf  den  Endentscheid,  verzichtete  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses und räumte der Beschwerdeführe-
rin Gelegenheit ein, innert Monatsfrist einen aussagekräftigen und ak-
tuellen Arztbericht einzureichen. 

I.
Mit  Eingabe  vom 16.  Dezember  2004  wurde  ein  am  14.  Dezember 
2004 verfasster Arztbericht von Dr. med. K._______, FMH Psychiatrie 
und  Psychotherapie,  L._______,  nachgereicht,  in  welchem  bei  der 
Beschwerdeführerin eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; 
ICD 10 F43.1) diagnostiziert wird. 

In diesem Arztbericht wird festgehalten, der ärztliche Befund basiere 
auf der Untersuchung und Behandlung vom 25. November bis 9. De-
zember  2004.  Im  Rahmen  der  Anamnese  wird  ausgeführt,  die  Be-
schwerdeführerin sei  im Zusammenhang mit  der Zugehörigkeit  eines 
nahen Verwandten zur PKK von den Militärbehörden wiederholt sexuell 
belästigt  worden,  ohne dass  es  zu  einer  Vergewaltigung  gekommen 
sei.   

J.
Am 3. Mai 2005 überwies das Migrationsamt des Kantons Aargau den 
Schriftenwechsel  zwischen der  Beschwerdeführerin  und dem Durch-
gangszentrum  in  Oberentfelden  (inkl.  Schreiben  der  behandelnden 
Psychiatrieärztin vom 7. April 2005) betreffend ihrer Unterbringung im 
Durchgangsheim zur Kenntnisnahme. 

K.
Mit  Eingabe  vom  25.  Mai  2005  ersuchte  der  Rechtsvertreter  um 
Fristansetzung  zur  Einreichung  eines  aktuellen  Therapieverlaufbe-

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richts, nachdem sich die Beschwerdeführerin nach wie vor in intensi-
ver psychiatrischer Behandlung befinde und sich  ihr  Gesundheitszu-
stand im Verlauf der letzten Monate verschlechtert habe. 

Nachdem die ARK am 31. Mai 2005 antragsgemäss eine entsprechen-
de Frist angesetzt hatte, reichte die Beschwerdedführerin mit Eingabe 
vom 15. Juni 2008 den in Aussicht gestellten Arztbericht ein. In Ergän-
zung zum Bericht vom 7. April 2005 wurde darin ausgeführt, der Ge-
sundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  habe  sich  massiv  ver-
schlechtert,  nachdem  ihr  untersagt  worden  sei,  sich  bei  ihren  Ge-
schwistern im Kanton Zürich aufzuhalten. Die Beschwerdeführerin wird 
weiter von der behandelnden Psychiatrieärztin als nicht reisefähig und 
im Falle einer Rückschaffung als akut suizidgefährdet betrachtet.

L.
In der Vernehmlassung vom 30. Juni 2005 beantragte das BFM die Ab-
weisung der  Beschwerde. Dabei  wurde nochmals auf  die bereits  er-
folgte  Einschätzung  der  Kernvorbringen  der  Beschwerdeführerin  als 
unglaubhaft  verwiesen. Im Weiteren wurde wiederholt,  dass der Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin nach dem Besuch ihrer Verwand-
ten in der Schweiz Ende 2002/anfangs 2003 freiwillig in die Türkei zu-
rückgekehrt  sei,  gegen  die  in  den  Arztberichten  festgehaltenen  be-
hördlichen Übergriffe spreche. Daher sei zwingend zu schliessen, dass 
die in der Schweiz festgestellten psychischen Beschwerden ihre Ursa-
che nicht  in  der  als  unglaubhaft  erachteten Verfolgung in  der  Türkei 
hätten. Schliesslich sei  die Beschwerdeführerin  bereits  in  der  Türkei 
wegen psychischer Beschwerden in  Behandlung gewesen und diese 
seien dort weiterhin behandelbar. Zudem könne sie sich auf ein intak-
tes Beziehungsnetz in der Türkei stützen, da sich ihre Eltern noch dort 
aufhielten.

M.
Mit Replikeingabe vom 20. Juli 2005 wurde ausgeführt, die Beschwer-
deführerin  habe bereits  anlässlich  ihrer  Anhörungen dargelegt,  dass 
sie nach ihrem Besuch in der Schweiz im Jahr 2003 - entgegen den 
Ausführungen des BFM vom 30. Juni 2005 - nicht legal in die Türkei 
zurückgekehrt sei. Es bestehe kein Anlass für Zweifel an der von der 
Spezialärztin  diagnostizierten  PTBS  respektive  der  damit  einherge-
henden  Reiseunfähigkeit.  Eine  objektiv  und  subjektiv  begründete 
Furcht  der  Beschwerdeführerin  vor  asylrelevanten  Nachteilen  sei  zu 
bejahen. Es sei jedenfalls von der Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

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vollzuges auszugehen, zumal sich die Beschwerdeführerin angesichts 
ihres  Gesundheitszustandes  nirgendwo  in  der  Türkei  niederlassen 
könne. 

N.
Mit Zwischenverfügung vom 4. August 2006 wurde die Beschwerdefüh-
rerin  aufgefordert,  einen  aktuellen  Arztbericht  einzureichen,  welcher 
sich über den gegenwärtigen Gesundheitszustand und eine allfällige 
Arbeitsfähigkeit ausspreche. 

Dieser Aufforderung ist die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 16. 
August 2006 nachgekommen. In ihrem Arztbericht vom 9. August 2006 
führt Frau Dr. med. K._______ aus, im Februar 2006 sei eine massive 
und beunruhigende Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 
Beschwerdeführerin  eingetreten.  Diagnostisch  bestehe  weiterhin  ein 
PTBS, seit  Februar 2006 kompliziert  durch eine schwere depressive 
Episode (ICD 10 F 32.2). Bei einer allfälligen Rückschaffung in die Tür-
kei müsse mit einer akuten weiteren Verschlechterung des Zustandes, 
namentlich einer unkontrollierbaren akuten Suizidalität gerechnet wer-
den, wobei die Beschwerdeführerin nach wie vor als nicht reisefähig 
betrachtet werde. 

O.
Mit Schreiben vom 28. März 2007 teilte das Bundesverwaltungsgericht 
der Beschwerdeführerin  mit,  dass es das bei der ARK anhängig ge-
machte Beschwerdeverfahren per 1. Januar 2007 übernommen habe. 
Gleichzeitig  wurden  die  zuständige Instruktionsrichterin  und  die  Ge-
richtschreiberin bekannt gegeben.

P.
Am 17. August  2007 reichte die Beschwerdeführerin  einen aktuellen 
Therapieverlaufsbericht vom 15. August 2007 nach, aus welchem her-
vorgeht, dass sie sich nach wie vor in Behandlung bei Dr. K._______ 
befindet. Die Diagnose, Behandlung und Prognose hätten sich gegen-
über dem letzten Arztbericht nicht verändert.  

Q.
Auf entsprechende Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts vom 
10. November 2008 reichte der Rechtsvertreter eine Kostennote vom 
11. November 2008 zu den Akten.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
[Art. 105 AsylG]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat per 1. Januar 2007 die bei der 
per 31. Dezember 2006 aufgelösten ARK hängigen Rechtsmittel über-
nommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 
VGG). Für diese am 1. Januar 2007 hängigen Asylverfahren gelten zu-
dem die auf den 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Änderungen des 
Asylgesetzes (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 
des Asylgesetzes vom 16. Dezember 2005).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.
2.1 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführerin ist  legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48, 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.

3.
3.1 Gemäss Art. 2  Abs. 1 AsylG gewährt  die Schweiz grundsätzlich 
Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt,  wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land,  wo sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 

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Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen  oder  zumindest  glaubhaft  machen. Diese  ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die  Behörde ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrschein-
lichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die 
in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüch-
lich sind,  den Tatsachen nicht  entsprechen oder  massgeblich auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.
Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  die  Flüchtlingseigen-
schaft der Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat.

4.1 Das  Bundesamt  argumentiert  in  erster  Linie  mit  der  fehlenden 
Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin.  Namentlich 
führt  es aus, sie habe unstimmige, undifferenzierte  respektive tatsa-
chenwidrige Angaben dazu gemacht, wann sich ihr Cousin D._______, 
auf  den  sie  insgesamt  ihre  eigene  Verfolgungssituation  zurückführe, 
den PKK-Guerilla angeschlossen habe. Zudem sei der Umstand, dass 
sie sich im Jahr 2003 -  nach einem Besuch ihrer Verwandten in der 
Schweiz - in die Türkei zurückbegeben habe, als klares Indiz gegen 
das Vorliegen der behaupteten Verfolgungssituation zu beurteilen.  Zu 
diesen Erwägungen des BFM ist vorweg das Folgende festzuhalten:

4.1.1 Ein Vergleich der protokollierten Angaben der Beschwerdeführe-
rin mit den Verfahrensakten ihres Cousins D._______ ergibt zwar, dass 
die  entsprechenden  Angaben  der  Beschwerdeführerin,  wann  dieser 
Cousin  sich  der  PKK angeschlossen  haben  soll,  tatsächlich  in  zeit-
licher Hinsicht nicht den Tatsachen entsprechen. Dem vom Bundesamt 
aus dieser Ungereimtheit  gezogenen Schluss, wonach die gesamten 
Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  zur  Reflexverfolgung  mit  Zweifel 
behaftet seien, kann indessen nicht beigepflichtet werden. 

Die Beschwerdeführerin gab bei ihrer zeitlichen Einordnung des PKK-
Anschlusses ihres Cousins stets nur ungefähre Zeitangaben zu Proto-
koll (vgl. dazu: A1, S. 5: „Es könnte vor 5 Jahren gewesen sein“; A7, S. 
6: „Vor 5 Jahren war dieser Cousin im Militärdienst [...]  und ging zur 
PKK. Ich kann das genaue Datum nicht sagen, da ich psychisch am 

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Ende  bin“).  Zudem ändert  die  vom Bundesamt  aufgeführte  zeitliche 
Unstimmigkeit  nichts  an  der  von  der  Beschwerdeführerin  für  ihre 
Verfolgungssituation  primär  verantwortlich  gemachten,  nicht 
bestrittenen  und  als  erstellt  zu  betrachtenden  Verwandtschaft  mit 
D._______.

4.1.2 Auch  das  vom  Bundesamt  verwendete  Argument,  aus  der 
freiwilligen  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  im  Jahr  2002  sei 
„zwingend“ zu schliessen, dass in der Türkei  nichts gegen sie vorliege 
beziehungsweise diese Rückreise spreche gegen die in  den Arztbe-
richten dargelegten behördlichen Übergriffe, geht fehl. Die Beschwer-
deführerin  hat  mehrmals  betont,  dass  ihre  Rückkehr  zwar  freiwillig, 
aber illegal erfolgt ist. Bei dieser Sachlage ist nicht davon auszugehen, 
dass  die  Beschwerdeführerin   mit  einer  behördlichen  Kontaktnahme 
anlässlich  der  Einreisekontrolle  gerechnet  hat  beziehungsweise  hat 
rechnen müssen.

4.1.3 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass die-
se  vom  Bundesamt  als  primär  verwendeten,  angeblich   gegen  die 
Glaubhaftigkeit der gesamten Asylvorbringen sprechenden Argumente 
nicht  zu  überzeugen  vermögen.  Diese  Begründungselemente  sind 
nicht geeignet, den Hauptasylgrund der Beschwerdeführerin - eine Re-
flexverfolgung im Zusammenhang mit  ihrem Cousin D._______ -  als 
unglaubhaft darzustellen. 

4.2  Die  Flüchtlingseigenschaft  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend subs-
tanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 
vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wider-
sprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den 
Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber 
hinaus muss der Gesuchsteller  beziehungsweise die Gesuchstellerin 
persönlich glaubwürdig erscheinen. Glaubhaftmachen bedeutet ferner 
- im Gegensatz zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweismass und 
lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vor-
bringen  der  Gesuchstellerin.  Es  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise 
abzustellen (vgl. die diesbezüglich nach wie vor Gültigkeit  beanspru-
chenden  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  1993 
Nrn. 11 und 21, 1994 Nr. 5 sowie 1996 Nrn. 27 und 28).

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4.2.1 Die Beschwerdeführerin hat anlässlich ihrer Befragungen über-
einstimmend ausgesagt,  der  Hauptgrund für  ihre  Ausreise  seien die 
Probleme ihrer gesamten Familie im Zusammenhang mit ihrem Cousin 
D._______ gewesen (vgl. A1,  S. 4; A7,  S. 6). Diesbezüglich ist  fest-
zuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht unter Berücksichtigung 
sämtlicher Akten der Beschwerdeführerin und ihrer Angehörigen den 
von  der  Beschwerdeführerin  zu  Protokoll  gegebenen  Sachverhalt 
überwiegend  als  glaubhaft  erachtet.  Namentlich  erscheint  glaubhaft, 
dass die gesamte Familie der Beschwerdeführerin aufgrund des Enga-
gements  des  politisch  tätigen  Cousins  D._______,  welcher  sich 
während seines Militärdienstes der  PKK-Guerilla  angeschlossen hat, 
während Jahren seitens der Sicherheitskräfte immer wieder behelligt 
und schikaniert wurde. Ebenfalls als glaubhaft erachtet das Gericht die 
von der Beschwerdeführerin vorgebrachte, rund 10-stündige Festnah-
me durch die Sicherheitskräfte im Jahr 2002 sowie die Hausdurchsu-
chungen am Wohnort  ihrer Familie,  bei denen die türkischen Sicher-
heitskräfte  jeweils  bezweckt  haben  sollen,  Näheres  zum  gesuchten 
D._______  in  Erfahrung  zu  bringen  (vgl.  A7,  S. 8).  Das  Bundesver-
waltungsgericht hat auch keine Veranlassung an den von ihr geschil-
derten, erlittenen Malträtierungen (Ohrfeigen und Fusstritte; vgl. A7, S. 
9 f.) zu zweifeln. Alleine betrachtet, würde es zwar dieser einmaligen 
Festnahme - trotz der dabei erlittenen  Misshandlungen – als kurzer 
Eingriff in die physische Bewegungsfreiheit an der für eine Asylgewäh-
rung  erforderlichen Intensität  fehlen,  zumal  nicht  davon auszugehen 
ist, dass diese Verfolgungsmassnahme ein menschenwürdiges Leben 
im Verfolgerstaat  absolut  verunmöglicht  oder  in  unzumutbarer Weise 
erschwert hat, so dass sich die Beschwerdeführerin dieser Zwangssi-
tuation nur durch Flucht ins Ausland hätte entziehen können.

Im Rahmen der Befragungen hat die Beschwerdeführerin keine weite-
ren, persönlich erlittenen Übergriffe seitens der heimatlichen Behörden 
geltend  gemacht.  Sie  bringt  aber  in  diesem  Zusammenhang  in  der 
Rechtsmitteleingabe vor, sie hätte durch ein weiblich besetztes Befra-
gungsteam befragt werden müssen und führt dazu aus, dass sie dies-
falls auch über Ereignisse hätte berichten können, die sie nicht gegen-
über Männern erwähnen könne. In den darauf folgenden Berichten der 
sie  behandelnden  Psychiatriefachärztin  geht  weiter  hervor,  dass  die 
Beschwerdeführerin  mehrmals  sexuell  belästigt  worden  sei,  „ohne 
dass es zu einer Vergewaltigung kam“. Weitere Ausführungen zu erlit-
tenen Übergriffen lassen sich den ärztlichen Berichten nicht  entneh-
men.  Angesichts  des  Ausgangs  dieses  Beschwerdeverfahrens  kann 

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auf  weitere  Ausführungen  zur  beantragten  Befragung  durch  ein 
Frauenteam verzichtet werden, zumal der Beschwerdeführerin bereits 
auf  Grund  des  heute  erstellen  Sachverhaltes  die  Flüchtlingseigen-
schaft zuzuerkennen ist. 

4.3 Die  Beschwerdeführerin  beruft  sich  mehrfach  auf  eine  bereits 
erlittene  Reflexverfolgungssituation  und  einen  damit  verbundenen 
unerträglichen psychischen Druck respektive auf das Vorliegen einer 
objektiv und subjektiv begründeten Furcht vor künftigen asylbeachtli-
chen Verfolgungsmassnahmen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat insbesondere die Verfahrensakten 
des Cousins D._______ (N [...]) sowie ihrer Brüder H._______ (N [...]) 
und I._______ (N [...]) beigezogen. Die Schweizerischen Asylbehörden 
– das BFM oder die ARK - haben bei diesen drei sowie noch weiteren 
Verwandten  der  Beschwerdeführerin  die  Flüchtlingseigenschaft 
anerkannt und ihnen Asyl gewährt.  

4.3.1 Aus den Verfahrensakten von D._______ geht im Wesentlichen 
hervor,  dass  dieser  im  Rahmen  seiner  Absolvierung  des  Militär-
dienstes  von  PKK-Kämpfern  gefangen  genommen  worden  war  und 
sich danach selbst dieser Organisation angeschlossen hat. In der Fol-
ge  ist  er  seitens  der  türkischen Sicherheitskräfte  als  Deserteur  und 
PKK-Überläufer  betrachtet  und  verfolgt  worden.  Zwei  Brüder  von 
D._______ (M._______ und N._______ ) sind in Deutschland, und ein 
weiter Bruder (O._______ ; N [...]) sowie eine Schwester (P._______ ; 
N  [...])  sind  von  den  schweizerischen  Asylbehörden  als  Flüchtlinge 
anerkannt und es ist ihnen Asyl gewährt worden. 

4.3.2 Der ältere Bruder der Beschwerdeführerin I._______ (N [...]) ist 
mit  Urteil  der  ARK  vom  6.  Januar  2000  ebenfalls  als  Flüchtling 
anerkannt  und es  ist  ihm Asyl  in  der  Schweiz gewährt  worden. Aus 
den diesbezüglichen Erwägungen der ARK geht hervor, dass die ge-
samte  Familie  Q._______  als  politisch  aktiv  geächtet  wird  und 
erheblichen Repressionen seitens der türkischen Behörden ausgesetzt 
ist. Die  ARK erwog,  dass  im  Falle  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  die 
Zugehörigkeit von I._______ zu einer politischen Familie mit grösster 
Wahrscheinlichkeit bereits bei der mit der Wiedereinreise verbundenen 
Personenkontrolle  entdeckt  würde  und  dieser  berechtigterweise 
befürchten  müsste,  Opfer  gezielter  staatlicher 
Verfolgungsmassnahmen zu werden, welche als erhebliche Nachteile 

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im  Sinne  von Art.  3  Abs.  2  AsylG  zu  qualifizieren  seien.  I._______ 
habe  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  gewisse 
Verfolgungshandlungen durch die türkischen Behörden bereits erlitten; 
diese würden jedoch alleine kaum zur Asylgewährung führen. Werde 
jedoch  der  familiäre  Hintergrund  sowie  der  Umstand  berücksichtigt, 
dass I._______ bei der Ausreise erst  16-jährig gewesen sei  und mit 
zunehmendem Alter  sowohl  für  die  PKK als  auch für  die  türkischen 
Sicherheitskräfte von grösserem Interesse sein dürfte, habe I._______ 
bereits  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  eine  begründete  Furcht  vor 
künftigen  Verfolgungshandlungen  gehabt  und  werde  diese  noch  in 
gesteigertem Mass inskünftig haben. 

4.3.3 Aus den Asylakten des Bruders H._______ (N [...])  geht eben-
falls  hervor,  dass  die  ganze Familie  wegen  des Cousins  D._______ 
und eines weiteren Cousins R._______ von den türkischen Behörden 
als Terroristen beschimpft und täglich  unter Druck gesetzt werde. Die 
Familie werde immer wieder nach dem Aufenthalt von F._______ ge-
fragt; der Familie werde auch vorgeworfen, die PKK aus Europa zu un-
terstützen. Die Schwestern und der Vater seien zusammengeschlagen 
und  die  ganze  Familie  unter  Waffengewalt  bedroht  und  beschimpft 
worden. I._______ selbst  sei  nie persönlich festgenommen oder von 
den Behörden gesucht worden. Ob er asylrelevante Nachteile erlitten 
hat,  wurde  offengelassen.  Da  die  Familie  insgesamt  immer  wieder 
einer  Reflexverfolgung  unterworfen  war,  ist  auch  bei  I._______  auf 
eine  begründete  Furcht  vor  asylrelevanten  Verfolgungsmassnahmen 
geschlossen, seine Flüchtlingseigenschaft bejaht und ihm Asyl in der 
Schweiz gewährt worden. 

4.3.4 Nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  respektive  das  BFM 
von der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen der genannten Verwandten 
der Beschwerdeführerin ausgeht, sind die von der Beschwerdeführerin 
geltend  gemachten  Schwierigkeiten  und  Behelligungen  demnach 
ebenfalls als nachvollziehbar und somit als glaubhaft zu erachten. Das 
BFM hat  daher  zu Unrecht  auf  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen der 
Beschwerdeführerin geschlossen. 

4.4
4.4.1 Unter Reflexverfolgung versteht man behördliche Belästigungen 
oder Behelligungen von Angehörigen auf Grund des Umstandes, dass 
die  Behörden  einer  gesuchten,  politisch  unbequemen  Person  nicht 
habhaft  werden oder  schlechthin  von deren politischer  Exponiertheit 

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auf eine solche auch bei Angehörigen schliessen. Der Zweck einer sol-
chen Reflexverfolgung kann insbesondere darin liegen, Informationen 
über  effektiv  gesuchte  Personen  zu  erlangen  beziehungsweise  Ge-
ständnisse von Inhaftierten zu erzwingen. Eine "Sippenhaft" in diesem 
Sinn ist von den türkischen Behörden etwa in den Süd- und Ostprovin-
zen nicht selten angewandt worden, wenn es galt, den Aufenthaltsort 
von flüchtigen Angehörigen der PKK oder anderer staatsfeindlicher Or-
ganisationen zu ergründen. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Reflex-
verfolgung zu werden, ist namentlich dann gegeben, wenn nach einem 
flüchtigen Familienmitglied gefahndet wird und die Behörde Anlass zur 
Vermutung  hat,  dass  jemand mit  dem Gesuchten  in  engem Kontakt 
steht. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich, wenn der Reflexverfolgte 
aus  einer  den  türkischen  Sicherheitskräften  als  "staatsfeindlich" 
bekannten  Familie  stammt  respektive  mehrere  illegal  politisch  tätige 
Verwandte  aufweist.  Auch  ein  eigenes,  nicht  unbedeutendes  Enga-
gement seitens des Reflexverfolgten für illegale politische Organisatio-
nen erhöht  das Risiko, Opfer einer Sippenhaft  im weiteren Sinne zu 
werden (vgl. dazu EMARK 1994 Nr. 5). An den Umfang der eigenen 
Aktivitäten sind  jedoch umso geringere  Anforderungen zu stellen,  je 
grösser  das  politische Engagement  des  gesuchten Familienmitglieds 
ist, zumal Ziel einer Reflexverfolgung häufig auch nur die Bestrafung 
der  gesamten  Familie  für  Taten  eines  politisch  aktiven  Familienmit-
glieds  sein  kann  (vgl.  EMARK 2005  Nr. 21).  Begründete  Furcht  vor 
künftiger  Verfolgung  liegt  sodann  grundsätzlich  vor,  wenn  aufgrund 
objektiver  Umstände  in  nachvollziehbarer  Weise  subjektiv  befürchtet 
wird,  die  Verfolgung  werde  sich  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
und in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl.  WALTER KÄLIN, Grundriss 
des Asylverfahrens, Basel/ Frankfurt  a.M., 1990, S. 137 f., S. 144 ff.; 
MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, Bern, 1999, S. 
77 f.; EMARK 2000 Nr. 9, S. 78 mit Hinweisen). Gemäss EMARK 1993 
Nr. 6 (vgl. E. 3b und 4, S. 36 ff., mit weiteren Hinweisen) kommen be-
weiserleichternde Grundsätze bei der Prüfung der begründeten Furcht 
zur  Anwendung,  wenn die  Vorbringen im Kontext  einer  Reflexverfol-
gung stehen. Neben dem bereits  Erlebten  werden insbesondere  die 
Aktivitäten von Verwandten mitberücksichtigt. Dies geschieht aus der 
Überlegung, dass Nachteile, die im Zeitpunkt der Ausreise objektiv kei-
ne Furcht vor zukünftiger Verfolgung hätten begründen können, in ei-
ner Situation der Reflexverfolgung unvermittelt in längere Inhaftierun-
gen, Folter oder körperliche Misshandlung umschlagen können. In Be-
stätigung  der  Rechtsprechung  der  ARK  (vgl.  EMARK  2005  Nr.  21) 
stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass aufgrund der aktuellen 

Seite 15

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Lageentwicklung in der Türkei die Gefahr allfälliger Repressalien ge-
gen  Familienangehörige  mutmasslicher  Aktivisten  der  PKK  (bezie-
hungsweise  einer  ihrer  Nachfolgeorganisationen)  oder  anderer  von 
den Behörden als  separatistisch  eingestufter  kurdischer  Gruppierun-
gen weiterhin nicht auszuschliessen ist. Zwar scheint sich die Verfol-
gungspraxis der türkischen Behörden im Zuge des Reformprozesses 
zur Annäherung an die Europäische Union insofern geändert  zu ha-
ben, als Fälle, in denen Familienangehörige kurdischer Aktivisten ge-
foltert  oder misshandelt  worden sind, abgenommen haben. Dagegen 
müssen Familienangehörige auch gegenwärtig noch mit Hausdurchsu-
chungen und Festnahmen rechnen,  die oft  mit  Beschimpfungen und 
Schikanen verbunden sein können.

4.4.2 Die Beschwerdeführerin war nie politisch aktiv und hat sich auch 
anderweitig nicht exponiert. Aufgrund der Akten steht jedoch fest, dass 
sie aus S._______, Bezirk B._______, Provinz C._______ stammt und 
der  Q._______-Grossfamilie  angehört.  Aus  zahlreichen  Asyldossiers 
von  Familienangehörigen  geht  hervor,  dass  viele  Verwandte  der 
Beschwerdeführerin  wegen  politischer  Aktivitäten  behördlicher 
Repression  ausgesetzt  waren  und  mittlerweile  in  der  Schweiz 
respektive  in  anderen  Ländern  als  Flüchtlinge  anerkannt  sind. 
Vorliegend  stellt  sich  die  Frage,  ob  der  Beschwerdeführerin,  welche 
gemäss  ihren  Angaben  anlässlich  ihrer  Anhörungen  bis  zu  ihrer 
Ausreise keine asylrelevanten Behelligungen erlitt, bei einer Rückkehr 
in  die  Türkei  begründete  Furcht  vor  allfälligen  künftigen 
Benachteiligungen im Sinne von Art. 3 AsylG zu attestieren ist. Dabei 
ist insbesondere zu prüfen, ob sie einem unerträglichen psychischen 
Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt wäre.

4.4.3 Mit  dem Begriff  des  unerträglichen  psychischen Drucks  sollen 
staatliche Massnahmen erfasst werden, die sich nicht unmittelbar ge-
gen die Rechtsgüter Leib, Leben oder Freiheit richten, sondern auf an-
dere Weise ein menschenwürdiges Leben verunmöglichen. Ausgangs-
punkt,  um einen unerträglichen psychischen Druck  bejahen zu kön-
nen, stellen in der Regel konkrete staatliche Eingriffe dar, die effektiv 
stattgefunden haben; die staatlichen Verfolgungsmassnahmen müssen 
in einer objektivierten Betrachtung zudem als derart intensiv erschei-
nen, dass der betroffenen Person ein weiterer Verbleib in ihrem Hei-
matstaat  objektiv  nicht  mehr  zugemutet  werden  kann;  ausschlagge-
bend ist mit anderen Worten nicht, wie die betroffene Person die Situa-
tion subjektiv erlebt hat, sondern ob aufgrund der tatsächlichen Situa-

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tion  für  Aussenstehende  nachvollziehbar  ist,  dass  der  psychische 
Druck unerträglich geworden ist (vgl. EMARK 1996 Nr. 30 E. 4d S. 291 
f., mit weiteren Hinweisen).

4.4.4 Aufgrund der aktuellen politischen Situation in der Türkei kann 
nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die  Beschwerdeführerin  bereits 
bei der Einreise behelligt würde. Angesichts der Tatsache, dass ihren 
Brüdern und Cousins in der Schweiz Asyl erteilt wurde, ist davon aus-
zugehen, dass sie bei der Rückkehr nach ihren im Ausland verbliebe-
nen Verwandten befragt würde. Dabei ist  ihr aufgrund der einschnei-
denden Erfahrungen, welche sie selbst, aber auch ihre Verwandten mit 
den türkischen Sicherheitskräften machen mussten, zu glauben, dass 
sie bei einer Rückkehr unter massivem psychischem Druck stünde. Zu-
dem fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin in der Vergangen-
heit bereits selbst Opfer von Reflexverfolgung - wenn auch nicht von 
asylrelevanter Intensität -  war. Vor diesem Hintergrund ist die Furcht, 
bei einer Rückkehr in die Türkei zumindest mit Massnahmen rechnen 
zu müssen, die einen unerträglichen psychischen Druck im Sinne von 
Art. 3 Abs. 2 AsylG bewirken, als begründet im Sinne von Art. 3 Abs. 1 
AsylG zu erachten. Nachfolgend ist deshalb noch zu prüfen, ob die Be-
schwerdeführerin  diesen zu erwartenden Nachteilen  landesweit  aus-
gesetzt  wäre  oder  ihr  innerhalb  der  Türkei  eine  innerstaatliche 
Fluchtalternative offen stünde.

4.4.5 Für  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  muss  fest-
stehen, dass sich eine von flüchtlingsrechtlich erheblichen Nachteilen 
bedrohte Person landesweit  in  einer ausweglosen Situation befindet. 
Wirken sich die Benachteiligungen nur lokal aus, und ist der Heimat-
staat in der Lage und willens, der betroffenen Person in anderen Lan-
desteilen wirksamen Schutz vor Verfolgung zu gewähren, so kann ihr 
das Vorliegen einer innerstaatlichen Fluchtalternative entgegengehal-
ten werden. Die Anforderungen an die Effektivität des am Zufluchtsort 
gewährten  Schutzes  sind  allerdings  hoch  anzusetzen.  Wirksamer 
Schutz  vor  Verfolgung  bedingt,  dass  die  betroffene  Person  am  Zu-
fluchtsort nicht wiederum Opfer von Behelligungen im Sinne von Art. 3 
AsylG  wird. Im  Weiteren  erscheint  eine  wirksame  Schutzgewährung 
auch dann als nicht gegeben, wenn die betroffene Person bereits in ih-
rer Heimatregion von Organen der Zentralgewalt - das heisst unmittel-
bar staatlich - verfolgt worden ist, vermag doch diesfalls ein Wegzug in 
einen anderen Landesteil diese Behelligungen nicht effektiv zu unter-
binden. Darüber hinaus muss am innerstaatlichen Zufluchtsort mit hin-

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reichender Bestimmtheit auch eine mittelbare Gefährdung der betroffe-
nen Person ausgeschlossen sein,  das heisst  die Gefahr,  von staatli-
chen Behörden aus Motiven gemäss Art. 3  AsylG auf  offizielle  oder 
faktische  Art  in  das  Gebiet  der  unmittelbaren  Verfolgung  zurückge-
schickt oder zurückgedrängt zu werden (vgl. EMARK 1996 Nr. 1 E. 5b 
und c S. 5 – 7).

4.4.6 Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass die Beschwer-
deführerin  selbst  nicht  wegen eigener, als politisch missliebig einge-
stufter Handlungen, behördlich registriert oder aktiv gesucht wird.  Hin-
gegen ergeben sich genügend Anhaltspunkte für die Annahme, dass 
zahlreiche  Angehörige  der  Familie  Q._______,   insbesondere  auch 
D._______, welcher seine Verfolgungssituation seitens der türkischen 
Behörden  mit  einem  als  authentisch  erachteten 
Abwesenheitshaftbefehl  der  Militärstaatsanwaltschaft  der 
Gendarmeriekommmandatur  in  T._______  belegt  hat,  von  den 
türkischen Sicherheitsbehörden zentral  erfasst sind und die gesamte 
Familie Q._______ als politisch missliebige Familie mit Verbindungen 
zur PKK betrachtet wird. Wenn im Weiteren berücksichtigt wird, dass 
der  türkischen  Grenzpolizei  bei  der  Wiedereinreise  abgewiesener 
Asylgesuchsteller  die  Tatsache  der  Asylgesuchseinreichung  im 
Ausland in der Regel nicht verborgen bleibt und dies wiederum eine 
Routinekontrolle mit  eingehender Befragung zur Folge hat,  so ist  mit 
hoher  Wahrscheinlichkeit  anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin 
bereits  bei  der  Wiedereinreise  als  Angehörige  einer  politisch 
exponierten  Familie  identifiziert  würde. Dabei  ist  auch  sehr  nahelie-
gend, dass sie in einen konkreten Verdacht geraten könnte, mit diesen 
Verwandten in  der Schweiz respektive in  Deutschland politische und 
somit aus türkischer Sicht staatsfeindliche Kontakte gepflegt zu haben. 
In einem solchen Fall müsste die Beschwerdeführerin aber gerade vor 
dem Hintergrund der in letzter Zeit wieder zunehmenden Intensität des 
Konflikts zwischen türkischer Armee und kurdischen Rebellen mit wei-
teren Verdächtigungen beziehungsweise Behelligungen rechnen. Da-
mit wird deutlich, dass der Beschwerdeführerin keine genügend siche-
re innerstaatliche Fluchtalternative offen steht.

4.4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführe-
rin  entgegen  der  vorinstanzlichen  Beurteilung  ihre  Asylvorbringen 
überwiegend glaubhaft dargelegt hat und angesichts der besonderen 
familiären Situation der glaubhaften Verfolgung der Angehörigen vor-
liegend  von  einer  begründeten  Furcht  der  Beschwerdeführerin  vor 

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künftiger asylrelevanter Reflexverfolgung auszugehen ist. Damit erfüllt 
sie  die  Voraussetzungen  für  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigen-
schaft.  Nachdem  auf  eine  Reflexverfolgung  der  Beschwerdeführerin 
geschlossen  werden  muss,  erweist  sich  der  diesbezüglich  in  der 
Rechtssmitteleingabe gestellte Antrag auf Edition der Verfahrensakten 
der Verwandten der Beschwerdeführerin als gegenstandslos. 

4.5 Vorliegend bestehen keine konkreten Hinweise auf ein Fehlverhal-
ten  der  Beschwerdeführerin,  welches  unter  einen  oder  mehrere  der 
von Art. 1F FK umfassten Tatbestände zu subsumieren wäre. Mangels 
Hinweisen für das Vorliegen eines Asylausschlussgrundes gemäss Art. 
53 AsylG ist ihr Asyl zu gewähren (vgl. Art. 49 AsylG).

5.
In  Gutheissung der Beschwerde ist  die  angefochtene Verfügung des 
BFM vom 17. September 2004 betreffend Asyl und Wegweisung aufzu-
heben. Die Vorinstanz ist anzuweisen, der Beschwerdeführerin Asyl zu 
gewähren.

6.
6.1 Bei  diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind  keine Ver-
fahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und das mit der 
Rechtsmittelschrift gestellte Begehren um Gewährung der unentgeltli-
che Rechtspflege ist gegenstandslos geworden. 

6.2 Der  Beschwerdeführerin  ist  angesichts  ihres  Obsiegens  im  Be-
schwerdeverfahren in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Par-
teientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnis-
mässig  hohen Kosten zusprechen. (vgl. Art.  7  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Der  Rechtsvertreter  weist  in  seiner  Kostennote  einen  Aufwand  von 
insgesamt 20,6 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 230.-- sowie 
Barauslagen von Fr. 95.-- aus. Dieser Aufwand erscheint im Vergleich 
mit ähnlich gelagerten Verfahren als angemessen (Art. 10 Abs. 2 und 
14 VGKE). Die Parteientschädigung wird daher  auf  Fr. 5'200.--  (inkl. 
Mehrwertsteuer und Auslagen) festgesetzt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 
17. September 2004 wird aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, der 
Beschwerdeführerin Asyl zu gewähren.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Das  BFM wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteient-
schädigung  von  Fr.  5'200.--  (inkl.  Mehrwertsteuer  und  Auslagen) 
auszurichten. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)
- (kantonale Behörde)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Sandra Bodenmann

Versand: 

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