# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddafa183-518d-508c-b7b2-2d34da622b94
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.06.2010 E-1644/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1644-2010_2010-06-18.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1644/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
und dessen Ehefrau
B._______,
und deren gemeinsame Kinder
C._______,
D._______,
E._______,
F._______,
Sri Lanka, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 12. Februar 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1644/2010

Sachverhalt:

A.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom 28.  April  2009  an  die  Schwei-
zerische  Botschaft  in  Colombo  suchte  der  Beschwerdeführer  im 
Rahmen  eines  Visumsgesuchs  für  die  Schweiz  für  sich  und  seine 
älteste Tochter um Asyl in der Schweiz nach.

Zur  Begründung  führte  er  aus,  im  September  2008  habe  ihn  die 
srilankische  Armee  zu  Hause  aufgesucht  und  mit  in  ihr  Camp  ge-
nommen. Dort sei er über die „Liberation Tigers of Tamil Eelam“ (LTTE) 
befragt  und  daraufhin  zusammen mit  seiner  ältesten  Tochter  wegen 
Unterstützung dieser Organisation angeklagt worden. Während zweier 
Monate sei er in G._______ im Gefängnis inhaftiert gewesen. Bereits 
einen  Tag  nach  seiner  Heimkehr  sei  er  wieder  von  der  Armee  zu 
Hause  abgeholt  und  in  einem  Camp  über  seine  Tochter  befragt 
worden. Er habe Angst, dass er und seine Tochter von Unbekannten 
getötet würden. 

B.
Die  Botschaft  forderte  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 
4. Mai 2009 – sofern er am Gesuch festhalte – auf, noch offene Fragen 
zu beantworten  und allfällige  Beweismittel  einzureichen beziehungs-
weise zu bezeichnen. 

C.
Innert  der  angesetzten  Frist  antwortete  der  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben vom 15. Mai  2009. Darin  führte  er  aus,  der  Sohn  seines 
ältesten Bruders sei während einiger Zeit Mitglied der LTTE gewesen. 
Deswegen seien er und seine älteste Tochter in  Schwierigkeiten ge-
raten  und  wegen  Unterstützung  der  LTTE  angeklagt  worden.  Im 
September  2008 seien zwei  Unbekannte  zu Hause aufgetaucht  und 
hätten  ihn  und  seine  Tochter  mit  dem  Tod  bedroht.  Er  habe  seine 
Tochter deshalb versteckt und sich an die „Human Rights Commission“ 
(HRC) gewendet. Vom 18. September 2008 bis 18. November 2008 sei 
er  in  einem  Gefängnis  in  G._______  inhaftiert  gewesen.  Während 
dieses  Gefängnisaufenthalts  sei  ein  Cousin  von  Unbekannten 
erschossen  worden.  Am  20.  November  2008  sei  er  erneut  von 
Armeeangehörigen  zu  Hause  aufgesucht  und  in  ein  Camp 
mitgenommen worden. Dort sei er über seine Tochter befragt worden. 
In der Folge habe er sich alle fünf Tage im Camp melden müssen. Ihm 

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sei  bekannt,  dass  viele  Menschen,  die  wie  er  von  der  Armee 
mitgenommen  worden  seien,   später  von  Unbekannten  erschossen 
worden  seien.  Er  habe  Angst  um  sein  Leben  und  dasjenige  seiner 
Tochter. Am 8. April 2009 sei er deshalb zusammen mit seiner Tochter 
nach Colombo gereist. In der Folge sei seine Ehefrau und seine drei 
Kinder von Unbekannten bedroht worden. 

D.
Mit Schreiben vom 19. August 2009 teilte der Beschwerdeführer mit, er  
sei von der Polizei in Colombo während eines Tages festgehalten, be-
fragt  und  aufgefordert  worden,  Colombo  zu  verlassen  und  nach 
G._______  zurückzukehren.  Er  habe  deshalb  seinen  Aufenthaltsort 
wechseln  müssen.  Seine  Ehefrau  und  seine  Kinder  seien  in 
G._______ in grosser Gefahr.

E.
Am 17. September 2009 hörte die Botschaft den Beschwerdeführer zu 
den  Asylgründen  an.  Dabei  führte  er  im  Wesentlichen  aus,  er  sei 
tamilischer Ethnie, stamme aus H._______ und lebe seit April 2009 in 
Colombo. Ein Neffe und zwei seiner Nichten seien Mitglieder bei der  
LTTE gewesen. Er habe beide sowie weitere Mitglieder der LTTE bei 
sich  zu  Hause  verpflegt.  Zudem  habe  er  an  Festtagen  der  LTTE 
Dekorationen angebracht. Im Februar 2008 sei er wegen Verdachts auf 
Unterstützung der LTTE von der Armee zu Hause abgeholt und in ein 
Camp gebracht  worden. Er sei verhört,  geschlagen und aufgefordert 
worden,  sich  wöchentlich  im  Camp  zu  melden.  Am  16.  September 
2008 hätten sich zwei bewaffnete Männer in Zivil  bei  seiner Ehefrau 
nach ihm erkundigt. Am folgenden Tag hätten erneut Unbekannte nach 
ihm  gefragt.  Er  habe  sich  umgehend  an  die  HRC  in  G._______ 
gewendet.  Diese  habe  ihn  der  Polizei  übergeben,  worauf  er  auf 
richterliche  Anordnung  hin  in  Schutzhaft  genommen  worden  sei. 
Aufgrund der  in  jeder  Hinsicht  schlimmen Verhältnisse im Gefängnis 
habe  er  nach  zwei  Monaten  um  Entlassung  aus  der  Schutzhaft 
gebeten. Während der Haftzeit sei ein Cousin, dessen Bruder bei der 
LTTE gewesen sei,  getötet  worden. Nach seiner Entlassung habe er 
sich  bei  Verwandten und  Bekannten versteckt,  da er  weiter  von der 
Armee  gesucht  worden  sei.  Im  Januar  2009  sei  er  dennoch  nach 
Hause zurückgekehrt. Kurz nach seiner  Heimkehr  sei  er  wieder  von 
der Armee zu Hause abgeholt, in ein Camp gebracht und dort befragt 
sowie geschlagen worden. Nachdem sich die Armee noch ein weiteres 
Mal  nach  ihm  erkundigt  habe,  habe  er  sich  am  8.  April  2009 

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zusammen mit seiner Tochter nach Colombo begeben. Seine Tochter 
lebe bei Verwandten in I._______, er in einer Loge. Dort sei er zweimal  
von der Polizei kontrolliert, auf die Polizeistation mitgenommen und am 
folgenden  Tag wieder  entlassen  worden. Er  sei  jeweils  aufgefordert  
worden, Colombo zu verlassen und nach G._______ zurückzukehren. 

F.
Mit Schreiben vom 17. September 2009 überwies die Botschaft  dem 
BFM das Befragungsprotokoll vom gleichen Tag. 

G.
Am 5. November 2009 teilte der Beschwerdeführer mit, nach der Be-
fragung vom 17. September 2009 sei er erneut von der Polizei in der 
Loge aufgesucht worden. Die Polizei habe ihm gedroht, ihn bei einer 
weiteren  Festnahme  nicht  mehr  frei  zu  lassen.  Überdies  werde  er 
immer noch zu Hause von der Armee gesucht.

H.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2010 verweigerte das BFM dem Be-

schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch 

ab.

I.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom 8.  März  2010  an  das  Bundes-
verwaltungsgericht  (Eingang:  17.  März  2010)  beantragt  der  Be-
schwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 

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dem  Gebiet  des  Asyl  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Aus  prozessökonomischen  Gründen  wurde  vorliegend  auf 
eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Beschwerde  zur  Über-
setzung in eine Amtssprache verzichtet, da das sinngemäss gestellte 
Rechtsbegehren verständlich sowie begründet ist. Sodann ergeht der 
Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts in deutscher Sprache (vgl. 
Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.3 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Da die Be-
weislast für die Zustellung an die Partei der eröffnenden Behörde ob -
liegt (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die Anwaltspraxis, 
Band  X,  Basel  2008,  Rz.  3.150,  S.  166  f.),  ist  zugunsten  des  Be-
schwerdeführers davon auszugehen, dass die am 17. März 2010 beim 
Bundesverwaltungsgericht  eingegangene  Beschwerde  rechtzeitig  er-
folgt ist.

1.4 In  seinen  ersten  Eingaben  äusserte  sich  der  Beschwerdeführer 
lediglich  über  seine  eigenen  Fluchtgründe  sowie  über  diejenigen 
seiner ältesten Tochter. Später führte er aus, seine ganze Familie sei 
in grosser Gefahr. Deshalb hat bereits das BFM in seiner Verfügung 
vom 12. Februar 2010 festgestellt,  dass sich das Asylgesuch auf die 
ganze Familie  des Beschwerdeführers beziehe. Von dieser Sachlage 
geht auch das Bundesverwaltungsgericht aus, ebenso dass die Ehe-
frau des Beschwerdeführers habe keine eigenen Asylgründe, geltend 
macht.

1.5 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und  Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

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oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken.

4.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet 
werden kann. Vorbringen sind glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde 
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 
52 Abs. 2 AsylG).

4.3 Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden 
die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zu-
gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben 
oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 

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AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 
Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.4 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach bloss redak-
tionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes 
nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 In  der  angefochtenen  Verfügung  wird  ausgeführt,  der  Be-
schwerdeführer mache geltend, er sei im Februar 2008 von der Armee 
verhört,  geschlagen  und  unter  Auflage  einer  wöchentlichen  Melde-
pflicht wieder freigelassen worden. Im September 2008 seien zweimal 
Unbekannte  bei  ihm  zu  Hause  erschienen,  worauf  er  sich  für  zwei 
Monate in Schutzhaft begeben habe. Im Jahre 2009 sei er mehrmals 
von Armeeangehörigen  zu Hause  abgeholt,  verhört  und  geschlagen 
worden, weshalb er sich im April 2009 nach Colombo begeben habe. 
In  Anbetracht  der  angeführten  Tätigkeit  für  die  LTTE erscheine  die 
geltend  gemachte  Verfolgung  durch  die  srilankischen  Sicherheits-
behörden fragwürdig. Bei den Festnahmen durch die Armee im Jahre 
2008  handle  es  sich  vermutlich  um  Reflexverfolgungen  wegen  den 
Nichten und Neffen des Beschwerdeführers. Es sei nicht davon aus-
zugehen, dass die srilankischen Sicherheitsbehörden Interesse an der 
Verfolgung  des  Beschwerdeführers  gehabt  hätten.  Denn  nach  der 
Festnahme,  dem  Verhör  und  der  Schutzhaft  wäre  zu  erwarten  ge-
wesen, dass die Behörden den Beschwerdeführer eingehend geprüft 
hätten und zum Schluss gekommen seien, dass nichts gegen ihn vor-
liegen würde. Anderfalls wäre der Beschwerdeführer nicht so schnell 
wieder freigelassen worden. Zudem habe er mit seiner Entscheidung, 

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nach  zwei  Monaten  auf  die  Schutzhaft  zu  verzichten  und  das 
Gefängnis zu verlassen gezeigt, dass er offenbar zu diesem Zeitpunkt 
keine schwerwiegenden Verfolgungsmassnahmen befürchtet habe. Vor 
diesem  Hintergrund  und  aufgrund  des  Umstands,  dass  der 
Beschwerdeführer  kein  Gefährdungsprofil  aufweise,  das  mit 
erheblicher Wahrscheinlichkeit  auf  eine Verfolgung schliessen liesse, 
seien die geltend gemachten Vorbringen nicht einreiserelevant.

Weiter  führt  das  BFM  aus,  der  Krieg  zwischen  der  srilankischen 
Regierung  und  der  separatistischen  LTTE sei  im  Mai  2009  mit  der 
Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Damit befinde sich das Land 
erstmals  seit  1983  wieder  unter  Regierungskontrolle.  Der  Be-
schwerdeführer  weise  kein  Gefährdungsprofil  auf,  weshalb  es  zum 
heutigen  Zeitpunkt  nach  Ende  des  Krieges  und  der  Niederlage  der 
LTTE  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  widerspreche,  dass  die 
srilankischen  Sicherheitsbehörden  so  grosses  Interesse  am  Be-
schwerdeführer zeigen würden.

5.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, 
sein  15-jähriger  Sohn  sei  zwischenzeitlich  in  ein  Armeecamp  vor-
geladen worden und müsse nun jeden Sonntag für  ihn seine Unter-
schrift abgeben. Sodann sei ihm bekannt, dass die meisten Personen, 
welche  von  der  Armee  in  ein  Camp mitgenommen,  später  von  Un-
bekannten erschossen worden seien. Seit er sich in Colombo aufhalte 
würden Unbekannte nun seine Ehefrau und die Kinder bedrohen. Er 
habe Angst um ihr Leben. Zudem habe ihm seine Frau mitgeteilt, dass 
er von der Armee erneut zu Hause gesucht worden sei. In Colombo 
sei er zweimal in der Loge von der Polizei aufgesucht worden.

5.3 Zunächst  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  von  sich 
aus  um  Schutzhaft  ersuchte  und  ebenso  von  sich  aus  nach  zwei 
Monaten  um  Entlassung  beantragte.  Demnach  ist  er  im  Zeitpunkt 
seiner Entlassung nicht davon ausgegangen, sein Leib und Leben sei 
in  seinem Heimatstaat  im Sinne von Art. 3  AsylG ernsthaft  bedroht.  
Sodann  ergibt  sich  aufgrund der  Akten,  dass  sich  der  Beschwerde-
führer sowie seine älteste Tochter im Frühjahr 2009 in Colombo neue 
Reisepässe ausstellen liessen. Vor diesem Hintergrund bestehen er-
hebliche Zweifel  an der  geltend gemachten Suche der  srilankischen 
Sicherheitsbehörden nach dem Beschwerdeführer. Allerdings ist nicht 
in  Abrede  zu  stellen,  dass  die  allgemeine  Situation  für  die  Tamilen 
insbesondere im Norden und Osten Sri  Lankas nach dem offiziellen 

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Ende des langjährigen Bürgerkriegs im Mai  2009 schwierig war und 
auch  heute  noch  ist  (vgl.  etwa  Schweizerische  Flüchtlingshilfe, 
Asylsuchende  aus  Sri  Lanka,  Position  der  Schweizerischen  Flücht -
lingshilfe SFH, Bern, 8. Dezember 2009). Nach den Erkenntnissen des 
Bundesverwaltungsgerichts hat sich die allgemeine Sicherheitslage im 
letzten halben Jahr sukzessive verbessert. Namentlich können sich die 
Tamilen im Land freier bewegen, wurde die Strasse A-9 wieder dem 
Verkehr  übergeben  und  das  restriktive  Passsystem  für  Aus-  und 
Einreisen nach G._______ abgeschafft. Sodann wurde die Polizei- und 
Armeepräsenz  insbesondere  im  Osten  reduziert.  Vor  diesem 
Hintergrund  sowie  in  Anbetracht  dessen,  dass  das  behauptete 
Interesse  der  srilankischen  Behörden  an  der  Person  des 
Beschwerdeführers  ernsthaft  bezweifelt  wird,  ist  davon auszugehen, 
dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Heimatregion  keine 
asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hat. 

Der  Beschwerdeführer  macht  weiter  geltend,  er  sei  während  seines 
einjährigen  Aufenthalts  in  Colombo  mehrmals  von  der  Polizei 
kontrolliert,  indes  spätestens  nach  einem  Tag  wieder  freigelassen 
worden.  Dazu  ist  festzustellen,  dass  auch  nach  dem  Ende  des 
Bürgerkriegs im Mai 2009 im Grossraum Colombo nach wie vor eine 
beträchtliche  Präsenz  von Sicherheitskräften zu  verzeichnen  ist  und 
entsprechende  Kontrollen  durchgeführt  werden.  Diese  sogenannten 
„Anti-Terrormassnahmen“ werden im Raum Colombo – unbesehen der 
Rügen  des  Supreme  Courts  –  weiterhin  als  repressives  Instrument 
gegen befürchtete Infiltrationen tamilischer Separatisten angewendet. 
Solchen  Massnahmen,  denen  ein  nicht  unwesentlicher  Teil  der 
tamilischen  Bevölkerung  ausgesetzt  ist,  kommt  indes  aufgrund 
mangelnder Intensität  kein Verfolgungscharakter  im Sinne von Art. 3 
AsylG  zu.  Der  Beschwerdeführer  vermag  deshalb  aus  den  ver-
gangenen  sowie  den  befürchteten  bevorstehenden  Kontrollen  nichts 
zu seinen Gunsten abzuleiten. 

Schliesslich legt der Beschwerdeführer mit dem blossen Wiederholen 
seiner  Asylvorbringen  nicht  substanziiert  dar,  inwiefern  das  BFM zu 
Unrecht geschlossen habe, er sei nicht schutzbedürftig im Sinne des 
AsylG und ihm sei die Einreise zu Unrecht nicht bewilligt worden. Um 
Wiederholungen  zu  verweiden,  kann  vollumfänglich  auf  die  zu-
treffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden.

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5.4 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise  konkrete  Hinweise  auf  eine  künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und eine damit einhergehenden, begründete Verfolgungsfurcht darzu-
legen. Damit  ist  ihm ein  weiterer  Verbleib in  seinem Heimatland zu-
mutbar.  An  diesem  Schluss  vermögen  die  eingereichten,  teilweise 
bereits  aktenkundigen  Dokumente  nichts  zu  ändern.  Das  BFM  hat 
demnach den Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz 
nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt.

6.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Schweizerische 
Botschaft in Colombo. 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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