# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 845132b1-703a-533c-a006-b252fe776538
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 25.08.2020 S 2019 143
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-143_2020-08-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 143

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuarin Kuster

URTEIL
vom 25. August 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ schloss im Mai 2001 eine dreijährige Lehre zum Hotelfachmann 

ab. In der Folge war er als Servicefachangestellter bzw. zuletzt als Chef de 

Rang tätig. Dabei erzielte er im Jahr 2017 ein Einkommen von Fr. 57'196.--. 

Am 1. Juni 2019 trat er eine befristete Tätigkeit als technischer Assistent 

im Hotel B._____ in C._____ an. 

2. Im November 2017 meldete sich A._____ unter Hinweis auf einen zertrüm-

merten Wirbel infolge eines epileptischen Anfalls am 25. Juni 2017 zum Be-

zug von Leistungen der Invalidenversicherung an (berufliche Integra-

tion/Rente). Mit Mitteilung vom 24. Mai 2018 verneinte die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) einen Anspruch auf Um-

schulungsmassnahmen. Begründend führte sie aus, dass die verbliebene 

Leistungsfähigkeit in der bisherigen wie in einer leidensangepassten Tätig-

keit gleich hoch und somit keine Umschulung auf eine neue Tätigkeit not-

wendig sei. Zudem verneinte sie mit Verfügung vom 10. Juli 2018 einen 

Anspruch auf eine Invalidenrente. In ihrer Begründung hielt sie fest, dass 

A._____ seit dem 1. April 2018 und somit noch vor Ablauf der einjährigen 

Wartefrist wieder uneingeschränkt arbeitsfähig sei, weshalb kein Anspruch 

auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung bestehe.

3. Am 10. Juli 2018 meldete sich A._____ unter Hinweis auf einen Schien- 

und Wadenbeinbruch infolge eines Unfalls am 9. Juni 2018 erneut zum Be-

zug von Leistungen der Invalidenversicherung an. 

4. In der Folge nahm die IV-Stelle verschiedene Abklärungen vor. Dabei holte 

sie unter anderem einen Bericht von Dr. med. D._____, Facharzt für Allge-

meine Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie 

Rheumatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) Ostschweiz, vom 

1. November 2019 ein. Darin hielt dieser fest, dass A._____ bei bereits jetzt 

konventionell radiologisch vorliegender OSG-Arthrose beim Gehen und 

Stehen eingeschränkt sei und in Zukunft wahrscheinlich eine Versteifung 

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notwendig sein werde. Er gelangte zum Schluss, dass in der bisherigen 

Tätigkeit als Servicefachangestellter von einer drohenden Invalidität aus-

gegangen werden müsse. In einer adaptierten Tätigkeit (d.h. leichte, wech-

selbelastende körperliche Tätigkeiten ohne repetitive Arbeiten im Knien 

oder in der Hocke, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule) bestehe aller-

dings eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. 

5. Mit Mitteilung vom 15. August 2019 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch 

auf berufliche Massnahmen, woraufhin A._____ mit Schreiben vom 2. Sep-

tember 2019 eine beschwerdefähige Verfügung verlangte. In der Folge 

bestätigte die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. November 2019, dass kein 

Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe. Begründend führte sie im 

Wesentlichen aus, es liege nur dann ein Anspruch auf eine Umschulung 

vor, wenn der dauernde, invaliditätsbedingte Minderverdienst bei zumutba-

rer Tätigkeit mindestens 20 % betrage. Diese Voraussetzung sei vorlie-

gend – bei einem Valideneinkommen von Fr. 58'346.45 (angestammte 

Tätigkeit als Chef de Rang; aufindexiert auf das Jahr 2019) und einem In-

valideneinkommen von Fr. 68'419.40 [recte: Fr. 68'418.40] (gemäss der 

Tabelle der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 2016, Kompe-

tenzniveau 1, Leistungsfähigkeit 100 %, aufindexiert auf das Jahr 2019) – 

nicht erfüllt. Darüber hinaus hielt sie fest, dass kein Anspruch auf Arbeits-

vermittlung bestehe, da bei der Ausübung einer geeigneten Tätigkeit und 

der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz keine wesentlichen gesundheit-

lichen Einschränkungen vorlägen. 

6. Mit separater Verfügung vom 13. November 2019 (und entsprechendem 

Vorbescheid vom 15. August 2019) verneinte die IV-Stelle zudem einen 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Begründend führte sie aus, dass 

A._____ seit dem 1. Mai 2019 und somit noch vor Ablauf der einjährigen 

Wartefrist wieder voll arbeitsfähig sei, weshalb kein Anspruch auf Renten-

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leistungen der Invalidenversicherung bestehe. Diese Verfügung erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft. 

7. Gegen die Verfügung vom 13. November 2019 betreffend die beruflichen 

Massnahmen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 4. De-

zember 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den. Er stellte folgende Anträge: 

1. Die Verfügung vom 13. November 2019 betreffend berufliche Massnah-
men sei aufzuheben und die Angelegenheit sei an die IV-Stelle zurückzu-
weisen, um dem Beschwerdeführer Berufsberatung und berufliche Mass-
nahmen zu gewähren. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-Stelle.

Begründend führte er im Wesentlichen aus, er habe – obwohl der aktuelle 

Einkommensvergleich eine Einbusse von unter 20 % ergebe – Anspruch 

auf Berufsberatung und Umschulung im weiteren Sinne. So seien beim Ein-

kommensvergleich die berufliche Karriere samt den entsprechenden Loh-

nerhöhungen sowie die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer von 

27 Jahren zu berücksichtigen.

8. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Dezember 2019 (Eingang) beantragte 

die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten 

des Beschwerdeführers. Zur Begründung verwies sie primär auf die ange-

fochtene Verfügung vom 13. November 2019. 

9. Mit Replik vom 16. Dezember 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

bisherigen Anträgen fest und er bestätigte seine bisherige Argumentation.

10. Die IV-Stelle verzichtete mit Schreiben vom 10. Januar 2020 auf die Einrei-

chung einer Duplik. 

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Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 13. November 2019 betreffend die berufli-

chen Massnahmen, worin das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers 

abgewiesen wurde (kein Anspruch auf berufliche Massnahmen). Gemäss 

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor 

dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales 

Versicherungsgericht ist das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sowohl örtlich als auch 

sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege [VRG; BR 370.100]). Der Beschwerdeführer ist Adressat der 

angefochtenen Verfügung, weshalb er durch die angefochtene Verfügung 

unmittelbar betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung hat. Er ist demnach zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und form-

gerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten.

2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch 

auf berufliche Massnahmen im Sinne von Berufsberatung und Umschulung 

hat. Unbestritten ist dabei, dass dem Beschwerdeführer in seiner bisheri-

gen Tätigkeit als Servicefachangestellter eine Invalidität droht, dass sich 

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das Valideneinkommen aufindexiert auf das Jahr 2019 auf Fr. 58'346.45 

beläuft, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig ist, dass sich das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE-

Tabelle 2016 und aufindexiert auf das Jahr 2019 auf Fr. 68'418.40 beziffert 

(Tätigkeit im Kompetenzniveau 1) und der aktuelle Invaliditätsgrad minus 

17.26 % beträgt.

3.1. Zunächst gilt es den Anspruch auf Berufsberatung zu prüfen. 

3.2. Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufs-

wahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, An-

spruch auf Berufsberatung. Rechtsprechungsgemäss setzt der Anspruch 

auf Berufsberatung voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufs-

wahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesund-

heitszustands aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, 

berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der 

Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (Urteil des Bundesge-

richts I 564/04 vom 14. April 2005 E.4 m.w.H.). Vorliegend ist weder er-

sichtlich noch wird geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer invali-

ditätsbedingt nicht in der Lage wäre, in Kenntnis seiner Neigungen, beruf-

lichen Fähigkeiten und Möglichkeiten eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 

wählen. Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, dass er eine klare Vorstel-

lung von seinen beruflichen Präferenzen hat. So gab er anlässlich einer 

Besprechung mit der Unfallversicherung vom 23. November 2017 an, dass 

er gerne Kunden- und Gästekontakt habe und eventuell im Verkauf oder 

als Vertreter tätig sein wolle (vgl. IV-act. 22 S. 4 sowie IV-act. 38 S. 4; vgl. 

auch den Bericht betreffend eine Besprechung vom 14. Februar 2019 [IV-

act. 73 S. 19], wonach der Beschwerdeführer unbedingt eine Arbeit mit 

Kundenkontakt haben wolle). Zudem ging er aktiv auf Arbeitssuche und er 

bewarb sich eigeninitiativ für verschiedene Stellen (vgl. IV-act. 73 S. 19; 

vgl. auch Case Report [IV-act. 102] S. 5 f.).

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3.3. Nach dem Gesagten liegt somit kein leistungsspezifischer Invaliditätsfall für 

eine Berufsberatung vor.

4.1. Weiter gilt es zu prüfen, ob die IV-Stelle den Anspruch auf Umschulung zu 

Recht verneint hat. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe – obwohl 

der aktuelle Einkommensvergleich eine Einbusse von unter 20 % ergebe – 

Anspruch auf Umschulung, zumal beim Einkommensvergleich die berufli-

che Karriere samt den entsprechenden Lohnerhöhungen sowie die ge-

samte noch zu erwartende Arbeitsdauer von 27 Jahren zu berücksichtigen 

seien.

4.2. Gemäss Art. 17 IVG hat der Versicherte Anspruch auf Umschulung auf eine 

neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 

ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-

sert werden kann. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist unter 

Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen 

berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor 

Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person 

eine ihrer früheren Erwerbsmöglichkeit annähernd gleichwertige Verdienst-

möglichkeit zu vermitteln (vgl. auch Ziff. 4001 des Kreisschreibens über die 

Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE]). Dabei bezieht sich 

der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das 

Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliede-

rung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (vgl. auch Ziff. 4002 KSBE). In 

der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungs-

zweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach 

den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz 

will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall 

notwendig, aber auch genügend ist. Dabei setzt der Umschulungsanspruch 

grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 20 % in den für die 

versicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch zu-

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mutbaren Erwerbstätigkeiten voraus (vgl. auch Ziff. 4011 KSBE). Hiervon 

kann namentlich bei jungen Versicherten mit entsprechend langer verblei-

bender Aktivitätsdauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne 

Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfs-

arbeiten handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als 

annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (vgl. zum Ganzen Urteil 

des Bundesgerichts 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E.3 m.w.H.; vgl. 

auch Urteile des Bundesgerichts 9C_393/2020 vom 14. Juli 2020 E.2.2 und 

8C_792/2019 vom 28. Februar 2020 E.3.1 m.w.H.). Denn es ist eine Erfah-

rungstatsache, dass in zahlreichen Berufsgattungen der Anfangslohn nach 

Lehrabschluss nicht oder nicht wesentlich höher liegt als gewisse Hilfsar-

beitersaläre, dass er dafür aber in der Folgezeit umso stärker anwächst 

(BGE 124 V 108 E.3b). Mithin ist namentlich die künftige Entwicklung der 

erwerblichen Möglichkeiten zu berücksichtigen (vgl. Ziff. 4012 KSBE).

4.3.1. Vorliegend ist unbestritten, dass dem Beschwerdeführer in seiner bisheri-

gen Tätigkeit als Servicefachangestellter (zuletzt in der Position als Chef 

de Rang) aus gesundheitlichen Gründen eine Invalidität droht. Ausserdem 

steht fest, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der verminderten Belast-

barkeit des oberen Sprunggelenks und der Wirbelsäule nur noch leichte 

wechselbelastende körperliche Tätigkeiten ohne repetitive Arbeiten im 

Knien oder in der Hocke und ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule zu 

100 % zumutbar sind (vgl. Case Report [IV-act. 102] S. 13). Dabei könnte 

er in einer leidensadaptierten Tätigkeit gestützt auf die LSE-Tabelle 2016 

und aufindexiert auf das Jahr 2019 ein Invalideneinkommen von unbestrit-

ten Fr. 68'418.40 erzielen (Tätigkeit im Kompetenzniveau 1), wobei er im 

angestammten Beruf bzw. in der bisherigen Tätigkeit als Servicefachange-

stellter ein erheblich tieferes Einkommen erzielte (vgl. vorstehende Erwä-

gung 2). Dasselbe gilt mit Blick auf die per 1. Juni 2019 vom Beschwerde-

führer angetretene, befristete Tätigkeit als technischer Assistent im Hotel 

B._____ in C._____ (vgl. IV-act. 88 und beschwerdeführerische Akten [Bf-

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act.] 7), welche im Übrigen ohnehin nicht leidensadaptiert sein dürfte. Der 

Beschwerdeführer könnte also auch ohne Umschulungsvorkehren ein 

gleichwertiges Verdienstniveau erreichen. 

4.3.2. Soweit der Beschwerdeführer nun allerdings geltend macht, er habe An-

spruch auf Umschulung, zumal beim Einkommensvergleich die berufliche 

Karriere samt den entsprechenden Lohnerhöhungen sowie die gesamte 

noch zu erwartende Arbeitsdauer von 27 Jahren zu berücksichtigen seien, 

gilt es folgendes festzuhalten:

Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts ist nicht ersichtlich, dass der 

Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf als Servicefachange-

stellter Karriere gemacht und sein Einkommen stetig verbessert hätte (vgl. 

Beschwerde Ziff. 17). Zwar ist seinem Lebenslauf zu entnehmen, dass er 

nach dem Abschluss seiner Lehre zum Hotelfachmann im Jahr 2001 als 

Servicefachangestellter bzw. von März 2002 bis November 2006 (jeweils 

während der Sommersaison) und ab Juni 2016 als Chef de Rang tätig war 

(vgl. Bf-act. 2). Dem Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwer-

deführers ist allerdings zu entnehmen, dass sein Einkommen ab dem Jahr 

2011 stets in etwa gleich hoch blieb (vgl. IV-act. 47). 

Abgesehen davon, dass der Lebenslauf des Beschwerdeführers nicht auf 

eine lohnwirksame Karriere im angestammten Beruf hindeutet, legt er zu-

dem nicht dar, welche Aufstiegsmöglichkeiten und Einkommensentwicklun-

gen ihm im Gastronomiebereich konkret in Aussicht gestanden hätten bzw. 

ob er dabei das gestützt auf die LSE-Tabelle ermittelte Invalideneinkom-

men von unbestritten Fr. 68'418.40 derart übertroffen hätte, dass nicht 

mehr von einer gleichwertigen Verdienstmöglichkeit gesprochen werden 

könnte (vgl. dazu vorstehende Erwägung 4.2). Jedenfalls vermag der pau-

schale Hinweis des Beschwerdeführers auf die Lohnentwicklung gemäss 

L-GAV (vgl. Beschwerde Ziff. 17) nicht zu genügen. Zudem hätte er 

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gemäss Art. 10 Abs. 1 L-GAV früher oder später eine Berufsprüfung 

gemäss Art. 27 lit. a des Bundesgesetzes über die Berufsbildung (BBG; 

SR 412.10) ablegen müssen, um einen höheren Monatslohn als den beim 

E._____ in F._____ zuletzt erzielten Verdienst zu realisieren. Konkrete In-

dizien dafür, dass er eine entsprechende (oder eine andere) Weiterbildung 

absolviert bzw. ins Auge gefasst hätte (vgl. dazu Urteile des Bundesge-

richts 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E.4.1 und 9C_704/2010 vom 

31. Januar 2011 E.3.2), bestehen jedoch keine. Auch bringt der Beschwer-

deführer nichts vor, was darauf schliessen liesse, dass erfahrenen Chefs 

de Rang bzw. Servicefachangestellten wesentlich besser bezahlte Tätig-

keiten offen stünden (vgl. hierzu wiederum Urteil des Bundesgerichts 

8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 E.4.1), herrscht in der Gastronomie 

doch allgemein ein tiefes Einkommensniveau (vgl. LSE-Tabelle 2016, Wirt-

schaftszweig 55-56, Medianwert Fr. 4'337.-- [vgl. IV-act. 101 S. 2]).

Im Übrigen erscheint die nicht weiter belegte Behauptung des Beschwer-

deführers, wonach er in der angestammten Tätigkeit mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit weitere Karriereschritte mit der entsprechenden Er-

höhung des Verdienstes gemacht hätte (vgl. Beschwerde Ziff. 19), akten-

widrig. So gab der Beschwerdeführer gegenüber dem Unfallversicherer am 

23. November 2017, d.h. rund fünf Monate nach seinem ersten Unfall, an, 

er wolle aufgrund seines Alkoholleidens beruflich weg von der Gastrono-

mie; denn der manchmal hektische Betrieb in der Gastronomie führe zu 

nervlichem Stress und die Gäste würden Alkohol konsumieren, was ihn 

zum Mittrinken animiere (vgl. IV-act. 22 S. 4; vgl. auch Case Report [IV-

act. 38] S. 4). Entfällt nun aber eine lohnwirksame, berufliche Weiterent-

wicklung im angestammten Beruf unabhängig von den hier massgebenden 

invalidisierenden Gesundheitsschäden, kann das Fehlen einer solchen 

auch nicht im Rahmen der Invalidenkarriere geltend gemacht werden – 

selbst wenn die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer wesentlich 

wäre. 

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4.3.3. Schliesslich gilt es der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass hinsichtlich 

des Invalideneinkommens nicht von vornherein gesagt werden kann, der 

Beschwerdeführer könnte aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkun-

gen zwangsläufig nur unqualifizierte Hilfsarbeiten ausführen. Nach Auffas-

sung des streitberufenen Gerichts stünden ihm angesichts seiner langjäh-

rigen Berufserfahrung mit Kundenkontakt in der Gastronomie und in 

Berücksichtigung seiner Interessen (vgl. dazu vorstehende Erwägung 3.2) 

namentlich qualitativ gehaltvolle Tätigkeiten im touristischen Bereich 

(bspw. Reiseberatung oder Tourismusinformation) oder im Detailhandel 

(bspw. Kundenberatung) offen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

9C_393/2020 vom 14. Juli 2020 E.3.2). 

4.3.4. Nach dem Gesagten kann auch bei mittel- bis langfristiger Betrachtungs-

weise von einer finanziellen Gleichwertigkeit zwischen einer Tätigkeit im 

Kompetenzniveau 1 und der angestammten Tätigkeit als Servicefachange-

stellter bzw. Chef de Rang ausgegangen werden (vgl. dazu BGE 124 V 108 

E.3c und Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2017 vom 11. Januar 2018 

E.4.3). Es rechtfertigt sich vorliegend daher nicht – auch nicht unter Berück-

sichtigung des noch relativ jungen Alters des Beschwerdeführers und der 

damit verbleibenden voraussichtlich langen Aktivitätsdauer –, vom Erfor-

dernis einer Mindesterwerbseinbusse von rund 20 % abzuweichen. Die IV-

Stelle hat den Anspruch auf Umschulung somit zu Recht verneint.

5. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, weshalb 

sie abzuweisen ist. 

6. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig (vgl. Art. 83 ATSG). Die 

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Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend 

rechtfertigt es sich, die Kosten auf Fr. 700.-- festzulegen. Diese sind vom 

unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Der 

obsiegenden IV-Stelle steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu 

(vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]