# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30f279e7-12e7-5701-9322-ecb2b3e1323d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.09.2020 720 20 59/224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-59-224_2020-09-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 

vom 11. September 2020 (720 20 59 / 224) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Taggeldanspruch. Abgrenzung der erstmaligen beruflichen Ausbildung (Art. 16 IVG) von 

der Umschulung (Art. 17 IVG). Das während der beruflichen Erstausbildung erwirtschaf-

tete Einkommen kann bei der Beurteilung, ob während sechs Monaten ein ökonomisch 

relevantes Einkommen erzielt worden ist, nicht berücksichtigt werden. 

  

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Daniela Buser 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Taggeld 
 
 

 

A.a Der 1997 geborene A.____ absolvierte eine Ausbildung zum Logistiker. Diese Ausbil-

dung schloss er im Sommer 2016 mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) erfolgreich ab 

und trat anschliessend eine Anstellung als Logistiker/Hilfsgipser im elterlichen Betrieb an. Am 

28. Oktober 2016 rückte er in die Rekrutenschule (RS) ein. In der dritten Woche des Militär-

dienstes traten bei A.____ belastungsbedingte Rückenbeschwerden auf, weshalb er am 

9. Dezember 2016 vorzeitig aus dem Dienst entlassen wurde. In der Folge wurde ihm ab dem 

 
 
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10. Dezember 2016 eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100 Prozent in der Tätigkeit als Lo-

gistiker/Hilfsgipser attestiert.  

 

A.b Unter Hinweis auf die seit dem Militärdienst bestehenden Rückenbeschwerden melde-

te sich A.____ im Juni 2017 zum Leistungsbezug bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-

rung (IV) an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) prüfte in der Folge einen Anspruch des 

Versicherten auf berufliche Massnahmen. Gestützt auf ihre Abklärungen lehnte die IV-Stelle 

nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 11. Januar 2019 einen An-

spruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen ab. Gegen diese Verfügung erhob A.____ 

am 14. Februar 2019 Beschwerde am Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung 

Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte, es seien ihm in Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung berufliche Massnahmen, namentlich eine Umschulung, zuzusprechen. 

Mit Urteil vom 29. August 2019 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde des Versicherten gut 

und wies die Angelegenheit zur Vornahme von weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurück. 

Die IV-Stelle habe die Frage, ob dem Versicherten die angestammte Tätigkeit als Logistiker 

noch zumutbar sei, ungenügend abgeklärt. Sie wurde deshalb angewiesen, die beruflichen Tä-

tigkeitsfelder, die dem Versicherten im erlernten Beruf als Logistiker EFZ aufgrund des ärztlich 

formulierten Belastungsprofils noch möglich sind, genauer abzuklären (720 19 52). 

 

A.c Im Rahmen dieser Abklärungen fand vom 27. Januar 2020 bis 23. Februar 2020 eine 

Evaluation der beruflichen Möglichkeiten in der B.____ statt. Für die Dauer der beruflichen 

Massnahme wurde A.____ mit Verfügung vom 20. Dezember 2019 für den Zeitraum vom 

3. Februar 2020 bis 1. März 2020 ein kleines Taggeld in der Höhe von Fr. 122.10 zugespro-

chen. Gegen diese Verfügung führte A.____ am 3. Februar 2020 Beschwerde ans Kantonsge-

richt.  

 

Am 27. Januar 2020 erliess die IV-Stelle eine berichtigte Verfügung, mit der sie die Verfügung 

vom 20. Dezember 2019 ersetzte. Darin sprach sie A.____ wiederum ein kleines Taggeld in der 

Höhe von Fr. 122.10 zu, nunmehr jedoch für den korrekten Zeitraum vom 27. Januar 2020 bis 

23. Februar 2020.  

 

B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 27. Februar 2020 ebenfalls Beschwerde am 

Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei ihm in teilweiser Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung ein Taggeld im Betrag von Fr. 136.75 zuzusprechen. Diesen Antrag begründete er da-

mit, dass er nach Abschluss seiner Ausbildung eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und demzu-

folge Anspruch auf das grosse Taggeld in der Höhe von 80 Prozent desjenigen Erwerbsein-

kommens habe, welches er vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Rahmen seiner Tätigkeit 

als Logistiker/Hilfsgipser erzielt hatte. 

 

C. Mit prozessleitender Verfügung vom 10. März 2020 erkannte das Kantonsgericht, dass 

das hängige Beschwerdeverfahren nunmehr mit der Verfügung der IV-Stelle vom 27. Januar 

2020 als Anfechtungsobjekt fortgeführt wird. 

 

 
 
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D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 12. März 2020 auf Abweisung der Be-

schwerde. Sie begründete ihren Antrag damit, dass der Versicherte nach Abschluss seiner Be-

rufslehre nicht während mehr als sechs Monaten ein ökonomisch relevantes Erwerbseinkom-

men im erlernten Beruf erzielt habe. Folglich seien die Voraussetzungen nicht erfüllt, um die 

berufliche Eingliederungsmassnahme als Umschulung zu qualifizieren. Bei der Abklärung in der 

B.____ handle es sich vielmehr um eine Massnahme im Rahmen einer erstmaligen beruflichen 

Ausbildung, weshalb lediglich Anspruch auf das kleine Taggeld bestehe. 

 

E. In der Replik vom 27. Mai 2020 hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen an den 

Ausführungen in der Beschwerde vom 3. Februar 2020 fest. In Ergänzung dazu führte er an, 

dass er ein ökonomisch relevantes Einkommen erzielt habe, zumal auch Lehrlingslöhne in die-

se Beurteilung miteinzubeziehen seien. Selbst wenn er das massgebende Einkommen nicht 

erreicht hätte, bestehe dennoch ein Anspruch auf das grosse Taggeld, da feststehe, dass er 

ohne invaliditätsbedingte Eingliederung ein Einkommen in der Höhe von drei Vierteln der mini-

malen vollen einfachen ordentlichen Invalidenrente verdienen würde. Ohnehin habe der Versi-

cherte auch aufgrund der Besitzstandswahrung Anspruch auf das grosse Taggeld, da das Tag-

geld der IV im Betrag mindestens jenem entsprechen müsse, welches er zuvor von der Militär-

versicherung erhalten hatte. 

 

F. Mit Duplik vom 23. Juni 2020 führte die IV-Stelle aus, dass ein ökonomisch relevantes 

Erwerbseinkommen während mindestens sechs Monaten nach Abschluss der Ausbildung er-

zielt werden müsse, was vorliegend jedoch nicht erfolgt sei. Zudem könne aus den von der Mili-

tärversicherung ausgerichteten Taggeldern kein Besitzstand abgeleitet werden, da diese ihre 

Leistungen bereits per 31. Dezember 2017 eingestellt habe. 

 

 

Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 

vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-

rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 

Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-

keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 

über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-

teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 

Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit sachlich zur Behand-

lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Be-

schwerde des Versicherten vom 27. Februar 2020 ist demnach einzutreten. 

 

1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die Präsidentin der Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch 

Präsidialentscheid. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch des Ver-

sicherten auf ein grosses Taggeld der IV in der Höhe von Fr. 136.75 während einer Dauer von 

28 Tagen. Da ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Januar 2020 lediglich ein kleines Tag-

 
 
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geld in der Höhe von Fr. 122.10 zugesprochen hat, entspricht der Streitwert vorliegend der Dif-

ferenz zwischen dem grossen und dem kleinen Taggeld, welches während 28 Tagen auszurich-

ten wäre und damit Fr. 410.20 ([28 × Fr. 122.10] - [28 × Fr. 136.75]). In Anbetracht der Höhe 

dieses Betrages ist die präsidiale Zuständigkeit gegeben.  

 

2. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob der Beschwerdeführer für die Dauer der Abklä-

rungen in der B.____ Anspruch auf ein grosses Taggeld, oder ob ihm die IV-Stelle in der ange-

fochtenen Verfügung vom 27. Januar 2020 zu Recht ein lediglich kleines Taggeld zugespro-

chen hat. 

 

3.1 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG 

Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er-

werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 

zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ein-

zelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen laut Art. 8 

Abs. 3 lit. b IVG unter anderen in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be-

rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe). 

 

3.2  Gemäss Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und 

denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfang 

zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den 

Fähigkeiten des Versicherten entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt nach Art. 5 

Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 jede Berufs-

lehre oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mit-

tel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die 

Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte. Der erstmaligen beruflichen Ausbildung gleichgestellt 

ist laut Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG die berufliche Neuausbildung invalider Versicherter, die nach 

dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit 

aufgenommen haben.  

 

3.3  Nach Art. 17 Abs. 1 IVG haben Versicherte hingegen Anspruch auf Umschulung auf 

eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch 

die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann. Unter Umschulung 

im Sinne von Art. 17 IVG ist rechtsprechungsgemäss grundsätzlich die Summe der Eingliede-

rungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor 

Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren 

Erwerbstätigkeit annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (Urteil des Bundes-

gerichts vom 5. August 2010, 9C_244/2010, E. 3.1). 

 

4.1 Versicherte haben während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach 

Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgen-

den Tagen wegen der Massnahme verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer ge-

wohnten Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent arbeitsunfähig sind (Art. 22 Abs. 1 IVG). Versicher-

te in der erstmaligen beruflichen Ausbildung und Versicherte, die das 20. Altersjahr noch nicht 

 
 
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vollendet haben und noch nicht erwerbstätig gewesen sind, haben Anspruch auf ein Taggeld, 

wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit ganz oder teilweise einbüssen (Art. 22 Abs. 1bis IVG). Das Tag-

geld besteht nach Art. 22 Abs. 2 IVG aus einer Grundentschädigung, auf die alle Versicherten 

Anspruch haben, und einem Kindergeld für Versicherte mit Kindern. Die Grundentschädigung 

beträgt gemäss Art 23 Abs. 1 IVG 80 Prozent des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung 

erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr als 80 Prozent des Höchstbetrages des Tag-

geldes nach Art. 24 Abs. 1 IVG (sog. grosses Taggeld). Der Maximalbetrag entspricht laut 

Art. 24 Abs. 1 IVG dem Höchstbetrag des versicherten Tagesverdienstes nach dem Bundesge-

setz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung. Für Versicherte in der erstmaligen berufli-

chen Ausbildung und für Versicherte, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben und 

noch nicht erwerbstätig gewesen sind, beträgt die Grundentschädigung nach Art. 23 Abs. 2bis 

IVG dagegen höchstens 30 Prozent des Höchstbetrages des Taggeldes nach Art. 24 Abs. 1 

IVG (sog. kleines Taggeld), wobei der Bundesrat ermächtigt wird, die Höhe der Grundentschä-

digung festzusetzen. Gestützt auf diese Norm hat der Verordnungsgeber in Art. 22 Abs. 1 IVV 

das Taggeld von Versicherten in der erstmaligen beruflichen Ausbildung sowie von Versicher-

ten vor dem vollendeten 20. Altersjahr, die noch nicht erwerbstätig gewesen sind und sich me-

dizinischen Eingliederungsmassnahmen unterziehen, auf 10 Prozent des Höchstbetrages des 

Taggeldes nach Art. 24 Abs.1 IVG festgesetzt. 

 

4.2  Im Hinblick auf die Beantwortung der Frage, ob während der Dauer einer beruflichen 

Eingliederungsmassnahme Anspruch auf das «grosse Taggeld» besteht oder ob das «kleine 

Taggeld» zur Ausrichtung gelangt, kommt demnach der Qualifikation der Eingliederungsmass-

nahme ausschlaggebende Bedeutung zu. Daher ist es unerlässlich, die Leistungsansprüche 

nach Art. 16 IVG (erstmalige berufliche Ausbildung) und 17 IVG (Umschulung) voneinander 

abzugrenzen. Diesbezüglich kommt es entscheidend darauf an, ob die versicherte Person vor 

Beginn der Eingliederungsmassnahme bereits effektiv erwerbstätig war oder nicht (BGE 

118 V 7 E. 1c/aa), wobei nach der Praxis nur eine ökonomisch relevante Erwerbstätigkeit in 

Betracht fällt (BGE 110 V 263 E. 1a mit Hinweisen; Kreisschreiben über die Eingliederungs-

massnahmen beruflicher Art [KSBE], Stand am 1. Januar 2020, Rz. 3005.1). Eine solche liegt 

vor, wenn die versicherte Person bereits während sechs Monaten drei Viertel der minimalen 

vollen einfachen ordentlichen Invalidenrente erzielte und dieses Einkommen invaliditätsbedingt 

verlor (BGE 110 V 263 E. 1c, d und e). Für das Jahr 2020 betrug dieser Richtwert Fr. 889.-- pro 

Monat (drei Viertel von Fr. 1‘185.-- [Art. 37 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 5 AHVG in 

der Fassung gemäss Verordnung 20 vom 13. November 2019 über Anpassungen an die Lohn- 

und Preisentwicklung bei der AHV/IV/EO]). Aus dem Gesagten folgt, dass nur diejenige berufli-

che Ausbildung als Umschulung gelten und damit unter Art. 17 IVG fallen kann, welche die In-

validenversicherung einer schon vor Eintritt der Invalidität – im Sinne des für die Eingliede-

rungsmassnahme spezifischen Versicherungsfalles – erwerbstätig gewesenen versicherten 

Person nach dem Eintritt der Invalidität und wegen dieser Invalidität schuldet (Urteil des Bun-

desgerichts vom 11. Mai 2007, I 548/06, E. 4.4; ULRICH MEYER-BLASER, Zum Verhältnismässig-

keitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Bern 1985, S. 168, Fn. 734). Ein im Sinne der 

Rechtsprechung ökonomisch relevantes Einkommen muss daher nicht nur vor Beginn der Ein-

gliederungsmassnahme, sondern vor Eintritt der Invalidität im Sinne des spezifischen Versiche-

rungsfalles erzielt worden sein. Nur auf diese Weise wird - vorbehältlich Art. 6 Abs. 2 IVV, wel-

 
 
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cher bei invaliditätsbedingtem Abbruch einer erstmaligen beruflichen Ausbildung die neue be-

rufliche Ausbildung unter den dort näher umschriebenen Voraussetzungen der Umschulung 

gleichstellt - eine Abgrenzung der Umschulung nach Art. 17 IVG einerseits von der beruflichen 

Neuausbildung nach Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG andererseits erreicht (BGE 118 V 7 E. 1c/cc). Die-

se vom damaligen Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG; heute: Bundesgericht, sozial-

rechtliche Abteilungen] entwickelte Rechtsprechung ist auch unter dem Geltungsbereich der 

zwischenzeitlich mehrfach revidierten Gesetzgebung, insbesondere dem seit 2008 in Kraft ste-

henden Art. 22 Abs. 1bis IVG, weiterhin sinngemäss anwendbar (ULRICH MEYER/MARCO 

REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, 

zu Art. 22, Rz. 9).  

 

5.1 Aufgrund der vorliegenden Akten stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie folgt 

dar: Der Versicherte hat seine Ausbildung zum Logistiker EFZ im Sommer 2016 erfolgreich ab-

geschlossen. Nach dem Abschluss der Berufslehre trat er per 1. August 2016 eine Anstellung 

als Logistiker/Hilfsgipser im elterlichen Betrieb an. Es handelte sich dabei gemäss Arbeitsver-

trag vom 1. August 2016 (act. 3) um eine unbefristete Anstellung zu einem Monatslohn von 

Fr. 4‘800.--. Am 28. Oktober 2016 rückte der Versicherte in die RS ein. In der dritten Woche des 

Militärdienstes traten belastungsbedingte Rückenbeschweren auf, woraufhin der Versicherte 

am 9. Dezember 2016 vorzeitig aus dem Dienst entlassen wurde.  

 

5.2 Dr. med. C.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, erhob im Sprechstun-

denbericht vom 31. Januar 2017 (act. 12.1, S. 70 f.) anlässlich der Erstkonsultation die Diagno-

se einer akuten Lumbalgie bei fehlender radikulärer Reiz- oder sensomotorischer Ausfallsymp-

tomatik, welche unter körperlicher Belastung während der RS aufgetreten sei. Die Magnetreso-

nanztomographie (MRT) vom 19. Januar 2017 habe kleine Risse des Anulus fibrosus auf der 

Höhe des Lendenwirbelkörpe (LWK) 5 bzw. des Sakralwirbelkörpers (SWK) 1 gezeigt, jedoch 

keine relevante Bandscheibenherniation. Im weiteren Verlauf bildete sich eine Reizsymptomatik 

der Wurzel S1 rechtsseitig aus (act. 12.1, S. 56 f.) und es kam zu einer Chronifizierung der 

Lumbalgie (act. 22). Demzufolge wurde dem Versicherten ab dem 10. Dezember 2016 eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten wie jener als Logisti-

ker/Hilfsgipser attestiert. Mit Bericht vom 19. Juli 2017 (act. 14) an die IV-Stelle formulierte 

Dr. C.____ erstmals ein Zumutbarkeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit. Danach sei dem 

Versicherten eine wechselbelastende Tätigkeit mit Sitzen, Gehen und Stehen und dem Heben 

von Gewichten bis maximal fünf Kilogramm zu 100 Prozent zumutbar. Die Gewichtslimite in 

einer leidensadaptierten Tätigkeit wurde derweilen auf zehn Kilogramm erhöht (act. 50).  

 

5.3 Mit Urteil des Kantonsgerichts vom 29. August 2019 (720 19 52) wurde die IV-Stelle 

angewiesen, weitere Abklärungen im Zusammenhang mit der Frage, welche beruflichen Tätig-

keitsfelder dem Versicherten aufgrund des ärztlich formulierten Belastbarkeitsprofils im erlern-

ten Beruf als Logistiker EFZ noch möglich sind, vorzunehmen. Zu diesem Zweck sowie zur Prü-

fung alternativer Berufe fand vom 27. Januar 2020 bis 23. Februar 2020 ein Aufenthalt in der 

B.____ statt.  

 

 
 
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6.1 Der Beschwerdeführer macht nunmehr geltend, dass er für die Dauer der beruflichen 

Massnahme in der B.____ Anspruch auf das grosse Taggeld hat. Dieser Auffassung kann nicht 

gefolgt werden, wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt. 

 

6.2 Anspruch auf Ausrichtung des grossen Taggelds haben – wie vorstehend in Erwägung 

4.1 und 4.2 erwähnt – nur diejenigen Versicherten, welche bereits in ökonomisch relevantem 

Umfang einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sind. Ein ökonomisch relevantes Erwerbsein-

kommen liegt vor, wenn während sechs Monaten ein Einkommen in der Höhe von mindestens 

drei Vierteln der minimalen vollen einfachen ordentlichen Invalidenrente erwirtschaftet wurde 

und dieses aufgrund der Invalidität verloren ging. Für das Jahr 2020 betrug dieser Richtwert 

Fr. 889.-- pro Monat. 

 

6.3.1 Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer seine Ausbildung zum Logistiker 

EFZ im Sommer 2016 erfolgreich abgeschlossen hat. Soweit der Beschwerdeführer gestützt auf 

BGE 110 V 263 geltend macht, auch Lehrlingslöhne seien als ökonomisch relevantes Einkom-

men zu berücksichtigen, kann ihm im vorliegenden Fall nicht gefolgt werden. Grundsätzlich 

kann ein während einer Berufslehre erzieltes Einkommen im Einzelfall zwar von ökonomischer 

Relevanz sein, worauf der Beschwerdeführer zu Recht hingewiesen hat. Jedoch gilt es zu be-

rücksichtigen, dass es bei der Abgrenzung der Leistungsansprüche nach Art. 16 und 17 IVG 

rechtsprechungsgemäss massgeblich darauf ankommt, ob der Versicherte nach Abschluss sei-

ner erstmaligen beruflichen Ausbildung jemals ein ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen 

erzielt hat (Urteil des EVG vom 23. Februar 1999 i.Sa. G., in: AHI-Praxis 4/2000, S. 189; 

MEYER/REICHMUTH, a.a.O., zu Art. 17, Rz. 9). Dies entspricht mithin dem Wortlaut von Art. 6 

Abs. 1 IVV, wonach als Umschulung insbesondere diejenigen Ausbildungsmassnahmen gelten, 

welche nach Abschluss der erstmaligen beruflichen Ausbildung aufgrund der Invalidität zur Er-

haltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigt werden. Zusätzlich zu dieser Voraus-

setzung muss der ökonomisch relevante Verdienst während sechs Monaten vor Beginn der 

Eingliederungsmassnahme und vor Eintritt der Invalidität im Sinne des für die Massnahme spe-

zifischen Versicherungsfalles erzielt worden sein (vgl. Erwägung 4.2 hiervor). Nur auf diese 

Weise kann eine klare Abgrenzung der Umschulung (Art. 17 IVG) von der erstmaligen berufli-

chen Ausbildung (Art. 16 IVG) und insbesondere der beruflichen Neuausbildung gemäss Art. 16 

Abs. 2 lit. b IVG erreicht werden. 

 

6.3.2 Aus dem Gesagten resultiert für den vorliegenden Fall, dass das während der erstma-

ligen beruflichen Ausbildung zum Logistiker EFZ erzielte Einkommen nicht berücksichtigt wer-

den kann. Schliesslich ist eine Anrechnung des Erwerbseinkommens erst nach Abschluss der 

beruflichen Erstausbildung möglich. Der Versicherte war im Anschluss an seine Berufslehre ab 

dem 1. August 2016 als Logistiker/Hilfsgipser im elterlichen Betrieb angestellt, wobei er einen 

monatlichen Verdienst von Fr. 4'800.-- erzielte. In Anbetracht der Lohnsumme ist dem Be-

schwerdeführer insoweit zuzustimmen, als dass er für die Monate August 2016 bis Oktober 

2016, also für die Dauer von drei Monaten, ein ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen 

ausweisen kann. Da jedoch rechtsprechungsgemäss eine Dauer von sechs Monaten verlangt 

wird, während der das ökonomisch relevante Erwerbseinkommen erwirtschaftet worden sein 

muss und der Beschwerdeführer am 28. Oktober 2016 in die RS eintrat, während der er 

 
 
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schliesslich arbeitsunfähig wurde, genügt das bis dahin erzielte Einkommen nicht, um einen 

Anspruch auf das grosse Taggeld zu begründen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der 

Beschwerdeführer – selbst bei Berücksichtigung eines gegebenenfalls ökonomisch relevanten 

Einkommens aus der Erwerbsersatzversicherung für den Zeitraum während des Militärdienstes 

vom 28. Oktober 2016 bis 9. Dezember 2016 – die notwendige Dauer von sechs Monaten nicht 

erreicht. 

 

6.4 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, dass er selbst bei Nichterzielen 

eines während sechs Monaten ökonomisch relevanten Erwerbseinkommens Anspruch auf das 

grosse Taggeld habe. Schliesslich seien nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in 

BGE 110 V 263 E. 1e jene Fälle gleichzustellen, in denen der Versicherte zwar weniger als 

sechs Monate erwerbstätig gewesen sei, aber aufgrund der gesamten Verhältnisse mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit feststehe, dass er ohne invaliditätsbedingte Eingliederung ein 

Einkommen in der Höhe von drei Vierteln der minimalen vollen einfachen ordentlichen Invali-

denrente verdienen würde. Er verkennt dabei jedoch, dass das Bundesgericht diese Praxis an-

gesichts der am 1. Juli 1987 in Kraft getretenen revidierten gesetzlichen Vorschriften über den 

Taggeldanspruch aufgab und eine bloss hypothetisch ausgeübte Erwerbstätigkeit nicht mehr 

ausreicht, um den Anspruch auf ein grosses Taggeld zu begründen (BGE 118 V 7 E. 1c/bb; 

MEYER/REICHMUTH, a.a.O., zu Art. 17, Rz. 8). Diese Rüge erweist sich damit als unbegründet.  

 

6.5 Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Besitzstandswahrung beruft, übersieht er, 

dass gemäss Art. 24 Abs. 4 IVG das Taggeld der IV nur dann mindestens dem bisher bezoge-

nen Taggeld der Unfallversicherung zu entsprechen hat, wenn bis zur Eingliederung Anspruch 

auf ein Taggeld nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) bestand. Da die 

Militärunfallversicherung ihre Leistungen vorliegend per 31. Dezember 2017 eingestellt hatte 

(act. 18, S. 2 f.), bestand bereits im Zeitpunkt der Anmeldung bei der IV im Juni 2017 kein An-

spruch auf Ausrichtung dieser Taggelder mehr. Im Zeitraum vom 27. Januar 2020 bis 

23. Februar 2020, während dem der Beschwerdeführer an der Eingliederungsmassnahme teil-

nahm, war die Militärversicherung längst nicht mehr leistungspflichtig. Die Voraussetzungen der 

Besitzstandsgarantie sind demzufolge nicht erfüllt. 

 

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nach dem Abschluss 

seiner Berufslehre und vor dem Eintritt der Invalidität bzw. vor dem Beginn der Eingliederungs-

massnahme lediglich während drei Monaten (August 2016 bis Oktober 2016) ein anrechenba-

res, ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen erzielt hat. Folglich sind die Voraussetzungen, 

damit die berufliche Massnahme der B.____ als Umschulung im Sinne von Art. 17 IVG qualifi-

ziert werden kann, nicht erfüllt. Vielmehr handelt es sich bei der Abklärung in der B.____ um 

eine berufliche Massnahme im Rahmen der erstmaligen beruflichen Ausbildung. Die IV-Stelle 

hat dem Versicherten mit Verfügung vom 27. Januar 2020 deshalb zu Recht lediglich ein klei-

nes Taggeld zugesprochen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich damit als unbe-

gründet und ist abzuweisen. 

 

8.1 Abschliessend bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind 

Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

 
 
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Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 

VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Präsidi-

alentscheiden wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand ent-

standen ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 

Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 400.-- fest. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegen-

de Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Nachdem der Beschwerdefüh-

rer einen Kostenvorschuss von Fr. 800.-- bezahlt hat, ist ihm der zu viel geleistete Betrag in der 

Höhe von Fr. 400.-- zurückzuerstatten. 

 

8.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle.  

 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- werden dem Beschwer-

deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 

von Fr. 800.-- verrechnet. 

Dem Beschwerdeführer wird der zu viel geleistete Kostenvorschuss in 

der Höhe von Fr. 400.-- zurückerstattet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.