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**Case Identifier:** a29ce65f-9928-5859-bc98-9d9497848c6b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.04.2024 IV 2021/102
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-102_2024-04-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/102

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.09.2024

Entscheiddatum: 29.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 29.04.2024
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG: Gerichtsgutachten; die 
Gutachter attestieren eine Arbeitsfähigkeit von 69 % (6 von 8 Stunden tägl.). 
Unter Berücksichtigung der Normalarbeitszeit ergibt sich eine 
Arbeitsfähigkeit von 66 %. Neben dem krankheitsbedingten 
Pausenmehrbedarf sind keine weiteren ordentlichen Pausen zu 
berücksichtigen. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Der 
Einkommensvergleich ergibt unter Gewährung eines Tabellenlohnabzugs 
von 10 % einen Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2024, IV 
2021/102). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_343/2024.

Entscheid vom 29. April 2024

Besetzung

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), 

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und Marie Löhrer; 

Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2021/102

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Zürcherstrasse 310, Postfach, 

8501 Frauenfeld,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 13. Mai 2009 erstmals wegen 

seit 2007 bestehenden Schwindelattacken bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 4). Dieses Gesuch wies die IV-Stelle in Würdigung eines 

psychiatrischen Gutachtens des forensischen Dienstes der St. Gallischen Psychiatrie-

Dienste B.___ vom 8. April 2011 (IV-act. 56) mit Verfügung vom 2. Mai 2012 ab (IV-

act. 83). Das Versicherungsgericht wies mit Entscheid vom 26. Februar 2014 eine 

gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde ab (Verfahren IV 2012/213, IV-act. 106).

A.a. 

Auf ein neues Gesuch vom 30. März 2015 (IV-act. 111) trat die IV-Stelle mit 

Verfügung vom 19. April 2016 nicht ein (IV-act. 135). Hiergegen erhob der Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler, am 20. Mai 2016 Beschwerde (IV-

act. 139), welche das Versicherungsgericht am 1. Dezember 2017 guthiess, soweit es 

darauf eintrat, die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zur Behandlung des 

Gesuchs vom 30. März 2015 an die IV-Stelle zurückwies (Verfahren IV 2016/168; IV-

act. 148). Die IV-Stelle aktualisierte die medizinischen Unterlagen und beauftragte das 

Interdisziplinäre Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des 

Universitätsspitals Zürich USZ sowie Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und 

A.b. 

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Psychotherapie, mit einer polydisziplinären Begutachtung (Neurologie, 

Otorhinolaryngologie, Psychiatrie, IV-act. 169, 171).

Im otorhinolaryngologischen Gutachten des USZ vom 24. Januar 2020 

(Druckdatum; Dr. med. D.___ und Dr. med. E.___, Oberarzt und Oberärztin der Klinik für 

Ohren-, Nasen-. Hals- und Gesichtschirurgie, Prof. Dr. med. F.___, leitender Arzt, Klinik 

für Neurologie; Untersuchungen 15. und 18. Oktober 2019; IV-act. 181) wurden ein 

Large vestibular aqueduct Syndrom (LAS) links (EM 2007, ED 10/2013) mit/bei: an 

Taubheit grenzender Schwerhörigkeit links, leichtgradiger sensorineuraler 

Schwerhörigkeit rechts mit Aggravationstendenz, subjektiv rezidivierenden 

Drehschwindelattacken, aktuell am ehesten sekundär funktionell bedingt, und 

dekompensiertem Tinnitus, der Verdacht auf Spannungskopfschmerzen (ED 11/2019) 

sowie der Verdacht auf dissoziative Krampfanfälle diagnostiziert bzw. erhoben (IV-

act. 181-9). Die Gutachter kamen zum Schluss, wegen der mit den Schwindelattacken 

verbundenen Gefahren sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr möglich. Hingegen seien 

Arbeiten ohne Gefahr von Stürzen oder Verletzungen, in ruhiger Umgebung und mit 

regelmässigen, zum Teil auch mehrminütigen spontanen Pausen mit einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 % (netto 4,25 h / Tag) zumutbar. Seit 2007 hätten sich aus 

otorhinolaryngologischer und neurologischer Sicht in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 

keine wesentlichen neuen Aspekte ergeben (IV-act. 181-12 f.).

A.c. 

Das psychiatrische Teilgutachten (Untersuchung am 20. September 2019) wurde 

(erst) am 22. Dezember 2020 erstattet. Der Gutachter stellte einzig die Diagnose eines 

schädlichen Gebrauchs von Alkohol (ICD-10: F10.1) ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 182-26). Er hielt fest, es liege ein aufgrund der Vestibulopathie 

im Jahr 2007 entstandenes sogenanntes abnormes Krankheitsverhalten vor (IV-

act. 182-27 f.). Das Beschwerdebild sei nicht authentisch (IV-act. 182-33, 45). Der 

Versicherte sei in der bisherigen und in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig 

und es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten aus psychiatrischer Sicht in der Vergangenheit jemals relevant reduziert 

gewesen sei (IV-act. 182-42). In den bisherigen Einschätzungen seien die fehlende 

Objektivierbarkeit und Konsistenz der angegebenen Beschwerden nicht adäquat 

berücksichtigt worden und das abnorme Krankheitsverhalten sei früher stärker 

ausgeprägt gewesen (IV-act. 182-34 ff.). Das Teilgutachten der HNO-Klinik des USZ 

A.d. 

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B.  

vom 24. Januar 2020 sei in seinen Schlussfolgerungen aus versicherungsmedizinischer 

Sicht kaum verwertbar und der Umstand, dass der Versicherte dort schon wiederholt 

behandelt worden sei, weise auf deren Befangenheit hin (IV-act. 182-41).

Die IV-Ärztin Dr. G.___ führte in ihrer Stellungnahme vom 30. Dezember 2020 aus, 

im Gutachten des USZ fänden sich zwar einige Ungereimtheiten, bei welchen allenfalls 

ein gewisser Klärungsbedarf bestehe, falls sich aus juristischer Sicht eine 

Notwendigkeit einer plausiblen Arbeitsfähigkeitsschätzung aufdränge (IV-act. 183-6). 

Das psychiatrische Gutachten erfülle die geforderten Qualitätskriterien; die im 

vorliegenden Fall besonders wichtige Konsistenzprüfung sei eingehend und plausibel. 

Auf das Gutachten könne abgestellt werden. Die Annahme einer Entwicklung 

sekundärer psychogen-funktioneller Schwindelattacken berühre auch das 

psychiatrische Fachgebiet, weshalb die psychiatrische Beurteilung gegebenenfalls 

auch hier zu berücksichtigen wäre (vgl. IV-act. 183-5).

A.e. 

Mit Vorbescheid vom 22. Februar 2021 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-

act. 185) und verfügte am 8. April 2021 entsprechend. Zur Begründung führte sie aus, 

zwar vermöge die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Gutachtens des USZ nicht zu 

überzeugen. Auf Weiterungen dazu könne aber verzichtet werden, da keine relevante 

Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der Verfügung vom 2. Mai 2012 

eingetreten sei. Bei der aktuellen gutachterlichen Einschätzung handle es sich um eine 

andere Beurteilung eines nicht relevant veränderten Zustands. Damit habe die in der 

Verfügung vom 2. Mai 2012 getroffene lnvaliditätsbemessung weiterhin ihre Gültigkeit 

und es bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente (IV-act. 186).

A.f. 

Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch 

Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler, lässt am 10. Mai 2021 Beschwerde gegen die 

Verfügung vom 8. April 2021 erheben und beantragen, diese sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es sei festzustellen, dass er ab August 2015 

Anspruch auf eine Invalidenrente bei einer leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit von 50 % 

habe, und es sei die Angelegenheit zur Festsetzung der Invalidenrente an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. Eventualiter sei durch das Gericht eine interdisziplinäre Begutachtung 

B.a. 

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in den Fachrichtungen Psychiatrie, ORL und Neurologie in Auftrag zu geben. 

Subeventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen zur Vornahme 

zusätzlicher medizinischer und erwerblicher Abklärungen. Weiter sei ihm die 

unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Er lässt 

geltend machen, in der Verfügung vom 2. Mai 2012 sei ausschliesslich auf seine 

psychische Situation abgestellt worden. Neu stehe mit dem nach der Verfügung vom 

2. Mai 2012 erstdiagnostizierten LAS ein somatisches Krankheitsbild mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit im Vordergrund. Weiter bestehe eine Verdachtsdiagnose auf 

Verspannungskopfschmerzen, Erstdiagnose November 2019, sowie ein Verdacht auf 

dissoziative Krampfanfälle, wobei die Erstdiagnose unklar und bis zur Exploration vom 

15. Oktober 2019 beweislos gewesen sei. Auf das Gutachten des USZ könne 

abgestellt werden. Die versicherungsinterne, vom USZ-Gutachten abweichende 

Einschätzung der IV-Ärztin Dr. G.___ sei nicht nachvollziehbar begründet. Bereits 

aufgrund von geringsten Zweifeln und erst recht zur Entkräftung eines von der 

Verwaltung eingeholten Gutachtens könne nicht darauf abgestellt werden (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2021 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung trägt sie vor, die Beschwerden 

hätten diagnostisch nie zuverlässig als somatisch oder psychiatrisch eingeordnet 

werden können. Aus der Varianz der Diagnosen könne nicht abgeleitet werden, dass 

sich das Krankheitsbild verändert habe. Der schwere Hörverlust links sei vorbestehend 

und hinsichtlich der dokumentierten Verschlechterung des Hörvermögens rechts sei 

eine Aggravation nachgewiesen. Ein wesentlicher Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit liege nicht vor. Das somatische Teilgutachten sei nicht 

mängelfrei, immerhin aber dahingehend überzeugend, dass keine wesentliche 

Veränderung des Gesundheitszustandes vorliege. Somit brauche die nicht 

überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht näher erörtert zu werden. Es sei davon 

auszugehen, dass in die somatische Arbeitsfähigkeitsschätzung fachfremde 

psychiatrische Aspekte eingeflossen seien. Dies sei von Bedeutung, weil aus 

psychiatrischer Sicht keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit erkennbar sei. Auch 

sei eine indikatorengestützte Arbeitsfähigkeitsbestimmung kaum möglich. Falls von 

einer relevanten Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen würde, wäre die 

Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht neu zu bestimmen (act. G 5).

B.b. 

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C.  

Die verfahrensleitende Richterin bewilligt dem Beschwerdeführer am 2. Juli 2021 

die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung; act. G 6).

B.c. 

Mit Replik vom 1. September 2021 lässt der Beschwerdeführer geltend machen, 

nicht nur die Diagnosen hätten sich seit dem 2. Mai 2012 verändert, sondern auch 

deren Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit. Nebst den damals ausschliesslich 

berücksichtigten rein psychischen Vorgängen lägen neu somatische Befunde vor, die 

sich auf die Erwerbsfähigkeit auswirkten. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des USZ sei 

nachvollziehbar und es seien keine fachfremden psychiatrischen Aspekte eingeflossen 

(act. G 8).

B.d. 

Mit Duplik vom 12. Oktober 2021 bringt die Beschwerdegegnerin unter anderem 

vor, da keine wesentliche Veränderung nachgewiesen sei, sei das neue 

Leistungsgesuch ohne neue Invaliditätsbemessung abzuweisen. In der (später 

ersetzten, vgl. act. G 17.1) Honorarnote vom 6. September 2021 (act. G 9) habe die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers Aufwendungen verrechnet, die keinen Bezug 

zum Gerichtsverfahren hätten. Der Aufwand für die Replik von 4,5 Stunden sei nicht 

nachvollziehbar. Eine allfällige Parteientschädigung sei auf Fr. 2'500.-- festzusetzen 

(act. G 11).

B.e. 

Mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 nimmt die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers zu den von der Beschwerdegegnerin monierten Posten der 

Honorarrechnung Stellung (act. G 13).

B.f. 

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers stellt am 5. Mai 2022 zufolge einer 

betrieblichen Umstrukturierung eine (neue) Honorarrechnung (act. G 17).

B.g. 

Das Versicherungsgericht beschliesst am 15. August 2022, ein polydisziplinäres 

Gerichtsgutachten bei der asim Begutachtung, Universitätsspital Basel, einzuholen, da 

die Arbeitsfähigkeitsschätzungen teilweise nicht überzeugten, teilweise nicht 

indikatorenbasiert erfolgt seien und überdies auch keine interdisziplinär stimmige 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit getroffen worden sei. Im otorhinolaryngologischen 

C.a. 

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Teilgutachten des USZ sei die Einschätzung aufgrund des 

unfallversicherungsrechtlichen Integritätsschadens vorgenommen und eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der bisherigen und von 50 % in einer adaptierten 

Tätigkeit attestiert worden, obwohl die Gutachter von einer leichtgradigen 

Einschränkung ausgegangen seien und die Klinik zuvor keine Arbeitsunfähigkeit 

attestiert habe. Die Schwindelbeschwerden seien als überwiegend wahrscheinlich 

psychogen beurteilt worden, hätten indes durch den psychiatrischen Gutachter 

ebenfalls nicht eingeordnet werden können. Die Gutachten würden auch hinsichtlich 

der Beurteilung der Konsistenz voneinander abweichen. Schliesslich sei zwischen den 

Gutachtern kein Konsens zustande gekommen, obwohl dieser vorliegend erforderlich 

sei. Auf die Stellungnahme von Dr. G.___ vom 30. September 2020 könne ebenfalls 

nicht abgestellt werden, da sie auf Ungereimtheiten im USZ-Gutachten hingewiesen 

habe, die für eine plausible Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuklären seien. Der 

medizinische Sachverhalt stehe somit nicht ausreichend fest (act. G 20).

Der Beschwerdeführer erklärt sich am 25. Oktober 2022 mit der vorgesehenen 

Begutachtung einschliesslich Fragenkatalog einverstanden (act. G 21). Die 

Beschwerdegegnerin beantragt am 25. Oktober 2022 die Aufnahme von 

Ergänzungsfragen betreffend Aggravation / Simulation (act. G 22). Im 

Gutachtensauftrag vom 4. Januar 2023 ersucht das Gericht, die 

beschwerdegegnerischen Ergänzungsfragen zu beantworten, sofern die Gutachter dies 

für angezeigt hielten (act. G 26). Nach mehreren Nachfragen beim 

Begutachtungsinstitut (act. G 30 ff.) geht das Gutachten vom 31. Dezember 2023 am 

4. Januar 2024 beim Gericht ein (act. G 34).

C.b. 

Im polydisziplinären Gutachten (internistisch, psychiatrisch, neurologisch, HNO-

ärztlich) erheben die Gutachter als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 

komplexe Schwindelsymptomatik mit Elementen einer phobischen Störung (ICD-10 

F40.8), Hinweise auf dissoziative, DD anderweitige psychogene Anfälle (ICD-10:  44.5), 

sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und histrionischen Zügen 

(ICD-10 Z 73). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden aktenanamnestisch ein 

schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1) sowie anamnestisch ein Status nach 

mittelgradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), derzeit 

remittiert (ICD-10 F 32.4; act. G 34.1 S. 13). Die Gutachter attestieren dem 

C.c. 

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Beschwerdeführer aus rein HNO-ärztlicher Sicht für adaptierte Tätigkeiten (ohne 

Sturzgefahr oder Umgang mit gefährlichen Maschinen sowie ohne professionelles 

Führen von Fahrzeugen, angepasst an die Hörminderung) eine Arbeitsfähigkeit von 

69 % ohne weitere Leistungseinschränkung. Diese sei seit der Begutachtung im Jahr 

2019 anzunehmen (act. G 34.1 S. 15).

Der Beschwerdeführer lässt in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2024 geltend 

machen, ausgehend von einer wöchentlichen Gesamtarbeitszeit von 41,7 Stunden und 

davon, dass eine Pause von 15 Minuten pro Halbtag von den Gutachtern nicht 

berücksichtigt sei, resultiere eine Arbeitsfähigkeit von 59,96 % (statt der von den 

Gutachtern angenommenen 69 %; act. G 37 S. 9). Entgegen den Gutachtern sei nicht 

von guten Ressourcen auszugehen. Dies zeige sich daran, dass ihm die Eingliederung 

in den ersten Arbeitsmarkt seit 2007 nicht gelungen sei. Die früher vorhandenen 

Ressourcen seien seit nunmehr 17 Jahren durch die stark verunsichernden und 

irritierenden Schwindelattacken überlagert. Seine gute Mitarbeit bei der Begutachtung 

werde ihm zu Unrecht angelastet (act. G 37 S. 10). Die Beantwortung der Zusatzfragen 

der Beschwerdegegnerin habe ergeben, dass keine bewusste Symptomamplifikation 

oder Aggravation vorliege, sondern ein inneres Erleben und eine Defizitorientierung im 

Rahmen einer dysfunktionalen Verarbeitung des Schwindels mit teils phobischen und 

teils dissoziativen Anteilen (act. G 17 S. 11). Das Gutachten erfülle zwar die 

Anforderungen der Rechtsprechung. Trotzdem könne ihm nicht einfach kritiklos gefolgt 

werden. Sowohl die Diagnosen als auch deren Auswirkungen würden sich gegenüber 

2012 deutlich unterscheiden. In Anbetracht der sechs bedeutsamen Einschränkungen 

einer adaptierten Tätigkeit und seines Alters sei er nicht in der Lage, eine adaptierte 

Arbeitsstelle zu finden (act. G 37 S. 12 f.). Er wäre in der Summe seiner Handicaps 

keinem Arbeitgeber zumutbar. So müsste er infolge der Anfälle evtl. zahlreiche Male mit 

der Ambulanz von der Arbeit abgeholt werden. Selbst die Gutachter hielten eine 

Wiedereingliederung erst nach einem Versuch einer Verhaltenstherapie der phobischen 

Schwindelkomponente als sinnvoll, weshalb eine Wiedereingliederung vor Erreichen 

des Pensionsalters praktisch nicht mehr durchführbar sei (act. G 37 S. 13 f.). Mangels 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei ihm ab August 2015, eventualiter ab 

Oktober 2019, bis zur Pensionierung eine ganze Rente auszurichten (act. G 37 S. 14 f.).

C.d. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 9/24

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Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom 

23. Februar 2024 aus, der Beschwerdeführer leide an einem large vestibular aqueduct 

Syndrom links, das in eher seltenen Fällen zu einer Schwindelproblematik führe. Diese 

somatische Problematik sei von einer erheblichen funktionellen Komponente 

überlagert. Den Gutachtern seien demonstratives Verhalten und eine Verdeutlichung 

aufgefallen, so dass nichtauthentische Anteile des Beschwerdebildes ausgewiesen 

seien. Dem entsprechend könne aus divergierenden Beurteilungen nicht ohne Weiteres 

auf eine wesentliche Veränderung im Verlauf geschlossen werden. Der Verlauf sei 

gemäss den Akten und dem Gerichtsgutachten fluktuierend. Das Vorhandensein einer 

durchgängigen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei daher fraglich. Die 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde aus einer formell kompensierten peripher-

vestibulären Funktionsstörung in Kombination mit einer Hörminderung und dem 

Tinnitus hergeleitet. Als massgebliche Veränderung werde (von den Gutachtern) das 

Hinzutreten der peripher-vestibulären Unterfunktion genannt. Deren Datierung auf das 

Jahr 2019 sei unzutreffend; vielmehr sei überwiegend wahrscheinlich, dass sie erst 

nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetreten sei. Die Differenzialdiagnose 

PPPD (persistierender postural-perzeptiver Schwindel) erkläre gemäss den Experten 

die Symptomatik, die bereits im Jahr 2009 vorhanden gewesen sei, weshalb sich auch 

daraus keine Veränderung seit dem Jahr 2012 herleiten lasse. Somit sei zwischen dem 

Erlass der Verfügung vom 2. Mai 2012 und der angefochtenen Verfügung vom 8. April 

2021 keine wesentliche und anhaltende Veränderung des Gesundheitszustandes 

eingetreten. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung wäre erst bei Vorliegen einer 

solchen Veränderung zu prüfen (gewesen), ob daraus eine Veränderung des Anspruchs 

resultiere. Die angefochtene Verfügung sei somit rechtmässig. Für den Fall, dass sich 

das Gericht dieser Betrachtungsweise nicht anschliesst, werden Ergänzungsfragen an 

die Gutachter beantragt. Weiter bringt die Beschwerdegegnerin vor, selbst wenn von 

einer Veränderung auszugehen wäre, lägen nicht-authentische Beschwerdeanteile vor. 

Insgesamt liege kein schwerer Gesundheitsschaden vor. Im Vordergrund stehe ein 

dysfunktionaler Umgang mit einem phasenweise auftretenden somatischen Leiden. Ein 

schweres, invalidisierendes Leiden sei zu verneinen. Stelle man dennoch auf die 

gutachterliche Einschätzung einer 69%igen Arbeitsfähigkeit ab, seien beide 

Vergleichseinkommen nach demselben Tabellenlohn zu bestimmen. Somit resultiere 

ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von maximal 31 % (act. G 43).

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 10/24

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Erwägungen

1.  

Mit Eingabe vom 18. März 2024 widerspricht der Beschwerdeführer mehreren 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin, insbesondere zum Vorliegend eines 

Revisionsgrundes und zu den eventualiter beantragten Ergänzungsfragen (act. G 45). 

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers legt eine ergänzende Honorarnote für 

den Zeitraum vom 10. Januar bis 18. März 2024 in der Höhe von Fr. 1'308.15 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer; act. G 45.3) sowie die 

Schlussrechnung im Betrag von insgesamt Fr. 9'182.30 (act. G 45.1) vor.

C.f. 

Mit Stellungnahme vom 23. April 2024 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Standpunkt fest und beantragt, das von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

geltend gemachte Honorar sei ermessensweise auf höchstens Fr. 4'500.-- 

festzusetzen.

C.g. 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet das Gesuch (Wiederanmeldung) 

des Beschwerdeführers vom 30. März 2015. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2017 hat 

das Versicherungsgericht die Angelegenheit zur materiellen Behandlung des Gesuchs 

vom 30. März 2015 an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (IV-act. 148). Über 

das Eintreten ist demnach nicht mehr zu befinden. Im Gerichtsgutachten kamen die 

Sachverständigen zum Schluss, in der angestammten Tätigkeit als Malereimitarbeiter 

sei der Beschwerdeführer seit Oktober 2007 zu 100 % arbeitsunfähig. In einer optimal 

angepassten Tätigkeit sei ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch das USZ im 

Oktober 2019 (IV-act. 181) von einer Arbeitsfähigkeit von 69 % auszugehen 

(act. G 34.1 S. 14 f.). Ein allfälliger Rentenanspruch besteht unter Berücksichtigung des 

Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der für die Entstehung des Anspruchs 

vorausgesetzten Invalidität (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) sowie der Frist gemäss Art. 29 IVG 

frühestens ab 1. Oktober 2015.

1.1. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 11/24

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2.  

3.  

Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 

zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 8. April 2021) eingetretenen 

Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2021 gültig 

gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit 

weiteren Hinweisen) und werden nachfolgend in den nämlichen Fassungen zitiert.

Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung 

des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer 

materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht (BGE 134 V 131 E. 3; BGE 133 V 108; 

BGE 130 V 71). Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prüfung und 

Beurteilung des Gesuchs, d.h. bis zum Erlass der Verfügung betreffend die 

Neuanmeldung (BGE 130 V 71 E. 2.3 S. 73 und E. 3.2.4 S. 77; BGE 130 V 64 E. 2 und 3 

S. 66). Vorliegend bildet der Sachverhalt zum Zeitpunkt der abweisenden Verfügung 

vom 2. Mai 2012 (IV-act. 83) die Referenz. Diese beruhte unter anderem auf dem 

psychiatrischen Gutachten des forensischen Dienstes der St. Gallischen Psychiatrie-

Dienste B. (IV-act. 56-150).

2.1. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2). 

Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden 

können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427 

E. 6). Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen) und psychische Erkrankungen (wie namentlich 

Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen) ist der Beweis nach dem strukturierten 

3.2. 

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Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 

E. 7.2; BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2). Der Beweis für eine lang 

andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als 

geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im 

Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer 

Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer 

Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427, E. 6).

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

3.3. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

3.4. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

3.5. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

3.6. 

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4.

Zu prüfen ist mithin die Beweistauglichkeit des Gerichtsgutachtens der asim 

Begutachtung vom 31. Dezember 2023.

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Die Rechtsprechung hat es mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne 

zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab. Ein Grund 

zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, wenn 

ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern 

Schlussfolgerungen gelangt oder wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 

Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des 

Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen 

Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des 

Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3 b 

aa).

Die Gutachter erhoben Anamnese (act. G 34.2 S. 2 ff.; act. G 34.3 S. 2 ff.; 

act. G 34.4 S. 2 ff.; act. 34.5 S. 2 ff) und Befunde (act. G 34.2 S. 7; act. G 34.3 S. 7 f.; 

act. G 34.4 S. 6 f.; IV-act. 34.5 S. 6 f.) umfassend. Die medizinischen Beurteilungen und 

Diagnosestellungen erfolgten unter Berücksichtigung der relevanten Akten und sind 

nachvollziehbar (act. G 34.2 S. 8; act. G 34.3 S. 9 ff.; act. 34.4 S. 8 ff; act. G 34.5 

S. 9 ff.).

4.1. 

Dass sich die aus internistischer Sicht erhobenen Befunde (unter anderem neu 

behandelter Diabetes mellitus Typ II, kontrollbedürftiger Verdacht auf Hypertonie) nicht 

auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (act. G 34.2 S. 9 f.), erscheint plausibel.

4.2. 

 4.3. 

Die psychiatrische Gutachterin führte aus, aktuell fänden sich keine Hinweise auf 

eine manifeste Depression, so dass die vormals diagnostizierte mittelgradige 

depressive Episode mit somatischem Syndrom als remittiert zu betrachten sei 

(act. G 34.1 S. 11). Entsprechend diagnostizierte sie einen Status nach attestierter 

4.3.1. 

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anamnestisch mittelgradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 

F32.4; act. G 34.3 S. 12). Zu den Schwindelanfällen hielt sie fest, deren Beschreibung 

entspreche dissoziativen Anfällen. Dagegen sprächen indes das Fehlen von Hinweisen 

für weitere dissoziative Symptome sowie eines erkennbaren intrapsychischen Konflikts. 

Differenzialdiagnostisch könnte es sich um psychogene Anfälle im weiteren Sinn 

handeln (act. G 34.3 S. 11). Diagnostisch erfasste die Gutachterin dies als Hinweise auf 

dissoziative, DD anderweitige psychogene Anfälle (ICD-10: F44.5). Zur Persönlichkeit 

hielt sie fest, die im Bericht von Dr. med. H.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 26. Januar 2019 (IV-act. 163) beschriebene 

Persönlichkeitsveränderung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit vorübergehend im 

Rahmen der depressiven Episode aufgetreten; aktuell sei sie nicht mehr nachweisbar. 

Hingegen sei eine Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und histrionischen 

Anteilen (ICD-10: Z73) anzunehmen (act. G 34.4 S. 11 f.). Weiter befand sie, es 

bestünden auf den Schwindel fokussierte Ängste und eine deutliche emotionale 

Belastung durch die erlebten Anfälle. Es sei davon auszugehen, dass das Auftreten der 

Vestibulopathie im Oktober 2007 den Beschwerdeführer stark verunsichert habe und 

vor dem Hintergrund einer Persönlichkeitsakzentuierung eine neurotische Entwicklung 

in Gang gesetzt habe, die zu einem dysfunktionalen, maladaptiven phobischen 

Verhalten mit Vermeidung und Schonung und letztendlich zum aktuell nachweisbaren 

Krankheitsbild geführt habe (act. G 34.3 S. 11). Als Diagnose formulierte die Expertin 

eine komplexe Schwindelsymptomatik mit Elementen einer phobischen Störung 

(ICD-10: F40.8). Zu den funktionellen Auswirkungen führte die Gutachterin aus, durch 

die zweimal täglich auftretenden Schwindelanfälle sei mit einer Unterbrechung der 

Tätigkeit bis zu 20 Minuten zu rechnen. Dadurch sei die Fähigkeit, sich an Regeln und 

Routinen anzupassen, reduziert. In der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sei der 

Beschwerdeführer durch phobische Ängste leicht eingeschränkt. Die 

Durchhaltefähigkeit sei durch die Unterbrechungen bei Schwindelanfällen reduziert. 

Anlässlich der Untersuchung habe sich zum Schluss der dreistündigen Untersuchung 

eine leichte Konzentrationsstörung gezeigt; ansonsten sei die Durchhaltefähigkeit sehr 

gut gewesen. Defizite in der Selbstbehauptungsfähigkeit durch Insuffizienz- und 

Schuldgefühle seien möglich, in Anbetracht der guten Selbstbehauptungsfähigkeit 

während der Untersuchung jedoch wenig wahrscheinlich. In der Kontaktfähigkeit zu 

Dritten sowie in der Gruppenfähigkeit seien Beeinträchtigungen durch die 

narzisstischen und histrionischen Züge denkbar. Der Beschwerdeführer sei mässig 

gepflegt zur Untersuchung erschienen; die Fähigkeit zur Selbstpflege sei 

eingeschränkt. Die Fähigkeit zur Benützung öffentlicher Verkehrsmittel könne durch 

phobische Ängste eingeschränkt sein (act. G 34.3 S. 13 f.). Der Beschwerdeführer 

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beschreibe gute soziale Fähigkeiten, die auch aktenanamnestisch mehrfach 

dokumentiert worden seien. Eine weitere Ressource sei die aktive Lebensgestaltung 

ausserhalb der Anfälle. Indes stelle insbesondere die erlebte Hilfslosigkeit im Rahmen 

des Schwindels und des Tinnitus eine psychische Belastung dar (act. G 34.3 S. 14). In 

der Konsensbeurteilung hoben die Gutachter zudem hervor, dass die fehlende 

Ausbildung und die jahrelange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt bei der subjektiven 

Einschätzung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle spielten. Auch der Verlust 

der Rolle eines arbeitenden Familienvaters und die unbefriedigende wirtschaftliche 

Lage stellten eine psychosoziale Belastung dar (act. G 34.1 S. 24). Die Gutachterin fand 

keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation; der RMT-Test sei negativ ausgefallen. 

Es bestand jedoch eine Diskrepanz zwischen dem psychopathologischen Befund und 

dem guten Allgemeinzustand einerseits und der in Wahrnehmung des 

Beschwerdeführers stark eingeschränkten Arbeitsfähigkeit andererseits. Die 

Beschwerdeschilderung sei bei den verschiedenen Gutachtern konsistent gewesen. 

Das gute Funktionsniveau im Alltag entspreche den Verhaltensbeobachtungen 

während der psychiatrischen Untersuchung (act. G 34.3 S. 12).

In der Konsensbeurteilung wiesen die Gutachter darauf hin, es sei auffällig, dass 

weder gemäss Gutachten vom "09/2019" (gemeint wohl Gutachten von Dr. C.___ vom 

22. Dezember 2020) noch in der aktuellen Begutachtung der Befund bezüglich 

Depression auffällig gewesen sei, jedoch dazwischen während Jahren über eine meist 

mittelgradige Depression berichtet worden sei. Weiter seien immer wieder deutliche 

funktionelle Anteile festgestellt und Diskrepanzen zwischen Schilderung von 

Symptomen und beobachtbarem Verhalten und objektivierbaren Befunden festgestellt 

worden, so dass das Ausmass der Depressivität und deren Relevanz für die 

Arbeitsfähigkeit retrospektiv kritisch zu hinterfragen seien (act. G 34.1 S. 21). Es 

bestünden erhebliche Diskrepanzen in allen Fachgebieten. Diese entsprächen aber 

weniger einer bewussten Symptomamplifikation oder gar Aggravation, sondern einem 

inneren Erleben und einer Defizitorientierung im Rahmen einer dysfunktionalen 

Verarbeitung des Schwindels mit phobischen und teils dissoziativen Anteilen 

(act. G 34.1 S. 23).

4.3.2. 

Die neurologische Gutachterin erhob einen weiterhin im Wesentlichen unauffälligen 

Befund (act. G 34.4 S. 10). Sie analysierte die Beschreibung eines Anfalls während der 

stationären Abklärung im November 2010 und erläuterte, weshalb es sich dabei nicht 

um einen epileptischen Anfall gehandelt habe. Sie schloss weitere Anfallsarten aus und 

kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer unter einer primär psychiatrischen 

Störung mit dissoziativen Anfällen leide. Weiter hielt sie fest, eine zentral-vestibuläre 

4.4. 

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Störung habe im Hinblick auf die Schwindelsymptomatik weder aktuell noch anhand 

der Akten festgestellt werden können. Der Schwindel weise aus neurologischer Sicht 

mehrere Facetten auf mit teilweiser Lagerungskomponente, teilweise phobischer 

Komponente und möglicher Othostase-Komponente. Letztendlich handle es sich um 

einen unsystematischen Schwindel ohne sichere Hinweise für eine zentral vestibuläre 

Genese. Vor dem Hintergrund der kongenital morphologischen Störung (gemeint ist 

damit wohl das LAS) sei auf die ORL-ärztliche Beurteilung zu verweisen (act. G 34.4 

S. 8 ff.). Ihr fielen keine Inkonsistenzen auf (act. G 34.4 S. 11).

Die ORL-ärztliche Gutachterin erhob eine hochgradige, an Ertaubung grenzende 

sensorineurale Hörminderung auf der linken Seite bei erweitertem Aquäductus vestibuli 

(LVAS), aktuell zentral kompensierter peripher-vestibulärer Unterfunktion und deutlicher 

Überlagerung, eine Persistent Postural Perceptual Dizziness (PPPD), eine leicht (bis 

maximal mittelgradige) sensorineurale Hörminderung rechts mit deutlicher funktioneller 

Überlagerung sowie einen klinisch formal schweren, dekompensierten Tinnitus rechts 

(act. G 34.5 S. 12). Sie führte dazu aus, rechtsseitig sei das Sprachaudiogramm 

deutlich besser ausgefallen als das Reintonaudiogramm, was auf eine Verdeutlichung 

der Hörminderung im Reintonaudiogramm hinweise. Kalorisch habe sich links eine 

peripher-vestibuläre Unterfunktion gezeigt. Diese sei gemäss den Befunden des USZ 

im Jahr 2019 noch nicht vorhanden gewesen und mittlerweile gemäss 

Drehstuhluntersuchung zentral kompensiert. Dennoch seien die vestibulospinalen 

Reflexe teilweise sehr demonstrativ gewesen. Im Video Kopfimpulstest seien keine 

Sakkaden nachweisbar gewesen. In der Gleichgewichtsanalyse habe sich ein 

pathologischer Befund gezeigt, der jedoch nicht durch die peripher-vestibuläre 

Funktionsstörung erklärt werden könne und ebenfalls für eine Verdeutlichung spreche. 

Des Weiteren sei eine Funktionsstörung des N. vestibularis inferior nicht vollständig 

auszuschliessen. Es sei (jedoch) nicht davon auszugehen, dass die peripher-vestibuläre 

Unterfunktion, die zudem zentral kompensiert sei, alleinige Ursache der beschriebenen 

Schwindelattacken sei, sondern es müsse eine erhebliche funktionelle Komponente als 

wahrscheinlich angenommen werden. Eine peripher-vestibuläre Unterfunktion habe 

bereits im Jahr 2007 für zwei Monate bestanden. Dadurch sei ein hoch dysfunktionaler 

Umgang mit dem Schwindel getriggert worden und es habe sich daraus 

möglicherweise die differenzialdiagnostisch erhobene PPPD entwickelt. Diese 

Diagnose würde gut die Divergenz zwischen objektivierbaren HNO-ärztlichen Befunden 

und dem subjektiv erlebten Schwindel erklären. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei von 

einem Mischbild auszugehen. Gleichzeitig sei eine organische Triggerung im Rahmen 

des erweiterten Aquädukts nicht auszuschliessen (act. G 34.5 S. 9 ff., 12).

4.5. 

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5.

Die Beschwerdegegnerin bringt zusammengefasst vor, der Sachverhalt habe sich 

Gesamtbetrachtend fällt auf, dass die Gutachter trotz offen dargelegter 

Inkonsistenzen aus führender HNO-ärztlicher Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 31 % 

attestieren. Zur Begründung führen sie aus, obwohl die peripher-vestibuläre 

Funktionsstörung links formell kompensiert sei, bestehe in Kombination mit der 

einseitigen Ertaubung links, der leicht- bis mittelgradigen sensorineuralen 

Hörminderung rechts wie aber auch mit dem klinisch schweren dekompensierten 

Tinnitus eine quantitative Einschränkung, da der Explorand schneller ermüde und mehr 

Zeit zur Erholung benötige (act. G 34.5 S. 16). Die Gutachter diskutierten die 

Inkonsistenzen und kamen zum Schluss, es sei von tatsächlich erlebten, in 

Zusammenhang mit einer dysfunktionalen Verarbeitung stehenden Schwindelattacken 

auszugehen. Damit kann ein relevanter Gesundheitsschaden nicht aufgrund einer 

Aggravation (oder gar Simulation) ausgeschlossen werden. Folglich ist auf das 

Gerichtsgutachten abzustellen. Wie der Beschwerdeführer jedoch zu Recht vorbringt 

(act. G 37 S. 8), errechneten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 

Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. Hier ist richtigerweise von der durchschnittlichen 

betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden auszugehen. Bei einer zumutbaren 

Arbeitszeit von 27,5 Wochenstunden (unter Berücksichtigung des um 0,5 Std. täglich 

erhöhten Pausenbedarfs) resultiert eine Arbeitsfähigkeit von 66 %. Die betriebsübliche 

Arbeitszeit ist definiert als die in den Betrieben übliche Wochenarbeitszeit (Bundesamt 

für Statistik [BFS], Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Steckbrief, abrufbar unter 

Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit | Steckbrief | Bundesamt für Statistik 

(admin.ch), eingesehen am 6. März 2024). Ob die ordentlichen Pausen im einzelnen 

Unternehmen als Arbeitszeit gelten, hängt davon ab, ob der Arbeitsplatz verlassen 

werden darf oder nicht (vgl. Art. 15 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Arbeit in 

Industrie, Gewerbe und Handel [ArG; SR 822.11]). Es ist demnach davon auszugehen, 

dass die einzelnen Betriebe ihre Arbeitszeit dem BFS dieser Regelung entsprechend 

mit oder ohne Hinzurechnung der betriebsüblichen Pausen melden. Somit ist die 

betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden "pausenbereinigt". Bei der Berechnung 

der zumutbaren Wochenarbeitszeit berücksichtigten die Gutachter lediglich den 

Pausenbedarf des Beschwerdeführers von täglich einer halben Stunde zusätzlich zur 

regulären Pausenzeit von zweimal 15 Minuten täglich (vgl. act. G 34.1 S. 15), die auch 

gesunden Mitarbeitenden zusteht. Eine zusätzliche Berücksichtigung der ordentlichen 

Pausen im Sinne einer Verringerung der zumutbaren Arbeitszeit ist daher nicht 

gerechtfertigt. Somit ist gestützt auf das Gerichtsgutachten von einer Arbeitsfähigkeit 

von 66 % auszugehen.

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 18/24

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zwischen der Referenzverfügung vom 2. Mai 2012 (IV-act. 83) und der angefochtenen 

Verfügung vom 8. April 2021 (IV-act. 186) nicht verändert. Das neue Gesuch sei daher 

mangels eines Revisionsgrundes ohne neue Invaliditätsbemessung abzuweisen 

(act. G 43 S. 2).

6.  

Gemäss dem ORL-ärztlichen Gutachten konnte bei der vorgutachterlichen 

Untersuchung im USZ im Jahr 2019 erstmals eine posturale Instabilität dokumentiert 

werden (act. G 34.5 S. 15 ff.). Die Gutachterin nahm ab diesem Zeitpunkt eine 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers an (act. G 34.5 S. 17). Somit liegt ein 

Revisionsgrund vor, der allerdings erst nach der Wiederanmeldung vom 30. März 2015 

eingetreten ist.

5.1. 

Massgebend ist die Entwicklung des zu beurteilenden Sachverhalts bis zum 

Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 8. April 2021, womit der Befund des USZ-

Gutachters aus dem Jahr 2019 in den relevanten Zeitraum fällt. Der nach der 

Wiederanmeldung, aber vor Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretene 

Revisionsgrund ist daher zu berücksichtigen.

5.2. 

Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, aufgrund seiner Realeinschränkungen, 

insbesondere der Konsequenzen der Schwindelanfälle (Rettungseinsätze) sei eine 

Verwertung der von den Gerichtsgutachtern attestierten Arbeitsfähigkeit nicht möglich 

bzw. sei er einem Arbeitgeber im ersten Arbeitsmarkt nicht zumutbar. Eine 

Wiedereingliederung sei sodann erst nach einer Verhaltenstherapie möglich, die in 

Anbetracht des nahenden Pensionsalters nicht mehr rechtzeitig beendet werden 

könnte. (act. G 37 S. 13 ff.).

6.1. 

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn die 

zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG) praktisch nicht kennt 

oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 

Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 

vornherein als ausgeschlossen erscheint. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren 

Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteil des Bundesgerichts vom 

25. November 2021, 8C_535/2021, E. 5.3.3). Massgebend für die Beurteilung der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der Zeitpunkt des Feststehens der 

medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit. Dieser ist gegeben, sobald 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 19/24

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die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 

138 V 461 f. E. 3.3 f.).

Der Beschwerdeführer hat im Zeitpunkt des Gerichtsgutachtens vom 

31. Dezember 2023 das 60. Altersjahr noch nicht vollendet. Bei unter 60-jährigen 

Versicherten wird die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit lediglich vereinzelt 

verneint. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn starke gesundheitliche 

Einschränkungen vorliegen, krankheitsbedingte Ausfälle bereits absehbar sind, die 

langjährige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden kann und keine anderen 

Kompetenzen vorhanden sind, die betroffenen Personen über keine oder nur schlechte 

Berufsausbildungen verfügen, altersbedingt mit einer geringen Anpassungsfähigkeit zu 

rechnen ist und/oder eine lange Absenz vom Arbeitsmarkt vorliegt (Ph. Egli; M. Filippo; 

Th. Gächter; M. E. Meier, Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der 

Invalidenversicherung, Zürich 2021, Rz 147). Das Bundesgericht hat jüngst selbst die 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines 62 Jahre und 10 Monate alten 

Beschwerdeführers bejaht, dessen Zumutbarkeitsprofil körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten; lufthygienisch unproblematische Bedingungen; keine 

Zwangshaltung der Hals- und Lendenwirbelsäule und am ehesten eine konzeptuelle/

kognitive Aufgabe umfasste (Urteil vom 20. Februar 2024, 9C_755/2023, E. 5.3 f.). Beim 

Beschwerdeführer ist zu berücksichtigen, dass ein erstes Rentengesuch vom 13. Mai 

2009 mit Verfügung vom 2. Mai 2012 abgewiesen wurde (IV-act. 83). Schon im HNO-

ärztlichen Gutachten vom 24. Januar 2020 wurde eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in 

adaptierten Tätigkeiten attestiert (IV-act. 181-13). Demnach wusste er seit Langem, 

dass er sich um eine Arbeitsstelle zu kümmern hätte. Somit sind sowohl der Faktor 

Alter als auch die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt zumindest zu relativieren (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2019, 8C_563/2019, E. 5.3 und Ph. Egli; 

M. Filippo; Th. Gächter; M. E. Meier, a.a.O., Rz 172).

6.3. 

Laut dem gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil ist der Beschwerdeführer aufgrund 

der intermittierenden Schwindelbeschwerden grundsätzlich nicht arbeitsfähig für alle 

Tätigkeiten, bei denen er sturzgefährdet ist (in der Höhe, auf Treppen, Leitern, 

Gerüsten, Gehen auf unebenen Böden, Gehen mit Hindernissen). Aus 

Sicherheitsgründen nicht möglich ist das Arbeiten an laufenden Maschinen und das 

professionelle Führen von Fahrzeugen. Aufgrund der Schwerhörigkeit (links Ertaubung, 

rechts leichtgradige, sensorineurale Hörminderung) sind Tätigkeiten, bei denen der 

Beschwerdeführer auf ein intaktes binaurales Gehör angewiesen ist, nicht möglich. 

Dies beinhaltet alle Tätigkeiten mit höherer Anforderung an die Kommunikation, 

Arbeiten im Team, Arbeiten in lärmiger Umgebung und mit Hintergrunds-/

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 20/24

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7.

Folglich ist der Einkommensvergleich zu prüfen. Da die Gutachter eine 

Arbeitsunfähigkeit von 31 % (respektive 34 %) ab der USZ-Begutachtung im Jahr 2019 

attestieren, ist dieses Jahr massgebend (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

9. November 2022, 8C_350/2022, E. 6 [richtig wohl E. 6.1.1]; BGE 129 V 222).

Störgeräuschen. Auch Arbeiten im industriellen Umfeld (Sicherheitsaspekte einer 

intakten Hörfähigkeit in einer Produktionsstätte) sind ungeeignet (act. G 34.1 S. 14 f.).

Dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aufgrund der Auswirkungen der 

Schwindelanfälle ausgeschlossen sein könnte, erscheint nicht nachvollziehbar. Der 

Beschwerdeführer verspürt Anzeichen einer sich anbahnenden Attacke und kann sich 

entsprechend verhalten. Die Anfälle dauern nur Minuten; Gründe, die den 

Beschwerdeführer darüber hinaus vom Arbeiten abhalten oder gar eine 

Spitaleinweisung notwendig machen würden, werden nicht beschrieben. Die Gutachter 

halten vielmehr fest, dass der Beschwerdeführer aus HNO-ärztlicher Sicht in einer nicht 

sturzgefährdeten Tätigkeit, bei der er nur in sehr geringem Masse kommunizieren 

müsse, grundsätzlich beruflich tätig sein könnte (act. G 34.1 S. 14). Somit ist entgegen 

der Auffassung des Beschwerdeführers von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

auszugehen.

6.5. 

Der Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 

dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen (Validen- und 

Invalideneinkommen) ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander 

gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Ist eine Ermittlung des Validen- und/oder 

Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des 

Einzelfalls nicht möglich, wird subsidiär auf die Lohnstatistik, in der Regel auf die 

Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) 

abgestellt (BGE 148 V 189 E. 9.2 und 9.2.1, mit Verweis auf BGE 142 V 178, E. 2.5.7; 

Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021 [zur Publikation 

vorgesehen], E. 6.3.2 betr. Invalideneinkommen).

7.1. 

 7.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

7.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 21/24

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Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. 

In der Regel ist am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst anzuknüpfen, da erfahrungsgemäss 

die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. April 2023, 8C_592/2022, E. 4.2.1). Ausnahmen müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar, 

war die versicherte Person zur Zeit des Eintritts des Gesundheitsschadens arbeitslos 

oder hätte sie ihre bisherige Stelle auch ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung in 

der Zeit bis zum Rentenbeginn verloren, so können die Zahlen der LSE herangezogen 

werden (vgl. Urteil vom 25. August 2017, 8C_382/2017, E. 2.3.1). Das Bundesgericht 

hat indes entschieden, dass sich eine solche Ausnahme nicht alleine aus einem langen 

Zeitablauf seit dem Eintritt des Gesundheitsschadens ergebe (Urteil vom 

11. September 2019, 9C_225/2019, E. 4.1 und E. 4.3).

Der Beschwerdeführer arbeitete zuletzt in der Malerei bzw. Rotelisierung der 

I.___ AG (Angaben Arbeitgeberin vom 24. Juni 2009, IV-act. 24).  Gemäss 

Gerichtsgutachten besteht in dieser Tätigkeit seit 2007 keine Arbeitsfähigkeit mehr 

(act. G 34.1 S. 15). Nach Angabe der ehemaligen Arbeitgeberin hätte er im Jahr 2008 

ein Einkommen von Fr. 66'865.-- erzielt (Angabe vom 24. Juni 2009, IV-act. 24-3). 

Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (BFS, T 39, Männer; Index 2008: 

2092; Index 2019: 2279) bis zum Jahr 2019 entspricht dies einem Jahreslohn von 

Fr. 72'842.--.

7.2.2. 

In einer optimal angepassten Tätigkeit besteht erst seit dem Zeitpunkt des HNO-

Gutachtens des USZ (Untersuchungen Oktober/November 2019, IV-act. 181-1) 

nachweislich eine reduzierte Arbeitsfähigkeit von 66 % (act. G 34.1 S. 15 ff., E. 4.6). Für 

die Berechnung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnittseinkommen des 

Kompetenzniveaus 1 Männer für das Jahr 2019 von Fr. 68'336.-- (Informationsstelle 

AHV/IV, IV, Ausgabe 2022, Anhang 2) auszugehen. Dies ergibt ein Einkommen von 

Fr. 45’102.-- (Fr. 68'336.-- x 0,66).

7.2.3. 

 7.3. 

Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 % 

gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit 

einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau 

nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit 

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen erwerblichen 

Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

7.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 22/24

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behinderungsbedingten Abzug (BGE 146 V 16 E. 4.1). Bestehen über das ärztlich 

beschriebene Beschäftigungspensum hinaus zusätzliche Einschränkungen, wie 

beispielsweise ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit wegen verlangsamter 

Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen oder ist die funktionelle 

Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne weiteres mit den 

Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen 

ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten Abzugs vom statistischen 

Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 

8C_552/2017, E. 5.3.1).

Der Beschwerdeführer kann seine Arbeitsfähigkeit während 6 Stunden täglich 

verwerten, was einem Anwesenheitspensum von 72 % entspricht (30 Std. : 41,7 Std.). 

Gemäss T 18, 2020 (monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad und 

Geschlecht), Männer ohne Kaderfunktion, erleidet er dadurch eine 

Einkommenseinbusse von rund 4 % (Fr. 5'957.-- : Fr. 6'218.--). Die wenn auch 

kurzzeitigen Schwindelanfälle führen zu Unterbrüchen des Betriebsablaufs und damit 

aus wirtschaftlicher Sicht für die Arbeitgeberin zu einem Aufwand, der den reinen 

Leistungsausfall des Beschwerdeführers übersteigt. Zudem sind sturzgefährdete und 

lärmexponierte Arbeiten und solche an Maschinen nicht möglich, was den möglichen 

Tätigkeitskreis des Beschwerdeführers einschränkt. Praxisgemäss keine 

lohnsenkenden Auswirkungen hat im Bereich der Hilfsarbeiten das Alter (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. März 2022, 8C_799/2021 E. 4.3.3). In Bezug auf die lange 

Abwesenheit vom Arbeitsmarkt anerkennt die Rechtsprechung einen Abzug, wenn sie 

auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen ist (Urteile des Bundesgerichts vom 21. Juli 

2022, 9C_14/2022, E. 5.5, und vom 30. April 2021, 8C_111/2021, E. 4.3.3). In diesem 

Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass das Versicherungsgericht mit Entscheid 

vom 26. Februar 2014 (IV-act. 106) die Ablehnung eines Rentenanspruchs mangels 

einer Krankheit invalidisierenden Ausmasses schützte. Indes ist ihm die bisherige 

Tätigkeit gar nicht mehr zumutbar (act. G 34.1 S. 14), weshalb die Wiedereingliederung 

in Kombination mit dem fortgeschrittenen Alter einer beruflichen Umstellung bedarf, die 

abzugsrelevant erscheint. Insgesamt rechtfertigt sich daher ein Tabellenlohnabzug von 

10 %. Das Invalideneinkommen beläuft sich somit auf Fr. 40'592.-- (Fr. 45'102.-- x 0,9). 

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 72'842.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 44 %. 

Der Beschwerdeführer hat damit ab 1. Oktober 2019 Anspruch auf eine Viertelsrente.

7.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 23/24

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8.  

Entscheid

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 8. April 2021 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1. Oktober 

2019 eine Viertelsrente zuzusprechen.

8.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- 

erscheint aufgrund der Einholung eines Gerichtsgutachtens und des damit 

verbundenen Mehraufwands als angemessen. Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdegegnerin die gesamten Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

8.2. 

bis

Die Kosten des polydisziplinären Gerichtsgutachtens von Fr. 23'318.40 (act. G 36) 

hat die Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).

8.3. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der 

Beschwerdeführer beantragt eine nach Zeitaufwand berechnete Parteientschädigung 

von insgesamt Fr. 9'182.30 einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer 

(act. G 17.1, act. G 38, act. G 45.1 f.). Ein Honorar nach Zeitaufwand sieht die HonO im 

Verfahren vor dem Versicherungsgericht grundsätzlich nicht vor (vgl. dazu Art. 23 f. 

HonO). Zu entschädigen ist zudem nur der notwendige Vertretungsaufwand (Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. August 2016, 8C_136/2016, E. 2.2). Für durchschnittlich 

komplexe Fälle mit Gerichtsgutachten wird üblicherweise eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 5'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. 

Anzumerken bleibt, dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nach Kritik 

durch die Beschwerdegegnerin (vgl. Sachverhalt, B.e, act. G 9) ihren Aufwand in ihrer 

Eingabe vom 25. Oktober 2021 (act. G 13) konkretisiert hat. Der geltend gemachte 

Stundenaufwand von rund 40 Stunden erscheint eindeutig als zu hoch. Der Bedeutung 

der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen erscheint damit eine 

Parteientschädigung von pauschal maximal Fr. 5'500.--. Bei diesem Ausgang erübrigt 

sich die Festlegung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung.

8.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 24/24

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2019 eine Viertelsrente 

zugesprochen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 23'318.40 zu 

bezahlen.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 5'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.04.2024
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG: Gerichtsgutachten; die Gutachter attestieren eine Arbeitsfähigkeit von 69 % (6 von 8 Stunden tägl.). Unter Berücksichtigung der Normalarbeitszeit ergibt sich eine Arbeitsfähigkeit von 66 %. Neben dem krankheitsbedingten Pausenmehrbedarf sind keine weiteren ordentlichen Pausen zu berücksichtigen. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Der Einkommensvergleich ergibt unter Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von 10 % einen Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2024, IV 2021/102). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_343/2024.

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