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**Case Identifier:** d3b7480f-da77-5da4-9544-5a3880207b95
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.05.2017 C-3301/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3301-2014_2017-05-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-3301/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m   11 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richter Michael Peterli, Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiberin Karin Wagner. 
 

 
 

Parteien 
 Spital Zofingen AG, Mühlethalstrasse 27, 4800 Zofingen,   

vertreten durch lic. iur. Michael Fretz, Rechtsanwalt, VOSER 

RECHTSANWÄLTE, Stadtturmstrasse 19, 5401 Baden,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Regierungsrat des Kantons Aargau, Staatskanzlei, 

5001 Aarau,   

handelnd durch Departement Gesundheit und Soziales des 

Kantons Aargau, Bachstrasse 15, 5001 Aarau,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Spitallisten 2015 des Kantons Aargau Akutsomatik, Rehabili-

tation und Psychiatrie; Regierungsratsbeschluss Nr. 2014-

000518 vom 7. Mai 2014. 

 

 

 

C-3301/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Regierungsrat des Kantons Aargau (im Folgenden: auch Regierungs-

rat oder Vorinstanz) setzte auf Antrag des Grossen Rats mit Beschluss 

Nr. 2011-001349 vom 7. September 2011 die Spitalliste Akutsomatik ab 

dem 1. Januar 2012 fest und erteilte darin einzelnen Leistungserbringern 

bis zum 31. Dezember 2014 befristete Leistungsaufträge. In der Verfügung 

vom 7. September 2011 wurden mehrere beantragte Leistungsaufträge der 

Spital Zofingen AG mit der Begründung der Angebotskonzentration abge-

wiesen. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 10. Oktober 2011 wurde 

vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-5601/2011 vom 2. Dezember 

2013 dahingehend gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung aufge-

hoben wurde, soweit es die Verweigerung der Leistungsaufträge für die 

Leistungsgruppen HNO1.1 (Hals- und Gesichtschirurgie), HNO2 (Schild- 

und Nebenschilddrüsenchirurgie), END1 (Endokrinologie), GAE1.1 (Spezi-

alisierte Gastroenterologie), HAE2 (Indolente Lymphome und chronische 

Leukämie), HAE3 (Myeloproliferative Erkrankungen), HAE4 (Myelodys-

plastische Syndrome), URO1.1 (Urologie mit Schwerpunktstitel "Operative 

Urologie"), URO1.1.3 (Komplexe Chirurgie der Niere), RHE2 (Interdiszipli-

näre Rheumatologie), GYN1.3 (Maligne Neoplasien des Corpus uteri), 

GYN1.4 (Maligne Neoplasien des Ovars) sowie BEW8.1 (Spezialisierte 

Wirbelsäulenchirurgie) betraf. Die Sache wurde in diesem Umfang zur 

Neubeurteilung nach Durchführung einer bundesrechtskonformen Versor-

gungsplanung mit genügender Wirtschaftlichkeitsprüfung an den Regie-

rungsrat des Kantons Aargau zurückgewiesen. 

B.  

Auf Antrag des Grossen Rats setzte der Regierungsrat des Kantons Aar-

gau mit Beschluss Nr. 2014-000518 vom 7. Mai 2014 die Spitallisten Akut-

somatik, Rehabilitation und Psychiatrie ab dem 1. Januar 2015 fest (vgl. 

RRB Nr. 2014-000518, im Folgenden: RRB vom 7. Mai 2014; BVGer-act. 

1/1). Den einzelnen Leistungserbringern wurden darin Leistungsaufträge 

erteilt. Diese sind bis zum 31. Dezember 2018 befristet. Die Begründung 

für die Nichterteilung von beantragten Leistungsaufträgen ergibt sich im 

Einzelnen je Spital aus den Erwägungen zu diesem Regierungsratsbe-

schluss vom 7. Mai 2014. 

Die Vorinstanz gab an, bei der Vergabe der Leistungsaufträge die gesetz-

lichen Kriterien gemäss dem Bundesgesetz vom 18. März 1994 über die 

Krankenversicherung (KVG, SR 832.10), der Verordnung vom 27. Juni 

C-3301/2014 

Seite 3 

1995 über die Krankenversicherung (KVV, SR 832.102), dem kantonalen 

Spitalgesetz vom 25. Februar 2003 (SpiG, SAR 331.200) und der kantona-

len Verordnung über die Spitalliste vom 6. März 2013 (SpiliV, SAR 

331.215), sowie die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur 

Wirtschaftlichkeitsprüfung berücksichtigt zu haben (vgl. S. 3ff. des RRB 

vom 7. Mai 2014).  

Zudem hielt sie sinngemäss fest, für die Aufnahme in die Spitalliste und die 

Erteilung von Leistungsaufträgen seien, im Hinblick auf die in der Strate-

gie 6 der Gesundheitspolitischen Gesamtplanung (GGpl) verankerten An-

gebotskonzentration, insbesondere die Erfahrung des Spitals beziehungs-

weise der Behandlungsteams sowie die Höhe der Fallzahlen in der ent-

sprechenden Leistungsgruppe massgebend gewesen (vgl. Ziff. 4 des RRB 

vom 7. Mai 2014). 

Die Vorinstanz wies die von der Spital Zofingen AG beantragten Leistungs-

aufträge betreffend die Leistungsgruppe HNO2 (Schild- und Nebenschild-

drüsenchirurgie) mit der Begründung der angestrebten Angebotskonzen-

tration ab (vgl. Ziff. 9.4.5 des RRB vom 7. Mai 2014). 

C.  

Gegen den RRB vom 7. Mai 2014 erhob die Spital Zofingen AG (im Fol-

genden: Beschwerdeführerin) am 16. Juni 2014 (Posteingang am 17. Juni 

2014; BVGer act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und be-

antragte:  

Verfahrensanträge: 

1. Die vom Beschwerdegegner in Bezug auf eine allfällige Beschwerde ver-

fügte Aufhebung der aufschiebenden Wirkung sei aufzuheben, und es sei 

der vorliegenden Beschwerde die von Gesetzes wegen bestehende auf-

schiebende Wirkung zu belassen. 

2. Das Bundesverwaltungsgericht habe zusätzlich der Spital Zofingen AG 

mittels vorsorglicher Massnahme zu gestatten, den Leistungsauftrag 

HNO2 Schild- und Nebenschilddrüsenchirurgie gegebenenfalls über den 

31. Dezember 2014 hinaus bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Bun-

desverwaltungsgerichtsentscheids durchzuführen.  

3. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.  

Hauptanträge: 

4. Die Verfügung des Regierungsrats betreffend Leistungsauftrag für das 

Spital Zofingen AG sei hinsichtlich der Nichterteilung des Leistungsauf-

trags HNO2 Schild- und Nebenschilddrüsenchirurgie aufzuheben und die 

Vorinstanz sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin den Leistungsauftrag 

HNO2 Schild- und Nebenschilddrüsenchirurgie zu erteilen. 

C-3301/2014 

Seite 4 

5. Eventuell sei der Leistungsauftrag HNO2 Schild- und Nebenschilddrüsen-

chirurgie der Spital Zofingen AG vom Bundesverwaltungsgericht selber zu 

erteilen.  

6. Unter gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen.  

Zur Begründung der Verfahrensanträge brachte die Beschwerdeführerin 

vor, es würden keine überzeugenden Gründe für die sofortige Wirksamkeit 

des Regierungsratsbeschlusses vorliegen. Der Entzug der aufschiebenden 

Wirkung erweise sich als ungesetzlich, unverhältnismässig und nicht sach-

gerecht (vgl. Beschwerde Rn. 12). Sollte die aufschiebende Wirkung nicht 

schon für sich allein zur Folge haben, dass vorderhand auch nach dem 

1. Januar 2015 die Schild- und Nebenschilddrüsenoperationen durchge-

führt werden dürften, sei dies mittels einer entsprechenden vorsorglichen 

Massnahme sicherzustellen (vgl. Beschwerde Rn. 13). Aufgrund der Kom-

plexität der ganzen Angelegenheit sei ein zweiter Schriftenwechsel durch-

zuführen.  

In materieller Hinsicht rügte die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe 

den Leistungsauftrag mit der Begründung der Angebotskonzentration und 

der Fallzahlen verweigert (vgl. Beschwerde Rn. 26ff.). Vorliegend seien je-

doch keine Mindestfallzahlen definiert worden, obschon diese bundes- wie 

kantonalrechtlich ein mögliches Beurteilungskriterium bilden würden (vgl. 

Beschwerde Rn. 28). Eine Mindestfallzahl würde zudem bei HNO2-Fällen 

keinen Sinn machen, da es sich um einfachere Eingriffe handle, die auch 

bei relativ geringen Eingriffszahlen an einem Spital gute Qualität aufweisen 

würden. Die Behandlung werde durch den Facharzttitel Chirurgie genü-

gend abgedeckt, sei Teil der Grundversorgung und nicht an einen Schwer-

punkttitel gebunden. Es handle sich um keinen komplexen Eingriff. Der Ein-

griff unterliege einem hohen Grad an Standardisierung (vgl. Beschwerde 

Rn. 29). Die Beschwerdeführerin erfülle einen derart hohen Qualitätsstan-

dard, dass es überhaupt kein Thema sein könne, sie nicht auch in Zukunft 

mit der Durchführung des Leistungsauftrags HNO2 Schild- und Neben-

schilddrüsenchirurgie zu betrauen (vgl. Beschwerde Rn. 39). Der vor-

instanzliche Entscheid führe ein Kriterium ein, das zu den relevanten Pla-

nungs- und Gesuchsunterlagen keinen Bezug habe und zudem sachlich 

nicht gerechtfertigt sei (vgl. Beschwerde Rn. 36). Der Entscheid verstosse 

gegen Bundesrecht und sei unverhältnismässig (vgl. Beschwerde Rn. 40). 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2014 (vgl. BVGer act. 2) wurde die 

Beschwerdeführerin zur Bezahlung eines Kostenvorschusses in der Höhe 

C-3301/2014 

Seite 5 

von Fr. 4'000.- aufgefordert, welcher am 9. Juli 2014 in der Gerichtskasse 

einging (vgl. BVGer act. 4). 

E.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 20. August 2014 

(eingegangen am 22. August 2014; vgl. BVGer act. 6), die Beschwerde sei 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführe-

rin vollumfänglich abzuweisen. Ebenso seien die Verfahrensanträge (Wie-

derherstellung der mit RRB vom 7. Mai 2014 entzogenen aufschiebenden 

Wirkung, Erlass einer vorsorglichen Massnahme und Durchführung eines 

zweiten Schriftenwechsels) abzuweisen (vgl. Vernehmlassung S. 12).  

Zur Begründung brachte die Vorinstanz zusammenfassend vor, sie habe 

eine den Anforderungen des Bundesrechts entsprechende Spitalliste er-

lassen, indem sie die Planungskriterien von Art. 58b KVV beachtet und eine 

rechtsprechungsgemässe und planerisch vernünftige Konzentration von 

Leistungen der spezialisierten Medizin vorgenommen habe. Sie habe die 

Rechtsgleichheit und das Verhältnismässigkeitsgebot beachtet, indem sie 

sachliche Gründe für eine differenzierte Behandlung der einzelnen Bewer-

bungen angeführt habe. Ihre diesbezüglichen Planungsentscheide seien 

geeignet und erforderlich, die im öffentlichen Interesse stehenden Ziele zur 

Sicherstellung der Versorgungssicherheit sowie zur Kostendämpfung zu 

erreichen. Diese Massnahmen seien den betroffenen Spitälern auch zu-

mutbar (vgl. Vernehmlassung S. 12).  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. Oktober 2014 (vgl. BVGer act. 7) wurde 

die aufschiebende Wirkung der Beschwerde aufgrund des überwiegenden 

Interesses der Beschwerdeführerin wiederhergestellt und festgehalten, 

dass mit diesem Verfahrensausgang auch dem Antrag auf vorsorgliche 

Massnahmen entsprochen worden sei. Der Entscheid über den Antrag der 

Beschwerdeführerin auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels 

wurde auf später verschoben.  

G.  

Das als Fachbehörde zur Stellungnahme eingeladene Bundesamt für Ge-

sundheit (BAG) reichte am 22. Dezember 2014 (eingegangen am 24. De-

zember 2014; vgl. BVGer act. 11) seine Stellungnahme zum RRB vom 7. 

Mai 2014 ein. Es hielt insbesondere fest, für den Leistungsbereich HNO2 

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Seite 6 

seien keine Mindestfallzahlen vorgesehen. Es fehle daher eine Planungs-

grundlage für die Verweigerung des Leistungsauftrags im Bereich HNO2 

im Sinne von Mindestfallzahlen (vgl. Stellungnahme Rn. III. 3.3).  

H.  

Mit Schlussbemerkungen vom 11. Februar 2015 (vgl. BVGer act. 13) hielt 

die Beschwerdeführerin an ihren bisherigen Rechtsbegehren und deren 

Begründung fest und äusserte sich eingehend zur Stellungnahme des 

BAG. 

I.  

Die Vorinstanz reichte am 16. Februar 2015 (vgl. BVGer act. 14) ihre 

Schlussbemerkungen ein, worin sie an ihren Anträgen und deren Begrün-

dung festhielt. 

J.  

Mit Instruktionsverfügung vom 14. April 2015 (vgl. BVGer act. 15) wurde 

der Beschwerdeführerin die Schlussbemerkungen der Vorinstanz zur 

Kenntnis gebracht und der Schriftenwechsel geschlossen.  

K.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird 

– soweit für die Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 39 KVG (SR 

832.10) kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden 

(Art. 53 Abs. 1 KVG). Der angefochtene Beschluss vom 7. Mai 2014 wurde 

gestützt auf Art. 39 KVG erlassen. Die Zuständigkeit des Bundesverwal-

tungsgerichts ist daher gegeben (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG (SR 173.32) und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich 

nach den Vorschriften des VwVG (SR 172.021). Vorbehalten bleiben allfäl-

lige Abweichungen des VGG und die besonderen Bestimmungen des 

Art. 53 Abs. 2 KVG. 

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Seite 7 

Art. 53 Abs. 2 KVG sieht ‒ insbesondere mit dem Ziel der Verfahrensstraf-

fung (vgl. BVGE 2012/9 E. 4.3.1) ‒ verschiedene Abweichungen von der 

Verfahrensordnung des VwVG vor. Nach dessen Bst. a dürfen neue Tatsa-

chen und Beweismittel nur soweit vorgebracht werden, als erst der ange-

fochtene Beschluss dazu Anlass gibt; neue Begehren sind unzulässig. 

Nach Bst. b sind die Art. 22a VwVG (Stillstand der Fristen) und Art. 53 

VwVG (Ergänzende Beschwerdeschrift) nicht anwendbar. Das Gericht hat 

zur Einreichung einer Vernehmlassung eine nicht erstreckbare Frist von 

höchstens 30 Tagen zu setzen (Bst. c), wobei der Begriff der Vernehmlas-

sung hier in einem weiten Sinn zu verstehen ist und die Stellungnahmen 

von allen Beteiligten im Sinne von Art. 57 VwVG umfasst (BVGE 2014/3 

E. 1.5.1). Ein weiterer Schriftenwechsel nach Art. 57 Abs. 2 VwVG findet in 

der Regel nicht statt (Bst. d). In Beschwerdeverfahren gegen Spitallisten-

beschlüsse (Art. 39 KVG) ist die Rüge der Unangemessenheit nicht zuläs-

sig (Bst. e). 

1.3 Nach der Rechtsprechung ist die Spitalliste als Rechtsinstitut sui gene-

ris zu qualifizieren. Für die Bestimmung des Anfechtungsgegenstandes ist 

wesentlich, dass die Spitalliste aus einem Bündel von Individualverfügun-

gen besteht (vgl. BVGE 2012/9 E. 3.2.6). Ein Leistungserbringer kann nur 

die Verfügung, welche das ihn betreffende Rechtsverhältnis regelt, anfech-

ten. Die nicht angefochtenen Verfügungen einer Spitalliste erwachsen in 

Rechtskraft (vgl. BVGE 2012/9 E. 3.3; Urteil BVGer C-4302/2011 vom 

15. Juli 2015 E. 2.2.1). 

1.4 Die Beschwerdeführerin ist von der Verfügung, welche das sie betref-

fende Rechtsverhältnis regelt (Erteilung bzw. Nichterteilung von Leistungs-

aufträgen), zweifellos besonders berührt und sie kann sich auf ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung berufen. 

Weiter hat sie am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Die 

Beschwerdelegitimation ist daher gegeben (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 

die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist, nachdem auch der 

Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, einzutreten (vgl. Art. 50 

Abs. 1 VwVG, Art. 52 Abs. 1 VwVG und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

1.5 Mit Beschwerde gegen einen Spitallistenentscheid im Sinne von Art. 39 

Abs. 1 KVG kann die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des 

Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens und die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden. Nicht zulässig ist hingegen, wie bereits erwähnt (vgl. E. 1.2 

hiervor), die Rüge der Unangemessenheit (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG i.V.m. 

C-3301/2014 

Seite 8 

Art. 49 VwVG). Bei der Spitalplanung und beim Erlass der Spitalliste ver-

fügt der Kanton über einen erheblichen Ermessensspielraum (vgl. Urteile 

des BVGer C-401/2012 vom 28. Januar 2014 E. 3.2; C-6088/2011 vom 

6. Mai 2014 E. 2.5.3.2; C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 4.1; vgl. auch 

BGE 132 V 6 E. 2.4.1 mit Hinweisen). 

2.  

Nachfolgend ist der Streitgegenstand zu bestimmen. 

2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die 

Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der 

Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand 

bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand 

und Streitgegenstand identisch, wenn die Verfügung insgesamt ange-

fochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen 

Teil des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die 

nicht beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten 

Rechtsverhältnisses zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streit-

gegenstand (vgl. BGE 125 V 413 E. 1b). Solche Teilaspekte hat das ange-

rufene Gericht nur zu überprüfen, wenn sie in einem engen Sachzusam-

menhang mit dem Streitgegenstand stehen; im Übrigen gilt der Disposi-

tionsgrundsatz (ZIBUNG/HOFSTETTER, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 

2016, Rz. 51 zu Art. 49 VwVG).  

2.2 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin die Spitalliste 2015 nur 

hinsichtlich des nichterteilten Leistungsauftrags der Leistungsgruppe 

HNO2 angefochten, womit sich der Streitgegenstand hierauf beschränkt. 

2.3  

2.3.1 Mit Blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, wonach echte tatsächliche 

Noven unzulässig sind (vgl. E. 1.2 hiervor), hat das Bundesverwaltungsge-

richt bei der Beurteilung der Rechtmässigkeit eines Spitallistenbeschlusses 

in der Regel auf den bis zum Beschlusszeitpunkt eingetretenen Sachver-

halt abzustellen (zum Verhältnis von Novenverbot und Untersuchungs-

grundsatz vgl. BVGE 2014/3 E. 1.5.3 f.; 2014/36 E. 1.5.2). Dieser Grund-

satz gilt allgemein in der Sozialversicherungsrechtspflege (vgl. BGE 132 V 

215 E. 3.1.1; BGE 130 V 138), nicht aber für übrige Beschwerdeverfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 

a.a.O., S. 117 Rz. 2.204 ff.; SEETHALER/PORTMANN, in: Praxiskommentar 

VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 78 zu Art. 52). In Beschwerdeverfahren nach 

C-3301/2014 

Seite 9 

Art. 53 Abs. 1 KVG soll das Bundesverwaltungsgericht nicht mit neuen Tat-

sachen oder Beweismitteln konfrontiert werden, welche der vorinstanzli-

chen Beurteilung nicht zugrunde lagen, ausser es liege ein Ausnahmefall 

im Sinne von Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG vor (vgl. BVGE 2014/36 E. 1.5.2; 

Urteil BVGer C-195/2012 vom 24. September 2012 E. 5.1.2). Gemäss Art. 

53 Abs. 2 Bst. a KVG dürfen neue Tatsachen und Beweismittel vorgebracht 

werden, sofern erst der angefochtene Beschluss dazu Anlass gibt. 

2.3.2 Vorliegend warf das BAG anlässlich seiner Stellungnahme die Frage 

der Berücksichtigung von Fallzahlenentwicklungen auf, womit sich diese 

Frage erstmals vor Bundesverwaltungsgericht stellte und nicht bereits 

Thema im vorinstanzlichen Verfahren war. Die Fallzahlenentwicklung ist 

vorliegend nicht relevant und wurde von der Beschwerdeführerin in ihrer 

Beschwerdeschrift denn auch nicht geltend gemacht. Soweit die Be-

schwerdeführerin in ihren Schlussbemerkungen auf Fallzahlentwicklungen 

hinweist (vgl. Schlussbemerkungen BVGer act. 14 Rn. 26), ist ihr entge-

genzuhalten, dass es sich hierbei um ein unzulässiges Novum handelt, auf 

welches sie sich nicht berufen kann. Zudem hat sie ihre Aussage, dass ein 

berechtigtes Potenzial bestehen soll, nicht substantiiert vorgebracht. Der 

Beilage 3 zu den Schlussbemerkungen (vgl. BVGer act. 13) „Abschlussbe-

richt Projekt Albatros zuhanden Verwaltungsrat vom 21.2.2013“ ist auf 

Seite 4 zu entnehmen, dass Prof. Metternich den Wunsch äusserte, einfa-

chere Operationen im Spital Zofingen durchführen zu können. Hierbei han-

delt es sich nur um einen Wunsch bzw. eine Idee des Arztes, denn es 

wurde nicht belegt, dass die Operationen tatsächlich ans Spital Zofingen 

verlegt worden wären. Das eingereichte Beweismittel enthält nur die Ab-

sicht zur Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Aarau, aber keine Fall-

zahlenentwicklungen, womit es auch im Rahmen der Untersuchungsma-

xime nicht zu berücksichtigen ist.  

2.3.3 Die Beschwerdeführerin brachte erstmals in ihren Schlussbemerkun-

gen vor (vgl. Schlussbemerkungen BVGer act. 14 Rn. 18), die Argumenta-

tion der Vorinstanz wirke widersprüchlich. Obwohl beim Leistungsauftrag 

URO1.1. – im Gegensatz zum Leistungsauftrag HNO2 – noch keine Fall-

zahlen vorliegen würden und anerkanntermassen bei beiden Leistungsauf-

trägen durch die Verlagerung vom Zentrumsspital ins Spital der Beschwer-

deführerin eine kostendämpfende Wirkung erzielt werden könne, behandle 

die Vorinstanz die beiden Leistungsaufträge ohne nachvollziehbaren 

Grund unterschiedlich. Hierbei handelt es sich um ein unzulässiges No-

vum, womit sich die Beschwerdeführerin nicht darauf berufen kann. Wie 

bereits erwähnt, handelt es sich bei der Zusammenarbeit betreffend HNO2 

C-3301/2014 

Seite 10 

zwischen dem Spital Zofingen und dem Kantonsspital Aargau im Verfü-

gungszeitpunkt um kein konkretes Vorhaben, sondern um eine Absicht. Ob 

die Zusammenarbeit auch in die Tat umgesetzt wurde, ist nicht aktenkundig 

und wurde auch nicht mit Unterlagen belegt. Das Vorbringen der Be-

schwerdeführerin ist daher nicht zu hören.  

3.  

Für die materielle Beurteilung sind namentlich die nachfolgend aufgeführ-

ten bundesrechtlichen Bestimmungen massgebend, wobei die im Rahmen 

der KVG-Revision zur Spitalfinanzierung vorgenommenen und am 1. Ja-

nuar 2009 in Kraft getretenen Änderungen des KVG (Änderung vom 

21. Dezember 2007, AS 2008 2049) und der Ausführungsbestimmungen 

(insbesondere KVV [SR 832.102], Änderung vom 22. Oktober 2008, AS 

2008 5097) zu beachten sind (vgl. auch Urteil BVGer C-325/2010 vom 

7. Juni 2012 E. 3; C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 3.2). 

3.1 Art. 39 Abs. 1 KVG, welcher – in Verbindung mit Art. 35 Abs. 1 KVG – 

bestimmt, unter welchen Voraussetzungen Spitäler zur Tätigkeit zu Lasten 

der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zugelassen wer-

den, hat mit der KVG-Revision zur Spitalfinanzierung keine Änderung er-

fahren. Demnach muss ein Spital eine ausreichende ärztliche Betreuung 

gewährleisten, über das erforderliche Fachpersonal und zweckentspre-

chende medizinische Einrichtungen verfügen und eine zweckentspre-

chende pharmazeutische Versorgung gewährleisten (Bst. a-c). Im Weite-

ren muss ein Spital für die Zulassung der von einem oder mehreren Kan-

tonen gemeinsam aufgestellten Planung für eine bedarfsgerechte Spital-

versorgung entsprechen, wobei private Trägerschaften angemessen in die 

Planung einzubeziehen sind (Bst. d). Bst. e setzt schliesslich voraus, dass 

die Spitäler oder die einzelnen Abteilungen in der nach Leistungsaufträgen 

in Kategorien gegliederten Spitalliste des Kantons aufgeführt sind. 

Art. 39 Abs. 1 Bst. a-c KVG regeln die Dienstleistungs- und Infrastrukturvo-

raussetzungen, welche in erster Linie durch die Behörden des Standort-

kantons zu prüfen sind. Bst. d statuiert eine Bedarfsdeckungs- und Koordi-

nationsvoraussetzung und Bst. e eine Publizitäts- und Transparenzvoraus-

setzung (an welche Rechtswirkungen geknüpft werden). Die Vorausset-

zungen gemäss Bst. d und e sollen eine Koordination der Leistungserbrin-

ger, eine optimale Ressourcennutzung und eine Eindämmung der Kosten 

bewirken (vgl. BVGE 2010/15 E. 4.1; Urteile des BVGer C-401/2012 vom 

28. Januar 2014 E. 6.1 und C-6266/2013 vom 29. September 2015 E. 3.2, 

je m.w.H.).  

C-3301/2014 

Seite 11 

3.2 Seit dem 1. Januar 2009 sind die Kantone nach Art. 39 KVG zudem 

(ausdrücklich) verpflichtet, ihre Planung zu koordinieren (Abs. 2) und im 

Bereich der hochspezialisierten Medizin gemeinsam eine gesamtschwei-

zerische Planung zu beschliessen (Abs. 2bis). Weiter hat der Bundesrat ein-

heitliche Planungskriterien auf der Grundlage von Qualität und Wirtschaft-

lichkeit zu erlassen, wobei er zuvor die Kantone, die Leistungserbringer 

und die Versicherer anzuhören hat (Abs. 2ter). Diesem Auftrag ist der Bun-

desrat mit dem Erlass der Art. 58a ff. KVV (in Kraft seit 1. Januar 2009) 

nachgekommen. 

3.2.1 Die Spitalplanung für eine bedarfsgerechte Versorgung im Sinne von 

Art. 39 Abs. 1 Bst. d KVG umfasst die Sicherstellung der stationären Be-

handlung im Spital für Einwohnerinnen und Einwohner der Kantone, die die 

Planung erstellen. Die Kantone haben ihre Planung periodisch zu überprü-

fen (Art. 58a KVV).  

3.2.2 Laut Art. 58b KVV ermitteln die Kantone den Bedarf in nachvollzieh-

baren Schritten. Sie stützen sich namentlich auf statistisch ausgewiesene 

Daten und Vergleiche (Abs. 1). Sie ermitteln das Angebot, das in Einrich-

tungen beansprucht wird, die nicht auf der von ihnen erlassenen Liste auf-

geführt sind (Abs. 2). Sie bestimmen das Angebot, das durch die Auffüh-

rung von inner- und ausserkantonalen Einrichtungen auf der Spitalliste ge-

mäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zu sichern ist, damit die Versorgung ge-

währleistet ist. Dieses Angebot entspricht dem nach Art. 58b Abs. 1 KVV 

ermittelten Versorgungsbedarf abzüglich des nach Art. 58b Abs. 2 KVV er-

mittelten Angebots (Abs. 3). Bei der Beurteilung und Auswahl des auf der 

Liste zu sichernden Angebotes berücksichtigen die Kantone insbesondere 

die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungserbringung, den Zugang 

der Patientinnen und Patienten zur Behandlung innert nützlicher Frist so-

wie die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrichtung zur Erfüllung des Leis-

tungsauftrages (Abs. 4). Weiter werden die Kriterien festgelegt, welche bei 

der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und Qualität zu beachten sind, näm-

lich die Effizienz der Leistungserbringung, der Nachweis der notwendigen 

Qualität und im Spitalbereich die Mindestfallzahlen und die Nutzung von 

Synergien (Abs. 5). 

3.2.3 Für die Versorgung der versicherten Personen in Spitälern zur Be-

handlung von akutsomatischen Krankheiten sowie in Geburtshäusern 

schreibt Art. 58c Bst. a KVV eine leistungsorientierte Planung vor.  

C-3301/2014 

Seite 12 

3.2.4 Art. 58e KVV bestimmt, dass die Kantone auf ihrer Liste nach Art. 39 

Abs. 1 Bst. e KVG die inner- und ausserkantonalen Einrichtungen auffüh-

ren, die notwendig sind, um das nach Art. 58b Abs. 3 KVV bestimmte An-

gebot sicherzustellen (Abs. 1). Auf den Listen wird für jedes Spital das dem 

Leistungsauftrag entsprechende Leistungsspektrum aufgeführt (Abs. 2). 

Die Kantone erteilen jeder Einrichtung auf ihrer Liste einen Leistungsauf-

trag nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG. Dieser kann insbesondere die Pflicht 

zum Notfalldienst beinhalten (Abs. 3). 

3.3 Gemäss Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG 

vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung [nachfolgend: UeB KVG]) 

müssen die kantonalen Spitalplanungen spätestens drei Jahre nach dem 

Einführungszeitpunkt der Regelungen gemäss Abs. 1 UeB KVG (d.h. spä-

testens auf den 1. Januar 2015) den Anforderungen von Art. 39 KVG ent-

sprechen. Dabei müssen sie auf Betriebsvergleiche zu Qualität und Wirt-

schaftlichkeit abgestützt sein. 

4.  

Mit Urteil C-5601/2011 vom 2. Dezember 2013 wies das Bundesverwal-

tungsgericht die Angelegenheit betreffend Spitalliste 2012 an die Vor-

instanz zurück, damit diese nach Durchführung einer bundesrechtskonfor-

men Versorgungsplanung mit genügender Wirtschaftlichkeitsprüfung neu 

verfüge. Aufgrund dieser Rückweisung galt für die Beschwerdeführerin in 

Bezug auf die damals beschwerten Leistungsgruppen weiterhin die Spital-

liste 2007, die durch die Spitalliste 2015 ersetzt wird. Nachfolgend ist somit 

zu prüfen, ob nun hinsichtlich der Spitalliste 2015 eine bundesrechtskon-

forme Versorgungsplanung (vgl. E. 5 hiernach) und eine genügende Wirt-

schaftlichkeitsprüfung (vgl. E. 6 hiernach) vorliegt.  

5.  

5.1 Die erste Stufe der Versorgungsplanung, das heisst, die Bedarfsermitt-

lung (vgl. E. 3.2.2 hiervor und Art. 58b Abs. 1 – 3 KVV), ist vorliegend nicht 

umstritten und, wie nachfolgend zu zeigen ist, auch nicht zu beanstanden.  

5.2 Die Beschwerdeführerin erstellte gemeinsam mit den Kantonen Basel-

Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn einen Versorgungsbericht (vgl. 

https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/direktionen/volkswirt-

schafts-und-gesundheitsdirektion/amt-fur-gesundheit/spitaler-und-thera-

pieeinrichtungen/spitalversorgung/versorgungsbericht mit Link zum Ver-

sorgungsbericht des Kantons Aargau, S. 8), in welchem eine Angebotsana-

lyse vorgenommen und der Bedarf an Leistungen unter Berücksichtigung 

C-3301/2014 

Seite 13 

der Patientenströme (Patientenimport und -export) ermittelt wurde. Die Be-

darfsermittlung im Versorgungsbericht des Kantons Aargau entspricht da-

mit Art. 39 Abs. 2 KVG i.V.m. Art. 58d KVV indem eine Koordination zwi-

schen den betroffenen Kantonen unter Berücksichtigung der Patienten-

ströme vorgenommen wurde. Die Versorgungsplanung wurde somit bun-

desrechtskonform erstellt. 

6.  

Die zweite Stufe ist die Evaluation der Angebote der in Frage kommenden 

Spitäler, welche aufgrund der objektiven Kriterien gemäss Art. 58b Abs. 4 

und 5 KVV erfolgen muss. 

6.1 Für die Auswahl der Spitäler, welchen ein Leistungsauftrag erteilt wer-

den soll, muss zwingend eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durch Betriebsver-

gleiche vorgenommen werden (vgl. Urteile des BVGer C-4302/2011 vom 

15. Juli 2015 E. 5.3 und C-5647/2011 vom 16. Juli 2013 E. 5.3.1). Nach der 

Rechtsprechung sind die im Zusammenhang mit der (neuen) Spitalfinan-

zierung entwickelten (bzw. zu entwickelnden) Grundsätze der Wirtschaft-

lichkeitsprüfung auch bei der Spitalplanung zu berücksichtigen (vgl. Urteile 

des BVGer C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 5.2 und C-5647/2011 vom 

16. Juli 2013 E. 5.3 in fine).  

6.1.1 Im Rahmen der Prüfung der Wirtschaftlichkeit müssen gestützt auf 

die erhobenen finanziellen Daten die leistungsbezogenen Kostenunter-

schiede der verschiedenen Spitäler untersucht werden. Die Wirtschaftlich-

keitsprüfung kann mit einem Benchmarking vorgenommen werden. Tarif-

vergleiche zwischen Spitälern sind dabei zulässig, wenn bestimmte Anfor-

derungen erfüllt sind. So muss eine taugliche Vergleichsbasis bestehen, 

was nur dann der Fall ist, wenn Kosten einander gegenübergestellt wer-

den, die auf vergleichbare Leistungen entfallen. Zunächst sind die Leistun-

gen eines Spitals sowie die darauf entfallenden Kosten zu bestimmen und 

diese sodann den Leistungen und Kosten eines oder mehrerer anderer 

Spitäler (Referenzspitäler) gegenüberzustellen. Der an Hand der Zahlen 

der Referenzspitäler ermittelte Wert wird als Benchmark (oder als Refe-

renz- oder Vergleichswert) bezeichnet. Das zu beurteilende Spital und die 

Referenzspitäler müssen über dieselben rechnerischen Grundlagen in 

Form von Kostenrechnungen verfügen. Zudem müssen die Leistungen und 

Kosten des zu beurteilenden Spitals und der Referenzspitäler an Hand der 

wesentlichen Kriterien fassbar und vergleichbar sein (je nach Art des Kos-

tenvergleichs beispielsweise hinsichtlich Versorgungsstufe, Leistungsan-

gebot in Diagnostik und Therapie, Zahl und Art sowie Schweregrad der 

C-3301/2014 

Seite 14 

Fälle oder hinsichtlich Leistungen in Hotellerie/Service und Pflege). Wenn 

die Leistungen vergleichbar sind, so ist zu vermuten, dass auch deren Kos-

ten gleich hoch liegen werden. Falls dies im Einzelfall nicht zutrifft und das 

zu beurteilende Spital für bestimmte Leistungen höhere Kosten aufweist 

als die Referenzspitäler, kann das Spital diese Vermutung umstossen, in-

dem es die höheren Kosten stichhaltig begründet. Wenn dies nicht gelingt, 

ist anzunehmen, dass die höheren Kosten mindestens teilweise auf einer 

unwirtschaftlichen Leistungserbringung beruhen (vgl. Urteil des BVGer  

C-5647/2011 vom 16. Juli 2013 E. 5.3.2 m.H.).  

6.1.2 Liegen, wie hier, einheitliche Patientenklassifikationssysteme im 

Sinne von "Diagnosis Related Groups" (DRG-Systeme) vor, werden im 

Rahmen von Wirtschaftlichkeitsvergleichen diese zur Leistungsermittlung 

herangezogen. Die anrechenbaren Kosten werden aufgrund von Kosten-

rechnungen ermittelt, welche insbesondere die Elemente Kostenarten, 

Kostenstellen, Kostenträger und die Leistungserfassung umfassen müs-

sen (vgl. Art. 49 KVG in Verbindung mit Art. 9 der Verordnung über die 

Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburtshäu-

ser und Pflegeheime in der Krankenversicherung vom 3. Juli 2002 [VKL, 

SR 832.104]; Urteil des BVGer C-5647/2011 vom 16. Juli 2013 E. 5.3.4).  

6.2  

6.2.1 Als Basis zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit im Rahmen des Be-

werbungsverfahrens für die Spitalliste 2015 lagen der Vorinstanz die fol-

genden Daten vor (vgl. Beilage [Vorakten 48] zum Schreiben der Vor-

instanz vom 8. Mai 2013 [Vorakten 50], Seite 11 [Vorakten 38]): 

– Medizinischer BFS-Datensatz des Jahres 2012  

– Jahresbericht des Jahres 2012  

– detailliert ausgewiesene Kosten gemäss REKOLE® (Kostenrech-

nung) des Jahres 2012 (integriertes Tarifmodell Kostenträgerrech-

nung [ITAR_K] CH Version 3.0, Tabellenblatt „KTR-Ausweis Ge-

samtansicht“)  

– Tabellenblatt „ITAR_K Gesamtansicht“ in der ITAR_K CH Version 

3.0 (Daten des Jahres 2012)  

– detaillierte Erfolgsrechnung des Jahres 2012 gemäss REKOLE®  

6.2.2 Aus dem RRB vom 7. Mai 2014 geht hervor, dass die Vorinstanz eine 

Wirtschaftlichkeitsprüfung in mehreren Schritten durchführte (vgl. RRB 

S. 15 Vorakten 324; BVGer act. 1 Beilage 1).  

C-3301/2014 

Seite 15 

6.2.2.1 Die Vorinstanz erklärte, zuerst seien die Angaben in den von den 

Bewerbern abgegebenen ITAR_K-Tabellen mittels eines Vergleichs der 

Zahlen aus der publizierten Erfolgsrechnung des jeweiligen Leistungser-

bringers mit den Angaben der Finanzbuchhaltung im Tabellenblatt „ITAR_K 

Gesamtansicht“ plausibilisiert worden. Anschliessend sei die Überprüfung 

der im ITAR_K vom Leistungserbringer vorgenommenen Korrekturen er-

folgt und die Betriebskosten um sämtliche nicht KVG-relevanten Kosten 

bereinigt worden. Dazu gehörten insbesondere Arzthonorare für zusatzver-

sicherte Patienten, Anlagenutzungskosten, Kosten für universitäre Lehre 

und Forschung, Kosten für gemeinwirtschaftliche Leistungen nach Art. 49 

Abs. 3 KVG, Abzug für Mehrkosten aus Leistungen für zusatzversicherte 

Patienten, Kostenanteile von nicht KVG-relevanten Erlöse, Abzug der Um-

laufvermögen-Zinsen und ein Zuschlag für nicht berücksichtigte Zinsen auf 

dem Umlaufvermögen, sofern keine REKOLE® Zertifizierung vorliege. Die 

zusätzlichen Kosten für zusatzversicherte Patienten nach KVG seien über 

diese Abzüge bereinigt worden. Damit verbleibe lediglich der Anteil der 

Kosten aus dem Grundversicherungsanteil für Zusatzversicherte und 

könne deshalb mit den Kosten der grundversicherten Patienten nach KVG 

zusammengezogen werden (vgl. RRB S. 16, Vorakten 324; BVGer act. 1 

Beilage 1). 

6.2.2.2 Weiter führte die Vorinstanz aus (vgl. RRB S. 18, Vorakten 324; 

BVGer act. 1 Beilage 1), die Berechnung der benchmarking-relevanten 

Baserate für akutsomatische Spitäler beziehe sich auf akutsomatische 

Leistungen für KVG Grund- und Zusatzversicherte. Aus dem BFS-Daten-

satz könne der Case Mix-Index (CMI) ermittelt werden. Der CMI werde dar-

über hinaus aus der im ITAR_K vorgenommenen Berechnung übernom-

men und ergebe sich aus dem Case Mix dividiert durch die Fallzahl. Der 

Vergleichswert (benchmarking-relevante Basiswert) errechne sich über die 

benchmarking-relevanten Betriebskosten aller Fälle, dividiert durch den 

CM. Es handle sich deshalb um einen schweregradbereinigten Vergleichs-

wert (schweregradbereinigte Baserate). 

6.2.2.3 Zudem hielt die Vorinstanz fest (vgl. RRB S. 17 und 18, Vorakten 

324; BVGer act. 1 Beilage 1), bei der Ermittlung der Vergleichsspitäler sei 

zu berücksichtigen gewesen, dass die Abbildungsgenauigkeit innerhalb 

der Tarifstruktur SwissDRG problematisch sei. Da REKOLE® noch nicht in 

allen Spitälern eingeführt sei, sei keine einheitliche Ermittlung der Kosten- 

und Leistungsdaten möglich. Es finde eine Verdichtung der Kalkulationser-

gebnisse auf wenige Variablen bei gleichzeitig fehlender standardisierter 

C-3301/2014 

Seite 16 

Vorgabe zu Art und Ort der Verbuchung statt. Dies führe zu einem Kom-

pressionseffekt. Die durchschnittlichen Kosten und davon abgeleitet das 

Kostengewicht der DRGs werde tendenziell für einfache Behandlungsfälle 

zu hoch und für aufwändige Behandlungsfälle zu niedrig ausgewiesen. 

Auch führe die unterschiedliche Verbuchung von gemeinwirtschaftlichen 

Leistungen zu einer Verzerrung der Vergleichspreise durch zu hohe oder 

zu tiefe Kostengewichte. Um die Aussagekraft der Betriebsvergleiche auf-

grund der vorgängig beschriebenen Situation zu verstärken, habe sie vor 

dem Benchmarking eine Abgrenzung der Leistungserbringer in verschie-

dene Benchmark-Kategorien vorgenommen. Die noch ungenügende Ta-

rifstruktur habe zur Konsequenz, dass nach wie vor unterschiedliche Base-

rates je Benchmark-Kategorie zugelassen werden müssten, um dem ver-

fassungsrechtlichen Differenzierungsgebot Genüge zu tun und die Versor-

gungssicherheit weiterhin zu gewährleisten.  

Die Vorinstanz ergänzte (vgl. RRB S. 19, Vorakten 324; BVGer act. 1 Bei-

lage 1), da bei der Abbildung von (hoch)komplexen Fällen, noch nicht alle 

Kostenunterschiede ausgeglichen werden könnten, sei es notwendig, 

vorab die Spitäler in verschiedene Benchmark-Kategorien einzuteilen und 

über differenzierte Baserates diese Unebenheiten auszugleichen. Bei den 

Benchmark-Kategorien würde eine grobe Einteilung hinsichtlich Komplexi-

tät der Patientenstruktur in Verbindung mit der Anzahl von Fällen vorge-

nommen. Die Abgrenzung der verschiedenen Benchmark-Kategorien ori-

entiere sich an der Krankenhaustypologie des BFS. Grundsätzlich werde 

unterteilt in „Allgemeine Krankenhäuser“ und „Spezialkliniken“ anhand der 

Anzahl Leistungsstellen innerhalb eines Spitals und der ausgewiesenen 

Pflegetage pro Leistungsstelle. Die Pflegetage eines Betriebs könnten auf 

eine oder auf mehrere Leistungsstellen verteilt sein. Eine weitere Untertei-

lung erfolge über die Anzahl der Fälle und der Summe der gewichteten 

FMH-Weiterbildungskategorien der jeweiligen Leistungsstellen des Spitals. 

Die „Allgemeinen Krankenhäuser“ seien in „Grundversorger“, „Zent-

rumsversorger“ und „Universitätsspitäler“ unterteilt worden.  

Die Vorinstanz bildete damit im Bereich Akutsomatik vier Benchmark-Ka-

tegorien: „Universitätsspitäler“, „Zentrumsspitäler“, „Grundversorger“ und 

„Kinderspitäler“.  

6.2.2.4 Innerhalb der jeweiligen Benchmark-Kategorie stellte die Vor-

instanz die entsprechenden Leistungserbringer einander gegenüber (vgl. 

RRB S. 20, Vorakten 324; BVGer act. 1 Beilage 1). Der Vergleichspreis, 

C-3301/2014 

Seite 17 

der letztlich den Benchmark bildet, ermittelte sie beim 40. Perzentil der je-

weiligen Benchmark-Kategorie. Die Vorinstanz erörterte, sie habe sich für 

das 40. Perzentil entschieden, da ein tieferer Ansatz den Kostendruck auf 

die Spitäler immens erhöhen würde und nicht angemessen sei.  

6.2.2.5 Schliesslich bestimmte die Vorinstanz eine Abweichungstoleranz 

von maximal 10 % (vgl. RRB S. 20, Vorakten 324; BVGer act. 1 Beilage 1), 

das heisst, sie erachtete ein Spital als wirtschaftlich, wenn dessen bench-

marking-relevanter Basiswert maximal 10 % über dem Benchmark der je-

weiligen Benchmark-Kategorie lag. 

6.2.3 Die Beschwerdeführerin fällt in die Benchmark-Kategorie „Grundver-

sorger“ mit einem benchmarking-relevanten Basiswert von Fr. 8‘836.-. Für 

das Spital Zofingen wurde ein Benchmark von Fr. 9‘580.-  und damit 8.4 % 

über dem benchmarking-relevanten Basiswert ermittelt, womit es von der 

Vorinstanz als wirtschaftlich eingestuft wurde (vgl. RRB S. 26, Vorakten 

324; BVGer act. 1 Beilage 1).  

6.3 Die Beschwerdeführerin äusserte sich nicht zur Wirtschaftlichkeitsprü-

fung und focht insbesondere das Vorgehen der Vorinstanz nicht an.  

6.4 Das BAG hielt betreffend die Wirtschaftlichkeitsprüfung fest (vgl. Stel-

lungnahme BAG BVGer act. 11), die Vorinstanz ordne für die neue Spital-

liste 2015 die akutsomatischen Spitäler vorab nach schweregradbereinig-

ten Fall(-betriebs)kosten auf Grundlage von SwissDRG in die Spitalkate-

gorien des Bundesamtes für Statistik (BFS) ein und vergleiche die Spitäler 

aufgrund einer Abweichung über 10 % vom jeweiligen 40%-Quantil (vgl. 

Stellungnahme BAG Rn. III. 4.1). Aufgrund der nicht idealen Voraussetzun-

gen sei die vorgenommene Wirtschaftlichkeitsprüfung in einer Einfüh-

rungsphase von SwissDRG zu schützen. Schweregradbereinigte Fallkos-

ten inklusive Anlagenutzungskosten seien erst künftig möglich, da ab 2015 

die SwissDRG Version 4.0 Anlagenutzungskosten in der Struktur mitbe-

rücksichtige (vgl. Stellungnahme BAG Rn. III. 4.3).  

6.5  

6.5.1 Für die Berechnung des benchmarking-relevanten Basiswertes ver-

wendete die Vorinstanz die Systeme REKOLE ® und ITAR_K. Dabei hielt 

sie sich an die Empfehlungen zur Wirtschaftlichkeitsprüfung der Schweize-

rischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direkto-

ren GDK (verabschiedet durch den Vorstand der GDK am 5. Juli 2012; < 

http://www.gdk-cds.ch > Themen > Spitalfinanzierung [abgerufen am 

C-3301/2014 

Seite 18 

22.03.2017]) und die Gerichtspraxis (vgl. BVGE 2014/3 E. 3.1.1), indem 

sie von den ausgewiesenen Betriebskosten für OKP-relevante stationäre 

Leistungen ausging (vgl. ITAR_K Spalte H „reine stationäre KVG-Fälle“ und 

Spalte I „stationärer Tarif KVG ZV“; Vorakten 99 und 187).  

6.5.1.1 Das Bundesverwaltungsgericht erachtete in Erwägung 3.4.3 des 

Urteils BVGE 2014/3 die Systeme REKOLE® und ITAR_K als grundsätz-

lich anwendbar. Die in jenem Urteil erwähnten Beanstandungen hinsicht-

lich Berücksichtigung der Debitorenverluste (E. 5), Abzug für universitäre 

Lehre und Forschung (E. 6) und weitere gemeinwirtschaftliche Leistungen 

(E. 7), sind vorliegend nicht relevant, da die Beschwerdeführerin weder se-

parate Debitorenverluste (vgl. Tabelle Zeile 31; Vorakten 99 und 187,) noch 

Abzüge für universitäre Lehre und weitere gemeinwirtschaftliche Leistun-

gen (vgl. Tabelle Zeile 25, 26; Vorakten 99 und 187) geltend gemacht hat. 

Ausserdem werden die Systeme stetig weiterentwickelt, so dass die Debi-

torenverluste in der neuen Versionen 4.0 nicht mehr enthalten sein werden 

(vgl. PASCAL BESSON, REKOLE®, betriebliches Rechnungswesen im Spi-

tal, 4. Ausgabe, Bern 2013, S. 53).  

6.5.1.2 Aus der Kostenträgerrechnung ITAR_K (vgl. Vorakten 99, 187) ist 

ersichtlich, dass die Anlagenutzungskosten für die Berechnung des bench-

marking-relevanten Basiswertes abgezogen wurden (vgl. Spalte A, Zeile 

21), was vom BAG beanstandet wurde (vgl. Stellungnahme BAG BVGer 

act. 11 S. 6).  

Das Bundesverwaltungsgericht erwog im Tariffall BVGE 2014/36 Erwä-

gung 4.9.5 Anlagenutzungskosten, die zur Erfüllung der Behandlung von 

OKP-Versicherten notwendig seien, würden nach dem System der neuen 

Spitalfinanzierung mit den Fallpauschalen abgegolten. Zur sachgerechten 

Beurteilung der Effizienz seien auch die Anlagenutzungskosten im Ver-

gleich zu schweregradbereinigten Fallkosten relevant. Da die Anlagenut-

zungskosten noch nicht in die Tarifstruktur hätten einbezogen werden kön-

nen, bestehe für das Jahr 2012 eine Übergangsregelung (vgl. Bundesamt 

für Gesundheit, Kommentar vom 2. November 2011 zu den per 1. Dezem-

ber 2011 eingeführten Änderungen der KVV). Gemäss Abs. 4 der Schluss-

bestimmungen der Änderungen der KVV vom 22. Oktober 2008 erfolge die 

Abgeltung der Anlagenutzungskosten mittels eines Zuschlags von 10 % 

auf den in den Tarifverträgen verhandelten Basispreisen. Da die Anlage-

nutzungskosten im Jahr 2012 pauschal berechnet würden, seien sie im 

Vergleich der schweregradbereinigten Fallkosten für dieses Jahr nicht zu 

berücksichtigen. Dasselbe gilt im vorliegenden Spitallistenfall. Da die hier 

C-3301/2014 

Seite 19 

anwendbare SwissDRG Version noch keine Anlagenutzungskosten in der 

Struktur berücksichtigte, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 

diese nicht in die Berechnung des benchmarking-relevanten Basiswertes 

einbezog.  

6.5.1.3 Als Zwischenfazit ergibt sich, dass die vorliegend verwendeten Ver-

sionen 3.0 von REKOLE® und ITAR_K noch nicht in allen Teilen den recht-

sprechungsgemässen Vorgaben entsprechen, jedoch in einer Einführungs-

phase des DRG-Systems nicht zu hohe Anforderungen zu stellen sind. Die 

Berechnung des benchmarking-relevanten Basiswertes und die Festset-

zung des benchmarking-relevanten Basiswertes auf Fr. 9'580.- für das Spi-

tal Zofingen (Kostenträgerrechnung ITAR_K Spalte I, Zeile 41) ist daher 

vorliegend nicht zu beanstanden.  

6.5.2  

6.5.2.1 Die Vorinstanz ermittelte die Vergleichsspitäler durch die Bildung 

von Benchmark-Gruppen analog der Krankenhaustypologie des Bundes-

amtes für Statistik (BFS).  

6.5.2.2 aArt. 49 Abs. 7 KVG legte ausdrücklich fest, dass Betriebsverglei-

che nur unter vergleichbaren Spitälern vorgenommen werden konnten.  

Voraussetzung war ein vergleichbares Leistungsangebot und Patienten-

gut. Das neue Recht enthält diese Bestimmung nicht mehr. Aufgrund der 

gesamtschweizerisch einheitlichen Tarifstruktur (SwissDRG; Art. 49 Abs. 1 

Satz 2 und 3 KVG) werden die Leistungen gesamtschweizerisch vergleich-

bar und transparent, was Betriebsvergleiche über die Grenzen der Spital-

typen und -kategorien hinaus ermöglicht (vgl. BVGE 2014/36 E. 3.8).  

6.5.2.3 Die SwissDRG-Tarifstruktur kann noch nicht alle Kostenunter-

schiede zwischen den Spitälern sachgerecht abbilden. Vor diesem Hinter-

grund wird das Bundesverwaltungsgericht – zumindest in der Phase der 

Einführung der leistungsbezogenen Fallpauschalen – den Vorinstanzen bei 

der Umsetzung der Preisbildungsregel nach Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG be-

ziehungsweise bei der Durchführung des Benchmarkings einen erhebli-

chen Spielraum einzuräumen haben. Erscheint das Vorgehen der Vor-

instanz als vertretbar, ist der Entscheid selbst dann zu schützen, wenn an-

dere Vorgehensweisen als besser geeignet erscheinen, die vom Gesetz-

geber angestrebten Ziele zu erreichen (vgl. BVGE 2014/36 E. 5.4; BVGE 

2014/3 E. 10.1.4; Urteil des BVGer C-4232/2014 vom 26. April 2016 E. 

5.1.4). 

C-3301/2014 

Seite 20 

6.5.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht hielt in BVGE 2014/3 Erwägung 

10.1.5 fest, dass idealtypisch Fallkosten-Betriebsvergleiche eine möglichst 

grosse und für alle Spitäler repräsentative Vergleichsmenge umfassen 

müssen, und die zu vergleichenden benchmarking-relevanten Kosten- und 

Leistungsdaten nach einer einheitlichen Methode möglichst genau und re-

alitätsnah ermittelt worden und frei von Wettbewerbsverzerrungen sein 

müssen. Da der Betriebsvergleich gesamtschweizerisch vorzunehmen sei, 

resultiere idealtypisch ein schweizweit einheitlicher Benchmark. Zugleich 

hielt das Bundesverwaltungsgericht fest (vgl. BVGE 2014/3 E. 10.1.6), da 

verschiedene Voraussetzungen fehlen würden, lasse sich ein idealtypi-

sches Benchmarking in der Einführungsphase von SwissDRG nicht reali-

sieren. Auch in der Übergangszeit sei ein sachgerechtes, auf die vom Ge-

setzgeber angestrebten Ziele ausgerichtetes Benchmarking zwingend er-

forderlich. Zentrales Element eines sachgerechten Benchmarkings sei na-

mentlich die Auswahl des massgebenden Benchmarkspitals aus einer ge-

nügend repräsentativen Vergleichsmenge. Insbesondere die positive Se-

lektion von Vergleichsspitälern anhand von bestimmten Kriterien könne die 

Repräsentativität eines Vergleichs beeinträchtigen.  

6.5.2.5 Im Urteil C-3425/2013 vom 29. Januar 2015 (auszugsweise publi-

ziert in BVGE 2015/8) hat das Bundesverwaltungsgericht das Vorgehen 

des Regierungsrates des Kantons Glarus, das Fehlen eines gesamt-

schweizerischen Betriebsvergleichs mit dem Beizug verschiedener Bench-

markings zu kompensieren, angesichts der im Zeitpunkt des Festsetzungs-

entscheides in einem kleinen Kanton zur Verfügung stehenden Entscheid-

grundlagen als grundsätzlich sachgerecht bezeichnet. Dies gilt auch vor-

liegend für den Kanton Aargau, auch wenn er hinsichtlich der Einwohner-

zahl als viertgrösster Kanton nicht als „kleiner Kanton“ bezeichnet werden 

kann (vgl. https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelke-

rung.assetdetail.1401562.html, besucht am 22.03.2017).  

6.5.2.6 Als Zwischenfazit kann festgehalten werden, dass angesichts der 

Einführungsphase des DRG-Systems und dem erheblichen Ermessens-

spielraum der Vorinstanz, im vorliegenden Fall betreffend die Spitalliste 

2015 des Kantons Aargau die Bildung von Benchmark-Gruppen sachge-

recht erscheint und toleriert werden kann.  

6.5.3 Für die Auswahl des Referenzspitals und der Bestimmung des Refe-

renzwertes wählte die Vorinstanz als Benchmark das 40. Perzentil, was 

vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil BVGE 2014/36 Erwägung 10.3 

C-3301/2014 

Seite 21 

als vertretbar erachtet wurde und auch vorliegend nicht zu beanstanden 

ist.   

6.5.4 Die Vorinstanz setzte die Abweichungstoleranz vom Referenzwert 

bei 10 % fest. Das Bundesverwaltungsgericht erkannte im Urteil  

C-6088/2011 vom 6. Mai 2014 Erwägung 7.6 eine Toleranzmarge von 15 % 

erscheine eher hoch, erweise sich jedoch nicht als bundesrechtswidrig (so 

auch C-4232/2014 vom 26. April 2016 E. 5.3.1). Die von der Vorinstanz 

festgesetzte Toleranzmarge von 10 % gibt daher zu keinen Beanstandun-

gen Anlass.  

6.6 Als Zwischenfazit ergibt sich, dass die vorliegend vorgenommene Wirt-

schaftlichkeitsprüfung angesichts der Einführungsphase des SwissDRG 

unter Berücksichtigung des erheblichen Ermessenspielraums der Vor-

instanz tolerierbar ist.  

7.  

Im Folgenden ist weiter zu prüfen, ob die Vorinstanz eine rechtskonforme 

Qualitätsprüfung vorgenommen hat, was von der Beschwerdeführerin be-

stritten wird, erachtet sie doch die vorgenommene Angebotskonzentration 

gestützt auf Fallzahlen als bundesrechtswidrig und unverhältnismässig.  

7.1 Die Beschwerdeführerin brachte vor, die Verweigerung des Leistungs-

auftrags HNO2 Schild- und Nebenschilddrüsenchirurgie sei mit der Ange-

botskonzentration begründet worden, daher beschränke sie sich im We-

sentlichen auf diesen Aspekt (vgl. Beschwerde BVGer act. 1 Rn. 26).  

Die Vorinstanz verweise auf die Strategien 6 und 25 der GGpl 2010. Beide 

Strategien würden nur in allgemeiner Weise die Idee des Spitalversor-

gungskonzepts respektive die vom Kanton zu verfolgende Gesundheitspo-

litik mit Bezug auf die Finanzierbarkeit enthalten. Inwiefern daraus eine Be-

gründung für die Leistungsverweigerung abgeleitet werden könne, leuchte 

nicht ein (vgl. Beschwerde Rn. 31). 

Die Kantone müssten eine sachlich korrekte und strukturierte Spitalpla-

nung vornehmen. Zudem dürften die Beurteilungskriterien nicht unverhält-

nismässig angewendet werden. Dies bedeute, dass hier das Kriterium der 

Fallzahlen nur zur Anwendung gelangen dürfe, wenn es in Bezug auf den 

Qualitätsaspekt etwas Wesentliches aussagen würde. Wo die Qualität, wie 

im vorliegenden Falle, aufgrund der Einfachheit des Eingriffs bzw. der Be-

handlung auch bei tiefen Fallzahlen gewährleistet sei, könne dieses Krite-

C-3301/2014 

Seite 22 

rium von vornherein keine Anwendung finden. In der gesamten vorberei-

tenden Spitalplanung sei für das hier in Frage stehende Fachgebiet nie 

eine Mindestfallzahl verlangt worden. Dies mit gutem Recht, handle es sich 

doch um einfache Eingriffe, die routinemässig erfolgen würden, zum übli-

chen Spektrum der Fachärzte gehörten und ohne Komplikationen und 

Qualitätseinbussen auch bei geringeren Fallzahlen vorgenommen werden 

könnten. Wo die Fallzahlen von keiner Relevanz für die Qualität seien, 

könne auf diese auch nicht abgestellt werden. Der vorinstanzliche Ent-

scheid führe ein Kriterium ein, das zu den relevanten Planungs- und Ge-

suchsunterlagen keinen Bezug habe und zudem sachlich nicht gerechtfer-

tigt sei (vgl. Beschwerde Rn. 34ff.). 

Die Vorinstanz verkenne mit ihrer Argumentation, dass Fallzahlen nicht das 

einzige Qualitätsmerkmal darstellen dürften. Es gebe keinerlei Hinweise für 

ein Qualitätsdefizit der Schilddrüsenchirurgie am Spital der Beschwerde-

führerin. Die unter HNO2 aufgeführten Eingriffe würden mehrheitlich einfa-

chere, standardisierte Eingriffe an der Schilddrüse darstellen. Das Spital 

der Beschwerdeführerin verfüge ohne Weiteres über die erforderliche Qua-

lität zur Durchführung der unter HNO2 aufgeführten Eingriffe (Schlussbe-

merkungen Beschwerdeführerin BVGer act. 13 Rn. 13, 14).  

7.2 Die Vorinstanz hielt dagegen, es sei geradezu Sinn und Zweck einer 

Spitalplanung, Angebote an einem Ort aus Qualitäts- und Wirtschaftlich-

keitsüberlegungen zu konzentrieren (vgl. Vernehmlassung BVGer act. 6 

Rn. 35). Das Mittel der Konzentration werde unter Beachtung der Pla-

nungskriterien von Art. 58b Abs. 4 und 5 KVV anhand des anerkannten 

Kriteriums der kritischen Menge (Fallzahlen/Versorgungsanteile) zur Errei-

chung der Ziele des KVG eingesetzt. Eine methodisch so vorgenommene 

Spitalplanung entspreche den Anforderungen des Bundesrechts (vgl. Ver-

nehmlassung BVGer act. 6 Rn. 37). Ausgehend von diesem bundesrecht-

lichen Rahmen sei der Kanton Aargau befugt, eine Konzentration der spe-

zialisierten Medizin vorzunehmen, wie dies in § 3 Abs. 1 lit. d SpiG sowie 

in der Strategie 6 und 25 der GGpl 2010 vorgesehen sei. Letzteres sei be-

hördenverbindliche Richtlinie (§ 5 Abs. 2 SpiG) und gemäss § 7 Abs. 3 lit. 

b SpiliV bei der Erstellung der Spitalliste zu berücksichtigen (vgl. Vernehm-

lassung BVGer act. 6 Rn. 38).  

Die spezialisierten medizinischen Angebote seien grundsätzlich in jenen 

Spitälern konzentriert worden, die entsprechend hohe stationäre Fallzah-

len aufweisen würden (vgl. Vernehmlassung BVGer act. 6 Rn. 39).  

C-3301/2014 

Seite 23 

Es sei nicht bestritten, dass die Beschwerdeführerin die in den Bewer-

bungsunterlagen definierten allgemeinen Anforderungen an die Erteilung 

des Leistungsauftrages HNO2 erfülle. Diese Anforderungen seien jedoch 

infrastrukturelle und personelle Mindestanforderungen, deren Erfüllung 

nicht automatisch bedeute, dass der Leistungsauftrag HNO2 erteilt werde. 

Zahlreiche andere Spitäler würden diese Minimalanforderungen auch er-

füllen und hätten aber wegen der Angebotskonzentration und dem margi-

nalen Versorgungsanteil keinen Leistungsauftrag erhalten (vgl. Vernehm-

lassung BVGer act. 6 Rn. 41).  

Im Dokument „Grundlagen und Vorgehen zum Bewerbungsverfahren für 

die Spitalliste 2015“ werde in Kapitel 7.1 „Planungskriterium Qualität“ ex-

plizit erläutert, wie die Planungsentscheide zwischen mehreren Bewer-

bern, die alle die Mindestanforderungen erfüllen würden, gefällt werde. Bei 

der Beurteilung werde eine Reihe von qualitätsrelevanten Daten berück-

sichtigt. In der Aufzählung dieser Datenquellen würden die Fallzahlen an 

erster Stelle stehen (vgl. Vernehmlassung BVGer act. 6 Rn. 42).  

Nach der Strategie 6 und 25 der GGpl 2010 sei die spezialisierte Versor-

gung innerkantonal zu konzentrieren. Die Angebotskonzentration stehe im 

Einklang mit den Zielen des KVG und sei insbesondere Sinn und Zweck 

einer Spitalplanung. Sie diene der Erhöhung der medizinischen Qualität, 

denn zwischen der Fallzahlenhöhe und der medizinischen Qualität bestehe 

ein signifikanter Zusammenhang (vgl. Vernehmlassung BVGer act. 6 Rn. 

49). Genau diesem Ziel diene die Nichterteilung von HNO2-Leistungsauf-

trägen an die Beschwerdeführerin. Erstens handle es sich um spezialisierte 

Eingriffe und zweitens weise die Beschwerdeführerin einen marginalen 

Versorgungsanteil auf und ihre absoluten Fallzahlen seien gegenüber den 

berücksichtigten Spitälern erheblich tiefer (vgl. Vernehmlassung BVGer 

act. 6 Rn. 50).  

7.3 Das BAG äusserte sich dahingehend, dass eine Angebotskonzentra-

tion, welche insbesondere die Nutzung von Synergien zwecks Erfüllung 

der Kriterien der Qualität und der Wirtschaftlichkeit beabsichtige, im Sinne 

von Art. 58b Abs. 5 KVV zu befürworten sei (Stellungnahme BAG BVGer 

act. 11 Rn. III. 3.2). Es sei eine Gesamtsystembetrachtung vorzunehmen. 

Nicht alle Spitäler sollten alle Leistungen anbieten, sondern es sei ein ko-

ordiniertes und soweit möglich optimales Angebot zu definieren (Stellung-

nahme BAG BVGer act. 11 Rn. III. 4.4). 

C-3301/2014 

Seite 24 

Für die vorliegend beschwerte Leistungsgruppe HNO2 seien gemäss An-

hang 4 des RRB vom 7. Mai 2014 keine Mindestfallzahlen vorgesehen. Es 

fehle daher eine Planungsgrundlage für die Verweigerung des Leistungs-

auftrags der Leistungsgruppen HNO2 im Sinne von Mindestfallzahlen. Das 

von der Vorinstanz erwähnte Dokument „Grundlagen und Vorgehen zum 

Bewerbungsverfahren für die Spitalliste 2015“ führe als Planungskriterium 

bei Bewerbern, welche die Mindestqualität aufweisen würden, auf Seite 10 

aus, dass bei der Beurteilung für die Erteilung eines Leistungsauftrages die 

„Fallzahlen in der entsprechenden Leistungsgruppe“ berücksichtigt werden 

könnten. Die Vorinstanz bringe damit das Kriterium einer kritischen Menge 

nach Fallzahlen und Versorgungsanteilen vor. Das Bundesverwaltungsge-

richt habe ein solches Vorgehen in einer einheitlich angewandten und a 

priori definierten Form in seinem Urteil C-401/2012 vom 28. Januar 2012 

E. 8.1 geschützt (vgl. Stellungnahme BAG BVGer act. 11 S. Rn. III. 3.3). 

7.4 Hinsichtlich der Kostenproblematik im Gesundheitswesen und der Zu-

lässigkeit der Angebotskonzentration lassen sich der Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts das Folgende entnehmen. 

7.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht hielt im Urteil C-4232/2014 vom 

26. April 2016 Erwägung 5.4.2 (mit Hinweisen) fest, mit der kantonalen Spi-

talplanung solle nicht nur die bedarfsgerechte Spitalversorgung der Bevöl-

kerung gewährleistet werden, sondern auch eine Kosteneindämmung und 

namentlich der Abbau von Überkapazitäten angestrebt werden. Daran 

habe die KVG-Revision zur neuen Spitalfinanzierung nichts geändert. Ins-

besondere habe sich die Spitalplanung nicht auf die Verhinderung einer 

Unterversorgung zu beschränken. Es treffe zwar zu, dass der Gesetzgeber 

den Wettbewerb unter den Leistungserbringern fördern wollte; der Wettbe-

werb ersetze aber nicht die kantonale Planung für eine bedarfsgerechte 

Spitalversorgung. Zur Leistungserbringung zulasten der OKP seien daher 

grundsätzlich nur so viele Spitäler zuzulassen (bzw. Leistungsaufträge zu 

erteilen) als für die Deckung des Bedarfs erforderlich seien (vgl. auch GEB-

HARD EUGSTER, in: Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, E. Krankenversiche-

rung, Rz. 796). Ein Rechtsanspruch auf Aufnahme in die Spitalliste be-

stehe nicht (EUGSTER, a.a.O., Rz. 803 m.w.H.). 

Weiter erwog das Bundesverwaltungsgericht (vgl. C-4232/2014 E. 5.4.2 

und E. 5.4.3 je m.H.), die angestrebte Kosteneindämmung setze insbeson-

dere eine optimale Ressourcennutzung voraus. Diese könne nur gewähr-

leistet werden, wenn die Kantone ihre Planungen koordinieren (vgl. Art. 39 

C-3301/2014 

Seite 25 

Abs. 2 KVG) und soweit angezeigt eine Konzentration des Angebotes vor-

nehmen würden. Nach der Rechtsprechung ist schliesslich auch eine Men-

gensteuerung – selbst bei einer leistungsorientierten Spitalplanung – nicht 

grundsätzlich unzulässig. 

Zudem befand das Bundesverwaltungsgericht (vgl. C-4232/2014 E. 5.4.2), 

eine auf optimale Ressourcennutzung ausgerichtete Spitalplanung könne 

sich nicht darauf beschränken, die Wirtschaftlichkeit eines einzelnen An-

bieters zu berücksichtigen, vielmehr sei der planende Kanton auch ver-

pflichtet, die Kostenentwicklung im Spitalbereich zu analysieren und zuläs-

sige Steuerungsmöglichkeiten zu prüfen. In diesem Sinne sei eine "über-

geordnete Wirtschaftlichkeitsprüfung" nicht nur zulässig, sondern bundes-

rechtlich geboten.  

Weiter wurde in Erwägung 5.4.4 erkannt, der von der Vorinstanz angewen-

dete Grundsatz, dass in Leistungsbereichen mit hohen Vorhalte-, Infra-

struktur- und Personalkosten die Anzahl Leistungsaufträge minimal zu hal-

ten sei, ziele auf eine Angebotskonzentration und sei daher kein grundsätz-

lich KVG-widriges Kriterium. 

7.4.2 Im Urteil C-5647/2011 vom 16. Juli 2013 Erwägung 5.4.3 hielt das 

Bundesverwaltungsgericht fest, Fallzahlen seien in erster Linie ein Krite-

rium für die Beurteilung der Qualität einer Leistung (vgl. Urteil des BVGer 

C-2907/2008 E. 8.4.6.4 und E. 9.4.2; BERNHARD RÜTSCHE, Rechtsgutach-

ten zuhanden des Kantons Bern: Steuerung der Leistungsmenge im Spi-

talbereich vom 20. Juni 2011, S. 53). Ob Fallzahlen auch ein mögliches 

Kriterium für eine Angebotskonzentration sind, wurde nicht beurteilt.  

7.4.3 Das Bundesverwaltungsgericht erwog im Urteil C-2907/2008 vom 

26. Mai 2011, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Leistungsqualität 

sei das Kriterium der kritischen Menge der Fallzahlen zu berücksichtigen 

(E. 6.2). In Erwägung 8.4.6 wurde erkannt, bei einem Leistungsvolumen 

von 4.6% sei im Hinblick auf die vom Bundesrat verlangte Konzentration 

aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Leistungsqualität nachvollziehbar, 

dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin den Leistungsauftrag nicht 

mehr erteilt habe. Die Konzentration zulasten der Beschwerdeführerin sei 

nicht zu beanstanden (E. 8.4.6.1). Weiter erwog das Bundesverwaltungs-

gericht, es sei in diesem Zusammenhang zu beachten, dass der Leistungs-

auftrag im Bereich der Orthopädie derjenigen Privatklinik mit der grösseren 

Erfahrung in diesem Bereich zugeteilt worden sei. Hinzu komme, dass sich 

die Auswahl der Spitäler nicht allein nach wirtschaftlichen Kriterien richte. 

C-3301/2014 

Seite 26 

Insbesondere auch mit Blick auf den Umstand, dass dem Bundesverwal-

tungsgericht eine freie Ermessensprüfung im Sinne einer Angemessen-

heitskontrolle verwehrt sei, ergebe sich aus dem Gesagten, dass der Ent-

scheid des Staatsrats, den Leistungsauftrag der Orthopädie der Beschwer-

deführerin nicht mehr zu erteilen, nicht zu beanstanden sei (E. 8.4.6.2). 

7.4.4 Zusammenfassend lässt sich aus der Rechtsprechung herleiten, 

dass eine Angebotskonzentration als KVG-konform betrachtet wird und die 

Konzentration zugunsten des Spitals mit der grösseren Erfahrung im ent-

sprechenden Bereich und zulasten des Spitals mit dem geringeren Leis-

tungsvolumen nicht zu beanstanden ist.  

7.5 Aus den Akten geht hervor, dass die Vorinstanz mit der Auswahl unter 

den geeigneten Bewerbern mittels Fallzahlen eine Angebotskonzentration 

anstrebte, was nach dem Gesagten kein KVG-widriges Kriterium darstellt.  

7.6 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die von der Vorinstanz mit RRB vom 

7. Mai 2014 verfügte Angebotskonzentration auf einer hinreichenden Pla-

nungsgrundlage beruht, was von der Beschwerdeführerin bestritten wird.   

7.6.1 Es liegen insbesondere die folgenden Planungsgrundlagen vor: 

7.6.1.1 Die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn 

erstellten einen gemeinsamen Versorgungsbericht (vgl. https://www.basel-

land.ch < Politik und Behörden < Direktionen < Volkswirtschafts- und Ge-

sundheitsdirektion < Amt für Gesundheit < Spitäler und Therapieeinrichtun-

gen < Spitalversorgung < Versorgungsbericht < Nordwestschweiz, besucht 

am 22.03.2017) und erarbeiteten gemeinsame Versorgungskriterien, wel-

che sie in der Vereinbarung vom 18. Oktober 2010 festhielten (vgl. 

https://www.baselland.ch < Politik und Behörden < Direktionen < Volkswirt-

schafts- und Gesundheitsdirektion < Amt für Gesundheit < Spitäler und 

Therapieeinrichtungen < Spitalversorgung < Versorgungsbericht < Krite-

rien Spitalliste, besucht am 22.03.2017). Auf Seite 3 der Vereinbarung „In-

terkantonale Versorgungskriterien der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, 

Basel-Stadt und Solothurn“ wird auf die Planungskriterien gemäss Art. 58a 

KVV bis Art. 58e KVV verwiesen und werden die Kriterien Wirtschaftlich-

keit, Qualität, Zugang, Bereitschaft und Fähigkeit zur Erfüllung des Leis-

tungsauftrages, Effizienz der Leistungserbringung, Nachweis der notwen-

digen Qualität, Mindestfallzahlen, Nutzung von Synergien, Pauschalpreise, 

Investitionssicherheit und -schutz festgehalten. Als Systemziel wurde auf 

Seite 5 unter anderem der Abbau und die Vermeidung von Überkapazitäten 

C-3301/2014 

Seite 27 

und Doppelspurigkeiten von Leistungen in der spezialisierten Versorgung 

aufgeführt und festgehalten, die Spitalplanung sei nach versorgungssek-

tor-, bereichs- und leistungsgruppenspezifisch einheitlichen Qualitätskrite-

rien/-standards zu beurteilen.  

7.6.1.2 Das aargauische Spitalgesetz vom 25. Februar 2003 (SpiG; SAR 

331.200) bestimmt in § 3 Abs. 1 SpiG unter anderem, dass der Wettbewerb 

unter den Leistungserbringern gefördert (lit. c) und eine verstärkte Nutzung 

von Synergien durch Konzentration der spezialisierten Medizin angestrebt 

werden soll (lit. d). § 5 SpiG verweist auf die GGpl.  

7.6.1.3 Die GGpl 2010 sieht als übergeordnete Strategie eine Konzentra-

tion von spezialisierten Leistungen vor (vgl. GGpl 2010 S. 50). Als Begrün-

dung wird vorgebracht, die fortschreitende Spezialisierung der Medizin er-

zeuge nicht nur Handlungsbedarf aufgrund der steigenden Kosten und 

Mengen an Leistungen, sondern auch bezüglich Qualität und Sicherstel-

lung ausreichender Fallzahlen. Eine Konzentration des Leistungsangebo-

tes berücksichtige sowohl volks- und betriebswirtschaftliche Aspekte als 

auch die Ziele der Versorgungssicherheit und -qualität. Zudem könne eine 

allfällige Überkapazität eliminiert werden. Der Zusammenschluss von Leis-

tungserbringern zum Zwecke einer koordinierten medizinischen Versor-

gung gewinne unter dem Kostendruck zunehmend an Bedeutung. 

In der Strategie 6 wird festgehalten (vgl. GGpl 2010 S. 69), dass eine Kon-

zentration der Angebote, wo dies aus betriebswirtschaftlichen, volkswirt-

schaftlichen oder finanzpolitischen Überlegungen sinnvoll erscheint, zu 

prüfen sei. Der Kanton berücksichtige dabei integrierte Versorgungssys-

teme, Mindestmengen bei den Angeboten und koordiniere bei mengenkri-

tischen Angeboten diese nach Möglichkeit auch interkantonal.  

In der Strategie 25, welche am 4. September 2012 gemäss Beschluss des 

Grossen Rates (GRB 2012-2087) zur Botschaft „Finanzierbarkeit Aargauer 

Gesundheitspolitik“, eingefügt wurde (vgl. http://www.ag.ch/gross-

rat/temp/61672qb62ad99k2s3gs1slq042298039923415460_12053047.pd

f, besucht am 22.03.2017), wird unter anderem festgehalten, der Kanton 

verfolge eine Gesundheitspolitik, die in Bezug auf die Finanzierbarkeit auf 

kantonaler, interkantonaler und Bundesebene Massnahmen anstrebe, aus-

löse und umsetze, die zur Kostendämpfung beitragen (Alinea 1) sowie die 

spezialisierte Versorgung optimieren und nach Massgabe von Strategie 6 

der GGpl 2010 konzentrieren würden (Alinea 6). 

C-3301/2014 

Seite 28 

7.6.1.4 Im Anhang (vgl. Vorakten 48) zum Schreiben vom 8. Mai 2013 (vgl. 

Vorakten 50), an die Bewerber begründete die Vorinstanz auf den Seiten 5 

und 6 ihre Konzentrationsbestrebungen dahingehend, dass eine Konzent-

ration des Leistungsangebots sowohl volks- und betriebswirtschaftliche As-

pekte als auch die Ziele der Versorgungssicherheit und -qualität berück-

sichtige. In Einklang mit Strategie 6 der GGpl 2010 werde ein besonderes 

Gewicht auf die Konzentration von Angeboten gelegt, was bei Behandlun-

gen mit geringen Fallzahlen die Beschränkung der Anzahl innerkantonaler 

Anbieter und letztlich auch die ausschliessliche Beauftragung ausserkan-

tonaler Leistungserbringer bedeuten könne. Der Kanton plane im Sinne 

dieser Strategie Behandlungen auf dem Gebiet der spezialisierten Medizin 

zu konzentrieren. Dies könne dazu führen, dass Angebote mit geringen 

Mengen innerhalb des Kantons nur noch dann sinnvoll erscheinen würden, 

wenn sie an einem Standort zusammengefasst würden. Weiter hielt die 

Vorinstanz ausdrücklich fest, dass sie sich im Bereich der spezialisierten 

Medizin eine weitere Konzentration vorbehalte. Zudem wies die Vorinstanz 

auf Seite 10 darauf hin, bei der Vergabe der Leistungsaufträge könnten 

Planungskriterien in den Bereichen Qualität und Wirtschaftlichkeit berück-

sichtigt werden, insbesondere wenn sich mehrere Bewerber für einen Leis-

tungsauftrag bewerben würden, welche allesamt die Mindestanforderun-

gen erfüllen würden, aber aus Gründen der Angebotskonzentration nicht 

alle berücksichtigt werden könnten. Ein wichtiges Auswahlkriterium seien 

die Fallzahlen innerhalb einer Leistungsgruppe. 

7.6.2 Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sich die Verweige-

rung der Erteilung eines Leistungsauftrags im Bereich HNO2 nicht auf eine 

entsprechende Planungsgrundlage stützen könne (vgl. Schlussbemerkun-

gen BVGer act. 13 Rn. 31), kann nicht gefolgt werden. Aus der Auflistung 

der vorhanden Unterlagen in Erwägung 7.6.1 hiervor ist ersichtlich, dass 

sich die Vorinstanz nicht nur auf den GGpl 2010 und die darin enthaltenen 

Strategien 6 und 25 stützte, sondern auch auf die Versorgungsberichte (für 

den Kanton Aargau und die Nordwestschweiz), die Vereinbarung vom 18. 

Oktober 2010 „interkantonale Versorgungskriterien der Kantone Aargau, 

Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn“ und das Dokument „Grund-

lagen und Vorgehen zum Bewerbungsverfahren für die Spitalliste 2015“. 

Diese Unterlagen bilden eine hinreichende Planungsgrundlage für die im 

RRB vom 7. Mai 2014 vorgenommene Angebotskonzentration gestützt auf 

Fallzahlen und der Verweigerung eines Leistungsauftrags im Bereich 

HNO2.  

C-3301/2014 

Seite 29 

7.6.3 Das BAG und die Beschwerdeführerin gehen davon aus (vgl. Stel-

lungnahme BAG BVGer act. 11 Rn. III. 3.3, Beschwerde BVGer act. 1 Rn. 

29), dass die Nichterteilung des HNO2 Leistungsauftrags mit Mindestfall-

zahlen in Zusammenhang steht, was nicht zutrifft, denn, wie die Beschwer-

deführerin (vgl. Beschwerde BVGer act. 1 Rn. 29, 36) und das BAG (vgl. 

Stellungnahme BAG BVGer act. 11 Rn. III. 3.3) selber zurecht festhielten, 

sind für diesen Bereich keine Mindestfallzahlen vorgesehen. Da für den 

Bereich HNO2 keine Mindestfallzahlen vorgesehen sind, sind solche für 

diesen Bereich zurecht auch nicht in den Planungsgrundlagen enthalten.  

7.7  

7.7.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin sämtliche 

Mindestanforderungen des Leistungsbereichs HNO2 erfüllt (vgl. Vernehm-

lassung BVGer act. 6 Rn. 41). Der Leistungsauftrag wurde stattdessen mit 

der Begründung der Angebotskonzentration gestützt auf Fallzahlen verwei-

gert.  

7.7.2 Sowohl mit dem Kriterium der Mindestfallzahlen, als auch der Aus-

wahl der geeigneten Bewerber aufgrund von Fallzahlen, soll die Effizienz 

gefördert und Synergien berücksichtigt werden. Wird auf eine Angebots-

konzentration verzichtet und ein Leistungsauftrag an zwei statt an ein Spi-

tal erteilt, fallen bei beiden Spitälern zusammen höhere Kosten für Infra-

struktur und Personal an (vgl. hierzu Urteil des BVGer C-4232/2014 vom 

26. April 2016 E. 5.4.4). Dies wäre mit dem Kostendämpfungsziel nicht ver-

einbar.  

Vorliegend kommt hinzu, dass der Benchmark von Fr. 9‘580.- des Spitals 

Zofingen teilweise höher ist als derjenige der berücksichtigten Spitäler 

(Kantonsspital Basel Fr. 9‘331.-, Hirslanden Klinik Fr. 8‘691.-, Gesundheits-

zentrum Fricktal Fr. 9‘062.-). Einzig das Kantonsspital Aarau weist einen 

leicht höheren Benchmark von Fr. 9‘614.- auf (vgl. Vorakten 299).  

In der Gruppe der Grundversorger hat das Spital Zofingen ausserdem mit 

Abstand den höchsten Benchmark (vgl. Vorakten 299).  

Die Vorinstanz verweist somit zurecht auf das Kostendämpfungsziel (vgl. 

Vernehmlassung BVGer act. 6 Rn. 54). 

7.7.3 Die Auswahl anhand von Fallzahlen unter den Bewerbern, welche die 

Mindestanforderungen erfüllen, ist auch unter dem Gesichtspunkt der Ver-

sorgungsrelevanz gerechtfertigt, denn Bewerber, welche über eine geringe 

C-3301/2014 

Seite 30 

Fallzahl verfügen, sind in der Regel nicht versorgungsrelevant. Da kein An-

spruch auf Aufnahme auf die Spitalliste besteht (vgl. E. 7.4.1 hiervor), muss 

es der Vorinstanz möglich sein, entsprechende Bewerber nicht auf der Spi-

talliste zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin wies im Bewerbungs-

zeitpunkt hinsichtlich der Leistungsgruppe HNO2 6 Fälle auf, hingegen die 

Spitäler, welche einen Leistungsauftrag erhielten, zwischen 22 und 98 

Fälle (vgl. Vorakten 290). Die Beschwerdeführerin kann somit für die Leis-

tungsgruppen HNO2 nicht als versorgungsrelevant betrachtet werden, wo-

mit die Vorinstanz zurecht vorbrachte, der Versorgungsanteil der Be-

schwerdeführerin sei zu marginal (vgl. Vernehmlassung BVGer act. 6 Rn. 

41).  

7.7.4 Fallzahlen sind Qualitätsindikatoren und geben Hinweise auf die Er-

fahrung eines Spitals mit der betreffenden Behandlung bzw. mit dem Pati-

enten des betreffenden Krankheitsbildes. (vgl. https://www.bag.ad-

min.ch/bag/de/home/service/zahlen-fakten/zahlen-fakten-zu-spitae-

lern/qualitaetsindikatoren-der-schweizer-akutspitaeler/qualitaetsindikato-

ren-wegleitung.html, besucht am 22.03.2017). Vorliegend ist somit nicht zu 

beanstanden, dass die Vorinstanz aufgrund der Fallzahlen Rückschlüsse 

auf die Erfahrung des Spitals zog und die Leistungsaufträge an Spitäler mit 

höheren Fallzahlen und damit mehr Erfahrung erteilte (vgl. RRB vom 7. 

Mai 2014 E. 9.4.5, Vorakten 290).  

7.7.5 Der Ergänzungsbotschaft des Regierungsrates des Kantons Aargau 

an den Grossen Rat vom 10. Januar 2013 (GR 13.3; vgl. 

http://www.ag.ch/grossrat/iga_grw_ges.php?GesNr=852281&AbfDetail-

New=1, besucht am 22.03.2017) sind die Eigenheiten des Kantons Aargau 

zu entnehmen, welche bei Erlass der Spitalliste zu berücksichtigen waren:  

7.7.5.1 Es bestehe ein gewisser Binnenwettbewerb zwischen den Kan-

tonsspitälern, während die Regionalspitäler sich aufgrund ihrer Positionie-

rung nicht gegenseitig konkurrieren würden (vgl. Ergänzungsbotschaft des 

Regierungsrates des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 10. Januar 

2013 S. 25). Die Spitäler im Umfeld des Kantons Aargau seien daran, sich 

an die veränderten Wettbewerbsverhältnisse anzupassen. Sie würden ihr 

Wirkungsgebiet vergrössern und auf die aargauischen Regionen abzielen 

(vgl. Ergänzungsbotschaft des Regierungsrates des Kantons Aargau an 

den Grossen Rat vom 10. Januar 2013 S. 26).  

C-3301/2014 

Seite 31 

Die Konzentrationsbestrebungen der Vorinstanz zielen somit auch auf den 

Erhalt und die Wettbewerbsfähigkeit der Spitäler im Kanton Aargau ab. In-

dem die Leistungsaufträge auf diejenigen Spitäler konzentriert werden, die 

über die höchsten Fallzahlen im Bereich HNO2 verfügen, findet eine Stär-

kung dieser kantonsinternen Spitäler statt, womit sie gegenüber ausser-

kantonalen Spitälern konkurrenzfähiger werden. 

7.7.5.2 Laut Statistik Aargau wachse die Bevölkerung im Kanton Aargau 

überdurchschnittlich stark und es werde eine Zunahme der Gesamtbevöl-

kerung zwischen 2008 und dem Prognosejahr 2035 um 145'334 Personen 

(+24,4 %) respektive um durchschnittlich 5'383 Personen oder um 0,81 % 

jährlich prognostiziert. Dabei wachsen zwar die Bezirke Lenzburg und 

Rheinfelden mit 38,7 % beziehungsweise 35,9 % überdurchschnittlich 

stark, der Bezirk Baden baue jedoch seine Stellung als bevölkerungs-

stärkster Bezirk mit einer Zunahme von 128'000 auf 161'000 Personen im 

Jahr 2035 deutlich aus. Das bedeute, dass die Versorgungsleistungen im 

Ostaargau zu stärken seien. Erstens, um der Gefahr der Abwanderung von 

Patientinnen und Patienten in den Grossraum Zürich vorzubeugen. Zwei-

tens, um die Wertschöpfung im Kanton Aargau zu erhalten (vgl. Ergän-

zungsbotschaft des Regierungsrates des Kantons Aargau an den Grossen 

Rat vom 10. Januar 2013 S. 46). 

Die berücksichtigten Spitäler Gesundheitszentrum Fricktal und Kan-

tonsspital Baden decken die Gebiete Rheinfelden, Lenzburg und den 

Ostaarau ab. Die Zusprache eines Leistungsauftrages für den Leistungs-

bereich HNO2 entspricht somit der prognostizierten Bevölkerungszu-

nahme.  

7.7.6 Weiter ist das Argument der Vorinstanz nicht von der Hand zu weisen, 

wonach sich am Markt ein zunehmender Mangel an hochqualifizierten 

Fachkräften abzeichne und die Ausbildung von Ärzten im eigenen Land 

aus quantitativer Optik ebenso ungenügend sei wie jene des Pflegeperso-

nals. Auf Kantonsebene könne dem nur durch Konzentration der Kräfte und 

Bündelung des Fachwissens begegnet werden, wo immer dies möglich sei 

(vgl. Ergänzungsbotschaft des Regierungsrates des Kantons Aargau an 

den Grossen Rat vom 10. Januar 2013 S. 32).  

7.7.7 Die Vorinstanz stützte sich somit auf nachvollziehbare und sachliche 

Gründe für ihre Konzentrationspolitik, welche mit dem Ziel des Abbaus von 

C-3301/2014 

Seite 32 

Überkapazitäten, der Kosteneindämmung, der Versorgungssicherheit, op-

timale Ressourcennutzung, der Förderung der Effizienz und der Nutzung 

von Synergien im Zusammenhang steht.  

7.8 Die Rüge der RRB vom 7. Mai 2014 sei unverhältnismässig (vgl. Be-

schwerde Rn. 38ff.), wurde von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert 

vorgebracht. Eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes ist 

vorliegend denn auch nicht auszumachen.  

8.  

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die von der Vorinstanz angestrebte 

Angebotskonzentration gestützt auf Fallzahlen zu keinen Beanstandungen 

Anlass gibt und der Beschwerdeführerin zurecht kein Leistungsauftrag für 

die Leistungsgruppe HNO2 erteilt wurde. Die Beschwerde erweist sich als 

unbegründet und ist abzuweisen.  

9.  

Zu entscheiden bleibt die Frage, auf welchen Zeitpunkt die Nichterteilung 

bzw. Streichung des Leistungsauftrags im Leistungsbereich HNO2 in Kraft 

treten und damit Rechtswirkungen entfalten soll. 

9.1 Da die vorliegende Beschwerde für die Beschwerdeführerin aufschie-

bende Wirkung hat, wurde die Nichterteilung bzw. Streichung des fragli-

chen Leistungsauftrages von der Liste des Kantons Aargau einstweilen 

nicht wirksam und jene blieb bis zum Entscheid über die Beschwerde im 

bisherigen Umfang als Leistungserbringerin zugelassen (vgl. hierzu auch 

Urteil des BVGer C-2907/2008 vom 26. Mai 2011). 

9.2 Diesbezüglich ist die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

bei einer Nichtaufnahme eines Spitals auf die Spitalliste heranzuziehen 

(vgl. Urteil des BVGer C-2907/2008 E. 10.2 mit Verweis auf BVGE 

2010/15). Danach hat die Nichtaufnahme eines Spitals auf die Spitalliste 

aufgrund der auf dem Spiel stehenden Interessen (Beschwerdeführer, 

Kanton, Versicherer, Versicherte, Spitalpersonal) nicht rückwirkend zu er-

folgen. Den betroffenen Spitälern kann eine Übergangsfrist von bis zu 

sechs Monaten eingeräumt werden. Die Übergangsfrist soll einerseits dazu 

dienen, die Behandlung bereits aufgenommener Patientinnen und Patien-

ten in den fraglichen Kliniken abschliessen zu können, und andererseits 

den betroffenen Kliniken zu ermöglichen, allenfalls erforderliche Anpassun-

gen in betrieblicher Hinsicht (z.B. betreffend Infrastruktur und Personal) 

C-3301/2014 

Seite 33 

vorzunehmen. Dazu ist eine Übergangsfrist grundsätzlich geeignet (BVGE 

2010/15 E. 8.2 mit Hinweisen). 

Diese Praxis ist auch bei Nichtzuweisung bzw. Streichung von Leistungs-

aufträgen zutreffend und entsprechend anzuwenden (vgl. Urteil des BVGer 

C-2907/2008 E. 10.3). Im vorliegenden Fall hatte die Beschwerdeführerin 

bis heute gestützt auf die Spitalliste 2007 einen Leistungsauftrag für die 

Leistungsgruppe HNO2. Sie war somit nicht nur berechtigt, sondern auch 

verpflichtet die entsprechenden Behandlungen durchzuführen und musste 

daher weiterhin die hierfür benötigte Infrastruktur aufrechterhalten und das 

entsprechende Personal weiterbeschäftigen. Allerdings war ihr bereits auf-

grund der aufgehobenen Spitalliste 2012 bewusst, dass der Kanton Aargau 

gedenkt, ihr in Zukunft keine Leistungsaufträge für den Bereich HNO2 zu 

erteilen. Ausserdem betrifft der HNO2-Bereich mit 6 Fällen im Jahr 2011 

und 7 Fällen im Jahr 2012 gegenüber einem Gesamtvolumen der Be-

schwerdeführerin von 157 HNO-Fällen im Jahr 2011 und 200 HNO-Fällen 

im Jahr 2012 nur einen kleinen Teil des Leistungsvolumens. Wie im Urteil 

C-2907/2008 erachtet das Bundesverwaltungsgericht auch im vorliegen-

den Fall eine Übergangsfrist von vier Monaten als ausreichend. 

9.3 Bei der Übergangsfrist handelt es sich um eine Frist, die erst nach Ab-

schluss des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht ihre rechtli-

chen Wirkungen entfaltet. Die Vorschrift über den Stillstand der Fristen (Art. 

22a VwVG) ist darauf nicht anwendbar (Art. 53 Abs. 2 lit. b KVG). 

9.4 Die Beschwerdeführerin ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, während 

der genannten vier Monate im bisherigen Rahmen Leistungen im Bereich 

HNO2 zu Lasten der OKP abzurechnen. Soweit andere Vorschriften und 

Verpflichtungen nicht entgegenstehen, ist es ihr unbenommen, die entspre-

chenden Leistungen auch vor Ablauf der Frist einzustellen. 

10.  

Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung. 

10.1 Als unterliegende Partei wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 

(vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang 

und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller 

Lage der Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG). Für das vorliegende Ver-

fahren sind die Verfahrenskosten auf CHF 4'000.- festzusetzen. Dieser Be-

trag wird dem in diesem Betrag geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 

C-3301/2014 

Seite 34 

10.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG hat die obsiegende Partei Anspruch auf 

eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und ver-

hältnismässig hohen Kosten. Der obsiegenden Vorinstanz ist jedoch keine 

Entschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

11.  

Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-

gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die 

das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbin-

dung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r BGG 

unzulässig. Das vorliegende Urteil ist somit endgültig (vgl. auch BGE 141 

V 361).  

 

 

Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.  

 

 

  

C-3301/2014 

Seite 35 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Ziffer 9.4.5 in Verbindung mit Dispositivziffer 2 der angefochtenen Spital-

liste 2015 des Kantons Aargau betreffend die Nichterteilung bzw. Strei-

chung eines Leistungsauftrags im Bereich HNO2 wird vier Monate ab Er-

öffnung dieses Urteils rechtswirksam. 

3.  

Die Verfahrenskosten von CHF 4'000.- werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss entnom-

men. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 2014-000518; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Karin Wagner 

 

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