# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0dc1318b-9678-5c04-ab64-7234d7c49378
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-22
**Language:** de
**Title:** Gebäudehöhe. Dachgestaltung. Zulässigkeit gemauerter Brüstungen von Flachdachterrassen unter dem Aspekt von § 280 Abs. 1 und § 292 PBG.
**Docket/Reference:** BRKE II Nr. 0259/2005
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_0259_2005_535.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 0259/2005 vom 22. November 2005 in BEZ 2006 Nr. 19

Strittig  ist  die  Einhaltung  der  Gebäudehöhe  eines  Flachdachgebäudes.  Die 
Nachbarrekurrenten  wenden  ein,  für  die  Messung  der  Gebäudehöhe  sei  nicht  das 
Niveau  des  Vollgeschossdaches  (das  zugleich  die  Terrasse  für  das  Attikageschos-
ses  bildet),  sondern  die  Oberkante  der  gemauerten  Brüstung  um  diese  Terrasse 
massgebend.  Die  Vorinstanz  nimmt  demgegenüber  den  Standpunkt  ein,  die  Ge-
meinden seien gestützt auf § 49 Abs. 2 lit. b PBG ermächtigt, Regelungen über die 
Gebäudehöhe zu erlassen. Aus den zeichnerischen Erläuterungen der Bau- und Zo-
nenordnung ergebe sich klar, dass Brüstungen von Flachdächern bei der Ermittlung 
der Gebäudehöhe nicht zu berücksichtigen seien. 

Aus den Erwägungen:

5.3 (…) Gemäss § 280 Abs. 1 PBG ist die Gebäudehöhe - unabhängig davon, 
ob ein Schräg- oder ein Flachdachgebäude gegeben sei - von der jeweiligen Schnitt-
linie zwischen Dach und Fassade auf den darunterliegenden gewachsenen Boden zu 
messen.  Mit  dieser  Definition  ist  die  rekurrentische  Auffassung,  wonach  gemauerte 
Brüstungen  an  die  Gebäudehöhe  anzurechnen  seien,  nicht  vereinbar,  fehlt  doch in 
jenem Bereich ein Schnittpunkt der genannten Art. Aus dem von den Rekurrierenden 
erwähnten Entscheid VB.98.00088 (auszugsweise publiziert in RB 1998 Nr. 110) er-
gibt  sich  nichts  Gegenteiliges.  Das  Verwaltungsgericht  hat  dort  entschieden,  dass 
das  offene Sicherungsgeländer  des  begehbaren  Flachdaches  eines  Besonderen 
Gebäudes nicht an die für solche Bauten zulässige Gesamthöhe (§ 273 PBG) anzu-
rechnen sei. In den Erwägungen hielt es fest, dass Gleiches auch mit Bezug auf die 
zulässige  Gebäudehöhe  von  Hauptgebäuden  gelte.  Daraus  lässt  sich  nicht  der 
Schluss ziehen, dass geschlossene (gemauerte) Brüstungen von Flachdächern ohne 
weiteres gebäudehöhenrelevant seien. Dies steht wie erwähnt in klarem Widerspruch 
zur  Gebäudehöhendefinition  von  §  280  Abs.  1  PBG.  Die sachgerechte  Lösung  be-
steht  vielmehr  darin,  dass  gemauerte  Brüstungen  von  die  zulässige  Gebäudehöhe 
ausschöpfenden Flachdachgebäuden als (massiv in Erscheinung tretende) Bauteile 
qualifiziert  werden,  welche  das  zulässige  Dachprofil  durchstossen,  demgemäss
Dachaufbauten darstellen und daher ohne gegenteilige kommunale Anordnung nicht 
breiter als ein Drittel der betreffenden Fassadenlänge sein dürfen (§ 292 PBG). Das 
Verwaltungsgericht  dürfte  bei  der  vorgenannten  Feststellung  wohl  gemeint  haben, 
dass offene Sicherungsgeländer als kleinere technisch bedingte Aufbauten im Sinne 
von  §  292  PBG  zu  qualifizieren sind. Solche unterliegen nach der genannten Norm 

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keiner  Längenbeschränkung.  Demgemäss  sind  solche  auch  bei  die  zulässige  Ge-
bäudehöhe  ausschöpfenden  Flachdachbauten  über  die  gesamte  Länge  und/oder 
Breite des Gebäudes zulässig. 

Eine etwas andere Betrachtungsweise ist bei die zulässige Gebäudehöhe nicht 
ausschöpfenden (Flachdach-)Bauten geboten. Werden bei solchen der Absicherung 
des Flachdaches dienende Brüstungen geplant, deren Oberkante sich innerhalb der 
zonengemäss erlaubten Gebäudehöhe hält, so ist eine Zurückversetzung auch dann 
nicht erforderlich, wenn sie gemauert sind. Dies deswegen, weil Nachbarn akzeptie-
ren müssen, dass die zulässige Gebäudehöhe ausgeschöpft wird, sei es nun durch 
das  Gebäude  selbst  oder  eine  - aus  Sicht  der  Nachbarn  - gebäudeähnlich  in  Er-
scheinung tretende gemauerte Brüstung.

5.4.  Als  Fazit  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  die  gemauerten  Brüstungen 
bei der Ermittlung der zulässigen Gebäudehöhe zu Recht nicht mitberücksichtigt hat. 
Dies allerdings nicht aus dem von der Vorinstanz angeführten Grund. Gestützt auf § 
49 Abs. 2 lit. b PBG sind die Gemeinden lediglich ermächtigt, das Mass der jeweils 
zulässigen  Gebäudehöhe  festzusetzen,  nicht  jedoch  auch  deren  Messweise  zu 
bestimmen. Letztere wird in für die Gemeinden verbindlicher Weise vom kantonalen 
Recht  geregelt.  Die  sich  aus  den  Erläuterungen  der  Bau- und  Zonenordnung  erge-
bende Nichtberücksichtigung von Flachdachbrüstungen bei der Gebäudehöhe quali-
fiziert sich vielmehr als eine abweichende kommunale Vorschrift im Sinne von § 292 
PBG.  Im  Ergebnis  hat  die  Gemeinde  X  bestimmt,  dass  gemauerte  Flachdachbrüs-
tungen, welche als (nicht gebäudehöhenrelevante) Aufbauten zu beurteilen sind, der 
von § 292 PBG statuierten Drittelsregel nicht unterliegen. Hierzu sind die Gemeinden 
nach der genannten Norm berechtigt.