# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24571a5d-08d2-5083-bb6c-663fcfdc70e7
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.10.2024 RR.2024.87
**Docket/Reference:** RR.2024.87
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2024-87_2024-10-24

## Full Text

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); 
akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG);;Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); 
akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG);;Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); 
akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG);;Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); 
akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG)

Entscheid vom 24. Oktober 2024 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

A., zurzeit im Zentralgefängnis , 

vertreten durch Advokat Yves Waldmann,  

 

Beschwerdeführer 

 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, 

Fachbereich Auslieferung, 

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Auslieferung an Italien 

 

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); akzessorisches 

Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2024.87 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Gestützt auf einen Haftbefehl des Untersuchungsrichters beim Gericht von 

Mailand vom 3. Mai 2024 ersuchte Italien am 17. Mai 2024 via Interpol Rom 

um Verhaftung des türkischen Staatsangehörigen A. (act. 5.1). Das Bundes-

amt für Justiz (nachfolgend «BJ») ordnete gleichentags Haft gegen A. an 

(act. 5.2). Das BJ liess A. durch die Kantonale Staatsanwaltschaft Aargau 

zur Auslieferungshaft einvernehmen. An der Einvernahme vom 23. Mai 2024 

verlangte er in Anwesenheit des von ihm mandatierten Rechtsanwalts die 

Durchführung des ordentlichen Auslieferungsverfahrens. A. wurde dabei 

eine Frist von 14 Tagen zur Stellungnahme zum Auslieferungsersuchen ge-

setzt (act. 5.3). Am 23. Mai 2024 erliess das BJ den Auslieferungshaftbefehl 

gegen A. (act. 5.6).  

 

 

B. Italien ersuchte die Schweiz am 28. Mai 2024 (Datum des Ersuchens) formell 

um die Auslieferung von A. (act. 5.8). Das BJ beauftragte daraufhin am 

30. Mai 2024 die Kantonale Staatsanwaltschaft Aargau, A. zum Ausliefe-

rungsersuchen einzuvernehmen (act. 5.9). Am 5. Juni 2024 fand die Einver-

nahme statt (act. 5.11).  

 

 

C. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts wies die Beschwerde von 

A. vom 3. Juni 2024 gegen den Auslieferungshaftbefehl vom 23. Mai 2024 

mit Entscheid RH.2024.9 vom 12. Juni 2024 ab.  

 

 

D. Das BJ erliess am 1. Juli 2024 den Auslieferungsentscheid, womit das Amt 

die Auslieferung von A. an Italien bewilligte (act. 5.16).  

 

E. Dagegen gelangte A. am 30. Juli 2024 an die Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts (act. 1). Er beantragt: 
 

1. Der Auslieferungsentscheid des Bundesamtes für Justiz vom 1. Juli 2024 (B-24-2067-1) 

sei aufzuheben und die Auslieferung nach Italien nicht zu bewilligen. 
 

2. Es sei der Beschwerdeführer umgehend aus der Auslieferungshaft zu entlassen. 
 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

Das BJ beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 14. August 2024, die 

Beschwerde sei abzuweisen (act. 5). A. reichte am 9. September 2024 die 

Beschwerdereplik ein (act. 9). Das Gericht stellte sie am 11. September 2024 

dem BJ zur Kenntnis zu (act. 10). 

- 3 - 

 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug 

genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Italien sind primär 

das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 

(EAUe; SR 0.353.1), dem beide Staaten beigetreten sind, sowie die am 

17. März 1978, am 10. November 2010 und am 20. September 2012 

ergangenen Zusatzprotokolle (ZP II; SR 0.353.12; ZP III EAUe; SR 0.353.13; 

ZP IV EAUe; SR 0.353.14) massgebend. Überdies anwendbar sind das 

Schengener Durchführungsübereinkommen vom 14. Juni 1985 (SDÜ; 

CELEX-Nr. 42000A0922(02); ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 bis 

62; Text nicht publiziert in der SR, jedoch abrufbar auf der Webseite der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft unter «Rechtssammlung zu den 

sektoriellen Abkommen», 8.1 Anhang A; https://www.admin.ch/opc/de/euro-

pean-union/international-agreements/008.html) i.V.m. dem Beschluss des 

Rates 2007/533/JI vom 12. Juni 2007 über die Einrichtung, den Betrieb und 

die Nutzung des SIS der zweiten Generation (SIS II), namentlich Art. 26–31 

(CELEX-Nr. 32007D0533; ABl. L 205 vom 7. August 2007, S. 63-84; abruf-

bar unter 8.4 Weiterentwicklungen des Schengen-Besitzstands), sowie die-

jenigen Bestimmungen des Übereinkommens vom 27. September 1996 über 

die Auslieferung zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-

Auslieferungsübereinkommen; CELEX-Nr. 41996A1023(02); Abl. C 313 vom 

23. Oktober 1996, S. 12–23), welche gemäss dem Beschluss des Rates 

2003/169/JI vom 27. Februar 2003 (CELEX-Nr. 32003D0169; Abl. L 67 vom 

12. März 2003, S. 25 f.; abrufbar unter 8.2 Anhang B) eine Weiterentwicklung 

des Schengen-Besitzstands darstellen (d.h. die Art. 2, 6, 8, 9 und 13 des EU-

Auslieferungsübereinkommens sowie dessen Art. 1, soweit er für die 

anderen Artikel relevant ist). Die zwischen den Vertragsparteien geltenden 

weitergehenden Bestimmungen aufgrund bilateraler oder multilateraler 

Abkommen bleiben unberührt (Art. 59 Abs. 2 SDÜ; Art. 1 Abs. 2 EU-Auslie-

ferungsübereinkommen). 

 

1.2 Soweit diese Staatsverträge und die Zusatzprotokolle nichts anderes bestim-

men, findet ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung 

(Art. 22 EAUe), vorliegend also das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über 

internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; 

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SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (Rechts-

hilfeverordnung, IRSV; SR 351.11). Das innerstaatliche Recht gelangt nach 

dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn es geringere An-

forderungen an die Auslieferung stellt (BGE 142 IV 250 E. 3 S. 255; 140 IV 

123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1). Vorbehalten bleibt die Wah-

rung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 2.1; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 

595 E. 7c; TPF 2008 24 E. 1.1 S. 26). 

 

1.3 Für das Beschwerdeverfahren gelten zudem die Art. 379–397 StPO sinnge-

mäss (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG) wie auch die Bestimmungen des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

(Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 

über die Organisation des Strafbehörden des Bundes; Strafbehördenorgani-

sationsgesetz, StBOG; SR 173.71). 

 

2.  

2.1 Gegen Auslieferungsentscheide des BJ kann innert 30 Tagen seit der Eröff-

nung des Entscheids bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Beschwerde geführt werden (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG; 

Art. 50 Abs. 1 VwVG). 

2.2 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht erhoben. Der Beschwerdefüh-

rer ist als Adressat des Auslieferungsentscheids ohne Weiteres zu dessen 

Anfechtung legitimiert. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

3. Das Auslieferungsersuchen Italiens schildert folgenden Sachverhalt:  

A. werde in Italien verdächtigt, Mitglied einer kriminellen Organisation zu 

sein, welcher die Begehung von Straftaten im Zusammenhang mit Waffen 

(Besitz, mit sich führen, handeln, aber auch zur Begehung anderer Strafta-

ten), die Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Morde und illegaler Drogen-

handel vorgeworfen würden. Chef der Organisation soll B. sein, der zurzeit 

in Hausarrest in Italien und von der Türkei international zur Fahndung 

ausgeschrieben sei. 

 

B. werde dringend verdächtigt, das Ziel zu verfolgen, Gewalttaten zum 

Zwecke des Terrors zu organisieren, d. h. mit dem Ziel, Angst und Panik in 

der Bevölkerung zu erzeugen. Er werde u.a. verdächtigt, in der Nacht vom 

26. auf den 27. Februar 2024 einen Anschlag auf einen lstanbuler Juwelier 

organisiert zu haben. Ein weiterer Anschlag auf eine Fabrik in der Türkei soll 

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dank der Informationen, die sich aus den in Italien durchgeführten Abhör-

massnahmen ergeben haben und die den türkischen Behörden umgehend 

übermittelt worden seien, erfolglos geblieben sein. Schliesslich werde er 

verdächtigt, der Auftraggeber des Mordes an C. am 10. März 2024 in Z. ge-

wesen zu sein. 

A. soll insbesondere die notwendigen Fahrzeuge beschafft haben, um den 

Transport von Geld, Erträgen aus den illegalen Aktivitäten und Waffen von 

der Schweiz nach Italien sicherzustellen. Er habe die Organisation mit den 

logistischen Grundlagen versorgt, die zur Unterstützung des Anführers B. 

und seiner Frau D. dienen sollten. Er soll E., F. und G. Waffen besorgt haben, 

namentlich (1) eine schwarze halbautomatische Pistole der Marke 

Heckler&Koch GmbH P10, Kaliber 9x19 mm, Seriennummer […], komplett 

mit einem Magazin mit 13 Patronen, Kaliber 9x19 Luger, Marke S&B sowie 

(2) eine schwarze halbautomatische Pistole der Marke Canik, Modell TP9 

sub elite, Kaliber 9x19, Seriennummer […], komplett mit einem Magazin mit 

14 Patronen, Kaliber 9x19 Luger. E., F. und G. sollen diese Waffen nach 

Italien eingeführt haben. Sie seien am 28. März 2024 in Y. (Italien) in einem 

Mercedes Pickup mit schweizerischen Kennzeichen […] angehalten worden. 

Das Fahrzeug sei auf den Namen der Gesellschaft H. GmbH des Verfolgten 

immatrikuliert und die Waffen seien darin versteckt gewesen. A. soll zudem 

eine Waffe (Pistole mit Magazin) in seinem Fahrzeug Skoda mit Kennzei-

chen […] versteckt und aus Italien in die Schweiz eingeführt haben. 

 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, es fehle an der Strafhoheit Italiens (act. 1 S. 7 

bis 9, act. 9 S. 2 f.), es liege also keine italienische Strafzuständigkeit vor. Es 

bestehe kein Verdacht hinsichtlich einer strafbaren Handlung auf dem italie-

nischen Hoheitsgebiet. Die Fahrzeuge der H. GmbH seien in der Schweiz 

verliehen worden, nicht in Italien. Am 28. März 2024 seien der Beschwerde-

führer und der Skoda Fabia in der Schweiz gewesen, nicht in Italien. Dies 

ergebe sich im Sinne eines Alibibeweises aus den Daten der GPS-Überwa-

chung, deren Beizug er beantrage. Selbst wenn er am 28. März 2024 mit 

einer Waffe zu sehen sei, so handle es sich um Waffenbesitz in der Schweiz 

und nicht in Italien. Das Gleiche gelte für den Vorwurf, zwei Pistolen 

beschafft zu haben. Gemäss italienischem Vorwurf seien die Waffen denn 

auch in der Schweiz von anderen Personen abgeholt worden. Es fehle ein 

dringender Tatverdacht für eine strafbare Handlung des Beschwerdeführers 

auf italienischem Staatsgebiet. Es würde ausschliesslich Schweizer Ge-

richtsbarkeit bestehen. Der vage und pauschale Vorwurf der Mitgliedschaft 

des Beschwerdeführers in einer kriminellen Organisation mit kriminellem 

Schwerpunkt in Italien sei nicht hinreichend dargetan. Es würden auch 

- 6 - 

 

 

kriminelle Taten in Z. und X. behauptet, wiederum nicht in Italien. Auch das 

Mitführen von Waffen durch drei Personen sei mutmasslich zum Eigenschutz 

erfolgt und sei nicht als Waffentransport zu bezeichnen. Es könne dies keine 

kriminelle Tat der Organisation von B. nachweisen und es sei keine Verbin-

dung des Beschwerdeführers dazu dargetan. Das Auslieferungsersuchen 

behaupte gar nicht, dass der Beschwerdeführer um den Verwendungszweck 

der Fahrzeuge für diese Organisation gewusst habe.  

 

4.2 Das BJ führt aus (act. 5 S. 3; act. 5.16 S. 7), der Sachverhalt des Ausliefe-

rungsersuchens schildere, dass der Beschwerdeführer auch in Italien 

delinquiert habe. Die Schweizer Bundesanwaltschaft habe Italien Rechtshilfe 

geleistet und kein Schweizer Strafverfahren eröffnet. Die kriminelle Organi-

sation sei schwerpunktmässig in Italien und anderen Ländern tätig gewesen. 

Das italienische Strafverfahren richte sich in diesem Zusammenhang gegen 

verschiedene Beschuldigte, die z.T. in Italien in Haft seien. Eine Auslieferung 

sei aus Aspekten der Verfahrensökonomie und der Möglichkeit einer ge-

meinsamen Beurteilung von mehreren Tätern zu bejahen. 

 

4.3 Die Gewährung von Rechtshilfe in Strafsachen setzt voraus, dass der 

ersuchende Staat für die Durchführung eines Strafverfahrens zuständig ist, 

d.h. die dem Rechtshilfeersuchen zugrunde liegende Tat der Strafgewalt des 

ersuchenden Staates unterliegt. Die Entscheidung über die Grenzen der 

eigenen Strafgewalt steht grundsätzlich jedem Staat selbst zu, der hierbei 

allerdings gewisse, vom Völkerrecht gezogene Grenzen nicht verletzen darf. 

Inhalt und Tragweite dieser völkerrechtlichen Grenzen sind jedoch umstrit-

ten. Immerhin gibt es eine Reihe von Anknüpfungspunkten (sog. Prinzipien 

des internationalen Strafrechts), die international üblich und völkerrechtlich 

in der Regel unbedenklich sind. Hierzu gehört neben dem Territorialitätsprin-

zip (Begehungsort auf dem eigenen Staatsgebiet) das Flaggenprinzip (Bege-

hung der Tat an Bord eines im Staat registrierten Schiffes oder Luftfahr-

zeugs), das aktive Persönlichkeitsprinzip (Staatsangehörigkeit des Täters), 

das Domizilprinzip (inländischer Wohnsitz des Täters), das Schutzprinzip 

(Angriff gegen Rechtsgüter/Interessen des Staates) und das Prinzip der stell-

vertretenden Strafrechtspflege; im Grundsatz anerkannt – wenn auch im 

Einzelnen umstritten – sind auch das passive Personalitätsprinzip (Tat 

gegen Individualrechtsgüter eines eigenen Staatsangehörigen) und das 

Weltrechtsprinzip bei Straftaten gegen gewisse übernationale Rechtsgüter 

(BGE 126 II 212 E. 6b S. 213 f. mit Hinweisen). Das Bundesgericht hat dazu 

festgehalten, dass das schweizerische Rechtshilfegericht in der Regel nicht 

abzuklären hat, ob die Zuständigkeit des ersuchenden Staates gegeben sei 

(BGE 113 Ib 157 E. 4 S. 164). In BGE 116 Ib 89 wurde sodann präzisiert, die 

Auslegung des Rechts des ersuchenden Staates sei in erster Linie Sache 

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seiner Behörden. Daraus folgerte das Bundesgericht in jenem Fall, dass die 

Rechtshilfe daher nur in Fällen verweigert werden dürfe, in denen der ersu-

chende Staat offensichtlich unzuständig sei, d.h. die Justizbehörden des 

ersuchenden Staates ihre Zuständigkeit in willkürlicher Weise bejaht haben 

(BGE 142 IV 250 E. 6.2; 116 Ib 89 E. 2c/aa S. 92 f.; zum Ganzen Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2021.169 vom 11. Mai 2022 E. 6.2). 

 

4.4 Aus dem Sachverhalt des Auslieferungsersuchens (vgl. Erwägung 3 oben) 

ergibt sich offensichtlich ein Bezug der mutmasslichen kriminellen Organisa-

tion zum italienischen Staatsgebiet. Dort sollen sich Hinweise auf einen 

geplanten Anschlag in der Türkei ergeben haben. Der mutmassliche Kopf 

der Organisation halte sich in Italien auf. Der Beschwerdeführer soll Logistik-

dienstleistungen aus der Schweiz nach Italien erbracht haben. Nach dem 

Territorialitätsprinzip ist eine italienische Strafhoheit begründet. Beweiserhe-

bungen sind nicht nötig, um diese Rechtsfrage zu entscheiden und dazu 

auch nicht dienlich. Ebenso wenig ist die An- oder Abwesenheit des Be-

schwerdeführers in der Schweiz an einem bestimmten Datum für diese 

Frage ausschlaggebend. Die Rüge des Beschwerdeführers legt nicht dar, 

dass die Strafhoheit Italiens willkürlich angenommen worden wäre und geht 

fehl.  

 

 

5.  

5.1  

5.1.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter, das BJ stütze sich auf ein Auslieferungs-

ersuchen, das keine hinreichende Schilderung der Tatvorwürfe enthalte 

(act. 1 S. 4–7). Das BJ missachte die Vorschrift des Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe. 

Das Amt konkretisiere nicht, wann, wo und durch wen es zu einer Übergabe 

von Fahrzeugen an angebliche Mitglieder der Organisation von B. gekom-

men sei. Dass entsprechende Personen Fahrzeuge der H. GmbH benützen 

würden, bezeichne weder eine Übergabe an noch die Nutzung durch eine 

kriminelle Organisation genügend. Es bestünden auch keinerlei Angaben, 

wann, wie und wo der Beschwerdeführer die Waffen besorgt habe, die in 

einem Fahrzeug der H. GmbH versteckt gewesen seien. Auch der Vorwurf, 

er habe am 28. März 2024 eine Pistole mit Magazin besessen, die sich im 

Skoda in einem Fach hinter dem Autoradio befunden habe, sei in keiner 

Weise konkretisiert. Es bleibe unklar, wo das Fahrzeug gestanden habe, als 

angeblich das Video aufgezeichnet worden sei, welches seinen Besitz der 

Waffe an jenem Tage nachweisen solle. An jenem Tag sei er ausschliesslich 

in der Schweiz gewesen. Ebenso wenig werde spezifiziert, was für eine 

Pistole angeblich in seinem Besitz gewesen sei und woher er sie haben solle.  

 

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Ihm werde pauschal vorgeworfen, Mitglied einer kriminellen Organisation zu 

sein. Das Auslieferungsgesuch nenne dazu nur Einzeltaten der Gruppierung 

von B., ohne anzugeben, inwiefern der Beschwerdeführer davon gewusst 

habe oder daran beteiligt gewesen sei. Ebenso wenig werde die Struktur der 

Organisation und die Eingliederung des Beschwerdeführers darin geschil-

dert. Wenn die H. GmbH Fahrzeuge an Personen vermietet habe, von denen 

er nicht wisse, dass sie die Organisation unterstützt hätten, so lege dies nicht 

dar, dass er selbst die Organisation unterstützt habe. Es werde denn auch 

keine konkrete Verbindung von ihm zu B. aufgezeigt.  

 

5.1.2 Das BJ führt im Auslieferungsentscheid aus (act. 5.16 S. 5 f.), die ausländi-

sche Behörde sei nicht verpflichtet, im Auslieferungsersuchen den 

Sachverhalt bis ins letzte Detail zu schildern. Die Schilderung müsse nur so 

konkret sein, damit die auslieferungsrechtlich relevanten Fragen beurteilt 

werden könnten. Das Ersuchen werfe dem Beschwerdeführer vor, Mitglied 

einer kriminellen Organisation zu sein und die dargelegten Ermittlungsergeb-

nisse würden ihn klar belasten.  

 

5.2 Gemäss Art. 28 Abs. 3 lit. a IRSG bzw. Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe hat das Aus-

lieferungsersuchen eine Darstellung der Handlungen, derentwegen um 

Auslieferung ersucht wird, zu enthalten. Zeit und Ort ihrer Begehung sowie 

ihre rechtliche Würdigung unter Bezugnahme auf die anwendbaren Geset-

zesbestimmungen sind so genau wie möglich anzugeben. Unter dem Ge-

sichtspunkt des hier massgebenden EAUe reicht es grundsätzlich aus, wenn 

die Angaben im Auslieferungsersuchen und in dessen Ergänzungen oder 

Beilagen es den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob aus-

reichende Anhaltspunkte für eine auslieferungsfähige Straftat vorliegen bzw. 

ob Verweigerungsgründe gegeben sind. Die Rechtshilfebehörde muss 

namentlich prüfen können, ob die Voraussetzung der beidseitigen Strafbar-

keit nach Art. 2 Ziff. 1 EAUe erfüllt ist und ob die untersuchten Delikte nicht 

verjährt sind. Darüber hinaus hat das Rechtshilfegericht jedoch weder Tat- 

noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdi-

gung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachverhaltsdarstellung im 

Ersuchen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken 

oder Widersprüche sofort entkräftet wird (BGE 133 IV 76 E. 2.2; 132 II 81 E. 

2.1; 125 II 250 E. 5b). 

 

5.3 Vorliegend ist zu prüfen, ob der Sachverhalt des Auslieferungsersuchens es 

erlaubt, die beidseitige Strafbarkeit zu beurteilen.  

 

5.3.1 Der Beschwerdeführer rügt, es bestehe keine beidseitige Strafbarkeit (act. 1 

S. 9 f.; act. 9 S. 4 f.). Die Behauptungen des Auslieferungsersuchens würden 

- 9 - 

 

 

Art. 260ter StGB nicht erfüllen. Dem Beschwerdeführer würden gar keine Ge-

waltverbrechen vorgeworfen. Dass diese im Rahmen eines als kriminelle 

Organisation einzustufenden Verbrechersyndikats erfolgt seien, sei nicht ge-

nügend dargetan. Dies könne nicht leichtfertig angenommen werden, zumal 

kein entsprechender internationaler Konsens bestehe und die Organisation 

von B. in der Schweiz nicht als kriminelle Organisation gelte. Die B. vorge-

worfenen geplanten Taten bedürften denn auch nur einer mittäterschaftli-

chen Vorbereitung. Es werde auch gar nicht hinreichend behauptet, dass 

sich der Beschwerdeführer der Unterstützung einer kriminellen Organisation 

bewusst gewesen sei. Es würden Darlegungen fehlen, wonach der 

Beschwerdeführer Befehle oder Anordnungen der angeblich kriminellen Or-

ganisation befolgt oder sie wissentlich unterstützt habe. Weder seien die 

Strukturen der Organisation noch die Eingliederung des Beschwerdeführers 

darin dargelegt und ebenso wenig seine Beteiligung an Einzeltaten. Es 

werde im Auslieferungsersuchen auch nicht die Unterwerfung der Mitglieder 

unter Anweisungen durch systematische Arbeitsteilung, die Intransparenz 

und die durch alle Stadien ihrer verbrecherischen Tätigkeit vorherrschende 

Professionalität ausreichend aufgezeigt.  

 

5.3.2 Das BJ führt aus (act. 5 S. 4), Art. 260ter StGB stelle einen sogenannten Vor-

feld-Tatbestand dar, wobei schon die blosse Beteiligung oder die Unterstüt-

zung einer entsprechenden Organisation strafbar sei, ohne dass irgendein 

Zusammenhang mit einer von der Organisation begangenen Straftat beste-

hen müsse. Das beteiligende oder unterstützende Verhalten selbst müsse 

nicht illegal sein. Der Beschwerdeführer habe als Teil der Logistikbasis die 

kriminelle Organisation unterstützt.  

 

5.4 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 

der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die 

Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet 

hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90). Das Rechtshilfegericht prüft daher bloss 

prima facie, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, sofern er – 

analog – in der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbestandsmerkmale 

einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde (Entscheid des Bundesstraf-

gerichts RR.2009.257 vom 29. März 2010 E. 3.2). Die Strafnormen brauchen 

nach den Rechtssystemen der Schweiz und des ersuchenden Staates nicht 

identisch zu sein (Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 

2006 E. 2.1). Die richtige Qualifikation nach ausländischem Recht stellt kein 

formelles Gültigkeitserfordernis dar und ist vom Rechtshilfegericht daher 

nicht zu überprüfen, wenn feststeht, dass der in den Auslieferungsunterlagen 

umschriebene Sachverhalt den Tatbestand eines Auslieferungsdeliktes 

- 10 - 

 

 

erfüllt (vgl. BGE 101 Ia 405 E. 4 S. 410 m.w.H.; ZIMMERMANN, La coopération 

judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 584–586).  

5.5  

5.5.1 Gemäss Art. 260ter Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer (lit. a) sich an einer Organisation beteiligt, die 

den Zweck verfolgt (Ziff. 1) Gewaltverbrechen zu begehen oder sich mit 

verbrecherischen Mitteln zu bereichern, oder (Ziff. 2) Gewaltverbrechen zu 

begehen, mit denen die Bevölkerung eingeschüchtert oder ein Staat oder 

eine internationale Organisation zu einem Tun oder Unterlassen genötigt 

werden soll; oder (lit. b.) eine solche Organisation in ihrer Tätigkeit unter-

stützt. Strafbar ist nach Art. 260ter Abs. 5 StGB auch, wer die Tat im Ausland 

begeht, wenn die Organisation ihre verbrecherische Tätigkeit ganz oder teil-

weise in der Schweiz ausübt oder auszuüben beabsichtigt. 

 

5.5.2 Der Organisationstatbestand von Art. 260ter StGB stellt die Beteiligung an 

oder Unterstützung einer kriminellen Organisation unter Strafe: Der Täter 

macht sich strafbar, sobald er sich an einer kriminellen Organisation beteiligt 

oder diese unterstützt. Die Annahme einer kriminellen Organisation setzt 

eine strukturierte Gruppe von mindestens drei, im Allgemeinen mehr Perso-

nen voraus, die mit dem Ziel geschaffen wurde, unabhängig von Änderungen 

ihrer Zusammensetzung dauerhaft zu bestehen, und die sich namentlich 

durch die Unterwerfung ihrer Mitglieder unter Anweisungen, durch systema-

tische Arbeitsteilung, durch Intransparenz und durch in allen Stadien ihrer 

verbrecherischen Tätigkeit vorherrschende Professionalität auszeichnet. Un-

ter den Begriff der kriminellen Organisation fallen nach der Rechtsprechung 

des Bundesgerichts neben den hochgefährlichen terroristischen Gruppierun-

gen auch die Mafia sowie dieser ähnliche Verbrechersyndikate (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1132/2016 vom 7. März 2017 E. 1.3.1 mit Hinwei-

sen). 

 

Als Beteiligte im Sinne von Art. 260ter Abs. 1 lit. a StGB sind alle Personen 

anzusehen, welche funktionell in die kriminelle Organisation eingegliedert 

sind und im Hinblick auf deren verbrecherische Zweckverfolgung Aktivitäten 

entfalten. Diese Aktivitäten brauchen für sich allein nicht notwendigerweise 

illegal bzw. konkrete Straftaten zu sein. Es genügen namentlich auch logis-

tische Vorkehren, die dem Organisationszweck unmittelbar dienen (z.B. Aus-

kundschaften, Planen oder Bereitstellen der operativen Mittel, Beschaffen 

von Fahrzeugen, Waffen, Kommunikationsmittel oder Finanzdienstleistun-

gen). Die Beteiligung setzt auch keine massgebliche Funktion innerhalb der 

Organisation voraus. Sie kann informeller Natur sein oder auch geheim 

gehalten werden (BGE 131 II 235 E. 2.12). Mit Rücksicht auf den Zweck der 

Bestimmung, dort einzugreifen, wo sich die zur konkreten Tat führende 

- 11 - 

 

 

Kausalkette nicht mehr nachweisen lässt, weil dem eigentlichen Täter die 

Tatbeteiligung am einzelnen Delikt nicht mehr nachgewiesen werden kann, 

und in Anbetracht der alternativen Tatbestandsvariante der Unterstützung 

einer kriminellen Organisation ist der Begriff der Beteiligung an einer 

kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 StGB weit zu 

fassen. An einer kriminellen Organisation ist nicht nur beteiligt, wer ihrem 

«harten Kern» angehört, sondern wer ungeachtet seiner formellen Stellung 

in der Organisation auch zu ihrem erweiterten Kreis gehört und längerfristig 

bereit ist, die ihm erteilten Befehle zu befolgen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1132/2016 vom 7. März 2017 E. 2.3).  

Bei Personen, die nicht in die Organisationsstruktur integriert sind, kommt 

die Tatbestandsvariante der Unterstützung einer kriminellen Organisation in 

Frage, wenn er oder sie, quasi als Aussenstehender oder Aussenstehende, 

die Organisation unterstützt. Als Unterstützung gilt jeder massgebliche Bei-

trag zur Stärkung der Organisation, jedoch muss auch hier kein Tatbeitrag 

zu einem konkreten Delikt nachgewiesen werden. Die Unterstützung kann 

auch in einer für sich betrachtet legalen Tätigkeit bestehen (Vermietung von 

Räumlichkeiten, Verschaffen von legal erwerblichen Substanzen zwecks 

Weiterverarbeitung etc.). Die Unterstützungshandlung muss geeignet sein, 

die Organisation als solche zu stärken und ihr Gefährdungspotenzial ent-

sprechend zu erhöhen (Botschaft zum Terrorismusübereinkommen vom 

14. September 2018, BBl 2018 6427 ff., 6472).  

5.6 Die Vorbringen des Beschwerdeführers verkennen, dass es vorliegend nicht 

um ein Urteil über Schuld und Strafe geht, sondern darum, ob die im Auslie-

ferungsersuchen geschilderten Ermittlungen und Ermittlungsergebnisse 

prima facie ein auch in der Schweiz strafbares Delikt betreffen. Aus dem 

Sachverhalt (vgl. obige Erwägung 3) geht hervor, dass die Staatsanwalt-

schaft Mailand gegen eine Organisation ermittelt, die Waffen vorhalte und 

einsetze, und sie ihr Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Morde und illegalen 

Drogenhandel vorwerfe. Die Organisation soll Terrorakte verübt haben. Das 

Auslieferungsersuchen schildert eine arbeitsteilige kriminelle Organisation 

gemäss Art. 260ter StGB und von einer Art, die konspirativ tätig sei. Entspre-

chend sollen Abhörmassnahmen in Italien einen Anschlag in der Türkei ver-

hindert haben. Der Beschwerdeführer soll insbesondere mit Fahrzeugen den 

Transport von Erträgen aus illegalen Aktivitäten sowie Waffen von der 

Schweiz nach Italien gewährleistet haben. Seine An- oder Abwesenheit in 

der Schweiz an einem bestimmten Tag ist dabei kein tauglicher Alibibeweis. 

Er habe die Organisation mit den logistischen Grundlagen versorgt, die zur 

Unterstützung des Anführers B. und seiner Frau D. dienen sollten. Das 

Auslieferungsersuchen legt dazu konkrete Unterstützungshandlungen dar.  

 

- 12 - 

 

 

Das Auslieferungsersuchen schildert damit einen Sachverhalt, wonach sich 

der Beschuldigte zumindest der Unterstützung einer kriminellen Organisa-

tion schuldig gemacht haben könnte. Dabei kommt es nach Art. 260ter Abs. 5 

StGB für die Strafbarkeit in der Schweiz (wohin der Sachverhalt für die beid-

seitige Strafbarkeit zu transponieren ist) nicht zentral darauf an, in welchem 

Ausmass Unterstützungshandlungen in der Schweiz oder im Ausland erfolgt 

seien. Auf den Aufenthaltsort des Beschuldigten zu einem bestimmten Zeit-

punkt kommt es nicht entscheidend an, wobei die offerierten Kreditkartenab-

rechnungen dafür auch keinen genügenden liquiden Beweis böten. Der 

Sachverhalt enthält keine offensichtlichen Fehler, Lücken oder Widersprü-

che und er erlaubt, die beidseitige Strafbarkeit zu prüfen und zu bejahen. 

Auch die gegen die Sachverhaltsschilderung des Auslieferungsersuchens 

gerichteten Rügen sind unbegründet.  

 

 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, eine Auslieferung würde sein Recht 

auf Familienleben nach Art. 8 EMRK verletzen (act. 1 S. 10 f.). In Italien wäre 

der Kontakt des Beschwerdeführers zu seiner Ehefrau und seinen zwei 

Kindern erheblich erschwert, wenn nicht gänzlich verunmöglicht. Die beiden 

kleinen Kinder (geb. 16.09.2022) bedürften besonderer medizinischer Be-

treuung und es könne ihnen nicht zugemutet werden, ihn in Norditalien zu 

besuchen. Die intensive medizinische Betreuung verunmögliche derartige 

Reisen und die Ehefrau könne die Kinder auch nicht alleine zurücklassen. 

Eine Strafverfolgung könne auch in der Schweiz geschehen, weshalb eine 

Auslieferung unverhältnismässig sei. 

 

6.2 Das BJ bringt vor (act. 5.16 S. 7), eine Einschränkung des Familienlebens 

wäre eine Folge der Untersuchungshaft. Es sei der Familie zuzumuten, 

regelmässigen schriftlichen sowie telefonischen Kontakt zu führen, wie auch 

Besuche in Italien, wo das Strafverfahren von der Staatsanwaltschaft 

Mailand geführt werde und er somit in der Lombardei (Norditalien) inhaftiert 

sein dürfte.  

  

- 13 - 

 

 

6.3  

6.3.1 Die Schweiz prüft die Auslieferungsvoraussetzungen des EAUe auch im 

Lichte ihrer grundrechtlichen völkerrechtlichen Verpflichtungen. Einem Ersu-

chen wird nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass 

das ausländische Verfahren den Grundsätzen der Konvention zum Schutze 

der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; 

SR 0.101) oder des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische 

Rechte vom 16. Dezember 1966 (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) nicht entspricht 

oder andere schwere Mängel aufweist (Art. 2 Abs. 1 lit. a und d IRSG). So 

soll verhindert werden, dass die Schweiz die Durchführung von Strafverfah-

ren oder den Vollzug von Strafen unterstützt, in welchen den verfolgten Per-

sonen die ihnen in einem Rechtsstaat zustehenden und insbesondere durch 

die EMRK und den UNO-Pakt II umschriebenen Minimalgarantien nicht ge-

währt werden oder welche den internationalen «ordre public» verletzen 

(BGE 123 II 595 E. 7c S. 617 mit Hinweisen; 115 Ib 68 E. 6 S. 87).  

 

Artikel 13 Absatz 1 BV und Art. 8 Ziff. 1 EMRK gewährleisten jeder Person 

einen grundrechtlichen Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienle-

bens. Eine Behörde darf in die Ausübung dieses Rechts nur eingreifen, 

soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Ge-

sellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das 

wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur 

Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder 

zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). 

 

6.3.2 Nach der Praxis des Bundesgerichts und der Rechtsprechungsorgane der 

EMRK sind Eingriffe in das Familienleben, welche auf rechtmässige Straf-

verfolgungsmassnahmen zurückzuführen sind, grundsätzlich zulässig. Dies 

gilt namentlich für den Strafvollzug, soweit Gefangenenbesuche durch An-

gehörige gewährleistet sind. Der blosse Umstand, dass der Gefangene sehr 

weit von seinen nächsten Verwandten entfernt in Haft gehalten wird, so dass 

Besuche erschwert werden, führt zu keinem grundrechtswidrigen Eingriff in 

das Privat- und Familienleben (Urteile des Bundesgerichts 1A.199/2006 vom 

2. November 2006 E. 3.1; 1A.265/2003 vom 29. Januar 2004 E. 3.1; 

1A.225/2003 vom 25. November 2003 E. 3; vgl. auch Urteile des EGMR i.S. 

Varnas gegen Litauen vom 29. August 2012, Ziff. 108 [Nr. 42615/06]; i.S. 

Nazarenko gegen Lettland vom 1. Februar 2007, Ziff. 68 ff. [Nr. 76843/01]; 

i.S. Dickson gegen Vereinigtes Königreich vom 4. Dezember 2007, Ziff. 134 

ff. [44362/04]). Gemäss ständiger, restriktiver Rechtsprechung kann Art. 8 

EMRK einer Auslieferung nur ausnahmsweise (bzw. vorübergehend) bei 

aussergewöhnlichen familiären Verhältnissen entgegenstehen (BGE 129 II 

100 E. 3.5; BGE 123 II 279 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 1A.199/2006 

- 14 - 

 

 

vom 2. November 2006 E. 3.1; Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2020.104 vom 19. Juni 2020 E. 4.3; RR.2020.103 vom 27. Mai 2020 

E. 5.2.2 ff; RR.2020.38 vom 6. Februar 2020 E. 5.5; RR.2019.212 vom 

17. September 2019 E. 4.2.2; RR.2019.123 vom 19. August 2019 E. 4.2.2 ff.; 

RR.2018.295 vom 28. November 2018 E. 7.1; RR.2018.247 vom 5. Novem-

ber 2018 E. 4.2). 

 

6.3.3 Macht ein von einem Auslieferungsersuchen Betroffener geltend, der dro-

hende Strafvollzug im ersuchenden Staat verletze seinen grundrechtlichen 

Anspruch auf Gefängnisbesuche durch seine engsten Familienangehörigen, 

so hat das Rechtshilfegericht nach der einschlägigen Praxis des Bundesge-

richtes eine sorgfältige Rechtsgüterabwägung vorzunehmen: 

 

Dabei ist einerseits der persönlichen Situation und Interessenlage der aus-

zuliefernden Person und seiner Angehörigen im konkreten Einzelfall Rech-

nung zu tragen, und anderseits dem völkerrechtlichen Anspruch des ersu-

chenden Staates auf Auslieferung bzw. internationale Rechtshilfe beim Voll-

zug seiner rechtskräftigen Strafurteile (BGE 123 II 279 E. 2d S. 284; 120 Ib 

120 E. 3d S. 128; 117 Ib 210 E.3b/cc S. 215 f.; Urteil des Bundesgerichts 

1A.225/2003 vom 25. November 2003 E. 4). Das Rechtshilfegericht hat da-

bei insbesondere der Schwere des Tatvorwurfes Rechnung zu tragen, wel-

cher Grundlage des Auslieferungsersuchens bildet (BGE 120 Ib 120 E. 3d 

S. 128; Urteil des Bundesgerichts 1A.225/2003 vom 25. November 2003 

E. 4). Zu berücksichtigen ist auch, ob der Verfolgte in sein Heimatland oder 

in ein ersuchendes Drittland ausgeliefert werden soll, und wie weit entfernt 

sich das Untersuchungs- bzw. Vollzugsgefängnis vom Aufenthaltsort der 

engsten Familienangehörigen des Verfolgten befindet (vgl. Urteile des Bun-

desgerichts 1A.265/2003 vom 29. Januar 2004 E. 3.2; 1A.225/2003 vom 

25. November 2003 E. 4; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 

1C_214/2019 vom 5. Juni 2019 E. 2.7; SJ 2016 I 187 Übersicht Rechtspre-

chung). 

 

6.4 Die vorliegende Auslieferung wird für ein Strafverfahren der Staatsanwalt-

schaft Mailand verlangt. Italien gewährleistet als Signatarstaat der EMRK 

Familienkontakte in der Untersuchungshaft und ist von der deutschsprachi-

gen Schweiz aus in wenigen Stunden erreichbar. Kontakte können persön-

lich, telefonisch oder schriftlich erfolgen. Der Beschwerdeführer bringt vor, 

seine Kleinkinder seien aus medizinischen Gründen nicht in der Lage, nach 

Italien zu reisen und die Ehefrau könne sie dafür nicht alleine lassen. Der 

Beschwerdeführer belegt diese Behauptungen nicht. Die Kinder sind etwas 

über zwei Jahre alt. Angesichts der schweren Tatvorwürfe überwiegt 

- 15 - 

 

 

vorliegend das italienische Interesse an Auslieferung und Strafverfolgung 

klar. Die Rüge ist damit unbegründet.  

 

 

7. Andere Gründe, welche eine Auslieferung offensichtlich ausschlössen oder 

sonst zu einer Aufhebung der Auslieferungshaft zu führen vermöchten, 

werden weder geltend gemacht noch sind sie ersichtlich. Die Beschwerde 

erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

 

8.  

8.1 Der Beschwerdeführer beantragt seine Entlassung aus der Auslieferungs-

haft. 

 

8.2 Der Verfolgte, welcher sich in Auslieferungshaft befindet, kann jederzeit ein 

Haftentlassungsgesuch einreichen (Art. 50 Abs. 3 IRSG). Das Gesuch ist an 

das BJ zu richten, gegen dessen ablehnenden Entscheid innert zehn Tagen 

Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt 

werden kann (Art. 48 Abs. 2 und Art. 50 Abs. 3 IRSG). Die Beschwerdekam-

mer kann ausnahmsweise im Zusammenhang mit einer Beschwerde gegen 

einen Auslieferungsentscheid in erster Instanz über ein Haftentlassungsge-

such befinden, wenn sich aus einer allfälligen Verweigerung der Auslieferung 

als unmittelbare Folge auch die Entlassung aus der Auslieferungshaft ergibt 

und das Haftentlassungsgesuch insofern rein akzessorischer Natur ist (Urteil 

des Bundesgerichts 1A.13/2007 vom 9. März 2007 E. 1.2; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2008.59 vom 19. Juni 2008 E. 2.2). Der vorliegende 

Antrag ist demnach als akzessorisches Haftentlassungsgesuch zu betrach-

ten. Die Auslieferung des Beschwerdeführers kann gewährt werden 

(vgl. oben Erwägung 7), weshalb das akzessorische Haftentlassungsgesuch 

abzuweisen ist. 

 

 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 3'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG und Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des ent-

sprechenden Betrages aus dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe (act. 6).  

 

 

- 16 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Das akzessorische Haftentlassungsgesuch wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 25. Oktober 2024 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Advokat Yves Waldmann 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

 

 
 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).