# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cf73874-ce63-55e4-91aa-4b1eb02865d8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 15.06.2016 120 2016 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2016-10_2016-06-15.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 120/2016/10 Bern, 15. Juni 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

alle vertreten durch Herrn Fürsprecher C.________

und

Regierungsstatthalteramt Thun, Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

Baupolizeibehörde der Gemeinde Zwieselberg, Hubel 46, 3645 Zwieselberg

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Thun vom 20. Januar 2016 (bbew 
150/2015; Ausführung Lamellen)

I. Sachverhalt

1. Mit Gesamtentscheid vom 19. Oktober 2011 erteilte das Regierungsstatthalteramt 

Thun den Beschwerdeführenden die Bewilligung für den Um- und Ausbau und die 

Umnutzung des ehemaligen Gasthofes D.________ auf der Parzelle Zwieselberg 

Grundbuchblatt Nr. E.________ zur Verwendung als Bed & Breakfast und öffentlicher 

Gastgewerbebetrieb inklusive Ausbau des Dachgeschosses zu einer Wohnung. Die 

Parzelle liegt in der Wohn- und Gewerbezone WG2. Das Objekt ist gemäss kantonalem 

Bauinventar als schützenswertes K-Objekt eingestuft; es befindet sich in der Baugruppe A 

(Zwieselberg, D.________). Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

RA Nr. 120/2016/10 2

2. Am 10. Juli 2012 reichten die Beschwerdeführenden ein Projektänderungsgesuch für 

diverse Anpassungen gegenüber der Baubewilligung vom 19. Oktober 2011 ein. Nachdem 

festgestellt wurde, dass gewisse bauliche Massnahmen dieses Gesuchs bereits ausgeführt 

wurden (u.a. zu grosse Fenster an der Nordwest- und Südwestfassade im Erdgeschoss), 

verfügte die Gemeinde mit Schreiben vom 31. Juli 2012 einen Baustopp für alle Arbeiten, 

welche diese Projektänderung betrafen. 

Im Rahmen des Projektänderungsverfahrens vor dem Regierungsstatthalteramt hielt die 

Gemeinde fest, die neue Befensterung werde als zu gross empfunden und sei auf die 

Gesamterscheinung des Gebäudes abzustimmen. Die Kantonale Denkmalpflege (KDP) 

kam mit Fachbericht vom 29. August 2012 zum Schluss, die Änderung der Befensterung 

überzeuge gestalterisch nicht. Sie sei weiter bereit, bei der Bereinigung des Bauprojekts 

beratend mitzuwirken. Nach Besprechungen mit der KDP reichten die 

Beschwerdeführenden am 9. November 2012 angepasste Projektänderungspläne ein. 

Darin wurden die umstrittenen Fenster zur Hälfte mit stehenden Holzlamellen abgedeckt. 

Die KDP stellte mit Fachbericht vom 22. November 2012 fest, die vorgenommenen 

Korrekturen würden eine wesentliche Verbesserung darstellen; sie beantragte die 

Bewilligung der Projektänderung und verlangte als Auflage, die Ausführung sei im Detail 

mit der KDP zu besprechen. 

Mit Entscheid vom 30. November 2012 bewilligte das Regierungsstatthalteramt die 

Projektänderung gemäss den Plänen vom 9. November 2012. 

3. Mit Schreiben vom 4. März 2015 hielt das Regierungsstatthalteramt fest, die 

Ausführung der Fensterfronten entspreche nicht den bewilligten Projektplänen und die 

fixen Lamellen seien gemäss den bewilligten Plänen auszuführen. Die Anpassung habe bis 

Ende April 2015 zu erfolgen und die Durchsetzung sei durch die Baupolizeibehörde zu 

verfügen und zu überwachen. Nach diversen Korrespondenzen und Besprechungen 

reichten die Beschwerdeführenden am 25. September 2015 eine weitere Projektänderung 

ein, welche neben einer Änderung der umstrittenen Fensterabdeckung das Erstellen einer 

neuen Zugangsrampe enthielt. Am 8. Oktober 2015 fand eine Begehung vor Ort statt, an 

welcher neben dem Regierungsstatthalter und den Beschwerdeführenden auch 

Gemeindevertreter, nicht jedoch die KDP teilnahm. Dabei hielt der Regierungsstatthalter 

fest, die Abdeckung der Fenster mit Lamellen sei gemäss Baugesuch vom 10. Juli 2012 

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analog zur übrigen Lattung der Fassade zu wählen, das heisse mit Schlitzen von maximal 

5 cm Breite. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden bestehe diesbezüglich kein 

Interpretationsspielraum. Komme die Bauherrschaft dieser Forderung nicht nach, so sehe 

sich die Behörde gezwungen, eine Ersatzvornahme auf Kosten der Bauherrschaft 

vorzunehmen. Ein Gesuch um Projektänderung erscheine wenig erfolgversprechend. 

Mit Verfügung vom 16. Oktober 2015 wies das Regierungsstatthalteramt die eingereichte 

Projektänderung zur Verbesserung zurück und wies hinsichtlich der Lamellen darauf hin, 

dass diese in den Projektänderungsplänen entsprechend der Baubewilligung vom 30. 

November 2012 einzuzeichnen seien. Hinsichtlich der Umsetzung der baupolizeilichen 

Pendenzen (u.a. die Lamellen vor den Fenstern) setzte es eine Frist von 30 Tagen. Am 6. 

November 2015 reichten die Beschwerdeführenden angepasste Projektänderungspläne 

ein. Die KDP hielt mit Fachbericht vom 24. November 2015 fest, dass zwischen ihr und der 

Bauherrschaft verschiedene Besprechungen stattgefunden hätten. Von den Ausführungen 

des Regierungsstatthalters anlässlich der Begehung vom 8. Oktober 2015, wonach es 

keinen Interpretationsspielraum bei der Ausführung der Lamellen gebe, habe sie erst mit 

Zustellung des Protokolls am 20. Oktober 2015 Kenntnis erhalten. Die von ihr erfolgte 

Beratung zur Ausbildung der Lamellen sei in Unkenntnis dieser Sachlage erfolgt. Materiell 

führte die Fachstelle aus, die Projektänderung/Variante der Beschwerdeführenden zur 

Ausführung der Lamellen (Nordwestseite: Lamellen 30/60 mm mit Lamellenabstand von 

60 mm, Südwestseite: Lamellen 30/110 mm mit Lamellenabstand von 110 mm) würde 

grundsätzlich den Anforderungen der Denkmalpflege entsprechen, weiche jedoch von den 

Baugesuchsunterlagen und dem Protokoll des Regierungsstatthalteramts vom 12. Oktober 

2015 ab. Für die Denkmalpflege sei grundsätzlich auch die ursprüngliche Lösung 

(Lamellen, die der Lattenbreite der bestehenden Schalung entsprechen und einen 

Lichtschlitz von 5 mm aufweisen) denkbar. Wichtig sei, dass die bautypologisch fremden, 

grossen Fensteröffnungen der Nordwest- und der Südwestfassade endlich korrigiert 

würden. Aus diesem Grund überlasse sie den Entscheid, welche Variante ausgeführt 

werden solle, dem Regierungsstatthalteramt. 

4. Mit "Entscheid zur Projektänderung und Baupolizeiverfügung" vom 20. Januar 2016 

bewilligte das Regierungsstatthalteramt Thun einerseits eine Zugangsrampe inkl. Vordach 

an der Nordwestfassade und erliess andererseits folgende Baupolizeiverfügung:

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"3.2.1 Die Bauherrschaft wird verpflichtet, bis zum 29. Februar 2016 die Lamellen vor den 

übergrossen Fenstern an der Nordwestfassade und der Südwestfassade sowie am nördlichen 

Fassadenteil gemäss Bewilligung vom 30. November 2012 auszuführen. Kommt die Bauherrschaft 

dieser Forderung nicht nach, wird die Baupolizeibehörde Zwieselberg ermächtigt, ohne weiteres die 

Ersatzvornahme auf Kosten der Bauherrschaft anzuordnen, und die Bauherrschaft zu verpflichten, 

der Baupolizeibehörde die diesbezüglichen Kosten zu ersetzen.

3.2.2 Die Baupolizeibehörde wird aufgefordert, die Ausführung der Lamellen zu überprüfen und uns 

bis zum 31. März 2016 Meldung zu erstatten."

5. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 18. Februar 2016 Beschwerde bei 

der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die 

Aufhebung der Baupolizeiverfügung des Regierungsstatthalteramts Thun vom 20. Januar 

2016. Das Projektänderungsgesuch vom 6. November 2015 betreffend Erstellen von 

Lamellenverkleidung bereits erstellter Fenster/Anpassung Teilung zu Baugesuch sei 

gutzuheissen und die entsprechende Baubewilligung sei zu erteilen. Dabei machen sie 

insbesondere geltend, die Pläne der Bewilligung vom 30. November 2012 würden 

hinsichtlich der Ausgestaltung der Lamellen nicht den notwendigen Detaillierungsgrad 

aufweisen. Die Wiederherstellungsverfügung ziele daher ins Leere. Nachdem die KDP die 

Projektänderung als bewilligungsfähig erachte, sei diese zu bewilligen. 

6. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das Regierungsstatthalteramt mit 

Stellungnahme vom 10. März 2016 sowie die Gemeinde mit Schreiben vom 17. März 2016 

beantragen die Abweisung der Beschwerde. Auch die KDP beantragt mit Schreiben vom 

15. März 2016 die Abweisung der Beschwerde. 

7. Das Rechtsamt der BVE holte bei den Beschwerdeführenden die noch fehlenden 

Pläne des Projektänderungsgesuchs vom 6. November 2015 ein. Am 2. Mai 2016 reichten 

die Beschwerdeführenden eine weitere Stellungnahme ein.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

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8. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Streitgegenstand und Eintreten

a) Angefochten ist der Entscheid des Regierungsstatthalteramts Thun vom 20. Januar 

2016, mit welchem einerseits eine Baubewilligung für das Erstellen einer Zugangsrampe 

inkl. Vordach erteilt und andererseits eine Baupolizeiverfügung hinsichtlich der 

Ausgestaltung der Lamellen vor den zu grossen Fenstern erlassen wurde. Der 

Streitgegenstand braucht sich nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch 

nicht über dieses hinausgehen. Innerhalb dieses Rahmens bestimmen die Parteien den 

Streitgegenstand.2 Vorliegend wehren sich die Beschwerdeführenden einzig gegen die 

Baupolizeiverfügung; die Bewilligung der Zugangsrampe mit Vordach ist damit nicht 

Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens.

b) Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG3 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 

48 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden. 

Die Beschwerdeführenden sind als Adressaten durch die angefochtene Verfügung 

beschwert und daher zur Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Bewilligung vom 12. November 2012

a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, es bestehe Anspruch auf Prüfung der zur 

Wiederherstellung erforderlichen Massnahmen und gegebenenfalls auf Einreichung eines 

abgeänderten Baugesuchs, sofern Aussicht bestehe, dass der baurechtswidrige Zustand 

durch Abänderung baurechtskonform gestaltet werden könne. Das 

Projektänderungsgesuch müsse daher behandelt werden. Nach Ansicht der KDP sei 

2 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8.
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).

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dieses bewilligungsfähig. Entsprechend sei die Baubewilligung für das 

Projektänderungsgesuch zu erteilen. 

b) Umstritten ist, ob über die Lamellenverkleidung vor den Fenstern bereits mit 

Entscheid vom 30. November 2012 rechtskräftig entschieden wurde und ob damit auf das 

diesbezüglich abgeänderte Projektänderungsgesuch vom 6. November 2015 überhaupt 

einzutreten ist. Zur Beurteilung dieser Frage ist vorab näher auf die Rechtsnatur der 

Bewilligung vom 30. November 2012 hinsichtlich der umstrittenen Lamellenverkleidung vor 

den Fenstern einzugehen:

Bei dem von den Beschwerdeführenden am 10. Juli 2012 eingereichten 

Projektänderungsgesuch handelte es sich um ein nachträgliches Baugesuch für bereits 

vorgenommene Abweichungen im Vergleich zur ursprünglichen Bewilligung vom 19. 

Oktober 2011. Auch die zu grossen Fenster waren bereits realisiert; der Baustopp der 

Gemeinde vom 31. Juli 2012 kam zu spät. Man befand sich demnach in einem 

nachträglichen Baubewilligungsverfahren. Da aufgrund der Einschätzung der KDP 

(Fachbericht vom 29. August 2012) klar wurde, dass dieses nachträgliche Baugesuch 

hinsichtlich der Fenster nicht bewilligt werden könnte, überarbeiteten die 

Beschwerdeführenden die Gesuchsunterlagen in Zusammenarbeit mit der KDP und 

reichten diese neu ein. Im angepassten Projekt war vor den zu grossen Fenstern neu eine 

Abdeckung mit Lamellen vorgesehen. Mit diesem Vorschlag konnte der Bauabschlag des 

nachträglichen Baugesuchs und der Rückbau der Fenster auf die ursprünglich bewilligte 

Grösse vermieden werden. Die neu vorgesehenen Lamellenabdeckungen waren daher 

nicht Teil des nachträglichen Baugesuchs im eigentlichen Sinne – sie waren ja noch nicht 

realisiert –, sondern stellten im Vergleich zum Rückbau der zu grossen Fenster die mildere 

Massnahme zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands dar. Bezüglich der 

Lamellen wurde also mit dem Entscheid vom 12. November 2012 nicht ein nachträgliches 

Baugesuch bewilligt, sondern in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und der KDP die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands angeordnet; es handelte sich 

diesbezüglich damit um einen Wiederherstellungsentscheid. 

c) Baugesuche können jederzeit erneuert werden mit dem Ziel, eine zunächst 

abgelehnte Baubewilligung zu erwirken, sofern den Einwänden gegen das frühere Gesuch 

durch entsprechende Projektänderung Rechnung getragen wird oder gegenüber dem 

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erstmaligen Verfahren sonst wie massgeblich veränderte Verhältnisse vorliegen.4 

Grundsätzlich ist also im ordentlichen Baugesuchsverfahren jederzeit ein neues 

Baugesuch möglich, sofern es nicht identisch mit einem früheren, rechtskräftig 

entschiedenen Baugesuch ist (sogenannte res iudicata). Dies gilt jedoch nicht für das 

nachträgliche Baugesuchsverfahren: Hier steht das Gesuch nicht mehr zur freien 

Disposition der Gesuchstellenden, sondern es ist vielmehr Element des - von Amtes wegen 

geführten - Wiederherstellungsverfahrens. Wesen und Zweck der Rechtskraft eines 

Entscheides betreffend Wiederherstellung ist die Vollstreckung von angeordneten 

Massnahmen zur Rückführung einer Baute in den rechtmässigen Zustand.

Vorliegend haben die Beschwerdeführenden die zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands notwendige Massnahme (Anbringen der Fensterabdeckung mit Lamellen) selber 

beantragt. Diesem Antrag wurde mit dem Entscheid vom 12. November 2012 entsprochen. 

Im damaligen Entscheid fehlte zwar eine Frist für die Umsetzung dieser 

Wiederherstellungsmassnahme; dies wurde erst mit der vorliegend angefochtenen 

Verfügung nachgeholt. Die eigentliche Wiederherstellungsmassnahme war aber klar 

festgelegt und erwuchs mit dem Entscheid vom 12. November 2012 in Rechtskraft. Diese 

Wiederherstellungsmassnahme kann daher nicht nochmals zum Gegenstand eines neuen 

Verfahrens gemacht werden. Die Beschwerdeführenden konnten im Rahmen des 

nachträglichen Baugesuchs- und Wiederherstellungsverfahrens ihre Vorstellungen über die 

anzuordnenden Wiederherstellungsmassnahmen einbringen. Im Rahmen ihres 

Projektänderungsgesuchs haben sie diese Massnahme selber eingegeben. Darauf sind sie 

zu behaften. Würden trotz rechtskräftigem Wiederherstellungsentscheid stets neue 

Projektänderungsgesuche am gleichen Objekt zugelassen und die Wiederherstellung 

regelmässig aufgeschoben, so könnte eine solche faktisch beliebig verzögert und 

verunmöglicht werden. Vorliegend reagierten die Beschwerdeführenden erst nach der 

Intervention des Regierungsstatthalteramts im Jahr 2015 (Schreiben vom 4. März 2015). 

Die Projektänderung mit der aus Sicht der Beschwerdeführenden milderen 

Wiederherstellungsmassnahme reichten sie erst rund drei Jahre nach dem Entscheid vom 

12. November 2012 ein. Ein solches Verhalten verstösst gegen Treu und Glauben, ist 

rechtsmissbräuchlich und verdient keinen Rechtsschutz.

4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 34 
N. 8.

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Die Beschwerdeführenden bringen vor, da mit dem nun eingereichten Baugesuch die im 

vorangegangenen Verfahren festgestellte Baurechtswidrigkeit behoben werden könne, 

müsse das Projektänderungsgesuch behandelt werden. Sie berufen sich dabei auf einen 

Bundesgerichtsentscheid5, wonach im Falle der Verweigerung der Baubewilligung 

Anspruch auf Prüfung der zur Wiederherstellung erforderlichen Massnahmen und 

gegebenenfalls auf Einreichung eines abgeänderten Baugesuchs besteht, sofern der 

baurechtswidrige Zustand durch diese Änderungen materiell baurechtskonform gestaltet 

werden kann. Hier jedoch wurde bereits mit dem Projektänderungsverfahren im Jahr 2012 

genau dies gemacht: Mit dem zusammen mit der KDP erarbeiteten und von den 

Beschwerdeführenden eingereichten Vorschlag konnte der baurechtswidrige Zustand (zu 

grosse Fenster) behoben werden. Es bedarf entsprechend keines neuen Baugesuchs bzw. 

keiner neuen Projektänderung, um einen baurechtskonformen Zustand zu erreichen. 

Dieser Einwand der Beschwerdeführenden ändert daher nichts daran, dass über die 

Ausgestaltung der Lamellen als Wiederherstellungsmassnahme bereits im Jahr 2012 

rechtskräftig befunden wurde. 

3. Detaillierungsgrad des bewilligten Ansichtsplans vom 9. November 2012 

a) Die Beschwerdeführenden rügen weiter, die Pläne der Bewilligung vom 30. 

November 2012 würden hinsichtlich der Fensterabdeckungen nicht den notwendigen 

Detaillierungsgrad aufweisen. So seien jeweils nur Lamellen eingetragen, welche rund die 

Hälfte der Fensterflächen abdecken. Den Plänen könne die genaue Breite der Lamellen 

und der Schlitze nicht entnommen werden. Festgelegt sei einzig, welche Fläche der 

Fenster abgedeckt werde. Die notwendige Klarheit sei erst mit den Plänen, welche sie mit 

dem Gesuch vom 6. November 2015 eingereicht hätten, erreicht. Da die Bewilligung vom 

30. November 2012 im Bezug auf die Lamellen nicht hinreichend präzis gewesen sei, 

könne nicht von einer rechtskräftigen Bewilligung gesprochen werden. Aufgrund des 

mangelnden Detaillierungsgrades ziele auch die hier angefochtene 

Wiederherstellungsverfügung ins Leere. 

b) Der Detaillierungsgrad des bewilligten Ansichtsplans vom 9. November 2012 ist 

ausreichend. Aus dem Plan lässt sich – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden – 

5 BGE 1A.234/2006 vom 8. Mai 2007, E. 4.1.

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nicht nur ablesen, welche Fläche der Fenster mit Lamellen abzudecken ist. Es wird daraus 

auch deutlich, wie viele Lamellen jeweils verlangt sind. Auch die Breite der Lamellen lässt 

sich ungefähr abmessen (rund 15 cm). Bei der Ansicht Nord-West entspricht die Breite der 

Lamellen vor den Fenstern zudem der Lattenbreite der darüber liegenden 

Fassadenverschalung. Diesbezüglich sind die Pläne also eindeutig. Die Zwischenräume 

bei den Lamellen dagegen lassen sich beim gewählten Massstab 1:100 kaum messen. Die 

Breite der Zwischenräume lässt sich jedoch anhand der messbaren Gesamtbreite der 

Fensterabdeckungen (Nordwest 1.2 m, Südwest 1 m) und der ebenfalls messbaren Breite 

und der im Plan festgelegten Anzahl der Lamellen (Nordwest 6x15 cm, Südwest 5x15 cm) 

berechnen. Nordwestseitig kann zudem auch hinsichtlich der Zwischenräume auf die 

darüber liegende, analog ausgeführte Fassadenverschalung abgestellt werden.

Sollten die Beschwerdeführenden mit ihrer Argumentation die Ansicht vertreten, bei den 

Plänen vom 6. November 2015 handle es sich um Ausführungs- bzw. Detailpläne der im 

Jahr 2012 bewilligten Fensterabdeckungen, so kann ihnen ebenfalls nicht gefolgt werden. 

Solche Ausführungspläne müssten sich im Rahmen dessen bewegen, was mit den 

bewilligten Plänen festgelegt wurde. Die von den Beschwerdeführenden mit der neuen 

Projektänderung ersuchte Detaillierung weicht aber klar vom bewilligten Plan vom 10. 

November 2012 ab (weniger breite Lamellen, grössere Zwischenräume, mehr Lamellen). 

Diese Pläne stehen damit im Widerspruch zum bewilligten Ansichtsplan vom 9. November 

2012.

4. Zusammenfassung, Wiederherstellungsfrist und Kosten

a) Zusammenfassend wurde über die Ausgestaltung der Fensterabdeckungen mit 

Lamellen als Wiederherstellungsmassnahme bereits mit dem Entscheid vom 30. November 

2012 rechtskräftig befunden, weshalb diese nicht zum Gegenstand eines neuen 

Projektänderungsverfahrens gemacht werden kann. Die damals bewilligten Pläne sind 

zudem detailliert genug, um die darin festgelegte Wiederherstellungsmassnahme gestützt 

auf diese Pläne umzusetzen. Damit ist die Beschwerde abzuweisen und der 

vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen.  

b) Die von der Vorinstanz für die Wiederherstellung angesetzte Frist (29. Februar 2016) 

ist während dem Beschwerdeverfahren abgelaufen und muss daher von Amtes wegen neu 

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angesetzt werden. Die von der Vorinstanz angesetzte Frist betrug etwas mehr als ein 

Monat ab Datum des Entscheids. Da die Wiederherstellungsverfügung erst vollstreckbar 

ist, wenn sie rechtskräftig geworden ist, erachtet es die BVE als angemessen, diese Frist 

auf rund zwei Monate ab Datum des vorliegenden Entscheids festzulegen. Die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands hat daher neu bis am 15. August 2016 zu 

erfolgen. Auch die von der Vorinstanz angesetzte Frist für die Meldung der 

vorgenommenen Überprüfung durch die Baupolizeibehörde (31. März 2016) ist zu 

verlängern, und zwar bis am 15. September 2016.

c) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie 

haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG6). Diese werden bestimmt 

auf eine Pauschalgebühr von Fr. 800.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 1 GebV7). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Entscheid des Regierungsstatthalteramtes 

Thun vom 20. Januar 2016 wird bestätigt.

2. a) Die Frist zur Wiederherstellung gemäss Ziffer 3.2.1 des Entscheids des 

Regierungsstatthalteramtes Thun vom 20. Januar 2016 wird neu angesetzt auf den 

15. August 2016. 

b) Die Frist zur Meldung der vorgenommenen Kontrolle durch die 

Baupolizeibehörde gemäss Ziffer 3.2.2 des Entscheids des 

Regierungsstatthalteramtes Thun vom 20. Januar 2016 wird neu angesetzt auf den 

15. September 2016. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
7 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

RA Nr. 120/2016/10 11

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Fürsprecher C.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Thun, A-Post

- Baupolizeibehörde der Gemeinde Zwieselberg, eingeschrieben

- Denkmalpflege des Kantons Bern (KDP), Münstergasse 32, 3011 Bern, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin