# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc2cc48a-be0b-5797-b987-11bf4b209cb4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.06.2023 E-1744/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1744-2020_2023-06-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1744/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger, 

Richterin Muriel Beck Kadima,  

Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

(…),  

Beschwerdeführer,   

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 24. Februar 2020 / N (…). 

 

 

 

E-1744/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reichte am 23. August 2016 in Italien ein Asyl-

gesuch ein. Im Rahmen des Relocation-Programms reiste er am 22. Feb-

ruar 2017 in die Schweiz ein. Am 27. Februar 2017 fand die Befragung zur 

Person (BzP) statt. Am 19. April 2018 wurde er zu seinen Fluchtgründen 

angehört. 

A.b Mit Verfügung vom 24. April 2018 wies das SEM das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegweisung des Beschwerdefüh-

rers aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

A.c Gegen diesen Entscheid des SEM vom 24. April 2018 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 28. Mai 2018 Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht. 

A.d Mit Urteil E-3128/2018 vom 14. November 2018 hiess das Bundesver-

waltungsgericht die Beschwerde gut, soweit die Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung beantragt wurde. Es hob die angefochtene Verfügung auf 

und wies die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurück. Dabei wurde 

festgehalten, dass anlässlich der Anhörung vom 19. April 2018 der An-

spruch des Beschwerdeführers, seine Asylvorbringen ausführlich und um-

fassend – auch in freier Schilderung – darzulegen, verletzt und der Sach-

verhalt unvollständig festgestellt sowie der Untersuchungsgrundsatz im 

Sinne von Art. 12 VwVG verletzt worden sei. Das Anhörungsprotokoll vom 

19. April 2018 wurde aus dem Recht gewiesen und das SEM angewiesen, 

erneut eine Anhörung im Sinne von Art. 29 AsylG (SR 142.31) durchzufüh-

ren. 

B.  

Am 26. September 2019 wurde der Beschwerdeführer erneut vom SEM 

angehört. 

Dabei machte er im Wesentlichen geltend, eritreischer Staatsangehöriger 

tigrinischer Ethnie und in B._______, C._______, geboren und aufgewach-

sen zu sein. Nach Abschluss der 12. Schulklasse in Sawa habe er ab Sep-

tember 2010 an einem College in D._______ im Fachbereich (…) studiert. 

Aufgrund gesundheitlicher Probleme ([…]) sei er im Jahr 2012 gezwungen 

gewesen, das Studium abzubrechen. Da seine Vorgesetzten im College 

ihm nicht erlaubt hätten, sich medizinisch behandeln zu lassen, habe er 

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Seite 3 

sich eigenständig zunächst in E._______ und dann in seinem Dorf in Be-

handlung begeben. Am 1. Februar 2013 sei er nach D._______ zurückge-

kehrt, um eine Unterbrechung seines Studiums wegen Krankheit zu bean-

tragen. Ihm sei im College jedoch ein Schreiben ausgehändigt worden, in 

welchem er aufgefordert worden sei, nach F._______ zu gehen; er habe 

vermutet, in F._______ zum Militär geschickt zu werden, weswegen er das 

Schreiben nicht entgegengenommen habe. Er habe in der Folge ein 

Schreiben der Verwaltung von B._______ erhalten und seiner Mutter sei 

ein Warnbrief ausgehändigt worden, in welchem sie aufgefordert worden 

sei, ihn an die Behörden auszuliefern. Da er sich bei den Behörden nicht 

gemeldet habe, sei seine Mutter Anfang Mai 2013 in Gewahrsam genom-

men worden, woraufhin er sich den Behörden gestellt habe und ebenfalls 

verhaftet worden sei. Während des Gefangenentransports am folgenden 

Tag sei es ihm gelungen, die Flucht zu ergreifen. Er habe sich fortan in der 

Wildnis oder bei seinen Grosseltern in G._______ versteckt gehalten. Mitte 

Juli 2014 habe er sein Heimatdorf endgültig verlassen und in H._______ 

Gold geschürft, sich bei seiner Schwester in I._______ sowie bei seinem 

Onkel väterlicherseits in J._______ aufgehalten. Im September 2015 sei er 

von J._______ illegal in den Sudan gereist und über Libyen nach Italien 

und im Rahmen des Relocation-Programms am 22. Februar 2017 in die 

Schweiz gelangt.  

Als Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seinen Tauf-

schein, Kopien der Identitäts- und Einwohnerkarte seiner Mutter, zwei Fo-

tos aus Sawa sowie ein Schreiben seines Schweizer Arbeitgebers vom 

25. September 2019 zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 24. Februar 2020 – eröffnet am 25. Februar 2020 – 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 22. Februar 

2017 unter Verneinung seiner Flüchtlingseigenschaft ab und verfügte die 

Wegweisung sowie den Wegweisungsvollzug.  

D.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch 

seinen mandatierten Rechtsvertreter – am 26. März 2020 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung sei vollum-

fänglich aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und die 

Vorinstanz sei anzuweisen, ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Vor-

instanz anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In formeller Hin-

sicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter 

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Seite 4 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung 

seines mandatierten Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechtsbeistand. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 24. April 2020 wurde auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses verzichtet und das SEM zur Einreichung einer Ver-

nehmlassung eingeladen.  

F.  

Mit Vernehmlassung vom 5. Mai 2020 nahm die Vorinstanz mit ergänzen-

den Ausführungen zur Beschwerde Stellung. 

G.  

Mit Instruktionsverfügung vom 6. Mai 2020 wurde die Vernehmlassung des 

SEM dem Beschwerdeführer zugestellt und ihm Gelegenheit zur Replik ge-

währt.  

H.  

Mit Schreiben vom 20. Mai 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Replik 

sowie eine Honorarnote zu den Akten.  

I.  

Mit Zustimmung des SEM erteilte das zuständige kantonale Migrationsamt 

dem Beschwerdeführer am 9. Februar 2023 eine Aufenthaltsbewilligung 

aufgrund des Vorliegens eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls 

im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AsylG. 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. März 2023 wurde der Beschwerdeführer 

darum ersucht, dem Gericht innert Frist mitzuteilen, ob er bei dieser Sach-

lage an der Beschwerde festhalte oder diese zurückzuziehen gedenke. 

K.  

Mit Eingabe vom 27. März 2023 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er 

in den Punkten der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung an der 

Beschwerde festhält. 

L.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Mai 2023 forderte die Instruktionsrichterin 

den Beschwerdeführer zum Nachweis seiner Bedürftigkeit auf. Ein solcher 

wurde innert (erstreckter) Frist nicht eingereicht.  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Infolge Erteilens einer Aufenthaltsbewilligung ist Gegenstand des vor-

liegenden Beschwerdeverfahrens einzig die Frage der Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl. 

1.6 Auf die Beschwerde ist – soweit nicht gegenstandslos geworden – ein-

zutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 6 

3.  

3.1 Die Vorinstanz kommt in ihrem Entscheid zum Schluss, dass die Vor-

bringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftma-

chung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht standhalten würden. So seien Wi-

dersprüche zwischen seinen Aussagen an der BzP und der Anhörung vom 

26. September 2019 feststellbar. Er habe an der BzP vorgebracht, seine 

Mutter sei – nachdem er der ersten behördlichen Vorladung keine Folge 

geleistet habe – zur Verwaltung geholt und aufgefordert worden, ihn, den 

Beschwerdeführer, beizubringen. Seine Mutter habe sodann einen Warn-

brief erhalten und sei nach Hause gelassen worden. Diese Ausführungen 

seien in der Beschwerdeschrift vom 28. Mai 2018 wiederholt worden. In 

der Anhörung habe er hingegen vorgebracht, seiner Mutter sei der Warn-

brief von Milizen der Verwaltung zuhause ausgehändigt worden. Auf den 

Widerspruch angesprochen habe er erwidert, dass er sich nicht erklären 

könne, wieso dies so an der BzP protokolliert worden sei, und habe an der 

Darstellung gemäss Anhörung festgehalten. Des Weiteren habe er an der 

BzP und in der Beschwerdeschrift vom 28. Mai 2018 geschildert, seine 

Mutter sei festgenommen und eingesperrt worden; an der Anhörung habe 

er dem widersprechend ausgeführt, seine Mutter sei nach Erhalt einer Vor-

ladung zur Verwaltung gegangen. Auch diese Diskrepanz habe er nicht 

plausibel erklären können, indem er lediglich ausgeführt habe, womöglich 

missverstanden worden zu sein. Weitere Widersprüche hätten sich dahin-

gehend ergeben, dass der Beschwerdeführer an der BzP vorgebracht 

habe, seine Hände seien gefesselt worden. An der Anhörung habe er hin-

gegen angebracht, nie gefesselt gewesen zu sein. Seine diesbezügliche 

Erklärung, es handle sich möglicherweise um einen Übersetzungsfehler, 

könne aber ausgeschlossen werden. Das Protokoll der BzP sei ihm rück-

übersetzt worden und er habe die Richtigkeit der Aussagen unterschriftlich 

bestätigt. Die festgestellten Widersprüche würden sich ferner auch nicht 

allein durch die gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers an 

der BzP ([…]) erklären lassen.  

Im Weiteren seien seine Aussagen unsubstantiiert ausgefallen. Er habe 

zwar detailliert von seiner Zeit in Sawa berichten können, weswegen auch 

nicht bezweifelt werde, dass er die 12. Klasse in Sawa absolviert und an-

schliessend die Ausbildung am College in D._______ begonnen habe. 

Seine Schilderungen in Bezug auf den Studienabbruch und die anschlies-

sende Verhaftung und Flucht sei demgegenüber vage und oberflächlich 

geblieben. Trotz mehrfacher Nachfragen sei er beispielsweise nicht in der 

Lage gewesen, das Gespräch mit seinem Vorgesetzten hinsichtlich der Er-

laubnis zur medizinischen Behandlung näher zu erläutern, sondern sei 

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stattdessen auf allgemein gehaltene Aussagen ausgewichen. Ebenso vage 

und knapp sei seine Schilderung der Rückkehr nach D._______ im Februar 

2013 ausgefallen. Ausserdem habe er weder das Gespräch mit der Col-

lege-Verwaltung noch die Details im erhaltenen Brief wiedergeben können. 

Seine Ausführungen betreffend die Verhaftung und Inhaftierung seien 

ebenfalls nicht substantiiert gewesen. Er habe sich auf wenige stereotype 

Aussagen zum Gefängnis beschränkt und habe selbst auf Nachfrage hin 

weder innere Gedankenabläufe noch Interaktionen mit den Soldaten schil-

dern können. Unklar bleibe zudem, wie er trotz Bewachung vom Fahrzeug 

habe entkommen können. Seine Ausführungen zur Landschaft und dem 

Umstand, sich bei der Flucht die Hand gebrochen zu haben, seien nicht 

geeignet, um die ansonsten oberflächlichen Aussagen zur Flucht auszu-

gleichen. Der Umstand, dass die Geschehnisse bereits mehrere Jahre zu-

rückliegen würden, sei ebenso wenig eine Erklärung für die fehlende Sub-

stantiiertheit. Insbesondere Kerngeschehen von wichtigen Ereignissen 

sollten längerfristig im Gedächtnis abrufbar sein. Eine andere Einschät-

zung ergebe sich auch nicht anhand der Relocation-Akten: seine dort fest-

gehaltenen Gesuchsgründe würden sich darauf beschränken, dass er in 

Sawa gewesen sei, zwei Jahre in D._______ studiert habe und im Oktober 

2015 ausgereist sei. Ferner begründe die illegale Ausreise mangels Vorlie-

gens weiterer Risikofaktoren in der Person des Beschwerdeführers keine 

Furcht vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung. Schliesslich seien 

keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass ihm aufgrund 

des Verhaltens seines Cousins, dem in der Schweiz im Jahre 2016 Asyl 

gewährt worden sei, im Heimatstaat eine Reflexverfolgung drohen könnte.  

3.2 In der Beschwerde wird dem entgegnet, es sei keine rechtsgenügliche 

BzP durchgeführt worden. In einer Aktennotiz vom 24. April 2018 sei ver-

merkt worden, dass der Befrager es anlässlich der BzP unterlassen habe, 

die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich des 

Zeitpunkts der Ausreise zu klären. Entsprechend könnten die Widersprü-

che in den Aussagen des Beschwerdeführers nicht verwendet werden. 

Vielmehr habe der Befrager dem Beschwerdeführer ein anderes Ausreise-

datum suggeriert. Die BzP sei äusserst unsorgfältig durchgeführt worden 

und insbesondere die Datumsangaben betreffend sei das BzP-Protokoll 

mit Vorsicht zu geniessen. Zum einen habe der Befrager augenscheinliche 

Widersprüche nicht aufgelöst, zum anderen könnten Übersetzungs- bezie-

hungsweise Protokollierungsfehler nicht ausgeschlossen werden. Die Be-

fragung habe – sei es aufgrund der stressigen Situation für den Beschwer-

deführer, dessen gesundheitlichen Zustands, der summarischen Art der 

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Befragung oder wegen Übersetzungs- beziehungsweise Verständigungs-

problemen – zu unklaren Aussagen geführt, die nicht in die Glaubhaftig-

keitsprüfung einfliessen könnten. Sowohl das UNHCR als auch das Bun-

desverwaltungsgericht hätten in der Vergangenheit festgehalten, dass bei 

der Beurteilung der Glaubhaftigkeit nicht bloss auf den Abgleich von Pro-

tokollen beziehungsweise auf Widersprüche zwischen der BzP und der An-

hörung abgestellt werden dürfe. Erschwerend komme im vorliegenden Fall 

die lange Verfahrensdauer von zweieinhalb Jahren hinzu.  

Die von der Vorinstanz festgestellten Widersprüche hinsichtlich des Erhalts 

des Warnbriefes durch die Mutter des Beschwerdeführers würden sodann 

gesucht wirken. Soweit die Vorinstanz festgestellt habe, die Aussagen des 

Beschwerdeführers zu seiner Zeit in Sawa seien substantiiert ausgefallen, 

im Gegensatz zu den darauffolgenden Geschehnissen, führe sie gleich ihre 

eigenen Versäumnisse auf, seien doch die Fragen zu Sawa vom anwesen-

den Hilfswerksvertreter gestellt worden. Entgegen der Vorinstanz sei dem 

Beschwerdeführer auch bloss einmal die Gelegenheit zur freien Berichter-

stattung gewährt worden. Dass der Beschwerdeführer Wissenslücken auf-

weise und nicht die richtigen Worte finde für das Unmenschliche, das er 

erlebt habe, dürfe nicht nur zu seinen Ungunsten ausgelegt werden. Die 

Ausführungen des Beschwerdeführers seien plausibel, detailliert sowie von 

zahlreichen Realkennzeichen und Nebensächlichkeiten geprägt. Zudem 

habe er seine Kernvorbringen widerspruchsfrei schildern können. Des Wei-

teren sei festzuhalten, dass das SEM nicht daran zweifle, dass der Be-

schwerdeführer in Sawa gewesen sei. Es seien – auch in Anbetracht sei-

nes Alters – keine Hinweise dafür ersichtlich, dass er ordentlich entlassen 

oder vom Dienst befreit worden sei. Der Beschwerdeführer habe glaubhaft 

machen können, dass er in seinem Heimatstaat als Deserteur beziehungs-

weise Wehrdienstverweigerer gelte und vor asylrelevanter Verfolgung ge-

flohen sei. Zusätzlich zum Umstand der illegalen Ausreise seien mithin An-

knüpfungspunkte im Sinne der Rechtsprechung zu bejahen, die eine 

Furcht vor einer zukünftigen asylrelevanten Verfolgung begründen würden. 

Zusätzlich seien ein Cousin und ein Onkel des Beschwerdeführers eben-

falls geflohen und würden sich in der Schweiz respektive Deutschland auf-

halten.  

3.3 In der Vernehmlassung führte das SEM aus, dass die BzP entgegen 

den Vorwürfen in der Beschwerdeschrift nicht unsorgfältig durchgeführt 

worden sei und der Befrager Unklarheiten hinsichtlich des zeitlichen Ab-

laufs der Geschehnisse zu klären versucht habe. Ohnehin seien die in der 

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Beschwerde genannten zeitlichen Diskrepanzen im Asylentscheid nicht ge-

gen den Beschwerdeführer verwendet worden. Jedenfalls könne aus etwa-

igen Schwierigkeiten bei der Klärung der zeitlichen Abläufe nicht geschlos-

sen werden, dass die BzP insgesamt nicht rechtsgenüglich durchgeführt 

worden sei. 

3.4 In der Replik wurde nochmals bekräftigend festgehalten, dass die Fest-

stellungen der Vorinstanz nicht nachvollziehbar seien und diese sich selbst 

widerspreche. Insgesamt habe der Beschwerdeführer seine Fluchtgründe 

plausibel, substantiiert und widerspruchsfrei dargelegt. 

4.  

4.1 Vorab ist festzustellen, dass für eine Rückweisung des Verfahrens we-

gen formeller Mängel respektive Verfahrenspflichtverletzungen kein Anlass 

besteht.  

4.2 In der Beschwerde wird gerügt, es sei keine rechtsgenügliche BzP und 

Anhörung durchgeführt worden. So hätte es der Sachbearbeiter beispiels-

weise unterlassen, die in der BzP inhaltlich festgestellten Widersprüche 

durch entsprechende Nachfragen zu klären. Das Protokoll der BzP sei hin-

sichtlich der Datumsangaben mit Vorsicht zu geniessen, und es sei mög-

lich, dass es zu Protokollierungs-, Verständigungs- beziehungsweise Inter-

pretationsschwierigkeiten gekommen sei. Zudem sei die lange Dauer zwi-

schen BzP und Anhörung, der gesundheitliche Zustand des Beschwerde-

führers an der BzP sowie die stressige Situation einer solchen Befragung 

generell mitzuberücksichtigen.  

4.3 Dieser Ansicht ist nach eingehender Prüfung der Akten nicht zu folgen. 

Weder die Fragetechnik noch die allgemeine Vorgehensweise des SEM 

sind zum heutigen Zeitpunkt zu beanstanden. Das SEM hat den Beschwer-

deführer am 26. September 2019 nochmals einlässlich zu seinen Asylgrün-

den angehört (act. A33/24). Zu ausgemachten Widersprüchen, soweit 

diese das SEM als entscheidwesentlich erachtete, hat sich der Beschwer-

deführer an der Anhörung eingehend äussern können. Zudem sind den 

Protokollen keinerlei Hinweise auf Protokollierungs-, Verständigungs- be-

ziehungsweise Interpretationsschwierigkeiten zu entnehmen, zumal der 

Beschwerdeführer explizit bestätigte, den Dolmetscher gut zu verstehen 

(act. A3/12 Bst. h, Ziff. 9.02 und A33/24 F1) und die Richtigkeit der Proto-

kolle unterschriftlich bestätigte (act. A3/12 Ziff. 9.03; A33/24 S. 23). Die 

Protokolle können mithin dem vorliegenden Entscheid zugrunde gelegt 

werden.  

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Seite 10 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach eingehender Prüfung der 

Akten zum Schluss, dass die Ausführungen des SEM zu bestätigen sind. 

Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab vollumfänglich darauf 

verwiesen werden (Verfügung S. 5 ff.; oben E. 4.1).  

6.2 Übereinstimmend mit der Vorinstanz geht das Bundesverwaltungsge-

richt grundsätzlich davon aus, dass der Beschwerdeführer für eine gewisse 

Zeit Militärdienst geleistet hat. So sind seine Ausführungen zu seiner Zeit 

in Sawa sowie zum anschliessenden Studium am College in D._______ 

weitgehend substantiiert und nachvollziehbar ausgefallen. Auch an seiner 

Erkrankung an (…) ist im Grunde nicht zu zweifeln, wenngleich sich zum 

Zeitpunkt dieser Erkrankung aus den Akten unterschiedliche Informationen 

entnehmen lassen. So ergibt sich aus den Relocation-Akten, dass der Be-

schwerdeführer im Jahr 2014 an (…) erkrankt sein soll (vgl. B2, Verbale 

delle dichiarazioni degli stranieri che chiedono in Italia il riconoscimento 

della protezione internatione Ziff. 5).   

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Seite 11 

6.3  

6.3.1 Indessen ist, ebenfalls mit der Vorinstanz, sein Vorbringen betreffend 

Desertion insgesamt als unglaubhaft zu qualifizieren: Zum einen sind ge-

wisse Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers festzu-

stellen, die auch auf Beschwerdeebene nicht aufgeklärt werden konnten. 

So ist unklar, ob seiner Mutter der Warnbrief bei der örtlichen Verwaltung 

im Rahmen ihrer Vorladung (act. A3/12 F7.01) oder zu Hause (act. A33/24 

F115) ausgehändigt worden ist. Diese Unstimmigkeit vermochte der Be-

schwerdeführer weder während der Anhörung (act. A33/24 F159) noch in 

der Beschwerde schlüssig aufzulösen. Insbesondere kann mit Blick auf das 

entsprechende Protokoll der in der Beschwerde geäusserten Ansicht nicht 

gefolgt werden, wonach die Aussage an der BzP nicht eindeutig sei, zumal 

es sich um die freie Schilderung des Beschwerdeführers handelt. Des Wei-

teren äusserte der Beschwerdeführer sich widersprüchlich hinsichtlich der 

Verhaftung seiner Mutter. Zunächst trug er vor, die Mutter sei von den Be-

hörden zu Hause festgenommen und zur Verwaltung verbracht worden, wo 

sie einen Tag und eine Nacht eingesperrt worden sei (act. A3/12 Ziff. 7.01). 

Demgegenüber führte er in der Anhörung aus, seine Mutter sei eigenstän-

dig nach Erhalt der Vorladung zur Verwaltung gegangen und dann einge-

sperrt worden (act. A33/24 F64, F121). Widersprüchlich machte er auch 

geltend, ihm seien beim Transport als Gefangener die Hände gefesselt 

worden (act. A3/12 F7.01), demgegenüber führte er in der Anhörung aus, 

er sei nicht gefesselt gewesen (act. A33/24 F130, F135). Beide Ungereimt-

heiten versuchte der Beschwerdeführer mit angeblichen Missverständnis-

sen oder Übersetzungsfehlern zu erklären. Wie von der Vorinstanz zutref-

fend ausgeführt (s. angefochtene Verfügung, S. 4), ist dies aufgrund der 

präzisen Formulierungen in den Protokollen sowie mangels Hinweise auf 

Verständigungsschwierigkeiten jedoch unwahrscheinlich. Obschon die ein-

zelnen Widersprüche, wie in der Beschwerde zutreffend festgestellt, nicht 

per se gravierend sind, bestätigen sie dennoch die Zweifel an der Glaub-

haftigkeit der geltend gemachten Sachdarstellung. 

6.3.2 Zum anderen lassen die Ausführungen des Beschwerdeführers zu 

seiner Flucht aus dem Gewahrsam von Soldaten während seines Gefan-

genentransports sowie seine darauffolgenden Erlebnisse in Eritrea die not-

wendige Substanziiertheit und Kohärenz vermissen. Insbesondere wirkt 

die von ihm geschilderte Flucht realitätsfremd und widerspricht der allge-

meinen Erfahrung und Logik des Handels weitgehend. Im Rahmen der An-

hörung brachte er diesbezüglich vor, barfuss und ungefesselt gewesen zu 

sein und aus dem Fahrzeug, in welchem er von zwei bewaffneten Soldaten 

flankiert gewesen sei, geflohen zu sein. Konkret sei er aus dem fahrenden 

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Seite 12 

Wagen gesprungen, als die Umgebung bergig, steil und abwärtsfallend ge-

wesen sei. Beim Fahrzeug habe es sich um einen Pick-up gehandelt, wo-

bei er in der Mitte der beiden Soldaten gesessen sei (act. A33/24 F133, 

F139). Diese Darstellung des Fluchtverlaufs scheint nicht realistisch. Auf 

die Frage, wie ihm dies gelungen sein soll, brachte er denn auch lediglich 

vor, die beiden Soldaten seien auf beiden Seiten des Fahrzeugs gestan-

den, während er von der hinteren Seite des Pick-ups abgesprungen sei 

(act. A33/24 F141), was mit seinen übrigen Ausführungen zur Fahrt im Wa-

gen nicht in Übereinstimmung gebracht werden kann. Wie er diese Flucht 

hätte bewerkstelligen sollen, insbesondere unter dem Aspekt, dass die Sol-

daten bewaffnet gewesen seien und Schüsse abgefeuert hätten, und wieso 

ihn die Soldaten nicht verfolgt haben sollen, konnte der Beschwerdeführer 

nicht schlüssig darlegen; auch auf mehrfaches Nachfragen durch den 

Sachbearbeiter vermochte der Beschwerdeführer dies nicht zu erklären 

(act. A33/24 F140, F142 f.). Ein weiterer ungeklärter Widerspruch ergibt 

sich ausserdem hinsichtlich seines Fluchtorts; einerseits brachte er an der 

BzP vor, geflohen zu sein, als sie das Nachbardorf K._______ erreicht hät-

ten (act. A3/12 F7.01), während er an der Anhörung erläuterte, sie hätten 

sich zum Zeitpunkt seiner Flucht in den Bergen, ausserhalb von K._______ 

befunden (act. A33/24 F137 ff., F140). Darauf angesprochen konnte er 

diese inhaltliche Diskrepanz ebenfalls nicht auflösen (act. A33/24 F163).  

6.3.3 Abgesehen von der nicht schlüssigen Schilderung seiner Flucht be-

ziehungsweise der genannten Widersprüche, weisen seine diesbezügli-

chen Ausführungen auch eine deutlich andere Qualität auf, als dies bei-

spielsweise beim Bericht über seine Zeit in Sawa oder in D._______ der 

Fall ist. Trotz mehrfacher Nachfragen des Sachbearbeiters lassen seine 

Angaben die erforderliche Detailliertheit und Erlebnisnähe vermissen. 

Seine Antworten scheinen ausweichend und pauschal (act. A33/24 F136 

ff.), er wiederholt sich zudem und verstrickt sich in die bereits erwähnten 

Widersprüche. Es fehlt dem Vorbringen an Realkennzeichen und subjektiv 

geprägten Einzelheiten, so dass insgesamt nicht der Eindruck entsteht, 

dass es sich bei dem Vorgebrachten um von ihm selbst Erlebtes handelt.  

6.3.4 Dasselbe gilt im Übrigen auch in Bezug auf seine krankheitsbedingte 

Abwesenheit vom College, dem Gespräch mit seinem Vorgesetzten und 

der Inhaftierung. Diesbezüglich sind die Erwägungen des SEM, auf die voll-

umfänglich verwiesen werden kann (Verfügung S. 5 f., s.o. E. 4.1), zu be-

stätigen. Seine diesbezüglichen Ausführungen sind derart knapp und vage 

ausgefallen, dass sie nicht von selbst Erlebten zeugen. 

E-1744/2020 

Seite 13 

6.3.5 Hinsichtlich des knapp zweieinhalbjährigen Zeitraums nach der 

Flucht aus dem Gewahrsam der Soldaten wird aus seinen Ausführungen 

aufgrund unterschiedlicher zeitlicher Angaben an der Anhörung und der 

BzP nicht klar, wann er sich wo aufgehalten haben soll (act. A3/12 F5, 

F7.01 und F7.02 S. 8; act. A33/24 F27 ff., F99 f., F156 f.). Selbst unter 

Berücksichtigung der Zeit, die zwischen seinem Aufenthalt in Eritrea und 

der BzP beziehungsweise der Anhörung vergangen ist, und der grundsätz-

lichen Relativierbarkeit von exakten Zeit- und Datumsangaben, fällt doch 

auf, dass die Reihenfolge seiner Aufenthaltsorte nicht stimmig wiederge-

geben wurde. Insgesamt vermochte der Beschwerdeführer keinen schlüs-

sigen Zeitangaben zu seinen Aufenthaltsorten machen. Auffallend ist fer-

ner, dass der Beschwerdeführer keinen Ausreisegrund nennen konnte, zu-

mal seinen Angaben zufolge zwischen seiner Inhaftierung und der Ausreise 

aus Eritrea immerhin knapp zweieinhalb Jahre liegen (act. A33/24 F167). 

6.3.6 Soweit in der Beschwerde vorgebracht wird, die BzP sei nicht rechts-

genüglich, ist – wie in der Vernehmlassung des SEM vom 5. Mai 2020 – 

festzustellen, dass die zeitlichen Unklarheiten betreffend die Ausreise des 

Beschwerdeführers in der angefochtenen Verfügung nicht zu seinen Las-

ten verwendet wurden, weswegen es sich an dieser Stelle erübrigt, auf 

diese näher einzugehen.  

6.3.7 Zusammenfassend fällt eine Abwägung der Elemente, die für und ge-

gen die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Sachdarstellung sprechen, 

zu Ungunsten des Beschwerdeführers aus. Es ist ihm nicht gelungen, eine 

konkrete asylrelevante Verfolgung oder Verfolgungsgefahr zum Zeitpunkt 

seiner Ausreise glaubhaft zu machen. 

6.4 Auch die illegale Ausreise des Beschwerdeführers führt vorliegend 

nicht zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft. 

6.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich im Rahmen des Urteils 

D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publiziert) mit der 

Frage, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben, 

allein deswegen bei einer Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben. Das 

Gericht kam dabei zum Schluss, dass sich die bisherige Praxis nicht mehr 

aufrechterhalten lässt und vom SEM zwischenzeitlich zu Recht angepasst 

worden ist. Für die Entscheidfindung des Gerichts war zudem die Tatsache 

von Bedeutung, dass seit einiger Zeit Personen aus der eritreischen 

Diaspora für kurze Aufenthalte in ihren Heimatstaat zurückkehren und sich 

E-1744/2020 

Seite 14 

unter ihnen auch Personen befinden, die Eritrea zuvor illegal verlassen hat-

ten. Es ist mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person einzig 

aufgrund ihrer unerlaubten Ausreise aus Eritrea eine flüchtlingsrechtlich re-

levante Verfolgung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und 

flüchtlingsrechtlich begründeten Nachteilen ist nur dann auszugehen, 

wenn zur illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die 

asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behörden als misslie-

bige Person erscheinen lassen (vgl. a.a.O. E. 5). 

6.4.2 Vorliegend fehlt es an konkreten Anhaltspunkten dafür, dass beim 

Beschwerdeführer – neben der behaupteten illegalen Ausreise – zusätzli-

che Faktoren hinzukommen, welche ihn in den Augen der eritreischen Be-

hörden als missliebige Person erscheinen lassen könnten und aufgrund 

welcher er deshalb bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat Sanktionen zu 

befürchten hätte, welche ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG 

darstellen würden. Die Entgegnungen in der Beschwerdeschrift vermögen 

zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen. Soweit in der Beschwerde 

vorgebracht wird, dass einem Cousin des Beschwerdeführers in der 

Schweiz Asyl gewährt worden sei und einer seiner Onkel in Deutschland 

mutmasslich mit geregeltem Aufenthalt lebe und daher nicht auszuschlies-

sen sei, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Eritrea eine 

Reflexverfolgung drohen würde, ist vollumfänglich auf die zutreffenden 

Ausführungen des SEM zu verweisen (angefochtene Verfügung S. 7). We-

der können den Akten Hinweise auf eine begründete Furcht vor einer Re-

flexverfolgung entnommen werden, noch werden solche in der Be-

schwerde substanziiert dargelegt. Insbesondere hat der Beschwerdeführer 

nie geltend gemacht, wegen der Desertion seines Cousins oder anderer 

Verwandter ausgereist zu sein.  

6.5 Der Beschwerdeführer befürchtet, bei einer Rückkehr nach Eritrea wie-

der in den Nationaldienst eingezogen zu werden. Die Möglichkeit, in Zu-

kunft eingezogen zu werden, ist indessen flüchtlingsrechtlich nicht rele-

vant, weil es sich dabei nach Lehre und Praxis nicht um eine Massnahme 

handeln würde, die in einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten Motive 

begründet wäre (vgl. bereits Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3 E. 4.7 und E. 4.10; 

Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] D-7898/2015 vom 30. Ja-

nuar 2017 [als Referenzurteil publiziert] E. 5.1 S. 42 und D-246/2018 vom 

11. September 2018 E. 6.3). 

E-1744/2020 

Seite 15 

6.6 Insgesamt kann, wie ausgeführt, nicht geglaubt werden, dass der Be-

schwerdeführer aus dem Militärdienst desertiert ist. Vielmehr ist von einem 

Weggang unter anderen Umständen auszugehen. 

6.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, das Bestehen von Fluchtgründen im Sinne von Art. 3 AsylG 

glaubhaft darzutun. Die Ausführungen in der Beschwerde vermögen zu kei-

nem anderen Schluss zu führen. Die Vorinstanz hat zu Recht seine Flücht-

lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Gestützt auf Art. 14 Abs. 2 AsylG wurde dem Beschwerdeführer eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung erteilt. Demnach kann auf wei-

tere Ausführungen betreffend Wegweisung respektive Vollzug derselben 

verzichtet werden. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Der Beschwerdeführer hat mit der Beschwerde um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 102m 

AsylG ersucht. Die von ihm in der Beschwerde eingereichten Unterlagen 

lassen unter Berücksichtigung der massgeblichen Faktoren nicht auf eine 

Bedürftigkeit zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs schliessen, zu-

mal der Beschwerdeführer bereits zu diesem Zeitpunkt erwerbstätig war. 

Aufgrund der aktenkundigen nach wie vor bestehenden Erwerbstätigkeit, 

wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, Stellung zu seiner aktuellen 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu nehmen. Trotz Fristerstreckung ist er 

dieser Aufforderung nicht nachgekommen, weshalb androhungsgemäss 

davon auszugehen ist, dass seine prozessuale Bedürftigkeit im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG auch zum heutigen Zeitpunkt nicht gegeben ist. Die 

E-1744/2020 

Seite 16 

Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und um amtliche Rechtsverbei-

ständung sind unter diesen Umständen abzuweisen. Die Kosten für das 

vorliegende Verfahren von Fr. 750.– sind daher dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1744/2020 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos gewor-

den ist. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili 

 

 

Versand: