# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85e38de1-8a5f-524c-bf42-322cc242e7c2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.04.2025 BB.2024.103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2024-103_2025-04-15.pdf

## Full Text

Beschluss vom 15. April 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Nathalie Zufferey und Felix Ulrich,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Florian Baumann,  

Beschwerdeführer 

 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Kostentragungspflicht und Entschädigung der beschul-

digten Person bei Einstellung des Verfahrens  

(Art. 426 Abs. 2 und Art. 429 ff. StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2024.103 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. B. war von 1995 bis 2003 Mitglied des brasilianischen Senates und von 2003 

bis 2014 CEO der C. SA, einer Tochtergesellschaft der mehrheitlich staatlich 

kontrollierten D. B. habe im Rahmen eines brasilianischen Strafverfahrens 

anerkannt, Bestechungsgelder in Millionenhöhe für die Vergabe öffentlicher 

Aufträge erhalten zu haben. Ein substantieller Anteil dieser Gelder sei auf 

schweizerische Bankbeziehungen transferiert worden, welche von seinen 

Söhnen E. und F. kontrolliert worden seien. Eigens für die Gutschriften und 

Geldwäscherei der Bestechungsgelder seien Konten bei der Bank G., der 

Bank H. sowie der Bank I. eröffnet worden. Die Bundesanwaltschaft (nach-

folgend «BA») führte in diesem Zusammenhang das Strafverfahren 

SV.15.1064 (act. 1.1 S. 2). 

 

 

B. In dieser Strafuntersuchung SV.15.1064 habe sich ergeben, dass E. als wirt-

schaftlich Berechtigter in den Jahren 2007 bis 2009 Bankbeziehungen bei 

der Bank G. eröffnet habe, auf welche die Bestechungsgelder durch ver-

schiedene Überweisungen von einer Vielzahl von Absendern vorgenommen 

worden seien. Konkret seien die Gelder auf die Bankbeziehungen Nr. 1 (lau-

tend auf J. Inc.), Nr. 2 (lautend auf K. Corp.) sowie auf die Nr. 3. (lautend auf 

L. SP) geflossen. Gelder seien zwischen 2009 und 2013 innerhalb der ge-

nannten Bankbeziehungen ohne erkennbaren wirtschaftlichen Hintergrund 

verschoben worden, inkl. durch Wertschriften-Transaktionen (act. 1.1 S. 2).  

 

Zwischen April 2013 und Februar 2014 seien dann Bankbeziehungen bei 

Bank H. eröffnet worden, an denen F. als wirtschaftlich Berechtigter genannt 

worden sei, nämlich die Bankbeziehungen Nr. 4 (lautend auf M. AG), Nr. 5 

(lautend auf N. Ltd), Nr. 6 und Nr. 7 (beide lautend auf F.) und Nr. 8 (lautend 

auf O. SPC). Zwischen April und September 2013 seien die Gelder von der 

Bank G. auf diese Beziehungen bei der Bank H. übertragen und die Konten 

bei der Bank G. anschliessend liquidiert worden. Als Grund für den Übertrag 

der Vermögenswerte zur Bank H. sei eine Schenkung von E. an F. angege-

ben worden (act. 1.1 S. 2 f.).  

 

Die Gelder seien anschliessend auf Bankbeziehungen ins Ausland überwie-

sen worden. So seien sie auf ein Konto von F. bei der Bank. P. Deutschland 

transferiert worden, wie auch auf vier namentlich genannte Trusts mit Sitz in 

Jersey, welche von der Schweiz aus verwaltet und geleitet worden seien. F. 

habe sie in Absprache mit seinem Vater zwischen dem 18. Dezember 2014 

und dem 24. März 2015 gegründet. Die den Trusts zugrunde liegenden Un-

ternehmen hätten Grundstücke in Grossbritannien erworben. F. habe seinen 

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Vater, den tatsächlichen Eigentümer der Vermögenswerte, bei jeder Immo-

bilieninvestition konsultiert. Die Konten bei der Bank H. seien zwischen 

Oktober 2014 und August 2015 saldiert worden (act. 1.1 S. 2 f.).  

 

 

C. Die BA verurteilte E. mit Strafbefehl vom 15. Dezember 2017 wegen Urkun-

denfälschung (Art. 251 StGB) rechtskräftig zu einer bedingten Geldstrafe von 

120 Tagessätzen à Fr. 3'000.--. F. wurde von der BA mit Strafbefehl vom 

5. Dezember 2019 wegen Geldwäscherei (Art. 305bis Abs. 2 lit. c StGB) 

rechtskräftig zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 

Fr. 3'000.-- verurteilt (act. 1.1 S. 3).  

 

 

D. Die BA eröffnete am 14. September 2020 das Strafverfahren SV.20.0406 

gegen A. wegen Verdachts auf einfache Geldwäscherei (ab 28. April 2021 

wegen qualifizierter Geldwäscherei, Art. 305bis Ziff. 2 StGB). A. sei von 2006 

bis 2013 Kundenberater bei der Bank G. und anschliessend externer Ver-

mögensverwalter bei Bank H. gewesen. Er sei in seinen Funktionen an den 

im Zeitraum von 2009 bis 2014 erfolgten Transaktionen (vgl. lit. B vorste-

hend) beteiligt gewesen. Gemäss Ermittlungen der BA handle es sich dabei 

um Geldwäschereihandlungen. Die BA verdächtigte A. in seinen jeweiligen 

Funktionen die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäscherei nicht erfüllt 

zu haben, insbesondere nicht die ihn als Kundenberater der Bank G. treffen-

den Kontroll- und Prüfungspflichten. Dabei habe er um den kriminellen 

Ursprung der Gelder gewusst oder er hätte ihn zumindest annehmen müs-

sen (act. 1.1 S. 1 f., 4).  

 

Die BA führte im Wesentlichen die folgenden Untersuchungshandlungen 

durch (act. 1.1 S. 3–5): 

• Beizug von Akten aus dem Verfahrenskomplex «C. SA»; 

• Edition von Bankbeziehungen mit Mitteilungsverbot; 

• Bewilligte rückwirkende Überwachung von Telefonanschlüssen von 

A.; 

• Hausdurchsuchungen bei A. sowie am Geschäftssitz der M. AG, wo-

bei hinsichtlich der sichergestellten Unterlagen die Siegelung ver-

langt wurde; 

• Antrag um Entsiegelung an das ZMG Zürich, welcher das ZMG mit 

Urteil vom 14. September 2021 mangels hinreichenden Tatverdachts 

abwies; Weiterzug ans Bundesgericht, das mit Urteil vom 31. August 

2022 die Sache zurück ans ZMG wies. Die Siegelungsgesuche wur-

den am 22. Oktober 2022 nach Einigung mit der BA zurückgezogen.  

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• Einvernahmen mit dem Beschuldigten und Auskunftspersonen, auch 

rechtshilfeweise; 

• Bericht BKP zur Auswertung der Daten und Bericht der FFA zur Ana-

lyse der Geldflüsse; 

• Mitteilung an A. vom 18. März 2024 des Verfahrensabschlusses mit 

Hinweis auf die Möglichkeit von Beweisanträgen sowie Entschädi-

gungsforderungen. A. machte am 29. April 2024 eine Entschädigung 

von Fr. 1'841'634.25 geltend. 

 

 

E. Am 18. Juli 2024 stellte die BA das gegen A. wegen qualifizierter Geldwä-

scherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB) geführte Strafverfahren SV.20.0406 ein. Zur 

Einstellung führte, dass die BA keinen äusserlich wahrnehmbaren, konkre-

ten und objektiven Umstand habe beweisen können, der A. einen relevanten 

Vorsatz hinsichtlich der Geldwäschereinhandlungen hätte nachweisen kön-

nen. Da damit die anklageübliche Verurteilungswahrscheinlichkeit für die 

fraglichen Vorwürfe nicht gegeben sei, sei das Verfahren einzustellen. Hinzu 

komme, dass die mutmasslich inkriminierten Geldwäschereihandlungen sich 

zwischen 2008 und 2009 ereignet hätten und zwischenzeitlich verjährt seien 

(act. 1.1 S. 30–37).  

 

Mit Einstellungsverfügung vom 18. Juli 2024 auferlegte die BA A. die Verfah-

renskosten von Fr. 57'873.37 und richtete ihm keine Entschädigung und 

keine Genugtuung aus (Dispositiv Ziff. 2 und 3; act. 1.1 S. 39–42). Die BA 

begründete dies damit, dass A. beim Eingang der Gelder auf den risikobe-

hafteten Bankbeziehungen des E. bei der Bank G. als sein Kundenberater 

keine dokumentierte Plausibilisierung vorgenommen bzw. den Verwen-

dungszweck der Ein- und Ausgänge weder angemessen abgeklärt noch 

dokumentiert habe. Dazu sei er aber gemäss den internen Weisungen der 

Bank G. als Kundenberater verpflichtet gewesen. Daran ändere auch nichts, 

dass A. gemäss seiner Aussage darauf vertraut habe, dass die anderen Ban-

ken Abklärungen bei ihren Kunden gemacht hätten und die Absender von 

ihren namhaften Schweizer Banken überprüft worden seien. A. habe die ihm 

in der Schweiz im Sinne einer Dauerverpflichtung obliegenden gesetzlichen 

Sorgfalts- und Dokumentationspflichten leichtfertig und klar verletzt. Zugleich 

seien diese Pflichten massgebliche Elemente der schweizerischen Geldwä-

schereibekämpfung (act. 1.1 S. 41 Rz. 141).  

 

 

F. Gegen die Einstellungsverfügung vom 18. Juli 2024 gelangte A. am 8. Au-

gust 2024 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (act. 1). Er 

beantragt: 
 

- 5 - 

 

 

1. a) Dispositiv-Ziff. 2 der Einstellungsverfügung vom 15. Januar 2024 sei aufzuheben 

und die Kosten der Strafuntersuchung seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu 

nehmen;  
 

b) Dispositiv-Ziff. 3 der Einstellungsverfügung vom 15. Januar 2024 sei aufzuheben 

und dem Beschwerdeführer sei eine Entschädigung für wirtschaftliche Einbussen in 

der Höhe von CHF 1'641'559.25 und für die angemessene Ausübung seiner Ver-

fahrensrechte in der Höhe von CHF 200'039.00 auszurichten;  
 

2. Eventualiter seien Dispositiv-Ziff. 2 und 3 der Einstellungsverfügung vom 15. Januar 

2024 aufzuheben und die Sache mit der Anweisung an die Beschwerdegegnerin zu-

rückzuweisen, dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und des-

sen Entschädigungsforderungen in quantitativer Hinsicht zu beurteilen;  
 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.  

 

Er stellte zugleich den prozessualen Antrag, der BA zur Beschwerdeantwort 

eine nicht erstreckbare Frist von 10 Tagen anzusetzen.  

 

Die BA beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. September 2024, die 

Beschwerde vom 8. August 2024 sei vollumfänglich abzuweisen (act. 4). Die 

Parteien hielten im weiteren Schriftenwechsel an den eingangs gestellten 

Anträgen fest. A. reichte seine Beschwerdereplik am 3. Oktober 2024 ein 

(act. 9). Die Duplik der BA erging am 4. November 2024 (act. 13) und wurde 

A. am 5. November 2024 zur Kenntnis gebracht (act. 14). A. reichte am 

14. November 2024 unaufgefordert eine ergänzende Stellungnahme ein 

(act. 15), die der BA zur Kenntnis gebracht wurde (act. 16).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

 

 

  

- 6 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft 

kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Zur 

Beschwerde berechtigt ist jede Partei oder jeder andere Verfahrensbeteiligte 

mit einem rechtlich geschützten Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

des angefochtenen Entscheides (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 

StPO). Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Ent-

scheide ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen 

(Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit ihr können Rechtsverletzungen gerügt werden, 

einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsver-

weigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO), wie auch die 

unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 393 

Abs. 2 lit. b StPO) und die Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 lit. c StPO).  

 

1.2 Die Verfügung der BA vom 18. Juli 2024 ist ein taugliches Anfechtungsob-

jekt. Der Beschwerdeführer ist als ehemaliger Beschuldigter des eingestell-

ten Strafverfahrens durch die angefochtene Verfügung insofern beschwert, 

als seinen Entschädigungs- und Genugtuungsforderungen nicht entspro-

chen wurde. Er ist damit zur vorliegenden Beschwerde legitimiert. Da die 

Beschwerde auch innert Frist und formgerecht eingereicht wurde, ist auf sie 

einzutreten. 

 

 

2. Der Beschwerdeführer rügt, die Zustellung der 44-seitigen Einstellungsver-

fügung mit Kostenauflage mit bloss 10-tätiger Rechtsmittelfrist im Zenit der 

Sommerferienzeit erscheine sehr unfreundlich und unkollegial. Nach dem 

«Prinzip der gleich langen Spiesse» sei der BA für die Beschwerdeantwort 

ebenfalls eine einmalige, nicht erstreckbare Frist von 10 Tagen anzusetzen 

(act. 1 S. 5). Der prozessuale Antrag ist unbegründet, da im vorliegenden 

Verfahren beide Parteien ausführlich Gelegenheit hatten, sich zu äussern.  

 

 

3.   

3.1 Nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Recht auf ein faires Verfahren) hat jede Person 

ein Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen 

Ansprüche und Verpflichtungen von einem unabhängigen und unpartei-

ischen, auf Gesetz beruhenden Gericht in einem fairen Verfahren, öffentlich 

und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird. Zivilrechtliche Ansprü-

che, die im Strafverfahren erhoben werden, fallen grundsätzlich unter den 

- 7 - 

 

 

zivilrechtlichen Aspekt von Art. 6 EMRK. Nebst den Merkmalen der Unab-

hängigkeit und Unparteilichkeit gehört zum Wesen eines unabhängigen Ge-

richts, dass es die rechtserheblichen Tatsachen selber erhebt, die Rechts-

sätze auf diesen in einem rechtsstaatlichen Verfahren ermittelten Sachver-

halt anwendet und für die Parteien bindende Entscheidungen in der Sache 

fällt (BGE 118 Ia 473 E. 5a S. 478; 124 II 58 E. 1c S. 63). Es muss über 

umfassende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht verfügen 

(BGE 142 III 732 E. 3.3; 123 I 87 E. 3a S. 90; 126 I 33 E. 2a S. 34 und 144 

E. 3c S. 152; zum Ganzen BGE 139 III 98 E. 4.2 S. 104 f.). 

 

4.  

4.1 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte 

Person freigesprochen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teil-

weise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung 

des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 

Abs. 2 StPO). Unter den gleichen Voraussetzungen kann nach Art. 430 

Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung herabgesetzt oder verweigert werden 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1119/2021 vom 6. Oktober 2022 E. 2.3.2). 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 7B_219/2022 vom 22. Juli 2024 

E. 2.2.1).  

Bei der Kostenüberbindung bei Verfahrenseinstellung handelt es sich nicht 

um eine Haftung für strafrechtliches Verschulden, sondern um eine den zi-

vilrechtlichen Grundsätzen angenäherte Haftung für fehlerhaftes Verhalten, 

durch das die Einleitung oder Erschwerung eines Strafverfahrens verursacht 

wurde. In diesem Sinne stellt die Kostenüberbindung eine Haftung prozessu-

aler Natur für die Mehrbeanspruchung der Untersuchungsbehörden und die 

dadurch entstandenen Kosten dar. Das Verletzen bloss moralischer oder 

ethischer Pflichten genügt für die Auferlegung der Verfahrenskosten nicht 

(BGE 116 Ia 162 E. 2b und 2c; Urteile des Bundesgerichts 6B_1119/2021 

vom 6. Oktober 2022 E. 2.3.2; 6B_665/2020 vom 22. September 2021 

E. 2.2.1). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verstösst eine Kos-

tenauflage bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens gegen die Un-

schuldsvermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO; Art. 32 Abs. 1 BV; Art. 6 Ziff. 2 

EMRK), wenn der beschuldigten Person in der Begründung des Kostenent-

scheids direkt oder indirekt vorgeworfen wird, es treffe sie ein strafrechtliches 

Verschulden. Damit käme die Kostenauflage einer Verdachtsstrafe gleich. 

Dagegen ist es mit Verfassung und Konvention vereinbar, einer nicht verur-

teilten beschuldigten Person die Kosten zu überbinden, wenn sie in zivil-

rechtlich vorwerfbarer Weise, d.h. im Sinne einer analogen Anwendung der 

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sich aus Art. 41 OR ergebenden Grundsätze, eine geschriebene oder unge-

schriebene Verhaltensnorm, die sich aus der Gesamtheit der schweizeri-

schen Rechtsordnung ergeben kann, klar verletzt und dadurch das Strafver-

fahren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. In tatsächlicher 

Hinsicht darf sich die Kostenauflage nur auf unbestrittene oder bereits klar 

nachgewiesene Umstände stützen (BGE 144 IV 202 E. 2.2; 120 Ia 

147 E. 3b; 119 Ia 332 E. 1b). 

Zwischen dem zivilrechtlich vorwerfbaren Verhalten und den durch die Un-

tersuchung entstandenen Kosten muss zusätzlich ein adäquater Kausalzu-

sammenhang bestehen. Das gegen geschriebene oder ungeschriebene, 

kommunale, kantonale oder eidgenössische Verhaltensnormen klar verstos-

sende Verhalten der beschuldigten Person muss mithin nach dem gewöhn-

lichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Erfahrung des Lebens geeignet 

gewesen sein, den Verdacht einer strafbaren Handlung zu erwecken und 

damit Anlass zur Eröffnung eines Strafverfahrens zu geben oder die Durch-

führung der eröffneten Strafuntersuchung zu erschweren. Dabei kommt die 

Kostenauflage nur dann infrage, wenn sich die Behörde aufgrund des norm-

widrigen Verhaltens der beschuldigten Person in Ausübung pflichtgemässen 

Ermessens zur Einleitung eines Strafverfahrens veranlasst sehen konnte. 

Eine Auferlegung von Kosten an die beschuldigte Person fällt jedenfalls in-

soweit ausser Betracht, als die Behörde aus Übereifer, aufgrund unrichtiger 

Beurteilung der Rechtslage oder vorschnell eine Strafuntersuchung eingelei-

tet hat. Dies entspricht auch dem Grundsatz, dass der Überbindung von Ver-

fahrenskosten an die beschuldigte Person bei Freispruch oder Einstellung 

des Verfahrens Ausnahmecharakter zukommt (BGE 144 IV 202 E. 2.2; 116 

Ia 162 E. 2c; Urteile des Bundesgerichts 7B_18/2023 vom 24. August 2023 

E. 3.1.1; 7B_219/2022 vom 22. Juli 2024 E. 2.2.2; 6B_877/2016 vom 13. Ja-

nuar 2017 E. 3.2). 

4.2 Die BA begründet in der Einstellungsverfügung die Kostenauflage mit den 

sich aus dem Geldwäschereigesetz ergebenden Pflichten (Art. 6 Abs. 2 

GwG, Art. 6 Abs. 3 i.V.m. Art. 2a Abs. 2 GwG, Art. 7 Abs. 1 GwG; act. 1.1 

S. 39–42 und obige litera E mit der zusammenfassenden Einschätzung der 

BA). Art. 6 GwG statuiert die besonderen Sorgfaltspflichten, Art. 7 GwG die 

Dokumentationspflicht. Der Anfangstatverdacht habe sich daraus ergeben, 

dass der Beschwerdeführer Kundenberater bei der Bank G. der Bankbezie-

hungen von E. gewesen sei. Auf dessen Bankbeziehungen seien im Zeit-

raum von 2007 bis 2013 Gelder aus Bestechungszahlungen an B. geflossen 

und zwar in mehreren verschiedenen Überweisungen von einer Vielzahl von 

Absendern. Anschliessend seien diese Gelder zwischen 2009 und 2013 in-

nerhalb der Bank G. Bankbeziehungen ohne erkennbaren wirtschaftlichen 

Hintergrund und ohne Überprüfung seitens des Beschwerdeführers 

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weitertransferiert worden. F. habe zudem im gegen ihn geführten Verfahren 

der BA ausgesagt, die Bank habe nie Fragen zu Zahlungen gestellt und 

keine Erklärungen verlangt, weshalb man die Geldeingänge bei der Bank G. 

nicht habe begründen müssen. Die BA habe diese Antworten erhalten, ob-

wohl sie sich dabei ausdrücklich auch nach einer Bank G.-internen Überwei-

sung erkundigt habe, bei der eine Seite ein brasilianisches Bauunternehmen 

und die andere Seite der Sohn eines hochrangigen C. SA - Managers gewe-

sen sei (act. 1.1 S. 39 f. Rz. 135–137).  

Gestützt auf die internen Weisungen der Bank G. sei der Beschwerdeführer 

als Kundenberater verpflichtet gewesen, eine umfassende Due-Diligence-

Prüfung durchzuführen, was u.a. die Erstellung des Client Profiles beinhaltet 

habe. Oblegen habe ihm zudem, die Transaktionen von E. abzuklären und 

zu plausibilisieren. Dabei habe er die PEP-Stellung des Vaters von E. nicht 

erkannt bzw. nicht dokumentiert (Bankbeziehung der J. Inc. bei Bank G.). 

Die Bankbeziehung sei infolgedessen auch nicht als SCC (Special Category 

of Client) eingestuft gewesen. Erst bei der Eröffnung einer weiteren Bankbe-

ziehung sei dies erkannt und E. als PEP eingestuft worden (Bankbeziehung 

lautend auf die K, Corp.). Es sei nach den internen Richtlinien der Bank G. 

Aufgabe des Kundenberaters gewesen, die Compliance unverzüglich zu in-

formieren, wenn ein Kunde unter die Kategorie SCC falle. Dies habe der 

Beschwerdeführer nicht getan und die Bankbeziehung der J. Inc. sei bis zu 

ihrer Saldierung ohne SCC-Einstufung geblieben (act. 1.1 S. 40 Rz. 138). 

Dazu komme, so die BA weiter, dass die Erklärungen von E. zur Herkunft 

der Gelder nicht auf allen Bankbeziehungen mit den effektiven Transaktio-

nen übereingestimmt hätten. Ein grosser Teil der externen Eingänge könne 

nicht zweifelsfrei erklärt und/oder mit den vorhandenen Unterlagen abgegli-

chen bzw. nachvollzogen werden. Bei diversen weiteren Transaktionen 

seien keine Abklärungen zur Herkunft der Gelder bzw. den Gegenparteien 

dokumentiert, sondern es seien nur allgemeine Angaben im Client Profile 

festgehalten. So stammten die Eingänge auf den Bankbeziehungen der 

J. Inc. gemäss der KYC-Dokumentation (Know your Customer) aus kumu-

lierten Lohnzahlungen und Boni bzw. dem Erlös aus einem Immobilienver-

kauf aus dem Jahr 2007, wobei die Geldeingänge nicht Teil des offiziellen 

«Sales and Purchase Agreements» seien. Die Bankunterlagen würden je-

doch zum vermeintlichen Immobilienverkauf keine Dokumente enthalten. 

Gemäss Analyse seien zudem die Gelder aus dem vermeintlichen Immobi-

lienverkauf von 23 verschiedenen Gegenparteien überwiesen worden. Die 

bei der Bank vorhandenen Unterlagen hätten es nicht erlaubt, den wirtschaft-

lichen Hintergrund der Transaktionen abzuklären. E. habe sich bei seiner 

Einvernahme an keine Aufforderung des Beschwerdeführers erinnern 

- 10 - 

 

 

können, die Zahlungseingänge aus dem Jahr 2008 zu erklären (act. 1.1 S. 

40 f. Rz. 139 f.).  

Die BA legt weiter dar, der Beschwerdeführer habe die Aufgaben und Pflich-

ten eines Kundenberaters gekannt. Zunächst Senior Relationship Manager, 

sei er über die Jahre zum Leiter des Lateinamerika Desks befördert worden. 

Wäre er seinen Verpflichtungen ordnungsgemäss nachgekommen, so wäre 

kein Verdacht auf ihn gefallen und kein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet 

worden. Mit seinem fahrlässigen Verhalten habe der Beschwerdeführer ei-

nen ausreichenden Anfangstatverdacht hinsichtlich geldwäschereirelevanter 

Handlungen erweckt. Der Beschwerdeführer habe in seinen Funktionen bei 

der Bank G. die internen Weisungen nicht eingehalten und dadurch gegen 

seine arbeitsrechtliche Sorgfalts- und Treuepflicht (Art. 321a OR) verstos-

sen. Sein Verhalten sei von dem unter den gegebenen Verhältnissen als an-

gebracht geltenden Durchschnittsverhalten klar abgewichen. Zugleich sei 

sein Verhalten – unabhängig von seiner strafrechtlichen Beurteilung – nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung 

geeignet, den Verdacht der Geldwäscherei zu erwecken (act. 1.1 S. 41 

Rz. 142 f.).  

Die Pflichtverletzungen des Beschwerdeführers hätten dazu geführt, dass 

die Vermögenswerte von der Bank G. an seine ehemalige Arbeitgeberin 

(Bank H.) hätten überwiesen werden können. Dort sei F. von einer Kunden-

beraterin betreut worden, die dem Beschwerdeführer ein gewisses Ver-

trauen entgegengebracht habe. Die Vermögenswerte seien anschliessend 

nach Deutschland und Grossbritannien abgeflossen. Damit habe die Identi-

fikation von B. als dem tatsächlichen Eigentümer der Bestechungsgelder 

vereitelt werden können, wie auch deren Einziehung (act. 1.1 S. 41 Rz. 144).  

4.3 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde, die Einstellungsverfügung 

schweige sich darüber aus, welche konkreten Plausibilisierungen er wann 

hätte vornehmen müssen (act. 1 S. 11 Rz. 24). Während seiner Zeit als 

Kundenberater bei der Bank G. habe es keine geldwäschereiverdächtigen 

Transaktionen gegeben, nur bankinterne Transaktionen mit dem immer 

gleichen wirtschaftlich Berechtigten und unter Wahrung der Papierspur  

(paper trail; S. 16). Die Behauptungen der BA seien mit keinerlei Verweisen 

unterlegt (S. 7). Die Voraussetzungen einer ausnahmsweisen Kostenaufer-

legung würden fehlen (S. 12 f.), insbesondere stütze sich die BA auf keine 

unbestrittenen oder klar nachweisbaren Umstände (S. 16 ff.). Er als Kunden-

berater könne es nicht besser wissen als die Compliance (S. 19). Die Trans-

aktionen seien nicht unsinnig, sondern unter Beizug der Wealth Planner der 

Bank G. erfolgt (S. 21). Auf die Aussage von F. sei nicht abzustellen. Der 

Beschwerdeführer habe die PEP-Stellung nicht erkennen können (S. 22 f.). 

- 11 - 

 

 

Es sei nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer die Geldeingänge nicht mit 

E. besprochen und sie sich nicht habe erklären lassen. Es könne ihm kein 

qualifiziertes Fehlverhalten vorgeworfen werden (S. 24–26). Der Auslöser 

der Strafuntersuchung seien die Straftaten der Brüder B. und F. gewesen 

und nicht das Verhalten des Beschwerdeführers (S. 26 f.). Die Kostenauf-

lage habe Ausnahmecharakter und sei ungerechtfertigt (S. 28).  

4.4 In der Beschwerdeantwort macht die BA geltend, es bestehe keine pro-

zessuale Pflicht, in Einstellungsverfügungen Beweismittel oder Aktenstücke 

zu nennen. Es sei lediglich eine fakultative Hilfeleistung, wobei der Be-

schwerdeführer die Akten bestens kenne, weshalb Verweise nicht angezeigt 

gewesen seien (act. 4 S. 3). Der Beschwerdeführer habe erst am 23. Juni 

2016 eine (unvollständige) Geldwäschereimeldung gemacht (ohne Erwäh-

nung der vier Trusts); die Bank G. habe jedoch bereits am 20. November 

2014 eine erste Meldung gemacht. Ab März 2014 hätten die Medien denn 

auch über den brasilianischen Bestechungsskandal berichtet (S. 3 f.). Es 

seien externe Vermögensabflüsse und Überweisungen ins Ausland erfolgt, 

als der Beschwerdeführer Kundenberater bei der Bank G. gewesen sei (S. 5 

Rz. 18). Er habe ein Grundmass an Abklärungen und Nachfragen beim Kun-

den unterlassen. Er habe es ausdrücklich nicht als seine Aufgabe angese-

hen, die explizite bankinterne Vorgabe umzusetzen, dass die Gelder vom 

Konto von E. bei der Bank Q. kommen müssten, was nicht der Fall gewesen 

sei. Zudem seien bis zum ersten Kundenbesuch bei E. schon 22 Geldein-

gänge über USD 7 Mio. erfolgt, also bis der Immobiliendeal besprochen wor-

den sei. Dies sei tatverdächtig gewesen (S. 6 Rz. 19). Der Kundenberater 

sei nach den internen Weisungen für die Due Diligence und das Kundenprofil 

zuständig und die «first line of defence» gegen Geldwäscherei. Der Be-

schwerdeführer sei zwischen 2007 und 2014 bei allen geldwäschereiver-

dächtigen Transaktionen in Erscheinung getreten, wobei er im Jahr 2013 zu-

sammen mit F. das Unternehmen M. AG gegründet habe (S. 8 Rz. 25). Es 

sei aber nicht Aufgabe der BA, in der Einstellungsverfügung konkret auszu-

führen, wie der Beschwerdeführer seinen Pflichten hätte nachkommen sol-

len. Es dürfe erwartet werden, dass er seinen Aufgabenbereich kenne  

(S. 8 Rz. 27).  

Der Beschwerdeführer wiederholt in der Replik (act. 9) weitgehend seine bis-

herigen Ausführungen. Es sei nicht ersichtlich und ihm bisher nie vorgewor-

fen worden, die Geldwäschereimeldung zu spät abgesetzt zu haben. Ihm 

dies jetzt vorzuwerfen, verletze die Unschuldsvermutung (S. 6). Für die 

Trusts sei er im Übrigen nicht meldepflichtig gewesen (S. 7 f.). Die externen 

Transaktionen seien vergleichsweise unwesentlich und landesintern erfolgt. 

Für die Überweisung nach Portugal sei die Compliance Abteilung handlungs-

verantwortlich (S. 12). Die Transaktionen seien nicht verdächtig gewesen 

- 12 - 

 

 

(S. 13). Die schweizinterne Überweisung an Bank H. sei nicht geldwä-

schereirelevant und er sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei der Bank G. 

gewesen. Hätte er Pflichtverletzungen begangen, hätten diese von der Com-

pliance der Bank G. korrigiert werden müssen. Diese sei spätestens seit 

Ende 2008 über alle relevanten Umstände informiert und nach internen Wei-

sungen dementsprechend zuständig gewesen (S. 13). Die Überweisung 

nach Grossbritannien sei von der Bank H. aus erfolgt und stelle keinen «kla-

ren Verstoss» dar. Der Beschwerdeführer habe hinreichende Besuche und 

Abklärungen bei E. gemacht. Er habe ihn mehrmals jährlich besucht, die Ein-

gänge mit ihm besprochen und hernach wahrheitsgemäss die Compliance 

informiert. Damit sei diese verantwortlich, wobei sie ohnehin in den ersten 

12 Monaten für das Monitoring der Bankbeziehung verantwortlich sei. Die 

BA habe gegen diese nicht wegen Geldwäscherei ermittelt und das Verfah-

ren gegen E. eingestellt, weshalb die Einleitung des Verfahrens gegen den 

Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar sei (S. 14 f.). Verwertbare Zeugen-

einvernahmen und belastende Beweismittel würden für die Kostenauflage 

fehlen (S. 16–18).  

Die BA legt in der Duplik (act. 13) im Wesentlichen dar, aus der Begleitung 

durch die Wealth Planner der Bank G. lasse sich zur Frage der Geldwä-

schereirelevanz nichts ableiten, es habe sich auch nicht so verhalten. Sie 

seien nur in gewissen Bankbeziehungen involviert gewesen. Sie seien zu-

dem ebenfalls vom KYC des Beschwerdeführers abhängig gewesen. Im Jahr 

2012 seien es dann genau diese Mitarbeiter gewesen, die Fragen gestellt 

hätten und mit den Antworten nicht zufrieden gewesen seien. Die BA habe 

in der Einstellungsverfügung sodann aufgezeigt, dass die Transaktionen in 

diesem Zusammenhang einzig getätigt worden seien, um die Ermittlung der 

Herkunft der Gelder zu vereiteln. Die Gebrüder B. und F. hätten ausgesagt, 

diesbezüglich bewusst falsche Angaben gemacht zu haben (S. 3 Rz. 7).  

Der Beschwerdeführer setzt sich in seiner unaufgeforderten Eingabe vom 

14. November 2024 mit der Duplik der BA auseinander und wiederholt im 

Wesentlichen einige ihm wichtige Punkte (act. 15).  

4.5  

4.5.1 Die BA wirft dem Beschwerdeführer zusammengefasst vor, er habe als Kun-

denberater der Bank G. beim Eingang der Gelder auf den von E. geführten 

risikobehafteten Bankbeziehungen bei der Bank G. keine dokumentierte 

Plausibilisierung vorgenommen bzw. bei diesen sowie den anschliessenden 

Abbuchungen den Verwendungszweck weder angemessen abgeklärt noch 

dokumentiert. Gemäss internen Weisungen der Bank G. wäre er als Kun-

denberater dazu aber verpflichtet gewesen. Damit habe der Beschwerde-

führer die ihm in der Schweiz im Sinne einer Dauerverpflichtung obliegenden 

- 13 - 

 

 

gesetzlichen Sorgfalts- und Dokumentations-pflichten leichtfertig und klar 

verletzt. Gleichzeitig handle es sich bei diesen Pflichten um massgebliche 

Elemente der schweizerischen Geldwäschereibekämpfung (act. 1.1, S. 41 

Rz. 141). Der Beschwerdeführer habe damit unter Verletzung von Art. 6 Abs. 

2 GwG und Art. 7 GwG sowie Art. 321a OR das vorliegende Strafverfahren 

veranlasst (act. 1.1, S. 42 Rz. 145). Der Vorwurf einer Verletzung von Art. 

321a OR bestreitet der Beschwerdeführer u.a. mit dem Hinweis, dass der 

Treuepflicht des Arbeitnehmers die Treue- und Schutzpflichten des Arbeit-

gebers gegenüberstünden. Der Arbeitgeber habe den Arbeitnehmer insbe-

sondere bei gefahrengeneigten Tätigkeiten durch angemessene Instruktion 

und Kontrolle vor Schäden (wie etwa dem vorliegenden Strafverfahren) zu 

schützen. In casu sei die Ausbildung des Beschwerdeführers hinsichtlich 

Compliance rudimentär gewesen; so habe sich etwa auch die Compliance-

Mitarbeiterin R. nicht an spezifische GwG-Ausbildungen mit physischer Teil-

nahme der Kundenberater erinnern können (pag. 12.4.-001 ff., S. 24). We-

sentlicher aber sei, dass in casu in Kenntnis aller relevanten Umstände auch 

keine korrigierende Kontrolle seitens der Compliance-Abteilung gegriffen 

habe (act. 1 S. 26 Rz. 69).  

4.5.2 Der BA kann nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, es bestehe keine pro-

zessuale Pflicht, in Einstellungsverfügungen Beweismittel oder Aktenstücke 

zu nennen; es sei lediglich eine fakultative Hilfeleistung (act. 4 S. 3). Die 

Kostenauflage darf sich – wie erwähnt (E. 4.1 Abs. 2) – in tatsächlicher Hin-

sicht nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände stüt-

zen. Insofern besteht seitens der Strafbehörde, welche dem nicht verurteil-

ten (vormals) Beschuldigten die Kosten auferlegt, sehr wohl eine Pflicht, die 

entsprechenden Beweismittel für das ihm vorgeworfene Verhalten zu be-

zeichnen. Dafür, dass es zwischen dem Beschwerdeführer und seiner ehe-

maligen Arbeitgeberin zu Auseinandersetzungen oder gar zu einem Schlich-

tungs- oder Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit einer Verletzung von 

Art. 321a OR gekommen sein soll, finden sich in den Akten keine Hinweise. 

Der Vorwurf einer Verletzung von Art. 321a OR ist nicht nachgewiesen und 

wird vom Beschwerdeführer bestritten. Soweit die BA dem Beschwerdefüh-

rer eine Verletzung von Art. 321a OR vorwirft, handelt es sich somit nicht um 

unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände, welche eine Kos-

tenauflage zu rechtfertigen vermöchten. Überdies deckt sich der Vorwurf der 

Verletzung von Art. 321a OR in tatsächlicher Hinsicht – Transaktionen nicht 

angemessen abgeklärt und dokumentiert zu haben – mit demjenigen der 

Verletzung von Art. 6 Abs. 2 GwG und Art. 7 GwG, mit welchem sich jedoch 

der Kosten- und Entschädigungsentscheid ebenfalls nicht begründen lässt, 

wie nachfolgend zu zeigen ist.  

- 14 - 

 

 

4.5.3 Die Begründung der Kostenauflage ist sodann nicht mit der Unschuldsver-

mutung zu vereinbaren. Die BA wirft dem Beschwerdeführer vor, Pflichten 

verletzt zu haben, die «massgebliche Elemente der schweizerischen Geld-

wäschereibekämpfung» sind (act. 1.1 S. 41 Rz. 141). Er sei denn auch die 

«first line of defence» gegen Geldwäscherei gewesen. Der Beschwerdefüh-

rer sei zwischen 2007 und 2014 bei allen geldwäschereiverdächtigen Trans-

aktionen in Erscheinung getreten, wobei er im Jahr 2013 zusammen mit F. 

das Unternehmen M. AG gegründet habe (S. 8 Rz. 25). Es sei aber nicht 

Aufgabe der BA, in der Einstellungsverfügung konkret auszuführen, wie der 

Beschwerdeführer seinen Pflichten hätte nachkommen sollen (S. 8 Rz. 27). 

Dem ist entgegenzuhalten, dass für eine Kostenauflage die Pflichten bzw. 

Pflichtverletzungen ausdrücklich genannt werden müssen. Tatsache ist, 

dass der subjektive Tatbestand der Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 1 resp. 

Ziff. 2 StGB) nicht erfüllt und die Verjährung eingetreten ist. Dies führte zur 

Einstellung des Strafverfahrens. Die BA begründet die Kostenauflage zumin-

dest mit einer fahrlässigen Verletzung von Pflichten, die – vorsätzlich began-

gen – den untersuchten Straftatbestand objektiv erfüllen würden. Damit wirft 

sie dem Beschwerdeführer – indirekt – in unzulässiger Weise ein strafrecht-

liches Verhalten vor und verletzt damit den Grundsatz der Unschuldsvermu-

tung (vgl. obige Erwägung 4.1 Abs. 2). 

4.5.4 Nicht nachvollziehbar ist schliesslich, inwiefern das dem Beschwerdeführer 

vorgeworfene Verhalten für die Eröffnung des Strafverfahrens adäquat kau-

sal gewesen sein bzw. dessen Durchführung erschwert haben soll. Die BA 

führte u.a. aus, nachdem aus der Strafuntersuchung gegen E. hervorgegan-

gen sei, dass er anlässlich seiner in dem gegen ihn geführten Strafverfahren 

ausgesagt habe, er habe die Angaben betreffend Vermögensherkunft, wie 

sie im Client Profile zur Bankbeziehung der J. Inc. stehe, nie gegeben, sei 

der Fokus der Ermittlungen auf dem Kundenberater und eben nicht auf den 

anderen vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Verantwortlichen der 

Bank G. gelegen (act. 4 S. 8 Rz. 25). Die Verfahrensakten aus den beiden 

Strafverfahren SV.15.1064 seien nach deren Rechtskraft im Dezember 2019 

gründlich analysiert worden, bevor es erst rund ¾ Jahre später zur Eröffnung 

der vorliegenden Strafuntersuchung gekommen sei (act. 4 S. 9 Rz. 29). Da-

raus erhellt, dass nicht das Verhalten des Beschwerdeführers für die Eröff-

nung des Strafverfahrens gegen ihn adäquat kausal war, sondern vielmehr 

die Analyse der Verfahrensakten aus anderen Strafverfahren. Schliesslich 

ist auch nicht ersichtlich, wie er die Durchführung des Strafverfahrens er-

schwert haben soll.  

4.6 Nachdem festgestellt wurde, dass dem Beschwerdeführer im Zusammen-

hang mit dem eingestellten Verfahren kein rechtswidriges und schuldhaftes 

Verhalten vorgeworfen werden kann, mit dem er die Einleitung des 

- 15 - 

 

 

Verfahrens verursacht oder dessen Durchführung erschwert hat, können ihm 

keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Damit hat der Beschwerdeführer 

grundsätzlich auch Anspruch auf eine Entschädigung und allenfalls Genug-

tuung. Deren Verweigerung mit entsprechender Begründung verletzt Bun-

desrecht, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt gutzuheissen ist. 

Da die BA in der angefochtenen Verfügung über die Höhe der geltend ge-

machten Ansprüche bei Kostenbefreiung nicht befunden hat, ist die Sache – 

dem Eventualantrag des Beschwerdeführers entsprechend – zum Entscheid 

über die geltend gemachte Entschädigung an sie zurückzuweisen.  

 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben. 

Der obsiegende Beschwerdeführer ist anwaltlich vertreten und hat Anspruch 

auf eine Prozessentschädigung (vgl. Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 

lit. a StPO). Rechtsanwalt Florian Baumann hat keine detaillierte Kostennote 

eingereicht, beantragt unter diesem Titel jedoch Fr. 25'200.-- (act. 15 S. 10). 

Angemessen erscheint eine Prozessentschädigung von pauschal  

Fr. 4'000.--. Die Bundesanwaltschaft ist somit zu verpflichten, dem Be-

schwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Prozessent-

schädigung von Fr. 4'000.-- zu bezahlen. 

 

 

 

- 16 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

 

2. Dispositiv Ziffer 2 der Einstellungsverfügung vom 18. Juli 2024 wird aufgeho-

ben und die Verfahrenskosten von CHF 57'873.37 werden von der Staats-

kasse getragen. 

 

3. Dispositiv Ziffer 3 der Einstellungsverfügung vom 18. Juli 2024 wird aufgeho-

ben und das Verfahren an die Bundesanwaltschaft zu neuem Entscheid zu-

rückgewiesen.  

 

4. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

5. Die Bundesanwaltschaft wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer für das vor-

liegende Beschwerdeverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 4'000.-- 

zu bezahlen.  

 

 

Bellinzona, 15. April 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 
Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Florian Baumann  

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (vgl. Art. 79 BGG; SR 173.110).