# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08c8b3da-b904-5a99-8e70-da52fb83c713
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.04.2015 200 2013 1095
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1095_2015-04-02.pdf

## Full Text

200 13 1095 IV
SCP/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. April 2015

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. November 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 18. Februar 1998 mit Hinweis auf Rücken-
schmerzen sowie Schmerzen im rechten Bein bei der IV-Stelle Bern (nach-
folgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Vorakten 
der IVB [VA] 23). Diese veranlasste erwerbliche und medizinische Ab-
klärungen. Insbesondere liess sie die Versicherte neurochirurgisch bei Dr. 
med. C.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, untersuchen (vgl. 
Gutachten vom 12. Februar 1999; VA 5). Mit Verfügungen vom 27. Januar 
2000 wurde ab Februar 1998 eine halbe Invalidenrente (Akten der IVB, 
Antwortbeilage [AB] 7/2) und ab April 1998 befristet bis 30. April 1999 eine 
ganze Rente (AB 7/4) inkl. zwei Kinderrenten und eine Ehegattenrente zu-
gesprochen. Die beiden Verfügungen blieben unangefochten.

Nach der Eingabe von Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Inne-
re Medizin FMH, vom 22. März 2000 (AB 8) veranlasste die IVB weitere 
medizinische Abklärungen. Insbesondere wurde die Versicherte in der Kli-
nik E.________ untersucht (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 19. Febru-
ar 2001; AB 15). Mit Verfügungen vom 25. Juni 2001 wurde ihr befristet 
vom 1. September 2000 bis zum 31. März 2001 eine halbe (AB 18/2) und 
ab April 2001 eine ganze Rente (AB 18/7) inkl. Kinderrenten und Ehegat-
tenrente zugesprochen. Nach drei von Amtes wegen in die Wege geleiteten 
Rentenrevisionen wurde jeweils eine unveränderte Rente ausgerichtet (AB 
27, 44 und 51).

B.

Im Rahmen der am 30. August 2012 von Amtes wegen eingeleiteten Ren-
tenrevision (AB 66 f.) tätigte die IVB erneut erwerbliche und medizinische 
Abklärungen. Insbesondere liess sie die Versicherte bei der F.________ 
(MEDAS) bidisziplinär begutachten (AB 81.1). Gestützt auf das hierauf er-
stellte Gutachten vom 11. Juli 2013 stellte die IVB mit Vorbescheid vom 28. 

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August 2013 (AB 83) die Aufhebung der Rente in Aussicht, wogegen die 
Versicherte am 27. September 2013 Einwände erheben liess (AB 88). Am 
6. November 2013 (AB 90) verfügte die IVB wie im Vorbescheid angekün-
digt. 

C.

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2013 liess die Versicherte hiergegen Be-
schwerde erheben mit folgenden Anträgen:

„1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 6. November 2013 sei aufzuheben 
und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ab dem 
1. Januar 2014 eine volle IV-Rente zu gewähren.

 2. Eventualiter: Es sei eine neue Begutachtung anzuordnen und die Sache zur 
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

 3. Die aufschiebende Wirkung sei wiederherzustellen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -“

Der Beschwerde beigelegt war der Bericht von med. pract. G.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2. Dezember 
2013 (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 3).

Weiter liess die Beschwerdeführerin am 6. Dezember 2013 dem Verwal-
tungsgericht ein Gesuch um Erteilung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege einreichen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 10. Dezember 2013 wies der zustän-
dige Instruktionsrichter das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen 
(Weiterausrichtung der Rentenleistungen während bzw. bis zum rechtskräf-
tigen Abschluss des Rechtsstreits) ab.

Mit weiterer Eingabe vom 18. Dezember 2013 liess die Beschwerdeführerin 
den Bericht von Dr. med. D.________ vom 10. Dezember 2014 (BB 4) ein-
reichen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Eingabe vom 13. Januar 2014 auf 
Abweisung der Beschwerde.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Februar 2014 hiess der zuständige 
Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. 
Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. November 2013 (AB 
90). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und 
dabei namentlich die Rechtmässigkeit der verfügten Rentenaufhebung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-

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validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter 
Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der 
Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbe-
reichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 
199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1).

2.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.6 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 

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sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Vorliegend ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt 
der rentenzusprechenden Verfügungen vom 25. Juni 2001 (AB 18/2 und 
18/7) mit demjenigen im Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung vom 
6. November 2013 (AB 90) zu prüfen, ob in den für den Leistungsanspruch 
relevanten Tatsachen eine wesentliche Änderung eingetreten ist. Die Ver-
fügung vom 7. April 2003 (AB 27) sowie die Mitteilungen vom 28. Septem-
ber 2007 (AB 44) und 11. März 2010 (AB 51), welche infolge von Amtes 
wegen in die Wege geleiteter Rentenrevisionen erlassen wurden, stellen 
keine Vergleichsbasis dar, da sie nicht auf einer materiellen Prüfung des 
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswür-
digung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruhten (Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 7. Februar 2012, 8C_433/2011 
E. 2.1). Bei der Verfügung vom 27. April 2003 und der Mitteilung vom 
11. März 2010 wurde jeweils neben einer schriftlichen Befragung der Be-
schwerdeführerin (AB 21 und 46) sowie der behandelnden Psychiaterin 
(AB 26 und 48) lediglich eine schriftliche Befragung des Arbeitgebers (AB 
24) bzw. des Hausarztes (AB 50) durchgeführt und/oder der Auszug des 
Individuellen Kontos (IK) (AB 47) einverlangt. Was die am 17. Mai 2004 
eingeleitete Rentenrevision (AB 28) betrifft, die mit Bestätigung des bishe-
rigen Invaliditätsgrads und Rentenanspruchs endete (AB 44), stellt diese 
ebenfalls keine Vergleichsbasis dar. Obwohl neben der Durchführung einer 
schriftlichen Befragung der Beschwerdeführerin (AB 28) und des Arbeitge-
bers (AB 30) sowie der Einholung des IK-Auszugs (AB 29), Berichten der 
behandelnden Psychiaterin (AB 31) und des Hausarztes (AB 34) auch eine 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 38) eingeholt 
sowie eine Haushaltsabklärung (AB 35) und eine psychiatrische Verlaufs-
begutachtung (AB 43) veranlasst wurden, hat keine tatsächliche materielle 
Überprüfung des Leistungsanspruches stattgefunden. So wurde, was den 
Gesundheitszustand betrifft, lediglich eine psychiatrische Verlaufsbegut-

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achtung veranlasst, obwohl die untersuchende Psychiaterin med. pract. 
H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, im Ver-
laufsgutachten vom 30. August 2007 (AB 43) ausdrücklich darauf hinwies, 
dass im Hinblick auf die somatischen Beschwerden die entsprechenden 
Spezialisten die verminderte Leistungsfähigkeit beurteilen sollten (S. 8 Ziff. 
14). Auch wurde weder im Abklärungsbericht vom 22. März 2005 (AB 35) 
noch in der Mitteilung vom 28. September 2007 (AB 44) ein konkreter Ein-
kommensvergleich vorgenommen.

3.2 Die rentenzusprechenden Verfügungen vom 25. Juni 2001 (AB 18/2 
und 18/7) basierten im Wesentlichen auf folgenden medizinischen Unterla-
gen:

3.2.1 Dr. med. C.________ diagnostizierte im neurochirurgischen Gutach-
ten vom 12. Februar 1999 (VA 5) ein ischialgiformes Schmerzsyndrom 
rechts bei Status nach mikrochirurgischer Fenestration L5/S1 rechts am 3. 
November 1998 und neuroradiologisch nachgewiesenen degenerativen 
Veränderungen lumbosakral (wurzelbeengend, nicht neurokompressiv; S. 6 
Ziff. 4). Im Wesentlichen könne klinisch eine etwas eingeschränkte Beweg-
lichkeit der LWS festgestellt werden. Als radikuläre Störung müsse die 
Sensibilitätsstörung L5 und S1 rechts interpretiert werden, wobei jedoch 
keine Reflexstörung und auch keine Parese nachweisbar sei. Neuroradio-
logisch lägen degenerative Veränderungen lumbosakral vor, eine Wurzel-
kompression könne jedoch nicht nachgewiesen werden (S. 6 Ziff. 3). Für 
die geklagten, in das rechte Bein ausstrahlenden Beschwerden müssten 
die degenerativen Veränderungen lumbosakral, nämlich die Discusprotru-
sion sowie Spondylarthrose und Fazettenarthrose, verantwortlich gemacht 
werden. Ein radikuläres Kompressionssyndrom könne zurzeit weder kli-
nisch noch neuroradiologisch nachgewiesen werden. Eine körperlich 
schwere Arbeit sollte der Beschwerdeführerin nicht mehr zugewiesen wer-
den, da die erwähnten Veränderungen durch eine wiederholte schwere 
körperliche Belastung zwangsläufig vermehrt Schmerzen verursachen wür-
den. Als Köchin sollte sie keine schweren Gewichte über 10 bis 15 kg mehr 
heben müssen. Unter dieser Voraussetzung wäre sie zurzeit - in allerdings 
ungünstiger vorwiegend stehender Position - zu 50% arbeitsfähig (S. 6 f. 
Ziff. 5). Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit bzw. Arbeitsstelle sollte in 

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erster Linie Gewichteheben über 10 bis 15 kg ausschliessen, zudem sollte 
keine rein stehende oder nach vorn gebückte Tätigkeit notwendig sein. Es 
kämen somit alle Tätigkeiten mit der Möglichkeit, herumzugehen, zu sitzen 
und die Körperposition gelegentlich zu wechseln, in Frage (S. 9 Ziff. 7.4.1). 
Eine solche dem Leiden angepasste Tätigkeit wäre zurzeit 75%, d.h. zwei-
mal drei Stunden täglich, ohne leistungsmässige Einbusse zumutbar (Ziff. 
7.4.2). 

3.2.2 A. I.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP in der Kli-
nik J.________, diagnostizierte im Bericht vom 25. September 2000 (AB 
12) eine posttraumatische Belastungsstörung mit somatoformer Schmerz-
störung nach sexueller Gewalt bei einer selbstunsicheren, aggressionsge-
hemmten, vulnerablen Persönlichkeit. Die Störung bestehe seit einer mas-
siven Gewalterfahrung im Krieg in … vor ca. sieben Jahren (S. 3 lit. A). Die 
Beschwerdeführerin klage über massive Rücken- und Beinschmerzen, Alp-
träume und rekurrente, intrusive Erinnerungen an die im Krieg erlebte se-
xuellen Gewalt, denen sie nicht ausweichen könne und die bei ihr Zustände 
der Verzweiflung auslösen würden (lit. D Ziff. 2).

3.2.3 Im psychiatrischen Gutachten der Klinik E.________ vom 19. Fe-
bruar 2001 (AB 15) stellte Dr. med. K.________ folgende Diagnosen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: anhaltende posttraumatische Belas-
tungsstörung (ICD-10 F43.1) unter Ausbildung einer somatoformen Störung 
(ICD-10 F45.9) sowie depressiver Symptomatik; Schwierigkeiten bei der 
kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z60.3); ischialgiformes Schmerzsyn-
drom rechts (Status nach mikrochirurgischer Fenestration L5/S1 rechts am 
3. November 1998 und neuroradiologisch nachgewiesenen degenerativen 
Veränderungen lumbosakral; S. 1 lit. A Ziff. 1). Es liege eine schwere, ver-
zögert aufgetretene posttraumatische Belastungsstörung verbunden mit 
multiplen depressiven Symptomen, nächtlichen Alpträumen über die 
Kriegserlebnisse und einer Reihe somatischer Beschwerden vor. Daneben 
fände sich ein lumboradikuläres Syndrom. Sowohl die psychischen als 
auch die somatischen Beschwerden bestünden seit mindestens drei Jahren 
und hätten in dieser Zeit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 
100 auf derzeit 20% reduziert (S. 5 Ziff. 1). Die posttraumatische Störung 
weise mehrere traumatische Sequenzen auf und sei verzögert aufgetreten, 

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was im Allgemeinen eine ungünstigere Prognose bedeute. Nicht nur die 
Vergewaltigung während der Kriegsperiode unter Androhung von Gewalt 
gegenüber ihrer Familie belaste die Beschwerdeführerin heute noch in wie-
derkehrenden Alpträumen. Aus kulturellen Gründen habe sie dieses Ereig-
nis längere Zeit nicht mit dem Ehemann besprechen können, da sexuelle 
Kontakte mit fremden Männern stark mit Ehrverletzungen verbunden seien. 
Die kulturelle Integration in der Schweiz sei nur schlecht gelungen (S. 5 
Ziff. 2).

3.3 Der medizinische Zustand nach den beiden Verfügungen vom 
25. Juni 2001 (AB 18/2 und 18/7) präsentiert sich im Wesentlichen wie 
folgt:

3.3.1 Dr. med. H.________ stellte im Gutachten vom 30. August 2007 
(AB 43) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen: Rezi-
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 
F33.1) mit/bei posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) seit 
Jahren bestehend sowie ischialgiformes Schmerzsyndrom rechts bei Sta-
tus nach mikrochirurgischer Fenestration L5/S1 rechts am 3. November 
1998 und neuroradiologisch nachgewiesenen degenerativen Veränderun-
gen lumbosakral seit 1997 bestehend (S. 5 Ziff. 4). Im Verlauf einer anhal-
tenden schweren posttraumatischen Belastungsstörung habe sich bei der 
Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwär-
tig mittelgradiger Episode etabliert. Von somatischer Seite bestehe zusätz-
lich ein ischialgiformes Schmerzsyndrom rechts mit nachgewiesenen de-
generativen Veränderungen lumbosakral. Die bei der letzten Begutachtung 
in den E.________ 2001 gestellte Diagnose einer somatoformen Störung, 
die damals als eine nicht näher bezeichnete somatoforme Störung (ICD-10 
F45.9) klassifiziert worden sei, habe zum jetzigen Zeitpunkt weder klinisch 
noch durch die erfolgte Testung erhärtet werden können. Die beschriebe-
nen Beschwerden würden sich mit den objektiven Leitlinien, die zur Dia-
gnosestellung der Erkrankungen führen würden, decken. Eine Simulation 
sei ausgeschlossen. Weitere Änderungen der damals erstellten Diagnosen 
bestünden im Verlauf nicht, wobei sich aktuell Zeichen einer Aggravation in 
Krisensituationen im Bereich der Depression abzeichnen würden (S. 5 f. lit. 
B). Dr. med. H.________ kam zum Schluss, dass keine geistigen Beein-

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trächtigungen bestünden. Von körperlicher Seite sei die Beschwerdeführe-
rin infolge ihres ischialgiformen Schmerzsyndroms rechts beeinträchtigt. 
Daneben bestünden depressive Symptome, die zu einer weiteren Beein-
trächtigung beitrügen (S. 6 lit. C Ziff. 1). Die Beschwerdeführerin sei wenig 
belastbar, affektiv gespannt, in ihrer Konzentration beeinträchtigt, leicht er-
müdbar und vermindert leistungsfähig (Ziff. 2). Ihre bisherige Tätigkeit sei 
ihr noch zwei Stunden am Tag zumutbar (Ziff. 4); die Leistungsfähigkeit sei 
dabei um 50% infolge der depressiven Symptome gemindert (Ziff. 5 und S. 
8 Ziff. 14). In einer anderen Tätigkeit könnten die verbleibenden Fähigkei-
ten nicht besser verwertet werden (S. 7 Ziff. 10). 

3.3.2 Dr. med. L.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie FMH, diagnostizierte im Bericht vom 3. Februar 2009 (AB 48/3) rezidi-
vierende depressive Episoden sowie belastungs- und wetterabhängige 
Rückenschmerzen (Ziff. 2). Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin habe sich in den Jahren 2008 und 2009 wegen psychosozialer Belas-
tungsprobleme verschlechtert. Ihr Ehemann sei krank und wegen seiner 
Krankheit sei ihm gekündigt worden; er sei zur Zeit den ganzen Tag zu 
Hause. Ihr behinderter Sohn habe seine Stelle gekündigt und sei auch 
ganztags zu Hause. Ihre noch verheiratete Tochter und die zweijährige 
Enkelin seien vom Ehemann misshandelt worden, von zu Hause geflüchtet 
und hätten eine Zeit lang im Frauenhaus gewohnt. Die Beschwerdeführerin 
sei psychisch und physisch nicht belastbar. Diese zusätzlichen Probleme 
hätten sie psychisch völlig überfordert (Ziff. 3)

Gemäss ihrem Bericht vom 29. Oktober 2012 (AB 73) arbeite die Be-
schwerdeführerin seit Juli 2009 eindreiviertel Stunden pro Tag als … (Ziff. 
1). Es sei mehrmals eine Steigerung versucht worden, aber mit mehr Arbeit 
sei sie physisch und psychisch überfordert gewesen (Ziff. 2). Sie sei in ihrer 
Reisefähigkeit nicht eingeschränkt und könne sogar mit ihrem Auto oder 
dem Fahrrad zur Arbeit fahren (Ziff. 3). Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit 
könne zurzeit nicht erreicht werden, weil sie psychisch und physisch sehr 
eingeschränkt belastbar sei (Ziff. 5). Die Präsenzzeit könne nicht mehr ge-
steigert werden, aber eventuell die Arbeitsqualität. Die Beschwerdeführerin 
sei am 1. September 2012 zur … befördert worden und sei verantwortlich 
für … (Ziff. 6). In den Jahren 2010 und 2011 habe man eine gesundheitli-

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che Verschlechterung in Form von depressiven Episoden und akuten 
Schmerzen beobachten können (S. 4 Ziff. 10). Zurzeit sei sie etwa wieder 
so belastbar wie 2009 (Ziff. 11). Sie sei psychisch und physisch sehr ein-
geschränkt belastbar und könne nach eigenen Angaben bis auf Weiteres 
ihr Arbeitspensum nicht steigern (Ziff. 12).

3.3.3 Dr. med. M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, stellte im orthopädischen 
Teil des bisdisziplinären Gutachtens der MEDAS vom 11. Juli 2013 (AB 
81.1) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen: Lum-
boischialgie beidseits bei Osteochondrose L5/S1 mit Spondylarthrose und 
Discushernie mit links rezessaler Nervenwurzelkompression S1 und rechts 
rezessalem Wurzelkontakt S1 bei Status nach mikrotechnischer Fenestra-
tion und Wurzeldekompression L5/S1 rechts im November 1998 sowie 
leichte Spondylarthrose L2-5; Fersensporn rechts und links bei Senk-
/Spreizfüssen; Adipositas per magna (S. 8 Ziff. 6.1). Die lumbalen Schmer-
zen und die abnormen Untersuchungsbefunde der LWS könnten im We-
sentlichen auf die im MRI dokumentierte Osteochondrose L5/S1 mit Spon-
dylarthrose und medianer Discushernie mit links rezessaler Wurzelkom-
pression S1 und rechts rezessalem Wurzelkontakt S1 zurückgeführt wer-
den, wobei die Ausstrahlung der Schmerzen den Dermatomen entspreche, 
die von den betroffenen Nervenwurzeln S1 versorgt würden. Die Fersen-
schmerzen rechts und links sowie die pathologischen objektiven Befunde 
der Fersen seien durch den radiologisch dokumentierten Fersensporn 
rechts und links erklärt. Prognostisch ungünstig sei das Übergewicht, das 
zu einer vermehrten Belastung der abgenützten unteren Lendenwirbelsäule 
und auch der Fersen bei Senk-/Spreizfüssen führe (S. 8 f. Ziff. 7.2).

Im psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. med. N.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine chronische depressive Verstimmung (Dysthymie; ICD-10 
F34.1, bestehend seit mindestens Januar 2013) und aktenanamnestisch 
einen Zustand nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1, 
beschrieben von 2000 bis etwa 2007) sowie nach mittelgradiger depressi-
ver Episode (ICD-10 F33.1, bestehend etwa 2006/2007; S. 23 Ziff. 6.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 13

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er Persönlich-
keitszüge mit passiven, vermeidenden Zügen (ICD-10 Z73.1, bestehend 
seit Jahren; Ziff. 6.2). Aus psychiatrischer Sicht könne bei der Beschwerde-
führerin nach einer schweren Traumatisierung über Jahre eine posttrauma-
tische Belastungsstörung erhoben werden, wobei sich zum gegenwärtigen 
Untersuchungszeitpunkt keine Symptome für eine weiterhin bestehende 
posttraumatische Belastungsstörung erheben liessen. Nach den Aktenun-
terlagen hätten diese Symptome einer posttraumatischen Belastungs-
störung vor allem in Albträumen mit rekurrenten, intrusiven Erinnerungen 
an die im Krieg erlebte sexuelle Gewalt mit Zuständen von Verzweiflung, 
depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen und Somatisierungen be-
standen. Diese Symptome könnten von der Beschwerdeführerin inzwi-
schen nicht mehr angegeben werden, wobei auch nicht erhebbar sei, wann 
sich diese Symptome gebessert hätten. Weiter lasse sich seit etwa 2000 
eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Epi-
soden erheben im Zusammenhang mit anhaltenden körperlichen Be-
schwerden, anfänglichen Integrationsschwierigkeiten, sozialer Isolierung 
und zuletzt 2007 im Zusammenhang mit familiären Belastungen bei Er-
krankung des Ehemannes. Diese mittelgradigen depressiven Episoden 
seien gekennzeichnet gewesen durch eine niedergeschlagene Stimmungs-
lage mit Unruhezuständen, vermehrter Nachdenklichkeit, Zukunftsängsten 
und Durchschlafstörungen. Zum gegenwärtigen Untersuchungszeitpunkt 
fänden sich lediglich Hinweise für chronische depressive Stimmungs-
schwankungen entsprechend einer Dysthymie. Dabei handle es sich um 
eine leichte depressive Störung, die nach Schweregrad und Dauer der ein-
zelnen Episoden gegenwärtig nicht die Kriterien für eine mittelgradige rezi-
divierende depressive Störung erfülle. Dabei wirke die Beschwerdeführerin 
zum Untersuchungszeitpunkt in der Stimmung ausgeglichen und zeige nur 
leichte Affektstörungen mit vermindertem affektivem Mitschwingen, ver-
mehrt klagsamen Verhalten. Das Denken wirke etwas langsam, umständ-
lich, jedoch nicht wesentlich negativistisch eingeengt. Auch fänden sich 
keine Suizidgedanken und keine Hinweise für eine suizidale Einengung (S. 
25 Ziff. 7.2). Aufgrund der über Jahre bestehenden posttraumatischen Be-
lastungsstörung und der rezidivierenden depressiven Störung mit mittel-
gradigen depressiven Episoden, seien die emotionale Belastbarkeit, die 
geistige Flexibilität, Antrieb, Interessen, Motivation, Anpassungsfähigkeit, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 14

Kontaktfähigkeit und Dauerbelastung über Jahre erheblich beeinträchtigt 
gewesen. Inzwischen könne nach Besserung des psychischen Zustands-
bildes auch eine deutliche Besserung der psychischen Belastbarkeit ange-
nommen werden (S. 26 Ziff. 7.3). 

Zusammenfassend kommen die Dres. med. M.________ und N.________ 
in ihrer polydisziplinären Konsensbeurteilung zu folgenden Schlussfolge-
rungen: Die Arbeitsfähigkeit als …, einer häufig stehenden und gehenden 
Tätigkeit mit inklinierter und rotierter Körperhaltung betrage seit Februar 
1999 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz eines normalen Pensums 50%, 
nachdem bei Osteochondrose L5/S1 mit Spondylarthrose, medialer Dis-
cushernie sowie links rezessaler Nervenwurzelkompression S1 und rechts 
rezessalem Wurzelkontakt S1 sowie Fersensporn rechts und links bei 
Senk-/Spreizfüssen vorwiegend stehende und gehende Tätigkeiten mit 
häufig inklinierter und rotierter Körperhaltung nicht mehr vollumfänglich 
zumutbar seien (S. 34 Ziff. 12.1). Körperlich leichte Tätigkeiten in tempe-
rierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt 
werden könnten, ohne dass dabei häufig gelaufen werden müsse und die 
nicht mit häufigen inklinierten und rotierten Körperhaltungen verbunden 
seien, könnten gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit Februar 1999 zu 
90% zugemutet werden und zusätzlich Arbeiten ohne erhöhte emotionale 
Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität 
und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung könnten gesamthaft bei 
voller Stundenpräsenz seit Januar 2013 zu 80% durchgeführt werden (Ziff. 
12.2). Die bisherige und adaptierte Arbeitsfähigkeit bestehe ab Februar 
1999 und die revidierte adaptierte Arbeitsfähigkeit seit Januar 2013. Die 
weiterhin angenommene 20%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in 
adaptierter Tätigkeit beruhe darauf, dass trotz der nur leichten depressiven 
Störung eine erhöhte Vulnerabilität bei Status nach posttraumatischer Be-
lastungsstörung bestehe (Ziff. 12.3).

3.3.4 Wie med. pract. G.________ in ihrem Bericht vom 2. Dezember 
2013 (BB 3) ausführte, habe sie es in ihrer Tätigkeit häufiger erlebt, dass 
schwierige Ereignisse im Leben von Patienten (Arbeitsplatzverlust, Tren-
nung, Todesfall) andere traumatisierende Ereignisse in der Vergangenheit 
aktiviert und zu einer erheblichen Retraumatisierung und Destabilisierung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 15

der Patienten geführt hätten. Die im Gutachten der MEDAS gestellte Dia-
gnose einer posttraumatischen Belastungsstörung werde nicht bestritten. In 
diesem Sinne müssten die psychiatrischen Diagnosen ergänzt werden 
durch „Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung, 
ICD-10 F62.0“, nicht „Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit passiven ver-
meidenden Zügen.“ Das Vermeidungsverhalten sei ein typisches Verhalten 
für Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen, die auch in der 
ICD-10 beschrieben sei. Im psychiatrischen Gutachten bemängle Dr. med. 
N.________, dass die Beschwerdeführerin ihren psychischen Zustand nicht 
näher beschreiben könne. Dies habe viele Gründe. Zum einen habe sie 
zumindest befriedigende Deutschkenntnisse, zum anderen lediglich eine 
Schulausbildung, die wohl dem Primarschulabschluss entspreche. Im Wei-
teren sei sie schon Wochen vor der Begutachtung nervös und ängstlich 
gewesen, vor allem weil sie eigentlich nicht mehr über ihre Vergangenheit 
habe sprechen wollen, weil es ihr dann jedes Mal wieder schlechter gehe. 
Ein weiterer Grund für die Schwierigkeiten über die Vergangenheit zu spre-
chen sei möglicherweise auch darin begründet, dass sie über ihre sexuelle 
Gewalterfahrung bisher nur mit Frauen (Schwester, Mutter, Psychiaterin in 
Bern, ihrer späteren Therapeutin, Dr. med. L.________ sowie med. pract. 
G.________) gesprochen habe. Dr. med. N.________ schätze die Schwere 
der Erkrankung anders ein, als die bisherigen Untersucher und Therapeu-
ten. Die Arbeitsfähigkeit werde rein aufgrund des Gespräches eingeschätzt 
und mit 20% Arbeitsunfähigkeit beurteilt, was nur mittels einer Arbeitsab-
klärung möglich wäre. Zusammenfassend sei die Erkrankung als mindes-
tens mittelschwere depressive Störung einzuschätzen und als Diagnose 
„Anhaltende Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit“, statt der von Dr. med. N.________ gewählten 
Diagnose „Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit passiven, vermeidenden 
Zügen, ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ zu ergänzen (S. 2). Die 
Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin über ihre Gefühle und über ihre 
frühe Traumatisierung zu sprechen seien typisch für Menschen mit Trau-
matisierung und würden nicht bedeuten, dass sie einen enormen Leidens-
druck habe (S. 3).

3.3.5 In seiner Stellungnahme vom 10. Dezember 2013 (BB 4) äusserte 
sich Dr. med. D.________ über den orthopädischen Teil des Gutachtens 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 16

der MEDAS. Über die Untersuchung und Feststellungen lasse sich „eigent-
lich nicht viel sagen.“ Der einzige Diskussionspunkt wäre die Rotationsin-
stabilität im oberen Sprunggelenk. Die Liste der Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit müsste allenfalls noch mit den Problemen des 
Sprunggelenkes ergänzt werden. Die Feststellung, dass eine körperlich 
schwere Arbeit nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden könne, sei 
insofern unkorrekt, weil nämlich eine schwere körperliche Arbeit überhaupt 
nicht zugemutet werden könne. Weiter sei die Folgerung, dass in der bishe-
rigen Tätigkeit eine 50%-ige und in einer adaptierten Tätigkeit eine 75%-ige 
Arbeitsfähigkeit bestehe, nicht verständlich, da die bisherige Tätigkeit adap-
tiert sei und die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, und es ihr nicht 
zumutbar sei, mehr als 50% zu arbeiten. Angesichts ihres Alters und ihrer 
Herkunft sowie ihres Ausbildungsstandes erscheine die Eingliederungs-
fähigkeit äusserst klein zu sein. 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 17

externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von 
anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-
teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es 
gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem 
Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung 
abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist 
eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage 
der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat in der hier angefochtenen Verfügung 
vom 6. November 2013 (AB 90) im Wesentlichen auf das bidisziplinäre 
Gutachten der MEDAS vom 11. Juli 2013 (AB 81.1) abgestellt. Dieses er-
füllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert 
eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4. 
hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Die Dres. med. 
M.________ und N.________ haben sich in ihren Beurteilungen sorgfältig 
mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt sowie ihre 
Schlussfolgerungen und Einschätzungen gestützt auf ihre Untersuchungen 
sowie die Akten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dargelegt. Die 
Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge 
sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand überzeugend begründet. In der Folge ist darauf abzustellen.

Der eingereichte Bericht von med. pract. G.________ vom 2. Dezember 
2013 (BB 3) ändert daran nichts. So schienen anlässlich der 70-minütigen 
psychiatrischen Untersuchung in der MEDAS die Auffassung, die Aufmerk-
samkeit sowie die Konzentrationsfähigkeit intakt und es liessen sich keine 
wesentlichen Gedächtnisstörungen oder Suizidgedanken und keine Hin-
weise für eine suizidale Einengung finden bzw. erheben (AB 81.1 S. 2 
i.V.m. S. 22 Ziff. 5.2 i.V.m. S. 25 Ziff. 7.2). Schlafstörungen konnten von der 
Beschwerdeführerin aktuell nicht mehr angegeben werden (S. 25 Ziff. 7.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 18

Bei der psychiatrischen Untersuchung bei Dr. med. N.________ konnten 
keine mittelgradigen depressiven Episoden mehr erhoben werden; es fan-
den sich lediglich Hinweise für chronische depressive Stimmungsschwan-
kungen entsprechend einer Dysthymie, bei der es sich um eine leichte de-
pressive Störung handelt (S. 25 Ziff. 7.2). Entgegen der Ansicht von med. 
pract. G.________ konnte bei der aktuellen psychiatrischen Begutachtung 
keine posttraumatische Belastungsstörung mehr diagnostiziert werden, 
bzw. nur eine von 2000 bis 2007 (S. 23 Ziff. 6.1 und S. 24 Ziff. 7.1). Nicht 
gefolgt werden kann med. pract. Rentfle betreffend der von ihr gestellten 
Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembe-
lastung (ICD-10 F62.0; BB 3 S. 2). Aufgrund der Akten sowie seiner psych-
iatrischen Exploration kam Dr. med. N.________ zum überzeugenden und 
nachvollziehbaren Schluss, dass akzentuierte Persönlichkeitszüge mit pas-
siven, vermeidenden Zügen, bestehend seit Jahren (ICD-10 Z31.1), vorlie-
gen, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben. Med. pract. 
G.________ bringt denn auch keine konkreten Indizien vor, die gegen die 
Zuverlässigkeit der psychiatrischen Beurteilung - inkl. Diagnosestellung - 
von Dr. med. N.________ sprächen, was eine Abweichung von ihr rechtfer-
tigen würde. Die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsveränderung 
nach Extrembelastung (ICD-10 F 62.00) wurde denn auch über die gesam-
te Länge der Behandlung ausser von med. pract. G.________ weder von 
einem begutachtenden noch einem behandelnden Psychiater gestellt. Was 
den Einwand betreffend der mangelnden Deutschkenntnisse betrifft, so 
kann dem bidsiziplinären Gutachten entnommen werden, dass die Be-
schwerdeführerin ausreichend die deutsche Sprache beherrscht und keine 
Verständigungsprobleme bestanden (AB 81.1 S. 11 Ziff. 1.1). Auch ist da-
von auszugehen, dass sie nach über zwanzigjährigem Aufenthalt und lang-
jähriger Erwerbstätigkeit in der Schweiz der deutschen Sprache mächtig ist. 
Soweit eine fehlende Berufsausbildung geltend gemacht wird (BB 3 S. 2), 
stellt eine solche, anders als Sprachprobleme, keinen Umstand dar, der 
Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens wecken könnte. Abgesehen 
davon hat die Beschwerdeführerin sehr wohl eine Berufsausbildung abge-
schlossen. So kann den Akten entnommen werden, dass sie die dreijährige 
Mittelschule für … mit dem Fähigkeitsausweis/Diplom als … bzw. Ausbil-
dung zur … abschloss (vgl. u.a. VA 23 S. 4 Ziff. 6.2, AB 2, 12 S. 3 lit. D1, 
15 S. 2 lit. D1). Entgegen der Ansicht von med. pract. G.________ basiert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 19

die Einschätzung der Erwerbsfähigkeit von Dr. med. N.________ nicht nur 
auf der eigenen Untersuchung. Vielmehr hat er dabei die gesamten medi-
zinischen Vorakten mitberücksichtigt und im Rahmen der medizinischen 
Würdigung nachvollziehbar kommentiert.

Auch der Bericht von Dr. med. D.________ vom 10. Dezember 2013 (BB 4) 
ändert an den Schlussfolgerungen des MEDAS-Gutachtens nichts. Entge-
gen den Ausführungen von Dr. med. D.________ vom 10. Dezember 2013 
(BB 4) ist die Diagnoseliste mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht 
noch um Probleme des Sprunggelenkes zu ergänzen. Erstmals berichtete 
die Beschwerdeführerin am 10. September 2012 über eine chronische 
OSG-Rotationsinstabilität beidseits (AB 67 S. 2 Ziff. 1.2), von ärztlicher 
Seite erwähnte sie erstmals Dr. med. O.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, in sei-
nem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin am 5. November 2012 ein-
gegangenen Bericht (AB 74 S. 1 Ziff. 1.1). In den vorherigen Berichten 
wurde, wenn überhaupt lediglich über Rückenschmerzen mit (gelegentli-
cher) Ausstrahlung in die Beine bzw. Schmerzen beim Gehen (u.a. VA 11 
und 13, AB 10/2 lit. D Ziff. 4, AB 15 S. 3 Ziff. 2, AB 43 S. 2) berichtet. Wie 
dem Gutachten der MEDAS vom 11. Juli 2013 (AB 81.1) entnommen wer-
den kann, konnte anlässlich der orthopädischen Begutachtung im Juni 
2013 die von Dr. med. O.________ festgestellte OSG-Rotationsinstabilität 
nicht bestätigt werden (S. 9 Ziff. 7.5). Der sowohl im linken als auch rechten 
OSG bildgebend festgestellte deutliche Fersensporn (S. 7 Ziff. 5.3) wurde 
zudem bei den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit berück-
sichtigt (S. 8 Ziff. 6.1). Betreffend eine adaptierte Verweistätigkeit hat Dr. 
med. M.________ nachvollziehbar und überzeugend ausgeführt, welche 
Einschränkungen in der Tätigkeit als … und welche in einer adaptierten 
Tätigkeit bestehen. Körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten 
sind denn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden (Ent-
scheid des BGer vom 23. Juli 2010, 8C_300/2010, E. 4.2), weshalb es sich 
erübrigt, die adaptierte zumutbare Arbeit konkret zu benennen. Weiter ste-
hen weder die berufliche Ausbildung der Beschwerdeführerin noch deren 
Alter einer Eingliederung im Wege.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 20

Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, von der Einschätzung der Gut-
achter der MEDAS abzuweichen, zumal die Kritik der behandelnden Ärzte 
denn auch mehr auf die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit als auf deren 
Vorliegen aus medizinisch-theoretischer Sicht zielen.

4. Nachfolgend ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt.

4.1 Was die somatischen Beschwerden betrifft, so wurden diese mit 
unangefochten gebliebener Verfügung vom 27. Januar 2000 (AB 7/4) zu-
mindest ab 1. Mai 1999 als nicht mehr rentenrelevant eingestuft. Die Ren-
tenzusprechung vom 25. Juni 2001 (AB 18), mit welcher der Beschwerde-
führerin ab September 2000 eine halbe und ab April 2001 eine ganze Inva-
lidenrente zugesprochen wurde, beruhte damals hauptsächlich auf der 
erstmals im Jahre 2000 geltend gemachten Kriegstraumatisierung (AB 10) 
und der von der Klinik E.________ diagnostizierten posttraumatischen Be-
lastungsstörung unter Ausbildung einer somatoformen Störung sowie de-
pressiven Symptomatik und Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöh-
nung (AB 15 S. 1 lit. A Ziff. 1). Diese Diagnose und die gestützt darauf er-
folgte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beruhte auf den anamnestisch erho-
benen Angaben sowie dem Psychostatus. Berichtet wurde von 
Schlafstörungen zufolge anhaltender Albträume bezüglich der Kriegserleb-
nisse mit entsprechender Erschöpfung und Niedergeschlagenheit, beson-
ders am Morgen (S. 3 Ziff. D2), was - unter Beachtung der somatischen, 
seit der Rentenaufhebung per 30. April 1999 unverändert gebliebenen Be-
schwerden - nach der von der Beschwerdegegnerin übernommenen gut-
achterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 20% (S. 4 Ziff. D5) zur 
Ausrichtung einer ganzen Rente führte (AB 18). Im Rahmen der psychiatri-
schen Verlaufsbegutachtung 2007 in der Klinik E.________ (AB 43) wurde 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1) diagnostiziert (S. 5 Ziff. 4). Anamnestisch wurden mannig-
fache psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren aufgelistet 
(ungewollte Schwangerschaft, Krankheit und Unfall des Ehemannes, Er-
ziehungsprobleme mit zwei kriegsgeschädigten Kindern, Problematik der 
… Mischehe im familiären und sozialen Umfeld [leide unter Ausgrenzung 
und Isolierung], nicht näher erhobene Umstände eines Mordes in der Fami-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 21

lie, Verheimlichung des erlittenen Traumas vor dem Ehemann aus kulturel-
len Gründen; AB 26 S. 3 lit. A, AB 31 S. 3 und AB 43 S. 2 f.), welche der 
behandelnden Psychiaterin zur Befürchtung Anlass gaben, die Beschwer-
deführerin könne die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Rahmen nicht weiter 
aufrechterhalten (AB 43 S. 7 Ziff. 12). Von erheblichen psychosozialen Be-
lastungen wird denn auch im Verlaufsbericht vom 3. Februar 2009 (AB 48) 
berichtet, wonach sowohl der Ehemann zufolge Arbeitslosigkeit als auch 
der behinderte Sohn zufolge Stellenkündigung ganztags zu Hause seien 
und zudem ihre Tochter und Enkelin von deren Ehemann bzw. Vater miss-
handelt worden seien (S. 1).

4.2 Im Vergleich dazu präsentierten sich 2012/2013 ganz andere Ver-
hältnisse. So wurde die Beschwerdeführerin aus beruflicher Sicht befördert 
und ist seit dem 1. September 2012 als … verantwortlich für … (AB 73 S. 3 
Ziff. 6). Gegenüber Dr. med. N.________ gab sie anlässlich der MEDAS-
Begutachtung an, dass sie sich derzeit unter Medikamenten ruhiger fühle, 
fünf bis sechs Stunden schlafe und bloss noch selten Albträume und Erin-
nerungen an die durchgemachten Kriegsereignisse habe (S. 16 Ziff. 3.2.1). 
Die familiäre Situation würde sie weiterhin belasten, sie habe vor allem 
Angst vor der Zukunft (S. 17 Ziff. 3.2.2) und sei manchmal traurig, beson-
ders bei Schlechtwetter (S. 16 Ziff. 3.2.1). Hinsichtlich der familiären Situa-
tion ist jedoch insoweit eine Entlastung festzustellen, als dass der leicht 
behinderte Sohn nun selbstständig wohnt, verheiratet ist und einer Arbeit 
nachgeht. Ebenso lebt die Tochter selbstständig und hat wieder einen 
Freund (S. 19 Ziff. 3.2.5). Gleiches gilt hinsichtlich der sozialen Kontakte, 
wonach die Beschwerdeführerin über Kolleginnen verfügt (S. 19 Ziff. 3.2.5) 
und den jüngsten Sohn zum Fussballtraining und  -turnieren begleitet. 
Ebenso reiste sie im Juli 2012 zusammen mit der Tochter nach … (S. 21 
Ziff. 3.2.10). 

4.3 Im Lichte dieser - seit der für die Rentenausrichtung massgeblichen 
Begutachtung eingetretenen - Veränderungen ist sowohl von einer zwi-
schenzeitlich eingetretenen Entlastung von gravierenden familiären Pro-
blemen (Sohn/Tochter) als auch von einer beachtlichen Zunahme des so-
zialen Aktivitätsniveaus (Ausgrenzung/Isolation) und des beruflichen Auf-
stiegs (Beförderung) auszugehen. Insoweit ist nachvollziehbar, dass Dr. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 22

med. N.________ von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes 
ausgegangen ist (AB 81.1 S. 25 f. Ziff. 7.2 f.). Unter Berücksichtigung die-
ser objektiv ausgewiesenen verbesserten Lebensumstände erscheint da-
gegen fraglich, ob sich die vom Gutachter rückwirkend per Februar 1999 
angenommene Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90% (vgl. dazu E. 3.3.3) 
mit ausschliesslich versicherungspsychiatrisch relevanten Faktoren be-
gründen liesse. Vielmehr dürfte es sich dabei um eine ausserhalb des Be-
weisgegenstandes liegende retrospektiv andere Beurteilung eines damals 
ausgewiesenen medizinischen Sachverhaltes handeln, weshalb dieser 
Frage im vorliegenden Verfahren nicht mehr weiter nachzugehen ist. 

Schliesslich überzeugt in Anbetracht des erhobenen Psychostatus auch die 
vom Gutachter gestellte Diagnose einer Dysthymie, erweist sich doch die in 
den medizinischen Akten dokumentierte chronisch depressive Verstim-
mung nicht mehr in einer Ausprägung vorliegend, um die Kriterien für eine 
rezidivierende depressive Störung zu erfüllen. Damit ist der von der Be-
schwerdegegnerin angenommene Grund zur Rentenrevision ausgewiesen 
und es ist nachfolgend eine freie Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen 
vorzunehmen (vgl. E. 2.5 hiervor). Aus diesem Grund braucht der von Dr. 
med. P.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 
RAD sinngemäss aufgeworfenen Frage, ob bei der ursprünglichen Renten-
zusprache ausser Acht gelassen worden sei, dass bei der angenommenen 
posttraumatischen Belastungsstörung der Gesundheitsschaden bereits bei 
der Einreise in die Schweiz bestanden haben dürfte (AB 77 S. 5), unter 
dem Aspekt der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfü-
gung (zufolge der möglicherweise nicht gegebenen versicherungsmässigen 
Voraussetzungen) nicht weiter abgeklärt werden.

5.

In der Folge ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

Aufgrund der massgeblichen bidisziplinären Beurteilung der MEDAS vom 
11. Juli 2013 (AB 81.1) können der Beschwerdeführerin körperlich leichte 
Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und 
stehend ausgeübt werden können, ohne dass dabei häufig gelaufen wer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 23

den muss und die nicht mit häufigen inklinierten und rotierten Körperhal-
tungen verbunden sind, gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 90% zu-
gemutet werden. Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne 
Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität und ohne über-
durchschnittliche Dauerbelastung können zusätzlich gesamthaft bei voller 
Stundenpräsenz seit Januar 2013 zu 80% durchgeführt werden (S. 34 Ziff. 
12.2). Was die diagnostizierte Dysthymie betrifft, ist darauf hinzuweisen, 
dass dieser gemäss Rechtsprechung keine invalidisierende Wirkung zu-
kommt (SVR 2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2). Da zudem, wie bereits gesagt, 
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mehr ge-
stellt werden kann, erübrigt sich die Prüfung der Zumutbarkeit der willentli-
chen Überwindung. Bezüglich der diagnostizierten Adipositas ist unbestrit-
ten, dass diese die Arbeitsfähigkeit beeinflusst, aufgrund des MEDAS-
Gutachtens ist jedoch erstellt, dass trotzdem in einer angepassten Ver-
weistätigkeit eine 80%-ige Resterwerbsfähigkeit besteht. Zudem ist die 
Adipositas einer therapeutischen Behandlung zugänglich (AB 81.1 S. 35 
Ziff. 12.4).

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Für die Bestimmung des Invalidenein-
kommens anhand von Tabellenlöhnen bei Versicherten, die nach Eintritt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 24

des Gesundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht an-
spruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist in der Regel vom durchschnitt-
lichen monatlichen Bruttolohn („Total“) für Männer oder Frauen bei einfa-
chen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) auszugehen. Da-
bei sind in erster Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massge-
bend (SVR 2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

5.3 Da der Revisionsgrund ab dem Zeitpunkt der bidisziplinären Explo-
ration am 26. Juni 2013 (AB 81.1 S. 1 Ziff. 1.1) erstellt ist, ist auf diesen 
Zeitpunkt hin ein Einkommensvergleich vorzunehmen.

5.4 Da der Beschwerdeführerin ihre Anstellung als … am 20. Juli 1998 
aus wirtschaftlichen Gründen per 31. August 1998 gekündigt wurde (VA 
15), wäre sie auch im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit nicht mehr beim damaligen Arbeitgeber angestellt. Da somit die „ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen“ nicht ursächlich für die Kündigung wa-
ren, rechtfertigt sich für die Bestimmung des Valideneinkommens recht-
sprechungsgemäss ein Abstellen auf Tabellenlöhne (Entscheid des BGer 
vom 14. April 2010, 9C_130/2010, E. 3.3.1). Hierfür ist der Totalwert Frau-
en der Tabelle TA1 der LSE 2010 massgebend. Ebenfalls ist das Invali-
deneinkommen aufgrund dieses Tabellenlohnes zu ermitteln. Sind Validen- 
und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berech-

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nen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invali-
ditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des 
Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute Bundesgericht] vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Hier 
beruhen beide Vergleichseinkommen auf statistischen Grössen, weshalb 
invaliditätsfremde Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) bei beiden Einkommen zu 
berücksichtigen wären (Urteil des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, 
E. 5), mithin keinen Abzug zur Folge hätte. Daher lässt sich der von der 
Beschwerdegegnerin errechnete rentenausschliessende Invaliditätsgrad 
von 20% nicht beanstanden.

6.

6.1 Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach 
langjährigem Rentenbezug können ausnahmsweise Erfordernisse des Ar-
beitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungs-
fähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, 
wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines 
bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähi-
gender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten 
Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle 
zu beschränken, in denen die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente 
eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt 
oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Ein Anspruch auf 
Massnahmen beruflicher Art setzt voraus, dass die objektive und subjektive 
Eingliederungsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewie-
sen ist (Entscheid des BGer vom 1. Februar 2012, 9C_726/2011 E. 5.1).

6.2 Die Beschwerdeführerin war im Verfügungszeitpunkt (Entscheid des 
BGer vom 12. Januar 2015, 8C_446/2014 [zur Publikation vorgesehen], 
E. 4.2.1) 50-jährig und bezog vom 1. Februar 1998 bis 30. April 1999 
(AB 7) und ab dem 1. September 2000 (AB 18) bis 31. Dezember 2013 
(AB 90), d.h. während weniger als 15 Jahren eine Rente. Da zudem kein 

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Grenzfall im Sinne der jüngsten Rechtsprechung (BGer 8C_446/2014) vor-
liegt, ist es der Beschwerdeführerin zumutbar, ihre medizinisch attestierte 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit direkt auf dem Weg der Selbsteingliede-
rung zu verwerten. Trotz langjährigem Rentenbezug war sie denn auch in 
einem Teilpensum erwerbstätig und erlebte trotz ihres Gesundheitsscha-
dens einen beruflichen Aufstieg, indem sie zur Objektleiterin befördert wur-
de (AB 73 S. 3 Ziff. 6). Sie verfügt somit auch über die erforderlichen Res-
sourcen, um ihr Arbeitspensum zu steigern bzw. die aus medizinisch-
theoretischer Sicht bestehende Arbeitsfähigkeit bestmöglich zu verwerten 
(Entscheid des BGer vom 22. Dezember 2014, 8C_586/2014, E. 8.2). 

7.

Die angefochtene Verfügung vom 6. November 2013 (AB 90) erweist sich 
damit als korrekt. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und 
somit abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Unter Berücksichtigung des mit prozessleitender 
Verfügung vom 28. Februar 2014 gutgeheissenen Gesuchs um unentgeltli-
che Rechtspflege wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit 
(Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. April 2015, IV/13/1095, Seite 27

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

8.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Die Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 18. Februar 2014, in 
welcher er einen Aufwand von 4.90 Stunden à Fr. 260.-- für seine Tätigkeit 
und 5.50 Stunden à Fr. 160.-- (resp. Fr. 100.-- im Rahmen der unentgeltli-
chen Rechtspflege) für die Tätigkeit des juristischen Mitarbeiters (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 6. Februar 2009, 5D_175/2008, E. 4 mit Hinweis) 
geltend macht, ist nicht zu beanstanden. Somit ist der tarifmässige Partei-
kostenersatz auf Fr. 2‘534.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzulegen. Ent-
sprechend ist das amtliche Honorar auf Fr. 1‘860.20 (Fr. 1‘530.-- [4.90 
Stunden à Fr. 200.-- und 5.50 Stunden à Fr. 100.--] zuzüglich Auslagen von 
Fr. 192.40 und Mehrwertsteuer von Fr. 137.80) festzusetzen und Rechts-
anwalt B.________ aus der Gerichtskasse zu vergüten. Die Beschwerde-
führerin hat dem Kanton Bern diese Kosten nach den Voraussetzungen 
von Art. 123 ZPO - d.h. sobald sie innert zehn Jahren nach Abschluss des 
Verfahrens zur Nachzahlung in der Lage ist - nachzubezahlen (Art. 113 
VRPG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘534.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘860.20 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.