# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 706413ec-62fe-5511-8049-7eb647b24f01
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.07.2008 IV 2007/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-41_2008-07-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/41

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 22.07.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 22.07.2008
Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG. Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente. 
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme von medizinischen 
Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 22. Juli 2008, IV 2007/41).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Martin Rutishauser, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 22. Juli 2008

in Sachen

K.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121, 

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

 betreffend

Rente

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 Sachverhalt:

A.   

A.a  Mit Verfügung vom 29. Dezember 2004 eröffnete die IV-Stelle St. Gallen dem 1943 

geborenen K.___, dass die Invalidenversicherung die Kosten für die Abgabe eines 

Hörgerätes übernehme (IV-act. 41). Am 16. Mai 2006 meldete sich der Versicherte zum 

Bezug einer Rente an (IV-act. 34). Gemäss Austrittsbericht der Klinik Valens vom 15. 

November 2005 leidet der Versicherte an einem lumbospondylogenen Syndrom 

rechtsseitig, an Diabetes, an einer Adipositas sowie an einer Hiatushernie. Die 

Klinikärzte hielten fest, die bisherige Arbeit als Maschinenführer sei dem Versicherten 

aktuell (seit 4. Oktober 2005) nicht mehr zumutbar. Eventuell könne mit 

therapeutischen und medizinischen Massnahmen eine deutliche Verbesserung der 

Beschwerden erreicht werden. Für andere berufliche Tätigkeiten sei dem Patienten eine 

leicht bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit ganztags zumutbar (IV-act. 

30-16/30f). Der Beschwerdeführer hatte seit 1988 bei der A.___ AG vollzeitlich als 

Maschinenführer gearbeitet. Seit dem 1. September 2005 bestand an diesem 

Arbeitsplatz eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 28). Bei der B.___ AG war der 

Beschwerdeführer seit 1991 teilzeitlich (Beschäftigungsgrad von ca. 36%; IV-act. 23) 

als Hilfskäser beschäftigt (IV-act. 24).

A.b Nach Durchführung von weiteren Abklärungen eröffnete die IV-Stelle dem 

Versicherten mit Vorbescheid vom 3. November 2006, es bestehe kein Anspruch auf 

Leistungen der Invalidenversicherung. Er sei in den letzten Jahren als Fabrikarbeiter 

und Aushilfskäser tätig gewesen. Letztere Beschäftigung übe er in gewohnter 

Teilzeitarbeit weiterhin aus. Im Rahmen des Haupterwerbs wäre es ihm aus 

medizinischer Sicht möglich, in einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit 

zu 100% zu arbeiten. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt könne er mindestens das 

gleiche Einkommen erzielen wie zuletzt bei der A.___ AG (Fr. 54'185.-- pro Jahr). Unter 

den gegebenen Umständen liege keine Invalidität im Sinn des Gesetzes vor (IV-act. 21). 

Nachdem Dr. med. C.___, Innere Medizin Rheumatologie FMH, am 22. November 2006 

eine Stellungnahme (IV-act. 18) eingereicht und diese in der Folge an den Versicherten 

weitergeleitet worden war (IV-act. 19), verfügte die IV-Stelle am 13. Dezember 2006 im 

Sinn des Vorbescheids (IV-act. 17).

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B.  

B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Daniel Küng, St. Gallen, für den 

Versicherten am 22. Januar 2007 Beschwerde. In der Beschwerdeergänzung vom 3. 

Februar 2007 stellte der Rechtsvertreter die Anträge, die Verfügung sei aufzuheben, 

und dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente ab wann rechtens, allerdings 

spätestens ab August 2006, zuzusprechen; eventuell sei die Angelegenheit zwecks 

Vornahme weiterer Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter 

anderem dar, die Beschwerdegegnerin stütze sich einzig auf den Bericht der Klinik 

Valens und die Einschätzung des RAD ab und würdige die Ausführungen von Dr. C.___ 

nicht rechtsgenüglich. Es sei zudem unverständlich, dass keine psychiatrische 

Begutachtung veranlasst worden sei. Ausserdem handle es sich bei Dr. C.___ um einen 

fachlich anerkannten Arzt, der auf der Liste der für die MEDAS Ostschweiz tätigen 

Gutachter figuriere (act. G 3.3), wohingegen nicht bekannt sei, über welche 

Qualifikationen der RAD-Arzt Dr. D.___ verfüge. Dieser stehe zudem in einem 

Abhängigkeitsverhältnis zur Beschwerdegegnerin. Selbst der RAD-Arzt gehe davon 

aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. 

Ohne Begründung werde vermerkt, dass der Beschwerdeführer mindestens das 

gleiche Einkommen erzielen könne wie zuletzt bei der A.___ AG. Bei der Frage der 

verwertbaren Restarbeitsfähigkeit dürfe nicht von realitätsfremden 

Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer habe im Jahr 2005 

bei der B.___ AG ein Einkommen von Fr. 18'060.-- erzielt und seine 

Restarbeitsfähigkeit damit mehr als optimal verwertet. Ausgehend von einem Validen­

einkommen von Fr. 72'245.-- (er hätte als Gesunder weiterhin an zwei Stellen 

gearbeitet) und von einem Invalideneinkommen von Fr. 18'060.-- ergebe sich ein IV-

Grad von 75%. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei gemäss Schreiben von Dr. C.___ 

vom 6. Juni 2006 auf den August 2005 festzusetzen.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 28. März 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter anderem dar, Dr. D.___ 

sei Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Zudem sei Art. 49 IVV massgebend, wo 

festgehalten sei, dass der RAD im Rahmen der medizinischen Fachkompetenz von der 

IV-Stelle unabhängig sei. Ausserdem könne davon ausgegangen werden, dass kein 

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Anspruch auf Beizug von versicherungsexternen Gutachtern bestehe und ein Entscheid 

deshalb allein auf versicherungsinterne Grundlagen abgestützt werden könne. Dr. 

C.___ sei Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie. Er selbst habe den Bericht 

der Klinik Valens eingereicht und stütze seine Angaben in weiten Teilen darauf ab. 

Insbesondere beschreibe er den Gesundheitszustand als unverändert seit dem 

Aufenthalt im Oktober 2005. Eine angepasste Tätigkeit halte Dr. C.___ aufgrund der 

depressiven, ängstlichen und fatalistischen Symptomatik als nicht mehr möglich. Eine 

eigentliche psychiatrische Diagnose sei nicht zu finden. Dr. C.___ beschreibe nicht im 

Einzelnen, weswegen der Beschwerdeführer aufgrund seiner Ängste und der 

depressiven Veränderungen nicht mehr arbeiten können solle. Ganz allgemein würden 

sich eher Probleme im psychosozialen Bereich abzeichnen, die nicht IV-relevant seien. 

Auch dem Beschwerdeführer müsse es möglich sein, eine seinem Leiden angepasste 

Tätigkeit zu finden. Auch könne er nicht geltend machen, dass ihm die Verwertung 

seiner (noch vollen) Arbeitsfähigkeit unzumutbar sei. Gemäss Rechtsprechung müsse 

es einer 61jährigen Versicherten, die in einer körperlich leichten bis mittelschweren 

Tätigkeit noch zu 50% arbeitsfähig sei, noch möglich sein, auf dem hypothetischen 

Arbeitsmarkt eine Arbeitsstelle zu finden. Der Beschwerdeführer sei zwar älter, könne 

aber voll arbeiten, und zudem habe er aktuell noch eine Arbeitsstelle inne, die er 

allenfalls ausbauen könnte. Dabei wäre er in der Lage, sicher rund Fr. 50'000.-- zu 

verdienen. Im Vergleich mit den aus beiden Stellen zusammengerechneten Einkommen 

resultiere so eine Erwerbseinbusse von 30%, welche keinen Anspruch auf eine 

Rentenleistung begründe.

B.c Mit Replik vom 1. Juni 2007 bestätigte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

seinen Standpunkt. Am 11. Juni 2007 teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie halte an 

ihrem Antrag fest.

Erwägungen:

1.   

1.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2004 gültigen Fassung besteht der 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei 

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einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in Kraft 

gewesen bis 31. Dezember 2002) bzw. 16 ATSG (in Kraft seit 1. Januar 2003) das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Die Invalidität des Beschwerdeführers ist unbestrittenermassen 

nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bemessen.

1.2  Die Ärzte der Klinik Valens bestätigten im Austrittsbericht vom 15. November 2005, 

dass für andere berufliche Tätigkeiten (als die bisherige Arbeit als Maschinenführer) 

dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit 

ganztags zumutbar sei. Weitere Einschränkungen bestünden darin, dass maximal 

Gewichte bis 15 kg manchmal (6-33% eines Achtstunden-Arbeitstages) gehoben 

werden könnten und Gehen und Sitzen nur manchmal (6-33% eines Achtstunden-

Arbeitstages) möglich sei (IV-act. 30-16/30f). Dr. C.___ berichtete am 6. Juni 2006, der 

Gesundheitszustand sei vorwiegend wegen psychischer Faktoren verschlechtert. Eine 

psychiatrische Exploration sei nötig (IV-act. 30-5/30; vgl. auch IV-act. 26-1/1). Der 

RAD-Arzt Dr. D.___ stellte sich im Bericht vom 30. Oktober 2006 auf den Standpunkt, 

dass sich angesichts der besonderen Fallumstände (individuelle Faktoren) eine 

zusätzliche psychiatrische Abklärung erübrigen sollte (IV-act. 23). Dr. C.___ legte in der 

Stellungnahme vom 22. November 2006 dar, für eine beruflich unausgebildete Person 

sei nur mit körperlich schweren Arbeiten - bei der Tätigkeit als Fabrikarbeiter und 

Aushilfskäser handle es sich häufig um solche - ein Auskommen erzielbar. Dass er in 

einer körperlich leichten unqualifizierten Tätigkeit ein ähnliches Einkommen erzielen 

könne, sei unlogisch und nicht nachvollziehbar. Es bestünden (neben den körperlichen 

Einschränkungen) auch erhebliche psychische Probleme im Sinn depressiver 

Störungen (IV-act. 18). Zuhanden der Pensionskasse sowie des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers führte Dr. C.___ am 29. Januar 2007 aus, seit 29. August 2005 

bestehe in der Tätigkeit als Maschinenführer bei der A.___ AG eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund des bisherigen Verlaufs komme kaum eine neue Tätigkeit 

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in Frage; dies besonders auch unter Beachtung der psychischen Verschlechterung (IV-

act. 6). Ihm (dem Arzt) sei schleierhaft, wieso sich "angesichts der besonderen 

Fallumstände (individuelle Faktoren)" eine psychiatrische Exploration erübrigen sollte 

(IV-act. 5). Von Seiten des RAD (E.___) wurde im Bericht vom 14. März 2007 

festgehalten, dass bei einem zwei Jahre vor der Pension stehenden ungelernten 

Arbeiter mit geringen intellektuellen und psychischen Ressourcen sowie fachlich 

geringen Kenntnissen eine berufliche Massnahme (Umschulung) keinen Sinn mache 

und eine erfolglose berufliche Eingliederung mehr als wahrscheinlich sei, sei sicherlich 

auch aus nichtmedizinischer Sicht nachvollziehbar. Ebenso sei aber aus diesen 

Gründen sehr wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer mit einer solchen 

(psychischen) Stresssituation psychisch reagiere und mit einer weiteren Steigerung von 

Somatisierungssymptomen und anderen depressiven Störungen zu rechnen sein 

werde. Dafür spreche, dass der Hausarzt bereits psychische Auffälligkeiten schildere. 

Sollte die für solche Fälle gedachte Regelung (Rz 3050-3052 des Kreisschreibens über 

die Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH]; Festlegung konkreter beruflicher Tätigkeiten) 

nicht angewendet werden können, müsse eine nicht zwingend indizierte psychiatrische 

Abklärung erfolgen mit der Konsequenz, dass bei einer theoretischen 

Restarbeitsfähigkeit dem Beschwerdeführer zunächst berufliche Massnahmen 

angeboten werden müssten, "bis nach erfolgten Bemühungen der dann für die 

Rentenfestsetzung relevante Gesundheitsschaden abgeklärt werden" könne (IV-act. 1).

2.   

2.1  Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 125 V 195 E. 2, 

121 V 47 E. 2a, 208 E. 6b mit Hinweis). Der Sozialversicherungsprozess ist vom 

Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Dieser schliesst die Beweislast im Sinn einer 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist, 

im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift 

die Beweisregel Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der 

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Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit 

Hinweis). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a 

mit Hinweis; RKUV 2000, 214). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen 

und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie 

als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei 

sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee 

mit Hinweis). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen formellen Anspruch auf 

versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet 

das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den 

Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - 

abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (RKUV 1997, 281 E. 1a).

2.2  Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Diesbezüglich liegen sich widersprechende ärztliche 

Meinungen vor. In der Klinik Valens wurde der Beschwerdeführer vom 4. bis 25. 

Oktober 2005 ausschliesslich in somatischer Hinsicht therapiert und abgeklärt (IV-act. 

30-15/30). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung (ganztägige Zumutbarkeit einer leicht bis 

mittelschweren wechselbelastenden Arbeit) bezieht sich somit einzig auf die 

körperlichen Einschränkungen. Der Internist und Rheumatologe Dr. C.___ bestätigte in 

der Folge im Juni 2006 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus 

psychischen Gründen, wobei er eine psychiatrische Exploration als nötig erachtete (IV-

act. 30-5/30, 26-1/1). Im November 2006 und Januar 2007 vermerkte Dr. C.___ das 

Vorliegen depressiver Störungen und erachtete die Möglichkeit, eine neue Tätigkeit 

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aufzunehmen, insbesondere auch unter Beachtung der psychischen Verschlechterung 

als in Frage gestellt (IV-act. 6, 18). Der RAD-Arzt Dr. D.___, Facharzt für Neurologie und 

Psychiatrie (act. G 6 S. 3), hatte im Bericht vom 30. Oktober 2006 besondere 

Fallumstände (individuelle Faktoren) angeführt - ohne diese näher darzulegen -, 

aufgrund welcher auf eine psychiatrische Abklärung verzichtet werden könne (IV-act. 

23). Auch die zusätzliche RAD-Stellungnahme vom 14. März 2007 von E.___ vermag 

nicht zu verdeutlichen, wieso auf eine psychiatrische Abklärung zu verzichten sei. 

Insbesondere hilft der Hinweis, dass berufliche Massnahmen wegen des Alters sowie 

der intellektuellen und psychischen Ressourcen des Beschwerdeführers keinen Sinn 

machen würden (IV-act. 1), in diesem Zusammenhang nicht weiter. Immerhin wurde 

aber in dieser RAD-Stellungnahme anerkannt, dass beim Beschwerdeführer mit einer 

Steigerung der psychischen Reaktion in Form von Somatisierungssymptomen und 

depressiven Störungen zu rechnen sei (IV-act. 1).

Bei dem geschilderten medizinischen Sachverhalt blieb unklar, inwiefern die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der IV-Anmeldung (Mai 2006) 

durch einen psychischen Befund eingeschränkt war. Auch wenn es sich bei Dr. C.___ 

nicht um einen Facharzt auf diesem Gebiet handelt, so lassen seine Stellungnahmen 

eine psychische Einschränkung doch als nicht ausgeschlossen erscheinen. Hiefür 

musste der Arzt entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht im Einzelnen 

umschreiben, weshalb der Beschwerdeführer aufgrund seiner Ängste und der 

depressiven Veränderungen nicht mehr arbeiten könne (vgl. auch act. G 12.1). Der von 

der Beschwerdegegnerin angeführte Umstand, dass anlässlich des Aufenthalts des 

Beschwerdeführers in Valens keine psychischen Befunde erhoben worden seien, wird 

dadurch relativiert, dass Dr. C.___ die psychischen Beschwerden als gesundheitliche 

Verschlechterung rund sieben Monate nach dem Aufenthalt in Valens, im Juni 2006, 

bestätigte (IV-act. 30-5/30) und dieser Aufenthalt im Zeitpunkt der angefochtenen 

Verfügung rund 14 Monate zurücklag. In diesem Zeitraum konnten sich die 

gesundheitlichen Verhältnisse durchaus ändern. Wenn die Beschwerdegegnerin 

festhält, ganz allgemein würden sich eher Probleme im psychosozialen Bereich 

abzeichnen, die nicht IV-relevant seien, ist festzuhalten, dass es sich bei dieser 

Feststellung um eine blosse, durch die Akten nicht belegte Vermutung handelt. Aber 

selbst bei Zutreffen derselben wäre die Frage nach einer allfälligen psychisch 

bedingten Einschränkung noch nicht beantwortet. Auch der Hinweis der 

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Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer befinde sich nicht in psychiatrischer 

Behandlung, obschon er aufgrund der Schadenminderungspflicht gehalten sei, aus 

eigenem Antrieb alles Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit vorzukehren 

(act. G 6 S. 4 mit Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG), kann die Bemerkung des RAD-

Arztes nicht erklären, dass sich eine psychiatrische Abklärung angesichts der 

besonderen Fallumstände erübrige. Der Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG geht insofern 

fehl, als die Anwendung dieser Bestimmung ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren 

voraussetzt. Anhaltspunkte dafür, dass solche Vorkehren von Seiten der 

Beschwerdegegnerin getroffen worden wären, sind aus den Akten nicht ersichtlich. 

Hinzu kommt schliesslich, dass für psychiatrische Berichte in der Regel eine 

persönliche Untersuchung durch den Bericht erstattenden Arzt vorausgesetzt ist und 

ein blosses Aktengutachten - wie dasjenige von Dr. D.___ - nicht genügt (Urteil des 

EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des bundesgerichts] vom 30. November 2004 i/S E.M., Erw. 3.2.4 [I 

163/04]). Die RAD-Berichte vermögen daher nicht zu überzeugen, weshalb weitere 

diesbezügliche Abklärungen nicht zu umgehen sind. Konkret sind die Verhältnisse bis 

zum Erlass der angefochtenen Verfügung (13. Dezember 2006) zu prüfen (BGE 121 V 

362 Erw. 1b). Die Beschwerdegegnerin wird die Frage des Vorliegens von psychischen 

Einschränkungen ab Juni 2006 durch Veranlassung einer medizinisch-psychiatrischen 

Abklärung noch zu prüfen haben.

3.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

Verfügung vom 13. Dezember 2006 teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit zur 

Durchführung einer medizinisch-psychiatrischen Abklärung und zu anschliessender 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1  IVG). Unter Berücksichtigung 

des Verfahrensaufwandes wird die der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu 

auferlegende Gerichtsgebühr auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Der Beschwerdeführer hat 

bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 

ATSG). Es rechtfertigt sich, diese auf pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzulegen.

bis

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 13. Dezember 

2006 aufgehoben und die Angelegenheit zur Durchführung einer medizinisch-

psychiatrischen Begutachtung und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3'500.-- zu 

entschädigen.

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