# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f81b0981-4e9c-500a-a1a3-43716dcdcac6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2008 D-2111/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2111-2007_2008-04-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2111/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Jean-
Daniel Dubey, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

T._______ D._______, D._______ T._______ 
sowie deren Kinder T._______ D._______ und T._______ 
D._______, Volksrepublik China, 

vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, 
Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Aargau, 
Rain 24, Postfach, 5001 Aarau,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz

Familiennachzug; Verfügung des BFM vom 28. Februar 
2007 / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2111/2007

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführer sind chinesische Staatsbürger tibetischer Eth-
nie und stammen aus T._______ in Zentraltibet. Die Eltern verliessen 
Tibet gemäss eigenen Angaben im Dezember 2002 in Richtung Nepal, 
während sie ihre beiden Kinder in der Obhut der Grosseltern zurück-
liessen. Am 2. Februar 2003 stellten die Eltern in der Schweiz Asylge-
suche. Diese wurden durch das Bundesamt  für  Migration  (BFM)  mit 
Verfügung  vom 23. Februar  2006 abgelehnt.  Gleichzeitig  anerkannte 
das BFM die Genannten indessen als Flüchtlinge und ordnete wegen 
Unzulässigkeit  des Wegweisungsvollzugs deren vorläufige Aufnahme 
in der Schweiz an. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts-
kraft. 

B.
Mit schriftlicher Eingabe an das BFM vom 1. November 2006 ersuch-
ten die Beschwerdeführer darum, es sei ihnen in Bezug auf ihre zum 
damaligen Zeitpunkt - gemäss eigenen Angaben - in Nepal lebenden 
Kinder der Familiennachzug in die Schweiz zu gestatten. 

C.
Mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2007 forderte das BFM die Be-
schwerdeführer unter anderem auf, die Identität ihrer Kinder zu bele-
gen, sei es durch ausreichende Identitätsdokumente oder mittels DNA-
Analyse. 

D.
Gestützt  darauf  erklärten  die  Beschwerdeführer  mit  Eingabe an das 
BFM vom 17. Januar 2007, es existierten keine entsprechenden Identi-
tätsdokumente; indessen seien sie zum Zweck des Nachweises ihrer 
Elternschaft mit einer DNA-Analyse einverstanden.

E.
Mit Verfügung vom 28. Februar 2007 lehnte das BFM das Gesuch um 
Familiennachzug ab. Zur Begründung führte das Bundesamt aus, am 
1. Januar  2007  sei  Art. 14c  Abs. 3bis des  Bundesgesetzes  vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(ANAG)  in  Kraft  getreten,  der  für  den  Familiennachzug  in  formeller 
Hinsicht voraussetze, dass seit Anordnung der vorläufigen Aufnahme 
drei  Jahre  vergangen  seien.  Diese  Voraussetzung  sei  nicht  erfüllt, 

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nachdem  die  vorläufige  Aufnahme  der  Beschwerdeführer  erst  am 
23. Februar 2006 angeordnet worden sei. 

F.
Gegen diese  Verfügung  erhoben  die  Beschwerdeführer  mit  Eingabe 
vom 5. März  2007  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde.  Auf 
deren Begründung wird,  soweit  für den Entscheid wesentlich,  in den 
Erwägungen eingegangen.

G.
Mit Zwischenverfügung vom 4. April 2007 wurden die Beschwerdefüh-
rer unter Androhung des Nichteintretens aufgefordert, bis zum 19. Ap-
ril 2007 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu leisten. 

H.
Am 5. April 2007 leisteten die Beschwerdeführer den verlangten Kos-
tenvorschuss.

I.
Mit  Eingabe vom 5. April  2007 äusserten sich die Beschwerdeführer 
erneut zu ihrer Beschwerde. Auf die betreffenden Argumente wird, so-
weit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

J.
Mit  Vernehmlassung  vom 8. Juni  2007  hielt  das  Bundesamt  vollum-
fänglich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde. 

K.
Mit  Schreiben ihrer  Rechtsvertreterin  vom 13. Juni  2007 stellten die 
Beschwerdeführer beim BFM zugunsten ihrer beiden - sich nunmehr in 
Delhi (Indien) aufhaltenden - Kinder ein Asylgesuch. Dabei beantrag-
ten sie unter anderem, es sei den Kindern zum Zweck der Feststellung 
der Flüchtlingseigenschaft unverzüglich die Einreise in die Schweiz zu 
bewilligen, es sei diesen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und 
Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft der Kin-
der festzustellen und deren vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzu-
ordnen. 

L.
Mit  Eingabe ihrer  Rechtsvertreterin  an das  BFM vom 28. November 
2007 übermittelten die Beschwerdeführer die Ergebnisse einer DNA-

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Analyse  durch das  Institut  für  Rechtsmedizin  der  Universität  Zürich. 
Aus dem vom 23. November 2007 datierenden Gutachten ergibt sich, 
dass  D._______  T._______ mit  einer  Wahrscheinlichkeit  von 
mindestens 99,99 Prozent  die Mutter  von T._______ D._______ und 
T._______ D._______ sei.

M.
Mit  Eingabe vom 4. Dezember 2007 zeigte die Rechtsvertreterin  der 
Beschwerdeführer  ihr  Mandat  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren 
an und übermittelte eine Kopie des Asylgesuchs zugunsten der beiden 
Kinder vom 13. Juni 2007. 

N.
Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 11. März 2008 übermittelten 
die  Beschwerdeführer  eine  Kopie  des  Postbelegs  bezüglich  der  mit 
eingeschriebener  Sendung  erfolgten  Einreichung  des  Asylgesuchs 
vom 13. Juni 2007 beim BFM. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Über Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  durch  das  BFM  erlassen  worden 
sind,  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  (Art. 105 
AsylG).

1.2  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Über-
schreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts  und die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.
Die Beschwerdeführer sind legitimiert; auf ihre frist-  und formgerecht 

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eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 6  AsylG  i.V.m. Art. 48 
Abs. 1 und Art. 50 ff. VwVG).

3.
Zunächst  ist  festzustellen,  dass  die  Elternschaft  des  Ehepaars 
T._______ D._______ und D._______ T._______ gegenüber 
T._______ und T._______  D._______ aufgrund der DNA-Analyse des 
Instituts  für  Rechtsmedizin  der  Universität  Zürich  als  ausreichend 
belegt zu erachten ist. 

4.
In einem nächsten Schritt ist darauf einzugehen, welche Rechtsfragen 
im Rahmen des vorliegenden Verfahrens betreffend den Familiennach-
zug Prüfungsgegenstand sind. 

4.1  In diesem Zusammenhang ist zunächst vorauszuschicken, welche 
gesetzlichen Grundlagen vorliegend in  Bezug auf  den Familiennach-
zug zur Anwendung gelangen. Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden 
Ehegatten von Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder als Flücht-
linge anerkannt und erhalten Asyl, sofern keine besonderen Umstände 
dagegen  sprechen.  Wurden  die  anspruchsberechtigten  Personen  im 
Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG durch die Flucht getrennt und befinden 
sie sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen 
(Art. 51 Abs. 4 AsylG). Indem es sich bei den Eltern um vorläufig auf-
genommene Flüchtlinge handelt, ist nach der heute gültigen Rechtsla-
ge ausserdem Art. 85 Abs. 7 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) zu be-
achten, wonach Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von vor-
läufig  aufgenommenen  Personen  und  vorläufig  aufgenommenen 
Flüchtlingen  frühestens  drei  Jahre  nach  Anordnung  der  vorläufigen 
Aufnahme nachgezogen und in diese eingeschlossen werden können, 
wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Bst. a), eine bedarfsgerechte 
Wohnung vorhanden ist  (Bst. b) und die Familie nicht  auf  Sozialhilfe 
angewiesen ist (Bst. c). Vor dem am 1. Januar 2008 erfolgten Inkraft-
treten  des  AuG  (und  der  gleichzeitigen  Aufhebung  des  ANAG,  s. 
Art. 125 AuG i.V.m. Ziff. I  Anhang zum AuG) galt  seit  dem 1. Januar 
2007 der inhaltlich gleichlautende Art. 14c Abs. 3bis ANAG. Zu bemer-
ken ist weiter, dass das ANAG zuvor, bis zum 31. Dezember 2006, die 
erwähnte  dreijährige  Wartefrist  nach  Anordnung  der  vorläufigen 
Aufnahme nicht vorgesehen hatte. 

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4.2  Von  zentraler  Bedeutung  ist  im  vorliegenden  Zusammenhang 
ausserdem  die  Bestimmung  von  Art. 37  der  Asylverordnung 1  vom 
11. August  1999 über  Verfahrensfragen (AsylV 1,  SR 142.311)  i.V.m. 
Art. 24  der  Verordnung  vom  11. August  1999  über  den  Vollzug  der 
Weg-  und  Ausweisung  von  ausländischen  Personen  (VVWA, 
SR 142.281) und Art. 74 Abs. 5 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 
über Zulassung, Aufenthalt  und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201; 
vgl. zum Folgenden BVGE 2007/19 E. 3.3 S. 225 f.). 

4.2.1  Art. 24  VVWA statuiert  mit  Blick  auf  Art. 85 Abs. 7 AuG,  das 
Verfahren über die Vereinigung von Familienangehörigen von vorläufig 
aufgenommenen  Personen  in  der  Schweiz  richte  sich  nach  Art. 74 
VZAE. Die letztgenannte Bestimmung wiederum hält unter anderem in 
Abs. 5  fest,  beim  Entscheid  über  die  Gewährung  des  Familiennach-
zugs  sei  der  besonderen  Situation  von  vorläufig  aufgenommenen 
Flüchtlingen  Rechnung  zu  tragen;  für  Familienangehörige  vorläufig 
aufgenommener Flüchtlinge gelte Art. 37 AsylV 1 sinngemäss. Diese 
Norm schliesslich besagt, dass ein Einbezug in die Flüchtlingseigen-
schaft eines Ehegatten, einer eingetragenen Partnerin oder eines ein-
getragenen Partners oder eines Elternteils nach Art. 51 Abs. 1 AsylG 
erst erfolgt, wenn in Anwendung von Art. 5 AsylV 1 (wonach bei Asyl-
gesuchen von Ehepaaren,  eingetragenen Partnerinnen und Partnern 
oder  Familien  jede  urteilsfähige  asylsuchende  Person  Anspruch  auf 
Prüfung ihrer eigenen Asylvorbringen hat) festgestellt wurde, dass die 
einzubeziehende Person die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  selbständig 
nach Art. 3 AsylG erfüllt. Dieses Zusammenspiel der erwähnten Nor-
men trägt dem Umstand Rechnung, dass die engsten Familienangehö-
rigen  eines  Flüchtlings  oftmals  selbst  unter  der  gleichen  Verfolgung 
gelitten  haben  beziehungsweise  selbst  der  Gefahr  einer  Verfolgung 
ausgesetzt sind (so bereits die Botschaft zur Totalrevision des Asylge-
setzes sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und 
Niederlassung der Ausländer vom 4. Dezember 1995, BBl 1996 II 68; 
ähnlich  auch  Ziff. 27  der  einleitenden  Erwägungen  der  Richtlinie 
2004/83/EG vom 29. April 2004 über Mindestnormen für die Anerken-
nung  und  den  Status  von  Drittstaatsangehörigen  oder  Staatenlosen 
als  Flüchtlinge  oder  als  Personen,  die  anderweitig  internationalen 
Schutz benötigen, und über den Inhalt des zu gewährenden Schutzes 
[sog. Qualifikationsrichtlinie]). 

4.2.2  Daraus lässt sich im Sinne eines allgemeinen Grundsatzes ab-
leiten, dass einer Prüfung eines allfälligen derivativen Anspruchs auf 

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Anerkennung  als  Flüchtling  stets  die  Prüfung  der  originären  Flücht-
lingseigenschaft,  das  heisst  einer  persönlichen  Gefährdung  nach 
Art. 3  AsylG  vorzugehen  hat.  Indem  sich  die  Personen,  auf  welche 
sich ein Familiennachzugsgesuch bezieht,  im Ausland aufhalten,  ge-
langt dabei ausserdem Art. 20 AsylG betreffend Asylgesuch aus dem 
Ausland und Einreisebewilligung zur Anwendung. Nicht von Belang ist 
dabei,  ob das betreffende Gesuch bei  einer schweizerischen Vertre-
tung im Ausland oder aber unmittelbar beim BFM eingereicht  wurde 
(vgl. die diesbezüglich weiterhin Geltung beanspruchende Praxis der 
ehemaligen  Schweizerischen Asylrekurskommission,  Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2b S. 129). Mit anderen Worten ist ein Famili-
ennachzugsgesuch eines vorläufig  aufgenommenen Flüchtlings auch 
gemäss den für ein Asylgesuch aus dem Ausland im Sinne von Art. 20 
Abs. 2 und 3 AsylG geltenden Kriterien zu überprüfen. Danach ist die 
Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr 
für  Leib,  Leben  oder  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1 
AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst im Hinblick auf die Anerken-
nung als Flüchtling und Asylgewährung, oder aber wenn für die Dauer 
einer näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer Aufenthalt im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen Drittstaat 
nicht zumutbar erscheint. 

4.3  Aus dem Gesagten ergibt  sich,  dass  ein  Gesuch um Familien-
nachzug vorläufig in der Schweiz aufgenommener Flüchtlinge in erster 
Linie  zur  Prüfung  der  Frage  führen  muss,  ob  die  nachzuziehenden 
Personen die  Flüchtlingseigenschaft  selbständig  erfüllen. Des Weite-
ren ist ebenfalls zu prüfen, ob den im Ausland befindlichen Familienan-
gehörigen gemäss den Kriterien von Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG die 
Einreise in die Schweiz zu bewilligen ist. Im vorliegenden Fall ist dem-
gegenüber festzustellen,  dass durch die Vorinstanz -  indem sich die 
angefochtene  Verfügung  einzig  auf  die  Bestimmung  des  damaligen 
Art. 14c Abs. 3bis ANAG stützt  -  keine der  beiden genannten Fragen 
abgeklärt und in die Entscheidung einbezogen wurde. 

4.4  Die angefochtene Verfügung vom 28. Februar 2007 stützt sich so-
mit weder auf einen vollständig festgestellten Sachverhalt, noch beant-
wortet sie die primär zu prüfenden Rechtsfragen. Die Beschwerde ist 
daher insofern gutzuheissen, als damit die Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung beantragt wird, und die Sache ist zur erneuten Beurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

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5.
Im Hinblick auf die weitere Behandlung des Verfahrens durch das BFM 
sind die folgenden Bemerkungen und Hinweise angezeigt.

5.1  Wie bereits festgehalten wurde, ist durch das Bundesamt gestützt 
auf Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ebenfalls zu prüfen, ob den beiden sich 
derzeit  in  Delhi  aufhaltenden  Kindern  die  sofortige  Einreise  in  die 
Schweiz zu bewilligen ist. Dabei wird insbesondere die Frage zu be-
rücksichtigen sein,  ob für  die Dauer  der  zusätzlichen Abklärung des 
Sachverhalts der weitere Aufenthalt der beiden Kinder in Indien zumut-
bar ist  (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Ferner kann für die sofortige Erteilung 
einer  Einreisebewilligung  auch  sprechen,  dass  glaubhaft  gemacht 
wird, es bestehe eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG (Art. 20 Abs. 3 AsylG).

5.2 Im vorliegenden Fall stellen sich ausserdem besondere Fragen in 
Bezug auf das für die Beurteilung des Gesuchs um Familiennachzug 
anwendbare Recht. 

5.2.1 Diesbezüglich wurde bereits ausgeführt (vorne, E. 4.1), dass die 
betreffenden  gesetzlichen  Grundlagen  seit  dem  1. Januar  2007  in-
haltliche  Änderungen  erfahren  haben:  Mit  der  Inkraftsetzung  des 
Art. 14c  Abs. 3bis ANAG  (zum  1. Januar  2007)  bzw.  des  inhaltlich 
gleichlautenden Art. 85 Abs. 7 AuG (zum 1. Januar 2008) wurde insbe-
sondere bezüglich des Familiennachzugs bei  vorläufig  aufgenomme-
nen Flüchtlingen als Voraussetzung neu statuiert, dass ledige Kinder 
unter 18 Jahren frühestens drei Jahre nach Anordnung der vorläufigen 
Aufnahme nachgezogen und in diese eingeschlossen werden können. 
Dabei bleibt gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG auf Gesuche, die vor dem In-
krafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bisherige Recht an-
wendbar. Unklar sind die Übergangsbestimmungen allerdings hinsicht-
lich des vorliegenden Falles, in dem das fragliche Gesuch um Famili-
ennachzug bereits vor der am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Ge-
setzesänderung  gestellt  wurde,  womit  sich  grundsätzlich  die  Frage 
stellt,  ob  im  Rahmen  der  angefochtenen  Verfügung  der  ehemalige 
Art. 14c Abs. 3bis ANAG überhaupt anwendbar war. 

5.2.2 Im vorliegenden Fall kann diese Frage indessen aus folgenden 
Gründen  offen  bleiben:  Das  Vorgehen  des  BFM im  vorinstanzlichen 
Verfahren  zeichnet  sich  dadurch  aus,  dass  das  Bundesamt  die  Be-
schwerdeführer noch am 9. Januar 2007 - mithin nach dem Inkrafttre-
ten  der  neuen  Bestimmungen  von  Art. 14c  Abs. 3bis ANAG -  mittels 

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Zwischenverfügung aufforderte, die Identität ihrer Kinder zu belegen, 
sei  es  durch  ausreichende  Identitätsdokumente  oder  mittels  einer 
DNA-Analyse. Gestützt darauf erklärten die Beschwerdeführer mit Ein-
gabe an das BFM vom 17. Januar 2007, es existierten keine entspre-
chenden Identitätsdokumente, sie seien aber mit  einer DNA-Analyse 
einverstanden. Die Ablehnung des Gesuchs um Familiennachzug be-
gründete das BFM indessen in der Verfügung vom 28. Februar 2007 
damit, seit dem 1. Januar 2007 befinde sich Art. 14c Abs. 3bis ANAG in 
Kraft, der für den Familiennachzug in formeller Hinsicht voraussetze, 
dass seit Anordnung der vorläufigen Aufnahme drei Jahre vergangen 
sind. 
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der in Art. 9 
BV  verankerte  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  einer  Person  An-
spruch auf  Schutz des berechtigten Vertrauens in ein bestimmte Er-
wartungen  begründendes  Verhalten  der  Behörden  verleiht  (BGE 
129 I 161  E. 4.1,  126 II 377  E. 3a;  vgl.  zum  Ganzen  etwa  ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf/St.  Gallen  2006,  S. 130  ff.),  woraus  sich 
auch eine Grenze für die Anwendung neuen Rechts ergibt. Aus dem 
Grundsatz  des  Vertrauensschutzes  resultiert,  dass  die  Beschwerde-
führer  angesichts  der  Zwischenverfügung  des  BFM  vom  9. Januar 
2007 darauf vertrauen durften, die Frage der Identität ihrer Kinder sei 
für die Beurteilung ihres Gesuchs um Familiennachzug massgeblich. 
Aufgrund der damit geschaffenen Vertrauensgrundlage kann der Um-
stand,  dass  sich  die  Vorinstanz  zum  Zeitpunkt  der  erwähnten  Zwi-
schenverfügung offenbar bezüglich der geltenden rechtlichen Grundla-
gen im Irrtum befand, den Beschwerdeführern nicht zum Nachteil ge-
reichen. Aufgrund der Widersprüchlichkeit des Verhaltens des BFM im 
Zusammenhang mit  der  Identitätsabklärung und der  daraus resultie-
renden Vertrauensposition der Beschwerdeführer blieb vielmehr die bis 
zum 31. Dezember 2006 geltende Rechtslage für  die Beurteilung im 
Rahmen  der  angefochtenen  Verfügung  vom  28. Februar  2007  aus-
schlaggebend. Dies gilt, nachdem die angefochtene Verfügung aufzu-
heben ist, auch für die erneute Beurteilung der Sache durch die Vorin-
stanz,  die  somit  ihrem  neuen  Entscheid  die  bis  zum  31. Dezember 
2006 geltende Rechtslage zugrundezulegen hat.

5.3 Die  weitere  Behandlung des Verfahrens durch  das  BFM erweist 
sich ferner als dringlich, wobei dies insbesondere für die Beurteilung 
der Frage der Einreisebewilligung unter dem Gesichtspunkt von Art. 20 
Abs. 2 AsylG gilt. 

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5.3.1  Diesbezüglich ist  zunächst allgemein auf  das Kindeswohl der 
beiden Betroffenen im Alter von zwölf und fünfzehn Jahren hinzuwei-
sen (vgl. Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 über 
die Rechte des Kindes; SR 0.107),  die sich -  offenbar lediglich zum 
Zweck der Weiterreise in die Schweiz - seit Anfang 2007 in Delhi auf-
halten und seit mehr als fünf Jahren von ihren Eltern getrennt sind. 

5.3.2  Im vorliegenden Fall ist ausserdem festzustellen, dass die Be-
schwerdeführer  zugunsten ihrer  beiden Kinder  am 13. Juni  2007 ein 
Asylgesuch  stellten,  das  -  ungeachtet  des  damals  bereits  hängigen 
Beschwerdeverfahrens in Bezug auf das Gesuch um Familiennachzug 
-  gemäss  den  Vorgaben  von  Art. 20  AsylG  zu  behandeln  gewesen 
wäre.  Allerdings  erschliesst  sich  der  Umstand,  dass  das  erwähnte 
Asylgesuch  vom  13. Juni  2007  beim  Bundesamt  eingereicht  wurde, 
dem Bundesverwaltungsgericht ausschliesslich aufgrund der durch die 
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 4. Dezem-
ber  2007  und  vom 11. März  2008  übermittelten  Kopien  des  Asylge-
suchs  sowie  der  betreffenden  Postbestätigung,  welche  die  einge-
schriebene Sendung an das BFM belegt. Hingegen hat das BFM we-
der das Bundesverwaltungsgericht über die Eröffnung eines parallelen 
Verfahrens informiert, noch wurden durch das Bundesamt - soweit aus 
den vorliegenden Akten ersichtlich - überhaupt irgendwelche Anstalten 
unternommen, das betreffende Verfahren gemäss Art. 20 AsylG an die 
Hand zu nehmen. Zwar beschlägt das vorliegende Beschwerdeverfah-
ren nicht das Asylgesuch vom 13. Juni 2007. Indessen lässt sich dies-
bezüglich  gleichwohl  feststellen,  dass  das  Bundesamt  -  indem  von 
dessen Seite bis heute keinerlei  Reaktion auf das genannte Asylge-
such erfolgte - trotz entsprechender Verpflichtung in einer Weise untä-
tig blieb, dass sich die Frage zu stellen vermag, ob damit das Verbot 
der Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung verletzt wurde (vgl. 
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  S. 356,  mit  Nachweisen  zur  entspre-
chenden Praxis). 
In diesem Zusammenhang ist auch auf einen weiteren Aspekt hinzu-
weisen: Aus den Akten ergibt sich, dass das BFM - noch im Rahmen 
des vorinstanzlichen Verfahrens betreffend das Gesuch um Familien-
nachzug - mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2007 die Beschwer-
deführer aufgefordert hatte, die Identität ihrer Kinder zu belegen, wo-
bei  dies  auch durch eine  DNA-Analyse  erfolgen könne. Im weiteren 
Verlauf  erklärten  die  Beschwerdeführer  gegenüber  dem  Bundesamt 
mehrfach,  erstmals  mit  Eingabe vom 17. Januar  2007,  sie  seien mit 
der Durchführung einer DNA-Analyse einverstanden. Mit Eingabe ihrer 

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Rechtsvertreterin  an  das  BFM vom 25. September  2007  führten  die 
Beschwerdeführer ferner aus, sie hätten das Institut für Rechtsmedizin 
der Universität Zürich mit der Mutterschaftsabklärung beauftragt, wo-
bei sie die betreffenden Kosten bereits beglichen hätten. Indessen sei 
das Institut für die Entnahme der erforderlichen DNA-Probe der Kinder 
auf die Mitwirkung der schweizerischen Botschaft in Delhi angewiesen. 
Diese jedoch habe ihre Mitwirkung auf entsprechende Anfrage hin mit 
der Begründung verweigert, es sei hierfür eine Anweisung seitens des 
BFM  erforderlich.  Mit  Schreiben  an  die  Rechtsvertreterin  der  Be-
schwerdeführer  vom 29. September 2007 erklärte das Bundesamt in 
der Folge, eine entsprechende Anweisung könne mangels gesetzlicher 
Grundlage nicht  erteilt  werden. Mit  Schreiben ihrer  Rechtsvertreterin 
an das BFM vom 9. Oktober 2007 brachten die Beschwerdeführer ihr 
Anliegen  erneut  vor  und  betonten,  sie  würden  die  Kosten  für  die 
Durchführung der erforderlichen Entnahme von Speichelproben ihrer 
Kinder selber tragen, wodurch dem Bundesamt keinerlei  Aufwendun-
gen  erwachsen  würden.  Mit  Schreiben  vom 8. November  2007  hielt 
das BFM erneut fest, es werde der schweizerischen Botschaft in Delhi 
mangels gesetzlicher Grundlage keinen Auftrag zur Mitwirkung bei der 
Durchführung der DNA-Analyse erteilen. 
In Bezug auf diesen Schriftenwechsel zwischen den Beschwerdefüh-
rern und dem BFM ist festzuhalten, dass die Position des Bundesamts, 
das mit der erwähnten Zwischenverfügung vom 9. Januar 2007 an die 
Adresse  der  Beschwerdeführer  selbst  die  Durchführung  einer  DNA-
Analyse angeregt hatte, in einer Weise widersprüchlich ist, dass gera-
dezu der Eindruck willkürlichen Verhaltens entsteht. Auch ist in keiner 
Weise ersichtlich, weshalb für eine Anweisung an die schweizerische 
Vertretung in Delhi, in Zusammenarbeit mit einem schweizerischen In-
stitut für Rechtsmedizin bei der Durchführung einer DNA-Analyse mit-
zuwirken, eine spezifische Grundlage im Asylrecht vorauszusetzen sei. 
Vielmehr  ist  in  diesem Zusammenhang  mit  aller  Deutlichkeit  an  die 
geltenden verfahrensrechtlichen Grundsätze zu erinnern, so nament-
lich an die Pflicht der Behörden zur vollständigen und richtigen Abklä-
rung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 12  VwVG;  vgl.  auch 
Art. 49 Bst. b  VwVG; für  das  Asylverfahren ausserdem Art. 6  AsylG) 
sowie an das Recht des Einzelnen auf Abnahme der angebotenen und 
tauglichen Beweise durch die Behörde (Art. 33 VwVG; dies wiederum 
bildet einen Teilaspekt des verfassungsmässigen Anspruchs auf recht-
liches  Gehör  gemäss  Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 

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5.3.3  Nachdem die soeben angesprochenen Fragen nicht eigentlicher 
Gegenstand  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  sind,  sondern 
das  hängige ordentliche Asylverfahren  betreffen,  kann letztlich  offen 
bleiben, ob und inwiefern durch das BFM aufgrund des Gesagten das 
Verbot  der  Rechtsverweigerung  bzw.  die  Verfahrensrechte  der  Be-
schwerdeführer  verletzt  wurden. Es ist  jedoch mit  Nachdruck festzu-
halten, dass die weitere Behandlung des mit dem vorliegenden Urteil 
an das Bundesamt zurückgewiesenen Verfahrens betreffend Familien-
nachzug ohne weitere Verzögerung vorzunehmen ist. 

6.

6.1  Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erhe-
ben (Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Der mit  Zahlung vom 
5. April  2007  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.--  ist  den  Be-
schwerdeführern zurückzuerstatten.

6.2  Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann der obsie-
genden Partei  von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädi-
gung für  die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig ho-
hen Kosten zugesprochen werden (vgl. für die Grundsätze der Bemes-
sung  der  Parteientschädigung  ausserdem  Art. 7  ff.  des  Reglements 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt  vom  11. Dezember  2006  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Seitens  der 
Rechtsvertretung  ist  keine  Kostennote  eingereicht  worden.  Auf  die 
Nachforderung  einer  solchen  wird  indessen  verzichtet  (vgl.  Art. 14 
Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden Verfahren der Aufwand des Schrif-
tenwechsels  zuverlässig  abgeschätzt  werden kann. Dabei  ist  zu  be-
rücksichtigen,  dass  das  Vertretungsmandat  für  das  vorliegende  Be-
schwerdeverfahren erst mit Eingabe vom 4. Dezember 2007 übernom-
men wurde. Gestützt auf die in Betracht  zu ziehenden Bemessungs-
faktoren (Art. 9-13 VGKE) wird die Parteientschädigung auf Grund der 
Akten daher auf Fr. 100.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festge-
setzt. Dieser Betrag ist den Beschwerdeführern durch das BFM zu ent-
richten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die Verfügung des BFM vom 
28. Februar 2007 wird aufgehoben. 

2.
Die Akten werden dem BFM zur erneuten Beurteilung der Sache im 
Sinne der Erwägungen überwiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird den Beschwerde-
führern zurückerstattet.

5.
Den Beschwerdeführern wird eine Parteientschädigung von Fr. 100.-- 
zugesprochen, die ihnen durch das BFM zu entrichten ist.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (eingeschrieben)
- das BFM, mit den Akten (Ref.-Nr. N _______)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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