# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43105e75-3feb-5e02-a1a5-432ccb0d7a64
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2018 D-2599/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2599-2017_2018-10-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2599/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Sri Lanka,  

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 29. März 2017 

 

 

 

D-2599/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Eth-

nie und stammt aus B._______ (Distrikt Jaffna, Nordprovinz). Gemäss ei-

genen Angaben verliess er seinen Heimatstaat am 1. November 2014 auf 

dem Luftweg in Richtung Spanien. Am 5. November 2014 reiste er unkon-

trolliert in die Schweiz ein und stellte gleichentags beim Empfangs- und 

Verfahrenszentrum Basel ein Asylgesuch. Am 18. November 2014 wurde 

er durch das damalige Bundesamt für Migration (BFM; nunmehr Staats-

sekretariat für Migration [SEM]) summarisch befragt sowie am 7. August 

2015 eingehend zu seinen Asylgründen angehört. Zwischenzeitlich wurde 

der Beschwerdeführer für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Lu-

zern zugewiesen. 

B.  

Anlässlich der durchgeführten Befragungen machte der Beschwerdeführer 

im Wesentlichen Folgendes geltend.  

Seine Mutter sei bereits im Jahr 1990 durch die sri-lankische Armee getötet 

worden. Im Jahr 1993 sei sein Vater wegen des Todes der Mutter ebenfalls 

gestorben.  

Seine beiden heute in E._______ lebenden Brüder C._______ und 

D._______ seien früher bei den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 

gewesen. Im Februar 2011 sei sein Bruder D._______ – der damals als 

Student in E._______ gelebt habe ‒ für einen Ferienaufenthalt nach Sri 

Lanka gekommen und während dieser Zeit von Unbekannten entführt wor-

den. Er, der Beschwerdeführer, habe deswegen bei der Polizei und bei der 

Human Rights Commission of Sri Lanka Anzeige erstattet, und er habe 

veranlasst, dass in einer Zeitung darüber berichtet worden sei. Nach drei 

Tagen (Angabe bei der Erstbefragung) beziehungsweise nach zwei Wo-

chen (Angabe bei der Anhörung), während derer D._______ gefoltert wor-

den sei, habe man diesen wieder freigelassen. Die Sicherheitskräfte hätten 

an D._______ ein besonderes Interesse gehabt, weil dieser früher einmal 

der Spionageeinheit der LTTE angehört habe. 

Am 16. Mai 2011 sei er, der Beschwerdeführer, mit dem Motorrad unter-

wegs gewesen, als er von Unbekannten gestoppt und in einem weissen 

Lieferwagen entführt worden sei. Man habe ihn während zweier Tage und 

dreier Nächte festgehalten, über seinen Bruder D._______ und über eine 

Person namens F._______ – die er aber nicht gekannt habe ‒ ausgefragt, 

geschlagen und gefoltert. Bei der Freilassung sei er mit dem Tod bedroht 

D-2599/2017 

Seite 3 

worden, sollte er sich wegen des Geschehenen an jemanden wenden. Auf-

grund der Misshandlungen habe er sich in Spitalpflege begeben müssen.  

Seit April 2012 habe er für einen Verlag namens „G._______“, welcher die 

tamilische Zeitung „H._______“ herausgebe, als Zeitungsverteiler gearbei-

tet. Im Juli 2013 sei er, weil ein Kollege der „G._______“ bei der Arbeit 

angegriffen worden sei und man sich auch über ihn selbst erkundigt habe, 

nach Qatar gereist. Er habe die Absicht gehabt, von dort mit Hilfe eines 

Schleppers nach Europa zu gelangen, habe aber keinen Erfolg gehabt. 

Danach habe er durch Vermittlung eines Verwandten bei einem sri-lanki-

schen Minister abklären lassen, ob er ohne Probleme in seinen Heimat-

staat zurückkehren könne. Nachdem er eine entsprechende Bestätigung 

erhalten habe, sei er im Januar 2014 auf dem Luftweg und mit seinem ei-

genen Reisepass nach Sri Lanka zurückgereist.  

Ungefähr im April 2014 habe ihm sein Bruder C._______ eine Summe von 

350‘000 Rupien geschickt, die für den Kauf einer Motor-Rikscha („Tuk-tuk“) 

vorgesehen gewesen seien. Dieses Geld habe er für seinen Bruder an ei-

nen Bekannten in I._______ (Distrikt Mullaitivu, Nordprovinz) überbracht. 

Einige Tage später sei er durch Angehörige des CID (Criminal Investigation 

Department) der sri-lankischen Polizei befragt worden. Sie hätten wissen 

wollen, von wem das Geld stamme und zu welchem Zweck es gedient 

habe, und er habe den Namen und die Telephonnummer seines Bruders 

preisgeben müssen.  

Am 3. Juli 2014 sei er schliesslich frühmorgens mit dem Motorrad von 

Jaffna nach Kilinochchi im gleichnamigen Distrikt (Nordprovinz) unterwegs 

gewesen, um dort Zeitungen auszuliefern. Dabei sei er von zwei Personen, 

die ebenfalls auf einem Motorrad gefahren seien, angehalten und geschla-

gen worden. Den Grund dafür kenne er nicht, da die Angreifer nichts gesagt 

hätten. Er wisse nicht, ob er wegen des Geldtransports für seinen Bruder 

oder wegen seiner Arbeit für eine regierungskritische Zeitung überfallen 

worden sei. Auch sei er einmal – wahrscheinlich im Jahr 2013 ‒ vor politi-

schen Wahlen für die Bewirtung zweier Wahlkandidaten in einem Gasthaus 

zuständig gewesen, was ebenfalls ein Grund für den Angriff sein könne. 

Wegen des Vorfalls vom April 2014 vermute er jedenfalls, dass die beiden 

Angreifer dem CID angehört hätten. Auch wegen dieser Schläge habe er 

im Spital behandelt werden müssen. Am 7. Juli 2014 sei er nach Colombo 

gereist und habe sich bis zur Ausreise bei Freunden versteckt gehalten. 

Während dieser Zeit hätten sich mutmassliche Angehörige des CID mehr-

fach bei einem Onkel und bei Freunden nach ihm erkundigt.  

D-2599/2017 

Seite 4 

Im Rahmen seiner Anhörung gab der Beschwerdeführer als Beweismittel 

unter anderem seine Geburtsurkunde, zwei Auszüge aus einem sri-lanki-

schen Sterberegister in Bezug auf seine Eltern, eine Photographie, einen 

Auszug aus einer nicht näher bezeichneten sri-lankischen Zeitung, Bestä-

tigungen einer sri-lankischen Polizeibehörde und der Human Rights Com-

mission of Sri Lanka, zwei ärztliche Zeugnisse eines sri-lankischen Spitals, 

einen Mitarbeiterausweis und ein Bestätigungsschreiben des Inhabers der 

„G._______“ sowie ein Bestätigungsschreiben einer weiteren Drittperson 

zu den Akten. 

C.  

Mit Verfügung vom 29. März 2017 (Datum der Eröffnung: 3. April 2017) 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Dabei begrün-

dete das Staatssekretariat die Ablehnung des Asylgesuchs im Wesentli-

chen damit, die betreffenden Vorbringen des Beschwerdeführers seien ent-

weder nicht glaubhaft oder nicht asylrelevant. Auf die weitere Begründung 

der Verfügung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

D.  

Mit Eingabe an das SEM vom 11. April 2017 teilte der Rechtsvertreter die 

Mandatsübernahme mit und ersuchte um Einsicht in die Verfahrensakten. 

Diesem Antrag entsprach das Staatssekretariat mit Schreiben vom 13. Ap-

ril 2017.  

E.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 3. Mai 2017 focht der Beschwer-

deführer den Asylentscheid des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an. 

Dabei beantragte er, die genannte Verfügung sei wegen Verletzung des 

rechtlichen Gehörs beziehungsweise nicht rechtsgenüglicher Abklärung 

des Sachverhalts aufzuheben und zur erneuten Beurteilung an das Staats-

sekretariat zurückzuweisen. Eventualiter sei seine Flüchtlingseigenschaft 

festzustellen, und es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Subeven-

tualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs festzustellen, und er sei in der Schweiz vorläufig 

aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er darum, es seien ihm 

Einsicht in das Aktenstück A10 des vorinstanzlichen Verfahrensdossiers 

sowie eine Frist zur Ergänzung der Beschwerde zu gewähren. Mit der Be-

schwerdeschrift wurden als Beweismittel verschiedene Dokumente in Be-

D-2599/2017 

Seite 5 

zug auf die politische und menschenrechtliche Situation in Sri Lanka (Be-

richterstattungen von Medien, verschiedenen Organisationen und Weite-

res) sowie Informationen aus dem Internet zur medizinischen Diagnose 

Zwerchfellbruch übermittelt. Auf die Begründung der Beschwerde und den 

Inhalt der eingereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid we-

sentlich, in den Erwägungen eingegangen.  

F.  

Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 11. Mai 2017 wurde 

das Gesuch um Akteneinsicht gutgeheissen, und dem Beschwerdeführer 

wurde zur Ergänzung der Beschwerde eine Frist bis zum 26. Mai 2017 ge-

setzt.  

G.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 26. Mai 2017 reichte der Be-

schwerdeführer eine Beschwerdeergänzung ein. Mit der Eingabe wurden 

ein Auszug aus der sri-lankischen Zeitung „H._______“ vom 11. Juli 2013 

im Original mit englischer Übersetzung, fünf Photographien des Beschwer-

deführers, Kopien der britischen Identitätsdokumente der Brüder 

C._______ und D._______ sowie eine Photographie und ein „Screenshot“ 

aus einem Videofilm betreffend die Teilnahme des Beschwerdeführers an 

einer exilpolitischen Demonstration übermittelt.  

H.  

Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 30. Mai 2017 wurde 

der Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses von 

Fr. 750.– mit Frist bis zum 14. Juni 2017 aufgefordert.  

I.  

Mit Einzahlung vom 14. Juni 2017 wurde der verlangte Kostenvorschuss 

fristgerecht geleistet.  

J.  

Mit Vernehmlassung vom 4. Juli 2017 hielt das SEM vollumfänglich an sei-

nen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Hiervon wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 6. Juli 2017 

Kenntnis gegeben. 

 

  

D-2599/2017 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) 

durch das SEM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Perso-

nen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor wel-

chem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet sich 

die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). 

3.  

Im vorliegenden Fall werden durch den Rechtsvertreter des Beschwerde-

führers zunächst die folgenden prozessualen Anträge gestellt. 

3.1 Mit der Beschwerdeschrift wird zunächst beantragt, es sei dem Rechts-

vertreter die Zusammensetzung des Spruchkörpers im vorliegenden Ver-

fahren bekanntzugeben. Eine entsprechende Mitteilung wurde dem 

Rechtsvertreter bereits mit Zwischenverfügung vom 11. Mai 2017 ge-

macht. Soweit sich seither eine Änderung der Zusammensetzung des Gre-

miums ergeben hat, werden dem Rechtsvertreter die beteiligten Gerichts-

personen mit vorliegendem Urteil bekannt.  

3.2 Mit Urteil E-1526/2017 vom 26. April 2017 (dortige E. 4.1–4.3) ‒ in wel-

chem der gleiche Rechtsvertreter wie im vorliegenden Fall mandatiert 

war ‒ hat das Bundesverwaltungsgericht dargelegt, warum kein Anspruch 

auf die Bestätigung der zufälligen Zusammensetzung des Spruchkörpers 

besteht. Soweit auch im vorliegenden Verfahren ein entsprechender Antrag 

D-2599/2017 

Seite 7 

gestellt wird (Beschwerdeschrift, S. 4), ist auf diesen somit nicht einzutre-

ten (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-1549/2017 vom 2. Mai 

2018 E. 4 [zur Publikation vorgesehen] und E-6020/2017 vom 27. Novem-

ber 2017 E. 4.1; zudem auch Entscheid der Verwaltungskommission des 

Bundesgerichts 12T_3/2018 vom 28. Mai 2018 E. 2.4). 

3.3 Auf weitere prozessuale Anträge ist im betreffenden materiellen Zu-

sammenhang einzugehen. 

4.  

Des Weiteren wird vorgebracht, der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

rechtliches Gehör sei durch die Vorinstanz in verschiedener Hinsicht ver-

letzt worden. 

4.1 In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer zunächst gel-

tend, das rechtliche Gehör sei dadurch verletzt worden, dass eines der im 

vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel durch das SEM bei 

der Fällung des Asylentscheids nicht berücksichtigt worden sei (Beschwer-

deschrift, S. 8 f.). Anlässlich seiner Anhörung habe er einen Zeitungsaus-

schnitt in Bezug auf die Entführung seines Bruders D._______ eingereicht. 

Jedoch gehe aus den vorinstanzlichen Akten hervor, dass beim SEM erst 

am 3. April 2017 eine deutsche Übersetzung des betreffenden Zeitungsar-

tikels eingegangen sei, womit diese im Rahmen des am 29. März 2017 

gefällten Asylentscheids offensichtlich nicht habe berücksichtigt werden 

können. Dies komme einer Verletzung sowohl des Rechts auf Prüfung der 

Parteivorbringen als auch der Begründungspflicht gleich. Diese Rüge ver-

kennt, dass mit der angefochtenen Verfügung die Glaubhaftigkeit der Ent-

führung des genannten Bruders gar nicht in Zweifel gezogen wurde. Auch 

der Beschwerdeführer selbst weist mit der Beschwerdeschrift (S. 7) aus-

drücklich darauf hin, dass das SEM diesen Aspekt der Vorbringen als 

glaubhaft erachte. Zwar ist ihm insofern zuzustimmen, als nicht nachvoll-

ziehbar erscheint, weshalb eine Übersetzung des fraglichen Zeitungsarti-

kels erst nach Ergehen der angefochtenen Verfügung in die vorinstanzli-

chen Akten aufgenommen wurde. Von einer unzureichenden Würdigung 

des genannten Beweismittels, das sich auf ein gar nicht angezweifeltes 

Sachverhaltselement bezieht, seitens der Vorinstanz kann jedoch trotzdem 

nicht gesprochen werden.  

4.2 Weiter wird mit der Beschwerdeschrift (S. 9 f.) vorgebracht, bei der 

summarischen Erstbefragung sei die Übersetzung mangelhaft gewesen. 

Wie der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung ausgeführt habe, sei 

D-2599/2017 

Seite 8 

ihm durch den Dolmetscher der Erstbefragung eine „Dorfmentalität“ unter-

stellt worden, und dieser habe ihn ausserdem als „dumm“ beschimpft. Der 

Grundsatz des rechtlichen Gehörs verlange jedoch, dass die asylsuchende 

Person frei und in der notwendigen Ausführlichkeit über ihre Asylgründe 

berichten könne. Die Aussagen des Beschwerdeführers im Rahmen der 

Erstbefragung dürften somit nicht zur Begründung der Unglaubhaftigkeit 

der Asylvorbringen verwendet werden, wie im angefochtenen Entscheid 

tatsächlich geschehen. Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer tatsächlich bereits im Rahmen der Anhörung (entspre-

chendes Protokoll, S. 7 f.) vorbrachte, der bei der Erstbefragung anwe-

sende Dolmetscher habe ihn beschimpft. Zugleich gab er auf die Frage hin, 

ob ihm bei der Rückübersetzung des Protokolls der Erstbefragung irgend-

welche Dinge aufgefallen seien, die er hätte geändert haben wollen, die 

der Dolmetscher aber nicht zugelassen oder nicht übersetzt habe, folgende 

Antwort (ebd., S. 8): „Nein. So war es nicht. Aber nachdem er geschimpft 

hat, ist bei mir alles durcheinander gewesen.“ Allerdings erübrigt es sich, 

die Frage nach der Verwendbarkeit der Aussagen des Beschwerdeführers 

bei der Erstbefragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit abschlies-

send zu beantworten. Wie sich aufgrund der nachfolgenden Erwägungen 

erweist, ist die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschwerdeführers 

grundsätzlich zu bejahen, während diesen jedoch keine asylrechtliche Re-

levanz zukommt. Auf dieser Grundlage kann im genannten Zusammen-

hang nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gesprochen wer-

den, welche die Aufhebung der angefochtenen Verfügung rechtfertigen 

würde.  

4.3 Weiter wird mit der Beschwerdeschrift (S. 10 f.) behauptet, der rechts-

erhebliche Sachverhalt sei nicht vollständig abgeklärt worden. Der Be-

schwerdeführer habe im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens darge-

legt, dass seine beiden in E._______ lebenden Brüder eine Vergangenheit 

bei den LTTE hätten, was durch das SEM auch als glaubhaft erachtet wor-

den sei. Um das Gefährdungsprofil des Beschwerdeführers aufgrund sei-

ner familiären Beziehungen beurteilen zu können, hätten jedoch zwingend 

auch Abklärungen zu den aktuellen exilpolitischen Tätigkeiten der Brüder 

in E._______ ‒ wo eine grosse tamilische Diaspora lebe ‒ durchgeführt 

werden müssen. Weiter sei es im vorinstanzlichen Verfahren unterlassen 

worden, die eigenen Verbindungen des Beschwerdeführers zu den LTTE 

sowie seine eigenen exilpolitischen Tätigkeiten abzuklären. Diesbezüglich 

ist allerdings festzustellen, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Vo-

rinstanz überhaupt nicht geltend machte, seine Brüder oder er selbst seien 

exilpolitisch tätig oder er selbst habe persönliche Verbindungen zu den 

D-2599/2017 

Seite 9 

LTTE. Für das SEM war somit kein Anlass gegeben, in dieser Hinsicht wei-

tere Abklärungen zu veranlassen und diese Aspekte bei der Beurteilung 

des Asylgesuchs zu berücksichtigen.  

4.4 Unter dem Gesichtspunkt einer ungenügenden Abklärung des Sach-

verhalts wird mit der Beschwerdeschrift (S. 11) ausserdem vorgebracht, 

der Beschwerdeführer habe anlässlich seiner Befragungen auf Narben hin-

gewiesen, die er durch die geltend gemachten Misshandlungen davonge-

tragen habe. Jedoch habe das SEM hierzu keine weiteren Abklärungen 

veranlasst. Diesbezüglich ist festzustellen, dass – wie die weiteren Erwä-

gungen ergeben – diese Misshandlungen als glaubhaft zu erachten sind. 

Auf diese Rüge ist somit nicht weiter einzugehen.  

4.5 Ferner wird geltend gemacht (Beschwerdeschrift, S. 11‒14), der 

rechtserhebliche Sachverhalt sei insofern nicht vollständig abgeklärt wor-

den, als nicht darauf eingegangen worden sei, welche Risiken sich für den 

Beschwerdeführer aus dem Umstand ergeben könnten, dass er im Hinblick 

auf einen Vollzug der Wegweisung auf dem sri-lankischen Generalkonsulat 

in Genf werde vorsprechen müssen. Auch sei nicht abgeklärt worden, in-

wiefern sich gewisse Ereignisse, welche sich im Zusammenhang mit einem 

am 16. November 2016 durchgeführten Ausschaffungsflug nach Sri Lanka 

abgespielt hätten, auf den Beschwerdeführer auswirken könnten (Be-

schwerdeschrift, S. 14‒17). Es ist schlicht nicht ersichtlich, inwiefern diese 

Vorbringen, welche völlig anders gelagerte Fälle aus der Vergangenheit 

betreffen, im Verfahren des Beschwerdeführers von konkreter Bedeutung 

sein könnten. Von einer Verpflichtung des SEM zu entsprechenden Abklä-

rungen kann im vorliegenden Fall somit offensichtlich nicht ausgegangen 

werden.  

4.6 Des Weiteren wird unter dem Aspekt rechtsgenüglicher Sachverhalts-

abklärung behauptet (Beschwerdeschrift, S. 17‒20), sowohl das SEM als 

auch das Bundesverwaltungsgericht würden sich in der jeweiligen Praxis 

generell auf Länderinformationen abstützen, die nicht aktuell seien und den 

neuesten Entwicklungen nicht gerecht würden. In diesem Zusammenhang 

wurde mit der Beschwerdeschrift ein eigener, vom Rechtsvertreter verfass-

ter „Bericht zur aktuellen Lage“ in Sri Lanka eingereicht. Mit diesem Vor-

bringen ist keine konkrete Rüge verbunden, aus welchen Gründen und in 

welcher Weise im Falle des Beschwerdeführers der entscheidwesentliche 

Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden wäre. Auf die Frage, inwiefern 

die allgemeinen Entwicklungen der politischen und menschenrechtlichen 

Lage in Sri Lanka sich im vorliegenden Verfahren auswirken, ist nicht unter 

D-2599/2017 

Seite 10 

dem Aspekt des rechtlichen Gehörs, sondern bei der materiellen Beurtei-

lung der Asylvorbringen des Beschwerdeführers einzugehen. 

4.7 Zusammenfassend erweist sich somit, dass die Rüge des Beschwer-

deführers, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch die Vorinstanz 

verletzt worden, nicht gerechtfertigt ist. 

5.  

Im Übrigen macht der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter gel-

tend, die Vorinstanz habe bei der Beweiswürdigung das Willkürverbot im 

Sinne von Art. 9 BV verletzt, indem es die verschiedenen Elemente des 

Sachverhalts in willkürlicher Weise entweder als glaubhaft oder als un-

glaubhaft eingestuft habe. Wie die folgenden Erwägungen zeigen, ist die 

Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen ‒ aufgrund fehlender asylrechtli-

cher Relevanz ‒ für die Beurteilung des Asylgesuchs nicht von entscheid-

wesentlicher Bedeutung. Auf die genannte Rüge ist deshalb nicht weiter 

einzugehen. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.3 Im vorliegenden Fall begründete das SEM die Ablehnung des Asylge-

suchs zum einen damit, die vorgebrachten Asylgründe seien jedenfalls 

zum Teil nicht als glaubhaft zu erachten. Diese Einschätzung traf es unter 

anderem hinsichtlich des Vorbringens des Beschwerdeführers, er sei am 

D-2599/2017 

Seite 11 

16. Mai 2011 entführt, während zweier Tage und dreier Nächte festgehal-

ten, über seinen Bruder D._______ sowie über eine ihm unbekannte Dritt-

person ausgefragt und dabei geschlagen sowie gefoltert worden. Es ist 

festzustellen, dass – ungeachtet gewisser Widersprüche in den Angaben 

des Beschwerdeführers zur ärztlichen Behandlung seiner Verletzungen 

nach der Freilassung – dieses Vorbringen nicht ohne weiteres als unglaub-

haft eingestuft werden kann. Jedoch erübrigt es sich, die Frage der Glaub-

haftigkeit dieses Geschehnisses abschliessend zu beantworten, da es sich 

aus den nachfolgend aufgezeigten Gründen ohnehin als asylrechtlich nicht 

relevant erweist. Aufgrund der fehlenden Asylrelevanz des Ereignisses ist 

ausserdem festzustellen, dass den mit Eingabe vom 26. Mai 2017 einge-

reichten fünf Photographien, die verschiedene Narben am Körper des Be-

schwerdeführers zeigen, keine entscheidwesentliche Bedeutung zukommt. 

Entsprechend ist auch der mit der Beschwerdeschrift (S. 21) gestellte An-

trag abzuweisen, es sei entweder durch das Bundesverwaltungsgericht 

von Amtes wegen ein rechtsmedizinisches Gutachten zu den Körpernar-

ben des Beschwerdeführers einzuholen oder eine Frist zur Einreichung ei-

nes entsprechenden spezialärztlichen Berichts anzusetzen. Schliesslich 

erübrigt es sich mangels asylrechtlicher Relevanz ebenso, auf alle weite-

ren mit der Beschwerdeschrift und der Eingabe vom 26. Mai 2017 aufge-

worfenen Fragen im Zusammenhang mit der Glaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers einzugehen, so etwa hinsichtlich des behaup-

teten Zusammenhangs zwischen einer Entzündung der Magenschleimhaut 

des Beschwerdeführers und den in der Vergangenheit erlittenen Misshand-

lungen. 

6.4  

6.4.1 Im Zusammenhang mit der entscheidwesentlichen Frage der Asylre-

levanz der Vorbringen ist zunächst festzuhalten, dass den Todesumstän-

den der Mutter des Beschwerdeführers im Jahr 1990 und des Vaters im 

Jahr 1993 angesichts des seither verstrichenen Zeitraums für die Beurtei-

lung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers offensichtlich keine Bedeu-

tung zukommt.  

6.4.2 Darüber hinaus macht der Beschwerdeführer zunächst geltend, im 

Februar 2011 sei sein in E._______ lebender Bruder D._______ – der frü-

her bei der Spionageeinheit der LTTE gewesen sei – während eines Feri-

enaufenthalts in Sri Lanka entführt, gefoltert und während dreier Tage (An-

gabe bei der Erstbefragung) beziehungsweise zweier Wochen (Angabe bei 

der Anhörung) festgehalten worden. Am 16. Mai 2011 sei er selbst entführt, 

während zweier Tage und dreier Nächte festgehalten, über seinen Bruder 

D-2599/2017 

Seite 12 

D._______ und über eine Person namens F._______ ausgefragt, geschla-

gen und gefoltert worden. Im Juli 2013 sei ein Arbeitskollege der tamili-

schen Zeitung „H._______“, für die er als Verteiler gearbeitet habe, bei der 

Arbeit angegriffen worden, und über ihn selbst habe man sich auch erkun-

digt. Aus diesem Grund sei er nach Qatar gereist, um von dort mit Hilfe 

eines Schleppers nach Europa zu gelangen. Auch diesen Vorbringen, wel-

che die Jahre 2011 bis 2013 betreffen, kommt keine asylrechtliche Rele-

vanz zu. Diesbezüglich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer wäh-

rend seines Aufenthalts in Qatar ‒ weil die Weiterreise nach Europa nicht 

möglich gewesen sei – durch Vermittlung eines Verwandten bei einem sri-

lankischen Minister abklären liess, ob er ohne Probleme wieder in seinen 

Heimatstaat zurückkehren könne. Nachdem er eine entsprechende Bestä-

tigung erhalten habe, sei er im Januar 2014 auf dem Luftweg und mit sei-

nem eigenen Reisepass nach Sri Lanka zurückgereist. Anlässlich der Be-

fragungen im vorinstanzlichen Verfahren machte er nicht geltend, bei sei-

ner Einreise nach Sri Lanka oder irgendwann nach seiner Rückkehr wegen 

der Ereignisse der Jahre 2011 bis 2013 konkrete weitere Schwierigkeiten 

gehabt zu haben. Angesichts dessen bestand zum damaligen Zeitpunkt of-

fensichtlich kein Verfolgungsinteresse des sri-lankischen Staats am Be-

schwerdeführer. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er weder wegen sei-

nes Bruders D._______ noch wegen seiner Arbeit bei der Distribution der 

Zeitung „H._______“ in spezifischer und anhaltender Weise die Aufmerk-

samkeit der sri-lankischen Sicherheitsbehörden auf sich gezogen hatte. 

Dem Vorbringen in der Beschwerdeschrift (S. 30), wonach „das Ausbleiben 

von Verfolgungshandlungen vor der Ausreise sowie das Ausbleiben von 

Verfolgungshandlungen bei Ein- und Ausreise mitnichten ein Argument für 

das zukünftige Ausbleiben von Verfolgungshandlungen sind“, kann man-

gels konkreter Hinweise auf ein tatsächliches Verfolgungsinteresse des sri-

lankischen Staats nicht gefolgt werden. Der Vollständigkeit halber ist 

schliesslich mit Blick auf den mit Eingabe vom 26. Mai 2017 eingereichten 

Auszug aus der Zeitung „H._______“ vom 11. Juli 2013 Folgendes festzu-

halten: Wie aus dem betreffenden Zeitungsartikel hervorgeht, wurde zum 

damaligen Zeitpunkt ein Reporter der genannten Zeitung von unbekannten 

Personen auf der Strasse angegriffen. Es ist kein Grund ersichtlich, inwie-

fern sich aus diesem Vorfall eine persönliche Gefährdung des Beschwer-

deführers – der im Übrigen lediglich mit der Auslieferung der Zeitung zu tun 

hatte – hätte ergeben können. Es erübrigt sich, in diesem Zusammenhang 

auf weitere eingereichte Beweismittel – so ein Bestätigungsschreiben des 

Verlegers der fraglichen Zeitung, eines sri-lankischen Parlamentsmit-

glieds – näher einzugehen.  

D-2599/2017 

Seite 13 

6.4.3 Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, nachdem er im April 2014 für 

seinen Bruder C._______ eine für den Kauf einer Motor-Rikscha vorgese-

hene Summe von 350‘000 Rupien überbracht habe, sei er einige Tage spä-

ter von Angehörigen des CID, einer Spezialeinheit der sri-lankischen Poli-

zei, befragt worden. Diese hätten von ihm wissen wollen, von wem das 

Geld stamme und zu welchem Zweck es gedient habe, und er habe den 

Namen und die Telephonnummer seines Bruders preisgeben müssen. 

Diesbezüglich ist festzustellen, dass aus den Angaben des Beschwerde-

führers im Rahmen seiner Befragungen im vorinstanzlichen Verfahren 

nicht hervorgeht, er habe in diesem Zusammenhang konkrete weitere 

Probleme gehabt. Zwar macht er ausserdem geltend, er sei am 3. Juli 

2014, als er mit dem Motorrad von Jaffna unterwegs nach Kilinochchi ge-

wesen sei, um Zeitungen auszuliefern, von zwei unbekannten Personen 

angehalten und geschlagen worden. Jedoch sagte er bei seiner Anhörung 

diesbezüglich weiter aus, den Grund für diesen Angriff kenne er nicht. Er 

wisse nicht, ob er wegen des Geldtransports für seinen Bruder, wegen sei-

ner Arbeit für eine regierungskritische Zeitung oder aus einem anderen 

Grund überfallen worden sei. In diesem Zusammenhang erwähnte er aus-

serdem, dass er einmal vor politischen Wahlen – wahrscheinlich im Jahr 

2013 ‒ in einem Gasthaus für die Bewirtung zweier Wahlkandidaten zu-

ständig gewesen sei, was ebenfalls ein Anlass für den Angriff habe sein 

können. Mithin ist nach eigenen Aussagen des Beschwerdeführers voll-

kommen unklar, was der Grund für den Überfall vom 3. Juli 2014 war. Der 

Einschätzung des SEM in der angefochtenen Verfügung, der Angriff sei mit 

erheblicher Wahrscheinlichkeit als blosser krimineller Akt zu werten und 

mithin asylrechtlich nicht relevant, lässt sich daher nichts Konkretes entge-

genhalten. Soweit mit der Beschwerdeschrift behauptet wird, der Zwi-

schenfall sei auf die Verbindungen des Beschwerdeführers selbst und sei-

ner Brüder zu den LTTE zurückzuführen, so liegen hierfür keine konkreten 

Anhaltspunkte vor. Zum einen machte der Beschwerdeführer anlässlich 

seiner Befragungen im vorinstanzlichen Verfahren gar nicht geltend, er 

selbst habe vor seiner Ausreise aus Sri Lanka persönliche Verbindungen 

zu den LTTE gehabt. Zum anderen wird zwar mit der Beschwerdeschrift 

und mit der Eingabe vom 26. Mai 2017 behauptet, die beiden Brüder 

C._______ und D._______ seien in E._______ zugunsten der LTTE exil-

politisch tätig, woraus sich eine Gefährdung des Beschwerdeführers im 

Heimatstaat im Sinne einer Reflexverfolgung ergeben habe. Jedoch hat 

der Beschwerdeführer bis zum heutigen Zeitpunkt – obwohl dies mit der 

Eingabe vom 26. Mai 2017 in Aussicht gestellt wurde – weder zu den Asyl-

gründen seiner Brüder in E._______ noch zu deren angeblichen exilpoliti-

schen Tätigkeiten konkrete Angaben und Beweismittel eingereicht.  

D-2599/2017 

Seite 14 

6.4.4 Im letztgenannten Zusammenhang wird mit der Beschwerdeschrift 

(S. 21) zum einen beantragt, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens sei 

eine ergänzende Anhörung des Beschwerdeführers zu seinen eigenen 

Verbindungen zu den LTTE durchzuführen. Diesbezüglich ist die Feststel-

lung zu wiederholen, dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Ver-

fahren von keinerlei eigenen Verbindungen zu den LTTE vor der Ausreise 

aus Sri Lanka berichtete. Zum anderen wird der Antrag gestellt, es sei dem 

Beschwerdeführer eine angemessene Frist anzusetzen, damit er die not-

wendigen Informationen zu den exilpolitischen Tätigkeiten seiner Brüder 

einreichen könne. Angesichts des seit der Einreichung der Beschwerde-

schrift ungenutzt verstrichenen Zeitraums besteht keinerlei Anlass zur Ge-

währung einer derartigen Frist. Beide Anträge sind somit abzuweisen. 

6.5 Über die getroffene Einschätzung hinaus, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers aus den erwähnten Gründen nicht asylrelevant sind, ist 

ferner auch nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer zum 

Schluss gelangte, er könne den erlebten Schwierigkeiten nur durch die 

Ausreise aus seinem Heimatstaat entgehen. Aus seinen Aussagen anläss-

lich der Befragungen im vorinstanzlichen Verfahren geht hervor, dass sich 

seine Probleme ausschliesslich im lokalen Kontext seines Herkunfts-

distrikts Jaffna abspielten. Es besteht – nicht zuletzt nach seiner problem-

losen Wiedereinreise nach Sri Lanka im Jahr 2014 ‒ kein Grund zur An-

nahme, die sri-lankischen Sicherheitskräfte seien auf nationaler Ebene auf 

ihn aufmerksam geworden. Somit hätte er den geltend gemachten Schwie-

rigkeiten zu jedem Zeitpunkt durch eine Verlegung seines Wohnsitzes in 

einen anderen Landesteil ausweichen können. Im vorliegenden Fall sind 

auch die praxisgemässen Voraussetzungen für die Annahme einer inner-

staatlichen Schutzalternative (BVGE 2011/51 E. 8) als erfüllt zu erachten. 

Es könnte dem Beschwerdeführer zugemutet werden, sich insbesondere 

im Distrikt Ampara in der Ostprovinz ‒ wo nach seinen Angaben jener On-

kel lebt, der seine Ausreise und die Weiterreise in die Schweiz massgeblich 

finanzierte ‒ oder im Grossraum der Stadt Colombo ‒ wo er sich bereits 

vor seiner Ausreise bei Freunden aufhielt ‒ niederzulassen und sich dort 

eine neue Existenz aufzubauen. 

6.6 Schliesslich wird geltend gemacht (Beschwerdeschrift, S. 11‒14), es 

ergebe sich für den Beschwerdeführer eine asylrelevante Gefährdung aus 

dem Umstand, dass er im Hinblick auf einen Vollzug der Wegweisung auf 

dem sri-lankischen Generalkonsulat in Genf werde vorsprechen müssen. 

Ausserdem bestehe die Gefahr, dass er nach der Rückschaffung in seinen 

Heimatstaat mit Verhaftung und Misshandlung zu rechnen habe (ebd., 

D-2599/2017 

Seite 15 

S. 14‒17). Nach dem zuvor Gesagten besteht kein konkreter Grund für die 

Stichhaltigkeit dieser beiden Behauptungen. Der Umstand alleine, dass 

sich in der Vergangenheit bei Rückschaffungen nach Sri Lanka ‒ die mit 

dem vorliegenden Fall keinerlei Verbindung aufweisen ‒ vereinzelte Vor-

fälle ereigneten, lässt in Bezug auf den Beschwerdeführer keine Rück-

schlüsse zu. 

6.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das SEM zutreffenderweise zur 

Einschätzung gelangt ist, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien 

asylrechtlich nicht relevant. Die Vorinstanz hat folglich das Asylgesuch zu 

Recht abgelehnt. 

7.  

7.1 In einem nächsten Schritt ist auf die subjektiven Nachfluchtgründe ein-

zugehen, welche der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren sinn-

gemäss mit dem Vorbringen geltend macht, er betätige sich seit seiner An-

kunft in der Schweiz exilpolitisch zugunsten der LTTE und habe dabei ein-

mal an einer Demonstration teilgenommen, was ein weiteres Gefährdungs-

element darstelle. 

7.2 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyl-

suchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Herkunfts-

staat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nach-

fluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vor-

läufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 sowie Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2006 Nr. 1 E. 6.1, EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a, jeweils m.w.N.). 

7.3 Mit der Eingabe seines Rechtsvertreters vom 26. Mai 2017 brachte der 

Beschwerdeführer vor, er habe in der Schweiz einmal, am 14. März 2016, 

an einer grossen Demonstration gegen den tamilischen Genozid teilge-

nommen. Es sei bekannt, dass die Teilnehmenden an solchen Veranstal-

tungen beobachtet, dokumentiert und anschliessend in Sri Lanka gemeldet 

würden. Mit der Eingabe reichte der Beschwerdeführer eine Photographie 

und einen „Screenshot“ aus einem Videofilm betreffend seine Teilnahme 

an der fraglichen Kundgebung ein. Mit der Eingabe vom 26. Mai 2017 

wurde ausserdem mitgeteilt, der Beschwerdeführer stelle ein Dossier in 

Bezug auf weitere Videos und Photos im Internet zusammen, die ihn bei 

seinen exilpolitischen Tätigkeiten zeigen würden. Es ist festzustellen, dass 

D-2599/2017 

Seite 16 

im weiteren Verfahren weder sonstige exilpolitische Aktivitäten geltend ge-

macht noch zusätzliche Beweismittel eingereicht wurden. 

7.4 Auf der Grundlage dieser Vorbringen besteht offensichtlich kein Anlass 

zur Annahme, der Beschwerdeführer habe sich persönlich in einer Art und 

Weise exilpolitisch betätigt, die ihn besonders exponieren würde. Somit lie-

gen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass er in Sri Lanka wegen der Beteili-

gung an exilpolitischen Aktivitäten einer spezifischen Gefährdung im Sinne 

von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnte. Den ausserdem behaupteten exil-

politischen Tätigkeiten der beiden in E._______ lebenden Brüder des Be-

schwerdeführers, die im Übrigen weder konkret benannt noch irgendwie 

belegt worden sind, kommt dabei keine Bedeutung zu.  

7.5 Somit erweist sich, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-

schaft auch nicht aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe erfüllt. 

8.  

Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-

such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte 

Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

länderinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

D-2599/2017 

Seite 17 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

9.2.2 Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung nach Sri Lanka 

ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil der Beschwerde-

führer – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers erge-

ben sich ausserdem auch keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte 

für die Annahme, dass er im Falle einer Ausschaffung nach Sri Lanka mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 2001 

Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Men-

schenrechte [EGMR] etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, so-

wie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Beschwerde 

Nr. 37201/06, Ziff. 124 ff., jeweils m.w.N.). Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Einschät-

zung des Bundesverwaltungsgerichts nicht als unzulässig erscheinen 

(BVGE 2011/24 E. 10.4). Ebenso hat der EGMR wiederholt festgestellt, 

dass nicht generell davon auszugehen sei, Rückkehrern drohe in Sri Lanka 

eine unmenschliche Behandlung, sondern dass jeweils im Einzelfall eine 

Risikoeinschätzung vorzunehmen sei (vgl. Urteil R.J. gegen Frankreich 

vom 19. September 2013, Beschwerde Nr. 10466/11, Ziff. 37). Weder aus 

den Vorbringen des Beschwerdeführers noch in anderweitiger Hinsicht er-

geben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er im Falle einer Ausschaf-

fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer gemäss 

der EMRK oder der FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Dies gilt insbesondere auch unter Berücksichtigung der Behauptung 

in der Beschwerdeschrift (S. 35 f.), es sei mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer – wie jeder nach 

Sri Lanka zurückgeschaffte Asylgesuchsteller ‒ jederzeit Opfer einer Ver-

haftung und von Verhören unter Folteranwendung werden könne. Aufgrund 

der Erwägungen zur asylrechtlichen Relevanz der Asylgründe des Be-

schwerdeführers (zuvor, E. 6.4) und zur verneinten Gefährdung aufgrund 

exilpolitischer Aktivitäten (E. 7.3 f.) besteht für eine derartige Befürchtung 

kein konkreter Anlass. Dies gilt des Weiteren auch für die Behauptung, der 

Beschwerdeführer sei einem Risiko der Verhaftung bei der Einreise ausge-

D-2599/2017 

Seite 18 

setzt, weil er verschiedene Narben aufweise, was ihn dem Verdacht aus-

setze, den LTTE angehört zu haben (Eingabe vom 26. Mai 2017, S. 4). Das 

blosse Vorhandensein von Narben – die auf verschiedenste Ursachen zu-

rückzuführen sein können ‒ erscheint angesichts des Fehlens sonstiger 

Aspekte, welche einen konkreten Verdacht der heimatlichen Behörden her-

vorrufen könnten, nicht geeignet, ein derartiges Risiko zu begründen. Der 

Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

9.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat zuletzt im länderspezifischen Re-

ferenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 zur Frage der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs abgewiesener Asylsuchender aus Sri Lanka insbe-

sondere tamilischer Ethnie eine Lageanalyse vorgenommen (a.a.O., 

E. 13.2–13.4). Hinsichtlich der Nordprovinz, aus welcher der Beschwerde-

führer stammt, wurde dabei zusammenfassend festgestellt, dass der Weg-

weisungsvollzug dorthin (mit Ausnahme des Vanni-Gebiets) zumutbar ist, 

sofern das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien – insbeson-

dere die Existenz eines tragfähigen familiären oder anderweitigen sozialen 

Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und 

Wohnsituation – bejaht werden kann (a.a.O., E. 13.3). 

9.3.3 Der Beschwerdeführer stammt gemäss eigenen Aussagen aus 

B._______ im Distrikt Jaffna, Nordprovinz, und hat dort mit Ausnahme ei-

nes halbjährigen Aufenthalts in Qatar sein gesamtes Leben verbracht. Ge-

mäss eigenen Aussagen leben mehrere Onkel und Tanten in Jaffna (Pro-

tokoll der Erstbefragung, S. 5), und seine Familie besitzt Grundstücke und 

Häuser (Protokoll der Anhörung, S. 12). Ausserdem lebt ein Onkel in 

J._______ (Distrikt Ampara, Ostprovinz), wobei dieser dort einen Laden 

besitze (ebd., S. 5, 12). Somit ist davon auszugehen, dass der Beschwer-

deführer nach seiner Rückkehr in sein Heimatland sowohl auf die Unter-

stützung seiner im Distrikt Jaffna lebenden Angehörigen wird zählen kön-

nen, in einem der Häuser seiner Familie eine Unterkunftsmöglichkeit vor-

finden wird, als auch in der Lage sein wird, sich dank seiner schulischen 

D-2599/2017 

Seite 19 

Ausbildung von insgesamt dreizehn Jahren und seinen beruflichen Erfah-

rungen wirtschaftlich wieder zu integrieren. Diesbezüglich ist zudem auf die 

Rückkehrhilfe der Schweiz hinzuweisen. Schliesslich ist festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer – sollte er nicht in den Distrikt Jaffna zurückkehren 

wollen – zumindest im Distrikt Ampara in der Ostprovinz, wo der erwähnte 

Onkel lebt, über eine Aufenthaltsalternative verfügen würde. Es erweist 

sich somit, dass der Beschwerdeführer die vom Bundesverwaltungsgericht 

bezüglich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Sri Lanka for-

mulierten Kriterien erfüllt. 

9.3.4 Des Weiteren bestehen auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf 

schliessen liessen, der Beschwerdeführer sei bei einer Rückkehr nach Sri 

Lanka einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG aus-

gesetzt. Zwar wurde mit der Beschwerdeschrift (S. 11) und der Eingabe 

vom 26. Mai 2017 geltend gemacht, der Beschwerdeführer weise an sei-

nem Körper Narben auf, welche auf die in Sri Lanka erlittenen Misshand-

lungen zurückzuführen seien. Mit der Beschwerdeschrift (S. 37) wurde 

ausserdem angeführt, der Beschwerdeführer habe noch unter den Folgen 

der Misshandlungen zu leiden. Diesen generellen und nicht weiter substan-

tiierten Angaben sind jedoch keine konkreten Hinweise auf aktuelle ge-

sundheitliche Probleme zu entnehmen. Der Vollzug der Wegweisung ist 

folglich auch unter diesem Gesichtspunkt als zumutbar zu bezeichnen.  

9.3.5 Schliesslich besteht aufgrund der Erwägungen zur asylrechtlichen 

Relevanz der Vorbringen des Beschwerdeführers (E. 6.4) und zur vernein-

ten Gefährdung aufgrund exilpolitischer Aktivitäten (E. 7.3 f.) auch kein 

konkreter Grund zur Annahme, er könnte, wie mit der Beschwerdeschrift 

(S. 36) im Zusammenhang mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs behauptet, bei seiner Rückkehr der Gefahr von Behelligun-

gen durch sri-lankische Behörden oder paramilitärische Gruppierungen 

ausgesetzt sein.  

9.4 Schliesslich ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung man-

gels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von 

Art. 83 Abs. 2 AuG ist.  

9.5 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug ste-

hen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmungen und 

sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufi-

gen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

D-2599/2017 

Seite 20 

10.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver-

fügung Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachver-

halt richtig und vollständig feststellt (Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten sind auf 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Dabei ist zur Be-

gleichung der Verfahrenskosten der in selber Höhe geleistete Kostenvor-

schuss zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2599/2017 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Zur Begleichung wird der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss 

verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mia Fuchs Martin Scheyli 

 

 

Versand: