# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af4455f2-0988-54d5-9357-abb302935fed
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-27
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 27.03.2024 III 2023 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2023-120_2024-03-27.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2023 120

Entscheid vom 27. März 2024 

Besetzung lic.iur. Thomas Rentsch, Vizepräsident
Monica Huber-Landolt, Richterin
lic.iur. Karl Gasser, Richter
MLaw Jan Bucher, a.o. Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw B.________

gegen

Verkehrsamt, Schlagstrasse 82, Postfach 3214, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Strassenverkehrsrecht (Annullierung des Führerausweises 
auf Probe sowie des Lernfahrausweises der Kat. BE)

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Sachverhalt:

A. Mit Verfügung vom 17. Februar 2021 hat das kantonale Verkehrsamt 
A.________ (geb. A.________2001) den Führerausweis auf Probe sowie den 
Lernfahrausweis für die Kategorie BE je für die Dauer von drei Monaten entzo-
gen und die Probezeit für den auf Probe ausgestellten Führerausweis um ein 
Jahr verlängert. Die Massnahme wurde damit begründet, dass A.________ am 
12. Oktober 2020 auf der Autobahn A1 in C.________ (Ortschaft) als Lenker ei-
nes Personenwagens bei einer Geschwindigkeit von ca. 115 km/h über eine 
Strecke von ca. 800 Meter einen ungenügenden Sicherheitsabstand von lediglich 
ca. 8 bis 15 Meter zu einem vorausfahrenden Fahrzeug eingehalten habe (Vi-act. 
1). Genannte Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B. Am 27. März 2023 überschritt A.________ in D.________ (Ortschaft) als 
Lenker eines Lieferwagens nach Abzug der Sicherheitsmarge die zulässige 
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 21 km/h. Mit Schreiben vom 6. Juni 2023 
kündigte das kantonale Verkehrsamt gegenüber A.________ an, aufgrund dieser 
leichten Verkehrsregelverletzung wegen Rückfälligkeit den Führerausweis auf 
Probe sowie den Lernfahrausweis der Kategorie BE zu annullieren und gewährte 
ihm das rechtliche Gehör (Vi-act. 3). 

C. Am 12. Juni 2023 sprachen A.________ und dessen Vater gemeinsam 
persönlich beim Verkehrsamt vor und wiesen auf die berufliche Notwendigkeit 
des Führerausweises hin (Vi-act. 5). Nach entsprechender mündlicher Ankündi-
gung anlässlich dieses Gesprächs teilte das Verkehrsamt mit Schreiben vom 
13. Juni 2023 mit, es werde zunächst das Vorliegen eines rechtskräftigen Strafur-
teils abwarten (Vi-act. 6). Am 23. Juni 2023 ging der rechtskräftig gewordene 
Strafbefehl der E.________ (Strafbehörde) vom 6. April 2023 beim Verkehrsamt 
ein, gemäss welchem A.________ des Überschreitens der zulässigen Höchstge-
schwindigkeit von 80 km/h (nach Abzug der Sicherheitsmarge) um 21 km/h bzw. 
der Verletzung von Art. 32 Abs. 2 und Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen 
und mit einer Busse von Fr. 270.-- bestraft wurde (Vi-act. 11). Mit Schreiben vom 
23. Juni 2023 gewährte das Verkehrsamt A.________ erneut die Möglichkeit, 
sich zum Vorfall und zur Annullierung des Führerausweises auf Probe und des 
Lernfahrausweises der Kategorie BE zu äussern (Vi-act. 12). 

D. Nachdem innert der angesetzten Frist keine Stellungnahme von 
A.________ eingegangen war, hat das Verkehrsamt mit Verfügung vom 7. Juli 
2023 in Anwendung von Art. 16a Abs. 1 lit. a und Abs. 2, Art. 15a Abs. 4 SVG 
sowie Art. 35a VZV unter anderem dessen Führerausweis auf Probe sowie des-
sen Lernfahrausweis der Kategorie BE annulliert, das Führen von Motorfahrzeu-

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gen aller Kategorien untersagt und einer allfälligen Beschwerde die aufschieben-
de Wirkung entzogen.

E. Mit Telefonanruf vom 14. Juli 2023 bzw. mit gleichentags erstelltem Schrei-
ben teilte A.________ dem Verkehrsamt (Eingang des Schreibens am 
17.7.2023) im Wesentlichen sinngemäss mit, ein rechtskräftiges Strafurteil sei 
ihm nicht bekannt und das Schreiben des Verkehrsamts vom 23. Juni 2023 be-
treffend die Möglichkeit zur Stellungnahme habe er nicht erhalten, weshalb er um 
Widerruf der Verfügung vom 7. Juli 2023 und um Gewährung der Möglichkeit zur 
Stellungnahme ersuche (Vi-act. 15, 17). Das Verkehrsamt leitete dieses Schrei-
ben am 21. Juli 2023 zuständigkeitshalber dem Verwaltungsgericht weiter, wel-
ches das Schreiben als Beschwerde entgegennahm und ein Beschwerdeverfah-
ren eröffnete.

F. Mit Eingabe vom 28. Juli 2023 lässt der inzwischen anwaltlich vertretene 
Beschwerdeführer fristgerecht gegen die Verfügung des Verkehrsamtes vom 
7. Juli 2023 Beschwerde erheben mit folgenden Begehren:

1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben.

2. Die Angelegenheit ist dem Beschwerdegegner zur Neubeurteilung zurückzu-
weisen, wobei dem Beschwerdeführer zunächst ausdrücklich Gelegenheit zur 
Stellungnahme einzuräumen ist, bevor es [sic] erneut entscheidet.

3. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zukommen zu 
lassen.

4. Über Ziffer 3 ist superprovisorisch, eventualiter im Sinne einer vorsorglichen 
Massnahme zu entscheiden.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegegners.

G. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 10. August 2023, die 
Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf diese einzutreten sei, unter Kostenfol-
gen zulasten des Beschwerdeführers.

H. Mit Zwischenbescheid vom 17. August 2023 (VGE III 2023 135) hat der 
Einzelrichter des Verwaltungsgerichts Folgendes erkannt: 

1. Der Antrag Ziff. 3 der Beschwerde vom 28. Juli 2023 betreffend Wiederherstel-
lung der entzogenen aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wird abgewie-
sen.

2. Die Kosten dieses Zwischenbescheides werden auf Fr. 200.-- festgelegt und 
dem Beschwerdeführer auferlegt. Die Abrechnung erfolgt mit der Hauptsache 
(III 2023 120).

3. Dem Beschwerdeführer wird die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 10. Au-
gust 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt. Für allfällige Bemerkungen wird eine 
Frist bis zum 31. August 2023 angesetzt.

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4.–5. (Rechtsmittelbelehrung, Zustellung)

Am 3. Oktober 2023 (Datum Postaufgabe) reichte der Beschwerdeführer eine 
Stellungnahme (Replik) zur Vernehmlassung der Vorinstanz ein.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Wer ein Motorfahrzeug führt, bedarf des Führerausweises (Art. 10 Abs. 2 
des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; SR 741.01] vom 19. Dezember 1958). Die-
ser wird von den kantonalen Verwaltungsbehörden am Wohnsitz des Fahrzeug-
führers erteilt und entzogen (Art. 22 Abs. 1 SVG). 

1.2 Der erstmals erworbene Führerausweis für Motorräder und Motorwagen 
wird zunächst auf Probe erteilt (Art. 15a Abs. 1 SVG). Die Probezeit für diesen 
Führerausweis auf Probe beträgt drei Jahre. In aArt. 15a Abs. 4 SVG wurde 
normiert, dass der Führerausweis auf Probe mit der zweiten Widerhandlung, die 
zum Entzug des Ausweises führt, verfällt. Gemäss seiner aktuellen Fassung (In-
krafttreten per 1. Oktober 2023) verfällt der Führerausweis auf Probe, wenn der 
Inhaber während der Probezeit eine weitere mittelschwere oder schwere Wider-
handlung begeht. Es sei am Rande bemerkt, dass die Verordnung über die Zu-
lassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) 
vom 27. Oktober 1976 in ihrer aktuellen Fassung nicht mit der genannten Ände-
rung des SVG übereinzustimmen scheint, was vorliegend indes nicht von weite-
rer Relevanz ist.

Zunächst gilt es zu prüfen, welche Fassung des Art. 15a Abs. 4 SVG auf den vor-
liegenden Sachverhalt zur Anwendung kommt, zumal sich der rechtserhebliche 
Sachverhalt (wie im Übrigen auch der Erlass der angefochtenen Verfügung) noch 
während der Geltung des alten Rechts ereignete und Rechtsmittelinstanzen 
grundsätzlich das zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids in Kraft ste-
hende Recht anzuwenden haben (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 293 m.H.).

1.2.1 Der strassenverkehrsrechtliche Warnungsentzug soll den an sich geeigne-
ten Fahrzeuglenker dazu anhalten, die Verkehrsvorschriften künftig zu beachten. 
Demgegenüber bezweckt der Sicherungsentzug, einen ungeeigneten Fahrzeug-
führer zur Vermeidung einer befürchteten Gefährdung der Verkehrssicherheit, al-
so zur Gefahrenabwehr, vom Strassenverkehr fernzuhalten. Der Sicherungsent-
zug ist mithin eine echte Verwaltungsmassnahme, die der (Wieder-)Herstellung 
des rechtmässigen Zustandes dient und damit restitutive Funktion hat. Im Unter-
schied dazu hat der Warnungsentzug Sanktionscharakter, indem er an eine nicht 

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mehr rückgängig zu machende Regelverletzung anknüpft und rein präventiven 
(abschreckenden und erzieherischen) Zwecken dient (vgl. BSK SVG-
Rütsche/D'Amico, Art. 16d N 1 m.w.H.). Das SVG statuiert sodann eine Reihe 
von Tatbeständen, welche eine Fahrungeeignetheit gesetzlich vermuten, wenn 
ein Fahrzeuglenker rückfällig wird, nachdem er bereits gegen Verkehrsvorschrif-
ten verstossen hat. Zu diesen Tatbeständen gehören Art. 16b Abs. 2 lit. e und f, 
Art. 16c Abs. 2 lit. d und e sowie Art. 16d Abs. 3 lit. b SVG. Diese Führerausweis-
entzüge knüpfen an die Tatsache an, dass ein Fahrzeuglenker innerhalb einer 
gesetzlich definierten Zeitspanne mehrere schwere oder mittelschwere Wider-
handlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften begangen hat. Aus der mehrfa-
chen Rückfälligkeit eines Lenkers folgt ex lege – ohne dass im konkreten Fall die 
Fahreignung abzuklären wäre –, dass die betroffene Person nicht Gewähr bietet, 
sich künftig beim Führen eines Motorfahrzeuges an die Strassenverkehrsvor-
schriften zu halten (BSK SVG-Rütsche, Vor Art. 16-17a N 28). 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Warnungsentzug eine 
der Strafe ähnliche, aber dennoch von ihr unabhängige Verwaltungsmassnahme 
mit präventivem Charakter, die primär die Erziehung des fehlbaren Fahrzeuglen-
kers im Interesse der Verkehrssicherheit und nicht dessen Bestrafung bezweckt. 
Entsprechend seiner Rechtsnatur werden verschiedene für Strafen geltende 
strafrechtliche sowie verfassungs- und konventionsrechtliche Regeln und 
Grundsätze auf den Warnungsentzug analog angewandt (vgl. BGE 133 II 331 
E. 4.2 m.H.). Auch für Sicherungsentzüge wegen Rückfälligkeit sind die auf War-
nungsentzüge anwendbaren strafrechtlichen und strafprozessualen Vorschriften 
zu beachten (vgl. BSK SVG-Rütsche/D'Amico, Art. 16d N 3 sowie BSK SVG-
Rütsche, Vor Art. 16-17a N 44 m.H.a. BGE 139 II 95 E. 3.4.3 = Pra 2013, Nr. 83, 
659 f.).

In Art. 15a Abs. 4 SVG wird – ausgehend von einer Rückfälligkeit – der Verfall 
des Führerausweises auf Probe statuiert, womit eine erhebliche inhaltliche Über-
einstimmung mit dem Sicherungsentzug wegen Rückfälligkeit vorliegt. Das Bun-
desgericht hat denn auch den Doppelcharakter von Art. 15a Abs. 4 SVG als Si-
cherungs- und Warnungsmassnahme erkannt (vgl. BGE 143 II 699 E. 3.5.3; Ur-
teil BGer 1C_650/2021 vom 19.01.2021 E. 5.2.2), weshalb vorliegend die ge-
nannten strafrechtlichen Mindestgarantien analog zur Anwendung kommen. 

Zu den genannten Garantien zählt auch der in Art. 2 Abs. 2 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) vom 21. Dezember 1937 statuierte Grund-
satz der lex mitior (VGE III 2023 128 vom 25.01.2024 E. 7.2.2). Insoweit ist 
grundsätzlich das Recht anzuwenden, das im Zeitpunkt des zur Massnahme An-
lass gebenden Vorfalls galt. Später in Kraft getretenes Recht ist indes dann 

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massgebend, wenn es milder als das alte ist (vgl. BGE 149 II 96 E. 4.1/4.2 
m.H.a. BGE 133 II 331 E. 4.2 und BGE 104 Ib 87 E. 2; Urteil BGer 1C_219/2023 
vom 11.9.2023 E. 4.2/4.3 m.w.H.). Indes gilt es zu beachten, dass dieser Grund-
satz der lex mitior nur dann greift, wenn in der neuen Regelung zufolge Wandel 
strafrechtlicher Anschauungen eine geänderte Bewertung der Widerhandlung 
zum Ausdruck kommt; eine Änderung aus Gründen der Zweckmässigkeit bzw. 
eine wertneutrale Regelung ist hiervon jedenfalls ausgeschlossen (vgl. BGE 149 
II 96 E. 4.2 m.H. u.a. auf BGE 148 IV 374 E. 2.2 m.w.H. sowie auf BGE 89 IV 
113 E. I1a/b).

1.2.2 Die Änderung des Art. 15a Abs. 4 SVG trat am 1. Oktober 2023 in Kraft 
(Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 17. März 2023; AS 2023 453). 
Einschlägige Übergangsbestimmungen liegen keine vor, wie auch die Vorinstanz 
zu Recht ausführt (vgl. Vernehmlassung, Rz. 10.4). Auch die entsprechende Bot-
schaft schweigt zu diesem Punkt (BBl 2021 3026). Zur anlassgebenden Motion 
(Motion 15.3574 Freysinger - Annullation des Führerausweises auf Probe) hält 
die Botschaft folgendes fest (a.a.O., S. 43 f.): 

Verfallen soll der Führerausweis auf Probe künftig nur dann, wenn dessen Inhabe-

rin oder Inhaber während der Probezeit eine weitere mittelschwere oder schwere 

Widerhandlung begeht. Leichte Widerhandlungen während der Probezeit sollen 

weder zu deren Verlängerung noch zu einer Annullation des Führerausweises 

führen. Indem der Führerausweis nur annulliert wird, wenn während der Probezeit 

zwei mindestens mittelschwere Widerhandlungen begangen werden, kann dem 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit besser Rechnung getragen werden und zu 

strenge Sanktionen können verhindert werden. Ausserhalb der Probezeit führt eine 

leichte Widerhandlung höchstens zu einem mindestens einmonatigen Führeraus-

weisentzug, auch bei wiederholter Begehung. Im Kaskadensystem wird die leichte 

Widerhandlung somit privilegiert. Diese Privilegierung soll auch bei Inhaberinnen 

und Inhabern eines Führerausweises auf Probe zur Anwendung kommen. Eine 

leichte Widerhandlung soll somit weder zur Verlängerung der Probezeit noch zur 

Annullation des Führerausweises führen. Leichte Widerhandlungen während der 

Probezeit bleiben mit dieser Regelung aber nicht ungesühnt. So droht Ersttäterin-

nen und -tätern eine Verwarnung und Personen, die innert zwei Jahren seit der 

Verwarnung erneut eine leichte Widerhandlung begehen, ein Führerausweisentzug 

von mindestens einem Monat (Art. 16a SVG). Mit der vorgeschlagenen Anpassung 

kann auch die stossende Folge behoben werden, wonach die Annullation des Füh-

rerausweises von der zufälligen Reihenfolge der Begehung der Widerhandlungen 

abhängen kann. So wird der Führerausweis auf Probe künftig immer annulliert, 

egal ob dessen Inhaberin oder Inhaber zuerst eine mittelschwere und dann eine 

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schwere oder zuerst eine schwere und anschliessend eine mittelschwere Wider-

handlung begangen hat. Die Wirkung des Führerausweises auf Probe wird durch 

die Vorlage nicht in Frage gestellt. Es wird lediglich auf überharte Sanktionen wie 

die Annullation des Führerausweises nach Begehung einer leichten Widerhand-

lung verzichtet.

1.2.3 Wenn die zur Gesetzesänderung zugehörige Botschaft Aussagen wie "[…] 
kann dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit besser Rechnung getragen wer-
den und zu strenge Sanktionen können verhindert werden" und "Es wird lediglich 
auf überharte Sanktionen […] verzichtet" enthält, so ist darin offenkundig eine 
geänderte Bewertung der Erheblichkeit und Strafwürdigkeit leichter Widerhand-
lungen i.S.d. SVG für den Verlust des Führerausweises auf Probe resp. der Ver-
hältnismässigkeit dieser Massnahme zu erkennen. Mithin gelangt angesichts der 
zuvor dargelegten Rechtsprechung der Grundsatz der lex mitior im vorliegenden 
Administrativverfahren zur Anwendung. Es kommt daher das zurzeit geltende 
Recht bzw. die aktuelle Fassung des Art. 15a Abs. 4 SVG zur Anwendung.

2.1 Das Strassenverkehrsgesetz unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwi-
schen leichten, mittelschweren und schweren Widerhandlungen. Dabei begeht 
gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG eine leichte Widerhandlung, wer durch Verlet-
zung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-
ruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Die Annahme einer leich-
ten Widerhandlung setzt kumulativ eine geringe Gefährdung und ein leichtes 
Verschulden voraus (vgl. Urteil BGer 1C_263/2021 vom 27.1.2022 E. 3.2). Ist die 
Gefährdung gering, aber das Verschulden hoch, oder umgekehrt die Gefährdung 
hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor. 
Gleiches gilt bei einer mittelgrossen Gefährdung und einem mittelschweren oder 
schweren Verschulden. Eine Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 
16a bis 16c SVG (wie auch im Sinne von Art. 4 Abs. 3 lit. a Ordnungsbussenge-
setz [OBG; SR 314.1] vom 18.3.2016) ist bei einer konkreten oder auch bei einer 
erhöhten abstrakten Gefährdung zu bejahen. Eine erhöhte abstrakte Gefahr be-
steht, wenn die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung nahe-
liegt. Welche Art der Gefährdung vorliegt, ist anhand der jeweiligen Verhältnisse 
im Einzelfall zu beurteilen (vgl. BGE 136 II 447 E. 3.2 = Pra 100 [2011] Nr. 34; 
Urteile BGer 1C_650/2017 vom 28.3.2018 E. 2.1 m.H.; 1C_632/2020 vom 
19.10.2021 E. 2.4). 

Aus Gründen der Rechtsgleichheit hat das Bundesgericht für die Beurteilung der 
Schwere von Geschwindigkeitsüberschreitungen genaue (objektivierte) Regeln 
aufgestellt (zum Ganzen: Urteil BGer 1C_280/2015 vom 02.12.2015 Erw. 3.2). 
Danach wäre eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 

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km/h ausserorts um mindestens 30 km/h grundsätzlich als schwere Widerhand-
lung einzustufen, und zwar auch bei ansonsten günstigen objektiven und subjek-
tiven Umständen des konkreten Einzelfalles. Als mittelschwerer Fall zu behan-
deln (bzw. als Fall, bei dem altrechtlich noch ein fakultativer Warnungsentzug 
Platz greifen konnte) ist die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindig-
keit von 80 km/h ausserorts um mindestens 25 km/h (BGE 132 II 234 E. 3.1 
S. 237 f.; 124 II 475 E. 2a S. 477 f.; je mit Hinweisen). 

2.2 Mit der Verfügung vom 7. Juli 2023 hat das Verkehrsamt den Führeraus-
weis auf Probe i.S.v. Art. 35a Abs. 1 VZV annulliert und den Lernfahrausweis des 
Beschwerdeführers entzogen (Abs. 3). Die Vorinstanz begründet diese Mass-
nahmen mit dem Vorliegen einer (zweiten) leichten Widerhandlung gegen die 
Strassenverkehrsvorschriften i.S.v. Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG, da der Beschwer-
deführer mit Strafbefehl der E.________(Strafbehörde) vom 6. April 2023 wegen 
der Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h (nach 
Abzug der Sicherheitsmarge) um 21 km/h mit einer Busse von Fr. 270.-- bestraft 
wurde.

Der Beschwerdeführer bestreitet weder die Begehung der genannten Straftat 
(act. 6, N 15; act. 18, S. 1), noch deren Einstufung als leichte Widerhandlung 
(a.a.O., N 14). Auch wird von ihm nicht bestritten, dass (gemäss altem Recht) die 
zweite Widerhandlung, welche zum Entzuge eines Ausweises führt, grundsätz-
lich den Verfall des Führerausweises auf Probe bewirkt und dass bei dieser Kon-
stellation (ebenfalls nach altem Recht) Zweifel an der Fahreignung bestanden 
hätten und aus diesem Grund ein verkehrspsychologisches Gutachten die Fahr-
eignung attestieren müsse (a.a.O, S. 1 f.).

2.3 Infolge fehlender Bestreitungen (Rügeprinzip; vgl. VGE III 2021 vom 
30.09.2021 E. 4.1) sowie mangels augenscheinlicher Unrichtigkeit der Klassifika-
tion der vom Beschwerdeführer begangenen Geschwindigkeitsüberschreitung 
von 21 km/h als leichte Widerhandlung i.S.d. SVG bzw. aufgrund der Überein-
stimmung mit den in Erwägung 2.1 beschriebenen Schwellenwerten, ist die dies-
bezügliche vorinstanzliche Beurteilung nicht zu beanstanden. Es bleibt jedoch zu 
prüfen, ob diese leichte Widerhandlung die in Art. 16a Abs. 2 SVG beschriebene 
Rechtsfolge auslöst. 

3.1 Gemäss Art. 16a Abs. 2 SVG wird nach einer leichten Widerhandlung der 
Lernfahr- oder Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen, wenn in 
den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine andere 
Administrativmassnahme verfügt wurde. Nach Abs. 3 dieser Bestimmung wird die 
fehlbare Person verwarnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Aus-

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weis nicht entzogen war und keine andere Administrativmassnahme verfügt wur-
de. In besonders leichten Fällen wird auf jegliche Massnahme verzichtet (Abs. 4). 

Die zweijährige Bewährungsfrist i.S.d. Art. 16a Abs. 2 SVG berechnet sich ent-
sprechend dem Wortlaut der Bestimmung auf zwei Arten: Bei Ausweisentzügen 
beginnt die Frist am letzten Vollzugstag des vorangehenden Ausweisentzuges zu 
laufen (BSK SVG-Rütsche/Weber, Art. 16a N 20). In den übrigen Fällen beginnt 
sie mit der Verfügung der Massnahme (vgl. Urteil BGer 1C_89/2017 vom 
22.12.2017 E. 2.4.2). 

3.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 7. Juli 2023 auf ih-
re Verfügung vom 17. Februar 2021 Bezug genommen. Mit dieser (Vi-act. 1) 
wurden dem Beschwerdeführer dessen Führerausweis, Lernfahrausweis der 
Kat. BE sowie allfällige weitere Ausweise für die Dauer von 3 Monaten entzogen. 
Bis spätestens am 14. Juni 2021 hatte er genannte Ausweise abzugeben. Wie 
aus der angefochtenen Verfügung des Verkehrsamtes hervorgeht, ist die Mass-
nahme am 13. September 2021 abgelaufen. D.h., der Beschwerdeführer hat sei-
ne Ausweise am letzten Tag der Frist dem Verkehrsamt übergeben. Die zweijäh-
rige Bewährungsfrist hat damit am 13. September 2021 begonnen. Die angefoch-
tene Verfügung wurde am 7. Juli 2023 und damit innerhalb der zweijährigen Be-
währungsfrist erlassen. Mithin ist die Vorinstanz zwar zu Recht von der Einschlä-
gigkeit von Art. 16a Abs. 2 SVG ausgegangen. In Anbetracht der damaligen An-
wendbarkeit von aArt. 15a Abs. 2 SVG hat sie es indes unterlassen, die Dauer 
des Ausweisentzuges zu bestimmen, zumal sie vom Verfall resp. der Annullie-
rung des beschwerdeführerischen Führer- bzw. Lernfahrausweises ausging. 

In Gutheissung der Beschwerde vom 28. Juli 2023 ist daher die Verfügung des 
Strassenverkehrsamtes vom 7. Juli 2023 aufzuheben. Die Sache ist i.S.v. § 43 
Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. Juni 
1974 zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie wird dabei zum 
einen Art. 15a Abs. 4 SVG in seiner aktuellen Fassung anzuwenden und zum 
anderen die seit Erlass der angefochtenen Verfügung mit Entzug der aufschie-
benden Wirkung bereits erstandene Entzugsdauer zu berücksichtigen haben. 
Nachdem Verhältnismässigkeitsüberlegungen eine Gleichsetzung der Verfah-
rensdauer seit Erlass der angefochtenen Verfügung bzw. der Dauer des fakti-
schen Ausweisentzugs mit der noch zu verfügenden Ausweisentzugsdauer ent-
gegenstehen, hat der Ausweisentzug jedenfalls im Entscheidzeitpunkt als er-
standen zu gelten. Deshalb hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer unverzüg-
lich den Lernfahrausweis, den Führerausweis auf Probe und allfällige weitere 
eingezogene Ausweise wiederauszuhändigen.

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4.1 Obschon die angefochtene Verfügung ohnehin aufzuheben ist, sind die 
weiteren Rügen des Beschwerdeführers dennoch in der notwendigen Kürze zu 
behandeln. Sie beschlagen im wesentlichen Verletzungen des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör. So moniert der Beschwerdeführer insbesondere, kein Schrei-
ben der Vorinstanz erhalten zu haben, um sich zur Sache zu äussern, obschon 
ein solches in der angefochtenen Verfügung erwähnt wird (Beschwerde, N 10). 
Der Beschwerdeführer habe überdies nicht mit der Zustellung eines entspre-
chenden Schreibens rechnen müssen, zumal am 12. Juni 2023 mündlich verein-
bart worden sei, dass das Verfahren sistiert bleibe, bis die neue Gesetzgebung in 
Bezug auf Art. 15a Abs. 4 SVG in Kraft trete (a.a.O., N 11). 

4.2 Die Vorinstanz gibt vernehmlassend an, dem Beschwerdeführer mit 
Schreiben vom 6. Juni 2023 das rechtliche Gehör gewährt zu haben. Die Zustel-
lung sei per A-Post und per Einschreiben erfolgt, wobei die eingeschriebene 
Sendung am 9. Juni 2023 zugestellt wurde (act. 11, Rz. 10.2). Am 12. Juni 2023 
sei er mit seinem Vater beim Verkehrsamt Schwyz vorstellig geworden und habe 
angegeben, dass er seine Stelle verlieren würde, wenn er seinen Führerausweis 
auf Probe und den Lernfahrausweis der Kat. BE abgeben müsse. Der Beschwer-
deführer sei darauf hingewiesen worden, dass das Verkehrsamt nicht wisse, 
wann der revidierte Art. 15a Abs. 3 und 4 SVG vom Bundesrat in Kraft gesetzt 
werde (a.a.O., Rz. 10.3). Im Rahmen dieses Gesprächs sei dem Beschwerdefüh-
rer sodann mitgeteilt worden, dass das Verfahren bis zum Vorliegen eines 
rechtskräftigen Strafbefehls sistiert werde. Der Beschwerdeführer bzw. sein Vater 
hätten dabei mit keinem Wort erwähnt, dass der Strafbefehl bereits eingegangen 
war bzw. die auferlegte Busse bereits bezahlt wurde (a.a.O., Rz. 10.4). Nachdem 
die Vorinstanz den Strafbefehl vom 6. April 2023 am 23. Juni 2023 erhalten hat-
te, teilte sie dies dem Beschwerdeführer gleichentags schriftlich mit und setzte 
ihm eine 10-tägige Frist zur Stellungnahme an (a.a.O., Rz. 10.5). Dieser habe 
sich innert Frist nicht verlauten lassen (a.a.O., Rz. 10.7). Die Vorinstanz wertet 
die bestrittene Zustellung des Schreibens vom 23. Juni 2023 als Schutzbehaup-
tung. Es komme hinzu, dass der Beschwerdeführer das Schreiben vom 6. Juni 
2023 zur Gewährung des rechtlichen Gehörs erwiesenermassen erhalten habe 
und sich anlässlich der mündlichen Vorsprache vom 12. Juni 2023 bereits um-
fassend zum Sachverhalt geäussert habe (a.a.O., Rz. 11).  

4.3 Soweit der Beschwerdeführer behauptet, kein Schreiben der Vorinstanz er-
halten zu haben, "um sich zur Sache zu äussern", widerspricht diese Aussage 
den Akten (Beschwerde, N 10). Das per Einschreiben verschickte rechtliche 
Gehör vom 6. Juni 2023 wurde nachweislich vom Beschwerdeführer am 9. Juni 
2023 in Empfang genommen (Vi-act. 4). Mit genanntem Schreiben wurde er über 

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den beabsichtigten Inhalt der Verfügung des Strassenverkehrsamtes informiert. 
In diesem Zusammenhang wurde auch die Geschwindigkeitsüberschreitung vom 
27. März 2023 ausdrücklich erwähnt. Der Beschwerdeführer war mithin in der 
Lage, sich nach Erhalt des Schreibens vollumfänglich zur Sache zu äussern. 
Kommt hinzu, dass er bereits über den entsprechenden Strafbefehl verfügte (Vi-
act. 11), sodass er - im Gegensatz zur Vorinstanz - in diesem Zeitpunkt bereits 
den gesamten relevanten Sachverhalt kannte. Das Ausmass einer allfälligen 
Gehörsverletzung wird im Lichte dessen erheblich relativiert. 

Am 12. Juni 2023 wurde er sodann beim Strassenverkehrsamt vorstellig (Vi-
act. 5). Aus den entsprechenden Notizen sowie der Sistierungsverfügung des 
Strassenverkehrsamtes vom 13. Juni 2023 (Vi-act. 6) geht hervor, dass der Be-
schwerdeführer nicht angegeben hatte, über den Strafbefehl zu obgenannter Ge-
schwindigkeitsüberschreitung zu verfügen. Das Strassenverkehrsamt hat darauf-
hin das Verfahren bis zum Vorliegen des rechtskräftigen Strafurteils und nicht - 
wie der Beschwerdeführer angibt - bis zum Inkrafttreten der Gesetzesrevision sis-
tiert. In Bezug auf die vom Beschwerdeführer bestrittene Zustellung des Schrei-
bens der Vorinstanz vom 23. Juni 2023 bleibt zu prüfen, ob die Zustellung als 
tatsächlich erfolgt zu betrachten ist und ob die (erneute) Gehörsgewährung über-
haupt erforderlich war. 

4.3.1 Der Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunktes der Zustellung von Verfü-
gungen (sowie auch von anderen empfangsbedürftigen Schreiben) obliegt recht-
sprechungsgemäss der die Zustellung veranlassenden Behörde, welche die ent-
sprechende (objektive) Beweislast trägt (vgl. BGE 117 V 261 E. 3b m.H.). 
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und Lehre gilt eine nicht einge-
schriebene Postsendung als gültig zugestellt, wenn sie der betroffenen Person in 
den Briefkasten oder in ihr Postfach gelegt worden ist und somit in ihren Ge-
wahrsam gelangt (VGE II 2020 1 vom 13.02.2020 E. 2.4.3). Dabei gilt bezüglich 
Tatsachen, welche für die Zustellung von Verfügungen der Verwaltung erheblich 
sind, der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 124 V 400 E. 
2b; BGE 121 V 5 E. 3b). Wird die Tatsache oder das Datum der Zustellung un-
eingeschriebener Sendungen bestritten, muss im Zweifel auf die Darstellung des 
Empfängers abgestellt werden, sofern seine Darlegung der Umstände nachvoll-
ziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht. Sein guter Glaube 
wird vermutet. Allerdings kann der Nachweis der Zustellung auch aufgrund von 
Indizien oder gestützt auf die gesamten Umstände erbracht werden (Urteil BGer 
9C_282/2014 vom 25.03.2015 E. 3.2 m.H.; VGE II 2020 1 vom 13.02.2020 E. 
2.4.3). 

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Das Schreiben vom 23. Juni 2023 (Vi-act. 12) wurde durch die Vorinstanz weder 
per A-Post Plus noch per Einschreiben verschickt (vgl. Adresszeile), was eine 
Nachverfolgung der Sendung ermöglicht hätte. Nachdem der Beschwerdeführer 
den Erhalt der uneingeschriebenen Sendung bestreitet, stellt sich die Frage, ob 
seine Sachverhaltsdarstellung plausibel erscheint. 

Der Beschwerdeführer hat es, wie bereits beschrieben (vgl. E. 4.3), unterlassen, 
die Vorinstanz über den Besitz des Strafbefehls vom 6. April 2023 resp. die Zah-
lung der entsprechenden Busse zu orientieren. Im Rahmen seiner Replik erklärt 
er hierzu (vgl. act. 18 S. 2 f.), dass es bei rechtlichen Laien an der Tagesordnung 
sei, dass behördliche Dokumente wie z.B. ein Strafbefehl nicht richtig eingeord-
net werden können und man sich der Wichtigkeit solcher Dokumente nicht be-
wusst sei und wie vorliegend einfach mal gezahlt werde, um keine Probleme zu 
haben. Dies sei auch beim damals noch nicht anwaltlich vertretenen Beschwer-
deführer der Fall gewesen. Dies gelte umso mehr, da der Strafbefehl auf Franzö-
sisch gewesen sei und entsprechend der Beschwerdeführer, welcher kein 
Französisch spreche, diesen gar nicht habe verstehen können. Ihm sei schlicht 
nicht bewusst gewesen, noch habe er verstanden, was er damals gezahlt habe 
und was dies später für rechtliche Konsequenzen haben könne. Auch sei akten-
kundig, dass der Beschwerdeführer sich immer sehr zeitnah bei der Vorinstanz 
gemeldet habe und sich jeweils rechtzeitig habe vernehmen lassen. Entspre-
chend hätte sich der Beschwerdeführer bei tatsächlichem Erhalt des Schreibens 
vom 23. Juni 2023 beim Strassenverkehrsamt gemeldet und aufgrund der dro-
henden Konsequenzen umgehend einen Anwalt mandatiert. 

Es bestehen durchaus Zweifel an der Gutgläubigkeit des Beschwerdeführers, 
wenn er behauptet, es sei ihm nicht bewusst gewesen, ausgerechnet das für das 
vorinstanzliche Verfahren zentrale Schriftstück bereits besessen und die ent-
sprechende Busse bezahlt zu haben. Bei seinem Versuch, dies unter Hinweis auf 
sein fehlendes rechtliches Wissen sowie seine mangelnden Französischkennt-
nisse zu erklären, verkennt er, dass der Strafbefehl offensichtlich als Dokument 
einer staatlichen Stelle erkennbar ist (Briefkopf "F.________ [Behörde]") Hinzu 
kommt, dass unter "Faits" Ort und Datum der Tatbegehung sowie das Kennzei-
chen des verwendeten Fahrzeugs aufgelistet sind. Ebenfalls ist auch gänzlich 
ohne Französischkenntnisse zu erkennen, dass die Rede von "21 km/h" und "vi-
tesse maximale de 80 km/h" ist. Der Beschwerdeführer wusste sodann spätes-
tens aufgrund des rechtlichen Gehörs vom 6. Juni 2023, dass er am 27. April 
2023 in D.________ (Ortschaft) die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nach 
Abzug der Sicherheitsmarge um 21 km/h überschritten hatte. Er wäre aller-
spätestens dann in der Lage gewesen, zu verstehen, dass er einen gleichlauten-
den Strafbefehl erhalten und die entsprechende Busse bezahlt hatte. Auch seine 

13

Behauptung, dass er sich der späteren rechtlichen Konsequenzen des Strafbe-
fehls nicht bewusst gewesen sei und er andernfalls bei Erhalt des Schreibens 
vom 23. Juni 2023 umgehend einen Anwalt mandatiert hätte, erscheint unglaub-
haft, hatte jenes Schreiben nicht explizit rechtliche Konsequenzen zum Inhalt. Im 
unbestrittenermassen zugestellten Schreiben vom 6. Juni 2023 war hingegen un-
ter anderem "Annullierung des Führerausweises auf Probe und Annullierung des 
Lernfahrausweises der Kat. BE" fettgedruckt und der mutmassliche Inhalt der 
vom Verkehrsamt beabsichtigten Verfügung angegeben. Damals hat der Be-
schwerdeführer indes keinen Anwalt mandatiert, was der im Rahmen der Replik 
geäusserten Argumentation widerspricht. Insgesamt nehmen jedoch die Zweifel 
an der Gutgläubigkeit des Beschwerdeführers kein Ausmass an, welches die ge-
setzliche Vermutung der Gutgläubigkeit (vgl. Art. 3 Abs. 1 ZGB) zu erschüttern 
vermögen würde, sodass die Plausibilität seiner Sachverhaltsdarstellung zu prü-
fen ist. 

In der Tat ist der Beschwerdeführer nach Zustellung des Schreibens vom 6. Juni 
2023 (rechtliches Gehör) am 9. Juni 2023 bereits am 12. Juni 2023 beim Ver-
kehrsamt vorstellig geworden. Auch nach Erhalt der Verfügung vom 7. Juli 2023 
am 12. Juli 2023 hat der Beschwerdeführer umgehend mit Schreiben datiert vom 
14. Juli 2023 reagiert. Auch hat er sich mit seiner Aussage, das Schreiben vom 
23. Juni 2023 nicht erhalten zu haben, nie in Widersprüche verstrickt (vgl. Vi-act. 
15, 17, 19). Infolgedessen ist angesichts der geschilderten Rechtsprechung da-
von auszugehen, dass der Beschwerdeführer das Schreiben vom 23. Juni 2023 
nicht erhalten hat. Ob dies in einem Zustellfehler der Post oder einem Versand-
fehler der Vorinstanz gründet, kann hier offenbleiben und ist nicht weiter relevant.

4.3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft (BV; SR 101) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf 
rechtliches Gehör. Ein Teilgehalt dieses Anspruchs ist das Äusserungs- und Mit-
wirkungsrecht. Es umfasst den Anspruch, über sämtliche für den Entscheid rele-
vanten Grundlagen und Vorgänge informiert zu werden, insbesondere über alle 
neu ins Verfahren gekommenen Akten wie Einvernahmeprotokolle, Gutachten 
oder Vernehmlassungen der Vorinstanz (Kiener/Rütsche/Kuhn, Öffentliches Ver-
fahrensrecht, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2021, N 232). Auch § 21 Abs. 1 VRP 
sieht vor, dass die Behörde den Parteien das Recht einräumt, sich zu den für die 
Verfügung oder den Entscheid massgebenden Tatsachen zu äussern und an den 
Beweisabnahmen teilzunehmen. 

Wie in Erwägung 4.3.1 beschrieben, hat das Schreiben der Vorinstanz vom 
23. Juni 2023 als nicht zugestellt zu gelten. Mit genanntem Schreiben hätte der 
Beschwerdeführer dahingehend informiert werden sollen, dass die Vorinstanz 

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mittlerweile über den Strafbefehl vom 6. April 2023 verfügte. Ebenfalls hätte die-
ses Schreiben den Beschwerdeführer - wie mit Schreiben resp. Sistierungsverfü-
gung vom 21. Juni 2023 angekündigt - über die Verfahrensfortsetzung orientieren 
sollen. Angesichts der äusserst kurzen Dauer der Verfahrenssistierung war we-
der eine formelle Verfügung für die Sistierung noch für die Fortsetzung des Ver-
fahrens erforderlich (vgl. Bertschi/Plüss in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich 
2014, Vorbem. zu §§ 4-31, N 47 f.), weshalb die ausgebliebene Zustellung des 
Schreibens vom 23. Juni 2023 diesbezüglich ohne Folgen bleibt. Der Erhalt des 
genannten Strafbefehls stellt hingegen einen Vorgang dar, über den der Be-
schwerdeführer hätte informiert werden müssen. Nachdem dies nicht (erwiese-
nermassen) geschah, wurde der beschwerdeführerische Anspruch auf rechtli-
ches Gehör verletzt. Wie bereits in Erwägung 4.3 dargelegt, ist das Ausmass 
dieser Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör indes erheblich zu re-
lativieren. Es kann hierin höchstens eine leichte Gehörsverletzung erkannt wer-
den, welche angesichts der vollen Kognition des Verwaltungsgerichts im vorlie-
genden Verfahren ohne Weiteres geheilt werden kann (vgl. VGE III 2020 85 vom 
2.9.2020 E. 2.6.2). 

5. Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung gilt 
nach ständiger Praxis für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten (wie 
auch der Zusprechung einer Parteientschädigung) als Obsiegen der beschwer-
deführenden Partei und zwar unabhängig davon, ob die Rückweisung überhaupt 
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualan-
trag gestellt wurde (VGE III 2013 22 vom 17. April 2013 E. 9 m.H.) 

5.1 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Verfahrenskosten in der 
Höhe von Fr. 700.-- der Vorinstanz aufzuerlegen. Die Kosten für den Zwischen-
bescheid vom 17. August 2023 (VGE III 2023 135) wurden auf Fr. 200.-- festge-
legt und dem Beschwerdeführer auferlegt. Entsprechend sind sie von dem vom 
Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 900.-- in Abzug zu brin-
gen. Der Restbetrag von Fr. 700.-- ist ihm aus der Gerichtskasse zurückzuerstat-
ten. 

5.2 Zudem ist dem obsiegenden Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz 
eine Parteientschädigung zuzusprechen, welche in Beachtung des kantonalen 
Gebührentarifs für Rechtsanwälte (SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, der für 
das Honorar im Verfahren vor Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von 
Fr.  300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht, und unter Beachtung der in § 2 des Ge-
bührentarifs enthaltenen Kriterien sowie in Ausübung des pflichtgemässen Er-
messens und unter Berücksichtigung des Unterliegens im Verfahren VGE III 
2023 135 auf Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt und Barauslagen) festzulegen ist.

15

16

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
7. Juli 2023 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen (vgl. 
E. 3.2) zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

Die Vorinstanz wird angewiesen, dem Beschwerdeführer unverzüglich den 
Lernfahrausweis, den Führerausweis auf Probe und allfällige weitere ein-
gezogene Ausweise wieder auszuhändigen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 700.-- festgesetzt und der Vorinstanz 
auferlegt. Auf die kantonsinterne Verrechnung wird verzichtet. Der vom Be-
schwerdeführer einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 900.-- ist seinem 
Rechtsvertreter im Umfang von Fr. 700.-- aus der Gerichtskasse zurückzu-
erstatten.

3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 1'500.-- (inkl. Auslagen/ MwSt) zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde*  
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (EB)
- und das Bundesamt für Strassen, ASTRA, Sekretariat Administrativ-

massnahmen, 3003 Bern (A).

Schwyz, 27. März 2024

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der a.o. Gerichtsschreiber:

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*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 28. März 2024