# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3befb58-f47c-5783-9cf3-d9898f3a1a54
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.10.2008 D-3367/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3367-2006_2008-10-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3367/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richter Hans Schürch, Richter Walter Lang, 
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

A._______, geboren _______,
Türkei, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF) Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 30. März 
2004 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3367/2006

Sachverhalt:

A.

A.a Die  Beschwerdeführerin  verliess  den  Heimatstaat  nach  eigenen 
Angaben im Jahre 2001 und gelangte am 30. Mai 2001 illegal in die 
Schweiz, wo sie am selben Tag ein Asylgesuch stellte. Am 7. Juni 2001 
fand  die  Befragung  in  der  Empfangsstelle  (...)  (seit  dem  1.  Januar 
2005:  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum)  statt.  Dabei  machte  die 
Beschwerdeführerin zu ihrer  Person geltend,  sie  sei  Kurdin,  stamme 
aus  dem  Dorf  B._______  in  der  Provinz  Karaman  Maras.  Zur  Be-
gründung ihres Asylgesuches führte sie im Wesentlichen aus, sie sei 
in ihrer Heimat immer wieder festgenommen, geschlagen, vergewaltigt 
und nach ihren Brüdern befragt worden. Ihr Bruder C._______. sei auf 
seinem Schulweg immer wieder von „Teams“ geschlagen worden. Ihre 
Mutter  habe  das  verhindern  wollen  und  sei  dabei  angefahren  und 
getötet worden. Ihr Bruder C._______ habe eine Beinverletzung davon 
getragen und sei seither behindert. Sie selbst sei immer wieder nach 
C._______s Aufenthaltsort  befragt worden, weil  dieser in der Schule 
für die PKK gearbeitet habe, wo er deren Zeitung sowie deren Bücher 
verteilt habe. 

A.b Mit Eingabe vom 20. Juni 2001 an das BFF verwies der Rechts-
vertreter der Beschwerdeführerin auf deren spezielle Situation. Bei der 
Beschwerdeführerin handle es sich um eine Analphabetin, weshalb sie 
unter  anderem nicht  in  der  Lage  sei,  Ereignisse  sauber  strukturiert 
darzulegen. Ausserdem dürfte bei ihr als Folge der während der Ver-
haftungen in den Jahren 1998 oder 1999 erlittenen Folterungen und 
Vergewaltigungen eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegen. 
Die Beschwerdeführerin sei deswegen bereits in der Türkei nach ihrer 
Haftentlassung in Behandlung gewesen. Diesbezüglich verweise er auf 
das beigelegte in türkischer Sprache abgefasste ärztliche Zeugnis vom 
8. Februar 1999 sowie die entsprechende deutsche Übersetzung. Die 
Beschwerdeführerin leide  unter  verschiedenen gesundheitlichen Stö-
rungen  (Schlafstörungen,  Alpträume,  Konzentrationsschwierigkeiten, 
mangelnde Belastbarkeit). Der Anblick uniformierter Personen ängsti-
ge sie, sie leide unter physischen Schmerzen im Kopf und in den Ar-
men. Die  Befragung sei  für  die  Beschwerdeführerin eine  Überforde-
rung gewesen, deshalb habe sie dort  nicht vorbringen können, dass 
sie bereits in Deutschland ein Asylverfahren durchlaufen habe. Nach 
der  Ablehnung ihres  Asylgesuchs  sei  sie  in  die  Türkei  ausgeschafft 

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worden. Bei der Ausschaffung habe sie die Befragungsprotokolle der 
deutschen Behörden mit sich geführt. Aus diesen sei hervorgegangen, 
dass sie in der Türkei für die PKK aktiv gewesen sei. Diese Protokolle 
seien bei der Einreise den türkischen Behörden in die Hände gefallen, 
woraufhin  sie  wiederholt  festgenommen  und  im  Rahmen  dieser 
Festnahmen gefoltert und vergewaltigt worden sei. Ob in der Türkei ein 
gerichtliches  Verfahren  gegen  sie  laufe,  wisse  sie  nicht.  Sie  wisse 
lediglich, dass sie bei den wiederholten Einvernahmen immer wieder 
nach  ihrem  Bruder  C._______,  welcher  sich  in  Deutschland  für  die 
PKK betätigt habe, befragt worden sei. Ausserdem sei sie gestützt auf 
die  bei  ihr  sichergestellten  Ermittlungsprotokolle  immer  wieder  nach 
ihren  eigenen  Tätigkeiten  für  die  PKK  befragt  worden.  Die  im 
laufenden  Asylverfahren  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten 
Asylgründe würden sich nur auf Sachverhalte beziehen, die sich nach 
ihrer Rückkehr in die Türkei im Jahre 1998 oder 1999 ereignet hätten. 
Angesichts  der  gesundheitlichen  Probleme  seiner  Mandantin  sowie 
bezüglich  ihres  Analphabetismus  seien  schnellstens  entsprechende 
Abklärungen einzuleiten. 

A.c Mit  Eingabe  vom  22.  Oktober  2001  an  das  Migrationsamt  des 
Kantons  (...)  liess  die  Beschwerdeführerin  einen  ärztlichen  Bericht 
vom 16.  Oktober  2001  der  psychiatrischen  Poliklinik  des  (...)  sowie 
eine  Erklärung  über  die  Entbindung  der  zuständigen  Ärzte  von  der 
ärztlichen Schweigepflicht vom 15. Oktober 2001 einreichen. 

A.d Am 1. Februar 2002 hörte die zuständige kantonale Behörde die 
Beschwerdeführerin  zu ihren Asylgründen an. Dabei  machte  die  Be-
schwerdeführerin im  Wesentlichen  geltend,  sie  habe  bereits  als  Ju-
gendliche die PKK in ihrem Dorf unterstützt und sei deshalb von den 
heimischen Behörden verhaftet und vergewaltigt worden. In den neun-
ziger Jahren habe sie sich in Deutschland aufgehalten, wo sie ihr ers-
tes Asylgesuch gestellt  habe. Während ihres Aufenthalts in Deutsch-
land sei ihre Mutter in der Türkei von den türkischen Sicherheitskräften 
umgebracht  worden,  als  sie  ihren  Sohn  C._______,  der  kurdische 
Zeitschriften und Plakate bei sich gehabt habe, von der Schule habe 
abholen wollen. Nach der Ablehnung ihres Asylgesuches sei sie von 
den  deutschen  Behörden  im  Jahre  1999 zwangsweise  in  die  Türkei 
zurück geschafft worden. Bei ihrer Ankunft im Flughafen von Istanbul 
sei sie sogleich festgenommen und mehrere Monate inhaftiert worden. 
Während ihrer Haft sei sie geschlagen und vergewaltigt worden. Es sei 
auch  zu  einer  Gerichtsverhandlung  gekommen.  Bei  der 

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Gerichtsverhandlung  sowie  bei  den  Verhören  während  der  Haft  sei 
gegen sie der Vorwurf erhoben worden, in Deutschland zugunsten der 
PKK exilpolitisch agiert  und damit  den Ruf der Türkei beschädigt  zu 
haben.  Im  Zusammenhang  mit  den  politischen  Tätigkeiten  ihres 
Bruders  C._______  sei  auch  der  Tod  ihrer  Mutter  zur  Sprache 
gekommen. Nach  einer  vorübergehenden  Freilassung  sei  sie  erneut 
mehrere Male auf den Polizeiposten von (...)  geholt  und dort  befragt 
sowie  vergewaltigt  worden. Schliesslich  habe ihr  Vater  ihre  Ausreise 
beschlossen und organisiert. Irgendwann im Verlauf des Jahres 2001 
habe sie die Türkei in Richtung Schweiz verlassen. Die Schweiz habe 
sie  bereits  gekannt,  nachdem sie  ihre  hier  ansässige  Schwester  im 
Jahre 1999 zwei Monate lang besucht habe. Für diesen Besuch habe 
sie ein Touristenvisum besessen, welches drei Monate gültig gewesen 
sei.

B.
Das  BFF  ersucht  mit  Telefax  vom 27.  Juni  2002  das  Ausländeramt 
D._______  um  Akteneinsicht  in  die  damaligen  Asylakten  der 
Beschwerdeführerin. Dieses kam dem Ersuchen noch am gleichen Tag 
nach.

C.

C.a Mit Schreiben vom 21. Juli 2003 forderte das BFF den Rechtsver-
treter  der  Beschwerdeführerin  gestützt  auf  deren  Mitwirkungspflicht 
und unter Hinweis auf die Säumnisfolge auf, bis am 21. August  2003 
folgende Dokumente  nachzureichen: Befragungs-  und Gerichtsproto-
kolle,  die  Anklageschrift,  gerichtliche  Zwischenbeschlüsse,  das  Ge-
richtsurteil,  eine  Haftbestätigung,  Haftbefehl.  Gleichzeitig  wurde  auf 
den Umstand hingewiesen,  wonach die  von der  Beschwerdeführerin 
geltend gemachte Tätigkeit für die PKK nach ihrer Rückkehr in die Tür-
kei, aus Akten der deutschen Behörden nicht hervorgehe. Dies wider-
spreche ihrer Darstellung, wonach sie nach ihrer Rückkehr in die Tür-
kei festgenommen worden sei, weil man die Anhörungsprotokolle aus 
Deutschland bei ihr gefunden habe und aus diesen ihr Engagement für 
die PKK hervorgegangen sein solle.

C.b Mit  Eingabe vom 21. August  2003 ersuchte der  Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin um Erstreckung der Frist. Zumindest solle in 
den nächsten Wochen zugewartet werden, bevor ein Entscheid in die-
ser Sache gefällt werde. Die in diesem Zeitpunkt eintreffenden Beweis-
mittel  könnten  im  Rahmen  von  Art.  32  Abs. 2  des  Bundesgesetzes 

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vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021)  berücksichtigt  werden.  Parallel  dazu reichte er  zwei  Fotos 
der Beschwerdeführerin sowie eine Ausgabe der E._______ vom 23. 
März  2003  ein,  auf  deren  Frontseite  die  Beschwerdeführerin 
abgelichtet  sei  und  präzisierte,  bei  den  bei  der  Beschwerdeführerin 
gefundenen Anhörungsprotokollen habe es sich um Ermittlungsakten 
aus Deutschland, nicht aber um Asylakten gehandelt.

D.
Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 30. März 2004 - eröffnet am 
7. April  2004 - fest,  die Beschwerdeführerin  erfülle die Flüchtlingsei-
genschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es 
die  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  und  den 
Vollzug an. 

E.
Mit  Beschwerde  vom  7.  Mai  2004  an  die  damalige  Schweizerische 
Asylrekurskommission (ARK) liess die Beschwerdeführerin die Gewäh-
rung der vollständigen Akteneinsicht in die Asylakten beantragen. Ins-
besondere sei ihr Einsicht in die Aktenstücke A3/1, A4/1, A14/22, A17/ 
1 und A18/  1 zu gewähren. Es sei  ihr  nach gewährter  Akteneinsicht 
eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung 
anzusetzen. Es sei die Verfügung des BFF vom 30. März 2004 aufzu-
heben und es sei  die  Sache zur  Feststellung des  vollständigen und 
richtigen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFF zurückzu-
weisen. Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, es sei 
die  Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführerin festzustellen  und 
es sei ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventuell sei die Unzumut-
barkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen.  Auf  die  Begrün-
dung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegan-
gen. 

F.

F.a Die damals zuständige Instruktionsrichterin der ARK forderte die 
Beschwerdeführerin  mit  Zwischenverfügung vom 17. Mai  2004 unter 
Hinweis auf die Säumnisfolge auf, bis am 3. Juni 2004 einen Kosten-
vorschuss im Betrag von Fr. 600.-- zu leisten.

F.b Mit Eingabe vom 3. Juni 2004 liess die Beschwerdeführerin unter 
Beilage einer Fürsorgebestätigung (...) vom 24. Mai 2004 beantragen, 
es sei  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und 

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die Beschwerdeführerin sei  von der Bezahlung der Verfahrenskosten 
zu befreien.

F.c Antragsgemäss wurde mit Zwischenverfügung vom 14. Juni 2004 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und festgestellt, 
über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
werde im Endentscheid befunden.

G.
Mit Vernehmlassung vom 16. Juni 2004 beantragte das BFF die Abwei-
sung der Beschwerde. Bezüglich der beantragten Akteneinsicht in die 
Aktenstücke A3/1, A4/1, A14/22 stimmte das BFF nachträglich der Edi-
tion der Aktenstücke A3/1 sowie A14/22 zu. Bei der Akte A3/1 handle 
es sich um eine Aktennotiz der Empfangsstelle, in der im Wesentlichen 
festgehalten werde, die Beschwerdeführerin solle von einem Frauen-
team befragt werden. Bei der Akte14/22 handle es sich um das Befra-
gungsprotokoll der Beschwerdeführerin im Rahmen ihres in Deutsch-
land durchlaufenen Asylverfahren, welches sie eigentlich besitzen soll-
te. Beim Aktenstück A4/1 handle es sich um ein internes Triagenblatt, 
welches nie ediert werde. Daran werde auch im vorliegenden Fall fest-
gehalten.

H.
Am 7. Juli 2004 liess die Beschwerdeführerin einen ärztlichen Bericht 
der Psychiatrischen Universitätspoliklinik (...)  vom 22. Juni 2004 ein-
reichen. 

I.
Mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2004 wurde der Beschwerdeführe-
rin die Vernehmlassung des BFF vom 16. Juni 2004 zur Kenntnis ge-
bracht und Akteneinsicht in die Aktenstücke A3/1, A14/22 sowie A17/1 
gewährt. Gleichzeitig erhielt die  Beschwerdeführerin die Gelegenheit, 
bis am 27. Juli 2004 eine Beschwerdeergänzung einzureichen.

J.
Am 27. Juli  2004 liess die Beschwerdeführerin nach der Gewährung 
der weiteren Akteneinsicht eine Beschwerdeergänzung einreichen und 
erklärte, aus den ihr nun vorliegenden Akten aus Deutschland ergebe 
sich, dass nur ein Teil der Akten des mehrere Jahre dauernden Asyl-
verfahrens in Deutschland vorlägen. Sie berief sich auf ihren bereits 
unter „Art. 7“ ihrer Rechtsmitteleingabe vom 7. Mai 2004 gestellten An-

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trag, dass sämtliche Asylakten bei den deutschen Behörden zu edie-
ren seien und beantragte erneut die Edierung dieser Akten.

K.
Die damals zuständige Instruktionsrichterin  der ARK erkundigte sich 
mit Schreiben vom 29. Juli 2004 beim Ordnungsamt D._______, ob die 
Beschwerdeführerin  gegen den Entscheid  des  Bundeamtes vom 17. 
Juni  1996  eine  Beschwerde  erhoben  habe  und  ob  es  im  Rahmen 
dieses  Beschwerdeverfahrens  nochmals  zu  einer  Anhörung 
gekommen sei. Sollten die entsprechenden Akten vorhanden sein, bat 
sie  um  deren  Zustellung  sowie  andernfalls  um  eine  entsprechende 
Mitteilung. 

L.
Mit  Schreiben  vom  11.  August  2004  teilte  das  Ordnungsamt 
D._______ mit,  dass sie über keine entsprechenden Unterlagen ver-
fügten und verwies unter Nennung der Verfahrensnummer an das Bun-
desamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in F._______.

M.
Am 16. August 2004 wandte sich die damals zuständige Instruktions-
richterin an das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flücht-
linge, welches mit Eingabe vom 31. August 2004 mitteilte, auch bei ih-
nen sei kein Anhörungsprotokoll der Beschwerdeführerin aktenkundig.

N.
Mit Zwischenverfügung vom 4. Februar 2005 wurde der Beschwerde-
führerin Einsicht in das Schreiben des Bundesamtes für die Anerken-
nung  ausländischer  Flüchtlinge  vom  31.  August  2004  (Aktenstück 
A30/6) samt Beilagen gewährt. Gleichzeitig erhielt sie die Gelegenheit, 
sich bis am 18. Februar 2005 dazu zu äussern. 

O.

O.a Die  Beschwerdeführerin liess mit Eingabe vom 18. Februar 2005 
um  Erstreckung  der  Frist  um  drei  Wochen  ersuchen,  da  sich  ihr 
Rechtsvertreter an ihren damaligen Rechtsvertreter gewandt und ihn 
beauftragt habe, vollständige Einsicht in die Akten des Asylfolgeverfah-
rens zu erlangen und ihm das nachträgliche Anhörungsprotokoll  und 
den vollständigen Bescheid vom 9. Juni 1999 beizubringen.

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O.b Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2005 wurde das Fristerstre-
ckungsgesuch abgelehnt. 

P.
Am 7. März 2005 erklärte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, 
er  habe die finanziellen Aspekte der Aktenherausgabe aus Deutsch-
land mit dem damaligen Anwalt der Beschwerdeführerin geregelt, und 
er gehe davon aus, die entsprechenden Akten im Laufe der nächsten 
Tage zu erhalten. 

Q.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin teilte mit Eingabe vom 10. 
März 2005 mit, er habe am 9. März 2005 die gewünschten Akten aus 
Deutschland erhalten. In der Beilage befand sich ein Anhörungsproto-
koll vom 17. Dezember 1998 des Verwaltungsgerichts G._______  so-
wie  ein  Schreiben  vom 2. Februar  1999  an  die  Beschwerdeführerin 
von ihrem damaligen Anwalt.

R.
Das BFM hielt  mit  Vernehmlassung vom 4. Mai  2006 zur  Frage der 
Prüfung einer schwerwiegenden Notlage am angeordneten Vollzug der 
Wegweisung fest.

S.

S.a Mit Zwischenverfügung vom 5. Mai 2006 wurde der Beschwerde-
führerin die Gelegenheit gegeben, sich diesbezüglich bis zum 22. Mai 
2006 zu äussern.

S.b Die Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 22. Mai 2006 
fristgerecht  und  ersuchte  gleichzeitig  um  Ansetzung  einer  Frist  zur 
Einreichung  eines  aktuellen  Arztzeugnisses.  Gleichzeitig  reichte  die 
Beschwerdeführerin diverse  Referenzschreiben  und  Kursbestätigung 
sowie eine Eintrittskarte der Newroz-Feier vom 5. April 2004 sowie die 
Seite  11  der  E._______  vom 18.  Oktober  2003  im  Original  zu  den 
Akten und machte  erstmals  subjektive Nachfluchtgründe geltend. Es 
sei darauf hinzuweisen, dass sie sich auch in der Schweiz für die An-
liegen  der  Kurden  einsetze. Sie  habe  an  mehreren  Veranstaltungen 
wie beispielsweise der Newroz-Feier vom 5. April 2005 und an einem 
Hungerstreik im Jahre 2003 teilgenommen. Im beigelegten Zeitungs-
ausschnitt  werde ausführlich über diesen Hungerstreik  berichtet. Auf 

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dem Zeitungsfoto sei sie in der ersten Reihe deutlich zu erkennen, und 
dadurch auch für die türkischen Sicherheitskräfte identifizierbar. 

S.c Antragsgemäss wurde die Beschwerdeführerin mit Zwischenverfü-
gung vom 15. Juni 2006 aufgefordert, das in Aussicht gestellte aktuelle 
Arztzeugnis sowie eine Erklärung über die Entbindung der behandeln-
den Ärzte von der  Schweigepflicht  gegenüber  den Asylbehörden bis 
am 30. Juni 2006 einzureichen. 

S.d Am 23. Juni 2006 liess die Beschwerdeführerin einen Arztbericht 
vom 9. Juni 2006 fristgerecht einreichen. 

T.
Mit Eingabe vom 13. Juli 2007 an das Bundesverwaltungsgericht stell-
te der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Ausstandsbegehren 
gegen den vorsitzenden Richter, welches mit Urteil des Bundesverwal-
tungsgerichts vom 14. Februar 2008 abgewiesen wurde.

U.

U.a Mit Eingabe vom 21. Februar 2008 beantragte der Rechtsvertreter 
der  Beschwerdeführerin mit Verweis auf das Ausstandsverfahren, das 
Urteil  vom 14. Februar 2008 und die dadurch eingetretene Verzöge-
rung die Ansetzung einer angemessenen Frist zur ergänzenden Stel-
lungnahme bezüglich des aktuellen Sachverhalts.

U.b Der  Beschwerdeführerin  wurde  mit  Zwischenverfügung  vom 27. 
Februar 2008 Frist bis zum 13. März 2008 zur Einreichung einer Be-
schwerdeergänzung gewährt.

U.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin liess sich mit Einga-
be vom 13. März 2008 insofern vernehmen, als er um Gewährung ei-
ner  Frist  zur  Einreichung  eines  aktuellen  Arztzeugnisses  (das  letzte 
Artzeugnis datiere vom 9. Juni 2006 und sei daher nicht mehr aktuell) 
bezüglich der psychischen gesundheitlichen Probleme der  Beschwer-
deführerin ersuchte und beantragte, im Rahmen einer Botschaftsanfra-
ge sei der Vertrauensanwalt der Beschwerdeführerin oder ein anderer 
Anwalt  in der Türkei zu kontaktieren,  der über die geltend gemachte 
Verhaftung der  Beschwerdeführerin in  der Türkei  Näheres herausfin-
den könnte. 

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U.d Mit  Zwischenverfügung  vom  2.  April  2008  wurden  die  entspre-
chenden Anträge abgewiesen. Gleichzeitig wurde die Beschwerdefüh-
rerin unter Hinweis auf die Säumnisfolge aufgefordert, sich bis zum 17. 
April 2008 zu ihrem Klagerückzug und dem Aktenstück A30/6 (Antwort 
des Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge vom 
31. August 2004 auf  die Anfrage der ARK vom 16. August  2006) zu 
äussern.

U.e Am 17. April 2008 liess sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich 
fristgerecht vernehmen.

U.f Am 9. Juni 2008 reichte die Beschwerdeführerin einen ärztlichen 
Bericht der Universitären Psychiatrischen Dienste (...) (UPD) (...) vom 
28. Mai 2008 ein und beantragte, die Akten und der Arztbericht seien 
dem BFM zu einer Zusatzvernehmlassung zuzustellen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine 
Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet 
betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung  der  bei  der  ARK  am  31.  Dezember  2006  hängigen  Verfahren 
übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art.  53 
Abs. 2 VGG).

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1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur  Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.

4.1 In der Beschwerde wird unter anderem geltend gemacht, das BFF 
habe bei der Sachverhaltsabklärung schwere Fehler begangen. Ohne 
die  entsprechenden  Sachverhaltsabklärungen  (deutsche  Asylakten, 
medizinisch-psychiatrisch  Abklärungen)  könne  das  Asylgesuch  der 
Beschwerdeführerin gar nicht korrekt beurteilt werden, deshalb recht-

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fertige sich die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz. Mit der Rückweisung an die Vor-
instanz sei die verbindliche Weisung an das BFF zu erteilen, die ge-
samten deutschen Asylakten zu beschaffen. Dem BFF sei ferner die 
Weisung  zu  erteilen,  dass  bezüglich  der  Gesundheitssituation  der 
Beschwerdeführerin und bezüglich der Ursachen ihrer Erkrankung, der 
Frage der Behandlungsbedürftigkeit sowie der Reisefähigkeit ärztliche 
Berichte einzuholen seien. Allenfalls müsse die ARK den vollständigen 
und  rechtserheblichen  Sachverhalt  feststellen.  Dazu  sei  es 
unabdingbar,  die  gesamten  Asylakten  der  Beschwerdeführerin aus 
Deutschland  anzufordern.  Auch  sollte  die  Beschwerdeführerin  die 
Gelegenheit  erhalten,  ausführliche  psychiatrische  Berichte 
einzureichen.  Die  ARK  sollte  ausserdem  die  deutschen  Asylakten 
umgehend  der  Beschwerdeführerin  zur  Einsichtnahme  und  zur 
Meinungsäusserung vorlegen. Der Vater der Beschwerdeführerin habe 
im letzten Sommer durch deren türkischen Anwalt erfahren, dass die 
Beschwerdeführerin  im siebten Monat  des  Jahres  1999,  als  sie  von 
Deutschland  zurückgekehrt  sei,  tatsächlich  in  Istanbul  verhaftet 
worden sei. Weitergehende Informationen hätten zu dieser Verhaftung 
nicht  beschafft  werden  können.  Deshalb  werde  in  diesem 
Zusammenhang der Antrag auf eine Botschaftsanfrage gestellt. 

4.2 Hierzu ist festzuhalten, dass die behördliche Untersuchungspflicht 
im  Asylverfahren  (Art.  12  VwVG i.V.m. Art.  6  AsylG)  nicht  uneinge-
schränkt gilt, sondern eng mit der Mitwirkungspflicht der Asylsuchen-
den im Sinne von Art. 8 Abs. 1 AsylG korreliert. Für das Bundesverwal-
tungsgericht  besteht insbesondere keine Pflicht,  über die Vorbringen 
der Beschwerdeführenden Seite hinaus den Sachverhalt  vollkommen 
neu zu erforschen,  sondern  es kann sich vielmehr darauf  beschrän-
ken, die Stichhaltigkeit der betreffenden Vorbringen zu prüfen, es sei 
denn, bereits die vorinstanzlichen Akten  oder aber die Ausführungen 
in  der  Beschwerdeschrift  legten zusätzliche Abklärungen zum Sach-
verhalt nahe (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 
1995 Nr. 23 E. 5a S. 222 f., BGE  110 V 52 f.,  Verwaltungspraxis der 
Bundesbehörden [VPB] 61 [1997] Nr. 31 E. 3.3.3., ALFRED KÖLZ/ISABELLE 
HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bun-
des, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 674 f.; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER, All-
gemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002, Rz. 1625). 

4.3 Im  vorliegenden  Fall  hat  die  Beschwerdeführerin  verschiedene 
ärztliche Berichte (vom 8. Februar 1999, vom 16. Oktober 2001, vom 

Seite 12

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22. Juni 2004, vom 6. Juni 2006, vom 28. Mai 2008) eingereicht. Nach 
einem entsprechenden Briefwechsel der damals zuständigen Instrukti-
onsrichterin der ARK mit dem Bundesamt für die Anerkennung auslän-
discher Flüchtlinge in F._______ (D) teilte dieses mit Eingabe vom 31. 
August  2004  mit,  auch  bei  ihnen  sei  kein  Anhörungsprotokoll  der 
Beschwerdeführerin  aktenkundig.  Dem  Schreiben  waren  diverse 
Unterlagen in Kopie beigelegt (Aktenstück A30/6). Am 4. Februar 2005 
wurde der Beschwerdeführerin Akteneinsicht in dieses Schreiben und 
die beigelegten Unterlagen sowie diesbezüglich das rechtliche Gehör 
gewährt.  Am  2.  April  2008  wurde  die  Beschwerdeführerin  unter 
Hinweis auf die Säumnisfolge aufgefordert, sich innert  Frist zu ihrem 
Klagerückzug in Deutschland und dem Aktenstück A30/6 zu äussern. 
Im Verlauf des mittlerweile vierjährigen Beschwerdeverfahrens wurden 
ausserdem  die  jeweiligen  Fristerstreckungsgesuche  der 
Beschwerdeführerin  im Sinne eines Entgegenkommens überwiegend 
gutgeheissen.  Demnach  kann  von  einer  Verletzung  des 
Untersuchungsgrundsatzes  nicht  die  Rede  sein.  Auch  stand  der 
Beschwerdeführerin  beziehungsweise  ihrem Vertreter  genügend  Zeit 
für ergänzende Eingaben oder Angaben im Sinne von Art. 32 Abs. 2 
VwVG  zur  Verfügung,  wovon  der  Rechtsvertreter  der 
Beschwerdeführerin denn auch Gebrauch machte (vgl. unter anderem 
die Eingaben vom 7. und 10. März 2005 sowie die Eingabe vom 9. Juni 
2008).  Demnach kann  nicht  von  einer  Verletzung  des  rechtlichen 
Gehörs  die  Rede  sein.  Die  Anträge  auf  Durchführung  einer 
Botschaftsanfrage sowie auf Rückweisung der Sache an das BFM zur 
vollständigen und richtigen Abklärung des Sachverhalts sind deshalb 
abzuweisen.

5.

5.1 Das BFF hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass die Vor-
bringen  der  Beschwerdeführerin  weder  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3  AsylG noch denjenigen an  die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsyG genügten. Vorbringen seien insbe-
sondere dann nicht hinreichend begründet, wenn sie in wesentlichen 
Punkten zu wenig konkret,  detailliert  und differenziert  dargelegt wor-
den seien und somit den Eindruck vermittelten, dass die Beschwerde-
führerin  das  Geschilderte  nicht  selbst  erlebt  habe. Vorbringen  seien 
dann unglaubhaft, wenn sie in wesentlichen Punkten im Widerspruch 
zu der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns stünden.

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5.1.1 Die Beschwerdeführerin  habe geltend gemacht,  schon in  ihrer 
Jugend im Dorf  die  PKK unterstützt  zu haben und deshalb von den 
heimischen  Sicherheitskräften  verfolgt  worden  zu  sein.  Aus  diesem 
Grund habe sie sich auch nach Deutschland abgesetzt und dort  ein 
Asylgesuch eingereicht. Nach dem negativen Asylentscheid sei sie von 
den deutschen Behörden in die Türkei abgeschoben worden. Dort sei 
es zu mehreren, teilweise längeren Festnahmen und zur Eröffnung ei-
nes Strafverfahrens gegen sie gekommen, weil man ihr die Ausübung 
exilpolitischer Aktivitäten zu Gunsten der PKK vorgeworfen habe. Bei 
diesen  Festnahmen  sei  sie  wiederholt  schwer  misshandelt  worden. 
Diesbezüglich  sei  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin  bereits 
im Rahmen ihres ersten Asylgesuchs in Deutschland keine glaubhafte, 
asylrelevante  Verfolgung  habe  darlegen  können.  Da  die  deutschen 
Asylbehörden weitgehend die gleiche Asylpraxis wie die Schweiz ver-
folgten  und  bei  der  Glaubhaftigkeitsprüfung  der  Asylvorbringen  die 
gleichen  oder  ähnliche  Kriterien  anwenden  würden,  übernehme das 
BFF deren Einschätzung der Verfolgungslage der Beschwerdeführerin 
bis zu ihrer zwangsweisen Rückschaffung in die Türkei. 

5.1.2 Was die  angeblich  mit  Misshandlungen  verbundenen Festnah-
men und die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen die Beschwerde-
führerin nach ihrer Rückkehr in die Türkei betreffe, gelte es darauf zu 
verweisen, dass die Beschwerdeführerin trotz entsprechender Auffor-
derung des BFF von 21. Juli 2003 bis heute keines der von ihr verlang-
ten  Beweismittel  wie  z.B.  eine  Anklageschrift,  eine  Haftbestätigung 
oder ein Urteil habe einreichen können, wie dies aufgrund des von ihr 
geschilderten Vorgehens der türkischen Behörden hätte möglich sein 
sollen.  Die  im Schreiben  vom 21. August  2003  geäusserte  Begrün-
dung ihres Rechtsvertreters, wonach es dem Vater seiner Mandantin 
nicht möglich sei, die gewünschten Dokumente zu beschaffen, ohne 
sich selbst massiv zu gefährden, sei nicht stichhaltig. Die umfassende 
Erfahrung  des  BFF  mit  türkischen  Asylsuchenden  zeige  nämlich, 
dass  es  sehr  wohl  zumutbar  und  möglich  sei,  ohne  Risiko  die  ge-
wünschten  Gerichtsdokumente  zu  beschaffen.  Aus  dem  Umstand, 
dass die Beschwerdeführerin bis heute nicht in der Lage gewesen sei, 
eines oder mehrere der verlangten Dokumente beizubringen,  sei  zu 
schliessen, dass die gewünschten Beweismittel gar nicht existierten 
und dementsprechend  die damit  geltend  gemachte  Verfolgung  un-
glaubhaft sei. 

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5.1.3 Diese Einschätzung werde durch die  weiteren unsubstantiier-
ten und realitätsfremden Aussagen der Beschwerdeführerin nachhal-
tig erhärtet. So sei zum Beispiel nicht klar, weshalb die türkischen Be-
hörden nur die Beschwerdeführerin und nicht auch ihren Vater als Fa-
milienoberhaupt  verfolgt  haben sollen,  um etwas über  den Verbleib 
ihrer Brüder zu erfahren. Im Weiteren habe die Beschwerdeführerin 
behauptet, von  der  Polizei  in  Karaman  Maras  mitgenommen  und 
vergewaltigt  worden  zu  sein.  Sie  habe  auch  angegeben,  dass  die 
Polizisten  ihr  gedroht  hätten,  ja  niemandem etwas  von  ihrer  Verge-
waltigung  zu  erzählen.  Andererseits  sollen  den  Schilderungen  der 
Beschwerdeführerin  zufolge  die  gleichen  Polizisten  sie  völlig  nackt 
aus  der  Haft  entlassen  und  zu  Fuss  nach  Hause  geschickt  haben. 
Eine  solche  Vorgehensweise  der  Behörden  würde  jedoch 
zwangsläufig eine grosse Publizität dieses Falles zur Folge haben, die 
unvereinbar  mit  dem  Versuch  wäre,  die  polizeilichen  Übergriffe  zu 
verheimlichen.  Derart  realitätsfremde  Schilderungen  legten  den 
Schluss nahe,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  mit  diesen 
Vorbringen  auf  einen  konstruierten  Sachverhalt  und  nicht auf 
tatsächlich  Erlebtes  beziehe.  Es  erübrige  sich  daher  auf  die 
zahlreichen weiteren Unglaubhaftigkeitselemente in den Angaben der 
Beschwerdeführerin näher einzugehen. 

5.1.4 An dieser Beurteilung könnten auch die von der Beschwerde-
führerin  eingereichten Beweismittel  nichts  ändern.  Der von der Be-
schwerdeführerin zu den Akten gegebene Zeitungsartikel beziehe sich 
nämlich nicht auf sie persönlich und berichte im Übrigen über in Euro-
pa durchgeführte Nevroz-Feierlichkeiten, die selbst in der Türkei in 
der Regel nicht mehr verboten seien. Die eingereichten Fotos zeigten 
die Beschwerdeführerin u.a. bei einer Beerdigung eines Landsmannes 
und  allein  in  einer  deutschen  Stadt,  eingekleidet  in  die  Farben der 
PKK. Diese Bilder seien jedoch nicht geeignet, einen plausiblen Anlass 
für eine asylrelevante Verfolgung der Beschwerdeführerin im Fall ei-
ner  Rückkehr in die Türkei zu begründen. Das Gleiche gelte für das 
eingereichte  Arztzeugnis  der  psychiatrischen  Poliklinik  des  (...),  das 
gestützt auf ihre Verfolgungsvorbringen bei der Beschwerdeführerin 
eine  posttraumatische  Belastungsstörung  festgestellt  habe.  Dieser 
Arztbericht könne vor dem Hintergrund obiger Darlegungen höchstens 
eine psychische Störung der Beschwerdeführerin, nicht aber die  von 
ihr dafür geltend gemachten Ursachen belegen. Insgesamt könne nicht 
geglaubt  werden,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  der  von  ihr  ge-

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schilderten  Art  und  Weise  von  den  türkischen  Behörden  verfolgt 
worden sein solle. 

5.1.5 Darüber hinaus seien Befürchtungen, künftig staatlichen Verfol-
gungsmassnahmen ausgesetzt  zu sein,  nur dann asylrelevant,  wenn 
begründeter  Anlass zur  Annahme bestehe,  dass  sich  die  Verfolgung 
mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
verwirklichen werde. Die Beschwerdeführerin habe zur Untermauerung 
ihrer Asylbegründung eine Verfügung des BFF vom 10. Januar 2002 zu 
den  Akten  gegeben,  in  der  einem  ihrer  Cousins  (...)  Asyl  gewährt 
worden  sei.  Die  Beschwerdeführerin  beziehe  sich  in  ihrer 
Asylbegründung auch auf einen Bruder, der sich in der Türkei politisch 
betätigt  haben  solle  und  der  jetzt  in Deutschland  lebe.  Dabei  sei 
festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin  gestützt  auf  obige 
Darlegungen  nicht  habe  glaubhaft  machen  können,  in  der 
Vergangenheit einer asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt gewesen zu 
sein.  Demzufolge  könne  sie  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  ihre 
Aussagen auch für die Zukunft im Hinblick auf eine allfällige Rückkehr 
in  die  Türkei  keine  ausreichend  begründete  Furcht  vor  einer 
asylrelevanten (Reflex-) Verfolgung geltend machen.

5.2  Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verfolgungs-
geschichte kann unter anderem aufgrund der wenig begründeten Dar-
stellung der Ereignisse nicht  geglaubt  werden. Die gesamte Darstel-
lung  wirkt  plakativ  und  die  einzelnen  Ausführungen  rudimentär  und 
abstrakt.  Bei  beiden  Anhörungen  schilderte  sie  die  erlittenen  Miss-
handlungen äusserst knapp. Auch auf die entsprechenden Nachfragen 
antwortete sie nur knapp oder ausweichend. So beantwortete die Be-
schwerdeführerin die Frage, wie der Raum ausgesehen habe, in dem 
sie auf dem Polizeiposten von (...) zwei Wochen verbracht haben will, 
mit „Es war ein dunkler Raum“ (vgl. A12/S. 9). Auf weitere Nachfragen 
gab  sie  kurze Hinweise  über  dessen  karge  Möblierung  zu  Protokoll 
(vgl.  ebd.).  Sie  verzichtete  aber  nicht  nur  darauf,  den  Raum  in 
irgendeiner Form näher zu beschreiben (beispielsweise kalt, überheizt, 
sauber, vernachlässigt,  spezieller  Geruch),  sondern  sie war auch zu 
keiner differenzierten und anschaulichen Darstellung ihrer  damaligen 
inneren Befindlichkeiten im Stande. Aus ihren protokollierten Aussagen 
geht nicht hervor, ob sie Angst hatte, mutlos war oder allenfalls sogar 
gewisse Hoffnungsschimmer hegte, noch sind ihre Aussagen sonst in 
irgendeiner  Weise  von einer  subjektiven  Sichtweise  geprägt.  Bereits 
während ihres Asylverfahrens in Deutschland konnte die Beschwerde-

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führerin auf Nachfragen, wie sie gefoltert worden sei, keine Einzelhei-
ten schildern (vgl. A14/Protokoll der Anhörung vom 9. Mai 1996 durch 
das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge, S. 9 f). 
So wurde denn auch im Bescheid vom 17. Juni 1996 des Bundesam-
tes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge unter anderem fest-
gehalten, der Sachvortrag der Beschwerdeführerin erscheine als eine 
stereotype  Wiederholung  ähnlicher  Ereignisse,  denen  in  der  Presse 
breiter  Raum  gewidmet worden  sei,  ohne  echten  Bezug  zur 
Beschwerdeführerin  (vgl.  A14/S.  4).  Dieser  Einschätzung  kann  sich 
das  Bundesverwaltungsgericht  anschliessen.  Auch  die  dem 
vorliegenden Verfahren zugrundeliegende Sachverhaltsdarstellung ist 
sehr  einfach  gehalten  und  mit  der  erfahrungsgemäss  um  ein 
Vielfaches  komplexeren  Wirklichkeit  in  keiner  Art  und  Weise  zu 
vereinbaren.  Bei  der  kantonalen  Anhörung  wurde  die 
Beschwerdeführerin  denn auch darauf  hingewiesen,  dass  es wichtig 
sei, dass sie mehr über die geltend gemachten Vergewaltigungen sage 
(vgl.  A12/S.  9)  beziehungsweise,  dass  es  sehr  gut  wäre,  wenn  sie 
mehr  erzählen  könnte  (vgl.  A12/S.  10).  Dass  sie  diesen 
Aufforderungen nicht  nachkam,  lässt  sich  auch  nicht  im Kontext  mit 
den bekannten soziokulturellen Strukturen in der Türkei erklären. Die 
Befragung wurde von einem Frauenteam durchgeführt. Die Befragerin 
zeigte der Beschwerdeführerin mehrmals ihre Empathie (A12/S. 9 f.) 
und  ermutigte  sie,  Näheres  zu  Protokoll  zu  geben.  Da  die 
Beschwerdeführerin  nicht  nur  darauf  verzichtete,  sondern  sich  nicht 
einmal  über  die  für  sie  aus  den  Übergriffen  resultierenden  Scham- 
sowie  Ohnmachtsgefühle  äusserte,  sind  die  geltend  gemachten 
Übergriffe als unglaubhaft einzustufen. 

5.3 Die  Zweifel  am Wahrheitsgehalt  der  Aussagen der  Beschwerde-
führerin werden jedoch auch noch aus anderen Gründen erhärtet.

5.3.1 Das von der  Beschwerdeführerin  in  Deutschland angestrengte 
erste  Asylverfahren wurde  aktenkundig  am 26. April  1999  als  unan-
fechtbar  abgeschlossen beziehungsweise  das  (zweite)  Asylverfahren 
durch den Rückzug der Klage durch die Beschwerdeführerin mit unan-
fechtbarem Beschluss vom 12. Oktober 1999 eingestellt  (vgl. A30/S. 
6). Den Beschwerdeeingaben ist kein nachvollziehbarer Grund für die-
sen Klagerückzug zu entnehmen. Entgegen dem Einwand in der Ein-
gabe vom 17. April  2008 können daraus durchaus Rückschlüsse be-
züglich der Glaubhaftigkeit  ihrer in Deutschland deponierten Vorbrin-
gen gezogen werden. Ein Klagerückzug widerspricht der Interessenla-

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ge einer tatsächlich verfolgten Person, die jedes ordentliche und au-
sserordentliche  Rechtsmittel  ergreifen  dürfte,  um  der  zwangsweisen 
Rückkehr in den Verfolgerstaat zu entgehen. Der Klagerückzug der Be-
schwerdeführerin ist - neben dem negativen Ausgang ihres deutschen 
Asylverfahrens - ein weiteres gewichtiges Indiz für die Unglaubhaftig-
keit der geltend gemachten Fluchtgründe für den Zeitraum bis zur Ein-
reise  in  Deutschland  im  April  1996.  Schliesslich verwirkte  die  Be-
schwerdeführerin  mit  diesem Schritt  ihr  Bleiberecht  in  dem Staat,  in 
dem sie vor angeblicher Verfolgung geflüchtet  war und wurde in  der 
Folge mit  dem Vollzug der  Wegweisung in  den  „Verfolgerstaat“  kon-
frontiert. Kommt hinzu, dass sie anlässlich der Empfangsstellenbefra-
gung vom 7. Juni 2001 tatsachenwidrige Aussagen über ihren Aufent-
halt machte und vorbrachte, seit ihrer Geburt bis im April 2001 Wohn-
sitz in der Türkei gehabt zu haben (vgl. A1/S. 1), ihr Asylverfahren in 
Deutschland indes verschwieg (vgl. A1/ S. 5 f.), was zusätzlich gegen 
die Glaubhaftigkeit der vorgebrachten "Vorfluchtgründe" spricht.

5.3.2 Gemäss Akten erfolgte am 13. Juli  1999 die Ausschaffung der 
Beschwerdeführerin aus Deutschland in die Türkei. Die in der Eingabe 
vom  20.  Juni  2001  an  die  Vorinstanz  behaupteten  Folterungen  und 
Vergewaltigungen sind, soweit sie sich im Jahr 1998 abgespielt haben 
sollen, schlicht tatsachenwidrig, hielt sich doch die Beschwerdeführe-
rin damals in Deutschland auf. Dass die Beschwerdeführerin nach ih-
rer Ausschaffung am 13. Juli 1999 in die Türkei asylrelevanten Nach-
teilen  ausgesetzt  gewesen  sein soll,  ist unglaubhaft.  So  brachte  sie 
anlässlich der kantonalen Anhörung vor, unmittelbar bei ihrer Ankunft 
im Flughafen von Istanbul festgenommen, in der Folge mehrere Wo-
chen inhaftiert und vor Gericht gebracht worden zu sein (vgl. A12/S. 5, 
8, 11). Während dieser angeblichen Haft will  die Beschwerdeführerin 
gefoltert und vergewaltigt worden sein. Vor diesem Hintergrund angeb-
lich schwerster Verfolgung ist es aber ungereimt, dass die Beschwer-
deführerin nach eigenen Aussagen (nach der Haftentlassung) im Jahre 
1999 sich zwei Monate lang als Touristin in der Schweiz aufhielt, dabei 
kein Asylgesuch stellte und in die Türkei und somit in den angeblichen 
Verfolgerstaat zurückkehrte (vgl. A1/S. 6). Diese Heimreise spricht ge-
gen die geltend gemachte Verfolgung nach der Rückkehr aus Deutsch-
land. 

5.3.2.1 Bei dieser Sachlage entbehrt das Vorbringen, die Unstimmig-
keiten  in  den  Schilderungen  der  Beschwerdeführerin  seien  auf  ihre 
mangelnde  Schulbildung  zurückzuführen,  jeglicher  Grundlage.  Der 

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Vergleich  mit  anderen  Asylbewerbern  in  ähnlichen  Situationen,  die 
sich wie die Beschwerdeführerin als Analphabeten bezeichnen und nur 
über  eine  äusserst  geringe Schulbildung verfügen,  zeigt,  dass  auch 
solche Personen in der Lage sind, widerspruchsfrei  auszusagen, so-
fern sie wirklich Erlebtes wiedergeben. 

5.3.2.2 Gegen die geltend gemachte  Verfolgung lässt  auch der  Um-
stand schliessen, dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Aus-
sagen im gleichen Jahr (nämlich 1999 und folglich nach der Ausschaf-
fung durch die deutschen Behörden) in (...) einen Reisepass beantragt 
und ohne nennenswerte Probleme erhalten haben will  und demnach 
davon auszugehen ist, dass sie bei ihrer Touristenreise in die Schweiz 
die Türkei legal verlassen konnte. Es ist aber unwahrscheinlich, dass 
ihr  dies  gelungen  wäre,  falls  sie  tatsächlich  –  wie  dies  in  den 
Beschwerdeeingaben  wiederholt  vorgebracht  wird  –  bei  ihrer 
Ausschaffung in die Türkei am 13. Juli 1999 insbesondere aufgrund ei-
nes  Protokolls  des  deutschen  Asylverfahrens  der  Unterstützung  der 
PKK verdächtigt worden wäre. Dass die Beschwerdeführerin den oben 
erwähnten Reisepass nach ihrer Rückkehr aus der Schweiz ihrem Va-
ter  gegeben  haben  will,  damit  er  diesen  bei  den  Behörden  in  (...) 
deponiere, um damit den Behörden ihre Rückkehr belegen zu können 
(vgl.  A1/S.  3),  vermag  die  Diskrepanz  zwischen  der  angeblichen 
staatlichen  Verfolgung  und  der  Passausstellung  ebenso  wenig  zu 
erklären, wie die angebliche Unkenntnis der Beschwerdeführerin darü-
ber,  ob  ihr  Vater  ihrem  Wunsch  tatsächlich  entsprochen  habe  (vgl. 
ebd.). Gegen die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Verfolgung im 
Jahre  1999 spricht  auch die  Tatsache,  dass die  Beschwerdeführerin 
nicht  in  der Lage war, über das angebliche Strafverfahren ein amtli-
ches türkisches Dokument zu beschaffen, obwohl sie in ihrem Heimat-
land  über  einen  Anwalt  verfügt  haben  will  (vgl.  Beschwerdeeingabe 
vom 7. Mai 2004, S. 8). Im Weiteren ist festzustellen, dass die Freilas-
sung der Beschwerdeführerin aus der angeblichen Haft im Jahre 1999 
trotz der behaupteten belastenden Hinweise auf  Unterstützungstätig-
keiten für die PKK im angeblich bei der Einreise von den türkischen 
Behörden  entdeckten  Protokoll  des  deutschen  Asylverfahrens  glei-
chermassen  nicht  nachvollziehbar  ist,  wäre  doch  bei  Wahrunterstel-
lung dieses Vorbringen mit der Eröffnung eines Strafverfahrens durch 
die türkischen Behörden zu rechnen gewesen. Somit liegen auch für 
das  Jahr  1999  keine  glaubhaften Verfolgungshandlungen  der  türki-
schen Behörden bezüglich der Beschwerdeführerin vor. 

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5.3.3 Besteht  nach dem Gesagten keine Grundlage zu glauben,  die 
Beschwerdeführerin sei nach ihrer Ausschaffung aus Deutschland im 
Jahre 1999 bei  der Einreise in  die Türkei  festgenommen und in  der 
Folge gefoltert und vergewaltigt worden, sind auch die bis zur Ausreise 
im  Jahre  2001  geltend  gemachten  Verfolgungshandlungen  aufgrund 
der unsubstanziierten Aussagen der Beschwerdeführerin unglaubhaft.

5.4 Auch die bei der  Beschwerdeführerin diagnostizierte und im Ver-
lauf  des  Asylverfahrens  durch  verschiedene  Arztzeugnisse  bezie-
hungsweise ärztliche  Berichte  belegte  posttraumatische  Belastungs-
störung (PTBS) sowie die Depression, welche gleichermassen durch 
verschiedene Arztzeugnisse bestätigt wurde, vermögen, wie sich aus 
den folgenden Erwägungen ergibt,  keinen Hinweis auf  Verfolgung im 
Sinne von Art. 3 AsylG zu liefern.

5.4.1 Ärztliche Berichte,  die von Asylsuchenden eingereicht werden, 
unterliegen  der  freien  richterlichen  Beweiswürdigung  (vgl.  EMARK 
2002 Nr. 13 E. 6c S. 115;  CLAUDIA COTTING-SCHALCH,  La pratique de la 
Commission  suisse  de  recours  en  matière  d'asile  relative  à 
l'appréciation de documents médicaux, in: Asyl3/02, S. 16). 

5.4.2 In casu wird  eine Traumatisierung der Beschwerdeführerin sei-
tens des Bundesverwaltungsgerichts nicht bezweifelt. Allein die bei der 
Beschwerdeführerin  diagnostizierte  posttraumatische  Belastungsstö-
rung  (vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-5266/2006 
vom 29.  Januar  2008  E.3.4  S. 11  sowie  D-6840/2006  vom 11.  Mai 
2007 E. 5.6 S. 10) vermag an der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der 
geltend gemachten Folterungen und Vergewaltigungen im Jahre 1999 
nichts zu ändern. Gleichermassen lässt sich aus der diagnostizierten 
Depression  nichts  zu  Gunsten  der  Beschwerdeführerin  ableiten.  Im 
ärztlichen  Bericht  der  Psychiatrischen  Universitätspoliklinik  des  (...) 
vom 22. Juni 2004 wurde im Übrigen  ausdrücklich festgehalten, dass 
der  Wahrheitsgehalt  der  Verfolgungs-  und  Misshandlungs-
schilderungen durch die behandelnden Ärzte nicht überprüfbar sei.

5.5 Angesichts der Ausführungen unter 5.4 sind auch aus den einge-
reichten  medizinischen  Unterlagen  keine  stichhaltigen  Hinweise  für 
eine mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  bestehende asylrelevante 
Verfolgung  zu  entnehmen,  zumal  die  Ursachen  der  diagnostizierten 
Posttraumatischen Belastungsstörung  beziehungsweise schweren de-
pressiven Episode medizinisch nicht eruierbar sind.

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5.6 Mit Eingabe vom 22. Mai 2006 machte der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin neu  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend.  Diesbe-
züglich  ist  folgendes  festzuhalten:  Subjektive  Nachfluchtgründe  sind 
dann  anzunehmen  wenn  eine  asylsuchende  Person  erst  durch  die 
Flucht aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhal-
tens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu 
befürchten hat. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten 
zwar gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl,  werden jedoch als Flüchtlinge 
vorläufig aufgenommen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit 
weiteren Hinweisen). Massgebend ist, ob die türkischen Behörden das 
Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser 
deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  befürchten  muss.  Es  bleiben  damit  die 
Anforderungen  an  den  Nachweis  einer begründeten  Furcht 
massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). Der Asylausschlussgrund von Art. 
54  AsylG  ist  absolut  zu  verstehen  und  mithin  unabhängig  davon 
anzuwenden,  ob  Nachfluchtgründe  missbräuchlich  gesetzt  worden 
sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.; Botschaft  zur 
Totalrevision  des  Asylgesetzes  vom 4. Dezember  1995,  BBl  1996  II 
73). 

In genereller Hinsicht ist im Weiteren darauf hinzuweisen, dass nach 
konstanter  Praxis  der  Schweizer  Asylbehörden  bei  türkischen 
Asylsuchenden  das  blosse  Einreichen  eines  Asylgesuches  keinen 
subjektiven Nachfluchtgrund im Sinne von Art. 54 AsylG darstellt. Die 
blosse Teilnahme an Demonstrationen gelangt in der Regel nicht zur 
Kenntnis  der  heimatlichen  Behörden  eines  Asylgesuchstellers  und 
führt  bei  dessen  Rückweisung  nicht  zwingend  zu  einer  konkreten 
Gefährdung. Ferner reicht auch allein die mögliche Identifizierbarkeit 
der Beschwerdeführerin nicht aus zur Annahme, sie hätte deswegen 
bei einer Rückkehr in die Türkei eine Verfolgung zu befürchten, zumal 
sich  der  Beschwerdeschrift  weder  Hinweise  noch  den  Akten 
Beweismittel  dafür  entnehmen  lassen,  dass  die  Beschwerdeführerin 
sich  in  der  Schweiz  besonders  hervorgetan  oder  exponiert  hätte. 
Angesichts der zahlreichen regimekritischen Aktivitäten von türkischen 
Staatsangehörigen  in  ganz  Westeuropa  erscheint  es  somit 
unwahrscheinlich,  dass  die  heimatlichen  Behörden  von  den 
behaupteten  Exilaktivitäten  der  Beschwerdeführerin  soweit  Notiz 
genommen  haben,  dass  sie  diese  hier  in  der  Schweiz  identifiziert 
hätten und sie bei  einer Rückkehr  in  die Türkei  deswegen verfolgen 
würden.

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5.7 Die Beschwerdeführerin machte überdies die Gefahr einer Reflex-
verfolgung  geltend.  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  –  in  Anleh-
nung an die bisherige Praxis der ARK (vgl. EMARK 2005 Nr. 21) – da-
von aus, dass in der Türkei staatliche Repressalien gegen Familienan-
gehörige von politischen Aktivisten angewandt werden, die als so ge-
nannte  Reflexverfolgung  flüchtlingsrechtlich  erheblich  im  Sinne  von 
Art.  3  AsylG  sein  können.  Die  Wahrscheinlichkeit,  Opfer  einer 
Reflexverfolgung zu werden, ist vor allem dann gegeben, wenn nach 
einem  flüchtigen  Familienmitglied  gefahndet  wird  und  die  Behörde 
Anlass zur Vermutung hat, dass jemand mit der gesuchten Person in 
engem Kontakt steht. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich, wenn ein 
nicht  unbedeutendes  politisches  Engagement  der  reflexverfolgten 
Person  für  illegale  politische  Organisationen  hinzukommt 
beziehungsweise  ihr  seitens  der  Behörden  unterstellt  wird  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 21 E. 10.1 S. 195).

5.7.1 Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  sie  stamme aus  einer 
politisch  aktiven Familie. In  diesem Zusammenhang reichte  sie  eine 
Verfügung des Bundesamtes vom 10. Januar 2002 (...) zu den Akten, 
gemäss der einem ihrer Cousins (...) Asyl gewährt worden sei. Parallel 
dazu verwies sie auf einen ihrer Brüder, der sich in der Türkei politisch 
betätigt  haben  soll  und  der  jetzt  in  Deutschland  lebe  (vgl.  die 
Ausführungen unter 5.1.5).

5.7.2 In  der  angefochtenen  Verfügung  wurde  diesbezüglich  ausge-
führt,  dass  die  Beschwerdeführerin  eine  asylrelevante  Verfolgung  in 
der Vergangenheit nicht habe glaubhaft machen können. Demzufolge 
könne gestützt auf die Aktenlage und ihre Aussagen auch für die Zu-
kunft im Hinblick auf eine allfällige Rückkehr in die Türkei keine ausrei-
chend begründete Furcht vor einer asylrelevanten (Reflex-)Verfolgung 
geltend gemacht werden. Doch selbst bei Wahrunterstellung des gel-
tend gemachten Engagement ihrer Familie könnte die Beschwerdefüh-
rerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zumal allein aus dem 
Umstand, wonach jemand aus einer Familie stammt, in der Mitglieder 
oppositionell tätig sind und deshalb gesucht werden, nicht per se auf 
eine  drohende Reflexverfolgung zu schliessen ist. Vielmehr  müssten 
mit  hinreichender  Wahrscheinlichkeit  die  von der Praxis  entwickelten 
Voraussetzungen erfüllt sein.

5.8 Im vorliegenden Fall bestehen keine Hinweise darauf, dass nähere 
Familienmitglieder  der  Beschwerdeführerin  landesweit  gesucht  wer-

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den. Zudem kann den Akten nicht entnommen werden, dass die Be-
schwerdeführerin  insbesondere  mit  ihrem Cousin  (...)  in  irgendeiner 
Verbindung gestanden hätte. Das BFM dürfte denn auch zu Recht da-
von  ausgegangen  sein,  dass  die  türkischen  Sicherheitsorgane  über 
keinerlei Anhaltspunkte für irgendeine Kontaktaufnahme zwischen der 
Beschwerdeführerin  und  ihrem Cousin  (...)  verfügten.  Auch aus  den 
protokollierten  Antworten  der  Beschwerdeführerin  geht  nicht  hervor, 
dass die Behörden einen derartigen Vorwurf gegen sie erhoben haben. 
Aufgrund  der  bereits  dargelegten  Unstimmigkeiten  in  den 
Ausführungen der Beschwerdeführerin erscheint es ebenfalls fraglich, 
dass die Beschwerdeführerin  in der dargelegten Art  und  wiederholt 
nach den politischen Aktivitäten ihres Bruders beziehungsweise ihrer 
Brüder  befragt  worden sein soll. Was den Cousin (...)  anbelangt,  ist 
festzuhalten, dass dieser seinen eigenen Angaben zufolge, die Türkei 
bereits im Jahre 1989 verlassen haben will  und aktenkundig am 31. 
August 1989 in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hat. Eine dagegen 
erhobene  Beschwerde  wurde  von  der  ehemaligen  ARK am 8. März 
1993  abgewiesen.  Am  28.  April  1999  liess  [der  Cousin]  nach  der 
Festnahme  von  A.  Öcalan  sowie  in  Anbetracht  seines  mittlerweile 
zehnjährigen Aufenthalts  in der Schweiz ein Gesuch um „réexamen“ 
stellen, welches von der ARK mit Urteil  vom 16. November 2000 als 
zweites Asylgesuch erachtet wurde. Dieses wurde mit  Verfügung des 
BFF  vom  10.  Januar  2002  gutgeheissen.  Dabei  war  die  politische 
Aktivität seiner Familie sowie die Suche nach ihm aktenkundig, nicht 
aber  eine  Verstrickung  der  Beschwerdeführerin  in  dessen 
Angelegenheiten,  eine  asylrelevante  Verfolgung  der  Familie  der 
Beschwerdeführerin  oder  der  Beschwerdeführerin  selber. Zudem hat 
der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 20. Juni 
2001  ausdrücklich  festgehalten,  die  im  laufenden  Asylverfahren  der 
Beschwerdeführerin  geltend gemachten Asylgründe  würden sich  nur 
auf Sachverhalte beziehen, die sich nach ihrer Rückkehr in die Türkei 
im  Jahre  1998  oder  1999  ereignet  hätten.  Nachdem  der  besagte 
Cousin die Türkei bereits im Jahre 1989 verlassen hat,  ist  auch aus 
diesem  Grund  nicht  nachvollziehbar,  warum  die  Behörden  die 
Beschwerdeführerin im Sinne einer Reflexverfolgung belangen sollten. 
Trotz  des  allfälligen  politischen  familiären  Hintergrundes  ist  nicht 
davon  auszugehen,  die  Beschwerdeführerin  werde  im  Fall  einer 
Rückkehr  in  ihr  Heimatland  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  in 
absehbarer  Zukunft  einer  drohenden  Reflexverfolgung  ausgesetzt. 
Darüberhinaus  geht  das  geltend  gemachte  verwandtschaftliche 
Verhältnis  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  [ihrem  Cousins] 

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weder  aus  deren  Akten  noch  aus  denjenigen  [ihres  Cousins]  Akten 
hervor. Es könnte sich also auch lediglich um eine Person handeln, die 
zufällig den gleichen Nachnamen wie die Beschwerdeführerin hat. 

5.9 Das  Gleiche  lässt  sich  auch  für  den  Bruder  H._______  des 
Cousins der Beschwerdeführerin sagen. H._______ hat die Türkei am 
5. November 1998 verlassen,  sein Heimatdorf  B._______ verliess er 
bereits  ein  Jahr  zuvor.  Aktenkundig  war,  dass  H._______  in  seiner 
Heimat  von  der  Polizei  sowie  der  Gendarmerie  wegen  seines 
Militärdienstes  gesucht  worden  ist  und  ein  Passverbot  gegen  ihn 
bestand. Dessen Eltern lebten noch immer in B._______ und hätten 
wegen  des  Todes  ihres  zwölfjährigen  Sohnes    einem  Bruder  von 
H._______    Probleme  erhalten.  Eine  Verstrickung  der 
Beschwerdeführerin  in  deren  Angelegenheit  oder  eine  asylrelevante 
Verfolgung von ihr selber oder von ihrer Familie ist jedoch nicht akten-
kundig. 

Insgesamt besteht kein Grund zur Annahme, dass die Beschwerdefüh-
rerin im Falle einer Rückkehr in ihr Heimatland mit einer Reflexverfol-
gung im Sinne des Asylgesetzes zu rechnen hat. 

6.
Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände und 
Vorbringen der  Beschwerdeführerin  ist  zusammenfassend festzustel-
len, dass sie keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaub-
haft machen kann und damit die Voraussetzungen für die Zuerkennung 
der  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt  sind.  Aufgrund der  vorstehen-
den Erwägungen erübrigt  es  sich,  auf  die weiteren Ausführungen in 
der  Beschwerde,  der  Beschwerdeergänzung  sowie  den  zahlreichen 
Eingaben einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Die 
dort  jeweils erhobenen Anträge sind abzuweisen. Die Vorinstanz hat 
demnach  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  abge-
lehnt.

7.

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

8.

8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig,  wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

8.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  er-

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hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  in  den Heimatstaat  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführe-
rin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. 

Was  die  mit  Arztbericht  diagnostizierten  psychischen  Probleme  der 
Beschwerdeführerin  anbelangt,  ist  festzuhalten,  dass  der  EGMR  in 
seinem Urteil  vom  20. März  1991 i.S. Cruz  Varas gegen  Schweden 
(Beschwerde Nr. 46/1990/237307) entschieden hat,  dass der Vollzug 
der "Ausweisung" von Personen,  die an einer posttraumatischen Be-
lastungsstörung  leiden  bzw. suizidgefährdet  sind,  nicht  gegen Art.  3 
EMRK verstösst (vgl. a.a.O., E. 44, 45, 46, insbesondere 77-86). Der 
Gerichtshof hat diese Praxis im Unzulässigkeitsentscheid vom 29. Juni 
2004 i.S. Salkic in Bezug auf die posttraumatische Belastungsstörung 
bestätigt (vgl. Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 29. Juni 2004 
i.S. Salkic und andere gegen Schweden, Nr. 7702/04, 3, 8-11 [engli-
scher Text]).

Drohen  Ausländer  für  den  Fall  des  Vollzuges  des  Wegweisungsent-
scheides  mit  Suizid,  so  ist  nach  dem  Europäischen  Gerichtshof  für 
Menschenrechte der wegweisende Staat nicht verpflichtet, vom Vollzug 
der Ausweisung Abstand zu nehmen; solange er Massnahmen ergreift, 
um die Umsetzung der Suiziddrohung zu verhindern, vermag die Aus-
schaffung nicht gegen Art. 3 EMRK zu verstossen (vgl. den Unzuläs-

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sigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan und 
andere  gegen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in  EMARK 2005 
Nr. 23 E. 5.1 S. 212). Der Suizidalität der Beschwerdeführerin ist des-
halb durch Heranziehen von medizinischem Fachpersonal bei der Aus-
schaffung Rechnung zu tragen.

Die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin stellen selbst 
dann  unter  dem Blickwinkel  von Art.  3  EMRK kein  völkerrechtliches 
Vollzugshindernis  dar,  falls  in  der  Türkei  der  medizinische  Standard 
schlechter als in der Schweiz wäre (vgl. EMARK 2004 Nr. 6 E. 7 S. 40 
ff., 2004 Nr. 7 E. 5 S. 47 ff., Bundesgerichtsurteil vom 30. September 
2002 i.S. A. und B. gegen Service de la population du canton de Vaud, 
E. 2.3 [SZIER 3/2003, S. 308]). Diese nationale Rechtsprechung steht 
im Einklang mit derjenigen der Strassburger Organe, wonach allein die 
Tatsache,  dass  die  Umstände  der  medizinischen  Versorgung  im 
Heimatland für den Betroffenen weniger vorteilhaft wären als jene, die 
er  im Aufenthaltsstaat  hat,  für die Beurteilung unter dem Blickwinkel 
von Art. 3 EMRK nicht entscheidend ist (vgl. Urteil des EGMR vom 6. 
Februar  2001  i.S.  Bensaid  gegen  Vereinigtes  Königreich 
[Grossbritannien],  E.  38,  Beschwerde  Nr.  44599/98;  Entscheid  des 
EGMR  vom  29.  Juni  2004  über  die  Zulassung  der  Beschwerde  N. 
7702/04 i.S. Salkic und andere gegen Schweden, "The Law", Ziff. 1, S. 
7;  vgl.  Urteil  des  EGMR  vom  vom  27.  Mai  2008  i.S.  N.  gegen 
Vereinigtes Königreich, Ziffn. 34 und 42 - 44).

Vielmehr steht fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland 
auf  die  dort  bestehenden  und  nach  Kenntnis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  als  ausreichend  zu  bezeichnenden 
psychiatrischen  Behandlungsinstitutionen  zurückgreifen  kann  (vgl. 
EMARK 1999 Nr. 5 E. 7c S.33). Vor diesem Hintergrund ist der Vollzug 
der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  Beachtung  der 
massgeblichen  völker-  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  als 
zulässig  zu  bezeichnen.  Überdies  lässt  sich  die  Frage  der 
Reisefähigkeit  - welche  im  ärztlichen  Bericht  der  Universitären 
Psychiatrischen  Dienste  (...)  (UPD)  (...)  vom  28.  Mai  2008 
offengelassen und lediglich im ärztlichen Bericht der Psychiatrischen 
Universitätsklinik  des  (...)  vom  9.  Juni  2006  als  „entscheidend 
eingeschränkt“  eingeschätzt  wurde  - im  vorliegenden  Verfahren 
letztendlich  nur  im  Rahmen  des  tatsächlichen  Vollzugs  konkret 
überprüfen.  Eine  amtsärztlich  bescheinigte  Reiseunfähigkeit  der 
Beschwerdeführerin liegt aktuell nicht vor. Nach dem Gesagten ist der 

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Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl-  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

8.5 Vorliegend ist der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu erach-
ten, weil keine Hinweise dafür erkennbar sind, die Beschwerdeführerin 
wäre bei einer Rückkehr in die Türkei einer konkreten Gefährdung auf-
gerund der allgemeinen Lage ausgesetzt. Das Bundesverwaltungsge-
richt  erachtet  den  Wegweisungsvollzug  gestützt  auf  die  allgemeine 
Lage als generell zumutbar (vgl. EMARK 2005 Nr. 21).

8.5.1 Die  Beschwerdeführerin stammt  aus  B._______,  (Provinz 
Karaman Maras), wo sie im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Familie 
mithalf.  Dort  lebt  nicht  nur  ihr  Vater,  sondern  vielmehr  verfügt  die 
Beschwerdeführerin dort  in der Person ihres Onkels, ihrer Tante und 
deren Familien über ein soziales Beziehungsnetz (vgl. 5.9), auf das sie 
sich bei einer Rückkehr stützen kann. Es ist auch davon auszugehen, 
dass  sie  erneut  im  elterlichen  Betrieb  mithelfen  kann  und  so  ein 
Auskommen  finden  wird.  Unter  diesen  Umständen  dürfte  die  Wie-
dereingliederung in ihren Heimatstaat möglich sein.

8.5.2 Sollten sich bei der Beschwerdeführerin im Falle eines allfälligen 
zwangsweisen Vollzugs der Wegweisung suizidale Tendenzen akzentu-
ieren, wäre dem mit geeigneten medikamentösen oder allenfalls auch 
psychotherapeutischen Massnahmen entgegen zu wirken, so dass der 
konkreten Gefahr  ernster  gesundheitlicher  Schäden entgegengewirkt 
würde.  Somit  würden  auch  die  gesundheitlichen  Probleme  der  Be-
schwerdeführerin würden im Falle der freiwilligen Rückkehr in die Hei-
mat beziehungsweise eines zwangsweisen Vollzugs der Wegweisung 
keine  drastische  und  lebensbedrohende  Verschlechterung  ihres  Ge-
sundheitszustandes nach sich ziehen (vgl. EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d, 
EMARK 2003 Nr. 24 Nr. E. 5b S. 157 f.). Letztere Bedingungen sind für 
die Beschwerdeführerin nicht erfüllt, zumal es ihr zumutbar ist, für die 
Behandlung ihrer Leiden auf die medizinische Infrastruktur ihres Hei-

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matlandes und familiäre Hilfe zurückzugreifen, was, wie oben unter Zif-
fer  8.3  der  Erwägungen  angeführt  wurde,  möglich  ist.  Schliesslich 
kann die Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz unter Vorlage entspre-
chender ärztlicher Atteste medizinische Rückkehrhilfe beantragen (Art. 
93 Abs. 1 Bst. c AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. Au-
gust 1999 über Finanzierungsfragen (Asylverordnung 2, AsylV 2, SR 
142.312).  Der  Wegweisungsvollzug  erweist  sich  somit  auch  unter 
individuellen Aspekten als zumutbar.

8.6 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

9.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21.  Febru-
ar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem aber aufgrund der Ak-
tenlage von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen ist 
und  die  Begehren  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdeerhebung  nicht  als 
aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  ist  in  Gutheissung  des  Gesuchs 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege von einer Kostenauf-
lage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beila-
gen: ...)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie), über die Herausgabe 
der beim BFM eingereichten Dokumente befindet das BFM auf An-
frage

- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: 

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