# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 300b6fe2-f87a-5b78-b49d-fa67accfdacf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.06.2010 IV 2008/444
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-444_2010-06-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/444

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 10.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 10.06.2010
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Rückweisung zur Einholung eines Obergutachtens 
wegen unklarem Krankheitsverlauf (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2010, IV 2008/444).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-

Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Adrian Rothenberger

Entscheid vom 10. Juni 2010

in Sachen

D.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eugen Koller, LL.M., St. Jakob Strasse 37, 

9000 St. Gallen,

gegen 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend 

Rente

Sachverhalt:

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A.  

A.a D.___, Jahrgang 1953, verheiratet und Mutter zweier Kinder, übte nach ihrer 

Einreise in die Schweiz im Jahr 1986 verschiedene Hilfstätigkeiten aus. Seit September 

1995 arbeitete sie mit einem Arbeitspensum von 60% als Mitarbeiterin in der A.___. Mit 

Schreiben vom 28. Januar 2003 wurde der Versicherten die Kündigung des 

Dienstverhältnisses per 31. Mai 2003 zufolge struktureller Anpassungen in Aussicht 

gestellt (IV-act. 3). Ab 29. Januar 2003 war sie arbeitsunfähig (IV-act. 10, 11). Am 

12. Dezember 2003 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 2).

A.b In der Folge ersuchte die IV-Stelle die beiden behandelnden Ärzte, Dr. med. B.___, 

Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, und Dr. med. C.___, Spezialarzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, um Einreichung eines Arztberichts. Während Dr. B.___ dieser 

Aufforderung am 9. Januar 2004 nachkam (IV-act. 11), unterliess es Dr. C.___ trotz 

mehrmaliger Mahnung von Seiten der IV-Stelle (IV-act. 12-14) und eines Schreibens 

des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD; IV-act. 16), einen 

Arztbericht einzureichen.

A.c Am 16. September 2005 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der 

Versicherten durch. Dabei gab die Versicherte an, dass sie ohne Gesundheitsschaden 

weiterhin zu 60% erwerbstätig und im Übrigen im Haushalt tätig wäre. Die 

Abklärungsperson ermittelte eine Einschränkung der Versicherten im Haushalt von rund 

38% (IV-act. 28). Zur Abklärung der zumutbaren Arbeitsleistungen wurde eine 

medizinische Abklärung vorgeschlagen.

A.d Mit Schreiben vom 13. Oktober 2005 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass 

eine ambulante medizinische Abklärung notwendig sei. Diese werde von Dr. med. 

E.___, FMH Rheumatologie, durchgeführt. Die Wartefrist betrage ca. 12 Monate (IV-

act. 31). Diesen Gutachtensauftrag gab Dr. E.___ am 10. Januar 2006 unerledigt zurück 

(IV-act. 34).

A.e Am 18. April 2006 war die Versicherte in einen Auffahrunfall verwickelt. Im Rahmen 

einer am 19. April 2006 im Spital Wil durchgeführten Untersuchung diagnostizierte 

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Dr. med. F.___ bei der Versicherten ein HWS/BWS-Distorsions-Trauma und eine 

Kontusion des Brustkorbs links (act. G 11.1).

A.f Im März resp. Mai 2007 wurde die Versicherte durch das Zentrum für 

Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene (AEH) und Dr. med. G.___, Psychiatrie / 

Psychotherapie FMH, bidisziplinär begutachtet. Dabei wurde ein generalisiertes 

Schmerzsyndrom mit Panvertebralsyndrom und Weichteilschmerzsyndrom der 

Extremitäten, Haltungsinsuffizienz, segmentalen Funktionsstörungen der BWS und des 

zervikothorakalen Übergangs, leichter muskulärer Dysbalance paravertebral und 

leichten degenerativen Wirbelsäulenveränderungen sowie Symptomausweitung, ein 

Status nach Unfall 1980 mit Quetschtrauma Dig. I bis III rechts und Status nach 

dreimaliger Operation, eine Hypothyreose, substituiert, und eine Anpassungsstörung 

mit gemischter Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (ICD10 F43.25) 

festgestellt und die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten auf 30% ab Januar 2003 in der 

angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe wie auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

festgesetzt (IV-act. 39, 42).

A.g Auf Anfrage der IV-Stelle präzisierte das AEH seine Arbeitsfähigkeitsschätzung mit 

Schreiben vom 29. August 2007 dahingehend, dass sowohl in der angestammten 

Tätigkeit als Küchenhilfe als auch in einer adaptierten Tätigkeit aus psychiatrischen 

Gründen eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2003 bestehe (IV-act. 45).

A.h Mit Vorbescheid vom 27. November 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, den Anspruch auf eine Invalidenrente abzulehnen (IV-act. 50). Hiegegen 

erhob die Versicherte am 4. Januar 2008 Einwand und beantragte, es sei ihr eine Rente 

zuzusprechen oder eine neue umfassende medizinische Untersuchung anzuordnen. 

Dem Einwand legte sie einen Arztbericht von Dr. B.___ vom 4. Januar 2008 und von Dr. 

C.___ vom 7. Januar 2008 bei (IV-act. 51).

A.i Im Arztbericht vom 7. Januar 2008 kritisierte Dr. C.___ die im Rahmen des AEH-

Gutachtens vorgenommene psychiatrische Beurteilung der Versicherten als 

unvollständig. Insbesondere werde nicht erwähnt, dass die Versicherte aus der Klinik 

Gais als 100% arbeitsunfähig entlassen worden sei. Auch werde der am 18. April 2006 

erlebte Auffahrunfall mit HWS-Distorsion psychiatrisch zu wenig gewürdigt. Die 

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Versicherte sei im Januar 2003 in einen depressiven Zustand geraten, nachdem sie an 

ihrer Arbeitsstelle beschuldigt worden sei, das Arbeitsklima verdorben zu haben. Die 

Patientin habe psychisch dekompensiert und sei schwer depressiv geworden. Er habe 

sie niedergeschlagen, freud- und interesselos, innerlich sehr angespannt, in ihrem 

Antrieb vermindert und ganz erschöpft erlebt. Sie habe sich wertlos geführt, unter 

Schuldgefühlen sowie starken Konzentrationsschwierigkeiten gelitten und teilweise 

auch Suizidgedanken geäussert. Nach dem Verkehrsunfall habe die Versicherte unter 

noch intensiveren Kopfschmerzen, starken Konzentrationsschwierigkeiten und einer 

ausgeprägten Affektlabilität gelitten und sei die ganze Zeit völlig erschöpft gewesen, 

was typisch sei für einen Zustand nach einer HWS-Distorsion. Diese Diagnose werde 

im AEH-Gutachten aber überhaupt nicht gestellt. Die Versicherte leide in 

psychiatrischer Hinsicht unter einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.25) und einer 

mittel- bis schwergradigen depressiven Störung (ICD-10 F32.11 F32.2) auf dem Boden 

einer anankastischen Persönlichkeit (ICD-10 F60.5) bei Status nach Autounfall mit 

HWS-Distorsion sowie lumbospondylogenem Syndrom bei bekannter Diskushernie L2/

L3, Protrusion L3/L4 und Spondylathrose (IV-act. 51 - 2 f.).

A.j Zu den Einwänden betreffend das psychiatrische Teilgutachten nahm Dr. G.___ am 

23. April 2008 Stellung. Er führte an, dass der Austrittsbericht der Klinik Gais betreffend 

Hospitalisation der Versicherten vom 6. bis 25. Oktober 2003 nicht bei den Akten 

gelegen habe. Nachdem ihm dieser jetzt aber vorliege, könne er sich dazu wie folgt 

äussern: die Ärzte der Klinik Gais hätten bei der Versicherten eine depressive Störung 

mit Angst gemischt und somatischen Symptomen (ICD10 F43.22) diagnostiziert. Die 

Versicherte habe immer wieder ausführlich ihre somatischen Beschwerden geäussert 

und von Zukunftsängsten und Existenzsorgen berichtet. Am Schluss habe die 

Versicherte den Aufenthalt als angenehm beschrieben, obwohl er keine Besserung 

bewirkt habe. Dr. G.___ stellte sich auf den Standpunkt, der Psychostatus spreche 

eindeutig gegen die Diagnose einer isolierten depressiven Störung, weshalb auch von 

der Klinik Gais eine depressive Störung mit Angst gemischt und somatischen 

Symptomen diagnostiziert worden sei. Die bei Austritt attestierte 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit habe sich eindeutig auf geklagte somatische Symptome beschränkt. 

Dass die Versicherte im Verlauf eine depressive Störung entwickelt habe, könne er 

nicht verneinen. Allerdings habe er während der Exploration vom 6. März 2007 

aufgrund der erhobenen Befunde keine depressive Störung diagnostizieren können. Es 

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sei deshalb anzunehmen, dass die Versicherte im Rahmen der fachlichen Behandlung 

doch profitiert und sich die depressive Störung zurückgebildet habe. Die von Dr. C.___ 

erwähnten Anzeichen für eine Depression (Niedergeschlagenheit, Freud- und 

Interesselosigkeit, Angespanntheit, Verminderung im Antrieb sowie Erschöpfung) habe 

er nicht feststellen können. Zusammenfassend halte er an seiner Beurteilung fest (IV-

act. 64).

A.k Dr. med. H.___, FHM Physikalische Medizin und Rehabilitation / Rheumatologie, 

äusserte sich am 28. April 2008 aus rheumatologischer Sicht zum Schreiben von 

Dr. C.___. Er stellte sich auf den Standpunkt, der radiologische Befund L3/L4 mit 

Kompression der Wurzel L2 sei von der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals 

St. Gallen unspezifisch abgegeben worden. Da ein entsprechender radiologischer 

Befund nicht vorgelegen sei, habe man auf eine Auflistung in der Diagnoseliste 

verzichtet. In Bezug auf die Diagnose eines Schleudertraumas seien bei im 

Wesentlichen entsprechend unauffälligen somatischen Befunden und sich absolut mit 

den psychiatrischen Diagnosen deckenden Zusatzsymptomen sowie aufgrund des 

schlecht dokumentierten Verlaufs und einer einzigen Beurteilung diese Aspekte zwar 

erwähnt, jedoch nicht eine eigentliche Diagnose gestellt worden (IV-act. 65).

A.l Auf erneute Anfrage der IV-Stelle gab Dr. G.___ am 22. August 2008 an, dass keine 

Anzeichen für eine somatoforme Schmerzstörung vorgelegen hätten (IV-act. 68).

A.m Mit Verfügung vom 18. September 2008 lehnte die IV-Stelle die Zusprechung einer 

Rente ab.

B.  

B.a Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 18. September 2008 richtet sich die am 

20. Oktober 2008 von Rechtsanwalt Eugen Koller, St. Gallen, für D.___ beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobene Beschwerde. Darin beantragt 

die Beschwerdeführerin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Ausrichtung von mindestens einer Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung sowie je 

einer Kinderrente für ihre beiden Kinder ab 1. Januar 2004 unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Zudem sei ihr für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 

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Prozessführung zu gewähren. Zur Begründung führt sie an, dass die 

Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des Invaliditätsgrades die im Rahmen der 

bidisziplinären Begutachtung festgestellte 30%ige Arbeitsunfähigkeit zu Unrecht nicht 

als Einschränkung in der Erwerbstätigkeit berücksichtigt habe. Zudem seien ihre 

Beschwerden seit dem Unfallereignis vom 18. Oktober 2006, namentlich die 

regelmässigen Kopfschmerzen, die andauernde Erschöpfung und die ausgeprägte 

Affektlabilität im Gutachten kaum bzw. zu wenig berücksichtigt worden, weshalb 

diesbezüglich ein Ergänzungsgutachten durch einen Neurologen oder 

Neuropsychologen anzuordnen sei. Aufgrund ihrer geringen Sprachkenntnisse und 

ihrer Beschwerden sei sie schliesslich im Vergleich zu anderen Hilfsarbeiterinnen auf 

dem Arbeitsmarkt stark benachteiligt, weshalb ihr ein Leidensabzug von 25% 

zuzugestehen sei (act. G 1).

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den 

Standpunkt, das bidisziplinäre Gutachten berücksichtige die geklagten Beschwerden. 

Zudem stütze sich das Gutachten auf eingehende Untersuchungen und sei in Kenntnis 

der Vorakten abgegeben worden. Da die begutachtenden Ärzte keine 

schwerwiegenden Befunde am Bewegungsapparat hätten feststellen können, sei in 

somatischer Hinsicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für eine 

körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit plausibel. Eine neurologische oder 

neuropsychologische Abklärung sei nicht erforderlich gewesen, hätten bei der 

Erhebung des Allgemeinstatus keine Anzeichen einer radikulären Symptomatik 

vorgelegen; zudem seien auch keine Funktionsausfälle festzustellen gewesen. Der von 

Dr. G.___ erhobene psychiatrische Untersuchungsbefund spreche zudem für das 

Vorliegen einer lediglich leichtgradigen psychischen Beeinträchtigung, die zwar eine 

Leistungseinbusse mit sich bringen könne, die aber für sich alleine nicht einen 

Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes darstelle, zumal Dr. G.___ die attestierte 

Einschränkung teilweise auf psychosoziale Faktoren zurückgeführt habe. Die 

Beschwerdeführerin sei deshalb in einer der somatischen Beeinträchtigung 

angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Es sei zudem davon auszugehen, dass sie ihre 

Resterwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realisieren könnte. 

Schliesslich sei im Lichte der Befunde der Gutachter davon auszugehen, dass die 

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Beschwerdeführerin im Haushalt nicht im Umfang von 38% eingeschränkt sei (act. 

G 6).

B.c Am 18. Dezember 2008 bewilligte die Präsidentin der 1. Abteilung des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen die von der Beschwerdeführerin 

beantragte unentgeltliche Prozessführung (act. G 7).

B.d In ihrer Replik vom 4. März 2009 macht die Beschwerdeführerin erneut geltend, 

dass die Einschränkung in der Erwerbstätigkeit zumindest 30% betrage. Zudem seien 

die unfallbedingten Beschwerden, insbesondere das Schleudertrauma, nicht 

berücksichtigt worden. Ferner treffe auch die in der Verfügung vom 18. September 

2008 enthaltene Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass bei einem psychischen 

Leiden ein Leidensabzug entfalle, nicht zu. Vielmehr sei ihr aufgrund ihrer 

Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt ein Leidensabzug von 25% zu gewähren. 

Schliesslich sei auf die im Rahmen der Haushaltsabklärung festgestellte Einschränkung 

von 38% im Haushalt abzustellen (act. G 11).

B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 13).

Erwägungen:

1.   

1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende, ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht der 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, 

derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem solchen von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

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1.2 Bei einer erwerbstätigen versicherten Person erfolgt die Invaliditätsbemessung 

gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG nach der in Art. 16 ATSG festgelegten, sog. allgemeinen 

Methode des Einkommensvergleichs. Danach wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), verglichen mit dem 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Bei einer nichterwerbstätigen versicherten 

Person wird für die Bemessung der Invalidität nach der sog. spezifischen Methode 

darauf abgestellt, in welchem Mass die versicherte Person unfähig ist, sich im 

bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 

ATSG). Invaliditätsrelevante Aufgabenbereiche bilden insbesondere die Tätigkeit im 

Haushalt, die Kindererziehung und die Ausbildung (vgl. Art. 26bis, Art. 27 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Bei einer versicherten 

Person schliesslich, die teilweise erwerbstätig, teilweise in einem anderen 

Aufgabenbereich tätig war, wird die Invalidität für den Bereich der Erwerbstätigkeit 

nach Art. 16 ATSG, für den anderen Aufgabenbereich nach Art. 28a Abs. 2 IVG 

festgelegt (Art. 28a Abs. 3 IVG). In diesem Falle sind demnach die Anteile der 

Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der 

Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (sog. 

gemischte Methode). Ist bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig 

ist, anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne 

Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung 

ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).

1.3  

1.3.1 In ständiger Praxis prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls in 

welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im 

Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der 

versicherten Person. Zu prüfen ist nach Ansicht des Bundesgerichts, ob die versicherte 

Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten Umstände 

(persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im 

Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sind die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme 

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oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person und deren berufliche 

Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend. Abzustellen ist auf die 

hypothetischen Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum 

massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben würden, wobei für die hypothetische 

Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im 

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 

S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit Hinweisen, a.M. Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen, vgl. für viele: Urteil vom 17. Februar 2009, IV 2007/425, E. 1.2 mit 

Hinweisen). Neben dem früheren Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der 

versicherten Person und ihre Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne 

Gesundheitsschaden zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind insbesondere auch die 

Sicherstellung der Kinderbetreuung und die Verdienstverhältnisse. Die konkrete 

Situation und die Vorbringen der versicherten Person sind nach Massgabe der 

allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen.

1.3.2 Die Beschwerdeführerin äusserte sich sowohl im Rahmen der 

Haushaltsabklärung vom 16. September 2005 als auch in der Beschwerdeschrift 

dahingehend, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin zu 60% erwerbstätig 

geblieben und im Umfang von 40% im Haushalt tätig wäre. Diese Auffassung ist 

zwischen den Parteien unbestritten und im Hinblick auf die im Verfügungszeitpunkt 

vorliegende familiäre Situation und die bis zu diesem Zeitpunkt gelebte eheliche 

Aufgabenteilung durchaus realistisch, lebte die Beschwerdeführerin doch vor und nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens zusammen mit ihrem voll erwerbstätigen Ehemann 

und den beiden sich noch in Ausbildung befindenden Kinder im gemeinsamen 

Haushalt, dessen Besorgung offenbar immer der Beschwerdeführerin oblag. Die 

Invaliditätsbemessung hat daher anhand der gemischten Methode zu erfolgen.

2.   

2.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

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Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die 

höchstrichterliche Rechtsprechung hat es aber mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen 

(BGE 125 V 351 E. 3b). Gemäss Bundesgericht besitzen daher im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).

2.2 Vorerst festzuhalten gilt, dass der Austrittsbericht der Klinik Gais, in welcher die 

Versicherte vom 6. bis 25. Oktober 2003 hospitalisiert war, Dr. G.___ bei der Erstellung 

des psychiatrischen Teilgutachtens vom 23. März 2007 nicht vorgelegen hat (vgl. IV-

act. 64) und dass sein Gutachten demnach nicht auf einer Würdigung sämtlicher 

medizinischen Akten basiert. Dies ist insbesondere deshalb problematisch, weil die 

Ärzte der Klinik Gais der Beschwerdeführerin in besagtem Austrittsbericht offenbar eine 

depressive Störung und - unter anderem gestützt darauf - eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bei Austritt attestierten. Nach Ansicht der AEH-Gutachter und damit auch von Dr. G.___ 

beträgt die ausschliesslich psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin demgegenüber seit Januar 2003 lediglich 30% (IV-act. 45). Auf 

diese Diskrepanz hingewiesen schreibt Dr. G.___ in seiner Stellungnahme vom 23. April 

2008: "Dass die Versicherte im Verlauf eine depressive Störung entwickelt hat, kann ich 

nicht verneinen" (IV-act. 64 - 2) und räumt damit ein, dass die von ihm für die 

Vergangenheit abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung allenfalls nicht zutreffend ist. 

Nachdem eine widerspruchsfreie und in sich schlüssige Beurteilung des Verlaufs der 

psychischen Beschwerden und die damit einhergehende Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitraum ab Januar 2003 weder dem AEH-

Gutachten noch den in der Folge ergangenen Stellungnahmen oder den übrigen Akten 

entnommen werden kann, ist es vorliegend nicht möglich, den Rentenanspruch der 

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Beschwerdeführerin zu beurteilen. Die Beschwerdegegnerin wird ein psychiatrisches 

Obergutachten einzuholen haben, in welchem der Experte oder die Expertin sich 

anhand sämtlicher von den behandelnden Ärzten erstellten Akten und aufgrund eigener 

Untersuchungen zum psychischen Gesundheitszustand und den Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit äussert. Zudem wird sich die Expertise auch mit den divergierenden 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. G.___, der Klinik Gais und von Dr. C.___ zu 

befassen haben.

3.   

3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 18. September 2008 aufzuheben und die Sache zur 

Einholung eines psychiatrischen Obergutachtens an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 E. 5a). Somit ist die Gerichtsgebühr der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal 

Fr. 1'000.00 bis Fr. 12'000.00. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.00 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Damit wird die bewilligte unentgeltliche Prozessführung gegenstandslos.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

bis

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1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 18. September 2008 aufgehoben und die Sache zur 

medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Gerichtskosten von Fr. 600.00 hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen.

3.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

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		2025-07-19T13:43:11+0200
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