# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36c94d62-362a-58fd-a847-ac2ec6d7f343
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.05.2013 SB120153
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120153_2013-05-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB120153-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, und lic. iur. Ruggli, die 

Oberrichterin Dr. Janssen sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur.  

Maurer 

 

Urteil vom 8. Mai 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend versuchte Tötung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, III. Abteilung, vom 
15. Dezember 2011 (DG110015) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 11. Juli 

2011 (Urk. 29) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

- der versuchten Tötung i.S.v. Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

- der mehrfachen Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 499 Tage 

durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2000.–.  

3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 

4. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme (psychiatrische 

Therapie) im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet. 

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.–. Über die weiteren Kos-

ten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.  

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf 

die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Vertei-

digung wird mit separatem Entscheid entschieden. 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 133) 

 A. Hauptantrag 

1. Der Appellant und Beschuldigte, A._____, sei vom Vorwurf der ver-

suchten Tötung freizusprechen. 

2. Der Appellant und Beschuldigte sei der Tätlichkeit im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Der Appellant und Beschuldigte sei mit einer Busse von Fr. 500.– zu 

bestrafen. 

4. Mit Ausnahme eines Kostenanteils von Fr. 1'000.– zu Lasten des Ap-

pellanten und Beschuldigten, seien die Verfahrenskosten, einschliess-

lich derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

5. Dem Appellanten und Beschuldigten sei für die erlittene Untersu-

chungs- und Sicherheitshaft eine angemessene Entschädigung und 

Genugtuung aus der Staatskasse zu bezahlen. 

B. Eventualantrag 

1. Eventualiter sei der Appellant und Beschuldigte der Gefährdung des 

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB sowie der Tätlichkeit im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Der Appellant und Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von höchs-

tens 36 Monaten zu bestrafen. 

-   4   - 

3. Die bisher erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 30 Mo-

naten und 4 Tagen bis heute seien anzurechnen. 

Diesfalls sei der Appellant und Beschuldigte, in Anrechnung des übli-

cherweise zu erlassenden Strafdrittels, unmittelbar und mit sofortiger 

Wirkung aus der Sicherheitshaft zu entlassen. 

C. Subeventualantrag 

1. Subeventualiter, sollte das Gericht wider Erwarten den Appellanten und 

Beschuldigten dennoch wegen versuchter Tötung schuldig sprechen, 

so sei er mit einer Freiheitsstrafe von höchstens dreieinhalb Jahr (42 

Monate) zu bestrafen, und zwar seien ihm die bisher durch Untersu-

chungshaft und Sicherheitshaft erstandenen 30 Monate und 4 Tage 

anzurechnen. 

2. Auch diesfalls sei der Appellant und Beschuldigte, in Anrechnung des 

üblicherweise zu erlassenden Strafdrittels, unmittelbar und mit soforti-

ger Wirkung zu entlassen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 135) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 15. Dezember 2011 (DG110015) 

sei grundsätzlich zu bestätigen, mit folgender Ausnahme (Dispositiv Ziff. 2): 

2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren 

unter Anrechnung der erstandenen Haft, sowie mit einer Busse von 

Fr. 2'000.–. 

-   5   - 

Erwägungen: 

I.  Formelles 

 1.  Am 15. Dezember 2011 sprach das Bezirksgericht Horgen, III. Abteilung, 

den Beschuldigten schuldig der versuchten Tötung und der mehrfachen Tätlich-

keit. Es bestrafte ihn mit 9 Jahren Freiheitsstrafe und mit einer Busse von 

Fr. 2'000.–. Überdies ordnete es für den Beschuldigten eine vollzugsbegleitende 

ambulante Massnahme (psychiatrische Therapie) an (HD Urk. 82).  

 Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte am 19. Dezember 2011 Beru-

fung an (HD Urk. 69). Die Berufungserklärung folgte unter dem 22. März 2012 

(HD Urk. 89). Sie wurde auf gerichtliche Aufforderung hin mit Eingabe vom 

9. April 2012 präzisiert und ergänzt (HD Urk. 90 und 92). Demnach verlangt der 

Beschuldigte die Freisprechung vom Vorwurf der versuchten Tötung sowie vom 

Vorwurf der mehrfachen Tätlichkeiten gegenüber der Privatklägerin 2 und die 

Sanktionierung des unangefochtenen Schuldspruchs wegen Tätlichkeiten gegen-

über dem Privatkläger 1 mit einer Busse von Fr. 500.–. Von den Kosten des ge-

samten Verfahrens seien dem Beschuldigten sodann lediglich ein Anteil von 

Fr. 1'000.– aufzuerlegen und der Rest sei auf die Staatskasse zu nehmen. Im 

Eventualantrag wird vom Beschuldigten zusätzlich zur Verurteilung wegen Tät-

lichkeiten ein Schuldspruch wegen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB beantragt; diese Verurteilung sei mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 

höchstens 34 Monaten zu sanktionieren, wobei der unbedingte Strafanteil 20 Mo-

nate betragen solle (HD Urk. 92).  

 Die Staatsanwaltschaft schloss sich mit Eingabe vom 18. April 2012 der Be-

rufung beschränkt auf die Bemessung der Strafe an, stellte jedoch vorerst noch 

keinen konkreten Antrag zum Strafmass (HD Urk. 96). Vor Vorinstanz hatte sie 

eine Freiheitsstrafe von 11 Jahren verlangt (HD Urk. 57). In der Berufungsver-

handlung erneuerte sie diesen Antrag ausdrücklich (HD Urk. 135). Die Verteidi-

gung brachte vor, die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sei zu spät er-

-   6   - 

folgt (HD Urk. 100; HD Urk. 133 S. 4 und Prot. II S. 14). Dieser Einwand ist nicht 

zu hören. Mit Präsidialverfügung vom 12. April 2012 wurde den Privatklägern so-

wie der Anklagebehörde nämlich eine zwanzigtägige Frist ab deren Zustellung 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben (HD Urk. 94). Die Staatsanwalt-

schaft nahm diese Verfügung am 18. April 2012 entgegen (HD Urk. 95/1) und mit 

Eingabe vom selben Datum (Datum des Poststempels: 19. April 2012) erklärte sie 

Anschlussberufung (HD Urk. 96). Die Anschlussberufung erfolgte somit fristge-

recht.  

 Demnach ist das erstinstanzliche Urteil unangefochten geblieben hinsichtlich 

der Verurteilung wegen Tätlichkeiten gegenüber dem Privatkläger 1 (Dispositiv-

Ziffer 1, teilweise) und bezüglich der festgesetzten Entscheidgebühr (Dispositiv-
Ziffer 5). Es ist folglich vorab festzustellen, dass diese Punkte bereits in Rechts-

kraft erwachsen sind. 

 2.1.  Wie bereits vor Vorinstanz stellte der Verteidiger des Beschuldigten an-

lässlich der Berufungserklärung den Beweisantrag, es sei B._____ vor Schranken 

des Gerichts erneut als Zeuge zu befragen (Eingabe vom 22. März 2012, HD 

Urk. 89). Im Rahmen der Präzisierung und Ergänzung der Berufungserklärung 

vom 9. April 2012 hielt der Verteidiger am besagten Beweisantrag fest (HD 

Urk. 92). Mit Präsidialverfügung vom 27. August 2012 wurde der Beweisantrag 

einstweilen abgewiesen (HD Urk. 113). Am 31. August 2012 stellte der Verteidiger 

ein Wiedererwägungsgesuch (HD Urk. 116), erklärte sich in der Folge jedoch be-

reit, dass darüber erst anlässlich der Berufungsverhandlung entschieden werde 

(vgl. HD Urk. 117). Zur Berufungsverhandlung am 22. Januar 2013 erschien der 

Beschuldigte und sein Verteidiger in Begleitung des beantragten Zeugen; der An-

trag auf dessen Anhörung wurde erneuert (vgl. Prot. II S. 14). Das Berufungsge-

richt gab diesem Antrag anlässlich der Berufungsverhandlung statt, weshalb es 

B._____ im Rahmen der Berufungsverhandlung als Zeugen befragte (Prot. II 

S. 14; HD Urk. 132).  

 2.2.  Auch gegen den weiteren Beweisantrag der Verteidigung, die zahlrei-

chen Briefe des Beschuldigten, die an seinen Anwalt gerichtet waren und in de-

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nen er stets seine Unschuld beteuerte, zu den Akten zu nehmen, war nichts ein-

zuwenden. Die gesamte Korrespondenz ist als HD Urk. 93 abgelegt.  

 3.  Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. Januar 2013 beschloss 

das Gericht, das rechtsmedizinische Gutachten ergänzen zu lassen (Prot. II 

S. 30 ff.; HD Urk. 139), weshalb es das Institut für Rechtsmedizin der Universität 

Zürich (IRM) gleichentags beauftragte, ein Ergänzungsgutachten zu erstellen (HD 

Urk. 139 und 140). Das von med. pract. C._____ und Dr. med. D._____ verfasste 

Ergänzungsgutachten vom 22. März 2013 ging am 27. März 2013 hierorts ein (HD 

Urk. 156). Es wurde sodann den Parteien zugestellt und ihnen Frist angesetzt, 

dazu Stellung zu nehmen, und zu erklären, ob auf die Fortsetzung der Berufungs-

verhandlung und eine mündliche Urteilseröffnung verzichtet werde (HD Urk. 158). 

Die Anklagebehörde liess sich innert Frist nicht vernehmen. Die amtliche Verteidi-

gung reichte ihre Stellungnahme am 23. April 2013 ein und erklärte, auf die Fort-

setzung der Berufungsverhandlung und eine mündliche Urteilseröffnung zu ver-

zichten (HD Urk. 164 S. 2). Der vorliegende Prozess erweist sich demnach als 

spruchreif und kann auf schriftlichem Weg abgeschlossen werden.  

II.  Sachverhaltserstellung 

 1.  Erstellung des Würgevorgangs zum Nachteil des Privatklägers 1 

 Der Beschuldigte hat im Verlauf der Untersuchung nach anfänglichem 

Leugnen, überhaupt am Tatort gewesen zu sein, zumindest daran festgehalten, 

dass er den Privatkläger 1 (im Folgenden: Privatkläger) nicht gewürgt und die Pri-

vatklägerin 2 (im Folgenden: Privatklägerin) nicht geschlagen habe. Vor Vor-

instanz blieb er dabei und ergänzte, der Schlag gegen den Privatkläger sei unge-

wollt und im Affekt passiert. Weiter betonte er wie bereits anlässlich der Tatortre-

konstruktion (vgl. HD Urk. 14/2 S. 6), dass sich beim Sessel rechts des Sofas, 

dem Ort, an welchem gemäss Darstellung der Privatkläger, aber auch des Zeu-

gen B._____, die erste Kampf- bzw. Gerangel-Phase stattgefunden haben soll, 

nichts wie in der Anklage Behauptetes abgespielt habe (HD Urk. 54 S. 13).  

-   8   - 

 Im Berufungsverfahren hielt der Beschuldigte an seiner Bestreitung hinsicht-

lich des Würgevorgangs fest (HD Urk. 131 S. 8 ff. und 133); er liess nunmehr je-

doch - wie eingangs erwähnt - den Vorwurf, wonach er dem Privatkläger einen 

Faustschlag gegen die linke Wangenseite verabreicht habe, gelten (vgl. HD 

Urk. 133 S. 19). Demgegenüber bestritt er die Schläge gegen die Privatklägerin 

weiterhin. Zu erstellen ist somit vorerst, was dem Privatkläger in der ersten Phase 

der Auseinandersetzung auf bzw. hinter dem Sessel rechts des Sofas widerfahren 

ist. 

 Die Erwägungen der Vorinstanz zur Erstellung des Tatgeschehens ein-

schliesslich des inkriminierten Würgevorgangs sind ausführlich und sorgfältig 

ausgefallen. Insbesondere die Aussagen der beiden Privatkläger, aber auch - so-

weit bereits vorliegend - des Beschuldigten und von B._____, wurden im Detail 

wiedergegeben und grundsätzlich richtig analysiert, sodass vorab darauf verwie-

sen werden kann (HD Urk. 82 S. 5-35). Dabei ist anzumerken, dass die Aussagen 

der Privatkläger im Zeugenstand entgegen der Auffassung der Verteidigung (HD 

Urk. 133 S. 10 f.) durchaus verwertbar sind, da sie noch unter dem Regime der 

kantonalzürcherischen Strafprozessordnung erfolgt sind, die verlangte, dass Ge-

schädigte als Zeugen zu befragen sind (§ 128 StPO/ZH); zudem behalten Verfah-

renshandlungen, die vor Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung 

durchgeführt worden sind, ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 StPO).  

 Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass die im Kern übereinstimmenden 

Schilderungen der beiden Privatkläger hinsichtlich des gesamten Geschehens am 

Tatort grundsätzlich glaubhaft seien; dies auch deshalb, weil der Ablauf der Er-

eignisse – abgesehen vom eigentlichen Würgevorgang – im Wesentlichen auch 

vom Zeugen B._____ gleich geschildert werde. Was den Würgegriff des Beschul-

digten an den Hals des Privatklägers angeht, der nur von den beiden Privatklä-

gern beschrieben wird, stellte die Vorinstanz darauf ab, dass deren Darstellung 

durch die von mehreren Ärzten festgestellten und auch fotografisch festgehalte-

nen Würgemale am Hals des Privatklägers untermauert würden (Dr. E._____ als 

Zeuge in HD Urk. 13/7, Dr. F._____ in HD Urk. 19/1, die IRM-Ärzte in HD 

Urk. 19/7 und die Fotodokumentation in HD Urk. 15/2). Für die Vorinstanz waren 

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die Aussage von B._____, wonach er nichts von einem Würgevorgang gesehen 

habe, und ebenso diejenige des Beschuldigten, die als wenig stimmig und zum 

Teil schlichtweg lebensfremd erachtet wurde, nicht geeignet, die eindeutige Be-

weislage zu entkräften. An der Erstelltheit des Anklagesachverhalts der ersten 

Kampfphase mit dem inkriminierten Würgevorgang machte die Vorinstanz einzig 

die Einschränkung, dass der Beschuldigte den Privatkläger nicht mit beiden Hän-

den, sondern lediglich mit der rechten Hand am Hals gewürgt habe. 

 Beweisführung und Beweisergebnis der Vorinstanz überzeugen grundsätz-

lich. Insbesondere die Aussagen der Beteiligten und die ärztlichen Feststellungen 

sind korrekt wiedergegeben und richtig beurteilt. Zu berichtigen ist vorweg ledig-

lich der Verschrieb im vorinstanzlichen Urteil auf S. 12: richtigerweise war nicht 

der Beschuldigte, sondern der Privatkläger mit der Privatklägerin gut befreundet 

(vgl. HD Urk. 11/2 S. 3). Die Erwägungen der Vorinstanz bekräftigend sei im Übri-

gen wiederholt, dass der mit Bezug auf falsche Belastungen des Beschuldigten 

unverdächtige Zeuge B._____ das Geschehen in der Wohnung der Privatklägerin 

vom zeitlichen wie örtlichen Ablauf her gleich wie die beiden Privatkläger be-

schrieben hat und insbesondere bestätigte, dass das erste Gerangel der Litigan-

ten beim bzw. hinter dem Sessel rechts vom Sofa stattgefunden hatte, eine 

Streitphase, die vom Beschuldigten weitgehend negiert wird, von den Privatklä-

gern jedoch als diejenige bezeichnet wird, in welcher der Würgevorgang stattge-

funden habe. Die Vorinstanz hat deshalb den von ihr aufgrund der ärztlichen 

Feststellungen und der Fotodokumentation als erstellt erachteten Würgevorgang 

auf diese erste Streitphase beim erwähnten Sessel festgelegt, was überzeugt. 

Auch die sachverhaltliche Einschränkung, wonach der Beschuldigte den Hals des 

Privatklägers wenn schon, dann lediglich mit einer, nämlich der rechten Hand zu-

gedrückt habe, ist angesichts der entsprechenden Aussage der Privatklägerin und 

der am Hals vor allem linksseitig festgestellten Würgemale naheliegend, zumal 

der Beschuldigte dem Privatkläger körperlich weit überlegen war, was einen ein-

händigen Angriff auf den Hals des Opfers als genügend wirkungsvoll erscheinen 

lässt. Diese Sachverhaltsvariante wird im Übrigen auch vom IRM als im Vorder-

grund stehende Möglichkeit angesehen (HD Urk. 156 S. 7).  

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 Demgegenüber beruft sich die Verteidigung unter anderem auf die Aussage 

des Zeugen B._____, der in der Berufungsverhandlung erneut angehört beteuer-

te, keinen Würgevorgang gesehen zu haben; vielmehr habe der Beschuldigte den 

Privatkläger (und vice versa) in den Schwitzkasten genommen (HD Urk. 132 S. 4; 

HD Urk. S. 25 ff.). Bekanntlich veranlassten die Beteuerungen des Zeugen 

B._____ das Berufungsgericht zur Einholung eines Ergänzungsgutachtens von 

Seiten des IRM zur Frage, ob das Verletzungsbild des Privatklägers nicht auch 

durch einen "Schwitzkasten" verursacht worden sein könnte. Die Antwort des IRM 

fiel – wie bereits erwähnt – relativ klar aus: Aufgrund des Verletzungsbildes des 

Privatklägers stehe ein Würgegriff, am ehesten durch die rechte Hand, "weit im 

Vordergrund" (HD Urk. 156 S. 6). Es finde sich am Kehlkopf zwar ein unterblute-

tes Gebiet, das für sich genommen durchaus auch mit einem Schwitzkasten ver-

einbar wäre. Die anderen Blutungsbefunde und Hautunterblutungen seien jedoch 

aus rechtsmedizinischer Sicht typisch für eine kleinflächigere und direkt auf die 

Haut einwirkende Gewalt. Dies zu bewirken sei eine Hand mit Fingern eher in der 

Lage als ein relativ gerader Arm (a.a.O.). Immerhin schliesst das IRM-Gutachten 

einen "Schwitzkasten" als Verletzungsursache nicht ausdrücklich aus, weshalb für 

sich allein betrachtet noch kein schlüssiger Beweis vorläge. Es lauten aber auch 

die Aussagen beider Privatkläger dahingehend, dass der Privatkläger in der ers-

ten Kampfphase vom Beschuldigten gewürgt worden sei, was die Feststellung 

des IRM zusätzlich stützt. Dass ein Würgegriff gegenüber einem Gegner für den 

Beschuldigten nicht gerade persönlichkeitsfremd ist, geht im Übrigen aus seinen 

Vorakten hervor (vgl. Urteil des Landgerichts Hamburg vom 4. Dezember 2003, 

HD Urk. 27/10/3 S. 17 Mitte).  

 Der Privatkläger sprach zwar – anders als die Privatklägerin – davon, dass 

er vom Beschuldigten mit beiden Händen, und nicht nur mit einer, gewürgt wor-

den sei. Dies tut der Glaubhaftigkeit der im Kern einen Würgevorgang beschrei-

benden Aussagen beider Privatkläger jedoch keinen Abbruch, kann ein Gewürg-

ter doch selber in aller Regel nicht genau sehen, in welcher Weise er gewürgt 

wird, und kann ein kräftiger einhändiger Zugriff durch einen körperlich überlege-

nen Angreifer beim Opfer durchaus den Eindruck eines zweihändigen Angriffs 

hinterlassen. 

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 Die Aussage des Zeugen B._____, er habe keinen Würgevorgang, auch 

nicht mit einer Hand, gesehen, die Litiganten hätten sich nur gegenseitig in den 

Schwitzkasten genommen (HD Urk. 132 S. 4), erweist sich im Übrigen in zweifa-

cher Hinsicht als nicht geeignet, die Beweislage entscheidend zu verändern. Zum 

einen sind die Aussagen von B._____ generell mit grosser Vorsicht zu würdigen, 

ist er doch ein guter Freund und "Kumpel" des Beschuldigten, dem es ein persön-

liches Anliegen zu sein scheint, seinen Kumpel zu entlasten (vgl. HD Urk. 13/6 

S. 11 und Zuschrift in HD Urk. 122). Zum anderen steht die am Ende des Verfah-

rens vom Zeugen vorgetragene kategorische Bestreitung des Würgevorgangs im 

Widerspruch zu seinen anfänglichen Aussagen, wonach ihn das Geschehen nicht 

besonders interessiert habe, und er es (auch auf der rechten Seite des Sofas; vgl. 

HD Urk. 13/6 S. 5 oben) nicht ganz genau bzw. nicht so ganz mitbekommen bzw. 

nur aus den Augenwinkeln mitverfolgt habe (HD Urk. 13/5 S. 4 und 13/6 S. 3-6, 

14/5 S. 4). Dies heisst, dass der Zeuge B._____ nur bestätigen kann, dass er ein 

Würgen selber nicht gesehen hat; es bedeutet aber nicht, dass ihm ein kurzzeiti-

ger Griff des Beschuldigten an den Hals des Privatklägers nicht entgangen sein 

könnte, zumal er einiges nur aus den Augenwinkeln gesehen hat. Damit aber 

vermag seine Aussage die kombinierte Beweiskraft der Aussagen der Privatklä-

ger und des Ergänzungsgutachtens, das sich auf das Verletzungsbild am Hals 

des Opfers abstützt, nicht zu schmälern. Vielmehr verbleiben aufgrund der Be-

weislage keine ernstlichen Zweifel daran, dass es zu dem inkriminierten (einhän-

digen) Würgevorgang gekommen ist. In dieser Hinsicht muss der Anklagesach-

verhalt somit als erstellt betrachtet werden.  

 Immerhin drängt sich aus Sicht der Berufungskammer hinsichtlich der ersten 

Kampfphase eine weitere Relativierung des Anklagesachverhalts auf: Es betrifft 

dies die unmittelbare körperliche Reaktion des Privatklägers auf den Würgegriff 

an seinem Hals. Diesbezüglich nahm die Vorinstanz an, dass der Privatkläger da-

bei das Bewusstsein verloren habe. Sie stützte sich dafür einzig auf die Aussagen 

des Privatklägers selber. Diesbezüglich fällt jedoch auf, dass dessen Aussagen 

die Tendenz aufweisen, die Vorgänge zu seinen eigenen Gunsten zu beschöni-

gen: So sieht er im eigenen Verhalten keinerlei Provokation; er will, obwohl er 

dem Beschuldigten nachgewiesenermassen recht frech entgegengetreten ist, an-

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geblich die Welt nicht mehr verstanden haben, als dieser auf ihn losgegangen ist 

(vgl. HD Urk. 11/1 S. 2 oben). Und er will "keine Ahnung" gehabt haben, weshalb 

er vom Beschuldigte angegriffen worden ist (a.a.O. S. 3). Überdies will er den Be-

schuldigten während des Gewürgtwerdens noch gefragt haben, ob er ihm "eins in 

die Eier hauen" solle (HD Urk. 11/2 S. 10 f., 14/3 S. 2), was eine weitere Provoka-

tion darstellte. Weiter fällt auf, dass der Privatkläger, so seine Aussage in der po-

lizeilichen Einvernahme, festgestellt haben will, wie ihm die Privatklägerin zu Hilfe 

geeilt ist und wie sie, als sie die Hand des Beschuldigten von seinem Hals hatte 

wegziehen können, vom Beschuldigten eine "geknallt" erhalten hat, so dass sie 

"durch die Wohnung" bzw. "ins Gestell" geflogen ist (HD Urk. 11/1 S. 2, 11/2 S. 4, 

14/3 S. 3). Diese Beobachtungen des Privatklägers wollen nicht zu seiner weite-

ren Aussage passen, wonach er gerade in der Phase des Griffs an seinen Hals 

"nichts mehr" gespürt haben, ja abgetaucht und ohnmächtig gewesen sei (HD 

Urk. 11/1 S. 2). Der Privatkläger legte Wert darauf, dass er dabei "ziemlich" ohn-

mächtig gewesen sei (a.a.O. S. 3), und er verwies von sich aus darauf, dass der 

Bewusstseinsverlust beim zweiten Mal (gemeint: in der späteren Kampfphase, 

links des Sofas), als er "wieder ins Koma" gefallen sei (a.a.O. S. 2), "sicher eine 

halbe Minute" gedauert habe (a.a.O. S. 3). Auch wenn der Privatkläger diese 

Aussagen in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, offenbar auf den Wider-

spruch zwischen gemachten Beobachtungen und behaupteter Bewusstlosigkeit 

aufmerksam geworden, zum Teil widerrief (HD Urk. 11/2, insbes. S. 4 f., 8 f.), so 

erweist sich seine Aussage in der ersten Befragung zwei Tage nach dem Vorfall 

hinsichtlich des behaupteten ersten Bewusstseinsverlusts nicht nur inhaltlich, 

sondern zum Teil auch von der Wortwahl her ("ziemlich") als wenig überzeugend. 

Die auffällige Anlehnung an den zweiten, nach Darlegung des Beschuldigten gra-

vierenderen Vorfall von behaupteter Bewusstseinsstörung gibt ebenfalls zu Den-

ken. Es kommt hinzu, dass sich ein eigentliches "Abtauchen" schlecht damit ver-

trägt, dass der Privatkläger die nur wenige Sekunden auseinanderliegenden Vor-

gänge rund um den Würgevorgang wahrgenommen haben will und während des 

kurzzeitigen Würgens sogar noch einen zynischen Spruch abzusetzen in der La-

ge war. 

-   13   - 

 Entscheidend ist aber, dass die den Vorgang beobachtende Privatklägerin 

nichts davon zu berichten wusste, dass der Privatkläger bereits in der Phase, als 

an seine Gurgel gegriffen wurde, das Bewusstsein verloren hätte. Sie präzisierte 

vielmehr, dass sie es mit der Panik zu tun bekommen habe, als sie gemerkt habe, 

dass der Privatkläger langsam wegtreten würde. Sie sei rasch dazwischen ge-

gangen. Und sie fügte an, dass, falls der Beschuldigte weiter zugedrückt hätte, 

"dann wäre G._____ bewusstlos geworden" (HD Urk. 12/2 S. 6 oben). Diese Aus-

sage der Privatklägerin ist klar und sie wird indirekt selbst vom Privatkläger wie-

dergegeben, indem er erklärte, dass die Privatklägerin ihm gesagt habe, dass er 

beim Würgevorgang "langsam die Augen komisch verdreht" habe und sie, weil sie 

der Meinung gewesen sei, es werde gefährlich, eingegriffen habe (vgl. HD 

Urk. 11/2 S. 5). Die Aussage der Privatklägerin lässt angesichts der weit weniger 

verlässlichen Darstellung des Privatklägers ernstliche Zweifel daran aufkommen, 

ob dieser tatsächlich in dieser ersten Kampfphase das Bewusstsein verloren hat. 

Diese Zweifel legen nahe, zugunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass 

das Einschreiten der Privatklägerin einen Bewusstseinsverlust seitens des Privat-

klägers gerade noch rechtzeitig hat verhindern können. Nur so erscheint es plau-

sibel, dass der Privatkläger den auf die Befreiung seines Halses direkt folgenden 

Faustschlag des Beschuldigten gegen die intervenierende Privatklägerin und de-

ren "Wegfliegen" zu realisieren vermochte (vgl. HD Urk. 14/3 S. 3).  

 Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Situation bezüg-

lich der späteren Kampfphase, die auf der anderen Seite des Wohnzimmers statt-

fand, allenfalls anders zu beurteilen wäre. Der Privatkläger erhielt vom Beschul-

digten in dieser zweiten Phase einen Faustschlag gegen den Kopf, so dass er 

nicht nur umfiel, sondern kopfvoran auch noch gegen den Türrahmen prallte (HD 

Urk. 11/2 S. 5, 14/3 S. 3; vgl. auch HD Urk. 12/2 S. 6). Dadurch zog er sich nebst 

einem Hämatom einen unschönen Schwartenriss an der Schädeldecke zu (vgl. 

Foto in HD Urk. 15/2 S. 19 und 20), und er lag anschliessend am Boden. Dass er 

in diesem Fall das Bewusstsein verloren hat, wie er aussagte, erscheint ange-

sichts der doppelten Einwirkung auf den Kopf durchaus denkbar. Jedenfalls dürfte 

diese zweite Kampfphase für den Privatkläger die Dramatik der gesamten Situati-

on und seine Wut gegen den Beschuldigten zusätzlich gesteigert haben.  

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 Was sodann das Wissen des Beschuldigten über die Herzprobleme des Pri-

vatklägers angeht, so ist dies erstellt, hat Ersterer sein entsprechendes Wissen 

doch wiederholt selber eingeräumt (vgl. HD Urk. 10/3 S. 9, 10/5 S. 4, 10/6 S. 9 

und 54 S. 15, 131 S. 10). 

 Im Ergebnis ist der Anklagesachverhalt hinsichtlich des Würgevorgangs - 

abgesehen von den beiden Einschränkungen - als rechtsgenügend erstellt zu be-

trachten.  

 2.  Schläge gegen die Privatklägerin 

 Im Berufungsverfahren hielt der Beschuldigte an seiner Bestreitung fest, 

wonach er die Privatklägerin nicht geschlagen habe; er schlage keine Frau (HD 

Urk. 131 S. 14 f., 133 S. 8 f.). Dem stehen die Aussagen sowohl des Privatklägers 

als auch der Privatklägerin entgegen, die beide die zwei Schläge gegen Letztere 

wiederholt und lebensnah beschrieben haben (HD Urk. 11/1 S. 2, 11/2 S. 4 f., 

14/3, 12/1 S. 1 f., 12/2 S. 5 und 14/4 S. 2). Beiden Schlägen ging denn auch ein 

Einwirken der Privatklägerin auf den Beschuldigten voraus, das dieser abzuweh-

ren hatte. Im Ergebnis können die Schläge gegen die Privatklägerin, wie sie in der 

Anklage beschrieben sind, als rechtsgenügend erstellt gelten.  

III.  Rechtliche Würdigung 

 1.  Versuchte Tötung zum Nachteil des Privatklägers 

 Anklagebehörde und Vorinstanz haben den Würgegriff des Beschuldigten an 

den Hals des Privatklägers als versuchte Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

i.V.m. Art. 22 StGB qualifiziert. Die Verteidigung will für diesen Vorgang im Even-

tualstandpunkt den Tatbestand der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB angewendet sehen. Mit Bezug auf beide Tatbestände ist vorweg zu wieder-

holen, dass der Beschuldigte zugegebenermassen um die schwere Herzkrankheit 

des Privatklägers wusste. Dessen ungeachtet hat er ihn in der inkriminierten Wei-

se angegriffen. Dass dadurch für das Opfer eine unmittelbare Lebensgefahr ent-

stand, ist gutachterlich erstellt (vgl. HD Urk. 17/9). Des Weiteren ist offensichtlich, 

-   15   - 

dass beim Würgen einer Person die Todesfolge im allgemein bekannten Rahmen 

des Kausalverlaufs liegt. Dies muss auch dem Beschuldigten bewusst gewesen 

sein und er hat folglich mit seinem Tun die Verwirklichung dieses Erfolgs für mög-

lich gehalten. 

 Vom dolus eventualis auf Tötung unterscheidet sich der Gefährdungsvorsatz 

dadurch, dass der Täter darauf vertraut, der Tod des Opfers werde nicht eintre-

ten. Dies setzt voraus, dass er annimmt, die drohende Gefahr könne durch sein 

eigenes Verhalten oder durch eine Reaktion der gefährdeten Person abgewendet 

werden. Je mehr die Vermeidung der Todesfolge dem Zufall überlassen bleibt, 

desto eher ist eventualvorsätzliche Tötung oder der Versuch dazu anzunehmen 

(BSK Strafrecht II-Aebersold, Art. 129 N 28). Im vorliegenden Fall war die Beein-

flussung der Todesfolge nicht nur wegen des als erstellt geltenden kraftvoll aus-

geführten Würgevorgangs, sondern zusätzlich wegen des Herzleidens des Opfers 

praktisch unmöglich. Aufgrund des augenfällig enormen Kräftegefälles zwischen 

dem Beschuldigten und dem Privatkläger und aufgrund von Erfahrungen, die der 

Beschuldigte schon früher beim Verprügeln (und auch Würgen) von Gegnern ge-

macht hatte – zu denken ist an die Geschehnisse vom 12./13. April 2003 in Ham-

burg, die u.a. am 4. Dezember 2003 zur Verurteilung des Beschuldigten zu 4 Jah-

ren Freiheitsstrafe geführt haben (vgl. Urteil in HD Urk. 27/10/3, insbes. S. 12-17) 

–, musste ihm überdies bewusst sein, dass seine enorme Körperkraft, wenn ein-

gesetzt, die Tendenz hatte, exzessiv zu wirken. Aus beiden Gründen durfte der 

Beschuldigte nicht darauf vertrauen, dass sein Angriff nicht tödlich, sondern 

glimpflich verlaufen würde. Es ist deshalb mit der Vorinstanz davon auszugehen, 

dass er die Tötung des Opfers zwar nicht angestrebt hat, jedoch ernstlich in 

Rechnung stellte und damit billigend in Kauf genommen hat.  

 Die Vorinstanz hat zudem richtig erkannt (HD Urk. 82 S. 36), dass keine 

Veranlassung besteht, diesen Versuch der Tötung unter den qualifizierten oder 

privilegierten Tatbestand, Mord oder Totschlag, zu subsumieren. Es bleibt somit 

beim Grundtatbestand. 

 Anders als die Vorinstanz es noch tat, ist im Übrigen – wie dargelegt – nicht 

davon auszugehen, dass der Privatkläger beim Gewürgtwerden bereits das Be-

-   16   - 

wusstsein verloren hat. Vielmehr ist anzunehmen, dass die Privatklägerin, welche 

rasch eingriff, dies gerade noch verhindern konnte. Zwar ist nicht klar, ob sie stark 

genug war, die Hand des Beschuldigten mit rein physischer Kraft wegzureissen, 

ihre Intervention bewirkte jedoch zumindest, dass der Beschuldigte seine Hand 

vom Hals des Privatklägers löste, um damit der Privatklägerin einen Faustschlag 

auszuteilen. Unter diesen Umständen kann nicht mehr von einem vollendeten 

Versuch der Tötung gesprochen werden, sondern es ist der Vorgang als Versuch 

zu betrachten, bei dem der Täter noch nicht alles getan hat, was nach seiner Vor-

stellung zur Herbeiführung des Todeseintritts erforderlich war; er ist von seinem 

Tun, das nicht abgeschlossen war, durch eine äussere Intervention abgebracht 

worden.  

 Im Ergebnis ist der Beschuldigte des eventualvorsätzlich begangenen un-

vollendeten Tötungsversuchs im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

 2.  Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatklägerin 

 Die Privatklägerin hat durch die Schläge des Beschuldigten verschiedene 

Prellmarken im Gesicht erlitten. Dass diese Beeinträchtigungen nicht die Intensität 

einer einfachen Körperverletzung erreichen, hat schon die Vorinstanz festgehal-

ten. Die Qualifikation als Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB ist nicht 

fraglich.  

IV.  Strafe 

 1.  Die Vorinstanz ist bei der Bemessung der Freiheitsstrafe vom Strafrah-

men für vorsätzliche Tötung, mithin 5 bis 20 Jahre, ausgegangen und hat mit Be-

zug auf den Umstand, dass vorliegend lediglich ein Versuch vorliegt, ausgeführt, 

dass dieser sich "nicht erheblich zu Gunsten des Beschuldigten" auswirke (HD 

Urk. 82 S. 42 und 44). Davon ausgehend, dass das subjektive Verschulden etwas 

leichter als das objektive zu gewichten war, hielt die Vorinstanz eine Einsatzstrafe 

aufgrund der Tatkomponente "im unteren Drittel des Strafrahmens (fünf bis zehn 

-   17   - 

Jahre)" für angemessen und setzte sie auf acht bis zehn Jahre fest (a.a.O. S. 45). 

Unter Berücksichtigung auch der Täterkomponente sprach sie letztlich eine Frei-

heitsstrafe von neun Jahren aus (a.a.O. S. 48).  

 Die Verteidigung brachte subeventualiter – im Falle der Verurteilung wegen 

versuchter Tötung – zusammengefasst vor, es solle eine Freiheitsstrafe von 

höchstens 42 Monaten ausgesprochen werden; die vorinstanzliche Strafzumes-

sung sei gründlich zu überdenken. Wenn man die Versuchsvariante genau durch-

denke, sei dieser Versuch gar nicht vollständig zu Ende geführt worden, denn die 

Privatklägerin habe den Beschuldigten kraft ihrer beiden Hände vom Hals des 

Privatklägers losgerissen. Damit sei der Vorgang der versuchten Tötung in seiner 

Anfangsphase unterbrochen worden. Der Tötungsversuch sei nicht beendet ge-

wesen. Die Einsatzstrafe sei viel zu hoch angesetzt. Die Vorinstanz gewichte das 

Gesamtverschulden des Beschuldigten als nicht mehr leicht, taxiere es aber doch 

nicht als schweres Verschulden, und siedle deshalb selber die Einsatzstrafe im 

unteren Drittel des zur Verfügung stehenden Strafrahmens (5-10 Jahre) an, wel-

che sie jedoch auf enorm hohe hypothetische 8-10 Jahre erhöhe. Die Vorinstanz 

unterlasse dabei die Überlegung, dass der Strafrahmen nach unten offen stehe. 

Es lasse sich somit mit Fug argumentieren, dass die Einsatzstrafe im unteren 

Rand vom unteren Drittel anzusiedeln sei, das heisse bei vier Jahren. Ziehe man 

den Umstand des unvollendeten Versuchs in Betracht, gewichte man auch die 

Provokation, die schwere Beleidigung und die leicht verminderte Schuldfähigkeit 

etwas stärker und berücksichtige man die Realkonkurrenz mit der Tätlichkeit so-

wie sein Palmarès an Vorstrafen leicht straferhöhend, so sei eine Bestrafung von 

nicht mehr als 3 ½ Jahren angemessen (HD Urk. 133 S. 42 ff.).  

 Die Staatsanwaltschaft führte zum Strafmass aus, das kriminelle Vorleben 

des Beschuldigten sei zu wenig berücksichtigt worden. Gerade die letzten zwei 

Vorstrafen, insbesondere diejenige vom 4. Dezember 2003, seien nicht nur erheb-

lich, sondern stark straferhöhend zu berücksichtigen. Wer das Urteil vom 

4. Dezember 2003 lese, erschrecke über das brutale Vorgehen des Beschuldig-

ten, dessen Motiv damals niedere Rache gewesen sei, wobei es auch damals 

zum Nachteil eines Geschädigten zu einem Würgen gekommen sei. Ausgangs-

-   18   - 

gemäss erscheine eine Freiheitsstrafe von elf Jahren als angemessen und nicht 

als massiv zu hoch (Urk. 135 S. 2).  

 2.  Die Vorinstanz hat den Strafrahmen bezüglich Freiheitsstrafe und Busse 

korrekt abgesteckt. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab auf 

die diesbezüglichen Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(HD Urk. 82 S. 42 f.). Zu ergänzen ist, dass die tat- und täterangemessene Strafe 

grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) anzu-

wendenden Strafbestimmung festzusetzen ist (SCHWARZENEGGER/HUG/JOSITSCH, 

Strafrecht II, 8. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2007, S. 74). Dieser Rahmen ist vom Ge-

setzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Um-

ständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auf-

fassung wird der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilde-

rungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen 

Rahmens die Strafe nach den üblichen Zumessungskriterien festzusetzen wäre 

(Urteil 6S.73/2006 vom 5. Februar 2007 E. 3.2). Zwar ist auch in der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung darauf hingewiesen worden, das Gesetz sehe eine 

Strafrahmenerweiterung vor (vgl. BGE 116 IV 300 E. 2a S. 302). Damit sollte aber 

nur ausgedrückt werden, dass der Richter infolge eines Strafschärfungs- bzw. 

Strafmilderungsgrundes nicht mehr in jedem Fall an die Grenze des ordentlichen 

Strafrahmens gebunden ist. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn 

aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedroh-

te Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (SCHWARZENEGGER/ 

HUG/JOSITSCH, a.a.O.). Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Straf-

rahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren 

zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativie-

ren, so dass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Rahmens dem Rechtsempfin-

den widerspräche. Dabei hat der Richter zu entscheiden, in welchem Umfang er 

den unteren Rahmen wegen der besonderen Umstände erweitern will. Der vom 

Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Regel, für eine 

einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt den Richter na-

mentlich in die Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu berück-

sichtigen. Eine verminderte Schuldfähigkeit allein führt deshalb grundsätzlich nicht 

-   19   - 

dazu, den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten. Dazu bedarf es weiterer 

ins Gewicht fallender Umstände, die das Verschulden als besonders leicht er-

scheinen lassen (zum Ganzen: BGE 136 IV 55 Erw. 5.8.). 

3.  Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe 

nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzu-

messung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Ge-

fährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. 

Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des 

deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-

sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters. 

 Die objektive Tatschwere würde bei vollendeter Tat eine Einsatzstrafe von 

ca. 12 Jahren gebieten. Das Vorgehen des Beschuldigten offenbart in einer Ge-

samtbetrachtung nämlich ein erhebliches Gewalt- und Aggressionspotential. Er 

übte einen brutalen und schmerzhaften Tatversuch aus, der allerdings nur sehr 

kurz dauerte. Selbst drei Tage nach der Tat wies der Privatkläger deutlich erkenn- 

und sichtbare Würgemale bzw. Hämatome auf (HD Urk. 15/1 S. 1 f.; HD Urk. 15/2 

S. 6 und S. 8 f.), die auf ein grobes, brutales Vorgehen hindeuten. Verschuldens-

erschwerend ist ferner zu veranschlagen, dass dem Angriff des Beschuldigten 

zwar eine verbale Auseinandersetzung voranging, die massive Attacke auf seine 

Person konnte der Privatkläger aber dennoch nicht vorhersehen, weshalb er ent-

sprechend wehr- und chancenlos war. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte dem 

Privatkläger in körperlicher Hinsicht weitaus überlegen war. Verschuldensmin-

dernd und zu Gunsten des Beschuldigten wirkt einerseits, dass es sich um eine 

spontane, nicht von langer Hand geplante Tat handelte, und andererseits, dass 

-   20   - 

der Privatkläger gemäss Einschätzung seines Hausarztes kaum körperliche Fol-

gen davon tragen wird (HD Urk. 19/5). Das objektive Tatverschulden ist demge-

mäss, ohne Berücksichtigung des Versuchs, als mittelschwer einzustufen.  

 Was die subjektive Tatschwere betrifft, so ist festzuhalten, dass der Be-

schuldigte lediglich eventualvorsätzlich gehandelt hat. Dies führt zu einer Reduk-

tion der Strafe um etwa einen Viertel. Verschuldensmindernd in gleichem Aus-

mass wirkt die beim Beschuldigten festgestellte leichtgradig verminderte Schuld-

fähigkeit gemäss Gutachten von Dr. med. H._____ und med. pract. I._____ (HD 

Urk. 27/11/8 S. 45). Ebenfalls zu Gunsten des Beschuldigten im Umfang von rund 

sechs Monaten zu veranschlagen ist, dass seinem Angriff Provokationen seitens 

des Privatklägers vorangegangen sind. Gesamthaft betrachtet vermag das sub-

jektive Tatverschulden das objektive demnach erheblich zu relativieren. 

 Das Gesamtverschulden wiegt demzufolge nicht mehr leicht, weshalb sich 

eine (hypothetische) Einsatzstrafe von rund 6 ¼ bis 6 ½ Jahren Freiheitsstrafe als 

angemessen erweist.  

 Dass die Tat nicht zur Vollendung gelangte, sondern es beim Versuch – und 

zwar bei einem unvollendeten, nicht vollendeten Versuch – blieb, ist mit einer Re-

duktion der Einsatzstrafe um ungefähr einen weiteren Drittel zu veranschlagen. 

Die Vorgehensweise der Vorinstanz (vgl. HD Urk. 82 S. 44 f.) nimmt darauf, dass 

vorliegend der Taterfolg ausgeblieben ist, zu wenig Rücksicht. Lehre und Recht-

sprechung verlangen, dass der Versuch einer Tat stets zu einer milderen Strafe 

als bei einem vollendeten Delikt führen müsse; ein Versuch wiege ja prinzipiell 

weniger schwer. Dieser Auffassung ist zu folgen. Aus diesem Grund erweist sich 

die von der Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe von acht bis zehn Jahren als von 

vornherein übersetzt. Angemessen erscheint – unter Berücksichtigung des Vor-

liegens gleich mehrerer Strafmilderungsgründe – eine Einsatzstrafe für die Tat-

komponente von 4 ½ bis 5 Jahren Freiheitsstrafe. 

 4.  Was die Täterkomponente bei der Strafzumessung angeht, so hat die 

Vorinstanz die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten und sein Vorleben 

zutreffend wiedergegeben (vgl. HD Urk. 82 S. 45 f.). In der Berufungsverhandlung 

-   21   - 

ergab sich ergänzend, dass der Beschuldigte von einem Gericht in Hamburg von 

seiner dritten Ehefrau geschieden wurde (HD Urk. 131 S. 4). Zudem erklärte er, er 

habe Schulden beim Betreibungsamt in der Höhe von Fr. 20'000.– (a.a.O. S. 5). 

Es geht allerdings nicht an, festzustellen, dass dem Beschuldigten die zahlreichen 

"mehr als zehn Jahre zurückliegenden Vorstrafen nicht mehr entgegengehalten" 

würden und gleichzeitig und speziell – wie es die Vorinstanz, wenn auch unter 

dem Titel Vorleben, getan hat (HD Urk. 82 S. 46) – die "lang andauernde kriminel-

le Aktivität" des Beschuldigen "gewichtig" in die Waagschale zu werfen. Strafer-

höhend haben sich vielmehr einzig die drei neueren Vorstrafen des Beschuldigten 

aus Deutschland auszuwirken. Dabei handelt es sich um folgende Verurteilungen 

(vgl. HD Urk. 27/5):  

− 1. April 2003: Amtsgericht Hamburg-Harburg, vorsätzliche Trunkenheit im 

Verkehr in Tateinheit mit Führen eines Kraftfahrzeugs ohne Fahrerlaubnis,  

4 Monate Freiheitsstrafe, Bewährungszeit 2 Jahre, später widerrufen; 

− 4. Dezember 2003: Landgericht Hamburg, schwerer Raub in Tateinheit mit 

gefährlicher Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung sowie Körper-

verletzung, 4 Jahre Freiheitsstrafe; 

− 3. August 2004: Amtsgericht Hamburg, vorsätzliche Körperverletzung, 

10 Monate Freiheitsstrafe.  

 Von diesen Vorstrafen wirken sich – wie die Vorinstanz richtig festgehalten 

hat – insbesondere die beiden, welche Gewaltanwendung gegen andere Men-

schen betrafen, ganz erheblich straferhöhend aus. Die entsprechende Straferhö-

hung hat im Umfang von rund einem bis 1 ½ Jahren auszufallen.  

Andere Strafzumessungsfaktoren sind nicht auszumachen, zumal der Be-

schuldigte weder geständig ist, noch etwa Reue gezeigt hat. Zusammengefasst 

ist die Freiheitsstrafe für den eventualvorsätzlichen Tötungsversuch auf 6 Jahre 

festzulegen. Daran ist die bis heute erlittene Haft von 1'008 Tagen anzurechnen 

(Art. 51 StGB).  

-   22   - 

 Was die Ahndung der Tätlichkeiten betrifft, kann auf die zutreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz verwiesen werden (HD Urk. 82 S. 48). Dem diesbezügli-

chen Verschulden und den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten wird die 

auf Fr. 2'000.– bemessene Busse, entsprechend einer Ersatzfreiheitsstrafe von 

20 Tagen, durchaus gerecht.  

V.  Massnahme 

 Die Vorinstanz hat für den Beschuldigten eine psychiatrische Therapie im 

Sinne einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme im Sinne von Art. 63 

Abs. 1 StGB angeordnet. Der Beschuldigte hatte dies vor Vorinstanz zwar nicht 

befürwortet, gegen die Massnahme im Berufungsverfahren jedoch keine Einwän-

de erhoben bzw. lediglich die Frage aufgeworfen, wieso er als Unschuldiger eine 

Therapie machen solle (HD Urk. 131 S. 6). Dennoch hat die angeordnete Mass-

nahme als mitangefochten zu gelten, da sie an die angefochtene Verurteilung 

wegen Tötungsversuchs anknüpft. 

 Die Vorinstanz stützte sich für ihren Entscheid massgeblich auf das psychi-

atrische Gutachten der Ärzte Dr. med. H._____ und med. pract. I._____ vom 

1. Juni 2011 (HD Urk. 27/11/8) und berücksichtigte ebenso ein aus dem Jahre 

2007 stammendes psychologisches Gutachten von Dipl.-Psych. J._____ (HD 

Urk. 27/10/16, 1. Bündel, S. 85-100).  

 Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass auf dieser Basis eine vollzugsbeglei-

tende ambulante psychiatrische Behandlung indiziert erscheint, wobei der Fokus 

der Behandlung auf die problematischen Persönlichkeitsbereiche des Beschuldig-

ten (erhöhte Kränkbarkeit, Gewaltbereitschaft im Zusammenhang mit einer ver-

minderten Impulskontrolle) zu legen ist und auch sein Alkoholkonsum miteinbezo-

gen werden muss (HD Urk. 82 S. 49-51).  

 Die Anordnung der Massnahme durch die Vorinstanz ist deshalb zu bestäti-

gen.  

-   23   - 

VI.  Kostenfolge 

 Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenregelung (Dispositiv-Ziffer 6) 

zu bestätigen. Der Beschuldigte dringt mit seiner Berufung im Schuldpunkt nicht 

durch. Allerdings erwirkt er eine erhebliche Reduktion der Strafe (Reduktion von 

drei Jahren), weshalb ihm lediglich zwei Drittel der Kosten des zweitinstanzlichen 

Verfahrens aufzuerlegen sind. Die übrigen Kosten und die Kosten der amtlichen 

Verteidigung im Berufungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen (unter 

Vorbehalt der Nachforderung der Verteidigungskosten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. Abtei-

lung, vom 15. Dezember 2011 hinsichtlich Dispositiv-Ziffern 1 teilweise 

(Schuldspruch wegen Tätlichkeiten zum Nachteil des Privatklägers 1) und 5 

(Entscheidgebühr) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

− der mehrfachen Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatklägerin 2 im Sin-

ne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 1'008 Ta-

ge durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.–. 

-   24   - 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen. 

4. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme (psychiatrische 

Therapie) im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet. 

5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Fr. 589.15   Gutachten 

Fr. 100.00   Zeugenentschädigung  

 
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu zwei 

Dritteln auferlegt. Die übrigen Kosten und die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung im Berufungsverfahren werden auf die Gerichtskasse genommen; eine 

Nachforderung der Verteidigungskosten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt 

vorbehalten. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten (versandt) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (überbracht) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  (überbracht) 
− das Gefängnis K._____ (überbracht) 
− den Privatkläger 1 (versandt) 
− die Privatklägerin 2 (versandt) 

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

-   25   - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die L._____ AG, … [Adresse] (Dossier-Nr. 22.10.3318-hn) 
− das Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, ad UE120137 

(zusammen mit den Untersuchungsakten B-2/2010/753) 

9. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   26   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 8. Mai 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Maurer 
 

 

	Urteil vom 8. Mai 2013
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	- der versuchten Tötung i.S.v. Art. 111 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB
	- der mehrfachen Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 499 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2000.–.
	3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.
	4. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme (psychiatrische Therapie) im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.–. Über die weiteren Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über di...
	Berufungsanträge:
	1. Der Appellant und Beschuldigte, A._____, sei vom Vorwurf der versuchten Tötung freizusprechen.
	2. Der Appellant und Beschuldigte sei der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
	3. Der Appellant und Beschuldigte sei mit einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen.
	4. Mit Ausnahme eines Kostenanteils von Fr. 1'000.– zu Lasten des Appellanten und Beschuldigten, seien die Verfahrenskosten, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Staatskasse zu nehmen.
	5. Dem Appellanten und Beschuldigten sei für die erlittene Untersuchungs- und Sicherheitshaft eine angemessene Entschädigung und Genugtuung aus der Staatskasse zu bezahlen.
	B. Eventualantrag
	1. Eventualiter sei der Appellant und Beschuldigte der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB sowie der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
	2. Der Appellant und Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von höchstens 36 Monaten zu bestrafen.
	3. Die bisher erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 30 Monaten und 4 Tagen bis heute seien anzurechnen. Diesfalls sei der Appellant und Beschuldigte, in Anrechnung des üblicherweise zu erlassenden Strafdrittels, unmittelbar und mit soforti...
	C. Subeventualantrag
	1. Subeventualiter, sollte das Gericht wider Erwarten den Appellanten und Beschuldigten dennoch wegen versuchter Tötung schuldig sprechen, so sei er mit einer Freiheitsstrafe von höchstens dreieinhalb Jahr (42 Monate) zu bestrafen, und zwar seien ihm ...
	2. Auch diesfalls sei der Appellant und Beschuldigte, in Anrechnung des üblicherweise zu erlassenden Strafdrittels, unmittelbar und mit sofortiger Wirkung zu entlassen.
	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 15. Dezember 2011 (DG110015) sei grundsätzlich zu bestätigen, mit folgender Ausnahme (Dispositiv Ziff. 2):
	2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren unter Anrechnung der erstandenen Haft, sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.–.
	Erwägungen:
	I.  Formelles
	II.  Sachverhaltserstellung
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Strafe
	V.  Massnahme
	VI.  Kostenfolge
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. Abteilung, vom 15. Dezember 2011 hinsichtlich Dispositiv-Ziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen Tätlichkeiten zum Nachteil des Privatklägers 1) und 5 (Entscheidgebühr) in Rech...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig
	 der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie
	 der mehrfachen Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatklägerin 2 im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 1'008 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.
	4. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme (psychiatrische Therapie) im Sinne von Art. 63 StGB angeordnet.
	5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu zwei Dritteln auferlegt. Die übrigen Kosten und die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren werden auf die Gerichtskasse genommen; eine Nachforderung der Verteidigungsko...
	8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten (versandt)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (überbracht)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste  (überbracht)
	 das Gefängnis K._____ (überbracht)
	 den Privatkläger 1 (versandt)
	 die Privatklägerin 2 (versandt)
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die L._____ AG, … [Adresse] (Dossier-Nr. 22.10.3318-hn)
	 das Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, ad UE120137 (zusammen mit den Untersuchungsakten B-2/2010/753)

	9. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.