# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64cfe07b-0c63-55ea-8c6f-53ef8ad86d99
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.10.2023 SB220204
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220204_2023-10-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB220204-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, und lic. iur. B. Amacker, 

der Ersatzoberrichter lic. iur. R. Amsler sowie die Gerichtsschreibe-

rin MLaw A. Blaser 

 

Urteil vom 26. Oktober 2023 
 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. C. Kauf,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfacher versuchter Mord etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 
vom 17. Februar 2022 (DG210029) 

sowie 
 
 
X._____, 
Beschwerdeführerin 

 
gegen 

- 2 - 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. C. Kauf,  

Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Entschädigung amtliche Verteidigung 
 
Beschwerde gegen Dispositivziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichts  
Winterthur vom 17. Februar 2022 (DG210029) 
 
 
  

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I vom 26. Mai 2021 (Urk. D1/19/6) ist diesem 

Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 90 S. 291 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des mehrfachen versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 1, Anklageziffer 4); 

− der mehrfachen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Dossier 

1, Anklageziffer 6); 

− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Dossier 1, Anklageziffer 1); 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 

StGB (Dossier 1, Anklageziffern 6 und 8); 

− der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Überschreiten der 

Höchstgeschwindigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG in Verbindung mit 

Art. 90 Abs. 4 lit. d SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV und 

Art. 22 SSV (Dossier 1, Anklageziffer 2); 

− der mehrfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln durch 

Befahren eines Trottoirs bzw. Radwegs im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG in 

Verbindung mit Art. 43 Abs. 2 SVG (Dossier 1, Anklageziffern 4 und 5); 

− der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln durch waghalsiges 

Überholen im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 

und 3 SVG (Dossier 1, Anklageziffer 5); 

− des widerrechtlichen Aneignens von Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 

Abs. 1 lit. g SVG (Dossier 1, Anklageziffer 3); 

− der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Überfahren einer Verkehrs-

insel im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, 

Art. 34 Abs. 1 SVG, Art. 24 Abs. 1 lit. b SSV und Art. 7 Abs. 3 aVRV (Dossi-

er 1, Anklageziffer 5); 

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− der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Lenken eines nicht betriebs-

sicheren Fahrzeugs im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit 

Art. 29 SVG (Dossier 1, Anklageziffer 6); 

− des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG in 

Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG (Dossier 1, Anklageziffer 7); 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum 

Nachteil von B._____ (Dossier 1, Anklageziffer 6); 

− der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne 

von Art. 285 Ziff. 1 StGB (Dossier 2, Anklageziffer 9); 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

(Dossier 1, Anklageziffer 1; Dossier 2, Anklageziffer 9); 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 1, Anklageziffer 

1); 

− der mehrfachen Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB 

(Dossier 1, Anklageziffern 2 und 4) sowie 

− der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln durch Missachten eines 

Blinklichtsignals vor einem Bahnübergang im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 28 SVG, Art. 68 Abs. 1bis SSV und Art. 93 Abs. 2 SSV 

(Dossier 1, Anklageziffer 5). 

2. Von den folgenden Vorwürfen wird der Beschuldigte A._____ freigesprochen: 

− der qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Überschreiten der 

Höchstgeschwindigkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG in Verbindung mit 

Art. 90 Abs. 4 lit. b SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV und 

Art. 22 SSV (Dossier 1, Anklageziffer 5); 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB zum Nach-

teil von C._____ (Dossier 1, Anklageziffer 6) sowie 

− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 SVG in 

Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 SVG (Dossier 1, Anklageziffer 7). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren und 

3 Monaten, wovon 381 Tage (gerechnet vom 14. Oktober 2019 bis und mit 

28. Oktober 2020) durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden 

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sind, einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 10.– (entsprechend Fr. 1'800.–) 

sowie mit einer Busse von Fr. 250.–. 

4. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

5. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. Der Vollzug der Frei-

heitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben. 

Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit dem 29. Oktober 2020 (damit 

bis zum heutigen Tag, dem 17. Februar 2022, seit insgesamt 477 Tagen) im vorzei-

tigen Massnahmenvollzug befindet. 

6. a) Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 26. Mai 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, As-

servate-Triage, unter der Geschäfts-Nr. 76544064 lagernden Gegenstände 

werden dem Beschuldigten oder einer von ihm bevollmächtigten Person nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben: 

− 1 Paar Turnschuhe "Nike", grau/schwarz (A013'114'960) 

− 1 Paar Turnschuhe grau (A013'114'982) 

− 1 Sport-/Jogginghose "Adidas", schwarz (A013'114'993) 

− 1 Jacke "Clockhouse", schwarz (A013'115'021) 

b) Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 26. Mai 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, As-

servate-Triage, unter der Geschäfts-Nr. 76544064 lagernden Gegenstände 

werden der Privatklägerin 8 oder einer von ihr bevollmächtigten Person nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben: 

− 1 Selbstladepistole Heckler & Koch (A013'118'666) 

− 1 Teil zu Magazinboden von Magazin Pistole Heckler & Koch 

(A013'118'735) 

− 1 Magazinfeder zu Magazin Pistole Heckler & Koch (A013'118'791) 

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− 14 Patronen Kaliber 9mm (A013'118'815) 

− 1 goldfarbenes Schmuckkettchen (A013'119'012) 

− 1 Warnjacke Kantonspolizei Zürich (A013'122'606) 

− 1 Damenhose Blue Jeans, "American Eagle" (A013'123'074) 

− 1 T-Shirt "Only", schwarz (A013'123'165) 

− 1 Träger-Shirt schwarz (A013'123'187) 

− 1 Büstenhalter "Esprit" (A013'123'198) 

− 1 Ledergurt schwarz (A013'123'234) 

− 1 Paar Sportsocken (A013'123'256) 

− 1 Paar Sportschuhe (A013'123'267) 

c) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. Mai 

2021 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, 

unter der Geschäfts-Nr. 76544064 lagernde Selbstladepistole Heckler & Koch 

mit Patronen (A013'115'725 und A013'118'768) wird der Privatklägerin 7 oder 

einer von ihr bevollmächtigten Person nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. 

d) Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. Mai 

2021 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, 

unter der Geschäfts-Nr. 76544064 lagernde Fahrzeugschlüssel BMW 

(A013'112'873) wird der Privatklägerin 1 oder einer von ihr bevollmächtigten 

Person nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben. 

e) Wird jeweils innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils keine Herausgabe 

verlangt, wird die Lagerbehörde für berechtigt erklärt, die vorgenannten 

Gegenstände innert weiterer 30 Tage zu vernichten respektive gutscheinend 

zu verwenden. 

7. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

26. Mai 2021 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-

Triage, unter der Geschäfts-Nr. 76544064 lagernden Gegenstände werden einge-

- 7 - 

zogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Ver-

nichtung bzw. gutscheinenden Verwendung überlassen: 

− 1 Patronenhülse (A013'115'816) 

− 1 USB Stick "PNY 8 GB" (A013'118'371) 

8. a) Die Privatklägerin 1 (D._____ AG) wird mit ihrem Schadenersatz- und 

Genugtuungsbegehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen. 

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 (E._____ AG) Scha-

denersatz wie folgt zu bezahlen:  

− Fr. 40'201.70, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 29. Oktober 2019 

(Sachversicherung, Einbruchdiebstahl); 

− Fr. 37'508.65, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 30. November 2019 

(Haftpflichtversicherung, Polizeifahrzeuge). 

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 

aus den eingeklagten Ereignissen hinsichtlich des Personenschadens dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfanges wird die Privatklägerin 2 auf den Weg des Zivilprozesses verwie-

sen. 

Im Übrigen wird die Privatklägerin 2 mit ihren Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

c) Die Privatklägerin 3 (Kantonspolizei Zürich) wird mit ihrem Schadenersatzbe-

gehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

d) Der Privatkläger 4 (Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich) wird mit seinem 

Schadenersatzbegehren vollumfänglich auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

e) Der Privatkläger 6 (B._____) wird mit seinem Genugtuungsbegehren vollum-

fänglich auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

f) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 8 

(F._____) aus den eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schaden-

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ersatz- und genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges 

dieser Ansprüche wird die Privatklägerin 8 auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 15'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 15'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;  

Fr. 40'782.70   Auslagen (Gutachten/Expertisen etc.); 

Fr. 9'012.40   Auslagen (Untersuchung); 

Fr. 3'565.00   Auslagen (Kantonspolizei Zürich); 

Fr. 30.00   Zeugenentschädigung; 

Fr. 2'000.00   Gutachten, mündliche Ergänzung; 

Fr. 68'767.90   Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und   MwSt.), abzüglich Akontozahlung von Fr. 40'641.00; 

Fr. 154'158.00   Total 

10. Die Kosten gemäss Dispositivziffer 9 werden dem Beschuldigten auferlegt, diejeni-

gen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

11. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 7 (G._____) für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 9'006.– (inkl. MwSt.) zu 

bezahlen. 

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8 (F._____) für das ge-

samte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 22'808.10 (inkl. MwSt.) 

zu bezahlen. 

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

  

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 158 S. 2) 

"1. Es sei festzustellen, dass die Schuldsprüche der Ziff. 1 des Erkenntnisses im Dis-

positiv des Urteils des Bezirksgericht Winterthur vom 17.02.2022 (Geschäfts-Nr. 

DG210029-K/U/ch) im Umfang der Einschränkung gemäss Schreiben der Verteidi-

gung vom 24.10.2023 in Rechtskraft erwachsen sind. 

 2. Unter Aufhebung der Ziff. 1, 3, 4, 5 und 11a des Erkenntnisses im Dispositiv des 

Urteils des Bezirksgericht Winterthur vom 17.02.2022 (Geschäfts-Nr. DG210029-

K/U/ch) und der zugehörigen Erwägungen sei A._____ zudem der fahrlässigen 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB in Bezug auf die 

Privatklägerin F._____ schuldig zu sprechen. 

 3. A._____ sei zudem der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Befahren ei-

nes Trottoirs im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 43 Abs. 2 

SVG schuldig zu sprechen (Dossier 1, Anklageziffer 4). 

 4. A._____ sei zudem der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB 

schuldig zu sprechen (Dossier 1, Anklageziffer 4). 

 5. Und im Übrigen sei A._____ freizusprechen. 

 6. A._____ sei mit einer Freiheitstrafe von 5 Jahren und einer Geldstrafe von 

180 Tagessätzen zu 10 CHF zu bestrafen. Der bisherig erstandene Freiheitsentzug 

sei anzurechnen. 

 7. Es ist zudem davon Vormerk zu nehmen, dass der Beschuldigte sich seit dem 

29. Oktober 2020 im vorzeitigen Massnahmevollzug (nach Art. 59 StGB) befindet. 

 8. Es sei eine Massnahme für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB anzuordnen. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei zu diesem Zweck aufzuschieben. 

 9. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens seien A._____ 

aufzuerlegen. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien A._____ zu ¼ aufzuerle-

gen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

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 10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen." 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 104 S. 1 schriftlich und Urk. 159 S. 1) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Am 15. März 2022 meldete der Beschuldigte A._____ fristgerecht Berufung 

gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Winterthur (nach-

folgend: Vorinstanz) vom 17. Februar 2022 an (Urk. 83), welches ihm am 8. März 

2022 mündlich sowie schriftlich im Dispositiv eröffnet worden war (vgl. Prot. I 

S. 146 ff.; Urk. 81). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 85 = Urk. 90) 

am 28. März 2022 (Urk. 86/2) reichte der Beschuldigte dem Obergericht am 

19. April 2022 (Poststempel) fristgerecht seine Berufungserklärung ein (Urk. 94). 

2. Mit Präsidialverfügung vom 5. Mai 2022 wurden der Staatsanwaltschaft und 

den Privatklägern in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie Art. 401 

StPO eine Kopie der Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt und Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen. Zugleich wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um 

aktuelle Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 99). 

Die Staatsanwaltschaft sowie die Privatklägerin G._____ verzichteten in der Folge 

explizit auf Anschlussberufung. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 102 und 104). Die übrigen Privatkläger 

liessen sich nicht vernehmen. Der Beschuldigte reichte keine Unterlagen zu sei-

nen finanziellen Verhältnissen ein. 

3. Am 25. Juli 2022 beantragte der Beschuldigte die Durchführung einer noch-

maligen Begutachtung durch eine auf den Bereich der Adoleszenz spezialisierte 

Fachperson (Urk. 109). Dieser Antrag wurde nach Einholung von Stellungnahmen 

der Parteien sowie eines Zwischenberichts über den vorzeitigen Massnahmen-

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vollzug des Beschuldigten in der Klinik Rheinau mit Präsidialverfügung vom 

4. Januar 2023 abgewiesen (vgl. Urk. 111, 113, 117, 119, 121, 123, 125 sowie 

Urk. 126). 

4. Mit Beschluss vom 23. Dezember 2022 überwies die III. Strafkammer des 

Obergerichts eine dort eingereichte Honorarbeschwerde der amtlichen Verteidi-

gerin zuständigkeitshalber in das vorliegende Berufungsverfahren (Urk. 128 f.). 

5. Am 7. Juli 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

26. Oktober 2023 vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft und den Privatklä-

gern das Erscheinen freigestellt wurde (Urk. 130). 

6. Mit Schreiben vom 4. September 2023 wurde im Hinblick auf die Berufungs-

verhandlung um Zustellung eines aktuellen Verlaufsberichts über den vorzeitigen 

Massnahmevollzug des Beschuldigten ersucht (Urk. 138). Nach telefonischer 

Rücksprache seitens der PUK Zürich wurde vereinbart, dass der aktuelle Thera-

piezwischenbericht vom 15. August 2023 ausreicht, sofern zeitnah zur Verhand-

lung ein ergänzender Bericht erstellt wird, welcher sich vor allem noch mit zwi-

schenzeitlichen Änderungen auseinandersetzt (Urk. 140). Mit Schreiben vom 

12. September 2023 wurde der zuhanden des Justizvollzugs und Wiedereinglie-

derung erstellte Therapiezwischenbericht der PUK Zürich vom 15. August 2023 

zu den Akten gereicht (Urk. 141 i.V.m. Urk. 142). Am 18. Oktober 2023 ging so-

dann ein aktueller Verlaufsbericht der PUK Zürich vom 15. Oktober 2023 bei der 

hiesigen Strafkammer ein (Urk. 148). Beide Berichte wurden sowohl der Staats-

anwaltschaft als auch der amtlichen Verteidigung zugestellt (Urk. 142 und 

Urk. 148).  

7. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2023 reichte die amtliche Verteidigung ein 

verkehrstechnisches Gutachten der H._____ AG vom 29. September 2023 zu den 

Akten und beantragte, den Gutachter, I._____, als Zeugen zu befragen (Urk. 145 

und Urk. 146). Mit Präsidialverfügung vom 17. Oktober 2023 wurde das von der 

amtlichen Verteidigung eingereichte Gutachten zu den Akten genommen und ver-

fügt, dass der Staatsanwaltschaft anlässlich der Berufungsverhandlung Gelegen-

heit gegeben werde, um zum Beweisantrag des Beschuldigten auf Einvernahme 

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des Gutachters Stellung zu nehmen. Die Eingabe der amtlichen Verteidigung so-

wie ein Doppel des Gutachtens wurden dieser sodann zugestellt. Den Privatklä-

gerinnen F._____ und G._____ wurde die ebengenannte Verfügung zur Kennt-

nisnahme zugestellt (Urk. 147). Auf entsprechende Nachfrage wurde den beiden 

Rechtsvertretern der Privatklägerinnen F._____ und G._____ das Gutachten mit-

tels Webtransferlink elektronisch übermittelt (Urk. 149-150).  

8. Bereits mit Eingabe vom 2. Oktober 2023 erklärte die Vertretung der Privat-

klägerin F._____, Rechtsanwalt lic. iur. J._____, dass weder diese noch er selbst 

an der Berufungsverhandlung teilnehmen werde und ersuchte um Zustellung ei-

nes schriftlichen Urteils (Urk. 144). Mit E-Mail vom 26. Oktober 2023 erklärte auch 

der Vertreter der Privatklägerin G._____, Rechtsanwalt lic. iur. K._____, dass we-

der diese noch er an der Berufungsverhandlung teilnehmen werde und ersuchte 

um Zustellung des Urteilsdispositivs und des begründeten Urteils (Urk. 151).  

9. Mit Eingabe vom 24. Oktober 2023 zog die amtliche Verteidigung die 

Berufung für den Beschuldigten teilweise zurück und beantragte, im Umfang des 

Rückzugs festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen 

sei (Urk. 152). Diese Eingabe wurde sowohl der Staatsanwältin als auch den 

beiden Vertretern der Privatklägerinnen F._____ und G._____ aufgrund der zeitli-

chen Dringlichkeit via E-Mail bzw. IncaMail übermittelt (Urk. 153).  

10. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte A._____ 

(aus dem vorzeitigen Massnahmevollzug zugeführt) in Begleitung seiner amtli-

chen Verteidigerin Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ und Staatsanwältin lic. iur. 

C. Kauf. Es waren keine Vorfragen zu entscheiden, hingegen über Beweisanträge 

zu befinden. In der Sache selbst stellten die Parteien die eingangs wiedergege-

benen Anträge (Prot. II S. 10 f.). Das Verfahren ist spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

1.1. Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen die 

Schuldsprüche (Disp.-Ziff. 1), die Strafzumessung (Disp.-Ziff. 3 und 4), die Anord-

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nung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB (Disp.-Ziff. 5), die gutge-

heissenen Zivilforderungen (Disp.-Ziff. 8b) und 8f)), die Kostenauflage (Disp.-

Ziff. 10) sowie die den Privatklägerinnen zugesprochenen Prozessentschädigun-

gen (Disp.-Ziff. 11). Der Beschuldigte verlangt mit seiner Berufungserklärung ei-

nen vollumfänglichen Freispruch, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten der Staatskasse (Urk. 94 S. 3). 

1.2. Die Beschwerde der amtlichen Verteidigung richtet sich gegen die Fest-

setzung ihres Honorars für den Zeitraum bis zum erstinstanzlichen Urteil auf 

Fr. 68'767.90 (Disp.-Ziff. 9). Sie verlangt die Zusprechung eines Honorars von 

Fr. 75'818.30 (Urk. 129/2 S. 2). 

1.3. Mit Eingabe vom 24. Oktober 2023 liess der Beschuldigte die Berufung 

bezüglich Disp.-Ziff. 1 Lemmas 2-3, Lemma 4 betreffend Anklageziffer 6, Lemma 

5 und Lemma 6 betreffend Anklageziffer 5, Lemmas 7-15, Lemma 16 betreffend 

Anklageziffer 2 und Lemma 17 sowie Disp.-Ziff. 8 b), 8 f) und 11 b) zurückziehen 

(Urk. 152). Vom teilweisen Rückzug der Berufung des Beschuldigten ist Vormerk 

zu nehmen und die Rechtskraft des vorinstanzlichen Urteils in diesem Umfang 

festzustellen.  

1.4. Anlässlich der Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte sodann bean-

tragten, er sei wegen Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB 

bezüglich Dossier 1, Anklageziffer 4 schuldig zu sprechen, sodann seien ihm die 

Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens aufzuerlegen 

(Urk. 158 S. 2). Da der Beschuldigte bezüglich dieser beiden Punkte mit dem Ur-

teil der Vorinstanz übereinstimmende Anträge stellte, ist mangels eines Rechts-

schutzinteresses auf diese nicht einzutreten. Daher ist die Rechtskraft dieser 

Punkte (Disp.-Ziff. 1 Lemma 16 betreffend Anklageziffer 4 und Disp.-Ziff. 10) fest-

zustellen.  

1.5. In Rechtskraft erwachsen sind somit die Disp.-Ziff. 1 Lemmas 2-3, Lemma 4 

betreffend Anklageziffer 6, Lemma 5, Lemma 6 betreffend Anklageziffer 5 und 

Lemmas 7-17 (Schuldsprüche), Disp.-Ziff. 2 (Freisprüche), Disp.-Ziff. 6 und 7 

(Verwendung beschlagnahmter Gegenstände), Disp.-Ziff. 8 (Zivilansprüche), teil-

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weise Disp.-Ziff. 9 (Kostenfestsetzung mit Ausnahme des Honorars der amtlichen 

Verteidigung und des Totalbetrags), Disp.-Ziff. 10 (Kostenauflage) sowie Disp.-

Ziff. 11 b) (Parteientschädigung für Privatklägerin F._____) des vorinstanzlichen 

Urteils, was vorab festzustellen ist. 

1.6. Nachdem einzig der Beschuldigte Berufung führt, steht die Überprüfung des 

vorinstanzlichen Urteils unter dem Vorbehalt des Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO). 

2. Formelles 

2.1. Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

(vgl. dazu etwa BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., 

sowie NYDEGGER, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der Vorinstanz 

gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.), auch ohne dass dies jeweils 

explizit Erwähnung findet. 

2.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249, 

E. 1.3.1, mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit in der Begründung 

auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

3. Beweisanträge 

3.1. Die amtliche Verteidigung beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung, 

es sei eine nochmalige psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten – ideal-

erweise durch eine auf den Bereich der Adoleszenz spezialisierte Fachperson – 

durchzuführen. Sodann sei ein verkehrstechnisches/unfallanalytisches Gutachten 

bezüglich des Vorfalls mit den Privatklägerinnen F._____ und G._____ in Auftrag 

zu geben. Eventualiter sei der Sachverständige L._____ des unfallanalytischen 

Gutachtens des FOR vom 23. September 2020 als Zeuge zu befragen. Subeven-

tualiter sei dieser anzuweisen, zum verkehrstechnischen Gutachten des H._____ 

(H._____) vom 29. September 2023 Stellung zu nehmen. Sodann hielt sie am An-

- 15 - 

trag auf Zeugenbefragung von I._____ gemäss ihrer Eingabe vom 29. September 

2023 fest (vgl. Urk. 146; Urk. 155 S. 2).  

3.2. Die amtliche Verteidigung führte zur erneuten psychiatrischen Begutachtung 

des Beschuldigten aus, die Erkenntnisse von Dr. M._____ zur schweren psychi-

schen Störung seien nicht rechtsgenügend hergeleitet und erstellt. Es liesse sich 

keine massnahmerechtlich relevante Ursache der Anlassdelikte darin erkennen, 

womit sich keine strafrechtliche Massnahme nach Art. 59 StGB anordnen liesse. 

Die Risikobeurteilung genüge methodisch weder den juristischen noch den foren-

sisch-psychiatrischen Anforderungen an eine fachgerechte Begutachtung 

(Urk. 155 S. 2 f.). Es fehle sowohl eine individuelle Analyse der Risikoeinschät-

zung durch die sachverständige Person als auch eine Abklärung darüber, welche 

Faktoren zur Delinquenz beigetragen hätten. Die Fragen, ob, allenfalls wann, un-

ter welchen Umständen und mit welchem Delikt eine Rückfälligkeit zu erwarten 

sei und wie diese vermieden werden könne, seien nicht zureichend beantwortet. 

Das Gutachten sei sodann bereits beinahe vier Jahre alt, womit es an einer 

rechtsgenüglichen Aktualität fehle, zumal sich die Verhältnisse verändert hätten, 

da der Beschuldigte seine Medikamente seit Jahren regelmässig einnehme und 

grosse Fortschritte gemacht habe (Urk. 155 S. 4 f.). Der amtliche Gutachter ver-

füge sodann nicht über Fachwissen zu jugendspezifischen Fragen und sei bezüg-

lich den Sachverhalt von der Hypothese der Staatsanwaltschaft ausgegangen, 

was kein zuverlässiges Fundament darstelle. Der Privatgutachter Dr. N._____ 

komme zum Schluss, dass nebst der paranoiden Schizophrenie ein Rückstand in 

der Persönlichkeitsentwicklung / eine Persönlichkeitsstörung vorliege und emp-

fehle die Anordnung einer Massnahme für junge Erwachsene gemäss Art. 61 

StGB (Urk. 155 S. 6 f.). Schon damals habe dieser ausgeführt, dass der Beschul-

digte von einer Klinikbehandlung jetzt und in Zukunft nicht mehr profitieren werde 

und keine weiteren Fortschritte erzielen könne. Der Verlaufsbericht vom 

15. Oktober 2023 sei sodann wenig detailliert und nicht differenziert abgefasst. 

Die Beurteilung des künftigen Risikos, sei nicht aussagekräftig (Urk. 155 S. 8). 

Therapie- und Verlaufsberichten komme generell keine über die Beurteilung des 

Therapieverlaufs hinausgehende Bedeutung zu (Urk. 155 S. 11).  

- 16 - 

3.3. Zum Antrag auf Erstellung eines weiteren verkehrstechni-

schen/unfallanalytischen Gutachtes führte die amtliche Verteidigung aus, das 

H._____-Gutachten komme zum Schluss, dass der Beschuldigte auf Höhe des 

Fussgängerstreifens aus der Kolonne auf das Trottoir ausgeschert sei. Der Weg 

zwischen Fahrbeginn und Kollision sei daher wesentlich kürzer als angenommen, 

womit auch eine kürzere Sichtbarkeit der Privatklägerinnen und eine verkürzte 

Reaktionszeit bestanden habe (Urk. 155 S. 12 f.). Die Distanz vom Ausscheren 

bis zur Kollision habe nicht 22 Meter, sondern nur 16.1-16.5 Meter betragen 

(Urk. 155 S. 17).  

3.4. Die amtliche Verteidigung führte sodann zu ihrem Eventualiter- und Sube-

ventualiterbegehren aus, sollte kein neues verkehrstechnisches/unfallanalytisches 

Gutachten in Auftrag gegeben werden, sei es unabdingbar, dass L._____ als 

Fachexperte zu den aufgezeigten Mängeln des FOR-Gutachtens und den Ergeb-

nissen des H._____-Gutachtens Stellung nehme (Urk. 155 S. 20).  

3.5. Den bereits mit Eingabe vom 16. Oktober 2023 gestellten Beweisantrag auf 

Befragung von I._____, Gutachter der H._____ AG, als Zeuge begründete die 

amtliche Verteidigung sodann damit, dass dieser die Fahrversuche am 

5. September 2023 selbst durchgeführt und das diesbezügliche Gutachten erstellt 

habe. Er könne als Fachexperte detailliert und fundiert zum Gutachten Auskunft 

geben (Urk. 145 S. 2).  

3.6. Das Rechtsmittelverfahren setzt das Strafverfahren fort und richtet sich nach 

den Bestimmungen über die erstinstanzliche Hauptverhandlung (Art. 405 Abs. 1 

StPO). Es knüpft an die bereits erfolgten Verfahrenshandlungen, namentlich die 

bereits durchgeführten Beweiserhebungen an. Gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO 

beruht das Rechtsmittelverfahren grundsätzlich auf den Beweisen, die im Vorver-

fahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Dieser 

Grundsatz gelangt indes nur zur Anwendung, soweit die Beweise, auf welche die 

Rechtsmittelinstanz ihren Entscheid stützen will, prozessrechtskonform erhoben 

worden sind. Erweisen sich die Beweiserhebungen des erstinstanzlichen Gerichts 

als rechtsfehlerhaft (lit. a), unvollständig (lit. b) oder erscheinen sie als unzuver-

lässig (lit. c), werden sie von der Rechtsmittelinstanz wiederholt (Art. 389 Abs. 2 

- 17 - 

StPO). Sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung 

notwendig erscheint, erhebt das Berufungsgericht zudem auch im Vorverfahren 

ordnungsgemäss erhobene Beweise noch einmal (Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 

Abs. 1 StPO; BGE 143 IV 288, E. 1.4.1., mit Hinweisen; BGer. 6B_422/2017 vom 

12. Dezember 2017, E. 4.3.1). Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist 

namentlich notwendig, wenn es den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann, 

insbesondere wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom 

Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht. Dies ist etwa der Fall, 

wenn es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaus-

sage ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte Beweismittel (Aussage 

gegen Aussage-Konstellation) darstellt. Alleine der Inhalt der Aussage einer Per-

son (was sie sagt), lässt eine erneute Beweisabnahme nicht notwendig erschei-

nen. Massgebend ist, ob das Urteil in entscheidender Weise von deren Aussage-

verhalten (wie sie es sagt) abhängt. Das Gericht verfügt bei der Frage, ob eine 

erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum 

(BGE 140 IV 196, E. 4.4.2; BGer. 6B_800/2016 vom 25. Oktober 2017, E. 9.2, 

nicht publ. in: BGE 143 IV 397; 6B_888/2017 vom 25. Oktober 2017, E. 3.3, nicht 

publ. in: BGE 143 IV 434; je mit Hinweisen). Weiter kann eine unmittelbare Be-

weisabnahme durch das Berufungsgericht in den Fällen von Art. 343 Abs. 3 StPO 

erforderlich sein, wenn dieses von den erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellun-

gen abweichen will (BGE 140 IV 196, E. 4.4.1, mit Hinweisen; 

BGer. 6B_383/2012 vom 29. November 2012, E. 7.2; VIKTOR LIEBER, in: Kommen-

tar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], DO-

NATSCH/HANSJAKOB/LIEBER [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N 6 zu Art. 389 StPO). In der 

Beschwerdeschrift muss dargelegt werden, weshalb die erneute Beweisabnahme 

notwendig ist (BGer. 6B_888/2017 vom 25. Oktober 2017, E. 3.3; 6B_430/2015 

vom 12. Juni 2015, E. 2.3.2). Die erforderlichen zusätzlichen Beweise erhebt die 

Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 389 Abs. 3 StPO schliesslich von Amtes wegen 

oder auf Antrag einer Partei (zum Ganzen: BGer. 6B_918/2018 vom 24. April 

2019, E. 2.2.2.). Im Übrigen erfordern widersprüchliche Aussagen nicht notwendi-

gerweise eine nochmalige Beweisabnahme vor Gericht (BSK StPO-

WIPRÄCHTIGER, Art. 343 N. 24). Zudem kam das Bundesgericht auf seine Ent-

- 18 - 

scheide, Art. 343 Abs. 3 StPO gelte sowohl für das erst- als auch für das zweitin-

stanzliche Verfahren, zurück. Es hielt unter Verweis auf BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 

ausdrücklich fest, Art. 343 Abs. 3 StPO statuiere (entgegen den zu apodiktischen 

Urteilen 6B_70/2015 vom 20. April 2016 und 6B_1330/2017 vom 10. Januar 

2019) eine einmalige Unmittelbarkeit im erstinstanzlichen Verfahren, in der Regel 

jedoch keine solche für das Rechtsmittelverfahren (BGer. 6B_639/2021 vom 

27. September 2022, E. 2.2.2, mit Hinweisen). 

3.7. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, ist das amtliche psychiatrische 

Gutachten von Dr. M._____ keinesfalls mangelhaft oder veraltet, weshalb sich ei-

ne erneute Begutachtung des Beschuldigten erübrigt. Zur Begründung kann – zur 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen – auf die nachfolgenden Erwägungen 

verwiesen werden (siehe nachfolgend E. V.). Das verkehrstechni-

sche/unfallanalytische Privatgutachten der H._____ AG spricht inhaltlich für sich 

selbst, weshalb eine Befragung des Gutachters I._____ als Zeuge nicht notwen-

dig ist und dieses als solches zu würdigen sein wird. Wie noch aufzuzeigen sein 

wird, vermag das Privatgutachten die Ergebnisse des amtlichen Gutachtens in 

den entscheidrelevanten Punkten nicht in Zweifel zu ziehen, so dass sich ein wei-

terer Gutachtensauftrag und eine Zeugenbefragung bzw. schriftliche Auskunft von 

L._____ erübrigt. Hierzu kann – zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen – auf 

die Erwägungen III.B.3.2.1.-3.2.4. verwiesen werden. Damit sind sämtliche Be-

weisanträge der amtlichen Verteidigung abzuweisen. 

III. Schuldpunkt 

A. Gegenstand des Berufungsverfahrens / Grundlagen 

1. Im Berufungsverfahren zu überprüfen sind die vorinstanzlichen Schuld-

sprüche wegen mehrfachen versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 4), qualifizierter grober Ver-

letzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG in Verbindung mit 

Art. 43 Abs. 2 SVG (Anklageziffer 4) sowie qualifizierter Sachbeschädigung im 

Sinne von Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB (Anklageziffer 8). 

- 19 - 

2. Zu den Grundlagen der Sachverhaltserstellung im Strafprozess hat bereits 

die Vorinstanz zutreffende Ausführungen gemacht, auf die vollumfänglich verwie-

sen werden kann (Urk. 90 S. 51 unten bis S. 55 oben). 

B. Mehrfacher versuchter Mord / Qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrs-

regeln (Anklageziffer 4) 

1. Die Vorinstanz erachtete diesen Anklagesachverhalt weitgehend als erstellt 

und sprach den Beschuldigten diesbezüglich anklagegemäss des mehrfachen 

versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und der 

qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 

i.V.m. Art. 43 Abs. 2 SVG schuldig (vgl. Urk. 90 S. 17 bis 72, S. 143 bis 177). 

2. Die amtliche Verteidigung brachte im Berufungsverfahren – ohne sich dabei 

mit der ausführlichen Begründung der Vorinstanz auseinanderzusetzen – zu-

sammengefasst dagegen vor, der Beschuldigte sei zum Tatzeitpunkt überfordert, 

übermüdet und seit geraumer Zeit psychisch schwer an einer paranoiden Schizo-

phrenie erkrankt gewesen (Urk. 158 S. 4 f.). Die Privatklägerin G._____ habe sich 

– als der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug aus der Kolonne ausgebrochen sei – 

sofort in Sicherheit begeben und sich danach mit gezogener Waffe auf das her-

annahende Fahrzeug fokussiert und einen Schuss abgegeben. Sie habe sich da-

her nicht in dessen Spurpfad befunden, als dieser sie hätte sehen können 

(Urk. 158 S. 7 f.), weshalb er auch nicht auf sie habe reagieren müssen (Urk. 158 

S. 11). Sie hätte sich sodann noch weiter von der Strasse distanzieren können. 

Der Beschuldigte sei daher vom Vorwurf des versuchten Mordes gegenüber der 

Privatklägerin G._____ freizusprechen (Urk. 158 S. 9). Bezüglich der Privatkläge-

rin F._____ hätte der Beschuldigte die Kollision gemäss H._____-Gutachten in 

keiner der beurteilten Varianten vermeiden können (Urk. 158 S. 10 f.). In dubio 

pro reo sei von der günstigsten Variante für den Beschuldigten auszugehen, d.h. 

von der Minimalvariante (41 km/h Kollisionsgeschwindigkeit, 2.9 Sekunden Fahr-

zeit und 16.5 m vom Beginn des Ausschermanövers bis zum Kollisionspunkt). 

Selbst wenn der Beschuldigte hierbei auf die Privatklägerin G._____ reagiert hät-

te, welche er 1.6 Sekunden nach Beschleunigungsbeginn habe sehen können, 

hätte er die Kollision nicht vermeiden, sondern einzig die Geschwindigkeit bis da-

- 20 - 

hin auf 20 km/h reduzieren können (Urk. 158 S. 11). Der Beschuldigte habe sich 

sorgfaltspflichtwidrig verhalten, indem er aus Angst vor den auf ihn gerichteten 

Waffen aus der Kolonne ausgeschert und losgefahren sei, was er innert Sekun-

denbruchteilen entschieden habe. Zu Beginn sei er in geduckter Haltung gewesen 

und auf ein Trottoir gefahren, was ebenfalls sorgfaltspflichtwidrig gewesen sei. 

Der Beschuldigte habe jedoch – bis zur Kollision mit der Privatklägerin F._____ – 

stets einen freien Spurpfad gehabt. Ihm könne nicht vorgeworfen werden, dass er 

den Tod einer Person, die er nicht gesehen habe, in Kauf genommen habe. Da-

her habe der Beschuldigte in Bezug auf die Privatklägerin F._____ den Tatbe-

stand der fahrlässigen schweren Körperverletzung nach Art. 125 Abs. 2 StGB er-

füllt (Urk. 158 S. 13). Das Befahren des Trottoirs stelle sodann eine grobe Ver-

kehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 2 SVG dar, zumal das Trottoir nur teilwei-

se befahren worden sei. Das Befahren des Radwegs sei bei unterbrochener Linie 

erlaubt, sofern dadurch der Fahrradverkehr nicht behindert werde. Da kein Velo 

vor Ort gewesen sei, sei dies in casu nicht strafbar (Urk. 158 S. 14).  

3.1. Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf, die Grundsätze der Beweiswürdi-

gung sowie insbesondere die vorhandene Beweislage umfassend und zutreffend 

dargestellt. Darauf kann ohne Weiteres verwiesen werden (Urk. 90 S. 17 bis 56). 

3.2.1. Sodann kann – zur Vermeidung von Wiederholungen – an dieser Stelle 

auch auf die eingehende, in allen Teilen zutreffende und überzeugende 

Beweiswürdigung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 56 bis 71). Zu 

Recht erachtete die Vorinstanz den vorliegenden Anklagesachverhalt in objektiver 

Hinsicht weitgehend als erstellt (vgl. Urk. 90 S. 148 Mitte bis S. 151 oben). 

3.2.2. Die amtliche Verteidigung hat im Berufungsverfahren ein verkehrstechni-

sches Privatgutachten zu den Akten gereicht. Ein solches hat nach konstanter 

Praxis des Bundesgerichts nicht den gleichen Stellenwert wie ein behördlich ein-

geholtes Gutachten. Die Ergebnisse eines im Auftrag einer Partei erstellten 

Privatgutachtens haben lediglich die Bedeutung einer der freien Beweiswürdigung 

unterliegenden Parteibehauptung bzw. eines Bestandteils der Parteivorbringen, 

nicht aber die Qualität eines Beweismittels (BGE 141 IV 369, E. 6.2, BGE 132 III 

83, E. 3.4; vgl. auch BSK StPO-HEER, Art. 189 N. 6). Da Privatgutachten in der 

- 21 - 

Regel nur eingereicht werden, wenn sie für den Auftraggeber günstig lauten, sind 

sie mit Zurückhaltung zu würdigen (SK StPO, DONATSCH, Art. 182 N. 15). Ein Par-

teigutachten kann jedoch geeignet sein, die Erstellung eines (zusätzlichen) Gut-

achtens zu rechtfertigen (vgl. Art. 189 lit. b StPO) oder darzulegen, dass das ge-

richtliche oder amtliche Gutachten mangelhaft oder nicht schlüssig ist (BGE 141 

IV 305 E. 6.6.1; BGer. 6B_1363/2019 vom 19. November 2020, E. 1.2.5). 

3.2.3. Das verkehrstechnische Privatgutachten vom 29. September 2023 kommt 

zusammengefasst zum Schluss, dass der Beschuldigte erst im Bereich des Fuss-

gängerstreifens auf das Trottoir gefahren sei. Die Kollisionsgeschwindigkeit des 

BMW habe 41 km/h bis 45 km/h betragen. Es sei sodann nicht sicher, ob das 

ganze Fahrmanöver in geduckter Position gefahren werden könne. Eine Kollision 

wäre diesfalls jedenfalls unvermeidbar gewesen (Urk. 146 S. 2). In der Minimalva-

riante bei normaler Sitzposition, welche von der amtlichen Verteidigung als die 

richtige Variante erachtet wurde (vgl. Urk. 158 S. 12), habe der Beschuldigte die 

Privatklägerin G._____ 1.6 Sekunden nach Beschleunigungsbeginn sehen kön-

nen, wobei sich diese zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in dessen Spurpfad befun-

den habe. Die Privatklägerin F._____ habe er 2.3 Sekunden nach dem Beschleu-

nigungsbeginn sehen können, welche zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Spur-

pfad des BMW gewesen sei (Urk. 146 S. 22). Der BMW sei hierbei 2.9 Sekunden 

und 16.5 Meter nach dem Beginn des Ausschermanövers mit einer Geschwindig-

keit von 41 km/h im Kollisionspunkt gewesen (Urk. 146 S. 21). Hätte der Beschul-

digte auf die Privatklägerin F._____ reagiert, wäre die Kollision dennoch unver-

meidbar gewesen und hätte mit unveränderter Geschwindigkeit stattgefunden, da 

die Kollision 0.6 Sekunden nach dem Reaktionspunkt stattgefunden habe. Hätte 

der Beschuldigte auf die Privatklägerin G._____ reagiert, so hätte er die Ge-

schwindigkeit des BMW bis zur Kollision auf 20 km/h reduzieren, diese jedoch 

nicht vermeiden können (Urk. 146 S. 26). Die Privatklägerin G._____ habe sich 

auf die Grünfläche in Sicherheit gebracht und hätte sich noch weiter von der 

Strasse distanzieren können (Urk. 146 S. 27). Unklar bleibt hierbei, wie der Gut-

achtensauftrag lautete.  

- 22 - 

3.2.4. Damit kommen das amtliche Gutachten bzw. das amtliche Ergänzungsgut-

achten sowie das Privatgutachten in den wesentlichen Punkten zu sehr ähnlichen 

Ergebnissen, wodurch das Privatgutachten das amtliche Gutachten nicht in Zwei-

fel zu ziehen vermag. Das amtliche (Ergänzungs-)Gutachten geht ebenfalls von 

einer Strecke von ca. 16.5 Metern, einer benötigten Dauer von ca. 2.6 Sekunden 

von der Stillstandsposition bis zur Kollision sowie einer Kollisionsgeschwindigkeit 

von 40 km/h bis 45 km/h aus (Urk. 1/08/17 S. 11 i.V.m. Urk. 1/08/20 S. 4) und 

liess die Vorinstanz zum Schluss gelangen, dass der Beschuldigte die Privatklä-

gerin G._____ nach 1.5 Sekunden gesehen habe (Urk. 90 S. 67 und S. 150 i.V.m. 

Urk. D1/08/20 S. 5). Zugunsten des Beschuldigten nahm sodann bereits die Vo-

rinstanz an, dass dieser die Privatklägerin F._____ weder im Zeitpunkt des Aus-

scherens noch während des darauffolgenden Beschleunigens (Urk. 90 S. 64) 

sondern erst unmittelbar vor der Kollision gesehen habe und nicht mehr hätte ab-

bremsen können (Urk. 90 S. 150). Dies zumal das Ergänzungsgutachten ausführ-

te, dass es möglich sei, dass die Privatklägerin F._____ für den Beschuldigten 

durch Personenwagen verdeckt gewesen sei, falls sie sich erst im Verlauf des 

Ausscher- und Überholmanövers auf die Kollisionsstelle zubewegt habe 

(Urk. D1/08/20 S. 8). Dass ohne genaue Angaben zum Gehverhalten der Privat-

klägerin keine genaueren Angaben hierzu gemacht werden konnten, ist nicht zu 

beanstanden. Die Vorinstanz schloss sodann ebenfalls darauf, dass der Beschul-

digte nicht den ganzen Weg in geduckter Position absolviert habe, sondern nach 

dem Ausscheren seinen Blick wieder auf die Fahrbahn bzw. auf den Rad- und 

Fussweg vor ihm gerichtet habe (Urk. 90 S. 58 f.). Das Privatgutachten vermag 

damit keine Zweifel an den entscheidrelevanten Feststellungen des amtlichen 

Gutachtens und den von der Vorinstanz daraus gezogenen Schlüssen zu wecken. 

Die vom Privatgutachten aufgrund einer neuen Erkenntnis gemachte Feststellung, 

dass der Beschuldigte mit seinem BMW beim Fussgängerstreifen ausgeschert 

sein musste, ist vorliegend nicht relevant. Entscheidend ist die rechtliche Würdi-

gung des Verhaltens des Beschuldigten, d.h. die Frage, ob der Beschuldigte vor-

sätzlich oder fahrlässig handelte, als er mit dem Auto aus der Kolonne ausscherte 

und nicht, wo er dies genau tat.  

- 23 - 

3.3. Stark zusammengefasst scherte der Beschuldigte somit am 14. Oktober 2019 

um 12:15 Uhr in O._____ mit dem von ihm gelenkten und zuvor gestohlenen 

BMW 750d, im Wissen darum, dass er polizeilich gesucht wird, unvermittelt und 

blindlings aus der Fahrzeugkolonne (an 3. Position stehend) vor der polizeilichen 

Strassensperre auf der P._____-strasse stadteinwärts (auf der Höhe der Haus-

nummer …; Wohngebiet) nach rechts auf den Fahrradstreifen/Fussweg aus und 

gab Vollgas, um seiner bevorstehenden polizeilichen Anhaltung zu entkommen. 

Obwohl er sah, dass ihm die Privatklägerin G._____ in ca. 15 Metern Entfernung 

rechts vor ihm "im Weg stand", machte er keine Anstalten zu bremsen bzw. sein 

Manöver abzubrechen, sondern fuhr weiter auf diese zu, wenn er auch während 

ca. 4 Zehntelssekunden nicht weiter beschleunigte. Während die Privatklägerin 

G._____ noch reflexartig zur Seite springen konnte (der ganze Vorgang dauerte 

bis dahin höchstens ca. 3 Sekunden) erfasste der Beschuldigte mit dem von ihm 

gelenkten BMW bei einer Geschwindigkeit von mindestens 40 km/h die von links 

vor der Fahrzeugkolonne herbeigeeilte Privatklägerin F._____, welche durch die-

se Kollision in die Luft geschleudert wurde, die in der Anklageschrift im Einzelnen 

aufgeführten schweren Verletzungen erlitt und deswegen in Lebensgefahr 

schwebte. 

4.1. Auch die Ausführungen der Vorinstanz zum subjektiven Tatbestand (Tö-

tungsvorsatz) sowie zu den vorliegend erfüllten Qualifikationsmerkmalen des 

Mordtatbestandes gemäss Art. 112 StGB, der versuchten Tatbegehung gemäss 

Art. 22 Abs. 1 StGB und dem von der amtlichen Verteidigung geltend gemachten 

Sachverhaltsirrtum gemäss Art. 13 Abs. 1 StGB erweisen sich grundsätzlich als 

zutreffend (Urk. 90 S. 143 bis 173). Es kann deshalb – mit den nachfolgenden ge-

ringfügigen Korrekturen und Ergänzungen – darauf verwiesen werden. 

4.2. Zusammengefasst nahm der Beschuldigte bei seinem rücksichtslosen 

Fluchtmanöver ohne Weiteres in Kauf, ihm allenfalls im Weg stehende Personen 

zu töten, zumal er sich in einem Wohngebiet um die Mittagszeit blindlings, d.h. 

zunächst ohne jegliche Sicht nach vorne, auf den Radstreifen und das Trottoir 

begab, wobei er vorher gesehen hatte, dass sich Polizeibeamte im Rahmen der 

Kontrolle um die stehenden Fahrzeuge herum, d.h. auch im Bereich des Trottoirs 

- 24 - 

und des Radstreifens, bewegten und er sein Manöver auch nicht abbrach, nach-

dem er die Privatklägerin G._____ vor sich gesehen hatte. Dies führte denn auch 

– letztlich zufällig, aber wenig überraschend – nach rund 2.5 Sekunden zur Kolli-

sion mit der Privatklägerin F._____, welche bei dieser lebensgefährliche Verlet-

zungen verursachte, während sich die Privatklägerin G._____ gerade noch (in 

Sekundenbruchteilen) zur Seite retten konnte. Mit dem Ausweichen der Privatklä-

gerin G._____ konnte der Beschuldigte nicht rechnen, sah er diese zunächst ja 

gar nicht, sondern steuerte, wie bereits ausgeführt, ohne etwas zu sehen, jedoch 

im Wissen darum, dass sich Personen vor ihm befanden, in einem Wohngebiet 

zur Mittagszeit mit Vollgas über den Radstreifen und das Trottoir. Auch nachdem 

er sie sah, bremste er nicht ab. Dies obwohl er weder wissen noch darauf ver-

trauen konnte, dass diese sich nicht in seiner Fahrspur befand bzw. befinden 

würde. Es ging um Bruchteile von Sekunden. Die Privatklägerin G._____ hätte 

stolpern und hinfallen können. Sodann wäre es ohne weiteres möglich gewesen, 

dass der Beschuldigte bei dieser Aktion die Kontrolle über das Fahrzeug verliert. 

Er konnte hierbei nicht jederzeit sagen, wo in seiner Fahrspur er sich ganz genau 

befand. Trotz dessen, dass es sich bei der Privatklägerin G._____ um eine trai-

nierte Polizisten handelte, war es sodann rein vom Zufall abhängig, dass diese 

rechtzeitig reagieren konnte. Der Beschuldigte setzte bei diesem Fahrmanöver 

den von ihm gelenkten BMW geradezu als Waffe zur Sicherung seiner Flucht ein 

(vgl. zur Qualifizierung als Tötungsdelikt THOMMEN/ JETZER, Eventualvorsatz und 

Lebensgefährdung - Zur Entstehung von Art. 129 StGB sowie zu dessen An-

wendbarkeit auf Gewaltdelikte im Strassenverkehr in: DO-

NATSCH/GOSSNER/MAURER/WIEDERKEHR, Liber amicorum für Ulrich Weder - Ueli, 

der Staatsanwalt, Zürich 2016, S. 202). Anhand der schweren Verletzungen, die 

die Privatklägerin F._____ erlitten hat, ist auch klar ersichltich, dass eine Tötung 

nahe lag. Dasselbe Schicksal hätte auch Privatklägerin G._____ ereilt, hätte sie 

es nicht mehr geschafft, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Der Beschuldig-

te handelte damit zumindest eventualvorsätzlich. 

4.3. Hinsichtlich der Mordqualifikation fällt insbesondere das verwerfliche Tatmo-

tiv des Beschuldigten ins Gewicht, der die Tötung zweier Polizistinnen nur des-

halb in Kauf nahm, um sich seiner – wie er wusste durchaus berechtigten – Ver-

- 25 - 

haftung bzw. einem Strafverfahren gegen ihn zu entziehen (vgl. hierzu der bereits 

von der Vorinstanz zitierte BGer. 6B_188/2009 vom 18. Juni 2009, E. 5), weil er 

darauf "keine Lust" hatte. Dabei war ihm (entgegen der Vorinstanz in Urk. 90 

S. 167 unten) wohl kaum bewusst, welches Strafmass ihm für seine bis dahin be-

gangenen Delikte konkret gedroht hätte, was letztlich aber auch nicht entschei-

dend sein kann. Wie die Vorinstanz bereits aufzeigte war das Durchbrechen der 

polizeilichen Strassensperre durch den Beschuldigten sodann nicht etwa eine 

spontane "Kurzschlussreaktion" im Rahmen einer allenfalls nachfühlbaren Aus-

nahmesituation, sondern vielmehr Ausdruck seiner damaligen rücksichtslosen 

Geisteshaltung, sich "um jeden Preis", mithin auch unter Inkaufnahme von To-

desopfern, einem polizeilichen Zugriff zu entziehen. Zutreffend widerlegte die Vo-

rinstanz die Behauptung der amtlichen Verteidigung, wonach der Beschuldigte 

anlässlich des bevorstehenden polizeilichen Zugriffs um sein Leben gefürchtet 

habe (Urk. 90 S. 166 f.). Die vielmehr kompromisslose Einstellung des Beschul-

digten manifestierte sich denn auch bereits vor (vgl. Anklageziffer 2) als auch 

nach (vgl. Anklageziffern 5 und 6) dem vorliegend zu beurteilenden Vorfall sowie 

darin, dass der Beschuldigte selbst dann nicht anhielt, nachdem er realisiert hatte, 

die Privatklägerin F._____ überfahren und mutmasslich schwer verletzt zu haben. 

Weniger relevant für die rechtliche Würdigung erscheint jedoch (entgegen der Vo-

rinstanz in Urk. 90 S. 171 f.), inwiefern der Beschuldigte im Rahmen der Strafun-

tersuchung "echte Empathie" gegenüber der Privatklägerin F._____ an den Tag 

legte. Insgesamt erweist sich das Vorgehen des Beschuldigten mit der Vorinstanz 

klarerweise als besonders skrupellos im Sinne von Art. 112 StGB. 

Insgesamt würdigte die Vorinstanz den erstellten Sachverhalt zu Recht als mehr-

fachen versuchten Mord im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

5. Hinsichtlich dem weiteren vom Beschuldigten hier erfüllten Tatbestand der 

qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln kann zunächst auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 174 bis 178). 

Ergänzend gilt es festzuhalten, dass so wie das Trottoir den Fussgängern, der 

Radweg grundsätzlich den Radfahrern vorbehalten ist (Art. 43 Abs. 2 SVG), wo-

bei dies auch für Radstreifen gilt (Handkommentar Strassenverkehrsrecht, Zürich 

- 26 - 

2022, BOLL, Art. 43 SVG N. 1888). Führer anderer Fahrzeuge dürfen jedoch auf 

dem mit einer unterbrochenen Linie abgegrenzten Radstreifen fahren, sofern sie 

den Fahrradverkehr dadurch nicht behindern (Art. 40 Abs. 3 VRV). Daraus folgt, 

dass andere Verkehrsteilnehmer den Radstreifen nur benützen dürfen, wenn sie 

die Gewissheit haben, beim Auftauchen eines Radfahrers diesem die benötigte 

Verkehrsfläche, und zwar ohne Behinderung Dritter, wieder freigeben zu können 

(Handkommentar Strassenverkehrsrecht, BOLL, Art. 43 SVG N. 1890). Davon 

kann vorliegend nicht die Rede sein. Der Beschuldigte fuhr blindlings – mit durch 

andere Autos und seine zu Fahrbeginn geduckte Haltung verdeckter Sicht, – d.h. 

auch ohne zu sehen, ob sich ein Fahrrad auf dem Radstreifen befand, auf diesen 

und gab Vollgas. Hätte sich ein Fahrradfahrer dort befunden, wäre dem Beschul-

digten weder ein rechtzeitiges Ausweichen ohne Behinderung Dritter – aufgrund 

der Platzverhältnisse – noch ein rechtzeitiges Anhalten – aufgrund der von ihm 

gefahrenen Geschwindigkeit – möglich gewesen. Dies belegt auch die Kollision 

mit der Privatklägerin F._____, welche sich zumindest teilweise auf eben diesem 

Radstreifen befand. Nichts anderes wäre auch einem Fahrradfahrer widerfahren. 

Es handelt sich hierbei um eine krasse Verletzung elementarer Verkehrsregeln. 

Ein solches Verhalten stellt ebenso wie das blindlings erfolgte Befahren des Trot-

toirs ohne Weiteres eine qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln im 

Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG i.V.m. Art. 43 Abs. 2 SVG dar.  

6. Der Beschuldigte ist somit bezüglich Anklageziffer 4 des mehrfachen ver-

suchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie der 

qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 

SVG i.V.m. Art. 43 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen. 

C. Sachbeschädigung (Anklageziffer 8) 

1. Die Vorinstanz erachtete den vorliegenden Anklagesachverhalt als erstellt 

und sprach den Beschuldigten der (qualifizierten) Sachbeschädigung schuldig 

(Urk. 90 S. 132 f., S. 210 bis 213). 

2. Die amtliche Verteidigung wandte im Berufungsverfahren dagegen ein, dass 

der Beschuldigte den Vorwurf des BMW-Diebstahls anerkannt habe und daher die 

- 27 - 

Sachbeschädigung am entwendeten BMW, welche er grundsätzlich anerkenne, 

mitbestrafte Nachtat sei. Daher sei er nicht zusätzlich wegen Sachbeschädigung 

zu bestrafen (Urk. 158 S. 14 f.; vgl. auch Urk. 76 S. 21). 

3. Der Anklagesachverhalt ist ohne Weiteres erstellt (vgl. Urk. 90 S. 132 f.). 

Dessen Erfüllung wurde auch anlässlich der Berufungsverhandlung anerkannt 

(Urk. 158 S. 14). In rechtlicher Hinsicht stellt sich die Frage nach der Konkurrenz 

der Tatbestände der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und des 

Diebstahls desselben BMW gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, wofür der Beschuldigte 

bereits unter Anklageziffer 1 schuldig gesprochen wurde. Die amtliche Verteidi-

gung wie auch die Vorinstanz hielten zu Recht fest, dass die Beschädigung einer 

vorgängig von demselben Täter bereits gestohlenen Sache nach herrschender 

Lehre als mitbestrafte Nachtat des Diebstahls gilt und deshalb nicht zu einer 

zusätzlichen Verurteilung wegen Sachbeschädigung führt (vgl. Urk. 76 S. 21 und 

Urk. 158 S. 14 f.; Urk. 90 S. 212). Die Vorinstanz wich in der Folge jedoch be-

wusst von der herrschenden Lehre ab. Sie führte aus, eine Sachbeschädigung, 

welche allenfalls jede Möglichkeit einer Rückerlangung der Sache durch den 

rechtmässigen Eigentümer aufhebe, beeinträchtige die zivilrechtliche Eigentümer-

stellung (gemeint: des Geschädigten) mitunter intensiver als ein Diebstahl, wel-

cher bloss den Anspruch des Eigentümers auf Besitz gefährde. Es sei daher von 

echter Konkurrenz zwischen den Tatbeständen des Diebstahls und der Sachbe-

schädigung auszugehen und der Beschuldigte zusätzlich auch wegen Letzterem 

schuldig zu sprechen. 

Diese Ansicht der Vorinstanz überzeugt nicht. Es besteht vorliegend kein Anlass, 

von der herrschenden Lehre abzuweichen. Der von Gesetzes wegen schwerer 

wiegende Tatbestand des Diebstahls pönalisiert, wie auch derjenige der Sachbe-

schädigung, den unbefugten Eingriff des Täters in fremdes Vermögen. Der Dieb 

wird dabei – ungeachtet der konkreten Rückerlangungsaussichten des rechtmäs-

sigen Eigentümers – für den (präsumiert dauerhaften) Entzug des vollständigen 

wirtschaftlichen Wertes der gestohlenen Sache (Deliktsgut) bestraft. Strafrechtlich 

ist der unbefugte Eingriff in das fremde Vermögen damit in vollem Umfang abge-

golten. Eine nachträgliche Beschädigung der gestohlenen Sache kann für den 

- 28 - 

Geschädigten denn auch nicht mit einem weiteren, über 100 % hinausgehenden 

Wertverlust verbunden sein, für welchen der Dieb aber bereits bestraft wurde. Die 

Sachbeschädigung des Beschuldigten am zuvor von ihm gestohlenen BMW 750d 

(vgl. Anklageziffer 1) bleibt damit als sog. mitbestrafte Nachtat straflos. 

4. Der Beschuldigte ist somit bezüglich Anklageziffer 8 vom Vorwurf der qualifi-

zierten Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB freizu-

sprechen. 

D. Zusammenfassung / Fazit: 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte somit ferner 

− des mehrfachen versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 4) sowie 

− der qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 43 Abs. 2 SVG (Anklage-

ziffer 4) 

schuldig zu sprechen. 

Vom Vorwurf der qualifizierten Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

und 3 StGB gemäss Anklageziffer 8 ist der Beschuldigte dagegen freizusprechen. 

IV. Strafzumessung 

1. Hinsichtlich der allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung kann vorab 

auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in Urk. 90 S. 217 bis 221 oben 

verwiesen werden. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz jedoch, wenn sie die 

Täterkomponente bereits bei der Bildung der jeweiligen Einzelstrafen, mithin noch 

vor deren Asperation im Rahmen einer Gesamtstrafenbildung, berücksichtigt 

wissen will (Urk. 90 S. 221 f.). Ein solches Vorgehen widerspricht der gefestigten 

Praxis (auf welche die Vorinstanz selbst hingewiesen hat) und würde insbesonde-

re dazu führen, dass auch die Täterkomponente mit zu "asperieren" wäre, was ei-

ne sachfremde Vermischung von Tat- und Täterkomponenten darstellt, die der 

gesetzgeberischen Konzeption der Strafzumessung im Allgemeinen wie auch der 

- 29 - 

Gesamtstrafenbildung im Besonderen zuwiderläuft. Dass sich die Asperation le-

diglich auf Tat-, nicht aber auf Täterkomponenten bezieht, ergibt sich im Übrigen 

auch aus den (insoweit) zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen hierzu (vgl. 

Urk. 90 S. 255). Im Gegensatz zum jeweiligen Tatverschulden bezüglich einzelner 

Delikte, welches aufgrund der konkreten Umstände bei demselben Täter durch-

aus unterschiedlich ausgeprägt gewesen sein kann, bewertet die Täterkomponen-

te schliesslich die Person des Täters bzw. dessen gesamtes strafzumessungsre-

levantes Verhalten ausserhalb der zu beurteilenden Taten als Ganzes im Zeit-

punkt der Urteilsfällung. Auch aus diesem Grund ist eine (künstliche) "Aufteilung" 

der Täterkomponente auf einzelne Taten abzulehnen. Die Täterkomponente ist 

vielmehr (weiterhin) erst nach der Asperation aller Tatkomponenten gesamthaft – 

strafmindernd oder straferhöhend – in Anschlag zu bringen (BGer. 6B_265/2017 

vom 9. Februar 2018, E. 4.3. mit weiteren Hinweisen auf die Praxis). 

2. Zunächst ist somit für jedes Delikt innerhalb seines jeweiligen Strafrahmens 

eine Einzelstrafe (anhand der jeweiligen Tatkomponenten) festzulegen. Diese 

Einzelstrafen sind dann – soweit sie gleichartig ausfallen – erst in einem zweiten 

Schritt gegebenenfalls zu (einer oder mehreren) Gesamtstrafen im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 StGB zusammenzufassen. Bei der Gesamtstrafenbildung ist so-

dann jeweils von der für die schwerste Tat (pro Strafart) festgelegten Einzelstrafe 

als Einsatzstrafe auszugehen und diese ist dann für die übrigen Einzelstrafen 

(derselben Strafart) unter Beachtung des Asperationsprinzips angemessen zu er-

höhen, so dass die Gesamtstrafe höher ausfällt als die Einsatzstrafe, aber tiefer 

als die Summe der verwirkten Einzelstrafen. Zudem darf die Gesamtstrafe nicht 

tiefer ausfallen als die höchste gesetzliche Mindeststrafe aller daran beteiligten 

Strafrahmen (vgl. BGE 144 IV 217, E. 3.5.1 ff. und E. 4.). 

3. Die Vorinstanz hat für alle Delikte, deren Einzelstrafmass grundsätzlich noch 

die Ausfällung einer Geldstrafe anstelle einer Freiheitsstrafe erlaubte (bis zu 

180 Tagessätzen, Art. 34 Abs. 1 StGB), jeweils Geldstrafen ausgefällt und diese 

wiederum zu einer Gesamtgeldstrafe von 180 Tagessätzen zusammengefasst 

(Urk. 90 S. 258 f.). Sie hat dabei übersehen, dass vorliegend für die alternativ mit 

Freiheits- oder Geldstrafe bedrohten Delikte – ungeachtet der jeweiligen Strafhö-

- 30 - 

he – einzig die Ausfällung von Freiheitsstrafen in Betracht fällt. Denn am 

1. Januar 2018 trat der revidierte Art. 41 StGB in Kraft, welcher die Ausfällung ei-

ner Freiheitsstrafe anstelle einer ebenfalls möglichen Geldstrafe u.a. dann vor-

sieht, wenn eine Freiheitsstrafe geboten erscheint, um den Täter von der Bege-

hung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB). 

Diese Bestimmung dient der sog. negativen Spezialprävention, d.h. der individuel-

len Abschreckung von rückfälligen Tätern, die zuvor bereits erfolglos mit Geldstra-

fen belegt wurden und mit ihrem Rückfall bewiesen haben, dass sich die aus Ver-

hältnismässigkeitsgrundsätzen primär auszufällende Geldstrafe bei ihnen in 

präventiver Hinsicht als wirkungslos erweist. In solchen Fällen soll eine Freiheits-

strafe ausgesprochen werden (vgl. dazu BSK StGB-MAZZUCCHETTI, Art. 41 N. 39 

f.).  

Der Beschuldigte wurde bereits vor seinen heute zu beurteilenden Taten insge-

samt vier Mal wegen (mitunter einschlägigen) Delikten wie Hausfriedensbruch, 

Sachbeschädigung, Fahren in fahrunfähigem Zustand etc. mit (unbedingten) 

Geldstrafen und Bussen belegt (vgl. Urk. 137). Mit anderen Worten liess sich der 

Beschuldigte von den nur kurze Zeit vor den heute zu beurteilenden Delikten ge-

gen ihn ausgefällten Geldstrafen, Bussen und Kosten, mithin pekuniären Nachtei-

len, in spezialpräventiver Hinsicht offensichtlich nicht ansatzweise beeindrucken, 

sondern steigerte im Gegenteil seine Delinquenz noch massiv. Das überzeugen-

de forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. M._____ (vgl. dazu näher nach-

stehende E. V.3.1.-3.8.) konstatierte beim Beschuldigten denn auch u.a. "keine 

Beeindruckbarkeit durch Sanktionen" sowie ein "hohes Risiko für allgemeine De-

linquenz" als Folge der bei ihm diagnostizierten psychischen Störungen (vgl. 

Urk. D1/15/22 S. 55 und S. 65). Aus all diesen Gründen erscheint im Folgenden 

die Ausfällung von Freiheitsstrafen anstelle von Geldstrafen beim Beschuldigten 

im Sinne von Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB – ungeachtet der konkreten Strafhöhe – 

immer als geboten. Davon ausgenommen sind lediglich die mehrfache Hinderung 

einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 2 und 4), 

welcher Tatbestand von Gesetzes wegen einzig die Bestrafung mit einer Geld-

strafe bis zu 30 Tagessätzen vorsieht, sowie die Verletzung der Verkehrsregeln 

im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG (Anklageziffer 5), wobei es sich um eine Über-

- 31 - 

tretung handelt, die mit einer Busse gemäss Art. 106 StGB zu bestrafen ist. Für 

alle weiteren Delikte ist hingegen eine (Gesamt-)Freiheitsstrafe auszufällen. 

 

4. Zu beachten ist schliesslich das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 

StPO). Damit ist eine härtere Bestrafung des Beschuldigten als mit der von der 

Vorinstanz ausgefällten Freiheitsstrafe von 16 Jahren und 3 Monaten nebst einer 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 250.– von vornherein 

ausgeschlossen. 

5.1. Als schwerstes Delikt zur Festlegung der Einsatzstrafe massgebend ist (abs-

trakt wie auch konkret) der mehrfache versuchte Mord gemäss Anklageziffer 4. 

Der ordentliche Strafrahmen reicht gemäss Art. 112 StGB und Art. 40 Abs. 2 

StGB von 10 bis zu 20 Jahren bzw. lebenslänglicher Freiheitsstrafe. Wie die Vo-

rinstanz zutreffend ausführte ist die Einsatzstrafe insbesondere unter Berücksich-

tigung des objektiven und subjektiven Verschuldens wie auch des Doppelverwer-

tungsverbots, der mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit sowie des Umstan-

des, dass es beim Versuch geblieben ist, grundsätzlich innerhalb dieses ordentli-

chen Strafrahmens festzusetzen (Urk. 90 S. 222 bis 224). Infolge der Handlungs-

einheit des dem Beschuldigten zur Last fallenden rücksichtslosen Fluchtversuchs 

auf dem Fahrradstreifen/Trottoir, welcher beide Privatklägerinnen nahezu zeit-

gleich betraf, was praktisch einer Idealkonkurrenz gleichkommt, rechtfertigt es 

sich (entgegen der Vorinstanz), den mehrfachen versuchten Mord für die Straf-

zumessung gesamthaft zu bewerten. 

In objektiver Hinsicht fällt hierbei – ausgehend vom hypothetisch vollendeten 

Delikt – insbesondere ins Gewicht, dass der Beschuldigte zwei Menschen, die 

lediglich ihren Berufspflichten nachkamen, auf doch brutale Art und Weise durch 

Überfahren mit einem PS-starken Motorfahrzeug unvermittelt aus dem Leben riss. 

Auch unter Berücksichtigung des Doppelverwertungsverbots kann das objektive 

Verschulden damit nicht mehr am untersten Rand des Strafrahmens angesiedelt 

werden. Dieses ist vielmehr als nicht mehr leicht zu qualifizieren. 

- 32 - 

Subjektiv ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte zwar nur eventualvorsätz-

lich, indessen in besonderem Masse – die Mindestanforderungen der Mordqualifi-

kation überschreitend – skrupellos agierte, war er doch wild entschlossen, sich 

um jeden Preis seiner (gerechtfertigten) Verhaftung zu entziehen. Er nahm mithin 

aus nichtigen, rein egoistischen Gründen in Kauf, zwei ihm unbekannte Menschen 

zu ermorden, ohne dass ihm seine (Zufalls-)Opfer in irgendeiner Form dazu An-

lass gegeben hätten. Stark verschuldensrelativierend wirkt sich demgegenüber 

die beim Beschuldigten gutachterlich festgestellte, mittelgradig verminderte 

Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung aus (vgl. hier-

zu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich das 

Verschulden aufgrund der subjektiven Komponente auf eher leicht, entsprechend 

einer hypothetischen Einzelstrafe von 12 Jahren Freiheitsstrafe. 

Schliesslich ist gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB der Umstand, dass es bei einem 

(mehrfachen) Versuch blieb und die Geschädigten letztendlich überlebten, straf-

mindernd zu berücksichtigen. Unter Berücksichtigung dessen, dass die Privatklä-

gerin F._____ schwere, lebensgefährliche und langanhaltende Verletzungen erlit-

ten hat (vgl. Urk. D1/09/02 und D1/14/34), während die Privatklägerin G._____ 

glücklicherweise unverletzt blieb und mit einem Schrecken davonkam, wozu der 

Beschuldigte allerdings kaum etwas beigetragen hatte, rechtfertigt sich insgesamt 

lediglich eine leichte Strafminderung um ein Jahr auf 11 Jahre Freiheitsstrafe. Von 

dieser Einsatzstrafe ist im Folgenden auszugehen. 

5.2. Der Beschuldigte hat sich ferner unter Anklageziffer 6 der mehrfachen 

Gefährdung des Lebens schuldig gemacht, wofür er gemäss Art. 129 StGB mit 

einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren zu bestrafen ist. Wie die Vorinstanz zu-

treffend ausführte verengt sich dieser Strafrahmen vorliegend aufgrund der sog. 

Sperrwirkung der milderen Norm (Art. 90 Abs. 3 SVG) auf eine Freiheitsstrafe von 

einem bis zu fünf Jahren. Beizupflichten ist der Vorinstanz ferner darin, dass die 

Strafzumessung hinsichtlich dieses Tatbestandes aufgrund des engen Sach-

zusammenhangs der mehrfachen Tathandlungen sowie der (teilweisen) Idealkon-

kurrenz gesamthaft vorzunehmen ist (vgl. Urk. 90 S. 235). 

- 33 - 

In objektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte innert kürzes-

ter Zeit insgesamt fünf Menschen in unmittelbare Lebensgefahr brachte, indem er 

deren beiden Fahrzeuge insgesamt drei Mal gezielt und bei erheblichen gefahre-

nen Geschwindigkeiten zwischen 48 und 71 km/h mit seinem BMW rammte. Es 

ist von einem mittleren Verschulden auszugehen. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz und aus rein egoisti-

schen Motiven, um sich seiner Verhaftung zu entziehen, was sein Verschulden 

jedenfalls nicht mindert. Stark verschuldensrelativierend wirkt sich demgegenüber 

die beim Beschuldigten gutachterlich festgestellte, mittelgradig verminderte 

Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung aus (vgl. hier-

zu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich das 

Verschulden aufgrund der subjektiven Komponente damit auf nicht mehr leicht, 

entsprechend einer Einzelstrafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 18 Monate zu 

erhöhen. 

5.3. Der Beschuldigte hat sich unter Anklageziffer 6 ferner der einfachen Körper-

verletzung zum Nachteil des Privatklägers B._____ schuldig gemacht, wofür er 

gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei 

Jahren zu bestrafen ist. 

In objektiver Hinsicht bewirkte der Beschuldigte beim Privatkläger B._____ einen 

zwei Wochen anhaltenden Tinnitus, verursacht durch ein Knalltrauma infolge Aus-

lösen der Airbags im Zuge der vom Beschuldigten bewusst herbeigeführten Fahr-

zeugkollision. Das Verschulden ist als leicht einzustufen. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte eventualvorsätzlich im Rahmen seiner egois-

tisch geprägten Fluchtbemühungen, was das Verschulden nicht relevant mindert. 

Stark verschuldensrelativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten 

gutachterlich festgestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund 

seiner schweren psychischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 

Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der 

- 34 - 

subjektiven Komponente auf sehr leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 

15 Tagen Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 10 Tage zu erhö-

hen. 

5.4. Der Beschuldigte hat sich ferner unter Anklageziffer 1 des Diebstahls schul-

dig gemacht, wofür er gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von 

bis zu fünf Jahren zu bestrafen ist. 

Objektiv entwendete der Beschuldigte bei einem gezielten nächtlichen Einbruch in 

eine Autogarage einen BMW 750d im Wert von damals ca. Fr. 80'000.–. Das Ver-

schulden wiegt nicht mehr leicht. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus egoistischen 

Motiven, um sich zu bereichern, was sein Verschulden nicht reduziert. Stark 

verschuldensrelativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten 

gutachterlich festgestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund 

seiner schweren psychischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 

Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der 

subjektiven Komponente auf eher leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 

10 Monaten Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 6 Monate zu 

erhöhen. 

5.5. Der Beschuldigte hat sich ferner unter Anklageziffer 6 der mehrfachen 

qualifizierten Sachbeschädigung schuldig gemacht, wofür er gemäss Art. 144 

Abs. 1 und 3 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren zu bestrafen 

ist. 

Objektiv verursachte der Beschuldigte durch die von ihm bewusst herbeigeführten 

Kollisionen an zwei fremden Fahrzeugen einen erheblichen Sachschaden von je 

ca. Fr. 18'000.– bzw. ca. Fr. 20'000.–. Das Verschulden wiegt nicht mehr leicht. 

- 35 - 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und im Bestreben seine 

Flucht zu ermöglichen, was das Verschulden nicht reduziert. Stark verschuldens-

relativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten gutachterlich fest-

gestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psy-

chischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 

oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der subjektiven Kom-

ponente auf eher leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 8 Monaten Freiheits-

strafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 4 Monate zu 

erhöhen. 

5.6. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffer 1 der mehrfachen 

Sachbeschädigung schuldig, wofür er gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB mit einer 

Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zu bestrafen ist. 

Objektiv verursachte der Beschuldigte anlässlich seines Einbruchsdiebstahls in 

einer Autogarage einen Sachschaden von insgesamt ca. Fr. 2'000.–. Das Ver-

schulden wiegt eher leicht. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich sowie aus egoistischen 

Motiven, um den Diebstahl des BMW zu ermöglichen, was das Verschulden nicht 

mindert. Stark verschuldensrelativierend wirkt sich demgegenüber die beim 

Beschuldigten gutachterlich festgestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit 

aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits 

Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden 

aufgrund der subjektiven Komponente auf sehr leicht, entsprechend einer Einzel-

strafe von 15 Tagen Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 10 Tage zu 

erhöhen. 

5.7. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffer 9 der Sachbeschä-

digung schuldig, wofür er gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe 

von bis zu drei Jahren zu bestrafen ist. 

- 36 - 

Objektiv verursachte der Beschuldigte durch mutwillige Zerstörung seines Zellen-

inventars im Flughafengefängnis einen Sachschaden von ca. Fr. 4'000.–. Das 

Verschulden wiegt noch leicht. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und mutmasslich aus Frust 

über seine Inhaftierung, was das Verschulden jedoch nicht massgeblich reduziert. 

Stark verschuldensrelativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten 

gutachterlich festgestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund 

seiner schweren psychischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 

Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der 

subjektiven Komponente auf leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 30 Tagen 

Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 20 Tage zu 

erhöhen. 

5.8. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffer 1 des Hausfrie-

densbruchs schuldig, wofür er gemäss Art. 186 StGB mit einer Freiheitsstrafe von 

bis zu drei Jahren zu bestrafen ist. 

Objektiv drang der Beschuldigte des Nachts für kurze Zeit unbefugt in eine Auto-

garage ein, um dort einen Diebstahl zu begehen. Aufgrund des vom Beschuldig-

ten gewählten Tatzeitpunkts bestand dabei nur die minimale Gefahr einer Kon-

frontation mit den Hausrechtsberechtigten, die sich denn auch nicht realisierte. 

Das Verschulden wiegt eher leicht. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich sowie aus egoistischen 

Motiven, um den von ihm angestrebten Fahrzeugdiebstahl zu ermöglichen, was 

das Verschulden nicht reduziert. Stark verschuldensrelativierend wirkt sich dem-

gegenüber die beim Beschuldigten gutachterlich festgestellte, mittelgradig ver-

minderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung aus 

(vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich 

das Verschulden aufgrund der subjektiven Komponente auf sehr leicht, entspre-

chend einer Einzelstrafe von 15 Tagen Freiheitsstrafe. 

- 37 - 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 10 Tage zu erhö-

hen. 

5.9. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffer 9 der mehrfachen 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte schuldig, wofür er gemäss 

Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zu 

bestrafen ist. 

Objektiv griff der Beschuldigte zwei Gefängnisaufseher anlässlich einer Zellen-

verlegung im Flughafengefängnis mittels Wegschubsen bzw. einem versuchten 

Kniestoss tätlich an, wobei die angegriffenen Beamten keine Verletzungen davon-

trugen. Das Verschulden wiegt eher leicht. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und mutmasslich aus Frust 

über seine Inhaftierung, was das Verschulden jedoch nicht massgeblich reduziert. 

Stark verschuldensrelativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten 

gutachterlich festgestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund 

seiner schweren psychischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 

Mitte bis S. 229 oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der 

subjektiven Komponente auf sehr leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 

30 Tagen Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 20 Tage zu erhö-

hen. 

5.10. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffer 2 der qualifizierten 

groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig, wofür er gemäss Art. 90 Abs. 3 

SVG mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren zu bestrafen ist. 

Objektiv überschritt der Beschuldigte anlässlich seiner nächtlichen Flucht vor der 

Polizei über eine Strecke von mehreren Kilometern die zulässige Höchstge-

schwindigkeit von 120 km/h auf Autobahnen um 130 km/h. Er fuhr mithin mehr als 

doppelt so schnell wie erlaubt und gar 50 km/h schneller als zur Erfüllung des 

qualifizierten Tatbestands erforderlich. Der Beschuldigte schuf damit eine massiv 

erhöhte Gefahr eines schweren Autounfalls, zumal andere Verkehrsteilnehmer 

- 38 - 

nicht mit einer derart krassen Verkehrsregelverletzung rechnen mussten. Sein 

Verschulden ist auch innerhalb des qualifizierten Tatbestands als erheblich einzu-

stufen. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und im Bestreben seine 

Flucht zu ermöglichen, was das Verschulden nicht reduziert. Stark verschuldens-

relativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten gutachterlich fest-

gestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psy-

chischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 

oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der subjektiven Kom-

ponente auf keinesfalls leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 24 Monaten 

Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 18 Monate zu er-

höhen. 

5.11. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffern 4 und 5 der 

mehrfachen qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig, wofür 

er gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jah-

ren zu bestrafen ist. Mit der Vorinstanz rechtfertigt sich aufgrund des engen Sach-

zusammenhangs dieser Delikte, die der Beschuldigte innert weniger Minuten im 

Rahmen seiner Flucht vor der Polizei beging, eine gesamthafte Strafzumessung. 

Zur näheren Umschreibung des objektiven Verschuldens kann auf die zutreffen-

den Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 243 f.). Dieses 

wiegt gesamthaft, auch innerhalb des qualifizierten Tatbestands, recht schwer. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und im Bestreben seine 

Flucht zu ermöglichen, was das Verschulden nicht reduziert. Stark verschuldens-

relativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten gutachterlich fest-

gestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psy-

chischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 

oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der subjektiven Kom-

- 39 - 

ponente auf beträchtlich, entsprechend einer Einzelstrafe von 36 Monaten Frei-

heitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 24 Monate zu er-

höhen. 

5.12. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffern 5 und 6 der mehr-

fachen groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig, wofür er gemäss Art. 90 

Abs. 2 SVG mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zu bestrafen ist. 

Aufgrund des engen Sachzusammenhangs dieser Delikte, die der Beschuldigte 

innert weniger Minuten im Rahmen seiner Flucht vor der Polizei beging, rechtfer-

tigt sich auch hier eine gesamthafte Strafzumessung. 

Objektiv schuf der Beschuldigte mit seinem absichtlichen Linksvorbeifahren an 

einer Verkehrsinsel wie auch mit dem Weiterfahren nach dem Verlust des vorde-

ren rechten Pneus jeweils eine (zusätzlich) erhöhte abstrakte, jedoch keine kon-

krete Unfallgefahr. Das Verschulden ist als noch leicht zu qualifizieren. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und im Bestreben seine 

Flucht zu ermöglichen, was das Verschulden nicht reduziert. Stark verschuldens-

relativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten gutachterlich fest-

gestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psy-

chischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 

oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der subjektiven Kom-

ponente auf leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 40 Tagen Freiheitsstrafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 30 Tage zu erhö-

hen. 

5.13. Der Beschuldigte machte sich ferner unter Anklageziffer 7 des Fahrens ohne 

Berechtigung schuldig, wofür er gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG mit einer 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen ist. 

Objektiv fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte ohne im Besitz eines gültigen 

Führerausweises zu sein in einem Zeitraum von ca. 18 Stunden mit einem ge-

- 40 - 

stohlenen hochmotorigen Personenwagen in der Schweiz lange Strecken zurück-

legte, wobei er sich zudem schwerste Verkehrsregelverletzungen zu Schulden 

kommen liess, bis er schliesslich von der Polizei gestoppt werden konnte. Das 

Verschulden erscheint erheblich. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich sowie aus offenkundig ego-

istischen Motiven, was das Verschulden nicht reduziert. Stark verschuldensrelati-

vierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten gutachterlich festgestell-

te, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psychi-

schen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 oben). 

Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der subjektiven Komponente 

auf keinesfalls leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 15 Monaten Freiheits-

strafe. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 8 Monate zu er-

höhen. 

5.14. Schliesslich machte sich der Beschuldigte unter Anklageziffer 3 des Miss-

brauchs von Ausweisen und Schildern schuldig, wofür er gemäss Art. 97 Abs. 1 

lit. g SVG mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zu bestrafen ist. 

Hinsichtlich des objektiven wie subjektiven Verschuldens kann auf die zutreffen-

den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 245). Gestützt 

auf ein gesamthaft leichtes Verschulden ist die Einzelstrafe jedoch auf 60 Tage 

festzusetzen. 

In Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 30 Tage zu erhö-

hen. 

5.15. Als Zwischenresultat ergibt sich aufgrund der asperierten Tatkomponenten 

somit eine einstweilige Gesamtstrafe von 17 Jahren, 10 Monaten und 10 Tagen. 

Es bleibt nun noch die Täterkomponente zu berücksichtigen. 

6.1. Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 90 S. 230), zumal 

- 41 - 

der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte, korrekte Anga-

ben hierzu gemacht zu haben. Er führte sodann aus, hinsichtlich seiner persönli-

chen Verhältnisse habe sich nicht viel verändert. Er sei einfach psychisch stabiler 

geworden (Urk. 154 S. 2 f.). Die persönlichen Verhältnisse wirken sich insgesamt 

strafzumessungsneutral aus. 

6.2. Wie bereits erwähnt weist der Beschuldigte mehrere Vorstrafen auf. So wur-

de er am 22. Mai 2017 von der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland wegen 

Hausfriedensbruchs mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– (wobei der bedingte Vollzug schliesslich nach mehrfacher Nichtbewäh-

rung widerrufen wurde) sowie mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft. Am 30. Juli 

2018 wurde der Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland 

wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie mehrfacher Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes mit einer unbedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– bestraft. Am 14. November 2018 wurde der Beschuldigte von der Staats-

anwaltschaft Winterthur / Unterland wegen Hausfriedensbruchs mit einer unbe-

dingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.– bestraft. Am 1. Oktober 2019 

wurde der Beschuldigte schliesslich von der Staatsanwaltschaft Winterthur / Un-

terland wegen Sachbeschädigung, geringfügigem Missbrauch einer Datenverar-

beitungsanlage sowie Nichtanzeigen eines Fundes mit einer unbedingten Geld-

strafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.– (wovon 1 Tagessatz durch Haft erstanden 

wurde) sowie mit einer Busse von Fr. 500.– bestraft (vgl. zum Ganzen Urk. 137). 

Diese insgesamt vier Vorstrafen sind weitgehend einschlägig, jedoch nicht allzu 

gravierend. Sie sind leicht straferhöhend zu berücksichtigen. Eine zusätzliche 

Straferhöhung für Delinquenz während laufender Strafuntersuchung rechtfertigt 

sich vorliegend mit der Vorinstanz nicht (vgl. Urk. 90 S. 231). 

6.3. Das Nachtatverhalten des Beschuldigten war von Ambivalenz geprägt, 

räumte er die ihm vorgeworfenen Sachverhalte doch zunächst teilweise freimütig 

ein, verweigerte aber ab der Schlusseinvernahme jegliche Aussagen zur Sache 

und beschränkte sich fortan auf das Verlesen vorbereiteter Statements, was nicht 

massgeblich zu seinen Gunsten berücksichtigt werden kann, sind diese doch 

kaum mehr Ausdruck aufrichtiger Reue und Einsicht. Während der Beschuldigte 

- 42 - 

vor Vorinstanz durch seine amtliche Verteidigung noch in zahlreichen Punkten 

Schuldsprüche beantragen liess, focht er dieses Urteil anschliessend zunächst in 

nahezu sämtlichen Punkten an, also auch insoweit seinen Anträgen von der 

Vorinstanz gefolgt worden war. Erst kurz vor der Berufungsverhandlung wurde die 

Berufung in weiten Teilen zurückgezogen. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend 

erwog (Urk. 90 S. 232) dürfte das erratisch anmutende Prozessverhalten des 

Beschuldigten zumindest teilweise seiner psychischen Erkrankung geschuldet 

sein. Ausserdem schien sich der Beschuldigte mit fortschreitender Verfahrens-

dauer zunehmend den (dem Gericht naturgemäss unbekannten) Instruktionen 

seiner Verteidigerin zu unterziehen. Insgesamt sind dennoch klare Bestrebungen 

des Beschuldigten erkennbar, sich bereits frühzeitig dem Verfahren zu stellen und 

zumindest teilweise Verantwortung für seine Taten zu übernehmen, was in 

Anbetracht der schwerwiegenden Tatvorwürfe zu einer deutlichen Strafminderung 

führen muss. 

6.4. Im Resultat überwiegen die strafmindernden Faktoren. Die aufgrund der 

Tatkomponenten auszufällende Freiheitsstrafe ist nach Berücksichtigung der Tä-

terkomponente auf 16 Jahre zu reduzieren, was zugleich die Gesamtstrafe dar-

stellt. 

7. Ferner ist der Beschuldigte für die mehrfache Hinderung einer Amtshand-

lung gemäss Anklageziffern 2 und 4 nach Art. 286 Abs. 1 StGB mit einer Geld-

strafe von bis zu 30 Tagessätzen zu bestrafen. 

Objektiv hinderte der Beschuldigte zwei Mal Polizeibeamte (vorübergehend) da-

ran, ihn zu verhaften, indem er ihnen mit dem Auto davonfuhr. In diesem Zusam-

menhang sind die zahlreichen vom Beschuldigten auf der Flucht verübten Delikte 

nicht noch einmal zu sanktionieren. Das Verschulden wiegt noch leicht. 

Subjektiv handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und im Bestreben seine 

Flucht zu ermöglichen, was das Verschulden nicht reduziert. Stark verschuldens-

relativierend wirkt sich demgegenüber die beim Beschuldigten gutachterlich fest-

gestellte, mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner schweren psy-

chischen Erkrankung aus (vgl. hierzu bereits Urk. 90 S. 227 Mitte bis S. 229 

- 43 - 

oben). Insgesamt reduziert sich das Verschulden aufgrund der subjektiven Kom-

ponente auf leicht, entsprechend einer Einzelstrafe von 5 Tagessätzen Geldstra-

fe. 

Hinsichtlich der Täterkomponente kann grundsätzlich auf die vorstehenden 

Ausführungen verwiesen werden. Der Beschuldigte war bezüglich des vorliegen-

den Vorwurfs geständig. Die auszufällende Geldstrafe ist damit auf das gesetzli-

che Minimum von 3 Tagessätzen zu reduzieren (Art. 34 Abs. 1 StGB). 

Die Tagessatzhöhe ist unter Hinweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen auf 

Fr. 10.– festzusetzen (Urk. 90 S. 260), zumal sich an den persönlichen Verhält-

nissen des Beschuldigten im Berufungsverfahren nichts wesentliches geändert 

hat. 

8. Die von der Vorinstanz festgesetzte Übertretungsbusse von Fr. 250.– für die 

einfache Verletzung der Verkehrsregeln unter Anklageziffer 5 (Missachten des 

Blinklichtsignals vor einem Bahnübergang) ist angemessen und unter Hinweis auf 

deren zutreffende Erwägungen (Urk. 90 S. 253) ohne Weiteres zu bestätigen. 

9. Insgesamt ist der Beschuldigte somit mit einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren, 

einer Geldstrafe von 3 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie mit einer Busse von 

Fr. 250.– zu bestrafen. An die Freiheitsstrafe sind bis und mit heute 1474 Tage 

erstandene Haft sowie vorzeitiger Straf- und Massnahmevollzug anzurechnen 

(Art. 51 StGB). Die Freiheits- wie auch die Geldstrafe und die Busse sind unter 

Hinweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu vollziehen. Die Er-

satzfreiheitsstrafe für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse ist mit der 

Vorinstanz auf 2 Tage festzusetzen (vgl. Urk. 90 S. 276 f.). 

V. Massnahme 

1. Die Vorinstanz ordnete für den Beschuldigten eine stationäre Massnahme 

gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB (Behandlung psychischer Störungen) an und schob 

den Vollzug der Freiheitsstrafe zu deren Gunsten auf (Urk. 90 S. 260 unten bis 

S. 276 oben sowie S. 278). 

- 44 - 

2. Die amtliche Verteidigung beantragte im Berufungsverfahren dagegen die 

Anordnung einer stationären Massnahme für junge Erwachsene gemäss Art. 61 

StGB (Urk. 158 S. 2). Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, dass 

nicht auf das vorliegende amtliche Gutachten von Dr. M._____ abgestellt werden 

könne, da dieses mangelhaft, nicht nachvollziehbar und veraltet sei. Hingegen sei 

den Empfehlungen des von der amtlichen Verteidigung beigezogenen Privatgut-

achters Dr. N._____ zu folgen, welcher beim Beschuldigten eine Störung in der 

Persönlichkeitsentwicklung festgestellt habe (Urk. 155 S. 2-11; Urk. 158 S. 16-

23). Es fehle insbesondere an der erforderlichen Konnexität zwischen den diag-

nostizierten Störungen und den Anlassdelikten (Urk. 158 S. 17). Inzwischen habe 

sodann eine Stabilisierung der Schizophrenie stattgefunden, wobei selbst nach 

Auffassung des Sachverständigen die Aufnahme in eine Institution im Sinne von 

Art. 61 StGB nach einer solchen Stabilisierung möglich sei (Urk. 158 S. 23). 

3.1. Vorab kann vollumfänglich auf die umfassenden und in allen Teilen zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz zum Thema verwiesen werden, welche sich 

auch bereits mit den wesentlichen Einwendungen der amtlichen Verteidigung 

auseinandergesetzt hat (Urk. 90 S. 260 unten bis S. 276 oben), so insbesondere 

auch mit dem Zusammenhang zwischen den Anlassdelikten und der paranoiden 

Schizophrenie (Urk. 90 S. 265 f.). Ergänzend dazu ist Folgendes auszuführen: 

3.2. Das vorliegende forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. M._____ 

(samt seinen diversen schriftlichen und mündlichen Ergänzungen, vgl. 

Urk. D1/15/22; D1/15/27; D1/15/33 sowie Prot. I S. 95 ff.) erweist sich in formaler 

Hinsicht ohne Weiteres als gültig. Beim Gutachter handelt es sich um einen 

qualifizierten und erfahrenen forensischen Psychiater, der auch im 

Gutachterverzeichnis des Kantons Zürich gemäss § 10 PPGV geführt wird. Der 

Beschuldigte war zu den Tatzeitpunkten bereits 20 Jahre und 8 Monate alt, womit 

dessen Begutachtung im Rahmen der Erwachsenenpsychiatrie (und nicht der 

Kinder- und Jugendpsychiatrie) ohne Weiteres als sachgerecht erscheint, zumal 

strafrechtliche Gutachten häufig, wenn nicht meistens Männer in dieser 

Altersgruppe betreffen. Dies stellt somit (entgegen der amtlichen Verteidigung) für 

- 45 - 

einen forensischen Gutachter keine aussergewöhnliche Situation dar, die 

zusätzlicher Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Adoleszenz bedürfte. 

3.3.1. Das vorliegende Gutachten von Dr. M._____ vom 28. Januar 2020 samt 

seinen diversen Ergänzungen erscheint denn – entgegen der amtlichen Verteidi-

gung und mit der Vorinstanz in Urk. 90 S. 227 ff. und S. 262 ff. – auch inhaltlich 

als umfassend, nachvollziehbar und überzeugend. Der Gutachter hat mit seinen 

Ausführungen insbesondere ausführlich und schlüssig aufgezeigt, dass es beim 

Beschuldigten ca. ab dem 18. Altersjahr – allenfalls begünstigt durch einen länge-

ren exzessiven Cannabiskonsum – relativ plötzlich zum Ausbruch einer paranoi-

den Schizophrenie gekommen ist, welche zu einer negativen Veränderung der bis 

dahin ("prämorbid") unauffällig entwickelten Persönlichkeit des Beschuldigten mit 

einhergehender zunehmender Delinquenz des Beschuldigten führte. Ferner legte 

der Gutachter dar, dass im Gegensatz dazu keine Anhaltspunkte für eine von der 

paranoiden Schizophrenie als Grunderkrankung unabhängige, längerfristige 

negative (dissoziale) Persönlichkeitsentwicklung des Beschuldigten vorliegen, 

zumal der Beschuldigte bis zu seinem 18. Altersjahr offenbar privat und beruflich 

weitestgehend integriert war, behütet aufwuchs und sich die nachfolgende 

plötzliche Delinquenz des Beschuldigten auch nicht durch seinen Drogenkonsum 

schlüssig erklären lässt. Der Gutachter legte des Weiteren auch dar, dass bei 

diesem Störungsbild eine längerfristige stationäre Behandlung der letztlich delikts-

relevanten paranoiden Schizophrenie des Beschuldigten im Vordergrund stehen 

muss, wobei sich der Beschuldigte im Zeitpunkt der Begutachtung diesbezüglich 

noch kaum einsichtig zeigte. Mit anderen Worten hat die vorliegend zu beurteilen-

de Delinquenz gemäss Gutachten, wie die Verteidigung ebenfalls erkannte, nichts 

mit einem Liebeswahn zu tun, sondern ist Ausdruck vom Persönlichkeitszerfall, 

der beim Beschuldigten aufgrund seiner paranoiden Schizophrenie stattgefunden 

hat.  

3.3.2. Die Legalprognose des Gutachters stützt sich sowohl auf die Ergebnisse 

des statistisch-nomothetischen (aktuarischen) Verfahrens als auch auf individual-

prognostisch/klinisch ideographische Überlegungen. Es flossen eigene Abklärun-

gen und Feststellungen ein. Die jeweiligen Überlegungen wurden schlüssig und 

- 46 - 

nachvollziehbar ausgeführt (vgl. insbesondere Urk. 1/15/22 S. 61-65 i.V.m. 

S. 29 f. und S. 72-76 sowie Anhänge 1 und 2 zum Gutachten). Inwiefern die Risi-

kobeurteilung methodisch weder den juristischen noch den forensisch-

psychiatrischen Anforderungen an eine fachgerechte Begutachtung genügen soll, 

erhellt nicht. Auch die Fragen, mit welchen Delikten, mit welchem Risiko zu rech-

nen sei (vgl. Urk. 1/15/22 S. 65) und wie dieser Rückfallgefahr begegnet werden 

könne (vgl. Urk. 1/15/22 S. 69 f.) sind nachvollziehbar beantwortet. Je schwerer 

die Anlassdelikte sind, desto geringer muss die Rückfallgefahr sodann sein, um 

die Verhältnismässigkeit der Massnahme zu begründen, wobei vorliegend länger-

fristig gar ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Gewaltstraftaten besteht 

(Urk. 1/15/22 S. 65; vgl. zum Ganzen Urk. 90 S. 268 f.).  

3.3.3. Das Gutachten geht, wie die amtliche Verteidigung richtig erkannte, vom 

Anklagesachverhalt als Arbeitshypothese aus. Eine Hypothese ist erforderlich, 

damit auf deren Basis ein Gutachten erstellt werden kann. Diese hat sich vorlie-

gend auch als richtig erwiesen, wobei die Möglichkeit, dass sich die Privatklägerin 

F._____ erst im Verlauf des Ausscher- bzw. Überholmanövers auf die Kollisions-

stelle zu bewegte im Ergänzungsgutachten Eingang fand. Damit ist dies nicht zu 

beanstanden. 

3.4. Ergänzend zu den Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 90 S. 265 f.) kann 

angemerkt werden, dass nebst dem Gutachten sowohl der Therapiezwischenbe-

richt vom 15. August 2023 als auch der diesen ergänzende Verlaufsbericht vom 

15. Oktober 2023 den Zusammenhang zwischen Anlassdelikten und schizophre-

ner Erkrankung des Beschuldigten bestätigen. So erläutern diese, dass die vom 

Beschuldigten begangenen Straftaten in einem direkten Zusammenhang mit der 

über Jahre unzureichend behandelten paranoiden Schizophrenie stünden, welche 

ganz konkret zum Deliktszeitpunkt mit einer veränderten Wahrnehmung, einer 

krankheitsbedingten erhöhten Impulsivität und Labilität mit Veränderungen im 

Affekt und einem Wegfall von Hemmmechanismen einhergegangen sei. Darüber 

hinaus habe beim Beschuldigten im exazerbierten Zustand eine Unfähigkeit 

Handlungsalternativen zu entwickelnd und negative Verhaltenskonsequenzen 

adäquat zu antizipieren bestanden (Urk. 142 S. 2; Urk. 148 S. 2).  

- 47 - 

3.5. Auch das im Auftrag der amtlichen Verteidigung erstellte Privatgutachten 

von PD Dr. med. N._____ vom 23. Januar 2022 bestätigte die gutachterlichen 

Diagnosen einer paranoiden Schizophrenie sowie einer Cannabisabhängigkeit 

nebst einer damit einhergehenden mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit und 

einer grundsätzlichen Massnahmeindikation, wobei der Privatgutachter davon 

ausging, dass die "erfolgreiche Behandlung" der akuten Symptomatik der Schizo-

phrenie bereits erreicht sei, weshalb nun "zur Nachreifung der Persönlichkeitsstö-

rung" die Anordnung einer Massnahme für junge Erwachsene nach Art. 61 StGB 

nebst einer Behandlung der Cannabisabhängigkeit angezeigt sei (Urk. 66/1). Die-

ses Privatgutachten ist jedoch letztlich nicht geeignet, das überzeugende amtliche 

Gutachten von Dr. M._____ in Frage zu stellen, zumal es sich mit diesem gar 

nicht näher auseinandersetzt. Der Privatgutachter nahm vielmehr einfach eine 

(wesentlich weniger umfassende) "Alternativbegutachtung" des Beschuldigten in 

dessen Auftrag vor und gelangte zur (vom Beschuldigten gewünschten, jedoch 

objektiv wenig nachvollziehbaren) Empfehlung einer stationären Massnahme 

nach Art. 61 StGB. Wie der Gutachtensauftrag lautete und wie dieses genau zu-

stande kam, ist nicht bekannt. Dass dieses wohl mit Blick auf die gewünschte 

Massnahme für junge Erwachsen erstellt wurde, lässt sich nicht von der Hand 

weisen. Soweit der Privatgutachter bereits von einer "erfolgreichen Behandlung" 

der Schizophrenie des Beschuldigten ausging, steht dies in deutlichem Wider-

spruch zu den damals vorliegenden Verlaufsberichten der PUK Rheinau, welche 

dem Beschuldigten eine nach wie vor ausgeprägte Symptomatik bei einer erst 

beginnenden Behandlungseinsicht attestierten (vgl. Urk. 58). Demgegenüber er-

scheinen die von Dr. M._____ im Januar 2020 gestellten Diagnosen nebst der In-

dikation für eine längerfristige stationäre forensisch-psychiatrische Behandlung 

des Beschuldigten aufgrund der vorliegenden Verlaufsberichte aus dem vorzeiti-

gen Massnahmevollzug in der PUK Rheinau nach wie vor als aktuell. Diese wur-

den denn auch durch die behandelnden Ärzte nie in Frage gestellt, sondern viel-

mehr wiederholt bestätigt (vgl. Urk. 58, 107, 125, 135, 142 und 148). 

3.6.1. Sodann konnte die stationäre psychiatrische Behandlung des 

Beschuldigten seit dem vorinstanzlichen Urteil im Februar 2022 gemäss den 

genannten detailliert und nachvollziehbar verfassten aktuellen Verlaufsberichten 

- 48 - 

offenbar weitere Fortschritte erzielen, wobei ein stabil teilremittiertes Zustandsbild 

der paranoiden Schizophrenie erreicht werden konnte (Urk. 142 S. 2). Infolge 

objektivierbarer Stressoren liessen sich jedoch zuweilen noch 

psychopathologische Auffälligkeiten i.S.v. nicht überdauernden Ich Störungen, 

Wahnwahrnehmungen und Wahnge-danken eruieren, wobei diese sowohl in ihrer 

Quantität als auch Qualität rückläufig seien und sich durchgehend ohne affektive 

Beteiligung oder Handlungsdrang präsentierten. Die Negativsymptomatik, welche 

sich durch einen verarmten Affekt mit reduzierter emotionaler 

Schwingungsfähigkeit, Avolition sowie Ideenarmut und einer defizitären 

Introspektions- und Reflexionsfähigkeit darstelle, sei sodann weiterhin 

wahrnehmbar, zeige sich aber zuletzt regredient. Im geschützten und gut 

strukturierten Setting des geschlossenen Massnahmevollzugs zeige der Beschul-

digte eine anhaltend gute Medikamentencompliance, welche sich durch die regel-

mässig durchgeführten Blutspiegelkontrollen objektivieren lasse. Diese sei jedoch 

noch überwiegend extrinsisch motiviert. Eine intrinsisc