# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f02f4280-4f34-5a7a-9c2e-417691291496
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2014 C-5286/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5286-2013_2014-12-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-5286/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Markus Metz (Vorsitz), 

Richter Michael Peterli, Richter Christoph Rohrer,    

Gerichtsschreiber Roger Stalder. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______, Deutschland,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Berufliche Massnahmen (Verfügung vom 15. August 2013). 

 

 

C-5286/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend Versicherter oder Beschwerdeführer), geboren 

am 11. Juni 1965 und wohnhaft in Deutschland, ist gelernter Krankenpfle-

ger. Er arbeitete in seiner Eigenschaft als Grenzgänger seit dem 1. Mai 

2007 mit Vollbeschäftigung als Projektleiter (bzw. Chief Operating Officer 

[COO]) bei der B._______ AG in C._______. Seit dem 1. August 2011 ist 

er infolge kardiologischer Beschwerden und wegen Asthma Bronchiale 

krankgeschrieben. Am 26. Januar 2012 reichte er auf Weisung seiner 

Taggeldversicherung, der D._______, der Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons St. Gallen, IV-Stelle (nachfolgend IV-Stelle SG), eine Anmeldung 

für berufliche Integration/Rente ein (Akten der IV-Stelle SG [nachfolgend 

act.] 1, 2 und 35 S. 3). Er ergänzte die Anmeldung mit der Eingabe vom 

5. Februar 2012 (act. 7). Nach Vorliegen einer Stellungnahme von 

Dr. med. E._______, Fachärztin für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärzt-

lichen Dienst (nachfolgend RAD) vom 6. November 2012 (act. 34) wurde 

dem Versicherten am 9. November 2012 mitgeteilt, aufgrund seines Ge-

sundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen Eingliederungsmass-

nahmen möglich (act. 37). 

B.  

In der Folge verfasste Dr. med. F._______, Facharzt für Allgemeinmedi-

zin, am 22. Mai 2013 einen Verlaufsbericht (act. 47). Nach Würdigung 

dieses Berichts resp. des Gesundheitszustandes des Versicherten und 

dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit durch die 

RAD-Ärztin Dr. med. E._______ am 11. Juni 2013 (act. 49) liess die IV-

Stelle SG den Versicherten am 18. Juni 2013 wissen, dass das Leis-

tungsbegehren auf berufliche Massnahmen abgewiesen werde, weil er in 

seiner bisherigen Tätigkeit nicht eingeschränkt sei, und er betreffend Ren-

te später eine separate Verfügung erhalte (act. 53). Im Anschluss an das 

Schreiben des Versicherten vom 25. Juni 2013 (act. 55) erliess die IVSTA 

am 15. August 2013 eine der Mitteilung vom 18. Juni 2013 entsprechende 

Verfügung (act. 59). 

C.  

Hiergegen reichte der Versicherte am 30. August 2013 bei der IVSTA 

"Widerspruch" ein. Diese Eingabe wurde dem Bundesverwaltungsgericht 

mit Schreiben vom 18. September 2013 zur weiteren Veranlassung 

übermittelt (act. im Beschwerdeverfahren [nachfolgend B-act.] 1). 

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Seite 3 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht nahm die Eingabe vom 30. August 2013 

als Beschwerde entgegen. Darin führte der Versicherte aus, er sei weiter-

hin arbeitsunfähig und könne deshalb der Einschätzung, dass ihm eine 

leidensadaptierte, körperlich leichte Tätigkeit zumutbar und er deswegen 

in seiner bisherigen Tätigkeit als Geschäftsführer mit Berater- und Reise-

tätigkeit nicht eingeschränkt sei, nicht teilen. Er forderte die nochmalige 

Überprüfung seines Gesundheitszustands und einen positiven Bescheid 

des Leistungsbegehrens. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. September 2013 wurde der Beschwerde-

führer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen aufgefordert, einen Kosten-

vorschuss von Fr. 400.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten 

zu leisten (B-act. 2 und 3). Dieser Aufforderung wurde nachgekommen 

(B-act. 4). 

F.  

In ihrer Vernehmlassung vom 4. Dezember 2013 beantragte die Vorin-

stanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf 

die Stellungnahme der IV-Stelle SG vom 29. November 2013 (B-act. 6). 

Darin wurde zusammengefasst ausgeführt, gemäss der schlüssigen 

RAD-Stellungnahme vom 11. Juni 2013 sei der Beschwerdeführer in einer 

körperlich leichten Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig. Es sei nicht ersicht-

lich, inwiefern diese Einschätzung des RAD rechtsfehlerhaft sein sollte. 

G.  

Unter Beilage weiterer Unterlagen hielt der Beschwerdeführer in der Rep-

lik vom 30. Januar 2014 an seinem Begehren um Gutheissung seiner Be-

schwerde fest (B-act. 8). Zur Begründung führte er zusammengefasst 

aus, ihm seien Verrichtungen, die den Kernbereich seiner bisherigen Tä-

tigkeit ausmachten, nicht mehr möglich. Er sei aufgrund fehlender Belast-

barkeit nicht mehr in der Lage, sich Stresssituationen auszusetzen. 

H.  

Mit Schreiben vom 18. Februar 2014 verzichtete die IV-Stelle SG auf die 

Einreichung einer Duplik; die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung 

vom 27. Februar 2014 an ihrem Begehren auf Beschwerdeabweisung 

fest (act. 11). 

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Seite 4 

I.  

Auf die weiteren Eingaben und Unterlagen der Verfahrensparteien kommt 

das Bundesverwaltungsgericht – soweit entscheidrelevant – in den Erwä-

gungen zurück. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-

fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz 

des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch 

Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-

validenversicherung [IVG, SR 831.20] sowie Art. 40 Abs. 2 und 3 der Ver-

ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 

831.201]). Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist in casu nicht 

gegeben (Art. 32 VGG). 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestim-

mungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialver-

sicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversiche-

rungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des 

ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht 

ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. In formellrechtlicher 

Hinsicht finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln 

mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich dieje-

nigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebe-

urteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht 

(vgl. Art. 22a in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 50 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung vom 

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Seite 5 

15. August 2013 (act. 59) ist der Beschwerdeführer besonders berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

(vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem auch der Kostenvorschuss von 

Fr. 400.- geleistet worden ist (B-act. 4), ergibt sich zusammenfassend, 

dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Beschwerde 

ist daher einzutreten.  

1.4 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der Vorinstanz vom 15. Au-

gust 2013 (act. 59). Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit dieser 

Verfügung resp. ob die Vorinstanz den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf berufliche Massnahmen zu Recht abgewiesen hat. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

2.  

Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren im Wesentlichen 

anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in 

Deutschland, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene 

Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits 

und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über die Freizügigkeit 

vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, im Folgenden: FZA, SR 

0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG in der Fassung gemäss Ziff. I 

4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 2001 betreffend die Bestim-

mungen über die Personenfreizügigkeit im Abkommen zur Änderung des 

Übereinkommens zur Errichtung der EFTA, in Kraft seit 1. Juni 2002). 

Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin gelten-

den bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union inso-

weit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). 

Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit 

koordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der 

Vertragsstaaten zu gewährleisten.  

Nach Art. 3 Abs. 1 der bis zum 31. März 2012 in Kraft gewesenen Ver-

ordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831. 

109.268.1) hatten die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates 

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wohnten, für die diese Verordnung galt, die gleichen Rechte und Pflichten 

aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates wie die Staatsan-

gehörigen dieses Staates selbst, soweit besondere Bestimmungen dieser 

Verordnung nichts anderes vorsehen. Dabei war im Rahmen des FZA 

und der Verordnung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ zu betrachten 

(Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA).  

Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (15. August 2013) finden vorlie-

gend auch die am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) 

Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 

2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 

0.831.109.268.1) sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten 

für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordi-

nierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11) An-

wendung. Gemäss Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Per-

sonen, für die diese Verordnung gilt, sofern (in dieser Verordnung) nichts 

anderes bestimmt ist, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der 

Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses 

Staates. Im Rahmen ihres Geltungsbereichs tritt diese Verordnung an die 

Stelle aller zwischen den Mitgliedstaaten geltenden Abkommen über so-

ziale Sicherheit. Einzelne Bestimmungen von Abkommen über soziale Si-

cherheit, die von den Mitgliedstaaten vor dem Beginn der Anwendung 

dieser Verordnung geschlossen wurden, gelten jedoch fort, sofern sie für 

die Berechtigten günstiger sind oder sich aus besonderen historischen 

Umständen ergeben und ihre Geltung zeitlich begrenzt ist. Um weiterhin 

Anwendung zu finden, müssen diese Bestimmungen in Anhang II aufge-

führt sein. Ist es aus objektiven Gründen nicht möglich, einige dieser Be-

stimmungen auf alle Personen auszudehnen, für die diese Verordnung 

gilt, so ist dies anzugeben (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/ 

2004). Die Bestimmung des anwendbaren Rechts ergibt sich aus Art. 11 

ff. der Verordnung (EG) Nr. 883/2004. Der Anspruch auf berufliche Mass-

nahmen richtet sich auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweize-

rischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4).  

2.2 Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV-Revision Änderungen 

des IVG und anderer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. Weil in zeit-

licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-

gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1), 

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sind die Leistungsansprüche für die Zeit ab dem 1. Januar 2008 nach den 

neuen Normen zu prüfen. Diese Lösung stellt zufolge ihres allgemein gül-

tigen Bedeutungsgehalts einen für alle Rechtsverhältnisse – und somit 

auch für Dauerleistungen – geltenden intertemporalrechtlichen Grundsatz 

auf (BGE 130 V 445 E. 1.2.1; SVR 2010 IV Nr. 59 S. 181 E. 3.1).  

Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vor-

schriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 

15. August 2013 in Kraft standen; weiter aber auch solche, die zu jenem 

Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung 

allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind (das 

IVG ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 

2007 5129; 5. IV-Revision]; die IVV in der entsprechenden Fassung der 

5. IV-Revision [AS 2003 3859 und 2007 5155]).  

Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (15. August 2013) und -inhalt 

kommen auch die Normen des vom Bundesrat auf den 1. Januar 2012 in 

Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) zur An-

wendung. 

2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 

IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursach-

te und nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende 

länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der 

Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invali-

ditätsbegriff enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesund-

heitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirt-

schaftliches im weiteren Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Ein-

schränkung der Erwerbsfähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; 

vgl. zum Ganzen UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, 

Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder 

teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu-

mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 

6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilwei-

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Seite 8 

se Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 

2.4 Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der 

Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert 

sind, Anspruch auf Berufsberatung. Die spezielle Invalidität im Sinne von 

Art. 15 IVG liegt in der gesundheitlich bedingten Behinderung in der Be-

rufswahl oder in der Ausübung der bisherigen Tätigkeit der an sich zur 

Berufswahl fähigen versicherten Person. In Betracht fällt jede körperliche 

oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte 

Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betäti-

gungen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar 

macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nen-

nenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inan-

spruchnahme der Invalidenversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 

29 E. 1a). 

2.5 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine neue 

Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist 

und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-

sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätig-

keit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt 

(Abs. 2). Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich 

die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu ver-

stehen, die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität 

bereits erwerbstätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren annä-

hernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 130 V 488 

E. 4.2, 124 V 108 E. 2a). 

2.6 Nach Art. 16 ATSG gehen Eingliederungsmassnahmen den Renten-

leistungen vor. Diese werden nur erbracht, wenn die versicherte Person 

nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann. Der 

Rentenanspruch kann daher nicht entstehen, solange Eingliederungs-

massnahmen durchgeführt werden (BGE 126 V 241 E. 5; 121 V 190; AHI 

2001 S. 154 E. 3b). Im Rahmen der 5. IV-Revision (in Kraft seit dem 

1. Januar 2008) wurde dieser Grundsatz ausdrücklich im IVG verankert, 

indem in Art. 28 Abs. 1 Bst. a IVG festgehalten wird, dass nur jene Versi-

cherten Anspruch auf eine Rente haben, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumut-

bare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können. 

C-5286/2013 

Seite 9 

2.7 Die versicherte Person muss an allen zumutbaren Massnahmen, die 

der Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder ihrer Eingliederung 

ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Auf-

gabenbereich dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere Mass-

nahmen der Frühintervention, Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung 

auf die berufliche Eingliederung, Massnahmen beruflicher Art, medizini-

sche Behandlungen nach Art. 25 KVG und Massnahmen zur Wiederein-

gliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern (Art. 7 Abs. 2 

IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der versi-

cherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Ge-

sundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Kommt die versi-

cherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nach, können ihr die 

Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. 

Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewie-

sen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 7b 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG). 

2.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 

E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund-

sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-

nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be-

richt oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). 

Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert 

zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie 

C-5286/2013 

Seite 10 

in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässig-

keit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstel-

lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf viel-

mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilich-

keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 

351 E. 3b/ee mit Hinweisen). 

Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste kann für 

den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen soll, nur ab-

gestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen An-

forderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des Eidgenössi-

schen Versicherungsgerichts [nachfolgend EVG]; seit 1. Januar 2007: 

Bundesgericht [nachfolgend BGer] I 694/05 vom 15. Dezember 2006 

E. 2). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten 

persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die 

fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Würdigung einer 

Expertise eine erhebliche Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltig-

keit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die 

Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die Eig-

nung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Dis-

ziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder 

zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des 

EVG I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des BGer 9C_410/2008 

vom 8. September 2008 E. 3.3, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 

und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 

165 E. 3.3.2 [nicht publizierte Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides 

BGE 135 V 254]). 

Nicht zwingend erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht 

wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medi-

zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ sel-

ber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine 

Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen 

von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen 

RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der versicher-

ten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_323/2009 

vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. November 2007 

E. 3.1.1, je mit Hinweisen). 

C-5286/2013 

Seite 11 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer berichtete gegenüber der G._______ am 

1. September 2011 über eine progrediente Einschränkung seiner körperli-

chen Belastbarkeit, so dass er in der Ebene nur eine Gehstrecke von ma-

ximal 200 m ohne Pause zurücklegen könne (act. 33-25/40). Nachdem im 

Frühinterventions-Assessmentprotokoll vom 7. November 2012 unter an-

derem vermerkt worden war, dass aufgrund des vom RAD attestierten in-

stabilen Gesundheitszustandes (act. 34) das Dossier geschlossen werde 

(act. 35), teilte die IV-Stelle SG dem Beschwerdeführer am 9. November 

2012 mit, aufgrund des Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruf-

lichen Eingliederungsmassnahmen möglich und der Anspruch auf eine 

Rente werde mit der Einleitung von weiteren Abklärungen im Februar 

2013 geprüft (act. 37). 

3.2  

3.2.1 Die Vorinstanz stützte sich im Rahmen der vorliegend angefochte-

nen Verfügung vom 15. August 2013 in medizinischer Hinsicht insbeson-

dere auf den Bericht von Dr. med. E._______, Fachärztin für Arbeitsme-

dizin, vom RAD vom 11. Juni 2013 (act. 49). Diese Ärztin erwähnte den 

Bericht von Dr. med. F._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 

22. Mai 2013 und hielt ihrerseits dafür, dass für eine mindestens leidens-

adaptierte Tätigkeit kaum eine relevante Einschränkung der "Arbeitsfä-

higkeit" auszumachen sei. Warum die Beratertätigkeit mit einer gewissen 

Reisetätigkeit nicht möglich sein könne, sei mit den Befunden nicht er-

klärbar. Entweder bestünden keine relevanten Einschränkungen mehr, 

oder die Aktenlage sei unvollständig. Der Hausarzt erwähne in seinem 

Bericht eine stationäre und ambulante Rehabilitation, lasse aber offen, 

wann und wo diese stattgefunden habe und lege keine Berichte dazu. Für 

eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten, 

körperlich leichten Tätigkeiten fehlten entsprechende Befunde, und die 

angestammte Beratertätigkeit mit Reisen entspräche in weiten Teilen ei-

ner leidensadaptierten Tätigkeit. 

3.2.2 Im Verlaufsbericht von Dr. med. F._______ vom 22. Mai 2013, auf 

welchen die RAD-Ärztin Bezug genommen hat, wurde ausgeführt, durch 

die hohen Anforderungen betreffend das Reisen bzw. die vielen Aussen-

termine sei eine Leistungserbringung nicht möglich; die bisherige Tätig-

keit sei nicht zumutbar. Die Belastung des Versicherten sei in hohem 

Masse eingeschränkt und lasse keine Arbeitsfähigkeit zu. Die Arbeitsfä-

C-5286/2013 

Seite 12 

higkeit am bisherigen Arbeitsplatz bzw. im bisherigen Tätigkeitsbereich 

könne nicht verbessert werden. Auch andere Tätigkeiten seien nicht zu-

mutbar. Der Verlauf des Gesundheitszustands sei gleichbleibend. Durch 

gezielte Rehabilitationsmassnahmen werde ein leichter Verbesserungs-

prozess eingeleitet. Aufgrund der Diagnosen sei eine Prognose betreffend 

die weitere Tätigkeit noch nicht absehbar. 

3.3 Bei der Stellungnahme von Dr. med. E._______ vom 11. Juni 2013 

handelt es sich um einen Bericht im Sinne von Art. 59 Abs. 2
bis

 IVG (vgl. 

zum Sinn und Zweck dieser gesetzlichen Norm sowie zu Art. 49 IVV Urteil 

des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.2 mit zahlreichen weiteren 

Hinweisen). Berichten nach Art. 59 Abs. 2
bis

 IVG kann nicht jegliche Aus-

sen- oder Beweiswirkung abgesprochen werden. Vielmehr sind sie ent-

scheidrelevante Aktenstücke (Urteil I 143/07 des BGer vom 14. Septem-

ber 2007 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil I 694/05 des EVG vom 

15. Dezember 2006 E. 5). 

3.3.1 Die Voraussetzungen, dass auf die Beurteilung von Dr. med. 

E._______ trotz fehlender fachärztlicher Ausbildung insbesondere in der 

medizinischen Disziplin Kardiologie abgestellt werden könnte (vgl. hierzu 

bspw. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2862/2010 vom 7. Mai 

2012 E. 3.2.2 mit Hinweis), sind vorliegend nicht erfüllt. Die Stellungnah-

me von Dr. med. E._______ vermag demnach die an den Beweiswert ei-

nes Arztberichts gestellten Anforderungen nicht zu erfüllen und es kann 

auf den Beizug eines entsprechend ausgebildeten Facharztes oder einer 

Fachärztin nicht verzichtet werden. Dies aus folgenden Gründen: 

3.3.2 Die Ausführungen der Dres. med. E._______ und F._______ liefern 

Hinweise auf eine unvollständige Aktenlage, weshalb betreffend die stati-

onär und ambulant durchgeführten Rehabilitationsmassnahmen das Dos-

sier in medizinischer Hinsicht von der Vorinstanz zu aktualisieren ist. 

3.3.3 Weiter lässt sich die nach Würdigung des Berichts von Dr. med. 

F._______ von Dr. med. E._______ abgegebene Beurteilung, wonach für 

eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten 

körperlich leichten Tätigkeiten entsprechende Befunde fehlten und die 

angestammte Beratertätigkeit mit Reisen in weiten Teilen einer leidens-

adaptierten Tätigkeit entspräche, nicht rechtsgenüglich nachvollziehen. 

Zwar begründete Dr. med. E._______ diese Einschätzung. Mit Blick auf 

die Ausführungen von Dr. med. F._______ bestehen jedoch Zweifel dar-

an, ob dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit tatsächlich noch 

C-5286/2013 

Seite 13 

zumutbar ist oder nicht. Denn die vom Beschwerdeführer replicando am 

30. Januar 2014 (B-act. 8) erwähnte, von der Vorinstanz unbestritten ge-

bliebene Reisetätigkeit (Zurücklegen von 120'000 km mit dem PKW, zu-

züglich 80 bis 100 Flüge) ist glaubhaft mit einem grossen Stresspotential 

verbunden. Dasselbe gilt auch hinsichtlich langwieriger Besprechungen 

sowie des Termindrucks im Zusammenhang mit der Einhaltung von Pro-

jektzielen. Unter diesen Umständen kann folglich nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit (zum Regelbeweismass vgl. BGE 126 V 353 E. 5b) 

davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in seiner bishe-

rigen Tätigkeit als Geschäftsführer mit Berater- und Reisetätigkeit (vgl. 

angefochtene Verfügung vom 15. August 2013) nicht eingeschränkt ist.  

3.3.4 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich der gesundheitliche 

Zustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Ar-

beits- und Leistungsfähigkeit im massgeblichen Verfügungszeitpunkt vom 

15. August 2013 aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht schlüssig und 

zuverlässig beurteilen lässt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum Gan-

zen auch E. 2.8 hiervor). Es kann deshalb nicht auf die Abnahme weiterer 

Beweise verzichtet werden (zum gegenteiligen Fall resp. zur antizipierten 

Beweiswürdigung vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; vgl. auch BGE 122 V 157 

E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1), da 

von einer zusätzlichen, medizinisch nachvollziehbar und schlüssig be-

gründeten fachärztlichen Beurteilung neue verwertbare und 

entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. zum Ganzen Ur-

teil des BGer 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen). In die-

sem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die nach Verfügungs-

erlass (15. August 2013) ergangenen ärztlichen Berichte (bspw. act. 61 

und 65 sowie allenfalls weitere, noch nicht aktenkundige [vgl. E. 3.3.2 

hiervor]) bei der fachärztlichen Untersuchung ebenfalls zu berücksichti-

gen sind. 

4.  

Weiter hat die Vorinstanz im Rahmen von beruflichen Eingliederungs-

massnahmen Folgendes zu beachten: 

4.1 Mit Schreiben vom 25. Juni 2013 bat der Beschwerdeführer um Zu-

stellung einer beschwerdefähigen Verfügung. Er machte geltend, bis zum 

"heutigen" Tag sei er weiterhin krankgeschrieben. Die Beurteilung seines 

Gesundheitszustandes habe sich auch nach Reha-Massnahmen in keiner 

Weise verbessert (act. 55). Am 15. August 2013 erging die vom Be-

schwerdeführer verlangte Verfügung (act. 56, Beilage zu B-act. 1). In sei-

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Seite 14 

ner Eingabe vom 30. August 2013 führte der Versicherte aus, er habe in 

den letzten zwei Jahren insgesamt 18 stationäre Krankenhausaufenthalte 

zu verzeichnen und er sei seit dem 1. April 2012 arbeitsunfähig geschrie-

ben. In den vergangenen zwei Jahren seien zwei Rehabilitationsmass-

nahmen durchgeführt worden. Bis zum heutigen Tag sei keinerlei signifi-

kante Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten. Da er bis 

zum heutigen Tag weiterhin arbeitsunfähig geschrieben sei, könne der 

Einschätzung der Vorinstanz nicht zugestimmt werden. Daher fordere er 

diese auf, eine nochmalige Überprüfung seines Gesundheitszustandes zu 

veranlassen und einem positiven Bescheid des Leistungsbegehrens zu-

zustimmen. 

4.2 Mit Blick auf diese Äusserungen zum Gesundheitszustand erscheint 

es fraglich, ob sich der Beschwerdeführer überhaupt subjektiv in der Lage 

sieht, sich bei Vorliegen der entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen. Je nach Abklä-

rungsergebnis in medizinischer Hinsicht resp. wenn der Beschwerdefüh-

rer seine erwerbliche Beeinträchtigung nicht in zumutbarer Weise selber 

beheben könnte (vgl. zum gegenteiligen Fall BGE 113 V 22 E. 4a mit 

Hinweisen), hat die Vorinstanz auch diese Frage zu klären. In diesem Zu-

sammenhang ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass eine Verweigerung 

weiterer Leistungen wegen fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit 

ohne Rücksicht auf das Verhalten der versicherten Person zwingend die 

vorgängige Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens voraus-

setzen würde (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG I 265/05 vom 3. Okto-

ber 2005, E. 4.1 und 4.2; vgl. auch SVR 2005 IV Nr. 30 S. 114 f. E. 2 und 

3, I 605/04). 

5.  

Nach dem vorstehend Dargelegten wurde im vorliegend zu beurteilenden 

Beschwerdeverfahren der rechtserhebliche Sachverhalt nicht rechtsge-

nüglich abgeklärt und gewürdigt (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). 

Eine Rückweisung der Sache in Nachachtung des Untersuchungsgrund-

satzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung ist 

unter diesen Umständen möglich, da sie in der notwendigen Beantwor-

tung der bisher ungeklärten Fragen nach den Auswirkungen des Ge-

sundheitszustandes auf die Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit begründet 

liegt (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Die Beschwerde ist demnach inso-

weit gutzuheissen, als dass die angefochtene Verfügung vom 15. August 

2013 aufzuheben ist und die Akten im Sinne der Erwägungen an die Vor-

C-5286/2013 

Seite 15 

instanz zur Durchführung weiterer Abklärungen und anschliessendem Er-

lass einer neuen Verfügung zurückzuweisen sind. 

6.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 

VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da 

eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh-

renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem 

Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Diesem ist der 

geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz 

werden ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

6.2 Die unterliegende Vorinstanz als Bundesbehörde (BGE 127 V 205) 

und der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer haben – da diesem 

keine unverhältnismässig hohen Kosten entstanden sind resp. er keine 

solchen geltend gemacht hat – keinen Anspruch auf eine Parteientschä-

digung (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 

VGKE). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde vom 30. August 2013 wird insoweit gutgeheissen, als die 

angefochtene Verfügung vom 15. August 2013 aufgehoben wird und die 

Akten im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zur Durchführung wei-

terer Abklärungen und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung 

zurückgewiesen werden. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.- nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen. 

C-5286/2013 

Seite 16 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Einschreiben mit 

Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus Metz Roger Stalder 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Rechtsschrift ist 

in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begrün-

dung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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