# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c5a1595-e8fc-5a78-a633-1dd7ada3a7e7
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.12.2011 BG.2011.48
**Docket/Reference:** BG.2011.48
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2011-48_2011-12-23

## Full Text

Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO).;;Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO).;;Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO).;;Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO).

Beschluss vom 23. Dezember 2011  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Patrick Robert-Nicoud,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

 A., 
 

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

1. KANTON BASEL-STADT, Jugendanwaltschaft 
Basel-Stadt, 

 
2. KANTON ZÜRICH, Jugendanwaltschaft Unter-

land, 
Beschwerdegegner 

  
 

Gegenstand  Anfechtung des Gerichtsstands (Art. 41 Abs. 2 StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BG.2011.48 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- die Jugendanwaltschaft Basel-Stadt mit Verfügung vom 2. Dezember 2011 
das bisher von der Jugendanwaltschaft Unterland geführte Jugendstrafver-
fahren gegen B. wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung 
übernahm (act. 1.1); 

 
- A. hiergegen am 10. Dezember 2011 mit Beschwerde an die 

I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte (act. 1);  
 

- die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts A. am 12. Dezem-
ber 2011 aufforderte, ihre Beschwerde genügend zu begründen, andern-
falls auf diese nicht eingetreten werden könne (act. 2); 

 
- A. am 16. Dezember 2011 der I. Beschwerdekammer mitteilte, sie sei aus 

gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, nach Basel zu reisen und ihre 
Angelegenheit persönlich wahrzunehmen (act. 3), und am 21. Dezem-
ber 2011 diesbezüglich entsprechende ärztliche Bescheinigungen einreich-
te (act. 4). 
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- den Parteien gemäss Art. 3 Abs. 1 JStPO i.V.m. Art. 41 Abs. 2 StPO gegen 
eine von den beteiligten Jugendanwaltschaften getroffene Entscheidung 
über den Gerichtsstand die Beschwerde an die I. Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts offen steht; 

 
- gemäss Art. 3 Abs. 1 JStPO im Jugendstrafverfahren die Bestimmungen 

der StPO anwendbar sind, soweit die JStPO selber keine besondere Rege-
lung enthält; 

 
- Art. 3 Abs. 2 lit. c JStPO die Anwendung der Gerichtsstandsregeln gemäss 

Art. 31 bis 34 StPO explizit ausschliesst; 
 

- sich der Gerichtsstand im Jugendstrafverfahren nach Art. 10 JStPO richtet, 
wobei angesichts der eingangs erwähnten Bestimmungen ein Abweichen 
vom gesetzlichen Gerichtsstand gemäss Art. 38 Abs. 1 StPO grundsätzlich 
möglich ist, dies aber nur, wenn der Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit 

- 3 - 

 

 

oder die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person es erfordern 
oder andere triftige Gründe vorliegen; 

 
- vorliegend die Beschwerdeführerin als geschädigte und nicht als beschul-

digte Person die Durchführung des Jugendstrafverfahrens im Kanton Zü-
rich verlangt, weil für sie eine Reise nach Basel aus gesundheitlichen 
Gründen nicht zumutbar sei; 

 
- es sich hierbei angesichts der Vertretungsmöglichkeit bzw. der Möglichkeit 

der rechtshilfeweisen Befragung der Beschwerdeführerin offensichtlich 
nicht um einen triftigen Grund für ein Abweichen vom gesetzlichen Ge-
richtsstand handelt, weshalb die Beschwerde ohne weiteren Schriften-
wechsel abzuweisen ist (Art. 3 Abs. 1 JStPO i.V.m. Art. 390 Abs. 2 Satz 1 
StPO e contrario); 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen sind (Art. 3 Abs. 1 JStPO i.V.m. Art. 428 Abs. 1 
StPO); 

 
- diese vorliegend auf das reglementarische Minimum von Fr. 200.-- festge-

setzt werden (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements 
des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren 
und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]); 
 

 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  
 
2. Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden der Beschwerdeführerin zur Be-

zahlung auferlegt.  
 
 

Bellinzona, 23. Dezember 2011 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- A. 
- Jugendanwaltschaft Basel-Stadt 
- Jugendanwaltschaft Unterland 
 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.