# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39131532-56d3-56aa-b60c-573ed7d1fe5d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.12.2022 SB220033
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220033_2022-12-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220033-O/U/mc 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichter lic. iur. Spiess und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. Mathieu sowie Gerichtsschreiberin  

 MLaw Brülisauer 

 

Urteil vom 12. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwältin lic. i-
ur. Altenburger,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

A._____,  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____,  

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____,  

 

 

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betreffend Vergewaltigung etc. (Rückweisung des Schweizerischen Bundes-
gerichtes) 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 24. November 
2014 (DG120007), Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 
II. Strafkammer, vom 18. Oktober 2016 (SB150531), Urteil des Schweizeri-
schen Bundesgerichtes vom 16. Oktober 2017 (6B_281/2017), Urteil des 
Obergerichtes Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 27. April 2020 
(SB170417), Urteil des Bundesgerichtes, Strafrechtliche Abteilung, vom 
25. November 2020 (6B_770/2020), Urteil des Obergerichtes Kantons Zürich, 
II. Strafkammer, vom 20. September 2021 (SB200500), Urteil des Bundesge-
richtes, Strafrechtliche Abteilung, vom 10. Januar 2022 (6B_1294/2021) 
 
 
  

  

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. Oktober 

2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 33). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig: 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB; 
− der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 3 

StGB; 
− der Widerhandlung gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a, b und c AuG in Verbin-

dung mit Art. 5 Abs. 1 lit a und d AuG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 1097 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. 

4. Es wird die Verwahrung des Beschuldigten nach Art. 64 Abs. 1 StGB ange-

ordnet. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 15. Oktober 2012 be-

schlagnahmten Gegenstände: 

− 1 Arbeits-/Teppichmesser dreieckig (Asservaten-Nr. A004'262'537) 
− 1 Arbeits-/Teppichmesser grau (Asservaten-Nr. A004'262'548) 
− 1 Arbeits-/Teppichmesser rot/grau (Asservaten-Nr. A004'262'559) 
− 1 Arbeits-/Teppichmesser gelb/schwarz (Asservaten-Nr. A004'262'560) 
− 1 Klappmesser (Asservaten-Nr. A004'262'571) 

werden nach Rechtskraft dieses Urteils eingezogen und der Kantonspolizei 

Zürich zur Vernichtung überlassen. 

6. Die gemäss Sicherstellungsliste der Kantonspolizei Zürich vom 6. Dezember 

2011 sichergestellten 1.7 Gramm Marihuana sowie die Schachtel mit 

Rauchutensilien (beides erfasst unter Asservaten-Nr. A004'293'883, BM La-

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ger-Nr. B04461-2011) werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur 

Vernichtung überlassen. 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 9'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 34'035.75   Auslagen für das Vorverfahren; davon Fr. 9'862.25 be-
reits bezahlte Entschädigung für die amtliche Verteidi-
gung im Vorverfahren; 

Fr. 416.–   Kosten Kantonspolizei Zürich für Übersetzungen; 

Fr. 870.–   Kosten der Kantonspolizei;  

Fr. 3'000.–   Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung; 
 Fr. 28'666.20   Kosten Glaubhaftigkeitsgutachten; 

Fr. 1'772.–   Kosten Ergänzungsgutachten Beschuldigter; 

Fr. 3'062.–   Kosten für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung der 
Privatklägerin bis 20. Januar 2014 (inkl. 8% MwSt.); 

Fr. 6'661.–   Kosten für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung der 
Privatklägerin seit dem 20. Januar 2014 (inkl. 8% MwSt.); 

Fr. 25'743.–   Kosten für die amtliche Verteidigung seit dem 18. August 
2012 (inkl. 8% MwSt.). 

Allfällige weitere Kosten (Barauslagen usw.) bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 35'605.25  

(= Fr. 9'862.25 + Fr. 25'743.–) werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

10. Es wird davon Vormerk genommen, dass für die amtliche Verteidigung im 

Vorverfahren bereits eine Entschädigung von Fr. 9'862.25 ausbezahlt wurde. 

11. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung der Privatklägerin in 

der Höhe von Fr. 9'723.– (= Fr. 3'062.– + Fr. 6'661.–) werden auf die Ge-

richtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

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12. Es wird davon Vormerk genommen, dass für die unentgeltliche Rechtsver-

beiständung der Privatklägerin bis zum 20. Januar 2013 bereits eine Ent-

schädigung von Fr. 3'062.– ausbezahlt wurde. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 10'000.– zuzüglich 

5% Zins ab dem 6. Oktober 2011 als Genugtuung zu bezahlen. 

14. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

wird die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

Berufungsanträge: 

a) Der erbetenen Verteidigung: 
 (Urk. 766 S. 2 f.) 

1. Es sei ein neues psychiatrisches Gutachten über B._____ zur 
Frage der therapeutischen Massnahme/Verwahrung einzuholen. 

 2. Gestützt auf das neue psychiatrische Gutachten sei ein 
neuer Entscheid in der Sache zur Frage der Anordnung bzw. 
Nichtanordnung einer therapeutischen Massnahme/Verwahrung 
zu fällen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des 
Kantons Zürich. 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

(Urk. 744 S. 1) 

1. Es sei die Verwahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB an-
zuordnen. 

2. Die Kosten seien B._____ mit Ausnahme der amtlichen Verteidi-
gung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, voll-
umfänglich aufzuerlegen, wobei die Rückzahlungspflicht gemäss 
Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten sei. 

3. B._____ sei weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung 
auszurichten. 

 

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***** 

Erwägungen: 

1. Prozessverlauf 

1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 24. November 2014 wurde der 

Beschuldigte der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB, der mehrfa-

chen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 3 StGB und der Widerhand-

lung gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a, b und c AuG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a 

und d AuG schuldig gesprochen. Er wurde bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, 

wovon bis zum Urteilszeitpunkt 1097 Tage (rund 3 Jahre) als durch Haft geleistet 

galten. Weiter ordnete das Bezirksgericht die Verwahrung des Beschuldigten 

nach Art. 64 Abs. 1 StGB an (Urk. 434 S. 96 f.). Gegen dieses Urteil erhob dieser 

Berufung (vgl. Geschäft-Nr. SB150531). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 18. Oktober 2016 legte der Beschul-

digte ein vollumfängliches Geständnis ab und anerkannte den durch die Vorin-

stanz ausgesprochenen Schuldspruch. Mit Beschluss vom gleichen Tag stellte die 

hiesige Kammer die Rechtskraft des Schuldpunktes fest. Sodann wurde der Be-

schuldigte mit Urteil vom gleichen Tag mit 8 ½ Jahren Freiheitsstrafe bestraft, und 

es wurde mit dem Hinweis auf Art. 369 Abs. 7 StGB und die dazugehörige bun-

desgerichtliche Praxis von einer Verwahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a 

StGB sowie von einer therapeutischen Massnahme abgesehen (Urk. 458 S. 20 ff. 

und S. 25 ff.). 

1.2. Nachdem die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich gegen das vorge-

nannte Urteil vom 18. Oktober 2016 Beschwerde in Strafsachen ans Bundesge-

richt erhoben hatte, hob dieses den obergerichtlichen Entscheid bezüglich Abse-

hen von einer Verwahrung sowie einer therapeutischen Massnahme auf und wies 

die Sache zur neuen Beurteilung an das Obergericht zurück (Urk. 495). 

Aufgrund der Vorgaben des Bundesgerichts wurde ein weiteres psychiatrisches 

Gutachten inkl. Ergänzungsgutachten über den Beschuldigten bei med. pract. 

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Reger eingeholt (Urk. 518 und Urk. 558). Nach durchgeführtem Schriftenwechsel 

fällte die hiesige Kammer am 27. April 2020 ein neues Urteil und ordnete die Ver-

wahrung des Beschuldigten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. b StGB an (Urk. 581). 

Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte Beschwerde ans Bundesgericht 

(Urk. 601). Das Bundesgericht hiess mit Urteil vom 25. November 2020 die Be-

schwerde gut, hob das obergerichtliche Urteil auf und wies die Sache zur neuen 

Beurteilung an die hiesige Kammer zurück. Dies mit der Vorgabe, dass die Frage, 

inwiefern die vorsätzliche Tötung, der Raub und der Diebstahl aus dem Jahr 

1999, die im Strafregister nicht mehr ersichtlich seien, mit den neu zu beurteilen-

den Delikten in Zusammenhang stehen und wie stark sie sich noch realprognos-

tisch auswirken, einer weiteren (oder der ersten) sachverständigen Person zu un-

terbreiten sei (Urk. 608). 

1.3. Mit Beschluss vom 21. Dezember 2020 wurde entschieden, bei Dr. med. 

C._____ ein neues ärztliches Gutachten über den körperlichen und geistigen Zu-

stand des Beschuldigten, die Zweckmässigkeit einer Massnahme nach den 

Art. 56 bis 64 StGB sowie über die Fragen, inwiefern die vorsätzliche Tötung, der 

Raub und der Diebstahl aus dem Jahr 1999 mit den neu zu beurteilenden (und 

den jüngeren, noch im Strafregister aufgeführten) Delikten im Zusammenhang 

stehen (Konnexität) und wie stark sich die aus dem Strafregister entfernten Taten 

noch realprognostisch auswirken (Relevanz), einzuholen (Urk. 610). Dieser erstat-

tete das Gutachten am 14. Juni 2021 (eingegangen am 18. Juni 2021; Urk. 629). 

Das Verfahren wurde schriftlich fortgesetzt. Mit Beschluss und Urteil vom 

20. September 2021 wurde festgestellt, dass das Urteil der hiesigen Kammer vom 

18. Oktober 2016 bezüglich der Dispositivziffern 1 und 2 (Strafe und Vollzug), 4 

(Genugtuung), 5 und 6 (Kosten- und Entschädigungsfolgen) sowie der gleichen-

tags ergangene Beschluss (Feststellung Rechtskraft Urteil des Bezirksgerichtes 

Affoltern vom 24. November 2014 bezüglich der Dispositivziffern 1 [Schuldpunkt], 

5 und 6 [Einziehungen], 7-12 [Kosten- und Entschädigungsdispositiv] sowie 14 

[Schadenersatz]) in Rechtskraft erwachsen sind, und wurde entschieden, von ei-

ner therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB bzw. Art. 63 StGB 

sowie einer Verwahrung des Beschuldigten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 StGB ab-

zusehen (Urk. 682 S. 29). 

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1.4. Gegen das Urteil vom 20. September 2021 erhob die Oberstaatsanwalt-

schaft Berufung ans Bundesgericht (Urk. 714). Mit Urteil vom 10. Januar 2022 

hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, hob das Urteil der hiesigen Kam-

mer vom 20. September 2021 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an 

das Obergericht zurück (Urk. 740). Mit Verfügung vom 7. Februar 2022 wurde 

dem Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um die Beru-

fungsanträge in Nachachtung des bundesgerichtlichen Urteils vom 10. Januar 

2022 zu stellen und zu begründen (Urk. 742). Die Staatsanwaltschaft stellte und 

begründete ihre Berufungsanträge (einleitend wiedergegeben) am 10. Februar 

2022 (Urk. 744). Mit Eingabe vom 22. März 2022 teilte Rechtsanwalt lic. iur. 

Y2._____ mit, dass er neu die Interessen des Beschuldigten vertrete (erbetene 

Verteidigung; Urk. 749). Der amtliche Verteidiger liess sich in der Folge nach 

Rücksprache mit dem erbetenen Verteidiger nicht mehr vernehmen (Urk. 756; 

Urk. 771). Der erbetene Verteidiger stellte und begründete die Berufungsanträge 

des Beschuldigten (einleitend wiedergegeben) am 21. Juni 2022 (Urk. 766). Die 

Staatsanwaltschaft nahm mit Eingabe vom 25. Juli 2022 Stellung zu den Anträgen 

des Beschuldigten (Urk. 772). Der erbetene Verteidiger verzichtete auf eine Stel-

lungnahme zu den Anträgen der Staatsanwaltschaft (Urk. 770) und nahm zu de-

ren Eingabe vom 25. Juli 2022 unter dem Datum vom 30. August 2022 Stellung 

(Urk. 777). Das Verfahren erweist sich als Spruchreif. 

2. Umfang des Berufungsverfahrens 

2.1. Das Bundesgericht hob mit Urteil vom 10. Januar 2022 das Urteil der hiesi-

gen Kammer vom 20. September 2021 auf. Mit Urteil vom 16. Oktober 2017 hatte 

das Bundesgericht Dispositivziffer 3 des Urteils des Obergerichtes vom 

18. Oktober 2016 (Absehen von einer Verwahrung des Beschuldigten sowie von 

einer therapeutischen Massnahme) aufgehoben und die damalige Beschwerde im 

Übrigen abgewiesen, soweit darauf einzutreten war. Der Beschluss vom 20. Sep-

tember 2021 (Feststellung der Rechtskraft des Urteils des Obergerichts des Kan-

tons Zürich, II. Strafkammer, vom 18. Oktober 2016 bezüglich der Dispositivziffern 

1 und 2 [Strafe und Vollzug], 4 [Genugtuung], 5 und 6 [Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen] sowie des gleichentags ergangenen Beschlusses [Feststellung 

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Rechtskraft Urteil des Bezirksgerichts Affoltern vom 24. November 2014 bezüglich 

der Dispositivziffern 1 [Schuldpunkt], 5 und 6 [Einziehungen], 7-12 [Kosten- und 

Entschädigungsdispositiv] sowie 14 [Schadenersatz]) blieb unangefochten und ist 

damit in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist. 

2.2. Das vorliegende Verfahren beschränkt sich demnach (wie bereits die Ver-

fahren SB170417-O und SB200500-O) auf die Frage der Anordnung einer thera-

peutischen Massnahme oder einer Verwahrung (und die Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen des zweiten, dritten und vorliegenden Berufungsverfahrens).  

3. Anordnung der Verwahrung - Bindungswirkung des Rückweisungsent-
scheids des Bundesgerichts 

3.1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut und weist es die Angele-

genheit zur neuen Beurteilung an das Berufungsgericht zurück, darf sich dieses 

von Bundesrechts wegen nur noch mit jenen Punkten befassen, die das Bundes-

gericht kassierte (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1 und BGer-Urteil 6B_765/2015 vom 

3. Februar 2016 E. 4; je mit Hinweisen). Die neue Entscheidung der kantonalen 

Instanz ist somit auf diejenige Thematik beschränkt, die sich aus den bundesge-

richtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. Das Ver-

fahren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, als dies notwendig ist, um den ver-

bindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 143 IV 

214 E. 5.2.1 mit Hinweisen; BGer-Urteil 6B_1366/2016 vom 6. Juni 2017 

E. 3.2.1). Entscheidend ist die materielle Tragweite des bundesgerichtlichen Ent-

scheids (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1; BGer-Urteil 6B_765/2015 vom 3. Februar 2016 

E. 4; je mit Hinweisen). Im Falle eines Rückweisungsentscheids hat die mit der 

Neubeurteilung befasste kantonale Instanz sodann nach ständiger Rechtspre-

chung die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer 

Entscheidung zugrunde zu legen. Wegen dieser Bindung der Gerichte ist es die-

sen wie auch den Parteien, abgesehen von allenfalls zulässigen Noven, verwehrt, 

der Beurteilung des Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt 

zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die 

im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwä-

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gung gezogen worden sind (BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1; BGE 143 IV 214 

E. 5.3.3). 

3.2. Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid fest, dass nicht zu beanstan-

den sei, wenn die hiesige Kammer das Gutachten insgesamt als schlüssig be-

zeichne und bei der Beurteilung der Legalprognose darauf abstelle. Weiter hielt 

es fest, dass die Gesamtwürdigung aller relevanten Umstände ergebe, dass auf-

grund der Persönlichkeitsmerkmale des Beschuldigten, insbesondere der dissozi-

alen Persönlichkeitsstörung und den deutlichen psychopathischen Anteilen, der 

Tatumstände und seiner gesamten Lebensumstände ernsthaft zu erwarten sei, 

dass der Beschuldigte weitere schwere Straftaten gegen die psychische, physi-

sche oder sexuelle Integrität anderer Personen begehen werde. Mit der qualifi-

zierten Vergewaltigung habe der Beschwerdegegner eine in Art. 64 Abs. 1 StGB 

erwähnte Tat begangen, mit der er zumindest die sexuelle Integrität seines Opfers 

schwer beeinträchtigt habe. Damit liege eine Anlasstat für die Verwahrung vor. Es 

sei nicht zu beanstanden, dass die hiesige Kammer gestützt auf die Einschätzung 

im Gutachten 2021 (Gutachten von Dr. med. C._____), wonach es sich bei der 

diagnostizierten Störung nicht um eine schwere Störung im medizinischen Sinne 

handle, schliesse, es liege keine schwere psychische Störung im Sinne von 

Art. 59 StGB vor, da die beim Beschuldigten diagnostizierte dissoziale Persön-

lichkeitsstörung die gesetzlich geforderte Schwere der Störung nicht erreiche. 

Damit erübrige sich die Frage, ob die Anordnung einer Massnahme nach Art. 59 

StGB Erfolg versprechen würde. Der Vollständigkeit halber sei diesbezüglich fest-

zuhalten, dass alle Sachverständigen übereinstimmend die Anordnung einer sta-

tionären therapeutischen Massnahme gemäss Art. 59 StGB als wenig bzw. nicht 

erfolgversprechend erachten würden. Folglich komme vorliegend nur eine Ver-

wahrung gestützt auf Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB in Betracht. Schliesslich sei die 

Anordnung der Verwahrung auch verhältnismässig. Nach dem Gesagten gehe 

vom Beschuldigten eine hohe Rückfallgefahr zur Begehung von zumindest 

schweren Sexualdelikten und Raubdelikten aus. Die Verwahrung wiege zwar 

schwer, sei jedoch geeignet, dieser Rückfallgefahr zu begegnen. Der Strafvollzug 

allein sei bzw. sei nicht geeignet gewesen, der Gefahr weiterer Straftaten des Be-

schuldigten zu begegnen. Auch sei nach dem Gesagten keine mildere Massnah-

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me ersichtlich. Im Rahmen der Interessenabwägung sei zu berücksichtigen, dass 

der Eingriff in die Freiheitsrechte des Beschuldigten unstreitig schwer wiege. Je-

doch sei die Schwere des Eingriffs in seine Grundrechte mit den Sicherheitsbe-

langen der Allgemeinheit abzuwägen. Zu gewichten gelte es demnach Schwere 

und Wahrscheinlichkeit weiterer Delikte. Vom Beschuldigten gehe eine hohe Ge-

fahr für schwere Straftaten aus. Betroffen seien die hochwertigen Rechtsgüter der 

körperlichen und sexuellen Integrität. Die fraglichen Taten seien geeignet, die 

physische, psychische und sexuelle Integrität der Opfer erheblich zu beeinträchti-

gen. Ein Abwägen der Gefährlichkeit des Beschuldigten und des Anliegens der 

Öffentlichkeit am Schutz vor Gewalt- und Sexualdelikten einerseits mit dem Frei-

heitsanspruch des Beschuldigten andererseits führe zum Schluss, dass das öf-

fentliche Interesse nach Sicherheit stärker zu gewichten und die Verwahrung aus 

Verhältnismässigkeitsgründen anzuordnen sei. Dabei werde nicht übersehen, 

dass der Beschuldigte seine Strafe bereits vollständig verbüsst habe und eine 

Verwahrung als "ultima ratio" zeitlich nicht begrenzt sei. Jedoch lasse sich der 

Schutz der Allgemeinheit mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff nicht 

erreichen. Daran vermöge der rechtskräftige Landesverweis nichts zu ändern. 

Damit verletze die hiesige Kammer Bundesrecht, indem sie die Verwahrung des 

Beschuldigten nicht anordne. Entsprechend hiess es die Beschwerde gut, hob 

das Urteil vom 20. September 2021 auf und wies die Sache zur Anordnung der 

Verwahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB und zur Regelung der Kosten- 

sowie Entschädigungsfolgen an die hiesige Kammer zurück (Urk. 740 S. 10, 

S. 16 ff.). An diese Anweisung und die rechtlichen Erwägungen des Bundesge-

richts ist die hiesige Kammer grundsätzlich gebunden (BGE 143 IV 214 E. 5.3.3; 

BGE 135 III 334; vgl. auch Ziffer 3.1 hiervor).  

3.3. Der Beschuldigte macht geltend, dass Dr. med. C._____ einerseits hätte in 

den Ausstand treten müssen und andererseits dieses Gutachten von Dr. med. 

C._____ erhebliche qualitative Mängel aufweise, weshalb es nicht zu seinen Las-

ten verwertbar sei. Da der Ausstandsgrund und diese Mängel erst nach dem Ur-

teil vom 10. Januar 2022 der am 19. März 2022 neu mandatierten erbetenen Ver-

teidigung aufgefallen seien, handle es sich dabei um neue vor dem Entscheid 

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eingetretene Tatsachen und womit selbst im Falle eines rechtskräftigen Urteils ein 

Revisionsgrund vorliegen würde (Urk. 766; vgl. auch Urk. 777).  

3.4. Wer durch ein rechtskräftiges Urteil, einen Strafbefehl, einen nachträglichen 

richterlichen Entscheid oder einen Entscheid im selbstständigen Massnahmenver-

fahren beschwert ist, kann die Revision verlangen, wenn neue, vor dem Entscheid 

eingetretene Tatsachen vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch, eine we-

sentlich mildere oder wesentlich strengere Bestrafung der verurteilten Person  

oder eine Verurteilung der freigesprochenen Person herbeizuführen (Art. 410 

Abs. 1 lit. a StPO). Art. 60 Abs. 3 StPO bezeichnet sodann das nachträgliche Be-

kanntwerden eines Ausstandsgrundes als Revisionsgrund. Die Rechtskraftwir-

kung eines Rückweisungsentscheids steht unter dem Vorbehalt, dass sich nicht 

neue Tatsachen oder Beweismittel im Sinne der prozessualen Revision ergeben, 

welche die sachverhaltliche Grundlage des Rückweisungsurteils erschüttern (vgl. 

BGer-Urteil 8C_152/2012 vom 3. August 2012 E. 4.2). Es ist deshalb nachfolgend 

auf die vom Beschuldigten gegen das Gutachten erhobenen Beanstandungen 

einzugehen. 

3.5. Wenn der Beschuldigte vortragen lässt, es sei unverständlich, dass seine im 

Jahr 2020/2021 tätigen amtlichen Verteidiger keine Einwände gegen Dr. med. 

C._____ als vorgeschlagener Gutachter vorgebracht hätten, blendet er aus, dass 

sich – wie er selber ausführen lässt – aus den Akten ergibt, dass Dr. med. 

C._____ die Geschädigte A._____ exploriert hatte (vgl. Urk. 289) und es sein Ver-

teidiger war, der Dr. med. C._____ als Gutachter vorgeschlagen hatte (Urk. 609 

Rz. 7). Sich nunmehr, nachdem das Bundesgericht das Verfahren zur Anordnung 

der Verwahrung an die hiesige Kammer zurückwies, darauf zu berufen, der von 

ihm gewünschte Gutachter sei vorbefasst gewesen, erscheint rechtsmissbräuch-

lich.  

3.6. Im Weiteren ist dem Beschuldigten nicht zu folgen, wenn er eine Vorbefas-

sung von Dr. med. C._____ in der gleichen Sache geltend macht. Eine gleiche 

Sache ist nur (eng) anzunehmen bei Identität der Parteien, des Verfahrens und 

der zur Beantwortung stehenden Streitfragen (BGE 143 IV 69 E. 3.1). Bei der Be-

gutachtung der Geschädigten durch Dr. med. C._____ im Jahr 2014 ging es ein-

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zig um deren Aussagetüchtigkeit bzw. -fähigkeit. Dies, weil der Beschuldigte im 

erstinstanzlichen Verfahren die Vorwürfe und Aussagen der Geschädigten be-

stritt. Was der Beschuldigte mit den wiedergegebenen Zitaten aus dem Gutachten 

vom 25. April 2014 geltend machen will, erhellt nicht (Urk. 766 S. 7 f.). Diese Aus-

sagen betreffen die Geschädigte und äussern sich in keiner Weise über den Be-

schuldigten. Nachdem der Beschuldigte im obergerichtlichen Verfahren sodann 

den Sachverhalt und die Aussagen der Geschädigten anerkannte, ist weiter nicht 

ersichtlich, über welche ihm ansonsten nicht zur Verfügung stehenden (sich nicht 

in den Akten befindlichen) Informationen Dr. med. C._____ bei der Begutachtung 

des Beschuldigten verfügt haben soll. Sachverhaltskenntnisse aus dem Jahr 

2014, welche keinen Eingang in die Akten gefunden haben, aber in die Begutach-

tung des Beschuldigten durch Dr. med. C._____ eingeflossen sein könnten, sind 

nicht ersichtlich und werden vom Beschuldigten auch nicht vorgebracht (Urk. 766 

S. 5 ff.). Es ergibt sich entgegen den Ausführungen des Beschuldigten weder aus 

den von ihm zitierten Stellen noch aus dem Gutachten über die Aussagetüchtig-

keit bzw. -fähigkeit der Geschädigten generell, dass sich Dr. med. C._____ be-

reits damals intensiv mit den dem Beschuldigten gemachten Vorwürfen und dem 

Beschuldigten auseinandergesetzt haben soll. Dr. med. C._____ wurde einzig für 

die Einschätzung der Aussagetüchtigkeit bzw. -fähigkeit der Geschädigten beige-

zogen. Diese Begutachtung (von wohl max. 4 Stunden) fand dabei im Jahr 2014 

statt, also über sechs Jahre vor der Begutachtung des Beschuldigten. Bei der Be-

gutachtung des Beschuldigten durch Dr. med. C._____ war nur noch die Frage zu 

klären, ob eine therapeutische Massnahme/Verwahrung des Beschuldigten anzu-

ordnen ist, wobei er vom Sachverhalt gemäss Anklageschrift ausgehen konnte 

und demzufolge keine Sachverhalts- bzw. Aussagenwürdigung vorzunehmen hat-

te. Es ging bei der Begutachtung des Beschuldigten einzig um die Beurteilung des 

Vorliegens einer allfälligen psychischen Störung, einer allfälligen Rückfallgefahr, 

der Massnahmefähigkeit und Massnahmewilligkeit des Beschuldigten sowie der 

Konnexität und Relevanz der im Strafregister gelöschten Taten, der neu zu beur-

teilenden Taten und derjenigen, die noch im Strafregister aufgeführt sind. Auf-

grund dieser offensichtlich in keiner Weise in einem Zusammenhang mit dem von 

ihm im Jahr 2014 erstellten (Zusatz-)Gutachten über die Geschädigte stehenden 

-   14   - 

Themen, liegt keine Vorbefassung vor. Ebenso wenig kann die Rede davon sein, 

dass Dr. med. C._____ bei der Begutachtung des Beschuldigten bereits mit dem 

Fall vertraut gewesen sein soll (vgl. Urk. 766 S. 8 f.). Der Beschuldigte zeigt denn 

auch keine Umstände auf, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der 

Voreingenommenheit objektiv zu begründen vermögen und darauf hindeuten, 

dass Dr. med. C._____ bezüglich der zu entscheidenden Fragen nicht offen und 

vorbestimmt gewesen sein könnte. Aussagen von Dr. med. C._____ in seinem 

Gutachten über den Beschuldigten, die nicht neutral und/oder nicht sachlich wä-

ren, sind nicht ersichtlich und werden auch vom Beschuldigten keine genannt. Ei-

ne Vorbefassung und damit ein Ausstandsgrund ist nicht ersichtlich. 

3.7. Wenn der Beschuldigte aus dem Umstand, dass Dr. med. C._____ im Gut-

achten das von ihm im Jahr 2014 erstattete (Zusatz-)Gutachten über die Geschä-

digte nicht offengelegt habe, eine qualitative Mangelhaftigkeit des Gutachtens ab-

leiten will (Urk. 766 S. 9, S. 11 f.; Urk. 777 S. 4), ist ihm ebenfalls nicht zu folgen. 

Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Angaben des Gutachters, dass 

sich sein Gutachten (einzig) auf die Durchsicht der Gerichtsakten und einer Explo-

ration des Beschuldigten am 15. April 2021 stützt, unzutreffend sein sollen. Wie 

erwähnt, konnte der Gutachter vom (anerkannten) Sachverhalt gemäss Anklage-

schrift ausgehen und war es dementsprechend nicht erforderlich, sämtliche Akten 

und insbesondere jene im Zusammenhang mit der Frage der Aussagetüchtigkeit 

der Geschädigten, zu studieren. Weiter kann auch aufgrund der Gegebenheiten 

im Umstand, dass der Gutachter keine Verbindung zwischen der im Jahr 2014 er-

folgten Exploration der Geschädigten und der Begutachtung des Beschuldigten 

herstellte, kein gravierendender Fehler oder erheblicher Mangel hinsichtlich der 

Qualität des Gutachtens erblickt werden (Urk. 766 S. 9, S. 11 f.). Die Staatsan-

waltschaft hält zutreffend fest, dass der Beschuldigte denn auch mit keinem Wort 

ausführt, worin die angeblich negativen Auswirkungen der Nichterwähnung des 

(Zusatz-)Gutachtens in Bezug auf das Gutachten über den Beschuldigten (dessen 

Schlüssigkeit auch vom Bundesgericht nicht in Frage gestellt wurde) bestehen 

soll und er nicht aufzeigt, dass sich dieses als nicht offen und voreingenommen 

präsentiere. 

-   15   - 

3.8. Nachdem somit keine Vorbefassung von Dr. med. C._____ im Sinne eines 

Ausstandsgrundes bestand, lag auch keine ungenügende Verteidigung vor 

(Urk. 766 S. 9 f.), wenn der damalige Verteidiger (im Übrigen rund sechs Jahre 

nach der Begutachtung der Geschädigten und nachdem bereits zwei Gutachten 

von verschiedenen Gutachtern vorlagen), Dr. med. C._____, …-arzt des Zent-

rums … [Zweck], welcher über ausgewiesenes Fachwissen verfügt, als Gutachter 

vorschlug und der nachmalige amtliche Verteidiger diesen Umstand (vor Bundes-

gericht) nicht rügte.  

3.9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass kein Ausstandsgrund 

bei Dr. med. C._____ ersichtlich ist. Sodann liegt auch kein qualitativ mangelhaf-

tes Gutachten vor. Damit ist das Ausstandsgesuchs des Beschuldigten abzuwei-

sen und dem Standpunkt des Beschuldigten, es könne nicht auf das Gutachten 

von Dr. med. C._____ vom 14. Juni 2021 abgestellt werden, und es sei ein neues 

Gutachten einzuholen, ist nicht zu folgen. Zu berücksichtigende neue Tatsachen 

liegen nicht vor. Es ist deshalb in Nachachtung des Entscheids des Bundesge-

richts vom 10. Januar 2022 die Verwahrung des Beschuldigten nach Art. 64 Abs. 

1 lit. a StGB anzuordnen.  

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

4.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-

terliegt mit seinem Antrag, es sei von einer Verwahrung abzusehen. Dementspre-

chend sind ihm die Kosten des zweiten, dritten und des vorliegenden Berufungs-

verfahrens – mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, der unentgelt-

lichen Vertretung der Privatklägerschaft und von Vollzugskosten – aufzuerlegen. 

Aufgrund der finanziellen und persönlichen Situation des Beschuldigten sind diese 

Kosten jedoch sofort abzuschreiben. 

4.2. Dementsprechend sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft und die Kosten im Zusammenhang 

mit dem Vollzug definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

-   16   - 

4.3. Ausgangsgemäss ist dem Beschuldigten sodann weder eine Entschädigung 

(für seine erbetene Verteidigung) noch eine Genugtuung zuzusprechen.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschluss vom 20. September 2021 (Feststel-

lung der Rechtskraft des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich, 

II. Strafkammer, vom 18. Oktober 2016 bezüglich der Dispositivziffern 1 und 

2 [Strafe und Vollzug], 4 [Genugtuung], 5 und 6 [Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen] sowie des gleichentags ergangenen Beschlusses [Feststellung 

Rechtskraft Urteil des Bezirksgerichts Affoltern vom 24. November 2014 be-

züglich der Dispositivziffern 1 [Schuldpunkt], 5 und 6 [Einziehungen], 7-

12 [Kosten- und Entschädigungsdispositiv] sowie 14 [Schadenersatz]]) in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Das Ausstandsbegehren des Beschuldigten gegen den Gutachter Dr. med. 

C._____ wird abgewiesen. 

2. Es wird die Verwahrung des Beschuldigten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a 

StGB angeordnet. 

3. Die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren (Geschäfts-Nr. 

SB170417-O) fällt ausser Ansatz; die weiteren Kosten betragen:  

-   17   - 

Fr. 4‘654.25   amtliche Verteidigung (RA Y3._____ [bis 30.6.18]) 

Fr. 18'831.00   amtliche Verteidigung (RA Y4._____ [ab 01.07.18]; davon   bereits Fr. 10'000.– am 10.10.2019 ausbezahlt) 

Fr. 250.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 

Fr. 15‘235.09   Gutachten v. 16.10.2018 (inklusive Kurier von Fr. 211.09) 

Fr. 1‘716.00   Ergänzungsgutachten v. 13.01.20 

4. Die Gerichtsgebühr für das dritte Berufungsverfahren (Geschäfts-Nr. 

SB200500-O) fällt ausser Ansatz; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'867.55   amtliche Verteidigung (RA Y5._____ [bis 1.4.21]) 

Fr. 8'890.85   amtliche Verteidigung (RA Y1._____ [ab 1.4.21]) 

Fr. 26'777.80   Gutachten 

Fr. 500.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft 

5. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Berufungsverfahren fällt ausser An-

satz; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'754.55   amtliche Verteidigung (RA Y1._____) 

Fr. 759.05   Vollzugskosten (Transport Beschuldigter 8.7.2022) 

6. Die Kosten des zweiten, dritten und vorliegenden Berufungsverfahrens wer-

den, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerschaft und von Vollzugskosten, dem Be-

schuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung, der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft und des Voll-

zuges werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

7. Dem Beschuldigten wird weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung 

zugesprochen. 

8. Schriftliche Mitteilung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

− die erbetene Verteidigung 
− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

-   18   - 

− die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und 
zuhanden der Privatklägerin 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− das Staatssekretariat für Migration 

− und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestim-
mung der Vernichtungs- und Löschungsdaten  

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

-   19   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 12. Dezember 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Stiefel 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Brülisauer 
 

 
 
 
 

	Urteil vom 12. Dezember 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig:
	 der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB;
	 der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 3 StGB;
	 der Widerhandlung gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a, b und c AuG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit a und d AuG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 1097 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen.
	4. Es wird die Verwahrung des Beschuldigten nach Art. 64 Abs. 1 StGB angeordnet.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 15. Oktober 2012 beschlagnahmten Gegenstände:
	 1 Arbeits-/Teppichmesser dreieckig (Asservaten-Nr. A004'262'537)
	 1 Arbeits-/Teppichmesser grau (Asservaten-Nr. A004'262'548)
	 1 Arbeits-/Teppichmesser rot/grau (Asservaten-Nr. A004'262'559)
	 1 Arbeits-/Teppichmesser gelb/schwarz (Asservaten-Nr. A004'262'560)
	 1 Klappmesser (Asservaten-Nr. A004'262'571)

	6. Die gemäss Sicherstellungsliste der Kantonspolizei Zürich vom 6. Dezember 2011 sichergestellten 1.7 Gramm Marihuana sowie die Schachtel mit Rauchutensilien (beides erfasst unter Asservaten-Nr. A004'293'883, BM Lager-Nr. B04461-2011) werden eingezog...
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	1. Prozessverlauf
	1.1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 24. November 2014 wurde der Beschuldigte der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB, der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 3 StGB und der Widerhandlung gegen Art. 115 ...
	Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 18. Oktober 2016 legte der Beschuldigte ein vollumfängliches Geständnis ab und anerkannte den durch die Vorin-stanz ausgesprochenen Schuldspruch. Mit Beschluss vom gleichen Tag stellte die hiesige Kammer die Rec...
	1.2. Nachdem die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich gegen das vorgenannte Urteil vom 18. Oktober 2016 Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht erhoben hatte, hob dieses den obergerichtlichen Entscheid bezüglich Absehen von einer Verwahrung s...
	Aufgrund der Vorgaben des Bundesgerichts wurde ein weiteres psychiatrisches Gutachten inkl. Ergänzungsgutachten über den Beschuldigten bei med. pract. Reger eingeholt (Urk. 518 und Urk. 558). Nach durchgeführtem Schriftenwechsel fällte die hiesige Kam...
	1.3. Mit Beschluss vom 21. Dezember 2020 wurde entschieden, bei Dr. med. C._____ ein neues ärztliches Gutachten über den körperlichen und geistigen Zustand des Beschuldigten, die Zweckmässigkeit einer Massnahme nach den Art. 56 bis 64 StGB sowie über ...
	1.4. Gegen das Urteil vom 20. September 2021 erhob die Oberstaatsanwaltschaft Berufung ans Bundesgericht (Urk. 714). Mit Urteil vom 10. Januar 2022 hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, hob das Urteil der hiesigen Kammer vom 20. September 2021 a...

	2. Umfang des Berufungsverfahrens
	2.1. Das Bundesgericht hob mit Urteil vom 10. Januar 2022 das Urteil der hiesigen Kammer vom 20. September 2021 auf. Mit Urteil vom 16. Oktober 2017 hatte das Bundesgericht Dispositivziffer 3 des Urteils des Obergerichtes vom 18. Oktober 2016 (Absehen...
	2.2. Das vorliegende Verfahren beschränkt sich demnach (wie bereits die Verfahren SB170417-O und SB200500-O) auf die Frage der Anordnung einer therapeutischen Massnahme oder einer Verwahrung (und die Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweiten, dritt...

	3. Anordnung der Verwahrung - Bindungswirkung des Rückweisungsentscheids des Bundesgerichts
	3.1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde gut und weist es die Angelegenheit zur neuen Beurteilung an das Berufungsgericht zurück, darf sich dieses von Bundesrechts wegen nur noch mit jenen Punkten befassen, die das Bundesgericht kassierte (BGE 14...
	3.2. Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid fest, dass nicht zu beanstanden sei, wenn die hiesige Kammer das Gutachten insgesamt als schlüssig bezeichne und bei der Beurteilung der Legalprognose darauf abstelle. Weiter hielt es fest, dass die Ges...
	3.3. Der Beschuldigte macht geltend, dass Dr. med. C._____ einerseits hätte in den Ausstand treten müssen und andererseits dieses Gutachten von Dr. med. C._____ erhebliche qualitative Mängel aufweise, weshalb es nicht zu seinen Lasten verwertbar sei. ...
	3.4. Wer durch ein rechtskräftiges Urteil, einen Strafbefehl, einen nachträglichen richterlichen Entscheid oder einen Entscheid im selbstständigen Massnahmenverfahren beschwert ist, kann die Revision verlangen, wenn neue, vor dem Entscheid eingetreten...
	3.5. Wenn der Beschuldigte vortragen lässt, es sei unverständlich, dass seine im Jahr 2020/2021 tätigen amtlichen Verteidiger keine Einwände gegen Dr. med. C._____ als vorgeschlagener Gutachter vorgebracht hätten, blendet er aus, dass sich – wie er se...
	3.6. Im Weiteren ist dem Beschuldigten nicht zu folgen, wenn er eine Vorbefassung von Dr. med. C._____ in der gleichen Sache geltend macht. Eine gleiche Sache ist nur (eng) anzunehmen bei Identität der Parteien, des Verfahrens und der zur Beantwortung...
	3.7. Wenn der Beschuldigte aus dem Umstand, dass Dr. med. C._____ im Gutachten das von ihm im Jahr 2014 erstattete (Zusatz-)Gutachten über die Geschädigte nicht offengelegt habe, eine qualitative Mangelhaftigkeit des Gutachtens ableiten will (Urk. 766...
	3.8. Nachdem somit keine Vorbefassung von Dr. med. C._____ im Sinne eines Ausstandsgrundes bestand, lag auch keine ungenügende Verteidigung vor (Urk. 766 S. 9 f.), wenn der damalige Verteidiger (im Übrigen rund sechs Jahre nach der Begutachtung der Ge...
	3.9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass kein Ausstandsgrund bei Dr. med. C._____ ersichtlich ist. Sodann liegt auch kein qualitativ mangelhaftes Gutachten vor. Damit ist das Ausstandsgesuchs des Beschuldigten abzuweisen und dem Standpunkt ...

	4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	4.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seinem Antrag, es sei von einer Verwahrung abzusehen. Dementsprechend sind ihm die K...
	4.2. Dementsprechend sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft und die Kosten im Zusammenhang mit dem Vollzug definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	4.3. Ausgangsgemäss ist dem Beschuldigten sodann weder eine Entschädigung (für seine erbetene Verteidigung) noch eine Genugtuung zuzusprechen.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschluss vom 20. September 2021 (Feststellung der Rechtskraft des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 18. Oktober 2016 bezüglich der Dispositivziffern 1 und 2 [Strafe und Vollzug], 4 [Ge...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Das Ausstandsbegehren des Beschuldigten gegen den Gutachter Dr. med. C._____ wird abgewiesen.
	2. Es wird die Verwahrung des Beschuldigten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB angeordnet.
	3. Die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren (Geschäfts-Nr. SB170417-O) fällt ausser Ansatz; die weiteren Kosten betragen:
	4. Die Gerichtsgebühr für das dritte Berufungsverfahren (Geschäfts-Nr. SB200500-O) fällt ausser Ansatz; die weiteren Kosten betragen:
	5. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Berufungsverfahren fällt ausser Ansatz; die weiteren Kosten betragen:
	6. Die Kosten des zweiten, dritten und vorliegenden Berufungsverfahrens werden, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft und von Vollzugskosten, dem Beschuldigten auferlegt, aber abgesch...
	7. Dem Beschuldigten wird weder eine Entschädigung noch eine Genugtuung zugesprochen.
	8. Schriftliche Mitteilung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die erbetene Verteidigung
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die unentgeltliche Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Staatssekretariat für Migration
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.