# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64bd933d-f29b-5e34-98ae-1046bcee2282
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 20.08.2018 ZK1 2018 58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2018-58_2018-08-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 20. August 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 18 58 22. August 2018

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Schnyder
Aktuar ad hoc Kollegger

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden vom 
10. April 2018, mitgeteilt am 17. April 2018, in Sachen des Beschwerdeführers,

betreffend Beistandschaft,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____, geboren am _____ 1970, lebte seit einigen Jahren zusammen mit 
seinem Vater, A._____, geboren am _____ 1930, in einer im 2. Stock befindlichen 
4 ½ Wohnung am _____weg in O.1_____.

B. Am 17. Juni 2010 ging der Vormundschaftsbehörde (VB) Kreis O.1_____ 
erstmals eine Gefährdungsmeldung der Stadtpolizei O.1_____ ein, in welcher mit 
Fotografien einer stark unordentlichen Wohnung auf eine vermutete Verwahrlo-
sung dieser beiden Personen hingedeutet wurde (act. A.1-3 Vorakten der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde [VA/KESB]).

C. Das daraufhin durchgeführte Abklärungsverfahren schloss die VB mit 
Schreiben vom 12. Januar 2011 ohne Einleitung von Massnahmen ab, da die 
Behörde zum Schluss kam, dass A._____ und X._____ sich in einer stabilen Si-
tuation befinden würden und bei Bedarf selbst angemessene Hilfe organisieren 
könnten (act. A.15 VA/KESB).

D. Am 25. November 2014 ging der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) Nordbünden wiederum eine Gefährdungsmeldung von Seiten des Regio-
nalen Sozialdienstes O.1_____ (RSD) ein, in der auf die Gesundheits-, Wohn- und 
Lebenssituation von X._____ aufmerksam gemacht wurde (act. B.3 VA/KESB).

E. Darauf eröffnete die KESB am 28. November 2014 erneut ein Abklärungs-
verfahren (act. B.4 VA/KESB). Im Rahmen dieses Verfahrens konnte die KESB 
unter anderem die vom Hausarzt fotografierte Wohnsituation (act. B.8 VA/KESB) 
und die psychiatrischen Einschätzungen zur gesundheitlichen Beeinträchtigung in 
Bezug auf Schutz- und Hilfsbedürftigkeit (act. B.11 VA/KESB) in Erfahrung brin-
gen. Auch konnte die KESB auf ein forensisch-psychiatrisches Gutachten (act. 
B.12 VA/KESB) und einen Arztbericht (act. B.13 VA/KESB) zugreifen, welche der 
IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (SVA) gedient 
hatten, einen Vorbescheid über die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente (act. 
B.16 VA/KESB) zu fällen. Aus diesen Akten ging hervor, dass X._____ an Asthma 
bronchiale und einer Polyallergie sowie einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 
litt.

F. Am 25. Dezember 2014 starb A._____, der Vater von X._____.

G. Aufgrund der Tatsachen, dass der Mietvertrag nach dem Tod des Vaters 
auf X._____ überschrieben worden war und X._____ seit August 2018 sowohl An-

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spruch auf eine IV-Rente wie auch Ergänzungsleistungen hatte, schloss die KESB 
das Abklärungsverfahren aufgrund der stabilen Situation am 02.  Oktober 2015 
unter Verzicht auf Massnahmen ab (act. B.42 VA/KESB).

H. Nachdem X._____ bei der Kantonspolizei (KaPo) Graubünden Anzeige ge-
gen Unbekannt wegen verschiedener angeblicher Straftaten eingereicht und sich 
ausserdem bei der KaPo und dem Vermieter seiner Wohnung über Rauch- und 
Staubbelästigungen durch seine Nachbarn beschwert hatte, eröffnete die KESB 
am 13. Dezember 2016, nach Meldungen der KaPo und des Vermieters, ein wei-
teres Abklärungsverfahren (vgl. act. B.44, C.1, 3, 4 und 7 VA/KESB).

I. Nach der Besprechung, welche die KESB mit X._____ am 20. Dezember 
2016 durchführte, wollte die KESB weitere Entwicklungen abwarten.

J. Am 23. Januar 2018 wurde jedoch ein weiteres Abklärungsverfahren eröff-
net, nachdem X._____ der KaPo gemeldet hatte, dass seine Nachbarn ihn verfol-
gen und ihn mit Zigarettenrauch aus der Wohnung ekeln wollten (act. 1 und 2 
KESB).

K. Im Gespräch mit der KESB vom 01. Februar 2018 (act. 4 KESB), äusserte 
sich X._____ unter anderem über seine Gesundheit, seine Wohnsituation sowie 
über seine Finanzen und Administration. Auch gab er über seine fehlende Arbeit 
und sein Sozialleben Auskunft.

L. Am 27. Februar 2018 führte die KESB nochmals ein Gespräch mit X._____ 
(act. 10 KESB). Darin bestätigte X._____ seine Standpunkte und lehnte eine Bei-
standschaft ab.

M. Am 6. März 2018 telefonierte die KESB mit dem Vermieter der Wohnung 
(act. 11 KESB). Dieser erklärte, dass X._____ sich bei ihm bezüglich den stören-
den Nachbarn gemeldet hatte, die Situation ansonsten aber in Ordnung wäre, 
auch wenn X._____ laut den Nachbarn durch seinen üblen Körpergeruch im Haus 
auffalle. In den letzten Monaten habe er aber nichts von X._____ gehört.

N. Anlässlich der Anhörung vom 10. April 2018 sprach die KESB mit X._____ 
über die geplante Beistandschaft (act. 14 KESB).

O. Gleichentags (10. April 2018) erging ein Entscheid über die Errichtung einer 
Vertretungsbeistandschaft für die Bereiche "Wohnen" sowie "Medizin und Ge-
sundheit". Als Beiständin wurde B._____ (Berufsbeistandschaft Plessur) ernannt.

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P. Gegen diesen Entscheid reichte X._____ mit Schreiben vom 13. Juli 2018 
Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden ein, mit folgendem Begehren:

Ich beantrage beim Gericht, den KESB-Entscheid aufzuheben, d.h. die Er-
richtung einer Vertretungsbeistandschaft (VB) über mich zu verhin-
dern/untersagen.

Q. Die Beschwerdeantwort der KESB vom 13. Juni 2018 beinhaltete als 
Rechtsbegehren was folgt:

1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden 
kann.

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verlegen.

R. In einem weiteren Schreiben vom 13. Juli 2018 liess der Beschwerdeführer 
die Begründungen der KESB nicht gelten.

S. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid 
und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Ein-
führungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) 
kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim Kan-
tonsgericht von Graubünden erhoben werden. Die Beschwerde ist beim Gericht 
innert dreissig Tagen seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 1 ZGB) schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB). Zur Beschwerde legitimiert 
sind insbesondere die im Sinne von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB am Verfahren be-
teiligten Personen.

1.2. Der Beschwerdeführer legte gegen den KESB-Entscheid vom 10. April 
2018, mitgeteilt am 17. April 2018, in Empfang genommen am 20. April 2018 (act. 
22 KESB), am 22. Mai 2018 das mit "Einsprache" betitelte Rechtsmittel ein. Die 
falsche Bezeichnung des Rechtsmittels schadet dem Beschwerdeführer jedoch 
nicht, da er damit offensichtlich eine Beschwerde einreichen wollte, zu welcher die 
KESB auch mit einer Beschwerdeantwort Stellung genommen hat. Da der Be-
schwerdeführer als direkt von der Verfügung Betroffener zur Beschwerde legiti-
miert ist, ist auf die im Übrigen form- und fristgerechte Beschwerde einzutreten.

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2. Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Art. 450 ff. ZGB, subsidiär 
anwendbar sind gemäss Art. 60 Abs. 2 EGzZGB die Bestimmungen der ZPO. 
Gemäss Art. 60 Abs. 3 EGzZGB sind sodann neue Tatsachenbehauptungen und 
Beweismittel zulässig. Die Beschwerdeinstanz verfügt vorliegend über umfassen-
de Kognition, sodass Rechtsverletzungen (450a Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Ziff. 2) und 
Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden können. Die Beschwerde ist ein voll-
kommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 
Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7085; Hermann Schmid, Er-
wachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 1 zu Art. 450a ZGB). Der 
Begriff der Rechtsverletzung umfasst jede unrichtige Anwendung und Auslegung 
des eidgenössischen oder kantonalen Rechts, sowie falsche Anwendung oder 
Nichtanwendung ausländischen Rechts (Botschaft Erwachsenenschutz, a.a.O., S. 
7085). Gegenstand der Rechtskontrolle ist auch die Prüfung, ob die Schranken 
des Ermessens eingehalten sind, und die Prüfung der Verhältnismässigkeit (Dani-
el Steck, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 
5. Aufl., Basel 2014, N 11 zu Art. 450a ZGB mit weiteren Hinweisen; Hermann 
Schmid, a.a.O., N 3 zu Art. 450a ZGB). Die Rüge der unrichtigen oder unvollstän-
digen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts erlaubt eine umfassende 
Überprüfung des Sachverhalts, ohne auf die Willkürrüge beschränkt zu sein. Im 
Vordergrund stehen Rügen von aktenwidrigen Feststellungen. Beruht eine 
tatsächliche Feststellung auf unrichtiger Rechtsanwendung, kommt der Rüge-
grund der Rechtsverletzung zur Anwendung (Daniel Steck, a.a.O., N 12 f. zu Art. 
450a ZGB). Die Rüge der Unangemessenheit ermöglicht eine umfassende Über-
prüfung der Handhabung des Ermessens durch die Vorinstanz (Daniel Steck, 
a.a.O., N 14 zu Art. 450a ZGB; Hermann Schmid, a.a.O., N 4 zu Art. 450a ZGB). 
Es kann folglich die blosse Unangemessenheit gerügt werden, nicht nur  wie im 
Verfahren vor Bundesgericht  Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung 
und Ermessensunterschreitung (Daniel Steck, a.a.O., N 16 zu Art. 450a ZGB). 
Unter Art. 450a Abs. 1 Ziff. 3 ZGB fällt auch die Angemessenheitskontrolle, folglich 
die Prüfung der Zweckmässigkeit und Angemessenheit der angefochtenen Anord-
nung. 

3. Obwohl gewissen Äusserungen des Beschwerdeführers zu entnehmen ist, 
dass er einer auf Freiwilligkeit beruhenden Unterstützung durch die KESB in ge-
wissen Bereichen nicht abgeneigt wäre, stellt er in seinem Rechtsbegehren aus-

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schliesslich den Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids in Bezug 
auf die errichtete Vertretungsbeistandschaft und nicht etwa auf Umwandlung der-
selben in eine Begleitbeistandschaft. Bereits die KESB hat die Ausführungen des 
Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung vor dem Entscheid nicht so verstan-
den, dass der Beschwerdeführer seine Zustimmung zu einer Begleitbeistandschaft 
erteilt. Im Folgenden ist somit nur zu prüfen, ob die Voraussetzungen einer Vertre-
tungsbeistandschaft mit den von der KESB definierten Aufträgen an die Beiständin 
gegeben sind.

4 Was die von der KESB in ihrem angefochtenen Entscheid formulierten Auf-
gaben und Kompetenzen der Beiständin anbetrifft, so hat sie unter dem Stichwort 
"Wohnen" festgehalten, dass die Beiständin stets für eine geeignete Wohnsituati-
on bzw. Unterkunft für X._____ besorgt zu sein hat (insbesondere Mietverhältnis, 
Wohnungssuche, Wohnbegleitung organisieren etc.). Aufgrund dieser Formulie-
rung befürchtet der Beschwerdeführer nun, dass es Ziel der KESB sei, ihm die 
bisherige Wohnung wegzunehmen und für ihn ein begleitetes Wohnen zu organi-
sieren. Wenn nun noch die Erwägungen der KESB berücksichtigt werden, wonach 
die nicht befriedigende Wohnsituation in einer Wechselwirkung mit seinen ge-
sundheitlichen Problemen stehe, Gesundheit und Wohlbefinden von X._____ an-
gesichts dieser Umstände gefährdet seien, er deshalb auf eine Beistandsperson 
angewiesen sei, die mit ihm zusammen Lösungen entwickle, wie seine gesund-
heitliche und Wohnsituation verändert werden könne und diese Lösungen auch 
umsetze, so ist nachvollziehbar, dass X._____ zum Schluss kommen konnte, dass 
unter Veränderung der Wohnsituation das Suchen nach einer neuen Wohnform zu 
verstehen sei und er aus der bisherigen Wohnung ausziehen müsse. In der Be-
schwerdeantwort vom 13. Juni 2018 bestreitet die KESB jedoch unmissverständ-
lich, dass die Absicht bestehe, X._____ seine jetzige Wohnung wegzunehmen. 
Das Ziel der Beistandschaft bestehe darin, den Beschwerdeführer zu beraten und 
zu unterstützen und damit das Wohnen entsprechend menschenwürdig zu gestal-
ten und zu verbessern. Sodann wird in der Beschwerdeantwort der KESB klarge-
stellt, dass es nicht darum gehe, X._____ Therapien aufzuzwingen. Vielmehr habe 
die Beistandsperson den Beschwerdeführer zu gesundheitlichen Themen und 
Fragestellungen zu beraten, zu begleiten und ihm Informationen zu Behandlungs-
angeboten zu vermitteln. Bei Urteilsfähigkeit entscheide X._____ selbst, ob er von 
einer Therapie Gebrauch machen wolle.

5.1. Nachdem nunmehr klargestellt ist, was die KESB mit der errichteten Bei-
standschaft bezweckt bzw. was gerade nicht, ist zu prüfen, ob die gesetzlichen 
Voraussetzungen dafür gegeben sind. Zweifelsfrei ist, dass X._____ aufgrund der 

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von den Ärzten Dr. Burz und Dr. Klesse bestätigten kombinierten Persönlichkeitss-
törung an einem Schwächezustand leidet (vgl. Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Der 
Schluss liegt ohne Weiteres nahe, dass diese Persönlichkeitsstörung in Verbin-
dung mit der Lungenkrankheit des Beschwerdeführers auch für den Zustand der 
Wohnung verantwortlich ist, indem X._____ aus Angst vor Staubentwicklung diese 
nur ungenügend reinigt, unzählige Gegenstände nicht entsorgt und die Wohnung 
kaum lüftet. Wohl offensichtlich ist auch der Widerspruch in der Begründung die-
ser Unterlassungen durch X._____. Es ist nämlich notorisch, dass je weniger eine 
Wohnung gelüftet, gereinigt und entrümpelt wird, desto grösser die Möglichkeiten 
für Staubablagerungen und Keimentwicklungen sind, welche insbesondere einem 
Menschen, der gesundheitliche Probleme der Atemwege hat, nicht zuträglich sind. 
Der Beschwerdeführer scheint bei seiner Argumentation auch zu übersehen, dass 
er sich während der Reinigung bzw. Räumung nötigenfalls mit einer Staubmaske 
schützen könnte, damit er durch kurzfristig erhöhte Staubemissionen nicht beein-
trächtigt wird. Dies wären ohne Zweifel Massnahmen, die von einem vernünftigen 
Menschen zu erwarten wären. Eine andere Frage ist, ob diese Situation bereits 
das Eingreifen der KESB gegen den Willen des Betroffenen rechtfertigt.

5.2. Das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen fliesst aus dem Grundrecht 
der persönlichen Freiheit und hat Verfassungsrang (Art. 10 BV). Das Erwachse-
nenschutzrecht nimmt denn auch auf dieses Recht Bezug und will es so weit wie 
möglich erhalten und fördern (Art. 388 Abs. 2 ZGB). Eingriffe in das Selbstbe-
stimmungsrecht durch Massnahmen der KESB müssen deshalb streng den 
Grundsätzen der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität folgen. Die letztere 
Maxime bedeutet, dass behördliche Massnahmen nur dann anzuordnen sind, 
wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht angemes-
sen sichergestellt ist. Ist die gebotene Unterstützung auf andere Art schon ge-
währleistet, so ordnet die KESB keine Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 ZGB). 
Kommt sie demgegenüber zum Schluss, die vorhandene Unterstützung sei nicht 
ausreichend oder von vornherein ungenügend, so muss ihre behördliche Mass-
nahme verhältnismässig, d.h. erforderlich und geeignet sein (Art. 398 Abs. 2 
ZGB). Die KESB hat dabei nicht gesetzlich fest umschriebene, starre Massnah-
men, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen, d.h. solche, die den Bedürf-
nissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB). Zu beachten ist 
der Grundsatz "Soviel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff 
wie möglich." Dies gilt auch für die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft 
(BGE 140 III 49 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Als eigentlicher Problemfall gilt die "Hilfe 
wider Willen". In diesem heiklen Bereich geht es darum, den schmalen Weg zwi-

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schen gerade noch sinnvoller Selbstbestimmung einerseits und übermässigem 
Schutz andererseits zu finden (Chrisoph Häfeli, in: Bucher et al. [Hrsg.], Fam-
Komm Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 5 zu Art. 388 ZGB; Helmut Henkel, in: 
Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, 
N 9 zu Art. 388; Ruth Reusser, in: Fountoulakis et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Kin-
des- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich 2016, N 2.6 ff.). Die Wahrung der Ver-
hältnismässigkeit bedeutet aber auch, auf eine Massnahme zu verzichten, wenn 
sie nach Prüfung der näheren Umstände als unnötig und aller Voraussicht nach 
als unwirksam erkannt wird.

5.3. Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den Akten der KESB, dass die damali-
ge Vormundschaftsbehörde des Kreises O.1_____ - bzw. nunmehr die KESB 
Nordbünden - bereits dreimal, erstmals im Jahre 2010, ein Abklärungsverfahren 
über X._____ eröffnet hat, wobei die Gründe dafür grundsätzlich immer die glei-
chen waren, nämlich der Zustand der Wohnung mit den damit einhergehenden 
möglichen Gefahren für die Gesundheit. Zweimal, in den Jahren 2011 und 2015, 
verzichteten die zuständigen Behörden auf die Anordnung von Massnahmen. 
Auch im Rahmen des letzten Abklärungsverfahrens kamen nicht grundlegend 
neue Erkenntnisse über die Lebenssituation von X._____ zum Vorschein. Der Zu-
stand des Beschwerdeführers in den fraglichen Bereichen Wohnen und Gesund-
heit erscheint deshalb als relativ stabil. Den Akten lässt sich auch nicht entneh-
men, dass unmittelbar eine Verschlimmerung der Situation drohen würde. Im Ge-
genteil konnte in der Zwischenzeit nach dem Tode des Vaters von X._____ das 
Mietverhältnis auf diesen übertragen werden und von Seiten des Vermieters ist 
keine Kündigung zu erwarten, solange X._____ sich nicht störend verhält (vgl. act. 
11 KESB). Ebenso wenig ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
von X._____ ersichtlich, welche nun nach Unterstützung durch behördliche Mass-
nahmen rufen würde. Zu prüfen bleibt somit, ob die Lebenssituation des Be-
schwerdeführers, wie sie schon seit mehreren Jahren besteht, eine Beistandschaft 
rechtfertigt. Den bei den Akten liegenden ärztlichen Berichten lässt sich entneh-
men, dass X._____ ein intelligenter Mensch ist, der auch durch seine psychische 
Störung in seiner Urteilsfähigkeit nicht eingeschränkt ist (vgl. act. B.11 VA/KESB). 
Der gleiche Eindruck lässt sich auch mit seinen gut formulierten, sich detailliert mit 
den vorinstanzlichen Erwägungen auseinandersetzenden Beschwerdeeingaben 
gewinnen. Er ist trotz des nicht sehr hohen Einkommens aus der IV-Rente in der 
Lage, seine Finanzen in Ordnung zu halten und die Eingehung von Schulden zu 
vermeiden. Zutreffend ist wohl, dass die Ordnung in der Wohnung mangelhaft ist 
und - wie erwähnt – seine Begründungen, weshalb er diesem Zustand nicht Abhil-

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fe schafft, in sich widersprüchlich sind. Gemäss seinem Vermieter ist die Wohnung 
aber einfach "vollgestellt" und keine "Messiewohnung" (act. 11 KESB). Von einer 
eigentlichen Verwahrlosung mit entsprechenden damit einhergehenden negativen 
gesundheitlichen Folgen kann unter diesen Umständen noch keine Rede sein. Es 
ist zwar auffallend, wie X._____ sich immer wieder eine Begründung zurechtlegt, 
weshalb er die Wohnung nicht reinigen und aufräumen lassen will und diese Ar-
gumentationen zumindest teilweise schwer nachvollziehbar sind (Nichtbenützung 
Küche und eingeschränkte Benützung Bad sowie kaum Lüften der Wohnung we-
gen Staubimmissionen etc.). Solange der Vermieter diesen Zustand aber akzep-
tiert, gehört es zum Selbstbestimmungsrecht des Beschwerdeführers, wie er in 
seiner Wohnung leben will. Unter dem Titel "Wohnen" besteht somit wenigstens 
zurzeit kein Grund für ein Einschreiten der KESB. Daran ändert auch nichts, dass 
X._____ eine isolierte Lebensweise führt. Diese ist von ihm selbst gewollt und er 
ist ganz bewusst sehr darauf bedacht, in seiner Wohnung keine Besuche zu emp-
fangen (Staub, Zerstörung seines "Cleanrooms"). Unter dem Aspekt "Gesundheit" 
ist festzuhalten, dass er nach eigenen Aussagen auf eine gesunde Ernährung 
achtet (Obst, Vitamine etc.). Auch sind seine Handlungsweisen bzw. Unterlassun-
gen im Zusammenhang mit der Wohnung alle darauf ausgerichtet, möglichst we-
nigen Staubeinwirkungen ausgesetzt zu sein, um seine kranke Lunge zu schonen. 
Von Ärzten verschriebene Therapien lehnt er ab und lässt sich auch nicht über-
zeugen, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Dies ist seine freie Entschei-
dung, welche er als urteilsfähiger Mensch getroffen hat. Dass er sich durch Zu-
spruch einer Beiständin davon abbringen lässt, ist angesichts seiner dezidierten 
Haltung nicht zu erwarten. Somit sind auch in dieser Hinsicht die Voraussetzungen 
zur Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft nicht gegeben.

5.4. Zusammenfassend ist es zwar zutreffend, dass X._____ ein sehr unge-
wöhnliches Leben führt, welches  gängigen Normen nicht entspricht. Er ist offen-
bar fest davon überzeugt, es so führen zu müssen, um sich möglichst vor Staub 
und anderen Einwirkungen zu schützen, damit er einigermassen erträglich mit sei-
ner Lungenkrankheit leben kann. Dass er sich dabei ein eigenes Krankheitsbild 
zurecht gelegt hat, welches von den Ärzten in dieser Form nicht geteilt wird (vgl. 
act. B.14, S. 12, VA/KESB), und die Art, wie er mit dieser Krankheit umgeht bzw. 
sich vor schädlichen äusseren Einflüssen schützen will, sehr ungewöhnlich ist, 
ergibt sich aus den Akten. X._____ ist aber sowohl vom Krankheitsbild und von 
seinen Schutzmassnahmen absolut überzeugt und lässt sich auch durch andere 
Meinungen von Fachleuten nicht davon abbringen. Ein Versuch, ihn aus seinen 
eigenen Vorstellungen herauszulösen, wäre aus diesen Gründen von vornherein 

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zum Scheitern verurteilt und hat zu unterbleiben, solange dieses Verhalten keine 
gravierenden Auswirkungen hat, welche ein Einschreiten der KESB erforderlich 
machen. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gegeben. Im Gegenteil würde 
ein Eingreifen in den von X._____ für sich geschaffenen Lebensraum in seiner 
Wohnung, etwa durch Zwangsräumung oder -reinigung, mehr Schaden als Nutzen 
bringen und würde bei ihm kaum verkraftbare psychische Konflikte verursachen. 
Daher ist trotz der sehr ungewöhnlichen Lebensweise von X._____ auf eine Bei-
standschaft zu verzichten. Sofern X._____ trotz allem Unterstützung durch die 
KESB will, so hat er dort um Errichtung einer Begleitbeistandschaft zu ersuchen. 
Eine solche könnte unter Umständen dem derzeitigen Hauptproblem von X._____, 
nämlich die von ihm behaupteten, vom Vermieter aber bestrittenen "illegalen Un-
termieter" in der Oberliegerwohnung, welche ihn bewusst schädigen wollen 
(Staubemissionen, Rauch), auf den Grund gehen und ihn auch in anderen Dingen 
beraten. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die errichtete Ver-
tretungsbeistandschaft aufzuheben.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zulasten 
des Kantons Graubünden (Art. 60 Abs. 2 EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). 
Eine aussergerichtliche Entschädigung wurde nicht gefordert.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid wird 
aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: