# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e315b607-8c3a-5e15-9850-7137e92ca770
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-01-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.01.2007 BB.2006.75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2006-75_2007-01-30.pdf

## Full Text

Entscheid vom 30. Januar 2007 
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Alex Staub und Tito Ponti, 
Gerichtsschreiber David Heeb  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Marco Albrecht, 
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
 
 
 
 
 
 

Vorinstanz 

  
SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT, 
Zweigstelle Zürich, 
 

Beschwerdegegnerin 
 
EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH-
TERAMT, 
 

 
Gegenstand  Beschwerde gegen Amtshandlungen des  

Untersuchungsrichters (Art. 214 ff. BStP) 
 
 
 
 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2006.75 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend „Bundesanwalt-
schaft“) schloss das gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren gegen B. so-
wie die verantwortlichen Organe der „C.“ mit ihrem Antrag zur Einleitung 
der Voruntersuchung vom 19. August 2005 an das Eidgenössische Unter-
suchungsrichteramt (nachfolgend „Untersuchungsrichteramt“) ab (act. 9.1). 
Mit Schreiben vom 4. Oktober 2005 ersuchte A. als mutmasslicher Ge-
schädigter beim Untersuchungsrichteramt um die Ausdehnung des Verfah-
rens auf namentlich D. (act. 9.2). Gestützt auf die Eröffnungsverfügung 
vom 14. November 2005 führte das Untersuchungsrichteramt die Vorunter-
suchung gegen B. sowie die verantwortlichen Organe der „C.“ wegen Be-
trug im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB, Geldwäscherei im Sinne von 
Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB, Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 
Ziff. 1 Abs. 2 StGB sowie Erschleichung einer falschen Beurkundung im 
Sinne von Art. 253 Abs. 1 StGB (act. 9.3 sowie act. 9.4). Mit Verfügung 
vom 5. September 2006 schloss das Untersuchungsrichteramt die Vorun-
tersuchung (act. 9.4), ohne indessen das Gesuch von A. betreffend die 
Verfahrensausdehnung vom 4. Oktober 2005 behandelt sowie ihm Frist im 
Sinne von Art. 119 Abs. 1 BStP angesetzt zu haben (act. 9.7 sowie 
act. 10). 

 
 
B. Das Untersuchungsrichteramt teilte A. mit Schreiben vom 25. Oktober 2006 

mit, dass auf eine Ausdehnung des Verfahrens im Interesse der Verfah-
rensbeschleunigung sowie der Prozessökonomie verzichtet worden sei 
(act. 1.1).  

 
 

C. Mit Beschwerde vom 31. Oktober 2006 beantragt A. bei der Beschwerde-
kammer die Aufhebung des Entscheids des Untersuchungsrichteramtes 
vom 25. Oktober 2006 (act. 1.1) und die Gutheissung des Antrags vom 
4. Oktober 2005 (act. 1.2 sowie act. 9.2), unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (act. 1). 

 
 

D. In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. November 2006 beantragt die Bun-
desanwaltschaft, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, ohne Kostenfol-
ge zu Lasten von A. (act. 9).  

 

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Das Untersuchungsrichteramt schliesst in seiner Beschwerdeantwort vom 
1. Dezember 2006 auf Nichteintreten auf die Beschwerde, eventuell sei 
diese abzuweisen (act. 10). 

 
Das Untersuchungsrichteramt hält in seiner Stellungnahme vom 6. Dezem-
ber 2006 an seinem Antrag fest (act. 14).  

 
A. macht in seiner Beschwerdereplik vom 14. Dezember 2006 geltend, 
dass D. zu befragen sei. Sie sei bei einer Abweisung der Beschwerde spä-
testens durch das Bundesstrafgericht zu vernehmen (act. 15). 

 
 
 

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gegen Amtshandlungen und wegen Säumnis des Untersuchungsrichters 

ist die Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zu-
lässig (Art. 214 Abs. 1 BStP sowie Art. 28 Abs. 1 lit. a SGG). Ist die Be-
schwerde gegen eine Amtshandlung des Untersuchungsrichters gerichtet, 
so ist sie innert fünf Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der Amts-
handlung Kenntnis erhalten hat, einzureichen (Art. 217 BStP). Die Be-
schwerde steht den Parteien und einem jeden zu, der durch eine Verfü-
gung oder durch die Säumnis des Untersuchungsrichters einen ungerecht-
fertigten Nachteil erleidet (Art. 214 Abs. 2 BStP).  

 
1.2 Die Beschwerde richtet sich gegen das Schreiben des Untersuchungsrich-

ters vom 25. Oktober 2006 (act. 1.1), mit welchem ein Verfahrensantrag 
des Beschwerdeführers abgewiesen wird, mithin gegen eine Amtshand-
lung. Die Frist gemäss Art. 217 BStP wurde eingehalten.  

 
1.3 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde vom 31. Oktober 2006 

geltend, dass der Untersuchungsrichter zu Unrecht auf eine Ausdehnung 
des Strafverfahrens auf D. verzichtet habe (act. 1). Er halte deshalb an sei-
nem „Beweisantrag“ vom 4. Oktober 2005 fest (act. 1 sowie act. 2). Dies-
bezüglich ist vorab festzustellen, dass entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers und des Untersuchungsrichteramtes der Antrag auf Aus-
dehnung des Strafverfahrens keinen Beweisantrag darstellt. Das Gesuch 
um Ausdehnung des Strafverfahrens stellt inhaltlich eine Strafanzeige dar. 
Der Beschwerdeführer bezweckt damit, dass D. als weitere Beschuldigte in 
das Strafverfahren miteinbezogen wird. Es stellt sich nun die Frage, ob der 

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Untersuchungsrichter auf diese Strafanzeige hin gesetzeskonform reagiert 
hat. 

 
1.4 Gemäss Art. 100 Abs. 2 BStP sind Strafanzeigen bei der Bundesanwalt-

schaft oder einem Beamten oder Angestellten der gerichtlichen Polizei 
schriftlich oder mündlich zu Protokoll zu geben. Vorliegend hat es der Un-
tersuchungsrichter unterlassen, den Antrag als Strafanzeige entgegenzu-
nehmen und der zuständigen Behörde weiterzuleiten. Der Untersuchungs-
richter hätte die Anzeige von Amtes wegen an eine der vorgenannten 
Amtsstellen weiterleiten müssen. Er hat auf die Anzeige hin lediglich mit 
seinem Brief vom 25. Oktober 2006 geantwortet (act. 1.1). Mit diesem 
Schreiben hat der Untersuchungsrichter dem Beschwerdeführer mitgeteilt, 
dass er auf eine Ausdehnung von Amtes wegen verzichtet habe. Damit hat 
der Untersuchungsrichter dem Beschwerdeführer lediglich zur Kenntnis 
gebracht, dass er das Verfahren auf untersuchungsrichterlicher Ebene 
nicht auf D. ausgedehnt hat. Diese Mitteilung an den Beschwerdeführer 
wäre nicht nötig gewesen, weil diesem gar nicht zustand, auf untersu-
chungsrichterlicher Ebene eine Ausdehnung des Verfahrens zu verlangen. 
Gemäss Art. 111 BStP kann nämlich der Untersuchungsrichter die Vorun-
tersuchung nur von Amtes wegen oder auf Antrag des Bundesanwalts auf 
weitere Taten und Personen ausdehnen. Aus dieser klaren gesetzlichen 
Regelung betreffend die Antragsberechtigung ist ersichtlich, dass dem Be-
schwerdeführer von Gesetzes wegen kein Recht zustand, beim Untersu-
chungsrichteramt eine Ausdehnung des Verfahrens auf weitere Beteiligte 
zu verlangen. Dies ergibt sich analog aus der Regelung von Art. 100 Abs. 5 
BStP, gemäss welcher nur das Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes ein 
Beschwerderecht gegen die Nichtanhandnahme einer Anzeige besitzt, 
nicht aber der Geschädigte. Insofern war es auch unnötig, das Schreiben 
vom 25. Oktober 2006 mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen. Da-
durch hat der Untersuchungsrichter das Beschwerdeverfahren mitunter ini-
tiiert. Das fehlende Antragsrecht des Beschwerdeführers hinsichtlich der 
Verfahrensausdehnung hat weiter zur Konsequenz, dass dieser durch den 
Brief des Untersuchungsrichters vom 25. Oktober 2006 gar nicht beschwert 
ist. Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten.  

 
 

2. 
2.1 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerdereplik vom 14. Dezem-

ber 2006 im Sinne eines Beweis- und Eventualantrages geltend, dass D. 
als Auskunftsperson einzuvernehmen sei. Ein solcher Beweisantrag kann 
grundsätzlich im Rahmen von Art. 119 Abs. 1 BStP gestellt werden. Dies-
bezüglich steht fest, dass das Untersuchungsrichteramt erst nach formel-

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lem Abschluss der Voruntersuchung und nach Rückübertragung der Ver-
fahrensherrschaft an die Bundesanwaltschaft dem Beschwerdeführer Ge-
legenheit gab, Anträge im Sinne von Art. 119 Abs. 1 BStP zu stellen  
oder auf solche zu verzichten (act. 9.7). Erst in diesem Verfahrensstadium 
hat das Untersuchungsrichteramt dem Beschwerdeführer eine zweitägige 
Frist zur Stellung von Anträgen im Sinne von Art. 119 Abs. 1 BStP ange-
setzt (act. 9.7 und act. 9.8), um schliesslich den Antrag vom 4. Oktober 
2005 (act. 2) unter Hinweis auf die Beschwerdemöglichkeit von Art. 214 
BStP abzulehnen (act. 1.1). Es stellt sich nun die Frage, ob das Untersu-
chungsrichteramt durch diese Vorgehensweise das rechtliche Gehör des 
Beschwerdeführers verletzt hat. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist 
formeller Natur, was bedeutet, dass dessen Verletzung ungeachtet der Er-
folgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung führt. Nach der Rechtsprechung kann allerdings 
eine nicht besonders schwer wiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs 
als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer 
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 
Rechtslage frei überprüfen kann (Urteil des Bundesgerichts 1S.13/2005 
vom 22. April 2005 E. 4.1; BGE 130 II 530, 562 E. 7.3; BGE 126 V 130, 
131 f. E. 2b; BGE 124 V 180, 183 E. 2b, 4a). 

 
2.2 Das Untersuchungsrichteramt hat es entgegen dem Wortlaut von Art. 119 

Abs. 1 BStP unterlassen, dem Beschwerdeführer vor Schluss der Vorun-
tersuchung die Möglichkeit zu geben, eine Ergänzung der Akten zu bean-
tragen. Dadurch hat es eine vom klaren Gesetzeswortlaut abweichende 
Vorgehensweise gewählt und damit dem Beschwerdeführer das rechtliche 
Gehör zumindest formell nicht gewährt. Wie nachfolgend dargelegt wird, ist 
dem Beschwerdeführer aufgrund von dessen konkludenter Zustimmung 
aus dieser Vorgehensweise jedoch kein Rechtsnachteil entstanden.  

 
2.3 In der Beschwerdeschrift vom 31. Oktober 2006 (act. 1) wird zwar der An-

trag gestellt, „der Beweisantrag vom 04.10.2005 sei gutzuheissen“ (act. 1, 
S. 2), inhaltlich wurde aber weder im Schreiben vom 4. Oktober 2005  
(act. 1.2) noch in der Beschwerdeschrift ein Beweisantrag gestellt. Beide 
Eingaben des Beschwerdeführers enthalten bezüglich der zur Frage ste-
henden Thematik lediglich einen Antrag auf Ausdehnung des Verfahrens 
und dieser ist, wie bereits besprochen, als Anzeige im Sinne von Art. 100 
BStP zu betrachten. Erstmals in der Beschwerdereplik vom 14. Dezember 
2006 (act. 15) stellt der Beschwerdeführer den Antrag auf Befragung, also 
einen effektiven Beweisantrag. Ihm ging es offensichtlich mit seiner Be-
schwerde vom 31. Oktober 2006 einzig darum, das Verfahren auf D. aus-
zudehnen. Des Weitern hat der Beschwerdeführer entsprechend den Aus-

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führungen des Untersuchungsrichters in seiner Beschwerdeantwort vom 
1. Dezember 2006 offensichtlich nach Schluss der Voruntersuchung aus-
drücklich auf Beweisanträge im Sinne von Art. 119 Abs. 1 BStP verzichtet 
(act. 10), was im Übrigen in der Beschwerdereplik vom 14. Dezember 2006 
nicht bestritten wird. Der Beschwerdeführer hält sogar ausdrücklich fest, es 
gehe ihm darum, dass D. „irgendeinmal“ befragt werde, spätestens aber 
durch das Bundesstrafgericht (act. 15). Damit bringt er zum Ausdruck, dass 
er seine Rechte als genügend gewahrt erachtet, wenn der Beweisantrag 
spätestens im Rahmen des Hauptverfahrens vor dem Bundesstrafgericht 
behandelt wird. Gemäss Art. 137 Abs. 1 BStP hat der Beschwerdeführer 
das Recht, im Rahmen der Hauptverhandlung Beweisabnahmen zu bean-
tragen. Angesichts des in der Hauptsache bereits weiter fortgeschrittenen 
Verfahrens (die Voruntersuchung ist geschlossen und das Verfahren befin-
det sich vor der Strafkammer) ist deshalb im vorliegenden Verfahren auf 
den Beweisantrag nicht einzutreten.  

 
 
3. 
3.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hätte grundsätzlich der Beschwerde-

führer die Kosten zu tragen (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG [siehe  
Übergangsbestimmung von Art. 132 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005; SR 173.110]). Aufgrund der erwähnten 
Vorgehensweise durch den Untersuchungsrichter wird aber ausnahmswei-
se auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet (Art. 245 BStP i.V.m. 
Art. 156 Abs. 3 OG [siehe Art. 132 Abs. 1 BGG]), unter Rückerstattung des 
geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 1'000.--.  

 
3.2 Zufolge Unterliegens wird dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-

gung ausgerichtet. 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 

Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, dem Beschwerdeführer den 
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten. 

 
 

Bellinzona, 30. Januar 2007 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
Zustellung an 
 
- Marco Albrecht 
- Schweizerische Bundesanwaltschaft 
- Eidg. Untersuchungsrichteramt  
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.