# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60b84218-6e4f-5b92-a4e9-663e57fd16c4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 18.03.2025 SR1 2022 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR1-2022-41_2025-03-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 18. März 2025

[Mit Urteil 6B_451/2025 vom 3. September 2025 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen.]

Referenz SR1 22 41

Instanz Erste strafrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Richter-Baldassarre
Bernhard, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Häne
Advokatur Lachen, Postfach 644, Zürcherstrasse 49, 
8853 Lachen SZ

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

Gegenstand grobe Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 und 
Art. 32 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 2 SVG

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Prättigau/Davos vom 7. April 2022, 
mitgeteilt am 11. Juli 2022 (Proz. Nr. 515-2021-16)

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Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft erhob am 25. Oktober 2021 Anklage gegen A._____ 
(im Folgenden: Beschuldigter). Sie wirft ihm vor, am 8. April 2020 auf der 
Hauptstrasse in Davos Laret die signalisierte Höchstgeschwindigkeit innerorts von 
60 km/h um 26 km/h überschritten zu haben. Das Regionalgericht Prättigau/Davos 
erklärte den Beschuldigten am 7. April 2022 der groben Verletzung der 
Verkehrsregeln schuldig. Es bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 
30 Tagessätzen zu CHF 1'730.00 und einer Busse von CHF 10'000.00.

B. Gegen das Urteil des Regionalgerichts erhob der Beschuldigte Berufung. 
Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 7. Juni 2024 stellte er den Beweisantrag, 
es sei die maximal zu erwartende Einzelwertabweichung des für die 
Geschwindigkeitsmessung verwendeten Radargeräts durch eine vom METAS 
unabhängige Fachperson im realen Verkehr zu ermitteln. In der Sache beantragte 
er, er sei vom Vorwurf der groben Verletzung der Verkehrsregeln freizusprechen. 
Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und er sei mit 
insgesamt CHF 23'925.00 zu entschädigen. Die Staatsanwaltschaft nahm an der 
Berufungsverhandlung nicht teil.

C. Mit Beschluss vom 12. Juni 2024 wurde die Parteiverhandlung zur 
Beweisergänzung wiederaufgenommen. Auf Anforderung der Verfahrensleitung 
reichte das METAS am 17. Juni 2024 die Eichzertifikate vom 26. März 2020 und 
vom 11. März 2021 sowie die jeweiligen Prüfberichte des für die Messung 
verwendeten Radargeräts ein. Die Verteidigung nahm hierzu unter Verzicht auf eine 
neue Berufungsverhandlung am 8. Juli 2024 Stellung.

D. Auf erneute Anforderung der Verfahrensleitung reichte das METAS am 
25. Juli 2024 korrigierte Fassungen der Prüfberichte zu den Eichzertifikaten vom 
26. März 2020 und vom 11. März 2021 ein. Am 12. August 2024 reichte es die 
Einzelwerte der im Rahmen der Eichung durchgeführten Messungen ein. Die 
Verteidigung reichte am 20. September 2024 eine neue Vernehmlassung ein, 
wiederum unter Verzicht auf die Durchführung einer neuen Verhandlung.

Erwägungen

1.1. Die Verteidigung kritisiert das Messergebnis ebenso wie das im Vorverfahren 
eingeholte Gutachten des METAS. Sie bringt zunächst vor, dass die Zulassung des 
verwendeten Radargeräts zum Zeitpunkt der Messung abgelaufen gewesen sei. 
Das Radargerät hätte daher weder verwendet noch nachgeeicht werden dürfen, 
weshalb die Messung unverwertbar sei. Das METAS stellte am 4. November 2009 

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das "Zulassungszertifikat CH-P-09186-00" aus, womit es bestätigte, die Bauart 
"Radar Geschwindigkeitsmesssystem Gatso RS-GS11 F/R" zur Eichung 
zugelassen zu haben. Die Gültigkeit war bis zum 3. November 2019 befristet.

1.2. Die Zulassung und Eichung von Geschwindigkeitsmessmitteln ist in 
verschiedenen Erlassen geregelt. Es sind dies das Bundesgesetz über das 
Messwesen vom 17. Juni 2011 (Messgesetz, SR 941.20), die 
Messmittelverordnung vom 15. Februar 2006 (MessMV, SR 941.210) sowie die 
Verordnung des EJPD über Messmittel für Geschwindigkeitskontrollen und 
Rotlichtüberwachungen im Strassenverkehr (Geschwindigkeitsmessmittel-
Verordnung, SR 941.261). Bis zum Inkrafttreten des Messgesetzes am 1. Januar 
2013 galt das Bundesgesetz über das Messwesen vom 9. Juni 1977 (AS 1977 
2394).

Die Messmittelverordnung ist systematisch in sechs Kapitel gegliedert. Die 
Überschrift des 2. Kapitels (Artikel 5 bis 19) lautet "Inverkehrbringen von 
Messmitteln", diejenige des 3. Kapitels (Artikel 20 bis 26) "Nachträgliche Kontrolle". 
Das Verfahren der Zulassung befindet sich gänzlich im Kapitel "Inverkehrbringen 
von Messmitteln"; als "Inverkehrbringen" gilt nach Art. 4 lit. h MessMV die 
erstmalige Bereitstellung eines Messmittels auf dem Schweizer Markt. Art. 5 
MessMV bestimmt, dass Messmittel nur in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn 
sie ein Konformitätsbewertungsverfahren oder ein Zulassungsverfahren 
durchlaufen haben (Abs. 1 lit. b). Das Zulassungsverfahren ist in Art. 16 MessMV 
geregelt und erfolgt vor der Ersteichung (Art. 17 MessMV). Die Zulassung ist mithin 
einzig für die (erstmalige) Inverkehrbringung erforderlich; den erwähnten 
Bestimmungen ist nicht zu entnehmen, dass ihr Fortbestand eine Voraussetzung 
für die Weiterverwendung eines bereits erstgeeichten Messmittels ist. Aus der 
Systematik der Messmittelverordnung ergibt sich nichts anderes: Art. 20 MessMV, 
wonach die in Verkehr gebrachten Messmittel die Anforderungen der Artikel 5-9 
während ihrer gesamten Verwendungsdauer erfüllen müssen, befindet sich im 
3. Kapitel der Verordnung ("Nachträgliche Kontrolle"). In diesem Sinne bewirkt die 
Befristung der Zulassung einzig, dass nach deren Ablauf keine neuen Messmittel 
der selben Bauart in Verkehr gebracht werden dürfen. Ob einzelne Messmittel 
weiterhin den Vorschriften entsprechen, ist dann einzig im Rahmen der 
Nacheichung zu verifizieren (Art. 24 und Anhang 7 Ziff. 1 MessMV; Art. 6 
Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung).

Art. 8 Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung regelt, dass Messmittel, die nach 
bisherigem Recht zugelassen wurden, bis zum Ablauf der Zulassung in Verkehr 
gebracht und der Ersteichung unterzogen werden dürfen (Abs. 1) und auch nach 

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Ablauf der Zulassung nachgeeicht werden dürfen (Abs. 2). Die Verteidigung folgert 
daraus, dass nur nach altem Recht, nicht aber nach neuem Recht zugelassene 
Messmittel nach Ablauf der Zulassung nachgeeicht werden dürfen. Diese 
Auffassung ist falsch. Die Verteidigung übersieht Abs. 3 der Bestimmung, wonach 
die Standardabweichung s der Abweichungen bei allen Messmitteln höchstens 1.2 
Prozent betragen darf. Nach neuem Recht beträgt die Standardabweichung s der 
Abweichungen maximal 0.8 Prozent (Ziff. 2.1 Anhang Geschwindigkeitsmessmittel-
Verordnung). In seiner Gesamtheit interpretiert, bewirkt Art. 8 
Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung nichts anderes, als dass altrechtlich 
zugelassene Messmittel mit dem höheren Wert von 1.2% erst- und nachgeeicht 
werden dürfen. Am Grundsatz, dass Messmittel auch nach Ablauf der Zulassung 
nachgeeicht werden dürfen, ändert Art. 8 Abs. 2 Geschwindigkeitsmessmittel-
Verordnung nichts.

2.1. An der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung vor, die Eichung des 
Radargeräts sei ungültig, weil im Bereich bis zu 100 km/h nur 102 statt 120 
Messungen stattgefunden hätten. Zudem sei die Eichung unter Laborbedingungen 
und nicht im realen Strassenverkehr erfolgt.

2.2. Der Anhang zur Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung legt die 
spezifischen Anforderungen (Fehlergrenzen) bei der Eichung von Messmitteln für 
die Geschwindigkeitskontrolle im Strassenverkehr fest. Geregelt sind der maximale 
Mittelwert 𝑚 der Abweichungen vom Referenzwert sowie die maximale 
Standardabweichung 𝑠 der Abweichungen. Geregelt ist ebenso eine maximale 
Abweichung der Einzelwerte. Diese beträgt +3 km/h bei Werten bis 100 km/h und 
+3 % bei Werten über 100 km/h. Statuiert wird schliesslich auch, dass die 
statistischen Grössen (Mittelwert, Standardabweichung) bei Messungen im Verkehr 
oder simulierten Verkehrsbedingungen aus mindestens 120 Messwerten zu 
bestimmen sind (Ziff. 2). Die minimale Anzahl von 120 Messwerten ist einzig für die 
Bestimmung der statistischen Grössen Mittelwert und Standardabweichung von 
Bedeutung, wo keine Unterscheidung in Bereichen unter und über 100 km/h 
vorgeschrieben ist. Die Eichung erfolgte mit insgesamt 225 Messungen (act. I.1, 
Prüfbericht zu Eichzertifikat Nr. 258-33501, S. 2) und ist in dieser Hinsicht nicht zu 
beanstanden. Ebenso wenig zu beanstanden ist, dass die Messungen unter 
simulierten Verkehrsbedingungen und nicht im realen Verkehr erfolgten. Beide 
Varianten sind nach dem Wortlaut von Ziff. 2 des Anhangs zur 
Geschwindigkeitsmessmittel-Verordnung gleichermassen zulässig. Damit ist auch 
der an der Berufungsverhandlung gestellte Beweisantrag, die maximal zu 

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erwartende Einzelwertabweichung des Messgeräts im realen Verkehr zu ermitteln, 
abzuweisen.

3.1. Das METAS kam in seinem Gutachten zum Schluss, dass der Beschuldigte 
mit mindestens 86 km/h gefahren sei. Von der vom Radargerät gemessenen 
Geschwindigkeit von 90 km/h zog es 2.084 km/h sowie weitere 1.140 km/h 
aufgrund eines Winkelfehlers ab. Den Wert von 2.084 km/h errechnete das METAS, 
indem es die mittlere Abweichung (𝑚 = ―0.356 𝑘𝑚/ℎ) und die fünffache 
Standardabweichung (𝜎 = 0.488 𝑘𝑚/ℎ) addierte (𝑚 +5𝜎 = 2.084 𝑘𝑚/ℎ), wobei sich 
diese statistischen Grössen auf Messungen bei der Eichung bis zu 100 km/h 
beziehen (StA-act. 3.15 S. 11). Die Verteidigung kritisiert diese Vorgehensweise in 
verschiedener Hinsicht. Zunächst ist sie der Meinung, dass im Gutachten nicht die 
mittlere Abweichung und die Standardabweichung der Messungen bei der Eichung, 
sondern der pauschale Sicherheitsabzug gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 der 
Verordnung des ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung vom 22. Mai 2008 
(VSKV-ASTRA; SR 741.013.1) zur Anwendung hätte kommen müssen.

3.2. Art. 8 VSKV-ASTRA legt Sicherheitsabzüge fest, die bei 
Geschwindigkeitsmessungen ohne gutachterliche Überprüfung zur Anwendung 
kommen. Wird ein Gutachten erstellt, ist der Gutachter in der Wahl der Methodik 
grundsätzlich frei. Die Rüge ist somit unbegründet.

4.1. Zu den vom Gutachter eingesetzten statistischen Grössen rügt die 
Verteidigung zunächst, dass das METAS verschiedene Prüfberichte mit 
unterschiedlichen Werten eingereicht habe, weshalb auf diese kein Verlass sein 
könne. Aus den vom METAS am 12. August 2024 eingereichten Listen mit 
Einzelwerten liesse sich weder für den Beschuldigten noch für das Gericht ein 
Rückschluss zu den in den Prüfberichten erwähnten Werten nehmen; weiter falle 
auf, dass die Tabelle wiederholt Lücken aufweise.

4.2. Es trifft zu, dass die dem Gutachten vom 8. Januar 2021 beigelegten 
Prüfresultate zur Eichung vom 26. März 2020 (StA act. 3.15) im Bereich bis 
100 km/h eine andere mittlere Abweichung und eine andere Standardabweichung 
als der später eingereichte Prüfbericht zur selben Eichung (act. I.1) aufführt. Auf 
Anfrage erklärte das METAS am 25. Juli 2024 (act. I.2), dass in den am 17. Juli 
2024 eingereichten Prüfberichten die mittlere Geschwindigkeitsabweichung und die 
Standardabweichung in Prozent berechnet worden seien, weshalb die Einheit km/h 
im Auswertungsbereich kleiner als 100 km/h falsch sei. Es reichte einen korrigierten 
Prüfbericht (act. I.2.1) sowie – auf weitere Anforderung – die Einzelwerte der 
Eichung (act. I.3.1) ein. Für jede durchgeführte Messung ist dort sowohl der 

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Referenzwert ("REF Speed") als auch die vom geprüften Radargerät ermittelte 
Geschwindigkeit ("DUT Speed") aufgelistet. Mithilfe gängiger Tabellenkalkulation 
kann für jede einzelne Messung die Einzelabweichung sowohl absolut (in km/h) als 
auch relativ (in Prozent) ausgerechnet werden. Mit diesen Einzelwerten kann 
sodann – ebenso in km/h oder in Prozent – der Mittelwert (𝑚) und die 
Standardabweichung (𝑠 oder 𝜎) für jeden beliebigen Bereich berechnet werden 
(Excel-Funktionen "MITTELWERT" und "STABW.S"). Das Ergebnis ist:

Bereich Mittelwert (𝒎) Standardabweichung (𝝈)

in km/h in Prozent in km/h in Prozent

Bis 100 km/h
(102 Messungen)

–0.3562 –0.4986 0.4875 0.7044

Gesamt 
(225 Messungen)

–0.1621 –0.2450 0.7031 0.6583

Die vom Obergericht verwendete Excel-Tabelle befindet sich in elektronischer Form 
als act. F.3 in den Akten.

Diese Ergebnisse stimmen mit denjenigen des korrigierten Prüfberichts des METAS 
(act. I.2.1) überein. Sie belegen aber auch, dass in dem am 17. Juni 2024 
eingereichten Prüfbericht zum Eichzertifikat Nr. 258-33501 (act. I.1) hinsichtlich der 
Messungen bis 100 km/h einzig die falsche Einheit (km/h statt Prozent) angegeben 
wurde, die in Prozent berechneten relevanten Grössen aber korrekt sind. Die 
Tabelle der Einzelwerte weist in der Spalte "DUT Speed" verschiedene Lücken auf. 
Diese bedeuten allerdings einzig, dass für den jeweiligen Referenzwert mit dem 
geprüften Gerät keine Messung durchgeführt wurde und lassen nicht auf eine 
unzuverlässige Datengrundlage schliessen, zumal (wie auch im Prüfbericht explizit 
angegeben) insgesamt 225 Messungen durchgeführt wurden und diese Anzahl für 
eine gültige Eichung ausreicht. Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die im 
Gutachten aus den Prüfberichten übernommenen Werte richtig sind.

5.1. Die Verteidigung bemängelt den vom Gutachter berücksichtigten Bereich (bis 
100 km/h) der Werte 𝑚 und 𝜎. Die vom METAS verwendete Formel 𝑚 + 5𝜎 sei 
"erfunden" und finde keine Stütze in irgendwelchen Verordnungen. Die anlässlich 
der Eichung ermittelten Werte würden ausserdem nichts über die konkrete 
Abweichung am Tag der Geschwindigkeitsmessung aussagen.

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5.2. Das Gutachten ist nicht aufgrund rechtlicher, sondern wissenschaftlicher 
Kriterien zu erstellen. Dass die Formel 𝑚 + 5𝜎 nicht in "irgendwelchen 
Verordnungen" normiert ist, ist demnach nicht zu beanstanden. Die anlässlich der 
Eichung ermittelten Einzelabweichungen und die daraus berechneten Werte 𝑚 und 
𝜎 erlauben es entgegen der Auffassung der Verteidigung, die beim Einsatz des 
Geschwindigkeitsmessgeräts zu erwartende maximale Abweichung zu bestimmen. 
Dass diese Werte während der Gültigkeit der Eichung keine signifikante 
Veränderung erfahren haben, ergibt sich auch aus der späteren Eichung vom 
11. März 2021, bei welcher ein Mittelwert der Abweichungen von -0.224% und eine 
Standardabweichung von 0.566% – mithin geringere Werte als bei der Eichung vom 
26. März 2020 – festgestellt wurden (act. I.2.2). Im Übrigen ist die mit der 
"erfundenen" Formel vom Gutachter angenommene Abweichung wesentlich höher 
als die bei der Eichung grösste festgestellte Einzelabweichung (Excel-Funktion 
"MAX"), wie sich aus der folgenden Gegenüberstellung ergibt:

Bereich Einzelabweichung 
(max.)

𝒎 + 𝟓𝝈

Bis 100 km/h
(102 Messungen)

0.661 𝑘𝑚/ℎ ―0.3562 + 5 ∙ 0.4875 = 2.0813 𝑘𝑚/ℎ

Gesamt 
(225 Messungen)

2.426 𝑘𝑚/ℎ ―0.1621 + 5 ∙ 0.7031 = 3.3534 𝑘𝑚/ℎ

Die gutachterliche Aussage, wonach maximale Abweichungen von 𝑚 + 5𝜎 extrem 
selten und unter sehr kritischen Messbedingungen zu erwarten sind (StA act. 3.15 
S. 11), ist damit plausibilisiert und nicht zu beanstanden.

5.3. Auf die Frage des zu berücksichtigenden Bereichs der Einzelmessungen für 
die Bestimmung der Werte 𝑚 und 𝜎 ist vorliegend nicht einzugehen, zumal selbst 
bei Berechnung dieser Grössen anhand sämtlicher Einzelwerte der Eichung die 
rechtliche Würdigung gleich bleiben würde (vgl. E. 7.2).

6.1. Die Verteidigung macht weiter geltend, dass die Polizei das Radargerät 
versehentlich mit einem von der Norm abweichenden Radarmesswinkel aufgestellt 
habe. Es sei unklar, weshalb das Gutachten die Auswirkung dieses Winkelfehlers 
auf die Geschwindigkeit einmal mit 1.3%, ein anderes Mal mit 1.6% quantifiziert 
habe. Zugunsten des Beschuldigten sei von 1.6% auszugehen.

6.2. Der Gutachter ging von einem Aufstellwinkel (𝜑) von 17.9° statt 20° aus. Er 
bezifferte – wie die Verteidigung zutreffend ausführt – die Auswirkung dieses 

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Winkelfehlers auf die gemessene Geschwindigkeit in widersprüchlicher Weise 
sowohl mit 1.3% als auch mit 1.6% (StA act. 3.15 S. 8 f.). Dies führt allerdings nicht 
dazu, dass ohne Weiteres vom höheren Wert auszugehen ist, zumal dieser anhand 
der im Gutachten ausgewiesenen Formel mithilfe eines Taschenrechners 
nachgerechnet werden kann: 

𝑊𝑖𝑛𝑘𝑒𝑙𝑓𝑒ℎ𝑙𝑒𝑟[%] = 100 ∙
cos(𝜑)

cos(20°)
― 1 = 100 ∙

cos(17.9°)
cos(20°)

― 1 = 1.267%

Der (gerundete) korrekte Wert ist mithin 1.3%, womit erstellt ist, dass es sich beim 
Wert von 1.6% um einen offensichtlichen Schreibfehler handelt.

7.1. Der Methodik des Gutachtens folgend, jedoch unter Verwendung sämtlicher 
Einzelwerte der Eichung für die Berechnung der Grössen 𝑚 und 𝜎 ergibt sich:

[90 ― (𝑚 + 5𝜎)] ∙ (100 ― 𝑊𝑖𝑛𝑘𝑒𝑙𝑓𝑒ℎ𝑙𝑒𝑟)
100

=
[90 ― ( ―0.1621 + 5 ∙ 0.7031)] ∙ (100 ― 1.3)

100
=

(90 ― 3.3534) ∙ (98.7)
100

=
86.6466 ∙ 98.7

100
= 85.5202 𝑘𝑚/ℎ

Folgt man der – unzutreffenden – Auffassung der Verteidigung, wonach der 
Winkelfehler ohne vorgängige Korrekturen von der gemessenen Geschwindigkeit 
abzuziehen ist, ergibt sich hingegen:

90 ∙ (100 ― 𝑊𝑖𝑛𝑘𝑒𝑙𝑓𝑒ℎ𝑙𝑒𝑟)
100

― (𝑚 + 5𝜎)

=
90 ∙ (100 ― 1.3)

100
― ( ―0.1621 + 5 ∙ 0.7031) = 88.83 ― 3.3534

= 85.4766 𝑘𝑚/ℎ

Beide Ergebnisse sind grösser als die ohne Gutachten gemessene Geschwindigkeit 
(90 km/h) abzüglich des pauschalen Sicherheitsabzugs von 5 km/h gemäss Art. 8 
Abs. 1 lit. a Ziff. 1 VSKV-ASTRA.

7.2. Das Gutachten bestätigt damit das Messergebnis vollumfänglich, womit im 
Ergebnis festzustellen ist, dass der Beschuldigte mit einer Geschwindigkeit von 
85 km/h gefahren ist. Nur am Rande ist zu erwähnen, dass der Auffassung der 
Verteidigung, wonach die pauschalen Abzüge gemäss Art. 8 VSKV-ASTRA von 
vornerein keinen Winkelfehler beinhalten, nicht gefolgt werden kann. Einerseits 
kann für einen Winkelfehler nicht nur eine falsche Aufstellung des Radargeräts 
ursächlich sein, sondern auch eine Schrägfahrt des gemessenen Fahrzeugs, 
beispielsweise bei einem Spurwechsel (vgl. StA act. 3.15 S. 9). Anderseits ist – wie 

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sich gezeigt hat – die maximal zu erwartende Messungenauigkeit (𝑚 + 5𝜎) 
wesentlich geringer als der pauschale Abzug, woraus zu schliessen ist, dass in 
diesem auch ein Winkelfehler enthalten ist.

8. Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln 
eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt.

Diesen Tatbestand erfüllt, wer eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer 
Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernsthaft gefährdet. Dabei genügt 
eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer 
erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirklichung. Die allgemeine 
Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt demnach nur, wenn in 
Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer 
Verletzung naheliegt (BGE 143 IV 508 E. 1.3; Urteile des Bundesgerichts 
6B_85/2023 vom 8. November 2023 E. 1.2.1; 6B_236/2022 vom 5. September 2022 
E. 2.1; je mit Hinweisen). Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses 
oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres 
Verschulden, bei fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 
E. 3.1 mit Hinweisen). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, 
desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine 
besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2; 
Urteile des Bundesgerichts 6B_85/2023 vom 8. November 2023 E. 1.2.1; 
6B_236/2022 vom 5. September 2022 E. 2.1; je mit weiteren Hinweisen).

Nach ständiger Rechtsprechung sind die objektiven und grundsätzlich auch die 
subjektiven Voraussetzungen der groben Verkehrsregelverletzung ungeachtet der 
konkreten Umstände zu bejahen, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
innerorts um 25 km/h oder mehr überschritten wird (BGE 143 IV 508 E. 1.3; 132 II 
234 E. 3.1 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_236/2022 vom 5. September 2022 
E. 2.1; je mit Hinweisen). Dies gilt auch bei atypischen Innerortsstrecken. Die 
Signale "Ortsbeginn" und "Ortsende" grenzen den Inner- und Ausserortsbereich 
unabhängig der im Einzelfall bestehenden Überbauungsdichte, der Strassenoptik 
und der geltenden Geschwindigkeitslimite ab (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 E. 1.2.3).

Die Rücksichtslosigkeit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere 
Umstände vorliegen, die das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen 
lassen. Solche entlastenden Umstände hat das Bundesgericht bei der Mehrheit der 
Geschwindigkeitsüberschreitungen verneint. Gute Witterungs-, Strassen- und 
Verkehrsverhältnisse stellen keine besonderen Umstände im Sinne der 

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Rechtsprechung dar (Urteile des Bundesgerichts 6B_236/2022 vom 5. September 
2022 E. 2.1; 6B_1039/2021 vom 14. Januar 2022 E. 1.3.1; 6B_300/2021 vom 
14. Juli 2021 E. 3.2.1; je mit weiteren Hinweisen).

Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt das 
Gericht die Tat zu Gunsten des Täters nach dem Sachverhalt, den sich der Täter 
vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB). Hätte der Täter den Irrtum bei pflichtgemässer 
Vorsicht vermeiden können, so ist er wegen Fahrlässigkeit strafbar, wenn die 
fahrlässige Begehung der Tat mit Strafe bedroht ist (Art. 13 Abs. 2 StGB).

9.1. Mit der Signalisation in Davos Laret und der Qualifikation dieser Strecke als 
Innerortsbereich haben sich bereits sowohl das (damalige) Kantonsgericht von 
Graubünden als auch das Bundesgericht befasst (Urteile des Kantonsgerichts SK1 
22 25 vom 8. Juni 2024 und SK1 23 3 vom 24. November 2023; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_55/2024 vom 11. März 2024).

9.2. Der Beschuldigte stellt nicht in Abrede, dass der zur Diskussion stehende 
Strassenabschnitt sich zwischen den Signalen "Ortsbeginn" und "Ortsende" 
befindet und es ist erstellt, dass er dort mit 85 km/h, mithin 25 km/h über den 
erlaubten 60 km/h, gefahren ist. Er hat damit den Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 
SVG in objektiver Hinsicht erfüllt. Zu prüfen bleibt, ob sein Verhalten auch in 
subjektiver Hinsicht unter Art. 90 Abs. 2 SVG fällt. Dabei ist von Bedeutung, ob 
besondere Umstände vorliegen, welche als Gegenindizien gegen das Vorliegen von 
Rücksichtslosigkeit sprechen bzw. welche die Geschwindigkeitsüberschreitung in 
einem milderen Licht erscheinen lassen.

10.1. Der Beschuldigte macht geltend, dass der Streckenabschnitt in Davos Laret 
in der Vergangenheit mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h versehen 
war und als Ausserortsbereich signalisiert war. Die Reduktion der 
Höchstgeschwindigkeit sei auf Anfrage der Gemeinde Davos eingeführt worden, 
welche aber auf einen Innerortsbereich ausdrücklich habe verzichten wollen. Die 
Kantonspolizei habe sich aber in dem vor ihr erstellten Gutachten auf den 
Standpunkt gestellt, dass es schwierig sei, die Fahrgeschwindigkeiten nur mittels 
einer Signalisation der Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Durch das Ortsschild 
solle daher eine Art Torwirkung erzielt werden. Die Verteidigung schliesst daraus, 
dass nicht ein Innerortsbereich geschaffen worden sei, weil es ein Innerortsbereich 
sei, sondern einzig und alleine, um der signalisierten Temporeduktion mehr Gewicht 
zu verschaffen. Es handle sich damit um einen "künstlichen" Innerortsbereich. 
Innerhalb dieses Bereiches würden sich einzig auf der rechten Strassenseite drei 
Häuser befinden, wobei diese über eine Strecke von rund 350 Metern verteilt seien; 

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ein Trottoir oder temporeduzierende Massnahmen würden fehlen. Auch habe es 
keine baulichen Veränderungen gegeben, die aus einem Ausserortsbereich einen 
Innerortsbereich gemacht hätten und die Änderung aufgrund der äusseren 
Umstände hätten erkennbar machen können. Es sei dem Beschuldigten nicht 
bewusst gewesen, dass er sich in einem Innerortsbereich befunden habe.

10.2. Die angebrachte Signalisation ist im Gutachten der Kantonspolizei vom 
30. Oktober 2017 (StA act. 3.19) beschrieben. Die Tafel "Höchstgeschwindigkeit 
60 km/h" ist sowohl von Klosters als auch von Davos kommend beidseits der 
Strasse angebracht. Die rechteckige, blaue Ortschaftstafel "Davos Laret" ist jeweils 
an der rechten Strassenseite unter der Höchstgeschwindigkeitstafel am selben 
Pfosten befestigt. Der Beschuldigte gab anlässlich der Berufungsverhandlung an, 
die Beschilderung "60 km/h" sei ihm bekannt gewesen; diese sei nicht ganz vor 
einem Jahr angebracht worden (act. H.5, F/A V.4). Es erschliesst sich nicht, wie ihm 
die Geschwindigkeitsbeschränkung, jedoch nicht der an selber Stelle signalisierte 
Innerortsbereich bekannt gewesen sein soll. Umso unverständlicher ist dies, wenn 
man berücksichtigt, dass der Beschuldigte die Strecke nach seinen eigenen 
Angaben in den letzten 20 Jahren im Schnitt zwei bis drei Mal im Monat befahren 
hat (act. H.5, F/A V 3), was bedeutet, dass er seit Anbringung der Ortstafel ein Jahr 
zuvor mindestens 24 Mal an dieser vorbeigefahren ist. Auch weicht das Ortsbild von 
der Darstellung des Verteidigers in nicht unerheblicher Weise ab. In Fahrtrichtung 
Landquart verläuft die Prättigauerstrasse in einer langen, leicht abfallenden 
Geraden. Es folgen rechts zwei Häuser unmittelbar an der Strasse. Gegenüber dem 
zweiten Haus mündet von links die Weidstrasse in die Prättigauerstrasse ein, wo 
sich auch die Bushaltestelle mit Wendeplatz für die Buslinie 1 befindet. Direkt 
angrenzend sind längs der Strasse öffentliche Parkplätze für ca. zehn Fahrzeuge 
und das Landhaus Laret, welches als Transitzentrum genutzt wird. Auf der 
gegenüberliegenden Strassenseite des Landhauses stehen fünf Garagenboxen 
sowie ein weiteres Wohnhaus. Ausserdem ist auf dem Radarfoto (StA-act. 3.2) 
ersichtlich, dass zum Tatzeitpunkt Fahrzeuge auf dem Parkplatz des Landhauses 
standen. Es handelt sich damit nicht um einen "künstlichen" Innerortsbereich und 
ein Irrtum über den Innerortscharakter der Strecke wäre bei pflichtgemässer 
Vorsicht vermeidbar gewesen.

10.3. Der Innerortsbereich in Davos Laret ist auch deshalb nicht "künstlich", weil 
die Gemeinde Davos auf die Schaffung eines solchen verzichten wollte. Wird auf 
einer Kantonsstrasse ein Innerortsbereich eingeführt, obliegen der Winterdienst und 
die Fahrbahnreinigung teilweise nicht mehr dem Kanton, sondern der Gemeinde 
(Art. 35 und 36 des Strassengesetzes des Kantons Graubünden vom 1. September 

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2005 [BR 807.100]). So ist auch dem Gutachten zu entnehmen, dass die Gemeinde 
Davos "aufgrund der Kostenübernahme für den Strassenunterhalt des neuen 
Innerortsbereiches auf eine Innerortssignalisation verzichten" wollte (StA-act. 3.19 
Ziff. 3). Die Kantonspolizei kam in ihrem Gutachten zum Schluss, dass auf dem 
betreffenden Streckenabschnitt ein Unfallschwerpunkt und mehrere 
Sicherheitsdefizite vorhanden waren (StA-act. 3.19 Ziff. 5). Entgegen dem Antrag 
der Gemeinde sprach sie sich für die Signalisation "Ortsbeginn auf Hauptstrassen" 
aus. Diese sei unerlässlich, um die Verkehrsteilnehmer darauf hinzuweisen, dass 
man sich nach passieren derselben im bebauten Gebiet befindet und vermehrt mit 
Personen im Bereich der Fahrbahn zu rechnen sei (StA-act. 3.19 Ziff. 8). Die 
Verteidigung verschweigt dies geflissentlich. Davon, dass der Innerortsbereich nur 
eingeführt worden sei, um der signalisierten Höchstgeschwindigkeit mehr Gewicht 
zu verschaffen, kann keine Rede sein.

10.4. Unbehelflich ist der Einwand, dass die objektiv wahrnehmbaren 
Gegebenheiten sich genau gleich präsentierten wie zu der Zeit, als die zulässige 
Höchstgeschwindigkeit noch 80 km/h betragen hatte (act. H.3 Rz. 35). Ebenso 
sticht das Argument nicht, dass im Gebiet Oberlaret trotz vier bewohnten Häusern 
und eines Landwirtschaftsbetriebs eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h 
ausserorts gelte (act. H.3 Rz. 36). Die Signale "Ortsbeginn" und "Ortsende" 
begrenzen den Inner- und Ausserortsbereich unabhängig der im Einzelfall 
bestehenden Überbauungsdichte, der Strassenoptik und der geltenden 
Geschwindigkeitslimite ab und es besteht kein Anspruch auf Unabänderlichkeit der 
Signalisation. Zudem sind nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch bei 
atypischen Innerortsstrecken aufgrund der erhöhten Gefahrenlage die subjektiven 
Voraussetzungen der groben Verkehrsregelverletzung bei Überschreitung der 
zulässigen Höchstgeschwindigkeit innerorts um 25 km/h oder mehr zu bejahen (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1 m.w.H.).

10.5. Soweit der Beschuldigte argumentiert, es sei trocken und hell gewesen 
(act. H.3 Rz. 39), stützt er sich auf Argumente, die gemäss neuer 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung für sich allein keine besonderen Umstände 
sind, welche das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2022 vom 9. September 2022 E. 3.4 m.H. auf 
6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.2.1; ferner Urteile des Bundesgerichts 
6B_505/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 1.1.1; 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 
E. 3.3.1; 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.2, je m.H.). Auch vermag ein Fehlen 
von anderen Verkehrsteilnehmern im inkriminierten Zeitpunkt den Beschuldigten – 
entgegen seiner Ansicht (act. H.3 Rz. 39) – nicht zu entlasten, zumal der 

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Tatbestand keine konkrete Gefahr verlangt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_300/2021 vom 14. Juli 2021 E. 3.3).

10.6. So wie ein Irrtum über die geltende Höchstgeschwindigkeit und über den 
Innerortscharakter des Strassenabschnitts mit einem Mindestmass an Sorgfalt 
vermeidbar gewesen wäre, liegen auch keine besonderen Umstände vor, welche 
die Geschwindigkeitsüberschreitung von 25 km/h innerorts milder erscheinen 
liessen und die Vermutung, dass bei einer Überschreitung der 
Höchstgeschwindigkeit innerorts um 25 km/h oder mehr sowohl die objektiven wie 
auch die subjektiven Voraussetzungen der groben Verletzung von Verkehrsregeln 
zu bejahen sind, zu widerlegen vermögen. Damit ist vorliegend auch der subjektive 
Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllt.

11. Der Beschuldigte hat sich der groben Verkehrsregelverletzung gemäss 
Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG 
schuldig gemacht.

12. Die Strafzumessung der Vorinstanz ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, 
weshalb darauf verwiesen wird (act. E.1 E. 10.3 und 10.4). Die 
verschuldensangemessene Strafe ist auf 20 Tagessätze festzusetzen. Diese ist um 
15 Tagessätze zu erhöhen wegen der Vorstrafe und der zahlreichen 
Administrativmassnahmen. Die vorliegend angemessene Strafe beträgt somit 
35 Tagessätze.

13. Das Einkommen des Beschuldigten ist im Vergleich zum relevanten 
Zeitpunkt bei der Vorinstanz angestiegen. Anhand der Angaben des Beschuldigten 
und der Steuerveranlagung aus dem Jahr 2021 ist von einem jährlichen 
Nettoeinkommen des Beschuldigten von rund CHF 2.6 Millionen auszugehen 
(act. D.20; act. H.5, F/A IV.10). Davon abzuziehen ist der Eigenmietwert, eine 
Pauschale von 20% für Krankenkasse und Steuern und eine Pauschale von 15% 
für die Unterstützung der Ehefrau. Das massgebliche monatliche Einkommen des 
Beschuldigten beträgt CHF 169'330.00, was einem Tagessatz von CHF 5'644.00 
entspricht. Der maximal anzurechnende Tagessatz beträgt indes CHF 3'000.00, 
weshalb darauf abzustellen ist (Art. 34 Abs. 2 StGB).

14. Eine bedingte Strafe kann mit einer Busse verbunden werden (vgl. Urteil der 
Vorinstanz, act. E.1 E. 10.7). Diese Verbindungsbusse i.S.v. Art. 42 Abs. 4 StGB 
darf dabei höchstens einen Fünftel bzw. 20 % der in der Summe 
schuldangemessenen Sanktion – bestehend aus einer bedingt ausgesprochenen 
Hauptstrafe kombiniert mit einer Verbindungsbusse – betragen (BGE 149 IV 321 

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E. 1.3.2). Vorliegend ist demnach die als schuldangemessen erachtete Geldstrafe 
von CHF 105'000.00 (35 Tagessätze zu CHF 3'000.00) aufzuteilen. Die 
Verbindungsbusse ist (rechnerisch) auf CHF 21'000.00 (20% der 
schuldangemessenen Strafe) festzusetzen. Die Geldstrafe ist entsprechend auf 
28 Tagessätze zu reduzieren. Da die maximal zulässige Bussenhöhe 
CHF 10'000.00 beträgt (Art. 106 Abs. 1 StGB), ist die auszusprechende Sanktion 
Geldstrafe von 28 Tagessätzen zu CHF 3'000.00, verbunden mit einer Busse von 
CHF 10'000.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe (Art. 106 Abs. 2 StGB) ist auf drei Tage 
festzusetzen.

15. Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft betragen CHF 6'127.90, 
die erstinstanzlichen Gerichtskosten CHF 4'200.00. Die Kosten hat der 
Beschuldigte aufgrund seiner Verurteilung selbst zu tragen (Art. 426 Abs. 1 StPO).

16. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 4'000.00 festgesetzt. 
Sie sind infolge seines Unterliegens dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 
Abs. 1 StPO), wobei die im Vergleich zur Vorinstanz geringere Anzahl Tagessätze 
der bedingten Geldstrafe als unwesentlich zu qualifizieren ist (Art. 428 Abs. 2 lit. b 
StPO). Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen.

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Es wird erkannt:

1. A._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss 
Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG.

2. A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 28 Tagessätzen zu 
CHF 3'000.00 und einer Busse von CHF 10'000.00.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 
festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

4. Bezahlt A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

5. Die Untersuchungskosten von CHF 6'127.90 gehen zulasten von A._____.

6. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 4'200.00 gehen 
zulasten von A._____.

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen zulasten von 
A._____.

8. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

9. [Rechtsmittelbelehrung]

10. [Mitteilungen]