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**Case Identifier:** c9a34220-57f4-55b1-9e84-5a040beec299
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.06.2013 IV 2011/284
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-284_2013-06-27.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/284

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.06.2013

Entscheiddatum: 27.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2013
Art. 29 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 43 Abs. 1 ATSG. Invaliditätsbemessung 
mittels Einkommensvergleich. Ermittlung des massgebenden Sachverhalts 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Juni 
2013, IV 2011/284).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

 

Entscheid vom 27. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, der eine Anlehre als Bäckerei-Konditor absolviert hatte, wurde von 1994 bis 

1996 auf Kosten der Invalidenversicherung zum Autoersatzteil- und 

Autozubehörverkäufer umgeschult (IV-act. 38, 47). Ab 2002 unterzog er sich, wiederum 

auf Kosten der Invalidenversicherung, einer Umschulung zum Fitness-Instruktor SAFS 

(IV-act. 88, 140). Mit einer Mitteilung vom 29. September 2006 brach die IV-Stelle diese 

Umschulung ab (IV-act. 151). In einem Schreiben vom 24. Oktober 2007, in dem er sich 

auf die Mitteilung vom 29. September 2006 bezog, machte der Versicherte geltend (IV-

act. 162), seine gesundheitliche Situation habe sich so verändert, dass sie eine 

Ausbildung dieser Art nicht mehr zulasse. Seit dem 29. Juli 2006 sei er durchgehend im 

Krankenstand. Weitere Abklärungen seien notwendig, um die Sachlage neu beurteilen 

zu können. Am 3. Dezember 2007 füllte er ein Anmeldeformular aus (IV-act. 165). Dr. 

med. B.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, berichtete der IV-Stelle am 28. Dezember 

2007/7. Januar 2008 (IV-act. 173), er habe folgende Diagnosen erhoben: St. n. 

Implantation einer Hemiprothese rechte Schulter (1. März 2000 bei St. n. 

Schultertrauma 1984 mit Omarthrose und habitueller Schulterluxation), 

posttraumatisches Sulcus ulnaris-Syndrom links (bei St. n. Dekompression des N. 

ulnaris links 2007) sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Non-Hodgkin-

Syndrom des Ileum, St. n. fibröser Dysplasie oberer Schambeinast, 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links und Narbenschmerz nach Lumbotomie 

links (vor drei Jahren). Dr. B.___ gab weiter an, der Gesundheitszustand sei stationär. 

Der Versicherte klage über Schmerzen im Bereich der rechten Schulter, die weder auf 

eine Reduktion der Belastung noch auf perorale Analgetika oder auf eine subacromiale 

Infiltration nachhaltig gebessert hätten. Geplant sei eine Totalarthroplastik. Eine 

spezialärztliche Nachkontrolle wegen fraglich persistierender Beschwerden nach der 

Dekompression des N. ulnaris links habe eine Normalisierung der Impulsleitung 

ergeben. Eine schulterschonende Tätigkeit könnte über den ganzen Tag ausgeführt 

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werden. Da die Umschulung zum Fitness-Instruktor wenig Sinn gemacht habe, sollte 

nochmals eine Berufsberatung erfolgen. PD Dr. med. C.___, FMH Orthopädische 

Chirurgie, Schulter- und Ellbogenchirurgie, berichtete am 10. April 2008 (IV-act. 176), 

der Versicherte sei am 25. Januar 2008 an der rechten Schulter operiert worden. 

Durchgeführt worden seien eine Schulterprothesenrevision und eine Implantation einer 

Glenoidkomponente. Ausserdem habe ein Low-grade-Infekt nachgewiesen werden 

können. Die Rehabilitation werde etwa sechs Monate dauern. Dann werde sich zeigen, 

inwieweit die rechte Schulter brauchbar sei. Die Rehaklinik Bellikon hielt in ihrem 

Austrittsbericht vom 17. März 2008 fest (IV-act. 178-5 ff.), beim Eintritt habe eine sehr 

ausgeprägte Schmerzhaftigkeit der rechten Schulter bestanden. Beim Austritt seien die 

Schulterschmerzen nur noch leicht gewesen. Beim Eintritt sei keine Aussenrotation der 

rechten Schulter über 0° möglich gewesen. Beim Austritt sei die Beweglichkeit 

freigegeben worden. Auch die Innenrotation sei beim Eintritt beschränkt gewesen und 

habe bei Austritt freigegeben werden können. Bis 10. März 2008 müsse der Versicherte 

ein Ortho-Gilet tragen, danach sei keine Ruhigstellung der rechten Schulter mehr 

erforderlich. Die Kribbelparaesthesien sämtlicher Finger der linken Hand seien beim 

Austritt regredient gewesen. Der beim Eintritt nur unvollständig mögliche Faustschluss 

links sei beim Austritt wieder vollständig möglich gewesen. Die Hyposensibilität am 

lateralen Oberarm, Vorderarm dorsal und Handrücken links halte an. Bei weiterhin 

gutem Verlauf sei folgende Zumutbarkeit zu erwarten: Leichte bis mittelschwere Arbeit 

ganztags ohne Heben und Tragen von Lasten über Brusthöhe und ohne Vibrationen/

Schläge Schulter rechts. In einem Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 26. Juni 2008 zur 

beruflichen Standortbestimmung wurde ausgeführt (IV-act. 179), realistisch wären eine 

Verkaufstätigkeit, eine beratende Funktion, eine Kontrollfunktion, eine Tätigkeit in 

einem Call-Center oder als Aufsicht oder Sicherheitswächter. Dr. med. D.___ vom RAD 

hielt am 9. Juli 2008 fest (IV-act. 181), der weitere Verlauf müsse noch abgewartet 

werden. Es sei nämlich noch nicht bekannt, ob und wann eine Totalprothese der 

rechten Schulter eingesetzt werde.

A.b  Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. E.___, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie, 

berichtete am 4. August 2008 (Fremdakten), es bestehe eine deutlich eingeschränkte 

Schulterfunktion rechts mit verminderter Belastbarkeit. Die Hebe- und Tragfähigkeit für 

schwere Lasten und Gewichte sei eingeschränkt (bei wiederholtem Heben oder Tragen 

über Körper- und Kopfhöhe). Für eine leichte, angepasste und behinderungsgerechte 

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Beschäftigung sei der Versicherte ganztägig arbeitsfähig. Dr. E.___ empfahl eine 

neurologische Verlaufskontrolle spätestens im Januar 2009. Dr. D.___ vom RAD 

notierte am 2. September 2008 (IV-act. 185), adaptiert bestehe ab sofort eine 

Arbeitsfähigkeit von 100%. Mit dem rechten Arm seien keine repetitiven Arbeitsabläufe 

möglich. Die Gewichtsbelastungen sollten nur selten bis max. 5 kg erfolgen. Tätigkeiten 

über der Horizontalen seien zu vermeiden. Am 27. Januar 2009 erfolgte eine RAD-

Untersuchung. Dr. med. F.___, Facharzt für Arbeitsmedizin (FMH, VDBW), 

Physikalische Medizin (D), zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM), berichtete am 3. 

Februar 2009 (IV-act. 193), er habe folgende Diagnosen erhoben: 

Belastungsinsuffizienz des dominanten rechten Arms bei posttraumatischer 

Omarthrose (fraglicher weiterer therapeutischer Verlauf betreffend Low-grade-Infekt), 

chronische rezidivierende lumboischialgiforme Beschwerden mit pseudoradikulärer 

Symptomatik, brachialgiforme Beschwerden linksseitig, fragliche Neuralgie im Bauch-

Becken-Bereich sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Neurasthenie bei 

Verarbeitungsstörung somatischer Krankheiten bei neurotischer Persönlichkeit mit 

narzisstischer Problematik, St. n. Gürtelrose 2006 und St. n. Non-Hodgkin-Symptomen 

im Ileumbereich. In seiner zusammenfassenden Beurteilung gab Dr. F.___ an, im 

Zentrum stehe eine deutliche Belastungsinsuffizienz des dominanten rechten Arms, der 

derzeit - mit Ausnahme leichter Zudienfunktionen - für keinerlei erwerbliche Tätigkeit 

herangezogen werden könne. Bei manuell ausgerichteten Tätigkeiten seien deshalb nur 

noch leichte körperliche Hilfsarbeiten zumutbar. Auch beim Achsenorgan bestünden 

von der HWS über die BWS bis zur LWS herunterreichend deutliche 

Leistungslimitationen, so dass der Versicherte für mittelschwere und schwere 

Tätigkeiten dauerhaft nicht mehr geeignet sei. Aus psychiatrischer Sicht könne nicht 

von einer deutlichen Leistungslimitation ausgegangen werden. Aufgefallen sei eine 

gewisse narzisstische Problematik (Überschätzung der beruflichen Möglichkeiten). 

Therapeutisch könne in Bezug auf den rechten Arm nur noch eine Verbesserung der 

Lebensqualität bzw. der Schmerzsituation erreicht werden. Aus arbeitsmedizinischer 

Sicht sei der Versicherte demnach prinzipiell als funktionell einarmig anzusehen. Dies 

rechtfertige die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 50%. Da Probleme im 

gesamtenn Rücken und im linken Arm hinzukämen, könne der Versicherte 

ausschliesslich in einem kognitiv ausgerichteten Beruf eingesetzt werden. Auch in 

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einem solchen Beruf würde die Arbeitsfähigkeit aber nur 50-60% betragen, 

beispielsweise weil der Versicherte keine Schreibarbeiten leisten könne.

A.c  Der Berufsberater der IV-Stelle notierte am 14. Juli 2009 (IV-act. 207-2), gemäss 

einer telephonischen Auskunft der Rehaklinik Bellikon sehe der Versicherte den Sinn 

der beruflichen Abklärung nicht ein, da er sich als arbeitsunfähig betrachte. 

Handwerklich sei nichts mehr machbar, für kopflastige Ausbildungen fehlten dem 

Versicherten die Ressourcen. Unter diesen Umständen werde auf eine berufliche 

Abklärung in Bellikon verzichtet. Am 21. September 2009 hielt der Berufsberater fest 

(IV-act. 210-2), eine Umschulung sei nicht angezeigt. Mit einer Verfügung vom 16. 

November 2009 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 220). Bereits am 

30. September 2009 hatte der SUVA-Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt FMH für 

orthopädische Chirurgie, zertifizierter Gutachter SIM, berichtet (Fremdakten), in der 

rechten Schulter habe sich eine schwere Periarthropathie mit einem ausgeprägten 

Funktionsdefizit der rechten Schulter (entsprechend annähernd einer funktionellen 

Ankylose) eingestellt. Dabei spiele auch der persistierende Infekt eine Rolle. Der 

Versicherte sei allerdings noch nicht bereit, sich einer Operation mit unsicherem Erfolg 

zu unterziehen. Von Seiten der Armplexusläsion links könne von einer Besserung 

ausgegangen werden. Von weiteren Behandlungsmassnahmen der rechten Schulter sei 

keine wesentliche funktionelle Verbesserung mehr zu erwarten. Es könne lediglich auf 

eine Schmerzlinderung gehofft werden. Für eine leichte Tätigkeit, die der Versicherte 

praktisch als Einhänder mit der adominanten Hand ausüben könnte oder bei der er die 

rechte Hand körpernah als Haltehand für leichte Kraftanstrengungen einsetzen könnte, 

sei der Versicherte ganztags mit zwischenzeitlichen Pausen einsetzbar, so dass die 

tägliche Arbeitszeit maximal sechs Stunden betrage. Dr. med. H.___ vom RAD 

übernahm diese Einschätzung am 10. Dezember 2009. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf 

75% (sechs von normal acht täglichen Arbeitsstunden) festgelegt (IV-act. 222). Die 

SUVA ermittelte den Invaliditätsgrad, indem sie einem Valideneinkommen von Fr. 

61'298.-- ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 34'688.-- (Fr. 56'681.-- 

entsprechend dem durchschnittlichen Einkommen der Hilfsarbeiter im 

Dienstleistungssektor bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 72% und einem 

Tabellenlohnabzug von 15%) gegenüberstellte. Es resultierte ein Invaliditätsgrad von 

43%. Auf dieser Grundlage sprach sie dem Versicherten mit einer Verfügung vom 29. 

Januar 2010 eine Invalidenrente zu (IV-act. 226).

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A.d  Dr. med. H.___ vom RAD hielt am 2. November 2010 fest (IV-act. 230), die 

Situation präsentiere sich im Wesentlichen gleich wie bei der RAD-Untersuchung vom 

3. Februar 2009. Es könne von einer Arbeitsfähigkeit von 50% in einer adaptierten 

Tätigkeit (kognitiv ausgerichtet auf eher tiefem Niveau, einarmig mit der adominanten 

Hand auszuführend) ausgegangen werden. Die IV-Stelle ging zunächst aus nicht 

nachvollziehbaren Gründen von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 55% aus. Sie 

ermittelte einen Invaliditätsgrad von 50,43% (IV-act. 232). In einem späteren 

Einkommensvergleich ging sie dann von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% aus, 

was bei einem Tabellenlohnabzug von 10% einen Invaliditätsgrad von 55% ergab (IV-

act. 236). Mit einem Vorbescheid vom 7. Februar 2011 kündigte sie dem Versicherten 

die Zusprache einer halben Rente rückwirkend ab 1. Juli 2008 an (IV-act.- 240). Der 

Versicherte liess am 7. März 2011 sinngemäss einwenden (IV-act. 241), es sei von 

einem höheren Invaliditätsgrad auszugehen, da die Arbeitsfähigkeit nicht nur durch die 

Belastungsinsuffizienz des rechten Arms, sondern auch durch die Rückenprobleme 

und einen Lagerungsschaden an der linken Schulter beeinträchtigt sei. Im Übrigen sei 

festgestellt worden, dass keine berufliche Eingliederung mehr möglich sei. Gemäss 

einem dieser Eingabe beigelegten Bericht von Dr. med. I.___, Neurologie FMH, vom 8. 

Juni 2009 (IV-act. 241-3) bestanden an der linken Schulter ein St. n. Armplexusläsion 

links (im Verlauf regredient), ein St. n. Verlagerung des N. ulnaris links bei Sulcus nervi 

ulnaris-Syndrom und ein Zervikalsyndrom. Diese Beeinträchtigungen hatten eine 

Überempfindlichkeit der Finger I und II links und bereits bei kleinen Anstrengungen eine 

Verkrampfung der linken Hand zur Folge. Dr. I.___ erwartete von einer Akupunktur eine 

Verbesserung der Situation. Mit einer Verfügung vom 12. Juli 2011 sprach die IV-Stelle 

dem Versicherten wie angekündigt eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 247).

B.      

B.a  Der Versicherte liess am 13. September 2011 Beschwerde erheben und die 

Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente beantragen; eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen (act. G 1). Die Rechtsvertreterin führte zur Begründung sinngemäss 

aus, die Arbeitsfähigkeit sei nicht nur durch die direkten Unfallfolgen (rechte Schulter), 

sondern auch durch diverse andere Beschwerden beeinträchtigt. Zudem sei gestützt 

auf die Eingliederungsakten davon auszugehen, dass eine allfällige Restarbeitsfähigkeit 

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in der freien Wirtschaft gar nicht verwertbar sei, zumal der Beschwerdeführer wegen 

fehlender gesundheitlicher Stabilität einem Arbeitgeber gar nicht zumutbar sei. Der 

Tabellenlohnabzug müsse das Maximum von 25% ausschöpfen, da der 

Beschwerdeführer faktisch einarmig sei, die adominante Hand nur eingeschränkt 

einsetzen und nur leichte Tätigkeiten verrichten könne, zusätzliche Pausen benötige, 

keine intellektuellen Tätigkeiten ausführen könne und in seiner Leistungsfähigkeit stark 

schwanke.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. Oktober 2011 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung wies sie darauf hin, dass die Beschwerden im 

Bereich der linken Schulter im Bericht des RAD gewürdigt worden seien. Der 

neurologische Bericht von Dr. I.___ enthalte nichts Neues. Demnach sei gestützt auf 

den Bericht des RAD von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50% 

auszugehen. In Frage kämen leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- 

und Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und 

Ersatzteilbewirtschaftung oder Kurier- und leichtere Lieferdienste. Da der 

Beschwerdeführer zum Verkäufer umgeschult worden sei, müsse von einem 

Tabellenlohn für Tätigkeiten mit Berufs- und Fachkenntnissen von Fr. 66'968.-- 

ausgegangen werden. Angemessen sei ein Tabellenlohnabzug von 20%. Damit 

resultiere ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 26'787.--. Das ergebe einen 

Invaliditätsgrad von 55%.

B.c  In ihrer Replik vom 27. Oktober 2011 (act. G 7) führte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers sinngemäss aus, die Behauptung der Beschwerdegegnerin, bei der 

Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens müsse vom Durchschnittslohn im 

Anforderungsniveau 3 des Sektors Handel und Reparaturen ausgegangen werden, sei 

an den Haaren herbeigezogen. Eine Tätigkeit mit diesen Anforderungen komme 

nämlich nicht in Betracht, da der Beschwerdeführer nur leichte Arbeiten mit 

zusätzlichen Pausen verrichten könne, intellektuelle Tätigkeiten ausschieden und die 

Leistungsfähigkeit stark schwanke. Zumutbar sei nur noch eine Hilfsarbeit in einem 

geschützten Rahmen. Angemessen sei ein maximaler Tabellenlohnabzug von 25%.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3. November 2011 auf eine Stellung­

nahme (act. G 9).

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B.e  Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wurde am 3. Mai 2013 darauf 

hingewiesen, dass es zu einer reformatio in peius kommen könnte, wenn es zur 

gerichtlichen Beurteilung der Beschwerde kommen sollte (act. G 11). Sie erklärte am 

29. Mai 2013, dass sie dennoch an der Beschwerde festhalte (act. G 14).

 

Erwägungen:

1.     

Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente, wenn ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederhergestellt, erhalten oder verbessert werden kann 

(lit. a, sog. Grundsatz "Eingliederung vor Rente", vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. 

A., Vorbemerkungen N. 47), wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen ist (lit. b) und 

wenn sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid ist (lit. c).

1.1   Der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" umfasst nicht nur die berufliche, sondern 

auch die medizinische Eingliederung (die nicht auf medizinische Massnahmen 

beschränkt ist, die zum Leistungskatalog der Invalidenversicherung gehören). Der 

Beschwerdeführer ist bereits zweimal umgeschult worden, zunächst zum 

Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer, später dann zum Fitness-Instruktor. Nach 

der Operation der rechten Schulter haben sich sowohl die Rehaklinik Bellikon als auch 

die Beschwerdegegnerin mit der Möglichkeit einer beruflichen Eingliederung befasst, 

wobei jeweils davon ausgegangen worden ist, dass der Beschwerdeführer im erlernten 

Beruf als Fitness-Instruktor weitgehend oder vollständig arbeitsunfähig sei. Die frühere 

Ausbildung zum Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer scheint gar nicht zur 

Kenntnis genommen worden zu sein. Der Berufsberater der Beschwerdegegnerin ist 

wohl deshalb davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer nur noch als 

Hilfsarbeiter eingesetzt werden könne, weil er weder in einem handwerklichen noch in 

einen "kopflastigen" Beruf umgeschult werden könne. Eine berufsberaterische 

Evaluation im Hinblick auf die Möglichkeit, das bei der Umschulung zum Autoersatzteil- 

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und Autozubehörverkäufer und Fitnesstrainer erworbene Wissen und Können trotz der 

aktuellen Behinderung noch zu verwerten, ist unterblieben. Es fehlt sogar eine auf den 

möglicherweise behinderungsangepassten Beruf des Autoersatzteil- und 

Autozubehörverkäufers bezogene Arbeitsfähigkeitsschätzung. Deshalb steht nicht fest, 

ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass der Beschwerdeführer diesen Beruf noch 

ausüben kann. Damit steht auch nicht fest, dass die berufliche Eingliederung 

tatsächlich bereits abgeschlossen sein soll, wie die Beschwerdegegnerin mit der 

Zusprache einer Invalidenrente unterstellt hat. Mit den handwerklichen und den 

"kopflastigen" Berufen ist das Spektrum der möglichen Berufe nicht abgedeckt. Falls 

der Beschwerdeführer auch als Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer in hohem 

Ausmass arbeitsunfähig sein sollte, steht nicht fest, dass er nicht durch eine dritte 

Umschulung beruflich wieder eingegliedert werden könnte. Es ist nicht nachgewiesen, 

dass der Beschwerdeführer tatsächlich unfähig sein sollte, einen Beruf zu erlernen, der 

in Bezug auf die "kopflastigen" Anforderungen in etwa dem Autoersatzteil- und 

Autozubehörverkäufer entspricht und gleichzeitig in somatischer Hinsicht 

behinderungsadaptiert ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin steht 

also nicht fest, dass der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" in beruflicher Hinsicht 

erfüllt wäre. Das gilt auch für die medizinische Eingliederung. Zwar steht fest, dass in 

Bezug auf die rechte Schulter ein (unbefriedigender) Endzustand erreicht ist, aber das 

gilt insbesondere nicht für die Beeinträchtigung der linken Schulter sowie die daraus 

resultierenden Beschwerden im linken Arm und in der linken Hand. Dr. I.___ hat in dem 

im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht keineswegs auch für die linke Schulter 

einen Endzustand angegeben. Sie hat vielmehr eine Weiterführung der Akupunktur 

empfohlen, d.h. sie hat mit der Möglichkeit gerechnet, dass noch ein therapeutischer 

Handlungsbedarf besteht. Sollte sich die im Verfügungszeitpunkt aktuelle 

Beeinträchtigung der linken Schulter tatsächlich dergestalt auswirken, dass die bereits 

durch die rechte Schulter bewirkte Arbeitsunfähigkeit (in einer umfassend adaptierten 

Tätigkeit) noch erhöht würde, stünde nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass medizinisch ein Endzustand erreicht, d.h. dass dem 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" auch in medizinischer Hinsicht Rechnung 

getragen wäre und ein stabiler Gesundheitszustand bzw. eine stabile Arbeitsunfähigkeit 

vorläge. Die in Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG geregelte erste Voraussetzung eines allfälligen 

Rentenanspruchs ist also (noch) nicht erfüllt bzw. nachgewiesen.

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1.2   Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten seit der Geltendmachung des Rentenanspruchs. Demnach muss 

das in Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG vorgesehene sogenannte Wartejahr spätestens sechs 

Monate vor der Anmeldung zu laufen begonnen haben. Die formelle Anmeldung des 

Beschwerdeführers datiert vom 3. Dezember 2007. Dieser hat aber bereits im Oktober 

2007 - formlos - ein Leistungsbegehren gestellt. Die Anmeldewirkung ist gemäss Art. 

29 Abs. 3 ATSG auf diese Eingabe zurück zu beziehen. Die sechsmonatige 

Verzögerung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG wäre demnach im April 2008 abgelaufen, so 

dass ab 1. April 2008 ein Rentenanspruch bestehen könnte, falls das Wartejahr zu 

diesem Zeitpunkt bereits erfüllt gewesen ist. Zu prüfen ist demnach, ob der 

Beschwerdeführer zwischen dem 1. April 2007 und dem 31. März 2008 zu mindestens 

40% arbeitsunfähig gewesen ist. Nun ist die aktuelle Fassung des Art. 29 Abs. 1 IVG 

aber erst am 1. Januar 2008 in Kraft getreten, d.h. die Anmeldung zum Leistungsbezug 

ist zu einem Zeitpunkt erfolgt, in dem noch die frühere Fassung der Bestimmung über 

den Rentenbeginn in Kraft gestanden hat. Gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG entstand 

der Rentenanspruch direkt mit der Erfüllung des Wartejahrs, d.h. das Anmeldedatum 

war irrelevant. Gemäss aArt. 48 Abs. 2 Satz 1 IVG hatte es nur in Bezug auf den 

Nachzahlungsanspruch bei verspäteter Anmeldung zum Rentenbezug eine Bedeutung, 

denn die Nachzahlung war auf die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate 

beschränkt. Die Erfüllung des Wartejahrs definierte also auch in jenen Fällen den 

Beginn des Rentenanspruchs, in denen die Anmeldung zum Rentenbezug mit mehr als 

zwölf Monaten Verspätung erfolgt war. Das zeigt sich auch darin, dass aArt. 48 Abs. 2 

Satz 2 IVG für gewisse Fälle eine mehr als zwölf Monate dauernde Verwirkungsfrist für 

die Nachzahlung angeordnet hat. Nach dem (durch eine lückenfüllende Praxis) 

geschaffenen Übergangsrecht ist die "altrechtliche" Regelung in aArt. 29 Abs. 1 lit. b 

und Art. 48 Abs. 2 IVG auf jene Fälle weiter anwendbar (bzw. ist der geltende Art. 29 

Abs. 1 IVG "ausgeschaltet"), in denen der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008 

eingetreten (d.h. das Wartejahr erfüllt gewesen) ist und die Anmeldung zum 

Rentenbezug bis spätestens 30. Juni 2008 eingereicht worden ist (vgl. BGE 138 V 475 

E. 3). Der Beschwerdeführer hat sich noch im Jahr 2007 angemeldet, so dass dieses 

Element der Übergangsregelung erfüllt ist. Zu prüfen bleibt, wann der Versicherungsfall 

eingetreten ist, d.h. - gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG - wann das Wartejahr erfüllt 

gewesen ist bzw. - gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG - ob das Wartejahr im April 2008 oder 

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allenfalls später (oder gar nicht) erfüllt gewesen ist. Die Arbeitsfähigkeit einer Person 

kann nur bezogen auf eine bestimmte Arbeit bemessen werden, da die 

Gesundheitsbeeinträchtigung so beschaffen sein kann, dass sie beispielsweise für eine 

körperlich belastende Arbeit keine Leistung mehr zulässt, für eine körperlich leichte

Arbeit aber keine Einschränkung der Leistung bewirkt. Für den Beschwerdeführer 

kommen - ohne erneute Umschulung - im Moment drei berufliche Tätigkeiten in Frage: 

Fitness-Instruktor, Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer oder Hilfsarbeiter 

(behinderungsadaptiert). Dr. D.___ vom RAD hat am 2. September 2008 notiert, 

anlässlich eines Sturzes 06/06 sei es zu einer Exazerbation der rechtsseitigen 

Schulterbeschwerden gekommen, so dass die Tätigkeit als Fitness-Instruktor ab 

diesem Zeitpunkt in Frage gestellt gewesen sei. Das dürfte so zu verstehen sein, dass 

ab diesem Zeitpunkt in dieser Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Selbst 

wenn diese Einschätzung von Dr. D.___ nicht nur auf den Selbstangaben des 

Beschwerdeführers beruhen würde, lässt sich damit der Zeitpunkt der Erfüllung des 

Wartejahrs nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit belegen, denn es ist nicht bekannt, ob auch die Tätigkeit als 

Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer ab 06/06 wegen Schulterbeschwerden 

rechts "in Frage gestellt" war. Ebensowenig ist bekannt, ob es dem Beschwerdeführer 

gestützt auf Art. 6 Satz 2 ATSG zumutbar und trotz Schulterbeschwerden rechts 

möglich gewesen ist, vollzeitlich eine behinderungsadaptierte Hilfsarbeit auszuüben 

oder ob auch eine solche Arbeit "in Frage gestellt" war. Die im Januar 2007 

durchgeführte Dekompression des N. ulnaris links lässt nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine relevante Arbeitsunfähigkeit vor und nach 

der Operation schliessen, denn es ist nicht bekannt, wie sich die entsprechenden 

linksseitigen Beschwerden in Kombination mit den - ebensowenig spezifizierten - 

damaligen Schulterbeschwerden rechts auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers als Fitness-Instruktor, als Autoersatzteil-und Autozubehörverkäufer 

oder als Hilfsarbeiter "adaptiert" ausgewirkt haben. Mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit steht nur fest, dass der Beschwerdeführer nach der 

Prothesenrevision vom 24. Januar 2008 für die Dauer der stationären Rehabilitation für 

sämtliche Erwerbstätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig gewesen ist. Das reicht aber 

nicht aus, um die Frage, ob und gegebenenfalls wann das Wartejahr erfüllt gewesen ist, 

zu beantworten. Weil damit auch nicht feststeht, wann der Versicherungsfall 

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eingetreten ist, kann nicht einmal die Frage nach dem intertemporal anwendbaren 

Recht beantwortet werden. Auch in Bezug auf die Erfüllung des Wartejahrs (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG) stützt sich die angefochtene Verfügung also auf einen unzureichend 

abgeklärten, d.h. nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesenen Sachverhalt.

1.3   Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 

28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei 

dem das Einkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen).

1.3.1         Wichtigstes Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens 

- und damit auch des Invaliditätsgrads - ist i.d.R. der Arbeitsfähigkeitsgrad. Die 

Beschwerdegegnerin hat sich auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Bericht vom 3. 

Februar 2009 über die RAD-Untersuchung (50%) abgestützt. Diese Untersuchung ist, 

obwohl sie nur von einem Arzt vorgenommen worden ist, polydisziplinär erfolgt. Es sind 

nämlich ein internistischer, ein neurologischer, ein rheumatologischer und ein 

psychischer Befund erhoben worden. Dr. F.___ dürfte als Facharzt für Arbeitsmedizin 

und als (deutscher) Facharzt für Physikalische Medizin befähigt gewesen sein, eine 

fachübergreifende Abklärung vorzunehmen. Er hat alle gesundheitlichen Probleme des 

Beschwerdeführers in seine Untersuchung einbezogen, wie sich insbesondere der Liste 

der erhobenen Diagnosen entnehmen lässt. Es ist gestützt auf den entsprechenden 

Bericht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer umfassend, fachlich qualifiziert 

und objektiv abgeklärt worden ist, so dass die Darstellung der konkreten Auswirkungen 

der Beeinträchtigungen (mit der rechten Hand nur noch Zudienfunktion, verminderte 

Belastbarkeit des linken Arms, Beeinträchtigung des gesamten Achsenorgans und 

damit generelle Beschränkung auf körperlich leichte Arbeiten) mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit richtig ist. In internistischer und psychischer Hinsicht haben sich 

keine Beeinträchtigungen gezeigt. Für die Richtigkeit des Untersuchungsergebnisses 

spricht auch der Umstand, dass sich die Angaben des Kreisarztes zum 

unfallversicherten Gesundheitsschaden im Bereich der rechten Schulter inhaltlich mit 

den entsprechenden Ausführungen von Dr. F.___ decken. Die dem Gericht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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vorliegenden Akten enthalten keinen Hinweis darauf, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung noch in einem (qualitativ oder quantitativ) relevanten Ausmass verändert 

hätte. In Bezug auf die medizinischen Grundlagen der Arbeitsfähigkeitsschätzung 

erweist sich der Sachverhalt somit als mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Für die gestützt darauf von Dr. F.___ 

abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung trifft das nicht zu. Wie oben bereits dargelegt 

worden ist, muss sich eine Arbeitsfähigkeitsschätzung immer auf eine bestimmte Art 

von Erwerbstätigkeit beziehen. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag deshalb nur 

dann zu überzeugen, wenn die Erwerbstätigkeit, auf die sie sich bezieht, genau 

definiert ist. Zudem muss es sich um diejenige Erwerbstätigkeit handeln, die der 

massgebenden Invalidenkarriere entspricht. Dr. F.___ hat ausgeführt, die 

Belastungsinsuffizienz des dominanten rechten Arms erlaube keine erwerbliche 

Tätigkeit in einer konkurrenzmässigen Situation mit Ausnahme von leichten 

Zudienfunktionen. Wegen der Beeinträchtigung auch des linken Arms seien bei manuell 

ausgerichteten Tätigkeiten nur noch körperlich leichte Hilfsarbeiten zumutbar. Seitens 

des Achsenorgans bestehe eine Beschränkung auf körperlich leichte Tätigkeiten. Fasst 

man diese Angaben zusammen, sieht die behinderungsadaptierte Tätigkeit wohl 

folgendermassen aus: Körperlich leicht, wirbelsäulenangepasst und in manueller 

Hinsicht für die rechte Hand auf eine Zudienfunktion beschränkt. Dr. F.___ scheint 

implizit davon ausgegangen zu sein, dass es keine Erwerbstätigkeit gebe, bei der die 

Arme und Hände eingesetzt werden müssten und die trotzdem den Beeinträchtigungen 

gerecht werden könne. Deshalb hat er eine ausschliesslich kognitiv ausgerichtete oder 

eine auf Kontrollaufgaben beschränkte Erwerbstätigkeit als ideal 

behinderungsadaptierte Invalidenkarriere genannt. Für die Arbeit als Fitness-Instruktor 

hat er eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers angenommen. Das 

Gleiche soll seines Erachtens für die Arbeit als Autoersatz- und Autozubehörverkäufer 

gelten, wobei allerdings nicht bekannt ist, wie sich Dr. F.___ eine solche Tätigkeit in 

Bezug auf die manuellen Anteile der Tätigkeit vorgestellt hat. Seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung (50%), auf die sich die Beschwerdegegnerin bei der 

Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens abgestützt hat, hat sich jedenfalls 

nicht auf eine ideal behinderungsadaptierte, sondern wohl auf eine manuell 

ausgerichtete Erwerbstätigkeit bezogen, in der eine funktionelle Einarmigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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zusammen mit einer leicht eingeschränkten Einsatzfähigkeit der anderen Hand 

naturgemäss eine erhebliche (50%ige) Leistungseinbusse zur Folge haben muss. Die 

Invalidenkarriere als qualitative Grundlage der Bemessung des zumutbaren 

Invalideneinkommens kann nicht aus einer körperlich leichten, aber manuell 

ausgerichteten Erwerbstätigkeit, sondern nur aus einer ideal behinderungsadaptierten 

Tätigkeit bestehen, bei der die rechte Hand entweder gar nicht oder dann nur in einem 

zumutbaren Umfang als Zudienhand eingesetzt und die adominante linke Hand nur 

leicht belastet werden muss. Ob der Beruf des Autoersatzteil- und 

Autozubehörverkäufers diesen Anforderungen an eine ideal behinderungsadaptierte 

Erwerbstätigkeit gerecht werden kann, ist nicht bekannt, da entsprechende 

Abklärungen berufsberaterischer Art unterblieben sind. Im Bereich der dem 

Beschwerdeführer ohne Umschulung offenstehenden behinderungsadaptierten 

Hilfsarbeiten gibt es nach der allgemeinen Lebenserfahrung durchaus Arbeitsplätze, 

weshalb jedenfalls bei einer Invalidenkarriere in der Form einer Hilfsarbeit nicht von der 

funktionellen Einarmigkeit und der leichten Beeinträchtigung der anderen Hand auf eine 

hohe Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden kann (vgl. etwa das Bundesgerichtsurteil 

vom 29. März 2012, 8C_94/2012 m.H.). Das dürfte auch für eine 

behinderungsadaptierte, qualifizierte Erwerbstätigkeit gelten, die der Beschwerdeführer 

erst nach einer entsprechenden Umschulung ausüben könnte. Bei der Ermittlung des 

zumutbaren Invalideneinkommens kann deshalb nicht auf die von Dr. F.___ 

angegebene Arbeitsfähigkeit von lediglich 50% abgestellt werden. Das gilt auch für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des SUVA-Kreisarztes (6 Std. täglich), denn zum einen hat 

sich diese auf die Auswirkungen der rechten oberen Extremität beschränkt und zum 

andern fehlt eine Umschreibung der Erwerbstätigkeit, auf die sie sich bezieht, so dass 

nicht bekannt ist, ob der SUVA-Kreisarzt eine Einschätzung anhand einer ideal 

behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit vorgenommen hat. Auf den ersten Blick ist 

jedenfalls nicht plausibel, dass der Beschwerdeführer in einer ideal 

behinderungsadaptierten Tätigkeit einen so grossen Bedarf nach zusätzlichen Pausen 

haben sollte, dass er dafür einen Viertel seiner Tagesarbeitszeit verwenden müsste. 

Zusammenfassend fehlt also eine überwiegend wahrscheinlich richtige 

Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf eine ideal behinderungsadaptierte 

Erwerbstätigkeit.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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1.3.2         Zur Ermittlung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin auf 

einen statistisch ermittelten Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter abgestellt. Sie ist also 

davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer, wäre er gesund, als Hilfsarbeiter 

tätig wäre. Der Beschwerdeführer hat eine Anlehre als Bäcker-Konditor absolviert und 

ist nach Jahren zum Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer und später zum Fitness-

Instruktor umgeschult worden. Unter diesen Umständen ist es wenig plausibel, dass er 

im fiktiven "Gesundheitsfall" einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit nachginge. 

Gemäss einem Bericht der Regionalstelle Graubünden für die berufliche Eingliederung 

vom 18. November 1993 (vgl. IV-act. 27) hat er den erlernten Beruf des Bäcker-

Konditors wegen einer Mehlstauballergie aufgeben müssen. Daraufhin ist er als 

Bauhilfsarbeiter und Verkaufschauffeur tätig gewesen, bevor er zum ersten Mal 

umgeschult worden ist. Die plausibelste Invalidenkarriere ist deshalb diejenige eines 

angelernten Bäcker-Konditors, denn es ist nicht anzunehmen, dass der 

Beschwerdeführer aus eigenem Antrieb und ohne den Druck einer krankheitsbedingten 

Arbeitsunfähigkeit einen anderen Beruf erlernt hätte. Selbst wenn man die Ursache der 

Aufgabe des erlernten Berufs nicht in einem Gesundheitsschaden, sondern in den 

wirtschaftlichen und/oder persönlichen Verhältnissen des Beschwerdeführers suchen 

würde, müsste davon ausgegangen werden, dass es dem Beschwerdeführer 

längerfristig gelungen wäre, seine "Berufskenntnisse" ausserhalb einer formalisierten 

Berufsausbildung zu verbessern, um einen Lohn erzielen zu können, der über dem 

Durchschnitt der Hilfsarbeiterlöhne läge. Die beiden Umschulungen haben nämlich 

gezeigt, dass der Beschwerdeführer Wert darauf gelegt hat, sich beruflich zu 

verbessern, und dass er über die dazu notwendigen Ressourcen verfügt hat. Die 

Bestimmung der Validenkarriere unter der Prämisse eines Wechsels in eine Hilfsarbeit 

würde deshalb eine berufsberaterische Analyse der Ressourcen voraussetzen, die der 

Beschwerdeführer - im fiktiven "Gesundheitsfall" - zur Verfügung gehabt hätte, und es 

muss untersucht werden, wie er allfällige Ressourcen eingesetzt hätte.

1.3.3         Die Beschwerdegegnerin hat auch das zumutbare Invalideneinkommen 

ausgehend von einem Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter ermittelt, m.a.W. sie 

ist davon ausgegangen, dass die Tätigkeit als Bäcker-Konditor, die Tätigkeit als 

Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer und die Tätigkeit als Fitness-Instruktor 

behinderungsbedingt nicht mehr zumutbar seien und dass es ausgeschlossen sei, den 

Beschwerdeführer umzuschulen. Sie hat nicht untersucht, ob eine Tätigkeit als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Autoersatzteil- und Autozubehörverkäufer an einem adaptierten Arbeitsplatz weiterhin 

zumutbar sei, ob dem Beschwerdeführer in einer anderen Branche, in der es adaptierte 

Arbeitsplätze gibt, eine Verkaufs-/Verkaufsberatungstätigkeit möglich und zumutbar 

wäre, ob eine Umschulung in einen behinderungsadaptierten Beruf möglich und 

zumutbar wäre oder ob der Beschwerdeführer immer noch über die Ressourcen 

verfügt, die notwendig sind, um an einem Hilfsarbeitsplatz einen 

überdurchschnittlichen Lohn zu erzielen. Auch zur Definition der Invalidenkarriere 

bedarf es also einer weiteren Abklärung. Die Beschwerdegegnerin hat zwar einen 

hohen Tabellenlohnabzug akzeptiert und es besteht grundsätzlich keine Veranlassung, 

von diesem Ergebnis ihrer Ermessensausübung abzuweichen, aber dieser Abzug hat 

sich auf eine durchschnittliche Hilfsarbeit und auf einen stark reduzierten 

Arbeitsfähigkeits- bzw. Beschäftigungsgrad bezogen. Sollte sich in Bezug auf die 

Invalidenkarriere und/oder den Arbeitsfähigkeitsgrad aufgrund der nachzuholenden 

Sachverhaltsabklärung eine Veränderung ergeben, muss die Höhe der indirekt 

behinderungsbedingten Nachteile des Beschwerdeführers gegenüber gesunden 

Personen, die derselben Erwerbstätigkeit nachgehen, neu bestimmt werden.

2.     

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich der massgebende Sachverhalt als in 

verschiedener Hinsicht unzureichend abgeklärt erweist. Die angefochtene Verfügung 

stützt sich also auf Sachverhaltsannahmen, die nicht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Aus diesem 

Grund ist sie als rechtswidrig zu betrachten und aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren 

Abklärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieser 

Verfahrensausgang ist praxisgemäss im Hinblick auf die Kosten des Verfahrens als 

vollumfängliches Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten. Dieser hat deshalb 

einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. Diese Entschädigung ist 

ausgehend von einem als durchschnittlich zu betrachtenden Vertretungsaufwand 

praxisgemäss auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat für die Kosten des Gerichtsverfahrens 

aufzukommen. Da auch der Beurteilungsaufwand als durchschnittlich zu werten ist, 

wird die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von ebenfalls Fr. 600.-- ist 

zurückzuerstatten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die Verfügung vom 12. 

Juli 2011 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung 

im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird dem Beschwerdeführer 

zurückerstattet.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.06.2013
	Art. 29 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 43 Abs. 1 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich. Ermittlung des massgebenden Sachverhalts (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Juni 2013, IV 2011/284).

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		2025-07-19T10:36:56+0200
	"9001 St.Gallen"
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