# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18d9b357-8f5a-5b95-8705-1f768cf5b0d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2025 D-7571/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7571-2025_2025-11-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7571/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas; 

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Türkei,  

vertreten durch Ali Tüm,  

Asylum Rechtsberatung,  

[...],  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz  

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 3. September 2025 

 

 

 

D-7571/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ist gemäss eigenen Angaben eine türkische 

Staatsangehörige kurdischer Ethnie und alevitischer Religionszugehörig-

keit mit Herkunft aus dem Dorf B._______ im Landkreis C._______ (Pro-

vinz D._______) und letztem Wohnsitz in E._______. Am 19. August 2023 

sei sie unkontrolliert in die Schweiz eingereist. Am 21. August 2023 stellte 

sie ein Asylgesuch.  

B.  

Am 31. August 2023 wurde die Beschwerdeführerin durch das SEM zur 

Person befragt und am 8. November 2023 ein erstes Mal zu ihren Asyl-

gründen angehört. 

C.  

Am 10. November 2023 verfügte das SEM die Zuteilung des Asylgesuchs 

zur Behandlung in das erweiterte Verfahren gemäss Art. 26d des Asylge-

setzes (AsylG, SR 142.31), und am 13. November 2023 wies es die Be-

schwerdeführerin für die Dauer des Verfahrens dem Kanton St. Gallen zu. 

D.  

Am 29. August 2024 hörte das SEM die Beschwerdeführerin ergänzend zu 

ihren Asylgründen an.  

E.  

Anlässlich ihrer Anhörungen und mit Eingaben ihrer damaligen Rechtsver-

tretung vom 9. November 2023, 21. August 2024 und 3. September 2024 

reichte die Beschwerdeführerin unter anderem verschiedene Beweismittel 

in Bezug auf ihre geltend gemachten Asylgründe ein. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Juli 2025 forderte das SEM die Beschwer-

deführerin auf, betreffend das in den Anhörungen gemachte Vorbringen, in 

der Türkei sei gegen sie ein Ermittlungsverfahren hängig, weitere Beweis-

mittel einzureichen. Mit Eingabe ihrer damaligen Rechtsvertretung vom 

15. August 2025 kam die Beschwerdeführerin dieser Aufforderung nach. 

G.  

Mit Verfügung vom 3. September 2025 lehnte das SEM das Asylgesuch 

der Beschwerdeführerin ab und ordnete deren Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an. 

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Seite 3 

H.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 2. Oktober 2025 focht die Be-

schwerdeführerin diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht an. 

Dabei beantragte sie die Aufhebung der genannten Verfügung, ihre Aner-

kennung als Flüchtling und die Gewährung des Asyls, eventualiter die Zu-

rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung des 

Sachverhalts und erneuten Beurteilung, subeventualiter ihre vorläufige 

Aufnahme in der Schweiz wegen Undurchführbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei ihr die unentgeltli-

che Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das SEM erlassen wor-

den sind, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich (mit 

Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen die ein Ausliefe-

rungsersuchen des Staates vorliegt, vor welchem sie Schutz suchen) end-

gültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist legitimiert; auf ihre frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 

AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet sich 

die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend handelt es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um solche, weshalb der Beschwer-

deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

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Seite 4 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf einen Schriftenwechsel 

verzichtet. 

4.  

Der eventualiter gestellte Antrag auf Rückweisung der Angelegenheit zur 

Neubeurteilung an das SEM ist abzuweisen, weil der Sachverhalt – wie die 

nachfolgenden Erwägungen ergeben – als genügend erstellt zu erachten 

ist und die Vorinstanz sich mit diesem entgegen den Behauptungen in der 

Beschwerdeschrift (dortige S. 5–14) in ausreichender Weise auseinander-

gesetzt hat. Dabei ist auch keine Verletzung des Untersuchungsgrundsat-

zes oder der behördlichen Begründungspflicht zu erkennen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1  

6.1.1 Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch im vorinstanzli-

chen Verfahren in einem ersten Punkt folgendermassen: Ihre Eltern hätten 

früher Angehörige der PKK (Partiya Karkerên Kurdistan; Arbeiterpartei Kur-

distans) unterstützt, indem sie diese mit Essen versorgt hätten. Sie hätten 

sie, die Beschwerdeführerin, aber aus diesen Aktivitäten herausgehalten, 

um deren berufliche Aussichten für den Fall einer späteren Anstellung als 

Beamtin nicht zu kompromittieren. Die Eltern selbst hätten deswegen nie 

Probleme mit dem türkischen Staat gehabt. Nach den Erdbeben in der 

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Türkei vom 6. Februar 2023 habe die kurdische Bevölkerung in ihrem Hei-

matdorf B._______, das stark betroffen gewesen sei, nicht die erforderliche 

staatliche Hilfe erhalten. Deswegen habe sie damit begonnen, sich für die 

kurdische Partei HDP (Halklarin Demokratik Partisi; Demokratische Partei 

der Völker) zu engagieren, indem sie an deren Versammlungen teilgenom-

men habe. In jenem Zeitraum habe sie in B._______ auch Kontakt zu "Mi-

lizfreunden" aufgenommen, und ein solcher "Milizfreund" habe sie Anfang 

[...] 2023 gebeten, ein Paket mit medizinischem Material nach F._______ 

(Provinz G._______) zu bringen. Sie habe zugesagt, weil die Familie von 

den Milizfreunden nach dem Erdbeben viel Unterstützung erhalten habe, 

und sei [...] mit dem Bus von D._______ nach G._______ gereist, wo sie 

eine Person mit dem Decknamen H._______ getroffen habe. Mit 

H._______ sei sie dann in dessen Privatwagen nach F._______ gefahren, 

wo die Übergabe des Pakets hätte stattfinden sollen. Jedoch sei die Kon-

taktperson, die das Paket dort hätte entgegennehmen sollen, nicht aufge-

taucht, weshalb H._______ ein Problem befürchtet habe und sie, die Be-

schwerdeführerin, unverrichteter Dinge zurückgereist sei. Einige Tage spä-

ter habe sie mit H._______ nochmals Kontakt aufgenommen (Protokoll der 

Anhörung vom 8. November 2023, S. 7), beziehungsweise zwei Tage spä-

ter sei sie von H._______ angerufen worden (Protokoll der Anhörung vom 

29. August 2024, S. 8). Dabei habe ihr H._______ mitgeteilt, dass die Kon-

taktperson in F._______ verhaftet und zum Belastungszeugen geworden 

sei, weshalb sie, die Beschwerdeführerin, sich eine Weile verborgen halten 

solle. Sie habe deshalb Angst bekommen und befürchtet, allenfalls könnte 

sie von H._______ identifiziert und verraten werden. Folglich habe sie sich 

entschieden, die Türkei zu verlassen. Nachdem sie am [...] 2023 aus der 

Türkei ausgereist sei, hätten am [...] 2023 Angehörige der türkischen Si-

cherheitsbehörden bei ihrer Familie und ihrem Umfeld im Heimatdorf 

B._______ nach ihr, der Beschwerdeführerin, gefragt. Sicherheitsbeamte 

hätten bei ihren Eltern zwei weitere Male, im [...] 2024 und im [...] 2024, 

nach ihr gefragt.  

6.1.2 Hinsichtlich dieser Vorbringen stellte das SEM in der angefochtenen 

Verfügung fest, diese seien nicht als glaubhaft einzustufen. Diese Ein-

schätzung der Vorinstanz ist als offensichtlich zutreffend zu erachten. 

Dabei ist zunächst der Argumentation des SEM zu folgen, wonach die Be-

schwerdeführerin zwar behaupte, sie sei in der Türkei von verschiedenen 

strafrechtlichen Ermittlungsverfahren betroffen. Diese würden sich gemäss 

ihren Aussagen und den eingereichten Beweismitteln jedoch ausschliess-

lich auf die Vorwürfe der Präsidentenbeleidigung und der Terrorpropa-

ganda in sozialen Medien beziehen, nicht hingegen auf das angebliche 

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Erlebnis in F._______. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist bereits 

daraus der Schluss zu ziehen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des 

angeblichen Erlebnisses in F._______ nicht von asylrechtlich relevanten 

Problemen mit den türkischen Behörden betroffen ist. 

Allerdings erscheint aufgrund von Widersprüchen und weiteren Unstimmig-

keiten in den betreffenden Aussagen der Beschwerdeführerin überhaupt 

als unglaubhaft, sie sei an der Planung einer Paketübergabe in F._______ 

beteiligt gewesen. Diesbezüglich ist zunächst der offensichtliche Wider-

spruch zu erwähnen, dass die Beschwerdeführerin zuerst verlauten liess, 

nach ihrer Rückkehr aus F._______ habe sie selber einige Tage später 

nochmals mit H._______ Kontakt aufgenommen (Protokoll der Anhörung 

vom 8. November 2023, S. 7), bei nächster Gelegenheit aber angab, es sei 

H._______ gewesen, der sie zwei Tage nach ihrer Rückkehr angerufen 

habe (Protokoll der Anhörung vom 29. August 2024, S. 8).  

Widersprüchlich sind ausserdem die Angaben der Beschwerdeführerin zur 

Frage ausgefallen, ob sie persönlich mit Mitgliedern der PKK zu tun gehabt 

habe. Anlässlich ihrer Anhörung vom 8. November 2023 (entsprechendes 

Protokoll, S. 6) führte sie in Bezug auf ihre angebliche Reise nach 

F._______ zunächst aus, sie habe in jenem Zeitraum in ihrem Heimatdorf 

B._______ Kontakt zu "Milizfreunden" aufgenommen, und ein solcher "Mi-

lizfreund" habe sie gefragt, ob sie das fragliche Paket überbringen könne. 

Diesbezüglich ist nicht nur festzuhalten, dass im Kontext der kurdischen 

Geschichte in der Türkei mit "Miliz" notorisch die kurdische Organisation 

PKK gemeint ist. Sondern die angeblich geplante, klandestine Übergabe 

eines Pakets mit medizinischem Material vermöchte ein Verfolgungsinte-

resse des türkischen Staats auch nur unter der Voraussetzung zu begrün-

den, der Adressat des Pakets sei ein Angehöriger der PKK gewesen. Dem 

steht allerdings gegenüber, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer 

Anhörung vom 8. November 2023 an anderer Stelle (entsprechendes Pro-

tokoll, S. 8) ausdrücklich erklärte, sie habe zur PKK keinen Kontakt gehabt, 

sondern diese nur in den sozialen Medien unterstützt.  

Selbst unter der Voraussetzung, dass die Beschwerdeführerin wie behaup-

tet in den Transport eines Paketes zugunsten der PKK verwickelt gewesen 

wäre – was aber schon aufgrund des soeben Gesagten als unwahrschein-

lich erscheint – wäre ferner die Befürchtung nicht nachvollziehbar, die Per-

son mit dem Decknamen H._______ könnte sie identifizieren. Weder will 

sie selber die tatsächliche Identität von H._______ gekannt haben, noch 

lässt sich ihren Aussagen entnehmen, der Genannte hätte umgekehrt wis-

sen können, wer sie sei. Es ist in keiner Weise ersichtlich, wie sie unter 

diesen Umständen durch H._______ gegenüber den türkischen Behörden 

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hätte identifiziert werden können. Gleiches ist in Übereinstimmung mit der 

Argumentation der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung auch in Be-

zug auf den angeblich verhafteten Adressaten des Paketes, eine der Be-

schwerdeführerin vollkommen unbekannte Person, festzustellen. 

6.1.3 Den Ausführungen in der Beschwerdeschrift ist trotz zahlreicher Vor-

bringen in Bezug auf die allgemeine Lage von Angehörigen der alevitisch-

kurdischen Minderheit in der Türkei und die diesbezügliche angebliche Ge-

fährdungssituation der Beschwerdeführerin nichts zu entnehmen, was die 

zu treffenden Einschätzungen in Bezug auf die Glaubhaftigkeit der soeben 

genannten Vorbringen beeinflussen könnte. Es kann auch in keiner Weise 

die Rede davon sein, die Vorinstanz habe in diesem Zusammenhang den 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör und damit zusam-

menhängende behördliche Pflichten verletzt (vgl. zuvor, E. 4). 

6.2  

6.2.1 In einem zweiten Punkt begründete die Beschwerdeführerin ihr Asyl-

gesuch im vorinstanzlichen Verfahren damit, sie habe Ende 2022 und ver-

stärkt nach den Erdbeben in der Türkei vom 6. Februar 2023 damit begon-

nen, die türkische Regierung mittels sozialer Medien wie "Facebook" und 

"Twitter" zu kritisieren. Deswegen sei unmittelbar vor ihrer Ausreise ein ers-

tes Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung des türkischen Staatspräsi-

denten eröffnet worden, und später seien mindestens zwei weitere Verfah-

ren wegen Terrorpropaganda hinzugekommen. Als Beweismittel, welche 

dieses Vorbringen belegen sollen, reichte sie im vorinstanzlichen Verfahren 

Kopien beziehungsweise Ausdrucke amtlicher Dokumente türkischer poli-

zeilicher, staatsanwaltschaftlicher und strafgerichtlicher Behörden sowie 

verschiedene Photographien ein.  

6.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist im Rahmen eines länderspezifi-

schen Koordinationsentscheids (Referenzurteil E-4103/2024 vom 8. No-

vember 2024 E. 8) zur Einschätzung gelangt, dass sich alleine aus der 

Hängigkeit staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsverfahren, welche sich auf 

die Straftatbestände der Präsidentenbeleidigung (Art. 299 des türkischen 

Strafgesetzbuchs) und der Propaganda für eine terroristische Organisation 

(Art. 7 Abs. 2 des türkischen Antiterror-Gesetzes) – auch kombiniert – stüt-

zen, noch keine begründete Furcht vor mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

in absehbarer Zukunft eintretenden Verfolgungsmassnahmen gemäss 

Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 AsylG ergibt. Damit solche Ermittlungsverfahren 

flüchtlingsrechtliche Relevanz erlangen, ist demnach kumulativ vorauszu-

setzen (ebd., E.8.2 ff.), dass erstens das zuständige Strafgericht mit be-

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achtlicher Wahrscheinlichkeit die Anklageschrift als begründet akzeptiert 

und ein strafrechtliches Gerichtsverfahren gegen die betroffene Person er-

öffnet, zweitens die betroffene Person in der Folge mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit in absehbarer Zukunft durch dieses Strafgericht verurteilt 

wird und dieses Urteil auch vor den innerstaatlichen Rechtsmittelinstanzen 

Bestand hat, drittens eine solche Verurteilung aus flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Motiven gemäss Art. 3 Abs. 1 AsyIG (in Abgrenzung zu rechtsstaat-

lich legitimer gemeinrechtlicher Strafverfolgung) erfolgt und viertens die 

Verurteilung zu einer Strafe führt, die eine flüchtlingsrechtlich relevante In-

tensität im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsyIG aufweist. 

6.2.3 In diesem Zusammenhang führte das SEM in der angefochtenen 

Verfügung zunächst aus, obwohl die Beschwerdeführerin mehrfach aufge-

fordert worden sei, sämtliche Unterlagen zu den sie betreffenden türki-

schen strafrechtlichen Verfahren einzureichen, habe sie teils unvollstän-

dige Dokumente vorgelegt, die weder ihren Namen noch den Deliktvorwurf 

enthalten würden. Zudem würden zahlreiche Unterlagen vom Jahr 2023 

datieren und seien somit über zwei Jahre alt, womit zum heutigen Zeitpunkt 

nicht erkennbar sei, ob die betreffenden Verfahren überhaupt noch hängig 

seien. Die eingereichten Dokumente aus türkischen Verfahrensakten wür-

den auch keine verifizierbaren Sicherheitsmerkmale aufweisen, womit 

diese sehr einfach zu fälschen seien. Allerdings könne die Frage, ob es 

sich um echte Verfahrensdokumente handle, offenbleiben, weil die vom 

Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil E-4103/2024 vom 8. Novem-

ber 2024 formulierten Kriterien ohnehin nicht erfüllt seien. Des Weiteren 

hielt das SEM dafür, aufgrund der Akten habe sich die Beschwerdeführerin 

in der Türkei bisher keiner Straftat schuldig gemacht und gelte deshalb als 

strafrechtlich unbescholten. Ausserdem sei kein ausgeprägtes politisches 

Profil der Beschwerdeführerin ersichtlich. Auch wenn sie sich für die HDP 

durch die Teilnahme an Sitzungen engagiert habe, bestünden keine Hin-

weise, dass sie in exponierter Art und Weise politisch aktiv gewesen wäre. 

Aus dem betreffenden polizeilichen Ermittlungsbericht gehe auch nicht her-

vor, dass ihre Beiträge in sozialen Medien auf grosse Resonanz gestossen 

wären. Angesichts des geringen politischen Profils der Beschwerdeführerin 

bestehe keine beachtliche Wahrscheinlichkeit, dass sie in der Türkei we-

gen ihrer Aktivitäten in sozialen Medien der Gefahr einer asylrechtlich re-

levanten Verfolgung ausgesetzt sei.  

6.2.4 Diese Einschätzungen der Vorinstanz sind als zutreffend zu erach-

ten. Aufgrund der vorhandenen Akten ist darauf zu schliessen, dass die 

vom Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss vorausgesetzten Kriterien 

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Seite 9 

für die asylrechtliche Relevanz strafrechtlicher Ermittlungen wegen Präsi-

dentenbeleidigung und/oder Propaganda für eine terroristische Organisa-

tion in der Türkei (vgl. E. 6.2.2) im vorliegenden Fall offensichtlich nicht er-

füllt sind. Hinsichtlich des Inhalts und der Bedeutung der fraglichen Beweis-

mittel, die im vorinstanzlichen Verfahren eingereicht wurden, kann vollum-

fänglich auf die angefochtene Verfügung verwiesen werden. Mit der Be-

schwerdeschrift wurden weitere Beweismittel eingereicht, bei welchen es 

sich um Aktenstücke türkischer staatsanwaltschaftlicher und strafgerichtli-

cher Behörden handeln soll, die erst nach dem Asylentscheid des SEM 

vom 3. September 2025 entstanden seien. Diesen Beweismitteln, die ohne 

Übersetzung in eine Amtssprache des Bundes eingereicht worden sind, 

soll gemäss Ausführungen in der Beschwerdeschrift (dortige S. 3) zu ent-

nehmen sein, dass ein Strafgericht in E._______ am [...] 2025 unter ande-

rem festgestellt habe, der Haftbefehl der Beschwerdeführerin sei weiterhin 

nicht vollstreckt und die Sache werde auf den [...] 2026 terminiert, und dass 

das gleiche Gericht am [...] 2025 die Staatsanwaltschaft um Mitteilung zum 

Vollzugsstand eines am [...] 2024 erlassenen Haftbefehls ersucht habe. 

Auch diese beiden letztgenannten Beweismittel sind nicht geeignet, die ku-

mulative Erfüllung der Voraussetzungen für die asylrechtliche Relevanz 

entsprechender Ermittlungen zu belegen.  

Mit der Beschwerdeschrift wird zwar behauptet, es handle sich im Falle der 

Beschwerdeführerin um eine bereits fortgeschrittene strafrechtliche Ver-

fahrenslage, wobei die kumulativen Risikofaktoren durch das SEM nicht 

gesamthaft gewürdigt worden seien. Dieser Behauptung kann jedoch nicht 

gefolgt werden. Vielmehr ist die Vorinstanz mit überzeugender Begrün-

dung zur Beurteilung gelangt, im Falle der Beschwerdeführerin sei mit 

deutlich überwiegender Wahrscheinlichkeit auch wegen ihrer Aktivitäten in 

sozialen Medien nicht von einer asylrechtlich relevanten Gefährdung aus-

zugehen. Selbst bei fortgeschrittener Verfahrenslage genügt das Risi-

koprofil der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht, um einen Politmalus 

zu begründen, insbesondere weil ihre politischen Aktivitäten – soweit 

glaubhaft – als äusserst niederschwellig zu qualifizieren sind. Auch in die-

sem Punkt der Asylvorbringen der Beschwerdeführerin ist schliesslich nicht 

feststellbar, das SEM habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör und da-

mit zusammenhängende behördliche Pflichten verletzt (vgl. zuvor, E. 4). 

6.2.5 Der Vollständigkeit halber ist ausserdem festzustellen, dass es sich 

auch nicht als glaubhaft erweist, die Beschwerdeführerin sei wegen ihrer 

Aktivitäten in sozialen Medien nach ihrer Ausreise aus der Türkei von den 

dortigen Sicherheitsbehörden bei ihren Eltern gesucht worden. Anlässlich 

ihrer Anhörung vom 8. November 2023 (entsprechendes Protokoll, S. 8) 

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gab die Beschwerdeführerin auf die Frage, wann ihre Eltern erstmals we-

gen ihr durch Angehörige der türkischen Sicherheitsbehörden aufgesucht 

worden seien, zur Antwort, im Dossier, das sie erhalten und auch dem SEM 

geschickt habe (implizit: in den eingereichten Akten türkischer strafrechtli-

cher Verfahren), stehe, dass dies am [...] 2023 gewesen sei. Es ist in keiner 

Weise nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin dieses wichtige 

Datum, so eine entsprechende Suche nach ihrer Person bei ihren Eltern 

und weiteren Familienangehörigen tatsächlich stattgefunden hätte, nur un-

ter Hinweis auf die eingereichten Ermittlungsakten zu bezeichnen vermag. 

Ausserdem ist festzustellen, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin 

zur Frage, wie die dreimalige Suche nach ihrer Person bei ihren Eltern ver-

laufen sei, selbst unter Berücksichtigung des Umstands, dass sie entspre-

chende Informationen nur auf telefonischem Weg hätte erhalten können, 

derart unkonkret ausgefallen sind, dass diese auch kaum den für die 

Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 AsylG erforderlichen Grad an Sub-

stantiierung und Detaillierung (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1, 2010/57 E. 2.3) 

aufweisen. In diesem Zusammenhang reichte die Beschwerdeführerin im 

vorinstanzlichen Verfahren ausserdem mehrere Photographien ein, welche 

die Suche der türkischen Sicherheitskräfte nach ihrer Person dokumentie-

ren sollen. Auf den entsprechenden Bildern sind uniformierte Beamte zu 

sehen, die sich vor Wohncontainern aufhalten und mit unbekannten Per-

sonen sprechen. Diesen Aufnahmen fehlt es in Bezug auf den von der Be-

schwerdeführerin behaupteten Sachverhalt an jeglicher Beweistauglich-

keit.  

6.2.6 Den Aussagen der Beschwerdeführerin und den eingereichten Be-

weismitteln sind weitere Unstimmigkeiten zu entnehmen. Zu erwähnen ist 

insbesondere, dass gemäss den eingereichten türkischen Verfahrensakten 

die Personen aus dem familiären und sonstigen Umfeld der Beschwerde-

führerin anlässlich jeweiliger Befragungen vom [...] 2023 gegenüber den 

zuständigen türkischen Beamten allesamt erklärt haben sollen, die Be-

schwerdeführerin befinde sich seit etwa einem Jahr in Deutschland. An-

lässlich der Anhörung durch das SEM vom 29. August 2024 (entsprechen-

des Protokoll, S. 7 f.) erklärte die Beschwerdeführerin diesen Umstand auf 

entsprechende Frage hin damit, um ihre Angehörigen zu schützen, habe 

sie diese darum gebeten, diese Angabe zu machen. Diese Begründung ist 

kaum nachvollziehbar. Weiteren Aussagen der Beschwerdeführerin ist zu-

dem zu entnehmen, dass sie am [...] 2022 auf legalem Weg, mittels eines 

Visums für den Schengen-Raum, nach Frankreich gereist und Anfang [...] 

2022 wieder in die Türkei zurückgekehrt sei. Aus den in einem Ermittlungs-

bericht betreffend den [...] 2023 zusammengefassten türkischen Akten-

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Seite 11 

stücken geht allerdings hervor, dass die Beschwerdeführerin zwar am [...] 

2022 über den Flughafen von I._______ aus der Türkei ausgereist sei, je-

doch seitdem keine Einreise registriert worden sei. Sollten die eingereich-

ten türkischen Ermittlungsakten echt sein, würde sich somit die Frage stel-

len, ob sich die Beschwerdeführerin nach dem [...] 2022 überhaupt wieder 

in ihrem Heimatstaat aufhielt. Angesichts der aus anderen Gründen nicht 

gegebenen Glaubhaftigkeit und/oder asylrechtlichen Relevanz ihrer Vor-

bringen erübrigt es sich jedoch, dieser Frage weiter nachzugehen. 

6.3 Nebst dem bereits Gesagten ist der Beschwerdeschrift auch sonst 

nichts zu entnehmen, was die Einschätzung des SEM in Frage stellen 

könnte, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht glaubhaft bezie-

hungsweise asylrechtlich nicht relevant seien. Insbesondere findet auch 

der Einwand, das SEM habe keine Gesamtwürdigung aller Aspekte des 

Sachverhalts vorgenommen, sondern die einzelnen Elemente nur isoliert 

gewürdigt, nach den obigen Ausführungen keine Grundlage in den Akten. 

6.4 Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass das SEM zutref-

fend zur Einschätzung gelangt ist, die Beschwerdeführerin habe keine 

asylrechtlich relevante Gefährdung glaubhaft gemacht und erfülle die 

Flüchtlingseigenschaft nicht. Die Vorinstanz hat folglich das Asylgesuch zu 

Recht abgelehnt. 

7.  

Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-

such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte 

Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslände-

rinnen und Ausländern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG,  

SR 142.20]). 

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Seite 12 

8.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

8.1.2 Der Vollzug der Wegweisungen durch Rückschaffung in die Türkei ist 

unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil die Beschwerdefüh-

rerin – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin er-

geben sich ausserdem auch keine konkreten und gewichtigen Anhalts-

punkte für die Annahme, dass sie im Falle einer Ausschaffung in die Türkei 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, 

2001 Nr. 17 S. 130 f.; aus der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-I, S. 303, sowie 

i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Beschwerde 

Nr. 37201/06, Ziff. 124 ff., jeweils m.w.N.). Soweit in der Beschwerdeschrift 

behauptet wird, die Beschwerdeführerin habe im Falle ihrer Rückkehr in 

die Türkei menschenrechtswidrige Haftbedingungen zu erwarten, so ist 

auch unter dem Aspekt der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs die Ein-

schätzung zu wiederholen, dass angesichts des vorliegenden Sachver-

halts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von einer entsprechen-

den Gefährdung ausgegangen werden kann. Auch die allgemeine Men-

schenrechtssituation in der Türkei bietet zum heutigen Zeitpunkt keinen 

konkreten Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführerin drohe eine ent-

sprechende Gefährdung. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der in der 

Beschwerdeschrift erwähnten politischen Lage in der Türkei, aus der kei-

nerlei konkrete und entscheidwesentliche Auswirkungen für die Beschwer-

deführerin abgeleitet werden können. Der Vollzug der Wegweisung ist so-

mit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

D-7571/2025 

Seite 13 

8.2  

8.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.2.2 Die allgemeine Lage in der Türkei ist weder von Bürgerkrieg noch von 

allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegweisung 

dorthin grundsätzlich zumutbar erscheint. Es bestehen ferner auch sonst 

keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, die Beschwerdeführe-

rin sei bei einer Rückkehr in die Türkei einer konkreten Gefährdung im 

Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ausgesetzt.  

In der angefochtenen Verfügung wurde in diesem Zusammenhang im We-

sentlichen zunächst dargelegt, die Beschwerdeführerin stamme zwar aus 

der Provinz D._______, welche durch die Erdbeben vom 6. Februar 2023 

betroffen worden sei. Sie habe jedoch während mehrerer Jahre in verschie-

denen Städten der Türkei wie Istanbul, Ankara oder E._______ gelebt und 

studiert oder gearbeitet. In E._______ beziehungsweise Istanbul würden 

zudem ihre Schwestern leben. Somit stünden der Beschwerdeführerin in-

nerhalb ihres Heimatstaates zumutbare Aufenthaltsalternativen zur Verfü-

gung, wobei auch nicht davon auszugehen sei, sie werde bei einer Rück-

kehr in finanzielle Schwierigkeiten geraten und nicht von einem stabilen 

Familiennetz unterstützt werden. Weiter habe die Beschwerdeführerin im 

vorinstanzlichen Verfahren zwar angegeben, unter Schlafproblemen, Alb-

träumen und Konzentrationsschwierigkeiten zu leiden, und aus einem ärzt-

lichen Zeugnis vom 26. Juni 2025 gehe hervor, dass sie unter Verfolgungs-

wahn leide. Jedoch sei hinsichtlich dieser gesundheitlichen Probleme in 

der Türkei eine adäquate medizinische Behandlung verfügbar. 

Diese Einschätzungen der Vorinstanz zur Frage der Zumutbarkeit des 

Vollzugs der Wegweisung sind vollumfänglich zu teilen. Die Beschwerde-

schrift enthält in diesem Zusammenhang keinerlei konkrete Vorbringen, 

womit sich weitere Ausführungen erübrigen. 

8.3 Schliesslich ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung 

mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von 

Art. 83 Abs. 2 AIG ist.  

D-7571/2025 

Seite 14 

8.4 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug ste-

hen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmungen und 

sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufi-

gen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver-

fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig und vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – an-

gemessen ist (Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist folglich 

abzuweisen. 

10.  

10.1 Aufgrund der Erwägungen hat sich die Beschwerde als von vornhe-

rein aussichtslos erwiesen. Das mit der Beschwerdeschrift gestellte Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 

Abs. 1 VwVG ist daher abzuweisen. 

10.2 Als Folge der Abweisung der Beschwerde sind die Kosten des Ver-

fahrens somit der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 

VwVG). Die Kosten sind auf Fr. 1'000.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 

Abs. 1 Bst. a VGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-7571/2025 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Bolz-Reimann Martin Scheyli 

 

 

Versand: