# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ce8032f-80ba-5b68-be73-2a96a81662cc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.01.2023 A-6508/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6508-2020_2023-01-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-6508/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,  

Richter Jürg Steiger,    

Gerichtsschreiber Kaspar Gerber. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______ Stiftung (…),   

2. B._______ (…),   

3. C._______ (…),   

4. D._______ (…),   

alle vertreten durch Dr. Andreas Hünerwadel, Rechtsanwalt, 

und Marc Gerber, Rechtsanwalt, (…),  

Beschwerdeführende,   
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI,  

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA CH-NL). 

A-6508/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Mit Schreiben vom 21. Februar 2017 richtete die zuständige niederlän-

dische Behörde (Belastingdienst/Central Liaison Office Almelo, nachfol-

gend: BD) gestützt auf Art. 26 des Abkommens vom 26. Februar 2010 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der 

Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der 

Steuern vom Einkommen (SR 0.672.963.61; nachfolgend: DBA CH-NL) ein 

Amtshilfeersuchen an die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend: 

ESTV). 

A.b Als vom Ersuchen betroffene Personen wurden mutmasslich in den 

Niederlanden steuerpflichtige Personen genannt, welche anhand einer 

dem Ersuchen beigelegten Liste identifizierbar seien. Informationsinhabe-

rin in der Schweiz sei die Bank UBS Switzerland AG (nachfolgend: Bank 

oder UBS). Das Amtshilfeersuchen (nachfolgend auch: Listenersuchen) 

betraf die niederländische Einkommenssteuer und die Körperschaftssteuer 

vom 1. März 2010 bis 31. Dezember 2015. 

A.c Im Ersuchen wurde der Sachverhalt wie folgt beschrieben: 

Es ist allgemein bekannt, dass niederländische Ansässige Bankkonten in der Schweiz 
führen. Die Wahl für ein Bankkonto in der Schweiz hat oft steuerliche Gründe. 
 
Im Rahmen der niederländischen Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer werden 
Vermögenswerte mit Steuern belegt. Es handelt sich dabei auch um Vermögenswerte im 
Ausland (wie z.B. Bankkonten). Die Guthaben der betreffenden Bankkonten werden mit 
Steuern belegt (vgl. Anlage 2 Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer). 
 
Mittels verschiedener Projekte hat die niederländische Steuerbehörde festgestellt, dass 
niederländische Steuerpflichtige Vermögen bei Banken in der Schweiz hatten, die nicht 
bei der niederländischen Steuerbehörde gemeldet worden sind. Im Projekt «Lagarde-
liste», das von Anfang des Jahres 2011 bis zum Ende des Jahres 2014 lief, hat sich her-
ausgestellt, dass in Bezug auf die betroffenen niederländischen Steuerpflichtigen fast 40% 
dieser Steuerpflichtigen ihre Guthaben bei der schweizerischen Bank nicht in ihren Steu-
ererklärungen angegeben haben. Der gesamte Ertrag der Nachversteuerung und von 
Geldstrafen beläuft sich im Moment auf etwa EUR 2'300'000.- 
 
In den letzten Jahren hat die niederländische Steuerbehörde mittels der sogenannten 
«Selbstanzeigeregelung» Ansässigen die Möglichkeit gegeben, unter günstigen Bedin-
gungen freiwillig ihre ausländischen Vermögenswerte nachträglich anzumelden (vgl. An-
lage 3 bessere Steuerehrlichkeit, die freiwillig erfolgt / Selbstanzeigeregelung). Während 
eines längeren Zeitraums wurde unter dieser Selbstanzeigeregelung bis einschl. Mitte 
2014 die Möglichkeit geboten, ohne (oder mit beschränkter) Auferlegung einer Geldstrafe, 
ihre bis dahin nicht angemeldeten ausländischen Vermögenswerte bei der niederländi-
schen Steuerbehörde anzumelden. 
 
Aufgrund dieser Selbstanzeigeregelung haben sich in den letzten Jahren ungefähr 28'000 
niederländische Steuerpflichtige mit Vermögenswerten im Ausland gemeldet, die nicht in 
der Einkommenssteuererklärung angegeben worden sind. Bei ungefähr 1/3 dieser Selbst-
anzeiger handelt es sich um Vermögenswerte auf einem Bankkonto in der Schweiz. Bis 

A-6508/2020 

Seite 3 

heute hat dies in den Niederlanden zu einem Steuerertrag in Höhe von (über) 
EUR 860'000'000.- geführt (Steuer, Verzugszinsen und Geldstrafen). Das dazuge-
hörende, angezeigte Vermögen beträgt ungefähr EUR 7,3 Milliarden. Aus den vorhande-
nen Auskünften geht hervor, dass ungefähr 45% der «schweizerischen Selbstanzeiger» 
ein Konto bei der UBS führten. 
 
Die niederländische Steuergesetzgebung erfordert, dass niederländische Steuerpflichtige 
ihre (ausländischen) Vermögenswerte vollständig, richtig und rechtzeitig anmelden (vgl. 
Anlage 4, die niederländische Abgabenordnung). Aus dem Obenerwähnten kann ge-
schlussfolgert werden, dass Steuerpflichtige in Bezug auf ihre schweizerischen Vermö-
genswerte die Steuergesetzgebung nicht befolg(t)en. 
 
Dem Vorstehenden ist zu entnehmen, dass das niederländische Finanzamt sehr beschäf-
tigt ist mit der Durchführung von Prüfungen von niederländischen Steuerpflichtigen, die 
Vermögenswerte im Ausland haben. Ausserdem hat sich herausgestellt, dass niederländi-
sche Steuerpflichtige ein Konto bei der UBS in der Schweiz haben. 
 
Im Jahr 2016 hat die niederländische zuständige Behörde Spontanauskünfte von der zu-
ständigen Behörde in Deutschland empfangen. Diese Erteilung stützt sich auf das deut-
sche-niederländische Steuerabkommen und auf die Richtlinie 2011/16/EU. Die erhaltene 
Übersicht bezieht sich auf Bankkonten bei der UBS mit Domizilcode 12200 (für NL), wobei 
das niederländische Finanzamt die Identität der dahinterstehenden Personen teilweise 
nicht feststellen kann. 
 
Die Übersicht bezieht sich auf die Jahre 2006 und 2008 und darin werden die «bankin-
terne Nummer der UBS Schweiz» und «UBS Kundenstammnummer» angegeben, die alle 
mit einem Domizilcode «12200» (für NL) eingetragen wurden. In der Übersicht wird ein 
gesamtes Vermögen in Höhe von (mehrere Milliarden) angegeben. Durch dieses gesamte 
Vermögen kann das niederländische Finanzamt einen Verlust an Steuereinnahmen in 
Höhe von (knapp EUR 1 Milliarde) (Steuern + Geldstrafen + Zinsen) erleiden. 
 
Zunächst war die Anzahl von nicht identifizierten Bankkontoinhabern (über 10’000). Das 
niederländische Finanzamt hat einen Abgleich der Kontonummern in der Übersicht durch-
geführt, und zwar mit: 
 
- den abgegebenen Einkommensteuererklärungen; 
- Daten, die mittels dem Zinsbesteuerungsabkommen CH-EU erhalten wurden; 
- Bankdaten, die mittels einzelner Auskunftsersuchen an die Schweiz erhalten wurden; 
- Daten in Bezug auf Konten, die mittels Selbstanzeigeregelungen erhalten wurden; 
- Daten in Bezug auf UBS-Konten, die mittels eines Gruppenersuchens an die Schweiz 

erhalten wurden. 
 
Diese Abgleiche verstärkten die Annahme, dass die Bankkonten tatsächlich im Zusam-
menhang mit niederländischen Steuerpflichten stehen. Von den identifizierten Bankkonten 
sind (über 400) nicht von Beginn an erklärt. 
 
Schliesslich verbleibt eine Anzahl von (knapp 9'000) Bankkonten, die nicht in Zusammen-
hang mit Daten gebracht werden konnten, die beim niederländischen Finanzamt bekannt 
sind. 
 
Auf Grund der vorstehenden Sachlage in Bezug auf die Vermögenswerte in der Schweiz 
bzw. bei der UBS von niederländischen Steuerpflichtigen ist es sehr wahrscheinlich, dass 
ein Teil der nicht identifizierten Bankkonten (Anlage 1) nicht erklärt wurde. Deswegen ist 
es notwendig, dass eine systematische Prüfung der Personen im Zusammenhang mit 
diesen Bankkonten erfolgt, damit festgestellt wird, ob sie ihre Steuerpflicht erfüllt haben. 
 
Die Identifizierung der Personen im Zusammenhang mit diesen Bankkonten ist notwendig, 
damit das niederländische Finanzamt die entsprechenden Prüfungen durchführen könnte. 
Für diese Identifizierung müssen wir die Amtshilfe in Steuersachen in Anspruch nehmen, 
da sämtliche Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. 

A-6508/2020 

Seite 4 

A.d Gestützt auf den vorstehenden Sachverhalt ersuchte der BD die ESTV 

um die Übermittlung der folgenden Informationen:  

Für jedes in der Beilage des Ersuchens aufgeführte Konto: 
1. Vorname(n), Nachname, letzte bekannte Domiziladresse und Geburtsdatum 

a. des Kontoinhabers/der Kontoinhaber; 
b. des/der Endbegünstigten (beneficial owner[s]); 
c. der Rechtsnachfolger der unter Bst. a und b genannten Personen. 
 

2. Vermögensstand auf den betreffenden Konten am 1. März 2010, 1. Januar 2011, 
1. Januar 2012, 1. Januar 2013, 1. Januar 2014, 1. Januar 2015 und 31. Dezember 
2015. 

 
3. Davon ausgenommen sind allfällige «technische Konten», die zu Bankkonten gehören, 

die die Niederlande unter dem Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über Rege-
lungen, die den in der Richtlinie 2003/48/EG des Rates im Bereich der Besteuerung 
von Zinserträgen festgelegten Regelungen gleichwertig sind, oder im Rahmen von 
vergangenen Amtshilfeverfahren bereits offengelegt wurden. 

B.  

B.a Mit Editionsverfügung vom 3. April 2017 forderte die ESTV die UBS 

auf, die vom BD verlangten Informationen zu liefern sowie drei Listen ein-

zureichen und hierbei diejenigen Konten zu melden a) die bereits vor dem 

1. März 2010 saldiert worden sind b) die bereits gestützt auf Art. 2 des EU-

Zinsbesteuerungsabkommens (Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Ge-

meinschaft über Regelungen, die den in der Richtlinie 2003/48/EG des Ra-

tes im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen festgelegten Regelungen 

gleichwertig sind [bis Ende 2016 auch entsprechend SR 0.641.926.81, 

heutiger Titel: Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweize-

rischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Union über den automa-

tischen Informationsaustausch über Finanzkonten zur Förderung der Steu-

erehrlichkeit bei internationalen Sachverhalten]; nachfolgend: EU-Zinsbe-

steuerungsabkommen) den Niederlanden offengelegt und c) für die der 

ESTV bereits im Rahmen eines vergangenen Amtshilfeverfahrens Informa-

tionen übermittelt worden sind. 

Zudem ersuchte die ESTV die UBS darum, die betroffenen bzw. beschwer-

deberechtigten Personen mit dem der Editionsverfügung beigelegten Infor-

mationsschreiben über das Amtshilfeverfahren und den wesentlichen In-

halt des Amtshilfeersuchens zu informieren. In jenem Schreiben wurden 

die betroffenen bzw. beschwerdeberechtigten Personen aufgefordert, der 

ESTV innert 20 Tagen ihre aktuelle schweizerische Adresse bekannt zu 

geben oder eine zur Zustellung bevollmächtigte Person in der Schweiz zu 

bezeichnen. 

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Seite 5 

B.b Darüber hinaus informierte die ESTV die betroffenen bzw. beschwer-

deberechtigten Personen mit Publikation im Bundesblatt vom 16. Mai 2017 

(FF 2017 3402) über das laufende Amtshilfeverfahren und den wesentli-

chen Inhalt des Amtshilfeersuchens. Die betroffenen bzw. beschwerdebe-

rechtigten Personen wurden hierbei aufgefordert, der ESTV innert 20 Ta-

gen ihre schweizerische Adresse anzugeben oder eine zur Zustellung be-

vollmächtigte Person in der Schweiz zu bezeichnen. In der Publikation wies 

die ESTV auch auf die Möglichkeit der Teilnahme am vereinfachten Ver-

fahren gemäss Art. 16 des Steueramtshilfegesetzes vom 28. September 

2012 (StAhiG, SR 651.1) hin. Zudem teilte sie mit, dass sie für jede vom 

Ersuchen betroffene bzw. beschwerdeberechtigte Person, welche dem 

vereinfachten Verfahren nicht zustimme, eine Schlussverfügung erlassen 

werde. 

B.c In der Folge meldeten sich die A._______ Stiftung (betroffene Person 

1) und B._______ (betroffene Person 2) und liessen erklären, dass sie ei-

ner Übermittlung von Informationen an die ersuchende Behörde nicht zu-

stimmen und den Erlass einer Schlussverfügung verlangen würden. Die 

ESTV gewährte jeweils die beantragte vollständige Akteneinsicht.  

B.d Mit Editionsverfügung vom 28. Juni 2017 präzisierte die ESTV gegen-

über der UBS, dass aufgrund des im Amtshilfeverfahren geltenden Subsi-

diaritätsprinzips diejenigen Kontennummern lediglich zu kennzeichnen 

seien, für die bereits gestützt auf das EU-Zinsbesteuerungsabkommen 

eine Meldung an die Niederlande erfolgt sei. Für diese Konten seien keine 

zusätzlichen Informationen erforderlich. Für die weiteren Konten seien je-

doch die vom BD mit Editionsverfügung vom 3. April 2017 ersuchten Infor-

mationen zu liefern. 

Die UBS kam der Aufforderung der ESTV zur Einreichung der ersuchten 

Informationen innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 28. Juli 2017 nach. 

B.e Mit Schreiben vom 27. September 2017 teilte die ESTV dem BD mit, 

welche der ersuchten Kontenbeziehungen bei der UBS bereits vor dem 

1. März 2010 saldiert worden waren. 

B.f Für diejenigen Konti, für welche die betroffenen bzw. beschwerdebe-

rechtigten Personen ihre Zustimmung zur Übermittlung der ersuchten In-

formationen erklärt hatten, leistete die ESTV dem BD mit Schreiben vom 

7. November 2017 Amtshilfe im vereinfachten Verfahren. 

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Seite 6 

B.g Mit Schreiben vom 8. Dezember 2017 teilte die ESTV der UBS mit, für 

welche im Ersuchen vom 21. Februar 2017 aufgeführten Bankkonti bisher 

noch keine Informationen an den BD ergangen sind und bat die UBS um 

die detaillierten Informationen gemäss dem Ersuchen vom 21. Februar 

2017. 

Mit Eingabe vom 14. Dezember 2017 kam die UBS dieser Aufforderung 

nach und reichte der ESTV einen Stick mit den gewünschten Unterlagen 

ein. 

B.h Mit Schreiben vom 16. März 2018 informierte die ESTV den BD über 

die im Amtshilfeersuchen aufgelisteten Kontennummern, die den nieder-

ländischen Behörden bereits gestützt auf das EU-Zinsbesteuerungsab-

kommen offengelegt worden waren. Die ESTV machte den BD hierbei da-

rauf aufmerksam, dass zu diesen Kontennummern im Rahmen des vorlie-

genden Amtshilfeverfahrens keine weiteren Informationen übermittelt wür-

den. 

B.i In Erwartung eines Urteils des Bundesgerichts, welches aufgrund eines 

ähnlich gelagerten Amtshilfeersuchens der zuständigen französischen Be-

hörden über die Zulässigkeit eines solchen Listenersuchens zu entschei-

den hatte, setzte die ESTV alle Verfahren aus, die vom Amtshilfegesuch 

des BD vom 21. Februar 2017 betroffen waren.  

In seinem Urteil BGE 146 II 150 bestätigte das Bundesgericht unter ande-

rem, dass die ESTV auf das Amtshilfegesuch der französischen Behörden 

hin tätig werden könne. Die Erwägungen dieses Urteils wurden am 3. De-

zember 2019 schriftlich eröffnet, worauf die ESTV die Bearbeitung des vor-

liegenden Amtshilfeersuchens vom 21. Februar 2017 wieder aufnahm. 

B.j Mit Schreiben vom 16. Januar 2020 informierte die ESTV den BD über 

die neuen Entwicklungen in der Rechtsprechung. Hierbei teilte sie diesem 

mit, dass sie die Ausführungen im Listenersuchen vom 21. Februar 2017 

dahingehend auslege, dass hinsichtlich der im Ersuchen aufgeführten Kon-

tenbeziehungen ein Globalverdacht für eine Steuerhinterziehung vorliege. 

Die ESTV ersuchte den BD um eine Bestätigung ihrer Auslegung. Darüber 

hinaus machte die ESTV den BD darauf aufmerksam, dass seit der Einrei-

chung des Ersuchens der automatische Informationsaustausch (nachfol-

gend: AIA) zwischen der Schweiz und den Niederlanden in Kraft getreten 

sei und dass die in diesem Zusammenhang bereits erhaltenen Informatio-

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Seite 7 

nen vom vorliegenden Ersuchen ausgeschlossen würden. Schliesslich er-

suchte die ESTV den BD um nähere Angaben zu den in den Niederlanden 

geltenden Verjährungsfristen. 

B.k Mit Schreiben vom 10. Februar 2020 bestätigte der BD die Interpreta-

tion der ESTV, wonach er von einem Globalverdacht für eine Steuerhinter-

ziehung ausgehe, und verwies auf die massgebenden Verjährungsvor-

schriften. Zudem erklärte er sich damit einverstanden, dass diejenigen 

Konti vom vorliegenden Amtshilfeverfahren auszuschliessen seien, zu wel-

chen bereits im Zuge des AIA Informationen übermittelt worden seien. 

B.l Die ESTV verschickte in der Folge ein Informationsschreiben an dieje-

nigen Personen, die innerhalb der im Rahmen der Publikation des Amtshil-

feersuchens gesetzten Frist eine mit ihrer Interessenwahrung beauftragte 

Person in der Schweiz, eine zur Zustellung bevollmächtigte Person in der 

Schweiz oder eine aktuelle Adresse in der Schweiz bezeichnet hatten. In 

diesem Schreiben informierte die ESTV auch über die zur Übermittlung be-

absichtigten Informationen und setzte eine Frist von 10 Tagen zur Stellung-

nahme an. 

Eine solche Mitteilung erging auch an die betroffenen Personen 1 und 2. 

B.m Die ESTV gewährte darauf der betroffenen Person 1 am 24. Septem-

ber 2020 und der betroffenen Person 2 am 28. September 2020 erneut 

Einsicht in die Akten des sie betreffenden Unterverfahrens des Amtshilfeer-

suchens vom 21. Februar 2017. 

B.n Im Rahmen der diesbezüglichen Stellungnahme brachten die be-

troffene Person 1 am 30. Oktober 2020 und die betroffene Person 2 am 

9. November 2020 diverse Einwände gegen die zur Übermittlung vorgese-

henen Bankunterlagen vor. 

C.  

C.a Mit Schlussverfügung vom 23. November 2020 beschloss die ESTV, 

dem BD Amtshilfe betreffend die betroffenen Personen 1 und 2, C._______ 

(betroffene Person 3) und D._______ (betroffene Person 4) zu leisten (Dis-

positiv Ziff. 1) und die sich im Dokument XML-out befindenden Informatio-

nen zu übermitteln (Dispositiv Ziff. 2). Hierbei sollten Informationen zu Per-

sonen, die ausserhalb des ersuchten Zeitraums (vom 1. März 2010 bis 

31. Dezember 2015) zu Kontoinhabern, wirtschaftlich berechtigten Perso-

nen bzw. Rechtsnachfolgern von Kontoinhabern oder wirtschaftlich berech-

tigten Personen geworden sind, nicht übermittelt werden (Dispositiv Ziff. 2). 

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Ferner beschloss die ESTV den BD darauf hinzuweisen, dass die fragli-

chen Informationen im ersuchenden Staat a) nur in Verfahren gegen die 

betroffene/n Person/en und nur für den im Ersuchen vom 21. Februar 2017 

genannten Sachverhalt verwertet werden dürften; b) die erhaltenen Infor-

mationen, wie die aufgrund des niederländischen Rechts beschafften In-

formationen, geheim zu halten seien und nur Personen oder Behörden 

(einschliesslich der Gerichte und der Verwaltungsbehörden) zugänglich 

gemacht werden dürften, die mit der Veranlagung oder der Erhebung, mit 

der Vollstreckung oder der Strafverfolgung oder mit der Entscheidung von 

Rechtsmitteln hinsichtlich der in Artikel 26 DBA CH-NL genannten Steuern 

befasst seien, wobei diese Personen oder Behörden die Informationen nur 

für diese Zwecke verwenden dürften (Dispositiv Ziff. 3). 

D.  

Dagegen liessen die betroffenen Personen 1-4 (nachfolgend: Beschwer-

deführende) am 22. Dezember 2020 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht erheben und Folgendes beantragen:  

1. Die angefochtene Verfügung vom 23. November 2020 sei aufzuheben und 

die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; 

2. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung vom 23. November 2020 auf-

zuheben und auf das Amtshilfeersuchen des Belastingdienst/Central Liai-

son Office Almelo, Niederlande, vom 21. Februar 2017, sei nicht einzutre-

ten;  

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz;  

4. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten seien zu edieren;  

5. Die Beschwerdeverfahren in den nachfolgenden ESTV Verfahren betref-

fend Amtshilfeersuchen des Belastingdienst/Central Liaison Office Almelo, 

Niederlande, vom 21. Februar 2017, seien zu vereinigen: [Verfahrensnum-

mern].  

E.  

Die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) schliesst in ihrer Vernehmlas-

sung vom 30. Juni 2022 auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. 

F.  

Mit Schreiben vom 22. November 2022 gewährte der Instruktionsrichter 

den Beschwerdeführenden eine Frist bis 5. Dezember 2022 um mitzutei-

len, ob sie im Lichte des konnexen Urteils des Bundesverwaltungsgerichts 

A-6507/2020 vom 11. Oktober 2022 sowie des daraufhin ergangenen 

A-6508/2020 

Seite 9 

Nichteintretensentscheids des Bundesgerichts 2C_872/2022 vom 8. No-

vember 2022 ihre Beschwerde im vorliegenden Verfahren zurückziehen 

oder daran festhalten möchten. 

Die Beschwerdeführenden liessen sich innert Frist nicht vernehmen, wes-

halb wie angekündigt davon auszugehen ist, dass sie an ihrer Beschwerde 

festhalten. 

Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist nachfolgend unter den Erwä-

gungen insoweit einzugehen, als sie für den vorliegenden Entscheid we-

sentlich sind. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des BD ge-

stützt auf Art. 26 DBA CH-NL zugrunde. Die Durchführung der mit diesem 

Abkommen vereinbarten Bestimmungen richtet sich nach dem StAhiG 

(vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. a StAhiG). Vorbehalten bleiben abweichende Best-

immungen des DBA CH-NL. 

1.2 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Zu den beim Bundesverwal-

tungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehören auch die Schlussverfü-

gungen der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe in Steuersa-

chen (Art. 32 VGG e contrario und Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG), womit 

seine Zuständigkeit zur Beurteilung des vorliegend angefochtenen Ent-

scheids gegeben ist.  

Das Verfahren vor diesem Gericht richtet sich nach dem VwVG soweit das 

VGG nichts Anderes bestimmt (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 19 Abs. 5 StAhiG). 

  

A-6508/2020 

Seite 10 

1.3  

1.3.1 Beschwerdeberechtigt sind gemäss Art. 19 Abs. 2 StAhiG die vom 

Amtshilfeersuchen direkt betroffene Person sowie weitere Personen unter 

den Voraussetzungen von Art. 48 VwVG.  

Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten und Personen, 

über die Amtshilfe verlangt wird, ohne Weiteres beschwerdeberechtigt. 

1.3.2 Die Beschwerde wurde zudem form- und fristgerecht eingereicht (vgl. 

Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 5 

StAhiG), weshalb darauf einzutreten ist. 

1.4  

1.4.1 Die Beschwerdeführenden beantragen aus verfahrensökonomischen 

Gründen, die Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht betref-

fend die Schlussverfügungen in verschiedenen einzeln genannten Amtshil-

feverfahren (Sachverhalt, Bst. D) seien zu vereinigen. Sie beträfen densel-

ben Sachverhalt (Amtshilfeersuchen i.S. Familie F._______), und es wür-

den sich dieselben Rechtsfragen stellen. 

Die Vorinstanz äussert sich nicht zur beantragten Verfahrensvereinigung. 

1.4.2 Die Frage der Vereinigung von Verfahren steht im Ermessen des Ge-

richts und hängt mit dem Grundsatz der Prozessökonomie zusammen, wo-

nach ein Verfahren im Interesse aller Beteiligten möglichst einfach, rasch 

und zweckmässig zum Abschluss gebracht werden soll (Urteil des BVGer 

A-6074/2019 vom 8. September 2021 E. 1.3 m.w.H.). 

In der angefochtenen Schlussverfügung vom 23. November 2020 werden 

im Rubrum nur die Beschwerdeführenden als formell betroffene Personen 

genannt. Die Vorinstanz erliess in gleicher Sache auch weitere (zwischen-

zeitlich beim Bundesverwaltungsgericht angefochtene) Schlussverfügun-

gen gegenüber weiteren Familienmitgliedern der Beschwerdeführenden 

(Konnexverfahren; Sachverhalt, Bst. F). Zwar liegt den erwähnten Schluss-

verfügungen dasselbe Amtshilfeersuchen des BD zugrunde. Die separate 

Eröffnung von Schlussverfügungen an die in ein Amtshilfeverfahren invol-

vierten Personen entspricht jedoch dem in Art. 17 Abs. 1 StAhiG vorgese-

henen Vorgehen und liegt in allfälligen gegenseitigen Geheimhaltungsinte-

ressen begründet (Urteil des BVGer A-6074/2019 vom 8. September 2021 

E. 1.3 m.w.H.). Diese Geheimhaltungsinteressen scheinen vorliegend al-

lerdings wenig ausgeprägt zu sein, zumal die Familienmitglieder von den-

selben Rechtsvertretern vertreten werden, können jedoch dennoch nicht 

A-6508/2020 

Seite 11 

ganz ausgeschlossen werden. Die beim Bundesverwaltungsgericht hängi-

gen Verfahren betreffen verschiedene Mitglieder der Familie F._______. 

Das erste entsprechende Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erging am 

10. Oktober 2022 und ist rechtskräftig (Sachverhalt, Bst. F). Es liegt zwar 

auf der Hand, dass sich in allen Verfahren überwiegend gleiche Rechtsfra-

gen stellen. Jedoch wird das Bundesverwaltungsgericht in den einzelnen 

übrigen Verfahren individuelle Einzelaspekte zu prüfen haben. Somit er-

weist es sich für das Bundesverwaltungsgericht als effizienter, die Verfah-

ren getrennt zu führen und auf eine Vereinigung zu verzichten. Der Antrag 

der Beschwerdeführenden auf Verfahrensvereinigung ist somit abzuwei-

sen, was immerhin bei der Bemessung der Verfahrenskosten zu berück-

sichtigen sein wird (E. 5.1; so bereits das Urteil des BVGer A-6507/2020 

vom 10. Oktober 2022 E. 1.4.2). 

1.5 Betreffend Antrag der Beschwerdeführenden auf Edition der vo-

rinstanzlichen Akten ist Folgendes festzuhalten: Die Vorinstanz hat dem 

Bundesverwaltungsgericht mit der Vernehmlassung vom 30. Juni 2022 die 

gesamten den Beschwerdeführenden aufgrund ihrer Akteneinsicht bei der 

Vorinstanz bekannten vorinstanzlichen Akten (Sachverhalt, Bst. B.c und 

B.m) in elektronischer Form übermittelt, wodurch sie Eingang in die Ge-

richtsakten gefunden haben. Der Antrag der Beschwerdeführenden erweist 

sich daher als gegenstandslos (so bereits das Urteil des BVGer  

A-6507/2020 vom 10. Oktober 2022 E. 1.4.2).  

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführenden können neben der 

Verletzung von Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts auch die Unangemes-

senheit rügen (Art. 49 VwVG). 

2.2  

2.2.1 Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steu-

ersachen gegenüber den Niederlanden ist Art. 26 DBA CH-NL, welcher im 

Wortlaut weitgehend Art. 26 des Musterabkommens der Organisation für 

wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Vermeidung 

von Doppelbesteuerung von Einkommen und Vermögen entspricht (vgl. 

Botschaft vom 25. August 2010 zur Genehmigung eines Doppelbesteue-

rungsabkommens zwischen der Schweiz und den Niederlanden, BBl 2010 

5787, 5800 zu Art. 26; BGE 143 II 136 E. 5.1.1).  

A-6508/2020 

Seite 12 

2.2.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 DBA CH-NL sind Art. 26 DBA CH-NL sowie 

Paragraph XVII [vormals Paragraph XVI] des Protokolls vom 26. Februar 

2010 zum Abkommen (ebenfalls unter SR 0.672.963.61; nachfolgend: Pro-

tokoll 2010 zum DBA CH-NL) anwendbar auf Ersuchen, die am oder nach 

dem Datum des Inkrafttretens dieses Abkommens (also ab dem 9. Novem-

ber 2011) gestellt werden und welche Informationen betreffen, die sich auf 

einen Zeitraum beziehen, der am oder nach dem auf die Unterzeichnung 

des Abkommens folgenden 1. März (also per 1. März 2010) beginnt. Diese 

rückwirkende Anwendung neuer Amtshilfebestimmungen auf zurücklie-

gende Steuerperioden ist gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung zu-

lässig, weil es sich bei den Bestimmungen über die Amtshilfe um solche 

verfahrensrechtlicher Natur handle, die mit ihrem Inkrafttreten sofort an-

wendbar seien (BGE 143 II 628 E. 4.3; Urteil des BVGer A-3555/2018 vom 

11. Januar 2019 E. 1.1 m.w.H.; das Protokoll vom 12. Juni 2019 zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Nieder-

lande zur Änderung des Abkommens vom 26. Februar 2010 zwischen der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Niederlande 

zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom 

Einkommen, in Kraft ab 30. November 2020, AS 2020 4839, ist vorliegend 

ohne Belang, da die damit verbundenen Änderungen – abgesehen von der 

zeitlichen Anwendbarkeit erst ab 1. Januar 2021 und Bezeichnung – ohne-

hin nicht die Amtshilfeklausel [gemäss Art. 26 DBA CH-NL] betreffen. 

2.3  

2.3.1 Gemäss Art. 26 Ziff. 1 DBA CH-NL tauschen die zuständigen Behör-

den der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen aus, 

die zur Durchführung des Abkommens oder zur Anwendung oder Durch-

setzung des innerstaatlichen Rechts betreffend für Rechnung der Vertrags-

staaten, ihrer politischen Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften er-

hobenen Steuern jeder Art und Bezeichnung «voraussichtlich erheblich» 

sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Ab-

kommen widerspricht. Der Informationsaustausch ist dabei weder durch 

Art. 1 DBA CH-NL (persönlicher Geltungsbereich) noch durch Art. 2 DBA 

CH-NL (sachlicher Geltungsbereich) eingeschränkt.  

2.3.2 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts 

voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden 

Staat notwendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige Person dort 

korrekt zu besteuern (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.1 und 141 II 436 E. 4.4.3; 

statt vieler: Urteil des BVGer A-4218/2017 vom 28. Mai 2018 E. 2.3.1). Der 

Zweck der Verweisung auf Informationen, die voraussichtlich erheblich 

A-6508/2020 

Seite 13 

sind, besteht darin, einen möglichst weitgehenden Informationsaustausch 

in Steuerbelangen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlau-

ben, «fishing expeditions» zu betreiben oder Informationen anzufordern, 

deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer bestimmten steu-

erpflichtigen Person unwahrscheinlich ist (Ziff. XVII Bst. c des Protokolls 

2010 zum DBA CH-NL). 

2.3.3 Das Erfordernis der voraussichtlichen Erheblichkeit und das Verbot 

der «fishing expeditions» stehen in Einklang mit dem Verhältnismässig-

keitsprinzip, das als verfassungsmässiger Grundsatz staatlichen Handelns 

(vgl. Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft vom 18. April 1999 [SR 101; nachfolgend: BV]) zwingend zu be-

rücksichtigen ist (statt vieler: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Feb-

ruar 2022 E. 3.2.3 m.w.H.). 

2.3.4 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, 

wenn im Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünf-

tige Möglichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheb-

lich erweisen werden (BGE 143 II 185 E. 3.3.2). Keine Rolle spielt, ob sich 

diese Informationen nach deren Übermittlung für die ersuchende Behörde 

als nicht erheblich herausstellen (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1). Ob eine 

Information erheblich ist, kann in der Regel nur der ersuchende Staat ab-

schliessend feststellen (BGE 143 II 185 E. 3.3.2 und 142 II 161 E. 2.1.1 f.; 

statt vieler: Urteil des BVGer A-4163/2019 vom 22. April 2020 E. 3.1.3). Die 

Rolle des ersuchten Staates beschränkt sich darauf, zu überprüfen, ob die 

vom ersuchenden Staat verlangten Informationen und Dokumente mit dem 

im Ersuchen dargestellten Sachverhalt zusammenhängen und ob sie mög-

licherweise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu 

werden. In diesem Sinne hat der ersuchte Staat lediglich eine Plausibili-

tätskontrolle vorzunehmen (BGE 142 II 161 E. 2.1.1; vgl. Urteile des BVGer 

A-2454/2017 vom 7. Juni 2018 E. 2.1.1.1 m.w.H. und A-4218/2017 vom 

28. Mai 2018 E. 2.3.1). Vor diesem Hintergrund darf der ersuchte Staat 

Auskünfte mit der Begründung, die verlangten Informationen seien nicht 

«voraussichtlich erheblich», nur verweigern, wenn ein Zusammenhang 

zwischen den verlangten Angaben und der im ersuchenden Staat durch-

geführten Untersuchung wenig wahrscheinlich erscheint, sodass das Ersu-

chen als Vorwand für eine unbestimmte Suche nach Beweismitteln er-

scheint (BGE 144 II 206 E. 4.3, 143 II 185 E. 3.3.2 und 141 II 436 E. 4.4.3; 

statt vieler: Urteil des BVGer A-4017/2020 vom 30. Juni 2021 E. 3.5.2). In 

letzterem Sinne ist Art. 17 Abs. 2 StAhiG anzuwenden, wonach Informatio-

nen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt werden 

A-6508/2020 

Seite 14 

dürfen und von der ESTV auszusondern oder unkenntlich zu machen sind 

(statt vieler: Urteile des BVGer A-4143/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.5 und 

A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 2.1.4; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 E. 3.2.4). 

2.3.5 Das DBA CH-NL i.V.m. dem Protokoll 2010 zum DBA CH-NL sowie 

i.V.m. der am 31. Oktober 2011 in Kraft getretenen Verstän-

digungsvereinbarung über die Auslegung von Paragraph XVI Bst. b (heute: 

Paragraph XVII Bst. b) des Protokolls 2010 zum Abkommen (AS 2012 

4079; nachfolgend: Verständigungsvereinbarung; zum Zusammenspiel 

des DBA CH-NL inkl. Protokoll und der Verständigungsvereinbarung im 

Rahmen der Auslegung vgl. BGE 143 II 136 E. 5.2.1 f.) erlaubt Amtshilfe 

auch für Ersuchen ohne Identifikation durch Namen (BGE 143 II 136 E. 5.4, 

erneut bestätigt im: Urteil des BGer 2C_646/2017 vom 9. April 2018 E. 3.3; 

zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 

E. 3.2.5). 

2.3.5.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Ersuchen, die 

eine Mehrzahl von Personen betreffen und welche die betroffenen Perso-

nen namentlich oder mittels einer Liste mit Nummern – etwa Kreditkarten- 

oder Bankkontonummern – identifizieren, als eine Sammlung einzelner Er-

suchen zu betrachten. Die ersuchende Behörde fasst diese einzelnen Er-

suchen aus Gründen der Verfahrensökonomie in einem gemeinsamen Ge-

such zusammen, könnte sie aber grundsätzlich auch einzeln stellen. Für 

solche Ersuchen verwendet das Bundesgericht den Begriff «Listenersu-

chen» («demande collective»; vgl. BGE 146 II 150 E. 4.3, 143 II 628 E. 4.4 

und 5.1; Urteil des BGer 2C_695/2017 vom 29. Oktober 2018 E. 4.4, ver-

öffentlich in: Der Steuerentscheid [StE] 2019 A 31.1 Nr. 14; Urteil des BGer 

2C_893/2015 vom 16. Februar 2017 E. 12.1, nicht publ. in: BGE 143 II 202, 

aber in: Revue de droit Administratif et de droit Fiscal [RDAF] 2017 II 

S. 336, StE 2017 A 31.2 Nr. 14, SteuerRevue [StR] 72/2017 S. 612; zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 E. 3.2.5.1). 

2.3.5.2 Um bei Amtshilfeersuchen, welche die betroffenen Personen nicht 

namentlich identifizieren, unzulässige Beweisausforschungen, d.h. 

«fishing expeditions», auszuschliessen, ist nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung verlangt (BGE 143 II 136 E. 6.1.2), dass die ersuchende 

Behörde in ihrem Ersuchen  

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=date_desc&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=146+II+150&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-628%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page628
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=date_desc&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=146+II+150&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-202%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page202

A-6508/2020 

Seite 15 

(i) eine detaillierte Beschreibung der Gruppe geben, welche die spezifi-

schen Tatsachen und Umstände beschreibt, die zum Ersuchen geführt 

haben;  

(ii) das anwendbare (Steuer-)Recht erläutern und aufzeigen, weshalb 

Gründe vorliegen, welche annehmen lassen, die Steuerpflichtigen in 

der Gruppe hätten ihre Verpflichtungen nicht erfüllt, d.h. das Steuer-

recht verletzt; und  

(iii) aufzeigen, dass die eingeforderten Informationen zur Erfüllung der 

Verpflichtungen der Steuerpflichtigen der Gruppe führen können.  

Diese Kriterien gelten aus Kohärenzgründen nicht nur für die ursprünglich 

ins Auge gefassten Gruppenersuchen nach Art. 3 Bst. c StAhiG, sondern 

finden nach der Rechtsprechung ebenfalls auf «Listenersuchen» 

(E. 2.3.5.1) Anwendung (vgl. BGE 146 II 150 E. 6.1.3, 143 II 628 E. 5.1; 

Urteil des BVGer A-6532/2020 vom 21. Dezember 2021 E. 3.3.2.2; zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 E. 3.2.5.2). 

2.3.5.3 Gemäss Paragraph XVII [zu Art. 26] Bst. b des Protokolls 2010 zum 

DBA CH-NL besteht zwischen den Vertragsparteien sodann Einvernehmen 

darüber, dass die Steuerbehörden des ersuchenden Staates bei der Stel-

lung eines Amtshilfebegehrens nach Art. 26 des Abkommens den Steuer-

behörden des ersuchten Staates die nachstehenden Angaben zu liefern 

haben: 

(i) die zur Identifikation der in eine Prüfung oder Untersuchung einbe-

zogenen Person(en) nötigen Informationen, insbesondere beste-

hend aus dem Namen und, sofern verfügbar, der Adresse, der Kon-

tonummer und weiteren Angaben, welche die Identifikation dieser 

Person erleichtern, wie Geburtsdatum, Zivilstand oder Steuernum-

mer; 

(ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden; 

(iii) die Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hin-

sichtlich der Art und Form, in der der ersuchende Staat die Informa-

tionen vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht; 

(iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; 

A-6508/2020 

Seite 16 

(v) den Namen und, sofern bekannt, die Adresse des mutmasslichen 

Inhabers der verlangten Informationen. 

2.3.5.4 Gemäss Abs. 3 Bst. b der Verständigungsvereinbarung sind die 

vorstehenden Anforderungen so zu verstehen, dass einem Amtshilfe-

gesuch entsprochen wird, wenn der ersuchende Staat, vorausgesetzt, es 

handelt sich nicht um eine «fishing expedition», zusätzlich zu den gemäss 

Paragraph XVI Bst. b (heute Paragraph XVII Bst. b) Unterabsätze (ii)–(iv) 

des Protokolls 2010 zum DBA CH-NL verlangten Angaben: 

a) die in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogene Person iden-

tifiziert, wobei diese Identifikation auch auf andere Weise als durch An-

gabe des Namens und der Adresse erfolgen kann; und 

b) soweit bekannt, den Namen und die Adresse des mutmasslichen Infor-

mationsinhabers angibt. 

2.4  

2.4.1 Gemäss dem Protokoll 2010 zum DBA CH-NL stellt der ersuchende 

Staat ein Begehren um Austausch von Informationen erst dann, wenn er 

alle in seinem innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen 

Mittel zur Beschaffung von Informationen ausgeschöpft hat (Ziff. XVII 

Bst. a des Protokolls 2010 zum DBA CH-NL; sog. Subsidiaritätsprinzip). 

Art. 6 Abs. 2 Bst. g StAhiG tritt hinter diese völkerrechtliche Bestimmung 

zurück (Art. 1 Abs. 2 StAhiG). 

2.4.2 Was unter dem Begriff der «üblichen Mitteln» zu verstehen ist, wird 

im DBA CH-NL nicht weiter definiert. Gemäss bundesverwaltungsgerichtli-

cher Auslegung der fraglichen Bestimmung nach völkerrechtlichen Regeln 

ergibt sich, dass nicht das Ausschöpfen sämtlicher möglicher Mittel ver-

langt wird (Urteile des BVGer A-7164/2018 vom 20. Mai 2019 E. 2.5 [be-

stätigt durch Urteil des BGer 2C_514/2019 vom 17. August 2020], 

A-3555/2018 vom 11. Januar 2019 E. 3.2.1 und A-4414/2014 vom 8. De-

zember 2014 E. 3.1.1). Vielmehr kann ein Mittel als nicht mehr «üblich» 

bezeichnet werden, wenn es dem ersuchenden Staat – im Vergleich zu 

einem Amtshilfeersuchen – einen unverhältnismässigen Aufwand verursa-

chen würde oder wenn die Erfolgschancen als sehr gering einzuschätzen 

sind (Urteil des BVGer A-7164/2018 vom 20. Mai 2019 E. 2.5; zum Gan-

zen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 E. 3.3.2). 

2.5 Nach ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts bedeutet das 

Spezialitätsprinzip, dass der ersuchende Staat die vom ersuchten Staat 

A-6508/2020 

Seite 17 

erlangten Informationen einzig in Bezug auf Personen oder Handlungen 

verwenden darf, für welche er sie verlangt und der ersuchte Staat sie ge-

währt hat (statt vieler und ausführlich hergeleitet: Urteile des BVGer  

A-1348/2019 vom 3. März 2020 E. 4.5.1 [bestätigt durch Urteil des BGer 

2C_253/2020 vom 13. Juli 2020], A-108/2018 vom 13. Februar 2020 

E. 10.1). Die in den Unterlagen erwähnten Personen sind damit durch das 

Spezialitätsprinzip geschützt, welches auch eine persönliche Dimension 

aufweist (BGE 147 II 13 E. 3.4.3 und E. 3.5 sowie 146 I 172 E. 7.1.3; zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 E. 3.4). 

2.6  

2.6.1 Ein wichtiges Element in der internationalen Behördenzusammenar-

beit bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmiss-

brauch oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit den in Art. 7 

StAhiG genannten Konstellationen – prinzipiell kein Anlass besteht, an 

Sachverhaltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln 

(sog. völkerrechtliches Vertrauensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4, 143 II 224 

E. 6.3, 142 II 218 E. 3.3 und 142 II 161 E. 2.1.3 f.; Urteil des BGer 

2C_646/2017 vom 9. April 2018 E. 2.5 m.w.H.; Urteil des BVGer 

A-3095/2018 vom 29. Mai 2019 E. 2.5). Auf diesem Vertrauen gründet 

letztlich das ganze Amtshilfeverfahren. Entsprechend ist der ersuchte Staat 

an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen soweit gebunden, als 

dass dieses nicht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder Widersprü-

che sofort entkräftet werden kann (statt vieler: BGE 139 II 404 E. 9.5 und 

128 II 407 E. 5.2.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 

22. Februar 2022 E. 3.5.1). 

2.6.2 Der völkergewohnheitsrechtliche Grundsatz, wonach Vertragsstaa-

ten völkerrechtliche Verträge nach Treu und Glauben zu erfüllen haben 

(«pacta sunt servanda», kodifiziert in Art. 26 des Wiener Übereinkommens 

vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge [VRK, SR 0.111]; vgl. BGE 

143 II 136 E. 5.2.1 und 142 II 35 E. 3.2, je m.w.H.), führt dazu, dass Erklä-

rungen der jeweiligen Vertragspartner ebenfalls nach Treu und Glauben zu 

interpretieren sind. Dies gilt insbesondere für das Amtshilfeersuchen und 

die darin von der ersuchenden Behörde als voraussichtlich erheblich be-

zeichneten Informationen (zum Ganzen: BGE 147 II 116 E. 5.2; Urteil des 

BGer 2C_287/2019 und 2C_288/2019 vom 13. Juli 2020 E. 2.3.1 und 3.2; 

zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 

E. 3.5.2). 

A-6508/2020 

Seite 18 

2.7 Auf ein Ersuchen ist nach Art. 7 Bst. c StAhiG nicht einzutreten, wenn 

es den Grundsatz von Treu und Glauben verletzt, «insbesondere wenn es 

auf Informationen beruht, die durch nach schweizerischem Recht strafbare 

Handlungen erlangt worden sind». Letzteres bedeutet, dass die objektiven 

Tatbestandsmerkmale eines Straftatbestandes des Schweizerischen Straf-

gesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (SR 311.0; nachfolgend: StGB) er-

füllt sein müssen und die Delikte unter die schweizerische Straf- bzw. Ge-

richtshoheit gemäss Art. 3 bis 8 StGB fallen (BGE 143 II 202 E. 8.5.6).  

Sofern eine Partei behauptet, ein Amtshilfeersuchen beruhe auf strafbaren 

Handlungen, ist jeweils zu prüfen, ob das Ersuchen dem im internationalen 

öffentlichen Recht geltenden Grundsatz von Treu und Glauben entspricht. 

Gegen diesen Grundsatz wird etwa verstossen, wenn der ersuchende 

Staat versichert hatte, dass keine auf schweizerischem Territorium ge-

heime Bankdaten für ein Amtshilfeersuchen verwendet werden, und er 

dennoch ein Ersuchen stellt, das direkt oder indirekt kausal mit solchen 

geheimen Daten zusammenhängt (vgl. BGE 143 II 224 E. 6.4; statt vieler: 

Urteil des BVGer A-1534/2018 vom 3. August 2020 E. 6.2). Ein treuwidri-

ges Verhalten ist in der Regel auch ohne vorgängige ausdrückliche Zusi-

cherung anzunehmen, wenn der ersuchende Staat illegal erworbene Daten 

kauft und ein darauf abgestütztes Amtshilfeersuchen stellt (vgl. Urteil des 

BGer 2C_648/2017 vom 17. Juli 2018 E. 2.3.4). Das blosse Verwenden 

illegal erworbener Daten durch den ersuchenden Staat, welche dieser im 

Rahmen der (spontanen) Amtshilfe durch einen anderen Staat erhalten 

hat, stellt rechtssprechungsgemäss jedoch noch kein treuwidriges Verhal-

ten dar (Urteil des BGer 2C_619/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 2.3.5 

m.w.H.; Urteile des BVGer A-6532/2020 vom 21. Dezember 2021 E. 3.4, 

A-3186/2019 vom 20. August 2020 E. 2.8.3, A-1534/2018 vom 3. August 

2020 E. 6.2; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 

2022 E. 3.6). 

2.8 Die Vereinbarung einer Amtshilfeklausel im Rahmen eines DBA ist ein 

politischer Entscheid, den die Gerichte grundsätzlich zu akzeptieren haben 

(Urteil des BGer 2C_619/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 4.2; Urteil des 

BVGer A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 E. 3.7.1 m.w.H.). 

3.  

Das hier streitgegenständliche Amtshilfeersuchen der Niederlande vom 

21. Februar 2017 bildete bereits Gegenstand des Referenzurteils des Bun-

desverwaltungsgerichts A-1883/2021 vom 22. Februar 2022 (nachfolgend: 

Referenzurteil). Darin hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass das 

A-6508/2020 

Seite 19 

Listenersuchen alle Anforderungen erfülle und daher zulässig sei. Im glei-

chen Sinn fällte das Bundesverwaltungsgericht betreffend Amtshilfeersu-

chen der Niederlande das Nachfolgeurteil A-6507/2020 vom 11. Oktober 

2022. Auf die dagegen erhobene Beschwerde ist das Bundesgericht mit 

Urteil 2C_872/2020 vom 8. November 2022 nicht eingetreten. Aufgrund 

dieser höchstrichterlichen Klärung der Frage der Zulässigkeit des Amtshil-

feersuchens und deren präjudizieller Bedeutung für das vorliegende Ver-

fahren bleibt für das Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich kein Raum, 

die Amtshilfe in Abweichung zu den höchstrichterlichen Erwägungen zu 

verweigern. 

Die nachfolgenden Ausführungen (E. 3.1 ff.), welche die Frage der Zuläs-

sigkeit des vorliegenden Amtshilfeersuchens beschlagen, beschränken 

sich daher hauptsächlich auf eine kurze Zusammenfassung der relevan-

ten, das Bundesverwaltungsgericht materiell bindenden, höchstrichterli-

chen Schlussfolgerungen.  

3.1 Die Beschwerdeführenden rügen die Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs, indem die Schlussverfügung der ESTV vom 23. November 2020 «in 

Vertretung» einer nicht identifizierbaren Person unterschrieben worden sei.  

In seinem Urteil A-6507/2020 vom 11. Oktober 2022 hat das Bundesver-

waltungsgericht diese beschwerdeführerische Rüge der Verletzung des 

rechtlichen Gehörs verworfen. Es bestünden keine Zweifel, dass die 

Schlussverfügung von der sachlich und funktionell zuständigen Behörde 

erlassen worden sei (dortige E. 3.1). Im Übrigen erkannte auch das Bun-

desgericht in seinem Nichteintretensentscheid 2C_872/2022 vom 8. No-

vember 2022 keine Verletzung des rechtlichen Gehörs (dortige E. 4.2.1). 

Somit dringen die Beschwerdeführenden mit derselben Rüge auch im vor-

liegenden Verfahren nicht durch. 

3.2 Im Weiteren halten die Beschwerdeführenden die Eintretensvorausset-

zungen für nicht gegeben, da sie eine «fishing expedition» sowie ein treu-

widriges Verhalten der Niederlande erblicken.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen, dass keine verbotene 

«fishing expedition», welche ein Nichteintreten auf das Amtshilfeersuchen 

nach sich ziehen müsste, vorliege (Referenzurteil, E. 4.6; Urteil des BVGer 

A-6507/2020 vom 11. Oktober 2022 E. 3.7.2). In seinem Nichteintretens-

entscheid 2C_872/2022 vom 8. November 2022 hat das Bundesgericht 

A-6508/2020 

Seite 20 

abermals ausgeführt, dass der Domizilcode in Listen, die von der Informa-

tionsinhaberin (Bank) geführt worden seien, einen hinreichenden Anknüp-

fungspunkt für eine potenzielle Steuerpflicht darstelle (dortige E. 4.2.2).  

Das Bundesverwaltungsgericht hat auch kein treuwidriges Verhalten der 

Niederlande erkannt (Referenzurteil, E. 4.5; Urteil des BVGer A-6507/2020 

vom 11. Oktober 2022 E. 3.8.3).  

Demnach ist vorliegend weder eine «fishing expedition» noch ein treuwid-

riges Verhalten der Niederlande ersichtlich.  

3.3 Die Beschwerdeführenden bestreiten zudem die voraussichtliche Er-

heblichkeit der ersuchten Informationen mangels niederländischen Be-

zugs.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat die voraussichtliche Erheblichkeit der 

vom BD ersuchten Informationen bejaht (Referenzurteil, E. 4.12 ff.; Urteil 

des BVGer A-6507/2020 vom 11. Oktober 2022 E. 9.3.2).  

Wie schon erwähnt, stellt der Domizilcode in Listen, die von der Informa-

tionsinhaberin (Bank) geführt worden sind, einen hinreichenden Anknüp-

fungspunkt für eine potenzielle Steuerpflicht dar (E. 3.2). Nach ständiger 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung bildet zudem die Bestimmung der 

steuerrechtlichen Ansässigkeit («Steuerwohnsitz») einer betroffenen Per-

son im internationalen Verfahren eine materiellrechtliche Frage, die vom 

ersuchenden ausländischen Staat zu klären ist (Urteil des BGer 

2C_872/2022 vom 8. November 2022 E. 4.2.3 m.w.H.; Referenzurteil, 

E. 4.6; Urteil des BVGer A-6507/2020 vom 11. Oktober 2022 E. 9.3.2). Das 

trifft insbesondere auch auf den Einwand zu, die persönliche Zugehörigkeit 

mit der damit einhergehenden unbeschränkten Steuerpflicht bestehe nicht 

im Ausland, sondern in der Schweiz (Urteil des BGer 2C_872/2022 vom 

8. November 2022 E. 4.2.3 m.w.H.).  

Somit sind auch im vorliegenden Verfahren die zu übermittelnden Informa-

tionen voraussichtlich Erheblich zur Anwendung oder Durchsetzung des 

niederländischen Rechts im ersuchten Zeitraum (E. 2.3.2).  

4.  

Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen für die in der angefochte-

nen Schlussverfügung vom 23. November 2020 vorgesehene Amtshilfe-

leistung erfüllt. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzu-

weisen. 

A-6508/2020 

Seite 21 

5.  

5.1 Ausgangsgemäss haben die unterliegenden Beschwerdeführenden 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind ange-

sichts verschiedener beim Bundesverwaltungsgericht hängiger Kon-

nexverfahren (Urteil des BVGer 6507/200 vom 11. Oktober 2022 E. 1.4.2 

und E. 5.1; Sachverhalt, Bst. F) mit teils gleichen rechtlichen Fragen auf 

Fr. 3'000.- festzulegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 5'000.- ist zur Bezahlung dieser Kosten zu ver-

wenden. Der Überschuss von Fr. 2'000.- ist den Beschwerdeführenden 

nach Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. 

5.2 Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 

VGKE). 

6.  

Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-

sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur dann mit 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge-

richt weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet 

das Bundesgericht. 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

A-6508/2020 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Der Antrag auf Verfahrensvereinigung wird abgewiesen. 

2.  

Der Antrag auf Edition der vorinstanzlichen Akten wird als gegenstandslos 

abgeschrieben. 

3.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.- werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.- 

wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. Der Überschuss von 

Fr. 2'000.- wird den Beschwerdeführenden nach Rechtskraft dieses Urteils 

zurückerstattet. 

5.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Keita Mutombo Kaspar Gerber 

 

A-6508/2020 

Seite 23 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der 

Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei-

zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der 

Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt 

ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-

tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

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