# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 577bc381-c08c-504a-ae40-6803f4c1dc2a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.05.2010 C-4855/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4855-2008_2010-05-12.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4855/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  M a i  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Z._______ (Österreich), vertreten durch 
Kammer für Arbeiter und Angestellte 
für Y._______, AT-X._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
W._______,
Vorinstanz.

Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 4. Juli 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4855/2008

Sachverhalt:

A.
A._______, geboren (...) 1946, ist österreichischer Staatsangehöriger 
und  wohnt  in  Z._______,  Österreich.  Seit  April  1982  war  er  in 
V._______  (Kanton  U._______)  als  Lagermitarbeiter  angestellt  und 
leistete  von  1973  bis  1976  und  1982  bis  2003  Beiträge  an  die 
obligatorische Alters-,  Hinterlassenen-  und Invalidenversicherung. Im 
Januar  1999  erlitt  er  einen  Herzinfarkt,  im  April  desselben  Jahres 
erfolgte  eine  4-fach  Bypassoperation  (act.  IV/7).  Ab  18.  September 
2003  wurde  er  aufgrund  der  Herzproblematik,  einem  chronischen 
lumbovertebralen Schmerzsyndrom sowie einer gering- bis mittelgra-
digen  depressiven  Episode  als  auf  Dauer  arbeitsunfähig  bezeichnet 
(act. IV/9, 16.2, 25.8 ff.).

B.
Am 22. September  2004 liess  er  via  den österreichischen Versiche-
rungsträger (nachfolgend: PVA) in der Schweiz einen Antrag auf eine 
Invalidenrente stellen und reichte am 20. Oktober 2004 bei der Sozial-
versicherungsanstalt des Kantons U._______ (nachfolgend: SVA) das 
Antragsformular für IV-Leistungen für Erwachsene ein (act. IV/ 1 – 3, 
5).

Gestützt  auf  umfangreiche  Begutachtungsakten  aus  Österreich,  ein 
von der SVA veranlasstes Gutachten des Aerztlichen Begutachtungs-
instituts ABI, T.________, vom 18. November 2005, sowie die Stellung-
nahmen des regionalärztlichen Dienstes  (RAD; act. IV/30,  32  –  33), 
wies die IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland IVSTA (Vorinstanz) am 
13. Januar 2006 den Anspruch auf eine Invalidenrente ab (act. IV/45).

Die dagegen eingereichte Einsprache vom 7. Februar 2006 wies die 
Vorinstanz am 14. Juni 2006 mit der Begründung ab, er sei als Lager-
mitarbeiter seit dem 18. September 2003 zu 100% arbeitsunfähig, kön-
ne jedoch einer körperlich leichten und adaptierten Tätigkeit ganztags, 
mit  einer Leistungseinbusse von 20%, nachgehen. Der Einkommens-
vergleich  ergebe  eine  Erwerbseinbusse  von  Fr. 18'152.--  und  damit 
einen Invaliditätsgrad von 32% (act. IV/42.2 – 42.4, 55). Der Einspra-
cheentscheid erlangte Rechtskraft (act. IV/61).

C.

Seite 2

C-4855/2008

C.a Am 12. September 2007 stellte der Versicherte – wiederum über 
den österreichischen Versicherungsträger – bei der IVSTA einen neu-
en Antrag auf eine Invalidenrente (act. IV/65 – 67). Er begründete die-
sen damit, dass er sowohl vom österreichischen wie auch vom deut-
schen Rentenversicherungsträger aus gesundheitlichen Gründen eine 
Pension  und  vom  österreichischen  Versicherungsträger  seit  dem 
1. November  2006  zusätzlich  ein  Pflegegeld  Stufe  2  erhalte  und  im 
Übrigen das österreichische Bundessozialamt am 25. Mai 2007 einen 
60%-igen Grad der Behinderung festgestellt habe (vgl. act. IV/63, 67.3, 
Beschwerdeakten 1.7 – 1.9). Dem Antrag waren verschiedene aktuelle 
ärztliche Berichte des Krankenhauses Z.________ (Chirurgie), von Dr. 
C._______ (MRT-Bericht der LWS), Dr. D._______ (Psychiater) und Dr. 
E.________  (Orthopäde)  beigefügt.  Dr.  E.________  gab  in  seinem 
Attest  an,  der  Patient  sei  sicher  nicht  mehr  arbeitsfähig  (act.  IV/70, 
71).

C.b Die SVA holte beim RAD und bei Dr. D._______ Stellungnahmen 
sowie beim Versicherten Angaben zu den aktuell behandelnden Ärzten 
ein (act. IV/73 – 83). Mit Vorbescheid vom 20. März 2008 teilte sie dem 
Versicherten  mit,  seit  dem  Einspracheentscheid  vom  14.  Juni  2006 
habe sich sein Gesundheitszustand nicht relevant verändert. Es liege 
ein  Invaliditätsgrad  von  32% vor,  weshalb  kein  Rentenanspruch  be-
stehe (act. IV/86). 

Der Versicherte – vertreten durch die Kammer für Arbeiter und Ange-
stellte  AK-Y.________  –  wendete  unter  Bezugnahme  auf  die 
zugesprochenen  Versicherungsleistungen  aus  Österreich  und 
Deutschland sowie weitere neue ärztliche Atteste von Dr. E._______ 
und dem Hausarzt Dr. F.________ (act. IV/88.3 = 91.2, 89, 91.1) ein, 
er  sei  mit  dieser Entscheidung nicht  einverstanden (act. IV/87 – 89, 
91). Der RAD nahm am 6. Juni 2008 nochmals Stellung (act. IV/92). 

Mit Verfügung vom 4. Juli 2008 wies die IVSTA das Leistungsbegehren 
mit der Begründung ab, der Gesundheitszustand des Versicherten ha-
be sich seit dem Einspracheentscheid vom 14. Juni 2006 nicht relevant 
verändert. Bei einem festgestellten Invaliditätsgrad von 32% bestehe 
kein Anspruch auf eine Invalidenrente (act. IV/95).

C.c Gegen diesen Bescheid  reichte  der  Beschwerdeführer  –  wiede-
rum vertreten durch die AK-Y._______ – am 21. Juli 2008 (Poststem-
pel) Beschwerde ein und verlangte die Aufhebung der Verfügung vom 

Seite 3

C-4855/2008

4. Juli 2008 und die Gewährung einer Rente (act. 1). Er wies darin auf 
seine sich verschlechternde gesundheitliche Situation  hin und führte 
aus, eine Arbeitsfähigkeit sei aufgrund seiner Leiden nicht mehr gege-
ben. Er rügte sinngemäss weiter, die Vorinstanz habe sich in ihrer Be-
urteilung ausschliesslich auf ihre eigenen Erhebungen aus den Jahren 
2005/2006 gestützt und die eingereichten neuen Akten nicht berück-
sichtigt. Da gravierende gutachterliche Differenzen zwischen den von 
der Vorinstanz berücksichtigten und der neuen Akten bestünden, habe 
es die Vorinstanz unterlassen, zumindest eine neue Abklärung durch-
führen zu lassen,  weshalb die  Vorinstanz ihrer  Pflicht  zur Abklärung 
des Sachverhalts nicht nachgekommen und die Beurteilung nicht zu-
treffend sei.

C.d Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 
25. August  2008 unter  Bezugnahme auf  die Stellungnahme der SVA 
vom 21. August 2008 die Abweisung der Beschwerde und die Bestäti-
gung der angefochtenen Verfügung (act. 3).

C.e Der  Beschwerdeführer  hielt  in  seiner  Replik  vom 8.  September 
2008  an  seinen  Anträgen  fest  und  machte  geltend,  die  Vorinstanz 
übersehe in ihrer Stellungnahme die Verschlechterung seines Gesund-
heitszustandes,  welche  durch  die  Zusprache  von  Pflegegeld  2  in 
Österreich belegt werde. Auch die weiteren medizinischen Akten seien 
nicht  gewürdigt  worden.  Es  liege  hier  nicht  eine  unterschiedliche 
Beurteilung  eines  wesentlich  gleichen  Sachverhalts,  sondern  ein 
massiv  verschlechterter  Gesundheitszustand  vor,  was  eine  neue 
Abklärung erfordert hätte. 

Der Aufforderung zur Leistung eines Kostenvorschusses in Höhe von 
Fr. 300.-- kam der Beschwerdeführer fristgemäss nach (act. 7, 9).

C.f Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  Verwaltungsgerichtsgesetz  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit  Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 
Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 

Seite 4

C-4855/2008

19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes über 
das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für  Ver-
sicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht vor. 

1.2 Der  Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 des Bundes-
gesetzes  über  den  allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 [ATSG, SR 830.1]; entsprechend: Art. 48 Abs. 1 
VwVG). Er ist daher zur Beschwerde legitimiert. 

Die  Kammer  für  Arbeiter  und  Angestellte  (AK)  für  Y._______,  Ge-
schäftsstelle  X._______,  hat  die  Beschwerde  im  Namen  des 
Beschwerdeführers eingereicht. Der Beschwerdeführer hat diese am 8. 
April  2008 rechtsgültig bevollmächtigt (act. 1.2). Der die Beschwerde 
unterzeichnende Mag. G.________ ist rechtsgültig bevollmächtigt.

1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 
(Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) und der Kostenvorschuss innert der 
auferlegten  Frist  gemäss  Art.  63  Abs.  4  VwVG  geleistet  wurde,  ist 
darauf einzutreten.

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz  (VwVG), 
soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 
das  Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG) anwendbar  ist. Nach Art. 1  Abs. 1  IVG sind die 
Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis 

und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Ab-
weichung vom ATSG vorsieht.

2.2 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV ist bei Grenzgängern die IV-Stelle, in 
deren  Tätigkeitsgebiet  die  Grenzgängerin  eine  Erwerbstätigkeit  aus-
übt, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Die 
Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. 

Seite 5

C-4855/2008

Da der Beschwerdeführer bei Eintritt des geltend gemachten Gesund-
heitsschadens als Grenzgänger im Tätigkeitsgebiet der SVA gearbeitet 
hat,  war  diese  für  die  Entgegennahme und  Prüfung  der  Anmeldung 
und  der  Durchführung  des  Verfahrens  zuständig.  Die  angefochtene 
Verfügung vom 4. Juli 2008 wurde hingegen zu Recht von der IVSTA 
erlassen.

2.3
2.3.1 Der  Beschwerdeführer  ist  österreichischer  Staatsangehöriger 
mit Wohnsitz in Österreich, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in 
Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein-
schaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(nachfolgend:  FZA,  SR 0.142.112.681),  insbesondere  dessen  An-
hang II betreffend die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher-
heit, anzuwenden ist (Art. 80a IVG). 

2.3.2 Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates 
vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicher-
heit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienange-
hörige,  die  innerhalb  der  Gemeinschaft  zu-  und  abwandern 
(SR 0.831.109.268.1),  haben  die  in  den  persönlichen  Anwendungs-
bereich der Verordnung fallenden,  in einem Mitgliedstaat wohnenden 
Personen aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats grund-
sätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen 
dieses Staates.

2.3.3 Soweit das FZA bzw. die auf dieser Grundlage anwendbaren ge-
meinschaftsrechtlichen  Rechtsakte  keine  abweichenden  Bestimmun-
gen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens sowie die 
Prüfung  der  Anspruchsvoraussetzungen  einer  schweizerischen  Inva-
lidenrente  grundsätzlich  nach  der  innerstaatlichen  Rechtsordnung 
(BGE 130 V 257 E. 2.4). Allerdings werden die von den Trägern der an-
deren Staaten erhaltenen ärztlichen Unterlagen und Berichte gemäss 
Art.  40  der  Verordnung  (EWG)  Nr. 574/72  des  Rates  vom 21. März 
1972 über die Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (SR 
0.831.109.268.11;  vgl.  auch Art.  51  der  Verordnung 574/72)  berück-
sichtigt. Gemäss Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom 
Träger eines Mitgliedstaates getroffene Entscheidung über die Invalidi-
tät eines Antragstellers für den Träger eines anderen betroffenen Staa-

Seite 6

C-4855/2008

tes  nur  dann verbindlich,  wenn die  in  den Rechtsvorschriften  dieser 
Staaten festgelegten Tatbestandsmerkmale der Invalidität in Anhang V 
dieser  Verordnung als übereinstimmend anerkannt  sind,  was für  das 
Verhältnis zwischen Österreich und der Schweiz (ebenso wie für das 
Verhältnis zwischen den übrigen EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz) 
nicht der Fall ist. 

2.3.4 Demnach bestimmt sich vorliegend der Anspruch des Beschwer-
deführers  auf  Leistungen  der  schweizerischen  Invalidenversicherung 
ausschliesslich nach dem innerstaatlichen schweizerischen Recht, ins-
besondere nach dem IVG sowie der Verordnung über die Invalidenver-
sicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 831.210).

2.4 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der 
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt  des 
angefochtenen Verwaltungsaktes, hier der Verfügung vom 4. Juli 2008, 
eingetretenen Sachverhalt  abstellen  (BGE 130 V 329,  BGE 129 V 4 
E. 1.2 mit Hinweisen),  sind die ab 1. Januar 2003 geltenden Bestim-
mungen des ATSG anwendbar.

Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den 
neuen Normen zu prüfen (pro  rata  temporis;  BGE 130 V 445). Ent-
sprechend  ist  das  IVG für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  2004  bis 
31. Dezember 2007 in der Fassung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; 
AS 2003  3837,  nachfolgend  „aIVG“)  anwendbar,  ab  dem  1.  Januar 
2008  in  der  Fassung  gemäss  5.  IV-Revision  (Änderungen  vom 
6. Oktober 2006 [AS 2007 5129],  nachfolgend „IVG“). Die IVV ist  für 
den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in ihrer Fas-
sung vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision; AS 2003 3859) anwendbar, ab 
dem 1. Januar 2008 in der Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderun-
gen vom 28. September 2007 [AS 2007 5155]).

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

Seite 7

C-4855/2008

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

3.2.1 Im  Sozialversicherungsprozess  hat  das  Gericht  seinen  Ent-
scheid,  sofern das Gesetz nicht  etwas Abweichendes vorsieht,  nach 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweis-
anforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdar-
stellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, 
je mit Hinweisen).

3.2.2 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-
scheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen 
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die 
Abnahme  weiterer  Beweise  zu  verzichten  (antizipierte  Beweiswürdi-
gung; UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 
Zürich 1999, S. 212, Rz 450; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d, 122 II 
464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b).

4.
Im vorliegenden Verfahren ist in der Hauptsache streitig und vom Bun-
desverwaltungsgericht zu prüfen, ob der Beschwerdeführer entgegen 
der Auffassung der Vorinstanz Anspruch auf eine Schweizer Invaliden-
rente  hat.  Dabei  ist  insbesondere  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  den 
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt hat.

Zunächst sind jedoch die zur Beurteilung der Streitsache massgeben-
den  gesetzlichen  Grundlagen  und  die  von  der  Rechtsprechung  ent-
wickelten Grundsätze darzulegen.

4.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat,  wer invalid im Sinn des Gesetzes ist  (Art. 7,  8,  16 ATSG; 
Art. 4, 28, 29 aIVG, Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall 
mindestens während eines vollen Jahres (Art. 36 Abs. 1 aIVG) bzw. 
während drei Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die Alters-, Hin-

Seite 8

C-4855/2008

terlassenen- und Invalidenversicherung geleistet  hat. Diese zwei Be-
dingungen müssen kumulativ erfüllt sein. 

Der Beschwerdeführer hat während über zwanzig Jahren Beiträge an 
die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 
entrichtet (act. IV/2), so dass er die gesetzliche Mindestbeitragsdauer 
erfüllt.  Zu  prüfen  ist  nachfolgend,  ob  er  im  Sinne  des  Gesetzes  in 
rentenbegründendem Ausmass invalid geworden ist.

4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Der  Zeitpunkt  des  Eintritts  der  Invalidität  beurteilt  sich  nach  Art. 29 
Abs. 1  aIVG. Der  Rentenanspruch  entsteht  frühestens  in  dem  Zeit-
punkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbs-
unfähig  geworden  ist  (Bst.  a:  Dauerinvalidität,  Art.  7  ATSG)  oder 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens zu 40% arbeitsunfähig war (Bst. b: langdauernde Krank-
heit, Art. 6 ATSG, vgl. BGE 121 V 264 E. 6). Neurechtlich haben nach 
Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Er-
werbsfähigkeit  nicht  durch  zumutbare  Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a); während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens  zu  40% arbeitsunfähig  gewesen sind  (Bst. b); und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Bst. c). 

4.2.1 Bei  der  Bestimmung  der  durchschnittlichen  Arbeitsunfähigkeit 
während der Wartezeit ist unerheblich, auf welche gesundheitlich be-
dingten Ursachen die Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen ist. Die Ursa-
chen können verschiedener Natur sein und hintereinander oder kumu-
lativ auftreten. Die Wartezeit gilt als eröffnet, wenn aufgrund der Ver-
hältnisse  im  Einzelfall  eine  deutliche  Beeinträchtigung  der  Arbeits-
fähigkeit vorliegt, wobei eine Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent in der 
Regel bereits bedeutend ist (Kreisschreiben des Bundesamtes für So-
zialversicherungen  [BSV]  über  Invalidität  und  Hilflosigkeit  in  der  In-
validenversicherung  [KSIH],  Fassung  gültig  ab  1.  Januar  2008, 
Rz. 2009 f. mit Verweis auf AHI-Praxis 1998 S. 124). Gemäss Art. 88a 
Abs. 2  IVV ist  bei  einer  Verschlechterung der  Erwerbsfähigkeit  oder 
der Fähigkeit,  sich im Aufgabenbereich zu betätigen,  die anspruchs-
beeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesent-
liche  Unterbrechung  drei  Monate  angedauert  hat.  Art.  29bis IVV  ist 
sinngemäss anwendbar.

Seite 9

C-4855/2008

4.2.2 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen 
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch 
auf  eine  Viertelsrente,  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  60  Prozent  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente  und  bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine 
ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 aIVG, Art. 28 Abs. 2 IVG).

4.2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art. 16 ATSG).

4.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist 
Invalidität  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre-
chen,  Krankheit  oder  Unfall.  Erwerbsunfähigkeit  ist  gemäss  Art. 7 
ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge-
sundheit  verursachte  und nach zumutbarer  Behandlung und Einglie-
derung  verbleibende  ganze  oder  teilweise  Verlust  der  Erwerbsmög-
lichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeits-
markt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der kör-
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder 
teilweise  Unfähigkeit,  im bisherigen Beruf  oder  Aufgabenbereich  zu-
mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare 
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Art. 6 ATSG).

4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person  arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits-
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 

Seite 10

C-4855/2008

256 E. 4 mit Hinweisen). Es sind demnach nicht nur die Erwerbsmög-
lichkeiten im angestammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Ver-
weisungstätigkeiten  zu  prüfen.  Die  –  arbeitsmedizinische  –  Aufgabe 
der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern 
die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen 
leidensbedingt  eingeschränkt ist. Die Frage, welche konkreten beruf-
lichen  Tätigkeiten  auf  Grund  der  medizinischen  Angaben  und  unter 
Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person in 
Frage kommen, ist demgegenüber nicht von der Ärztin oder dem Arzt, 
sondern  von  der  Verwaltung  bzw.  von  der  Berufsberatung  zu  be-
antworten  (vgl.  Urteil  des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts 
I 457/04  vom 26. Oktober  2004,  in:  SVR 2006  IV  Nr. 10,  E. 4.1  mit 
Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b).

4.5 Aufgrund  des  im  gesamten  Sozialversicherungsrecht  geltenden 
Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist ein in seinem bisheri-
gen Tätigkeitsbereich dauernd arbeitsunfähiger Versicherter gehalten, 
innert nützlicher Frist Arbeit in einem anderen Berufs- oder Erwerbs-
zweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie möglich und zumutbar 
erscheint (BGE 113 V 28 E. 4a, BGE 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist es 
am  behandelnden  Arzt  bzw.  am  Vertrauensarzt  einer  IV-Stelle  zu 
entscheiden, in welchem Ausmass ein Versicherter seine verbliebene 
Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und zumutbarem Einsatz auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann. Diese sogenannte 
Verweisungstätigkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (lei-
densangepasste Verweisungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.).

4.6 Hinsichtlich  des  Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all-
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be-
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
ist, in der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertinnen und Experten begründet  sind. Ausschlaggebend für  den 
Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder  die  Herkunft  des  Beweis-
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu Urteil 
des Bundesgerichts [BGer] I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit 
Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). In Bezug auf Berichte von Haus-
ärzten  darf  und  soll  der  Richter  der  Erfahrungstatsache  Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Seite 11

C-4855/2008

Vertrauensstellung in  Zweifelsfällen  eher  zu  Gunsten ihrer  Patienten 
aussagen. Den  Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 
kommt Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollzieh-
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine konkreten 
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass 
der befragte Arzt  in  einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungs-
träger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Be-
fangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, wel-
che das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als 
begründet erscheinen lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 
160  E. 1c,  123  V  178  E.  3.4  sowie  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar, 
2. Auflage, Zürich 2009, Art. 43 Rz. 35).

5.
Nachdem  die  Vorinstanz  mit  rechtskräftig  gewordenem  Einsprache-
entscheid vom 14. Juni 2006 festgestellt hatte, es liege kein Rentenan-
spruch vor, macht der Beschwerdeführer in seiner neuen Anmeldung 
sinngemäss  geltend,  seine Gesundheit  habe  sich  seither  wesentlich 
verschlechtert und er sei nicht mehr arbeitsfähig.

5.1 Nach  Rechtsprechung  des  Eidgenössischen  Versicherungsge-
richts beurteilt  sich die Frage, ob eine anspruchsbegründende Ände-
rung in den für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten 
ist, im Neuanmeldungsverfahren bei der materiellen Prüfung – analog 
zur  Rentenrevision  nach  Art.  41  aIVG (seit  1.  Januar  2003:  Art.  17 
ATSG) – durch den Vergleich des Sachverhalts,  wie er  im Zeitpunkt 
der  ersten Ablehnungsverfügung bestanden hat,  mit  demjenigen zur 
Zeit  der  streitigen  neuen  Verfügung.  Das  Eidgenössische  Versiche-
rungsgericht  hat wiederholt  bestätigt,  dass die zum Rentenrevisions-
verfahren nach Art. 41 aIVG entwickelten Grundsätze über die zeitlich 
zu vergleichenden Sachverhalte analog auch im Falle einer Neuanmel-
dung Geltung hätten (BGE 130 V 71 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 105 V 
29 E. 1b sowie AHI 1999 S. 84 E. 1b und BGE 117 V 198 E. 3a mit 
vielen weiteren Hinweisen).

5.2 Somit  ist  zu  prüfen,  ob  sich  die  Gesundheit  des  Beschwerde-
führers  seit  dem rechtskräftig  gewordenen Einspracheentscheid vom 
14. Juni 2006 in einem Mass verschlechtert hat, dass er nunmehr An-
spruch auf eine Rente der Schweizer Invalidenversicherung hat. Dem-
nach ist  nachfolgend zuerst  der  per  14. Juni  2006  festgestellte  Ge-
sundheitszustand aufzuführen. Anschliessend ist dieser mit dem sich 

Seite 12

C-4855/2008

anhand der neuen Unterlagen ergebenden aktuellen Gesundheitszu-
stand zu vergleichen. 

5.3 Dem Einspracheentscheid vom 14. Juni 2006 ist  zu entnehmen, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund der Diagnosen chronisches lum-
bovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik, Korona-
re-Ast-Erkrankung ohne Zeichen einer Herzinsuffizienz nach erfolgter 
Bypass-Operation und Status nach leicht- bis mittelgradiger depressi-
ver Episode in seiner angestammten Tätigkeit als Lagermitarbeiter seit 
dem  18. September  2003  zu  100%  arbeitsunfähig  war.  Körperlich 
leichte und adaptierte Tätigkeiten waren ihm aber ganztags mit einer 
Leistungseinbusse  von 20% zumutbar. Es  wurde  ein  Invaliditätsgrad 
von 32 % festgestellt (act. IV/55.3, 55.8).

5.4
5.4.1 Der Orthopäde Dr. E.________ nahm am 30. Juli 2007 (gestützt 
auf einen Kernspintomographiebefund vom 21. Juni 2007) und am 7. 
Februar 2008 Stellung (act. IV/71.1, 71.4, 88.3). Dieser gibt als ortho-
pädische  Diagnosen  eine  chronische  schwere  Lumbalgie  bei  hoch-
gradiger Spinalkanalstenose L4/L5 und mässiger in der übrigen LWS, 
schwere Osteochondrose L2/3  und L5/S1,  leichte  Wurzelirritation L4 
links  (EMG  22.10.07)  an.  Er  führt  aus,  der  Patient  könne  nur  mit 
Dauermedikation  mit  Tramal  einigermassen  schmerzfrei  leben,  eine 
Arbeitsfähigkeit  sei  sicher  nicht  gegeben  und  aufgrund  der  Mehr-
etagenerkrankung an der Lendenwirbelsäule und der zusätzlichen kar-
dialen Symptomatik seien operative Massnahmen nicht möglich.

5.4.2 Dr. D._______, Facharzt für Psychiatrie, gibt in seiner Stellung-
nahme vom 12. Juli 2007 zu Handen der IVSTA (act. IV/71.2 f. = 96.7) 
die  Diagnose  Depression  bei  v.  a.  hirnorganische  Unterlegung; 
Differenzialdiagnose: Organische Depression, an. Es handelt sich um 
einen Verlaufsbericht von drei  Konsultationen vom 22. Mai – 10. Juli 
2007 nach Überweisung durch den Hausarzt und dessen Einstellung 
auf Psychopharmaka. Der Psychiater stellte im Verlauf eine teilweise 
Verbesserung  fest,  wobei  der  Patient  mit  den  Medikamenten  noch 
zuwarten wollte. Anhaltend belastend sei die finanzielle Situation, da 
die Schweizer Rente ausstehend sei. Weiter wurde ein kognitives Trai-
ning bei den PGD (Psychosoziale Gesundheitsdienste) eingeleitet.

Dr. D._______ hielt  gegenüber  der  SVA am 7. Januar  2008  fest,  er 
habe  den  Patienten  seit  Juli  2007  nicht  mehr  gesehen  und  könne 

Seite 13

C-4855/2008

deshalb  für  die  Zeit  danach keine Beurteilung abgeben (act. IV/74). 
Der Beschwerdeführer gab der Vorinstanz an,  er  erhalte  die von Dr. 
D._______ verschriebenen Medikamente weiterhin vom Hausarzt und 
lasse  sich  auch  von  diesem  behandeln.  Weil  Dr.  D._______  kein 
Kassenarzt  sei,  werde er  ihn  erst  konsultieren,  wenn es ihm wieder 
ganz schlecht gehe, da er dessen Rechnungen nicht bezahlen könne 
(vgl. act. IV/79, 89).

5.4.3 In  seinem  ärztlichen  Attest  stellt  der  Hausarzt  Dr.  F._______, 
Arzt  für  Allgemeinmedizin,  am 14. Mai  2008  (act. IV/91.1)  bezüglich 
der  Herzkreislauf-Situation  fest,  es  komme  naturgemäss  zu  einer 
Verschlechterung  der  Gesamtsituation,  bei  bestehender 
myocardszintigraphisch nachgewiesener Minderperfusion arteriolateral 
mit  echocardiographisch  nachgewiesener  Hypokinesie.  Zudem 
bestehe  eine  pulmonale  Hypertonie.  Die  kardiale  Situation  sei  im 
Moment unter Medikation und entsprechenden Lebensstilmassnahmen 
kompensiert,  der  Patient  sei  jedoch  unter  seiner  Leistungsbreite 
deutlich eingeschränkt. Mit einer Verschlechterung sei auch langfristig 
zu rechnen. Zusammen mit  der  depressiven Situation (insbesondere 
Angstsymptome),  die  seit  zwei  Jahren  vorliegen  würden  und  mit 
entsprechenden  Medikamenten  behandelt  werden  müsse,  und  der 
chronischen  Schmerzsituation  des  Bewegungsapparates,  aggraviert 
durch  die  Angstsituation  und  behandelt  durch  eine  dauerhafte 
Analgetikatherapie, sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100% gegeben.

5.4.4 Der RAD stellte in seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2008 (act. 
IV/92)  fest,  die  kardiale  Situation  sei  unter  der  aktuellen  Medikation 
kompensiert. Die neu postulierte Diagnose einer pulmonalen Hyperto-
nie werde weder durch eine Untersuchung dokumentiert  noch durch 
eine spezifische Therapie sichtbar gemacht. In orthopädischer Hinsicht 
werde zwar eine hochgradige Spinalkanalstenose beschrieben, diese 
werde aber nicht weiter belegt. Der Orthopäde stelle selbst fest, der 
Versicherte  könne  mit  einer  dauerhaften  analgetischen  Medikation 
einigermassen  schmerzfrei  leben.  Schon  am  8.  Januar  und  am 
17. März 2008 hatte der RAD festgestellt (act. IV/75, 83), dass auch in 
psychischer Hinsicht keine Hinweise für eine Verschlechterung seit der 
umfangreichen Begutachtung im Herbst 2005 bestehen würden.

Der  RAD  gab  somit  zusammenfassend  an,  die  gutachterliche  Ein-
schätzung der  adaptierten Arbeitsfähigkeit  aus dem Jahr 2005 habe 
weiterhin Gültigkeit. Die neuen von den behandelnden Ärzten einge-

Seite 14

C-4855/2008

reichten Berichte  würden sich  nicht  auf  die  medizinisch-theoretische 
Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensadaptierten Tätigkeit beziehen.

5.5
5.5.1 Aus orthopädischer und aus kardialer Sicht ist die Stellungnah-
me des RAD vom 6. Juni 2008 klar  und nachvollziehbar. Ausser der 
medikamentösen  Behandlung  durch  die  behandelnden  Ärzte  sind 
keine  weiteren  medizinischen  Massnahmen  wie  z.B.  Physiotherapie 
ersichtlich  und es  fehlen Belege zu durchgeführten Untersuchungen 
(EMG 22.10.07,  vgl.  act.  IV/88.3)  oder  aus  kardialer  Sicht  Verlaufs-
kontrollen eines behandelnden Spezialisten (vgl. act. 91.1  „myocard-
szintigraphisch nachgewiesen“). Weiter äussern sich die beiden Ärzte 
nicht zur verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer adaptierten 
Verweistätigkeit. Es fehlt somit der Nachweis einer relevanten Gesund-
heitsverschlechterung  seit  der  umfangreichen  Beurteilung  durch  das 
ABI im November 2005. Es ist deshalb den Feststellungen des RAD 
zuzustimmen. 

5.5.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind auch kei-
ne Anzeichen für  eine  rentenbegründende  Gesundheitsverschlechte-
rung aus psychischer Sicht erkennbar. Weder ist eine aktuelle spezial-
ärztliche Behandlung dokumentiert  noch bestehen Hinweise für  eine 
weitergeführte psycho(soziale) Therapie. Den Akten ist einzig zu ent-
nehmen, dass der Beschwerdeführer vom Hausarzt im Mai 2007 wie-
derum  auf  Antidepressiva  und  Benzodiazepin  eingestellt  und  der 
Patient an einen Psychiater überwiesen wurde. Diesen konsultierte der 
Patient dreimal. Die medikamentöse Therapie wurde angepasst, wobei 
der  Beschwerdeführer  mit  Medikamenten noch zuwarten wollte. Seit 
Mitte 2007 behandelt nur noch der Hausarzt. 

Schon im ABI-Gutachten war festgestellt worden, dass der Versicherte 
die  aufgeführten  Psychopharmaka  abgesetzt  habe  und  bei  aktuell 
nicht manifester Depression eine weitere Verordnung auch nicht indi-
ziert  sei (act. IV/30.17, siehe auch 55.7 E. 3c). Aus den Akten ist zu 
schliessen, dass offenbar im Frühling/Sommer 2007 eine neue depres-
sive Episode vorlag, die eine neuerliche Behandlung nötig machte und 
die unter Einleitung einer medikamentösen und psychosozialen Thera-
pie im Frühling/Sommer 2007 durchgeführt wurde. Da auch in Öster-
reich eine adäquate psychiatrische Behandlung zur Grundversorgung 
gehört, vorliegend indessen ab Ende Juli 2007 nur noch eine Behand-
lung durch den  Hausarzt  dokumentiert  ist,  sind  keine Anzeichen für 

Seite 15

C-4855/2008

das Vorliegen einer andauernden,  rentenrelevanten Verschlechterung 
des  psychischen  Gesundheitszustandes  ersichtlich  (siehe  auch  act. 
3.1.4  mit  Verweis  auf  das  Urteil  des  Bundesgerichts  I 820/05  vom 
27. Dezember 2006 E. 2).

5.5.3 Soweit  sich  der  Beschwerdeführer  auf  den  Spitalbericht  des 
Krankenhauses Z._______ vom 27. August 2007 (act. IV/70.1) bezieht, 
ist auf die Stellungnahme des RAD vom 12. Dezember 2007 (act. 73.2) 
zu verweisen, wonach der Bericht einer komplikationslos verlaufenen 
Cholecystektomie  vorgelegt  werde,  woraus auch keine Gesundheits-
verschlechterung abgeleitet werden kann. 

5.6 Zusammenfassend ist  festzuhalten, dass die eingereichten medi-
zinischen Akten berücksichtigt wurden. Es handelt sich indes entgegen 
den Ausführungen des Beschwerdeführers dabei nicht um Gutachten, 
sondern um Berichte behandelnder Ärzte, was bezüglich des Beweis-
werts  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  beachtlich  ist 
(siehe oben E 4.5). Anders als der Beschwerdeführer aufführt,  kann 
aufgrund  der  neu  eingereichten  ärztlichen  Beurteilungen  keine  rele-
vante  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  seit  der  umfang-
reichen Begutachtung durch das ABI im Jahr 2005 erkannt werden.

Da keine hinlänglichen Anzeichen für eine gesundheitliche Verschlech-
terung vorliegen, hat die Vorinstanz im Rahmen der antizipierten Be-
weiswürdigung zur Recht auf die Erstellung eines Verlaufsgutachtens 
verzichtet (vgl. oben E. 3.2.2 sowie z.B. Urteil BGer 9C_664/2009 vom 
6. November 2009 E. 3).

Es ist somit weiterhin von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers für körperlich leichte und adaptierte Tätigkeiten ganz-
tags  bei  einer  Leistungseinbusse  von  20% und  darauf  gestützt  von 
einem Invaliditätsgrad von 32 % auszugehen (siehe oben E. 5.3). Ob 
eine zumutbare Tätigkeit ausgeübt wird, ist nicht relevant. 

5.7 Soweit  der  Beschwerdeführer  argumentiert,  er  habe  schon  des-
wegen Anspruch auf eine Schweizer Invalidenrente, weil er in Öster-
reich und Deutschland volle Invalidenrenten erhalte und in Österreich 
zusätzlich ein Anspruch auf Pflegegeld Stufe 2 bestehe, kann er da-
raus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im vorliegenden Verfahren ist 
ausschliesslich Schweizer Recht anwendbar (siehe oben E. 2.3.4 so-
wie  act.  3.1  E.  2).  Von  Sozialversicherungsträgern  der  Staaten  der 

Seite 16

C-4855/2008

Europäischen  Union  erhaltene  Unterlagen  und  Berichte  sind  im 
Schweizer  Verfahren  zwar  zu  beachten,  aber  nicht  verbindlich 
(E. 2.3.3). Hiezu ist  zu ergänzen, dass die vom Beschwerdeführer in 
den Rechtsschriften zitierte Begründung für die Zusprechung des Pfle-
gegeldes 2 durch die PVA sich nicht in den Akten befindet. 

Weiter ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer auch aus der Zu-
sprache  des  Pflegegeldes  2  keine  rentenrelevante  Gesundheitsver-
schlechterung für das vorliegende Verfahren ableiten kann. Der rechts-
kräftig  gewordene  Einspracheentscheid  erging  am  14.  Juni  2006. 
Dieser  erlangte  Rechtskraft  (siehe  oben  B.).  Ab  1. November  2006 
wurde  dem  Beschwerdeführer  von  der  PVA im  Rahmen  des  öster-
reichischen Sozialversicherungsverfahrens Pflegegeld 2 zugesprochen 
(act.  IV/67.3).  Die  beiden  Entscheide  wurden  zwar  zeitnah  rechts-
kräftig. Anzeichen für eine allfällig nach Schweizer Rechtsanforderun-
gen relevante gesundheitliche Verschlechterung bereits per November 
2006 sind hingegen nicht ersichtlich. 

5.8 Unter  diesen  Umständen  ist  die  Beschwerde  vollumfänglich  ab-
zuweisen und die Verfügung vom 4. Juli 2008 zu bestätigen.

6.
Ergänzend ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass er auf-
grund Art. 21 Abs. 1 Bst. a in Verbindung mit Art. 40 Abs. 1 und 2 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinter-
lassenenversicherung (AHVG, SR 831.10)  Anspruch auf  eine  vorge-
zogene ordentliche Altersrente haben dürfte. Der Rentenanspruch ent-
steht in diesem Fall für Männer am ersten Tag des Monats nach Voll-
endung  des  64.  oder  63.  Altersjahres.  Die  vorbezogene  Altersrente 
wird  um den  Gegenwert  der  vorbezogenen  Rente  gekürzt.  Bis  zum 
Rentenalter  entspricht  dieser  Betrag  pro  Vorbezugsjahr  6,8 Prozent 
der vorbezogenen Rente. Nach Erreichen des Rentenalters entspricht 
dieser  Betrag  pro  Vorbezugsjahr  6,8 Prozent  der  Summe  der  unge-
kürzten Renten, dividiert durch die Anzahl der Monate, während denen 
die  Rente  bezogen  wurde  (Art.  56  Abs. 1  –  3  der  Verordnung  vom 
31. Oktober  1947  über  die  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung 
[AHVV, SR 831.101]).

7.
Zu befinden ist schliesslich über die Verfahrenskosten und eine allfälli-
ge Parteientschädigung.

Seite 17

C-4855/2008

7.1 Die Verfahrenskosten werden unter Berücksichtigung des Umfan-
ges und der Schwierigkeit der Streitsache im vorliegenden Verfahren 
auf Fr. 300.-- festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG sowie Art. 1, 2 und 4 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 
Sie sind von der unterliegenden Partei zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) 
und  mit  dem  am  1.  Oktober  2008  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
gleicher Höhe zu verrechnen. 

7.2 Weder der unterliegende Beschwerdeführer noch die obsiegende 
Vorinstanz  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  (Art.  64 
Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 300.- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

Seite 18

C-4855/2008

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

Seite 19