# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97e4afae-3747-5367-bfb3-edf9e502c35e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.09.2018 SK 2017 427
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-427_2018-09-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 17 427 - 430

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. September 2018

Besetzung Obergerichtssuppleantin Graf (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Zihlmann, Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Bettler

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigte/Berufungsführerin 2

E.________
v.d. Rechtsanwalt F.________

Beschuldigter/Berufungsführer 3

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, falsche 
Anschuldigung, evtl. Irreführung der Rechtspflege etc. 
(A.________)

Irreführung der Rechtspflege, Begünstigung, evtl. Versuch dazu 
(C.________)

Begünstigung, evtl. Versuch dazu sowie Widerrufsverfahren  
(E.________)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 30. August 2017 (PEN 17 111 + 114)

2

Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................3
2. Berufung....................................................................................................................3
3. Beweisergänzungen..................................................................................................4
4. Anträge der Parteien .................................................................................................4
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................5

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ..................................................................................5
6. Ausgangslage............................................................................................................5
7. Beweismittel ..............................................................................................................7
8. Beweiswürdigung ......................................................................................................7

8.1 Anzeigerapport vom 13. März 2016 und Nachtrag vom 20. Juli 2016 .............7
8.2 Schreiben von Rechtsanwalt G.________ vom 6. Mai 2016 ...........................8
8.3 Aussagen des Zeugen H.________.................................................................9
8.4 Aussagen des Zeugen I.________ ................................................................11
8.5 Aussagen der Beschuldigten .........................................................................13
8.6 Gesamtheitliche Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt...................17

III. Rechtliche Würdigung ....................................................................................................21
9. Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz...........................................21

9.1 Grobe Verkehrsregelverletzungen .................................................................21
9.1.1 Rechtliche Grundlagen.......................................................................21
9.1.2 Überschreiten der Geschwindigkeit....................................................21
9.1.3 Hinderung beim Überholen.................................................................22

9.2 Einfache Verkehrsregelverletzungen .............................................................23
10. Irreführung der Rechtspflege...................................................................................23

10.1 Rechtliche Grundlagen...................................................................................23
10.2 A.________......................................................Error! Bookmark not defined.
10.3 C.________......................................................Error! Bookmark not defined.

11. Begünstigung ..........................................................................................................24
11.1 Rechtliche Grundlagen...................................................................................24
11.2 C.________......................................................Error! Bookmark not defined.
11.3 E.________......................................................Error! Bookmark not defined.

IV.Strafzumessung .............................................................................................................26
12. Überprüfung durch die Kammer ..............................................................................26
13. Anwendbares Recht ................................................................................................27
14. A.________ ...............................................................Error! Bookmark not defined.
15. C.________.............................................................................................................33
16. E.________ ...............................................................Error! Bookmark not defined.

V. Kosten und Entschädigung ............................................................................................40
VI.Dispositiv ........................................................................................................................41

3

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) sprach A.________ mit Urteil 
vom 30. August 2017 (pag. 360 ff.) der Irreführung der Rechtspflege, der mehrfa-
chen groben Verkehrsregelverletzung und der mehrfachen einfachen Verkehrsre-
gelverletzung schuldig. Es verurteilte A.________ zu einer bedingten Geldstrafe 
von 85 Tagessätzen zu CHF 120.00, ausmachend total CHF 10‘200.00, teilweise 
als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 22. März 2016, zu ei-
ner Verbindungsbusse von CHF 3‘000.00, zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 1‘000.00 sowie zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 4‘870.00 (pag. 361, Bst. A. erstinstanzliches Urteil). 

Mit gleichem Urteil verurteilte die Vorinstanz C.________ wegen Irreführung der 
Rechtspflege und Begünstigung zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen 
zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1‘200.00, zu einer Verbindungsbusse von 
CHF 300.00 sowie zu den auf sie entfallenden Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 2‘435.00 (pag. 362, Bst. B. erstinstanzliches Urteil).

Mit gleichem Urteil verurteilte die Vorinstanz E.________ wegen Begünstigung zu 
einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 120.00, ausmachend total 
CHF 3‘600.00, sowie zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten, bestimmt auf 
CHF 2‘435.00 (pag. 363, Bst. C. I. erstinstanzliches Urteil).

Die Vorinstanz widerrief den E.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Winter-
thur/Unterland vom 29. Januar 2015 für eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 
CHF 120.00 gewährten bedingten Vollzug nicht und verwarnte E.________. Die 
Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 wurden E.________ 
auferlegt (pag. 363, Bst. C. II. erstinstanzliches Urteil).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten E.________, vertreten durch Rechtsanwalt 
F.________, mit Schreiben vom 30. August 2017 (pag. 430), C.________, vertre-
ten durch Rechtsanwalt D.________, mit Schreiben vom 31. August 2017 
(pag. 432) und A.________, vertreten Rechtsanwalt G.________, mit Schreiben 
vom 5. September 2017 (pag. 434) form- und fristgerecht die Berufung an. Nach 
Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 23. Oktober 
2017 (pag. 444 f.) erklärten E.________ mit Eingabe vom 3. November 2017 
(pag. 451 ff.), C.________ mit Eingabe vom 8. November 2017 (pag. 457) und 
A.________ mit Eingabe vom 14. November 2017 (pag. 459) form- und fristgerecht 
die vollumfängliche Berufung. Alle drei Beschuldigten beantragten einen Freispruch 
von Schuld und Strafe und E.________ zudem den Verzicht auf den Widerruf oder 
eine Verwarnung in Bezug auf den bedingten Vollzug der Geldstrafe des Urteils der 
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 29. Januar 2015 (vgl. pag. 452; 
pag. 457; pag. 459). Mit Schreiben vom 24. November 2017 teilte die General-
staatsanwaltschaft mit, dass sie auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren 
verzichtet (pag. 465 f.).

4

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 6. September 2018 
statt (pag. 593 ff.). 

3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung aktuel-
le ADMAS-Auszüge, aktuelle Strafregisterauszüge und aktuelle Leumundsberichte 
(inkl. Betreibungsregisterauszüge) der Beschuldigten eingeholt (pag. 528 ff.; 
pag. 532 ff.; pag. 547 ff.; pag. 556 ff.; pag. 581 ff.). Die Beschuldigten wurden an 
der oberinstanzlichen Verhandlung ergänzend einvernommen (pag. 595 f.; 
pag. 597; pag. 598 ff.). 

Der von Rechtsanwalt F.________ anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
gestellte Beweisantrag, es seien die Transaktionsdetails des Kontos von 
E.________ bei der UBS betreffend die Buchung vom 12. März 2016 zu den Akten 
zu erkennen, wurde gutgeheissen und die Unterlagen zu den Akten erkannt 
(pag. 601; pag. 605). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen Ver-
handlung namens von A.________ folgende Anträge (pag. 606):
Der Beschuldigte sei freizusprechen,

1. vom Vorwurf der Irreführung der Rechtspflege, angeblich begangen ca. am 6. Mai 2016 in Zürich, 
Winterthur oder evtl. anderswo;

2. vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung angeblich mehrfach begangen am 12. März 
2016 auf der Autobahn A1 West, Abschnitt Kerzers bis Bern-Brünnen

2.1. durch Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit als Lenker eines Personenwa-
gens um 38 km/h (nach Abzug gemäss VSKV-ASTRA);

2.2. durch Hinderung am Überholen durch Beschleunigung und unvorsichtigen Fahrstreifenwech-
sel;

3. vom Vorwurf der einfachen Verkehrsregelverletzung, angeblich mehrfach begangen am 12. März 
2016 auf der Autobahn A1 West, Abschnitt Murten bis Bern-Brünnen

3.1. durch Verbleiben auf der Überholspur trotz freier Normalspur;

3.2. durch Hinderung am Überholen durch Beschleunigung des Fahrzeugs.

Unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Wahrnehmung seiner Verteidigung in gerichtlich zu 
bestimmender Höhe sowie unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern.

Weitere Verfügungen:

1. Das Honorar der Verteidigung sei gemäss einzureichender Kostennote festzulegen.

2. Weitere Verfügungen seien von Amtes wegen vorzunehmen.

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete namens von C.________ fol-
gende Anträge (pag. 609):
1. C.________ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.).

Rechtsanwalt F.________ stellte und begründete namens von E.________ fol-
gende Anträge (pag. 624 f.):
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Begünstigung freizusprechen.

5

2. Auf einen Widerruf oder eine Verwarnung in Bezug auf den bedingten Vollzug der Geldstrafe des 
Urteils der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 29.01.2015 sei zu verzichten.

3. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.

4. Dem Beschuldigten sei zuhanden seines Verteidigers eine Entschädigung für das erstinstanzliche 
Verfahren gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO in Höhe von CHF 7'940.65 (inkl. Auslagen und 
MwSt.) von der Staatskasse zu bezahlen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zu Lasten des Staates.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer 

Die Kammer hat infolge der vollumfänglichen Berufung das gesamte erstinstanzli-
che Urteil zu überprüfen. Sie verfügt dabei als Berufungsgericht über umfassende 
Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]; Urteil des Bundesgerichts 
6B_1068/2015 vom 2. November 2016 E. 1.4.2 mit Hinweisen) und ist aufgrund der 
alleinigen Berufung der Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot der 
reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil 
nicht zu Ungunsten der Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Ausgangslage 

A.________ wird in Ziff. I. A. der Anklageschrift vom 13. Februar 2016 (recte wohl 
2017; pag. 230 ff.) mehrfache Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsge-
setz sowie falsche Anschuldigung, evtl. Irreführung der Rechtspflege, evtl. Anstif-
tung, evtl. Gehilfenschaft zur Irreführung der Rechtspflege, zur Last gelegt. Der 
Sachverhalt wird in der Anklageschrift wie folgt umschrieben (pag. 231 f.): 
1. Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (SVG)

mehrfach vorsätzlich begangen durch

1.1. einfache Verkehrsregelverletzung durch Hinderung am Überholen durch Verbleiben auf der 
Überholspur trotz freier Normalspur sowie Beschleunigung des Fahrzeugs (mehrfach began-
gen)

am 12. März 2016, ca. 14:30 Uhr, auf der Autobahn A1 West R, Abschnitt Murten – Bern-
Brünnen:

A.________ fuhr mit seinem Personenwagen Mercedes-Benz, Kontrollschild ZH .________ 
auf dem Überholstreifen. Als ihn H.________ mit seinem Personenwagen Audi, Kontroll-
schild BE .________, einholte, wechselte A.________ nicht auf die Normalspur, obwohl die-
se frei war. H.________ machte sich in der Folge bemerkbar und machte mit seinen Händen 
Zeichen, dass er die Spur freigeben soll. A.________ wechselte daraufhin auf den Normal-
streifen. Als H.________ ihn danach auf der Überholspur überholen wollte und sich auf glei-
cher Höhe befand, beschleunigte A.________ aber auf den Normalstreifen stark sein Fahr-
zeug und schwenkte vor ihm auf den Überholstreifen. Dies wiederholte sich auf der Strecke 
Murten – Bern-Brünnen (bis zum Vorfall gemäss Ziff. 1.2. unten) ein weiteres Mal: 
A.________ wechselte nach dem soeben geschilderten Manöver wieder auf den Normal-
streifen. Als H.________ links überholen wollte und sich neben A.________ befand, be-
schleunigte dieser stark und wechselte vor H.________ auf den Wiederholstreifen.

1.2. grobe Verkehrsregelverletzung durch Hinderung beim Überholen durch Beschleunigung des 
Fahrzeugs und unvorsichtigen Fahrstreifenwechsel beim Überholen mit Behinderung

am 12. März 2016, ca. 14:33 Uhr, auf der Autobahn A1 West, Abschnitt Kerzers – Bern-
Brünnen, ab Km 156.600 R:

A.________ überholte als Lenker des Personenwagens Mercedes-Benz, Kontrollschild ZH 
.________, – nach obigen Manövern gemäss Ziff. 1.1. – auf dem Überholstreifen ein auf dem 

6

Normalstreifen fahrendes Fahrzeug. Nach dem Überholmanöver wechselte er auf den Nor-
malstreifen. Als der vorher hinter ihm fahrende und ebenfalls überholende Autolenker 
(H.________, PW Audi, Kontrollschild BE .________) ihn überholen wollte und sich auf glei-
cher Höhe befand, beschleunigte er stark und wechselte knapp vor H.________ auf den 
Überholstreifen (mit einem Abstand von weniger als 0.5 Sekunden). Dieser wurde dadurch 
behindert und gefährdet.

1.3. grobe Verkehrsregelverletzung durch Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit 
als Lenker eines Personenwagens

am 12. März 2016, ca. 14:33 Uhr, auf der Autobahn A1 West, Abschnitt Kerzers – Bern-
Brünnen, ab Km 156.600 R:

A.________ überschritt als Lenker des Personenwagens Mercedes-Benz, Kontrollschild ZH 
.________ – nach obigem Manöver gemäss Ziff. 1.2. – die allgemeine Höchstgeschwindig-
keit von 120 km/h um netto 38 km/h.

2. Falsche Anschuldigung (Art. 303 Ziff. 1 StGB), evtl. Irreführung der Rechtspflege (Art. 304 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB), evtl. Anstiftung (Art. 24 StGB), evtl. Gehilfenschaft (Art. 25 StGB) zur Irreführung 
der Rechtspflege (Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 StGB; falsche Selbstbeschuldigung durch C.________)

begangen ca. am 6. Mai 2016, in Zürich, Winterthur oder evtl. anderswo,

indem A.________ mittelbar via seinen Anwalt (Rechtsanwalt G.________, Zürich) mit Schreiben 
vom 6. Mai 2016 an die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (eingegangen bei der Staatsanwalt-
schaft am 9. Mai 2016) C.________ […] fälschlicherweise als Lenkerin des Personenwagens 
Mercedes Benz, Kontrollschild ZH .________, zum mutmasslichen Tatzeitpunkt am 12. März 2016 
auf der Autobahn A1 West R, bezeichnete, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen sie wegen 
Widerhandlungen gegen das SVG […] herbeizuführen. In Tat und Wahrheit hatte aber 
A.________ den Personenwagen zum fraglichen Zeitpunkt selber gelenkt und die Widerhandlun-
gen gegen das SVG begangen.

C.________ wird in Ziff. I. B. der Anklageschrift Irreführung der Rechtspflege (fal-
sche Selbstbeschuldigung) und Begünstigung, evtl. Versuch dazu, zur Last gelegt. 
Der Sachverhalt wird in der Anklageschrift wie folgt umschrieben (pag. 232 f.): 
1. Irreführung der Rechtspflege (falsche Selbstbeschuldigung; Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 StGB)

begangen ca. am 6. Mai 2016, in Zürich, Winterthur oder evtl. anderswo,

indem sie zusammen bzw. in Absprache mit A.________ (vgl. A.2. hiervor) – mittelbar durch 
Rechtsanwalt G.________ – mit Schreiben vom 6. Mai 2016 an die Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland (eingegangen bei der Staatsanwaltschaft am 9. Mai 2016) sich selber fälschlicherweise 
als Lenkerin des Personenwagens Mercedes Benz, Kontrollschild ZH .________, zum mutmassli-
chen Tatzeitpunkt am 12. März 2016 auf der Autobahn A1 West R und somit Beschuldigte der Wi-
derhandlungen gegen das SVG […] bezeichnete. In Tat und Wahrheit hatte aber A.________ den 
Personenwagen zum fraglichen Zeitpunkt gelenkt.

2. Begünstigung, evtl. Versuch dazu (Art. 305 Abs. 1 StGB, evtl. i.V.m. Art 22 Abs. 1 StGB)

begangen ca. am 6. Mai 2016 in Zürich, Winterthur oder evtl. anderswo, am 26. Juni 2016 in Bern, 
Schermenweg, Verkehrszentrum, und am 9. Dezember 2016 in Bern, Hodlerstrasse 7, Staatsan-
waltschaft,

indem sie mittels Schreiben vom 6. Mai 2016 an die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (einge-
gangen bei der Staatsanwaltschaft am 9. Mai 2016), anlässlich der Einvernahme am 26. Juni 
2016 bei der Kantonspolizei Bern und am 9. Dezember 2016 bei der Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland sich selber fälschlicherweise als Lenkerin des Personenwagens Mercedes Benz, Kon-
trollschild ZH .________, zum mutmasslichen Tatzeitpunkt am 12. März 2016 auf der Autobahn 
A1 West R (Widerhandlungen gegen das SVG) bezeichnete. In Tat und Wahrheit hatte aber 
A.________ den Personenwagen zum fraglichen Zeitpunkt gelenkt. Sie beabsichtigte damit 
A.________ der Strafverfolgung zu entziehen. Ihr Vorgehen bzw. ihrer Aussagen waren geeignet, 
den Beschuldigten der Strafverfolgung zu entziehen und erschwerten diese (insbesondere Vor-
nahme von umfangreicheren Beweismassnahmen).

E.________ wird in Ziff. I. C. der Anklageschrift Begünstigung, evtl. Versuch dazu, 
begangen am 19. Juli 2016 und am 9. Dezember 2016 in Bern, zur Last gelegt. Der 
Sachverhalt wird in der Anklageschrift wie folgt umschrieben (pag. 233): 

7

indem er anlässlich der Einvernahme am 19. Juli 2016 bei der Kantonspolizei Bern und am 9. De-
zember 2016 bei der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland fälschlicherweise C.________ als Lenke-
rin des Personenwagens Mercedes Benz, Kontrollschild ZH .________, zum mutmasslichen Tat-
zeitpunkt am 12. März 2016 auf der Autobahn A1 West R (Widerhandlungen gegen das SVG) be-
zeichnete. In Tat und Wahrheit hatte aber A.________ den Personenwagen zum fraglichen Zeit-
punkt gelenkt, was E.________ wusste. Er beabsichtigte mit seinen Aussagen A.________ der 
Strafverfolgung zu entziehen. Seine Aussagen waren geeignet, den Beschuldigten der Strafverfol-
gung zu entziehen und erschwerten diese (insbesondere Vornahme von umfangreicheren Be-
weismassnahmen).

Unbestritten ist, dass die A.________ vorgeworfenen und mittels ViDistA aufge-
zeichneten Verkehrsregelverletzungen am 12. März 2016 um ca. 14:33 Uhr auf der 
Autobahn A1 West, Abschnitt Kerzers – Bern-Brünnen, durch den Lenker oder die 
Lenkerin des Mercedes Benz E 63, Kontrollschild ZH .________, begangen wur-
den. Bestritten ist, dass A.________ der Lenker war. Alle drei Beschuldigten gaben 
an, dass C.________ gefahren sei.

Bestritten ist weiter, ob bereits vor der ViDistA-Aufzeichung Verkehrsregelverlet-
zungen begangen wurden. 

7. Beweismittel

Die Vorinstanz hat den Anzeigerapport vom 13. März 2016 (pag. 3 ff.), den Nach-
trag vom 20. Juli 2016 (pag. 34 f.), das Schreiben von Rechtsanwalt G.________ 
vom 6. Mai 2016 (pag. 211 f.), die objektiven Beweismittel (ViDistA-Video [pag. 33], 
ViDistA-Auswertungsbericht [pag. 24 ff.], Administrativakten des Strassenverkehrs-
amts des Kantons Zürich i.S. A.________ [pag. 147 ff.], Vorakten betreffend 
E.________ [pag. 156 ff.]), die Aussagen der Beschuldigten A.________ (pag. 39 
f.; pag. 41 ff.; pag. 311 ff.), C.________ (pag. 69 ff.; pag. 73 ff.; pag. 301 ff.) und 
E.________ (pag. 86 ff.; pag. 90 ff.; pag. 306 ff.) sowie die Aussagen der Zeugen 
H.________ (pag. 54 ff.; pag. 57 ff.; pag. 290 ff.) und I.________ (pag. 103 ff.; 
pag. 297 ff.) ausführlich wiedergegeben (pag. 371-394, S. 6-29 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Darauf wird verwiesen. Soweit sich ergänzende und/oder 
präzisierende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen 
diese im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung der Kammer. 

8. Beweiswürdigung

8.1 Anzeigerapport vom 13. März 2016 und Nachtrag vom 20. Juli 2016 

Polizist L.________ hielt im Anzeigerapport vom 13. März 2016 (pag. 3 ff.) fest, 
A.________ sei am Tag des Vorfalls telefonisch kontaktiert worden. Er habe am 
Telefon sofort zugegeben, den Mercedes zum fraglichen Zeitpunkt persönlich ge-
lenkt zu haben (pag. 7). Gemäss einer Akten-/Telefonnotiz der Staatsanwältin vom 
6. Juli 2016 habe sie L.________ gebeten, einen Wahrnehmungsbericht betreffend 
das Telefongespräch mit A.________ zu erstellen. L.________ habe ihr mitgeteilt, 
dass er sich nicht mehr an den genauen Wortlaut bzw. Ablauf des Gesprächs erin-
nern könne (pag. 38). Im Nachtrag vom 20. Juli 2016 hielt L.________ sodann fest, 
A.________ habe am Telefon angegeben, zum Zeitpunkt der Widerhandlung Len-
ker des Fahrzeugs gewesen zu sein (pag. 34). 

A.________ gab gegenüber der Staatsanwaltschaft an, er habe L.________ nie 
gesagt, dass er das Fahrzeug zum fraglichen Zeitpunkt gelenkt habe (pag. 47 

8

Z. 226 f.). A.________ nahm den Anruf von Polizist L.________ im Mercedes auf 
der Freisprechanlage entgegen, so dass C.________ und E.________ das Ge-
spräch ebenfalls mitbekamen (vgl. pag. 47 Z. 216 f.; pag. 77 Z. 159 ff.; pag. 89 
Z. 120 f.; pag. 95 Z. 190). Keiner von ihnen bestätigte, gehört zu haben, dass 
A.________ zugegeben hatte, zum fraglichen Zeitpunkt Lenker des Mercedes ge-
wesen zu sein (vgl. pag. 78 Z. 164 ff.; pag. 79 Z. 200 f.; pag. 89 Z. 122 ff., Z. 128 
ff.; pag. 95 Z. 195 ff.; pag. 96 Z. 211 f.). Polizist und Zeuge I.________ gab zu Pro-
tokoll, L.________ habe ihn informiert, dass er den Halter des Mercedes erreicht 
habe, dieser sei gerade mit dem Mercedes unterwegs (pag. 105 Z. 61 ff.; pag. 299 
Z. 36 f.). I.________ konnte aber nicht bestätigen, dass L.________ ihm gesagt 
habe, dass der Halter auch im Zeitpunkt des Vorfalls gefahren sei (vgl. pag. 300 
Z. 1 ff.).

Der Nachtrag vom 20. Juli 2016 (pag. 34 f.) ist verglichen mit der telefonischen 
Auskunft von L.________ gegenüber der Staatsanwaltschaft vom 6. Juli 2016 
(pag. 38) nicht widerspruchsfrei. Da L.________ nie einvernommen wurde, kann 
auf seine Ausführungen im Anzeigerapport und im Nachtrag, wonach A.________ 
anlässlich des Telefongesprächs zugegeben habe, den Mercedes zum fraglichen 
Zeitpunkt gelenkt zu haben, nicht abgestellt werden. 

8.2 Schreiben von Rechtsanwalt G.________ vom 6. Mai 2016

Aufgrund des vorliegend zu beurteilenden Vorfalls wurde A.________ mit Verfü-
gung des Strassenverkehrsamts des Kantons Zürich vom 6. April 2016 der Füh-
rerausweis auf Probe vorsorglich, per sofort und auf unbestimmte Zeit entzogen 
(pag. 150 ff.). Daraufhin teilte sein damaliger Anwalt, Rechtsanwalt G.________, 
der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland mit Schreiben vom 6. Mai 2016 mit, dass 
A.________ dezidiert in Abrede stelle, das Fahrzeug zum Tatzeitpunkt gelenkt zu 
haben. Lenkerin sei seine Lebenspartnerin C.________ gewesen. Die Lenkerei-
genschaft von C.________ könne auch durch E.________ bezeugt werden, der zur 
mutmasslichen Tatzeit ebenfalls im Mercedes gesessen sei (pag. 211). 

Dieses Schreiben ging in Kopie an das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich 
und wurde von diesem als Einsprache gegen die Verfügung vom 6. April 2016 ent-
gegengenommen (pag. 212; pag. 148). Mit Verfügung vom 11. Mai 2016 hob das 
Strassenverkehrsamt die Verfügung vom 6. April 2016 auf und stellte den definiti-
ven Entscheid im Administrativmassnahmeverfahren nach Vorliegen eines rechts-
kräftigen Entscheids im Strafverfahren in Aussicht (pag. 148). 

A.________ führte gegenüber der Staatsanwaltschaft aus, als er das Schreiben er-
halten habe, dass er den Führerausweis abgeben müsse, habe er mit seiner 
Freundin [C.________] geredet. Sie sei ja gefahren (pag. 43 Z. 52 ff.). Er habe sei-
nen Anwalt gebeten, das Schreiben so zu verfassen (pag. 43 Z. 61 f.). C.________ 
gab zu Protokoll, sie habe das Schreiben vom 6. Mai 2016 nie gelesen, habe aber 
davon gewusst. Als A.________ der Führerausweis entzogen worden sei, hätten 
sie sich gesagt, dass sie jetzt aussagen und die Wahrheit sagen müssten (pag. 79 
Z. 204 ff.). Sie sei mit dem Schreiben einverstanden gewesen. Das sei die Wahr-
heit (pag. 79 Z. 220 ff.).

9

Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass A.________ Rechtsanwalt G.________ 
nach Absprache mit C.________ und in deren Einverständnis beauftragte, das 
Schreiben vom 6. Mai 2016 zu verfassen, ist nicht zu beanstanden und entspricht 
zugleich der nach Würdigung sämtlicher Beweise erlangten Überzeugung der 
Kammer (pag. 404, S. 39 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

8.3 Aussagen des Zeugen H.________ 

Der Zeuge H.________ war am Vorfall vom 12. März 2016 auf der Autobahn A1 
West nicht unbeteiligt. Mit Strafbefehl vom 2. August 2016 wurde er wegen mehrfa-
cher grober Verkehrsregelverletzung durch Überschreiten der Höchstgeschwindig-
keit sowie wiederholtes Nichtwahren eines ausreichenden Abstandes beim Hinter-
einanderfahren zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu CHF 140.00, 
ausmachend CHF 8‘400.00, sowie zu einer Verbindungsbusse von CHF 2‘100.00 
verurteilt (vgl. pag. 290 Z. 9 ff.). Er stand aber in keinerlei persönlicher Beziehung 
zu den drei Beschuldigten. Seine Aussagebereitschaft war motiviert durch den 
Wunsch, dass die Person, die den Mercedes gelenkt hatte, auch «dran komme» 
(pag. 61 Z. 157 ff.; pag. 62 Z. 164 f.; pag. 292 Z. 28 f.). Er war deshalb bei der Be-
antwortung der Frage, ob diese Person männlich oder weiblich war, unbefangen.

H.________ sagte an der polizeilichen Einvernahme vom 30. Juni 2016 (pag. 54 
ff.), an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 8. Dezember 2016 (pag. 57 
ff.) und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 29. August 2017 
(pag. 290 ff.) konstant und gleichbleibend aus. Seine Aussagen sind logisch und 
widerspruchsfrei und weisen, im Gegensatz zu den Aussagen der Beschuldigten, 
zahlreiche Realitätskriterien auf: 

H.________ gab mehrfach zu Protokoll, er habe am Steuer des Mercedes-Benz, 
Kontrollschild ZH .________, einen bärtigen Mann gesehen (pag. 54 f. Z. 16 ff.; 
pag. 55 Z. 32; pag. 60 Z. 91 f.). Die Merkmale des Fahrzeuglenkers schilderte 
H.________ immer gleich: bärtiger Mann (pag. 55 Z. 19, Z. 32; pag. 63 Z. 203); 
südländisch mit Bart (pag. 55 Z. 23; pag. 63 Z. 223); Südländertyp (pag. 55 Z. 32); 
bärtige männliche Person (pag. 60 Z. 91 f.); etwas Balkan oder südländisch und 
bärtig (pag. 60 Z. 121); Mann, nicht blond, bärtig (pag. 61 Z. 134); dunkle Haarfar-
be (pag. 61 Z. 136 f.); dunkler Bart (pag. 61 Z.142 f.); männliche Person, bärtig und 
dunkle Haare (pag. 62 Z. 195 f.); nicht blond (pag. 63 Z. 224); Bart und dunkle Haa-
re (pag. 63 Z. 230; pag. 295 Z. 16 f.).

Rechtsanwalt B.________ kann nicht gefolgt werden, soweit er geltend macht, der 
südländische, aus dem Balkan stammende Typ sei ein Stereotyp, der die Wahr-
nehmung des Zeugen verfälscht habe (pag. 601 f.). H.________ erwähnte nicht nur 
diese beiden Merkmale, sondern schilderte über sämtliche Einvernahmen hinweg 
konstant und gleichbleibend, dass es sich beim Lenker um einen Mann mit Bart 
gehandelt habe. Er beschrieb somit ein ganz konkretes Gesichtsmerkmal. 

Die Frage, ob es auch sein könnte, dass eine Frau gefahren sei, verneinte 
H.________ explizit. Er habe gesehen, dass eine männliche Person gefahren sei 
(pag 62 Z. 167 ff.). Zudem wurde H.________ mehrfach gefragt, ob es sich bei der 
von ihm beschriebenen Person um den Beifahrer gehandelt haben könnte 
(vgl. pag. 60 Z. 124 f.; pag. 291 Z. 31 f.; pag. 295 Z. 14 f.). Auch diese Frage ver-

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neinte H.________ und erklärte, er habe nicht auf den Beifahrer sondern auf den 
Lenker geschaut. Der Beifahrer habe ihn nicht interessiert. Ihn habe nur interes-
siert, wer der Lenker gewesen sei (pag. 291 Z. 33 ff.; pag. 295 Z. 16 ff.; vgl. auch 
pag. 61 Z. 126 ff.). Es kann somit festgehalten werden, dass H.________ keine 
Zweifel daran hatte, einen Mann am Steuer des Mercedes gesehen zu haben. 

H.________ schilderte mehrfach seinen Gemütszustand während des Vorfalls. Das 
Verhalten des Fahrzeuglenkers habe ihn schon von Anfang an genervt 
(vgl. pag. 59 Z. 62; pag. 292 Z. 26 f.). Es habe sich gesteigert und er sei immer ge-
nervter geworden (pag. 59 Z. 67). Er habe sich sehr genervt und habe die Nerven 
verloren (pag. 291 Z. 22 f.). Er sei genervt, hässig und aggressiv gewesen 
(pag. 293 Z. 1 f., Z. 11). Die Aussagen von H.________ enthalten zudem ausser-
gewöhnliche Nebensächlichkeiten. So führte er beispielsweise aus, am meisten 
aufgeregt habe ihn das Lachen oder blöde Grinsen des Anderen, als dieser ihn 
überholt habe (pag. 59 Z. 79 ff.). Auf Nachfrage präzisierte H.________, das Grin-
sen des Mannes, der gefahren sei (pag. 59 Z. 83 f.). Der Fahrzeuglenker habe in 
seine Richtung geblickt (pag. 55 Z. 33). Er habe Augenkontakt mit dem Lenker ge-
habt. Es sei ein «Übereluege» und Lachen gewesen, das habe ihn so extrem ge-
nervt (pag. 60 Z. 92 f.).

Auf Vorhalt, dass alle drei Beschuldigten zu Protokoll gaben, dass C.________ ge-
fahren sei, und auf Frage, was er dazu sage, erklärte H.________, es töne viel-
leicht blöd, aber er finde einfach, dass eine Frau nicht so Auto fahre. Er kenne kei-
ne Frau, die so fahre, mit dieser Geschwindigkeit, diesem Überholmanöver und 
diesem Abbremsen. So fahre seines Erachtens keine Frau (pag. 61 f. Z. 151 ff., 
Z. 161 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung präzisierte 
H.________, er habe es noch nie erlebt, dass eine Frau so schikaniert habe, so ge-
fahren sei und bis auf 180 km/h beschleunigt habe (pag. 293 Z. 25 ff.). Anders als 
Rechtsanwalt D.________ erachtet die Kammer diese Aussagen von H.________ 
nicht als sexistisch (vgl. pag. 293 Z. 20 ff.). H.________ hat zwar ein bestimmtes 
Bild über das Fahrverhalten von Frauen. Es entspricht jedoch Erfahrungstatsachen, 
dass Frauen generell weniger schnell fahren und vorsichtiger unterwegs sind als 
Männer. Gemäss dem SINUS-Report 2017 der Beratungsstelle für Unfallverhütung 
(bfu) erleiden beispielsweise fast doppelt so viele Männer wie Frauen schwere 
Strassenverkehrsunfälle. Unfälle, in die Männer verwickelt sind, haben zudem oft 
schwerwiegendere Konsequenzen. Kommt es zu Personenschäden, ist die Wahr-
scheinlichkeit, dass die Verletzungen tödlich sind, bei Männern mehr als doppelt so 
hoch als bei Frauen (vgl. SINUS-Report 2017, S. 18). Die Aussagen von 
H.________ zum Fahrverhalten von Frauen sprechen daher nicht gegen seine 
Glaubwürdigkeit. 

H.________ räumte auch eigene Fehler ein, so beispielsweise, dass er immer et-
was schneller fahre als erlaubt sei (pag. 59 Z. 57 f.) und im Tunnel die erlaubte 
Höchstgeschwindigkeit überschritten habe (pag. 59 Z. 73 ff.; pag. 294 Z. 36). Zu-
dem gab H.________ an, wenn er etwas nicht wusste und legte allfällige Unsicher-
heiten offen (vgl. exemplarisch pag. 55 Z. 40 ff., Z. 46; pag. 60 Z. 96, Z. 100 ff., 
Z. 112 f., Z. 117; pag. 61 Z. 137, Z. 140, Z. 143, Z. 146, Z. 149; pag. 163 Z. 173, 
Z. 178, Z. 183; pag. 63 Z. 203 f.; pag. 64 Z. 254 f.; pag. 291 Z. 1, Z. 4, Z. 16, Z. 20; 

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pag. 293 Z. 9, Z. 12 f.). H.________ erklärte beispielsweise gegenüber der Staats-
anwaltschaft, auch wenn er bei der Polizei ausgesagt habe, dass eine Frau als Bei-
fahrerin im Auto gesessen sei, könne er das heute nicht mehr sagen. Er könne sich 
nicht mehr daran erinnern (pag. 60 Z. 100 ff.). 

Ferner gab H.________ an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 8. De-
zember 2016 an, er habe kein Bild des Fahrzeuglenkers im Kopf. Es gebe einfach 
Merkmale, die ihm aufgefallen seien, wie z.B. das Grinsen oder dass die Person 
männlich und bärtig gewesen sei und dunkle Haare gehabt habe (pag. 62 Z. 193 
ff.). Es erscheint ohne Weiteres nachvollziehbar, dass H.________ neun Monate 
nach dem Vorfall vom 12. März 2016 kein konkretes Bild des Fahrzeuglenkers im 
Kopf hatte, zumal es sich um ein schnelles, dynamisches Geschehen handelte und 
er den Fahrzeuglenker nur einen kurzen Moment sehen konnte (vgl. pag. 61 Z. 132 
ff.; pag. 294 Z. 19 ff.). 

Schliesslich konnte H.________ plausibel erklären, weshalb er nicht bereits zum 
Mercedes hinüberschaute, als er diesen im Tunnel überholt hat. Im Tunnel sei es 
dunkel gewesen und er habe mit übersetzter Geschwindigkeit überholt. Es sei rela-
tiv schnell gegangen und er habe nicht die Zeit gehabt, hinüberzuschauen (pag. 63 
Z. 232 ff.; pag. 294 Z. 30 ff.). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen von H.________ durch-
gängig eine Vielzahl an verschiedensten Realkennzeichen aufweisen: konstante 
und gleichbleibende Aussagen, Schilderung des Gemütszustands und von ausser-
gewöhnlichen Nebensächlichkeiten (Grinsen, Augenkontakt), Eingeständnis von 
eigenen Fehlern und Gedächtnislücken. Ein stereotypes Aussageverhalten ist 
ebenso wenig erkennbar wie allfällige Lügensignale. Seine Ausführungen sind 
schlüssig und fügen sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Die Kammer 
erachtet deshalb die Aussagen von H.________ – in Übereinstimmung mit der   
Vorinstanz – als glaubhaft (vgl. pag. 399, S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

8.4 Aussagen des Zeugen I.________

Polizist I.________ war am 12. März 2016 zusammen mit L.________ mit einem 
zivilen, mit dem Verkehrsüberwachungssystem ViDistA ausgestatteten Dienstfahr-
zeug auf Patrouillenfahrt (pag. 3; pag. 105 Z. 91; pag. 297 Z. 9 f.). Er wurde von 
der Staatsanwaltschaft am 8. Dezember 2016 (pag. 103 ff.) und an der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung vom 29. August 2017 (pag. 297 ff.) als Zeuge befragt und 
ausdrücklich auf seine Zeugnis- und Wahrheitspflichten und auf die Strafbarkeit ei-
nes falschen Zeugnisses nach Art. 307 des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
(StGB; SR 311.0) hingewiesen (pag. 103 f. Z. 15 ff.; pag. 297 4 f.).

I.________ führte an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 8. Dezember 
2016 aus, er habe das Gefühl, dass ein Mann mit einem Fünftagebart das Auto ge-
lenkt habe (pag. 106 Z. 116 f.). Er habe eine männliche Person mit Bart erkennen 
können (pag. 107 Z. 133 f.). Der Bart sei ein Merkmal gewesen, welches ihm im 
Gesicht aufgefallen sei (pag. 107 Z. 141 f.). Aus seiner Sicht habe eine männliche 
Person das Auto gelenkt (107 Z. 166). Wer gefahren sei, könne er nicht sagen. Er 
könne einfach sagen, dass er bei der fahrenden männlichen Person einen Bart ge-

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sehen habe (pag. 108 Z. 175 f.). I.________ schloss sodann aus, dass er den Bei-
fahrer anstatt den Lenker gesehen habe. Er habe den Lenker und nicht den Beifah-
rer gesehen (pag. 109 Z. 226 ff.). Ob sich mehrere Personen im Fahrzeug aufge-
halten hätten, könne er nicht sagen (pag. 106 Z. 115 f., Z. 120 ff.; pag. 107 Z. 165). 
Wenn man in den Innenraum eines Fahrzeugs schaue, konzentriere man sich vor 
allem auf den Fahrer (pag. 106 Z. 126 f.). Er könne nicht sagen, ob sich jemand auf 
dem Beifahrersitz befunden habe (pag. 106 Z. 128 f.). Er habe Augenkontakt zum 
Fahrzeuglenker gehabt (pag. 109 Z. 210 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung konnte I.________ nicht mit Sicherheit sagen, ob er den Beifah-
rer oder den Fahrzeuglenker gesehen habe. Er habe das Gefühl, dass er auf den 
Fahrer geschaut habe. Mittlerweile könne er aber nicht mehr sagen, welche Person 
ihn angeschaut habe (pag. 298 Z. 24 f.; pag. 300 Z. 23 ff.). Es sei zeitlich zu lange 
her (pag. 300 Z. 27). Er sei am Fahren gewesen und habe nicht mehrere Sekunden 
hinüberschauen können. Es sei ein Sekundenbruchteil gewesen (pag. 299 Z. 3 f.). 
Die Person, die er gesehen habe, sei männlich gewesen (pag. 300 Z. 7). 

Es kann somit festgehalten werden, dass sich I.________ an der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme eindeutig daran erinnern konnte, einen männlichen 
Fahrzeuglenker mit Bart gesehen zu haben. Gestützt auf seine Aussagen ist davon 
auszugehen, dass sich I.________ in diesem Moment auf den Fahrzeuglenker 
konzentrierte (vgl. pag. 106 Z. 126 f.). Daran vermag der Umstand, dass es sich le-
diglich um eine kurze Momentaufnahme (ein «Sekundenbruchteil») handelte, nichts 
zu ändern (vgl. pag. 106 Z. 113, Z. 127 f.; pag. 107 Z. 131; pag. 299 Z. 3 f.). Poli-
zeibeamte verfügen aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung über eine gute und 
geschulte visuelle Wahrnehmungsfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1P.498/2006 vom 23. November 2006 E. 3). Zwar darf nicht generell davon ausge-
gangen werden, dass belastende Aussagen von Polizeibeamten stets glaubwürdi-
ger sind als solche einer beschuldigten Person. Indessen darf die Glaubwürdigkeit 
vereidigter, unter Zeugenpflicht stehender und auf die Folgen falscher Zeugenaus-
sagen hingewiesener Polizeibeamter nicht leichthin in Frage gestellt werden (Urteil 
des Bundesgerichts 1P.498/2006 vom 23. November 2006 E. 4).

I.________ gab an, wenn er etwas nicht wusste oder unsicher war (exemplarisch 
pag. 105 Z. 65 f., Z. 80, Z. 85; pag. 106 Z. 103, Z. 115 f., Z. 118, Z. 122, Z. 126, 
Z. 128 f.; pag. 107 Z. 138, Z. 145, Z. 148, Z. 151, Z. 156 f., Z. 165; pag. 108 Z. 170, 
Z. 175, Z. 181, Z. 185; pag. 109 Z. 206 ff., Z. 236; pag. 298 Z. 24 f., Z. 34; pag. 299 
Z. 31 f.; pag. 300 Z. 3, Z. 13 ff., Z. 21). Zu berücksichtigen ist, dass die erstmalige 
Befragung von I.________ am 8. Dezember 2016 und damit rund neun Monate 
nach dem Vorfall vom 12. März 2016 stattfand. Anschliessend vergingen wiederum 
rund neun Monate bis zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 29. August 
2017. Dass sich I.________ nicht mehr im Detail an den Vorfall erinnern konnte, 
erscheint mit Blick auf den langen Zeitablauf ohne Weiteres nachvollziehbar, zumal 
er als Polizist in der Verkehrsüberwachung wohl öfters mit ähnlichen Situationen 
tun hat. 

Auf Frage nach dem Bart des Fahrzeuglenkers schilderte I.________, dieser sei 
fünf Tage bis zu einer Woche alt gewesen. Es sei ein gut abzeichnender Bart ge-
wesen, aber nicht extrem lang (pag. 107 Z. 140 f.). Er hätte gesagt, dass der Bart 

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braun gewesen sei. Es sei aber schwierig zu sagen (pag. 107 Z. 144 f.). Auf Vor-
halt von Fotos von A.________ und E.________ bestätigte I.________, dass der 
Fahrer einen Bart in dieser Art gehabt habe (pag. 108 Z. 183, Z. 187 ff.; pag. 109 Z. 
235, Z. 238 ff. pag. 111; pag. 114). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich I.________ nicht mehr im Detail an 
den Vorfall vom 12. März 2016 erinnern konnte. An der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme war er sich jedoch sicher, dass eine männliche Person mit Bart das 
Fahrzeug gelenkt habe und er schloss ausdrücklich aus, statt den Lenker den Bei-
fahrer gesehen zu haben. Seine Aussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft sind 
stimmig und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden kann. 

8.5 Aussagen der Beschuldigten

8.5.1 Die Beschuldigten haben die gegen sie erhobenen Vorwürfe in sämtlichen Einver-
nahmen bestritten. Ihre Aussagen erscheinen nicht grundsätzlich widersprüchlich 
und können nicht von Vornherein als unglaubhaft bezeichnet werden. Die Beschul-
digten schilderten übereinstimmend, sie seien am 12. März 2016 zu dritt am Auto-
salon in Genf gewesen. Auf der Rückfahrt sei A.________ bis zur Raststätte in 
Payerne gefahren. Da er müde gewesen sei, sei es dort zu einem Fahrerwechsel 
gekommen und C.________ sei bis J.________ gefahren. A.________ sei auf dem 
Rücksitz gesessen und E.________ neben C.________ auf dem Beifahrersitz. In 
J.________ hätten sie im K.________ (Restaurant) zu Abend gegessen. Ansch-
liessend sei A.________ bis Winterthur gefahren (vgl. pag. 44 Z. 88 ff.; pag. 70 Z. 
19 ff.; pag. 75 Z. 57 ff., Z. 74 f., Z. 80 f.; pag. 87 Z. 9 ff.; pag. 92 Z. 74 ff.; pag. 301 
Z. 28 ff.; pag. 306 Z. 25 ff.; pag. 311 Z. 17 ff.). 

Die Aussagen der Beschuldigten weisen gewisse Realitätskriterien auf. 
A.________ schilderte beispielsweise Interaktionen und Gesprächsfragmente. So 
führte er aus, als C.________ gefragt habe, ob sie fahren dürfe, habe er geantwor-
tet «ja, auf jeden Fall» (pag. 44 Z. 93 f.). C.________ habe kurz vor Bern gesagt, 
schau mal nach hinten, da «hockt einer auf» (pag. 44 Z. 95 f.). Sie hätten 
C.________ gesagt «jetzt hast du es aber schon etwas übertrieben» (pag. 44 
Z. 104 f.). C.________ ihrerseits räumte in ihren Aussagen Fehler ein und belaste-
te sich dadurch selber. Sie führte aus, ihr sei in diesem Moment nicht bewusst ge-
wesen, dass sie so stark beschleunigt habe, bevor sie auf den Überholstreifen ge-
wechselt habe (pag. 70 Z. 33 f.). Es sei offensichtlich, dass sie einen Fehler ge-
macht habe und zu schnell gefahren sei. Ihr grösster Fehler sei gewesen, dass sie 
auf der rechten Spur Gas gegeben und wieder auf den linken Fahrstreifen gewech-
selt habe. Das dürfe man nicht machen. Sie sei einfach viel zu schnell gefahren 
(pag. 76 Z. 107 ff.). Sie habe sich provozieren lassen (pag. 71 Z. 80; pag. 77 
Z. 149; pag. 303 Z. 12 f.). 

8.5.2 Als Grund für den ersten Fahrerwechsel an der Raststätte in Payerne gab 
A.________ zunächst an, seine Freundin und er hätten gemerkt, dass er etwas 
müde sei. Sie habe dann gefragt, ob sie fahren dürfe (pag. 44 Z. 93 f.). An der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung erklärte A.________, sie hätten in Payerne ange-
halten, weil er müde gewesen sei und Kopfschmerzen gehabt habe (pag. 311 Z. 17 
f.). C.________ schilderte in ihren ersten Aussagen an der polizeilichen Einver-

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nahme, A.________ sei müde gewesen (pag. 70 Z. 20 f.). Gegenüber der Staats-
anwaltschaft gab C.________ an, A.________ habe gesagt, dass er müde sei und 
Kopfschmerzen habe (pag. 75 Z. 60). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung bestätigte C.________ diese Aussagen (vgl. pag. 301 Z. 28 f.). 
E.________ erklärte an der polizeilichen und an der staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme, der Fahrerwechsel sei erfolgt, weil A.________ recht «kaputt» und nicht 
so «zwäg» gewesen sei (pag. 87 Z. 20 ff.; pag. 92 f. Z. 89 f.). 

Anders als die Vorinstanz erachtet die Kammer die Aussagen der Beschuldigten 
zum Grund für den ersten Fahrerwechsel nicht als widersprüchlich (vgl. pag. 402, 
S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Rechtsanwalt D.________ wies zu 
Recht darauf hin, dass wer müde ist, auch «kaputt» ist und möglichweise auch 
Kopfschmerzen hat (pag. 603). Auffallend ist allerdings, dass A.________ die 
Kopfschmerzen erst erwähnte, nachdem C.________ diese an der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme vorgebracht hatte. In ihren ersten Aussagen erwähnten 
sowohl A.________ als auch C.________ einzig, dass A.________ müde gewesen 
sei.

8.5.3 Eine beschuldigte Person muss sich nicht selber belasten und es trifft sie weder 
eine Aussage- noch eine Wahrheitspflicht (vgl. Art. 113 StPO; Urteil des Bundesge-
richts 6B_157/2016 vom 8. August 2016 E. 2.4.2). Die Aussageverweigerung von 
A.________ an der polizeilichen Einvernahme vom 13. März 2016 (pag. 39 ff.), am 
Tag nach dem Vorfall, darf nicht als Schuldindiz gewertet werden (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_466/2012 vom 8. November 2012 E. 2.3). Entgegen der Auf-
fassung der Vorinstanz kann A.________ daher auch nicht vorgeworfen werden, es 
sei nicht verständlich, weshalb er nicht bereits am 13. März 2016 angegeben habe, 
dass er nicht gefahren sei (pag. 394, S. 29 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

8.5.4 C.________ ging am 13. März 2016 zusammen mit A.________ nach Bern zur 
Kantonspolizei, um das Auto vermessen zu lassen (vgl. pag. 78 Z. 167 ff.; pag. 301 
Z. 33 ff.). Ihre Aussagen zur Frage, weshalb sie nicht bereits an diesem Tag gesagt 
habe, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt die Lenkerin des Mercedes gewesen sei, 
sind nicht konstant und teilweise nicht nachvollziehbar:

An der polizeilichen Einvernahme führte C.________ aus, sie habe gehofft, dass 
die Polizei ihre Manöver nicht gesehen habe. Als die Polizei A.________ (am 
Abend des Vorfalls) angerufen habe, habe sie Angst gehabt. A.________ habe bei 
der Polizei die Aussage verweigert, um sie nicht zu belasten (pag. 71 Z. 86 ff.). An 
der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme gab C.________ demgegenüber an, sie 
habe bereits am 13. März 2016 sagen wollen, dass sie gefahren sei. A.________ 
habe ihr aber gesagt, sie solle doch jetzt einfach mal noch nichts sagen, zuwarten 
und schauen, was passiert (pag. 78 Z. 193 ff.). Auf Vorhalt dieser Aussagen und 
auf Frage, was der Grund gewesen sei, weshalb sie noch nichts haben sagen sol-
len, erklärte C.________ an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, sie hätten 
einfach gedacht, dass sie eine Busse erhalte. Sie hätten nicht erwartet, dass 
A.________ beschuldigt werde. Er habe einfach gesagt «warten wir ab, wir erhal-
ten sicher eine Busse oder eine Geldstrafe». Sie solle noch nichts sagen (pag. 301 
Z. 33 ff.; pag. 302 Z. 1 ff.). Sie habe das Gefühl gehabt, dass sie eine Busse oder 

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eine Geldstrafe erhalte, weil sie gefahren sei (pag. 302 Z. 8 ff.). Auf Frage, wie man 
dies wissen solle, wenn sie es nicht sage, antwortete C.________, sie habe in die-
sem Moment einfach keine Aussage gemacht und habe warten wollen, was genau 
geschehe (pag. 302 Z. 12 ff.). Sie sei bei der Befragung von A.________ nicht da-
bei gewesen und habe nicht gehört, was er der Polizei gesagt habe. Weshalb er 
nicht gesagt habe, dass sie gefahren sei, müsse man ihn fragen. Er sei ja gefragt 
worden, wer der Lenker gewesen sei und nicht sie (pag. 302 Z. 33 ff.). Ihr sei erst 
klar geworden, dass A.________ beschuldigt werde, als er den Brief erhalten habe, 
dass er den Führerausweis abgeben müsse (pag. 303 Z. 1 ff.). 

Die Aussage von C.________, wonach ihr erst mit dem Führerausweisentzug klar 
geworden sei, dass A.________ beschuldigt werde, erscheint nicht glaubhaft. 
A.________ wurde an der polizeilichen Einvernahme vom 13. März 2016 ausdrück-
lich darauf hingewiesen, dass gegen ihn ein Vorverfahren wegen Widerhandlungen 
gegen das Strassenverkehrsgesetz eingeleitet worden ist und er als beschuldigte 
Person einvernommen wird (pag. 39 Z. 5 ff.). Spätestens nach dieser Einvernahme 
musste auch C.________ klar sein, dass A.________ beschuldigt wird, zumal 
A.________ ihr erzählte, dass die Polizei ihn habe befragen wollen und er die Aus-
sage verweigert habe (vgl. pag. 78 Z. 189 f.; pag. 595 Z. 32 f.). Die Erklärungsver-
suche von C.________ deuten darauf hin, dass A.________ eine Strafe wegen 
Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz auf sich genommen hätte, 
vom vorsorglichen sofortigen Entzug des Führerausweises auf unbestimmte Zeit 
aber überrascht wurde und sich deshalb mit den übrigen Fahrzeuginsassen abge-
sprochen und C.________ als Lenkerin vorgeschoben hat.

8.5.5 Die Beschuldigten schilderten das Kerngeschehen chronologisch und machten 
dabei weder Sprünge in der Chronologie noch spontane Präzisierungen oder Ver-
besserungen. Auch an der Schilderung eigener Gefühle fehlt es weitgehend. Das 
«mulmige Gefühl», das C.________ zum erneuten Fahrerwechsel in J.________ 
veranlasst haben soll, erwähnte nur A.________ und dies vier Mal mit den gleichen 
Worten, nicht aber C.________ selber (vgl. pag. 44 Z. 101 ff., Z. 108 f.; pag. 46 
Z. 186 f.). Auf Frage, wie C.________ auf seine Bemerkung, dass ihre Fahrweise 
schon etwas zügig sei, reagiert habe, gab A.________ an, er wisse es nicht. Sie 
habe sich vielleicht etwas angegriffen gefühlt. Sie habe es ja auch gewusst und 
habe dann auch nicht mehr weiterfahren wollen (pag. 46 Z. 189, Z. 193 ff.). 
C.________ schilderte als einziges Gefühl, sie habe Angst bekommen, als die Po-
lizei A.________ am Abend des Vorfalls angerufen habe (pag. 71 Z. 91 f.). 

Ungewöhnlich ist weiter, dass C.________ ihr angebliches Fahrverhalten an der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 9. Dezember 2016, knapp neun Mona-
te nach dem Vorfall vom 12. März 2016, detaillierter schilderte als an der polizeili-
chen Einvernahme vom 26. Juni 2016 (vgl. zu den Aussagen an der polizeilichen 
Einvernahme pag. 70 Z. 24 ff., Z. 48 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft be-
schrieb sie insbesondere mehrere Fahrstreifenwechsel (vgl. pag. 75 Z. 63 ff.). Dem 
widersprechend erklärte C.________ an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
auf Frage, was sie zu den Vorwürfen in Ziff. I. A. 1.1 der Anklageschrift sage, sie 
sei nach rechts und dann wieder nach links gefahren, was auf dem Video ersicht-
lich sei. Das sei alles, was sie gemacht habe. Das vorher sei nicht geschehen 

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(pag. 303 Z. 7, Z. 19 ff.). Die Aussagen von C.________ zu ihrem Fahrverhalten 
sind somit nicht konstant.

8.5.6 Zur Frage, ob A.________ und E.________ im Tatzeitpunkt einen Bart trugen, ist in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz auf die Angaben der Beschuldigten abzustel-
len. A.________ gab gegenüber der Staatsanwaltschaft an, er habe damals ziem-
lich genau so ausgesehen wie jetzt, worauf im Protokoll verbalisiert wurde, dass 
A.________ einen braunen ca. Zwei- oder Dreitagebart trage. A.________ 
bestätigte sodann, dass er den Bart damals etwa zwei oder drei Tage zuvor abra-
siert habe. Der Bart sei also etwa ähnlich gewesen wie jetzt (pag. 45 Z. 134 ff.). Auf 
Vorhalt von Fotos von sich und E.________ führte A.________ aus, er habe da-
mals weniger Bart gehabt als auf dem Foto. E.________ habe ziemlich genau so 
ausgesehen wie auf dem Foto (pag. 45 Z. 150 f., Z. 156, Z. 158; pag. 52 f.). 
C.________ gab ebenfalls an, dass A.________ im Tatzeitpunkt einen Dreitagebart 
getragen habe (pag. 76 f. Z. 125 ff.). E.________ habe einen Vollbart gehabt und 
habe genau gleich ausgesehen wie auf dem Foto (pag. 76 Z. 122 f.; pag. 77 Z. 130 
ff.). E.________ führte aus, er sehe immer etwa gleich aus, worauf im Protokoll 
verbalisiert wurde, dass E.________ einen dunklen zwei Wochenbart trage (ca. 2 
cm lang; pag. 94 Z. 130 ff.). A.________ habe damals weniger Bart gehabt als auf 
dem Foto (pag. 94 Z. 140 ff.). Gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten ist so-
mit davon auszugehen, dass sowohl A.________, als auch E.________ im Tatzeit-
punkt einen Bart trugen.

8.5.7 Wie bereits erwähnt (vgl. Ziff. II. 8.2 vorne), wurde A.________ mit Verfügung des 
Strassenverkehrsamts des Kantons Zürich vom 6. April 2016 der Führerausweis 
auf Probe vorsorglich, per sofort und auf unbestimmte Zeit entzogen (pag. 150 ff.). 
A.________ hatte nach Erhalt dieser Verfügung ein Interesse daran, den Sachver-
halt in einem für ihn günstigen Licht darzustellen. In diesem Zusammenhang ist 
darauf hinzuweisen, dass A.________ und C.________ zu diesem Zeitpunkt und 
anlässlich der Einvernahmen im Vorverfahren und an der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung ein Paar waren und zusammen wohnten (vgl. pag. 43 Z. 71 f.; pag. 74 
Z. 45 f.; pag. 301 Z. 12 f.; pag. 305 Z. 26; pag. 312 Z. 1). E.________ arbeitet in 
der GmbH von A.________ und ist mit ihm befreundet (vgl. pag. 43 Z. 80 ff.; pag. 
92 Z. 58; pag. 597 Z. 21 ff.). Aus den Aussagen der Beschuldigten geht sodann 
hervor, dass sie vor den jeweiligen Einvernahmen über den Vorfall gesprochen ha-
ben (vgl. pag. 43 Z. 53, Z. 65 ff.; pag. 49 Z. 300; pag. 79 Z. 216 f.; pag. 91 Z. 45 f.; 
pag. 92 Z. 55; pag. 96 Z. 233 ff.). Es liegt nahe, dass es dabei auch zu Absprachen 
zwischen den Beschuldigten gekommen ist. Zudem war C.________ als beschul-
digte Person mit Teilnahmerecht an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme von 
A.________ anwesend (vgl. pag. 41). Ihre eigene Einvernahme bei der Staatsan-
waltschaft fand direkt im Anschluss statt (vgl. pag. 51; pag. 73). Schliesslich ist die 
Sachverhaltsdarstellung der Beschuldigten, wonach A.________ bis zur Raststätte 
in Payerne und anschliessend C.________ gefahren sei, nicht besonders komplex, 
so dass es nicht weiter erstaunt, dass ihre Aussagen nicht widersprüchlich sind. 

8.5.8 Die Verteidiger bringen vor, C.________ und A.________ seien heute kein Paar 
mehr und trotzdem habe C.________ an der oberinstanzlichen Verhandlung ihre 

17

bisherigen Aussagen bestätigt und genau gleich ausgesagt, wie bereits vor der  
Vorinstanz (pag. 602 f.; pag. 617). 

Dem ist entgegenzuhalten, dass es C.________ mit ihrer Berufung gegen das erst-
instanzliche Urteil primär darum gegangen sein dürfte, einen Freispruch von den 
Anschuldigungen der Irreführung der Rechtspflege und der Begünstigung zu erlan-
gen (vgl. pag. 609). Wenn C.________ an der oberinstanzlichen Verhandlung aus-
gesagt hätte, dass nicht sie sondern A.________ gefahren sei, wäre sie dennoch 
wegen Irreführung der Rechtspflege und Begünstigung verurteilt worden. Ihre Si-
tuation hätte sich dadurch also nicht verbessert.

Schliesslich kann dem Einwand von Rechtsanwalt B.________, wonach die Be-
schuldigten bei einer Lügengeschichte vorgebracht hätten, dass E.________ ge-
fahren sei, nicht gefolgt werden. Die Verteidigung verkennt, dass E.________ bei 
einer solchen Sachverhaltsdarstellung aufgrund seiner einschlägigen Vorstrafe we-
gen grober Verkehrsregelverletzung ebenfalls mit einem Führerausweisentzug hät-
te rechnen müssen (vgl. pag. 584). 

8.5.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Beschuldigten zum 
Kerngeschehen nicht grundsätzlich widersprüchlich sind und nicht von Vornherein 
als unglaubhaft bezeichnet werden können. Es gibt allerdings verschiedene Aspek-
te, die ihre Aussagen als weniger überzeugend erscheinen lassen, als diejenigen 
der Zeugen H.________ und I.________. Die Beschuldigten hatten zudem ein In-
teresse daran, den Sachverhalt in einem für A.________ günstigen Licht darzustel-
len. Ihre Aussagen wirken aufeinander abgestimmt und konstruiert. 

8.6 Gesamtheitliche Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt

8.6.1 Zur Frage des Fahrzeuglenkers

Die Beweislage charakterisiert sich zusammengefasst dadurch, dass zwei Zeugen 
(H.________ und I.________) unabhängig voneinander ausgesagt haben, zum 
fraglichen Zeitpunkt habe eine männliche Person mit Bart den Mercedes gelenkt. 
Ihre Aussagen sind nach den Kriterien der Aussagepsychologie sehr glaubhaft. Die 
Aussagen der Beschuldigten weisen demgegenüber Merkmale auf, die für Aussa-
gen von tatsächlich selbst erlebten Geschehnissen ungewöhnlich sind. Sie er-
scheinen aufeinander abgestimmt und auf das Ziel gerichtet, C.________ als Len-
kerin darzustellen. 

Wenn C.________ tatsächlich die Lenkerin des Mercedes gewesen wäre, müssten 
sich beide Zeugen getäuscht haben und den Beifahrer statt die Lenkerin gesehen 
haben. Dies obwohl sowohl H.________ als auch I.________ auf den Lenker fo-
kussiert waren. Beide müssten sich im Geschlecht geirrt und eine männliche Per-
son mit Bart anstatt eine Frau gesehen haben. Es erscheint daher sehr unwahr-
scheinlich, dass beide Zeugen den Beifahrer sahen bzw. sich in diesem Punkt 
täuschten. 

Es ist davon auszugehen, dass sich I.________ und H.________ im Zeitpunkt des 
Sichtkontakts zum Lenker des Mercedes auf dem Fahrstreifen ganz rechts befan-
den (Richtung Ausfahrt; vgl. pag. 60 Z. 106, Z. 110 f.; pag. 108 Z. 202; pag. 109 
Z. 205 f.; pag. 112; pag. 298 Z. 14 ff.; pag. 315). Die Beschuldigten fuhren im Mer-

18

cedes links Richtung Zürich. Ob sie sich ganz links oder auf der rechten Spur der 
beiden Spuren Richtung Zürich befanden, ist nicht erstellt (vgl. 60 Z. 107, Z. 111 ff.; 
pag. 109 Z. 206 ff.). Eine Distanz über zwei bis drei Spuren ist geeignet, einen 
Lenker als Mann mit Bart oder als Frau zu erkennen. So gab auch E.________ zu 
Protokoll, er glaube, dass es sich beim Fahrer des Audis um einen Mann gehandelt 
habe. Er habe keine langen Haare gehabt (pag. 95 Z. 182 ff.). 

Daran ändert auch der Einwand von Rechtsanwalt B.________, wonach der Bei-
fahrer normalerweise den Blick auf den Fahrer versperre, nichts. Es ist zwar zutref-
fend, dass E.________ grösser und breiter ist als C.________, die eher klein und 
zierlich ist. Gerade deshalb hätte C.________ aber mit dem Sitz nach vorne rut-
schen müssen, um mit ihren Füssen die Pedale zu erreichen. Es ist deshalb davon 
auszugehen, dass C.________ weiter vorne gesessen wäre als E.________. Zu-
dem wurden H.________ und I.________ mehrfach gefragt, ob es sein könnte, 
dass sie den Beifahrer statt den Lenker gesehen haben, was beide stets verneinten 
(vgl. pag. 60 f. Z. 124 ff.; pag. 109 Z. 226 ff.; pag. 291 Z. 31 ff.; pag. 295 Z. 14 ff.). 

Die Vorinstanz berücksichtigte zu Recht auch den getrübten automobilistischen 
Leumund von A.________ als Indiz für seine Täterschaft (pag. 400, S. 35 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_486/2018 
vom 5. September 2018 E. 1.2.1). Gemäss ADMAS-Auszug wurde ihm der Füh-
rerausweis auf Probe bereits zweimal entzogen (vom 1. Dezember 2011 bis 31. 
Januar 2012 und vom 27. Februar 2017 bis 26. März 2017; pag. 530). 

Die Kammer erachtet es gestützt auf die glaubhaften Aussagen von H.________ 
und I.________ als erstellt, dass es sich beim Fahrzeuglenker um einen Mann mit 
Bart handelte.

Wie bereits erwähnt ist davon auszugehen, dass sowohl A.________ als 
E.________ im Tatzeitpunkt einen Bart trugen (vgl. Ziff. II. 8.5 vorne). Ob es sich 
dabei um einen Zwei- oder Dreitagebart oder um einen Fünftagebart handelte ist 
unerheblich, da nicht davon auszugehen, dass dies auf diese Distanz zu erkennen 
war. 

Die Vorinstanz erwog, die Beschreibung des Fahrzeuglenkers durch H.________ 
passe alleine auf A.________, nicht aber auf E.________ (pag. 399, S. 34 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung). Dieser trage zwar auch einen Bart, sei jedoch ein 
heller Typ. Er habe hellbraune Haare und einen ebensolchen Bart und wirke im 
Gegensatz zu A.________ nicht südländisch, sondern eher nordländisch (pag. 402, 
S. 37 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Sowohl A.________ als auch 
E.________ haben braune Haare und einen braunen Bart (vgl. pag. 45 Z. 139 f.; 
pag. 52 f.; pag. 94 Z. 134). Es mag sein, dass A.________ etwas südländischer 
aussieht als E.________. Auch dies dürfte aber auf Distanz kaum zu erkennen ge-
wesen sein. Aus den Aussagen der Zeugen geht somit nicht hervor, ob 
A.________ oder E.________ der Fahrzeuglenker war. Die Beschuldigten gaben 
jedoch übereinstimmend an, dass E.________ auf dem Beifahrersitz gesessen sei 
(pag. 44 Z. 116; pag. 75 Z. 81; pag. 92 Z. 80, Z. 82 ff.). Die Frage der Staatsanwäl-
tin, ob er im Zeitpunkt des Vorfalls das Auto gelenkt habe, verneinte E.________ 

19

explizit (pag. 97 Z. 269 ff.). Auch aus den Aussagen von A.________ und 
C.________ geht hervor, dass E.________ nicht gefahren sei (vgl. pag. 51 Z. 371 
f.; pag. 75 Z. 86 ff.). Es gibt somit keine Anhaltspunkte, dass E.________ der Fahr-
zeuglenker gewesen sein könnte. Die theoretische Möglichkeit, dass E.________ 
zum fraglichen Zeitpunkt gefahren sein könnte, begründet nicht mehr als abstrakte 
Zweifel an der Täterschaft von A.________ (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_486/2018 vom 5. September 2018 E. 1.2.1). 

Für die Kammer bestehen keine erheblichen und nicht zu unterdrückenden Zweifel 
daran, dass A.________ im Zeitpunkt des Vorfalls Lenker des Mercedes-Benz, 
Kontrollschild ZH .________, war. 

8.6.2 Zu den Vorfällen auf der Autobahn A1 West, Abschnitt Murten – Bern-
Brünnen (Ziff. I. A. 1.1. Anklageschrift)

Für diesen Abschnitt liegen einzig die Aussagen der drei Beschuldigten und des 
Zeugen H.________ vor. A.________ bestritt die Vorwürfe gemäss Ziff. I. A. 1.1. 
der Anklageschrift (vgl. pag. 47 Z. 202 ff.; pag. 312 Z. 5 ff.). C.________ schilderte 
gegenüber der Staatsanwaltschaft mehrere Fahrstreifenwechsel (vgl. pag. 75 Z. 63 
ff.). Dem widersprechend führte sie an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
aus, sie sei nach rechts und dann wieder nach links gefahren, was auf dem Video 
ersichtlich sei. Das sei alles, was sie gemacht habe. Das vorher sei nicht gesche-
hen (pag. 303 Z. 21 ff.). E.________ erklärte an der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung auf Vorhalt von Ziff. I. A. 1.1. der Anklageschrift, er wisse nicht, ob es zu 
diesem Zeitpunkt schon zu Spurenwechseln gekommen sei. Er könne nicht sicher 
sagen, was geschehen sei (pag. 306 Z. 31 ff.; pag. 307 Z. 4 f., Z. 9). 

H.________ wurde am 12. März 2016 beim Stützpunkt der Mobilen Polizei MEOA 
in Bern zur Kontrolle angehalten (pag. 6). Gemäss dem Anzeigerapport vom 
13. März 2016 (pag. 3 ff.) habe H.________ nach Belehrung sinngemäss ausge-
sagt, er sei auf der Autobahn A1 West auf dem Überholstreifen auf einen schwar-
zen Mercedes aufgeschlossen. Dieser sei permanent auf dem linken Fahrstreifen 
gefahren und habe den Überholstreifen nicht freigegeben. Er habe dem Mercedes 
mit den Händen gezeigt, dass er Platz machen solle, was dieser auch gesehen ha-
be, denn er habe stark abgebremst. Danach habe der Mercedes auf den Normal-
streifen gewechselt. Als er den Mercedes habe überholen wollen, habe dieser stark 
beschleunigt und habe vor ihm auf den Überholstreifen gewechselt. Dieser Ablauf 
habe sich einmal wiederholt. Der Lenker des Mercedes habe immer wieder stark 
Gas gegeben und danach wieder abgebremst, was ihn aufgeregt habe (pag. 6 f.). 
Im Gefälle Richtung Bern-Brünnen, als er erneut habe überholen wollen, habe der 
Mercedes stark beschleunigend vor ihm auf den Überholstreifen gewechselt. Als 
der Mercedes im Bereich der Ausfahrt Bern-Brünnen auf den Normalstreifen ge-
wechselt habe, habe er zunächst nicht überholt, weil die Höchstgeschwindigkeit auf 
100 km/h signalisiert gewesen sei. Unmittelbar vor dem Brünnentunnel habe er 
dann doch überholt (pag. 7). 

An der polizeilichen Einvernahme wurde H.________ hierzu nicht befragt 
(vgl. pag. 54 f.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft führte H.________ aus, er sei 
in Murten auf die Autobahn gefahren und bald auf einen Mercedes aufgeschlossen, 

20

der auf der Überholspur gefahren sei. Er habe sich schon von Anfang an genervt, 
denn auf der rechten Spur sei kein Auto gewesen. Der Mercedes sei extra immer 
links gefahren und habe ihn nicht überholen lassen (pag. 59 Z. 57 ff.). Es habe sich 
gesteigert und er sei immer genervter geworden. Das gleiche Spiel sei einige Minu-
ten gegangen (pag. 59 Z. 67 f.). Der Mercedes sei etwa drei Mal auf die rechte 
Spur gegangen und als er ihn habe überholen wollen, sei er wieder vor sein Fahr-
zeug auf die Überholspur eingeschwenkt (pag. 59 Z. 70 ff.). Im Tunnel Brünnen 
habe er ihn dann überholen können (pag. 59 Z. 73 f.). Anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung schilderte H.________ auf Vorhalt von Ziff. I. A. 1.1. der 
Anklageschrift, die linke Fahrspur sei immer blockiert gewesen, obschon rechts frei 
gewesen wäre. Als er habe überholen wollen, habe der Mercedes auf der rechten 
Spur beschleunigt und sei ihm vor das Auto gefahren. Das habe sich wiederholt, er 
wisse aber nicht mehr wie oft und wie lange (pag. 291 Z. 6 ff.).

H.________ schilderte die Vorkommnisse grundsätzlich immer gleich. Er gab so-
wohl gegenüber der Polizei am Tag des Vorfalls als auch an der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme konstant an, dass das von ihm geschilderte Manöver 
insgesamt drei Mal stattgefunden habe. Erst anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung knapp eineinhalb Jahre nach dem Vorfall konnte sich 
H.________ zwar an eine Wiederholung des Vorfalls, aber nicht mehr an die An-
zahl der Wiederholungen erinnern, was nach so langer Zeit durchaus verständlich 
erscheint. Seine Aussagen sind persönlich und emotional gefärbt. H.________ be-
schönigte sein eigenes Fehlverhalten nicht und betonte immer wieder seinen Ärger 
über die Fahrweise des Mercedes. Es ist nicht ersichtlich, weshalb er den Merce-
desfahrer für etwas hätte anschwärzen sollen, das dieser nicht begangen hat. Zu-
dem ist das dritte von H.________ geschilderte Manöver auf Video aufgezeichnet. 
Seine Aussagen stimmen diesbezüglich mit dem objektiven Beweismittel überein. 

Für die Kammer bestehen keine Zweifel daran, dass die Manöver so stattgefunden 
haben, wie sie von H.________ geschilderten wurden und wie sie der Anklage-
schrift zugrunde gelegt wurden. Die Kammer erachtet den in Ziff. I. A. 1.1. der An-
klageschrift umschriebenen Sachverhalt als erwiesen (pag. 231). 

8.6.3 Zu den Vorfällen auf der Autobahn A1 West, Abschnitt Kerzers – Bern-
Brünnen (Ziff. I. A. 1.2. und 1.3. Anklageschrift)

Die in Ziff. I. A. 1.2. und 1.3. der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalte wur-
den mittels ViDistA aufgezeichnet und werden nicht bestritten. ViDistA zeigt zu Be-
ginn der Aufzeichnung, dass der Mercedes direkt vor dem Audi auf dem Überhol-
streifen fuhr und beide Fahrzeuge einen LKW überholten. Nach dem Überhol-
manöver wechselte der Mercedes auf die Normalstreifen, verlangsamte, während-
dem der Audi bei etwa gleichbleibendem Tempo auf der Überholspur verblieb. Als 
der Audi zum Überholen des Mercedes ansetzte, beschleunigte der Mercedes stark 
und wechselte knapp vor dem Audi wieder auf den Überholstreifen, wo beide Fahr-
zeuge ein drittes Fahrzeug überholten. 

Die ViDistA-Aufnahme zeigt, dass A.________ den Lenker des Audis, H.________, 
am Überholen hinderte, indem er auf dem Normalstreifen mit deutlich übersetzter 
Geschwindigkeit beschleunigte und knapp vor H.________ wieder auf den Über-

21

holstreifen wechselte. H.________ wurde durch das mit geringem Abstand durch-
geführte Manöver gefährdet. Gemäss dem ViDistA-Auswertungsbericht überschritt 
der Mercedes die zulässige Geschwindigkeit von 120 km/h um 38 km/h (pag. 27). 
Der Abstand der Fahrzeuge betrug 7.67 m (pag. 26). 

Die in Ziff. I. A. 1.2. und 1.3. der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalte gelten 
folglich als erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung

9. Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz

9.1 Grobe Verkehrsregelverletzungen

9.1.1 Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) wird mit 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verlet-
zung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-
ruft oder in Kauf nimmt. 

In objektiver Hinsicht setzt die Annahme einer schweren Widerhandlung bzw. einer 
groben Verkehrsregelverletzung voraus, dass die Verkehrssicherheit ernsthaft ge-
fährdet wurde. Dabei genügt eine erhöhte abstrakte Gefährdung. Wesentliches Kri-
terium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr ist die Nähe der Verwirk-
lichung. Die allgemeine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr genügt dem-
nach nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG, wenn in Anbe-
tracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verlet-
zung nahe liegt. Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst 
schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei 
fahrlässiger Begehung grobe Fahrlässigkeit (BGE 142 IV 93 E. 3.1 S. 96; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_521/2016 vom 15. September 2016 E. 2.; je mit Hinweisen).

Betreffend die konkret als verletzt angeklagten Verkehrsregeln (Art. 32 Abs. 2, 34 
Abs. 1 und 3, 35 Abs. 7 SVG; Art. 4a Abs. 1 und 10 Abs. 1 der Verkehrsregelver-
ordnung [VRV; SR 741.11]) kann vorab auf die allgemeinen rechtlichen Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden. Sie hat die Rechtslage anhand der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung und der Lehre zutreffend dargelegt (pag. 412 ff., 
S. 47 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

9.1.2 Überschreiten der Geschwindigkeit

Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die objektiven Voraus-
setzungen der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG unge-
achtet der konkreten Umstände erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
auf Autobahnen um 35 km/h oder mehr überschritten wird (BGE 132 II 234 E. 3.1 
S. 238; Urteil des Bundesgerichts 6B_521/2016 vom 15. September 2016 E. 3.; je 
mit Hinweisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln durch Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf ein 
zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Die Rücksichtslosigkeit ist 
ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Umstände vorliegen, die das Ver-

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halten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (Urteil des Bundesge-
richts 6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.1. mit Hinweis).

Das Beweisverfahren hat ergeben, dass A.________ die allgemeine Höchstge-
schwindigkeit von 120 km/h um netto 38 km/h überschritten hat. Besondere Um-
stände, die sein Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen und 
die Rücksichtslosigkeit ausnahmsweise verneinen würden, sind nicht ersichtlich. 
A.________ handelte zumindest grobfahrlässig. Rechtfertigungs- oder Schuldaus-
schlussgründe sind nicht erkennbar.

A.________ ist somit in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der groben Ver-
kehrsregelverletzung durch Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit 
als Lenker eines Personenwagens um 38 km/h schuldig zu sprechen. 

9.1.3 Hinderung beim Überholen 

Indem A.________ auf dem Normalstreifen beschleunigte und knapp vor 
H.________ auf den Überholstreifen wechselte, hinderte er H.________ am Über-
holen und gefährdete diesen. A.________ verstiess mit seinen Fahrmanövern ge-
gen elementare Verkehrsregeln. Gemäss Art. 35 Abs. 7 SVG ist dem sich ankündi-
genden, schneller fahrenden Fahrzeug die Strasse zum Überholen freizugeben. 
Wer überholt wird, darf die Geschwindigkeit nicht erhöhen. Art. 34 Abs. 3 SVG ver-
pflichtet den Fahrzeugführer, beim Ändern der Fahrrichtung auf den Gegenverkehr 
und auf die nachfolgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen (vgl. Urteile des Bun-
desgerichts 6B_486/2018 vom 5. September 2018 E. 2.2.1; 6B_1324/2017 vom 
9. Mai 2018 E. 2.2 f.). 

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass für den Minimalabstand beim Wiederein-
biegen nach dem Überholen als Richtschnur die «1/6-Tacho-Regel» bzw. die «0,6-
Sekunden-Regel» herangezogen werden kann (pag. 413, S. 48 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Ein Unterschreiten des Minimalabstands bildet in der Re-
gel eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_1072/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 4.2 mit Hinwei-
sen). 

Bei der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h beträgt der Minimalab-
stand beim Wiedereinbiegen nach dem Überholen auf der Autobahn 20 m. Dieser 
Minimalabstand wurde vorliegend bei einem Abstand von lediglich 7.67 m deutlich 
unterschritten (pag. 26).

Besondere Umstände, die das Verhalten von A.________ subjektiv in einem milde-
ren Licht erscheinen lassen und die Rücksichtslosigkeit ausnahmsweise verneinen 
würden, sind wiederum nicht ersichtlich. A.________ handelte zumindest grobfahr-
lässig. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht erkennbar.

A.________ ist in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der groben Verkehrsre-
gelverletzung durch Hinderung am Überholen durch Beschleunigen und unvorsich-
tigen Fahrstreifenwechsel schuldig zu sprechen. 

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/902ed666-8821-4a96-af81-03534898cc69/30b154f1-de04-4ff2-9856-88eef2163663?source=document-link&SP=4|ococya

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9.2 Einfache Verkehrsregelverletzungen 

Nach Art. 90 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln des Stras-
senverkehrsgesetzes oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. 
Gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG müssen Fahrzeuge rechts fahren. Nach Art. 35 Abs. 7 
SVG ist dem sich ankündigenden, schneller fahrenden Fahrzeug die Strasse zum 
Überholen freizugeben. Wer überholt wird, darf die Geschwindigkeit nicht erhöhen. 

Das Beweisverfahren hat ergeben, dass A.________ auf der Autobahn A1 West, 
Abschnitt Murten bis Bern-Brünnen, über eine längere Distanz auf dem Überhol-
streifen blieb, obwohl der Normalstreifen frei gewesen wäre. Weiter ist erstellt, dass 
A.________ H.________ zweimal am Überholen hinderte, indem er auf dem Nor-
malsteifen stark beschleunigte und vor H.________ auf den Überholstreifen wech-
selte. Mit diesen Fahrmanövern verstiess A.________ sowohl gegen Art. 34 Abs. 1 
SVG als auch gegen Art. 35 Abs. 7 SVG. Er handelte in der Absicht, den Audifah-
rer am Überholen zu hindern und damit vorsätzlich. Rechtfertigungs- oder Schuld-
ausschlussgründe sind nicht erkennbar.

A.________ ist in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der mehrfachen einfa-
chen Verkehrsregelverletzung durch Verbleiben auf der Überholspur trotz freier 
Normalspur und Hinderung am Überholen durch Beschleunigen des Fahrzeugs 
schuldig zu sprechen. 

10. Irreführung der Rechtspflege

10.1 Rechtliche Grundlagen

Gemäss Art. 304 Ziff. 1 aStGB (vgl. zum anwendbaren Recht Ziff. IV. 13. hinten) 
wird wegen Irreführung der Rechtspflege bestraft, wer bei einer Behörde wider 
besseres Wissen anzeigt, es sei eine strafbare Handlung begangen worden 
(Abs. 1) oder wer sich selbst fälschlicherweise bei der Behörde einer strafbaren 
Handlung beschuldigt (Abs. 2). 

Es kann vorab auf die allgemeinen rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zum 
Tatbestand von Art. 304 Ziff. 1 aStGB und zur Konkurrenz mit Art. 303 aStGB ver-
wiesen werden. Sie hat die Rechtslage anhand der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung und der Lehre zutreffend dargelegt (pag. 406 f., S. 41 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung). 

10.2 A.________

A.________ behauptete nach Absprache mit C.________ – mittelbar via seinen 
früheren Anwalt, Rechtsanwalt G.________, – mit Schreiben vom 6. Mai 2016 ge-
genüber der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, dass C.________ zum fraglichen 
Zeitpunkt Lenkerin des Mercedes gewesen sei und damit die Widerhandlungen ge-
gen das Strassenverkehrsgesetz begangen habe. Die falsche Anschuldigung er-
folgte wider besseres Wissen. Als Lenker des Fahrzeugs wusste A.________, dass 
nicht C.________, sondern er selber die in Untersuchung stehenden Verkehrsre-
gelverletzungen begangen hat. Damit sind sowohl der objektive als auch der sub-
jektive Tatbestand von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB erfüllt. Rechtfertigungs- oder 
Schuldausschlussgründe liegen nicht vor.

24

A.________ zeigte bei der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland nicht nur an, dass 
eine strafbare Handlung begangen worden sei, sondern beschuldigte zudem eine 
Nichtbeschuldigte wider besseres Wissen eines Vergehens (grobe Verkehrsregel-
verletzungen, vgl. Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB). Die Vorinstanz wies jedoch zu 
Recht darauf hin, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei Einwilli-
gung der Verletzten zur falschen Anschuldigung ausschliesslich Irreführung der 
Rechtspflege zur Anwendung gelangt (BGE 111 IV 159 E. 2. d S. 165; pag. 406 f., 
S. 41 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Das Beweisverfahren hat erge-
ben, dass A.________ Rechtsanwalt G.________ nach Absprache mit C.________ 
und in deren Einverständnis beauftragte, das Schreiben vom 6. Mai 2016 zu ver-
fassen. Der Tatbestand von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 aStGB ist folglich nicht erfüllt. 

A.________ ist daher in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Irreführung 
der Rechtspflege schuldig zu sprechen. 

10.3 C.________

C.________ behauptete nach Absprache mit A.________ mittels Schreiben vom 
6. Mai 2016 gegenüber der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, zum fraglichen 
Zeitpunkt Lenkerin des Mercedes gewesen zu sein und damit die Widerhandlungen 
gegen das Strassenverkehrsgesetz begangen zu haben. Dies entsprach jedoch 
nicht der Wahrheit. Es ist beweismässig erstellt, dass A.________ den Mercedes 
lenkte und die Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz beging. 
C.________ beschuldigte sich somit fälschlicherweise einer strafbaren Handlung. 
Der objektive Tatbestand von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 aStGB ist erfüllt.

Subjektiv ist qualifizierter Vorsatz erforderlich. Dieser muss sich aber nicht darauf 
erstrecken, auch tatsächlich eine Strafuntersuchung herbeizuführen. Eine Selbst-
anzeige wider besseres Wissen reicht aus. Als Beifahrerin wusste C.________, 
dass nicht sie, sondern A.________ die in Untersuchung stehenden Verkehrsre-
gelverletzungen begangen hat. Sie gab sich aber dennoch als Täterin aus und 
blieb bei ihren Aussagen, obwohl sie mehrmals auf die Strafbarkeit einer falschen 
Selbstbeschuldigung hingewiesen wurde. Damit ist auch der subjektive Tatbestand 
von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 aStGB erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldausschluss-
gründe liegen nicht vor. 

C.________ ist in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Irreführung der 
Rechtspflege schuldig zu sprechen.

11. Begünstigung

11.1 Rechtliche Grundlagen 

Gemäss Art. 305 Abs. 1 aStGB wird wegen Begünstigung bestraft, wer jemanden 
unter anderem der Strafverfolgung entzieht. Steht der Täter in so nahen Beziehun-
gen zu dem Begünstigten, dass sein Verhalten entschuldbar ist, so kann der Rich-
ter von einer Bestrafung Umgang nehmen (Art. 305 Abs. 2 aStGB). 

Die Tathandlung des Entziehens setzt voraus, dass der Täter eine Amtshandlung 
im Strafverfahren zumindest für eine gewisse Zeit verhindert hat. Eine blosse Bei-
standshandlung, welche die Strafverfolgung nur vorübergehend oder geringfügig 

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=29|3snmyg
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=29|3snmyg

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behindert bzw. stört, genügt nicht (BGE 141 IV 459 E. 4.2 S. 463, publ. in: Pra 105 
(2016) Nr. 66; BGE 129 IV 138 E. 2.1 S. 140; Urteil des Bundesgerichts 1C_3/2017 
vom 14. März 2017 E. 4.3; je mit Hinweis). Entscheidend für die Annahme der Be-
günstigung ist eine erhebliche zeitliche oder inhaltliche Erschwernis der Strafverfol-
gung (Urteil des Bundesgerichts 6B_766/2009 vom 8. Januar 2010 E. 3.4).

Versuchte Begünstigung liegt vor, wenn jemand bereits auf die Verhinderung einer 
bestimmten Strafverfolgung abzielende Handlungen vorgenommen hat, diese aber 
(noch) nicht zu einer tatbestandsmässigen Verhinderung der Verfolgung führten 
(DELNON/RÜDY, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 33 zu Art. 305 
StGB mit Hinweisen).

Erfolgt die Irreführung der Rechtspflege, um einen Dritten zu decken, kommt 
Art. 304 aStGB in echter Konkurrenz mit Art. 305 aStGB zur Anwendung (BGE 111 
IV 159 E. 2. e S. 165 f.; DELNON/RÜDY, a.a.O., N. 34 f. zu Art. 305 StGB; TRECH-
SEL/PIETH, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, 
N. 8 zu Art. 304 StGB, N. 19 zu Art. 305 StGB). 

11.2 C.________

C.________ behauptete mittels Schreiben vom 6. Mai 2016 an die Staatsanwalt-
schaft und anlässlich der Einvernahmen vom 26. Juni 2016 bei der Kantonspolizei, 
vom 9. Dezember 2016 bei der Staatsanwaltschaft sowie an der erst- und oberin-
stanzlichen Verhandlung vom 29. August 2017 bzw. 6. September 2018, zum frag-
lichen Zeitpunkt Lenkerin des Mercedes gewesen zu sein und damit die Wider-
handlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz begangen zu haben. Ihr Vorgehen 
und ihre Aussagen waren geeignet, A.________ der Strafverfolgung zu entziehen 
und führten zu einer erheblichen zeitlichen und inhaltlichen Erschwernis der Straf-
verfolgung. So mussten insbesondere umfangreiche Beweismassnahmen durchge-
führt werden. Die zahlreichen Einvernahmen dienten denn auch in erster Linie der 
Klärung der Frage, wer zum fraglichen Zeitpunkt Lenker des Mercedes gewesen 
ist. 

C.________ handelte vorsätzlich. Sie wollte verhindern, dass A.________ straf-
rechtlich belangt wird, weil ihm im Gegensatz zu ihr aufgrund seiner einschlägigen 
Vorstrafen und des getrübten automobilistischen Leumunds eine härtere Strafe und 
insbesondere auch ein Führerausweisentzug drohten. Damit sind sowohl der objek-
tive als auch der subjektive Tatbestand von Art. 305 Abs. 1 aStGB erfüllt. Rechtfer-
tigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor.

Betreffend die Privilegierung gemäss Art. 305 Abs. 2 aStGB hielt die Vorinstanz 
fest, bei A.________ und C.________ liege eine nahe Beziehung vor, da sie so-
wohl im Tatzeitpunkt als auch heute ein Paar seien. Das Verhalten von 
C.________ sei zwar menschlich begreiflich, moralisch jedoch nicht gerechtfertigt. 
Die von A.________ zu tragenden Konsequenzen würden sich auf eine Geldstrafe 
mit Strafregistereintrag und einen Führerausweisentzug beschränken. C.________ 
habe nicht nur sich selbst mit Geldstrafe, Strafregistereintrag und Meldung an die 
Ausländerbehörde belastet, sondern auch noch ein untragbares Verhalten im 
Strassenverkehr gedeckt. Diesbezüglich könne auch auf den Entscheid des Bun-
desgerichts 6B_866/2010 vom 19. Juli 2011 E. 1.3 verwiesen werden. In diesem 

https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/7b3ea168-4b12-4c0a-8747-383f5eb3a706?citationId=779d4668-85e5-4310-aa4d-4ee76abcfcdf&source=document-link&SP=9|3snmyg
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/b706a2b7-8cff-41d7-a5e3-4c2503e332f9?citationId=9c12d34c-a32c-486e-8d98-f2ab1c771dae&source=document-link&SP=9|3snmyg
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgeyv62lwl4ytkoi
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=mjtwkxzrgeyv62lwl4ytkoi

26

Entscheid sei dem Beschwerdeführer, der sich als Fahrzeuglenker für seine be-
trunkene Ehefrau ausgegeben habe, ebenfalls die moralische Rechtfertigung sei-
nes Handelns abgesprochen worden: «[…] le comportement du recourant 
n’apparaît pas moralement justifié au regard des valeurs généralement reconnues 
par la société» (pag. 410, S. 45 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Diesen Ausführungen ist vollumfänglich zuzustimmen. Auch die Kammer verneint 
eine Privilegierung nach Art. 305 Abs. 2 aStGB. Der Umstand, dass A.________ 
und C.________ ein Paar waren, ist nachfolgend im Rahmen der Strafzumessung 
zu berücksichtigen (vgl. Ziff. IV. 15. hinten). 

C.________ ist in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Begünstigung 
schuldig zu sprechen.

11.3 E.________

E.________ behauptete anlässlich der Einvernahmen vom 19. Juli 2016 bei der 
Kantonspolizei, vom 9. Dezember 2016 bei der Staatsanwaltschaft sowie an der 
erst- und oberinstanzlichen Verhandlung vom 29. August 2017 bzw. 6. September 
2018, dass C.________ zum fraglichen Zeitpunkt Lenkerin des Mercedes gewesen 
sei und damit die Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz begangen 
habe. Als Beifahrer wusste E.________, dass nicht C.________, sondern 
A.________ gefahren ist.

Seine wiederholt falschen Aussagen waren geeignet, A.________ der Strafverfol-
gung zu entziehen und führten, zusammen mit dem Vorgehen bzw. den Aussagen 
der anderen beiden Beschuldigten, zu einer erheblichen zeitlichen und inhaltlichen 
Erschwernis der Strafverfolgung. Wie erwähnt mussten insbesondere umfangrei-
che Beweismassnahmen durchgeführt werden (vgl. Ziff. III. 11.2 vorne). 

E.________ beabsichtigte mit seinen Aussagen A.________ der Strafverfolgung zu 
entziehen und handelte damit vorsätzlich. Damit sind sowohl der objektive als auch 
der subjektive Tatbestand von Art. 305 Abs. 1 aStGB erfüllt. Rechtfertigungs- oder 
Schuldausschlussgründe liegen nicht vor.

Hinsichtlich der Privilegierung gemäss Art. 305 Abs. 2 aStGB kann sinngemäss 
auf die Ausführungen betreffend C.________ verwiesen werden (vgl. Ziff. III. 11.2 
vorne). Auch das Verhalten von E.________ ist zwar menschlich verständlich, mo-
ralisch jedoch nicht gerechtfertigt. Der Umstand, dass E.________ mit A.________ 
befreundet ist und in seiner GmbH arbeitet, ist nachfolgend im Rahmen der Straf-
zumessung zu berücksichtigen (vgl. Ziff. IV. 16. hinten). 

E.________ ist in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Begünstigung 
schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung 

12. Überprüfung durch die Kammer

Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht über umfas-
sende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 

27

StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei gleich-
bleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen Strafzu-
messungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die Vor-
instanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte von 
allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen und 
in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichsmög-
lichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine Kor-
rektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- oder 
Täterkomponenten oder Abstufungen unter Teilnehmern unberücksichtigt geblie-
ben oder falsch gewürdigt worden sind oder wenn seit dem erstinstanzlichen Urteil 
wesentliche, die Strafzumessung beeinflussende Änderungen eingetreten sind.

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (pag. 415 f., S. 50 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

13. Anwendbares Recht 

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Hat der Täter vor diesem Datum ein Verbre-
chen oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so sind 
gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für 
ihn milder sind. Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt 
sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den 
konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 
E. 6.2.1 S. 87). Ausschlaggebend ist, nach welchem Recht der Täter für die zu be-
urteilende Tat besser wegkommt (BGE 126 IV 5 E. 2c S. 8 mit Hinweisen). Anzu-
wenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue 
Recht. Eine kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen 
(BGE 134 IV 82 E. 6.2.3 S. 88 mit Hinweisen).

Die Kammer erkennt im neuen Recht keinen Ansatz für eine mildere Bestrafung, 
weshalb das zum Tatzeitpunkt geltende alte Recht anzuwenden ist (Art. 2 Abs. 2 
StGB).

14. A.________

14.1 Konkretes Vorgehen und Strafrahmen 

A.________ hat sich der Irreführung der Rechtspflege, der mehrfachen groben 
Verkehrsregelverletzung und der mehrfachen einfachen Verkehrsregelverletzung 
schuldig gemacht. Bereits an dieser Stelle kann vorweggenommen werden, dass 
die Kammer für die Schuldsprüche wegen Irreführung der Rechtspflege und grober 
Verkehrsregelverletzung eine Geldstrafe als angemessene und zweckmässige 
Sanktion erachtet, weshalb nachfolgend das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 
Abs. 1 aStGB zur Anwendung gelangt. 

Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zunächst der Strafrah-
men für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die 
schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen (Urteil des Bundesge-

28

richts 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Irreführung der 
Rechtspflege und die grobe Verkehrsregelverletzung haben dieselbe Strafandro-
hung (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, vgl. Art. 304 Ziff. 1 aStGB, 
Art. 90 Abs. 2 SVG). Wie die Vorinstanz erachtet auch die Kammer die Irreführung 
der Rechtspflege als konkret schwerere Tat. Die falschen Angaben gegenüber der 
Staatsanwaltschaft behinderten den ordnungsgemässen Gang der Rechtspflege 
und führten zu einer erheblichen zeitlichen und inhaltlichen Erschwernis der Straf-
verfolgung. Demgegenüber überschritt A.________ mit der Geschwindigkeitsüber-
schreitung von 38 km/h die Schwelle zur groben Verkehrsregelverletzung von 
35 km/h auf der Autobahn relativ knapp (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.1 S. 238; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_521/2016 vom 15. September 2016 E. 3.; je mit Hinwei-
sen).

In einem zweiten Schritt ist die Einsatzstrafe aufgrund des Schuldspruchs wegen 
mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 
aStGB angemessen zu erhöhen. Trotz Asperation sind vorliegend keine ausserge-
wöhnlichen Umstände ersichtlich, aufgrund welcher der ordentliche Strafrahmen zu 
verlassen wäre (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen; Urteil des Bundes-
gerichts 6B_853/2014 vom 9. Februar 2015 E. 4.2). Der Strafrahmen reicht somit 
von zwei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe (Art. 304 Ziff. 1 
aStGB).

Zu berücksichtigen ist ferner, dass A.________ die groben Verkehrsregelverlet-
zungen am 12. März 2016 beging, und damit bevor er mit Urteil des Bezirksgerichts 
Bülach vom 22. März 2016 zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 60.00 
und einer Busse von CHF 100.00 verurteilt wurde (vgl. pag. 582 f.). Die Kammer 
hat deshalb in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB eine Zusatzstrafe zu bestim-
men (teilweise retrospektive Konkurrenz, vgl. Ziff. IV. 14.3 hinten). 

Beim Schuldspruch wegen mehrfacher einfacher Verkehrsregelverletzung handelt 
es sich demgegenüber um eine Übertretung. Für diese Delikte ist eine Busse aus-
zusprechen (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 103 aStGB). 

14.2 Einsatzstrafe: Irreführung der Rechtspflege

14.2.1 Objektive Tatkomponenten

Art. 304 StGB schützt den ordnungsgemässen Gang der Rechtspflege. Die 
Rechtspflege soll vor unnützen Umtrieben, falschen Anzeigen und vor Irreführung 
geschützt werden (BGE 111 IV 159 E. 1. b S. 162).

Betreffend die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-
guts ist zu berücksichtigen, dass die Falschbezichtigung einen erheblichen behörd-
lichen Aufwand auslöste. So mussten insbesondere umfangreiche Beweismass-
nahmen durchgeführt werden. Die zahlreichen Einvernahmen dienten in erster Li-
nie der Klärung der Frage, wer zum fraglichen Zeitpunkt Lenker des Mercedes ge-
wesen ist. Der Gang der Rechtspflege wurde dadurch in nicht unerheblichem Mas-
se behindert.

Das Vorgehen von A.________ war weder besonders raffiniert noch ging dieses 
wesentlich über das zur Verwirklichung des Tatbestands der Irreführung der 

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29

Rechtspflege Erforderliche hinaus. Er legte jedoch eine gewisse Dreistigkeit an den 
Tag, indem er zuerst abwartete, wie die Sache für ihn ausgeht und erst nach dem 
vorsorglichen Entzug des Führerausweises auf Probe seinen Anwalt beauftragte, 
das Schreiben vom 6. Mai 2016 zu verfassen. Erschwerend kommt hinzu, dass 
sich A.________ offensichtlich mit C.________ und E.________ absprach und sich 
ihrer Falschaussagen versicherte. 

Das objektive Tatverschulden ist  im Verhältnis zum weiten Strafrahmen von bis zu 
drei Jahren Freiheitsstrafe als leicht zu bezeichnen.

14.2.2 Subjektive Tatkomponenten 

A.________ bezichtigte C.________ wider besseres Wissen der Widerhandlungen 
gegen das Strassenverkehrsgesetz und handelte damit direktvorsätzlich. Seine 
Beweggründe waren rein egoistischer Natur – er wollte sich mit der falschen An-
schuldigung der Strafverfolgung entziehen und einen Führerausweisentzug auf un-
bestimmte Zeit verhindern. Da egoistische Beweggründe regelmässig die Triebfe-
der für die infrage stehende Delinquenz darstellen, ist dieses Kriterium neutral zu 
werten.

A.________ hätte sich ohne Weiteres rechtskonform verhalten können. Eine Ver-
schuldensminderung unter dem Titel der Vermeidbarkeit ist mithin nicht angezeigt.

Das subjektive Tatverschulden ist neutral zu werten. 

14.2.3 Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe

Das Tatverschulden ist im Verhältnis zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Frei-
heitsstrafe insgesamt als leicht zu bezeichnen. Die Kammer erachtet für den 
Schuldspruch wegen Irreführung der Rechtspflege in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz eine Einsatzstrafe von 80 Strafeinheiten als dem Tatverschulden von 
A.________ angemessen.

14.3 Asperation und retrospektive Konkurrenz

A.________ beging die vorliegend zu beurteilenden groben Verkehrsregelverlet-
zungen am 12. März 2016 und damit bevor er mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach 
vom 22. März 2016 zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 60.00 und ei-
ner Busse von CHF 100.00 verurteilt wurde (vgl. pag. 582 f.). Es liegt eine teilweise 
retrospektive Konkurrenz vor. Die Kammer hat in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 
aStGB eine Zusatzstrafe zu bestimmen. 

Auszugehen ist vom Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung durch 
Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit um 38 km/h als konkret 
schwerste Straftat. Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Rich-
ter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS) vom 1. Juli 2015 sehen für eine 
Überschreitung der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der technisch 
bedingten Sicherheitsmarge um 35 - 39 km/h eine Strafe ab 25 Strafeinheiten und 
um 40 - 44 km/h eine Strafe ab 35 Strafeinheiten vor (VBRS-Richtlinien 2015, 
S. 22). Die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe von 30 Strafeinheiten ent-
spricht den VBRS-Richtlinien (pag. 417, S. 52 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

30

Für den Schuldspruch wegen grober Verkehrsregelverletzung durch Hinderung am 
Überholen durch Beschleunigen und unvorsichtigen Fahrstreifenwechsel erachtet 
die Kammer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine Strafe von 20 Strafeinhei-
ten als angemessen (pag. 417, S. 52 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
A.________ beschleunigte auf dem Normalstreifen stark und wechselte knapp vor 
H.________ auf den Überholstreifen. Der Minimalabstand von 20 m bei der allge-
meinen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wurde vorliegend mit einem Abstand 
von lediglich 7.67 m deutlich unterschritten. Unter Anwendung des Asperations-
prinzips gelangt die Kammer zu einer asperierten Strafe von 15 Strafeinheiten, so 
dass die Strafe von 30 Strafeinheiten auf 45 Strafeinheiten zu erhöhen ist.

Für den Schuldspruch wegen fahrlässigen Führens eines Motorfahrzeugs trotz 
Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des Ausweises gemäss Urteil des Be-
zirksgerichts Bülach vom 22. März 2016 erachtet die Kammer eine asperierte Stra-
fe von 20 Strafeinheiten als angemessen. Die Strafe von 45 Strafeinheiten ist somit 
in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 aStGB um 20 Strafeinheiten zu erhöhen, was ei-
ne hypothetische Gesamtstrafe von 65 Strafeinheiten ergibt. Von dieser hypotheti-
schen Gesamtstrafe ist die mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 22. März 
2016 ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tagessätzen (bzw. 30 Strafeinheiten) ab-
zuziehen, womit eine Strafe von 35 Strafeinheiten resultiert. 

Unter Anwendung des Asperationsprinzips gelangt die Kammer zu einer asperier-
ten Strafe von 20 Strafeinheiten, so dass die Einsatzstrafe von 80 Strafeinheiten 
auf 100 Strafeinheiten zu erhöhen ist.

14.4 Täterkomponenten 

Wie die Vorinstanz erblickt auch die Kammer in den persönlichen Verhältnissen 
von A.________ keine straferhöhenden oder strafmindernden Faktoren (vgl. 
pag. 417 f., S. 52 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

A.________ ist einschlägig vorbestraft und weist einen getrübten automobilisti-
schen Leumund auf. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis verurteilte ihn mit 
Strafbefehl vom 7. Januar 2014 wegen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum 
Gebrauch und Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder 
Aberkennung des Ausweises zu einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu 
CHF 150.00 und einer Busse von CHF 700.00. Das Bezirksgericht Bülach verurteil-
te ihm mit Urteil vom 22. März 2016 wegen fahrlässigen Führens eines Motorfahr-
zeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des Ausweises und einfacher 
Verkehrsregelverletzung zu einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 
CHF 60.00 und einer Busse von CHF 100.00 (vgl. pag. 582 f.). Gemäss ADMAS-
Auszug wurde A.________ der Führerausweis auf Probe bereits zweimal entzogen 
(vom 1. Dezember 2011 bis 31. Januar 2012 und vom 27. Februar 2017 bis 
26. März 2017). Am 21. Mai 2013 wurde der Führerausweis annulliert. Schliesslich 
hatte er vom 21. Januar 2014 bis 20. Januar 2015 eine Sperrfrist (pag. 530). 

Die beiden einschlägigen Vorstrafen und der getrübte automobilistische Leumund 
wirken sich straferhöhend aus. 

A.________ bestritt die Taten auch im oberinstanzlichen Verfahren, was allerdings 
vom Recht des Beschuldigten, sich nicht selber belasten zu müssen, gedeckt ist 

31

und deshalb nicht zu seinen Ungunsten berücksichtigt werden darf. Dies bedeutet 
im Gegenzug aber auch, dass unter dem Titel Geständnisbereitschaft keine Straf-
minderung erfolgen kann.

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1095/2014 vom 24. März 2015 E. 3.3 mit Hinweisen). Solche Umstände 
sind vorliegend nicht ersichtlich, auch wenn namentlich ein im Administrativverfah-
ren zu gewärtigender Ausweisentzug A.________ hart treffen mag. Die Strafemp-
findlichkeit ist deshalb als neutral zu beurteilen.

Die Vorinstanz erachtete für die Täterkomponenten eine Erhöhung der Strafe um 
10 Strafeinheiten auf 110 Strafeinheiten als angemessen (pag. 418, S. 53 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung). Aufgrund der beiden einschlägigen Vorstrafen 
und des getrübten automobilistischen Leumunds wäre nach Auffassung der Kam-
mer auch eine deutlich höhere Strafe angemessen gewesen. Aufgrund des zu 
berücksichtigenden Verschlechterungsverbots (vgl. Ziff. I. 5. vorne) ist die Strafe in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz auf 110 Strafeinheiten festzusetzen. 

14.5 Strafmass und Strafart 

Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsätzlich ein