# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0ea1432-514e-545f-a304-8da8e7623a1c
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-07-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.07.2013 RR.2013.35
**Docket/Reference:** RR.2013.35
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2013-35_2013-07-26

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG). Kontosperre (Art. 33a IRSV).

Entscheid vom 26. Juli 2013 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

1. A., 

2. STIFTUNG B.,  

beide vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Ho-

lenstein,  

Beschwerdeführerinnen 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT I DES KANTONS  

ZÜRICH,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an  

Deutschland 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG);  

Kontosperre (Art. 33a IRSV) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2013.35-36 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft Berlin (nachfolgend auch "ersuchende Behörde") 

führt ein Verfahren gegen C. und D. wegen Vereitelns der Zwangsvollstre-

ckung, Bankrotts, Betrugs und falscher Versicherung an Eides Statt (act. 2, 

3.1, 27, 28 Verfahrensakten Ordner 1).  

 

C. und D. sollen der Bank E. für Darlehen über EUR 50 Millionen persön-

lich haften und in ihren Insolvenzverfahren Teile ihres Vermögens ver-

schwiegen haben. Sie sollen im Jahre 2005 USD 14'852'895.-- der Bank E. 

verheimlicht und an einen unbekannten Ort verschoben haben. Diesen Be-

trag hätten sie entweder unmittelbar oder über das von ihnen beherrschte 

Unternehmen F. aus dem Verkauf eines Grundstücks in New York (USA) 

gelöst. Zum Zeitpunkt des Verkaufs soll der Unternehmung der Angeschul-

digten bereits eine Zahlungsunfähigkeit gedroht haben (act. 2, 3.1, 10, 27, 

28 Verfahrensakten Ordner 1). 

 

Bezüglich C. wird am Amtsgericht Charlottenburg ein Insolvenzverfahren 

geführt, bezüglich D. läuft ein vereinfachtes Insolvenzverfahren beim Amts-

gericht Spandau. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten ordnete am 

25. März 2010 einen dinglichen Arrest über EUR 5 Mio. in das Vermögen 

von C. an. Dasselbe Gericht ordnete am 7. April 2010 eine Durchsuchung 

und die Beschlagnahme derjenigen Bankkonten an, die D. sowie A. bei der 

Bank G. in Z. oder Y. besitzen (Verfahrensakten Ordner 1: act. 2 Rechtshil-

feersuchen vom 19. April 2010, act. 10 Ergänzung des Sachverhaltes vom 

19. Mai 2010, act. 3.1 Beschluss des Amtsgerichtes Berlin-Tiergarten vom 

7. April 2010 [Konten 1, 2 sowie 3, 4], act. 28 Beschluss des Amtsgerichtes 

Berlin-Tiergarten vom 25. März 2010).  

 

 

B. In diesem Zusammenhang stellte am 19. April 2010, mit Ergänzung des 

Sachverhaltes vom 19. Mai 2010, die Staatsanwaltschaft Berlin ein Rechts-

hilfeersuchen betreffend Vermögenswerte von D. (act. 2, 10 Verfah-

rensakten Ordner 1). Sie ersucht einmal um Herausgabe von Unterlagen 

für die Strafverfahren wegen Bankrotts und Vereitelung der Zwangsvoll-

streckung und zwar ab Mai 2005 bis heute, um mehr über den Eingang und 

weiteren Verbleib des obenerwähnten Verkaufserlöses zu erfahren. Na-

mentlich geht es um die Konten von D. und A. bei der Bank G. in Z. oder Y. 

Sodann soll Vermögen der Angeschuldigten über EUR 5 Mio. zur Siche-

rung zivilrechtlicher Ansprüche Geschädigter aufgefunden und beschlag-

nahmt werden.  

 

- 3 - 

 

 

Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend "Staatsanwalt-

schaft I") verpflichtete die Bank G. mit Eintretensverfügung vom 

11. Mai 2010 (act. 7 Verfahrensakten Ordner 1), Kontoangaben bezüglich 

D. und A. zu liefern (Dispositiv Ziffer 2) und festgestellte Geschäftsbezie-

hungen zu sperren (Dispositiv Ziffer 4). Dem entsprach die Bank G. mit 

Schreiben vom 26. Mai 2010 (act. 9 Verfahrensakten Ordner 1). Sie über-

mittelte dabei auch Unterlagen zu bisher nicht bekannten Konten, nament-

lich das Konto 5, lautend auf die Stiftung B., und das Konto 6, lautend auf 

die Stiftung H. Eine ergänzende Aufforderung an die Bank G. zur Aktenedi-

tion – sie betraf die monatlichen Kontoauszüge – erliess die Staatsanwalt-

schaft I am 30. Juni 2010 (act. 11 Verfahrensakten Ordner 1); ihr wurde am 

15. Juli 2010 entsprochen (act. 13 Verfahrensakten Ordner 1).  

 

 

C. Die Staatsanwaltschaft I leitete der ersuchenden Behörde am 27. Mai 2010 

den Inhalt der Meldung vom 25. Mai 2010 der Meldestelle für Geldwäsche-

rei des Bundesamtes für Polizei zu. Die Mitteilung umfasste im Wesentli-

chen neu bekannt gewordene und den Angeschuldigten zurechenbare Ver-

mögenswerte. Sie betraf I. (Konten 7, 8), C., die Stiftung J. (Konto 9) und 

die K. (Konto 10; alle bei der Bank G.). Die Meldung an die Staatsanwalt-

schaft Berlin erfolgte gestützt auf Art. 67a IRSG; sie enthielt die Anfrage, ob 

weitere Konten zu sperren seien, ob diesbezüglich um weitere Bankunter-

lagen ersucht werde und ob zu diesem Zweck ein Ergänzungsersuchen 

gestellt werden möchte (act. 14 Verfahrensakten Ordner 1). 

 

 

D. Daraufhin beantragte die Staatsanwaltschaft Berlin am 28. Mai 2010 einst-

weilen die Sperre der ihr durch die 67a-Meldung neu bekannt gewordenen 

Vermögenswerte (act. 16 Verfahrensakten Ordner 1).  

 

Gleichentags sperrte die Staatsanwaltschaft I mit Verfügung vom 

28. Mai 2010 vorsorglich die genannten Konten von I., der Stiftung J. und 

der K. (act. 17 Verfahrensakten Ordner 1). Die Verfügung sah vor, dass die 

Staatsanwaltschaft Berlin innert 60 Tagen ein förmliches Ersuchen einrei-

che. Die Staatsanwaltschaft I verlangte von der Bank G. am 30. Juni 2010 

eine Zusammenstellung der gesperrten Vermögenswerte (act. 19 Verfah-

rensakten Ordner 1). Dem entsprach die Bank G. am 7. Juli 2010 (act. 21 

Verfahrensakten Ordner 1). 

 

Am 4. Juni 2010 sperrte die Staatsanwaltschaft I vorsorglich das zwischen-

zeitlich bekannt gewordene Konto 11 der Stiftung L. bei der Bank G. 

- 4 - 

 

 

(act. 22 Verfahrensakten Ordner 1), wofür die Staatsanwaltschaft Berlin 

ebenfalls ein ergänzendes Rechtshilfeersuchen einzureichen hatte. 

 

 

E. Das ergänzende Rechtshilfeersuchen vom 9. Juni 2010 betrifft Vermögens-

werte von C. (act. 27 Verfahrensakten Ordner 1). Es dehnt das Ersuchen 

vom 19. April 2010 formell aus auf die Konten von I. (Konten 7, 8), C., der 

Stiftung J. (Konto 9), der K. (Konto 10) sowie der Stiftung L. (Konto 11; alle 

bei der Bank G.). 

 

Die Staatsanwaltschaft I trat auf das zweite Ersuchen mit 

Eintretensverfügung 2 vom 26. Juli 2010 ein (act. 33 Verfahrensakten Ord-

ner 1). Sie sperrte die beiden Konten von I. und fordert die Bank G. auf, 

hierzu Unterlagen einzureichen. Die Bank G. übersandte diese am 

29. Juli 2010 (act. 35 Verfahrensakten Ordner 1).  

 

Die Eintretensverfügung 3, ebenfalls vom 26. Juli 2010 (act. 36 Verfahrens-

akten Ordner 1), ordnete ein Gleiches an für die Konten der Stiftung J., der 

K. sowie der Stiftung L. Diese Unterlagen übersandte die Bank G. am 

29. Juli 2010 (act. 38 Verfahrensakten Ordner 1). 

 

Auf Rückfrage der Staatsanwaltschaft I (act. 32 Aktennotiz vom 

26. Juli 2010, act. 39 Schreiben vom 20. Oktober 2010, beide in Verfah-

rensakten Ordner 1) erbat die ersuchende Behörde auch die Detailbelege 

aller Konten (act. 10 Ergänzung des Sachverhaltes vom 19. Mai 2010; 

act. 40 Fax vom 22. Oktober 2010). Zwischen dem 24. November 2010 und 

dem 29. März 2011 ergingen daher ergänzende Editionsaufforderungen 

bezüglich monatlicher Kontoübersichten und Detailbelegen (act. 41-43, 50, 

52, 59 Verfahrensakten Ordner 1, act. 64 Verfahrensakten Ordner 2), wel-

chen die Bank G. entsprach (Verfahrensakten Ordner 1: act. 45-49, 56-58; 

Verfahrensakten Ordner 2: act. 62, 63). 

 

 

F. Die Schlussverfügungen der Staatsanwaltschaft I ergingen am 11. und 

14. Januar 2013 (act. 80, 82 Verfahrensakten Ordner 3). Sie ordneten die 

Herausgabe von Unterlagen zu den folgenden Konten bei der Bank G. so-

wie deren Sperrung gemäss der folgenden Darstellung an (act. 80 S. 18-

25, vgl. zu den Details untenstehende Erwägung 5.6): 

 

Konto Nr. lautend auf    beschlagnahmt 

5  Stiftung B.     EUR  208'271.47,USD 6'350.83, CHF 7'112.83  

3 A.     --- 

12 D.    --- 

- 5 - 

 

 

1 D.    --- 

2 D.    --- 

6  Stiftung H.     --- 

11 Stiftung L.     EUR  8'305.-- 

7  I.    EUR 1'090'577.51 

8  I.    EUR - 430.73, USD 1'204.59  

10 K.    EUR  77'184.--  

4 K.    --- 

9 Stiftung J.     EUR 3'042'929.--  

13 C.    --- 

14 C.    --- 

15 C.    --- 

 

 

G. Die vorliegend vom Bundesstrafgericht zu beurteilende Beschwerde wurde 

mit Eingabe vom 15. Februar 2013 eingereicht (act. 1), mit den folgenden 

Anträgen: 
 
 

"1. Es seien die Schlussverfügung REC B-4/2010/254 vom 11. Januar 2013 der Be-

schwerdegegnerin aufzuheben und die beschlagnahmten Beweismittel gemäss 

Dispositiv Ziff. 2 lit. a und b an die Beschwerdeführerinnen zurückzugeben. 
 

2. Es seien die beschlagnahmten Vermögenswerte auf dem Konto 5 lautend auf die 

Stiftung B. freizugeben.  
 

3. Die Beschwerdeführerinnen seien angemessen zu entschädigen sowie die Kosten 

auf die Staatskasse zu nehmen." 

 

 

Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") beantragt mit Schreiben vom 

12. März 2013 die Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf eigene 

Bemerkungen (act. 6). Auch die Staatsanwaltschaft I verzichtete am 

11. März 2013 auf eine Vernehmlassung (act. 7). Auf die Replik wurde im 

Folgenden ebenfalls verzichtet (act. 9 Schreiben vom 28. März 2013), was 

den Parteien mitgeteilt wurde (act. 10). 

 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz sind in erster 

Linie das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die 

Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR, SR 0.351.1) sowie der Vertrag vom 

13. November 1969 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

- 6 - 

 

 

und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des EUeR und 

die Erleichterung seiner Anwendung (ZV EUeR, SR 0.351.913.61) mass-

gebend. Diese Abkommen werden ergänzt mit dem Übereinkommen vom 

8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme 

und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53; 

BGE 133 IV 215 E. 2.1; 123 II 134 E. 5b). Ausserdem gelangen die Be-

stimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur 

Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 

(Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 

22. September 2000, S. 19-62) zur Anwendung, wobei wie auch beim 

EUeR die zwischen den Vertragsparteien kraft bilateraler Abkommen gel-

tenden weitergehenden Bestimmungen unberührt bleiben (Art. 48 

Abs. 2 SDÜ; Art. 26 Absätze 2 und 3 EUeR; ZIMMERMANN, La coopération 

judiciaire internationale en matière pénale, 3. Aufl., Brüssel/Bern 2009, 

N. 18-21, 28-44, 79 ff., 112). 

1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; 

BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; 129 II 462 

E. 1.1; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 229), ist das Bundesgesetz vom 

20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; 

SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 

(IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 136 IV 82 E. 3.1; 

130 II 337 E. 1). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte 

(BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 

223 ff., 680 ff.). Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfe-

angelegenheiten sind darüber hinaus die Bestimmungen des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwal-

tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 

lit. b StBOG; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 275). 

 

 

2.  

2.1 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Personen, ge-

gen die sich das ausländische Strafverfahren richtet, sind unter denselben 

Bedingungen beschwerdelegitimiert (Art. 21 Abs. 3 IRSG). Ein schutzwür-

diges Interesse liegt nicht schon dann vor, wenn jemand irgendeine Be-

ziehung zum Streitobjekt zu haben behauptet. Vielmehr muss eine vom 

einschlägigen Bundesrecht erfasste "spezifische Beziehungsnähe" darge-

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tan sein. Eine bloss mittelbare Betroffenheit genügt hingegen nicht. Nach 

der Rechtsprechung zu Art. 80h lit. b IRSG und Art. 9a lit. a IRSV ist ein-

zig der Kontoinhaber zur Beschwerde gegen die Herausgabe von Unterla-

gen zu seinem Konto an den ersuchenden Staat berechtigt (Übersicht 

über die Rechtsprechung in BGE 137 IV 134 E. 5; ZIMMERMANN, a.a.O., 

N. 524-535).  

 

2.2 Als Inhaber der auf sie lautenden Konten ist die Legitimation der Be-

schwerdeführerinnen gegeben. Auf die auch fristgerecht eingereichte Be-

schwerde ist somit einzutreten.  

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerinnen rügen den Sachverhalt des Rechtshilfeersu-

chens und sehen die beidseitige Strafbarkeit als nicht gegeben an (act. 1 

S. 7 f.; S. 8-10). 

 

3.2 Das Rechtshilfeersuchen muss insbesondere Angaben über den Gegen-

stand und den Grund des Ersuchens enthalten (Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR; 

Art. 27 Ziff. 1 GwUe). Ausserdem muss das Ersuchen in Fällen wie dem 

vorliegenden die strafbare Handlung bezeichnen und eine kurze Darstel-

lung des Sachverhalts enthalten (Art. 14 Ziff. 2 EUeR). Erforderlichenfalls, 

und soweit möglich, sind zudem konkrete Angaben zu machen zu den be-

troffenen Personen und Vermögenswerten bzw. zum Zusammenhang mit 

der untersuchten Straftat (Art. 27 Ziff. 1 lit. e GwUe). Art. 28 Abs. 2 und 3 

IRSG in Verbindung mit Art. 10 IRSV stellen entsprechende Anforderun-

gen an das Rechtshilfeersuchen. Diese Angaben müssen der ersuchten 

Behörde die Prüfung erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gegeben sei 

(vgl. Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR [gemäss Vorbehalt der Schweiz zu Art. 5]; 

Art. 18 Ziff. 1 lit. f GwUe), ob die Handlungen für welche um Rechtshilfe 

ersucht wird, nicht politische oder fiskalische Delikte darstellten (vgl. Art. 2 

lit. a EUeR) und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt sei 

(so BGE 129 II 97 E. 3.1 S. 98 mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundes-

gerichts 1A.7/2007 vom 3 Juli 2007, E. 5.2).  

Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im 

Rechtshilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Von den Behörden des 

ersuchenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachver-

halt, der Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lücken-

los und völlig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und 

Zweck des Rechtshilfeverfahrens nicht vereinbar, ersucht doch ein Staat 

einen anderen um Unterstützung, damit er die bisher im Dunkeln geblie-

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benen Punkte aufgrund von Beweismitteln, die sich im ersuchten Staat 

befinden, klären kann. Es reicht daher aus, wenn die Angaben im Rechts-

hilfeersuchen ausreichende Anhaltspunkte für eine rechtshilfefähige Straf-

tat enthalten. Es kann nicht verlangt werden, dass die ersuchende Behör-

de die Tatvorwürfe bereits abschliessend mit Beweisen belegt. Das 

Rechtshilfegericht hat weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und 

grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist an 

die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit diese nicht durch of-

fensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet wird 

(vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2; 132 II 81 E. 2.1 S. 85 mit Hinweisen; Urteil 

des Bundesgerichts 1A.90/2006 vom 30. August 2006, E. 2.1; TPF 2007 

150 E. 3.2.4; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2012.201 vom 3. Ap-

ril 2013, E. 5.2; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 293, 295, 301). 

3.3 Gemäss Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens sollen C. und D. für Dar-

lehen über rund EUR 50 Mio. gegenüber der Bank E. persönlich haften. 

Sie werden verdächtigt, neben weiteren Geldbeträgen insbesondere den 

Erlös über rund USD 14.8 Mio. aus dem Verkauf des Grundstücks in New 

York (USA) im Jahre 2005 der Bank E. verheimlicht und an einen unbe-

kannten Ort verschoben zu haben, um den Betrag vor dem Zugriff der 

Bank E. zu schützen. Das Geld soll ihnen direkt oder über das von ihnen 

beherrschte Unternehmen F. zugeflossen sein. Zum damaligen Zeitpunkt 

soll der Gesellschaft der Beschuldigten bereits eine Zahlungsunfähigkeit 

gedroht haben. C. hätte der Bank E. den Vermögenswert seit 2001 nicht 

mehr angezeigt, obwohl er bereits zu dieser Zeit habe wissen müssen, 

dass ihm die Zwangsvollstreckung drohe. Der Verkaufserlös sei vor der 

Bank E. verheimlicht worden, um die Zwangsvollstreckung zu vereiteln. 

Auch in ihren Insolvenzverfahren sollen sie Vermögen verschwiegen  

haben. C. habe zudem mittels diverser Tathandlungen sein Vermögen 

verschoben, unter anderem durch Übertragung einer in seinem Privatei-

gentum befindlichen, hochwertigen Wohnimmobilie in X. auf eine Gesell-

schaft bürgerlichen Rechts, deren Gesellschafter die Eheleute C. und I. 

gewesen seien (Verfahrensakten Ordner 1: act. 1 Rechtshilfeersuchen 

vom 19. April 2010; act. 10 Ergänzung vom 19. Mai 2010; act. 27 Rechts-

hilfeersuchen vom 9. Juni 2010; act. 3.2 Beschluss des Amtsgerichtes 

Berlin-Tiergarten vom 7. April 2010; act. 28 Beschluss des Amtsgerichtes 

Berlin-Tiergarten vom 25. März 2010). 

 

3.4 Die Beschwerdeführerinnen rügen, der Erlös aus dem legalen Verkauf der 

Liegenschaft in New York sei entgegen dem dargestellten Sachverhalt 

nicht verschwiegen worden, sondern in die Insolvenzmasse gelangt 

(act. 1 S. 7 f.).  

 

- 9 - 

 

 

3.5 Der Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens stellt verschiedentlich dar, 

dass und wie Vermögenswerte verheimlicht worden seien. Er äussert sich 

aber weder zur Legalität des New Yorker Liegenschaftenverkaufs, noch 

müsste er dies. Ebensowenig geht es darum, ob die Insolvenzmasse sich 

den Betrag schliesslich einverleiben konnte. Damit geht die Rüge fehl.  

 

3.6 Das Rechtshilfeersuchen ist begleitet von einer ausführlichen 

Sachverhaltsdarstellung und einem klaren Tatvorwurf. Die Vorgänge sind 

zeitlich stets genügend eingeordnet. Diese Sachverhaltsdarstellung ge-

nügt den gesetzlichen Anforderungen von Art. 14 Abs. 1 Ziff. 1 lit. b sowie 

Abs. 2 EUeR und Art. 27 Ziff. 1 GwUe, wie auch Art. 28 Abs. 3 lit. a IRSG, 

grundsätzlich insgesamt und ist weder mit offensichtlichen Fehlern noch 

mit Lücken oder Widersprüchen behaftet. Solche Mängel, die im Sinne 

der obigen Ausführungen die Sachverhaltsvorwürfe gemäss Rechtshilfe-

ersuchen sofort entkräften würden, zeigen die Beschwerdeführerinnen 

nicht auf und sind auch nicht ersichtlich. Es bestehen keine Anhaltspunkte 

für die Einleitung des Rechtshilfeverfahrens ohne Vorhandensein von 

Verdachtsmomenten und damit für ein missbräuchliches Vorgehen auf 

Seiten der ersuchenden Behörde.  

3.7 Schliesslich bringen die Beschwerdeführerinnen vor, die als verdächtig 

eingestuften Transaktionen hätten vor dem Datum der Zahlungsunfähig-

keit stattgefunden, was ein Gutachten bestätige. Weiter habe in diesem 

Zeitpunkt kein Vermögenszusammenbruch gedroht (act. 1 S. 8-10). 

Bei dieser Darlegung handelt es sich um eine im Rechtshilfeverfahren un-

zulässige Gegendarstellung in Form einer abweichenden Würdigung des 

Sachverhalts, auf die nicht weiter einzugehen ist. Im Rechtshilfe- oder 

Auslieferungsverfahren ist nur zu prüfen, ob das Ersuchen aus Gründen 

des formellen oder materiellen Rechtshilfe- oder Auslieferungsrechts ab-

zuweisen ist. Tat- und Schuldfragen sind dabei nicht zu prüfen (vgl. etwa 

BGE 125 II 250 E. 5b; 122 II 134 E. 7b, je mit Hinweisen; Urteil des Bun-

desgerichts 1A.15/2003 vom 4 März 2003, E. 2.2 und die Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2012.175 vom 7. März 2013, E. 7.3 und 

RR.2012.268 vom 2. Mai 2013, E. 6).  

3.8 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Rechtshilfeersuchen den 

Sachverhalt genügend darstellen. Die dagegen erhobenen Rügen erwei-

sen sich als unbegründet. 

3.9 Die Beschwerdeführerinnen rügen, es fehle an den objektiven und subjek-

tiven Tatbestandselementen einer schweizerischen Strafnorm. Die dro-

hende Zahlungsunfähigkeit gemäss Sachverhaltsergänzung vom 

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19. Mai 2010 betreffe nur F. und nicht die Angeschuldigten persönlich. 

Daraus wird sinngemäss geschlossen, dass sich D. nicht strafbar ge-

macht habe (act. 1 S. 8-10).  

3.10 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht 

ist der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn 

die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren einge-

leitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2). Das Rechtshilfegericht prüft daher 

bloss prima facie, ob der im Ausland verübte inkriminierte Sachverhalt, 

sofern er - analog - in der Schweiz begangen worden wäre, die Tatbe-

standsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde (Urteil 

des Bundesgerichts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1; Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2009.257 vom 29. März 2010, E. 3.2, je 

m.w.H.). Die Strafnormen brauchen nach den Rechtssystemen der 

Schweiz und des ersuchenden Staates nicht identisch zu sein; es genügt, 

dass die im Rechtshilfegesuch umschriebenen Tatsachen in der Rechts-

ordnung sowohl des ersuchenden als auch des ersuchten Staates einen 

Straftatbestand erfüllen (BGE 118 Ib 111 E. 3c; Urteil des Bundesge-

richts 1A.125/2006 vom 10. August 2006, E. 2.1 m.w.H.; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2012.201 vom 3. April 2013, E. 5.3; ZIMMERMANN, 

a.a.O., N. 575 ff.). 

3.11 Gemäss Art. 163 Abs. 1 StGB wird der Schuldner, welcher zum Schaden 

der Gläubiger sein Vermögen zum Scheine vermindert – namentlich Ver-

mögenswerte beiseiteschafft oder verheimlicht –, wenn über ihn der Kon-

kurs eröffnet worden ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geld-

strafe bestraft. 

3.12 Der in obenstehender Erwägung 3.3 dargestellte Sachverhalt, hätte er 

sich in der Schweiz ereignet, erfüllt prima facie den Tatbestand des betrü-

gerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs nach Art. 163 Abs. 1 StGB. 

Die objektive Strafbarkeitsbedingung der Konkurseröffnung ist durch die 

gerichtlichen Insolvenzverfahren erfüllt. Gemäss Sachverhalt verheimlich-

ten die Angeschuldigten den Verkaufserlös gegenüber der Bank E., der 

sie für Darlehen über rund EUR 50 Mio. haften, und transferierten ihn an 

einen unbekannten Ort. Damit verminderten sie ihr Vermögen zum Schei-

ne. Dieses Verheimlichen gegenüber einer Grossgläubigerin, zumal bei 

bestehender Zahlungsunfähigkeit, erscheint auch subjektiv als vorsätzli-

che Gläubigerschädigung. An diesem Befund vermag auch die zeitliche 

Abfolge von Verkauf und Insolvenzverfahren nichts zu ändern. Sodann 

wurden gemäss Sachverhalt auch anderweitige Vermögenswerte im In-

solvenzverfahren verheimlicht. Anzufügen ist, dass die objektive Strafbar-

keitsbedingung der Konkurseröffnung nicht vom Vorsatz getragen zu sein 

- 11 - 

 

 

braucht (vgl. zum Ganzen BRUNNER, Basler Kommentar zum StGB II, 

2. Aufl., Basel 2007, N. 10, 20, 31 f.).  

Erfüllt der dargestellte Sachverhalt den Tatbestand von Art. 163 StGB, ist 

für die Leistung von akzessorischer Rechtshilfe nicht mehr erforderlich zu 

entscheiden, ob er möglicherweise auch den Tatbestand einer Gläubiger-

schädigung durch Vermögensminderung nach Art. 164 StGB erfüllt. 

3.13 Somit begründen weder der Sachverhalt des Ersuchens, noch die beid-

seitige Strafbarkeit ein Rechtshilfehindernis. Die erhobenen Einwendun-

gen gehen fehl. 

 

4.  

4.1 Weiter wird eingewendet, es fehle am erforderlichen Konnex zwischen der 

Straftat und den Rechtshilfemassnahmen. Denn die auf den Konten und 

Depots der Beschwerdeführerinnen verwalteten Vermögenswerte wiesen 

keinen Zusammenhang mit dem Verkauf der New Yorker Liegenschaft auf 

und damit auch nicht mit dem Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens (act. 1 

S. 7 f.). 

4.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismäs-

sigkeit zu genügen (vgl. ZIMMERMANN, a.a.O., S. 669 ff., mit Verweisen auf 

die Rechtsprechung). Die akzessorische Rechtshilfe ist nur zulässig, soweit 

sie für ein Verfahren in strafrechtlichen Angelegenheiten im Ausland erfor-

derlich erscheint oder dem Beibringen der Beute dient (vgl. Art. 63 

Abs. 1 IRSG). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt wer-

den, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten Straftat in keinem 

Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet sind, die Untersu-

chung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine un-

zulässige Beweisausforschung ("fishing expedition") erscheint. Ob die ver-

langten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig oder 

nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem Er-

messen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Da der ersuchte 

Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlauben wür-

den, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen 

Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Unter-

suchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist 

verpflichtet, dem ersuchenden Staat all diejenigen Aktenstücke zu übermit-

teln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt be-

ziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das 

ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind 

(sog. potentielle Erheblichkeit). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde 

- 12 - 

 

 

grundsätzlich nicht über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren 

hinausgehen (BGE 115 Ib 186 E. 4 mit Hinweisen), wobei die Recht-

sprechung diesen Grundsatz insofern präzisiert hat, als das Rechtshilfeer-

suchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit 

ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für die Gewährung 

der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine andernfalls notwen-

dige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden werden. Den auslän-

dischen Strafverfolgungsbehörden obliegt es dann, aus den möglicherwei-

se erheblichen Akten diejenigen auszuscheiden, welche für die vorgewor-

fenen Taten beweisrelevant sind (zum Ganzen BGE 122 II 367 E. 2c; 121 II 

241 E. 3a; Urteile des Bundesgerichts 1A.182/2001 vom 26. März 2002, 

E. 4.2; 1A.234/2005 vom 31. Januar 2006, E. 3.2; 1A.270/2006 vom 

13. März 2007, E. 3.2; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2009.257 

vom 29. März 2010, E. 4.2 mit Hinweisen; RR.2012.201 vom 3. April 2013, 

E. 6.2). 

Die ersuchte Rechtshilfebehörde muss demnach nur aufzeigen, dass zwi-

schen den von der Rechtshilfe betroffenen Unterlagen und dem Gegen-

stand der Strafuntersuchung ein ausreichender Sachzusammenhang be-

steht und diejenigen Akten ausscheiden, bezüglich welcher die Rechtshilfe 

nicht zulässig ist (BGE 130 II 193 E. 4.3 m.w.H.; 122 II 367 E. 2c). Es ist 

demgegenüber Sache der von der Rechtshilfemassnahme Betroffenen, klar 

und genau aufzuzeigen, inwiefern die zu übermittelnden Unterlagen und 

Auskünfte den Rahmen des Ersuchens überschreiten oder für das auslän-

dische Verfahren von keinerlei Interesse sein sollen (BGE 122 II 367 E. 2c). 

Sie haben die Obliegenheit, schon im Stadium der Ausführung des Ersu-

chens (bzw. der erstinstanzlichen Rechtshilfeverfügung) an der sachge-

rechten Ausscheidung beschlagnahmter Dokumente nötigenfalls mitzuwir-

ken, allfällige Einwände gegen die Weiterleitung einzelner Aktenstücke 

(bzw. Passagen daraus), welche für die Strafuntersuchung offensichtlich 

entbehrlich sind, im Rahmen seiner Parteirechte gegenüber der ausführen-

den Behörde rechtzeitig und konkret darzulegen und diese Einwände auch 

ausreichend zu begründen. Dies gilt besonders bei einer komplexen Unter-

suchung mit zahlreichen Akten. Die Beschwerdeinstanz forscht nicht von 

sich aus nach Aktenstücken, die im ausländischen Verfahren (mit Sicher-

heit) nicht erheblich sein könnten (BGE 130 II 14 E. 4.3; 126 II 258 

E. 9b/aa; Urteile des Bundesgerichts 1A.223/2006 vom 2. April 2007, 

E. 4.1; 1A.184/2004 vom 22. April 2005, E. 3.1; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2012.306 vom 3. Mai 2013, E. 4.2).  

4.3 Bei Ersuchen um Kontenerhebungen sind nach der Praxis des Bundesge-

richts grundsätzlich alle sichergestellten Aktenstücke zu übermitteln, wel-

che sich auf den im Ersuchen dargelegten Verdacht beziehen können. Es 

- 13 - 

 

 

muss ein ausreichender sachlicher Konnex zwischen dem untersuchten 

Sachverhalt und den fraglichen Dokumenten erstellt sein (BGE 129 II 462 

E. 5.3; 122 II 367 E. 2c, je m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 1A.189/2006 

vom 7. Februar 2007, E. 3.1; 1A.72/2006 vom 13. Juli 2006, E. 3.1; 

TPF 2009 161 E. 5; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2012.103 vom 

12. Dezember 2012, E. 4.2).  

4.4 Die Beschwerde stützt ihre Rügen wesentlich darauf ab, dass der Erlös des 

New Yorker Liegenschaftenverkaufs nicht in die Schweiz gelangt sei. Sie 

geht damit an der Sache vorbei. Das Rechtshilfeersuchen sucht im Zu-

sammenhang mit Konkursdelikten mehr über die angegebenen Bankver-

bindungen zu erfahren und Forderungen für deliktisch verschwiegene Ver-

mögenswerte zu sichern. Es besteht daher ein Ermittlungsinteresse, mehr 

über die Saldi sowie Geldflüsse auch zwischen den Konten zu erfahren, 

zumal diese nur im Gesamtzusammenhang verständlich werden (vgl. die 

Übersicht über die wichtigsten Zahlungsflüsse in act. 67/14 Verfahrensak-

ten Ordner 2). Dies auch angesichts dessen, dass aus der Übersicht Geld-

flüsse von und nach Deutschland ersichtlich sind. Sodann hat die Staats-

anwaltschaft I unerhebliche Bankunterlagen bereits ausgeschieden 

(act. 1.1 Ziff. 13 S. 12). Insgesamt ist die zu leistende Rechtshilfe in sachli-

cher und zeitlicher Hinsicht verhältnismässig.  

4.5 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die Übermittlung von Beweis-

mitteln im Strafverfahren neben der Belastung auch der Entlastung der An-

geschuldigten dienen kann. 

4.6 Somit liegt ein genügender Konnex vor. Die dagegen erhobenen Rügen 

sind unbegründet, der gewährte Umfang der Rechtshilfe verhältnismässig. 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerinnen wenden sich auch gegen die Vermögensbe-

schlagnahme. Über sie sei kein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Ihr 

Vermögen falle weder nach deutschem, noch nach schweizerischem Insol-

venzrecht in eine Konkursmasse (act. 1 S. 8-10).  

5.2 Die Kontosperre lastet auf dem Konto 5 der Stiftung B. Entscheidend ist 

hier, dass D. der wirtschaftliche Berechtigte an den Vermögenswerten der 

Stiftung B. ist (act. 1351 Verfahrensakten Ordner 4). Wie dargelegt (obige 

Erwägungen 3.3 und 3.12), hätte sich D. prima facie auch in der Schweiz 

durch sein Verheimlichen von Vermögenswerten strafbar gemacht. Sein 

Vermögen kommt für eine strafrechtliche Einziehung daher sehr wohl in 

Betracht, weshalb auch die Beschlagnahme aufrechtzuerhalten ist. Über 

die Einziehung ist hier aber nicht abschliessend zu befinden.  

- 14 - 

 

 

5.3 Zuletzt wenden die Beschwerdeführerinnen ein, dass mangels bestehender 

Ersatzforderung zu Gunsten der Geschädigten auch die Beschlagnahme 

nicht aufrechterhalten bleiben dürfe.  

Für die Schlussverfügung der Staatsanwaltschaft I liege ausdrücklich die 

Einziehung einer Ersatzforderung vor. Dies könne nach der Recht-

sprechung aber nicht nach Art. 74a IRSG vollstreckt werden, sondern nur 

nach Art. 94 ff. IRSG. Nach deutschem Recht trete aber der Verfall als 

Wertersatz hinter Zivilansprüche zurück, was vorliegend der Fall sei. Damit 

liege keine strafrechtliche Sanktion im Sinne von Art. 94 IRSG vor. Hinzu 

trete, dass die Vermögenswerte legaler Herkunft seien, da gar nicht durch 

eine Straftat erworben (act. 1 S. 11 f.). 

5.4 Die Rechtsprechung zu Art. 74a Abs. 2 lit. b IRSG fordert, dass die strafba-

re Handlung die wesentliche und adäquate Ursache der erlangten Vermö-

genswerte darstellt (vgl. BGE 133 IV 215 E. 2.2.1; 129 II 453 E. 4.1. Zwi-

schen der strafbaren Handlung und der Erlangung der Vermögenswerte 

muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Die Erlangung der Ver-

mögenswerte muss die unmittelbare Folge der strafbaren Handlung dar-

stellen (BGE 136 IV 4 E. 6.6; Urteil des Bundesgerichts 1C.513/2010 vom 

11. März 2011, E. 3.3 mit Hinweis; Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2012.231 vom 25. Juni 2013, E. 7.3 m.w.H.). Im Licht der klaren 

Intention von Art. 13 GwUe ist eine rechtshilfeweise Vermögensherausga-

be nach Art. 74a IRSG grundsätzlich auch für rechtskräftigen und im ersu-

chenden Staate grundsätzlich vollstreckbaren Wertersatz zu gewähren, 

zumal wenn die Ersatzforderung nach Art. 94 ff. IRSG (Exequaturverfah-

ren) vollstreckt werden könnte (Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2009.168 vom 21. Oktober 2009, E. 4.3).  

5.5 Die beschlagnahmten Vermögenswerte sind geeignet, einer späteren Ein-

ziehung zu unterliegen (vgl. Art. 13 Abs. 1 lit. a GwUe i.V.m. Art. 1 

lit. c GwUe). Bei vorliegendem Konkursdelikt liegt der Unrechtsgehalt darin, 

dass Vermögen den eigenen Verbindlichkeiten, mithin dem Zugriff der 

Konkursmasse und damit den Gläubigern entzogen wird. In dem Sinne sind 

Vermögenswerte, die wie vorliegend verheimlicht wurden, die unmittelbare 

Folge der strafbaren Handlung im Sinne der Rechtsprechung und damit de-

liktischer Herkunft. Als solche können sie einer späteren Einziehung unter-

liegen (so auch die zutreffenden Ausführungen in act. 1.1 S. 15 f. Ziffer 

13.2 lit. b und c). 

Die Beschwerdeführerinnen betonen die legale Herkunft der Mittel auf 

Schweizer Konten. Sie stammten aus Immobilienverkäufen in X. und W. 

und es sei kein Geld aus dem New Yorker Verkauf auf Schweizer Konten 

- 15 - 

 

 

gelangt (act. 1 S. 7-10). Gemäss Sachverhalt der Ersuchen (in obenste-

hender Erwägung 3.3) solle jedoch in den Insolvenzverfahren nicht nur das 

New Yorker Geld verheimlicht worden sein. Es kann nicht ausgeschlossen 

werden, dass auch die aus Deutschland auf Schweizer Konten überwiese-

nen Gelder (vgl. obenstehende Erwägung 4.4) verheimlicht wurden. Schon 

damit ist die Kontosperre einstweilen aufrecht zu erhalten. 

Während somit die Aufrechterhaltung der Beschlagnahme schon im Lichte 

von Art. 74a Abs. 2 lit. b IRSG selbst zulässig ist, gilt dies umso mehr, als 

hier der weitere Wortlaut von Art. II Abs. 3 des ZV EUeR einschlägig ist 

("Ausser den in Artikel 3 des Übereinkommens erwähnten Beweisstücken 

werden auf Ersuchen einer zuständigen Behörde auch Gegenstände he-

rausgegeben, die aus einer mit Strafe bedrohten Handlung herrühren, so-

wie das durch ihre Verwertung erlangte Entgelt […]"). Im Übrigen gilt es 

hier nicht abschliessend über die Zulässigkeit einer Einziehung, gegebe-

nenfalls als Ersatzforderung, zu befinden. Die angeordnete Aufrechterhal-

tung der Beschlagnahme ist jedenfalls rechtmässig. 

5.6 Auch der Umfang der Vermögensbeschlagnahme ist angesichts des Be-

trags der verheimlichten Vermögenswerte und des deutschen Vermögens-

arrests über EUR 5 Mio. verhältnismässig (act. 2, 3.1, 27, 28 Verfahrensak-

ten Ordner 1). Der Verkaufserlös alleine betrug USD 14'852'895.--, der 

Saldo aller beschlagnahmten Konten dagegen aufgerundete EUR 4.5 Mio. 

(act. 1430 Verfahrensakten Ordner 4 Konto 5 lautend auf Stiftung B. Aus-

zug per 20. Januar 2011: EUR 208'271.47, USD 6'350.83, CHF 7'112.83 

[gesperrt am 11. Mai 2010]; act. 3808 Verfahrensakten Ordner 10 Konto 11 

lautend auf Stiftung L. Auszug per 26. Juli 2010: EUR 8'305.-- [gesperrt am 

4. Juni 2010]; act. 3941 Verfahrensakten Ordner 11 Konto 7 lautend auf I. 

Auszug per 27. Juli 2010: EUR 1'090'577.51 [gesperrt am 28. Mai 2010]; 

act. 4205 Verfahrensakten Ordner 11 Konto 8 lautend auf I. Auszug per 

27. Juli 2010: EUR -430.73, USD 1'204.59 [gesperrt am 28. Mai 2010]; 

act. 4701 Verfahrensakten Ordner 12 Konto 10 lautend auf K. Auszug per 

26. Juli 2010: EUR 77'184.-- [gesperrt am 28. Mai 2010]; act. 5103 Verfah-

rensakten Ordner 13 Konto 9 lautend auf Stiftung J. Auszug per 

26. Juli 2010: EUR 3'042'929.-- [gesperrt am 28. Mai 2010]). 

5.7 Somit sind die beschlagnahmten Vermögenswerte geeignet, einer späteren 

strafrechtlichen Einziehung zu unterliegen. Die Kontosperre kann aufrecht-

erhalten bleiben. 

 

6. Da sich alle Rügen als unzutreffend erweisen, ist die Beschwerde abzuwei-

sen. 

- 16 - 

 

 

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführerinnen 

kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 39 

Abs. 2 lit. b StBOG und Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG). Für die Berechnung 

der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung (Art. 65 

Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 53 Abs. 2 lit. a StBOG, Art. 73 Abs. 1 

lit. a und b StBOG). Es rechtfertigt sich vorliegend, in Anwendung von 

Art. 73 Abs. 2 StBOG sowie der Art. 5 sowie 8 Abs. 3 BStKR, die Gebühr 

auf Fr. 6'000.-- festzusetzen, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvor-

schusses von Fr. 6'000.--. Bei Unterliegen besteht schliesslich kein An-

spruch auf eine Prozessentschädigung (Art. 429 Abs. 1 StPO im Umkehr-

schluss). 

 

- 17 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 6'000.-- wird den Beschwerdeführerinnen aufer-

legt, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses.  

 

 

 

Bellinzona, 29. Juli 2013 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Daniel Holenstein 

- Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen 
nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden 
(Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde 
nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder 
Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich 
um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt 
insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze 
verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).