# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dc57b3c-b8b7-57d5-a41a-94b93ed723ba
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-26
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 26.01.2015 608 2014 211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_608-2014-211_2015-01-26.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

608 2014 211

Verfügung vom 26. Januar 2015

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Der Präsident

Besetzung Präsident: Johannes Frölicher
Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin: Daniela Kiener

Parteien A.________, Beschwerdeführer     

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz     

Gegenstand Invalidenversicherung (Beschwerdefrist)

Beschwerde vom 19. November 2014 gegen die Verfügung vom 23. Januar 
2014

Kantonsgericht KG

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in Anbetracht dessen

dass A.________, geboren im Jahr 1973, ledig, wohnhaft in B.________, am 28. Juni 2013 bei der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) um Kostengutsprache 
für ein Hilfsmittel (Hörgerät) ersuchte;

dass die IV-Stelle dem Versicherten am 30. Juli 2013 mitteilte, sie vergüte die Pauschale für eine 
einseitige Hörgeräteversorgung mit einem in der Schweiz zugelassenen Hörgerät im Betrag von 
840 Franken;

dass der Versicherte mit Schreiben vom 2. Oktober 2013 einen Antrag auf eine Härtefallregelung 
stellte, indem er ausführte, er sei auf das Coregerät angewiesen, weshalb die gesamten Kosten 
des Hörgeräts (5‘670 Franken) durch die IV-Stelle zu übernehmen seien;

dass die IV-Stelle den Anspruch auf eine Härtefallregelung von der HNO-Klinik C.________ prüfen 
liess und dem Versicherten mit Mitteilung vom 22. Oktober 2013 die über dem Pauschalbetrag für 
Hörgeräte liegenden Kosten für die Phonak Cros Versorgung in der Höhe von 1‘728 Franken 
(inklusive Mehrwertsteuer) vergütete;

dass der Versicherte gegen diese Mitteilung am 18. November 2013 schriftliche Einwände erhob 
und erklärte, der zugesprochene Betrag sei zu tief, da sich die effektiven Kosten auf rund 5‘700 
Franken belaufen würden;

dass die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Januar 2014 an ihrem Entscheid festhielt und dem 
Versicherten die über dem Pauschalbetrag für Hörgeräte liegenden Kosten für die Phonak Cros 
Versorgung in der Höhe von 1‘728 Franken (inklusive Mehrwertsteuer) vergütete; dies mit der 
Begründung, der Anspruch beschränke sich auch bei Anwendung der Härtefallregelung auf eine 
einfache und zweckmässige Versorgung;

dass der Versicherte gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 19. November 2014 Beschwerde an 
das Kantonsgericht Freiburg erhob und sinngemäss beantragte, es seien die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die gesamten Kosten im Betrag von insgesamt 5‘670 Franken 
(inklusive Mehrwertsteuer) zu vergüten; 

dass die Vorinstanz mit Schreiben vom 17. Dezember 2014 beantragte, es sei auf die Beschwerde 
nicht einzutreten, da diese nicht rechtzeitig erhoben worden sei; 

dass dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 5. Januar 2015 die Möglichkeit gegeben wurde, 
sich zur Frage der zeitlichen Zulässigkeit der Beschwerde zu äussern;

dass der Beschwerdeführer am 20. Januar 2015 mitteilte, er sei der Überzeugung, dass die 
angefochtene Verfügung nicht korrekt sei und die Vorinstanz die gesamten Kosten der 
Hörgeräteversorgung zu übernehmen habe, auch wenn die Frist schon verstrichen sei; er sei 
deshalb mehrmals bei der Vorinstanz vorstellig geworden, welche ihn schliesslich an das 
Kantonsgericht verwiesen habe;

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erwägend

dass gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) anwendbar 
ist, die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des Einspracheentscheides oder 
der Verfügung, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen ist und dass diese 
Frist nicht erstreckt werden kann (Art. 40 Abs. 1 ATSG); 

dass nach Art. 39 Abs. 1 i. V. m. Art. 60 Abs. 2 ATSG die 30-tägige Frist nur gewahrt ist, wenn die 
Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim kantonalen Versicherungsgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 
diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wird;

dass, falls die Frist unbenützt abläuft, der Verwaltungsentscheid in (formelle) Rechtskraft erwächst 
mit der Wirkung, dass das kantonale Versicherungsgericht auf eine verspätet eingereichte 
Beschwerde nicht eintreten darf (vgl. BGE 124 V 400, E. 1a); 

dass der Präsident einer kollegialen Beschwerdeinstanz für den Nichteintretensentscheid bei einer 
offensichtlich unzulässigen Beschwerde zuständig ist (Art. 100 Abs. 1 lit. a des Gesetzes vom 
23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]);

dass der Präsidialentscheid summarisch zu begründen ist (Art. 100 Abs. 2 VRG);

dass vorliegend die angefochtene Verfügung dem Beschwerdeführer mit gewöhnlicher Post
(B-Post) zugestellt wurde;

dass, falls die Verwaltung den Versand mit gewöhnlicher Post wählt, sie den Nachweis nicht 
erbringen kann, dass und wann eine Verfügung dem Adressaten ordnungsgemäss zugestellt 
worden ist; in diesem Fall obliegt es ihr, die Zustellung mit anderen Mitteln zu beweisen 
beziehungsweise mindestens glaubhaft zu machen (BGE 105 III 43, E. 2a; 99 Ib 356, E. 2; ARV 
1977 Nr. 35 S. 164; ZAK 1964 S. 310 E. 1); dabei ist der normale organisatorische Ablauf bei der 
Verwaltung im Versand von Verfügungen an sich nicht geeignet, den erforderlichen Nachweis zu 
erbringen (BGE 103 V 63, E. 2b; vgl. auch BGE 99 Ib 356, E. 3); dieser kann jedoch aufgrund von 
weiteren Indizien oder gestützt auf die gesamten Umstände erbracht werden (ZAK 1984 S. 124 
E. 1b; vgl. auch ZAK 1964 S. 310 E. 2);

dass gemäss den offiziellen Angaben der Post ein B-Post-Brief innerhalb von drei Tagen (ausser 
samstags) zugestellt wird;

dass vorliegend aufgrund der gesamten Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
auszugehen ist, dass dem Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung ordnungsgemäss 
zugestellt wurde, da er gemäss eigenen Angaben nach Erhalt der angefochtenen Verfügung 
mehrmals bei der Vorinstanz vorstellig wurde; 

dass der Beschwerdeführer die verspätete Einreichung der Beschwerde nicht bestreitet, sondern 
vielmehr in seinem Schreiben vom 20. Januar 2015 selber davon ausgeht, dass die Beschwerde 
zu spät eingereicht wurde;

Kantonsgericht KG

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dass deshalb zusammenfassend festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerde 
vom 19. November 2014 offensichtlich ausserhalb der Frist eingereicht hat und vorliegend auch 
nicht ein gültiger Grund für eine Wiederherstellung der Frist geltend gemacht wird;

dass demnach auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann und diese aus dem Geschäfts-
verzeichnis zu streichen ist;

dass auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird;

verfügt:

I. Auf die Beschwerde wird infolge zu später Einreichung nicht eingetreten.

II. Auf die Erhebung von Gerichtskosten wird verzichtet.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
eingereicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die 
Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen 
die Gründe angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das 
Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der 
angefochtene Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor 
dem Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 26. Januar 2015/dki

Präsident Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin