# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9d2b4da-9357-5114-b7f3-afd2f0469baf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.12.2022 D-5867/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5867-2022_2022-12-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5867/2022 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli; 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Armenien, (…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 9. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

D-5867/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 5. November 2022 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerab-

druck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 18. April 2022 in Polen und 

am 28. April 2022 in Deutschland um Asyl nachgesucht hatte, 

dass der Beschwerdeführer am 11. November 2022 die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung bevollmächtigte, 

dass am 15. November 2022 die Personalienaufnahme (PA) erfolgte, 

dass am 29. November 2022 das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) 

stattfand, 

dass der Beschwerdeführer dabei ausführte, er möchte nicht nach Polen 

zurückkehren, da die dortigen Unterkünfte wie Gefängnisse seien, er krank 

und auf medizinische Versorgung angewiesen sei und es ihm auch psy-

chisch nicht gut gehe, 

dass die deutschen Behörden am 1. Dezember 2022 das Ersuchen der 

Schweiz vom 29. November 2022 um Übernahme des Beschwerdeführers 

gestützt auf gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO abwiesen, 

dass die Vorinstanz die polnischen Behörden am 2. Dezember 2022 um 

Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO ersuchte und die polnischen Behörden das Gesuch gestützt 

auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO guthiessen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 9. Dezember 2022 – eröffnet am 12. De-

zember 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Polen anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spä-

testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

D-5867/2022 

Seite 3 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu und die Aushändigung der 

editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerde-

führer verfügte, 

dass seine Rechtsvertretung am 12. Dezember 2022 das Mandatsverhält-

nis als beendet erklärte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Dezember 2022 gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das 

SEM sei anzuweisen, sein Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für 

vorliegendes Asylverfahren für zuständig zu erklären, eventualiter sei der 

Entscheid des SEM aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sach-

verhaltsabklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei im Sinne 

einer vorsorglichen Massnahme der vorliegenden Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzuwei-

sen, von einer Überstellung nach Polen abzusehen, bis das Bundesver-

waltungsgericht über seine Beschwerde entschieden habe, sei auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren, 

dass der Beschwerdeführer zwei Arztberichte einreichte,  

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

20. Dezember 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 

AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

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schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um 

eine solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

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Seite 5 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsüberprüfung 

nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 

8.2.1 m.w.H.), 

dass gestützt auf das Ergebnis des Abgleichs der Fingerabdrücke (Euro-

dac-Datenbank) feststeht, dass der Beschwerdeführer am (…) in Polen 

und am (…) in Deutschland je ein Asylgesuch eingereicht hat, 

dass das SEM am 29. November 2022 die deutschen Behörden und am 

2. Dezember 2022 die polnischen Behörden um Übernahme des Be-

schwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO ersuchte, 

dass nachdem die polnischen Behörden innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-

III-VO festgelegten Frist dem Wiederaufnahmegesuch der Vorinstanz zu-

gestimmt haben, die Zuständigkeit Polens grundsätzlich gegeben ist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung davon 

ausgeht, das polnische Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Asylsuchende würden keine systemischen Mängel aufweisen, die die Ge-

fahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des 

Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 

326/02: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen würden (vgl. etwa die Ur-

teile des BVGer F-3139/2022 vom 21. November 2022 E. 4.1 und  

F-972/2022 vom 2. November 2022 E. 5.1), 

dass für eine Änderung der Rechtsprechung auch in Würdigung der vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten schwierigen Verhältnisse bezüglich 

seiner Behandlung und Unterbringung in Polen keine Veranlassung be-

steht, 

dass zurzeit in Polen zwar über 1,5 Millionen ukrainische Schutzsuchende 

registriert sind (vgl. UNHCR, Pesel Registration by Voivodeship and 

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Seite 6 

Povyat, <https://data.unhcr.org/en/situations/ukraine/location/10781>, ab-

gerufen am 21. Dezember 2022), aber zu berücksichtigen ist, dass diese 

aufgrund des Durchführungsbeschlusses (EU) 2022/382 des Rates der 

Europäischen Union vom 4. März 2022 zur Feststellung des Bestehens ei-

nes Massenzustroms von Vertriebenen aus der Ukraine im Sinne von Art. 5 

der Richtlinie 2001/55/EG und zur Einführung eines vorübergehenden 

Schutzes nicht das üblicherweise vorgesehene Asylverfahren durchlaufen 

müssen, sondern in einem vereinfachten Verfahren einen europaweit gül-

tigen vorübergehenden Schutz erhalten können, 

dass des Weiteren die Schutzsuchenden aus der Ukraine in Polen zu ei-

nem beachtlichen Teil in privat organisierten Unterkünften untergebracht 

werden, was im März 2022 dazu führte, dass die von lokalen polnischen 

Behörden eingerichteten Unterkunftszentren mit einer Kapazität für circa 

280 000 Menschen weitgehend unbewohnt geblieben sind (vgl. UNHCR, 

Situation in der Ukraine: Flash-Update Nr. 1 vom 8. März 2022, S. 4, 

<https:data.unhcr.org/en/documents/details/91208>, abgerufen am 

21. Dezember 2022), 

dass dem Gericht keine Berichte vorliegen und vom Beschwerdeführer 

auch nicht eingereicht wurden, aus denen hervorginge, dass aufgrund des 

Zustroms von ukrainischen Flüchtlingen das polnische Asylsystem überfor-

dert wäre (vgl. Verwaltungsgericht Düsseldorf 12 L 1303/22.A, Beschluss 

vom 10. August 2022, https://www.justiz.nrw.de/nrwe/ovgs/vg_duessel-

dorf/j2022/12_L_1303_22_A_Beschluss_20220810.html, abgerufen am 

21. Dezember 2022), 

dass zudem die polnischen Behörden mit Rundschreiben vom 23. Juni 

2022 mitgeteilt haben, ab dem 1. August 2022 (Dublin-)Transfers nach Po-

len wiederaufzunehmen, was auf eine Verbesserung der Situation hindeu-

tet, dies umso mehr, als die polnischen Behörden bis heute nicht auf ihren 

Entscheid vom 23. Juni 2022 zurückgekommen sind, 

dass die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO folglich nicht gerecht-

fertigt ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

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Seite 7 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn da-

für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass den Akten keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Polen 

werde dem Beschwerdeführer gegenüber den Grundsatz des Non-Refou-

lement missachten und ihm zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein 

Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 

AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein 

solches Land gezwungen zu werden, 

dass der Beschwerdeführer weiter kein konkretes und ernsthaftes Risiko 

dargetan hat, das darauf hindeutet, die polnischen Behörden würden sich 

weigern, ihn wiederaufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen 

Schutz unter Einhaltung der Regeln der Richtlinie des Europäischen Par-

laments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen 

Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen 

Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) zu prüfen, 

dass der Beschwerdeführer geltend macht, sein Gesundheitszustand 

stehe einer Überstellung nach Polen entgegen, und er diesbezüglich aus-

führt, eine mangelhaft behandelte Oberschenkelfraktur und einen ausste-

henden Termin beim Orthopäden zu haben, 

dass er zudem unter Angstzuständen leide, seine Symptome seit dem an-

gefochtenen Entscheid schlimmer geworden seien und er grossen Stress 

und Sorge um seine Zukunft habe, 

dass der Beschwerdeführer damit geltend macht, die Überstellung nach 

Polen setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und verletze damit 

Art. 3 EMRK, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann, 

dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-

nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

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Seite 8 

BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]), 

dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss Praxis des EGMR aber auch 

vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Abschiebung – 

mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili ge-

gen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 

m.w.H.), 

dass der Beschwerdeführer gemäss medizinischem Datenblatt für interne 

Arztbesuche im Bundesasylzentrum (BAZ) B._______ vom (…) mit Ver-

dacht auf Femurnagelreizung im Kniegelenk, Reizzustand im gesamten 

Bein bis Ferse, ein Beugedefizit bis 80° habe und zur Orthopädie ins KSB 

(Kantonsspital C._______, Anmerkung BVGer) angemeldet worden sei 

(vgl. SEM act. […]-23/2), und dem ärztlichen Kurzbericht vom (…) nach 

erfolgter Radiologie ein Zustand nach osteosynthetisch versorgter Ober-

schenkelschaftfraktur, mit Nagelung, vor circa 1 Jahr und störendes Im-

plantat im Kniegelenk links zu entnehmen ist (vgl. SEM act. […]-25/1), 

dass gemäss telefonischer Abklärung der Vorinstanz beim Gesundheits-

dienst des BAZ B._______ kein Medikamentenblatt vorliege und der Be-

schwerdeführer nicht regelmässig Medikamente einnehme, er sich erstma-

lig am (…) beim Gesundheitsdienst zwecks Terminwunsch bei einem 

Psychologen/Psychiater gemeldet habe, aber sich seither nicht mehr mit 

der Bitte um psychologische Hilfe an den Gesundheitsdienst gewendet 

habe (vgl. SEM act. […]-27/1), 

dass diese gesundheitlichen Leiden – ohne die aktenkundige gesundheit-

liche Situation des Beschwerdeführers zu bagatellisieren – sich nicht als 

derart gravierend erweisen, dass er im Falle einer Überstellung nach Polen 

mit dem Risiko einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-

schlechterung seines Gesundheitszustandes konfrontiert wäre, zumal Po-

len über eine ausreichende medizinische Infrastruktur zur Behandlung der 

erwähnten gesundheitlichen Beschwerden verfügt und kein Grund zur An-

nahme besteht, dass ihm dort eine allenfalls erforderliche medizinische Be-

handlung verweigert würde, 

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Seite 9 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-

nen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Be-

stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdefüh-

rers Rechnung tragen und die polnischen Behörden vorgängig in geeigne-

ter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren wer-

den (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), und dies vorliegend geschehen ist, sind 

doch die Hauptdiagnosen, dies unter Hinweis auf den Zustand nach medi-

aler Oberschenkelfraktur und den Verdacht auf Femurnagelreizung im 

Kniegelenk, bei den Überstellungsmodalitäten aufgeführt (vgl. SEM 

act. […]-28/1), 

dass im Übrigen darauf hinzuweisen ist, dass die Mitgliedstaaten gemäss 

Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die 

Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankhei-

ten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen 

müssen, und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforder-

liche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls 

einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 

Abs. 2 der Aufnahmerichtlinie), 

dass die Schweiz daher völkerrechtlich nicht verpflichtet ist, gestützt auf 

Art. 17 Dublin-III-VO auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers einzutre-

ten, und auch keine Anhaltspunkte vorliegen, die darauf hindeuten, dass 

das SEM vom Selbsteintrittsrecht aus humanitären Gründen gemäss 

Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 infolge einer gesetzeswidrigen Ermessensaus-

übung zu Unrecht keinen Gebrauch gemacht hat, weshalb diesbezüglich 

auf weitere Erörterungen verzichtet werden kann (vgl. BVGE 2015/9 

E. 7 f.), 

dass sich die formelle Rüge (unvollständige Sachverhaltsfeststellung) zu-

dem als unbegründet erweist, weshalb keine Veranlassung besteht, die an-

gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

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Seite 10 

– weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungs-

bewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach 

Polen angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde daher abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und 

das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als 

gegenstandslos erweisen, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-

zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Vorausset-

zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Patrick Blumer 

 

 

Versand: