# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78bf3b80-c16d-57d9-beca-bc210e40a8bc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.01.2024 460 2023 125 (460 23 125)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2023-125_2024-01-04.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
4. Januar 2024 (460 23 125) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Fahrlässige einfache Körperverletzung 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.),                   

Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiberin Manuela Illgen 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,                                   

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,                                            

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

A.____,  

Privatklägerin 

  

gegen 

 

 B.____,  

vertreten durch Advokatin Sandra Schultz-Schmitt,                      

Gerbergasse 48, Postfach, 4001 Basel,  

Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

 

Gegenstand Fahrlässige einfache Körperverletzung 

Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom  

24. Februar 2023 

 

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A. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine 

Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), vom 21. März 2022 wurde B.____ (nachfolgend: Be-

schuldigte bzw. Beurteilte), dannzumal vertreten durch Advokat Ivo Trüeb, der fahrlässigen ein-

fachen Körperverletzung zum Nachteil von A.____ (nachfolgend: Privatklägerin) schuldig erklärt 

und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 90.--, bei einer Probezeit 

von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 800.-- bzw. zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen 

bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse verurteilt. Überdies wurden der Beschuldigten die 

Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 9'073.05 auferlegt. Des Weiteren wurde festge-

stellt, dass die Beschuldigte die Zivilforderung der Privatklägerin in der Höhe von Fr. 9'500.-- nicht 

anerkenne und die Zivilforderung auf den Zivilweg verwiesen. Sodann wurde das beschlag-

nahmte Lasergerät Nr. XXX:___, Model 808 DH Diode Laser, gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 

Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) einge-

zogen und vernichtet. Schliesslich wurde ein Verbleib der übrigen sichergestellten Dokumente 

und Ausdrucke der Chatverläufe sowie der Bedienungsanleitung bzw. Produktebeschreibung in 

den Akten angeordnet. 

 

B. Nachdem die Beschuldigte gegen obgenannten Strafbefehl am 28. März 2022 Einspra-

che erhoben und die Staatsanwaltschaft dem Strafgerichtspräsidium Basel-Landschaft (nachfol-

gend: Strafgerichtspräsidium) am 21. Juni 2022 ein Überweisungsschreiben übermittelt hatte, 

bestätigte das Strafgerichtspräsidium mit Urteil vom 24. Februar 2023 den Strafbefehl vom 

21. März 2022 im Wesentlichen, indem es die Beschuldigte, hernach vertreten durch Advokat 

Ozan Polatli, wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung zu einer bedingt vollziehbaren Geld-

strafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 110.--, bei einer Probezeit von 3 Jahren, verurteilte (Disposi-

tiv-Ziffer 1). Des Weiteren wurde der Beurteilten gemäss Art. 44 Abs. 2 und Art. 94 StGB für die 

Dauer der Probezeit die Weisung erteilt, inskünftige kosmetische Behandlungen nicht auszuüben, 

ohne zuvor einen Sachkundenachweis im Sinne von Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 

16. Juni 2017 über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall 

(NISSG; SR 814.71) erworben zu haben (Dispositiv-Ziffer 2). Überdies wurde der beschlag-

nahmte 808 DH Diodenlaser gemäss Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB zur Vernichtung eingezogen 

(Dispositiv-Ziffer 3). In einem weiteren Punkt wurde die Beurteilte dazu verurteilt, der Privatklä-

gerin Fr. 2‘000.-- als Genugtuung zu bezahlen; die Mehrforderung wurde abgewiesen (Dispositiv-

Ziffer 4a). Demgegenüber wurden die Schadenersatzforderungen der Privatklägerin in der Höhe 

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von insgesamt Fr. 4'500.-- (Fr. 3'000.-- Schadenersatz sowie Fr. 1'500.-- Nachbehandlungskos-

ten) in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Ok-

tober 2007 (Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0) mangels hinreichender Begründung auf den 

Zivilweg verwiesen (Dispositiv-Ziffer 4b). Schliesslich wurden die Verfahrenskosten, bestehend 

aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 8'273.05 und der Gerichtsgebühr von Fr. 4’000.--, in 

Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO der Beurteilten auferlegt (Dispositiv-Ziffer 5).  

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgend aufgeführten Parteianträge wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

 

C. Gegen das obgenannte Urteil des Strafgerichtspräsidiums meldete die Beschuldigte, 

nunmehr vertreten durch Advokatin Sandra Schultz-Schmitt, mit Schreiben vom 8. März 2023 die 

Berufung an. In ihrer Berufungserklärung vom 5. Juli 2023 an das Kantonsgericht Basel-Land-

schaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), focht die Beschuldigte das vorinstanz-

liche Urteil vollumfänglich, d.h. in Bezug auf sämtliche Dispositiv-Ziffern an, indem sie in materi-

eller Hinsicht begehrte, (1.) sie sei vom Vorwurf der fahrlässigen einfachen Körperverletzung von 

Schuld und Strafe kostenlos freizusprechen; (2.) die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung 

der Privatklägerin sei vollumfänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen; (3.) 

die Beschlagnahme über den 808 DH Diodenlaser sei aufzuheben und das Gerät der Beschul-

digten auszuhändigen; (4.) es sei der Beschuldigten eine noch zu beziffernde Entschädigung für 

die ihr entstandenen Anwaltskosten sowohl für das erst- als auch für das zweitinstanzliche Ver-

fahren zuzusprechen; (5.) alles unter o/e-Kostenfolge (inkl. Kosten der Vorinstanz). Des Weiteren 

stellte die Beschuldigte die Verfahrensanträge, (1.) es seien die gesamten Verfahrensakten der 

Vorinstanz vom Amtes wegen beizuziehen und der Beschuldigten zur Einsichtnahme zuzustellen; 

(2.) es sei das Protokoll der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht von Amtes wegen beizuzie-

hen und der Beschuldigten zur Einsichtnahme zuzustellen; (3.) es sei der Beschuldigten eine 

angemessene Frist zur schriftlichen Berufungsbegründung zu gewähren. Schliesslich behielt sich 

die Beschuldigte das Einreichen von allfälligen weiteren Beweisanträgen ausdrücklich vor. 

 

D. Mit Eingabe vom 25. Juli 2023 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie weder Antrag 

auf Nichteintreten stelle noch Anschlussberufung erkläre; ebenso wenig ersuchte sie um Vorla-

dung zur Berufungsverhandlung. 

 

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E. Mit instruktionsrichterlicher Verfügung des Kantonsgerichts vom 3. August 2023 wurde 

unter anderem festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin weder Berufung 

noch Anschlussberufung erhoben haben. Des Weiteren wurde der Beschuldigten Frist bis zum 

4. September 2023 (einmal erstreckbar) zur Begründung ihrer Berufungserklärung vom 5. Juli 

2023 gesetzt. Sodann wurde der Staatsanwaltschaft und der Beschuldigten eine Kopie des Pro-

tokolls der vorinstanzlichen Hauptverhandlung zugestellt. Schliesslich wurden der Beschuldigten 

die gesamten Verfahrensakten in elektronischer Form zugestellt. 

 

F. In ihrer Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023 hielt die Beschuldigte an ihren mit 

Berufungserklärung vom 5. Juli 2023 gestellten Rechtsbegehren fest.  

 

G. Die Staatsanwaltschaft begehrte ihrerseits mit Berufungsantwort vom 8. November 

2023, die Berufung der Beschuldigten sei vollumfänglich unter o/e Kostenfolge abzuweisen. 

 

H. Mit weiterer Verfügung des Kantonsgerichts vom 16. November 2023 wurde mitunter 

festgestellt, dass die Privatklägerin auf die Einreichung einer Berufungsantwort verzichtet hat. 

Zudem wurden die Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft betreffend Einverständnis mit der 

Durchführung eines schriftlichen Verfahrens gemäss Art. 406 Abs. 2 lit. a und b StPO unter Ver-

zicht auf eine mündliche Berufungsverhandlung angefragt.  

 

I. Die Beschuldigte bestritt mit replizierender Stellungnahme vom 1. Dezember 2023 unter 

Festhalten an ihren bisherigen Ausführungen die Darlegungen der Staatsanwaltschaft gemäss 

deren Berufungsantwort vom 8. November 2023. 

 

J. Mit Schlussverfügung des Kantonsgerichts vom 4. Dezember 2023 wurde unter ande-

rem gestützt auf die Einverständniserklärungen der Beschuldigten vom 1. Dezember 2023 und 

der Staatsanwaltschaft vom 17. November 2023 die Behandlung der Berufung der Beschuldigten 

gemäss Art. 406 Abs. 2 lit. a und b StPO in einem schriftlichen Verfahren unter Verzicht auf eine 

mündliche Berufungsverhandlung angeordnet. Des Weiteren wurde der Schriftenwechsel ge-

schlossen und eine Aktenzirkulation beim Kantonsgericht verfügt. Sodann wurde den Parteien 

eine schriftliche Entscheideröffnung in Aussicht gestellt. Schliesslich wurde die Rechtsvertreterin 

der Beschuldigten aufgefordert, ihre Honorarnote bis zum 31. Dezember 2023 (nicht erstreckbar) 

einzureichen. 

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Erwägungen 

I. Formelles 

1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 

Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gestützt auf 

Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliess-

lich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzöge-

rung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unan-

gemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten um-

fassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Vorliegend macht die Beschuldigte sämtliche 

zulässigen Rügegründe geltend. Ihre Legitimation zur Erhebung der Berufung ergibt sich aus 

Art. 382 Abs. 1 StPO. Nach Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO ist die Berufung zunächst dem erstin-

stanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumel-

den und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Ur-

teils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

 

2. Mit Blick auf die seitens der Parteien vor Strafgericht wie auch vor Kantonsgericht ge-

stellten Anträge ergibt sich die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung 

Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung des vorliegenden Rechtsmittels aus Art. 21 

Abs. 1 lit. a StPO sowie § 15 Abs. 1 lit. a des kantonalen Einführungsgesetzes zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung vom 12. März 2009 (EG StPO; SGS 250). Aus den Akten geht her-

vor, dass das Urteilsdispositiv des Strafgerichtspräsidiums vom 24. Februar 2023 der Beschul-

digten am 27. Februar 2023 zugestellt worden ist (act. 703). Mit ihrer Berufungsanmeldung vom 

8. März 2023 (act. 761) hat die Beschuldigte die zehntägige Frist gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO 

eingehalten. Auch die Frist zur Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO wurde vorlie-

gend gewahrt: Das begründete Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 24. Februar 2023 wurde 

der Beschuldigten am 16. Juni 2023 zugestellt (act. 747), und mit Datum vom 5. Juli 2023 reichte 

die Beschuldigte die Berufungserklärung ein. Was schliesslich die Form betrifft, so erfüllen die 

Eingaben der Beschuldigten die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO. Es ist demnach auf 

die Berufung der Beschuldigten einzutreten. 

 

 

 

 

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II. Gegenstand der Berufung 

1. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Im vorliegenden Fall liegt 

einzig eine Berufung der Beschuldigten vor; demgegenüber haben weder die Staatsanwaltschaft 

noch die Privatklägerin Berufung oder Anschlussberufung erhoben. 

 

Aufgrund des Gegenstandes der Berufungserklärung der Beschuldigten vom 5. Juli 2023 wird 

das Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 24. Februar 2023 vollumfänglich angefochten, wes-

halb Gegenstand der Berufung die nachfolgenden Punkte bilden: Schuldspruch wegen fahrlässi-

ger einfacher Körperverletzung sowie ausgefälltes Strafmass einer bedingt vollziehbaren Geld-

strafe von 40 Tagessätzen à Fr. 110.--, bei einer Probezeit von 3 Jahren (Dispositiv-Ziffer 1 des 

vorinstanzlichen Urteils); Erteilung einer Weisung (Dispositiv-Ziffer 2 des vorinstanzlichen Ur-

teils); Entscheid über die Beschlagnahme (Dispositiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils); Ent-

scheid über die Zivilforderungen (Dispositiv-Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils) sowie Entscheid 

über die Verfahrenskosten (Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils). 

 

2. Gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nach-

teil der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (Verbot der "reformatio in peius"). Diese Konstellation liegt hier vor, da ausschliesslich 

die Beschuldigte Berufung erhoben hat. Entsprechend kann das Kantonsgericht das vorinstanz-

liche Urteil entweder bestätigen oder im Rahmen der Berufungsanträge zu Gunsten der Beschul-

digten mildern. Dagegen ist es dem Berufungsgericht verwehrt, das strafgerichtliche Urteil zu 

Lasten der Beschuldigten zu verschärfen. 

 

 

III. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 

1. Fahrlässige einfache Körperverletzung  

1.1 Mit Strafbefehl vom 21. März 2022 wurde der Beschuldigten Folgendes zur Last gelegt:  

"Die Beschuldigte führte am Samstag, den 20. Juni 2020, in der Zeit zwischen 12:00 Uhr und 12.30 

Uhr in D.____ am YYY.____weg, in dem von ihr betriebenen Coiffeur-Salon B.____ eine Laser-

Haarentfernung Behandlung bei der Kundin A.____ durch. Bei dieser Behandlung verwendete die 

Beschuldigte dazu unerlaubterweise das Lasergerät "Diode Laser System, 808DH, SN: XXX.___", 

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welches über ungenügende Sicherheitsbeschriftungen und eine falsche Laserklassifizierung ver-

fügte. Die vom Hersteller ausgewiesene Laserklasse (llB) existiert nach der internationalen Laser-

sicherheitsnorm IEC 60825-1 ED.3: 2014 nicht, in Wirklichkeit entspricht das Lasergerät der Klasse 

4 und darf nicht für kosmetische oder medizinische Zwecke eingesetzt werden. Während der 

Durchführung der Behandlung beklagte sich A.____ über starke Schmerzen und teilte der Beschul-

digten mit, dass sie noch nie zuvor bei einer Laser-Haarentfernung Behandlung solch starke 

Schmerzen verspürt habe, und die Behandlung musste wegen der Schmerzen auch unterbrochen 

werden. Auch nach der Behandlung wies A.____ die Beschuldigte darauf hin, dass die Behandlung 

massiv geschmerzt habe und sie an der Haut immer noch einen brennenden Schmerz verspüre. 

Am selben Abend spürte die Geschädigte den brennenden Schmerz immer noch, zudem hatten 

sich zwischenzeitlich am rechten Arm drei Brandblasen gebildet und Arme sowie Beine und Ge-

säss wiesen diverse Hautrötungen auf. Am 23. Juni 2020 stellte der Hausarzt von A.____, 

Dr. C.____, die Verbrennungen der Haut fest, wobei sich jene am rechten Arm entzündet hatten, 

weshalb er Antibiotika verordnete. Die Beschuldigte hatte das Lasergerät nicht bei einem offiziellen 

Verkäufer von medizinischen Produkten in der Schweiz oder in der EU gekauft, sondern ihren 

Ehemann beauftragt, das Gerät direkt aus Hongkong/China importieren zu lassen, dies um Kosten 

zu sparen. Dadurch nahm sie einerseits in Kauf, ein nicht korrekt geprüftes und nicht zugelassenes 

Lasergerät zu verwenden. Andererseits verfügte die Beschuldigte nicht über eine Ausbildung ge-

mäss Verordnung vom 27. Februar 2019 zum Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen 

durch nichtionisierende Strahlung und Schall (V-NISSG; SR 814.711), Anhang 2, zur Verwendung 

von Lasern für kosmetische Behandlungen, und sie stellte auch die notwendige ärztliche Betreuung 

gemäss Art. 5 V-NISSG nicht sicher. Dadurch handelte die Beschuldigte mehrfach pflichtwidrig. 

Aufgrund der allgemein bekannten Gefahren von Lasergeräten, auf welche auch der Schweizeri-

sche Fachverband für Kosmetik in einem lnfoheft hinweist, war es für die Beschuldigte vorherseh-

bar, dass sie durch die beschriebene mehrfach vorschriftswidrige Verwendung dieses Geräts ihre 

Kundin am Körper schädigen könnte, was sie billigend in Kauf nahm" (vgl. S. 2 f. des Strafbefehls 

vom 21. März 2022, act. 587 f.). 

 

1.2 Das Strafgerichtspräsidium erachtete in tatsächlicher Hinsicht mit Blick auf die vorliegen-

den Beweise und Indizien den angeklagten Sachverhalt als grundsätzlich vollständig erstellt (vgl. 

Erw. II.1 auf S. 4-8 des angefochtenen Urteils). In rechtlicher Hinsicht sah die Vorinstanz den Tat-

bestand der fahrlässigen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB als erfüllt an, 

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ohne dass Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe vorliegen würden (vgl. Erw. II.2 

auf S. 8-13 des angefochtenen Urteils). 

 

1.3 In ihrer Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023 macht hingegen die Beschuldigte zu-

sammengefasst geltend, es seien zwar im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB eine Schädigung an 

Körper oder Gesundheit der Privatklägerin zu bejahen, nicht aber die weiteren Tatbestandsvoraus-

setzungen der Sorgfaltspflichtverletzung sowie der Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit des Er-

folgseintritts, weshalb die Beschuldigte von der Anklage der fahrlässigen einfachen Körperverlet-

zung freizusprechen sei (vgl. S. 7-14 der Berufungsbegründung). Abgesehen davon liege sowohl 

ein Rechtfertigungsgrund (vgl. S. 13 der Berufungsbegründung) als auch ein Sachverhalts- bzw. 

Verbotsirrtum vor (vgl. S. 8-10 der Berufungsbegründung). 

 

1.4 Demgegenüber änderten laut Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungsantwort vom 8. No-

vember 2023 die von der Beschuldigten vorgebrachten Argumente nichts an der tatbestandsmäs-

sigen, rechtswidrigen und schuldhaften Begehung (vgl. S. 1 f. der Berufungsantwort).  

 

1.5.1 Hinsichtlich des Sachverhalts im Allgemeinen ist zunächst auf die Beweiswürdigungsre-

geln gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO (Grundsatz der freien Beweiswürdigung) und Art. 10 Abs. 3 StPO 

(Maxime "in dubio pro reo") zu verweisen. Das Gericht ist nicht verpflichtet, etwas als erwiesen zu 

erachten, was nach seiner Überzeugung nicht ist, oder umgekehrt etwas als nicht erwiesen anzu-

sehen, worüber für das Gericht kein Zweifel besteht (vgl. BGE 133 I 33 E. 2.1). Liegen keine direk-

ten Beweise vor, so ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Indizien sind 

Tatsachen, von denen auf das Vorliegen einer unmittelbar entscheiderheblichen Tatsache ge-

schlossen werden kann. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet nur mit einer 

gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und inso-

fern Zweifel offenlassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den 

vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täterin erlaubt (vgl. BGer 6B_1053/2018 vom 

26. Februar 2019 E. 1.2).  

 

Bestreitet eine beschuldigte Person die ihr vorgeworfene Tat, so ist der Sachverhalt aufgrund der 

Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente nach den allgemein gültigen 

Beweisregeln zu erstellen. Hierbei ist dem Zweifelsgrundsatz gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO Be-

achtung zu schenken. Als Beweislastregel bedeutet die Maxime "in dubio pro reo", dass es Sache 

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der Strafbehörde ist, die Schuld der angeschuldigten Person zu beweisen, und nicht diese ihre 

Unschuld nachweisen muss (ESTHER TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl., Art. 10 N 80; 

BGE 127 I 38 E. 2a). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime "in dubio pro reo" indes 

nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für die beschuldigte 

Person günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel kommt nur zur Anwendung, wenn 

nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzes relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.3.1 ff.). Das Gericht darf sich nicht nach Gutdünken und rein subjektivem Empfinden von 

der Schuld der angeklagten Person überzeugt erklären. Vielmehr muss die Beweiswürdigung und 

Sachverhaltsfeststellung gestützt auf alle vorhandenen und verwertbaren Beweise begründbar 

und für einen verständigen Menschen objektiv nachvollziehbar sein. Eine Verurteilung darf nur 

ergehen, wenn das Sachgericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämt-

liche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahr-

scheinlichkeit reicht hierfür nicht. Auf der anderen Seite ist absolute Gewissheit angesichts der 

Unvollkommenheit der Erkenntnismittel und des menschlichen Urteilsvermögens nicht erreich-

bar. Gefordert ist indessen ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit oder eine mit an Sicherheit 

grenzende Wahrscheinlichkeit. Wichtige Bedeutung für die Nachvollziehbarkeit der Sachverhalts-

feststellung haben neben der Urteilsbegründung Denk- und Naturgesetze, Erfahrungssätze, tech-

nische und wissenschaftliche Erkenntnisse, gesicherte empirische Befunde, Lebenserfahrung 

und nicht zuletzt der gesunde Menschenverstand (ESTHER TOPHINKE a.a.O., N 83, m.w.H.). 

 

Von welchem Sachverhalt in casu auszugehen ist, wird nachfolgend direkt zusammen mit den 

einzelnen rechtlichen Elementen zu prüfen sein. Bereits vorab sei darauf hingewiesen, dass der 

seitens der Beschuldigten ganz generell immer wieder ins Feld geführte Umstand, wonach in all 

den Jahren ihrer Tätigkeit in der Kosmetikbranche noch nie "etwas passiert" sei (vgl. zuletzt S. 7 

der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023), unbeachtlich ist, da in casu allein der konkret 

vorgeworfene Vorfall vom 20. Juni 2020 zu beleuchten ist. 

 

1.5.2 Der fahrlässigen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB macht sich 

strafbar, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt. 

 

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Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflicht-

widriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Un-

vorsichtigkeit, wenn die Täterin die Vorsicht nicht beachtet, zu der sie nach den Umständen und 

nach ihren persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (vgl. Art. 12 Abs. 3 StGB). 

 

1.5.3 Die fahrlässige Tat wird in Art. 12 Abs. 3 StGB als leichtere Schuldform definiert; im jün-

geren Schrifttum wird sie als eigenständiger Deliktstypus behandelt. Je nachdem, ob die Täterin 

die mögliche Bedeutung ihres Verhaltens bedacht hat, liegt bewusste oder unbewusste Fahrläs-

sigkeit vor. Die meisten Fahrlässigkeitsdelikte sind Erfolgsdelikte (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN 

FATEH-MOGHADAM, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., Art. 12 N 23, 

m.w.H.). Als fahrlässiges Handlungsdelikt setzt die fahrlässige einfache Körperverletzung die Ele-

mente Tatbestandsmässigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld voraus, wobei die Tatbestandsmäs-

sigkeit das Zufügen einer einfachen Körperverletzung (Tathandlung und Erfolg), eine objektive Zu-

rechenbarkeit des Erfolges im Sinne einer natürlichen und adäquaten Kausalität, eine Sorgfalts-

pflichtverletzung (beinhaltend eine Verletzung genereller und individueller Sorgfaltspflichten, Vor-

hersehbarkeit und Vermeidbarkeit) sowie einen Pflichtwidrigkeits- bzw. Risikozusammenhang ent-

halten muss (vgl. STEFAN TRECHSEL/PETER NOLL/ MARK PIETH, Schweizerisches Strafrecht, Allge-

meiner Teil I, 7. Aufl., S. 260, m.w.H.; STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., N 23 ff., 

m.w.H.).  

 

1.5.4 Tatbestandsmässigkeit 

1.5.4.1 Tathandlung und Erfolg  

a) Das fahrlässige Erfolgsdelikt als Handlungsdelikt setzt einen durch eine Tathandlung her-

beigeführten Eintritt eines Erfolgs voraus (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., 

N 24). Die Körperverletzungsdelikte gemäss Art. 122 ff. StGB schützen einerseits die körperliche 

Integrität und andererseits die körperliche und geistige Gesundheit. Aus der Abstufung der Tatbe-

stände in Art. 122 ff. StGB ergibt sich, dass stets eine bestimmte Schwere der Einbusse an Ge-

sundheit vorliegen muss (vgl. CHRISTOPHER GETH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskom-

mentar, 4. Aufl., Vor Art. 122 N 4 f., m.w.H.). Als einfach gelten alle Körperverletzungen, die nicht 

schwer i.S.v. Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr blosse Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 StGB sind. 

Sobald auch bloss vorübergehende Störungen einem krankhaften Zustand gleichkommen, ist eine 

einfache Körperverletzung gegeben (vgl. STEFAN TRECHSEL/CHRISTOPHER GETH, a.a.O., Art. 123 

N 2, mit Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).  

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b) Im vorliegenden Fall ist im Einklang mit den vorinstanzlichen Feststellungen (vgl. Erw. 

II.1 auf S. 4-6 des angefochtenen Urteils) in tatsächlicher Hinsicht als unbestritten und erstellt 

anzusehen, dass die Beschuldigte am 20. Juni 2020 in ihrem Salon in D.____ mit einem aus 

China importierten Lasergerät an der Privatklägerin eine Behandlung zur Haarentfernung vorge-

nommen hat und es in der Folge zu Hautverbrennungen an den behandelten Körperstellen der 

Privatklägerin gekommen ist. 

 

ba) Hinsichtlich des Lasergeräts steht fest, dass die Beschuldigte dieses am 21. August 

2019 zu einem Preis von 4'640 Euro erworben hatte (vgl. entsprechende Rechnung, act. 259). 

Gestützt auf die Angaben der Beschuldigten selbst ist davon auszugehen, dass diese das Gerät 

aus Kostengründen direkt beim chinesischen Hersteller E.____, Ltd., gekauft hat, wobei sie den 

Preisunterschied im Vergleich zu aus Europa importierten Geräten unter anderem darin sah, dass 

der europäische Händler für Transport und Verantwortung zuständig sei (vgl. Einvernahme der 

Beschuldigten vom 6. Oktober 2020, act. 435; Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 7). Des 

Weiteren geht aus den Akten hervor, dass der chinesische Hersteller das fragliche Lasergerät in 

seiner "Declaration" vom 27. Februar 2020 bzw. "Declaration of Confirmity" vom 18. September 

2020 als zur Laserkategorie IIb, äquivalent zur europäischen Laserklasse III, gehörig ausgewie-

sen hat, welches zudem "all special made for salon client, not for doctors" sei (vgl. act. 59, 313). 

Demgegenüber hat eine im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens getätigte Anfrage der 

Staatsanwaltschaft beim Eidgenössischen Instituts für Metrologie METAS ergeben, dass dieser 

Laser für den Schweizer Markt nicht zugelassen ist, eine Laserklasse IIb nach der internationalen 

Lasersicherheitsnorm IEC 60825-1 Ed.3: 2014 gar nicht existiert sowie dass das fragliche Gerät 

der Laserklasse 4 zugeordnet werden muss und unabhängig von der Berufsausbildung weder für 

kosmetische noch für medizinische Zwecke eingesetzt werden darf, da die mögliche Gefährdung 

aufgrund der falschen Laserklassifizierung nicht erkennbar ist (vgl. technischer Bericht METAS 

vom 10. August 2021, act. 391 ff., 401 f.). Insofern die Beschuldigte geltend macht, sie selbst sei 

hinsichtlich der korrekten Laserklassifizierung hinters Licht geführt worden (vgl. Prot. Hauptver-

handlung Strafgericht, S. 6 und 10; S. 8 der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023), so ist 

im Einklang mit der Vorinstanz (vgl. Erw. II.1 auf S. 5 des angefochtenen Urteils) zu deren Guns-

ten davon auszugehen, dass sie sich diesbezüglich schon vor dem Einsatz des fraglichen Geräts 

beim Hersteller erkundigt hat, datiert doch die erste der beiden obgenannten Erklärungen des 

Herstellers bereits vom 27. Februar 2020 (vgl. act. 59). Des Weiteren steht fest, dass die Be-

schuldigte sowohl bei der Anschaffung des Geräts (vgl. Einvernahme der Beschuldigten vom 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

12. Oktober 2020, act. 435; Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 5; S. 9 der Berufungsbegrün-

dung vom 6. Oktober 2023) als auch bei der Anfrage an den chinesischen Hersteller betreffend 

das Modell des Lasergerätes (vgl. E-Mail-Verkehr zwischen F.____ und dem chinesischen Her-

steller vom 17. Dezember 2020, act. 61 ff.) massgebliche Unterstützung durch ihren Ehemann 

erhalten hat. Ob die vorgenannte Erklärung des chinesischen Herstellers keine verlässliche und 

vertrauenswürdige Quelle darstellt und die Beschuldigte daher verpflichtet gewesen wäre, weitere 

Nachforschungen betreffend die Zulässigkeit des Lasers zu tätigen (so die Vorinstanz in Erw. II.1 

auf S. 5 des angefochtenen Urteils), wird im Zusammenhang mit einer allfälligen Sorgfaltspflicht-

verletzung (vgl. Erw. 1.5.4.3) zu prüfen sein. 

 

bb) Betreffend die berufliche Ausbildung bzw. Verwendung von Lasergeräten hält der Vorder-

richter ebenso zutreffend fest, dass die Beschuldigte laut eigenen Angaben (vgl. Einvernahme vom 

12. Oktober 2020, act. 437 f., 443; S. 9 der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023) weder 

über eine grundlegende Fachausbildung als Kosmetikerin noch über einen sog. Sachkundeaus-

weis betreffend die Verwendung von hochenergetischen Lasergeräten zur kosmetischen Behand-

lung verfügt und ebenso wenig bei der fraglichen Laserbehandlung eine ärztliche Betreuung si-

chergestellt hat, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist (vgl. Erw. II.1 auf S. 5 f. und Erw. II.2 

auf S. 9 des angefochtenen Urteils). So hat die Beschuldigte unter anderem selbst angegeben, mit 

keinem Arzt zusammengearbeitet zu haben. Ohne entsprechende ärztliche Vor- und Nachbehand-

lung würden "alle" im Kosmetikbereich handeln (vgl. Einvernahme vom 12. Oktober 2020, act. 

439 ff.). Hierzu ist ergänzend festzuhalten, dass vorliegend unbestrittenermassen sowohl das 

NISSG als auch die V-NISSG zwecks Prüfung der Tathandlung wie auch einer allfälligen Sorgfalts-

pflichtverletzung (vgl. nachfolgend Erw. 1.5.4.3) als einschlägig zu bezeichnen sind. Demnach re-

gelt Art. 1 NISSG den Zweck und Geltungsbereich dieses Gesetzes: Es soll gemäss Abs. 1 den 

Menschen vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall schützen. Abs. 2 der 

genannten Bestimmung sieht vor, dass das Gesetz zu diesem Zweck unter anderem Bestimmun-

gen über die Verwendung von Produkten enthält (lit. a). Schliesslich ist gemäss Abs. 3 dieses 

Gesetz anwendbar, soweit der Schutz nach Abs. 1 nicht durch andere bundesrechtliche Bestim-

mungen gewährleistet ist. Art. 3 NISSG regelt die Verwendung von derartigen Produkten: Wer ein 

Produkt installiert, verwendet oder wartet, muss die Sicherheitsvorgaben des Herstellers befolgen 

und sicherstellen, dass die Gesundheit des Menschen nicht oder nur geringfügig gefährdet wird 

(Abs. 1). Gemäss Abs. 2 kann der Bundesrat für die gewerbliche oder berufliche Verwendung von 

Produkten mit Gefährdungspotential vorsehen, dass ein Sachkundenachweis zu erbringen ist (lit. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 13  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

a); eine geeignete Fachperson einzubeziehen ist (lit. b). Davon hat der Bundesrat Gebrauch ge-

macht, indem er in seiner V-NISSG unter dem 2. Abschnitt "Verwendung von Produkten für kos-

metische Zwecke" in Art. 5 Abs. 1 geregelt hat, dass Behandlungen nach Anhang 2 Ziffer 1 mit 

Produkten, die für ihre Wirkung nichtionisierende Strahlung oder Schall erzeugen, von den folgen-

den Personen durchgeführt werden dürfen: Ärztinnen und Ärzte, die zur Berufsausübung in eigener 

fachlicher Verantwortung befugt sind (lit. a); Praxispersonal unter direkter Anleitung, Aufsicht und 

Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte nach Buchstabe a (lit. b) und Personen mit einem Sach-

kundeausweis mit Prüfung (lit. c). Anhang 2 der V-NISSG normiert die Verwendung von Produkten 

für kosmetische Zwecke. Unter Ziffer 1 "Behandlungen mit Sachkundeausweis" wird festgehalten, 

dass folgende Behandlungen nur Personen mit einem Sachkundenachweise nach Art. 5 Abs. 1 

lit. c oder Ärztinnen oder Ärzte nach Art. 5 Abs. 1 lit. a oder deren Praxispersonal nach Art. 5 Abs. 1 

lit. b durchführen dürfen und in Ziffer 1.2 wird die Entfernung von Haaren (lit. a) aufgeführt. Aus 

dem Dargelegten folgt daher, dass selbst unter der Prämisse, beim Lasergerät 808 DH Diode 

handle es sich um ein in der Schweiz zugelassenes Gerät, die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt 

weder über einen zur Verwendung des Lasergeräts für kosmetische Zwecke erforderlichen Sach-

kundeausweis verfügt noch anlässlich der zur beurteilenden Laserbehandlung eine ärztliche Fach-

person beigezogen hat. 

 

bc) Somit ist zusammenfassend hinsichtlich der Tathandlung festzuhalten, dass die Beschul-

digte die Privatklägerin mit einem in der Schweiz nicht zugelassenen Lasergerät sowie ohne die 

hierfür erforderliche Ausbildung bzw. ärztliche Betreuung kosmetisch behandelt hat. 

 

bd) Was neben der Tathandlung den Erfolg betrifft, so sind die erheblichen Hautverletzungen 

der Privatklägerin überdies mit Blick auf die im Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 13. Juli 2020 

enthaltene Fotodokumentation (vgl. act. 141 ff.) sowie den Arztbericht von Dr. med. G.____ vom 

3. Juli 2020 samt Fotos (act. 167 ff.) objektiv belegt. In rechtlicher Hinsicht stuft das Kantonsgericht 

wie die Vorinstanz (vgl. Erw. II. 2 auf S. 8 des angefochtenen Urteils) die Hautverbrennungen der 

Privatklägerin als Schädigung am Körper bzw. an der Gesundheit i.S.v. Art. 125 Abs. 1 StGB ein, 

weshalb neben einer Tathandlung auch ein Erfolg zu bejahen ist. Die Qualifikation der erlittenen 

Verletzungen als fahrlässige einfache Körperverletzung wird im Übrigen durch die Beschuldigte 

explizit anerkannt (vgl. S. 7 der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023). 

 

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1.5.4.2 Objektive Zurechenbarkeit des Erfolges, beinhaltend eine natürliche und eine adä-

quate Kausalität 

a) Der Erfolg muss beim fahrlässigen Begehungsdelikt von der Täterin im Sinne der Äquiva-

lenztheorie verursacht worden sein. Das Verhalten der Täterin braucht nicht alleinige oder unmit-

telbare Ursache des Erfolgs zu sein, vielmehr sind alle Bedingungen, die überhaupt zum Eintritt 

des Erfolgs mitwirken, gleichwertig (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., N 25, 

unter Hinweis u.a. auf BGE 103 IV 289 E. 1; BGer 6B_885/2013 vom 24. März 2014 E. 2.6). Die 

bundesgerichtliche Praxis fordert überdies eine adäquate Kausalität: Es wird gefragt, ob das Ver-

halten der Täterin geeignet war, "nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen 

des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen" 

(vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., N 26, unter Hinweis u.a. auf BGE 129 IV 

282 E. 2.1; BGer 6B_114/2016 vom 20. September 2016 E. 2.2; BGE 135 IV 56 E. 2.2). Darüber 

muss ex ante, d.h. vom Zeitpunkt des Handelns aus, entschieden werden; denn die nachträgliche 

(bessere) Kenntnis der Zusammenhänge kann nicht darüber entscheiden, ob eine Handlung im 

Zeitpunkt ihrer Vornahme erlaubt oder verboten war (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.2, m.w.H.). 

 

b) Auf den vorliegenden Fall bezogen ist somit zu prüfen, ob zwischen der oben beschriebe-

nen Laserbehandlung durch die Beschuldigte und den bei der Privatklägerin entstandenen Verlet-

zungen eine natürliche wie auch eine adäquate Kausalität besteht. Das Kantonsgericht folgt der 

vorinstanzlichen Feststellung, wonach ein diesbezüglicher direkter Zusammenhang zu bejahen ist 

(vgl. Erw. II.1 auf S. 6 f. des angefochtenen Urteils). So spricht allein schon der zeitliche Konnex 

zwischen Handlung und Erfolg dafür. Daneben lassen sich auch die Verletzungsspuren (vgl. Fotos 

im Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 13. Juli 2020, act. 141 ff.; Fotos im Arztbericht von Dr. med. 

G.____ vom 3. Juli 2020, act. 171 ff.) mit der Form des Laserkopfes (vgl. Bedienungsanleitung 

808DH Diode Laser, act. 225 ff.; technischer Bericht METAS vom 10. August 2021, act. 393) of-

fenkundig in Einklang bringen. Schliesslich wird im Arztbericht von Dr. med. G.____ vom 3. Juli 

2020 (act. 167) explizit eine Hyperpigmentierung der Haut als postinflammatorische Reaktion auf 

"Laserverbrennungen" diagnostiziert. In Bezug auf den Ablauf der Behandlung im Detail (Wunsch 

bzw. Entscheid betreffend Intensität der Lasereinstellung und Schmerzempfinden) und das Ver-

halten der Privatklägerin nach der Behandlung gehen die Aussagen der Privatklägerin einerseits 

(vgl. Einvernahme vom 6. Juli 2020, act. 407 ff.) und der Beschuldigten andererseits (vgl. Einver-

nahme vom 12. Oktober 2020, act. 419 ff., Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 9 und 11 f.) 

auseinander. Das Kantonsgericht stuft wie bereits die Vorinstanz (vgl. Erw. II.1 auf S. 6 f. des 

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angefochtenen Urteils) die Depositionen der Privatklägerin als glaubhafter ein, sind diese doch – 

im Gegensatz zu denjenigen der Beschuldigten – mit den objektiven Beweisen zu vereinbaren. 

Demnach ist davon auszugehen, dass die Behandlung der Privatklägerin derart schmerzhaft war, 

dass im Wesentlichen auf deren Wunsch eine Pause eingelegt, die Laserstärke reduziert und 

schliesslich die restliche Behandlung abgebrochen wurde. Demgegenüber erscheint die Version 

der Beschuldigten, wonach die Privatklägerin auf einer Intensivierung der Laserstärke beharrt und 

sich beim Absetzen eines Blitzes und der darauffolgenden Verbrennung gar bei der Beschuldigten 

entschuldigt haben soll, woraufhin diese wütend geworden sei (vgl. zuletzt S. 12 f. der Berufungs-

begründung vom 6. Oktober 2023), allein schon angesichts der offenkundig schmerzhaften Proze-

dur nicht nachvollziehbar und ist daher zu verwerfen. Ob sodann die Privatklägerin, wie von der 

Beschuldigten behauptet (vgl. ebenso zuletzt S. 12 f. der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 

2023), auch darum eine Mitverantwortung für ihre Verletzung trägt, weil sie im Anschluss an die 

Behandlung entgegen deren Anweisungen mit einer roten Seidenbluse bekleidet bei 30 Grad Cel-

sius einen Ausflug nach H.____ unternommen hat, kann nicht mit genügender Sicherheit festge-

stellt werden. Selbst wenn in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" von einem derartigen 

Sachverhalt auszugehen wäre, so wäre dieser bei der Frage der natürlichen Kausalität ohne Re-

levanz, da hierfür das Verhalten der Täterin gerade nicht alleinige oder unmittelbare Ursache des 

Erfolgs zu sein braucht (vgl. Erw. 1.5.4.2 lit. a). Hinsichtlich der adäquaten Kausalität ist mit Blick 

auf die bereits in Erw. 1.5.4.1 lit. b gemachten Ausführungen zur konkreten Tathandlung festzu-

stellen, dass die Behandlung mit einem aufgrund nicht erkennbarer möglicher Gefährdung in der 

Schweiz unzulässigen Lasergerät und überdies durch eine nicht für die kosmetische Verwendung 

eines solchen Geräts – selbst wenn es auf dem Schweizer Markt zugelassen wäre – ausgebildete 

Person bzw. ohne ärztliche Betreuung bereits von Vornherein betrachtet nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens durchaus geeignet war, einen Erfolg wie den 

eingetretenen, d.h. Hautverbrennungen, herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Sollte 

sich die Privatklägerin im Nachgang zur Laserbehandlung tatsächlich nicht entsprechend den An-

weisungen der Beschuldigten geschont haben, so ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass 

eine Abweichung vom erwartbaren Kausalverlauf, namentlich durch das Hinzutreten weiterer Ur-

sachen, nur ausnahmsweise zu einer Unterbrechung des Zurechnungszusammenhangs ("Unter-

brechung des adäquaten Kausalzusammenhangs") führt: Die Vorhersehbarkeit – auf welche nach-

folgend im Rahmen der Prüfung einer Sorgfaltspflichtverletzung durch die Beschuldigte in Erw. 

1.5.4.3 lit. b näher einzugehen ist – kann nur verneint werden, wenn ganz aussergewöhnliche Um-

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stände, wie das Mitverschulden einer Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursa-

chen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer 

wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolges erscheinen und 

so alle andern mitverursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten der Angeschuldigten – in 

den Hintergrund drängen. Grundsätzlich ist also ein Drittverschulden oder ein Verschulden des 

Opfers ohne Bedeutung (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., N 27, unter Hin-

weis u.a. auf BGE 121 IV 286 E. 3; BGer 6B_132/2016 vom 16. August 2016 E. 3.2.1; BGE 135 IV 

56 E. 2.1; 129 IV 282 E. 3.3 und 3.4; 103 IV 289 E. 2; 100 IV 210 E. 3). Sollte die Privatklägerin 

allenfalls nach der Behandlung in unpassender Kleidung an der prallenden Sonne einen Ausflug 

unternommen haben, anstatt sich zu schonen, würde dies jedenfalls keinen derartigen ungewöhn-

lichen Umstand darstellen, da mit einem solchen Verhalten nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

durchaus zu rechnen ist und es im Übrigen bei Weitem noch nicht die Vorgehensweise der Be-

schuldigten als Ursache für den Erfolg in den Schatten zu stellen vermag, wie dies auch der Vor-

derrichter (vgl. Erw. II.2 auf S. 10 des angefochtenen Urteils) zutreffend festgestellt hat. Demnach 

ist zusammenfassend – unabhängig von einem allfälligen, leichten Fehlverhalten der Privatklägerin 

nach der Behandlung – sowohl eine natürliche als auch eine adäquate Kausalität zwischen der 

Handlung der Beschuldigten und den Verletzungen bei der Privatklägerin zu bejahen. 

 

1.5.4.3 Sorgfaltspflichtverletzung, beinhaltend eine Verletzung genereller (objektiver) und 

individueller (subjektiver) Sorgfaltspflichten, Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit 

Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung setzt des Weiteren voraus, dass die Täterin 

den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist ein Verhalten, 

wenn die Täterin zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie ihrer Kenntnisse und Fähig-

keiten die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und 

müssen und wenn sie zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat (vgl. BGE 135 

IV 56 E. 2.1, mit Hinweisen; STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., N 29, unter Hin-

weis u.a. auf BGer 6B_1341/2015 vom 25. Februar 2016 E. 4.3.1; BGE 136 IV 76 E. 2.3.1; 135 IV 

56 E. 2.1).  

 

a) Objektive und subjektive Sorgfaltspflicht, Rechtsquellen und Bemessung 

aa) Der Ausgangspunkt jeder Sorgfaltspflicht liegt im prinzipiellen Verbot, fremde Rechtsgüter 

zu gefährden. Gebieten besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein 

bestimmtes Verhalten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach 

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diesen Vorschriften. Fehlen solche Normen, so kann auf Regeln privater oder halbprivater Verei-

nigungen oder auf allgemein anerkannte Verhaltensregeln (in Form von Empfehlungen, Richtlinien, 

Merkblättern etc.) abgestellt werden, auch wenn diese keine Rechtsnormen darstellen. Der Vorwurf 

der Fahrlässigkeit kann auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefah-

rensatz gestützt werden. Demnach hat diejenige, welche eine gefährliche Handlung ausführt, alles 

Zumutbare vorzukehren, damit die Gefahr nicht zu einer Verletzung fremder Rechtsgüter führt. 

Denn einerseits begründet nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche oder für bestimmte Tätig-

keiten allgemein anerkannte Verhaltensnorm den Vorwurf der Fahrlässigkeit, und andererseits 

kann ein Verhalten sorgfaltswidrig sein, auch wenn nicht gegen eine bestimmte Verhaltensnorm 

verstossen wurde. Dementsprechend hat die Täterin, die ein Risiko geschaffen hat, die angesichts 

der Umstände notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um vorhersehbare Schäden zu verhindern, 

selbst wenn sie die einschlägigen Sicherheitsvorschriften nicht zum Handeln anhalten. Die Vor-

sicht, zu der die Täterin verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und ihre per-

sönlichen Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in Vor-

schriften gefasst werden können (vgl. OMAR ABO YOUSSEF, in: Damian Graf (Hrsg.), Annotierter 

Kommentar StGB, Bern 2020, Art. 12 N 23, unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung, u.a. in BGE 143 IV 138 E. 2.1; 135 IV 56 E. 2.1; 134 IV 255 E. 4.2.1 f.; 127 IV 62 E. 2d; vgl. 

ebenso STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., N 30, m.w.H.). Wenn mit dem Ziel der 

Vorbeugung von Unfällen gesetzliche oder verwaltungsrechtliche Vorschriften erlassen worden    

oder allgemein bekannt sind, so lässt ihre Verletzung die Verletzung der allgemeinen Sorgfalts-

pflicht vermuten (vgl. BGE 145 IV 154 [= Pra 108 2019 N 139] E. 2.1, unter Hinweis u.a. auf BGE 

143 IV 138 E. 2.1 und 135 IV 56 E. 2.1). Zur Bemessung der geforderten Sorgfalt sind zunächst 

die Umstände heranzuziehen. Je näher die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung und je höher die 

zu befürchtende Schädigung, desto grösser muss die Sorgfalt sein. Zu den Umständen gehören 

alle Umweltfaktoren, welche die Höhe der Gefahr mitbeeinflussen (STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-

MOGHADAM, a.a.O., N 31, unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Der Sorg-

faltspflicht Grenzen setzen das sozialadäquate oder erlaubte Risiko, aber auch das Vertrauens-

prinzip, welches nicht nur im Strassenverkehr, sondern auch in anderen Lebensbereichen, wo es 

um Koordinierung der Verhaltensweisen verschiedener Personen geht, von Bedeutung ist (vgl. 

STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O.; N 33 f., unter Hinweis auf Doktrin und Recht-

sprechung). Ein die Grenzen des zulässigen Risikos überschreitendes Verhalten verletzt die Sorg-

faltspflicht, wenn es scheint, dass sich im Zeitpunkt der Taten dessen Täterin angesichts ihrer 

Kenntnisse und Fähigkeiten über die Gefährdung Dritter hätte bewusst sein müssen (BGE 145 IV 

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154 [= Pra 108 2019 N 139] E. 2.1, unter Hinweis auf BGE 136 IV 76 E. 2.3.1). Steht fest, dass die 

nach den Umständen geforderte Sorgfalt nicht aufgewendet wurde (objektive Sorgfaltspflicht), so 

ist nach den persönlichen Verhältnissen zu prüfen, ob auch die subjektive Sorgfaltspflicht verletzt 

wurde. Es ist danach zu fragen, was ein gewissenhafter und besonnener Mensch mit der Ausbil-

dung und den individuellen Fähigkeiten der Angeschuldigten in der fraglichen Situation getan oder 

unterlassen hätte. Zu den persönlichen Verhältnissen gehören namentlich die geistigen Anlagen, 

die Bildung, die berufliche Erfahrung usw. Sie können im gegebenen Fall die Täterin befähigen, 

die Grenzen des allgemeinen, objektiven Gefahrenbereichs zu überschreiten, mit der Folge, dass 

im genannten Masse auch ihre Vorsichtspflicht weiter reicht als diejenige der Täterin, der entspre-

chende Fähigkeiten, Fachkenntnisse usw. abgehen (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-

MOGHADAM, a.a.O.; N 35, unter Hinweis u.a. auf BGer 6B_1049/2015 vom 6. September 2016 

E. 2.5; BGE 104 IV 18 E. 1). 

 

aba) Wie bereits in Erw. 1.5.4.1 lit. ba) ausgeführt, handelt es sich bei dem von der Beschul-

digten direkt durch einen chinesischen Händler erworbenen, zur Behandlung der Privatklägerin 

eingesetzten und bei dieser zu Hautverletzungen führenden Lasergerät gestützt auf den oben zi-

tierten technischen Bericht des METAS vom 10. August 2021 (act. 391 ff., 401. f.) um ein auf dem 

Schweizer Markt weder für kosmetische noch für medizinische Zwecke zugelassenes Gerät, da 

die mögliche Gefährdung aufgrund der falschen Laserklassifizierung – faktisch fällt das Gerät unter 

die Laserklasse 4 – nicht erkennbar ist. Weil bei einer Verwendung von Laserstrahlen bereits eine 

hohe Wahrscheinlichkeit nicht geringfügiger Verletzungen im Bereich der Augen oder der Haut 

einhergeht (vgl. nur lnfoheft "Laser und Blitzlichtgeräte [IPL]" des Schweizerischen Fachverbands 

für Kosmetik, act. 291), war im vorliegenden Fall von Vornherein eine erhöhte Sorgfalt geboten. 

Nachdem erstellt und im Übrigen unbestritten ist, dass die Beschuldigte das fragliche Gerät zwecks 

Verwendung in ihrem Salon mit massgeblicher Unterstützung durch ihren Ehemann direkt aus 

China hat importieren lassen, ist im Einklang mit der Vorinstanz (vgl. Erw. II.2 auf S. 8 des ange-

fochtenen Urteils) festzustellen, dass die Beschuldigte damit einen gefährlichen Zustand geschaf-

fen hat. Angesichts dessen bestand für sie schon gestützt auf den allgemeinen Gefahrensatz die 

Pflicht, alles Zumutbare vorzukehren, damit die Gefahr nicht zu einer Verletzung fremder Rechts-

güter führt. Insofern ist ohne Relevanz, dass in diesem Bereich keine tatsächliche Übung eines 

anerkannten Fachkreises vorliegt (so die Beschuldigte auf S. 8 ihrer Berufungsbegründung vom 

6. Oktober 2023). Vorliegend ist der Beschuldigten zwar zugute zu halten, dass sie sich – wiede-

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Seite 19  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rum mit Hilfe ihres Ehemannes – mindestens einmal vor dem Gebrauch des Geräts beim chinesi-

schen Hersteller selbst nach der Laserklasse und der Einsatzmöglichkeit im kosmetischen Bereich 

erkundigt hat, woraufhin ihr angegeben worden ist, es handle sich um ein Gerät der Laserkategorie 

IIb bzw. III, welches speziell für Salons und nicht für Ärzte entwickelt worden sei (vgl. "Declaration" 

vom 27. Februar 2020, act. 59 f.). Dies allein stellt allerdings keine genügende Abklärung dar, wie 

der Vorderrichter (vgl. Erw. II.1 auf S. 4 f. und II.2 auf S. 8 des angefochtenen Urteils) der Beschul-

digten zu Recht in sachlicher Hinsicht vorwirft, zumal die Beschuldigte selbst vor Strafgericht ein-

geräumt hat, dass bei einem Direktimport auch die "Verantwortung" beim Käufer liege (vgl. Prot. 

Hauptverhandlung Strafgericht, S. 7) und wohl als allgemein bekannt vorausgesetzt werden darf, 

dass ein allenfalls in China für kosmetische Zwecke zugelassenes Gerät nicht automatisch auch 

in Europa und im Besonderen in der Schweiz sämtliche Zulassungserfordernisse erfüllt, auch wenn 

– entgegen der Einschätzung der Vorinstanz in Erw. II.1 auf S. 5 des angefochtenen Urteils – nicht 

in absoluter Weise davon auszugehen ist, dass nach den allgemeinen Lebenserfahrungen eine 

von einem chinesischen Hersteller selbst ausgestellte Erklärung per sei "keine verlässliche und 

vertrauenswürdige Quelle" darstellt. Relevant ist somit nicht, dass das fragliche Gerät – wie von 

der Beschuldigten angegeben (vgl. Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 13; S. 8 der Berufungs-

begründung vom 6. Oktober 2023) in der Kosmetikbrache üblich – von einem chinesischen Her-

steller stammt, sondern dass sich die Beschuldigte allein auf eine vom ausländischen Hersteller 

selbst abgegebene Konformitätserklärung verlassen hat, ohne die Zulässigkeit und die Einsatz-

möglichkeit des fraglichen Geräts zusätzlich durch ein unabhängiges Prüfungsinstitut oder eine 

Behörde in der Schweiz abklären bzw. bestätigen zu lassen, wie sie selbst einräumt (vgl. Prot. 

Hauptverhandlung Strafgericht, S. 6). Es liegt mit Blick auf die Motivation der Beschuldigten, das 

Gerät direkt kostengünstig aus China zu importieren, nahe, dass jene aus ebendiesen Gründen, 

d.h. zur Ersparung von zusätzlichen Kosten, eine solche zusätzliche Abklärung unterlassen hat. 

Darüber hinaus ist bei der Beschuldigten – wie von dieser selbst mehrfach angegeben (vgl. nur 

S. 10 der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023) – von einem von der Allgemeinheit abwei-

chenden Sonderwissen auszugehen, verfügt sie doch über eine langjährige Erfahrung in kosmeti-

schen Behandlungen (so auch die Vorinstanz in Erw. II.1 auf S. 5 des angefochtenen Urteils). 

Zudem ist die Beschuldigte mit einem Berufsabschluss als Coiffeuse (vgl. Einvernahme vom 

12. Oktober 2020, act. 437, 443) immerhin keine Branchenfremde. Auch geht aus den Akten her-

vor, dass die Beschuldigte im Jahr 2013 an einer Intensiv-Schulung betreffend dauerhafte Haar-

entfernung mit Intense Pulse Light Systemen (IPL und Radiofrequenz) teilgenommen hat (vgl. Zer-

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Seite 20  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tifikat, act. 269), womit sie in einem mit Laserbehandlungen ähnlichen Bereich bereits eine Weiter-

bildung absolviert hat. Die Einwände der Beschuldigten, sie habe bis zum Vorfall mit der Privatklä-

gerin nicht einmal Kenntnisse über die unterschiedlichen Laserklassen gehabt (vgl. Einvernahme 

vom 12. Oktober 2020, act. 439; Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 7) und sie habe sich auf 

die umfassenden Abklärungen ihres Ehemannes verlassen (vgl. S. 9 der Berufungsbegründung 

vom 6. Oktober 2023), können mit Blick auf diese persönlichen Verhältnisse nicht gehört werden. 

Aus den genannten Gründen konnte von der Beschuldigten somit umso mehr eine weitergehende 

Abklärung erwartet werden, womit ihr auch in subjektiver Hinsicht der Vorwurf zu machen ist, an-

gesichts ihrer Kenntnisse und jahrelangen Erfahrungen im besonderen Bewusstsein um die Ge-

fährdung ihrer Kundin gehandelt zu haben. Entgegen ihrer Auffassung (vgl. zuletzt S. 9 der Beru-

fungsbegründung vom 6. Oktober 2023) waren die als sehr oberflächlich zu bezeichnenden Abklä-

rungen durch die Beschuldigte damit alles andere als "umfassend und richtig". Der Beschuldigten 

wäre es angesichts sämtlicher obgenannter objektiver und subjektiver Umstände oblegen, die Zu-

lässigkeit des fraglichen Geräts für die Schweiz durch eine offizielle bzw. anerkannte Stelle prüfen 

bzw. bestätigen zu lassen. Nachdem sie dies unterlassen hat, ist ihr mit der Vorinstanz eine dies-

bezügliche Pflichtwidrigkeit anzulasten. 

 

abb) Selbst wenn das fragliche Gerät in der Schweiz zulässig wäre, so ist der Beschuldigten in 

einem weiteren Punkt auch in persönlicher Hinsicht ein Vorwurf zu machen: Bereits in Erw. 1.5.4.1 

lit. bb wurde darauf hingewiesen, dass vorliegend sowohl das NISSG als auch die V-NISSG als 

einschlägige Rechtsquellen zu berücksichtigen sind. Dieses Gesetz wie auch die gestützt darauf 

erlassene Verordnung dienen mit Blick auf deren Titel just dem "Schutz vor Gefährdungen durch 

nichtionisierende Strahlung und Schall". In Art. 1 Abs. 1 NISSG betreffend Zweck und Geltungs-

bereich wird wiederum ausdrücklich der "Schutz des Menschen vor Gefährdungen durch nichtio-

nisierende Strahlung und Schall" sowie in Art. 3 Abs. 1 NISSG betreffend die Verwendung von 

Produkten ebenso explizit die "Gesundheit des Menschen" aufgeführt. Es handelt sich dabei mithin 

gerade um der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen, weshalb sich das Mass der 

zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften richtet. Eine Verletzung der ob-

genannten Bestimmungen, wozu insbesondere Art. 1 Abs. 2 lit. a NISSG, Art. 3 Abs. 2 lit. a und 

lit. b und Abs. 3 NISSG, Art. 5 Abs. 1. lit. a, b und c V-NISSG sowie Anhang 2 Ziffer 1.2 der V-

NISSG zu zählen sind, lässt eine Verletzung von Sorgfaltspflichten bereits vermuten. Konkret ist 

auf das Erfordernis eines sog. Sachkundeausweises bzw. einer ärztlichen Aufsicht gemäss Art. 3 

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Abs. 2 NISSG, Art. 5 Abs. 1 lit. b und c V-NISSG sowie Anhang 2 Ziffer 1.2 der V-NISSG hinzu-

weisen (vgl. bereits vorstehend Erw. 1.5.4.1 lit. bb). Da es sich bei der Beschuldigten nicht um eine 

Ärztin handelt, kann sie nur unter den Personenkreis gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b oder lit. c V-NISSG 

fallen, was entweder eine direkte Anleitung, Aufsicht und Verantwortung einer Arztperson (lit. b) 

oder aber einen Sachkundeausweis (lit. c) erfordert. Schon in Erw. 1.5.4.1 lit. bb wurde konstatiert, 

dass die Beschuldigte anlässlich der Behandlung der Privatklägerin aber weder eine ärztliche An-

leitung, Aufsicht und Verantwortung sichergestellt noch über einen Sachkundeausweis verfügt hat. 

Das von der Beschuldigten ins Recht gelegte "Certificate Of Training" (act. 271), wonach sie offen-

bar am 21. August 2019, am Tag des Kaufs, durch den Hersteller selbst eine Einführung in das 

Gerät erhalten hat, vermag einen Sachkundeausweis oder gar eine ärztliche Begleitung der Be-

handlung, wie sie gesetzlich vorgeschrieben sind, unter keinen Umständen, auch nicht in inhaltli-

cher Hinsicht, zu ersetzen. So dauert eine gesetzeskonforme Schulung zum Erwerb des Sachkun-

deausweises für Laserbehandlungen in der Schweiz nach offiziellen Angaben je nach Vorbildung 

ungefähr zwischen 6 und 17 Tagen (vgl. hierzu: www.sachkundeausweis.ch/trainings/Anmeldung 

zu den Sachkundemodulen). Des Weiteren ist der Beschuldigten diesbezüglich als zusätzliche 

Rechtsquelle einer Sorgfaltspflicht das von Swissmedic herausgegebene Merkblatt "Anwendung 

von hochenergetischen Lasern in der Medizin und Kosmetik", Stand Mai 2014, entgegenzuhalten, 

wonach eine blosse Instruktion des nichtärztlichen Fachpersonals durch den Verkäufer des Geräts, 

die sich auf die Handhabung des Geräts bezieht, nicht ausreichend ist, sondern vielmehr eine 

ausreichende Instruktion durch eine Arztperson erfolgen sollte, um auf mögliche dermatologische 

Probleme aufmerksam zu machen (vgl. act. 303 f.). Überdies wird darin ausgeführt, dass kosmeti-

sche Anwendungen mit Lasern der Klasse 4 – worunter das fragliche Lasergerät gerade fällt – nur 

unter der Verantwortung von entsprechend ausgebildeten Arztpersonen durchgeführt werden dür-

fen und vorgängig eine exakte ärztliche Diagnose der Hautveränderung stattfinden muss (vgl. act. 

a.a.O.), was wiederum mit der oben dargestellten Regelung im NISSG und in der V-NISSG korres-

pondiert. Dass gemäss der Beschuldigten "alle" im Kosmetikbereich ohne entsprechende ärztliche 

Vor- und Nachbehandlung handeln würden (vgl. Einvernahme vom 12. Oktober 2020, act. 439 ff.), 

vermag die Beschuldigte nicht zu entlasten. Abgesehen davon ist festzustellen, dass – wie schon 

die Anschaffung des Geräts (vgl. Einvernahme der Beschuldigten vom 12. Oktober 2020, act. 435; 

Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 5) und die Anfrage beim chinesischen Hersteller betreffend 

Modell des Lasergerätes (vgl. E-Mail-Verkehr zwischen F.____ und dem chinesischen Hersteller 

vom 17. Dezember 2020, act. 61 ff.) – auch die durchgeführte summarische Einführung in das 

Gerät bzw. Schulung auf äusserst unseriöse Weise vonstattengegangen sein muss, musste doch 

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hierfür der Ehemann der Beschuldigten laut deren eigenen Aussagen Übersetzungshilfe leisten 

(vgl. Einvernahme der Beschuldigten vom 12. Oktober 2020, act. 433 f., 437; Prot. Hauptverhand-

lung Strafgericht, S. 5). Die von der Beschuldigten geltend gemachte jahrelange Erfahrung im Um-

gang mit Lasergeräten wiederum (vgl. S. 11 der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023) erfüllt 

in formeller Hinsicht nicht die Anforderung an einen Sachkundeausweis. Schliesslich ist bei der 

Beschuldigten gerade wegen ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten sowie aufgrund ihrer Vorbildung 

und Berufserfahrung – die Beschuldigte gab unter anderem an, mit der Verwendung von Lasern 

bestens vertraut zu sein, da sie schon vor der Behandlung der Privatklägerin bereits zwischen 150 

und 500 Personen bzw. Behandlungen gehabt habe (vgl. Einvernahme vom 12. Oktober 2020, act. 

431) und ausserdem habe sie während einer gewissen Zeit eine diplomierte Kosmetikerin in ihrem 

Salon beschäftigt (vgl. Einvernahme der Beschuldigten vom 12. Oktober 2020, act. 431; Prot. 

Hauptverhandlung Strafgericht, S. 11; S. 10 f. der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023) – 

umso mehr von einem Wissen oder zumindest von einem Wissen Müssen um das Erfordernis 

eines Sachkundeausweises oder einer ärztlichen Betreuung im Rahmen einer Laserbehandlung 

im kosmetischen Bereich auszugehen. Gleichwohl hat es die Beschuldigte indessen unterlassen, 

anlässlich der fraglichen Laserbehandlung dieses persönliche Erfordernis sicherzustellen. In Be-

achtung all dieser Umstände muss der Beschuldigten im Einklang mit der Vorinstanz (vgl. Erw. II.2 

auf S. 9 des angefochtenen Urteils) somit zusätzlich diese Pflichtwidrigkeit angelastet werden. 

 

abc) Richtig hält angesichts dessen das Strafgerichtspräsidium in Erw. II.2 auf S. 9 des ange-

fochtenen Urteils fest, dass der Beschuldigten ein mehrfach pflichtwidriges Handeln, nämlich ei-

nerseits in sachlicher Hinsicht durch einen Direktimport des Lasergeräts beim Hersteller und des-

sen Verwendung ohne Zulassungsüberprüfung für die Schweiz sowie andererseits in persönlicher 

Hinsicht durch Behandlung mit dem Lasergerät ohne ärztliche Begleitung bzw. Sachkundenach-

weis, vorzuwerfen ist.  

 

b) Voraussehbarkeit 

ba) Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflicht ist bei der unbewussten Fahr-

lässigkeit des Weiteren die Voraussehbarkeit des Erfolges, denn an diese knüpft die Motivierung 

zur Sorgfalt an. Mit anderen Worten muss sich die Sorgfaltswidrigkeit des Verhaltens der Täterin 

im eingetretenen Erfolg niedergeschlagen haben. Die Voraussehbarkeit spielt sowohl bei der ob-

jektiven als auch bei der subjektiven Sorgfaltspflicht eine Rolle. Voraussehbarkeit ist zu bejahen, 

wenn die mit dem Verhalten der Täterin möglicherweise einhergehenden negativen Folgen für die 

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Täterin nach ihren individuellen Fähigkeiten zumindest vorhersehbar waren. Bei der Frage, wie 

konkret die Täterin den Erfolg voraussehen können muss, lässt das Bundesgericht einen hohen 

Abstraktionsgrad genügen. Dabei wird Voraussehbarkeit auch bei sehr komplexen und ausserge-

wöhnlichen Kausalabläufen bejaht (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., N 38, 

unter Hinweis u.a. auf BGE 129 IV 119 E. 2.1; 140 II 7 E. 3.8; 87 IV 64 E. 2; 87 IV 157 E. 2; 86 IV 

153 E. 1; WOLFGANG WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl., 

Art. 12 N 21, unter Hinweis u.a. auf BGer 6P.40/2006 und 6S.76/2006 vom 30. August 2006 

E. 9.3.1 [= Pra 10/2007 Nr. 119]; BGE 135 IV 64; 134 IV 204, 262). Um den Inhalt der Sorgfalts-

pflicht zu bestimmen, muss man sich daher fragen, ob eine vernünftige Person in der gleichen 

Situation und mit den gleichen Fähigkeiten wie die Täterin zwar nicht in allen Einzelheiten, wohl 

aber mindestens in den groben Zügen den Ablauf der Ereignisse hätte voraussehen können (vgl. 

BGE 145 IV 154 [= Pra 108 2019 N 139], unter Hinweis auf BGE 134 IV 255 E. 4.2.3 [= Pra 98 

2009 Nr. 25]; BGE 135 IV 56 E. 2.1, unter Hinweis u.a. auf BGE 131 IV 145 E. 5.1 und 5.2, 

WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., unter Hinweis u.a. auf BGer 6B_114/2016 vom 20. September 2016 

E. 2.2; 6B_410/2015 vom 28. Oktober 2015 E. 1.3.2 und 1.4.1; 6B_604/2012 vom 16. Januar 2014 

E.4.3.2). Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das 

Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens 

einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Ist dies nicht 

der Fall, so handelt es sich beim eingetretenen Erfolg um ein Unglück und nicht um etwas, was 

man der Täterin als ihr Verschulden vorwerfen kann (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.1, unter Hinweis auf 

u.a. BGE 131 IV 145 E. 5.1 und 5.2; WOLFGANG WOHLERS, a.a.O.). Wie bereits im Rahmen der 

Abhandlung der adäquaten Kausalität (Erw. 1.5.4.2 lit. b) erwähnt, ist die Praxis diesbezüglich 

streng: Die Adäquanz und damit die Vorhersehbarkeit ist erst dann zu verneinen, wenn ganz aus-

sergewöhnliche Umstände, wie ein besonders unvernünftiges oder absonderliches Verhalten und 

damit ein Mitverschulden des Opfers bzw. einer Dritten oder Material- bzw. Konstruktionsfehler, 

als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart 

schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen 

und so alle anderen mitverursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten der Angeschuldigten 

– in den Hintergrund drängen (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.1, unter Hinweis auf u.a. BGE 131 IV 145 

E. 5.1 und 5.2; WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., unter Hinweis u.a. auf BGer 6B_1093/2017 vom 

25. April 2018 E. 1.3.2; 6B_262/2016 vom 6. Januar 2017 E. 3.3.4; 6B_333/2015 vom 20. Juli 2015 

E. 2.2; STEFAN TRECHSEL/PETER NOLL/MARK PIETH, a.a.O., S. 268, unter Hinweis auf BGE 122 IV 

303, 310; 111 IV 15, 18; 106 IV 403; 103 IV 289, 291; 101 IV 67, 70; 100 IV 210, 214; 80 IV 117, 

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200; 77 IV 181; in all diesen Urteilen wurde der Einwand, der Kausalzusammenhang sei "unterbro-

chen" worden, zurückgewiesen). 

 

bb) Im hier zu beurteilenden Fall folgt das Kantonsgericht den vorinstanzlichen Erwägungen, 

wonach der Beschuldigten ihre eigene Verantwortung hinsichtlich der Sicherstellung einer rechts-

konformen Zulassung des fraglichen Lasergerätes in der Schweiz bewusst war und sie sich nicht 

mit der entsprechenden Deklaration des chinesischen Herstellers hätte zufriedengeben dürfen (vgl. 

Erw. II.2 auf S. 9 des angefochtenen Urteils). Dies gilt erst recht mit Blick auf die beruflichen Kennt-

nisse, Fähigkeiten und Erfahrungen derselben. Angesichts dessen war für die Beschuldigte auch 

– zumindest in den groben Zügen – vorhersehbar, dass ein derartiges Gerät eine Gefahr für die 

Gesundheit der damit zu behandelnden Personen darstellen würde, wie sie sich denn auch im 

konkreten Fall verwirklicht hat (vgl. ebenso Erw. II.2 auf S. 10 des angefochtenen Urteils). Im Wei-

teren ist der Beschuldigten vorzuwerfen, dass sie anlässlich der Behandlung der Privatklägerin 

weder eine ärztliche Fachperson beigezogen hat noch über einen Sachkundeausweis verfügte, 

weshalb sie gerade unter zusätzlicher Berücksichtigung ihrer Berufserfahrung und Fachkenntnisse 

auch aus diesem Grund mit allfälligen schädlichen Folgen der Behandlung durch das fragliche 

Lasergerät – und mögen diese in der Vorstellung der Beschuldigten auch noch so vage gewesen 

sein – hätte rechnen müssen (vgl. auch die Vorinstanz in Erw. II.2 auf S. 10 des angefochtenen 

Urteils). Ohne Weiteres war dieses in mehrfacher Hinsicht pflichtwidrige Verhalten der Beschuldig-

ten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung auch geeignet, 

eine zumindest leichte Körperverletzung bei der Privatklägerin zu verursachen oder zu begünsti-

gen. Somit ist entgegen der Auffassung der Beschuldigten (vgl. zuletzt S. 9 f. der Berufungsbe-

gründung vom 6. Oktober 2023) davon auszugehen, dass eine vernünftige Person, hätte sie sich 

in der gleichen Situation und ausgestattet mit den gleichen Kenntnissen und Fähigkeiten wie die 

Beschuldigte befunden, mindestens in den wesentlichen Zügen den Ablauf der Ereignisse hätte 

voraussehen können und müssen (vgl. ebenso den Vorderrichter in Erw. II.2 auf S. 10 des ange-

fochtenen Urteils). Insofern die Beschuldigte ein Mitverschulden der Privatklägerin dergestalt, dass 

sich diese nach der Behandlung mit einer Seidenbluse an der Sonne aufgehalten hat, anstatt sich 

zu schonen, geltend macht, ist auf die bereits anlässlich der Prüfung der adäquaten Kausalität in 

Erw. 1.5.4.2 lit. b gemachten Ausführungen zu verweisen: Ein solches Verhalten der Privatklägerin 

vermag die Adäquanz hinsichtlich der Vorgehensweise der Beschuldigten in keiner Weise umzu-

stossen. Sollte sich die Privatklägerin tatsächlich – was nicht abschliessend eruiert werden konnte 

– entgegen den Empfehlungen zur Schonung verhalten haben, so würde dies allerhöchstens ein 

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geringfügiges Selbstverschulden darstellen, zumal die Beschuldigte mit einem derartigen nicht un-

gewöhnlichen Verhalten jederzeit rechnen musste. Das mehrfach pflichtwidrige Verhalten der Be-

schuldigten als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolges vermag es jedenfalls 

mitnichten in den Hintergrund zu drängen (so ebenso zutreffend die Vorinstanz in Erw. II.2 auf 

S. 10 des angefochtenen Urteils). Somit ist im vorliegenden Fall auch die Voraussetzung der Vor-

hersehbarkeit in mehrfacher Hinsicht erfüllt. 

 

c) Vermeidbarkeit 

ca) Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten der Täterin zurückzuführen 

ist, genügt seine Voraussehbarkeit allein nicht. Weitere Voraussetzung ist, dass der Erfolg auch 

vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg 

bei pflichtgemässem Verhalten der Täterin ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs 

genügt, wenn das Verhalten der Täterin mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit 

oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (vgl. BGE 

135 IV 56 E. 2.1 f., unter Hinweis u.a. auf BGE 130 IV 7 E. 3.2, mit Hinweisen; STEFAN 

TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O.; N 39, 41, m.w.H.). Zu fragen ist somit nach der Er-

folgsrelevanz der Sorgfaltswidrigkeit bzw. nach dem Pflichtwidrigkeitszusammenhang (STEFAN 

TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O.; N 40, m.w.H.). Die für die Erfolgszurechnung ebenfalls 

wesentliche Frage, aus welcher Gefahr der Erfolg hervorgegangen ist, ob sich mithin im Erfolg 

gerade die von der Täterin geschaffene oder gesteigerte Gefahr verwirklicht hat, ist – im Gegensatz 

zu objektiven Zurechenbarkeit des Erfolgs (vgl. Erw. 1.5.4.2) – unter Auswertung aller ex post be-

kannten Umstände zu beantworten (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.2, unter Hinweis u.a. auf BGE 130 IV 

7 E. 3.2). Ebenfalls ist somit zu prüfen, welche Massnahme eine vernünftige Person in der gleichen 

Situation und ausgestattet mit den gleichen Fähigkeiten wie die Täterin hätte ergreifen können, um 

den Eintritt eines schädigenden Erfolgs zu vermeiden (vgl. BGE 145 IV 154 [= Pra 108 2019 N 139], 

unter Hinweis auf BGE 134 IV 255 E. 4.2.3 [= Pra 98 2009 Nr. 25]). 

 

cb) In casu schliesst sich das Kantonsgericht auch in diesem Punkt der Auffassung des Straf-

gerichtspräsidiums an, wonach rückblickend betrachtet die Verletzungen der Privatklägerin mit ho-

her Wahrscheinlichkeit ausgeblieben oder zumindest massgeblich reduziert gewesen wären, hätte 

die Beschuldigte jene mit einem in der Schweiz zugelassenen Lasergerät und überdies unter Be-

gleitung einer ärztlichen Fachperson bzw. nach Erwerb eines Sachkundeausweises behandelt (vgl. 

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Erw. II.2 auf S. 10 f. des angefochtenen Urteils). Mithin wäre der Erfolg, d.h. die leichte Körperver-

letzung der Privatklägerin, bei einem rechtmässigen Alternativverhalten höchstwahrscheinlich aus-

geblieben oder zumindest deutlich abgemildert gewesen. Die entgegenstehende Argumentation 

der Beschuldigten, wiederum betreffend das Verhalten der Privatklägerin im Nachgang zur Be-

handlung (vgl. S. 12 f. der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023), ist hingegen unbehilflich. 

Aus den obgenannten Gründen ist somit auch die Vermeidbarkeit in mehrfacher Hinsicht gegeben.  

 

d) Gestützt auf die oben ausgeführten Erwägungen 1.5.4.3 lit. a bis c ergibt sich somit, dass 

die Beschuldigte mehrfach eine Sorgfaltspflichtverletzung begangen hat. 

 

1.5.4.4 Risikozusammenhang 

a) Zu prüfen ist schliesslich, ob der eingetretene Erfolg zu der Kategorie von Erfolgen gehört, 

die von der durch die Täterin verletzten Sorgfaltsnorm verhindert werden sollen; es ist folglich ein 

zum Schutzbereich der verletzten Sorgfaltsnorm gehörender Erfolg erforderlich (vgl. WOLFGANG 

WOHLERS, a.a.O., N 22 f., m.w.H.). Insoweit ist zu fragen, ob sich im betreffenden Verletzungserfolg 

gerade das Risiko verwirklicht hat, welches die verletzte Sorgfaltsnorm zu vermeiden bezweckt, 

mithin, ob zwischen der Sorgfaltswidrigkeit und dem Erfolg ein Risikozusammenhang besteht (vgl. 

STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O.; N 42, m.w.H., u.a. auf MARCEL ALEXANDER 

NIGGLI/STEFAN MAEDER, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl., Art. 12 N 126). 

 

b) Ebenso zutreffend weist die Vorinstanz in Erw. II.2 auf S. 11 des angefochtenen Urteils 

auf den sog. Schutzzweck der verletzten Normen hin: Die vorgenannten Bestimmungen des 

NISSG und der V-NISSG, explizit Art. 1 Abs. 1 NISSG mit dem Titel "Zweck und Geltungsbereich" 

sowie Art. 3 Abs. 1 NISSG, dienen gerade dem gesundheitlichen Schutz von Menschen vor Ge-

fährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (vgl. die zitierten Gesetzesartikel in Erw. 

1.5.4.1 lit. bb). Vorliegend hat sich eine Körperverletzung just in einem eng normierten Bereich 

ereignet und mit der obgenannten Gesetzgebung sollen gerade derartige Verletzungen verhindert 

werden, wie sie in casu tatsächlich eingetreten sind. Somit ist zusammenfassend auch die letzte 

Voraussetzung der Tatbestandsmässigkeit, ein Risikozusammenhang, zu bejahen.  

 

1.5.4.5 Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt somit, dass sämtliche Voraussetzungen der 

Tatbestandsmässigkeit für eine fahrlässige einfache Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 

StGB erfüllt sind. Es ist nachfolgend zu prüfen, ob eine Verurteilung der Beschuldigten wegen 

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fahrlässiger einfacher Körperverletzung allenfalls, wie von jener geltend gemacht, wegen fehlender 

Rechtswidrigkeit oder Schuld ausser Betracht fällt. 

 

1.5.5 Rechtswidrigkeit 

1.5.5.1 Die Möglichkeiten der Rechtfertigung bei fahrlässigem Handeln sind prinzipiell dieselben 

wie beim Vorsatzdelikt (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, a.a.O., N 127). Modifikatio-

nen ergeben sich allerdings in zweierlei Hinsicht: So kommt zunächst bei fahrlässigem Handeln 

wegen seines im Vergleich mit dem vorsätzlichen geringeren Unrechtsgehalt eine Rechtfertigung 

in weiterem Umfang in Betracht. Überdies sind, nach mittlerweile wohl überwiegender Auffassung, 

subjektive Rechtfertigungselemente beim Fahrlässigkeitsdelikt nicht erforderlich (MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, a.a.O., N 128, m.w.H.). Von praktischer Bedeutung ist vor 

allem die Einwilligung der Verletzten (vgl. MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, a.a.O., 

N 129, unter Hinweis u.a. auf BGE 109 IV 102). Eine Einwilligung beim vorsätzlichen Verletzungs-

delikt muss sich sowohl auf die Tathandlung als auch auf den tatbestandsmässigen Erfolg bezie-

hen (vgl. BGE 134 IV 149 E. 4.2, unter Hinweis auf BGE 131 IV 1 E. 3.1). Entsprechendes gilt auch 

für das Fahrlässigkeitsdelikt. Eine Einwilligung liegt nicht schon vor, wenn das um die Gefährdung 

wissende Opfer lediglich in das Risiko einwilligt, sondern es müsste zugleich den Verletzungserfolg 

in Kauf nehmen, was nur ausnahmsweise vorkommen dürfte (BGE 134 IV 149 E. 4.2). 

 

1.5.5.2 Im vorliegenden Fall macht die Beschuldigte geltend, die Privatklägerin selbst habe eine 

höhere Intensität des Lasers verlangt, sich nicht an die Anweisungen der Beschuldigten betreffend 

Verhalten nach der Behandlung gehalten und überdies eine Einverständniserklärung unterschrie-

ben (vgl. Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 12; S. 13 der Berufungsbegründung vom 6. Ok-

tober 2023), womit sie zumindest konkludent in ihre Verletzungen eingewilligt habe. Mit Blick auf 

die dogmatischen Ausführungen in Erw. 1.5.5.1 kann in casu eine gültige Einwilligung der Privat-

klägerin in ihre Verletzungen nur dann angenommen werden, wenn sie sowohl alle Umstände der 

Tathandlung als auch den Erfolg in Kauf genommen hat. Dies ist im Einklang mit der Vorinstanz 

(vgl. Erw. II.1 auf S. 7 f. und Erw. II.2 auf S. 11 f. des angefochtenen Urteils) zu verneinen: Zunächst 

wurde bereits in Erw. 1.5.4.2 lit. b darauf hingewiesen, dass die Angaben der Beschuldigten hin-

sichtlich des Wunsches der Privatklägerin nach einer höheren Laserintensität wenig glaubhaft sind. 

Selbst wenn von der Version der Beschuldigten auszugehen wäre, so wäre diese insofern uner-

heblich, als der Privatklägerin die wesentlichen Umstände der Tathandlung, nämlich, dass sie mit 

einem in der Schweiz nicht zugelassenen Lasergerät und überdies durch eine für die Verwendung 

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von Lasergeräten zu kosmetischen Zwecken nicht genügend ausgebildete Person behandelt wor-

den ist, keineswegs bekannt waren. Dies macht denn auch selbst die Beschuldigte nicht geltend. 

Umso weniger ist davon auszugehen, dass die Privatklägerin sodann um die Gefährdung ihrer 

körperlichen Integrität gewusst oder gar den Verletzungserfolg in Kauf genommen hat. Ebenso ist 

ohne Belang, ob schlussendlich die Laserintensität auf Wunsch der Privatklägerin erhöht worden 

ist oder nicht, zumal die Verantwortung für die Einstellung der richtigen Intensität letztlich alleine 

bei der Beschuldigten als behandelnde (Fach-) Person lag. Gleiches gilt bezüglich des angeblichen 

Nichtbefolgens der Anweisungen durch die Privatklägerin im Nachgang zur Behandlung. Selbst 

wenn der Privatklägerin diesbezüglich ein geringes Selbstverschulden anzurechnen wäre, wurde 

sie auch in dieser Hinsicht nicht über alle wesentlichen Umstände aufgeklärt. Schliesslich erweist 

sich auch der Hinweis der Beschuldigten (vgl. S. 13 der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 

2023) auf die Kundenkartei betreffend die Privatklägerin und die darin enthaltene Einverständnis-

erklärung (vgl. act. 179 ff., insb. 183) als untauglich, werden doch unter der Rubrik "Nebenwirkun-

gen" solche wie Rötungen, Schwellungen und dergleichen erwähnt, wovon Verbrennungen, wie 

sie im konkreten Fall die Privatklägerin erlitten hat, gar nicht erfasst sind. Auch die Privatklägerin 

hat anlässlich ihrer Einvernahme vom 6. Juli 2020 richtig darauf hingewiesen, dass bei der Einver-

ständniserklärung nichts von Verbrennungen stehe (vgl. act. 415). Nach dem Gesagten fällt somit 

der Rechtfertigungsgrund der Einwilligung der Verletzten ausser Betracht. 

 

1.5.6 Schuld 

1.5.6.1 Die Verletzung der Sorgfaltspflicht muss schliesslich schuldhaft sein, das heisst, dass der 

Täterin eine Unachtsamkeit oder eine tadelnswerte Untätigkeit vorgeworfen werden muss (vgl. 

BGE 145 IV 154 [= Pra 108 2019 N 139], unter Hinweis u.a. auf BGE 135 IV 56 E. 2.1).  

 

1.5.6.2 Im hier zu beurteilenden Fall macht die Beschuldigte zusammengefasst einen direkten 

Verbots- bzw. Rechtsirrtum geltend, da sie keine Kenntnis von Art. 5 V-NISSG und damit vom 

Erfordernis eines Sachkundeausweises gehabt habe. Ausserdem habe sie sich hinsichtlich der 

Zulassung des fraglichen Lasergeräts sowohl in einem Verbots- als auch in einem Sachverhaltsirr-

tum befunden, weil sie sich vollumfänglich auf die Bestätigungen des chinesischen Herstellers ver-

lassen habe; davon hätte sich auch ein gewissenhafter Mensch in die Irre führen lassen (vgl. S. 8-

10 der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023). 

 

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1.5.6.3 Nicht schuldhaft handelt unter anderem, wer bei der Begehung der Tat nicht weiss und 

nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält (Art. 21 Satz 1 StGB; Irrtum über die Rechts-

widrigkeit). Wer hingegen in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt handelt, befindet sich 

in einem Sachverhaltsirrtum (vgl. Art. 13 Abs. 1 StGB).  

 

Für die Abgrenzung zwischen Sachverhalts- und Verbotsirrtum ist in grundlegender Weise danach 

zu fragen, ob die Täterin entweder wusste, was sie tat oder aber wusste, dass ihr Tun verboten 

war (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O.; Art. 21 N 3, m.w.H.).  

 

1.5.6.4 In der vorliegenden Konstellation ist einzig ein allfälliger Verbotsirrtum nach Art. 21 Satz 

1 StGB zu prüfen, da gestützt auf die Ausführungen der Beschuldigten selbst davon auszugehen 

ist, dass ihr das eigene Handeln an sich jederzeit bewusst war, sie hingegen das Wissen um die 

Zulässigkeit ihres Handelns in Frage stellt. 

 

a) Ein direkter Verbotsirrtum liegt vor, wenn der Täterin jegliche Kenntnis der übertretenen 

Norm fehlt, ein indirekter, wenn die Täterin zwar um den Widerspruch ihres Verhaltens zu einer 

Rechtsnorm weiss, aber irrigerweise einen Rechtfertigungsgrund annimmt (vgl. WOLFGANG 

WOHLERS/GUNHILD GODENZI/STEPHAN SCHLEGEL, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkom-

mentar, 4. Aufl., Art. 21 N 3 f., m.H.). Die Unkenntnis der rechtlichen Normierung allein begründet 

allerdings grundsätzlich keine Unvermeidbarkeit (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, 

a.a.O., N 7, unter Hinweis u.a. auf BGer 6B_782/2016 vom 27. September 2016 E. 3.4; 

6B_239/2014 vom 20. November 2014 E. 2; 6B_766/2009 vom 8. Januar 2010 E. 3.5). Die Täterin 

muss vielmehr aus zureichenden Gründen geirrt haben, was nach ständiger Praxis des Bundes-

gerichts nur dann der Fall ist, wenn solche Gründe den Irrtum entschuldigen, weil er, wie es häufi-

ger heisst, auf Tatsachen beruhte, "durch die sich auch ein gewissenhafter Mensch hätte in die Irre 

führen lassen" (vgl. GÜNTER STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 

4. Aufl., § 11 N 55, unter Hinweis auf u.a. auf BGE 104 IV 184; 104 IV 220 f.). Dies aber wird in der 

Praxis nur ganz ausnahmsweise anerkannt. Fehlte der Täterin das Bewusstsein, eine Rechtsnorm 

zu verletzen, oder war sie dessen doch nicht sicher, so geht die Frage in erster Linie dahin, ob sie 

Anlass hatte, "die Rechtswidrigkeit ihres Verhaltens durch eigenes Nachdenken zu erkennen oder 

durch Einholung von Auskünften zu erfahren"; verlangt wird mithin "eine Gewissensanspannung, 

eine gewissenhafte Überlegung oder ein Erkundigen bei Behörden oder vertrauenswürdigen Per-

sonen" (vgl. GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., unter Hinweis u.a. auf BGE 103 IV 253 f.; MARCEL 

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ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, a.a.O., Art. 21 N 18a, 20, m.w.H.). Als vermeidbar gilt der 

Verbotsirrtum in der Regel zunächst dort, wo die Täterin selbst an der Rechtmässigkeit ihres Ver-

haltens zweifelt oder sie immerhin weiss, dass eine rechtliche Regelung besteht, ohne sich über 

deren Inhalt und Reichweite genügend zu informieren (vgl. GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., N 56, 

unter Hinweis u.a. auf BGE 120 IV 215; 106 IV 319 f.; 86 IV 214 f.). Vermeidbar ist der Verbotsirrtum 

aber auch dann, wenn die Täterin "nach den Umständen" Zweifel an der Rechtmässigkeit ihres 

Verhaltens hätte haben müssen (vgl. GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., N 57, unter Hinweis auf BGE 

129 IV 18; 120 IV 215; 104 IV 221). Bestehen Anhaltspunkte dafür, dass das Verhalten möglicher-

weise rechtswidrig sein könnte, so trifft die Betroffene eine Erkundigungspflicht (vgl. WOLFGANG 

WOHLERS/GUNHILD GODENZI/ STEPHAN SCHLEGEL, a.a.O., N 7, mit Hinweis u.a. auf BGE 129 IV 18; 

STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., unter Hinweis u.a. auf BGer 6B_920/2015 vom 

4. Mai 2016 E. 1.3; BGE 129 IV 6 E. 4.1; 121 IV 109 E. 5b). Jedenfalls zeigt der Katalog der bisher 

beurteilten Fälle eindrücklich, dass der Verbotsirrtum nur in seltenen Grenzfällen Anerkennung fin-

det (vgl. GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., unter Hinweis auf BGE 104 IV 217 ff.). Eine der Konstel-

lationen, welche die Täterin veranlassen sollten, sich der Rechtmässigkeit ihres Verhaltens zu ver-

gewissern, liegt unter anderem dann vor, wenn sie weiss, dass ihr Verhalten in einem durch 

Rechtsnormen speziell geregelten Tätigkeitsbereich liegt oder liegen könnte, wobei auch dann 

nicht die Kenntnis jeden rechtlichen Details verlangt werden kann (vgl. GÜNTER STRATENWERTH, 

a.a.O., N 58, m.w.H.; WOLFGANG WOHLERS/ GUNHILD GODENZI/STEPHAN SCHLEGEL, a.a.O., unter 

Hinweis auf BGer 6B_216/2018 E. 2.3). Die konkrete Sorgfaltspflicht ist, ähnlich wie bei der Fahr-

lässigkeit, unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse, der Intelligenz, Ausbildung und 

Erfahrung der Täterin zu bemessen (vgl. STEFAN TRECHSEL/BIJAN FATEH-MOGHADAM, a.a.O., 

m.H.).  

 

b) Auch in diesem Punkt folgt das Kantonsgericht den vorinstanzlichen Ausführungen in Erw. 

II.2 auf S. 12 f. des angefochtenen Urteils. Demnach kann das Vorbringen der Beschuldigten, sie 

habe bis zum Vorfall mit der Privatklägerin nicht einmal Kenntnisse über die unterschiedlichen La-

serklassen gehabt (vgl. Einvernahme vom 12. Oktober 2020, act. 439; Prot. Hauptverhandlung 

Strafgericht, S. 7), nicht gehört werden. Denn bereits aus der Tatsache, dass sich die Beschuldigte 

überhaupt beim chinesischen Hersteller betreffend Laserklasse und Einsatzmöglichkeiten erkun-

digt hat, ist zu schliessen, dass sie um eine rechtliche Regulierung ihres Verhaltens wusste, auch 

wenn keine detaillierten Kenntnisse über diese Regeln erforderlich waren. Allein schon diese Kons-

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Seite 31  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tellation lässt den Irrtum somit – entgegen der Auffassung der Beschuldigten (vgl. S. 9 der Beru-

fungsbegründung vom 6. Oktober 2023) – vermeidbar erscheinen, was wiederum einen Verbots-

irrtum ausschliesst. Die Beschuldigte wäre daher – wie bereits in Erw. 1.5.4.3 lit. aba festgehalten 

– sehr wohl veranlasst gewesen, sich der Rechtmässigkeit ihres Verhaltens durch weitergehende 

Abklärungen betreffend die Zulässigkeit des Lasergeräts zu vergewissern, mithin eine diesbezüg-

liche "Gewissensanspannung" zu leisten, was sie allerdings zugestandenermassen unterlassen 

hat. Der an sich zutreffende Hinweis der Beschuldigten (vgl. S. 10 der Berufungsbegründung vom 

6. Oktober 2023) darauf, dass zunächst die Swissmedic und die Staatsanwaltschaft über die 

Zweckbestimmung des fraglichen Lasergeräts im Unklaren waren (vgl. E-Mail Swissmedic vom 

18. Dezember 2020 an die Staatsanwaltschaft, act. 333) und erst der technische Bericht METAS 

vom 10. August 2021 (act. 391 ff., 401 f.) die tatsächliche Laserklasse des Geräts zu Tage geför-

dert hat, vermag die Beschuldigte aber in keiner Weise zu entlasten, wird ihr doch nicht die Un-

kenntnis über die konkrete Laserkategorie des fraglichen Geräts angelastet, sondern das Unter-

lassen weitergehender Abklärungen über die blossen Angaben des chinesischen Herstellers hin-

aus. Des Weiteren kann die Beschuldigte unter Hinweis auf die Feststellungen in Erw. 1.5.4.3 lit. 

abb auch nicht geltend machen, sie habe nichts von Vorschriften betreffend den zulässigen Per-

sonenkreis für die Verwendung von Lasergeräten gewusst (vgl. Einvernahme vom 12. Oktober 

2020, act. 439 ff.). Es ist vielmehr davon auszugehen, dass sich die Beschuldigte ebenso betref-

fend das Erfordernis eines Sachkundeausweises für Laserbehandlungen bzw. den Beizug einer 

ärztlichen Fachperson in einem bloss vermeidbaren Irrtum befand, da sie – wie oben ausgeführt – 

auch bezüglich des konkreten Einsatzes des fraglichen Lasergeräts für kosmetische Zwecke (an-

geblich "special made for salon client, not for doctors" gemäss der "Declaration" vom 27. Februar 

2020) beim Hersteller spezifisch angefragt hatte, mithin zumindest in den Grundzügen um eine 

Normierung auch dieses Bereichs wusste oder wissen musste, weshalb sie bei allfälligen Unsi-

cherheiten zu weiteren Erkundigungen verpflichtet gewesen wäre. Umso weniger ist bei der Be-

schuldigten wiederum mit Blick auf ihre persönlichen Verhältnisse ein vermeidbarer Irrtum betref-

fend eine rechtliche Regulierung im Bereich von Laserbehandlungen – sowohl hinsichtlich Gerät 

als auch behandelnder Person – anzunehmen, da sie laut eigenen Angaben (vgl. Einvernahme der 

Beschuldigten vom 12. Oktober 2020, act. 431; Prot. Hauptverhandlung Strafgericht, S. 11; S. 10 f. 

der Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023) zum Tatzeitpunkt als gelernte Coiffeuse nicht 

branchenfremd war, bereits über eine langjährige Erfahrung im kosmetischen Bereich mit hunder-

ten von Behandlungen verfügte und überdies eine Zeitlang eine diplomierte Kosmetikerin in ihrem 

Salon beschäftigt hatte, womit ihr zusätzliches Wissen vermittelt wurde. Aus den vorstehenden 

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Gründen ist somit auch ein Verbots- bzw. Rechtsirrtum i.S.v. Art. 21 Satz 1 StGB klarerweise zu 

verneinen. 

 

1.5.7 Demnach sind zusammenfassend sämtliche Tatbestandselemente einer fahrlässigen ein-

fachen Körperverletzung gegeben, ohne dass Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungs-

gründe vorliegen, wie der Vorderrichter in Erw. II.2 auf S. 13 des angefochtenen Urteils richtig 

abschliessend festgehalten hat. Der entsprechende Schuldspruch der Vorinstanz ist daher nicht 

zu beanstanden, sondern in Abweisung der Berufung der Beschuldigten in diesem Punkt zu be-

stätigen. 

 

2. Strafzumessung 

2.1 Das Strafgerichtspräsidium sprach die Beschuldigte wegen fahrlässiger einfacher Kör-

perverletzung schuldig und verurteilte sie hierfür unter Berücksichtigung sämtlicher Tat- und Tä-

terkomponenten zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 110.--, 

bei einer Probezeit von 3 Jahren (vgl. Erw. III auf S. 13-15 sowie Dispositiv-Ziffer 1 des angefoch-

tenen Urteils). 

 

2.2 In ihrer Berufungsbegründung vom 6. Oktober 2023 vertritt die Beschuldigte die Auffas-

sung, dass sich angesichts eines vollumfänglichen Freispruchs die Vornahme einer Strafzumes-

sung erübrige (vgl. S. 14 der Berufungsbegründung). 

 

2.3.1 Da die Beschuldigte vorliegend schuldig gesprochen worden ist, muss eine erneute 

Strafzumessung vorgenommen werden. Gemäss Art. 408 StPO fällt die Berufungsinstanz ein 

neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt. Dabei hat sie die Strafe nach ihrem eigenen 

Ermessen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen 

Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (vgl. BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). 

Wie bereits in Erw. II.2 festgehalten, gilt es vorliegend, das Verschlechterungsverbot gemäss 

Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten. 

 

2.3.2 In casu hat sich die Beschuldigte der fahrlässigen einfachen Körperverletzung gemäss 

Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Wie das Strafgerichtspräsidium zutreffend festgehalten 

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hat (vgl. Erw. III.1 auf S. 13 des angefochtenen Urteils), sieht dieser Tatbestand einen Strafrah-

men von Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe vor, womit es sich um einen Vergehens-

tatbestand i.S.v. Art. 10 Abs. 3 StGB handelt. 

 

2.3.3 Gestützt auf Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden der 

Täterin zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der Strafe auf das Leben der Täterin. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Be-

weggründen und Zielen der Täterin sowie danach bestimmt, wie weit die Täterin nach den inneren 

und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (vgl. 

Art. 47 Abs. 2 StGB). 

 

2.3.4 Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Straf-

rahmens der anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzge-

ber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu 

tragen. Der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ermöglicht in aller Regel, für 

eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er versetzt das Gericht namentlich in die 

Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschuldens zu berücksichtigen (vgl. BGer 6B_935/2017 

vom 9. Februar 2018 E. 2.3; BGE 136 IV 55 E. 5.8). Ausgehend von der objektiven Tatschwere, 

beschreibend die Tat, wie sie nach aussen in Erscheinung tritt und diese objektiv festgestellten 

Tatsachen bewertend, hat das Gericht die subjektive Tatschwere, also den Vorwurf, der einer 

bestimmten Täterin für den von ihr begangenen Rechtsbruch gemacht wird, einzustufen und zu 

bewerten, ob durch diese die objektive Tatschwere reduziert, bestätigt oder erhöht werden soll. 

Es hat gemäss Art. 50 StGB im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche 

verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamtein-

schätzung des Tatverschuldens zu gelangen (vgl. BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.5; HANS 

MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., Rz. 77 ff., 142 ff., 154 ff., 159 ff. und 277 f., m.w.H.). 

Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumes-

sungsfaktoren veranschlagt. Das Gericht ist nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, 

wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.6, unter 

Hinweis u.a. auf BGE 127 IV 101 E. 2c, mit Hinweisen). Das Tatverschulden ist im Urteil zu qua-

lifizieren und ausdrücklich zu benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach 

Schweregrad auszugehen ist (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-IV-101%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page101

 
 
 

 
 
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schwer). Im Übrigen betont das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung, dass die Formulierung 

des Verschuldens und die Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müs-

sen (BGer 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.; 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.1; 

HANS MATHYS, a.a.O., Rz. 277). Die verschuldensangemessene Strafe kann sodann aufgrund 

von Umständen, die mit der Tatbegehung an sich nichts zu tun haben, modifiziert werden. Es 

geht um Faktoren, die bei der Täterin liegen und geeignet sind, sie im Hinblick auf die Höhe der 

Strafe zu belasten oder zu entlasten. Sie werden allgemein als Täterkomponenten bezeichnet 

(vgl. Art. 47 Abs. 1 StGB sowie HANS MATHYS, a.a.O., Rz. 309 ff., m.w.H.).  

 

2.3.5 Sodann gilt es zu beachten, dass bei der Wahl der Sanktionsart aufgrund des Vorrangs 

der Geldstrafe gegenüber einer Freiheitsstrafe (vgl. STEFAN TRECHSEL/STEFAN KELLER, Schwei-

zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., Art. 41 N 1, m.w.H.) das Aussprechen 

einer Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe gemäss Art. 41 StGB an gewisse Voraussetzungen 

geknüpft und zudem durch das Gericht näher zu begründen ist. Ob im zu beurteilenden Einzelfall 

eine Geld- oder Freiheitsstrafe auszusprechen ist, beurteilt sich gemäss Art. 47 StGB nach dem 

Ausmass des (Einzeltat-)Verschuldens (BGE 144 IV 217 E. 3.3.1). Bei der Wahl der Sanktionsart 

sind als wichtigste Kriterien die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen 

auf die Täterin und ihr soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (vgl. 

BGE 134 IV 97 E. 4.2; 134 IV 82 E. 4.1). 

 

2.4.1 Den obgenannten Vorgaben zur Strafzumessung folgend sowie unter Berücksichtigung 

sämtlicher, bis zum Urteilszeitpunkt vorliegender Umstände ist die Strafzumessung betreffend die 

Beschuldigte nachfolgend vorzunehmen. 

 

2.4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass aussergewöhnliche Umstände, die ein Verlassen des 

obgenannten Strafrahmens gebieten würden, nicht vorliegen. Die Strafe ist demnach innerhalb 

des ordentlichen Rahmens festzusetzen. 

 

2.4.3.1 Es sind in einem ersten Punkt die objektiven Tatkomponenten zu berücksichtigen, zu 

welchen das Ausmass der Verletzung und der Gefährdung des Rechtsgutes sowie die Art und 

Weise des Tatvorgehens zu zählen sind (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB sowie HANS MATHYS, a.a.O., 

Rz. 89 ff., 96 ff., m.w.H.). Der Vorderrichter wertet hierzu in Erw. III.2 auf S. 13 f. des angefoch-

tenen Urteils richtig als straferhöhenden Faktor die gestützt auf den Arztbericht von Dr. med. 

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G.____ vom 3. Juli 2020 (act. 167 ff.) objektivierten erheblichen Hautverletzungen an den Extre-

mitäten der Privatklägerin, welche den Einsatz von Antibiotika und allfälligen Laser-Behandlun-

gen erfordern. Dabei ist indes in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" nicht mit bleiben-

den Narben zu rechnen, hält doch die betreffende Ärztin in diesem Bericht das Eintreten einer 

Restitutio ad integrum für nicht beurteilbar. Das Verletzungsbild ist überdies in der im Rapport der 

Stadtpolizei Zürich vom 13. Juli 2020 ebenfalls enthaltenen Fotodokumentation bildlich festge-

halten (vgl. act. 141 ff.). In Bezug auf das Tatvorgehen fällt im Einklang mit der Vorinstanz in Erw. 

III.2 auf S. 14 des angefochtenen Urteils ebenfalls leicht erschwerend ins Gewicht, dass der Be-

schuldigten mit dem ungeprüften Direktimport des Lasergeräts und dem fehlenden Sachkunde-

ausweis bzw. Beizug einer ärztlichen Fachperson eine Sorgfaltswidrigkeit in mehrfacher Hinsicht 

anzulasten ist. Nachdem keine weiteren verschuldenserhöhenden oder tatschuldmindernden 

Umstände ersichtlich sind, ist insgesamt sowie mit Blick auf andere mögliche Begehungsformen 

von fahrlässigen einfachen Körperverletzungen das objektive Tatverschulden als leicht zu bewer-

ten. Es erfolgt somit unter Berücksichtigung, dass die Formulierung des Verschuldens und die 

Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müssen (vgl. vorstehend Erw. 

2.3.4) eine marginale Abweichung zur Einstufung des Verschuldens durch das Strafgerichtsprä-

sidium in Erw. III.2 auf S. 14 des angefochtenen Urteils als "noch leicht". Insgesamt rechtfertigt 

sich eine tatangemessene Strafe von 40 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 1 Monat und 10 Tagen 

Freiheitsstrafe. 

 

2.4.3.2 Die subjektiven Tatkomponenten sodann umfassen insbesondere die Beweggründe und 

die sog. kriminelle Energie der Täterin (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB sowie HANS MATHYS, a.a.O., 

Rz. 144 ff., 148 ff., m.w.H.). Hierbei folgt das Kantonsgericht der vorinstanzlichen Auffassung in 

Erw. III.2 auf S. 14 des angefochtenen Urteils, wonach jene als neutral zu