# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2f14f47-8a44-5180-ae79-fdc691e7d211
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 09.07.2019 SK 2018 327
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-327_2019-07-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 18 327

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. Juli 2019 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichterin Hubschmid Volz, 
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiber Ruch

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

D.________
beide per Andresse und amtlich vertreten durch Fürsprecherin 
E.________

Straf- und Zivilklägerinnen 1 und 2

Gegenstand sexuelle Handlungen mit Kindern, sexuelle Handlungen mit Ab-
hängigen, Pornografie, sexuelle Belästigung 

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 12. Oktober 2017 (PEN 17 39)

mailto:obergericht-straf.bern@justice.be.ch
http://www.justice.be.ch/obergericht

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 12. Oktober 2017, in der am 26. Juli 2018 berichtigten Fassung, hat 
das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Kollegialgericht; nachfolgend Vor-
instanz) Folgendes erkannt (pag. 425 ff. und 446 ff.; Hervorhebungen im Original): 

I. 

Das Strafverfahren gegen A.________

1. wegen sexueller Belästigung, angeblich mehrfach begangen zu unbekannten Zeitpunkten im 
Zeitraum von 1. Dezember 2012 bis 12. Oktober 2014 in U.________, V.________ und 
W.________ z.N. C.________ gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.1 Lemma 2 bis 7;

2. wegen sexueller Belästigung, angeblich mehrfach begangen zu unbekannten Zeitpunkten im 
Zeitraum von 1. Dezember 2012 bis 12. Oktober 2014 in U.________ und V.________ z.N. 
D.________ gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.2 Lemma 1, 4, 5, 6, 8 und 9;

wird eingestellt, 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. 

II. 

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der sexuellen Belästigung, angeblich begangen zu einem unbekannten Zeit-
punkt im Zeitraum von 1. Juli 2015 bis 4. Juli 2015 in X.________ z.N. D.________ gemäss Anklage-
schrift Ziff. I.4.2 Lemma 7;

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

III. 

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfach begangen wie folgt:

1.1. begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 1. März 2013 bis 1. Juni 2014 
in U.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.1;

1.2. begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 1. Juli 2014 bis 30. Juni 2015 
in V.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.2;

1.3. mehrfach begangen an Montagnachmittagen zu unbekannten Zeitpunkten im Zeitraum von 
1. März 2013 bis 30. Juni 2015 in W.________ z.N. von C.________ (geb. ________) 
gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.3; 

1.4. begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 1. März 2013 bis 30. Juni 
2015 in V.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. 
I.1.4;    

3

1.5. begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 1. März 2013 bis 1. Juni 2014 
in U.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.1 
Lemma 1;         

2. der sexuellen Handlungen mit Abhängigen, mehrfach begangen zu unbekannten Zeitpunkten 
im Zeitraum von 24. Januar 2015 bis 30. Juni 2015 in V.________, Y.________ und 
W.________ z.N. D.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.2;     

3. der Pornografie, mehrfach begangen zu unbekannten Zeitpunkten im Zeitraum von 1. März 
2013 bis 30. Juni 2015 in W.________ z.N. C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift 
Ziff. I.3;     

4. der sexuellen Belästigung, mehrfach begangen am 16. Juli 2015 in X.________ z.N. 
D.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.2 Lemma 2 und 3;                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

und in Anwendung der 
Art. 40, 43, 44, 47, 49 Abs. 1, 106, 187 Ziff. 1, 188 Ziff. 1, 197 Abs. 1, 198 StGB, 
Art. 426 ff. StPO 

verurteilt: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten. 

Davon sind 18 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 18 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. 

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 3 Tage festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 18‘100.00 und Aus-
lagen (exkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und die amtliche Vertretung der Privatklägerin-
nen) von CHF 3‘241.00, insgesamt bestimmt auf CHF 21‘341.00.

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

IV.

1. Der A.________ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 11. Juli 
2014 für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 80.00 gewährte bedingte Vollzug wird 
nicht widerrufen, ohne Verwarnung und ohne Verlängerung der Probezeit.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

V.

[amtliche Entschädigung]

VI.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verur-
teilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 20‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 30. April 2014 an 
die Straf- und Zivilklägerin C.________.

Soweit weitergehend wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.

4

2. Zur Bezahlung von CHF 3‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 15. April 2015 an 
die Straf- und Zivilklägerin D.________.

Soweit weitergehend wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.

3. Zur Bezahlung von CHF 11.00 Schadenersatz an die Straf- und Zivilklägerin C.________.

4. Zur Bezahlung von CHF 22.60 Schadenersatz an die Straf- und Zivilklägerin D.________.

5. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

VII. 

[Weitere Verfügungen]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Fürsprecher 
F.________ resp. seit dem 24. Oktober 2017 privat verteidigt durch Fürsprecher 
G.________ (pag. 440 f.), mit Schreiben vom 20. Oktober 2017 fristgerecht die Be-
rufung an (pag. 436). Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 20. Au-
gust 2018 (pag. 576 ff.) beschränkte er seine Berufung auf die Schuldsprüche 
(mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache sexuelle Handlungen mit 
Abhängigen, mehrfache Pornografie, mehrfache sexuelle Belästigung), die Sankti-
onen (teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten, Übertretungsbusse von CHF 
300.00), die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. III. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), den Zivilpunkt (Ziff. VI. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und 
die Verfügungen betreffend DNA sowie der biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten (Ziff. VII.1. und 2).

Die Generalstaatsanwaltschaft und die Straf- und Zivilklägerinnen C.________ und 
D.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklägerinnen 1 und 2), beide vertreten 
durch Fürsprecherin E.________, teilten je mit Eingabe vom 20. September 2018 
(pag. 583 f., pag. 585 f.) mit, dass weder Anschlussberufung erklärt, noch Nichtein-
treten auf die Berufung des Beschuldigten beantragt werde. 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Auf Antrag der Straf- und Zivilklägerinnen wurde oberinstanzlich ein Therapiebe-
richt von Dr. phil. H.________ vom 24. Juni 2019 (pag. 644 ff.) eingeholt. Im Hin-
blick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurden von Amtes wegen sodann 
ein Strafregisterauszug, datierend vom 27. Juni 2019 (pag. 658), sowie ein Leu-
mundsbericht, datierend vom 27. Juli 2019 (pag. 653 ff.), über den Beschuldigten 
eingeholt. Zudem wurden der Beschuldigte (pag. 670 f. und 680 f.) und die beiden 
Straf- und Zivilklägerinnen (pag. 673 ff. und 677 ff.) in der oberinstanzlichen Ver-
handlung nochmals getrennt und unter Vermeidung einer Konfrontation einver-
nommen. Schliesslich wurde in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung eine Visi-
tenkarte des Beschuldigten zu den Akten erkannt (pag. 706). 

4. Anträge der Parteien

Der Beschuldigte, verteidigt durch Fürsprecher G.________, stellte in der oberin-
stanzlichen Verhandlung die folgenden Anträge (pag. 704 f.): 

5

I. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 12. Okto-
ber 2017 insoweit in Rechtskraft ist, als

1. das Verfahren i.S.v. Ziff. I. des Urteilsdispositivs eingestellt wurde; 

2. A.________ gemäss Ziff. II des Urteilsdispositivs freigesprochen wurde; 

3. auf den Widerruf des Urteils der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 18.07.2014 
verzichtet wurde (Ziff. IV des Urteilsdispositivs). 

II. Es sei A.________ freizusprechen von den Vorwürfen der 

1. sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III.1; 

2. sexuellen Handlungen mit Abhängigen gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III.2

3. Pornographie gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III.3

4. sexuellen Belästigungen gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III.4

III. Es seien die Verfahrenskosten beider Instanzen vom Staat zu tragen. 

IV. Es sei A.________ für die ihm entstandenen Verteidigungskosten eine Entschädigung auszu-
richten.

V. Es sei A.________ eine Genugtuung auszurichten, die ins richterliche Ermessen gestellt wird. 

VI. Es seien die Zivilforderungen abzuweisen, evtl. auf den Zivilweg zu verweisen. 

VII. Es seien die weiteren Verfügungen betr. Löschung des DNA-Profils und der biometrischen er-
kennungsdienstlichen Daten zu treffen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte ihrerseits folgende Anträge (pag. 701 ff.; Her-
vorhebungen im Original): 

I. 

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 12. Oktober 2017 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Verfahrens wegen sexueller Belästigung, angeblich mehrfach begangen 
zu unbekannten Zeitpunkten im Zeitraum von 01.12.2012 bis 12.10.2014 in U.________, 
V.________ und W.________ z.N. von C.________ gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.1 Lemma 2 
bis 7; 

2. der Einstellung des Verfahrens wegen sexueller Belästigung, angeblich mehrfach begangen 
zu unbekannten Zeitpunkten im Zeitraum von 01.12.2012 bis 12.10.2014 in U.________ und 
V.________ z.N. von D.________ gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.2 Lemma 1,4,5,6,8 und 9; 

3. des Freispruchs von der Anschuldigung der sexuellen Belästigung, angeblich begangen zu 
einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 01.07.2015 bis 04.07.2015 in X.________ z.N. 
von D.________ gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.2 Lemma 7; 

alles ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten. 

4. bezüglich der Erteilung der Zustimmung an das zuständige Bundesamt zur Löschung des er-
stellten DNA-Profils (PCN-Nr. ________, Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG); 

6

5. bezüglich der Erteilung der Zustimmung an den für die Führung von AFIS zuständigen Dienst 
zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung bio-
metrischer erkennungsdienstlicher Daten); 

6. bezüglich des Verzichts auf den Widerruf des A.________ mit Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft des Kantons Solothurn vom 11.07.2014 für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 
80.00 gewährten bedingten Vollzugs. 

II. 

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfach begangen wie folgt: 

1.1. begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 01.03.2013 bis 01.06.2014 in 
U.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.1; 

1.2. begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 01.07.2014 bis 30.06.2015 in 
V.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.2; 

1.3. mehrfach begangen an Montagnachmittagen zu unbekannten Zeitpunkten im Zeitraum von 
01.03.2013 bis 30.06.2015 in W.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss 
Anklageschrift Ziff. I.1.3; 

1.4. begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 01.03.2013 bis 30.06.2015 in 
V.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.4; 

1.5 begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 01.03.2013 bis 01.06.2014 in 
U.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.1 Lem-
ma 1; 

2. der sexuellen Handlungen mit Abhängigen, mehrfach begangen zu unbekannten Zeitpunkten 
im Zeitraum von 24.01.2015 bis 30.06.2015 in V.________, Y.________ und W.________ z.N. 
von D.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.2; 

3. der Pornografie, mehrfach begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum von 
01.03.2013 bis 30.06.2015 in W.________ z.N. von C.________ (geb. ________) gemäss An-
klageschrift Ziff. I.3; 

4. der sexuellen Belästigung, mehrfach begangen am 16.07.2015 in X.________ z.N. von 
D.________ (geb. ________) gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.2 Lemma 2 und 3; 

und er sei in Anwendung von Art. 40, 43, 44, 47, 49 Abs. 1, 106, 187 Ziff. 1, 188 Ziff. 1, 197 Abs. 1 
und 198 StGB, Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126, 426 ff. und 432 ff. StPO

zu verurteilen: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Davon seien 18 Monate zu vollziehen. Für eine Teil-
strafe von 18 Monaten sei der Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf 3 Jahre festzuset-
zen.

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2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung sei auf 3 Tage festzusetzen. 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr gemäss Art. 
21 VKD). 

Schliesslich beantragte Fürsprecherin E.________ für die beiden Straf- und Zivil-
klägerinnen das Folgende (pag. 699 f.): 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 12. Oktober 2017, 
mit Berichtigung vom 26. Juli 2018, insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

1.1 das Strafverfahren gegen A.________ wegen sexuellen Belästigungen gemäss Ziff. I.1 und 
I.2 des Urteils (Ziff. I.4.1 Lemma 2 - 7 sowie Ziff. I.4.3 Lemma 1, 4, 5, 6, 8 und 9 AKS) ohne 
Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt 
wurde. 

1.2 A.________ von der Anschuldigung der sexuellen Belästigung gemäss Ziff. II des Urteils 
(Ziff. I.4.2 Lemma 7 AKS) ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung 
von Verfahrenskosten freigesprochen wurde. 

2. A.________ sei demgegenüber schuldig zu erklären

2.1 der sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfach begangen

a) in der Zeit von 01.03.2013 bis 01.06.2014 in U.________ zN C.________ gemäss Ziff. 
III.1.1 des angefochtenen Urteils (Ziff. I.1.1 AKS); 

b) in der Zeit von 01.07.2014 bis 30.06.2015 in V.________ zN C.________ gemäss Ziff. 
III.1.2 des angefochtenen Urteils (Ziff. I.1.2 AKS); 

c) in der Zeit von 01.03.2013 bis 30.06.2015 in W.________ zN C.________ gemäss Ziff. 
III.1.3 des angefochtenen Urteils (Ziff. I.1.3 AKS); 

d) in der Zeit von 01.03.2013 bis 30.06.2015 in V.________ zN C.________ gemäss Ziff. 
III.1.4 des angefochtenen Urteils (Ziff. I.1.4 AKS); 

e) in der Zeit von 01.03.2013 bis 01.06.2014 in U.________ zN C.________ gemäss Ziff. 
III.1.5 des angefochtenen Urteils (Ziff. 1.4.1 Lemma 1 AKS); 

2.2 der sexuellen Handlungen mit Abhängigen, mehrfach begangen in der Zeit von 24.01.2015 
bis 30.06.2015 zN D.________ gemäss Ziff. III.2 des angefochtenen Urteils (Ziff. 1.2 AKS); 

2.3 der Pornografie, mehrfach begangen von 01.03.2013 bis 30.06.2015 in W.________ zN 
C.________ gemäss Ziff. III.3 des angefochtenen Urteils (Ziff. I.3 AKS); 

2.4 der sexuellen Belästigung, mehrfach begangen am 16.07.2015 in X.________ zN 
D.________ gemäss Ziff. III.4 des angefochtenen Urteils (Ziff. I.4.2 Lemma 2 und 3 AKS).

3. A.________ sei streng zu bestrafen. 

4. A.________ sei zu verurteilen

4.1 zu den erst- und den oberinstanzlichen Verfahrenskosten; 

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4.2 zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 20‘000.00, nebst Zins zu 5% seit 30.04.2014 an 
C.________;

4.3 zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 3‘000.00, nebst Zins zu 5% seit 15.04.2015 an 
D.________;

4.4 zur Bezahlung von CHF 11.00 Schadenersatz an C.________;

4.5 zur Bezahlung von CHF 22.60 Schadenersatz an D.________; 

4.6 zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Parteikosten von C.________ und 
D.________ gemäss Honorarnoten.

5. Das erst- und das oberinstanzliche amtliche Honorar der amtlichen Anwältin von C.________ 
und D.________ sei gestützt auf die eingereichten Honorarnoten gerichtlich zu bestimmen. 

6. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte focht das erstinstanzliche Urteil nur teilweise an; er beschränkte 
seine Berufung mit Berufungserklärung vom 20. August 2018 – wie erwähnt – auf 
die Schuldsprüche (mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache sexu-
elle Handlungen mit Abhängigen, mehrfache Pornografie, mehrfache sexuelle 
Belästigung), die Sanktionen (teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten, Übertre-
tungsbusse von CHF 300.00), die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. III. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), den Zivilpunkt (Ziff. VI. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs) und die Verfügungen betreffend DNA sowie der biometrischen 
erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. VII.1. und 2). Anschlussberufung wurde nicht 
erhoben. 

Damit sind die Ziff. I. (Verfahrenseinstellungen), II. (Freispruch) und IV. (Verzicht 
auf Widerruf) in Rechtskraft erwachsen, während die Ziff. III. (Schuldsprüche, 
Sanktionen, Verurteilung zu den Verfahrenskosten), VI. (Zivilpunkt) und VII. 1 und 2 
(Verfügungen betreffend DNA sowie biometrische erkennungsdienstliche Daten) 
des erstinstanzlichen Urteils durch die Kammer neu zu beurteilen sind. 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe der amtlichen Honorare für die Vertei-
digung des Beschuldigten und die Vertretung der Straf-und Zivilklägerinnen in ers-
ter Instanz ist nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorar-
festsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 
6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

Aufgrund der alleinigen Berufung der Beschuldigten darf das Urteil nicht zu dessen 
Nachteil abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsverbot zu beachten (Art. 
391 Abs. 2 StPO).

9

6. Verfahrenseinstellungen 

6.1 Vorbemerkungen 

Die Vorinstanz hat das Strafverfahren gegen den Beschuldigten hinsichtlich der 
Vorwürfe gemäss den Ziffern I.4.1 Lemma 2 bis 7 und I.4.2 Lemma 1, 4, 5, 8 und 9 
der Anklageschrift eingestellt. Dieser Punkt (Verfahrenseinstellungen) ist rechts-
kräftig. 

6.2 Vorwurf gemäss Anklageschrift Ziff. I.2 resp. Schuldspruch gemäss erstin-
stanzlichem Urteilsdispositiv Ziff. III.2 (sexuelle Handlungen mit Abhängigen)

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.2 der Anklageschrift vom 13. Februar 2017 vor-
geworfen, sich der sexuellen Handlungen mit Kindern (ev. teilweise sexuelle Beläs-
tigungen), mehrfach begangen in der Zeit zwischen dem 1. Dezember 2012 und 
dem 30. Juni 2015 in U.________ und V.________ z.N. der Straf- und Zivilklägerin 
2, schuldig gemacht zu haben, indem er die Straf- und Zivilklägerin 2: 

regelmässig, ca. 1 Mal pro Woche, wenn die Mutter nicht anwesend war, mit beiden Händen am Kopf 
zu sich zog und ihr einen Kuss auf den Mund gab, wobei seine Unterlippe über ihrer Oberlippe war 
und er jeweils so tat, als wollte er einen Zungenkuss geben, was er auch einmal machte; indem er sie 
in sexueller Absicht an der Innenseite des linken Oberschenkels berührte, wenn sie mit ihm im Auto 
fuhr; und indem er ihr in sexueller Absicht einmal auf das Gesäss schlug, als sie Hot Pants trug. 

Hinsichtlich dieses Sachverhalts verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten we-
gen sexueller Handlungen mit Abhängigen (Art. 188 Ziff. 1 StGB), mehrfach be-
gangen zu unbekannten Zeitpunkten im Zeitraum vom 24. Januar 2015 bis 30. Juni 
2016 in V.________, Y.________ und W.________ z.N. der Straf- und Zivilklägerin 
2 (Ziff. III.2 des Urteilsdispositivs; zum entsprechenden Würdigungsvorbehalt an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung siehe pag. 357). 

Der Tatbestand von Art. 188 Ziff. 1 StGB (sexuelle Handlungen mit Abhängigen) 
setzt – anders als der Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 StGB (sexuelle Handlungen 
mit Kindern) – ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis des minderjährigen, min-
destens 16 Jahre alten Opfers zum Täter voraus. Ein solches Abhängigkeitsver-
hältnis wird in der Anklage mit keinem Wort beschrieben/erwähnt. Mithin werden in 
Ziff. I.2 der Anklageschrift nicht alle wesentlichen Elemente, welche für die Tatbe-
standsprüfung nötig sind, umschrieben. Ein Schuldspruch wegen sexueller Hand-
lungen mit Abhängigen gemäss Art. 188 Ziff. 1 StGB kommt daher nicht in Be-
tracht. Indem die Vorinstanz den Beschuldigten wegen sexuellen Handlungen mit 
Abhängigen schuldig sprach, hat sie folglich das Anklageprinzip verletzt. Im Übri-
gen ist darauf hinzuweisen, dass die Anklageschrift auch gar keine Tathandlungen 
in Y.________ und W.________ erfasst.    

Demzufolge ist das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen sexueller 
Handlungen mit Abhängigen, angeblich mehrfach begangen zu unbekannten Zeit-
punkten im Zeitraum vom 24. Januar 2015 bis 30. Juni 2015 in U.________ und 
V.________ z.N. der Straf- und Zivilklägerin 2, einzustellen. 

10

6.3 Vorwurf gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.2 Lemma 2 und 3 

In Ziff. I.4.2 (Lemma 1 bis 9) der Anklageschrift vom 13. Februar 2017 werden dem 
Beschuldigten sexuelle Belästigungen, mehrfach begangen in der Zweit zwischen 
dem 1. Dezember 2012 und dem 4. Juli 2015 in U.________, V.________ und 
X.________ z.N. der Straf- und Zivilklägerin 2, vorgeworfen. Bezüglich der Ziffern 
I.4.2 Lemma 1, 4, 5, 6, 8 und 9 der Anklageschrift wurde das Verfahren - wie er-
wähnt - rechtskräftig eingestellt, weshalb oberinstanzlich einzig noch die Ziff. I.4.2 
Lemma 2 und 3 der Anklageschrift zur Diskussion stehen. 

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.4.2 Lemma 2 der Anklageschrift vorgeworfen, er 
habe der Straf- und Zivilklägerin 2 am letzten Tag des Ramadans gesagt, nun kön-
ne er ihre Mutter «figgen». 

In Ziff. I.4.2 Lemma 3 der Anklageschrift wird dem Beschuldigten sodann vorgewor-
fen, er habe der Straf- und Zivilklägerin 2, wenn die Mutter nach dem Abendessen 
duschen gegangen sei, gesagt, dass sie sich nun für ihn «zwäg» mache. Er werde 
sie «brätsche», wobei D.________ gewusst habe, dass er damit Sex mit der Mutter 
gemeint habe. 

In der Anklageschrift wurde der Deliktszeitraum bis zum 4. Juli 2015 festgelegt. Die 
Vorinstanz hat diesen Zeitraum hinsichtlich der hier fraglichen Vorwürfe (Ziff. I.4.2 
Lemma 2 und 3 der Anklage) jeweils von sich aus ausgedehnt, konkret auf den 
letzten Tag des Ramadans im Jahr 2015, d.h. bis zum 16. Juli 2015. Damit hat die 
Vorinstanz die Tatzeitpunkte jeweils ausserhalb des von der Anklageschrift einge-
grenzten Zeitraums (1. Dezember 2012 bis 4. Juli 2015) gelegt und mit diesem 
Vorgehen das Anklageprinzip verletzt. Dies gilt umso mehr, als es sich gemäss der 
Umschreibung des Anklagesachverhalts um einen beliebigen Ramadan in den Jah-
ren 2012 bis 2015 handeln könnte. Aus der Anklage ist jedenfalls nicht ausreichend 
ersichtlich, dass der Ramadan des Jahres 2015 gemeint sein soll.

Demzufolge ist das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen sexuellen 
Belästigungen (gemäss den Ziff. I.4.2 Lemma 2 und 3 der Anklageschrift), angeb-
lich mehrfach begangen am 16. Juli 2015 in X.________ z.N. der Straf- und Zivil-
klägerin 2, ebenfalls einzustellen. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Allgemeines zur Beweiswürdigung / Vorbemerkungen

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen 
und der Aussagenanalyse sowie der Kinderaussagen im Rahmen der Beurteilung 
von Sexualdelikten im Speziellen kann auf die ausführlichen und zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 461 ff., S. 11 ff. der Urteilsbe-
gründung). 

Generell kann an dieser Stelle bereits festgehalten werden, dass die Vorinstanz die 
zur Verfügung stehenden Beweismittel vollständig aufgelistet und anschliessend 
sorgfältig und umfassend gewürdigt hat. Die Kammer schliesst sich der vorinstanz-

11

lichen Beweiswürdigung grösstenteils an, weshalb nachfolgend einzig noch auf 
einzelne Punkte eingegangen werden wird. 

8. Allgemeine Würdigung 

8.1 Objektive Beweismittel 

Im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens wurde eine Hausdurchsuchung am 
Domizil und Arbeitsort des Beschuldigten durchgeführt (pag. 83 ff.) und es wurden 
Überwachungsmassnahmen (Telefonauswertung und rückwirkende Randdatener-
hebung der Natelnummern des Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin 1) 
getätigt (pag. 91 ff.). Weiter liegen der Kammer eine rechtsmedizinische Befunddo-
kumentation des Instituts für Rechtsmedizin vom 10. September 2015 (betreffend 
die Straf- und Zivilklägerin 1; pag. 152 ff.), ein Bericht der behandelnden Physiothe-
rapeutin der Straf- und Zivilklägerin 1 vom 16. März 2016 (pag. 157) sowie je ein 
Bericht der behandelnden Psychologinnen der beiden Straf- und Zivilklägerinnen 
vom 31. Januar 2017 (betrifft die Straf- und Zivilklägerin 1, pag. 160 f.) und vom     
6. Januar 2017 (betrifft die Straf- und Zivilklägerin 2, pag. 164 f.) vor. Die Vor-
instanz hat die objektiven Beweismittel zutreffend beschrieben, wiedergegeben und 
zusammengefasst, darauf wird vorab verwiesen (pag. 465 f., S. 15 f. der Urteilsbe-
gründung). 

Zusätzlich liegt der Kammer der oberinstanzlich eingeholte Therapiebericht von Dr. 
phil. H.________ (aktuelle Psychologin der Straf- und Zivilklägerin 1) vom 24. Juni 
2019 (pag. 644 ff.) vor. 

Zu den durchgeführten Zwangsmassnahmen (Hausdurchsuchung, Telefonauswer-
tung, rückwirkende Überwachung der fraglichen Rufnummern) kann festgehalten 
werden, dass diese in Bezug auf die hier zu beurteilenden Vorwürfe kaum relevan-
te Fakten liefern konnten. So wurden anlässlich der Hausdurchsuchung in den 
Räumlichkeiten des Beschuldigten zwar diverse Datenträger sichergestellt. Auf 
diesen konnte jedoch kein relevantes Material (insb. kein pornografisches Material) 
gefunden werden. Weiter geben die rückwirkenden Randdaten der Rufnummern 
der Straf- und Zivilklägerin 1 sowie des Beschuldigten gemäss Berichtsrapport vom 
2. Dezember 2015 (p. 132 f.) lediglich Auskunft über einen Zeitraum vom 30. März 
2015 bis 29. September 2015; angeklagt wurde – insbesondere gestützt auf die 
Aussagen der Straf- und Zivilklägerinnen – ein Deliktszeitraum vom 1. Dezember 
2012 bis 4. Juli 2015. Damit erfassen die rückwirkenden Randdaten lediglich 3 Mo-
nate der angegebenen Tatzeit, weshalb sie kaum aussagekräftig sind. Mit den 
rückwirkenden Randdaten des Mobiltelefons der Straf- und Zivilklägerin 1 lässt sich 
jedenfalls nicht nachweisen, dass sie sich während des Deliktszeitraums in 
W.________ aufgehalten hätte, denn in der Zeitspanne vom 30. März 2015 bis 29. 
September 2015 wurde lediglich ein Antennenstandort vom 17. August 2015 (ein 
Montag ausserhalb der Tatzeit) in W.________ registriert (pag. 133). Die Auswer-
tung des Mobiltelefons der Straf- und Zivilklägerin 1 ergab sodann bei einer Filte-
rung der Anrufkontakte zwischen ihr und dem Beschuldigten in der Zeitspanne vom 
8. September 2014 bis 2. September 2015 13 Verbindungen, wobei nur bei drei 
Verbindungen eventuell ein Gespräch stattgefunden haben dürfte; selektioniert auf 
Montagnachmittag konnte keine SMS vom oder an den Beschuldigten festgestellt 

12

werden (pag. 5 und 106 f.). Auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten schliesslich 
konnten keine Anruflisten gesichert werden (pag. 5 und 91 ff.). 

Aus der rechtsmedizinischen Befunddokumentation des Instituts für Rechtsmedizin 
vom 10. September 2015 geht hervor, dass die Straf- und Zivilklägerin 1 am           
5. September 2015 in der Kinderklinik im Inselspital Bern sowohl körperlich als 
auch gynäkologisch untersucht wurde, wobei keine Verletzungen am Körper oder 
Genitalbereich festgestellt werden konnten (pag. 152 f.). Da die Untersuchung erst 
rund 2 Monate nach dem spätesten angeklagten Tatzeitpunkt (hinsichtlich der 
Straf- und Zivilklägerin 1 ist dies der 30. Juni 2015) erfolgte, ist dieser Befund aber 
ebenfalls kaum aussagekräftig. 

In den Akten befindet sich sodann ein Bericht der Physiotherapeutin I.________ 
vom 16. März 2016 zur physiotherapeutischen Inkontinenz-Behandlung der Straf- 
und Zivilklägerin 1 im Zeitraum von 15. Oktober 2014 bis 18. Dezember 2014. Dar-
in führt die Physiotherapeutin die Inkontinenz auf die schwache Beckenboden-
Muskulatur der Straf- und Zivilklägerin 1 zurück (pag. 157). Dass die Inkontinenz 
der Straf- und Zivilklägerin 1 eine Folge von sexuellen Übergriffen wäre, lässt sich 
demnach nicht nachweisen; die Inkontinenzgründe sind vorliegend offen zu lassen. 

Oberinstanzlich wurde – wie erwähnt – ein Therapiebericht von Frau Dr. 
H.________ (aktuell behandelnde Psychologin der Straf- und Zivilklägerin 1) ein-
geholt. Dieser Bericht geht davon aus, dass die angeklagten Übergriffe durch den 
Beschuldigten erwiesen sind. Er ist daher besonders vorsichtig zu würdigen. Im-
merhin kann diesem Bericht – wie auch dem Bericht von Frau Dr. J.________ vom 
31. Januar 2017 – aber entnommen werden, dass die Straf- und Zivilklägerin 1 in 
der Vergangenheit offensichtlich sexuelle Übergriffe über sich hatte ergehen lassen 
müssen, werden in den erwähnten Berichten doch jeweils eine posttraumatische 
Belastungsstörung diagnostiziert und Symptome umschrieben (u.a. «Ritzen» der 
Arme, fehlendes Selbstvertrauen, Albträume, Rückzug ins Zimmer», Probleme mit 
Männern), welche für Opfer sexueller Gewalt typisch sind. Über die Täterschaft der 
sexuellen Übergriffe sagen die ärztlichen Berichte aber nichts aus. 

Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass die objektiven Beweis-
mittel die Täterschaft des Beschuldigten nicht zu beweisen vermögen. Sie (insb. 
die Therapieberichte) liefern aber klare Indizien für sexuelle Übergriffe zum Nach-
teil der Straf- und Zivilklägerin 1. 

8.2 Beziehungskonstellation 

Die Vorinstanz hat sich sehr ausführlich mit der Beziehungskonstellation zwischen 
dem Beschuldigten und den beiden Straf- und Zivilklägerinnen sowie deren Mutter, 
K.________, auseinandergesetzt; darauf wird verwiesen (pag. 466 ff., S.  16 ff. der 
Urteilsbegründung). Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Erwägungen 
sei hier – zur Beziehungskonstellation – kurz Folgendes wiederholt:  

Es ist unbestritten, dass der Beschuldige und die Mutter der beiden Straf- und Zivil-
klägerinnen über einen Zeitraum von rund 7 Jahren (von ca. 2008 bis am 28. Au-
gust 2015) eine – zumindest sexuelle – Beziehung führten (unterbrochen von einer 
Trennung von rund 16 Monaten ab März 2010) und Ende August 2009 nach islami-
schem Recht heirateten. Während seiner Beziehung zu Frau K.________ («Zweit-

13

frau» des Beschuldigten) lebte der Beschuldigte weiterhin zusammen mit seiner 
Lebenspartnerin, Frau L.________, in V.________. Während der Beziehung mit 
Frau K.________ verbachte der Beschuldige den Abend oftmals mit ihr und deren 
Töchtern (den Straf- und Zivilklägerinnen; Familie P.________), kochte zusammen 
mit der Familie und ass gemeinsam mit ihnen zu Abend. Gegen Mitternacht – nach 
dem Sex mit Frau K.________ – verliess er dann jeweils die Wohnung der Familie 
und ging nach V.________ zu seiner Lebenspartnerin, Frau L.________. Der Be-
schuldigte verbrachte teilweise auch die Wochenenden mit der Familie P.________ 
und verreiste mit den beiden Straf- und Zivilklägerinnen und deren Mutter einige 
Male in die Ferien. Unbestritten ist schliesslich auch, dass der Beschuldigte die 
Familie P.________ finanziell unterstützte.  

8.3 Entstehungsgeschichte der Aussagen bzw. der Anzeige 

Die Vorinstanz hat sich sodann sehr ausführlich mit der Entstehungsgeschichte der 
Aussagen bzw. der Anzeige auseinandergesetzt, worauf vorab verwiesen werden 
kann (pag. 470 ff., S. 20 ff. der Urteilsbegründung). 

Die Entstehungsgeschichte der Anzeige resp. der Aussagen der beiden Straf- und 
Zivilklägerinnen ist unauffällig. Zur Anzeige resp. zu ersten polizeilichen Befragun-
gen von K.________ sowie der Straf- und Zivilklägerinnen und damit zur Einleitung 
des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten kam es auf ziemlich typische Weise: 
Nachdem sich der Beschuldigte am 28. August 2015 von Frau K.________ ge-
trennt hatte, fanden die beiden Mädchen ihre Mutter – nach der Trennung vom Be-
schuldigten – am besagten Tag weinend auf dem WC vor, worauf sie ihre Mutter 
trösteten und ihr erstmals von unangemessenen Äusserungen (in sexueller Hin-
sicht) des Beschuldigten ihnen gegenüber erzählten. Tags darauf konfrontierte 
K.________ den Beschuldigten sogleich mit den von den Straf- und Zivilklägerin-
nen geschilderten Vorwürfen. Einige Tage später kontaktierte K.________ am 1. 
September 2015 ein erstes Mal die Polizei und am 3. September 2015 einen 
Rechtsanwalt. Weiter nahm K.________ auch Kontakt zur Lantana (Fachstelle Op-
ferhilfe bei sexueller Gewalt) auf und vereinbarte mit dieser einen Termin für den 9. 
September 2015. Auf telefonisches Anraten der Lantana hin liess K.________ ihre 
beiden Töchter in der Zeit zwischen dem 1. September 2015 und dem 4. Septem-
ber 2015 die gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe vorerst schriftlich do-
kumentieren. Zu den schriftlichen Ausführungen der beiden Straf- und Zivilkläge-
rinnen (pag. 22) kann festgehalten werden, dass diese in einer altersgerechten 
Sprache festgehalten worden sind. Es trifft zwar zu, dass die beiden Mädchen ihre 
Berichte zusammen – in Anwesenheit der Mutter – niedergeschrieben und sie sich 
wohl untereinander ausgetauscht haben. Die Berichte enthalten teilweise tatsäch-
lich übereinstimmende Beschreibungen. Andererseits enthalten die Berichte aber 
auch eigenständige Beschreibungen der beiden Mädchen. Zudem beschränkte 
sich die Straf- und Zivilklägerin 1 in ihrer Dokumentation auf verbale (sexuelle) 
Belästigungen und einige unangemessene Berührungen seitens des Beschuldig-
ten. Angaben über körperliche Übergriffe seitens des Beschuldigten hat sie dage-
gen keine niedergeschrieben. Die Straf- und Zivilklägerin 2 ihrerseits erwähnte in 
ihren Notizen mehr oder weniger alle Vorfälle, welche dann Eingang in die Anklage 
gefunden haben. Angesichts des Umstandes, dass die Straf- und Zivilklägerin 1 in 

14

ihren Notizen noch keine Angaben über die körperlichen Übergriffe des Beschuldig-
ten machte, konnte K.________ die Tragweite der Übergriffe in diesem Zeitpunkt 
noch gar nicht bekannt sein; sie ging (entsprechend den Angaben der beiden Mäd-
chen zu dieser Zeit) damals einzig von verbalen Belästigungen und einigen unan-
gemessenen Berührungen des Beschuldigten aus. Insofern war eine allfällige Ein-
flussnahme der Mutter sicherlich nicht entscheidend und die Absprachemöglichkei-
ten gering. Im Übrigen gilt nochmals zu erwähnen, dass das Niederschreiben des 
Vorgefallenen von der Beratungsstelle auch empfohlen worden war. Die Angaben 
der beiden Mädchen in den Notizen zeigen jedenfalls klar das Bild eines vom Be-
schuldigten ausgehenden sexualisierten Verhaltens, welches im Umgang mit den 
beiden Mädchen weder alters- noch situationsgerecht ist. 

Am Abend des 4. September 2015 besuchte K.________ zusammen mit ihren 
Töchtern eine Freundin (von K.________). Anlässlich dieses Besuchs führte 
C.________ gegenüber ihrer Mutter dann aus, dass noch mehr passiert sei, als sie 
(C.________) in ihren Notizen geschrieben habe; sie erwähnte dabei insbesondere 
Penetrationen mit Finger und Penis sowie Oralverkehr (vgl. dazu auch die ausführ-
liche Darlegung der Vorinstanz auf pag. 474 f.). Die Freundin von K.________ mel-
dete sich dann umgehend bei der Polizei (vgl. pag. 2) und schilderte dieser telefo-
nisch, dass die Töchter von K.________ sexuell missbraucht worden seien. Im 
Rahmen der Ermittlungen machte K.________ dann am 5. September 2015 ihre 
ersten Aussagen bei der Polizei (pag. 13 ff.). Aufgrund der Erstaussagen von 
K.________ erfolgte am 8. September 2015 die Eröffnung der Strafuntersuchung 
gegen den Beschuldigten wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, 
evtl. Pornografie (pag. 1), wobei sich der Fokus der Ermittlungen nach den ersten 
Erkenntnissen (resp. aufgrund der Aussagen von K.________) zunächst auf die 
Straf- und Zivilklägerin 1 richtete. Diese wurde am 10. September 2015 per Video 
befragt, wobei sie bestätigte, dass der Beschuldigte mit ihr Oral- und Geschlechts-
verkehr gemacht habe (pag. 31 ff., vgl. auch pag. 4); er (der Beschuldige) habe sie 
immer an Montagen, wo sie schulfrei habe, zu sich einladen wollen nach 
W.________. Die Übergriffe seien in W.________ und V.________ passiert. Am 
28. September 2015 wurde dann auch die Straf- und Zivilklägerin 2 befragt (pag. 
54 ff.), welche verschiedene Beispiele nannte, wie sie verbal und durch einzelne 
Berührungen sexuell belästigt worden sei. 

Wie bereits erwähnt, erscheint die Entstehungsgeschichte der Aussagen unauffäl-
lig. Dass sich die beiden Mädchen erst an ihre Mutter wandten, nachdem sich der 
Beschuldigte von dieser (Frau K.________) getrennt hatte, ist nachvollziehbar. 
Denn die Mutter liebte den Beschuldigten ganz offensichtlich sehr (vgl. etwa pag. 
14 Z. 32), was auch die Mädchen bemerkten. Der Beschuldigte unterstützte die 
Familie P.________ mit beträchtlichen finanziellen Beträgen (er bezahlte der Fami-
lie u.a. den Mietzins) und erschien der Familie als «Retter in der Not». Für die bei-
den Mädchen - insbesondere für C.________ - stellte er zudem eine soziale Vater-
figur dar, C.________ nannte ihn gar «Papi». All dies führte zu einer grossen Ab-
hängigkeit von Frau K.________ und deren Töchter vom Beschuldigten. Die beiden 
Mädchen wollten das Glück der Mutter resp. das Familienglück (insb. finanzielle 
Unterstützung durch den Beschuldigten; soziale Vaterfigur) nicht zerstören. Ihnen 
war bewusst, dass die Schilderung der Übergriffe gegenüber ihrer Mutter das gan-

15

ze Familiensystem gefährden würde. Es ist daher verständlich, dass sie ihrer Mut-
ter während der Beziehung zum Beschuldigten nichts von Belästigun-
gen/Übergriffen erzählten. Nach der Trennung des Paares gab es jedoch nichts 
mehr zu verlieren, weshalb sie sich dann ihrer Mutter anvertrauten. Verständlich ist 
dann auch die Reaktion der Mutter, welche zunächst den Beschuldigten mit den 
Vorwürfen konfrontierte und dann in der Folge die Behörden und weitere Personen 
informierte. Dass beim Niederschreiben der Notizen tatsächlich Raum für suggesti-
ve Einflüsse seitens der Mutter blieb, lässt sich nicht von der Hand weisen. Einer 
allfälligen Einflussnahme der Mutter – sofern eine solche überhaupt stattfand – ist 
jedoch nicht gross Beachtung zu schenken, da sich die Vorwürfe der beiden Mäd-
chen in diesem Zeitpunkt noch auf verbale Belästigungen und einige unangemes-
sene Berührungen beschränkten (von erzwungenem Oral- oder Geschlechtsver-
kehr war in den ersten Notizen noch keine Rede; vgl. pag. 22).   

8.4 Aussagen der Mutter der beiden Straf- und Zivilklägerinnen 

Die Vorinstanz hat die Aussagen von K.________, welche zwei Mal von der Polizei 
und dann ein weiteres Mal anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ein-
vernommen worden war, zutreffend zusammengefasst, darauf wird verwiesen (pag. 
485 ff. S. 35 ff. der Urteilsbegründung). 

Was die Aussagen der Mutter der beiden Straf- und Zivilklägerinnen anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme vom 5. September 2015 anbelangt, fällt auf, dass sie zu 
Beginn der Befragung über lange Zeit (rund 1,5 Stunden) ihre eigene Situation be-
schrieb (auf die Geschehnisse hinsichtlich ihrer Töchter ging sie noch mit keinem 
Wort ein), wobei sie bei der Erzählung über ihre Beziehung zum Beschuldigten un-
systematisch blieb und einfach das erzählte, was ihr gerade eingefallen ist. Im 
Rahmen dieser Schilderungen hat sie durchaus auch Dinge erwähnt, die darauf 
schliessen lassen, dass ihr Leben nicht immer reibungslos verlaufen ist (vgl. etwa 
pag. 14 Z. 40 ff.). So gab sie beispielsweise an, dass D.________ sie belogen ha-
be und dann drei Wochen beim leiblichen Vater geblieben sei, wo sie (D.________) 
mehr Freiheiten gehabt habe. Sie gab weiter auch an, dass der Beschuldigte sie 
mit Geld versorgt habe, er sie aber nicht bei der Vorsorge habe anmelden wollen, 
was sie enttäuscht habe. Sie erzählte dann auch noch eine Geschichte mit einem 
vermeintlichen Cousin des Beschuldigten, die nichts mit den Vorfällen gegenüber 
ihren Mädchen zu tun zu haben scheint (p. 15, Z. 77 ff.). Daraus kann immerhin 
geschlossen werden, dass K.________ nicht zielgerichtet bei der Polizei belasten-
de Aussagen gegen den Beschuldigten deponierte. Vielmehr macht es den Ein-
druck, als habe sie einfach frei aus ihrem Leben erzählt, wobei sie in der freien Er-
zählung insbesondere Ausführungen dazu machte, was ihr mit dem Beschuldigten 
persönlich widerfahren ist. Ihre Ausführungen erscheinen nicht vorbereitet und 
durchdacht, sondern spontan. Nachdem K.________ im ersten Teil der Einver-
nahme einzig ihre eigene Situation beschriebe hatte, wurde sie dann – nach einem 
kurzen Unterbruch der Einvernahme – vom Befrager dazu aufgefordert, konkret zu 
den Vorfällen hinsichtlich ihrer Töchter Auskunft zu geben. Doch auch auf diese 
Aufforderung hin erzählte sie zunächst wiederum von ihren eigenen Problemen mit 
dem Beschuldigten und eine Geschichte, welche nichts mit ihren Töchtern zu tun 
zu haben scheint (pag. 16 Z. 112 ff.). Erst auf konkret Nachfrage hin gab 

16

K.________ dann die sexuellen Übergriffe des Beschuldigten gegenüber der Straf- 
und Zivilklägerin 1 zu Protokoll, von denen sie erst tags zuvor erfahren hatte (pag. 
16 ff.). Sie führte dabei u.a. aus, dass sie – nachdem C.________ ihr am Tag zuvor 
von den Übergriffen erzählt habe – alles kaputt gemacht und geschrien habe. Ihre 
Kollegin habe dann die Polizei verständigt und sie seien für eine Untersuchung ins 
Inselspital gegangen, wo aber keine Untersuchung stattgefunden habe, da Material 
gefehlt habe (pag. 17 Z. 198 ff.). Im Anschluss an diese Ausführungen übergab 
K.________ der Polizei eine Visitenkarte der Frauenklinik und begann zu weinen 
(pag. 17 Z. 203). Am Schluss der Einvernahme führte sie dann auf die Frage, ob 
sie dem Protokoll noch etwas anzufügen habe, aus, dass der Beschuldigte bis jetzt 
immer gut zu ihr gewesen sei, er sie finanziell unterstützt habe und sie von ihm ab-
hängig gewesen sei, was sie aber geduldet habe (pag. 20 Z. 246 ff.). Mithin fand 
die Mutter der beiden Straf- und Zivilklägerinnen auch nach der Schilderung der 
Vorfälle noch positive Worte für den Beschuldigten. 

Auffallend ist weiter, dass K.________ auch später anlässlich der Hauptverhand-
lung ihre Probleme und ihr Unvermögen nicht zu kaschieren versuchte und davon 
erzählte, wie belastend die Situation für die ganze Familie sei. Sie bestätigte in der 
Hauptverhandlung ihre Aussagen, belastete den Beschuldigten aber auch hier 
nicht übermässig, sondern erwähnte auch positive Aspekte. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich K.________ anlässlich ih-
rer ersten Einvernahme zunächst selber in den Mittelpunkt stellte, indem sie über 
lange Zeit einzig ihre eigene Situation beschrieb. Erst auf zweimalige Aufforderung 
hin kam sie dann auf die gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe zu spre-
chen. Bereits dieser Umstand spricht klar gegen eine Falschbezichtigung resp. eine 
Racheaktion, ist doch davon auszugehen, dass K.________ umgehend auf die 
Missbrauchsvorwürfe zu sprechen gekommen wäre, wenn sie den Beschuldigten 
zu Unrecht hätte belasten wollen. Es ist offensichtlich, dass K.________ nach der 
Trennung a priori mit sich selber beschäftig war und die von den Töchtern geschil-
derten Vorwürfe (noch) nicht richtig einordnen konnte (vgl. etwa pag. 17 Z. 171 f. 
und Z. 176 ff.). Nachdem aber C.________ am 4. September 2015 auch von kör-
perlichen Übergriffen sprach, drehte die Situation, wobei die Mutter einen Anfall 
bekam, alles kaputt schlug, zu schreien begann und dann die Polizei verständigte, 
worauf das ganze Verfahren ins Rollen kam. Im Weiteren gilt zu erwähnen, dass 
K.________ den Beschuldigten nicht übermässig belastete und durchaus auch po-
sitive Aspekte erwähnte. Die Aussagen von K.________ erscheinen glaubhaft. Es 
ist aber zu erwähnen, dass sie eine reine Zeugin vom Hörensagen ist und selber 
keine Anzeichen eines Übergriffs gesehen haben will. Hingegen hat sie beispiels-
weise aussagen können, dass der Beschuldigte auch mit ihr auf der Polstergruppe 
in W.________ Sex gewollt habe, wobei man dazu ein Tuch drauf gemacht und 
sich vorher gewaschen habe, wie es auch C.________ erzählt habe (pag. 374 Z. 
22 ff.).  

8.5 Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte wurde insgesamt viermal zur Sache befragt (pag. 65 ff., 72 ff., 
377 ff., 680 f.). 

17

Hinsichtlich der vom Beschuldigten behaupteten Verständigungsprobleme kann 
vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (pag. 488, S. 38 ff. der Urteilsbegründung). Insbesondere trifft zu, dass der 
anwaltlich verbeiständete Beschuldigte, dessen Auftreten in der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung als respektlos etc. beschrieben wurde, kaum einfach dageses-
sen wäre und nichts dazu gesagt hätte, wenn er die ihm gestellten Fragen nicht 
verstanden hätte. Zudem ist der Beschuldigte auch eingebürgert worden und be-
treibt hier einen Autohandel, was zusätzlich dafür spricht, dass er die Deutsche 
Sprache in ausreichendem Masse beherrscht. Dieser Eindruck hat sich im Übrigen 
auch in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigt. Schliesslich gilt zu er-
wähnen, dass der Beschuldigte sowohl in der polizeilichen Einvernahme vom        
15. September 2015 als auch in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom    
16. August 2016 selber aussagte, dass er keine Übersetzung benötige (pag. 66 Z. 
3 und pag. 72 Z. 2).

Der Beschuldigte wurde erstmals am 15. September 2015 polizeilich befragt. Zu 
Beginn der Einvernahme machte er Ausführungen zu seiner Person und zur Bezie-
hung mit K.________. Er gab an, dass er K.________ finanziell unterstützt habe 
(pag. 66 Z. 22 ff., insb. Z. 35), u.a. habe er das Mietzinsdepot für ihre Wohnung in 
U.________ in der Höhe von CHF 7‘500.00 hinterlegt (pag. 67 Z. 44 f.) und für sie 
(K.________) ein Geschäft eröffnet, in welches er ca. CHF 80‘000.00 investiert ha-
be (p. 67 Z. 61 f.). Vor diesem Hintergrund erstaunt dann seine Aussage, wonach 
die Beziehung zu K.________ rein sexuell gewesen sei (pag. 67 Z. 49). Etwas 
später wiederholte er, dass er K.________ einfach finanziell unterstützt habe (pag. 
68 Z. 90 f.). Auf die Frage, wie er seine Beziehung zu den beiden Kindern von Frau 
K.________ bezeichnen würde, führte er aus, er wisse und es interessiere ihn auch 
nicht, was die Kinder den Tag hindurch machen würden (pag. 68 Z. 89 f.). Einen 
Satz später führte er dann aber aus, dass er mit Frau K.________ und den Kindern 
drei bis vier Mal im Libanon gewesen und es auch vorgekommen sei, dass sie am 
Abend zusammen gegessen hätten (teilweise auch auswärts; pag. 68 Z. 91 und Z. 
99 f.). Auch diese Aussagen erstaunen im Kontext. Die Frage, ob er jemals mit ei-
ner der Straf- und Zivilklägerinnen alleine unterwegs gewesen sei, beantwortete 
der Beschuldigte bei der polizeilichen Einvernahme kurz und bündig mit «Nein» 
(pag. 68 Z. 106). Weiter bestritt er, komische Äusserungen (sexuelle Äusserungen) 
gegenüber D.________ gemacht zu haben; vielmehr will er ihr lediglich gesagt ha-
ben, sie solle mit sexuellen Kontakten warten, bis sie 18 oder 20 Jahre alt sei und 
erst mit jemandem Sex haben, den sie liebe (pag. 68 Z. 112 ff.). Zu den schriftli-
chen Aussagen (Notizen) von D.________ meinte er, es treffe einzig zu, dass er 
sie bei der Begrüssung auf den Mund küsse (pag 68 Z. 127 ff.). Auf Vorhalt, dass 
auch C.________ von sexuellen Äusserungen (seitens des Beschuldigten) erzählt 
habe, führte der Beschuldigte aus, auch das stimme nicht, das komme alles von 
der Mutter und er möchte gerne wissen, ob sie geltend mache, von ihm vergewal-
tigt worden zu sein (pag. 68 Z. 136 f.), wobei hier nicht klar ersichtlich ist, ob der 
Beschuldigte von K.________ oder von C.________ sprach. Danach wurde dem 
Beschuldigten vorgehalten, dass C.________ später zudem angegeben habe, dass 
es zwischen ihm (dem Beschuldigten) und ihr (C.________) zu sexuellen Handlun-
gen (Oral- und Geschlechtsverkehr) gekommen sei, worauf der Beschuldigte 

18

zunächst aussagte, das stimme nicht, er sei doch nicht blöd, denn das (sexuelle 
Kontakte) könne man ja untersuchen (pag. 69 Z. 143). Im Anschluss daran startete 
der Beschuldigte einen Erklärungsversuch, weshalb die beiden Mädchen ihn – sei-
ner Ansicht nach zu Unrecht – belasten (pag. 69 Z. 145 ff.): Es sei bei ihm ge-
schäftlich nicht mehr so gut gelaufen, weshalb er etwas Abstand von K.________ 
gebraucht habe. Er habe sehr viel gearbeitet und daher seine Ruhe gewollt, was er 
K.________ auch so gesagt habe. Es sei K.________ (welche habe heiraten wol-
len, er [der Beschuldigte] jedoch nicht) immer nur ums Geld gegangen und weil er 
Abstand gewollt habe, kämen nun solche Vorwürfe. K.________ sei – noch bevor 
die Polizei in sein Geschäft gekommen sei – zu ihm nach W.________ gekommen, 
wo sie ihm Vorwürfe gemacht und Geld gewollt habe. Sie habe zunächst CHF 
500‘000 als Schmerzensgeld (für das, was er den Kindern angetan habe) gefordert, 
später dann noch CHF 200‘000.00. Er habe dann am 31. August 2015 einen An-
walt kontaktiert und mit diesem für den 2. September 2015 einen Termin verein-
bart. Die Aussagen von C.________ bezeichnete der Beschuldigte im Weiteren als 
Abmachung mit der Mutter (pag. 70 Z. 193). Ferner wies er – ohne erkennbaren 
Bezug zur gestellten Frage – darauf hin, dass K.________ einen Pornokanal im 
Abonnement gehabt und er ihr gesagt habe, sie solle diese Filme nicht schauen, 
wenn die Kinder zugegen seien. Zudem sei sie (K.________) sehr laut gewesen 
beim Sex und habe ihm auf seinen Hinweis gesagt, die Kinder würden das nicht 
hören, sie seien schon am Schlafen (pag. 70 Z. 195 ff.). 

Anlässlich seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft am 16. August 2016 
bestätigte der Beschuldigte seine Aussage, wonach er mit K.________ nur eine 
sexuelle Beziehung gehabt und er sie im Jahr 2009 geheiratet [nach islamischem 
Recht] habe, um mit ihr Sex haben zu können; er habe eine saubere Sache gewollt 
und sie (K.________) habe das akzeptiert (pag. 73 Z. 41 ff.). Auf Frage, wie es 
nach der (islamischen) Hochzeit in der Beziehung weitergegangen sei, gab der Be-
schuldigte an, er sei jeden Abend zu K.________ gegangen, sie hätten zusammen 
gekocht und zusammen geschlafen und um 22 oder 23 Uhr sei er dann jeweils 
wieder nach Hause nach V.________ gegangen (pag. 73 Z. 53 ff.). Der Beschul-
digte gab sodann zu Protokoll, dass er im Jahr 2011 – nach einer rund einjährigen 
Trennung – wieder mit K.________ zusammen gekommen sei und er ihre Schul-
den von ca. CHF 6‘000.00 bezahlt habe (pag. 74 Z. 67 ff.). Zur Frage, wie er seine 
Beziehung zu den Töchtern von K.________ beschreiben würde, meinte der Be-
schuldigte – anders als bei der ersten Einvernahme, wo er ausführt, die Kinder in-
teressierten ihn nicht – nun, er habe sie wie seine Töchter behandelt und habe 
K.________ mit den Kindern geholfen; es habe eine Zeit gegeben, da habe sie 
(Frau K.________) nicht mal Milch für die Töchter kaufen können, da habe er ihr 
geholfen (pag. 74 Z. 80).  

Hinsichtlich seiner Lebenspartnerin, Frau L.________, gab der Beschuldigte in der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme an, dass er mit dieser seit ca. 28 Jahren zu-
sammen sei. Mit Frau L.________ sei er nur so verheiratet, wie er es auch mit Frau 
K.________ sei (pag. 74 Z. 91). Auf Vorhalt der Aussage von K.________, wonach 
sie von ihm (dem Beschuldigten) monatlich CHF 5‘000.00 erhalten habe, führte der 
Beschuldigt zunächst – getreu seinem Aussageverhalten – aus, das stimme nicht. 
Er habe für die Wohnung nur CHF 2‘800.00 bezahlt und er habe K.________ nicht 

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jeden Monat mit gleichen Beträgen unterstützt, manchmal habe er ihr CHF 
2‘000.00, manchmal CHF 6‘000.00 und manchmal auch CHF 8‘000.00 gegeben 
(pag. 75 Z. 111 ff.). Weiter gab der Beschuldigte an, K.________ habe ihn in den 
letzten Monaten vor der Trennung erpresst; sie habe gewollt, dass er sie anstelle, 
damit sie AHV erhalte (pag. 75 f., Z. 130 f.). Zur definitiven Trennung sei es dann 
gekommen, weil K.________ ihm viel Druck gemacht und ihn vor die Wahl gestellt 
habe, entweder sie oder seine Frau (pag. 76 Z. 139 f.). Er habe diesen Druck nicht 
mehr gewollt (pag. 77 Z. 142; bei der Polizei hatte der Beschuldigte dazu noch 
ausgesagt, dass K.________ die Situation, so wie sie war, akzeptiert habe).  

Auf konkrete Frage gab der Beschuldigte gegenüber der Staatsanwaltschaft so-
dann zu Protokoll, das Wort «brätsche» würde er nicht verwenden für Sex. Weiter 
führte er hierzu – wiederum ohne erkennbaren Bezug zur Frage – aus, einmal sei 
die kleine Tochter D.________ weinend ins Schlafzimmer gekommen und habe 
gesagt, sie habe Angst, weil K.________ so geschrien habe (pag. 77 Z. 195 ff.). 
Der Beschuldigte bestritt anschliessend auch gegenüber der Staatsanwaltschaft, 
sich unangemessen gegenüber den Töchtern geäussert oder verhalten zu haben. 
So habe er immer erst geduscht, wenn die Töchter bereits geschlafen hätten resp. 
im Bett gewesen seien (pag. 78 Z. 211 ff.), was speziell erscheint, ist es doch un-
verfänglich, im Bad zu duschen, auch wenn die Kinder noch nicht im Bett sind. Der 
Beschuldigte bemerkte sodann wiederum, vielleicht hätten die Kinder den Sex zwi-
schen ihm und K.________ gehört (pag. 78 Z. 215 f.). Den Vorhalt, er habe die 
Mädchen berührt, insbesondere C.________ auch an den Brüsten angefasst, be-
antwortete er folgendermassen: «Nein, das stimmt nicht. C.________ hatte drei 
Freunde während der Zeit, als ich sie kannte» (pag. 78 Z. 220 f.). Auch diese Ant-
wort lässt aufhorchen, ist doch auch hier kein Zusammenhang zur gestellten Frage 
ersichtlich. Die konkreten Vorwürfe zu seinem Verhalten gegenüber C.________ 
(sexuelle Handlungen etc.) bestritt er. Er führte dazu weiter aus, sie mache das 
nur, um ihn kaputt zu machen (pag. 78 Z. 228). Auf Frage gab er weiter an, dass es 
keine Situationen gegeben habe, die C.________ hätte missverstehen können und 
führte hierzu – wiederum ohne erkennbaren Zusammenhang zur Frage – aus, ihre 
Mutter habe auch behauptet, dass er mit C.________ über Facebook und Facetime 
spreche, was aber nicht stimme (pag. 78 Z. 238 f.). Auf Frage, wie es möglich sei, 
dass C.________ als 13-järiges Mädchen den Sex in allen Details habe beschrei-
ben können, führte er aus, das wisse er nicht, C.________ sei wie seine eigene 
Tochter gewesen (pag. 79 Z. 256) und er wisse auch nicht, ob sie den Pornokanal 
geschaut habe (pag 79 Z. 264). Zu den Kontakten zwischen C.________ und ihm 
gab der Beschuldigte u.a. an, sie habe ihn jeweils am Montag nach der Schule an-
gerufen und gefragt, ob sie Fleisch bei dieser Metzgerei (neben der Schule von 
C.________; K.________ finde das Fleisch dort das beste) holen könne und er ha-
be dann jeweils gesagt, dass sie dies tun dürfe und er das Fleisch Ende Woche 
bezahlen werde, was die Metzgerei so akzeptiert habe (pag. 79 Z. 274 ff.). Weiter 
meinte der Beschuldigte, diese Telefonate wegen dem Fleisch wären eine Er-
klärung für die Kontakte zwischen C.________ und ihm (pag. 79 f., Z. 280 f.). In 
W.________ während den Mittagessen seien im Übrigen jeweils 6 bis 8 Personen 
anwesend gewesen (pag. 80 Z. 283). Weshalb die Mädchen, die er beide gern ge-
habt habe, ihn falsch belasten sollten, wisse er nicht, da müsse man die Mutter fra-

20

gen (pag. 80 Z. 293). Auf konkrete Nachfrage führte der Beschuldigte dann aus, 
das Interesse von K.________, ihn falsch zu belasten, liege darin, dass sie fast 
CHF 6‘000.00 im Monat von ihm erhalten habe, was sie nun nicht mehr bekomme. 
Sie wolle ihn fertig machen. K.________ habe ihm auch gesagt, sie wolle CHF 
500‘000.00, sonst werde sie ihn nicht in Ruhe lassen und zur Polizei gehen. Als 
Grund für ihre Forderung habe K.________ den angeblichen Missbrauch ihrer 
Töchter angegeben. Später habe sie dann CHF 200‘000 gewollt (pag. 80 Z. 314 
ff.).    

Anlässlich der Hauptverhandlung vor erster Instanz erklärte der Beschuldigte zu 
Beginn, Frau L.________, mit der er nun seit 27 Jahren zusammen sei, wisse 
nicht, dass er heute vor Gericht sei, er wolle sie nicht verletzen (pag. 377 Z. 19 und 
23 f.). Die Beziehung zu K.________ beschrieb er auch vor Gericht als rein sexuell 
(pag. 379 Z. 31). Weiter bestätigte er, dass er K.________ finanziell unterstützt ha-
be. Konkret führte er aus, er habe ihr manchmal bis CHF 5‘500.00 pro Monat be-
zahlt; er habe die Abonnemente der Töchter, die Krankenkasse, die Wohnung, den 
Strom usw. bezahlt (pag. 380 Z. 4 f.). Die ihm konkret vorgeworfenen Verfehlungen 
stritt er auch vor Gericht ab (pag. 380 f.). 

Die Gerichtspräsidentin hielt anlässlich der Einvernahme des Beschuldigten im Üb-
rigen fest, dass der Beschuldigte die ihm gestellten Fragen offensichtlich nicht be-
antworten wolle (pag. 380 Z. 35 f.). Ein Blick in das Einvernahmeprotokoll (pag. 377 
ff.) bestätig diese Einschätzung. Es fällt auf, dass der Beschuldigte auf viele der 
gestellten Fragen ausweichend oder gar nicht antwortete (wie auch in den vorheri-
gen Einvernahmen bei der Polizei und Staatsanwaltschaft). Die Frage etwa, ob er 
einen Kuss auf die Lippen als angemessene Begrüssung (bei den Mädchen) finde, 
beantwortete der Beschuldigte so: «Ich habe die Kinder gern. Wenn ich sie so küs-
se, ist das nichts schlechtes. Sie waren so kleine süsse Kinder, man möchte sie 
fast verspeisen» (pag. 383 Z. 19 f.). Auf anschliessenden Vorhalt, dass 
D.________ damals schon 13 Jahre alt gewesen sei, meinte der Beschuldigte 
dann: «Ich hatte keine Beziehung mit den Kindern. Ich habe sie nicht gefragt, was 
sie heute gemacht haben und was in der Schule gewesen ist» (pag. 383 Z. 23 f.). 
Den weiteren Vorhalt, wie es denn komme, dass die Mädchen unabhängig vonein-
ander so viele ähnliche Vorfälle in so unterschiedlicher Art geschildert hätten, so 
dass es nicht abgesprochen töne, beantwortete der Beschuldigte folgendermassen: 
«Ich dachte, das ist eine Abmachung der Mutter mit den Kindern, um mich in die 
Scheisse zu bringen» (pag. 384 Z. 4 f.). 

Der Beschuldigte wurde dann auch noch gefragt, was für ihn eine rein sexuelle Be-
ziehung bedeute, was er wie folgt beantwortete: «Dass ich sie liebe» (pag. 385 Z. 
46). Schliesslich ergänzte er auf Frage seines Verteidigers zu seinem Sexualleben 
mit K.________ das Folgende: «Wir hatten nicht jeden Tag Sex. Ich bin keine Ma-
schine. Vielleicht an vier Tagen pro Woche. [Zum Oralsex:] Sie ist immer heiss. Sie 
braucht es jeden Tag. Ich habe nicht gerne Oralsex. [Zum Analsex:] Sie hat gerne 
Analsex aber ich habe das nicht gern. Sie hatte diese Sachen mit Pornos auf der 
Box. Ja, die habe ich mit ihr geschaut» (pag. 386 Z. 35 ff.).  

In der oberinstanzlichen Verhandlung bestritt der Beschuldigte die gegen ihn erho-
benen Vorwürfe erneut (pag. 680 Z. 19). Auf die Frage, welches Interesse die 

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Mädchen haben könnten, ihn falsch zu belasten, führte der Beschuldigte – anders 
als in den vorherigen Einvernahmen, aber einmal mehr getreu seinem auswei-
chenden Aussageverhalten – aus: «Weil sie den Vater lieben und die Mutter has-
sen. Die Mutter schlägt die beiden Töchter immer. Sie möchten sich an mir rächen 
wegen der Mutter oder wegen dem Vater, ich weiss es nicht» (pag. 679 Z. 24 ff.). 
Anschliessend wurde der Beschuldigte gefragt, ob er ein Verhalten an den Tag ge-
legt habe, so dass ein Missverständnis entstanden sein könnte (d.h. dass die Mäd-
chen dachten, es gehe um etwas Sexuelles, obwohl dem nicht so war), worauf er 
nun plötzlich (wiederum ausweichend) antwortete: «Ich sah die beiden Mädchen 
nicht. Ich hatte um 19.50 Uhr Feierabend und kam zwischen 20.30 und 21.00 Uhr 
nach Hause. Die Mutter kam immer zwischen 11.00 und 12.00 Uhr zu mir ins 
Büro» (pag. 679 Z. 33 ff.). Die Frage wurde dem Beschuldigten anschliessend wie-
derholt, worauf er ausführte, er habe keinen Kontakt zu den beiden Mädchen ge-
habt und es sei alles falsch, was geschrieben worden sei. Weiter erklärte er: 
«Wenn die Kinder zu mir gekommen sind, wurden sie durch die Mutter begleitet. 
Auch am Abend, als ich die Mädchen gesehen habe, war die Mutter immer dabei» 
(pag. 679 Z. 39 ff.). Weiter wurde dem Beschuldigten die Aussage von 
C.________, wonach er wie ein Vater für sie (C.________) gewesen sei, vorgehal-
ten. Hierzu äusserte sich der Beschuldigte wie folgt: «Sie war noch sehr klein, viel-
leicht so 7 Jahre alt. Ich mag die zwei Mädchen. Mehr zu tun hatte ich mit den 
Mädchen aber nicht. Ich stehe um 6.00 Uhr auf und gehe ins Geschäft und komme 
um 20.00 Uhr wieder nach Hause» (pag. 680 Z. 1 ff.). Schliesslich wiederholte der 
Beschuldigte nochmals, dass die Mädchen lügen würden resp. dass sich diese 
rächen wollten (pag. 680 Z. 23 f.). 

Wenn die Vorinstanz ausführt, dass sich in den Aussagen des Beschuldigten eine 
Vielzahl von Lügensignalen (Widersprüche, Strukturbrüche, Kargheit und Verar-
mung der Aussagen etc.) finden würden und die Vorinstanz seine Aussagen insge-
samt als nicht glaubhaft bezeichnet, ist ihr zuzustimmen (pag. 490 ff., S. 40 ff. der 
Urteilsbegründung). Der Beschuldige hat wiederholt die ihm gestellten Fragen nicht 
oder ausweichend beantwortet, reagierte mit Gegenfragen, stritt die Vorwürfe kate-
gorisch ab und drehte den Spiess jeweils um resp. reagierte mit Gegenangriffen, 
um seine Ex-Partnerin und deren Töchter zu diskreditieren. Seine Beziehung zu 
den beiden Mädchen konnte er nicht schlüssig erklären. Im Gegenteil: Er verstickte 
sich in Widersprüche und beschrieb die Beziehung zu den beiden Mädchen jeweils 
gerade so, wie es zur Faktenlage passte. Auch seine Aussagen zur Beziehung mit 
K.________ erweisen sich als wenig nachvollziehbar: So gab er zwar über alle 
Einvernahmen hinweg konstant an, dass die Beziehung rein sexuell gewesen sei. 
Dies dürfte aber kaum zutreffen, führte er doch an anderer Stelle wiederholt aus, 
dass er die Familie P.________ finanziell (mit beträchtlichen Beiträgen) unterstützt 
habe, jeden Abend zu Frau K.________ gegangen sei, mit der Familie die Wo-
chenenden verbracht habe und sie gemeinsam in die Ferien verreist seien. All dies 
spricht klar dafür, dass die Beziehung weit über das Sexuelle hinausgegangen ist. 
Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte auf das Bestreiten 
der Vorwürfe konzentrierte. Insofern wären in seinen Aussagen grundsätzlich keine 
(grösseren) Widersprüche zu erwarten gewesen. Schliesslich sei hier erwähnt, 
dass der Beschuldige auch hinsichtlich seiner finanziellen Verhältnissen keine 

22

schlüssigen Angaben machte: Einerseits will er die Familie P.________ monatlich 
mit bis zu CHF 5‘500.00 (pag. 380 Z. 4) resp. CHF 6‘000.00 (pag. 80 Z. 296 f.) un-
terstützt haben. Andererseits gibt er aber an, dass er ungefähr CHF 4‘500.00 bis 
5‘000.00 pro Monat verdiene; vor 6 Jahren habe er monatlich etwa CHF 6‘000.00 
verdient (pag. 670 Z. 42 f.). Diese Angaben gehen nicht auf, ist doch kaum vor-
stellbar, dass der Beschuldigte auf diese Weise seinen Lebensunterhalt bestreiten 
konnte. Seine Aussagen sind nicht glaubhaft, darauf kann nicht abgestellt werden. 

9. Aussagen der beiden Straf- und Zivilklägerinnen im Allgemeinen

9.1 Mögliche Suggestionen 

Angesichts der oben erwähnten Entstehungsgeschichte der Aussagen kann eine 
suggestive Beeinflussung zwar nicht ausgeschlossen werden. Eine Suggestion ist 
aber grundsätzlich immer möglich. Hier bestehen keine Anhaltspunkte, dass die 
Mädchen (einzig) aufgrund von Suggestionen ihre Aussagen gemacht hätten, dies 
umso mehr, als die beiden Mädchen die Vorfälle unabhängig voneinander jeweils 
inhaltlich gleich, aber mit unterschiedlichen Wörtern in einer altersgerechten Spra-
che schilderten, ohne hierfür Ausdrücke zu verwenden, welche darauf schliessen 
liessen, dass ihnen diese von Erwachsenen eingetrichtert worden wären.

9.2 Zu den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1

Die Vorinstanz hat die gesamtheitliche Würdigung der Aussagen der Straf- und Zi-
vilklägerin 1 sehr ausführlich und sorgfältig vorgenommen. Die Kammer schliesst 
sich der nachvollziehbaren Aussagenwürdigung der Vorinstanz vollumfänglich an, 
weshalb vorab darauf verwiesen wird (pag. 477 ff., S. 27 ff. der Urteilsbegründung).

Erwähnt sei hier, dass ein Visionieren der Einvernahme der Straf- und Zivilklägerin 
1 vom 10. September 2015 deutlich zeigt, dass sie relativ viel und frei erzählt hat, 
wobei sie altersgerechte Aussagen machte. Ihre Aussagen wirken spontan und 
nicht auswendig gelernt oder abgesprochen und sind versehen mit etlichen Rea-
litätskriterien (z.B.: wenn er sie als Kind auf den Mund geküsst habe, so gezogen 
habe [zeigt es mit der Hand], habe sie um den Mund voller «Speufer» gehabt, was 
doch eine sehr anschauliche Beschreibung ist, die kaum auswendig gelernt werden 
kann). Die Erzählung wirkt spontan, nicht einstudiert und enthält auch vermeintlich 
Entlastendes, so etwa, dass zwar viel passiert sei, es mit dem Mund aber selten 
gewesen sei, also er habe meistens bei ihr, sie nur selten bei ihm. Eindrücklich ist 
aber insbesondere ihre sprunghafte Erzählweise resp. der Umstand, dass sie die 
Vorfälle inhaltlich immer gleich geschildert hat, dies jedoch nicht immer in der glei-
chen Reihenfolge und mit denselben Worten. Die Aussagen der Straf- und Zivilklä-
gerin 1 zeichnen sich sodann durch eine bemerkenswerte Vielfalt an originellen De-
tails aus (z.B.: der Beschuldigte habe sie geduscht und dann ein «Tüchli» auf die 
Polstergruppe gelegt [pag. 32]; Zimmertür abgeschlossen und Fensterstoren run-
tergelassen [pag. 32]; Penis in den Shorts verschoben [pag. 33] usw.]), welche 
nicht nur den Ablauf der Geschehnisse, sondern auch Nebensächlichkeiten und 
teilweise auch Gedankengänge betreffen (z.B.: sie habe zuerst schreien wollen, es 
dann aber gelassen [pag. 32]; sie sei schockiert gewesen und habe Tränen in den 
Augen gehabt [pag. 33] usw.). Dass gewisse Aussagen von C.________, so bei-
spielsweise, dass es gut sei, dass sie es ihrer Mutter gesagt und nun bei der Poli-

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zei sei, etwas suggeriert wirken, tut der Glaubhaftigkeit ihrer Ausführungen keinen 
Abbruch. Im Übrigen hat C.________ die Fragen offen beantwortet und sich nicht 
in Widersprüche versetzt. Weiter hat sie selber zugegeben, dass sie sich auf Face-
book wahrheitswidrig als 18-Jährige ausgegeben habe. 

Die Visionierung der Einvernahme von C.________ vom 9. März 2016 zeigt ein 
Mädchen, das intellektuell etwa gleich weit entwickelt erscheint wie bei der ersten 
Einvernahme. Es fällt auf, dass C.________ doch recht Mühe hatte, sich auszudrü-
cken, dies einerseits was den Wortschatz betrifft, andererseits aber auch, was den 
Sinn betrifft von dem, was sie ausdrücken will. Sie wirkt aber ehrlich und Vieles er-
scheint wiederum spontan erzählt. Es darf nicht verheimlicht werden, dass 
C.________ den Widerspruch, wonach der Beschuldigte sie häufig am Montag an-
gerufen hat, die Handyauswertung aber kaum Anrufe am Montag ergeben hat, 
nicht auflösen konnte. Insgesamt erscheint ihre Ausdrucksweise auch hier altersge-
recht. Sie erzählte das Vorgefallene eindrücklich und liess sich nicht aus dem Kon-
zept bringen, eben auch dann nicht, wenn sie einen Widerspruch nicht auflösen 
konnte. Ganz zum Schluss bat sie den Beschuldigten eindringlich, jetzt sofort die 
Wahrheit zu sagen, wenn er schon da bei der Polizei sei, was ebenfalls beein-
druckte und was sie bestimmt nicht im Auftrag ihrer Mutter getan hat. 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte die Straf- und Zivil-
klägerin 1 ihre bisherigen Aussagen. Dabei war offensichtlich, dass sie das Vorge-
fallene nach wie vor stark belastete: So begann sie gleich zu Beginn der Verhand-
lung, nachdem sie gefragt worden war, ob es ihr gut gehe, zu weinen. Nachdem sie 
sich wieder gefangen hatte, führte sie dann aus, dass sie das, was passiert sei, 
sehr verletzt habe. Es gehe ihr nicht gut, aber sie sei froh, heute hier (vor Gericht) 
zu sein, damit sie alles erzählen könne. Sie blieb bei den Vorwürfen, welche sie 
gegenüber dem Beschuldigten erhoben hatte und führte aus, dass sie die Wahrheit 
gesagt habe. Auf die Frage, weshalb sie nicht schon früher von den Vorfällen er-
zählt habe, gab sie zu Protokoll, dass sie noch sehr jung gewesen sei und die Sa-
chen nicht habe realisieren können; sie sei einfach schockiert gewesen und habe 
niemandem davon erzählt (pag. 674 Z. 7 f.). Sie habe auch D.________ nichts von 
den sexuellen Sachen erzählt, da es ihr «mega» peinlich gewesen sei. Sie habe 
gewusst, dass ihre Mutter ansonsten psychisch kaputt gehen würde und auch für 
ihre Schwester wäre es schlimm gewesen, einfach für die ganze Familie (pag. 674 
Z. 16 ff.). Hinsichtlich des Verhältnisses zum Beschuldigten vor den fraglichen Vor-
fällen führte die Straf- und Zivilklägerin 1 sodann aus, sie habe den Beschuldigten, 
als ihre Mutter ihn kennengelernt habe, sehr sympathisch gefunden, er habe für sie 
gekocht usw. Er sei wie ein Vater für sie gewesen und sie habe ihm «Papi» gesagt. 
Er habe für sie auch Frühstück gemacht. Er sei einfach wie ein leiblicher Vater für 
sie gewesen; ihr leiblicher Vater trinke viel und habe sich nicht für sie (C.________ 
und D.________) interessiert (pag. 674 Z. 22 ff.). 

Die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1 insgesamt sind stimmig, blieben bis 
zum Schluss logisch und überzeugen sowohl durch einen hohen Detailierungsgrad 
als auch durch Originalität. Gerade die Aussage zu Nebensächlichkeiten (Tuch auf 
die Polstergruppe gelegt, Store runtergelassen usw.) sind äusserst originell und 
enthalten räumliche Verknüpfungen, die nicht erfunden sein können und für ein 

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selbst erlebtes Geschehen sprechen. Die Straf- und Zivilklägerin 1 schilderte die 
Vorfälle aus ihrer Sicht in einer kindesgerechten Sprache (etwa «Köpfli», «Tube mit 
Schleim», «Schleimzeug»). Im Übrigen zeigte sich auch in der oberinstanzlichen 
Verhandlung, dass die Straf- und Zivilklägerin 1 nicht über die intellektuellen Fähig-
keiten verfügt, um derart viele Vorfälle konstant gleich zu Protokoll geben zu kön-
nen, wenn diese erfunden wären resp. wenn sie diese nicht selbst erlebt hätte. 
Schliesslich konnte die Straf- und Zivilklägerin 1 auch nachvollziehbar erklären, 
weshalb sie sich nicht sofort nach den ersten Übergriffen an die Mutter oder sonsti-
ge Personen wandte: Es sei ihr nämlich peinlich gewesen und sie habe Angst um 
das Familienglück gehabt. Zu beachten ist auch, dass sich C.________ in einem 
Loyalitätskonflikt befand: Die Mutter war sehr verliebt in den Beschuldigten, man 
verreiste gemeinsam in die Ferien und die Familie profitierte von der finanziellen 
Unterstützung des Beschuldigten. Dieses Familiensystem wollte die Straf- und Zi-
vilklägerin 1 ganz offensichtlich nicht zerstören. Der Beschuldigte stellte für die 
Straf- und Zivilklägerin 1 denn auch eine Art Ersatzvater dar (sie sagte ihm «Pa-
pi»), weshalb ihre Aussage, sie habe gar nicht realisieren können, was mit ihr pas-
siert sei, umso nachvollziehbarer erscheint. Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 
der Straf- und Zivilklägerin 1 spricht zusätzlich, dass sie auch Umstände zugege-
ben hat, welche unangenehm erschienen (z.B., dass sie sich auf Facebook als 18-
Jährige ausgegeben hatte). Daran vermögen einzelne Abweichungen in den Aus-
sagen der Straf- und Zivilklägerin 1 nichts zu ändern. Die Würdigung der Aussagen 
der Straf- und Zivilklägerin 1 unter Berücksichtigung aller aufgeführten Aspekte 
führt zum Schluss, dass darauf abgestellt werden kann. Sie schilderte stimmig und 
nachvollziehbar den gesamten Ablauf vom Schaffen einer sexuellen Grundstim-
mung bis hin zum tatsächlichen Missbrauch durch den Beschuldigten. Ohne selbst 
erlebten Hintergrund hätte die Straf- und Zivilklägerin 1 die Aussagen nicht machen 
können, dies insbesondere auch angesichts ihrer intellektuellen Fähigkeiten. Die 
Straf- und Zivilklägerin 1 liebte den Beschuldigten – wie bereits erwähnt – wie ei-
nen Vater, weshalb für sie auch kein Grund bestand, diesen zu Unrecht zu belas-
ten. 

9.3 Zu den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 2 

Die Vorinstanz hat sich auch mit den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 2 aus-
führlich auseinandergesetzt. Die Kammer kann sich der vorinstanzlichen Würdi-
gung wiederum vollumfänglich anschliessen, weshalb vorab darauf verwiesen wird 
(pag. 483 ff., S. 33 ff. der Urteilsbegründung). 

D.________ gab bei der Polizei am 28. September 2015 an, dass sie den Beschul-
digten am Anfang nicht so gemocht habe, da sie eigentlich gewollt habe, dass ihre 
Mutter wieder mit ihrem Vater zusammen lebe. Später sei der Beschuldigte aber 
wie ein Vater für sie gewesen (pag. 55 Z. 14 f. und pag. 56 Z. 57). Dann kam sie 
auf die Vorwürfe zu sprechen und gab zu Protokoll, als sie 11 Jahre alt gewesen 
sei, habe der Beschuldigte angefangen, so Sachen zu sagen, wie z.B. «hörst Du 
Mutter jeweils am Abend» (pag. 55 Z. 16 f.). Weiter führte sie aus: «Wenn von der 
Garage in W.________ Autos verschoben werden mussten, musste jeweils eine 
von uns mit A.________ fahren. Dann hat er jeweils so Sachen gesagt oder mir 
auch an die Beine gelangt» (pag. 55).  Als sie 12 Jahre alt gewesen sei, habe er ihr 

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gesagt, sie könne den Schlüssel seiner Wohnung in W.________ haben, damit sie 
mit ihrem Freund dorthin gehen könne (pag. 55 Z. 24 f.). Ihre Schwester habe, als 
sie (D.________) etwa 13 Jahre alt gewesen sei, bestätigt, dass der Beschuldigte 
ihr das wegen dem Schlüssel auch gesagt habe (pag. 55 Z. 26 ff.). Weiter schilder-
te sie Folgendes: «Einmal, als ich Hot Pants trug, hat er mir gegen den Po ge-
schlagen. Weiter zwinkerte er manchmal mit den Augen, wenn wir am Spazieren 
waren oder machte so anzügliche Bewegungen mit den Lippen» (pag. 55 Z. 32 ff.). 
Als sie einmal am Glasstück der Shisha ihre Nägel hin und her gerieben habe 
(später ergänzte sie dazu, das gebe so ein Geräusch, deshalb habe sie ihre Nägel 
hin und her gerieben), habe der Beschuldigte sie gefragt: «bist Du geil?» (pag. 55 
Z. 37). Es sei auch vorgekommen, dass er sich am Penis über den Kleidern gerie-
ben habe und einmal habe er ihr gesagt, ein Freund von ihr (D.________) habe 
mehr Interesse an ihrer Mutter, weil diese einen geilen Arsch habe und mehr Erfah-
rung (pag. 56 Z. 43 ff.). Er habe ihr manchmal auch gesagt, dass sie geil aussehe 
und sie gefragt, wie gern sie ihn habe. Solche Sachen habe der Beschuldigte je-
weils nur gesagt, wenn es die Mutter nicht gehört habe. Wenn die Mutter dabei ge-
wesen sei, habe er sich wie ein Vater verhalten (pag. 56 Z. 45 ff.). Schliesslich gab 
sie in der freien Erzählung noch das Folgende an: «Als er mich auf den Freund an-
sprach und das mit den Schlüsseln sagte, sagte er auch, dass wir jeweils duschen 
und dort zusammen schlafen könnten. Es mache nur beim ersten Mal weh. Ich 
wollte gar nicht richtig realisieren, was er mir jeweils gesagt hat. Ich habe jeweils 
auf dem Handy Musik gehört und mich versucht abzulenken» (pag. 55 Z. 48 ff.). 

Auf Frage erklärte die Straf- und Zivilklägerin 2 etwas später, dass die verbalen 
Belästigungen angefangen hätten, als sie 13 Jahre alt gewesen sei. Die Belästi-
gungen hätten jeweils nur kurze Momente gedauert, in der übrigen Zeit sei er kor-
rekt gewesen. Sie habe den Beschuldigten mir der Zeit wirklich gerne gehabt, aber 
dann hätten die Belästigungen angefangen (pag. 56 Z. 63 f.).  

In der Hauptverhandlung gab D.________ an, zu Hause hätten sie zwischen der 
Einvernahme bei der Polizei und heute schon darüber gesprochen, aber sie habe 
ihrer Mutter gesagt, sie solle weniger darüber reden, weil es sie («uns») belaste, 
sie solle mit der Psychologin darüber reden (pag. 360 Z. 44 ff.). Befragt zu ihrem 
Verhältnis zum Beschuldigten bestätigte D.________, dass das Verhalten des Be-
schuldigten im Beisein der Mutter jeweils normal gewesen sei. Wenn sie (die bei-
den Mädchen) aber alleine mit ihm gewesen seien, hätten sie gewusst, dass er 
wieder solche Sachen erzähle. Einmal, als sie von Y.________ aus dem Tunnel 
rausgekommen seien, habe er seine Hand auf ihr Bein gelegt und sie habe gesagt, 
das ist «Haram». Als sie das gesagt habe, habe er zu lachen begonnen und es sei 
nichts weiter passiert (pag. 361 Z. 3 ff.). Solche Sachen habe er aber eben nur ge-
sagt, wenn die Mutter nicht da gewesen sei. Sobald die Mutter gekommen sei, ha-
be er gesagt, «Achtung, s’Mami chund» (pag. 361 Z. 8 ff.). 

Auf die Frage, ob sie mit dem Beschuldigten manchmal auch über private oder in-
time Sachen gesprochen habe, führte sie aus: «Er mit mir schon. Als ich die Pille 
angefangen habe zu nehmen, habe ich der Mutter gesagt, ich will nicht, dass er es 
weiss, weil es mir peinlich ist. Sie hat es ihm aber trotzdem erzählt». Darauf habe 
er ihr gesagt, sie sei jetzt 12 Jahre alt, sie könne jetzt mit ihrem Freund ficken ge-

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hen. Er habe ihr beispielsweise auch gesagt, ob sie ihre Mutter höre, er «brätsche» 
sie geil. Zudem habe er sie einmal gefragt, ob sie noch Jungfrau sei und als sie 
dies bejaht habe, habe er gemeint, beim ersten Mal tue es zwar weh, aber nachher 
gehe es gut (pag. 361 Z. 28 ff.). Zum Verhältnis zu C.________ habe der Beschul-
digte immer gesagt, sie (D.________) sei die Putzfrau und C.________ die Prin-
zessin (pag. 361 Z. 44). Die Frage, ob sie etwas vom Sexuellen zwischen dem Be-
schuldigten und C.________ mitbekommen habe, verneinte sie. Auf Nachfrage 
führte sie dann aus, er habe ihnen «Müntschi» gegeben, mit seinem Mund über ih-
ren ganzen Mund und einmal einen Zungenkuss. Das sei in W.________ gewesen 
und sie habe das nicht gewollt. Die Mutter habe ihm dann gesagt, er solle das nicht 
mehr machen, aber er habe es trotzdem weiterhin gemacht (pag. 362 Z. 16 ff.). Die 
Straf- und Zivilklägerin 2 wurde dann noch gefragt, weshalb sie ihrer Mutter erst 
Ende August 2015 von den Übergriffen erzählt habe, worauf sie ausführte: «Ich 
habe es ihr gesagt, als sie «Gstürm» hatte mit ihm. Das war meine Gelegenheit es 
ihr zu sagen, wenn sie ihn nicht mehr sieht. Sonst hat sie immer gleich alles 
A.________ gesagt, was ich ihr erzählt habe. Davor hatte ich Angst» (pag. 366 Z. 1 
ff.). Weiter erwähnte sie, dass ihre Schwester mit den Problemen sonst immer zu 
ihr gekommen sei, damit aber nicht. Auf Nachfrage hin gab sie dann an, sie wisse 
auch nicht weshalb, vielleicht, weil sie sich geschämt habe. Ihre Psychologin habe 
ihr auch gesagt, dass es nicht einfach sei, über so etwas zu sprechen (pag. 366 Z. 
4 ff.). 

In der oberinstanzlichen Verhandlung zeigte sich, dass die Straf- und Zivilklägerin 2 
deutlich reifer ist als ihre jüngere Schwester C.________. Auch sie bestätigte ihre 
bisherigen Aussagen. Ihr wurde die Behauptung des Beschuldigten, wonach ihre 
Mutter (K.________) die Vorwürfe erfunden habe, vorgehalten, wozu sie ausführte, 
das stimme nicht, sie sei ja dabei gewesen, als er solche Sachen gesagt habe 
(pag. 677 Z. 3). Auf Frage, was der Beschuldigte konkret gesagt habe, gab sie zu 
Protokoll: «Er hat gesagt, ich brätsche deine Mutter. Mit brätsche ist Sex gemeint. 
Er hat uns auch Küsse gegeben, d.h. Lippe über Lippe. In W.________ hat er mir 
auch einmal die Zunge reingesteckt. Ich habe meiner Mutter gesagt, dass ich das 
nicht gerne habe. Meine Mutter hat den Beschuldigten dann darauf angesprochen, 
dass wir das nicht gerne haben. Er hat das aber nicht ernst genommen. In 
V.________ ist es vorgekommen, dass er mir auf das Gesäss geschlagen hat, 
nicht fest, als ich Hot Pants trug. In X.________ hat er auch gesagt, dass er nun 
meine Mutter «figgen» gehen werde, dies war, als der Ramadan fertig war und 
meine Mutter duschen ging. Während des Ramadans hat er keine schlimmen Sa-
chen gesagt, während dieser Zeit war er gut zu uns» (pag. 677 Z. 7 ff.). Sie 
bestätigte anschliessend, dass der Beschuldigte ihre Schwester als Prinzessin und 
sie (D.________) als Putzfrau betitelt habe. Weiter schilderte sie die Vorwürfe ge-
genüber dem Beschuldigten nochmals gleich, wie sie diese bereits in der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung geschildert hatte (sie könne jetzt mit dem Freund fi-
cken gehen; er «brätsche» ihre Mutter; Frage, ob sie noch Jungfrau sei usw.). Sie 
wiederholte auch, dass sie den Beschuldigten anfangs nicht gemocht habe. Mit der 
Zeit habe sie ihn dann etwas mehr gemocht. Dann habe er mit den Sprüchen be-
gonnen. Auf die Frage, wieso sie der Mutter nicht früher etwas gesagt habe, gab 
sie – wie in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung – schliesslich an: « Weil sie 

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dem Beschuldigten alles erzählt hat. Sie hat ihm z.B. auch erzählt, dass ich die Pil-
le nehme. Mit 12 hatte ich starke Schmerzen, wenn ich meine Menstruation hatte. 
Ich habe meiner Mutter auch gesagt, sie solle dem Beschuldigten nichts sagen, da 
mir das unangenehm ist. Sie hat es dem Beschuldigten dann aber doch gesagt. Er 
hat mich auch darauf angesprochen als wir alleine waren, wobei er mir sagte, jetzt 
nehme ich die Pille und könne figgen gehen. Er hat auch gesagt, das erste Mal tut 
es ein bisschen weh, danach ist es aber schön» (pag. 677 Z. 35 ff.). 

Die Straf- und Zivilklägerin 2 hat klare, stimmige Aussagen gemacht, die nicht über-
trieben erscheinen, den Beschuldigten nicht übermässig belasten und durchaus 
auch positive Elemente enthalten. Sie schilderte die Beziehung zum Beschuldigten 
sowie die Vorfälle über alle Einvernahmen hinweg konstant gleich und in einer al-
tersgerechten Sprache. Ihre Aussagen stimmen inhaltlich mit den Angaben ihrer 
Schwester, der Straf- und Zivilklägerin 1, überein, wobei sie die Vorfälle aber mit 
anderen Worten als C.________ schilderte. Auch sie hat originelle Details erzählt, 
welche kaum erfunden sein können (etwa, dass einer der Vorfälle am Ende des 
Ramadans passiert sei; dass der Beschuldigte während des Ramadans gut zu ih-
nen gewesen sei usw.). Widersprüche lassen sich in ihren Aussagen keine finden. 
Weiter hat auch sie nachvollziehbar erklärt, weshalb sie der Mutter nicht schon 
früher etwas von den Vorfällen erzählt hat. Sie befürchtete nämlich, dass ihre Mut-
ter sogleich alles dem Beschuldigten erzählen würde, so wie sie es auch früher ge-
tan hatte (z.B. Einnahme der Pille), was sie nicht gewollt und wovor sie Angst ge-
habt habe. Zudem lässt ihre Aussagen, wonach sie ihrer Mutter erst nach der 
Trennung mit dem Beschuldigten («Gstürm») alles erzählt habe, darauf schliessen, 
dass auch ihr viel daran lag, das bis zur Trennung gelebte Familiensystem nicht zu 
zerstören. Ihre Aussagen sind glaubhaft, auf diese kann abgestellt werden.  

10. Mögliche Falschbezichtigung (Vorwurf der Erpressung/Rache)

Die Vorinstanz hat die Argumentation des Beschuldigten, wonach die Mutter der 
beiden Straf- und Zivilklägerinnen die Anschuldigungen erfunden habe, um sich für 
die Beendigung der Beziehung und die verlorene finanzielle Unterstützung zu 
rächen bzw. um vom Beschuldigten Geld zu erpressen, auf überzeugende Art und 
Weise widerlegt; darauf kann verwiesen werden (pag. 493 ff., S. 43 ff. der Urteils-
begründung). Es trifft wohl zu, dass K.________ in ihren Gefühlen verletzte wurde 
und sie nach der Trennung existenzielle Ängste hatte und daher zunächst weiterhin 
Geldzahlung vom Beschuldigten forderte. Dass sie deswegen aber ihre Töchter in-
strumentalisiert und mit diesen erfundene Vorwürfe einstudiert haben soll, erscheint 
wenig wahrscheinlich. Denn bereits die Art und der Umfang der Anschuldigungen 
sprechen - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - klar gegen eine erfundene Ge-
schichte. Hätte die Mutter der Straf- und Zivilklägerinnen den Beschuldigten 
tatsächlich zu Unrecht belasten wollen, wäre es nämlich viel naheliegender gewe-
sen, einen einzigen oder einige wenige – vom Ablauf her sich gleichende – Vorfälle 
abzusprechen. Das ist hier aber nicht der Fall (vgl. die etlichen angeklagten Sach-
verhalte). Es erscheint nicht realistisch, dass Frau K.________ eine solche Vielzahl 
an Vorfällen mit derart vielen unterschiedlichen Details und Nebensächlichkeiten 
erfunden und dann mit den Töchtern einstudiert haben soll, zumal ein solches Vor-
gehen das Risiko sich widersprechender Aussagen enorm erhöht. Die Vorinstanz 

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hält daher zu Recht fest, dass bei erfundenen Sachverhalten im Ausmass der vor-
liegenden deutlich mehr Widersprüche zu finden sein müssten, da es schlicht nicht 
möglich sei, derart viele Details über mehrere Einvernahmen hinweg und unter 
mehreren Personen konstant übereinstimmend darzustellen. Hierbei ist denn auch 
zu berücksichtigen, dass C.________ aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten 
auch gar nicht in der Lage gewesen wäre, die verschiedenen Vorfälle konstant und 
inhaltlich immer gleich zu schildern, wenn es sich um – von der Mutter – erfundene 
Geschichten gehandelt hätte. Keinen Sinn ergibt weiter, dass die Mutter die gra-
vierenderen Vorfälle mit der jüngeren, intellektuell deutlich weniger weit entwickel-
ten Tochter erfunden haben soll. Wären die Vorwürfe erfunden, so wäre es nämlich 
viel naheliegender gewesen, die gravierenderen Anschuldigungen mit der reiferen 
Tochter D.________ abzusprechen (geringeres Risiko von widersprüchlichen Aus-
sagen). Sinnwidrig erschient schliesslich, dass die Mutter einen Vorfall in der Woh-
nung der Lebenspartnerin des Beschuldigten in V.________ erfunden haben soll.

Weiter lässt auch das Verhalten der Mutter der Straf- und Zivilklägerinnen nicht die 
geringsten Anzeichen für einen eigentlichen Rachefeldzug gegenüber dem Be-
schuldigten erkennen. Diese sprach zu Beginn ihrer polizeilichen Einvernahme 
nämlich zunächst über 1.5 Stunden einzig von sich und den Beziehungsproblemen 
mit dem Beschuldigten, stellte also sich selber in den Mittelpunkt. Hätte sie den 
Beschuldigten zu Unrecht der sexuellen Übergriffe belasten wollen, so wären ihre 
Aussagen mit Sicherheit zielgerichteter gewesen, d.h. sie wäre umgehend auf die 
Missbrauchsvorwürfe zu sprechen gekommen. Zudem hat sie auch nicht etwa be-
hauptet, dass sie entsprechende Beobachtungen gemacht hätte, welche die von 
den Töchtern geschilderten Vorfälle stützen würden. Vielmehr gab sie immer klar 
zu verstehen, dass sie die Vorfälle selber nicht mitbekommen habe. Ferner hat sie 
auch zugegeben, dass sie auf die monatlichen Zahlungen des Beschuldigten an-
gewiesen gewesen sei, was sie nicht gemusst hätte und ohne weiteres hätte be-
streiten können. Auch dieses Verhalten spricht eindeutig gegen eine Falschbezich-
tigung. 

Schliesslich sprechen aber eben auch die glaubhaften Aussagen der beiden Straf- 
und Zivilklägerinnen gegen erfundene Vorwürfe (vgl. oben). Es ist nicht davon aus-
zugehen, dass die beiden Mädchen die Vorfälle über alle Einvernahmen immer 
wieder gleich und übereinstimmend hätten schildern können, wenn es sich nicht 
um selbst erlebte Geschehen handeln würde. Dass Frau K.________ und die bei-
den Straf- und Zivilklägerinnen derart viele unterschiedliche Vorfälle – innert kurzer 
Zeit – hätten erfinden und abspracheweise zu Protokoll geben können, ist schlicht 
nicht vorstellbar. 

11. Zu den einzelnen Vorwürfen 

11.1 Vorwurf gemäss Anschlageschrift Ziff. I.1.3

11.1.1 Konkreter Vorwurf / Ausgangslage 

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.1.3 der Anklageschrift vorgeworfen, sich der se-
xuellen Handlung, mehrfach begangen in der Zeit zwischen dem 1. Dezember 
2012 und dem 30. Juni 2015 in W.________ z.N. der Straf- und Zivilklägerin 1, 
schuldig gemacht zu haben, indem er (pag. 243): 

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[sich] ohne Kenntnis von Dritten, insbesondere der Mutter der Privatklägerin, mit der Privatklägerin 
mehrmals an einem Montag-Mittag verabredete, sie in Z.________ am Bahnhof abholte, sie in die 
Wohnung neben dem Geschäft brachte, die Türe von innen verschloss und die Vorhänge zog, sie 
duschte oder sie duschen liess, selber duschte, ein Tuch auf das Sofa legte, sich auf dem Sofa auf 
die auf dem Rücken liegende Privatklägerin legte, sie küsste und oral befriedigte, sich anschliessend 
meistens von ihr oral befriedigen liess, indem er sie an den Haaren hielt, aber mehrfach auch, anstatt 
sich oral befriedigen zu lassen, die Eichel seines Penis vaginal einführte, wobei sie ihm sagte, dass 
sie dies nicht möge und es ihr weh tue. Dabei fragte er sie manchmal, wie sie seinen «Schwanz» fän-
de, «gross, schön, dick?». Er sagte ihr auch teilweise, sie sei seine Liebhaberin, gab ihr manchmal 10 
oder 20 Franken und sagte ihr, sie dürfe niemandem etwas davon sagen. 

Die Vorinstanz beschränkte den Tatzeitraum in der Urteilsberichtigung vom 26. Juli 
2018 (pag. 447) hinsichtlich dieses Vorwurfs gestützt auf die Aussagen der Straf- 
und Zivilklägerin 1 auf den Zeitraum vom 1. März 2013 bis 30. Juni 2015 (vgl. pag. 
502 f., S. 52 f. der Urteilsbegründung). An diese Tatzeitbeschränkung hat sich auch 
die Kammer zu halten. 

11.1.2 Würdigung 

Die Vorinstanz hat diesen Anklagepunkt sehr ausführlich dargelegt und ihre Würdi-
gung mit zahlreichen Akten- und Videoverweisen sowie Querverbindungen unter 
den verschiedenen Aussagen untermauert. Die Würdigung der Aussagen von 
C.________ in Kombination mit ihrem Aussageverhalten während der Videobefra-
gungen überzeugt. Die Kammer schliesst sich der vorinstanzlichen Beweiswürdi-
gung hinsichtlich dieses Vorfall vollumfänglich an (pag. 497 ff., S. 47 ff. der Urteils-
begründung) und es werden hier bloss noch einzelne Punkte aufgegriffen: 

Die Straf- und Zivilklägerin 1 hat wiederholt und gleichbleibend ausgeführt, dass sie 
den Beschuldigten jeweils am Montagnachmittag getroffen habe. Der Beschuldigte 
habe gewusst, dass sie am Montagnachmittag schulfrei gehabt habe, weshalb er 
sie jeweils am Montag angerufen und zu sich eingeladen habe. Der Beschuldigte 
bringt hierzu zwar zutreffend vor, dass die Angaben der Straf- und Zivilklägerin 1 zu 
den Telefonanrufen am Montag nicht mit den objektiv eruierten Ergebnissen der 
Telefonkontrolle übereinstimmen. Hierbei ist jedoch vorab zu berücksichtigen, dass 
die rückwirkenden Randdaten lediglich 3 Monate der angeklagten Tatzeit erfassen 
und daher nicht wirklich aussagekräftig sind. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte 
ja selber eine Ausrede für die Anrufe vom Montag (welche gemäss seinen Vor-
bringen aber gar nicht stattgefunden haben sollen) gesucht und mit der Metzgerge-
schichte gefunden zu haben schien (pag. 79 Z. 276 ff.; vgl. auch oben Ziff. 8.5). Im 
Übrigen hielt die Vorinstanz zu dieser Thematik zu Recht fest, dass die Straf- und 
Zivilklägerin 1 bereits in ihren schriftlichen Notizen festgehalten hatte, dass der Be-
schuldigte sie jeweils am Sonntag gefragt habe, ob sie am Montag schulfrei habe 
(«Jeden Sonntag fragt er bis wenn hast du Morgen schulfrei»; pag. 22). Hinsichtlich 
der Telefonanrufe ergänzte die Straf- und Zivilklägerin 1 sodann selber, dass der 
Beschuldigte sie auch unter der Woche angerufen habe, falls sie nicht abgenom-
men habe. Anlässlich ihrer zweiten Befragung bestätigte sie zudem ihre Angaben 
in den Aufzeichnungen, wonach der Beschuldigte sie oft auch an den Sonntagen 
gefragt habe. Die Ergebnisse der Telefonkontrolle lassen nach dem Ausgeführten 
jedenfalls keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Straf- und Zivil-

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klägerin 1 aufkommen, zumal ja auch der Beschuldigte – wie erwähnt – eine Er-
klärung für die – seiner Ansicht nach gar nicht stattgefundenen – montäglichen Te-
lefonate suchte. Als Fazit kann festgehalten werden, dass die Telefonauswertung 
die Schilderungen der Straf- und Zivilklägerin zwar nicht stützen, aber auch nicht 
erschüttern. 

Die Kammer hält mit der Vorinstanz sodann fest, dass die Straf- und Zivilklägerin 1 
das Rahmengeschehen hinsichtlich der Montagnachmittage in der Wohnung des 
Beschuldigten in W.________ sehr detailliert, in sich stimmig, über alle Einvernah-
men gleichbleibend (wenn auch sprunghaft in der Erzählung) und originell, mithin 
glaubhaft geschildert hat. Im Speziellen zu erwähnen gilt, dass sie etliche ausgefal-
lene Details und Nebensächlichkeiten erwähnte, die kaum erfunden sein können 
(z.B. Hand streicheln, Tuch aufs Sofa, nur mit Wasser geduscht, usw.; vgl. dazu 
auch oben Ziff. 9.2). Im Weiteren hat sie auch eigene Gedankengänge und Gefühle 
in einer altersgerechten Sprache geschildert (z.B.: Sie habe – nachdem der Be-
schuldigte ein Tuch auf das Sofa gelegt habe – zuerst schreien wollen, dies dann 
aber gelassen; sie habe einen Schock und Tränen in den Augen gehabt, aber nicht 
«grännen» wollen; usw.). Im Übrigen gab die Straf- und Zivilklägerin auch an, dass 
es («die Vergewaltigung») ihr sehr wehgetan habe, das habe sie dem Beschuldig-
ten auch gesagt (pag. 32). Ein stereotypes Aussageverhalten der Straf- und Zivil-
klägerin 1 ist – entgegen den Ausführungen des Beschuldigten – nicht erkennbar. 
Dass sie auf die sexuellen Handlungen an sich im freien Erzählen nicht einging und 
auch auf Nachfrage hin jeweils nur knappe Angaben dazu machte, erstaunt nicht, 
da sie angesichts ihres damaligen Alters das Ganze wohl nicht richtig einordnen 
konnte und ihr zudem der Wortschatz für die einzelnen Details fehlte. Hinzu kommt, 
dass sich die Straf- und Zivilklägerin 1 für das Vorgefallene ganz offensichtlich ge-
schämt hat. Dass C.________ nicht erklären konnte, weshalb sich ihre Aussagen 
nicht mit den objektiven Beweismitteln (Telefonauswertung) decken, sondern dar-
auf mit Befremden und Erstaunen reagierte, vermag – wie dargelegt wurde – die 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen in keiner Weise in Zweifel zu ziehen. 

Soweit der Beschuldigte vorbringt, es sei ihm gar nicht möglich gewesen, in der 
Wohnung in W.________ sexuelle Handlungen mit der Straf- und Zivilklägerin 1 
vorzunehmen, da die Mutter der beiden Straf- und Zivilklägerinnen sehr oft in die-
ser Wohnung ein- und ausgegangen sei und daher auch jeder Zeit dort hätte er-
scheinen können, kann dem nicht gefolgt werden. Dieser Umstand stellt keines-
wegs einen Hinderungsgrund dar, zumal der Beschuldigte seine damalige Partne-
rin ja u.a. auch für Erledigungen weggeschickt hat. Im Übrigen hat der Beschuldigte 
gemäss den glaubhaften Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1 jeweils die Storen 
runtergelassen, die Tür abgeschlossen und ein Tuch auf das Sofa gelegt. Damit 
hat er genügende Sicherheitsmassnahmen getroffen, damit das Ganze nicht auf-
fliegen kann. Zwar mag es zutreffen, dass der Beschuldigte Frau K.________ nicht 
über 2.5 Jahre hinweg jeden Montag von der Wohnung in W.________ fernhalten 
konnte. Mit den erwähnten Sicherheitsmassnahmen (insbesondere dem Türe 
schliessen und Store runterlassen) konnte er aber ohne weiteres bewerkstelligen, 
dass die Übergriffe von der Mutter nicht entdeckt werden. Die Behauptung, dass 
jeweils 6 bis 8 Mitarbeiter in der Wohnung zugegen gewesen seien, ändert nichts 
daran, zumal dies in keiner Weise belegt ist (mittels Zeugenaussagen oder derglei-

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chen) und auch nicht anzunehmen ist, dass sich die Mitarbeiter jeweils den ganzen 
Montagnachmittag in der Wohnung des Beschuldigten aufhielten.  

Was das angebliche Schweigegeld anbelangt, bestritt der Beschuldigte in der obe-
rinstanzlichen Verhandlung nicht mehr, dass er den beiden Mädchen Geld gege-
ben habe. Er habe ihnen das Geld aber nur deshalb gegeben, damit sie sich etwas 
kaufen könnten, keineswegs aber habe es sich um Schweigegeld gehandelt. Für 
welche Zwecke der Beschuldigte den beiden Mädchen das Geld gegeben hat, 
kann letztlich aber nicht nachgewiesen und offen gelassen werden. 

Die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1 sind, wie oben ausgeführt, absolut 
glaubhaft. Das pauschale Bestreiten des Beschuldigten vermag die glaubhaften 
Schilderungen der Straf- und Zivilklägerin 1 nicht in Zweifel zu ziehen, zumal er 
sich in etliche Widersprüche versetzte. Die Kammer hat daher keine Zweifel daran, 
dass der Beschuldigte sämtliche Handlungen, wie sie in Ziff. I.1.3 der Anklage-
schrift umschrieben sind, vorgenommen hat. 

Was die Häufigkeit der Vorfälle anbelangt, wird auf die Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen, welche mit einer umfangreichen und nachvollziehbaren Begründung 
zum Ergebnis gelangt, dass der Beschuldigte im Deliktszeitraum vom 1. März 2013 
bis 30. Juni 2015 rund 40 Mal bzw. alle zwei Wochen (mit Ausnahme der Schulferi-
en) mit der Straf- und Zivilklägerin 1 sexuelle Handlungen in seiner Wohnung in 
W.________ vorgenommen hat (pag. 502 ff., S. 52 ff. der Urteilsbegründung), was 
der Kammer im Übrigen als vorsichtige Schätzung erscheint. 

11.1.3 Fazit  

Die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1 sind, wie bereits oben unter Ziff. 9.2 
ausführlich dargelegt und unter Ziff. 11.1.2 hinsichtlich des konkreten Vorfall noch-
mals dargetan, glaubhaft. Die Tatversion der Straf- und Zivilklägerin 1 wird durch 
die objektiven Beweismittel zwar nicht unterstützt, aber auch nicht erschüttert. Der 
Beschuldigte seinerseits hat sich mit seinem widersprüchlichen Aussageverhalten 
selber belastet. 

Für die Kammer ist der angeklagte Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. I.1.3 
gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1 somit erwie-
sen, wobei mit der Vorinstanz von rund 40 Vorfällen im Deliktszeitraum vom 1. 
März 2013 bis 30. Juni 2015 auszugehen ist. 

11.2 Vorwurf gemäss Anklageschrift Ziff. I.4.1 Lemma 1

11.2.1 Konkreter Vorwurf / Ausgangslage 

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.4.1 Lemma 1 der Anklageschrift weiter vorgewor-
fen, sich der sexuellen Belästigung, begangen in der Zeit zwischen dem 1. Dezem-
ber 2012 und dem 30. Juni 2015 in U.________ z.N. der Straf- und Zivilklägerin 1, 
schuldig gemacht zu haben, indem er einmal lediglich mit Shorts bekleidet in ihr 
Zimmer gegangen und sich dort im Genitalbereich berührt habe (pag. 244). 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung behielt sich die Vorinstanz vor, 
den Sachverhalt gemäss Ziff. I.4.1 auch unter dem Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 
StGB zu würdigen. Schlussendlich verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten 

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hinsichtlich dieses Sachverhalts denn auch wegen sexuellen Handlungen mit Kin-
dern, beschränkte den Zeitraum, in welchem sich dieser Vorfall abgespielt haben 
soll, jedoch auf den 1. März 2013 bis 30. Juni 2014 (in diesem Zeitraum wohnte die 
Familie P.________ in U.________).  

11.2.2 Würdigung 

Mit der Vorinstanz erachtet die Kammer die Schilderungen der Straf- und Zivilklä-
gerin 1 auch in diesem Punkt durchaus als glaubhaft. Die Kammer ist davon über-
zeugt, dass sich der Vorfall so, wie er von der Straf- und Zivilklägerin 1 geschildert 
und in der Anklageschrift umschrieben worden ist