# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41f230e4-c5de-569b-9cf7-7b67295f694e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 24.01.2013 B 2012/101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-101_2013-01-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/101

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 24.01.2013

Entscheiddatum: 24.01.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 24.01.2013
Ausländerrecht, Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG.Der in der Schweiz im Jahr 1990 
geborene und aufgewachsene Beschwerdeführer ist Kroate und wurde unter 
anderem wegen der Beteiligung an Raubüberfällen und 
Einschleichdiebstählen, begangen anfangs 2009, zu einer 29-monatigen 
teilreduzierten Gefängnisstrafe verurteilt. Während des 
Beschwerdeverfahrens übertrat er das Betäubungsmittelgesetz und lenkte 
ein Motorfahrzeug in fahrunfähigem Zustand. Der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung erweist sich als recht- und verhältnismässig 
(Verwaltungsgericht, B 2012/101).

Urteil vom 24. Januar 2013

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. Th. 

Scherrer

_______________

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. A.B.,

gegen

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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

Widerruf der Niederlassungsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ X.Y. ist Staatsangehöriger Kroatiens. Er wurde am 28. Juni 1990 als Sohn des Y. 

sen. und der R.Y.-M., beide kroatische Staatsangehörige, in Grabs geboren, wuchs in 

Vilters auf und wohnt - zusammen mit den Eltern und seiner jüngeren Schwester - seit 

1999 in Sargans. Er erhielt zunächst eine Aufenthaltsbewilligung. Seit 18. Juni 1997 

besitzt er die Niederlassungsbewilligung. Ende Juli 2010 schloss er die Lehre als 

Polymechaniker mit dem Fähigkeitszeugnis ab. Anfang Oktober 2010 trat er bei der T. 

AG in G./GR eine Temporärstelle an. Nach einem am 4. Januar 2011 beim Verlassen 

des Firmengeländes erlittenen Autounfall konnte er im Mai 2011 die Arbeit wieder 

aufnehmen. Seit 1. August 2012 ist er unbefristet angestellt.

B./ Mit Urteil der Jugendanwaltschaft Uznach vom 13. April 2004 wurde X.Y. wegen 

Sachentziehung und Hausfriedensbruchs – er hatte am 4. Februar 2004 aus einem 

Schulzimmer eine Stereoanlage entwendet und am folgenden Tag anonym wieder 

zurückgebracht - mit einer Arbeitsleistung von zwei Tagen bestraft. Am 11. August 

2004 erteilte ihm die Jugendanwaltschaft einen Verweis, weil er mit einem Mofa einen 

Stopp überfahren und mit einem Personenwagen kollidiert war. Nach der Beteiligung 

an einer Serie von Einschleich- und Einbruchdiebstählen verurteilte die 

Jugendanwaltschaft X.Y. am 30. Oktober 2007 wegen mehrfachen Diebstahls und 

mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfacher geringfügiger Vermögensdelikte, 

mehrfachen Hausfriedensbruchs und Urkundenfälschung zu einer zweimonatigen 

Einschliessungsstrafe, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von eineinhalb Jahren, 

und einer Busse von Fr. 500.-. Wegen eines geringfügigen Vermögensdelikts – 

Ladendiebstahl von elf DVDs begangen am 25. November 2008 – wurde X.Y. am 

6. Januar 2009 vom Untersuchungsamt Altstätten mit Fr. 500.- gebüsst. Zudem wurde 

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er vom Untersuchungsamt Uznach am 21. September 2010 wegen Führens eines nicht 

betriebssicheren Fahrzeugs (ungenügendes Profil an beiden Hinterreifen) und 

Benützens der Nationalstrasse ohne gültige Vignette mit Fr. 300.- gebüsst.

Nachdem sich X.Y. unter anderem im Januar und Februar 2009 an Raubüberfällen und 

Einschleichdiebstählen beteiligt und Feuer in einem Wartehäuschen des Bahnhofs 

Walenstadt entfacht hatte, wurde er vom Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland am 

20. Mai 2010 wegen bandenmässigen Raubes, bandenmässigen Diebstahls, 

mehrfachen Hausfriedensbruchs, Hehlerei, Entwendung eines Motorfahrzeugs zum 

Gebrauch, mehrfacher einfacher Verkehrsregelverletzung, mehrfacher 

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen das 

kantonale Feuerschutzgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten und einer Busse 

von Fr. 400.- verurteilt. Gleichzeitig wurde die von der Jugendanwaltschaft am 

30. Oktober 2007 ausgefällte zweimonatige Einschliessungsstrafe widerrufen und die 

Gesamtstrafe auf 30 Monate festgesetzt, wobei der Vollzug für 24 Monate bei einer 

Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben wurde. Es wurde Bewährungshilfe 

angeordnet und X.Y. angewiesen, sich einer ambulanten psychotherapeutischen 

Behandlung zu unterziehen. Das Urteil wurde vom Kantonsgericht St. Gallen am 

24. Januar 2011 bestätigt (vgl. Auszug aus dem Strafregister; act. 10/711 und 712). Der 

unbedingt ausgesprochene Teil der Freiheitsstrafe ist vollzogen.

C./ Das Migrationsamt widerrief am 7. Juli 2011 die Niederlassungsbewilligung. Den 

dagegen am 22. Juli 2011 erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und 

Justizdepartement des Kantons St. Gallen (nachfolgend Vorinstanz) am 26. April 2012 

ab.

D./ Gegen den Entscheid vom 26. April 2012 erhob X.Y. (nachfolgend 

Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 11. Mai 2012 und 

Ergänzung vom 25. Juni 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem 

Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene 

Entscheid aufzuheben und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung abzusehen. 

Unter Verzicht auf eine Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz am 2. Juli 2012, die 

Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Am 18. Januar 2013 ging ein 

rechtskräftiger Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 6. Dezember 2012 

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ein, mit welchem der Beschwerdeführer wegen Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes und Fahrens in fahrunfähigem Zustand – er hatte am 

19. Juni 2012 einen Personenwagen nach dem Konsum von Cannabis gelenkt – zu 

einer Geldstrafe von zwanzig Tagessätzen zu je Fr. 70.- und einer Busse von Fr. 200.- 

verurteilt worden war. Der Strafbefehl wurde dem Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers gleichentags per Fax und mit dem Hinweis auf die für 24. Januar 

2013 vorgesehene Behandlung der Beschwerdesache zur Kenntnis gebracht

Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung, 

welche dem Beschwerdeführer am 18. Juni 1997 erteilt wurde.

2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung unter 

anderem widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b AuG erfüllt 

sind. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die zuständige Behörde 

Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitstrafe 

verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese 

Voraussetzung erfüllt, wenn gegenüber dem Ausländer eine Freiheitsstrafe von mehr 

als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1). Ob die Strafe bedingt, 

teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer 

2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis). Hingegen ist auf das 

Zusammenrechnen verschiedener Freiheitsstrafen von einem Jahr oder weniger zu 

verzichten. Der Widerrufsgrund ist vielmehr (nur) dann erfüllt, wenn eine Strafe für sich 

alleine das Kriterium der Längerfristigkeit erfüllt, d.h. die Dauer von einem Jahr 

überschreitet (vgl. BGE 137 II 297 E. 2.3).

Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland 

vom 20. Mai 2010, welches vom Kantonsgericht am 24. Januar 2011 bestätigt wurde, 

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wegen bandenmässigen Raubes, bandenmässigen Diebstahls, mehrfachen 

Hausfriedensbruchs, Hehlerei, Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch, 

mehrfacher einfacher Verkehrsregelverletzung, mehrfacher Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen das kantonale Feuerschutzgesetz 

unter Einbezug der am 30. Oktober 2007 von der Jugendanwaltschaft Uznach bedingt 

ausgesprochenen und widerrufenen Einschliessungsstrafe von zwei Monaten zu einer 

Freiheitsstrafe von 30 Monaten und einer Busse von Fr. 400.- verurteilt. Das Gericht 

ahndete die am 20. Mai 2010 beurteilten strafbaren Handlungen des 

Beschwerdeführers - insbesondere die bandenmässig begangenen Raubüberfälle und 

Einschleichdiebstähle – mit einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten. Der 

Beschwerdeführer stimmt deshalb zu Recht mit der Vorinstanz darin überein, dass die 

Voraussetzungen von Art. 62 Ingress und lit. b AuG erfüllt sind. Der Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung erweist sich grundsätzlich als rechtmässig.

2.2. Sowohl Art. 63 Abs. 1 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als 

"Kann-"Bestimmungen formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen 

gewissen Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist dementsprechend die 

Verhältnismässigkeit der Massnahme.

2.2.1. Eine Interessenabwägung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in 

jedem Fall, eine solche aufgrund des Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 0.101, 

abgekürzt EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene Person das Recht 

auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK 

beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 96 

Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der Ermessensausübung die 

öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der 

Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des 

Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem 

Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 

II 377 E. 4.3 mit Hinweisen).

An die Schwere des Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je 

länger der Betroffene in der Schweiz gelebt hat. Indessen schloss die 

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bundesgerichtliche Rechtsprechung zum früheren Bundesgesetz über den Aufenthalt 

und die Niederlassung von Ausländern selbst bei einem Betroffenen, der in der 

Schweiz geboren und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hatte 

(Ausländer der "zweiten Generation") bei Gewalt-, Sexual- und 

Betäubungsmitteldelikten bzw. wiederholter Straffälligkeit eine Ausweisung nicht aus 

(vgl. BGE 122 II 433 E. 2c; 130 II 176 E. 4.4.2). Neben dem strafrechtlichen Verschulden 

sind insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat 

verletzten Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder 

mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Dem 

strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist zwar im Rahmen der umfassenden 

Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die Prognose über das Wohlverhalten ist 

jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht der Ausländerbehörden das 

Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund steht. Aus 

ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je 

schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. Im Zusammenhang 

mit Gewaltdelikten muss selbst ein geringes Restrisiko nicht in Kauf genommen 

werden (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu Art. 63 

AuG mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Was das Interesse an 

der Fernhaltung betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter das 

Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits 

über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung 

auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer 

2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).

2.2.2. Das Verschulden des Beschwerdeführers bei den im Januar und Februar 2009 

begangenen Straftaten wiegt schwer. Entsprechend den Feststellungen im Strafurteil 

hat der Beschwerdeführer sich mangels sinnvoller Freizeitbeschäftigung offenbar aus 

purer Langeweile und einer gewissen Abenteuerlust an Raubüberfällen in Buchs und 

Chur beteiligt. Dabei wurden zufällig anwesende Passanten angesprochen und – auch 

unter Gewalt, zum Teil versucht, zum Teil vollendet – ausgeraubt. In einem der Fälle hat 

der Beschwerdeführer als erster und unvermittelt auf den Kopf des Geschädigten 

eingeschlagen. Diese Geringschätzung der körperlichen und seelischen Integrität völlig 

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unbekannter Opfer stimmt bedenklich. Der Beschwerdeführer hat sich zudem an 

bandenmässig begangenen Diebstählen beteiligt und ein Motorfahrzeug zum Gebrauch 

entwendet, was von einer nicht nachvollziehbaren Gleichgültigkeit gegenüber fremdem 

Eigentum zeugt. Straferhöhend wirkten sich zudem die Vorstrafen, insbesondere die 

Delinquenz während der Probezeit, aus. Der Beschwerdeführer hat sich schliesslich 

trotz des laufenden Untersuchungsverfahrens nicht an die Rechtsordnung gehalten. 

Strafmindernd wurden das Verhalten des Beschwerdeführers, insbesondere sein 

Geständnis, im Verfahren und sein jugendliches Alter berücksichtigt. Zudem erschien 

dem Strafgericht, dass der Beschwerdeführer seine Taten bedauerte, wenn nicht gar 

bereute.

Bei der Beurteilung der Rückfallgefahr ist zu berücksichtigen, dass das klaglose 

Verhalten des Beschwerdeführers im Strafvollzug für sich alleine eine solche Gefahr 

nicht auszuschliessen vermag (vgl. BGer 2A.688/2005 vom 4. April 2006 E. 3.1.3). Der 

Beschwerdeführer hat die an sich schweren Straftaten als Jugendlicher bzw. im 

jugendlichen Alter von 19 Jahren (vgl. dazu BGE 118 IV 342 E. 2d) begangen. Er wurde 

deshalb im Strafurteil vom 20. Mai 2010 mit Blick auf seine offensichtlich mangelnde 

Reife und Entwicklung in bestimmten Lebenslagen angewiesen, sich einer ambulanten 

Psychotherapie zu unterziehen. Der Bericht der Bewährungshilfe vom 11. April 2011 

äussert sich zur Mitwirkung des Beschwerdeführers bei der Aufarbeitung der Delikte 

positiv. Insbesondere wird darin nicht von einer ernsthaften Gefahr, dass der 

Beschwerdeführer wieder bandenmässig auftritt, ausgegangen. Dieser in jenem 

Zeitpunkt durchaus günstigen Beurteilung der Prognose steht entgegen, dass der 

Beschwerdeführer am 19. Juni 2012 nach dem Konsum von Marihuana – die Analyse 

der Blutprobe ergab einen THC-Gehalt von 9,8 µg/l, bei einer Nachweisgrenze von 1,5 

µg/l (vgl. Art. 34 Ingress und lit. a der Verordnung des ASTRA zur 

Strassenverkehrskontrollverordnung, SR 741.013.1) - einen Personenwagen lenkte. 

Entsprechend der gesetzlichen Vermutung in Art. 31 Abs. 2 des 

Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01) in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 lit. a der 

Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11) gilt ein Fahrzeuglenker als fahrunfähig, wenn in 

seinem Blut Tetrahydrocannabinol (THC) nachgewiesen wird. Der Beschwerdeführer 

gab zudem an, ungefähr seit anfangs Mai 2012 wöchentlich zwei Joints zu rauchen.

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Obwohl dem Beschwerdeführer vom Migrationsamt mit Schreiben vom 18. Mai 2011 

das rechtliche Gehör zum vorgesehenen Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung 

gewährt worden war – ihm mithin die Bedeutung seines Verhaltens für einen weiteren 

Verbleib in der Schweiz bewusst sein musste – nahm er – indem er am 19. Juni 2012 

einen Personenwagen nach dem Konsum von Cannabis lenkte – eine erhebliche 

Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf. Unter diesen Umständen bestehen 

erhebliche Zweifel am Bestreben des Beschwerdeführers, sich in Zukunft an die 

schweizerische Rechtsordnung zu halten. Darauf deutet auch hin, dass er anfangs Mai 

2012 einen regelmässigen Cannabiskonsum aufnahm.

Unter Berücksichtigung des Verschuldens, der Rückfallgefahr und des nach wie vor 

mangelnden Bestrebens, sich an die schweizerische Rechtsordnung zu halten wiegt 

das öffentliche Interesse am Entzug der Niederlassungsbewilligung des 

Beschwerdeführers insgesamt schwer.

2.2.3. Den öffentlichen Interessen sind im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung 

die privaten Interessen des Beschwerdeführers an seinem Verbleib in der Schweiz 

gegenüberzustellen.

Der Beschwerdeführer hat sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht. Er 

wurde im St. Galler Oberland sozialisiert, wo er den Kindergarten besuchte, die Primar- 

und Realschule absolvierte und – trotz des laufenden Strafverfahrens - im Juli 2010 die 

Ausbildung zum Polymechaniker erfolgreich abschloss. Im Oktober 2010 trat er in G./

GR eine Stelle an. Sein Arbeitsverhältnis als Mitarbeiter in der Produktion Optik bei der 

T. AG ist seit 1. August 2012 unbefristet. Die Arbeitgeberin stellt ihm ein gutes Zeugnis 

aus. In beruflicher Hinsicht ist der Beschwerdeführer mithin in der Schweiz integriert.

Der volljährige Beschwerdeführer wohnt zusammen mit seinen Eltern und seiner 

jüngeren Schwester in Sargans. In der Beschwerde wird geltend gemacht, die 

Beziehung zur Familie sei gelebt und eng, so dass sich der Beschwerdeführer auf den 

Schutz des Familienlebens berufen könne. Beziehungen zwischen Erwachsenen, also 

auch zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, geniessen nicht ohne weiteres den 

Schutz von Art. 8 EMRK, wenn keine zusätzlichen Elemente einer Abhängigkeit 

bestehen, die über die übliche gefühlsmässige Bindung hinausgeht. Hingegen trifft es 

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zu, dass das Zusammenleben volljähriger Kinder, die noch keine eigene Familie 

gegründet haben, mit ihren Eltern oder anderen Familienangehörigen als Familienleben 

im Sinn von Art. 8 EMRK gilt (vgl. J.  Meyer-Ladewig, EMRK-Handkommentar, 

3. Aufl. 2011, N 52 zu Art. 8 EMRK mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Der 

mittlerweile 22-jährige Beschwerdeführer hat bisher stets in einem gemeinsamen 

Haushalt mit seinen Eltern und seiner Schwester gelebt. Bei der Gewichtung seiner 

privaten Interessen ist zu berücksichtigen, dass der Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung deshalb einen erheblichen Eingriff in sein Familienleben 

bedeutet. Indem sich der Beschwerdeführer trotz des laufenden Verfahrens bezüglich 

seines Aufenthaltsrechts in der Schweiz nicht an die schweizerische Rechtsordnung 

gehalten hat, relativierte er selbst indessen die Bedeutung seiner Verankerung im 

familiären und beruflichen Umfeld in der Schweiz.

Der Verlust der Niederlassungsbewilligung führt - entgegen der vorinstanzlichen 

Formulierung – nicht zu einer "Rückkehr" des Beschwerdeführers in seine Heimat. In 

der Beschwerde wird geltend gemacht, die Ausweisung führe zu einem Neuanfang in 

einem völlig neuen Umfeld und in einem Land, zu dem der Beschwerdeführer keine 

Beziehung habe. Es ist anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer unter 

wirtschaftlichen und persönlichen Schwierigkeiten ein neues Beziehungsnetz wird 

aufbauen müssen. Indessen ist aufgrund seines Umfeldes, in welchem er sich in der 

Schweiz bewegte, davon auszugehen, dass er auch mit den Gepflogenheit des 

kroatischen Kulturkreises einigermassen vertraut ist. Zudem wird ihm seine gute 

schulische und berufliche Ausbildung und Qualifikation den Aufbau einer Existenz in 

Kroatien erleichtern.

2.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass das öffentliche Interesse am Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung schwer wiegt. Das Verschulden des Beschwerdeführers bei 

zunehmend schweren Straftaten, bei denen er schliesslich auch körperliche Gewalt 

gegen beliebige Personen einsetzte, wiegt sehr schwer. Die Prognose hinsichtlich 

seines zukünftigen Wohlverhaltens wird durch den Umstand geprägt, dass er trotz des 

hängigen Verfahrens bezüglich seines Aufenthaltsrechts in der Schweiz und einer 

angeordneten Psychotherapie sich nicht an die schweizerische Rechtsordnung hielt, 

sondern seit anfangs Mai 2012 wöchentlich zwei Joints raucht und als Fahrzeuglenker 

nach dem Konsum von Cannabis eine erhebliche Gefährdung anderer 

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Verkehrsteilnehmer in Kauf nahm. Das private Interesse am Belassen der 

Niederlassungsbewilligung des in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen 

Beschwerdeführers, das in seiner familiären und beruflichen Integration in der Schweiz 

zum Ausdruck kommt, wird dadurch relativiert, dass er über eine in wirtschaftlicher 

Hinsicht tragfähige schulische und berufliche Ausbildung verfügt, mit dem kroatischen 

Kulturkreis nicht völlig unvertraut ist und mit seinem Verhalten während des laufenden 

Verfahrens die Bedeutung der familiären und beruflichen Verankerung in der Schweiz 

selbst relativiert hat. Insgesamt überwiegen damit die öffentlichen Interessen am 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers 

an deren Beibehaltung.

3. (…).

4. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./  Der Beschwerdeführer hat die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

Fr. 2'000.- zu bezahlen.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Präsident:       Der Gerichtsschreiber:

Versand dieses Entscheides an:

-   den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwalt lic.iur. A.B.)

-   die Vorinstanz

am:

Rechtsmittelbelehrung:

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Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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	Urteil Verwaltungsgericht, 24.01.2013
	Ausländerrecht, Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG.Der in der Schweiz im Jahr 1990 geborene und aufgewachsene Beschwerdeführer ist Kroate und wurde unter anderem wegen der Beteiligung an Raubüberfällen und Einschleichdiebstählen, begangen anfangs 2009, zu einer 29-monatigen teilreduzierten Gefängnisstrafe verurteilt. Während des Beschwerdeverfahrens übertrat er das Betäubungsmittelgesetz und lenkte ein Motorfahrzeug in fahrunfähigem Zustand. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich als recht- und verhältnismässig (Verwaltungsgericht, B 2012/101).

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