# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 381f68cf-f2f6-52fb-b743-657ab4e4f798
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.02.2025 D-7196/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7196-2024_2025-02-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7196/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Regina Derrer;   

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch Marek Wieruszewski, Solidaritätsnetz Bern, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 15. Oktober 2024. 

 

 

 

D-7196/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 2. April 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach.   

B.  

B.a Am 23. Juni 2023 wurde er im Beisein seiner zugewiesenen Rechts-

vertretung zu seinen Asylgründen angehört.  

B.b Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei türkischer Staatsan-

gehöriger kurdischer Ethnie. Seine Familie habe Verbindungen zur PKK 

(Partiya Karkerên Kurdistanê), so belegten zwei seiner Onkel höhere Po-

sitionen bei der PKK. Einer sei während (…) Jahren inhaftiert gewesen und 

lebe nun in B._______. Der andere Onkel lebe aktuell im C._______, weil 

er Mitbegründer der PKK und deshalb eine gesuchte Persönlichkeit sei. 

Gegen seinen Vater sei im Jahr (…) ein Verfahren wegen logistischer Un-

terstützung der PKK und Unterkunftsgewährung eröffnet worden. Es habe 

immer wieder Behelligungen durch die türkischen Behörden gegeben. Er 

(der Beschwerdeführer) sei unfreiwillig in den Militärdienst eingezogen 

worden. Nach seiner Rückkehr aus dem Militärdienst habe das Militär eine 

Hausrazzia durchgeführt. Danach habe er es nicht mehr ausgehalten. Die 

erlittenen Demütigungen während seiner Militärzeit sowie die unzähligen 

Hausdurchsuchungen (weil man sie als potentielle PKK-Anhänger gese-

hen habe) hätten ihn psychisch stark belastet. Auf Anraten seiner Mutter 

habe er sich zur Ausreise entschlossen. Gemeinsam mit seinem Bruder 

D._______ (N […]) habe er die Türkei auf dem Luftweg legal verlassen.  

B.c Zum Beleg seiner Identität und zur Stützung seiner Vorbringen reichte 

der Beschwerdeführer die Kopie einer türkischen Identitätskarte, eine Be-

stätigung seines Uniabschlusses, mehrere Fotos und Zeitungsartikel be-

züglich seiner Onkel und seines Cousins sowie mehrere Dokumente be-

treffend Gerichtsverfahren von Familienmitgliedern zu den Akten. 

C.  

Am 5. Juli 2023 erfolgte die Zuteilung des Asylverfahrens des Beschwer-

deführers in das erweiterte Verfahren. 

D.  

Das Asylverfahren des Bruders des Beschwerdeführers wurde gemäss 

Eintrag im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) im September 

2023 zufolge Rückzugs abgeschrieben. 

D-7196/2024 

Seite 3 

E.  

Mit Verfügung vom 15. Oktober 2024 – eröffnet am 16. Oktober 2024 – 

verneinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-

rers und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte sie seine Weg-

weisung aus der Schweiz und den Wegweisungsvollzug. 

F.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

15. November 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und be-

antragte die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung 

von Asyl. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit und die 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen.   

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses.  

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. November 2024 wies die Instruktionsrich-

terin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung auf-

grund der Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab und forderte den Be-

schwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von 

Fr. 750.– bis zum 4. Dezember 2024 auf. 

H.  

Der Kostenvorschuss wurde am 2. Dezember 2024 geleistet.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG  

[SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

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Seite 4 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – nach fristgerechter Leistung des Kostenvorschusses – ein-

zutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

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Seite 5 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM stellte in seinem Entscheid fest, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft 

gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Zur Begründung führte es im Wesentli-

chen aus, bei den während des Militärdienstes aufgrund seiner kurdischen 

Herkunft erlittenen Behelligungen und Schikanen handle es sich nicht um 

ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes. Bezüglich der geltend ge-

machten Furcht vor Reflexverfolgung setzte sich die Vorinstanz ausführlich 

mit der Situation in der Türkei und der diesbezüglichen Rechtsprechung 

auseinander und hielt fest, die geschilderte fluchtauslösende Hausrazzia 

möge zwar subjektiv die Angst vor künftiger Verfolgung geweckt haben, 

dieser Umstand erfülle jedoch die Anforderungen der flüchtlingsrechtlich 

relevanten Intensität nicht. Der Beschwerdeführer engagiere sich weder für 

die PKK noch sei er Mitglied einer politischen Partei. Er habe auch keine 

Kenntnis über ein gegen ihn geführtes Dossier bei der türkischen Justiz. 

Vor diesem Hintergrund sei die geltend gemachte Furcht vor Reflexverfol-

gung als nicht begründet einzustufen. So seien keine Hinweise aktenkun-

dig, welche erwarten liessen, dass er wegen seines familiären Umfeldes 

mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von Re-

flexverfolgungsmassnahmen ernsthaften Ausmasses betroffen werden 

könnte. Den Wegweisungsvollzug erachtete die Vorinstanz als zulässig, 

zumutbar und möglich. 

5.2 Auf Beschwerdeebene wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

ein, die Vorinstanz habe sein sozialpolitisches Profil falsch eingeschätzt. In 

Wiederholung des bereits aktenkundigen Sachverhalts sowie unter pau-

schalem Verweis auf einen Report der Human Rights Watch «World Report 

2022» und einen Internet-Link der Frankfurter Rundschau (Artikel vom 

14. November 2023) wird sodann ausgeführt, der Beschwerdeführer weise 

ein klares politisches Profil auf. Er sei verhört und geschlagen worden, 

überdies wüssten die Behörden, dass seine Familienmitglieder in der PKK 

aktiv gewesen oder immer noch seien. Ob im Heimatland ein Verfahren 

eingeleitet worden sei oder ein Dossier geführt werde, wisse er nicht. Aller-

dings sei eine Cousine – die Familienanwältin – verhaftet worden, ein Bru-

der sei aus politischen Gründen inhaftiert gewesen, ein Onkel sei entführt 

worden, ein Cousin habe seine Stelle verloren und drei Onkel würden ge-

sucht. Es hätten mehrere Wohnungsdurchsuchungen stattgefunden und 

sein Vater sei festgenommen worden. Unter Verweis auf die Recht-

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Seite 6 

sprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hielt er sodann fest, in 

seiner Heimatregion würde eine Situation allgemeiner Gewalt herrschen. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass das SEM zu Recht zur Erkenntnis gelangt ist, die geltend 

gemachten Verfolgungsvorbringen würden den Anforderungen von Art. 3 

AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügen, weshalb 

kein Anspruch auf Anerkennung als Flüchtling und auf Asylgewährung be-

stehe. 

6.2  

6.2.1 Das SEM kam mit zutreffender Begründung zum Ergebnis, bei den 

im Militärdienst erlebten Schikanen handle es sich nicht um ernsthafte 

Nachteile im Sinne des Asylgesetzes. Dem wird in der Rechtsmittelschrift 

denn auch zu Recht nichts entgegengehalten.  

6.2.2 Der Beschwerdeführer macht Reflexverfolgung geltend. So würden 

sich mehrere Familienangehörige für die PKK engagieren, weshalb er Re-

flexverfolgungsmassnahmen zu befürchten habe. Wie auch das SEM ver-

kennt das Bundesverwaltungsgericht nicht, dass in der Türkei Familienan-

gehörige von politischen Aktivisten durchaus mittels staatlicher Repressa-

lien unter Druck gesetzt werden, die als sogenannte Reflexverfolgung 

flüchtlingsrechtlich erheblich im Sinne von Art. 3 AsylG sein können. Die 

Wahrscheinlichkeit, Opfer einer solchen Reflexverfolgung zu werden, er-

höht sich vor allem dann, wenn nach einem flüchtigen Familienmitglied ge-

fahndet wird und die Behörde Anlass zur Vermutung hat, dass jemand mit 

der gesuchten Person in engem Kontakt steht. Am ehesten dürften Perso-

nen von einer Reflexverfolgung bedroht sein, bei denen ein eigenes, nicht 

unbedeutendes politisches Engagement für illegale politische Organisatio-

nen hinzukommt beziehungsweise ihnen seitens der Behörden unterstellt 

wird, und die sich offen für politisch aktive Verwandte einsetzen (vgl. etwa 

Urteil BVGer E-5111/2022 vom 5. Februar 2025 E. 6.5 1 m.w.H.).  

6.2.3 Die Vorinstanz hat – unter Verweis auf die protokollierten Aussagen 

des Beschwerdeführers – zu Recht festgestellt, dass er weder Mitglied ei-

ner politischen Partei ist noch sich jemals für die PKK engagiert hat. Ein 

relevantes politisches Profil des Beschwerdeführers ergibt sich – entgegen 

der unsubstanziierten Behauptung in der Beschwerde – aus den Akten 

nicht. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist weiter festzustellen, dass 

die fluchtauslösende Hausrazzia zwar eine subjektive Furcht vor 

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zukünftiger Verfolgung hervorgerufen haben mag, diese jedoch die Anfor-

derungen an eine flüchtlingsrechtlich relevante Intensität einer Vorverfol-

gung nicht zu erfüllen vermag. Dasselbe gilt für die vom Beschwerdeführer 

behaupteten früheren Hausdurchsuchungen beziehungsweise Behörden-

kontakte. Aus den Ausführungen anlässlich der Anhörung ist demnach 

nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund von politischen Ak-

tivitäten seiner Familienangehörigen vor der Ausreise asylrelevant reflex-

verfolgt worden wäre. Auch in seiner Rechtsmitteleingabe gelingt es dem 

Beschwerdeführer nicht darzulegen, inwiefern sich aus den Tätigkeiten sei-

ner Familienangehörigen für die PKK eine objektiv begründete Reflexver-

folgungsfurcht ergeben würde. Zwar wies der Beschwerdeführer bereits 

anlässlich der Anhörung darauf hin, seine Cousine – und Familienanwältin 

– sei festgenommen worden, gleichzeitig gab er aber auch an, sie sei wie-

der freigelassen worden (vgl. SEM-Akten act. […]-13/1 F21). Anhalts-

punkte für eine sich nach der Ausreise veränderte Sachlage werden nicht 

dargetan. Im Übrigen ist kein den Beschwerdeführer betreffendes (hängi-

ges) Strafverfahren bekannt, was auch durch den Umstand bestätigt wird, 

dass er die Türkei legal auf dem Luftweg verlassen konnte. Bei dieser 

Sachlage ist die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr der (Reflex-)Verfolgung 

bei einer Rückkehr ins Heimatland zu verneinen.  

6.3 Insgesamt vermochte der Beschwerdeführer nicht darzutun, dass er im 

Zeitpunkt seiner Ausreise einer asylbeachtlichen Verfolgung oder einer ent-

sprechenden Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle seiner Rück-

kehr in die Türkei ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu 

gewärtigen hätte. Anhaltspunkte für eine ungenügende Sachverhaltsabklä-

rung ergeben sich weder aus der Beschwerdeschrift noch aus den Akten, 

weshalb keine Veranlassung für eine Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz besteht. Der entsprechende Eventualantrag ist abzuweisen. 

6.4 Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

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Seite 8 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

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Seite 9 

8.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihm 

das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Der Beschwerdeführer stammt aus der Provinz Şırnak und damit 

nicht aus einer der elf besonders von den Erdbeben im Februar 2023 be-

troffenen Provinzen (vgl. dazu Referenzurteil E-1308/2023 vom 19. März 

2024 E. 11.1-11.3). Der Wegweisungsvollzug in diese Provinz (und in die 

Provinz Hakkâri) wurde allerdings vom Gericht in langjähriger Praxis als 

generell unzumutbar erachtet. Nach einer eingehenden Beurteilung der ak-

tuellen Sicherheitslage in diesen Provinzen hat das Gericht die Aufhebung 

dieser Wegweisungspraxis beschlossen. Der Vollzug von Wegweisungen 

dorthin ist damit nicht mehr generell ausgeschlossen, sondern es ist im 

Einzelfall zu prüfen, ob die Wegweisung für die betroffenen Personen indi-

viduell zumutbar ist (vgl. Referenzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 

8. November 2024 E. 13.4.1-13.4.8).  

 

Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen und gemäss Ak-

ten grundsätzlich gesunden Mann. Er verfügt über eine gute Schulbildung, 

hat in E._______ ein Universitätsstudium absolviert und in F._______ wäh-

rend zwei Monaten in der Gastronomie Berufserfahrung gesammelt. 

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Seite 10 

Gemäss eigenen Angaben geht es seiner Familie wirtschaftlich gut, so 

seien sie mit der (…) ihrer (…) finanziell abgesichert (vgl. act. […]-13/13 S. 

6). Weiter verfügt der Beschwerdeführer über ein intaktes familiäres und 

soziales Beziehungsnetz. Vor diesem Hintergrund ist nicht anzunehmen, 

er würde nach seiner Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation ge-

raten, zumal im Bedarfsfall nach seiner Rückkehr eine vorübergehende fi-

nanzielle Unterstützung als gewährleistet erachtet werden dürfte. 

 

8.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung des 

Beschwerdeführers vor dem (oben dargelegten) Hintergrund der Lage in 

seiner Heimatregion wie auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Deckung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

.  

Daniela Brüschweiler Regula Frey 

 

 

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