# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97444edd-1c23-5290-8c68-ffeb6ef33901
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.02.2024 100 2023 129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-129_2024-02-05.pdf

## Full Text

100.2023.129U
BUC/AEN/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Februar 2024

Verwaltungsrichter Häberli, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Aellen

A.________ AG
handelnd durch die statutarischen Organe
Beschwerdeführerin

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion, 
Münsterplatz 3a, Postfach, 3000 Bern 8
Beschwerdegegner

betreffend Sofortunterstützung im Zusammenhang mit der Covid-19-
Epidemie (Entscheid der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des 
Kantons Bern vom 30. März 2023; H2022-022)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Die A.________ AG mit Sitz in Zürich bezweckt den Handel mit Schuhen, 
Bekleidungs- und Sportartikeln sowie Zubehör, und deren Importe und 
Exporte. Gestützt auf die Bestimmungen über Härtefallmassnahmen für 
Unternehmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie richtete ihr das 
Amt für Wirtschaft des Kantons Bern (AWI) für im Jahr 2021 erlittene 
Umsatzeinbussen Sofortunterstützung in der Höhe von Fr. 1'072'544.-- aus.

Am 15. Juni 2022 ersuchte die A.________ AG um Sofortunterstützung für 
die Periode Dezember 2021 bis März 2022. Mit Verfügung vom 
20. September 2022 wies das AWI das Gesuch ab. Hiergegen erhob die 
A.________ AG am 12. Oktober 2022 Einsprache, welche das AWI mit 
Entscheid vom 28. Oktober 2022 abwies. 

B.

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die A.________ AG am 
11. November 2022 Beschwerde bei der Wirtschafts-, Energie- und 
Umweltdirektion des Kantons Bern (WEU) mit dem Antrag, 
Sofortunterstützung von Fr. 273'502.-- auszurichten. Die WEU wies die 
Beschwerde am 30. März 2023 ab.

C.

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 27. April 2023 beantragt die 
A.________ AG zusammenfassend, der Entscheid der WEU sei aufzuheben 
und ihr sei Sofortunterstützung im Betrag von Fr. 273'502.-- auszurichten.

Der Kanton Bern schliesst mit Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2023 auf 
Abweisung der Beschwerde. Am 10. Juli 2023 hat die A.________ AG zur 
Beschwerdeantwort Stellung genommen. Hierzu hat sich der Kanton Bern 
am 27. Juli 2023 vernehmen lassen. Am 12. September, 24. Oktober sowie 

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20. November 2023 hat die A.________ AG weitere Stellungnahmen und 
Unterlagen eingereicht. Dazu hat sich der Kanton Bern am 10. Oktober und 
10. November 2023 geäussert.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 17 der Kantonalen Verordnung vom 18. Dezember 
2020 über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang mit 
der Covid-19-Epidemie [Kantonale Härtefallverordnung; BSG 901.112] bzw. 
der Verordnung vom 23. Februar 2022 über Härtefallmassnahmen für Unter-
nehmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie im Jahr 2022 [Kan-
tonale Härtefallverordnung 2022; BSG 901.113]). Daran ändert der Umstand 
nichts, dass die Beschwerdeführerin per 6. Januar 2021 ihren Sitz nach Zü-
rich verlegt hat (aArt. 12 Abs. 1 und 2 der Verordnung vom 2. Februar 2022 
über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang mit der 
Covid-19-Epidemie im Jahr 2022 [Covid-19-Härtefallverordnung 2022, 
HFMV 22; SR 951.264]; ursprüngliche Fassung [AS 2022 61]; in Kraft bis 
31.12.2022; vgl. auch aArt. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Septem-
ber 2020 über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundes-
rates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie [Covid-19-Gesetz; 
SR 818.102]; Änderung vom 19.3.2021 [AS 2021 153]; in Kraft bis 
31.12.2022; wo im Folgenden nicht anders angegeben, ist diese Fassung 
gemeint; zum zeitlich massgebenden Recht im Übrigen hinten E. 2.4). Die 
Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist 
durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet das Gesuch der Beschwer-
deführerin um Ausrichtung von Sofortunterstützung gemäss den Bestimmun-
gen über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang mit der 
Covid-19-Epidemie.

2.1 Nach aArt. 12 Abs. 1 Covid-19-Gesetz konnte der Bund auf Antrag 
eines oder mehrerer Kantone Härtefallmassnahmen dieser Kantone unter-
stützen für Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder juristische 
Personen mit Sitz in der Schweiz (Unternehmen), die vor dem 1. Oktober 
2020 gegründet worden waren oder ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen 
hatten, am 1. Oktober 2020 ihren Sitz im jeweiligen Kanton hatten, aufgrund 
der Natur ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 be-
sonders betroffen waren und einen Härtefall darstellten, insbesondere Un-
ternehmen in der Wertschöpfungskette der Eventbranche, Schausteller, 
Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und Hotelleriebetriebe sowie 
touristische Betriebe. Das Covid-19-Gesetz normierte die Voraussetzungen 
der Härtefallmassnahmen für Unternehmen nur grob. Einzelheiten regeln die 
Verordnung vom 25. November 2020 über Härtefallmassnahmen für Unter-
nehmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Härtefall-
verordnung; SR 951.262; seit 8.2.2022: Covid-19-Härtefallverordnung 2020, 
HFMV 20 [vgl. Art. 19 HFMV 22; AS 2022 61]) und die HFMV 22 (vgl. 
aArt. 12 Abs. 4 Covid-19-Gesetz [Änderung vom 18.12.2020; AS 2020 
S. 5821; in Kraft bis 31.12.2022]; Erläuterungen der Eidgenössischen Fi-
nanzverwaltung [EFV] zur HFMV 20, S. 2, einsehbar unter: 
<www.seco.admin.ch>, Rubriken «Das SECO/Medienmitteilungen 
2020/04.11.2020 Bund will Härtefallprogramme der Kantone rasch unter-
stützen und eröffnet Vernehmlassung zur Härtefallverordnung/Dokumente» 
[nachfolgend Erläuterungen EFV 4.11.2020]; Erläuterungen der EFV zur 
HFMV 22, S. 2, einsehbar unter: <www.seco.admin.ch>, Rubriken «Das 
SECO/Medienmitteilungen 2022/02.02.2022 Coronavirus: Bundesrat verab-

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schiedet Härtefallverordnung 2022/Dokumente» [nachfolgend Erläuterun-
gen EFV 2.2.2022], zum Folgenden vgl. auch S. 3). Massnahmen zur Abfe-
derung von pandemiebedingten Umsatzeinbussen aus den Jahren 2020 und 
2021 werden in der HFMV 20 geregelt. In den Anwendungsbereich der 
HFMV 22 fallen demgegenüber Härtefallbeiträge an Covid-bedingte Umsatz-
einbussen vom 1. Januar bis Mitte 2022 (vgl. aArt. 2 Abs. 2, aArt. 5 Abs. 1 
und aArt. 9 HFMV 22 [AS 2022 61; in Kraft bis 31.12.2022]; Erläuterungen 
EFV 2.2.2022, S. 6 [Erläuterungen zu Art. 2], 7 [Erläuterungen zu Art. 5], 10 
[Erläuterungen zu Art. 9]).

2.2 Die Kantone waren zunächst frei, ob sie Härtefallmassnahmen er-
greifen und wie sie diese gegebenenfalls ausgestalten (Erläuterungen EFV 
4.11.2020, S. 2 f. und 3 f. [Erläuterungen zu Art. 1]). Im März 2021 führte der 
Bundesgesetzgeber mit aArt. 12 Abs. 1quater und Abs. 1sexies Covid-19-Gesetz 
(AS 2021 153; in Kraft vom 20.3.2021 bis 31.12.2022; im Folgenden ist je-
weils diese Fassung gemeint) eine neue Finanzierungsstruktur ein. Fortan 
hingen die bundesrechtliche (Mit-)Finanzierung und die Kompetenz zur 
rechtlichen Ausgestaltung von Härtefallmassnahmen vom Umsatz der be-
troffenen Unternehmen ab: Härtefallmassnahmen zugunsten von Unterneh-
men mit einem Jahresumsatz von mehr als fünf Millionen Franken finanzierte 
der Bund vollständig (aArt. 12 Abs. 1quater Bst. b Covid-19-Gesetz). Die An-
spruchsvoraussetzungen des Bundesrechts müssen für diese sog. «grossen 
Unternehmen» in allen Kantonen unverändert eingehalten werden (aArt. 12 
Abs. 1sexies zweiter Satz Covid-19-Gesetz, auch zum Folgenden; zum Begriff 
des «grossen Unternehmens» aArt. 3 Abs. 6 Kantonale Härtefallverordnung 
2022 [BAG 22-014]; in Kraft bis 31.12.2022). Die HFMV 22 enthält – wie 
schon die HFMV 20 – insoweit zwingende Vorgaben. Vorbehältlich weiter-
gehender Härtefallmassnahmen eines Kantons, die dieser vollständig selber 
finanziert, gilt für diese Unternehmen mithin schweizweit eine einheitliche 
Regelung (vgl. die einschlägige Botschaft des Bundesrats in BBl 2021 285, 
S. 26 f.; Erläuterungen der EFV vom 31.3.2021 zur Änderung der HFMV 20, 
S. 2 f., einsehbar unter: <www.seco.admin.ch>, Rubriken «Das SECO/Me-
dienmitteilungen 2021/31.03.2021 Coronavirus: Bundesrat passt Härtefall-
verordnung sowie Verordnung zum Erwerbsausfall an/Dokumente» sowie 
Erläuterungen EFV 2.2.2022, S. 2 f., 5 [Erläuterungen zu Art. 2], jeweils auch 
zum Folgenden). Demgegenüber leistet der Bund den Kantonen einen Fi-

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nanzierungsanteil von 70 % an ihre Härtefallmassnahmen für Unternehmen 
mit einem Jahresumsatz bis fünf Millionen Franken (vgl. aArt. 12 Abs. 1quater 
Bst. a Covid-19-Gesetz; gemäss aArt. 3 Abs. 5 Kantonale Härtefallverord-
nung 2022 [BAG 22-014; in Kraft bis 31.12.2022] sog. «kleine Unterneh-
men»). Voraussetzung für diese Unterstützung ist, dass die Mindestanforde-
rungen des Bundes eingehalten werden (aArt. 12 Abs. 1sexies erster Satz 
Covid-19-Gesetz; Erläuterungen EFV 2.2.2022, S. 3; BGer 2C_8/2022 vom 
28.9.2022, in SJZ 2023 S. 156 E. 1.3.4, jeweils auch zum Folgenden). Im 
Einzelnen verfügen die Kantone beim Erlass von Härtefallmassnahmen je-
doch über einen Regelungsspielraum. So können sie den zeitlichen Rahmen 
ihrer kantonalen Härtefallprogramme anders definieren, beispielsweise ein 
einziges neues kantonales Härtefallprogramm gemäss den Vorgaben der 
HFMV 22 beschliessen und dieses für Beiträge an ungedeckte Kosten der 
Unternehmen in den Monaten Dezember 2021 bis Juni 2022 anwenden (zur 
diesbezüglichen Regelung im Kanton Bern hinten E. 2.3.1 f.). Gegenüber 
dem Bund müssen die Kantone indes die separate Abrechnung nach den 
unterschiedlichen Verordnungen gewährleisten.

2.3 Um Konkurse von Unternehmen zu verhindern und Arbeitsplätze zu 
erhalten, erliess der Regierungsrat des Kantons Bern gestützt auf die bun-
desrechtlichen Vorgaben und Art. 15 des Wirtschaftsförderungsgesetzes 
vom 12. März 1997 (WFG; BSG 901.1) am 18. Dezember 2020 die Kanto-
nale Härtefallverordnung (vgl. Vortrag der WEU zur Kantonalen Härtefallver-
ordnung, S. 1, einsehbar unter: <www.rr.be.ch>, Rubriken «Beschlüsse/
Beschlüsse suchen», Suchbegriff: «1524/2020»). Diese trat gleichentags in 
Kraft; einzelne Bestimmungen galten bis zum 31. Dezember 2021, andere 
sind noch bis zum 31. Dezember 2031 in Kraft (vgl. Art. 18 Kantonale Härte-
fallverordnung; Änderung vom 23.12.2021 [BAG 21-131]). Nachdem das 
Parlament die Härtefallmassnahmen auf Bundesebene bis zum 31. Dezem-
ber 2022 verlängert und der Bundesrat mit der HFMV 22 die entsprechenden 
Ausführungsbestimmungen erlassen hatten, hat auch der Regierungsrat am 
23. Februar 2022 eine Fortsetzung des Härtefallprogramms beschlossen. 
Die diesbezüglichen Bestimmungen traten am 1. März 2022 in Kraft und gal-
ten bis zum 31. Dezember 2022 bzw. gelten noch bis zum 31. Dezember 
2031 (Art. 19 Abs. 3 und 4 Kantonale Härtefallverordnung 2022). 

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2.3.1 Die Kantonale Härtefallverordnung 2022 bildet die bundesrechtlichen 
Voraussetzungen ab, unter welchen sich der Bund am kantonalen Pro-
gramm beteiligt, und regelt das kantonale Verfahren. Im Grundsatz unter-
stützungsberechtigt für das Härtefallprogramm 2022 sind alle Unternehmen, 
welche die Anforderungen gemäss der Kantonalen Härtefallverordnung 
(BAG 21-077; in Kraft bis 31.12.2021) erfüllen. Aus diesem Grund werden 
zahlreiche Bestimmungen aus der Kantonalen Härtefallverordnung in die 
Kantonale Härtefallverordnung 2022 übernommen. Zusätzlich verlangt letz-
tere entsprechend den Vorgaben gemäss der HFMV 22, dass sich die Un-
ternehmen weder in Konkurs oder Liquidation noch in einem Betreibungs-
verfahren aufgrund ausstehender Sozialversicherungsbeiträge befinden 
(aArt. 7 Abs. 1 Bst. b und c Kantonale Härtefallverordnung 2022 [BAG 22-
014; in Kraft bis 31.12.2022]). Das Härtefallprogramm 2022 sollte bedarfs-
orientiert und schrittweise freigegeben werden. Konkret wurde es in zwei 
Phasen aufgeteilt: Die erste Phase bezog sich auf die Periode von Dezember 
2021 bis März 2022 (Gesuchzeitraum), die zweite auf die Periode von April 
bis Juni 2022 (zum Ganzen Vortrag der WEU vom 23.2.2022, S. 2, einsehbar 
unter: <www.rr.be.ch>, Rubriken «Beschlüsse/Sitzungen/2022/Regierungs-
sitzung vom 23. Februar 2022/WEU-Einzelgeschäfte/2022.WEU.100/Unter-
lagen» [nachfolgend Vortrag WEU 23.2.2022]; zum Regelungsspielraum der 
Kantone betreffend den zeitlichen Rahmen des Härtefallprogramms 2022 
vorne E. 2.2). Der Regierungsrat verzichtete indessen darauf, die zweite 
Phase zu aktivieren und Art. 10 Abs. 2 sowie Art. 14 Abs. 3 Kantonale Här-
tefallverordnung 2022 in Kraft zu setzen (vgl. Art. 19 Abs. 2 Kantonale Här-
tefallverordnung 2022; RRB 691/2022 vom 29.6.2022, Ziff. 1, einsehbar un-
ter: <www.rr.be.ch>, Rubriken «Beschlüsse/Sitzungen/2022/Regierungs-
sitzung vom 29.6.2022/WEU-Einzelgeschäfte/2021.WEU.100/Beschluss»).

2.3.2 Abgesehen vom Regelungsspielraum der Kantone beim zeitlichen 
Rahmen ihrer Härtefallprogramme 2022 ist die Bemessung der Sofortunter-
stützung im Rahmen des Härtefallprogramms 2022 bundesrechtlich vorge-
geben. Gemäss aArt. 10 Abs. 1 und 3 Kantonale Härtefallverordnung 2022 
(BAG 22-014; in Kraft bis 31.12.2022) entspricht sie höchstens den kumu-
lierten, ungedeckten Kosten des Unternehmens vom 1. Dezember 2021 bis 
zum 31. März 2022, also dem liquiditätswirksamen Aufwand abzüglich des 
gesamten Umsatzes sowie beantragter oder erhaltener Kurzarbeits- und Er-

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werbsersatzentschädigung (dazu und zum Folgenden auch Vortrag WEU 
23.2.2022, S. 2, 4 f. [Erläuterungen zu Art. 10]). Die Ausgaben werden wie 
folgt ermittelt: Entweder mittels einer Selbstdeklaration gestützt auf die 
durchschnittlichen Aufwände des Jahres 2021 oder basierend auf den effek-
tiven Zahlen des ersten Quartals 2022 bzw. des Monats Dezember 2021. 
Für die Selbstdeklaration müssen die Unternehmen die Erfolgsrechnung 
2021 einreichen; für die Berechnung gestützt auf das erste Quartal 2022 
muss ein entsprechender Quartalsabschluss vorliegen. Den Umsatz haben 
die Unternehmen mit einer Mehrwertsteuer-Abrechnung oder mit einem 
Quartalsabschluss zu belegen.

2.3.3 Das Bundesrecht räumte den Unternehmen keinen Anspruch auf 
Härtefallmassnahmen ein, sondern überliess es den Kantonen, ob und unter 
welchen Voraussetzungen Härtefallmassnahmen gewährt werden (vgl. die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu aArt. 12 Covid-19-Gesetz sowie zur 
HFMV 20, die auch im Anwendungsbereich der HFMV 22 massgebend sein 
dürfte: BGer 2C_8/2022 vom 28.9.2022, in SJZ 2023 S. 156 E. 1.3.4 und 
1.4; betreffend grosse Unternehmen auch BGer 2C_142/2022 vom 
15.12.2023 E. 1.4.1, 2C_757/2022 vom 4.5.2023 E. 1.3.4 mit Hinweis). Auch 
nach kantonalem Recht bestand gemäss der klaren Regelung von aArt. 2 
Kantonale Härtefallverordnung (BAG 20-139; in Kraft bis 31.12.2021) bzw. 
aArt. 2 Kantonale Härtefallverordnung 2022 (BAG 22-014; in Kraft bis 
31.12.2022) kein Rechtsanspruch auf Unterstützung (jeweiliger Abs. 3). Sol-
che wurde zudem nur im Rahmen der verfügbaren Finanzmittel gewährt 
(Abs. 1 bzw. Abs. 2). Sind die Voraussetzungen bzw. Bedingungen für eine 
Sofortunterstützung im Einzelfall erfüllt, entscheidet die zuständige Behörde 
nach pflichtgemässem Ermessen, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe 
Mittel ausgerichtet werden. Die massgebenden Rechtsnormen legen mithin 
lediglich bestimmte, für die Gesuchsbeurteilung bedeutsame Kriterien und 
Gesichtspunkte fest, ohne die zuständige kantonale Behörde zu verpflichten, 
dem Gesuch bei erfüllten Anforderungen zu entsprechen (vgl. auch etwa 
BVR 2013 S. 183 E. 2.1, 2012 S. 109 E. 2.4, 2012 S. 121 E. 3.6, je mit Hin-
weisen; BVR 2024 S. 7 E. 2.3.3 und jüngst VGE 2022/25 vom 13.12.2023 
[noch nicht rechtskräftig] E. 2.3.3 [je betreffend grosse Unternehmen und 
Härtefallprogramm 2020/2021 bzw. Kantonaler Härtefallverordnung]).

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2.4 Seit die Beschwerdeführerin das Gesuch am 15. Juni 2022 einge-
reicht hat, sind die bundes- sowie kantonalrechtlichen Bestimmungen über 
die Härtefallmassnahmen für Unternehmen teilweise aufgehoben worden 
(vgl. AS 2021 878 Ziff. II Abs. 2; Art. 20 Abs. 2 HFMV 22; Art. 19 Abs. 3 Kan-
tonale Härtefallverordnung 2022). Hier ist auf beiden föderalen Stufen das 
im Zeitpunkt des Einspracheentscheids vom 28. Oktober 2022 geltende (ma-
terielle) Recht massgebend (VGE 2022/385 vom 20.9.2023 E. 2.4 mit Hin-
weisen; vgl. auch BVR 2024 S. 7 E. 2.4).

3.

Die strittige Sofortunterstützung kann höchstens den kumulierten, ungedeck-
ten Kosten des Unternehmens entsprechen, die im Zeitraum vom 1. Dezem-
ber 2021 bis zum 31. März 2022 anfielen (vorne E. 2.3.1 f.). Die Parteien 
sind sich uneinig, ob – und gegebenenfalls in welcher Höhe – der Beschwer-
deführerin derartige Kosten entstanden sind. 

3.1 Als ungedeckte Kosten, wie sie durch die Sofortunterstützung 
höchstens gedeckt werden, gelten der liquiditätswirksame Aufwand abzüg-
lich des gesamten Umsatzes sowie beantragte oder erhaltene Kurzarbeits- 
und Erwerbsersatzentschädigung (aArt. 10 Abs. 1 und 3 Kantonale Härte-
fallverordnung 2022; vorne E. 2.3.2, auch zum Folgenden). Aus den Mate-
rialien zu dieser Regelung geht hervor, dass die ungedeckten Kosten anhand 
der Erfolgsrechnung zu ermitteln sind, indem alle darin ausgewiesenen liqui-
ditätswirksamen Aufwände zusammengerechnet und der gesamte Umsatz 
(inkl. ausserordentlichem Ertrag) sowie Kurzarbeits- und Erwerbsersatzent-
schädigung abgezogen werden. Als liquiditätswirksam gelten Waren-, 
Dienstleistungs-, Personal- sowie Betriebsaufwände, so zum Beispiel Auf-
wand für Leasing, Immobilien, Unterhalt, Informatik und Finanzen. Liquidi-
tätsunwirksam und deshalb nicht zu berücksichtigen sind hingegen Auf-
wände wie Abschreibungen, Rückstellungen und Wertberichtigungen (Vor-
trag WEU 23.2.2022, S. 4 [Erläuterungen zu Art. 10]; zur Mindestgliederung 
einer Erfolgsrechnung vgl. Art. 959b des Schweizerischen Obligationen-
rechts [OR; SR 220]). Grosse Unternehmen mussten mit ihrem Gesuch un-
ter anderem Jahresrechnungen für die Jahre 2018, 2019, 2020 und, soweit 

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vorhanden, 2021 einreichen (jeweils umfassend Bilanz, Erfolgsrechnung und 
Anhang); unterliegen sie der Revisionspflicht, mussten sie die revidierten 
Fassungen der Jahresrechnungen beilegen (aArt. 13 Abs. 1 Bst. c und 
Abs. 2 Kantonale Härtefallverordnung 2022 [BAG 22-014; in Kraft bis 
31.12.2022]). Gemäss Praxis der WEU können die in den Jahresrechnungen 
enthaltenen Zahlen allenfalls nachträglich angepasst werden, sofern sich 
aus den eingereichten Unterlagen ergibt, dass Buchungen bzw. die Bilanz 
oder Erfolgsrechnung mit den tatsächlichen Geschäftsvorfällen nicht lücken-
los übereinstimmen und sich eine Korrektur gestützt auf die Akten schlüssig 
begründen lässt (so im Ergebnis angefochtener Entscheid E. 4.3.4 mit Hin-
weis auf Art. 18 ff. und 25 Abs. 1 VRPG; zum Ganzen auch Stellungnahmen 
Beschwerdegegner vom 16.6. und 27.7.2023 jeweilige S. 1). 

3.2 Entgegen der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 2; Stellungnahme 
vom 10.7.2023 S. 2) ist in der Kantonalen Härtefallverordnung 2022 (wie im 
Übrigen auch in den dazugehörigen Materialien) sowohl von Kosten als auch 
von Aufwand die Rede. Die beiden Begriffe sind gemäss aArt. 10 Kantonale 
Härtefallverordnung freilich wie folgt auseinanderzuhalten: Während die un-
gedeckten Kosten massgebend sind für die Bemessung der Sofortunterstüt-
zung (Abs. 1), ist zur Ermittlung dieser ungedeckten Kosten (neben ande-
rem) der liquiditätswirksame Aufwand heranzuziehen (Abs. 3). In der Kanto-
nalen Härtefallverordnung 2022 oder in den Materialien nicht zu finden ist 
hingegen der Begriff «liquiditätswirksame Warenkosten», den die Beschwer-
deführerin zur Begründung ihres Begehrens verwendet (auch etwa «liquidi-
tätswirksame Einkäufe», «liquiditätswirksame Kosten», «liquiditätswirk-
samer Wareneinkauf», «geldwirksame Kosten», «effektiv geldrelevante 
Wareneinkäufe», «tatsächliche Warenkosten»; Beschwerde S. 2 f.; Stel-
lungnahmen vom 10.7.2023 S. 2 f., 12.9.2023 S. 1 f. und 24.10.2023 S. 1 f.). 
Die Beschwerdeführerin macht «effektiv geldrelevante Wareneinkäufe» von 
insgesamt Fr. 5'599'504.-- geltend, was im Vergleich zu dem von der Vor-
instanz bestätigten Warenaufwand von Fr. 4'714'851.-- eine «liquiditätswirk-
same Differenz (Bestandsveränderung als Kosten)» von Fr. 884'653.-- er-
gebe; diese sei bei der Bemessung der Sofortunterstützung fälschlicher-
weise nicht mitberücksichtigt worden (Beschwerde S. 3; Stellungnahme vom 
10.7.2023 S. 3; vgl. auch das Dokument «A.________ AG - 

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liquiditätswirksame Wareneinkäufe 2021», in Vorakten AWI [act. 4B] 
pag. 277). 

3.3 Zwischen den Parteien unbestritten ist, dass hier die auf vier Monate 
umgerechneten durchschnittlichen ungedeckten Kosten des Jahres 2021 
massgebend und diese grundsätzlich ausgehend von der Jahresrechnung 
2021 zu ermitteln sind (vgl. Vortrag WEU 23.2.2022, S. 4 f. [Erläuterungen 
zu Art. 10]; angefochtener Entscheid E. 4.1, 4.2.1; Beschwerde S. 1). Ge-
stützt darauf ging das AWI von einem gesamten Umsatz (inkl. ausseror-
dentlichem Ertrag) von Fr. 2'831'908.-- und einem Erwerbsersatz von 
Fr. 5'137.-- aus, was die Vorinstanz nicht beanstandet hat (vgl. angefochte-
ner Entscheid E. 4.3.4; Vorakten AWI [act. 4B] pag. 228, 324). Die Be-
schwerdeführerin kritisiert diese Berechnungsgrössen nicht, sondern bean-
standet allein die Auslegung von aArt. 10 Abs. 3 Kantonale Härtefallverord-
nung 2022 bzw. die Bemessung des liquiditätswirksamen Aufwands gestützt 
auf diese Bestimmung. Sie rügt zusammengefasst, die Vorinstanz hätte hier-
bei nicht einfach vom Warenaufwand gemäss Erfolgsrechnung 2021 
(Fr. 4'714'851.--) ausgehen dürfen, sondern anstelle des (nicht «liquiditäts-
wirksamen») Warenaufwands die («liquiditätswirksamen») Warenkosten be-
rücksichtigen müssen. Im Jahr 2021 seien effektiv geldrelevante Warenein-
käufe von Fr. 5'599'504.-- getätigt worden, was mit den Kontenblättern 1200, 
2155 und 21551 vollumfänglich nachgewiesen sei. Dies entspreche «einem 
liquiditätswirksamen Aufwand, unter Ausschluss der Bestandsänderungen, 
in gleicher Höhe». Der gesamte Aufwand gemäss Jahresrechnung 2021 be-
trage ohne ausserordentliches Ergebnis Fr. 8'446'987.--; werde die Differenz 
zwischen dem «liquiditätswirksamen Aufwand» und dem «effektiv liquiditäts-
wirksamen Wareneinkauf» von Fr. 884'653.-- hinzugerechnet, resultierten 
Kosten von total Fr. 9'331'640.-- bzw. «Durchschnittskosten» für Dezember 
2021 bis März 2022 von Fr. 3'110'547.--; diese überstiegen den «liquiditäts-
wirksamen Gesamtumsatz» von Fr. 2'837'045.-- mithin um Fr. 273'502.--. 
Insoweit sei Sofortunterstützung zu leisten. Die Bemessung des «liquiditäts-
wirksamen» Aufwands aufgrund des von der Vorinstanz bestimmten, «nicht-
liquiditätswirksamen» Warenaufwands verstosse gegen die Kantonale Här-
tefallverordnung 2022 (vgl. Beschwerde S. 2 f.; Stellungnahmen vom 
10.7.2023 S. 2 f., 12.9.2023 S. 1 f., 24.10.2023 S. 2 und 20.11.2023 S. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
Seite 12

3.4 Mit der Beschwerdeführerin ist festzustellen, dass sie ihre Warenein-
käufe zunächst aktivierte, die entsprechenden Kosten also nicht unmittelbar 
als Aufwand verbuchte. Der Sachverhalt stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:

3.4.1 Die Beschwerdeführerin führt einen reinen Handelsbetrieb ohne ei-
gene Produktion (Vorakten AWI [act. 4B] pag. 225; vorne Bst. A). Im Ge-
schäftsjahr 2021 kaufte sie ihre eigene Handelsware, bezahlte diese jeweils 
über ihr Bankkonto und aktivierte die gekaufte Ware laufend im Konto «Han-
delswaren» (Buchungssatz: Konto 1200 Handelswaren / Konto 1020 Bank 
CHF). In gewissen zeitlichen Abständen ermittelte die Beschwerdeführerin 
die Differenz zwischen den aktivierten Wareneinkäufen und dem tatsächli-
chen Warenbestand. Lag der tatsächliche Warenbestand unter den aktivier-
ten Wareneinkäufen, buchte sie den «Fehlbestand» aus und erfasste ihn als 
Aufwand im Konto «Bestandesänderungen Handelswaren» (Buchungssatz: 
Konto 4280 Bestandesänderungen Handelswaren / Konto 1200 Handelswa-
ren). Am Ende des Geschäftsjahrs minderte sie den Aufwand im Konto «Be-
standesänderungen Handelswaren», indem sie Ware im Wert von 
Fr. 1'300'000.-- in das Aktivkonto «Handelswaren» zurückbuchte (Bu-
chungssatz: Konto 1200 Handelswaren / Konto 4280 Bestandesänderungen 
Handelswaren; vgl. Beschwerde S. 2 f.; Stellungnahmen vom 10.7. und 
12.9.2023 S. 2 bzw. S. 1 f.; Kontoblatt «Konto 4280 Bestandesänderungen 
Handelswaren», in Beilagen zur Stellungnahme vom 12.9.2023; Vorakten 
AWI [act. 4B] pag. 244-273, zu den einzelnen Bestandesänderungsbuchun-
gen etwa pag. 244 f., 248, 251, 255, 264; ebenso Stellungnahme Beschwer-
degegner vom 27.7.2023 S. 2).

3.4.2 Zusätzlich zu den eigenen tätigte die Beschwerdeführerin auch Wa-
reneinkäufe für ihre Tochtergesellschaft mit Sitz in Konstanz. Den entspre-
chenden Warenverkehr führte sie über zwei Passivkonten, nämlich das 
Konto «Kontokorrent B.________ GmbH, Wareneinkauf exkl. UmST» und 
das Konto «Kontokorrent B.________ GmbH, Wareneinkauf inkl. UmST». 
Mit den Einkäufen flossen einerseits flüssige Mittel ab und sanken 
andererseits die gegenüber der Tochtergesellschaft bestehenden Schulden 
(jeweiliger Buchungssatz: Konto 2155 Kontokorrent B.________ GmbH, 
Wareneinkauf exkl. UmST bzw. Konto 21551 Kontokorrent B.________ 
GmbH, Wareneinkauf inkl. UmST / Konto 1023 Bank EUR). Wie bei der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
Seite 13

eigenen Handelsware (E. 3.4.1 hiervor) buchte die Beschwerdeführerin Be-
standesabnahmen aus und unter dem Titel «Wareneinkauf […]» im Auf-
wandkonto «Bestandesänderungen Handelswaren» ein (jeweiliger Bu-
chungssatz: Konto 4280 Bestandesänderungen Handelswaren / Konto 2155 
Kontokorrent B.________ GmbH, Wareneinkauf exkl. UmST bzw. Konto 
21551 Kontokorrent B.________ GmbH, Wareneinkauf inkl. UmST; vgl. 
Beschwerde S. 3; Stellungnahme vom 12.9.2023 S. 1 f.; Kontoblatt «Konto 
4280 Bestandesänderungen Handelswaren», in Beilagen zur Stellungnahme 
vom 12.9.2023; Vorakten AWI [act. 4B] pag. 231-243, zu den einzelnen Be-
standesänderungsbuchungen etwa pag. 231 f., 236, 239 f.). 

3.4.3 Das Aufwandkonto «Bestandesänderungen Handelswaren» weist 
neben den vorgenannten Buchungen (E. 3.4.1 f.) auch solche auf, die nicht 
mit dem Wareneinkauf zusammenhängen (so etwa folgende: Konto 8500 
Ausserordentlicher Aufwand / Konto 4280 Bestandesänderungen Handels-
waren, unter dem Titel «Warenbestand 30.06.2021, Korr. Waren von KK 
GmbH»; Konto 4280 Bestandesänderungen Handelswaren / Konto 8500 
ausserordentlicher Aufwand, mit dem Titel «Bestandesänderung Waren Nike 
GmbH»; Kontoblatt «Konto 4280 Bestandesänderungen Handelswaren», in 
Beilagen zur Stellungnahme vom 12.9.2023; Vorakten AWI [act. 4B] 
pag. 303, 305). Der Saldo des Aufwandkontos «Bestandesänderungen Han-
delswaren» floss am Ende der Rechnungsperiode unter dem Titel «Waren-
aufwand» in die Erfolgsrechnung ein (vgl. etwa Stellungnahme Beschwerde-
führerin vom 12.9.2023 S. 2). 

3.5 Dass die Beschwerdeführerin die eingekaufte Handelsware zunächst 
aktivierte, zeugt von einer grundsätzlich «laufenden Lagerführung» bzw. La-
gerbewirtschaftung mit laufender Inventur. Hierbei entsteht Warenaufwand 
erst mit dem Verkauf der aktivierten Ware und ist der Verkaufsvorgang buch-
halterisch idealtypisch wie folgt zu erfassen: Einerseits sind die erzielten Ein-
nahmen als Ertrag zu verbuchen (Buchungssatz: Liquide Mittel / Warener-
trag); andererseits ist die veräusserte Ware aus dem Warenlager aus- und 
als (Waren-)Aufwand einzubuchen (Buchungssatz: Warenaufwand / Han-
delsware). Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, könnte der Wa-
reneinkauf aber auch (alternativ) direkt im Warenaufwand verbucht werden. 
Diesfalls entsteht Warenaufwand unmittelbar mit dem Wareneinkauf und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
Seite 14

werden Bestandesänderungen am Ende der Geschäftsperiode über ein (ru-
hendes) Aktivkonto erfasst sowie der Warenaufwand entsprechend korrigiert 
(Warenverkehr ohne laufende Inventur; zu den beiden Arten der Lagerfüh-
rung etwa Leimgruber/Prochinig, Das Rechnungswesen der Unternehmung, 
6. Aufl. 2019, S. 79 ff., 90 ff.). Eine solche Korrekturbuchung findet sich auch 
bei der Beschwerdeführerin (vorne E. 3.4.1 a.E.). Es resultiert mit der einen 
wie mit der anderen Art der Lagerführung Warenaufwand im selben Aus-
mass (bei Warenlagerbewirtschaftung bzw. Verbuchung nach dem Prinzip 
«Warenverkehr mit laufender Inventur» wie gesagt [erst] bei 
Waren[weiter]veräusserung, bei Verbuchung nach dem Prinzip «Warenver-
kehr ohne laufende Inventur» demgegenüber [bereits] anlässlich des Waren-
einkaufs, am Ende der Geschäftsperiode ggf. gefolgt von Korrekturbuchun-
gen; vgl. die Beispiele bei Leimgruber/Prochinig, a.a.O., S. 91; insoweit zu-
treffend Beschwerde S. 2; Stellungnahmen vom 10.7., 12.9.2023 jeweilige 
S. 2; in der Praxis sind auch Mischformen dieser zwei Arten der Lagerfüh-
rung denkbar). 

3.6 Hier lassen sich die durch Wareneinkauf entstandenen Ausgaben an-
hand der Akten rekonstruieren und mit der Beschwerdeführerin auf 
Fr. 5'599'504.-- beziffern (vgl. Vorakten AWI [act. 4B] pag. 231-273, 276 f.). 
Gewiss hatte die Beschwerdeführerin diese Wareneinkäufe mit flüssigen 
(und in dieser Hinsicht liquiden) Mitteln bezahlt (vorne E. 3.4.1 f.). Härtefall-
rechtlich ist jedoch nicht auf diese Grösse abzustellen. Im Anwendungsbe-
reich von aArt. 10 Abs. 1 und 3 Kantonale Härtefallverordnung 2022 ist der 
liquiditätswirksame Aufwand (bzw. sind die daraus abzuleitenden ungedeck-
ten Kosten) massgebend. Als solcher gilt (nebst anderem) der Warenauf-
wand (vorne E. 3.1). Weil (und soweit) die Beschwerdeführerin Warenein-
käufe prinzipiell nicht erfolgswirksam verbuchte, sondern direkt als Vorrat er-
fasste (vorne E. 3.4.1 f.), fiel bei ihr der Warenaufwand grundsätzlich erst 
beim Warenverkauf an (oder im Rahmen gelegentlicher Inventurdifferenz-
verbuchungen, die auch im System «Warenverkehr mit laufender Inventur» 
erforderlich werden können, z.B. durch Fehler/Diskrepanzen bei der Ein-
gangs- und Ausgangserfassung). Die beim Einkauf ausgegebenen Mittel 
wurden im Übrigen durch gleichwertige Handelsware «ersetzt». Entspre-
chend dem Gesellschaftszweck der Beschwerdeführerin galt es, möglichst 
viel eingekaufte Ware in möglichst kurzer Zeit zum höchstmöglichen Preis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
Seite 15

wieder zu veräussern. Soweit ihr solches gelang, führte es zwangsläufig zur 
Abbildung im Warenaufwand und wurden die vorab getätigten Ausgaben für 
Wareneinkäufe gedeckt. Auch mit Blick auf die «Fehlbestandsbuchungen», 
die neben anderem (ebenfalls) als Warenaufwand in die Erfolgsrechnung 
einflossen (vgl. vorne E. 3.4.1 f.), kann nicht gesagt werden, es dürfe zur Er-
mittlung des liquiditätswirksamen Aufwands im härtefallrechtlichen Sinn nicht 
im Wesentlichen auf den Warenaufwand gemäss (ordnungsgemässer) Jah-
resrechnung der Beschwerdeführerin abgestellt werden. aArt. 10 Abs. 1 und 
3 Kantonale Härtefallverordnung 2022 belassen keinen Raum, erfolgsun-
wirksame Buchungen in einzelnen (Warenlager-)Konti mitzuberücksichtigen, 
wie dies die Beschwerdeführerin verlangt. Ungeachtet dessen, von welchem 
System der Warenlagerbewirtschaftung/-verbuchung ihre Buchführung und 
Rechnungslegung auch geprägt waren, sehen die nämlichen Bestimmungen 
nicht vor, dass (erfolgsunwirksame) Ausgaben für Wareneinkäufe losgelöst 
von der Erfolgsrechnung zu ermitteln sind. Vielmehr ist hier mit Blick auf den 
Wortlaut von aArt. 10 Abs. 3 Kantonale Härtefallverordnung 2022 und die 
diesbezüglichen Materialien die Höhe der ungedeckten Kosten einzig an-
hand jener Geschäftsvorfälle zu bemessen, die sich auch in der Erfolgsrech-
nung niedergeschlagen haben (vorne E. 3.1; in diesem Sinn ferner Stellung-
nahme Beschwerdegegner vom 16.6.2023 S. 1). Dies galt für alle Unterneh-
men gleichermassen, also unabhängig davon, nach welcher buchhalteri-
schen Methode sie ihre Lager führten. Bei gleichen Geschäftsvorfällen füh-
ren beide Arten der Lagerführung (wie auch die erwähnten Mischformen) 
zum gleichen wirtschaftlichen Ergebnis (E. 3.5 hiervor). 

3.7 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, der härtefallrechtliche Auf-
wandbegriff umfasse auch erfolgsunwirksame Wareneinkäufe, kann ihr nach 
dem Gesagten nicht gefolgt werden (vgl. auch E. 3.7.1 hiernach und hinten 
E. 3.7.3). Der härtefallrechtlich massgebende (Waren-)Aufwand ergibt sich 
grundsätzlich aus der Erfolgsrechnung (dazu und zu möglichen Ausnahmen 
vorne E. 3.1). Mithin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den liqui-
ditätswirksamen Aufwand im Sinn von aArt. 10 Abs. 3 Kantonale Härtefall-
verordnung 2022 gestützt auf den in der revidierten Jahres- bzw. Erfolgs-
rechnung 2021 ausgewiesenen Warenaufwand auf Fr. 4'714'851.-- beziffert 
hat. Die übrigen Einwände der Beschwerdeführerin ändern daran nichts:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
Seite 16

3.7.1 Zunächst verweist die Beschwerdeführerin zum Nachweis der «liqui-
ditätswirksamen Warenkosten» auf die Kontenblätter der Konten 1200, 2155 
und 21551. Die sich daraus ergebenden «Kosten» für Wareneinkäufe sind 
jedoch weitestgehend erfolgsunwirksam und deshalb wie ausgeführt härte-
fallrechtlich irrelevant. Die Beschwerdeführerin hat mit den nämlichen Doku-
menten demnach nicht hinreichend dargetan, weshalb in ihrem Fall «von der 
gesamten, revidierten Jahresrechnung abgewichen werden muss» (vgl. Stel-
lungnahme vom 10.7.2023 S. 2; so zu Recht schon angefochtener Entscheid 
E. 4.3.4; ferner Stellungnahmen Beschwerdegegner 16.6. und 10.11.2023 
jeweilige S. 1). Vor diesem Hintergrund ist darauf zu verzichten, die «Be-
schwerde und die von [der Beschwerdeführerin] gemachten Angaben allen-
falls von einem büchersachverständigen Experten bezüglich der Bestim-
mung von liquiditätswirksamen / nicht-liquiditätswirksamen Kosten beurteilen 
zu lassen» (vgl. Stellungnahme vom 24.10.2023 S. 2). Hiervon sind keine 
neuen Erkenntnisse zu erwarten, die für den Ausgang des Verfahrens rele-
vant wären (vgl. auch Stellungnahme Beschwerdegegnerin vom 10.11.2023 
S. 1), zumal erfolgsunwirksame, «liquiditätswirksame Warenkosten» härte-
fallrechtlich unbeachtlich sind. Im Übrigen ist das Verständnis des härtefall-
rechtlichen Aufwandbegriffs nicht eine Tat-, sondern eine Rechtsfrage, die 
von der rechtsanwendenden Behörde – und nicht von einer sachverständi-
gen Person – zu beantworten ist (vgl. Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 19 N. 39, 89). Der ent-
sprechende Beweisantrag der Beschwerdeführerin wird deshalb abgewie-
sen (zur Zulässigkeit der antizipierten Beweiswürdigung statt vieler: 
BVR 2021 S. 239 E. 5.6, 2021 S. 441 E. 5.8).

3.7.2 Weiter kann offenbleiben, inwieweit die im Konto «Bestandesände-
rungen Handelswaren» verbuchten Aufwände angeblich (nicht) «liquiditäts-
wirksam» gewesen sein sollen, da nicht gegen flüssige Mittel gebucht wor-
den sei (Stellungnahmen vom 12.9. und 24.10.2023 S. 2 bzw. S. 1). aArt. 10 
Abs. 1 und 3 Kantonale Härtefallverordnung 2022 und die dazugehörigen 
Materialien lassen nicht darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin an-
ders zu behandeln ist als Unternehmen, die ihre Wareneinkäufe direkt im 
Warenaufwand buchten und Bestandesänderungen erst am Ende des Ge-
schäftsjahrs in einem (ruhenden) Aktivkonto erfassten (zu den Arten der La-
gerführung vgl. vorne E. 3.5 f.). So oder anders gilt härtefallrechtlich der der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
Seite 17

Erfolgsrechnung zu entnehmende Warenaufwand als liquiditätswirksamer 
Aufwand (vorne E. 3.1). 

3.7.3 Schliesslich trifft auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht 
zu, die verschiedenen Programme zur Härtefallunterstützung hätten sich ex-
plizit auf «liquiditätswirksame Kosten» bezogen (Beschwerde S. 1; Stellung-
nahme vom 10.7.2023 S. 2). War Im Härtefallprogramm 2020/2021 für die 
Bemessung der Sofortunterstützung von den Fixkosten auszugehen (defi-
niert als «alle vom Umsatz unabhängigen Kosten», vgl. aArt. 4 Kantonale 
Härtefallverordnung [Änderungen vom 15.1., 24.2. und 5.5.2021; BSG 21-
003, 21-014 und 21-041; in Kraft bis 31.12.2021]; zum härtefallrechtlichen 
Fixkostenbegriff VGE 2022/106 vom 13.12.2023 [noch nicht rechtskräftig] 
E. 3.2, 3.5-3.8), bemisst sich die Sofortunterstützung im Härtefallprogramm 
2022 anhand der ungedeckten Kosten. Weder der Wortlaut noch die 
Materialien zum hier einschlägigen aArt. 10 Kantonale Härtefallverordnung 
2022 belassen Raum, erfolgsunwirksame Ausgaben für Wareneinkäufe als 
liquiditätswirksamen Aufwand im härtefallrechtlichen Sinn zu qualifizieren.

4.

Zusammengefasst hat die Vorinstanz den vom AWI ermittelten liquiditäts-
wirksamen Aufwand von Fr. 2'815'662.-- zutreffend gestützt auf aArt. 10 
Abs. 3 Kantonale Härtefallverordnung 2022 bestätigt. Da der (unbestrittene) 
Gesamtumsatz von Fr. 2'831'908.-- und der erhaltene Erwerbsersatz von 
Fr. 5'137.-- den liquiditätswirksamen Aufwand decken, hat sie zu Recht er-
kannt, dass der Beschwerdeführerin keine Sofortunterstützung zuzuspre-
chen ist. Ob das Gesuch der Beschwerdeführerin auch an der generellen 
Voraussetzung scheitert, wonach ein Unternehmen profitabel und überle-
bensfähig sein muss (vgl. aArt. 7 Abs. 2 Bst. a Kantonale Härtefallverord-
nung 2022 [BAG 22-014; in Kraft bis 31.12.2022]), scheint entgegen ihrer 
Auffassung (vgl. Beschwerde S. 4) nicht restlos klar. Die Frage kann aber 
bei der gegebenen Sach- und Rechtslage mit der Vorinstanz offengelassen 
werden (angefochtener Entscheid E. 5; demgegenüber Einspracheent-
scheid vom 28.10.2022 E. V, wo das AWI die Frage bejahte). Der angefoch-
tene Entscheid hält der Rechtskontrolle so oder anders stand. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
Seite 18

5.

Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. Bei die-
sem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 
(Art. 17 Abs. 3 Kantonale Härtefallverordnung 2022 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 
VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 17 Abs. 3 Kantonale Här-
tefallverordnung 2022 i.V.m. Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 3 
VRPG).

6.

Nach Art. 83 Bst. k des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) ist die Beschwerde 
an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide betreffend Subventio-
nen, auf die kein Anspruch besteht. Der strittige Beitrag stellt wohl keine An-
spruchssubvention dar (zur Rechtsnatur der Sofortunterstützung nach kan-
tonalem Recht vorne E. 2.3.3; zur Rechtsnatur der bundesrechtlichen Härte-
fallhilfen vgl. die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu aArt. 12 Covid-19-
Gesetz sowie zur HFMV 20, die auch im Anwendungsbereich der HFMV 22 
massgebend sein dürfte: BGer 2C_8/2022 vom 28.9.2022, in SJZ 2023 
S. 156 E. 1.3.4 und 1.4; betreffend grosse Unternehmen auch 
BGer 2C_142/2022 vom 15.12.2023 E. 1.4.1, 2C_757/2022 vom 4.5.2023 
E. 1.3.4 mit Hinweis). Gegen den vorliegenden Entscheid dürfte somit ledig-
lich die subsidiäre Verfassungsbeschwerde offenstehen, weshalb in der 
Rechtsmittelbelehrung auf diese verwiesen wird. Mit der subsidiären Verfas-
sungsbeschwerde kann einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte 
gerügt werden (Art. 116 BGG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.02.2024, Nr. 100.2023.129U, 
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2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 6'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-
men.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin 
- Beschwerdegegner

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. BGG geführt werden.