# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fac7b908-fe50-5f51-a816-1d679fd66907
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-07-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 01.07.2010 ST.2010.78 + 79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2010-78---79_2010-07-01.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
 DES KANTONS ZÜRICH 
 
 

 
1 ST.2010.78 + 79 
 
 
 

Entscheid 
 
 

1. Juli 2010 
 
 

Mitwirkend: 

Präsident Anton Tobler, die Mitglieder Michael Ochsner, Rhea Schircks Denzler und 
Sekretärin Barbara Müller 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. A,  

 
2. B,   

 
 Rekurrenten,  
vertreten durch C,  
 

 
 
 

gegen 
 
 
 
Staa t  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 

betreffend 

Einschätzungen 2005 und 2006 

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1 ST.2010.78 + 79 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. A und B (nachfolgend die Pflichtigen) reichten sowohl für die Steuerperiode 

2005 als auch für die Steuerperiode 2006 keine Steuerklärung ein. Sie wurden deshalb 

je mit Einschätzungsentscheid vom 19. November 2008 nach pflichtgemässem Ermes-

sen mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 500'000.- und einem steuerbaren Ver-

mögen von Fr. 0.- eingeschätzt.  

 

 

 B. Mit Eingaben vom 15. April 2009 reichten die Pflichtigen Steuererklärungen 

für die Steuerperioden 2005 und 2006 nach und liessen gegen die Einschätzungen 

vom 19. November 2008 Einsprache erheben sowie um Wiederherstellung der Ein-

sprachefrist nachsuchen. Mit Entscheiden vom 3. Februar 2010 wies das kantonale 

Steueramt die Fristwiederherstellungsgesuche ab und trat auf die Einsprachen nicht 

ein.  

 

 

 C. Gegen die Einspracheentscheide liessen die Pflichtigen am 9. März 2010 

Rekurs erheben. Das kantonale Steueramt beantragte mit Rekursantwort vom 29. April 

2010 kostenfällige Abweisung des Rechtsmittels. Am 10. Mai 2010 nahm der Vertreter 

der Pflichtigen Akteneinsicht und reichte am 28. Mai 2010 eine Stellungnahme zur Re-

kursantwort ein.  

 

 

 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

 

 

 1. Erhebt ein Steuerpflichtiger gegen einen Nichteintretensentscheid der Ein-

sprachebehörde Rekurs, so ist der Rekurskommission die materielle Prüfung des 

Rechtsmittels auf die Einschätzung hin verwehrt. Sie darf nur untersuchen, ob die Ein-

sprachebehörde zu Recht auf die Einsprache nicht eingetreten ist (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, 

§ 147 N 43). Würde sich der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz als gesetzwidrig 

erweisen, wären die Akten zwecks Wahrung des gesetzlichen Instanzenzugs zur mate-

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riellen Überprüfung der Einschätzung an jene zurückzuweisen (RB 1979 Nr. 57).  

 

 Dementsprechend ist auf den Rekurs nur insofern einzutreten, als die Pflichti-

gen die Aufhebung der vorinstanzlichen Entscheide verlangen. Nicht zu behandeln 

sind namentlich die gegen die Höhe der Einschätzungen vorgebrachten Rügen. 

 

 

 2. a) Vorliegend ist strittig, ob und allenfalls wann die Einschätzungsentschei-

de betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2005 und 2006 rechtsgültig an die Pflichti-

gen bzw. deren Vertreter zugestellt wurden.  

 

 Das kantonale Steueramt macht geltend, dass die Entscheide am 20. Novem-

ber 2008 der D als Vertreterin der Pflichtigen zugestellt worden und die Einsprachen 

vom 15. April 2009 damit verspätet erfolgt seien.  

 

 Die Pflichtigen lassen vorbringen, dass sie nie von der D vertreten gewesen 

seien und sie erst am 17. März 2009 von den Einschätzungsentscheiden für die Steu-

erperioden 2005 und 2006 Kenntnis erhalten hätten. Es sei ein Fristwiederherstel-

lungsgrund gegeben und die Einsprachen vom 15. April 2009 seien rechtzeitig erfolgt.  

 

 b) Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich die Pflichtigen die Zustellung an die D 

entgegenhalten lassen müssen und von einer gültigen Zustellung der Einschätzungs-

entscheide auszugehen ist, oder, ob die Pflichtigen erst später – am 17. März 2009 – 

erstmals von der Existenz der Entscheide Kenntnis erhielten. Zur Diskussion steht da-

mit die Frage, ob das kantonale Steueramt zu Recht von einer Vertretung der Pflichti-

gen durch die D ausging. 

 

  

 3. a) Der Steuerpflichtige kann sich vor den mit dem Vollzug des Steuergeset-

zes betrauten Behörden vertreten lassen, soweit seine persönliche Mitwirkung nicht 

notwendig ist (§ 127 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Hat er einen 

Vertreter bestimmt, sind Verfügungen und Entscheide in der Regel dem Vertreter zu-

zustellen; doch ist auch die Zustellung an den Steuerpflichtigen gültig (§ 127 Abs. 2 

StG).  

 

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 Das Bestehen eines Vertretungsverhältnisses muss der Steuerbehörde kund-

gegeben werden, damit es dieser gegenüber wirksam wird. Die Kundgabe kann durch 

Einreichung einer klaren schriftlichen Vollmacht geschehen. Fehlt es an einer solchen 

Vollmacht, darf bzw. muss ein Vertretungsverhältnis nur angenommen werden, wenn 

sich aus den Umständen eine eindeutige Willensäusserung des Steuerpflichtigen auf 

Bevollmächtigung eines Dritten ergibt (BGr, 21. Mai 1997 = ASA 67, 391 = StE 1998 

B 92.7 Nr. 4 und Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 117 N 12 DBG). Gleichermassen muss das Erlöschen des 

Vertretungsverhältnisses der Steuerbehörde mitgeteilt werden, ansonsten diese vom 

Weiterbestand der Vertretung ausgehen darf. Nur wenn Umstände zutage treten, die 

auf ein Erlöschen des Vertretungsverhältnisses schliessen bzw. ernsthafte Zweifel an 

dessen Weiterführung aufkommen lassen, ist auch ohne ausdrückliche Bekanntgabe 

vom Ende der Vertretung auszugehen. 

 

 Das Vertretungsverhältnis entfaltet seine Wirkung im Verfahren von der für die 

Steuerbehörden ersichtlichen Vollmachtserteilung an bis zum Zeitpunkt, in dem das 

Erlöschen dieses Verhältnisses für die Steuerbehörde erkennbar wird; Letztere darf 

sich auf eine erteilte und unwiderrufene Vollmacht verlassen. Bei den periodischen 

Steuern entfaltet das Vertretungsverhältnis – unter Vorbehalt einer anderweitigen be-

sondern Anordnung in einer ausdrücklichen Vollmachtserklärung – jeweils nur für eine 

bestimmte Einschätzungsperiode Wirkung (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 127 N 16 

mit Hinweisen).  

 

 Hat der Steuerpflichtige einen Vertreter bestellt und wurde die Bevollmächti-

gung gegenüber den Steuerbehörden kundgetan, so muss die Zustellung an den Ver-

treter erfolgen, damit sie rechtswirksam ist; die Steuerbehörde ist an sich zur Zustel-

lung an den Vertreter verpflichtet, sofern und solange das Vertretungsverhältnis der 

Behörde bekannt ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 127 N 18). Allerdings ist auch 

die Zustellung an den Steuerpflichtigen gültig (§ 127 Abs. 2 2. Halbsatz StG) 

 

 Die Bestellung eines Vertreters bewirkt, dass der Vertreter mit Wirkung für den 

Vertretenen handeln kann. Vertretung gibt es auch im Wissen, indem Kenntnis des 

Vertreters dem Vertretenen zugerechnet wird (Walter/Schneller, in: Basler-Kommentar, 

4. A., 2007, Art. 32 N 5 OR).  

 

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 b) In der Rekursschrift lassen die Pflichtigen ausführen, dass auf der Steuer-

erklärung 2004 die Firma E (nachfolgend E) als Vertreterin aufgeführt worden sei, die 

Einschätzungsentscheide für die Steuerperioden 2005 und 2006 jedoch der D zuge-

stellt worden seien. Bei den beiden Gesellschaften handle es sich aber um zwei ver-

schiedene Rechtspersönlichkeiten. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Ent-

scheide an den falschen Adressaten gelangt seien. Tatsächlich hätten die Pflichtigen 

erst am 17. März 2009 von der Existenz der Einschätzungsentscheide erfahren, wes-

halb die Einsprache, verbunden mit einem Fristwiederherstellungsgesuch, am 15. April 

2009 rechtzeitig erfolgt sei. Aufgrund der fehlerhaften Zustellung der Entscheide hätten 

die Pflichtigen nämlich unverschuldet von der Fristansetzung nicht rechtzeitig Kenntnis 

erlangt.  

 

 Das kantonale Steueramt lässt hierzu verlauten, die Entscheide seien an die 

damalige Vertreterin, die D, zugestellt worden. Zwar sei die ursprüngliche, auf unbe-

stimmte Zeit abgeschlossene Vollmacht auf "F" ausgestellt worden, es habe jedoch 

eine Umfirmierung in … stattgefunden, welche den Pflichtigen bekannt gewesen sei. 

Ebenso sei zwar auf der Steuererklärung 2004 die E aufgeführt, im Rahmen der Ein-

spracheerledigung 2004 sei dann jedoch seitens der Pflichtigen in sämtlicher Korres-

pondenz die D aufgetreten.  

 

 Das kantonale Steueramt macht damit sinngemäss zweierlei geltend: Zum 

Einen, dass die ursprüngliche Vertreterin "F" zur D mutiert habe und zum Andern, 

dass, nachdem die Korrespondenz im Verfahren betreffend Staats- und Gemeinde-

steuern 2004 nur zu Beginn über die E sowie später über die D gelaufen sei, letztere 

auch ohne ausdrückliche Bevollmächtigung gültige Vertreterin der Pflichtigen gewesen 

sei.  

 

 Weiter hält das kantonale Steueramt dafür, bei der ursprünglichen Vollmacht 

an "F" habe es sich um eine persönliche Vollmacht an G gehandelt. Letzterer sei so-

wohl bei der E als auch bei der D einzelzeichnungsberechtigter Mitinhaber und Ge-

schäftsführer. Beide Gesellschaften hätten sodann den Sitz am gleichen Ort und im 

Verfahren betreffend die Steuerperiode 2004 sei die Korrespondenz mit dem kantona-

len Steueramt unter beiden Namen geführt worden. Es sei daher von einer gültigen 

Anscheinsvollmacht der D auszugehen. 

 

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 Die Pflichtigen führen in der Stellungnahme zur Rekursantwort aus, die D sei 

von ihnen nie mandatiert worden. Die Zustellungen an die E im Verfahren betreffend 

die Steuerperiode 2004 seien hingegen korrekt erfolgt. Ihnen sei sodann "einzig die 

Umfirmierung zu E" bekannt gewesen. Sie hätten von einer Vertretung durch die D 

nichts gewusst, weshalb keine Anscheinsvollmacht vorliegen könne. Die D habe sich 

offenbar Vertreterbefugnisse angemasst, dies aber unbefugterweise. Es habe keinen 

Grund gegeben, die Einspracheentscheide betreffend Staats- und Gemeindesteuern 

2005 und 2006 nicht ebenfalls an die E zuzustellen.  

 

 c) Bei den Akten liegt die Kopie einer am 12. September 2003 von den Pflich-

tigen an "F" erteilten Vollmacht. Diese Vollmacht ermächtigt "F" bis auf Widerruf die 

Pflichtigen in allen Steuerangelegenheiten betreffend Staats-/Gemeindesteuern und 

direkte Bundessteuer zu vertreten. Es liegt damit ab dem 12. September 2003 eine 

klare schriftliche Vollmacht vor, die sich auf alle künftigen Steuerangelegenheiten er-

streckt. Auch für die Steuerperioden 2005 und 2006 war diese Vollmacht demnach 

grundsätzlich gültig, es sei denn, es hätte in der Zwischenzeit ein (ausdrücklicher oder 

konkludenter) Widerruf der Vollmacht oder ein Wechsel des Vertreters stattgefunden.  

 

 Dafür, dass die Pflichtigen ihre Vollmacht vom 12. September 2003 (vor der 

Annullierung am 17. März 2010) hätten widerrufen wollen, gibt es keine Anhaltspunkte. 

Solche werden jedenfalls auch vom kantonalen Steueramt im Rekursverfahren keine 

geltend gemacht. Betreffend Übergang der Vertretungsbefugnis auf die E sind sich die 

Parteien einig darüber, dass eine Umfirmierung bzw. Umwandlung der "F" in E stattge-

funden hat. Damit übereinstimmend reichte die E die auf "F" ausgestellte Vollmacht 

denn auch zu ihrer eigenen Legitimation ein. Handlungen und Wissen der E haben sich 

die Pflichtigen deshalb anrechnen zu lassen. Dies wäre im Übrigen selbst dann so, 

wenn davon ausgegangen würde, dass die E für die Steuerperioden 2005 und 2006 

(zunächst) ohne Vollmacht gehandelt hätte, denn es wäre diesfalls mindestens von 

einer nachträglichen Genehmigung der durch die E vorgenommenen Handlungen aus-

zugehen.  

 

 

 d) Anders sieht es in Bezug auf die D aus. Diesbezüglich distanzieren sich die 

Pflichtigen von deren Handlungen. Sie wollen von einem Auftreten in ihrem Namen 

durch die D nichts gewusst haben, weshalb nach ihrer Ansicht nie eine Anscheinsvoll-

macht für diese vorlag. Eine formelle Bestellung als Vertreterin sei erst recht nicht er-

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folgt.  

 

 Da die Vertretungsbefugnis der E unbestritten ist, stellt sich nur noch die Fra-

ge, welche Rolle die D spielte und ob das kantonale Steueramt auch der D gültig Sen-

dungen zustellen konnte bzw. ob sich die Pflichtigen die Handlungen und mithin auch 

den Empfang von Sendungen durch die D anrechnen lassen müssen.  

 

 Wie ausgeführt, hat sich der Vertretene das Wissen des Vertreters anrechnen 

zu lassen. Dies führt dazu, dass, selbst wenn die Pflichtigen selber von der Vertretung 

durch die D keine Ahnung gehabt haben sollten, ihnen die Kenntnis von dieser Vertre-

tung dennoch zugerechnet wird, wenn das Wissen bei der von ihnen bevollmächtigten 

ersten Vertreterin "F" bzw. E vorhanden war.  

 

 Während die E ihren Sitz zunächst an der … in H hatte, verlegte sie diesen 

Anfang September 2007 an die … , H. Der Sitz der D befindet sich (seit der Gründung 

am 15./16. August 2007) ebenfalls an der … in H. In beiden Gesellschaften ist sodann 

G einziger einzelzeichnungsberechtigter Gesellschafter (in der D gar einziger Gesell-

schafter. 

 

 Der Einschätzungsentscheid für die Steuerperiode 2004 vom 26. Juli 2006 

(auch dies eine Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen) wurde bereits der E 

zugestellt. Auf der mit der Einsprache eingereichten Steuererklärung 2004, führten die 

Pflichtigen die E ebenfalls als Vertreterin auf. Die Einsprache stammt ebenfalls von der 

E (Briefkopf und Grussformel). Auch ein weiteres Schreiben vom 29. August 2006 wur-

de auf dem Briefpapier der E abgefasst und mit E unterzeichnet. Beide Eingaben un-

terzeichnete G.  

 

 Die nachfolgende Korrespondenz des kantonalen Steueramts (betreffend die 

Steuerperiode 2004) wurde dann dementsprechend an die E gerichtet. In einem E-Mail 

vom 25. Januar 2008 an G wurde von der Steuerkommissärin die neue Adresse der E 

an der … in H aufgeführt. An diese Adresse, allerdings nun erstmals an die D, wurde 

dann das nachfolgende Schreiben vom 18. Februar 2008 gesendet. Die Antwort, in 

welcher ausdrücklich auf das Schreiben vom 18. Februar 2008 Bezug genommen wird, 

erfolgte daraufhin zwar wiederum auf dem Briefpapier der E, Absender und Unter-

zeichner war jedoch die D. Auch die nachfolgende Korrespondenz erfolgte dann immer 

an die D bzw. von dieser aus. Die Buchprüfung der Geschäftsjahre 2003 und 2004 der 

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Pflichtigen fand sodann bei der D an der … , H statt. Anwesend war G. Der Einspra-

cheentscheid vom 1. Oktober 2008 betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2004 

wurde an die D adressiert und zugestellt. Auch die vorliegend streitbetroffenen Ein-

schätzungsentscheide der Steuerperioden 2005 und 2006 vom 19. November 2008 

wurden dann an die Adresse der D, … , H gerichtet und am 20. November 2008 an 

dieser Adresse auch entgegengenommen.  

 

 e) Aus diesem Ablauf der Geschehnisse ergibt sich, dass sowohl die E als 

auch die D in der Vertretung der Pflichtigen tätig waren. Dabei handelte die D zwar 

ohne ausdrückliche Vollmacht, jedoch besass die Vertreterin der Pflichtigen, die E, 

Kenntnis von deren Handeln, sodass eine Anscheinsvollmacht zugunsten der D vorlag. 

Dies ergibt sich daraus, dass G sowohl als Vertreter der E, dieselbe wiederum Vertre-

terin der Pflichtigen, als auch für die D auftrat. Die Unterscheidung der beiden Gesell-

schaften wurde überdies nicht sorgfältig gehandhabt, indem nämlich, wie das kantona-

le Steueramt zu Recht vorbringt und die Pflichtigen zu Unrecht bestreiten lassen, als 

Briefkopf auf sämtlicher Korrespondenz zwar jeweils (rechts oben) E, jedoch links oben 

als Absender bzw. über der Unterschrift entweder D oder E aufgeführt wurde. Offen-

bleiben kann, ob ab dem Umzug der E von der … an die … in H diese selber unter D 

auftrat oder Letztere mit der Vertretung ausdrücklich oder stillschweigend beauftragt 

hatte. Auf jeden Fall hatte G, Organ beider Gesellschaften, Kenntnis vom Handeln der 

D, was sich die Pflichtigen anrechnen lassen müssen.  

 

 f) Als Ergebnis ist festzuhalten, dass das kantonale Steueramt damit in guten 

Treuen von einer Vertretungsvollmacht der D ausgehen durfte und dieser die Ent-

scheide 2005/2006 rechtswirksam für die Pflichtigen zustellen konnte.  

 

 

 4. a) Gegen den Einschätzungsentscheid können laut § 140 Abs. 1 StG der 

Steuerpflichtige und die Gemeinde innert 30 Tagen nach Zustellung beim kantonalen 

Steueramt schriftlich Einsprache erheben. Die Einsprachefrist beginnt am Tag nach der 

Zustellung des Entscheids zu laufen (§ 12 Abs. 1 der Verordnung zum Steuergesetz 

vom 1. April 1998, VO StG) und ist – wie die Rekurs- und Beschwerdefrist – eine Ver-

wirkungsfrist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 140 N 48, auch zum Folgenden). Eine 

nach Ablauf der Einsprachefrist erhobene Einsprache ist unwirksam und vermag keine 

materielle Überprüfung der angefochtenen Einschätzung herbeizuführen, selbst dann 

nicht, wenn diese formell oder materiell fehlerhaft sein sollte. Auf eine verspätete Ein-

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sprache darf die Einsprachebehörde – Fristwiederherstellung vorbehalten – deshalb 

nicht eintreten.  

 

 Hat ein Steuerpflichtiger die durch Gesetz, Verordnung oder durch behördli-

che Anordnung gesetzte Frist für die Geltendmachung eines Rechts versäumt, so ist 

laut § 15 VO StG Wiederherstellung zu gewähren, wenn er nachweist, dass er oder 

sein Vertreter ohne Verschulden entweder von der Fristansetzung nicht rechtzeitig 

Kenntnis erhalten hat oder durch schwerwiegende Gründe an der Einhaltung der Frist 

verhindert worden ist; als solche Gründe gelten z.B. Krankheit, Todesfall in der Familie, 

Landesabwesenheit oder Militärdienst (Abs. 1). Wiederherstellung der versäumten Frist 

ist aber auch zu bewilligen, wenn ein Steuerpflichtiger durch eine irreführende Rechts-

mittelbelehrung oder eine unrichtige behördliche Auskunft an der Einhaltung der Frist 

verhindert worden ist (vgl. BGE 76 I 190, 78 I 297, 85 II 145). Allerdings darf im Inte-

resse der Rechtssicherheit und eines geordneten Rechtsgangs nicht leichthin ein 

Grund angenommen werden, der ein fristgerechtes Handeln gehindert hat. Ein solcher 

ist nach dem praxisgemäss strengen Massstab nur zu bejahen, wenn dem Gesuchstel-

ler auch bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt die Wahrung seiner Interessen verun-

möglicht oder unzumutbar erschwert wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 129 N 32; 

VGr, 16. Dezember 2003, SB.2003.00049, E. 4.1, www.vgrzh.ch). 

 

 Das Wiederherstellungsgesuch ist schriftlich und spätestens innerhalb von 

30 Tagen nach Kenntnisnahme der Fristansetzung oder Wegfall des Hindernisses ein-

zureichen. Innert der gleichen Frist ist die versäumte Handlung vorzunehmen (§ 15 

Abs. 2 VO StG).  

 

 b) Unbestrittenermassen sind die Einsprachen vom 15. April 2009 gegen die 

Entscheide vom 19. November 2008 verspätet erfolgt. Die Pflichtigen lassen geltend 

machen, dass ein Fristwiederherstellungsgrund vorliege, da die Entscheide an den 

falschen Adressaten gesandt worden seien. Da die Pflichtigen erst am 17. März 2009 

Kenntnis von den Entscheiden erhalten hätten, habe erst dann die 30-tägige Frist für 

ein Fristwiederherstellungsgesuch zu laufen begonnen.  

 

 Nachdem die Entscheide vom 19. November 2009 den Pflichtigen bzw. deren 

Vertreterin wie gesehen (vgl. E. 3 e) am 20. November 2008 gültig zugestellt wurden, 

ist die verspätete Erhebung der Einsprache bzw. die zu späte Information der Pflichti-

gen auf eine nachlässige Prozessführung zurückzuführen. Ist demnach die Säumnis 

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durch die Pflichtigen selbst bzw. - was sich die Pflichtigen anrechnen lassen müssen - 

durch ihre Vertreterschaft verschuldet, sind sie mit dem Vorbringen einer späteren 

Kenntnis nicht zu hören (§ 15 Abs. 1 VO StG). Ein Fristwiederherstellungsgrund ist 

nicht gegeben.  

 

 c) Nicht weiter hilft den Pflichtigen sodann ihre Bestreitung, dass sich in dem 

Briefumschlag die vom kantonalen Steueramt behaupteten Einschätzungsentscheide 

nicht befunden hätten. Für den Inhalt der Sendung ist der Empfänger beweisbelastet, 

sofern der Nachweis der Zustellung erbracht ist und der Absender in substanziierter 

Form den Inhalt der Eingabe dargetan hat (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 126 N 

47). Die Einschätzungsentscheide sind im selben Briefumschlag versandt worden, und 

auf den Entscheiden ist der Inhalt der Postsendung im Einzelnen aufgeführt. Die 

Adressatin hat sich nie beim kantonalen Steueramt darüber beschwert, dass sie nicht 

alle aufgeführten Unterlagen erhalten habe. Unter diesen Umständen vermag die un-

substanziierte Bestreitung der Pflichtigen im Rekursverfahren die Vermutung der Voll-

ständigkeit der Postsendung nicht umzustürzen.  

 

 

 5. Aus alledem folgt, dass der Rekurs abzuweisen ist, soweit darauf einzutre-

ten ist. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen 

(§ 151 Abs. 1 StG) und es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (§ 152 StG 

i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1954/8. Juni 

1997. 

 

 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

 

[…]