# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b4cbe9d-0f57-5b85-aca4-fbf8857f28b7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 24.01.2024 ZK1 2024 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2024-9_2024-01-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 24. Januar 2024

Referenz ZK1 24 9

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Pally, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Ärztliche Einweisung vom 12.01.2024

Mitteilung 30. Januar 2024

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Sachverhalt

A. A._____ wurde von Dr. med. B._____ mit Verfügung vom 12. Januar 2024 
für eine Dauer von maximal sechs Wochen in der Klinik D._____ fürsorgerisch 
untergebracht. A._____ wurde aufgrund akuter Eigengefährdung, Fremdgefähr-
dung und Alkoholproblematik in die Klinik eingewiesen.

B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob A._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) mit Eingabe vom 15. Januar 2024 (Poststempel) Beschwerde 
beim Kantonsgericht von Graubünden. 

C. Am 16. Januar 2024 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer die Klinik 
D._____ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern die Vorausset-
zungen für eine fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien. 
Die Klinik D._____ reichte den angeforderten Bericht mitsamt den wesentlichen 
Klinikakten über den Beschwerdeführer am 17. Januar 2024 beim Kantonsgericht 
ein.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Januar 2024 beauftragte der Vor-
sitzende der I. Zivilkammer Dipl. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens über den Gesundheitszu-
stand des Beschwerdeführers sowie über die Notwendigkeit der fürsorgerischen 
Unterbringung. Das Gutachten ging innert Frist am 22. Januar 2024 beim Kan-
tonsgericht ein.

E. Am 24. Januar 2024 fand die Hauptverhandlung statt, zu welcher mit Verfü-
gung vom 22. Januar 2024 vorgeladen worden war. Der Beschwerdeführer nahm 
an der Hauptverhandlung persönlich teil und wurde richterlich befragt. Nach 
durchgeführter Urteilsberatung wurde das vorzeitige Entscheiddispositiv dem Be-
schwerdeführer sowie der Klinik D._____ noch gleichentags zugestellt.

Erwägungen

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die fürsorgerische Unter-
bringung vom 12. Januar 2024 (Art. 426 ff. ZGB; act. 01.1). Das Kantonsgericht ist 
hierfür einzige kantonale Beschwerdeinstanz (vgl. Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]) und folglich 
zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Frist zur Anrufung des Gerichts 
beträgt zehn Tage seit Mitteilung des Entscheides (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB so-
wie Art. 450b Abs. 2 ZGB). Der Beschwerdeführer wehrte sich mit Eingabe vom 

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15. Januar 2024 gegen die fürsorgerische Unterbringung (act. 01). Eine Begrün-
dung der Beschwerde auf dem Gebiet der fürsorgerischen Unterbringung ist nicht 
notwendig (vgl. Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB), weshalb auf die 
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Ebenfalls zu beachten sind die in den Art. 443 ff. ZGB statuier-
ten allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens, die auch 
im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das 
Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften aufstellt (Lorenz 
Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. 
Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 
ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime (Abs. 1 
und 3) und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung 
von Amtes wegen (Abs. 4). Diese Verfahrensgrundsätze sind auch auf die Verfah-
ren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, wobei es im kantonalen 
Rechtsmittelverfahren zu punktuellen Einschränkungen kommt. So kommt etwa 
die Offizialmaxime nur im Rahmen des Anfechtungsobjektes zum Tragen (BGer 
5A_532/2020 v. 22.7.2020 E. 2; Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 f. sowie N 40 ff. zu 
Art. 446 ZGB). Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- 
und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden. Es muss in dem Sinne aktuell sein, dass 
es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert (BGE 
148 III 1 E. 2.3.1; 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Vorliegend erstattete Dipl. med. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, ein Kurzgutachten über den Beschwerdeführer. Dieses basiert 
auf einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers am 19. Januar 2024 
(siehe act. 06). Damit ist dem Erfordernis eines Sachverständigengutachtens 
Genüge getan.

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2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (Christoph 
Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Das Gericht hat sich durch eigene Wahrnehmung davon zu überzeugen, dass die 
Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung gegeben sind (Geiser, 
a.a.O., N 22 zu Art. 450e ZGB). Mit Durchführung der mündlichen Hauptverhand-
lung am 24. Januar 2024 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

3.1. Neben der gemäss Art. 428 Abs. 1 ZGB für die Anordnung der Unterbrin-
gung grundsätzlich zuständigen Erwachsenenschutzbehörde können die Kantone 
gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB Ärztinnen und Ärzte bezeichnen, welche eine fürsor-
gerische Unterbringung anordnen dürfen. Die Höchstdauer von sechs Wochen 
darf dabei nicht überschritten werden. Der einweisende Arzt hat die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören und ihr anschliessend den Unter-
bringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auszuhändigen 
(Art. 430 ZGB). Dies bedeutet, dass die Untersuchung dem Einweisungsentscheid 
unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 
429/430 ZGB). Der einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische Unter-
suchung und soweit möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Person 
eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKomm Er-
wachsenenschutz, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung für eine Höchstdauer 
von sechs Wochen ist im Kanton Graubünden jeder Amtsarzt befugt (Art. 429 Abs. 
1 ZGB i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. b EGzZGB). Dr. med. B._____ war als stellvertre-
tender Amtsarzt der Region Plessur demnach zur Anordnung einer fürsorgeri-
schen Unterbringung befugt. Die ärztliche Untersuchung fand am 12. Januar 2024 
statt. Zudem enthält die Verfügung vom 12. Januar 2024 (act. 01.1) die gemäss 
Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben. In formeller Hinsicht ist 
die fürsorgerische Unterbringung des Beschwerdeführers folglich nicht zu bean-
standen.

4.1. Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der fürsorgerischen Unterbringung in 
materieller Hinsicht. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an 
einer psychischen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder schwer 
verwahrlost ist, in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die 
nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und 
der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die be-
troffene Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung 

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nicht mehr erfüllt sind (Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn 
eine Person der persönlichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 6 zu Art. 426 – 439 ZGB). Die fürsorgerische Unter-
bringung dient dem Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (BGE 
140 III 101 E. 6.2.3; vgl. dazu auch Botschaft zur Änderung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. 
Juni 2006, BBl 2006 7001 [zit.: Botschaft], S. 7062). Für die Anordnung einer für-
sorgerischen Unterbringung allein wegen Fremdgefährdung bildet Art. 426 ZGB 
keine genügende gesetzliche Grundlage. Mit anderen Worten darf eine Fremdge-
fährdung für sich alleine nie ausschlaggebend für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung sein (BGE 145 III 441 E. 8.3 f. m.w.H.).

Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist eine der 
drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige 
Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus 
dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung oder Betreu-
ung. Ferner wird vorausgesetzt, dass der Person die nötige Behandlung oder Be-
treuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_288/2016 v. 11.7.2016 E. 
3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in 
ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine 
fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen 
mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen ei-
ner solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskon-
form, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme er-
reicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den 
angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu 
Art. 426 ZGB).

4.2.1. Zunächst ist also die Frage zu klären, ob der Beschwerdeführer an einem 
der in Art. 426 Abs. 1 ZGB genannten Schwächezustände leidet, welcher überdies 
eine Betreuung und Behandlung notwendig werden lässt. Die psychische Störung 
umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie, das heisst Psychosen 
oder Psychopathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht (vgl. Botschaft, 
a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des Rechts, der sich auf die 
medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist aus der modernen Medizin ent-
nommen und entspricht der Klassifikation der WHO (ICD, International Classifica-
tion of Disturbances; vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB).

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4.2.2. Dem Eintrittsstatus der D._____ (act. 04.2) ist zu entnehmen, dass der Be-
schwerdeführer seit 2004 bei der Klinik D._____ aufgrund seiner Persönlichkeitss-
törung und seines Alkohol- und Cannabiskonsums bekannt ist. Am 12. Januar 
2024 sei der Beschwerdeführer aufgrund akuter Suizidalität, Fremdgefährdung 
und Alkoholproblematik in die Klinik D._____ eingewiesen worden. Die behan-
delnden Ärzte beschrieben den Beschwerdeführer bei seinem Eintritt in die Klinik 
als angespannt, nervös und alkoholisiert. Zudem soll der Beschwerdeführer von 
Suizidgedanken berichtet haben. Ein längeres Gespräch sei mit dem Patienten 
nicht möglich gewesen, da dieser keine Auskunft habe geben wollen (act. 04). Als 
Hauptdiagnose wurde eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Border-
line-Typ (ICD-10: F60.31) diagnostiziert. Als Nebendiagnosen wurden psychische 
und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide (Abhängigkeitssyndrom; ICD-10: 
F12.2) und Alkohol (Abhängigkeitssyndrom; ICD-10: F10.2) diagnostiziert (act. 
04.2). Dipl. med. C._____ attestiert dem Beschwerdeführer als Hauptdiagnose in 
seinem Gutachten (act. 06) eine schwere Depression ohne psychotische Sym-
ptome mit hochakuter Suizidalität (ICD-10: F33.2). Als Nebendiagnose wurden 
ebenfalls psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (Abhängigkeitssyn-
drom; ICD-10: F10.2) und durch Cannabinoide (Abhängigkeitssyndrom; ICD-10: 
F12.2) sowie eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ 
(ICD-10: F60.31) diagnostiziert (act. 06). Aufgrund der Feststellungen der behan-
delnden Ärzte und des Gutachters muss beim Beschwerdeführer zweifellos von 
einem Schwächezustand im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB in Form einer psychi-
schen Störung ausgegangen werden.

4.3.1. Der soeben dargelegte Schwächezustand des Beschwerdeführers vermag 
eine fürsorgerische Unterbringung nur zu rechtfertigen, wenn er eine Behandlung 
oder Betreuung in einer Einrichtung notwendig macht. Die Unterbringung in einer 
Einrichtung muss geeignet sein, den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu 
erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Massnahme genügen würde 
(vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als mildere Massnahmen 
kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung nach kantonalem 
Recht sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnis-
mässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bezie-
hungsweise nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit einer konkreten 
Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So 
hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung des Behandlungs- 

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beziehungsweise Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr 
für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu 
rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit be-
ziehungsweise die Betreuung unterbleibe (BGE 140 III 101 E. 6.2.2; 140 III 105 E. 
2.4).

4.3.2. Im Bericht der Klinik D._____ (act. 04) wird festgehalten, dass der Be-
schwerdeführer sich weiterhin affektlabil zeige. Im Kontakt sei er wütend bis wei-
nerlich und wirke weiterhin angespannt sowie motorisch unruhig. Er berichte wei-
terhin von Suizidgedanken, wobei er diesbezüglich bereits konkrete Pläne und 
Ideen hätte. Zudem habe er geäussert, sich im Falle eines Austrittes das Leben zu 
nehmen. Aktuell befinde sich der Patient weiterhin auf der geschlossenen Akutsta-
tion, da aufgrund der Schwere der Symptomatik und der bestehenden akuten Ei-
gengefährdung eine Lockerung nicht möglich sei. Der Beschwerdeführer sei wei-
terhin als akut eigengefährdend einzuschätzen. Der Beschwerdeentscheid hat 
sich nach Vorgabe von Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB bei psy-
chischen Störungen auf ein Sachverständigengutachten abzustützen. Dipl. med. 
C._____ bestätigt in seinem Kurzgutachten, dass die stationäre Behandlung im 
geschlossenen Rahmen mit intensiver Betreuung aufgrund der aktuell wiederkeh-
renden konkreten – auch konkret geäusserten – Suizidgedanken bzw. Suizidab-
sichten zwingend notwendig sei (act. 06, Antwort auf Frage 2, 3, 4, 6 und 7). Bei 
einem Unterbleiben der notwendigen Behandlung würde der Patient sich umbrin-
gen (act. 06, Antwort auf Frage 3). Aus medizinischer Sicht scheint die Notwen-
digkeit des stationären Klinikaufenthalts somit eindeutig gegeben. 

4.3.3. Als weitere Voraussetzung ist die Verhältnismässigkeit zu prüfen. Gemäss 
Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für 
eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte 
der Gesetzgeber eine im Vergleich zum alten Recht restriktivere Regelung der 
Entlassungsvoraussetzungen (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über 
die Entlassung ist stets anhand des Zustandes der betroffenen Person im aktuel-
len Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 
ZGB). Dabei ist eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorge-
rischen Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbstständigkeit und der 
Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit ergibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung 
oder Betreuung nicht anders erfolgen kann als mit der Einweisung in eine Einrich-
tung.

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4.3.4. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand des 
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 24. Januar 2024 konnte sich die Beschwerdeinstanz 
ein eigenes Bild des Beschwerdeführers machen. Der Beschwerdeführer machte 
einen gepflegten Eindruck und wirkte während der Verhandlung entspannt und 
kontrolliert. In Bezug auf seine Alkoholabhängigkeit zeigte sich der Beschwerde-
führer insoweit einsichtig, als er zugab alkoholabhängig zu sein, jedoch "hoch und 
heilig" versprach, nie wieder einen Schluck Alkohol zu trinken. Auf die Frage, ob er 
auch die Diagnose einer schweren Depression teile, entgegnete der Beschwerde-
führer, dass die Depressionen mehr oder weniger von seinen Finanzen abhängig 
seien. Wenn er arbeiten könne, gehe es ihm gut. Problematisch sei es eher, wenn 
er nach der Arbeit alleine sei oder wenn er mehrere Tage kein Essen habe, dann 
werde er depressiv. Aber jeder Mensch habe doch mal eine Depression und im 
Moment sei die Suizidalität nicht mehr "so akut". Ausserdem hätte er sich schon 
längst umgebracht, wenn er den Mut dazu gehabt hätte. Am Schluss würde er es 
dann doch nicht machen, er sei ein "overthinker" (vgl. zum detaillieren Ge-
sprächsablauf act. 10). Insofern erscheint die Krankheitseinsicht des Beschwerde-
führers zweifelhaft. Auch die Behandlungsbereitschaft des Beschwerdeführers ist 
insofern eingeschränkt, als er lediglich bereit ist, eine Therapie zu machen, die 
sein Arbeitsleben nicht beeinträchtigt. Diese Versprechen bzw. Bezeugungen des 
Beschwerdeführers vermögen (allein) nicht ausreichend zu überzeugen, dass er in 
einer (bloss) ambulanten Therapie – die zudem sein Arbeitsleben nicht beeinträch-
tigen darf – hinreichend geschützt ist. Insbesondere, da das erst fünf Tage alte 
Gutachten von Dipl. med. C._____ dem Beschwerdeführer eine eindeutige "hoch-
akute Suizidalität" attestiert und zudem festhält, dass im Moment keine anderen, 
weniger einschneidenden Massnahmen zur Behandlung der festgestellten Krank-
heit zur Verfügung stehen (act. 06, Antwort auf Frage 6). Unter diesen Umständen 
besteht für das Gericht kein Zweifel, dass der aktuelle Zustand des Beschwerde-
führers eine Weiterführung der Behandlung und Betreuung in der Klinik D._____ 
erforderlich macht. Die Unterbringung in der Klinik D._____ stellt derzeit die einzig 
zur Verfügung stehende Option dar und ist folglich notwendig im Sinne von Art. 
426 Abs. 1 ZGB. 

4.4. Die Rechtmässigkeit der fürsorgerischen Unterbringung bedingt schliesslich 
gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die notwendige Be-
handlung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Die Klinik D._____ stellt für die 
Behandlung einer schweren Depression mit akuter Selbstgefährdung ohne Weite-
res ein geeignetes Setting dar (act. 06, Antwort auf Frage 7).

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5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für eine für-
sorgerische Unterbringung vorliegend erfüllt sind. Der Beschwerdeführer leidet an 
einer psychischen Störung, die eine Behandlung bzw. Betreuung erfordert. Eine 
mildere Massnahme ist nicht ersichtlich. Die Beschwerde gegen die fürsorgerische 
Unterbringung ist daher abzuweisen.

6. Die Verfahrenskosten werden den Parteien nach Massgabe des Obsiegens 
und des Unterliegens auferlegt (Art. 60 Abs. 5 EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 
ZPO). Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist von einem Unterliegen des Be-
schwerdeführers auszugehen. Damit wären die Kosten grundsätzlich dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 60 Abs. 2 EGzZGB in Verbindung mit Art. 106 
Abs. 1 ZPO). Angesichts der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers, 
welcher – wie er anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung erläuterte – über 
kein festes Einkommen verfügt, rechtfertigt es sich vorliegend, auf die Erhebung 
von Verfahrenskosten im Sinne von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB zu verzichten. Damit 
verbleiben die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'020.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtsgebühren und CHF 1'520.00 Gutachterkosten) beim Kan-
ton Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'020.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühren und CHF 1'520.00 Gutachterkosten) gehen zu 
Lasten des Kantons Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: