# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa7e2994-bfe6-511d-b544-27687cba6b3c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.06.2014 200 2013 660
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-660_2014-06-04.pdf

## Full Text

200 13 660 UV
SCJ/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Juni 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Juni 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2014, UV/13/660, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1953 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
verletzte sich am 15. Dezember 2005 beim Beladen eines Fahrzeugs an 
der linken Schulter. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA 
resp. Beschwerdegegnerin) verneinte ihre Leistungspflicht aus der obligato-
rischen Unfallversicherung, da für das Unfallereignis keine Versicherungs-
deckung bestehe (Antwortbeilagen der SUVA [AB] 20, AB 73 S. 1 f.). 

Am 3. September 2012 zog sich der Versicherte bei einem Misstritt auf 
einer Treppe (mit Taschen in beiden Händen) eine Kontusion der linken 
Schulter zu (AB 4, AB 19). Die SUVA, bei welcher er gegen die Folgen von 
Unfällen versichert war, erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistun-
gen. Nach Beizug verschiedener Arztberichte und Einholung eines Berichts 
beim Kreisarzt-Stellvertreter, Dr. med. D.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
FMH, vom 5. Oktober 2012 (AB 21), stellte die SUVA mit Verfügung vom 
6. November 2012 (AB 33) die bisher erbrachten Leistungen (Taggeld, 
Heilbehandlung) auf den 2. Dezember 2012 ein und verneinte einen 
Anspruch auf weitere Leistungen mit der Begründung, gemäss Beurteilung 
des Kreisarzt-Stellvertreters Dr. med. D.________ vom 5. Oktober 2012 
heilten Kontusionsfolgen innert weniger Wochen, spätestens nach einigen 
Monaten aus. Daran hielt sie auf Einsprache hin (AB 40, AB 60) und nach 
weiteren ärztlichen Beurteilungen ihrer Abteilung Versicherungsmedizin, 
Kreisärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 26. No-
vember 2012 (AB 45) sowie Kreisarzt Dr. med. F.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
FMH, vom 22. April 2013 und 27. Mai 2013 (AB 65, AB 73) mit Entscheid 
vom 19. Juni 2013 (AB 78) fest. Sie erwog hauptsächlich, aufgrund der 
kreisärztlichen Beurteilungen vom 5. Oktober 2012 und 27. Mai 2013 sei 
davon auszugehen, dass sich der Versicherte beim Unfall vom 3. 
September 2012 keine frischen strukturellen Läsionen zugezogen habe. Da 
entsprechende Läsionen bereits anlässlich der MRI-Untersuchung vom 

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26. Januar 2006 hätten festgestellt werden können, sei auch in 
Übereinstimmung mit der medizinischen Erfahrung davon auszugehen, 
dass durch die Schulterkontusion vom 3. September 2012 zwar eine 
vorübergehende Verschlimmerung des Schulterzustandes eingetreten sei, 
der Status quo sine aber nach drei Monaten wieder erreicht gewesen sei. 

B.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Fürsprecherin und Notarin 
B.________, am 24. Juli 2013 Beschwerde erheben und die Weiterausrich-
tung der gesetzlichen Versicherungsleistungen beantragen, unter Aufhe-
bung des ergangenen Verwaltungsaktes.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. September 2013 beantragte die 
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 6. Dezember 2013 reichte der Beschwerdeführer den in der 
Beschwerde in Aussicht gestellten Operationsbericht der Klinik 
G.________ vom 29. Mai 2013 ein und hielt am gestellten Rechtsbegehren 
fest.

Mit Duplik vom 4. März 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag 
fest. 

Am 12. März 2014 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 
aufforderungsgemäss ihre auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 
beschränkte, detaillierte Kostennote ein.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Juni 
2013 (AB 78). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die 
Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 3. September 2012 zu Recht auf 
den 2. Dezember 2012 eingestellt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver-
sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 

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Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 
in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 
alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es 
genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun-
gen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein-
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, 
ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele ("conditio 
sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337; SVR 
2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 

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des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 
erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusam-
menhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen 
gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts-
erhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach 
den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat 
die Beantwortung der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer 
Rechtsfrage - im Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzu-
sammenhang - nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu erfolgen (BGE 112 V 30 E. 1b S. 33). 

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Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 138 V 248 E. 4 S. 250, 134 
V 109 E. 2.1 S. 112). 

2.5 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer am 3. September 2012 einen Unfall im Rechtssinne erlitten 
hat (AB 4; vgl. E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Beschwerden auf-
getreten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Ver-
sicherungsleistungen erbracht. Umstritten ist hingegen, ob die über den 
2. Dezember 2012 hinaus geklagten Beschwerden in der linken Schulter in 
einem anspruchsbegründenden natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang mit dem besagten Unfall stehen. Die massgeblichen medizini-
schen Unterlagen zeigen diesbezüglich das folgende Bild:

3.1.1 Im Bericht des Spitals H.________ vom 26. Januar 2006 (AB 71) 
zur gleichentags durchgeführten Arthro-MRI-Untersuchung der linken 
Schulter wurde eine deutliche Tendinopathie der Supraspinatussehne mit 
einem kleinen transmuralen Riss am ventralen Ansatz festgehalten. Auch 
die Infraspinatussehne sei tendinopathisch verändert, jedoch ohne Rissbil-
dung. Es bestünden kleine subkortikale zystoide Läsionen der Tubercula, 
welche auf ein chronisches Geschehen hinweisen würden.

3.1.2 Im Bericht des Spitals H.________ vom 23. April 2008 (AB 68) wur-
de als Diagnose ein Status nach arthroskopischer Bicepsankerrefixation 
vom 14. März 2008, nach Bicepsankerläsion (SLAP II), genannt. Die Phy-

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siotherapie (aktive und passive Mobilisation ohne Belastung) werde durch 
eine Aquatherapie ergänzt. Die Ellbogenmobilisation sei frei. Die Arm-
schlinge solle nur noch bei Bedarf getragen werden. Eine nächste klinische 
Nachkontrolle finde in sechs Wochen statt. 

3.1.3 Der Hausarzt, Dr. med. I.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Arztzeugnis vom 
26. September 2012 (AB 19) eine Kontusion der linken Schulter. Seit dem 
3. September 2012 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Be-
handlungsabschluss werde voraussichtlich in vier Wochen erfolgen. 

3.1.4 Im Bericht der Klinik G.________ vom 27. September 2012 (AB 18) 
zur gleichentags durchgeführten MRI-Untersuchung nativ der linken Schul-
ter wurde festgehalten, der Beschwerdeführer sei kollabiert, als versucht 
worden sei, Kontrastmittel zu infiltrieren. Deshalb werde die Bildgebung 
ohne Kontrastmittel erstellt (AB 18 S. 1). Es bestünden eine 
Tendinose/Tendinitis der Supra- und Infraspinatussehne, eine ca. 50 %ige 
Oberflächenpartialruptur der Supraspinatussehne am Ansatz im mittleren 
bis dorsalen Drittel, eine ca. 50 %ige Unterflächenpartialruptur der 
Supraspinatussehne medial subacromial, eine 50 %ige Unterflächenläsion 
der Infraspinatussehne am Ansatz, eine ansatznahe Tendinose der 
Subscapularissehne, eine SLAP-Läsion (Labrum bei fehlender 
intrartikulärer Kontrastierung erschwert beurteilbar), eine AC-Arthrose 
sowie eine Bursitis. Weiter lägen degenerative Veränderungen des 
superioren Glenoids vor (AB 18 S. 2). 

3.1.5 Der Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. D.________ führte im Bericht 
vom 5. Oktober 2012 (AB 21) aus, am 27. September 2012 sei eine MRI-
Untersuchung der linken Schulter durchgeführt worden. Als Hauptbefund 
lägen eine 50 %ige Partialruptur der Supraspinatussehne sowie 50 %ige 
Unterflächenpartialruptur der Infraspinatussehne vor (AB 21 S. 3 f.). Der 
Befund der partiellen Ruptur der Rotatorenmanschette betreffe nicht die 
SUVA, weil er bereits mittels einer früheren MRI-Untersuchung und arthro-
skopisch am 7. Juni 2006 dokumentiert sei. Die mittels MRI-Untersuchung 
der linken Schulter vom 27. September 2012 festgestellten Veränderungen 
(betreffend die Befunde an der Rotatorenmanschette) entsprächen den seit 
2006 bekannten Befunden. Bei den beschriebenen zystischen Verände-

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rungen im Sinne von Ganglien handle es sich um degenerative Verände-
rungen bei der Pathologie der Rotatorenmanschette. Zusammenfassend 
könne somit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer an-
lässlich des Sturzes vom 3. September 2012 eine Kontusion der linken 
Schulter erlitten habe, ohne dass unfallbedingt eine strukturelle Läsion ge-
setzt worden sei. Kontusionsfolgen heilten innert weniger Wochen, spätes-
tens nach einigen Monaten aus, so dass unabhängig von den geklagten 
Beschwerden der Status quo sine in drei Monaten erreicht sein werde (AB 
21 S. 4).

3.1.6 Im Zwischenbericht vom 8. November 2012 (AB 38) nannte Dr. 
med. I.________ als Diagnose eine Teilruptur der Supra- und Infraspina-
tussehne an der linken Schulter. Ende November 2012 sei eine Operation 
vorgesehen. 

3.1.7 Dem Bericht der Orthopädischen Klinik J.________ vom 19. No-
vember 2012 (AB 44) sind als Diagnosen eine Rotatorenmanschetten-
Ruptur links sowie ein Status nach Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion 
rechts zu entnehmen. Bei einer klinisch und mittels MRI mässig verifizierten 
Rotatorenmanschetten-Ruptur links sei auch links eine Rotatorenman-
schetten-Rekonstruktion indiziert und notwendig. Es werde ein Operations-
termin vereinbart. 

3.1.8 Die Kreisärztin Dr. med. E.________ führte am 26. November 2012 
aus, dass die ausführliche Beurteilung des Kreisarzt-Stellvertreters Dr. 
med. D.________ ihre Gültigkeit behalte (AB 45). 

3.1.9 Im Arztzeugnis vom 24. Dezember 2012 (AB 58) hielt Dr. med. 
I.________ fest, dass die MRI-Untersuchung der linken Schulter vom 
27. September 2012 eine 50 %ige Oberflächenpartialruptur der Supraspi-
natussehne und eine 50 %ige Unterflächenläsion der Infraspinatussehne 
zeige. Die im Jahr 2006 durchgeführte MRI-Untersuchung der linken Schul-
ter habe eine Partialruptur der Supraspinatussehne ergeben. Die Frage, ob 
die mittels MRI vom 27. September 2012 festgestellten Läsionen frisch 
oder auf ein früheres Trauma zurückzuführen seien, lasse sich wohl erst 
intraoperativ verifizieren. Die jetzige Situation, welche wahrscheinlich mit 

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den beiden Ereignissen zu tun habe, könne als Traumatisierung einer be-
reits vorgeschädigten Schulter bezeichnet werden. 

3.1.10 Der Kreisarzt Dr. med. F.________ hielt am 22. April 2013 fest, 
dass die im Einspracheverfahren vorgebrachten Einwände an den Schluss-
folgerungen des Kreisarzt-Stellvertreters Dr. med. D.________ vom 5. Ok-
tober 2012 nichts zu ändern vermöchten (AB 65). 

Im Bericht vom 27. Mai 2013 (AB 73) führte der Kreisarzt aus, dass die 
SLAP-Läsion an der linken Schulter, welche am 14. März 2008 operativ 
behandelt worden sei, hier nicht Gegenstand der Diskussion bilde, weil 
diese Läsion nachweislich weder beim ersten noch zweiten Ereignis ent-
standen sein könne. Vorliegend beschränke sich die Diskussion auf die 
Pathologie betreffend die Rotatorenmanschette an der linken Schulter be-
zogen auf die beiden Ereignisse vom 20. Dezember 2005 und 3. Septem-
ber 2012 sowie auf die beiden MRI-Untersuchungen. Der Kreisarzt habe 
die Original-MRI-Bilder von 2006 und 2012 selber noch einmal angesehen 
und komme zum Schluss, dass die Tendinose der Supraspinatussehne 
bereits im MRI-Bild von 2006 zu sehen sei. Die beiden MRI-
Untersuchungen seien nicht vergleichbar, da die erste mit dem Kontrastmit-
tel Gadolinium und die zweite ohne das erwähnte Kontrastmittel durchge-
führt worden seien. Die Argumentation des Rechtsvertreters in der Ein-
sprachebegründung, welche vor allem auf dem Vergleich der beiden MRI-
Befunde beruhe, sei damit hinfällig (AB 73 S. 4). Es sei erstaunlich, wenn 
ein medizinischer Laie MRI-Bilder erklären wolle, welche mit zwei verschie-
denen Techniken hergestellt worden seien. Es würden hier Äpfel mit Birnen 
verglichen. Als Facharzt für orthopädische Chirurgie mit langjähriger Erfah-
rung in Schulterchirurgie habe der Kreisarzt hingegen die Kompetenz, die-
se Bilder zu beurteilen. Damit sei zusammenfassend klar, dass der Beurtei-
lung des erfahrenen Kreisarzt-Stellvertreters Dr. med. D.________ zu fol-
gen sei, welche im Wesentlichen aussage, dass der pathologische Befund 
der Rotatorenmanschette an der linken Schulter von 2012 mit dem Befund 
von 2006 vergleichbar sei und demzufolge beim neuen Ereignis vom 
3. September 2012 an der linken Schulter keine unfallbedingte strukturelle 
Läsion entstanden sei. Damit sei hinlänglich untermauert, dass sich der 
Beschwerdeführer am 3. September 2012 - medizinisch gesprochen - eine 

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Schulterkontusion zugezogen habe. Somit sei, wie von Dr. med. 
D.________ folgerichtig abgeleitet, spätestens drei Monate nach dem Er-
eignis von einem Status quo sine auszugehen (AB 73 S. 5). 

3.1.11 Im Bericht der Klinik G.________ vom 3. Mai 2013 (AB 84 S. 12) 
wurde festgehalten, dass der Klinikeintritt für den 29. Mai 2013 geplant sei. 
Im Operationsbericht vom 29. Mai 2013 (Beschwerdebeilagen [BB] 3) wur-
de festgehalten, dass bereits im Jahr 2006 ein Riss in der Supraspinatus-
sehne diagnostiziert worden sei. In der Folge seien eine Schulterarthrosko-
pie mit Débridement und später eine Schulterarthroskopie mit Bicepsanker-
Refixation durchgeführt worden. Im September 2012 sei der Beschwerde-
führer auf einer Treppe gestürzt und habe seither stärkere Schmerzen ver-
spürt. Mittels einer Arthro-MRI-Untersuchung sei nun der Nachweis einer 
vollständigen Ruptur der Supraspinatussehne erbracht. Aufgrund der The-
rapieresistenz sei die Indikation zur Sehnenrefixation gestellt worden. Als 
Diagnosen wurden eine transmurale Ruptur der Supraspinatussehne und 
eine Partialruptur der langen Bicepssehne links genannt. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutach-
tens entschieden werden, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen zu stellen (Entscheid des Bundesgerichts vom 10. Februar 2014, 
8C_653/2013, E. 4.1). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellun-
gen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 
E. 5.2 S. 229 und 135 V 465 E. 4.4 S. 470, je mit Hinweisen).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich im hier angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 19. Juni 2013 (AB 78) massgeblich auf die reinen Ak-
tenbeurteilungen des Kreisarzt-Stellvertreters Dr. med. D.________ vom 
5. Oktober 2012 (AB 21) und des Kreisarztes Dr. med. F.________ vom 
27. Mai 2013 (AB 73) gestützt, wonach sich der Beschwerdeführer am 
3. September 2012 eine Schulterkontusion, ohne unfallbedingte strukturelle 
Läsion, zugezogen habe und spätestens drei Monate nach dem Ereignis 
von einem Status quo sine auszugehen sei (AB 21 S. 4, AB 73 S. 5). Diese 
Einschätzung beruht auf dem Ergebnis der MRI-Untersuchung der linken 
Schulter vom 27. September 2012 (AB 18), wonach eine 50 %ige Ober-
flächenpartialruptur der Supraspinatussehne vorliegt, und der darauf basie-
renden kreisärztlichen Annahme, dass gegenüber den Befunden aus dem 
Jahr 2006 keine Veränderungen eingetreten seien (AB 21 S. 4). An dieser 
Beurteilung lässt der Operationsbericht der Klinik G.________ vom 29. Mai 
2013 (BB 3) Zweifel aufkommen. In diesem wird nämlich eine Ruptur (Riss) 
der Supraspinatussehne festgehalten und auf eine Arthro-MRI-
Untersuchung verwiesen, welche den Nachweis einer vollständigen Ruptur 
der Supraspinatussehne erbracht habe. Hierbei handelt es sich offensicht-
lich nicht um den MRI-Befund vom 27. September 2012 (AB 18), der 
„bloss“ eine Partialruptur der Supraspinatussehne ergeben hat. Weiter las-
sen die Ausführungen des Kreisarztes Dr. med. F.________ vom 27. Mai 
2013 (AB 73) den MRI-Befund vom 27. September 2012 als zweifelhaft 
erscheinen. Der Kreisarzt selber hat Bedenken hinsichtlich der Aussage-
kraft des erwähnten MRI-Befundes geäussert, indem er ausführt, die be-
sagte MRI-Untersuchung sei ohne das Kontrastmittel Gadolinium durchge-

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führt worden, weshalb ein Vergleich mit dem früheren MRI-Befund vom 
26. Januar 2006 (AB 71) nicht möglich sei (AB 73 S. 4). Ähnlich verhält es 
sich auch mit dem Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. I.________ 
vom 24. Dezember 2012 (AB 58). Dieser hat darauf hingewiesen, dass sich 
die Frage, ob die mittels MRI-Untersuchung vom 27. September 2012 fest-
gestellten Läsionen frisch oder auf ein früheres Trauma zurückzuführen 
seien, wohl erst intraoperativ verifizieren liessen (AB 58). 

Das Abstellen auf die Berichte der versicherungsinternen Fachärzte ist 
- wie in E. 3.2.2 hiervor ausgeführt - dann zulässig, wenn auch keine gerin-
gen Zweifel an der Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen bestehen. 
Solche Zweifel vermag der Operationsbericht der Klinik G.________ vom 
29. Mai 2013 (AB 3) - wie oben dargelegt - ohne weiteres zu erwecken. 
Unter den gegebenen Umständen sind die Berichte des Kreisarzt-
Stellvertreters Dr. med. D.________ vom 5. Oktober 2012 (AB 21) und des 
Kreisarztes Dr. med. F.________ vom 27. Mai 2013 (AB 73) nicht geeignet, 
die Kausalitätsfrage und damit die Frage der Leistungspflicht für die Zeit ab 
dem 2. Dezember 2012 zuverlässig zu beurteilen. Diesbezüglich helfen 
auch die übrigen Arztberichte nicht weiter, da sie ohne Kenntnis des Ope-
rationsberichts vom 29. Mai 2013 (BB 3) erstellt wurden. 

3.4 Die Beschwerdegegnerin wird deshalb über den Zusammenhang 
zwischen dem Ereignis vom 3. September 2012 und den nach dem 2. De-
zember 2012 anhaltenden Schulterbeschwerden unter Berücksichtigung 
des Operationsberichts der Klinik G.________ vom 29. Mai 2013 (BB 3) 
sowie der vorgängig offenbar durchgeführten Arthro-MRI-Untersuchung 
erneut zu befinden haben. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 
19. Juni 2013 (AB 78) ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuhe-
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 
diese ein versicherungsexternes Gutachten einhole und anschliessend 
über die Frage der weiteren Leistungspflicht nach UVG neu verfüge. 

Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdegegnerin zum Operationsbericht 
der Klinik G.________ vom 29. Mai 2013 (BB 3) in ihrer Duplik nicht ein-
lässlich Stellung genommen hat. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2014, UV/13/660, Seite 14

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro-
zesses bemessen (vgl. Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Fürsprecherin und Nota-
rin B.________ vom 12. März 2014 wird die Parteientschädigung festge-
setzt auf Fr. 1'825.20 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der SUVA vom 19. Juni 2013 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornah-
me der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'825.20 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2014, UV/13/660, Seite 15

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt einge-

reichten Akten)
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin (samt ein-

gereichten Akten)
- Bundesamt für Gesundheit 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.