# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f4a456e-6a5d-52c0-9eac-0f65ef6d2018
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 03.05.2022 460 21 242 (460 2021 242)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-21-242_2022-05-03.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

3. Mai 2022 (460 21 242) 

____________________________________________________________________ 

 

Strafrecht 

 

Verunreinigung von Trinkwasser 

 

Der Verunreinigung von Trinkwasser gemäss Art. 234 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vor-

sätzlich das Trinkwasser für Menschen oder Haustiere mit gesundheitsschädlichen Stoffen ver-

unreinigt. Abs. 2 von Art. 234 StGB regelt die fahrlässige Begehungsweise (Erw. 1.5.3.1). Ge-

schütztes Rechtsgut ist einerseits Leib und Leben von Menschen und andererseits Vermögen 

von Tierhaltern. Bezüglich Angriffsobjekt handelt es sich um ein Erfolgsdelikt und bezüglich 

Rechtsgüter um ein abstraktes Gefährdungsdelikt (Erw. 1.5.3.2). Tatobjekt ist Wasser für Men-

schen oder Haus- und Nutztiere, welches in absehbarer Zeit als Trinkwasser verwendet werden 

könnte (Erw. 1.5.3.3). Strafbare Handlung ist das Verunreinigen des Trinkwassers, wobei eine 

indirekte Verunreinigung genügt (Erw. 1.5.3.4). Die Verunreinigung muss durch gesundheits-

schädliche Stoffe erfolgen, wobei der Mischanteil zwischen Wasser und gesundheitsschädlichem 

Stoff geeignet sein muss, eine erhebliche Schädigung der Gesundheit von Menschen oder Tieren 

zu verursachen (Erw. 1.5.3.5). Erforderlich ist zudem eine natürliche und adäquate Kausalität 

zwischen tatbestandsmässigem Handeln und Erfolg, wobei weitere mögliche Ursachen grund-

sätzlich unerheblich sind (Erw. 1.5.3.7). Für die Annahme von Vorsatz ist erforderlich, dass der 

Täter um die erhebliche Schädlichkeit des Stoffes für die Gesundheit von Menschen bzw. Tieren 

wissen und vorsätzlich eine Verunreinigungshandlung mit diesem Stoff vornehmen muss. Aus-

serdem muss er den Erfolg (verunreinigtes Trinkwasser) herbeiführen wollen. Demgegenüber 

liegt eine bloss fahrlässige Begehungsweise vor, wenn der Täter das Wasser aus pflichtwidriger 

Unvorsichtigkeit mit entsprechenden Stoffen verunreinigt, die Gesundheitsschädlichkeit des Stof-

fes nicht erkennt oder sich über die Gesundheitsschädlichkeit ihrer Einwirkung nicht im Klaren 

war, indem er die gesundheitsschädliche Folge in pflichtwidriger Unvorsicht nicht bedachte oder 

aber verkennt bzw. nicht berücksichtigt, dass es sich um Trinkwasser im Sinne des Angriffsob-

jekts handelt (Erw. 1.5.3.8). 

 

 

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Im konkreten Fall war das Wasser, welches nach dem Zusammenschluss der neuen Wasserlei-

tungen durch diese fliessen sollte, dazu bestimmt, früher oder später von Menschen oder Tieren 

getrunken zu werden. Das Einbringen von Mehl in eine Trinkwasserleitung ist als Verunreini-

gungshandlung im Rechtssinn anzusehen, da eine solche Verunreinigung über den indirekten 

Weg von allenfalls mit Keimen besiedeltem Mehl – Rohre – Spülwasser – Trinkwasser erfolgt 

sein könnte. In casu waren aber weder ein Messwert von 47 KBE/100ml E. coli noch sämtliche 

weiteren aktenkundigen Messwerte gesundheitsschädigend, womit der tatbestandsmässige Er-

folg abweichend zu den vorinstanzlichen Feststellungen nicht eingetreten ist (Erw. 1.5.3.3-

1.5.3.5).  

 

 

 

 

 

 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Helena Hess (Ref.),                       

Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiberin Manuela Illgen 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,                                      

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,                                                      

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Berufungsklägerin 

  

gegen 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokat Roman Zeller,                                        

Wasserturmplatz 3, Postfach 578, 4410 Liestal,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand Verunreinigung von Trinkwasser 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums               

Basel-Landschaft vom 17. August 2021 

 

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Aus den Erwägungen 

 

(…) 

 

III. Die angefochtenen Punkte im Einzelnen 

1. Verunreinigung von Trinkwasser, eventualiter fahrlässige Verunreinigung von 

Trinkwasser 

1.1.1 Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 7. Juli 2020 warf dem Beschuldigten folgen-

den Sachverhalt vor: "Der Beschuldigte führte Ende Juni 2019/anfangs Juli 2019 im Auftrag sei-

nes Arbeitgebers, I.____ GmbH mit Sitz in J.____, Sanierungsarbeiten an Trinkwasserleitungen 

in der K.___strasse in H.____ BL aus, wobei er – entgegen dem aktuellen Stand der Technik – 

Mehl zur Trockenhaltung von Schweissverbindungen von Kunststoffrohren verwendete und 

dadurch die in der Folge eingetretene Verunreinigung des Trinkwassers mit gesundheitsschädli-

chen Stoffen (aerobe mesophile Keime, Escherichia coli, Enterokokken, coliforme Keime) verur-

sachte. Der Beschuldigte, welcher über eine langjährige Berufserfahrung als Rohrleitungsbauer 

verfügt, die VKR-Grundausbildung und die VKR-Verlängerungsausbildung Schweissen und Ver-

legen von druckbeanspruchten, erdverlegten Rohrleitungen aus PE und PVC im Jahr 2014 bzw. 

2017 erfolgreich absolviert hatte und im Besitze eines Schweisser-Passes ist, handelte willentlich 

und nahm die eingetretene Trinkwasserverschmutzung zumindest in Kauf" (vgl. act. 651 f.). 

 

1.1.2 Nachdem der Beschuldigte gegen obgenannten Strafbefehl am 20. Juli 2020 Einsprache 

erhoben hatte (act. 655 ff.), überwies die Staatsanwaltschaft am 25. August 2020 den Strafbefehl 

vom 7. Juli 2020 als Anklageschrift an das Strafgericht, indem sie zunächst eine dem Strafbefehl 

entsprechende Verurteilung begehrte (act. 765 ff.). Am 3. Februar 2021 ergänzte die Staatsan-

waltschaft die Anklageschrift dahingehend, dass dem Beschuldigten neben der Verunreinigung 

von Trinkwasser eventualiter eine fahrlässige Verunreinigung von Trinkwasser vorgeworfen 

wurde: "Eventualiter handelte der Beschuldigte dabei pflichtwidrig unvorsichtig, obschon er auf-

grund seiner Ausbildung sowie seiner Erfahrung wusste, dass die Verwendung von Mehl zur Tro-

ckenhaltung der Schweissverbindungen nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprach und zu 

einer Verunreinigung des Trinkwassers führen kann, da sich im verklumpten Mehl Keime bilden 

können. Dessen ungeachtet und obschon ihm andere Möglichkeiten zur Verfügung gestanden 

hätten, die allerdings mit einem zusätzlichen zeitlichen Aufwand verbunden gewesen wären, 

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brachte der Beschuldigte Mehl zum Trockenhalten mehrerer Schweissverbindungen in die Lei-

tungen ein, wobei die dadurch verursachte Verunreinigung des Trinkwassers für ihn vorhersehbar 

war. Aufgrund seiner Ausbildung und seiner Erfahrung wäre es ihm unter den gegebenen Um-

ständen zumutbar und wäre er verpflichtet gewesen, die ihm aufgetragenen Arbeiten lege artis 

durchzuführen und die für ihn vorhersehbare Verunreinigung des Trinkwassers zu vermeiden" 

(act. 774/1 ff.). 

 

(…) 

 

1.5.1 Allgemeines 

1.5.1.1 Zunächst ist hinsichtlich des Sachverhalts im Allgemeinen auf die Beweiswürdigungsre-

geln gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO (Grundsatz der freien Beweiswürdigung) und Art. 10 Abs. 3 

StPO (Maxime "in dubio pro reo") hinzuweisen. 

 

1.5.1.2 Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem 

gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Das Gericht entscheidet frei von Beweisregeln 

und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber, ob es 

eine Tatsache für bewiesen hält. Dieser Grundsatz will sicherstellen, dass der Richter nicht ver-

pflichtet ist, etwas als erwiesen zu erachten, wenn es nach seiner Überzeugung nicht ist, oder 

umgekehrt etwas als nicht erwiesen anzusehen, worüber für ihn kein Zweifel besteht (BGE 133 I 

33 E. 2.1). Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweismittel. Auch besteht 

keine Rangfolge der Beweise; massgebend ist allein deren Stichhaltigkeit (vgl. CHRISTOF 

RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 2011, Rz. 234; THOMAS 

HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Art. 10 N 41 ff.). Liegen keine direkten Beweise vor, so 

ist nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Indizien sind Tatsachen, von 

denen auf das Vorliegen einer unmittelbar entscheiderheblichen Tatsache geschlossen werden 

kann. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahr-

scheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel of-

fenlassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechts-

genügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (BGer 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 

E. 1.2). 

 

 

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1.5.2 Tatsächliches 

 

(…) 

 

1.5.2.4 In Würdigung aller vorliegenden Beweise und Indizien ist zunächst in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz (vgl. S. 4 des angefochtenen Urteils) festzuhalten, dass sich die chronologi-

sche Abfolge der Ereignisse, der Ablauf der Messungen sowie die getroffenen Entscheidungen 

unbestrittenermassen dem mit Verfügung des Strafgerichts vom 7. April 2021 (act. 965) einge-

holten Abschlussbericht des als neutrale und sachkundige Stelle einzustufenden ALV vom 9. Au-

gust 2019 (act. 967 ff.) entnehmen lassen. Ebenso hinzuzuziehen ist die mit derselben Verfügung 

des Strafgerichts angeforderte undatierte Powerpoint-Präsentation des ALV (act. 1039 ff.), wel-

che die Themen Ereignis und Ereignisbewältigung, Information/Medien sowie Ursachenabklä-

rung umfasst. Auf diese zwei als zentrale Beweismittel anzusehende Dokumente im Detail ist 

nachfolgend, soweit erforderlich, näher einzugehen. 

 

1.5.2.5 Seitens des Beschuldigten von Beginn der Untersuchung an und bis vor Kantonsgericht 

unbestritten geblieben ist, dass dieser – dem in der Anklage dargestellten Lebenssachverhalt 

entsprechend – Ende Juni 2019/anfangs Juli 2019 im Auftrag seines Arbeitgebers, der I.____ 

GmbH, Sanierungsarbeiten an Trinkwasserleitungen in der K.___strasse in H.____ ausgeführt 

hat, wobei er – entgegen dem aktuellen Stand der Technik und den Verbandvorschriften – Mehl 

zur Trockenhaltung von Schweissverbindungen von Kunststoffrohren verwendet hat. So ist im 

Einklang mit den vorinstanzlichen Feststellungen (vgl. S. 8 des angefochtenen Urteils) bereits mit 

Blick auf das diesbezügliche Geständnis des Beschuldigten als erstellt zu erachten, dass dieser 

am 2. Juli 2019 zur Trockenhaltung von Schweissverbindungen in Rohren, welche für den An-

schluss an das Trinkwassernetz vorgesehen waren, zwischen drei Esslöffeln und einer halben 

Packung Mehl, entsprechend 500g, verwendet hat (vgl. schriftlicher Bericht des Beschuldigten 

vom 13. Juni 2020, act. 603-607, 611-615; Einsprache des Beschuldigten gegen den Strafbefehl 

vom 20. Juli 2020, act. 659 f.; Abschlussbericht ALV betreffend am 10. Juli 2019 erfolgte Kame-

rabefahrung und Entdeckung eines weissen Pulvers an den neuen Leitungen 180 und 250, 

act. 979 f.; Powerpoint-Präsentation ALV betreffend ebendiese Kamerabefahrung, act. 1087-

1093; mündliche Aussagen des Beschuldigten vor Strafgericht, Prot. Hauptverhandlung Strafge-

richt, S. 4 f., 9, act. 1129 f., 1139; mündliche Aussagen des Beschuldigten vor Kantonsgericht, 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 3 f., 21). Im Schreiben des VKR vom 16. Juli 2019 

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wird betreffend das Einbringen von Mehl für eine Schweissung klar und deutlich ausgeführt, dass 

der Einsatz von Mehl aus hygienischen und bakteriologischen Gründen absolut bedenklich ist 

und vermieden werden muss (vgl. act. 15). Die Richtlinien des SVGW für Wasserverteilung, Aus-

gabe März 2013 (act. 25 ff.), gelten als anerkannte Regeln der Technik und können auch im 

Rahmen der Rechtsordnung von Bedeutung sein (act.  30). Gemäss SVGW-Richtlinie Teil 1, 

Nr. 6.2 "Pflichten des Inverkehrbringers" hat dieser zu klären, ob bestimmte Stoffe für die Ver-

wendung in Produkten für Trinkwasserinstallationen eingeschränkt oder verboten sind (act. 42). 

Des Weiteren müssen gemäss Richtlinie Teil 3 in Nr. 3.3 "Anforderungen an Produkte und Werk-

stoffe" alle mit Trinkwasser bestimmungsgemäss in Berührung kommenden Produkte (Rohre, 

Rohrleitungsteile, Armaturen, Hilfsstoffe und sonstige Einbauteile) den Anforderungen der Trink-

wasserhygiene entsprechen (act. 126). Dass diese Richtlinien für den Beschuldigten in seiner 

Funktion als Rohrnetzmonteur/Rohrleitungsbauer verbindlich sind, ist unbestritten (vgl. dazu auch 

nachfolgend Erw. 1.5.2.6). Selbst wenn gemäss Einwand des Beschuldigten die Verwendung von 

Mehl zur Trockenhaltung von Schweissverbindungen von Kunststoffrohren während einer Tem-

poräranstellung im Jahr 2012 von der Firma L.____ so praktiziert worden sein soll (vgl. schriftliche 

Ausführungen des Beschuldigten vom 13. Juni 2020, act. 619), vermag dies nichts daran zu än-

dern, dass ein derartiges Vorgehen nicht lege artis ist. Der Beschuldigte selbst hat ein korrektes 

Alternativverhalten zur Trockenhaltung der Schweissverbindungen beschrieben: Diesfalls hätte 

es einer mechanischen Verbindung wie z.B. Multijoint oder Absperrblase bedurft (vgl. schriftliche 

Ausführungen des Beschuldigten vom 13. Juni 2020, act. 621; Prot. Hauptverhandlung Strafge-

richt, S. 5, act. 1131; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 20). Wenn dies, wie hier, zufolge 

eines undichtes Schiebers nicht möglich gewesen sein sollte, hätte der Beschuldigte die Arbeiten 

unterbrechen müssen. Somit ist den vorinstanzlichen tatsächlichen Feststellungen auf S. 8 f. so-

wie S. 15 des angefochtenen Urteils zu folgen.  

 

1.5.2.6 Ebenso ist unbestritten, dass der Beschuldigte, so wie angeklagt, über eine langjährige 

Berufserfahrung als Rohrleitungsbauer verfügt, die VKR-Grundausbildung und die VKR-

Verlängerungsausbildung Schweissen und Verlegen von druckbeanspruchten, erdverlegten 

Rohrleitungen aus PE und PVC im Jahr 2014 bzw. 2017 erfolgreich absolviert hat und im Besitz 

eines Schweisser-Passes ist (vgl. schriftlicher Bericht des Beschuldigten vom 13. Juni 2020, 

act. 627 f.; zwei Zertifikate betreffend den VKR-Fachkurs "Schweissen und Verlegen druckbean-

spruchter, erdverlegter Rohrleitungen aus PE und PVC", einmal datierend vom 28. Februar 2014 

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betreffend Schlussprüfung, act. 639, einmal datierend vom 24. Januar 2020 betreffend Verlänge-

rungsausbildung, act. 647; persönlicher Schweisserpass, act. 641 ff., sowie Diplom "Rohrverle-

gerkurs 2017" vom 24. Januar 2017, act. 649). Der Beschuldigte gab des Weiteren in seinem 

schriftlichen Bericht vom 13. Juni 2020 an, er sei seit 2014 bei der Firma I.____ GmbH als Rohr-

leitungsbauer angestellt (act. 629) und er habe bis im Juni 2019 über eintausend derartige 

Schweissungen durchgeführt (act. 631). Die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz auf 

S. 15 des angefochtenen Urteils sind demnach ebenso wenig zu beanstanden. 

 

1.5.2.7 Hinsichtlich der Messwerte ist auf den Abschlussbericht ALV (act. 967 ff.) abzustellen, 

welcher sich wiederum unter anderem auf die in den Akten befindlichen laboreigenen Probeblät-

ter (act. 459 ff., 762 ff.) sowie das Blatt "Mikrobiologische Proben, Wasserproben Niederzone 

(blaue Leitung) 03.07.2019" der Gemeinde H.____ (act. 457 bzw. 761) stützt. Der Abschlussbe-

richt ALV hält auf S. 1 (act. 967) fest, dass Proben ab Hydranten nicht geeignet sind, um die 

Qualität von Trinkwasser zu beurteilen. Als Folge davon sind ausschliesslich die vom Netzwerk 

abgenommene Proben und deren Resultate von Relevanz, wie dies bereits das Strafgericht zu-

treffend auf S. 7 des angefochtenen Urteils festgestellt hat. Nach Prüfung des vollständigen Ab-

schlussberichts ALV ist zu konstatieren, dass ab dem Netzwasser der Gemeinde H.____ und der 

umliegenden Gemeinden ausschliesslich in der Zeit vom 4. Juli 2019 bis zum 5. Juli 2019 in 

Bezug auf die Keime E. coli und Coliforme Werte über 0 KBE/100ml und in Bezug auf AMK über 

0 KBE/1ml gemessen worden sind (vgl. S. 1-4 des Abschlussberichts ALV, act. 967-973). Hierbei 

zeigen sich ab den Proben vom 4. Juli 2019 vom Netzwerk H.____ mit 47 KBE/100ml E. coli, 

>500 KBE/100ml Coliforme und 210 KBE/1ml AMK die jeweils höchsten gemessenen Werte. 

Demgegenüber ist bereits an dieser Stelle festzuhalten, dass mangels eines Messwertes von 

über 0 KBE/100ml Enterokokken dieser Teil des Anklagesachverhalts nicht nachgewiesen ist. 

Von der hier festgestellten Keimbelastung als erstelltem angeklagtem Sachverhalt gehen eben-

falls die Vorderrichter aus (vgl. S. 7 des angefochtenen Urteils).  

 

1.5.2.8 Ob die in Erw. 1.5.2.7 aufgeführten, nachgewiesenen Messwerte eine in der Anklage 

vorgeworfene, tatbestandsmässige Verunreinigung des Trinkwassers mit gesundheitsschädli-

chen Stoffen darstellen, wird nachfolgend im rechtlichen Teil zu prüfen sein. Sollte eine rechtlich 

relevante Belastung hinsichtlich der oben aufgeführten drei Keimarten zu bejahen sein, wird 

ebenfalls zu beleuchten sein, ob diese auf das Verhalten des Beschuldigten zurückzuführen ist, 

d.h. eine durch den Beschuldigten gesetzte Ursache im Sinne einer natürlichen und adäquaten 

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Kausalität anzunehmen ist. Auch wenn die natürliche Kausalität eine Tatfrage darstellt (vgl. BGE 

142 IV 237 E. 1.5.1), wird diese in casu gleichwohl erst im rechtlichen Teil abzuhandeln sein, 

zumal sich angesichts der – entgegen der Auffassung der Anklagebehörde – durchaus festzu-

stellenden Komplexität des vorliegenden Sachverhalts mit der adäquaten Kausalität, einer 

Rechtsfrage (vgl. BGE 142 IV 237 E. 1.5.2), untrennbar zusammenhängende Fragen stellen (vgl. 

nachfolgend Erw. 1.5.3.7). Schliesslich wird bei einer Bejahung des objektiven Tatbestands der 

Verunreinigung von Trinkwasser zu prüfen sein, ob in subjektiver Hinsicht der Beschuldigte wil-

lentlich handelte und die eingetretene Trinkwasserverschmutzung zumindest in Kauf nahm (i.S.v. 

Art. 234 Abs. 1 StGB) oder – so wie eventualiter angeklagt – dabei pflichtwidrig unvorsichtig han-

delte (i.S.v. Art. 234 Abs. 2 StGB). 

 

1.5.3 Rechtliches  

1.5.3.1 Der Verunreinigung von Trinkwasser gemäss Art. 234 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, 

wer vorsätzlich das Trinkwasser für Menschen oder Haustiere mit gesundheitsschädlichen Stof-

fen verunreinigt. Abs. 2 von Art. 234 StGB regelt die fahrlässige Begehungsweise. 

 

1.5.3.2 In allgemeiner Weise ist vorauszuschicken, dass als geschütztes Rechtsgut dieses Tat-

bestands einerseits Leib und Leben von Menschen und andererseits Vermögen von Tierhaltern 

in Frage kommen (JÜRG-BEAT ACKERMANN, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl., Art. 234 N 3). Ob-

wohl eine Trinkwasserverunreinigung mit einer Krankheitsverursachung oder -verbreitung einher-

gehen kann, verlangt die Norm keine konkrete Gefährdung der Rechtsgüter und stellt daher ein 

abstraktes Gefährdungsdelikt dar. Teilweise wird jedoch vor allem im Hinblick auf die schwere 

Strafdrohung ein konkretes Gefährdungsdelikt angenommen bzw. eine hinreichend nahe Ge-

meingefahr verlangt, und zwar in dem Sinne, dass wenigstens einzelne Menschen oder Tiere in 

Gefahr geraten, das Wasser zu trinken und zu erkranken (JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 5, 

m.w.H.). Zudem ist die Verunreinigung des Trinkwassers als Erfolg zu betrachten. Es handelt 

sich somit beim Tatbestand bezüglich Angriffsobjekt um ein Erfolgsdelikt und bezüglich Rechtgü-

ter um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Betreffend Letzterem entscheidend ist das Entstehen 

einer Gefahr (JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 6, m.w.H.; STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., Art. 234 N 2, m.w.H.). 

 

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Für den vorliegenden Fall ist zwar festzustellen, dass keine Person im betroffenen Gebiet auf-

grund der Trinkwasser-Thematik medizinisch behandelt werden musste (vgl. bereits S. 8 des an-

gefochtenen Urteils), was jedoch, wie oben aufgeführt, eine Erfüllung des Tatbestands von 

Art. 234 StGB nicht per se ausschliesst. 

 

1.5.3.3 Tatobjekt ist Wasser für Menschen oder Haus- und Nutztiere, von dem vorausgesehen 

werden kann, dass es in absehbarer Zeit als Trinkwasser verwendet werden könnte. Entschei-

dend ist somit die faktische Verwendung des Wassers, nicht dessen Erscheinung oder hygieni-

sche Qualität. Sobald das Wasser somit als Trinkwasser objektiv bestimmt ist, ist das Tatobjekt 

gegeben. Das Bundesgericht geht von einem weiten Trinkwasserbegriff aus, welcher sogar Was-

ser umfasst, das noch kein eigentliches Trinkwasser ist. Um dem Tatbestand nicht jegliche Kon-

turen zu nehmen, ist der Trinkwasserbegriff eng zu fassen. Entsprechend dem Schutzgedanken 

der Bestimmung, nämlich Gefahren für die "Konsumenten" abzuwenden, ist der Trinkwasserbe-

griff auf Wasser zu beschränken, das tatsächlich dazu bestimmt ist, von Menschen oder Haustie-

ren getrunken zu werden. Es ist zu verlangen, dass das Wasser als Trinkwasser für Menschen 

bzw. Tiere gefasst ist oder mit einer solchen Trinkwasserfassung in engster Verbindung steht, 

z.B. bei Wasser im unmittelbaren Bereich einer Quellfassung (vgl. STEFAN TRECHSEL/ANNA 

CONINX, a.a.O., N 1; JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 9; beide unter Hinweis auf BGE 78 IV 

176; 98 IV 205, wonach alles Wasser, das mit einer Trinkwasser-Fassung in Verbindung steht, 

und darüber hinaus jedes [Grund-]Wasser, von dem vorausgesehen werden kann, dass es in 

absehbarer Zeit als Trinkwasser verwendet werden könnte, als Tatobjekt in Betracht fällt). So 

bejahte das Bundesgericht in BGE 102 IV 186 in der Konstellation, wo Heizöl auf den Grundwas-

serspiegel lief und vom Grundwasserstrom in Richtung des Brunnens der städtischen Wasser-

versorgung getragen wurde, das Tatobjekt des Wassers. Der Tatbestand ist nicht beschränkt auf 

die öffentliche Wasserversorgung. Mithin kann auch Wasser aus der Quelle einer Privatperson 

und sogar das Wasser der eigenen Quelle Angriffsobjekt sein, a fortiori gilt dies für eine Quellfas-

sung auf dem Nachbarsgrundstück, welche durch Düngung verunreinigt wurde. Somit muss das 

Wasser nicht der Öffentlichkeit zugänglich sein (vgl. STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, a.a.O., un-

ter Hinweis auf BGE 78 IV 177; SJZ 62 [1966] Nr. 128; JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 11, 

ebenfalls unter Hinweis auf BGE 78 IV 175). Sodann bewirkt nur eine Verunreinigung von grös-

seren Behältern, Brunnen usw. eine Gefahr, dass Menschen und Tiere (Allgemeinheit) gesund-

heitsschädliches Wasser trinken können (JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 12). 

 

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Im konkreten Fall kann der, allerdings lediglich zu Beginn des Strafverfahrens, mehrfach vorge-

brachte Einwand des Beschuldigten, dass die von diesem zusammengelegten neuen Rohre DN 

250 und 180 (vgl. hierzu die Karte "Wasser Funktion Gde, K.___strasse; Spülen PE 250" der 

Gemeinde H.____, act. 759 bzw. 959) zum Tatzeitpunkt (d.h. zum Zeitpunkt des Einbringens des 

Mehls in die Leitungen) noch nicht am Wassernetz der Gemeinde H.____ angeschlossen und 

damit der Öffentlichkeit zugänglich gewesen seien (vgl. Einsprache des Beschuldigten gegen 

Strafbefehl vom 20. Juli 2020, act. 661, 671; Schreiben des Beschuldigten vom 25. Februar 2021 

an das Strafgericht, act. 793), nicht gehört werden: Das Wasser, welches nach dem Zusammen-

schluss der neuen Leitungen durch diese fliessen sollte, war, selbst wenn zum relevanten Zeit-

punkt noch kein Anschluss der Leitungen am Versorgungssystem bestand, selbst bei einem eng 

gefassten Begriff als Trinkwasser i.S.v. Art. 234 StGB zu qualifizieren, da es – analog dem Grund-

wasser in der obgenannten Kasuistik – bereits dazu bestimmt war, früher oder später von Men-

schen oder Haustieren getrunken zu werden, es stand mithin mit einer Trinkwasserfassung in 

engster Verbindung. Somit ist es in casu auch unerheblich, ob das Trinkwasser durch eine vor-

gängige Spülung und Sperrung der Leitungen zunächst für Mensch und Tier unzugänglich war. 

 

1.5.3.4 Die strafbare Tathandlung besteht zunächst in einem Verunreinigen des Trinkwassers, 

somit darin, dass durch Tun oder Unterlassen eine Vermischung von Schadstoffen mit dem Was-

ser verursacht wird. Für die Tathandlung genügt bereits eine indirekte Verunreinigung über einen 

Zwischenträger wie zum Beispiel das Grundwasser, womit es zu einer Vorverlagerung der Straf-

barkeit kommt (STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, a.a.O., N 2, m.w.H.; JÜRG-BEAT ACKERMANN, 

a.a.O., N 18).  

 

In casu ist das Einbringen von Mehl in eine Trinkwasserleitung als Verunreinigungshandlung im 

Rechtssinn anzusehen. So wird bereits im oben genannten Schreiben des VKR vom 16. Juli 2019 

betreffend das Einbringen von Mehl für eine Schweissung an einer Trinkwasserleitung festgehal-

ten, dass der Einsatz von Mehl aus hygienischen und bakteriologischen Gründen absolut be-

denklich ist und vermieden werden muss (vgl. act. 15). Ebenso sind die Richtlinien des SVGW 

für Wasserverteilung, Ausgabe März 2013 (act. 25 ff.), betreffend Trinkwasserhygiene einzuhal-

ten. Die weitere hier einschlägige Richtlinie/Leitfaden für erdverlegte PE-Druckrohrleitungen in 

der Gas- und Wasserversorgung des VKR, Ausgabe Mai 2017 (act. 337 ff.), vermittelt technische 

Informationen, die dem Stand der Technik am Ausgabetag entsprechen (act. 340). Darin hält 

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Ziffer 2.6 "Trinkwassertauglich" fest, dass Trinkwasser das wichtigste Lebensmittel ist. Entspre-

chend hoch sind die Anforderungen an die Rohre und Produkte, die Trinkwasser transportieren. 

Diese erfüllen alle an sie gestellten chemischen, technischen und hygienischen Anforderungen 

(act. 348). Unter Ziffer 7 "Verlegetechnik", 7.1 "Anforderungen an Personal, Material und Sauber-

keit", 7.1.1 "Personal", wird geregelt, dass Arbeiten an Gas- und Wasserleitungen nur von zerti-

fiziertem Fachpersonal mit Qualifikationsnachweis des SVGW (Rohrnetzmonteur/Rohrverleger) 

und gültigem Kunststoff-Schweisserausweis des SVS/VKR ausgeführt werden dürfen (act. 384), 

was vorliegend durch den hierfür qualifizierten Beschuldigten auch geschehen ist (vgl. Erw. 

1.5.2.6). Zudem sieht Ziffer 7.1.3 "Sauberkeit" der genannten Richtlinie die Verantwortlichkeit des 

Rohrnetzmonteurs dafür, dass während der Bauphase keinerlei Verschmutzungen oder Verun-

reinigungen ins Rohrleitungssystem gelangen dürfen, vor. Da Trinkwasser ein Lebensmittel dar-

stellt, unterliegt es der Lebensmittelgesetzgebung. Daher ist (…) Hygiene bei Trinkwasserleitun-

gen wichtig (act. 384). Somit ist festzuhalten, dass im Zusammenhang mit Trinkwasser Hygiene 

als oberstes Gebot gilt. 

 

Vorliegend weisen bereits die in Erw. 1.2.5.7 festgestellten Messwerte auf eine Verunreinigung 

des Trinkwassers hin. Der Verfasser des Abschlussberichts ALV (act. 967 ff.) und der Powerpoint-

Präsentation ALV (act. 1039 ff.), F.____ wurde als Zeuge zur neu angesetzten Berufungsver-

handlung vom 27. April 2022 geladen. Dass diese Person aus irgendwie gearteten Gründen nicht 

als Zeuge geeignet sein könnte, wurde von keiner der Parteien geltend gemacht. Eine fehlende 

Eignung oder Tauglichkeit, sei dies aus persönlichen oder aus sachlichen Gründen, ist denn auch 

in keiner Weise ersichtlich. Vor Gericht hat der Zeuge im Zusammenhang mit der Verunreini-

gungshandlung klare Worte gefunden: Bei Kenntnisnahme der Messwerte betreffend e. Coli Bak-

terien hätten bei ihm "die Alarmglocken geläutet" (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 27). 

Im Rahmen der Information der Öffentlichkeit im Sommer 2019 betonte bereits M.____, Sprecher 

der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft und Mitglied des Informations-

dienstes des Krisenstabs, dass in Bezug auf Kolibakterien im Trinkwassernetz "absolute Nullto-

leranz" herrsche (vgl. Powerpoint-Präsentation ALV, act. 1071).  

 

An dieser Stelle ist vorab festzuhalten, dass der mehrfach seitens des Beschuldigten vorge-

brachte Einwand, Mehl stelle wie Wasser per se keinen gesundheitsschädlichen Stoff dar, son-

dern sei ein ungefährliches Lebensmittel/Grundnahrungsmittel, weshalb damit der Tatbestand 

von Art. 234 StGB gar nicht erfüllt werden könne (vgl. schriftlicher Bericht des Beschuldigten vom 

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13. Juni 2020, act. 619; Einsprache des Beschuldigten gegen den Strafbefehl vom 20. Juli 2020, 

act. 671; Schreiben des Beschuldigten an das Strafgericht vom 25. Februar 2021, act. 795; Prot. 

Hauptverhandlung Strafgericht, S. 5, 10, act. 1131, 1141; S. 2 f. der Berufungserklärung; Prot. 

Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 4), nur bedingt zutrifft und daher insofern nicht gehört wer-

den kann, als Mehl als nicht steriler Stoff bzw. darin enthaltende oder sich allenfalls später durch 

weitere Umstände wie hohe Temperaturen oder Zeitablauf entwickelnde Keime im Trinkwasser 

per se als unhygienisch zu bezeichnen sind (vgl. bereits Erw. 1.5.2.5). Als erste Schlussfolgerung 

ist daraus zu ziehen, dass ein Stoff, welcher in der Lage ist, Trinkwasser unhygienisch zu ma-

chen, als verunreinigender Stoffe unter den Tatbestand von Art. 234 StGB fallen kann. Eine an-

dere Frage ist freilich, ob dieser Stoff zusätzlich für die menschliche oder tierische Gesundheit 

gefährlich werden kann bzw. im vorliegend zu beurteilenden Fall effektiv zu einer solchen Ge-

sundheitsgefährdung geführt hat (vgl. dazu nachfolgend Erw. 1.5.3.5). Im Zusammenhang mit 

der Verunreinigungshandlung kommt jedenfalls hinzu, dass in casu, – analog der in der obge-

nannten Kasuistik dargestellten indirekten Verunreinigung auf dem Weg Jauche – Grundboden – 

Grundwasser – Trinkwasser vorliegend eine solche Verunreinigung über den Weg von allenfalls 

mit Keimen besiedeltem Mehl – Rohre – Spülwasser – Trinkwasser erfolgt sein könnte, was al-

lerdings noch im Rahmen der Kausalität zu prüfen sein wird (vgl. Erw. 1.5.3.7). Auch in diesem 

Zusammenhang kann der seitens des Beschuldigten vorgebrachte Einwand, dass die von diesem 

zusammengelegten Rohre zum Tatzeitpunkt noch nicht am Wassernetz der Gemeinde H.____ 

angeschlossen und damit der Öffentlichkeit zugänglich gewesen seien (vgl. Einsprache des Be-

schuldigten gegen den Strafbefehl vom 20. Juli 2020, act. 661, 671; Schreiben des Beschuldigten 

vom 25. Februar 2021 an das Strafgericht, act. 793), nicht gehört werden. Vielmehr ist – den 

Nachweis einer Kausalkette vorausgesetzt – eine indirekte Verunreinigung von Trinkwasser in 

der vorliegenden Konstellation möglich. 

 

1.5.3.5 Allerdings erschöpft sich die Tathandlung beim Verunreinigen von Trinkwasser nicht al-

lein in einer Verunreinigung an sich; diese muss vielmehr zusätzlich durch gesundheitsschädliche 

Stoffe erfolgen: Vom Trinkwasser geht nämlich nur dann eine Gefahr aus, wenn der durch die 

Tathandlung beigemischte gesundheitsschädliche Stoff in Verbindung mit dem Trinkwasser zur 

Verursachung von Gesundheitsschädigungen bei Menschen, Haus- oder Nutztieren geeignet 

sind. Entscheidend ist somit die konkrete Gesundheitsschädlichkeit, die sich nur in Verbindung 

mit der Menge des Stoffes, also dessen Anteil im Trinkwasser, feststellen lässt (JÜRG-BEAT 

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ACKERMANN, a.a.O., N 13 f., m.w.H.; STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, a.a.O., m.w.H.). Die Mi-

schung Wasser/gesundheitsschädlicher Stoff muss geeignet sein, eine erhebliche Schädigung 

der Gesundheit von Menschen, Haus- oder Nutztieren zu verursachen (JÜRG-BEAT ACKERMANN, 

a.a.O., N 15, m.w.H.). In vielen Fällen ist zur Feststellung der Erheblichkeit einer möglichen Ge-

sundheitsschädigung der Beizug eines Sachverständigen unerlässlich (JÜRG-BEAT ACKERMANN, 

a.a.O., N 17, m.w.H.).  

 

Das Strafgericht ging auf S. 8 des angefochtenen Urteils mit Blick auf das behördlicherseits an-

geordnete Abkochverbot sowie die danach erfolgte Chlorierung des Trinkwassers von einer ge-

wissen Erheblichkeit der Verunreinigung im konkreten Fall aus. Sie wies in diesem Zusammen-

hang zwar zu Recht darauf hin, dass in casu kein Sachverständigenbericht zur Feststellung der 

Erheblichkeit einer möglichen Gesundheitsschädigung eingeholt worden ist (vgl. S. 8, 13 des an-

gefochtenen Urteils). Gleichwohl nahm die Vorinstanz gestützt auf die Messwerte von 47 

KBE/100ml E. coli, >500 KBE/100ml Coliforme und 210 KBE/1ml AMK einerseits sowie unter 

Berücksichtigung der in der Trinkwasser- und Badeverordnung TBDV geregelten Grenzwerte an-

dererseits eine Grenzwertüberschreitung einzig in Bezug auf die gemessenen 47 KBE/100ml E. 

coli an, wobei sie unter exemplarischem Verweis auf die im Kanton Luzern gehandhabte Praxis 

mit einem Grenzwert von 10 KBE/100ml in casu das Kriterium der Erheblichkeit, wenn auch 

knapp, als erfüllt erachtete (vgl. S. 13-15 des angefochtenen Urteils).  

 

Dieser Vorgehensweise folgt das Kantonsgericht nicht: Spätestens anlässlich der Parteiverhand-

lung vor Kantonsgericht vom 22. März 2022 hat sich herausgestellt, dass die bis anhin vorliegen-

den Beweise zur Untermauerung entscheiderheblicher Fragen wie insbesondere derjenigen der 

Gesundheitsschädlichkeit im konkreten Fall in nur ungenügender Form vorlagen. Als Folge davon 

wurde mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 23. März 2022 in Anwendung 

von Art. 405 Abs. 1 i.V.m. Art. 349 StPO festgestellt, dass der Fall noch nicht spruchreif ist, son-

dern vielmehr eine Beweisergänzung i.S.v. Art. 389 Abs. 2 lit. b StPO vorzunehmen ist. Mangels 

Vorliegens einer Expertise zur Frage der Gesundheitsschädlichkeit, welche, wie oben ausgeführt 

und abweichend zur Auffassung der Staatsanwaltschaft, in der Regel in Konstellationen wie der 

vorliegenden notwendig und in casu gar unabdingbar ist, wurde, wie bereits in Erw. 1.5.3.4 er-

wähnt, der Verfasser des Abschlussberichts ALV (act. 967 ff.) und der Powerpoint-Präsentation 

ALV (act. 1039 ff.), F.____, als Zeuge zur neu angesetzten Berufungsverhandlung vom 27. April 

2022 geladen. Das Kantonsgericht stellt fest, dass die Befragung des Zeugen vor Kantonsgericht 

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zur Sache auch in Bezug auf die Gesundheitsschädlichkeit einen wesentlichen Beitrag zur Beur-

teilbarkeit des vorliegenden Falles geleistet hat, führte dieser Zeuge doch in klarer, unmissver-

ständlicher, nachvollziehbarer und mehrfach bestätigender Weise im Wesentlichen aus, dass in 

casu ein Messwert von 47 KBE/100 ml E. coli nicht gesundheitsschädigend gewesen sei. Glei-

ches gelte hinsichtlich der gemessenen >500 KBE/100ml Coliforme. Der Zeuge bekräftigte vor 

Kantonsgericht zudem, dass in casu das Einbringen von Mehl in die Leitung zwar "nicht gut", aber 

auch "keine gesundheitsgefährdende Sache" gewesen sei (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantons-

gericht, S. 27, 30). Selbst unter Berücksichtigung sämtlicher im Abschlussbericht ALV aufgeführ-

ten Messwerte von zwischen dem 3. Juli 2019 und dem 11. Juli 2019 entnommenen Proben, 

somit auch solcher gestützt auf Proben von Hydranten oder von den Leitungen 180mm/250mm 

und mit teilweise um ein Vielfaches erhöhten Keimzahlen als die obgenannten (so z.B. 340 

KBE/100ml E. Coli, 52'000 KBE/100ml Coliforme, >150 KBE/100ml Enterokokken sowie 46'000 

KBE/1ml AMK [sic!], act. 967 f., 983) liege kein einziger gesundheitsschädigender Wert vor (vgl. 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 31). Zusätzlich machte der Zeuge klar, dass Mehl und 

Wasser allein "nicht schlimm" seien, da Mehl keine toxische Substanz, sondern ein Lebensmittel 

sei (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 31), womit der Zeuge wiederum eine Verun-

reinigungshandlung im konkreten Fall zwar bejaht, nicht aber eine Gesundheitsgefährdung. Re-

lativierend ergänzte der Zeuge allerdings, dass das Stehenlassen von Wasser und Mehl drei 

Tage lang im schlimmsten Fall zu einer Gesundheitsschädigung führen könne (vgl. Prot. Haupt-

verhandlung Kantonsgericht, S. 31), welche allerdings – wie bereits erwähnt – mit Blick auf die 

im gesamten Abschlussbericht ALV aufgeführten Werte im konkreten Fall nicht eingetreten ist. 

 

Den mit verständlicher Argumentation gemachten und eindeutigen Ausführungen des Zeugen 

folgend kommt das Kantonsgericht nicht umhin, den vorliegend erstellten Sachverhalt anders als 

die Vorinstanz rechtlich zu würdigen: Im vorliegenden Fall ist nicht nachgewiesen, dass vom 

Trinkwasser eine Gefahr dergestalt ausgegangen ist, wonach entweder der durch die Tathand-

lung beigemischte Stoff, d.h. das Mehl, originär einen gesundheitsschädlichen Stoff darstellte 

oder dies erst unter bestimmten Voraussetzungen (wie die Lieferung von genügend Nährstoffen 

und die Verursachung einer explosionsartigen Vermehrung von Keimen durch hohe Temperatu-

ren, Stehenlassen etc.) zu einem gesundheitsschädlichen Stoff wurde. Mit anderen Worten 

konnte im konkreten Fall gerade nicht mit liquiden Beweismitteln belegt werden, dass der beige-

mischte, in gewissen Konstellationen gesundheitsgefährdende Stoff (hier in Form von dem Mehl 

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entstammenden Keimen) in Verbindung mit dem Trinkwasser zur Verursachung einer Gesund-

heitsschädigung bei Menschen, Haus- oder Nutztieren geführt hat. Anders formuliert war der kon-

krete Mischanteil zwischen Wasser und allenfalls gesundheitsgefährdendem Stoff bewiesener-

massen gerade nicht geeignet, eine erhebliche Schädigung der Gesundheit von Menschen, 

Haus- oder Nutztieren zu verursachen, und zwar selbst nicht unter Berücksichtigung sämtlicher 

aktenkundiger Messwerte. Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Tatbestand der Verunreini-

gung von Trinkwasser um ein Gefährdungsdelikt. Vom Trinkwasser wäre in casu folglich nur dann 

eine Gefahr ausgegangen, wenn die konkret festgestellten Werte zur Verursachung von Gesund-

heitsschädigungen bei Menschen, Haus- oder Nutztieren geeignet gewesen wären, was vorlie-

gend jedoch klar zu verneinen ist. Angesichts dessen bestand vorliegend zu keinem Zeitpunkt 

eine Gefahr für Mensch oder Tier, womit wiederum auch der tatbestandsmässige Taterfolg, d.h. 

die tatsächliche Verunreinigung von Trinkwasser mit einem konkret gesundheitsschädlichen 

Stoff, und damit der Tatbestand von Art. 234 StGB, abweichend zu den Feststellungen im vor-

instanzlichen Urteil (vgl. S. 15 des angefochtenen Urteil), bereits in objektiver Hinsicht nicht erfüllt 

ist. Bei diesem Beweisergebnis kann offenbleiben, ob Mehl per se oder in Verbindung mit Trink-

wasser als gesundheitsschädigend einzustufen ist. Denn zunächst weist der Beschuldigte zu 

Recht auf eine Stellungnahme des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung vom 20. Ja-

nuar 2020 betreffend "Escherichia coli in Mehl – Quellen, Risiken und Vorbeugung" (act. 919 ff.) 

hin, wonach aktuelle Daten aus der Schweiz bei 93 untersuchten Mehlproben aus diversen Ge-

treidesorten eine STEC-Prävalenz (d.h. eine Prävalenz von Escherichia coli) von 10,8 % zeigen 

(act. 933). Die statistische Wahrscheinlichkeit liegt damit bereits in einem äussert tiefen Bereich. 

Hinzu kommt, dass in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro reo" gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO 

selbst bei Vorliegen von Zweifeln, ob sich der Sachverhalt so wie angeklagt abgespielt hat, die 

für den Beschuldigten günstigere Variante, d.h. hier diejenige, wonach das von ihm konkret ver-

wendete Mehl keine Keime enthielt, anzunehmen wäre, mithin wäre somit gar nicht nachgewie-

sen, dass das vom Beschuldigten eingebrachte Mehl verkeimt war. Nicht zuletzt belegt die erst 

am 10. Juli 2019 – und damit acht Tage später – festgestellte, hochgradige Kontamination der 

untersuchten Teile der mit Mehl präparierten Rohre (vgl. Abschlussbericht ALV, act. 983) gerade 

nicht eine Kontamination des Mehles selbst. Dies bringt der Beschuldigte zu Recht immer wieder 

vor (vgl. Einsprache des Beschuldigten gegen den Strafbefehl vom 20. Juli 2020, act. 667 f.; 

Schreiben des Beschuldigten vom 25. Februar 2021 an das Strafgericht, act. 795; Parteivortrag 

des Verteidigers vor Strafgericht, S. 10, act. 1141; S. 2 der Berufungserklärung) und auch das 

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Strafgericht verneint dies zutreffend (vgl. S. 9 des angefochtenen Urteils). Doch selbst der Nach-

weis, dass das vom Beschuldigten verwendete Mehl in Verbindung mit Wasser und zusätzlichen 

Elementen wie Zeitablauf und insbesondere hohen Temperaturen früher oder später zwingend 

zu einer gesundheitsschädigenden Substanz geworden wäre – so ebenfalls die Vorinstanz auf 

S. 9 des angefochtenen Urteils – ist mangels Vorliegens einer liquid erstellten Gesundheitsge-

fährdung im vorliegenden Fall gerade nicht erbracht. 

 

1.5.3.6 Nach einer Verneinung der Tathandlung mangels Vorliegens eines Taterfolgs bräuchten 

die weiteren objektiven sowie die subjektiven Tatbestandsmerkmale nicht mehr geprüft zu wer-

den. Angesichts des Bedeutung des vorliegenden Falles sowie des öffentlichen Interesses daran 

– immerhin waren von der Trinkwasserverschmutzung in der Gemeinde H.____ sowie in den 

umliegenden Gemeinden N.____, O.____, P.____, Q.____ und R.____ während über einer Wo-

che rund 25'000 Einwohnerinnen und Einwohner betroffen (vgl. Powerpoint-Präsentation ALV, 

act. 1053, 1071) – gilt es gleichwohl, nachfolgend im Sinne eines obiter dictums darauf einzuge-

hen.  

 

1.5.3.7 Zunächst ist mit Blick auf die Ausführungen der Zeugen F.____ (vgl. Erw. 1.5.3.5) darauf 

hinzuweisen, dass die in casu erreichten Messwerte in Bezug auf die Keimbelastung auch ein 

Stück weit vom Zufall abhingen: Hätten die Messwerte – durch einen längeren Zeitablauf mit 

weiterer Hitzeeinwirkung auf die Leitungen – eine Grösse bzw. einen Grenzwert erreicht, welche/r 

zu einer Bejahung der Gesundheitsgefährdung geführt hätte, wäre zu prüfen gewesen, ob die 

tatsächliche Verunreinigung des Trinkwassers einen durch die Verunreinigungshandlung des Be-

schuldigten (d.h. in casu das Einbringen von Mehl in die Leitungen) kausal verursachten tatbe-

standsmässigen Erfolg dargestellt hätte, womit – angesichts der Ausgestaltung von Art. 234 StGB 

als Gefährdungs- wie auch als Erfolgsdelikt – dieser Tatbestand objektiv betrachtet vollendet ge-

wesen wäre (vgl. JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 19). Da der Tatbestand als abstraktes Ge-

fährdungsdelikt ausgestaltet ist, ist nicht erforderlich, dass das Trinkwasser konkret getrunken 

wird. Die abstrakte Gefährdung tritt bereits in dem Moment ein, in welchem das Trinkwasser ver-

unreinigt ist. Der Eintritt des Erfolgs ist mithin gleichzusetzen mit der Vollendung des Delikts. Wird 

hingegen dem Wasser die Bestimmung zum Trinkwasser entzogen (z.B. durch Absperren), bevor 

die Verunreinigung des Trinkwassers erfolgt ist, tritt der tatbestandsmässige Erfolg gar nicht ein 

und es wäre, ein entsprechender Vorsatz vorausgesetzt, ein Versuch i.S.v. Art. 22 Abs. 1 StGB 

und evtl. eine tätige Reue i.S.v. Art. 23 Abs. 1 StGB anzunehmen (JÜRG-BEAT ACKERMANN, 

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a.a.O., N 20). Bei der Prüfung der Kausalität zwischen Tathandlung und Erfolg sind im Einzelfall 

die konkreten Umstände (und deren Nachweis!) massgebend (JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., 

N 19). Erforderlich ist somit eine natürliche und adäquate Kausalität zwischen tatbestandsmässi-

gem Handeln und Erfolg (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, Basler Kommentar StGB, 

4. Aufl., Art. 12 StGB N 90 ff., m.w.H.). Im Rahmen der Äquivalenztheorie kann die in Frage 

stehende Handlung nicht weggedacht werden, ohne dass auch der eingetretene Erfolg entfiele 

ist (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, a.a.O., N 90, m.w.H., u.a. auf BGE 95 IV 139, 

115 IV 199, 116 IV 306). Der Nachweis ist erbracht, wenn das Verhalten des Täters mindestens 

mit einem sehr hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit einer an Sicherheit grenzenden 

Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolges bildete (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN 

MAEDER, a.a.O., N 91a, m.w.H., u.a. auf BGE 116 IV 306 E. 2a). Zudem muss diese natürliche 

Ursache geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens 

einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen (MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, a.a.O., N 94, m.w.H., u.a. auf BGE 130 IV 7, 110 IV 42, 111 

IV 15, 114 IV 100).  

 

Nach der Logik der obgenannten Äquivalenztheorie verursacht den Erfolg auch, wer ihn bloss 

mitverursacht (notwendige, nicht hinreichende Bedingung), sei es, dass eine andere Bedingung 

auslösende (oder durch sie vermittelte) Kausalität ist, dass er sein Ausmass vergrössert oder den 

Zeitpunkt seines Eintritts vorverlegt, mithin das Risiko steigerte, z.B. ein bereits verunreinigtes 

Gewässer noch mehr verschmutzt (vgl. MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, a.a.O., 

N 92, unter Hinweis u.a. auf BGE 120 IV 300; GÜNTER STRATENWERTH, Schweizerisches Straf-

recht, Allgemeiner Teil I, 4. Aufl., § 9 N 31). Rechtserhebliche Kausalität scheidet nur aus, wenn 

der vom Täter geschaffenen Bedingung ganz aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitver-

schulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit 

denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als 

wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolges erscheinen und so alle anderen mit-

verursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten des Angeschuldigten – in den Hintergrund 

drängen (GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., N 25, 33). Grundsätzlich bleibt somit das mitwirkende 

Verschulden anderer ausser Betracht, d.h. bei konkurrierender Kausalität haftet der Beschuldigte 

dennoch für den Erfolg (vgl. GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., N 33). Ebenso haftet der Beschul-

digte auch im Fall, dass neben seinem Handeln auch dasjenige eines anderen je für sich allein 

den Erfolg herbeigeführt hätte (sog. Doppelkausalität; vgl. GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., N 45). 

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Kann hingegen nicht nachgewiesen werden, dass die eine oder die andere Ursache zum Erfolg 

geführt hat, müssen alle Täter freigesprochen werden (GÜNTER STRATENWERTH, a.a.O., N 21; 

BGE 143 IV 361 E. 4.11). 

 

Im vorliegenden Fall wäre wohl, hätte konkret eine Gesundheitsgefährdung nach dem Einbringen 

von Mehl im Trinkwasser bestanden, sowohl eine natürliche als auch eine adäquate Kausalität 

zwischen dem Verhalten des Beschuldigten und dem Taterfolg zu bejahen gewesen: So wird 

bereits im Abschlussbericht ALV davon ausgegangen, dass das verwendete Mehl genügend 

Nährstoffe geliefert hat und dass es zusammen mit den sehr hohen Aussentemperaturen zu einer 

explosionsartigen Vermehrung der Keime geführt hat (vgl. act. 985). Auch der Zeuge F.____ 

führte vor den Schranken des Kantonsgerichts hinsichtlich der Ursache aus, dass Mehl nicht steril 

sei und sich mit der Zeit und hohen Temperaturen ein Nährmedium sowie Bakterien bildeten. Die 

Ursache der Verunreinigung sei weder aus der Quelle noch aus dem Grundwasser gekommen, 

sondern aus der Leitung (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 28). Auch wenn mit 

Blick auf die Vermutungen im Abschlussbericht ALV Kanalisationswasser aus einer Baustelle 

oder ein Tier eine weitere mögliche Erklärung für die grossflächige Verunreinigung gewesen 

seien, sei die Interpretation für den Zeugen "ganz klar", dass Mehl die Ursache sei. Die Bakterien 

hätten trotz Spülung in der Leitung gehaftet, sich dort immer wieder bis zu einer hohen Keimzahl 

vermehrt und erst mit Natronlauge entfernt werden können (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kan-

tonsgericht, S. 29). Dass die Gemeinde H.____ das vom Beschuldigten verwendete Mehl von 

Beginn weg als Hauptursache der Trinkwasserverschmutzung bezeichnet hat, wurde bereits in 

Erw. 1.5.2.3 dargestellt (vgl. dazu auch Strafanzeige der Gemeinde H.____ vom 17. Januar 2020, 

act. 11 ff.; Stellungnahme der Gemeinde H.____ vom 20. August 2020, act. 747 ff. bzw. 953 ff.; 

Aussagen der Auskunftspersonen B.____ und C.____ vor Kantonsgericht, Prot. Hauptverhand-

lung Kantonsgericht, S. 8 f., 15 f., 19). Somit könnte unter der Voraussetzung einer effektiv ein-

getretenen Gesundheitsgefährdung das Einbringen des Mehls seitens des Beschuldigten nicht 

hinweggedacht werden, ohne dass auch der Erfolg, d.h. die Trinkwasserverunreinigung und Ge-

sundheitsgefährdung, entfiele. Das Beweisergebnis hätte daher, entgegen der Auffassung des 

Beschuldigten, dahingehend gelautet, dass dessen Verhalten mit einem hohen Grad der Wahr-

scheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer gesundheitsgefähr-

denden Trinkwasserverunreinigung geführt hat. Das Einbringen von Mehl in die Leitungen wäre 

denn auch nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeignet 

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gewesen, einen Erfolg wie den – hypothetisch – eingetretenen herbeizuführen oder mindestens 

zu begünstigen. 

 

(…) 

 

Daran ändern die übrigen, konkurrierenden Ursachen nichts; sie spielen im Verhältnis zum Ver-

halten des Beschuldigten eine bloss ungeordnete Rolle. Denn aussergewöhnliche Umstände, 

welche das Verhalten des Beschuldigten in irgendeiner Weise in den Hintergrund rücken würden, 

sind keine erkennbar. Insofern diese weiteren Ursachen nicht von rechtlicher Relevanz gewesen 

wären, hätten diese auch nicht zu einer Straflosigkeit des Beschuldigten geführt. Mithin hätten 

allfällige weitere Ursachen zu keiner sog. Unterbrechung des Kausalzusammenhangs zwischen 

dem Verhalten des Beschuldigten und dem Taterfolg und damit zur Verneinung von Adäquanz 

geführt. Denn – darauf weist die Vorinstanz auf S. 10 und 16 des angefochtenen Urteils wiederum 

zutreffend hin – gerade durch das lange Verschweigen (bis zur Kamerabefahrung am 10. Juli 

2019) seitens des Beschuldigten, Mehl in die Leitungen eingebracht zu haben, und dies trotz 

mehrfacher Nachfrage betreffend besondere Vorkommnisse, wurde die Situation insofern aggra-

viert, als die Entfernung des Mehls allein durch eine standardmässige Spülung mit Wasser gar 

nicht möglich war, da nur eine Desinfektion mit Natronlauge das einzig wirksame Mittel dagegen 

darstellt (vgl. Powerpoint-Präsentation ALV, act. 1097 f.; Aussagen der Auskunftsperson C.____ 

und des Zeugen F.____ vor Kantonsgericht, Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 18, 29) 

und eine solche den obgenannten SVGW-Richtlinien entsprechend auch von Beginn der Spülung 

weg eingesetzt worden wäre, wenn der Beschuldigte die Verantwortlichen der Gemeinde H.____ 

umgehend über die Verwendung von Mehl orientiert hätte. 

 

(…) 

 

1.5.3.8 Bei einer Bejahung des objektiven Tatbestands wäre schliesslich zu prüfen gewesen, ob 

dem Beschuldigten ein (Eventual-)Vorsatz gemäss Art. 234 Abs. 1 StGB oder eventualiter eine 

fahrlässige Begehungsweise gemäss Art. 234 Abs. 2 StGB vorzuwerfen gewesen wäre. Diese 

Prüfung hätte was folgt ergeben: 

 

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. 

Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt 

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(Art. 12 Abs. 2 StGB). Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines 

Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. 

Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach 

den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). 

Gerade die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzel-

fall schwierig sein. Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der bewusst fahrlässig handelnde 

Täter weiss um die Möglichkeit des Erfolgseintritts beziehungsweise um das Risiko der Tatbe-

standsverwirklichung. Hinsichtlich der Wissensseite stimmen somit beide Erscheinungsformen 

des subjektiven Tatbestands überein. Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Der 

bewusst fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass 

der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, das Risiko der Tatbestandserfül-

lung sich mithin nicht verwirklichen werde. Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich han-

delnde Täter den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich 

mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, "will" ihn. Nicht erforderlich ist, dass der 

Täter den Erfolg "billigt" (BGE 133 IV 1 E. 4.1, unter Hinweis auf BGE 96 IV 99; BGE 130 IV 

58 E. 8.3, mit Hinweisen). Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf 

genommen hat, muss der Richter – bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten – auf-

grund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos 

der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des 

Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirkli-

chung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolge-

rung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Der Richter darf vom 

Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so 

wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise 

nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 133 IV 1 E. 4.1, unter Hinweis auf 

BGE 130 IV 58 E. 8.4; BGE 125 IV 242 E. 3c, mit Hinweisen). Eventualvorsatz kann indessen 

auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr 

wahrscheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Beschul-

digten um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Viel-

mehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 1 E. 4.1, unter Hinweis auf BGE 131 

IV 1 E. 2.2; BGE 125 IV 242 E. 3 f.). 

 

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Im Zusammenhang mit dem Tatbestand der Verunreinigung von Trinkwasser gemäss Art. 234 

StGB ist für die Annahme von Vorsatz erforderlich, dass der Täter um die erhebliche Schädlichkeit 

des Stoffes für die Gesundheit von Menschen bzw. Tieren wissen und vorsätzlich eine Verunrei-

nigungshandlung mit diesem Stoff vornehmen muss. Ausserdem muss er den Erfolg (verunrei-

nigtes Trinkwasser) herbeiführen wollen (JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 21, m.w.H.). Demge-

genüber liegt eine bloss fahrlässige Begehungsweise vor, wenn der Täter das Wasser aus pflicht-

widriger Unvorsichtigkeit mit entsprechenden Stoffen verunreinigt, die Gesundheitsschädlichkeit 

des Stoffes nicht erkennt oder sich über die Gesundheitsschädlichkeit ihrer Einwirkung nicht im 

Klaren war, indem er die gesundheitsschädliche Folge in pflichtwidriger Unvorsicht nicht bedachte 

oder aber verkennt bzw. nicht berücksichtigt, dass es sich um Trinkwasser im Sinne des Angriffs-

objekts handelt. Teilweise wird die Sorgfaltspflicht im Umgang mit gefährlichen Stoffen in Spezi-

alerlassen konkretisiert, wobei die Sorgfaltsnormen gerade bezwecken müssen, den Eintritt des 

tatbestandsmässigen Erfolges zu verhindern (Schutzzweck der Norm) (JÜRG-BEAT ACKERMANN, 

a.a.O., N 22, unter Hinweis u.a. auf OGer TG, 15. April 1986, RS 1989, Nr. 604; BGE 78 IV 179; 

STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, a.a.O., N 3). Ein typischer Anwendungsfall einer fahrlässigen 

Verunreinigung von Trinkwasser ist die Düngung des eigenen Grundstücks mit Jauche, wodurch 

Grundwasser verseucht wird (vgl. JÜRG-BEAT ACKERMANN, a.a.O., N 32, unter Hinweis u.a. auf 

BGE 97 IV 472, 102 IV 186; BGE 78 IV 170 = Pra 1952 Nr. 192).  

 

Im vorliegenden Fall wird ein direkter oder Eventualvorsatz nicht nur vom Beschuldigten bestritten 

(vgl. bereits Einsprache gegen den Strafbefehl vom 20. Juli 2020, act. 671). Auch die Vorinstanz 

hat einen entsprechenden Vorsatz als nicht nachgewiesen erachtet (vgl. S. 11 f. des angefoch-

tenen Urteils). Dieser Einschätzung folgt auch das Kantonsgericht: In casu war die Tathandlung 

des Beschuldigten, d.h. das Einbringen von Mehl zur Trocknung der Leitungen, nicht vorschrifts-

gemäss, sondern stellte objektiv betrachtet eine Sorgfaltspflichtverletzung dar, wie das Strafge-

richt zutreffend festhält (vgl. S. 15 des angefochtenen Urteils). Dies gilt, auch wenn es keine 

konkrete Schutznorm bzw. eine Spezialgesetzgebung gibt, welche ein derartiges Vorgehen im 

Sinne eines Schutzzweckes der Norm ausdrücklich untersagt. Unbestritten und erwiesen ist, dass 

die Verwendung von Mehl zur Trocknung der Leitungen nicht lege artis war. Dass der Beschul-

digte laut eigenen Angaben bisher keine Probleme mit Mehl hatte (vgl. nur Prot. Hauptverhand-

lung Strafgericht, S. 6, act. 1133), vermag daran nichts zu ändern. Auch wenn dem Beschuldigten 

hinsichtlich der geltend gemachten Drucksituation zum Tatzeitpunkt (…) Glauben zu schenken 

ist, wäre ihm auf der Wissensseite anzulasten, dass er aufgrund seiner Ausbildung sowie seiner 

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beruflichen Erfahrung über die Ungeeignetheit bzw. Unzulässigkeit – da nicht dem aktuellen 

Stand der Technik und den Verbandvorschriften entsprechend – der Verwendung von Mehl zur 

Trockenhaltung der Schweissverbindungen wusste. Selbst wenn der Beschuldigte dies immer 

wieder verneint hat (vgl. schriftlicher Bericht des Beschuldigten vom 13. Juni 2020, act. 617), 

hätte ihm bewusst sein müssen, dass Mehl im Wasser zu einer Verunreinigung des Trinkwassers 

führen kann, da sich im verklumpten Mehl Keime bilden können. Dies ist gar als Allgemeinwissen 

einzustufen. Selbst wenn dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden könnte, dass er um die 

Gefährlichkeit seines Tuns und damit die Möglichkeit des Erfolgseintritts beziehungsweise um 

das Risiko der Tatbestandsverwirklichung wusste, hätte er aber zumindest darum wissen müs-

sen; und dies wäre ihm zum Vorwurf zu machen. Denn wie in Erw. 1.5.3.7 festgestellt, hat der 

Beschuldigte trotz mehrfacher Nachfrage nach besonderen Vorkommnissen das Einbringen von 

Mehl erst zugestanden, als dieses durch eine am 10. Juli 2019 durchgeführte Kamerabefahrung 

festgestellt wurde (so der Beschuldigte selbst vor Strafgericht, Prot. Hauptverhandlung Strafge-

richt, S. 6, act. 1133; Stellungnahme der Gemeinde H.____ vom 20. August 2020, act. 747 f.). 

Hätte er das Einbringen von Mehl tatsächlich für völlig unbedenklich gehalten, hätte für ihn kein 

Anlass bestanden, sein diesbezügliches Vorgehen während mehrerer Tage zu verschweigen. Die 

bis zu seinem Geständnis durchgeführte, gewöhnliche Spülung der Leitungen mit Wasser konnte, 

wie bereits erwähnt, gar nicht zum erwünschten Erfolg führen, da nur eine Desinfizierung mit 

Natronlauge eine effiziente Massnahme gegen das nicht sterile Mehl darstellt (vgl. Powerpoint-

Präsentation ALV, act. 1097 f.; Aussagen der Auskunftsperson C.____ und des Zeugen F.____ 

vor Kantonsgericht, Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 18, 29), was der Beschuldigte 

wiederum angesichts seiner beruflichen Ausbildung und Erfahrung auch wusste bzw. wissen 

musste (…) Der Beschuldigte allein war es, welcher von Anfang an Kenntnis über das Mehl in 

der Leitung hatte (…) Angesichts dessen wäre dem Beschuldigten anzulasten, dass er die Gefahr 

einer Verunreinigung vorhersehen musste (…) Demgegenüber wäre auf der Willensseite nicht 

nachgewiesen, dass der Beschuldigte den Eintritt des als möglich erkannten Erfolgs ernst nahm, 

mit ihm rechnete und sich mit ihm abfand. Es wäre – entgegen der Auffassung der Anklagebe-

hörde – vielmehr davon auszugehen, dass der Beschuldigte aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit 

darauf vertraute, dass der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, sich das 

Risiko der Tatbestandserfüllung mithin nicht verwirklichen werde. Es bestehen mithin vorliegend 

keine Hinweise, dass der Beschuldigte (eventual-)vorsätzlich handelte. Wäre es somit vorliegend 

tatsächlich zu einer gesundheitsgefährdenden Trinkwasserverunreinigung gekommen, könnte 

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dem Beschuldigten zwar kein (eventual-)vorsätzliches, wohl aber ein bewusst fahrlässiges Han-

deln nachgewiesen werden. 

 

(…) 

 

1.5.4 Schlussfolgerung/Zusammenfassung 

Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt somit, dass dem Beschuldigten kein strafbares Ver-

halten nachgewiesen und vorgeworfen werden kann. Somit erweist sich die Berufung der Staats-

anwaltschaft, welche einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher, eventualiter fahrlässiger Verun-

reinigung von Trinkwasser beantragt hat, als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Demge-

genüber dringt der Beschuldigte mit seinem Berufungsantrag hinsichtlich eines vollumfänglichen 

Freispruchs durch, weshalb sein Rechtsmittel gutzuheissen ist. Abweichend zum vorinstanzli-

chen Urteil (Dispositiv-Ziffer 1) ist der Beschuldigte angesichts dessen von der Anklage der Ver-

unreinigung von Trinkwasser, eventualiter der fahrlässigen Verunreinigung von Trinkwasser, frei-

zusprechen. 

 

(…) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Demnach wird erkannt: 

 
://: I. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Urteil des Strafgerichtsvizepräsidiums Basel-Landschaft vom 

17. August 2021, auszugsweise lautend: 

 

"1. A.____ wird der fahrlässigen Verunreinigung von Trinkwasser 

schuldig erklärt, wobei von einer Bestrafung abgesehen wird, 

 

in Anwendung von Art. 234 Abs. 2 StGB sowie Art. 52 StGB. 

 

(…)" 

 

wird in Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft sowie in teilweiser Gutheissung der Berufung des 

Beschuldigten in den Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 3 wie folgt neu 

gefasst: 

 

"1. A.____ wird von der Anklage der Verunreinigung von Trink-

wasser, eventualiter der fahrlässigen Verunreinigung von 

Trinkwasser, freigesprochen.  

 

(…) 

 

 
 

  

Präsident 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
Manuela Illgen 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

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