# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf7895d0-ea7d-546a-946a-abf44f4fcc8b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.07.2021 SB200193
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200193_2021-07-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200193-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur.  

R. Affolter und Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie die  

Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle 

Urteil vom 12. Juli 2021 

 
in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwalt MLaw C. Hüsser,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 
 

sowie 
 
A._____,  
Privatklägerin und II. Berufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

 
 

gegen 
 
B._____,  
Beschuldigter und III. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Fürsprecher Y._____,  

 

 

betreffend Vergewaltigung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung,  
vom 24. Oktober 2019 (DG190137) 
 
 
 

- 2 - 

Anklage: 
(Urk. 30) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 7. Mai 2019 ist 

diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 100 S. 84 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB sowie 

− der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 (erster und zweiter Satz) 

StGB. 

2. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 26 Tage durch Haft 

sowie 4 Tage durch anrechenbare Ersatzmassnahmen erstanden sind) und mit einer 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

5. Es wird ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 Abs. 3 aStGB angeordnet. Dem 

Beschuldigten wird jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die 

einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, für die Dauer von 10 Jahren 

verboten. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen. 

7. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Mai 2019 

beschlagnahmten Kleidungsstücke (lit. a-d) werden der Privatklägerin A._____ 

herausgegeben. 

- 3 - 

Der Privatklägerin A._____ wird eine Frist von 60 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils angesetzt, um diese Gegenstände selbst (oder durch eine bevollmächtigte Person) 

unter Vorlage dieses Urteils und eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voran-

meldung, bei der Lagerbehörde abzuholen. Werden diese Gegenstände nicht innert Frist 

abgeholt, werden sie vernichtet. 

9. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. Mai 2019 beschlagnahmte 

Handtuch (lit. f), das Haar (lit. e) sowie das Mobiltelefon der Marke "iPhone 7 Plus" (lit. h) 

und das beschlagnahmte T-Shirt (lit. g) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen. 

10. Die Privatklägerin A._____ wird mit ihren Zivilforderungen auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

11. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin C._____ aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin C._____ 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab tt. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

13. Fürsprecher Y._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger mit pauschal 

Fr. 25'400.– (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

14. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin A._____ mit pauschal Fr. 16'200.– (inkl. Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

15. Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin C._____ mit pauschal Fr. 9'300.– (inkl. Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

16. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'000.00   Gebühr Strafuntersuchung. 

Fr. 840.00   Kosten Kantonspolizei Zürich 

Fr. 3'510.10   Gutachten / Expertisen 

Fr. 17.40   Zeugenentschädigung 

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Fr. 1'533.60   Auslagen Untersuchung 

Fr. 25'400.00   amtliche Verteidigung 

Fr. 16'200.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 1 

Fr. 9'300.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 2 

17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläger-

innen, werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse 

genommen. 

18. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

Privatklägerinnen werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang der Hälfte der Kosten der 

amtlichen Verteidigung. 

19. (Mitteilungen) 

20. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 9 f.) 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 136) 

1. Der Beschuldigte sei zusätzlich der Vergewaltigung, eventualiter der 

versuchten Vergewaltigung und sexuellen Nötigung, schuldig zu sprechen.  

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 51 Monaten (wovon 

26 Tage durch Haft sowie vier Tage durch anrechenbare Ersatzmass-

nahmen erstanden sind) und mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 100.– zu bestrafen. 

3. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe seien zu vollziehen. 

4. Der Beschuldigte sei im Sinne von Art. 66a StGB für 10 Jahre des Landes 

zu verweisen. 

- 5 - 

5. Die Kosten seien vollständig dem Beschuldigten aufzuerlegen und es sei 

eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO für die Kosten der amt-

lichen Verteidigung sowie die unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

Privatklägerinnen im vollen Umfang vorzubehalten.  

b) Der Privatklägerschaft A._____: 

(Urk. 137) 

1. Der Beschuldigte sei der Vergewaltigung schuldig zu sprechen und die 

bereits ausgesprochene Freiheitsstrafe sei angemessen zu erhöhen (Ab-

änderung von Dispositiv-Ziffern 2, 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils.) 

2. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig 

ist (Abänderung von Dispositiv-Ziffer 10 des vorinstanzlichen Urteils). 

3. Der Beschuldigte sei weiter zu verpflichten, der Privatklägerin 1 eine 

Genugtuung in Höhe von CHF 18'000.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 11. 

August 2018 zu bezahlen (Abänderung von Dispositiv-Ziffer 10 des 

vorinstanzlichen Urteils). 

4. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien dem Beschuldigten 

vollumfänglich aufzuerlegen (Abänderung von Dispositiv-Ziffer 17 des 

vorinstanzlichen Urteils). 

5. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschuldigten.  

c) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 138) 

1. B._____ sei vom Vorwurf der angeblichen Vergewaltigung (Dossier 1) frei zu 

sprechen.  

2. B._____ sei wegen einfacher sexueller Handlung mit einem Kind (Dossier 2) 

und wegen mehrfacher Verletzung von Art. 197 Abs. 4 StGB (Dossier 3) 

- 6 - 

schuldig zu sprechen und hierfür mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten 

und einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 50.00 zu belegen. 

3. Die erstandene Haft und die Ersatzmassnahmen seien anzurechnen. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe sei unter Ansetzung einer 

Probezeit von zwei Jahren bedingt auszusprechen.  

5. Auf die Aussprache eines Tätigkeitsverbots sei zu verzichten. 

6. Auf die Aussprache eines Landesverweisung sei zu verzichten. 

7. Die Zivilforderungen der Privatklägerin 1 seien abzuweisen. 

Die Zivilforderungen der Privatklägerin 2 seien soweit Schadenersatz 

geltend gemacht wird, im Grundsatz anzuerkennen, im weiteren aber auf 

den Zivilweg zu verweisen. Es sei der Privatklägerin 2 eine Genugtuung, 

inkl. Zins nach Ermessen des Gerichts zuzusprechen. 

8. Die sichergestellten oder beschlagnahmten Gegenstände seien zum 

gutscheinenden Zweck einzuziehen.  

9. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien zu 50% auf 

die Staatskasse zu nehmen, im Übrigen meinem Klienten aufzuerlegen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien gesamthaft auf die Staatskasse 

zu nehmen. Das Nachforderungsrecht sei auf die Hälfte zu beschränken.  

Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläger 1 und 2 

seien gesamthaft, d.h. für erst- und zweitinstanzliches Verfahren auf die 

Staatskasse zu nehmen.  

d) Der Privatklägerschaft C._____: 

(Prot. II S. 22 sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

 

- 7 - 

  

- 8 - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte / Prozessuales 

1. Verfahrensgang. 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 100 S. 6). 

1.2. Mit eingangs wiedergegebenem Urteil vom 24. Oktober 2019 wurde der 

Beschuldigte der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Pornografie im Sinne von 

Art. 197 Abs. 4 (erster und zweiter Satz) StGB schuldig gesprochen und mit einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten und mit einer bedingten Geldstrafe von 

60 Tagessätzen zu Fr. 30.– bestraft. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde der 

Beschuldigte freigesprochen. Zudem wurde ein Tätigkeitsverbot im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 aStGB angeordnet und der Beschuldigte gestützt auf Art. 66a StGB 

für 7 Jahre des Landes verwiesen, wobei die Ausschreibung der 

Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) angeordnet wurde. 

Im Weiteren wurde über die Beschlagnahmungen, die Zivilforderungen der 

Privatklägerschaft und die Kosten- und Entschädigungsfolgen befunden (Urk. 100 

S. 84 ff.).  

1.3. Gegen dieses Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft, die Privatklägerin 

A._____ und der Beschuldigte fristgemäss Berufung an (Urk. 83, Urk. 84 und Urk. 

84A). 

1.4. Innert Frist erklärten die Staatsanwaltschaft, die Privatklägerin A._____ 

und der Beschuldigte mit Eingaben vom 28., 29. April und 4. Mai 2020 Berufung 

(Urk. 102, 104 und 106). Mit Verfügung vom 12. Mai 2020 gingen die 

Berufungserklärung an den Beschuldigten, die Privatklägerinnen A._____ und 

C._____ und die Staatsanwaltschaft. Zugleich wurde diesen Frist angesetzt, um 

zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird oder um ein Nichteintreten auf 

die Berufung(en) zu beantragen. Zudem wurden den beiden Privatklägerinnen 

- 9 - 

Frist angesetzt, um mitzuteilen, ob dem urteilenden Gericht eine Person gleichen 

Geschlechts angehören (Art. 335 Abs. 4 StPO) und für den Fall einer Befragung, 

die Einvernahme von einer Person gleichen Geschlechts durchgeführt werden soll 

(Art. 153 Abs. 3 StPO) (Urk. 108). Mit Eingaben vom 25. und 28. Mai 2020 liessen 

beide Privatklägerinnen den Antrag auf eine weibliche Person für 

Gerichtsbesetzung und für eine allfällige Einvernahme stellen (Urk. 110 und 112). 

Mit Verfügung vom 3. Februar 2021 wurde für die Berufungsverhandlung vom 12. 

Juli 2021 die Publikumsöffentlichkeit – mit Ausnahme akkreditierter 

Gerichtsberichterstatter – ausgeschlossen (Urk. 114). Mit Verfügung vom 19. 

März 2021 wurde zudem die Befragung der Privatklägerin A._____ als 

Auskunftsperson für die Berufungsverhandlung gerichtlich angeordnet (Urk. 119). 

Der Beschuldigte liess mitteilen, an den im Untersuchungsverfahren und vor 

erster Instanz gestellten Beweisanträgen festzuhalten (Urk. 106 S. 2).  

1.5. Die Berufungsverhandlung fand am 12. Juli 2021 statt (Prot. II S. 9). Dabei 

wurde im Rahmen einer Vorfrage über die Verwertbarkeit der Chatprotokolle 

betreffend Dossier 2 entschieden (Prot. II S. 12 f.; vgl. dazu hernach Ziffer 4). 

Zudem liess der Beschuldigte den Beweisantrag auf Einholung eines 

Glaubhaftigkeitsgutachtens betreffend die Privatklägerin A._____ stellen, welcher 

abgewiesen wurde (vgl. Prot. II S. 14 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

Die Staatsanwaltschaft ficht mit ihrer Berufung Dispositiv-Ziffer 2 (Freispruch 

Vergewaltigung), Dispositiv-Ziffern 3 und 4 (Sanktion und Vollzug), Dispositiv-

Ziffer 6 (Dauer der Landesverweisung) und die Dispositiv-Ziffern 17 und 18 

(Kostenauflage) an (Urk. 102; 136). Die Berufung der Privatklägerin A._____ 

richtet sich gegen Dispositiv-Ziffer 2 (Freispruch Vergewaltigung), Dispositiv-

Ziffern 3 und 4 (Sanktion und Vollzug), Dispositiv-Ziffer 10 (Zivilforderungen 

A._____) und Dispositiv-Ziffer 17 (Kostenauflage) (Urk. 104; 137). Der 

Beschuldigte ficht mit seiner Berufung Dispositiv-Ziffer 1 alinea 1 (Schuldspruch 

mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern), Dispositiv-Ziffern 3 und 4 (Sanktion 

und Vollzug), Dispositiv-Ziffer 5 (Tätigkeitsverbot), Dispositiv-Ziffer 6 und 7 

(Landesverweisung und Ausschreibung im SIS), Dispositiv-Ziffer 12 (Höhe der 

- 10 - 

Genugtuung C._____) und Dispositiv-Ziffern 17 und 18 (Kostenauflage) an (Urk. 

106; 138).  

Nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen sind demnach die 

Dispositiv-Ziffer 1 alinea 2 (Schuldspruch wegen mehrfacher Pornografie), 

Dispositiv-Ziffern 8-9 (Beschlagnahmungen), Dispositiv-Ziffer 11 (Schadenersatz 

C._____) und Dispositiv-Ziffern 13-16 (Kostenfestsetzung) (vgl. Prot. II S. 14 und 

21). Hiervon ist vorab mit Beschluss Vormerk zu nehmen. 

3. Beweisanträge der Verteidigung 

Bezüglich der Beweisanträge der Verteidigung in der Berufungserklärung (Ein-

holung der Krankheitsgeschichte der Privatklägerin A._____ und eines 

Leumundberichtes über sie sowie Sicherstellung und Offenlegung der Profile der 

Privatklägerin C._____ auf Datingplattformen wie D._____ und der von ihr 

verfassten Kommunikationen) kann auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 100 S. 7 f.). Ergänzend ist festzuhalten, dass 

die Privatklägerin C._____ am 28. August 2018 polizeilich einvernommen wurde 

(Urk. D2/3/1). Am 5. September 2018 erfolgte eine delegierte Videobefragung der 

Privatklägerin. Die entsprechenden Aufnahmen liegen in den Akten (Urk. D2/4/4), 

ebenso ein Bericht der Spezialistin E._____ (Urk. D2/4/3), sowie weiter auch die 

Fotodokumentation über den Chat-Verlauf (inkl. Bilder) zwischen der 

Privatklägerin C._____ und dem Beschuldigten (Urk. D2/5; vgl. auch Urk. 65 S. 6 

Ziff. 4.4.). Es besteht demnach kein Bedarf für weitere Beweisabnahmen.  

4. Verwertbarkeit der Beweismittel  

4.1. Die Verteidigung des Beschuldigten monierte vor Vorinstanz und auch im 

Berufungsverfahren, dass die im Rahmen der Durchsuchung des Mobiltelefons 

sichergestellten Beweise betreffend das Dossier 2 – den Vorwurf der sexuellen 

Handlungen mit Kindern – unverwertbar seien. Der Durchsuchungsbefehl sei im 

Zeitpunkt der Durchsuchung noch nicht rechtskräftig gewesen und es mangle an 

einem sachlichen und zeitlichen Konnex zum ursprünglichen Anfangsverdacht 

(Dossier 1, Vergewaltigungsvorwurf), weshalb eine verbotene "Fishing-

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Expedition" vorliege, was zur Unverwertbarkeit führe (Urk. 75 S. 5 f.; Urk. 130). 

Die vor dem 11./12. August 2018 entstandenen Daten, Chats zu Drittpersonen 

etc. seien zum vornherein irrelevant und offensichtlich untauglich für die damalige 

Untersuchung gewesen (Urk. 130). 

4.2. Unter Zufallsfunden nach Art. 243 StPO versteht man die bei der Durch-

führung von Zwangsmassnahmen allgemein und bei Durchsuchungen und 

Untersuchungen im Besonderen zufällig entdeckten Beweismittel, Spuren, 

Gegenstände oder Vermögenswerte, die mit der abzuklärenden Straftat in keinem 

direkten Zusammenhang stehen und den ursprünglichen Verdacht weder erhärten 

noch widerlegen, aber auf eine weitere Straftat hinweisen. Abzugrenzen sind 

Zufallsfunde von unzulässigen Beweisausforschungen, sogenannten "fishing 

expeditions". Eine solche besteht, wenn einer Zwangsmassnahme kein 

genügender Tatverdacht zugrunde liegt, sondern aufs Geratewohl 

Beweisaufnahmen getätigt werden. Aus Beweisausforschungen resultierende 

Ergebnisse sind nicht verwertbar (vgl. BGE 139 IV 128 E. 2.1; 137 I 218 E. 2.3.2; 

je mit Hinweisen und Urteile des Bundesgerichts 6B_825/2019 vom 5. Mai 2021 

E. 2.3.5. und 6B_191/2016 vom 5. August 2016 E. 1.3).  

4.3. Mit Recht hat die Vorinstanz dargelegt, dass die Durchsuchung des 

Mobiltelefons nicht zu beanstanden ist und damit rechtmässig war (vgl. Urk. 100 

S. 8 f.). Ein Durchsuchungsbefehl bedarf keiner Rechtskraft, bis er vollstreckt 

werden kann. Handelt es sich dabei doch gerade um ein Mittel, dass bei einem 

dringenden Tatverdacht sofort durchgesetzt werden können muss. Einer 

allfälligen Beschwerde dagegen kommt keine aufschiebende Wirkung zu (vgl. Art. 

387 StPO). Die Beweiserhebung wurden zudem gezielt im Hinblick auf die 

Aufklärung des Vergewaltigungsvorwurfs getätigt. Die Durchsuchung des 

Mobiltelefons basierte ausdrücklich auf dem Verdacht einer Vergewaltigung (vgl. 

Urk. D1/16/1). Dass es sich auf dem Mobiltelefon elektronische Daten wie Fotos, 

Videoaufnahmen, Textnachrichten oder sonstige Hinweise finden könnten, welche 

zur Aufklärung des Vergewaltigungsvorwurf dienlich sein könnten, steht ausser 

Frage.  

- 12 - 

4.4. Zutreffend ist, dass es im Rahmen der Durchsuchung des Mobiltelefons 

sodann zu Hinweisen auf die Straftat mehrfacher sexueller Handlungen mit 

Kindern (Dossier 2) kam (Urk. D2/1). Es handelt sich demnach um einen 

geradezu klassischen Fall eines Zufallsfundes im Sinne von Art. 243 Abs. 1 StPO. 

Damit war der Verdacht einer weiteren strafbaren Handlung des Beschuldigten 

geschaffen. Da die Durchsuchung gestützt auf den Vergewaltigungsvorwurf 

rechtmässig war, konnten die Zufallsfunde ohne Einschränkung zur Erweiterung 

des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten und diesbezüglich als Beweismittel 

verwendet werden. Für die Abklärung und Beurteilung der Täterpersönlichkeit 

bedarf es zudem einer gewissen zeitlichen Periode, weshalb auch dem Einwand, 

rund ein halbes Jahr zurückliegende Daten seien von vornherein für die 

Untersuchung untauglich, nicht gefolgt werden kann (vgl. dazu Prot. II S. 14). Die 

Rüge der Verteidigung einer verbotenen "Fishing-Expedition" ist folglich 

unbegründet.  

5. Formelles 

Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die 

Berufungsinstanz nicht mit jedem einzelnen Vorbringen der Parteien 

auseinandersetzen. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen 

genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich 

sein Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen). 

II. Schuldpunkt – Sachverhalt 

1. Ausgangslage 

1.1. Vorwürfe der Staatsanwaltschaft  

1.1.1. Dem Beschuldigten wird einerseits vorgeworfen (Dossier 1), die Privat-

klägerin A._____ am 11. August 2018 in den (Keller-)Räumlichkeiten des 

Coiffeurgeschäfts F._____ an der G._____-strasse ... in ... Zürich vergewaltigt zu 

haben. Der Beschuldigte habe sich, obschon er den Widerstand der Privatklägerin 

wahrgenommen habe, der ablehnenden Haltung der Privatklägerin durch 

- 13 - 

Körperkraft bewusst und gewollt widersetzt, und sei von hinten – die 

Privatklägerin auf den Tisch drückend – mit seinem erigierten Penis ungeschützt 

(eventualiter davor oder hernach mit einem oder mehreren Fingern) vaginal in die 

Privatklägerin eingedrungen, was bei Letzterer zu Schmerzen geführt habe. Er 

habe den vaginalen Beischlaf vollzogen, währenddessen die Privatklägerin 

mehrfach bittend darum ersucht habe, aufzuhören und gleichzeitig erfolglos 

versucht habe, den Beschuldigten mit den Händen wegzustossen. Gleichsam 

habe der Beschuldigte die Privatklägerin mit seiner Hand mehrfach am Gesäss 

berührt. Der Geschlechtsverkehr sei für cirka zwei Minuten vollzogen worden 

(Urk. 30 S. 4). Bezüglich der konkreten Einzelheiten des Tatvorgehens kann auf 

die angefügte Anklageschrift vom 7. Mai 2019 (Urk. 30 S. 2 ff.) sowie die 

Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 100 S. 10 f.) verwiesen werden.  

1.1.2. Dem Beschuldigten wird zudem vorgeworfen (Dossier 2), am tt. Januar 

2018 im Hauptbahnhof Zürich mit der Privatklägerin C._____ sexuelle 

Handlungen vorgenommen zu haben, obschon er gewusst habe oder zumindest 

billigend in Kauf genommen habe, dass die Privatklägerin im Zeitpunkt der 

Handlungen erst 13 Jahre alt gewesen sei. Zunächst sei es zu Zungenküssen, 

äusseren Berührung der Vagina und Einführung zumindest eines Fingers sowie 

Penetration der Vagina gekommen. Danach habe der Beschuldigte mit der 

Privatklägerin in einem Toilettenraum den vaginalen Geschlechtsverkehr während 

weniger Minuten vollzogen und sie zuvor erneut mit den Händen in deren Intim-

bereich, namentlich im Vaginalbereich, berührt (Urk. 30 S. 5 f.). Auch hier kann 

bezüglich der konkreten Einzelheiten des Tatvorwurfs auch die angefügte 

Anklageschrift vom 7. Mai 2019 (Urk. 30 S. 5 f.) und die Ausführungen der 

Vorinstanz (Urk. 100 S. 40 ff.) verwiesen werden. 

1.2. Standpunkt des Beschuldigten  

1.2.1. Der Beschuldigte gibt zu, dass es zwischen ihm und der Privatklägerin 

A._____ am Abend des 11. August 2018 im Kellerraum des erwähnten  

Coiffeursalons zu sexuellen Handlungen gekommen ist. Es stellt sich indessen 

auf den Standpunkt, dass die Privatklägerin Sex von ihm gewollt habe und die 

sexuellen Handlungen einvernehmlich gewesen seien, wobei er lediglich mit 

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einem oder mehreren Fingern und nicht mit seinem Penis in die Vagina 

eingedrungen sei. Sein Glied sei leicht aber nicht ganz erigiert gewesen. Er sei 

nicht richtig spitz geworden und habe einen ganz leichten Samenerguss auf ihrem 

"Arsch" gehabt (Urk. D1/6/3 S. 2 ff.; Urk. D1/7/6 S. 2 ff.; Prot. I S. 45 ff.). In der 

Berufungsverhandlung gab er zudem an, die zwei, drei Tropfen würden 

wahrscheinlich noch vom Geschlechtsverkehr einige Stunden zuvor mit H._____ 

stammen (Urk. 135 S. 12).  

1.2.2. Hinsichtlich des zweiten Anklagevorwurfs räumt der Beschuldigte sämtliche 

inkriminierten sexuellen Handlungen mit der Privatklägerin C._____, 

einschliesslich des vaginalen Geschlechtsverkehrs, ein. Er bestritt indessen im 

Vorverfahren und noch vor Vorinstanz, dass die sexuellen Handlungen gegen den 

Willen der Privatklägerin C._____ erfolgt seien und gewusst zu haben, dass sie 

zum Zeitpunkt der sexuellen Handlungen erst 13 Jahre alt gewesen sei 

(Urk. D1/7/6 S. 13 ff.; Prot. I S. 50 ff.). In der Berufungsverhandlung zeigte sich 

der Beschuldigte dann auch im inneren Sachverhalt mehrheitlich geständig, 

indem er einräumte, es sei ein Fehler gewesen. Er hätte das Alter der 

Privatklägerin C._____ kontrollieren sollen. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie 13 

Jahre alt sei und er habe es nicht kontrolliert (Urk. 135 S. 15 f.).  

1.3. Erwägungen der Vorinstanz / Parteivorbringen  

1.3.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten zusammengefasst vom Vorwurf 

der Vergewaltigung (Dossier 1) frei, da, obschon Indizien vorlägen, Ungereimt-

heiten bezüglich des Auftretens der Privatklägerin A._____ beim Verlassen des 

Coiffeursalons sowie Unstimmigkeiten in den gesamthaft zu pauschalen und teils 

widersprüchlichen Schilderung des Ablaufs bestünden. Es verblieben für die 

Vorinstanz unüberwindliche Zweifel, dass sich die sexuellen Handlungen im Keller 

des Coiffeursalons so abgespielt hätten, wie sie von der Privatklägerin dargestellt 

und entsprechend in der Anklageschrift umschrieben würden. Es sei weder 

erstellt, dass es zum Geschlechtsverkehr gekommen sei, noch dass die vom 

Beschuldigten eingeräumten sexuellen Handlungen gegen deren erkennbaren 

Willen erfolgt seien (Urk. 100 S. 40). Die Gerichtsvorsitzende und der 

Gerichtsschreiber hielten ihre Minderheitsmeinung für einen Schuldspruch 

- 15 - 

betreffend sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB fest (Prot. I S. 

85; Urk. 100 S. 40; siehe Anhang Urteil).  

1.3.2. Hinsichtlich des zweiten Anklagevorwurfs kam die Vorinstanz zum Schluss, 

dass nicht erstellt werden könne, dass der Beschuldigte gewusst habe oder hätte 

wissen müssen, dass die Privatklägerin C._____ mit seinen Handlungen nicht 

einverstanden gewesen sei (Urk. 100 S. 48 f.).  

Anzufügen ist an dieser Stelle der Vollständigkeit halber, dass der zweite 

Anklagevorwurf, wie die Vorinstanz richtig erkannte, auch Nötigungselemente 

enthält (vgl. Urk. 100 S. 9). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Vorhalt der 

Vorinstanz ausdrücklich auf einen Antrag wegen (mehrfacher) sexueller Nötigung 

bzw. Ergänzung der Anklageschrift (vgl. Prot. I S. 61 f. und 64). Das Gericht ist 

aufgrund des Anklageprinzips an den inkriminierten Sachverhalt, aber nicht an die 

vorgenommene rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde gebunden (Urteil 

des Bundesgerichtes 6B_749/2017 vom 12. Februar 2018 E. 1.1.; BGE 143 IV 63 

E. 2.2). Fehlt es in der Anklageschrift indessen an einer genügenden 

Umschreibung sämtlicher objektiven und subjektiven Tatbestandselemente, ist 

eine andere rechtliche Würdigung des Sachverhaltes durch das Gericht nicht 

möglich. Das Vorgehen der Vorinstanz war daher korrekt. Es hat dabei sein 

Bewenden.  

Dass der Beschuldigte Kenntnis davon gehabt habe, dass die Privatklägerin 

C._____ im Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt gewesen sei, und damit auch mehr als 

drei Jahre jünger als der Beschuldigte, hielt die Vorinstanz aufgrund des 

Whatsapp Chatverlaufs zwischen den beiden als erstellt (Urk. 100 S. 49 f.).  

Die Staatsanwaltschaft macht in ihrer Berufung zusammengefasst geltend, dass 

die Aussagen der Privatklägerin A._____ deutlich glaubhafter wirken als jene des 

Beschuldigten, weshalb keine vernünftigen Zweifel am eingeklagten Sachverhalt 

bestünden bzw. eventualiter zumindest nicht im Umfang einer versuchten 

vaginalen Penetration sowie der vollendeten digitalen vaginalen Penetration 

(Urk. 102 S. 1; Urk. 136 S. 3 ff.). Die Privatklägerin A._____ schliesst sich dieser 

Auffassung an (Urk. 104 S. 1; Urk. 137). Der Beschuldigte verlangt diesbezüglich 

- 16 - 

die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 106 S. 2). Hinsichtlich des 

zweiten Anklagevorwurfs räumt der Beschuldigte wie gezeigt nunmehr ein, 

gewusst zu haben, dass die Privatklägerin C._____ erst 13 Jahre alt gewesen sei 

und ihr Alter nicht weiter kontrolliert zu haben. Seitens der Verteidigung wird indes 

eine bewusste Fahrlässigkeit ins Feld geführt. Zudem sei von einer 

Handlungseinheit bzw. (nur) einer sexuellen Handlung auszugehen (Urk. 135 S. 

10 ff.).  

Im Folgenden ist daher anhand der vorhandenen Beweismittel und unter 

Berücksichtigung der Parteivorbringen zu prüfen, ob die Anklagevorwürfe erstellt 

werden können, soweit sie vom Beschuldigten bestritten werden bzw. noch 

Gegenstand des Berufungsverfahrens sind.  

2. Vorwurf der Vergewaltigung  

2.1. Allgemeines zur Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung  

2.1.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es 

nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten 

geschöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Eine 

strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten 

mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein vernünftiger 

Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der Anklageschrift 

vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt, dass das 

Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausreichend ist, wenn die vor-

liegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten hindeuten, 

das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige abstrakte 

theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und 

absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn 

vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden 

können. Die blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu 

begründen. Nur wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen 

weder von der Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tat-

sachen zu überzeugen vermag, kommt der den Beschuldigten begünstigende 

- 17 - 

Grundsatz "in dubio pro reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und 

nicht zu unterdrückende Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sach-

lage aufdrängen), so muss es den Beschuldigten freisprechen.  

2.1.2. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von 

Beteiligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist 

anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, 

welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren 

Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die 

Angaben erfolgen. Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die 

allgemeine Glaubwürdigkeit des Aussagenden abgestellt werden, sondern auf die 

Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Diese sind einer 

Analyse bzw. kritischen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein 

von sogenannten Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (BENDER, Die 

häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.). 

Für die Glaubhaftigkeit einer Darstellung spricht insbesondere die Fülle von 

lebendigen, sachlich richtigen und psychologisch stimmigen Details, die nicht 

bloss auf das Beweisthema zielgerichtet sind (sog. Detailkriterium). Ferner spricht 

auch der Umstand, dass die Details der Schilderung sich schlussendlich zu einem 

stimmigen Ganzen zusammenfügen, für die Glaubhaftigkeit einer Darstellung 

(sog. Homogenitätskriterium; vgl. BENDER, a.a.O., S. 56). 

2.1.3. Bei der Würdigung von Aussagen in erster Linie nicht die allgemeine 

Glaubwürdigkeit der Person massgebend ist, sondern die Glaubhaftigkeit der im 

Prozess relevanten Aussagen mit Bezug auf den konkret zu beurteilenden Vorfall 

(BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_938/2014 vom 18. Februar 

2015 E. 2.3.; 6B_692/2011 vom 9. Februar 2012 E. 1.4, je mit Hinweisen). Dabei 

geht es um die Beurteilung, ob auf ein bestimmtes Geschehen bezogene 

Angaben zutreffen, d.h. einem tatsächlichen Erleben der aussagenden Personen 

entsprechen. Entscheidend ist letztlich die Glaubhaftigkeit der Aussage zum 

Tathergang bzw. die Überzeugung des Gerichts betreffend deren Wahrheitsgehalt 

(Urteil des Bundesgerichtes 6B_382/2019 vom 8. August 2019 E. 1.1 mit Hin-

- 18 - 

weisen). Ergänzend kann auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen 

werden (Urk. 100 S. 26 f.).  

 

 

2.2. Beweislage 

Zur Erstellung des Anklagevorwurfs der Vergewaltigung liegen als objektive 

Beweismittel zwei Videoaufnahmen der Überwachungskamera des Coiffeursalons 

(Urk. D1/9/5), ein Spurenbericht des Forensischen Instituts (FOR) vom 31. August 

2018 (Urk. D1/11/3), je ein Gutachten zur körperlichen Untersuchung der 

Privatklägerin A._____ und des Beschuldigten (Urk. D1/12/3 und Urk. D1/13/2) 

sowie die Aussagen der Privatklägerin A._____ (Urk. D1/6/1, Urk. D1/7/7, Prot. I 

S. 18 ff. und Urk. 134), des Beschuldigten (Urk. D1/6/3, Urk. D1/7/1+2+5+6, Prot. 

I S. 41 ff. und Urk. 135) sowie der Auskunftsperson/Zeugin H._____ (Urk. D1/6/5 

und Urk. D1/7/11) sachdienlich im Recht. Die Vorinstanz hat den Inhalt dieser 

Beweismittel in ihren Erwägungen im Wesentlichen zutreffend wiedergegeben, 

worauf vorab, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, grundsätzlich 

verwiesen werden kann (Urk. 100 S. 12 ff.). Im Weiteren gibt es eine 

Fotodokumentation erstellt aus dem Videomaterial (Urk. D1/9/2) und eine 

Fotodokumentation über den mutmasslichen Tatort und Personenaufnahmen der 

Privatklägerin A._____ und des Beschuldigten (Urk. D1/9/7), die Protokolle der 

ärztlichen Untersuchung von A._____ und des Beschuldigten (Urk. D1/15/3 und 

Urk. 14/3) und die Zeugenaussagen von I._____, J._____ und K._____ (Urk. 

D1/7/10+12+14). Die Zeugenaussage von L._____, der damaligen Freundin des 

Beschuldigten, ist nicht sachdienlich (Urk. D1/7/9). Die nachfolgenden 

Ausführungen sind als die vorinstanzlichen teilweise ergänzende und 

rekapitulierende zu verstehen (Urk. 100 S. 12 ff.), bevor die eigentliche 

Beweiswürdigung vorgenommen wird.  

2.3. Das eigentliche Kerngeschehen im Kellerraum des Coiffeursalons ist auf 

den Videoaufnahmen nicht zu sehen. Mit der Vorinstanz bekommt man den 

- 19 - 

Eindruck, als wäre die Videofrequenz geschnitten worden, als die Privatklägerin 

A._____ die Toilette kurz nach dem Betreten wieder verlässt. Gestützt auf das 

Videomaterial steht jedoch fest, dass die Privatklägerin nach dem Verlassen der 

Toilette sich zur Mitte des Raums in Richtung Ausgang begibt. Der Beschuldigte 

befindet sich in der linken Ecke des Kamerabereichs. Sie sagt dann "bisch ready", 

er antwortet mit "chum mal", sie sagt "hä?" und er nochmals "chum mal". Dann 

endet die Aufnahme (Video1 13.8.2018 08:58 in Urk. D1/9/5). Auf der zweiten 

Videosequenz betreten die beiden wieder den Kamerabereich aus der linken 

Ecke. Die Privatklägerin läuft zielgerichtet Richtung Ausgang. Währenddessen ist 

zu hören, wie die Privatklägerin zum Beschuldigten sagt, "Ich schwöre, wenn ich 

schwanger bin". Der Beschuldigte sagt "bisch nöd" und geht zur Toilette, um die 

Türe zuzumachen. Die Privatklägerin sagt "(bisch) em (gemeint: am) Arsch" und 

der Beschuldigte sagt "hä?". Die Privatklägerin sagt dann "em (gemeint: am) 

Arsch". Vor dem Kassenbereich blickt die Privatklägerin kurz in den Spiegel, 

richtet ihr Top, ihr Halsband und ihre Haare. Der Beschuldigte öffnet die Türe, 

wobei zu erkennen ist, dass die Privatklägerin in diesem Moment tief Luft holt und 

durchatmet, als würde sie sich kurz sammeln. Danach verlassen beide 

gemeinsam den Coiffeursalon (Video 13.8.2018 08:59 in Urk. D1/9/5).  

Im Weiteren wurde gemäss Kurzbericht des FOR vom 31. August 2018 ab dem 

Vaginalabstrich der Privatklägerin neben ihrer eigenen DNA auch die DNA des 

Beschuldigten nachgewiesen, jedoch keine Spermien gefunden (Urk. D1/13/2 

S. 2). Obschon in der Fotodokumentation die Vermutung von Spermienrück-

ständen auf dem Tisch aufgestellt wurde (vgl. Urk. D1/9/7 S. 26), konnten auch an 

dieser "spermaverdächtigen" Anhaftung keine Spermien gefunden werden 

(Urk. D1/13/2 S. 3). Das Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Privat-

klägerin ist nicht sachdienlich, da eine sichere, zeitliche Zuordnung der kratzer-

artigen Hautabtragungen am Nacken und über dem linken Schulterblatt und der 

punktförmigen Schleimhautabtragungen an den grossen Schamlippen innenseitig 

nicht möglich sei, wobei festgehalten wird, dass ein Ereignis wie das 

gegenständlich vorgetragene aus rechtsmedizinischer Sicht nicht zwingend zu 

feststellbaren Verletzungen führen müsse (Urk. D1/13/2 S. 4). Dasselbe gilt für 

das Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Beschuldigten, wonach die 

- 20 - 

oberflächlichen Hautabtragungen im Bereich des Peniskörpers nicht einem 

konkreten Entstehungsmechanismus zugeordnet werden können. Der 

Beschuldigte wies ansonsten keine Verletzungen am Körper auf (Urk. D1/12/3 S. 

3). Die Privatklägerin war bei der ärztlichen Untersuchung vom 12. August 2018 

"leicht beeinträchtigt" und gab an, unter Cannabis- und Medikamenteneinfluss 

(Cipralex, Lamtrigin und Trittico) zu stehen. Dabei wurde vermerkt, dass die 

Privatklägerin zeitweise geweint und heftig auf die körperliche Nähe einer 

männlichen Person reagiert habe (Urk. D1/15/3). Die ärztliche Untersuchung des 

Beschuldigten resultierte hingegen unauffällig (Urk. D1/14/3).  

2.4. Aussagen der Privatklägerin A._____ 

2.4.1. Die Privatklägerin A._____ gab in der polizeilichen Befragung vom 

12. August 2018 rund 2 ½ Stunden nach dem eingeklagten Vorfall 

zusammengefasst und sachdienlich an, im Coiffeurgeschäft auf die Toilette 

gegangen zu sein, da sie kein Geld (CHF 2.–) dabei gehabt und nach Geld für die 

Toilette gefragt habe, wobei der Beschuldigte ihr gesagt habe, er arbeite da 

hinten und komme mit, damit sie auf die Toilette gehen könne. Der Beschuldigte 

habe im Coiffeurgeschäft auf einem Stuhl gesessen, als sie wieder 

rausgekommen sei, und habe sie zu sich gezogen. Sie habe aber wieder gehen 

wollen. Er habe irgendwie runter gewollt und sei dann irgendwie runtergegangen. 

Sie sei nicht freiwillig dort runtergegangen, sie habe gehen wollen. Die 

Privatklägerin weinte dabei und hielt sich die Hände vor die Augen. Der 

Beschuldigte habe sie auch an den Brüsten anfassen wollen und es auch getan. 

Er habe ihre Hosen und Unterhosen runtergezogen und sie am Tisch festgehalten 

und "das" gemacht, wobei sie die Frage, ob er sie vergewaltigt habe, bejahte. Er 

habe versucht, sie auf den Mund zu küssen, was sie nicht gewollt und sich 

weggedreht habe. Er sei aber trotzdem immer wieder gekommen. Er habe Sex 

mit ihr gehabt und ihr seinen Penis in ihre Vagina gesteckt. Sie habe ihm gesagt, 

dass sie dies nicht wolle. Der Penis sei erigiert gewesen. Sie habe versucht, ihn 

weg zu tun, aber es sei nicht gegangen. Er habe kein Kondom gehabt, wobei die 

Privatklägerin erneut zu weinen begann. Ob er einen Samenerguss gehabt habe, 

wisse sie nicht. Er habe ihr die ganze Zeit Geld geboten, damit sie ihm einen 

- 21 - 

Blowjob mache oder sonst irgendetwas, aber sie habe gesagt, dass sie nicht 

wolle. Das Ganze sei nicht lange gegangen, vielleicht eine oder zwei Minuten. Sie 

habe ihm schon auf dem Weg zum Coiffeurgeschäft gesagt, dass sie solche 

Sachen nicht mache. Er habe gemeint, dazu seien sie doch an der Street Parade 

und dies sei normal. Er habe dies nicht verstanden (Urk. D1/6/1 S. 2 f.).  

Sie habe versucht, ihn wegzustossen. Sie habe versucht, ihre Hosen wieder 

heraufzuziehen und seine Hand wegzudrücken. Aber er habe weiter gemacht. Es 

sei nicht möglich gewesen, ihn zu kratzen. Er habe sie einfach auf den Tisch 

gekriegt. Mit ihrem Bauch auf dem Tisch und sei von hinten gekommen. Sie habe 

auch nicht geschrien, sie habe einfach "nein" gesagt. Das Licht sei abgeschaltet 

gewesen, er habe das Licht abgeschaltet. Sie habe nur noch vom Licht gesehen, 

was von oben runtergekommen sei. Sie habe sich wie gelähmt gefühlt. Der 

Beschuldigte habe sie aber nicht bedroht und auch nicht gezwungen, dort zu 

bleiben. Nach dem Vorfall sei er raufgegangen und sie seien beide wieder 

rausgegangen (Urk. D1/6/1 S. 3 f.).  

2.4.2. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. August 2018 gab die 

Privatklägerin zunächst an, bei ihren Aussagen gegenüber der Polizei zu bleiben, 

wobei es gewisse Sachen gebe, an die sie sich wieder erinnere (Urk. D1/7/7 

S. 4). Sodann wiederholte die Privatklägerin ihre Angaben, nach Geld für eine 

Toilette gefragt zu haben, wobei der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass er in der 

Nähe arbeite und einen Schlüssel fürs Geschäft habe. Ergänzend hielt sie von 

sich aus fest, dass der Beschuldigte schon auf dem Weg ihre Hand genommen 

und versucht habe, sie zu küssen. Sie habe abgeblockt und gesagt: "nein, ich bin 

nicht wegen einem Mann an der Street Parade" und dass sie das auch nicht 

möchte. Er habe gesagt "tu nicht so, für das ist die Street Parade ja da". Darauf 

habe sie gesagt: "nein, für mich nicht". Er sei dann nicht weiter zudringlich 

gewesen, weshalb sie auch mitgegangen sei. Sie habe nur auf die Toilette 

gewollt. Sie sei im Geschäft rechts hinten aufs WC gegangen, wieder 

rausgekommen und mit dem Gesicht zur Eingangstüre gestanden. Der 

Beschuldigte sei im hinteren Bereich auf einem dieser zwei Stühle gehockt (Urk. 

D1/7/7 S. 6). Nachdem sie die Toilette wieder verlassen habe, habe sie gehen 

- 22 - 

wollen und sei zu ihm hingegangen "gömmer jetzt". Er habe sie dann zu sich 

hingezogen. Sie habe da schon abgeblockt und gesagt, sie wolle das nicht, "ich 

möchte jetzt gehen". Dann sei sie weg von ihm, nach vorne gegangen. Er sei ihr 

nachgekommen. Es habe dort eine Metalltreppe. Sie sei etwas weiter als die 

Metalltreppe gewesen. Er habe sie genommen und gesagt "wart, chum mit" und 

habe sie mit "hinuntergenommen", was sie nicht gewollt habe. Sie seien dann 

unten gewesen. Sie habe eigentlich gehen wollen. Er habe begonnen, ihr Geld 

anzubieten, damit sie ihm eins blase. An der untersten Treppenstufe sei er so 

eine Art hingehockt und habe seine Hose geöffnet. Er habe seinen Penis 

herausgenommen und ihre Hand daran gedrückt. Sie habe gesagt "nein, ich will 

nicht". Er sei immer weiter mit dem Preis raufgegangen und habe bei CHF 50.00 

angefangen. Sie habe gesagt "ich will nicht, ich will nach Hause". Er sei dann 

aufgestanden, habe das Licht gelöscht und sie zum Tisch hingezogen (Urk. 

D1/7/7 S. 7). Dann habe er sie so hingestellt und immer wieder versucht, ihre 

Hose auszuziehen. Sie habe immer wieder gesagt "nein, ich will nicht". Er habe 

sie dann auf den Tisch gekehrt, auf den Bauch hinauf. Sie habe immer versucht, 

ihn wegzudrücken und habe immer gesagt "nein bitte nicht, bitte nicht". Dann 

habe er … er habe … Er habe seinen Penis in sie eingeführt, wobei die 

Privatklägerin – in der Einvernahme – heftig weinte. Sie habe gesagt "bitte nicht, 

bitte nicht". Irgendeinmal sei es fertig gewesen. Er sei von ihr heruntergestiegen 

und habe seine Hosen wieder angezogen. Es sei nicht so lange gegangen. Sie 

habe sich auch wieder angezogen. Sie sei schockiert gewesen und habe solche 

Angst gehabt. Sie habe nicht gewusst, ob sie in einem Film sei, ob das wirklich 

echt passiert sei. Sie sei so paralysiert gewesen. Dann seien sie wieder 

hochgegangen. Er vor ihr und sie hinter ihm und hinausgegangen. Sie habe sich 

wie ein Stück Fleisch gefühlt, so dreckig und sei zu ihrer Kollegin 

zurückgegangen, wo sie in Tränen ausgebrochen sei und ihr gesagt habe "öper 

hät öpis mit mir gemacht, was ich nöd han welle". Sie seien dann gemeinsam zur 

Polizei gegangen (Urk. D1/7/7 S. 8).  

Konkretisierend gab die Privatklägerin auf Nachfragen an, der Beschuldigte habe 

ihr gerufen "chum mal dahi", als sie aus der Toilette gekommen sei. Sie habe 

gesagt, sie wolle gehen. Er habe sie gerufen, zu sich hingezogen und sie habe 

- 23 - 

dann wieder abgeblockt (Urk. D1/7/7 S. 9). Sie sei mit ihm dort gewesen und 

davon ausgegangen, auch wieder mit ihm zu gehen, da er den Schlüssel gehabt 

habe und auch aus Anstand. Sie sei nicht jemand, der einfach davongehe. Er 

habe sie an der Hand genommen und "hinuntergezogen". Es sei nicht so, dass er 

sie nach unten gerufen hätte. Er sei vor ihr gegangen und habe sie gehalten. Die 

Treppe sei steil gewesen und sie habe sich festhalten müssen. Sie habe nicht 

gewusst, was ihr geschehe, sei völlig perplex gewesen, als sie die Treppe 

runtergegangen seien. Sie habe eigentlich gehen wollen. Sie sei wie paralysiert 

gewesen und habe nichts gedacht, was sich unten hätte ereignen können. Es sei 

so schnell gegangen (Urk. D1/7/7 S. 10). Sie habe Angst gehabt, da sie nicht 

gewusst habe, was passiere (Urk. D1/7/7 S. 14). Sie könne sich nicht erinnern, ob 

der Beschuldigte im Untergeschoss etwas zu ihr gesagt habe. Dort habe er ihr 

aber das Geld angeboten. Sie habe gesagt "nein, sicher nicht. Ich will nach 

Hause" (Urk. D1/7/7 S. 11). 

Die sexuelle Handlung habe auf dem Tisch stattgefunden. Er habe ihre Hose 

geöffnet, bis zu den Knien und ihre Unterhose "übers Füdli" sowie seine Hose- 

und Unterhose runtergezogen. Sie sei hilflos, ängstlich gewesen. Sie habe nicht 

gewusst, was sie tun soll. Sie sei paralysiert gewesen. Sie habe versucht, sich 

verbal zu wehren und ihn mit der Hand wegzudrücken. Der Beschuldigte habe 

genug Kraft angewendet, damit sie nicht habe wegkönnen. Sie habe gesagt 

"Nein, ich möchte nicht, bitte nicht. Ich möchte jetzt gehen. Lass mich.". Sie 

denke, dass er das gehört habe. Sie habe es genug gesagt und ihn auch genug 

weggedrückt. Er habe verstehen können, dass sie keinen Sex mit ihm gewollt 

habe. Sein Glied sei steif gewesen, da er ihre Hand an seinen Penis gedrückt 

habe bei der Treppe. Während der sexuellen Handlung sei sie mit dem Bauch auf 

dem Tisch gelegen. Er habe sie zum Tisch hingezogen und gesagt "dreh dich 

um", habe sie umgedreht und ihr die Hose heruntergezogen (Urk. D1/7/7 S. 11 f.). 

Der Beschuldigte habe sie festgehalten. Einfach mit den Händen 

hinuntergedrückt, gesehen habe sie nichts. Seine Hände seien auf der Seite 

gewesen. Sie habe versucht, ihn mit ihrer linken Hand wegzudrücken. Der 

Beschuldigte sei mit dem Penis in die Vagina eingedrungen. Sie wisse nicht, wie 

oft. Sie wisse nicht, wie lange es gedauert habe, zwei Minuten. Sie wisse auch 

- 24 - 

nicht, ob er der Beschuldigte seinen Finger in die Vagina eingeführt habe, zum 

Samenerguss gekommen sei oder sie sich habe säubern müssen nach der 

sexuellen Handlung (Urk. D1/7/7 S. 13). Sie habe das, was möglich gewesen sei, 

versucht mit "nein, bitte nicht, ich will nach Hause" und mit der Hand. Sie habe 

ihm nicht angeboten, ihm einen zu blasen. Er habe ihr Geld geboten, damit sie 

ihm eins blase. Er habe "Blowjob" gesagt. Auf Nachfrage, ob sie versucht habe, 

den Tatort durch Flucht zu verlassen, gab sie an, wollen und machen sei etwas 

anderes. Sie habe nicht gekonnt. Sie habe das gemacht, was möglich gewesen 

sei. Mehr sei in diesem Moment nicht gegangen. Es sei surreal wie in einem Film 

gewesen, als wäre sie danebengestanden und hätte zugeschaut. Sie habe sich 

wie gelähmt gefühlt und wisse nicht, ob sie beim Hinausgehen im Erdgeschoss 

noch etwas zum Beschuldigten gesagt habe (Urk. D1/7/7 S. 14 f.).  

Auf Vorhalt der Videoaufnahme und Frage, ob sie dabei gesagt habe "Wänn ich 

schwanger bin, denn bisch am Arsch, am Arsch", führte die Privatklägerin aus, 

das könne möglich sein. Sie habe gewusst, dass er das ohne Kondom gemacht 

und sie die Pille abgesetzt habe. Auch aus diesem Grund hätte sie nicht mit 

jemanden Geschlechtsverkehr gehabt. Es sei nicht wahr, dass sie sich nach dem 

Verlassen des Toilettenraums auf den Beschuldigten gesetzt und von ihm Sex 

verlangt habe. Es stimme nicht, dass sie versucht habe, ihn "spitz" zu machen, 

auf den Tisch gelegen sei und gesagt habe "mach jetzt" (Urk. D1/7/7 S. 16). Was 

er nachher hinten gemacht habe, wisse sie nicht, aber, dass er nicht spitz 

geworden sei, stimme nicht. Er habe sie ja dort gezwungen, seinen Penis 

anzufassen und das habe sie gemerkt. Es sei nicht wahr, dass sie seine Hose 

geöffnet, den Penis aus der Unterhose gezogen und seine Unterhose ein wenig 

runtergetan habe. Es sei von oben Licht nach unten gekommen. Das Licht unten 

habe er gelöscht (Urk. D1/7/7 S. 17). Nach dem Verlassen des Geschäfts seien 

sie noch kurz zusammen gegangen, er habe sich abgewendet und sie sei allein 

zu ihrer Gruppe zurück. Sie habe ihn weder umarmt noch nach Geld gefragt noch 

habe er sie an den Ort zurückgeführt, wo sie sich getroffen hätten (Urk. D1/7/7 S. 

18).  

- 25 - 

Im Weiteren bestätigte die Privatklägerin nochmals, dass der Beschuldigte mit 

seinem Penis in sie eingedrungen sei. Er sei hinter ihr gestanden und habe sie 

auf den Tisch gedrückt. Er habe ihr die Hosen runtergezogen. Sie habe sich nicht 

wehren können. Es sei dunkel gewesen. Es habe weh getan. Auf Frage, was 

Schmerzen verursacht habe, sagte sie, was er auch immer eingeführt habe, habe 

Schmerzen verursacht. Sie wisse nicht mehr, ob es sich wie ein Penis angefühlt 

habe (Urk. D1/7/7 S. 21). Ob der Beschuldigte das Coiffeurgeschäft 

abgeschlossen habe, wisse sie nicht (Urk. D1/7/7 S. 23). 

Die Privatklägerin bestätigte zudem auf Ergänzungsfragen der Verteidigung 

erneut, dass der Beschuldigte, nachdem sie aus dem WC gekommen sei, gesagt 

habe, sie soll zu ihm gekommen und sie zu sich hingezogen habe, wobei sie 

gesagt habe "nei ich möcht gah". Sie sei nach vorne zur Treppe. Er habe sie 

"hinuntergenommen" an der Hand (Urk. D1/7/7 S. 24). Am Treppenende sei er 

hingehockt, habe seinen Knopf aufgemacht, seinen Penis hervorgenommen, ihre 

Hand an seinen Penis gehalten und gesagt, sie soll ihm eins blasen und habe ihm 

Geld dafür geboten. Er habe ihr wieder gerufen und sie zu sich hingezogen 

(Urk. D1/7/7 S. 25). Sie wisse nicht, weshalb der Beschuldigte in der Keller 

gegangen sei. Sie, weil er sie "hinuntergenommen" habe (Urk. D1/7/7 S. 27).  

2.4.3. Im Rahmen der Befragung vor Vorinstanz gab die Privatklägerin sach-

dienlich und zusammengefasst zu Protokoll, der Beschuldigte habe auf dem Weg 

zum Coiffeursalon Anspielungen gemacht und versucht, sie zu berühren. Sie 

habe abgeblockt und er habe gesagt, die Street Parade sei doch für das da, 

wobei sie erwidert habe, sie sei nicht aus diesem Grund hierhergekommen. 

Soweit sie sich erinnere, habe er schon auf dem Weg versucht, sie zu küssen. Er 

habe aber schnell abgelassen, nachdem sie abgeblockt habe und es nicht noch 

einmal versucht (Prot. I S. 22 f.). Sie habe aufs WC gemusst und danach schnell 

wieder zurück gewollt. Nachdem sie gesagt habe, dass sie nicht wegen einem 

Mann an der StreetParade sei, habe er sie in Ruhe gelassen und sei normal 

neben ihr gelaufen (Prot. I S. 24). Sie habe den Coiffeurladen nach dem 

Toilettengang nicht verlassen, weil sie so nicht erzogen worden sei. Sie gehe 

nicht einfach weg bei Leuten, die ihr eigentlich Hilfestellung angeboten haben. 

- 26 - 

Dann haue sie nicht einfach ab. Der Beschuldigte habe auf einem Stuhl in einer 

Ecke des Geschäfts gesessen. Er habe sie zu sich gerufen, zu sich gezogen. Sie 

habe "Nein" gesagt. Er habe sie an der Hand genommen, glaube sie. Er habe 

gesagt, er wolle ihr etwas zeigen, glaube sie. Es sei alles sehr schnell gegangen. 

Die Treppe sei sehr steil gewesen. Sie habe nicht reagieren können. Sie habe 

ihm gesagt, sie wolle nicht. Er habe dies nicht beachtet (Prot. I S. 26 f.). Es 

stimme nicht, dass die Initiative von ihr gekommen sei (Prot. I S. 27). Im Keller sei 

es dunkel gewesen. Er habe sie irgendwie zum Tisch gezogen. Sie wisse den 

genauen Ablauf nicht mehr. Sie sei in jeden Fall nicht selber aus freiem Willen zu 

diesem Tisch gegangen. Er habe es nicht mit Gewalt gemacht. Es sei wie ein 

Führen gewesen (Prot. I S. 28). Der Beschuldigte sei in sie eingedrungen, wobei 

sie auf dem Bauch gewesen sei. Sie könne nicht zu 100% sagen, wie das genau 

passiert sei. Sie habe ja keine Augen im Hinterkopf. Auf Frage, ob sie gesehen 

habe, mit welchem Körperteil oder welchen Körperteilen der Beschuldigte 

eingedrungen sei, gab die Privatklägerin an, es nicht gesehen zu haben. In 

diesem Moment habe sie nicht daran gedacht, was "es" genau sei. Man wolle 

einfach, dass es aufhöre (Prot. I S. 28 f.). Sie wisse nicht, ob der Beschuldigte 

einen Samenerguss gehabt habe. Ein Kondom habe er ihres Wissens nicht 

verwendet. Sie wisse nicht mehr, ob sie sich habe säubern oder reinigen müssen, 

nach dem Vorfall, sie glaube nicht. Sie habe die sexuellen Handlungen nicht 

gewollt. Sie habe gesagt "Nein bitte nicht, ich will nicht, bitte nicht" und habe ihn 

weggedrückt bzw. versucht, ihn wegzudrücken. Der Beschuldigte habe darauf gar 

nicht reagiert (Prot. I S. 29). Der Beschuldigte habe vorher ihre Hand genommen 

und an sich gedrückt. Dort habe sie gefühlt, dass der Penis steif gewesen sei 

(Prot. I S. 30). Nach den sexuellen Handlungen sei er weggegangen. Sie habe 

ihre Hose hochgezogen und sie seien beiden hoch und hätten das Geschäft 

gemeinsam verlassen. Sie schätze, dass es etwa 10 bis 15 Minuten gegangen 

sei. Es habe sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Sie seien noch kurz zusammen 

gelaufen und dann sei er gegangen. Es könne zutreffen, dass sie im Geschäft 

gesagt habe "wenn ich schwanger bin, bisch am Arsch". Sie wisse es nicht mehr 

genau. Sie habe zu dieser Zeit nicht verhütet (Prot. I S. 30 f.). Die Videobilder 

nach dem Vorfall würden nicht ihre Stimmung wiedergeben, in der sie sich 

- 27 - 

befunden habe. Sie habe sich gewundert, dass es so normal aussehe. Innerlich 

sei sie leer gewesen. Sie habe nicht gewusst, was genau gelaufen sei. Es sei wie 

ein Film gewesen. So unrealistisch. Beim Betreten des Coiffeursalons habe sie 

sich nichts gedacht. Sie habe nur aufs WC gewollt. Sie habe keine Gefahr 

gesehen. Der Beschuldigte habe jünger ausgesehen und wie ein junger Bub 

gewirkt (Prot. I S. 33).  

2.4.4. Anlässlich ihrer Befragung an der Berufungsverhandlung führte sie zu-

sammengefasst und sachdienlich aus, der Beschuldigte habe ihr angeboten, im 

Coiffeursalon aufs WC zu gehen, nachdem sie die Gruppe Jugendlicher zuvor um 

Fr. 2.– für die (öffentliche) Toilette gefragt habe. Sie habe dringend aufs WC 

gemusst. Er habe schon auf dem Weg zum Coiffeursalon versucht, sie zu küssen. 

Er habe sie so genommen und sie habe abgeblockt. Es sei überhaupt nicht ihr 

Ziel gewesen. Sie habe einfach aufs WC gewollt. Der Beschuldigte habe dann 

gesagt, für das sei die Street Parade da und sie habe "nein" gesagt. Er sei auch 

so jung gewesen. Sie habe sich überhaupt keine Gedanke gemacht. Er habe 

dann wieder aufgehört. Sie sei dann aufs WC gegangen. Als sie wieder raus-

gekommen sei, habe er auf dem Barberstuhl gesessen. Sie glaube, er habe sie 

dann zu sich gerufen. Sie habe gesagt, sie wolle gehen. Er habe sie zu sich 

hingezogen. Sie könne sich nicht mehr genau erinnern, wie das mit der Treppe 

gegangen sei. Sie seien dann unten gewesen. Bei der letzten Treppenstufe habe 

er ihr Geld angeboten, damit sie ihm eins blase, was sie nicht getan habe. Sie 

habe keine Erinnerung mehr daran, ob der Beschuldigte bei der Treppe seinen 

Penis aus der Hose genommen habe. Nachher, sie könne sich nicht mehr genau 

erinnern, seien sie auf dem Tisch gelandet. Er habe sie auf dem Bauch gelegt 

und die Hosen runtergezogen. Sie könne sich nicht mehr genau erinnern, denn 

sie versuche das Vorgefallene zu verdrängen. Das sei ihre Art damit umzugehen. 

Sie wisse nicht mehr, was hinten gewesen sei. Er habe ihr auf jeden Fall die 

Hosen runtergezogen. Ob es Finger oder sein Glied gewesen sei(en), womit der 

Beschuldigte eingedrungen sei, konnte die Privatklägerin nicht mehr sagen. Wie 

sich der Zustand des Glieds des Beschuldigten angefühlt habe, könne sie nicht 

sagen. Sie habe einfach immer "bitte nicht" , "mach es nicht", "nein" gesagt, was 

nichts genützt habe. Er habe einfach weitergemacht und irgendwann sei es vorbei 

- 28 - 

gewesen. Sie könne sich nicht mehr erinnern, wie es (Glied oder Finger) sich 

angefühlt habe. Das sei etwas, was sie aus ihrem Kopf habe möchte. Sie 

verdränge das. Auf Nachfrage hielt sie fest, dass sie das bestätige, was sie bisher 

ausgesagt habe (Urk. 134 S. 8 ff., S. 13 f.). 

Sie seien dann raufgegangen. Sie habe sich nicht daran erinnern können, dass 

sie gesagt habe "wenn ich schwanger bin, bisch am Arsch", aber es habe 

eingeleuchtet, als sie die Videoaufnahme gesehen habe. Sie sei davon 

ausgegangen, dass sie schwanger hätte sein können. Sie habe nicht gewusst, mit 

was er "reingegangen" sei. Das Video habe überhaupt nicht zu ihren Gefühlen 

gepasst. Sie habe sich "komisch" gefühlt. Äusserlich sei sie aufgewühlt und 

irgendwie sauer gewesen und innerlich sei es so unrealistisch gewesen. Als sie 

zu ihren Kollegen zurückgegangen sei, habe sie realisiert, was passiert sei und 

sei zusammengebrochen. Sie habe "es" dann ihrer Kollegin erzählt, wobei die 

Privatklägerin bestätigte, sie habe der Kollegin gesagt "öper hät öppis mit mir 

gmacht was ich nöd han welle". Sie seien dann zur Polizei gegangen (Urk. 134 S. 

10 f.).  

2.5. Aussagen des Beschuldigten 

2.5.1. Der Beschuldigte schilderte in der polizeilichen Einvernahme vom 

12. August 2018 zusammengefasst und von sich aus, der Privatklägerin A._____ 

angeboten zu haben, im Coiffeurgeschäft aufs WC zu können, nachdem sie ihn 

nach einem WC gefragt und gesagt habe, das [öffentliche] WC koste CHF 2.– und 

dort hätte es viele Leute. Sie sei im Coiffeurgeschäft aufs WC gegangen und er 

habe sich auf einen Stuhl gesetzt, um das WC zu beobachten und aufzupassen, 

damit sie nichts aus dem Landen entwende. Sie sei aus dem WC gekommen und 

habe sich gleich auf seinen Schoss gesetzt. Sie habe ihn "angelangt" und Sex 

von ihm gewollt. Er habe ihr vorgeschlagen, dass sie in den Keller gehen können, 

damit sie niemand sehe. Dann habe sie ihn berührt, dass er spitz werde und ihm 

die Hose geöffnet. Sie habe versucht, dass er spitz werde, aber es sei irgendwie 

nicht gegangen. Sie sei dann auf dem Tisch gelegen und er habe versucht, dass 

er spitz werde und in sie reinkomme. Aber es sei nicht gegangen, weil er ein 

"Scheiss Gefühl" gehabt habe. Er habe eine Freundin und es sei ihm komisch 

- 29 - 

vorgekommen, dass eine Frau, welche er erst seit 10 Minuten kenne, Sex von 

ihm wolle. Deshalb sei er nicht spitz geworden. Er habe dann versucht, dass er 

komme, es seien aber nur cirka 3 Tropfen gekommen. Er habe ihr ein "Nastuch" 

gegeben, damit sie sich habe reinigen können. Die Tropfen seien nur auf ihren 

Arsch gekommen. Er sei nicht in sie eingedrungen. Dann habe sie sich wieder 

angezogen und sie hätten das Geschäft verlassen. Er habe sie wieder an den Ort 

zurückgebracht, wo sie sich getroffen hätten und dann sei sie wieder gegangen. 

Sie hätten sich umarmt und "ciao" gesagt (Urk. D1/6/3 S. 2).  

Ergänzend hielt der Beschuldigte fest, die Privatklägerin sei zu ihm gekommen, 

als sie das WC verlassen habe. Im Untergeschoss bzw. im Keller sei es zu 

sexuellen Handlungen gekommen. Er habe sie dorthin geführt, damit niemand 

sehe, dass sie etwas im Geschäft machen. Dass niemand reinschaue. Er habe 

gewollt, aber auch nicht. Deshalb habe er auch keinen Sex haben können. Er sei 

nicht spitz geworden. Er habe sich gesagt, es sei eh Street Parade, wieso nicht. 

Gleichzeitig habe er aber nicht gewollt. Er habe ja eine Freundin. Sie habe aber 

Sex von ihm gewollt. Er habe sich geschämt und befürchtet, dass sie ihn nicht als 

Mann sehe, wenn er nicht kommen würde. Sie sei vor ihm parat gewesen, habe 

Sex gewollt und dies sei als Mann nicht gut, wenn man einfach weggehe 

(Urk. D1/6/3 S. 3). Im Untergeschoss habe es einen Raum mit einem Tisch. Auf 

dem Tisch sei es zu den Handlungen gekommen. Anfänglich habe sie auf dem 

Tisch gesessen und er vor ihr. Sie habe versucht, ihn spitz zu machen, was aber 

nicht funktioniert habe. Dann habe sie sich gedreht und sei mit dem Oberkörper 

nach vorne über dem Tisch gelegen und habe gesagt "mach jetzt". Sie habe ihm 

die Hose aufgemacht. Als sie sich umgedreht habe, habe sie sich ihre Hose 

geöffnet und er dann, als sie nach vorne über den Tisch gelegen sei, ihre Hose 

und Unterhose runtergezogen. Er habe ihren Arsch und kurz ihre "Muschi" 

berührt. Er sei nicht spitz geworden und habe gesagt "fertig, gehen wir jetzt". Auf 

Nachfrage gab er an, er habe sich am Glied berührt, aber sie habe versucht, dass 

er spitz werde und so seine "Eier" und seinen "Schwanz" berührt. Er habe sie 

nicht gegen die Tischplatte gedrückt. Ein wenig umarmt hätten sie sich auch und 

auf die Backe geküsst. Sie habe Mundgeruch gehabt. Deshalb habe er sie nicht 

küssen können. Er habe ihr nur die Hosen runtergezogen. Das Licht im 

- 30 - 

Untergeschoss sei aus gewesen, weil Sex ohne Licht besser sei. Sie hätten das 

Licht nicht angemacht. Erst nach den sexuellen Handlungen habe er das Licht 

angemacht, wobei sie gesagt habe "abschalten, ich sehe genug zum raufgehen". 

Sein Glied sei leicht aber nicht ganz erigiert gewesen. Sie sei vor ihm gewesen 

aber er sei nicht mit dem Glied eingedrungen. Er sei mit den Fingern vaginal 

eingedrungen. Er sei ganz leicht zu einem Samenerguss gekommen, wisse 

jedoch nicht genau, wo auf ihrem Arsch. Er habe zwei Kondome dabei gehabt. Da 

er nicht richtig spitz geworden sei, habe er kein Kondom gebraucht. Sie habe Sex 

von ihm gewollt und dies auch gesagt. Sie habe den ersten Schritt gemacht und 

damit auch angefangen. Er könne keinen Menschen zu Sex zwingen. Er habe ihr 

kein Geld für einen Blowjob geboten. Er habe gar kein Geld. Die Privatklägerin sei 

freiwillig mit ihm ins Untergeschoss gekommen. Er sei ja eigentlich mit ihr ins 

Untergeschoss. Kein Mensch könne da jemand nach unten zwingen (Urk. D1/6/3 

S. 5 f.). 

2.5.2. Anlässlich der Hafteinvernahme vom 13. August 2018 gab der Beschuldigte 

an, die Privatklägerin A._____ habe ihn nach einem WC gefragt und er habe ihr 

ein WC gezeigt, welches CHF 2.– gekostet habe. Sie habe gesagt, es seien zu 

viele Menschen und es koste CHF 2.–. Er habe ihr gesagt, sie könne bei ihm im 

Geschäft aufs WC. Sie sei dann dort aufs WC und er habe auf einem Stuhl 

gesessen, um zu sehen, ob sie etwas vom Geschäft nehme oder nicht und das 

WC beobachtet. Sie sei rausgekommen und direkt auf ihn drauf gesessen, 

sodass sich ihre beiden Gesichter angeschaut hätten, Brust an Brust. Sie habe 

Sex verlangt. Sie sei so nahe zu ihm gekommen und er habe in jenem Moment 

gedacht, das sei okay, aber nicht gerade da. Er habe ihr gesagt, wenn schon, 

dann würden sie in den Keller gehen, sodass sie niemand von aussen sehe. 

Dann seien sie runtergegangen. Die Treppe sei gerade neben dem Stuhl, wo sie 

gesessen seien. Sie sei selbst aufgestanden und vor ihm gelaufen. Er habe ihr 

gezeigt, wohin sie laufen soll. Als sie unten gewesen seien, sei sie auf dem Tisch 

gesessen. Sie habe eigentlich nur mit dem Gesäss gegen den Tisch gelehnt. Sie 

habe seine kurzen Hosen geöffnet. Sie habe versucht, ihn spitz zu machen, 

aber er sei irgendwie nicht spitz geworden. Er habe nicht gekonnt und habe ein 

"Scheiss Gefühl" gehabt, da er eine Freundin habe und eine Frau nach 10 

- 31 - 

Minuten von ihm Sex verlange. Sie habe zu ihm gesagt, er soll jetzt machen. 

Seine Hosen seien bis zu den Knien gezogen gewesen. Sie habe die Hosen ein 

wenig runtergezogen und er habe sie dann bis zu den Knien gezogen. Sie sei 

dann selbst mit dem Bauch auf den Tisch gelegen, wobei ihre Füsse noch auf 

dem Boden gestanden seien. Sie habe sich den Knopf ihrer Hose geöffnet und er 

habe ihren Hosen bis cirka zu den Knien runtergezogen. Er habe ihren Arsch und 

ihre "Muschi" berührt, dass er spitz werde. Er sei dann mit einem Finger in ihre 

"Muschi". Er könne sich nicht erinnern, ob er einen oder mehrere Finger benutzt 

habe. Er habe gedacht, er werde dadurch spitz. Es sei aber nicht gegangen. Er 

habe bei sich selbst und bei ihr "gespielt". Es sei aber nicht richtig gegangen, bis 

auf 2-3 Tropfen. Es sei dann auf ihrem Arsch "gekommen", wisse aber nicht, ob 

auf der Mitte oder eher seitlich. Dann habe ihr ein "Nasentuch" gegeben, um sich 

zu putzen, weil er auf ihren Arsch "gekommen" sei. Sie habe sich angezogen und 

habe das Licht angemacht. Sie habe gesagt, er soll es nicht. Deshalb habe er das 

Licht wieder ausgemacht und ihr gesagt, die Treppe sei aber gefährlich, worauf 

sie gesagt habe, es gehe schon. Er habe gleichwohl mit dem Handy Licht 

gemacht. Sie seien dann nach oben. Er glaube, er sei zuerst gegangen. Dann 

seien sie nach draussen. Sie habe gewartet, als er die Türe geschlossen habe 

und er habe sie bis zu jenem Ort begleitet, wo sie sich getroffen hätten 

(Urk. D1/7/2 S. 3 f.).  

Ergänzend führte der Beschuldigte aus, es sei nicht lange, höchstens 5 Minuten, 

gegangen. Er habe keinen Sex haben können, da er nicht spitz geworden sei. 

Sein Penis sei nicht ganz schlafend gewesen, mehr sei aber nicht gegangen. Er 

sei nicht mit seinem Penis in die Vagina der Privatklägerin eingedrungen, sondern 

nur mit dem Finger. Er habe nicht gekonnt. Er sei nicht parat gewesen, um Sex zu 

haben und habe auch nicht die Gedanken dazu gehabt. Es sei ihm komisch 

vorgekommen, dass die Privatklägerin gerade Sex gewollt habe. Er habe ein 

Kondom dabei gehabt, aber sich gesagt, es sei nicht nötig, da er nicht spitz 

gewesen sei und keinen Sex gewollt habe. Es sei ihm komisch vorgekommen, 

dass die Privatklägerin gerade Sex von ihm gewollt habe. Sie habe ihn 

überrascht, wobei er dann irgendwie gewollt habe, aber auch nicht (Urk. D1/7/1 S. 

4 f.). Auf dem Weg zum Geschäft sei Sex überhaupt kein Thema gewesen. Er 

- 32 - 

habe ihr nicht einmal ins Gesicht geschaut. Sie sei ihm egal gewesen. Sie habe 

aufs WC gewollt, was er ihr habe ermöglichen wollen, mehr nicht. Sie hätten auf 

dem Weg auch nicht miteinander gesprochen (Urk D1/7/1 S. 6).  

Er habe der Privatklägerin die Hosen und Unterhosen runtergezogen. Sie habe 

ihm zuvor seinen Penis rausgenommen und seine Unterhosen runterzogen, 

welche er dann ganz runtergezogen habe. Es stimme nicht, dass er mit dem 

Penis eingedrungen sei. Es könne sein, dass sie es mit seinen Fingern 

verwechsle, aber sein Glied sei nicht drin gewesen. Er habe es nicht gekonnt, da 

sein Glied nicht spitz gewesen sei. Es habe kein Licht im Keller gehabt, weil das 

Geschäft geschlossen und das Licht abgeschaltet gewesen sei. Sie hätten es 

nicht angemacht. Es stimme nicht, dass die Privatklägerin versucht habe, ihn 

wegzustossen. Sie habe sich auch nicht bewegt. Seine Hand sei bei der 

Privatklägerin zwischen den Beinen gewesen, die andere Hand an seinem Glied. 

Es stimme auch nicht, dass sie versucht habe, seine Hand wegzudrücken. Sie 

habe sich gar nicht bewegt. Sie habe nie nein gesagt. Sie habe auch den ersten 

Schritt gemacht. Als sie nach draussen gegangen seien, habe sie ihn nach Geld 

gefragt. Er habe ihr kein Geld gegeben. Sie habe "ciao" gesagt und sie hätten 

sich verabschiedet (Urk. D1/7/1 S. 8 f.).  

2.5.3. In der Befragung vom 23. August 2018 gab der Beschuldigte im Rahmen 

der Stellungnahme zu den Aussagen der Privatklägerin A._____ an, es sei zu 

keinem Sex oder Berührungen gegen ihren Willen gekommen. Es stimme nicht. 

Sie lüge. Die Wahrheit sei das, was er gesagt habe. Er verweise darauf. Er könne 

sich nicht erklären, wieso sie sich so verhalte. Vielleicht mache sie sich 

Hoffnungen oder so. Als sie nach draussen gegangen seien, noch auf der Treppe, 

habe sie ihn nach Geld gefragt. Er habe ihr gesagt, dass er kein Geld habe. Er sei 

selbst noch Lehrling (Urk. D1/7/2 S. 2).  

Im Weiteren hielt der Beschuldigte fest, er habe eine Freundin, M._____, mit 

welcher er Sex habe. Daneben habe er Kolleginnen, mit denen er auch Sex habe. 

H._____ (H._____), welche auf auch den Videoaufnahmen des Coiffeurgeschäfts 

vom 11. August 2018 ersichtlich sei, sei nicht seine Freundin. Sie hätten einfach 

etwas miteinander gehabt (Urk. D1/7/2 S. 2).  

- 33 - 

2.5.4. In den Einvernahmen vom 30. August 2018 und 20. September 2018 

(Urk. D1/7/3+4) sagte der Beschuldigte nichts Sachdienliches. In der Einver-

nahme vom 12. November 2018 gab der Beschuldigte im Rahmen der 

Stellungnahme zu den Aussagen des Zeugen J._____ (Assistenzarzt) an, es 

stimme, dass er ihm gesagt habe, dass die Privatklägerin zuerst auf dem WC 

gewesen sei und sie dann in den Keller gegangen seien. Es stimme, dass er 

versucht habe, mit ihr Sex zu haben, aber es sei nicht gegangen, weil er nicht 

steif geworden sei. Es sei nicht gegangen. Er habe gar nicht in ihre Vagina 

reingekonnt, da er gar nicht steif geworden sei (Urk. D1/7/5 S. 2 f.).  

2.5.5. In der Schlusseinvernahme vom 5. Februar 2019 gab der Beschuldigte an, 

er sei mit einem Finger in die Vagina der Privatklägerin A._____ eingedrungen, 

wobei er sich nicht mehr genau erinnern könne. Er wisse, dass er mit dem Finger 

in ihre Vagina gegangen sei. Er möge sich aber nicht mehr erinnern, ob es ein 

oder mehrere Finger gewesen seien. Die Privatklägerin sei einverstanden 

gewesen. Sie habe gesagt, dass sie es wolle. Sie habe den ersten Schritt 

gemacht. Dann seien sie zusammen in den Keller gegangen, wo das mit dem 

Finger stattgefunden habe. Im Übrigen verwies er auf seine bisherigen Aussagen, 

da er sich nicht mehr erinnere (Urk. D1/7/6 S. 3).  

2.5.6. Anlässlich der Hauptverhandlung gab der Beschuldigte an, die 

Privatklägerin A._____ habe eine Toilette gesucht an der Street Parade und er 

habe ihr angeboten, die Toilette im Ladengeschäft zu benützen. Sie habe "ok" 

gesagt. Sie seien zusammen zum Geschäft gelaufen, wobei er ihr dabei keine 

Avancen gemacht habe. Es stimme nicht, dass er ihr Geld geboten habe für einen 

Blowjob. Er habe ja selber kein Geld. Er habe auf dem Video gesehen, dass er 

sie gerufen habe. Daran könne er sich nicht erinnern. Er könne sich daran 

erinnern, dass sie zu ihm gekommen sei, als er dort gesessen habe. Er habe bei 

der Station zum Haare waschen auf dem Stuhl gesessen. Soweit er wisse, habe 

sie sich auf ihn gesetzt und sie hätten begonnen, sich gegenseitig zu berühren 

und zu küssen. Sie habe stark nach Alkohol gerochen, weshalb er nicht weiter 

geküsst habe. Er habe vorgeschlagen, dass sie, wenn schon, in den Keller gehen. 

Dann sei sie runtergegangen. Es stimme nicht, dass die Privatklägerin gesagt 

- 34 - 

habe, sie wolle gehen. Es sei sehr schnell gegangen und von ihnen beiden 

gekommen. Er glaube, er sei die Treppe vorausgegangen, weil er die Treppe 

kenne und die Treppe sehr steil sei. Die Privatklägerin sei hinter ihm gewesen. 

Die Frage, ob er die Privatklägerin an der Hand genommen habe, verneinte der 

Beschuldigte. Die Privatklägerin sei selbständig runtergestiegen (Prot. I S. 40 ff.). 

Die sexuellen Handlungen seien nicht gegen ihren Willen geschehen. Sie sei 

direkt zum Tisch und habe seine Hose geöffnet. Er glaube, auch den Knopf ihrer 

Hose. Er habe seine Hose selber runtergezogen. Sie habe sich dann umgedreht, 

über den Tisch gebeugt und sich ihre Hose runtergezogen. Er sei aber nicht hart 

geworden und es habe nicht geklappt. Er habe begonnen, sie anzufassen und sei 

mit einem oder zwei Fingern eingedrungen. Er wisse nicht mehr, mit wie vielen 

Fingern. Er habe sie nicht gegen den Tisch gedrückt und sei nicht mit dem Penis 

eingedrungen (Prot. I S. 44 f.). Es stimme nicht, dass die Privatklägerin verbal 

ausgedrückt habe, dass sie das nicht wolle und ihn weggedrückt habe. Er habe 

keinen Widerstand festgestellt oder gehört. Er habe auch nicht festgestellt, dass 

er ihr weggetan habe (Prot. I S. 45). Er habe einen Samenerguss gehabt mit ein 

oder zwei Tropfen auf ihr Gesäss, wobei die Privatklägerin noch bäuchlings auf 

dem Tisch gelegen sei (Prot. I S. 46). Ein Kondom habe er nicht benutzt, da sie ja 

keinen Sex gehabt hätten. Er glaube ihr danach noch ein Tuch gegeben zu 

haben, um sich zu putzen (Prot. I S. 46 f.). Er habe auf dem Video gesehen, dass 

die Privatklägerin etwas von wegen schwanger gesagt habe. Er habe gesagt "das 

wirst du nicht". Sie hätten ja keinen Sex gehabt, also könne sie auch nicht 

schwanger werden (Prot. I S. 48). Sie habe dann gewartet, bis er die Türe 

geschlossen habe. Sie seien noch ein Stück zusammen gelaufen und hätten sich 

dann verabschiedet und umarmt, glaube er (Prot. I S. 48). 

2.5.7. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zusammen-

gefasst zu Protokoll, der Privatklägerin angeboten zu haben, die Toilette im 

Coiffeursalon zu benutzen, da er kein Kleingeld gehabt habe. Es stimme nicht, 

dass er auf dem Weg zum Coiffeursalon versucht habe, die Privatklägerin zu 

küssen. Er könne sich nicht daran erinnern, dass er die Privatklägerin zu sich 

gerufen habe, als sie das WC wieder verlassen habe. Man sehe bzw. höre es auf 

dem Video, aber er könne sich nicht daran erinnern. Es könne sein, dass er sie zu 

- 35 - 

sich gerufen habe. Die Privatklägerin sei auf seinen Schoss gesessen. Da habe 

alles angefangen. Es sei von beiden gleichzeitig gekommen und sie hätten sich 

gegenseitig berührt. Er habe vorgeschlagen, in den Keller zu gehen, damit sie 

niemand sehe. Sie seien dann runtergegangen. Die sexuellen Handlungen im 

Keller seien im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Sie hätten sich gegenseitig 

berührt. An genaue Details könne er sich nicht mehr erinnern. Sie hätten 

versucht, Sex zu haben. Es sei nicht gegangen, da er nicht "hart" geworden sei. 

Sie seien dann einfach wieder raufgegangen. Es sei gelogen, was die 

Privatklägerin sage. Er sei nicht mit dem Penis eingedrungen und sie habe auch 

nicht "nein bitte nicht, ich will nicht, bitte nicht" gesagt und versucht, ihn 

wegzudrücken. Er hätte sofort aufgehört, wenn sie es nicht gewollt hätte. Die 

zwei, drei Tropfen Ejakulat seien wahrscheinlich noch vom Sex mit H._____ 

gewesen. Mit der Privatklägerin habe er keinen Sex gehabt. Er glaube ihr noch 

gesagt zu haben, dass sie nicht schwanger werde, weil sie keinen Sex gehabt 

hätten. Sie seien nach dem Verlassen des Coiffeursalons noch ein Stück 

zusammen gelaufen und hätten sich umarmt zur Verabschiedung, wobei sie keine 

Nummern getauscht hätten, weil das Interesse nicht wirklich da gewesen sei. Er 

habe bis heute keine Erklärung dafür, weshalb die Privatklägerin ihn zu Unrecht 

beschuldige (Urk. 135 S. 7 ff.). 

2.6. Aussagen von I._____ 

I._____ war zusammen mit der Privatklägerin A._____ an der Street Parade. Sie 

sagte in der Zeugenbefragung vom 20. September 2018 aus, die Privatklägerin 

sei zwischen 21.00/15 bis 21.45/22.00 Uhr weggewesen, da sie aufs WC 

gegangen sei. Als sie zurückgekommen sei, sei sie ihrem Bruder (von I._____) in 

die Arme gefallen und er habe gesagt, dass wohl etwas nicht gut sei. Die 

Privatklägerin habe zunächst nichts sagen wollen und gesagt, sie wolle 

vergessen. Sie habe es dann aus ihr herausgeholt durch Nachfragen. Ihr seien 

langsam die Tränen gekommen. Sie habe gefragt, ob sie dumm angemacht 

worden sei, was sie verneint habe. Sie habe gefragt, ob sie berührt worden sei, 

worauf sie gesagt habe "nein, schlimmer". Sie habe dann gesagt, sie sei im 

Coiffeurgeschäft vergewaltigt worden. Die Privatklägerin habe erzählt, dass er sie 

- 36 - 

mitgenommen habe ins Coiffeurgeschäft, dass er dort arbeite und sie dort aufs 

WC gehen könne. Anschliessend seien sie und die Privatklägerin zusammen zur 

Polizei gegangen (Urk. D1/7/10 S. 3 ff.). 

2.7. Aussagen von H._____  

2.7.1. H._____ sagte in der polizeilichen Einvernahme vom 21. August 2018 aus, 

vom Bruder des Beschuldigten (N._____) am 12. August 2018 via Instagram 

kontaktiert worden zu sein, ob sie ihn anrufen könne. Sie habe ihn am 12. August 

2018 angerufen, wobei er sie informiert habe, dass der Beschuldigte wegen 

Vergewaltigung festgenommen worden sei. Er habe ihr gesagt, sie solle sagen, 

dass sie Sex zusammen gehabt hätten und einfach bei der Wahrheit bleiben. 

Dann habe er gesagt, dass der Beschuldigte dies nicht gemacht habe und er ihm 

glaube. Sie habe gesagt, so wie sie ihn (den Beschuldigten) kenne, könne er ein 

Nein nicht gut akzeptieren und dass sie sich vorstellen könne, dass er so was 

gemacht habe. Er habe ihr gesagt, dass sie das für sich behalten und nicht 

unbedingt sagen soll. Sie soll nur sagen, dass sie mit ihm geschlafen habe, mehr 

nicht. Das habe er mehrfach gesagt. Zudem habe er gesagt, dass der 

Beschuldigte die Privatklägerin nicht vergewaltigt habe. Er (N._____) habe sie 

aber nicht bedroht oder unter Druck gesetzt (Urk. D1/6/5 S. 2 ff.).  

Im Weiteren führte H._____ aus, sie habe sich mit dem Beschuldigten vor cirka 3 

Wochen das erste Mal getroffen und mit ihm eine sexuelle Beziehung gehabt. An 

der Street Parade habe sie den Beschuldigten ebenfalls getroffen. Sie habe ihm 

im Voraus gesagt, dass nichts laufen werde und er es gar nicht probieren soll. Sie 

hätten sich um ca. 16.00 Uhr getroffen und den Schlüssel für den Coiffeurladen 

geholt. Sie sei dort noch rasch aufs WC gegangen. Er habe es dort trotzdem 

wieder versucht, obschon sie gesagt habe, dass er dies nicht solle. Er habe 

versucht sie, zu küssen und weiterzugehen. Sie habe aber immer abgeblockt und 

gesagt, dass nichts laufen werde. Sie seien dann nochmals rausgegangen und 

später zurückgegangen. Er sei dann runter ins Untergeschoss gegangen und 

habe gesagt, sie soll runter kommen. Dort habe er es wieder versucht und 

versucht. Sie sei "hässig" geworden und habe gesagt, dass dies nicht laufen 

werde. Sie habe gesagt, er müsse lernen ein Nein zu akzeptieren, man könne mit 

- 37 - 

Frauen nicht so umgehen, es sehe es nicht jede so locker wie sie, es gebe auch 

Frauen, die das nicht tolerieren und es dann böse für ihn enden könne. Wie es 

auch passiert sei. Er habe sich dann entschuldigt. Sie hätten dann noch mehr 

getrunken und schlussendlich sei es trotzdem zu Sex gekommen (Urk. D1/6/5 S. 

5 f.). Sie sei davor schon zweimal im Untergeschoss gewesen, wobei es jedes 

Mal, als sie dort unten gewesen seien, zu sexuellen Handlungen mit dem 

Beschuldigten auf dem Tisch oder auf dem Karton gekommen sei. Das erste Mal 

hätten sie am 27. Juli 2018 im Untergeschoss des Coiffeurladens Sex gehabt. Er 

sei richtig schnell zur Sache gegangen und das sei auch nach ihrem Willen 

gewesen. Sie seien nach unten. Sie sei auf den Tisch gehockt. Sie hätten sich 

geküsst und ausgezogen. Sie sei mit dem Rücken auf dem Tisch gelegen und er 

davor gestanden. Sie hätten auch schon anders dort Sex gehabt. Sie sei so 

"doggy" zum Tisch gestanden. Der Beschuldigte habe kein Kondom benützt und 

einen Samenerguss gehabt. Das zweite Mal sei am 28. Juli 2018 gewesen, wobei 

es wieder etwa gleich abgelaufen sei, wieder auf dem Tisch, eventuell noch 

"doggy". Das nächste Treffen sei an der Street Parade gewesen. Am Anfang 

habe sie noch geblockt und am Schluss habe sie es trotzdem gemacht. Er habe 

am Anfang schon so wie versucht, es zu erzwingen und sie habe ihn weg-

gedrückt. Schlussendlich sei der Sex im Einverständnis gewesen. Ein Teil sei auf 

dem Karton gewesen und dann noch stehend "doggy" Richtung Küche und Tisch, 

glaube sie. Sie wisse nicht 100%, wie er "gekommen" sei. Wenn sie es richtig in 

Erinnerung habe, in ihren Mund. Was sie sicher wisse, dass er am Tag von der 

Street Parade einen "runtergeholt" habe. Das sei rechts vom Tisch gewesen, 

wenn man die Treppe runterkomme. Als sie ihn abgeblockt habe und er erregt 

gewesen sei. Er habe gesagt, dass er sich halt einen "runterhole" und sei auf den 

Boden gekommen. Sie sei auf dem Tisch gesessen (Urk. D1/6/5 S. 8 ff.).  

Ergänzend hielt H._____ fest, sie habe den Beschuldigten an der Street Parade 

um cirka 16.00 Uhr getroffen und um 20.00 Uhr habe er sie zum Bahnhof 

O._____ gebracht. Sie habe ihm mehrfach gesagt, er müsse lernen "Neins" von 

Frauen zu akzeptieren. Offenbar habe er jetzt eine Grenze nicht akzeptiert, dass 

es so weit gekommen sei. Er habe es einfach immer wieder probiert. Man drücke 

ihn weg und er mache einfach weiter. Er sei nie handgreiflich oder ähnliches, aber 

- 38 - 

er probiere einfach, grabsche weiter, suche die Nähe, so halt. Er habe ihr auch in 

der Öffentlichkeit unters Oberteil gefasst, ohne zu fragen. Der Beschuldigte habe 

ihr gesagt, er habe keine feste Freundin (Urk. D1/6/5 S. 11 ff.). 

2.7.2. An der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 20. September 2018 gab 

H._____ an, der Beschuldigte sei nett und man könne es lustig mit ihm haben. Er 

sei auch hilfsbereit, aber er sei nicht gut im Akzeptieren eines Neins. Wenn sie 

sich näher gekommen seien und sie nicht habe weitergehen wollen, habe er dies 

schlecht akzeptieren können. Er habe weiter probiert, ihr näher zu kommen und 

sie habe es dann abblocken müssen, indem sie ihn weggestossen habe. Es sei 

ein Hin und Her gewesen. Er sei näher gekommen. Sie habe ihn weggestossen 

und nein gesagt. Er sei auch mal weggelaufen und dann wieder gekommen. Er 

habe auch versucht, sie umzustimmen, sodass es nach einer anfänglichen 

Verneinung gleichwohl zu Sex gekommen sei, wobei der Sex jeweils im 

Einverständnis gewesen sei (Urk. D1/7/11 S. 4 f.). Im Übrigen bestätigte sie ihre 

polizeilichen Aussagen und gab an, sie habe bei ihm erlebt, dass er ein Nein nicht 

akzeptiert habe. Sie könne sich daher vorstellen, dass er es bei jemanden 

anderes auch so mache (Urk. D1/7/11 S. 3 und 6 f.).  

2.8. Aussagen von J._____ 

J._____ war Assistenzarzt des IRM. Er untersuchte den Beschuldigten am 12. 

August 2018 (vgl. Urk. D1/7/13). J._____ gab in der Einvernahme vom 12. 

November 2018 an, sich daran erinnern zu können, dass der Beschuldigte 

Angaben zum Sachverhalt gemacht habe, dies nachdem der Beschuldigte zuvor 

über seine Rechte aufgeklärt worden sei (vgl. Urk. D1/7/12 S. 3; Urk. D1/7/13 

letztes Blatt). Diese Aussagen habe er auch dokumentiert. So wie er sich erinnern 

könne, hätten sie sich gut auf Deutsch unterhalten können. Seiner Erinnerung 

nach habe der Beschuldigte angegeben, es sei zu einem einvernehmlichen 

Geschlechtsverkehr respektive des Versuchs gekommen (Urk. D1/7/12 S. 4). Auf 

Vorhalt seiner Anamnese "Danach habe sie [A._____] sich zu ihm begeben, ihn 

umarmt und vorgeschlagen, Geschlechtsverkehr zu haben. Darauf hätten sie sich 

in einen benachbarten Nebenraum/Keller begeben, wo er versucht habe, sie von 

hinten vaginal zu penetrieren. Dies sei jedoch gescheitert, da er keine 

- 39 - 

vollständige Erektion bekommen habe. Es sei dennoch zum ungeschützten 

Penetrationsversuch gekommen" (Urk. D1/7/13 S. 2 Mitte) gab er an, wenn er das 

so dokumentiert habe, sei es das, was er sich während der Untersuchung 

handschriftlich notiert und danach elektronisch erfasst habe. Er bezeuge, dass 

der Beschuldigte damals gesagt habe, es sei dennoch zum ungeschützten 

Penetrationsversuch gekommen (Urk. D1/7/12 S. 5 f.).  

 

2.9. Aussagen von K._____ 

K._____ war die Psychotherapeutin und Ärztin der Privatklägerin A._____ seit 

Sommer 2017. K._____ führte aus, die Privatklägerin leide an Anorexie und einer 

Borderlinestörung. Die Privatklägerin habe ihr zudem berichtet, dass bei ihr eine 

(absence) Epilepsie diagnostiziert worden sei. Diese Diagnostik betreffe aber 

nicht ihr Behandlungsverhältnis. Es sei richtig, dass die Privatklägerin Cipralex 20 

mg morgens, Trittico unretardiert 100 mg zur Nacht und Lamotirigin 200 mg am 

Morgen erhalten. Das Ciraplex sei wegen der depressiven Symptome und das 

Trittico zur Verbesserung des Schlafs. Lamotirigin sei für die Epilepsie. Für die 

Borderlinestörung gebe es keine Psychopharmaka. Man könne nur indirekt über 

die Symptomebekämpfung gegen die Störung vorgehen (Urk. D1/7/14 S. 4 ff.). 

Cipralex wirke nicht sedierend und wenig interagierend mit anderen Substanzen. 

Trittico sei ein Medikament, welches sediere und in Kombination mit Alkohol wäre 

zu erwarten, dass sich der sedierende Effekt verstärke (Urk. D1/7/14 S. 8). Zum 

inkriminierten Vorfall an sich führte K._____ aus, die Privatklägerin habe ihr 

gesagt, dass sie vergewaltigt worden sei. Die Privatklägerin habe nach dem 

Vorfall in der Therapie Symptome einer akuten Belastungsreaktion gezeigt, wie 

sie auch Personen ohne Borderlinesymptome zeigten (Urk. D1/7/14 S. 7 f.). 

2.10. Konkrete Beweiswürdigung  

2.10.1. Die Ausführungen der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 

A._____, des Beschuldigten und der Zeugin H._____ sind uneingeschränkt zu 

teilen und bedürfen keiner Ergänzung (Urk. 100 S. 28 f.). Die Erkrankungen und 

- 40 - 

der Drogen- und Medikamenteneinfluss der Privatklägerin zum Tatzeitpunkt 

ergeben keine Hinweise, dass die Privatklägerin in ihrer Wahrnehmung 

massgeblich eingeschränkt war. Auch bei den weiteren Zeugen, I._____, J._____ 

und K._____ bestehen keine Anhaltspunkte, an deren Glaubwürdigkeit zu 

zweifeln.  

2.10.2. Die Privatklägerin A._____ deponierte wenige Stunden nach dem Vorfall 

bei der Polizei, dass der Beschuldigte einen erigierten Penis gehabt habe, damit 

ungeschützt in ihre Vagina eingedrungen sei und sie vergewaltigt habe, wobei sie 

versucht habe, ihn wegzustossen, was nicht gegangen sei. Sie habe sich "wie 

gelähmt" gefühlt und "nein" gesagt. Auch gegenüber ihrer Freundin, I._____, gab 

die Privatklägerin an, dass sie soeben im Coiffeurgeschäft vergewaltigt worden 

sei, nachdem sie zur Street Parade zurückkehrt war. Die Privatklägerin umschrieb 

den sexuellen Übergriff anschaulich, authentisch und schlüssig, indem sie angab, 

der Beschuldigte habe sie zunächst im oberen Geschoss zu sich gezogen, dann 

ins Untergeschoss mitgenommen und sie anschliessend im Kellerbereich auf den 

Tisch gekriegt, wobei sie mit dem Bauch auf dem Tisch gelegen sei, er von hinten 

gekommen sei und mit dem Penis ungeschützt in ihre Vagina eingedrungen sei. 

Zuvor habe er ihre Hose und Unterhose runtergezogen. Er habe sie am Tisch 

festgehalten, wobei sei versucht habe, ihn wegzustossen und seine Hand 

wegzudrücken. Er habe aber weitergemacht. Sie habe ihm gesagt, dass sie das 

nicht wolle. Gegenüber der Staatsanwaltschaft schilderte die Privatklägerin den 

sexuellen Übergriff im Kerngeschehen deckungsgleich. Der Beschuldigte habe sie 

oben im Coiffeursalon zu sich hingezogen, nachdem sie die Toilette verlassen 

habe, und nach unten mitgenommen, was sie nicht gewollt habe. Sie habe "nein, 

ich will nicht" gesagt, versucht, den Beschuldigten wegzudrücken, wobei er, als 

sie mit dem Bauch auf dem Tisch gelegen sei, mit dem Penis in ihre Vagina 

eingedrungen sei. Der Beschuldigte habe verstehen können, dass sie keinen Sex 

mit ihm gewollt habe. Sie habe ihm das gesagt und ihn auch weggedrückt.  

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz handelt es sich um keine konstant 

geäusserte Unsicherheiten der Privatklägerin, ob eine Penetration mit den 

Fingern oder mit dem Penis des Beschuldigten stattgefunden habe. Die 

- 41 - 

Privatklägerin selbst sprach nie von einer Penetration mit einem oder mehreren 

Fingern. Vielmehr hielt sie grundsätzlich konstant fest, dass der Beschuldigte mit 

seinem Penis ungeschützt in ihre Vagina eingedrungen sei. Dass sie am Schluss 

gegenüber der Staatsanwaltschaft angab, nicht mehr zu wissen, ob es sich wie 

ein Penis angefühlt habe und gegenüber der Vorinstanz ausführte, hinten keine 

Augen zu haben, weshalb sie nicht gesehen habe, was "es" gewesen sei, ändert 

daran nichts, zumal sie ansonsten ausschliesslich von der Penetration mittels 

Penis berichtete und stets von einem erigierten Penis des Beschuldigten sprach. 

Letzteres ergibt sich aus dem von ihr konstant und bildhaft berichteten und gut in 

den Tatablauf passenden Vorfall, wonach der Beschuldigte zunächst – auf der 

untersten Treppenstufe hockend – seine Hose geöffnet, seinen steifen Penis 

herausgenommen und ihre Hand daran gedrückt habe, so dass sie diesen habe 

anfassen müssen (Urk. D1/6/1 S. 2 Frage 12; Urk. D1/7/7 S. 7 f. Frage 23, S. 12 

61 und 62, S. S. 17 Frage 104; Prot. I S. 30). Die Schilderungen der Privatklägerin 

A._____ widerspiegeln insgesamt einen realitätsnahen Geschehensablauf und 

sprechen für tatsächlich Erlebtes. Sodann hat die Privatklägerin A._____ auch bei 

ihrer Therapeutin, der Zeugin K._____, erwähnt, dass sie vergewaltigt worden sei 

(Urk. D1/7/14 S. 7 Frage 29). Dass sich die Privatklägerin im Rahmen ihrer 

Befragung vor Berufungsgericht nicht mehr erinnern konnte, ob der Beschuldigte 

mit seinem Glied oder einem Finger eingedrungen sei, tut diesen lebensnahen 

Schilderungen keinen Abbruch. Die Privatklägerin hielt ausdrücklich fest, dass sie 

das aus dem Kopf haben wolle und die Taktik des Verdrängens verfolge (Urk. 134 

S. 10). Damit lässt sich nebst der bereits vergangenen Zeitdauer auch zwanglos 

erklären, weshalb die Privatklägerin nicht mehr sagen konnte, ob der 

Beschuldigte bei der Treppe neben der Aufforderung für einen Blowjob gegen ein 

Entgelt (bereits) seine Hose geöffnet sowie sein Glied hinausgenommen habe 

(vgl. Urk. 134 S. 9).  

Dass sich die Privatklägerin gegenüber der Polizei auf das Kerngeschehen 

beschränkte bzw. konzentrierte und sich gegenüber der Staatsanwaltschaft 

wieder an weitere Details vor und nach dem eigentlichen sexuellen Übergriff 

erinnern konnte, ist nachvollziehbar und lebensnah, zumal sie unmittelbar nach 

dem Vorfall offensichtlich unter Schock stand. Überdies fand bei der Polizei noch 

- 42 - 

keine vertiefte Befragung der Privatklägerin statt. Vielmehr ging es – nebst einem 

zunächst groben Überblick zum angezeigten Vorkommnis – ebenso um die 

Eruierung des genauen Tatortes und der möglichen Täterschaft. So können die 

Angaben der Privatklägerin, dass der Beschuldigte bereits auf dem Weg zum 

Coiffeurgeschäft zudringlich geworden sei und sie abgeblockt und "nein" gesagt 

habe, worauf er aufgehört habe und sie im Coiffeurgeschäft auf die Toilette 

gegangen sei, nicht dazu führen, ihre konstanten Aussagen zum Kerngeschehen 

ernsthaft in Frage zu stellen. Die Privatklägerin gab schon bei der Polizei an, dass 

sie ihm gesagt habe, dass sie solche Sachen nicht mache, worauf er gesagt 

habe, dazu seien sie doch an der Street Parade. Mit der Vorinstanz und der 

Verteidigung erschliesst sich indessen aus den Aussagen der Privatklägerin nicht 

ohne Weiteres, wie es dazu gekommen ist, dass sie mit dem Beschuldigten in 

den Kellerbereich "mitgegangen" ist (Urk. 100 S. 31), obschon sie eigentlich nach 

dem Toilettengang wieder habe gehen wollen. Entgegen der Behauptung der 

Verteidigung (Urk. 138 S. 8) wusste die Privatklägerin aber nicht, ob der 

Beschuldigte die Türe des Coiffeurgeschäfts abschloss oder nicht (vgl. dazu ihre 

Aussage in Urk. D1/7/7 S. 23). Sie war bekanntlich auf dem WC. Letztlich ist die 

Frage jedoch unerheblich, ob die Privatklägerin freiwillig die Treppe 

runtergegangen ist oder der Beschuldigte sie an der Hand genommen und nach 

unten geführt hat. Den Aussagen der Privatklägerin ist klar zu entnehmen, dass 

sie dem Beschuldigten mehrfach deutlich durch Worte, namentlich "Nein", und 

Handlungen "wegstossen bzw. wegdrücken" zu verstehen gab, dass sie keinen 

sexuellen Kontakt wollte. Dies bestätigte sie auch nochmals deutlich in der 

Berufungsverhandlung. Sie habe "bitte nicht, mach es nicht, nein" gesagt, aber 

der Beschuldigte habe weitergemacht (Urk. 134 S. 10). Selbst wenn die 

Privatklägerin freiwillig die Treppe runtergegangen wäre, rechtfertigte dies 

selbstredend in keiner Art und Weise einen sexuellen Übergriff durch den 

Beschuldigten im Kellerbereich. Zudem gab die Privatklägerin konstant an, die 

Idee in den Kellerbereich zu gehen, sei vom Beschuldigten gekommen, was im 

Übrigen auch der Beschuldigte mehrfach bestätigte. Schlicht unzutreffend ist der 

Einwand der Verteidigung, die Privatklägerin habe in der 

Konfrontationseinvernahme vom 22. August 2018 angegeben, Kondome 

- 43 - 

mitgeführt zu haben (Urk. 138 S. 9), was im Widerspruch dazu stehe, dass sie 

keinen Sex haben wollte. Die Ausführungen der Privatklägerin in Frage 132 

beziehen sich klar auf einen anderen Mann, mit dem sie Tage vor dem 

inkriminierten Vorfall hätte Sex haben können und nicht auf den Beschuldigten 

bzw. den Tag des hier interessierenden Vorfalls (vgl. Urk. D1/7/7 S. 20). 

Die Vorinstanz erblickte eine (weitere) Ungereimtheit in den Aussagen der 

Privatklägerin darin, dass sie gegenüber der Polizei nicht erwähnt habe, dass der 

Beschuldigte ihr unten an der Treppe Geld für einen "Blowjob" geboten habe und 

ihre Hand an seinen nackten Penis geführt habe, bevor es zum eigentlichen 

Übergriff gekommen sei (Urk. 100 S. 30 f.). Entgegen den Ausführungen der 

Vorinstanz gab die Privatklägerin bereits gegenüber der Polizei an, dass der 

Beschuldigte ihr Geld für einen "Blowjob" geboten habe (Urk. D1/6/1 S. 2 Frage 

12). Dass sie dort zusätzlich angab, dass er sie auch an ihren Brüsten angefasst 

habe, ist ein vernachlässigbares Detail. Gegenüber der Vorinstanz wie auch 

schon bei der Staatsanwaltschaft bestätigte die Privatklägerin zudem mehrfach, 

dass der Beschuldigte zunächst am Treppenende seinen Penis hervorgenommen 

habe, ihre Hand an seinen Penis gehalten und gesagt habe, sie soll ihm "eins 

blasen" und ihr Geld dafür geboten habe. (Urk. D1/7/7 S. 7 Frage 23, S. 11 Frage 

42, S. 15 Frage 88; Prot. I S. 23). Am Wahrheitsgehalt dieser Aussage, dass der 

Beschuldigte ihr Geld gegen Oralsex offeriert habe, ist nicht zu zweifeln. Als 

realitätsnah erweist sich diesbezüglich besonders die Beschreibung der Privat-

klägerin, auf ihre Erwiderung "nein, ich will nicht" sei der Beschuldigte immer 

weiter mit dem Preis gegangen, nachdem er bei Fr. 50.– angefangen habe. 

Sodann zeugt solches Verhalten des Beschuldigten unmissverständlich davon, 

dass er von der Privatklägerin Sex forderte, und sei es käuflichen. Seine Aussage 

auf den entsprechenden Vorhalt, das stimme nicht, er habe ja selber kein Geld 

(Prot. I S. 41), ist nicht zu hören. Abgesehen davon, dass es sich auch nur um ein 

blosses Zahlungsversprechen hätte handeln können, ist zu konstatieren, dass der 

zu beurteilende Vorfall sich in dem von einem seiner älteren Brüder geführten 

Coiffeursalon ereignete, wo der Beschuldigte als Lehrling tätig und mit den 

Verhältnissen fraglos vertraut war. Selbst wenn er selber kein (ausreichendes) 

Geld auf sich gehabt haben sollte, ist davon auszugehen, dass er Kenntnis von 

- 44 - 

einer vorhandenen und ihm auch zugänglichen (Reserve-)Geldquelle gehabt 

hätte, zumindest einer Kaffeekasse. Eine weitere plausible Steigerung im 

Vorgehen des Beschuldigten zeigt sich darin, dass er gemäss der überzeugenden 

Darstellung der Privatklägerin – die sein Angebot ablehnte und erneut ihren 

Wunsch kundtat, nach Hause gehen zu wollen – diese anschliessend zum Tisch 

hinzog, wo sich dann das Kerngeschehen abspielte, wozu er zuvor noch das Licht 

löschte (Urk. D1/6/1 S. 4 Frage 27). Auch an letzterem ist nicht zu zweifeln, führte 

der Beschuldigte doch selber aus, Sex ohne Licht sei besser (Urk. D1/6/3 S. 4 

Frage 36). Im Übrigen ist nachvollziehbar, dass sich die Privatklägerin unmittelbar 

nach dem Vorfall in ihren Schilderungen gegenüber der Polizei auf das 

Kerngeschehen bzw. den eigentlichen sexuellen Übergriff beschränkte bzw. 

konzentrierte. So gab sie selbst zu Beginn der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme an, sich wieder an mehr zu erinnern. Der sexuelle Übergriff wird 

zudem wie gezeigt deckungsgleich geschildert.  

Berücksichtigt man zudem die beiden Videoaufnahmen vom Coiffeurgeschäft ist 

festzuhalten, dass die Privatklägerin nach dem Toilettengang Richtung Ausgang 

läuft, gehen möchte und vom Beschuldigten zu sich gerufen wird, was auch der 

Beschuldigte – entgegen seiner Sachdarstellung – einräume musste (Prot. I 

S.41 f.; Urk. 135 S. 9). Entsprechend ergriff nachweislich der Beschuldigte die 

Initiative und machte den ersten Schritt im Coiffeurgeschäft. Der Schluss der 

Vorinstanz, die Videoaufnahmen der Privatklägerin beim Verlassen des Geschäfts 

würden nicht den Eindruck vermitteln, dass unmittelbar zuvor der in der 

Anklageschrift umschriebene Zwang gegen sie ausgeübt worden sei, ist nicht zu 

teilen. Es ist deutlich zu hören, wie die Privatklägerin ihren Unmut gegenüber dem 

Beschuldigten äusserte und zielgerichtet Richtung Ausgang lief. Dass sie sich 

noch die Haare und ihr Top richtete, bevor sie das Geschäft verliess, ist 

lebensnah und kann nichts über die Einvernehmlichkeit von zuvor erfolgten 

sexuellen Handlungen aussagen. Es ist zudem ersichtlich, wie die Privatklägerin 

tief Luft holte und sich sammelte, bevor sie aus dem Geschäft ging, was ebenfalls 

dafür spricht, dass sich soeben etwas Unerfreuliches ereignet hatte. Im Übrigen 

sagte die Privatklägerin ohnehin, die Aufnahmen hätten nicht ihre wirkliche 

Verfassung widerspiegelt. Sie habe sich gewundert, dass es so normal aussehe. 

- 45 - 

Innerlich sei sie leer gewesen. Sie habe das Ganze irgendwie nicht realisiert. Es 

sei surreal gewesen wie in einem Film, als wäre sie daneben gestanden und hätte 

zugeschaut (Urk. D1/6/1 S. 3 Frage 16; Urk. D1/7/7 S. 14 Fragen 79 und 82 ff.; 

Prot. I S. 32 und Urk. 134 S. 11). Die Privatklägerin beschreibt hier offensichtlich 

einen vorübergehenden dissoziativen Zustand, wie er nach einem traumatischen 

Erlebnis auftreten kann. Darin liegt ein weiteres Indiz für die eingeklagte Tat. Ihre 

Kollegin habe ihr dann angesehen, dass irgendetwas nicht mehr stimme 

(Urk. D1/6/1 S. 3 Frage 16). Das bestätigte wie gesehen die Zeugin I._____. Dass 

die Privatklägerin den Beschuldigten beim Hinausgehen auf eine allfällige 

Schwangerschaft ansprach, deutet zudem ebenfalls darauf, dass der 

Beschuldigte mit seinem Penis eingedrungen ist. Wäre der Beschuldigte lediglich 

mit einem oder zwei Fingern eingedrungen, hätte sie keinen Grund gehabt, eine 

solche Äusserung von sich zu geben. Mit dieser Äusserung im Einklang steht 

ferner die zugehörige Erklärung der Privatklägerin, wonach der Beschuldigte es 

ohne Kondom gemacht und sie ihre Pille abgesetzt habe und dass sie auch aus 

diesem Grund nicht mit jemandem Geschlechtsverkehr gehabt hätte (Urk. D1/7/7 

S. 14 und 16 Fragen 77 f. und 96).  

Auch die Schilderung eigener psychischer Vorgänge und Gedanken im Zuge des 

Tatgeschehens, welche die Privatklägerin zahlreich zu Protokoll gab, deuten auf 

tatsächlich Erlebtes hin. Neben der bereits erwähnten Leere beim Hinausgehen 

und dem Gedanken an eine mögliche Schwangerschaft sind etwa zu nennen: das 

Gefühl, beim Hinuntergehen und dann beim Vorfall völlig perplex, wie gelähmt, 

paralysiert zu sein, sich wie ein Stück Fleisch bzw. sich so dreckig resp. hilflos, 

ängstlich gefühlt zu haben (z.B. Urk. D1/7/7 S. 8 Frage 23, S. 10 f. Fragen 36, 38 

40 und 54, S. 14 Fragen 82 ff.). Damit einher geht das Eingeständnis einer ge-

wissen Schwäche, beispielsweise, dass sie sich verbal mehr wehren konnte als 

physisch (z.B. Urk. D/1/7/7 S. 10 f. Fragen 40 und 54, S. 15 Fragen 85 und 90).  

Dass die Privatklägerin bei der Rückkehr zu ihrer Gruppe dem Bruder ihrer 

Freundin unvermittelt und sichtlich Trost suchend in die Arme fiel, in Tränen 

ausbrach und wiederholt sagte, vergewaltigt worden zu sein (vgl. Urk. D1/7/7 S. 8 

Frage 2; Urk. D1/7/10 S. 3 Fragen 8 f.), anlässlich des folgenden Aufsuchens des 

- 46 - 

mobilen Polizeipostens Schillerstrasse äusserst aufgelöst und kaum zu sprechen 

in der Lage, weil sie immer wieder weinte und beim mit der Polizei und der Zeugin 

I._____ gemeinsamen Eintreffen vor dem mutmasslichen Tatort, dem 

Coiffeurgeschäft "Coiffeur F._____" an der G._____-strasse ... sofort 

zusammenbrach und zu weinen begann (vgl. Urk. D1/1 S. 2), sind weitere 

verlässliche Anzeichen für das eingeklagte Geschehnis. Das gilt umso mehr, als 

die Privatklägerin bis dahin mit einer Guppe aus etwa 10 Kolleginnen und 

Kollegen frohgemut unterwegs gewesen war und einen ungetrübten Nachmittag 

und Abend verbracht hatte (vgl. Urk. D1/7/7 S. 5 f. Frage 22 und S. 22 f. Fragen 

147 und 151). Gleiches ist zu sagen betreffend erneute Erschütterungen mit 

teilweise heftigem Weinen der Privatklägerin anlässlich ihrer Einvernahmen. 

Schliesslich bestätigte auch ihre behandelnde Ärztin in der Zeugenaussage, dass 

die Privatklägerin nach dem eingeklagten Vorfall Symptome einer akuten 

Belastungsreaktion zeigte, ohne Zusammenhang mit der bestehenden Diagnose 

der Borderline-Störung (Urk. D1/7/14 S. 7 Frage 31). Dass die Einnahme der 

verschriebenen Medikamente ode