# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebcaee82-0e2f-51f6-8d16-fe46f89b1f96
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.03.2022 SB210354
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210354_2022-03-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210354-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie  

Gerichtsschreiberin MLaw N. Hunziker 

 

Urteil vom 31. März 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Raub  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon  
vom 17. November 2020 (DG200015) 

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Anklage  
(Urk. 36) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. April 

2020 ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 57 S. 36 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen. 

5. Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausgeschrieben. 

6. Der nachfolgend genannte, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

24. März 2020 beschlagnahmte Gegenstand, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vatentriage, wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− 1x Messer (Asservat Nr. A011'854'845). 

7. Die nachfolgend genannten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 24. März 2020 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservatentriage, werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf 

erstes Verlangen herausgegeben: 

− 1x schwarzes Langarm-Shirt (Asservat Nr. A011'878'118); 

− 1x schwarze Trainerjacke, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten (Asser-
vat Nr. A011'996'853); 

− 1x Sportschuhe, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten   
(Asservat Nr. A'011'996'897); 

− 1x Trainerhose, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten  
(Asservat Nr. A011'996'922). 

Sofern der Beschuldigte die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils verlangt, werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen. 

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8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (B._____) Fr. 1'800.00 zuzüglich 

5 % Zins seit 8. September 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die Schadenersatzansprüche des Privatklägers 2 (B._____) werden auf den Zivilweg 

verwiesen. 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'250.00   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 916.75   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 1'499.50   Auslagen (Polizei). 

11. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidigerin des 

Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 21'600.00 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) 

entschädigt. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO beim Beschuldigten. 

14. (Mitteilungen.) 

15. (Rechtsmittel.)  

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5 f.) 

a) der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 58 S. 2; Urk. 68 S. 2 f.; schriftlich) 

 "1. Es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziff. 1 des Urteils 

des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 vom Tatvorwurf 

des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen; 

  2. es sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 und Ziff. 3 des Urteils des 

Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 die Freiheitsstrafe 

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vom 30 Monaten, unter Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs von 

21 Monaten, ersatzlos aufzuheben; 

  3. eventualiter sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 und Ziff. 3 des Ur-

teils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 der Be-

schuldigte zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 24 Monaten, unter 

Gewährung des bedingten Strafvollzugs, zu verurteilen; 

  4. es sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 4 und Ziff. 5 des Urteils des 

Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 von der Anordnung 

einer Landesverweisung von 7 Jahren nach Art. 66a und einer ent-

sprechenden Ausschreibung im Schengener Informationssystem abzu-

sehen;  

  5. es sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 8 des Urteils des Bezirks-

gerichts Dietikon vom 17. November 2020 der Genugtuungsanspruch 

des Privatklägers, Herr B._____, in Höhe von CHF 1'800.00 zuzüglich 

5% Zins seit dem 8. September 2018, abzuweisen; 

  6. es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziff. 10 bis 

Ziff. 12 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 

2020 von der Leistung der Kosten der Untersuchung und des gerichtli-

chen Verfahrens zu befreien; 

 alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% MWST zu 

Lasten des Staates." 

b) der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 66; schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

  

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c) des Privatklägers B._____: 

(Urk. 87; schriftlich) 

 "1. Schuldspruch im Sinne der Anklage, 

 2. Verpflichtung von A._____ zur Bezahlung einer Genugtuung von 

CHF 1'800 zuzüglich Zins seit 8. September 2018 an den Privatkläger." 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend "Staatsanwalt-

schaft") erhob am 14. April 2020 gegen den Beschuldigten Anklage wegen quali-

fizierten Raubes (Urk. 36). Gleichzeitig erhob die Staatsanwaltschaft gegen drei 

weitere Personen (B._____ [Privatkläger im vorliegenden Verfahren], C._____ 

[Privatkläger im vorliegenden Verfahren] und D._____) Anklage betreffend Angriff 

und Drohung, über welche Vorwürfe vor Vorinstanz gemeinsam verhandelt wurde 

(vgl. hierzu Prot. I S. 6 und Erw. III/3.3.3.). Mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon 

vom 17. November 2020 wurde der Beschuldigte gemäss dem eingangs wieder-

gegebenen Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Ur-

teil meldete er fristgemäss Berufung an (Urk. 52). Die anderen Beschuldigten 

wurden rechtskräftig freigesprochen (vgl. Prot. I S. 71 ff. und Urk. 94).  

 2. Nach Zustellung des begründeten Urteils reichte der Beschuldigte mit 

Eingabe vom 28. Juni 2021 seine Berufungserklärung ein (Urk. 58). Am 2. Juli 

2021 wurde ein neuer Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (Urk 

61). Mit Verfügung vom 9. Juli 2021 wurde den Privatklägern sowie der Staatsan-

waltschaft Frist angesetzt um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, 

oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 64). 

Mit Eingabe vom 13. Juli 2021 erklärte die Staatsanwaltschaft ihren Verzicht auf 

Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 66). Die Privatkläger liessen sich nicht vernehmen.  

- 6 - 

 3. Am 16. Juli 2021 erreichten das Gericht mehrere Beweisanträge und eine 

Vorabbegründung der Berufung der amtlichen Verteidigerin (Urk. 68; Schriftsatz 

mit Datum 28. Juni 2021).  

 4. Am 6. Januar 2021 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 31. März 

2022 vorgeladen (Urk. 72). Mit Verfügung vom 19. Januar 2022 wurde den Privat-

klägern und der Staatsanwaltschaft – dieser eine obligatorische – Frist angesetzt, 

um zu den Beweisanträgen des Beschuldigten Stellung zu nehmen (Urk. 75). Der 

Vertreter des Privatklägers C._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, liess sich am 

21. Januar 2022 vernehmen (Urk. 77). Gleichzeitig reichte er seine Honorarnote 

ein (Urk. 79 [unter dem Titel "amtliche Verteidigung"]). Die Staatsanwaltschaft 

nahm am 26. Januar 2022 Stellung (Urk. 80). Die amtliche Verteidigerin ihrerseits 

stellte mit Eingabe vom 9. Februar 2022 – in teilweiser Wiederholung – abermals 

Beweisanträge (Urk. 82). Mit Verfügung vom 15. Februar 2022 wurden die Be-

weisanträge des Beschuldigten abgewiesen (Urk. 85). Mit Schreiben vom 11. 

März 2022 teilte die Vertreterin von B._____ mit, dass sie beide nicht zur Ver-

handlung vom 31. März 2022 erscheinen würden. Gleichzeitig beantragte sie ei-

nen Schuldspruch im Sinne der Anklage und die Verpflichtung des Beschuldigten 

zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 1'800.00 zuzüglich Zins seit 8. Septem-

ber 2018 an den Privatkläger. Zudem stellte sie Rechnung für ihre Bemühungen 

[als unentgeltliche Geschädigtenvertreterin] (Urk. 87).  

 5. Am 21. März 2022 wurden die Vorakten der Staatsanwaltschaft Win-

terthur/ Unterland betr. C-1/2013/1267 beigezogen (Urk. 90). Mit Zuschrift vom 

22. März 2022 reichte die amtliche Verteidigerin ihre Honorarnote ein (Urk. 91 und 

93). Am 30. März 2022 wurde erneut ein aktueller Strafregisterauszug über den 

Beschuldigten eingeholt (Urk. 95). 

 6. Die Berufungsverhandlung vom 31. März 2022 konnte ordnungsgemäss 

durchgeführt werden. Zu dieser erschienen der Beschuldigte in Begleitung seiner 

amtlichen Verteidigerin Rechtsanwältin lic. iur. X._____ (Prot. II S. 5). Vorfragen 

waren anlässlich der Berufungsverhandlung keine zu entscheiden und – abge-

sehen von der Befragung des Beschuldigten – auch keine Beweise abzunehmen 

(Prot. II S. 7). Nach dem Schlusswort verzichtete der Beschuldigte auf eine 

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mündliche Urteilseröffnung und -erläuterung (Art. 84 Abs. 3 StPO; Prot. II S. 8). 

Die geheime Beratung fand gleichentags statt, das Urteil wurde ebenfalls am 31. 

März 2022 gefällt (Prot. II S. 9 ff.; Urk. 97) und den Parteien anschliessend schrift-

lich im Dispositiv eröffnet. 

II. Prozessuales 

 1.1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur 

in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 1.2. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Schuld- und 

Strafpunkt (Dispositiv-Ziffer 1-3), die Landesverweisung und deren Ausschreibung 

im Schengener Informationssystem (Dispositiv-Ziffer 4 und 5), die Zivilpunkte 

(Dispositiv-Ziffer 8 und 9) sowie die Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 12 und 13). 

Unangefochten blieben demgegenüber die Entscheidungen betreffend beschlag-

nahmte Gegenstände (Dispositiv-Ziffer 6 und 7) sowie die Kosten- und Entschä-

digungsfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 10 und 11; vgl. Urk. 58 S. 2; Urk. 68 S. 2 f.; 

Prot. II S. 7). In diesem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 

StPO). Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.  

 2. Auf die Frage der Verwertbarkeit von Aussagen ist unter E. III/3.4 f. ein-

zugehen.  

 3. Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-

des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungs-

instanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. 

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 4. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet. 

III. Sachverhalt 

 1. Anklagevorwurf 

 Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, den nachmaligen 

Geschädigten und Privatkläger B._____ (nachfolgend B._____), welcher im Be-

griffe gewesen sei, am 8. September 2018 um zirka 01:15 Uhr auf dem Parkplatz 

an der E._____-Strasse in F._____ [Ortschaft] aus dem Auto zu steigen, zusam-

men mit einer unbekannten Täterschaft die Umhängetasche, enthaltend Bargeld 

mit insgesamt rund Fr. 11'000.00 (gestückelt in Noten zu Fr. 100.00 und Fr. 

200.00) entrissen zu haben. Der Beschuldigte und sein Mittäter hätten B._____ 

mit Schlägen gegen den Kopf traktiert, um die Umhängetasche mit dem darin be-

findlichen Geld an sich zu nehmen. Zu diesem Zweck soll der Beschuldigte auch 

das mitgeführte Klappmesser (Klingenlänge ca. 9 cm) eingesetzt und damit 

B._____, welcher sich gegen die Wegnahme seiner Tasche mit den Händen ge-

wehrt habe, in die Brustgegend gestochen haben. Daraufhin sollen der Beschul-

digte und die unbekannte Täterschaft, beide maskiert, zu Fuss – mit der Beute – 

die Flucht ergriffen haben.  

Der Übergriff habe bei B._____ zu einer Stichverletzung subkutan thorakal links, 

einer Chauffeurfraktur links sowie einer Luxation im Dig IV im PIP-Gelenk links 

sowie zu einer Rissquetschwunde an der Hand palmar links, geführt. Eine unmit-

telbare, akute Lebensgefahr habe für B._____ nicht bestanden.  

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er – zusammen mit einer zweiten Täter-

schaft – B._____ bereits körperlich überlegen gewesen sei. Es sei B._____, wel-

cher von den beiden maskierten Männern beim Aussteigen aus dem Fahrzeug 

überrascht worden sei, letztlich auch nicht möglich gewesen, der Übermacht der 

beiden Täter entgegenzuwirken, was der Beschuldigte gewusst und mit seinem 

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Handeln auch bezweckt habe. Durch den bewussten Einsatz eines Messers habe 

der Beschuldigte zudem ein skrupelloses Verhalten gezeigt, was ihn jedoch von 

seinem Handeln nicht abgehalten habe (zur Anklage im Einzelnen vgl. Urk. 36). 

2. Standpunkt des Beschuldigten 

 Der Beschuldigte bestreitet den Anklagevorwurf und hält diesem eine 

komplett andere Geschichte entgegen. Er macht zusammengefasst geltend, er 

sei an jenem Abend, an gleicher Stelle und Zeit, zu Fuss unterwegs in eine 

Shisha-Bar gewesen, als er aus dem Nichts und grundlos von einem rückwärts 

aus einem Parkfeld fahrenden Auto angefahren worden sei. Hernach sei er von 

den beiden Insassen sowie in der Folge von weiteren hinzugekommenen Perso-

nen – teilweise mit langen Holzstücken – brutal bis zur Bewusstlosigkeit zusam-

mengeschlagen, mit Füssen getreten und mit dem Tod bedroht worden (Urk. 4/1-

4; Urk. 7/1-3; Prot. I S. 34 ff.; Urk. 96 S. 9 ff.). 

3. Beweiswürdigung  

 3.1. Angesichts der Bestreitungen ist zu prüfen, ob der Anklagesachverhalt 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vorgebrachten Argumente erstellt und 

dem Beschuldigten mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden kann. 

 3.2. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung sowie die vor-

liegend relevanten Beweismittel zutreffend wiedergegeben, worauf zur Vermei-

dung von Wiederholungen zu verweisen ist (Urk. 56 S. 5 ff.). Im Sinne einer teil-

weisen Ergänzung und Zusammenfassung ist mit Bezug auf die nachfolgend vor-

zunehmende Beweiswürdigung festzuhalten, dass gemäss der aus Art. 8 und 32 

Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio 

pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld eines Angeklagten zu vermu-

ten ist, dass dieser einer strafbaren Handlung unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 

StPO).  

 3.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind 

diese frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bei der Würdigung von Aussagen 

darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von 

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Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der 

konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Dieser Ansatz wurde vom Bundes-

gericht vor kurzem im Urteil 6B_323/2021 vom 11. August 2021, E. 2.3.3., bestä-

tigt: "Das Konzept einer 'allgemeinen Glaubwürdigkeit' wird in der Aussagepsy-

chologie als wenig brauchbar bewertet. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit eines 

Zeugen im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kommt nach heutiger 

Erkenntnis bei der Würdigung von Zeugenaussagen daher kaum mehr relevante 

Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine 

Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage. Dabei wird die 

konkrete Aussage durch methodische Analyse ihres Inhalts (Vorhandensein von 

Realitätskriterien, Fehlen von Fantasiesignalen) darauf überprüft, ob die auf ein 

bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der be-

fragten Person entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile 6B_257/2020 vom 24. 

Juni 2021 E. 5.4.3; 5A_550/2019 vom 1. September 2020 E. 9.1.3.1; je mit Hin-

weisen). Entscheidend für den Beweiswert einer Zeugenaussage ist daher die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Zeugenaussage und nicht die allgemeine Glaub-

würdigkeit des Zeugen als persönliche Eigenschaft." Das für die Zeugenaussage 

Gesagte kann auf die Aussagenwürdigung generell übertragen werden, mithin 

auch für die Aussagen der Auskunftspersonen und Beschuldigten. 

 3.4. Die Vorinstanz hat bezüglich der Beteiligten zu Recht darauf hinge-

wiesen, dass diese, inklusive der Beschuldigte und B._____, teilweise in 

verschiedenen Parteirollen (als Geschädigte/Auskunftspersonen/Privatkläger bzw. 

Beschuldigte) mit entsprechenden Aussagerechten und -pflichten einvernommen 

wurden (Urk. 36 S. 7 f.).  

 Hintergrund dafür ist, dass die Gegenvorwürfe des Beschuldigten (entspre-

chend der Phase ab dessen behaupteter Flucht, Verfolgung und Arretierung) in 

Anklagen und separaten Strafverfahren vor dem Bezirksgericht Dietikon gegen 

B._____ (DG200016-M), D._____ (DG200017-M) und C._____ (DG200018-M) 

mündeten. Gemäss Staatsanwaltschaft soll B._____ nach der Flucht der unbe-

kannten zwei Täter seinen Kollegen C._____ über den Überfall informiert haben, 

worauf die beiden die Verfolgung der Täterschaft aufgenommen hätten, B._____ 

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mit dem Auto und C._____ zu Fuss. Letztlich soll es B._____ gelungen sein, den 

heutigen Beschuldigten mit dem Fahrzeug einzuholen und ihm den Weg zu ver-

sperren. Schliesslich soll B._____ sein Fahrzeug rückwärts gelenkt und damit den 

Beschuldigten zwischen einem Gerüst und dem Fahrzeug eingeklemmt haben, 

worauf dieser gestürzt sei. Zu dritt sollen sie – B._____, C._____ und der hinzu-

gekommene D._____ – in der Folge den zum Teil am Boden liegenden heutigen 

Beschuldigten A._____ mit Fäusten und mit einem Holzstück attackiert haben, so 

die Zusammenfassung der Staatsanwaltschaft anlässlich der gemeinsamen 

Hauptverhandlung vor Vorinstanz (vgl. Prot. I S. 6 ff. und Urk. 46 S. 3). Die dort 

Beschuldigten B._____, D._____ und C._____ wurden von der Vorinstanz rechts-

kräftig freigesprochen (vgl. Prot. I S. 71 ff.; Urk. 94). Diese Ausgangslage führt 

aber nicht zu einer erhöhten Glaubwürdigkeit der Freigesprochenen bzw. einer 

reduzierten des Beschuldigten. Es ist vielmehr von gleicher Glaubwürdigkeit aus-

zugehen und es sind nachfolgend die konkreten Aussagen der Beteiligten kritisch 

zu hinterfragen.  

 3.5. Die verschiedenen Parteirollen tangieren auch die Verwertbarkeit der 

Aussagen nicht. Die beteiligten Geschädigten/Beschuldigten wurden alle mitei-

nander konfrontiert (Urk. 7/13). Einzig zwischen dem Beschuldigten und G._____, 

der nur als polizeiliche Auskunftsperson einvernommen wurde und nicht als 

Beschuldigter in Erscheinung trat (Urk. 8/1), fand später keine Konfrontation statt. 

Dessen Aussagen können daher nur zugunsten des Beschuldigten berücksichtigt 

werden. 

 4.1. Der Anklagesachverhalt basiert auf den belastenden Aussagen von 

B._____. Weitere Zeugen für den behaupteten Raub gibt es nicht. Die Vorinstanz 

hat die relevanten Aussagen von B._____ richtig zusammengefasst und zutref-

fend gewürdigt (Urk. 57 S. 11 ff.), worauf zunächst verwiesen werden kann. 

Nachvollziehbar und sachlich schilderte B._____ über die diversen Einvernahmen 

hin weg, wie er vor dem Aussteigen aus dem Fahrzeug auf dem Parkplatz die 

Umhängetasche, welche sich auf dem Beifahrersitz befunden habe, an sich ge-

nommen und die Autotüre geöffnet habe, und wie in diesem Moment, als er einen 

Fuss vor das Auto gesetzt habe, zwei maskierte Männer, welche Handschuhe ge-

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tragen hätten, an ihn herangetreten und auf ihn losgegangen seien. In der Tasche 

hätten sich Fr. 12'000.00 befunden. Die Täter hätten ihn hauptsächlich gegen den 

Kopf geschlagen, wogegen er sich mit den Händen gewehrt habe. Es sei den bei-

den Tätern jedoch gelungen, die Tasche mit dem darin befindlichen Geld an sich 

zu nehmen. Im Auto, noch auf dem Parkplatz, auf welchem er überfallen worden 

sei, habe er Blut bemerkt und gesehen, dass er an der Handinnenfläche verletzt 

ist. Dass er hingegen in den Oberkörper gestochen worden sei, habe er erst spä-

ter im Spital bemerkt, als er das T-Shirt habe ausziehen müssen (Urk. 3/1 S. 5; 

Prot. I S. 17). 

 Er habe sofort seinem Kollegen C._____ telefoniert, welcher, wie zuvor ver-

einbart, auf ihn beim Eingang des dortigen "Kaffee H._____" gewartet habe. 

B._____ schilderte anhand eines Kartenausschnitts (vgl. Urk. 7/1 S. 7 ff.) die Ver-

folgungsjagd von ihm – per Auto – und C._____, der zu Fuss unterwegs gewesen 

sei. Letztlich sei es ihm gelungen, wenigstens einen der Täter – den heutigen 

Beschuldigten – in einer Sackgasse einzuholen und ihm den Weg zu versperren. 

Dieser habe sich mit dem Rücken zum dortigen Gerüst befunden. Er sei dann mit 

dem Fahrzeug rückwärts gefahren, wobei es sein könne, dass er den Beschuldig-

ten hierbei angefahren bzw. wie er später aussagte, allenfalls gestreift habe, um 

ihn zu blockieren. Dem anderen, unbekannten Täter sei die Flucht gelungen. Die 

Beschädigungen am Auto erklärte sich B._____ damit, dass er rückwärts in das 

Gerüst gefahren sei. Zusammen mit C._____ habe er den Beschuldigten gestellt, 

dann mit diesem gekämpft, um ihn an der Flucht zu hindern, wobei es seinerseits 

zu Schlägen und allenfalls auch Fusstritten gekommen sei. Ein Holzstück, so wie 

dies der Beschuldigte behauptet habe, sei jedoch nicht zum Einsatz gekommen 

(Urk. 7/1 S. 12 f.).  

 Der Beschuldigte habe sich mit einem Knie am Boden befunden, ganz am 

Boden habe sich dieser nie befunden. Später führte er jedoch aus, dieser habe 

sich doch am Boden befunden, als er mit ihm gekämpft habe. Es sei ihm dann ge-

lungen, diesem sowohl die Kappe, als auch die Maske in Form eines T-Shirts 

wegzunehmen. Der Beschuldigte habe ständig versucht zu flüchten, was man je-

doch zu verhindern gewusst habe. Irgendwann habe sich der Beschuldigte auf die 

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Strasse gesetzt, allenfalls, weil er erschöpft gewesen sei. Er habe dann ein Foto 

von ihm gemacht (Urk. 7/1 S. 13).  

 Es seien im Verlaufe der Auseinandersetzung zwei weitere Personen, unter 

anderem D._____, dazugekommen. Sie hätten dann das Messer auf dem Be-

schuldigten bemerkt. Der Beschuldigte habe mit dem Messer herumgefuchtelt 

und Stichbewegungen damit gemacht. Dies habe er selber nicht gesehen, jedoch 

habe man ihm dies erzählt. Das Messer hätten sie ihm dann übergeben. Das sei 

auch der Moment gewesen, als er das Messer zum ersten Mal gesehen habe 

(Urk. 3/1 S. 6, Urk. 7/1 S. 4 ff.).  

 In der Folge, noch bevor die Polizei eingetroffen sei, sei es dem Beschuldig-

ten doch noch gelungen zu flüchten. Das T-Shirt, welches ihm als Maske gedient 

habe, habe man dann gefunden und der Polizei übergeben. B._____ bestreitet, 

den Beschuldigten mit einem Holzstück geschlagen zu haben, ebenso wenig will 

er ein solches Holzstück überhaupt gesehen haben. Eine Drohung, man solle ei-

ne Pistole holen, will B._____ ebenfalls nicht gehört haben (vgl. im Einzelnen 

(Urk. 3/1 S. 2 ff.; Urk. 3/2 S. 3; Urk. 7/1 S. 3 ff.; Urk. 7/2 S. 3 ff.; Urk. 7/3 S. 9 ff. 

und Prot. I S. 8 ff.) 

 4.2. Mit der Vorinstanz erweisen sich die lebensnahen, authentisch und 

tatsächlich erlebt wirkenden, in der Abfolge logischen, keine Strukturbrüche auf-

weisenden und im Kerngeschehen detaillierten und konstanten Aussagen von 

B._____ bezüglich des Ablaufs des Raubes glaubhaft. Zudem ist bei B._____ 

kein Belastungseifer auszumachen, wie auch die Vorinstanz richtig ins Treffen 

führte (Urk. 57 S. 12). So fehlen hinsichtlich des Messereinsatzes jegliche theatra-

lischen Elemente. B._____ berichtete gegenteils sachlich und konsistent, dass er 

selber beim Überfall weder das Messer noch den Stich wahrgenommen habe, 

womit er den Messerstich auch nicht spezifisch dem Beschuldigten anlastete 

(Urk. 3/1 S. 5, Urk. 7/1 S. 4 und S. 12, Urk. 7/3 S. 10 und S. 13 sowie Prot. I S. 

17). Das spricht für die Glaubhaftigkeit seiner Schilderungen.  

 4.3. Andererseits belastete B._____ auch sich selber, indem er jedenfalls 

nicht ausschliessen konnte, den Beschuldigten beim Verfolgungsversuch mit dem 

- 14 - 

Auto gestreift zu haben, und dass es danach auch zu einer Schlägerei bzw. zu ei-

nem Kampf gekommen sei, wobei er zu seinen ausgeteilten Schlägen und Tritten 

wenn auch bildlich konzedierte, einen Räuber behandle man halt nicht wie eine 

Prinzessin (Urk. 7/1 S. 27). Dass er die Streifkollision mit dem Beschuldigten nicht 

wahrgenommen haben will, stellte die Verteidigung in Frage und schloss darauf 

auf Verharmlosung und Unglaubhaftigkeit der Aussagen von B._____ (Urk. 48 S. 

9 f.; Urk. 68 S. 9 f.). Das Nichtbemerken eines Aufpralls erschiene in der Tat über-

raschend, könnte aber auch mit dem von B._____ beschriebenen Schockzustand 

erklärt werden.  

 4.4. Einziges Fragezeichen bleibt hinsichtlich der behaupteten Summe des 

mitgebrachten Geldes – B._____ sprach im Übrigen immer von Fr. 12'000.00 und 

nicht von Fr. 11'000.00 gemäss Anklageschrift – und seiner dazu noch wider-

sprüchlichen Begründung, weshalb er sich zu dieser Tageszeit an dieser Örtlich-

keit mit einer derart hohen Barschaft aufhielt. Zu einem Zusammenhang zum Club 

vor Ort, in dem Karten gespielt werde, wollte er sich vor Vorinstanz nicht äussern 

(Prot. I S. 10 f.). Diesbezüglich kann auf die überzeugenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 57 S. 13). Im Übrigen kann aber gesagt wer-

den, dass die in sich stimmigen Aussagen von B._____ zum Überfall selber in 

vielfältiger Hinsicht objektiviert werden, wie nachfolgend aufzuzeigen ist. 

 5.1. Der glaubhaften Darstellung zum Ablauf des Raubes stehen die nicht 

überzeugenden Aussagen des Beschuldigten gegenüber. Die Vorinstanz hat sie 

in den wesentlichen Punkten zusammengefasst, worauf zu verweisen ist (Urk. 57 

S. 9 ff.). Auffällig ist, dass der Beschuldigte an jenem Abend gegen 1 Uhr nachts 

unterwegs zu einer Shisha-Bar gewesen sein will, von welcher er nicht mal den 

Namen kannte (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 96 S. 9). Plötzlich sei er aus dem Nichts und 

grundlos von hinten durch das durch B._____ gelenkte Fahrzeug mit dem Heck 

angefahren worden. Weshalb er angefahren worden sei, wisse er nicht. Er sprach 

von zwei Insassen, was nicht erhärtet wurde. Eine Maske und Kappe will der Be-

schuldigte nicht getragen haben, ebenso wenig Handschuhe. Des Weiteren be-

stritt der Beschuldigte, ein Messer auf sich getragen zu haben, und ein solches 

soll ihm auch nicht abgenommen worden sein. Auch, als ihm das DNA-Gutachten 

- 15 - 

vorgehalten wurde, insbesondere, dass seine DNA auf dem Griff des Messers 

habe sichergestellt werden können, bestritt der Beschuldigte weiterhin vehement, 

ein solches auf sich getragen zu haben und machte stattdessen geltend, man ha-

be ihm dieses allenfalls in die Hand gedrückt, nachdem er durch die Schläge das 

Bewusstsein verloren habe (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 7/3 S. 14). Die DNA auf dem si-

chergestellten  

T-Shirt erklärte sich der Beschuldigte sodann damit, dass man ihm dieses auf den 

Hals gelegt habe (Urk. 7/3 S. 14). Dabei handelt es sich um reine Schutzbe-

hauptungen. 

 Wenn die Verteidigung die Frage aufwirft, woher der Beschuldigte u.a. hätte 

wissen sollen, dass B._____ oder sonst irgendjemand mitten in der Nacht auf je-

nem Parkplatz parkiere und Fr. 12'000.00 mit sich führe und das besagte Geld 

sich genau in der Tasche befinde (Urk. 68 S. 8), so ergibt sich aus den Akten, 

dass der Tatort zwar in einem Industriequartier lag, dort aber u.a. zwei Clubs an-

gesiedelt sind, in denen Shisha geraucht und Karten gespielt wird (vgl. die 

Umfeldabklärungen der Polizei; Urk. 1/5), was notorischerweise mit nächtlichem 

Ausgangsvolk einhergeht. So will ja auch der Beschuldigte den Club erst nach 1 

Uhr nachts aufgesucht haben. Dabei dürfte es der Regel entsprechen, dass Be-

sucher Geld auf sich tragen. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass es sich bei 

B._____ um ein Zufallsopfer gehandelt hat, nachdem keine Seite eine Bekannt-

schaft bestätigen konnte oder wollte. 

 5.2. Gewisse inhaltliche Übereinstimmungen gibt es für die Phase hinsicht-

lich der Verfolgungsjagd, welche der Beschuldigte freilich als grundlosen, hinter-

hältigen primären Angriff aus dem Nichts schilderte, wonach der Beschuldigte 

beim Anfahren mit dem Auto zu Boden gefallen und er hernach von mehreren 

Personen mit Schlägen und Tritten traktiert und festgehalten worden sei. Der Ein-

satz eines Holzstücks in einer Länge von ca. 1 m und einem Durchmesser von 5-

6 cm wurde von keinem der anderen Beteiligten bestätigt und konnte auch durch 

die polizeiliche Spurensicherung nicht erhärtet werden. Die Baustellennähe 

schliesst allerdings das Herumliegen von Holzstücken nicht per se aus.  

- 16 - 

 Diesbezüglich fielen in den Aussagen des Beschuldigten hingegen gewisse 

Widersprüche und eine Dramatisierungstendenz auf. Zunächst sprach er nur von 

einem Stück Holz (Urk. 4/1 S. 2), auf Nachfrage erwähnte er zwei (Urk. 7/1 S. 

112). Während er in der ersten Einvernahme davon berichtete, dass die zwei 

Autoinsassen mit einem Stück Holz auf ihn eingeschlagen hätten, sollen von der 

anderen Seite nochmals drei bis vier Personen dazu gekommen sein, die eben-

falls auf ihn eingeschlagen hätten, bis auf eine Person (Urk 4/1 S. 2). Auf die Fra-

ge, wie viele Personen ihn geschlagen hätten, sagte der Beschuldigte in der ers-

ten polizeilichen Einvernahme, es seien sechs Personen gewesen, fünf davon 

hätten ihn geschlagen (Urk. 4/1 S. 5). Am 25. Februar 2019 erwähnte er zwei An-

greifer, zu denen vier oder fünf weitere Personen hinzukommen seien, wovon drei 

Personen ihn geschlagen hätten (Urk. 7/1 S. 16). In der Einvernahme vom 13. 

November 2019 gab er zu Protokoll, er sei von vier bis fünf Personen geschlagen 

worden (Urk. 4/3 S. 2). An der Hauptverhandlung berichtete er, er habe zuerst ei-

ne Konfrontation mit den beiden ausgestiegenen Autoinsassen gehabt, dann sei 

G._____ gekommen, auch Menderes, "es waren auch zwei bis drei weitere Per-

sonen dort. Ich habe sie aber nicht gesehen. Alle haben mich geschlagen." (Prot. 

I S. 34).  

 Dass sich der Beschuldigte nicht an die genaue Zahl der am Angriff beteilig-

ten Personen zu erinnern vermag bzw. hierzu widersprüchliche Angaben macht, 

würde – wenn sich das Ganz so abgespielt hätte – an sich nicht erstaunen und 

könnte gar als Realitätskriterium gelten. Auffällig ist aber, dass sich der Beschul-

digte mit zunehmendem Zeitablauf immer detaillierter an den Ablauf und die kon-

kreten Handlungen der einzelnen Angreifer erinnern konnte. Zudem führte er im 

Berufungsverfahren einen komplett neuen Modus Operandi an. So wollte er sich 

anlässlich seiner Befragung vor Berufungsinstanz zum ersten Mal daran erinnern, 

dass man ihn auch zu ersticken versuchte (Urk. 96 S. 16). Kommt hinzu, dass 

dieser zunehmende Grad von Detaillierung vor dem Hintergrund einer behaupte-

ten Bewusstlosigkeit erfolgt. Allerdings wird der Zeitpunkt des Eintritts der 

Bewusstlosigkeit bzw. der Grund dazu unterschiedlich beschrieben. So soll dies 

vorerst durch die Schläge passiert sein (Urk. 4/1 S. 2). Hernach sagte er zur Fra-

ge, ob die zwei Personen etwas gesagt hätten, bevor er geschlagen worden sei: 

- 17 - 

"Nein. Ich erinnere mich an gar nichts. In dem Moment als ich angefahren wurde 

ging ich zu Boden und dann weiss ich nichts mehr" (Urk. 4/1 S. 5). Später sagte 

er, er sei "anfangs" bewusstlos gewesen (Urk. 7/1 S. 17). Schliesslich gab er zu 

Protokoll, er sei zu Boden gegangen als B._____ ihn mit einem Holzstück gegen 

den Hinterkopf geschlagen habe, "als ich auf den Boden fiel, weiss ich nichts 

mehr." (Urk. 7/3 S. 5). Auch im Berufungsverfahren divergierten die Aussagen des 

Beschuldigten. So führte er zunächst aus, er sei vom Fahrzeug angefahren wor-

den, worauf er zu Boden gestürzt sei. Danach wisse er nichts mehr (Urk. 96 S. 9). 

Etwas später gab er jedoch an, das Bewusstsein nach einem Schlag eines An-

greifers verloren zu haben (Urk. 96 S. 13). Es geht daher – entgegen der Vertei-

digung (Urk. 68 S. 8) – nicht bloss um den unterschiedlichen Zeitpunkt des Eintritt 

der Bewusstlosigkeit, sondern die vom Beschuldigten damit gelieferte Verknüp-

fung mit verschiedenen Ereignissen, teilweise personenscharf zugewiesenen 

Handlungen.  

 5.3. Weiter erstaunt, dass der Beschuldigte, der wegen Kollegen von zu 

Hause via I._____ [Ortschaft] zu dieser Shisha-Bar gefahren sein will, nach die-

sen dramatischen Ereignissen den Kontakt zu bzw. die Hilfe von diesen nicht ge-

sucht hat (vgl. Prot. I S. 41). Allerdings konnte er nicht mal deren Namen richtig 

nennen (Prot. I S. 41; Urk. 96 S. 10), geschweige denn deren Telefonnummern 

oder Adressen (Urk. 96 S. 10). Das angebliche Treffen widerspricht sodann seiner 

ersten Aussage bei der Polizei, wonach er sich mit niemandem in F._____ verab-

redet gehabt habe (Urk. 4/1 S. 2). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung 

sagte er, eine Verabredung in dem Sinne nicht gehabt zu haben. Er habe dem 

Kollegen gesagt, er werde noch schauen und eventuell kommen (Prot. II S. 10 f.). 

Damit versuchte der Beschuldigte offensichtlich die aus seinen früheren Aussa-

gen resultierten Ungereimtheiten zu beseitigen, indem er seine Aussagen anpass-

te. 

 5.4. Der Beschuldigte will hernach zum Fluss gelaufen sein: "Ich bin lang-

sam aufgestanden und ging langsam weg. Es hatte in der Nähe einen Fluss. An 

diesem habe ich mir das Gesicht gewaschen und blieb ca. 1 1/2 bis 2 Stunden 

dort, bis ich wieder richtig wach war. Nach den zwei Stunden merkte ich, dass es 

- 18 - 

mir wieder besser ging. Ich lief zu meinem Fahrzeug zurück und fuhr direkt nach 

Hause, nach Winterthur" (Urk. 4/1 S. 2). An der Hauptverhandlung behauptete er, 

"nur kurz" am Wasser gewesen zu sein, "ich habe mein Gesicht gewaschen, bis 

ich wieder richtig zu mir gekommen bin. Dann bin ich weggefahren. Ich weiss 

nicht, wie lange ich dort war." (Prot. I S. 39 f.). Anlässlich der heutigen Befragung 

führte der Beschuldigte demgegenüber aus, sich nicht mehr daran erinnern zu 

können, wie lange er am Fluss gewesen sei, sicher aber nicht (nur) 10 Minuten. 

Er habe keine Polizei gesehen (Urk. 96 S. 13 f.). Die von den übrigen Beteiligten 

herbeigerufene Polizei suchte in der Folge das Gebiet ab. Weder die Polizei noch 

die aufgebotenen Spürhunde trafen den Beschuldigten am Fluss an. Weiter wur-

de auch kein Auto, welches er angeblich dort, wo er geschlagen worden sei, ste-

hen gelassen hatte, vorgefunden (Urk. 4/1 S. 2 f.). Die Tatortarbeiten dauerten 

gemäss Polizeivorhalt von ca. 1:30 Uhr - 04:00 Uhr, wobei in dieser Zeit nie eine 

Person zum Tatort zurückgekommen und in ein Fahrzeug gestiegen und wegge-

fahren sei (Urk 4/2 S. 2; Urk. 1/1 S. 7). Auch diese Umstände sprechen dafür, 

dass die Darstellung des Beschuldigten nicht der Wahrheit entspricht.  

 6.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen von C._____ zusammengefasst und 

zutreffend dargestellt (Urk. 57 S. 13 ff.). Zum behaupteten Raub selber vermochte 

C._____ keine Aussagen zu machen, da er erst hernach von B._____, mit dem er 

im dortigen Club "J._____" abgemacht habe, über den Überfall orientiert und um 

Hilfe gebeten worden sei. Er führte hierzu bereits in der ersten polizeilichen Ein-

vernahme detailliert aus, was er wahrgenommen habe (Urk. 6/1 S 1). So sei er 

sofort zu B._____ gerannt und habe dort gerade noch sehen können, wie zwei 

schwarz gekleidete Männer, welche auch Masken getragen hätten, weggerannt 

seien. B._____ habe mit dem Auto die Verfolgung aufgenommen, er habe die 

beiden zu Fuss verfolgt. Er schilderte im Detail, wie die Verfolgungsjagd von stat-

ten ging. Dabei berichtete er auch, wie er den heutigen Beschuldigten zu packen 

versucht habe, "… aber er rannte weg in die Baustelle. Er wollte das Gerüst hoch 

klettern und stürzte wieder hinunter. Der Mann kam wieder aus der Baustelle und 

rannte auf die Strasse vor der Baustelle... Der Mann wollte wieder in die Baustelle 

und kurz bevor er in die Baustelle konnte, streifte ihn B._____ mit dem Auto am 

rechten Bein, sodass dieser stürzte. Nachher packte ich ihn und liess ihn nicht 

- 19 - 

mehr los" (Urk. 6/1 S. 1 f.). Als er ihn habe packen können, habe er sehen kön-

nen, "… dass dieser Handschuhe trug und in der rechten Hand ein beidseitig ge-

schliffenes Messer hielt. Die Klinge dieses Messers war offen und ich stand unter 

Schock. Ich packte die Hand, in welcher er das Messer hielt." B._____ und er hät-

ten ihm zusammen die Maske abgenommen. Er - C._____ - habe dann den Chef 

des Clubs, G._____, alarmiert. B._____ seinerseits habe die Polizei gerufen. 

G._____ habe dem Beschuldigten das Messer weggenommen. An dieser Darstel-

lung hielt er im Wesentlichen auch in den nachfolgenden Einvernahmen fest (Urk. 

6/1 S. 3 ff., Urk. 7/3 S. 15 und Prot. I S. 26 ff.). Im Rahmen der Konfrontationsein-

vernahme vom 2. Oktober 2019 sagte C._____ zu den Aussagen des Beschuldig-

ten: "Das ist jetzt wirklich das erste Mal, dass ich die Aussagen von Herrn 

A._____ hörte. Da bekommt man einen Herzinfarkt, wenn man ihm zuhört. Ich 

verstehe nicht, weshalb wir ihn zusammenschlagen sollten. Was soll es für einen 

Grund gegeben haben? Wo sollen wir ihn gesehen haben? Wir müssten ihm doch 

irgendwo begegnet sein, dass wir ihn in diesem Moment geschlagen haben soll-

ten. Er erzählt kompletten Unsinn, wir sind absolut keine Schlägertypen." (Urk. 7/3 

S. 14 f.).  

 6.2. Die Aussagen von C._____ sind geprägt von Details über eine dynami-

schen, mehrphasigen Verfolgungsjagd. Das Erzählte wirkt erlebt und deckt sich 

im Kern mit der Darstellung des Beschuldigten. Er bestätigte zwei maskierte 

Flüchtende, von denen einem die Flucht tatsächlich gelang. Er verschonte seinen 

Kollegen B._____ nicht mit Belastungen, in dem er beschrieb, wie dieser den Be-

schuldigten mit dem Auto streifte und zu Fall brachte. Die offenbar selber erlittene 

kleine Stichwunde bauschte er nicht auf und ordnete er sie auch nicht zweifelsfrei 

dem Beschuldigten zu (Urk. 6/1 S. 1 f.; Urk. 6/2; Prot. I S. 28). Ungewöhnlich mu-

tet einzig an, dass C._____ nach der Auseinandersetzung und vor Eintreffen der 

Polizei einfach in den Club ging, um etwas zu trinken (Urk. 6/1 S. 2). Erklären 

liesse sich dies aber mit dem von ihm mehrfach erwähnten Schock ("Ich selber 

stand mega unter Schock…"; Urk 6/1 S. 2; "Ich bin wieder in den Club gegangen. 

Ich stand unter Schock in diesem Moment." (Prot. I S. 27).  

- 20 - 

 Dass er nicht gesehen haben will, dass B._____ den Beschuldigten 

geschlagen habe, wie jener selber konzedierte, lässt mit der Vorinstanz darauf 

schliessen, dass C._____ seinen Kollegen schützen wollte (Urk. 57 S. 15). Dies 

vermag die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen - entgegen der Vorinstanz (Urk. 57 

S. 15) - dennoch leicht zu trüben (so die Verteidigung, Urk. 68 S. 10 f.).  

 7.1. Die Aussagen von D._____ wurden von der Vorinstanz in einer Zu-

sammenfassung dargestellt und überzeugend gewürdigt (Urk. 57 S 15). Auch er 

ist kein Augenzeuge des behaupteten Raubes. Er kam erst dazu, nachdem der 

Beschuldigte hatte angehalten werden können. Er sei mit seinem Bruder runter 

gegangen. "Dort standen sich dann B._____ und B._____ sowie A._____ (der 

Beschuldigte) gegenüber. Dieser A._____ hielt ein Messer in der Hand. A._____ 

sass dort am Boden und hielt ein Messer in der Hand. Als mein Bruder näher trat, 

sagte ihm B._____, dass dieser A._____ ein Messer habe. Also schrien ihn alle 

an, er solle das Messer loslassen. Als er dies nicht tat, trat mein Bruder an ihn 

heran und nahm ihm mit Gewalt das Messer aus der Hand. Dieser A._____ trug 

auch noch Handschuhe. Dann, als das Messer weg war, habe ich ein Foto von 

diesem Mann gemacht (Urk. 5/1 S. 1). Das Foto habe er zur Identifizierung her-

umgezeigt und weitergeleitet (Urk. 5/1 S. 2; Urk. 7/1 S. 22). Er selber habe den 

Beschuldigten nicht mit Maske gesehen. Sie hätten ein T-Shirt herumliegen se-

hen, vielleicht habe er dies als Maske angehabt. Handschuhe habe er gesehen 

(Urk. 7/1 S. 22 f).  

 7.2. Die Aussagen von D._____ wirken in sich schlüssig und vor allem mit 

Bezug auf die heikle und von Emotionen geprägte Situation mit dem erblickten 

Messer erlebt. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, würde sodann das Erstellen 

eines Fotos des Beschuldigten keinerlei Sinn ergeben, wenn die Sachdarstellung 

des Beschuldigten den wahren Begebenheiten entspräche (Urk. 57 S. 15). Die 

Aussagen stehen im Einklang mit jenen von B._____.  

 8. Aus den Aussagen des einzig als polizeiliche Auskunftsperson befragten 

G._____ ergibt sich nichts zugunsten des Beschuldigten, weshalb diese nicht be-

rücksichtigt werden können.  

- 21 - 

 9.1. Bei der spitalärztlichen Untersuchung vom 8. September 2018 wurden 

die in der Anklage umschriebenen Verletzungen von B._____ festgestellt 

(Urk. 10/1 S. 1). Das Akten-Gutachten des IRM vom 21. Juni 2019 (Urk. 9/8) hält 

sodann im Kern fest, dass die Morphologie und Lokalisation der festgestellten 

Verletzungen am ehesten für eine Fremdbeibringung sprächen; zudem könne die 

Hautdurchtrennung an der Handinnenseite sowie beim Finger als typische, aktive 

Abwehrverletzung interpretiert werden. Die festgestellten Hautabschürfungen und 

Hautverfärbungen am linken Handrücken, am linken Daumenballen sowie der 

Knochenbruch des linken Speichenknochens stellen gemäss Gutachterinnen 

Folgen stumpfer oder tangential-schürfender Gewalteinwirkung dar, welche im 

Rahmen der geltend gemachten körperlichen Auseinandersetzung, z.B. durch 

Schläge oder einen Sturz zu Boden, entstanden sein könnten. 

 9.2. Der Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass die bei B._____ festge-

stellten Verletzungen aus rechtsmedizinischer Sicht mit dessen Sachdarstellung 

vereinbar seien und damit dessen Aussagen stützen, kann ohne weiteres beige-

pflichtet werden. Drittursachen sind auszuschliessen (vgl. Urk. 57 S. 16 f.).  

 10.1. Vorbehaltlos übernommen werden kann auch die Einschätzung der 

Vorinstanz betreffend die Verletzungen des Beschuldigten: Die zwei provisori-

schen Austrittsberichte des Kantonsspitals Winterthur vom 9. und 10. September 

2018 betreffend zwei Hospitalisationen vom 8. auf den 9. und vom 9. auf den 

10. September 2018 bestätigen, dass der Beschuldigte an gering dislozierten 

Frakturen am Proc. transversi LWK 2-3 links, einer Lungenkontusion am linken 

Oberlappen, an einer deutlichen Weichteilschwellung am Unterarm links mit 

Schürfung ulnar litt (Urk. 11/1-2). Über die genaue Verletzungsursache bzw. den 

Verletzungszeitpunkt vermögen sich die Austrittsberichte nicht zu äussern, zumal 

die unter "Einweisungsgrund" festgehaltenen Verletzungsursachen auf den Aus-

sagen des Beschuldigten selbst beruhen und sich somit erwartungsgemäss mit 

seiner Sachdarstellung im Verfahren decken. Nicht ausgeschlossen werden kann 

hingegen, dass der Beschuldigte sich die Verletzungen anlässlich des mutmass-

lichen Raubüberfalles, beim an-schliessend allfällig erfolgten Anfahren durch 

B._____ oder bei den Versuchen, über das Baugerüst zu entfliehen und bei de-

- 22 - 

nen er gemäss – eingeschränkte Glaubhaftigkeit! – C._____ auch vom Gerüst ge-

fallen sei (Urk. 6/1 S. 1 f.) zugezogen hat.  

 10.2. Der Beschuldigte hatte behauptet, dass er mit Fusstritten und einem 

oder mehreren Holzstücken von einem Meter Länge und 5-6 cm Durchmesser am 

Kopfbereich zur Bewusstlosigkeit und damit sehr heftig geschlagen worden sei. 

Ein daraus zu erwartendes Verletzungsbild mit sichtbaren Kopfverletzungen ergibt 

sich aus den genannten ärztlichen Berichten nicht (Urk. 11/1-2), was abermals 

Zweifel an seiner Darstellung aufkommen lässt.  

 11.1. Ab dem Griff des sichergestellten Messers konnte die DNA des Be-

schuldigten sichergestellt werden (vgl. Urk. 12/6 S. 2). Seine nachgeschobene 

Erklärung auf Vorhalt der DNA-Auswertung, wonach das Messer ihm während 

seiner Bewusstlosigkeit wohl in die Hand gelegt worden sei (Urk. 4/2 S. 3, Urk. 

4/3 S. 3, Urk. 7/1 S. 19 und Urk. 7/3 S. 14), ist als unbehelfliche Schutzbehaup-

tung zurückzuweisen.  

 11.2. Seine Erklärung, wie seine DNA auf das T-Shirt, welches als Maske 

gedient haben soll, gekommen sein soll (Urk. 12/6 S. 3), dass man dieses auf 

seinen Hals gelegt habe (Urk. 7/3 S. 14), überzeugt ebenfalls nicht. Anlässlich der 

heutigen Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte erstmals eine komplett 

neue Version ins Feld. Er vermutete, dass man ihn mit dem T-Shirt zu ersticken 

versuchte, was seine DNA auf dem T-Shirt erkläre (Urk. 96 S. 16). Hierbei handelt 

es sich um eine nachgeschobene Änderung der bisherigen Sachdarstellung, die 

gleichermassen alles andere als überzeugt. 

 12. Betreffend Anzeige von B._____ ergibt sich aus dem Rapport der 

Kantonspolizei Zürich, dass B._____ am 8. September 2018, um 01.31 Uhr den 

Vorfall telefonisch der Kantonspolizei Zürich meldete, welche in der Folge auch an 

den Tatort ausrückte, jedoch den Beschuldigten trotz Suche mit Diensthund nicht 

auffinden konnte (Urk. 1/1 S. 3 und 7). Am Abend des gleichen Tages meldete 

sich der Beschuldigte um 22 Uhr auf dem Verkehrsstützpunkt Winterthur (Urk. 1/1 

S. 3). 

- 23 - 

 13.1. Das Fazit aus obigen Erwägungen präsentiert sich wie folgt: Den nicht 

glaubhaften, im Verlauf der Untersuchung angepassten und überwiegend als 

Schutzbehauptungen zu qualifizierenden Aussagen des Beschuldigten stehen 

weit überzeugendere Darstellungen von B._____ und D._____ gegenüber, jene 

von C._____ sind mit Vorsicht zu geniessen. So erweisen sich die Aussagen von 

B._____ bezüglich Ablauf des Raubes als im Kern widerspruchsfrei und klar, 

selbst wenn sich die Frage stellt, warum er sich zu dieser Tageszeit an dieser Ört-

lichkeit mit einer derart grossen Barschaft, die sich nie objektivieren liess, aufhielt. 

Letztlich erscheint jedoch der Ablauf des Raubes, so wie ihn B._____ schilderte, 

nachvollziehbar. Nachvollziehbar erscheint weiter, dass B._____, nachdem ihm 

die Umhängetasche weggenommen worden war, trotz der Verletzungen, die er in 

seinem aufgewühlten Zustand in jenem Zeitpunkt noch nicht allesamt wahrge-

nommen hatte, in sein Auto stieg und die Täterschaft in einer waghalsigen Fahrt 

verfolgte. Anders als durch diesen Überfall lässt sich das Verletzungsbild von 

B._____ im Übrigen nicht erklären. Insofern sind seine Aussagen auch diesen Teil 

des Geschehens betreffend glaubhaft. Gleiches gilt für den am Schluss dazu ges-

tossenen D._____, der von C._____ zu Hilfe gerufen wurde, beim am Boden sit-

zenden Beschuldigten ein Messer in der Hand sah und diesen anschrie und auf-

forderte, das Messer wegzulegen. Er war es auch, der zur Identifizierung des Be-

schuldigten Fotos machte. Damit ergeben bereits die Aussagen von B._____ und 

D._____ ein in sich stimmiges Bild. In dieses passt auch ihr Verhalten, auf das 

nachfolgend einzugehen ist, das gegen die Sachdarstellung des Beschuldigten 

spricht. 

 13.2. Es wäre bei gegebener Täterschaft von B._____ und weiteren Beteilig-

ten schlicht nicht nachvollziehbar, wieso diese Personen die Polizei alarmieren 

würden. Hätten sie den Beschuldigten tatsächlich (grundlos) angefahren und in 

der Folge (grundlos) brutal zusammengeschlagen, hätten sie keinerlei Interesse 

daran gehabt, die Polizei an den Tatort zu rufen, wie dies B._____ unmittelbar 

nach dem Vorfall um 01:31 Uhr tat (Urk. 1/1 S. 3). Ein gegenteiliges Verhalten wä-

re völlig lebensfremd. Dass sich der Beschuldigte seinerseits gleichentags, aber 

erst um 22.00 Uhr bei der Polizei meldete um Anzeige zu erstatten (vgl. Urk. 1/1 

S. 3), obwohl er von einer ihm unbekannten Täterschaft brutal zusammenge-

- 24 - 

schlagen worden sein will (Urk. 96 S. 14 f.), lässt sich hingegen damit erklären, 

dass er damit rechnen musste, dass es den übrigen am Vorfall Beteiligten ein 

Leichtes sein würde, ihn mittels der von ihm aufgenommenen Fotos zu identifizie-

ren. Auch diese Fotoaufnahmen wären wohl nicht entstanden und zur Polizei ge-

langt, wenn sich der Vorfall tatsächlich so ereignet hätte wie vom Beschuldigten 

geschildert. 

 13.3. Das behauptete Verhalten des Beschuldigten nach dem angeblich 

grundlosen Überfall auf ihn überzeugt hingegen überhaupt nicht. Dass er sich 

nach dem Entfernen vom Ereignisort an den Fluss begeben habe, sich das Ge-

sicht gewaschen habe und ca. anderthalb bis zwei Stunden dort verweilt sei (Urk. 

4/1 S. 2), kann angesichts der Tatsache, dass die ausgerückte Polizeipatrouille in 

dieser Zeit-spanne den Flussabschnitt mit einem Polizeihund absuchte, ohne auf 

den Beschuldigten zu stossen, unglaubhaft. Sie stiess auch in der – offenbar 

mehrstündigen –Tatortsicherung nicht auf ihn, während der er sein Auto geholt 

haben will. Seine spätere Aussage, wonach er nur kurz am Fluss gewesen sei 

und die Polizei allenfalls erst erschienen sei, nachdem er mit seinem Fahrzeug 

weggefahren sei (Prot. I S. 39 f.), ist eine klar angepasste Behauptung nach Vor-

halt dieser Ungereimtheiten. Wäre es so gewesen, wäre im Übrigen davon aus-

zugehen, dass er mit grosser Sicherheit bei seinem Auto wieder auf seine Peini-

ger gestossen wäre, die ihn ja der Polizei liefern wollten.  

 13.4. Die weit überzeugendere Sachdarstellung von B._____ und D._____ 

und ihr plausibleres Verhalten wird durch objektive Beweismittel untermauert. So 

spricht das Verletzungsbild, insbesondere die Stichverletzung im Oberkörper von 

B._____, aber auch die Verletzung an der Handinnenfläche, für die Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen, wonach ihm diese im Zuge des Raubes zugefügt wurde, 

zumal er das Blut, wie er dies nachvollziehbar schilderte, noch auf dem Parkplatz 

im Innern des Autos bemerkt hatte. Dies spricht dafür, dass das Messer bereits zu 

diesem Zeitpunkt eingesetzt wurde, als B._____ sich gegen die Wegnahme der 

Tasche zur Wehr zu setzen versuchte. Das Verletzungsbild des Beschuldigten 

hingegen lässt sich nur teilweise mit dem von ihm beschriebenen massiven Über-

griff erklären, vor allem aber nicht mit heftigen, zum Sturz und zur Bewusstlosig-

- 25 - 

keit führenden Schlägen mit einem oder mehreren Holzstücken auf den Kopfbe-

reich. 

 13.5. Sodann sprechen auch die DNA-Auswertungen für die Darstellung von 

B._____ und der weiteren Beteiligten. Die ursprünglichen Bestreitungen und her-

nach unbehilflichen Erklärungsversuche des Beschuldigten, das Messer müsse 

während seiner Bewusstlosigkeit in die Hand gelegt worden sein und das T-Shirt 

habe man ihm um den Hals gelegt, vermögen diesen Schluss nicht zu erschüt-

tern. 

 13.6.1. Die Staatsanwalt warf dem Beschuldigten mit der Anklage vom 

14. April 2020 vor, er habe den Raub mit einer weiteren, unbekannten, maskierten 

Täterschaft begangen. Im Verlaufe dieses Übergriffs habe der Beschuldigte mit 

einem Klappmesser, Klingenlänge ca. 9 cm, in die linke Thoraxgegend von 

B._____ gestochen.  

 13.6.2. Die Vorinstanz hielt dafür, dass sich nicht erstellen lasse, dass die 

Stichverletzungen bei B._____ durch einen Messereinsatz des Beschuldigten er-

folgten, da er selber keine Angaben dazu habe machen können, welcher der 

beiden maskierten Täter ihn beim Überfall mit dem Messer verletzt habe. Auch 

könne aufgrund des Verletzungsbildes bei B._____ nicht gesagt werden, dass die 

Verletzungen durch das sichergestellte Messer herbeigeführt worden seien, 

namentlich dass es sich dabei um das Tatwerkzeug gehandelt habe. Mithin könne 

nicht ausgeschlossen werden, dass auch der andere Täter ein Messer mit sich 

geführt und dieses gegen B._____ eingesetzt habe. Von dieser Sachverhalts-

variante sei – dem Grundsatz in dubio pro reo folgend – zugunsten des Beschul-

digten auszugehen (Urk. 57 S. 18).  

 13.6.3. Das Zufügen einer schweren Körperverletzung ist ein sachliches 

Merkmal. Soweit ein Teilnehmer den Verletzungsvorsatz mit dem Mittäter teilt, 

sind ihm die Verletzungen anzurechnen (BSK StGB-Niggli/Riedo, Art. 140 N 157). 

Eine alternative Verursachung durch den unbekannten Mittäter wird in der Ankla-

ge nicht umschrieben. Ebenso wenig führt die Anklage konkret beschriebene Um-

stände der Mittäterschaft auf, die auf auswechselbare Rollen schliessen liessen; 

- 26 - 

die Umschreibung der Mittäterschaft ist in der vorliegenden Anlage gegenteils 

sehr knapp ausgefallen. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich die Schlussfol-

gerung der Vorinstanz betreffend den nicht erstellten bzw. anrechenbaren Messe-

reinsatz, was auch Auswirkungen auf die rechtliche Würdigung und das Verschul-

den haben wird.  

 14. Mit der Vorinstanz lässt sich sodann die Summe des entwendeten Gel-

des in der Umhängetasche nicht zweifelsfrei erstellen. Die Aussagen von B._____ 

waren hier zwar gleichlautend, die Umstände wie oben dargetan aber merkwürdig 

(vgl. auch Urk. 57 S. 13). Vor allem aber wurden sie durch nichts erhärtet.  

 15. Mit den genannten Ausnahmen ist der Sachverhalt im Sinne der Anklage 

erstellt und der rechtlichen Würdigung zugrunde zu legen.  

IV. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschuldigten als Raub im Sinne 

von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gewertet und damit die qualifizierten Varianten 

gemäss Art. 140 Ziff. 2 und 3 StGB verworfen (Urk. 57 S. 19). Auf letztere ist auf-

grund des Verschlechterungsverbots nicht weiter einzugehen.  

 2. Den Tatbestand des Raubes erfüllt, wer mit Gewalt gegen eine Person 

oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder nachdem er 

den Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht 

(Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).  

 3. Die Vorinstanz hat zu Recht geschlossen, dass sich der Beschuldigte 

gemäss erstelltem Sachverhalt in objektiver und subjektiver Hinsicht in diesem 

Sinne schuldig gemacht hat. Dies wird auch seitens der Verteidigung nicht be-

stritten. Auf die Erwägungen der Vorinstanz kann daher verwiesen und der 

Schuldspruch somit bestätigt werden.  

V. Sanktion und Vollzug 

 1. Ausgangslage 

- 27 - 

 1.1. Die Staatsanwaltschaft hatte für den qualifizierten Raub eine Bestrafung 

mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren beantragt (Urk. 46 S. 2). Die Vorinstanz 

sanktionierte den Beschuldigten – auf der Basis des Grundtatbestandes von Art. 

140 StGB – mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten (teilbedingt). Da einzig der 

Beschuldigte – mit einem Antrag auf Freispruch, eventualiter auf Bestrafung mit 

einer (bedingten) Freiheitsstrafe von 24 Monaten (Urk 68 S. 24) – Berufung gegen 

das vorinstanzliche Urteil erhob, fällt aufgrund des Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) eine strengere Bestrafung von vornherein ausser Betracht.  

 1.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzu-

messen ist, richtig zusammengefasst (Urk. 57 S. 21). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 1.3. Der Tatbestand von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sieht eine abstrakte 

Strafandrohung von Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten bis zu zehn 

Jahren vor. Umstände, die ein Über- oder Unterschreiten des Strafrahmens indi-

zieren, liegen nicht vor.  

 2. Tatverschulden 

 2.1. In objektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz zu bemerken, dass der 

Beschuldigte mit einem Mittäter handelte, wodurch sie in der Übermacht waren. 

Sie agierten nachts, in unbeleuchteten Verhältnissen und aus dem Hinterhalt. Das 

Vorgehen war geplant und zielgerichtet, was sich nicht zuletzt an der Maskierung 

und dem mitgeführten Messer zeigt. Es blieb nicht nur bei der Androhung von 

Gewalt, sondern bei tatsächlichen Verletzungen von B._____. Auch wenn dem 

Beschuldigten persönlich kein Messereinsatz zum Nachteil von B._____ nachge-

wiesen werden kann, manifestierte er mit seinem Vorgehen eine erhebliche Bruta-

lität, um an die Tasche von B._____ zu gelangen. Es ist von einem nicht leichten 

Verschulden auszugehen. Dies rechtfertigt eine Einsatzstrafe im untersten Drittel 

des Strafrahmens. Angemessen erscheinen 30 Monate Freiheitsstrafe.  

 2.2. Im Rahmen der subjektiven Tatschwere ist zu beachten, dass der 

Beschuldigte die Tat direktvorsätzlich und gezielt verübte. Als Tatmotiv kommt nur 

- 28 - 

Geldgier in Betracht. So war sein Handeln auf die Erlangung einer möglichst ho-

hen Beute ausgerichtet, auch wenn – wie bereits erwähnt – sich nicht erstellen 

lässt, wie hoch die entwendete Deliktsumme war. Das subjektive Tatverschulden 

vermag damit die objektive Tatschwere unter keinem Titel in einem milderen Licht 

erscheinen zu lassen. 

3. Täterkomponenten 

 Was die persönlichen Verhältnisse anbelangt, kann auf die Ausführungen 

der Vorinstanz (Urk. 57 S. 22 f.) verwiesen werden. Die persönlichen Verhältnisse 

zeitigen keine Auswirkungen auf die Strafzumessung. Die Vorstrafe aus dem Jah-

re 2013 ist nicht einschlägig und fällt kaum mehr ins Gewicht (vgl. Urk. 90/5; Urk. 

95), die gelöschte aus dem Jahre 2009 kann bei der Strafzumessung nicht mehr 

berücksichtigt werden, wie die Vorinstanz richtig festhielt (Urk. 57 S. 24). 

 4. Fazit 

 Damit bleibt es bei einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. 

 5. Vollzug 

 5.1. Die Vorinstanz hat die anwendbaren Grundsätze bei der Prüfung eines 

teilbedingten Strafvollzugs korrekt wiedergegeben (Urk. 57 S. 24).  

 5.2. Der Beschuldigte wurde noch nie zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 

sechs Monaten verurteilt (vgl. Art. 42 Abs. 2 StGB). Mit der zutreffenden Ein-

schätzung der Vorinstanz sind die Voraussetzungen für die Gewährung eines teil-

bedingten Strafvollzugs in objektiver und subjektiver Hinsicht vorliegend gegeben 

(Urk. 57 S. 24 f.).  

 5.3. Innerhalb dieses gesetzlichen Rahmens des zu vollziehenden Teils der 

Strafe liegt die Festsetzung im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts, wobei 

das "Verschulden" als Bemessungsregel zu beachten ist, dem in genügender 

Weise Rechnung zu tragen ist (Art. 43 Abs. 1 StGB). Die von der Vorinstanz vor-

genommene Ausscheidung von 9 Monaten zu vollziehender Strafe erscheint samt 

- 29 - 

der Probezeit von 2 Jahren für den bedingten Anteil von 21 Monaten Freiheits-

strafe als angemessen. 

VI. Landesverweisung und Ausschreibung im  
Schengener Informationssystem 

 1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen für die Anordnung einer 

Landesverweisung zutreffend wiedergegeben und richtig festgehalten, dass sich 

der Beschuldigte als Ausländer mit einem Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB schuldig 

gemacht hat (Urk. 57 S. 25 ff.). Deshalb ist grundsätzlich obligatorisch eine 

Landesverweisung anzuordnen und kann davon lediglich abgesehen werden, 

wenn diese für den Beschuldigten einen persönlichen Härtefall darstellen würde 

und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten 

Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. 

 2. Der Beschuldigte macht für den Eventualfall eines Schuldspruchs einen 

Härtefall geltend. Er lebe schon über 13 Jahre in der Schweiz und habe hier vier 

Kinder, drei mit einer Ex-Frau und eines mit einer aktuellen Lebenspartnerin. Die 

Verteidigung rügte, dass die Vorinstanz eine mangelnde Integration annahm. 

Zudem habe sie das Kindeswohl im Hinblick auf den Umstand, dass der Beschul-

digte das gemeinsame Sorgerecht über einen neunjährigen Sohn mit seiner Le-

benspartnerin, mit welcher er zusammenwohne, unberücksichtigt gelassen. Da-

neben sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mit allen Kindern aus seiner 

früheren Ehe ebenfalls guten Kontakt pflege und als Vater präsent sei. Wenn 

minderjährige Kinder involviert seien, müsse in der Regel von einem Abhängig-

keitsverhältnis ausgegangen und eine Kindeswohlprüfung vorgenommen werden. 

In diesen Fällen sei in der Regel die Trennung unzumutbar, so dass geprüft wer-

den müsse, ob das Kind einen erheblichen Rechtsverlust erleide, wenn es mit der 

des Landes verwiesenen Person die Schweiz verlasse (Urk. 68 S. 24). Unter 

Verweis auf die Rechtsprechung des EGMR hält sie dafür, dass eine umfassende 

Güterabwägung und Verhältnismässigkeitsprüfung durchzuführen sei, welche die 

Vorinstanz unterlassen habe, und diese zugunsten des Beschuldigten auszufallen 

habe (Urk. 68 S. 26 ff.).  

- 30 - 

 3.1. Der heute 48-jährige Beschuldigte ist kosovarischer Staatsangehöriger. 

Er ist im Kosovo geboren und aufgewachsen, wo er die Grundschule besuchte, 

hernach eine Lehre als Schreiner absolvierte und arbeitete. Im Jahr 2006 kam er 

wegen seiner damaligen Freundin, welche er später im Kosovo heiratete, in die 

Schweiz. Er ist der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig, wobei der Beschul-

digte selber angab, er beherrsche die deutsche Sprache "zu vielleicht 30 bis 

40 Prozent" (Urk. 25/4 S. 5). Daran ändert nichts, dass der Beschuldigte anläss-

lich der heutigen Berufungsverhandlung sagte, sich recht gut auf Deutsch unter-

halten zu können (Urk. 96 S. 7), zumal er nach wie vor auf einen Dolmetscher an-

gewiesen ist.  

 3.2. Aus der Ehe, welche seit ca. fünf Jahren geschieden ist, gingen drei 

Kinder hervor (geb. am tt.mm.2006, 17.06.2010 und tt.mm.2012 (Urk. 20/2 S. 1; 

Urk. 96 S. 2 und 4), welche mit der Kindsmutter im Kanton Bern leben. Der 

Beschuldigte lebt mit seiner aktuellen Partnerin, welche aus …, Serbien, stammt, 

sowie mit dem gemeinsamen Sohn, geb. am tt.mm.2012, zusammen (Urk. 20/2 S. 

1; Urk. 96 S. 2 ff.). Er pflegt zu allen seinen Kindern ein gutes Verhältnis und 

übernimmt, wenn er nicht einer Arbeitstätigung nachgeht, für die in seinem Haus-

halt lebenden Kinder wesentliche Betreuungsarbeiten bzw. stellt in deren Alltag 

eine wichtige Vaterfigur dar (vgl. Urk. 48 S. 25; Urk. 49/1-2; Urk. 96 S. 4 ff.), wobei 

sich diese durch das Verhalten der vorliegend beurteilten Art natürlich relativiert.  

 3.3. Der Vater des Beschuldigten ist verstorben, und zu seiner Mutter, wel-

che im Kosovo lebt und die er vor ca. einem Jahr letztmals besucht hat, pflegt er 

ein gutes Verhältnis. Er hat keine Geschwister und abgesehen von seinen Kin-

dern und einem Onkel auch sonst keine Verwandten, weder hier in der Schweiz 

noch im Kosovo. Die Eltern und Geschwister seiner Lebenspartnerin wohnen in 

der Schweiz, er pflegt jedoch keinen Kontakt zu ihnen (Prot. I S. 44; Urk. 96 S. 2).  

 3.4. Im Zusammenhang mit dem Gesuch um amtliche Verteidigung dekla-

rierte der Beschuldigte, seit 1. April 2017 arbeitslos zu sein und seit dem Unfall 

vom 8. September 2018 (vorliegende Ereignisse), "bei der SUVA" zu sein (Urk. 

20/2). Im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (17. November 2020) 

sagte er, wegen der Pandemie "momentan" nicht zu arbeiten. Er lebte von den 

- 31 - 

Einkünften seiner Lebenspartnerin, welche Teilzeit als Reinigungskraft in einer 

Bäckerei arbeitete. Dazu sagte er in der Einvernahme zur Person, die Partnerin 

arbeite nur 3 Stunden am Tag für zwei bis drei Tage in der Woche (Urk. 25/4 S. 

4). Danach gefragt, wie er und seine Partnerin so den Lebensunterhalt bestritten 

hätten, führte der Beschuldigte anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung 

aus, er sei nie beim Sozialamt angemeldet gewesen. Er sei vom RAV unterstützt 

worden und seine Partnerin habe etwas mehr gearbeitet. So seien sie über die 

Runden gekommen (Urk. 96 S. 6). Bis ca. im August 2018, sprich bis kurz vor 

dem Vorfall, arbeitete er während ca. vier bis fünf Monaten für eine Firma in 

K._____ [Ortschaft], welche … Bodenheizungen und … macht. Gleichzeitig war er 

jedoch beim RAV angemeldet, welches ihm monatlich ca. Fr. 3'600.00 bis Fr. 

4'000.00 auszahlte (Urk. 25/4 S. 3). Vor dieser Anstellung arbeitete er während 

ca. acht Monaten bei einer Gerüstfirma (Urk. 25/4 S. 2). Nach dem Vorfall wurde 

er von der SUVA unterstützt im Umfang von Fr. 3'800.00 oder Fr. 3'900.00 (wohl 

pro Monat; Urk. 25/4 S. 3). Aktuell ist der Beschuldigte "auf Abruf und in gegen-

seitiger Absprache" als Gerüstmitarbeiter im Zwischenverdienst tätig (Urk. 84/1). 

Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung führte er ergänzend aus, er habe 

pandemiebedingt nicht voll arbeiten können und bei einem 30 bis 60 %-Pensum 

(monatlich) Fr. 2'000.00 bis Fr. 2'500.00 verdient. Jetzt werde es allmählich bes-

ser (Urk. 96 S. 5). 

 3.5. Der Beschuldigte erwähnte eine monatliche Alimentenverpflichtung 

gegenüber seinen ehelichen Kindern von insgesamt Fr. 1'350.00. Dieser konnte 

er im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht nachkommen. Auch 

heute kann er die Alimenten nicht zahlen (Urk. 96 S. 6). 

 3.6. Die Verteidigerin sagte vor Vorinstanz, der Beschuldigte habe keine 

Schulden (Urk. 48 S. 26). Er selber sprach bei der Polizei am 19. November 2018 

von solchen in der Höhe von ca. Fr. 30'000.00 (Urk. 4/2 S. 5). Heute führte der 

Beschuldigte zunächst aus, Schulden in der Höhe von etwas über Fr. 10'000.00 

zu haben, welche aus der Alimentenverpflichtung resultierten. Auf Nachfrage er-

klärte er, "die genaue Summe" nicht zu kennen (Urk. 96 S. 8 f.). Infolge von Ali-

- 32 - 

mentenausständen ist eine Lohnpfändung vorgesehen, jedoch wurde bislang kein 

pfändbarer Betrag erreicht (Urk. 84/2; Urk. 96 S. 7). 

 4.1. Aus obigen Ausführungen ergibt sich somit, dass der Beschuldigte erst 

in seinem 33. Altersjahr in die Schweiz kam. Seine prägenden Jahre verbrachte 

er somit in seinem Heimatland, wo er auch Ausbildungen absolvierte. Er hat nach 

bald 16 Jahren sehr bescheidene Kenntnisse einer hiesigen Landsprache, näm-

lich Deutsch. Es sind keine Bemühungen zur Verbesserung der Deutschkenntnis-

se erkennbar. Sodann arbeitete er über die letzten Jahre nur bruchstückhaft, hat 

namhafte Schulden und war von anderen Personen finanziell abhängig. Er weist 

eine Vorstrafe aus dem Jahre 2013 betreffend grobe Verletzung der Verkehrse-

geln etc. (Urk. 61). Insgesamt kann nicht von einer erfolgreichen sozialen und 

wirtschaftlichen Integration des Beschuldigten ausgegangen werden. Zu seinem 

Heimatland Kosovo bestehen noch Verbindungen zu seiner eigenen Familie. Sei-

ne neue Lebenspartnerin ist aus Serbien, aber ebenfalls Albanerin und spricht Al-

banisch, in welcher Sprache der Beschuldigte denn auch mit ihr kommuniziert 

(Urk. 96 S. 3). 

 4.2. Der Beschuldigte legt glaubhaft dar, dass er mit seinen Kindern aus der 

geschiedenen Ehe, die dieses Jahr 16, 12 und 10 Jahre alt werden, sowie mit 

seinem unehelichen Kind, welches ebenfalls 10 Jahre alt wird, einen regelmässi-

gen Umgang pflegt und sie zu fördern und zu unterstützen versucht und seinen 

elterlichen Pflichten nachkommt mit Übernahme von Betreuungsaufgaben. Trotz-

dem hätte eine Ausweisung entsprechend negative Auswirkungen auf eine nahe, 

echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung, die er allerdings bereits auf-

grund der Scheidung bzw. zweier Familien nicht je vollumfänglich wahrnehmen 

kann. Die Kinder sind in einem Alter, in dem nebst dem persönlichen Kontakt 

auch fernmündliche Kontakte durch moderne Kommunikationsmittel gepflegt wer-

den können. 

 4.3. Insgesamt kann hier nur wegen des Bezugs zu seinen Kindern aus zwei 

Beziehungen und bloss knapp von einem schweren persönlichen Härtefall ausge-

gangen werden. 

- 33 - 

 5.1. Hinsichtlich der öffentlichen Interessen sind in der Interessenabwägung 

strafrechtliche Elemente mitzuberücksichtigen. Der Beschuldigte wird zu einer 

Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Er hat sich eines Raubes schuldig 

gemacht und damit eine schwere Straftat begangen. 

 5.2. Aufgrund der vom Beschuldigten begangenen Tat ist grundsätzlich von 

einer schwerwiegenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung auszu-

gehen, auch wenn er keine einschlägigen Vorstrafen hat.  

 5.3. Weiter ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zu einer "längerfristigen" 

Freiheitsstrafe verurteilt wird, aufgrund derer die Niederlassungsbewilligung des 

Beschuldigten widerrufen werden kann (vgl. BGer Urteil 6B_15/2020 vom 5. Mai 

2020 E. 1.4.2. und Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG). 

 5.4. Zu betonen gilt es im Übrigen, dass der Beschuldigte nicht etwa auf-

grund unglücklicher Umstände straffällig wurde. Vielmehr hat er sich aus freien 

Stücken aktiv dazu entschlossen, mit Gewalt an Geld zu kommen. Er ging vor-

sätzlich und gezielt vor und handelte aus reiner Geldgier und ohne Rücksicht auf 

das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Eigentum seines Opfers. 

 5.5. Der Beschuldigte ist vor der heutigen Verurteilung bereits zweimal mit 

dem Gesetz in Konflikt geraten, und zwar im Jahre 2009 und im Jahre 2013 

(Urk. 90/4/1 [Widerhandlung gegen das AuG] und Urk. 90/5 [Widerhandlung ge-

gen das SVG]). Als Anlasstaten einer Landesverweisung kommen angesichts des 

Rückwirkungsverbots nach Inkrafttreten der Art. 66a ff. StGB am 1. Oktober 2016 

begangene Katalogtaten in Betracht (Art. 2 StGB). Zur Beurteilung der Integration 

im weiteren Sinne ist dagegen das Sozialverhalten insgesamt zu berücksichtigen 

und damit auch eine frühere relevante Delinquenz (oben E. 2.4.1; BGer Urteil 

6B_1015/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 5.3). Ausländerrechtlich gilt die grund-

sätzlich gleiche Rechtslage: Gelöschte Straftaten begründen keinen Widerruf, 

sind aber in der Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen (BGer Urteil 2C_358/2019 

vom 18. November 2019 E. 3.2 und BGer Urteil 2C_861/2018 vom 21. Oktober 

2019 E. 3.2). Nicht zu übersehen ist, dass die strafrechtliche Landesverweisung 

nach dem Willen des Gesetzgebers zu einer klaren Verschärfung der 

- 34 - 

ausländerrechtlichen Ausweisungspraxis führt (BGer Urteil 6B_1044/2019 vom 

17. Februar 2020 E. 2.6.). Die Vorstrafen des Beschuldigten sind zwar nicht ein-

schlägig, aber sie sind Ausdruck von seiner Mühe, sich an Regeln zu halten.  

 5.6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ein erhebliches 

öffentliches Interesse an der Ausweisung des Beschuldigten besteht. 

 5.7. Bezüglich der persönlichen Interessen des Beschuldigten ist auf obige 

Ausführungen zu verweisen. Wie ausgeführt, bestehen auf Seiten des Beschul-

digten beachtliche private Interessen an einem weiteren Verbleib in der Schweiz. 

Ins Gewicht fällt vor allem auch die tatsächlich wahrgenommene Erziehungsver-

antwortung gegenüber seinen minderjährigen Kindern aus zwei Beziehungen. 

 5.8. Zum von Art. 8 EMRK geschützten Familienkreis gehört in erster Linie 

die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen 

Kindern (BGE 144 II 1 E. 6.1). Das Kindesinteresse ist bei allen Entscheiden vor-

rangig zu berücksichtigen (Art. 3 Kinderrechtskonvention [KRK, SR 0.107]) und in 

der Interessenabwägung ein wesentliches Element unter anderen (Urteil 

2C_609/2020 vom 1. Februar 2021 E. 3.3). 

 5.9. Wie ausgeführt, ist von einer echten, nahen und tatsächlich gelebten 

engen Beziehung des Beschuldigten zu seinen Kindern auszugehen und über-

nimmt er, auch wenn die Kindern nicht mit ihm zusammenleben, die elterliche 

Verantwortung. Dieses könnte nicht in bisherigem Ausmass weitergelebt werden 

und der Beschuldigte würde bei einer Ausweisung einen bedeutenden Teil der 

Kindheit seiner vor allem jüngeren Kinder nicht im gleichen Umfang miterleben 

können. Die Kinder wohnen allerdings bereits jetzt teilweise nicht mehr mit dem 

Beschuldigten zusammen, sondern bei der Kindsmutter in Bern, die die Hauptbe-

treuung wahrnimmt. Entsprechend sind die Auswirkungen auf das Familienleben 

einer Ausweisung des Beschuldigten da etwas zu relativieren. 

 5.10. Für den Anspruch auf Familienleben genügt es nach dem Weg-

weisungsrecht unter Umständen, dass der Kontakt zum Kind im Rahmen von 

Kurzaufenthalten oder über die modernen Kommunikationsmittel wahrgenommen 

- 35 - 

werden kann (BGer Urteil 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.7; BGer Urteil 

2C_609/2020 vom 1. Februar 2021 E. 5.5). Angesichts der heutigen Möglichkei-

ten könnte der Beschuldigte bei einer Landesverweisung den Kontakt zu seinen 

Kindern ohne Weiteres per Video- und Audiotelefonie aufrecht erhalten und mit 

Besuchen während der Schulferien in seiner Heimat pflegen.  

 5.11. Für seine neue Partnerschaft gilt, dass auch die neue Partnerin 

Albanerin ist, Albanisch spricht, und es ihr nicht unzumutbar wäre, dem Beschul-

digten ins Heimatland zu folgen. 

 5.12. Der Beschuldigte lebte bis zum 33. Altersjahr in seiner Heimat, hat dort 

noch Familie und kennt somit die Verhältnisse vor Ort. Zudem spricht der Be-

schuldigte Albanisch. Auch wenn eine Wiedereingliederung sicher schwierig wäre, 

ist eine solche deshalb möglich und zumutbar. Auch aufgrund seiner Ausbildung, 

seiner Arbeitserfahrung vom Kosovo und von der Schweiz und seinen Sprach-

kenntnissen wäre es dem Beschuldigten auch ohne weiteres möglich, im Kosovo 

eine vergleichbare Arbeit als Handwerker zu finden, wie er sie hier ausführte.  

 5.13. In Würdigung sämtlicher Interessen ergibt sich, dass die persönlichen 

Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz angesichts der 

Schwere des begangenen Delikts das öffentliche Interesse an einem Landes-

verweis vorliegend nicht überwiegen, insbesondere eine Reintegration des 

Beschuldigten im Kosovo zwar schwierig, aber als möglich und zumutbar anzu-

sehen ist und die Ausweisung auch nicht dem Kindeswohl seiner minderjährigen 

Kindern entgegensteht. Es ist deshalb eine Landesverweisung im Sinne von 

Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB anzuordnen. 

 6.1. Die Vorinstanz hat eine Landesverweisung für die Dauer von 7 Jahren 

angeordnet (Urk. 57 S. 36). 

 6.2. Die Landesverweisung kann für die Dauer von 5 bis 15 Jahren ausge-

sprochen werden (Art. 66a StGB). Dabei hat die Dauer dem Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit zu entsprechen und es sind die persönlichen Interessen gegen 

- 36 - 

das öffentliche Interesse abzuwägen, wobei dem Verschulden des Täters ein 

grosses Gewicht zukommt (BSK StGB I-Zurbrügg/Hruschka, Art. 66a N 28 f.). 

 6.3. Das Verschulden des Beschuldigten ist als nicht leicht zu qualifizieren. 

Die auszufällende Freiheitsstrafe von 30 Monaten befindet sich im unteren Be-

reich des möglichen Strafrahmens. Sodann sind die engen familiären Bindungen 

des Beschuldigten zu seinen hier lebenden minderjährigen Kindern und seine 

Aufenthaltsdauer in der Schweiz von rund 16 Jahren zu berücksichtigen. Demge-

genüber ist das Fernhalteinteresse gegenüber dem Beschuldigten aufgrund der 

von ihm ausgehenden erheblichen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Si-

cherheit hoch. Insgesamt erscheint es in Würdigung sämtlicher Umstände als 

verhältnismässig und angemessen, die Dauer der Landesverweisung auf 7 Jahre 

festzusetzen. 

 6.4. Der Beschuldigte gehört einem Drittstaat (Kosovo) an. Die Landes-

verweisung gegenüber Drittstaatenangehörigen ist im Schengener Informations-

system (SIS) auszuschreiben, wenn der entsprechende Straftatbestand – und 

nicht bloss die konkret ausgefällte Strafe – eine Freiheitsstrafe im Höchstmass 

von einem Jahr oder mehr vorsieht und von der betroffenen Person eine Gefahr 

für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeht. An diese Gefahr sind keine 

hohen Anforderungen zu stellen, sondern das Delikt muss lediglich von einer 

"gewissen Schwere" sein, womit Bagatellfälle ausgeschlossen werden sollen 

(BGE 147 IV 340, E. 4.8.). Aus obigen Ausführungen ergibt sich, dass diese Vo-

raussetzungen aufgrund der vom Beschuldigten begangenen Straftat erfüllt sind. 

Die Ausschreibung im Schengener Informationssystem erweist sich zudem auch 

als verhältnismässig. Es liegen keine persönlichen Umstände vor, welche ein Ab-

sehen von der Ausschreibung rechtfertigen würden. Der Beschuldigte akzeptiert 

überdies im Verurteilungsfall eine solche ("Die anderen Länder brauche ich 

nicht."; Urk. 96 S. 19). Damit sind die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt 

und die Landesverweisung ist im Schengener Informationssystem auszuschrei-

ben. 

- 37 - 

VII. Zivilansprüche 

 1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen für die Zusprechung 

von Schadenersatz und Genugtuung dargelegt. Es kann darauf verwiesen werden 

(Urk. 57 S. 31 ff.). Während die Vorinstanz B._____ mit seinen Schadenersatzan-

sprüchen auf den Zivilweg verwies, wurde dessen Genugtuungsforderung im Um-

fang von Fr. 1'800.00 zuzüglich 5% Zins seit 8. September 2018 geschützt und im 

Mehrbetrag abgewiesen (Urk. 57 S. 36). Diese Regelung wurde von ihm akzep-

tiert, wohin gegen sich die Berufung des Beschuldigten auch dagegen richtet 

(Urk. 58 S. 2). 

 2. Im Rahmen ihrer Vorabbegründung (Urk. 68) erachtete es die Verteidi-

gung als seltsam, dass B._____ anlässlich der Hauptverhandlung weder zeitlich 

einordnen konnte, wann die erste Therapiesitzung stattgefunden habe, noch den 

Namen seiner Therapeutin habe nennen können. Zudem habe er innert zwei 

Jahren seit den Geschehnissen vom 8. September 2018 lediglich fünf Sitzungen 

absolviert (Urk. 68 S. 31). B._____ habe im Rahmen der Einvernahmen immer 

versucht, durch masslose Übertreibungen hinsichtlich seiner Verletzung vom tat-

sächlichen Geschehen abzulenken. Gesamthaft werde so der Anschein bestärkt, 

dass der Privatkläger B._____ sich auf diese Weise versuche künstlich als Opfer 

darzustellen, um davon abzulenken, dass tatsächlich der Beschuldigte von ihm 

angefahren und Opfer eines gewaltsamen Angriffs worden sei. Sie hält im Ergeb-

nis dafür, dass B._____ keine Genugtuung zustehe (Urk. 68 S. 32).  

 3. Dass vorliegend die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genug-

tuung erfüllt sind, hat die Vorinstanz zu Recht bejaht. Es kann auf die entspre-

chenden Ausführungen verwiesen werden (Urk. 57 S. 33 ff.). Ebenso ist die Höhe 

nicht zu beanstanden, mit der sich die Verteidigung, die weiterhin auf der Opfer-

rolle ihres Mandanten beharrt, denn auch nicht weiter auseinandersetzt. Das vo-

rinstanzliche Urteil ist daher auch in diesem Punkt zu bestätigen.  

- 38 - 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Bei diesem Verfahrensausgang ist die erstinstanzliche Kostenauflage 

(Ziff. 12-13) zu bestätigen.  

 2.1. Die Gebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf Fr. 

3'000.00 festzusetzen.  

 2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mass-

gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte 

unterliegt mit seinen Anträgen vollumfänglich. Damit sind dem Beschuldigten die 

Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich aufzuerlegen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung des Beschuldigten sind einstweilen und unter Vorbehalt 

der Nachzahlungspflicht nach Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. 

 2.3. Die von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ als amtliche Verteidigerin des 

Beschuldigten im vorliegenden Verfahren geltend gemachten Aufwendungen sind 

zwar hoch, aber gerade noch nicht zu beanstanden (Urk. 93). Unter Berücksich-

tigung des Umstandes, dass die Berufungsverhandlung mit aufgerundet einein-

halb Stunden massgeblich weniger lang gedauert hat, als von der Verteidigerin in 

ihrer Honorarnote schätzungsweise veranschlagt, und unter zusätzlicher 

Berücksichtigung des zeitlichen Aufwandes für die Nachbesprechung des 

Berufungsentscheides mit dem Beschuldigten erweist es sich als angemessen, 

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ mit pauschal Fr. 8'900.00 (inkl. MWST. und Bar-

auslagen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

 2.4.1. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ machte als Vertreter von C._____ Auf-

wendungen vom Umfang von Fr. 165.85 geltend, wobei er diese unter dem Titel 

"Amtliche Verteidigung (Angriff)" einreichte (Urk. 79). Hier fungiert er allerdings als 

Privatklägervertreter. Eine Bestellung als unentgeltlicher Rechtsvertreter ist den 

Akten nicht zu entnehmen. Der Aufwand an sich ist nicht zu beanstanden.  

 2.4.2. Rechtsanwältin MLaw Z._____ reichte mit Schreiben vom 11. März 

2022 ihre "Aufstellung über ihre Bemühungen als unentgeltliche Geschädigten-

- 39 - 

vertreterin" von B._____ ein (Urk. 87 und 89). Eine Bestellung von Rechtsanwältin 

Z._____ als unentgeltliche Rechtsvertreterin des Geschädigten B._____ findet 

sich in den Akten ebenfalls nicht. In ihrem Plädoyer vor Vorinstanz wies sie darauf 

hin, dass sie zwar nie formell zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin bestimmt 

worden sei. Es sei aber damals, als sie ein entsprechendes Gesuch gestellt habe, 

mit der Staatsanwaltschaft abgesprochen worden, dass ihre Bemühungen insge-

samt gedeckt seien (Urk. 47 S. 6). Für das vorliegende Verfahren macht sie 

Fr. 683.35 geltend (Urk. 89), was ebenfalls nicht zu beanstanden ist.  

 2.4.3. Die Vorinstanz hielt in ihrem Urteil bezüglich der Entschädigung der 

Privatklägervertretungen was folgt fest: "Lediglich der Vollständigkeit halber bleibt 

anzumerken, dass die Aufwendungen der unentgeltlichen Rechtsvertreter jeweils 

im Rahmen ihrer Auslagen als amtliche Verteidiger in den entsprechenden Ver-

fahren vergütet werden, zumal die durch die unentgeltliche Rechtsvertretung 

entstandenen Kosten nur ungenügend ausscheidbar sind." (Urk. 57 S. 35 f.). 

Umständehalber erscheint es vor diesem Hintergrund sachgerecht, die Kosten 

der Privatklägervertretungen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 

17  November 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1.-5 […] 

6. Der nachfolgend genannte, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zü-

rich vom 24. März 2020 beschlagnahmte Gegenstand, lagernd bei der Kantonspolizei 

Zürich, Asservatentriage, wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen: 

- 1x Messer (Asservat Nr. A011'854'845). 

7. Die nachfolgend genannten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich vom 24. März 2020 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantons-

- 40 - 

polizei Zürich, Asservatentriage, werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechts-

kraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben: 

-  1x schwarzes Langarm-Shirt (Asservat Nr. A011'878'118); 

- 1x schwarze Trainerjacke, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten   

(Asservat Nr. A011'996'853); 

- 1x Sportschuhe, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten  

(Asservat Nr. A'011'996'897); 

- 1x Trainerhose, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten  

(Asservat Nr. A011'996'922). 

 Sofern der Beschuldigte die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils verlangt, werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen. 

8.-9. […] 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'250.00   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 916.75   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 1'499.50   Auslagen (Polizei). 
 

11. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidigerin 

des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 21'600.00 (inkl. Barauslagen und 

7.7 % MwSt.) entschädigt. 

12.-13. […] 

14. [Mitteilungen] 

15. [Rechtsmittel]" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 41 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen. 

5. Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausge-

schrieben. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (B._____) Fr. 1'800.00 

zuzüglich 5 % Zins seit 8. September 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

7. Der Privatkläger 2 (B._____) wird mit seiner Schadenersatzforderung auf 

den Zivilweg verwiesen. 

8. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 12-13) wird bestätigt. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr.  3'000.00 Gerichtsgebühr 

Fr. 8'900.00 Kosten amtliche Verteidigung 

Fr. 165.85 Kosten RA Y._____ für PK C._____ 

Fr.  683.35 Kosten RAin Z._____ für PK B._____  

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der Kosten der Privatklägervertretungen, werden 

dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des 

- 42 - 

Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

Die Kosten der Privatklägervertretungen werden auf die Gerichtskasse 

genommen.  

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 
− den Vertreter des Privatklägers 1 (C._____) im Doppel für sich und zu-

handen des Privatklägers 1 (versandt) 
− die Vertreterin des Privatklägers 2 (B._____) im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers 2 (versandt) 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich (vorab per E-Mail versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− den Vertreter des Privatklägers 1 (C._____) im Doppel für sich und zu-

handen des Privatklägers 1 
− die Vertreterin des Privatklägers 2 (B._____) im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers 2 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestim-
mung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Zeughausstr. 11, Postfach, 
8021 Zürich, unter Hinweis auf Vorabbeschluss Dispositiv-Ziffern 1.6. 
und 1.7. 

- 43 - 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 31. März 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw N. Hunziker 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe 

definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 31. März 2022
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausgeschrieben.
	6. Der nachfolgend genannte, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24. März 2020 beschlagnahmte Gegenstand, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, Asservatentriage, wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	 1x Messer (Asservat Nr. A011'854'845).

	7. Die nachfolgend genannten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24. März 2020 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, Asservatentriage, werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dies...
	 1x schwarzes Langarm-Shirt (Asservat Nr. A011'878'118);
	 1x schwarze Trainerjacke, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten (Asservat Nr. A011'996'853);
	 1x Sportschuhe, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten   (Asservat Nr. A'011'996'897);
	 1x Trainerhose, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten  (Asservat Nr. A011'996'922).

	Sofern der Beschuldigte die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils verlangt, werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (B._____) Fr. 1'800.00 zuzüglich 5 % Zins seit 8. September 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Die Schadenersatzansprüche des Privatklägers 2 (B._____) werden auf den Zivilweg verwiesen.
	10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	11. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 21'600.00 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
	12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO beim Beschuldigten.
	14. (Mitteilungen.)
	15. (Rechtsmittel.)
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 f.)
	"1. Es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 vom Tatvorwurf des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen;
	2. es sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 und Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 die Freiheitsstrafe vom 30 Monaten, unter Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs von 21 Monaten, ersatzlos aufzuheben;
	3. eventualiter sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 2 und Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 24 Monaten, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs, zu v...
	4. es sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 4 und Ziff. 5 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 von der Anordnung einer Landesverweisung von 7 Jahren nach Art. 66a und einer entsprechenden Ausschreibung im Schengener Infor...
	5. es sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 8 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 der Genugtuungsanspruch des Privatklägers, Herr B._____, in Höhe von CHF 1'800.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 8. September 2018, abzuweisen;
	6. es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziff. 10 bis Ziff. 12 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 17. November 2020 von der Leistung der Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens zu befreien;
	alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% MWST zu Lasten des Staates."
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	c) des Privatklägers B._____: (Urk. 87; schriftlich)
	"1. Schuldspruch im Sinne der Anklage,
	2. Verpflichtung von A._____ zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 1'800 zuzüglich Zins seit 8. September 2018 an den Privatkläger."
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt
	IV.  Rechtliche Würdigung
	V.  Sanktion und Vollzug
	VI.  Landesverweisung und Ausschreibung im  Schengener Informationssystem
	VII.  Zivilansprüche
	VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 17  November 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1.-5 […]
	6. Der nachfolgend genannte, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24. März 2020 beschlagnahmte Gegenstand, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, Asservatentriage, wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	- 1x Messer (Asservat Nr. A011'854'845).
	7. Die nachfolgend genannten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24. März 2020 beschlagnahmten Gegenstände, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, Asservatentriage, werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dies...
	-  1x schwarzes Langarm-Shirt (Asservat Nr. A011'878'118);
	- 1x schwarze Trainerjacke, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten   (Asservat Nr. A011'996'853);
	- 1x Sportschuhe, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten  (Asservat Nr. A'011'996'897);
	- 1x Trainerhose, sichergestellt in der Wohnung des Beschuldigten  (Asservat Nr. A011'996'922).
	Sofern der Beschuldigte die Herausgabe nicht innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils verlangt, werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	8.-9. […]
	10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	11. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 21'600.00 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
	12.-13. […]
	14. [Mitteilungen]
	15. [Rechtsmittel]"
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.
	5. Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausgeschrieben.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (B._____) Fr. 1'800.00 zuzüglich 5 % Zins seit 8. September 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	7. Der Privatkläger 2 (B._____) wird mit seiner Schadenersatzforderung auf den Zivilweg verwiesen.
	8. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 12-13) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der Kosten der Privatklägervertretungen, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ...
	11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (versandt)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
	 den Vertreter des Privatklägers 1 (C._____) im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers 1 (versandt)
	 die Vertreterin des Privatklägers 2 (B._____) im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers 2 (versandt)
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich (vorab per E-Mail versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 den Vertreter des Privatklägers 1 (C._____) im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers 1
	 die Vertreterin des Privatklägers 2 (B._____) im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers 2
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Zeughausstr. 11, Postfach, 8021 Zürich, unter Hinweis auf Vorabbeschluss Dispositiv-Ziffern 1.6. und 1.7.

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.