# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 268e80c5-63cd-502b-8ba5-d1869b64b866
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.11.2022 SB220168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220168_2022-11-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB220168-O/U/bs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. Keller und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie 

Gerichtsschreiber MLaw Dharshing 

 

Urteil vom 9. November 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. P. Brunner,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Angriff  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 29. September 2021 (GG210170) 
 
 
 
 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Mai 2021 

(Urk. 32) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten, wovon bis 

und mit heute 9 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die sichergestellte Herrenjacke, Farbe Schwarz (Asservat-Nr. A012'202'118), auf-

bewahrt bei der Stadtpolizei Zürich, EA-LO-GE (Geschäfts-Nr. 74307667), wird 

dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herausgegeben. 

Wird der Gegenstand vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevollmächtigten 

Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils herausver-

langt, wird dieser der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

5. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger des Beschuldigten mit total Fr. 17'662.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der 

Gerichtskasse entschädigt. 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 2'400.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'360.–   Kosten Vorverfahren 

Fr. 500.–   Kosten Entsiegelungsverfahren Nr. GM190003-L  

Fr. 17'662.–   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

- 3 - 

7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme 

derjenigen der amtlichen Verteidigung und derjenigen des Entsiegelungsverfahrens 

Nr. GM190003-L, werden dem Beschuldigten auferlegt.  

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. 

Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

9. Die Kosten des Entsiegelungsverfahrens Nr. GM190003-L vor dem Zwangsmass-

nahmengericht des Bezirks Zürich werden auf die Gerichtskasse genommen. 

10. (Mitteilungen.) 

11. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 77 S. 1; Prot. II S. 6) 

1. In Gutheissung der Berufung sei das angefochtene Urteil der Vo-

rinstanz vom 29. September 2021 bezüglich Dispositiv-Ziffern 1 - 3 und 

7 - 8 aufzuheben. 

2. Stattdessen sei A._____ von Schuld und Strafe freizusprechen. 

3. Die Kosten der Strafuntersuchung, der gerichtlichen Verfahren, sowie 

jene der amtlichen Verteidigung seien der Staatskasse aufzuerlegen, 

und A._____ sei für die erstandene Haft eine Genugtuung in der Höhe 

von CHF 2'000.00 auszurichten. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 64) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

- 4 - 

Erwägungen: 

I.  Verfahren 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, Einzelgericht in Strafsachen, vom 

29. September 2021 wurde der Beschuldigte des Angriffes im Sinne von Art. 134 

StGB schuldig gesprochen und mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten 

bei einer Probezeit von 2 Jahren bestraft. Ferner wurden die Herausgabe der 

sichergestellten schwarzen Herrenjacke angeordnet sowie die Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen geregelt (Urk. 50 bzw. 57 S. 32).  

2. Mit Eingabe vom 30. September 2021 hat der Beschuldigte gegen das erst-

instanzliche Urteil rechtzeitig die Berufung angemeldet (Urk. 45). Nach Erstattung 

der Berufungserklärung vom 7. Dezember 2021 (Urk. 58) und anschliessender 

Fristansetzung an die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (Urk. 62) erklärte die 

Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 11. April 2022 den Verzicht auf eine An-

schlussberufung und erklärte, dass sie sich am weiteren Verfahren nicht mehr ak-

tiv beteiligen werde (Urk. 64). In der Folge wurde auf den 9. November 2022 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 66), zu welcher der Beschuldigte in Be-

gleitung seines amtlichen Verteidigers erschienen ist (Prot. II S. 4).  

3. Im Vorfeld der Berufungsverhandlung wurde die Anklägerin mit Beschluss 

vom 3. November 2022 dazu eingeladen, dem Gericht eine ergänzte bzw. be-

richtigte Anklage einzureichen. Im Weiteren wurden die Akten der in separaten 

Verfahren beurteilen Mittäter des Beschuldigten beigezogen (Urk. 69A + 69B). 

Die ergänzte Anklage vom 4. November 2022 ging am 7. November 2022 hierorts 

ein, worauf sie dem Beschuldigten gleichentags zur Stellungnahme spätestens 

anlässlich der Berufungsverhandlung zugestellt wurde (Urk. 75).  

II.  Formelles 

1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Der Be-

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schuldigte verlangte mit seiner Berufungserklärung, er sei von Schuld und Strafe 

freizusprechen (Urk. 58 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhandlung hat die Ver-

teidigung die Berufung auf die Dispositiv-Ziffern 1 - 3 und 7 - 8 eingeschränkt und 

die übrigen Punkte von der Berufung ausgenommen (vgl. Prot. II S. 6). Damit ist 

das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, Einzelgericht in Strafsachen, vom 

29. September 2021 bezüglich der Dispositiv-Ziffern 4 - 6 und 9 in Rechtskraft er-

wachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist. In den angefochtenen Punk-

ten (Dispositiv-Ziffern 1 - 3 und 7 - 8) ist das Urteil hingegen im Sinne von Art. 398 

Abs. 2 StPO umfassend zu prüfen. 

2.  Der Beschuldigte hat im Hinblick auf die Berufungsverhandlung keine 

Beweisanträge gestellt (vgl. Urk. 58; Prot. II S. 5). Es drängen sich in zweiter 

Instanz auch von Amtes wegen – abgesehen von der erneuten Befragung des 

Beschuldigten – keine weiteren Beweiserhebungen auf.  

III.  Schuldpunkt 

1.  Sachverhalt 

1.1.  Gemäss der ergänzten Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 4. November 2022 habe sich der Beschuldigte am 26. Oktober 2018 

nach dem Fussballspiel des FC Zürich gegen Bayer 04 Leverkusen zusammen 

mit einer grösseren Gruppe von FCZ-Fans auf dem Trottoir vor dem Restaurant 

B._____ an der Ecke C._____-Strasse/D._____-Strasse in Zürich aufgehalten, als 

eine Gruppe von Männern aus Leverkusen, welche als Anhänger des dortigen 

Fussballclubs erkennbar gewesen seien, die FCZ-Fans passiert habe, worauf die 

Leverkusener von den FCZ-Fans tätlich angegangen worden seien, wobei der 

Geschädigte E._____ seitens der Leverkusen-Fans versucht habe, die 

Wegnahme eines Fan-Schals zu verhindern, worauf ihm der Beschuldigte gegen 

den Hinterkopf geschlagen und ihn zurückgerissen habe. In der Folge habe sich 

eine Konfrontation zwischen E._____ und dem Schaldieb ergeben, 

währenddessen ein weiterer FCZ-Fan zur Gruppe gestossen und die 

Geschädigten E._____ und F._____ unvermittelt gegen den Kopf geschlagen 

- 6 - 

habe. Als E._____ in der Folge die Flucht in Richtung des Hoteleinganges 

angetreten habe, sei er erneut gepackt, weggezerrt und mit Schlägen und Tritten 

gegen Kopf und Oberkörper eingedeckt worden, worauf er zu Boden gefallen und 

von einem Mitbeschuldigten aus vollem Lauf gegen den Kopf getreten worden sei. 

Durch diese Einwirkung habe E._____ eine Schädelprellung erlitten, welche eine 

körperliche Schonung erforderlich gemacht habe (Urk. 73 S. 2 f.). 

  In der Zwischenzeit habe sich ein weitere Gruppe von drei oder vier 

Leverkusen-Fans auf der C._____-Strasse genähert, welche ebenfalls von einer 

Gruppe von FCZ-Fans körperlich angegangen worden sei, wobei hier der 

Geschädigte G._____ von einem Angreifer unvermittelt einen Schlag ins Gesicht 

erhalten habe, was zu einer stark blutenden Platzwunde geführt habe, welche 

habe genäht werden müssen (Urk. 73 S. 3). 

 Der Beschuldigte haben sich an diesen Angriffen beteiligt, indem er 

ebenfalls über die (C._____-)Strasse herangerannt sei und dem Geschädigten 

F._____ in der Folge einen Faustschlag sowie einen Fusskick gegen den Kopf 

verpasst habe (Urk. 73 S. 4).  

1.2.  Der Beschuldigte hat die Darstellung der Anklage in der Untersuchung und 

an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung nur insofern bestätigt, als er einräumte, 

an jenem Tag zusammen mit anderen FCZ-Fans am Tatort gewesen und dabei 

jene Person gewesen zu sein, welche auf der ihm vorgespielten Aufnahme der 

Videokamera des Hotels "H._____" rot eingekreist zu sehen sei (Urk. 5 S. 2: 

"Aufgrund meiner Lebenslage muss ich wohl sagen, dass ich das bin."). Ansons-

ten hat er die Aussage zu den Geschehnissen vom 26. Oktober 2018 insbesonde-

re in der Schlusseinvernahme sowie anlässlich der Hauptverhandlung komplett 

verweigert (vgl. Urk. 3, 4 + 6; Prot. I S. 8 ff.), was sich im Rahmen der Berufungs-

verhandlung wiederholte (Urk. 76 S. 3 ff.).  

1.3.  Angesichts dieser Ausgangslage kann nicht von einem Geständnis des 

Beschuldigten betreffend die angeklagten Geschehnisse ausgegangen werden, 

doch ergibt sich seine Beteiligung an der Auseinandersetzung mit der ersten Fan-

Gruppe von Bayer Leverkusen zwanglos aufgrund der im Recht liegenden Auf-

- 7 - 

zeichnungen der Videokamera des Hotels H._____ (vgl. Urk. 17, Tä-

ter 9_A._____) sowie auch der Zylinderkamera des Hotels B._____ (vgl. Urk. 17, 

Zylindercam 20181026), zumal der Beschuldigte immerhin einräumt, identisch mit 

der in ersterer Aufnahme rot eingekreisten Person zu sein. Soweit sich die Vo-

rinstanz in diesem Zusammenhang mit der Verwertbarkeit der besagten Video-

aufnahmen befasst (Urk. 57 S. 9 ff.), kann ihren Ausführungen vorbehaltlos zuge-

stimmt und in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf diese verwiesen werden, 

zumal auch die Verteidigung die Zulässigkeit solcher Aufnahmen – wohl auch in 

Kenntnis der diesbezüglichen Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. BGE 147 

IV 9, E. 1.4.) – nicht in Frage stellt.  

1.4.  Aufgrund der Aufnahmen der Videokamera des Hotels H._____ ergibt sich 

in objektiver Hinsicht namentlich, dass die anfängliche Aggression klar von den 

FCZ-Fans ausging, indem die heimkehrenden Leverkusen-Fans ohne Not tätlich 

angegangen und ihnen dabei ein Fan-Schal entwendet wurde. In der Folge wehrt 

sich insbesondere der Geschädigte E._____ gegen die Aggression, wobei er 

selber zu Handlungen greift, welche als Tätlichkeiten gedeutet werden können, 

dies insbesondere, nachdem er und sein neben ihm stehender Kollege von einem 

FCZ-Fan mit Schlägen eingedeckt worden sind. Dass in dieser Phase der Be-

schuldigte den Geschädigten E._____ auf den Hinterkopf geschlagen und zu-

rückgerissen hätte, ergibt sich aufgrund der Videoaufnahme jedoch nicht, weshalb 

der eingeklagte Sachverhalt insofern nicht erstellt ist. Der Beschuldigte gesellte 

sich nämlich erst im Verlauf der weiteren Auseinandersetzung im Laufschritt zur 

aggressiven Gruppe (vgl. Urk. 17, Täter 9, ab Sequenz 01:05:57) und greift in der 

Folge selber gewalttätig ins Geschehen ein, wobei seinerseits namentlich ein 

Faustschlag und ein Fusstritt gegen den Kopfbereich des Geschädigten F._____ 

auszumachen sind (Urk. 17, Täter 9, Sequenz 01:06:12 - 01:06:15). Der gesamte 

Vorfall rund um die erste Gruppe der Leverkusen-Anhänger dauert eine knappe 

Minute und spielt sich teilweise auch ausserhalb der Kamerasequenz ab, doch 

sind auf der diesbezüglichen Aufnahme jedenfalls noch weitere Faustschläge und 

Fusstritte von FCZ-Fans gegenüber der gegnerischen Gruppe (insbesondere dem 

Geschädigten E._____) ersichtlich, während die Leverkusener nach der anfängli-

chen Gegenwehr von E._____ praktisch vollständig passiv bleiben (vgl. zum 

- 8 - 

Kerngeschehen dieses Vorfall insbes. Urk. 17, Täter 9, Sequenz 01:06:24 - 

01:06:35). Der objektive Sachverhalt der Anklage ist demnach mit der 

vorstehenden Einschränkung als erwiesen zu betrachten. 

1.5.  In subjektiver Hinsicht macht die Verteidigung geltend, dass der Beschul-

digte nicht von Anfang an in das Geschehen involviert war, sondern die bereits im 

Gang befindliche Szenerie auf der anderen Seite der C._____-Strasse zunächst 

beobachtet und sich der Auseinandersetzung erst danach angeschlossen hat 

(Urk. 42 S. 5). Diese Darstellung wird durch eine Aufnahme der Zylinderkamera 

vor dem Hotel B._____ gestützt, wo zu sehen ist, dass der vor dem Eingang des 

Hotels B._____ stehende Beschuldigte zunächst in ein Gespräch involviert ist, 

danach auf das eingeklagte Geschehen aufmerksam wird und auf die gegenüber-

liegende Strassenseite blickt, worauf er wenige Augenblicke später losrennt 

(Urk. 17, Zylindercam 20181026/010501-1540508701, ab Sequenz 00:00:50). 

Diesbezüglich ist zwar davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte im Rah-

men seiner vorgängigen Beobachtung durchaus ein kurzes Bild der gegenüber-

liegenden Geschehnisse machen konnte und dabei auch die Übermacht seiner 

eigenen Gruppe wahrgenommen haben dürfte. Trotzdem kann angesichts der zur 

Verfügung stehenden Beweismittel nicht davon ausgegangen werden, er habe bei 

diesem kurzen Überblick erfasst bzw. erfassen müssen, dass die Aggression 

ausschliesslich von seiner Gruppe aus gekommen war, zumal aufgrund der Auf-

nahmen der Videokamera auch Bewegungen des Geschädigten E._____ er-

sichtlich sind, welche in Unkenntnis des gesamten Sachzusammenhanges durch-

aus als aktive Retorsionshandlungen interpretiert werden können. Durfte aber der 

Beschuldigte aufgrund der dargelegten Umstände vor seinem Hinzukommen mit 

guten Gründen annehmen, dass eine wechselseitige Auseinandersetzung zweier 

Fangruppen vorlag, so ist zu seinen Gunsten davon auszugehen, dass er sich in 

einem Sachverhalts- bzw. Tatbestandsirrtum befinden würde, sofern mit der 

Anklägerin und der Vorinstanz objektiv tatsächlich ein einseitiger Angriff der FCZ-

Anhänger stattgefunden hätte. In einem solchen Fall sind die massgeblichen 

Tatgeschehnisse aber so zu beurteilen, wie sie sich der Täter vorgestellt hat 

(vgl. Art. 13 Abs. 1 StGB). 

- 9 - 

1.6.  Was die von der gegnerischen Gruppe erlittenen physischen Beeinträch-

tigungen anbelangt, so geht aus der nunmehr ergänzten Anklage hervor, dass der 

Geschädigte E._____ nach dem Vorfall eine Schädelprellung aufwies (vgl. Urk. 73 

S. 3), welche ohne Weiteres durch den in den Akten liegenden Bericht der 

München Klinik Schwabing vom 27. Oktober 2018 erwiesen ist (Urk. 18/1, 

Beilage 3; Urk. 74). Wenn die Verteidigung dem entgegenhält, dass E._____ in 

seiner E-Mail vom 11. November 2018 angab, er habe sich (lediglich) vorsichts-

halber ärztlich untersuchen lassen (vgl. Urk. 77 S. 6), so widerspricht dies der ge-

nannten Diagnose nicht, zumal – worauf die Verteidigung an anderer Stelle selbst 

hinwies (Urk. 77 S. 6) – auch das Risiko von schwereren verdeckten 

Verletzungen in Betracht zu ziehen war und E._____ im selben E-Mail festhielt, er 

habe ein paar Beulen und zwei blaue Ohren erlitten (Urk. 18/1, Beilage 5). Die 

Kausalität der auf dem Video ersichtlichen Gewalteinwirkungen der FCZ-Fans für 

diese körperliche Beeinträchtigung ergibt sich einerseits angesichts der dazu 

passenden Faustschläge und Tritte gegen den Kopfbereich des Geschädigten, 

andrerseits aber auch aufgrund der zeitlichen Abfolge der nur einen Tag nach 

dem Vorfall gestellten ärztlichen Diagnose. Inwiefern aufgrund dieser 

Beeinträchtigung auf eine Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

geschlossen werden kann, wird im Rahmen der nachfolgenden rechtlichen 

Würdigung zu klären sein (vgl. nachfolgend Ziffer 2.4.) 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Vorweg ist im Rahmen der rechtlichen Würdigung darauf hinzuweisen, dass 

aufgrund des Hinweises des Berufungsgerichtes anlässlich der Berufungs-

verhandlung in zweiter Instanz nebst einer Verurteilung wegen Angiffs im Sinne 

von Art. 134 StGB ebenfalls auch ein Schuldspruch wegen Raufhandels im Sinne 

von Art. 133 Abs. 1 StGB zur Disposition steht (vgl. Prot. II S. 5). Ein solcher 

Raufhandel liegt vor, wenn eine tätliche, wechselseitige Auseinandersetzung zwi-

schen mindestens drei Personen vorliegt, wobei die beiderseitige Beteiligung eine 

aktive sein muss und das blosse Einstecken von Schlägen nicht genügt. Wenn 

demgegenüber mindestens zwei Personen auf einen Dritten einwirken, welcher 

selber passiv bleibt oder sich nur defensiv zu schützen versucht, liegt ein Angriff 

- 10 - 

im Sinne von Art. 134 StGB vor. Wird die abwehrende Person aber selber auch 

tätlich, so ist tendenziell ein Raufhandel gegeben, es sei denn, die aktive Abwehr 

könne im Sinne einer Notwehr interpretiert werden (vgl. MAEDER, BSK StGB I, N 7 

zu Art. 134 StGB m.H.a. SCHULTZ, ZStrR 1991 S. 411 f.; CORBOZ, Code pénale, N 

6 zu Art. 134 CP). 

2.2.  Vorliegend handelt es sich bei der Frage, ob in objektiver Hinsicht von ei-

nem Angriff im Sinne von Art. 134 StGB oder von einem Raufhandel im Sinne von 

Art. 133 StGB auszugehen ist, um einen Grenzfall, nachdem die friedliche 

Gruppierung aus Leverkusen offensichtlich unvermittelt von den FCZ-Fans ange-

gangen und bestohlen wurde und sich in der Folge weitgehend defensiv verhielt, 

während aber insbesondere der Geschädigte E._____ nach der Entwendung des 

Schals auch zu Handlungen Zuflucht nahm, welche als Tätlichkeiten gewertet 

werden können, wobei aber Letztere wiederum durchaus notwehrähnliche Züge 

aufweisen, da er selber ebenfalls angegangen wurde und sich die Agressoren 

vom Leib halten wollte (vgl. Urk. 17, Täter 9, Sequenz 01:05:44 - 01:05:58). Wie 

es sich mit dieser Streitfrage verhält, kann vorliegend jedoch offen bleiben, da an-

gesichts der besonderen Umstände des Falles ein Schuldspruch des Beschuldig-

ten wegen Angriffes jedenfalls aus subjektiver Warte nicht in Betracht fällt. 

2.3.  In subjektiver Hinsicht kann dem Beschuldigten nämlich – wie gezeigt – 

aufgrund der gegebenen Sachlage nicht nachgewiesen werden, dass er sich an 

einem Angriff im Sinne von Art. 134 StGB beteiligen wollte. Vielmehr ist zu seinen 

Gunsten davon auszugehen, dass er auf die inkriminierten Geschehnisse erst 

aufmerksam wurde, als die Auseinandersetzung bereits im Gange war (vgl. vor-

stehend Ziffer 1.4.). Hatte er aber den Vorfall nicht von Beginn weg mitbekommen 

und nahm dann aus seiner Warte aus einiger Entfernung eine unübersichtliche 

Rangelei der Kontrahenten wahr, so konnte er mit guten Gründen davon 

ausgehen, dass eine wechselseitige Auseinandersetzung im Gange war, ohne 

sich zwingend darüber Rechenschaft ablegen zu müssen, dass womöglich 

ursprünglich ein einseitiger Angriff seiner Gruppierung vorlag. Selbst wenn 

Letzteres mithin tatsächlich zuträfe, müsste dem Beschuldigten bei dieser 

Konstellation ein Sachverhalts- bzw. Tatbestandsirrtum zu Gute gehalten werden, 

- 11 - 

in welchem Fall die relevanten Geschehnisse so zu beurteilen sind, wie sie sich 

der Irrende vorgestellt hat. Durfte der Beschuldigte wie vorliegend aber in 

nachvollziehbarer Weise der Meinung sein, er beteilige sich an einer 

gegenseitigen Schlägerei, so kommt aus seiner Sicht keine Mitwirkung an einem 

Angriff, sondern die Beteiligung an einem Raufhandel in Betracht. 

2.4.  Was schliesslich die auch beim Tatbestand des Raufhandels etablierte ob-

jektive Strafbarkeitsbedingung anbelangt, so ist beim Geschädigten E._____ eine 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB vorliegend – entgegen der 

Verteidigung (Urk. 42 S. 8 f.; Urk. 77 S. 7) – als gegeben zu erachten. Aufgrund 

der Akten ergibt sich insofern, dass der Geschädigte E._____ eine 

Schädelprellung mit einer Schwellung links temporal sowie einem Otohämatom 

erlitt, welche mit Schmerzmitteln therapiert ("Analgesie") werden musste 

(Urk. 18/1, Beilage 3). Diese Auswirkungen auf eine körperlich sehr sensible 

Stelle können nicht mit gewöhnlichen Prellungen, Schwellungen oder Hämatomen 

an Armen, Beinen oder Rumpf verglichen werden, zumal ihnen eine erhebliche 

Gewalteinwirkung zu Grunde lag und sie durchaus länger andauerten, da selbst 

einen Tag danach ärztlicherseits noch eine Schmerzmittelbehandlung angeordnet 

wurde. Eine Bewusstlosigkeit, Übelkeit oder ein Erbrechen braucht es für das 

Vorliegen einer einfachen Körperverletzung demgegenüber nicht, weshalb auch 

dieser Einwand der Verteidigung keine andere Wertung zu begründen vermag 

(vgl. Urk. 42 S. 8). Ebenfalls nichts zu Gunsten des Beschuldigten herzuleiten 

vermag die Verteidigung mit dem Vorbringen, wonach die ärztlich angeordnete 

körperliche Schonung nicht wegen sich manifestierender Symptome verordnet 

worden sei, sondern auch dem Zweck dienen konnte, präventiv eine 

Verschlimmerung bestehender Verletzungen zu verhindern (Urk. 77 S. 7). Selbst 

wenn nämlich mit der Schonung auch dieser Zweck verfolgt worden wäre, spricht 

die Tatsache, dass auch 36 Stunden nach dem Vorfall nebst der 

Schmerzbehandlung nach wie vor körperliche Schonung verordnet wurde, 

jedenfalls gegen eine minder erhebliche körperliche Beeinträchtigung. 

2.5.  Sind damit aber sämtliche rechtlichen Voraussetzungen für die Annahme 

eines Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB bereits aufgrund der in der 

- 12 - 

Anklage zunächst umschriebenen Auseinandersetzung gegeben, so kann 

grundsätzlich offen bleiben, inwiefern die weiteren eingeklagten Ereignisse im 

Bereich der C._____-Strasse in dieser Nacht ein zusammenhängendes 

Geschehen bildeten, welches gesamthaft beurteilt werden müsste, weshalb auch 

auf die diesbezüglichen Ausführungen der Verteidigung (vgl. Urk. 77 S. 4 f.) nicht 

mehr näher einzugehen ist. Immerhin ist mit der Verteidigung (vgl. Urk. 42 S. 4 f.) 

jedoch zu konzedieren, dass eine solche Erweiterung des tatbeständlichen 

Angriffes bzw. Raufhandels in Bezug auf den Beschuldigten mit einigen 

Schwierigkeiten verbunden wäre. So handelte es sich bei den weiteren 

Handlungen um eine zeitlich (zumindest leicht) versetzte Einwirkung auf eine neu 

hinzugekommene Gruppe, auch wenn diese dem gleichen Fanlager angehörte. 

Im Weiteren ist aufgrund des Videomaterials kaum ersichtlich, inwiefern dabei 

Gewalt gegen den Geschädigten G._____, welcher auf der Aufnahme nie zu 

sehen ist, angewandt wurde. Und schliesslich ist auch eine Beteiligung des 

Beschuldigten in dieser Phase wenn überhaupt dann nur ansatzweise erkennbar 

(vgl. Urk. 17, Täter 9, Sequenz 01:06:24 - 01:06:35). Wenn die Vorinstanz in 

diesem Zusammenhang konstatiert, dass sich der Beschuldigte erneut den 

gegnerischen Fans zugewandt und damit seinen Kollegen Untersützung 

signalisert und körperliche Überlegenheit demonstriert habe (Urk. 57 S. 21), so ist 

diesbezüglich darauf hinzuweisen, dass solcherlei Tathandlungen dem Beschul-

digten von der Anklage gar nicht vorgeworfen werden. Da sich eine solche Er-

weiterung des Tatgeschehens aufgrund der höchstens marginalen Beteiligung 

des Beschuldigten in dieser Phase aber ohnehin nicht massgeblich auf dessen 

Verschulden auszuwirken vermöchte, braucht all diesen Schwierigkeiten 

vorliegend nicht mehr weiter auf den Grund gegangen zu werden. 

2.6.  Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten mithin in zweiter Instanz des 

Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

IV.  Strafe 

1.  Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Strafzumessung 

grundsätzlich korrekt dargelegt (vgl. Urk. 57 S. 24 f.). Entgegen ihren Erwägungen 

- 13 - 

ist der Strafrahmen indessen aufgrund der differierenden rechtlichen Würdigung 

betreffend den Raufhandel im Sinne von Art. 133 StGB auf eine Freiheitsstrafe 

von 3 Jahren begrenzt. Eine ausnahmsweise Überschreitung dieses 

Strafrahmens rechtfertigt sich im konkreten Fall nicht, wie bereits die Vorinstanz 

zu Recht festgehalten hat (Urk. 57 S. 24). Es ist im Folgenden mithin innerhalb 

des massgebenden Strafrahmens zunächst die Tatkomponente des Delikts (mit 

objektiver und subjektiver Tatschwere) zu beleuchten und hernach eine Korrektur 

der Strafe über die Täterkomponente (namentlich die persönlichen Verhältnisse, 

das Vorleben und das Nachtatverhalten) und weitere strafzumessungsrelevante 

Aspekte (Beschleunigungsgebot bzw. Verfahrensdauer) vorzunehmen, bevor 

letztlich die angemessene Strafart festzulegen ist.  

2.  

2.1.  Betreffend die objektive Tatschwere des Raufhandels fällt das 

rücksichtlose Vorgehen sämtlicher beteiligter FCZ-Fans aber auch des 

Beschuldigten persönlich gegenüber den arglosen Leverkusen-Anhängern, die 

am späten Abend in ihre Schlafstätte in der Nähe der C._____-Sstrasse 

zurückkehren wollten, auf, welches angesichts verschiedener Fusstritte gegen 

den Kopfbereich auch von einiger Brutalität gezeichnet war, ohne dass sich die 

Kontrahenten namhaft zur Wehr setzten bzw. aufgrund der Übermacht zur Wehr 

setzen konnten. Diese sinnlose Geringschätzung der körperlichen Integrität von 

Drittpersonen fällt bei der Bemessung des objektiven Verschuldens massgeblich 

erschwerend ins Gewicht und verbietet von vornherein eine Qualifikation im 

untersten Bereich der gesamten Skala. Immerhin war der Beschuldigte aber nicht 

der Rädelsführer der aggressiven Gruppe und wirkte auch nur verhältnismässig 

kurze Zeit am Geschehen mit, was sein eigenes Verschulden einigermassen 

relativiert. Ferner trugen die Opfer offensichtlich keine gravierenden 

Verletzungsfolgen davon, was jedoch hauptsächlich dem Zufall zu verdanken ist, 

sind doch gerade Fusstritte gegen den Kopfbereich durchaus geeignet, schwerere 

Körperverletzungen zu bewirken, auch wenn einzuräumen ist, dass der konkrete 

Tritt des Beschuldigten (mit Turnschuhen) nicht besonders heftig und gezielt 

ausgefallen ist (vgl. Urk. 17, Täter 9, Sequenz 01:06:12 - 01:06:15).  

- 14 - 

2.2.  Wie die Vorinstanz bereits zutreffend festgehalten hat (Urk. 57 S. 26 f.), 

fällt  sodann in subjektiver Hinsicht betreffend die Motivlage lediglich eine perfide 

Machtdemonstration zwecks Markierung des autonom festgelegten Fanreviers als 

plausible Erklärung in Betracht, was in einer zivilisierten Gesellschaft keinesfalls 

geduldet werden kann. Die subjektiven Aspekte vermögen die objektive Tat-

schwere mithin in keiner Weise zu relativeren, zumal hinsichlich des Raufhandels 

von einem direktvorsätzlichen Handeln auszugehen ist.  

2.3.  Insgesamt wiegt das Verschulden des Beschuldigten im Rahmen der Tat-

komponente nicht mehr leicht. In Berücksichtigung des niedrigeren Strafrahmens 

betreffend den Raufhandel erweist sich die von der Vorinstanz für den Angriff 

eher tief angesetzte Einsatzstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe (vgl. Urk. 57 

S. 27) nunmehr als angemessen. 

3. 

3.1.  Der Beschuldigte, der eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat 

und heute als Geschäftsführer für drei Gastronomiebetriebe verantwortlich ist, lebt 

seit fünf Jahren mit seiner Partnerin zusammen und hat keine Kinder (Urk. 76 

S. 1 ff.). Im Rahmen der Täterkomponente geben die persönlichen Verhältnisse 

des Beschuldigten einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz 

(Urk. 57 S. 27) keinen Anlass für eine Korrektur des Strafmasses.  

3.2.  Das Vorleben des vorstrafenlosen Beschuldigten rechtfertigt im 

Zusammenhang mit der Täterkomponente ebenfalls keine andere Bewertung der 

Strafe. Was demgegenüber das Nachtatverhalten anbelangt, ist zunächst zu 

vermerken, dass sich der Beschuldigte in der Untersuchung – im Gegensatz zu 

seinen Mittätern, welche die Aussage durchwegs verweigerten (vgl. Beizugsakten 

betr. Geschäfts-Nr. SB210559, Urk. 3 - 5 bzw. Prot. I S. 8 ff. bzw. Nr. SB210560, 

Urk. 2 - 4 bzw. Prot. I S. 14 ff.) – immerhin dazu durchringen konnte, seine 

Beteiligung am inkriminierten Vorfall einzuräumen. Darüber hinaus unterzeichnete 

er am 17. Dezember 2019 eine Wiedergutmachungsvereinbarung, mit welcher er 

sich zusammen mit seinen Mittätern unter solidarischer Haftbarkeit zu einer 

Zahlung an die Opfer von insgesamt Fr. 9'700.– verpflichtete (Urk. 30). Es kann 

dem Beschuldigten unter diesem Titel mithin trotz insgesamt mässiger 

- 15 - 

Kooperation eine moderate Strafminderung im Bereich von rund 10 Prozent 

zuerkannt werden.  

3.3.  Die Vorinstanz hat ferner auch eine lange Verfahrensdauer als straf-

mindernd erachtet, da vom Beginn der Strafuntersuchung bis zur 

Anklageerhebung rund zwei Jahre verstrichen seien (Urk. 57 S. 28). Es ist 

diesbezüglich festzuhalten, dass im Zusammenhang mit der Beurteilung eines 

Vorfalles mit zahlreichen Tätern und Opfern sowie mit zusätzlichem 

Auslandbezug eine längere Untersuchungsdauer per se nicht zu beanstanden ist, 

zumal vorliegend auch ein Siegelungsverfahren zu durchlaufen war, welches 

mehrere Monate in Anspruch nahm (vgl. Urk. 25). Allerdings fällt im vorliegenden 

Zusammenhang in der Tat auf, dass im Jahr 2020 keine 

Untersuchungshandlungen stattfanden und das Verfahren in dieser Zeit still 

stand, ohne dass eine Sistierung ergangen wäre. Es stellt sich demnach die 

Frage nach der Verletzung des Beschleunigungsgebotes, welcher Umstand 

ebenfalls strafreduzierend in Anschlag zu bringen wäre. Diesbezüglich ist indes 

zu berücksichtigen, dass die Untersuchung in dieser Phase mitten in die Corona-

Pandemie (mit dem Lockdown im März 2020) fiel, in welcher Zeit verschiedene 

Untersuchungshandlungen notorischerweise massgeblich erschwert waren, auch 

wenn dieser Umstand keinen vollständigten Stillstand des Verfahrens zu 

rechtfertigen vermag. Insgesamt kann demzufolge auch unter diesem Aspekt nur 

eine moderate Strafminderung im Bereich von rund 10 Prozent erfolgen. 

3.4.  Es erscheint mithin in Beachtung der Täterkomponenten und des 

Beschleunigungsgebotes angemessen, das Strafmass für den Beschuldigten mit 

der Vorinstanz auf die Höhe von 7 Monaten festzusetzen. 

4.  Was schliesslich die Wahl der Strafart anbelangt, so ist die erstinstanzliche 

Anordnung einer Freiheitsstrafe im Ergebnis zutreffend, auch wenn die Vorinstanz 

im Rahmen ihrer diesbezüglichen Erwägungen dem Umstand nicht Rechnung 

trägt, dass aufgrund der Revision des Sanktionenrechts vom 1. Januar 2018 

Geldstrafen nur noch im Bereich bis zu 180 Tagessätzen ausgesprochen werden 

können, so dass für die Sanktionierung der vorliegenden Tat vom 

26. Oktober 2018 von vornherein nur noch die Ausfällung einer Freiheitsstrafe 

- 16 - 

möglich ist, auch wenn die besagte Grenze nur knapp überschritten wird. Es kann 

somit offen bleiben, ob sich alleine aufgrund des offenbarten Agressionspotentials 

beim Beschuldigten aus spezialpräventiven Gründen die härtere Sanktion der 

Freiheitsstrafe aufdrängen würde. 

5.  Zusammenfassend ist der Beschuldigte demzufolge auch in zweiter Instanz 

mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten zu bestrafen. Die erstandene Unter-

suchungshaft von 9 Tagen ist auf diese Strafe anzurechnen (vgl. Art. 51 StGB).  

6.  Hinsichtlich der Vollzugsfrage kann vollumfänglich auf die korrekten Er-

wägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden, wo zu Recht auf die Erst-

täterschaft des Beschuldigten als ausschlaggebendes Kriterium für die Gewäh-

rung des bedingten Strafvollzuges hingewiesen wird (Urk. 57 S. 29 f.). Der 

vorinstanzlichen Anordnung des Strafaufschubes bei einer Probezeit von 

2 Jahren ist im Berufungsverfahren demnach ohne Weiteres zu folgen. 

V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.  Nachdem das Urteil der Vorinstanz im Berufungsverfahren abgesehen von 

einer differierenden rechtlichen Würdigung zu bestätigen ist, rechtfertigt es sich 

nicht, von der mit jenem Entscheid festgesetzten Kostenauflage abzuweichen. 

Demnach ist die erstinstanzliche Kostenregelung (Dispositiv-Ziffern 7 und 8) voll-

umfänglich zu bestätigen (vgl. Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2. 

2.1.  Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern eine Partei im 

Sinne dieser Bestimmung obsiegt und unterliegt, hängt davon ab, in welchem 

Ausmass ihre in zweiter Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden (Urteil 

6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.). 

2.2.  Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist auf Fr. 3'000.– 

zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 

Abs. 1 lit. b GebV OG).  

- 17 - 

2.3.  Der Beschuldigte dringt vor zweiter Instanz mit seinem Antrag auf voll-

umfänglichen Freispruch nicht durch und unterliegt auch in den übrigen Punkten 

weitestgehend. Die Tatsache, dass im Berufungsverfahren eine moderatere recht-

liche Würdigung der Tat vorgenommen wird, gibt keinen Anlass, einen Teil der 

zweitinstanzlichen Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen, zumal das 

Strafmass der Vorinstanz trotzdem zu bestätigen ist. Die Kosten des Berufungs-

verfahrens sind dem Beschuldigten somit vollumfänglich aufzuerlegen. Ausge-

nommen bleiben die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche unter Vorbehalt 

einer Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse zu tra-

gen sind. 

2.4.  Der gemäss Honorarnote vom 9. November 2022 geltend gemachte 

Aufwand der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 4'823.05 entspricht den 

Vorgaben der Anwaltsgebührenverordnung und erscheint angemessen (Urk. 78). 

Unter weiterer Berücksichtigung der für die heutige Berufungsverhandlung zusätz-

lich angefallenen Aufwendungen rechtfertigt sich für die Verteidigung insgesamt 

eine Entschädigung von Fr. 5'300.– (inkl. MwSt.). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 

10. Abteilung – Einzelgericht, vom 29. September 2021 wie folgt in Rechts-

kraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1.-3. (…) 

4. Die sichergestellte Herrenjacke, Farbe Schwarz (Asservat-Nr. 

A012'202'118), aufbewahrt bei der Stadtpolizei Zürich, EA-LO-GE (Ge-

schäfts-Nr. 74307667), wird dem Beschuldigten auf erstes Verlangen her-

ausgegeben. 

 Wird der Gegenstand vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevollmäch-

tigten Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-

- 18 - 

teils herausverlangt, wird dieser der Lagerbehörde zur gutscheinenden Ver-

wendung überlassen. 

5.  Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten mit total Fr. 17'662.– (inkl. Barauslagen und 

MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.  2'360.00   Kosten Vorverfahren 

Fr.  500.00   Kosten Entsiegelungsverfahren Nr. GM190003-L 

Fr.  17'662.00   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

7. (…) 

8. (…) 

9.  Die Kosten des Entsiegelungsverfahrens Nr. GM190003-L vor dem 

Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich werden auf die Gerichts-

kasse genommen. 

10. (Mitteilung) 

11. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von 

Art. 133 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten bestraft, wo-

von 9 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

- 19 - 

4. Die erstinstanzliche Kostenregelung (Ziff. 7 und 8) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'300.00   amtliche Verteidigung. 

- 20 - 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme jener der amtlichen 

Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials". 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 21 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 9. November 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Wenker 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Dharshing 
 

 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 

	Urteil vom 9. November 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten, wovon bis und mit heute 9 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die sichergestellte Herrenjacke, Farbe Schwarz (Asservat-Nr. A012'202'118), aufbewahrt bei der Stadtpolizei Zürich, EA-LO-GE (Geschäfts-Nr. 74307667), wird dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herausgegeben.
	Wird der Gegenstand vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevollmächtigten Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils herausverlangt, wird dieser der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	5. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit total Fr. 17'662.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und derjenigen des Entsiegelungsverfahrens Nr. GM190003-L, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	9. Die Kosten des Entsiegelungsverfahrens Nr. GM190003-L vor dem Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich werden auf die Gerichtskasse genommen.
	Berufungsanträge:
	1. In Gutheissung der Berufung sei das angefochtene Urteil der Vorinstanz vom 29. September 2021 bezüglich Dispositiv-Ziffern 1 - 3 und 7 - 8 aufzuheben.
	2. Stattdessen sei A._____ von Schuld und Strafe freizusprechen.
	3. Die Kosten der Strafuntersuchung, der gerichtlichen Verfahren, sowie jene der amtlichen Verteidigung seien der Staatskasse aufzuerlegen, und A._____ sei für die erstandene Haft eine Genugtuung in der Höhe von CHF 2'000.00 auszurichten.
	1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, Einzelgericht in Strafsachen, vom 29. September 2021 wurde der Beschuldigte des Angriffes im Sinne von Art. 134 StGB schuldig gesprochen und mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten bei einer Probeze...
	1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Der Beschuldigte verlangte mit seiner Berufungserklärung, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen (Urk. 58 S....

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 29. September 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1.-3. (…)
	4. Die sichergestellte Herrenjacke, Farbe Schwarz (Asservat-Nr. A012'202'118), aufbewahrt bei der Stadtpolizei Zürich, EA-LO-GE (Geschäfts-Nr. 74307667), wird dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herausgegeben.
	Wird der Gegenstand vom Beschuldigten oder einer durch ihn bevollmächtigten Person nicht innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils herausverlangt, wird dieser der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	5.  Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit total Fr. 17'662.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	7. (…)
	8. (…)
	9.  Die Kosten des Entsiegelungsverfahrens Nr. GM190003-L vor dem Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich werden auf die Gerichtskasse genommen.
	10. (Mitteilung)
	11. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten bestraft, wovon 9 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die erstinstanzliche Kostenregelung (Ziff. 7 und 8) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.