# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32be744c-2c5f-5751-ad7d-8e7a56aa883d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.05.2020 D-2037/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2037-2020_2020-05-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2037/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M a i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;  

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Maître François Gillard, avocat,  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 12. März 2020. 

 

 

 

D-2037/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin – eine sri-lankische Staatsangehörige tamilischer 

Ethnie – suchte am 15. Mai 2017 im damaligen Empfangs- und Verfahren-

szentrum (EVZ) des SEM in B._______ um Asyl nach.  

B.  

Ein am 16. Mai 2017 durchgeführter Abgleich mit der europäischen Finger-

abdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass die Beschwerde-

führerin am 24. April 2017 in Italien aufgegriffen worden war. 

C.  

Am 30. Mai 2017 wurde die Beschwerdeführerin zu ihrer Person, zum Rei-

seweg sowie summarisch zu den Gesuchsgründen befragt (Befragung zur 

Person, BzP). Anlässlich der BzP wurde ihr das rechtliche Gehör zur mut-

masslichen Zuständigkeit Italiens für die Durchführung ihres Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens sowie zu einem allfälligen Nichteintretensent-

scheid gewährt. 

D.  

Am 7. Juni 2017 ersuchte die Vorinstanz die italienischen Behörden um 

Übernahme der Beschwerdeführerin. Die italienischen Behörden stimmten 

dem Ersuchen am 11. Juli 2017 zu. 

E.  

Mit Verfügung vom 11. Juli 2017 trat das SEM auf das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin nicht ein, wies sie aus der Schweiz nach Italien weg, for-

derte sie auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwer-

defrist zu verlassen und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Voll-

zug der Wegweisung. 

F.  

Am 18. Juli 2017 erklärte die Beschwerdeführerin schriftlich den Verzicht 

auf eine Beschwerde. 

G.  

Ab dem 21. Juli 2017 galt die Beschwerdeführerin als verschwunden.  

H.  

Mit Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 16. Februar 2019 ersuchte die 

Beschwerdeführerin um Wiederaufnahme ihres Asylverfahrens. 

D-2037/2020 

Seite 3 

I.  

Angesichts des Umstandes, dass die Frist zur Überstellung nach Italien 

zwischenzeitlich abgelaufen war, hob die Vorinstanz mit Verfügung vom 

6. Mai 2019 ihren Entscheid vom 11. Juli 2017 auf und nahm das nationale 

Asylverfahren wieder auf. 

J.  

Am 28. Februar 2020 wurde die Beschwerdeführerin von der Vorinstanz 

einlässlich zu den Asylgründen angehört (Anhörung). 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, dass sie im Dorf C._______ (Distrikt D._______, 

Nordprovinz) aufgewachsen sei. Im Jahr 1990 sei ihr Vater verschwunden. 

Kurze Zeit später sei sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern wegen 

des Bürgerkriegs nach Indien geflohen. In Indien habe sie die Schule bis 

zur (…) Klasse besucht. Nach Unterzeichnung des Friedensabkommens 

sei sie im Jahr 2004 mit ihrer Mutter nach Sri Lanka zurückgekehrt, wobei 

sie sich erneut in C._______ niedergelassen hätten. Im August 2012 habe 

sie ihren Ehemann nach religiösem Brauch geheiratet. Beide Familien 

seien gegen eine Heirat gewesen, weshalb sie zu diesen kaum noch Kon-

takt gehabt hätten. Ihr Ehemann sei ab und zu nach Indien gereist und 

habe dort eine Bewegung unterstützt, aber sie habe keine genauen Kennt-

nisse über seine Aktivitäten gehabt. Im Oktober 2014 hätten sie und ihr 

Ehemann schliesslich zivilrechtlich geheiratet. Am (…) 2014 sei ihr Ehe-

mann plötzlich verschwunden. Er habe das Haus verlassen und sei nicht 

mehr zurückgekehrt. Einige Tage beziehungsweise Wochen später seien 

zwei bis drei Personen bei ihr zu Hause vorbeigekommen und hätten nach 

ihm gefragt. Da sie keine Auskunft habe geben können, sei sie bedroht 

worden. Ungefähr eine Woche später sei sie von denselben Personen auf 

der Strasse beobachtet worden. Ab ungefähr Februar oder März 2015 

habe sie zudem Probleme mit Soldaten des benachbarten Armeecamps 

gehabt. Da diese bemerkt hätten, dass sie seit dem Weggang ihres Ehe-

mannes alleine gewohnt habe, hätten sie begonnen, sie zu belästigen. Sie 

habe befürchtet, dass es zu weiteren sexuellen Übergriffen kommen 

könnte und habe sich daher zur Ausreise entschieden. Am 19. April 2017 

sei sie von Colombo via E._______ nach F._______ geflogen und einige 

Tage später per Bus über ihr unbekannte Länder nach Italien gelangt. Von 

dort sei sie am 15. Mai 2017 illegal in die Schweiz eingereist. 

Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin ihre sri-lankische Identi-

tätskarte im Original zu den Akten.  

D-2037/2020 

Seite 4 

K.  

Mit Verfügung vom 12. März 2020 – eröffnet am 17. März 2020 – stellte 

das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus der Schweiz weg und ordnete 

den Vollzug an. 

L.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 15. April 2020 erhob die Be-

schwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht gegen den vorinstanzli-

chen Entscheid Beschwerde und beantragte dabei in materieller Hinsicht, 

die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, ihre Flüchtlingseigenschaft 

festzustellen und ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und Neube-

urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die ange-

fochtene Verfügung aufzuheben und sie in der Schweiz vorläufig aufzuneh-

men. In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, dass 

die Dispositivziffern 3, 4 und 5 des angefochtenen Entscheides bezie-

hungsweise ihre Abschiebung aus der Schweiz vorläufig auszusetzen 

seien. Ferner sei ihr zu gestatten, bis zum Abschluss des Beschwerdever-

fahrens in der Schweiz zu verbleiben und ihr für die Dauer desselben (wie-

der) eine N-Bewilligung auszustellen. Schliesslich ersuchte die Beschwer-

deführerin um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um die 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes in der Person ihres Rechts-

vertreters.  

M.  

Mit Schreiben vom 16. April 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Beschwerdeführerin ist 

als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). 

Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

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Seite 5 

1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 

2015). 

1.3 Im Beschwerdeverfahren ist die Sprache des angefochtenen Ent-

scheids massgebend (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG), weshalb das Verfahren 

vorliegend in deutscher Sprache geführt wird. 

1.4 Insofern die Beschwerdeführerin beantragt, die Dispositivziffern 3, 4 

und 5 des angefochtenen Entscheides beziehungsweise ihre Abschiebung 

aus der Schweiz seien vorläufig auszusetzen respektive ihr sei zu gestat-

ten, für die Dauer des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz zu verbleiben 

und ihr sei für diese Dauer (vorläufig wieder) eine N-Bewilligung zu erteilen, 

ist festzustellen, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschie-

bende Wirkung zukommt und die Vorinstanz die aufschiebende Wirkung 

nicht entzogen hat (Art. 55 VwVG). Gemäss Art. 42 AsylG darf sodann, wer 

in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hat, bis zum Abschluss des Verfah-

rens in der Schweiz bleiben. Die entsprechenden Anträge erweisen sich 

somit als gegenstandslos. 

2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

ohne Weiterungen zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 6 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Zur Begründung ihrer abweisenden Verfügung führte die Vorinstanz 

aus, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen an 

die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten würden.  

So seien an ihrem Vorbringen, sie habe Sri Lanka verlassen, weil sie so-

wohl von Personen, die ihren Ehemann gesucht hätten, als auch von Sol-

daten belästigt worden sei, angesichts ihrer durchwegs unsubstantiierten, 

teilweise widersprüchlichen und wenig erlebnisgeprägten Aussagen erheb-

liche Zweifel anzubringen. Grundsätzlich sei bereits erstaunlich, dass sie 

die angeblichen Probleme mit den Personen, die ihren Ehemann gesucht 

hätten, bei der BzP gänzlich unerwähnt gelassen habe. Hätten diese Er-

eignisse zu ihrem Ausreiseentschluss beigetragen, wäre zu erwarten ge-

wesen, dass sie sie bereits anlässlich der Erstbefragung erwähnt hätte. 

Des Weiteren habe sie sich an der Anhörung widersprüchlich zu den an-

geblichen Besuchen dieser Personen geäussert. Zunächst habe sie aus-

gesagt, ein paar Wochen nach dem Verschwinden ihres Ehemannes seien 

zwei bis drei Personen zu ihr nach Hause gekommen, um ihn zu suchen. 

Auf die darauffolgende Frage, wie viele Wochen zwischen dem Verschwin-

den ihres Mannes und dem Erscheinen dieser Personen vergangen sei, 

habe sie geantwortet, diese Männer seien nach fünf bis sechs Tagen ge-

kommen. Später habe sie zudem zu Protokoll gegeben, dass nach diesem 

einen Besuch nicht mehr bei ihr zu Hause nach ihrem Ehemann gesucht 

worden sei. Im Gegensatz dazu habe sie nur wenig später ausgeführt, dass 

vier- bis fünfmal Leute zu ihr gekommen seien und ihren Ehemann gesucht 

hätten. Somit habe sie sich sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch betreffend 

die Anzahl der Besuche widersprüchlich geäussert. Ferner sei festzustel-

len, dass sämtliche ihrer Aussagen sowohl zu den Suchen nach ihrem 

Mann als auch zu den angeblich später erfahrenen Problemen mit den Sol-

daten substanzlos ausgefallen seien. Ihre diesbezüglichen Schilderungen 

beschränkten sich auf die blosse Wiedergabe von Handlungsabläufen, 

seien überaus kurz respektive einsilbig ausgefallen und erweckten keines-

falls den Eindruck, als würde sie von persönlichen Erlebnissen berichten. 

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Obwohl sie wiederholt und unmissverständlich aufgefordert worden sei, 

vom Erlebten zu erzählen, habe sie sich bloss in wenigen Sätzen und auf 

überaus pauschale Weise geäussert. Ihren Aussagen seien keinerlei Re-

alkennzeichen oder subjektive Elemente zu entnehmen. Schliesslich sei 

ihr Vorbringen auch logisch nicht nachvollziehbar. Einerseits habe sie gel-

tend gemacht, von Männern belästigt worden zu sein und Angst vor sexu-

ellen Übergriffen gehabt zu haben. Andererseits wolle sie keine Massnah-

men zu ihrem Schutz oder Versuche zum Schutzerhalt durch Behörden 

oder Privatpersonen unternommen haben. Ihre diesbezügliche, pauschale 

Begründung, sie habe andere Personen nicht gefährden wollen, vermöge 

nicht zu überzeugen. Es wäre von ihr zu erwarten gewesen, dass sie sich 

zunächst um innerstaatlichen Schutz oder allenfalls Aufenthaltsalternati-

ven bemüht hätte, bevor sie sich zu der ungewissen und teuren Flucht ins 

Ausland entschieden hätte. Ihr geschildertes Vorgehen bestärke die Ver-

mutung, dass sie ihren Heimatstaat unter anderen Umständen und aus an-

deren Gründen verlassen habe, als sie angegeben habe. Angesichts des-

sen, dass ihr Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG nicht zu genügen vermöge, könne auf die Abhandlung weiterer 

Ungereimtheiten ebenso verzichtet werden, wie auf die Prüfung der Asyl-

relevanz.  

Schliesslich bestehe auch kein begründeter Anlass zur Annahme, dass sie 

bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und 

in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausge-

setzt sein werde. Sie habe nicht glaubhaft machen können, vor ihrer Aus-

reise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu 

sein. Vielmehr sei sie bis April 2017 in Sri Lanka wohnhaft gewesen, habe 

also nach Kriegsende noch mehrere Jahre in ihrem Heimatstaat gelebt. 

Allfällige, im Zeitpunkt ihrer Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten 

folglich kein Verfolgungsinteresse seitens der sri-lankischen Behörden 

auszulösen vermocht. Es sei aufgrund der Aktenlage nicht ersichtlich, wes-

halb sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Be-

hörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden solle. Auch die 

am 16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl vermöge diese Ein-

schätzung nicht umzustossen. Mit der Wahl von Gotabaya Rajapaksa zum 

Präsidenten sowie ersten Anzeichen der Zunahme von Überwachungsak-

tivitäten gingen zwar Befürchtungen von mehr Einschüchterungen von 

Minderheiten einerseits und Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Op-

positionellen und weiteren regierungskritischen Personen andererseits ein-

her. Tatsächlich habe die Überwachung der Zivilbevölkerung nach den 

dschihadistisch motivierten Terroranschlägen an Ostern 2019 und erneut 

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nach den Präsidentschaftswahlen im November 2019 zugenommen. Den-

noch gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anlass zur Annahme, dass 

ganze Volks- oder Berufsgruppen unter Präsident Gotabaya Rajapaksa 

kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Voraussetzung für die 

Annahme einer Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschaftswahlen 

vom 16. November 2019 sei ein persönlicher Bezug der asylsuchenden 

Person zu eben diesem Ereignis respektive dessen Folgen. Weder habe 

sie die Präsidentschaftswahlen respektive deren Folgen als Gefährdungs-

element vorgebracht, noch seien den Akten Hinweise auf eine Verschär-

fung ihrer persönlichen Situation aufgrund dieses Ereignisses zu entneh-

men. Die Anforderungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungs-

furcht seien damit nicht erfüllt. 

4.2 In ihrer Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin unter Wiederholung 

des Sachverhalts dagegen vor, dass sie ihre Vorbringen gegenüber der 

Vorinstanz möglichst genau und vollkommen kohärent geschildert habe. 

Kleine Unterschiede zwischen den Antworten auf verschiedene Fragen be-

ziehungsweise kleine Ungenauigkeiten würden in Wirklichkeit nur die 

Schwierigkeiten der Übersetzung oder den Stress, den die Befragungen 

für sie bedeutet hätten, widerspiegeln. Wenn ihre Antworten anlässlich der 

Befragungen aus dem Zusammenhang gerissen würden, sei ebenso offen-

sichtlich, dass dies, und nur dies, ihre Plausibilität und Tragweite schwä-

che. Aber das Vorgehen überzeuge nicht. Daraus folge, dass der Entscheid 

der Vorinstanz letztlich als willkürlich anzusehen sei. Insofern die 

Vorinstanz auf Widersprüche abstelle, sei festzuhalten, dass die erste Be-

fragung im Jahr 2017 nur sehr oberflächlich gewesen sei und nicht dazu 

gedient habe, ihren Fall zu prüfen. Es sei lediglich um ihre Abschiebung im 

Rahmen des Dublin-Verfahrens gegangen. Folglich sei es willkürlich, sie 

zu kritisieren, dass sie zu diesem Zeitpunkt lediglich summarisch und 

knapp geantwortet habe. Ebenso sei es willkürlich, sie dafür zu kritisieren, 

dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht alle wichtigen Informationen geliefert 

habe. Solches sei damals weder Gegenstand noch Zweck dieser Anhörung 

gewesen. Im Hinblick auf die zweite Befragung sei zu bedenken, dass 

diese fünf bis sechs Jahre nach dem von ihr geschilderten Sachverhalt 

stattgefunden habe. Das sei eine lange Dauer und es sei absolut normal, 

dass im Laufe der Zeit Details verschwimmen würden. Dies gelte insbe-

sondere für subjektive Eindrücke. Sodann sei sie kein gesprächiger 

Mensch und begnüge sich damit, in ihren Antworten direkt auf den Punkt 

zu kommen. Auch sei zu berücksichtigen, dass das Erlebte für sie sehr 

traumatisch gewesen sei und es in der Regel ohnehin nicht möglich sei, 

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von jemandem eine absolut erschöpfende Schilderung zu erwarten, insbe-

sondere wenn es um Bedrohungen der eigenen Freiheit und sexuellen In-

tegrität gehe. Was die angeblichen Widersprüche anbelange, so gehe aus 

den Protokollen hervor, dass sie die ihr gestellten Fragen nicht immer voll-

ständig verstanden habe und dass sie daher beispielsweise einen Besuch 

von Fremden in ihrer Wohnung auf der Suche nach ihrem Ehemann er-

wähnt habe, ohne damit andere Besuche auszuschliessen. Die Vorinstanz 

habe dann Antworten dahingehend fehlinterpretiert, dass es nur einen ein-

zigen Besuch von Fremden in ihrer Wohnung gegeben hätte. Auch die Ant-

worten zu Frage (…) und Frage (…) seien nicht widersprüchlich. So habe 

sie auf die erste Frage geantwortet, dass die ersten Fremden, die nur we-

nige Tage nach dem Verschwinden ihres Ehemannes vorbeigekommen 

seien, um diesen zu suchen, überhaupt nicht zurückgekehrt seien. Auf 

Frage (…) habe sie Besuche von weiteren Fremden in ihrer Wohnung er-

wähnt, aber nicht von den bereits vorgängig Erwähnten, es habe sich um 

andere Personen gehandelt. Es liege also kein Widerspruch vor. Auch dort, 

wo sie sich gemäss der Vorinstanz in zeitlicher Hinsicht widersprochen 

habe, habe sie unterschiedliche Besuche dargelegt. Entgegen der Ein-

schätzung des SEM seien ihre Aussagen auch nicht stereotyp. So habe sie 

in den Antworten auf gewisse Fragen durchaus viele und ausreichend De-

tails sowie persönliche Eindrücke geschildert. Sodann habe ihr das SEM 

zu Unrecht vorgeworfen, dass sie es unterlassen habe, Hilfe und Schutz 

vor Ort zu suchen. Dies sei für sie unmöglich gewesen. Sie sei ohne Ehe-

mann, Vater oder Brüder, die sie beschützen könnten. Was die lokalen Be-

hörden betreffe, so würden diese nichts unternehmen, vor allem nicht für 

eine alleinstehende Frau tamilischer Ethnie, insbesondere wenn es sich 

bei den Beschuldigten um Soldaten handle. Des Weiteren habe das SEM 

den Vorfällen auch zu Unrecht die erforderliche Intensität abgesprochen. 

Bedrohungen, Hausfriedensbruch und sexuelle Berührungen stellten für 

eine Frau in Sri Lanka eine besonders schwere Verletzung dar. Glückli-

cherweise habe sie das Schlimmste verhindern können. Insofern sei ihre 

Furcht begründet gewesen. Schliesslich habe das SEM bei seinem Ent-

scheid zu Unrecht die Lage in Sri Lanka, die sich für sri-lankische Minder-

heiten seit dem vergangenen Herbst erheblich verschlechtert habe, nicht 

berücksichtigt. Es sei davon auszugehen, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt 

nicht sicher wäre, wenn sie nach Sri Lanka zurückgeschickt würde. 

5.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es der Beschwer-

deführerin entgegen ihren Beschwerdevorbringen nicht gelungen ist, eine 

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asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 und Art. 7 AsylG glaubhaft 

zu machen. Insbesondere ergibt eine Konsultation der Befragungsproto-

kolle und der vorinstanzlichen Verfügung, dass die Vorinstanz die Akten 

sorgfältig geprüft und schliesslich zu Recht festgestellt hat, dass es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen sei, die geltend gemachten Probleme 

in Sri Lanka glaubhaft darzulegen. Diesbezüglich ist auf die vorinstanzli-

chen Ausführungen zu verweisen, welche weder in rechtlicher noch in tat-

sächlicher Hinsicht zu beanstanden sind und denen sich das Gericht an-

schliesst (vgl. E. 4.1). 

Die Rechtsmitteleingabe stellt dem nichts Stichhaltiges entgegen, sondern 

erschöpft sich vielmehr in Wiederholungen des aktenkundigen Sachverhal-

tes und Erklärungsversuchen, womit sie nicht aufzeigt, inwiefern die vor-

instanzliche Beweiswürdigung Bundesrecht verletzen oder zu einer rechts-

fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung führen soll. Solches ist auch nicht er-

sichtlich. 

Zunächst ist dem Argument, es habe sich bei der BzP lediglich um eine 

summarische Befragung gehandelt, deren Ziel die Wegweisung im Rah-

men des Dublin-Verfahrens gewesen sei und bei der es nicht darum ge-

gangen sei, alle wichtigen Elemente zu erörtern, nicht zu folgen. So haben 

Gesuchsteller zwar nicht die Pflicht, sämtliche Gründe ihres Asylgesuchs 

abschliessend in der Erstbefragung darzulegen, aber doch die Obliegen-

heit, alle wesentlichen Fluchtgründe wenigstens ansatzweise zu nennen. 

Klare asylrelevante Aussagen, die in der Erstbefragung von späteren Aus-

sagen diametral abweichen oder bestimmte Ereignisse oder Befürchtun-

gen, die nicht ansatzweise erwähnt werden, lassen sich nicht mit dem sum-

marischen Charakter der Erstbefragung erklären (so bereits Entscheidun-

gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission  

[EMARK] 1993/3 E. 3 S. 13; Urteil des BVGer E-812/2020 vom 26. Feb-

ruar 2020 E. 6.1). Dass die Beschwerdeführerin schliesslich ein Dublin-

Verfahren durchlief, vermag an diesen Erwägungen nichts zu ändern, zu-

mal es sich bei ihrer Erstbefragung um eine ganz normale BzP gehandelt 

hat, anlässlich derer ihr lediglich am Ende das rechtliche Gehör zur mut-

masslichen Zuständigkeit von Italien beziehungsweise Wegweisung dort-

hin gewährt worden ist. 

In diesem Zusammenhang erweist sich auch der Einwand, die von der Vor-

instanz festgestellten Widersprüche, zum Beispiel betreffend die Anzahl 

der Besuche und die zeitliche Abfolge, beruhten auf Fehlinterpretationen 

der Aussagen, als untauglich: So beantwortete die Beschwerdeführerin die 

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Seite 11 

Frage, ob nach dem ersten Besuch bei ihr zu Hause noch einmal nach 

ihrem Ehemann gefragt worden sei dahingehend, dass dies nicht mehr der 

Fall gewesen sei ([…]). Wenig später erwidert sie auf die Frage, wie oft sie 

zu Hause belästigt worden sei, nachdem der Ehemann verschwunden sei 

jedoch, dass etwa vier- bis fünfmal Leute vorbeigekommen seien, um ihren 

Mann zu suchen ([…]). Die Antworten der Beschwerdeführerin beziehen 

sich beide Male offensichtlich auf die Anzahl der Besuche, unabhängig von 

der Identität der Personen. Sodann gab die Beschwerdeführerin zu Proto-

koll, dass, nachdem ihr Ehemann nicht nach Hause gekommen sei, nach 

ein paar Wochen zwei, drei Personen vorbeigekommen seien, um ihn zu 

suchen, nur um gleich anschliessend auf die Frage, wie viele Wochen ver-

gangen seien, bis diese zwei Personen nach ihrem Mann gefragt hätten, 

zu antworten, dass es sich um fünf bis sechs Tage gehandelt habe ([…]). 

Auch hier beziehen sich Antworten beziehungsweise die Frage der Vo-

rinstanz augenscheinlich auf den Zeitpunkt des Besuches und wiederum 

nicht auf die Identität von Personen. 

Die Argumentation, die mangelhafte Substanz beziehungsweise kleine Un-

genauigkeiten seien auf ihre Art, knappe und prägnante Antworten zu ge-

ben, zurückzuführen beziehungsweise würden den Stress, den die Befra-

gungen für sie bedeutet hätten, widerspiegeln, vermag ebenso wenig zu 

überzeugen. Vielmehr durfte die Vorinstanz von ihr erwarten, dass sie ihre 

Asylgründe im Kern kohärent und in zentralen Bereichen hinreichend aus-

führlich und nachvollziehbar schildert. Es bestanden auch keinerlei Hin-

weise auf eine mangelnde Fähigkeit der Beschwerdeführerin, sich auszu-

drücken und Erlebnisse zusammenhängend zu schildern. Eine besondere 

Eloquenz oder Geschicklichkeit dürfte für das Wiedergeben von tatsächlich 

erlebten Begebenheiten nicht nötig sein respektive wird bei der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit von Asylvorbringen nicht vorausgesetzt. 

Auch der Hinweis in der Beschwerde auf die angebliche Traumatisierung 

der Beschwerdeführerin vermag die von der Vorinstanz zutreffend aufge-

führten Unglaubhaftigkeitselemente in ihren Vorbringen nicht plausibel zu 

erklären, zumal sich aus den Befragungsprotokollen keine konkreten Hin-

weise darauf ergeben, dass die Urteilsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

anlässlich der Befragungen eingeschränkt gewesen wäre. Die Beschwer-

deführerin konnte ihre Asylgründe im Rahmen der BzP summarisch und 

anlässlich der Anhörung umfassend schildern und bestätigte beide Male, 

dass sie alle Asylgründe habe nennen und darlegen können ([…]). 

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Sodann vermag auch der Einwand, die Übersetzung anlässlich der Befra-

gungen sei schwierig gewesen, vorliegend nicht zu überzeugen. Anlässlich 

der BzP gab die Beschwerdeführerin an, die Dolmetscherin gut zu verste-

hen ([…]). Auch im Anhörungsprotokoll vom 28. Februar 2020 finden sich 

keine Anhaltspunkte für die Annahme, es sei bei der Anhörung zu Verstän-

digungsschwierigkeiten gekommen, und auch dort hat die Beschwerdefüh-

rerin die Dolmetscherin gemäss eigenen Angaben gut verstanden […]). 

Nach der Rückübersetzung hat sie die Richtigkeit respektive Vollständig-

keit ihrer Aussagen unterschriftlich bestätigt und auch die zur Beobachtung 

eines korrekten Verfahrens anwesenden Hilfswerksvertretung verzichtete 

auf entsprechende Bemerkungen ([…]). 

Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten die Vorbringen der Beschwerde-

führerin zu Recht als nicht glaubhaft beurteilt. 

5.2 Im Übrigen ist der Vorinstanz beizupflichten, dass auch im Falle einer 

Rückkehr nach Sri Lanka keine begründete Furcht vor künftigen Verfol-

gungsmassnahmen besteht (vgl. dazu Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 [als Referenzurteil publiziert], E. 8 und 9). Gemäss dem eben 

zitierten Referenzurteil des BVGer sind insbesondere Rückkehrende ge-

fährdet, die in die „Stop-List“ eingetragen sind, Verbindungen zu den LTTE 

aufweisen oder solche nachgesagt werden oder sich exilpolitisch betätigt 

haben. Schwach risikobegründende Faktoren sind Narben, das Fehlen or-

dentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka und eine 

zwangsweise beziehungsweise durch die Internationale Organisation für 

Migration (IOM) begleitete Rückführung nach Sri Lanka (a.a.O., E. 8.5.5). 

Der Beschwerdeführerin ist es vorliegend nicht gelungen, glaubhaft zu ma-

chen, sie sei vor ihrer Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen 

ausgesetzt gewesen. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin, die gel-

tend machte, der Schlepper habe ihr den legal erhaltenen Reisepass ab-

genommen ([…]), aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren wird, ge-

nügt für die Feststellung einer objektiv begründeten subjektiven Furcht vor 

Verfolgung nicht. Weitere risikobegründende Faktoren sind den Akten nicht 

zu entnehmen. Schliesslich ist insbesondere auch nicht davon auszuge-

hen, dass die sri-lankischen Behörden der Beschwerdeführerin ein Inte-

resse am Wiederaufflammen des tamilischen Separatismus zuschreiben 

würden. 

D-2037/2020 

Seite 13 

5.3 Insofern in der Beschwerde geltend gemacht wird, die Lage in Sri 

Lanka habe sich seit dem vergangenen Herbst verschlechtert, ist Folgen-

des festzuhalten: Am 16. November 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa zum 

neuen Präsidenten Sri Lankas gewählt (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], 

In Sri Lanka kehrt der Rajapaksa-Clan an die Macht zurück, 17.11.2019; 

https://www.theguardian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-

candidate-rajapaksa-premadas-count-continues, abgerufen am 13. Mai 

2020). Gotabaya Rajapaksa war unter seinem älteren Bruder, dem ehema-

ligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 an der Macht 

war, Verteidigungssekretär. Er wurde angeklagt, zahlreiche Verbrechen ge-

gen Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivisten begangen zu haben. 

Zudem wird er von Beobachtern für Menschenrechtsverletzungen und 

Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die Anschuldigun-

gen (vgl. Human Rights Watch: World Report 2020 – Sri Lanka, 14.1.2020). 

Kurz nach der Wahl ernannte der neue Präsident seinen Bruder Mahinda 

zum Premierminister und band einen weiteren Bruder, Chamal Rajapaksa, 

in die Regierung ein; die drei Brüder Gotabaya, Mahinda und Chamal Raja-

paksa kontrollieren im neuen Regierungskabinett zusammen zahlreiche 

Regierungsabteilungen oder -institutionen (vgl. vgl. https://www.ani-

news.in/news/world/asia/sri-lanka-35-including-presidents-brother-cha-

mal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-state20191127174753/, abgerufen 

am 13. Mai 2020). Beobachter und ethnische beziehungsweise religiöse 

Minderheiten befürchten insbesondere mehr Repression und die ver-

mehrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, 

Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und regierungskritischen 

Personen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel 

weckt Ängste bei Minderheiten, 21.11.2019). Anfang März 2020 löste  

Gotabaya Rajapaksa das Parlament vorzeitig auf und kündigte Neuwahlen 

an (vgl. NZZ, Sri Lankas Präsident löst das Parlament auf, 3.3.2020). 

Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka 

bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt 

diese bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand 

durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszu-

gehen, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind 

beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des 

Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri 

Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020). Dennoch gibt 

es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem 

Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer 

D-2037/2020 

Seite 14 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-

zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen 

zu den Präsidentschaftswahlen vom 16. November 2019 respektive deren 

Folgen besteht. Solches ist jedoch für die Beschwerdeführerin insbeson-

dere auch unter Berücksichtigung der Erwägungen zu ihrem Risikoprofil 

(vgl. vorgängig E. 5.2) zu verneinen beziehungsweise wurde durch sie zur 

Begründung ihres Asylgesuchs auch nicht dargetan. 

5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin nichts 

vorgebracht hat, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzu-

weisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat ihr Asyl-

gesuch zu Recht abgelehnt.  

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

D-2037/2020 

Seite 15 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts besteht 

kein Grund zur Annahme, dass sich die jüngsten politischen Entwicklungen 

in Sri Lanka konkret auf die Beschwerdeführerin auswirken könnten. Die 

allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungs-

vollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als generell unzulässig erscheinen 

und die Beschwerdeführerin weist ihrerseits keine individuellen Merkmale 

auf, welche eine Unzulässigkeit des Vollzugs begründen könnten. Der Voll-

zug der Wegweisung erweist sich damit als zulässig. 

D-2037/2020 

Seite 16 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner 

Gewalt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung 

und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Gemäss Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts ist der Wegweisungsvollzug in die 

Ost- und Nordprovinz (auch in das „Vanni-Gebiet“) zumutbar, wenn das 

Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz ei-

nes tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussich-

ten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden 

kann (vgl. Referenzurteile des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 

E. 13.3.3 sowie D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 insb. E. 9.5.9.). 

7.3.3 Gestützt auf das Referenzurteil E-1866/2015 hat die Vorinstanz die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach C._______ (Distrikt 

D._______, Nordprovinz), wo die Beschwerdeführerin bis zur Ausreise 

hauptsächlich gelebt hat, zu Recht bejaht. Daran vermögen weder die Ge-

waltvorfälle in der Region Colombo (und in Negombo und Batticaloa) vom 

21. April 2019 noch die Präsidentschaftswahlen vom November 2019 et-

was zu ändern.  

7.3.4 Es sind keine individuellen Gründe ersichtlich, die gegen eine Weg-

weisung sprechen würden. Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um 

eine alleinstehende (…)-jährige Frau. Zwar gab sie an der Anhörung einer-

seits an, sie habe (…) und gehe aufgrund starker (…)schmerzen regelmäs-

sig zur Physiotherapie ([…]). Allerdings wurden durch die Beschwerdefüh-

rerin bis heute keine Arztberichte zu den Akten gereicht und sie bezeich-

nete sich in der Anhörung andererseits auch als gesund ([…]), weshalb 

vorliegend nicht von nennenswerten gesundheitlichen Problemen auszu-

gehen ist. In D._______ lebt ihre Mutter, die in C._______ einen Laden und 

ein Haus besitzt ([…]). Zu ihrer Mutter hat die Beschwerdeführerin seit ihrer 

Ausreise auch wieder Kontakt ([…]). Sodann lebt in C._______ nach wie 

vor eine Tante (…), welche gemäss Angaben der Beschwerdeführerin 

wohlhabend ist und einen (…)shop und viele Landstücke besitzt ([…]). 

Zwar gab die Beschwerdeführerin an, sie habe seit ihrer Ausreise nicht 

D-2037/2020 

Seite 17 

mehr mit ihrer Tante gesprochen ([…]). Allerdings ist es ihr zuzumuten, den 

Kontakt nach ihrer Rückkehr wiederaufzunehmen, zumal die besagte 

Tante die Beschwerdeführerin bereits früher, etwa bei der Finanzierung der 

Ausreise, unterstützt hat ([…]). Die Beschwerdeführerin verfügt über Ar-

beitserfahrung als (…) ([…]) und zusammen mit ihrem Ehemann hatte sie 

einen (…), um den sich gegenwärtig ihre Tante (…) kümmert und mit dem 

sie gemäss eigenen Angaben genügend Einkommen erzielen konnte ([…]). 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Für die Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz besteht nach dem Gesagten kein Anlass. Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

9.1 Die Beschwerdeführerin ersuchte um die Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und die Einsetzung eines amtli-

chen Rechtsbeistandes (aArt. 110a Abs. 1 AsylG). Aus den vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu gelten ha-

ben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht ge-

geben, weshalb die Gesuche ungeachtet einer allfälligen Mittellosigkeit ab-

zuweisen sind.  

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

D-2037/2020 

Seite 18 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2037/2020 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung 

werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Andrea Beeler 

 

 

Versand: