# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80b66483-a307-535c-acaf-ea2a9e366a1e
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-30
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 30.05.2015 C1 13 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_C1-13-119_2015-05-30.pdf

## Full Text

RVJ / ZWR 2016 129 

 

Jurisprudence des cours civiles et pénales 
du Tribunal cantonal 

Rechtsprechung der Zivil- und Strafgerichts- 
abteilungen des Kantonsgerichts 

Zivilprozessrecht 
Procédure civile 

Parteiwechsel - KGE (I. Zivilrechtliche Abteilung) vom 30. Juni 
2015, X. c. Y. AG - TCV C1 13 119 

Parteiwechsel und Sachlegitimation 

- Wird das Streitobjekt während des Prozesses veräussert, so kann die Erwerberin 
oder der Erwerber an Stelle der veräussernden Partei in den Prozess eintreten 
(Art. 83 Abs. 1 ZPO). Da der Erwerber dem Prozess beitreten kann, jedoch nicht 
muss, bedarf es hier einer ausdrücklichen Erklärung des Erwerbers (E. 4.2). 

- Veräussert der Kläger das Streitobjekt während eines laufenden Zivilverfahrens und 
tritt der Erwerber nicht in den Prozess ein, verliert der Kläger grundsätzlich die Aktiv-
legitimation und die Klage ist abzuweisen (E. 4.3). 

- Aufgrund der vertauschten Parteirollen im Aberkennungsprozess fehlt es an der 
Sachlegitimation der Berufungsbeklagten, wenn der Anspruch nicht der Aberken-
nungsbeklagten zusteht (E. 5.2). 

Substitution de partie et légitimation active ou passive 

- Si l’objet litigieux est aliéné en cours d’instance, l’acquéreur peut reprendre le procès 
en lieu et place de la partie qui se retire (art. 83 al. 1 CPC) ; comme l’acquéreur peut, 
mais ne doit pas reprendre le procès, une déclaration écrite de celui-ci est néces-
saire (consid. 4.2). 

- Lorsqu’il aliène l’objet du litige en cours d’instance et que l’acquéreur ne reprend pas 
le procès, le demandeur perd, en principe, la légitimation active et son action doit 
être rejetée (consid. 4.3). 

- En raison de l’inversion du rôle des parties dans l’action en libération de dette, le 
défendeur à l’action, intimé en appel, n’a pas la légitimation passive lorsqu’il n’est 
plus titulaire de la créance (consid. 5.2). 

 

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Erwägungen 
 

4.1  Mit Eingabe vom 19. November 2014 teilte die Y. AG [Aberken-
nungsbeklagte]  dem Gerichte mit, dass sie die gesamte Forderung, 
mithin Fr. 31 828.85, bezüglich des vorliegenden Prozessverfahrens 
an Z. abgetreten habe.  

(…) 

4.2.  Wird das Streitobjekt während des Prozesses veräussert, so 
kann die Erwerberin oder der Erwerber an Stelle der veräussernden 
Partei in den Prozess eintreten (Art. 83 Abs. 1 ZPO).  

Als Streitobjekt werden Sachen oder Rechte bezeichnet, bei denen in 
einem Prozess die Sachlegitimation der Parteien durch Beziehung zu 
ihnen bestimmt wird. Darunter fallen bspw. eine eingeklagte Forde-
rung, eine Sache, an welcher Eigentum, Besitz, ein beschränktes 
dingliches Recht oder ein rein obligatorischer Anspruch (sei es durch 
Leistungs- oder Feststellungsklage) geltend gemacht wird oder Imma-
terialgüterrechte.  

Der Begriff der Veräusserung ist sehr weit gefasst. Damit ist jede 
Übertragung eines Rechts oder des Besitzes einer Sache unter 
Lebenden gemeint. Es spielt keine Rolle, ob die Übertragung durch 
Rechtsgeschäft (Kauf, Tausch, Schenkung, Zession), mittels insol-
venzrechtlicher Zwangsverwertung oder kraft Gesetzes (wie nament-
lich bei der Legalzession) erfolgt ist (Graber/Frei, Basler Kommentar 
ZPO, 2. A., N. 5 f. zu Art. 83 ZPO mit Hinweisen). 

Die Y. AG trat ihre Forderungen im Betrage von Fr. 31 828.85 samt 
5 % Zins und Kosten gegenüber X. an Z. ab. Diese Forderung ist 
Gegenstand des vorliegenden Aberkennungsklageverfahrens, wes-
halb eine Veräusserung des Streitgegenstandes vorliegt.  

Art. 83 ZPO sieht vor, dass der Erwerber anstelle der veräussernden 
Partei in den Prozess eintreten kann; er muss aber nicht. Es steht 
dem Erwerber somit frei, ob er das Verfahren anstelle der veräus-
sernden Partei weiterführen will oder nicht. Mit einem Parteiwechsel 
muss grundsätzlich auch die veräussernde Partei einverstanden sein 
(Botschaft ZPO, 7286). Sie wird aber kaum ein Interesse haben, einen 
Parteiwechsel zu verhindern, da ihr nach der Veräusserung die Aktiv-

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legitimation bzw. die Passivlegitimation fehlt (Graber/Frei, a.a.O., N. 8 
zu Art. 83 ZPO). 

Der Gesetzgeber hat keine Vorschriften darüber aufgestellt, wie die 
Mitteilung des Parteiwechsels an das Gericht zu erfolgen hat. Da der 
Erwerber dem Prozess beitreten kann, jedoch nicht muss, bedarf es 
hier einer ausdrücklichen Erklärung des Erwerbers; das Gericht darf 
nicht ohne weiteres annehmen, dass ein Parteiwechsel stattfindet 
(Guldener, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. A., Zürich 1979, 
S. 293). Es empfiehlt sich daher, dass die veräussernde Partei den 
Parteiwechsel im Verfahren gegenüber dem Gericht schriftlich 
bekannt gibt und gleichzeitig eine schriftliche Bestätigung des Erwer-
bers einreicht, dass er bereit ist, das Verfahren anstelle der bisherigen 
Partei weiterzuführen. Das Gesetz sagt auch nicht, bis zu welchem 
Zeitpunkt ein Parteiwechsel spätestens stattfinden muss. Ein Partei-
wechsel kann damit jederzeit bis zum Urteilszeitpunkt und auch noch 
in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren erfolgen (Graber/Frei, 
a.a.O., N.19 f. zu Art. 83 ZPO mit Hinweisen). 

Vorliegend teilte die Y. AG dem Gerichte am 19. November 2014 
lediglich mit, dass sie ihre gesamte Forderung gegenüber X. an Z. 
abgetreten habe und legte dieser Eingabe eine Forderungsabtretung 
bei. Weder in der Eingabe noch in der Forderungsabtretung wurde 
jedoch ein Parteiwechsel in diesem Verfahren erwähnt. Aufgrund der 
unterbliebenen Mitteilung und da das Gericht nicht ohne weiteres 
einen Parteiwechsel annehmen kann, bleibt es dabei, dass die Y. AG 
weiterhin Partei in vorliegendem Verfahren ist und kein Parteiwechsel 
zu Z. stattgefunden hat.  

4.3  Veräussert der Kläger das Streitobjekt während eines laufenden 
Zivilverfahrens, und tritt der Erwerber nicht in den Prozess ein, verliert 
der Kläger grundsätzlich die Aktivlegitimation und die Klage ist ab-
zuweisen (Schwander, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, 
a.a.O., N. 26 zu Art. 83 ZPO, Gross/Zuber, Berner Kommentar ZPO, 
N. 18 zu Art. 83 ZPO). 

Das Gesetz berechtigt die veräussernde Partei nicht zur Weiterfüh-
rung des Verfahrens als Prozessstandschafterin, welche den Prozess 
an Stelle des Erwerbers, aber im eigenen Namen als Partei, führen 
könnte. Der Veräusserer kann den Prozess einzig weiterführen, wenn 
er (sofern dies im entsprechenden Verfahrensstadium überhaupt noch 

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möglich ist) seine Rechtsbegehren in dem Sinne abändert, als er die 
Leistung an den Erwerber verlangt (Graber/Frei, a.a.O., N 10 ff. zu 
Art. 83 ZPO mit Hinweisen). 

(…) 

5.2  Die Frage der Aktiv- und Passivlegitimation ist nicht eine Frage 
der Prozessvoraussetzungen, sondern eine solche der Sachlegitima-
tion, die vom Richter in jedem Stadium des Verfahrens zu prüfen ist 
(BGE 126 III 63 E. 1a, 114 II 345 E. 3d, Vogel/Spühler, Grundriss des 
Zivilprozessrechts, 7. A., Bern 2001, 7. Kap. N. 89 f.). Die Sachlegiti-
mation fehlt, wenn der Anspruch nicht dem Kläger zusteht oder nicht 
dem Beklagten gegenüber besteht. Der Entscheid über die fehlende 
Sachlegitimation erfolgt durch Sachurteil und lautet auf Abweisung der 
Klage. Aufgrund der vertauschten Parteirollen im Aberkennungspro-
zess fehlt es an der Sachlegitimation der Berufungsbeklagten, wenn 
der Anspruch nicht der Aberkennungsbeklagten zusteht. 

Durch die Zession ihrer Forderungen gegenüber X. an Z. ging dieser 
Anspruch auch auf diesen über. Da Z. nicht in dieses Verfahren ein-
getreten ist und die Y. AG ihren Anspruch gegenüber X. an Z. abge-
treten hat, fehlt es der Y. AG in vorliegendem Verfahren an der Legiti-
mation, um gegenüber X. die abgetretene Forderung geltend zu 
machen. Der Y. AG fehlt es daher vorliegend an der Sachlegitimation. 
Es gilt daher das Nichtbestehen der betriebenen Forderung festzustel-
len und die Berufung ist in diesem Sinne gutzuheissen.