# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8c296e6-077b-5d53-a5f3-47bb6ceb2ddd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2015 C-3733/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3733-2014_2015-11-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-3733/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 1 5   

Besetzung 
 Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richterin Michela Bürki Moreni,  

Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiber Lukas Schobinger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung,  

Eingliederungsmassnahmen, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 4. Juni 2014. 

 

 

 

C-3733/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der österreichische Staatsangehörige A._______ (nachfolgend: Be-

schwerdeführer) wurde (…) 1963 geboren und ist in seiner Heimat wohn-

haft (Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [nachfolgend: IVSTA 

act.] 2, 6). Er ist seit (…) 2001 (IVSTA act. 9) einvernehmlich geschieden 

und kinderlos. Nach der Bescheinigung des Versicherungsverlaufs vom 16. 

Juli 2013 (IVSTA act. 13) leistete er als Arbeitnehmer 1981 und von 2000 

bis 2012 während insgesamt 152 Monaten Beiträge an die schweizerische 

Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; vgl. auch IV-

STA act. 12).  

B.  

Der Beschwerdeführer besuchte die Sonderschule und brach eine Lehre 

(…) nach einigen Monaten ab. Danach arbeitete er als Hilfsarbeiter (…)  

(unpaginierte Fremdakten, Gutachten B._______, Seite 3). Zuletzt arbei-

tete er in der Schweiz als Kunststoffverarbeiter. Die Anstellung wurde per 

31. August 2013 wegen Arbeitsunfähigkeit gekündigt (Akten der Sozialver-

sicherungsanstalt des Kantons C._______ [nachfolgend: SVA act.] 30, Sei-

ten 1, 2). Am 3. Mai 2013 (Eingangsdatum) meldete er sich als Grenzgän-

ger bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons C._______ (nachfol-

gend: SVA C._______) für berufliche Integration und Rente an (SVA act. 

10). Mit Schreiben der SVA C._______ vom 7. Mai 2013 (SVA act. 15, 17) 

erhielt die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vorinstanz) 

eine Kopie der Anmeldung.  

C.  

Auf der Grundlage des Gutachtens von Psychiater Dr. D._______ vom 28. 

Juni 2013 (SVA act. 39) und des Gesamtgutachtens von Allgemeinmedizi-

ner Dr. E._______ vom 6. August 2013 (SVA act. 29) wies die  

österreichische Pensionsversicherungsanstalt (…) mit Bescheid vom 22. 

August 2013 den Antrag des Beschwerdeführers auf Invaliditätspension 

und berufliche Rehabilitation ab, was im Wesentlichen mit einer fehlenden 

Invalidität begründet wurde (IVSTA act. 30; SVA act. 49).  

D.  

Auf Anforderung des Landesgerichts F._______ als Arbeits- und Sozialge-

richt verfassten der Neurologe und Psychiater Dr. B._______ am 7. No-

vember 2013, der Internist Dr. G._______ am 8. Oktober 2013 und der 

Orthopäde Dr. H._______ am 5. Dezember 2013 auf ihrem jeweiligen 

Fachgebiet arbeitsmedizinische Gutachten über den Beschwerdeführer 

C-3733/2014 

Seite 3 

(Fremdakten). Im Gesamtgutachten vom 17. Dezember 2013, das der  

Orthopäde Dr. H._______ unter Berücksichtigung der drei vorgenannten 

Teilgutachten erstattete, wurden im Wesentlichen folgende Diagnosen ge-

stellt: 1. depressive Episode in mässiggradiger Ausprägung, 2. de-myelini-

sierende Polyneuropathie bei HIV-Erkrankung, 3. Spannungskopfschmerz, 

4. medikamentös kontrollierte HIV-Infektion, 5. behandlungs-bedürftiger 

Bluthochdruck, 6. Blutfetterhöhung, 7. prämature Arteriosklerose, 8. wie-

derholte Halswirbelsäulenschmerzen bei Bandscheibenvorfall,  

9. Lendenwirbelsäulenschmerzen bei mehrsegmentaler Abnützungser-

scheinung, 10. Zustand nach zweimaliger Arthroskopie des rechten Knie-

gelenks und einmaliger Arthroskopie des linken Kniegelenks mit geringen 

Abnützungserscheinungen beidseits (Fremdakten, Gesamtgutachten, 

Seite 3).  

E.  

Nach Durchsicht der medizinischen Unterlagen stellte Dr. I._______, Ärztin 

(mit unbekannter Fachrichtung) beim regionalen ärztlichen Dienst (…) 

(nachfolgend: RAD), mit interner Notiz vom 27. Februar 2014 (SVA act. 68, 

Seite 3) fest, leichte und mittelschwere Tätigkeiten seien dem Beschwer-

deführer unter Vermeidung von schweren und überwiegend mittelschwe-

ren Hebe- und Trageleistungen in vollem Umfang zumutbar. Wiederholte 

Zwangshaltungen in gebückter und nach vorne geneigter Stellung seien zu 

vermeiden, ebenso Tätigkeiten mit Nachtarbeit und besonderem Zeitdruck. 

Mit Mitteilung vom 7. April 2014 (SVA act. 72) wies die SVA C._______ das 

Leistungsgesuch ab. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 13. und 

30. April 2014 Einwand (SVA act. 73, 79). Er machte im Wesentlichen gel-

tend, aus medizinischer Sicht werde er nie wieder zu 100 % arbeiten kön-

nen. Arbeiten an einer Maschine, im Freien und im Büro seien nicht mehr 

möglich (SVA act. 73). Dies werde sich auch durch den bevorstehenden 

Kuraufenthalt vom 15. Oktober 2014 bis zum 26. November 2014 nicht än-

dern (SVA act. 79). Nach erneuter Prüfung durch die RAD-Ärztin Dr. 

I._______ (SVA act. 75, 82, 83) wies die Vorinstanz mit Verfügung vom 4. 

Juni 2014 die beantragten Leistungen, berufliche Massnahmen und Invali-

denrente, ab (IVSTA act. 34; SVA act. 88). Zur Begründung führte die Vo-

rinstanz im Wesentlichen aus, in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe 

(wieder) eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die angestammte Tätig-

keit als Kunststoffverarbeiter sei als adaptiert anzusehen. Mit den Einwand-

schreiben seien aus medizinischer Sicht keine neuen Tatsachen geltend 

gemacht worden.  

C-3733/2014 

Seite 4 

F.  

Mit Eingabe vom 4. Juli 2014 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht (Akten des Bundesverwaltungsgerichts 

[nachfolgend: BVGer act.] 1). Er beantragte eine Überprüfung seiner Inva-

lidität. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, seine psychische 

Erkrankung habe sich trotz einer adäquaten Behandlung nicht verbessert. 

Im Herbst (2014) müsse er für mindestens sechs Wochen für einen statio-

nären Aufenthalt in eine psychiatrische Klinik eintreten. Daher sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz von einer uneingeschränkten Ar-

beitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ausgehe. Er sei bereit für eine be-

rufliche Eingliederung, sobald es sein Gesundheitszustand erlaube.  

G.  

Mit Vernehmlassung vom 22. August 2014 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Ver-

fügung (BVGer act. 3). Die Vorinstanz verwies auf eine Stellungnahme der 

SVA C._______ vom 14. August 2014, in der im Wesentlichen festgehalten 

wurde, der Beschwerdeführer sei nach der schlüssigen Einschätzung der 

medizinischen Sachverständigen in rückenadaptierten Tätigkeiten voll ar-

beitsfähig.  

H.  

Mit Replik vom 12. September 2014 (BVGer act. 7) führte der Beschwer-

deführer sinngemäss im Wesentlichen aus, es sei medizinisch nicht belegt, 

dass eine mittelgradige depressive Episode mittels Psychotherapie und 

Medikamenten gut therapierbar sei. Die in der Stellungnahme der SVA 

C._______ vom 14. August 2014 (BVGer act. 3, Beilage) vertretene An-

nahme, die depressive Symptomatik sei Folge psychosozialer Probleme, 

sei nicht korrekt. Gemäss ICD 10 stelle eine mittelgradige depressive Epi-

sode ein erhebliches Leiden dar. Die Betroffenen könnten soziale, häusli-

che und berufliche Aktivitäten nur unter erheblichen Schwierigkeiten fort-

setzen. Die Vorinstanz habe sich nur auf eine Krankheitsphase von fünf-

zehn Monaten (nach dem Stellenverlust) bezogen und somit nicht den ge-

samten Verlauf berücksichtigt. Die Auswirkungen der psychiatrischen Er-

krankung seien unzulässigerweise nicht ausschliesslich von einem Psychi-

ater, sondern auch von einem Orthopäden (Dr. H._______; Fremd-akten, 

Gesamtgutachten) und einem Allgemeinmediziner (Dr. E._______; SVA 

act. 29) mitbeurteilt worden. Mit der Replik reichte der Beschwerdeführer 

zudem diverse Berichte von behandelnden Ärzten (namentlich von Psychi-

ater und Neurologe Dr. J._______ und von Psychiaterin Dr. K._______) ein 

(BVGer act. 6).  

C-3733/2014 

Seite 5 

I.  

Mit Duplik vom 3. November 2014 beantragte die Vorinstanz unter Beilage 

einer Stellungnahme der SVA C._______ vom 21. Oktober 2014 die Ab-

weisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Verfü-

gung (BVGer act. 10).  

J.  

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 2. Februar 2015 (BVGer act. 13) reichte 

der Beschwerdeführer einen ärztlichen Entlassungsbericht für einen stati-

onären Aufenthalt in einem Zentrum für psychosoziale Gesundheit im Zeit-

raum vom 15. Oktober 2014 bis zum 26. November 2014 ein.  

K.  

Mit Stellungnahme vom 24. April 2015 beantragte die Vorinstanz die Ab-

weisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Verfü-

gung (BVGer act. 15). Die Vorinstanz verwies auf eine ausführliche Stel-

lungnahme vom 16. April 2015, in der der RAD-Psychiater Dr. L._______ 

an der bisherigen Beurteilung des Leistungsvermögens im Wesentlichen 

festhielt.  

L.  

Der Beschwerdeführer verzichtete auf Schlussbemerkungen (BVGer act. 

18), reichte aber mit unaufgeforderter Eingabe vom 2. Juli 2015 (BVGer 

act. 20) einen neuropsychodiagnostischen Befund vom 21. August 2013 

ein, der sich bereits in den Vorakten befand (SVA act. 57). Mit Verfügung 

vom 6. Juli 2015 (BVGer act. 21) schloss der Instruktionsrichter den Schrif-

tenwechsel ab.  

M.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach-

folgenden Erwägungen näher eingegangen.  

 

  

C-3733/2014 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen, ob die Prozessvo-

raussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde einzutreten ist 

(BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen).  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrens-

gesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern kein Aus-

nahmetatbestand erfüllt ist (vgl. Art. 31 und 32 des Verwaltungsgerichtsge-

setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Zulässig sind Beschwerden 

gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG. Die IV-Stelle 

für Versicherte im Ausland ist eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d 

VGG (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 

1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831. 20]). Deren Verfügung 

vom 4. Juni 2014 stellt eine Verfügung nach Art. 5 VwVG dar. Eine Aus-

nahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

zur Beurteilung der Beschwerde zuständig.  

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung in besonderer 

Weise berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwür-

diges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. auch Art. 59 des Bundesgeset-

zes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Er ist zur Beschwerde legitimiert.  

1.3 Die angefochtene Verfügung datiert vom 4. Juni 2014 und wurde per 

Einschreiben an die Adresse des Beschwerdeführers (…) versandt. Ein 

Nachweis für den Zeitpunkt der Zustellung ist trotz dieser Versandart nicht 

aktenkundig. Die Beschwerdeschrift wurde nach dem Poststempel am 4. 

Juli 2014 (…) aufgegeben und ging am 7. Juli 2014 beim Bundesverwal-

tungsgericht ein (BVGer act. 1). Die Beschwerde wurde fristgerecht inner-

halb von dreissig Tagen nach Eröffnung der angefochtenen Verfügung ein-

gereicht (Art. 60 ATSG in Verbindung mit Art. 38 Abs. 1 ATSG).  

1.4 Die Beschwerde enthält einen Antrag und eine Begründung und wurde 

vom Beschwerdeführer unterschrieben. Eine Kopie der angefochtenen 

Verfügung wurde beigelegt. Die Beschwerde wurde formgerecht einge-

reicht (Art. 52 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Gesuch des Beschwerdefüh-

rers um unentgeltliche Prozessführung gutgeheissen wurde (BVGer act. 

8), ist auf die Beschwerde einzutreten.  

C-3733/2014 

Seite 7 

2.  

Zum Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht im Allgemeinen und 

zum Sozialversicherungsprozess im Besonderen ist Folgendes vorauszu-

schicken:  

2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Gemäss Art. 3 Bst. 

dbis VwVG bleiben in den sozialversicherungsrechtlichen Verfahren die be-

sonderen Bestimmungen des ATSG vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind 

die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten 

Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozial-

versicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmun-

gen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a - 26bis und 28 - 70 

IVG) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom 

ATSG vorsieht. In formellrechtlicher Hinsicht finden nach den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln mangels anderslautender Übergangsbe-

stimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im 

Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).  

2.2 Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsge-

richt die Gesetzmässigkeit einer Verwaltungsverfügung in der Regel nach 

dem Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses (hier: 4. Juni 2014) 

gegeben war (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachver-

halt seither verändert haben, sollen im Normfall Gegenstand einer neuen 

Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen). Tatsa-

chen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück-

sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in einem engen Sachzusam-

menhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Ver-

fügungserlasses zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 9C_ 

101/2007 vom 12. Juni 2007 E. 3.1 mit Hinweisen auf BGE 118 V 200 E. 3a 

und das Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1). Medizi-

nische Berichte und Gutachten, die nach Erlass der angefochtenen Verfü-

gung vorgebracht werden und die in einem engen Sachzusammenhang mit 

dem streitigen Leistungsanspruch stehen, sind daher zu berücksichtigen, 

soweit sie Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zur Zeit des Verfü-

gungserlasses zulassen.  

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG; Kognition, vgl. 

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Seite 8 

BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu 

Art. 49). Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begeh-

ren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kog-

nition kann es die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemach-

ten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis 

mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht 

(vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, 

S. 212; vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b).  

2.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst 

ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-

digen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhän-

gig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei-

tigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wi-

dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Dabei sind die rechtsanwendenden Behör-

den in der Schweiz nicht an Feststellungen und Entscheide ausländischer 

Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Inva-

liditätsgrad und Anspruchsbeginn gebunden (AHI-Praxis 1996, S. 179; 

ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stam-

mende Beweismittel der freien Beweiswürdigung des Gerichts (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit 1. Januar 2007: Sozi-

alrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 11. Dezember 1981 i.S. 

D.; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 351 E. 3a).  

2.5 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern 

das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der 

Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr-

scheinlichste würdigen (BGE 126 V 353 E. 5b, BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen). Der Sozialversicherungsträger als verfügende Instanz und – 

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Seite 9 

im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewie-

sen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (Urteil des 

BGer 8C_494/2013 vom 22. April 2014 E. 5.4.1).  

2.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser 

Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 

125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zum anderen 

umfasst die behördliche und richterliche Abklärungspflicht nicht unbesehen 

alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. Vielmehr bezieht 

sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streit-

gegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tat-

sachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch 

so oder anders zu entscheiden ist (GYGI, a.a.O., S. 43 und 273). In diesem 

Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn 

hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten er-

gebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 

4a mit Hinweis; Urteil des EVG I 520/99 vom 20. Juli 2000). 

2.7 Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beur-

teilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende 

Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge zum – 

auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden – Grundsatz der freien Be-

weiswürdigung auf. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsat-

zes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungs-

träger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und in-

haltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1) zur Überzeu-

gung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich 

(BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2) zu betrachten und es könnten 

zusätzliche Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts 

mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte Beweiswür-

digung; BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 124 V 90 E. 4b; zum Ganzen: Urteil 

des BGer 8C_392/2011 vom 19. September 2011 E. 2.2).  

C-3733/2014 

Seite 10 

2.8 Die objektive Beweislast beurteilt sich nach dem materiellen Recht und 

damit unabhängig davon, ob der Untersuchungs- oder Verhandlungs-

grundsatz gilt. Der vor der IV-Stelle geltende Untersuchungsgrundsatz än-

dert demnach nichts an der objektiven Beweislast: Ergibt die Beweiswürdi-

gung, dass für eine rechtserhebliche Tatsache der Beweis nicht erbracht 

ist, trägt die beweisbelastete Partei die Folgen der Beweislosigkeit (BGE 

115 V 44 E. 2b; BGE 117 V 264 E. 3b). Dies bedeutet, dass für rechtser-

zeugende oder anspruchsbegründende Tatsachen diejenige Person die 

Folgen der Beweislosigkeit trägt, die das Recht geltend macht. Dies ist im 

IV-Verfahren in der Regel die versicherte Person. Ergibt beispielsweise die 

Beweiswürdigung, dass keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt, 

hat die versicherte Person, welche einen Rentenanspruch geltend ge-

macht hat, die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Für rechtshindernde 

oder rechtsaufhebende Tatsachen trägt dagegen diejenige Person die Fol-

gen der Beweislosigkeit, die sie behauptet. Dies ist im IV-Verfahren in der 

Regel die IV-Stelle (URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invali-

denversicherung, Bern 2010, S. 292, Rz. 1536 ff.).  

3.  

Das anwendbare Recht bestimmt sich wie folgt:  

3.1 Der Beschwerdeführer besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft 

und wohnt in seiner Heimat, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in 

Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über 

die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, im Folgen-

den: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG in der Fassung 

gemäss Ziff. I 4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 2001 betreffend 

die Bestimmungen über die Personenfreizügigkeit im Abkommen zur Än-

derung des Übereinkommens zur Errichtung der EFTA, in Kraft seit 1. Juni 

2002). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin 

geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union 

insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). 

Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit ko-

ordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Ver-

tragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der bis zum 31. März 

2012 in Kraft gewesenen Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 

14. Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) hatten die Personen, die im Gebiet 

eines Mitgliedstaates wohnten, für die diese Verordnung galt, die gleichen 

C-3733/2014 

Seite 11 

Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaa-

tes wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit besondere 

Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. Dabei war im 

Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ 

zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA).  

3.2 Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt am 4. Juni 2014 und eine frü-

hestmögliche Berentung ab 1. November 2013 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) 

finden vorliegend auch die am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnun-

gen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 

0.831.109.268.1) sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten 

für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordi-

nierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109. 268.11) An-

wendung. Gemäss Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Perso-

nen, für die diese Verordnung gilt, sofern in dieser Verordnung nichts an-

deres bestimmt ist, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechts-

vorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staa-

tes. Im Rahmen ihres Geltungsbereichs tritt diese Verordnung an die Stelle 

aller zwischen den Mitgliedstaaten geltenden Abkommen über soziale Si-

cherheit. Einzelne Bestimmungen von Abkommen über soziale Sicherheit, 

die von den Mitgliedstaaten vor dem Beginn der Anwendung dieser Ver-

ordnung geschlossen wurden, gelten jedoch fort, sofern sie für die Berech-

tigten günstiger sind oder sich aus besonderen historischen Umständen 

ergeben und ihre Geltung zeitlich begrenzt ist. Um weiterhin Anwendung 

zu finden, müssen diese Bestimmungen in Anhang II aufgeführt sein. Ist es 

aus objektiven Gründen nicht möglich, einige dieser Bestimmungen auf 

alle Personen auszudehnen, für die diese Verordnung gilt, so ist dies an-

zugeben (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004). Die Bestim-

mung des anwendbaren Rechts ergibt sich aus Art. 11 ff. der Verordnung 

(EG) Nr. 883/2004. Die Bestimmung der Invalidität und die Berechnung der 

Rentenhöhe richten sich auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach 

schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4). 

3.3 In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-

vorschriften anwendbar, die bei Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Sachverhalts Geltung haben (BGE 134 V 315 E. 1.2; BGE 130 V 329 E. 

2.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechts-

wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen 

Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden 

C-3733/2014 

Seite 12 

grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die 

beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. Juni 2014 in Kraft stan-

den; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits 

ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung eines allenfalls 

früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind. Neben dem IVG 

(ab 1. Januar 2012 in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659; 6. 

IV-Revision]) und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-

versicherung (IVV, SR 831.201; in der entsprechenden Fassung) sind das 

ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) anwendbar. Die im 

ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6), Er-

werbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und des Einkommensver-

gleichs (Art. 16) entsprechen den bisherigen von der Rechtsprechung zur 

Invalidenversicherung entwickelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 

130 V 343 E. 3.1 ff.). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten der 5. und 6. 

IV-Revision nichts geändert, weshalb im Folgenden auf die dortigen Be-

griffsbestimmungen verwiesen wird.  

4. Nach schweizerischem Recht ist folgender Invaliditätsbegriff massge-

bend:  

4.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, 

sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, verstanden (vgl. Art. 8 

Abs. 1 und 3 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beein-

trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze  

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom-

menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-

chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 

ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).  

4.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 

auch psychische Gesundheitsschäden eine Invalidität bewirken (Art. 8 in 

C-3733/2014 

Seite 13 

Verbindung mit Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesund-

heitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant 

gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per-

son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit 

zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei 

weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2; BGE 130 V 352 E. 

2.2.1). Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi-

schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsscha-

den führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit, als angenommen 

werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei der versicherten Per-

son sozialpraktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinwei-

sen).  

4.3 Zur Annahme einer Invalidität ist - auch bei psychischen Erkrankungen 

- ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüs-

sig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbs-

fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokul-

turelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts-

ängste im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild 

mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte 

psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das klinische Be-

schwerdebild darf nicht einzig aus Beeinträchtigungen bestehen, welche 

von belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, sondern hat davon 

psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen, etwa eine von de-

pressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde De-

pression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psy-

chischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssitu-

ation zu unterscheidende und verselbständigte psychische Störungen mit 

Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, da-

mit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutach-

tende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, die in den 

psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä-

rung finden und in diesen aufgehen, liegt kein invalidisierender psychischer 

Gesundheitsschaden vor (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des BGer 

8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).  

5.  

Zum Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen und zum Anspruch auf 

Rentenleistungen ist Folgendes festzuhalten:  

C-3733/2014 

Seite 14 

5.1 Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversicherung 

ganz allgemein der Grundsatz, dass die versicherte Person, bevor sie Leis-

tungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen 

ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Es ist primär Sache des Einzelnen, 

sich um eine angemessene Eingliederung zu bemühen. Kann eine versi-

cherte Person ihre erwerbliche Beeinträchtigung in zumutbarer Weise sel-

ber beheben, so besteht gar keine Invalidität, womit es an der unabding-

baren Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Invalidenversi-

cherung - auch für Eingliederungsmassnahmen - fehlt. Die Selbsteinglie-

derung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht nicht 

nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch 

vor (BGE 113 V 22 E. 4a; AHI 2001 S. 282 E. 5a aa; RKUV 1987 U 26 S. 

391). Seit dem 1. Januar 2008 ist die Schadenminderungspflicht in der IV 

ausdrücklich im Gesetz verankert. Art. 7 Abs. 1 IVG schreibt vor, dass die 

versicherte Person alles ihr Zumutbare unternehmen muss, um die Dauer 

und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und 

den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern.  

5.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität be-

drohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit 

diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig-

keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal-

ten oder zu verbessern (Bst. a) und soweit die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Bst. b). Der An-

spruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus-

übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Dabei ist die ge-

samte noch zu erwartende Dauer des Erwerbsleben zu berücksichtigen 

(Art. 8 Abs. 1bis IVG). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter an-

derem in Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 Bst. b IVG). Die Mas-

snahmen beruflicher Art umfassen Berufsberatung, erstmalige berufliche 

Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Arbeitsversuch, Einarbei-

tungszuschuss, Entschädigung für Beitragserhöhungen und Kapitalhilfe 

(Art. 15 ff. IVG in der ab 1. Januar 2012 geltenden Fassung). Die Einglie-

derungsmassnahmen werden in der Schweiz, ausnahmsweise auch im 

Ausland, gewährt (Art. 9 Abs. 1 IVG). Der Anspruch auf Eingliederungs-

massnahmen entsteht frühestens mit der Unterstellung unter die obligato-

rische oder die freiwillige Versicherung und endet spätestens mit dem Ende 

der Versicherung (Art. 9 Abs. 2 IVG).  

5.3 Nach dem FZA, Anhang II (in der Fassung gemäss Art. 1 des Beschlus-

ses Nr. 1/2012 des Gemischten Ausschusses vom 31. März 2012, in Kraft 

C-3733/2014 

Seite 15 

seit 1. April 2012 [AS 2012 2345]), Abschnitt A, Ziff. 1, Bst. i, Ziff. 8, gilt ein 

Arbeitnehmer oder Selbstständiger, der den schweizerischen Rechtsvor-

schriften über die Invalidenversicherung nicht mehr unterliegt, weil er seine 

existenzsichernde Erwerbstätigkeit in der Schweiz infolge Unfalls oder 

Krankheit aufgeben musste, als in dieser Versicherung versichert für den 

Erwerb des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen bis zur Zahlung ei-

ner Invalidenrente und während der Durchführung dieser Massnahmen, 

sofern er keine anderweitige Erwerbstätigkeit ausserhalb der Schweiz auf-

nimmt. Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist der Bezug von Ar-

beitslosengeldern im Wohnland der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit aus-

serhalb der Schweiz gleichgestellt (BGE 132 V 53 E. 6.6). Die im Anhang 

II FZA hinsichtlich Eingliederungsmassnahmen vorgesehene Verlängerung 

der Versicherung endet spätestens im Zeitpunkt, in welchem der Fall durch 

Zusprechung einer Rente definitiv abgeschlossen wird, die Eingliederung 

erfolgreich durchgeführt wurde, eine Erwerbstätigkeit ausserhalb der 

Schweiz aufgenommen wird oder Arbeitslosengelder im Wohnland bezo-

gen werden (BGE 132 V 244 E. 6.4.1; vgl. auch Randziffer 1011.2 des 

Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen über das Ver-

fahren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV [KSBIL; gültig ab 1. Juni 

2002; Stand am 1. Januar 2015]).  

5.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fas-

sung) haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbs-

fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten 

oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-

unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres 

zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). Gemäss Art. 

28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versi-

cherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Der Rentenan-

spruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend-

machung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frü-

hestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 

Abs. 1 IVG).  

5.5 Der Invaliditätsgrad einer erwerbstätigen versicherten Person wird im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs ermittelt (allgemeine Methode; Art. 

C-3733/2014 

Seite 16 

16 ATSG). Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (soge-

nanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-

men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (soge-

nanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel 

in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom-

men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber ge-

stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts-

grad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2; BGE 128 V 29 E. 1). Für 

den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo-

thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 

und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und all-

fällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 

Verfügungserlass respektive bis zum Einspracheentscheid zu berücksich-

tigen sind (BGE 129 V 222 E. 4). Für die Ermittlung des Einkommens, wel-

ches der Versicherte ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), 

ist entscheidend, was er im fraglichen Zeitpunkt nach dem im Sozialversi-

cherungsrecht allgemein gültigen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinwei-

sen) als Gesunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 

zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens-

entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah-

rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen 

ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen sein, damit sie 

berücksichtigt werden können. Für die Bestimmung des Invalideneinkom-

mens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in 

welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes 

Erwerbseinkommen nach Eintritt der Invalidität mehr gegeben, namentlich 

weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 

oder zumindest keine zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so 

sind nach der Rechtsprechung die gesamtschweizerischen Tabellenlöhne 

gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). 

Massgebend sind dabei die monatlichen Bruttolöhne (Zentralwerte) im je-

weiligen Wirtschaftssektor. Da den Tabellenlöhnen generell eine Arbeitszeit 

von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Umrechnung auf eine be-

triebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit erforderlich 

(BGE 126 V 75 E. 3b bb).  

C-3733/2014 

Seite 17 

6.  

Zu den im Rahmen der Untersuchungspflicht erforderlichen Abklärungen 

bezüglich der Anspruchsberechtigung auf eine Invalidenrente ist Folgen-

des anzufügen:  

6.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und 

im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können. Es sind somit nicht nur die Erwerbsmög-

lichkeiten im angestammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Verwei-

sungstätigkeiten zu prüfen (leidensangepasste Verweisungstätigkeit; ZAK 

1986 S. 204 f.). Bei der Bemessung der Invalidität ist auf die objektiven 

wirtschaftlichen Folgen der funktionellen Behinderung abzustellen, welche 

nicht zwingend mit dem vom Arzt festgelegten Grad der funktionellen Ein-

schränkung übereinstimmen müssen (BGE 125 V 256 E. 4; BGE 115 V 133 

E. 2; BGE 110 V 275 E. 4a).  

6.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).  

6.3 Die Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Beweis-

würdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzustellen 

(BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 

vom 24. Januar 2000 E. 3b). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, die aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

C-3733/2014 

Seite 18 

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-

kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-

pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Be-

richte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrau-

ensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 

3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt ebenso wie für 

den behandelnden Spezialarzt (Urteil des EVG I 655/05 vom 20. März 2006 

E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 

2008 E. 2.3.2).  

7.  

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen 

und Rentenleistungen. Zum medizinischen Sachverhalt und zur gesund-

heitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lässt sich aufgrund 

der Akten Folgendes konstatieren:  

7.1 Im Gutachten der österreichischen Pensionsversicherungsanstalt vom 

28. Juni 2013 hielt der Psychiater Dr. D._______ im Wesentlichen fest, seit 

sechs Jahren sei eine HIV-Infektion bekannt. Trotz der Erkrankung habe 

der Beschwerdeführer bis zur Kündigung gut arbeiten können. Nach dem 

Stellenverlust habe er sich zurückgezogen und Ängste und Unsicherheiten 

entwickelt. Er meide Menschen und leide unter Schlafstörungen. Er gehe 

einmal im Monat zur Psychiaterin Dr. K._______. Die  

Symptomatik entspreche einer Anpassungsstörung mit einer gemischten, 

ängstlich-depressiven Reaktion. In der Untersuchung sei eine leichte  

Aggravationstendenz zu beobachten gewesen. Bislang sei in Bezug auf 

Schlafstörung, Angst und Depression keine psychiatrische Medikation ver-

ordnet worden. Eine adäquate Medikation sei trotz erhöhter Leberwerte 

möglich. Durch eine konsequente Behandlung mittels Medikamenten lasse 

sich das psychiatrische Zustandsbild innerhalb von drei bis vier Monaten 

deutlich verbessern. Der Beschwerdeführer sei daher weiterhin als arbeits-

fähig zu betrachten (SVA act. 39, Seiten 2, 3).  

7.2 Im Gesamtgutachten der österreichischen Pensionsversicherungsan-

stalt vom 6. August 2013 hielt der Allgemeinmediziner Dr. E._______ im 

Wesentlichen fest, im psychiatrischen Gutachten (von Dr. D._______; SVA 

act. 39) sei keine psychiatrische Erkrankung diagnostiziert worden, die die 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würde. Neben der psychischen Sympto-

matik seien Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine angegeben 

worden. In der MRT-Untersuchung der Lenden- und Halswirbelsäule (vom 

C-3733/2014 

Seite 19 

3. Juni 2013; SVA act. 26) seien ein links-mediolateraler Diskusprolaps 

L4/5 mit Dorsalverlagerung der linken Nervenwurzel L5 sowie ein Dis-

kusprolaps C5/6 mit Impression des Myelons festgestellt worden. Klinisch 

hätten sich weder an den Armen noch an den Beinen Hinweise auf peri-

pher-neurologische Defizite gezeigt. Leichte und mittelschwere Tätigkeiten 

seien bei Vermeidung von schweren und überwiegend mittelschweren 

Hebe- und Trageleistungen zumutbar. Zwangshaltungen könnten nur fall-

weise zugemutet werden. Prophylaktisch auszunehmen seien Nachtarbeit 

und besonderer Zeitdruck (SVA act. 29, Seiten 3, 4).  

7.3 Der Neurologe und Psychiater Dr. B._______ hielt nach Anamnese-er-

hebung und klinischer sowie elektrophysiologischer Untersuchung im Gut-

achten vom 7. November 2013 fest, der Beschwerdeführer sei 2008 infolge 

eines Bandscheibenvorfalls L4/5 in stationärer Spitalpflege gewesen. We-

gen massiver Schmerzen sei er vorübergehend auf einen Rollstuhl ange-

wiesen gewesen. Es bestehe ein Zustand nach Meniskusoperationen an 

beiden Knien. Er habe aktuell häufig Schmerzen im Rücken mit Ausstrah-

lung in beide Beine bis in alle Zehen. Zudem habe er Schmerzen im Na-

ckenbereich mit Ausstrahlung bis in alle Finger. Wenn er nur zehn Minuten 

lang gehe, würden ihm Füsse, Finger und Arme einschlafen, was mit einem 

Kribbeln in den Extremitäten einhergehe. Diese Missempfindungen würden 

nur bei körperlicher Belastung und nie in Ruhe auftreten. Beim Treppen-

steigen und sonstigen körperlichen Belastungen würde er sehr schnell 

müde werden. Infolge einer Verletzung bei einem Fahrradunfall mit zwölf 

Jahren habe er immer wieder für einige Minuten Schwellungen am Unter-

arm. Die Kraft in den Extremitäten sei nicht wesentlich beeinträchtigt. Oft 

leide er unter Kopfschmerzen, Schwindel, Schweissausbrüchen und Ent-

zündungen im Mundbereich. Weiter leide er an Ein- und Durchschlafstö-

rungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Blasenschwäche, Magenbeschwerden 

und Mundtrockenheit (unpaginierte Fremdakten, Gutachten B._______, 

Seiten 1, 2, 3). Unter Depressionen leide er etwa seit zehn Monaten. Er 

fühle sich lustlos, antriebslos, unruhig und ermüdbar. Die HIV-Erkrankung 

habe er akzeptiert. Er achte auf die pünktliche Einnahme der Medikamente. 

Dr. B._______ beschrieb den psychischen Status zum Untersuchungszeit-

punkt als wach und orientiert. Die Stimmung sei mässiggradig depressiv 

gefärbt gewesen, bei einer mässigen Affektverflachung. Im Gespräch hät-

ten sich keine Hinweise für eine relevante Störung von Auffassung, Auf-

merksamkeit und Konzentration finden lassen. Auch subjektiv seien Kon-

zentration und Gedächtnis nicht beeinträchtigt. Der Gedankenduktus sei 

formal intakt gewesen. Mnestische Defizite und inhaltliche Denkstörungen 

wurden verneint (Fremdakten, Gutachten B._______, Seite 7). Dr. 

C-3733/2014 

Seite 20 

B._______ diagnostizierte eine depressive Episode in mässiggradiger Aus-

prägung, eine demyelinisierende Polyneuropathie bei HIV-Erkrankung und 

einen Spannungskopfschmerz (Fremdakten, Gutachten B._______, Seite 

9).  

7.4 Der Internist Dr. G._______ hielt nach eingehender Untersuchung im 

Gutachten vom 8. Oktober 2013 unter anderem fest, die Ergometrie habe 

wegen einer Beinschwäche abgebrochen werden müssen. Es bestehe 

eine deutlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit von 54 % (Fremdakten, 

Gutachten G._______, Seiten 2, 4). Dr. G._______ diagnostizierte eine 

medikamentös kontrollierte HIV-Infektion, einen behandlungsbedürftigen 

Bluthochdruck, eine Blutfetterhöhung, eine prämature Arteriosklerose, ein 

chronisches Wirbelsäulenschmerzsyndrom und eine depressive Störung 

(Fremdakten, Gutachten G._______, Seite 6).  

7.5 Der Orthopäde Dr. H._______ hielt nach persönlicher Untersuchung 

und Auswertung diverser Röntgenbilder im Gutachten vom 5. Dezember 

2013 fest, der Beschwerdeführer habe 1975 einen Fahrradunfall mit kom-

pletter Hautweichteilverletzung am rechten, ellenbogennahen Unterarm er-

litten. Es bestehe ein Zustand nach zweimaliger Arthroskopie am rechten 

Knie (zuletzt 2009) und nach einmaliger Arthroskopie am linken Knie 

(2010). Seit vielen Jahren würden Schmerzen im Bereich der Lenden- und 

Halswirbelsäule bestehen. Bis dato sei keine fachärztliche Konsultation 

durch einen Orthopäden erfolgt. Der Beschwerdeführer schildere eine 

deutliche Einschränkung durch die Beschwerden. Er könne vielleicht fünf-

zehn bis zwanzig Minuten spazieren gehen, dann entwickle er zu starke 

Schmerzen im Bereich der Knie und Beine. Sitzen könne er ein bis zwei 

Stunden, ehe er Rückenschmerzen entwickle. Stehen sei schon nach we-

nigen Minuten ein Problem wegen zunehmender Rückenschmerzen 

(Fremdakten, Gutachten H._______, Seiten 1, 2). Als Untersuchungsbe-

fund vermerkte Dr. H._______ unter anderem unauffällige Ellenbogenge-

lenke und eine bogenförmige, reizlose Narbe am rechten Unterarm. So-

wohl das rechte als auch das linke Kniegelenk wurden als bandstabil und 

ohne Erguss beschrieben. Das linke Kniegelenk zeigte im Vergleich mit 

dem rechten eine deutlichere Schmerzempfindlichkeit. Zudem wurden die 

vorliegenden Röntgenbilder von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule aus-

gewertet (Fremdakten, Gutachten H._______, Seiten 3, 4). Dr. H._______ 

diagnostizierte wiederholte Halswirbelsäulenschmerzen bei Bandschei-

benvorfall C5/6, Lendenwirbelsäulenschmerzen bei mehrsegmentaler Ab-

nützungserscheinung und einen Zustand nach zweimaliger Arthroskopie 

C-3733/2014 

Seite 21 

am rechten Knie sowie einmaliger Arthroskopie am linken Knie bei gerin-

gen Abnützungserscheinungen auf beiden Seiten (Fremdakten, Gutachten 

H._______, Seite 5).  

7.6 Auf der Grundlage der vorerwähnten fachärztlichen Gutachten von Dr. 

B._______ und Dr. G._______ sowie seiner eigenen Expertise nahm der 

Orthopäde Dr. H._______ im Gesamtgutachten vom 17. Dezember 2013, 

das er für das Landesgericht F._______ als Arbeits- und Sozialgericht er-

stattete, zu den funktionellen Einschränkung des Krankheitsbildes folgen-

dermassen Stellung (Fremdakten, Gesamtgutachten, Seite 4):  

7.6.1 Aus neurologisch-psychiatrischer Sicht (vgl. auch Fremdakten, Gut-

achten B._______, Seite 9) stehe eine depressive Verstimmung im Vorder-

grund. Antrieb, Konzentrationsleistung und Initiative seien beeinträchtigt. 

Der Tag-Nacht-Rhythmus sei gestört. Bei der Polyneuropathie handle es 

sich um eine Funktionsstörung der peripheren Nerven. Die Polyneuropa-

thie sei bei HIV-Erkrankungen häufig zu beobachten. Sie verursache eine 

latente Gleichgewichtsstörung und Kribbelmissempfindungen in den Extre-

mitäten. Das feinmanipulative Geschick der Hände sei herabgesetzt. Neu-

rologische Funktionsstörungen im Sinne von Lähmungen würden indes 

nicht bestehen. Durch die Spannungskopfschmerzen würden keine neuro-

logischen Ausfälle bestehen.  

7.6.2 Aus internistischer Sicht (vgl. auch Fremdakten, Gutachten 

G._______, Seite 6) würden die medikamentös kontrollierte HIV-Erkran-

kung und der neu entdeckte, medikamentös behandlungsbedürftige Blut-

hochdruck im Vordergrund stehen. Endorganschäden würden derzeit eine 

subklinische Arteriosklerose der Halsgefässe betreffen, wobei hier sicher-

lich der ausgeprägte Nikotinkonsum die Hauptrolle spiele. Die Blutfette 

seien medikamentös nur unzureichend gesenkt, weshalb eine Therapie-

umstellung notwendig sei. Das Infarkt- und Schlaganfallrisiko sei erhöht. 

Hinweise auf eine relevante koronare Herzerkrankung seien in der Unter-

suchung nicht aufgefallen. Ein Nikotinverzicht sei dringend zu empfehlen. 

Insgesamt vordergründig seien das ausgeprägte chronische Wirbelsäulen-

schmerzsyndrom und die deutlich depressive Stimmungslage verbunden 

mit Adynamie und allgemeiner Abgeschlagenheit.  

7.6.3 Aus orthopädischer Sicht (vgl. auch Fremdakten, Gutachten 

H._______, Seite 7) würden Einschränkungen bezüglich der Gesamtbe-

lastbarkeit und bezüglich der zumutbaren Arbeitshaltungen bestehen.  

C-3733/2014 

Seite 22 

7.7 Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. H._______ - wiederum gestützt auf die 

entsprechenden Angaben in den vorerwähnten Teilgutachten (Fremdakten, 

Gutachten B._______, Seiten 9, 10, Gutachten G._______, Seiten 6, 7, 

Gutachten H._______, Seiten 7, 8) - Folgendes aus (Fremdakten, Gesamt-

gutachten, Seite 5):  

7.7.1 Schwere Arbeiten seien nicht zumutbar. Mittelschwere Arbeiten seien 

fallweise (zu 20 % der Arbeitszeit) zumutbar. Leichte Arbeiten seien zumut-

bar. Es sollten überwiegend sitzende Arbeiten verrichtet werden. Gehende 

Arbeiten seien über eine halbe Stunde am Stück zumutbar. Stehende Ar-

beiten seien nur über wenige Minuten zumutbar. Nach zwei Stunden sit-

zender Tätigkeit sollte während zehn Minuten ein Wechsel der Arbeitshal-

tung erfolgen. Die Arbeiten sollten vornehmlich in geschlossenen Räumen 

verrichtet werden. Es sei ein tägliches Pensum von acht Stunden ohne län-

gere als die üblichen Unterbrechungen möglich. Es gebe keine Beschrän-

kung des Anmarschweges zur Arbeitsstätte. Die Benützung öffentlicher 

Verkehrsmittel und Tages- oder Wochenpendeln seien zumutbar. Eine 

Wohnsitzverlegung sei wegen der regelmässigen HIV-Kontrollen nicht 

sinnvoll.  

7.7.2 Zu vermeiden seien Nachtarbeit, besonderer Zeitdruck, hoher psy-

chischer Druck, sehr häufiger Kundenkontakt, Arbeitstätigkeiten mit beson-

ders hohen Anforderungen an Aufmerksamkeit und Konzentration, der Auf-

enthalt auf Leitern, Gerüsten oder sonstigen gefährlichen Positionen (we-

gen der Gleichgewichtsstörung), besonders feinmanipulative Handarbei-

ten, hohe Lärmbelastung, die Exposition gegenüber Kälte und Nässe über 

einen Zeitraum von mehr als 30 Minuten, das Heben und Tragen von (mit-

tel-)schweren Lasten, häufiges Bücken (mindestens einmal pro Minute un-

ter Tischkantenniveau), häufiges Treppensteigen, Überkopfarbeiten sowie 

Arbeiten im Knien und Hocken (vgl. auch Fremdakten, Gutachten 

H._______, Seite 7).  

7.8 Zur Besserungsfähigkeit des Gesundheitsschadens führte Dr. 

H._______ - auch wieder gestützt auf die entsprechenden Angaben in den 

vorerwähnten Teilgutachten - Folgendes aus (Fremdakten, Gesamtgutach-

ten, Seite 6):  

7.8.1 Aus neurologisch-psychiatrischer Sicht (vgl. auch Fremdakten, Gut-

achten B._______, Seite 10) sei der Gesundheitszustand besserungsfä-

hig. Durch eine Änderung der psychopharmakologischen Therapie (Erhö-

C-3733/2014 

Seite 23 

hung der sehr niedrig dosierten Antidepressivatherapie) und die Fortset-

zung der psychotherapeutischen Begleitung könne die depressive Störung 

innerhalb eines halben Jahres soweit gebessert werden, dass dann auch 

wieder überwiegend mittelschwere Arbeiten, Arbeiten mit hohen Anforde-

rungen an Aufmerksamkeit und Konzentration und sehr häufiger Kunden-

kontakt möglich wären. Auch seien dann keine Krankenstände mehr zu 

erwarten.  

7.8.2 Aus internistischer Sicht (vgl. auch Fremdakten, Gutachten 

G._______, Seite 7) werde sich der Gesundheitszustand nicht bessern. 

Die erfolgreiche Behandlung des Bluthochdrucks sei bei der Leistungsein-

schränkung bereits berücksichtigt worden.  

7.8.3 Aus orthopädischer Sicht (vgl. auch Fremdakten, Gutachten 

H._______, Seite 8) könne der Gesundheitszustand durch eine konse-

quente physiotherapeutische Behandlung dahingehend gebessert werden, 

dass dann auch mittelschwere Arbeiten ganztägig zumutbar seien. Bei 

konsequenter Therapie und Kooperation sei eine Besserung in 12 bis 16 

Wochen zu erwarten. In diesem Zeitraum könne durch die Injektion von 

Cortison und anderen Präparaten die Knorpelsituation der Kniegelenke da-

hingehend gebessert werden, dass dann auch die Einschränkung beim 

Treppensteigen, Knien und Hocken wegfalle.  

7.9 Das Gesamtgutachten des Orthopäden Dr. H._______ ist für die strei-

tigen Belange umfassend. Es beruht auf den allseitigen neurologisch-psy-

chiatrischen Untersuchung von Dr. B._______, den allseitigen internisti-

schen Untersuchungen von Dr. G._______ und den allseitigen orthopädi-

schen Untersuchungen, die Dr. H._______ selbst durchführte. Die entspre-

chenden Teilgutachten und mithin auch das Gesamtgutachten berücksich-

tigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abgege-

ben worden und leuchten in der Beurteilung der medizinischen Situation 

ein. Die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten sind begründet 

und nachvollziehbar. Die Teilgutachten und das Gesamtgutachten entspre-

chen den Anforderungen der Rechtsprechung an eine ärztliche Expertise 

(BGE 125 V 352 E. 3a), weshalb ihm volle Beweiskraft zuzuerkennen ist 

(BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Die Tatsache, dass der 

Orthopäde Dr. H._______ das Gesamtgutachten verfasst hat, ist nicht zu 

beanstanden, nachdem er sich für die fachfremden Anteile am Beschwer-

debild auf das neurologisch-psychiatrische Gutachten von Dr. B._______ 

und das internistische Gutachten von Dr. G._______ abstützen konnte. 

C-3733/2014 

Seite 24 

Insbesondere trifft nicht zu, dass Dr. H._______ zu neurologisch-psychiat-

rischen und internistischen Fragen Stellung genommen hat, die er als Or-

thopäde nicht schlüssig beantworten könnte. Ebenso kann Dr. E._______ 

nicht vorgeworfen werden, er habe sich zur psychiatrischen Erkrankung 

geäussert, nachdem er sich hierfür am Gutachten von Dr. D._______ ori-

entierte. Anzumerken ist, dass das im Gesamtgutachten von Dr. 

H._______ aufgezeigte Leistungskalkül mit den Feststellungen im Ge-

samtgutachten von Allgemeinmediziner Dr. E._______ (SVA act. 29) und 

im Gutachten von Psychiater Dr. D._______ (SVA act. 39), die ihrerseits 

ebenfalls beweiskräftig sind, vereinbar ist. Das Leistungsvermögen des 

Beschwerdeführers ist in beiden Gesamtgutachten (von Dr. H._______ 

und Dr. E._______) im Wesentlichen übereinstimmend beschrieben wor-

den, was vom Bundesverwaltungsgericht entsprechend zu würdigen ist.  

8.  

Zu den Einwänden des Beschwerdeführers und den im Beschwerdever-

fahren eingereichten medizinischen Unterlagen (BVGer act. 6, 13) ist Fol-

gendes festzuhalten:  

8.1 Zum psychischen Gesundheitszustand wurden diverse Berichte - ins-

besondere von der behandelnden Psychiaterin Dr. K._______ (BVGer act. 

6) - eingereicht.  

8.1.1 Dr. K._______ hielt im Bericht vom 27. April 2013 (BVGer act. 6) im 

Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer habe ihr berichtet, er sei eigent-

lich schon seit längerer Zeit (seit der Jugend) depressiv und krank. In letz-

ter Zeit habe sich sein psychisches Wohlbefinden im Rahmen der exoge-

nen Belastungsfaktoren mit Kündigung am Arbeitsplatz verschlechtert. Er 

berichte eine mittelgradige bis schwer depressive Symptomatik, die im 

Winter bedeutend schlimmer sei. Es falle zwar eine Verlangsamung, je-

doch keine intellektuelle Minderbegabung auf. Auf Wunsch des Beschwer-

deführers werde vorerst keine Psychopharmakotherapie verschrieben.  

8.1.2 Im Bericht vom 18. Juli 2013 (BVGer act. 6) hielt Dr. K._______ als 

Psychostatus fest, der Beschwerdeführer sei wach und allseits orientiert. 

Konzentration und Merkfähigkeit seien intakt. Der Gedankenduktus sei ver-

langsamt. Inhaltliche Denkstörungen seien nicht feststellbar. Der Affekt sei 

flach und der Antrieb reduziert. Die Befindlichkeit sei depressiv. Er habe 

am Morgen Mühe in die Gänge zu kommen und fühle sich ständig müde 

und erschöpft. Eine hirnorganische Erklärung für das Beschwerdebild habe 

mittels MRT und EEG ausgeschlossen werden können.  

C-3733/2014 

Seite 25 

8.1.3 Im Bericht vom 28. September 2013 (BVGer act. 6) diagnostizierte 

Dr. K._______ eine rezidivierende depressive Erkrankung bei gegenwärtig 

mittelgradiger Episode und ein Fatiguesyndrom. Differenzialdiagnostisch 

nannte sie eine organisch-depressive Störung bei HIV-Erkrankung oder 

Lues-Erkrankung. Sie hielt im Wesentlichen fest, aus Angst vor Interaktio-

nen mit der HIV-Medikation und den Nebenwirkungen habe der Beschwer-

deführer eine Psychopharmakotherapie (zunächst) abgelehnt. Im weiteren 

Verlauf habe er seine diesbezügliche Haltung geändert. Unter der Psycho-

pharmakotherapie und den flankierenden psychotherapeutischen und so-

zialpsychiatrischen Massnahmen sei es zu einer leichten Besserung der 

depressiven Symptomatik auf ein mittelgradiges Niveau gekommen. Die 

im April 2013 begonnene Behandlung sei noch nicht abgeschlossen und 

werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Derzeit bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit.  

8.1.4 Im Bericht vom 1. Februar 2014 (BVGer act. 6) hielt Dr. K._______ 

im Wesentlichen fest, der Gesundheitszustand sei stationär und habe sich 

aktuell wieder verschlechtert. Die Depression habe sicher einen Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit. Mit Bezug auf die (nicht umschriebene) derzeitige 

Tätigkeit bestehe wegen der reduzierten Stimmungslage und den ausge-

prägten Konzentrations- und Merkfähigkeitsproblemen eine volle Arbeits-

unfähigkeit. Dr. K._______ enthielt sich einer weiteren Prognose mit dem 

Hinweis, sie sei nicht gutachterlich tätig.  

8.1.5 Im Bericht vom 12. September 2014 (BVGer act. 6) hielt Dr. 

K._______ als Reaktion auf die Stellungnahme der SVA C._______ vom 

14. August 2014 (BVGer act. 3, Beilage) im Wesentlichen fest, sie habe in 

ihren Berichten mit dem Fatiguesyndrom und der differenzialdiagnostisch 

in Betracht kommenden organisch-depressiven Störung (bei HIV-Erkran-

kung) auch nicht psychosoziale Komponenten des Krankheitsbildes ge-

nannt. Weiter seien neben der Arbeitslosigkeit auch vorbestehende, belas-

tende biographische Faktoren gegeben. Eine mittelgradige depressive Epi-

sode sei bei einer HIV-Erkrankung nicht unbedingt gut und einfach thera-

pierbar, da die medikamentösen Optionen in diesem Fall eingeschränkt 

seien. Das Problem bestehe nicht nur darin, eine leberschonende antide-

pressive Therapie zu finden; denn die HIV-Medikation könne möglicher-

weise über eine Interaktion mit der Psychopharmakotherapie  

ihre Wirkung einbüssen, was gegebenenfalls zum Ausbruch der HIV-Er-

krankung führen könne. Die antidepressive Therapie werde daher immer 

mit der HIV-Ambulanz abgesprochen.  

C-3733/2014 

Seite 26 

8.2 Obwohl eine mittelgradige depressive Episode gemäss ICD 10 ein er-

hebliches Leiden darstellt, hat das Bundesgericht wiederholt erkannt, dass 

leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven For-

menkreis therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen. Es kann auf das Urteil des Bun-

desgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1 mit Hinweis auf die 

Urteile 9C_474/2013 vom 20. Februar 2014 E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19. 

Juni 2013 E. 4.3.2.1, 9C_250/2012 vom 29. November 2012 E. 5, 

9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 

vom 14. August 2013 verwiesen werden. Weshalb es sich im vor-liegenden 

Fall anders verhalten sollte, ist nicht ersichtlich, zumal Dr. D._______ und 

Dr. B._______ in den fachärztlichen Gutachten therapeutische Massnah-

men aufgezeigt haben, mittels derer der psychische Gesundheitszustand 

noch wesentlich gebessert werden kann. Die empfohlene psychiatrische 

Medikation ist gemäss Dr. D._______ trotz den erhöhten Leberwerten 

möglich, wobei diese Einschätzung in Kenntnis der im Oktober 2006 erst-

mals diagnostizierten HIV-Infektion abgegeben wurde, die ebenfalls medi-

kamentös kontrolliert werden muss. Nach seiner gutachterlichen Stellung-

nahme existieren gut bewährte Medikamente (SVA act. 39, Seite 3). Auch 

Dr. B._______ empfahl im Wissen um die HIV-Infektion eine höher dos-

sierte Antidepressivatherapie als (beispielhafte) Massnahme zur Verbes-

serung des psychischen Gesundheitszustands (Fremdakten, Gutachten 

B._______, Seite 10). Deshalb ist davon auszugehen, dass die Psycho-

pharmakotherapie trotz der von Dr. K._______ erwähnten Interaktionsge-

fahr mit der HIV-Medikation (in Absprache und unter Kontrolle der HIV-Am-

bulanz) noch verbessert werden kann.  

8.3 Der Beschwerdeführer ist im Zusammenhang mit der antidepressiven 

Medikation auf die Schadenminderungspflicht hinzuweisen. Je nach den 

Umständen greift die Schadenminderungspflicht in die verschiedensten 

Lebensbereiche ein, wobei jedoch von den Versicherten nur solche Vor-

kehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten 

objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. 

Die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht sind zulässigerweise 

dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversiche-

rung - namentlich bei Rentenleistungen - in Frage steht (BGE 113 V 22 E. 

4a - e; SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121 E. 3.1 in fine). Bei psychischen Be-

schwerden umfasst die Schadenminderungspflicht auch eine entspre-

chende Medikation und Psychotherapie (Urteil des EVG I 405/05 vom 13. 

März 2006 E. 4.2.2). Soweit eine geeignete Psychopharmakotherapie die 

C-3733/2014 

Seite 27 

Wirkung der HIV-Medikation nicht beeinträchtigt, ist diese als zumutbar zu 

erachten.  

8.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist weiter nicht von ent-

scheidender Bedeutung, ob fachärztlicherseits bloss eine depressive Epi-

sode oder eine anhaltende mittelschwere depressive Störung diagnosti-

ziert wird, da sich eine depressive Episode von einer depressiven Störung 

hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere 

der Erkrankung, unterscheidet (Urteil des BGer 9C_902/2012 vom 17. Juli 

2013 mit Hinweis auf das Urteil des EVG I 138/06 vom 21. Dezember 

2006). Insofern ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf früher durchge-

machte depressive Episoden unbehelflich.  

8.5 Wie die SVA C._______ in der Stellungnahme vom 14. August 2014 

(BVGer act. 3, Beilage) zu Recht einwendet, ist das psychiatrische Be-

schwerdebild, wenn auch (in Anbetracht der weiteren Faktoren wie na-

mentlich Scheidung, HIV-Infektion und andere körperliche Beschwerden) 

nicht monokausal, so doch weitgehend durch den Verlust der Arbeitsstelle 

und damit durch einen psychosozialen Umstand geprägt. Der Zusammen-

hang mit der (im November 2012 ausgesprochenen) Kündigung wird nicht 

nur von den Gutachtern, sondern auch vom Beschwerdeführer selber 

mehrfach hergestellt (Fremdakten, Gutachten B._______, Seiten 2, 7; SVA 

act. 29, Seiten 2, 3). Gemäss eigenen Angaben war der Beschwerdeführer 

bis zu seiner Kündigung (psychisch) beschwerdefrei. Die Arbeitsmotivation 

und Leistung bezeichnete er bis dahin explizit als gut (SVA act. 39, Seiten 

2, 3). Auch im Rahmen einer Sozialberatung berichtete der Beschwerde-

führer, seine Krankheit würde zu grossen Teilen mit der Kündigung und der 

(nicht umschriebenen) Situation am Arbeitsplatz in Verbindung stehen. Er 

sei durch die Kündigung in ein Loch gefallen und könne diese Situation nur 

schwer bewältigen. Die Umgebung am Arbeitsplatz habe ihn krank ge-

macht. Eine Rückkehr sei ausgeschlossen (Fremdakten, Assessment, 

Seite 2). Die depressive Symptomatik wird vom Psychiater Dr. D._______ 

vor diesem Hintergrund nachvollziehbar als Reaktion auf die Arbeitslosig-

keit beschrieben. Soweit die depressive Symptomatik in der Stellenlosig-

keit ihre hinreichende Erklärung findet und in dieser aufgeht, kann recht-

sprechungsgemäss von vornherein kein invalidisierender psychischer Ge-

sundheitsschaden vorliegen (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des BGer 8C_ 

730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).  

C-3733/2014 

Seite 28 

8.6 Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht 

ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater prak-

tisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu res-

pektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher und 

unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Ab-

klärungsauftrag (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) kann es nicht angehen, eine 

medizinische Administrativexpertise - wie sie Dr. D._______ verfasst hat - 

oder eine Gerichtsexpertise - wie sie Dr. B._______ verfasst hat - stets 

dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, 

wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzun-

gen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassun-

gen festhalten. Anders verhält es sich hingegen dann, wenn die behan-

delnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im 

Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und ge-

eignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. Urteil des 

BGer 8C_694/2008 E. 5.1 und Urteil des EVG I 51/06 vom 19. September 

2006 E. 3.1.2). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Die fachärztlichen 

Gutachten von Dr. D._______ und Dr. B._______ erweisen sich auch unter 

Berücksichtigung der Berichte der behandelnden Psychiater Dr. J._______ 

und Dr. K._______ (BVGer act. 6) und zum stationären Aufenthalt in einem 

Zentrum für psychosoziale Gesundheit (BVGer act. 13) als umfassend und 

schlüssig. Die im Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Un-

terlagen vermögen daher keine Zweifel an der in zwei fachärztlichen Ge-

samtgutachten nachvollziehbar postulierten (limitierten) Arbeitsfähigkeit zu 

begründen.  

8.7 Im Übrigen wurde das gutachterlich ermittelte Leistungskalkül nicht zu-

letzt von der RAD-Ärztin Dr. I._______ aufgrund der Akten dreifach plausi-

bilisiert (SVA act. 68, Seite 3; SVA act. 75, 83). Im Beschwerdeverfahren 

hat der RAD-Psychiater Dr. L._______ in Kenntnis der eingereichten me-

dizinischen Unterlagen mit ausführlicher Stellungnahme vom 16. April 2015 

(BVGer act. 15, Beilage) nachvollziehbar erläutert, weshalb weiterhin auf 

das gutachterlich ermittelte Leistungskalkül, wie es vorstehend wiederge-

geben worden ist, abgestellt werden kann. Die Stellungnahme des RAD 

wurde dem Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren zur Kenntnis ge-

bracht (BVGer act. 16), worauf dieser auf Schlussbemerkungen verzichtet 

hat (BVGer act. 18). Zu ergänzen bleibt lediglich, dass die Berichte der 

behandelnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstel-

lung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 353 E. 

3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt ebenso wie für 

C-3733/2014 

Seite 29 

den behandelnden Spezialarzt (Urteil des EVG I 655/05 vom 20. März 2006 

E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 

2008 E. 2.3.2). Aus diesem Grund ist eine schlüssige gutachterliche Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Beweiswürdigung in der Re-

gel vorzuziehen.  

8.8 Nach dem Gesagten sprechen keine konkreten Indizien gegen die Zu-

verlässigkeit der vier fachärztlichen Gutachten von Dr. D._______, Dr. 

B._______, Dr. G._______ und Dr. H._______ und die beiden Gesamtgut-

achten von Dr. E._______ und Dr. H._______. Beim sinngemässen Ein-

wand des Beschwerdeführers, wonach er durch seinen Gesundheitsscha-

den in der Arbeitsfähigkeit wesentlich stärker eingeschränkt sei, als es von 

der Vorinstanz eingestanden werde, handelt es sich um eine unbewiesen 

gebliebene Parteibehauptung. Die Gutachter haben aus neurologisch-psy-

chiatrischer Sicht und aus orthopädischer Sicht dargelegt, dass mittels ei-

ner Änderung der psychopharmakologischen Therapie und einer konse-

quenten physiotherapeutischen Behandlung der Gesundheitszustand 

noch gebessert werden kann. Die thematisierten Therapieoptionen sind 

dem Beschwerdeführer im Rahmen der Schadenminderungsobliegenheit 

zumutbar. Da die von ihm vorgelegten Beweismittel im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung nicht als massgeblich zu erachten sind, fällt der Ent-

scheid zu Ungunsten des beweisbelasteten Beschwerdeführers aus, da er 

aus einer rechtserheblichen und anspruchsbegründenden Tatsache 

Rechte ableiten wollte. Von weiteren medizinischen Nachforschungen sind 

keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Daher ist in antizipierter Beweis-

würdigung auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (vgl. UELI KIE-

SER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 

212 Rz. 450: ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 111 und 

320; GYGI, a.a.O., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 464 E. 4a, BGE 122 III 219 

E. 3c, BGE 120 1b 224E. 2b, BGE 119 V 335 E. 3c mit Hinweisen). Der 

Beschwerdeführer hat mithin als voll arbeitsfähig für leidensadaptierte Tä-

tigkeiten zu gelten, die dem gutachterlichen Leistungskalkül entsprechen. 

Im Ergebnis ist die psychotherapeutisch und psychopharmakologisch bes-

serungsfähige, weitgehend auf psychosoziale Faktoren zurückzuführende, 

mittelgradige depressive Episode in Übereinstimmung mit den beweiskräf-

tigen Gutachten von Dr. D._______ und Dr. B._______ nicht als Grund für 

ein vermindertes Leistungsvermögen zu anerkennen, auch nicht im Um-

fang einer schwankenden Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20 %, wie dies 

der RAD-Psychiater Dr. L._______ in seiner Stellungnahme vom 16. April 

2015 erwogen hat (BVGer act. 15, Beilage).  

C-3733/2014 

Seite 30 

9.  

Zur erwerblichen Auswirkung des Gesundheitsschadens ist Folgendes 

festzuhalten:  

9.1 Die Vorinstanz legte der angefochtenen Verfügung sinngemäss die An-

nahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Kunststoffverarbeiter zugrunde. Ob diese Annahme zutrifft, ist indessen 

nicht zweifelsfrei erstellt. Tatsache ist, dass die Kündigung der Stelle als 

Kunststoffverarbeiter nach den Angaben des Arbeitgebers wegen einer Ar-

beitsunfähigkeit erfolgte (SVA act. 30, Seite 2), womit gesundheitliche 

Gründe gemeint sein dürften. An anderer Stelle werden indes ver-

schiedentlich auch wirtschaftliche Motive erwähnt (SVA act. 39, Seite 2; 

Fremdakten, Gutachten B._______, Seite 3; Fremdakten, Assessment, 

Seite 3). Fraglich ist insbesondere, ob das Anforderungsprofil der letzten 

Arbeitsstelle mit der orthopädisch bedingten Belastungs- und Haltungsein-

schränkung vereinbar war, welche namentlich aus den wiederholten Hals- 

und Lendenwirbelsäulenschmerzen resultieren (Fremdakten, Gutachten 

H._______, Seiten 5, 7; Fremdakten, Gesamtgutachten, Seiten 3, 4). Eine 

ärztliche Stellungnahme zu dieser Frage fehlt ebenso wie eine genauere 

Umschreibung der angestammten Tätigkeit als Kunststoffverarbeiter (SVA 

act. 70, Seite 2).  

9.2 Der Frage nach der weiteren Zumutbarkeit der angestammten Tätigkeit 

kommt für die Beurteilung des Rentenanspruchs jedoch nicht ausschlag-

gebendes Gewicht zu. Gemäss Angaben des Arbeitgebers hätte der Be-

schwerdeführer im Jahr 2013 im Gesundheitsfall ein Valideneinkommen 

von Fr. 64'350.- erzielt (SVA act. 30, Seite 3), womit er im Vergleich zum 

entsprechenden LSE-Tabellenlohn von Fr. 67'443.10 (Herstellen von 

Kunststoffwaren; unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenar-

beitszeit von 41.7 Stunden und der Nominallohnentwicklung bis 2013) ei-

nen leicht unterdurchschnittlichen Verdienst erzielt hätte. Das auf der 

Grundlage der LSE 2012, privater Sektor, TA 1, Total, Anforderungsniveau 

1, Männer, zu bestimmende Invalideneinkommen 2013 beträgt unter Be-

rücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 

und der Nominallohnentwicklung bis 2013 Fr. 65'653.70. Damit steht fest, 

dass der Beschwerdeführer keine gesundheitlich bedingte Erwerbsein-

busse erleidet. Ein Rentenanspruch ist bei fehlender Erwerbsunfähigkeit 

ausgeschlossen. Selbst wenn von einer psychisch bedingten Arbeitsunfä-

higkeit von höchstens 20 % ausgegangen würde, würde bei einem gerun-

deten Invaliditätsgrad von 18 % ein Rentenanspruch weit verfehlt werden. 

C-3733/2014 

Seite 31 

Nachdem keine Invalidität im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne be-

steht, fallen auch Eingliederungsmassnahmen ausser Betracht. Der Be-

schwerdeführer ist im Rahmen seiner (limitierten) Arbeitsfähigkeit und vor 

dem Hintergrund der Schadenminderungspflicht auf den Weg der Selbst-

eingliederung zu verweisen.  

10.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl der organische als auch 

der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im österrei-

chischen Verfahren zum Anspruch auf Invaliditätspension und berufliche 

Rehabilitation (IVSTA act. 30; SVA act. 49) umfassend und für eine ab-

schliessende Beurteilung im vorliegenden Verfahren rechtsgenüglich ab-

geklärt wurde. Es liegen gesicherte Erkenntnisse und genügende fachärzt-

liche Dokumente zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor. Der Beschwer-

deführer hat mithin als voll arbeitsfähig in leidensadaptierten Tätigkeiten zu 

gelten, die dem gutachterlichen Leistungskalkül entsprechen. Nach dem 

Einkommensvergleich ist er durch den Gesundheitsschaden in seiner Er-

werbsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Entsprechend besteht keine Invalidität 

im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne. Der Beschwerdeführer kann 

daher weder eine Invalidenrente noch Eingliederungsmassnahmen bean-

spruchen. Die angefochtene Verfügung (IVSTA act. 34; SVA act. 88) er-

weist sich nach den vorstehenden Erwägungen als rechtmässig. Die Be-

schwerde ist unbegründet und vollumfänglich abzuweisen. Die angefoch-

tene Verfügung ist zu bestätigen.  

11. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und die Parteientschädi-

gung. 

11.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Da dem unterliegenden 

Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 8. Oktober 2014 die unent-

geltliche Prozessführung gewährt wurde (BVGer act. 8), sind im vorliegen-

den Fall keine Verfahrenskosten zu erheben.  

11.2 Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sind keine unver-

hältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Parteient-

schädigung zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die IV-Stelle 

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für Versicherte im Ausland hat als Bundesbehörde unabhängig vom Ver-

fahrensausgang keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 

VGKE).  

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)  

– die Vorinstanz (Ref-Nr.______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David Weiss Lukas Schobinger 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-

den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

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