# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e1667b6-ef34-5383-bb88-9ee6146bcc4f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.12.2023 SB230251
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230251_2023-12-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB230251-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Keller sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Sieber 

 

Urteil vom 4. Dezember 2023 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur., LL.M. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. M. Kehrli, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend vorsätzliche Tierquälerei etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht,  
vom 25. Februar 2022 (GG210017) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 1. Juli 2021 

(Urk. 31) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 63 S. 54 ff.) 

"Das Einzelgericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

- der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG in 
Verbindung mit Art. 4 Abs. 2 TSchG und Art. 77 TSchV (Dossier 1); 

- der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und den 
Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. d 
JSG (Dossier 1 und 3), sowie 

- der mehrfachen Übertretung des Hundegesetzes im Sinne von § 9 Abs. 1 
lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c in Verbindung mit § 27 HuG (Dossier 1 und 3). 

2. Mit Bezug auf Dossier 2 ist der Beschuldigte 

-  der Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wild-
lebender Säugetiere und Vögel im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG (Dossi-
er 2); 

- der Übertretung des Hundegesetzes im Sinne von § 9 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 
und Abs. 3 lit. c in Verbindung mit § 27 HuG (Dossier 2); 

nicht schuldig und wird freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 
CHF 260.– (entsprechend CHF 20'800.–) sowie mit einer Busse von CHF 5'000.–. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 50 Tagen. 

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-

setzt. 

-   3   - 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

CHF 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 2'000.–  Gebühren für das Vorverfahren 

CHF 5'000.–  Total 

7. Die Kosten des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

8. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung seiner Aufwendungen für die ange-

messene Ausübung seiner Verfahrensrechte zugesprochen. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel)." 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(schriftlich; Urk. 89 S. 2) 

 "1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der vorsätzlichen Tierquälerei nach 

TSchG und TSchV freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Übertretung des 

JSG [Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender 

Säugetiere und Vögel] freizusprechen. 

3. Die Geldstrafe und die Busse seien aufzuheben. 

4. Eventualiter seien die Geldstrafe und die Busse angemessen zu 

reduzieren, unter Berücksichtigung der aktuellen Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse des Beschuldigten. 

5. Die Kosten und Gebühren seien zulasten der Staatskasse zu verle-

gen." 

-   4   - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See / Oberland: 

(schriftlich; Urk. 69) 

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils. 

c) Der Vertreterin des Veterinäramtes des Kantons Zürich: 

(schriftlich; Urk. 73) 

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, schriftlich eröffnete 

Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht in Strafsachen, vom 25. Februar 

2022 liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 14. März 2022 innert Frist Berufung 

anmelden (Urk. 56 und Urk. 58). Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde 

seinem erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur., LL.M. X._____, am 17. April 

2023 zugestellt (Urk. 62/1). Am 8. Mai 2023 erstattete der Verteidiger des Be-

schuldigten sodann innert Frist die Berufungserklärung und stellte Beweisanträge, 

welche mit Verfügung vom 26. Mai 2023 abgewiesen wurden (Urk. 66 und Urk. 

70). 

1.2. Innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO erklärten die 

Staatsanwaltschaft See / Oberland (fortan Staatsanwaltschaft) sowie das Veteri-

näramt des Kantons Zürich (fortan Veterinäramt) je den Verzicht auf Erhebung 

einer Anschlussberufung und beantragten die Bestätigung des erstinstanzlichen 

Urteils (Urk. 69 und Urk. 73).  

1.3. In der Folge wurde am 17. August 2023 auf den 4. Dezember 2023 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen und den Parteien gleichzeitig die Besetzung 

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der Kammer angezeigt, wobei der Staatsanwaltschaft sowie dem Veterinäramt die 

Teilnahme an der Berufungsverhandlung freigestellt wurde (Urk. 76). Mit Eingabe 

vom 22. August 2023 teilte das Veterinäramt den Verzicht auf persönliche 

Teilnahme an der Berufungsverhandlung mit und erinnerte daran, dass das Vete-

rinäramt als Verfahrensbeteiligte gemäss Art. 104 Abs. 2 StPO volle Parteirechte 

innehabe (Urk. 78). 

1.4. Nachdem es der Beschuldigte trotz entsprechender Aufforderung mit Prä-

sidialverfügung vom 15. Mai 2023 (vgl. Urk. 67) unterliess, ein Datenerfassungs-

blatt auszufüllen und Unterlagen betreffend seine finanziellen Verhältnisse einzu-

reichen, ersuchte das Berufungsgericht androhungsgemäss direkt bei den Steu-

erämtern B._____ und Zürich um Zustellung der Steuerunterlagen des Beschul-

digten für die Jahre 2020 bis 2022 (Urk. 79 und Urk. 80). Am 6. Oktober 2023 

reichte das Steueramt B._____ die vom Beschuldigten eingereichte, noch unge-

prüfte Steuererklärung für das Jahr 2022 ein (Urk. 81/2). Am 9. Oktober 2023 

reichte sodann das Steueramt Zürich diverse Steuerunterlagen des Beschuldigten 

und seiner Ehefrau für die Jahre 2020 und 2021 ins Recht (Urk. 82/1-9).  

1.5. Am 4. Mai 2023 sowie am 8. November 2023 wurde je ein neuer Strafre-

gisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (Urk. 65 und Urk. 83). In der Folge 

wurde bei der Staatsanwaltschaft See / Oberland und dem Bezirksgericht Meilen 

bezüglich der weiteren hängigen Strafuntersuchungen (B-9/2021/43325 und  

B-2/2022/36385) sowie bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl bezüglich des 

Strafbefehls vom 4. Juli 2022 (S-6/2022/19071) Auskunft über den jeweiligen 

Verfahrensstand eingeholt (Urk. 84-87), wobei der rechtskräftige Strafbefehl vom 

4. Juli 2022 zu den Akten gereicht wurde (Urk. 86). 

1.6. An der heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in 

Begleitung seines erbetenen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur., LL.M. M. 

X._____ (Prot. II S. 5). Vorfragen und weitere Beweisanträge waren keine zu be-

handeln. Das Verfahren ist spruchreif. 

-   6   - 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Gemäss Art. 402 i.V.m. Art. 437 StPO hat die Berufung im Umfang der 

Anfechtung aufschiebende Wirkung. Insoweit wird die Rechtskraft gehemmt. 

2.2. Der Beschuldigte beantragte mit Berufungserklärung durch seinen Vertei-

diger im Hauptstandpunkt einen vollumfänglichen Freispruch und die vollständige 

Kostentragung durch die Staatskasse (Urk. 67 S. 2). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung anerkannte der Beschuldigte den vorinstanzlichen Schuldspruch hin-

sichtlich der mehrfachen Übertretung des kantonalen Hundegesetzes (vgl. Urk. 89 

S. 2 f.; Prot. II S. 7). 

Damit liess der Beschuldigte mit Ausnahme des Schuldspruchs der mehrfachen 

Übertretung des Hundegesetzes gemäss Dispositivziffer 1 (Dossier 1 und 3), des 

Freispruchs gemäss Dispositivziffer 2 (Dossier 2) sowie der Kostenfestsetzung 

gemäss Dispositivziffer 6 das gesamte vorinstanzliche Urteil anfechten. Das Urteil 

des Bezirksgerichts Meilen vom 25. Februar 2022 ist somit – unter Berücksichti-

gung des Verschlechterungsverbots bzw. des Verbots der reformatio in peius 

i.S.v. Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO – mit Ausnahme der Dispositivziffern 1 (bezüg-

lich der mehrfachen Übertretung des Hundegesetzes), 2 und 6, deren Rechtskraft 

vorzumerken ist, umfassend zu prüfen. 

II. Sachverhalt 

1. Anklagesachverhalte 

1.1. Verfahrensgegenstand sind somit nur noch zwei von drei Vorfällen, die 

sich laut Anklage am 2. Februar 2021, ca. um 11:15 Uhr (Dossier 1) und am 

16. Dezember 2020, ca. um 11:00 Uhr (Dossier 3) ereignet haben sollen.  

Zusammengefasst wird dem Beschuldigten einerseits vorgeworfen, seinen 

Hund "C._____" (Kishu-Rasse, Rüde, geb. tt. August 2019) am 2. Februar 

2021, ca. um 11:15 Uhr, am D._____-weg in E._____ am Waldrand spazierend 

ungenügend beaufsichtigt zu haben, sodass sein Hund zusammen mit dem 

Hund von F._____ einen Jungfuchs gejagt, ca. während zwei bis drei Minuten 

von beiden Seiten aggressiv gebissen und diesen mit Bissen an der Schnauze 

-   7   - 

und am Hals so stark verletzt habe, dass der Fuchs vom Jagdaufseher habe 

erschossen werden müssen (Urk. 31 S. 2 f.; Dossier 1).  

Andererseits wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, seinen 

Hund am 16. Dezember 2020, ca. um 11:00 Uhr, im Wald in der Nähe der 

G._____-strasse in H._____ ungenügend beaufsichtigt zu haben, sodass sein 

Hund im Wald auf der G._____-strasse ein Reh und dessen Rehkitz gejagt habe 

(Urk. 31 S. 4; Dossier 3). 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten jeweils die (eventual-)vorsätzliche 

und eventualiter die fahrlässige Begehung respektive Unterlassung seiner Hun-

dehalterpflichten vor. Hinsichtlich der genauen Tatvorwürfe ist auf die Anklage-

schrift vom 1. Juli 2021 zu verweisen (vgl. Urk. 31 S. 2 ff.).  

1.2. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der vorsätzlichen Tierquälerei i.S.v. 

Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 4 Abs. 2 TSchG und Art. 77 TSchV (Dossi-

er 1) und der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und 

den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz; JSG) i.S.v. Art. 18 

Abs. 1 lit. d JSG sowie der mehrfachen Übertretung des kantonalen Hundegeset-

zes (HuG) i.S.v. § 27 i.V.m. § 9 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c HuG (Dossier 

1 und 3) schuldig gesprochen. 

1.3. Der Beschuldigte hat in der Untersuchung und an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung den Anklagesachverhalt gemäss Dossier 1 durchgehend 

bestritten. Insbesondere bestritt der Beschuldigte, dass die Hunde dem Fuchs mit 

"Kampfbissen" Leid hätten zufügen wollen. Gemäss Ansicht des Beschuldigten 

hätten die Hunde bloss mit "Spielbissen" mit dem Fuchs spielen wollen (vgl. 

bspw. Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 13, S. 11 F/A 50; Prot. I S. 25 und 29). Im Übrigen 

machte der Beschuldigte geltend, dass der Fuchs nicht schwer verletzt worden 

sei, sondern dieser womöglich vorerkrankt gewesen sei und/oder sich in einem 

Schockzustand befunden habe (vgl. bspw. Urk. D1/3/2 S. 4 F/A 13; Urk. D1/3/3 

S. 3 F/A 3; Prot. I S. 26). Anlässlich der Berufungsverhandlung betonte der Be-

schuldigte, dass spezielle Umstände vorgelegen seien, zumal er und die Hunde-

halterin F._____ zu diesem Zeitpunkt an diesem Ort bei der I._____-weid und 

-   8   - 

dieser Gelegenheit mit den spielenden Hunden keine Wildtiere erwartet hätten 

(Urk. 88 S. 8 f.). Der Beschuldigte räumte gleichzeitig ein, dass er seinem Hund in 

den ersten ein bis eineinhalb Jahren zu viel Freiraum und Freiheiten gegeben ha-

be (Urk. 88 S. 6 f. und 9). Ferner berichtete er davon, wie er sein Verhalten als 

Hundehalter seither verändert habe (Urk. 88 S. 9 f.) und reichte diesbezüglich ei-

nen gutachterlichen Bericht einer vom Veterinäramt akkreditierten Gutachterin 

vom 3. Dezember 2023 ein (Urk. 90/2). Durch seinen Verteidiger liess der Be-

schuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung die unvollständige und falsche 

Feststellung des Sachverhalts rügen (Urk. 89 S. 3) und vorbringen, dass nach 

den Berechnung der Verteidigung der Sichtverlust der Hunde bis zum Trennen 

der Hunde mit dem Fuchs insgesamt viereinhalb Minuten und das Zusammentref-

fen mit dem Fuchs höchstens zwei Minuten gedauert haben könne (Urk. 89 S. 6 

f.). Letztlich wurde erneut geltend gemacht, dass aufgrund der Zeitverhältnisse 

ein Aufspüren und Wildern des Fuchses unwahrscheinlich sei, es viel wahrschein-

licher sei, dass der Fuchs bereits durch eine Krankheit oder Verletzung durch ein 

Fahrzeug beeinträchtigt gewesen sei und die Hunde spielend auf den Fuchs ges-

tossen seien (Urk. 89 S. 8). 

Hinsichtlich des Anklagesachverhalts gemäss Dossier 3 hat der Beschuldigte die 

vom Jagdaufseher und Zeugen J._____ geschilderte Verwarnung bestätigt und 

das Jagen seines Hundes von Rehen mit Nichtwissen bestritten, jedoch für mög-

lich gehalten (vgl. Urk. D1/3/1 S. 3 f. F/A 15 f. und 23; Urk. D1/3/2 S. 10 f. F/A 42 

und 47; Prot. I S. 33 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der 

Beschuldigte erneut an, den Vorfall selber nicht gesehen zu haben und deshalb 

nicht viel dazu sagen zu können, was der Hund gemacht habe. Aus anderen 

Umständen wisse er jedoch, dass der Hund bloss eine kurze Zeit verfolge und 

dann zurück zu ihm komme. Der Hund sei damals 1,2 Jahre alt gewesen und der 

Jagdaufseher habe ihm danach Tipps gegeben, wie man das Nachrennen ver-

meiden könne, welche er heute noch umsetze (Prot. II S. 9). Durch die Verteidi-

gung wurde die erstinstanzliche Feststellung des Sachverhaltes gemäss Dossier 

3 im Rahmen der Berufungsverhandlung nicht beanstandet (vgl. Urk. 89 S. 3). 

-   9   - 

Nachdem die eingeklagten Sachverhalte gemäss Dossier 1 und 3 auch in zweiter 

Instanz umstritten blieben, ist im Folgenden nochmals zu prüfen, ob sich die Vor-

würfe der Anklage gestützt auf die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung 

in Berücksichtigung der verwertbaren und relevanten Beweismittel rechtsgenü-

gend erstellen lassen. 

2. Beweismittel und Beweisgrundsätze 

Die Vorinstanz hat zutreffend die relevanten Beweismittel aufgeführt, deren Ver-

wertbarkeit geprüft und die Grundsätze der Beweiswürdigung dargelegt (Urk. 63 

S. 10, 12 ff. und S. 31 ff.), worauf verwiesen werden kann. Insbesondere ist reka-

pitulierend festzuhalten, dass gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO die Beweise frei nach 

der aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung zu würdigen sind. 

Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO 

von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus. Dabei sind bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich 

sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um er-

hebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich 

nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 86 E. 2; BGE 120 Ia 31 E. 

2c). 

Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die für ihren Entscheid wesent-

lichen Punkte beschränken (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7 m.H.). 

3. Beweiswürdigung betreffend den Anklagesachverhalt gemäss Dossier 1 

3.1. Beweisfundament des Vorfalls vom 2. Februar 2021 sind einerseits die 

Aussagen der Zeugin K._____ (Urk. D1/6), des Zeugen J._____ (Urk. D1/5), 

des Beschuldigten (Urk. D1/3/1-3; Prot. I S. 22 ff.; Urk. 88 S. 8 f.) und der Be-

schuldigten F._____ (sep. Verfahren GG210016-G; Urk. D1/4/1-3; Prot. I S. 11 

ff.). Andererseits liegen neben den Personalbeweisen als objektive Beweismit-

tel die durch die Zeugen am Tatort aufgenommenen Fotografien (Urk. D1/2 

-   10   - 

S. 2-4) und die Nachricht des Zeugen J._____ vom 2. Februar 2021 im "JG 

B._____ E._____"-WhatsApp-Chat (Urk. D1/8/1) im Recht. 

3.2. Die Vorinstanz hat die jeweiligen Sachverhaltsschilderungen der Be-

schuldigten und der Zeugen zutreffend zusammengefasst, worauf vorab ver-

wiesen wird (Urk. 63 S. 15-20; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die vorinstanzlichen 

Erwägungen zur Glaubwürdigkeit der Beschuldigten sowie der Zeugen können 

übernommen werden (Urk. 63 S. 20-22). Sodann ist festzuhalten, dass a priori 

nichts gegen die grundsätzliche Glaubwürdigkeit der verschiedenen Befragten 

spricht, auch wenn natürlich offensichtlich ist, dass gerade für die Beschuldigten 

einiges auf dem Spiel steht. Ohnehin aber kommt der Glaubwürdigkeit gemäss 

höchstrichterlicher Rechtsprechung gegenüber der Bewertung der Glaubhaftigkeit 

der einzelnen Aussagen lediglich untergeordnete Bedeutung zu.  

3.3. Die objektiven Beweismittel hat die Vorinstanz lediglich aufgelistet und 

rudimentär beschrieben (Urk. 63 S. 20). Ergänzend ist festzuhalten, dass vier 

Fotografien bei den Akten liegen (Urk. D1/2 S. 2 ff., Foto 1-3 und 5), welche 

durch die Zeugin K._____ und den Zeugen J._____ am 2. Februar 2020 direkt 

am Tatort auf der Wiese der (vorderen) I._____-weid in E._____ aufgenommen 

wurden (vgl. Urk. D1/1 S. 5; sowie die Aussagen der Zeugen dazu in Urk. D1/5 

S. 3 F/A 9 und Urk. D1/6 S. 4 F/A 14-16). Foto 1 zeigt, wie sich die beiden 

Hunde je in gebückter Haltung nebeneinander dem am Boden liegenden Fuchs 

zuwenden, wobei sich der (weisse) Hund des Beschuldigten noch hinter dem 

(schwarzen) Hund der Beschuldigten F._____ befindet. Foto 2 wurde aus der-

selben Perspektive, jedoch näher am Geschehen und vermutlich einen Augen-

blick später gemacht. Darauf ist ersichtlich, wie die Hunde den Fuchs von bei-

den Seiten angehen. Der Fuchs ist gar nicht ersichtlich, da die Hunde je mit 

gebeugtem Kopf mit der Schnauze über dem am Boden befindlichen Fuchs 

stehen. Foto 3 zeigt den Beschuldigten, wie er sich sodann zwischen den am 

Boden liegenden Fuchs und seinen Hund stellt. Foto 5 zeigt schliesslich eine 

Nahaufnahme des am Boden liegenden Fuchses, wobei dessen Haltung im 

Vergleich mit Foto 3 unverändert erscheint. Das Fell des Fuchses ist zerzaust 

und seine Haltung in unnatürlicher Weise verstellt (das linke Hinterbein des 

-   11   - 

Fuchses ist gerade nach hinten gestreckt, während das rechte Hinterbein so-

wie sein Vorderkörper und -beine seitlich nach rechts abgedreht sind). Ausser-

dem liegt mit Foto 4 die durch den Zeugen J._____ am 16. Dezember 2019 

(Dossier 3) aufgenommene Fotografie des Hundes "C._____" des Beschuldig-

ten im Recht (Urk. D1/2 S. 3; vgl. auch Urk. D1/8/4 sowie die Aussage des Be-

schuldigten in Urk. D1/3/2 S. 10 f. F/A 42 und 47).  

Ferner liegt eine am 2. Februar 2021 um 13:17 Uhr verfasste Nachricht des 

Zeugen J._____ samt seiner beigefügten Fotografien (Urk. D1/2 S. 3 f., Foto 3 

und 5) in einem WhatsApp-Gruppenchat "JG B._____ E._____" bei den Akten 

(Urk. D1/8/1). Darin schilderte der Zeuge J._____, wie er den "bereits von 

L._____ im Bereich M._____ am 23.01.2021" und von ihm – dem Zeugen 

J._____ – "am 16.12.2020 in H._____ beim Wildern beobachteten Hund in 

flagranti beim Reissen eines jungen Fuchsrüden angetroffen" habe. Ausser-

dem habe er "dem Halter, Herrn A._____, erneut die Konsequenzen erläutert 

und eine erneute Anzeige mitgeteilt". Im Übrigen ist der Nachricht zu entneh-

men, dass er den Fuchs mit Bisswunden am Hals und am Kopf mit Schrot er-

löst und entsorgt habe und als weiteres Vorgehen eine erneute Anzeige und 

eine schriftliche Verwarnung vorschlage, worauf das Chatmitglied N._____ um 

13:30 Uhr antwortete, dies erledigt zu haben (vgl. Urk. D1/8/1). 

3.4. Aufgrund sich deckender Aussagen sämtlicher Befragter und der vorhan-

denen Beweismittel ergibt sich vorab unbestrittenermassen und anklagegemäss, 

dass der Beschuldigte und die Beschuldigte F._____ zusammen mit ihren Hun-

den "C._____" und "O._____" am 2. Februar 2021, ca. um 11:15 Uhr, in E._____ 

vom E._____er … herkommend über die Wiese der (vorderen) I._____-weid über 

den P._____-weg sodann in den Wald "Q._____" spazieren gegangen sind. Da-

bei haben die beiden Hundehalter ihre Hunde nicht an der Leine geführt und die-

se auf der (vorderen) I._____-weid zusammen spielen lassen und sodann aus 

den Augen verloren. Ausserdem schilderten beide Beschuldigte, wie sie, nach-

dem sie im Wald "Q._____" auf dem P._____-weg einen gefallenen Baumstamm 

überquerten, aus der Ferne von der überquerten Wiese ein Hundegebell und ein 

Schreien wahrnahmen, worauf sie – der Beschuldigte der Beschuldigten F._____ 

-   12   - 

voran – zurück zur Wiese rannten (vgl. die Aussagen der Beschuldigten 

Urk. D1/3/1 S. 5 F/A 31; Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 13; Urk. D1/4/1 S. 2 F/A 10; 

Urk. D1/4/2 S. 2 F/A 7; Urk. D1/4/3 S. 2 F/A 3; Prot. I S. 12 und 23 f.; Urk. 88 

S. 8 f.; Urk. 89 S. 5 und Prot. II S. 7 f.).  

3.5. Was die Örtlichkeit und Zeit anbelangt, in welcher die Hunde unbeaufsich-

tigt waren, so beschrieb die Beschuldigte F._____ fortwährend, wie sie beim 

Waldrand gestanden seien, wo ihre Hündin zum Anleinen normalerweise warte, 

und die Hunde nicht mehr auf der Wiese gesehen hätten, worauf sie dann dort 

und im Wald nach den Hunden gerufen und gepfiffen hätten (Urk. D1/4/1 S. 2 f. 

F/A 10 und 17; Urk. D1/4/2 S. 2 F/A 5 und 7; Prot. I S. 12). Auch der Beschuldigte 

erklärte, dass sie gedacht hätten, die Hunde seien zusammen vor ihnen in den 

Wald gegangen (vgl. Urk. D1/3/1 S. 5 f. F/A 31 und 35; Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 13). 

Entgegen der Aussage der Beschuldigten F._____ führte der Beschuldigte hinge-

gen einmal aus, dass ihnen erst im Wald aufgefallen sei, dass sie ihre Hunde 

nicht sehen würden (vgl. Urk. D1/3/1 S. 6 F/A 35). Bei der Vorinstanz erklärte der 

Beschuldigte sodann auf entsprechende Frage, dass er nicht mehr sagen könne, 

in welchem Moment er gemerkt habe, dass die Hunde nicht mehr da gewesen 

seien. Die Hunde seien auf der Wiese spielend hinter oder vor ihnen gerannt. 

Ausserdem betonte der Beschuldigte, wie er jedoch sonst bei seinen täglichen 

mehrstündigen Spaziergängen seine Aufmerksamkeit vollkommen auf seinen 

Hund richte (Prot. I S. 30). Hinsichtlich des Zeitraums, in welchem die Hunde am 

2. Februar 2021 unbeaufsichtigt waren, erklärte die Beschuldigte F._____ zu-

nächst, dass es ca. fünf bis zehn Minuten gewesen seien, davon ca. fünf Minuten 

der Strasse nach in den Wald und danach kurz durch den Wald (Urk. D1/4/1 S. 3 

F/A 15). Bei der Vorinstanz erklärte sie, dass es maximal vier Minuten gewesen 

sein müssten, es jedoch schwierig sei, das im Nachhinein zu beurteilen (Prot. I S. 

12 f.). Der Beschuldigte schilderte ebenfalls, dass sie ein paar Minuten im Wald 

gewesen und nach ca. 100 Metern zu einem über den Weg gelegenen Baum-

stamm angelangt seien (Urk. D1/3/1 S. 5 f. F/A 31 und 35; Urk. D1/3/2 S. 3 

F/A 13). Im Berufungsverfahren wurde sodann geltend gemacht, dass die Hunde 

vor ihnen in den Wald gelangt seien und – gemäss Berechnungen der Verteidi-

gung – der Sichtverlust der Hunde bis zum Trennen der Hunde vom Fuchs insge-

-   13   - 

samt viereinhalb Minuten gedauert haben musste (Urk. 89 S. 5 f. und Prot. II S. 

8). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Geschehensablauf, wie er von der 

Zeugin K._____ geschildert wurde, – auch ausgehend von den vom Beschuldig-

ten geltend gemachten viereinhalb Minuten Sichtverlust der Hunde – zeitlich plau-

sibel wäre; die Zeugin schilderte, dass die Hunde den Fuchs ca. zwei bis drei Mi-

nuten gebissen hätten und es auch ca. zwei bis drei Minuten gedauert habe, bis 

der Beschuldigte beim Fuchs gewesen sei (vgl. Urk. D1/6 S. 3 F/A 10). 

Aus den zitierten Aussagen beider Beschuldigten lässt sich somit anklagegemäss 

erstellen, dass die Hundebesitzer ihre Hunde auf der I._____-weid nicht an der 

Leine geführt und diese das letzte Mal auf der Wiese spielend und herumrennend 

wahrgenommen haben. Ausserdem geht aus den Aussagen der Hundebesitzer 

klar hervor, dass sie ihre – von ihnen versicherte übliche – Aufmerksamkeit gar 

nicht auf ihre jungen, spielenden Hunde gerichtet haben. Vielmehr haben sie ih-

ren Spaziergang in den Wald "Q._____" fortgesetzt und entsprechend der Ankla-

geschrift ihre Hunde für mehrere Minuten – unbestritten für sicherlich viereinhalb 

Minuten (vgl. Urk. 89 S. 6) – aus den Augen verloren, sie jedoch vor sich im Wald 

vermutet. Ausserdem ist erstellt, dass sie ihre Hunde auch nicht mehr abrufen 

konnten. 

3.6. Ferner ist aufgrund übereinstimmender Aussagen der Beschuldigten und 

der Zeugen sowie der im Recht liegenden Fotografien unbestritten und es gilt als 

erwiesen, dass der Beschuldigte – nachdem er aus dem Wald gerannt bei der 

(vorderen) I._____-weid angelangt ist – die Hunde vom am Boden liegenden 

Fuchs trennen musste, wobei der Fuchs nach dem Vorfall noch lebte und he-

chelnd und ohne zu fliehen über längere Zeit am Boden lag, bis er vom Jagdauf-

seher erschossen wurde (vgl. insb. Urk. D1/2 S. 3 f., Foto 3 und 5; Urk. D1/3/1 S. 

5 F/A 31 und 33; Urk. D/1/4/1 S. 2 F/A 10; Urk. D1/5 S. 3 F/A 9; Urk. D1/6 S. 3 f. 

F/A 10).  

3.7. Was hingegen den eingeklagten Angriff der beiden Hunde angeht, welcher 

bloss durch die Zeugin K._____ beobachtet worden sei (vgl. hierzu nachfolgende 

Erwägungen), so bestritt der Beschuldigte vehement, dass die Hunde den Fuchs 

gewittert und sodann mehrfach von beiden Seiten aggressiv gebissen und geris-

-   14   - 

sen hätten. Vielmehr habe der Beschuldigte, bevor er die Hunde getrennt habe, 

gesehen, wie die Hunde am Bauch des Fuchses "Spielbisse" gemacht hätten, wie 

es die Hunde auch untereinander oder der Hund mit ihm machen würden. Die 

Hunde hätten weder Tötungs- noch Verletzungsabsicht gehabt (Urk. D1/3/2 S. 3 

F/A 13, vgl. auch Urk. D1/3/2 S. 11 F/A 50; Prot. I S. 25 und 29). Zum Zustand 

des Fuchses führte der Beschuldigte aus, dass dieser hechelnd am Boden gele-

gen sei und – entgegen den Aussagen der Zeugen K._____ und J._____ – kei-

nerlei Verletzungen oder Bisswunden zu sehen gewesen seien (Urk. D1/3/1 S. 5 

F/A 31 und 33; Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 13). Nach seiner Wahrnehmung habe sich 

der Fuchs in einem Schockzustand befunden. Ausserdem befand der Beschuldig-

te, dass sich der Fuchs unnatürlich verhalten habe, weshalb von einer Vorerkran-

kung auszugehen sei (Urk. D1/3/2 S. 4 F/A 13; Urk. D1/3/3 S. 3 F/A 3; Prot. I 

S. 26; Urk. 89 S. 8). Die Beschuldigte F._____ teilte die Ansicht des Beschuldig-

ten, dass sich der Fuchs im Schockzustand befunden haben müsse (vgl. Prot. I 

S. 13 f.) und gab ebenfalls an, dass der Fuchs noch gelebt, sie keine Bisswunden 

gesehen und der Wildhüter den Fuchs schnell erschossen habe (Urk. 4/1 S. 2 

F/A 10; Urk. 4/2 S. 3 F/A 7; Urk. 4/3 S. 2 F/A 3). 

3.8. Hinsichtlich des eingeklagten Angriffs der beiden Hunde auf einen Jung-

fuchs basiert die Anklage zunächst auf den Aussagen der Zeugin K._____, die als 

Einzige den Vorfall und das Verhalten der Hunde bis zum Eintreffen des Beschul-

digten beobachtet hat. Mit der Vorinstanz (Urk. 63 S. 24) ist festzuhalten, dass die 

Zeugin K._____ anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

20. Mai 2021 (Urk. D1/6 S. 2 ff. F/A 10 ff.) sehr ausführlich und detailliert und in 

sich stimmig aussagte. So schilderte sie nachvollziehbar, wie sie mit ihrem Mann 

aus dem Wald gekommen sei, zunächst noch gedacht habe, dass Hunde auf dem 

Feld miteinander spielen würden und dann relativ schnell begriffen habe, dass die 

Hunde auf einen jungen Fuchs losgehen würden (Urk. D1/6 S. 2 f. F/A 10). Sie sei 

aus einer anfänglichen Entfernung von 300 Meter zu den Hunden und dem Fuchs 

gerannt und habe dabei Fotos vom Angriff gemacht, ihr Mann hingegen habe ei-

nen Ast gesucht, um die Tiere trennen zu können und sei erst zurückgekommen, 

als es schon zu spät gewesen sei (Urk. D1/6 S. 3 F/A 10, S. 4 f. F/A 14 ff. und S. 

6 F/A 32). Zum Angriff schilderte sie der Anklage entsprechend, dass die Hunde 

-   15   - 

parallel auf den Fuchs zugelaufen seien, der Fuchs fauchend – zumindest teilwei-

se rückwärts (vgl. Urk. D1/6 S. 9 F/A 55) – weggelaufen sei und die Tiere sich 

über ca. 130 bis 150 Meter fortbewegt hätten. Weiter führte die Zeugin konstant 

aus, dass die Hunde in gebückter Haltung auf den Fuchs losgegangen seien, zu-

erst noch geschnappt, dann aber aggressiv und mit den Zähnen voll zugebissen 

und sie – die Zeugin K._____ – keine Sekunde angeschaut hätten, obwohl sie 

geschrien und gepfiffen habe (vgl. Urk. D1/6 S. 3 F/A 10, S. 4 f. F/A 14 ff. und S. 9 

F/A 51 ff.). Dass es nur ein Spielen der Hunde gewesen sei – wie es die Hunde-

besitzer annehmen –, schloss die Zeugin vehement aus; sie könne das Spielen 

und Beissen gut unterscheiden, da sie auf einem Bauernhof mit Hunden aufge-

wachsen sei. Sie habe es aus eineinhalb bis zwei Metern Entfernung als ein ag-

gressives Zu- respektive Reinbeissen wahrgenommen (Urk. D1/6 S. 6 F/A 30). 

Sie habe ziemliche Bisswunden und – so glaube sie – auch Blut am Fuchs gese-

hen, wobei sie jedoch nicht näher zum Fuchs gegangen sei, da es ihr so weh ge-

tan habe (Urk. D1/6 S. 10 F/A 57).  

3.9. Mit der Vorinstanz (Urk. 63 S. 24 f.) und entgegen der Ansicht der Vertei-

digung, welche die Darstellung der Zeugin als "sehr narrativ", "reisserisch" und als 

"massiv überzeichnet" bezeichnete (Prot. I S. 39 f. und Urk. 89 S. 4), ist festzu-

halten, dass die Schilderungen der Zeugin K._____ in sich stimmig und frei von 

Übertreibungen sind und insgesamt sehr glaubhaft erscheinen. Vielmehr legte die 

Zeugin auch Erinnerungslücken offen und sagte aus, dass sie aufgrund des 

Schocks nicht mehr wisse, welcher Hund zuerst geschnappt oder gebissen habe 

und wo der Fuchs am Körper genau gebissen worden sei (Urk. D1/6 S. 5 F/A 19 

und 24 und S. 10 F/A 59). Ihr Schreien und lautes Pfeifen, als erfolgloser Ver-

such, die Tiere auseinander zu halten, wurde ebenfalls von den beiden Beschul-

digten wahrgenommen (vgl. die Aussagen der Beschuldigten Urk. D1/3/1 S. 5 

F/A 31; Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 13; Urk. D1/4/1 S. 2 F/A 10; Urk. D1/4/2 S. 2 F/A 7; 

Prot. I S. 12), was die Darstellungen der Zeugin und ihren Schock über den ag-

gressiven Angriff der Hunde auf den Fuchs umso glaubhafter erscheinen lassen. 

Ausserdem ist auch auf den von ihr während des Vorfalles beim Heranrennen 

aufgenommenen Fotografien (Urk. D1/2 S. 2, Foto 1 und 2) ersichtlich, wie die 

Hunde je in gebückter Haltung mit der Schnauze voran den am Boden liegenden 

-   16   - 

Fuchs – wie von der Zeugin K._____ beschrieben – von beiden Seiten angehen. 

Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugin K._____ spricht ferner die Tat-

sache, dass sogar der Beschuldigte bestätigte, gesehen zu haben, wie beide 

Hunde am Bauch des Fuchses (Spiel-) Bisse gemacht hätten (Urk. D1/3/2 S. 3 

F/A 13). 

3.10. Die Beschreibungen des Jagdaufsehers und Zeugen J._____ fügen sich 

ebenfalls stimmig in die Darstellung der Zeugin K._____ ein: Der Zeuge J._____, 

der zufällig ebenfalls vor Ort war, berichtete davon, dass er beobachtet habe, wie 

der Beschuldigte aus dem Wald quer über die Wiese gerannt sei und seinen 

Hund vom Fuchs weggenommen habe. Er habe vernommen, wie die Zeugen des 

Vorfalls gesagt hätten, es müsse sofort ein Wildhüter kommen, weil ein Fuchs 

zerrupft werde, worauf er sich als Solchen zu erkennen gegeben habe (Urk. D1/5 

S. 3 F/A 9). Die Zeugin K._____ sei in Tränen aufgelöst gewesen und habe ge-

sagt, dass sie noch nie im Leben so etwas habe mitansehen müssen (Urk. D1/5 

S. 7 F/A 24). Zum Zustand des Fuchses bestätigte der Zeuge J._____ die Wahr-

nehmung der Zeugin K._____, die den Fuchs als halb tot beschrieb (Urk. D1/6 S. 

3 F/A 10). Der Fuchs habe nur noch schwach geatmet und es sei nur noch eine 

Frage der Zeit gewesen, bis der Fuchs selber sterbe. Da der Fuchs nicht mehr zu 

retten gewesen sei, habe er ihn erschiessen müssen (Urk. D1/5 S. 4 F/A 15). 

Weiter versicherte der Zeuge J._____, dass er den Fuchs zwar nur "oberflächlich" 

(gemeint: von aussen, im Gegensatz zu einem "Aufbrechen" des toten Tieres im 

Sinne einer Obduktion), aber genau angeschaut und Bissverletzungen an der 

Schnauze und dem Hals festgestellt habe. Ausserdem sei ein Wildtier, das bei 

umstehenden Personen und Hunden nicht flüchte, in einem sehr schweren Zu-

stand (Urk. D1/5 S. 4 f. F/A 16 ff.). Dass sich der Fuchs, wie von den beiden Be-

schuldigten ausgeführt, in einer Schockstarre befunden haben könnte, könne er 

aufgrund seiner zehnjährigen Erfahrung als Jäger und dreijährigen Erfahrung als 

Wildhüter völlig ausschliessen (Urk. D1/5 S. 5 F/A 20).  

3.11. Die Schilderungen des Zeugen J._____ sind ebenfalls schlüssig und 

lassen sich mit der glaubhaften Sachverhaltsdarstellung der Zeugin K._____ in 

Einklang bringen. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 53 S. 7) liegen 

-   17   - 

keine Anzeichen vor, welche ernsthafte Zweifel an der professionellen Einschät-

zung des Zeugen J._____ über den Gesundheitszustand des verletzten Fuchses 

hervorrufen würden, zumal auch die übrigen Beteiligten beschrieben haben, wie 

der Fuchs nach dem Vorfall gehechelt respektive schwach geatmet hat und über 

längere Zeit am Boden liegen blieb. Ausserdem ist – entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (Urk. 53 S. 7 und Prot. I S. 40) – der Umstand, dass es zu keiner 

Obduktion des Tierkadavers kam, kein Indiz dafür, dass J._____ das Tier 

unsorgfältig untersucht hat, sondern spricht viel eher dafür, dass eine Obduktion 

zur Abklärung der Verletzungsursache gar nicht mehr nötig und die Diagnose für 

den Jagdaufseher klar war. Der Verteidigung ist jedoch insoweit zu folgen, als 

dass auf der im Recht liegenden Aufnahme des Fuchses (Urk. D1/2 S. 4, Foto 5) 

weder Bisswunden noch Blut direkt ersichtlich sind. Der Umstand, dass keine 

Nahaufnahmen der Verletzungen an der Schnauze und am Hals des Fuchses 

vorliegen, bedeutet hingegen auch nicht, dass es nicht zu den von den Zeugen 

glaubhaft beschriebenen Bissen gekommen ist. Das im Recht liegende Foto des 

Fuchses entspricht schliesslich der Umschreibung der Zeugen K._____ und 

J._____ eines quasi regungslosen, halb toten und leidenden Tieres. Es ist davon 

auszugehen, dass der Zeuge J._____ aufgrund seiner mehrjährigen Erfahrung als 

Jäger und Jagdaufseher seiner Amtspflicht entsprechend gehandelt, mithin den 

Gesundheitszustand des Fuchses richtig eingeschätzt und sodann das verletzte 

und leidende Tier erlöst hat. 

3.12. Im Übrigen ist – dem Zeugen J._____ folgend – das eingeklagte Verhalten 

der Hunde auch gar nicht derart abwegig und unerwartet, wie es die Hundebesit-

zer schildern. So handelte es sich bei "C._____" (geb. tt. August 2019; vgl. 

Urk. D1/3/2 S. 4 F/A 14) – wie auch bei "O._____" (geb. im Sommer 2019; vgl. 

Urk. D1/4/2 S. 3 F/A 12) – zum Tatzeitpunkt um einen jungen Hund im Alter von 

ungefähr eineinhalb Jahren mit einem ausgeprägten Spieltrieb (so auch die Ver-

teidigung, Urk. 89 S. 4). Obwohl der Beschuldigte in der Untersuchung wie auch 

vor der Vorinstanz jeweils zu betonen bemüht war, wie er bei seinen täglichen 

mehrstündigen Spaziergängen seine Aufmerksamkeit vollkommen auf seinen 

Hund richte, geht aus den Aussagen des Beschuldigten auch klar hervor, dass er 

seinem jungen Hund, der als japanischer Jagdhund (unbestritten) über einen 

-   18   - 

ausgeprägten Jagdinstinkt verfügt, beim Spazieren zu viel Freiraum und Freihei-

ten gegeben hat (vgl. Urk. 88 S. 6 f. und 9), obwohl er seinen Hund nicht immer 

abrufen konnte. Anlässlich der ersten Einvernahme des Beschuldigten vom 

3. Februar 2021 gab er zu Protokoll, dass er seinen Hund praktisch nie an die 

Leine nehme und der Meinung sei, dass es dem Wesen der Hunde nicht gerecht 

sei (Urk. D1/3/1 S. 4 F/A 21, S. 6 F/A 42). Er bestätigte, dass es auch schon vor-

gekommen sei, dass sein Hund mehrere Minuten im Wald verschwunden sei 

(Urk. D1/3/1 S. 6 F/A 36). Überdies bestätigte der Beschuldigte, am 

16. Dezember 2020 (Anklagevorwurf gemäss Dossier 3) bereits durch den Jagd-

aufseher und Zeugen J._____ verwarnt worden zu sein, nachdem dieser seinen 

Hund beim Jagen von Rehen gesehen habe (Urk. D1/3/1 S. 3 F/A 15). Konfron-

tiert mit dem Vorwurf des Vorfalls vom 16. Dezember 2020 räumte der Beschul-

digte ein, dass er seinen Hund im Wald rennen lasse und ihm die Freiheiten zum 

Stöbern, zum Nachrennen von Eichhörnchen gebe. Der Hund renne manchmal 

den Rehen und auch Eichhörnchen nach (Urk. D1/3/1 S. 3 f. F/A 16 und 25). Ge-

mäss Aussagen des Beschuldigten blieb sein Hund jedoch bisher erfolglos, wobei 

der Beschuldigte weiter einräumte, dass es zu Situationen gekommen sei, dass er 

seinen Hund zu spät zurückgerufen habe, was nicht mehr passieren dürfe (vgl. 

Urk. D1/3/1 S. 6 F/A 41). Im Rahmen der Untersuchung revidierte der Beschuldig-

te seine Aussagen und präzisierte, dass er seinen Hund von April bis Juli im Wald 

an der Leine führe, wie er auch müsse, ansonsten er seinen Hund meistens nicht 

anleine, da er gut auf ihn höre (Urk. D1/3/2 S. 8 F/A 29), wobei er gleichzeitig ein-

räumte, dass er seinen Hund nicht jederzeit abrufen könne und sein Hund einen 

GPS-Tracker am Halsband zur Sicherheit trage, damit er ihn wiederfinde (vgl. 

Urk. D1/3/2 S. 9 f. F/A 32 ff.). Vor der Vorinstanz betonte der Beschuldigte jedoch, 

dass sein Hund noch nie ein Wild angegriffen habe (Prot. I S. 28). 

Aus den Aussagen des Beschuldigten ist einerseits eindeutig zu entnehmen, dass 

er seinen jungen Hund, der damals weder die obligatorischen Welpen- noch voll-

ständig die Junghundekurse besucht hat (Urk. D1/3/1 S. 2 F/A 9 f.; Urk. D1/3/2 

S. 6 f. F/A 20), bereits mehrfach ausser Blickfeld im Wald rennen liess, im Wissen 

darum, dass dieser Wildtieren nachjagt. Andererseits wird aus dem Aussagever-

halten des Beschuldigten klar ersichtlich, dass dieser bemüht war, sich trotz sei-

-   19   - 

ner liberalen Hundehaltung als Hundehalter in einem guten Licht darzustellen und 

das ausgeprägte Jagdverhalten seines jungen Hundes zu verharmlosen. Vor die-

sem Hintergrund und angesichts der glaubhaften Aussagen der Zeugin K._____ 

sind die Erklärungsversuche des Beschuldigten, dass es sich bei den Bissen der 

Hunde höchstens um "Spielbisse" gehandelt und der Fuchs sich bloss in einem 

Schockzustand befunden haben müsste, als blosse Schutzbehauptungen eines 

bezüglich des Gefährdungspotentials seines Hundes ungläubigen Hundebesitzers 

zu werten. Die Erklärung des Beschuldigten, dass sich der Fuchs nicht bewegt 

habe, weil er sich in einer Schockstarre befunden habe, wird durch die nachvoll-

ziehbare Einschätzung des Gesundheitszustandes des Fuchses durch den Jagd-

aufseher widerlegt und passt auch nicht zu den bei den Akten liegenden Fotogra-

fien des Fuchses (insb. Urk. D1/2 S. 3 f., Foto 3 und 5). Was die angebliche 

Wahrnehmung des Beschuldigten von "Spielbissen" anbelangt, so ist dies eben-

falls angesichts der glaubhaften Schilderungen der Zeugin K._____, welche – im 

Gegensatz zu den übrigen Befragten – die Bisse der Hunde aus nächster Nähe 

mitverfolgt hat, auszuschliessen. 

Den Vorbringen des Beschuldigten ist jedoch insofern beizupflichten, als dass der 

vor dem Angriff der Hunde vorbestehende Zustand des Fuchses nicht beurteilt 

werden konnte. Immerhin konnte der Zeuge J._____ dazu zu Protokoll geben, 

dass er äusserlich keine anderen Krankheitszeichen beim Fuchs gesehen habe 

(Urk. D1/5 S. 5 F/A 21). Es ist jedoch – zugunsten des Beschuldigten – nicht aus-

zuschliessen, dass das Tier womöglich geschwächt war, was den Angriff der 

Hunde auf den Jungfuchs erleichtert haben könnte. Im Übrigen kann – im Ein-

klang mit der Vorinstanz – ein Wittern des Fuchses im Wald nicht erstellt werden, 

da dies auch nicht durch die Zeugin K._____ beobachtet wurde.  

3.13. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist zusammenfassend festzuhalten, 

dass die detailreichen Aussagen der Zeugin K._____ zum Angriff der beiden 

Hunde auf den Jungfuchs insgesamt sehr glaubhaft und der von ihr geschilderten 

Sachverhalt als real erlebt erscheinen, zumal ihre Sachverhaltsschilderung auch 

durch die im Recht liegenden Fotografien und die ebenso glaubhaften Schilde-

rungen des Zeugen J._____ gestützt wird. Entgegen der Vorinstanz, die aufgrund 

-   20   - 

fehlender Dokumentation der Bisswunden des Fuchses in dubio pro reo offenge-

lassen hat, dass die Hunde dem Fuchs mehr als blosse Spielbisse zugefügt ha-

ben (vgl. Urk. 63 S. 27), sind aufgrund der glaubhaften Aussagen der Zeugin 

K._____ zum Vorfall sowie der mit der Zeugin übereinstimmenden Einschätzung 

der Bissverletzungen und des Gesundheitszustandes des Fuchses durch den 

Jagdaufseher und Zeugen J._____ die aggressiven Bisse der Hunde gemäss An-

klagesachverhalt als erstellt zu betrachten. Insgesamt kann der in der Anklage-

schrift beschriebene Vorwurf des Angriffes der beiden ungenügend beaufsichtig-

ten Hunde auf den Fuchs vom 2. Februar 2021 – mit Ausnahme des Witterns im 

Wald – erstellt werden. 

Der innere Sachverhalt, ob der Beschuldigte als Hundehalter um die Möglichkeit 

eines Angriffes seines Hundes wusste respektive eine solche in Kauf nahm oder 

pflichtwidrig unvorsichtig gewesen ist, wird im Zusammenhang mit der Beurteilung 

des subjektiven Tatbestandes im Rahmen der nachfolgenden rechtlichen Würdi-

gung zu beurteilen sein. 

3.14. Anzumerken bleibt, dass eine zur Vorinstanz abweichende Sachverhalts-

erstellung mit dem Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO) ver-

einbar ist, zumal das vorinstanzliche Dispositiv, nicht die Urteilserwägungen mas-

sgebend ist. Aufgrund des Verschlechterungsverbotes ist dem Berufungsgericht 

jedoch eine Verschärfung der Sanktion sowie auch eine Qualifikationsverschär-

fung im Schuldpunkt verwehrt (vgl. hierzu LIEBER in: Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 391 N 10; BGE 139 IV 282 

E. 2.5 und 2.6; BGE 141 IV 132 E. 2.7.3; m.w.H.). 

4. Beweiswürdigung betreffend den Anklagesachverhalt gemäss Dossier 3 

4.1. Hinsichtlich des Vorfalls vom 16. Dezember 2020 stützt sich die Anklage 

auf die Aussagen des Zeugen J._____ (Urk. D1/5 insb. S. 5 ff. F/A 22 f.) sowie 

diejenigen des Beschuldigten (Urk. D1/3/1 S. 3 f. F/A 15 ff.; Urk. D1/3/2 S. 10 f. 

F/A 42 ff. i.V.m. F/A 47 ff.; Prot. I S. 33 f.; Urk. 88 S. 9) sowie auf die im Recht 

liegende Nachricht des Beschuldigten an den Zeugen J._____ vom 

-   21   - 

16. Dezember 2020 (Urk. D1/8/3) und die gleichentags aufgenommene Foto-

grafie des Hundes "C._____" des Beschuldigten (Urk. D1/8/4). 

4.2. Die Vorinstanz hat die Sachverhaltsschilderungen des Beschuldigten 

und des Zeugen J._____ zum Anklagevorwurf gemäss Dossier 3 zutreffend 

zusammengefasst und die objektiven Beweismittel richtig umschrieben, worauf 

verwiesen wird (Urk. 63 S. 31-33; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.3. Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen des Zeugen J._____ und des 

Beschuldigten sowie der bei den Akten liegenden Nachricht und Fotografie ist er-

wiesen, dass der Zeuge J._____ den Beschuldigten am 16. Dezember 2020, ca. 

um 11:15 Uhr, im Wald in H._____ anhielt und ihm mitteilte, den Hund des 

Beschuldigten zuvor beim Jagen von Rehen gesehen zu haben. Der Zeuge 

J._____ hat sich sodann als Jagdaufseher ausgewiesen, den Hund "C._____" fo-

tografiert und den Beschuldigten mündlich verwarnt, worauf der Beschuldigte dem 

Jagdaufseher um 11:28 Uhr seine Personalien zusandte (vgl. die Aussagen des 

Beschuldigten und Zeugen J._____ in Urk. D1/3/1 S. 3 F/A 15; Urk. D1/3/2 

S. 10 f. F/A 42 ff. i.V.m. F/A 47; Prot. I S. 33; Urk. D1/5 S. 5 f. F/A 22; sowie 

die Fotografien Urk. D1/8/3-4). 

4.4. Der Beschuldigte bestritt den Vorfall mit Nichtwissen, zumal er gemäss 

eigenen Aussagen das eingeklagte Jagen eines Rehes und dessen Rehkitzes 

durch seinen Hund nicht gesehen habe. Wie bereits geschildert (siehe hierzu 

voranstehende Ausführungen gemäss Ziffer II.3.12.), geht aus den Aussagen des 

Beschuldigten, insbesondere anlässlich seiner ersten Einvernahme auf Konfron-

tation mit dem Vorwurf des Vorfalles vom 16. Dezember 2020 hervor, dass der 

Beschuldigte seinen jungen Hund im Wald des Öfteren nicht an die Leine nahm 

und ihm Freiheiten gab. Der Beschuldigte bestätigte in seiner ersten Einvernahme 

im Besonderen, dass sein Hund manchmal Rehen oder auch Eichhörnchen nach-

renne und über einen Jagdinstinkt verfüge, weshalb er damals dem Jagdaufseher 

geglaubt habe (Urk. D1/3/1 S. 3 f. F/A 15-25). Vor der Vorinstanz negierte der 

Beschuldigte sodann, gegenüber dem Jagdaufseher und Zeugen J._____ gesagt 

zu haben, dass sein Hund öfters abginge. Er habe einzig gesagt, dass sein Hund 

sehr aktiv sei und sich in der "Sturm und Drang"-Phase befinde. Der Beschuldigte 

-   22   - 

räumte aber ein, dass, obwohl er seinen Hund normalerweise auf Sichtdistanz 

habe, es vorkomme, dass "man den Hund nicht sehe", weil es ein natürliches Tier 

sei und das Umfeld sich ändern könne (vgl. Prot. I S. 33 f.). Letztlich räumte der 

Beschuldigte an der Berufungsverhandlung selber ein, dass er seinem Hund im 

Alter von ein bis eineinhalb zu viel Freiheiten gegeben und am Anfang Fehler in 

der Erziehung gemacht habe (Urk. 88 S. 6 f. und 9). 

4.5. Mit der Vorinstanz (Urk. 63 S. 33) kann festgehalten werden, dass die 

Aussagen des Zeugen J._____ zum Vorfall vom 16. Dezember 2020 detailliert 

sind. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte, an der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Zeugen J._____ zu zweifeln, zumal auch der Beschuldigte die 

Verwirklichung des vom Zeugen geschilderten Sachverhalt für möglich hielt 

und zugab, seinen Hund im Wald bereits aus den Augen verloren zu haben. 

Mithin lässt sich der objektive Sachverhalt rechtsgenügend erstellen. Auf den in-

neren Sachverhalt gilt es im Rahmen der nachfolgenden rechtlichen Würdigung 

einzugehen. 

5. Fazit 

Nach Würdigung der vorhandenen Beweismittel lassen sich beide Anklagesach-

verhalte (Dossier 1 und 3) gemäss obiger Erwägungen in objektiver Hinsicht er-

stellen.  

Aus dem vom Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichten 

Bericht vom 3. Dezember 2023 einer vom Veterinäramt akkreditierten Gutachte-

rin, Frau R._____, geht ebenfalls hervor, dass der Beschuldigte – wie auch ge-

mäss seiner eigenen Einschätzung anlässlich der Berufungsverhandlung – sei-

nem Hund "C._____" entsprechend seinem Credo, dass Hunde eigentlich nicht 

angeleint werden sollten, viel zu früh zu viel Freiheit gelassen hat, bevor er den 

Hund richtig lesen konnte und der Hund über genügend Selbstbeherrschung ver-

fügte (vgl. die "Diagnose" in Urk. 90/2 S. 11 Frage 32). Diese "Diagnose" der Gut-

achterin deckt sich auch mit den erstellten Anklagesachverhalten gemäss Dossier 

1 und 3.  

-   23   - 

Es bleibt indes zu erwähnen, dass gemäss gutachterlichem Bericht der inzwi-

schen ausgewachsene Hund mittlerweile über eine bessere Selbstbeherrschung 

verfügt und bei erhöhter Erregung in Anwesenheit von Reizen wie Katzen- und 

Wildgeruch für den Beschuldigten ansprech- und lenkbar bleibt. Weiter geht aus 

dem Bericht hervor, dass der Beschuldigte die ersten Anzeichen von jagdlichem 

Interesse seines Hundes gut lesen kann und ihm die verantwortungsvolle Ein-

schätzung des Geländes bezüglich Wild- und Katzenvorkommen zugesprochen 

wurde (Urk. 90/2 S. 12 f.).  

III. Rechtliche Würdigung 

1. Tierquälerei 

1.1. Der Tierquälerei i.S.v. Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG macht sich strafbar, wer 

ein Tier misshandelt, vernachlässigt oder dessen Würde in anderer Weise 

missachtet. Bei der Tatbestandsvariante der Misshandlung handelt es sich um ein 

Verletzungs- und Erfolgsdelikt, d.h. es müssen durch die Tathandlung bei einem 

Tier Belastungen wie Schmerzen, Leiden, Schäden oder Ängste verursacht wer-

den. Die Bestimmung steht somit in engem Zusammenhang mit dem allgemeinen 

Grundsatz von Art. 4 Abs. 2 TSchG, der das ungerechtfertigte Zufügen entspre-

chender Belastungen untersagt. Durch die Belastungen muss das Wohlergehen 

des betroffenen Tieres erheblich eingeschränkt werden, wobei ein schlichtes 

Unbehagen nicht ausreicht (BOLLIGER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, Schweizer 

Tierschutzstrafrecht in Theorie und Praxis, SZTIR Band/Nr. 1, 2. Aufl. 2019, 

S. 120 f.; KÜNZLI, Stellung des Tieres im Strafrecht, im Strafprozessrecht und in 

der Kriminologie, SZTIR Band/Nr. 20, 1. Aufl. 2021, S. 40 f.). In der Literatur und 

Rechtsprechung wird das Vorliegen einer Misshandlung in der Regel nur dann be-

jaht, wenn die Zufügung der Belastungen in "unnötiger" bzw. "ungerechtfertigter 

Weise" erfolgt, mithin im Rahmen einer Verhältnismässigkeitsprüfung nicht durch 

überwiegende Interessen gerechtfertigt werden kann (vgl. BOLLI-

GER/RICHNER/RÜTTIMANN/ STOHNER, a.a.O., S. 122). 

Ein tatbestandsmässiges Verhalten muss jedoch nicht zwingend in einer aktiven 

Handlung vorliegen, sondern ist auch durch Unterlassung möglich, sofern der Tä-

-   24   - 

ter gemäss Art. 11 StGB eine Garantenstellung innehat und gestützt auf diese 

verpflichtet ist, die Gefährdung oder Verletzung des betroffenen Rechtsguts zu 

verhindern. Die Garantenstellung des Täters kann sich bei unechten Unterlas-

sungsdelikten gestützt auf das Gesetz, einen Vertrag, eine freiwillig eingegangene 

Gefahrengemeinschaft oder durch die Schaffung einer Gefahr (Ingerenz) ergeben 

(vgl. Art. 11 Abs. 2 StGB). Dem Tierhalter obliegt die Garantenpflicht gestützt auf 

die ihm durch Art. 6 Abs. 1 TSchG für das Tier übertragene Sorgfaltspflicht und 

Verantwortung zur angemessenen Pflege, einschliesslich angemessener medizi-

nischer Versorgung, Ernährung und Gewährung der notwendigen Beschäftigung, 

Bewegung und Unterkunft (vgl. BOLLIGER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, a.a.O., 

S. 123 f.; KÜNZLI, a.a.O., S. 40 f. und FN 130 m.w.H.). Die Tierschutzverordnung 

(TSchV), welche u.a. den Umgang und die Haltung von Haustieren regelt (vgl. 

Art. 1 TSchV und Art. 31 ff. TSchV), konkretisiert die Verantwortung der Hunde-

halter sowie -ausbildner in Art. 77 TSchV, wonach sie Vorkehrungen zu treffen 

haben, damit der Hund Menschen und Tiere nicht gefährdet. 

1.2. Entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 53 S. 10) ist gemäss Leh-

re und Rechtsprechung auf ähnliche Fälle der ungenügenden Beaufsichtigung 

von Hunden i.S.v. Art. 77 TSchV, bei welchen mangelhaft beaufsichtigte Hunde 

andere Tiere angreifen, als anwendbare Strafnorm der Tatbestand der Tierquäle-

rei i.S.v. Art. 26 TSchG oder der Tatbestand der Übrigen Widerhandlungen ge-

mäss Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG anzuwenden (vgl. hierzu Fälle zu Art. 26 TSchG 

i.V.m. Art. 77 TSchG: TIR-Datenbank ZH21/013: Der im Garten unbeaufsichtigte 

Hund überwindet die beschädigte Umfriedung des Gartens und verletzt vier Scha-

fe auf einer Weide mit Bisswunden dermassen stark, dass diese notgeschlachtet 

werden müssen [fahrlässige Begehung i.S.v. Art. 26 Abs. 2 TSchG]; TIR-

Datenbank SG09/099: Der ungenügend beaufsichtigte Hund beisst einen anderen 

Hund derart, dass das Tier in der Folge euthanasiert werden muss [fahrlässige 

Begehung i.S.v. Art. 26 Abs. 2 TSchG]; sowie Fälle zu Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG 

i.V.m. Art. 77 TSchV: TIR-Datenbank BS22/022: Die Hundehalterin lässt ihren 

Hund unbeaufsichtigt frei herumlaufen [vorsätzliche Begehung]; TIR-Datenbank 

BL22/047: Der an der Leine geführte Hund konnte sich losreissen und auf der ge-

genüberliegenden Strassenseite einen Hund derart verletzen, dass dieser tierärzt-

-   25   - 

lich behandelt werden musste [fahrlässige Begehung i.S.v. Art. 28 Abs. 2 TSchG]; 

TIR-Datenbank ZH21/311: Beim Spazieren reisst sich ein Hund, als er einen an-

deren Hund sieht, von der Leine los und verletzt den anderen Hund am Auge 

[fahrlässige Begehung i.S.v. Art. 28 Abs. 2 TSchG]; vgl. KÜNZLI, a.a.O., S. 197 f. 

zur Beaufsichtigungspflicht i.S.v. Art. 77 TSchV).  

Die Abgrenzung der Tatbestände der Tierquälerei gemäss Art. 26 TSchG zu den 

Übrigen Widerhandlungen gemäss Art. 28 TSchG bereitet den Strafverfolgungs-

behörden und Gerichten erhebliche Schwierigkeiten. Sie qualifizieren Verstösse 

gegen das Tierschutzgesetz regelmässig fälschlicherweise als Übertretung und 

nicht als Vergehen, obwohl die Tatbestandsvoraussetzungen für eine Verurteilung 

nach Art. 26 TSchG erfüllt sind (vgl. hierzu KÜNZLI, a.a.O., S. 61 FN 311 und S. 85 

ff.). Bei der Anwendung sämtlicher Unterfälle von Art. 28 TSchG ist stets zu prü-

fen, ob die zu beurteilende Handlung nicht bereits die Voraussetzungen einer der 

Tatbestandsvarianten der Tierquälerei i.S.v. Art. 26 TSchG erfüllt. Ist dies der Fall, 

muss zwingend die Tatbestandsvariante von Art. 26 TSchG zur Anwendung ge-

langen, da es sich dabei um die qualifizierte Strafbestimmung handelt. Die Straf-

bestimmungen stehen somit in unechter Konkurrenz zueinander, wobei Art. 28 

TSchG mit seinen Tatbestandsvarianten eine Art Auffangtatbestand für weniger 

gravierende, das Wohlergehen der betroffenen Tiere aber dennoch in einer straf-

rechtlich relevanten Weise gefährdende, Handlungen darstellt (vgl. BOLLI-

GER/RICHNER/ RÜTTIMANN/STOHNER, a.a.O., S. 192; KÜNZLI, a.a.O., S. 63). 

1.3. Aufgrund des zuvor erstellten Anklagesachverhalts gemäss Dossier 1 erlitt 

der Fuchs durch den Angriff und die Bisse der Hunde der Beschuldigten Bissver-

letzungen an der Schnauze und am Hals und musste aufgrund seines Gesund-

heitszustandes nach den Bissen der Hunde durch einen Schuss des Jagdauf-

sehers erlöst werden. Durch den Angriff der Hunde erlitt der Fuchs unnötiger-

weise und ungerechtfertigt erhebliche Belastungen, namentlich Stress, Schmer-

zen und Leiden in der für die Misshandlung i.S.v. Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. 

Art. 4 Abs. 2 TSchG notwendigen Intensität. Entgegen der Ansicht der Verteidi-

gung (Urk. 53 S. 6 und Prot. I S. 39 f.) lassen sich die Schmerzen des Fuchses 

durch die aggressiven Bissen durchaus erstellen. Zum einen konnte mit dem 

-   26   - 

Jagdaufseher eine Fachperson vor Ort feststellen, dass der nach dem Angriff am 

Boden liegende und hechelnde Fuchs aufgrund der Bissverletzungen kurz vor 

dem Ableben stand. Zum anderen kann davon ausgegangen werden, dass Reize 

– wie die erstellten Bisse der Hunde –, die auch beim Menschen schwere 

Schmerzen und Leiden verursachen, bei Tieren ähnliche Empfindungen hervorru-

fen (vgl. hierzu auch  

BOLLIGER/ RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, a.a.O., S. 87). Der Angriff respektive die 

Misshandlung des Fuchses war einzig möglich, weil die Hundehalter es unterlas-

sen hatten, ihre Hunde entsprechend ihrer Verpflichtung zu beaufsichtigen. Der 

Beschuldigte, dem – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 89 S. 10) – als 

Halter eine Garantenstellung für seinen Hund zukommt, kam seiner Verpflichtung 

gemäss Art. 77 TSchV nicht nach und unterliess es, Vorkehrungen zu treffen, 

damit sein Hund "C._____" keine Tiere gefährdet. Insbesondere hat der Beschul-

digte es unterlassen, seinem nicht angeleinten Hund die volle Aufmerksamkeit zu 

schenken und ihn von einem Angriff auf einen Fuchs abzuhalten. Die Pflichtver-

letzung des Hundehalters war geeignet, ein Unterlassungsdelikt im Sinne der 

Tierschutzgesetzgebung zu begründen. Damit ist der objektive Tatbestand von 

Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 4 Abs. 2 TSchG und Art. 77 TSchV erfüllt. 

1.4. In subjektiver Hinsicht setzt Art. 26 Abs. 1 TSchG Vorsatz voraus, wobei 

Eventualvorsatz genügt. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen o-

der Vergehen vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Satz 1; di-

rekter Vorsatz). Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Satz 2; Eventualvorsatz). Eventualvorsatz im ge-

nannten Sinn ist somit gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die 

Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Er-

folg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm 

auch unerwünscht sein (BGE 133 IV 1 E. 4.1; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3, je m.H.; Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_802/2013 vom 27.1.2014 E. 2.3.2). Beim subjektiven 

Tatbestand handelt es sich um einen inneren Vorgang, auf den nur anhand einer 

Würdigung des äusseren Verhaltens des Täters sowie allenfalls weiterer Umstän-

de geschlossen werden kann. 

-   27   - 

1.5. Mit der Vorinstanz ist vorliegend von einer eventualvorsätzlicher Tatbege-

hung auszugehen (Urk. 63 S. 37). Entgegen der Verteidigung, welche vorbrachte, 

der Beschuldigte habe nicht damit gerechnet, dass sich sein Hund derart verhal-

ten und zudem an diesem Ort auf ein Wildtier stossen würde (Urk. 89 S. 11), geht 

aus den Aussagen des Beschuldigten geht hervor, dass der Beschuldigte (unbe-

stritten) vom ausgeprägten Jagdinstinkt seines Hundes "C._____" wusste, der 

ohnehin von Natur aus als Hund der japanischen Jagdrasse "Kishu" über einen 

äusserst starken Jagdtrieb verfügt. Mit der liberalen Hundehaltung des Beschul-

digten (vgl. die voranstehenden Erwägungen gemäss Ziffer II.3.12.) wurde der 

Jagdtrieb seines jungen, noch nicht ausgewachsenen Hundes mit freiem Lauf im 

Wald und in Waldnähe – wie vom Beschuldigten zugegeben – ausserdem gera-

dezu gefördert; so erklärte der Beschuldigte, dass er seinen Hund auch ausser 

Sichtweite minutenlang frei laufen lasse, ihn auf dem GPS-Tracker beobachte und 

ihn auch nicht immer abrufen könne und sein Hund auch in der Vergangenheit 

Rehen und Eichhörnchen nachgerannt sei (Urk. D1/3/1 S. 3 F/A 16-18, S. 4 F/A 

25 und S. 6 F/A 36-41). Ausserdem wurde der Beschuldigte im Zusammenhang 

mit dem Vorfall vom 16. Dezember 2020 (Dossier 3) durch den Jagdaufseher erst 

kurz zuvor aufgrund des Nachjagens seines Hundes von Rehen verwarnt. Somit 

kann nicht bloss von einer pflichtwidrigen Unvorsichtigkeit i.S.v. Art. 12 Abs. 3 

StGB gesprochen werden. Der Beschuldigte wusste um die Möglichkeit, dass sein 

Hund im Wald und in Waldnähe auf Wildtiere treffen kann und diesen nachjagt, 

ohne dass er als Hundehalter seinen Hund jederzeitig vom Nachjagen abhalten 

kann. Damit musste er wissen oder zumindest in Kauf nehmen, dass sein Hund 

bei entsprechendem Freiraum Wildtiere fangen und reissen kann. So gab der Be-

schuldigte gegenüber der Polizei sogar an, dass ihm bewusst sei, dass Wildtiere 

im Winter geschwächt und deshalb auch leichtere Beute seien (Urk. D1/3/1 S. 6 

F/A 42). Daran ändert auch nichts, dass sich der Beschuldigte schockiert zeigte, 

dass sein Hund etwas reissen könne (vgl. Urk. D1/3/1 S. 5 F/A 31) und der Hund 

bis zum Vorfall vom 2. Februar 2021 keinen Jagderfolg verzeichnen konnte, zu-

mal bereits das Hetzen eines Wildtiers, ohne Riss, selbstbelohnend wirkt und den 

Jagdinstinkt verstärkt. Der Beschuldigte hat um die Möglichkeit eines Angriffs auf 

ein Wildtier gewusst und diesen billigend in Kauf genommen. Die Aussage der 

-   28   - 

Zeugin K._____, dass der Beschuldigte beim Trennen der Hunde vom Fuchs ge-

sagt habe, dass dies Natur sei und passieren könne (Urk. D1/6 S. 7 F/A 36), be-

stätigt die billigende Haltung des Beschuldigten gegenüber dem Jagdverhalten 

seines Hundes vom 2. Februar 2021. Nach dem Gesagten ist auch der subjektive 

Tatbestand von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG erfüllt. 

2. Übertretung des Bundesgesetzes über Jagd und Vogelschutz respektive 

Jagdgesetzes 

2.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte die gleichzeitige Bestrafung des Be-

schuldigten aufgrund einer mehrfachen Übertretung des kantonalen Gesetzes 

über Jagd und Vogelschutz (JVG) i.S.v. § 56 Abs. 1 i.V.m. § 32 und § 32bis Abs. 1 

JVG sowie einer mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über Jagd und 

Vogelschutz (nachfolgend Jagdgesetz) i.S.v. Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG. Der Vo-

rinstanz ist darin beizupflichten, dass die kantonale Strafbestimmung gemäss 

§ 56 Abs. 1 JVG nicht zur Anwendung kommt, da die Strafbestimmung des Bun-

des i.S.v. Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG den Anwendungsbereich der kantonalen Be-

stimmung mitumfasst (vgl. Urk. 63 S. 37 f.; Art. 335 Abs. 1 StGB). 

2.2. Gemäss Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG wird mit Busse bis zu Fr. 20'000.– be-

straft, wer vorsätzlich und ohne Berechtigung Hunde wildern lässt. Das unter Stra-

fe gestellte "Wildern-Lassen-von-Hunden" bedeutet das illegale Jagenlassen ei-

nes Hundes von unter dem Jagdgesetz geschützten, wildlebenden Tieren. Wie 

die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat (Urk. 63 S. 38), ist gemäss bundesgericht-

licher Rechtsprechung unter Jagen eines Hundes im Sinne des Straftatbestandes 

jede Verfolgung von Jagdwild durch irgend einen Hund zu verstehen, unbeküm-

mert darum, ob der Hundehalter sein Tier aufs Wildern abgerichtet hat oder nicht, 

zumal das Wild in seiner Ruhe gegen streunende Hunde schlechthin geschützt 

werden soll. So ist belanglos, ob der Hund dies nach Art eines Jagdhundes und 

während längerer Dauer tut oder ob er in der Lage wäre, das gehetzte Wild zu er-

legen. Ausserdem setzt der Tatbestand des Jagenlassens von Hunden neben der 

jagdlichen Tätigkeit des Tieres eine schuldhafte Unterlassung des Hundebesitzers 

voraus, nämlich den Hund nicht am Ausleben seines Wildverfolgungstriebs ge-

-   29   - 

hindert zu haben (vgl. zum Ganzen BGE 102 IV 138 E. 4, zum altrechtlichen 

Art. 45 JVG). 

2.3. Aufgrund der zuvor erstellten Anklagesachverhalte gemäss Dossier 1 und 

3 ist das tatbestandsmässige Wildern des Hundes "C._____" am 16. Dezember 

2020 (Dossier 3; Nachjagen von Rehen im Wald) und am 2. Februar 2021 (Dos-

sier 1; Nachjagen und Beissen eines Jungfuchses auf einer Weise am Waldrand) 

sowie jeweils die schuldhafte Unterlassung des Beschuldigten als Hundehalter, 

seinen Hund am Ausleben seines Wildverfolgungstriebes zu hindern, erwiesen. 

Damit ist der objektive Tatbestand von Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG erfüllt. 

2.4. Zu Recht bringt die Verteidigung jedoch vor, dass eine kumulative Anwen-

dung der beiden Straftatbestände der Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz 

und der Wilderei nach dem Jagdgesetz weder in der Rechtsprechung noch in der 

Lehre zu finden sind (vgl. Urk. 89 S. 9). Zwischen den Straftatbeständen besteht 

unechte Konkurrenz, wobei das Hunde-wildern-Lassen i.S.v. Art. 18 Abs. 1 lit. d 

JSG als Vorstufe des tierischen Leidens vom Verstoss gegen das Tierschutzge-

setz konsumiert wird, zumal beide Normen tierschützerischen Zwecken dienen 

(vgl. hierzu ein Urteil des Bundesgerichts zu einer ähnlichen Frage der nötigen 

Nachsuche gemäss Art. 14 Abs. 2 JWG/BE in 6B_411/2016 vom 7. Juni 2016, E. 

1., 1.2. und 2.3). Demzufolge wird in Bezug auf Dossier 1 das Wildern der Hunde 

durch den Schuldspruch der vorsätzlichen Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. 

a i.V.m. Art. 4 Abs. 2 TSchG und Art. 77 TSchV abgegolten und konsumiert. 

2.5. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands kann auf die im Zusammenhang 

mit der rechtlichen Würdigung der Tierquälerei gemachten Erwägungen zum 

Eventualvorsatz des Beschuldigten verwiesen werden (vgl. voranstehend Ziffer 

III.1.5). Aus den Aussagen des Beschuldigten geht eindeutig hervor, dass er 

wusste, dass sein Hund "C._____" – auch bereits vor dem Vorfall vom 16. De-

zember 2020 – im Wald und in Waldnähe Wildtieren nachrennt. Ausserdem gab 

der Beschuldigte zu, dass er seinen Hund selten an die Leine nahm und ihn nicht 

vom Nachjagen von Wildtieren abhielt respektive abhalten konnte. Dadurch, dass 

der Beschuldigte seinen Hund am 16. Dezember 2020 (Dossier 3) für einige Zeit 

aus den Augen verlor, nahm er mindestens billigend in Kauf, dass sein Hund sei-

-   30   - 

nen ausgeprägten Jagdtrieb auslebt und Wildtieren nachrennt. Demnach ist auch 

der subjektive Tatbestand von Art. 18 Abs. 1 JSG erfüllt. 

3. Mehrfache Übertretung des Hundegesetzes des Kantons Zürich 

3.1. Die von der Vorinstanz zutreffend vorgenommene rechtliche Würdigung 

hinsichtlich der mehrfachen Übertretung des kantonalen Hundegesetzes (Urk. 63 

S. 41 f.) liess der Beschuldigte nicht mehr beanstanden (Urk. 89 S. 2 f.), weshalb 

der Schuldspruch der mehrfachen Übertretung des Hundegesetzes i.S.v. § 9 

Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c i.V.m. § 27 HuG hinsichtlich der Anklagesach-

verhalte gemäss Dossier 1 und 3 bereits in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. voran-

stehende Erwägungen in Ziffer I.2.2). 

3.2. Anzumerken bleibt, dass nach dem Hundegesetz Hunde so zu beaufsichti-

gen sind, dass sie weder Mensch noch Tier gefährden, belästigen oder in der 

bestimmungsgemässen und sicheren Nutzung des frei zugänglichen Raumes 

beeinträchtigen (§ 9 Abs. 1 lit. a HuG). In Wäldern und an Waldrändern sowie bei 

Dunkelheit im Freien sind Hunde in Sichtweite auf kurze Distanz zu halten (§ 9 

Abs. 2 HuG). Schliesslich ist es verboten, Hunde im frei zugänglichen Raum un-

beaufsichtigt laufen zu lassen (§ 9 Abs. 3 lit. c HuG).  

3.3. Gegen diese Verhaltensnormen hat der Beschuldigte, welcher seinen 

Hund am 16. Dezember 2020 (Dossier 3) und am 2. Februar 2021 (Dossier 1) 

beim Spaziergang im frei zugänglichen und bewaldeten Gebiet ausserhalb seiner 

Sichtweite frei laufen liess, verstossen. Der Beschuldigte wusste über den ausge-

prägten Jagdtrieb seines Hundes Bescheid und somit auch von der Möglichkeit, 

dass dieser unbeaufsichtigt Tiere bedrängen oder gefährden kann. Dennoch be-

aufsichtigte der Beschuldigte seinen Hund mangelhaft. Damit hat er wissentlich 

und willentlich und somit vorsätzlich gegen die Verhaltensnormen des kantonalen 

Hundegesetzes verstossen. 

4. Fazit 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte, da weder Rechtfertigungs- noch 

Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, zusätzlich hinsichtlich des Anklagesa-

-   31   - 

chverhalts gemäss Dossier 1 der (eventual-) vorsätzlichen Tierquälerei i.S.v. Art. 

26 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 4 Abs. 2 TSchG und Art. 77 TSchV sowie hin-

sichtlich des Anklagesachverhalts gemäss Dossier 3 der Übertretung des Jagd-

gesetzes i.S.v. Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG schuldig zu sprechen. 

IV. Sanktion 

1. Ausgangslage 

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestrafung mit einer bedingten Geldstrafe 

von 80 Tagessätzen zu Fr. 260.– sowie einer Busse von Fr. 3'000.– (Urk. 31 

S. 6). Die Vorinstanz erwog, dass der Beschuldigte wegen Tierquälerei mit einer 

Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 260.– und einer Verbindungsbusse von 

Fr. 4'000.– sowie wegen mehrfacher Übertretung des Jagdgesetzes mit einer 

Ordnungsbusse von Fr. 300.– und wegen mehrfacher Übertretung des kantonalen 

Hundegesetzes mit einer Übertretungsbusse von Fr. 700.– zu bestrafen sei. Das 

Verschulden des Beschuldigten hinsichtlich der Tierquälerei hat die Vorinstanz als 

nicht mehr leicht und hinsichtlich der mehrfachen Übertretung des Hundegesetzes 

als schwer bewertet (vgl. Urk. 63 S. 45-52). Die Vorinstanz verurteilte den Be-

schuldigten sodann zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 

Fr. 260.– sowie einer Gesamtbusse von Fr. 5'000.– (Urk. 63 S. 54). Nachdem 

vorliegend nur der Beschuldigte ein Rechtsmittel erhoben hat, stellt die vo-

rinstanzliche Sanktion aufgrund des Verschlechterungsverbotes gemäss Art. 391 

Abs. 2 StPO die Höchstgrenze dar. 

2. Allgemeine Strafzumessungsregeln und Strafrahmen 

2.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Strafzumessung zutreffend wieder-

gegeben (Urk. 63 S. 43 f.). Auf diese Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen 

werden. Hinsichtlich des Strafrahmens gilt es sodann mit der Vorinstanz festzu-

halten, dass vorliegend keine aussergewöhnlichen Umstände bestehen, welche 

es rechtfertigen würden, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen. 

2.2. Beim Strafrahmen der vorsätzlichen Tierquälerei ist von 3 Tagessätzen 

Geldstrafe bis Freiheitsstrafe von drei Jahren auszugehen (vgl. Art. 26 Abs. 1 

-   32   - 

TSchG). Aufgrund des Verschlechterungsverbotes kommt eine Freiheitsstrafe von 

vornherein nicht in Betracht. Entsprechend kann hier die Strafart bereits vorweg-

genommen werden und es erübrigen sich weitere Ausführungen diesbezüglich.  

Zur Übertretung des Jagdgesetzes hält die Vorinstanz zunächst zutreffend fest 

(Urk. 63 S. 45 und 50), dass die im Jagdgesetz aufgeführten Übertretungen mit 

Ordnungsbusse bestraft werden können (Art. 1 Abs. 1 lit. a Ziff. 15 OBG). Das 

Ordnungsbussenverfahren darf jedoch nur dann zur Anwendung gelangen, wenn 

der Tatbestand in den Bussenlisten nach OBV Anhänge 1 und 2 aufgelistet ist 

(OFK StGB JStG- MAURER, Art. 1 OBG N 22; SJZ 75 [1979] 62, 226). Während 

die fahrlässige Begehung i.S.v. Art. 18 Abs. 1 lit. d und Abs. 3 JSG (fahrlässiges 

Wildernlassen von Hunden) in der Bussenliste 2 genannt und dafür als Strafe eine 

Ordnungsbusse von Fr. 150.– vorgesehen ist (OBV, Bussenliste 2, XII., 12002.), 

sieht das Jagdgesetz für die vorliegend zu beurteilende (eventual-)vorsätzliche 

Übertretung gemäss Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG (vorsätzliches Wildernlassen von 

Hunden) als Strafe Busse bis zu Fr. 20'000.– vor. Damit ist eine "Busse" i.S.v. 

Art. 333 Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB und somit eine Übertretungs-

busse gemeint, zumal die Höchstgrenze für eine Ordnungsbusse ohnehin bloss 

Fr. 300.– darstellt (Art. 1 Abs. 4 OBG). Bei der Übertretungsbusse sind – im 

Gegensatz zur Ordnungsbusse – bei der Festsetzung des Bussenbetrags sodann 

auch das individuelle Verschulden und die persönlichen Verhältnisse zu prüfen 

(vgl. Art. 1 Abs. 5 OBG). 

Für die mehrfache Übertretung der Vorschriften des kantonalen Hundegesetzes 

i.S.v. § 27 HuG ist ebenfalls eine (Übertretungs-)Busse, jedoch ordentlich bis zu 

Fr. 10'000.– (vgl. Art. 333 Abs. 3 StGB; Art. 106 Abs. 1 StGB), auszufällen, wobei 

in leichten Fällen ein Verweis erteilt werden könnte. Vorwegnehmend ist jedoch 

festzuhalten, dass mangels eines leichten Falls kein Verweis als Sanktion in 

Frage kommt, zumal der Beschuldigte mehrere Vorschriften des Hundegesetzes 

und diese dazu mehrfach vorsätzlich übertreten hat und anlässlich eines Vorfalls 

(Dossier 1) aufgrund der mangelnden Beaufsichtigung ein Tier tatsächlich schwer 

verletzt wurde. 

-   33   - 

2.3. Seit dem vorinstanzlichen Urteil vom 25. Februar 2022 ist eine neue 

Verurteilung hinzugekommen. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

vom 4. Juli 2022 wurde der Beschuldigte wegen Nichtabgabe von ungültigen oder 

entzogenen Ausweisen oder Kontrollschildern i.S.v. Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG zu 

einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 170.– sowie einer Busse 

von Fr. 600.– verurteilt (Urk. 69). Da der rechtskräftige Strafbefehl vom 4. Juli 

2022 einen Tatzeitraum vom 30. April bis 2. Mai 2022 und mithin eine Zeit nach 

dem vorinstanzlichen Urteil vom 25. Februar 2022 betrifft, erübrigt sich die Frage 

der retrospektiven Konkurrenz sowie einer Ausfällung einer Zusatzstrafe (vgl. Art. 

49 Abs. 2 StGB). 

3. Strafzumessung betreffend die Tierquälerei  

3.1. Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Hund des 

Beschuldigten und der Hund der Beschuldigten F._____ einen Jungfuchs, nach-

dem sie ihn über eine längere Strecke verfolgt und mehrfach nach ihm ge-

schnappt hatten, ihn während mehr als einer Minute von beiden Seiten in die En-

ge getrieben und gebissen und ihm dabei Bisswunden an der Schnauze und am 

Hals zugefügt haben, sodass der Fuchs mit einem Schuss durch den Jagdaufse-

her erlöst werden musste. Der Angriff und die damit verbundenen schweren Ver-

letzungen und starken Schmerzen sowie das Ableben des Fuchses hätten ver-

mieden werden können, wenn der Beschuldigte seinen noch jungen Hund 

"C._____" in Kenntnis dessen ausgeprägten Jagdtriebs entweder an der Leine 

geführt oder ihn gemäss seiner Hundehalterpflichten in Sichtweite auf kurze Dis-

tanz und bei entsprechender Erziehung jederzeit abrufbar gehalten hätte, sodass 

dieser weder Menschen noch Tiere gefährdet. Ausserdem ist zu beachten, dass 

der mehrminütige Angriff auf den Fuchs einzig deshalb unterbrochen werden 

konnte, weil die Zeugin K._____ den Angriff beobachtet und geschrien hat, worauf 

der Beschuldigte – der seinen Hund eigentlich im Wald vermutet hat – aus dem 

Wald gerannt die Hunde vom Fuchs trennen konnte. Davon ausgehend und unter 

strafmildernder Berücksichtigung, dass die Tat durch ein Unterlassen und nicht 

durch ein aktives Tun des Beschuldigten verwirklicht wurde, erscheint sein Ver-

schulden dennoch als noch leicht.  

-   34   - 

3.2. Zur subjektiven Tatschwere ist zu sagen, dass der Beschuldigte bezüglich 

der Verletzungen und der dadurch resultierenden Schmerzen des Fuchses zwar 

keinen direkten Vorsatz hatte, diese aber mit seiner äusserst liberalen Hunde-

haltung und unter Missachtung seiner Pflichten als Hundehalter in Kauf nahm. Mit 

der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte – trotz Kenntnis des 

Jagdinstinkts seines Hundes und des Umstands, dass sein Hund bereits in der 

Vergangenheit im Wald ausser Sichtweite verschwunden und Wildtieren nachge-

rannt ist – nicht gross um den Aufenthalt seinen Hundes gekümmert und seinen 

Spaziergang in den Wald fortgesetzt hat. Aufgrund dessen erwog die Vorinstanz 

zutreffend, dass der Beschuldigte ein gewisses Mass an Entscheidungsfreiheit 

hatte, weshalb der Eventualvorsatz des Beschuldigten nur leicht verschuldens-

mindernd zu berücksichtigen ist. 

3.3. Bei gesamthafter Betrachtung der Tatkomponenten erscheint im Hinblick 

auf das insgesamt noch leichte Verschulden und den in Art. 26 Abs. 1 TSchG sta-

tuierten Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe eine 

Geldstrafe von 110 Tagessätzen als angemessen. 

3.4. Hinsichtlich der Täterkomponente kann vorab auf die Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 63 S. 46 f.). Zu seiner Person und seinem 

Vorleben gab der Beschuldigte zunächst zu Protokoll, als Geschäftsführer für sei-

ne eigene Stiftung "S._____" zu arbeiten. Hinsichtlich seiner finanziellen Verhält-

nisse führte er anlässlich der polizeilichen Einvernahmen vom 3. Februar 2021 

noch aus, monatlich Fr. 8'000.– bis Fr. 10'000.– zu verdienen und aufgrund der 

Finanzierung seiner Stiftung Schulden in Höhe von Fr. 300'000.– zu haben 

(Urk. D1/3/1 S. 7 F/A 49 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft gab er sodann 

an, ein monatliches Einkommen von Fr. 15'000.– und – wenn möglich – einen 

13. Monatslohn zu erhalten, jedoch Schulden in Höhe von Fr. 500'000.– zu ha-

ben. Ausserdem halte er freiwillige Vorträge zu Klima und Biodiversität, welche 

manchmal bezahlt seien (Urk. D1/3/2 S. 12 f. F/A 52 ff., 65). Vor der Vorinstanz 

führte der Beschuldigte zu seiner finanziellen Lage u.a. aus, dass er sich mangels 

Liquidität seiner Stiftung in einer prekären finanziellen Situation befinde, praktisch 

kein Einkommen auszahlen und somit die Wohnkosten nicht vollständig beglei-

-   35   - 

chen könne sowie Schulden in Höhe von ca. Fr. 600'000.– bis Fr. 700'000.– bei 

seiner Mutter und weitere Schulden in Höhe von ca. Fr. 350'000.– habe (Prot. I 

S. 18 ff.). Zu seinen persönlichen Verhältnissen gab der Beschuldigte in der Un-

tersuchung an, verheiratet zu sein und keine Kinder zu haben (Urk. D1/3/2 S. 12 

F/A 58-60). Während er zunächst noch angab, regelmässig mit seiner Ehefrau in 

einem Haushalt in Zürich und meistens aber bei seiner Mutter, die er pflege, in 

B._____ zu leben (Urk. D1/3/2 S. 12 F/A 58), erklärte er vor der Vorinstanz, sich 

in der Trennung von seiner Ehefrau zu befinden und in Zukunft bei seiner Mutter 

in B._____ zu leben und gegenüber seiner Ehefrau unterhaltspflichtig zu sein 

(Prot. I S. 21 f.). Im Rahmen der Berufungsverhandlung ergänzte der 

Beschuldigte zu seinen persönlichen und insbesondere finanziellen Verhältnissen, 

dass er aus der Stiftung seit 2021 praktisch keine Einkünfte mehr erhalte und 

deshalb einen zusätzlichen Job als Hilfsmonteur von …-anlagen angenommen 

habe. Sein monatliches Einkommen von Fr. 2'600.– werde aufgrund der seit der 

Trennung von seiner Frau noch offenen Schulden (Steuerschulden und Schulden 

der ehelichen Mietwohnung) gepfändet. Er lebe auf dem Existenzminimum mit 

seiner 89-jährigen Mutter und seinem Hund (Urk. 88 S. 1 f.). Mangels eigenstän-

diger Einreichung von Unterlagen wurden vom Gericht Unterlagen zu den finanzi-

ellen Verhältnissen des Beschuldigten der letzten drei Jahren bei den zuständigen 

Steuerbehörden eingeholt. Den Steuerunterlagen ist zu entnehmen, dass dem 

Beschuldigten sowie seiner Ehefrau mangels Einreichung einer Steuererklärung 

im Jahr 2020 ein steuerbares Einkommen von Fr. 180'000.– angerechnet wurde 

(Urk. 82/1-8) und die Eheleute gemäss den von ihnen eingereichten, noch nicht 

geprüften Steuererklärungen im Jahr 2021 insgesamt ein Einkommen von 

Fr. 130'234.– (Urk. 82/9 S. 2) und im Jahr 2022 von Fr. 35'790.– versteuerten 

(vgl. Urk. 81/2 S. 5, aus Erwerb und Verkauf von Eigentum). Dabei wird ersicht-

lich, dass der Beschuldigte in den letzten drei Jahren zwar durchschnittlich im 

Jahr ein Einkommen von ca. Fr. 115'000.– erzielt hat (seine Ehefrau erzielte prak-

tisch kein Einkommen), er im Jahr 2022 jedoch entsprechend seinen Aussagen 

ein sehr tiefes Einkommen von nur insgesamt Fr. 35'790.– mehrheitlich durch den 

Verkauf von Eigentum erwirtschaftete. Dem zur Steuererklärung vom Jahr 2022 

beigelegten Schuldenverzeichnis sind Schulden in Höhe von Fr. 725'035.– zu 

-   36   - 

entnehmen (Urk. 81/2, vgl. S. 9 und angehängtes Schuldenverzeichnis). Die per-

sönlichen Verhältnisse und das Vorleben des Beschuldigten wirken sich auf die 

Strafzumessung neutral aus. Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten und der 

vorliegenden Belege ist jedoch heute von schlechteren finanziellen Verhältnissen 

des Beschuldigten auszugehen, als dies noch anlässlich der erstinstanzlichen Ur-

teilsfällung der Fall war (vgl. Urk. 63 S. 48), was nachfolgend in Bezug auf die 

Höhe der Tagessätze zu berücksichtigen ist.  

Seit dem vorinstanzlichen Urteil vom 25. Februar 2022 weist der Beschuldigte 

gemäss aktuellem Strafregisterauszug (Urk. 83) neu zwei einschlägige hängige 

Strafverfahren sowie eine Verurteilung vom 4. Juli 2022 wegen Nichtabgabe von 

ungültigen oder entzogenen Ausweisen oder Kontrollschildern auf. Der Beschul-

digte verfügt somit nach wie über keine (rechtskräftigen) einschlägigen Vorstra-

fen, was bei der Strafzumessung neutral zu würdigen ist. 

Der Vorinstanz folgend (Urk. 63 S. 46 f.) verhielt sich der Beschuldigte im Straf-

verfahren – entgegen der Ansicht seiner Verteidigung – weder besonders koope-

rativ noch zeigte er Reue oder Einsicht. Vielmehr lassen die Aussagen des Be-

schuldigten, – wie beispielsweise vor Vorinstanz, dass so etwas passieren könne 

(Prot. I S. 28) – den Eindruck entstehen, dass er weiterhin der Auffassung war, 

sich nicht an die Verhaltensvorschriften gemäss Hundegesetz halten zu müssen. 

Nachdem der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen und dem gutachterlichen 

Bericht vom 3. Dezember 2023 mittlerweile sein Verhalten als Hundehalter reflek-

tiert und geändert hat (vgl. Urk. 88 S. 7 und 9 f.; Urk. 90/2 S. 11 ff.), ist das Nach-

tatverhalten bei der Strafzumessung als neutral zu bewerten. 

3.5. Sodann ist der Tatsache, dass das vorinstanzliche Einzelgericht über 

13 Monate für die Ausfertigung der Urteilsbegründung benötigte, was eine Ver-

letzung des Beschleunigungsgebotes darstellt, strafmindernd Rechnung zu tra-

gen. 

3.6. Insgesamt ist die Einsatzstrafe somit auf 100 Tagessätze festzusetzen. 

-   37   - 

3.7. Für die Berechnung der Höhe des Tagessatzes ist auf die persönlichen 

und wirtschaftlichen Verhältnisse im Urteilszeitpunkt abzustellen (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Ist die Tagessatzhöhe im Rechtsmittelverfahren neu festzusetzen, so ist 

der Zeitpunkt des Rechtsmittelurteils massgebend (BSK StGB-DOLGE, Art. 34 

StGB N 50). Bei unregelmässigen Einkünften ist auf das durchschnittliche Ein-

kommen abzustellen. Bei Selbständigerwerbenden mit stark schwankenden Ein-

künften ist ein repräsentativer Durchschnitt der letzten Jahre massgebend. Zu-

künftige Einkommensveränderungen dürfen dabei einbezogen werden, wenn sie 

sicher sind und unmittelbar bevorstehen (BSK StGB-DOLGE, Art. 34 StGB N 54). 

Bezüglich der Höhe des Tagessatzes ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldig-

te gemäss eigenen Aussagen anlässlich der Berufungsverhandlung aus seiner 

Stiftung zurzeit kein Einkommen erzielt und sein zusätzliches Einkommen als 

Hilfsmonteur von …-anlagen bis zum Existenzminimum verpfändet wird (Urk. 88 

S. 1 f.). Aufgrund der knappen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten recht-

fertigt es sich, die Höhe des Tagessatzes neu auf Fr. 30.– festzusetzen. 

3.8. Hinsichtlich der Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Straf-

vollzugs kann auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 63 S. 52). 

Der Beschuldigte weist heute zwar eine rechtskräftige Verurteilung auf, was in 

Anwendung von Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO eine abweichende Einschätzung er-

lauben würde. Indessen fusst diese Verurteilung in nicht einschlägigen Verletzun-

gen von Vorschriften des Strassenverkehrsrechts, weshalb daraus (noch) nicht 

auf eine grundsätzlich schlechte Legalprognose zu schliessen ist. Der Vollzug der 

Geldstrafe ist daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz aufzuschieben und 

die Probezeit auf die gesetzliche Minimaldauer von zwei Jahren festzusetzen.  

Bedingte Geldstrafen können gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB mit einer Busse nach 

Art. 106 StGB verbunden werden (sog. Verbindungsbusse). Hiervor hat die Vor-

instanz Gebrauch gemacht und in der Erwägung, dass dem Beschuldigten die 

Ernsthaftigkeit der bedingten Geldstrafe vor Augen zu führen sei, zusätzlich eine 

Verbindungsbusse i.S.v. Art. 42 Abs. 4 StGB in der Höhe von Fr. 4'000.– ausge-

sprochen (Urk. 63 S. 48 f.). Dem ist dem Grundsatze nach zu folgen. Zwar kann 

vorliegend hinsichtlich der vorsätzlichen Tierquälerei nicht von einer Massende-

-   38   - 

linquenz gesprochen werden, jedoch liegt mit Blick auf den subsidiär anwendba-

ren Art. 28 TSchG eine Schnittstellenproblematik vor (vgl. BGE 146 IV 145 E. 2.2, 

BGE 134 IV 82 E. 8.3). Zudem drängt sich vorliegend auch unter spezialpräven-

tiven Gesichtspunkten die Auferlegung einer zusätzlich zu bezahlenden Busse 

auf, da es mit Blick auf das fehlende Unrechtsbewusstsein des Beschuldigten 

hinsichtlich seiner liberalen Hundehaltung gilt, ihm einen spürbaren Denkzettel zu 

verabreichen und zugleich zu zeigen, was ihm bei Nichtbewährung droht.  

Der Verbindungsbusse darf gegenüber der bedingten Strafe nur untergeordnete 

Bedeutung zukommen, wobei die Verbindungsbusse höchstens einen Fünftel der 

in der Summe schuldangemessenen Sanktion – bestehend aus einer bedingt 

ausgesprochenen Hauptstrafe kombiniert mit einer Verbindungsbusse – betragen 

darf (6B_337/2022 vom 12. Juli 2023 E. 1.3, BGE 146 IV 145 E.2.2, BGE 135 IV 

188 E. 3.4.4). Demzufolge ist bei Ausfällung einer Verbindungsbusse die Geld-

strafe entsprechend zu reduzieren. Vorliegend bedeutet das, dass der Beschul-

digte für sein Vergehen gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 80 

Tagessätzen zu Fr. 30.– (total Fr. 2'400.–) und zusätzlich zu einer Verbindungs-

busse von Fr. 600.– (entsprechen 20 x Fr. 30.–) zu verurteilen ist.  

4. Strafzumessung betreffend die Übertretung des Jagdgesetzes und die mehr-

fache Übertretung des kantonalen Hundegesetzes 

4.1. Im Gegensatz zur vorstehend abgehandelten Strafbestimmung des Tier-

schutzgesetzes, die die Würde und das Wohlergehen des Tieres als Individuum 

schützt (Art. 1 TSchG), schützt der Straftatbestand des Jagdgesetzes i.S.v. 

Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG (vorsätzliches Wildernlassen von Hunden) darüber hinaus 

die Erhaltung der Artenvielfalt und Lebensräume der wildlebenden Tiere (vgl. 

Art. 1 Abs. 1 lit. a und b JSG). Dagegen dienen die vom Beschuldigten verletzten, 

sicherheitspolizeilich motivierten Vorschriften des kantonalen Hundegesetzes 

gemäss § 9 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c HuG dem Schutz der öffentlichen 

Ordnung und Sicherheit. 

4.2. Wie vorgängig geschildert, sieht der im Jagdgesetz normierte Straftatbe-

stand des vorsätzlichen Wildernlassens von Hunden – entgegen der Erwägungen 

-   39   - 

der Vorinstanz – als Strafe eine (Übertretungs-)Busse bis zu Fr. 20'000.– vor, 

wohingegen die Übertretung i.S.v. § 27 HuG mit einer (Übertretungs-)Busse bis 

zu Fr. 10'000.– zu sanktionieren ist. Innerhalb des Strafrahmens bemisst das Ge-

richt die Busse je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe 

erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (vgl. Art. 106 Abs. 3 StGB in 

Verbindung mit Art. 333 Abs. 3 StGB). 

Hinsichtlich der objektiven Tatkomponente der Übertretung des Jagdgesetzes 

betreffend den Vorfall vom 16. Dezember 2020 (Anklagesachverhalt gemäss 

Dossier 3) gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte seinen Hund, den er 

nicht an der Leine führte, beim morgendlichen Spaziergang im Wald aus den Au-

gen verlor, worauf sein Hund Wildtiere (Rehe) jagte. Dabei ist insbesondere zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte den Hund von der Leine liess, im Wissen 

darum, dass sein Hund der japanischen Jagdrasse "Kishu" über einen ausgepräg-

ten Jagdtrieb verfügt und er seinen jungen Hund nicht jederzeit abrufen kann. In 

Anbetracht sämtlicher Umstände erscheint die objektive Tatschwere als nicht 

mehr leicht.  

Bei der subjektiven Tatkomponente ist – entsprechend der Tierquälerei – nur 

leicht strafmindernd zu gewichten, dass der Beschuldigte bezüglich des Wilderns 

seines Hundes nur eventualvorsätzlich handelte. Aus den Aussagen des Be-

schuldigten geht klar hervor, dass er das Ausleben des ausgeprägten Jagdverhal-

tens seines Hundes und somit das Nachjagen von Wildtieren für ein natürliches 

Verhalten hielt, dem Raum zu geben ist. In Kenntnis darum, dass sein Hund Wild-

tieren im Wald nachrennt, nahm der Beschuldigte das Wildern seines Hundes 

somit bewusst in Kauf. Er zeigte durch sein Verhalten eine gewisse Geringach-

tung gegenüber dem Wohlergehen und der Erhaltung des Lebensraums von Wild-

tieren. 

Hinsichtlich der Täterkomponente kann vollumfänglich auf die Ausführungen in 

Bezug auf die Tierquälerei verwiesen werden (vgl. voranstehende Erwägungen 

gemäss Ziffer IV.3.4.); die Verletzung des Beschleunigungsgebotes ist strafredu-

zierend zu berücksichtigen.  

-   40   - 

Gesamthaft betrachtet handelt es sich bei der Übertretung um eine nicht mehr 

leichte Verletzung des unter Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG geschützten Rechtsguts. Un-

ter Berücksichtigung der hohen Strafandrohungen des Tatbestandes des vorsätz-

lichen Wildernlassens, der weiteren Umstände sowie der heute schlechten finan-

ziellen Verhältnisse des Beschuldigten rechtfertigt sich bei isolierter Betrachtung 

eine Einsatzstrafe in Höhe von Fr. 600.– (Dossier 3). 

4.3. Hinsichtlich der mehrfachen Übertretung des kantonalen Hundegesetzes 

ist aufgrund der handlungseinheitlichen Begehung (Idealkonkurrenz zur vorsätzli-

chen Tierquälerei betreffend Dossier 1 und zur Übertretung des Jagdgesetzes be-

treffend Dossier 3) bezüglich Tat- und Täterkomponente vorab auf das bereits be-

züglich der vorsätzlichen Tierquälerei sowie der Übertretung des Jagdgesetzes 

Ausgeführte zu verweisen (vgl. voranstehende Erwägungen Ziffer IV.3. und 

IV.4.2.). 

Zur objektiven Tatschwere der mehrfachen Übertretung des kantonalen Hunde-

gesetzes wiegt erschwerend, dass vom Hund "C._____" des Beschuldigten, ei-

nem jungen, wilden Hund der Kishu-Rasse, welche von Natur aus als Jagdhunde 

über einen ausgeprägten Jagdinstinkt verfügen, ein erhöhtes Gefährdungspoten-

tial ausging. Entsprechend wären erhöhte Anforderungen an die Aufsichtspflicht 

des Hundehalters zu stellen. Aufgrund des Gefahrenpotentials seines Hundes 

"C._____" wäre es umso notwendiger gewesen, dass der Beschuldigte die Ver-

haltensvorschriften gemäss § 9 HuG einhält, um die Sicherheit von Tier (und 

Mensch) zu wahren. In subjektiver Hinsicht wiegt erschwerend, dass der Be-

schuldigte wissentlich und willentlich handelte. Ausserdem gilt es zu berücksichti-

gen, dass der Beschuldigte bei beiden Vorfällen vom 16. Dezember 2020 sowie 

vom 2. Februar 2021 gegen mehrere Verhaltensnormen des Hundegesetzes (§ 9 

Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c i.V.m. § 27 HuG) vorsätzlich verstossen hat, 

am 2. Februar 2021 sogar trotz ausdrücklicher mündlicher Verwarnung vom 16. 

Dezember 2020. 

Nach dem Gesagten sind die beiden Übertretungen der Vorschriften des kantona-

len Hundegesetzes – im Einklang mit der Vorinstanz (Urk. 63 S. 51 f.) – als eher 

schwere Verletzungen der Verhaltensnormen einzuordnen. Unter Berücksichti-

-   41   - 

gung der strafmindernden Verletzung des Beschleunigungsgebots sowie der 

schlechten finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten erscheint bei isolierter Be-

trachtung die Bestrafung mit einer Busse von Fr. 500.– (Dossier 1) und Fr. 300.– 

(Dossier 3) als angemessen.  

4.4. Gesamtbussenbildung 

Sind mehrere Bussen auszusprechen, so bildet das Gericht in Anwendung von 

Art. 49 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 104 StGB eine Gesamtbusse, wobei 

die einzelnen Strafen nicht kumuliert werden, sondern die Strafe für die "schwers-

te Straftat" lediglich angemessen zu erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.3.2). 

Auch Verbindungsbussen sind gemäss ausdrücklicher gesetzlicher Normierung 

(vgl. Art. 42 Abs. 4 StGB) Bussen nach Art. 106 StGB (so ausdrücklich auch 

BGE 146 IV 145 E. 2.8), weshalb auch sie – mangels spezieller Anordnungen 

analog Art. 9 VStrR oder Art. 5 Abs. 1 OBG – bei der Gesamtstrafenbildung nach 

dem allgemeinen Grundsatz der Asperation (statt Kumulation) miteinzubeziehen 

sind. Da Verbindungsbussen in Vergehen oder Verbrechen gründen, sind sie 

überdies als "schwerstes Delikt" der Gesamtbussenbildung ungekürzt zu Grunde 

zu legen.  

Vorliegend ist die Verbindungsbusse von Fr. 600.– aufgrund der Übertretungs-

busse für den Verstoss gegen das Jagdgesetz um Fr. 300.– zu erhöhen. Auf-

grund des engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhangs zwischen der Über-

tretung des Jagdgesetzes und dem Verstoss gegen das Tierschutzgesetz recht-

fertigt sich eine nur moderate Straferhöhung, zumal auch die geschützten 

Rechtsgüter gewisse Überschneidungen aufweisen. Sodann ist eine weitere Er-

höhung um Fr. 400.– infolge der mehrfachen Übertretung des Hundegesetzes 

angemessen. Auch hier rechtfertigt sich lediglich eine moderate Erhöhung, da die 

Verstösse in Idealkonkurrenz erfolgten und ein eher geringer Gesamtschuldanteil 

zu verzeichnen ist, auch wenn das geschützte Rechtsgut eigenständige Bedeu-

tung hat. 

Damit ist die Gesamtbusse auf total Fr. 1'300.– festzusetzen. 

-   42   - 

4.5. Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist praxisge-

mäss eine Ersatzfreiheitsstrafe von 13 Tagen festzusetzen (Art. 106 Abs. 3 

StGB). 

5. Fazit 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte wegen Tierquälerei, Übertretung des 

Jagdgesetzes sowie mehrfacher Übertretung des kantonalen Hundegesetzes mit 

einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 30.– (total Fr. 2'400.–) und 

einer Busse von insgesamt Fr. 1'300.– zu bestrafen und die Probezeit ist auf zwei 

Jahre festzusetzen. Die Busse ist zu bezahlen. Für den Fall, dass die Busse 

schuldhaft nicht bezahlt wird, ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von 13 Tagen festzu-

setzen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenregelung 

(Dispositivziffer 7) zu bestätigen (Art. 426 StPO). 

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverord-

nung des Obergerichts).  

Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte dringt ein-

zig mit seinem eventualiter gestellten Antrag hinsichtlich der Reduktion der Busse 

durch, da unter anderem seine aktuell schlechteren finanziellen Verhältnisse zu 

berücksichtigen waren. Der Beschuldigte ist daher für das Berufungsverfahren im 

Umfang von 9/10 kostenpflichtig zu erklären. Im Umfang von 1/10 sind die Kosten 

des Berufungsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine Entschädigung 

für seine Verteidigungskosten ist ihm bei dieser Sachlage nicht zuzusprechen 

(Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 StPO e contrario). Im Übrigen wurde seitens 

der Verteidigung auch kein Antrag auf Entschädigung gestellt (vgl. Urk. 89 S. 2). 

-   43   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht 

in Strafsachen, vom 25. Februar 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Das Einzelgericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

- (…) 

- (…) 

- der mehrfachen Übertretung des Hundegesetzes im Sinne von § 9 Abs. 1 
lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c in Verbindung mit § 27 HuG (Dossier 1 und 3). 

2. Mit Bezug auf Dossier 2 ist der Beschuldigte 

-  der Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz 
wildlebender Säugetiere und Vögel im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG 
(Dossier 2); 

- der Übertretung des Hundegesetzes im Sinne von § 9 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 
und Abs. 3 lit. c in Verbindung mit § 27 HuG (Dossier 2); 

nicht schuldig und wird freigesprochen. 

3. - 5. (…) 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

CHF 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 2'000.–  Gebühren für das Vorverfahren 

CHF 5'000.–  Total 

7. - 8. (…) 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel)." 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-   44   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG 

in Verbindung mit Art. 4 Abs. 2 TSchG und Art. 77 TSchV (Dossier 1), 

− der Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz 

wildlebender Säugetiere und Vögel im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. d 

JSG (Dossier 3). 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'300.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse 

schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 

13 Tagen. 

4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 7) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu 9/10 dem Beschuldigten 

auferlegt und zu 1/10 auf die Gerichtskasse genommen.  

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den Verteidiger des Beschuldigten im Doppel für sich und den 
Beschuldigten (übergeben); 

− die Staatsanwaltschaft (versandt); 
− die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Veterinäramt, 8090 Zü-

rich (versandt); 
− das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, 3003 

Bern (versandt); 
− das Bundesamt für Umwelt, 3003 Bern (versandt); 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

-   45   - 

− den Verteidiger des Beschuldigten im Doppel für sich und den  
Beschuldigten; 

− die Staatsanwaltschaft; 
− die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Veterinäramt,  

8090 Zürich; 
− das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, 

3003 Bern; 
− das Bundesamt für Umwelt, 3003 Bern; 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz; 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A; 
− das Amt für Landschaft und Natur, Fischerei- und Jagdverwaltung, 

8090 Zürich. 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- 
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

-   46   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 4. Dezember 2023 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. B. Gut 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw A. Sieber 
 
Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 4. Dezember 2023
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 63 S. 54 ff.)
	"Das Einzelgericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- der vorsätzlichen Tierquälerei im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 2 TSchG und Art. 77 TSchV (Dossier 1);
	- der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG (Dossier 1 und 3), sowie
	- der mehrfachen Übertretung des Hundegesetzes im Sinne von § 9 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c in Verbindung mit § 27 HuG (Dossier 1 und 3).
	2. Mit Bezug auf Dossier 2 ist der Beschuldigte
	-  der Übertretung des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. d JSG (Dossier 2);
	- der Übertretung des Hundegesetzes im Sinne von § 9 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und Abs. 3 lit. c in Verbindung mit § 27 HuG (Dossier 2);
	nicht schuldig und wird freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 260.– (entsprechend CHF 20'800.–) sowie mit einer Busse von CHF 5'000.–.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 50 Tagen.
	5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	7. Die Kosten des Vorverfahrens sowie des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte zugesprochen.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)."
	Berufungsanträge:
	"1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der vorsätzlichen Tierquälerei nach TSchG und TSchV freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Übertretung des JSG [Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel] freizusprechen.
	3. Die Geldstrafe und die Busse seien aufzuheben.
	4. Eventualiter seien die Geldstrafe und die Busse angemessen zu reduzieren, unter Berücksichtigung der aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Beschuldigten.
	5. Die Kosten und Gebühren seien zulasten der Staatskasse zu verlegen."
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte und Prozessuales
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, schriftlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht in Strafsachen, vom