# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 888b443b-068c-5b3b-83ed-6a9a6722781b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 17.05.2016 S 2016 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2016-48_2016-05-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 48

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin Moser und Paganini als Aktuar

URTEIL

vom 17. Mai 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ war zuletzt bei der Firma B._____ AG in Chur tätig. Am 26. 

November 2015 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis zum 31. 

Januar 2016. Am 1. Februar 2016 meldete er einen Anspruch auf 

Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab selbigem 

Datum an.

2. Mit Schreiben vom 11. Februar 2016 forderte das Amt für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit (KIGA) Graubünden A._____ zur schriftlichen 

Stellungnahme auf, da er vor Beginn der Arbeitslosigkeit offenbar nur 

gerade acht persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen hatte. 

3. Im Rahmen seiner Stellungnahme vom 17. Februar 2016 brachte 

A._____ vor, er habe seine Vorbemühungen getätigt bevor er sich beim 

Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet habe. Anlässlich 

eines Gespräches habe man ihm mitgeteilt, dass man vier 

Vorbemühungen pro Monat vornehmen müsse, was er mit acht 

Vorbemühungen für insgesamt zwei Monate getan habe. 

4. Mit Verfügung vom 22. Februar 2016 stellte das KIGA A._____ für sechs 

Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Begründend wurde dabei 

ausgeführt, dass er vor Beginn der Arbeitslosigkeit nur gerade acht 

persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen habe. Dies sei nach 

herrschender Lehre und Rechtsprechung als ungenügend zu 

qualifizieren. 

5. Mit zwei Schreiben, welche am 29. Februar 2016 sowie am 14. März 

2016 beim KIGA eingingen, erhob A._____ Einsprache gegen die 

erwähnte Verfügung des KIGA und beantragte deren Aufhebung bzw. den 

Verzicht auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung. Begründend 

hielt er einmal fest, er habe gemäss Auskunft einer Personalberaterin vor 

Beginn der Arbeitslosigkeit vier Arbeitsbemühungen pro Monat 

vornehmen müssen. In seinem zweiten Schreiben berief er sich hingegen 

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auf eine Information, wonach er pro Monat bloss drei Arbeitsbemühungen 

hätte vornehmen müssen. 

6. Mit Schreiben vom 21. März 2016 wurde A._____ aufgefordert, die 

erwähnte Information betreffend die erforderliche Anzahl 

Arbeitsbemühungen mittels Bestätigung der erwähnten RAV-Beraterin 

nachzuweisen. 

7. In einer Stellungnahme vom 22. März 2016 teilte A._____ mit, die 

verlangte Bestätigung nicht erbringen zu können und führte zwei weitere 

Arbeitsbemühungen auf, welche er vor Beginn der Arbeitslosigkeit 

vorgenommen habe. Im Rahmen einer weiteren Ergänzung seiner 

Einsprache vom 4. April 2016 erwähnte er weitere Arbeitsbemühungen 

und lieferte die entsprechenden Nachweise nach. 

8. Mit Entscheid vom 8. April 2016 wies das KIGA die Einsprache ab. Zur 

Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass A._____ weder 

genügend Arbeitsbemühungen während der Kündigungsfrist noch eine 

allfällige Fehlinformation durch das KIGA habe nachweisen können. 

9. Gegen den Entscheid des KIGA erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 14. April 2016 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Zur Begründung hielt er 

hauptsächlich fest, er könne zwei weitere Vorbemühungen nachweisen, 

womit er seine Pflicht erfüllt habe. Zum entsprechenden Nachweis reichte 

er eine Bestätigung der Firma C._____ AG betreffend ein 

Vorstellungsgespräch vom 14. Januar 2016 nach, worauf zudem ein 

undatierter und unkommentierter Stempel der Firma D._____ GmbH 

angebracht war. 

10. Mit Stellungnahme vom 27. April 2016 beantragte das KIGA 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. 

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Begründend hielt er im Wesentlichen fest, dass die nachgewiesenen 

Arbeitsbemühungen ungenügend seien. Die weiteren vom 

Beschwerdeführer im Laufe des Einspracheverfahrens nachgereichten 

Arbeitsbemühungen könnten nicht berücksichtigt werden und diejenigen, 

die im Beschwerdeverfahren nachgereicht worden seien, unterlägen der 

Beweiswürdigung des Verwaltungsgerichts, erschienen aber zweifelhaft 

und seien zum Teil nicht formgerecht belegt.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht 

liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid vom 8. 

April 2016, in welchem der Beschwerdegegner die Einsprache gegen die 

beschwerdegegnerische Verfügung vom 22. Februar 2016 abgewiesen 

hat. Gegen solche Einspracheentscheide der kantonalen Amtsstelle kann 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als 

zuständigem Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 100 Abs. 3 des 

Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 

Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] in Verbindung mit Art. 128 Abs. 

2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 

die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02] und Art. 49 Abs. 2 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das 

angerufene Gericht ist folglich für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

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b) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der 

versicherte  Verdienst des Beschwerdeführers beträgt Fr. 4'929.-- und 

wird ihm im Umfang von 80 % entschädigt (beschwerdegegnerische 

Akten [Bg-act.] 1). Dies entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG und Art. 

40a AVIV einem Taggeld von Fr. 181.70 (Fr. 4'929.-- / 21.7 Tage x 0.8). 

Mit dem der Verfügung vom 22. Februar  2016 bestätigenden, hier 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. April 2016 wurde der 

Beschwerdeführer für sechs Tage in der Anspruchsberechtigung 

eingestellt, was einem Streitwert von Fr. 1'090.20 (Fr. 181.70 x 6 Tage) 

entspricht. Da der Streitwert somit unter Fr. 5'000.-- liegt und die 

Angelegenheit nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist, ist die 

Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben.

2. Strittig und zu prüfen ist, ob die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

für sechs Tage wegen ungenügender Arbeitsbemühungen vor Beginn der 

Arbeitslosigkeit zu Recht erfolgt ist.

3. a) Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG hat ein Versicherter, der 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um die 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist er 

verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines 

bisherigen Berufes (Satz 2). Der Versicherte muss sich laut Art. 26 Abs. 1 

AVIV gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen 

Bewerbung. Diese Bemühungen müssen bei der zuständigen Amtsstelle 

nachgewiesen werden können (Art. 17 Abs. 1 Satz 3 AVIG) und zwar für 

jede Kontrollperiode – d.h. für jeden Kalendermonat (Art. 27a AVIV) – 

spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf 

diesen Tag folgenden Werktag, wobei ohne entschuldbaren Grund 

verspätet nachgewiesene Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksichtigt 

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werden (Art. 26 Abs. 2 AVIV). Wenn sich der Versicherte persönlich nicht 

genügend um zumutbare Arbeit bemüht, so ist er gemäss Art. 30 Abs. 1 

lit. c AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen (vgl. zum Ganzen 

NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: MEYER [Hrsg.], 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 

2. Aufl., Basel 2007, S. 2429 f. Rz. 837 ff.). Bei den Art. 17 Abs. 1 und Art. 

30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt es sich um eine gesetzliche Umschreibung 

der im Sozialversicherungsrecht geltenden Schadensminderungspflicht. 

Daraus schliesst die Praxis, dass der Versicherte alle Anstrengungen zu 

unternehmen und jede zumutbare Gelegenheit zu ergreifen hat, um seine 

Arbeitslosigkeit zu beenden (CHOPARD, Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, Diss., Zürich 1998, S. 134). Der Versicherte hat 

von sich aus, d.h. ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle 

oder Abgabe eines Merkblattes, sein Möglichstes zur 

Schadensminderung vorzukehren (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts C 199/2005 vom 29. September 2005 E.2.1; 

KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AVIG, 4. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2013, S. 102). 

b) Was die Anzahl der monatlich zu verlangenden Arbeitsbemühungen 

betrifft, nennt das Gesetz weder eine fixe Zahl noch einen hinreichend 

bestimmten Rahmen. Auch bezüglich der qualitativen Anforderungen 

geben die gesetzlichen Bestimmungen nur rudimentäre Anhaltspunkte. 

Lehre und Rechtsprechung haben indes sowohl quantitative wie auch 

qualitative Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob 

jemand genügend persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, 

erleichtern. So schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der 

Regel durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als 

genügend erachtet werden (vgl. dazu BGE 139 V 524 E.2.1.4; ferner 

KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 103, 173 f.). Das Bundesgericht betonte aber 

auch, dass eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche 

Mindestzahl an Bewerbungen nicht möglich sei (Urteil des 

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Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1). Insofern 

handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, die für den 

Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die jeweiligen 

konkreten – objektiven wie subjektiven – Umstände und Möglichkeiten, 

worunter etwa das Alter, der Gesundheitszustand, die Schulbildung, 

allfällige Sprachschwierigkeiten, die Berufserfahrung der Versicherten und 

auch die Arbeitsmarktlage fallen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.2 und C 258/2006 vom 6. 

Februar 2007 E.2.2). 

c) Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst die 

Last für den Versicherten, sich bereits vom Zeitpunkt der Kündigung des 

früheren Arbeitsverhältnisses an und damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit 

intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Der Versicherte hat sich 

dementsprechend während der Kündigungsfrist beziehungsweise 

grundsätzlich während der letzten drei Monate vor der Anmeldung des 

Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung unaufgefordert um Stellen zu 

bemühen. Er darf sich nicht darauf verlassen, dass er nach Ablauf der 

Kündigungsfrist innert kurzer Zeit eine neue Stelle finden könne, sondern 

muss vielmehr alles daran setzen, ohne Arbeitslosigkeit nahtlos auf das 

Ende des alten Arbeitsverhältnisses ein neues beginnen zu können (vgl. 

ARV 1987 Nr. 2). Er kann sich insbesondere nicht damit exkulpieren, 

nicht gewusst zu haben, dass er schon vor der Anmeldung zum 

Leistungsbezug zur ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht 

darauf aufmerksam gemacht worden sei (ARV 2006 S. 295, C 138/05 E. 

2.1; ARV 1982 S. 37, C 50/81). Bei der Anmeldung hat die arbeitslos 

gewordene Person den Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit 

vorzulegen (Art. 20 Abs. 1 lit. d AVIV). Spätestens zu diesem Zeitpunkt 

wird sie sämtliche während der Kündigungsfrist getätigten 

Stellenbewerbungen einzureichen haben. (BGE 139 V 524 E.2.1.2; AVIG-

Praxis ALE [Arbeitslosenentschädigung] gültig ab dem 1. Januar 2016, 

B314). 

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d) Bei der Beurteilung der Frage, ob die Arbeitsbemühungen in quantitativer 

und qualitativer Hinsicht genügend sind, steht der verfügenden Behörde 

ein gewisser Ermessensspielraum zu, wobei die persönlichen 

Arbeitsbemühungen eines Versicherten in der Regel streng beurteilt 

werden (vgl. unter anderem BGE 120 V 74 E.4a; CHOPARD, a.a.O., S. 138 

ff.; GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, 

Art. 1–58, Bern 1988, Art. 17 Rz. 14 f.). Anfragen bei Arbeitgebern, die 

keine Stelle ausgeschrieben haben, können zwar nicht zum vornherein 

als sinnlos betrachtet werden, vermögen jedoch für sich alleine dem 

Erfordernis einer gezielten und intensiven Arbeitssuche nicht gerecht zu 

werden (CHOPARD, a.a.O., S. 138). Daraus resultiert die Pflicht der 

arbeitslosen Person, sich in erster Linie um ausgeschriebene und damit 

offene Arbeitsgelegenheiten zu bemühen, bei denen die Aussichten auf 

einen Arbeitsvertragsabschluss erheblich grösser sind (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts C 257/05, vom 1. März 2006 E.3.2). Es können also 

grundsätzlich nur Bewerbungen um offene, mithin ausgeschriebene 

Stellen als genügend beurteilt werden (CHOPARD, a.a.O., S. 138). 

Telefonische oder durch persönliche Vorsprache erfolgende 

Blindbewerbungen dienen zwar der Abklärung, ob eine Stelle frei ist, 

entbinden aber keinesfalls von der Pflicht zur ordentlichen Bewerbung im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 AVIV. 

Unter diesen Gesichtspunkten ist zum Beispiel eine Kontaktnahme mit 

einem Stellenvermittlungsbüro zwar durchaus sinnvoll und 

empfehlenswert, vermag jedoch ohne zusätzliche persönliche 

Anstrengungen der Schadenminderungspflicht nach Art.17 Abs. 1 AVIG 

nicht zu genügen. Vielmehr hat sich die arbeitslose Person zusätzlich und 

persönlich um offene und ausgeschriebene Stellen zu bemühen, was 

auch die Pflicht beinhaltet, sich sofort auf jedes in Frage kommende 

Inserat zu melden (vgl. Urteil des Bundesgerichts, C 296/02 vom 20. Mai 

2003 E.3.2).

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e) Mit dem Nachweis der getätigten Arbeitsbemühungen soll die Verwaltung 

in die Lage versetzt werden, Quantität und Qualität der Anstrengungen 

zur Überwindung der Arbeitslosigkeit umfassend abzuklären und zu 

würdigen (vgl. BGE 120 V 74 E.3c). Die nachgewiesenen 

Arbeitsbemühungen müssen überprüfbar sein (AVIG-Praxis ALE B321). 

Je nach Umständen des Einzelfalls können Arbeitsbemühungen, die auf 

dem Nachweisblatt mit Aufdruck des Stempels der kontaktierten Firma 

nachgewiesen werden, grundsätzlich genügen. Sämtliche Bewerbungen 

sollten aber dokumentiert sein. Dem Nachweisblatt sind also die 

Stelleninserate (mit Datum), Kopien der Bewerbungsschreiben sowie die 

Antworten der Unternehmen beizulegen (KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 103; 

KUPFER BUCHER, Fokus Arbeitslosenversicherung, Basel 2016, S. 28). 

4. a) Vorliegend kündigte die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers das 

Arbeitsverhältnis am 26. November 2015 zum 31. Januar 2016. Demnach 

gilt dieser Zeitraum – insbesondere die Monate Dezember 2015 und 

Januar 2016 – als relevante Kündigungsfrist, während der der 

Beschwerdeführer Arbeitsbemühungen vorzunehmen hatte. Der 

Beschwerdeführer konnte ursprünglich mittels des beim RAV am 8. 

Februar 2016 eingegangen Formulars "Nachweis der persönlichen 

Arbeitsbemühungen" (Bg-act. 6) acht Arbeitsbemühungen für den 

relevanten Zeitraum nachweisen, welche vom Beschwerdegegner 

berücksichtigt wurden. Zu Recht berücksichtigte der Beschwerdegegner 

jedoch die zusätzlichen nachgereichten Arbeitsbemühungen nicht. So 

fallen zum einen die im Rahmen des Einspracheverfahrens am 23. März 

2016 nachgereichten Arbeitsbemühungen bei den – gemäss Angaben 

des Beschwerdeführers – zwischen "ca. dem 1. und dem 20. November 

2015" persönlich aufgesuchten Firmen E._____ AG und F._____ [Bg-act. 

13] vor den relevanten Zeitraum. Zum anderen wurden die mit der 

Ergänzung zur Einsprache vom 4. April 2016 (Bg-act. 14) nachgereichten 

Arbeitsbemühungen entweder bereits berücksichtigt (so die Bewerbung 

bei der Firma G._____ vom 14. Dezember 2014 [recte: 2015]; vgl. Bg-act. 

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6) oder betreffen die nachgereichten Arbeitsbemühungen die 

Kontrollperiode Februar 2016 und wurden – gemäss unbestrittenen 

Angaben des Beschwerdegegners – in jener Kontrollperiode deklariert 

und gewertet (so die Bewerbungen bei den Firmen H._____ AG vom 9. 

Februar 2016 und I._____ vom 8. Februar 2016; vgl. den angefochtenen 

Einspracheentscheid, Erwägung 2, S. 4). 

b) Der Beschwerdeführer behauptet, dass man ihm gesagt habe, vier 

Arbeitsbemühungen pro Monat genügten. Bereits im 

Verwaltungsverfahren brachte er vor, er sei anlässlich eines Gesprächs 

beim RAV Chur darüber informiert worden, pro Monat der Kündigungsfrist 

vier (so gemäss Schreiben des Beschwerdeführers vom 17. und 29. 

Februar, 23. März und 14. April 2016 [Bg-act. 7, 9 13 und 16]) bzw. drei 

(so gemäss Schreiben des Beschwerdeführers vom 14. März 2016 [Bg-

act. 11]) Arbeitsbemühungen vorzuweisen. Selbst nach entsprechender 

Aufforderung des Beschwerdegegners mit Schreiben vom 21. März 2016 

(Bg-act. 12), konnte der Beschwerdeführer jedoch den Nachweis dieser 

angeblichen Angaben des RAV nicht erbringen. Aus den Akten ergeben 

sich keine Hinweise, dass das RAV dem Beschwerdeführer die 

Information gegeben hätte, vier (bzw. drei) Arbeitsbemühungen pro Monat 

genügten. Der Beschwerdegegner hielt im angefochtenen Entscheid 

(Erwägung 3, S. 4) fest, dass die absolute Standardinformation des RAV-

Personals betreffend die Stellensuche vor Beginn der Arbeitslosigkeit, 

immer ausdrücklich laute, dass sofort ab Beginn der Kündigungsfrist im 

Regelfall mindestens fünf Vorbemühungen pro Monat der Kündigungsfrist 

verlangt würden. Es besteht vorliegend kein Grund, an diesen Angaben 

zu zweifeln. Demnach ist mit dem Beschwerdegegner hier davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer darauf hingewiesen wurde, 

während der Kündigungsfrist mindestens fünf Arbeitsbemühungen pro 

Monat nachzuweisen. 

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c) Weshalb der Beschwerdeführer die im Rahmen des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens nachgereichten fünf Arbeitsbemühungen (vgl. 

Formular "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" und dort 

zusätzlich und nachträglich aufgelistete Vorbemühungen, alle datiert "ca. 

19. Januar 2016", beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 1) erstmals mit 

der Beschwerde anführt, nachdem er bereits im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens wiederholt Gelegenheit hatte, weitere 

Arbeitsbemühungen für die Zeit vor Beginn der Arbeitslosigkeit beim 

Beschwerdegegner einzureichen und nachzuweisen, ist nicht 

nachvollziehbar. Folglich erscheint wenig glaubhaft, dass er diese 

zusätzlichen und erst im Beschwerdeverfahren behaupteten 

Arbeitsbemühungen auch tatsächlich gemacht hat, weshalb sie nicht zu 

berücksichtigen sind. Höchst dürftig erscheint insbesondere die 

angeführte Bewerbung bei der Firma K._____ (vgl. Bf-act. 1), nachdem im 

Kündigungsschreiben vom 26. November 2015 (Bf-act. 1) festgehalten 

wurde, dass der Beschwerdeführer nicht bereit gewesen sei, namentlich 

bei der Firma K._____ eine Anstellung zu den gleichen Bedingungen 

einzugehen. Jedenfalls kann diese Arbeitsbemühung ebenso wie 

diejenigen bei der L._____ AG und der M._____ (Bf-act. 1) infolge 

mangelnden Nachweises des Stempels der Firma und/oder der 

Bewerbungsunterlagen sowie der fehlenden Angaben über das Ergebnis 

der Bewerbung und schliesslich aufgrund des ungenauen 

Bewerbungsdatums (vgl. E.3e) nicht gewertet werden. Ebenfalls 

unbeachtlich ist der auf dem mit der Beschwerde eingereichten 

Bestätigungsschreiben der C._____AG ohne Kommentar und ohne 

Datum angebrachte Stempel der D._____ GmbH (N._____; vgl. Bf-act. 

13), weil dieser infolge fehlender Angabe u.a. des Bewerbungsdatums 

den Anforderungen betreffend Nachweis der persönlichen 

Arbeitsbemühungen nicht genügt (vgl. oben E.3e). Fraglich ist hingegen, 

ob der Beizug des Vermittlungsbüros (der C._____AG [Bf-act. 13]) per se 

als genügende Bewerbung gewertet werden kann (vgl. oben E.3c; 

bejahend: CHOPARD, a.a.O., S. 141 m.H. auf [verneined] ARV 1990 Nr. 20 

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S. 133 E.2a sowie AVIG-Praxis ALE B315). Diese Frage braucht jedoch 

nicht geklärt zu werden. Denn selbst wenn das Bestätigungsschreiben der 

C._____AG betreffend das Vorstellungsgespräch vom 14. Januar 2016 

noch berücksichtigt werden könnte, wären neun Arbeitsbemühungen 

noch immer ungenügend. Demnach sind die vorliegend insgesamt bloss 

acht seitens des Beschwerdegegners als nachgewiesen erachteten 

Vorbemühungen während des hier massgebenden Zeitraums von 

Dezember 2015 bis Januar 2016 nach der Praxis des 

Beschwerdegegners, wonach während der Kündigungsfrist in der Regel 

mindestens fünf Arbeitsbemühungen pro Monat verlangt werden (vgl. 

oben E.4b), in quantitativer Hinsicht als ungenügend zu qualifizieren. Die 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung erfolgte somit zu Recht. 

5. Schliesslich bleibt noch die Dauer der verfügten Einstellung zu prüfen. 

Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach 

dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis 

15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 

Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Da es sich dabei 

naturgemäss um einen Ermessensentscheid handelt, bei welchem den 

Verfügungsinstanzen ein grosser Ermessungsspielraum zusteht, ist dem 

Verwaltungsgericht bei der Beurteilung der Einstellungsdauer 

Zurückhaltung geboten (BGE 126 V 353 E.5d; Urteil des Bundesgerichts 

8C_22/2008 vom 5. März 2008 E.3). Es darf sein Ermessen nicht ohne 

triftige Gründe an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern 

muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten abstützen können, welche 

eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen 

lassen (BGE 126 V 353 E.5d, 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen). 

Vorliegend hat der Beschwerdegegner auf eine Einstellung von sechs 

Tagen erkannt. Die Einstellung liegt im Rahmen des leichten 

Verschuldens laut Gesetz sowie gemäss AVIG-Praxis ALE D72. Hierin 

kann das Gericht keine Verletzung des Ermessenspielraums der 

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Verfügungsinstanz erkennen. Der angefochtene Einspracheentscheid 

erweist sich somit in jeder Hinsicht als rechtens, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist.

6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser im Falle von leichtsinniger oder 

mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten 

erhoben werden. Dem teilweise obsiegenden Beschwerdegegner steht 

kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e 

contrario).

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Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]