# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9fb18b51-2b48-5768-a829-112a5e096e32
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2018 A-1530/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1530-2018_2018-08-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1530/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  A u g u s t  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Marianne Ryter (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard, Richter Pascal Mollard,    

Gerichtsschreiberin Tanja Petrik-Haltiner. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch 

Dr. Daniel Huser, Huser Arbitration & Commercial Law, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidg. Steuerverwaltung ESTV, 

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, 

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA-D). 

 

 

 

A-1530/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Das Bundeszentralamt für Steuern der Bundesrepublik Deutschland (nach-

folgend: BZSt) ersuchte – das deutsche Bundesministerium für Finanzen 

(nachfolgend: BMF) vertretend – die Eidgenössische Steuerverwaltung 

(ESTV) mit Schreiben vom 25. September 2017 um Amtshilfe betreffend 

den deutschen Staatsangehörigen A._______. Dieser sei als Grenzgänger 

im Sinne des Art. 15a des Abkommens vom 11. August 1971 zwischen der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland 

zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom 

Einkommen und vom Vermögen (DBA-D, SR 0.672.913.62) erfasst und 

gebe an, seit 2010 ohne Unterbrechung Krankentaggeld zu beziehen. Er 

habe den deutschen Steuerbehörden als Nachweis monatliche Abrechnun-

gen einer in der Schweiz domizilierten Versicherungsgesellschaft, nicht je-

doch die angeforderten Lohnausweise vorgelegt. Das BZSt nannte als 

Steuerart die Einkommenssteuer und betreffend Einkunftsart mögliche 

Überschusseinkünfte und erbat um Übermittlung der im Zeitraum vom 

1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2016 an die Schweizer Ausgleichs-

kasse gemeldeten Arbeitslöhne, der Lohnausweise sowie der Höhe der 

einbehaltenen Quellensteuer und der Pensionskassenbeiträge. 

B.  

Mit Schlussverfügung vom 8. Februar 2018 erklärte die ESTV, gestützt auf 

Art. 27 DBA-D Amtshilfe betreffend den deutschen Staatsangehörigen 

A._______ zu leisten. Sie verfügte, dem BZSt seien die vom Staatssekre-

tariat für Migration, vom Steueramt des Kantons […] (nachfolgend: Steuer-

amt) und von der X._______ AG edierten Informationen über den nicht in 

der Schweiz ansässigen, für die X._______ AG (nachfolgend: Arbeitgebe-

rin) tätigen A._______ zu übermitteln, namentlich die Lohnausweise, die 

Höhe der einbehaltenen Quellensteuer und die Pensionskassenbeiträge 

der Jahre 2013 bis 2016. 

C.  

Dagegen erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 

vom 12. März 2018 Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragt, die die Schlussverfügung der ESTV (nachfolgend: Vorinstanz) vom 

8. Februar 2018 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Vorinstanz aufzuheben und dementsprechend sei die Amtshilfe an das 

BZSt zu verweigern. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurück-

zuweisen und diese aufzufordern, in der Schlussverfügung die Dokumente, 

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Seite 3 

welche dem BZSt im Rahmen der ihn betreffenden Amtshilfe übermittelt 

werden, im Dispositiv genau zu bezeichnen. 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2018 beantragt die Vorinstanz, die Be-

schwerde sei kostenpflichtig abzuweisen. 

E.  

Auf die Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befindlichen 

Dokumente wird – sofern entscheidrelevant – im Rahmen der nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des BZSt bzw. 

des BMF gestützt auf Art. 27 Abs. 1 DBA-D zugrunde. Die Durchführung 

der mit diesem Abkommen vereinbarten Bestimmungen richtet sich nach 

dem Steueramtshilfegesetz vom 28. September 2012 (StAhiG, SR 651.1; 

vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. a StAhiG). Demnach gelten im Beschwerdeverfahren 

die Bestimmungen über die Bundesrechtspflege, soweit das StAhiG nichts 

anderes bestimmt (Art. 19 Abs. 5 StAhiG). Vorbehalten bleiben abwei-

chende Bestimmungen des DBA-D (vgl. Art. 1 Abs. 2 StAhiG). 

1.2 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Zu den beim Bundesverwal-

tungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehören auch die Schlussverfü-

gungen der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe (vgl. Art. 32 

VGG e contrario und Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG), womit die Zuständigkeit 

des Bundesverwaltungsgerichts zur Beurteilung des angefochtenen Ent-

scheids gegeben ist. 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als vom Amtshilfeersuchen betroffene Per-

son und Verfügungsadressat im Sinne von Art. 48 VwVG i.V.m. Art. 19 

Abs. 2 StAhiG durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 

hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, 

womit er zur Beschwerde berechtigt ist. 

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Seite 4 

1.4 Somit ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 5 StAhiG) einzutre-

ten. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verlet-

zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un-

vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 

2.  

2.1 Die wirtschaftlichen Verhältnisse einer Person gehören zu deren Pri-

vatsphäre, die einen Teilgehalt des Grundrechts auf Schutz der Pri-

vatsphäre gemäss Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 8 der Konvention 

vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-

heiten (EMRK, SR 0.101) bildet. Als Einschränkung dieses Grundrechts 

dürfen Personendaten unter den Voraussetzungen von Art. 36 BV bzw. 

Art. 8 Ziff. 2 EMRK ins Ausland weitergegeben werden, d.h. sofern eine 

gesetzliche oder staatsvertragliche Grundlage und ein öffentliches Inte-

resse daran besteht sowie die entsprechende Massnahme dem Gebot der 

Verhältnismässigkeit genügt (vgl. statt vieler BGE 139 II 404 E. 7.1 mit Be-

zug auf Bankkundendaten). 

2.2 Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuer-

sachen gegenüber der Bundesrepublik Deutschland ist Art. 27 DBA-D, der 

im Wortlaut weitgehend Art. 26 des Musterabkommens der Organisation 

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Vermei-

dung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen 

und vom Vermögen(nachfolgend: OECD-MA) entspricht. 

2.2.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 Satz 1 DBA-D tauschen die zuständigen Be-

hörden der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Informationen 

aus, «die zur Durchführung dieses Abkommens oder zur Anwendung oder 

Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts betreffend Steuern jeder Art und 

Bezeichnung, die für Rechnung der Vertragsstaaten oder ihrer Länder, 

Kantone, Bezirke, Kreise, Gemeinden oder Gemeindeverbände erhoben 

werden, voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entspre-

chende Besteuerung nicht dem Abkommen widerspricht». 

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Seite 5 

2.2.2 Nach Art. 27 Abs. 3 Bst. b DBA-D besteht für einen Vertragsstaat 

keine Verpflichtung, Informationen zu erteilen, die nach den Gesetzen oder 

im üblichen Verwaltungsverfahren dieses oder des anderen Vertragsstaa-

tes nicht beschafft werden können (sog. Gegenseitigkeitsprinzip; vgl. auch 

den Kommentar der OECD, Komitee für Finanzfragen, zum OECD-MA, 

Art. 26 Rz. 15, auf den bei der Auslegung von Doppelbesteuerungsabkom-

men neben dem Text des Abkommens ebenfalls abzustellen ist [BGE 142 

II 161 E. 2.1]). 

2.3 Ziff. 3 Bst. a bis c des Protokolls zum DBA-D (AS 2003 2530) legen 

Folgendes fest: 

a) Es besteht Einvernehmen darüber, dass der ersuchende Vertragsstaat ein 

Ersuchen auf Austausch von Informationen erst dann stellt, wenn er alle 

in seinem innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel 

zur Beschaffung der Informationen ausgeschöpft hat. 

b) Es besteht Einvernehmen darüber, dass die zuständige Behörde eines 

Vertragsstaates bei der Stellung eines Amtshilfeersuchens nach Artikel 27 

der zuständigen Behörde des ersuchten Staates die nachstehenden An-

gaben zu übermitteln hat:  

aa)  hinreichende Angaben zur Identifizierung der in eine Überprüfung 

oder Untersuchung einbezogenen Person (typischerweise der Name 

und, soweit bekannt, Geburtsdatum, Adresse, Kontonummer oder 

ähnliche identifizierende Informationen); 

bb)  die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden; 

cc)  eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hin-

sichtlich der Art und Form, in der der ersuchende Staat diese Infor-

mationen vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht; 

dd)  den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; und 

ee)  den Namen und, soweit bekannt, die Adresse des mutmasslichen In-

habers der verlangten Informationen. 

c) Der Zweck der Verweisung auf Informationen, die voraussichtlich erheb-

lich sind, besteht darin, einen möglichst weit gehenden Informationsaus-

tausch in Steuerbelangen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu 

erlauben, «fishing expeditions» zu betreiben oder Informationen anzufor-

dern, deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer steuer-

pflichtigen Person unwahrscheinlich ist. Während Buchstabe b wichtige 

verfahrenstechnische Anforderungen enthält, die «fishing expeditions» 

vermeiden sollen, sind seine Unterabsätze so auszulegen, dass sie einen 

wirksamen Informationsaustausch nicht behindern. 

 

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Seite 6 

Art. 6 Abs. 2 StAhiG gilt subsidiär zu staatsvertraglichen Bestimmungen 

(Art. 1 Abs. 2 StAhiG; BGE 142 II 161 E. 2.1.4) und ist daher aufgrund der 

vorgenannten Regelung auf Amtshilfeersuchen nach dem DBA-D nicht an-

wendbar (vgl. Urteil A-6102/2016 des BVGer vom 15. März 2017 E. 2.3 mit 

Hinweisen). 

2.4 Die Verständigungsvereinbarung vom 15. Dezember 2011 betreffend 

die Auslegung von Ziff. 3 Bst. b des Protokolls zum DBA-D (AS 2012 5261) 

hält in ihrem Absatz 3 fest: 

Diese Voraussetzungen sind daher so zu verstehen, dass einem Amtshilfeer-

suchen, das keine «fishing expedition» ist, nachgekommen wird, wenn der er-

suchende Staat, nebst den Informationen nach Ziffer 3 Buchstabe b Doppel-

buchstaben bb) bis dd): 

a) die steuerpflichtige Person identifiziert, wobei diese Identifikation auch 

auf andere Weise als durch Angabe des Namens und der Adresse 

erfolgen kann; und 

b) den Namen und die Adresse des mutmasslichen Informationsinha-

bers angibt, soweit sie ihm bekannt sind. 

3.  

Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz sei 

zu Unrecht auf das Ersuchen des BZSt eingetreten, da dieses den formel-

len und materiellen Anforderungen an ein Amtshilfeersuchen nicht genüge. 

3.1 Er stellt sich zunächst auf den Standpunkt, das Amtshilfeersuchen ver-

letze das Subsidiaritätsprinzip und die Vorinstanz sei demnach zu Unrecht 

auf das Ersuchen eingetreten. Es werde lediglich bestätigt, dass die übli-

chen Informationsquellen ausgeschöpft worden seien, ohne präzisierend 

darzulegen, welche Massnahmen konkret ergriffen worden seien, um die 

fraglichen Informationen zu beschaffen. 

3.1.1 Nach dem in Ziff. 3 Bst. a des Protokolls zum DBA-D statuierten Sub-

sidiaritätsprinzip ist erst um Amtshilfe zu ersuchen, wenn der ersuchende 

Staat «alle in seinem innerstaatlichen Steuerverfahren vorgesehenen übli-

chen Mittel zur Beschaffung der Informationen ausgeschöpft hat» 

(vgl. vorne E. 2.3 und ausführlich zur vergleichbaren Regelung in Art. 6 

Abs. 2 Bst. g StAhiG Urteil des BVGer A-7622/2016 vom 23. Mai 2017 

E. 2.2.3). 

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Seite 7 

3.1.2  Vorliegend hat das BZSt in seinem Ersuchen die Einhaltung des 

Subsidiaritätsprinzips bestätigt, indem es erklärte, dass alle üblichen Infor-

mationsquellen ausgeschöpft wurden, auf die es hätte zurückgreifen kön-

nen, um die erforderlichen Informationen einzuholen, ohne zu riskieren, 

das Ergebnis der Ermittlungen zu gefährden. Für die Vorinstanz bestand in 

Anwendung des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips keinerlei Anlass, an 

dieser Erklärung zu zweifeln, weshalb sie mangels konkreter gegenteiliger 

Anhaltspunkte von deren Richtigkeit ausgehen durfte (vgl. zu diesem, im 

Rahmen der internationalen Behördenzusammenarbeit geltenden Grund-

satz statt vieler Urteil des BGer 2C_28/2017 vom 16. April 2018 E. 3.3.1 ff. 

[zur Publikation vorgesehen] und Urteil des BVGer A-5741/2017, 

A-5742/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.4 f. mit Hinweisen). Präzisierende An-

gaben zu den ergriffenen Massnahmen sind deshalb – entgegen der Auf-

fassung des Beschwerdeführers – nicht erforderlich. 

3.2 Weiter erweist sich die Rüge des Beschwerdeführers, das Ersuchen 

beinhalte keine Erklärung, dass der ersuchende Staat die Informationen 

nach seinem internen Recht und seiner Verwaltungspraxis erhältlich ma-

chen könnte, wenn sie sich in seiner Zuständigkeit befänden, als unbe-

gründet. Das BZSt erklärte in seinem Ersuchen ausdrücklich, dass 

Deutschland in der Lage sei, gleichartige Informationen zu übermitteln. Da-

mit wird dem in Art. 27 Abs. 3 Bst. b DBA-D festgelegten Gegenseitigkeits-

prinzip (vgl. dazu vorne E. 2.2.2) Rechnung getragen. 

3.3 Sodann bemängelt der Beschwerdeführer, es fehle eine nähere Be-

gründung des ersuchenden Staats, weshalb die angeforderten Informatio-

nen und Dokumente (vgl. vorne Sachverhalt Bst. A) für die ordentliche 

Steuerveranlagung benötigt würden und demnach voraussichtlich erheb-

lich seien. Die eingereichten Belege des erhaltenen Krankentaggeldes 

seien ausreichend für die Klärung des vom BZSt beschriebenen Sachver-

halts. Im Ersuchen fänden sich keinerlei Hinweise auf eine mögliche Steu-

erprüfung oder allfällige behördliche Ermittlungen hinsichtlich des Be-

schwerdeführers. 

3.3.1 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts 

voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden 

Staat notwendig sind, um eine dort steuerpflichtige Person korrekt zu be-

steuern (vgl. vorne E. 2.2.1 statt vieler BGE 144 II 29 E. 4.2.1). Weil in der 

Regel nur der ersuchende Staat abschliessend beurteilen kann, ob eine 

Information erheblich ist, beschränkt sich die Rolle des ersuchten Staates 

grundsätzlich darauf, zu überprüfen, ob die verlangten Informationen und 

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Seite 8 

Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen dargestellten 

Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet sind, im aus-

ländischen Verfahren verwendet zu werden. In diesem Sinne hat der er-

suchte Staat lediglich eine Plausibilitätskontrolle vorzunehmen (vgl. statt 

vieler BGE 142 II 161 E. 2.1.1 und Urteil des BVGer A-5741/2017, 

A-5742/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.3 mit Hinweisen). Vor diesem Hinter-

grund darf der ersuchte Staat Auskünfte mit der Begründung, die verlang-

ten Informationen seien nicht notwendig, nur verweigern, wenn ein Zusam-

menhang zwischen den verlangten Angaben und der im ersuchenden 

Staat durchgeführten Untersuchung unwahrscheinlich erscheint (vgl. statt 

vieler BGE 142 II 161 E. 2.1.1 und Urteil des BVGer A-5741/2017, 

A-5742/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.3 mit Hinweisen; demgegenüber 

spricht das Bundesgericht in BGE 144 II 29 E. 4.2.2 von Gewissheit [«cer-

titude»]). 

3.3.2 Die voraussichtliche Erheblichkeit von geforderten Unterlagen oder 

Auskünften muss sich schon aus dem Amtshilfegesuch ergeben. Sie ist 

gegeben, wenn im Zeitpunkt der Gesuchstellung eine vernünftige Möglich-

keit besteht, dass sich die angefragten Angaben als erheblich erweisen 

werden. Keine Rolle spielt dagegen, wenn sich nach der Beschaffung der 

Informationen herausstellt, dass diese nicht relevant sind (statt vieler BGE 

143 II 185 E. 3.3.2 mit Hinweisen und Urteil des BVGer A-5741/2017, 

A-5742/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.3 mit Hinweisen). 

3.3.3 Im Ersuchen wird ausgeführt und nicht bestritten, dass es sich beim 

namentlich genannten Beschwerdeführer um einen deutschen Staatsan-

gehörigen mit Wohnsitz in Deutschland handelt, der im Zeitraum, für wel-

chen die fraglichen Informationen verlangt werden, Krankentaggeld von ei-

ner Schweizer Versicherungsgesellschaft bezog, jedoch auch als Grenz-

gänger i.S.v. Art. 15a DBA-D erfasst und für eine dem ersuchenden Staat 

namentlich nicht bekannte Schweizer Arbeitgeberin tätig war. Als weitere 

identifizierende Informationen nennt das Gesuch das Geburtsdatum, die 

Adresse sowie die Steuernummer des Beschwerdeführers. Gemäss unbe-

stritten gebliebenen Angaben des BZSt hat der Beschwerdeführer eine 

Steuererklärung eingereicht, jedoch die angeforderten Lohnausweise nicht 

vorgelegt, so dass seine einkommenssteuerrechtliche Situation bislang 

von den deutschen Steuerbehörden nicht umfassend abgeklärt werden 

konnte. Aus diesem Grund bittet das BZSt um Übermittlung der gemelde-

ten Arbeitslöhne, der Lohnausweise sowie der Höhe der einbehaltenen 

Quellensteuer und der Pensionskassenbeiträge im Zeitraum von 1. Januar 

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Seite 9 

2013 bis zum 31. Dezember 2016 (zum Ganzen vgl. vorne Sachverhalt 

Bst. A). 

3.3.4 Für die Veranlagung des demnach in Deutschland einkommenssteu-

erpflichtigen Beschwerdeführers ist in erster Linie das erzielte Erwerbsein-

kommen, welches grundsätzlich der Steuerpflichtige zu belegen hat, mass-

gebend. Für die Erhebung der Einkommenssteuer des in einem anderen 

Vertragsstaat berufstätigen Beschwerdeführers sind die Lohnausweise 

und die der Ausgleichskasse gemeldeten Löhne sowie die Höhe der Pen-

sionskassenbeiträge und der einbehaltenen Quellensteuer erheblich. Die 

bereits eingereichten Belege des ausbezahlten Krankentaggeldes reichen 

unter diesen Umständen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers als 

Grundlage für eine vollständige Einkommenssteuererhebung nicht aus. 

Aufgrund dieser klaren Sachverhaltskonstellation ist die voraussichtliche 

Erheblichkeit im Ersuchen hinreichend begründet. 

3.4 Das strittige Ersuchen genügt somit den vorgenannten formellen und 

materiellen Anforderungen (vgl. vorne gesamte E. 2), weshalb die Vo-

rinstanz – soweit hier materiell zu überprüfen – zu Recht darauf eingetreten 

ist und Amtshilfe gewährt hat. Die Beschwerde ist demnach im Hauptpunkt 

abzuweisen. 

4.  

Eventualiter beantragt der Beschwerdeführer, die Sache sei an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen und diese sei aufzufordern, im Dispositiv der 

Schlussverfügung die dem BZSt zu übermittelnden Dokumente genau zu 

bezeichnen (vgl. vorne Sachverhalt Bst. C). Dem Dispositiv seien im Sinne 

von Art. 17 StAhiG eindeutig und unzweifelhaft jene Informationen zu ent-

nehmen, die dem ersuchenden Staat übermittelt werden. Indem das Dis-

positiv der angefochtenen Verfügung lediglich auf Beilagen verweise, ohne 

diese genau zu bezeichnen, sei die Vorinstanz der Spezifikationspflicht 

nicht nachgekommen. 

4.1 Wie von der Vorinstanz zu Recht vorgebracht, verweist sie in der 

Schlussverfügung lediglich auf zwei Beilagearten, die genau bezeichnet 

werden, nämlich auf die von der Arbeitgeberin edierten Lohnausweise so-

wie auf die vom Steueramt erhaltenen Kontoauszüge, woraus die abge-

rechneten Löhne ersichtlich sind (Bst. j, l und n des Dispositivs der ange-

fochtenen Verfügung). Der Inhalt dieser Beilagen ist genügend spezifiziert 

und umfasst die Höhe des Einkommens, welches der Beschwerdeführer in 

den Jahren 2013 bis 2016 bei seiner Arbeitgeberin erzielte. Die einzelnen 

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Seite 10 

Jahreslöhne für die fragliche Zeitspanne von 2013 bis 2016 sind im Dispo-

sitiv aufgeführt. 

4.2 Demnach ist der wesentliche Inhalt der Beilagen im Dispositiv erwähnt 

und der Beschwerdeführer wurde mit der angefochtenen Verfügung rechts-

genüglich darüber in Kenntnis gesetzt, welche Informationen dem BZSt 

übermittelt werden. Damit hat die Vorinstanz das Erfordernis von Art. 17 

Abs. 1 StGhiG erfüllt, wonach in einer Schlussverfügung der Umfang der 

zu übermittelnden Informationen zu bestimmen ist. Der Eventualantrag des 

Beschwerdeführers ist somit ebenfalls abzuweisen. 

5.  

Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 3'500.– festzusetzen und dem Be-

schwerdeführer ausgangsgemäss aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und 

Art. 1, 2, und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Dieser Betrag ist dem geleisteten Kostenvorschuss zu ent-

nehmen. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 

VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

6.  

Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-

sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur dann mit 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge-

richt weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet 

das Bundesgericht. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 3‘500.– festgesetzt und dem Be-

schwerdeführer auferlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kosten-

vorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

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Seite 11 

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Marianne Ryter Tanja Petrik-Haltiner 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung 

erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen 

und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 

die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-

mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, bei-

zulegen (Art. 42 BGG). 

 

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