# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4928218f-1a23-5ae7-bcb5-7218b0b590c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.04.2008 B-7370/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7370-2007_2008-04-30.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7370/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Ronald Flury (Vorsitz), Hans-Jacob Heitz, 
Frank Seethaler; 
Gerichtsschreiber Jürg Studer.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gallen, 
Davidstrasse 35, 9001 St. Gallen,
Vorinstanz,

Landwirtschaftliches Zentrum SG, Fachstelle 
Pflanzenschutz, Rheinhofstrasse 11, 9465 Salez
Erstinstanz.

Feuerbrandbefall / Pflanzenschutz.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-7370/2007

Sachverhalt:

A.
A._______ (Beschwerdeführer) betreibt in der Gemeinde X._______, 
Kanton St. Gallen, einen Landwirtschaftsbetrieb mit einer Hochstamm-
obstanlage.

Am 12. Juli 2007 erfolgte durch Heinz Müller vom Landwirtschaftlichen 
Zentrum St. Gallen, Fachstelle Pflanzenschutz (Erstinstanz), eine erste 
Kontrolle der Hochstammobstanlage auf Feuerbrandbefall. Im vom Be-
schwerdeführer  nicht  unterschriebenen  Sanierungsprotokoll  hielt  der 
Kontrolleur  die  Rodung  von  3 Birn-  und  52 Apfelbäumen  sowie  den 
Rückschnitt  von  162 Apfelbäumen  bis  zum 1. August  2007  fest.  Die 
gleichentags  entnommenen  Proben  von  zwei  Apfelbäumen  wurden 
durch  die  Forschungsanstalt  Agroscope  Changins-Wädenswil  positiv 
auf Feuerbrand untersucht.
Im Rahmen der durch Heinz Müller am 3. August 2007 durchgeführten 
Nachkontrolle ergab sich, dass der Beschwerdeführer die Rodung von 
3 Birn- und 24 Apfelbäumen nicht vorgenommen hatte.

Im Beisein des Beschwerdeführers führte Andreas Schwarz vom Land-
wirtschaftlichen  Zentrum  St.  Gallen,  Fachstelle  Pflanzenschutz,  am 
10. August 2007 eine Neubeurteilung durch. Diese ergab die Rodung 
von 24 Apfelbäumen und den Rückschnitt von 5 Birn- sowie 12 Apfel-
bäumen. Bei den bisher zur Rodung vorgesehenen 3 Birnbäumen wur-
de nunmehr ein Rückschnitt als zur Sanierung genügend erachtet.

Am 13. August 2007 verfügte das Landwirtschaftliche Zentrum St. Gal-
len,  Fachstelle  Pflanzenschutz,  gestützt  auf  das  Sanierungsprotokoll 
vom 10. August 2007 die Rodung von 24 Apfelbäumen bis zum 20. Au-
gust 2007 sowie den Rückschnitt von 5 Birn- und 12 Apfelbäumen bis 
zum 31. August 2007. Gleichzeitig wurde bei Unterlassen der verfüg-
ten Massnahmen die Ersatzvornahme angedroht und einem allfälligen 
Rekurs die aufschiebende Wirkung entzogen. Zur Begründung führte 
die Erstinstanz im Wesentlichen aus, dass gestützt auf die eidgenössi-
schen  und kantonalen Rechtsgrundlagen der  Beschwerdeführer  ver-
pflichtet sei, die Rodung sowie die Rückschnitte der befallenen Bäume 
durchzuführen.

Gegen diese  Verfügung  erhob  der  Beschwerdeführer  am 21. August 
2007 Rekurs beim Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gal-

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len. Er beantragte die kostenfällige Aufhebung der Verfügung der Erst-
instanz sowie die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Zur 
Begründung  brachte  er  vor,  die  Rückschnitt-  und  Rodungsstrategie 
des Kantons St. Gallen sei als gescheitert zu betrachten, da diese we-
der zur Verhinderung noch zur Eindämmung des Feuerbrandes etwas 
beitrage. Die Massnahmen der Fachstelle für Pflanzenschutz seien un-
verhältnismässig und das private Interesse an der Erhaltung der Hoch-
stammobstbäume überwiege das öffentliche Interesse an der Durch-
setzung einer nicht wirksamen Strategie. Sodann bestehe auch keine 
Gefährdung  gegenüber  benachbarten  Kernobstbeständen,  zumal  es 
die Erstinstanz unterlassen habe, diese zu bezeichnen.

Mit  Zwischenentscheid vom 3. September 2007 stellte die Vorinstanz 
die aufschiebende Wirkung in Bezug auf die angeordnete Rodung un-
befristet  und  in  Bezug  auf  den  angeordneten  Rückschnitt  bis  zum 
31. Oktober 2007 wieder her. 

Mit  Entscheid vom 27. September 2007 wies die Vorinstanz den Re-
kurs des Beschwerdeführers ab und entzog einer allfälligen Beschwer-
de an das Bundesverwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung. Zur 
Begründung führte sie im Wesentlichen an, der Feuerbrandbefall in der 
Anlage des Beschwerdeführers sei durch mehrere Kontrolleure festge-
stellt  worden und unbestritten. Gemäss den vom Landwirtschaftsamt 
eingereichten Luftaufnahmen sei zudem eindeutig belegt, dass sich in 
unmittelbarer Nähe durch die vom Feuerbrand befallenen Bäume ge-
fährdete  Kernobstanlagen  befänden.  Eine  vollständige  Ausmerzung 
des Feuerbranderregers in der Gemeinde X._______ sei zwar mit den 
angeordneten Rodungen und Rückschnitten  ausgeschlossen,  es  be-
stehe  aber  ein  öffentliches  Interesse,  das  von  der  Anlage  des  Be-
schwerdeführers  ausgehende  Infektionspotenzial  und  damit  den  Be-
fallsdruck auf die umliegenden Anlagen auf tiefem Niveau zu halten. 
Die verfügten Massnahmen, Rodung und Rückschnitt  der erkrankten 
Bäume, seien grundsätzlich geeignet, den Befallsdruck zu vermindern, 
zumal die Wirksamkeit alternativer Behandlungsmethoden nicht erwie-
sen sei. Ob eine Regeneration  von befallenen Bäumen möglich  sei, 
könne offen gelassen werden, würden diese doch bis zum Zeitpunkt 
einer  allfälligen  Regeneration  eine  Infektionsquelle  darstellen.  Eine 
Entscheidtabelle  des  Landwirtschaftsamtes  unterstütze  sodann  die 
Kontrolleure des Kantons St. Gallen bei der Frage, ob ein Baum zu ro-
den oder zurück zu schneiden sei. Nichts anderes ergebe sich aus der 

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Interessenabwägung, stehe doch das öffentliche Interesse an der Ein-
dämmung des Feuerbrandes klar im Vordergrund. 

B.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 31. Oktober 
2007  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt  die 
kostenfällige  Abweisung  des  vorinstanzlichen  Entscheides  und  die 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung.  Eventualiter  sei  die 
Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen des Bun-
desverwaltungsgerichts  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen. Die  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingereichte Beschwerde ist inhaltlich weit-
gehend deckungsgleich mit dem Rekurs des Beschwerdeführers vom 
21. August  2007. Zusätzlich  zu  den bisherigen Argumenten rügt  der 
Beschwerdeführer die unrichtige Feststellung des Sachverhalts. 

C.
Mit  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  22. No-
vember 2007 wurde das Gesuch um Wiederherstellung der aufschie-
benden  Wirkung  in  Bezug  auf  die  Rodungen  und  die  angeordneten 
Rückschnitte bis zum 15. März 2008 gutgeheissen.

D.
Die Vorinstanz hält mit Stellungnahme vom 26. November 2007 an ih-
rem  Entscheid  fest.  Die  Obstanlagen  des  Beschwerdeführers  seien 
mehrfach und von verschiedenen Fachpersonen beurteilt worden, was 
eine  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  Sachverhaltes 
ausschliesse. Weiter  sei  das  Ansteckungsrisiko  im vorliegenden  Fall 
besonders  hoch,  befände  sich  doch  die  Hochstammanlage  des  Be-
schwerdeführers inmitten von Niederstammanlagen. Die Bekämpfung 
des Feuerbrandes ergebe sich aus dem Bundesrecht und sei sachlich 
gerechtfertigt,  zumal die Regenerationsfähigkeit  bei  Hochstammobst-
bäumen wissenschaftlich  nicht  geklärt  sei  und eine Gefährdung  der 
wirtschaftlich bedeutenden Niederstammanlagen nicht in Kauf genom-
men werden könne.
Die  Erstinstanz  reichte  innert  der  gesetzten  Frist  keine Vernehmlas-
sung ein.

E.
Am  20. Dezember  2007  erteilte  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Herren Jean-Bernard Bächtiger, Leiter der Fachabteilung Umwelt und 
natürliche Ressourcen, sowie Jürg Boos, Dozent für Obstbau von der 
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, den Auftrag zur 

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Erstattung eines Gutachtens, welches am 28. Januar 2008 eingereicht 
wurde.  Die  Gutachter  äusserten  sich  zur  Frage,  welche  Gefahren 
(kurz-,  mittel-  und langfristig)  von den befallenen Bäumen ohne Ge-
genmassnahmen  beziehungsweise  unter  Berücksichtigung  der  vom 
Kanton St. Gallen verfolgten Rodungs- und Rückschnittsstrategie aus-
gehen, sowie zum internationalen Kenntnisstand der Regenerationsfä-
higkeit von Hoch- und Niederstammobstbäumen.
Mit  Eingaben  vom 15. Februar  2008  nahmen  der  Beschwerdeführer 
und das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) Stellung zum Gutachten. 
In  der  Folge entsprach das Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung 
vom 21. Februar 2008 dem Antrag des Beschwerdeführers, in Ergän-
zung des Gutachtens, weitere Fragen zu beantworten. Die Ergänzun-
gen zum Gutachten wurden fristgemäss am 29. Februar 2008 einge-
reicht,  wobei sich die Gutachter detaillierter zu den Fragen des Anti-
biotika-Einsatzes, der Entflechtung von Nieder- und Hochstammanla-
gen, der Abwägung wirtschaftlicher und ökologischer Werte von Nie-
derstamm- gegenüber Hochstammobstanlagen sowie zur Feuerbrand-
infektionsgefahr  in  der  Umgebung  der  Hochstammanlagen  des  Be-
schwerdeführers äusserten.

F.
Mit Eingabe der Vorinstanz vom 4. März 2008 wurde das Bundesver-
waltungsgericht über die Änderungen in der Feuerbrandbekämpfungs-
strategie des Kantons St. Gallen orientiert. Demnach können Bewirt-
schafter  von  grösseren  Niederstamm-  und  Hochstammobstanlagen 
selber entscheiden, ob ihre Anlagen durch Kontrollen geschützt wer-
den sollen. Bekämpfungsmassnahmen durch den Kanton sollen in Zu-
kunft  nur noch in angemeldeten Obstanlagen sowie den dazugehöri-
gen Schutzgürteln von 500 m vollzogen werden. Gleichzeitig erwog die 
Vorinstanz,  die  Rodungsverfügung  –  nach  Umsetzung  der  Strategie 
bis zum 31. März 2008 – allenfalls in Wiedererwägung zu ziehen.

G.
Mit Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. März 
2008 wurde die aufschiebende Wirkung in  Bezug auf  die Rodungen 
und den angeordneten Rückschnitt bis zu einer allfälligen Wiedererwä-
gung durch die Vorinstanz oder  bis  zur  Eröffnung des Urteils  in  der 
Hauptsache durch das Bundesverwaltungsgericht verlängert.

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H.
Das  BLW  und  der  Beschwerdeführer  nahmen  mit  Schreiben  vom 
13. bzw. 14. März 2008 Stellung zum Ergänzungsgutachten und sahen 
in den Erwägungen des Gutachtens ihre bisherige Position bestätigt. 

Mit Stellungnahme vom 28. März 2008 verwies das BLW auf die Kon-
formität der neuen Strategie des Kantons St. Gallen mit der Richtlinie 
Nr. 3 vom 30. Juni 2006 zur Bekämpfung des Feuerbrandes.

Die Vorinstanz führte in ihrem Schreiben vom 31. März 2008 aus, dass 
sie die angefochtene Rodungsverfügung nicht widerrufen werde. Des 
Weiteren  nahm  sie  unaufgefordert  Stellung  zum  Gutachten  vom 
28. Januar  2008  als  auch  zu  den  Ergänzungen  der  Gutachter  vom 
27. Februar 2008.

Der  Beschwerdeführer  führte  in  seiner  Stellungnahme vom 21. April 
2008 aus, dass die im Rahmen der neuen Feuerbrandbekämpfungs-
strategie  erlassenen  Schutzzonen  keine  Rechtswirkungen  entfalten 
würden, zumal es an einer genügenden gesetzlichen Grundlage fehle 
und das rechtliche Gehör verletzt worden sei. Des Weiteren nahm der 
Beschwerdeführer detailliert Stellung zu den Ausführungen der Vorins-
tanz vom 31. März 2008 und bezweifelte deren Schlussfolgerungen.

Mit Eingabe vom 25. April 2008 nahm die Vorinstanz Stellung zu den 
Ausführungen des Beschwerdeführers vom 21. April 2008.

I.
Auf die dargelegten und weitere Vorbringen wird, soweit sie rechtser-
heblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Ob die Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf  eine Beschwerde 
einzutreten ist, hat die entscheidende Instanz von Amtes wegen und 
mit freier Kognition zu prüfen (vgl. BGE 130 I 321 E. 1 mit Hinweisen; 
ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines  Verwaltungs-
recht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1635).

1.1 Der  Entscheid  des  Volkswirtschaftsdepartementes  des  Kantons 
St. Gallen vom 27. September 2007 stellt eine Verfügung im Sinne von 

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Art. 5  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom 
20. Dezember  1968  dar  (VwVG,  SR 172.021).  Das  Bundesverwal-
tungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügun-
gen nach Art. 5 VwVG und ist nach Art. 33 Bst. i  VGG in Verbindung 
mit  Art. 166  Abs. 2  des  Landwirtschaftsgesetzes  vom 29. April  1998 
(LwG, SR 910.1) für die Behandlung der vorliegenden Streitsache zu-
ständig.

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz in der 
gleichen Sache teilgenommen und ist  durch die angefochtene Verfü-
gung besonders berührt. Er hat ein als schutzwürdiges anzuerkennen-
des Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, weshalb er zur Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Die 
übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen  liegen  ebenfalls  vor  (vgl. 
Art. 46 ff. VwVG).

1.3 Auf die Beschwerde ist damit einzutreten.

2.
Zum Schutz der Kulturen vor Schadorganismen fördert der Bund nach 
Art. 149 Abs. 1  LwG eine geeignete  Pflanzenschutzpraxis. Das LwG 
räumt dem Bundesrat die Kompetenz ein, Vorschriften zum Schutz von 
Kulturen und Pflanzenmaterial  (Pflanzen,  Pflanzenteilen und pflanzli-
chen Erzeugnissen) vor besonders gefährlichen Schadorganismen zu 
erlassen (Art 149 Abs. 2 LwG). Um die  Einschleppung und die Aus-
breitung von besonders gefährlichen Schadorganismen zu verhindern, 
kann der  Bundesrat  nach Art. 153 Bst. c  LwG insbesondere  die Be-
handlung, Desinfizierung oder Vernichtung von Kulturen, Pflanzenma-
terial, Produktionsmitteln und Gegenständen anordnen, die von beson-
ders  gefährlichen Schadorganismen befallen  sind  oder  befallen  sein 
könnten.

2.1 In  Inanspruchnahme  seiner  Kompetenz  hat  der  Bundesrat  am 
28. Februar  2001  die  Verordnung  über  Pflanzenschutz  (PSV, 
SR 916.20)  erlassen.  Der  Feuerbrand  ist  im  Anhang  2,  Teil  A,  Ab-
schnitt II und Teil B als besonders gefährlicher Schadorganismus auf-
geführt. Im 5. Kapitel, 1. Abschnitt der PSV werden die Bekämpfungs-
massnahmen gegen die besonders gefährlichen Schadorganismen ge-
regelt. Gemäss Art. 29 PSV hat der zuständige kantonale Dienst nach 
Anweisungen  des  zuständigen  Bundesamts  geeignete  Massnahmen 
zur Tilgung der Einzelherde zu ergreifen. Falls eine Tilgung nicht mög-

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lich ist,  sind Vorkehrungen zur  Verhinderung einer  weiteren Ausbrei-
tung zu treffen (Abs. 1). Die Kantone können dabei insbesondere das 
Vernichten befallener oder befallsverdächtiger Waren anordnen (Abs. 3 
Bst. g).  Bewirtschafter  und  Bewirtschafterinnen  von  Parzellen  oder 
Pflanzen, die von einem besonders gefährlichen Schadorganismus be-
fallen sind, müssen geeignete Massnahmen treffen, um Einzelherde zu 
vernichten (Abs. 4). Das BLW hat zur einheitlichen und sachgerechten 
Durchführung der Massnahmen zur Bekämpfung besonders gefährli-
cher Schadorganismen die Richtlinie Nr. 3 vom 30. Juni 2006 zur Be-
kämpfung des Feuerbrandes erlassen (vgl. Art. 29 Abs. 5 PSV).

2.2 Dieses  in  der  Pflanzenschutzverordnung  festgeschriebene  Kon-
zept gegen den Feuerbrand ist praktisch identisch mit der für die Euro-
päische Union geltenden Ordnung (Richtlinie 2000/29 vom 8. Mai 2000 
des  EG-Rates,  Amtsblatt  der  Europäischen  Gemeinschaften  vom 
10. Juli  2000,  L 169/1).  Es  beruht  auf  der  Tilgungs-  bzw.  Eindäm-
mungsstrategie.  Die  Tilgungsstrategie  hat  das  Ziel,  in  Gebieten  mit 
Einzelherden den Erreger auszurotten und die Eindämmungsstrategie 
verfolgt die Reduktion des Infektionspotentials in Gebieten mit starkem 
und wiederholtem Befall.

2.3 Für den Vollzug der Eidgenössischen Gesetzgebung zur Bekämp-
fung des Feuerbrandes ist im Kanton St. Gallen die Fachstelle Pflan-
zenschutz zuständig (Anhang 2 der kantonalen Ermächtigungsverord-
nung vom 22. Juni 2004, sGS 141.41). Sie ist dem kantonalen Land-
wirtschaftsamt  des  Kantons  St.  Gallen  unterstellt.  Ihre  Verfügungen 
sind  an  das  kantonale  Volkswirtschaftsdepartement  weiterziehbar 
(Art. 43bis des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 16. Mai 
1965, VRP, sGS 951.1).

3.
Nach Art. 49 VwVG kann mit der Beschwerde ans Bundesverwaltungs-
gericht die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung 
oder Missbrauch des Ermessens (Bst. a)  und unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Bst. b) ge-
rügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit  ist  hingegen unzuläs-
sig, wenn - wie hier - eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz 
verfügt hat (Bst. c). 

4.
Die Vorinstanz begründet die Abweisung des Rekurses damit, dass ein 
öffentliches  Interesse  daran  bestehe,  das  von  der  Anlage  des  Be-

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schwerdeführers  ausgehende  Infektionspotential  und  damit  den  Be-
fallsdruck auf die umliegenden Anlagen zu senken. Die Verhältnismä-
ssigkeit  sei  in  Bezug auf  die  verfügten Massnahmen Rodung  sowie 
Rückschnitt gewahrt und der Strategiewechsel des Kantons St. Gallen 
erlaube keinen Widerruf der angefochtenen Verfügung, zumal der Be-
trieb des Beschwerdeführers grösstenteils im Schutzgürtel von ange-
meldeten Schutzobjekten liege.

Der Beschwerdeführer macht vor dem Bundesverwaltungsgericht gel-
tend,  die  Erstinstanz  habe  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  nicht 
korrekt  sowie unvollständig festgestellt  und die Rückschnitt-  und Ro-
dungsstrategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes sei als gescheitert 
anzusehen.  Diese  verhindere  weder  die  Ausbreitung  der  Krankheit 
noch zeige sie  eine  erkennbare  Eindämmungswirkung. Bei  korrekter 
Sachverhaltsfeststellung  bestehe  kein  öffentliches  Interesse  an  der 
Umsetzung  der  verfügten  Massnahmen,  welche  den  Grundsatz  der 
Verhältnismässigkeit  verletzten  und  damit  einen  Ermessensmiss-
brauch darstellen würden. Die neue Strategie des Kantons St. Gallen 
könne zudem keine Anwendung finden, da ihr die gesetzliche Grundla-
ge fehle und das rechtliche Gehör bislang nicht gewahrt worden sei.

Im Folgenden ist zuerst auf die Änderungen der Feuerbrandbekämp-
fungsstrategie  des  Kantons  St. Gallen  und  deren  möglichen  Auswir-
kungen auf das vorliegende Verfahren und danach auf die Rügen des 
Beschwerdeführers  einzugehen.  Diese  beinhalten  sinngemäss,  dass 
der rechtserhebliche Sachverhalt nicht vollständig bzw. unrichtig fest-
gestellt worden sei und der Vollzug der vom Kanton St. Gallen verfolg-
ten Strategie infolge Ermessensmissbrauch Bundesrecht verletze.

5.
Die neue Strategie des Kantons St. Gallen zur Bekämpfung des Feu-
erbrandes verfolgt,  im Einklang mit  der Richtlinie Nr. 3 des BLW, die 
Ausscheidung  von  Schutzobjekten.  Bekämpfungsmassnahmen  durch 
den Kanton sollen in Zukunft nur noch in angemeldeten Schutzobjek-
ten sowie in umliegenden Schutzgürteln von 500 m vollzogen werden, 
nicht wie bis anhin im ganzen Kantonsgebiet. Vorliegend haben meh-
rere Nachbarn des Beschwerdeführers ihre Parzellen als Feuerbrand-
schutzobjekte angemeldet. In einem Begleitblatt ohne Datierung wurde 
von einem Experten der Fachstelle Pflanzenschutz zudem unterschrift-
lich bestätigt,  dass die angemeldeten Objekte die Anforderungen als 
Schutzobjekte erfüllen. 

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Das Strategiepapier des Landwirtschaftsamtes des Kantons St. Gallen 
vom 28. Februar 2008 zur neuen Feuerbrandbekämpfung sieht  unter 
Ziff. 6 vor, dass eine Anmeldung als Schutzobjekt bzw. der Schutzob-
jektstatus gegenüber Dritten nicht verbindlich sei. Bei Anordnung von 
Bekämpfungsmassnahmen  gegenüber  Dritten  im  Schutzgürtel  stehe 
ein Rekursverfahren zur Verfügung, in welchem die Rekurrenten insbe-
sondere auch die Rechtmässigkeit des Schutzobjekts in Frage stellen 
könnten.
In Anbetracht dieser Sach- und Rechtslage kann festgehalten werden, 
dass ein Schutzobjekt erst nach Verfügung der Vollzugsmassnahmen 
gegenüber Dritten im Schutzgürtel sowie einem allfälligen Rekursver-
fahren in Rechtskraft erwachsen würde. Vorliegend müsste der Kanton 
St. Gallen  dem Beschwerdeführer  – da im Schutzgürtel  liegend und 
durch  den Feuerbrand betroffen  –  vorderhand die  notwendigen Voll-
zugsmassnahmen  verfügen  und  ein  allfälliges  Rechtsmittelverfahren 
durchlaufen.  Bis  die  möglichen  Schutzobjekte  rechtskräftig  ausge-
schieden wurden,  kann das Bundesverwaltungsgericht  nicht  auf  ent-
sprechende  Entscheide  abstellen.  Indessen  hat  das  Bundesverwal-
tungsgericht die Tragweite des in der Zwischenzeit erstellten Gutach-
tens  und  die  dort  gezogenen  Schlüsse  zu  würdigen  (Art. 19  VwVG 
i.V.m. Art 40  des  Bundesgesetzes  vom 4. Dezember  1947  über  den 
Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]).

6.
Die für den Ausgang des Verfahrens bislang massgebende Strategie 
der Feuerbrandbekämpfung wurde durch den im Obstbau spezialisier-
ten  Beschwerdeführer  und  die  Obstbauspezialisten  des  Kantons 
St. Gallen unterschiedlich bewertet. Das Bundesverwaltungsgericht er-
achtete  es  daher  als  notwendig,  ein  Gutachten einzuholen,  welches 
von den Professoren Jean-Bernard Bächtiger und Jürg Boos von der 
Zürcher  Hochschule  für  Angewandte  Wissenschaften  erstellt  wurde. 
Dieses umfasste die Beurteilung von drei Obstbaubetrieben in den Ge-
meinden  Y._______  (B._______  und  C._______)  und  X._______ 
A._______).

Nach Art. 12 Bst. e VwVG bildet ein Gutachten von Sachverständigen 
ein Beweismittel zur Klärung des Sachverhalts. Im Rahmen des Gut-
achtens teilen die gerichtlichen Experten dem Richter auf Grund ihrer 
Sachkunde Erfahrungs-  oder  Wissenssätze ihrer  Disziplin  mit,  erfor-
schen  für  das  Gericht  erhebliche  Tatsachen  oder  ziehen  sachliche 
Schlussfolgerungen aus bereits bestehenden Tatsachen.

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Das Gutachten stellt eine Entscheidungshilfe für den Richter dar, des-
sen  Wissen  durch  die  besonderen  Fachkenntnisse der  Experten er-
gänzt wird. Die Beweiswürdigung und die Beantwortung der sich stel-
lenden  Rechtsfragen  bleibt  indessen  Sache  des  Richters. In  techni-
schen  Fragen  ist  die  Auffassung  der  Experten  massgebend,  sofern 
diese  nicht  offensichtlich  widersprüchlich  erscheint  oder  auf  irrtümli-
chen  tatsächlichen  Feststellungen  beruht.  Grundsätzlich  weicht  der 
Richter nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der Ex-
perten ab (BGE 118 Ia 144 E. 1c). In diesem Sinne ist das Gutachten 
im Folgenden zu gewichten.

6.1 In ihrem Gutachten gelangten die Experten zu folgenden Kernaus-
sagen: 
Einleitend hielten sie die Voraussetzungen für eine Feuerbrandinfekti-
on  und  die  Präsenz  des  Krankheitserregers  in  der  Deutschschweiz 
fest. Für weite Teile der Deutschschweiz müsse heute davon ausge-
gangen werden,  dass der Feuerbrand nicht  mehr ausrottbar sei. Die 
Stärke eines Feuerbrandbefalles hange somit  hauptsächlich von den 
Witterungsbedingungen  während  der  Blütezeit  sowie  der  Anfälligkeit 
der  Wirtspflanze ab (Gutachten vom 25. Januar  2008,  S. 1). Frage 1 
betraf  das  Aufzeigen  möglicher  Gefahren  (kurz-,  mittel-  und 
langfristig), welche von den befallenen Bäumen auf die benachbarten 
Parzellen und auf das weitere Gebiet Ostschweiz ohne weitere Mass-
nahmen (Frage 1a) bzw. bei Verfolgung der vom Kanton St. Gallen an-
gestrebten Rodungs- und Rückschnittstrategie (Frage 1b) auf andere 
Wirtspflanzen  ausgehen.  In  Beantwortung  der  Frage 1a  hielten  sie 
fest, dass grundsätzlich bei allen drei  Betrieben bei günstigen Witte-
rungsbedingungen die Gefahr der Verbreitung des Feuerbrandes auf 
die umliegenden Kernobstbäume durch Bienen oder mittels Wind und 
Niederschlägen in Richtung Nord-Ost möglich sei. Die Experten diffe-
renzierten sodann beim Risiko der Ausbreitung des Feuerbrandes in 
benachbarte Parzellen. Alleinig ausgehend von den Bäumen der Be-
triebe von C._______ und B._______ sei die mögliche Ausbreitung als 
gering und beim Betrieb von A._______ infolge der direkten Nachbar-
schaft einer Niederstammanlage als erhöht zu beurteilen. In Bezug auf 
die Entwicklung der Feuerbrandsituation in der gesamten Ostschweiz 
könne der Einfluss der drei Betriebe als unbedeutend beurteilt werden. 
Eine  Einschätzung  der  kurzfristigen  Entwicklung  sei  nicht  möglich, 
hange diese doch zu stark  von der  Witterung ab. Mittelfristig  werde 
sich  die  Gefahr  einer  Ausbreitung  in  benachbarte  Gebiete  erhöhen 

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und langfristig sei für die Entwicklung des Feuerbrandes die Kulturfüh-
rung der Hochstammobstbäume massgebend.

Zu einem für den Beschwerdeführer günstigen Ergebnis gelangten die 
Experten in Beantwortung der Frage 1b. Aus Sicht der Gutachter be-
stehe  im  vorliegend  fortgeschrittenen  Stadium  der  Epidemie  (2007) 
wenig  Aussicht,  durch  Rückschnitt  die  Gefahr  einer  Verbreitung  des 
Feuerbrands wirkungsvoll einzudämmen. Mit Rodungen könne die Be-
fallsgefahr nur dann reduziert werden, wenn alle befallenen, verdächti-
gen oder nicht kontrollierbaren Wirtspflanzen entfernt würden. Ein sol-
ches Vorgehen mache im Umkreis von speziell  schützenswerten Ob-
jekten Sinn (500 m um grössere Niederstammanlagen und Baumschu-
len),  wie beispielsweise in X._______, wo sich in direkter Nähe grö-
ssere  Niederstammanlagen  befänden. Auch bei  Umsetzung  der  ver-
fügten Massnahmen werde der Einfluss der drei Betriebe auf die Feu-
erbrandsituation in der ganzen Ostschweiz unbedeutend sein.

Frage 2  betraf  die  Erläuterung  des  internationalen  Kenntnisstandes 
hinsichtlich der Regeneration von Hoch- und Niederstammobstbäumen 
sowie konkret die Regenerationsfähigkeit der betroffenen Bäume. Die 
Experten  hielten  diesbezüglich  fest,  dass  der  gegenwärtige  Wissen-
stand  noch  keine  exakte  Steuerung  des  Phänomens  Regeneration 
durch den Bewirtschafter  zulasse. Bestehende Obstanlagen könnten 
daher nicht mit einer ausreichenden Sicherheit in eine erwünschte „re-
generative Anlage“ ohne Befallsgefahr umgewandelt werden. Länger-
fristig müssten daher anfällige Sorten entfernt,  robuste Sorten ange-
baut und die Wüchsigkeit der Bäume reduziert werden, was aber nicht 
zu  feuerbrandfreien  Hochstammobstbeständen  führe,  zumal  Feuer-
brand jahrelang latent und unbemerkt in den Bäumen überdauern kön-
ne.

Aufgrund der Zusatzfrage klärten die Experten ab, ob von allfällig re-
generierten  Bäumen  eine  Gefahr  für  andere  Wirtspflanzen  ausgehe 
und  falls  nein,  innert  welcher  Zeit  nach  dem  Auftreten  der  ersten 
Symptome die Weiterverbreitungsgefahr dahin falle. Die Gutachter er-
klärten hiezu, dass sie die Vorstellung einer Selbstheilung der Bäume, 
ähnlich  einer  Immunisierung  beim  Menschen,  nicht  teilen  würden. 
Wenn von einer teilweisen Regeneration ausgegangen werden könne, 
so sei diese eher bei Hochstammobstbäumen, denn bei Niederstamm-
obstbäumen zu erwarten.

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Anschliessend gelangten die Experten zum Schluss, dass das Feuer-
brandbakterium in weiten Teilen der Schweiz nicht mehr auszurotten 
sei. Die verfolgte Strategie mit  Rodung und Rückschnitt  sei  daher in 
Gebieten, welche sich weit genug von schützenswerten Objekten wie 
Niederstammanlagen und Baumschulen befinden (Umkreis von mehr 
als 500 m), anzupassen. In Bereich der noch zahlreichen und sehr gut 
gepflegten  Hochstammobstgärten  von  Y._______  sei  dem  Land-
schaftsbild und einer intakten Hochstamm-“Kultur“ der Bewirtschafter 
und der Bevölkerung grosses Gewicht beizumessen. Rodungen wie in 
Y._______  würden  zum  fortgeschrittenen  Zeitpunkt  einer  Epidemie 
das Infektionspotential  nicht  mehr genügend reduzieren,  um die ver-
bleibenden Bäume zu schützen. Anders sei die Situation in X._______ 
zu beurteilen, wo die angrenzenden Niederstammanlagen besonderen 
Schutz geniessen sollten und eine konsequente Entflechtung von Nie-
derstamm-  und  Hochstammobstanbau  in  Kombination  mit  weiteren 
Massnahmen, wie den Einsatz von Antibiotika, anzustreben sei.

6.2 In  Beantwortung  der  Zusatzfragen  des  Beschwerdeführers  vom 
15. Februar 2008 nahmen die Gutachter in Ergänzung zum Gutachten 
detaillierter Stellung zum Einsatz des Antibiotikums Streptomycin und 
der  Situation  in  X._______  (Feuerbrandbefall  Umgebung,  Entflech-
tungsproblematik und Interessenabwägung Hoch- gegenüber Nieder-
stamm-obstanlagen). Dabei gelangten die Experten zu folgenden Er-
kenntnissen:  Der  Einsatz  des  Antibiotikums Streptomycin  sei  grund-
sätzlich problematisch und präventiven Massnahmen würden weiterhin 
eine grosse Bedeutung zukommen. Die Experten stellten sodann fest, 
dass sich in der näheren Umgebung der Niederstammobstanlage von 
Obersteinach weitere Wirtspflanzen des Feuerbrandes befinden wür-
den. Diese Feststellung habe jedoch eine geringe Bedeutung, da die 
angrenzende  Niederstammobstanlage  aufgrund  der  Hauptwindrich-
tung und der kurzen Bienenflugdistanz am unmittelbarsten von den be-
fallenen Hochstammobstbäumen des Betriebes A._______ gefährdet 
werde. In Bezug auf die Einschätzung des wirtschaftlichen und ökolo-
gischen Wertes  der  Hochstammobstanlagen gegenüber  den angren-
zenden Niederstammobstanlagen hielten die Experten fest, dass sich 
die ökologischen (Mehr-)Werte bei beiden Anlagen in etwa die Waage 
halten würden. Anders sehe die Situation in Bezug auf die ökonomi-
sche Analyse aus, diesbezüglich sei die Niederstammobstanlage auch 
bei zurückhaltenden Ertragswertschätzungen gegenüber einer intensiv 
geführten Hochstammobstanlage im Vorrang.

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7.
Zu  prüfen  ist  in  einem  ersten  Schritt,  ob  der  Sachverhalt  von  der 
Vorinstanz unrichtig oder unvollständig festgestellt wurde.

7.1 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  die  Feuerbrandkontrollen 
seien auf seinem Betrieb nicht sachgerecht durchgeführt worden. Ent-
gegen der Auffassung der Erst- und Vorinstanz erfordere der Befall mit 
Feuerbrand bei keinem der zu rodenden Bäume eine Fällung, zumal 
der durch den Beschwerdeführer durchgeführte Rückschnitt genüge.
Hier muss dem Beschwerdeführer entgegengehalten werden, dass am 
12. Juli 2007 sowie 3. August 2007 durch Heinz Müller vom Landwirt-
schaftlichen Zentrum St. Gallen, Fachstelle Pflanzenschutz, eine um-
fassende Erst- und eine dazugehörige Nachkontrolle des Feuerbrand-
befalls der Hochstammobstanlage erfolgte. Aufgrund der unvollständi-
gen Umsetzung  der  verlangten  Sanierungsmassnahmen erfolgte  am 
10. August  2007  durch  Andreas  Schwarz  vom  Landwirtschaftlichen 
Zentrum  St.  Gallen,  Fachstelle  Pflanzenschutz,  im  Beisein  des  Be-
schwerdeführers eine Neubeurteilung des gesamten Hochstammobst-
bestandes. Am 12. Juli 2007 wurden von zwei Apfelbäumen Laborpro-
ben entnommen und im Ergebnis durch die Forschungsanstalt  Agro-
scope Changins-Wädenswil positiv auf Feuerbrand getestet. In Anbe-
tracht der umfangreichen und fundierten Abklärungen durch die kanto-
nale  Pflanzenschutzfachstelle  vermag  die  Argumentation  des  Be-
schwerdeführers deshalb nicht zu überzeugen. 

7.2 Der Beschwerdeführer bringt  sodann vor, die Feuerbrandkontrol-
len  würden  im  Kanton  St. Gallen  nicht  flächendeckend  und  unter-
schiedlich streng durchgeführt.
Dieser Rüge kann indessen nicht gefolgt werden, da weder das Land-
wirtschaftsgesetz noch die Pflanzenschutzverordnung oder die Richtli-
nie  Nr. 3  zur  Bekämpfung  des  Feuerbrandes  eine  flächendeckende 
Kontrolle  in  Befallszonen  vorschreibt  und  der  Kanton  anhand  einer 
Entscheidtabelle  zur  Feuerbrandbekämpfung  eine  einheitliche  und 
sachgerechte  Durchführung  der  Massnahmen  zur  Bekämpfung  des 
Feuerbrandes gewährleistet. Der Betrieb des Beschwerdeführers liegt 
in der Gemeinde X._______. Gemäss Liste der Forschungsanstalt Ag-
roscope Changins-Wädenswil vom 26. März 2007, Stand 1. April 2007, 
liegt die Gemeinde X._______ seit dem Jahre 2001 in der Befallszone. 
Eine Tilgung des Erregers in einer Befallszone ist gemäss Legaldefini-
tion  nicht  mehr  möglich  (Art. 3  Abs. 1  Bst. l  PSV).  In  der  Richtlinie 
Nr. 3 vom 30. Juni 2006 zur Bekämpfung des Feuerbrandes wird dem-

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entsprechend die  Eindämmungsstrategie bzw. die  Ausscheidung von 
Schutzobjekten angestrebt, wobei unter der Eindämmungsstrategie die 
Reduktion des Infektionspotenzials und die Verhinderung der weiteren 
Ausbreitung der Krankheit verstanden wird. Mit der Ausscheidung von 
Schutzobjekten wird hingegen die Erhaltung akzeptabler  Rahmenbe-
dingungen  für  die  Erzeugung  von Kernobstgehölzen,  die  Produktion 
von Kernobst und die Erhaltung von wertvollen Hochstammbeständen 
angestrebt. Im Anhang der Richtlinie Nr. 3 werden die Eckwerte für die 
Durchführung der Kontrollen festgehalten, demnach wird bei alleinste-
henden oder  in  Beständen stehenden  Wirtspflanzen ausserhalb  von 
Schutzobjekten die Kontrollintensität durch den Kanton bestimmt. Bei 
Schutzobjekten beträgt die Anzahl der Kontrollen je nach Befallssitua-
tion ein- bis zweimal pro Jahr. Auf kantonaler Ebene stellt die Fachstel-
le  Pflanzenschutz  des  Landwirtschaftsamtes  des  Kanton  St. Gallen 
den Kontrolleuren eine Entscheidtabelle für das Vorgehen bei befalle-
nen Hochstammobstbäumen zur Verfügung. Diese gewährleistet einen 
einheitlichen  Vollzug  der  Feuerbrandbekämpfung  und  berücksichtigt 
insbesondere, ob beim infizierten Baum bereits ein Rückschnitt durch-
geführt  wurde,  bewertet  den  Abstand  zu  weiteren  Kernobstanlagen, 
die Grösse und Wichtigkeit  der Nachbaranlage sowie die Anfälligkeit 
der befallenen Kernobstsorten.

Die Rüge des Beschwerdeführers erweist sich somit als unbegründet.

8.
In einem zweiten Schritt ist nunmehr zu prüfen, ob die von der Erstin-
stanz verfügte und von der Vorinstanz bestätigte Praxis zur Bekämp-
fung des Feuerbrandes im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens 
sachgerecht und mithin rechtsfehlerfrei oder missbräuchlich ausgeübt 
worden  ist.  Ermessensmissbrauch  ist  gegeben,  wenn  die  Behörde 
zwar  im Rahmen des ihr  eingeräumten Ermessens bleibt,  sich  aber 
von unsachlichen,  dem Zweck der massgebenden Vorschriften frem-
den  Erwägungen  leiten  lässt  oder  allgemeine  Rechtsprinzipien,  wie 
das Verbot von Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das Ge-
bot von Treu und Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismässig-
keit verletzt (BGE 123 V 150 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Ermessens-
missbrauch stellt somit eine Rechtsverletzung dar, wenn der angefoch-
tene  Entscheid  einerseits  unhaltbar  ist  und  andererseits  im  Wider-
spruch  zu  Sinn  und  Zweck  des  Gesetzes  steht  (HÄFELIN/MÜLLER/ 
UHLMANN, a.a.O, Rz. 464).

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8.1 Das Gebot  der  Verhältnismässigkeit  verlangt,  dass  die  vom Ge-
setzgeber oder von der Behörde gewählten Massnahmen für das Er-
reichen des gesetzten Zieles geeignet, notwendig und für den Betrof-
fenen zumutbar sind. Der angestrebte Zweck muss in einem vernünfti-
gen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln bzw. zu den zu seiner Ver-
folgung notwendigen Beschränkungen stehen. 

8.1.1 Das im öffentlichen Interesse liegende Ziel ergibt sich vorliegend 
aus der  Pflanzenschutzverordnung und der  dazugehörigen Richtlinie 
Nr. 3 und stellt mit der Eindämmungsstrategie die Reduktion des Infek-
tionspotenzials  und  die  Verhinderung  der  weiteren  Ausbreitung  des 
Feuerbrandes in den Vordergrund. Dabei  wird dem Kanton in Bezug 
auf  die  Feuerbrandbekämpfung  ein  grosses  Ermessen  eingeräumt, 
welche Massnahmen er zur Erfüllung des von Bund und Kanton im öf-
fentlichen Interesse liegenden Ziels ergreifen will. 

8.1.2 Die Verwaltungsmassnahme muss geeignet sein, das im öffentli-
chen  Interesse  angestrebte  Ziel  zu  erreichen.  Ungeeignet  ist  eine 
Massnahme dann, wenn sie am Ziel vorbeischiesst, d.h. keinerlei Wir-
kungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet oder die Er-
reichung dieses Zweckes sogar erschwert oder verhindert. Zu prüfen 
ist  also  die  Zwecktauglichkeit  einer  Massnahme (HÄFELIN/MÜLLER/UHL-
MANN, a.a.O, Rz. 587 mit Hinweisen).

Umstritten  ist  die  Eignung der  vom Kanton  St. Gallen  verfolgen  Ro-
dungs- und Rückschnittstrategie. Auf der einen Seite sieht die Vorin-
stanz jede Rodung und jeden Rückschnitt von erkrankten Bäumen und 
Ästen als  geeignet  an,  weil  es offensichtlich sei,  dass ein gerodeter 
oder fachkundig zurückgeschnittener Baum keine Gefahr mehr darstel-
le.  Auf  der  anderen  Seite  bringt  der  Beschwerdeführer  vor,  die  Ro-
dungs-  und  Rückschnittstrategie  sei  als  gescheitert  anzusehen  und 
bemängelt  insbesondere die fehlende Eindämmungswirkung. Folglich 
sei auch nicht damit zu rechnen, dass benachbarte Obstanlagen durch 
die befallenen Bäume des Beschwerdeführers grossflächig angesteckt 
würden.
Die Frage der Eignung der vom Kanton St. Gallen verfolgten Strategie 
kann von den näheren  örtlichen Gegebenheiten  (Verbreitung Feuer-
brandbakterium durch Wind und Regen, Art der Nachbarparzelle) we-
sentlich beeinflusst werden. Die Experten betrachten das Risiko einer 
Verbreitung  des  Feuerbrandes  von den  befallenen  Bäumen des Be-
schwerdeführers auf benachbarte Parzellen als erhöht. Zu diesem Re-

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sultat  gelangten  sie,  indem  sie  die  Verbreitung  des  Feuerbrandes 
durch Bienen sowie Regen und Wind auf benachbarte Parzellen analy-
sierten. Unter Annahme der Hauptwindrichtung während einer Regen-
periode aus Südwesten, kamen sie zum Schluss, dass grössere Flä-
chen von wirtschaftlich bedeutenden Niederstammkulturen in nordöst-
licher Richtung betroffen wären.
In Verfolgung der  im öffentlichen Interesse liegenden Ziele,  der  Ein-
dämmung  des  Feuerbrandes,  ist  somit  zu  prüfen,  ob  die  verfügten 
Massnahmen (Rodung und Rückschnitt) geeignet sind, die Problema-
tik der Koexistenz von Hochstamm- und Niederstammobstanlagen zu 
entschärfen. Aufgrund der direkten Nachbarschaft von grösseren Nie-
der-  und  Hochstammobstanlagen  rückt  sodann  die  Rüge  des  Be-
schwerdeführers,  die  Rodungs-  und  Rückschnittstrategie  sei  grund-
sätzlich ungeeignet, in den Hintergrund.

Die  Geeignetheit  der  verfügten Massnahmen ist,  unter  Berücksichti-
gung der von den Experten dargelegten Fakten, zu bejahen. Gemäss 
Gutachten vom 25. Januar 2008 sind Niederstammobstanlagen im Ver-
gleich  zu  Hochstammobstbäumen  anfälliger  gegenüber  einer  mögli-
chen Feuerbrandinfektion und diese führt  infolge des kleineren Volu-
mens  der  Niederstammobstbäume  auch  rascher  zum  vollständigen 
Befall  des  Baumes. Aufgrund der  geringen Baumhöhe von 3 m sind 
Kontrollen und allfällige Hygienemassnahmen zwar besser durchführ-
bar,  ein  starker  Rückschnitt  kann  jedoch  physiologische  Störungen 
auslösen und die Früchteproduktion qualitativ und wirtschaftlich redu-
zieren.  Eine  konsequente  Entflechtung  von  Nieder-  und  Hoch-
stammanbau mit einem Minimalabstand von 500 m zugunsten des an-
fälligeren  und  wirtschaftlich  bedeutenderen  Niederstammanbaus  ist 
dementsprechend der direkten Koexistenz von schwer kontrollierbaren 
und/oder  befallenen  Hochstamm- mit  Niederstammanlagen  vorzuzie-
hen  (Gutachten,  S. 7  und  S. 16  sowie  Ergänzung  zum  Gutachten, 
S. 5). 
Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer ferner 
aus der Ergänzung zum Gutachten. Diese folgt materiell dem Gutach-
ten und lässt dem Fortbestand einer befallenen Hochstammobstanlage 
neben einer Niederstammobstanlage keinen Raum. Die Experten wei-
sen diesbezüglich  noch einmal  in  aller  Deutlichkeit  darauf  hin,  dass 
eine Koexistenz von einer „regenerativen Hochstammobstanlage“ mit 
einer  Niederstammanlage  ausgeschlossen  sei  und  eine  Nieder- 
stammobstanlage in der Nähe einer möglichen Feuerbrandquelle nicht 
wirtschaftlich  geführt  werden  könne.  Damit  strebt  das  Gutachten, 

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gleich  wie  die  neue  Feuerbrandbekämpfungsstrategie  des  Kantons 
St. Gallen, eine konsequente Entflechtung von Hoch- und Niederstam-
mobstanlagen und die Schaffung von Schutzobjekten mit  Schutzgür-
teln an.

Soweit der Beschwerdeführer die Geeignetheit der umstrittenen Mass-
nahmen in Frage stellt, kann ihm daher nicht gefolgt werden.

8.1.3 Als  Nächstes  stellt  sich  die  Frage,  ob  sich  die  umstrittenen 
Massnahmen als  zweckproportional  bezeichnen lassen,  oder  ob der 
verfolgte Zweck auch mit einer weniger einschneidenden Massnahme 
erreicht  werden  könnte.  Die  Massnahmen  haben  zu  unterbleiben, 
wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den ange-
strebten Erfolg  ausreichen würde (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O,  Rz. 
591). 

Eine mildere Massnahme könnte die natürliche Regeneration der vom 
Feuerbrand befallenen Hochstammobstbäume darstellen. Diesbezüg-
lich verweist die Vorinstanz auf die Gefahr der befallenen Bäume als 
dauernde  Infektionsherde  bis  zur  möglichen  Selbstheilung  hin  und 
lässt  ansonsten die Frage der Regeneration offen. Der  Beschwerde-
führer  hingegen  sieht  die  Regeneration  aufgrund  wissenschaftlichen 
Erkenntnissen und persönlichen Feststellungen als erwiesen an.

Die Experten äussern sich im Gutachten in Frage 2 und der Zusatzfra-
ge zur möglichen Regeneration von Hoch- und Niederstammobstbäu-
men im internationalen Kontext. Demgemäss gibt es bis heute keine 
gesicherten wissenschaftlichen Untersuchungen zur Regenerationsfä-
higkeit  von Apfelhochstämmen im Freiland. Die Experten können die 
Vorstellung einer Selbstheilung der Bäume nicht teilen und der gegen-
wärtige Wissensstand lasse auch keine exakte Steuerung einer mögli-
chen Regeneration von Anlagen durch den Bewirtschafter zu, von wel-
chen anschliessend kein Befall mehr ausgehen würde. In diesem Zu-
sammenhang sei die Entfernung von anfälligen Sorten und dem Anbau 
von robusten Sorten der Vorzug zu geben. 

In Anbetracht des aktuellen wissenschaftlichen Standes zur Regenera-
tion von durch Feuerbrand befallenen Hochstammbäumen und der la-
tenten Ausbruchgefahr des Feuerbrandes stellt die mögliche Regene-
ration keine mildere Massnahme dar. Wie die Vorinstanz sodann richtig 
festhält, ist eine ausreichende Wirksamkeit alternativer Behandlungs-

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methoden  (Tonerde,  biologische  Antagonisten  sowie  Kupfer)  bislang 
nicht erwiesen. Keine mildere Massnahme stellt in diesem Zusammen-
hang  der  Einsatz  des  Antibiotikums Streptomycin  dar,  zumal  dieses 
die präventiven Massnahmen zur Bekämpfung des Feuerbrandes nicht 
ersetzt (Ergänzung zum Gutachten, S. 2).
Die Massnahmen sind daher zweckproportional und die Rüge erweist 
sich auch aus diesem Grund als unbegründet.

8.1.4 Sodann  fragt  sich,  ob  die  Verhältnismässigkeit  von  Eingriffs-
zweck und Eingriffswirkung gewahrt wurde. Eine Verwaltungsmassnah-
me ist nur gerechtfertig, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen 
dem angestrebten Ziel  und dem Eingriff,  den sie für den betroffenen 
Privaten bewirkt, wahrt. Es ist deshalb eine wertende Abwägung vor-
zunehmen, welche das öffentliche Interesse an der Massnahme und 
die  durch  den  Eingriff  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Be-
schwerdeführers vergleicht (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O, Rz. 614).

In die Waagschale der Abwägung zugunsten der privaten Interessen 
sind  insbesondere  der  finanzielle  Schaden  des  Beschwerdeführers 
(Rodung,  Rückschnitt,  Ertragsausfall),  der  ökologische  (Mehr-)Wert 
von Hochstammobstbäumen, das intakte und einmalige Landschafts-
bild,  der  Erhalt  des  Streuobstbaus  und  der  Mostobstproduktion  aus 
Äpfeln von Hochstammobstanlagen sowie weitere immaterielle Werte 
des Beschwerdeführers anzuführen. Dagegen ergibt sich das öffentli-
che Interesse vorwiegend aus dem Erhalt  der angrenzenden grösse-
ren  Niederstammanlagen  und  der  damit  verbundenen  Trennung  von 
Nieder- und Hochstammanbau zugunsten des Objektschutzes.

Eine Abwägung der oben dargestellten Interessen ergibt, dass dem öf-
fentliche Interesse an der Eindämmung des Feuerbrandes der Vorzug 
zu geben ist. Der  finanzielle  Schaden des Beschwerdeführers durch 
Rodung und Rückschnitt wird von Bund und Kanton grundsätzlich ent-
schädigt.  Durch  den  Vollzug  der  Massnahme  entstehen  zudem  Er-
tragsausfälle, diese stehen vorliegend aber in Abwägung mit den po-
tentiell grösseren Ertragsausfällen der angrenzenden Niederstamman-
lage. Deren Existenz könnte bei einem starken Feuerbrandbefall infol-
ge  fehlenden  präventiven  Schutzmassnahmen  gar  in  Frage  gestellt 
werden (Ergänzung zum Gutachten, S. 9). Sodann halten die Experten 
auch fest, dass Hochstammobstbäume nicht grundsätzlich ökologisch 
sind, zumal der ökologische Wert je nach Anordnung, Pflege, Struktu-
rierung des Umfelds und anderen Kriterien höher oder geringer sein 

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könne (Ergänzungen zum Gutachten, S. 8). In Abwägung der einzel-
nen  Elemente  ergibt  sich  für  die  Hochstammobstanlage  des  Be-
schwerdeführers keine bedeutenden ökologischen Mehrwerte gegen-
über  den  benachbarten  Niederstammobstanlagen. Einzig  im Bereich 
des landschaftlich prägenden Bildes – ein Ostschweizer Bauerngut mit 
umschliessendem Obstgarten – überwiegt das private Interesse.  Die-
ses vermag jedoch das ansonsten überwiegend öffentliche Interesse 
an der Verfolgung der Eindämmungsstrategie mit  teilweiser Entflech-
tung  der  Hoch-  und  Niederstammobstanlagen  nicht  massgebend  zu 
beeinträchtigen.

Soweit  der  Beschwerdeführer  die  Verhältnismässigkeit  im  engeren 
Sinn in Frage stellt, kann festgehalten werden, dass die Massnahmen 
gegen den Feuerbrand durch die das private Interesse überwiegenden 
öffentlichen Interessen gerechtfertigt sind und dem Beschwerdeführer 
daher nicht gefolgt werden kann. 

9.
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  einerseits  die  Vorinstanz  den 
Sachverhalt richtig festgestellt hat und andererseits die Rodungs- und 
Rückschnittstrategie weder unverhältnismässig ist noch einen Ermes-
sensmissbrauch darstellt. Das Haupt- wie auch das Eventualbegehren 
sind demnach abzuweisen

10.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  unterliegenden  Be-
schwerdeführer die Verfahrenskosten des vorliegenden Verfahrens so-
wie der Zwischenverfügungen vom 22. November 2007 und 13. März 
2008  in  der  Höhe  von  total  Fr. 1'500.-  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG,  Art. 1  ff.  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, 
VGKE, SR 173.320.3). Von der Auferlegung des Expertenhonorars zu 
Lasten des  Beschwerdeführers  wird  abgesehen,  da das  Bundesver-
waltungsgericht das Gutachten auf Grund seiner fehlenden Fachkennt-
nis eingeholt hat  (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 VGKE). Eine Parteient-
schädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 
VGKE).

Seite 20

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 1'500.-  werden  dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden nach Eintritt der Rechtskraft mit dem geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. VD/LA-07.32; Gerichtsurkunde)
- die Erstinstanz (Gerichtsurkunde)
- das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement, Bundeshaus Ost, 

3003 Bern (Gerichtsurkunde)
- das Bundesamt für Landwirtschaft, Mattenhofstrasse 5, 3003 Bern 

(A-Post)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Ronald Flury Jürg Studer

Seite 21

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 9. Mai 2008

Seite 22