# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5d29790-27eb-5bff-9b32-8edd09656c33
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.03.2025 SK.2024.62
**Docket/Reference:** SK.2024.62
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2024-62_2025-03-24

## Full Text

Unterstützung einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 i.V.m. lit. b StGB), Beteiligung an einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StGB), mehrfacher Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis aStGB);;Unterstützung einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 i.V.m. lit. b StGB), Beteiligung an einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StGB), mehrfacher Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis aStGB);;Unterstützung einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 i.V.m. lit. b StGB), Beteiligung an einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StGB), mehrfacher Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis aStGB);;Unterstützung einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 i.V.m. lit. b StGB), Beteiligung an einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StGB), mehrfacher Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis aStGB)

Urteil vom 24. März 2025 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Vorsitz 

Stefan Heimgartner und Maric Demont, 

Gerichtsschreiberin Elena Inhelder 

 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 

des Bundes Kaspar Bünger 

 

 

 
gegen 

  
1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Eva Spörri 

  

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Remo Gähler 

  

Gegenstand  
Unterstützung einer terroristischen Organisation, Beteili-

gung an einer terroristischen Organisation, mehrfacher Be-

sitz von Gewaltdarstellungen 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2024.62 

- 2 - 

SK.2024.62 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

Ad A. 

1. A. sei schuldig zu sprechen: 

− der Unterstützung einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a 

Ziff. 2 i.V.m. lit. b StGB) 

− der Beteiligung an einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a 

Ziff. 2 StGB) 

− des mehrfachen Besitzes von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis 

aStGB) 

2. A. sei zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 67 Monaten zu verurteilen 

(Art. 40, 42, 47, 49 StGB). 

Die Untersuchungshaft (718 Tage) sei auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzu-

rechnen (Art. 51 StGB). 

3. Für den Vollzug des Urteils sei der Kanton Zürich als zuständig zu erklären 

(Art. 74 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 31 StPO). 

4. Das DNA-Profil und die erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. 1) seien innert 

der gesetzlichen Frist zu löschen. 

5.  

5.1 Folgender beschlagnahmter Gegenstand sei A. nach Löschung der inkriminier-

ten Daten auszuhändigen (Art. 267 Abs. 3 StPO): 

− Ass.-ID 27543: Tablet Apple iPad Air, Model A1474 

5.2 Folgende beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und als Beweismit-

tel bei den Akten zu belassen: 

− Ass.-ID 24661: Weisse Fahne mit arabischer Schrift 

− Ass.-ID 24664: Notizheft rosa mit handschriftlichen Notizen (Reden von  

IS- Anführern) 

− Ass.-ID 24672: Kontoauszug Bank C. vom 01.06.2021 bis 17.06.2021 

− Ass.-ID 24677: Diverse A4-Papiere (IS-Symbol mit arabischer Schrift) 

− Ass.-ID 27546: Schutzweste schwarz mit integrierter Stahlplatte 

- 3 - 

SK.2024.62 

− Ass.-ID 24665: Plakate mit Waffenbildern 

− Ass.-ID 24666: Buch Schusswaffen 

5.3 Folgende beschlagnahmte Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten 

(Art. 267 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 69 StGB und Art. 135 Abs. 3 StGB resp. Art. 31 

Abs. 1 und Abs. 3 i.V.m. Art. 4 WG): 

− Ass.-ID 27542: Notebook HP Spectre i7, Model 15, inkl. Ladekabel 

− Ass.-ID 27544: Mobiltelefon Xiaomi Redmi 9T 

− Ass.-ID 24639: Magazin, Airsoft Munition, Gasflasche 

− Ass.-ID 24660: Langwaffe Nuprol, Delta, Enforcer, Bravo-Deb, Cal 6mm, 

Ladezustand unbekannt, mit Magazin & Munition, beige 

− Ass.-ID 24676: Unbekanntes Objekt, möglicherweise Verschluss (Bestand-

teil der Airsoft-Gun) 

− Ass.-ID 24678: Hülsen 

− Ass.-ID 27555: USB-Granate mit angeklebter Schnur für Selbstauslösung 

5.4 Das beschlagnahmte Bargeld (Ass.-ID 24671 und 24673) sei mit den durch A. zu 

tragenden Verfahrenskosten zu verrechnen (Art. 267 Abs. 3 StPO). 

6. Von den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 595’302.59 (Gebühren 

Fr. 60’000.-- und Auslagen Fr. 535’302.59) sei A. ein Anteil in gerichtlich zu be-

stimmender Höhe aufzuerlegen, zuzüglich Kosten für das Hauptverfahren in ge-

richtlich zu bestimmender Höhe (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

7. Rechtsanwältin Eva Spörri und Rechtsanwalt D. seien für die amtliche Verteidi-

gung von A. in gerichtlich zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenos-

senschaft zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO), unter Anrechnung be-

reits geleisteter Akontozahlungen. 

8. A. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidi-

gungen in vollem Umfang zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist 

(Art. 426 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

Ad B. 

1. B. sei schuldig zu sprechen: 

− der Unterstützung einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a 

Ziff. 2 i.V.m. lit. b StGB) 

- 4 - 

SK.2024.62 

− der Beteiligung an einer terroristischen Organisation (Art. 260ter Abs. 1 lit. a 

Ziff. 2 StGB) 

− des mehrfachen Besitzes von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis 

aStGB) 

2. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Bundesanwaltschaft  

SV.19.0548-SPD vom 11. Januar 2022 ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 

180 Tagen sei zu widerrufen. 

3. B. sei im Sinne einer Gesamtstrafe zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 

56 Monaten zu verurteilen (Art. 40, 42, 46, 47, 49 StGB). 

Die Untersuchungshaft resp. Sicherheitshaft sowie der vorzeitige Strafvollzug 

(andauernd, per dato 1186 Tage [inkl. 176 Tage erstandener Haft aus dem Ver-

fahren SV.19.0548.SPD]) sei auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzurechnen 

(Art. 51 StGB). 

4. Für den Vollzug des Urteils sei der Kanton Zürich als zuständig zu erklären 

(Art. 74 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 31 StPO). 

5. Das DNA-Profil und die erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. 2) seien innert 

der gesetzlichen Frist zu löschen. 

6.  

6.1 Folgende beschlagnahmte Gegenstände seien B. auszuhändigen (Art. 267 

Abs. 3 StPO): 

− Ass.-ID 31447 [recte: 31477]: Mobiltelefon Redmi, Model M2004J19AG  

10-1-2007 

− Ass.-lD 31451: MAC Notebook, MACBookAir, SN C02ML2B7G083 Mode) 

A1465 

6.2 Folgende beschlagnahmte Gegenstände seien einzuziehen und als Beweismittel 

bei den Akten zu belassen: 

− Ass.-ID 31517: Grüner A4 Ordner mit arabisch geschriebenen Blättern als 

Inhalt (IS Schriften) 

− Ass.-ID 31518: Violetter A4 Ordner mit arabisch geschriebenen Blättern als 

Inhalt (IS Schriften) 

− Ass.-ID 31519: Roter A4 Ordner mit arabisch geschriebenen Blättern als 

Inhalt (IS Schriften) 

- 5 - 

SK.2024.62 

6.3 Folgende beschlagnahmte Gegenstände von B. seien einzuziehen und zu ver-

nichten (Art. 267 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 69 StGB und Art. 135 Abs. 3 StGB resp. 

Art. 31 Abs. i lit. c und Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 6 WG): 

− Ass.-ID 31450: Mobiltelefon Marke Redmi 

− Ass.-ID 31516: Messer, einhändig bedienbar 

7. Folgende beschlagnahmte Gegenstände seien den Berechtigten nach Löschung 

der inkriminierten Daten auszuhändigen (Art. 267 Abs. 3 StPO): 

− Ass.-ID 31051: Mobiltelefon Samsung Galaxy S8 an E. 

− Ass.-ID 31406: Mobiltelefon iPhone Apple 11 an F. 

8. Von den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von Fr. 595’302.59 (Gebühren 

Fr. 60’000.-- und Auslagen Fr. 535’302.59) sei B. ein Anteil in gerichtlich zu be-

stimmender Höhe aufzuerlegen, zuzüglich Kosten für das Hauptverfahren in ge-

richtlich zu bestimmender Höhe (Art. 426 Abs. i StPO). 

9. Rechtsanwalt Remo Gähler sei für die amtliche Verteidigung von B. in gerichtlich 

zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. i und 2 StPO). 

10. B. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung in vollem Umfang zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 426 

Abs. i i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

Anträge der Verteidigung von A.: 

1. A. sei schuldig zu sprechen: 

− der Widerhandlung gegen Art. 260ter Abs. 1 lit. a Ziff. 2 i. V. m. lit. b StGB; 

− eventualiter: des mehrfachen Besitzes von Gewaltdarstellungen gemäss 

Art. 135 Abs. 1bis aStGB. 

2. A. sei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von höchstens 24 Monaten zu verurtei-

len unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

Eventualiter für den Fall, dass das Gericht A. zu einer höheren Freiheitsstrafe 

verurteilt, sei diese nur geringfügig zu erhöhen und bedingt auszusprechen. 

3. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 718 Tagen sei auf den Vollzug der 

Freiheitsstrafe anzurechnen. Die Ersatzmassnahmen seien im Umfang von min-

destens 70 Tagen auf den Vollzug der Freiheitsstrafe anzurechnen. Die Anrech-

nung der ausgestandenen Untersuchungshaft sowie der Ersatzmassnahmen hat 

- 6 - 

SK.2024.62 

insbesondere auch für den Fall zu erfolgen, dass eine höhere Strafe als die be-

antragten 24 Monate ausgesprochen werden sollte. Von der Ausfällung einer 

Busse sei abzusehen. 

4. Die beschlagnahmten Gegenstände seien nach Möglichkeit A. zurückzugeben. 

5. Die Verfahrenskosten seien A. im Umfang von Fr. 30'000.-- aufzuerlegen, jedoch 

sogleich zu erlassen (Art. 425 StPO). 

6. Es sei der amtlichen Verteidigung eine Entschädigung für die Verteidigungskos-

ten gemäss der bereits eingereichten Honorarnote vom 14. März 2025 und unter 

Anrechnung der bereits geleisteten Akontozahlungen auszurichten. Für die zu-

sätzlich anfallenden Verteidigungskosten seit 14. März 2025 sei die amtliche Ver-

teidigung angemessen zu entschädigen. Vom Ersatz der Kosten durch A. an den 

Staat sei infolge Unerhältlichkeit abzusehen und die Kosten abzuschreiben. 

Anträge der Verteidigung von B.: 

1. B. sei der Unterstützung einer terroristischen Organisation i.S.v. Art. 260ter Abs. 1 

lit. a Ziff. 2 i.V.m. Iit. b StGB schuldig zu sprechen. 

2. Von den übrigen Anklagevorwürfen sei er dagegen freizusprechen. 

3. Die mit Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 11. Januar 2022 ausgespro-

chene bedingte Freiheitstrafe von 180 Tagen sei zu widerrufen. 

4. B. sei mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren als Gesamtstrafe zu 

bestrafen. 

5. B. sei am 24. März 2025 nach der Urteilseröffnung umgehend aus der Haft zu 

entlassen. 

6. Es sei B. eine Genugtuung für die zu Unrecht erlittene Haft von Fr. 95'000.-- zu-

züglich Zins von 5 % seit dem mittleren Verfalltag zuzusprechen. 

7. Die Verfahrenskosten seien meinem Mandanten zu ⅛ aufzuerlegen. 

8. Die amtliche Verteidigung sei gemäss eingereichter Honorarnoten zu entschädi-

gen. 

9. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

  

- 7 - 

SK.2024.62 

Prozessgeschichte: 

A. Gestützt auf eine Strafanzeige der Bundeskriminalpolizei vom 8. Dezember 2021 

eröffnete die Bundesanwaltschaft gleichentags eine Strafuntersuchung gegen A. 

wegen Verdachts der Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Orga-

nisation (Art. 260ter StGB) und Widerhandlung gegen Art. 2 des Bundesgesetzes 

vom 12. Dezember 2014 über das Verbot der Gruppierungen «AI-Qaïda» und 

«Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen (SR 122; in Kraft bis 

31. Dezember 2022; nachfolgend: aAQ/IS-Gesetz; [BA pag. 1.01.0001; 

10.01.001 ff.]).  

B. Am 13. Dezember 2021 ordnete die Bundesanwaltschaft unter anderem die tech-

nische, akustische und optische Überwachung der Wohnung des Beschuldigten 

A. an. Gestützt auf diverse Zufallsfunde im Rahmen der vorgenannten Überwa-

chung, die mit Entscheid des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts Bern vom 

30. Mai 2022 genehmigt wurden (BA pag. 9.12.0008 ff.), dehnte die Bundesan-

waltschaft mit Verfügung vom 31. Mai 2022 das Strafverfahren gegen A. auf B. 

aus (BA pag. 1.01.0002). 

C. Im Zuge der Ermittlungen führte die Bundesanwaltschaft umfangreiche Beweis-

erhebungen durch. Am 13. Juni 2022 fanden an den Domizilen der Beschuldigten 

zeitgleich Hausdurchsuchungen statt, anlässlich derer diverse Datenträger und 

Dokumente sichergestellt wurden (BA pag. 8.01.0001 ff.; 8.01.0002 ff.). Glei-

chentags wurde von den deutschen Behörden u.a. am Wohnort von G. eine 

Hausdurchsuchung im Rahmen des gegen ihn in Deutschland gleichgelagerten 

Strafverfahrens durch das Bundeskriminalamt durchgeführt (BA 

pag. 10.01.1023; -1029).  

D. Die beiden Beschuldigten A. und B. wurden im Anschluss an die Hausdurchsu-

chung am 13. Juni 2022 festgenommen und anschliessend in Untersuchungshaft 

versetzt.  

A. befand sich in der Folge bis am 30. Mai 2024 in Untersuchungshaft (BA 

pag. 6.01.0001 ff.; -0069 ff.). Die im Nachgang zur Untersuchungshaft – infolge 

der durch die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Be-

schwerdekammer) gutgeheissenen Beschwerde (BA pag. 21.05.0315 ff.) – an-

geordneten Ersatzmassnahmen dauerten bis zur Urteilseröffnung und damit bis 

am 24. März 2025 (BA pag. 6.01.458 ff.).  

B. befand sich seit seiner Verhaftung in Untersuchungshaft (BA pag. 6.02.0008 

ff.), bis er auf Gesuch vom 20. April 2023 hin, per 30. August 2023 in den vorzei-

tigen Strafvollzug versetzt wurde (BA pag. 6.02.0070 ff.; 6.02.0202). Infolge der 

seitens der Beschwerdekammer abgewiesenen Beschwerde, befand er sich ab 

dem 6. September 2024 neuerlich in Untersuchungshaft, die bis am 

24. März 2025 andauerte (BA pag. 21.06.0001 ff.).  

- 8 - 

SK.2024.62 

E. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2024 dehnte die Bundesanwaltschaft das Straf-

verfahren gegen die Beschuldigten auf den Tatbestand der Gewaltdarstellungen 

(Art. 135 StGB) aus und vereinigte gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO die Strafver-

folgung in der Hand der Bundesbehörden (BA pag. 1.01.003 ff.). 

F. Am 26. November 2024 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Strafkammer) Anklage gegen A. und B. we-

gen rubrizierter Straftatbestände (SK pag. 36.100.001 ff.; näher zu den Anklage-

vorwürfen E. 36.100.001 ff.). 

G. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2024 lud der Vorsitzende die Parteien ein, bis 

am 20. Dezember 2024 Beweisanträge zu stellen und zu begründen (SK 

pag. 36.400.001 f.). 

Die Bundesanwaltschaft und Rechtsanwalt Gähler stellten innert Frist keine Be-

weisanträge. Rechtsanwältin Spörri beantragte mit Schreiben vom 20. Dezem-

ber 2024 die Einvernahme von H., der Mutter des Beschuldigten A., sowie von 

I., Sozialarbeiter der J. und von Dr. med. K. (SK pag. 36.521.001 f.). 

Mit Verfügung vom 27. Januar 2025 wurde der Beweisantrag betreffend Einver-

nahme von I. gutgeheissen. Der Beweisantrag betreffend Einvernahme von H. 

wurde abgewiesen, da deren Befragung nach Ansicht der Verfahrensleitung 

nichts zur Klärung der Tatvorwürfe, zum angeklagten Sachverhalt und zur Radi-

kalisierung bzw. De-Radikalisierung beizutragen vermag. Der Antrag auf Einver-

nahme von Dr. med. K. wurde abgewiesen und an deren Stelle wurde bei Letz-

terem ein schriftlicher Bericht über den aktuellen gesundheitlichen Zustand bzw. 

allfällige Veränderungen seit dessen letztem, in den Akten befindlichen Bericht, 

eingeholt (SK pag. 36.250.003 f.).  

H. Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Januar 2025 wurden die Parteien einge-

laden, allfällige Vorfragen bis zum 27. Februar 2025 vorab schriftlich einzu-

reichen. Gleichzeitig wurden die Parteien zur auf den 17. und 18. März 2025 an-

gesetzten Hauptverhandlung vorgeladen (SK pag. 36.320.001 ff.). 

I. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht von Amtes wegen die er-

forderlichen Beweismittel zu den persönlichen und finanziellen Verhältnissen der 

Beschuldigten ein (Formular betreffend persönliche und finanzielle Verhältnisse 

[SK pag. 36.231.4.007 ff.; 36.232.4.007 ff.]; Straf- und Betreibungsregisteraus-

züge [SK pag. 36.231.1.001 f.; 36.231.001 ff.; 36.232.1.001 f.; 36.232.3.001 ff.]; 

aktuelle Steuerunterlagen [SK pag. 36.231.2.001 ff.; 36.232.2.001 ff.] sowie ei-

nen Verlaufsbericht über die Ersatzmassnahmen betreffend den Beschuldigten 

A. [SK pag. 36.231.7.027 ff.]). 

J. Am 17. und 18. März 2025 fand die Hauptverhandlung in Anwesenheit der Bun-

desanwaltschaft sowie der Beschuldigten A. und B. in Begleitung ihrer jeweiligen 

- 9 - 

SK.2024.62 

Verteidigung am Sitz des Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt (SK 

pag. 36.310.001). 

Das Urteil wurde am 24. März 2025 in Anwesenheit der Parteien mündlich eröff-

net und begründet (SK pag. 36.310.002). 

K. Die Bundesanwaltschaft meldete mit Schreiben vom 31. März 2025 innert Frist 

Berufung gegen das Urteil an (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO; SK 

pag. 36.940.001 ff.). 

Die Strafkammer erwägt: 

I. Prozessuales und Vorfragen 

1. Bundesgerichtsbarkeit 

1.1 Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet auf 

Beteiligung an bzw. Unterstützung einer terroristischen Organisation (Art. 260ter 

Abs. 1 StGB) sowie mehrfachen Besitz von Gewaltdarstellungen (aArt. 135 

Abs. 1bis StGB). Die Bundesgerichtsbarkeit ergibt sich vorliegend zum Teil origi-

när (Art. 24 Abs. 1 StPO) und zum Teil aus der Vereinigung der Verfahren in der 

Hand der Bundesbehörden (Art. 26 Abs. 2 StPO, vgl. Prozessgeschichte lit. E). 

Die sachliche Zuständigkeit der Strafkammer ist somit für sämtliche angeklagten 

Straftatbestände gegeben (Art. 19 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 35 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bun-

des [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). 

1.2 Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer ergibt sich aus Art. 19 

Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 StBOG. 

2. Anwendbares Recht 

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach geltendem Recht beurteilt, wer nach des-

sen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. Massgebend ist 

der Zeitpunkt der Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung (POPP/BERKE-

MEIER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 StGB N. 5). Als Ausnahme be-

stimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass eine Tat, welche vor Inkrafttreten des Gesetzes 

begangen wurde, nach dem neuen Recht zu beurteilen ist, wenn dieses für den 

Täter das mildere ist (lex mitior). Bei Dauerdelikten gilt grundsätzlich die Anwend-

barkeit desjenigen Rechts, welches im Zeitpunkt der Beendigung der strafbaren 

Handlung in Kraft war, nicht dasjenige zu deren Beginn.  

2.2 Im Hauptanklagepunkt wird den Beschuldigten jeweils die Beteiligung an resp. 

Unterstützung einer terroristischen Organisation i.S.v. Art. 260ter Abs. 1 StGB, 

begangen in der Zeit von April 2020 bis 13. Juni 2022 (Beschuldigter A.) resp. 

22. Januar 2022 bis 13. Juni 2022 (Beschuldigter B.), vorgeworfen. Da per 

- 10 - 

SK.2024.62 

1. Juli 2021 der revidierte Art. 260ter StGB in Kraft getreten ist, Art. 2 aAQ/IS-Ge-

setz im anklagerelevanten Zeitraum noch Geltung beanspruchte und daneben 

Art. 74 NDG ebenfalls bereits in Kraft war, stellt sich vorliegend die Frage nach 

dem anwendbaren Recht. 

2.2.1 Art. 1 aAQ/IS-Gesetz enthält ein Verbot für die Gruppierungen «Al-Qaïda» (lit. a), 

«Islamischer Staat» (lit. b; nachfolgend: IS) sowie Tarn- und Nachfolgegruppie-

rungen der «Al-Qaïda» und IS sowie Organisationen und Gruppierungen, die in 

Führung, Zielsetzung und Mitteln mit der Gruppierung «Al-Qaïda» oder IS über-

einstimmen oder in ihrem Auftrag handeln (lit. c). Nach Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Ge-

setz wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer sich 

auf dem Gebiet der Schweiz an einer nach Art. 1 des aAQ/IS-Gesetzes verbote-

nen Gruppierung oder Organisation beteiligt, sie personell oder materiell unter-

stützt, für sie oder ihre Ziele Propagandaaktionen organisiert, für sie anwirbt oder 

ihre Aktivitäten auf andere Weise fördert. 

Das am 1. September 2017 in Kraft getretene Nachrichtendienstgesetz (SR 121; 

nachfolgend: NDG) stellt in Art. 74 Abs. 4 NDG die gleichen Handlungen wie 

Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz unter Strafe. Die Strafandrohung der an sich gleich-

lautenden Strafbestimmung von Art. 74 Abs. 4 NDG lautete in der bis am 

30. Juni 2021 geltenden Fassung noch auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe. Mit Inkrafttreten des Bundesbeschlusses vom 25. September 2020 

über die Genehmigung des Übereinkommens des Europarates zur Verhütung 

des Terrorismus wurde die Sanktion an jene von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz 

angeglichen. Folglich ist der Gesetzeswortlaut von Art. 74 Abs. 4 NDG seit dem 

1. Juli 2021 identisch mit jenem von Art. 2 Abs. 1 aAQ/IS-Gesetz und stellt inso-

fern eine Verstetigung des Letzteren dar (BGE 148 IV 298 E. 6.4.2; vgl. auch 

HEIMGARTNER/INHELDER, Strafbarkeit dschihadistischer Propaganda, AJP 2022, 

S. 1217 ff., 1222 f.). 

2.2.2 Die Geltungsdauer des aAQ/IS-Gesetzes wurde vom Parlament am 

15. Juni 2018 trotz des per 1. September 2017 in Kraft getretenen NDG bis zum 

31. Dezember 2022 verlängert, womit das aAQ/IS-Gesetz im hier zu beurteilen-

den Deliktszeitraum teilweise nach wie vor in Kraft war. Zur Verhinderung der 

Kollision der beiden Bestimmungen einerseits und zur Vermeidung von Strafbar-

keitslücken andererseits bestand Art. 74 Abs. 4 NDG indes gemäss der Bot-

schaft vom 22. November 2017 ausdrücklich bloss auf Papier, solange die auf 

Art. 74 Abs. 1 NDG gestützte Verfügung über das Organisationsverbot des Bun-

desrates nicht in Kraft trat (BBl 2018 87 ff., 100; BGE 148 IV 298 E. 6.4.2; HEIM-

GARTNER/INHELDER, a.a.O., S. 1217 ff., 1222 f.). Damit brachte der Bundesrat klar 

zum Ausdruck, dass Art. 74 Abs. 4 NDG dem Art. 2 aAQ/IS-Gesetz so lange 

nicht vorgehe, als noch kein bundesrätliches Verbot i.S.v. Art. 74 Abs. 1 NDG 

erlassen wurde und das aAQ/IS-Gesetz noch in Kraft ist. Die vom Bundesrat am 

19. Oktober 2022 erlassene Allgemeinverfügung betreffend das Verbot der Grup-

pierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter 

- 11 - 

SK.2024.62 

Organisationen trat schliesslich per 1. Dezember 2022 in Kraft, womit die neue 

nunmehr subsidiäre Strafnorm von Art. 74 Abs. 4 NDG betreffend die Beteiligung 

und Unterstützung verbotener Organisationen de facto erst auf diesen Zeitpunkt 

hin galt (BBl 2022 2548; BGE 148 IV 298 E. 6.4.2). 

2.2.3 Am 1. Juli 2021 trat der neue Art. 260ter StGB in Kraft, der im Vergleich zu Art. 2 

AQ/IS-Gesetz eine höhere maximale Strafe normiert. Inkriminierte Taten, welche 

zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 30. Juni 2021 begangen wurden, sind 

somit nach dem aAQ/IS-Gesetz zu beurteilen. Letzteres ging als lex specialis 

Art. 260ter StGB in der bis zu diesem Zeitpunkt geltenden Fassung vor (Urteil der 

Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2016.9 vom 15. Juli 2016 E. 1.15). Mit 

Inkrafttreten des revidierten Art. 260ter StGB per 1. Juli 2021 (AS 2021 360; BBl 

2018 6427), welcher die Teilnahme an resp. Unterstützung von terroristischen 

Organisationen ausdrücklich unter Strafe stellt und eine höhere Maximalstrafe 

von 10 Jahren vorsieht, geht ab diesem Zeitpunkt Art. 260ter StGB Art. 2 aAQ/IS-

Gesetz vor (vgl. mutatis mutandis [in Bezug auf Art. 74 Abs. 4 NDG] PAJAROLA, 

Bekämpfung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität, 2022, 301; HEIM-

GARTNER/INHELDER, a.a.O., 1217 ff., 1229 m.H.). 

2.3 Sowohl die Beteiligungs- wie auch die Unterstützungsvariante von Art. 260ter 

StGB stellen Dauerdelikte dar, womit die Tatbestandsvarianten bezogen auf ein 

und dieselbe Organisation nur einmal verwirklicht sind (vgl. TPF 2015 1 E. 1.2.7; 

vgl. auch PAJAROLA, Bekämpfung von Terrorismus und Organisierter Kriminalität, 

2022, 364). Folglich ist für die Beurteilung des anwendbaren Rechts auf den Zeit-

punkt der Beendigung des strafbaren Verhaltens abzustellen. Die Beschuldigten 

sollen die ihnen im Hauptanklagepunkt vorgeworfenen Taten der Beteiligung an 

resp. Unterstützung der terroristischen Organisation IS (Art. 260ter Abs. 1 lit. a 

Ziff. 2 resp. Art. 260ter Abs. 1 lit. c StGB) der Anklage zufolge zwischen April 2020 

(Beschuldigter A., Anklageziffern 1.1.1 und 1.1.2) resp. 22. Januar 2022 (Be-

schuldigter B., Anklageziffern 1.2.1 und 1.2.2) und 13. Juni 2022 begangen ha-

ben. Der zu diesem Zeitpunkt geltende, per 1. Juli 2021 in Kraft getretene 

Art. 260ter StGB geht in casu infolge der vorgesehenen höheren Maximalstrafe 

Art. 2 aAQ/IS-Gesetz vor. 

3. Anklagegrundsatz 

3.1 Rechtsanwältin Spörri rügt namens und im Auftrag des Beschuldigten A. im Rah-

men des Plädoyers eine Verletzung des Anklageprinzips in Zusammenhang mit 

dem Vorwurf der Finanztransaktionen (Anklageziffer 1.1.2.3.4). Sie macht zu-

sammenfassend geltend, dass Ausführungen zur Herkunft des Geldes für die 

Bitcoin-Käufe fehlen würden, eine gemeinsame Geldsammelaktion weder erstellt 

noch in der Anklageschrift umschrieben sei und sich aus den aufgeführten Bit-

coin-Käufen ein Gesamtbetrag von Fr. 11'460.-- und nicht Fr. 12'940.-- ergebe 

(SK pag. 36.721.113). 

- 12 - 

SK.2024.62 

3.2 Rechtsanwalt Gähler macht in seinem Parteivortrag in Bezug auf die Finanz-

transaktionen gemäss Anklageziffer 1.2.2.3.3 mit im Wesentlichen gleichlauten-

der Begründung eine Verletzung des Anklageprinzips geltend und bringt darüber 

hinaus vor, dass sich der Anklageschrift nicht entnehmen lasse, inwiefern die 

beiden Beschuldigten hinsichtlich der Transaktionen an die Zieladressen zusam-

men gehandelt haben sollen (SK pag. 36.721.148 ff.). Eine weitere Verletzung 

des Anklageprinzips bringt er in Zusammenhang mit Anklageziffer 1.2.1.2.1 lit. b 

betreffend die gemeinsam resp. mittäterschaftlich begangenen Propagandatätig-

keiten vor. Dort fehle es an den Sachverhaltselementen, welche zur Annahme 

von Mittäterschaft führen, namentlich inwiefern B. mit den weiteren fünf angeblich 

Involvierten zusammengewirkt haben soll und weshalb er als Hauptbeteiligter da-

stehe, so dass sein Tatbeitrag als für die Ausführung des fraglichen Delikts als 

so wesentlich zu qualifizieren sei, dass dieses mit ihm steht oder fällt (SK 

pag. 36.721.129 ff.; -148 ff.). Schliesslich bringt er vor, die Ausführungen unter 

Anklageziffer 1.2.2.2 betr. die funktionelle Eingliederung in den IS seien hinsicht-

lich des Zeitpunkts des angeblichen Beitritts zum IS sowie den konkreten Moda-

litäten zu unpräzise (SK pag. 36.721.135 ff.).  

3.3 Rechtliches 

3.3.1 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 

Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen 

Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsver-

fahrens (Umgrenzungsfunktion). In der Anklageschrift sind (unter anderem) die 

der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Da-

tum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung möglichst kurz, aber genau zu be-

zeichnen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den 

Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den An-

spruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.). 

Durch klare Umgrenzung des Prozessgegenstands und Vermittlung der für die 

Verteidigung notwendigen Informationen soll dem Betroffenen ein faires Verfah-

ren garantiert werden. Entscheidend ist, dass der Beschuldigte genau weiss, was 

ihm konkret vorgeworfen wird, damit er seine Verteidigungsrechte angemessen 

ausüben kann (BGE 149 IV 128 E. 1.2, 133 IV 235 E. 6.2 f.; Urteile des Bundes-

gerichts 6B_959/2022 vom 7. August 2023 E. 2.1; 6B_1253/2022 vom 26. Ap-

ril 2022 E. 1.1; 6B_1319/2016 vom 22. Juni 2017 E. 2.1.2, nicht publ. in: BGE 

143 IV 347; je m.w.H.). 

3.4 Hinsichtlich der geltend gemachten Verletzung des Anklageprinzips in Zusam-

menhang mit der den Beschuldigten gemeinsam begangenen Propagandatätig-

keiten sowie den Finanztransaktionen ist festzuhalten, dass Art. 260ter StGB jeg-

liche Unterstützungshandlungen, welche zur Stärkung der Organisation massge-

blich beitragen und somit das Gefährdungspotential der kriminellen oder terroris-

tischen Organisation zu erhöhen vermögen, für tatbestandsmässig erklärt (BBl 

2018 6476; vgl. BGE 132 IV 132 E. 4.1.4; zum Rechtlichen betr. Art. 260ter siehe 

- 13 - 

SK.2024.62 

nachfolgend E. III.2). Zu prüfen ist folglich, ob die einzelnen den Beschuldigten 

jeweils vorgeworfenen Handlungen als solche geeignet waren, zu einer Erhö-

hung des Gefährdungspotentials der terroristischen Organisation IS beizutragen; 

ein mittäterschaftliches Vorgehen ist nicht erforderlich. Folglich wirft die Anklage 

den Beschuldigten denn auch kein mittäterschaftliches Vorgehen im eigentlichen 

Sinne vor, womit es auch keiner Umschreibung der konkreten Rollenverteilung 

bedarf. Insofern sind die Rügen von Rechtsanwalt Gähler hinsichtlich einer Ver-

letzung des Anklageprinzips mit Bezug auf die beiden Beschuldigten vorgewor-

fene gemeinschaftlich Propagandatätigkeit – aufgrund des Fehlens der für die 

Annahme einer Mittäterschaft erforderlichen Sachverhaltselemente in der Ankla-

geschrift – nicht stichhaltig. Ohnehin wäre die Charakterisierung der Beschuldig-

ten als Mittäter nicht eine Sachverhaltsfrage, sondern eine Rechtsfrage, die vom 

Gericht, losgelöst von der jeweiligen Darstellung in der Anklageschrift, zu ent-

scheiden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 2. Dezember 2010 

E. 3.3).  

Gleiches gilt für die Einwände hinsichtlich der Anklageziffern zu den Kryptofi-

nanztransaktionen zugunsten des IS. Auch diesfalls sind die den Beschuldigten 

jeweils vorgeworfenen Handlungen, wie zu zeigen sein wird (E. III.5.2), beweis- 

resp. tatbestandsmässig zu würdigen. Offensichtlich ist den Beschuldigten denn 

auch klar, was ihnen in diesem Zusammenhang vorgeworfen wird, waren beide 

letztlich im Grundsatz doch geständig, die Finanztransaktionen getätigt zu ha-

ben, bestreiten indes den IS-Bezug. Keine Rolle spielt, dass die Summe der ein-

zeln aufgeführten Bitcoin-Transaktionen von der in der Anklageschrift festgehal-

tenen Gesamtsumme abweicht. Aus dem Lauftext (SK pag. 36.100.073 ff.) ergibt 

sich, dass sich Letztere aus den aufgeführten, den beiden Beschuldigten ange-

lasteten Bitcoin-Käufen und den von L. gesammelten Gelder (separat geführtes 

Verfahren) zusammensetzt. Die Frage, ob und in welchem Umfang die Kryptofi-

nanztransaktionen als Unterstützung einer terroristischen Organisation zu quali-

fizieren sind, ist keine Frage des Anklageprinzips, sondern eine solche der Be-

weiswürdigung (siehe dazu E. III.5.2). Letztlich wissen die Beschuldigten, welche 

Kryptokäufe und -transaktionen ihnen strafrechtlich angelastet werden. Schliess-

lich genügen auch die eher approximativen Ausführungen zur funktionellen Ein-

gliederung von B. in den IS, da eine genaue zeitliche Angabe in dieser Hinsicht 

nicht erforderlich ist. Die Frage, ob die funktionelle Eingliederung genügend 

nachgewiesen ist, stellt eine Frage der Beweiswürdigung und nicht des Anklage-

prinzips dar. Nach dem Gesagten ist das Anklageprinzip somit nicht verletzt. 

4. Doppelbestrafungsverbot «ne bis in idem» 

4.1 Vorbringen der Parteien 

4.1.1 Rechtsanwältin Spörri macht im Rahmen der Vorfragen und in ihrer Replik an-

lässlich der Hauptverhandlung eine Verletzung des Grundsatzes «ne bis in idem» 

gemäss Art. 11 Abs. 1 StPO geltend. Zusammengefasst bringt sie zum einen vor, 

- 14 - 

SK.2024.62 

dass beim Beschuldigten A. wegen des Besitzes von auf seinem Laptop der 

Marke Asus gespeicherten Gewaltdarstellungen bereits mit Strafbefehl der Ju-

gendanwaltschaft Winterthur vom 11. Februar 2021 und im Rahmen eines wei-

teren Verfahrens derselben Behörde zwei USB-Sticks mit Gewaltdarstellungen 

sichergestellt worden seien. Indes wurde das Verfahren gegen den Beschuldig-

ten A. mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 rechtskräftig eingestellt. Es stelle 

sich daher die Frage, ob die im Rahmen der beiden vorgenannten Jugendstraf-

verfahren sichergestellten Gewaltdarstellungen mit denjenigen des vorliegenden 

Strafverfahrens identisch seien und dem Vorwurf des mehrfachen Besitzes von 

Gewaltdarstellungen das Verbot der doppelten Strafverfolgung entgegenstehe. 

Es sei durchaus möglich, dass die gleichen Gewaltdarstellungen nach wie vor 

auf anderen Geräten oder im Cache-Speicher gespeichert gewesen seien, und 

es sei Aufgabe der Bundesanwaltschaft darzulegen, dass es sich nicht um die 

gleichen Gewaltdarstellungen handle. Zum anderen seien in letzterem (einge-

stellten) Verfahren der Jugendanwaltschaft zudem zwei Transaktionsbelege der 

M. sichergestellt worden, einer davon mit einer Zahlung an N. über EUR 350 vom 

26. November 2021. Dieser sei folglich bereits Gegenstand des rechtskräftig ein-

gestellten Strafverfahrens gewesen (SK pag. 35.521.017 ff.). 

4.1.2 Die Bundesanwaltschaft bringt in ihrer Stellungnahme vom 11. März 2025 und in 

ihrer Duplik im Rahmen der Hauptverhandlung zusammengefasst dreierlei vor: 

Erstens sei der im Rahmen des Strafverfahrens sichergestellte Laptop Asus dem 

Beschuldigten A., wenn überhaupt, erst nach Löschung der strafbaren Daten her-

ausgegeben worden, weshalb es sich in casu nicht um dieselben wie auf jenem 

Gerät vorgefundenen Dateien handeln könne. Zweitens hätten sich die im vorlie-

genden Verfahren als Gewaltdarstellung angeklagten Bilder und Videos im 

Cache-Speicher des Notebooks HP Spectre und des Mobiltelefons Xiaomi 

Redmi und gerade nicht auf irgendwelchen USB-Sticks oder dem vorgenannten 

Laptop Asus befunden, womit es sich infolge unterschiedlicher Speicherorte 

schon gar nicht um die gleichen Dateien handeln könne. Drittens sei der in casu 

zu beurteilende Zeitraum jenem im Jugendstrafverfahren nachgelagert und noch 

von keiner Strafverfolgungsbehörde beurteilt worden, demzufolge falle «ne bis in 

idem» ausser Betracht (SK pag. 36.510.008 f.; 36.720.003 f.). 

Hinsichtlich der in casu zur Anklage gebrachten Zahlung an N. vom 26. Novem-

ber 2020 in Höhe von EUR 350 bringt die Bundesanwaltschaft vor, dass der Zah-

lungsbeleg tatsächlich bereits im Jugendstrafverfahren sichergestellt worden und 

dieses mit Einstellungsverfügung vom 6. Dezember 2021 rechtskräftig eingestellt 

worden sei. Im Zusammenhang mit dem im Rahmen des Jugendstrafverfahrens 

sichergestellten Belegs seien dem Beschuldigten durch die Polizei zwar am 

15. März 2021 Fragen zu N. und zum Zweck der Überweisung gestellt worden. 

Aus den Akten ergebe sich jedoch nichts, was darauf schliessen lassen würde, 

dass in diesem Zusammenhang der Tatvorwurf erhoben wurde, er habe mit be-

sagter Überweisung die terroristische Organisation IS finanziell unterstützt. Dies 

sei denn auch nicht Gegenstand der Einstellungsverfügung gewesen und somit 

- 15 - 

SK.2024.62 

liege diesbezüglich keine rechtskräftige Einstellung resp. kein rechtskräftiger 

Freispruch vor, welcher gemäss Art. 11 StPO der Beurteilung dieses Teilsach-

verhalts im vorliegenden Strafverfahren entgegenstehen würde (SK 

pag. 36.510.008 f.).  

4.2 Rechtliches 

4.2.1 Der Grundsatz «ne bis in idem» ist in Art. 11 Abs. 1 StPO geregelt. Er ist auch in 

Art. 4 des Protokolls Nr. 7 zur EMRK (SR 0.101.07) sowie in Art. 14 Abs. 7  

UNO-Pakt II (SR 0.103.2) verankert und lässt sich nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung direkt aus der Bundesverfassung ableiten. Demnach darf, wer 

in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, wegen der 

gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden. Tatidentität liegt vor, wenn dem 

ersten und dem zweiten Strafverfahren identische oder im Wesentlichen gleiche 

Tatsachen zugrunde liegen. Auf die rechtliche Qualifikation dieser Tatsachen 

kommt es nicht an. Das Verbot der doppelten Strafverfolgung stellt ein Verfah-

renshindernis dar, das in jedem Verfahrensstadium von Amtes wegen zu berück-

sichtigen ist (BGE 149 IV 50 E. 1.1.3; 144 IV 362 E. 1.3.2; Urteil des Bundesge-

richts 6B_1110/2023 vom 23. Mai 2024 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Nur bei Tati-

dentität ist zu prüfen, ob eine Wiederholung der Strafverfolgung vorliegt, d.h. ob 

derselbe Sachverhalt in zwei voneinander unabhängigen Strafverfahren verfolgt 

und beurteilt wird (Teilgehalt „bis“ des Grundsatzes „ne bis in idem“; BGE 144 IV 

136 E. 10.5; Urteile des Bundesgerichts 6B_430/2020 vom 26. August 2020 

E. 1.1; 6B_1053/2017 vom 17. Mai 2018 E. 4.1).  

4.2.2 Der Beschuldigte wurde von der Jugendanwaltschaft mit Strafbefehl vom 

11. Februar 2021 unter anderem wegen des Besitzes von auf seinem (damali-

gen) Laptop der Marke Asus gespeicherten Gewaltdarstellungen verurteilt (BA 

pag. 18.02.01.12.01.0001 ff.). Im Rahmen eines weiteren, am 21. April 2021 er-

öffneten Strafverfahrens der Jungendanwaltschaft Winterthur, wurden unter an-

derem ein USB-Stick mit darauf gespeicherten Gewaltdarstellungen sowie ein M. 

Beleg vom 26. November 2020 über eine Zahlung von EUR 350 an N. sicherge-

stellt (BA 18.02.01.01.0008 f.). Dieses zweite Verfahren der Jugendanwaltschaft 

Winterthur wurde mit rechtskräftiger Einstellungsverfügung vom 6. Dezem-

ber 2021 i.A.v. Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO eingestellt, mit der Begründung, dass 

nur eine voraussichtlich nicht ins Gewicht fallende Zusatzstrafe auszusprechen 

wäre (Art. 8 Abs. 2 lit. b StPO). 

4.2.3 Hinsichtlich der Vorbringen in Zusammenhang mit den Dateien von Gewaltdar-

stellungen ist Folgendes festzuhalten: Die im vorliegenden Verfahren zur An-

klage gebrachten Gewaltdarstellungen wurden in den Cache-Speichern des be-

schlagnahmten Notebooks HP und Mobiltelefons Xiaomi des Beschuldigten A. 

und gerade nicht auf einem USB-Stick oder dem (ehemaligen) Notebook Asus 

sichergestellt. Letzteres wurde dem Beschuldigten A. denn auch (wenn über-

haupt) erst nach Löschung sämtlicher strafbaren Daten zurückgegeben (BA 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-IV-50%3Ade&number_of_ranks=0#page50
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-362%3Ade&number_of_ranks=0#page362
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-136%3Ade&number_of_ranks=0#page136
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-136%3Ade&number_of_ranks=0#page136

- 16 - 

SK.2024.62 

pag. 18.01.01.12.01.0002). Folglich unterscheiden sich bereits die Speicherme-

dien der Gewaltdarstellungen, weshalb es sich schon deshalb nicht um dieselben 

(identischen) Dateien von Gewaltdarstellungen handeln kann. Unerheblich wäre, 

– und dies scheint Rechtsanwältin Spörri zu verkennen – dass die Dateien einen 

identischen inkriminierten Inhalt aufweisen: Einzig ausschlaggebend ist, ob es 

sich um unterschiedliche (elektronisch abgespeicherte) Dateien handelt, weshalb 

sich eine Überprüfung der Deckungsgleichheit in inhaltlicher Hinsicht von vorn-

herein erübrigt. Darüber hinaus ist ohnehin ein anderer Tatzeitraum hinsichtlich 

des Besitzes von Gewaltdarstellungen angeklagt, wird dem Beschuldigten A. 

doch angelastet, diese Dateien zwar ab einem unbekannten Zeitpunkt indes bis 

zu seiner Verhaftung am 13. Juni 2022 und damit bis weit nach den beiden ab-

geschlossenen Jugendstrafverfahren besessen zu haben. Bereits deshalb ge-

langt der Grundsatz «ne bis in idem» nicht zur Anwendung. Die hier zu beurtei-

lenden Dateien von Gewaltdarstellungen waren nach dem Gesagten nicht bereits 

Teil der Jugendstrafverfahren, womit Art. 11 Abs. 1 StPO einer Verurteilung im 

vorliegenden Verfahren nicht entgegensteht. 

4.2.4 Zum Beleg der M. Zahlung vom 26. November 2020 an N. über EUR 350 ergeben 

sich aus der Einstellungsverfügung der Jugendstaatsanwaltschaft vom 6. De-

zember 2021, welche auf den Polizeibericht vom 29. März 2021 verweist, keine 

Hinweise darauf, dass gegen den Beschuldigten A. in diesem Zusammenhang 

überhaupt ein Tatvorwurf erhoben wurde. Vielmehr äussert sich die Einstellungs-

verfügung dahingehend, dass Gegenstand des Verfahrens der Besitz von Da-

teien mit IS-Propaganda und Gewaltdarstellungen sowie die Frage ist, ob der 

Beschuldigte A. seine (damals) nach islamischem Recht verheiratete Ehefrau O. 

dabei unterstützt hat, IS-Propaganda in den Sozialen Medien zu verbreiten (BA 

pag. 18.02.01.1.0156 f.). Der hier fragliche Beleg wurde dem Beschuldigten A. 

im damaligen Verfahren anlässlich seiner Einvernahme vom 15. März 2021 vor-

gehalten (BA pag. 18.02.01.1.0012 ff.). Zur fraglichen Überweisung hält der in 

der Einstellungsverfügung explizit genannte Polizeibericht vom 29. März 2021 

fest: «Am 26.11.2020 sendete A. den Betrag von Fr. 411.25 (Euro 350.-) an N. 

Um wen es sich bei N. handelt, ist nicht bekannt.» (BA pag. 18.02.01.01.0008 f.). 

Insofern war der Empfänger nicht identifiziert, womit hinsichtlich dieser Zahlung 

den Ermittlungen zufolge – mangels Hinweise auf einen IS-Bezug – keine Ver-

dachtsmomente auf ein inkriminiertes Verhalten bestanden (BA 

pag. 18.02.01.01.0005 f.). Folglich umfasste das von der Jugendanwaltschaft 

Winterthur mit Einstellungsverfügung vom 6. Dezember 2021 eingestellte Straf-

verfahren den hier fraglichen M. Beleg über eine Zahlung vom 26. Novem-

ber 2020 an N. in Höhe von 350 EUR nicht. Der fragliche Beleg befindet sich 

zwar in den Akten des besagten Jugendstrafverfahrens, war dort aber weder Ge-

genstand eines konkreten strafrechtlichen Vorwurfs noch der Einstellungsverfü-

gung. Infolgedessen besteht hinsichtlich dieses Teilsachverhalts kein rechtskräf-

tiger Freispruch, womit im Ergebnis keine doppelte Strafverfolgung i.S.v. Art. 11 

Abs. 1 StPO vorliegt. 

- 17 - 

SK.2024.62 

5. Beweisverwertbarkeit 

5.1 Die im vorliegenden Verfahren mittels geheimer Überwachungsmassnahmen er-

hobenen Beweismittel sind verwertbar. Diesbezüglich stellen sich keine pro-

zessualen Fragen und solche wurden von den Parteien auch nicht aufgeworfen. 

5.2  

5.2.1 Rechtsanwältin Spörri warf im Rahmen der Vorfragen die Unverwertbarkeit der 

mittels forensischer Datensicherung ab den entsiegelten Beweismitteln (Laptop 

HP Spectre, Mobiltelefon Xiaomi) gesicherten und ausgewerteten Daten auf. Zu-

sammengefasst bringt sie vor, dass der Beschuldigte A. anlässlich seiner Fest-

nahme und der Hausdurchsuchung vom 13. Juni 2022 nicht über sein Siege-

lungsrecht informiert worden sei, er am 14. Juni 2022 die Siegelung des sicher-

gestellten Mobiltelefons und Notebooks verlangte, die Bundesanwaltschaft indes 

bereits ein Brute-Force-Verfahren des gesperrten Mobiltelefons eingeleitet habe. 

Am 28. Juni 2022 sei zudem das Siegel am Mobiltelefon gebrochen worden. In-

folge dieser als schwerwiegend zu beurteilenden Verfahrensfehler hätte das Ent-

siegelungsgesuch vom zuständigen Zwangsmassnahmengericht abgewiesen 

werden müssen, weshalb sich in casu die Frage der Verwertbarkeit der gestützt 

auf die forensische Datensicherung erhobenen Beweise stelle (SK 

pag. 36.521.017 ff.). 

5.2.2 Die Bundesanwaltschaft bringt in ihrer Stellungnahme vom 11. März 2025 zu-

sammengefasst vor, dass für die Prüfung von Siegelungshindernissen aus-

schliesslich das Zwangsmassnahmengericht zuständig (Art. 248 Abs. 1 lit. a 

StPO) und eine nachgängige Prüfung durch das Sachgericht nicht vorgesehen 

sei. Das Zwangsmassnahmengericht prüfe gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung zusätzlich Beweisverwertungshindernisse und weise ein Entsiege-

lungsbegehren ab, wenn eine offensichtliche Unverwertbarkeit vorliege (Urteil 

des Bundesgerichts 1B_432/2021 vom 28. Februar 2022 E. 4.1). Eine solche sei 

im Entsiegelungsverfahren gerade nicht festgestellt worden. Hinsichtlich des Sie-

gelbruchs beim Mobiltelefon (Ass.-ID 275444) läge gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung mangels effektiver Zugänglichkeit der Daten keine offensichtli-

che Unverwertbarkeit i.S.v. Art. 142 Abs. 2 StPO vor. Das Zwangsmassnahmen-

gericht habe im Entscheid vom 31. Oktober 2022 festgehalten, dass das Brute-

Force-Verfahren anlässlich der Übergabe des Asservats an das Gericht noch 

nicht abgeschlossen und noch kein Zugang auf die Daten auf dem Mobiltelefon 

möglich war und der von der Bundesanwaltschaft autorisierte Siegelbruch nur 

zwecks Ersatz des Ladekabels erfolgte, um die Fortsetzung des Brute-Force-

Verfahrens zu ermöglichen (BA pag. 21.1.0055). Selbst wenn die Strafkammer 

zum Schluss käme, die Bundesanwaltschaft habe unrechtmässig gehandelt, so 

stünde höchstens eine relative Unverwertbarkeit im Raum, wobei das öffentliche 

Interesse an der Aufklärung der als schwer zu qualifizierenden Straftat ohnehin 

überwiegen würde (SK pag. 36.510.009 f.).  

- 18 - 

SK.2024.62 

5.2.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei rechtswidrigem Vorgehen 

im Zusammenhang mit der Siegelung von Aufzeichnungen und Gegenständen 

zwischen der Fortsetzung des Entsiegelungsverfahrens einerseits und der Ver-

wertbarkeit von Beweismitteln andererseits zu unterscheiden. Bei schweren Ver-

fahrensmängeln ist eine Fortsetzung des Entsiegelungsverfahrens ausgeschlos-

sen und das Entsiegelungsbegehren abzuweisen (BGE 148 IV 221 E. 4; Urteil 

des Bundesgerichts 7B_54/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 4.1). Das Bundesge-

richt sah einen nicht mehr korrigierbaren schweren Verfahrensfehler darin, dass 

im Zuge einer Datenspiegelung durch die Untersuchungsbehörde die "Möglich-

keit eines verfrühten Zugangs" dieser Behörde zu den Daten bestand (BGE 148 

IV 221 E. 3.2 und 4.2; Urteile des Bundesgerichts 7B_54/2023 vom 12. Okto-

ber 2023 E. 4.2; 7B_127/2022 vom 5. April 2024). 

In den jüngsten einschlägigen, zur Publikation bestimmten Entscheiden hat das 

Bundesgericht (zumindest implizit) festgestellt, dass ähnliche Vorgehensweisen 

in Zusammenhang mit der Sicherstellung elektronischer Datenträger keine 

schweren Verfahrensmängel beinhalten, die zu einer Unverwertbarkeit führen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 7B_145/2025 vom 25. März 2025; 7B_515/2024 

vom 3. April 2025). 

5.3 Den Akten zufolge wurde der Beschuldigte A. entgegen den Ausführungen seiner 

amtlichen Verteidigerin über seine Siegelungsrechte aufgeklärt: Einerseits waren 

diese im ihm vorgelegten Durchsuchungsprotokoll aufgelistet (BA 

pag. 8.01.0007), dessen Unterzeichnung er indes verweigerte und andererseits 

wurde er an der auf die Festnahme folgenden Einvernahme vom 14. Juni 2022 

gefragt, ob er die Siegelung verlange, was er denn auch tat (BA 

pag. 13.01.0008). Daraufhin beantragte die Bundesanwaltschaft am 1. Juli 2022 

die Entsiegelung beim zuständigen Zwangsmassnahmengericht betr. das sicher-

gestellte Mobiltelefon Xiaomi und Notebook HP Spectre i7 (BA pag. 21.01.0003 

ff.). Mit Entscheid vom 31. Oktober 2022 hiess das Zwangsmassnahmengericht 

den Entsiegelungsantrag gut (BA pag. 21.01.0048 ff.; -0062). Dabei befasste 

sich bereits das Zwangsmassnahmengericht umfassend mit den hier von 

Rechtsanwältin Spörri erneut vorgebrachten Einwänden (BA pag. 21.01.0047 

ff.). Auf die dagegen erhobene Beschwerde an das Bundesgericht wurde man-

gels hinreichender Substantiierung nicht eingetreten (BA pag. 21.02.030 ff.;  

-0036 ff.). Eine nachträgliche Überprüfung des Entsiegelungsentscheids des 

Zwangsmassnahmengerichts durch das zuständige Sachgericht ist gesetzlich 

nicht vorgesehen, vielmehr ist es Aufgabe des Zwangsmassnahmengerichts zu 

prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Siegelung erfüllt sind resp. Entsiege-

lungshindernisse vorliegen. Insofern ist festzuhalten, dass die Entsiegelung zu 

Recht erfolgte. Hinsichtlich der angeblich fehlenden Aufklärung über seine Sie-

gelungsrechte ist darauf hinzuweisen, dass A. über diese offensichtlich bestens 

Bescheid wusste, da er knapp 2.5 Jahre zuvor einen Polizisten der Kantonspoli-

zei Zürich in diesem Sinne belehrte (BA pag. 18.02.01.08.01.0006 f.). 

https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=9&from_date=21.03.2024&to_date=09.04.2024&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-221%3Ade&number_of_ranks=0#page221
https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=9&from_date=21.03.2024&to_date=09.04.2024&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-221%3Ade&number_of_ranks=0#page221
https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=9&from_date=21.03.2024&to_date=09.04.2024&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-IV-221%3Ade&number_of_ranks=0#page221

- 19 - 

SK.2024.62 

Zum angeblichen Siegelbruch und einer damit allenfalls verbundenen Unverwert-

barkeit der Beweismittel ist festzuhalten, dass die Bundesanwaltschaft den Aus-

tausch des Ladekabels und damit den Bruch des (physischen) Siegels autori-

sierte, um das am 14. Juni 2022 eingeleitete Brute-Force-Verfahren, welches 

mangels Bekanntgabe des 8-stelligen-Gerätesperrcodes durch den Beschuldig-

ten A. eingeleitet werden musste, weiterführen zu können (BA pag. 21.01.0003). 

Das Mobiltelefon war zu diesem Zeitpunkt immer noch gesperrt, ein Zugriff auf 

die darauf gespeicherten Daten und deren Kenntnisnahme somit unmöglich, wie 

dies auch das Zwangsmassnahmengericht Bern ausdrücklich in seinem Ent-

scheid festhielt (BA pag. 21.01.0055). Auch wenn es kein physisches Siegel gab, 

war das Mobiltelefon mangels Möglichkeit, die darauf befindlichen Daten einzu-

sehen, durch den unbekannten Sicherheitscode quasi versiegelt. Eine unbe-

merkte Kenntnisnahme vom Inhalt war schlichtweg unmöglich. Darüber hinaus 

stellte das Zwangsmassnahmengericht eine offensichtliche Unverwertbarkeit der 

sichergestellten Datenträger resp. der Datensätze nicht fest; eine solche ist denn 

auch nicht ersichtlich. Sowohl die Sicherstellung als auch die Siegelung der As-

servate erfolgte rechtmässig und die mittels forensischer Datensicherung nach 

erfolgter Entsiegelung ab den beiden Geräten erhältlich gemachten Beweise 

wurden rechtmässig erhoben. Folglich erübrigen sich weitere Ausführungen, ins-

besondere zu einer allfälligen relativen Unverwertbarkeit i.S.v. Art. 142 Abs. 2 

StPO. Die entsiegelten Beweismittel sind verwertbar. 

II. Ideologische Einstellung der Beschuldigten im Deliktszeitraum und inter-

nationale Kontakte zur salafistisch-dschihadistischen Bewegung 

1. Ideologische Einstellung des Beschuldigten A. im Deliktszeitraum 

1.1 Aufgrund der vorliegend zur Anklage gebrachten Delikte und deren ideologi-

schen Konnex gilt es vorab aufzuzeigen, welche ideologische und religiöse Ein-

stellung der Beschuldigte A. im angeklagten Zeitraum (April 2020 bis 

13. Juni 2022) vertrat. 

1.2 Zunächst ist zu erwähnen, dass sich das Beweismaterial hinsichtlich der Ankla-

gevorwürfe aber auch hinsichtlich der diesen zugrundeliegenden ideologischen 

Einstellung zugunsten der verbotenen terroristischen Gruppierung IS zu einem 

wesentlichen Teil auf die anlässlich der geheimen Überwachungsmassnahmen 

erhobenen Gespräche, insbesondere innerhalb der akustisch und optisch über-

wachten Wohnung vom Beschuldigten A., stützt (vgl. BA pag. 10.01.1985 ff.). 

Neben diesen hier interessierenden Gesprächen finden sich in den Akten aber 

auch diverse (elektronische) Sicherstellungen, so insbesondere Chatverläufe 

und Veröffentlichungen in den von A. benutzten Sozialen Medien, die mitunter 

auf den Mobiltelefonen von weiteren in der IS-konnotierten Szene vernetzten 

Personen sichergestellt und mittels Aktenbeizug zu den Verfahrensakten erkannt 

wurden. Hinsichtlich der im Rahmen der geheimen Überwachungsmassnahmen 

aufgezeichneten Gesprächen ist zu berücksichtigen, dass diese in den privaten 

- 20 - 

SK.2024.62 

Wohnräumen von Personen, die seine ideologische Einstellung befürworten, so-

mit in Umgebungen, die konspirativen Zwecken dienen, aufgenommen wurden. 

Dieser Umstand wird im Rahmen der Beweiswürdigung und somit auch hinsicht-

lich der Feststellung der ideologischen Einstellung des Beschuldigten berück-

sichtigt.  

1.3 A. war im anklagerelevanten Zeitraum gläubiger Muslim sunnitischer Glaubens-

richtung, der (grundsätzlich) nach den fünf Säulen des Islams lebte (SK 

pag. 36.730.010). Wie zu zeigen sein wird, hat A. zwischenzeitlich nach eigenen 

Angaben dem Islam als Religion entsagt (E.I.11.1). 

1.4 Die Anfänge des Radikalisierungsprozesses von A., die Rolle der Win-

terthurer Salafistenszene und eine erste Verurteilung 

1.4.1 Zu seiner Einstellung gegenüber dem IS befragt, verweigerte A. im Vorverfahren 

wiederholt die Aussage. Im Rahmen seiner Einvernahme anlässlich der Haupt-

verhandlung bestätigte er indes, im anklagerelevanten Zeitraum den Wertekanon 

und die Ideologie des IS geteilt und mit diesem sympathisiert zu haben (BA 

pag. 13.01.0001 ff.; SK pag. 36.730.011). Seine radikale dschihadistisch-ideolo-

gische Überzeugung lässt sich anhand der Akten, insbesondere aus den rechts-

kräftigen Verfahren der Jugendanwaltschaft Winterthur und den Erkenntnissen 

aus den akustischen Überwachungen und seinem «elektronischen Fussab-

druck» skizzieren. 

1.4.2 A. näherte sich bereits als Jugendlicher dem Islam in der vom IS vertretenen 

Auslegung an und konvertierte ca. im Mai oder Juni 2018 zum Islam (BA 

pag. 18.02.01.08.02.0007;18.02.01.08.01.0017). Kurz zuvor hatte er die Schule 

frühzeitig beendet, sah sich ohne Anschlusslösung und feste Tagesstrukturen 

und verfügte kaum über Freunde. In dieser Phase der Orientierungslosigkeit 

schloss er sich der Islamistenszene in Winterthur, dem sog. Winterthurer Dscha-

maat (zu Deutsch: Gruppe) an (SK pag. 36.730.029). In besagter Gruppierung 

fühlte er sich zugehörig. Er hatte Anschluss gefunden an eine Gruppe junger, die 

IS-Ideologie bejahenden Männer, gegen welche teilweise bereits (Jugend-)Straf-

verfahren in Zusammenhang mit inkriminierten Handlungen zugunsten des IS 

geführt und die teilweise verurteilt wurden, so namentlich zu P., einem ehemali-

gen Syrienreisenden (BA pag. 18.02.01.08.02.021 ff.; 18.02.01.12.01.0002 ff.). 

In der Folge drang er stetig weiter in die islamistische, IS-konnotierte Szene rund 

um Winterthur und die Ideologie des IS ein. Gleichzeitig distanzierte er sich na-

turgemäss vermehrt von seiner Familie und seinem bisherigen Umfeld. 

1.4.3 Radikalisiert hat er sich dabei nach eigenen Angaben mehrheitlich selbst über 

das Internet, insbesondere durch den Konsum von dort abrufbaren extremisti-

schen (Hass-)Predigern. So beeinflusste ihn insbesondere der deutsche Predi-

ger Pierre Vogel, den er als erste Ansprechperson auf Deutsch bezeichnete (SK 

pag. 36.730.006). Mitunter hat ihn auch der bekannte Hassprediger Ebu Tejma 

- 21 - 

SK.2024.62 

alias Mirsad Omerovic geprägt, der eine dschihadistische Ideologie und einen 

radikalen Monotheismus vertrat, die Aktivitäten des IS verfochten hat, in der Zeit 

von 2009 bis 2014 als erfolgreichster dschihadistischer Prediger und Rekrutierer 

Österreichs galt und im Juli 2016 wegen terroristischer Aktivitäten zu 20 Jahren 

Freiheitsstrafe verurteilt wurde (<https://www.kas.de/documents/252038/ 

11055681/Jihadist+Terrorism+in+Europe.+Jihadism+in+Austria.pdf/5c694e36-

b9c6-1179-99a2-d13b5e67f827?version=1.3&t=1632329688660>, zuletzt be-

sucht am 14. August 2025). Als Vorbilder bezeichnete der Beschuldigte A. na-

mentlich die grossen Führungspersonen, wie Al-Baghdadi und Abu Ali al-Anbari 

(SK pag. 36.730.010). Neben diversen Predigten konsumierte er auch zahlreiche 

IS-konnotierten Naschids, insbesondere solche von Denis Cuspert alias Deso 

Dogg alias Abu Talha al-Almani (Anm.: Deso Dogg war ein deutscher Musiker 

und Salafist, der sich als dschihadistischer Kämpfer dem IS in Syrien angeschlos-

sen hat und dort mutmasslich getötet wurde; <https://de.wikipedia.org/ 

wiki/Denis_Cuspert>; zuletzt besucht am 14. August 2025). Solche Naschids, die 

insbesondere den IS verherrlichen, begleiteten ihn, wie die Ideologie selbst, tag-

täglich. 

1.4.4 Wie sehr sich A. (damals) die menschenverachtenden Werte des IS und deren 

radikal dschihadistische Ideologie zu eigen machte, zeigt sich namentlich anhand 

diverser verwendeter Terminologien resp. deren Auslegung. So lehnte er die De-

mokratie ab und akzeptierte die Gesetzgebung in der Schweiz nicht (BA 

pag. 18.02.01.08.01.0018). Dieser ablehnenden Einstellung und seiner radikal 

ideologischen Überzeugung entsprechend kratzte A. das Schweizer Kreuz auf 

seiner Schweizer Identitätskarte ab (BA pag. 18.02.01.08.01.0018). Die Scharia 

stellte er dabei nicht nur über die Gesetzgebung in der Schweiz, sondern be-

zeichnete das Leben in einem Staat mit der Scharia als Gesetzesgrundlage und 

Wunsch eines jeden Muslims (BA pag. 18.02.01.08.01.0018 f.). Als (richtige) 

Muslime betrachtete er dabei einzig solche der sunnitischen Glaubensausrich-

tung, die den «reinen», «echten» Islam leben (BA pag. 18.02.01.08.01.0005). 

Muslime, die ihre Religion den modernen Gepflogenheiten angepasst haben, ab-

erkannte er das Muslimsein (BA pag. 18.02.01.08.01.0005). Dass er nur jene 

dem Islam angehörige Menschen das Muslimsein zusprach, die seine IS-ge-

prägte Überzeugung teilen, zeigt sich auch daran, dass er den «Takfirismus» als 

«normal» bezeichnete (BA pag. 18.02.01.08.02.018). Dem «Takfirismus» zu-

folge werden Menschen, die sich nicht zur skizzierten radikal-dschihadistischen 

Ideologie bekennen, mithin Muslime schiitischer Glaubensausrichtung, nament-

lich auch Alewiten, als «Ungläubige» bezeichnet und mit dem sog. «Takfir» be-

legt, d.h. dem Ausschluss aus dem Islam, der namentlich auch mit einer Tötung 

vollzogen werden darf. Der IS propagiert diese Art des «Takfirismus» und legiti-

miert damit die Tötung von Personen, die seine Ideologie nicht befürworten (vgl. 

dazu <https://[...]>, zuletzt besucht am 14. August 2025). Seiner radikal-dschiha-

distischen Überzeugung folgend, bezeichnete A. den Dschihad als Kampf 

- 22 - 

SK.2024.62 

Gottes, dessen Durchsetzung mit Waffengewalt seiner Meinung nach gerecht-

fertigt sein könne (BA pag. 18.02.01.08.01.0017 ff.).  

1.4.5 Seiner Ideologie entsprechend begann er nicht nur, den Islam in seiner radikal-

rückständig(st)en Form auszuleben, wie vom IS propagiert, sondern kleidete sich 

auch entsprechend, unter anderem mit knöchellangen Hosen, dem sogenannten 

Kaftan, einem von Salafisten und IS-Angehörigen getragenen rockartigen Ge-

wand. Zudem versuchte er, sich einen szenetypischen Vollbart ohne Oberlippen-

behaarung wachsen zu lassen (BA pag. 18.02.01.26.31.0008). 

1.4.6 Die radikal-extremistische Haltung von A. äusserte sich alsdann in diversen straf-

baren Handlungen, für welche er, damals noch als Jugendlicher, verurteilt wurde. 

So wurde er mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Winterthur vom 11. Feb-

ruar 2021 wegen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 AQ/IS-Gesetz und Gewalt-

darstellungen gemäss Art. 135 StGB zu einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten, be-

dingt vollziehbar bei einer Probezeit von 12 Monaten, verurteilt (BA 

pag. 18.02.01.12.01.0001). Der Verurteilung liegt mitunter die Missionierungsar-

beit resp. «Dawa» für die Ideologie des IS im Zeitraum von Februar bis Okto-

ber 2019 als Mitglied des Winterthurer Dschamaat und Teil des inneren Kerns 

der salafistischen, IS-konnotierten Szene in Winterthur zu Grunde. Dabei warb 

er Q. für die Ideologie des IS an, spielte diesem IS-Propagandamaterialien ab, 

bewarb den IS und gab ihm seiner IS-konnotierten Überzeugung entsprechende 

Antworten auf Glaubensfragen. «Dawa» betrieb er dem Strafbefehl zufolge auch 

mit seinem jüngeren Bruder, der sich mit ausgestrecktem Zeigefinger, dem Zei-

chen des Monotheismus, vor einem IS-Banner fotografieren liess, was in dieser 

Art eine von IS-Angehörigen und IS-Kämpfern propagandierte Inszenierung dar-

stellt (BA pag. 18.02.01.12.01.0005). Darüber hinaus betrieb er mit R. (separates 

Verfahren, siehe Urteile der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2022.55 

vom 30. Mai 2023 und der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

CA.2023.15 vom 20. Dezember 2023) einen Telegram-Kanal zur Verbreitung von 

IS-Propaganda (BA pag.18.02.01.12.01.0005; 18.02.01.06.31.0005). 

1.4.7 Dass sich an dieser extremistisch-islamistischen Haltung im hier zu beurteilen-

den (Tat-)Zeitpunkt nichts geändert hat, gibt A. selbst zu, der in der Jugendstrafe 

einzig eine ideologische Bestätigung betrachtete, aus der er nichts gelernt habe 

(SK pag. 36.730.029). So bezeichnete er im Rahmen eines abgehörten Ge-

sprächs den IS resp. «Dawla» (zu Deutsch: Staat, in der pro-IS-Szene verwen-

dete Bezeichnung für den IS), als die einzige «jama’a» (zu Deutsch: Gruppe, 

Gemeinschaft), welche die Scharia etabliert habe und für sie kämpfe, also die 

einzige «jama’a» mit richtiger «aqida» (zu Deutsch: Glaubenslehre, Doktrin) und 

«manhaj» (zu Deutsch: Methode; [BA pag.10.01.0728]). In einem anderen Ge-

spräch bezeichnete er den IS resp. «Dawla» als «die besten» (BA 

pag.10.01.1532). Die Radikalität dieser Aussagen ist unter diesen Umständen 

insoweit zu relativieren, als A. diese Äusserungen in einem vermeintlich Dritten 

nicht zugänglichen Gespräch gegenüber Gleichgesinnten getroffen hat, um sich 

- 23 - 

SK.2024.62 

in der Gruppe zu profilieren. Dennoch entsprechen diese im Kern seiner wahren 

damaligen Einstellung. 

1.5 Propagandaaktivitäten und «Online-Dschihad» 

Der von der Ideologie des IS geprägte A. verschob in der Folge seine «Dawa» 

im Streben nach Anschluss und Anerkennung immer mehr in den digitalen Raum. 

Nach eigenen Aussagen wollte A. als frenetischer Befürworter der Ideologie des 

IS diese verbreiten und den IS unterstützen, weshalb er IS-Propagandamateria-

lien auf Deutsch übersetzte, um diese auf eigens dafür kreierten Telegram-Ka-

nälen einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen (BA 

pag. 13.01.0630; -0635; -0639; SK pag. 35.521.013 ff.). So betrieb A. unter an-

derem drei Konten auf Telegram namens «A1.» seinem Kunya resp. «nome de 

guerre», «S1.» und «S2.» (BA pag. 10.01.1564 ff.). Mit dem Telegram-Konto 

«A1.» kommunizierte er mitunter mit Gleichgesinnten, nutzte es aber auch zur 

vermeintlichen Informationsgewinnung mit IS-Konnotation. So verzeichnete die-

ser Account 80 Kanäle, davon grossmehrheitlich solche mit IS-Propagandama-

terialien (BA pag. 10.01.1570). Solche Kanäle betrieb A. denn auch anerkannter- 

und erwiesenermassen selbst; anklagerelevant sind dabei die folgenden Kanäle 

von A. (vgl. E. IV.7 und IV.8): 

Für die Verbreitung von pro-IS bejahenden Materialien kreierte und betrieb er 

den Telegram Kanal «S3.2» resp. eine Reihe von Telegram-Kanälen «S3.» die 

er jeweils fortlaufend nummerierte, um bei Löschung eines inkriminiert-propagan-

distischen Kanals eine fortlaufende Information seiner teilweise rund 376 Abon-

nenten zu gewährleisten (BA pag. 10.01.2089). Insbesondere in den dort – dem 

Namen des Kanals entsprechend – fast ausschliesslich auf Deutsch geteilten 

Beiträgen und der verwendeten Semantik widerspiegelt sich seine zum damali-

gen Zeitpunkt vorhandene salafistisch-dschihadistische Einstellung. Exempla-

risch ist in diesem Zusammenhang ein Beitrag vom 15. Januar 2020 zu nennen, 

in welchem er die gegnerische, irakische Armee als «rafidi» (zu Deutsch: Ableh-

nende, Abtrünnige; [BA pag. 10.01.0960]) bezeichnete. Am 7. Januar 2020 pos-

tete er eine Grafik mit dem Titel «[…]», in Anlehnung an eine im offiziellen IS-

Magazin «Al-Naba’» publizierte Statistik, welche die Erfolge des IS auflistet, die 

Feinde als «Rawafid» (abschätzige Bezeichnung für Schiiten) oder «Kuffar-Mur-

taddin» (Ungläubige und Abtrünnige) bezeichnet und die involvierten Regionen 

der IS-Semantik entsprechend als Sham (Syrien) resp. Khorasan (Morgenland, 

bezieht sich auf Afghanistan, Pakistan) unterteilt (BA pag. 10.01.0964). Unter 

dem Deckmantel der Verbreitung von Neuigkeiten verherrlichte A. die Ideologie 

und die Gewaltakte des IS, wobei der IS durch die deutschen Beiträge eine Platt-

form im deutschsprachigen Raum erhielt. Neben den «S3.»-Kanälen erstellte 

und betrieb er auch die wesensgleichen Telegram-Kanäle «S4.» und «S5.». Im 

Rahmen seiner Propagandatätigkeiten beschaffte sich A. mitunter das Grafikpro-

gramm «AA.» sowie die Videoschnitt-Software «BB.». Letztere diente 

- 24 - 

SK.2024.62 

insbesondere dazu, IS-propagandistische Videos mit arabischen Texten und An-

sprachen in Deutsch zu untertiteln. 

Die von A. betriebenen Kanäle zeitigten eine transnationale Ausstrahlung seiner 

Propagandatätigkeiten im digitalen Raum, die dazu beitrugen, dass er als Mit-

glied in die Telegram-Chatgruppe «CC.» (zu Deutsch «[…]») aufgenommen 

wurde (BA pag. 10.01.1071 ff.; -2018). Teilnehmer dieser Gruppe waren rund 

100 sog. «munasirin» (zu Deutsch: Helfer; [BA pag. 10.01.1074 ff.]). Der Begriff 

«munasir» bezeichnet Personen, die den Dschihad im Namen des IS im digitalen 

Raum ausüben, indem sie Propaganda zugunsten des IS betreiben, wobei der 

IS diese selbst als «Soldaten der dschihadistischen Medien» bezeichnet (BA 

pag. 10.01.1625). Der primäre Zweck der CC. war die koordinierte Propagan-

datätigkeit zugunsten des IS als eine «digitale Armee» zur Herstellung, Bearbei-

tung und Verbreitung der IS-Propaganda. Eben diese intensive Propagandatä-

tigkeit im digitalen Raum stellt(e) eine der wichtigsten Tätigkeiten des IS zur an-

haltenden Verbreitung seiner Ideologie dar – selbst nach dem vollständigen Ge-

bietsverlust. Dementsprechend wurden im CC. pro-IS-Propagandamaterialien, 

insbesondere durch die Mitglieder selbst hergestellte Propagandamedien, geteilt. 

Daneben bewarben die Mitglieder ihre eigenen Telegram-Kanäle, baten um gra-

fische Designerarbeiten, sprachliche Korrekturen oder technische Unterstützung 

(BA pag. 10.01.1072 f.). Die Administratoren des Chats versandten alsdann sog. 

«Ta’amim», d.h. Dekrete bspw. über die Befugnis für Spendensammlungen (BA 

pag. 10.01.1073). Zur Koordination der Propagandatätigkeit kündigte DD., von 

den Usern als «Emir» bezeichnet, am 13. Juni 2022 an, dass er an die Kompa-

nieanführer kommunizieren werde, über welche die Administratoren künftig bila-

teral Aufträge erteilen würden, und ermahnte die benannten Personen das «Emi-

rat» als Verantwortung anzunehmen. In der folgenden Nachricht ernannte er A. 

als Anführer resp. Koordinationsfigur der sog. nichtarabischen Kompanie («A1.» 

= nichtarabische [«Ajam»]; s. dazu auch E. IV.5). A. kam insofern eine besondere 

Rolle innerhalb dieses Gruppenchats zu: In seiner Funktion sollte er die nichtara-

bische Kompanie gründen und die Mitglieder benennen, was er denn auch tat 

(BA pag. 10.01.2098 f.; 10.01.1031 f.). A. schrieb B. kurz darauf privat, dass er 

durch die Ernennung etwas nervös geworden sei und B. antwortete «[...] Du bist 

der Emir der Nicht-Araber» (BA pag. 10.01.2099). Aus den Akten ergibt sich je-

doch nicht, inwiefern A. in der Folge koordinierende Funktionen oder die Rolle 

eines «Emirs» übernahm, indes engagierte er sich weiterhin aktiv in besagter 

Gruppe und fungierte damit als Mitglied einer globalen IS-Propaganda-Commu-

nity (BA pag. 10.01.1110). 

1.6 Internationale Kontakte zu Exponenten des IS 

1.6.1 A. stand, namentlich über die Sozialen Medien, auch in regem Kontakt zu Per-

sonen aus der internationalen Salafistenszene und zu dem IS ebenfalls zuge-

neigten Personen. Einer der für A. wichtigsten dieser Kontakte war der in 

Deutschland wohnhafte EE. alias «EE1.» (nachfolgend: EE.; BA 

- 25 - 

SK.2024.62 

pag. 10.01.2017). EE. war in den Jahren 2021 bis 2022 Mitglied des dem IS na-

hestehenden Netzwerks «FF.», welches Einzeltäter bei der Begehung von Ter-

roranschlägen unterstützte, und der IS-nahen «GG. Foundation», einem Online-

Netzwerk, das den IS insbesondere mit der Übersetzung und Verbreitung origi-

naler IS-Medienprodukte in verschiedene Sprachen unterstützte (BA 

pag. 10.01.1022; -1275; -2049). Zudem war er ebenfalls Mitglied in der CC., wo-

bei er es war, der A. zur Gruppe hinzufügte, da er im Gegensatz zu Letzterem 

über Administratorenrechte verfügte und insofern eine übergeordnete Rolle inne-

hatte (BA pag. 10.01.2047; -2050). Der Kontakt zwischen A. und EE. bestand 

aber schon davor; so trafen sie sich in Z. / Deutschland am 21. August 2020 gar 

persönlich (BA pag. 10.01.1627). In der Folge nahm EE. eine immer wichtigere 

Rolle für A. ein (vgl. SK pag. 36.730.020). Wie zu zeigen sein wird, planten A. 

und EE. gemeinsam mit B. im Juni oder Juli 2022 nach Syrien zu reisen, um sich 

dem IS anzuschliessen (siehe dazu E. III.5; BA pag. 10.01.2051). Eine rund 

sechs Jahre zuvor, im November 2016, von EE. versuchte Reise scheiterte. EE. 

wurde am 5. Oktober 2022 in Deutschland verhaftet. Dass sein Zwillingsbruder, 

HH., ein hochrangiges Mitglied des IS über diese Verhaftung informierte, ver-

deutlicht die EE. in diesem terroristischen Umfeld zugekommene Rolle (BA 

pag. 10.01.1275; -2052). Mit Urteil des Oberlandesgerichts in Y. / Deutschland 

wurde EE. am 23. August 2023 zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren wegen 

der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Aus-

land verurteilt (BA pag. 10.01.0711 ff.; -2052; 18.01.04.0046 ff.). 

1.6.2 A. stand sodann in Kontakt mit II., eine in Deutschland wohnhafte IS-Anhängerin 

resp. (ehemaliges) IS-Mitglied. Sie reiste bereits im Jahr 2013 aus Deutschland 

aus und traf in der Türkei ihren ersten Mann, JJ., einen späteren IS-Kämpfer. Die 

beiden wurden nach X. / Syrien verbracht und lebten in einem ihnen vom IS zu-

gewiesenen Haus. Am 15. Januar 2014 wurde II. von der Türkei nach Deutsch-

land abgeschoben, bereits Ende desselben Jahres reiste sie wieder nach Syrien. 

Ende 2017 / Anfang 2018 wurde sie festgenommen und in einem Flüchtlingsla-

ger bei W., in X. / Syrien interniert, aus welchem sie Ende 2018 flüchtete und sich 

seither mutmasslich in Syrien aufhält. Spätestens seit dem 14. Juni 2021 veröf-

fentlichte sie von Syrien aus zunächst über den von ihr administrierten Telegram-

Kanal «KK1.» und später über Nachfolgekanäle wie «KK2.», «KK3.» und «KK4.» 

Spendenaufrufe zugunsten des IS, insbesondere zur Befreiung von IS-Mitglie-

dern aus syrischer Gefangenschaft (BA pag. 10.01.1794; -2053 f.). A. unter-

stützte II. mit umfangreichen Designarbeiten für ihre Spendenkanäle, namentlich 

«KK1.» und «KK2.». So erstellte oder bearbeitete er diverse Grafiken, welche II. 

später als Profilbilder in ihren Telegram-Kanälen verwendete. Mitunter erstellte 

er auch Visitenkarten mit dem Schriftzug «KK2.», dem Umriss einer fliegenden 

Taube und unter ihr in gleicher Art eine Kalaschnikow, wobei er II. als «Namen-

lose Ukhti, CEO, Ort: V., Syrien» und sich selbst als «A1., Chef Medienabteilung, 

Ort: Winterthur, Schweiz» bezeichnete (BA pag. 10.01.1865). 

- 26 - 

SK.2024.62 

1.6.3 Als einer der intensivsten Kontaktpersonen A.s stellte sich der in Deutschland 

wohnhafte G. alias «G1.» (nachfolgend: G.) heraus, geb. […] in Pakistan. G. be-

wegte sich seit Beginn der 1990er Jahre in einem radikal-islamistisch-salafistisch 

und militant-dschihadistischen Umfeld. Ab dem Jahr 2004 galt er für die  

«Al-Qaïda» als der mutmasslich wichtigste Finanzierer und Rekrutierer Deutsch-

lands (BA pag. 10.01.2045; 10.01.1022 m.w.H.; STEINBERG GUIDO W., German 

Jihad, On the Internationalization of Islamist Terrorism, 2013, S. 62 und 125). 

Dabei stand er in persönlichem Kontakt mit Anas al-Libi, einem der damals wich-

tigsten «Al-Qaïda»-Mitglieder im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet und zu 

Mustafa Ahmad Muhammad Uthman Abu al-Yazid alias Shaikh Said al-Masani, 

einem ranghohen Führungsmitglied der «Al-Qaïda» und Mitglied des engsten 

Kreises, dem Shura-Rat, um Usama Bin Laden und Aiman az-Zawahiri (BA 

pag. 10.1.1022; -2046). In diesem Zusammenhang wurde er 2009 wegen mit-

gliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu 

acht Jahren Haft verurteilt. In der Folge wandte sich G. der Ideologie des IS zu 

und versuchte in den Jahren 2020 und 2021 mehrmals erfolglos sich dem IS in 

Syrien und Pakistan anzuschliessen (BA pag. 10.01.1658 ff.). Dass er bereits 

vier Mal versuchte nach Syrien zu reisen, um sich dem IS anzuschliessen, er-

zählte er auch A., als er ab dem 22. Januar bis 20. Februar 2022 in dessen über-

wachten Wohnung verweilte (BA pag. 10.01.2047). Mit Urteil des Oberlandesge-

richts in Y. / Deutschland wurde G. am 23. August 2023 zu einer Freiheitsstrafe 

von sechs Jahren wegen der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer terroristi-

schen Vereinigung im Ausland (dem IS) und Vorbereitung einer schweren staats-

gefährdenden Gewalttat verurteilt (BA pag. 18.01.04.0046 ff). 

1.7 Gründung einer IS-affiliierten Medienagentur 

Geleitet vom Streben, die verinnerlichte IS-Ideologie weiter zu verbreiten, be-

stärkt vom Echo der bisherigen Propagandatätigkeit und dem Austausch unter-

einander, reifte sodann die Idee gemeinsamer Propagandaprojekte zwischen A., 

B. und G. sowie einem weiteren, nicht identifizierten Telegram-User namens 

«LL.» heran (BA pag. 10.1.2017; vgl. E. IV.7). Auslöser war die Anfrage des 

nicht-identifizierten Telegram-Users «MM.» an G. vom 20. März 2022, ob dieser 

interessiert sei, «offizielle Nachrichten ins Deutsche zu übersetzen» für die Ver-

öffentlichung auf der IS-affiliierten Webseite «I’lam». Die vier Vorgenannten grün-

deten in der Folge die Online-Medienagentur «NN.» (zu Deutsch: […]), die einzig 

bezweckte, IS-Propagandamaterialien auf Deutsch zu übersetzen resp. herzu-

stellen und zu verbreiten. Im Telegram-Gruppenchat «NN1.» tauschten die Teil-

nehmenden in der Zeit vom 21. bis 25. März 2022 1’048 Nachrichten rund um 

die Führung und Arbeiten der Medienagentur aus. Dabei ging es insbesondere 

um die Übersetzung von IS-Propagandamaterialien in die deutsche Sprache, 

welche zur Veröffentlichung auf der Clearweb- und Darknetseite «I’lam» be-

stimmt waren. Die übersetzten Dateien leitete G. an den Telegram-User «OO.» 

zur Veröffentlichung auf der «I’lam»-Webseite weiter (BA pag. 10.01.2018). 

- 27 - 

SK.2024.62 

Im Rahmen der Übersetzungsarbeiten kam es schliesslich zu Streitigkeiten zwi-

schen den Gründungsmitgliedern des «NN.». Zur Schlichtung richtete sich A. an 

EE., in dem er offensichtlich eine Autoritätsperson sah. In der Folge wurde G. 

untersagt, weiterhin Übersetzungen auf Deutsch vorzunehmen. A. liess sich vom 

Scheitern der ersten Medienagentur für IS-Propaganda nicht abhalten und grün-

dete im Sinne eines Nachfolgeprojekts die Medienagentur «PP.» (E. IV.8). Der 

unter dem Label der Medienagenturen geführte Telegram-Kanal diente dabei der 

Veröffentlichung eigens bearbeiteter resp. hergestellter Propagandamaterialien 

zugunsten des IS (siehe dazu E. IV.7 ff.).  

Die derart übersetzten resp. hergestellten und veröffentlichten Inhalte lassen kei-

nen Zweifel daran, dass A. bestrebt war, seiner ideologischen Überzeugung ent-

sprechend eine eigentliche «Online»-Propagandaagentur zugunsten des IS zu 

betreiben und sich als «munasir» der virtuellen Kampfführung zu bedienen. 

1.8 «Tazkiya», die Ausreise nach Syrien und der Traum vom Märtyrertod 

Die IS-Ideologie derart verinnerlicht, war A. bereit, sich dem IS physisch anzu-

schliessen und den Dschihad nicht mehr nur in der virtuellen Welt zu führen. Den 

Märtyrertod zu sterben war dabei nicht nur eine Begleiterscheinung, die mit sei-

ner Radikalisierung einherzugehen schien, sondern sein eigentlicher Wunsch 

(SK pag. 36.730.011). So teilte er G. im Rahmen eines überwachten Gesprächs 

mit, dass sich sein Herz von dieser «duniya» (zu Deutsch: Welt, Erde, Diesseits) 

verabschiedet habe (BA pag. 10.01.1271; -2050). Um seine Ausreise zu ermög-

lichen, war A. bestrebt eine sog. «tazkiya», d.h. eine Bescheinigung über die 

Vertrauenswürdigkeit für potentielle IS-Rekruten, zu erhalten. Dazu führte er im 

Herbst 2021 ein Telefongespräch mit dem nicht identifizierten «QQ.», der sich zu 

diesem Zeitpunkt in einem Gästehaus in der Türkei, einer Art Anlaufstelle für 

«Foreign Terror Fighters», d.h. für ausländische Personen, die sich als Soldaten 

dem IS anschliessen, befand. Das Gespräch wurde auf Arabisch geführt, wobei 

«EE1.» alias «EE.» als Übersetzer für A. fungierte (BA pag. 10.01.0714 ff.). Inhalt 

des Gesprächs war der Werdegang A.s, sein soziales Umfeld und seine Beweg-

gründe für eine Mitgliedschaft beim IS (BA pag. 10.01.0714 ff.; -0728 ff.; -1271). 

Die Prüfung war erfolgreich und A. wurde die «tazkiya» ausgestellt, welche es 

ihm ermöglichen sollte, in einem Gästehaus in der Türkei für den Anschluss an 

den IS aufgenommen zu werden (SK pag. 36.730.015 f.). In der Folge plante er 

seine Ausreise via Türkei nach Syrien, transferierte sein Guthaben auf seine De-

bit-Kreditkarte und leerte seine Bankkonti. Am 7. Dezember 2021 stieg er in Zü-

rich ins Flugzeug nach Istanbul / Türkei, um dort den Anschlussflug nach An-

kara / Türkei zu nehmen und sich zur Grenze nach Syrien zum IS zu begeben. 

Die Reise verheimlichte er seinem familiären und sozialen Umfeld, nicht aber 

seinen Glaubensbrüdern, so namentlich EE. (BA pag. 10.01.0054; -0713; -0298; 

-0712 ff.; -0531; -0543; -2060; -0271). Nach der Landung in Istanbul wurde ihm 

die Ein- und Weiterreise indes verweigert, da ihn die türkischen Behörden als 

Gefahr für die innere Sicherheit des Landes einstuften und ihn mit einer 

- 28 - 

SK.2024.62 

fünfjährigen Einreisesperre belegten (BA pag. 10.01.0018 ff.; -0051; -0083 f.;  

-0712; -2057). 

Zurück in der Schweiz war A. bestrebt, einen weiteren Ausreiseversuch zu pla-

nen. So teilte er «RR.» alias «RR1.» am 26. Dezember 2021 und damit nur 

18 Tage nach seiner Rückkehr aus der Türkei mit, dass er seine Einreisesperre 

in die Türkei zu umgehen beabsichtige, indem er auf illegalem Wege in die Türkei 

einreisen wolle (BA pag. 10.01.0018; -0021; -0129). In der Folge besprach er 

sich – wie später detailliert aufzuzeigen sein wird – ab dem 22. Januar 2022 mit 

B., G. und EE., wie sie sich gemeinsam auf klandestine Weise in das syrische 

Konfliktgebiet begeben könnten, um sich dem IS anzuschliessen (BA 

pag. 10.01.0716 ff.; -1271; -0247). 

1.9 Darüber hinaus lässt auch das bei A. zahlreich sichergestellte Beweismaterial 

(Fotos, Videos, etc.) ohne weiteres auf seine (damalige) ideologische Einstellung 

gegenüber der verbotenen Gruppierung IS schliessen, wie die nachfolgende 

Auswahl zeigt: Ein Selfie vor einer auf Papier ausgedruckten und ans Fenster 

geklebten IS-Flagge mit schwarzem Balken über den Augen (BA 

pag. 18.02.01.06.10.0013 f.; -0020); ein weiteres Selfie mit vermummtem Ge-

sicht und emporgestrecktem Zeigefinger mit eingefügter IS-Flagge in der oberen 

rechten Ecke (BA pag. 18.02.01.06.10.0012 f.; -0019); die ersten 15 Ausgaben 

der einschlägigen IS-Onlinepropagandazeitschrift «Dabiq» (BA 

pag. 10.01.1090); Auszüge der wöchentlich erscheinenden Zeitung «Al-Naba» 

des Medienbüros des IS (BA pag. 10.01.1909; -1913); die Ausgabe 10 des  

IS-Onlinepropagandamagazins «Rumiyah» in deutscher Sprache (BA 

pag. 10.01.1910). 

1.10 Für die Strafkammer ist anhand der sichergestellten Beweismittel in Form von 

Fotos, Videos, Chats und Beiträgen auf Sozialen Medien, den Erkenntnissen aus 

geheimen Überwachungsmassnahmen, den Aussagen von A. und seines «elekt-

ronischen Fussabdrucks» zweifellos erstellt, dass er sich im Anklagezeitraum 

(April 2020 bis 13. Juni 2022) die Ideologie des IS und damit insbesondere des-

sen Wertekanon, Einstellung zum (gewaltsamen) Dschihad sowie die Errichtung 

eines weltumspannenden Kalifats zu eigen machte und inhaltlich vollumfänglich 

teilte. Er bediente sich der virtuellen Kampfführung für den IS und war bereit, dem 

Ruf des IS zu folgen, sich diesem anzuschliessen und unter dem Kalifat zu leben 

und den Märtyrertod zu sterben. Im Ergebnis steht fest, dass es sich bei A. im 

Anklagezeitraum um einen glühenden Anhänger der Werteideologie und Glau-

benslehre des IS handelte und er diesen Wertekanon mit all seinen radikalen, 

menschenverachtenden Ausprägungen kompromiss- und kritiklos teilte. 

1.11 Deradikalisierungsprozess 

1.11.1 Von dieser dschihadistischen, den IS und dessen gewaltverherrlichende Ideolo-

gie befürwortenden Haltung will A. nach eigenen Angaben zwischenzeitlich 

- 29 - 

SK.2024.62 

vollständig abgekehrt sein. Beinahe zwei Jahre nach seiner Verhaftung und da-

mit bereits während des Vorverfahrens beteuerte A., sich von der Ideologie des 

IS distanziert zu haben. Im Rahmen der Hauptverhandlung einlässlich dazu be-

fragt, gab A. an, sein Umdenken habe während der Untersuchungshaft begon-

nen; er habe reflektiert, wobei ihm klar geworden sei, dass er an einem Tiefpunkt 

im Leben angekommen sei und er dieses nun gravierend ändern müsse (SK 

pag. 36.730.032). Zeitlich könne er nicht einordnen, wann dies begonnen habe; 

sicherlich aber ab der Haftverlegung nach U. (SK pag. 36.730.032). Gemäss den 

Akten war dies am 5. Dezember 2023 (BA pag. 6.01.0356; -0368). Zum Deradi-

kalisierungsprozess befragt, erläuterte A., er habe sich zunächst vom IS und dem 

Terrorismus distanzieren, aber Muslim bleiben wollen. Er habe, wie er es selbst 

bezeichnete, eine «neue Ausrichtung vom Islam» gesucht. Im letzten Jahr der 

Haft, also im Jahr 2024, habe er noch Ramadan gemacht und gebetet (SK 

pag. 36.730.028). Als er wieder auf freiem Fuss gewesen sei, habe er sich dann 

aber nicht mehr von einer Religion vorschreiben lassen wollen, was er zu tun 

habe. An einem freien Tag, als er mit seiner Freundin in der Stadt unterwegs 

gewesen sei, habe er zum ersten Mal seit Jahren nicht gebetet und so habe sich 

das entwickelt (SK pag. 36.730.028). Erst auf Nachfrage, wie er sich von der Ide-

ologie des IS konkret losgesagt habe (und nicht vom Islam als Religion), erklärte 

er, dass er für sich entschieden habe, sein Leben nicht im Gefängnis verbringen, 

sondern ein normales Leben führen zu wollen (SK pag. 36.730.029 f.). In Unter-

suchungshaft habe er erstmals während langer Zeit keine Propaganda mehr kon-

sumieren können und sei dadurch «auf Entzug» gewesen. Er erklärte, dass man 

in dieser Szene diese Propaganda brauche, weil man nur wenige echte Gefühle 

spüre. Mit der Propaganda könne man sich diese einreden (SK pag. 36.730.032). 

Auf Nachfrage gab er zu, dass er den Kontakt zur alten Szene nicht abgebrochen 

habe. Aufgrund der Untersuchungshaft sei dieser jedoch inzwischen verflogen 

(SK pag. 36.730.031). 

1.11.2 A. legte in seinen Erläuterungen dar, dass er sich allein vom IS und dessen Ide-

ologie distanziert habe. Seine Verteidigerin führte aus, dass sie gemeinsam an 

einem Deradikalisierungsprogramm gearbeitet hätten, in dessen Rahmen sich A. 

insbesondere intensiv mit Distanzierungsarbeit beschäftigt habe und sich in psy-

chotherapeutischer Behandlung befinde (SK pag. 36.721.118 f.). Insbesondere 

die von I., Sozialarbeiter bei der J., durchgeführte Distanzierungsarbeit im Rah-

men der Betreuung hat sich als prägend und wesentlich im Deradikalisierungs-

prozess von A. erwiesen. Dies geht aus der Einvernahme von I. als Zeuge an der 

Hauptverhandlung hervor, der im Rahmen eines Handlungskonzepts der Stadt 

Winterthur mit der Stadtpolizei Zürich zusammenarbeitet. Seit dem 15. Mai 2024 

stehen A. und I. ca. einmal wöchentlich in Kontakt. Gemäss dem Zeugen I. liege 

der Fokus der Arbeit darin, dass A. die eigenen Emotionen und Bedürfnisse er-

kenne, um diese ins Zentrum seines Lebens zu rücken (SK pag. 36.761.004). A. 

sei damals auf der Suche nach Anschluss und Selbstverwirklichung gewesen, 

wobei er beides in der IS-Szene und der dort zelebrierten IS-Ideologie gefunden 

- 30 - 

SK.2024.62 

habe (SK pag. 36.761.004 f.). Aus seiner Tätigkeit in der Propaganda habe er 

einen gewissen Status für sich selbst und in dieser Szene erlangt (SK 

pag. 36.761.006). In diesem Kontext sei er von einem Selbstdarstellungsdrang 

getrieben und einem gewissen Überheblichkeitsgedanken gefangen gewesen, 

was bei ihm letztlich dazu geführt habe, die Reise zum IS anzustreben (SK 

pag. 36.761.007 f.). Zur Deradikalisierung befragt, gab I. zu Protokoll, dass A. bei 

ihrem ersten Treffen den Eindruck erweckt habe, sich schon in gewissem Masse 

von der Ideologie des IS distanziert zu haben (SK pag. 36.761.011 f.). Zur Dis-

tanzierung führte I. aus, dass A. ihm sein Umdenken in der Haft geschildert habe. 

Dazu habe beigetragen, dass er (A.) sowohl die Versprechen des IS als auch 

jene seines direkten IS-konnotierten Umfelds als blosse Worthülsen enttarnt und 

realisiert habe, dass seine «Brüder» sich gar nicht für ihn als Menschen interes-

siert hätten (SK pag. 36.761.009; -012). Auf entsprechende Frage bejahte I., 

dass sich A. deradikalisiert habe. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Radika-

lisierung schätze er als sehr gering ein (SK pag. 36.761.009). Auf Nachfrage re-

lativierte er, dass der Prozess noch nicht abgeschlossen sei und die Resilienz 

weiterhin aufgearbeitet werden müsse, damit sich A. – der altersentsprechend 

noch keine gefestigte Persönlichkeit sei – auch bei künftigen Krisen weder für die 

Ideologie des IS noch für andere Formen des Extremismus empfänglich zeige 

(SK pag. 36.761.010). I. äusserte Zweifel, dass A. dies allein weiterführen 

könnte, insbesondere wenn es zu einer erneuten Inhaftierung käme (SK 

pag. 36.761.013 f.) 

1.11.3 Die Aussagen von A. hinsichtlich seiner Abkehr vom IS und dessen Gewaltideo-

logie sowie vom Islam als Religion, erscheinen für die Strafkammer grundsätzlich 

glaubhaft. Allerdings bestehen gewisse Zweifel, insbesondere an deren Nach-

haltigkeit, da sich A. seinen eigenen Angaben zufolge doch vollständig und pri-

mär aus eigener Kraft von der terroristischen Ideologie entfernt haben will. Dies, 

obwohl er während mindestens vier Jahren mehr oder minder für den IS sympa-

thisierte, sich diesem Wertekanon auf dem Höhepunkt seiner Radikalisierung 

ganz verschrieb und einerseits bereit war, sich dem IS physisch anzuschliessen 

und andererseits dies auch tatsächlich in die Tat umzusetzen versuchte (wobei 

sein Plan nur aufgrund äusserer Umstände scheiterte). Noch im Dezember 2021 

war er derart radikalisiert, dass er bereit war, sein Leben vollumfänglich in den 

Dienst des IS zu stellen und sich sogar nach dem Märtyrertod sehnte. Lediglich 

drei Jahre später will er sich aus eigener Kraft und ohne fremde Hilfe vollständig 

vom IS und dessen Ideologie losgesagt haben – und dies wohlgemerkt im Rah-

men der Untersuchungshaft. Zwar räumte auch A. ein, dass es (bis dato) ein 

langer Prozess gewesen sei. Die Frage, ob sich A. tatsächlich von extremisti-

schem Gedankengut vollständig losgesagt hat und dies auch nachhaltig für die 

Zukunft umsetzen wird, kann jedoch nicht abschliessend beantwortet werden. 

Für den Urteilszeitpunkt stellt die Strafkammer fest, dass A. offenbar redlich ge-

willt ist, sich von diesem gewaltverherrlichenden Gedankengut dauernd zu lösen. 

So gedenkt er, auch künftig mit der J. bzw. mit dem Zeugen I. 

- 31 - 

SK.2024.62 

zusammenzuarbeiten, um seinem Deradikalisierungsprozess Nachhaltigkeit zu 

verschaffen. Allerdings setzt sich A. in diesem Prozess eher abstrakt und allge-

mein mit Begrifflichkeiten der IS-Szene auseinander, anstatt seine Person ins 

Zentrum der Analyse zu stellen. Darüber hinaus führt der Umstand, dass A. ver-

suchte, die Verantwortung für seine IS-Radikalisierung und damit verbundene 

inkriminierte Handlungen (zum Teil) auf das Winterthurer Dschamaat oder G. ab-

zuschieben, beim Gericht zu einer gewissen Skepsis. Dazu gilt es anzumerken, 

dass es A. war, der den in Deutschland wohnhaften G. für eine Zeit lang bei sich 

beherbergte und er diese Entscheidung, mit G. während mehreren Tagen auf 

engstem Raum zu wohnen, freiwillig traf. Dass A. während dieser gemeinsamen 

Zeit mit G. nicht anders habe handeln können, als intensiv Propaganda für den 

IS zu betreiben, – wie dies die Verteidigung in ihrem Plädoyer behauptete (SK 

pag. 36.721.111 f.) – ist eine offensichtliche Schutzbehauptung. Schliesslich 

hatte sich A. bereits davor intensiv mit Propagandaaktivitäten beschäftigt und 

verfügt im Vergleich zu G. auch über weitaus bessere Informatikkenntnisse resp. 

Kenntnisse im Umgang mit Sozialen Medien und diversen gestalterischen Com-

puterprogrammen. Ebenso greift auch die versuchte Abwälzung der Verantwor-

tung an die Behörden, die ihn weder jetzt noch im Rahmen des Jugendstrafver-

fahrens bei seinem Lebenswandel unterstützt, sein deliktisches Tun überwacht 

oder seine Propagandaaktivitäten und «IS-Transaktionen» verhindert haben sol-

len, offensichtlich nicht: Selbst A. räumte ein, dass er die Jugendstrafe damals 

als «ideologische Bestätigung» erfahren habe und infolge seiner Radikalisierung, 

der fehlenden Strukturen und anderweitigen, nicht dem IS-zugeneigten Freun-

den, gar nicht für ein Umdenken resp. eine Abkehr von dieser Szene empfänglich 

war (SK pag. 36.730.029). 

An seiner Ausgangslage, die ihn für dieses Umfeld empfänglich machte, – keine 

Arbeitstätigkeit, keine festen Tagesstrukturen, wenige soziale Kontakte – hat sich 

nur in geringem Ausmass etwas geändert. Heute geht A. einer Teilzeitbeschäfti-

gung im Rahmen der wirtschaftlichen Sozialhilfe nach und ist nach wie vor auf 

der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Er wohnt nun aber wieder bei seiner 

Mutter und scheint mithin ein anderes soziales Umfeld zu pflegen. Insofern ist 

die Basis, auf welcher die Deradikalisierung gründet, nach wie vor nicht gefestigt. 

Ebenso sind Resilienzen, um künftigen Schwankungen in den neu gewonnenen 

Sicherheiten entgegenzustehen, noch nicht vollständig ausgebaut. Dennoch 

sprechen die umfangreichen aktuellen Bemühungen von A. für eine mutmasslich 

erfolgreiche Deradikalisierung, wenngleich seine ursprüngliche Motivation die 

Entlassung aus der Untersuchungshaft darstellte und somit opportunistischer 

Natur war. Da sich A. nicht nur von der IS-Ideologie, sondern nach eigenen Aus-

sagen selbst vom Islam als Religion gelöst hat, bleiben bei der Strafkammer ge-

wisse Zweifel, ob sein Hang zu extremistischen, radikalen Entscheidungen (nach 

dem Motto: «Alles oder nichts») nachhaltig ist und nicht erneut in eine andere 

Richtung umschlagen könnte. Dem wird, wie noch zu zeigen sein wird, in Form 

einer Weisung zu begegnen sein (siehe nachfolgend unter E. VII.2). 

- 32 - 

SK.2024.62 

2. Ideologische Einstellung des Beschuldigten B. im Deliktszeitraum 

2.1 Aufgrund der vorliegend zur Anklage gebrachten Delikte und deren ideologi-

schen Konnex gilt es vorab aufzuzeigen, welche ideologische und religiöse Ein-

stellung B. im anklagerelevanten Zeitraum (22. Januar 2022 bis 13. Juni 2022) 

vertrat.  

2.2 Auf das Beweismaterial, welches zu einem wesentlichen Teil auf den Erkennt-

nissen aus den geheimen Überwachungsmassnahmen, insbesondere der akus-

tischen Überwachung der Wohnung von A., beruht, kann im Rahmen der Aus-

führungen zur ideologischen Einstellung des Beschuldigten A. verwiesen werden 

(E. II.1.2). Bei der Beweiswürdigung und somit auch bei der Feststellung der ide-

ologischen Einstellung des Beschuldigten B. ist dem Umstand, dass die über-

wachten Gespräche in konspirativen Umgebungen aufgenommen wurden, Rech-

nung zu tragen. 

2.3 B. war im anklagerelevanten Zeitraum und ist nach wie vor Muslim sunnitischer 

Glaubensrichtung, der nach den fünf Säulen des Islams lebt (SK 

pag. 36.730.010). 

2.4 Radikalisierungsprozess von B., internationale Kontakte und die Rolle der 

Winterthurer Salafistenszene 

2.4.1 Aus den Akten ergibt sich, dass B. nach Abschluss seiner kaufmännischen Lehre 

und vor seiner erstmaligen Verhaftung im Zusammenhang mit einem Vorfall in 

der An‘Nur Moschee im Jahr 2017 zum Islam konvertierte (BA 

pag. 18.02.04.002.13.01.0004). Er spielte damals beim TT.-Club Fussball und 

verfolgte eine Sportlerlehre bei AAA. in U. Infolge eines Kreuzbandrisses musste 

er aber die Karriere zum Fussballprofispieler aufgeben. In dieser Zeit des Wan-

dels ging er keiner Arbeit nach und beschäftigte sich nach eigenen Angaben mit 

Fragen zum Leben, informierte sich über den Islam, las den Koran und konver-

tierte (BA pag. 18.02.04.002.13.01.0003 f.). Nach eigenen Angaben hat er sich 

primär über das Internet informiert (BA pag. 18.02.04.002.13.01.0005; -0007). 

Da die Originalfassung des Korans auf Arabisch ist, begann er, Arabisch zu ler-

nen, und besuchte auch die (damals einzige) arabische Moschee, die (in ver-

schiedene deliktskonnexe Verfahren verwickelte) An’Nur Moschee in Winterthur 

(BA pag. 18.02.04.002.13.01.0005; zu den Verfahren vgl. bspw. die Urteile der 

Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.71 vom 11. September 2011 und 

der Berufungskammer CA.2021.9 vom 1. Dezember 2021). Nach seiner Entlas-

sung aus der Untersuchungshaft (nach sechs Monaten) heiratete er seine jetzige 

Frau, BBB. Da seine Frau verschleiert war und dies nach ihrem resp. seinem 

Empfinden in U. nicht gern gesehen wurde, lebte er ab Mai 2019 mit ihr in der 

Türkei (BA pag. 18.02.04.002.13.01.0004). Ende Dezember 2019 wurden er, 

seine Frau und sein Sohn von der türkischen Polizei wegen des Verdachts des 

- 33 - 

SK.2024.62 

Terrorismus verhaftet, woraufhin er mit seiner Familie am 2. Januar 2020 in die 

Schweiz zurückkehrte (BA pag. 18.02.04.002.13.01.0002 f.).  

2.4.2 B. gelangte in der Folge immer tiefer in die Salafistenszene. Erstmals im Rahmen 

der Hauptverhandlung äusserte er sich detaillierter dazu, wie er sich ideologisch 

radikalisierte und sich die IS-Ideologie zu eigen machte (SK pag. 36.730.010 f.). 

Er habe sich mit dem Islam auseinandergesetzt und mit der Zeit angefangen, 

islamische Vorträge nur noch auf Arabisch zu hören. Fasziniert von ihrer Art zu 

reden, sei er auf Vorträge von Abu Ali al-Anbari und Muhammad al-Adnani ges-

tossen, die er als Autoritätspersonen verehrt habe (SK pag. 36.730.010). Neben 

diesen beiden Personen hätten ihn insbesondere auch die IS-Führer fasziniert, 

welche er damals als Vorbilder gesehen habe (SK pag. 36.730.010). Letzteres 

widerspiegelt sich namentlich in einem Chat-Austausch mit dem (nicht identifi-

zierten) Telegram-User «CCC.», welchem er am 4. Juni 2022 innerhalb von zwei 

Minuten drei PDF-Dateien mit Übersetzungen von Reden des im Jahr 2016 ge-

töteten IS-Sprechers Abu Muhammad al-Adnani sowie eine Datei mit einer An-

sprache von Abu al-Hasan al-Muhajir, dem Nachfolger von al-Adnani, zusandte 

(BA pag. 08.02.0029 f.; 10.01.2005; -2117). Alle vier Dateien weisen das Emb-

lem von offiziellen IS-Propagandamedien auf, so namentlich das Logo der IS-

Medienstelle «DDD.», welche für nicht-arabische Propagandainhalte des IS zu-

ständig ist. Auf Frage von «CCC.», ob er noch weiteres Material habe, antwortete 

B., dass dies alles sei (BA pag. 08.02.0029 f.). Offensichtlich erachtete er diese 

vier Dateien als derart wichtig, dass er diese persönlich abspeicherte, um jeder-

zeit auf diese zugreifen resp. diese weiterversenden zu können. 

2.4.3 In seinem Radikalisierungsprozess spielte – wie auch bei A. – die Salafisten-

szene rund um Winterthur eine Rolle. Zwar schwieg sich B. im Rahmen der Straf- 

untersuchung dazu mehrheitlich aus, dennoch betonte er im Rahmen der Haupt-

verhandlung, wie wichtig ihm insbesondere auch die physische Distanzierung 

von der Winterthurer Salafistenszene und von Winterthur selbst sei (SK 

pag. 36.730.031). Wie er in dieser Szene konkret Fuss fasste, bleibt zwar mehr-

heitlich im Dunkeln; zumindest gab er aber zu, Teil der Winterthurer Salafisten-

szene gewesen zu sein und im vorliegend relevanten Tatzeitraum die entspre-

chende IS-Ideologie geteilt zu haben (SK pag. 36.730.011). 

Seine Kontakte ins salafistisch-extremistische Milieu von Winterthur mündete 

auch in eine strafrechtliche Verurteilung: B. wurde mit Strafbefehl vom 11. Ja-

nuar 2022 wegen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 AQ/IS-Gesetz und Besitz 

von Gewaltdarstellungen gemäss Art. 135 Abs. 1bis StGB zu einer bedingten Frei-

heitsstrafe von 180 Tagessätzen, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren 

und unter Anrechnung der ausgestandenen Haft, sowie einer Verbindungsbusse 

von Fr. 1'000.-- verurteilt (BA pag. 18.02.04.002/3.00.13 ff.). Zusammengefasst 

lag das strafbare Verhalten von B. im Abspielen eines IS-Propagandavideos vor 

P., einem ebenfalls wegen Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 1 AQ/IS-Gesetz 

verurteilten IS-Unterstützer mit führender Rolle im Dschamaat Winterthur, sowie 

- 34 - 

SK.2024.62 

dem Versand von IS-propagandistischen Audiobotschaften hochrangiger IS-Mit-

glieder via Telegram an diverse, ebenfalls in Winterthur vernetzte Empfänger und 

dem Besitz von Gewaltdarstellungen (BA pag. 18.02.04.002/3.00.13 ff.). 

2.4.4 Wie sehr B. die menschenverachtenden Werte des IS und dessen radikal-

dschihadistische Ideologie verinnerlicht hatte, zeigt sich an den bei ihm sicher-

gestellten Unterlagen und den von ihm verwendeten Begriffen bzw. deren Aus-

legung. Exemplarisch seien nur Folgende erwähnt: Im Rahmen der Hausdurch-

suchung wurde bei B. unter anderem das Manuskript «[…]», von Turki bin Muba-

rak al-Binali, ein salafistisch-dschihadistischer Ideologe, IS-Mitglied und islami-

scher Rechtsgelehrter («mufti») des IS, sichergestellt (BA pag. 8.02.0015). Das 

Manuskript behandelt den sog. «takfir» (siehe dazu E. 1.4.4). Ein weiteres bei B. 

sichergestelltes Manuskript mit der Überschrift «[…]» stammt von «Abu Malik  

at-Tamimi» (bürgerlich: Anas an-Nashwan), einem Mitglied des IS, wie dies auch 

in der Einleitung des Dokuments festgehalten wird. Darin werden zehn Verhal-

tensweisen erläutert, welche das «islamisch sein» eines Muslims zunichte ma-

chen (BA pag. 8.02.0016). Demzufolge sei jeder, der glaubt, dass es Menschen 

erlaubt sei, frei von der Umsetzung der Scharia zu leben, ein Ungläubiger. Das 

Gleiche gelte für jeden, der sich von der Religion Allahs abwendet (vgl. dazu 

<https://[…]>, zuletzt besucht am 14. August 2025). Dass B. Andersgläubigen 

seiner (damaligen) radikalen Überzeugung entsprechend nicht wohlgesinnt war, 

zeigt sich auch an dem von ihm am 27. Mai 2022 an den Telegram-User «F1.», 

alias F., einem ebenfalls in der Winterthurer-Szene vernetzten Gleichgesinnten, 

versendeten Naschid «[…]», in welcher der IS besungen und zur Tötung der Ju-

den aufgerufen wird (BA pag. 10.01.2011).  

2.5 «Online-Dschihad» und die Gründung einer IS-affiliierten Medienagentur 

B. verfügte über drei Telegram-Konten, wobei er mehrheitlich den Account mit 

Benutzernamen «B1.», seiner «Kunya» (ein wesentlicher Bestandteil des arabi-

schen Personennamens, die den Namensträger als «Vater des Soundso» [Abū 

...] ausweist und somit ein typisches Teknonym ist) resp. seinem «nome de gu-

erre», verwendete (BA pag. 10.01.2005). Mit diesem hatte er rund 450 Kanäle 

mit Bezug zum IS, zum Islam oder Salafismus abonniert, darunter die Kanäle 

«FFF.» und «GGG.» (BA pag. 08.02.0031). 

Mit seinem weiteren Telegram-Account «B2.» speiste er den Kanal «HHH1.» 

(Nickname: B3.) mit insgesamt 76 Nachrichten, die allesamt Schrifterzeugnisse 

mit IS-Propaganda enthalten, womit er sich seine eigene digitale (IS-Propa-

ganda-)Bibliothek schuf (BA pag. 10.01.2007); darunter insbesondere Ausgaben 

der IS-Zeitschriften «Rumiyah» und «Dabiq» sowie deutsche Übersetzungen von 

IS-Kadermitgliedern wie «Abu Muhammad al-Adnani» (BA pag. 8.02.0034 f.; 

10.01.2117).  

Die Sozialen Medien dienten B. bald nicht mehr nur zum passiven Konsum von 

IS-Propaganda. Vielmehr sah er sich dazu veranlasst, seine ideologische 

https://de.wikipedia.org/wiki/Arabischer_Name
https://de.wikipedia.or