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**Case Identifier:** 1fd3495b-dad8-588a-a421-92098f91da29
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.08.2008 IV 2007/71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-71_2008-08-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/71

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 15.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2008
Art. 43 ATSG Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes Die IV-Stelle hat 
weitere Abklärungen vorzunehmen wenn der behandelnde Arzt (i.c. 
Psychiater), nach Erstellung eines Medas-Gutachtens, objektiv feststellbare 
Gesichtspunkte vorbringt, die im Rahmen der Medas-Begutachtung 
unerkannt geblieben sind (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 15. August 2008, IV 2007/71).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Iris Scherer

Entscheid vom 15. August 2008

in Sachen

R.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.   

A.a  Der aus Serbien und Montenegro stammende R.___, geboren 1956, meldete sich 

am 2. Juni 2004 wegen Rückenproblemen mit Ausstrahlung in Nacken, Kopf und Beine 

bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen an und beantragte 

sowohl Berufsberatung als auch Rente. Die Behinderung habe 2001 begonnen, seit 

Januar 2003 bestünden grosse Einschränkungen. Behandelt werde er von jeher von Dr. 

med. A.___. Seit dem 25. Februar 2004 sei er zu 75% arbeitsunfähig. Vorher (ab dem 

12. April 2003) habe seine Arbeitsunfähigkeit zwischen 100% und 50% geschwankt 

(act. G 4.1.1).

A.b Dr. med. B.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, teilte am 11. August 2003 

Dr. med. C.___, Allgemein Medizin FMH, nachdem jene ihn gebeten hatte, zu klären 

wieweit die Beschwerden des Versicherten (Chron. Lumbovertebralsyndrom, 

Belastungsdyspnoe mit Husten, chron. schmerzbedingte Schlafstörung) psychisch 

bedingt sein könnten, mit, dass der Vesicherte nachts regelmässig Angstträume habe 

und in diesen von Menschen mit Waffen bedroht werde. Der Versicherte habe ab 1978 

in der Schweiz gearbeitet und für seine Familie ein Haus im Kosovo gebaut. Dort sei er 

von Serben schikaniert und etwa 1994 von Polizisten niedergeschlagen und vor seiner 

Ehefrau gedemütigt worden. Während des Bürgerkriegs sei sein Haus, in das er 

sämtliche Ersparnisse gesteckt habe, abgebrannt worden und in der Verwandtschaft 

seien Tote zu beklagen gewesen. Die seit zweieinhalb Jahren bestehenden 

Rückenschmerzen würden den Versicherten in seiner Arbeitsfähigkeit und somit in 

seiner Existenz bedrohen, was vor dem Hintergrund der beschriebenen traumatischen 

Erfahrung eine Angst machende Situation sei. Die Angst erlebe der Versicherte zwar 

regelmässig in Träumen, aber nicht als Gefühl im Wachen. Dort würde diese 

somatisiert als Atemnot und die unterdrückte Aggression zeige sich im Husten. Die 

Kosovaren hätten bezüglich ihrer Emotionen andere Tabus als Mitteleuropäer und 

müssten anderen gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechen. Sie könnten sich nicht 

über längere Zeit klagend und weinend zeigen, verdrängten diese Gefühle ins 

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Somatische und würden körperlich krank werden. Wegen starken emotionalen Tabus 

und sprachlichen Problemen sei eine Psychotherapie in solchen Fällen kaum 

erfolgreich. Als Behandlungsmöglichkeit würden stützende Gespräche und 

Medikamente bleiben (act. G 4.1.8 bis 11).

A.c  Dr. C.___ berichtete der IV-Stelle mit Arztbericht vom 28. Juli 2004, dass mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen bestünden: seit 2004 

chronisches Lumbovertebralsyndrom bei Spondylolisthesis L5/S1 sowie 

Osteochondrose cervical mit Cephalea und Nackenschmerzen und seit 2002 eine 

posttraumatische Depression. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden 

noch eine leichte chronische Bronchitis (seit 2002), eine Prostatahyperplasie sowie eine 

chron. rezidiv. Prostatitis (seit 2001). Seit dem 25. April 2004 sei der Versicherte bis auf 

weiteres zu 75% arbeitsunfähig, wobei ein Lastenhebeverbot für über 10 kg bestehe. 

Zurzeit arbeite er im Reinigungsdienst der D.___ und nicht mehr im Gepäckdienst. Der 

Zustand sei stationär bis sich verschlechternd. Die gesundheitliche Störung wirke sich 

bei der bisherigen Tätigkeit aus, durch Schmerzen, Erschöpfbarkeit, Depression, 

Schwindel, Tremor und Konzentrationsstörungen. Der derzeitige Putzdienst bei der 

D.___ von zwei Stunden täglich gehe ordentlich und der Versicherte profitiere 

psychisch sehr von der Berufstätigkeit. Zumutbar seien ihm Tätigkeiten, die körperlich 

nicht anstrengend seien, mit Lasten von max. 10 kg, ideal wäre ein Wechsel zwischen 

Stehen, Laufen und Sitzen, wobei es sich um keine intellektuell anstrengenden 

Tätigkeiten handeln dürfe. Je nach Tätigkeit dürfte eine verminderte Leistungsfähigkeit 

bestehen. Ob er bei Teilzeitarbeit eine volle Leistung erbringen könnte, könne nicht 

hervorgesagt werden. In der jetzigen Tätigkeit bestehe eine bleibende Einschränkung 

von mindestens 20% (act. G 4.1.8-1).

A.d Gemäss Fragebogen für den Arbeitgeber vom 2. August 2004 arbeitete der 

Versicherte ab dem 1. Juni 1989 als Betriebsangestellter bei der D.___. Vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens, bis am 19. Januar 2003, habe er im Gepäck-Ein-, Aus- und 

Umladedienst gearbeitet. Nach Eintritt des Gesundheitsschadens, ab dem 22. Oktober 

2003, habe der Versicherte in der Büroreinigung gearbeitet. Die Normalarbeitszeit im 

Betrieb betrage 39 Stunden pro Woche (7.8 Std./Tag). Der Versicherte arbeite seit dem 

18. Juni 2003 zwei Stunden pro Tag. Seit dem 1. Januar 2004 betrage der AHV-

pflichtige Lohn des Versicherten Fr. 62'435.-- pro Jahr, wobei der Lohn nicht der 

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Arbeitsleistung entspreche. Seit dem 18. Juni 2003 würde ein Lohn von Fr. 15'608.-- 

pro Jahr der Arbeitsleistung entsprechen. Ohne Gesundheitsschaden würde der 

Versicherte Fr. 70'200.-- pro Jahr verdienen. Ebenfalls am 2. August 2004 teilte die 

Arbeitgeberin der IV-Stelle mit, dass sie beabsichtige, das Arbeitsverhältnis per Ende 

Januar 2005 wegen mangelnder medizinischer Tauglichkeit aufzulösen, und bat um die 

Prüfung der Rentenfrage, da eine Berufsberatung aufgrund der gesundheitlichen 

Situation und des beschränkten Entwicklungspotentials des Versicherten sehr 

schwierig sei (act. G 4.1.9).

A.e Am 5. Oktober 2004 teilte Dr. C.___ auf Nachfrage der IV-Stelle mit, dass die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit 

maximal 20% betrage (act. G 4.1.15).

A.f Am 15. Oktober 2004 löste die Arbeitgeberin des Versicherten das Arbeitsverhältnis 

unter Einhaltung der sechsmonatigen Kündigungsfrist wegen mangelnder 

medizinischer Tauglichkeit auf den 30. April 2005 auf (act. G 4.1.19).

A.g Gemäss dem polydisziplinären Gutachten der Ärztliches Begutachtungsinstitut 

GmbH (ABI) vom 25. August 2005 stellten deren Gutachter, Dr. med. E.___, Innere 

Medizin, Dr. F.___, Rheumatologie, und Dr. G.___, Psychiatrie, folgende Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Chronisches lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom bds. (ICD-10 M54.4), radiomorphologisch bekannte Spondylolyse L5 

bds. mit Spondylolisthesis Grad l nach Meyerding, mittelgradige foraminale Einengung 

bds. rechtsbetont, mässige Chondrose L5/S1; 2. Chronisches cervico-cephales 

Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0), radiomorphologisch Osteochondrose C5/6 mit 

kleiner mediorechtslateraler Diskushernie ohne Nervenwurzelkompression, allgemeine 

Dekonditionierung; 3. leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0): 4. Anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Beim Versicherten sei eine 

Arbeitsunfähigkeit von maximal 50% in der angestammten Tätigkeit ab dem 20. Januar 

2003 anzunehmen. Körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte berufliche 

Tätigkeiten seien dem Exploranden jedoch ganztägig mit einer Leistungseinbusse von 

20% zumutbar. Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit und 

berufliche Massnahmen könnten aufgrund fehlender Erfolgsaussichten nicht empfohlen 

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werden. Aufgefallen sei, dass der Versicherte beinahe während der ganzen Anamnese 

und Untersuchung geweint oder gestöhnt habe (act. G 4.1.25).

A.h  Dr. B.___ teilte der Sozialversicherungsanstalt am 19. Dezember 2005 mit, dass 

die Gutachter der ABI die Konversionsstörung (ICD-40 F44) des Versicherten nicht 

diagnostizierten hätten, die sehr wohl eine rentenwirksame Arbeitsunfähigkeit 

begründe. Im Gutachten würden zudem objektivierbare Befunde - anhaltender Husten 

und Zähneknirschen - nicht erwähnt, weil diese wohl als passager eingeschätzt worden 

seien und so der Bezug zu der von ihm gestellten Diagnose nicht gesehen worden sei. 

Obwohl er den Versicherten seit dem 25. Juli 2003 mit kurzem Unterbruch behandle, 

sei er von der IV-Stelle nie direkt betreffend dessen Arbeitsunfähigkeit angefragt 

worden. Seine von Dr. C.___ weitergereichte Ersteinschätzung vom 11. August 2003 

beinhalte keine genügend fundierte Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.34).

A.i  Gemäss Bericht vom 2. Mai 2006 nahm der Versicherte zur Abklärung und 

Förderung der Arbeitsfähigkeit vom 1. März 2006 bis 28. April 2006 an einem 

Verzahnungsprogramm der Arbeitslosenversicherung teil (Pensum 50%). Während der 

Präsenzzeit mit einer Pause von 15 Minuten sowie einer Ruhepause von 10-15 Minuten 

habe er einen Leistungsgrad von 25% gezeigt. Bei den Tätigkeiten habe es sich um 

Hauswartung, Reinigungsdienst und Kantinenbetreuung gehandelt. Der Versicherte sei 

psychisch sehr labil. Bei einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft würde es sich um 

selbständiges Arbeiten ohne Zeitdruck handeln müssen, wie z.B. im Reinigungsdienst 

oder Hauswartungsdienst. Die Belastbarkeit sei gering und lasse schon bei geringem 

Druck nach, auch wenn der Versicherte sehr motiviert sei (act. G 4.1.39).

A.j  Am 27. März 2006 nahm die ABI Stellung zum Arztbericht von Dr. B.___ vom 

19. Dezember 2005. Dieser diagnostiziere als behandelnder Psychiater in diesem 

Bericht eine Konversionsstörung, die eine rentenwirksame Arbeitsunfähigkeit 

begründen würde. Nähere Angaben zur Konversionsstörung würden nicht gemacht. 

Die einzigen psychopathologischen Symptome, die allenfalls die Diagnose einer 

Konversionsstörung begründen würden, seien die beobachteten Gedächtnisstörungen. 

Der Versicherte habe sich nicht an Jahreszahlen erinnern können und meinte, sich nicht 

an seine Kindheit erinnern zu können. Gedächtnisstörungen, die bei dissoziativen 

Störungen auftreten (dissoziative Amnesie), würden aber meistens wichtige, kurz 

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zurückliegende Ereignisse, die als traumatisierend erlebt würden, z.B. Unfälle, 

unerwartete Trauerfälle, betreffen und im Allgemeinen nicht frühkindliche Erfahrungen. 

Die beim Versicherten beobachteten Gedächtnisstörungen würden also nicht auf eine 

Konversionsstörung hindeuten, sondern seien vielmehr auf den Versuch, seinen 

schlechten psychischen Gesundheitszustand zu verdeutlichen, zurückzuführen. Ausser 

den beobachteten Gedächtnisstörungen seien keinerlei psychiatrische Symptome 

feststellbar gewesen, die auf das Vorliegen einer Konversionsstörung hindeuten 

würden. Daher könne die Diagnose einer Konversionsstörung nicht gestellt werden. Der 

Bericht trage keine neuen Aspekte zum Bild des Gesundheitsschadens bei, weshalb 

sie an ihrer Beurteilung festhalte (act. G 4.1.38).

A.k   Am 3. August 2006 erklärte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) 

St. Gallen den Versicherten für nicht mehr vermittlungsfähig ab 13. Juli 2006. Die 

Wiedereingliederungsphase sei per 12. Juli 2006 abgebrochen worden, unter anderem 

aufgrund eines Arztzeugnisses von Dr. B.___ vom 23. Juni 2006, welches ihm eine 

voraussichtlich dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100% ab Juli 2003 bescheinige. 

Ausserdem sei ein Ende der Arbeitsunfähigkeit nicht absehbar (act. G 4.1.45). Mit 

Vorbescheid vom 20. September 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werden würde, da er sich nicht in der Lage fühle, 

die mögliche Arbeitsfähigkeit zu verwerten, und auf die Stellensuche verzichten 

möchte, und schloss diese mit Verfügung vom 27. Oktober 2006 schliesslich ab (act. G 

4.1.52 und 58).

A.l  Mit Vorbescheid vom 21. September 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, 

dass ihm gemäss ihren Abklärungen eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80% 

zumutbar sei und sie, da beim Einkommensvergleich nur ein Invaliditätsgrad von 35% 

(Valideneinkommen Fr. 71'604.--, Invalideneinkommen Fr. 46'656.--) resultiere, das 

Leistungsbegehren abweisen werde (act. G 4.1.50). Mit Verfügung vom 27. Oktober 

2006 wies sie das Leistungsbegehren ab (act. G 4.1.59).

A.m Dr. B.___ teilte dem Vertreter des Versicherten am 22. Oktober 2006 mit, er habe 

nie behauptet, dass beim Versicherten aufgrund einer dissoziativen Gedächtnisstörung 

eine Konversionsstörung diagnostiziert werden könne. Sinn seines Schreibens vom 

19. Dezember 2005 sei gewesen, von der IV endlich um seine Beurteilung des 

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Versicherten angefragt zu werden. Es würde natürlich keinen Sinn machen, diese sonst 

nichts sagenden Zeilen an die ABI zur Beurteilung weiterzuleiten. Das Gedächtnis des 

Versicherten sei auffällig, was verschieden verstanden werden könne. Die vom ABI 

aufgeführte Begründung sei eine mögliche, schliesse aber die Möglichkeit einer 

dissoziativen Gedächtnisstörung nicht aus. Dafür wisse man zu wenig vom 

Versicherten. Wenn der Versicherte in seine Praxis komme, um zum x-ten Mal gleich 

wie beim ersten Mal über seine Schmerzen zu klagen, höre er ihn schon 300m entfernt 

husten. Weil er immer zu früh komme, huste er dann noch 10 Minuten im Wartezimmer, 

dann während der Zeit, da er seine Klagen weinend und hustend vorbringe, bis er sich 

wieder hustend von der Praxis entferne. Wenn er hartnäckiger nachfrage, knirsche der 

Versicherte mit den Zähnen, so dass es ihm (dem Arzt) wehtue und die Zähne zu 

zerspringen drohten. Wenn er weiter nachfrage, habe der Versicherte sich schon öfter 

das Hemd vom Leib gerissen, so dass die Knöpfe im ganzen Sprechzimmer verstreut 

gelegen seien. Der Husten sei psychogen und nicht Folge einer allfälligen leichten 

chronischen Bronchitis. Husten, Zähneknirschen und sich das Hemd vom Leib Reissen 

erachte er, in der Art wie es der Versicherte mache, als Konversionssymptome als 

Folge eines verdrängten Konfliktes mit aggressivem Inhalt. Im Auftreten sei der 

Versicherte unterwürfig. Das Husten und Zähneknirschen habe sicher auch der 

Gutachter beobachtet. Letzteres habe dieser nicht erwähnt. Diesem habe der 

Gutachter zu wenig Beachtung geschenkt und den Zusammenhang mit der übrigen 

Symptomatik nicht gesehen, den auch er (Dr. B.___) lange nicht gesehen habe. Er habe 

ihn bis Mitte April 2005 als Patient mit schlechtem coping bei somatischem Schmerz 

(Bandscheibe) behandelt, habe eine allfällige Arbeitsunfähigkeit als somatisch bedingt 

erachtet und sich deshalb nicht dazu geäussert. Es sei nicht einmal eine leichte 

Depression zu diagnostizieren gewesen. Erst das ABI-Gutachten habe ihm klar 

gemacht, dass der Versicherte an einer somatoformen Schmerzstörung leide. Das 

Verhalten des Versicherten sei extrem demonstrativ, er sei aber nicht bewusst 

manipulativ. Der psychiatrische Gutachter der ABI sei im Gegensatz zu ihm der 

Auffassung, dass der Versicherte zu 80% arbeiten könne, wenn er wolle, dass er 

aggraviere oder bis zu einem gewissen Grad auch simuliere. Er habe diesen Verdacht 

zunächst auch gehabt, sei heute aber der Überzeugung, dass der Versicherte aufgrund 

einer somatoformen Schmerzstörung und einer Konversionsstörung zu 100% 

arbeitsunfähig sei. Es bleibe vieles unklar. Der Versicherte könne sich verbal nicht 

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genügend mitteilen. Introspektionsfähigkeit gehe ihm völlig ab. Seine Ausdrucksform 

sei der Schmerz, körperlich und psychisch. Sein Schmerz sei nicht behandelbar, nicht 

medikamentös und schon gar nicht psychotherapeutisch. Über die psychiatrische 

Behandlung wisse der Gutachter nur, was der Versicherte ihm gesagt habe, er sei nie 

dazu angefragt worden, weder von der IV noch von der ABI. Der Versicherte sei mit 

verschiedenen Antidepressiva, auch in Kombination über Wochen und Monate 

behandelt worden, nicht wegen der Depression - die als Problem völlig im Hintergrund 

gewesen sei - sondern in der Hoffnung, so die Schmerzsymptomatik zu mindern und 

den Schlaf zu verbessern. Er habe es mehrere Monate mit Cipralex (1 Tbl. morgens) 

und Surmontil bzw. Saroten (50mg abends) probiert. Später habe es Dr. C.___ noch 

über längere Zeit mit Zoloft (50 mg) versucht. Wenn der Versicherte die Medikamente 

überhaupt vertragen habe, so habe er nie eine beobachtbare Besserung der Symptome 

feststellen können, übrigens auch nie bei Schmerz- oder Schlafmitteln. Der Versicherte 

komme noch alle drei bis vier Wochen in seine Praxis, um für 30 Minuten zu klagen; 

dieser sage die "Gespräche" würden ihm helfen. Er (Dr. B.___) habe davon nie etwas 

gespürt. Da die Medikamente nie etwas gebracht hätten, verordne er keine mehr. Er sei 

heute der Auffassung, dass es dem Versicherten gar nicht besser gehen dürfe, weil 

dieser sonst in eine für ihn noch schwierigere Lage kommen würde. So könne er seine 

Ehre oder was auch immer aufrechterhalten. Der Versicherte sei von der ABI sorgfältig 

untersucht worden und das Gutachten sei basierend auf den zur Verfügung stehenden 

Angaben nachvollziehbar und schlüssig. Als Gutachter wäre er zu den selben 

Schlüssen gelangt. Der Mangel liege darin, dass er nie von der IV um eine Beurteilung 

des Versicherten angefragt worden sei, und dass auch die ABI nicht auf die fehlenden 

Unterlagen hingewiesen habe (act. G 4.1.61).

A.n Zum Vorbescheid liess der Versicherte am 23. Oktober 2006 Stellung nehmen und 

die Einholung eines ergänzenden und unabhängigen psychiatrischen Berichts 

beantragen. Bezüglich massgebender Diagnose und Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit bestünden erhebliche Diskrepanzen, womit nicht ohne weiteres auf das 

Gutachten der ABI abgestellt werden könne. Er verwies dabei insbesondere auf das 

von ihm eingereichte Schreiben von Dr. B.___ vom 23. Oktober 2006 sowie den 

Abklärungsbericht des Verzahnungsprogramms (act. G 4.1.60).

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A.o Die IV-Stelle bat daraufhin den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 9. November 

2006 um Stellungnahme betreffend den zusätzlichen Bericht von Dr. B.___. Der RAD 

befand am 20. Dezember 2006, dass weiterhin auf das ABI-Gutachten abgestützt 

werden könne. Es handle sich bei dem nachträglich eingegangenen Bericht von 

Dr. B.___ um eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhalts. Eine 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands sei damit nicht ausgewiesen. 

Die Qualität des psychiatrischen Gutachtens könne nicht deshalb in Frage gestellt 

werden, weil der Gutachter keine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater 

aufgenommen habe. Der Versicherte habe sich zum Zeitpunkt der 

Gutachtenserstellung nicht in psychiatrischer Behandlung befunden und auch keine 

Psychopharmaka eingenommen. Dies werde auch in dem Schreiben von Dr. B.___ vom 

22. Oktober 2006 bestätigt, in welchem er berichte, dass der Versicherte von Mitte 

April bis Ende August 2005 psychiatrisch nicht behandelt worden sei. Daraus könne 

geschlossen werden, dass der Versicherte nicht einen so grossen Leidensdruck 

aufgewiesen habe, dass er eine psychiatrische Behandlung für erforderlich gehalten 

habe (act. 4.1.65).

A.p Mit Verfügung vom 4. Januar 2007, welche die Verfügung vom 27. Oktober 2006 

ersetzte, lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab. Sie habe den 

Rentenanspruch aufgrund der Einwände des Versicherten nochmals überprüft. Bei dem 

von Dr. B.___ eingereichten Bericht handle es sich nur um eine unterschiedliche 

Beurteilung desselben Sachverhaltes. Sie würde sich nach wie vor auf das ABI-

Gutachten stützen, wonach dem Versicherten eine 80%-ige Tätigkeit zumutbar sei (act. 

G 4.1.66).

B.  

B.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 6. Februar 2007 Beschwerde 

erheben und beantragen, die Verfügung vom 4. Januar 2007 sei aufzuheben und die 

Sache zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter 

sei eine neue psychiatrische Begutachtung anzuordnen. Subeventualiter sei dem 

Beschwerdeführer eine halbe, eventuell eine Viertelsrente der IV zuzusprechen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Verfügung sei zunächst aus formellen Gründen 

aufzuheben, denn sie beschränke sich auf die Feststellung, dass die Einwände geprüft 

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worden seien und an der Verfügung festgehalten werde, weil der von Dr. B.___ 

eingereichte Bericht nur eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes sei. 

Gemäss Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts dürfe sich die 

IV-Stelle jedoch nicht darauf beschränken, die Einwände des Versicherten zur Kenntnis 

zu nehmen und zu prüfen, sondern sie habe in der ablehnenden Verfügung auch die 

Gründe anzugeben, weshalb sie diesen nicht folge. Vorliegend habe sie einzig 

mitgeteilt, dass sie am ABI-Gutachten festhalte, weil der Bericht von Dr. B.___ nur den 

Sachverhalt anders beurteile. Eine Auseinandersetzung mit den vorgebrachten 

Argumenten erfolge nicht. Verletze die angefochtene Verfügung Art. 74 Abs. 2 IVV und 

die Grundsätze über das rechtliche Gehör, so sei sie ohne weiteres aufzuheben und die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

 Die somatischen Beschwerden seien im vorliegenden Fall unbestritten. Umstritten sei 

aber der psychiatrische Befund. Während bezüglich der diagnostizierten anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung (i.V.m. einer leichten depressiven Episode) aufgrund 

der Akten keine Differenzen bestünden, stelle sich laut dem ausführlichen Bericht des 

behandelnden Psychiaters Dr. B.___ vom 22. Oktober 2006 die Frage einer 

Konversionsstörung im Sinne von ICD 10-F 44. Dr. B.___ formuliere eine Reihe von 

Symptomen, welche die Diagnose der Konversionsstörung (als Folge eines verdrängten 

Konflikts mit aggressivem Inhalt) begründen würde. Er begründe, weshalb er der 

Auffassung sei, dass der festgestellte psychiatrische Zustand im Gegensatz zu den 

Annahmen des ABI-Gutachtens nicht aggraviert bzw. simuliert sei, d.h. nicht der 

willentlichen Steuerung unterliege. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit den 

Feststellungen des behandelnden Psychiaters nicht adäquat auseinandergesetzt. Die 

ergänzende Stellungnahme des ABI vom 27. März 2006 behandle die 

Konversionsstörung einzig unter dem Gesichtspunkt der dissoziativen Amnesie, wovon 

im Bericht von Dr. B.___ nicht die Rede sei. Verfehle diese ergänzende Stellungnahme 

der ABI offensichtlich den Gegenstand und verteidige sie im Wesentlichen die gestellte 

Diagnose, so bleibe die mit dem Bericht des behandelnden Psychiaters aufgeworfene 

Diagnose der Konversionsstörung offen. Auch die Kurzstellungnahme des RAD gehe 

nicht in adäquater Form auf den Arztbericht von Dr. B.___ ein, sondern verkürze die 

Diagnose auf wenige Beispiele. Zwar komme einem Bericht des behandelnden 

Psychiaters im Sozialversicherungsprozess nicht derselbe Stellenwert zu wie einem 

Gerichtsgutachten. Dennoch könne ein vom behandelnden Psychiater vorgebrachter 

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Befund nicht einfach mit der Floskel vom Tisch gewischt werden, dass dieser den 

Sachverhalt einfach anders beurteile als das Gutachten. Die Behörden und der Richter 

seien gehalten, die Triftigkeit abweichender Meinungsäusserungen nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung nach ihrer Schlüssigkeit zu prüfen. Könne ein in 

einem Arztbericht vorgebrachter Grund nicht einfach von der Hand gewiesen werden, 

sei gegebenenfalls eine Überprüfung durch einen Oberexperten notwendig. Das ABI-

Gutachten habe die Beobachtungen des behandelnden Psychiaters überhaupt nicht 

einbezogen, obschon dieser den Beschwerdeführer vom Juli 2003 bis zum heutigen 

Zeitpunkt (mit einem mehrmonatigen Unterbruch zum Zeitpunkt der Erstellung des 

Gutachtens im Jahr 2005) behandle, was Dr. B.___ zu Recht beanstande. Die 

Beobachtungen des behandelnden Psychiaters seien umso ernster zu nehmen, als sie 

durch den inzwischen ebenfalls vorliegenden Abklärungsbericht 

Verzahnungsprogramm vom 2. Mai 2006 mit konkreten und detaillierten 

Beobachtungen gestützt würden. Das ABI-Gutachten sei schon deshalb 

ergänzungsbedürftig, weil es als Grundlage für den Entscheid über die Berentung auf 

einer zu schmalen Grundlage beruhe. Triftige Gründe, eine Oberexpertise bezüglich 

des psychiatrischen Befunds zu veranlassen, würden sich indessen auch durch die 

ergänzende und detailliert begründete Diagnose der Konversionsstörung ergeben.

 Der Anspruch auf eine halbe oder mindestens einer Viertelsrente der IV ergebe sich 

unabhängig von den prozeduralen Anliegen. Ausgehend von einem Valideneinkommen 

von Fr. 71'604.-- sei über die von der Beschwerdegegnerin angenommene 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für einfache und repetitive Tätigkeiten hinaus ein so 

genannter Leidensabzug einzusetzen. Nach der Rechtsprechung seien dabei sämtliche 

einkommensbeeinflussenden Merkmale zu berücksichtigen. Vorliegend seien 

diesbezüglich nur negative Faktoren zu verzeichnen. Denn gemäss ABI-Gutachten 

müssten bei wechselbelastenden beruflichen Tätigkeiten das wiederholte Heben und 

Tragen von schweren Lasten, eine fixierte Arbeitsposition und die Durchführung von 

fliessbandähnlichen stereotypen Bewegungen vermieden werden. Im Hinblick auf die 

Verwertung seiner Arbeitskraft sei der Beschwerdeführer massiv eingeschränkt. Bei 

einem Leidensabzug von 25% sei auch bei Zugrundelegung des ABI-Gutachtens der 

Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ausgewiesen (bei einem Invalideneinkommen 

nach Vornahme des Leidensabzugs von Fr. 34'992.--). Werde der Leidensabzug tiefer 

veranschlagt, so bleibe immerhin der Anspruch auf eine Viertelsrente (act. G 1).

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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie habe ihre Begründungspflicht wahrgenommen und 

das rechtliche Gehör nicht verletzt. Die Begründungspflicht bedeute nicht, dass sich 

die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtliche 

Einwand auseinandersetzen müsse. Vielmehr könne sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die IV-Stelle habe sich mit dem Bericht 

von Dr. B.___ auseinandergesetzt, indem sie den RAD angefragt habe. Die RAD-Ärztin 

Dr. H.___ habe zum Bericht von Dr. B.___ ausführlich Stellung genommen und sei zum 

Schluss gekommen, dass weiterhin auf das ABI-Gutachten abgestützt werden könne. 

In der Verfügung habe sich die IV-Stelle auf den wichtigsten Punkt der Stellungnahme 

der RAD-Ärztin, nämlich, dass es sich beim eingereichten Bericht nur um eine 

unterschiedliche Betrachtung desselben Sachverhaltes handle, beschränkt.

Betreffend den Beweiswert des ABI-Gutachtens und des Berichts des behandelnden 

Arztes könne festgestellt werden, dass der Bericht des behandelnden Arztes aufgrund 

der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zu den Patienten mit Vorbehalt zu würdigen 

sei. Infolgedessen vermöge der Bericht von Dr. B.___ nicht zu überzeugen und es sei 

auf das ABI-Gutachten abzustellen. Der Einkommensvergleich sei korrekt erfolgt. Ein 

Abzug vom Invalideneinkommen könne nicht vorgenommen werden, da dem 

Beschwerdeführer körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten zumutbar 

seien. Auf die weitere Begründung wird soweit notwendig in den Erwägungen 

eingegangen (act. G 4).

B.c Mit Replik vom 4. Mai 2007 hält der Beschwerdeführer an seinen Begehren und 

Ausführungen fest. Was die Mängel der Begutachtung (bezüglich des psychiatrischen 

Befunds) betreffe, so gehe die Beschwerdeantwort nicht auf die mit der Beschwerde 

vorgebrachte Kritik und die Notwendigkeit einer neuen und unabhängigen 

psychiatrischen Beurteilung ein, sondern beschränke sich im Wesentlichen auf die 

Wiedergabe der Stellungnahme der RAD-Ärztin. Unverständlich bleibe schliesslich 

auch, weshalb bei den doch erheblichen Einschränkungen ein Leidensabzug 

verweigert werde. Es sei fraglich, welchem Arbeitgeber der Beschwerdeführer mit 

seinen Einschränkungen zugemutet werden könne. Gemäss beiliegendem Arztzeugnis 

von Dr. C.___ vom 14./19. März 2007 bestehe aus hausärztlicher Sicht nach wie vor 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

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B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 15. Mai 2007 auf eine Duplik und hält an 

ihren Anträgen und Ausführungen fest (act. G 8).

B.e Am 17. Oktober 2007 teilt Dr. B.___ dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

mit, dass er seinen Bericht vom 22. Oktober 2006 ergänzen könne. Es sei ihm endlich 

gelungen, Zugang zu den den Beschwerdeführer belastenden Erlebnissen im Kosovo 

zu bekommen.

 Der Beschwerdeführer sei 1992 oder 1993 mit seiner Familie mit dem Auto im Kosovo 

unterwegs gewesen, als er von der Polizei angehalten worden sei und habe aussteigen 

müssen. Als er die Busse von Fr. 2000.-- bis 3000.-- nicht habe bezahlen können, sei 

er mit dem Gewehrkolben niedergeschlagen, wieder hochgerissen und festgehalten 

worden, und es sei ihm ein Messer an die Kehle gesetzt bzw. die Messerspitze seitlich 

in den Hals gedrückt worden. Dabei habe er eine Schnittwunde erlitten und vor allem 

Todesangst ausgestanden, weil er gehört habe, dass Kosovaren von der Polizei 

massakriert würden. Zudem habe er um das Leben seiner im Auto sitzenden Frau und 

Kinder (11, 6 und 5 Jahre) gefürchtet. Gemäss dem ältesten Sohn, der sich noch gut an 

den Vorfall erinnere, habe sich der Beschwerdeführer danach verändert, sei 

zurückgezogener gewesen.

 1999 sei der Beschwerdeführer nach dem Einmarsch der Nato nach Kosovo gereist, 

um nach seinem Haus zu sehen, von dem er gehört habe, dass es in Brand gesteckt 

worden sei. Er sei nach Mazedonien geflogen und von dort aus mit Bus, Taxi und per 

Anhalter zu seinem Haus gelangt. Auf den Strassen seien Tote mit durchgeschnittener 

Kehle, herausgeschnittenen Augen gelegen, einem Mann sei ein Teil der Haut 

abgezogen gewesen. An den Leichen hätten schon Hunde und Vögel gefressen. Wenn 

der Beschwerdeführer von diesen Bildern zögerlich spreche, werde seine Schilderung 

von Pausen unterbrochen, er sitze dann mit geschlossenen Augen da, wenn er diese 

wieder öffne, sei es, als ob er aus tiefem Schlaf erwache. Er brauche einige Sekunden, 

um sich zu orientieren. Dies entspreche eindeutig einem dissoziativen 

Bewusstseinszustand, der auf eine anhaltende bzw. chronische posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10:F43) zurückzuführen sei. Der Sohn des Beschwerdeführers 

sage, dass diese Erfahrungen seinen Vater völlig fertig gemacht hätten. Seither sei er 

niedergeschlagen und habe zunehmend über körperliche Schmerzen geklagt. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

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Beschwerdeführer sage heute, dass die immer wieder auftauchenden Bilder schlimmer 

seien als die körperlichen Schmerzen, und wenn er daran denke, sich das Leben zu 

nehmen, gehe es ihm vor allem darum, die Bilder loszuwerden. Er (Dr. B.___) sehe die 

körperlichen Beschwerden heute mehr den je als Konversionssymptome einer 

schweren dissoziativen Störung (ICD-10:F44), die Folge einer anhaltenden 

posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10:F43) seien. Die Entstehung der 

somatischen Konversionssymptomatik erkläre er sich vorerst folgendermassen: Nach 

dem Erlebnis im Kosovo 1999 sei es dem Beschwerdeführer schlecht ergangen und 

wie viele traumatisierte Menschen habe er nicht über das Erlebte sprechen wollen, bei 

der Arbeit habe er das vermutlich auch nicht gekonnt. Sein seelischer Schmerz sei ins 

Körperliche verdrängt worden als zunehmender Rückenschmerz. Der 

Beschwerdeführer sei ein gebrochener Mann. Wenn er über die belastenden Bilder 

spreche, werde er ruhiger und huste die ganze Zeit nicht. Da er heute Zugang zum 

Beschwerdeführer gefunden habe, versuche er erneut eine unterstützende 

medikamentöse Behandlung mit dem manchmal gut gegen Körperschmerzen 

wirkenden Antidepressivum "Cymbalta" (act. G 10.1).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006, der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007 und des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in 

Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine 

übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu 

legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt 

gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt 

verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1 neues Fenster, 126 V 136 E. 4b neues 

Fenster, je mit Hinweisen). Weil die angefochtene Verfügung am 4. Januar 2007 erging, 

gelangen die revidierten materiellen Vorschriften des IVG, der IVV und des ATSG im 

vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- 

und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx127xVx466_474&AnchorTarget=E1
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx134_138&AnchorTarget=E4b
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx134_138&AnchorTarget=E4b

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- soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2007 in 

Kraft gewesen sind.

2.   

Zunächst ist der Rüge des Beschwerdeführers nachzugehen, sein Anspruch auf 

rechtliches Gehör sei verletzt worden.

2.1  Es entspricht allgemeinen rechtsstaatlichen Prinzipien, insbesondere dem 

verfassungsrechtlichen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 neues Fenster Abs. 2 

BV neues Fenster), dass die Entscheidungsgründe den Betroffenen bekanntgegeben 

werden (BGE 117 Ia 3 E. 3 neues Fenster, 116 II 632 neues Fenster mit Hinweisen; vgl. 

auch BGE 117 Ib 492 E. 6b/bb neues Fenster mit Hinweisen). Die Begründung muss so 

abgefasst sein, dass die betroffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht 

anfechten kann, weshalb zumindest kurz die Überlegungen genannt werden müssen, 

von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid stützt (BGE 

119 I 269 E. 4d). Das bedeutet nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder 

tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (BGE 117 Ib 86 neues Fenster, 492 E. 6b/bb neues Fenster, je mit 

Hinweisen; vgl. ferner BGE 99 V 188 neues Fenster; RKUV 1988 Nr. U 36 S. 44 f., 1996 

Nr. U 245 S. 156 sowie in BGE 120 V 378 neues Fenster nicht veröffentlichte E. 1a).

2.2  Die Beschwerdegegnerin beschränkte sich vorliegend auf folgende Begründung: 

"Bei dem von Dr. B.___ eingereichten Bericht handelt es sich lediglich um eine 

unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes. Wir stützen uns nach wie vor 

auf das ABI-Gutachten… ." Damit hat sie die Überlegung genannt, von der sie sich 

leiten liess. Die Begründung ist darum knapp, weil unversöhnliche, unterschiedliche 

medizinische Auffassungen aufeinander stossen. Eine Verletzung der 

Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor, wenn die 

fachliche Auseinandersetzung missrät. Vielmehr fragt sich, ob alle Aspekte des 

Sachverhalts richtig gewürdigt wurden und dabei von einem ausreichend erwiesenen 

Tatbestand ausgegangen werden kann.

3.   

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx101xA29&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx101&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIAx1_5&AnchorTarget=E3
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx116xIIx625_634&AnchorTarget=BGEx116xIIx632
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIBx481_496&AnchorTarget=E6b
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIBx64_93&AnchorTarget=BGEx117xIBx86
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIBx64_93&AnchorTarget=E6b
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx99xVx188&AnchorTarget=BGEx99xVx188
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx120xVx378_385&AnchorTarget=BGEx120xVx378

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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3.1  Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).

3.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

3.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. In diesem 

Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsrichter zusätzliche 

Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der 

Parteivorbringen

oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass 

besteht (BGE 117 V 282 E. 4a; BGE 100 V 52 = ZAK 1985, 53, E. 4a mit Hinweisen). In 

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beweisrechtlicher Hinsicht gilt in Bezug auf alle Unterlagen der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (BGE 122 V 157; BGE 123 V 331 E. 1c).

4.   

Streitig und zu prüfen ist, ob die Notwendigkeit besteht, den Beschwerdeführer erneut 

psychiatrisch begutachten zu lassen, oder ob aufgrund der vorliegenden Akten ein 

Entscheid möglich ist, bzw. der Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist (Verletzung 

des Untersuchungsgrundsatzes).

4.1  Zum Zeitpunkt der Verfügung lagen der Beschwerdegegnerin die Arztberichte des 

Dr. B.___ vom 11. August 2003, vom 19. Dezember 2005 und vom 22. Oktober 2006, 

von Dr. C.___ vom 28. Juli 2004 und vom 5. Oktober 2004, der ABI vom 25. August 

2005 und vom 27. März 2006 und des Dr. I.___, Orthopädie am Rosenberg, St. Gallen, 

vom 20. Februar 2003 sowie die Stellungnahme des RAD vom 20. Dezember 2006 vor.

4.2   Dr. C.___ beurteilte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit am 28. Juli 2004 mit 25% und am 5. Oktober 2004 mit 

maximal 20%. Psychiatrisch diagnostizierte sie im Jahr 2004 eine posttraumatische 

Depression. Bereits 2003 hatte sie den Beschwerdeführer an den Psychiater Dr. B.___ 

überwiesen, weil sie den Verdacht hegte, dass seine körperlichen Beschwerden 

psychisch überlagert sein könnten. Dem damaligen Bericht von Dr. B.___ lässt sich 

keine psychiatrische Diagnose entnehmen. Jedoch wurde bereits damals festgehalten, 

dass die Angst, die der Beschwerdeführer zwar regelmässig in Träumen erlebe, im 

Wachen als Atemnot somatisiert werde und die unterdrückte Aggression sich im 

Husten zeige (act. G 4.1.8). Die ABI diagnostizierte im August 2005 eine leichte 

depressive Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Aus 

psychiaterischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Der 

Beschwerdeführer erlebe seine Schmerzen als nicht veränderbar und sehe seine 

Zukunft entsprechend pessimistisch. In diesem Zusammenhang falle aber auf, dass im 

Rahmen einer stationären Therapie in der Klinik in Walzenhausen unter einer 

konsequenten Führung doch eine Verbesserung der Beschwerden habe erreicht 

werden können (act. G 4.1.25). Gemäss einer handschriftlichen Notiz auf dem Bericht 

von Dr. I.___, Orthopädie am Rosenberg, St. Gallen, an Dr. C.___, vom 20. Februar 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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2003 war der Rehabilitationsaufenthalt in der Rheinburg Klinik in Walzenhausen jedoch 

kein Erfolg (act. G 4.1.8). Da der Bericht der Rheinburg Klinik, der im Aktenverzeichnis 

der ABI fehlt, nicht in den Akten ist, lassen sich diese widersprüchlichen Angaben 

durch das Gericht nicht verifizieren.

4.3  Am 19. Dezember 2005 stellte Dr. B.___ erstmals die Verdachtsdiagnose der 

Konversionsstörung (ICD-10 F 44). Er wies dabei auf die objektivierbaren Befunde - 

anhaltender Husten und Zähneknirschen - hin. Zu der aus der Konversionsstörung 

resultierenden Arbeitsunfähigkeit äusserte er sich nur insofern, als sie nach seiner 

Ansicht einen Anspruch auf eine Rente begründen würde (act. G 4.1.34). Sinn dieses 

Schreiben sei es gewesen, von der IV um seine Beurteilung des Beschwerdeführers 

angefragt zu werden. Es würde keinen Sinn machen, diese sonst nichts sagenden 

Zeilen an die ABI zur Beurteilung weiterzuleiten (act. G 4.1.65) Als die ABI zu diesem 

Kurzbericht Stellung nahm, hielt sie fest, dass der behandelnde Psychiater keine 

näheren Angaben zur Konversionsstörung gemacht habe, ausser den beobachteten 

Gedächtnisstörungen keinerlei psychiatrische Symptome feststellbar gewesen seien, 

diese aber nicht auf eine Konversionsstörung hindeuten würden, sondern vielmehr auf 

den Versuch, den schlechten Gesundheitszustand zu verdeutlichen. Denn die 

Gedächtnisstörungen, dissoziative Amnesie, würden meistens wichtige, kurz 

zurückliegende Ereignisse, die als traumatisierend erlebt würden, betreffen und nicht 

wie beim Beschwerdeführer frühkindliche Erfahrungen. Daraufhin reagierte Dr. B.___ 

unter anderem damit, er habe nie behauptet, dass beim Beschwerdeführer eine 

Konversionsstörung aufgrund einer dissoziativen Gedächtnisstörung diagnostiziert 

werden könne. Der Beschwerdeführer sei von der ABI sorgfältig untersucht worden und 

das Gutachten sei basierend auf den zur Verfügung stehenden Angaben 

nachvollziehbar und schlüssig. Als Gutachter wäre er zu denselben Schlüssen gelangt. 

Der Mangel liege darin, dass er nie von der IV um eine Beurteilung des 

Beschwerdeführers angefragt worden sei und dass auch die ABI nicht auf die 

fehlenden Unterlagen hingewiesen habe (act. G 4.1.61). Dieser Bericht wurde der ABI 

nicht mehr vorgelegt. Stattdessen wurde er dem RAD unterbreitet. Dieser befand, dass 

es sich bei diesem Bericht von Dr. B.___ nur um eine unterschiedliche Beurteilung 

desselben Sachverhaltes handle und eine Verschlechterung des psychischen 

Gesundheitszustandes damit nicht ausgewiesen sei. Damit könne weiterhin auf das 

ABI-Gutachten abgestellt werden. Vorliegend handelt es sich jedoch nicht um eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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Rentenrevision, bei welcher eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

nachgewiesen werden müsste, sondern um eine erstmalige Rentenprüfung, bei der 

festzustellen ist, woran der Beschwerdeführer leidet und wie sich dies auf seine 

Arbeitsfähigkeit auswirkt. Die Stellungnahme des RAD geht daher in die falsche 

Richtung.

4.4  Natürlich kann, wie der RAD in seiner Stellungnahme zutreffend ausführte, die 

Qualität des psychiatrischen Gutachtens nicht nur deshalb in Frage gestellt werden, 

weil der Gutachter keine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater genommen 

hat oder zu einer unterschiedlichen Einschätzung gelangt. Wenn aber wie hier, der 

behandelnde Psychiater objektiv feststellbare Gesichtpunkte (Husten, Zähneknirschen) 

vorbringt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben sind, so sind Zweifel 

an der Vollständigkeit des Gutachtens berechtigt. Das Gericht ist von seiner 

Schlüssigkeit nicht überzeugt (vgl. BGE I 514/06 vom 25. Mai 2007 E.2.2.1 mit Hinweis 

auf EVG I 783/05 vom 18. April 2006 E. 2.2). Die Anordnung einer ergänzenden 

psychiatrischen Begutachtung erscheint daher sinnvoll. Es ist gerichtsnotorisch, dass 

heutzutage kein generelles fachliches Kompetenzgefälle zwischen Gutachtern und 

behandelnden Ärzte vorhanden ist. Daher ist auch deren Diagnosestellung 

grundsätzlich gleichwertig. Dass eine ergänzende psychiatrische Begutachtung sinnvoll 

ist, wird schliesslich dadurch bestätigt, dass Dr. B.___ nach Abschluss des 

Schriftenwechsels vor dem Versicherungsgericht mitgeteilt hat, dass er inzwischen 

näheren Zugang zu den den Beschwerdeführer belastenden Ereignissen bekommen 

habe und die körperlichen Beschwerden deutlicher als Konversionssymptome einer 

schweren dissoziativen Störung sehe, die Folge einer anhaltenden posttraumatischen 

Belastungsstörung sei. Insgesamt ist das Gericht nicht

überzeugt, dass der massgebende Sachverhalt in allen Teilen ausreichend erhellt ist. 

Eine vertiefende psychiatrische Abklärung erscheint bei diesem komplexen 

Schadensbild als geboten.

4.5  Die Sache ist daher zur ergänzenden psychiatrischen Abklärung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.

5.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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5.1  Gemäss dem seit 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Art. 69 neues Fenster Abs. 1  

IVG neues Fenster ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 neues Fenster lit. a ATSG neues 

Fenster kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.

5.2  Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen. Die 

Kosten sind bei vollem Obsiegen des Beschwerdeführers der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen und dem Beschwerdeführer ist der Kostenvorschuss zurückzuerstatten.

5.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird 

(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der 

Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. Januar 2007 

aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme von 

ergänzenden psychiatrischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen.

2.  Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'500.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

bis

https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA69&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1xA61&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1&AnchorTarget=
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1&AnchorTarget=

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2008
	Art. 43 ATSG Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes Die IV-Stelle hat weitere Abklärungen vorzunehmen wenn der behandelnde Arzt (i.c. Psychiater), nach Erstellung eines Medas-Gutachtens, objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringt, die im Rahmen der Medas-Begutachtung unerkannt geblieben sind (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. August 2008, IV 2007/71).

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