# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70f637e5-fa90-5e65-b8d6-0263f756aae4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2019 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2019-2_0000-00-00.pdf

## Full Text

2/2 Anwalts- und Notariatsrecht PVG 2019

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Anwalts- und Notariatsrecht 2
Dretg dad advocats e notars 
Diritto degli avvocati e notarile

Anwaltsrecht. Formelles zur Anwaltsprüfung. Bewertung 
Prüfungsarbeiten.
– Zur Rüge betreffend Akteneinsichtsrecht in Prüfungen 

anderer Kandidaten wird verlangt, dass konkrete An- 
halts- oder Verdachtspunkte vorgebracht werden, die 
auf eine rechtsungleiche Behandlung schliessen lassen 
(E.2.1–2.1.2).

– Zur Rüge betreffend mangelhaftes Bewertungsprotokoll 
gilt, dass die verfassungsrechtlichen  Anforderungen 
an ein rechtsstaatliches Verfahren erfüllt sind, wenn 
anhand von genügend präzisen internen Notizen oder 
mündlichen Angaben der Ablauf der Prüfung vor einer 
Rechtsmittelinstanz rekonstruiert werden kann und die- 
ser ermöglicht wird, die Bewertung zu beurteilen (E.2.2– 
2.2.3).

– Zum Vorhalt betreffend mangelhafte Musterlösung ist 
festzuhalten, dass ein solcher Lösungsvorschlag zwar 
hilfreich, für die Prüfungskommission aber nicht bin- 
dend (verbindlich) ist; massgebend ist allein die Begrün- 
dung der Bewertung durch das Gremium der Prüfungs- 
kommission über die Rechtsanwälte (E.2.3, 2.3.1).

– Zum Korrekturablauf für die Bewertung der anonymi- 
sierten Prüfungsarbeiten (E.2.5.2).

– Zum Vorwurf des Fehlens eines Bewertungsrasters in 
Prozenten für eine vorhersehbare Gewichtung der eige- 
nen Prüfungsleistung ist das Ziel jeder Anwaltsprüfung 
anzuführen, wonach es wichtig ist, herauszufinden, ob 
die Kandidaten auch fähig sind, die wesentlichen von 
den weniger wesentlichen Fragen zu unterscheiden und 
auch bei den Ausführungen entsprechend selbständig 
zu gewichten (E.2.6, 2.6.1).

– Zur materiellen Überprüfungsbefugnis des Verwaltungs- 
gerichts (E.3.1).

– Zu den Rügen betreffend Verletzung des Willkürverbots 
(E.3.2–3.2.1.1).

– Zum Vorwurf der Verletzung des Verhältnismässig- 
keitsprinzips (E.3.2.2, 3.2.2.1).

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Diritto sugli avvocati. Formalità per l’esame d’avvocato. 
Valutazione degli esami.
– Riguardo alla censura di presa in visione degli atti di esa- 

mi degli altri candidati si richiede l’adduzione di indizi e 
sospetti indicanti una disparità di trattamento (consid. 
2.1–2.1.2).

– Riguardo alla censura di un’insufficiente stesura del pro- 
tocollo di valutazione, i requisiti costituzionali per una 
procedura fondata sul diritto possono ritenersi adem- 
piti allorché davanti all’istanza di ricorso sia possibile 
ricostruire lo svolgimento dell’esame attraverso notizie 
interne sufficientemente precise o di spiegazioni orali e 
questo permetta di giudicare la valutazione (consid. 2.2– 
2.2.3).

– Circa l’eccezione in merito all’insufficienza del modello 
di soluzione va considerato che tali proposte di soluzio- 
ne sono utili ma non vincolanti per la commissione di 
valutazione; determinante è soltanto la motivazione del- 
la valutazione da parte della Commissione di vigilanza 
sugli avvocati (consid. 2.3, 2.3.1).

– Procedura di correzione per la valutazione degli esami 
anonimizzati (consid. 2.5.2).

– Riguardo all’eccezione circa la mancanza di uno schema 
di valutazione percentuale al fine di una ponderazione 
prevedibile della prestazione di esame va ricordato che 
lo scopo dell’esame d’avvocatura è di capire se i candida- 
ti siano capaci di distinguere le questioni importanti da 
quelle meno importanti e di soppesarle di conseguenza 
anche nelle argomentazioni giuridiche (consid. 2.6, 2.6.1).

– Potere di controllo materiale del Tribunale amministrati- 
vo (consid. 3.1).

– Censure in merito alla violazione del divieto d’arbitrio 
(consid. 3.2–3.2.1.1).

– Censura sulla violazione del principio di proporzionalità 
(consid. 3.2.2, 3.2.2.1).

Erwägungen:
2.1. Zur Akteneinsicht in Prüfungen anderer Kandidaten ist 

festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin vorab die Herausgabe 
der Prüfungen derjenigen Kandidaten verlangte, welche die Prü- 
fung bestanden haben. In der Stellungnahme vom 11. Oktober 2018

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weitete sie ihr Editionsbegehren noch zusätzlich auf die Herausga- 
be derjenigen Prüfungsarbeiten aus, die ebenfalls – gleich wie ihre 
Arbeit – mit der Note 3.0 bewertet wurden und daher gleichermas- 
sen nicht (mehr) zur mündlichen Prüfung zugelassen wurden. Auf 
eine Edition dieser Drittakten an die Beschwerdeführerin besteht 
nach Ansicht des Gerichts kein Rechtsanspruch. Es geht hier näm- 
lich um die Bewertung der Prüfung der Beschwerdeführerin und 
nicht um einen Vergleich mit den Prüfungen der anderen Kandi- 
daten. Mit anderen Worten geht es bei Anwaltsprüfungen grund- 
sätzlich um eine absolute Beurteilung der Prüfungsleistungen und 
nicht um eine relative Beurteilung. Würde man dies anders sehen 
wollen, würde dies dazu führen, dass z.B. bei eidgenössischen Be- 
rufs- oder höheren Fachprüfungen – wie Berufsprüfungen für Treu- 
händer, Prüfungen zum eidg. dipl. Treuhandexperten oder zum 
eidg. dipl. Steuerexperten – im Rahmen einer Beschwerde Einsicht 
in mehrere hunderte Prüfungen gewährt werden müsste. Anders  
zu urteilen wäre lediglich, wenn die Beschwerdeführerin glaubhaft 
und konkret nachvollziehbar geltend machen könnte, dass sie im 
Vergleich zu den anderen Kandidaten benachteiligt worden sei. 
Dies macht sie jedoch nicht. Die Beschwerdeführerin macht ledig- 
lich pauschal und ohne glaubhafte und nachvollziehbare Begrün- 
dung geltend, dass bereits vor der Prüfung klar gewesen sei, dass 
die beiden Praktikanten der höchsten kantonalen Gerichte und eine 
weitere Person die Prüfung bestehen würden. Fraglich sei bloss 
gewesen, wer die dritte Person sein könnte. Die vor der Prüfung 
erfolgte Festanstellung der beiden Praktikanten beim Kantons- und 
Verwaltungsgericht mache dies noch offensichtlicher.

2.1.1. Das Bundesgericht hält diesbezüglich in BGE 121 I 225 
E.2c fest.

«Ein Examen hat zum Zweck, die fachliche Eignung der 
jeweiligen Kandidaten für einen bestimmten Beruf zu beurteilen. 
Massgebend dafür ist, ob der einzelne Kandidat die entsprechen- 
de Eignung besitzt. Anders als bei Wettbewerben, bei denen es 
darum geht, aus einer Anzahl von Bewerbern die geeignetsten he- 
rauszusuchen, ist bei Eignungsprüfungen nicht Gegenstand der 
Beurteilung, ob andere Kandidaten die Examensaufgabe besser 
oder schlechter erledigen. Unvermeidlicherweise fliesst in eine 
Prüfungsbewertung zwar auch eine vergleichende Beurteilung 
aller Kandidaten ein. Daraus kann aber nicht gefolgert werden, 
dass ein solcher Quervergleich die Grundlage sei für den Ent- 
scheid über die einzelnen Arbeiten. Im Allgemeinen gehören die 
Arbeiten anderer Kandidaten somit nicht zu den Akten, in die der

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Kandidat Einsicht hat. Anders zu entscheiden, würde sowohl die 
öffentlichen Interessen an einer praktikablen Durchführung von 
Prüfungsbeurteilungen als auch die privaten Interessen der üb- 
rigen Kandidaten erheblich tangieren. Freilich ist nicht zu über- 
sehen, dass ein Rechtsmittel, mit welchem eine allfällige rechts- 
ungleiche Behandlung der Kandidaten beanstandet werden soll, 
praktisch nur substantiiert werden kann, wenn die Akten der an- 
deren Kandidaten bekannt sind. Das kann aber nicht zur Folge ha- 
ben, dass alle Kandidaten, die eine Prüfung nicht bestanden ha- 
ben und gegen den Prüfungsentscheid ein Rechtsmittel ergreifen 
wollen, automatisch Einblick in die Prüfungsakten aller anderen 
Kandidaten beanspruchen können. Vielmehr muss verlangt wer- 
den, dass konkrete Anhalts- oder Verdachtspunkte vorgebracht 
werden, die auf eine rechtsungleiche Behandlung schliessen las- 
sen. Vorliegend weist die Beschwerdeführerin bloss vage darauf 
hin, dass sie sich nach den Gesprächen, die sie mit anderen Kan- 
didaten geführt habe, nicht vorstellen könne, wesentlich abge- 
fallen zu sein. Dies genügt den Anforderungen nicht, die an eine 
Substantiierung zu stellen sind.»

(Hervorhebung mittels Unterstreichung vorliegend durch 
Verwaltungsgericht erfolgt)

2.1.2. Im vorliegenden Prüfungsfall vermochte die Be- 
schwerdeführerin dem Gericht nicht glaubhaft und konkret dar- 
zulegen, wieso und inwiefern sie im Vergleich zu den prüfungs- 
relevanten Vorgaben oder Instruktionen gegenüber den anderen 
Kandidaten, welche die Prüfung bestanden haben, in willkürlicher 
Weise benachteiligt worden sein sollte. Es wird deshalb dem Edi- 
tionsbegehren der Beschwerdeführerin, sämtliche Prüfungen der 
Prüfungssession einzufordern, nicht stattgegeben. Daraus folgt, 
dass der Instruktionsrichter zu Recht nicht alle Anwaltsprüfungen 
eingefordert und der Beschwerdeführerin zur Ergänzung ihrer Be- 
schwerde zugestellt hat. Die Beschwerdeführerin hätte bereits in 
ihrer Beschwerde konkrete Anhalts- und Verdachtspunkte vorbrin- 
gen müssen, welche auf eine rechtsungleiche Behandlung hätten 
schliessen lassen. Dies hat sie jedoch nicht getan. Die pauschale 
Behauptung, dass die Mitarbeiter bzw. ehemaligen Praktikanten 
bei den höchsten kantonalen Gerichten die Anwaltsprüfungen 
jeweils bestehen würden, reicht dazu nicht. Kommt hinzu, dass 
diese Aussage gerichtsnotorisch nicht den Tatsachen entspricht. 
So haben in der Vergangenheit sowohl verschiedene Mitarbeiter 
als auch ehemalige Praktikanten des Verwaltungs- oder Kantons- 
gerichts die Anwaltsprüfung mehrmals absolvieren müssen oder

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haben gar dreimal die Prüfung nicht bestanden. Dieser pauschale 
Einwand erweist sich daher eindeutig als unbegründet und daher 
wurde dem Editionsbegehren zu Recht nicht stattgegeben.

2.2. Zur Rüge betreffend mangelhaftes Bewertungsproto- 
koll ist wegweisend auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts 
im Urteil 2C_632/2013 vom 8. Juli 2014 E.4 und 4.1 bis 4.3 bezüglich 
der Protokollierung von mündlichen Prüfungen zu verweisen, wor- 
in folgendes festgehalten wurde:

«4. Der Beschwerdeführer rügt, das durchgeführte Prü- 
fungsverfahren genüge den rechtsstaatlichen Anforderungen 
nicht. Das Fehlen einer Protokollierung der mündlichen Prüfungen 
laufe auf eine Beweislastumkehr zu Lasten der geprüften Person 
hinaus. Dadurch würde der Prüfungsbehörde ein«Blankoschein» 
ausgestellt, welcher den Verfahrensgarantien der Bundesverfas- 
sung und der EMRK sowie dem Rechtsgleichheitsprinzip und dem 
Willkürverbot nicht standhalten könne.

4.1. Als wichtiger Teilaspekt des allgemeinen Grundsat- 
zes des fairen Verfahrens (Art. 29 Abs. 1 BV) ist der Anspruch auf 
rechtliches Gehör eigens in Art. 29 Abs. 2 BV verankert worden 
(BGE 133 I 100 E. 4.5 S. 103; 129 I 85 E. 4.1 S. 88). Er garantiert 
als prozessorientiertes Mitwirkungsrecht das Recht der Verfah- 
rensparteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme 
auf den Prozess der Entscheidfindung (BGE 126 V 130 E. 2b S. 
132). Die Ausübung von prozessualen Mitwirkungsrechten, ins- 
besondere des Beweisführungsrechts, setzt die Möglichkeit einer 
Akteneinsichtnahme voraus, welche ihrerseits auf einer Akten- 
führungspflicht der Verwaltung beruht (BGE 132 II 485 E. 3.2 S. 
494; 130 II 473 E. 4.1 S. 477; WALDMANN/OESCHGER, in: Praxis- 
kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 
2009, N. 34 zu Art. 26).

4.2. Es entspricht denn auch einem aus dem Anspruch auf 
rechtliches Gehör abgeleiteten allgemeinen Verfahrensgrundsatz, 
dass entscheidrelevante Tatsachen und Ergebnisse schriftlich zu 
protokollieren sind. Der Umfang der Protokollierungspflicht hat  
sich an ihrem Zweck – der Garantie der prozessorientierten Mit- 
wirkungsrechte der Parteien – auszurichten und hängt von den 
konkreten Umständen des Einzelfalls ab (BGE 130 II 473 E. 4.2
S. 478; 124 V 389 E. 3 S. 390). Für mündliche Examen lässt sich 
nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  aus  Art. 29 Abs.
2 BV keine eigentliche Protokollierungspflicht ableiten (Urteil 
2P.23/2004 vom 13. August 2004 E. 2.4). Die verfassungsrechtli- 
chen Anforderungen an ein rechtsstaatliches Verfahren sind er-

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füllt, wenn anhand von genügend präzisen internen Notizen oder 
mündlichen Angaben der Ablauf der Prüfung vor einer Rechtsmit- 
telinstanz rekonstruiert werden kann und dieser ermöglicht wird, 
die Bewertung zu beurteilen. Dafür können sämtliche zu diesem 
Zweck tauglichen Hilfsmittel wie interne Notizen, Prüfungspro- 
tokolle über die gestellten Fragen und die unzutreffenden Ant- 
worten sowie Aufzeichnungen oder Aussagen des Prüfungsex- 
perten anlässlich der Verhandlungen vor der Rechtsmittelinstanz 
selbst eingesetzt werden. Entscheidend ist, dass sich die durch 
die Rechtsmittelinstanz ausgeübte Überprüfung der Beurteilung 
mangels präziser Angaben nicht als eine blosse Formalie erweist, 
sondern dem Kandidaten die Gründe für das Nichtbestehen der 
Prüfung nachvollziehbar dargelegt werden, wodurch ihm zum 
einen eine bessere Vorbereitung für die nächste Session oder 
dessen Verarbeitung erleichtert werden soll, falls sich dieses als 
definitiv erweist, und zum anderen eine Anfechtung und justizi- 
elle Kontrolle des Prüfungsentscheids überhaupt erst ermöglicht 
wird. Erweist sich eine Überprüfung des Examens als undurch- 
führbar, so ist Art. 29 Abs. 2 BV verletzt (Urteil 2C_463/2012 vom
28. November 2012 E. 2.2).

4.3. Mit dem Beschwerdeführer ist davon auszugehen, 
dass sein verfassungsmässiger Anspruch auf rechtliches Gehör 
(Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt ist, wenn die Rechtsmittelinstanz we- 
gen fehlender Angaben zum Prüfungsablauf nicht in der Lage ist, 
die Bewertung der Prüfung auf Einhaltung der Anforderungen der 
verfassungsrechtlichen Minimalgarantien hin zu überprüfen. Der 
Beschwerdeführer macht jedoch nicht geltend, dass die Bewer- 
tung seiner Prüfung als ungenügend auf Grund von sachfremden 
oder sonst wie offensichtlich unhaltbaren Erwägungen erfolgt 
sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügt er, das Verfahren der 
Notenvergabe sei wegen einer rechtsungleich erfolgten nachträg- 
lichen Korrektur der Prüfungsresultate als willkürlich zu werten. 
Gemäss der vom Beschwerdeführer nicht rechtsgenügend (Art. 
116 BGG und Art. 118 BGG) gerügten und für das Bundesgericht 
verbindlichen vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung liegen 
keine Anhaltspunkte für eine nachträgliche Änderung der Noten 
des Beschwerdeführers anlässlich der Notenkonferenz vor. We- 
der die falsche Datierung des Prüfungsbescheids noch die an- 
gebliche Nennung einer unrichtigen Person als Experte sind als 
fundierte Hinweise auf eine nachträgliche Änderung der an der 
mündlichen Prüfung erteilten Noten zu werten. Diese Sachver- 
haltsrügen sind für den Verfahrensausgang unerheblich und da-

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mit unbeachtlich (Art. 97 Abs. 1 BGG). Die im Zusammenhang mit 
einer nachträglichen Änderung der Noten des Beschwerdeführers 
für seine mündlichen Prüfungen erhobenen Rügen (Art. 8 Abs. 2 
BV, Art. 9 BV, Art. 29 BV) erweisen sich als unbegründet. Dass das 
Öffentlichkeitsprinzip gemäss § 75 der Verfassung des Kantons 
Basel Stadt (KV/BS) für mündliche Prüfungen einen über Art. 29 
Abs. 2 BV hinausgehenden verfassungsrechtlichen Anspruch be- 
gründen würde, ist nicht rechtsgenügend dargelegt (Art. 106 Abs. 
2 in Verbindung mit Art. 117 BGG).»

(Hervorhebung mittels Unterstreichung vorliegend durch 
Verwaltungsgericht erfolgt)

2.2.1. Wenn also gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre- 
chung selbst bei einer mündlichen Prüfung keine Protokollierungs- 
pflicht besteht, so besteht erst recht keine Protokollierungspflicht 
für die Beratung durch die AKR betreffend die einzelnen schriftli- 
chen Prüfungsleistungen.

Im Unterschied zur mündlichen Prüfung liegt bei einer 
schriftlichen Prüfung – wie im vorliegenden Fall – die Prüfungs- 
leistung der Kandidatin bzw. Beschwerdeführerin vor und sie kann 
anhand dieser Prüfung rügen, inwiefern die Bewertung nicht kor- 
rekt erfolgt sei. Ihre Prüfungsleistung und die durch die Beschwer- 
degegnerin nachgelieferte Begründung zur Bewertung der Prü- 
fungsleistung der Beschwerdeführerin sind ausreichend, um eine 
Beschwerde zu begründen. Eine detaillierte Protokollierung des Be- 
wertungsablaufs – wie die Beschwerdeführerin sinngemäss in ihren 
Rechtsschriften geltend macht – wird von der Rechtsprechung nicht 
gefordert und wäre auch nicht praktikabel. Im Übrigen ist für das 
Gericht auch nicht ersichtlich, was die Beschwerdeführerin mit dem 
Einwand des fehlenden Wortprotokolls über das Zustandekommen 
der eigenen Note zu ihren Gunsten ableiten möchte. Soweit sie gel- 
tend machen will, dass innerhalb der Kommission keine Beratung 
über die Benotung der einzelnen Prüfungen erfolgt sei, schlägt ihre 
Rüge fehl. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom
24. Oktober 2018 ausgeführt hat, wurden einzig die Sitzung und  
die jeweiligen Noten der Prüfungsteilnehmer protokolliert, jedoch 
nicht die eigentliche Beratung über die einzelnen Benotungen. Dies 
ist nicht zu beanstanden. Das von der Beschwerdeführerin sinnge- 
mäss geforderte Vorgehen mit einer detaillierten Diskussion für 
jeden Kandidaten wäre im Übrigen auch nicht praktikabel, wenn 
man an eidgenössische Abschluss- und Berufsprüfungen denkt mit 
jährlich hunderten von Absolventen (Treuhänder mit eidg. Fachaus- 
weis, eidg. dipl. Steuerexperten, Prüfungen an Universitäten etc.).

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2.2.2. Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesge- 
richts muss die Begründung eines Entscheids so abgefasst sein, 
dass der Betroffene erkennen kann, warum die Behörde in einem 
bestimmten Sinn entschieden hat, sodass er den Entscheid gege- 
benenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III 439 E.3.3 mit 
Hinweisen). Bei Prüfungsentscheiden kommt die Behörde dieser 
Verpflichtung gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtspre- 
chung nach, wenn sie dem Betroffenen kurz darlegt, welche Lösun- 
gen bzw. Problemanalysen von ihm erwartet wurden und inwiefern 
seine Antworten den Anforderungen nicht zu genügen vermochten. 
Der Anspruch auf Begründung ist nicht schon dann verletzt, wenn 
die Prüfungsbehörde sich vorerst darauf beschränkt, die Notenbe- 
wertung bekannt zu geben. Es genügt, wenn sie die Begründung 
im Rechtsmittelverfahren liefert und der Betroffene Gelegenheit 
erhält, in einem zweiten Schriftenwechsel dazu Stellung zu neh- 
men (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 2D_65/2011 vom 2. April 
2012 E.5.1, 2P.44/2006 vom 9. Juni 2006 E.3.2 sowie 2P.23/2004 vom 
13. August 2004 E.2.2).

2.2.3. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin 
nicht erst im Rechtsmittelverfahren, sondern bereits im Rahmen 
des Wiedererwägungsgesuchs vom 26. Mai 2017 bzw. des zeitglei- 
chen Gesuchs um schriftliche Begründung des Prüfungsresultats 
den bundesgerichtlichen Anforderungen entsprochen, indem sie 
sich mit Beschluss vom 7. Juli, mitgeteilt am 17. Juli 2017, zu den 
gestellten Gesuchen äusserte. Anhand der Prüfung und der ab- 
gegebenen Begründung konnte die Beschwerdeführerin Stellung 
nehmen bzw. eine Beschwerde einreichen und entsprechende Rü- 
gen vorbringen. Daher kann die Beschwerdeführerin aus der vor- 
gebrachten Rüge, die Beschwerdegegnerin habe die Vorberatung 
zur Notengebung nicht protokolliert, nichts ableiten. Auch dieser 
Einwand ist unbegründet.

2.3. Zum Vorhalt betreffend mangelhafte Musterlösung 
bringt die Beschwerdeführerin vor, die nachgereichte Musterlö- 
sung stimme nicht mit der Aufgabenstellung überein. Kein aussen- 
stehender Rechtsvertreter käme nach Erhalt des Sachverhalts auf 
die Idee, vorsorglich eine Klageschrift zu schreiben, wenn doch der 
gesamte Sachverhalt so aufgebaut sei, dass ein erneutes Schlich- 
tungsgesuch und umgehend ein URP-Gesuch hätten gestellt wer- 
den müssen. Die Musterlösung mit Klageschrift ans Regionalge- 
richt sei vollkommen praxisfremd. Die Beschwerdeführerin vertieft 
sodann auf Seite 6 f. der Beschwerde ihre diesbezügliche Argu- 
mentation.

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2.3.1. Tatsache ist, dass eine allfällige Musterlösung bzw. 
ein Lösungsvorschlag nicht massgeblich für die Bewertung ist. 
Auch eine allfällige Musterlösung bzw. ein allfälliger Lösungsvor- 
schlag kann Fehler enthalten, die im Rahmen der Korrekturen ent- 
deckt werden und die Korrekturen einschliesslich Bewertungen 
erfolgen dann jeweils nicht schematisch gestützt auf einen Lö- 
sungsvorschlag oder eine Musterlösung. Kommt hinzu, dass eine 
Musterlösung bzw. ein Lösungsvorschlag nicht alle möglichen 
Lösungsansätze abbilden und enthalten kann. So ist es durchaus 
möglich, dass aufgezeigte Lösungsansätze bzw.  Lösungswege, 
die in der Musterlösung bzw. im Lösungsvorschlag nicht enthalten 
waren, ebenfalls als ganz oder teilweise korrekt bewertet werden. 
Nicht massgeblich für die Beurteilung der Prüfungsarbeit ist, ob  
die erstellte Musterlösung bzw. der Lösungsvorschlag absolut feh- 
lerfrei ist oder zumindest die beste Lösung der juristischen Frage- 
stellung enthält. Massgebend ist vielmehr letztlich einzig und allein 
die konkrete Begründung der Bewertung der Prüfungsleistung der 
Beschwerdeführerin durch das Gremium der Beschwerdegegnerin.

2.5.2. Zur Behauptung der Bevorzugung bzw. Benachteili- 
gung einzelner Kandidaten sei lediglich noch zum Korrekturablauf 
für die Bewertung der Prüfungsarbeiten festgehalten, dass die 
schriftlichen Prüfungsarbeiten aller Prüfungsteilnehmer unmit- 
telbar nach Beendigung der Prüfungszeit um ca. 18.00 Uhr des 
Prüfungstages eingesammelt werden und danach alle Prüfungen 
(5-fach, also für jeden Prüfungsexperten ein Exemplar) kopiert 
und anonymisiert (nach dem Zufallsprinzip mittels Nummernzu- 
teilungen anstatt der Namen der Kandidaten) an die Experten zur 
Korrektur und individuellen Notengebung weitergeleitet werden. 
Eine Ungleichbehandlung der einzelnen Kandidaten sollte dadurch 
von Anfang an eliminiert werden. Die Experten treffen sich dann 
rund drei Wochen später zur Besprechung der Notengebung und 
erst nach Festsetzung der definitiven Noten an dieser Sitzung wird 
aufgedeckt, welche Prüfungsarbeit zu welchem Kandidat bzw. zu 
welcher Kandidatin gehört. Mit dieser vernünftigen und klar struk- 
turierten Vorgehensweise sollte den persönlichen Aspekten zwi- 
schen den Prüfungsteilnehmern und den Experten bestmöglich 
Rechnung getragen werden. Die pauschal erhobene Anschuldi- 
gung, wonach Mitarbeiter der kantonalen Gerichte und Kandidaten 
staatsnaher Betriebe a priori besser gestellt und behandelt wür- 
den, trifft deshalb erfahrungsgemäss nicht zu.

2.6. Die Beschwerdeführerin bemängelte (nach Gewährung 
der Akteneinsicht) weiter die nicht gleichmässige Bewertung der

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einzelnen Prüfungsteile (1–3). Wie vermutet und in der Beschwer- 
deschrift bereits ausgeführt, sei das Lösungsschema gemäss Prü- 
fungsaufgabe in drei verschiedene Teile gegliedert worden; näm- 
lich in ‚Rechtslage‘, ‚Verfahren‘ und ‚Rechtsschriften‘. Es sei nicht 
ersichtlich, dass eine der drei Prüfungsaufgaben mehr gewichtet 
werde als die anderen. Insofern die Beschwerdegegnerin die Mehr- 
gewichtung der Aufgabe drei (Rechtsschriften) in der Begründung 
der Bewertung vorbringe, sei dies eine reine Schutzbehauptung. 
Wie die Prüfungsaufgabe enthalte auch das Lösungsschema weder 
eine Punktevergabe (Bewertungsraster) noch eine Notenskala. Eine 
Prüfungsaufgabe wie auch ein Lösungsschema ohne Bewertungs- 
raster und ohne dazugehörige Notenskala sei willkürlich. So könne 
nach Ermessen korrigiert und bewertet werden. Die Beschwerde- 
führerin sei selbst als Dozentin tätig und weise eine langjährige 
Erfahrung vor. Sie wisse, wie man Prüfungen aufzubauen und zu 
bewerten habe. Die Prüfungsarbeit sei klar in drei Teile gegliedert 
gewesen und die Bewertung müsse diesem Aufbau folgen.

2.6.1. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts erweist 
sich auch diese Rüge als unbegründet. Richtungsweisend hat das 
Bundesgericht schon mit Urteil 2D_25/2011 vom 21. November 
2011 in E.3.1 folgendes festgehalten:

«Das Verwaltungsgericht führt aus, es sei Teil der von 
den Kandidaten zu bewältigenden Aufgabenstellung, Wichtiges 
von Unwichtigem und weniger Wichtigem zu unterscheiden und 
die Prüfungslösung entsprechend zu gestalten. Daher sei es nicht 
notwendig, bereits in der Aufgabenstellung anzuzeigen, welche 
Punktzahlen jeweils vergeben bzw. wie einzelne Teilbereiche ge- 
wichtet werden. Ziel der Anwaltsprüfung sei es gerade, möglichst 
zuverlässig zu ermitteln, ob jemand den Nachweis dafür erbringen 
kann, dass er sich für den angestrebten Beruf eignet. Die Transpa- 
renz des Bewertungsvorgangs werde durch nachträgliche Einsicht 
in die massgeblichen Prüfungsunterlagen sichergestellt. Zudem 
seien Vergleiche zwischen einzelnen Examensaufgaben verschie- 
dener Prüfungssessionen heikel und würden zu einem grossen 
Teil auf subjektivem Empfinden beruhen. Diese Argumentation 
leuchtet ein und die Beschwerdeführerin legt nicht gemäss Art. 
42 Abs. 2 bzw. 106 Abs. 2 BGG substanziiert dar, inwiefern das 
Verwaltungsgericht dabei verfassungsmässige Rechte verletzt. 
Müsste die Prüfungskommission bereits in der Aufgabenstellung 
detailliert angeben, wie sie die einzelnen Prüfungsteile gewichtet, 
könnte der Kandidat leicht erkennen, wozu er sich ausführlicher 
bzw. umfangreicher äussern muss. Doch gerade mit Blick auf den

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angestrebten Anwaltsberuf ist es unter anderem wichtig heraus- 
zufinden, ob die Kandidaten auch fähig sind, die wesentlichen von 
den weniger wichtigen Fragen zu unterscheiden und auch bei den 
Ausführungen entsprechend zu gewichten. Dass, der Beschwer- 
deführerin zufolge, im Schulwesen heute anders verfahren wer- 
de, lässt das Vorgehen der Prüfungskommission daher nicht will- 
kürlich erscheinen.»

(Hervorhebung mittels Unterstreichung vorliegend durch 
Verwaltungsgericht erfolgt)

3.1. In materieller Hinsicht ist vorab auf die Überprüfungs- 
befugnis des Verwaltungsgerichts in Bezug auf den Inhalt und den 
Umfang der Prüfungsbewertung durch die Beschwerdegegnerin 
einzugehen. Gemäss gefestigter Rechtsprechung des Bundesge- 
richts verfügt eine Anwaltsprüfungskommission als Fachgremium 
hinsichtlich der materiellen Bewertung über einen gewissen Er- 
messens-/Beurteilungsspielraum, in den auch eine richterliche Ins- 
tanz – hier das Verwaltungsgericht – nicht eingreifen soll (Urteil des 
Bundesgerichts 2C_632/2013 vom 8. Juli 2014 E.3.2, 2D_29/2009 
vom 12. April 2011 E.2.4). Es führte in jenen beiden Urteilen wört- 
lich aus:

«E. 3.2. Eine richterliche Instanz überprüft eine materielle 
Bewertung eines Examens nur mit besonderer Zurückhaltung. Sie 
schreitet erst ein, wenn sich die Prüfungsbehörde von sachfrem- 
den oder sonst wie offensichtlich unhaltbaren Erwägungen hat 
leiten lassen, so dass deren Entscheid unter rechtsstaatlichen Ge- 
sichtspunkten als nicht mehr vertretbar erscheint (BGE 136 I 229
E.5.4.1 S. 237). Ein Beschwerdeführer hat somit darzutun, dass die 
Bewertung offensichtlich unhaltbar ist oder auf einer krassen Feh- 
leinschätzung beruht.»

«E.2.4. Hat das Bundesgericht auf subsidiäre Verfassungs- 
beschwerde hin die Bewertung von Prüfungsleistungen zu beur- 
teilen, so prüft es die Handhabung der einschlägigen kantonalen 
Verfahrensvorschriften – auf entsprechende, ordnungsgemässe 
begründete Rügen hin – nur unter dem Gesichtswinkel der Will- 
kür. In erster Linie prüft es dabei, ob das vorgeschriebene Ver- 
fahren unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Minimalga- 
rantien durchgeführt worden ist. Eine besondere Zurückhaltung 
auferlegt es sich bei der materiellen Beurteilung, indem es erst 
einschreitet, wenn sich die Behörde von sachfremden oder sonst 
wie ganz offensichtlich unhaltbaren Erwägungen hat leiten las- 
sen, so dass ihr Entscheid unter rechtsstaatlichen Gesichtspunk- 
ten als nicht mehr vertretbar und damit als willkürlich erscheint.

2/2 Anwalts- und Notariatsrecht PVG 2019

53

Das Bundesgericht auferlegt sich bei der Überprüfung von Exa- 
mensleistungen auch dann Zurückhaltung, wenn es aufgrund 
seiner Fachkenntnisse sachlich zu einer weitergehenden Über- 
prüfung befähigt wäre (beispielsweise bei Rechtsanwalts- oder 
Notariatsprüfungen; BGE 136 I 229 E.6.2 S. 238, 131 I 467 E.3.1 S. 
473 mit Hinweisen 2D_55/2019 vom 1. März 2011 E.1.5; 2D_2/2010 
vom 25. Februar 2011 E.3.5; 2D_10/2019 vom 31. Januar 2011 E.3;
2D_53/2009 vom 25. November 2009 E. 1.4).»

3.2. Die Beschwerdeführerin macht schliesslich noch zahl- 
reiche«Willkürrügen» ab Seite 20 ff. ihrer Beschwerde geltend. In 
diesem Sachzusammenhang hat das Bundesgericht bereits im vor- 
ne aufgeführten Urteil 2D_29/2009 in E.2.3 grundsätzlich und rich- 
tungsweisend was folgt bestimmt:

«E.2.3. Mit der Verfassungsbeschwerde kann ausschliess- 
lich die Verletzung  verfassungsmässiger  Rechte  gerügt  wer-  
den (Art. 116 BGG). Das Bundesgericht prüft die Verletzung von 
Grundrechten nur, soweit eine entsprechende Rüge vorgebracht 
und begründet worden ist. Dabei gilt eine qualifizierte Rügepflicht 
(Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E.1.4.2 S. 254, 396 E.3.1 S.
399). Diese verlangt, dass der Beschwerdeführer in seiner Einga- 
be dartut, welche verfassungsmässigen Rechte inwiefern durch 
den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Das Bundes- 
gericht untersucht deshalb nicht von sich aus, ob der angefoch- 
tene kantonale Entscheid verfassungsmässig ist, sondern prüft 
nur rechtsgenügend vorgebrachte, klar erhobene und soweit 
möglich, belegte Rügen; auf appellatorische Kritik am angefoch- 
tenen Entscheid tritt es nicht ein (vgl. BGE 136 II 489 E.2.8 S. 494 
mit Hinweisen). Ruft der Beschwerdeführer das Willkürverbot an, 
muss er dartun, dass und inwiefern der angefochtene Entscheid 
offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in kla- 
rem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen 
Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Ge- 
rechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 133 III 393 E. 6 S. 397). 
Der Beschwerdeführer soll in der Beschwerdeschrift nicht bloss 
die Rechtsstandpunkte, die er im kantonalen Verfahren einge- 
nommen hat, erneut bekräftigen, sondern mit seiner Kritik an den 
als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz anset- 
zen.»

3.2.1. Unter dem Blickwinkel des«Willkürverbots» rügte die 
Beschwerdeführerin insbesondere eine falsche Anwendung der 
Notenskala. Sie brachte dazu vor, sie habe bereits von Gesetzes 
wegen davon ausgehen dürfen, dass ihre Leistung mindestens

2/2 Anwalts- und Notariatsrecht PVG 2019

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der Note 3.5 entsprochen hätte. Dazu zieht sie eine selbst erstellte 
Definition der Note 3.5 bei und errechnet einen Notenschnitt ihrer 
Prüfungsleistung der drei Prüfungsteile unter doppelter Gewich- 
tung des dritten Prüfungsteils. Sie gibt sich jedoch selbst Noten 
für die einzelnen Prüfungsteile, wenn auch gestützt auf die Begrün- 
dung der Beschwerdegegnerin für die Bewertung ihrer Prüfungs- 
leistung. Die Beschwerdeführerin machte weiter geltend, dass im 
Kanton Graubünden jeweils nur maximal ein Drittel der Kandida- 
ten die Anwaltsprüfung bestehe. Die Beschwerdegegnerin habe 
so stillschweigend einen numerus clausus eingeführt, was gegen 
Gesetz und gegen das Willkürverbot verstosse.

3.2.1.1. Dieser Betrachtungsweise und Würdigung ist ent- 
gegenzuhalten, dass an der Anwaltsprüfung im Kanton Graubün- 
den vermutlich selten alle Kandidaten durchgefallen sind oder um- 
gekehrt alle Prüfungsteilnehmer bestanden haben. Es liegt in der 
Natur und im Wesen einer Prüfung bzw. einer solchen anspruchs- 
vollen Berufsprüfung, dass gewisse Kandidaten bestehen und wie- 
derum die Leistung anderer Prüfungskandidaten als ungenügend 
eingeschätzt wird. Gemäss Bundesgericht fliesst dabei unvermeid- 
lich auch eine vergleichende Beurteilung aller Kandidaten mit ein 
(vgl. BGE 121 I 225 E.2c). Statistisch müsste es Prüfungssessionen 
geben, an denen alle Kandidaten bestehen oder alle durchfallen. 
Das würde aber auch für Prüfungen an der Universität, an Fach- 
hochschulen, bei eidgenössischen Berufsprüfungen, etc. gelten. 
Dass diese Wahrscheinlichkeit sehr gering ist und allenfalls in zig 
Jahren nie auftreten wird, lässt nicht auf eine willkürliche Bewer- 
tung der Prüfungen schliessen. Dazu müssten mehr Anhaltspunk- 
te vorhanden sein. Dies ist aber vorliegend nicht der Fall. Der an- 
gebliche numerus clausus (beschränkte Anzahl an Absolventen), 
wonach in der Regel max. ein Drittel der Kandidaten die Prüfung 
bestehe, entspricht im Übrigen – gerichtsnotorisch und allgemein 
bekannt – nicht den Tatsachen in der Vergangenheit.

3.2.2. Die Beschwerdeführerin rügte sodann noch eine 
Verletzung des Verhältnismässigkeitsgebots unter dem Titel fal- 
sche Anwendung der Notenskala, da der Beschwerdegegnerin be- 
wusst gewesen sei, dass sie zum dritten und letzten Versuch für 
die Anwaltsprüfung angetreten sei und dies nach einem langen 
mutterschaftsbedingten Unterbruch. In einem solchen Fall müsse 
die Gesamtsituation berücksichtigt werden und auch die Prüfungs- 
leistung sei – wenn die Prüfung schon aus einem schriftlichen und 
einem mündlichen Teil bestehe – mittels einer Gesamtbewertung 
zu würdigen. Das Nichtbestehen der (schriftlichen) Prüfung komme

2/2 Anwalts- und Notariatsrecht PVG 2019

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einem Berufsausübungsverbot gleich und habe für die Beschwer- 
deführerin, die in der absoluten Peripherie lebe, massive Folgen. 
Damit liege eine Verletzung des Verhältnismässigkeitsgebots vor. 
Die Beschwerdeführerin hätte unter diesen Umständen zur münd- 
lichen Prüfung zugelassen werden müssen.

3.2.2.1. Auch diese Argumentation der Beschwerdeführerin 
ist inhaltlich nicht richtig oder materiell schützenswert. Es besteht 
nämlich kein Anspruch auf eine grosszügigere Bewertung der Prü- 
fungsleistung, nur weil man in einer gewissen Region der Schweiz 
bzw. des Kantons Graubünden lebt. Überdies besteht kein Rechts- 
anspruch auf die Ausübung ganz bestimmter Berufe (als Arzt, An- 
walt, Notar usw.). Andernfalls könnten auch Entscheide betreffend 
die Zulassung zum Medizinstudium mit demselben Argument an- 
gefochten und mit entsprechenden Erfolgschancen umgestossen 
bzw. aufgehoben werden.
U 18 35 Urteil vom 22. Januar 2019

Die an das Bundesgericht erhobene subsidiäre Verfassungsbe- 
schwerde wurde mit Urteil vom 6. August 2019 abgewiesen, soweit 
darauf eingetreten werden konnte (2D_10/2019).