# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82372eef-2f15-572d-8264-738320ff1974
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.05.2021 200 2020 697
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-697_2021-05-12.pdf

## Full Text

200 20 697 UV
FUE/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Mai 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2021, UV/20/697, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1974 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
seit März 2011 bei der C.________ AG als ... angestellt und dadurch bei 
der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (Mobiliar bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle 
sowie Berufskrankheiten versichert. Am 19. November 2019 wurde sie, auf 
einem Trottoir gehend, von einem abbiegenden Linienbus, welcher mit dem 
hinteren Abteil ausschwenkte, von hinten an der rechten Schulter getroffen 
(Akten der Mobiliar, Antwortbeilage [AB] 2; vgl. auch AB 5). Die Versicherte 
begab sich gleichentags in den Notfall des Spitals D.________, wo Schul-
terschmerzen rechts diagnostiziert wurden (AB 3, S. 3b). Die Mobiliar er-
brachte die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung und Tag-
geld (vgl. AB 1, S. 21) und klärte den Sachverhalt in erwerblicher und me-
dizinischer Hinsicht ab; insbesondere veranlasste sie eine Beurteilung 
durch ihren beratenden Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie 
sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara-
tes, vom 30. Januar 2020 (AB 3, S. 8). Gestützt darauf verfügte die Mobiliar 
am 28. Februar 2020 die Leistungsablehnung ab 1. Januar 2020 (AB 1, 
S. 30 - 32). Auf Einsprache der Versicherten hin (AB 1, S. 42) veranlasste 
die Mobiliar eine Beurteilung durch ihren beratenden Arzt Dr. med. 
F.________, Facharzt für Chirurgie, vom 9. Juli 2020 (AB 3, S. 20 - 30) und 
hiess mit Entscheid vom 22. Juli 2020 die Einsprache insoweit gut, als in 
Bezug auf das Ereignis vom 19. November 2019 ein Anspruch auf Leistun-
gen aus der obligatorischen Unfallversicherung bis 11. Januar 2020 beste-
he (AB 1, S. 48 - 55).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 10. September 2020 (Poststempel) beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2021, UV/20/697, Seite 3

1. Der Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020 sowie die Verfügung 
vom 28. Februar 2020 seien aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten der Beschwerdefüh-
rerin weiterhin ab 11. Januar 2020 auf unbestimmte Zeit die ge-
setzlichen Leistungen zu erbringen.

3. Es seien weitere medizinische Abklärungen und ein Gutachten ei-
nes/r unabhängigen Sachverständigen einzuholen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Auf Aufforderung des Instruktionsrichters hin reichte die Beschwerdeführe-
rin am 3. November 2020 den in Aussicht gestellten Bericht von Dr. med. 
G.________, Facharzt für Anästhesiologie, Spital D.________, vom 
19. Oktober 2020 zu den Akten (Beschwerdebeilage [BB] 7). 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2021 schloss die Beschwerde-
gegnerin – gestützt auf eine weitere Beurteilung ihres beratenden Arztes 
Dr. med. F.________ vom 18. Januar 2021 (AB 3, S. 47 - 62) – auf Abwei-
sung der Beschwerde.

Mit Replik vom 18. März 2021 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträ-
gen fest und reichte einen Bericht von Dr. med. H.________, Facharzt für 
Chirurgie, Spital D.________, vom 14. September 2020 (BB 9) ein.

Mit Duplik vom 6. April 2020 bestätigte die Beschwerdegegnerin die gestell-
ten Rechtsbegehren.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 
vom 22. Juli 2020 (AB 1, S. 48 - 55). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch 
auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung über den 11. Januar 
2020 hinaus und dabei insbesondere, ob die geklagten Beschwerden noch 
kausal zum Ereignis vom 19. November 2019 waren.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-

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hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung 
des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für 
eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 
134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 
E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 

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Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1. S. 55). Trifft ein Unfall auf einen vorge-
schädigten Körper und steht aus ärztlicher Sicht fest, dass weder der Sta-
tus quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können, so 
liegt eine richtunggebende Verschlimmerung vor (SVR 2019 IV Nr. 9 S. 27 
E. 3.2; Entscheid des BGer vom 21. September 2018, 8C_781/2017, 
E. 5.1).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.2.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1). 

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

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(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis 
vom 19. November 2019, bei dem die Beschwerdeführerin als Fussgänge-
rin auf dem Trottoir, Ecke ... in ..., an der rechten Schulter vom Heck eines 
abbiegenden Linienbusses getroffen wurde, wobei sie sich an der neben ihr 
gehenden Kollegin festhalten konnte, so dass sie nicht hinfiel (vgl. AB 2, 
S. 1 f. und 5, S. 13 und 16; Beschwerde, S. 3 Ziff. 2; Beschwerdeantwort, 
S. 3 Ziff. 2), einen Unfall im Rechtssinne darstellt (vgl. E. 2.1 hiervor). Un-
bestrittenermassen sind danach unfallkausale Beschwerden aufgetreten, 
für welche die Beschwerdegegnerin in Anerkennung ihrer Leistungspflicht 
die gesetzlichen Versicherungsleistungen erbracht hat (AB 1, S. 21). Um-
stritten ist hingegen, ob die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 
11. Januar 2020 hinaus geklagten Beschwerden in einem anspruchsbe-
gründenden natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit diesem 
Unfall stehen. 

3.2 Den medizinischen Akten lässt sich im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

3.2.1 Am 19. November 2019 begab sich die Beschwerdeführerin notfall-
mässig in das Spital D.________, wo Schulterschmerzen rechts diagnosti-
ziert wurden. Die Beschwerdeführerin berichtete über Schulterschmerzen 
rechts mit Ausstrahlung bis zur Hand und in den Nacken und ein Kribbelge-
fühl im Unterarm rechts. Sie sei nicht mit dem Kopf angeschlagen, habe 
nicht das Bewusstsein verloren, sei nicht gefallen und habe keine Atem- 
oder Bauchbeschwerden. Nachdem das Röntgen der Schulter keine Hin-
weise auf eine frische Fraktur oder Luxation ergeben hatte, wurde sie mit 
Analgetika und dem Hinweis auf die Mobilisation der Schulter entlassen 
(AB 3, S. 3).

3.2.2 Am 28. November 2019 erfolgte im Institut L.________, Spital 
D.________, eine CT-Untersuchung des Thorax, des Abdomens und der 

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Wirbelsäule nativ. Es wurde folgende Beurteilung festgehalten: „Kein 
Nachweis einer Traumafolge. Sinusitis sphenoidalis. Am ehesten postent-
zündlich bedingte reduzierte Pneumatisierung des Mastoids rechts. Dege-
nerative Veränderungen des Achsenskeletts geringgradiger Ausprägung. 
Panniculitis mesenterialis. Verdacht auf Uterus myomatosus“ (AB 3, S. 42).

Am 20. Dezember 2019 erfolgte eine MR-Untersuchung der Wirbelsäule 
nativ, welche kein Nachweis einer Traumafolge ergab und keine Myelopa-
thie festgestellt wurde, hingegen eine leichtgradige Bandscheibenprotrusi-
on HWK 6/7 (AB 3, S. 4).

Gleichentags wurde ein MR Schädel nativ durchgeführt. Es wurde folgende 
Beurteilung festgehalten: „Regelrechte Darstellung des Hirnparenchyms. 
Kein Nachweis einer intrakraniellen Blutung. Zeichen einer akuten Sinusitis 
maxillaris links. Multiple verlegte Ethmoidalzellen beidseits. Partiell verlegte 
Mastoidzellen rechts, DD Retentionsflüssigkeit, DD Mastoiditis nicht sicher 
auszuschliessen“ (AB 3, S. 5).

3.2.3 Dr. med. H.________ diagnostizierte im Arztbericht vom 10. Januar 
2020 ein Kontusionstrauma der rechten Körperhälfte und attestierte eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis voraussichtlich am 10. Januar 2020 (AB 3, 
S. 2).

Am 14. Januar 2020 begab sich die Versicherte aufgrund von Schulter- und 
Hüftschmerzen erneut in den Notfall des Spitals D.________. Die Schmer-
zen seien bis vor vier Tagen, als die Versicherte beim Chiropraktiker gewe-
sen sei, besser gewesen. Dieser habe wieder an der Wirbelsäule manipu-
liert. Es wurde ein unbeobachtetes Anpralltrauma mit einem Linienbus Mitte 
November, Schulter- und Hüftschmerzen rechtsseitig chronisch, diagnosti-
ziert (AB 3, S. 7).

3.2.4 Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 24. Januar 2020 zur 
ambulanten Schmerzsprechstunde aus, nach der Untersuchung und Befra-
gung vom 23. Januar 2020 stünden zwei Probleme im Raum, deren Zu-
sammenhang mit dem Unfall hier nicht beurteilt werden sollten. Bei der 
Untersuchung imponierten eindeutig radikuläre Beschwerden zervikal 
rechts im Dermatom C5 < C6 mit den typischen Kribbelparästhesien im 
entsprechenden Dermatom (dazu passend der MRI HWS Befund) sowie 

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lumbal L5> S1 rechts, ebenfalls mit ausstrahlendem Charakter und radi-
kulären Kribbelparästhesien in den entsprechenden Dermatomen. Insge-
samt sei über die gesamte Zeitspanne hinweg eine Verbesserungstendenz 
zu beobachten. Es sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50% für zwei Wochen ab 
23. Januar 2020 attestiert worden (AB 3, S. 19).

3.2.5 Der beratende Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht vom 
30. Januar 2020 eine Prellung der rechten Schulter und des rechten Armes 
sowie eine Zerrung der HWS. Als Vorzustand nannte er eine leichte Band-
scheibenprotrusion HWK 6/7. Die Prellung der rechten Schulter und des 
rechten Armes sowie die Zerrung der HWS seien überwiegend wahrschein-
lich auf das Ereignis vom 19. November 2019 zurückzuführen. Die Band-
scheibenprotrusion der HWS sowie die weiter bestehenden Beschwerden 
seien nicht unfallkausal. Der Status quo sine sei sechs Wochen nach dem 
Ereignis vom 19. November 2019 (per 31. Dezember 2019) erreicht (AB 3, 
S. 8).

3.2.6 Im Bericht vom 11. Februar 2020 konstatierte Dr. med. H.________, 
die Bandscheibenprotrusion der HWS sei sicherlich nicht unfallkausal. Die 
Beschwerden hätten aber erst am Unfalltag angefangen und durch die 
Bildgebung (MRI, CT etc.) seien diese als Nebenbefund gesehen worden. 
Die Unfallfolgen bestünden immer noch (AB 3, S. 9).

3.2.7 Am 5. März 2020 erfolgte in der Neuroradiologie des Spitals 
D.________ eine MR-Untersuchung der Wirbelsäule nativ. Die Beurteilung 
fiel wie folgt aus: „Deutliche, nach kaudal umgeschlagene rechts mediolate-
rale Diskushernie im Segment LWK4/5 mit deutlicher Kompression der L5-
Wurzel rechts rezessal sowie möglicher Affektion der S1-Wurzel rechts. Bei 
Diskusbulging und Facettengelenkshypertrophie Kompression der L5-
Wurzel links rezessal. Keine weitere Neurokompression. Keine signifikant 
hochgradige oder absolute Spinalkanalstenose. Teilsakralisation des 
LWK 5 Pseudogelenkbildung rechts“ (AB 3, S. 44).

3.2.8 Der Chiropraktor Dr. I.________, welcher die Beschwerdeführerin 
erstmals am 10. Dezember 2019 gesehen hatte (vgl. AB 3, S. 17), berichte-
te am 6. Mai 2020, die Beschwerdeführerin habe am 10. Dezember 2019 
über Nackenschmerzen mit Ausstrahlungsschmerzen in den rechten Arm, 

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dem C6-Dermatom rechts entsprechend, sowie über Kribbelparästhesien 
im zervikothorakalen Übergang und Taubheit in der rechten Hand, über 
Schmerzen im mittleren Rücken sowie Kreuzschmerzen mit Taubheit im 
rechten Bein berichtet. Letztlich habe sie einen beidseitigen Ohren- sowie 
Augendruck, Schwindelbeschwerden und einen Brechreiz in Reklination 
der HWS erwähnt (AB 3, S. 11; vgl. auch AB 3, S. 12 - 17). 

3.2.9 Im Rahmen der Sprechstunde für Wirbelsäulenchirurgie vom 
25. Juni 2020 diagnostizierten die Ärzte des Spitals J.________ im Bericht 
vom 26. Juni 2020 eine residuelle Zervikobrachialgiesymptomatik rechts 
bei Zustand nach HWS-Distorsion vom 19. November 2019 und eine re-
grediente Lumboischialgiesymptomatik rechts mit einer residuellen Taub-
heit passend zu L5 (Diskushernie L4/L5 mit Kompromittierung der Wurzel 
L5 rechts rezessal und Zustand nach zweimaliger Infiltration L4/L5 mit 
deutlicher Verbesserung postinterventionell). Die Beschwerdeführerin ar-
beite seit zwei Wochen wieder zu 100% als ..., wobei sie durch die Zervi-
kobrachialgie noch ziemlich eingeschränkt sei (AB 3, S. 34). Die Be-
schwerdeführerin habe nach dem Unfall vom 19. November 2019 unmittel-
bar über eine Zervikobrachialgie auf der rechten Seite geklagt. Am ehesten 
sei diese im Rahmen einer muskulären Dysbalance nach der stattgehabten 
HWS-Distorsion zu deuten. Es wurden symptomatische Massnahmen und 
bei Bedarf Entzündungshemmer empfohlen. Es sei davon auszugehen, 
dass sich die Situation in den nächsten drei bis sechs Monaten verbessern 
werde. Die Lumboischialgie sei erst zwei bis drei Tage nach dem Unfall 
aufgetreten und es stelle sich die Frage, ob die Diskushernie L4/L5 trauma-
tisch bedingt sei (AB 3, S. 33).

Im Bericht desselben Spitals vom 29. Juni 2020 führte Prof. Dr. med. 
K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, nach Einsicht in das CT vom 28. November 2019 
(AB 3, S. 42) aus, die Auflösung der Untersuchung sei limitiert. Es sei nicht 
möglich, eine ganz detaillierte Beurteilung zu machen, man könne einzig 
festhalten, dass eine gewisse Retrolisthese im Bereich L4/L5 bestehe und 
eine mögliche breitbasige Protrusion. Man könne klar festhalten, dass die-
ses lumboradikuläre Schmerzproblem durch die Hernierung im Bereich 
L4/L5 hinlänglich geklärt sei, allerdings sei die Genese derselben offen, in 

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den Akten sei initial keine entsprechende Symptomatik dokumentiert. Be-
züglich der Nackenbeschwerden, die ganz klar in Zusammenhang mit dem 
Unfallereignis stünden, müsse man dagegen konstatieren, dass Unfallfol-
gen immer noch vorhanden seien. Es zeige sich dort aber eine Besserung 
und der Verlauf diesbezüglich sei nicht ungewöhnlich (AB 3, S. 32).

3.2.10 Im Bericht vom 9. Juli 2020 legte der beratende Arzt der Mobiliar, 
Dr. med. F.________, dar, spätestens mit dem Behandlungsabschluss von 
Dr. I.________ sei mit dem 11. Januar 2020 von einem Status quo ante 
auszugehen. Diese Behandlung sei zu übernehmen, obwohl das therapeu-
tische Spektrum schon zu diesem Zeitpunkt zu Behandlungsmassnahmen 
geführt habe, die nur noch zum Teil unfallbedingt interpretiert werden könn-
ten (AB 3, S. 20).

3.2.11 Im Bericht vom 14. September 2020 hielt Dr. med. H.________ fest, 
die Schlussfolgerungen von Dr. med. F.________ liessen sich durchaus 
nachvollziehen aus Sicht der Versicherungsgesellschaft. Sicherlich sei es 
aber auch so, dass die Beschwerdeführerin vor dem Unfall keinerlei 
Schmerzen gehabt habe und seit dem Unfall über Schmerzen klage. Des-
wegen gehe er von weiterbestehenden Unfallfolgen aus. Dies sei auch den 
Berichten von Prof. Dr. med. K.________ zu entnehmen. Die Beschwerde-
führerin habe sich mit akuten rezidivierenden Lumbalgien nach einem Un-
fall im Spital D.________ vorgestellt. Sie sei vom 3. bis 6. März 2020 stati-
onär behandelt worden. Er gehe daher mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit davon aus, das die ganzen Beschwerden auf das Unfallereignis 
zurückzuführen seien (BB 9).

3.2.12 Dr. med. G.________, welcher gemäss seinen Angaben erst in 
zweiter Linie konsultatorisch hinzugezogen worden sei und weder den 
Erstbefund noch den Endzustand erlebt habe, rapportierte im Bericht vom 
19. Oktober 2020, grundsätzlich seien die direkt nach dem Unfall aufgetre-
tenen und anhaltenden Beschwerden der LWS eben durch den Unfall aus-
gelöst worden, da unmittelbar danach sogenannte radikuläre Symptome 
aufgetreten seien, die vor dem Unfall nicht bestanden hätten. Es sei eben-
falls klar, dass ganz allgemein viele Patienten im gleichen Alter Wirbelsäu-
len mit röntgenologisch nachweisbaren Veränderungen aufweisen würden, 
die allermeisten aber ohne Beschwerden. Ein Unfall könne dann solche 

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Beschwerden, wie die Beschwerdeführerin sie erlitten habe, auf dem Bo-
den der schon veränderten Wirbelsäule auslösen. Sie hätte diese Be-
schwerden sonst nicht bekommen (BB 7, S. 2).

3.2.13 Im Bericht vom 18. Januar 2021 schussfolgerte Dr. med. 
F.________, unfallbedingt sei es mit dem rechtsseitigen Schulteranprall 
zusätzlich zu einer HWS-Distorsion gekommen ohne irreversible strukturel-
le organische Befunde. Die reaktiven muskulären Dysbalancen seien phy-
siotherapeutisch behandelt innerhalb weniger Wochen voll reversibel. Inso-
fern habe er den Zeitpunkt des Status quo sine vel ante mit dem 21. (rich-
tig: 11.) Januar 2020 definiert. Zu diesem Zeitpunkt habe Dr. med. 
G.________ auch keine muskulären Dysbalancen mehr festgestellt, son-
dern zervikale wie auch lumbale Wurzelreizungen. Die Klinik sei zu diesem 
Zeitpunkt demnach bestimmt durch unfallunabhängig auftretende Wurzel-
reizungen. Andererseits könnten theoretisch noch residuelle Beschwerden 
der muskulären Dysbalance mit hineingespielt haben. Die zervikalen Be-
schwerden seien aber dann gemäss Bericht vom 19. Oktober 2020 bereits 
am 18. Januar 2020 so rückläufig gewesen, dass kein Behandlungsbedarf 
mehr bestanden habe. Insofern könnte der Status quo ante der zervikalen 
Beschwerden grosszügig erst mit dem 18. Februar 2020 definiert werden. 
Die lumbale Diskushernie sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
durch das Ereignis vom 19. November 2019 verursacht worden. Es sei mit 
dem Ereignis auch nicht zu einer Aktivierung des Vorzustandes gekommen 
(AB 3, S. 47).

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2021, UV/20/697, Seite 13

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten 
Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469). 

3.3.4 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2021, UV/20/697, Seite 14

geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.4

3.4.1 Die zur Frage nach der Kausalität der geklagten Beschwerden ver-
fassten Aktenberichte des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin Dr. 
med. F.________ vom 9. Juli 2020 und 18. Januar 2021 (AB 3, S. 20 - 30 
und 47 - 62) erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung an den Be-
weiswert medizinischer Berichte (vgl. E. 3.3.2 f. hiervor). Sie sind für die 
streitigen Belange umfassend, berücksichtigen die beklagten Beschwer-
den, sind in Kenntnis der Vorakten (insbesondere auch der bildgebenden 
Befunde) abgegeben worden und leuchten in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion ein. Der Umstand, dass Dr. med. F.________ keine eigenen Untersu-
chungen durchgeführt hat, ist nicht zu beanstanden, da die Voraussetzun-
gen für einen Aktenbericht erfüllt sind, konnte er sich aufgrund der vorhan-
denen Unterlagen doch ein gesamthaft lückenloses Bild der Gesundheitssi-
tuation machen (vgl. E. 3.2.4 hiervor). Zudem kann insbesondere (auch) 
die Kausalität im Rahmen eines Aktenberichts erörtert werden (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Folglich 
kann auf die entsprechenden Berichte abgestellt werden.

3.4.2 Dr. med. F.________ hat sich einlässlich mit den polizeilichen Un-
terlagen, die Aufschluss über den Geschehensablauf geben (vgl. AB 5), 
sowie den klinisch und bildgebend festgestellten Befunden auseinanderge-
setzt und schlüssig und einleuchtend dargelegt, dass das Röntgen der 
rechten Schulter vom 19. November 2019 (vgl. AB 3, S. 3b), die CT der 
HWS vom 28. November 2019 (AB 3, S. 42) sowie die MRT der HWS und 
des Schädels vom 20. Dezember 2019 (AB 3, S. 4 f.) – bis auf eine klinisch 
nicht relevante, leichtgradige Bandscheibenprotrusion HWK6/7 – keinen 
strukturellen Befund zeigten, der die geklagten Beschwerden hätte erklären 
können. Der beratende Chirurge wies daraufhin, dass bei der Erstab-
klärung am 19. November 2019 nicht einmal Prellmarken festgestellt wor-
den waren. Doch selbst – so der beratende Arzt weiter – wenn man infolge 
einer wahrscheinlich erheblichen Kontusion der rechten oberen Körperhälf-
te von verletzungsbedingten Schäden der Weichteile mit Hämatomen und 

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Ödemen ausgehe, komme es innerhalb weniger Tage oder Wochen zu 
einer Resorption mit einer folgenlosen Wiederherstellung der anatomischen 
Strukturen. Aufgrund der schmerzbedingten Schonung der Muskulatur der 
HWS sei es aber zu muskulären Dysbalancen gekommen. Diese seien 
jedoch prinzipiell reversibel und würden sich mit der zusätzlichen chiroprak-
tischen und physiotherapeutischen Behandlung innerhalb weniger Wochen 
vollständig zurückbilden (AB 3, S. 21 f., 49 und 51). Die physiotherapeuti-
sche Behandlung bei Dr. I.________ erfolgte letztmals am 11. Januar 2020 
(AB 3, S. 16), weshalb Dr. med. F.________ den Status quo ante zunächst 
auf diesen Zeitpunkt hin festsetzte (AB 3, S. 20). Gestützt auf den im Be-
schwerdeverfahren eingereichten Bericht von Dr. med. G.________ vom 
19. Oktober 2020, wonach die zervikalen Beschwerden am 18. Februar 
2020 so rückläufig waren, dass kein Behandlungsbedarf mehr bestand 
(BB 8, S. 1), führte Dr. med. F.________ in der Beurteilung vom 18. Januar 
2021 überzeugend aus, dass der Status quo ante der zervikalen Be-
schwerden (grosszügig auch) erst mit dem 18. Februar 2020 definiert wer-
den könnte (AB 3, S. 47). Hierauf ist abzustellen (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Die 
Einschätzung des Dr. med. F.________ überzeugt auch insoweit, als der 
Behandlungsabschluss per 11. Januar 2020 bei Dr. I.________ offenbar 
nicht mangels Beschwerden erfolgte, sondern weil die Beschwerdeführerin 
nicht mehr erschienen ist; immerhin gab sie am 14. Januar 2020 im Rah-
men einer Notfallkonsultation gegenüber den Ärzten des Spitals 
D.________ an, dass nach der letzten Behandlung beim Chiropraktor vor 
vier Tagen, welcher wieder an der Wirbelsäule manipuliert habe, eine (un-
fallunabhängige) Verschlechterung der Symptomatik eingetreten sei (AB 3, 
S. 7). Einleuchtend und schlüssig ist auch die Beurteilung des beratenden 
Arztes, wonach eine unfallbedingte zervikale Wurzelreizung – in Überein-
stimmung mit den Einschätzungen von Dr. med. H.________ und Prof. Dr. 
med. K.________ – aufgrund der klinischen und radiologischen Verhältnis-
se ausgeschlossen sei. Insbesondere fehle es an den sofort auftretenden 
radikulären Schmerzen und einem sofortigen Arztbesuch mit entsprechen-
der Diagnostik (AB 3, S. 49 ff.). 

Dr. med. F.________ führte sodann nachvollziehbar und überzeugend aus, 
dass die erstmals am 5. März 2020 lumbal nachgewiesene Diskushernie 
LWK 4/5 mit deutlicher Kompression der Wurzel L5 (AB 3, S. 44) nicht un-

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fallkausal ist. So wäre es beim Auslösen einer unfallverursachten frischen 
Diskushernie sofort zu neuromeningealen Reizungen mit entsprechenden 
Schmerzen sowie sensomotorischen Ausfällen gekommen. Dies war – 
worauf Dr. med. F.________ zutreffend hinwies – vorliegend nicht der Fall, 
wurde doch erst ca. zwei Monate nach dem Ereignis – im Rahmen der am-
bulanten Notfallkonsultation vom 14. Januar 2020 im Spital D.________ 
(AB 3, S. 7) – über Beschwerden im Lenden- bzw. Hüftbereich geklagt. 
Zwar gab die Beschwerdeführerin bereits am 10. Dezember 2020 unter 
anderem an, an Kreuzschmerzen mit Taubheit im rechten Bein zu leiden 
(AB 3, S. 11). Dies entspricht aber nicht der Symptomatik einer radikulären 
lumbalen Wurzelreizung (AB 3, S. 50). Im Übrigen fehlt auch ein entspre-
chender Unfallhergang, da eine Schulterprellung nach den einleuchtenden 
Darlegungen des Dr. med. F.________ kein biomechanisches Ereignis 
darstellt, das eine lumbale Diskushernie verursacht. Vielmehr handelt es 
sich hier um vorbestehende, degenerative Schäden an der gesamten lum-
balen Wirbelsäule. Angesichts einer fehlenden initialen Klinik in unmittelba-
rem Anschluss an den Unfall verneinte Dr. med. F.________ auch eine 
Aktivierung der lumbalen Vorschäden, was überzeugt (AB 3, S. 48 f.). 

3.4.3 Die Berichte der behandelnden Ärzte vermögen keine auch nur ge-
ringen Zweifel an den Aktenbeurteilungen des Dr. med. F.________ her-
vorzurufen. Prof. Dr. med. K.________ ging im Bericht vom 26. Juni 2020 
davon aus, dass die Beschwerdeführerin etwa zwei bis drei Tage nach dem 
Unfallereignis Schmerzen im Rücken mit einer Taubheit im rechten Bein 
beim Gehen verspürt habe und dass am Unfalltag eine CT-Untersuchung 
des ganzen Körpers durchgeführt worden sei (AB 3, S. 33 f.). Eine CT-
Abklärung erfolgte jedoch – mangels Verdacht auf eine entsprechende 
Wurzelreizung – nicht bereits am Unfalltag, sondern erst am 28. November 
2019, also erst neun Tage nach dem Unfall. Diese Untersuchung ergab 
sodann keinerlei Nachweis für Traumafolgen; insbesondere keine Hinweise 
für eine unfallbedingte Diskushernie (AB 3, S. 42 und 48). Auch die Berich-
te der Dres. med. G.________ und H.________ belegen keine unfallbe-
dingte Diskushernie. Die eher oberflächlich gehaltenen Ausführungen bei-
der Ärzte vom 14. September und 19. Oktober 2020 (BB 7, 9) erschöpfen 
sich weitestgehend in der – für den Nachweis einer unfallkausalen gesund-
heitlichen Schädigung nicht massgebenden (BGE 119 V 335 E. 2b bb 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2021, UV/20/697, Seite 17

S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2) – Formel "post hoc, ergo propter 
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann 
als durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist. 
Dr. med. G.________ ging in seinem Bericht vom 24. Januar 2020 sodann 
von einem Anpralltrauma der Schulter und der rechten Hüfte aus (AB 3, 
S. 19) und im Bericht vom 19. Oktober 2020 von direkt nach dem Unfall 
aufgetretenen und anhaltenden Beschwerden in der LWS (BB 7, S. 1). Wie 
bereits dargelegt, wurden jedoch initial keine lumbalen Schmerzen geklagt, 
sondern erst mehrere Wochen später, und es ist beim Unfall auch nicht zu 
einem Hüftanprall gekommen (AB 3, S. 1, 3, 48 f.). Mithin ging Dr. med. 
G.________, welcher erst nach dem Erstbefund hinzugezogen wurde, hin-
sichtlich der lumbalen Beschwerden von offenkundig unzutreffenden Tat-
sachen aus. 

3.5 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin beim 
Unfall vom 19. November 2019 durch den Schulteranprall eine HWS-
Distorsion ohne irreversible strukturelle organische Befunde erlitten hat; die 
dabei entstandenen reaktiven muskulären Dysbalancen sind innerhalb we-
niger Wochen vollständig ausgeheilt. Der Status quo sine vel ante wurde 
gemäss der beweiskräftigen Beurteilung des Dr. med. F.________ vom 
18. Januar 2021 spätestens am 18. Februar 2020 erreicht. Die nach die-
sem Zeitpunkt noch vorhandenen Beeinträchtigungen sind auf die unfallun-
abhängig verursachte lumbale Wurzelreizung zurückzuführen, für welche 
die Beschwerdegegnerin nicht leistungspflichtig ist. Weiterer medizinischer 
Abklärungen bedarf es unter diesen Umständen nicht (vgl. Beschwerde 
S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 3). 

Weil die Beschwerdegegnerin die Leistungen bereits per 11. Januar 2020 
einstellte, ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der Einsprache-
entscheid vom 22. Juli 2020 insoweit abzuändern, als die Beschwerdefüh-
rerin bis zum 18. Februar 2020 Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen 
der Beschwerdegegnerin hat. Soweit weitergehend ist die Beschwerde 
unbegründet und abzuweisen.

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4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung (vgl. Art. 83 ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Mit Kostennote vom 18. März 2021 macht der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin ein Honorar von Fr. 2'577.10, Auslagen von Fr. 155.70 
und Mehrwertsteuer von Fr. 210.45, insgesamt ausmachend Fr. 2'943.25, 
geltend. Angesichts des bloss geringfügigen Obsiegens ist der Beschwer-
deführerin eine von der Beschwerdegegnerin zu ersetzende reduzierte Par-
teientschädigung von pauschal Fr. 600.-- (inkl. Auslagen und MWST) zuzu-
sprechen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesell-
schaft AG vom 22. Juli 2020 insoweit abgeändert, als die Beschwerde-
führerin bis 18. Februar 2020 Anspruch auf die gesetzlichen Leistun-
gen hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 600.-- (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.