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**Case Identifier:** 60bf77d1-1246-5b93-8d43-e7e2496464b0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.03.2024 200 2023 761
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-761_2024-03-28.pdf

## Full Text

200 23 761 IV
JAP/ZID/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. März 2024

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Frey, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. September 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1988 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
nach der Lehre zum … in dieser Funktion in unterschiedlichem Umfang für 
die C.________ AG tätig und absolvierte parallel dazu diverse Ausbildun-
gen im … Bereich. Am 1. April 2021 (Postaufgabe) meldete er sich unter 
Hinweis auf eine Angststörung bzw. Panikattacken, eine Herzneurose so-
wie eine funktionale neuronale Störung bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage der IV-Stelle 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; AB] 1; vgl. auch AB 8/2, 10/2, 18). In 
der Folge tätigte die IVB erwerbliche und medizinische Abklärungen. Mit 
Mitteilung vom 29. Oktober 2021 teilte sie dem Versicherten mit, dass zur-
zeit keine Eingliederungsmassnahmen mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt 
werden könnten (AB 46). Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; AB 66 ff.) hin liess die IVB den Versicherten versiche-
rungspsychiatrisch begutachten (Expertise vom 27. Mai 2023; AB 77.1). Mit 
Vorbescheid vom 14. Juni 2023 stellte die IVB die Ablehnung des Renten-
begehrens bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 12 % in Aussicht 
(AB 78). Auf Einwand des Versicherten hin (AB 90, 93 f.) und nach Einho-
lung einer Stellungnahme des Gutachters vom 12. September 2023 
(AB 96) verfügte sie am 28. September 2023 wie angekündigt (AB 97).

B.

Hiergegen liess der Versicherte, zunächst wie schon im Vorbescheidver-
fahren vertreten durch den Sozialdienst D.________ bzw. die E.________ 
und in der Folge durch Rechtsanwalt B.________, mit vom 27. Oktober 
2023 datierter und am 30. Oktober 2023 der Post übergebener Eingabe 
Beschwerde erheben und was folgt beantragen:

1. Die Berechnung des Invaliditätsgrades sei auf der Basis des Lohnes 
als … vorzunehmen.

2. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei mittels eines Belast-
barkeitstrainings festzustellen.

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3. Im Anschluss an das Belastbarkeitstraining seien entsprechende beruf-
liche Massnahmen zu gewähren oder die Rente neu zu prüfen.

Am 5. November 2023 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege, welches er mit Eingabe vom 20. November 2023 
zurückzog und welches infolgedessen mit prozessleitender Verfügung vom 
4. Dezember 2023 vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wurde.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Dezember 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 8. Januar 2024 und Duplik vom 6. Februar 2024 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – unter Vor-
behalt der nachstehenden Erwägung – auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 28. September 
2023 (AB 97). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. Soweit zudem 
berufliche Eingliederungsmassnahmen geltend gemacht werden (Be-
schwerde S. 1 Ziff. 1 Lemma 3 und Replik S. 5 Ziff. 3.1), ist darauf nicht 
einzutreten, da in der angefochtenen Verfügung einzig über den Rentenan-
spruch verfügt wurde (BGE 125 V 413 E. 1a S. 414).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG und der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) in Kraft 
getreten (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; AS 2021 705). In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213). Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 28. September 2023 
(AB 97), womit sie nach dem Inkrafttreten der WEIV vom 19. Juni 2020 
erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Ent-
stehung des Rentenanspruchs mit Blick auf die im April 2021 (Postaufga-
be) erfolgte Anmeldung (AB 1) vor dem 1. Januar 2022 (vgl. Art. 29 Abs. 1 
IVG sowie E. 4.1 nachfolgend), weshalb die diesbezüglichen Bestimmun-
gen des IVG, des ATSG und der IVV in der bis 31. Dezember 2021 gültigen 
Fassung massgebend sind (fortan aArt; vgl. Rz. 9101 des Kreisschreibens 
des Bundesamts für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente 

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in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungswei-
sungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten Person auszu-
gehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295). Die Sachverständigen sollen 
die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen 
können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer 
Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken ver-
mag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 

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(BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtli-
che psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die rentenabweisende Verfügung vom 28. September 2023 (AB 97) 
basierte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem Gutachten des 
Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
27. Mai 2023 (AB 77.1) samt Ergänzung vom 12. September 2023 (AB 96); 
letztere veranlasste die Beschwerdegegnerin, nachdem der Beschwerde-
führer im Vorbescheidverfahren einen Bericht seiner behandelnden Thera-
peuten vom 17. August 2022 (recte: 2023; AB 93/3 f.) eingereicht hatte 
(vgl. AB 95).

3.1.1 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte im Gutachten vom 
27. Mai 2023 eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), eine 
gemischte dissoziative Störung (ICD-10 F44.7), eine hypochondrische 
Störung (ICD-10 F45.2) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 
Z73.1; AB 77.1/31 Ziff. 6.3). Zum bisherigen (persönlichen, beruflichen und 
gesundheitlichen) Verlauf hielt er fest, der Beschwerdeführer sei nach der 
Schule (bis 2005) zunächst erwerbslos gewesen und habe manchmal in 
der … seines Vaters mitgearbeitet. Von 2007 bis 2010 habe er die Ausbil-
dung zum … absolviert; in dieser Funktion sei er ab 2011 von der 
C.________ AG im Stundenlohn angestellt worden, zunächst zu 100 % und 
im weiteren Verlauf je nach Weiterbildung zwischen 10 bis 70 %. Zwischen 
2014 und 2018 habe er das …- und das … sowie die Ausbildung zum … 
(mit Diplom) erfolgreich abgeschlossen. Ein anschliessendes Studium an 
der Fachhochschule habe er 2019 nach einem Semester abgebrochen. Im 
Oktober 2019 sei er krank und arbeitsunfähig geworden (vgl. AB 17/20). 
Von Anfang an habe eine Angststörung mit Somatisierung und Krampfan-
fällen im Vordergrund gestanden, dies unter Hinweis auf entsprechende 
"Stressoren" (Beginn einer neuen Ausbildung, geplanter Umzug in eine 
gemeinsame Wohnung mit der Freundin, häufiges Reisen während zwei 
Monaten, Konflikte mit der Schwester und deren Partner; vgl. AB 17/26, 

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25/3, 27/1 und /3); relevante somatische Befunde seien nach vielfachen 
entsprechenden Untersuchungen verneint worden (vgl. AB 17/15 f. und /22 
f., 28/5, 61/25 f.). Die weit überwiegend subjektiven Beschwerden seien 
schliesslich als hypochondrische Störung (mit Herzneurose und Body-
Checking bzw. somatoformer autonomer Funktionsstörung bzgl. mehrerer 
Organe/Systeme [mit Herz-Kreislaufsystem und oberem Verdauungssys-
tem]), funktionelle nicht-epileptische Anfälle (dissoziative Krampfanfälle) 
sowie Agoraphobie mit Panikstörung eingeordnet worden (vgl. AB 12/1). 
Zunächst sei der Beschwerdeführer jeweils vollstationär vom 6. Februar bis 
27. März 2020 in den G.________ (AB 27), vom 27. März bis 19. Mai 2020 
in der H.________ (vgl. AB 25/3 ff.) und vom 19. Mai bis 10. September 
2020 im I.________ (vgl. AB 17/26 ff.) behandelt worden. Nach anfängli-
cher Zunahme der Symptome (inkl. Suizidgedanken und Nutzung von Roll-
stuhl bzw. Gehhilfen; vgl. AB 17/27, 25/5 f.) sei es im September 2020 zu 
einer deutlichen Verbesserung des Gesundheitszustands gekommen (vgl. 
AB 17/28; vgl. auch AB 28/5). Ab 27. Januar 2021 habe der Beschwerde-
führer eine ambulante Therapie (bis Ende 2022) bei Dr. med. J.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Praktischer Arzt, in An-
spruch genommen (vgl. AB 31). Eine weitere stationäre Behandlung sei 
vom 18. Februar bis 22. April 2021 in der K.________ erfolgt (vgl. AB 12). 
Trotz zumindest teilweiser Verbesserung der Symptome während dieser 
Hospitalisation (vgl. AB 12/4 und /6) sei anschliessend die Selbsteinschät-
zung des Beschwerdeführers (starke Stimmungsschwankungen in Abhän-
gigkeit körperlicher Symptome mit einer starken und schnellen Zunahme 
von gesundheitsbezogenen Ängsten bzw. schwankendes subjektive Befin-
den v.a. mit Schwindel, Angst/Panik, Wegstrecken in Begleitung, 
Sehstörungen, Erschöpfung, Schlaf- und Konzentrationsstörung) vollstän-
dig im Vordergrund gestanden (vgl. AB 31) und von Dr. med. J.________ 
bis zuletzt im August 2022 grundsätzlich bestätigt worden (vgl. AB 63/2 ff.). 
In zumindest teilweisem Widerspruch dazu sei allerdings am 15. Januar 
2021 (vgl. AB 17/13 f.) und am 29. Oktober 2021 (vgl. AB 49) von der 
L.________ sowie vom behandelnden Psychiater selber im März (vgl. 
AB 57/2) und August 2022 (vgl. AB 63/2) eine Verbesserung des Gesund-
heitszustands dokumentiert worden, wozu in den Akten nicht Stellung ge-
nommen worden sei. Eine Psychopharmakotherapie nutze der Beschwer-
deführer nicht (AB 77.1/24 ff. Ziff. 6.1 und 77.1/38 f. Ziff. 7.1).

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Eine hypochondrische Störung stelle weiterhin grundsätzlich eine Indikation 
für eine regelmässige strukturierte fachärztlich psychiatrisch-psychothera-
peutische Behandlung dar. Eine Motivation für eine solche Behandlung 
bestätige der Beschwerdeführer. Die Prognose einer Agoraphobie (mit/ 
ohne Panikstörung) sei bei einer adäquaten Therapie günstig. Eine kogni-
tiv-verhaltenstherapeutische Behandlung sei nicht nur zumutbar, sondern 
dringend indiziert. Eine Optimierung der medikamentösen Therapie sei 
ebenfalls anzustreben. Auch zur Therapie funktioneller neurologischer 
Störungen lägen gute Hinweise auf die Wirksamkeit von Psychotherapie, 
Physiotherapie und multimodalen teil-/vollstationären Therapien vor. Die 
Annahme, dass der Beschwerdeführer krankheitsbedingt im ersten Ar-
beitsmarkt in seinem angestammten Beruf anhaltend keine oder nur eine 
deutlich verminderte verwertbare Leistung erbringen könne, könne versi-
cherungspsychiatrisch nicht bestätigt werden. Seine Beschwerden seien 
objektiv nicht derart ausgeprägt, dass sich unabwendbar zwischenmensch-
liche Konflikte ergeben müssten, die allfällig eine längerfristige, tragbare 
berufliche Kooperation verunmöglichen würden. Rücksicht zu nehmen sei 
hingegen darauf, dass die Defizite des Beschwerdeführers vorwiegend bei 
Überforderung und Überlastung bzw. bei von ihm als unangepasst emp-
fundenen Tätigkeiten zum Tragen kämen. Beim Verlauf der Störung des 
Beschwerdeführers seien schliesslich neben einem Rentenbegehren auch 
weitere nicht krankheitsbedingte (soziale) Faktoren (z.B. Abstinenz vom 
und konjunkturelle Lage am Arbeitsmarkt, persönliche Berufswünsche, fi-
nanzielle Sorgen, Konflikte mit dem Sozialdienst) zu nennen (AB 77.1/39 ff. 
Ziff. 7.1).

Der Gutachter erachtete den Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit zu 70 % (ohne zusätzliche Leistungseinschränkung) arbeitsfähig. 
Aus therapeutischen Gründen könne die in den Akten zwischen 6. Februar 
bis 10. September 2020 und nochmals vom 18. Februar bis 22. April 2021 
attestierte volle Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden. Die weiteren Postulate 
einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit seien bruchstückhaft und bezüglich ihrer 
(therapeutischen) Begründung nicht nachvollziehbar (AB 77.1/46 f. 
Ziff. 8.1). Eine angepasste Tätigkeit (mit z.B. Job-Coaching und verbindli-
chem, aber beweglichem Rahmen, Motivation und Kontrolle in einer wohl-
wollenden, familiären Arbeitsatmosphäre, autonomer Gestaltung der Tätig-

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keiten und flexibler Arbeitszeit) sei zu 100 % (ohne Leistungseinschrän-
kung) möglich (dies mit Ausnahme der vollen Arbeitsunfähigkeiten vom 
6. Februar bis 10. September 2020 und vom 18. Februar bis 22. April 2021; 
AB 77.1/47 f. Ziff. 8.2).

3.1.2 Die psychiatrisch behandelnden Therapeuten (Dr. med. J.________ 
sowie Psychotherapeutin M.________) wiesen im Schreiben vom 17. Au-
gust 2022 (recte: 2023; AB 93/3 f.) auf Unstimmigkeiten bei der Zusam-
menfassung der psychiatrischen Behandlungsberichte im Gutachten hin. 
So habe der Beschwerdeführer Konfrontationen im Alltag nicht gescheut 
und mehrfach seien psychopathologische Befunde aufgeführt worden, wo-
gegen im Gutachten vermerkt worden sei, dass objektive psychopathologi-
sche Befunde verneint worden seien. Die Psychopharmakotherapie (Mirta-
zapin) habe aufgrund erhöhter Leberwerte (und nicht auf Wunsch des Be-
schwerdeführers) sistiert werden müssen. Die Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit sei aufgrund der Sehstörungen und dem Schwindel 
weiterhin nicht gegeben; hingegen sei mittlerweile von einer Arbeitsfähig-
keit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen (mit Start im geschützten 
Rahmen in einem Pensum von 10 % und langsamer Steigerung auf ca. 
70 % Präsenzzeit mit ca. 40 % Leistungsfähigkeit innerhalb dieses Pen-
sums).

3.1.3 Hierzu nahm der Gutachter in der Gutachtensergänzung vom 
12. September 2023 dahingehend Stellung, dass keine neuen Informatio-
nen benannt würden, die nicht schon bekannt gewesen seien. Das regel-
mässige Alltagstraining (Zugfahren) sei im Gutachten als eine Ressource 
des Beschwerdeführers (Therapiemotivation) aufgeführt. Die von den Be-
handlern erwähnten Beschwerden (Angst, Panik, vegetative Symptome 
und frustrierte Stimmung) seien als innerseelische Phänomene keine ob-
jektiven Befunde. Sodann sei im Gutachten festgestellt worden, dass eine 
Psychopharmakotherapie verneint werde, was nun von den Behandlern 
bestätigt werde. Schliesslich stelle die Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit 
weitgehend auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers ab, wobei 
dessen weit überwiegende Subjektivität der Qualität und Quantität der 
Symptome, die sich in der Übertreibung körperlicher bzw. kognitiver Pro-
bleme zeige, nicht kritisch abgegrenzt werde. Dies gelte auch für nicht 

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krankheitsbedingte (soziale) Faktoren. Dem könne aus versicherungs-
psychiatrischer Sicht nicht gefolgt werden (AB 96).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten Per-
son befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des 
Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten ei-
nes Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 

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letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Ge-
richtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.2.3 Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die 
Glaubwürdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu 
erschüttern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweis-
würdigung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die fach-
liche Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser 
Acht zu lassen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Juli 2011, 
8C_278/2011, E. 5.3). In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll 
jedoch das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht 
nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den 
behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch 
tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfor-
dernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren 
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.2.4 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2021 IV 
Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

3.3 Das psychiatrische Gutachten vom 27. Mai 2023 (AB 77.1) mitsamt 
der Ergänzung vom 12. September 2023 (AB 96) erfüllt die Voraussetzun-
gen der Rechtsprechung an Expertisen und erbringet vollen Beweis (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 13

E. 3.2.2 hiervor). Der Gutachter setzte sich eingehend mit den Vorakten 
und den geklagten Beschwerden auseinander. Entgegen den Vorbringen 
des Beschwerdeführers (Replik S. 2 ff. Ziff. 2) sind die in Kenntnis der 
vollständigen Vorakten und basierend auf dem klinischen Explorationsge-
spräch sowie den psychometrischen und labortechnischen Zusatzuntersu-
chungen (AB 77.1/21 ff. Ziff. 4.4 f., 77.2) gezogenen Schlussfolgerungen 
nachvollziehbar. Die medizinischen Zusammenhänge als auch die medizi-
nische Gesamtsituation wurden einleuchtend beurteilt und begründet. Die 
Kritik der behandelnden Therapeuten (AB 93/3 f.) wurde durch den Sach-
verständigen überzeugend entkräftet (AB 96; vgl. auch E. 3.2.4 hiervor). 
Der Gutachter hielt nachvollziehbar und überzeugend fest, dass eine ange-
passte Tätigkeit vollumfänglich und ohne Leistungseinschränkung möglich 
ist (dies mit Ausnahme der vollen Arbeitsunfähigkeiten vom 6. Februar bis 
10. September 2020 und vom 18. Februar bis 22. April 2021; AB 77.1/47 f. 
Ziff. 8.2). Da in psychiatrischer Hinsicht in einer leidensadaptierten Tätigkeit 
keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt, bedarf es keiner Indikatorenprüfung nach 
dem strukturierten Beweisverfahren (vgl. E. 2.3 hiervor). Diese erübrigt sich 
auch deshalb, da mit einer Indikatorenprüfung eine im Rahmen einer psy-
chischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert wird. Eine grösse-
re Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte kann auch aus einer 
Indikatorenprüfung nicht resultieren (Entscheid des BGer vom 10. August 
2021, 8C_153/2021, E. 5.4.2).

3.4 Nach dem Dargelegten gestatten die verfügbaren Unterlagen eine 
zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs. Die Beschwerde-
gegnerin hat den medizinischen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. 
Weiterer Abklärung (insbesondere eines Belastbarkeitstrainings [vgl. Be-
schwerde S. 1 zweiter Antrag und S. 2 Mitte]) bedarf es nicht (BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer 
aus versicherungsmedizinischer Sicht (mit Ausnahme der vollen Arbeitsun-
fähigkeiten vom 6. Februar bis 10. September 2020 und vom 18. Februar 
bis 22. April 2021) eine angepasste Tätigkeit (mit z.B. Job-Coaching und 
verbindlichem, aber beweglichem Rahmen, Motivation und Kontrolle in ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 14

ner wohlwollenden, familiären Arbeitsatmosphäre, autonomer Gestaltung 
der Tätigkeiten und flexibler Arbeitszeit) vollumfänglich und ohne Leis-
tungseinschränkung möglich ist. Gestützt darauf ist nachfolgend der Ren-
tenanspruch zu prüfen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung der IV-Anmeldung vom 1. April 
2021 (Postaufgabe; AB 1/11) liegt der frühestmögliche Rentenbeginn im 
Oktober 2021 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG). Damals war das Wartejahr (vgl. 
Art. 28 Abs. 1 IVG) erfüllt (64 Tage [18. Februar bis 22. April 2021] mit ei-
ner Arbeitsunfähigkeit von 100 % und 301 Tage mit einer Arbeitsunfähigkeit 
von 30 % [AB 77.1/46 f. Ziff. 8.1], woraus eine durchschnittliche Arbeitsun-
fähigkeit von [gerundet] 42 % resultiert; zur Berechnung vgl. Rz. 2216 f. 
und Anhang II KSIR). Dementsprechend ist der Einkommensvergleich per 
Oktober 2021 vorzunehmen.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 15

(BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf 
sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberück-
sichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten 
persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 
E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 S. 71 E. 4.2).

Für die Berücksichtigung einer beruflichen Weiterentwicklung müssen pra-
xisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte 
Person einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom-
men tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. So-
dann genügen blosse Absichtserklärungen der versicherten Person nicht. 
Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, durch konkrete 
Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prü-
fungen usw. kundgetan worden sein. Diese Grundsätze gelten auch für 
junge Versicherte. Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen Entwick-
lung können unter Umständen aus einer besonderen beruflichen Qualifizie-
rung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung 
gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des Gesundheitsschadens ge-
kommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme unter 
anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit weitergeführt 
werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in 
einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die 
versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch 
im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (BGE 145 V 141 E. 5.2.1 
S. 144; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 92 E. 2.2, 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 4.2).

4.2.2 Da der Beschwerdeführer in seiner gesamten bisherigen Berufs-
laufbahn ausschliesslich im Stundenlohn angestellt gewesen war (und da-
neben diverse Weiterbildungen absolviert hatte; vgl. AB 77.1/24), hat die 
Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Valideneinkommens die Tabel-
lenlöhne beigezogen, was an sich nicht zu beanstanden ist. Dabei stellte 
sie auf die LSE-Tabelle TA1, NOGA-Wirtschaftszweige Ziff. 10-33 (…), 
Kompetenzniveau 2 (…), Männer, ab (Fr. 6'041.--; vgl. AB 97/1 unten). 
Nach Ansicht des Beschwerdeführers wäre indessen der als … realisierba-
re Lohn heranzuziehen (Beschwerde S. 1 Ziff. 2; Replik S. 2 Ziff. 2; vgl. 
AB 1/5 Ziff. 5.3, 8/1, 77.1/12 Ziff. 3.2 Fn. 2, 94/2). Wie es sich damit verhält 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 16

kann mangels Auswirkung auf den Rentenanspruch offengelassen werden. 
Soweit diese hypothetische berufliche Weiterentwicklung vorliegend 
berücksichtigt würde, mithin von einer abgeschlossenen Weiterbildung als 
… auszugehen wäre, ergäbe sich gestützt auf die Tabelle TA1, NOGA-
Wirtschaftszweige Ziff. 45-47 (…), Kompetenzniveau 3 (…), Männer, ein 
Wert von Fr. 7'479.-- (per 2020). In Bezug auf das vorliegend massgeben-
de Jahr 2021 (vgl. E. 4.1 hiervor) ist ein negatives Lohnwachstum (Basis 
2020: 100 Punkte, Index 2021: 99.9 Punkte; BFS, Nominallohnindex Män-
ner, 2021-2022, T1.1.20, Ziff. 45-47) zu verzeichnen, welches (anders als 
beim Invalideneinkommen; vgl. E. 4.3.2 nachfolgend) nicht zu berücksichti-
gen ist, da in bestehenden Arbeitsverhältnissen kaum eine Rückstufung im 
Lohn hinzunehmen ist. Arbeitszeitbereinigt (41.9 Stunden; BFS, betriebsüb-
liche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 45-47) ergibt 
sich ein Wert von Fr. 94'011.05 (Fr. 7'479.-- x 12 / 40 x 41.9). Exakter wäre 
ein Abstellen auf die Tabelle T17 (per 2020), da der Weiterbildungsberuf in 
verschiedenen Branchen verwertet werden kann (vgl. dazu <www.berufs-
beratung.ch>, Rubrik: Berufe/Berufe suchen). Massgebend wäre diesfalls 
die ISCO-19-Berufsgruppe Ziff. 31 (vgl. …) und nicht Ziff. 33 (Replik S. 2 
Ziff. 1.2), Lebensalter 30-49 Jahre, Männer (Fr. 7'306.--). Gestützt darauf 
resultiert ein (arbeitszeitbereinigter) Wert von Fr. 91'398.05 (Fr. 7'306.-- x 
12 / 40 x 41.7). Bestenfalls beläuft sich somit das Valideneinkommen des 
Beschwerdeführers auf Fr. 94'011.05.

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 17

wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 
Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 
129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabel-
lenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und be-
ruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 
174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 
2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der 
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 
S. 20).

4.3.2 Die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Werte der LSE 
2020 (Männer, Total, Kompetenzniveau 1) werden zu Recht nicht bestritten 
und angepasst an die (negative) Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2021 
(statt 2022; vgl. E. 4.1 hiervor) sowie arbeitszeitbereinigt ergibt sich ein 
Wert von Fr. 65'354.40 (Fr. 5'261.-- x 12 / 100 x 99.3 [BFS, Nominallohnin-
dex Männer, 2021-2022, T1.1.20, Total] / 40 x 41.7 [BFS, betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total]). Ein (altrechtlicher) 
leidensbedingter Abzug (vgl. E. 4.3.1 hiervor) ist unter keinem Titel gerecht-
fertigt und wird folgerichtig auch vom Beschwerdeführer nicht geltend ge-
macht. Die sich aus dem gutachterlich formulierten Zumutbarkeitsprofil 
(AB 77.1/47 Ziff. 8.2) ergebenden rein qualitativen Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, welcher auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 18

sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst (vgl. BGE 148 V 174 E. 9.1 S. 
188, 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2), ohne 
Lohneinbusse verwertbar. Der (neurechtliche) Pauschalabzug von 10 % 
gemäss dem am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Art. 26bis Abs. 3 IVV 
bezieht sich auf laufende und neue Renten, wogegen – wie vorliegend – im 
Falle einer verweigerten Rente eine Neuanmeldung erforderlich wäre 
(Abs. 2 der Übergangsbestimmung zur Änderung vom 18. Oktober 2023; 
vgl. auch IV-Rundschreiben Nr. 432). Soweit indessen der Streitgegen-
stand in zeitlicher Hinsicht über das Datum der angefochtenen Verfügung 
ausgedehnt (vgl. dazu BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140) und der Pauschalab-
zug gemäss Art. 26bis IVV berücksichtigt würde, änderte sich im Ergebnis 
nichts (vgl. auch Beschwerdeantwort S. 3 lit. C.b Ziff. 9). Selbst ausgehend 
von einem so berechneten Invalideneinkommen von Fr. 58'818.95 
(Fr. 65'354.40 x 0.9) resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad, 
wie sogleich aufzuzeigen ist.

4.4 Im für den Beschwerdeführer günstigsten Fall resultiert bei einem 
Valideneinkommen von Fr. 94'011.05 (vgl. E. 4.2.2 hiervor) und einem In-
valideneinkommen von Fr. 58'818.95 (vgl. E. 4.3.2 hiervor) ein Invaliditäts-
grad von höchstens 37 % ([Fr. 94'011.05 ./. Fr. 58'818.95] / Fr. 94'011.05 
x 100; zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Damit bestün-
de selbst unter Berücksichtigung einer hypothetischen beruflichen Weite-
rentwicklung sowie des intertemporalrechtlich nicht anwendbaren Pauscha-
labzuges kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.5 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 28. Sep-
tember 2023 (AB 97) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. März 2024, IV/23/761, Seite 19

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.