# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4af8c42f-eb72-5150-a409-f3da5d9d72ac
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-07
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 07.06.2024 OG.2024.00009 (OGS.2025.177)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2024-00009_2024-06-07.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtspräsidentin Dr. iur. Petra Hauser,
  Oberrichterin Monika Trümpi, Oberrichterin Brigitte Müller, Oberrichter MLaw
  Mario Marti und Oberrich­terin Ruth Hefti sowie Gerichtsschreiber lic. iur. Erich Hug. 

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 7. Juni 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2024.00009

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______                                                                                    Beschuldigter
  und

  
	
                                                                                                     Berufungskläger

  
	
  amtlich
  verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  1. Staatsanwaltschaft
  des Kantons Glarus                          Anklägerin und

  
	
                                                                                                     Berufungsbeklagte

  
	
  vertreten
  durch den Staatsanwalt 

  
	
   

  
	
   

  
	
  2. B.______                                                                                Privatkläger
  und

  
	
                                                                                                     Berufungsbeklagter

  
	
  vertreten
  durch Rechtsanwalt MLaw Jacques Marti

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Gegenstand

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Versuchte
  schwere Körperverletzung etc.

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Das Obergericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  I.

  
	
  Prozessgeschichte
  und Berufungsanträge

  
	
   

  
	
   

  
	
  1.

  
	
  Die Glarner Staatsanwaltschaft erhob mit Eingabe vom 22. August 2022
  Anklage gegen A.______ (act. 1). Dem Beschuldigten wurden dabei folgende
  Straftaten angelastet:

  
	
   

  
	
  1.1 Als erstes eine versuchte schwere
  Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
  eventualiter einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB,
  begangen wie folgt: Am Montag, 1. April 2019, kurz vor 17.30 Uhr, führte der
  Beschuldigte auf dem Bahnsteig in Schwanden/GL zwei Faustschläge gegen den
  Kopf von B.______ aus, wobei dieser den beiden Schlägen auszuweichen
  vermochte. In der Folge versetzte der Beschuldigte B.______ einen Fuss- oder
  Knieschlag in den Unterleib, sodass dieser zu Boden fiel, wobei er den Sturz
  mit der Hand abzufedern versuchte, sich dabei aber den Unterarm brach.
  Anschliessend traktierte der Beschuldigte den am Boden liegenden B.______ mit
  Fusstritten; B.______ zog sich dabei mehrere Fraktu­ren im Beckenbereich zu.
  Aus Sicht der Staatsan­waltschaft nahm der Beschuldigte mit seinen beiden
  Faustschlägen zunächst in Richtung Kopf von B.______ in Kauf, dass dieser
  stürzen und mit dem Kopf auf den asphaltierten Bahnsteig aufprallen und sich
  dabei schwer verletzen könnte; ebenso nahm der Beschuldigte mit seinen
  Fusstritten an den am Boden liegenden B.______ in Kauf, dass dieser eine
  schwere Verletzung (lebens­gefährliche innere Blutung) erleiden könnte. Die
  Staatsanwaltschaft wirft daher dem Beschuldigten im Hauptstandpunkt eine
  versuchte schwere Körperverletzung vor; auf jeden Fall aber
  (Eventualstandpunkt) liegt aus Sicht der Staatsanwaltschaft eine einfache
  Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB vor.

  
	
   

  
	
  1.2 Sodann Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 StGB)
  und Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), begangen am Montag, 11. Februar 2019,
  als der Beschuldigte entgegen einem bestehenden Hausverbot den Migros in
  Glarus betrat und dort Elektronik­artikel im Wert von rund CHF 800.-
  entwendete.

  
	
   

  
	
  1.3 Im Weiteren Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1
  StGB) und Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB), begangen in der Nacht auf Freitag,
  12. Juli 2019, als der Beschuldigte zusammen mit einer Drittperson in einem
  Parkareal in Zürich eine Aktentasche ent­wendete, danach deren Inhalt
  teilweise behändigte und die Aktentasche an anderer Stelle zurückliess; als
  der Beschuldigte kurze Zeit später wieder in die Parkanlage zurückkehrte,
  wurde er von C.______, dem Besitzer der Aktentasche, auf den Diebstahl
  angesprochen, worauf der Beschuldigte jenem drohte, ihn nieder­zustechen,
  wodurch dieser in Angst und Schrecken versetzt wurde und sich von der
  Örtlichkeit entfernte.

  
	
   

  
	
  1.4 Ferner mehrfacher Hausfriedensbruch
  (Art. 186 StGB), begangen an insgesamt vier Daten von Juli 2019 bis Juni
  2021, als der Beschuldigte jeweils trotz Hausverbot die Coop-Geschäfte in
  Glarus, Netstal und Lachen sowie den Migros in Glarus betrat.

  
	
   

  
	
  1.5 Überdies eine Drohung (Art. 180 Abs. 1
  StGB), begangen am Dienstag, 9. Juli 2019, kurz vor 16 Uhr, im Zug von Glarus
  nach Linthal, als der Beschuldigte sich ohne Billett in die 1. Klasse setzte,
  dort rauchte und laut Musik hörte, worauf er von einem anderen Zugreisenden
  [D.______] auf das Fehlverhalten ange­sprochen wurde. Kurzum spuckte er dem
  anderen Zugreisenden ins Gesicht, versetzte ihm eine Ohrfeige und drohte
  damit, ihm in Linthal die Halsschlagader aufzuschneiden (Anmerkung: Die
  soeben geschilderten Tätlich­keiten waren bei Anklageerhebung bereits
  verjährt und sind daher nicht Gegenstand der Anklage).

  
	
   

  
	
  1.6 Ausserdem eine einfache Körperverletzung
  (Art. 123 Ziff. 1 StGB), begangen in der Nacht auf Samstag, 6. Juni 2020, als
  der Beschuldigte in einer Wohnung in Schwanden dem inzwischen verstorbenen
  E.______ mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht die beiden oberen
  Schneidezähne herausschlug und ihm zudem Schürf­wunden und Hämatome zufügte.

  
	
   

  
	
  1.7 Schliesslich eine weitere Drohung (Art.
  180 Abs. 1 StGB) sowie Tätlichkeiten (Art. 126 Abs. 1 StGB), begangen am
  Donnerstag, 16. September 2021, als der Beschuldigte abends kurz nach 21 Uhr
  im Zug von Linthal nach Glarus einem anderen Passagier [F.______] mit der
  Hand zunächst auf den Kopf und dann ins Gesicht schlug und ihm anschliessend
  drohte, dass «er irgendwann in der Nacht dran sei».

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Am 16. Januar 2024 fällte das Kantonsgericht in erster Instanz das
  nachstehende Urteil (act. 82):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______ ist schuldig

    
	
     

    	
    der versuchten schweren Körperverletzung gemäss von
    Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB;

    
	
     

    	
    des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB;

    
	
     

    	
    des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB;

    
	
     

    	
    der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB;

    
	
     

    	
    der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1
    StGB;

    
	
     

    	
    der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    A.______ wird zu folgenden Strafen verurteilt:

    
	
     

    	
    Freiheitsstrafe von 28 Monaten;

    
	
     

    	
    Busse von CHF 250.—, bei schuldhaftem Nichtbezahlen
    umzuwandeln in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    A.______ wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 Bst. b StGB
    für 6 Jahre des Landes verwiesen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die bei A.______ beschlagnahmten Drogen (4.5 Gramm
    Cannabis; act. 2/5.1.01, SN 039/19, Pos. 1) werden eingezogen und
    vernichtet. 

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die bei A.______ beschlagnahmte Musikbox «Ultimate
    Ears» (act. 2/5.1.02, SN 040/19, Pos. 1) wird der Migros
    Genossenschaft Zürich auf erstes Verlangen herausgegeben.

    
	
     

    	
    Der Migros Genossenschaft Zürich wird eine Frist von 30
    Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids angesetzt, um die
    herauszugebenden Gegenstände selbst oder durch eine bevollmächtigte Person
    unter Vorlage eines amtlichen Ausweises nach telefonischer Voranmeldung bei
    der zuständigen Lagerbehörde abzuholen.

    
	
     

    	
    Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert
    Frist abgeholt, werden sie von der zuständigen Lagerbehörde vernichtet.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Es wird davon Vormerk
    genommen, dass der Beschuldigte die Zivilforderung der Migros
    Genossenschaft Zürich AG in Höhe von CHF 814.— anerkannt hat. 

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    B.______ wird mit seiner Zivilforderung auf den
    Zivilweg verwiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
    CHF 4'000.—. 

    
	
     

    	
    Die weiteren Verfahrenskosten betragen:

    
	
     

    	
    […]

    
	
     

    	
    CHF 37'420.40 Total

    
	
     

    	
     

    
	
    9.

    	
    Die Kosten werden A.______ vollumfänglich auferlegt und
    von ihm bezogen. Die Kosten der amtlichen Vereidigung [im vorstehenden
    Gesamtbetrag enthalten] werden erst dann von A.______ bezogen, wenn es
    seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. Die wirtschaftlichen
    Verhältnisse von A.______ werden spätestens im Dezember 2028 überprüft.

    
	
     

    	
     

    
	
    10.

    	
    A.______ wird verpflichtet, B.______ eine
    Parteientschädigung von CHF 3'327.70 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu
    bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    11.

    	
    [Entschädigung der amtlichen Verteidigerin für das
    erstinstanzliche Verfahren].

    

  

  
	
  3.

  
	
  Gegen dieses Urteil
  des Kantonsgerichts liess der Beschuldigte am 20. Februar 2024 durch seinen
  neuen amtlichen Verteidiger beim Obergericht innert Frist Berufung erheben
  (act. 88). Staatsanwaltschaft und Privatkläger haben keine Anschlussberufung
  erhoben (siehe dazu und insbesondere auch zur Parteirolle der geschädigten
  Personen und Unternehmen im Berufungsverfahren: act. 90-96).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Am 24. Mai 2024
  fand vor dem Obergericht die mündliche Berufungs­verhand­lung statt
  (act. 112). Dabei gaben der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft in Hin­sicht
  auf das angefochtene Strafurteil des Kantonsgerichts die folgenden Anträge zu
  Protokoll:

  
	
   

  
	
  Anträge des
  Beschuldigten (act. 112 S. 3 und S. 21):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziffer 1 Alinea 1 des angefochtenen Strafurteils
    sei der Beschuldigte nicht wegen versuchter schwerer Körperverletzung,
    sondern wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB
    zum Nachteil von B.______ schuldig zu sprechen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    In
    Abänderung von Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei der
    Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten (unter Anrech­nung
    von zwei Tagen Untersuchungshaft) und einer Busse von CHF 200.- zu
    bestrafen.

    
	
     

    	
    Es
    sei eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB anzuordnen und der
    Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten der Massnahme aufzuschieben.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es
    sei Dispositiv-Ziffer 3 aufzuheben und von einer Landesverweisung abzu­sehen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Alles
    unter der gesetzlichen Kostenfolge.

    

  

  
	
  Anträge der
  Staatsanwaltschaft (act. 112 S. 3):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Berufung des Beschuldigten sei abzuweisen und das angefochtene Urteil,
    soweit überhaupt angefochten, zu bestätigen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Alles
    unter Kostenfolge zulasten des Beschuldigten.

    

  

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Am 7.
  Juni 2024 fällte das Obergericht seinen Ent­scheid. Dieser wird schriftlich
  eröffnet, nachdem die Parteien auf eine mündliche Urteilsbekannt­gabe
  verzichtet haben (Art. 84 Abs. 3 StPO; act. 112 S. 33).

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  Formelle
  Erwägungen

  
	
   

  
	
  1. 

  
	
  Das angefochtene Strafurteil des
  Kantonsge­richts (act. 82) ist der Anfechtung durch den Beschuldigten zu­gänglich
  (Art. 398 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 382 Abs. 1 StPO).
  Mit Berufung kann geltend gemacht werden, die Vor­instanz habe das Recht
  verletzt (einschliesslich Unangemessenheit) und/oder habe den Sachverhalt
  unvollständig oder unrichtig festgestellt (Art. 398 Abs. 3 StPO).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die Berufungs­instanz überprüft
  das vorinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1
  StPO). Im vorliegenden Berufungsverfahren ist das Kantonsgerichtsurteil vom
  16. Januar 2024 (act. 82) nicht insgesamt, sondern nur in Teilen angefochten,
  wobei die folgenden Punkte des erstinstanzlichen Entscheids unangefochten
  blieben: Dispositiv-Ziffer 1 Alinea 2 bis Alinea 6 sowie Dispositiv-Ziffer 4
  bis Ziffer 11. Die im Berufungsverfahren nicht beanstandeten Dispositiv-Ziffern
  sind demnach mit Ausfällung des erstinstanzlichen Strafurteils am 16. Januar
  2024 in Rechtskraft erwachsen (Art. 404 Abs. 1 i.V.m. Art. 437 Abs. 1 lit. a
  und Abs. 2 StPO).

  
	
   

  
	
  Weil das Obergericht ein neues
  Urteil fällt, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO),
  werden im nachstehenden Urteilsdispositiv auch die unangefochten gebliebenen
  Dispositiv-Ziffern des kantonsgerichtlichen Urteils aufgeführt.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Materielle
  Erwägungen

  
	
   

  
	
  1.         Anklage der
  versuchten schweren Körperverletzung

  
	
   

  
	
  1.1 Von den
  erstinstanzlich ergangenen Schuldsprüchen ist im Beru­fungsverfahren einzig
  noch die Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperver­letzung im Sinne
  von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum
  Nachteil des Privatklägers B.______ umstritten (siehe zum betreffenden
  Anklagepunkt oben E. I. 1.1). Wie bereits in der Untersuchung und vor
  Vorinstanz bestritt der Beschuldigte auch vor Obergericht, am 1. April
  2019 den Privatkläger auf dem Perron beim Bahnhof Schwanden geschlagen zu
  haben, weder mit den Fäusten noch mit Fusstritten; er habe den Privatkläger
  lediglich zurückgeschubst, worauf dieser zwar zu Fall gekommen sei und sich
  verletzt habe, was in dieser Weise aber für ihn (den Beschuldigten) überhaupt
  nicht vorhersehbar gewesen sei, weshalb er – bezogen auf den Vorwurf einer
  schweren Körperverletzung – weder direkt- noch eventualvor­sätzlich gehandelt
  habe (act. 112 S. 9 oben, S. 22 ff. Ziffn. 3-12).

  
	
   

  
	
  1.2 Die Berufung ist in
  diesem Punkt unbegründet:

  
	
   

  
	
  1.2.1 Der Privatkläger gab
  bei der Erstbefragung durch die Polizei zu Protokoll, er sei am 1. April
  2019, kurz vor 17.30 Uhr, zusammen mit seinem Kollegen G.______ in Schwanden
  aus dem Zug ausgestiegen. Als er zur Unterführung hingelaufen sei, habe er
  auf dem Perron den Beschuldigten bemerkt und gesehen, wie dieser soeben
  seinen Rucksack auf einen dort stehenden Kiesbehälter (Präzisierung gegenüber
  der Erstaussage; siehe hierzu U-act. 10.1.02, Rz. 52 f.) abgelegt habe,
  worüber er (Privatkläger) sich zunächst keine Gedanken gemacht habe. Der
  Beschuldigte habe ihn mit «Oh de B.______» angesprochen, worauf er
  (Privatkläger) ihm Hallo habe sagen wollen, dieser aber sogleich mit der
  Faust ausgeholt und auf ihn eingeschlagen habe, wobei er (Privatkläger) den
  Schlägen teilweise habe ausweichen können. Anschliessend habe der
  Beschuldigte ihn geschupft, wodurch er zu Sturz gekommen sei; um den Fall
  aufzufangen, habe er sich mit der Hand abgestützt und dabei den Unterarm
  gebrochen. Als er am Boden gelegen sei, habe der Beschuldigte ihn mit den
  Füssen zwei-, dreimal getreten (U‑act. 8.3.03, insb. Fragen 1 und 15).

  
	
   

  
	
  Die Auskunftsperson G.______
  führte gegenüber der Polizei aus, er habe sich nach dem Aussteigen aus dem
  Zug vom Privatkläger verabschiedet und sei etwas schneller weggelaufen als
  dieser; als er danach noch einmal umgeblickt habe, habe er gesehen, wie just
  in diesem Augenblick der Beschuldigte auf den Privatkläger eingeschlagen und
  dieser umgefallen sei, worauf der Beschuldigte mit den Füssen auf den am
  Boden liegenden Privatkläger wuchtig eingetreten habe (U-act. 8.3.04, insb.
  Fragen 1 und Fragen 8-13).

  
	
   

  
	
  Es ist unbestritten, dass der
  Privatkläger beim soeben geschilderten Vorfall eine Unterarmfraktur sowie
  Brüche im Beckenbereich erlitt (U-act. 3.1.03, Beilage 3).

  
	
   

  
	
  1.2.2 Das Obergericht geht
  in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (act. 82 S. 14 E. 3.1.5.) von der
  Glaubhaftigkeit der soeben geschilderten Aussagen des Privatklägers und der
  Auskunftsperson aus (zu der vom Beschuldigten erstmals an der
  Berufungsverhandlung bestrittenen Verwertbarkeit der Erstaussagen der Aus­kunftsperson
  [act. 112 S. 24 unten] siehe BGE 148 IV 145). Es ist ausgeschlossen, dass der
  Beschuldigte den Privatkläger auf dem Perron lediglich weggeschubst und
  dieser sich allein beim Umfallen die mehreren Brüche zugezogen hat. Einzig
  der Unterarmbruch des Privatklägers erklärt sich mit dessen Sturz, als er
  versuchte, den Fall zu Boden mit dem Arm aufzufangen. Hingegen sind die
  Frakturen im Beckenbereich fraglos darauf zurückzuführen, dass der
  Beschuldigte heftig mit den Füssen auf ihn eintrat, als er wehrlos auf dem
  Boden lag. Zu einer solchen Tat ist der Beschuldigte körperlich auch ohne
  weiteres in der Lage; er ist rund 185 cm gross und kräftig gebaut (siehe Foto
  im Anhang zu U-act. 10.1.07). Hinzu kommt dessen latent impulsive und
  gewaltgeneigte Wesensart, wie sie wiederholt auch in den anderen, hier nicht
  mehr bestrittenen Anklagepunkten zutage getreten ist (siehe dazu oben E. I.
  1.5-1.7).

  
	
   

  
	
  1.2.3 Der Vorinstanz ist
  darin zuzustimmen, dass der Beschuldigte insbesondere mit den kräftigen
  Fusstritten auf den wehrlos am Boden liegenden Privatkläger in Kauf nahm,
  dass dieser dadurch lebensgefährliche innere Verletzungen erleiden könnte.
  Die Vorinstanz hat daher in rechtlicher Hinsicht das inkriminierte Verhalten
  des Beschuldigten richtigerweise als versuchte schwere Körperverletzung im
  Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB qualifiziert. In
  Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO kann hierzu auf die rundum
  zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden
  (act. 82 S. 21 f. E. 1.2.1.).

  
	
   

  
	
  2.         Strafzumessung

  
	
   

  
	
  2.1 Der Verteidiger des
  Beschuldigten machte an der Berufungsverhandlung gel­tend, sein Mandant habe
  im Zeitpunkt der Auseinandersetzung mit dem Privatkläger am 1. April 2019 ein
  Flasche Wodka intus gehabt, weshalb seine damalige Schuld­fähigkeit (dabei
  vor allem seine Steuerungsfähigkeit) gutachterlich abzuklären sei (act. 112
  S. 13 und S. 19 f. Ziff. 10 f.).

  
	
   

  
	
  Dem Antrag ist nicht zu folgen.
  Zwar ist unbestritten und in den Akten breit dokumentiert, dass beim
  Beschuldigten eine Suchtproblematik besteht (insb. Alkohol und Cannabis, in
  jüngerer Zeit auch Kokain). Indes liegen in Bezug auf die Tat am 1. April
  2019 keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschuldigte damals unter
  bedeutendem Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden haben könnte. Von einem
  angeblich erheblichen Wodka-Konsum vor der Tat liess der Beschuldigte
  erstmals an der Berufungsverhandlung berichten; weder bei der polizeilichen
  noch bei der staatsanwaltschaftlichen Befragung erwähnte er, dass er zum
  Tatzeitpunkt betrunken gewesen sei. Vielmehr brachte er vor, dass er an jenem
  Tag emotional aufgewühlt gewesen sei, weil es am Vorabend zu einem Streit mit
  seiner damaligen Freundin gekommen sei (U-act. 8.3.05, Frage 1; U-act.
  10.1.03, Rz. 75 ff.). Es besteht demnach kein Anlass für Zweifel an der
  Schuldfähigkeit des Beschuldigten, womit im Lichte von Art. 20 StGB auch
  keine Begutachtung erforderlich ist.

  
	
   

  
	
  Hinzu kommt noch Folgendes:
  Aktenkundig und sogar gerichtsnotorisch ist ein latent aggressives Gebaren
  des Beschuldigten unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen über schon
  mehrere Jahre hin­weg gerade auch im öffentlichen Raum. Der Beschuldigte
  weiss daher selbst am besten um die Gefahr, dass er im Rauschzu­stand zu
  Aggressionshandlungen neigt. Wenn er daher unbekümmert um dieses Risiko
  gleichwohl übermässig Alkohol und/oder Drogen konsumiert und in diesem
  Zustand eine Straftat begeht, kann er sich hinterher nicht auf eine
  eingeschränkte Schuldfähigkeit berufen (Art. 19 Abs. 4 StGB).

  
	
   

  
	
  2.2

  
	
  2.2.1 Die Vorinstanz
  sanktionierte die vom Beschuldigten verübten Verbrechen (versuchte schwere
  Körperverletzung; mehrfacher Diebstahl) und Vergehen (einfache
  Körperverletzung; mehrfache Drohung, mehrfacher Hausfriedensbruch) mit einer
  Gesamtfreiheitsstrafe von 28 Monaten (act. 82 S. 49 Dispositiv-Ziff. 2 sowie
  S. 27 ff.).

  
	
   

  
	
  Der Verteidiger des Beschuldigten
  kritisierte an der Berufungsverhandlung, die erstinstanzliche Strafzumessung
  sei im Einzelnen nicht nachvollziehbar und zudem im Ergebnis zu hoch
  ausgefallen (act. 112 S. 13 ff. Ziff. 17 ff.).

  
	
   

  
	
  Auch in diesem Punkt verfängt die
  Berufung nicht; dies aus nachfolgenden Gründen:

  
	
   

  
	
  2.2.2 Nachdem die
  vorinstanzliche Strafzumessung angefochten ist und das Obergericht ein neu­es
  Urteil fällt (Art. 408 StPO), hat es die Strafe nach eigenem Ermessen
  festzuset­zen und muss sich nicht daran orientieren, ob und wie die erste
  Instanz einzelne Straf­zumessungsfaktoren gewichtet hat (Urteil BGer
  6B_783/2018 vom 6. März 2019 E. 3.4). Das Obergericht darf einzig nicht
  über das Strafmass der Vorinstanz hinausgehen (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO).

  
	
   

  
	
  2.2.2.1 Die Vorinstanz hat
  aus zutreffenden und im Berufungsverfahren nicht bestrit­tenen Überlegungen
  entschieden, die inkriminierten Verbrechen und Vergehen alle­samt mit einer
  Freiheitsstrafe (und nicht teilweise mit einer Geldstrafe) zu sank­tionieren;
  auf die betreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann gestützt auf Art. 82 Abs.
  4 StPO integral verwiesen werden (act. 82 S. 28 E. 1.2. und S. 31
  E. 2.1.).

  
	
   

  
	
  2.2.2.2 Hat ein Täter
  mehrere Freiheitsstrafen verwirkt, so verurteilt ihn das Gericht zu der
  Strafe der schwersten Straftat – diese Strafe bildet dann die sogenannte Ein­satzstrafe
  – und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB).

  
	
   

  
	
  2.2.2.3 Das hier schwerste
  Delikt ist die vom Beschuldigten verübte versuchte schwere Körperverletzung
  im Sinne von Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. Bei einer schweren
  Körperverletzung reicht der mögliche Strafrahmen bis 10 Jahre
  Freiheitsstrafe. Innerhalb dieses Rah­mens ist die Strafe nach dem Ver­schulden
  des Täters zu bemessen (siehe dazu Art. 47 StGB).

  
	
   

  
	
  Die körperliche Integrität eines
  Menschen ist das höchste Rechtsgut. Der körperlich kräftige Beschuldigte trat
  mit Fusstritten brutal gegen den Körperrumpf des wehrlos am Boden liegenden
  Privatklägers. Was die objektive Tatschwere anbetrifft, so ist die Handlung
  angesichts der ihr innewohnenden erheblichen Brutalität gemessen am
  Unrechtsgehalt der Straf­bestimmung von Art. 122 StGB am oberen Rand des
  unteren Bereichs, konkret bei 3 Jahren Freiheitsstrafe, zu verorten.
  Verschuldens­mässig ist dem Beschuldigten die Tathandlung entsprechend ihrer
  objektiven Tat­schwere uneingeschränkt anzulasten. Sozusagen aus heiterem
  Himmel hat er in einer damals aggressiven Verstimmung (weil er am Vorabend
  mit seiner Freundin Streit hatte) den Privatkläger rücksichtslos malträtiert.

  
	
   

  
	
  Vorliegend blieb der Privatkläger
  von einer schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB verschont. Der
  Beschuldigte ist denn auch "bloss" wegen versuchter Tatbegehung
  (Art. 22 Abs. 1 StGB) zu belangen; hierbei ist nach allgemeinem Ver­ständnis
  das Strafbedürfnis per se geringer, weshalb die an sich schuldange­messene
  Strafe aufgrund des ausgebliebenen Tater­folgs zu reduzieren ist. Vorlie­gend
  war die Gefahr des Eintritts einer schweren Körperverletzung doch recht nahe­liegend
  und für den Beschuldigten, als er heftig mit den Füssen auf den am Boden
  liegenden Privatkläger eintrat, letztlich nicht mehr kontrollierbar; immerhin
  erlitt der Privatkläger als Folge der ihm zugefügten Fusstritte beträchtliche
  Frakturen im Beckenbereich, die einen mehrtägigen Spitalaufenthalt notwendig
  machten. Insofern ist es weitgehend nur dem Zufall zu verdanken bzw. von
  Glück zu sprechen, dass der Privatkläger keine inneren Blutungen bzw. keine
  ernsthafte Schädigung innerer Organe erlitt. Mit einer Reduktion der Strafe
  um zwölf Monate ist daher dem Um­stand, dass es sich "nur" um eine
  versuchte schwere Körperverletzung handelt, zureichend Rechnung getragen.

  
	
   

  
	
  Die massgebende Einsatzstrafe
  (oben E. 2.2.2.2) beträgt damit 24 Monate Frei­heitsstrafe.

  
	
   

  
	
  2.2.2.4 Der Beschuldigte
  fügte in der Nacht auf den 6. Juni 2020 †E.______ eine einfache
  Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB zu (U-act.
  8.8.01 ff.; oben E. I. 1.6) Der betreffende Straftatbestand zum Schutz
  der körperlichen Unver­sehrtheit ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren
  bedroht.

  
	
   

  
	
  In den Untersuchungsakten sind
  die von †E.______ erlittenen Verletzungen bebildert (U-act. 8.8.02). Auf
  diesen Fotos ist ersichtlich, dass der Beschuldigte †E.______ mit massiven
  Faustschlägen an den Kopf traktierte. Die Tat ist in ihrer objektiven Schwere
  bei 12 Monaten Freiheitsstrafe einzuordnen. In subjektiver Hin­sicht
  (Verschulden) hat der Beschuldigte die Tat vollumfänglich zu verantworten,
  ist er doch aus offensichtlich nichtigem Anlass wie ein Rasender auf
  †E.______ los­gegangen.

  
	
   

  
	
  Merklich straferhöhend fällt
  sodann ins Gewicht, dass der Beschuldigte trotz inzwi­schen laufender
  Strafuntersuchung (versuchte schwere Körperverletzung vom 1. April 2019)
  abermals eine Gewalttat beging; es offenbart sich darin als Täterkompo­nente
  eine ausgeprägte Uneinsichtigkeit, was ein straffreies Leben anbetrifft.

  
	
   

  
	
  Aus alldem ergibt sich, dass die
  Einzelstrafe für die einfache Körperverletzung auf 15 Monate Freiheitsstrafe
  zu bemessen ist.

  
	
   

  
	
  2.2.2.5 Werden nur schon
  die soeben für die beiden Körperver­letzungen festgeleg­ten Freiheitsstrafen
  von 24 bzw. 15 Monaten zu einer (provisorischen) Gesamtstrafe asperiert, so
  ist bereits an dieser Stelle erkennbar, dass die von der Vorinstanz ver­hängte
  Freiheits­strafe von 28 Monaten entgegen der Ansicht der Verteidigung kei­neswegs
  überhöht ist und infolgedessen keiner Korrektur bedarf.

  
	
   

  
	
  Nach dem Asperationsprinzip
  gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB dürfen zwar die verwirk­ten Einzelstrafen nicht
  einfach kumuliert werden, darf also mit anderen Worten bei einer
  Deliktsmehrheit die Gesamtstrafe auf keinen Fall die Summe der Ein­zelstrafen
  erreichen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.2 S. 233). Unter Berücksichtigung
  dieses Grundsatzes ist die hier für die beiden Körperverletzungsdelikte als
  ange­messen zu bezeichnende Gesamtstrafe auf 34 Monate zu bemessen. Schon
  allein dieses Straf­mass liegt erheblich über der erstinstanzlich für alle
  Delikte festge­legten Strafe.

  
	
   

  
	
  Kommt hinzu, dass die eben
  genannte Gesamtstrafe angesichts der nicht unbe­trächtlichen Vorstrafen
  (act. 115) und des generell schwer getrübten Leumunds des Beschuldigten
  (siehe U-act. 1.1.06) um jedenfalls vier Monate zu erhöhen wäre. Tat- oder
  täterspezifische Strafreduktionsgründe sind dagegen keine ersichtlich. Vor
  allem trifft es entgegen der Darstellung des Verteidigers nicht zu, dass die
  inkrimi­nierten Straftaten nunmehr fünf Jahre zurücklägen und deswe­gen eine
  Strafminde­rung angezeigt sei (act. 112 S. 29 unten); die letzte Straftat
  trug sich am 16. Sep­tember 2021 zu (oben E. I. 1.7) und
  verunmöglichte denn auch gerade der Umstand, dass der Beschuldigte laufend
  neue Straftaten beging, eine frühere Anklageerhebung.

  
	
   

  
	
  2.2.2.6 Bei dieser
  Sachlage ist die erstinstanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe von 28
  Monaten zu bestätigen, ohne dass an dieser Stelle zusätzlich noch die für die
  mehrfachen Diebstähle, Drohungen und Hausfriedensbrüche verwirkten Frei­heitsstrafen
  zu konkretisieren sowie zu aspirieren sind (allein für diese [Neben]Delik­te
  erkannte die Vorinstanz Einzelstrafen von insgesamt immerhin 13 Monaten Frei­heitsstrafe
  als angemessen; siehe act. 82 S. 33 E. 2.3.).

  
	
   

  
	
  Für die vom Beschuldigten verüb­ten
  Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (oben E. 1. 1.7) verhängte
  die Vorinstanz eine Übertretungsbusse von CHF 250.- (act. 82 S. 49 Dispositiv-Ziff.
  2 und S. 33 E. 2.3); diese ist in ihrer Höhe ebenfalls zu bestätigen. Zwar
  beantragte der Beschuldigte vor Obergericht eine Busse von lediglich
  CHF 200.-, machte aber keine Ausführungen dazu, inwiefern die
  kritisierte Busse unangemessen hoch aus­gefallen sein soll; tatsächlich sind
  den auch für das Obergericht keine Umstände ersichtlich, welche eine
  Herabsetzung der Busse nahelegen würden.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Frage eines
  allenfalls nur teilbedingten Freiheitsentzugs im Sinne von Art. 43 StGB
  war im erstinstanzlichen Strafverfahren kein Thema und wurde auch im
  Berufungsverfahren zu Recht nicht zur Sprache gebracht; denn es ist nicht so,
  dass als Folge des Vollzugs nur eines Teils der Freiheitsstrafe
  augenblicklich eine günstige Legalprognose zu erwarten wäre.

  
	
   

  
	
  3.         Beantragte
  Massnahme/Begutachtung

  
	
   

  
	
  3.1 Der Verteidiger des
  Beschuldigten beantragte in seiner Berufung bzw. anlässlich der
  Berufungsverhandlung, es sei die Freiheitsstrafe zugunsten einer stationären
  Massnahme im Sinne von Art. 60 Abs. 1 StGB aufzuschieben; in Hinsicht auf die
  betreffende Massnahme sei der Beschuldigte zu begutachten (act. 112 S.
  17 ff.).

  
	
   

  
	
  3.2 Der Antrag ist aus
  nachfolgenden Gründen abzuweisen:

  
	
   

  
	
  3.2.1 Vorweg ist im Lichte
  des Verschlechterungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO zweifelhaft, ob das
  Obergericht als Berufungsinstanz erstmalig überhaupt noch eine stationäre
  Massnahme anordnen kann (siehe dazu BGE 148 IV 89). Die Frage kann indes
  offenbleiben.

  
	
   

  
	
  3.2.2 Ist der Täter von
  Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig, so kann das Gericht eine
  stationäre Behandlung anordnen, wenn zwischen begangener Straftat und Sucht
  ein Zusammenhang besteht und zu erwarten ist, durch die Behand­lung lasse
  sich der Gefahr weiterer suchtbedingter Straftaten vermeiden (Art. 60 Abs. 1 StGB).
  Das Gericht hat bei seinem Entscheid der Behandlungsbereitschaft des
  Beschuldigten Rechnung zu tragen.

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat bereits den
  für eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 60 StGB vorausgesetzten
  Konnex zwischen Sucht und Straftaten, jedenfalls mit Blick auf die
  Körperverletzungen, in Frage gestellt (act. 82 S. 36 unten). In dieser Ein­schätzung
  ist der Vorinstanz vorbehaltlos zu folgen; die beim Beschuldigten (bereits
  seit Jahren) bestehende Gewaltbereitschaft ist nicht auf dessen Alkohol- oder
  Dro­genkonsum zurückzuführen, sondern hat ihre Ursache in einer
  gewaltgeneigten Veranlagung.

  
	
   

  
	
  Der Beschuldigte ist zweifelsohne
  alkohol- und drogenabhängig. In den Akten sind allein für die vergangenen
  drei Jahre mehrere (Akut)Aufenthalte in der Psychiatrie dokumentiert. Wie
  bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, sind indes sämtliche
  Versuche, den Beschuldigten in einer Langzeittherapie vom Alkohol- und
  Substanzkonsum zu entwöhnen, gescheitert. Der Beschuldigte vermochte sich
  stets nur für eine kurze Zeit dem Regime einer Entzugstherapie zu unterziehen
  und trat dann jeweils aus, weil ihm entweder das Setting nicht passte oder er
  Mühe bekun­dete, mit anderen zusammenzuleben (siehe zum Ganzen act. 82 S.
  35 f. und die dort zitierten Klinikberichte).

  
	
   

  
	
  Im Hinblick auf die
  Berufungsverhandlung liess der Verteidiger dem Obergericht zwei weitere
  Klinikberichte zukommen (act. 110 und 111). Den beiden Berichten zufolge war
  der Beschuldigte vom 12. bis 25. Januar 2024 und erneut vom 1. bis 5. März
  2024 psychiatrisch hospitalisiert, beide Male nach Alko­hol- und Drogenabu­sus.
  Der Beschuldigte bekundete jeweils anfänglich Interesse an einer Entzugsbe­handlung,
  liess sich in der Folge aber gleichwohl nicht auf eine län­gerfristige Thera­pie
  ein. Dies ist zumindest mit Blick auf den (kurzen) Klinikaufent­halt im März
  inso­fern bemerkenswert, als ihm zu diesem Zeitpunkt die erstinstanz­lich
  verhängte Frei­heitsstrafe bekannt war und sein Verteidiger inzwischen Beru­fung
  eingelegt hatte mit dem Antrag auf eine stationäre Massnahme bei
  gleichzeitigem Aufschub der Strafe. Aber nicht einmal in die­ser Situation,
  in der es ihm hätte ein Anliegen sein müssen, die Chancen seiner Berufung zu
  verbessern, vermochte er sich auf eine nachhaltige Therapie einzulassen. Es
  ist daher offensichtlich, dass es dem Beschuldigten an einer effekti­ven
  Behandlungsbereitschaft mangelt. Insoweit er daher vor Obergericht wie auch
  schon vor Vorinstanz eine Therapiewilligkeit zum Ausdruck brachte, scheint
  diese Absicht nur vorgeschoben, um letztmöglich noch dem Vollzug der
  Freiheitsstrafe zu entgehen, ganz nach der Devise «wenn schon ein
  Freiheitsentzug, dann eher noch eine stationäre Massnahme». Seine angebliche
  Therapiewilligkeit gründet nicht auf einer nachhaltigen Bereitschaft, von
  Alkohol und Drogen wegzukommen bzw. sein Leben grundlegend zu ändern, sondern
  ist viel­mehr genährt von der Hoffnung, auf diesem Weg der Gefängnisstrafe
  doch noch zu entgehen. So äusserte er vor Vorinstanz, es sei ihm wichtig, im Falle
  einer Verurtei­lung (Hervorhebung hinzugefügt) eine Mass­nahme angeordnet
  zu erhalten (act. 82 S. 35 E. 3.2.); vor Obergericht erklärte er, zu einer
  Massnahme bereit zu sein; dazu brauche er den Druck einer Strafe, sei er doch
  ein Typ, der es immer auf den letzten Moment ankommen lasse (act. 112
  S. 33).

  
	
   

  
	
  4.         Landesverweisung

  
	
   

  
	
  4.1 Schliesslich beantragt
  der Beschuldigte in seiner Berufung, es sei die erstin­stanzlich für die
  Dauer von sechs Jahren angeordnete Landesverweisung (siehe act. 82 S. 49
  Dispositiv-Ziff. 3 und S. 37 ff.) aufzuheben. Sein Verteidiger begrün­dete
  diesen Antrag im Haupt­standpunkt damit, dass bei einem Freispruch vom Vor­halt
  der schweren Körperver­letzung die Anlasstat für eine obligatorische Landes­ver­weisung
  wegfalle (act. 112 S. 12). Diese Prämisse entfällt jedoch mit dem hier
  bestätigten Schuldspruch wegen schwerer Körperverletzung im Sinne von
  Art. 122 StGB, was nach Art. 66a Abs. 1 Bst. b StGB obligatorisch eine
  Landesver­wei­sung nach sich zieht.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Landesverweisung
  führt in concreto nicht zu einem persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66
  Abs. 2 StGB, welcher der obligatorischen Landesverweisung ent­gegenstünde.
  Der Beschuldigte wohnt zwar seit seinem 10. Altersjahr in der Schweiz, indes
  lebt er seit Jahren von der Sozialhilfe und geht keiner Arbeit nach. Er
  wechselt alle paar Monate seinen Wohnort und ver­fügt in der Schweiz über
  kein stabiles soziales Umfeld. So antwortete er vor Oberge­richt auf die
  Frage nach dem Wohnort seiner Eltern, er glaube, sie würden nach wie vor in
  [...] wohnen (act. 112 S. 6). Seine einzigen (teilweise toxischen) Beziehun­gen
  reichen zu Perso­nen im Suchtmilieu (siehe in diesem Zusammenhang auch act.
  15 und act. 39). Es sind mithin, wie von der Staatsanwaltschaft an der
  Berufungs­verhandlung zutreffend bemerkt (act. 112 S. 32), keine
  Anhaltspunkte ersichtlich, welche dagegensprechen, dass der Beschuldigte sich
  nicht ebenso gut in seinem Heimatland Deutschland niederlassen könnte;
  letztlich präsentieren sich für ihn dort die Verhältnisse nicht anders als
  hier in der Schweiz.

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat demzufolge
  gegen den Beschuldigten zu Recht eine Landesver­weisung mit einer hier
  angemessenen und insoweit im Berufungsverfahren nicht bestrittenen Dauer von
  sechs Jahren ausgesprochen. Die Berufung ist daher auch in diesem Punkt
  abzuweisen, wobei zur weiteren Begründung gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO
  integral auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen ist (act.
  82 S. 37 ff.).

  
	
   

  
	
  IV.

  
	
  Zusammenfassung
  und Kostenregelung

  
	
   

  
	
  1.

  
	
  Die Berufung des Beschuldigten
  ist vollumfänglich abzuweisen. Bei diesem Aus­gang sind die Kosten der
  Untersuchung sowie des erstinstanzlichen und des Beru­fungs­verfahrens dem
  Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 422 in Verbin­dung mit Art. 426
  Abs. 1 und Art. 428 Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die Vorinstanz setzte für das
  erstinstanzliche Verfahren eine Gerichtsgebühr von CHF 4’000.- fest (act. 82
  S. 50 Dispositiv-Ziff. 8 Abs. 1). Diese Gebühr ist im Lichte von Art. 6
  und Art. 8 Abs. 1 Bst. b Ziff. 2 der Zivil- und Strafprozesskostenverord­nung
  (Kostenverordnung; GS III A/5) gerechtfertigt und zu bestätigen. Neben
  der Gerichtsgebühr hat der Beschuldigte ebenso die Untersuchungskosten samt
  allen Auslagen zu tragen (Art. 422 StPO); in diesem Sinne ist die
  vorinstanzliche Auflis­tung der betreffenden Kosten und Auslagen
  (Dispositiv-Ziff. 8 Abs. 2) im Totalbetrag von CHF 37'420.40
  (inkl. Entschädigung der amtlichen Verteidigung in der Untersu­chung und vor
  Kantonsgericht) zu bestätigen.

  
	
   

  
	
  Die Gerichtsgebühr für das
  Berufungsverfahren ist nach Massgabe der zuvor zitier­ten Bestimmungen der
  Kostenverordnung auf CHF 2'500.- festzu­setzen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Die amtliche Verteidigung wird
  nach dem Anwaltstarif des Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren
  geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO); einschlägig ist damit der Tarif für die
  Entschädigung der öffentlichen Verteidigung und der unentgeltlichen
  Rechtsvertretung (GS III I/5; nachfolgend Tarif).

  
	
   

  
	
  3.1 Die von der Vorinstanz
  für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Anwaltsentschädigung
  (Dispositiv-Ziff. 11) blieb im Berufungsverfahren unbestritten und wurde von
  der Gerichtskasse bereits ausbezahlt.

  
	
   

  
	
  3.2 Der (neue) amtliche
  Verteidiger reichte an der Berufungsverhandlung eine Kos­tennote ein; darin
  macht er für das Berufungsverfahren einen Aufwand von 43 Stunden geltend
  (act. 113). Der verrechnete Aufwand ist zu hoch bzw. war in diesem Umfang im
  Lichte von Art. 3 des Tarifs («notwendiger Zeitaufwand») nicht erforderlich.

  
	
   

  
	
  In der Kostennote ist die
  Berufungsverhandlung (inkl. Anreise) mit einer voraussicht­lichen Dauer von
  sechs Stunden verrechnet. Effektiv dauerte die Berufungsverhand­lung zwei
  Stunden (08:30 Uhr bis 10;30 Uhr); hinzu kommt für die An- und Rückrei­se
  nach gefestigter hiesiger Praxis (siehe dazu Urteil BGer 1B_385/2021 vom
  25. Oktober 2021) je eine halbe Stunde, womit unter diesem Titel
  insgesamt drei Stunden zu vergüten sind.

  
	
   

  
	
  Das erstinstanzliche Urteil wurde
  vorliegend nur in Teilen angefochten; von den mehreren Schuldsprüchen war
  einzig der Tatbestand der versuchten schweren Kör­perverletzung umstritten.
  Zudem wollte der Beschuldigte mit seiner Berufung eine tiefere Bestrafung und
  vor allem eine therapeutische Behandlung sowie die Aufhe­bung der
  erstinstanzlich angeordneten Landesverweisung erlangen. Insofern war die
  Thematik im Berufungsverfahren überschaubar; hierbei macht der Verteidiger
  für Aktenstudi­um und Vorbereitung des Plädoyers gesamthaft 31 Stunden
  geltend. Dieser Aufwand überteigt den Rahmen des Erforderlichen. In seinem
  Plädoyer befasste sich der Verteidiger zunächst ausgedehnt mit dem (von allem
  Anfang an wenig erfolgversprechenden) Antrag auf Begutachtung des Beschuldig­ten
  (act. 112 S. 17-20), wobei in diesem Zusammenhang erst noch die ausserge­wöhnliche
  Idee vorgetragen wurde, im Zuge der Begutachtung sei zugleich die Auswirkung
  einer Landesverweisung auf die Psyche des Beschuldigten zu klären (a.a.O., S.
  27 unten und S. 28 oben). In Hinsicht auf den einzig umstrit­tenen Schuld­punkt
  erschöpft sich das Plädoyer auf die Wiedergabe der Sichtweise des Beschul­digten
  und das Bemängeln der Beweislage. Was sodann die Ausführungen zur
  Landesverweisung und zur Strafzumessung anbetrifft, so sind diese unbelastet
  von spezieller Substanz. Es erscheint daher angemessen, dem amtlichen
  Verteidi­ger für seine Bemühungen zur Vorbereitung der Berufungs­verhandlung 20 Stunden
  zu ent­schädigen. Unbestritten sind sodann die geltend gemachten zwei
  Stunden für das (spätere) Studium des Berufungsentscheids und dessen
  Besprechung mit dem Beschuldigten.

  
	
   

  
	
  Dem Verteidiger sind somit für
  das Berufungsverfahren insgesamt 25 Stunden zu je CHF 180.- (Art. 6 des
  Tarifs) zu vergüten, total CHF 4'500.-, zzgl. CHF 900.- Auslagenersatz und
  CHF 437.40 MwSt.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Der Beschuldigte hat die Kosten
  der amtlichen Verteidigung zu tragen (Art. 422 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art.
  428 StPO). Allerdings hat der Beschuldigte diese Kosten der
  Gerichtskasse erst zurück­zuerstatten, wenn es seine wirtschaftlichen
  Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

  
	
   

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das
  Obergericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Der Beschuldigte A.______ ist schuldig

    
	
     

    	
    der versuchten
    schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB i.V.m. 

    
	
     

    	
    Art. 22 Abs. 1
    StGB;

    
	
     

    	
    des mehrfachen
    Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB;

    
	
     

    	
    des mehrfachen
    Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB;

    
	
     

    	
    der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB;

    
	
     

    	
    der einfachen
    Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB;

    
	
     

    	
    der Tätlichkeiten
    gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB.

    
	
     

    	
    (Die Schuldsprüche gemäss Alinea 2 bis Alinea 6
    waren im Berufungsverfahren nicht angefoch­ten.)

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Der Beschuldigte
    A.______ wird verurteilt zu einer unbedingten Freiheits­strafe von 28
    Monaten, wobei die erstandene Polizeihaft von zwei Tagen ange­rechnet wird.

    
	
     

    	
    Dem Beschuldigten
    wird zudem eine Busse von CHF 250.- auferlegt. Wird die Busse schuldhaft
    nicht bezahlt, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von zwei
    Tagen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    A.______ wird
    gestützt auf Art. 66a Abs. 1 Bst. b StGB für 6 Jahre des Landes verwiesen. 

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die bei A.______
    beschlagnahmten Drogen (4.5
    Gramm Cannabis; act. 2/5.1.01, SN 039/19, Pos. 1)
    werden eingezogen und vernichtet (im Beru­fungsverfahren nicht angefochten). 

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die bei A.______
    beschlagnahmte Musikbox
    «Ultimate Ears» (act. 2/5.1.02, SN 040/19, Pos. 1) wird
    vernichtet, sofern die Migros Genossen­schaft Zürich die Musikbox
    zwischenzeitlich nicht herausverlangt hat (im Beru­fungsverfahren nicht
    angefochten).

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Es wird davon
    Vormerk genommen, dass A.______ die Zivilforderung der Migros
    Genossenschaft Zürich AG in Höhe von CHF 814.— anerkannt hat (im Berufungsverfahren
    nicht angefochten). 

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    B.______ wird mit
    seiner Zivilforderung auf den Zivilweg verwiesen (im Berufungsverfahren nicht
    angefochten).

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    A.______ wird
    verpflichtet, B.______ für das erstinstanzliche Strafverfahren eine
    Parteientschädigung von CHF 3'327.70 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen
    (im
    Berufungsverfahren nicht angefochten).

    
	
     

    	
     

    
	
    9.

    	
    Rechtsanwältin
    lic. iur. Bettina Dürst wird als amtliche Verteidigung im Verfahren vor
    Kantonsgericht mit CHF 12'536.05 (inkl. Auslagen und MwSt.) aus der
    Gerichtskasse entschädigt (im Berufungsverfahren nicht angefochten und bereits
    ausbezahlt).

    
	
     

    	
     

    
	
    10.

    	
    Die
    Gerichtsgebühr für das erstinstanzliche Strafverfahren SG.2022.00079 und
    das Berufungsverfahren von insgesamt CHF 6'500.- wird zusammen mit der
    Untersuchungsgebühr (SA.2019.00146) und den Barkosten des erstinstanzli­chen
    Strafverfahrens von insgesamt CHF 37'420.40 (inkl. Entschädigung der
    amtlichen Verteidigung in der Untersuchung und vor Kantonsgericht) dem
    Beschuldigten A.______ auferlegt und von ihm bezogen. Die Kosten der
    amtlichen Verteidigung werden vom Beschuldigten jedoch erst bezogen, wenn
    es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

    
	
     

    	
     

    
	
    11.

    	
    Der amtliche
    Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, wird aus der Gerichtskasse
    für seine Bemühungen im Berufungsverfahren mit CHF 4'500.-, zzgl.
    CHF 900.- Auslagenersatz und CHF 437.40 MwSt. entschädigt.

    
	
     

    	
    Der Beschuldigte
    hat diese Kosten zurückzuerstatten, sobald es seine wirt­schaftlichen
    Verhältnisse erlauben.

    
	
     

    	
     

    
	
    12.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]