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**Case Identifier:** 7c0d9532-08c7-5e7f-b677-7643dee39881
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-18
**Language:** de
**Title:** Grundstückgewinnsteuer
**Docket/Reference:** GR.2012.54
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_GR_2012_54_vg.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 GR.2012.54 

Entscheid 

18. September 2013 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter  
Alexander Widl und Gerichtsschreiber Stefan Eichenberger 

A   A G ,    
(vormals B AG),  

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

G e m e i n d e   D ,    

vertreten durch die Grundsteuerkommission,  

Rekursgegnerin,  

betreffend 

Grundstückgewinnsteuer 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (vormals B AG, nachfolgend die Pflichtige) ist eine interkantonale 

Liegenschaftenhändlerin  und  Generalunternehmerin  mit  Sitz  im  Kanton  Zürich  und 

Zweigniederlassungen in den Kantonen F, G, H, I und J. Am … 2005 veräusserte sie 

das in D (ZH) gelegene Baulandgrundstück Kat.Nr. …an die K Pensionskasse. Letzte-

re schloss mit der Veräusserin einen Totalunternehmerwerkvertrag für die Planung und 

Ausführung einer Wohnüberbauung mit sieben Mehrfamilienhäusern und Unterniveau-

garage  ab.  Mit  Veranlagungs-Entscheid  vom  24.  November 2011  auferlegte  die 

Grundsteuerkommission der Gemeinde D der Pflichtigen bezüglich des schlüsselfertig 

zu  überbauenden  Veräusserungsobjekts,  d.h.  unter  Zusammenrechnung  von  Land- 

und Werkpreis, eine Grundstückgewinnsteuer von Fr. 339'400.- bei einem steuerbaren 

Grundstückgewinn  von  Fr.  1'723'600.-  (nach  iterativer  Berücksichtigung  der  Grund-

stückgewinn- und der direkten Bundessteuer in Höhe von insgesamt Fr. 485'897.-). 

B.  Eine  dagegen  erhobene  Einsprache,  womit  die  Pflichtige  beantragte,  den 

Grundstückgewinn  vollständig  mit  Verlustvorträgen  von  Fr.  124'898'611.-  zu  verrech-

nen und die Grundstückgewinnsteuer auf Fr. 0.- herabzusetzen, wies die Grundsteuer-

kommission am 12. Juli 2012 ab. 

C.  Mit  Rekurs  vom  14.  August  2012  beantragte  die  Pflichtige  die  Sistierung 

des  Verfahrens,  sofern  beim  Steuerrekursgericht  gleichgelagerte  Verfahren  mit  der 

gleichen Fragestellung hängig seien. Sollte dies nicht der Fall sein oder diese zu Un-

gunsten  der  Pflichtigen  entschieden  worden  sein,  beantragte  sie,  den  veranlagten 

steuerpflichtigen  Grundstückgewinn  im  vollen  Umfang  mit  den  noch  bestehenden  be-

trieblichen  Verlustvorträgen  zu  verrechnen,  die  Grundstückgewinnsteuer  auf  Fr.  0.- 

herabzusetzen  sowie  die  bereits  bezahlte  Grundstückgewinnsteuer  inkl.  geleistetem 

Ausgleichszins  unter  Berücksichtigung  des  anwendbaren  Ausgleichszinses  und  des 

bereits  geleisteten  Ausgleichszinses  wieder  gutzuschreiben.  Eventualiter  sei  die 

Grundstückgewinnsteuer  infolge  Anwendung  von  §  221  Abs.  2  des  Steuergesetzes 

vom 8. Juni 1997 (StG) in Verbindung mit Art. 12 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 

1990 (StHG) mit Fr. 0.- zu veranlagen. 

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In der Rekursantwort vom 24. September 2012 schloss die Grundsteuerkom-

mission D auf Abweisung des Rekurses. In ihrer Replik vom 15. Oktober 2012 hielt die 

Pflichtige vollumfänglich an ihren Anträgen fest. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Dem Antrag auf Sistierung des Verfahrens zur Vermeidung widersprechen-

der Entscheide wird nicht stattgegeben, da die beim Steuerrekursgericht hängigen Fäl-

le  mit  gleicher  oder  ähnlicher  Fragestellung  in  grundsätzlicher  Hinsicht  alle  gleich  im 

nachfolgend  ausgeführten  Sinn  entschieden  wurden  resp.  gleichzeitig  mit  dem  vorlie-

genden Verfahren entschieden werden. Zudem ist zu berücksichtigen, dass bereits die 

Vorinstanz das Verfahren wegen eines am Bundesgericht hängigen Verfahrens mehre-

re Jahre lang  sistiert  hat,  so  dass  eine  weitere  Verzögerung der  Entscheidung gegen 

den Grundsatz der beförderlichen Prozesserledigung verstösst. Ausserdem würde eine 

weitere Sistierung die nahende Veranlagungsverjährung begünstigen. 

2. a) Im Kanton Zürich wird die Grundstückgewinnsteuer – losgelöst von den 

übrigen Einkommensverhältnissen – von den Gewinnen erhoben, die sich bei Handän-

derungen  an  Grundstücken  oder  Anteilen  von  solchen  ergeben  (§ 216  Abs. 1  StG). 

Diese  Besteuerung  gilt  sowohl  für  Grundstücke  des  Privat-  als  auch  des  Geschäfts-

vermögens. Grundstückgewinn ist laut § 219 Abs. 1 StG der Betrag, um welchen der 

Erlös die Anlagekosten (Erwerbspreis und Aufwendungen) übersteigt. Die anrechenba-

ren  Aufwendungen  sind  in  § 221  Abs. 1  StG  abschliessend  aufgezählt  (RB  1990  

Nr.  51,  1982  Nr. 105;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steu-

ergesetz,  3.  A.,  2013,  § 221  N 3).  Dazu  gehören  wertvermehrende  Aufwendungen, 

Grundeigentümerbeiträge,  übliche  Mäklerprovisionen  und  Insertionskosten,  mit  der 

Handänderung  verbundene  Abgaben  sowie  Baukreditzinsen  bei  Liegenschaften  im 

Geschäftsvermögen.  Liegenschaftenhändler  können  weitere  mit  der  Liegenschaft  zu-

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sammenhängende Aufwendungen geltend machen, soweit sie auf deren Berücksichti-

gung  bei  der  Einkommens-  oder  Gewinnsteuer  ausdrücklich  verzichtet  haben  (§  221 

Abs. 2). Ausserdem sind – nach vollständiger Veräusserung des Gesamtgrundstücks – 

Verluste  aus  Teilveräusserungen  verrechenbar  (§ 224  Abs.  3  StG).  Alle  übrigen  Ein-

kommensbestandteile  und  Unkosten  einschliesslich  die  sog.  wieder  eingebrachten 

Abschreibungen  (=  Differenz  zwischen  Buchwert  und  Anlagekosten)  werden  mit  der 

Einkommens-  resp.  mit  der  Gewinnsteuer  erfasst  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  

VB  zu §§ 216-226a, N 6). Diese Regelung bringt es mit sich, dass Verluste aus dem 

Einkommens-  bzw.  Gewinnsteuerbereich  nach  kantonalem  Recht  nicht  mit  Grund-

stückgewinnen  verrechnet  werden  können.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtspre-

chung verstösst die zürcherische gesetzliche Regelung – vorbehältlich der Rechtspre-

chung zum Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung und der geänderten Praxis 

zu den Ausscheidungsverlusten  –  nicht gegen  übergeordnete gesetzliche  und verfas-

sungsmässige  Grundsätze  (BGr,  7.  Oktober  2011,  2C_747/2010,  E.  5  und  6, 

www.bger.ch), so dass auf Rügen der entsprechenden Art nicht weiter einzugehen ist. 

b)  Aus  dem  Verbot  der  interkantonalen  Doppelbesteuerung  gemäss  Art.  127 

Abs. 3 BV folgt, dass ein Steuerpflichtiger, der in mehreren Kantonen steuerpflichtig ist, 

nicht  mehr  als  sein gesamtes  Reineinkommen  bzw.  seinen  gesamten  Reingewinn  zu 

versteuern  hat  (BGE  107  Ia  41  E.  1a).  Diese  Regel  trat  gemäss  jahrzehntelanger 

Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  vor  dem  Grundsatz  zurück,  dass  das  Grund-

eigentum  ausschliesslich  und  in  vollem  Umfang  dem  Liegenschaftenkanton  zur  Be-

steuerung  vorbehalten  blieb.  Der  Liegenschaftenkanton  musste  deshalb  Verluste,  die 

am  (Wohn-)Sitz  oder  in anderen  Kantonen  angefallen  waren,  nicht  übernehmen.  Seit 

dem Jahr 2004 änderte das Bundesgericht seine Rechtsprechung zur Nichtberücksich-

tigung  von  Ausscheidungsverlusten  stufenweise.  Mit  Entscheid  vom  19.  Novem-

ber 2004 erkannte es bezüglich einer Betriebsliegenschaft einer Liegenschaftenhändle-

rin und Generalunternehmerin in einem Betriebsstättekanton, dass der Liegenschaften-

kanton  zwar  den  Wertzuwachs  (=  Differenz  zwischen  Erlös  und  Anlagekosten)  aus-

schliesslich  besteuern  dürfe;  doch  sei  der  Liegenschaftenkanton  verpflichtet,  den 

Verlustüberschuss,  den  die  Unternehmung  im  Sitzkanton  und  weiteren  Kantonen  

mit  Betriebsstätten  erlitten  habe,  mit  dem  Grundstückgewinn  zu  verrechnen  

(BGE 131 I 249). Am 18. April 2005 wandte das Bundesgericht diese neue Regel zur 

Vermeidung von Ausscheidungsverlusten auch auf Liegenschaften im Privatvermögen 

an  und  wies  den  Liegenschaftenkanton  an,  den  Gewinnungskostenüberschuss  aus 

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einer im Privatvermögen gehaltenen Liegenschaft am Hauptsteuerdomizil zu überneh-

men  (BGE  131  I  285).  Am  8.  Mai  2006  verpflichtete  das  Bundesgericht  den  Liegen-

schaftenkanton,  in  welchem  ein  Handelsunternehmen  eine  reine  Kapitalanlageliegen-

schaft  (ohne  Betriebsstätte)  besass,  den  Betriebsverlust  am  ausserkantonalen  

Hauptsitz  mit  dem  Liegenschaftenertrag  im  Liegenschaftenkanton  zu  verrechnen  

(BGE 132 I 220). Am 3. November 2006 änderte das Bundesgericht schliesslich seine 

bisherige Praxis zur Ausscheidung von Aufwandüberschüssen bei (gewerbsmässigen) 

Liegenschaftenhändlern  im  interkantonalen  Verhältnis  und  erkannte,  dass  Schuldzin-

sen von interkantonalen Liegenschaftenhändlern proportional zu den Aktiven zu verle-

gen  seien.  Soweit  der  nach  Lage  der  Aktiven  zu  übernehmende  Schuldzinsenanteil 

den  Vermögensertrag  im  Liegenschaftskanton  übersteigt,  ist  der  Schuldzinsenüber-

schuss fortan in erster Linie mit Netto-Vermögenserträgen der übrigen Kantone und in 

zweiter Linie mit dem übrigen Einkommen des Liegenschaftenhändlers zu verrechnen 

(BGE  133 I  19).  Diese  neue  Ausscheidungsregel  ermöglicht,  dass  im  interkantonalen 

Verhältnis – soweit als möglich – sämtliche Schuldzinsen abgezogen werden können. 

Demgegenüber  wurden  nach  bisheriger  Praxis  die  nicht  aktivierungsfähigen  liegen-

schaftsbezogenen  Aufwendungen,  u.a.  auch  die  Schuldzinsen,  objektmässig  ausge-

schieden  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 221  N 162).  Dadurch  im  Liegenschaften-

kanton  resultierende  Aufwandüberschüsse  mussten  der  Sitzkanton  und  andere 

Liegenschaftskantone  nicht  übernehmen.  Diese  waren  vielmehr  zu  "aktivieren"  und 

konnten  im  Liegenschaftenkanton  erst  in  einem  späteren  Zeitpunkt  entweder  mit  lau-

fenden  Liegenschaftserträgen  oder  einem  Veräusserungsgewinn  verrechnet  werden 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 221 N 175). 

c) Im jüngsten Entscheid (BGr, 1. Mai 2013, 2C_243/2011, www.bger.ch), der 

einen  im  Kanton  Zürich  wohnhaften  und  hauptsächlich  in  den  Kantonen  Zürich  und 

Aargau tätigen Liegenschaftenhändler betraf, welcher Vorjahresverluste mit im Kanton 

Aargau erzielten Gewinnen bzw. – soweit Ersteres abgelehnt wird – mit im Kanton Zü-

rich  erzielten  Wertzuwachsgewinnen  verrechnen  wollte,  verdeutlichte  das  Bundesge-

richt, dass sich seine neue Rechtsprechung betreffend Verlustübernahme nur auf Aus-

scheidungsverluste  beziehe.  Ein  Ausscheidungsverlust  liege  nicht  vor,  wenn  im 

Sitzkanton Zürich unter Einschluss der Wertzuwachsgewinne genügend Einkommens-

substrat  vorhanden  sei.  Mithin  bestand  gegenüber  dem  Kanton  Aargau  kein  Anlass, 

über den ausscheidungsrechtlich zu tragenden Verlustanteil hinaus einen höheren Ver-

lustanteil zu übernehmen. Ferner hielt es das Bundesgericht für nicht geboten, die zür-

cherischen  Gemeinden  bezüglich  der  Grundstückgewinnsteuern  zur  Übernahme  des 

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bei der Gewinnsteuer nicht vollständig verrechenbaren Vorjahresverlustes zu verpflich-

ten.  Ob  die  dem  Kanton  Zürich  im  Rahmen  der  interkantonalen  Steuerausscheidung 

zugewiesenen  Geschäftsverluste  (Vorjahresverluste)  mit  zürcherischen  Grundstück-

gewinnen verrechnet werden können oder ob sie dem Hauptsteuerdomizil definitiv ver-

haftet bleiben und die zürcherischen Grundstückgewinnsteuerveranlagungen allenfalls 

in  Revision  gezogen  werden können,  sei  keine  Frage  der  interkantonalen  Steueraus-

scheidung, sondern des anwendbaren internen kantonalen Rechts. 

d)  Damit  bestätigte  das  Bundesgericht  im  Ergebnis  seinen  Entscheid  vom 

7. Oktober 2011 (2C_747/2010, www.bger.ch), bei welchem es ebenfalls um die Frage 

der  Verrechenbarkeit  von  Grundstückgewinnen  mit  Betriebsverlusten  ging.  Das  Bun-

desgericht  verneinte die Verrechenbarkeit  im  betreffenden  Fall  aufgrund  der  zürcheri-

schen  Gesetzgebung.  Die  Erwägungen  des  Bundesgerichts  erwecken  den  Eindruck, 

dass  es  sich  hierbei  um  einen  rein  innerkantonalen  Sachverhalt,  d.h.  ohne  Bezug  zu 

anderen Kantonen handelte. Dies trifft jedoch nicht zu, weil das betreffende Unterneh-

men  mit  Sitz  im  Kanton  Zürich  nebst  Kapitalanlageliegenschaften  im  Kanton  Zürich 

zeitgleich auch über Kapitalanlageliegenschaften in anderen Kantonen verfügte. Damit 

kann  der  vom  Bundesgericht  verwendete  Begriff  des  "innerkantonalen  Sachverhalts" 

wohl  nur  im  Sinn  des  oben  zitierten  Entscheids  vom  1.  Mai  2013  verstanden  werden 

(siehe auch E. 2.c).  

e) Daraus erhellt, dass das Vorhandensein interkantonaler Anknüpfungspunk-

te für sich allein nicht ausreicht, damit ein Unternehmen mit Sitz im Kanton Zürich und 

Anknüpfungspunkten in anderen Kantonen Betriebsverluste am Hauptsitz mit im Kan-

ton Zürich erzielten Wertzuwachsgewinnen verrechnen kann.  

3. a) Der vorliegende Sachverhalt unterscheidet sich von den bundesgericht-

lich  beurteilten  Fällen  vom  7. Oktober  2011  (2C_747/2010)  und  1.  Mai  2013 

(2C_243/2011) in einem wesentlichen Punkt: Die Pflichtige ist ein interkantonales Un-

ternehmen, bei welchem Teile des Unternehmens kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit in 

verschiedenen  Kantonen  steuerpflichtig  sind.  Ein  interkantonales  Unternehmen  liegt 

gemäss  der  Rechtsprechung  dann  vor,  wenn  das  Unternehmen  ausserhalb  des  Sitz-

kantons mindestens  in einem  anderen  Kanton  als  dem  Sitzkanton  eine Betriebsstätte 

unterhält  (Hannes  Teuscher/Frank  Lobsiger,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen 

Steuerrecht, Interkantonales Steuerrecht, 1. A., 2011, § 30 N 5). Gemäss Art. 4 Abs. 2 

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und  51  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-

ber 1990  (DBG)  gelten  als  Betriebsstätten  feste  Geschäftseinrichtungen,  in  der  die 

Geschäftstätigkeit  eines Unternehmens  oder  ein  freier  Beruf ganz  oder  teilweise aus-

geübt wird. Betriebsstätten sind insbesondere Zweigniederlassungen, Fabrikationsstät-

ten, Werkstätten, Verkaufsstellen, ständige Vertretungen, Bergwerke und andere Stät-

ten  der  Ausbeutung  von  Bodenschätzen  sowie  Bau-  oder  Montagegestellen  von 

mindestens  zwölf  Monaten  Dauer.  Diese  Voraussetzung  ist  bei  der  Pflichtigen  un-

bestrittenermassen erfüllt. 

b) Dagegen gelten beispielsweise Versicherungsgesellschaften mit Grundstü-

cken in anderen Kantonen, sofern darin keine Betriebsstätten unterhalten werden, nicht 

als  interkantonale  Unternehmen  (Kurt  Locher/Peter  Locher,  Die  Praxis  der  Bundes-

steuern, III. Teil, Interkantonale Doppelbesteuerung, § 7, I B, Nr. 9 und dort zitierte Ur-

teile).  Gleiches  gilt  für  Generalunternehmungen,  Liegenschaftenhändler,  Immobilien-

gesellschaften,  Baugenossenschaften  und  Finanzierungs-  und  Beteiligungsgesell-

schaften  mit  Liegenschaftenbesitz  ausserhalb  des  Sitzkantons  (Kurt  Locher/Peter 

Locher, § 7 I B Nr. 10 bis 12, 15 und 17 und dort zitierte Urteile). Bei solchen Unter-

nehmen, die im Kanton der Liegenschaft keine Betriebsstätte unterhalten, ist der eine 

wirtschaftliche  Einheit  darstellende  Geschäftsgewinn  interkantonal  nicht  im  Umfang 

einer  Quote  auf  die  Kantone  mit  blossem  Liegenschaftenbesitz  aufzuteilen.  Der  Ge-

winn  wird  im  Sitzkanton  besteuert.  Das  Besteuerungsrecht  der  Liegenschaftskantone 

ist  auf  die  Liegenschaftserträge  und  Wertzuwachsgewinne  beschränkt.  Entsprechen-

des  gilt  –  unter  Vorbehalt  der  neuen  Rechtsprechung  zu  den  Ausscheidungs- 

verlusten – hinsichtlich der Betriebsverluste. 

c) Bei den vom Bundesgericht am 7. Oktober 2011 und 1. Mai 2013 beurteil-

ten Fällen handelte es sich um keine interkantonale Unternehmen im erwähnten Sinn, 

sondern  um  eine  Versicherungsgesellschaft  resp.  um  einen  Liegenschaftenhändler. 

Beide  Unternehmen  besassen  ausserhalb  des  Kantons  Zürich  zwar  Liegenschaften 

(als  Kapitalanlage  resp.  Handelsware),  unterhielten  jedoch  keine  Betriebsstätten  im 

dargelegten Sinn. Nach dem interkantonalen Doppelbesteuerungsrecht tragen die Lie-

genschaftskantone  (ohne  Betriebsstätten)  keine  quotenmässigen  Anteile  am  einheitli-

chen Unternehmensgewinn oder am Verlust. Da das interkantonale Steuerrecht nur die 

Steuerhoheiten verschiedener Steuerhoheiten voneinander abgrenzt, jedoch den Kan-

tonen mit monistischen System  – vorbehältlich der neuen Praxis zur Vermeidung von 

Ausscheidungsverlusten  –  nicht  vorschreibt,  ob  ein ausscheidungsrechtlich  dem  Kan-

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ton Zürich zugewiesener Gewinn oder Verlust bei der Einkommens- resp. Gewinnsteu-

er- oder Grundstückgewinnsteuer zu berücksichtigen sei, handelte es sich so betrach-

tet  bei  den  oben  erwähnten  Fällen  um  innerkantonale  Sachverhalte,  für  welche  das 

interkantonale  Doppelbesteuerungsrecht  keine  vom  zürcherischen  Recht  abweichen-

den  steuerlichen  Vorschriften  vorsieht.  Dies  mit  der  Konsequenz,  dass  eine  Verrech-

nung des zürcherischen Gesamtbetriebsverlusts mit Wertzuwachsgewinnen im Kanton 

Zürich zu unterbleiben hatte. 

d) Weist ein im Kanton Zürich domiziliertes Unternehmen mit ausserkantona-

len  Betriebsstätten  verrechenbare  Verlustvorträge  gemäss  §  70  Abs.  1  StG  bzw.  zu-

sätzlich  einen  Betriebsverlust  im  aktuellen  Geschäftsjahr  aus,  so  partizipieren  nebst 

dem Hauptsteuerdomizil auch die ausserkantonalen Betriebsstätten an diesen Verlus-

ten.  Die  Festlegung  der  Quoten  der  dem  Hauptsteuerdomizil  und  den  Betriebsstätte-

kantonen zuzuweisenden Verlustanteile hat nach einem einheitlichen, für alle Kantone 

gleichermassen  geltenden  Ausscheidungskriterium  zu  erfolgen.  Der  Umstand,  dass 

das  kantonale  Steueramt  aufgrund  der  anhaltenden  Verlustsituation  aus  Praktikabili-

tätserwägungen  und  in  Anwendung  der  sog.  Gesamtverlustverrechnungstheorie  

(vgl.  hierzu Kreisschreiben  Nr.  24  der  Schweizerischen Steuerkonferenz vom  17.  De-

zember  2003;  Kreisschreiben  Nr.  27  vom  15.  März  2007,  Fall  11;  René  Matteotti,  

in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Interkantonales  Steuerrecht,  1.  A., 

2011, § 34 N 49) bei der Gewinnsteuer bislang auf eine interkantonale Ausscheidung 

der Verlustbetreffnisse verzichtet hat, vermag selbstredend an der interkantonalen Na-

tur der auf die Betriebsstättekantone entfallenden Verlustanteile nichts zu ändern.  

e) Partizipieren auch ausserkantonale Betriebsstätten bzw. Betriebsstättekan-

tone an den Verlustvorträgen eines interkantonalen Unternehmens, kann es sich aber 

nicht  mehr  um  einen  rein  innerkantonalen  Sachverhalt  gemäss  Urteil  des  Bundesge-

richts  vom  7.  Oktober  2011  (2C_747/2010)  handeln.  Denn  die  Pflichtige  ist  ein  inter-

kantonales Unternehmen mit Zweigniederlassungen (Betriebsstätten) in den Kantonen 

F, G, H, I und J. Sie weist gemäss ihrer Gewinnsteuererklärung  2005 Verlustvorträge 

von Fr. 124'898'611.- (bei der Staatssteuer) und Fr. 49'119'028.- (bei der direkte Bun-

dessteuer)  auf.  Die  bei  der  Zürcher  Staatssteuer  ausgewiesenen  Verluste  sind  aller-

dings  für  die  interkantonale  Steuerausscheidung  nicht  massgebend,  weil  diese  in  er-

heblichem  Umfang  auf  das 

im  Kanton  Zürich  geltende  monistische  System 

zurückzuführen  sind,  gemäss  welchem  Grundstückgewinne  –  auch  auf  Geschäftslie-

genschaften – mit der Grundstückgewinnsteuer erfasst und dementsprechend von der 

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zürcherischen  Gewinnsteuer  freigestellt  werden.  Auf  das  Zürcher  Steuersystem  kann 

jedoch  bei  der  interkantonalen  Steuerausscheidung  keine  Rücksicht  genommen  wer-

den.  Trifft  in der  Steuerausscheidung  ein  Kanton  mit  monistischem  System  auf  einen 

Kanton mit dualistischem System, müssen zum Zweck vergleichbarer Verhältnisse die 

Grundstückgewinne in die Steuerausscheidung einbezogen werden (BGr, 1. Mai 2013, 

2C_243/2011). Somit ist zur Ermittlung der ausserkantonalen Verlustanteile von berei-

nigten Verlustvorträgen in der Grössenordnung von ca. 49 Mio. Franken auszugehen. 

Wie hoch der ausserkantonale Anteil ist, steht nicht fest, da aufgrund der anhaltenden 

Verlustsituation in den letzten Jahren die Verlustbetreffnisse nicht interkantonal ausge-

schieden  wurden.  Müsste  eine  Ausscheidung  erfolgen,  wäre  diese  nach  Auffassung 

des kantonalen Steueramts vom 4. September 2013 nach Produktionsfaktoren (Perso-

nalaufwand,  Mietkosten,  Lage  der  Aktiven)  vorzunehmen,  wobei  dem  Sitzkanton  ein 

Vorausanteil  von  10%-20%  zukäme.  Da  allein  die  Lohnkosten,  denen  bei  der  betref-

fenden  Ausscheidungsmethode  das  grösste  Gewicht  zukommt,  im  Sitzkanton  Zürich 

rund 66% und in den Betriebsstättekantonen rund 34% betragen, beläuft sich der aus-

serkantonale Verlustanteil der ausserkantonalen Betriebsstätten  – unter Einbezug der 

übrigen  Faktoren  –  auf schätzungsweise 14-24%  des  bereinigten  Verlustvortrags  von 

rund  49  Mio.  Franken.  Der  daraus  resultierende  Anteil  von  über  sechs  Mio.  Franken 

übersteigt  den  besteuerten  Grundstückgewinn  von  Fr. 1'723'600.-  (zuzüglich  iterativ 

ermittelte Grundstückgewinn- und direkte Bundessteuern von Fr. 485'897.-, die im Fal-

le einer Verrechnung des Grundstücksgewinns mit dem Verlustvortrag gänzlich dahin-

fallen),  deutlich.  Somit  ist  der  –  nach  Wegfall  der  Steuern  –  bereinigte  Gewinn  von 

Fr. 2'209'497.- 

(besteuerter  Gewinn  Fr.  1'723'600.-  +  Grundstückgewinnsteuer 

Fr. 339'400.- + direkte Bundessteuer Fr. 146'497.-) mit dem Verlustvortrag zu verrech-

nen.  

Hinsichtlich der Bundessteuer ist zu anmerken, dass diese von der Vorinstanz 

zu Unrecht bei den Anlagekosten angerechnet wurde, weil aufgrund der Verlustvorträ-

ge bei der direkten Bundessteuer 2005 kein steuerbarer Gewinn resultierte. Würde die 

Verlustverrechnung nicht zugelassen, wäre die Grundstückgewinnsteuer unter Anrech-

nung der Grundstückgewinnsteuer bei den Anlagekosten auf Fr. 363'820.- zu erhöhen. 

4. Der Antrag, die bereits bezahlte Grundstückgewinnsteuer inklusive geleiste-

ten Ausgleichszins zurückzuzahlen, beschlägt eine Materie des Steuerbezugs, welche 

nicht  in  den  sachlichen  Zuständigkeitsbereich  des  Steuerrekursgerichts  fällt.  Diesbe-

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züglich ist das Gemeindesteueramt der Gemeinde D zuständig (§ 172 StG). Somit ist 

auf diesen Antrag nicht einzutreten.  

5.  Aufgrund  dieser  Erwägungen  ist  der  Rekurs  gutzuheissen,  soweit  darauf 

einzutreten  ist,  und  ist  die  der  Pflichtigen  auferlegte  Grundstückgewinnsteuer  von 

Fr. 339'400.- auf Fr. 0.- herabzusetzen. 

6. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens der 

Rekursgegnerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  gegen  den  Einspracheentscheid  der  Grundsteuerkommission  D  vom 

12. Juli 2012 wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die der Rekurren-

tin auferlegte Grundstückgewinnsteuer  wird  von  Fr.  339'400.-  auf  Fr.  0.-  herabge-

setzt.  

[…] 

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