# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e5e1db1-e0d6-5394-a3c3-8232ea7f6e88
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-11-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 01.11.2004 SB 2003 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-66_2004-11-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 01. November 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 03 66 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Schäfer und Vital 
Aktuarin Mosca

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In der strafrechtlichen Berufung

des AX., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos, Post-
fach, Postgasse 5, 9620 Lichtensteig,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses K. vom 13. Februar 2003, mitgeteilt am 
20. November 2003, in Sachen gegen BX., Angeklagter und Berufungsbeklagter, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Jürg Tarnutzer, Hartbertstrasse 1, 7002 
Chur, 

betreffend fahrlässige Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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A. BX. wurde am 23. November 1966 in A. geboren und ist in B. mit einem 
älteren Bruder bei den Eltern aufgewachsen. In B. besuchte er sechs Jahre die Pri-
mar- und drei Jahre die Sekundarschule. Danach machte er eine vierjährige Lehre 
als Elektromonteur. Nach zwei Jahren Tätigkeit als Elektromonteur bei den Minera-
lquellen C. begann er bei der Firma D. in E. als Krantechniker zu arbeiten. Er arbei-
tete dort bis 1995 und machte sich dann bei der Firma F. Kranservice, G., selbstän-
dig. Die Firma verkauft Kräne, der Schwerpunkt liegt aber bei der Betreuung und 
Wartung von Kränen. BX. ist Inhaber der Firma. Seit 1998 ist er im Ausbildungszen-
trum des Schweizerischen Baumeisterverbandes CX. als Referent in der Kranfüh-
rerausbildung tätig und gibt hin und wieder Kurse. Seit dem Jahre 2000 ist er dort 
auch Prüfungsexperte und nimmt Kranführerprüfungen ab. BX. verdient monatlich 
rund Fr. 6'000.-- netto. Er besitzt ein Einfamilienhaus, das mit einer Hypothek in der 
Höhe von Fr. 410'000.-- belastet ist.

BX. ist mit H. verheiratet und hat zwei Töchter im Alter von sechs Jahren 
beziehungsweise drei Jahren.

BX. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister nicht eingetragen. Gemäss 
Leumundsbericht des Polizeipostens DX. vom 10. Mai 2002 mussten sich weder 
dieser noch die Gemeindebehörden von G. im negativen Sinn mit BX. befas-
sen.

B. a) Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. Juli 2002 im Wesentlichen folgender 
Sachverhalt zugrunde: Im Rahmen der Arbeiten für die Verbindungsstrasse zwi-
schen I. und dem Autobahnanschluss I. Süd der J. wurde im Jahre 1997 eine Brücke 
über den K. gebaut. Für einen Teil der Zufahrt und die Errichtung der Brücke wurde 
eine aus den Firmen L., Q., M., N., und O., P., bestehende Arbeitsgemeinschaft 
gebildet. Ende August 1997 wurde links des K.s ein Baukran der Marke BPR, Typ 
GT 229 B3 mit einem Gewicht von 109'250 kg aufgebaut und in Betrieb genommen. 
Zuvor hatte die Arbeitsgemeinschaft eine Kranbahn von etwa 12 m Länge erstellt; 
diese wies ein Gefälle von 2,7 % auf. - Am 12. Dezember 1997 sollte der Kran nach 
vorne gefahren werden; die Schienen waren in der Zwischenzeit auf 16.75 m ver-
längert worden. Der Kran konnte bei diesem Manöver nicht rechtzeitig gebremst 
werden, fuhr auf die Puffer auf und kippte nach vorn. Die auf dem Fahrwerk stehen-
den Kranführer AX. und R. sprangen kurz vor dem Aufprall ab. Dabei erlitt AX. eine 
Trümmerfraktur am linken Bein sowie eine Fraktur an der rechten Hand. In der Folge 
entwickelte sich im linken Knie eine Gonarthrose, was das Einsetzen einer Total-

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prothese nach sich zog; AX. hinkt stark und kann nicht mehr als Kranführer arbeiten. 
R. brach sich das rechte Fersenbein. Der Kran wurde beim Unfall total zerstört; der 
Schaden soll  530'000 Franken betragen.

b)  BX., der Inhaber der Firma F. Kranservice, G., führt für die Firma L. 
Arbeiten an Kranen der Marken BPR und Potain aus. Er erhielt von der Firma L. die 
Mitteilung, dass man beabsichtige, auf der Baustelle in I. einen Kran aufzustellen 
und dass die Kranbahn ein Gefälle aufweise. Er ergänzte darauf am 8. August 1997 
auf dem Werkhof der Firma L. in Q. zusammen mit Hilfspersonen das mit zwei Mo-
toren bestückte Original-Fahrwerk des für diese Baustelle vorgesehenen Krans um 
zwei weitere Original-Motoren des Herstellers. Nachdem der Kran aufgestellt und in 
Betrieb genommen war, erhielt er vom Chefmonteur der L. einen Anruf, wonach 
wegen der Länge der Kranbahn Bedenken bestünden. Er begab sich daher am 9. 
September 1997 vor Ort, und man führte mit dem Kran Fahrproben durch. Dabei 
gelangte BX. zur Annahme, dass bei der zur Verfügung stehenden kurzen Fahrstre-
cke die Gefahr bestehe, dass der Kran wegen des Antriebs der vier Motoren bei 
einer Bremsung nicht rechtzeitig zum Stehen gebracht werden und gegen die Puffer 
am Ende der Kranbahn fahren könnte. Er nahm daher am Schaltkasten des Krans 
eine Änderung vor, die bewirkte, dass der Kran im Falle einer Verschiebung nach 
vorne ohne Vortrieb der Motoren lief. Darauf soll er dem Polier der Firma M., S., und 
AX., Angestellter der Firma L., mündlich erklärt haben, was er gemacht habe und 
wie der Kran zu verschieben sei. Am 10. September 1997 schrieb BX. der Firma L., 
dass es nicht möglich sei, mit Motorenkraft talwärts zu fahren. Nach Angabe des 
Poliers werde nicht sehr viel gefahren, er habe die Steuerung aus diesem Grunde 
abgeändert. Der Kranführer bediene das Kranfahrwerk normal von der Kabine aus. 
Die Bergfahrt funktioniere normal mit der ersten Stufe gesichert über den Fahrwer-
kendschalter; bei der Talfahrt öffneten hingegen nur die ebenfalls über den Fahr-
werkendschalter gesicherten Bremsen. Falls die Kranfahrbahn verlängert werde, 
müsse man die Situation neu einschätzen.

c) Bis zum 12. Dezember 1997 kam es fünf bis sieben Mal zu Vorwärts-
fahrten mit dem Kran, wobei sich AX. teils oben in der Führerkabine, teils unten am 
Schaltkasten befand. Die Kranbahn war in der Zwischenzeit von 12 m auf 16,75 m 
verlängert worden. Am 12. Dezember 1997 erhielt AX. den Auftrag, den Kran nach 
vorn zu verschieben. Er rief R., der sich oben in der Kabine befand, hinunter. AX. 
löste in der Zwischenzeit die Klemmen an den Rädern. Er drückte darauf am Schalt-
kasten mehrmals kurz die Taste TAv. R. schaute dabei zu um zu lernen, wie das 
Verschieben des Krans durchgeführt wird. Nachdem der Kran zunächst ruckweise 

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nach vorn gefahren war, begannen die Motoren zu rauchen und die Bremswirkung 
liess nach. Als die beiden Kranführer feststellten, dass der Kran gegen die Puffer 
prallen würde, sprangen sie vom Fahrwerk.

C. Mit Verfügung vom 16. Februar 1998 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden eine Strafuntersuchung, welche ab 11. Mai 1999 wegen des Verdachts 
auf fahrlässige schwere Körperverletzung gegen V., S. und BX. weitergeführt 
wurde. Im Rahmen der Untersuchung beauftragte der Untersuchungsrichter Dr. Ing. 
T. mit der Ausarbeitung einer Expertise über die Ursachen des Unfalles, die am 11. 
Februar 1999 abgeliefert wurde. Der Experte kam darin zum Schluss, die Gründe 
für das Abstürzen des Krans lägen einerseits im Montieren eines Geleises mit einer 
Neigung von 2,7 % ohne gleichzeitige Anpassung des Bremssystems und anderer-
seits in der Modifizierung der elektrischen Schaltung, welche den Bremseffekt der 
elektrischen Motoren eliminiert habe. Da sich nachträglich herausstellte, dass das 
Gewicht des Krans falsch angegeben worden war, wurde der Experte angefragt, ob 
diese Tatsache Auswirkungen auf seine Schlüsse im Gutachten habe. T. äusserte 
sich darauf am 18. Mai 2000 dahin, dass zwar die Bremsreserve damit grösser ge-
worden sei, was aber nur bedeute, dass die Bremsen imstande gewesen seien, den 
Kran im Stillstand zu halten. Die Wärmeentwicklung beim Bremsvorgang sei aber 
immer noch sehr hoch gewesen. Der anlässlich eines Augenscheins vom 8. Juli 
1999 bekannt gewordene Umstand, dass der Kranführer den Kran von unten in Be-
wegung gesetzt und dabei den Schalter TAv betätigt hatte, führte nach den ergän-
zenden Ausführungen des Gutachters dazu, dass dadurch die von BX. vorgenom-
mene elektrische Schaltungsänderung überbrückt worden und der Kran wieder nor-
mal gefahren sei. Schliesslich habe die Tatsache, dass die Kranbahn zur Zeit des 
Unfalls 16,75 m, bei der Inbetriebnahme jedoch lediglich 12 m gemessen habe, auf 
die Schlussfolgerungen des Gutachtens keinen Einfluss.

Der Rechtsvertreter des Angeklagten BX. liess in der Folge beim Ingenieur-
büro U. ein Privatgutachten einholen, das er am 18. Juli 2000 dem Untersuchungs-
richter zustellte. Dieser Experte äusserte sich dahin, dass die Bremsen mit einer 
Reserve von mehr als 50 % genügend dimensioniert  und funktionsfähig gewesen 
seien. Es seien jedoch bei der Kranverschiebung vom 12. Dezember 1997 Vor-
schriften verletzt worden. Für die Bedienung des Krans am Kranfuss hätte der Kran-
führer über einen mit einer Not-Aus-Taste versehenen separaten Schaltkasten ver-
fügen müssen; die Bedienung des Krans ab Elektrokasten durch Betätigen der 
Schütze sei nicht gestattet. Indem dies geschehen sei, habe sich der Kran motorisch 
bewegt, wie wenn BX. keine Änderung vorgenommen hätte. Durch die ungewöhn-

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liche Bedienung des Schützes sei es möglicherweise zu einer Kontaktverschweis-
sung gekommen, wodurch die Motoren nicht mehr hätten abgestellt werden und 
demzufolge die Bremsen nie hätten schliessen können, da  sie ständig mit Strom 
gespiesen worden seien.

D. Mit Eingabe vom 12. April 1999 an die Staatsanwaltschaft Graubün-
den liess AX. im Wesentlichen beantragen, der oder die Verantwortlichen seien 
gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a OHG in Verbindung mit Art. 9 OHG zu verpflichten, ihm 
den erlittenen Schaden nach Art. 41 OR vollumfänglich zu ersetzen und ihm eine 
angemessene Genugtuung nach Art. 47 OR zu bezahlen. Zudem beantragte er die 
Einräumung eines Nachklagerechts.

E. Mit Verfügung vom 25. August 2000 stellte der Untersuchungsrichter 
die Strafuntersuchung gegen V., S. und BX. wegen fahrlässiger schwerer Körper-
verletzung wieder ein. Die Verfahrenskosten wurden auf die Staatskasse genom-
men. 

F. Gegen diese Verfügung beschwerte sich AX. am 18. September 2000 
bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden und beantragte 
im Wesentlichen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Mit Entscheid vom 
20. Dezember 2000, mitgeteilt am 19. März 2001, hiess die Beschwerdekammer 
des Kantonsgerichtes die Beschwerde gut, hob die angefochtene Einstellungsver-
fügung auf und wies die Sache im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft 
Graubünden zurück. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- wurden 
dem Kanton Graubünden auferlegt, welcher den Beschwerdeführer ausseramtlich 
mit Fr. 800.-- zu entschädigen hatte.

Nach Wiederaufnahme des Verfahrens erliess der Untersuchungsrichter am 
12. März 2002 die Schlussverfügung.

G. Am 26. März 2002 liess AX. bei der Staatsanwaltschaft Graubünden 
eine Adhäsionsklage einreichen. Er beantragte, V., S. und BX. seien zu verpflichten, 
ihm eine Genugtuungsentschädigung in der Höhe von mindestens Fr. 100'000.-- 
nebst 5 % Zins ab dem Unfallzeitpunkt (12. Dezember 1997) zu bezahlen. Zudem 
beantragte er in Anbetracht des pendenten Einspracheverfahrens im Sozialversi-
cherungsrecht und des noch nicht abgeschlossenen Strafprozesses die Einräu-
mung eines Nachklagerechts.

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H.  Mit Verfügung vom 1. Juli 2002 wurde die Strafuntersuchung gegen 
V. und S. betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung und fahrlässige Verlet-
zung der Regeln der Baukunde eingestellt. Hingegen wurde BX. mit Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 8. Juli 2002 wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB in Anklagezustand versetzt.

I. Mit Urteil vom 13. Februar 2003, mitgeteilt am 20. November 2003, 
erkannte der Bezirksgerichtsausschuss K.:

„1. BX. wird vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB vollumfänglich und somit 
von Schuld und Strafe freigesprochen.

2. Die Adhäsionsklage von AX. wird auf den Zivilweg verwiesen.

3. a) Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden 
bestehend aus:
Untersuchungsgebühren Fr. 2'085.00
Barauslagen Fr. 16'487.50
Total Fr. 18'572.50
gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

b) Die Kosten des Bezirksgerichts K. bestehend aus:
Gerichtsgebühr Fr. 4'800.00
Barauslagen Fr. 00.00
Total Fr. 4'800.00
gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

c) BX. ist mit einem Betrag in der Höhe von Fr. 7'500.-- aus der 
Staatskasse zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)“

J. Gegen dieses Urteil liess AX. am 11. Dezember 2003 Berufung an den 
Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden erklären. Er beantragt:

„1. Die Ziffern 1,2, und 3 des Urteilsdispositivs des Bezirksgerichts-
ausschusses K. vom 13. Februar 2003 seinen vollumfänglich auf-
zuheben.

2. Demnach sei der Angeschuldigte BX. der fahrlässigen schweren 
Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 2 StGB zu verurtei-
len und ihn deswegen angemessen zu bestrafen.

3. Weiter sei der Angeschuldigte BX. zu verpflichten, dem Beru-
fungskläger und Opfer eine Genugtuungsentschädigung in der 
Höhe von Fr. 100‘0000.-- nebst 5 % Verzugszins seit 12. Dezem-
ber 1997 zu bezahlen.

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In Anbetracht des immer noch pendenten Einspracheverfahrens 
im Sozialversicherungsbereich (SUVA) sowie des noch laufenden 
Strafprozesses gegen BX. wird ein Nachklagerecht ausdrücklich 
vorbehalten.

4. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten sowie die Untersuchungs-
kosten seien dem Angeschuldigten aufzuerlegen.

Ferner sei der Angeschuldigte zu verpflichten, die erstinstanzli-
chen Anwaltskosten des Opfers AX. zu bezahlen. Über die Höhe 
des zu bezahlenden Betrages habe das Gericht zu befinden.

Die aus der Staatskasse an BX. in der Höhe von Fr. 7'500.-- zu 
entrichtende Entschädigung sei abzuweisen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

BX. beantragte in seiner Vernehmlassung vom 23. Januar 2004 die kosten-
fällige Abweisung der Berufung. Sodann stellte er den Antrag auf Durchführung ei-
ner mündlichen Berufungsverhandlung. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit 
Schreiben vom 29. Dezember 2003 auf eine Stellungnahme.

K. Am 7. April 2004 fand eine mündliche Verhandlung vor dem Kantons-
gerichtsausschuss von Graubünden statt. Anwesend waren AX. mit seinem Rechts-
vertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Markus Ross, sowie BX. mit seinem privaten Vertei-
diger, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Jürg Tarnutzer. Die Nichte von AX. wurde für 
Übersetzungsdienste beigezogen. BX. wurde anlässlich dieser Verhandlung be-
fragt, was für Massnahmen er ergriffen habe, um das Vorwärtsbewegen des Kranes 
auf der geneigten Bahn zu ermöglichen. Mit Hilfe eines Modelkranes erörterte der 
Angeklagte die getroffenen Massnahmen. Wie im Beschluss des Kantonsgerichts-
ausschusses von Graubünden vom 7. April 2004 (vgl. SB 03/66) festgehalten 
wurde, weisen das Gerichtsgutachten von Dr. Ing. T. und das Privatgutachten von 
Dipl. Ing. ETH U. grosse Widersprüche in Bezug auf den natürlichen Kausalzusam-
menhang des hier interessierenden Unfalles auf. Aufgrund dessen beschloss der 
Kantonsgerichtsausschuss das Berufungsverfahren zu sistieren und ein Obergut-
achten einzuholen. In der Folge ernannte das Kantonsgerichtspräsidium Herrn dipl. 
Masch. Ing. ETH/SIA W. als Sachverständigen für die Erstellung des Obergutach-
tens. Mit Schreiben des Kantonsgerichtspräsidiums vom 29. April 2004 wurden AX. 
und BX. sowie die Staatsanwaltschaft Graubünden über die Ernennung des Exper-
ten sowie über den Inhalt der an den Experten zu stellenden Fragen in Kenntnis 
gesetzt. Sie erhielten die Gelegenheit, zu den Fragethemen bis 7. Mai 2004 Stellung 
zu nehmen. Am 7. Mai 2004 liess sich AX. dazu vernehmen und ersuchte das Kan-

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tonsgerichtspräsidium drei Ergänzungsfragen zu stellen. BX. formulierte in seiner 
Vernehmlassung vom 11. Mai 2004 ebenfalls zwei Ergänzungsfragen. Die Staats-
anwaltschaft teilte mit Schreiben vom 3. Mai 2004 mit, keine Bemerkungen zu den 
beabsichtigten Fragethemen zu haben. Am 12. Mai 2004 erhielt dipl. Masch. Ing. 
ETH/SIA W. den Auftrag, das Obergutachten zu erstellen. Am 23. August 2004 
wurde das Obergutachten dem Kantonsgericht zugestellt.

L. Mit Verfügung vom 30. August 2004, mitgeteilt am 31. August 2004, 
wurde das Obergutachten von Herrn dipl. Masch. Ing. ETH/SIA W. vom 19. August 
2004 samt Beilagen den beiden Rechtsanwälten lic. iur. Markus Roos und Dr. iur. 
Hans-Jürg Tarnutzer sowie der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis und Stellungnahme 
zugestellt. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass eine weitere mündliche Verhand-
lung nicht stattfinden werde. Am 9. September 2004 liess sich AX. zum Obergut-
achten vernehmen. Die Stellungnahme von BX. datiert vom 8. Oktober 2004.

Auf die weiteren Ausführungen zur Begründung der Anträge, auf die Erwä-
gungen im angefochtenen Urteil sowie auf das eingeholte Obergutachten wird, so 
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirke und ihrer Ausschüsse können der Verur-
teilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erheben (Art. 
141 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG kann das Opfer in gleichem 
Umfang wie der Angeklagte auch in der Strafsache selbst Berufung einlegen, sofern 
sich der Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilforderung auswirken kann. Diese 
Rechtsstellung besitzt das Opfer bei Anfechtung von Strafurteilen aber nur, wenn 
es sich von vornherein als Zivilkläger am Verfahren beteiligt hat (Padrutt, Kommen-
tar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 1996, S. 334 
mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat AX. schon während des Untersu-
chungsverfahrens eine Adhäsionsklage eingereicht. Als Opfer des Kranunfalles ist 
er zweifellos legitimiert, sowohl im Zivilpunkt (vgl. Art. 133 StPO) als auch Schuld-
punkt Berufung zu erheben, zumal der angefochtene Strafentscheid den Zivilan-
spruch zu beeinflussen vermag (vgl. BGE 120 Ia 108). Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung ist somit einzutreten. 

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2. a) Nach Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB wird mit Gefängnis oder mit 
Busse bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit 
schwer schädigt.

AX. erlitt infolge des Unfalles vom 12. Dezember 1997 eine proximale intra-
articuläre Tibia-Trümmerfraktur links mit massiver Impression des lateralen Tibiap-
lateaus mit dorsalem Compartement-Syndrom sowie eine intraarticuläre Mittelpha-
lanxbasisfraktur. In der Folge entwickelte sich eine posttraumatische Gonarthrose 
links, was die Implantation einer Totalprothese nach sich zog. Es steht ausser Zwei-
fel, dass die vom Berufungskläger erlittenen Verletzungen als schwer in Sinne von 
Art. 125 Abs. 2 StGB zu qualifizieren sind, weshalb an dieser Stelle nicht weiter 
darauf einzugehen ist.

b) Fahrlässig begeht der Täter ein Verbrechen oder Vergehen, wenn die 
Tat darauf zurückzuführen ist, dass er die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwid-
riger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat (Art. 
18 Abs. 3 Satz 1 StGB). Ein Schuldspruch wegen eines Fahrlässigkeitsdelikts setzt 
somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht ver-
ursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt 
der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit 
bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müs-
sen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat (Art. 
18 Abs. 3 Satz 2 StGB). Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, 
bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach die-
sen Vorschriften. Fehlen solche, kann auf analoge Regeln privater oder halbprivater 
Vereinigungen abgestellt werden, sofern diese allgemein anerkannt sind. Das 
schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine Rechts-
grundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gestützt werden kann. Grund-
voraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin für die 
Fahrlässigkeitshafung ist die Voraussehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führen-
den Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mindestes in seinen we-
sentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der Täter 
eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte voraussehen beziehungsweise 
erkennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab 
der Adäquanz. Danach muss sein Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen 
herbeizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu vernei-
nen, wenn ganz aus-sergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden eines Drit-

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ten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit denen 
schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie 
als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so 
alle anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten des Ange-
klagten - in den Hintergrund drängen (vgl. zum Ganzen BGE 129 IV 284 f., 124 IV 
64 f. mit weiteren Hinweisen). Die blosse Vorhersehbarkeit des Erfolgseintritts er-
laubt es freilich nicht ohne weiteres, ihn auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters 
zurückzuführen. Vielmehr stellt sich die weitere Frage, ob der Erfolg überhaupt ver-
meidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf untersucht und geprüft, 
ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Da sich 
dies nicht mit Gewissheit beweisen lässt, reicht es für die Zurechnung aus, wenn 
das Verhalten des Täters mindestes mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit 
oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bil-
dete (vgl. BGE 121 IV 290).

c) Wie bereits ausgeführt, richtet sich das Mass der im Einzelfall zu be-
achtenden Sorgfalt in erster Linie nach bestehenden, der Unfallverhütung und der 
Sicherheit dienenden Normen, welche ein bestimmtes Verhalten gebieten (vgl. BGE 
127 IV 34 E. 2a mit Hinweisen). Das Gleiche gilt für entsprechende allgemein aner-
kannte Verhaltensregeln, auch wenn diese von einem privaten oder halböffentlichen 
Verband erlassen wurden und keine Rechtsnormen darstellen. Für die Verschie-
bung eines Krans bestehen in der Schweiz keine spezifischen Vorschriften. Das 
Europäische Komitee für Normung (CEN) hat aber Leitsätze zur Risikobeurteilung 
für die Sicherheit von Maschinen aufgestellt. Die Europäische Norm 1050 wurde 
vom CEN am 22. August 1996 angenommen. CEN-Mitglieder sind die nationalen 
Norminstitute von verschiedenen Ländern. Auch die Schweizerische Normen-Ver-
einigung (SNV) ist CEN-Mitglied. Die Europäische Norm EN 1050:1996 hat den Sta-
tus einer Schweizer Norm und ist am 1. Mai 1997 für die Schweiz in Kraft getreten. 
Die Norm SN/EN 1050 stellt allgemeine Leitsätze für das als Risikobeurteilung be-
kannte Verfahren auf, indem die Kenntnisse und Erfahrungen über die Konstruktion, 
den Einsatz, das Zwischenfall- und Unfallgeschehen und über Schäden im Zusam-
menhang mit Maschinen zusammengetragenen werden, um die  Risiken in allen 
Lebensphasen der Maschine zu beurteilen. In diesem Zusammenhang zu erwäh-
nen ist auch die SN/EN 292-1, welche allgemeine Gestaltungsleitsätze für die Si-
cherheit von Maschinen aufstellt. Die SN/EN 954-1 hat ebenfalls den Status einer 
Schweizer Norm und enthält sicherheitstechnische Anforderungen und Hinweise 
auf Gestaltungsleitsätze von sicherheitsbezogenen Teilen von Steuerungen.

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Die vorstehend genannten Bestimmungen sind sehr allgemein formuliert und 
erfassen nicht alle denkbaren Situationen. Aus diesem Grund ist vorliegend auch 
der Grundsatz des allgemeinen Gefahrensatzes zu beachten, wonach derjenige, 
der eine Gefahr schafft, alles zur Vermeidung der Verletzung fremder Rechtsgüter 
Zumutbare vorzukehren hat (vgl. BGE 106 IV 80; 122 IV 17 E. 2b/aa mit Hinweisen). 
Mit anderen Worten begründet er eine gewisse Verkehrssicherungspflicht, welche 
sicherlich auch den Kranmonteur trifft. Dabei stellt sich allerdings die Frage, welche 
Massnahmen konkret zu treffen waren, damit sich die durch die gefährliche Tätigkeit 
geschaffene Gefahr nicht verwirklichen konnte. Vorliegend gilt es zu berücksichti-
gen, dass der Kran nicht auf einer horizontalen Bahn verschoben wurde, sondern 
die Neigung der Fahrbahn am Unfallort 2.7 % betrug. Diese Konstellation stellt einen 
Sonderfall dar und erfordert besondere Vorsichtsmassnahmen. Auf die entschei-
dende Frage, ob vorliegend alle zumutbaren Massnahmen getroffen worden sind, 
um der Gefahr angemessen zu begegnen, wird weiter hinten eingegangen.

d) Träger von Sorgfaltspflichten sind in erster Linie Personen, die unmit-
telbar an der risikobehafteten Tätigkeit beteiligt sind. Die Verantwortung kann sich 
aber kraft Gesetz, Vertrag, dienstlicher Stellung oder unmittelbar aufgrund von Art. 
18 Abs. 3 StGB auch auf weitere Leute erstrecken, welche innerhalb ihres Aufga-
benbereichs für die Einhaltung des zulässigen Risikos zu sorgen haben (Rehberg, 
Strafrecht I, 6. Aufl., Zürich 1996, S. 243). Vorliegend steht ausser Zweifel, dass BX. 
im Zusammenhang mit der Verschiebung des fraglichen Krans Träger von Sorg-
faltspflichten war. BX., Inhaber der Firma F. Kranservice, G., führte für die Firma L. 
an Kranen Arbeiten aus, soweit es Krane der Marken BPR und Potain betraf. An-
lässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 11. Mai 1999 führte BX. 
aus, er habe von der Firma L. die Mitteilung erhalten, man beabsichtige, auf der 
Baustelle in I. einen Kran aufzustellen, dessen Kranbahn eine Neigung aufweise. 
Am 8. August 1997 habe er dann auf dem Werkhof der L. in Q. zusammen mit Hilfs-
personen aus der Montagegruppe der L. das mit zwei Motoren bestückte Original-
Fahrwerk des für die besagte Baustelle vorgesehenen Krans um zwei weitere Ori-
ginal-Motoren des Herstellers ergänzt. Nachdem der Kran aufgestellt und in Betrieb 
genommen worden sei, habe er vom Chefmonteur der L. einen Anruf erhalten, wo-
nach wegen der Länge der Kranbahn Bedenken bestehen würden. Aus diesem 
Grund habe er sich am 9. September 1997 nach I. begeben und habe Probefahrten 
mit dem Kran durchgeführt. Dabei sei er zum Schluss gelangt, dass bei der zur 
Verfügung stehenden kurzen Fahrstrecke die Gefahr bestehen würde, der Kran 
würde bei einer Bremsung wegen des Antriebs der vier Motoren nicht rechtzeitig 
zum Stillstand gebracht und gegen die Puffer am Ende der Kranbahn prallen. Aus 

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diesem Grund habe er von sich aus eine Änderung am Schaltkasten vorgenommen, 
welche bewirkt habe, dass der Kran im Falle einer Verschiebung nach vorne ohne 
Vortrieb der Motoren habe fahren können. Anlässlich der Einvernahme vom 20. Ja-
nuar 1998 führte BX. sodann aus, am 8. oder 9. September 1997 habe er den Polier 
S. und den Kranführer AX. mündlich instruiert, wie der Kran zu verschieben sei. Die 
Aussagen von BX. selber zeigen, dass er von der Firma L. gerade aus dem Grund 
beigezogen wurde, um die Problematik der Verschiebung des Krans auf der geneig-
ten Fahrbahn zu lösen. BX. ist von Beruf Elektromonteur und verfügt als Krantech-
niker über eine mehrjährige Berufsausbildung. Seit 1998 beschäftigt er sich mit der 
Ausbildung von Kranführern und erteilt hin und wieder Kurse. Seit dem Jahre 2000 
ist er als Prüfungsexperte tätig und nimmt Kranführerprüfungen ab. Gemäss seinen 
Aussagen hatte er vor dem fraglichen Unfall schon mehrere Krane gleicher Bauart 
im Brückenbau auf einer geneigten Bahn verschoben. Er ist somit als Fachmann 
auf diesem Gebiet zu bezeichnen und wurde aus diesem Grund von der  L. für diese 
delikate Aufgabe beigezogen. Entgegen der Ansicht des Berufungsbeklagten war 
er nicht lediglich Ausführungsorgan der L., sondern nahm weitgehend selbständig 
Verantwortung wahr. So nahm er von sich aus eine Änderung am Schaltkasten vor, 
welche bewirken sollte, dass der Kran im Falle einer Verschiebung nach vorne ohne 
Vortrieb der Motoren fahren könne, zumal er die Befürchtung hatte, dass aufgrund 
der zur Verfügung stehenden kurzen Fahrstrecke der Kran bei einer Bremsung nicht 
rechtzeitig zum Stillstand gebracht und gegen die Puffer am Ende der Kranbahn 
prallen würde (vgl. auch Schreiben vom 10. September 1997 von BX. an die L., act. 
2.5). Schliesslich lag auch die Instruktion von AX. in der Verantwortung von BX.. 
Die Tatsache, dass BX. Träger der im vorliegenden Fall interessierenden Sorgfalts-
pflichten war, wird auch durch das Schreiben von EX. von der FX. AG vom 2. August 
2004 an W. bestätigt (Beilage 4 zum Gutachten von dipl. Masch. Ing. ETH/SIA W.). 
EX. war technischer Leiter der Baustelle auf der K.brücke. In seinem Schreiben an 
den Obergutachter führte er aus, mit dem Kranzentrum sei vereinbart worden, dass 
Schiftungen zum Turmausgleich der Neigung hergestellt und sodann bei der Mon-
tage eingebaut würden, damit der Kran immer im Lot stehen würde. Die Montage 
des Krans sei von der F. Kranservice beziehungsweise BX. unter Mithilfe von zu-
sätzlichem Personal des Kranzentrums ausgeführt worden. Schliesslich gelangte 
auch der Obergutachter im Verlaufe seiner Abklärungen zum Schluss, dass BX. für 
die Firma L. über den rein elektrischen Bereich hinaus als Kranspezialist tätig war 
(vgl. Obergutachten S. 9). Für den Kantonsgerichtsausschuss besteht aufgrund all 
dieser Umstände kein Zweifel, dass BX. nicht nur für die Montage des Fahrwerks 
zuständig war, sondern auch die wesentlichen Entscheidungen in Bezug auf die 

13

Verschiebung des Krans auf der geneigten Bahn geprägt hat. Insbesondere hat er 
auch die Instruktion des Kranführers AX. durchgeführt.

3. Im folgenden gilt es nun zu prüfen, ob BX. Sorgfaltspflichten verletzt 
hat, welche als Ursache für die schweren Körperverletzungen von AX. anzusehen 
sind. Um diese Frage beantworten zu können, hat das Kantonsgericht ein Obergut-
achten von dipl. Masch. Ing. ETH/SIA W. eingeholt. Im Zusammenhang mit Gutach-
ten gilt es allgemein festzuhalten, dass es im pflichtgemässen Ermessen liegt, 
Sachverständige beizuziehen, welche aufgrund ihrer besonderen beruflichen oder 
privaten Kenntnisse zur Beurteilung der jeweiligen Fachfragen geeignet erscheinen. 
Der Sachverständige ist Entscheidungshilfe des Richters, dessen Wissen er durch 
besondere Erfahrungs- und Wissenssätze aus seinem Gebiet ergänzt (BGE 118 Ia 
145; Hauser, Kurzlehrbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich 
1984, S. 178, Helfenstein, Der Sachverständigenbeweis im schweizerischen Straf-
prozess, Diss. Zürich 1978, S. 1 ff., Padrutt, a.a.O., S. 231). Das Gericht ist nicht an 
den Befund oder die Meinungsäusserung des Gutachters gebunden. Es kann viel-
mehr, wenn es das Gutachten für unzureichend hält, davon abweichen oder ein 
überarbeitetes Gutachten vom gleichen Experten verlangen (BGE 118 Ia 146; SJZ 
90 (1994) Nr. 15, S 273). In technischen Fragen hält sich das Bundesgericht im 
Rahmen seiner Kognition an die Auffassung des Experten, sofern diese nicht offen-
sichtlich widersprüchlich erscheint oder auf irrtümlichen tatsächlichen Feststellun-
gen beruht (BGE 110 Ib 52 E. 2; 101 Ib 408). Grundsätzlich ist ein Abweichen von 
der Expertise nur aus triftigen Gründen zulässig (BGE 107 IV 8; 102 IV 225 E. 7b). 
Weicht das Gericht von den Folgerungen des Gutachters ab, hat es dies zu begrün-
den. Wie noch zu zeigen sein wird, stellt das Kantonsgericht im vorliegenden Fall 
weitgehend auf die detaillierten und schlüssigen Ausführungen des Oberexperten, 
dipl. Masch. Ing. ETH/SIA W., ab. Dr. Ing. T., der im Rahmen der Untersuchung des 
Untersuchungsrichters mit der Ausarbeitung einer Expertise über die Ursachen des 
Unfalls beauftragt worden war, kam im Übrigen im Resultat zu ähnlichen Schlüssen.

a) BX. hat unbestrittenermassen das Bremssystem installiert, eine Modi-
fikation der elektrischen Schaltung vorgenommen und den Kranführer AX. instruiert. 
In diesem Zusammenhang gilt es nochmals zu betonen, dass es sich bei der Ver-
schiebung eines Krans auf einer mit 2.7% geneigten Fahrbahn um einen Sonderfall 
handelte (vgl. Obergutachten, S. 8, Gutachten Dr. Ing. T. S. 10 und S. 11). Norma-
lerweise wird der Kran auf einer horizontalen Fahrbahn (Neigung 0% mit einer Ab-
weichung von max. 0.2%) verschoben. Gemäss den Ausführungen von dipl. Masch. 
Ing. ETH/SIA W. (Obergutachten S. 5) sind bei einer Neigung der Fahrbahn von 

14

über 1% die normalen Firmen-Betriebsanleitungen nicht mehr zu beachten. Viel-
mehr ist in einem solchen Fall in eigener Verantwortung oder in Zusammenarbeit 
mit der Herstellerfirma nach den Gesetzen der Physik und nach dem Stand der 
Technik zu handeln.

b) BX. macht in Bezug auf das von ihm installierte Bremssystem geltend, 
er habe sich an die Weisungen der D. (vgl. Telefax vom 11. Juli 2000, act. 3.12) 
gehalten und das Original-Fahrwerk um zwei weitere Original-Motoren des Herstel-
lers ergänzt. Die Firma D. bestätigte BX. in einem Telefax vom 11. Juli 2000, dass 
zum Versetzen des fraglichen Krans (GT 229 B3) auf einem Gefälle von 2.7% unter 
anderem folgende Bedingung erfüllt sein muss: 4 Motorschemel des Fahrwerks TB 
315 (= total 4 Motoren à 5.2 kW). Der Obergutachter kommt in seiner Expertise vom 
19. August 2004 hingegen zu einem anderen Schluss. Wie bereits unter Ziff. 2 lit. c 
ausgeführt, war im Unfallzeitpunkt die Europäische Norm EN 1050 auch in der 
Schweiz anwendbar. Mit Hilfe der in EN 1050 vorgeschriebenen Risikoanalyse hätte 
BX. nach den Ausführungen des Obergutachters erkennen müssen, dass beim Ver-
sagen der Bremsen die Kontrolle über den Kran verloren geht, wodurch Leib und 
Leben gefährdet wird. Aus diesem Grund hätte er zwei getrennte (redundante) 
Bremssysteme installieren müssen, von denen jedes allein den Kran hätte abbrem-
sen können (Obergutachten S. 8 und 10). Die Verschiebung des Krans mit nur ei-
nem Bremssystem war somit nach der Ansicht von dipl. Masch. Ing. ETH/SIA W. 
nicht zulässig. Wie noch zu zeigen sein wird, bildete aber das Fehlen des redun-
danten Bremssystems nicht die adäquat kausale Ursache für den Unfall, weshalb 
es sich erübrigt, weitere Ausführungen dazu zu machen.  Nach Darstellung des 
Oberexperten ( Obergutachten S. 15) bildete die Staffelung der Bremskraft hinge-
gen eine Teilursache für den Unfall. Beim Stillsetzen des Kranfahrwerkes wurde 
nämlich zuerst nur ein Teil der Bremskraft aktiviert (Brems-einheit TFr), die soge-
nannte Arbeitsbremse. Wie gross dieses Bremsmoment war, konnte nicht mehr eru-
iert werden, da die Antriebseinheiten entsorgt worden sind. Erst nach 5 bis 7 Se-
kunden wurde auch die Festhaltebremse aktiviert, was zur Folge hatte, dass die 
volle Bremskraft erst nach 5 bis 7 Sekunden zur Verfügung stand. Diese Staffelung 
der Bremskraft ist aber für eine horizontale Kranfahrbahn geeignet und nicht für eine 
Fahrbahn mit einer Neigung von 2.7% (Obergutachten S. 12 und 13). 

c) Nachdem der Kran in I. installiert war, erhielt BX. vom Chefmonteur 
der L. einen Anruf, wonach wegen der Länge der Kranbahn Bedenken bestehen 
würden. Daraufhin begab er sich am 9. September 1997 nach I. und führte Probe-
fahrten mit dem Kran durch. Dabei kam er zum Schluss, dass bei der zur Verfügung 

15

stehenden kurzen Fahrstrecke die Gefahr bestehen würde, der Kran würde bei einer 
Bremsung wegen des Antriebs der vier Motoren nicht rechtzeitig zum Stillstand ge-
bracht und gegen die Puffer am Ende der Kranbahn prallen. Aus diesem Grund 
nahm er von sich aus eine Änderung am Schaltkasten vor, welche zur Folge hatte, 
dass der Kran im Falle einer Verschiebung nach vorne ohne Vortrieb der Motoren 
fahren konnte. Mit Schreiben vom 10. September 1997 teilte BX. sodann der L. mit 
(act. 2.5), der Kran beschleunige sich mit einer Geschwindigkeit von 12.5 m/min 
aufgrund des Gefälles sehr schnell und habe eine lange Verzögerung bis zum Still-
stand. Es sei nicht möglich, talwärts mit Motorenkraft zu fahren. Aus diesem Grund 
habe er die Steuerung abgeändert. Dipl. Masch. Ing. ETH/SIA W. qualifizierte die 
vom Berufungsbeklagten vorgenommene Schaltungsänderung als improvisierte 
Handlung, welche zu einer fragwürdigen, weil nicht kontrollierten Verschiebung des 
Krans geführt habe. So sei die Dauer des „Rollenlassens“ unter Einfluss der 
Schwerkraft des Krans (109259 kg) der Beurteilung des Kranführers überlassen 
worden. Ebenso habe der Kranführer allein die zulässige Fahrgeschwindigkeit be-
stimmt (vgl. Obergutachten S. 10). Die Anforderungen an Sicherheitsstromkreise 
und an die auf diese Kreise einwirkenden Elemente sind in der auch in der Schweiz 
geltenden Europäischen Norm EN 954.1:1996 festgehalten und in Klassen von 1 
bis 4 unterteilt. Gemäss den Ausführungen von dipl. El. Ing. HTL X. (vgl. Beilage 2 
des Obergutachtens, S. 1) entsprachen die Sicherheitsstromkreise des fraglichen 
Kranfahrwerkes maximal der Anforderungsklasse 1, das heisst, ein Fehler im Si-
cherheitsstromkreis führt zum Verlust der Sicherheitsfunktion. Entscheidend ist je-
doch in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Kranführer AX. den Schütz 
mit gelbem Aufsatz TAv statt TAV gedrückt hat (vgl. Einvernahme von AX. vom 30. 
August 2001, act. 6.2, S. 5). Dies hatte nach Ausführungen des Oberexperten 
(Obergutachten S. 11) zur Folge, dass der Kran - nicht wie von BX. mit der Schal-
tungsänderung beabsichtigt - allein mit der Schwerkraft sich fortbewegt hat, sondern 
die Motoren eingeschalten wurden und der Kran mit einer Beschleunigung von 12.5 
m/min gefahren ist. Mit anderen Worten wurde die Schaltungsänderung von BX. 
dadurch, dass AX. den Schütz mit gelbem Aufsatz TAv statt TAV gedrückt hat, über-
brückt. Die Schaltungsänderung war demnach für den Unfall nicht kausal, weshalb 
sich weitere Ausführungen darüber erübrigen.

d) Zu prüfen bleibt somit, ob BX. den Kranführer AX. mangelhaft instruiert 
hat beziehungsweise ob eine den Umständen angemessene Instruktion erfolgt war. 
Um dies beurteilen zu können, ist zunächst darzulegen, worauf der Unfall zurück-
zuführen ist. 

16

aa) Es steht fest, dass AX. am Unglückstag den Kran nicht vom Kranfüh-
rerstand, sondern unten vom Schaltschrank aus bewegt hat. Dies ist nach Ansicht 
des Oberexperten als wichtige Ursache für den Unfall zu qualifizieren (vgl. Obergut-
achten S. 14). Wenn die Verschiebung des Krans durch direktes Einwirken auf das 
Schütz TAv eingeleitet wird, bewirkt dies, dass sämtliche auf dieses Schütz einwir-
kenden Sicherheitseinrichtungen ausser Funktion gesetzt werden, insbesondere 
auch die Notendlageüberwachung. Für das Verschieben des Kranfahrwerkes vom 
Kranfuss aus hätte eine korrekt ausgerüstete Steuerstelle mit Nothaltvorrichtung zur 
Verfügung stehen müssen. Dies war aber vorliegend nicht der Fall. Der fragliche 
Schaltschrank enthielt nach Ausführungen von dipl. El. Ing. HTL X. keine Bedie-
nungselemente für das betrieblich notwendige Verschieben des Kranwerkes (vgl. 
Beilage 2 zum Obergutachten). Die einzige Steuerstelle für das betrieblich notwen-
dige Verschieben des Kranfahrwerkes befand sich demnach im Kranführerstand. 
Kommt hinzu, dass für den Kranführer bei geöffnetem Schaltschrank nur diejenigen 
elektrischen Betriebsmittel frei zugänglich und gefahrlos bedienbar sein dürfen, wel-
che für den ordentlichen Betrieb des Krans notwendig sind. Für das Verschieben 
des Krans hätte somit vorliegend nur der Hauptschalter TDI zugänglich sein müs-
sen. Alle übrigen elektrischen Betriebsmittel müssen gemäss den Erklärungen von 
dipl. El. Ing. HTL X. gegen zufälliges Berühren von spannungsführenden Teilen und 
unbefugtes Betätigen abgedeckt werden, oder es müssen andere gleichwertige 
Schutzmassnahmen ergriffen werden. Vorliegend hatte AX. freien Zugang zum 
Schaltkasten, und es waren auch keine Schutzvorkehrungen getroffen worden, um 
zu verhindern, dass der Berufungskläger die falschen elektrischen Betriebsmittel 
betätigt. Dadurch, dass AX. den Kran vom Schaltschrank anstatt vom Kranführer-
stand aus bediente und keine Schutzmassnahmen gegen unbefugtes Betätigen ge-
troffen worden waren, war es erst möglich, dass der Berufungskläger in der Folge 
den Schütz TAv anstatt TAV drückte. Dies bewirkte, wie bereits ausgeführt, dass 
die Schaltungsänderung von BX. gewissermassen überbrückt wurde und der Kran 
motorisch mit der Geschwindigkeit von 12.5 m/min bewegt wurde. Diese Geschwin-
digkeit wurde seinerseits von BX. anlässlich der Probefahrten vom 9. September 
1997 als zu hoch beurteilt, weshalb er die besagte Schaltungsänderung vorgenom-
men hat (vgl. dazu Brief von BX. vom 10. September 1997 an GX., act. 2.5). Kommt 
hinzu, dass die volle Bremskraft erst nach 5 bis 7 Sekunden zum Tragen kam, da 
die Festhaltebremse erst dann Wirkung zeigte. Wie bereits ausgeführt, war die Staf-
felung der Bremskraft nicht für eine Fahrbahn mit einer Neigung von 2.7% geeignet. 
Schliesslich kann den Einvernahmen von AX. entnommen werden, dass er den 
Schütz TAv mehrmals hintereinander gedrückt hat. Dadurch wurde der Kran jedes 
Mal auf die Nenngeschwindigkeit von 12.5 m/min beschleunigt und dann wieder 

17

abgebremst. Nach Ausführungen des Obergutachters (Obergutachten S. 15) wurde 
durch das mehrmalige Einschalten der Motoren die hoch aufragende Kranmasse 
höchstwahrscheinlich zum Schwingen angeregt. 

bb) Als nächstes stellt sich die Frage, wie die Instruktion von BX. allgemein 
und insbesondere in Bezug auf den Standort des Kranführers bei der Kranverschie-
bung gelautet hat. Zu diesem Zweck sind die Aussagen des Angeschuldigten, der 
Zeugen und von Auskunftspersonen zu konsultieren. Der Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung verbietet eine Rangordnung der verschiedenen Beweismittel. Dem-
nach sind die Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen wie auch jene des Ange-
schuldigten voll gültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung (Niklaus Schmid, 
Strafprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1997, N 290 ff. sowie N 613). Bei der Würdigung 
der Beweise ist weniger die Form, sondern vielmehr der Inhalt, das heisst deren 
innere Autorität massgebend (Schmid, a.a.O., N 290). Entsprechend interessiert im 
Rahmen des Gerichtsverfahrens nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdig-
keit des Angeschuldigten oder von Zeugen, sondern die sachliche Glaubhaftigkeit 
ihrer konkreten Aussagen (Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit 
Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.).

BX. wurde am 20. Januar 1998 polizeilich einvernommen (act. 7.1). Anläss-
lich dieser Einvernahme führte er aus, er habe den Polier S. und den Kranführer 
AX. am 8. oder 9. September 1997, kurz vor Inbetriebnahme des Fahrwerkes, in-
struiert. Er habe dem Kranführer im Führerstand sein Vorgehen bei Verschiebungen 
mit dem Kran erklärt. Er selbst habe sich beim Schaltkasten am Fahrwerk befunden. 
Der Kranführer habe bereits über eine grosse Erfahrung im Bedienen von Baukra-
nen verfügt, weshalb dieser sich oben im Führerstand befunden habe. Am Schalt-
kasten selber habe er lediglich gezeigt, dass bei Arbeitsbetrieb ohne Fahrbetrieb 
der TDI-Leistungsschalter ausgeschaltet werde, um ein versehentliches Verschie-
ben während der Arbeit zu verunmöglichen. Bei Verschiebungen des Krans habe 
der TDI-Leistungsschalter wieder eingeschaltet werden müssen. Dies sei die ein-
zige Instruktion am Schaltkasten gewesen. Das Verschieben des Krans habe 
gemäss seinen Instruktionen vom Führerstand aus gemacht werden müssen und 
nicht vom Schaltkasten aus. Es sei möglich, dass AX. nach Beendigung der Einstel-
larbeiten ihm am Steuerkasten bei der Verschiebung des Krans in Richtung berg-
seits zugeschaut habe. Er habe damals die Steuerung am Schaltkasten bedient. 
Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 22. Juni 2001 (act. 
6.1) bestätigte BX., dass der Schalter „TDI“ nur eingeschaltet werden sollte, wenn 
der Kran bewegt wurde. Dies habe er dem Polier und dem Kranführer mitgeteilt. 

18

Nach der Montage des Schützes sei der Kran mehrmals bewegt worden, wobei AX. 
sich oben in der Kabine befunden habe, während er selber sich beim Steuerkasten 
aufgehalten habe. Er habe AX. über die von ihm vorgenommene Installation des 
Schützes orientiert und ihm dessen Bedeutung erklärt. In seiner Gegenwart habe 
der Kranführer keine Notizen gemacht. Schliesslich erklärte der Berufungsbeklagte, 
er habe den Kran in Gegenwart des Kranführers nie vom Steuerkasten aus mittels 
Betätigen der TAv-Taste nach vorne bewegt. Er habe lediglich die TAr-Taste 
betätigt als alle unten waren und dem Polier gesagt, er solle den Kran wieder 
zurückfahren. AX. führte demgegenüber in der polizeilichen Einvernahme vom 16. 
Dezember 1997 (act. 2.6) aus, er habe nach den Instruktionen von BX. gehandelt. 
Bei mehreren Verschiebungen täglich werde der Kran von der Kabine aus bedient, 
da der Kran dann in der Regel auf Schienen ohne Gefälle stehe. Da der Kran in I. 
nur wenige Male habe verschoben werden müssen und zusätzlich durch „Blockie-
rungen“ gesichert gewesen sei, werde der Kran bei Verschiebungen unten am Steu-
erkasten bedient. Am 8. Juli 1999 wurde der Berufungskläger erneut einvernommen 
(act. 7.6). Als Zeuge erklärte er, am Kran sei ein Steuerkasten montiert. In diesem 
Schaltkasten würden sich drei Knöpfe befinden. BX. habe ihm erklärt, dass er für 
das Vorwärtsfahren den einen und für das Rückwärtsfahren den anderen Knopf drü-
cken solle. Dies habe er sich sofort notiert. BX. habe ihm nicht gesagt, dass er beim 
Vorwärtsfahren in der Führerkabine bleiben solle. Vor dem Unfall habe er den Kran 
fünf bis sieben Mal verschoben. Hiervon sei die Verschiebung drei Mal von unten 
und drei bis vier Mal von oben erfolgt. Am 30. August 2001 führte AX. als Zeuge 
sodann aus (act. 6.2), er sei von der Kabine aus zu BX. hinuntergestiegen. Dieser 
habe ihm sodann gezeigt, was er drücken solle, wenn der Kran hinunterfahre und 
wenn der Kran rückwärts fahre. Davon habe er sich Notizen gemacht und den Zettel 
in den Schaltkasten gelegt. Den Zettel habe er nicht in Anwesenheit von BX. ge-
schrieben. BX. habe in seiner Anwesenheit mehrmals den Kran vom Schaltkasten 
aus vorwärts und rückwärts bewegt.

Die vorstehend wiedergegebenen Aussagen zeigen, dass in Bezug auf die 
Instruktion von BX. grosse Widersprüche bestehen. BX. behauptet im Wesentli-
chen, seine Instruktion habe dahingehend gelautet, das Verschieben des Krans 
habe vom Führerstand aus zu geschehen. Am Schaltkasten selber habe er nur ge-
zeigt, dass bei Arbeitsbetrieb ohne Fahrbetrieb der TDI-Leistungsschalter ausge-
schaltet werde und bei Verschiebungen des Krans wieder eingeschaltet werden 
müsse. BX. schloss sodann nicht aus, dass AX. nach Beendigung der Einstellarbei-
ten ihm am Steuerkasten bei der Verschiebung des Krans in Richtung bergseits 
zugeschaut habe. AX. hingegen machte geltend, BX. habe ihm nicht erklärt, er 

19

müsse beim Vorwärtsfahren in der Kabine bleiben. Vielmehr habe dieser ihm ge-
zeigt, dass er für das Vorwärtsfahren den einen Knopf im Steuerkasten drücken 
müsse und für das Rückwärtsfahren den anderen Knopf. BX. habe in seiner Anwe-
senheit mehrmals den Kran vom Schaltkasten aus vorwärts und rückwärts bewegt. 
Bei den Akten finden sich schliesslich die Aussagen von S., welcher sich ebenfalls 
zum vorliegend interessierenden Thema geäussert hat. Der Polier S. führte am 11. 
Mai 1999 als Angeschuldigter aus (act. 7.4), BX. habe ihm einen Schalter am Fusse 
des Krans gezeigt, der zu betätigen gewesen sei, wenn man eine Verschiebung 
habe vornehmen wollen. Dieser Schalter habe von unten betätigt werden können. 
Am 17. Oktober 2001 erklärte S. als Auskunftsperson (act. 6.3) erneut, BX. habe 
dem Kranführer den TDI Schalter gezeigt und erläutert, dieser Schalter müsse 
betätigt werden, um den Strom einzuschalten. Sodann habe BX. ausgeführt, AX. 
solle schrittweise fahren und nicht in einem Zug. In Bezug auf den Standort des 
Kranführers habe BX. dargelegt, der Kranführer müsse bei einer Verschiebung des 
Krans sich normalerweise in der Kabine aufhalten. Ob BX. gesagt habe, dass der 
Kran auch von unten verschoben werden könne, habe er nicht mitbekommen. Den 
Aussagen von S. kann somit nicht entnommen werden, dass BX. ein absolutes Ver-
bot ausgesprochen hat, den Kran vom Schaltkasten aus zu verschieben, zumal sich 
S. bewusst war, dass der Kran nach den Ausführungen von BX. normalerweise 
von der Kabine aus hat verschoben werden müssen. Bei den Akten liegt sodann ein 
Schreiben vom 10. September 1997 (act. 2.5) von BX. an GX. (Vizedirektor der 
Firma L.). Darin führte er aus :“ ... Im momentanen Zustand fährt der Kran maximal 
5 m, deshalb ist es nicht möglich, talwärts mit Motorenkraft zu fahren. Nach Anga-
ben des Poliers wird nicht sehr viel gefahren, aus diesem Grund habe ich die Steu-
erung abgeändert. Der Kranführer bedient das Kranfahrwerk normal von der Ka-
bine aus. Die Bergfahrt funktioniert normal mit der 1. Stufe gesichert über den Fahr-
werkendschalter, bei der Talfahrt hingegen öffnen nur die Bremsen ebenfalls über 
den Fahrwerkendschalter gesichert. Wenn die Kranfahrbahn verlängert wird, 
müsste man die Situation neu einschätzen ...“ Auch dieses Schreiben deutet darauf 
hin, dass BX. kein absolutes Verbot ausgesprochen hat, den Kran vom Schaltkasten 
aus zu bewegen. Wie den Ausführungen zu den Unfallursachen entnommen wer-
den kann, wäre es aber zwingend gewesen, dass der Kranführer die Verschiebun-
gen vom Kranführerstand vorgenommen hätte. Aber selbst wenn BX. AX. tatsäch-
lich aufgefordert hat, den Kran vom Kranführerstand aus zu verschieben, ist die 
Instruktion als ungenügend zu qualifizieren. Wie mehrfach ausgeführt, handelte es 
sich bei der Verschiebung eines Krans auf einer mit 2.7% geneigten Fahrbahn um 
einen Sonderfall. In dieser sehr speziellen und anspruchsvollen Situation genügt es 
nicht, einen fremdsprachigen Kranführer kurz auf deutsch zu instruieren und dann 

20

die Baustelle zu verlassen. Vielmehr wäre es nach den Ausführungen des Obergut-
achters (vgl. Obergutachten S. 10 und 11) nötig gewesen, zusätzlich zur mündlichen 
Instruktion eine schriftliche Instruktion abzugeben. Darüber hinaus hätte BX. über-
prüfen müssen, ob der Berufungskläger die Instruktion sowohl sprachlich als auch 
inhaltlich begriffen hat und hätte dies mittels Unterschrift des Kranführers bestätigen 
lassen müssen. Eine Kontrolle, ob AX. die Zusammenhänge erfasst hat, hat aber 
offensichtlich nicht stattgefunden. Ansonsten hätte der Berufungskläger den Kran 
nicht vom Schaltkasten aus verschoben und zusätzlich Tasten gedrückt, welche er 
auf gar keinen Fall hätte bedienen dürfen. Zur mündlichen und schriftlichen Instruk-
tion gehört auch die klare Mitteilung, welche Handlungen für den Kranführer verbo-
ten sind (vgl. Obergutachten S. 11). Wie den Ausführungen von BX. selbst anläss-
lich der Einvernahmen vom 20. Januar 1998 und 22. Juni 2001, aber auch den Zeu-
genaussagen von AX. entnommen werden kann, konnte der Berufungskläger zu-
schauen, wie der Berufungsbeklagte den Kran vom Schaltkasten aus bedient hat, 
wobei es streitig ist, ob BX. den Kran nur bergwärts oder auch talwärts verschoben 
hat. Bei der Inbetriebsetzung von technischen Einrichtungen kommt es immer wie-
der vor, dass der Fachmann zwecks Prüfung von Funktionen, Eingriffe vornehmen 
muss, welche nur ihm vorbehalten sind und vom Betreiber nicht nachgeahmt wer-
den dürfen. Aus diesem Grund ist es unabdingbar, dass bei der Instruktion klare 
Verbote ausgesprochen werden. Im vorliegenden Fall hat es der Berufungsbeklagte 
unterlassen, unmissverständliche Verbote in mündlicher und schriftlicher Form 
kundzutun. Dies zeigt nicht nur das vorerwähnte Schreiben von BX. an GX. vom 10. 
September 1997 (act. 2.5), sondern insbesondere auch die Tatsache, dass der Be-
rufungskläger davon ausging, dass er den Kran sowohl von der Führerkabine als 
auch vom Schaltkasten aus habe verschieben dürfen. Zudem war dem Kranführer 
nicht bewusst, dass er im Schaltkasten lediglich den Schalter TDI hätte bedienen 
dürfen, um den Strom ein- beziehungsweise auszuschalten. 

cc) Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Instruk-
tion von BX. nicht den Umständen entsprechend und somit ungenügend war. Der 
Berufungsbeklagte hat es nicht nur unterlassen, zusätzlich zur mündlichen Instruk-
tion eine schriftliche Instruktion abzugeben, sondern es fehlten auch klare Verbote 
sowie die Kontrolle, ob der Berufungskläger die Instruktion sowohl sprachlich als 
auch inhaltlich begriffen hat. 

4. Wie bereits ausgeführt, setzt ein Schuldspruch wegen eines Fahrläs-
sigkeitsdelikts voraus, dass der Täter eine Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers 
hätte voraussehen beziehungsweise erkennen können und müssen. Für die Beant-

21

wortung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss sein Verhalten 
geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des 
Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu be-
günstigen. Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters 
zurückzuführen ist, genügt seine blosse Vorhersehbarkeit nicht. Vielmehr stellt sich 
als weitere Frage, ob der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer 
Kausalverlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten 
des Täters ausgeblieben wäre. Dabei genügt es für die Zurechnung des Erfolgs, 
wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad der Wahrschein-
lichkeit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Er-
folgs bildete (BGE 130 IV 7 ff. mit weiteren Hinweisen).

a) BX. war sich der Gefahren, die mit der Verschiebung des Krans auf 
der geneigten Fahrbahn verbunden waren, bewusst. Dies zeigen die Einvernahmen 
des Berufungsbeklagten und nicht zuletzt auch das mehrfach zitierte Schreiben vom 
10. September 1997 (act. 2.5). Darin teilte er GX. von der Firma L. mit, dass der 
Kran mit einer Geschwindigkeit von 12.5 m/min beschleunigt werde und eine sehr 
lange Verzögerung bis zum Stillstand aufweise. Es sei nicht möglich, talwärts mit 
Motorenkraft zu fahren, weshalb er eine Schaltungsänderung vorgenommen habe. 
Der Kranführer bediene das Kranfahrwerk normal von der Kabine aus. Die Bergfahrt 
funktioniere normal mit der 1. Stufe gesichert über den Fahrwerkendschalter, bei 
der Talfahrt würden hingegen nur die Bremsen öffnen. Dass das sorgfaltswidrige 
Handeln des Berufungsbeklagten, nämlich die Installation eines ungeeigneten 
Bremssystems und die ungenügende Instruktion, nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeignet war, die schweren Verletzungen 
des Berufungsklägers herbeizuführen, kann nicht ernsthaft in Frage stehen. BX. 
musste damit rechnen, dass der Berufungskläger den Kran vom Schaltschrank aus 
verschieben könnte, nachdem er selbst den Kran ebenfalls von dieser Stelle aus 
manövriert hatte. Der Berufungsbeklagte selbst führte sodann in der Einvernahme 
vom 22. Juni 2001 (act. 6.1) aus, dass durch die Bedienung der Taste TAv die von 
ihm vorgenommene Schaltungsänderung überbrückt werde und der Kran mit Moto-
renkraft fahre. Gemäss seiner Beurteilung vom 10. September 1997 (act. 2.5) war 
die durch die Motorenkraft bewirkte Beschleunigung auf 12.5 m/min zu hoch und 
der Bremsweg zu lang, so dass die Gefahr bestand, dass der Kran bei einer Bahn-
länge von ursprünglich 12 m Länge gegen die Puffer prallen würde und der Kran-
führer sich dabei schwere Verletzungen zuziehen würde. Ganz aussergewöhnliche 
Umstände, wie das Mitverschulden eines Dritten, mit dem schlechthin nicht gerech-
net werden musste und das derart schwer wiegt, dass es als wahrscheinlichste und 

22

unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheint und so alle anderen mitverursachen-
den Faktoren - namentlich das Verhalten von BX. - in den Hintergrund drängen, sind 
vorliegend zu verneinen. Zwar kann dem Berufungskläger der Vorwurf nicht erspart 
werden, dass ihn ein Mitverschulden am Unfall trifft (vgl. Obergutachten S. 11). So 
ist es höchst unwahrscheinlich, dass der Berufungsbeklagte dem Berufungskläger 
die Instruktion erteilt hat, den Schütz mit gelbem Aufsatz TAv zu drücken, zumal 
AX. damit den Kran nicht - wie von BX. mit der Schaltungsänderung vom 9. Sep-
tember 1997 beabsichtigt - durch die Schwerkraft rollen liess, sondern ihn durch 
Einschalten der Motoren auf eine Geschwindigkeit von 12.5 m/min beschleunigte. 
Diese Geschwindigkeit wurde, wie bereits ausgeführt, von BX. als zu hoch einge-
schätzt, weshalb er die Schaltungsänderung vorgenommen hat. Der Kran wurde 
durch das mehrmalige kurze Einschalten der Motoren jedes Mal beschleunigt und 
bald wieder abgebremst. Durch dieses Vorgehen wurde die hoch aufragende Kran-
masse mit grosser Wahrscheinlichkeit zu Längsschwingungen angeregt. Zudem 
wurden durch das manuelle Einwirken auf das Schütz TAv sämtliche auf dieses 
Schütz einwirkenden Sicherheitseinrichtungen ausser Funktion gesetzt, so auch die 
Notendlageüberwachung. Diese durch AX. erfolgten Fehlmanipulationen zeigen, 
dass er die Instruktion des Berufungsbeklagten nicht verstanden hat. Als verantwor-
tungsvoller Kranführer wäre er aber in dieser Situation verpflichtet gewesen, nach-
zufragen. Dieses Mitverschulden des Berufungsklägers ist aber nicht als wahr-
scheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs zu qualifizieren. Vielmehr sind 
das gestaffelte Bremssystem und die ungenügende Instruktion des Berufungsbe-
klagten, namentlich das Fehlen einer schriftlichen Instruktion, das Fehlen von aus-
drücklichen und unmissverständlichen Verboten sowie das Unterlassen der Kon-
trolle, ob der Berufungskläger die Instruktion sowohl sprachlich als auch inhaltlich 
begriffen hat, als unmittelbare Unfallursachen anzusehen. Mit anderen Worten ver-
mag das Mitverschulden des Berufungsklägers den adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen der mangelnden Instruktion und Kontrolle von BX. beziehungsweise 
der Installation eines ungeeigneten Bremssystems und den schweren Körperverlet-
zungen des Berufungsklägers nicht zu unterbrechen.

b) Die Frage, ob der Unfall und damit die Verletzungen des Opfers ver-
meidbar gewesen wären, muss ebenfalls bejaht werden. Hätte der Berufungsbe-
klagte den Berufungskläger den Umständen entsprechend instruiert, so hätte dieser 
den Kran vom Kranführerstand aus verschoben, was bewirkt hätte, dass der Kran 
aufgrund der Schwerkraft gerollt und nicht mit Motorenkraft talwärts beschleunigt 
worden wäre. Für das Verschieben des Kranfahrwerks vom Kranfuss aus hätte min-
destens eine korrekt ausgerüstete Steuerstelle mit Nothaltvorrichtung zur Verfü-

23

gung stehen müssen (vgl. Beilage 2 zum Obergutachten). Kommt hinzu, dass bei 
einer Verschiebung des Krans vom Kranführerstand aus, die Sicherheitseinrichtun-
gen und damit insbesondere die Notendlageüberwachung in Funktion gewesen 
wären und der Kran - bei Installation eines geeigneten Bremssystems - somit 
höchstwahrscheinlich rechtzeitig zum Stillstand hätte gebracht werden können.

5. Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass BX. sowohl in ob-
jektiver als auch in subjektiver Hinsicht den Tatbestand von Art. 125 Abs. 2 StGB 
erfüllt hat. Die Berufung ist demnach in diesem Punkt gutzuheissen, das angefoch-
tene Urteil aufzuheben und BX. der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 
Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.

6. Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des 
Verschuldens bezieht sich dabei auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat. Im Rahmen der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten 
das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung 
sowie die Beweggründe des Schuldigen, während die Täterkomponente vor allem 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren - beispielsweise Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit - umfasst 
(BGE 117 IV 113 f.). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken 
strafmindernd oder straferhöhend, wobei die Überlegungen des Richters 
nachvollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 56 f.). Bei der Gewichtung der einzelnen, 
im Rahmen der Strafzumessung zu beachtenden Komponenten steht dem 
Sachrichter ein erheblicher Spielraum des Ermessens zu (BGE 121 IV 4). 

Schliesslich gilt es zu beachten, dass der Kantonsgerichtsausschuss in der 
Strafzumessung frei ist und die Strafe in eigener Verantwortung bemisst; er ist dabei 
an allfällige Anträge nicht gebunden (vgl. dazu auch die Praxis 12/2001 Nr. 197).

a) Grundlage für die Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in 
Art. 125 Abs. 2 StGB vorgesehene Strafrahmen, wonach der Täter mit Gefängnis 
oder Busse bestraft wird. Fällt die Ausfällung einer Busse in Betracht und bestimmt 
es das Gesetz nicht anders, beträgt der Höchstbetrag Fr. 40'000.-- (Art. 48 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB). Die Höhe der Busse im Einzelfall ist gemäss Art. 48 Ziff. 2 StGB je 
nach den Verhältnissen des Verurteilten zu bestimmen, so dass dieser durch die 
Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. Für die 

24

Verhältnisse des Täters sind namentlich von Bedeutung sein Einkommen und sein 
Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb 
sowie sein Alter und seine Gesundheit. Mit diesen Festlegungkriterien wird nicht 
von der allgemeinen Strafzumessungsregel des Art. 63 StGB abgewichen, sondern 
diese im Hinblick auf die Besonderheiten einer Geldstrafe verdeutlicht (BGE 119 IV 
13). 

b) Das Verschulden von BX. darf nicht bagatellisiert werden. Er war von 
der Firma L. gerade aus dem Grund beigezogen worden, um als Fachmann die 
Problematik der Verschiebung des Krans auf einer geneigten Fahrbahn zu lösen. 
Es war auch dem Berufungsbeklagten bewusst, dass es sich hierbei um einen 
Sonderfall handelte, welcher besonderer Sorgfalt bedurfte. Diese ihm übertragene 
Aufgabe hat er ungenügend wahrgenommen. Obwohl er um die Gefahren bei der 
Verschiebung des Krans auf dieser stark geneigten Fahrbahn wusste, installierte er 
ein ungenügendes (weil gestaffeltes) Bremssystem und instruierte den Kranführer 
in unzureichender Art und Weise. Es fehlte nicht nur eine schriftliche Instruktion, 
sondern er hat es auch unterlassen, klare und unmissverständliche Verbote 
auszusprechen. Darüber hinaus fehlte jegliche Kontrolle, ob AX. die Instruktion 
sowohl in sprachlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht verstanden hat. Die 
mangelnde Instruktion führte dazu, dass der Berufungskläger verschiedene 
Fehlmanipulationen vornahm, welche schliesslich zum Unfall und den schweren 
Verletzungen von AX. führten. Es darf aber nicht ausser Acht gelassen werden, 
dass auch der Berufungskläger selbst eine Mitverantwortung für den Unfall trägt. 
Indem dieser den Schütz TAv betätigte, hat er die auf diesen Schütz einwirkenden 
Sicherheitseinrichtungen ausser Funktion gesetzt. Zusätzlich wurde die von BX. 
vorgenommene Schaltungsänderung überbrückt und der Kran mit Motorenkraft auf 
eine zu hohe Nenngeschwindigkeit beschleunigt. Das Mitverschulden des 
Berufungsklägers ist strafmindernd zu werten. Ebenfalls strafmindernd ist die 
Vorstrafenlosigkeit und der gute Leumund des Berufungsbeklagten zu 
berücksichtigen. Strafmildernd fällt der lange Zeitablauf seit dem Unfall ins Gewicht 
(Art. 64 Al. 8 StGB). Strafschärfungs- und Straferhöhungsgründe liegen keine vor. 
Berücksichtigt man im Weiteren, dass der Berufungsbeklagte monatlich rund Fr. 
6'000.-- netto verdient, so erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss eine Busse von 
Fr. 1'000.-- als dem Verschulden von BX. angemessen. Dabei ist der Eintrag der 
Busse im Strafregister bei Wohlverhalten nach Ablauf von zwei Jahren vorzeitig zu 
löschen (Art. 80 Ziff. 2 StGB).

25

7. Mit Eingabe vom 12. April 1999 an die Staatsanwaltschaft 
Graubünden liess AX. im Wesentlichen beantragen, der oder die Verantwortlichen 
seien gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a OHG in Verbindung mit Art. 9 OHG zu verpflichten, 
ihm den erlittenen Schaden nach Art. 41 OR vollumfänglich zu ersetzen und ihm 
eine angemessene Genugtuung nach Art. 47 OR zu bezahlen. Zudem beantragte 
er die Einräumung eines Nachklagerechts. Am 26. März 2002 liess AX. bei der 
Staatsanwaltschaft Graubünden eine Adhäsionsklage einreichen. Er beantragte, V., 
S. und BX. seien zu verpflichten, ihm eine Genugtuungsentschädigung in der Höhe 
von mindestens Fr. 100'000.-- nebst 5 % Zins ab dem Unfallzeitpunkt (12. 
Dezember 1997) zu bezahlen. Zudem beantragte er in Anbetracht des pendenten 
Einspracheverfahrens im Sozialversicherungsrecht und des noch nicht 
abgeschlossenen Strafprozesses die Einräumung eines Nachklagerechts. 
Ausserdem nahm er eine vorsorgliche Schadensberechnung vor. Mit Urteil des 
Bezirksgerichtsausschusses K. vom 13. Februar 2003, mitgeteilt am 20. November 
2003, wurde die Adhäsionsklage von AX. auf den Zivilweg verwiesen. In seiner 
Berufung vom 11. Dezember 2003 verlangt AX., BX. sei zu verpflichten, ihm eine 
Genugtuungsentschädigung in der Höhe von Fr. 100'000.-- nebst 5 % Zins seit 12. 
Dezember 1997 zu bezahlen. In Anbetracht des noch immer pendenten 
Einspracheverfahrens im Sozialversicherungsbereich (SUVA) sowie des noch 
laufenden Strafprozesses gegen BX. beantragte er die Einräumung eines 
Nachklagerechts.

a) Nach Art. 130 StPO kann ein Geschädigter seine zivilrechtliche 
Forderung gegenüber dem Angeklagten beim Strafgericht adhäsionsweise geltend 
machen. Unter dem Begriff „zivilrechtliche Forderung“ sind unter anderem 
Schadenersatzansprüche nach Art. 41 OR oder Genugtuungsansprüche nach Art. 
47 und 49 OR zu verstehen. Handelt es sich beim Geschädigten um ein Opfer im 
Sinne der Opferhilfegesetzes, so kommen die besonderen Bestimmungen des 
OHG, insbesondere die Art. 130 StPO entsprechende Grundregel von Art. 8 Abs. 1 
lit. a OHG zur Anwendung. Demnach kann sich das Opfer am Strafverfahren 
beteiligen und seine Zivilansprüche geltend machen (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. a OHG). 
Als Opfer im Sinne des OHG gilt jede Person, welche durch eine Straftat in ihrer 
körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurde 
(vgl. Art. 2 Abs. 1 OHG). AX. wurde beim Kranunfall sowohl körperlich als auch 
psychisch beeinträchtigt und ist somit als Opfer im Sinne des OHG zu betrachten.

b) Das Strafgericht kann die zivilrechtlichen Ansprüche des Opfers nur 
dem Grundsatz nach entscheiden und das Opfer im übrigen an das Zivilgericht 

26

verweisen, wenn die vollständige Beurteilung der Zivilansprüche einen 
unverhältnismässigen Aufwand erfordert. Ansprüche von geringer Höhe beurteilt es 
jedoch nach Möglichkeit vollständig (Art. 9 Abs. 3 OH). Was genau unter dem 
Ausdruck „dem Grundsatz nach“ zu verstehen ist, ist in den Gesetzesmaterialien 
nicht umschrieben. Sinn und Zweck des Gesetzes ist es, dass die Zivilansprüche 
des Opfers soweit als möglich adhäsionsweise beurteilt werden. Das Strafgericht 
kann daher auch im Grundsatz über die Haftung eines Verurteilten gegenüber dem 
Opfer entscheiden. Ein Urteil dem Grundsatz nach stellt nichts anderes dar als ein 
Feststellungsurteil über die Haftung. Auch das Strafgericht hat indessen bei 
Vorliegen eines Feststellungsbegehrens vorerst dessen Zulässigkeit zu prüfen und 
eine Klage auf Feststellung eines dem eidgenössischen Recht unterstehenden 
Rechtsverhältnisses nur zuzulassen, wenn der Kläger an der sofortigen 
Feststellung ein schutzwürdiges Interessen hat. Ist dies zu bejahen, hat das 
Strafgericht über die Haftung des Beschuldigten gegenüber dem Opfer zu 
entscheiden. Die Beurteilung bezüglich der Höhe der Zivilforderung des Opfers ist, 
wenn die entsprechenden Voraussetzungen zur Verweisung auf den Zivilweg 
vorliegen, durch das Zivilgericht vorzunehmen (vgl. Gomm/Stein/Zehntner, 
Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 1995, N 12 ff. zu Art. 9 OHG; Eva 
Weishaupt, Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen des Opferhilfegesetzes 
(OHG), Diss. Zürich 1998, S. 250 f.; BGE 125 IV 153 ff.).

c) AX. fordert von BX. die Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 100'000.-
- nebst 5 % Zins seit 12. Dezember 1997.

aa) Gemäss Art. 47 OR hat der Richter im Falle einer Körperverletzung 
die Möglichkeit, dem Verletzten unter Würdigung der besonderen Umstände eine 
angemessene Geldsumme als Genugtuung zuzusprechen. Der Zweck einer 
Genugtuungsleistung besteht darin, durch eine schadenersatzunabhängige 
Geldleistung einen gewissen Ausgleich für den erlittenen physischen und 
psychischen Schmerz zu verschaffen. Weil Art. 47 OR ein Anwendungsfall von Art. 
49 OR ist, müssen die besonderen Umstände in der Schwere der Verletzung der 
Persönlichkeit liegen (vgl. Roland Brem, Berner Kommentar zum Schweizerischen 
Privatrecht, Bd. IV, 1. Abteilung, 3. Teilband, 1. Unterteilband, Art. 41-61 OR, 2. 
Aufl., Bern 1998, N 5 und N 9 zu Art. 47 OR). Als Verletzung im Sinne von Art. 47 
OR ist eine Beeinträchtigung sowohl der körperlichen als auch der seelischen 
Integrität zu verstehen. Für die Zusprechung einer Genugtuungssumme muss die 
Beeinträchtigung des Wohlbefindens erheblich sein und die Verletzung in den 
persönlichen Verhältnissen eine gewisse Schwere erreichen. Weitere 

27

Anspruchserfordernisse sind die Widerrechtlichkeit, die bei Personenschäden 
immer gegeben ist - denn das Verletzen eines Menschen verstösst gegen ein 
absolutes Recht - sowie das Mass des Verschuldens des Täters (Roland Brem, 
a.a.O., N. 17 f. zu Art. 47 OR).  Zu den Umständen, die der Richter zu 
berücksichtigen hat, gehört auch ein Mitverschulden des Verletzten. 
Ausgeschlossen wird ein Genugtuungsanspruch aber höchstens bei Vorliegen 
eines überwiegenden, groben Selbstverschuldens (vgl. Honsell/Vogt/Wiegand, 
Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 3. Aufl., A./Genf/München  2003, N 18 zu 
Art. 47 OR).

bb) Es ist unbestritten, dass AX. infolge des Unfallereignisses vom 12. 
Dezember 1997 schwere Verletzungen verbunden mit immer wiederkehrenden 
Schmerzzuständen erlitten hat. Gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon 
(act. 11. 9) vom 20. Mai 1999 erlitt der Berufungskläger eine proximale 
intraarticuläre Tibia-Trümmerfraktur links mit massiver Impression des lateralen 
Tibiaplateaus mit dorsalem Compartement-Syndrom sowie eine intraarticuläre 
Mittelphalanxbasisfraktur. In der Folge entwickelte sich eine posttraumatische 
Gonarthrose links, was die Implantation einer Totalprothese nach sich zog. 
Zweifellos ist deshalb die Beeinträchtigung des Wohlbefindens als erheblich zu 
qualifizieren. Im Weiteren ist die durch BX. begangene fahrlässige Körperverletzung 
nach Art. 125 Abs. 2 StGB widerrechtlich erfolgt, da die Verletzung eines Menschen 
gegen ein absolutes Recht verstösst. Das Verhalten von BX. ist sodann als 
fahrlässig einzustufen, zumal er ein ungenügendes (weil gestaffeltes) Bremssystem 
installiert und AX. mangelhaft instruiert hat, obwohl ihm die Gefahren auf der 
geneigten Kranfahrbahn bewusst waren (vgl. Ziff. 2 f.). Das Mitverschulden des 
Berufungsklägers kann nicht ausser Acht gelassen werden, darf jedoch - wie in 
Erwägung 4.a) dargestellt - nicht als überwiegend qualifiziert werden, weshalb die 
Anspruchserfordernisse für die Zusprechung einer Genugtuung zu bejahen sind.

cc) In Bezug auf die Bemessung der Genugtuungssumme gilt es im 
vorliegenden Fall zu beachten, dass über die Integritätseinbusse und somit über die 
AX. zustehende Integritätsentschädigung noch nicht rechtskräftig entschieden 
worden ist. Der Berufungskläger hat nämlich die entsprechende Verfügung der 
SUVA vom 15. Januar 2002 angefochten. Der definitive Entscheid ist noch 
ausstehend. Wenn aber die Höhe der Integritätsentschädigung noch nicht feststeht, 
so kann auch die Genugtuungssumme nicht bemessen werden, zumal die 
Integritätsentschädigung auf die Genugtuung anzurechnen ist (vgl. Hütte/Ducksch, 
Die Genugtuung, 3. Aufl., Zürich 1996, I/81). Kommt hinzu, dass sich im Normalfall 

28

die Basis von Genugtuung und Integritätsentschädigung entsprechen (vgl. 
Hütte/Ducksch, a.a.O., I/66 ff.). Da die Höhe der Integritätsentschädigung noch nicht 
rechtskräftig feststeht, kann die Basis der Genugtuung nicht ermittelt werden. Somit 
kann im vorliegenden Verfahren lediglich festgestellt werden, dass BX. gegenüber 
AX. grundsätzlich eine Genugtuung schuldet. Dass AX. ein Interesse an dieser 
grundsätzlichen Feststellung hat, ist offensichtlich, zumal er dann in einem späteren 
Zivilverfahren diese Frage nicht mehr überprüfen lassen muss. Denn das 
Feststellungsurteil erlangt Rechtskraft und ist alsdann für eine beim Zivilrichter zu 
erhebende Leistungsklage verbindlich (BGE 125 IV 1158). Das Zivilgericht wird 
dann einzig über die Höhe der Genugtuung zu entscheiden haben, wobei die 
geschuldete Summe auch Fr. Null betragen kann, falls die Integritätsentschädigung 
die Höhe der Genugtuung übersteigt. Ausführungen über das vom Berufungskläger 
geforderte Nachklagerecht erübrigen sich, weil die Höhe der Genugtuung erst im 
Zivilverfahren festgesetzt wird.

d) AX. verlangt in seiner Berufung weder eine genau bezifferte 
Schadenersatzsumme noch hat er die Feststellung einer grundsätzlichen 
Haftungspflicht des Berufungsbeklagten anbegehrt. Auch aus der schriftlichen 
Begründung der Berufungsanträge geht hervor, dass die geltend gemachte 
Zivilklage sich im jetzigen Zeitpunkt einzig auf die Genugtuung beschränkt 
(Berufungsschrift S. 16 und S. 18). Fehlt ein klar formuliertes Feststellungsbegehren 
des anwaltlich vertretenen AX., so hat das Gericht auch kein Feststellungsurteil über 
die grundsätzliche Haftung zu erlassen (vgl. Gomm/Stein/Zehntner, a.a.O. N 16 zu 
Art. 9 OHG; Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 17. September 2003 i.S. 
N. N.; SB 03/15, S. 36). Somit erfährt das vorinstanzliche Urteil, wonach die 
Schadenersatzklage auf den Zivilweg verwiesen wird, keine Änderung.

e) Gemäss ständiger Praxis des Kantonsgerichts richtet sich die 
Parteientschädigung im Adhäsionsprozess nach den Grundsätzen von Art. 122 
Abs. 2 ZPO. Danach ist die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der 
obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten 
zu ersetzten. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zugunsten einer Partei aus, richtet 
sich die Entschädigung nach dem Mass des Obsiegens beziehungsweise des 
Unterliegens. Allerdings handelt es sich bei Art. 122 Abs. 2 ZPO, wie bereits der 
Gesetzeswortlaut erkennen lässt, nicht um eine starre Vorschrift. Vielmehr lässt das 
Gesetz dem Richter bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung einen 
verhältnismässig grossen Spielraum offen (PKG 1986 Nr. 11). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass die Verweisung der Adhäsionsklage auf den Zivilweg die 

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gleichen Folgen zeitigt wie der Nichteintretensentscheid bei fehlender 
Prozessvoraussetzung. Das Urteil, das das Prozessrechtsverhältnis diesfalls 
beendet, schafft keinerlei Rechte, soweit es um den eingeklagten Anspruch geht, 
so dass der Anspruch nicht erledigt wird und jederzeit neu vor den Richter gebracht 
werden kann. Die Verweisung auf den Zivilweg, welche dieselben Folgen zeitigt wie 
ein Nichteintretensentscheid, ist in Bezug auf die Parteikosten nicht anders zu 
behandeln. Vielmehr drängt sich auch in diesem Fall auf, den Adhäsionskläger als 
unterliegende Partei zu betrachten, welche dem Adhäsionsbeklagten in der Regel 
dessen aussergerichtliche Kosten zu ersetzten hat (vgl. PKG 1990 Nr. 38). Im 
vorliegenden Fall ist die Adhäsionsklage von AX. teilweise gutzuheissen, zumal 
festzustellen ist, dass BX. gegenüber AX. grundsätzlich eine Genugtuung schuldet, 
die Klage im Übrigen jedoch, entgegen dem Antrag von AX., auf den Zivilweg zu 
verweisen ist. Die Klage auf Schadenersatz ist auf den Zivilweg zu verweisen. Somit 
ist AX. im erstinstanzlichen Verfahren rund zur Hälfte durchgedrungen, weshalb die 
ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen sind.

8. Die Berufung ist im Resultat teilweise gutzuheissen. Es gilt zu berück-
sichtigen, dass der Berufungskläger im Berufungsverfahren überwiegend, das 
heisst mit rund 3/4 durchgedrungen ist. So ist BX. der fahrlässigen Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. Für den Zivilpunkt gilt das für 
das erstinstanzliche Verfahren Ausgeführte sinngemäss. Das heisst, die Adhäsions-
klage ist insofern teilweise gutzuheissen, als festzustellen ist, dass BX. gegenüber 
AX. grundsätzlich eine Genugtuung schuldet, die Klage im Übrigen aber auf den 
Zivilweg zu verweisen ist.  Es rechtfertigt sich somit, die Kosten des Untersuchungs-
verfahrens von Fr. 18'572.50 (Untersuchungskosten: Fr. 2'085.--; Barauslagen: Fr. 
16'487.50) sowie die Kosten des Bezirksgerichtsausschusses K. von Fr. 4'800.-- 
(Art. 158 Abs. 1 StPO) BX. aufzuerlegen. In diesem Zusammenhang ist zu bemer-
ken, dass der Vorinstanz in Bezug auf den Zivilpunkt kein nennenswerter Aufwand 
entstanden ist.

In Bezug auf die Kosten des Berufungsverfahrens gilt es festzuhalten, dass 
die Kosten des Obergutachtens von Fr. 46'500.-- von BX. zu tragen sind, zumal das 
Gutachten notwendig war, um die Schuldfrage im Strafpunkt zu klären. Die Ge-
richtsgebühr von Fr. 5'000.-- geht entsprechend dem Ausgang des Berufungsver-
fahrens zu ¼ zu Lasten von AX. und zu ¾ zu Lasten von BX., welcher AX. für das 
Berufungsverfahren angemessen zu entschädigen hat (Art. 160 StPO und Art. 122 
Abs. 2 ZPO).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. BX. ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 
StGB.

3. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 1'000.-- bestraft.

Der Eintrag der Busse im Strafregister ist bei Wohlverhalten nach Ablauf ei-
ner Probezeit von zwei Jahren vorzeitig zu löschen.

4. Die Adhäsionsklage wird teilweise gutgeheissen.

a) Es wird festgestellt, dass BX. für die Folgen des Ereignisses vom 12. De-
zember 1997 (Kranunfall) gegenüber AX. eine Genugtuung schuldet. Im Üb-
rigen wird die Klage auf Genugtuung auf den Zivilweg verwiesen.

b) Die Klage auf Schadenersatz wird auf den Zivilweg verweisen.  

c) Die ausseramtlichen Kosten für das erstinstanzliche Verfahren werden 
wettgeschlagen.

5. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens von Fr. 18'572.50 (Untersu-
chungskosten: Fr. 2'085.--; Barauslagen: Fr. 16'487.50) sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtsausschusses K. von Fr. 4'800.-- gehen zu Lasten von BX..

6. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5'000.-- gehen zu ¼ (Fr. 
1'250.--) zu Lasten von AX. und zu ¾ (Fr. 3'750.--) zu Lasten von BX..

b) Die Kosten des Obergutachtens von Fr. 46'500.-- gehen zu Lasten von 
BX..

c) BX. hat AX. für das Berufungsverfahren mit Fr. 4'000.-- zu entschädigen. 

7. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-

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scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

8. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: