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**Case Identifier:** 68749df0-8e28-58db-a953-f025151aafbd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.10.2015 200 2015 616
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-616_2015-10-15.pdf

## Full Text

200 15 616 IV
ACT/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 26. September 2013 bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Akten der Invalidenversicherung [act. II] 2). Die IV-
Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) klärte hierauf die gesundheit-
lichen und erwerblichen Verhältnisse ab. Insbesondere veranlasste sie vom 
23. Juni bis 14. September 2014 ein Belastbarkeitstraining im B.________ 
(act. II 22 und 28) sowie eine neurologische Begutachtung durch Dr. med. 
C.________, Facharzt für Neurologie FMH. Gestützt auf dessen Expertise 
vom 15. Dezember 2014 (act. II 34.1) stellte sie mit Vorbescheid vom 
17. April 2015 (act. II 38) die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. 
Sie erwog hauptsächlich, dass in einer körperlich leichten bis mittelschwe-
ren angepassten Tätigkeit (wechselbelastend) eine uneingeschränkte Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Die entsprechende Verfügung erging 
am 2. Juni 2015 (act. II 40). Zuvor hatte die IVB - ebenfalls nach Durch-
führung des Vorbescheidverfahrens (act. II 35) - mit Verfügung vom 20. 
April 2015 (act. II 39) den Anspruch auf berufliche Massnahmen verneint. 

B.

Gegen die Verfügung vom 2. Juni 2015 erhob der Versicherte am 2. Juli 
2015 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Zusprache einer Rente. 

Mit Eingabe vom 17. Juli 2015 stellte der Beschwerdeführer bzw. die 
Sozialabteilung der Einwohnergemeinde D.________ sinngemäss ein Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege. Nach entsprechender Aufforderung 
durch den Instruktionsrichter reichte der Beschwerdeführer am 6. August 
2015 Unterlagen zur Prozessbedürftigkeit ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2015 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Juni 2015 (act. II 
40). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 4

werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 5

3.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, hielt im Be-
richt vom 25. Oktober 2013 (act. II 6) als Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Erkrankung der Vorderhornzellen, nicht näher klassifi-
zierbar, fest (act. II 6 S. 2 Ziff. 1.1). Es bestünden belastungsabhängige, 
schmerzhafte Muskelkrämpfe an den Armen und Beinen, weswegen grös-
sere körperliche Anstrengungen nicht mehr möglich seien. Die bisherige 
Tätigkeit als … sei nicht mehr zumutbar (act. II 6 S. 3 Ziff. 1.6 f.). Hingegen 
seien rein sitzende Tätigkeiten mit einer Leistung von 80 bis 90 %, Arbeiten 
mit Rotationen im Sitzen und Stehen sowie Heben und Tragen von Ge-
wichten bis zu 15 kg möglich (act. II 6 S. 6). Es lägen keine geistigen und 
psychischen Einschränkungen vor (act. II 6 S. 3 Ziff. 1.7). Die Prognose sei 
wahrscheinlich schlecht, eine Heilung der Störung sei nicht zu erwarten 
(act. II 6 S. 3 Ziff. 1.4).

3.1.2 Im Bericht vom 1. November 2013 (act. II 12) diagnostizierte Dr. 
med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein bisher unklares neurologisches 
Zustandsbild, differentialdiagnostisch eine Vorderhornerkrankung, einen 
Status nach Massenprolaps L2/L3 mit subtotaler Spinalkanalstenose sowie 
eine Residualhernie L5/S1 (act. II 12 S. 2 Ziff. 1.1). Bereits bei leichterer 
körperlicher Belastung träten starke, schmerzhafte Muskelkrämpfe auf. Die 
bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (act. II 12 S. 4 Ziff. 1.7). Die 
Prognose sei unklar, da eine unklare Diagnose vorliege (act. II 12 S. 3 
Ziff. 1.4).

3.1.3 Dr. med. C.________ nannte im Gutachten vom 15. Dezember 
2014 (act. II 34.1) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
belastungsabhängige generalisierte Muskelkrämpfe seit fünf Jahren (ICD-
10 R25.2), ätiologisch weiterhin unklar (act. II 34.1 S. 11 Ziff. 4). Ohne Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit sei ein residuelles sensibles radikuläres Aus-
fallsyndrom S1 rechts (ICD-10 M54.4; act. II 34.1 S. 12 oben). Es lägen 
keine geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen vor. Der Beschwer-
deführer berichte über körperliche Einschränkungen bzw. über belastungs-
abhängige generalisierte Muskelkrämpfe, welche mit einer gewissen Ver-
zögerung nach Ausübung körperlich schwerer Arbeiten aufträten (act. II 
34.1 S. 16 Ziff. 1). In körperlich schweren Tätigkeiten, wie sie vom Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 6

schwerdeführer bisher ausgeübt worden seien, bestehe aufgrund der dia-
gnostischen Unsicherheit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (act. II 34.1 S. 16 
oben). Diese Einschätzung beruhe im Wesentlichen auf den subjektiven 
Angaben des Beschwerdeführers und könne durch die aktuelle klinisch-
neurologische Untersuchung nicht objektiviert werden. Das residuelle sen-
sible radikuläre Ausfallsyndrom S1 rechts stelle diesbezüglich keine Ein-
schränkung dar, da der Beschwerdeführer auch nach Auftreten der lumbo-
radikulären Problematik S1 im Jahre 2006 wieder körperlich schwere Arbei-
ten habe verrichten können (bspw. … bis Ende 2012; act. II 34.1 S. 17 
Ziff. 4). In einer körperlich leichten bis mittelschweren, angepassten Tätig-
keit (wechselbelastend, ohne Heben und Tragen von Gewichten über 15 
kg) sei der Beschwerdeführer hingegen uneingeschränkt arbeits- und 
leistungsfähig (act. II 34.1 S. 17 Ziff. 3, S. 18 f. Ziff. 11 f.). Der Gutachter 
empfahl eine vertiefte Abklärung der belastungsabhängigen 
Muskelkrämpfe; wenn eine klare Diagnose formuliert werden könne, könne 
auch besser zu Prognose, allfälliger Therapie sowie zumutbarer 
Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten Stellung genommen werden (act. 
II 34.1 S. 16 Mitte). 

3.1.4 Dem Bericht des Spitals G.________ vom 22. Juni 2015 (Akten 
des Beschwerdeführers [act. IA] 2) ist zu entnehmen, dass der Beschwer-
deführer wegen generalisierter schmerzhafter Muskelkrämpfe nicht mehr 
arbeitsfähig sei. Die Anamnese wirke durchaus glaubhaft. Die Krämpfe 
träten nicht während, sondern erst nach Belastung auf und seien derart 
schmerzhaft, dass sich der Beschwerdeführer kaum bewegen könne. In der 
Nacht werde er von diesen Krämpfen geweckt. Um die Schmerzen aushal-
ten zu können, beisse er auf einen Lederriemen. Das Krankheitsbild sei 
abklärungsbedürftig (act. IA 2 S. 2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 7

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Ver-
fügung vom 2. Juni 2015 (act. II 40) massgeblich auf das Gutachten von 
Dr. med. C.________ vom 15. Dezember 2014 (act. II 34.1) gestützt. Die-
ses erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweis-
wert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 
hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Die darin enthaltenen 
Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getrof-
fen worden. Wie sich nachfolgend ergibt, sind die Ausführungen in der Be-
urteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähig-
keit werden nachvollziehbar begründet, so dass darauf abzustellen ist. 
Dr. med. C.________ hat überzeugend und schlüssig dargelegt, dass aus 
neurologischer Sicht in einer körperlich leichten bis mittelschweren ange-
passten Tätigkeit (wechselbelastend, ohne Heben und Tragen von Gewich-
ten über 15 kg) eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
besteht (act. II 34.1 S. 17 Ziff. 3, S. 18 f. Ziff. 11 f.). Diese Beurteilung lässt 
sich ohne weiteres in das von Dr. med. E.________ gezeichnete Gesamt-
bild einfügen, wonach Tätigkeiten mit Rotationen im Sitzen und Stehen 
sowie Heben und Tragen von Gewichten bis zu 15 kg möglich seien (act. II 
6 S. 6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 8

Hieran vermag der Bericht von Dr. med. F.________ vom 1. November 
2013 (act. II 12) nichts zu ändern. Zunächst enthält er keine Befunde resp. 
wichtigen Aspekte, welche im Rahmen der Begutachtung durch Dr. med. 
C.________ unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Sodann hat 
sich Dr. med. F.________ nicht zur zumutbaren Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit geäussert. Auch aus dem 
Bericht des Spitals G.________ vom 22. Juni 2015 (act. IA 2) vermag der 
Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Die Annahme 
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit beruht einzig auf den subjektiven 
Angaben des Beschwerdeführers (act. IA 2 S. 2 Mitte), nicht aber auf eige-
nen medizinisch begründeten Schlussfolgerungen. 

Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach die gutachterliche Diagnose 
unzutreffend sei (vgl. Beschwerde), vermag die Schlüssigkeit des Gutach-
tens von Dr. med. C.________ ebenfalls nicht in Frage zu stellen. Daran 
ändert nichts, dass der Gutachter eine vertiefte Abklärung der 
belastungsabhängigen Muskelkrämpfe empfohlen hat, damit besser zu 
Prognose, allfälliger Therapie sowie zumutbarer Arbeitsfähigkeit für 
sämtliche Tätigkeiten Stellung genommen werden könne (act. II 34.1 S. 16 
Mitte). Zunächst sind Therapie und Prognose für die aktuelle Einschätzung 
der Restarbeitsfähigkeit nicht massgebend. Sodann kann die gutachterliche 
Aussage betreffend die Stellungnahme zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit „für 
sämtliche Tätigkeiten“ einzig die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in den 
bisherigen körperlich schweren Tätigkeiten betreffen; diesbezüglich hat der 
Gutachter wegen der diagnostischen Unsicherheit lediglich eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 % angenommen (act. II 34.1 S. 16 oben), während 
die Beurteilung leidensangepasster Tätigkeiten ohne Vorbehalte erfolgt ist. 

Schliesslich ist die Annahme des B.________ vom 9. September 2014, 
wonach auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Vermittelbarkeit bestehe (act. II 
28 S. 2), für die Belange der Invalidenversicherung nicht zu berücksichti-
gen, da gemäss Art. 16 ATSG der hypothetische ausgeglichene Arbeits-
markt, welcher auch geeignete Nischenarbeitsplätze enthält, massgebend 
ist (vgl. E. 2.3 hiervor). Zudem beruht die Einschätzung des B.________ 
allein auf den erbrachten Leistungen des Beschwerdeführers. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 9

3.4 Anhaltspunkte, dass weitere abklärungsbedürftige bzw. psychi-
sche Befunde vorliegen würden, sind weder ersichtlich (vgl. act. II 6 S. 3 
Ziff. 1.7 und II 34.1 S. 16 Ziff. 1; vgl. auch Bericht von Dr. med. E.________ 
vom 12. Oktober 2013 [act. II 34.2 S. 3 unten]) noch werden solche geltend 
gemacht. Damit erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen (antizi-
pierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

4.

4.1 Ausgehend von der zumutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 100 % in einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.3 hiervor) ist der IV-
Grad im Folgenden mittels Einkommensvergleichs zu bestimmen.

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hin-
reichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte 
gemäss Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 10

turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Anmeldung vom 26. September 2013 (act. II 2) und in Anwendung von 
Art. 29 Abs. 1 IVG (Entstehung des Rentenanspruchs frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung) der 1. März 2014. Der 
Einkommensvergleich ist auf diesen Zeitpunkt hin vorzunehmen (BGE 129 
V 222).

4.2.1 Da der Beschwerdeführer keine berufliche Ausbildung abge-
schlossen (act. II 2 S. 4 Ziff. 5.2) und häufig wechselnde, verschiedene 
Tätigkeiten ohne Berufskenntnisse (act. II 7 S. 4 f. und II 34.1 S. 5 unten), 
zuletzt eine Tätigkeit auf Abruf bei der H.________ ausgeübt hat (act. II 9 
und 13), ist beim Valideneinkommen vom Tabellenlohn bzw. vom durch-
schnittlichen monatlichen Bruttolohn für Männer bei einfachen Tätigkeiten 
körperlicher oder handwerklicher Art (Tabelle TA1 der LSE, Kompetenzni-
veau 1, Total) auszugehen; damit wird ein breites Spektrum möglicher Stel-
len im Gesundheitsfall abgebildet. Das Invalideneinkommen ist mit Blick auf 
das ärztlich attestierte Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.3 hiervor) und den Um-
stand, dass der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 11

Rahmen aufgenommen hat, aufgrund desselben Tabellenlohns zu ermit-
teln. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabel-
lenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung; diesfalls ent-
spricht der IV-Grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichti-
gung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 30. Juli 
2012, 8C_365/2012, E. 7 mit Hinweis).

4.2.2 Demnach kann der Beschwerdeführer bei einer zumutbaren vollen 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit den vollen LSE-Tabellenlohn erzielen. Da-
mit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Ein solcher bestünde 
auch nicht, wenn der - hier sicher nicht ausgewiesene - maximal zulässige 
Abzug vom Tabellenlohn von 25 % (vgl. E. 4.1.2 hiervor) berücksichtigt 
würde; der IV-Grad beliefe sich diesfalls höchstens auf nicht 
rentenbegründende 25 % (vgl. E. 2.2 hiervor).

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 2. Juni 2015 
(act. II 40) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

6.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG).

Die Prozessarmut ist aufgrund der Akten ausgewiesen (act. IA 1 und 3 f.). 
Auch kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet 
werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzuheis-
sen.

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 12

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege wird der Beschwerdeführer - unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - vorläufig 
von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Okt. 2015, IV/15/616, Seite 13

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Zur Kenntnisnahme an (R): 
- Sozialabteilung der Einwohnergemeinde D.________

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.