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**Case Identifier:** 35c469e8-afd7-5c33-9954-67c73298e8df
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.06.2017 200 2017 315
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-315_2017-06-14.pdf

## Full Text

200 17 315 ALV
ACT/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 14. Juni 2017

Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

beco Berner Wirtschaft 
Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 17. Februar 2017 (ER RD 1959/2016)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2017, ALV/17/315, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) meldete sich am 29. Oktober 2015 beim Regionalen Arbeitsvermitt-
lungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (Akten des beco Berner 
Wirtschaft [nachfolgend beco bzw. Beschwerdegegner], Dossier RAV [act. 
IIA], 5 f.) und stellte am 29. Dezember 2015 einen Antrag auf Arbeitslosen-
entschädigung (Akten des beco, Dossier Arbeitslosenkasse, [act. IIB], 27-
30). Am 4. Februar 2016 (act. IIA 48) teilte der Versicherte dem RAV mit, 
dass er per 10. Februar 2016 eine Arbeitsstelle antreten werde, worauf er 
am 9. Februar 2016 beim RAV abgemeldet wurde (act. IIA 56). Nachdem 
das Arbeitsverhältnis noch während der Probezeit per 9. Mai 2016 auf-
gelöst worden war (act. IIB 88; 107), absolvierte der Versicherte vom 9. Mai 
bis 8. November 2016 ein von der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) veranlasstes Arbeitstraining (act. IIA 59 f.). Nach dessen Abschluss 
erachtete die IV eine den gesundheitlichen Beeinträchtigungen angepasste 
Tätigkeit im Umfang von 100% als zumutbar und verneinte einen Anspruch 
auf weitere berufliche Massnahmen (act. IIA 86 f.). 

Weil im Rahmen des Arbeitstrainings keine geeignete Anschlusslösung 
hatte gefunden werden können, meldete sich der Versicherte am 8. No-
vember 2016 erneut beim RAV zur Arbeitsvermittlung an (act. IIA 64 f.) und 
am 16. November 2016 stellte er einen Antrag auf Arbeitslosenentschädi-
gung ab 9. November 2016 (act. IIB 86-89). Mit Verfügung vom 8. Dezem-
ber 2016 (act. IIA 96-98) stellte das RAV den Versicherten wegen 
ungenügender Arbeitsbemühungen im Zeitraum vom 9. August bis 8. No-
vember 2016 für die Dauer von sechs Tagen ab dem 9. November 2016 in 
der Anspruchsberechtigung ein. Die dagegen erhobene Einsprache (Akten 
des beco, Dossier Rechtsdienst, [act. II], 1; 4 f.) wies das beco mit Ent-
scheid vom 17. Februar 2017 (act. II 7-10) ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2017, ALV/17/315, Seite 3

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 22. März 2017 Beschwerde erheben. Er stellt das folgen-
de Rechtsbegehren: 

Der Einspracheentscheid vom 17. Februar 2017 sei aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer die vollen 
ALV-Taggelder auszurichten. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In der Begründung bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er 
habe während des vom 9. Mai bis 8. November 2016 durchgeführten Ar-
beitstrainings der IV bis zum Schluss gehofft, dass mit deren Unterstützung 
eine geeignete Anschlusslösung gefunden werden könne, und er sei nicht 
davon ausgegangen, dass er Leistungen der Arbeitslosenversicherung in 
Anspruch nehmen müsse. Als er gegen Ende des Arbeitstrainings habe 
feststellen müssen, dass keine Anschlusslösung realisiert werden könne, 
habe er umgehend mit Stellenbewerbungen begonnen und fünf Nachweise 
eingereicht. Am 14. resp. am 30. Dezember 2016 habe er zudem weitere 
vier Arbeitsbemühungen nachgewiesen. Es sei kein Grund ersichtlich, Letz-
tere nicht zu berücksichtigen, zumal für die im Schreiben vom 17. Novem-
ber 2016 statuierte Frist (28. November 2016) für die Einreichung der 
Arbeitsbemühungen die gesetzliche Grundlage fehle. Im Übrigen sei der 
Beschwerdeführer davon ausgegangen, dass fünf Nachweise genügten, 
nachdem der Beschwerdegegner in einem Aktenvermerk vom 4. Januar 
2016 festgehalten habe, dass während den über die IV finanzierten „Pro-
dukten“ eine reduzierte Mindestvereinbarung von mindestens zwei Arbeits-
bemühungen pro Monat gelte. 

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2017 beantragt der Beschwerdegegner 
die Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2017, ALV/17/315, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 17. Febru-
ar 2017 (act. II 7-10). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner 
den Beschwerdeführer zu Recht im Umfang von sechs Tagen in der An-
spruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt hat.

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von sechs Tagen unter 
Fr. 20'000.-- liegt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu 
vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu 
suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können.

2.2

2.2.1 Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, 
fliesst die Last für die versicherte Person, sich bereits vom Zeitpunkt der 
Kündigung des früheren Arbeitsverhältnisses an und damit vor Eintritt der 
Arbeitslosigkeit intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Die versicherte 
Person hat sich dementsprechend während einer allfälligen Kündigungs-
frist, aber auch generell während der Zeit vor der Anmeldung, unaufgefor-
dert um Stellen zu bemühen. Sie kann sich insbesondere nicht damit 
exkulpieren, nicht gewusst zu haben, dass sie schon vor der Anmeldung 
zum Leistungsbezug zur ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und 
nicht darauf aufmerksam gemacht worden sei. Bei der Anmeldung hat die 
arbeitslos gewordene Person den Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit 
vorzulegen (Art. 20 Abs. 1 lit. d AVIV). Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird 
sie sämtliche während der Kündigungsfrist getätigten Stellenbewerbungen 
einzureichen haben (BGE 139 V 524 E. 2.1.2 S. 526).

Die Situation eines befristeten Arbeitsverhältnisses ist mit derjenigen eines 
unbefristeten während der Kündigungsfrist vergleichbar. Daher muss sich 
die versicherte Person bei einer befristeten Anstellung schon vor deren 
Auslaufen, nämlich mindestens in den drei letzten Monaten, um eine neue 
Stelle bemühen, sofern ihr der Arbeitgeber die Verlängerung des Vertrages 
nicht rechtsverbindlich zugesichert hat (BGE 141 V 365 E. 2.2 S. 367; Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Bundes-
gericht {BGer}] vom 10. Dezember 2004, C 210/04, E. 2.2.3).

2.2.2 Bei den persönlichen Arbeitsbemühungen kommt es sowohl auf 
die Qualität wie auch auf die Quantität der Bemühungen an. In qualitativer 
Hinsicht sind die persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versicher-

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ten Person wie Alter, Schul- und Berufsbildung sowie die Usanzen des in 
Betracht fallenden Arbeitsmarktes zu berücksichtigen (BGE 120 V 74 E. 4a 
S. 78 und E. 4b S. 79). In quantitativer Hinsicht werden in der Praxis durch-
schnittlich zehn bis zwölf Stellenbewerbungen pro Monat in der Regel als 
genügend erachtet (BGE 141 V 365 E. 4.1 S. 369, 139 V 524 E. 2.1.4 
S. 528). Dabei ist allerdings nicht schematisch auf eine rein quantitative 
Grenze abzustellen. Vielmehr ist die Qualität des Vorgehens der versicher-
ten Person mit Blick auf die konkreten Umstände zu prüfen, wobei mitunter 
eine gezielte Arbeitssuche und gut dargestellte Bewerbungen besser sind 
als zahlreiche Arbeitsbemühungen (Entscheid des BGer vom 28. Juni 
2010, 8C_589/2009, E. 3.2).

2.3 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist der Versicherte in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er sich persönlich nicht 
genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Die Dauer der Einstellung bemisst 
sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und 
beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 
31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV).

3.

3.1 Es steht fest, dass der Beschwerdeführer vom 9. Mai bis 8. No-
vember 2016 ein von der IV veranlasstes Arbeitstraining absolvierte (act. 
IIA 60) und sich bei dessen Abschluss am 8. November 2016 erneut beim 
RAV zur Arbeitsvermittlung anmeldete (act. IIA 64 f.), womit er als arbeits-
los (Art. 10 AVIG) galt und – gemäss Aktenlage – die Anspruchsvorausset-
zungen für die am 16. November 2016 (act. IIB 86-89) beantragte 
Arbeitslosenentschädigung (Art. 8 AVIG) mit Blick auf die bis und mit 
8. November 2016 ausgerichteten Taggeldleistungen (act. IIB 118) am 
9. November 2016 (Art. 11 AVIG) grundsätzlich erfüllt waren. Aufgrund der 
Akten ist in tatsächlicher Hinsicht weiter erstellt und zu Recht unbestritten, 
dass der Beschwerdeführer dem RAV am 23. November 2016 für die Zeit 
vom 18. Oktober bis 8. November 2016 den Nachweis von fünf Arbeits-
bemühungen (act. IIA 89) und mit E-Mail vom 14. sowie mit Schreiben vom 
30. Dezember 2016 (act. II 1; 4 f.) – mithin nach Erlass der Verfügung vom 

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8. Dezember 2016 (act. IIA 96-98) – vier weitere Arbeitsbemühungen be-
treffend den Zeitraum vom 21. August bis 7. Oktober 2016 einreichte. 

3.2

3.2.1 Zunächst stellt der Beschwerdeführer zu Recht nicht grundsätzlich 
in Abrede, dass das RAV berechtigt war, von ihm für die Zeit vor Eintritt der 
Arbeitslosigkeit Nachweise für Arbeitsbemühungen zu verlangen. Denn 
unter dem Aspekt der auch eine bloss drohende Arbeitslosigkeit 
beschlagenden Schadenminderungspflicht besteht eine solche Obliegen-
heit nach konstanter Rechtsprechung generell während der Zeit vor der 
Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. E. 2.2.1 vorne). Indem das von der 
IV veranlasste, mittels Taggeldern entgoltene (act. IIB 96-102; 118) Arbeits-
training zum vornherein befristet (act. IIA 60) war, hat sich der Beschwer-
degegner hinsichtlich des vorliegend als massgeblich erachteten Zeitraums 
vom 9. August bis 8. November 2016 sodann zu Recht an der Rechtspre-
chung orientiert, wonach sich die versicherte Person bei einem befristeten 
Arbeitsverhältnis in der Regel in den letzten drei Monaten vor dessen Aus-
laufen um eine neue Stelle bemühen muss, sofern ihr der Arbeitgeber die 
Verlängerung nicht rechtsverbindlich zugesichert hat (vgl. E. 2.2.1 vorne). 
Denn der Beschwerdeführer konnte – anders als in der Beschwerde vorge-
bracht (S. 4) – im Hinblick auf allfällige Taggelder der Arbeitslosenversiche-
rung nicht damit rechnen, dass eine Anschlussmöglichkeit im Sinne eines 
(un)befristeten Arbeitsverhältnisses effektiv realisiert werden würde. Weder 
enthält die Kostengutsprache der IV vom 10. Mai 2016 (act. IIA 59 f.) eine 
entsprechende Zusicherung noch ist dergleichen aus den übrigen Akten 
ersichtlich und im Übrigen auch nicht ohne weiteres anzunehmen. Vielmehr 
musste der Beschwerdeführer davon ausgehen, dass er nach Abschluss 
des Arbeitstrainings arbeitslos sein werde und sich in der Folge um Stellen 
bemühen. Dass im fraglichen Zeitraum die (subjektive) Vermittlungsfähig-
keit nicht gegeben gewesen wäre (was freilich einen Anspruch auf Arbeits-
losenentschädigung ausschlösse [vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG]), ist weder 
ersichtlich noch wird dergleichen geltend gemacht. Im Gegenteil erklärt sich 
der Beschwerdeführer mit dem nach Abschluss der Eingliederungsmass-
nahme durch die Organe der IV formulierten Zumutbarkeitsprofil (act. IIA 
87) ausdrücklich einverstanden (Beschwerde, S. 4). 

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3.2.2 Im Weiteren ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegeg-
ner allein die am 23. November 2016 (act. IIA 89) eingegangenen Arbeits-
bemühungen als erheblich erachtete: Nachdem der Beschwerdeführer bis 
zum 11. November 2016 keine Nachweise für Stellenbewerbungen betref-
fend die Zeit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit dokumentiert hatte (vgl. act. IIA 
63), forderte ihn das RAV mit Schreiben vom 17. November 2016 (act. IIA 
84) auf, bis zum 28. November 2016 die verlangten Arbeitsbemühungen 
nachzureichen; gleichzeitig wies es explizit darauf hin, dass nach dem 
nämlichen Termin eingereichte Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksich-
tigt werden könnten. Mit Blick auf diese unmissverständliche Aufforderung 
erweisen sich die am 14. bzw. am 30. Dezember 2016 eingereichten Ar-
beitsbemühungen als unerheblich. Jedenfalls durfte der Beschwerdeführer 
– entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung (vgl. S. 5) – 
unter den gegebenen Umständen nicht einfach darauf vertrauen, dass 
nach Ablauf der bis zum 28. November 2016 gesetzten Frist eingereichte 
Nachweise noch berücksichtigt würden. Denn auch in Fällen der vorliegen-
den Art wird die verspätete Einreichung des Nachweises der Arbeits-
bemühungen in analoger Anwendung von Art. 26 Abs. 2 AVIV nur dann 
nicht gänzlich fehlenden Arbeitsbemühungen gleichgestellt, wenn ein ent-
schuldbarer Grund vorliegt (BVR 2014 S. 481), weshalb auch im Einspra-
cheverfahren eingereichte Nachweise nicht mehr zu berücksichtigen sind 
(BGE 139 V 164). Dies schliesst es aus, ungenügende Arbeitsbemühungen 
nachträglich zu verbessern. Ein entschuldbarer Grund für das Verstreichen-
lassen der Frist ist sodann weder ersichtlich noch wird ein solcher geltend 
gemacht. Insbesondere war dem Beschwerdeführer die Vorgehensweise 
der Verwaltung bekannt bzw. wurde er vom RAV schriftlich darauf auf-
merksam gemacht, dass alle Aktivitäten im Bereich der Stellensuche für die 
Zeit vor der Anmeldung beim RAV zu notieren sind (vgl. act. IIA 4; 63). So-
weit der Beschwerdeführer deshalb vorbringt, es dürfe als bekannt und 
erwiesen gelten, dass im Rahmen des Arbeitstrainings der verantwortliche 
Jobcoach intensiv nach geeigneten Anschlusslösungen gesucht habe, wel-
che Bemühungen nicht ausgeblendet werden dürften (Beschwerde, S. 6), 
so kann er auch daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten: Bei einem (von 
der IV durchgeführten) Arbeitstraining handelt es sich um eine berufliche 
Massnahme, mittels welcher die mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit einer 
objektiv und subjektiv eingliederungsfähigen Person in einem arbeitsmarkt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Juni 2017, ALV/17/315, Seite 9

nahen Umfeld bzw. im ersten Arbeitsmarkt gesteigert werden soll (vgl. Zif-
fer 2.3.3.2 von Anhang II des vom Bundesamt für Sozialversicherungen 
[BSV] herausgegebenen Kreisschreibens über die Eingliederungsmass-
nahmen beruflicher Art [KSBE]). Ob und wenn ja inwieweit dies vorliegend 
die – von einem Jobcoach unterstützte – Suche nach einer konkreten An-
schlusslösung im Sinne einer Platzierung im ersten Arbeitsmarkt einschloss 
– wie dies der Beschwerdeführer in seiner E-Mail vom 14. Dezember 2016 
(act. II 1) sowie im Rahmen seiner Einsprache (act. II 4 f.) geltend machte – 
kann offen bleiben: Entscheidwesentlich ist allein, dass der Beschwerde-
führer allfällige, während des Arbeitstrainings selber oder seitens des Job-
coachs getätigte Arbeitsbemühungen nicht innert der vom RAV bis zum 28. 
November 2016 gesetzten Frist eingereicht hat, obwohl ihm dies ohne wei-
teres möglich gewesen wäre bzw. er – wie bereits dargelegt – keinen (ent-
schuldbaren) Hinderungsgrund nennt. 

3.2.3 Sodann hat der Beschwerdegegner im angefochtenen Einspra-
cheentscheid mit Bezug auf den Zeitraum vom 9. August bis 8. November 
2016 fünf Arbeitsbemühungen als erheblich erachtet, diese jedoch als 
quantitativ ungenügend qualifiziert (act. II 8). 

Der Beschwerdeführer macht geltend, aus einem Aktenvermerk vom 4. Ja-
nuar 2016 (vgl. act. IIA 47) gehe hervor, dass „während den über die IV 
finanzierten Produkten eine reduzierte Mindestvereinbarung von mindes-
tens 2 Arbeitsbemühungen pro Monat gelte“ (Beschwerde, S. 5). Der fragli-
che Aktenvermerk erfolgte nicht im Zuge der Wiederanmeldung vom 
8. November 2016 (act. IIA 64 f.) beim RAV, sondern im Rahmen der vom 
29. Oktober 2015 bis 9. Februar 2016 dauernden Arbeitslosigkeit. Selbst 
jedoch, wenn die zwischen dem RAV und dem Beschwerdeführer damals 
vereinbarte, wesentlich unter dem rechtsprechungsgemässen Zielwert von 
zehn bis zwölf Bewerbungen pro Monat liegende (vgl. E. 2.2.2 vorne) An-
zahl von zwei Arbeitsbemühungen pro Monat auch im vorliegend streitge-
genständlichen Kontext massgeblich wäre, könnte der Beschwerdeführer 
bei in drei Monaten lediglich fünf nachgewiesenen Arbeitsbemühungen 
offensichtlich nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im Übrigen ist zu den ein-
gereichten Bewerbungen Folgendes festzuhalten: Zwar hat der Beschwer-
deführer im Rahmen der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung unter 

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„Gesuchte Berufe und Tätigkeiten“ u.a. „Personalführung“ angegeben (act. 
IIA 64). Aus der Mitteilung der IV vom 9. November 2016 (act. IIA 86 f.) 
betreffend Abschluss der beruflichen Massnahmen geht indessen hervor, 
dass dem Beschwerdeführer eine den Qualifikationen entsprechende an-
gepasste Tätigkeit mit klar begrenzten und realistischen Arbeitsanforderun-
gen, ohne hohe Personalverantwortung in einem wohlwollenden 
Arbeitsklima ohne häufige berufliche Konfliktsituationen zumutbar ist (vgl. 
auch Bericht vom 17. Februar 2016 von Dr. med. C.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, [act. IIB 76]). Dem dem RAV am 23. November 
2016 (act. IIA 89) eingereichten Nachweis der in der Zeit vom 18. Oktober 
bis 8. November 2016 erfolgten persönlichen und vorliegend in zeitlicher 
Hinsicht allein massgeblichen (vgl. E. 3.2.2 vorne) Arbeitsbemühungen ist 
jedoch zu entnehmen, dass es sich bei drei der fünf Stellenbewerbungen 
um Tätigkeiten mit leitender Funktion handelte (so die Bewerbungen vom 
23. und 31. Oktober sowie vom 3. November 2016), welche dem Zumut-
barkeitsprofil bzw. den persönlichen Voraussetzungen des Beschwerdefüh-
rers nicht gerecht werden und damit qualitativ keine den 
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Anforderungen genügenden Arbeits-
bemühungen darstellen (vgl. E. 2.2.2 vorne). Ferner betraf die Bewerbung 
vom 18. Oktober 2016 eine Stelle als Teamleiter, und es stellt sich auch 
insoweit die Frage, ob diese Tätigkeit der Anforderung „ohne hohe Perso-
nalverantwortung“ (act. IIA 87) entspricht. Auch kann offen bleiben, ob die 
Bewerbung vom 8. November 2016 noch zu berücksichtigen ist, erfolgten 
der Abschluss des Arbeitstrainings und die Anmeldung beim RAV doch 
zeitgleich am 8. November 2016 (vgl. E. 3.1 vorne): Selbst wenn dem so 
wäre und zu Gunsten des Beschwerdeführers auch die Stellenbewerbung 
vom 18. Oktober 2016 berücksichtigt würde, lägen höchstens zwei Arbeits-
bemühungen vor, was offensichtlich ungenügend ist. 

3.3 Erweist sich die Einreichung von zwei Arbeitsbemühungen im 
massgeblichen Zeitraum vom 9. August bis 8. November 2016 dem 
Dargelegten zufolge als nicht hinreichend, ist der Beschwerdeführer wegen 
ungenügender Arbeitsbemühungen ab dem 9. November 2016 (vgl. E. 3.1 
vorne) in der Anspruchsberechtigung einzustellen (Art. 30 Abs. 1 lit. c 
AVIG). Zu prüfen bleibt abschliessend die Angemessenheit der verfügten 
Sanktion von sechs Einstelltagen (vgl. E. 2.3 vorne).

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Die verfügte Einstelldauer von sechs Tagen liegt im mittleren Bereich des 
leichten Verschuldens (Art. 45 Abs. 3 lit. a AVIV). Unter Berücksichtigung 
des – allein für die Verwaltung – verbindlichen „Einstellrasters“ (vgl. Teil 
D79, Ziff. 1.A/3 und 1.E/1 der AVIG-Praxis ALE [in der ab Januar 2017 gül-
tigen Fassung]), welches für ungenügende Arbeitsbemühungen während 
dreimonatiger Kündigungsfrist (vgl. E. 2.2.1 vorne) 9-12 bzw. für erstmals 
zu spät eingereichte Arbeitsbemühungen 5-9 Einstelltage vorsieht, ist die 
verfügte Sanktion in Anbetracht der gesamten objektiven und subjektiven 
Umstände (vgl. BGE 141 V 365 E. 4.1 S. 369) nicht zu beanstanden. Es ist 
kein triftiger Grund ersichtlich noch wird ein solcher geltend gemacht, der 
ein Eingreifen in das Ermessen der Verwaltung durch den Richter rechtfer-
tigen würde (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152). 

3.4 Nach dem Dargelegten lässt sich die Einstellung von sechs Tagen 
in der Anspruchsberechtigung weder vom Grundsatz noch von der Höhe 
her beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG 
i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

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3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung 
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.