# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e850d73-c702-55e0-82b6-45ce1464caf4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.01.2022 715 21 166/13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-21-166-13_2022-01-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 19. Januar 2022 (715 21 166 / 13) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Arbeitslosenversicherung 

 

 

Für die Übernahme der Kosten des beantragten Kurses besteht keine arbeitsmarktliche Indika-
tion. 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschreiberin Christina Markie-

wicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Ergänzende Massnahmen ALV, Güterstrasse 107, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Individuelle Bildungsmassnahme 

 
 
 
A. Die 1969 geborene A.____ meldete sich am 11. Januar 2019 zur Arbeitsvermittlung an 
und stellte Antrag auf Ausrichtung von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung (ALV) ab dem 
1. Februar 2019. Mit Gesuch vom 21. Januar 2021 beantragte sie die Bewilligung der Teilnahme 
am Kurs "Ressourcenorientiertes Coaching" und die Übernahme der Ausbildungskosten im Um-
fang von Fr. 3'450.-- sowie die Rückerstattung der Reise- und Verpflegungsauslagen im Umfang 
von Fr. 286.--. Mit Verfügung vom 9. Februar 2021 lehnte das Kantonale Amt für Industrie, Ge-
werbe und Arbeit (KIGA) Baselland, Abteilung Ergänzende Massnahmen ALV, dieses Gesuch 

 

 
 
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ab. Daran hielt das KIGA mit Einspracheentscheid vom 26. April 2021 fest. Zur Begründung führte 
es im Wesentlichen aus, dass kein Anspruch auf Übernahme der Kosten der nach Aussteuerung 
beginnenden Massnahmen bestehe. Die Teilnahme an Bildungs- oder Beschäftigungsmassnah-
men sei gemäss Art. 59d des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 
und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 nur dann erlaubt, wenn der Anspruch 
auf Arbeitslosenentschädigung nicht erschöpft sei. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 26. Mai 2021 Beschwerde beim 
Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es 
sei der angefochtene Entscheid der Vorinstanz aufzuheben und es seien ihr die Teilnahme am 
Kursbesuch vom 4. März 2021 bis 25. Juni 2021 und die Übernahme der Kosten von insgesamt 
Fr. 3'507.20 zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. In ihrer Begründung führte sie unter Hinweis 
auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 15. Dezember 2014 E. 4.2 (Verfahrens-Nr. 715 14 164) 
aus, dass eine Teilnahme an neuen Massnahmen nach einer einmal erfolgten Aussteuerung nicht 
ausgeschlossen sei. Zudem machte sie im Wesentlichen geltend, die in Frage stehende Mass-
nahme vermöge ihre Vermittlungsfähigkeit konkret zu verbessern. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 16. Juni 2021 anerkannte das KIGA den Einwand der Be-
schwerdeführerin, wonach es für über 50-jährige Versicherte möglich sein könne, unabhängig 
von ihrem Anspruch auf Arbeitsloslosenentschädigung bis zum Ende der Rahmenfrist für den 
Leistungsbezug an Bildungs- und Beschäftigungsmassnahmen teilzunehmen. Indessen ging sie 
im Wesentlichen davon aus, dass vorliegend die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
mit der ersuchten Massnahme nicht konkret verbessert werde, weshalb sie mithin auf Abweisung 
der Beschwerde schloss. 
 
D. Mit Instruktionsverfügung vom 14. Juli 2021 ordnete das Gericht zwecks Wahrung des 
rechtlichen Gehörs einen zweiten Schriftenwechsel an, da die Vernehmlassung vom 16. Juni 
2021 im Vergleich zum Einspracheentscheid vom 26. April 2021 neue Vorbringen enthalte.  
 
E. Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Beschwerdeführerin mit Replik vom 13. August 
2021 und die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 9. September 2021 im Wesentlichen an ihren 
Anträgen und an den bereits gemachten Ausführungen fest. 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG kann der Bundesrat die örtliche Zuständigkeit des kanto-
nalen Versicherungsgerichts in Abweichung von Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 regeln. Laut Art. 128 Abs. 
2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi-
gung (AVIV) vom 31. August 1983 ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen 
und Einspracheentscheide einer kantonalen Amtsstelle das Versicherungsgericht desselben 
Kantons zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheent-
scheid, der das KIGA als kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen hat, sodass 

 

 
 
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die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 
lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. De-
zember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche In-
stanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss 
Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustän-
dig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 26. 
Mai 2021 gegen den Einspracheentscheid der Vorinstanz ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch 
Präsidialentscheid. In ihrer Beschwerde beantragt die Versicherte, es seien ihr Kurskosten und 
die Auslagen im Betrag von insgesamt Fr. 3'507.20 zu erstatten. Die Angelegenheit ist folglich 
präsidial zu entscheiden. 
 
2.1 Gemäss Art. 1a Abs. 2 AVIG will das Gesetz drohende Arbeitslosigkeit verhüten, beste-
hende Arbeitslosigkeit bekämpfen und die rasche und dauerhafte Eingliederung in den Arbeits-
markt fördern. Diesem Zweck dienen unter anderem die arbeitsmarktlichen Massnahmen (Art. 59 
bis 75b AVIG). Gemäss Art. 59 Abs. 1 AVIG erbringt die Versicherung finanzielle Leistungen für 
arbeitsmarktliche Massnahmen zu Gunsten von versicherten Personen und von Personen, die 
von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Zu den arbeitsmarktlichen Massnahmen gehören unter ande-
rem Bildungsmassnahmen nach Art. 60 AVIG (Art. 59 Abs. 1bis AVIG). Als solche gelten individu-
elle oder kollektive Kurse zur Umschulung, Weiterbildung oder Eingliederung (Art. 60 Abs. 1 
AVIG). 
 
2.2 Mit arbeitsmarktlichen Massnahmen soll nach Art. 59 Abs. 2 AVIG die Eingliederung von 
Versicherten, die aus Gründen des Arbeitsmarkts erschwert vermittelbar sind, gefördert werden. 
Eine schwere Vermittelbarkeit liegt vor, wenn es einer versicherten Person nicht mehr möglich 
ist, die eigene Arbeitskraft auf dem aktuellen Arbeitsmarkt zu verwerten, weil die erworbenen 
Fähigkeiten den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen oder die betroffene Person nicht 
rechtzeitig auf den schnellen Wandel in der Berufsbranche zu reagieren vermochte (KURT 
PÄRLI/JULIA HUG/ANDREAS PETRIK, Arbeit, Krankheit, Invalidität, Arbeits- und sozialversicherungs-
rechtliche Aspekte, Bern 2015, Rz. 836 ff.). Aus Art. 59 Abs. 2 AVIG ergibt sich namentlich die 
Voraussetzung der Eingliederungswirksamkeit einer Massnahme. So muss eine Weiterbildung 
beispielsweise die Vermittelbarkeit im Einzelfall verbessern (lit. a), wobei die Förderung der be-
ruflichen Qualifikation auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abzustimmen ist (lit. b). Nach der 
Praxis des Bundesgerichts muss die Teilnahme an einer arbeitsmarktlichen Massnahme die Ver-
mittlungsfähigkeit der versicherten Person massgeblich verbessern (vgl. KUPFER BUCHER 
BARBARA, in: Stauffer Hans-Ulrich/Cardinaux Basile [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts 
zum AVIG, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, Art. 59 Grundsätze, S. 341 mit Verweisen auf die 
entsprechende Rechtsprechung). Ein rein theoretischer Nutzen, der im konkreten Fall die Ver-
mittlungsfähigkeit kaum verbessert, ist nicht ausreichend, um die Voraussetzungen nach Art. 59 
AVIG zu erfüllen. Vielmehr muss die Wahrscheinlichkeit dargetan sein, dass die Vermittlungsfä-
higkeit durch einen – im Hinblick auf ein konkretes berufliches Ziel – absolvierten Kursbesuch 
tatsächlich und in erheblichem Masse gefördert wird (ARV 1987 S. 114 mit Hinweisen; vgl. zum 

 

 
 
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Ganzen auch HARDY LANDOLT, Das Zumutbarkeitsprinzip im Schweizerischen Sozialversiche-
rungsrecht, Zürich 1995, S. 446 ff.). Es darf nicht ein höheres Berufsziel, also die bildungsmäs-
sige, soziale oder wirtschaftliche Verbesserung im Vordergrund stehen, sondern die Verbesse-
rung der Einsatzmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die arbeitsmarktliche Vermit-
telbarkeit einer versicherten Person wird letztlich wohl dann verbessert, wenn die Präventivmass-
nahme so ausgerichtet ist, dass die dadurch neu erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse ent-
weder die Wettbewerbsfähigkeit der versicherten Person für die Zukunft generell und nachhaltig 
oder aber im Hinblick auf eine konkret in Aussicht stehende und grundsätzlich dauerhafte Arbeits-
gelegenheit deutlich verbessern (GERHARD GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Band II, N 45 zu 
Art. 59). 
 
2.3 Grundvoraussetzung für den Anspruch auf Teilnahme an individuellen arbeitsmarktli-
chen Massnahmen ist die arbeitsmarktliche Indikation. Leistungen sind nur zuzusprechen, wenn 
die (inländische) Arbeitsmarktlage dies unmittelbar gebietet. Die Anspruchsvoraussetzung der 
arbeitsmarktlichen Indikation besteht aus einer objektiven und subjektiven Komponente. Das ob-
jektive Element bezieht sich auf den aktuellen Bedarf des Arbeitsmarktes nach Arbeitskräften. 
Die subjektive Komponente betrifft die Anpassungsbedürftigkeit der versicherten Person an diese 
Nachfrage. Die Frage, ob die arbeitsmarktliche Indikation im Einzelfall gegeben ist, beurteilt sich 
aufgrund sämtlicher im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung massgebenden Umstände. Insbeson-
dere ist mit Hilfe amtlicher und privater Statistiken die Situation auf dem konkreten, für die versi-
cherte Person in Frage kommenden Arbeitsmarkt abzuklären (Urteil des Bundesgerichts vom 16. 
April 2018, 8C_67/2018, E. 4.1 mit zahlreichen Hinweisen). Zwischen der Notwendigkeit einer 
arbeitsmarktlichen Massnahme und der Schwierigkeit der betroffenen Person, eine zumutbare 
Arbeit zu finden, muss demnach ein enger Zusammenhang bestehen, damit ein Leistungsan-
spruch entsteht. Die arbeitsmarktliche Massnahme muss sich aus arbeitsmarktlichen Gründen 
geradezu aufdrängen. Gründe ohne einen solchen arbeitsmarktlichen Bezug führen regelmässig 
zu einer Ablehnung des Anspruchs auf arbeitsmarktliche Massnahmen (PÄRLI/HUG/PETRIK, 
a.a.O., Rz. 836 ff.). 
 
2.4 Wie bei allen sozialversicherungsrechtlichen Sachleistungen unterstehen auch die Kos-
tenvergütungsleistungen der ALV den Kriterien der Einfachheit, Notwendigkeit und Zweckmäs-
sigkeit (Urteil des eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1 Januar 2008: Bundesge-
richt, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 3. Mai 2004, C 241/03, E. 3). Es besteht deshalb stets 
nur ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der ALV, die mit Blick auf den Eingliederungs-
zweck angemessen und notwendig sind, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen 
bestmöglichen Vorkehrungen. Nach dem bei Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche-
rung geltenden und auch hier anwendbaren Grundsatz sind nur die im Einzelfall notwendigen, 
aber dennoch genügenden Massnahmen zu gewähren, und der voraussichtliche Erfolg der Mas-
snahme muss in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten stehen (BGE 112 V 397, E. 1b; 
Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2009, 8C_600/2008, E. 5.1.). 
 
2.5 Die ALV ist aus dem Grundsatz der Zweckgebundenheit der arbeitsmarktlichen Mass-
nahmen demnach weder für die berufliche Grundausbildung noch zur Erfüllung von Berufswün-
schen sowie für die allgemeine Förderung der beruflichen Weiterbildung zuständig (vgl. BGE 111 

 

 
 
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V 275 E. 2d). Deren Aufgabe ist es lediglich, in gewissen Fällen durch konkrete Eingliederungs- 
oder Weiterbildungsmassnahmen eine bestehende Arbeitslosigkeit zu bekämpfen oder eine dro-
hende Arbeitslosigkeit zu verhindern (vgl. BGE 111 V 271 E. 2b). Die Grenze zwischen Grund-
ausbildung und allgemeiner beruflicher Weiterbildung einerseits, Umschulung und Weiterbildung 
im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinne andererseits, ist fliessend. Im Einzelfall ist zu wür-
digen, welche Umstände überwiegen. Entscheidende Bedeutung hat dabei die Frage, ob das 
Berufsspektrum der versicherten Person ihre Vermittelbarkeit auf ganz spezielle Tätigkeitsberei-
che ("Nischen") einschränkt oder nicht. Ein solch berufsspezifisches Risiko der Arbeitslosigkeit 
stellt ein gewichtiges Indiz dar für die Notwendigkeit einer gezielten Umschulung oder Weiterbil-
dung im Rahmen von arbeitsmarktlichen Massnahmen (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenver-
sicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 3. A. 2016 S. 2475 Rz. 688 mit Hinweisen auf 
die Rechtsprechung). Im Weiteren muss die soziale Üblichkeit unter Berücksichtigung des Alters, 
der Motivation und der weiteren Lebensumstände der versicherten Person angeschaut werden. 
Es ist demnach zu prüfen, ob die fragliche Vorkehr bei den gegebenen Umständen nicht ohnehin 
Bestandteil der üblichen Berufsausbildung ist, ob die versicherte Person den Kurs auch besuchen 
würde, wenn sie nicht arbeitslos wäre (vgl. BGE 111 V 271 E. 2d). In zeitlicher Hinsicht ist fest-
zustellen, dass nur Kurse von beschränkter Dauer als Massnahmen der Umschulung oder Wei-
terbildung im arbeitslosenversicherungsrechtlichen Sinne anerkannt werden können. Dabei hat 
eine Kursdauer von einem Jahr als obere Limite zu gelten; Leistungsgesuche für länger dauernde 
Kurse können nur ausnahmsweise entsprochen werden. Denn mehrjährige Bildungsgänge – d.h. 
eigentliche Grundausbildungen – sind vom Kreis der durch die Arbeitslosenversicherung zu über-
nehmenden Massnahmen regelmässig ausgeschlossen. Dagegen werden mehrmonatige Kurse 
als Vorkehren der Umschulung oder Weiterbildung im Sinne der Arbeitslosenversicherung aner-
kannt (Urteil des Bundesgerichts vom 28. März 2007, C 227/06, E. 2.1). 
 
2.6. Die ALV fördert nebst der Wiedereingliederung in die unselbstständige Erwerbstätigkeit 
auch die selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne einer arbeitsmarktlichen Massnahme zur Ver-
hütung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Gemäss Art. 71a AVIG kann die selbstständige 
Erwerbstätigkeit mittels Ausrichtung von Taggeldern und Übernahme von 20 % des Verlustrisikos 
von der ALV unterstützt werden. Nach Ansicht der herrschenden Lehre und der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung ist die Übernahme von Kursen durch die ALV zur direkten Förderung der 
selbstständigen Erwerbstätigkeit jedoch gesetzlich nicht vorgesehen (vgl. BGE 128 V 195 E. 5.b). 
Eine Ausnahme von dieser Regelung sieht vor, dass die Teilnahme der versicherten Person an 
Kursen während der Planungsphase genehmigt werden kann, sofern es sich dabei um Weiterbil-
dungskurse handelt, die in einem direkten Zusammenhang mit der geplanten selbstständigen 
Erwerbstätigkeit stehen. Kurse der beruflichen Grundausbildung oder der allgemeinen berufli-
chen Weiterbildung bleiben von der Kostenübernahme jedoch weiterhin ausgeschlossen (AVIG-
Praxis, Rz. K68). 
 
3.1 Die Beschwerdeführerin arbeitete seit 2001 als Dolmetscherin und Übersetzerin. Im fort-
geschrittenen Alter schloss sie 2015 erfolgreich das Studium der Jurisprudenz ab. In der Folge 
war sie mehr als ein Jahr als Anwaltspraktikantin in einer Rechtsanwaltskanzlei und danach drei 
Monate als juristische Volontärin tätig. Indessen gelang es ihr in den nachfolgenden Jahren nicht, 

 

 
 
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eine Anstellung als Juristin zu finden. Sie zog deshalb in Betracht, die Anwaltsprüfung zu absol-
vieren, um ihre Vermittlungsfähigkeit zu verbessern. Zusätzlich stellte sie das vorliegend zur Be-
urteilung stehende Kursgesuch. Mit diesem beantragte sie die Bewilligung der Teilnahme am 
Kurs "Ressourcenorientiertes Coaching" und die Übernahme der Kurskosten sowie der anfallen-
den Auslagen in der Gesamthöhe von Fr. 3'507.20. Dieser von der Lernwerkstatt B.____ GmbH 
angebotene Lehrgang setzte sich aus insgesamt zehn Kurstagen im Zeitraum vom 4. März 2021 
bis 25. Juni 2021 zusammen. 
 
3.2 Das KIGA lehnte dieses Kursgesuch mit Verfügung vom 9. Februar 2021 bzw. mit dem 
vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 26. April 2021 mit der Begründung ab, es 
bestehe kein Anspruch auf Übernahme der Kosten der nach Aussteuerung beginnenden Mass-
nahmen. In der Vernehmlassung vom 16. Juni 2021 kam das KIGA aufgrund der Vorbringen der 
Beschwerdeführerin auf ihre Begründung zurück und gab der Versicherten insofern Recht, dass 
versicherte Personen, die älter als 50 Jahre alt seien, unabhängig von ihrem Anspruch auf Ar-
beitslosenentschädigung bis zum Ende der Rahmenfrist für den Leistungsbezug an Bildungs- und 
Beschäftigungsprogrammen teilnehmen könnten (Art. 59 Abs. 3bis AVIG). Das KIGA begründete 
die Ablehnung des Kursgesuchs nunmehr im Wesentlichen damit, dass keine arbeitsmarktliche 
Indikation des beantragten Kurses bestehe. Der Kursbesuch würde die Vermittlungsfähigkeit der 
Versicherten als Juristin nicht konkret verbessern. Im Übrigen scheine die Versicherte mit dem 
Kursbesuch hauptsächlich auf eine selbständige Tätigkeit abzuzielen. Da die Beschwerdeführe-
rin im Bereich des Coachings keine Erfahrungen habe, könne die Ausbildung zum Coach man-
gels Grundausbildung nicht als berufliche Weiterbildung qualifiziert werden. In der Duplik vom 9. 
September 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Stellungnahme vom 16. Juni 2021 fest. 
 
3.3 Den Schlussfolgerungen der Beschwerdegegnerin, wonach keine arbeitsmarktliche In-
dikation als Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Kurs "Ressourcenorientiertes Coaching" 
bestehe, ist – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – zu folgen. Aufgrund der For-
mulare "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" ist davon auszugehen, dass im juristi-
schen Arbeitsmarkt, welcher der Beschwerdeführerin offensteht, in objektiver Hinsicht im Zeit-
punkt des Gesuchs genügend offene Stellen vorhanden waren. In subjektiver Hinsicht dürfte die 
Beschwerdeführerin den in diesen Berufsfeldern gestellten Anforderungen grundsätzlich genü-
gen. Indessen könnte eine Anpassungsbedürftigkeit darin bestehen, dass sie (noch) nicht über 
das Anwaltspatent verfügt. Dieses beabsichtigte die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Ge-
suchseinreichung zu erlangen. Der juristische Arbeitsmarkt erfordert im Wesentlichen juristische 
Qualifikationen, insbesondere das abgeschlossene rechtswissenschaftliche Studium bzw. das 
Anwaltspatent, weshalb mit dem beantragten Kursbesuch kein direkter Bezug dazu festzustellen 
ist. Wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, ihre Vermittlungsfähigkeit werde durch den Be-
such des Kurses erheblich gefördert, da professionelle Kommunikation für den juristischen Beruf 
absolut notwendig sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Zwar ist ihr dahingehend zuzustimmen, dass 
auch im juristischen Bereich soziale Kompetenzen nachgefragt werden – und auch ein theoreti-
scher Nutzen am Coaching im Rechtswesen nicht abzustreiten ist. Dennoch kann nicht darauf 
geschlossen werden, dass der in Frage stehende Kursbesuch ihre Vermittlungsfähigkeit tatsäch-
lich und erheblich verbessern würde. Die in den Akten enthaltenen Formulare "Nachweis der 
persönlichen Arbeitsbemühungen und "BG Verlaufsprotokolle" legen nahe, dass die Ablehnung 

 

 
 
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der Bewerbungen hauptsächlich fachspezifisch, insbesonders mangels Anwaltspatent, begrün-
det wurde. So führte die Versicherte in ihrer Beschwerde vom 26. Mai 2021 aus, dass in den 
Stellenausschreibungen häufig das Anwaltspatent verlangt worden sei. Damit ist in Bezug auf 
den ersuchten Kursbesuch das Fehlen des verlangten unmittelbaren Bezugs zum juristischen 
Arbeitsmarkt nicht von der Hand zu weisen. Wenn sie nunmehr in ihrer Replik vom 13. August 
2021 geltend macht, dass ihr fortgeschrittenes Alter, die fehlende Berufserfahrung und eventuell 
auch die fehlende deutsche Muttersprachigkeit die Ablehnungen begründeten, vermag dies 
nichts zu ändern, da diesen Faktoren wesensgemäss auch nicht mit dem beantragten Kursbe-
such beizukommen wäre. Hinzu tritt, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft darlegt, dass 
der Kursbesuch zu einer Anstellung im juristischen Bereich führen würde, bzw. die Absolvierung 
des Kurses eine Voraussetzung für einen konkreten Stellenantritt wäre. 
 
3.4 Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren vorbringt, der Kurs "Ressourcenorientiertes 
Coaching" sei arbeitslosenversicherungsrechtlich als berufliche Weiterbildung zu qualifizieren, 
verfängt dies nicht. Wie oben in Erwägung 2.5 ausgeführt, verläuft die Grenze zwischen Grund-
ausbildung und allgemeiner beruflicher Weiterbildung einerseits und arbeitslosenversicherungs-
rechtlicher Umschulung und berufliche Weiterbildung anderseits fliesend. Dabei ist im Einzelfall 
zu würdigen, welche Umstände überwiegen, wobei entscheidend ist, ob das Berufsspektrum der 
Versicherten ihre Vermittelbarkeit auf ganz spezielle Tätigkeitsbereiche einschränkt oder nicht. 
Die Versicherte hat das Studium der Rechtswissenschaft erfolgreich abgeschlossen, anschlies-
send juristische Praktika absolviert und sodann während zwei Jahren eine juristische Anstellung 
gesucht. Ihr Berufsspektrum umfasst somit den juristischen Bereich, welcher nicht auf spezifische 
Tätigkeitsbereiche eingeschränkt ist. Demnach kann in Bezug auf die Beschwerdeführerin der 
Kurs "Ressourcenorientiertes Coaching" nicht als berufliche Weiterbildung qualifiziert werden. 
Zudem erhellt die Webseite der Kursveranstalter, dass sich der Kurs vorwiegend an Bildungs-
fachleute und Arbeitsagogen richtet. Die Tatsache, dass diese Auflistung nicht abschliessend ist 
und auch anderen Personen der Kursbesuch offensteht, ändert daran – entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin – nichts. Wenn sie diesbezüglich geltend macht, der Kurs richte sich an 
Personen, die sich Kompetenzen als Coachende aneignen wollen oder Personen, welche die 
eidgenössisch anerkannte Berufsprüfung "Betrieblicher Mentor mit eidgenössischem Fachaus-
weis" erlangen wollen, bestätigt dies, dass der Kurs die Grundausbildung bzw. die allgemeine 
berufliche Weiterbildung bezweckt. 
 
3.5 Da der Kurs "Ressourcenorientiertes Coaching" nicht als berufliche Weiterbildung, son-
dern als Grundausbildung bzw. allgemeine Weiterbildung zu qualifizieren ist, erübrigt sich die 
Diskussion, ob deren Teilnahme im Rahmen einer Förderung der selbständigen Erwerbstätigkeit 
genehmigt werden kann (vgl. E. 2.6). 
 
4. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass in Bezug auf den Besuch des Kurses "Res-
sourcenorientiertes Coaching" nicht von einer arbeitsmarktlichen Indikation ausgegangen werden 
kann. Die Beschwerdegegnerin hat die Kostenübernahme des Kurses im Ergebnis deshalb zu 
Recht abgelehnt. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde 
 

 

 
 
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5. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kos-
tenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichts-
kosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwil-
lig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 

 

 
 
 
 
Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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