# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0b6a500-fa4b-5c2f-b7df-e43d5a7ee373
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2011 E-5485/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5485-2011_2011-10-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­5485/2011

U r t e i l   v om   1 7 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterinnen Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Fulvio Haefeli, 
Regula Schenker Senn;
Gerichtsschreiberin Tu­Binh Truong.

Parteien A._______, geboren am (…),
Albanien, 
Zentrum für Asylsuchende, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz, 

Gegenstand Fristwiederherstellungsgesuch / Nichteintreten auf 
Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­Verfahren); Verfügung 
des BFM vom 13. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  am  16.  Juni  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ ein Asylgesuch stellte,

dass  er  am  22.  Juni  2011  im  EVZ  summarisch  zu  seinen  Asyl­  und 
Ausreisegründen befragt wurde und ihm gleichzeitig das rechtliche Gehör 
im  Hinblick  auf  einen  Nichteintretensentscheid  sowie  den  allfälligen 
Wegweisungsvollzug nach Italien gewährt wurde, da er eigenen Angaben 
zufolge  vor  der  Einreise  in  die  Schweiz  dort  im  März  2011  mit  einem 
gültigen  Arbeitsvisum  eingereist  sei  und  sich  bis  16.  Juni  2011  dort 
aufgehalten habe (vgl. A5/9 S. 6),

dass  er  keine  Gründe  anführen  konnte,  die  gegen  die  Zuständigkeit 
Italiens  zur  Durchführung  seines  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens 
sprechen würden, gegen den Wegweisungsvollzug nach Italien hingegen 
vorbrachte, er habe dort keine Arbeit gefunden (vgl. A5/9 S. 6), 

dass er am 30. Juni 2011 für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton 
C._______ zugewiesen wurde,

dass  Abklärungen  über  die  Schweizer  Botschaft  in  D._______  ergeben 
hatten,  dem Beschwerdeführer  sei  vom  italienischen Generalkonsulat  in 
E._______  ein  vom  16.  März  bis  10.  Dezember  2011  gültiges 
Arbeitsvisum ausgestellt worden (vgl. A12/2),

dass  das  BFM  am  18.  Juli  2011  anhand  dieser  Angaben  gestützt  auf 
Art. 9  Abs.  2  der  Verordnung  EG  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. 
Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrages 
zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  ein  Ersuchen  um  Übernahme  des 
Beschwerdeführers an Italien richtete,

dass  Italien mit Schreiben  vom 12. September  2011  seiner Übernahme 
ausdrücklich zustimmte, 

dass das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 
26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom  13.  September  2011  –  eröffnet 
am  14.  September  2011  –  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Italien 

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anordnete  und  ihn  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach 
Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,

dass zudem  festgehalten wurde, der Kanton C._______ sei  verpflichtet, 
die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  eine  Beschwerde  gegen 
diesen  Entscheid  habe  keine  aufschiebende  Wirkung  und  die 
editionspflichtigen  Verfahrensakten  würden  dem  Beschwerdeführer 
ausgehändigt werden, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  undatierter,  fremdsprachiger, 
handschriftlicher  Eingabe  (Poststempel:  3. Oktober  2011)  gegen  diesen 
Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob, wobei  er 
ausführte,  er  sei  durch die  vorinstanzliche Verfügung – mit welcher  ihm 
mitgeteilt  worden  sei,  dass  Italien  seine Übernahme  akzeptiere  –  "nicht 
gut  informiert worden", weshalb er  fünf Tage nach Erhalt der Verfügung 
die Schweiz verlassen habe und nach Italien zurückgekehrt sei, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Telefax  vom  4.  Oktober  2011 
gestützt auf Art.  56 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  im  Sinne  einer 
vorsorglichen  Massnahme  den  Vollzug  der  Wegweisung  per  sofort 
aussetzte, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  beim  Bundesverwaltungsgericht  am 
5. Oktober 2011 eingingen,

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts sich auch auf die 
Beurteilung  von  Gesuchen  um  Fristwiederherstellung  im  Sinne  von 

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Art. 24  Abs.  1  VwVG,  welche  im  Zusammenhang  mit  solchen 
Beschwerden stehen, erstreckt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  gemäss  Art.  21  Abs.  1  VGG  die  Abteilungen  des 
Bundesverwaltungsgerichtes  in  der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei 
Richterinnen oder Richtern als Spruchkörper entscheiden,

dass  diese  Regel  auch  für  Gesuche  um  Wiederherstellung  der 
Beschwerdefrist im Sinne von Art. 24 VwVG gilt, da diese nicht unter die 
explizit  in  Art.  111  AsylG  auf  dem  Gebiet  des  Asylrechts  dem 
Einzelrichter bzw. Einzelrichterin vorbehaltenen Zuständigkeiten fallen,

dass  gemäss  Art.  108  Abs.  2  AsylG  die  Beschwerde  gegen 
Nichteintretensentscheide  innerhalb  von  fünf  Arbeitstagen  seit  der 
Eröffnung der Verfügung einzureichen ist,

dass  schriftliche  Eingaben  nach  Art.  21  Abs.  1  VwVG  spätestens  am 
letzten Tag der Frist der Behörde einzureichen oder zu deren Handen der 
schweizerischen Post zu übergeben sind,

dass  aufgrund  des  bei  den  Akten  befindlichen  Rückscheines  der  Post 
feststeht,  dass  die  angefochtene  Verfügung  am  14.  September  2011 
eröffnet wurde,

dass somit die Anfechtungsfrist von fünf Arbeitstagen am 21. September 
2011  abgelaufen  ist  (unter  Berücksichtigung  von  Art.  20  Abs.  3  VwVG 
und  Art.  17  Abs.  1  AsylG)  und  demnach  die  undatierte  Beschwerde 
(Poststempel: 3. Oktober 2011) verspätet eingereicht wurde,

dass die Beschwerde nicht  in einer Amtssprache des Bundes abgefasst 
ist,  auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Übersetzung  jedoch  aus 
prozessökonomischen  Gründen  verzichtet  werden  kann,  da  die 
englischsprachige  Beschwerdeeingabe  verständlich  ist,  so  dass  ohne 
weiteres darüber befunden werden kann,

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dass der vorliegende Entscheid indessen in deutscher Sprache (Art. 33a 
Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) ergeht,

dass  angesichts  der  Eingabe  durch  einen  Laien  auch  davon 
ausgegangen  wird,  dass  die  Begründung  der  Beschwerde  implizit  ein 
Gesuch um Herstellung der versäumten Beschwerdefrist beinhaltet, d.h. 
der  Beschwerdeführer  sinngemäss  geltend  macht,  eine  ungenügende 
bzw. unrichtige Rechtsmittelbelehrung sei der Grund der Fristversäumnis 
gewesen, 

dass nach Art.  24 Abs. 1 VwVG eine Frist wiederhergestellt wird, wenn 
der  Gesuchsteller  oder  sein  Vertreter  unverschuldeterweise  abgehalten 
worden  ist,  binnen  Frist  zu  handeln,  sofern  unter  Angabe  des Grundes 
innert  30  Tagen  nach Wegfall  des Hindernisses  darum ersucht  und  die 
versäumte Rechtshandlung nachgeholt wird, 

dass  im  vorliegende  Fall  offensichtlich  schon  die  formellen 
Voraussetzungen von Art. 24 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, da der vom 
Beschwerdeführer  angeführte  Grund  für  die  Fristversäumnis – 
ungenügende  Rechtskenntnis  wegen  mangelhafter 
Rechtsmittelbelehrung  –  kein  massgebliches  Hindernis  im  Sinne  dieser 
Bestimmung  darstellt,  zumal  die  korrekte  Rechtmittelbelehrung 
rechtsgenügend  auf  dem  Nichteintretensentscheid  vom  13.  September 
2011 angebracht und dem Beschwerdeführer eröffnet worden ist, 

dass  das  vorliegende Gesuch  ferner  auch  als materiell  unbegründet  zu 
qualifizieren  ist,  da  das  Fristversäumnis  nicht  als  unverschuldet 
bezeichnet werden kann, denn allfällige Versäumnisse, sich um korrekte 
Übersetzung  oder  Informierung  des  Nichtreintretensentscheides  zu 
bemühen, dem Beschwerdeführer anzulasten sind, 

dass  das  Verstreichenlassen  der  Frist  somit  insgesamt  vermeidbar 
gewesen wäre, 

dass  das  Fristwiederherstellungsgesuch  folglich  abzuweisen  ist  und  die 
nach  Eröffnung  des  vorinstanzlichen  Nichteintretentsentscheids 
fünftägige  Frist  zur  Einreichung  einer  Beschwerde  als  schuldhaft 
versäumt gilt, 

dass auf die Beschwerde somit gestützt auf Art.  111 Bst. b AsylG nicht 
eingetreten  wird  und  der  vom  BFM  am  13.  September  2011  verfügte 
Vollzug der Wegweisung rechtskräftig bleibt, 

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dass  demnach  der  am  4.  Oktober  2011  vorsorglich  verfügte 
Vollzugsstopp  mit  dem  vorliegenden  Nichteintretensentscheid  hinfällig 
wird, 

dass die Verfahrenskosten  von Fr.  600.­  (Art.  1­3 des Reglements  vom 
21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  unterliegenden 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG analog) sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Das Fristwiederherstellungsgesuch wird abgewiesen. 

2. 
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Tu­Binh Truong

Versand: