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**Case Identifier:** ceb9c335-dc51-5a4a-af49-1c111031977b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.12.2022 IV 2020/194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-194_2022-12-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/194

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.02.2023

Entscheiddatum: 19.12.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 19.12.2022
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Würdigung eines 
Gerichtsgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 19. Dezember 2022, IV 2020/194 und IV 2019/298). Aufgehoben 
durch Urteile des Bundesgerichts 8C_60/2023, 8C_70/2023.

Entscheid vom 19. Dezember 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Corinne 

Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2020/194, IV 2019/298

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Lerch, Badenerstrasse 21, Postfach, 

8021 Zürich 1,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Februar 2009 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe zuletzt als ungelernter 

Schweisser gearbeitet. Dem Anmeldeformular lag ein Fähigkeitszeugnis bei, laut dem 

der Versicherte eine Berufslehre zum Automonteur für leichte Motorwagen 

abgeschlossen hatte (IV-act. 3). Die Rehaklinik Bellikon berichtete am 5. Mai 2009 (IV-

act. 25), der Versicherte habe am 13. September 2008 einen Selbstunfall mit seinem 

Personenwagen erlitten, bei dem er sich ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule 

zugezogen habe. Bereits im Mai 2008 sei ihm eine Platte auf die linke Hand gefallen. 

Bei einer im November 2008 durchgeführten Elektromyographie habe kein Anhalt für 

ein sensibles, motorisches oder senso-motorisches Carpaltunnelsyndrom festgestellt 

werden können; ein im April 2009 angefertigtes MRI habe ein Handgelenksganglion auf 

der Höhe des proximalen Capitatum mit einem Durchmesser von 12mm gezeigt. Vom 

16. März 2009 bis zum 29. April 2009 sei der Versicherte stationär in der Rehaklinik 

Bellikon behandelt worden. Die aktuellen Probleme seien Dauerschmerzen im Nacken 

mit Ausstrahlung in die Halswirbelsäule und die Schultern (deutlich regredient), 

Unterarm- und Handgelenksschmerzen links beim Tragen von Gewichten und bei der 

Dorsalextension der Hand sowie eine Hyperästhesie, die den ganzen linken Unterarm 

betreffe. Aus medizinischer Sicht sei dem Versicherten eine mittelschwere Arbeit ab 

dem 1. Juni 2009 zu 50 Prozent zumutbar; das Pensum könne innerhalb von drei 

Monaten gesteigert werden. Der Versicherte, der zuletzt als (ungelernter) Schlosser 

gearbeitet hatte, konnte auf Kosten der Suva im Mai 2009 einen einwöchigen 

Schweisskurs absolvieren (vgl. act. G 8.3.1–21 ff.). Im Juni 2009 konnte er eine neue 

Arbeitsstelle als Schlosser respektive Schweisser antreten (vgl. act. G 8.3.3–1 f.). Mit 

A.a. 

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einer Mitteilung vom 10. August 2009 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Massnahmen und das Rentenbegehren ab (IV-act. 30).

Im Februar 2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen offenen 

Unterschenkelbruch rechts, den er bei einem Autounfall am 2. August 2012 erlitten 

hatte, erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 31). Dem Anmeldeformular lag ein Diplom 

bei, laut dem er im November 2012 die Abschlussprüfungen zum diplomierten 

Kaufmann der B.___ bestanden hatte (IV-act. 34–2). Die Klinik für orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen 

berichtete im Februar 2013 (act. G 8.3.4.59), der Versicherte leide an einem Status 

nach einer offenen Reposition und Plattenosteosynthese des Pilon tibiale rechts sowie 

der Fibula rechts bei einer zweitgradig offenen Unterschenkelfraktur rechts mit einer 

distalen Fibulafraktur und einer Pilon tibiale-Fraktur sowie einer Wundheilungsstörung 

am medialen Malleolus rechts. Der Versicherte habe – rund sechs Monate nach der 

Osteosynthese – über nach wie vor bestehende Schmerzen im oberen Sprunggelenk 

und über eine eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit geklagt. Eine aktuelle 

Röntgenaufnahme habe im Bereich des Gelenkspaltes eine Stufe von 1,5mm gezeigt; 

die proximale Schraube der Tibiaplatte sei abgebrochen. Im Bereich der Vorderkante 

der Tibia habe sich ein Ossikel gezeigt, das für ein fragliches Impingement 

verantwortlich sein könnte. Im Juni 2013 wurde der Verdacht geäussert, dass sich eine 

Pseudarthrose entwickelt haben könnte (vgl. act. G 8.4.11–107). Noch während der 

laufenden medizinischen Abklärung und Behandlung der Beschwerden am rechten 

Fuss bestand der Versicherte im Oktober 2013 die eidgenössische Prüfung zum 

technischen Kaufmann (act. G 8.4.9–6).

A.b. 

Zu Beginn des Jahres 2014 erfolgte eine weitere Operation, die jedoch zunächst 

nicht zu einer Beschwerdelinderung, sondern zu einer Zunahme der Beschwerden 

führte (vgl. act. G 8.4.11–87). Der Operateur Dr. med. C.___ berichtete am 6. Februar 

2014 über einen regelrechten Verlauf (act. G 8.4.11–83), hielt in einem Bericht vom 

13. März 2014 dann aber fest (act. G 8.4.11–67), der Bewegungsumfang habe sich 

nach der Korrekturosteotomie nicht gebessert und die Schmerzen hätten insgesamt 

eher zugenommen, weshalb insgesamt ein frustraner Verlauf vorliege. Der Versicherte 

werde nun in schmerzabhängiger Vollbelastung mobilisiert. Im Juni 2014 berichtete der 

Orthopäde Dr. med. D.___ (act. G 8.4.13–93 f.), der Knochen sei gemäss einem 

A.c. 

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SPECT-CT noch nicht vollständig geheilt, was die Schmerzen des Versicherten erkläre. 

Ansonsten sei die Kongruenz des oberen Sprunggelenks „recht ordentlich“. Der 

Versicherte solle nun normal belasten; mittlerweile gehe er auch schon ohne Stöcke. 

Ab Juli 2014 konnte der Versicherte eine von der Suva finanzierte Stellenvermittlung in 

Anspruch nehmen (vgl. act. G 8.4.13–57). Der Stellenvermittler berichtete im 

September 2014, dass der Versicherte grundsätzlich gute Chancen für eine 

Wiedereingliederung ins Erwerbsleben verfüge, dass aber angesichts der anhaltenden 

Schmerzen ein Wiedereinstieg ins Berufsleben zurzeit nicht erfolgsversprechend sei 

(act. G 8.4.13–43 ff.).

In einem Bericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen vom 

5. Januar 2015 wurde als neue Diagnose ein chronifiziertes gemischt nozizeptiv-

neuropathisches Schmerzsyndrom angeführt (act. G 8.5.15–24 f.). Am 29. April 2015 

fand eine operative Metallentfernung statt (act. G 8.5.19–21 f.). Im Juli 2015 berichtete 

Dr. D.___ (act. G 8.5.33), die Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks habe sich 

objektiv leicht verbessert. Weiterhin persistiere eine Hypästhesie im Versorgungsgebiet 

des Nervus peroneus superficialis auf der medialen Seite des Fusses. Lateralseitig 

habe sie sich erholt. Zudem liege eine Hypästhesie im Versorgungsgebiet des Nervus 

peroneus profundus interdigital I/II vor. Die Narben seien reizlos. Es bestehe eine 

mässige Schwellung. Der radiologische Befund zeige einen kompletten Durchbau der 

Frakturen. Die proximale Spitze (gemeint wohl: einer von zwei belassenen Schrauben) 

überrage die dorsale Corticalis um einige Millimeter. Insgesamt bleibe die Situation 

unverändert frustran. Der Versicherte klage über eine Zunahme der Schmerzen nach 

den beiden letzten Operationen. Die Beweglichkeit sei nicht signifikant besser 

geworden. Im Oktober 2015 berichtete das Kantonsspital E.___ (act. G 8.5.48), bei 

einer neuerlichen Untersuchung sei eine deutliche Stoffwechselaktivität im Bereich des 

oberen Sprunggelenks festgestellt worden. Die posttraumatische Arthrose sei deutlich 

fortgeschritten. Man habe dem stark schmerzgeplagten Versicherten eine weitere 

Operation vorgeschlagen. Eine Kreisärztin der Suva vertrat die Ansicht (act. G 8.5.54), 

beim Versicherten liege sehr wahrscheinlich kein chronisches regionales 

Schmerzsyndrom vor. Die geklagten Schmerzen seien medizinisch begründbar. Die 

vom Kantonsspital E.___ vorgeschlagene Operation sollte vorgenommen werden. Die 

Operation wurde am 2. Februar 2016 durchgeführt (act. G 8.5.74). Der Operateur 

A.d. 

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berichtete im März 2016 (act. G 8.5.78), der postoperative Verlauf sei zufriedenstellend. 

Die objektiven Befunde seien gering ausgeprägt. Der Fuss müsse nun ohne Orthese 

vollbelastet werden. Der Versicherte müsse intensiv physiotherapeutisch beübt 

werden. Aus orthopädischer Sicht sei mit einem Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit für 

leidensadaptierte Tätigkeiten innerhalb von drei Monaten zu rechnen. Im Juni 2016 

teilte der Versicherte der Suva mit (act. G 8.5.91), dass sein Zustand unverändert 

schlecht sei. Er hätte nach der ersten Operation keine weiteren Operationen mehr 

durchführen sollen. Die auf Anraten eines Kreisarztes consiliarisch beigezogene 

Universitätsklinik Balgrist berichtete am 28. September 2016, dass überwiegend 

wahrscheinlich ein CRPS am rechten Fuss vorliege (act. G 8.5.136). Die Suva empfahl 

dem Versicherten unter anderem, eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch 

zu nehmen. Am 6. September 2017 berichtete der Psychiater Dr. med. F.___ (act. G 

8.5.205), er habe die Behandlung am 8. August 2017 aufgenommen. Der Versicherte 

leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er sei sehr stark auf seine 

Schmerzen fixiert. Die Universitätsklinik Balgrist hielt in einem Bericht vom 13. 

September 2017 fest (act. G 8.5.212), der Zustand sei unverändert. Aus medizinischer 

Sicht sei ein Endzustand eingetreten. Am 5. Oktober 2017 fand die kreisärztliche 

Abschlussuntersuchung statt. In seinem Bericht vom 6. Oktober 2017 führte der 

Kreisarzt aus (act. G 8.5.219), die Sehnenstruktur sei an beiden Füssen gut gewesen. 

Die Beweglichkeit des rechten oberen Sprunggelenks sei deutlich eingeschränkt 

gewesen. Zudem habe eine deutlich erhöhte Hypersensibilität vorgelegen. Die 

Umfangmasse im rechten Bein seien gegenüber links deutlich verändert gewesen. 

Unter Ablenkung habe das rechte obere Sprunggelenk untersucht werden können. Der 

Bandapparat habe insgesamt klinisch stabil gewirkt. Über der Malleolengabel habe 

eine Druckschmerzhaftigkeit vorgelegen. Bei der klinischen Untersuchung seien 

mehrere Hautveränderungen aufgefallen. Der rechte Fuss sei auch deutlich kühler als 

der linke Fuss gewesen. Diagnostisch handle es sich um eine verbliebene 

Bewegungseinschränkung und Belastungsintoleranz des rechten Sprunggelenks. Die 

vom Versicherten sehr differenziert angegebene neuropathische und nozizeptive 

Schmerzsymptomatik sei „auch im Sinne einer Allodynie zu werten“. Dem Versicherten 

seien leichte körperliche Tätigkeiten im Sitzen in einem Pensum von 50 Prozent 

zumutbar. Der Versicherte sollte die Möglichkeit haben, das rechte Bein hochzulegen. 

Mit einer Verfügung vom 28. November 2017 sprach die Suva dem Versicherten mit 

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B.  

Wirkung ab dem 1. Dezember 2017 eine Invalidenrente bei einem anhand der DAP 

ermittelten Invaliditätsgrad von 61 Prozent sowie eine Integritätsentschädigung bei 

einem Integritätsschaden von zehn Prozent zu (act. G 8.5.223).

Im Dezember 2017 notierte Dr. med. G.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD), in somatischer Hinsicht könne auf den Abschlussbericht des Suva-

Kreisarztes abgestellt werden; in psychiatrischer Hinsicht seien aber noch weitere 

Abklärungen notwendig (IV-act. 79). Die IV-Stelle forderte deshalb den behandelnden 

Psychiater Dr. F.___ auf, einen Arztbericht zu erstatten. Am 21. Februar 2018 berichtete 

Dr. F.___ (IV-act. 81), der Versicherte leide an einer posttraumatischen 

Belastungsstörung. Nicht nur die körperliche Verfassung sei sehr schlecht; der 

Versicherte befinde sich auch in einem sehr depressiven Zustand. Er sei höchstens zu 

30–40 Prozent arbeitsfähig. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ notierte am 27. Februar 2018 (IV-

act. 82), weder die posttraumatische Belastungsstörung noch die Depression wirke 

sich auf den Invaliditätsgrad des Versicherten aus. Mit einer Verfügung vom 8. Juni 

2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. August 2013 eine 

halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent zu (IV-act. 95).

A.e. 

Der Versicherte liess am 11. Juli 2018 eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 

8. Juni 2018 erheben und die Zusprache einer ganzen Rente für die Zeit vom 

1. August 2013 bis zum 30. November 2017 und einer Dreiviertelsrente für die Zeit ab 

dem 1. Dezember 2017 beantragen (vgl. IV-act. 98). Mit einer Verfügung vom 

28. August 2018 widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 8. Juni 2018, um weitere 

Abklärungen zu tätigen (IV-act. 105). Die Widerrufsverfügung enthielt den Hinweis: „Die 

bisherige Rente wird weiterhin ausgerichtet“. Das Beschwerdeverfahren wurde am 

17. September 2018 abgeschrieben (vgl. IV-act. 113).

A.f. 

Die RAD-Psychiaterin Dr. med. H.___ notierte am 30. August 2018 (IV-act. 107), 

die Ausführungen des behandelnden Psychiaters seien nicht überzeugend. Keiner der 

Berichte von Dr. F.___ enthalte einen Hinweis auf die für eine posttraumatische 

Belastungsstörung typischen Symptome. Die von Dr. F.___ beschriebenen Befunde 

sprächen lediglich für eine leichtgradige depressive Störung. Auch die behandelnde 

Neurologin habe darauf hingewiesen, dass keine psychische Störung bestehe; sie habe 

B.a. 

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diesen Punkt sogar betont. In psychiatrischer Hinsicht erweise sich die Aktenlage 

damit als ungenügend. Am 26. September 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag geben werde (IV-act. 116). 

Am 16. Oktober 2018 beauftragte sie die Medicore (Bad Ragaz) AG mit einer 

polydisziplinären Begutachtung des Versicherten (IV-act. 121). Die Medicore AG 

erstattete das Gutachten am 25. April 2019 (IV-act. 156). Der internistische 

Sachverständige hatte festgehalten, der klinische Untersuchungsbefund sei unauffällig 

gewesen. Insbesondere hätten keine klinischen Zeichen für ein CRPS festgestellt 

werden können. In den Vorakten fänden sich keine Hinweise auf radiologische oder 

klinische Symptome eines CRPS. Die in den Akten beschriebene praktisch unmögliche 

Belastbarkeit des rechten Fusses widerspreche dem für das aktenmässig 

dokumentierte Lenken eines Personenwagens erforderlichen sicheren und 

reaktionsschnellen Bedienen von Gas- und Bremspedal im Strassenverkehr. Aus 

internistischer Sicht könne keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit diagnostiziert werden. Die psychiatrische Sachverständige hatte 

ausgeführt, der objektive klinische Befund sei völlig unauffällig gewesen. Der 

Versicherte habe auch nicht über psychische Beschwerden geklagt. Aus 

psychiatrischer Sicht könne keine Gesundheitsbeeinträchtigung diagnostiziert werden. 

Die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. F.___ seien nicht überzeugend. In 

keinem der Berichte bestehe eine Übereinstimmung zwischen den Befunden und den 

Diagnosen. Der neurologische Sachverständige hatte festgehalten, der klinische 

Befund sei abgesehen von einer eingeschränkten Beweglichkeit des rechten 

Sprunggelenks, eines abgeschwächten Achillessehnenreflexes, einer 

Berührungsempfindlichkeit über dem Fussrücken rechts und am Unterschenkel und 

einer kälteren Haut am Dorsum pedis unauffällig gewesen. Das Hautkolorit sei nicht 

eindeutig seitendifferent gewesen. Der Versicherte habe eine abnorme 

Schmerzhaftigkeit auch auf Hautberührungen hin angegeben. Diagnostisch liege ein 

neurogenes Schmerzsyndrom mit einer Affektion der sensiblen dermalen Endäste des 

Nervus peroneus superficialis am rechten Fuss respektive ein komplexes regionales 

Schmerzsyndrom vor. Da der Versicherte in der neuropsychologischen Testung trotz 

der Schmerzen unauffällige Aufmerksamkeits-, Gedächtnis-, Sprach- und visuell-

räumliche Leistungen sowie teilweise überdurchschnittliche Resultate bei der 

Überprüfung der exekutiven Funktionen gezeigt habe, spreche nichts gegen die 

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Ausübung einer überwiegend sitzenden Bürotätigkeit mit geringen 

Leistungseinschränkungen. Der Versicherte unterschätze offensichtlich seine eigenen 

Leistungsmöglichkeiten. Der orthopädische Sachverständige hatte ausgeführt, bei der 

klinischen Untersuchung habe ein „Muskelminus“ der rechten Ober- und 

Unterschenkelmuskulatur verifiziert werden können. Im Bereich des Fuss-, aber auch 

des Kniegelenks sei eine deutliche Temperaturdifferenz aufgefallen. Die Beweglichkeit 

des Sprunggelenks sei deutlich eingeschränkt gewesen. Die rechte Achillessehne sei 

erheblich verdickt und massiv verkürzt gewesen. Das rechte Sprunggelenk sei leicht 

geschwollen gewesen. Ein Hinweis auf eine Instabilität des Kapselbandapparates habe 

nicht festgestellt werden können. Aus orthopädischer Sicht sei ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom des rechten Unterschenkels bei einem Status nach einer 

überwiegend wahrscheinlich iatrogenen Verletzung oder Irritation des Nervus peroneus 

superficialis zu diagnostizieren. Auch wenn im Zeitpunkt der aktuellen klinischen 

Untersuchung lediglich noch allenfalls residuelle klinische Symptome eines CRPS 

vorgelegen hätten, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass 

der Versicherte von einer sehr schweren Verlaufsform eines CRPS Typ II als Folge des 

operativen Eingriffs im April 2015 betroffen sei. Aufgrund des ausgeprägten 

Schmerzsyndroms seien dem Versicherten, wenn überhaupt, nur leichteste 

leidensadaptierte Tätigkeiten in Wechselbelastung und mit der Möglichkeit des 

ständigen Hochlagerns des rechten Beins zumutbar. Die Dauer- und Ruheschmerzen 

führten über die rein somatische Beeinträchtigung hinaus zu Beeinträchtigungen im 

Bereich der Konzentrationsfähigkeit und der Aufmerksamkeit. Der Arbeitsfähigkeitsgrad 

betrage maximal 30 Prozent. Bezüglich des Führens eines Personenwagens habe der 

Versicherte angegeben, dass sein Fahrzeug behindertengerecht ausgestattet sei und 

über teilautonome Funktionen verfüge. Zudem lege er nach eigenen Angaben jeweils 

nach einer Fahrzeit von 20–30 Minuten eine Pause ein. Nach der Konsensbesprechung 

hatten die Sachverständigen festgehalten, dass eine psychiatrische, internistische oder 

kognitive ungünstige Beteiligung am langjährigen Krankheitsverlauf zu verneinen sei. 

Aus neurologischer Sicht lägen gering ausgeprägte funktionelle Einschränkungen vor. 

Der orthopädische Sachverständige habe sich nicht auf die objektivierbare 

bildgebende Befundlage, sondern auf seine langjährige Erfahrung mit dem 

Krankheitsbild berufen. Da er auf seiner Beurteilung bestanden habe, habe kein 

Konsens gefunden werden können.

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Am 28. Juni 2019 teilte die Haftpflichtversicherung des Halters des am Unfall vom 

2. August 2012 beteiligten Fahrzeugs der Invalidenversicherung mit (IV-act. 159), dass 

sie begründete Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens der Medicore AG gehegt 

habe, weshalb sie den Versicherten habe observieren lassen. Die Abgleichung 

zwischen dem Gutachten und dem Observationsmaterial habe Divergenzen ergeben. 

Die IV-Stelle solle die Sachverständigen der Medicore AG auffordern, Stellung zum 

Observationsmaterial zu nehmen. Den beigelegten Observationsberichten liess sich 

entnehmen (IV-act. 160 ff.), dass der Versicherte im Sommer 2018 und im Frühjahr 

2019 an jedem der sieben Überwachungstage mit seinem Personenwagen unterwegs 

gewesen war und dass er dabei teilweise Fahrstrecken von rund 30 oder sogar 60 

Kilometer zurückgelegt hatte. Die Ermittler hatten festgehalten, dass sich keine klare 

Tagesstruktur habe feststellen lassen; der Versicherte habe offenbar verschiedene 

private Termine wahrgenommen und Besorgungen getätigt. Anhaltspunkte für 

erwerbliche Tätigkeiten seien nicht zu erkennen gewesen. Abgesehen von einer 

Gehbehinderung habe das Verhalten des Versicherten „soweit vital, geschmeidig und 

agil“ gewirkt. Die Unterarmstöcke seien „mehr oder weniger zweckbestimmt“ 

eingesetzt worden. Teilweise habe der Versicherte „dezent bis stark“ gehinkt. Bei einer 

(von einem anderen Ermittler durchgeführten) verdeckten Überwachung des 

Versicherten in den Sommerferien 2018 in I.___ sei festgestellt worden, dass der 

Versicherte zur Fortbewegung ständig – auch für sehr kurze Gehstrecken – zwei 

Unterarmstützen benutzt habe. Er habe keine Lasten getragen. Die offensichtlich 

schwangere weibliche Begleiterin des Versicherten habe jeweils das Gepäck 

transportiert. Die Verwendung der Unterarmstützen habe routiniert und den 

angegebenen Einschränkungen entsprechend gewirkt. Im Bereich des rechten 

Unterschenkels sei eine Muskelatrophie erkennbar gewesen. Im Rahmen einer dritten 

Observation an je einem Tag im Mai und Juni 2019 sei der Versicherte wiederum als 

Lenker seines Personenwagens unterwegs gewesen. Für den Gang zum Auto 

respektive in den Baumarkt habe er eine Unterarmstütze benutzt.

B.b. 

Am 5. Juli 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 171), bei einer 

Durchsicht der Akten sei aufgefallen, dass trotz des Widerrufs der Verfügung vom 

8. Juni 2018 noch Rentenleistungen flössen. Die Rentenzahlungen stützten sich nicht 

auf eine rechtskräftige Verfügung. Die IV-Stelle werde deshalb die Ausgleichskasse 

B.c. 

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anweisen, die Zahlungen sofort einzustellen. Der Versicherte habe die Möglichkeit, 

vorab Stellung zu diesem Vorgehen zu nehmen. Am 11. Juli 2019 liess der Versicherte 

die Weiterausrichtung der Rente beantragen (IV-act. 174). Sein Rechtsvertreter hielt 

fest, die IV-Stelle habe in der Widerrufsverfügung vom 28. August 2018 explizit die 

Weiterausrichtung einer halben Rente zugesichert. Das Gutachten der Medicore AG 

belege einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 70 Prozent. Die vorgesehene Sistierung der 

Rentenauszahlung verstosse gegen Treu und Glauben. Das von der 

Haftpflichtversicherung widerrechtlich erlangte Observationsmaterial dürfe nicht 

verwertet werden. Mit einem Vorbescheid vom 24. Juli 2019 kündigte die IV-Stelle dem 

Versicherten die teilweise wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 28. 

August 2018 an (IV-act. 177). Sie hielt fest, dass sie den Passus, wonach die Rente 

weiterhin ausgerichtet werde, aufheben und die Rentenauszahlung per sofort stoppen 

wolle. Zur Begründung führte sie an, sie habe ihre Begründungspflicht hinsichtlich der 

Weiterausrichtung der Rente verletzt. Es sei nicht ersichtlich, auf welcher 

Rechtsgrundlage diese angeordnet worden sei. Dagegen liess der Versicherte am 24. 

September 2019 einwenden (IV-act. 191), die vorgesehene Sistierung der 

Rentenauszahlung sei willkürlich und treuwidrig. Zudem habe die IV-Stelle sich nicht 

einmal ansatzweise mit den Wiedererwägungsvoraussetzungen auseinandergesetzt, 

worin eine Verletzung der Begründungspflicht zu erblicken sei. Mit einer Verfügung vom 

8. Oktober 2019 hob die IV-Stelle die am 28. August 2018 verfügte Anordnung, dass 

die halbe Rente weiter ausgerichtet werde, „in Form einer Wiedererwägung“ auf; sie 

stellte die Rentenauszahlung per Ende Juli 2019 ein und sie entzog einer allfälligen 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung (IV-act. 193). Sie begründete die Einstellung 

der Rentenauszahlung mit einer Verletzung der Begründungspflicht und machte 

geltend, es sei nicht ersichtlich, auf welcher gesetzlichen Grundlage die 

Weiterausrichtung der Rente erfolgt sei.

Bereits am 2. Juli 2019 hatte die IV-Stelle sich beim Strassenverkehrsamt 

erkundigt, ob der Versicherte an seinem Personenwagen behinderungsbedingte 

Umbauten habe vornehmen lassen. Das Strassenverkehrsamt hatte angegeben (vgl. 

IV-act. 172), der Versicherte habe keine solchen Umbauten gemeldet. Das Fahrzeug 

besitze ein automatisiertes mechanisches Getriebe. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ hatte am 

9. Juli 2019 notiert (IV-act. 173), das Gutachten der Medicore AG überzeuge nicht, da 

B.d. 

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es den Sachverständigen offenkundig nicht gelungen sei, eine abschliessende, den von 

ihnen festgestellten Inkonsistenzen Rechnung tragende Konsensbeurteilung 

abzugeben. Das orthopädische Teilgutachten sei aus der Sicht des RAD nicht 

überzeugend, da die Beurteilung eminenzbasiert erfolgt sei. Der orthopädische 

Sachverständige habe eine Minderung der Konzentration und der Aufmerksamkeit 

berücksichtigt, die weder neurologisch noch psychiatrisch oder neuropsychologisch 

habe festgestellt werden können. Im Gutachten fänden sich zahlreiche Hinweise auf 

Inkonsistenzen, namentlich das beinahe demonstrativ wirkende Lutschen an einem 

Fentanyllutscher (hochdosiertes Medikament) bei uneingeschränkter mentaler Präsenz, 

die stark voneinander abweichenden Resultate der Blut- und der Urinuntersuchung, die 

Diskrepanz zwischen den Blutwerten und den Angaben des Versicherten zur 

Medikamenteneinnahme, das Verhalten des Versicherten in der Untersuchung im 

Gegensatz zur offensichtlich vorhandenen Fähigkeit, einen Personenwagen sicher und 

reaktionsschnell durch den Strassenverkehr zu bewegen, sowie die Angabe einer 

massiven Berührungsempfindlichkeit über dem Fussrist im Gegensatz zum Tragen von 

geschlossenen Schuhen beim Autofahren. Der Versicherte hatte am 11. Juli 2019 

Untersuchungsberichte des Instituts für Rechtsmedizin eingereicht (IV-act. 174–6 ff.), 

laut denen in zwei Haarproben im Mai 2018 und im November 2018 Fentanyl und 

Hydromorphon, nicht aber Norfentanyl hatte nachgewiesen werden können. Die 

Rechtsmediziner hatten darauf hingewiesen, dass damit nicht eine regelmässige 

Einnahme, sondern nur nachgewiesen sei, dass der Versicherte im untersuchten 

Zeitraum entsprechende Medikamente zu sich genommen habe. Die 

Haftpflichtversicherung hatte in einem Schreiben an die IV-Stelle vom 18. Juli 2019 

ausgeführt (IV-act. 175), sie habe beim Studium der Suva-Akten gewisse 

Unstimmigkeiten festgestellt. In den öffentlich und für jedermann zugänglichen Profilen 

des Versicherten in den sozialen Medien habe sie Hinweise darauf festgestellt, dass 

sich der Versicherte entgegen seinen eigenen Angaben offenbar nicht sozial 

zurückgezogen habe. Deshalb habe sie eine verdeckte Ermittlung in Auftrag gegeben. 

Diese habe sich über einen Zeitraum von acht Monaten erstreckt, weil es der 

Haftpflichtversicherung wichtig gewesen sei, sich ein objektives Bild über einen 

längeren Zeitraum zu verschaffen und nicht nur eine Momentaufnahme anzufertigen. 

Am 7. August 2019 hatte die IV-Stelle einen Fahrzeugimporteur gebeten, Auskunft über 

die Assistenzsysteme im vom Versicherten benutzten Fahrzeugtyp zu geben (IV-act. 

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180). Gemäss den in der Folge eingereichten Übersichtsblättern (IV-act. 182) verfügte 

der Personenwagen des Versicherten unter anderem über einen Spurhalteassistenten, 

über eine automatische Distanzregelung, über eine City-Notbremsfunktion und über 

einen Park Pilot. Am 15. August 2019 hatte die RAD-Ärztin Dr. J.___ notiert (IV-act. 

183), das Observationsmaterial belege, dass der Versicherte sehr häufig mit dem 

eigenen Personenwagen unterwegs sei und dass er auch längere Strecken ohne 

Pausen zurücklege. Beim Gehen entlaste er den rechten Fuss nicht konsequent. 

Insbesondere unter Ablenkung habe er den rechten Fuss wiederholt voll belastet. Das 

mehrfach beobachtete Hochlegen des Knies auf die Unterarmstütze im Stehen sei 

keine sinnvolle Entlastung des Fusses und auch kein Hochlagern des Fusses gemäss 

den medizinischen Empfehlungen. Äusserliche Anzeichen für ein relevantes 

Schmerzerleben liessen sich nicht erkennen. Der Umstand, dass der Versicherte stets 

geschlossene Schuhe getragen habe, lasse sich mit der geltend gemachten 

Berührungsempfindlichkeit nicht vereinbaren. Das Observationsmaterial weise 

insgesamt auf ein höheres Funktionsniveau hin, könne ein solches aber nicht beweisen. 

Aus medizinischer Sicht sei eine erneute Begutachtung indiziert. Mit einer Mitteilung 

vom 21. Oktober 2019 wies die IV-Stelle den Versicherten darauf hin, dass sie eine 

bidisziplinäre – orthopädische und neurologische – Begutachtung vorsehe (IV-act. 195). 

Der Versicherte liess am 24. Oktober 2019 geltend machen (IV-act. 198), er sei mit der 

Begutachtung und mit der Verwertung des Observationsmaterials nicht einverstanden. 

Er beantrage eine Sistierung des Verwaltungsverfahrens, bis gerichtlich über die 

Verwertbarkeit des Observationsmaterials entschieden worden sei. Die IV-Stelle 

erklärte sich am 5. Dezember 2019 angesichts der gegen die Verfügung vom 8. 

Oktober 2019 erhobenen Beschwerde (IV 2019/298) einverstanden, das Verfahren 

einstweilen zu sistieren (IV-act. 207).

Die IV-Stelle hatte das Gutachten der Medicore AG offenbar im Sommer 2019 an 

die Aufsichtsbehörde (das Bundesamt für Sozialversicherungen) weitergeleitet, die in 

der Folge die Sachverständigen der Medicore AG zu einer Verbesserung des 

Gutachtens angehalten hatte (vgl. IV 2019/298, act. G 27.1). Am 19. Januar 2020 

reichte die Medicore AG der IV-Stelle ein „fertig gestelltes“ Gutachten „zur definitiven 

Schlussbearbeitung“ ein (IV-act. 211). Sie hielt fest, „nach mehrfachen und äusserst 

langwierigen Gesprächen und mühsamen Diskussionen unter den Fachärzten“ habe 

B.e. 

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schliesslich doch noch ein Konsens gefunden werden können. Das Gutachten enthielt 

ein überarbeitetes orthopädisches Teilgutachten. Der orthopädische Sachverständige 

hatte festgehalten, es bestehe zwar kein ernsthafter Zweifel daran, dass der 

Versicherte von einer schweren Verlaufsform eines CRPS Typ II betroffen sei, aber die 

Ausprägung des tatsächlichen Leidensdrucks sei in Anbetracht der widersprüchlichen 

Laborergebnisse im Gegensatz zu den gemachten Angaben nicht schlüssig beurteilbar. 

Mit dem ständigen Gebrauch von Fentanyllutschern während der Untersuchung habe 

der Versicherte den Eindruck vermittelt, dass er aus Schmerzgründen durchwegs auf 

die Applikation eines Opioids angewiesen sei. Bei der Befragung habe er angegeben, 

dass er darüber hinaus auf die regelmässige Einnahme von hochdosierten Opioiden 

angewiesen sei. Unter Berücksichtigung der am 7. März 2019 durchgeführten 

Blutuntersuchung, die keinen Nachweis für einen relevanten Serumspiegel von 

Opioiden ergeben habe, seien die Angaben des Versicherten gegenüber dem 

Sachverständigen und das demonstrierte Verhalten mit dem Lutschen eines Fentanyl-

Applikators nicht schlüssig nachvollziehbar. Auch die Angaben des Versicherten zum 

Arbeitsprofil als technischer Kaufmann seien nicht plausibel gewesen. Mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass der Versicherte durch 

seine Angaben und sein Verhalten bewusst versucht habe, den Sachverhalt schlimmer 

darzustellen, als er vermutlich gewesen sei. Angesichts der objektiven Befunde könne 

dem Versicherten eine leichte Arbeit, die überwiegend im Sitzen und unter Gewährung 

zusätzlicher Pausen verrichtet werden könne, zugemutet werden. Pro Halbtag benötige 

der Versicherte eine zusätzliche Pause von 75 Minuten, sodass sich insgesamt ein 

zumutbares Arbeitspensum von 70 Prozent ergebe. Nach der Konsensbesprechung 

hatten die Sachverständigen ausgeführt, in der intensiven Auseinandersetzung im 

Rahmen der Konsensbeurteilung sei deutlich geworden, dass sich angesichts der 

offenbar gewordenen Inkonsistenzen eine zurückhaltende Verifizierung der vom 

Versicherten gemachten Angaben aufdränge. Die geschilderte Notwendigkeit der 

regelmässigen Einnahme von starken Schmerzmitteln habe im Rahmen der 

Blutuntersuchung nicht verifiziert werden können. Folglich müsse davon ausgegangen 

werden, dass der Versicherte die Medikamente nicht regelmässig eingenommen habe, 

was auf einen tieferen als den angegebenen Leidensdruck hinweise. Der Versicherte 

sei sämtlichen Sachverständigen äusserst freundlich, positiv und kooperativ begegnet. 

Er habe seine Beschwerden glaubhaft darstellen können und er habe einen 

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angenehmen und gewinnenden Eindruck hinterlassen. Diesem positiven Bild stünden 

Diskrepanzen zwischen den subjektiven Angaben und den objektiven Befunden 

gegenüber, die zum Schluss zwängen, dass der Versicherte seine 

Beschwerdesymptomatik absichtlich verdeutlichend dargestellt habe. Gesamthaft sei 

für die Zeit ab April 2015 (Entfernung des Osteosynthesematerials) von einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen. Die 

RAD-Ärztin Dr. J.___ qualifizierte das korrigierte Gutachten der Medicore AG als 

überzeugend (IV 2019/298, act. G 27.1).

Mit einem Vorbescheid vom 26. Februar 2020 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit (IV 2019/298, act. G 27.2), dass sie die Zusprache einer befristeten ganzen Rente 

für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 30. Juni 2015 vorsehe. Zur Begründung führte 

sie an, gestützt auf das überarbeitete und nun beweiskräftige Gutachten der Medicore 

AG vom 20. Januar 2020 stehe mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass der Versicherte nach dem im August 2012 erlittenen 

Unfall bis Ende März 2015 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei und dass ihm eine 

leidensadaptierte Tätigkeit seit April 2015 wieder in einem Pensum von 70 Prozent 

zugemutet werden könne. Da die erlernte Tätigkeit als technischer Kaufmann ideal 

leidensadaptiert sei, entspreche der Invaliditätsgrad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad. 

Folglich resultiere für die Zeit ab April 2015 ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 30 Prozent. Unter Berücksichtigung des sogenannten Wartejahrs 

im Sinne des Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und der im Art. 88a Abs. 1 IVV vorgesehenen 

dreimonatigen Verzögerung bei einer relevanten Veränderung des Invaliditätsgrades 

bestehe ab August 2013 ein Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad 

von 100 Prozent, die per 30. Juni 2015 aufzuheben sei. Der Rechtsvertreter des 

Versicherten zeigte sich in einem Telefonat vom 3. März 2020 erstaunt über das 

Vorliegen eines korrigierten Gutachtens (IV 2019/298, act. G 27.5). Er verlangte eine 

umfassende Aufklärung über die Vorgänge, die zur Korrektur des Gutachtens geführt 

hätten. Ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Sozialversicherungen erklärte der 

Sachbearbeiterin der IV-Stelle am 11. März 2020 telefonisch, dass es bezüglich der 

Medicore AG zu „verschiedenen Beanstandungen“ – auch administrativer Natur – 

gekommen sei, weshalb „diverse Kontakte“ stattgefunden hätten. Der Medicore AG sei 

eine „Beschwerde“ des RAD vorgelegt worden. Diese „Beschwerde“ war am 13. 

B.f. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/41

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August 2019 erstellt worden (IV 2019/298, act. G 27.6). Der RAD hatte darin geltend 

gemacht, dass die Medicore AG „immer häufiger unvollständige Gutachten abliefert“. 

Die Gutachten würden nicht nur an fachlichen Mängeln in den Untersuchungsgängen 

und in der Dokumentation der Ergebnisse leiden, sondern vor allem durch eine 

fehlende Nachvollziehbarkeit der Diagnosen und die fehlende fachliche Führung 

auffallen. Der RAD hatte auf drei Beispiele verwiesen, zu denen auch das für den 

vorliegenden Fall massgebende Gutachten gehört hatte. Er hatte ausgeführt, dieses 

Gutachten sei ohne eine Konsensbeurteilung eingereicht worden. In einem anderen Fall 

sei aufgefallen, dass die Teilgutachter auf einem Beiblatt mit dem Briefkopf der 

Medicore AG unterschrieben hätten; das eigentliche Teilgutachten hätten sie nicht 

unterzeichnet, obwohl am Schluss ihr Name und ihr Facharzttitel aufgeführt gewesen 

sei (damit war wohl gemeint: obwohl das Teilgutachten einen Platzhalter für die 

Unterschrift aufgewiesen habe). Auch in den administrativen Abläufen häuften sich die 

Defizite. Auffallend seien beispielsweise häufige Facharztwechsel, die offenbar auf ein 

Zeitschinden abzielten. Häufig müsse nachgefragt werden, weshalb der Akteneingang 

auf der Plattform noch nicht bestätigt worden sei. Dazu mache die Medicore AG jeweils 

nicht nachvollziehbare Angaben. Damit wolle sie augenscheinlich noch weitere Zeit 

schinden. Die Zustände seien für die IV-Stelle unhaltbar. Am 13. März 2020 leitete die 

IV-Stelle die „Beschwerde“ des RAD vom 13. August 2019 zur Kenntnis- und 

Stellungnahme an den Rechtsvertreter des Versicherten weiter (IV 2019/298, act. G 

27.7). Dieser machte am 23. April 2020 geltend (IV 2019/298, act. G 27.14), die IV-

Stelle habe am 5. Dezember 2019 einer Verfahrenssistierung zugestimmt. Trotzdem 

habe sie im Hintergrund darauf hingearbeitet, das „ihr missliebige Gutachten“ 

korrigieren zu lassen. Dieses Vorgehen sei „gelinde ausgedrückt“ als „beispiellos 

unrechtmässig“ zu qualifizieren. Das „Gebaren“ der IV-Stelle erinnere an eine 

„Kabinettsjustiz“. Die IV-Stelle habe sich weder an ihr eigenes Wort noch an 

fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien gehalten. Mit einer Verfügung vom 13. Juli 

2020 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 30. 

Juni 2015 eine befristete ganze Rente zu (IV 2019/298, act. G 27.20). Am 4. August 

2020 verfügte sie eine entsprechende Rentennachzahlung, die sie unter 

Berücksichtigung der für den Zeitraum vom 1. August 2013 bis zum 30. Juni 2015 

bereits ausbezahlten Rentenleistungen errechnet hatte (IV 2019/298, act. G 27.21).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/41

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C.  

Bereits am 5. November 2019 hatte der Versicherte (nachfolgend: der 

Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Oktober 2019 

erhoben, mit der die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) die laufende 

halbe Rente wiedererwägungsweise per 31. Juli 2019 eingestellt hatte (IV 2019/298, 

act. G 1). Sein Rechtsvertreter hatte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Weiterausrichtung der halben Rente, die Entfernung des Observationsmaterials aus 

den Akten der Beschwerdegegnerin sowie die Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde beantragt. Zur Begründung hatte er ausgeführt, die 

Wiedererwägung der Verfügung vom 28. August 2018 sei offensichtlich unzulässig, da 

sie zur Folge hätte, dass der Beschwerdeführer schlechter als in der ursprünglichen 

Verfügung vom 11. Juli 2018 gestellt würde, was aber gar nicht möglich sei, weil ein 

Widerruf pendente lite nicht zu einer Schlechterstellung der versicherten Person führen 

dürfe. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit keinem Wort zu den 

Wiedererwägungsvoraussetzungen geäussert. Ihr Vorgehen sei willkürlich. Die 

Teilerwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers sei in den Akten ausgewiesen. Das 

Observationsmaterial dürfe nicht verwertet werden, denn es habe kein ausreichender 

Anfangsverdacht vorgelegen. Die Observation sei in einer unverhältnismässigen Weise 

durchgeführt worden.

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin hatte am 24. Januar 2020 die Abweisung der 

Beschwerde beantragt, soweit überhaupt darauf eingetreten werden könne (IV 

2019/298, act. G 8). Zur Begründung hatte sie angeführt, die Frage nach der 

Verwertung des Observationsmaterials gehöre nicht zum Streitgegenstand, weshalb 

nicht auf den entsprechenden Beschwerdeantrag einzutreten sei. Die im früheren 

Beschwerdeverfahren erfolgte Zusicherung, dass die halbe Rente vorerst weiter 

ausgerichtet werde, habe sich auf keine ausreichende gesetzliche Grundlage stützen 

können. Sie sei in Verletzung der Begründungspflicht ergangen, weshalb sie 

wiedererwägungsweise zu korrigieren sei. Da der Sachverhalt nicht hinreichend 

abgeklärt sei, falle eine Rentenauszahlung nicht in Betracht. Für eine vorsorgliche 

Massnahme fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. Die Einstellung der 

Rentenzahlungen sei folglich als rechtmässig zu qualifizieren.

C.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/41

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D.  

Der Beschwerdeführer hatte am 4. Mai 2020 an seinen Anträgen festhalten lassen 

(IV 2019/298, act. G 15). Auch die Beschwerdegegnerin hatte in ihrer Duplik vom 

3. Juni 2020 an ihrem Antrag festgehalten (IV 2019/298, act. G 17).

C.c. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hatte am 15. Juni 2020 eine Triplik 

eingereicht, mit der er nochmals an seinen Anträgen festgehalten hatte (IV 2019/298, 

act. G 19). Die Beschwerdegegnerin hatte in einer Quadruplik vom 22. Juni 2020 

ebenfalls weiterhin an ihrem Antrag festgehalten (IV 2019/298, act. G 21).

C.d. 

Der Beschwerdeführer hatte am 10. Juli 2020 eine Quintuplik einreichen und 

weiterhin an seinen Anträgen festhalten lassen (IV 2019/298, act. G 23).

C.e. 

Die Beschwerdegegnerin hatte am 17. Juli 2020 mitgeteilt (IV 2019/298, act. G 25), 

dass sie das Rentenverfahren mit einer Verfügung vom 13. Juli 2020 abgeschlossen 

habe. Sie gehe davon aus, dass das Beschwerdeverfahren IV 2019/298 betreffend die 

Verfügung vom 8. Oktober 2019 nun als gegenstandslos abgeschrieben werden könne.

C.f. 

Das Versicherungsgericht hatte die Beschwerdegegnerin am 28. Juli 2020 

aufgefordert, die aktuellsten Akten einzureichen (IV 2019/298, act. G 26). Die 

Beschwerdegegnerin reichte diese Akten am 13. August 2020 ein und machte geltend, 

das vorliegende Beschwerdeverfahren IV 2019/298 könne allenfalls auch mit der 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. August 2020 vereinigt werden, die der 

Beschwerdeführer wohl in Kürze erheben werde (IV 2019/298, act. G 27).

C.g. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte am 4. September 2020 

geltend (IV 2019/298, act. G 29), er werde die Verfügungen vom 13. Juli 2020 und vom 

4. August 2020 tatsächlich mit einer Beschwerde anfechten. Das verfahrensrechtliche 

Vorgehen müsse er dem Versicherungsgericht überlassen. Er weise aber darauf hin, 

dass ihm durch das Verhalten der Beschwerdegegnerin ein beträchtlicher Aufwand 

angefallen sei. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, einen vollen Kostenersatz 

zu leisten. Der bisherige Aufwand belaufe sich auf 24,25 Stunden, was bei einem 

Stundenansatz von 300 Franken unter Berücksichtigung einer Pauschale für die 

Barauslagen und der Mehrwertsteuer eine Honorarforderung von 8’148.60 Franken 

ergebe (IV 2019/298, act. G 29.1).

C.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/41

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Am 10. September 2020 liess der Beschwerdeführer eine Beschwerde gegen die 

Verfügungen vom 13. Juli 2020 und vom 4. August 2020 erheben (IV 2020/194, act. G 

1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der beiden angefochtenen 

Verfügungen, die Zusprache einer ganzen Rente für die Zeit vom 1. August 2013 bis 

zum 30. November 2017 und mindestens einer Dreiviertelsrente für die Zeit ab dem 

1. Dezember 2017, die Entfernung des Observationsmaterials aus den Akten sowie die 

vorsorgliche Anweisung an die Beschwerdegegnerin, die seit August 2019 

ausstehenden Rentenleistungen umgehend nachzuzahlen. Zur Begründung führte er 

aus, das Observationsmaterial dürfe nicht verwertet werden, weil die entsprechenden 

Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit einer 

Verfahrenssistierung einverstanden erklärt, aber im Hintergrund trotzdem begonnen, 

auf eine Korrektur des Gutachtens hinzuarbeiten, wobei sie dem Beschwerdeführer die 

Einsicht in die entsprechenden Akten vorenthalten habe. Der Beschwerdeführer habe 

das Bundesamt für Sozialversicherung ersucht, die Akten im Zusammenhang mit der 

„Beschwerde“ des RAD herauszugeben, aber die Beschwerdegegnerin sei nicht bereit 

gewesen, den Eingang der entsprechenden Akten abzuwarten. Das korrigierte 

Gutachten der Medicore AG sei schon deshalb nicht beweiskräftig, weil es auf eine 

Einflussnahme der Aufsichtsbehörde der Beschwerdegegnerin hin zustande 

gekommen sei. Die Medicore AG habe in einer Stellungnahme an das Bundesamt für 

Sozialversicherungen vom 5. September 2019 festgehalten (vgl. IV 2020/194, act. G 

1.1.11), die Beschwerdegegnerin übe nur an jenen Gutachten Kritik, die einen hohen 

Arbeitsunfähigkeitsgrad attestierten, sie halte längst überfällige Zahlungen zurück, um 

Druck aufzubauen, sie versuche nicht, offene oder unklare Punkte mit Erläuterungs- 

respektive Ergänzungsfragen zu klären, und sie beachte nicht, dass es mit der 

versicherungsmedizinischen Realität unvereinbar sei, stets einen Konsens unter den 

Sachverständigen zu erwarten. Der orthopädische Sachverständige habe in einer 

elektronischen Nachricht vom 5. Juni 2019 klar und unmissverständlich an seiner 

Arbeitsfähigkeitsschätzung festgehalten (IV 2020/194, act. G 1.1.12). Die Akten 

belegten nicht, dass die Korrekturen im orthopädischen Teilgutachten tatsächlich vom 

orthopädischen Sachverständigen vorgenommen worden seien. Das „korrigierte“ 

Gutachten überzeuge aber auch inhaltlich nicht. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei 

unzureichend begründet worden. Sie beruhe letztlich offenbar ausschliesslich auf dem 

Ergebnis der Blutuntersuchung. Der Beschwerdeführer habe allerdings schon längst 

D.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/41

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belegt, dass es sich dabei um ein falsch-negatives Ergebnis handeln müsse, da die 

Medikamenteneinnahme in den Haaruntersuchungen im Auftrag des 

Strassenverkehrsamtes durchgehend belegt worden sei. Das ursprüngliche Gutachten 

der Medicore AG sei dagegen völlig überzeugend begründet gewesen, weshalb darauf 

abzustellen sei. Die Beschwerdegegnerin habe den Invaliditätsgrad fehlerhaft 

berechnet. Der orthopädische Sachverständige der Medicore AG hatte in einer 

Nachricht vom 5. Juni 2019 festgehalten (IV 2020/194, act. G 1.1.12): „Ich habe mir 

mein Gutachten noch einmal angeschaut und bin der Meinung, es ist absolut schlüssig. 

Die Diagnose eines CRPS-Syndromes als Folge der OP im Jahre 2015 wurde von der 

Uniklinik Balgrist anlässlich einer Konsultation im September 2016 bestätigt. Das heisst 

von der Institution in der Schweiz, die bezüglich dieser Fragestellungen die allermeiste 

Kompetenz in der Schweiz zugeordnet wird. Ich glaube nicht, dass sich die 

behandelnden Ärzte rein auf die Fotodokumentation verlassen und eine so 

schwerwiegende Diagnose ohne klinische Kriterien bestätigt haben. Ich sehe aber die 

Diagnose aufgrund der Untersuchung genauso. Die Suva hat aufgrund dieser 

Diagnose, die meines Erachtens unzweifelhaft ist, dem Versicherten eine ständige AUF 

von 50% bescheinigt und richtet eine hälftige Rente aus. Auch die prüfen diese 

Rentenzahlungen ganz genau und sprechen nicht ohne weiteres eine hälftige Rente 

aus. Ich habe den Versicherten bei der Untersuchung eingehend zum Autofahren 

befragt und dieser speziellen Fragestellung ein besonderes Kapitel ganz am Schluss 

des Gutachtens gewidmet. Der Versicherte hat angegeben, […] Das erschien mir 

absolut plausibel. […] Auf mich wirkte der Versicherte klar orientiert, intelligent, 

fokussiert. Ein derartiges Krankheitsbild so perfekt imitieren zu können, würde selbst 

einem absoluten Spezialisten nicht möglich sein. Das auffällige und demonstrativ 

vorgezeigte Lutschen von Fentanyl-Lutschern ist mir aufgefallen und kam mir sehr 

demonstrativ vor, auch glaube ich anlässlich des Gesprächs bei der Befragung nicht, 

dass der Versicherte alle Medikamente und vor allen Dingen in der angegebenen 

Dosierung zu sich nimmt […] Grundsätzlich überlasse ich das Diskutieren der 

Laborergebnisse den Psychiatern und Internisten […] Zusammengefasst: Ich habe sehr 

viel Erfahrung bei der frühen Beurteilung von CRPS-Syndromen […] deshalb auch 

meine Beurteilung einer 30%igen AF, mehr halte ich nicht für zumutbar. Ich kann 

anbieten, meinen Abschnitt hinsichtlich der angestammten Tätigkeit, also der 

Bezugstätigkeit, zu erweitern und das Berufsbild des technischen Kaufmanns mit 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/41

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gelegentlich mittelschwerer körperlicher Tätigkeit zu Beginn des Gutachtens 

anzuführen. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn Du diesen Abschnitt ergänzt. Ich 

hoffe, ich habe jetzt alles erwähnt“.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. Oktober 2020 die Abweisung der 

Beschwerde (IV 2020/194, act. G 3). Zur Begründung führte sie an, die Verfügung vom 

28. August 2018 habe den Charakter einer vorsorglichen Massnahme gehabt. Sie habe 

ihre Wirkung spätestens mit dem Erlass der definitiven Verfügung vom 13. Juli 2020 

verloren. Dasselbe gelte auch für die Verfügung vom 8. Oktober 2019. Das 

Beschwerdeverfahren IV 2019/298 sei folglich als gegenstandslos abzuschreiben. Die 

Beschwerdegegnerin habe keinerlei Einfluss auf die Medicore AG genommen. 

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers übe das Bundesamt für 

Sozialversicherungen auch in der Zusammenarbeit mit den medizinischen 

Abklärungsstellen (MEDAS) eine Aufsichtsfunktion aus. Das lasse sich dem MEDAS-

Präjudiz des Bundesgerichtes BGE 137 V 210 ganz klar entnehmen. Die fehlende 

Konsensbeurteilung habe einen wesentlichen Mangel dargestellt. Der orthopädische 

Sachverständige habe die entscheidende Konsistenzprüfung unterlassen, die 

angesichts der zahlreichen Hinweise auf Inkonsistenzen besonders wichtig gewesen 

sei. Diese Mängel hätten nun aber behoben werden können. Die Behauptung des 

Beschwerdeführers, das Bundesamt für Sozialversicherungen habe Druck auf die 

Medicore AG ausgeübt, sei haltlos, denn die Medicore AG habe ihr Gutachten erst in 

einem Zeitpunkt überarbeitet, in dem das Bundesamt für Sozialversicherungen den 

Rahmenvertrag mit der Medicore AG bereits gekündigt hatte, weshalb die Medicore 

AG also nichts mehr zu verlieren gehabt habe. Der orthopädische Sachverständige sei 

mit seiner Ansicht allein dagestanden. Die übrigen Sachverständigen hätten seine 

Schlussfolgerungen nicht nachvollziehen können. Er hätte also sehr gute Argumente für 

seinen Standpunkt anführen müssen, aber das habe er nicht getan. Die zahlreichen 

Inkonsistenzen sprächen zusätzlich gegen die Überzeugungskraft des orthopädischen 

Teilgutachtens. Das CRPS gehöre schwerpunktmässig zum neurologischen 

Fachgebiet. Der neurologische Sachverständige habe eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit um 30 Prozent als nachvollziehbar qualifiziert. Gesamthaft überzeuge 

das korrigierte Gutachten der Medicore AG.

D.b. 

Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (IV 2020/194, act. G 5).D.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/41

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Das Versicherungsgericht teilte den Parteien am 11. Dezember 2020 mit 

(IV 2020/194, act. G 7), es erachte die beiden orthopädischen Teilgutachten der 

Medicore AG nach einer ersten Aktendurchsicht als nicht geeignet, den massgebenden 

orthopädischen Sachverhalt mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu belegen, weshalb es plane, eine orthopädische 

Oberbegutachtung in die Wege zu leiten. Die Beschwerdegegnerin monierte am 4. 

Januar 2021, der Beweisbeschluss sei nicht näher begründet (IV 2020/194, act. G 8). 

Der Beschwerdeführer erklärte sich mit dem geplanten Vorgehen grundsätzlich 

einverstanden, liess Haaranalysen einreichen und gab zu bedenken, dass eine 

zusätzliche pharmakologische Begutachtung angezeigt sei (IV 2020/194, act. G 9). Das 

Versicherungsgericht wies die Beschwerdegegnerin am 19. Januar 2021 darauf hin (IV 

2020/195, act. G 10), dass noch kein Beweisbeschluss vorliege. Der RAD habe das 

erste Gutachten der Medicore AG als nicht beweiskräftig qualifiziert. Beim zweiten 

Gutachten handle es sich um eine lediglich marginal überarbeitete Version des ersten – 

gemäss RAD nicht überzeugenden – Gutachtens, wobei die Akten belegten, dass die 

Überarbeitung unter ausdrücklichem Protest des orthopädischen Sachverständigen 

erfolgt sei. Am 12. Februar 2021 erklärte sich die Beschwerdegegnerin sinngemäss mit 

einer Oberbegutachtung einverstanden (IV 2020/194, act. G 12).

D.d. 

Das Versicherungsgericht wies die Parteien am 17. Februar 2021 darauf hin 

(IV 2020/194, act. G 14), dass es vorsehe, den Orthopäden Dr. med. K.___ mit der 

Erstellung des orthopädischen Gerichtsgutachtens und der Beantwortung der Fragen 

nach den Diagnosen, der Arbeitsfähigkeit als Automonteur, als Schlosser und in einer 

ideal leidensadaptierten Tätigkeit, Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

sowie zum mutmasslichen Beginn und Verlauf einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit zu 

beauftragen. Man werde Dr. K.___ auffordern, die Fragen aus orthopädischer Sicht 

sowie als Teil einer Konsensbeurteilung unter Berücksichtigung der Ausführungen des 

internistischen, des psychiatrischen und des neurologischen Sachverständigen der 

Medicore AG zu beantworten. Der Beschwerdeführer liess am 8. März 2021 

beantragen (IV 2020/194, act. G 15), dass zusätzlich ein anästhesiologisches 

respektive pharmakologisches Gerichtsgutachten eingeholt werde, dass nicht Dr. 

K.___, sondern die Schulthess Klinik mit der orthopädischen Begutachtung beauftragt 

werde und dass dem orthopädischen Sachverständigen weder die 

D.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/41

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Konsensbeurteilungen noch die internistischen und psychiatrischen Teilgutachten zur 

Verfügung gestellt würden. Zur Begründung führte sein Rechtsvertreter aus, Dr. K.___ 

sei nicht fähig, den medizinisch komplexen Fall des Beschwerdeführers angemessen 

zu beurteilen. Zudem handle es sich bei Dr. K.___ ausgerechnet um einen jener 

Sachverständigen, die von der Beschwerdegegnerin regelmässig respektive häufig 

begrüsst würden. Die Beschwerdegegnerin beantragte am 8. März 2021, dass Dr. 

K.___ zusätzlich um eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Tätigkeit als technischer 

Kaufmann sowie um eine Prüfung der Standardindikatoren gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung ersucht werde (IV 2020/194, act. G 16). Am 12. 

April 2021 ersuchte sie um die Abweisung der vom Beschwerdeführer im 

Zusammenhang mit der vorgesehenen Begutachtung gestellten Beweisanträge 

(IV 2020/194, act. G 19). Mit einem Beweisbeschluss vom 17. Mai 2021 beauftragte 

das Versicherungsgericht Dr. K.___ mit der Erstellung eines orthopädischen 

Gerichtsgutachtens (IV 2020/194, act. G 21). Es hielt fest, Dr. K.___ verfüge nach der 

langjährigen Erfahrung des Versicherungsgerichtes über eine ausreichende fachliche 

Kompetenz. Das immer wieder vorgebrachte Argument der Befangenheit überzeuge 

nicht, weil es nur stichhaltig sein könnte, wenn auch alle IV-Stellen sowie das 

Bundesamt für Sozialversicherungen als Aufsichtsbehörde befangen respektive 

voreingenommen wären. Selbstverständlich müsse der Sachverständige über eine 

uneingeschränkte Aktenkenntnis verfügen. Weshalb ein anästhesiologisches oder 

pharmakologisches Gutachten erforderlich sein sollte, sei nicht einzusehen. Die 

Zusatzfrage der Beschwerdegegnerin nach der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

als technischer Kaufmann sei überflüssig, weil sich diese aus den Angaben des 

Sachverständigen zum erlernten Beruf als Automonteur, zur Tätigkeit als ungelernter 

Schlosser und in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit ableiten lasse. Der Hinweis auf 

die bundesgerichtliche Auffassung zu den sogenannten „Standardindikatoren“ sei 

ebenfalls überflüssig, weil Dr. K.___ als erfahrener Sachverständiger über die gerade 

aktuelle bundesgerichtliche Auffassung orientiert sei. Um nicht unnötig einen Bedarf 

nach einer späteren „Nachbesserung“ zu provozieren, werde das Versicherungsgericht 

Dr. K.___ aber auf die gerade aktuelle bundesgerichtliche Auffassung hinweisen. 

Nachdem dieser Beweisbeschluss unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen 

war, beauftragte das Versicherungsgericht Dr. K.___ am 13. Juli 2021 mit der Erstellung 

eines Gerichtsgutachtens im Sinne des Beweisbeschlusses (IV 2020/194, act. G 22).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/41

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Am 6. Juni 2022 erstattete Dr. K.___ das in Auftrag gegebene orthopädische 

Gerichtsgutachten (IV 2020/194, act. G 40). Er hielt fest, die klinische Untersuchung sei 

erschwert gewesen, weil der Beschwerdeführer den Fuss jeweils bei leichtester 

Berührung immer wieder weggezogen habe. Der Tonus des Quadriceps sei rechts im 

Vergleich zu links reduziert gewesen. Im Bereich des rechten Fusses habe sich eine 

leichte Atrophie des Gewebes, aber keine livide Verfärbung, kein Hirsutismus und auch 

keine Abkühlung feststellen lassen. Der Beschwerdeführer habe eine extreme 

Druckdolenz präsentiert, sei aber mit geschlossenen Schuhen zur Untersuchung 

erschienen. Die Dorsalextension sowie die Plantarflexion des oberen rechten 

Sprunggelenks sei etwas eingeschränkt gewesen (0/0/25 Grad; links 15/0/30 Grad). Die 

Umfangmasse des rechten Beins seien leicht vermindert, an der Fessel dagegen erhöht 

gewesen (Oberschenkelumfang 10cm über dem proximalen Patellapol rechts 51cm, 

links 53cm; grösster Wadenumfang rechts 39cm, links 40cm; Fesselumfang rechts 

25cm, links 23cm). Im Übrigen sei der – im Gutachten detailliert beschriebene – 

objektive klinische Befund unauffällig gewesen. Eine Röntgenaufnahme des rechten 

Unterschenkels habe eine konsolidierte Fibula und Tibia mit einer abgebrochenen 

Schraube im mittleren Tibiadrittel, eine in situ liegende Platte mit Schraube distal an der 

Tibia sowie einen verschmälerten Gelenkspalt mit einer leichten Unregelmässigkeit und 

einem inkongruenten oberen Sprunggelenk gezeigt. Eine Laboruntersuchung habe 

einen im therapeutischen Bereich liegenden Pegel von Hydromorphon nachgewiesen. 

Der Sachverständige, der im Auftrag von Dr. K.___ eine Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit durchgeführt hatte, hatte ausgeführt, der Beschwerdeführer habe 

das rechte Bein konsequent entlastet und sich nur selten kurz auf das rechte Bein 

abgestützt. Wann immer möglich habe er sich hingesetzt. Im Stand habe er eine 

Verlagerung nach links gezeigt. Den Einbeinstand rechts habe er nicht durchgeführt. 

Beim Gang ohne Stöcke habe er das rechte Bein nach aussen abgestellt. Er habe eine 

kurze Standphase ohne Abrollen rechts präsentiert. Den Zehengang rechts habe er 

nicht durchgeführt. Beim Fersengang habe er ein starkes Hinken rechts gezeigt. Bei 

der tiefen Kniebeugung habe er das linke Bein belastet und die Knie links bis ca. 100 

Grad und rechts bis ca. 90 Grad gebeugt. Die rechte Ferse habe vom Boden 

abgehoben. Die Ober- und Unterschenkelmuskulatur habe eine Atrophie rechts 

aufgewiesen. Die Plantarflexion sei rechts endgradig, die Dorsalextension stark – mit 

einem harten Endgefühl – eingeschränkt gewesen. Die Temperatur am rechten 

D.f. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/41

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Sprunggelenk sei vor und nach den Tests etwas tiefer als jene links gewesen. Der 

rechte Fuss sei minimal verfärbt gewesen. Der linke Fuss habe eine leichte 

Beschwielung aufgewiesen. Im Fersenbereich rechts habe kaum eine Beschwielung 

festgestellt werden können. Der Vorfussbereich rechts sei nicht beschwielt gewesen. 

Die Schuhsohlen seien links deutlich mehr abgerieben gewesen. Eine 

Symptomausweitung habe nicht festgestellt werden können. Aus arbeitsmedizinischer 

Sicht seien das Tragen von Lasten bis 7,5 Kilogramm nur sporadisch, das Gehen oder 

Stehen sowie vorgeneigt sitzende Haltungen nur selten möglich. Die aktuell ausgeübte 

Tätigkeit als Verkäufer per Telefon sei ideal leidensadaptiert, weil der Beschwerdeführer 

dabei entlastende Haltungen einnehmen könne. Rein funktionell sei diese Tätigkeit 

ganztags möglich. Zu empfehlen seien vermehrte kurze Pausen, weil eine 

ergonomische Sitzhaltung nicht gut möglich sei. Der Beschwerdeführer habe eine 

starke Zunahme der Fussschmerzen rechts bei dieser Tätigkeit angegeben. Objektiv 

habe am Ende des ersten Testtages mit unter anderem 90 Minuten Sitzen als Test 

(nachdem der Beschwerdeführer bereits über eine Stunde mit dem Auto unterwegs 

gewesen sei) keine Veränderung der Temperatur oder des Umfangs des rechten 

Fusses festgestellt werden können. Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen und 

der eigenen Untersuchungsbefunde hielt Dr. K.___ beurteilend fest, die vom 

Beschwerdeführer angegebenen Schmerzen im rechten oberen Sprunggelenk und 

Fuss seien zumindest teilweise nachvollziehbar. Einerseits könnten sie auf das im 

Verlauf aufgetretene CRPS und andererseits auf die festgestellte Arthrose im rechten 

oberen Sprunggelenk zurückgeführt werden. Die sogenannten Budapest-Kriterien 

seien erfüllt, die Arthrose sei radiologisch dokumentiert. Das Ausmass der subjektiven 

Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit könne aufgrund des präsentierten 

klinischen Befundes aber nicht ganz nachvollzogen werden. Eine psychische 

Überlagerung erscheine als nicht ganz ausgeschlossen. Zwischen der präsentierten 

extremen Berührungsempfindlichkeit und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer 

geschlossene Schuhe getragen habe, bestehe ein gewisser Widerspruch. Eine 

Filmaufnahme aus dem Jahr 2016, die sich beim Observationsmaterial befinde, zeige, 

wie der Beschwerdeführer im Rahmen eines gesellschaftlichen Anlasses getanzt habe. 

Das widerspreche zumindest teilweise den geschilderten subjektiven Beschwerden 

und der zurückliegenden Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Gemäss 

dem Observationsmaterial sei der Beschwerdeführer mit dem Auto in den Ferien in 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/41

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I.___ unterwegs gewesen. Sollte er selbst nach I.___ gefahren sein, stelle sich die 

Frage, wie er die lange Fahrt überstanden habe und ob er wirklich alle eineinhalb 

Stunden eine Pause eingeschaltet habe. Das Gutachten der Medicore AG – 

insbesondere das orthopädische Teilgutachten – aus dem Jahr 2019 sei qualitativ 

ungenügend. Die Befundschilderung sei unvollständig. Die Beurteilung sei teilweise 

nicht nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht orthopädisch, sondern 

mit „erheblichen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen in Folge der 

beklagten Ruheschmerzen“ begründet worden, was nicht einleuchte, weil der 

neurologische Sachverständige festgehalten habe, dass weder das Schmerzsyndrom 

noch die eingenommene Medikation feststellbare Auswirkungen auf die 

Konzentrationsfähigkeit gehabt hätten. Diagnostisch leide der Beschwerdeführer an 

einer posttraumatischen Arthrose des oberen Sprunggelenks mit einem CRPS im Sinne 

der Ziffern G 90.5 und M 19.17 des ICD-10. Die aktuell ausgeübte Tätigkeit als 

Telefonverkäufer sei bei voller Stundenpräsenz zu 70 Prozent zumutbar; die 

Einschränkung von 30 Prozent entspreche einem vermehrten Pausenbedarf. 

Retrospektiv sei für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten für die Zeit von Februar 2012 bis 

Juni 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren, da sich damals eine 

Pseudarthrose entwickelt habe und da der Beschwerdeführer wiederholt operiert 

worden sei. Von Juli 2014 bis Februar 2016 seien leidensadaptierte Tätigkeiten 

uneingeschränkt zumutbar gewesen. Ab Februar 2016 habe selbst für adaptierte 

Tätigkeiten im Rahmen der postoperativen Rehabilitation und der Behandlung eines 

CRPS eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Ab Oktober 2017 seien 

leidensadaptierte Tätigkeiten zu 70 Prozent zumutbar gewesen, nachdem noch ein 

vermehrter Pausenbedarf bestanden habe und sich ein CRPS ja meistens innert zwölf 

Monaten stabilisiere. Die Tätigkeit als Automonteur sei seit Februar 2016 nicht mehr 

zumutbar. Auch die Tätigkeit als ungelernter Schlosser sei seit Februar 2016 nicht mehr 

zumutbar. In der Zeit von Juli 2014 bis Februar 2016 seien die Tätigkeiten als 

Automonteur und Schlosser zu 50 Prozent zumutbar gewesen, nachdem Schmerzen 

aufgrund einer sich entwickelnden posttraumatischen Arthrose vorgelegen hätten, im 

SPECT-CT 2014 aber noch keine fortgeschrittene Arthrose des oberen Sprunggelenks 

nachgewiesen worden sei und die ossäre Konsolidation der distalen Tibia und Fibula 

deutlich fortgeschritten gewesen sei. Von Februar 2012 bis Juni 2014 sei der 

Beschwerdeführer als Automonteur und Schlosser vollständig arbeitsunfähig gewesen, 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/41

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da sich damals eine Pseudarthrose entwickelt habe und er wiederholt operiert worden 

sei. Weitere medizinische Massnahmen seien nicht angezeigt. Die Prognose sei 

ungünstig.

Die Beschwerdegegnerin nahm am 28. Juni 2022 Stellung zum Gutachten von 

Dr. K.___ (IV 2020/194, act. G 44). Sie beantragte die Abweisung der Beschwerden, die 

Bezahlung des Gerichtsgutachtens aus der Gerichtskasse sowie eventualiter die 

Abänderung der Verfügung vom 13. Juli 2020 zu Ungunsten des Beschwerdeführers 

(Aufhebung der Rente per Ende September 2014). Zur Begründung führte sie an, das 

Gutachten von Dr. K.___ mute „als polemisch und wenig sachlich“ an und sei zudem 

„unsorgfältig und unvollständig“. Unverständlich sei, dass Dr. K.___ den dem 

Gutachten ohnehin beiliegenden EFL-Bericht integral als „Angabe von Dritten“ in sein 

Gutachten integriert habe. Die auf den Seiten 11 und 12 erhobene Anamnese werde 

auf den Seiten 17, 30 und 41 sowie auf den Seiten 2 und 3 des EFL-Berichts 

wortwörtlich wiederholt und finde sich im gesamten Gutachten damit fünfmal. Lasse 

man die Aktenzusammenfassung, die redundanten Passagen und die „ausufernde“ 

Kritik am Vorgutachten weg, „schrumpft das Hauptgutachten auf rund 11 in grosser 

Schrift geschriebene Seiten zusammen“. Anders formuliert habe Dr. K.___ „das mit 51 

Seiten als umfangreich anmutende Hauptgutachten massiv aufgebläht, wohl in der 

Absicht, das bescheidene Ergebnis zu kaschieren“. Die geringen Umfangdifferenzen 

seien ein „untrügliches Zeichen für eine nicht sehr ausgeprägte Schonung des rechten 

Beines“. Darauf sei Dr. K.___ aber „nirgends“ eingegangen. Eine Diskussion der 

Medikamenten-Compliance, die vom Beschwerdeführer „als so wichtig erachtet“ 

worden sei, fehle. Das Gutachten weise diverse – von der Beschwerdegegnerin in ihrer 

Stellungnahme penibel dargestellte – Ungenauigkeiten auf. Statt die Konsistenz und 

die Plausibilität vertieft zu diskutieren, habe sich Dr. K.___ „lieber in aller Ausführlichkeit 

mit dem Vorgutachten“ befasst, wobei er „nicht mit Kritik gespart“ habe. Am 

orthopädischen Teilgutachten habe er „kein gutes Haar gelassen“. Offensichtlich habe 

Dr. K.___ die in den Akten enthaltene Angabe des Beschwerdeführers, er habe 

unmittelbar nach der Metallentfernung an Schmerzen gelitten, „nicht gefunden“. Weiter 

habe er dem orthopädischen Sachverständigen der Medicore AG „abschätzig“ 

vorgeworfen, dieser habe über den Verlauf eines CRPS „doziert“ und in der Beurteilung 

über ein CRPS „referiert“, statt den Verlauf der Behandlungen zu kommentieren. „Und 

D.g. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 27/41

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was macht Dr. K.___? Er lehnt seine Arbeitsfähigkeitsschätzung gerade nicht an den 

Behandlungsverlauf an, sondern an blosse Erfahrungswerte […] Schliesslich ergiesst 

Dr. K.___ seine Kritik über die Arbeitsfähigkeitsschätzung“ des orthopädischen 

Sachverständigen der Medicore AG. „Eine Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster 

Tätigkeit von bloss 30 Prozent sei nicht nachvollziehbar. Damit hat Dr. K.___ zwar 

recht. Nur ist diese Erkenntnis nicht neu. Sie wurde in den Akten breit diskutiert und hat 

dazu geführt, dass die MEDAS nachgebessert und der IV-Stelle am 19. Januar 2020 

ein bereinigtes Gutachten vorgelegt hat. Darin erwähnt Dr. L.___ die vermuteten 

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen nicht mehr und schliesst auf eine 

deutlich bessere Arbeitsfähigkeit. Ganz offensichtlich hat Dr. K.___ diese Umstände 

und insbesondere das bereinigte Gutachten nicht einmal zur Kenntnis genommen“. Die 

Medicore AG habe für ihr Gutachten 12’353.90 Franken in Rechnung gestellt, „während 

Dr. K.___ für sein monodisziplinäres Gutachten samt Nebenauslagen satte 11’352.50 

Franken verlangt. Die Differenz beträgt damit gerade einmal 1’001 Franken. Für ein 

solches Honorar hätte von Dr. K.___ doch eindeutig mehr Sorgfalt und eine höhere 

Begründungsdichte erwartet werden dürfen […] So wie es dasteht, ist das Gutachten 

von Dr. K.___ unbrauchbar. Es entpuppt sich als billiges ‹Konkurrenten-Bashing›. Es 

entbehrt der gebotenen Objektivität und ist überdies mit diversen gravierenden 

inhaltlichen Mängeln behaftet. Es legt an die Beurteilung anderer Ärzte einen 

strengeren Massstab an als an die eigene, deutlich besser bezahlte Arbeit. Es ist nicht 

besser als jenes von Dr. L.___, sondern hebt sich von diesem in erster Linie durch seine 

Polemik ab. Die IV-Stelle ist nicht bereit, die Kosten dafür zu tragen, zumal das Gericht 

nicht einmal bereit war, dem Gutachter die Fragen der IV-Stelle vorzulegen“.

Der Beschwerdeführer liess am 9. August 2022 festhalten (IV 2020/194, act. G 45), 

das Gerichtsgutachten sei – abgesehen vom Hinweis, dass keine Symptomausweitung 

vorliege – nicht verwertbar. Der Sachverständige habe sich nicht zum umfangreichen 

medizinischen Dossier der Unfallversicherung geäussert. Die Ausführungen zur Frage, 

ob der Beschwerdeführer eine Nervenläsion erlitten habe, überzeugten nicht. Sie 

stünden in Widerspruch zu zahlreichen sorgfältig begründeten Beurteilungen von 

ausgewiesenen Fachärzten in den Vorakten. Die „Konsensbeurteilung“ sei nicht zu 

hören. Nachdem mittlerweile mehr als vier Jahre seit der ersten Leistungsverfügung 

vergangen seien und eine baldige Entscheidung noch immer in weiter Ferne scheine, 

D.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 28/41

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Erwägungen

1.  

beantrage der Beschwerdeführer eine Instruktionsverhandlung, eventuell verbunden 

mit Vergleichsgesprächen.

Das Versicherungsgericht teilte dem Beschwerdeführer am 11. August 2022 mit 

(IV 2020/194, act. G 47), da die Richter des Versicherungsgerichtes über keinerlei 

medizinische Kenntnisse verfügten, könne eine Instruktionsverhandlung offensichtlich 

keinen Erkenntnisfortschritt bringen. Der entsprechende Antrag sei folglich abzuweisen. 

Eine Vergleichsverhandlung sei nur sinnvoll, wenn die Beschwerdegegnerin 

grundsätzlich vergleichsbereit sei. Das Versicherungsgericht erkundigte sich deshalb 

gleichentags bei der Beschwerdegegnerin nach deren Bereitschaft, einer allfälligen 

Vergleichslösung zuzustimmen (IV 2020/194, act. G 48). Die Beschwerdegegnerin hielt 

am 17. August 2022 fest (IV 2020/194, act. G 49), sie sei grundsätzlich gerne bereit, 

über eine pragmatische Fallerledigung zu diskutieren. Allerdings sei nicht erkennbar, 

was der Beschwerdeführer beabsichtige. Für sie kämen nur zwei Lösungsansätze in 

Frage, nämlich entweder die Abweisung der Beschwerden oder aber eine reformatio in 

peius. Einer reformatio in peius könnte der Beschwerdeführer allerdings auch durch 

einen Beschwerderückzug entgehen. Der Beschwerdeführer teilte am 5. September 

2022 mit, anlässlich eines Telefonates mit der Beschwerdegegnerin habe er 

festgestellt, dass keine gemeinsame Basis für einen Vergleich bestehe (IV 2020/194, 

act. G 51).

D.i. 

Das Beschwerdeverfahren IV 2019/298 betrifft die Verfügung vom 8. Oktober 

2019, mit der die Beschwerdegegnerin ihre gestützt auf eine Zusicherung in der 

Verfügung vom 28. August 2018 ausgerichtete halbe Rente per 31. Juli 2019 eingestellt 

hat. Da es sich bei der Verfügung vom 28. August 2018 im Kern um einen Widerruf 

pendente lite im Sinne des Art. 53 Abs. 3 ATSG gehandelt hatte, der mit dem Ziel 

ergangen war, weitere Sachverhaltsabklärungen zu tätigen, liegt auf der Hand, dass es 

sich bei der Zusicherung: „Die bisherige Rente wird weiterhin ausgerichtet“ nicht um 

eine definitive Rentenzusprache gehandelt haben kann, denn eine solche hätte in 

einem unauflöslichen Widerspruch zur Notwendigkeit weiterer 

Sachverhaltsabklärungen gestanden. Folglich kann es sich bei jener Zusicherung nur 

um eine vorsorgliche Massnahme für die Dauer des (wieder hängig gewordenen) 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 29/41

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Verwaltungsverfahrens betreffend einen allfälligen Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers gehandelt haben, die – wie jede andere vorsorgliche Massnahme 

auch (vgl. etwa BSK ATSG-Bolt, Art. 52 nAbs. 4 N 14, mit Hinweisen) – spätestens mit 

dem Abschluss des Verfahrens am 13. Juli 2020 dahingefallen wäre. Die Verfügung 

vom 8. Oktober 2019 hat ausschliesslich auf eine Korrektur dieser vorsorglichen 

Massnahme abgezielt. Sie ist ihrer Natur nach also ebenfalls eine vorsorgliche 

Massnahme gewesen, was bedeutet, dass ihre Wirkung mit dem Abschluss des 

„Hauptverfahrens“ geendet hätte. Da das Versicherungsgericht die beiden 

Beschwerdeverfahren IV 2019/298 (betreffend die vorsorgliche Einstellung der 

vorsorglich ausgerichteten Rente) und IV 2020/194 (betreffend den „definitiven“ 

Entscheid über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers) vereinigt hat, werden die 

beiden Entscheide IV 2019/298 und IV 2020/194 gleichzeitig eröffnet. Man könnte sich 

deshalb auf den Standpunkt stellen, der Entscheid IV 2019/298 betreffend die 

vorsorgliche Einstellung der vorsorglich ausgerichteten Rente werde sofort mit seiner 

Eröffnung wirkungslos werden, weil ja der „definitive“ Entscheid über den 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers in derselben juristischen Sekunde eröffnet 

werde, was zur Folge habe, dass das „Hauptverfahren“ abgeschlossen werde und jede 

vorsorgliche Regelung für die Dauer des „Hauptverfahrens“ ihre Wirkung verlieren 

müsse. Das Beschwerdeverfahren IV 2019/298 sei folglich als gegenstandslos 

abzuschreiben. Diese Auffassung wäre allerdings nur zutreffend, wenn der „definitive“ 

Entscheid IV 2020/194 sofort mit seiner Eröffnung formell rechtskräftig würde, was 

aber nicht der Fall ist, weil er beim Bundesgericht angefochten werden kann. Die 

Beschwerde an das Bundesgericht hat zwar nach Art. 103 Abs. 1 BGG grundsätzlich 

keine aufschiebende Wirkung, was bedeutet, dass der Entscheid IV 2020/194 sofort 

mit seiner Eröffnung vollstreckbar wird (vgl. Art. 62 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. 

b ATSG), aber beim Bundesgericht kann die Anordnung der aufschiebenden Wirkung 

beantragt werden, was die Vollstreckbarkeit des Entscheides IV 2020/194 hemmen 

würde, sodass die vorsorgliche Regelung, die den Gegenstand des 

Beschwerdeverfahrens IV 2019/298 bildet, weiterhin (bzw. wieder) wirksam wäre. 

Folglich besteht trotz der Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren IV 2019/298 

und IV 2020/194 nach wie vor ein schützenswertes Interesse an einem Entscheid 

betreffend die am 8. Oktober 2019 verfügte Einstellung der vorsorglichen 

Rentenauszahlung.

Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung ausdrücklich als eine 

Wiedererwägungsverfügung bezeichnet. Bei der Interpretation der Verfügung ist 

diesem klaren und eindeutigen Wortlaut Rechnung zu tragen. Die Wiedererwägung 

einer formell rechtskräftigen Verfügung setzt nach Art. 53 Abs. 2 ATSG eine zweifellose 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 30/41

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Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung sowie eine erhebliche Bedeutung 

der Berichtigung dieser Verfügung voraus. Die Beschwerdegegnerin hat behauptet, die 

mangelnde Begründung der Verfügung vom 28. August 2018 stelle eine zweifellose 

Unrichtigkeit im Sinne des Art. 53 Abs. 2 ATSG dar, die eine wiedererwägungsweise 

Korrektur rechtfertige. Diese Begründung ist aber offenkundig nur vorgeschoben 

worden, denn die Begründung einer Verfügung dient allein den Interessen des 

Verfügungsadressaten, was bedeutet, dass eine fehlende Begründung keinen Nachteil 

zulasten der Verwaltung bewirken kann und dass es folglich aus der Sicht der 

Verwaltung keinen Grund geben kann, eine formell rechtskräftige Verfügung in 

Wiedererwägung zu ziehen, nur um sie (wiedererwägungsweise) mit einer Begründung 

zu versehen. Das ist denn auch augenscheinlich nicht die Absicht der 

Beschwerdegegnerin gewesen. Sie hat nämlich nicht etwa die Verfügung vom 28. 

August 2018 nachträglich mit einer Begründung versehen, sondern vielmehr bloss die 

vorsorgliche Rentenauszahlung stoppen wollen, da sie die Befürchtung gehegt hat, im 

„Hauptverfahren“ könne sich ergeben, dass der Beschwerdeführer gar keinen 

Rentenanspruch habe. Wieso sie ihre Wiedererwägungsverfügung vom 8. Oktober 

2019 nicht mit dieser Begründung versehen hat, ist nicht nachvollziehbar. Jedenfalls 

hat am 28. August 2018 keinerlei Veranlassung bestanden, dem Beschwerdeführer 

vorsorglich eine Rente auszuzahlen, da damals noch völlig offen gewesen ist, ob 

überhaupt ein Rentenanspruch besteht. Die am 28. August 2018 verfügte vorsorgliche 

Rentenauszahlung erweist sich aus diesem Grund – und nicht etwa, weil eine 

Begründung fehlt – als zweifellos unrichtig. Die Berichtigung ist von erheblicher 

Bedeutung, da ohne eine Korrektur der Verfügung vom 28. August 2018 die 

vorsorgliche Rentenauszahlung bis zum formell rechtskräftigen Abschluss des 

„Hauptverfahrens“ fortgesetzt werden müsste und da bezüglich einer späteren 

Rückforderung dieser Rentenauszahlungen die Gefahr der Uneinbringlichkeit bestünde. 

Die Wiedererwägungsvoraussetzungen sind also erfüllt gewesen.

Die Beschwerdegegnerin hat die vorsorgliche Rentenauszahlung per 31. Juli 2019 

gestoppt. Das ist offensichtlich falsch gewesen, da am 8. Oktober 2019 nicht nur 

fraglich gewesen ist, ob der Beschwerdeführer für die Zeit ab dem 1. August 2019 

einen Rentenanspruch habe, sondern überhaupt noch eine Ungewissheit bezüglich des 

Rentenanspruchs – für den gesamten massgebenden Zeitraum ab dem 1. August 2013 

– bestanden hat. Folglich lässt sich die wiedererwägungsweise Zusprache einer 

befristeten vorsorglichen Rente für die Zeit bis Ende Juli 2019 nicht rechtfertigen. Die 

vorsorgliche Rentenauszahlung ist ex tunc aufzuheben. Diese Korrektur der Verfügung 

vom 8. Oktober 2019 wirkt sich zu Ungunsten des Beschwerdeführers aus. Diese 

Schlechterstellung betrifft allerdings nur das vorsorgliche Massnahmenregime, das 

1.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 31/41

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2. Das Beschwerdeverfahren IV 2020/194 betrifft zwei Verfügungen, nämlich die 

Verfügung vom 13. Juli 2020, mit der die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 

eine ganze Rente für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 30. Juni 2015 zugesprochen 

hat, und die Verfügung vom 4. August 2020, mit der die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer für diese Periode Rentenleistungen von insgesamt 47’614 Franken 

zugesprochen hat, wovon sie die bereits für jenen Zeitraum ausbezahlten Leistungen 

von 21’132 Franken abgezogen hat. Augenscheinlich hat nur die Verfügung vom 

4. August 2020 eine rechtsgestaltende Wirkung gehabt. Die Eröffnung der Verfügung 

vom 13. Juli 2020 ist nicht einer juristischen Notwendigkeit, sondern vielmehr den 

üblichen technisch-administrativen Abläufen geschuldet gewesen. Sie kann aber 

jedenfalls keine rechtsgestaltende Wirkung gehabt haben, was bedeutet, dass es sich 

bei der Verfügung vom 13. Juli 2020 um eine Feststellungsverfügung im Sinne des Art. 

49 Abs. 2 ATSG gehandelt hat. Ein schützenswertes Feststellungsinteresse hat 

allerdings nicht bestanden, da wenige Tage später die rechtsgestaltende Verfügung 

ergangen ist. Die Verfügung vom 13. Juli 2020 ist deshalb aus formalen Gründen 

ersatzlos aufzuheben.

3.  

sofort mit der Eröffnung dieses Entscheides dahinfällt (vgl. Art. 103 Abs. 1 BGG und 

Art. 62 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. b ATSG). Nur im unwahrscheinlichen Fall, 

dass der Entscheid IV 2020/194 beim Bundesgericht angefochten würde, im noch 

unwahrscheinlicheren Fall, dass beim Bundesgericht die Anordnung der 

aufschiebenden Wirkung beantragt würde, und im völlig unwahrscheinlichen Fall, dass 

das Bundesgericht einem solchen Antrag stattgeben würde, käme es zu einer 

effektiven Schlechterstellung des Beschwerdeführers. Es erscheint als 

unverhältnismässig, die Gelegenheit zum Beschwerderückzug zu gewähren, nur weil in 

einem völlig unwahrscheinlichen Fall die zukünftige Möglichkeit einer reformatio in 

peius eintreten könnte.

Zu prüfen bleibt, ob die am 4. August 2020 verfügte Zusprache einer befristeten 

ganzen Rente für die Zeit vom 1. August 2013 bis zum 30. Juni 2015 im Gesamtbetrag 

von 47’614 Franken rechtmässig gewesen ist. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, 

dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Wiederanmeldung vom Februar 2013 

eingetreten ist, da der Beschwerdeführer mit dem Hinweis auf den im August 2012 

erlittenen Autounfall eine relevante Sachverhaltsveränderung nach der Abweisung 

seines ersten Leistungsbegehrens im August 2009 glaubhaft gemacht hatte (Art. 87 

Abs. 3 IVV).

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 32/41

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Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem 

Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach 

der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer 

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.

3.2. 

Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

massgebend, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang zumutbar sind. Die Beschwerdegegnerin hat zur Beantwortung 

dieser Frage Observationsmaterial gewürdigt, das im Auftrag einer 

Haftpflichtversicherung erstellt worden war. Das Bundesgericht hat im BGE 143 I 377 

die Auffassung vertreten, dass selbst Beweismaterial, das im Rahmen einer 

rechtswidrig angeordneten Observation im öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen 

worden sei, im Invalidenversicherungsverfahren gestützt auf eine Interessenabwägung 

zwischen privaten und öffentlichen Interessen verwertbar sein könne. Massgebend sei 

dabei unter anderem, ob die Observation im öffentlich frei einsehbaren Raum 

durchgeführt worden sei und ob es sich um eine systematische oder ständige 

Überwachung gehandelt habe, denn nur wenn eine Observation im privaten Raum oder 

aber systematisch respektive ständig durchgeführt worden sei, könnten die privaten 

Interessen das gewichtige öffentliche Interesse an der Bekämpfung des 

Versicherungsmissbrauchs überwiegen. Mit Blick auf einige aktuelle 

Bundesgerichtsurteile dürfte diese Auffassung wohl für sämtliche vor dem Inkrafttreten 

der Art. 43a f. ATSG durchgeführten Observationen massgebend sein (vgl. etwa das 

Urteil 8C_54/2020 vom 26. Mai 2020, E. 4, mit Hinweisen, oder das Urteil 9C_722/2019 

vom 23. Juli 2020, E. 3, mit Hinweisen). Die bisherigen Urteile des Bundesgerichtes 

zum Thema zeichnen sich durch eine starke Tendenz zur Bejahung der Verwertbarkeit 

von Observationsmaterial aus. Fälle, in denen die Ergebnisse einer Observation als 

unverwertbar qualifiziert worden sind, sind äusserst selten. Daraus ist zu schliessen, 

dass das Bundesgericht dem öffentlichen Interesse an der Bekämpfung des 

Versicherungsmissbrauchs ein sehr hohes Gewicht beimisst. Der Beschwerdeführer ist 

nur im öffentlich frei einsehbaren Raum observiert worden. Obwohl sich die 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 33/41

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Observation insgesamt über einen sehr langen Zeitraum erstreckt hat, ist er lediglich an 

wenigen Tagen effektiv verdeckt überwacht worden, weshalb nicht von einer ständigen 

oder systematischen Überwachung gesprochen werden kann. Mit Blick auf die oben 

zusammengefasste bundesgerichtliche Auffassung ist die Verwertbarkeit des 

Observationsmaterials deshalb zu bejahen. Die Beschwerdegegnerin hat zudem die 

Medicore AG mit einer polydisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers 

beauftragt. Das Gutachten ist am 25. April 2019 erstattet worden. Die 

Sachverständigen haben in ihrer Konsensbeurteilung festgehalten, dass kein Konsens 

habe gefunden werden können, weil sich der orthopädische Sachverständige nicht auf 

die objektivierbare bildgebende Befundlage, sondern auf seine langjährige Erfahrung 

mit dem Krankheitsbild eines CRPS berufen habe. Die RAD-Ärztin Dr. G.___ hat in einer 

ausführlichen Stellungnahme vom 9. Juli 2019 – ohne Berücksichtigung des 

Observationsmaterials – überzeugend aufgezeigt, dass das orthopädische 

Teilgutachten der Medicore AG nicht geeignet gewesen ist, den massgebenden 

Sachverhalt mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu belegen. Sie hat überzeugend aufgezeigt, dass die Beurteilung eminenzbasiert und 

nicht gestützt auf die objektiven klinischen und bildgebenden Befunde abgegeben 

worden sei. Der orthopädische Sachverständige habe eine Minderung der 

Konzentration und der Aufmerksamkeit berücksichtigt, die weder neurologisch noch 

psychiatrisch oder neuropsychologisch habe festgestellt werden können. Im Gutachten 

fänden sich zahlreiche Hinweise auf Inkonsistenzen, mit denen sich der orthopädische 

Sachverständige nicht hinreichend auseinander gesetzt habe. Damit steht fest, dass 

das Gutachten der Medicore AG in seiner ersten Fassung vom 25. April 2019 nicht 

überzeugt und folglich nicht geeignet ist, den massgebenden medizinischen 

Sachverhalt mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu belegen. Am 19. Januar 2020 hat die Medicore AG allerdings eine überarbeitete 

zweite Fassung seines Gutachtens eingereicht. Diese Fassung hat sich nur marginal 

von der ersten Fassung unterschieden. Die „Überarbeitung“ hat sich nämlich auf einige 

wenige, nur vereinzelte Sätze betreffende Anpassungen des orthopädischen 

Teilgutachtens und eine entsprechende Modifikation der Konsensbeurteilung, die 

ebenfalls nur vereinzelte Sätze betroffen hat, beschränkt. Die „Überarbeitung“ 

überzeugt nicht, weil sie offensichtlich nur bezweckt hat, die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des orthopädischen Sachverständigen an jene der übrigen 

Sachverständigen „anzugleichen“, während der eigentliche Inhalt des orthopädischen 

Teilgutachtens unverändert geblieben ist und damit nach wie vor eine ausführliche 

Begründung dafür enthält, weshalb der orthopädische Sachverständige den 

Beschwerdeführer (ursprünglich) als praktisch vollständig arbeitsunfähig qualifiziert hat. 

Tatsächlich befindet sich bei den Akten eine elektronische Nachricht des 

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orthopädischen Sachverständigen, die dieser am 5. Juni 2019 und damit in der Zeit der 

„Überarbeitung“ verfasst hat, der sich entnehmen lässt, dass der orthopädische 

Sachverständige nach wie vor von der Richtigkeit seiner ursprünglichen Beurteilung 

überzeugt gewesen ist und sich gegen eine Modifikation seines Gutachtens verwahrt 

hat. Diese elektronische Nachricht hat mit dem folgenden Einleitungssatz begonnen: 

„Ich habe mir mein Gutachten noch einmal angeschaut und bin der Meinung, es ist 

absolut schlüssig“ (IV 2020/194, act. G 1.1.12). Auf den folgenden knapp zwei Seiten 

hat der Sachverständige nochmals ausführlich die Gründe dargelegt, die seiner 

Meinung nach für seine Beurteilung gesprochen haben. Sein Fazit ist gewesen: 

„Deshalb auch meine Beurteilung einer 30%igen AF, mehr halte ich nicht für 

zumutbar“. Wie es dazu gekommen ist, dass im überarbeiteten orthopädischen 

Teilgutachten schliesslich eine Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent attestiert worden ist, 

lässt sich nicht nachvollziehen. Als überzeugend kann der so gefundene Konsens 

offensichtlich nicht qualifiziert werden. Deshalb ist es nicht nachvollziehbar, dass der 

zuständige Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin diese Tatsachen trotz eines 

entsprechenden ausdrücklichen Hinweises von Seiten des Versicherungsgerichtes (IV 

2020/194, act. G 10) ignoriert und dezidiert die Auffassung vertreten hat, das 

Versicherungsgericht hätte auf das Gutachten der Medicore AG vom 19. Januar 2020 

abstellen müssen.

Da das Bundesgericht seine Praxis zur Begutachtung mit dem BGE 137 V 210 

grundlegend geändert hat, ist es dem Versicherungsgericht verwehrt gewesen, die 

Sache zur Einholung eines zweiten, beweiskräftigen Administrativgutachtens an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das Gericht ist also gezwungen gewesen, ein 

Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Da das allgemein-internistische, das 

psychiatrische, das neuropsychologische und das neurologische Teilgutachten der 

Medicore AG auf einer umfassenden persönlichen Untersuchung des 

Beschwerdeführers und auf einer eingehenden Aktenwürdigung beruht haben und da 

die Sachverständigen ihre Schlussfolgerungen in Bezug auf die Diagnosestellung und 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend anhand der von ihnen erhobenen 

objektiven klinischen und bildgebenden Befunde begründet haben, hat keine 

Veranlassung bestanden, eine erneute polydisziplinäre Begutachtung des 

Beschwerdeführers in Auftrag zu geben. Das Versicherungsgericht hat deshalb in 

seinem – unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsenen und damit verbindlichen 

– Beweisbeschluss vom 17. Mai 2021 den Sachverständigen Dr. K.___ mit einer 

orthopädischen Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt und ihn aufgefordert, 

anhand seiner eigenen orthopädischen Beurteilung und der Beurteilungen des 

internistischen, des psychiatrischen, des neuropsychologischen und des 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 35/41

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neurologischen Sachverständigen der Medicore AG eine „Konsensbeurteilung“ zu 

erstellen. Dieses Vorgehen mag auf den ersten Blick als ungewöhnlich erscheinen, ist 

aber dem Umstand geschuldet gewesen, dass die Medicore AG ihre Tätigkeit zum 

damaligen Zeitpunkt bereits eingestellt hatte. Der Sachverständige Dr. K.___ hat den 

Beschwerdeführer umfassend orthopädisch untersucht. Er hat zusätzlich eine 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit in Auftrag gegeben und er hat die 

medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Er mag wohl nicht alle Aktenstücke 

explizit erwähnt haben, aber daraus kann nicht abgeleitet werden, dass er einen Teil 

der Akten einfach ignoriert hätte, wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

behauptet hat. Die Ausführungen von Dr. K.___ zu den Vorakten zeigen jedenfalls, dass 

er sich vertieft mit diesen auseinander gesetzt hat. Nichts deutet darauf hin, dass Dr. 

K.___ eine wesentliche Tatsache übersehen hätte. Sowohl Dr. K.___ als auch der in 

seinem Auftrag mit der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit befasste 

Physiotherapeut haben die von ihnen erhobenen objektiven klinischen Befunde 

detailliert angeführt. Ein Anhaltspunkt, der den Verdacht wecken könnte, Dr. K.___ oder 

der Physiotherapeut hätten den massgebenden objektiven Befund nicht lege artis 

erhoben, ist nicht ersichtlich. Die Befunde sind weitestgehend unauffällig gewesen. Die 

Sachverständigen haben aus dieser Tatsache nachvollziehbar und überzeugend den 

Schluss gezogen, dass zwar die Belastbarkeit des rechten Fusses erheblich 

eingeschränkt sei, dem Beschwerdeführer aber leidensadaptierte Tätigkeiten, bei 

denen er den Fuss nicht oder nur wenig belasten müsse und immer wieder 

zwischendurch hochlagern könne, ganztags zumutbar seien. Ebenso überzeugend ist 

der Hinweis von Dr. K.___, dass der Beschwerdeführer selbst an einem ideal 

leidensadaptierten Arbeitsplatz nicht durchgehend eine ergonomische Sitzhaltung 

einnehmen und auch nicht so oft wie nötig den Fuss entlasten respektive hochlagern 

könne und dass er deshalb auf zusätzliche Pausen angewiesen sei. Die diesem 

zusätzlichen Pausenbedarf entsprechende Einschränkung dürfte angesichts der bei 

einem Büroarbeitsplatz bestehenden modernen ergonomischen 

Gestaltungsmöglichkeiten – aus der Sicht eines medizinischen Laien – mit 30 Prozent 

eher hoch gegriffen sein, zumal Dr. K.___ das Ausmass der Einschränkung nicht 

einlässlich begründet hat. Diesbezüglich bestehen gewisse Zweifel an der 

Zuverlässigkeit des Gutachtens. Das schadet aber nicht, denn das Gutachten von Dr. 

K.___ belegt mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer in einer ideal leidensadaptierten 

Tätigkeit höchstens zu 30 Prozent eingeschränkt ist. Resultiert aus der 

Invaliditätsbemessung ausgehend von einem maximalen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 

30 Prozent kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, wäre es unverhältnismässig, 

weitere Abklärungen zu tätigen, die nur zum Zweck hätten herauszufinden, um wie viel 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 36/41

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Prozent genau der rentenbegründende Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent 

verpasst würde. Nur wenn sich ausgehend von einem maximalen

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 Prozent ein rentenbegründender Invaliditätsgrad 

ergeben würde, was gemäss den nachstehenden Erwägungen nicht der Fall ist, wären 

weitere Sachverhaltsabklärungen zur Ermittlung des genauen Invaliditätsgrades 

erforderlich. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K.___ deckt sich mit jener der 

Medicore AG (unter Ausblendung des nicht verwertbaren orthopädischen 

Teilgutachtens), weshalb Dr. K.___ seine Arbeitsfähigkeitsschätzung problemlos in die 

bestehende „Teilkonsens“-Beurteilung hat einfügen können. Erfahrungsgemäss sind 

auch „echte“ Konsensbeurteilungen – gerade bei übereinstimmenden 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen wie hier – in aller Regel das Produkt eines 

Zirkularverfahrens und nicht etwa einer persönlichen Diskussionsrunde unter den 

Sachverständigen. Gründe, die gegen die Überzeugungskraft der Beurteilung von Dr. 

K.___ respektive gegen die (fingierte) Konsensbeurteilung sprechen würden, sind nicht 

ersichtlich. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein 

Gerichtsgutachten nach der vom Bundesgericht erfundenen „Beweiskaskade“ als ein 

erstklassiges Beweismittel zu qualifizieren ist, das alle anderen Beweismittel auf tiefere 

Ränge verweist (vgl. etwa die im Entscheid IV 2019/277 des St. Galler 

Versicherungsgerichtes vom 24. August 2021, E. 4.1 angeführten Verweise auf die 

bundesgerichtliche Praxis). Es weist also nur schon deshalb eine herausragende 

Überzeugungskraft auf, weil es sich um ein Gerichtsgutachten handelt. Davon 

abgewichen werden könnte nach der bundesgerichtlichen Auffassung nur, wenn starke

Zweifel an der Zuverlässigkeit bestünden, was nach dem oben Angeführten nicht der 

Fall ist. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, das Versicherungsgericht habe ihre 

Fragen nicht an Dr. K.___ weitergeleitet, ist aktenwidrig. Darauf ist hier aber ohnehin 

nicht nochmals einzugehen, da der Beweisbeschluss längst in formelle Rechtskraft 

erwachsen und damit verbindlich geworden ist. Zusammenfassend ist auf das 

Gerichtsgutachten abzustellen und von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent für 

ideal leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen.

Das im Gerichtsgutachten detailliert beschriebene Profil einer ideal 

leidensadaptierten Tätigkeit bestätigt, dass es sich bei der Tätigkeit des technischen 

Kaufmannes um eine solche ideal leidensadaptierte Tätigkeit handelt. Der 

Beschwerdeführer hat vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung zwar nicht als 

technischer Kaufmann gearbeitet, weil er die entsprechende Ausbildung noch gar nicht 

abgeschlossen hatte, aber wenn er trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung als 

technischer Kaufmann arbeiten kann, könnte er natürlich auch ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht nur als Automonteur oder als ungelernter 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 37/41

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Schweisser, sondern auch als technischer Kaufmann arbeiten. Die Validen- und die 

Invalidenkarriere sind folglich identisch; sie entsprechen beide einer Tätigkeit als 

technischer Kaufmann. Das bedeutet, dass der Ausgangswert des zumutbarerweise 

erzielbaren Invalideneinkommens dem Valideneinkommen entspricht und dass der 

Betrag folglich bei der Berechnung des Invaliditätsgrades mathematisch keine Rolle 

spielen kann. Der Invaliditätsgrad ist also mittels eines sogenannten Prozentvergleichs 

zu berechnen, das heisst er entspricht dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen 

dem sogenannten Tabellenlohnabzug analogen Abzug. Ein solcher Abzug wird 

berücksichtigt, wenn davon ausgegangen werden muss, dass die versicherte Person 

ihre Arbeitsfähigkeit nicht mit demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine 

gesunde, im selben Pensum tätige Person. Das ist der Fall, wenn anzunehmen ist, dass 

ein strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender, also keinen Soziallohn 

ausrichtender Arbeitgeber der versicherten Person keinen durchschnittlichen, sondern 

nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen wird, um seinen aus der 

Anstellung der versicherten Person resultierenden „Arbeitsmehrwert“ – die Differenz 

zwischen dem ökonomischen Wert der Arbeitsleistung und den direkten und indirekten 

Lohn- und Lohnnebenkosten – auf einen durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. Kann 

eine versicherte Person nur einen unterdurchschnittlichen ökonomischen Mehrwert 

generieren oder sind die indirekten Lohnkosten oder die Lohnnebenkosten 

überdurchschnittlich hoch, resultiert für den Arbeitgeber nämlich nur ein 

unterdurchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“. Ein strikt betriebswirtschaftlich 

operierender, also ganz bewusst keinen Soziallohn ausrichtender Arbeitgeber wird das 

nicht hinnehmen, sondern diese „Einbusse“ auf den Arbeitnehmer überwälzen, indem 

er diesem nur einen unterdurchschnittlichen Lohn bezahlt, sodass für den Arbeitgeber 

ein durchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“ resultiert. Ein potentieller Arbeitgeber müsste 

bei einer Beschäftigung des Beschwerdeführers unter anderem in Kauf nehmen, dass 

der Beschwerdeführer nicht so flexibel wie ein gesunder, in einem Pensum von 70 

Prozent tätiger Arbeitnehmer eingesetzt werden kann, weil er einerseits nur ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten ausführen kann und weil er andererseits keine Mehr- oder 

Überstunden leisten kann, weil das zumutbar