# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28fc9953-894e-54d8-936c-55eb1005dd57
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2017 F-2593/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2593-2017_2017-11-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2593/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visa für A._______, B._______ und C._______. 

 

 

 

F-2593/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Das pakistanische Ehepaar A._______ und B._______ (geb. 1972 und 

1973; nachfolgend: Gesuchstellende bzw. Gäste) beantragte am 16. Ja-

nuar 2017 für sich und ihren Sohn C._______ (geb. 2011) bei der Schwei-

zerischen Botschaft in Islamabad je ein Schengen-Visum für einen Be-

suchsaufenthalt (Dauer: 24. März 2017 bis 3. April 2017) bei X._______ 

(nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) in der Schweiz (vgl. Ak-

ten der Vorinstanz [SEM act.] 2-4/60ff.). Bereits davor, am 23. Dezember 

2016, hatte der Gastgeber ein entsprechendes Einladungsschreiben an die 

Schweizerische Vertretung gerichtet (SEM act. 3/72).  

B.  

Mit Formularentscheid vom 24. Januar 2017 lehnte es die Schweizerische 

Vertretung in Islamabad ab, die gewünschten Visa auszustellen. Sie be-

gründete ihre Haltung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für 

die fristgerechte Wiederausreise der Eingeladenen aus dem Schengen-

Raum nach Ablauf des Visums (SEM act. 2/9-10).  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Gastgeber am 4. Februar 2017 Einspra-

che bei der Vorinstanz (SEM act. 1/1).  

D.  

Auf Ersuchen des SEM hin, stellte das Amt für Arbeit AA, Abteilung Migra-

tion des Kantons Obwalden am 23. Februar 2017 dem Gastgeber einen 

Fragenkatalog zu. Dieser wurde von ihm am 1. März 2017 an die kantonale 

Migrationsbehörde retourniert (SEM act. 7/91-93). In der Folge beantragte 

die kantonale Behörde mit schriftlicher Stellungnahme vom 22. März 2017 

– unter Einreichung des Schreibens des Beschwerdeführers – beim SEM 

die Verweigerung des Einreisevisums für A._______ (SEM act. 7/94-95). 

E.  

Mit Verfügung vom 19. April 2017 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. 

Sie macht im Wesentlichen geltend, die Gesuchstellenden stammten aus 

einer Region, aus welcher als Folge der dort insbesondere in wirtschaftli-

cher Hinsicht und den herrschenden politischen Verhältnissen der Zuwan-

derungsdruck nach wie vor stark anhalte. Es könne zwar davon ausgegan-

gen werden, dass die Gesuchstellenden als Eltern von sechs Kindern – 

wovon fünf während des Besuchsaufenthalts in der Schweiz in Pakistan 

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verbleiben würden – im persönlichen und familiären Umfeld Verpflichtun-

gen aufweisen würden. Ganz allgemein gelte es hingegen zu bedenken, 

dass die Existenz eigener Kinder Gesuchstellende häufig nicht daran hin-

dere, den Entschluss zur Emigration zu fassen. Dies verbunden mit der 

Hoffnung, nahe Angehörige aus dem Ausland besser unterstützen und sie 

später allenfalls nachziehen zu können. Entsprechend grosse Bedeutung 

komme deshalb den wirtschaftlichen Verhältnissen zu, in denen sich die 

Gäste aus Pakistan befänden. Der Gesuchsteller führe ein Geschäft na-

mens „Z._______“ und seine Ehefrau sei Hausfrau. Während der Abwe-

senheit werde sich der Bruder um das Geschäft kümmern. Zudem besitze 

der Gesuchsteller ein Wohnhaus, Gewerbefläche und einen Geschäfts-

raum. Es könne somit davon ausgegangen werden, dass die Gäste in be-

ruflicher Hinsicht verwurzelt seien. Ebenfalls könne vermutet werden, dass 

sie sich auch für pakistanische Verhältnisse in gutbürgerlichen Verhältnisse 

befänden. Jedoch müsse darauf hingewiesen werden, dass sich die wirt-

schaftliche und politische Lage in Pakistan in den vergangenen Jahren 

nicht zum Besseren gewendet habe. Es bestehe nach wie vor eine prekäre 

Sicherheitslage in Pakistan (SEM act. 8/96-99).   

F.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 24. April 2017 focht der Beschwerdeführer 

den vorinstanzlichen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht an. Er ver-

langt implizit die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Aus-

stellung der gewünschten Visa für seine Gäste. Zur Begründung machte er 

geltend, seine Gäste würden nicht in der Schweiz bleiben, sondern nach 

Pakistan zurückkehren. Sein Gast habe noch vier weitere Kinder, die wäh-

rend des Aufenthalts in der Schweiz bei ihrer Grossmutter verblieben. Eine 

Bestätigung der Grossmutter liege der Eingabe bei. Sie könne jedoch nur 

für eine beschränkte Zeit auf ihre Grosskinder aufpassen. Der Gesuchstel-

ler habe überdies ein Geschäft und Liegenschaften in Pakistan. Auch 

hierzu würden Beweise eingereicht. Sein Gast habe in der Vergangenheit 

Reisen in verschiedene Länder wie Malaysia, Dubai und England unter-

nommen und sei jedes Mal wieder nach Pakistan zurückgekehrt. Entspre-

chende Bestätigungen seien dem Schreiben beigelegt. Auch der Bruder 

des Gesuchstellers habe ihn zusammen mit seiner Ehefrau schon in der 

Schweiz besucht und sei wieder nach Pakistan zurückgekehrt. Der Be-

schwerdeführer habe seinen eingeladenen Cousin mit seiner Kollegin im 

Juli 2016 besucht und ihnen vom Leben in der Schweiz erzählt; die Ge-

suchstellenden würden sie deshalb gerne (in der Schweiz) besuchen wol-

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len. Sie seien gerne bereit, die Pässe der Gesuchstellenden bei ihrer An-

kunft in der Schweiz bei einer öffentlichen Amtsstelle zu hinterlegen (Akten 

des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer act.] 1).  

G.  

Die Vorinstanz beantragte – ohne vertiefte Einlassung – in ihrer Vernehm-

lassung vom 30. Mai 2017 die Abweisung der Beschwerde (BVGer act. 6). 

Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf das Einreichen einer 

Stellungnahme (BVGer act. 7 und 8).  

H.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

 

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer der in Art. 33 

VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen unter ande-

rem Verfügungen des SEM, die im Einspracheverfahren gegen die Verwei-

gerung eines Schengen-Visums ergehen. In dieser Materie entscheidet 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Gastgeber und Einsprecher zur Be-

schwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Obwohl der fest anberaumte 

Besuchszeitraum inzwischen abgelaufen ist, muss auf ein fortbestehendes 

Rechtschutzinteresse geschlossen werden. Dies belegt allein schon die 

Einreichung des Rechtsmittels. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

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messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend sind grundsätzlich die tatsächli-

chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 

E. 2). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegen die Gesuche pakistanischer Staats-

angehöriger um Erteilung von Visa für einen 11-tägigen Aufenthalt in der 

Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellenden nicht auf die EU/EFTA-

Personenfreizügigkeitsabkommen berufen können und die beabsichtigte 

Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsa-

che in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schen-

gen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Be-

sitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte 

übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine Aus-

führungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die 

Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 

enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4.  

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Er-

teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes-

gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen-Recht schränkt 

die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraus-

setzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten ver-

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pflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Vorausset-

zungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt 

auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 

des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, de-

ren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz ei-

nes Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsan-

gehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum 

benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltsti-

tels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristigen Aufenthalt ver-

fügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204, Fassung gemäss Änderung vom 4. Mai 2016, AS 2016 1283] 

i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung [EU] Nr. 2016/399 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemein-

schaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfol-

gend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77 vom 23.03.2016; kodifi-

zierter Text], Art. 4 Abs. 1 VEV). 

4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 2 

VEV, Art. 6 Abs. 1 Bst. c und Abs. 4 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfol-

gend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI/MEYER, in: Caroni/Gäch-

ter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 5 N. 33). Schliesslich dürfen 

Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur 

Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffent-

liche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die 

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internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 

Bst. c AuG, Art. 6 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33). Die 

Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu 

belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer 

nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 

Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr für eine gesicherte Wiederausreise, wie sie 

Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vor-

gesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 

E. 5 mit Hervorhebung des Zusammenhangs zum Einreiseerfordernis des 

belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 6 Abs. 1 Bst. c SGK). 

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom-

men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes 

"einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 

VEV, Art. 36 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Grün-

den, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler 

Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehö-

rigen Person, welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht er-

füllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit" zu 

erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für 

das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraussetzungen kann einer 

drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestat-

tet werden, vgl. Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

5.   

 

5.1 Aufgrund ihrer pakistanischen Staatszugehörigkeit unterliegen die Ge-

suchstellenden der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] 

Nr. 539/2001 [ABl. L 81 vom 21.03.2001; zum vollständigen Quellennach-

weis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV]). Bei der Prüfung der Einreise-

voraussetzungen nach Art. 6 Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wie-

derausreise zentral. Eine solche erachtet die Vorinstanz vorliegend als 

nicht genügend gewährleistet.  

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5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation 

im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreise-

gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit po-

litisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen kön-

nen ein Indiz dafür sein, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem 

Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang 

steht.  

5.3 Die allgemeine Situation im Herkunftsland der Gesuchstellenden stellt 

sich wie folgt dar:  

Bedingt durch seine günstige geographische Lage, Ressourcenreichtum, 

niedrige Lohnkosten und eine wachsende junge Bevölkerung und Mittel-

schicht verfügt Pakistan zwar über ein hohes Potential für wirtschaftliches 

Wachstum. Aufgrund jahrzehntelanger Vernachlässigung der sozialen und 

wirtschaftlichen Infrastruktur und wegen der periodisch wiederkehrenden 

politischen Instabilität wird dieses Potential jedoch nicht ausgeschöpft. Mit 

4,7% blieb das Wirtschaftswachstum im Haushaltsjahr 2015/16 hinter den 

Möglichkeiten des Landes zurück, wuchs im Vergleich zu den Vorjahren 

jedoch (2011: 2,4 Prozent; 2012: 4,4 Prozent; 2013: 3,7 Prozent; 2014: 4,0 

Prozent; 2015: 4,2 Prozent; 2016: 4,7 Prozent). Für 2017 wird mit einem 

Anstieg des Wachstums auf über 5% gerechnet. Die Sicherheitslage in Pa-

kistan ist angespannt. Seit Jahren kommt es zu Terroranschlägen der Tali-

ban und anderer terroristischer Organisationen, insbesondere auch in 

Grossstädten wie Karachi, Lahore oder Rawalpindi. Sie richten sich zwar 

vor allem gegen Einrichtungen des Militärs oder der Polizei; Ziele sind aber 

auch politische Gegner und religiöse Minderheiten (Quellen: www.aus-

waertiges-amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > 

Pakistan > Wirtschaft / Innenpolitik [Stand: August 2017] sowie Reise- und 

Sicherheitshinweise [Stand 3. November 2017]; Website besucht im No-

vember 2017). 

5.4 In Anbetracht dieser Umstände ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, 

wenn die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise 

mit Bezug auf gesuchstellende Personen aus Pakistan allgemein als ernst-

haft einschätzt. Allerdings sind bei der Risikoanalyse neben allgemeinen 

Umständen und Erfahrungen auch sämtliche Gesichtspunkte des konkre-

ten Einzelfalls zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Person 

im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche  

http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prog-

nose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits 

muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen 

haben, das Risiko für ein ausländerrechtlich nicht regelkonformes Verhal-

ten nach bewilligter Einreise hoch eingeschätzt werden. In beweisrechtli-

cher Hinsicht ist festzuhalten, dass ein Visum nur erteilt werden darf, wenn 

keine begründeten Zweifel an der Absicht gesuchstellender Personen be-

stehen, den Schengen-Raum vor Ablauf des Visums wieder zu verlassen 

(BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.3.1 je m.H.). 

6.  

 

6.1  Bei den Gesuchstellenden handelt es sich um ein pakistanisches Ehe-

paar (geb. 1972 und 1973). Sie sind Eltern von sechs Kindern (geb. 1994, 

1996, 1999, 2003, 2005 und 2011 [SEM at. 3/69]), wobei lediglich der 

jüngste Sohn die Eltern in die Schweiz begleiten soll. Gemäss einem 

Schreiben vom 11. Januar 2017 würden die älteren Kindern anlässlich der 

Abwesenheit ihrer Eltern durch ihre Grossmutter beaufsichtigt (SEM act. 

3/66). Es ist somit davon auszugehen, dass die Gesuchstellenden über 

familiäre Verpflichtungen in ihrem Heimatland verfügen. Mit der Vorinstanz 

sind diese jedoch dahingehend zu relativieren, als die Existenz von Kindern 

allein oftmals keinen Hinderungsgrund darzustellen vermag, ins Ausland 

zu emigrieren. Dies umso mehr, wenn sich die betroffenen Personen im 

Heimatland in desolaten Verhältnissen befinden, wobei hier ein besonde-

res Augenmerk auf die wirtschaftliche Situation zu richten ist. 

6.2  Die Vorinstanz führt in wirtschaftlicher Hinsicht aus, der Gesuchsteller 

führe ein Geschäft und seine Ehefrau sei Hausfrau. Während der Abwe-

senheit werde sich der Bruder um das Geschäft kümmern. Zudem besitze 

der Gesuchsteller ein Wohnhaus, Gewerbefläche und einen Geschäfts-

raum. Es könne somit sehr wohl davon ausgegangen werden, dass die 

Gäste in beruflicher Hinsicht verwurzelt seien. Ebenfalls könne vermutet 

werden, dass sie sich in finanzieller Hinsicht gerade auch für pakistanische 

Verhältnisse in gutbürgerlichen Verhältnisse befänden (SEM act. 8). Dem 

gilt es nichts entgegenzusetzen, zumal die Gesuchstellenden ihre Vorbrin-

gen mittels zahlreicher Beweismittel – welche im Übrigen auch von der  

Vorinstanz entsprechend gewürdigt wurden (vgl. Verfügung vom 19. April 

2017 S. 2, 4. Abschnitt) – belegt haben und ihre entsprechenden Angaben 

frei von Widersprüchen und Ungereimtheiten sind.  

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Seite 10 

6.3 Es ist somit davon auszugehen, die Gesuchstellenden würden über fa-

miliäre Verpflichtungen in Pakistan verfügen und dort in guten und soliden 

wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Dies anerkennt, wie bereits erwähnt, 

auch die Vorinstanz. Hingegen macht sie geltend, dass sich die wirtschaft-

liche und politische Lage in Pakistan in den vergangenen Jahren nicht zum 

Besseren gewendet habe und dort nach wie vor eine prekäre Sicherheits-

lage bestehe (SEM act. 8/96-99). Das SEM leitet daraus ab, dass die Ge-

suchstellenden die Voraussetzungen für die Erteilung der Visa nicht zu er-

füllen vermöchten, da keine Gewähr für eine gesicherte Wiederausreise 

bestehe. Dabei verkennt es jedoch, dass vorliegend die (beweismässig be-

legte) individuelle Situation der Gesuchstellenden in Pakistan, d.h. ihre ob-

genannten Verpflichtungen und die vorteilhafte wirtschaftliche Situation, 

durchaus geeignet sind, die Prognose einer anstandslosen Wiederaus-

reise zu begünstigen und von der allgemeinen (negativen) Einschätzung 

abzuweichen (vgl. E. 5.4; zum Beurteilungsspielraum der Behörden BVGE 

2014/1 E. 4.1.5). In zeitlicher Hinsicht gaben die Gesuchstellenden über-

dies an, der Besuchsaufenthalt in der Schweiz sei vom 24. März 2017 bis 

3. April 2017 geplant (vgl. Antrag auf Erteilung eines Schengen-Visums 

vom 16. Januar 2017 [SEM act. 2/61]). Damit steht auch ihre lediglich 11-

tägige Abwesenheit im Einklang mit ihren beruflichen und familiären Ver-

pflichtungen in Pakistan. Kommt hinzu, dass mit Beschwerde vom 24. April 

2017 weitere Sachverhaltselemente dargelegt und beweismässig belegt 

wurden, die zusätzlich die Annahme stützen, die Gesuchstellenden würden 

den Schengen-Raum nach Ablauf des Besuchsaufenthalts anstandslos 

wieder verlassen (siehe Sachverhalt Bst. F). Vor diesem Hintergrund kann 

das Risiko einer Missachtung ausländerrechtlichen Normen, welches 

selbstredend nie gänzlich ausgeschlossen werden kann, als entsprechend 

gering eingestuft werden.  

6.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass den Gesuchstellenden 

die Erteilung der Visa nicht mit der Begründung verweigert werden kann, 

die Wiederausreise erscheine nicht gesichert. Die Vorinstanz hat damit 

Bundesrecht verletzt (vgl. Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwerde ist dem-

nach gutzuheissen und die Sache zur neuerlichen Beurteilung an die  

Vorinstanz zurückzuweisen. Dabei bleibt von der Vorinstanz zu prüfen, ob 

die übrigen Einreisevoraussetzungen erfüllt sind.  

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 

63 Abs. 1 und 2 VwVG) und der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.- 

ist zurückzuerstatten. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen, da 

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Seite 11 

dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer zur wirksamen Verfol-

gung seiner Interessen im Beschwerdeverfahren vermutungsweise keine 

notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten erwachsen sind (Art. 64 

Abs. 1 VwVG i.V.m. Art 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wird auf-

gehoben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an 

die Vorinstanz zurückgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt und der im Betrag von  

Fr. 900.- geleistete Kostenvorschuss wird dem Beschwerdeführer zurück-

erstattet.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Formular: Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] + […] + […] retour) 

– das Amt für Arbeit AA, Abteilung Migration des Kantons Obwalden  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer 

 

 

 

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