# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2dcd4bb-9036-5bb4-a51b-3985a5e8ce4b
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-10-29
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2015
**Docket/Reference:** DB.2017.111
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2017.111-2-st.2017.140.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.111 
2 ST.2017.140 

Entscheid 

29. Oktober 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichterin Micheline Roth, Steuerrichter Ale-
xander Widl und Gerichtsschreiberin Cécile Schmidlin 

A ,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2015 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2015 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  A  mit  Sitz  in  B  (nachfolgend  die  Pflichtige)  verfolgt  den  Zweck,  ihren 

Mitgliedern  gesunden  und  preisgünstigen Wohnraum  zu  verschaffen  und  zu  erhalten. 

Sie besitzt in C mehrere Liegenschaften mit rund 600 Wohnungen. Unter anderem ist 

sie Eigentümerin des Grundstücks Kat.Nr. … im Halte von 8'291 m2 im D, E, welches 

sie im Jahr 1932 für Fr. 24'876.- (Fr. 3.- /m2) kaufte. Anschliessend liess sie darauf die 

Mehrfamilienhäuser …strasse 26-36, …weg 1 und 3 sowie …strasse 31-45 errichten. 

Da sich eine Sanierung der rund 80-jährigen Gebäude nicht mehr lohnte, entschied sie 

sich für den Abbruch der Gebäude und eine Neuüberbauung des Areals in zwei Etap-

pen. Die Gebäude an der …strasse 26-32 sowie …strasse 31-45 wurden in der ersten 

Etappe  im  Jahr  2013  abgebrochen.  Die  zweite  Bauetappe  begann  im  Jahr  2015  und 

führte zum Abbruch der restlichen Gebäude an der …strasse 34 und 36 sowie …weg 1 

und  3.  Streitgegenstand  des  vorliegenden  Rechtsmittelverfahrens  bilden  einzig  die  in 

der zweiten Etappe abgebrochenen Liegenschaften und die diesbezüglich geltend ge-

machten Abschreibungen. 

In  ihrer  Bilanz  hat  sie  den  anteiligen  Landerwerbspreis  von  Fr. 10'479.- 

(3'493 m2  à  Fr.  3.-)  und  die  Gebäudeerstellungskosten  der  streitbetroffenen  Liegen-

schaften gemeinsam  in einem  einzigen  Aktivkonto  aktiviert.  Bis  2013  hat  sie  –  soweit 

ersichtlich  –  jeweils  1.5%  vom  Buchwert  der  gesamten  Liegenschaft  (Land  und  Ge-

bäude) abgeschrieben und die anteiligen Abschreibungen von Fr. 305'698.- (…strasse 

34 und 36) und Fr. 238'473.- (…weg 1 und 3) dem Aufwandkonto "Einlagen Amortisa-

tionskonto" belastet. Per 1. Januar 2015 belief sich der Buchwert der streitbetroffenen 

Grundstücke  auf  Fr. 520'640.-  (Fr.  291'900.-  +  Fr.  228'740.-).  Im  Jahr  2015  brach  sie 

die streitbetroffenen Gebäude ab. Daraufhin nahm sie in ihrer Bilanz Sonderabschrei-

bungen  von  Fr.  510'161.-  (=  Fr.  286'020.-  +  Fr. 224'141.-)  vor.  Diese  führten  per 

31. Dezember 2015 zu Restbuchwerten von Fr. 5'880.- (…strasse 34 und 36, Landan-

teil 1'960 m2) und Fr. 4'599.- (…weg 1 und 3, Landanteil 1'533 m2), welche dem histori-

schen Landerwerbsanteil von Fr. 10'479.- (3'493 m2 à Fr. 3.-) entsprachen.  

Mit  Einschätzungsentscheid  und  Veranlagungsverfügung  vom  26.  April  2017 

korrigierte  das  kantonale  Steueramt  die  Sonderabschreibungen  und  liess  stattdessen 

nur ordentliche Abschreibungen von Fr. 4'420.- und Fr. 3'441.-, entsprechend 1.5% der 

Buchwerte  zu.  Dementsprechend  veranlagte  es  die  Pflichtige  für  die  direkte  Bundes-

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steuer  und  die  Staats-  und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2015,  mit  einem  steuer-

baren  Reingewinn  von  je  Fr. 925'900.-.  Das  bei  den  Staats-  und  Gemeindesteuern 

steuerbare Eigenkapital wurde auf Fr. 3'341'000.- festgesetzt. 

B.  Eine  dagegen  erhobene  Einsprache  hiess  das  kantonale  Steueramt  mit 

Entscheiden vom  2.  Juni  2017  teilweise  gut,  indem  es einerseits  die irrtümlich vorge-

nommenen  ordentlichen  Abschreibungen  von  Fr.  4'420.-  und  Fr.  3'441.-  wieder  auf-

rechnete und andererseits Rückstellungen für den infolge der Gewinnaufrechnung ent-

stehenden zusätzlichen Steueraufwand in Abzug brachte. Im Hauptstreitpunkt hielt es 

an  der  Unzulässigkeit  der  Restabschreibungen  fest.  Dementsprechend  setzte  es  für 

die  direkte  Bundessteuer  und  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  den  steuerbaren 

Reingewinn auf je Fr. 822'700.- und das steuerbare Kapital auf Fr. 3'238'000.- herab. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  14.  Juni  2017  beantragte  die  Pflichtige 

dem Steuerrekursgericht, die in der Steuererklärung geltend gemachten Restabschrei-

bungen von Fr. 286'020.- betreffend …strasse 34 und 36 und Fr. 224'141.- betreffend 

…weg  1  und  3  gewinnmindernd  zu  berücksichtigen  und  das  steuerbare  Kapital  von 

Fr. 2'839'628.- gemäss Steuererklärung 2015 unverändert zu belassen. 

In der Rekurs- und Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2017 schloss das kantona-

le Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Mit Replik vom 22. August 2017 hielt die 

Pflichtige an ihren Anträgen fest. Das kantonale Steueramt verzichtete auf weitere Aus-

führungen. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Der  steuerbare  Reingewinn  setzt  sich  zusammen  aus  dem  Saldo  der 

Erfolgsrechnung  unter  Berücksichtigung  des  Saldovortrags  des  Vorjahres,  sowie  u.a. 

allen  vor  Berechnung  des  Saldos  der  Erfolgsrechnung  ausgeschiedenen  Teilen  des 

Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Auf-

wand  verwendet  werden,  wie  insbesondere  geschäftsmässig  nicht  begründete  Ab-

schreibungen und Rückstellungen (Art. 58 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes über 

die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990,  DBG).  Für  das  kantonale  Recht 

enthält § 64 Abs. 1 Ziff. 1 und 2 lit. b des Steuergesetzes vom 8. Juli 1997 (StG) eine 

gleichlautende  Regelung,  weshalb  die  nachfolgenden  Erwägungen  sowohl  für  die  di-

rekte Bundessteuer als auch für die Staats- und Gemeindesteuern Gültigkeit haben. 

b)  Unter  einer  Abschreibung  ist  die gewinnmindernde Herabsetzung  des Ge-

winnsteuerwerts  eines  Aktivums  auf  den  massgeblichen  Buchwert  zu  verstehen.  Sie 

ist  dazu  bestimmt,  die  bei  der  Bewertung  von  aktiven  Wirtschaftsgütern  festgestellte 

Wertverminderung  auszugleichen.  Dabei  wird  angenommen,  dass  die  Entwertung  bis 

zum  Bilanzstichtag  definitiv  eingetreten  ist,  weshalb  sie  einen  endgültigen  Charakter 

aufweist. Für die Beurteilung ist auf die Verhältnisse am Bilanzstichtag abzustellen. Es 

können aber alle bis zum Zeitpunkt der Bilanzerrichtung erhaltenen Informationen be-

rücksichtigt werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 

2016, Art. 28 N 4 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 64 

N 70 StG).  

c) Sachanlagegüter wie Fabrikgebäude, Maschinen, Fahrzeuge oder Mobiliar 

werden in der Regel nach dem sogenannten Fortführungswert bzw. Nutzwert bilanziert. 

Wegleitend  ist  somit  der  Wert,  der  dem  Aktivum  für  den  Betrieb  durch  den  weiteren 

Gebrauch während der voraussichtlichen Nutzungsdauer zukommt. Die Differenz zwi-

schen dem Anlagewert – den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, zuzüglich allfäl-

liger  wertvermehrender  Aufwendungen  –  und  dem  Endwert  zum  Zeitpunkt,  wenn  

dieses Gut aus dem Betrieb ausscheidet, wird demnach auf die Jahre der voraussicht-

lichen Gebrauchsdauer verteilt, wie es Art. 62 Abs. 2 DBG für die direkte Bundesteuer 

vorschreibt. Für die einzelnen Branchen sollen die Abschreibungen nach einheitlichen 

Sätzen  (Normalsätzen)  berechnet  werden.  Massgebend  für  die  jährliche  Abschrei-

bungsquote ist somit ein pauschalierter Durchschnittssatz. Liegenschaften, welche mit 

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einem  Geschäfts-,  Fabrik-  und  Lagergebäude  überbaut  sind,  dürfen  nach  den  jährli-

chen pauschalen Abschreibungssätzen regelmässig bis auf den Landwert abgeschrie-

ben  werden.  Der  Endwert  der  Gebäude  selbst  beträgt  demnach  nach  Ablauf  der  vo-

raussichtlichen Nutzungsdauer Fr. 0.-.  

d) In der Praxis wird für die Bestimmung der Normalsätze auf das Merkblatt A 

1995 der ESTV über Abschreibungen auf dem Anlagevermögen geschäftlicher Betrie-

be abgestellt (Richner/Frei/Kaufman/Meuter, Art. 28 N 23 f. DBG und § 64 N 92 f. StG, 

je auch  zum  Folgenden).  Dieses  sieht für Wohnhäuser  von  Immobiliengesellschaften, 

welche separat ohne Land bilanziert werden (System der Einzelbewertung), einen Satz 

von  2%  des  Buchwerts,  und  bei  Bilanzierung  von  Gebäude  und  Land  zusammen  in 

einer  einzigen  Bilanzposition  (System  der  gemeinsamen  Bewertung)  einen  Satz  von 

1,5%  des  Buchwerts  vor  (Anmerkung  4  des  Merkblatts).  In  diesem  Fall  ist  die  Ab-

schreibung  nur  bis  auf  den  Wert  des  Landes  zulässig.  Die  genannten  Sätze  sind  zu 

halbieren,  wenn  vom  Anschaffungswert  (linear)  abgeschrieben  wird.  Weiter  hält  das 

Merkblatt  fest,  dass  auf  dem  Wert  des  Landes  grundsätzlich  keine  Abschreibungen 

gewährt werden und dass, wenn Land und Gebäude als Einheit bilanziert werden, die 

Abschreibung nur bis auf den Wert des Landes zulässig ist. 

Den  Pauschalsätzen  kommt  keine  rechtliche  Bedeutung  im  Sinn  von  allge-

mein  anerkannten  kaufmännischen  Grundsätzen  zu,  welche  von  Gesetzes  wegen  zu 

beachten  wären.  Vielmehr  bilden sie  nur  in pauschaler  Form  die  unter  normalen  Ver-

hältnissen  angenommene  Abnützung  oder Wertverminderung  von  Gegenständen  des 

Geschäftsvermögens  ab.  Zusätzliche,  diese  pauschalierten  Normalsätze  übersteigen-

de  Abschreibungen  müssen  zugelassen  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  erfüllt 

sind.  Ergibt  sich handelsrechtlich,  dass  die Normalsätze  ungenügend sind  –  weil  z.B. 

die Lebensdauer des Objekts nachweisbar kürzer ist –, so ist nach dem Grundsatz der 

Massgeblichkeit  der  Handelsbilanz  der  effektive,  handelsrechtlich  gebotene  Abschrei-

bungssatz  zu  beachten  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  28  N  28  DBG  und  § 64 

N 97 StG).  

e)  Neben  dieser  strikten  ordentlichen  Abschreibung  zu  festgelegten  Sätzen 

wird  auch  die  sogenannte  "Zürcher  Methode"  akzeptiert,  gemäss  welcher  Abschrei-

bungen  bis  zur  Untergrenze  ohne  spezielle  Rücksicht  auf  die  periodengerechte  Be-

steuerung  zugelassen  werden.  Abschreibungen  auf  Gebäuden  werden  nach  dieser 

Methode  auch  in  grösseren  zeitlichen  Sprüngen  und  in  verschiedenem  Ausmass  ak-

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zeptiert  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  28 N  31 ff.  DBG  und  §  64 N  99 ff.  StG). 

Die steuerpflichtige Person hat die Wahl, welche der beiden Methoden sie anwenden 

will. Um widersprüchliches Verhalten zu vermeiden, hat sie jedoch die einmal gewählte 

Abschreibungsart  beizubehalten,  wenn  sie  diese  über  Jahre  angewandt  hat  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/ Meuter, Art. 28 N 30 DBG und § 64 N 100 StG). 

f)  Anderweitige  (als  nutzungs-,  altersbedingte  oder  durch  Verringerung  der 

Substanz  bedingte) Wertverluste,  die  aufgrund  eines  nicht  planmässigen,  meist  uner-

warteten  Ereignisses  eintreten,  sind  nach  der  Terminologie  der  revidierten  obligatio-

nenrechtlichen  Rechnungslegungsvorschriften  durch  Wertberichtigungen  (früher  aus-

serordentliche  Abschreibungen)  zu  erfassen,  sofern  der  Wertverlust  definitiv  einge-

treten  ist  und  nicht  bloss  vorübergehend  ist  (Art.  960a  Abs.  3  erster  Satz  OR;  BGr, 

16. Juli  2018,  2C_330/2017,  E.  2.2).  Für  bloss  vorübergehende  Wertverluste  können 

Rückstellungen gebildet werden. 

Grund  und  Boden  sind  grundsätzlich  nicht  abnutzbar.  Abschreibungen  sind 

hier  deshalb  nicht  möglich.  Indessen  können  ausserordentliche  Ereignisse  wie  zum 

Beispiel die Aus- oder Umzonung eines Grundstückes oder die Entdeckung von Altlas-

ten eine Wertberichtigung erforderlich machen (Art. 960a Abs. 3 OR).  

2. Streitig ist im vorliegenden Fall die Frage, ob bei gemeinsamer Bilanzierung 

von  Land  und  Gebäude  der  aktuelle  Verkehrswert  des  Landes  im  Rahmen  von  Ab-

schreibungen unterschritten werden darf. 

a) Das kantonale Steueramt verneinte dies und berief sich dabei auf die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung (BGE 86 1 235, S. 236 sowie BGE 132 I 175, S. 179, 

E. 2.3),  gemäss  welcher  im  System  der  gemeinsamen  Bewertung  nach  Abbruch  der 

Gebäude Abschreibungen nur bis zum aktuellen Landwert zulässig seien.  

An dieser Rechtsprechung hielt das Bundesgericht in einem erst nach Anhän-

gigmachung  der  vorliegenden  Rechtsmittel  veröffentlichten  Entscheid  vom  16. Ju- 

li 2018, 2C_330/2017, E. 3.4.1 fest, wobei es allerdings im betreffenden Fall in erster 

Linie  um  die  Frage  ging,  ob  infolge  eines  später  geplanten  Gebäudeabbruchs  über-

haupt eine der vorzeitigen Abschreibung des Gebäudes entsprechende Wertverminde-

rung eingetreten ist. Trotzdem merkte das Bundesgericht ergänzend an, dass bei ge-

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meinsamer  Bilanzierung  von  Land  und  Gebäude  keine  separate  Totalabschreibung 

des Gebäudes möglich sei. 

Den Landwert in E schätzte das kantonale Steueramt per 31. Dezember 2015 

auf Fr. 1'951.- pro m2. Dies ergibt für die anteilige Grundstücksfläche von total 3'493 m2 

einen Landwert von rund 6,8 Mio. Franken, welcher den Buchwert der beiden Grund-

stücke  von  Fr.  520'640.-  (Fr.  291'900.-  +  Fr.  228'740.-)  per  1. Januar  2015  deutlich 

übersteigt  und  keine  über  den  pauschalen  Normalsätzen  liegende  Sonderabbschrei-

bung (hier knapp 98%) nach Abbruch der Bausubstanz mehr zulässt. 

b)  Die  Pflichtige  macht  geltend,  dass  diese  Praxis  nicht  mit  dem  Niedrigst-

wertprinzip gemäss Art. 960a Ziff. 1 und 2 OR vereinbar sei, gemäss welchem Aktiven 

bei  ihrer  Ersterfassung  und  in  der  Folgebewertung  höchstens  zu  den  Anschaffungs- 

oder  Herstellungskosten  bewertet  werden  dürfen.  Die  vom  Steueramt  angewandte 

Praxis  habe  im  Ergebnis  eine  bilanzmässige  Landaufwertung  zur  Folge,  die  nur  bei 

Sanierungsmassnahmen zulässig sei. Die Bilanz der Pflichtigen sei jedoch gesund und 

bedürfe keiner Aufwertung von Aktiven.  

Diese Kritik, der auch ein Teil der Lehre beitritt (Ernst Känzig, Direkte Bundes-

steuer, 2. A., I. Teil, 1982, N 37 zu Art. 22 Abs. 1 lit. a BdBSt), wurde jedoch im oben 

erwähnten Bundesgerichtsentscheid vom 16. Juli 2018 wie bereits in früheren Urteilen 

nicht  geschützt.  Das  Bundesgericht  hielt  ausdrücklich  fest,  dass  im  System  der  ge-

meinsamen  Bilanzierung  von  Land  und Gebäude  nicht  das Gleiche gelte  wie im  Sys-

tem der Einzelbewertung, welches die Pflichtige bei ihrer Abschreibungspraxis im vor-

liegenden  Fall 

im  Ergebnis  zur  Anwendung  bringen  will.  Das  System  der 

Einzelbewertung lasse eine Totalabschreibung des Gebäudes, jedoch keine Abschrei-

bung auf dem Land zu. Dagegen sei bei gemeinsamer Bilanzierung von Land und Ge-

bäude keine separate Totalabschreibung des Gebäudes zulässig (E. 3.4.2 des zitierten 

Entscheids). Bei der letztgenannten Verbuchungsvariante sind nach den bisher ergan-

genen  bundesgerichtlichen  Entscheiden  vom  23.  September  1960  (BGE  86  I  235), 

23. November  1962  (ASA  32,  21),  19.  Juni  2006  (BGE  132  I  175)  und  16.  Juli  2018, 

2C_330/2017,  durch  den  Abbruch  von  Gebäuden  eingetretene  Wertverminderungen 

mit  der  Vermehrung  des  Bodenwerts  auszugleichen.  Die  dagegen  erhobene  Kritik, 

dass diese Praxis im Ergebnis zu einer weder realisierten noch verbuchten Aufwertung 

des Landes führe und die Pflichtige dadurch um eine geschäftsmässig begründete und 

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damit steuerlich zulässige Abschreibung gebracht werde, wurde vom Bundesgericht in 

den bisher ergangenen Entscheiden stets verworfen. 

c)  Weiter  wendet  die  Pflichtige  ein,  dass  das  als  Präjudiz  herangezogene 

Bundesgerichtsurteil  vom  23.  September  1960  (BGE  86  I  235  E.  2b)  mit  dem  vorlie-

genden  Fall  nicht  vergleichbar  sei.  Denn  im  betreffenden  Fall  sei  es  um  den  Erwerb 

eines  überbauten  Grundstücks  gegangen,  welches  aus  der  Sicht  des  Erwerbers  als 

Abbruchobjekt  erworben  worden  sei.  Bei  dieser  Sachlage  sei  es  gerechtfertigt  gewe-

sen, Abschreibungen in der vorgenommenen Höhe nicht zuzulassen. 

Auch dieses Argument hilft der Pflichtigen im vorliegenden Fall nicht weiter, da 

es im später beurteilten Fall 2C_330/2017 ebenfalls um den Erwerb eines überbauten 

Grundstücks  ging,  das  jedoch  im  Zeitpunkt  des  Erwerbs,  der  33  Jahre  vor  dem  Ab-

bruch des Gebäudes stattfand, kein Abbruchobjekt darstellte. Der vorliegende Fall un-

terscheidet  sich  vom  zuletzt  beurteilten  Fall  einzig  dadurch,  dass  die  Pflichtige  zu-

nächst  ein  unüberbautes  Grundstück  erwarb  und  dieses  in  der  Folge  überbaute, 

während  es  bei  den  bisher  vom  Bundesgericht  beurteilten  Fällen  ausschliesslich  um 

Grundstücke  ging,  die  bereits  zum  Zeitpunkt  des  Erwerbs  überbaut  waren.  Auf  diese 

Unterscheidung  kann  es  jedoch  allein  nicht  ankommen.  Entscheidend  ist  nach  der 

bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  einzig,  ob  sich  die  Pflichtige  auf  eine  Einzelbe-

wertung oder auf eine gemeinsame Bewertung von Land und Gebäude festgelegt hat. 

d) Weiter stützt sich die Pflichtige auf die Weisung des kantonalen Steueramts 

vom 20. Juni 2005 zur steuerlichen Behandlung von Rückstellungen für Grossreparatu-

ren  (Erneuerungsfonds)  und  Abschreibungen  bei  Liegenschaften  des  Geschäftsver-

mögens samt dem darauf Bezug nehmenden Steuerkommentar des Schweizerischen 

Verbands  für  Wohnungswesen.  Darin  sind  jedoch  keine  vom  Merkblatt  A  1995  der 

ESTV  abweichenden  Abschreibungsgrundsätze  festgesetzt  worden.  Die  Weisung  un-

terscheidet  auch  nicht  zwischen  Einzel-  und  gemeinsamer  Bewertung,  so  dass  dem 

Passus, wonach die Gestehungskosten des Landes als unterste Abschreibungsgrenze 

gelten, im vorliegenden Fall infolge gemeinsamer Aktivierung von Land und Gebäude 

keine Bedeutung zukommt.  

e) Schliesslich führt auch der Hinweis, dass die Pflichtige im subventionierten 

gemeinnützigen Wohnungsmarkt  tätig  sei,  die  Kostenmiete  anwende  und  verschiede-

nen  Reglementen  der  C  unterstehe,  zu  keinem  von  der  bundesgerichtlichen  Recht-

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sprechung  abweichenden  Ergebnis.  Denn  weder  das  Reglement  der  C  vom  …1996 

über  die  Festsetzung,  Kontrolle  und  Anfechtung  der  Mietzinse  bei  den  unterstützten 

Wohnungen (Mietzinsreglement) noch das Reglement über das Rechnungswesen der 

von der C unterstützten Wohnbauträger (Rechnungsreglement) vom … 2003 enthalten 

Abschreibungsregeln,  die  den  dargelegten  Grundsätzen  und  der  dazu  ergangenen 

bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  bei  gemeinsamer  Bewertung  von  Land  und  Ge-

bäude widersprechen. 

Somit sind die Rechtsmittel abzuweisen. 

3. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der Pflichtigen auf-

zuerlegen (§ Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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