# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ad68552-db46-5e11-8aaf-371ebd4b6f6e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.08.2014 200 2013 1034
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1034_2014-08-15.pdf

## Full Text

200 13 1034 IV
LOU/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. August 2014

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
gesetzlich vertreten durch seine Mutter, B.________, ihrerseits
vertreten durch C.________, Rechtsanwältin Dr. iur. D.________,
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Oktober 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1998 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gesetzlich vertreten durch seine Mutter, hielt sich ab November 2011 in der 
Stiftung H.________ auf; ab Februar 2012 besuchte er die Schule 
I.________. Dort erfolgte zudem eine Abklärung (Bericht vom 3. Juli 2012; 
Dossier der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 2, 5). Seit Septem-
ber 2012 befindet sich der Versicherte im Jugendheim ... (AB 20 S. 5 un-
ten). 

Im August 2012 erfolgte eine Anmeldung für Minderjährige bei der IV-Stelle 
Bern (IVB; AB 2). Die IVB holte den Abklärungsbericht der Schule 
I.________ vom 3. Juli 2012 ein (AB 5). Nach Aktenbeurteilungen vom 26. 
Oktober 2012 (AB 11 S. 2) und 2. November 2012 (AB 13 S. 2) führte Dr. 
med. E.________, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und 
Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), am 30. April 2013 eine 
Untersuchung durch (Berichte vom 3. Mai 2013 [AB 19, 20]).

Mit Vorbescheid vom 22. Mai 2013 stellte die IVB die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens in Aussicht. In der Begründung hielt sie fest, aufgrund der 
Abklärung liege keine eigentliche kognitive Einschränkung vor. In psychia-
trischer Hinsicht gebe es keine Diagnose, welche mit medizinisch-
therapeutischen Massnahmen behandelt werden könne. Die Schulbildung 
sei aus psychosozialen Gründen ungenügend. Die Anspruchsvorausset-
zungen für Berufsberatung und die Übernahme von invaliditätsbedingten 
Mehrkosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung seien nicht erfüllt 
(AB 21).

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Fürsprecherin 
F.________, C.________, Einwände erheben und den Bericht von lic. phil. 
G.________, psychologischer Dienst des Jugendheims ..., vom 4. Juli 2013 
einreichen (AB 26). Nach einer Stellungnahme von Dr. med. E.________, 
RAD, vom 31. Juli 2013 (AB 29 S. 2 f.) wies die IVB mit Verfügung vom 21. 
Oktober 2013 das Leistungsbegehren ab. In der Begründung brachte sie im 
Wesentlichen vor, es sei im Abklärungsbericht der Schule I.________ keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 3

Diagnose ADHS gestellt worden. Für eine Diagnosestellung sei ein Selbst-
beurteilungsfragebogen ungenügend. Es brauche zusätzlich eine neuro-
psychologische Testung. Die Anspruchsvoraussetzungen für Berufsbera-
tung und die Übernahme von invaliditätsbedingten Mehrkosten einer erst-
maligen beruflichen Ausbildung seien nicht erfüllt (AB 30).

B.

Am 20. November 2013 liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
wältin Dr. iur. D.________, C.________, beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern Beschwerde erheben. Der Beschwerdeführer beantragt, die Ver-
fügung vom 21. Oktober 2013 sei aufzuheben und es seien ihm Eingliede-
rungsmassnahmen im Sinne von Art. 8 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes 
über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20; Be-
rufsberatung, weitere Massnahmen bezüglich berufliche Ausbildung) zu 
gewähren. Eventualiter sei ein medizinisches Gerichtsgutachten anzuord-
nen und anschliessend über den geltend gemachten Anspruch auf Einglie-
derungsmassnahmen im Sinne von Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG zu befinden. Es 
sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Er liess namentlich 
vorbringen, es liege ein erheblicher psychischer Gesundheitsschaden vor. 
Es sei nicht anzunehmen, dass die Störung unter Aufbieten allen guten 
Willens überwindbar sei. Die Beschwerdegegnerin habe im Zusammen-
hang mit der Diagnose ADHS die Abklärungspflicht verletzt. Sie sei ver-
pflichtet gewesen, die zusätzliche Diagnose ADHS gutachterlich abklären 
zu lassen.

Am 19. Dezember 2013 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdefüh-
rers Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und einen 
Bericht von lic. phil. G.________ vom 16. Dezember 2013 zu den Akten 
(Beschwerdebeilage [BB] 6).

Mit Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2014 beantragte die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde. Es wurde auf die Stellungnahme des RAD vom 
5. Februar 2014 verwiesen (AB 37 S. 2 ff.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 4

Mit Replik vom 13. März 2014 und Duplik vom 27. März 2014 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 21. Oktober 
2013. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin eine Kosten-
gutsprache für berufliche Massnahmen zu Recht abgelehnt hat und in die-
sem Zusammenhang die Vollständigkeit der medizinischen Abklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Nicht er-
werbstätige Minderjährige gelten als invalid, wenn die Beeinträchtigung 
ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit voraussichtlich 
eine ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (Art. 8 
Abs. 2 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV 
Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Zu den Einglie-
derungsmassnahmen gehören unter anderem Massnahmen beruflicher Art 
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeits-
vermittlung, Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.3 Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge 
Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Um-
fange zusätzliche Kosten entstehen, haben Anspruch auf Ersatz dieser 
Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten des Versicherten entspricht 
(Art. 16 Abs. 1 IVG). Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt jede Berufs-
lehre oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, 
der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 6

reitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten 
Werkstätte (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung 
vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

2.4 Als invalid im Sinne von Art. 16 IVG gilt, wer aufgrund einer blei-
benden oder längere Zeit dauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung 
(vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG) bei der Ausbildung erhebliche 
Mehrkosten auf sich nehmen muss. Die Frage nach der gesundheitlich 
bedingten Notwendigkeit einer Massnahme hinsichtlich des beruflichen 
Eingliederungsziels ist - wie jene nach den ausbildungsspezifischen Fähig-
keiten einer versicherten Person - prognostisch im Zeitpunkt vor Durch-
führung der fraglichen Vorkehr zu beurteilen (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 2. Dezember 2008, 9C_745/2008, E. 3.2).

2.5 Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der 
Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, 
Anspruch auf Berufsberatung. Die spezielle Invalidität im Sinne von Art. 15 
IVG liegt in der gesundheitlich bedingten Behinderung in der Berufswahl 
oder in der Ausübung der bisherigen Tätigkeit der an sich zur Berufswahl 
fähigen versicherten Person. In Betracht fällt jede körperliche oder psychi-
sche Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach 
ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt 
oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausge-
schlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beein-
trächtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invali-
denversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a S. 29).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.1.1 Im Abklärungsbericht der Schule I.________ vom 3. Juli 2012 dia-
gnostizierten die Fachleute eine schwere Störung des Sozialverhaltens mit 
vorhandenen sozialen Bindungen (ICD-10: F91.2) und einen schädlichen 
Gebrauch von Alkohol, Cannabis und Nikotin (ICD-10: F10.1, F12.1, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 7

F17.1). Sie erachteten, differentialdiagnostisch sei eine reaktive Bindungs-
störung des Kindesalters (ICD-10: F94.1) und eine kombinierte Störung des 
Sozialverhaltens und der Emotionen (ICD-10: F92.0) zu diskutieren (AB 5 
S. 31). Sie führten weiter aus, die bisherigen Untersuchungen ergäben kei-
ne umschriebenen Entwicklungsstörungen und keine medizinischen Auffäl-
ligkeiten. Die kognitive Leistungsfähigkeit entspreche einer niederen Intelli-
genz, mit stark schwankenden Ergebnissen in einzelnen Aspekten. Es 
bestünden auf mehreren Ebenen Reifungsdiskrepanzen: In der körperli-
chen Reife sei der Beschwerdeführer seinen Altersgenossen um drei bis 
vier Jahre voraus. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit entspreche einer 
niederen Intelligenz, mit sehr schwankenden Ergebnissen, d.h. dass der 
Beschwerdeführer unter dem Durchschnitt der Gleichaltrigen liege und sei-
ne diesbezüglichen Möglichkeiten, besonders in sprachlich beeinflussten 
Aspekten und somit in den schulischen Leistungen, denen eines zwei- bis 
drei Jahre jüngeren Kindes entsprechen. Hinzu komme, dass der Be-
schwerdeführer in der Kindheit nicht Gelegenheit gehabt habe, eine Spra-
che korrekt zu lernen. Dieser Umstand führe dazu, dass die meisten schuli-
schen Fächer negativ beeinflusst würden und die tatsächliche Intelligenz 
vermutlich knapp auf dem untersten Durchschnitt liege (AB 5 S. 32 f.).

3.1.2 In der Aktenbeurteilung vom 26. Oktober 2012 hielt Dr. med. 
E.________ fest, eine niedrige intellektuelle Leistungsfähigkeit betreffe den 
IQ-Bereich 70 bis 85, sei also oberhalb des Intelligenzbereiches für eine 
Intelligenzstörung (geistige Behinderung) und daher nicht IV-relevant (AB 
11 S. 2). Diese Beurteilung bestätigte die RAD-Ärztin am 2. November 
2012 (AB 13 S. 2).

3.1.3 Im Bericht vom 3. Mai 2013 führte Dr. med. E.________ aus, die 
Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens mit vorhandenen sozialen 
Beziehungen (ICD-10: F91.2) sei nachvollziehbar. Allerdings sei diese nur 
mit sozialpädagogischen Massnahmen und klarer Konsequenzenregelung 
erfolgreich zu verändern (AB 19 S. 2). Die Schule I.________ gehe von 
eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten aus. Dies sei nicht nachvollziehbar, 
habe der Beschwerdeführer doch bei den kognitiven Leistungstests Resul-
tate im unteren Durchschnitt erreicht. Die Leistungen seien inkonsistent 
und die Leistungsschwankungen aus medizinischer bzw. neuropsychologi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 8

scher Sicht nicht erklärbar. Die Annahme, dass der Beschwerdeführer auf-
grund einer niedrigen Intelligenz in der Berufswahl bzw. der erstmaligen 
beruflichen Ausbildung eingeschränkt sei, könne so nicht gestützt werden. 
Die schlechte Schulbildung sei durch die vielen Betreuungs- und Schul-
wechsel zu erklären. Seine Arbeitsfähigkeit bei einfachen Aufgaben auf 
dem Niveau eines Hilfsarbeiters sei nicht eingeschränkt (AB 19 S. 3).

3.1.4 Im Bericht vom 4. Juli 2013 führte lic. phil. G.________, psychologi-
scher Dienst Jugendheim ..., aus, es sei eine ADHS Testung durchgeführt 
worden. Dabei sei der Beurteilungsbogen nach Brown verwendet worden. 
Dieser basiere auf einer Selbstbeurteilung. Der Beschwerdeführer habe 
einen Totalscore von 66 Punkten erreicht. Dieser liege deutlich über dem 
cut off Wert (55; AB 26 S. 2). Zusammenfassend müsse festgehalten wer-
den, dass die psychische Struktur karg und wenig ausdifferenziert sei. Die 
derzeitigen Ressourcen zur Bewältigung des Alltags und zur Erfüllung der 
Anforderungen, welche an Jugendliche seines Alters gestellt würden, lägen 
auf einem nahezu minimalst möglichen Niveau. Die Kombination von An-
triebslosigkeit, affektiver Instabilität, ADHS Symptomatik und unterdurch-
schnittlicher Ressourcen im Intelligenzbereich führten zu einem enormen 
Rückstand in Bildung und sozialer Gewandtheit. Sowohl im lebensprakti-
schen sozialen Bereich als auch im Ausbildungsbereich sei ein enger 
Rahmen, eine klare Struktur und weitere therapeutische Unterstützung 
nötig (AB 26 S. 3).

3.1.5 In der Beurteilung vom 31. Juli 2013 hielt Dr. med. E.________ fest, 
es sei kein ADHS ausgewiesen. Dass der Beschwerdeführer aus einem 
zweisprachigen Umfeld mit geringen Bildungsanregungen komme, sei ein 
invaliditätsfremder Faktor, beeinflusse aber seine Persönlichkeitsausdiffe-
renzierung. Dementsprechend werde seine psychische Struktur als karg 
und wenig differenziert beschrieben. Dies sei jedoch keine Diagnose mit 
Krankheitswert und schränke die Arbeitsfähigkeit auf einfachem Niveau 
nicht ein (AB 29 S. 3).

3.1.6 Im Bericht vom 16. Dezember 2013 hielt lic. phil. G.________ fest, 
die Kriterien einer hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 
F90.1) seien erfüllt. Erschwerend wirke sich das niedrige Intelligenzpotenti-
al aus. Aufgrund der Medikation gelinge eine dauerhaftere Konzentration, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 9

der Beschwerdeführer benötige aber im Altersvergleich nach wie vor mehr 
Zeit, Anleitung und Unterstützung, als zu erwarten wäre (AB 33 S. 13 f.).

3.1.7 In der Stellungnahme vom 5. Februar 2014 führte Dr. med. 
E.________ aus, in der Schule I.________ seien richtigerweise verschie-
dene seelische Zustände differentialdiagnostisch in Erwägung gezogen 
worden. Nach einer dreimonatigen Beobachtungsphase sei ein hyperkineti-
sches Verhalten ausdrücklich verneint worden (AB 37 S. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 21. Oktober 2013 (AB 30) massgeblich auf die Beurteilung durch 
Dr. med. E.________ gestützt. Die RAD-Ärztin ging davon aus, dass die 
Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens mit vorhandenen sozialen 
Beziehungen (ICD-10: F91.2) zwar nachvollziehbar sei. Jedoch sei eine 
solche nicht invalidisierend. Vielmehr hielt sie fest, dass die Problematik mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 10

sozialpädagogischen Massnahmen und klarer Konsequenzenregelung er-
folgreich zu verändern sei und die Chance einer Nachreifung bestehe (AB 
20 S. 8). Sie hielt weiter dafür, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
sei bei einfachen Aufgaben auf dem Niveau eines Hilfsarbeiters nicht ein-
geschränkt (AB 20 S. 9). Die Fachleute der Schule I.________ stellten im 
Bericht vom 3. Juli 2012 die Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens 
mit vorhandenen sozialen Beziehungen (ICD-10: F91.2; AB 5 S. 31) und 
gingen von einem Intelligenzpotential im unteren Durchschnittsbereich aus 
(AB 5 S. 25). Hinweise auf eine beginnende Persönlichkeitsstörung fanden 
sich keine (AB 5 S. 26) und eine körperliche Symptomatik wurde ausge-
schlossen (AB 5 S. 29). Sie begründeten die Anmeldung bei der Be-
schwerdegegnerin für eine berufliche Eingliederung (AB 5 S. 34 Ziff. 11) 
vor allem mit der intellektuellen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 
im unteren Durchschnittsbereich der Altersgruppe (vgl. AB 5 S. 25 Ziff. 5.4). 
Intelligenzminderungen nach dem heute gebräuchlichen Klassifikationssys-
tem ICD-10 werden in leichte (IQ 50 bis 69), mittelgradige (IQ 35 bis 49), 
schwere (IQ 20 bis 34) und schwerste (IQ weniger als 20) Fälle eingeteilt 
(ICD-10:F70 bis F73; Entscheid des BGer vom 6. November 2009, 
9C_664/2009, E. 3). Unter dem Gesichtspunkt der schulischen Förderbar-
keit liegt bei einem IQ von etwa 50 bis 80 eine Lernbehinderung vor. Lern-
behinderte sind in der Lage, einen Anlernberuf und manuelle Arbeiten zu 
erlernen bzw. auszuüben (HELMUT REMSCHMIDT [Hrsg.], Kinder- und Ju-
gendpsychiatrie, eine praktische Einführung, 3. Aufl. 2000, S. 101 f.). In 
den Akten fehlt eine genaue Bestimmung der intellektuellen Leistungs-
fähigkeit des Beschwerdeführers (AB 5 S. 32). Die Schule I.________ hielt 
lediglich fest, dass sein Intelligenzpotential im unteren Durchschnitt der 
Altersgruppe liege, wobei für deren Tests Bildung und Sprachkenntnisse 
sowie erlerntes Wissen eine geringe Rolle spielten. Die gegenwärtige ko-
gnitive Leistungsfähigkeit schwanke in den einzelnen Aspekten jedoch 
stark. Es wurde weiter auf ein unterdurchschnittliches Sprachverständnis 
und ein zweisprachiges Umfeld hingewiesen (AB 5 S. 25 f.). Dr. med. 
E.________ ging gestützt darauf von einem IQ von 70 bis 85 aus (AB 13 S. 
2, 20 S. 9), weshalb eine Intelligenzminderung im Sinne der ICD-10 ver-
neint und der Schluss gezogen wurde, dass die intellektuellen Fähigkeiten 
des Beschwerdeführers nicht in einem Bereich lägen, der Krankheitswert 
erreiche. Lic. phil G.________ wiederum erachtete, dass sich ein zweispra-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 11

chiges Umfeld negativ ausgewirkt haben solle, sei grundsätzlich denkbar, 
jedoch bei weitem für das Erklären der Gesamtsymptomatik nicht ausrei-
chend (AB 33 S. 13). Die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, es 
liege keine eigentliche kognitive Einschränkung vor, ist gestützt auf die bis-
her erfolgten Abklärungen und die widersprüchlichen Beurteilungen nicht 
hinreichend abgestützt.

Ebenso ist aufgrund der bisherigen Abklärungen unklar, ob die gemäss den 
Fachleuten der Schule I.________ schwere Störung des Sozialverhaltens 
mit vorhandenen sozialen Bindungen (ICD-10: F91.2) invalidisierend wirkt 
oder nicht. Störungen des Sozialverhaltens (ICD-10:F91) sind durch ein 
sich wiederholendes und andauerndes Muster dissozialen, aggressiven 
oder aufsässigen Verhaltens charakterisiert. In seinen extremsten Auswir-
kungen beinhaltet dieses Verhalten gröbste Verletzungen altersentspre-
chender sozialer Erwartungen. Es soll schwerwiegender sein als gewöhnli-
cher kindischer Unfug oder jugendliche Aufmüpfigkeit. Einzelne dissoziale 
oder kriminelle Handlungen sind allein kein Grund für die Diagnose, für die 
ein andauerndes Verhaltensmuster gefordert ist. Merkmale der Störungen 
des Sozialverhaltens können sich in einigen Fällen zu dissozialen Persön-
lichkeitsstörungen (F60.2) entwickeln. Eine Störung des Sozialverhaltens 
tritt oft zusammen mit schwierigen psychosozialen Umständen, wie unzu-
reichenden familiären Beziehungen und Schulversagen auf; sie wird bei 
Angehörigen des männlichen Geschlechts häufiger gesehen. Die Unter-
scheidung von einer emotionalen Störung ist gut belegt; ihre Abgrenzung 
gegen Hyperaktivität ist weniger klar, hier sind Überschneidungen häufig 
(DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. 
Aufl., 2014, S. 363). Das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheits-
schadens kann in solchen Fällen nicht von vornherein verneint werden 
(vgl. etwa auch Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG] vom 1. März 2006, I 836/05 [bezüglich Störung des Sozialverhaltens 
bei vorhandenen sozialen Bindungen [[ICD-10: F91.2]] und emotionale 
Persönlichkeitsentwicklungsstörung [[ICD-10: F93.8]]; vom 14. August 
2006, I 453/05, E. 2 [bezüglich hyperkinetischer Störung verbunden mit 
Störung des Sozialverhaltens, ICD-10:F90.1]; vom 21. März 2007, I 162/06, 
E. 2 [bezüglich Störung des Sozialverhaltens mit depressiver Störung; ICD-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 12

10:F92.0]). Wie sonstige psychische Gesundheitsbeeinträchtigungen be-
gründet allerdings auch diese Diagnose nicht ohne weiteres eine leistungs-
spezifische Invalidität (BGE 126 V 461 E. 1), massgebend sind die allge-
meinen Grundsätze zum invalidisierenden Charakter psychischer Gesund-
heitsschäden (vgl. BGE 114 V 29 E. 1b S. 30). Vor diesem Hintergrund ist 
invalid, wer aufgrund eines fachärztlich diagnostizierten psychischen Ge-
sundheitsschadens trotz zumutbarer Willensanstrengung bei einer den 
Fähigkeiten entsprechenden Erstausbildung während längerer Zeit erhebli-
che Mehrkosten auf sich nehmen muss; Bezugspunkt bildet dabei der be-
absichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforderungen (vgl. 
Entscheid des EVG vom 21. März 2007, I 162/06, E. 2.4). 

Weiter begründete lic. phil. G.________, psychologischer Dienst Jugend-
heim ..., ihre Einschätzung, dass es dem Beschwerdeführer im Rahmen 
des ersten Arbeitsmarktes nicht gelingen werde, eine Ausbildung oder auch 
nur eine Anlehre zu absolvieren (AB 33 S. 14), mit einem ADHS (AB 26 S. 
3) und einem niedrigen Intelligenzpotential (AB 33 S. 14). Im Bericht vom 
16. Dezember 2013 (AB 33 S. 13) bestätigte lic. phil. G.________, dass die 
Kriterien einer hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens erfüllt seien 
(ICD-10 F90.1; der diagnostische Begriff Aufmerksamkeitsdefizit mit Hy-
peraktivitätsstörung [ADHD] ist inzwischen weit verbreitet [vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], a.a.O., S. 358]). Diese Beurteilung steht 
jedoch im Gegensatz zum Bericht der Schule I.________, demzufolge kei-
ne Anhaltspunkte für das Vorliegen einer organischen oder psychischen 
Störung gefunden wurden (vgl. AB 33 S. 13). Auch Dr. med. E.________, 
RAD, ging am 5. Februar 2014 nicht von einem hyperkinetischen Verhalten 
aus; sie beanstandete zudem die Art der Abklärung durch lic. phil. 
G.________ (Fragebogentest sei fehleranfällig) und deren Unvollständig-
keit (Suchtmittelkonsum und psychosoziale Umstände seien nicht erwähnt 
worden; AB 37 S. 4). Die Frage, ob ein ADHS vorliegt und ob sich dieses 
invalidisierend – möglicherweise auch im Zusammenhang mit weiteren 
Beeinträchtigungen – auswirkt, kann gestützt auf die obgenannten Berichte 
hier nicht beantwortet werden. 

Es kann somit nicht abschliessend beurteilt werden, ob das vom Be-
schwerdeführer gezeigte auffällige Sozialverhalten mit fehlender Motivation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 13

zur Eingliederung Ausfluss einer psychischen Störung ist, oder der Be-
schwerdeführer, wie von der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ angenom-
men, vorrangig sozialpädagogischer Massnahmen bedarf (AB 20 S. 8), 
womit die Voraussetzungen für Leistungen der Invalidenversicherung nicht 
gegeben wären. Die Sache ist deshalb zur gutachterlichen Abklärung an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Denn letztlich hängt der zu prü-
fende Anspruch davon ab, ob ein psychisches Leiden mit Krankheitswert 
besteht. Bejahendenfalls ist weiter zu prüfen, ob und in welcher Form Ein-
gliederungsbedarf besteht (vgl. Entscheid EVG I 453/05, E. 2).

Der Beschwerdeführer verlangt zwar ein gerichtliches Gutachten. Da bisher 
keine Begutachtung vorgenommen wurde und die Begutachtung ungeklärte 
Fragen betrifft, ist eine Rückweisung an die Verwaltung ohne weiteres ge-
boten und zulässig (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 
S. 264).

3.4 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 21. Oktober 2013 aufzuheben und die Sache ist zu wei-
teren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird 
gutachterlich – unter Ausscheidung invalidenversicherungsrechtlich nicht 
relevanter psychosozialer Umstände – zum einen die Intelligenz (IQ) zu 
bestimmen und zum anderen zu klären haben, ob (unter Berücksichtigung 
der allfälligen Wechselwirkung einer Minderintelligenz) eine von den psy-
chosozialen Umständen losgelöste psychische Erkrankung besteht und ob 
diese Störung (insbesondere allenfalls auch in Kombination mit einer Min-
derintelligenz) zu unüberwindbaren Einschränkungen bei der Berufsbildung 
führt.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 14

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Gemäss der Praxis des Ver-
waltungsgerichts wird der Parteikostenersatz bei gemeinnützig tätigen 
Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversicherungen, Gewerkschaf-
ten und Berufsverbänden aufgrund eines allgemeingültigen pauschalisier-
ten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im konkreten Fall mit dem gebo-
tenen Aufwand multipliziert wird. Der Stundenansatz wird je nach fachlicher 
Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Ver-
tretung diejenige durch Juristinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch 
diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich 
nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -
vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung 
und der Abteilung für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsge-
richts des Kantons Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter 
www.justice.be.ch). Im Falle der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige 
Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 
S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf 
Fr. 130.-- und bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- 
festgelegt.

Gestützt auf die angemessene Kostennote von Rechtsanwältin Dr. iur. 
D.________, C.________, vom 25. April 2014 ist die Parteientschädigung 
auf Fr. 1‘781.-- (13,7 Stunden à Fr. 130.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 37.-- 
und Mehrwertsteuer von Fr. 145.45 (8% auf Fr. 1‘818.--), somit auf 
Fr. 1‘963.45 festzusetzen.

4.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist als erledigt vom 
Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 15

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 21. Oktober 2013 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘963.45 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- C.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Aug. 2014, IV/13/1034, Seite 16

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.