# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bc451b7-e810-5485-aed2-bb8f44fe6846
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 01.04.2014 LY130040
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY130040_2014-04-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: LY130040-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. D. Oehninger. 

Beschluss und Urteil vom 1. April 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte, Massnahmebeklagte und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger, Massnahmekläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 

sowie 

 

1. C._____,  
2. D._____,  
3. E._____,  
Verfahrensbeteiligte 

 

1, 2, 3 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____,  

 

- 2 - 

betreffend Ehescheidung / vorsorgliche Massnahmen 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Bezirksgerichtes Winterthur vom  
13. November 2013; Proz. FE110389 

 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien, welche seit dem 4. Dezember 2000 verheiratet sind, haben 

drei Kinder (vgl. act. 6/3), C._____, geboren tt.mm.1999, D._____, geboren  

tt.mm.2002, und E._____, geboren tt.mm.2007, welche mit Verfügung der Ehe-

schutzrichterin vom 16. Oktober 2009 (act. 6/5) unter die Obhut der Ehefrau ge-

stellt wurden. Heute hat die Kammer primär zu beurteilen, ob das Besuchsrecht 

zwischen dem Ehemann und dem jüngsten Kind der Parteien, dem 6-jährigen 

Jungen E._____, auf das gleiche Mass wie dasjenige seiner beiden älteren Ge-

schwister auszudehnen ist. Dazu kam es wie folgt: 

Vor Vorinstanz stehen sich die Parteien in einem Scheidungsverfahren auf Klage 

des Ehemannes gegenüber (FE110389-K, vgl. act. 6/1-129). Zusammen mit der 

Scheidungsklage beantragte der Ehemann auch folgende vorsorgliche Regelung 

für die Dauer des Scheidungsverfahrens (act. 6/1 S. 3): 

 " 1. Die Unterhaltsbeiträge für die Beklagte seien in Abänderung von Ziffer 10 der 
Eheschutzverfügung vom 16. Oktober 2009 am Bezirksgericht Winterthur, 
Geschäfts-Nr.: EE090127, von monatlich Fr. 5'400.– um monatlich Fr. 1'730.– 
auf monatlich Fr. 3'670.– für die Dauer des Scheidungsverfahrens herabzu-
setzen. 

2. Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, geboren  
tt.mm.1999, D._____, geboren tt.mm.2002, und E._____, geboren 
tt.mm.2007, für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens wie folgt zu be-
treuen: 

- 3 - 

- Jeden Mittwochabend ab 18.00 Uhr bis Freitagabend 18.00 Uhr; 

- sowie zusätzlich jedes zweite Wochenende bis. Montagmorgen 8.00 Uhr; 

- vom 25. Dezember 12.00 Uhr bis 26. Dezember 19.00 Uhr; 

- in geraden Jahren von Gründonnerstag ab Schulschluss bis Ostermontag 
19.00 Uhr und über die Sylvester-/Neujahrstage (31. Dezember, 12.00 Uhr 
bis 2. Januar 19.00 Uhr); 

- in ungeraden Jahren über die Pfingstfeiertage von Freitagabend nach 
Schulschluss bis und mit Pfingstmontagabend, 19.00 Uhr; 

- Ferner sei der Kläger für berechtigt zu erklären, die Kinder jährlich sechs 
Wochen während der Schulferien mit sich oder zu sich in die Ferien zu 
nehmen. 

3. Die Kinder C._____, geboren tt.mm.1999, und D._____, geboren tt.mm.2002, 
seien vom Gericht anzuhören. 

Unter ausgangsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

Die Ehefrau beantragte betreffend die vorsorgliche Regelung der Verhältnisse fol-

gendes (act. 6/35 S. 1): 

 " Das Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen sei abzuweisen, unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers." 

Die beiden älteren Kinder, C._____ und D._____, wurden von der Vorinstanz an-

gehört (act. 6/26). Allen drei Kindern wurde eine gemeinsame Rechtsvertreterin 

bestellt (act. 6/30), welche namens der Kinder folgendes beantragte (act. 6/43 S. 

2): 

 " 1. Es sei der Gesuchsteller für berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, 
D._____ und E._____ für die Dauer des Scheidungsverfahrens wie folgt zu 
betreuen: 

- jeden Mittwochabend ab 18.00 Uhr bis Freitagabend 18.00 Uhr; 

- zusätzlich jedes zweite Wochenende von Freitagabend 18.00 Uhr bis 
Sonntagabend 19.00 Uhr, eventualiter bis Montagmorgen 08.00 Uhr; 

2. Es sei dem Gesuchsteller ein gerichtsübliches, hälftiges Feiertagsbesuchs-
recht einzuräumen; 

3. Es sei der Gesuchsteller für berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, 
D._____ und E._____ jährlich während sechs Wochen bzw. der Hälfte der 
Schulferien während der Schulferien mit sich oder zu sich in die Ferien zu 
nehmen; 

4. Es sei die bestehende Beistandschaft aufrecht zu erhalten, und es seien dem 
Beistand (gegebenenfalls) folgende (zusätzliche) Aufgaben zu übertragen: 

- 4 - 

- Organisation und Überwachung der Ausübung des Besuchsrechts gemäss 
Ziffern 1 bis 3; 

- Regelung der Modalitäten des Besuchsrechts; 

- Unterstützung der Kommunikation zwischen den Parteien und Vermittlung 
im Fall von Konflikten betreffend Besuchsrecht zwischen den Parteien; 

- Periodische (monatliche) Berichtserstattung ans Gericht; 

5. Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

Anlässlich der Einigungsverhandlung vor Vorinstanz vom 9. Mai 2012 zog der 

Ehemann die beantragte Reduktion der Unterhaltsbeiträge zurück und die Partei-

en schlossen folgende Teilvereinbarung (Prot. Vorinstanz S. 17; act. 6/44): 

 " 1. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 7 der Verfügung der Einzelrichterin im 
summarischen Verfahren des Bezirkes Winterthur (Eheschutz) vom 16. Okto-
ber 2009, sei dem Vater gegenüber den Kindern C._____, D._____ und 
E._____ mit Wirkung ab Kalenderwoche 22 für die Dauer des Scheidungsver-
fahrens folgendes Besuchsrecht einzuräumen: 

a) Der Vater sei berechtigt zu erklären, die Kinder C._____ und D._____ 
jeden Mittwochabend, ab 18.00 Uhr bis Freitagabend, 18.00 Uhr zu sich 
oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

b) Der Vater sei zudem berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, 
D._____ und E._____ jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 
18.00 Uhr bis Sonntagabend, 20.00 Uhr (verpflegt) zu sich oder mit sich 
auf Besuch zu nehmen. 

c) Dem Vater sei ein hälftiges Feiertagsbesuchsrecht für alle Kinder ein-
zuräumen. 

d) Der Vater sei berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, D._____ und 
E._____ jährlich während sechs Wochen während der Schulferien mit 
sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. 

2. [Aufrechterhaltung der Beistandschaft, Übertragung von zusätzlichen Aufga-
ben und Kompetenzen an die Beiständin] 

3. Die Parteien beantragen dem Gericht übereinstimmend, es sei ein kinderpsy-
chiatrisches Gutachten über die Frage einzuholen, ob E._____ das gleiche 
Besuchsrecht wie seinen Geschwistern eingeräumt werden kann. 

4. Die Parteien beantragen dem Gericht übereinstimmend, es sei für alle Kinder 
ein kinderpsychiatrisches Gutachten über die Kinderbelange einzuholen. 

5. [gerichtlich angeordnete Mediation] 

6. [Widerrufsvorbehalt]" 

- 5 - 

Diese Vereinbarung wurde nicht widerrufen und die Verfügung der Eheschutzrich-

terin vom 16. Oktober 2009 wurde von der Vorinstanz mit Verfügung vom 7. Juni 

2012 entsprechend abgeändert (act. 6/52). Gleichzeitig wurde vereinbarungsge-

mäss ein kinderpsychiatrisches Gutachten (bei Dr. med. F._____ vom Sozialpädi-

atrischen Zentrum … des Kantonsspitals …) zur Frage eingeholt, ob dem an 

Trisomie 21 leidenden E._____ das gleiche Besuchsrecht wie seinen Geschwis-

tern eingeräumt werden kann, sowie ein umfassendes Gutachten zu den Belan-

gen aller Kinder (act. 6/64, act. 6/67). Mit Verfügung vom 2. Juli 2013 wurde der 

Ehefrau im Sinne einer auf Art. 307 Abs. 3 ZGB gestützten Weisung unter Straf-

androhung im Widerhandlungsfall verboten, die drei gemeinsamen Kinder wäh-

rend der Dauer des Scheidungsverfahrens ins Ausland zu verbringen. Sodann 

wurde die Ehefrau verpflichtet, die schweizerischen und mexikanischen Pässe der 

Kinder während des Scheidungsverfahrens bei der Beiständin zu deponieren (act. 

6/107). 

Mit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 13. November 2013 gewährte 

die Vorinstanz schliesslich auch E._____ ein wöchentliches Besuchsrecht von je-

weils Mittwochabend bis Freitagabend beim Ehemann (entsprechend der verein-

barungsgemässen Regelung für seine älteren Geschwister) und beliess aber die 

Kinder unter der Obhut der Ehefrau/Mutter, indem sie folgenden Entscheid über 

die noch verbliebenen Massnahmeanträge des Ehemannes fällte (act. 3 = act. 5 = 

act. 6/126, je S. 30 f.): 

 " 1. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung des Einzelgerichts im or-
dentlichen Verfahren des Bezirkes Winterthur vom 7. Juni 2012 bzw. Disposi-
tiv-Ziffer 7 der Verfügung der Einzelrichterin im summarischen Verfahren des 
Bezirkes Winterthur (Eheschutz) vom 16. Oktober 2009, wird dem Vater ge-
genüber den Kindern C._____, D._____ und E._____ mit Wirkung für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens folgendes Besuchsrecht eingeräumt: 

 a) Der Vater wird berechtigt erklärt, die Kinder C._____, D._____ und 
E._____ jeden Mittwochabend, ab 18.00 Uhr bis Freitagabend, 18.00 
Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

 b) Der Vater wird zudem berechtigt erklärt, die Kinder C._____, D._____ 
und E._____ jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr 
bis Sonntagabend, 20.00 Uhr (verpflegt) zu sich oder mit sich auf Be-
such zu nehmen. 

 c) Dem Vater wird ein hälftiges Feiertagsbesuchsrecht für alle Kinder ein-
geräumt. 

- 6 - 

 d) Der Vater wird berechtigt erklärt, die Kinder C._____, D._____ und 
E._____ jährlich während sechs Wochen während der Schulferien mit 
sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. 

 e) Dem Vater wird unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB im 
Widerhandlungsfall verboten, in der Zeit, in welcher sich die Kinder bei 
der Mutter aufhalten, mit den Kindern zu telefonieren, mit ihnen zu sky-
pen, über E-Mail, SMS oder in anderer Weise mit ihnen in Kontakt zu 
treten. Ausgenommen bleiben unaufschiebbare Informationen über Not-
fälle wie Krankheiten in der Familie etc. 

  [Art. 292 StGB] 

2. In den übrigen Punkten wird das Massnahmebegehren des Klägers abgewie-
sen. 

3.  Die Widerklage wird abgewiesen. 

4. [Kosten- und Entschädigungsfolgen mit der Hauptsache] 

5. [Schriftliche Mitteilung] 

6. [Berufung]" 

2. Dagegen setzte sich die Ehefrau (fortan Berufungsklägerin) fristgerecht bei 

der Kammer zu Wehr und beantragte (act. 2 S. 2): 

materiell: 

 " 1. Dispositiv Ziffer 1.a) der Verfügung des Bezirksgerichts Winterthur vom 
9. September 2013 [recte: 13. November 2013] sei aufzuheben; 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % MWST) des Berufungsbe-
klagten." 

 

prozessual: 

 " Es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen." 

 " Es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin einen Pro-
zesskostenvorschuss von Fr. 5'000.00, zuzüglich 8% MWST, zu bezahlen; 

 Eventuell: Es sei der Berufungsklägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-
ren und ihr in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeistän-
din beizugeben." 

Mit ihrem Berufungsantrag bezweckt die Berufungsklägerin, dass das Besuchs-

recht für E._____ wie in der Vereinbarung der Parteien vom 9. Mai 2012 (gemäss 

Verfügung der Vorinstanz vom 7. Juni 2012), ohne die wöchentlichen Besuche 

- 7 - 

(jeweils Mittwochabend bis Freitagabend) von E._____ beim Ehemann (fortan Be-

rufungsbeklagter), belassen wird. 

Die Kammer wies das Gesuch der Berufungsklägerin um Erteilung der aufschie-

benden Wirkung mit Beschluss vom 16. Dezember 2013 (zusammengefasst) mit 

der Begründung ab, dass die Vorinstanz, die kinderpsychiatrischen Gutachten 

sowie die Kindsvertreterin die Ausdehnung des Besuchsrechts von E._____ beim 

Vater (analog demjenigen seiner Geschwister) befürwortet hätten und nicht davon 

auszugehen sei, dass die vorläufige Umsetzung des vorinstanzlichen Entscheids 

das Wohl von E._____ gefährde. Weiter setzte die Kammer dem Berufungsbe-

klagten Frist an, um zum Antrag der Berufungsklägerin auf Bezahlung eines Kos-

tenvorschusses Stellung zu nehmen (act. 7). 

Die Stellungnahme des Berufungsbeklagten zum Kostenvorschuss mit nachfol-

genden Anträgen ging fristgerecht ein (act. 13, vgl. auch act. 10): 

  " 1. Der Antrag um Prozesskostenvorschuss sei abzuweisen. 

  2. Dem Berufungsbeklagten sei im vorliegenden Verfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen, und es sei ihm in der Person seiner derzeitigen 
Rechtsvertreterin eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. 

  Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsklägerin."  

Im Weiteren liessen die Parteien der Kammer je eine unaufgeforderte Eingabe 

zukommen (die Berufungsklägerin act. 12; der Berufungsbeklagte act. 15 und 16, 

welche der Berufungsklägerin zusammen mit act. 13 und 14/1-13 übermittelt wur-

den, vgl. act. 18). 

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 6/1-129). Das Verfah-

ren ist heute in sämtlichen Belangen spruchreif, weshalb auf die Einholung einer 

Berufungsantwort verzichtet werden kann (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Auf die Vorbrin-

gen der Berufungsklägerin ist in der Folge – soweit entscheidrelevant – einzuge-

hen. 

- 8 - 

II. 

1. Die Berufung ist zu begründen und hat sich anhand konkreter Anträge und 

Rügen mit den Erwägungen der Vorinstanz im Einzelnen auseinander zu setzen 

und konkret aufzuzeigen, was am angefochtenen Urteil oder am Verfahren der 

Vorinstanz als falsch erachtet wird (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Gerügt werden kann 

auch die (blosse) Unangemessenheit eines Entscheides, da es sich bei der Beru-

fung um ein vollkommenes Rechtsmittel handelt. Bei der Angemessenheitskon-

trolle hat sich die Rechtsmittelinstanz allerdings Zurückhaltung aufzuerlegen (vgl. 

u.a. Blickenstorfer, DIKE-Komm-ZPO, Online-Stand 20. Oktober 2013, Art. 310  

N 10). Für das Berufungsverfahren gilt die Novenbeschränkung nach Art. 317 

Abs. 1 ZPO, wonach neue Tatsachenbehauptungen und Beweismittel nur noch 

dann in den Prozess eingebracht werden können, wenn diese mit zumutbarer 

Sorgfalt nicht schon vor Vorinstanz hätten vorgebracht werden können. Gilt die 

Untersuchungsmaxime, insbesondere – wie vorliegend – hinsichtlich Kinderbe-

langen (Art. 296 Abs. 1 ZPO), gelangt demgegenüber ein offenes Novenrecht zur 

Anwendung (vgl. zur diesbezüglichen Praxis der Kammer: OGer ZH LC130019-O 

vom 8. Mai 2013, zugänglich über www.gerichte-zh.ch, Rubrik: Entscheide). 

2. Die vorliegende rechtzeitig eingegangene Berufungsschrift enthält Anträge 

und eine Begründung (Art. 311 ZPO, vgl. act. 2 und act. 6/127). Das fragliche Be-

suchsrecht zwischen E._____ und dem Berufungsbeklagten als vorsorgliche 

Massnahme ist eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit (Art. 308 ZPO). Auf 

die Berufung ist einzutreten. 

III. 

1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass auch E._____, wie bereits seine bei-

den älteren Geschwister, wöchentlich die Zeit von Mittwochabend (ab 18.00 Uhr) 

bis Freitagabend (18.00 Uhr) bei seinem Vater verbringen soll (act. 3 = act. 5 = 

act. 6/126, je S. 21 ff.). Sie stützt sich dabei insbesondere auf die kinderpsychiat-

rischen Gutachten von G._____ (Fachpsychologin für Kinder- und Jugendpsycho-

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logie und Psychotherapie FSP) und … [Funktion] Dr. med. F._____ vom Sozial-

pädiatrischen Zentrum des Kantonsspitals … (act. 6/64 und act. 6/67) sowie die 

Anträge und Ausführungen der Kindsvertreterin (act. 6/116  

S. 3 f. und S. 7; Prot. Vorinstanz S. 48), welche die Ausdehnung des Besuchs-

rechts von E._____ beim Vater (analog demjenigen seiner Geschwister) befür-

worten. Die Fachpsychologin G._____ und … [Funktion] Dr. med. F._____ kom-

men in ihrem Gutachten (zur Frage ob E._____ das gleiche Besuchsrecht wie 

seinen Geschwistern eingeräumt werden kann) zum Schluss, dass aus Sicht des 

Kindswohls klar zu empfehlen sei, das bestehende Besuchsrecht von E._____ auf 

das gleiche Mass wie das seiner Geschwister (nämlich zusätzlich jeden Mitt-

wochabend bis Freitagabend) zu erweitern (act. 6/64 S. 15). Die beiden begutach-

tenden Fachleute G._____ und Dr. med. F._____ hielten zudem fest, dass sie die 

Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten als gegeben und gut erachten. Der 

Berufungsbeklagte engagiere sich im Alltag für seine Kinder und informiere sich 

auch "bei entsprechenden Fachpersonen" über die Entwicklung der Kinder (act. 

6/67 S. 33). Die Vorinstanz ihrerseits erwog (zusammengefasst), das kinderpsy-

chiatrische Besuchsrechtsgutachten (act. 6/64) bejahe die Frage der Erweiterung 

des Besuchsrechts im Interesse von E._____ klar. Das auf die Aussagen der Be-

teiligten und die entwicklungspädiatrische Abklärung abgestützte Besuchsrechts-

gutachten erscheine nachvollziehbar und schlüssig. Dessen Schlussfolgerungen 

deckten sich mit den Wahrnehmungen der Kinderanwältin und mit den Aussagen 

von C._____ und D._____ dieser gegenüber. Es erscheine daher glaubhaft, dass 

es dem Wohl von E._____ entspreche, wenn er seinen Vater gleich oft wie seine 

Geschwister besuchen dürfe. Demgegenüber vermöchten die Argumente der 

Kindsmutter (zu welchen sich die Vorinstanz auch äusserte) nicht zu überzeugen. 

2. Das schweizerische Familienrecht nennt in Art. 273 ZGB den Anspruch von 

Eltern und Kindern auf persönlichen Verkehr. Im Vordergrund steht dabei das 

Kindesinteresse, zu beiden Eltern eine Beziehung pflegen zu können und unbe-

lastet auch zu dürfen. Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Be-

suchsrechtes gilt immer das Kindeswohl, das anhand der Umstände des konkre-

ten Einzelfalls zu beurteilen ist. Allfällige Interessen der Eltern haben zurückzu-

stehen (BGE 131 III 212 m.w.H.). Die Interessen der Eltern sind insoweit von un-

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tergeordneter Bedeutung; der besuchsberechtigte Elternteil hat die sich aus dem 

Besuchsrecht ergebenden Unannehmlichkeiten ebenso in Kauf zu nehmen wie 

der Inhaber der elterlichen Gewalt, zumal es bei der Festsetzung des Besuchs-

rechts nicht darum geht, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den El-

tern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse 

zu organisieren (BGE 120 II 233). Es ist allgemein anerkannt, dass aufgrund des 

schicksalhaften Kind-Eltern-Verhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden  

Elternteilen sehr wichtig und von hohem Wert ist und bei der Identitätsfindung des 

Kindes eine entscheidende Rolle spielen kann (BGE 123 III 452). Für die Eltern 

gilt auch, dass sie alles zu unterlassen haben, was sich auf den persönlichen 

Verkehr des Kindes nachteilig auswirken kann. Ist das Verhältnis zwischen dem 

besuchsberechtigten Elternteil und dem Kind gut, dürfen die Konfliktsituationen, 

wie sie in jeder Scheidung auftreten können, nicht zu einer unverhältnismässigen 

Beschränkung des Besuchsrechts führen (BGE 130 III 589). 

Die Vorstellungen darüber, was in durchschnittlichen Verhältnissen als angemes-

senes Besuchsrecht zu gelten habe, gehen in Lehre und Praxis auseinander 

(BGE 131 III 209 ff. m.w.H.). Die Besuchszeiten werden praxisgemäss dann an-

gesetzt, wenn Kinder und berechtigter Elternteil verfügbar sind, was üblicherweise 

am Wochenende der Fall ist, aber auch unter der Woche möglich ist. Es sind an 

erster Stelle Alter, körperliche und geistige Gesundheit sowie die innere Bezie-

hung des Kindes zum nicht obhutsberechtigten Elternteil zu berücksichtigen 

(BGE 122 III 412). Doch selbstredend ist auch der Umstand, dass Geschwister 

vorhanden sind, in die Beurteilung mit einfliessen zu lassen. Die Bemessung des 

Besuchsrechtes hat aufgrund der im Einzelfall gegebenen Umstände zu erfolgen 

und auf die Bedürfnisse des Kindes sowie die Bedürfnisse und Möglichkeiten bei-

der Eltern Rücksicht zu nehmen. Bei der konkreten Festsetzung der Zeiten und 

Modalitäten der Besuche kommt den Gerichten grosses Ermessen zu. 

3.1 Gegen die vorinstanzliche Ausdehnung des Besuchsrechts für E._____ von 

Mittwoch 18.00 Uhr bis Freitag 18.00 Uhr (zusätzlich zum 2-wöchentlichen Wo-

chenendbesuchsrecht) bringt die Berufungsklägerin in der Berufungsbegründung 

vor, diese Erweiterung des Besuchsrechts liege nicht im (Kinds-)Interesse von 

- 11 - 

E._____. Doch habe sich eine Ausdehnung des Besuchsrechts allein daran zu 

orientieren. Zur Begründung der Erweiterung des Besuchsrechts werde hingegen 

auf die Interessenlage der älteren Geschwister C._____ und D._____ und des 

Berufungsbeklagten abgestellt. Die positiven Beziehungserfahrungen mit seinen 

Geschwistern und seinem Vater seien für die Entwicklung von E._____ unabding-

bar und aus Sicht des Kindswohls zu unterstützen. Doch gelte dies für jedes Kind, 

weshalb sich daraus kein Besuchsrecht im nunmehr festgesetzten Ausmass ab-

leiten lasse (act. 2 S. 3). 

3.2 Die vorgenannte Behauptung der negativen Tangierung der Kindsinteressen 

(ohne die Nennung von konkreten Anhaltspunkten dafür) vermag für sich allein 

und in dieser pauschalen Form nicht zu überzeugen, zumal sie dem Ergebnis der 

– noch näher zu behandelnden – fachpsychologischen Gutachten diametral ent-

gegensteht. Die Berufungsklägerin stellt sich mit ihrer Folgerung insbesondere 

auch zu sich selber in Widerspruch: Einerseits lässt sie dartun, dass es zutreffe, 

dass die positiven Beziehungserfahrungen mit seinen Geschwistern und seinem 

Vater für die Entwicklung von E._____ unabdingbar und aus Sicht des Kindswohls 

zu unterstützen seien. Dann wiederum lässt sie im gleichen Abschnitt ausführen, 

dass dies doch für jedes Kind gelte, weshalb sich daraus kein Besuchsrecht im 

nunmehr festgesetzten Umfang ableiten lasse. Wenn etwas für "alle" Kinder gut 

ist und auch für E._____ im Speziellen, dann ist nicht ersichtlich, weshalb es bei 

der Ausgestaltung der Besuchsregelung nicht zu berücksichtigen wäre. Aus den 

eben erwähnten Ausführungen der Berufungsklägerin geht immerhin hervor, dass 

sie der Beziehung von E._____ mit seinen Geschwistern und seinem Vater 

grundsätzlich positiv gegenübersteht und eben diese Beziehung aus ihrer Sicht 

für das Kindswohl und die Entwicklung von E._____ als unabdingbar einschätzt 

und unterstützen will. Dies ist zu begrüssen und für die zukünftige Entwicklung 

von E._____ aber auch seiner Geschwister innerhalb des Familien-Systems von 

grosser Wichtigkeit. Es geht jedoch nicht an, allein durch einen rein argumentati-

ven Umkehrschluss den vorinstanzlichen Entscheid und die verschiedenen dazu 

führenden Erwägungen sowie das Resultat der fachspezifischen Begutachtung 

umstossen zu wollen. Der dem Wohl von E._____ möglichst angemessene Um-

fang der Besuche beim Vater ist aufgrund der vorliegend gegebenen konkreten 

- 12 - 

Umstände zu ermitteln. Damit kann auch die Abänderung bzw. Aufhebung eines 

auf den tatsächlichen Umständen basierenden Entscheides – abgesehen von all-

fälligen hier (noch) nicht interessierenden rechtlichen Hindernissen – nur aufgrund 

von konkret vorliegenden Tatsachen verlangt werden, welche im wirklichen Inte-

resse von E._____ eine andere Ausgestaltung des Besuchsrechts erforderlich 

machen. 

4.1 Zu den Gutachten des Sozialpädiatrischen Zentrums vom 1. Oktober 2012 

und 27. November 2012 (act. 6/64 und 6/67) bringt die Berufungsklägerin vor, es 

könne nicht auf diese abgestellt werden. Dies weil die "Thematik Gleichbehand-

lung von E._____ und den älteren Geschwistern" nicht abgeklärt worden sei. 

Auch der sich stetig vergrössernde Entwicklungsabstand von C._____ und 

D._____ gegenüber E._____ sei nicht thematisiert worden und die Folgen daraus 

seien unbeachtet geblieben. Zudem seien die Auswirkungen der unterschiedli-

chen Erziehungsvorstellungen und die Kommunikationsunfähigkeit zwischen den 

Parteien auf E._____ nicht diskutiert worden. Auch habe die Vorinstanz die ge-

nannten Einwände der Berufungsklägerin nicht thematisiert und die Gutachtens-

grundlage sei falsch, denn dass dem Berufungsbeklagten lediglich ein Besuchs-

recht von nur einem Tag einzuräumen sei, sei gar nie beantragt worden (act. 2 S. 

4). Im Weiteren seien die Gutachten bereits ein Jahr alt und auch C._____ und 

D._____ seien inzwischen ein Jahr älter geworden. Die beiden älteren Geschwis-

ter gingen zunehmend Aktivitäten ohne E._____ nach und das Familienleben fin-

de grösstenteils nur noch bei den gemeinsamen Mahlzeiten statt (act. 2 S. 4 f.). 

C._____ und D._____ hätten ihren kleinen Bruder gern. Tatsache sei aber, dass 

sie sich je länger je mehr von ihm weg entwickelten und sich mit E._____ nur 

dann noch abgäben, wenn es sich grade ergebe und sie Zeit hätten, was immer 

weniger oft der Fall sei. Damit sei jedoch das Konstrukt der "Kinder als Einheit" 

bereits heute nicht mehr gegeben und werde sich in naher Zukunft noch weiter 

aufheben. Andererseits wäre, würden sich alle Kinder miteinander abgeben und 

die Freizeit zusammen verbringen, dies für C._____ und D._____ ein nicht alters-

gemässes Verhalten und würde wohl vor allem den Interessen des Berufungsbe-

klagten dienen, um ein ausgedehntes Besuchsrecht für E._____ zu begründen 

(act. 2 S. 5). 

- 13 - 

4.2 Zur von der Berufungsklägerin gerügten ungenügenden Abklärung durch die 

begutachtenden Fachleute – diese sind (wie bereits erwähnt) G._____ (Fachpsy-

chologin für Kinder- und Jugendpsychologie und Psychotherapie FSP) und … 

[Funktion] Dr. med. F._____ (Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und 

Psychotherapie und Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin) vom Sozi-

alpädiatrischen Zentrum des Kantonsspitals … – ist vorab zu bemerken, dass 

letztere ausdrücklich festhalten, dass eine reguläre kinderpsychologische Abklä-

rung von E._____ nicht möglich gewesen sei aufgrund seiner Beeinträchtigung 

durch eine Trisomie 21 und seine Spracherwerbsstörung. Es sei daher bei der 

Beurteilung auf die Aussagen der Beteiligten und die entwicklungspädiatrische 

Abklärung durch den … [Funktion] für Entwicklungspädiatrie am Sozialpädiatri-

schen Zentrum des Kantonsspitals …, Dr. H._____ (Facharzt für Kinder- und Ju-

gendmedizin FMH, speziell Entwicklungspädiatrie und Neuropädiatrie), abgestellt 

worden (vgl. zur Qualifikation der genannten Ärzte im Speziellen auch 

http://www….ch, letztmals besucht am 24. März 2014). 

Die Aussagen der Beteiligten (als Grundlage der Gutachten) wurden in diversen 

gemeinsamen und Einzel-Gesprächen mit den Parteien sowie Gesprächen mit 

den Kindern erhoben. Bei den Parteien wurde auch je ein Hausbesuch durchge-

führt (act. 6/64, S. 3 und act. 6/67 S. 4). Damit liegt den Gutachten eine ausführli-

che Abklärung des Familiensystems, in dem E._____ bzw. die Kinder der Partei-

en leben, zugrunde, weshalb – zumal andere Anhaltspunkte fehlen, woran auch 

die pauschalen Behauptungen der Berufungsklägerin nichts ändern – davon aus-

zugehen ist, dass den damit betrauten Fachleuten eine genügende Informations-

grundlage für eine fundierte Begutachtung zur Verfügung stand. Aus dem so ge-

wonnenen Bild der Parteien und ihrer Kinder folgerten Fachpsychologin G._____ 

und … [Funktion] Dr. med. F._____ (act. 6/64 S. 13 f.): 

   " E._____ ist aufgrund seiner Beeinträchtigungen in verstärktem Mass auf eine liebe-

volle Umgebung angewiesen und eine verständnisvolle Förderung seinen Fähigkei-

ten und seinem Entwicklungsstand entsprechend. E._____ ist Teil eines Familien-

systems und des Subsystems Kinder, in welchem er einen festen Platz in der Ge-

schwisterreihe hat. Die Integration von E._____ in der Familie ist gut gelungen, er 

wird von seinen Eltern und Geschwistern geliebt und aufgrund seiner Besonderhei-

- 14 - 

ten geschätzt. Dies wird u.a. darin sichtbar, dass seine älteren Geschwister ihm ei-

ne solche hohe Bedeutung zumessen und seine Anwesenheit begrüssen, dass et-

was fehlt, wenn er nicht dabei ist. 

Dabei kann aus Sicht der Km [Kindsmutter] argumentiert werden, dass es nicht da-

rum geht, die Bedürfnisse der anderen, allen voran seiner Geschwister oder seines 

Vaters zu erfüllen, sondern es gehe um die Bedürfnisse von E._____. 

Aufgrund seines deutlich verzögerten Entwicklungsstandes kann E._____ komple-

xe Situationen oder Zusammenhänge kognitiv weder verstehen, noch gar differen-

zierte Aussagen über seine Bedürfnisse machen. Das braucht er auch nicht, da er 

seinem Wesen nach mehr einem knapp dreijährigen Kind entspricht, von dem man 

dies auch nicht erwarten würde. 

Die Bedürfnisse in diesem Entwicklungsalter sind darum auch klar definiert. 

E._____ braucht eine liebevolle Umgebung mit zuverlässigen Bezugspersonen, die 

ihn gemäss seinen Fähigkeiten fordern. Im schulischen Umfeld wurde dies laut 

Aussagen der Ke [Kindseltern] mit dem Eintritt in den Kindergarten zusammen mit 

der zusätzlichen heilpädagogischen Förderung erreicht. Erste positive Entwick-

lungsschritte sind laut Ke bereits nach einigen Wochen im Kindergarten sichtbar. 

Die Integration in die Kindergartengruppe wurde sorgfältig vorbereitet und scheint 

gelungen. 

E._____s fröhliche und zugewandte Art und seine Freude und sein Stolz über be-

wältigte Aufgaben machen es ihm sicherlich leicht, von seiner Umgebung gemocht 

zu werden. Eine solche positive Interaktion ist für seine weitere persönliche Ent-

wicklung auch von grosser Bedeutung. Positive Beziehungserfahrungen mit seinen 

Geschwistern sind durchaus geeignet, diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Auch 

regelmässige Kontakte mit dem leiblichen Vater und anderen Personen, die 

E._____ nahe stehen, sind für seine weitere Entwicklung unabdingbar und aus 

Sicht des Kindswohls unbedingt zu unterstützen. 

Wichtig ist dabei, dass er liebevolle Beziehungen erleben kann und in seiner Art 

akzeptiert wird. Um ihn nicht zu überfordern, braucht es eine erhöhte Sensibilität 

der Bezugspersonen in Bezug auf seine Fähigkeiten. Beides ist beim Kv [Kindsva-

ter] klar gegeben und er ist sich dessen sehr bewusst. Er zeigte ein grosses Ver-

ständnis und Bewusstsein E._____s Situation gegenüber. E._____ gemäss seinen 

Möglichkeiten zu begleiten ist ihm ein grosses Bedürfnis und wird offensichtlich 

während den Besuchszeiten beim Kv auch umgesetzt. Die Km bestätigte auch, 

- 15 - 

dass E._____ nach der Rückkehr vom Kv keine massiven Veränderungen oder 

Stresssymptome zeige. Die Wechsel von einem Elternteil zum anderen bewerkstel-

ligt er gut und sicher. Das Kindswohl wurde und wird vom Kv in keiner Weise ge-

fährdet. 

Um sich in einer Umgebung vertraut und sicher zu fühlen, braucht E._____ eine re-

gelmässige und konstante Routine. Die geforderte Reduktion der Besuchszeiten 

auf einen Tag pro Woche, wie von der Km gefordert, würden diesem Umstand klar 

nicht Rechnung tragen und sind aus kinderpsychologischer Sicht dem Wohl von 

E._____ nicht zuträglich. 

Aus oben genannten Überlegungen empfehlen wir deshalb, das Besuchsrecht für 

E._____ im gleichen Umfang wie das seiner Geschwister festzulegen." 

Die zwei dem Gutachtensauftrag zugrundeliegenden Fragen bezüglich der vorlie-

gend interessierenden Besuchsrechtserweiterung für E._____ beantworteten 

Fachpsychologin G._____ und Chefarzt Dr. med. F._____ wie folgt (act. 6/64 S. 

15): 

 " [Frage:] Steht aus Sicht des Kindeswohls von E._____, geb. tt.mm.2007, einer Er-

weiterung des bestehenden Besuchsrechts des Vaters (jedes zweite Wochenende 

von Freitagabend, 18.00 Uhr bis Sonntagabend, 20 Uhr) um zusätzlich jeden Mitt-

wochabend, ab 18.00 Uhr bis Freitagabend, 18.00 Uhr, etwas entgegen? 

[Antwort:] Nein, aus Sicht des Kindswohls von E._____ empfehlen wir klar die Er-

weiterung des bestehenden Besuchsrechts auf das gleiche Mass wie das seiner 

Geschwister." 

 " [Frage:] Welche Faktoren hinsichtlich der Besuchsrechtsregelung während des  

laufenden Scheidungsverfahrens sind aus Sicht des Kindswohls von E._____, geb. 

tt.mm.2007, aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen besonders zu 

beachten? 

[Antwort:] Es ist wichtig, dass E._____ eine liebevolle, seinen Fähigkeiten entspre-

chende Betreuung sowohl bei der Km als auch beim Kv erhält. Seinem Entwick-

lungsstand entsprechend soll er in diesem Rahmen behandelt werden. Beim Abho-

len vom Kindergarten soll er genügend Zeit erhalten, sich selbständig anzuziehen 

und nicht unter Zeitdruck in seiner Selbständigkeitserziehung behindert werden. 

- 16 - 

Regelmässige Gespräche im Kindergarten sollen von beiden Ke wahrgenommen 

werden, damit diese über Entwicklungen oder nötige Massnahmen informiert wer-

den, um sie dann jeweils im privaten Bereich mittragen zu können. Der Kv muss 

zwingend über aktuelle Ereignisse, wie Krankheiten oder wichtige Termine von 

E._____ von der Km direkt informiert werden, damit er entsprechend handeln kann. 

Die Übergaben sollen im direkten Kontakt mit beiden Eltern stattfinden, damit 

E._____ gut und mit der nötigen Sicherheit von einem Elternteil zum anderen 

wechseln kann." 

Aufgrund der eben zitierten Gutachtensauszüge, welche sich – wie die Gutachten 

selber – als nachvollziehbar und schlüssig erweisen, wird deutlich, dass die bei-

den unabhängigen Fachleute (nicht etwa unter Ausklammerung, sondern viel-

mehr) im Bewusstsein um den von der Berufungsklägerin gerügten Vorrang des 

Wohls von E._____ vor den Interessen seiner Geschwister und des Berufungsbe-

klagten zum Schluss kamen, dass eine Ausdehnung von E._____ Besuchen beim 

Vater das Beste für E._____ sei. Dasselbe gilt für die Erwägungen der Vorinstanz 

(vgl. E. IV.2 von act. 3 = act. 5 = act. 6/126, je S. 22 ff.). Diese kam bewusst ent-

gegen und unter Auseinandersetzung mit der Argumentation der Berufungskläge-

rin zum aufgezeigten Schluss. Insofern bzw. soweit die Vorinstanz die Einwände 

der Berufungsklägerin durch ihren davon abweichenden Entscheid verwarf, er-

weist sich die Rüge der Berufungsklägerin, ihre Einwände seien nicht thematisiert 

worden, als unzutreffend. 

Nicht klar wird in diesem Zusammenhang auch, was die Berufungsklägerin meint, 

wenn sie moniert, die "Thematik Gleichbehandlung von E._____ und den älteren 

Geschwistern" sei nicht abgeklärt worden. Sollte sie damit allenfalls zum Aus-

druck bringen wollen, dass die Gleichbehandlung der Geschwister bedinge, dass 

die älteren beiden Kinder weniger Zeit mit E._____ verbringen (auf diese Sicht-

weise deutet jedenfalls ihr Einwand hin, es sei für die beiden älteren Geschwister 

nicht altersgemäss, sich in ihrer Freizeit mit ihrem jüngeren Bruder E._____ ab-

zugeben bzw. abgeben zu müssen), mutet diese Argumentation etwas befrem-

dend an. Sie widerspricht insbesondere auch den Beobachtungen der unabhän-

gigen Fachleute, welche u.a. festhielten, C._____ und D._____ würden die Anwe-

senheit von E._____ begrüssen und ihn vermissen, wenn er nicht bei ihnen sei. 

- 17 - 

Dass sich die Interessen jedes Menschen – von Kindern im Besonderen – unter-

schiedlich entwickeln und z.B. altersabhängig auch verändern, ist allgemein be-

kannt. Dies ist jedoch als grundlegende und unveränderbare Gegebenheit des 

Lebens hinzunehmen und sicherlich kein Grund, aus dem sich für vorliegende 

Konstellation eine andere Ausgestaltung der Besuchsregelung ableiten liesse, 

zumal auch aus den Akten nichts ersichtlich ist, was darauf hindeuten würde, 

dass E._____ oder seine Geschwister durch die gegenseitige Anwesenheit in ih-

rer Entwicklung derart eingeschränkt wären, dass dem (nur) mit einer unter-

schiedlichen Ausgestaltung der jeweiligen Besuchszeiten beim Vater begegnet 

werden könnte bzw. müsste. Sich und seine Bedürfnisse zum Wohle anderer in 

einem gewissen Mass einschränken zu lernen, ist ausserdem eine grundlegende 

und unveränderbare Auswirkung von Familie und Beziehungen ganz allgemein 

und gereicht speziell einem jungen Menschen wohl hauptsächlich zum Vorteil für 

die eigene Entwicklung. Dass diese ohnehin unumgängliche Einschränkung für 

C._____ und D._____ vorliegend ein ungesundes Ausmass erreichen würde, ist 

zudem weder substantiiert dargetan noch sonst ersichtlich. 

Ebenso unkonkret bemängelt die Berufungsklägerin, das Gutachten behandle die 

"Auswirkungen der unterschiedlichen Erziehungsvorstellungen und die Kommuni-

kationsunfähigkeit" von ihr und dem Berufungsbeklagten nicht. Das Gutachten er-

fasst die Parteien und ihr Wesen und Verhalten sehr wohl und äussert sich auch 

verschiedentlich zum Verhältnis zwischen den Parteien. Abgesehen davon war 

dies keine zentrale Frage der Gutachten und es sind diesbezüglich keine An-

haltspunkte ersichtlich, welche die klare Schlussfolgerung der Gutachten in Zwei-

fel ziehen würden. Auch hängt der Umfang der Besuchszeiten nicht grundsätzlich 

von der Ähnlichkeit der Erziehungsvorstellungen der Eltern ab und auch ein direk-

ter Konnex zwischen der Kommunikationsfähigkeit der Eltern und dem Umfang 

der Besuchszeiten zwischen den gemeinsamen Kindern und dem nicht obhutsbe-

rechtigten Elternteil ist dem Schweizer Familienrecht fremd. Noch weniger ist er-

sichtlich, weshalb aufgrund allenfalls divergierender Erziehungsvorstellungen der 

Parteien unterschiedlich lange Besuche der einzelnen Kinder angezeigt wären. 

- 18 - 

Der Einwand, die Gutachtensgrundlage sei falsch, da ein Besuchsrecht von nur 

einem Tag thematisiert werde, was formell gar nie beantragt worden sei, ist inso-

fern zutreffend, als die Berufungsklägerin dies formell so wirklich nicht beantragt 

hat. Im Rahmen der Begutachtung wurden jedoch (auch) mit der Berufungskläge-

rin diverse Gespräche geführt. Dies erfahrungsgemäss deshalb, weil es für die mit 

den Gutachten befassten Fachleute nur so möglich war, sich ein persönliches Bild 

von den Parteien und den Kindern sowie deren Ansichten zum Thema zu ma-

chen. Dass allenfalls in diesem Rahmen von der Berufungsklägerin eine solche 

Variante aufgebracht wurde, ist durchaus denkbar. So wird von der Berufungsklä-

gerin auch nicht ausdrücklich bestritten, solches geäussert zu haben, sondern es 

wird (zutreffend) darauf verwiesen, dies decke sich mit keinem Antrag der Beru-

fungsklägerin im vorinstanzlichen Verfahren. Doch ändert schliesslich der eine 

wie der andere Fall nichts an der Aussagekraft der Gutachten. Die Gutachter hat-

ten im Endeffekt nämlich nicht die Tauglichkeit eines eintägigen Besuchsrechts zu 

beurteilen bzw. gegen eine andere Variante abzuwägen, sondern die Frage zu 

beantworten, ob aus (medizinisch/psychologischer) Sicht des Wohles von 

E._____ einer Erweiterung des bestehenden Besuchsrechts etwas entgegen-

steht. Wie dieses lediglich eintägige Besuchsrecht seinen Weg ins Gutachten 

fand, kann daher offen bleiben, denn das fragliche Gutachten beantwortet die vor-

liegend einzig relevante Kernfrage der Angleichung der Besuchszeiten aller drei 

Kinder unabhängig davon. 

Das Gutachten und die begutachteten Kinder werden, wie die Berufungsklägerin 

zutreffend ausführen lässt, jeden Tag älter. Doch liegt dies in der Natur des Le-

bens und rechtfertigt für sich noch keine Aufhebung des vorinstanzlichen Ent-

scheids. Auch in gerichtlichen Verfahren selbst verstreicht ausserhalb der Erstel-

lung eines Gutachtens gezwungenermassen noch Zeit bis zum Entscheid. Dies 

macht jedoch ein einmal erstelltes Gutachten nicht einfach unbrauchbar oder gar 

falsch. Im Übrigen bringt die Berufungsklägerin auch nicht vor, es hätten sich seit 

der Begutachtung Veränderungen ergeben, die dessen Aussagekraft derart relati-

vierten, dass darauf nicht mehr abgestellt werden könne. Die (genannten) Rügen 

der Berufungsklägerin sind andere. Daher ist am vorinstanzlichen Entscheid auch 

betreffend diesen Punkt nichts auszusetzen. 

- 19 - 

5.1 Noch entscheidender für die Ablehnung des erweiterten Besuchsrechts für 

E._____ ist aus Sicht der Berufungsklägerin der Umstand, dass die Parteien nicht 

in der Lage seien, sich über die Belange von E._____ zu verständigen bzw. zu ei-

nigen. Die Vorinstanz habe sich damit nicht auseinander gesetzt, dem Berufungs-

beklagten jedoch ein Besuchsrecht eingeräumt, welches eine einwandfreie Kom-

munikation unter den Eltern unabdingbar mache (act. 2 S. 5). E._____ benötige 

eine klare Erziehungs- und Betreuungslinie, welche auf einer einheitlichen Beur-

teilung seiner Befindlichkeit beruhen müsse. Da E._____ in der Sprache sehr re-

tardiert sei, müsse seine Betreuungsperson "seine" Sprache und auch seine non-

verbale Kommunikation verstehen, damit seine Bedürfnisse erfasst werden kön-

nen. Dies verlange einen kontinuierlichen und steten Kontakt mit dem Kind. Damit 

als betreuender Elternteil eine Entscheidung im Interesse von E._____ möglich 

sei, müsse man viel Zeit mit ihm verbringen. Wenn E._____ jedoch derart ausge-

dehnt beim Berufungsbeklagten sei, sei dies nicht möglich. Die Parteien nähmen 

E._____ auch sehr unterschiedlich wahr. Deshalb bestehe ein grosser Diskussi-

onsbedarf, was seine gesundheitliche Situation, seine emotionale Befindlichkeit, 

seine Entwicklung und die adäquaten Massnahmen betreffe. Zwischen den Par-

teien seien diese Diskussionen unmöglich, wie die Vergangenheit gezeigt habe. 

Unerheblich sei dabei, dass die Berufungsklägerin nur noch schriftlich mit dem 

Berufungsbeklagten kommuniziere. Gerade dies sei nämlich das Resultat von 

früheren vergeblichen Versuchen, mit ihm einen konstruktiven Umgang zu erlan-

gen und bei Kinderbelangen eine übereinstimmende Haltung zu finden. Ohne 

einheitliche Vorstellungen über die Zukunft des Kindes bzw. ohne die Fähigkeit 

der Eltern, einen Konsens im angemessenen Umgang mit dem Kind zu finden, 

könne langfristig keine für E._____ sinnvolle Lebensplanung erfolgen, weshalb 

das Kindswohl gefährdet sei (act. 2 S. 5 f.). Ausserdem sei E._____ behinde-

rungsbedingt sehr häufig krank. Seine Krankheiten und Therapien erforderten 

häufige Arzt- und Spitalbesuche, welche koordiniert und begleitet werden müss-

ten. Die Parteien müssten sich über Termine absprechen können, wenn E._____ 

sich derart häufig beim Vater aufhalte. Dies sei jedoch unmöglich. Zudem müsse 

Einigkeit über die erwünschten medizinischen Massnahmen bestehen. Auch hier 

habe jedoch die Vergangenheit gezeigt, dass zwischen den Parteien keine Einig-

- 20 - 

keit bestehe. Käme es zu solchen Konflikten, wäre jedoch das Kindswohl gefähr-

det (act. 2 S. 7). 

5.2 Die Parteien haben sich zweifellos über den Zustand von E._____ auszu-

tauschen, dies jedoch unabhängig von der vorliegend umstrittenen Ausdehnung 

der Besuche. Die Parteien haben gegenseitig auch alles zu unterlassen, was sich 

auf den persönlichen Verkehr des Kindes nachteilig auswirken kann. Wohl auch 

zu diesem Zweck hat die Vorinstanz – mit dessen Einverständnis (vgl. Prot. Vo-

rinstanz S. 55) – auch ein Kontaktverbot des Berufungsbeklagten zu den Kindern 

erlassen, jeweils für die Zeit, wenn sich die Kinder bei der Berufungsklägerin auf-

halten (vgl. Dispositivziffer 1 lit. e des angefochtenen Entscheids bzw. Erwägung 

IV.4 desselben). Weil im Zentrum des persönlichen Verkehrs das Kindesinteresse 

bzw. Kindeswohl steht, haben die Interessen der Eltern zwangsläufig zurückzu-

stehen. Von beiden Eltern wird deshalb bei der Ermöglichung und der Ausübung 

des persönlichen Verkehrs ein gewisses Mass an Selbstlosigkeit verlangt, Ver-

zicht und guter Wille, unter Ausklammerung ihrer allfälligen Konflikte als Paar. Es 

wird damit von ihnen übrigens im Wesentlichen nichts anders verlangt als von El-

tern, die beide mit ihren Kindern zusammen leben und dabei sozusagen naturge-

mäss gezwungen sind, ihre Interessen immer wieder hinter die der Kinder zu stel-

len, für die sie die Verantwortung tragen. Soweit es um Meinungsverschiedenhei-

ten geht, die z.B. medizinische Massnahmen betreffen, ist dies aber letztlich eine 

Frage der elterlichen Sorge und nicht der Obhut bzw. der Besuche. Das Gutach-

ten nimmt die Problematik der Elternkommunikation insofern auf, als es u.a. fest-

hält, dass regelmässige Gespräche im Kindergarten von beiden Parteien wahrge-

nommen werden sollen, damit diese über Entwicklungen oder nötige Massnah-

men informiert werden, um sie dann jeweils im privaten Bereich mittragen zu kön-

nen. Die Übergaben vor und nach den Besuchen sollen nach Ansicht der begut-

achtenden Fachleute im direkten Kontakt mit beiden Eltern stattfinden, damit 

E._____ gut und mit der nötigen Sicherheit von einem Elternteil zum anderen 

wechseln könne. Auch müsse die Kindsmutter den Berufungsbeklagten zwingend 

über aktuelle Ereignisse, wie Krankheiten oder wichtige Termine von E._____ di-

rekt informieren, damit der Berufungsbeklagte entsprechend handeln könne (act. 

6/64 S. 15). Dies gilt – selbstredend und ohne das dies einer speziellen Erwäh-

- 21 - 

nung in den Gutachten bedürfte – für den Berufungsbeklagten ebenso. Auch er 

hat die Berufungsklägerin betreffend E._____ auf dem Laufenden zu halten. Dies 

ist keine Frage der momentanen Befindlichkeit der Parteien bzw. ihrer gegenseiti-

gen Beziehung sondern für beide Elternteile ein unabdingbares Muss zum Wohle 

von E._____. Sie haben beide ihre offenbar vorhandenen Ressentiments zurück-

zustellen und sich (wenigstens) betreffend E._____, aber auch betreffend seiner 

Geschwister, sachlich und umfassend auszutauschen und zu informieren. Ob dies 

mündlich oder (eventuell besser) schriftlich geschieht ist einerlei. Abgesehen da-

von werden viele der Dinge, welche die Berufungsklägerin vorbringt (z.B. keine 

Konsensfähigkeit bezüglich die Zukunft und Lebensplanung von E._____), im 

Rahmen der Regelung der elterlichen Sorge zu prüfen sein. 

Betreffend die Bedenken, welche die Berufungsklägerin bezüglich der sprachli-

chen Ausdrucksschwierigkeiten von E._____ äussert, ist darauf hinzuweisen, 

dass E._____ in seiner sprachlichen Entwicklung offenbar erfreuliche Fortschritte 

macht. Den Ergänzungen des Kurzprotokolls des Schulischen Standortgesprä-

ches vom 14. Januar 2014 ist jedenfalls zu entnehmen, dass seine Kindergärtne-

rinnen, Frau I._____ und Frau J._____, aber auch die Schulische Heilpädagogin, 

Frau K._____, und die Logopädin von E._____, Frau L._____, beachtliche Ent-

wicklungsschritte in der verbalen Kommunikationsfähigkeit von E._____ beobach-

ten konnten. So beginne E._____ vermehrt zu sprechen, könne neu Bedürfnisse 

wie "Ich han durscht." äussern und mache insgesamt sprachlich deutliche Fort-

schritte. Er mache vermehrt 1-Wort-Äusserungen und 2-bis-3-Wort-Sätze (vgl. 

act. 16 S. 2). Dies lässt darauf schliessen, dass sich die von der Berufungskläge-

rin angesprochenen Kommunikationsprobleme von E._____ bereits etwas ent-

schärft haben und noch weiter werden. So wird E._____ immer besser auch sel-

ber mitteilen können, was ihn beschäftigt und was er wahrnimmt. In diesem Zu-

sammenhang gilt es auch zu beachten, dass der Berufungsbeklagte mit E._____ 

vertraut ist und ihn und seine Ausdrucksweise ebenfalls von Geburt an kennt. Es 

sind jedenfalls – bei allen Bedenken, welche die Berufungsklägerin vorbringt – 

keine handfesten Anhaltspunkte ersichtlich, die darauf schliessen liessen, dass 

der Berufungsbeklagte nicht in der Lage wäre, die Bedürfnisse von E._____ zu 

erkennen und angemessen darauf zu reagieren. 

- 22 - 

Ebenso wenig ist ersichtlich, dass die Kommunikation der Parteien betreffend die 

fortlaufend anfallenden alltäglichen Ereignisse im Leben von E._____ gar nicht 

möglich wäre oder sich das Kommunikationsverhalten der Eltern derart auf 

E._____ auswirken würde, dass dies zur Folge hätte, dass die von der Vorinstanz 

angeordnete Ausdehnung des Besuchsrechts gar eine Kindswohlgefährdung 

nach sich zöge. Solches hätte sicherlich auch in der einen oder anderen Form im 

Gutachten oder den Beobachtungen der schulischen Betreuungspersonen von 

E._____ Niederschlag gefunden. Damit sei keinesfalls gesagt, dass die Bezie-

hung der Parteien konfliktfrei und ihre gegenseitigen Gespräche reibungslos wä-

ren, doch stehen ihre diesbezüglichen Probleme einer Ausdehnung der – auch 

von der Berufungsklägerin grundsätzlich gutgeheissenen – Besuche von E._____ 

beim Vater nicht entgegen. Die Parteien werden sich in das von ihnen als Eltern 

(schon während ihrer intakten Beziehung und auch darüber hinaus) für die anste-

hende Zukunft verlangte Mindestmass an Kommunikation und Zusammenwirken 

bezüglich aller ihrer Kinder zu schicken haben und mit etwas gutem Willen auch 

schicken können. 

Daran ändert auch die von der Berufungsklägerin nachträglich vorgebrachte Be-

gebenheit vom 24. Dezember 2013 (mit dem Tannenbaum, vgl. act. 12) nichts. 

Selbst wenn der geschilderte Vorfall genau so zuträfe – wovon nicht ohne weite-

res auszugehen ist, denn der Berufungsbeklagte konnte sich dazu nicht äussern – 

wäre dies lediglich ein weiteres Indiz für den schwelenden Konflikt zwischen den 

Parteien, der aber nach dem Gesagten ohne Auswirkung auf die vorliegend inte-

ressierende Frage der Ausdehnung des Besuchsrechtes bleiben muss. So attes-

tiert die Berufungsklägerin dem Berufungsbeklagten in der gleichen Eingabe 

auch, er habe die Kinder vereinbarungsgemäss und zur Zeit zurückgebracht (act. 

12 S. 2), und es ist auch nicht ersichtlich, dass sich das angebliche Verhalten des 

Berufungsbeklagten gegen seine Kinder gerichtet hätte. Solches bringt auch die 

Berufungsklägerin nicht vor. Sie schildert zwar einen weiteren Vorfall, doch betrifft 

dieser die beiden älteren Kinder, C._____ und D._____. Diese hätten am 5. Ja-

nuar 2014 (im Anschluss an einen Besuch beim Vater) angeblich einmal ein Ver-

bleiben bei der Mutter abgelehnt, und seien wieder zum Berufungsbeklagten zu-

rückgekehrt. Auch bezüglich diesem behaupteten Ereignis ist nicht ersichtlich, in-

- 23 - 

wiefern es einen Einfluss auf die Frage der Ausdehnung des Besuchsrechts für 

E._____ haben könnte, solches wird in diesem Zusammenhang auch von der Be-

rufungsklägerin nicht substantiiert dargetan. Sie verlangt von der Kammer ledig-

lich, dass sie die beiden vorgebrachten Ereignisse bei der Überprüfung der vo-

rinstanzlichen Besuchsrechtserweiterung zu Lasten des Berufungsbeklagten wür-

digen möge (act. 12 S. 2 f.). Doch ist daraus – wie bereits ausgeführt – für die vor-

liegend relevante Fragestellung nichts abzuleiten, was den vorinstanzlichen Ent-

scheid unangemessen erscheinen liesse. Auch scheint sich die von der Beru-

fungsklägerin angesprochene gesundheitliche Situation von E._____ (mindestens 

teilweise) etwas entspannt zu haben, worauf später noch genauer einzugehen 

sein wird (vgl. Ziff. III.6.2 nachstehend). 

6.1 Sodann bringt die Berufungsklägerin vor, es sei völlig unklar, wie der Beru-

fungsbeklagte die wöchentliche Betreuung am Donnerstag und Freitag wahrneh-

men wolle. Er arbeite in einem Vollzeitpensum und übe noch einen Nebenerwerb 

aus. C._____ und D._____ seien häufig in der Schule und könnten sich im Übri-

gen auch alleine beschäftigen, weshalb der Berufungsbeklagte auch an seinen 

Betreuungstagen noch zu Hause arbeiten könne. E._____ sei sehr viel häufiger 

zu Hause. Er besuche nur wenige Stunden den Kindergarten und sei zudem häu-

fig krank und müsse zu Hause bleiben bzw. kurzfristig vom Kindergarten abgeholt 

werden. Neben der angemessenen Betreuung von E._____ sei somit jegliche Er-

werbstätigkeit für den Berufungsbeklagten unmöglich. Es sei weder vom Beru-

fungsbeklagten noch im Gutachten dargelegt worden, wie dieser die Betreuung 

organisatorisch lösen würde. Die Berufungsklägerin hingegen sei für die Betreu-

ung von E._____ umfassend verfügbar. Sie habe die Kinder ja auch bis zur Tren-

nung der Parteien umfassend betreut.  

6.2 Es ist Sache des Berufungsbeklagten, dafür zu sorgen, dass er die Kinder 

auch tatsächlich betreuen kann, wenn sie bei ihm sind. Er kann offenbar von zu 

Hause aus arbeiten und ist präsent, wenn E._____ an den Besuchstagen nicht im 

Kindergarten ist (act. 6/80 S. 9, Prot. Vorinstanz S. 55 f.). Es war im Übrigen nicht 

Aufgabe des Gutachtens, die genaue zeitliche Verfügbarkeit des Berufungsbe-

klagten zu erstellen. Bezüglich den von der Berufungsklägerin behaupteten häufi-

- 24 - 

gen Krankheitsabsenzen von E._____ im Kindergarten ist den Notizen zum Schu-

lischen Standortgespräch vom 14. Januar 2014 eine gegenteilige Feststellung der 

Lehrpersonen zu entnehmen, welche E._____ im Kindergarten und der Integrier-

ten Förderung (IF) regelmässig betreuen. So hätten die krankheitsbedingten Ab-

meldungen vom Kindergarten stark abgenommen, das gleiche gelte für den IF-

Unterricht (vgl. act. 16 S. 2). Damit hat sich die Situation gegenüber den diversen 

Absenzen von E._____ noch im Oktober und November 2013 (vgl. act. 4/18+19) 

offenbar wesentlich verbessert. Ob dies dank der neu geltenden Besuchsregelung 

oder aus anderen Gründen geschah, kann und muss an dieser Stelle offen blei-

ben. Doch stehen damit die diesbezüglich geäusserten Bedenken der Berufungs-

klägerin einer Ausdehnung der Besuche von E._____ beim Vater nicht entgegen, 

zumal die Besuche ja in der Zeit, auf welche sich die positiven Äusserungen der 

Lehrpersonen beziehen, bereits ausgedehnter stattfanden. Da der Berufungsbe-

klagte zudem seine berufliche Auslastung der Anwesenheit der Kinder anpassen 

kann und will, hat er selber sicherzustellen, dass es dabei nicht zu Überschnei-

dungen kommt, die eine angemessene Betreuung der Kinder verunmöglichen. 

Solches ist derzeit nicht ersichtlich, und der Berufungsbeklagte weiss vom zeitli-

chen Umfang her auch, auf was er sich einlässt bzw. (mit der Verweigerung der 

aufschiebenden Wirkung durch die Kammer) bereits eingelassen hat. 

7.1 Des Weiteren ist aus Sicht der Berufungsklägerin nicht haltbar, dass ihr zwar 

die Obhut über die Kinder zugewiesen, durch ein derart ausgedehntes Besuchs-

recht jedoch faktisch eine alternierende Obhut aufgezwungen werde. Gemäss 

ständiger Rechtsprechung könne eine alternierende Obhut nur auf gemeinsamen 

Antrag beider Eltern festgesetzt werden, womit die Berufungsklägerin jedoch  

(offenbar nur) bezüglich E._____ nicht einverstanden sei. 

7.2 Das hier vorgebrachte Argument der Berufungsklägerin ist primär ein rechtli-

ches. Dabei scheint die Berufungsklägerin daraus für E._____ andere Folgen ab-

leiten zu wollen als für dessen ältere Geschwister C._____ und D._____, gegen 

deren ausgedehnteren Besuche beim Vater sie nichts einzuwenden hat. Eine Er-

klärung für diese Diskrepanz bleibt die Berufungsklägerin an dieser Stelle schul-

dig. Die zeitliche Ausgestaltung der persönlichen Kontakte zwischen Eltern und 

- 25 - 

Kindern bleibt neben aller angestrebten terminlichen Regelmässigkeit eine dyna-

mische Angelegenheit. Sie ist primär vom tatsächlich Gelebten also von den (sich 

stetig wandelnden) Bedürfnissen und zeitlichen Möglichkeiten von Kindern wie El-

tern abhängig und folglich in jeder Familie unterschiedlich. Deshalb gibt es auch 

aus rechtlicher Sicht nicht das allgemeingültige Besuchsrecht. Auch nach der von 

der Vorinstanz gewählten Variante werden die Kinder noch immer zur Hauptsa-

che von ihrer Mutter, der Berufungsklägerin, betreut. Folglich ist die Berufungs-

klägerin – entgegen ihren Befürchtungen – nicht Inhaberin einer elterlichen Obhut, 

welche sie faktisch gar nicht ausüben kann, weil die Kinder sozusagen ständig 

beim Vater zu Besuch sind. Die Berufungsklägerin hat bei der von der Vorinstanz 

getroffenen Regelung die Mehrheit der Betreuungsarbeit zu leisten und trägt da-

mit auch aus zeitlicher Sicht nach wie vor die Hauptverantwortung für die Betreu-

ung und Erziehung der Kinder. Vorliegend liess sich die Vorinstanz für die Aus-

dehnung der persönlichen Kontakte von E._____ zum Vater – zu Recht – von den 

Empfehlungen des genau für diese Frage erstellten fachspezifischen Gutachtens 

leiten. Die getroffene Lösung tut dem essentiell wichtigen Erziehungsbeitrag der 

Berufungsklägerin keinen Abbruch und höhlt diesen auch nicht unzulässig aus. 

Am vorinstanzlichen Entscheid ist folglich auch unter diesem Gesichtspunkt nichts 

auszusetzen, zumal die Berufungsklägerin auch in ihrer rechtlichen Einschätzung 

zur alternierenden Obhut nichts vorbringt, was auf eine tatsächliche Kindswohlge-

fährdung durch das ausgedehnte Besuchsrecht hindeuten würde. 

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz aus nachvollziehba-

ren und zutreffenden Gründen die Besuche von E._____ bei seinem Vater, dem 

Berufungsbeklagten, auf das gleiche Mass wie die seiner Geschwister ausge-

dehnt hat. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Umsetzung des vorinstanzli-

chen Entscheids das Wohl von E._____ gefährdet. Am Rande sei noch darauf 

hingewiesen, dass die Berufungsklägerin vor allem auch längerfristige Bedenken 

für die Entwicklung von E._____, aber auch für die Entwicklung seiner beiden äl-

teren Geschwister C._____ und D._____ äussert. Vorliegend ist jedoch (nur) über 

die vorläufige Regelung der Besuche für die Dauer des Verfahrens zu befinden. 

Damit besteht im Hauptverfahren – und, sollte dies tatschlich nötig sein, sogar im 

Rahmen eines Abänderungsantrages betreffend die vorsorglichen Massnahmen – 

- 26 - 

ohne weiteres die Möglichkeit, allfällige ungünstige Entwicklungen zu korrigieren, 

sollten solche denn auch wirklich und in qualifizierter Form auftreten. 

Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen und der vorinstanzliche Ent-

scheid zu bestätigen. 

IV. 

Aus der Stellungnahme des Berufungsbeklagten und den von ihm eingereichten 

Belegen (act. 13 und 14/1-13) zum von der Berufungsklägerin beantragten Pro-

zesskostenvorschuss von Fr. 5'000.– sowie aus den vorinstanzlichen Akten geht 

hervor, dass der Berufungsbeklagte derzeit (auch vor dem Hintergrund seiner 

sonstigen finanziellen Verpflichtungen der Berufungsklägerin und den Kindern 

gegenüber) nicht in der Lage ist, der Berufungsklägerin einen Prozesskostenvor-

schuss zu bezahlen. Da derzeit beide Parteien als mittellos i.S.v. Art. 117 lit. a 

ZPO zu gelten haben, ist ihnen – wie bereits im vorinstanzlichen – auch für vorlie-

gendes Verfahren antragsgemäss die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 

und je ihre Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben. 

Dies betreffend die Berufungsklägerin auch deshalb, weil ihr Anliegen vor dem 

Hintergrund ihrer elterlichen Verantwortung für E._____ nachvollziehbar erscheint 

– auch wenn sie damit schliesslich nicht durchdringt, wäre es unangebracht, hier 

von Aussichtslosigkeit i.S.v. Art. 117 lit. b ZPO auszugehen. 

Das einzige wesentliche Aktivum der Parteien ist ihre – in erheblichem Umfang 

hypothekarisch belastete und daher erfahrungsgemäss kurzfristig nicht weiter  

aktivierbare – Liegenschaft (vgl. act. 6/123 zum geschätzten Verkehrswert bzw. 

act. 6/6/26 ff. und insbesondere auch das diesbezügliche Beilagenverzeichnis zu 

den offenen Hypotheken und Darlehen). Sollte daraus nach einem allfälligen Ver-

kauf ein substantieller Überschuss resultieren, werden die Parteien dieses Geld 

für die weitere Prozessführung bzw. zur Rückerstattung von bereits vom Kanton 

vorgeschossenen Kosten zu verwenden haben. Im Weiteren gelten die üblichen 

Vorschriften einer Nachzahlung nach Art. 123 ZPO. 

- 27 - 

V. 

1. Die Prozesskosten des Rechtsmittelverfahrens sind von Amtes wegen fest-

zusetzen (Art. 105 Abs. 1 ZPO) und nach dem Verfahrensausgang zu verteilen 

(Art. 106 ZPO). Grundlage für die Festsetzung der Gebühren nach dem kantona-

len Tarif (Art. 96 und Art. 105 Abs. 2 ZPO) bilden der Streitwert bzw. das tatsäch-

liche Streitinteresse sowie der Zeitaufwand des Gerichts bzw. des Rechtsvertre-

ters und die Schwierigkeit des Falls (§ 2 GebV OG bzw. § 2 AnwGebV). Im 

Rechtsmittelverfahren bestimmt sich der Streitwert nach den Anträgen im 

Rechtsmittelverfahren (§ 12 Abs. 2 GebV OG bzw. § 13 Abs. 1 AnwGebV). 

2. Die Berufungsklägerin unterliegt, weshalb sie für das Rechtsmittelverfahren 

nach Art. 106 Abs. 1 ZPO die Gerichtskosten zu tragen hat. Vorliegend erweist 

sich gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 6 Abs. 1 i.V.m. § 5 Abs. 1 i.V.m. § 8 

Abs. 1 GebV OG und in Anbetracht des nicht allzu komplexen und aufwendigen 

Verfahrens eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'500.– den Gegebenheiten und dem 

Aufwand des Rechtsmittelverfahrens als angemessen. 

3. Da der Berufungsbeklagte und auch die Kindsvertreterin (deren Aufwände 

wären Gerichtskosten, vgl. Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO) in der Hauptsache des Beru-

fungsverfahrens (Ausdehnung des Besuchsrechts für E._____) nicht anzuhören 

waren, sind ihnen diesbezüglich keine notwendigen Auslagen bzw. Vertretungs-

kosten entstanden, welche es zu ersetzen gälte (Art. 95 Abs. 1 und 3 lit. a und b 

ZPO). Der Berufungsbeklagte hatte hingegen zum prozessualen Antrag der Beru-

fungsklägerin betreffend den Prozesskostenvorschuss Stellung zu nehmen und 

obsiegte. Folglich hat ihn die Berufungsklägerin für die dadurch entstandenen  

(sicherlich überschaubaren) Kosten zu entschädigen. Bei einem diesbezüglichen 

Streitwert von Fr. 5'000.– (vgl. act. 2 S. 2) erweist sich gestützt auf § 13 Abs. 1 

und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und § 9 AnwGebV eine Parteientschädigung von Fr. 500.– 

den Gegebenheiten und dem Aufwand der Rechtsvertreterin des Berufungsbe-

klagten als angemessen.  

- 28 - 

Es wird beschlossen: 

1. Das Begehren der Berufungsklägerin um Verpflichtung des Berufungsbe-

klagten zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses von Fr. 5'000.– wird 

abgewiesen. 

2. Das Begehren der Berufungsklägerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird gutgeheissen und ihr wird Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

3. Das Begehren des Berufungsbeklagten um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird gutgeheissen und ihm wird Rechtsanwältin lic. iur. 

Y._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

4. Mitteilung und Rechtsmittel gemäss nachfolgendem Erkenntnis. 

Es wird erkannt:  

1. Die Berufung wird abgewiesen und der Entscheid der Vorinstanz bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Beru-

fungsklägerin auferlegt, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. 

Die Nachzahlungspflicht der Berufungsklägerin gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO 

bleibt vorbehalten. 

4. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten für das 

zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 500.– zu be-

zahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und Obergerichtskasse, an den Beru-

fungsbeklagten unter Beilage eines Doppels von act. 2 und 12, an die 

Kindsvertreterin unter Beilage eines Doppels von act. 2 und je einer Kopie 

- 29 - 

von act.12, 13, 15 und 16 sowie an das Bezirksgericht Winterthur, je gegen 

Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. D. Oehninger 
 
versandt am: 

	Beschluss und Urteil vom 1. April 2014
	Erwägungen:
	I.
	a) Der Vater sei berechtigt zu erklären, die Kinder C._____ und D._____ jeden Mittwochabend, ab 18.00 Uhr bis Freitagabend, 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
	b) Der Vater sei zudem berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, D._____ und E._____ jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr bis Sonntagabend, 20.00 Uhr (verpflegt) zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
	c) Dem Vater sei ein hälftiges Feiertagsbesuchsrecht für alle Kinder einzuräumen.
	d) Der Vater sei berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, D._____ und E._____ jährlich während sechs Wochen während der Schulferien mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen.
	II.
	III.
	IV.
	V.
	1. Die Prozesskosten des Rechtsmittelverfahrens sind von Amtes wegen festzusetzen (Art. 105 Abs. 1 ZPO) und nach dem Verfahrensausgang zu verteilen (Art. 106 ZPO). Grundlage für die Festsetzung der Gebühren nach dem kantonalen Tarif (Art. 96 und Art. ...

	Es wird beschlossen:
	1. Das Begehren der Berufungsklägerin um Verpflichtung des Berufungsbeklagten zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses von Fr. 5'000.– wird abgewiesen.
	2. Das Begehren der Berufungsklägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen und ihr wird Rechtsanwältin lic. iur. X._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
	3. Das Begehren des Berufungsbeklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen und ihm wird Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
	4. Mitteilung und Rechtsmittel gemäss nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und der Entscheid der Vorinstanz bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Berufungsklägerin auferlegt, jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
	Die Nachzahlungspflicht der Berufungsklägerin gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO bleibt vorbehalten.
	4. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 500.– zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und Obergerichtskasse, an den Berufungsbeklagten unter Beilage eines Doppels von act. 2 und 12, an die Kindsvertreterin unter Beilage eines Doppels von act. 2 und je einer Kopie von act.12, 13, 15 und 16 sowi...
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...