# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7260c9e-645f-576b-bd14-7aba965138f3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.05.2021 A-2589/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2589-2020_2021-05-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2589/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Sonja Bossart Meier (Vorsitz), 

Richterin Marianne Ryter, Richter Jürg Steiger,    

Gerichtsschreiberin Dominique da Silva. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer (2011-2017); Ermessenseinschätzung. 

 

 

 

A-2589/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

X._______ (nachfolgend auch: Steuerpflichtiger) betreibt eine Anwaltspra-

xis in (Ort). Der Steuerpflichtige ist aufgrund der von ihm ausgeübten Tä-

tigkeiten und der dabei erzielten Umsätze seit dem 1. Juli 2010 im Register 

der Mehrwertsteuerpflichtigen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung 

(ESTV) eingetragen. In den Steuerjahren 2011 bis 2017 rechnete der Steu-

erpflichtige die Mehrwertsteuer nach der Saldosteuersatzmethode (an-

wendbarer Saldosteuersatz: 6.1%) sowie nach vereinbarten Entgelten ab. 

B.  

Gestützt auf eine am 10. August 2017, 15. Januar 2018 sowie 24. Septem-

ber 2018 beim Steuerpflichtigen durchgeführte (zuvor angekündigte) Kon-

trolle stellte die ESTV unter anderem das Vorliegen von Umsatzdifferenzen 

sowie das Fehlen notwendiger Aufzeichnungen bzw. Unterlagen fest, wes-

wegen sie diverse Ermessenseinschätzungen vornahm. Insgesamt führten 

die Feststellungen der ESTV gemäss der Einschätzungsmitteilung (EM) 

Nr. (…) vom 2. November 2018 (für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 

zum 31. Dezember 2015) zu einer Steuerkorrektur (Nachbelastung) von Fr. 

59'573.-- zuzüglich Verzugszins seit dem 30. April 2014 (mittlerer Verfall) 

bzw. gemäss der EM Nr. (…) vom 2. November 2018 (für den Zeitraum 

vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2017) zu einer Steuerkorrektur 

(Nachbelastung) von Fr. 59'057.-- zuzüglich Verzugszins seit dem 31. Mai 

2017 (mittlerer Verfall). 

C.  

Mit Schreiben vom 28. Januar 2019 wurden die Ermessenseinschätzungen 

der ESTV vom Steuerpflichtigen bestritten und es wurde eine Frist zur er-

gänzenden Begründung beantragt. Die in der Folge von der ESTV ge-

währte Frist wurde auf Ersuchen des Steuerpflichtigen fünf Mal erstreckt, 

letztmals am 5. September 2019 bis zum 31. Oktober 2019 mit dem expli-

ziten Hinweis, dass die Fristverlängerung «letztmalig» sei und eine weitere 

Erstreckung nicht möglich sei.  

D.  

Mittels Schreibens vom 31. Oktober 2019 ersuchte der Steuerpflichtige die 

ESTV wegen Krankheit «und entsprechender Arbeitsunfähigkeit» um eine 

weitere Fristverlängerung bis «Ende November 2019» und reichte in die-

sem Zusammenhang ein «Arbeitsunfähigkeitszeugnis» eines Arztes ein, 

gemäss welchem ihm eine Arbeitsunfähigkeit (100%) für die Zeit vom 

28. Oktober 2019 bis zum 17. November 2019 attestiert wurde. 

A-2589/2020 

Seite 3 

E.  

Am 26. November 2019 erliess die ESTV eine Verfügung, wonach die 

Mehrwertsteuerforderungen gegenüber dem Steuerpflichtigen für die Steu-

erperioden 2011 bis 2015 auf Fr. 53'890.-- zuzüglich Verzugszins seit dem 

30. April 2014 (mittlerer Verfall) bzw. für die Steuerperioden 2016 sowie 

2017 auf Fr. 51'213.-- zuzüglich Verzugszins seit dem 31. Mai 2017 (mitt-

lerer Verfall) betrage. Im Rahmen des Verfügungsverfahrens wurden auf-

grund diverser von der ESTV vorgenommener Korrekturen die Nachforde-

rung gemäss der EM Nr. (…) vom 2. November 2018 um Fr. 5'683.-- und 

die Nachforderung gemäss der EM Nr. (…) vom 2. November 2018 um 

Fr. 7'844.-- herabgesetzt. 

F.  

Mit Schreiben vom 13. Januar 2020 erhob der Steuerpflichtige Einsprache 

gegen die Verfügung der ESTV vom 26. November 2020 und beantragte 

die Aufhebung der Verfügung sowie die Einräumung einer Frist von 30 Ta-

gen zur ergänzenden Einsprachebegründung. Überdies sei die Frist ge-

mäss Fristverlängerungsgesuch vom 31. Oktober 2019 wiederherzustel-

len.  

G.  

In ihrem Schreiben vom 14. Februar 2020 räumte die ESTV dem Steuer-

pflichtigen eine nicht verlängerbare Nachfrist von fünf Tagen ab Zustellung 

ihres Schreibens ein, um die fehlenden Beweismittel anzugeben und nach-

zureichen sowie um eine allfällige Ergänzung in Bezug auf die Begründung 

der Einsprache vorzunehmen. 

H.  

Nachdem sich der Steuerpflichtige innert der letztgenannten Frist nicht ver-

nehmen liess, hielt die ESTV in ihrem Einspracheentscheid vom 26. März 

2020 an ihrer mit Verfügung vom 26. November 2019 festgesetzten Steu-

erforderung gegenüber dem Steuerpflichtigen fest und wies dessen Ein-

sprache ab. 

I.  

Mit Eingabe vom 18. Mai 2020 erhebt der Steuerpflichtige (nachfolgend 

auch: Beschwerdeführer) am Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ge-

gen den Einspracheentscheid der ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) 

vom 26. März 2020. Er beantragt was folgt: 1. Der Einspracheentscheid sei 

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Seite 4 

aufzuheben; 2. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen; 3. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen; 4. Es seien die 

Verfahrensakten beizuziehen; 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

J.  

Mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2020 beantragt die Vorinstanz die Abwei-

sung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers 

sowie die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 26. März 2020. 

K.  

Mit Verfügung vom 17. Juli 2020 wurde dem Beschwerdeführer Frist bis 

zum 17. August 2020 gesetzt, um eine Stellungnahme zur Vernehmlas-

sung der Vorinstanz einzureichen. In der Folge wurde diese Frist mehrfach 

verlängert, letztmalig bis zum 16. November 2020.  

L.  

Mit Eingabe vom 16. November 2020 stellt der Beschwerdeführer zusätz-

lich zu den bereits in seiner Beschwerde vom 18. Mai 2020 gestellten An-

trägen den Eventualantrag, die Wiederherstellung der Frist sei zu verfügen 

und dem Beschwerdeführer sei eine entsprechende Frist formell einzuräu-

men. 

M.  

Mit Schreiben vom 25. November 2020 verzichtet die Vorinstanz auf eine 

weitere Stellungnahme. 

N.  

In seiner Eingabe vom 10. Dezember 2020 hält der Beschwerdeführer voll-

umfänglich an seinen bereits gestellten Anträgen fest. 

O.     

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird – soweit entscheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

  

A-2589/2020 

Seite 5 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.     

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG; SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021). Eine Aus-

nahme in sachlicher Hinsicht nach Art. 32 VGG liegt nicht vor und die Vo-

rinstanz ist eine Behörde im Sinn von Art. 33 VGG. 

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem 

VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Der Be-

schwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde berechtigt (Art. 48 Abs. 1 

VwVG), hat diese rechtzeitig und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG) sowie den Vorschuss für die Verfahrenskosten 

fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 i.V.m. Art. 21 Abs. 3 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist demnach – mit der in E. 3.1.3 genannten Ein-

schränkung – einzutreten. 

1.2 Der hier zu beurteilende Sachverhalt betrifft die Steuerperioden 2011 

bis und mit 2017. In materieller Hinsicht findet daher vorliegend aus-

schliesslich das am 1. Januar 2010 in Kraft getretene Mehrwertsteuerge-

setz (MWSTG, AS 2009 5203) bzw. die dazugehörige Mehrwertsteuerver-

ordnung vom 27. November 2009 (MWSTV, AS 2009 6743) Anwendung, 

auf welche nachfolgend referenziert wird. Nicht zu berücksichtigen sind im 

vorliegenden Fall namentlich die per 1. Januar 2018 und 1. Januar 2019 in 

Kraft getretenen Änderungen des MWSTG (SR 641.20). 

Soweit im Folgenden auch auf die Rechtsprechung zum früheren Mehr-

wertsteuergesetz vom 2. September 1999 (aMWSTG, AS 2000 1300) bzw. 

zur Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (aMWSTV, AS 

1994 1464) verwiesen wird, liegt der Grund darin, dass die gesetzlichen 

Vorschriften soweit hier interessierend inhaltlich nicht geändert haben und 

die Rechtsprechung für das MWSTG übernommen werden kann. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verlet-

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Seite 6 

zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un-

vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 

1.4 Im Beschwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime, wonach die 

entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von sich aus 

abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen muss (teilweise ein-

geschränkt durch Mitwirkungspflichten der Verfahrensbeteiligten). Die Be-

schwerdeinstanz nimmt jedoch nicht von sich aus zusätzliche Sachver-

haltsabklärungen vor oder untersucht weitere Rechtsstandpunkte, für die 

sich aus den vorgebrachten Rügen oder den Akten nicht zumindest An-

haltspunkte ergeben (BVGE 2010/64 E. 1.4.1; anstelle vieler: Urteile des 

BVGer A-5551/2019 vom 14. Januar 2021 E. 1.4, A-4544/2019 vom 5. Mai 

2020 E. 1.5 m.w.H.). 

1.5 Gelangt das Gericht trotz genügender Abklärung des Sachverhalts un-

ter Respektierung des Untersuchungsgrundsatzes und aufgrund der 

(freien) Beweiswürdigung (vgl. Art. 81 Abs. 3 MWSTG) nicht zur Überzeu-

gung, eine rechtserhebliche Tatsache habe sich verwirklicht, so stellt sich 

die Frage, wer die Folgen der Beweislosigkeit trägt. Im Steuerrecht gilt 

grundsätzlich, dass die Steuerbehörde die (objektive) Beweislast für Tatsa-

chen trägt, welche die Steuerpflicht als solche begründen oder die Steuer-

forderung erhöhen (steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen). Dem-

gegenüber ist die steuerpflichtige Person für die steueraufhebenden und 

steuermindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsa-

chen, welche eine Steuerbefreiung oder Steuerbegünstigung bewirken 

(anstelle vieler: Urteil des BGer 2C_715/2013 vom 13. Januar 2014 

E. 2.3.3; Urteile des BVGer A-4544/2019 vom 5. Mai 2020, E. 1.6,  

A-6390/2016 und A-6393/2016 vom 14. September 2017 E. 1.4 m.w.H.). 

2.  

2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland von steuerpflichtigen 

Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen; sie sind steuerbar, soweit 

das MWSTG keine Ausnahme vorsieht (Inlandsteuer, Art. 18 Abs. 1 

MWSTG). Als Leistung gilt die Einräumung eines verbrauchsfähigen wirt-

schaftlichen Wertes an eine Drittperson in Erwartung eines Entgelts (Art. 3 

Bst. c MWSTG). Sie besteht in einer Lieferung oder einer Dienstleistung 

(vgl. Art. 3 Bst. d und e MWSTG). 

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2.2 Mehrwertsteuerpflichtig ist, wer unabhängig von Rechtsform, Zweck 

und Gewinnabsicht ein Unternehmen betreibt und nicht von der Steuer-

pflicht befreit ist. Ein Unternehmen betreibt, wer eine auf die nachhaltige 

Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausgerichtete berufliche oder 

gewerbliche Tätigkeit selbständig ausübt und unter eigenem Namen nach 

aussen auftritt (Art. 10 Abs. 1 Bst. a und b MWSTG, in der hier massgebli-

chen Fassung, vgl. E. 1.2 [dies gilt auch im Folgenden]). Befreit ist ein 

Steuerpflichtiger unter anderem, wenn er im Inland innerhalb eines Jahres 

weniger als Fr. 100'000.-- Umsatz aus steuerbaren Leistungen erzielt, so-

fern er nicht auf die Befreiung von der Steuerpflicht verzichtet (Art. 10 

Abs. 2 Bst. a MWSTG). Die Befreiung von der Steuerpflicht endet, sobald 

das Total der im letzten Geschäftsjahr erzielten Umsätze die Grenze von 

Fr. 100'000.-- erreicht hat oder absehbar ist, dass diese Grenze innerhalb 

von 12 Monaten nach der Aufnahme oder Ausweitung der unternehmeri-

schen Tätigkeit überschritten wird (Art. 14 Abs. 3 MWSTG). 

2.3 Die Mehrwertsteuer wird vom tatsächlich empfangenen Entgelt berech-

net (Art. 24 Abs. 1 Satz 1 MWSTG). 

2.4    

2.4.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Inlandsteuer erfolgt nach dem 

Selbstveranlagungsprinzip. Der Steuerpflichtige stellt dabei eigenständig 

fest, ob er die Voraussetzungen der subjektiven Steuerpflicht erfüllt (Art. 10 

und 66 MWSTG), ermittelt die Steuerforderung selber (Art. 71 MWSTG) 

und begleicht diese innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungs-

periode (Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Dies bedeutet vorab, dass der Leistungs-

erbringer bereits für die Feststellung seiner Mehrwertsteuerpflicht selbst 

verantwortlich ist und sich gegebenenfalls unaufgefordert anzumelden hat 

(Art. 56 Abs. 1 aMWSTG; vgl. Urteil des BVGer A-4922/2012 vom 14. Juni 

2013 E. 2.3). Bei festgestellter Steuerpflicht hat er sodann selbst und un-

aufgefordert über seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und die 

Steuer an die ESTV abzuliefern (vgl. Urteil des BGer 2C_1077/2012, 

2C_1078/2012 vom 24. Mai 2014 E. 2.1 sowie Urteil des BVGer  

A-3050/2015 vom 6. Oktober 2015 E. 2.5.1 m.w.H.). Allerdings kann die 

ESTV bei steuerpflichtigen Personen Kontrollen durchführen (Art. 78 

MWSTG). Solche Kontrollen sind innert 360 Tagen seit der Ankündigung 

mit einer Einschätzungsmitteilung abzuschliessen, wobei darin der Umfang 

der Steuerforderung für den kontrollierten Zeitraum festgehalten wird 

(Art. 78 Abs. 5 MWSTG; Urteil des BGer 2C_326/2015 vom 24. November 

2016 E. 3.2; zum Ganzen: Urteile des BVGer A-5551/2019 vom 14. Januar 

2021 E. 2.4.1, A-1618/2018 vom 26. März 2019 E. 2.2.1). 

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Seite 8 

2.4.2 Zu den Pflichten der mehrwertsteuerpflichtigen Person gehört insbe-

sondere auch die ordentliche Buchführung. Der Mehrwertsteuerpflichtige 

hat seine Geschäftsbücher und Aufzeichnungen nach den handelsrechtli-

chen Grundsätzen zu führen (Art. 70 Abs. 1 MWSTG). Die Buchführung ist 

das lückenlose und planmässige Aufzeichnen sämtlicher Geschäftsvorfälle 

einer Unternehmung auf der Grundlage von Belegen. Sie schlägt sich in 

den Geschäftsbüchern und den zugehörigen Aufzeichnungen nieder (vgl. 

Urteile des BVGer A-4580/2014 vom 9. Juni 2015 E. 3.4.2 und  

A-6198/2012 vom 3. September 2013 E. 2.7.2; BEATRICE BLUM, in: Gei-

ger/Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, 2012, Rz. 3 ff. zu Art. 70 

MWSTG; vgl. zum Ganzen etwa: Urteile des BVGer A-5551/2019 vom 

14. Januar 2021 E. 2.4.2, A-5892/2018 vom 4. Juli 2019 E. 2.4.2, je 

m.w.H.). 

2.4.3 Auch Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit weniger 

als Fr. 500'000.-- Umsatzerlös im letzten Geschäftsjahr müssen über die 

Einnahmen und Ausgaben sowie über die Vermögenslage Buch führen 

(Art. 957 Abs. 2 Ziff. 1 OR [SR 220]), wobei auch für diese Unternehmen 

die Grundsätze ordnungsmässiger Buchführung (Art. 957a Abs. 2 OR) 

sinngemäss gelten (Art. 957 Abs. 3 OR). Die steuerpflichtige Person hat 

ihre Geschäftsbücher und Aufzeichnungen gemäss Art. 70 Abs. 1 MWSTG 

nach den handelsrechtlichen Grundsätzen zu führen. Die ESTV kann aus-

nahmsweise darüber hinausgehende Aufzeichnungspflichten erlassen, 

wenn dies für die ordnungsgemässe Erhebung der Mehrwertsteuer uner-

lässlich ist. Art. 128 Abs. 1 Bst. b MWSTV wiederum bestimmt, dass die 

ESTV von der steuerpflichtigen Person die Einreichung der rechtsgültig un-

terzeichneten Jahresrechnung oder, wenn die steuerpflichtige Person nicht 

buchführungspflichtig ist, die Einreichung einer Aufstellung über die Ein-

nahmen und Ausgaben sowie über das Geschäftsvermögen zu Beginn und 

am Ende der Steuerperiode verlangen kann.  

2.5    

2.5.1 Liegen keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vor (Verstoss 

gegen die formellen Buchführungsvorschriften) oder stimmen die ausge-

wiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht 

überein (Verstoss gegen die materiellen Buchführungsregeln), so schätzt 

die ESTV die Steuerforderung nach pflichtgemässem Ermessen ein 

(Art. 79 Abs. 1 MWSTG) und die Festsetzung der Steuerforderung erfolgt 

mit einer Einschätzungsmitteilung (Art. 79 Abs. 2 MWSTG; weiterführend 

zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_885/2019 vom 5. März 2020 E. 5.3 

A-2589/2020 

Seite 9 

m.w.H.; Urteile des BVGer A-1098/2019 vom 10. September 2019 E. 2.2.2, 

A-5892/2018 vom 4. Juli 2019 E. 2.5.2, je m.w.H.). 

2.5.2 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist 

die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach 

pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die ESTV hat dabei alle Um-

stände zu beachten, von denen sie Kenntnis hat. Wohl hat die Steuerbe-

hörde eine vorsichtige Schätzung anzustellen, doch ist sie nicht verpflich-

tet, im Zweifelsfall die für die steuerpflichtige Person günstigste Annahme 

zu treffen. Im Gegenteil, es soll vermieden werden, dass Steuerpflichtige, 

die ihren Mitwirkungspflichten nicht nachkommen, am Ende bessergestellt 

werden als solche, die es tun. Die Verletzung von Verfahrenspflichten darf 

sich nicht lohnen. Fälle, in denen die Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungs-

pflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, unvollständige oder ungenügende 

Aufzeichnungen über ihre Umsätze (bzw. hinsichtlich der Feststellung oder 

Überprüfung der Steuerpflicht) führen, dürfen keine Steuerausfälle zur 

Folge haben (vgl. statt vieler: Urteil des BGer 2C_1077/2012, 

2C_1078/2012 vom 24. Mai 2014 E. 2.3 m.w.H.; Urteile des BVGer  

A-5892/2018 vom 4. Juli 2019 E. 2.6.1, A-7088/2016 vom 11. Dezember 

2017 E. 2.5.1 und A-874/2017 vom 23. August 2017 E. 2.6.3 m.w.H.). 

2.5.3 Ist die ESTV verpflichtet, eine Schätzung nach pflichtgemässem Er-

messen vorzunehmen, hat sie diejenige Schätzungsmethode zu wählen, 

die den individuellen Verhältnissen im Betrieb der steuerpflichtigen Person 

soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen Annahmen beruht und 

deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (statt vieler: 

Urteile des BGer 2C_950/2015 vom 11. März 2016 E. 4.5, 2C_576/2015 

vom 29. Februar 2016 E. 3.4 und 2C_1077/2012, 2C_1078/2012 vom 

24. Mai 2014 E. 2.3). In Betracht kommen Schätzungsmethoden, die auf 

eine Ergänzung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hin-

auslaufen, aber auch Umsatzschätzungen aufgrund unbestrittener Teil-

Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungssätzen. Die brauchba-

ren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandene Belege sind soweit als 

möglich bei der Schätzung zu berücksichtigen. Sie können durchaus als 

Basiswerte der Ermessenstaxation fungieren (statt vieler: Urteile des 

BVGer A-874/2017 vom 23. August 2017 E. 2.6.4, A-3050/2015 vom 6. Ok-

tober 2015 E. 2.7.2 und A-665/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 2.6.2, je 

m.w.H.; PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, ASA 69 

S. 530 ff.). 

A-2589/2020 

Seite 10 

2.5.4 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft das Vorliegen der Voraus-

setzungen für die Vornahme einer Ermessenstaxation uneingeschränkt. 

Bei der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagun-

gen auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht als ausserhalb der Ver-

waltungsorganisation und Behördenhierarchie stehendes, von der richter-

lichen Unabhängigkeit bestimmtes Gericht trotz des möglichen Rügegrun-

des der Unangemessenheit (vgl. vorne E. 1.3) eine gewisse Zurückhaltung 

und reduziert dergestalt seine Prüfungsdichte. Grundsätzlich setzt das 

Bundesverwaltungsgericht nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle 

desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei der Schätzung erhebliche Er-

messensfehler unterlaufen sind. Diese Praxis wurde vom Bundesgericht 

wiederholt bestätigt (vgl. Urteile des BGer 2C_950/2015 vom 11. März 

2016 E. 4.5, 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.3 und 2C_426/2007 vom 

22. November 2007 E. 4.3; Urteile des BVGer A-5892/2018 vom 4. Juli 

2019 E. 2.8.1, A-1133/2018 vom 26. September 2018 E. 2.8.1). 

2.5.5 Für das Vorliegen der Voraussetzungen einer Ermessenseinschät-

zung ist nach der allgemeinen Beweislastregel die ESTV beweisbelastet 

(E. 1.5). Sind die Voraussetzungen erfüllt («erste Stufe») und erscheint die 

vorinstanzliche Schätzung nicht bereits im Rahmen der durch das Bundes-

verwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung (E. 2.5.4) vorzuneh-

menden Prüfung als pflichtwidrig («zweite Stufe»), obliegt es – in Umkehr 

der allgemeinen Beweislast – der steuerpflichtigen Person, den Nachweis 

für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen («dritte Stufe»).  

Weil das Ergebnis der Ermessensveranlagung selbst auf einer Schätzung 

beruht, kann sich die steuerpflichtige Person gegen eine zulässigerweise 

durchgeführte Ermessenseinschätzung nicht mit allgemeiner Kritik zur 

Wehr setzen. Namentlich kann sie sich nicht darauf beschränken, die Kal-

kulationsgrundlagen der Ermessenseinschätzung pauschal zu kritisieren. 

Vielmehr hat sie anhand von Belegen nachzuweisen, dass die von der 

ESTV vorgenommene Schätzung offensichtlich unrichtig ist (statt vieler: 

Urteile des BGer 2C_1077/2012, 2C_1078/2012 vom 24. Mai 2014 E. 2.5 

und 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.3; vgl. zum Ganzen statt vieler: 

Urteil des BVGer A-7088/2016 vom 11. Dezember 2017 E. 2.6.3 m.w.H.). 

Gelingt es der steuerpflichtigen Person nicht, zu beweisen, dass das Er-

gebnis der Ermessenseinschätzung klarerweise nicht mit den tatsächli-

chen Gegebenheiten übereinstimmt, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit 

zu tragen und es bleibt bei der bisherigen Schätzung. Dies ist das Resultat 

einer Situation, die sie letztlich selber zu vertreten hat. Die steuerpflichtige 

A-2589/2020 

Seite 11 

Person muss somit die Ungewissheit tragen, die eine Schätzung zwangs-

läufig mit sich bringt (vgl. Urteile des BVGer A-5892/2018 vom 4. Juli 2019 

E. 2.8, A-1133/2018 vom 26. September 2018 E. 2.8.2 und A-7215/2014 

vom 2. September 2015 E. 2.8.3). 

2.6 Die Steuerforderung ist innert 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungs-

periode durch die steuerpflichtige Person zu begleichen (Zahlungsfrist; 

Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Bei verspäteter Zahlung ist ohne Mahnung und 

unabhängig vom Verschulden ein Verzugszins zu bezahlen (Art. 87 

MWSTG). Der Verzugszinssatz beläuft sich gemäss der massgeblichen 

Verordnung für die Zeit bis zum 31. Dezember 2009 auf 5% und vom 1. Ja-

nuar 2010 bis zum 31. Dezember 2011 auf 4.5%. Ab dem 1. Januar 2012 

beträgt er noch 4% (Art. 108 Bst. a MWSTG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. a-c der 

Verordnung des EFD vom 11. Dezember 2009 über die Verzugs- und Ver-

gütungszinssätze [SR 641.207.1]). Vom 20. März 2020 bis zum 31. De-

zember 2020 ist bei verspäteter Zahlung der Mehrwertsteuer allerdings 

kein Verzugszins geschuldet (Art. 2 der Verordnung über den befristeten 

Verzicht auf Verzugszinsen bei verspäteter Zahlung von Steuern, Len-

kungsabgaben und Zollabgaben sowie Verzicht auf die Darlehensrücker-

stattung durch die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit vom 

20. März 2020 [SR 641.207.2]). Sind mehrere Abrechnungsperioden be-

troffen wird der Verzugszins praxisgemäss ab dem mittleren Verfall erho-

ben (Urteile des BVGer A-719/2018 vom 2. Mai 2019 E. 3.8 und  

A-6905/2015 vom 22. Juni 2016 E. 15.1 m.w.H.). 

2.7    

2.7.1 Die Regelung der Fristwiederherstellung gemäss Art. 24 VwVG ent-

spricht dem allgemeinen Grundsatz des Rechts auf ein faires Verfahren 

(Art. 29 Abs. 1 BV; Urteile des BVGer A-643/2019 vom 11. September 2019 

E. 2.6.1, A-5569/2018 vom 3. Juni 2019 E. 2.5.1 und A-2656/2018 vom 

19. Dezember 2018 E. 3.4; STEFAN VOGEL, in: Auer/Müller/Schindler 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren 

[VwVG], 2. Aufl. 2019 [nachfolgend: Kommentar VwVG], Art. 24 Rz. 2). 

Demnach kann eine Frist auf Gesuch hin wiederhergestellt werden, wenn 

die gesuchstellende Person (oder ihr Vertreter) unverschuldet davon abge-

halten worden ist, fristgemäss zu handeln. Hierfür muss sie innert 30 Tagen 

seit Wegfall des Hindernisses ein begründetes Begehren um Wiederher-

stellung einreichen und zugleich die versäumte Rechtshandlung nachholen 

(Art. 24 Abs. 1 VwVG). Die Wiederherstellung der versäumten Frist ist so-

mit sowohl an formelle als auch materielle Voraussetzungen geknüpft. Sind 

Erstere gegeben, ist auf ein entsprechendes Gesuch einzutreten; werden 

A-2589/2020 

Seite 12 

auch die weiteren Anforderungen erfüllt, ist es überdies gutzuheissen (VO-

GEL, Kommentar VwVG, a.a.O., Art. 24 Rz. 6). 

2.7.2 Als unverschuldet gilt ein Versäumnis dann, wenn der betroffenen 

Person keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann und objektive 

Gründe, d.h. solche, auf die sie keinen Einfluss nehmen kann, vorliegen. 

Massgeblich sind nur solche Gründe, welche einer Person die Wahrung 

ihrer Interessen auch bei Einsatz der gehörigen Sorgfalt gänzlich verun-

möglichen oder in unzumutbarer Weise erschweren. Die Verhinderung 

muss derart unvorhergesehen auftreten, dass es nicht mehr möglich ist, 

die Vornahme der geforderten Handlung durch eine Drittperson zu bewir-

ken (Urteile des BVGer A-643/2019 vom 11. September 2019 E. 2.6.2,  

A-1328/2018 vom 18. April 2018 E. 2.2 f.; VOGEL, Kommentar VwVG, 

a.a.O., Art. 24 Rz. 10 f.). Nicht als unverschuldete Hindernisse gelten na-

mentlich Unkenntnis der gesetzlichen Vorschriften, Arbeitsüberlastung, Fe-

rienabwesenheit oder organisatorische Unzulänglichkeiten. Taugliche Ent-

schuldigungsgründe bilden etwa Naturkatastrophen, Militärdienst oder 

schwerwiegende Erkrankungen. Aus Gründen der Rechtssicherheit und ei-

nes geordneten Verfahrens darf ein Hinderungsgrund nicht leichthin ange-

nommen werden. Die Rechtsprechung zur Wiederherstellung der Frist ist 

allgemein (sehr) restriktiv (vgl. zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_734/2012 

vom 25. März 2013 E. 3.3; Urteil des BVGer A-2656/2018 vom 19. Dezem-

ber 2018 E. 3.4 m.w.H.; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.139 ff.; VOGEL, Kom-

mentar VwVG, a.a.O., Art. 24 Rz. 9 f.). 

2.7.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Tatsache, dass 

ein Krankheitszustand jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln 

verunmöglicht und somit ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung füh-

rendes Hindernis darstellt, nur dann als bewiesen anzusehen, wenn dies 

mit einschlägigen Arztzeugnissen belegt ist, wobei die blosse Bestätigung 

eines Krankheitszustandes bzw. die Bestätigung einer vollständigen Ar-

beitsunfähigkeit regelmässig nicht genügt (Urteile des BGer 6B_230/2010 

vom 15. Juli 2010 E. 2.2, 2C_444/2010 vom 10. Juni 2010 E. 2). 

 

3.  

3.1 Im vorliegenden Fall ist zunächst auf das Vorbringen des Beschwerde-

führers einzugehen, wonach ihm die ESTV trotz seines Gesuchs vom 

31. Oktober 2019 keine Fristerstreckung bzw. Wiederherstellung der Frist 

gewährt habe. In der Beschwerde beanstandet er, dass das rechtliche Ge-

A-2589/2020 

Seite 13 

hör verletzt worden sei, da die Vorinstanz auf die vom ihm geltend ge-

machte Arbeitsunfähigkeit nicht eingetreten sei. In der Eingabe vom 

16. November 2020 bringt er vor, er habe rechtzeitig und ordentlich ein 

Arztzeugnis wegen entsprechender Arbeitsunfähigkeit ins Recht gelegt. 

Die Vorinstanz habe jedoch diesen Verhinderungsgrund nicht berücksich-

tigt und «dadurch nicht willkürfrei unter Verletzung der Verfahrensgarantie 

des fairen Verfahrens und des Verfahrens in Beachtung von Treu und Glau-

ben» gehandelt. Die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, bei Nichtge-

währung oder eines Nichtvorliegens eines Grundes für die Wiederherstel-

lung einer Frist separat zu verfügen. Der Beschwerdeführer sei somit in 

«bona fide» davon ausgegangen, dass die Frist wiederhergestellt werde.  

3.1.1 Der Beschwerdeführer hat mit dem Schreiben vom 31. Oktober 2019 

bei der Vorinstanz ein Gesuch um Fristverlängerung bis «Ende November 

2019» eingereicht. In diesem Zusammenhang hat er ein «Arbeitsunfähig-

keitszeugnis» eines Arztes vorgelegt, gemäss welchem ihm eine Arbeits-

unfähigkeit (100%) für die Zeit vom 28. Oktober 2019 bis zum 17. Novem-

ber 2019 attestiert wurde. Dem vorausgegangen waren bereits diverse 

Fristverlängerungsgesuche des Beschwerdeführers, um zu den Einschät-

zungsmitteilungen Stellung nehmen zu können und Unterlagen einzu-

reichen, die von der ESTV jeweils bewilligt wurden. Schliesslich wurde mit-

tels Schreibens vom 5. September 2019 von der ESTV eine «letztmalige» 

Verlängerung bis zum 31. Oktober 2019 genehmigt, wobei ausdrücklich 

darauf hingewiesen wurde, dass eine weitere Verlängerung der Frist nicht 

möglich sei. Die Verfügung der Vorinstanz zur Festsetzung der Mehrwert-

steuerforderung erging schliesslich am 26. November 2019. 

3.1.2 In Anbetracht der zahlreichen Gesuche des Beschwerdeführers und 

der in der Folge über viele Monate hinweg gewährten Fristerstreckungen 

ist zunächst das Vorgehen der Vorinstanz, wonach dem Beschwerdeführer 

die letztmalige Fristerstreckung ankündigungsgemäss nicht mehr erstreckt 

bzw. verlängert wurde, nicht zu beanstanden. 

3.1.3 Die Vorinstanz hat sodann, wie der Beschwerdeführer bemängelt, die 

Frist auch nicht wiederhergestellt.  

Zunächst einmal kann entgegen der Argumentation in der Beschwerde 

nicht davon gesprochen werden, dass die Vorinstanz das Gesuch des Be-

schwerdeführers «ignoriert» hätte: So wurde bereits in der Verfügung vom 

26. November 2019 das implizit am 31. Oktober 2019 gestellte Gesuch 

unter dem Blickwinkel der Grundsätze zur Fristwiederherstellung gewürdigt 

A-2589/2020 

Seite 14 

(Verfügung Ziff. 2.1, S. 5 unten) und in der Folge keine weitere «Fristerstre-

ckung» gewährt (Verfügung Ziff. 2.2, S. 6 oben), womit zweifellos auch ge-

meint war, dass keine Fristwiederherstellung gewährt werden sollte. Im 

Einspracheentscheid wurde die Fristwiederherstellung, welche mit der Ein-

sprache beantragt worden war, erneut nicht gewährt (vgl. Einspracheent-

scheid Ziff. 2.1.2.2, S. 6). Die negative Beurteilung seines Gesuchs ergibt 

sich also sowohl aus den Erwägungen in der Verfügung der Vorinstanz vom 

26. November 2019 sowie aus denjenigen im Einspracheentscheid vom 

26. März 2020 und der (vollumfänglichen) Abweisung seiner Einsprache. 

Entsprechend konnte der Beschwerdeführer – entgegen seinem Vorbrin-

gen – auch nicht «bona fide» davon ausgehen, dass ihm eine solche Frist-

wiederherstellung gewährt würde. Und schliesslich war es auch nicht nötig, 

die Ablehnung des Gesuchs in einer separaten Verfügung vorzunehmen, 

wie der Beschwerdeführer beanstandet; die Vorinstanz konnte dies durch-

aus im Rahmen der genannten Verfügung bzw. des genannten Entscheids 

tun. 

Ein Fristwiederherstellungsgesuch ist sodann immer bei der Behörde zu 

stellen, welche die Frist angeordnet hat. Dies gilt auch, wenn die Behörde 

bereits einen Entscheid gefällt hat (vgl. dazu etwa Urteil des BGer 

2C_345/2010 vom 10. Mai 2012 E. 2.2). Im vorliegenden Fall hat die  

Vorinstanz die Frist angesetzt, weswegen auf das mit Eingabe vom 16. No-

vember 2020 an das Bundesverwaltungsgericht nochmals gestellte Frist-

wiederherstellungsgesuch (betreffend die gleiche Frist) nicht eingetreten 

werden kann. Vielmehr ist vorliegend darüber zu befinden, ob die Vo-

rinstanz die Fristwiederherstellung zu Recht nicht gewährt hat.  

Wie in E. 2.7.1 bereits ausgeführt, ist ein Fristwiederherstellungsgesuch an 

formelle und materielle Voraussetzungen geknüpft. Auf formeller Seite wird 

vorausgesetzt, dass innert 30 Tagen seit Wegfall des Hindernisses ein be-

gründetes Begehren um Wiederherstellung eingereicht und zugleich die 

versäumte Handlung nachgeholt werden. Der Beschwerdeführer verlangte 

zwar bei der Vorinstanz die Wiederherstellung der Frist, holte aber die 

Handlung nicht nach, weder gleichzeitig mit dem Gesuch um Fristerstre-

ckung/-wiederherstellung, noch später nach Wegfall des (angeblichen) 

Hindernisses. Mangels formeller Voraussetzung wäre die Vorinstanz somit 

befugt gewesen, auf das Gesuch nicht eintreten. 

Die Rechtsprechung zur Wiederherstellung der Frist ist allgemein sehr rest-

riktiv (vgl. dazu ausführlich vorne E. 2.7). Das vom Beschwerdeführer ein-

A-2589/2020 

Seite 15 

gereichte Arbeitsunfähigkeitszeugnis, welches ihm – ohne weitere Präzi-

sierungen – eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 28. Oktober 2019 bis 

17. November 2019 bescheinigt, genügt im Lichte der Rechtsprechung 

nicht, um einen Krankheitszustand nachzuweisen, welcher jegliches auf 

die Fristwahrung gerichtetes Handeln verunmöglicht und daher ein unver-

schuldetes, zur Wiederherstellung führendes Hindernis darstellt. Hinzu 

kommt: Insgesamt hatte der Beschwerdeführer in Anbetracht der vielzähli-

gen vorgängigen Fristerstreckungen ungefähr neun Monate Zeit um die er-

suchte Eingabe einzureichen. Nicht zuletzt auch in diesem Kontext be-

trachtet und aufgrund der ausdrücklichen Androhung der Vorinstanz, diese 

letztmalig gesetzte Frist nicht mehr zu verlängern, wäre vom Beschwerde-

führer zu verlangen und auch zumutbar gewesen, frühzeitig einen Vertreter 

oder eine Hilfsperson mit der Aufgabe zu betrauen. Rechtsanwälte haben 

sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich so zu or-

ganisieren, dass Fristen im Falle einer Verhinderung trotzdem gewahrt wer-

den können (vgl. vorne E. 2.7.2). Ein Wiederherstellungsgrund ist somit 

vorliegend nicht nachgewiesen. 

Schliesslich ist festzuhalten, dass die Nicht-Wiederherstellung der Frist 

durch die Vorinstanz keinerlei Rechtsnachteile für den Beschwerdeführer 

zur Folge hatte, da dieser seine Begründung und weitere Unterlagen jeder-

zeit hätte nachreichen können, welche entsprechend auch im Einsprache-

verfahren sowie im vorliegenden Beschwerdeverfahren noch berücksich-

tigt worden wären. Der Beschwerdeführer hat aber bis heute darauf ver-

zichtet, eine substantiierte Begründung oder weitere Unterlagen einzu-

reichen (vgl. dazu bereits E. 3.1.3 Absatz 2). Infolgedessen kann auch von 

einer Verletzung des rechtlichen Gehörs keine Rede sein.  

3.1.4 Insgesamt waren somit weder die formellen noch die materiellen Vo-

raussetzungen an eine Fristwiederherstellung erfüllt. Folglich ist die Be-

schwerde in diesem Punkt abzuweisen. 

4.  

4.1 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz den Umsatz des Beschwerde-

führers betreffend die Steuerjahre 2011 bis 2017 ermessensweise ermittelt 

und fordert (über die für diese Perioden bereits abgerechneten Beträge 

hinaus) für die Steuerperioden 2011 bis 2015 Fr. 53'890.-- Mehrwertsteuer 

zuzüglich Verzugszins seit dem 31. Mai 2017 sowie für die Steuerperioden 

2016 und 2017 Fr. 51'213.-- Mehrwertsteuer nach.  

 

A-2589/2020 

Seite 16 

Der Beschwerdeführer bestreitet die Rechtmässigkeit dieser Steuernach-

forderungen. In der Beschwerde macht er geltend, dass für seine Einzel-

firma die Einkommenssteuerveranlagung berücksichtigt werden müsse, 

welche aber noch nicht definitiv vorliege. Zudem seien die dem Entscheid 

zugrunde gelegten Umsätze «nicht validiert» und würden bestritten. Es 

gälte zu beachten und zu würdigen, welche Beträge Honorar und welche 

Beträge «Drittsummen» darstellten (Beschwerde Ziff. II.2). Seiner Meinung 

nach hätten die massgeblichen Unterlagen für eine Einschätzung der Vo-

rinstanz vorgelegen. Die Vorinstanz verkenne, dass ausser dem Ge-

schäftskonto bei der Bank keine weiteren Geschäftskonti beim Beschwer-

deführer vorgelegen hätten. Es sei bezüglich des Sachverhalts bis ins Jahr 

2017 alles offengelegt worden und bis zu diesem Jahr seien auch die ent-

sprechenden Veranlagungen durch die Wohnsitzgemeinde vorgenommen 

worden, was – so der Beschwerdeführer weiter – relevant sei, da er eine 

Einzelfirma führe. Es bestehe zudem nur eine Aufzeichnungspflicht für 

seine Einzelfirma, keine Buchführungspflicht. Weiter handle die Vorinstanz 

bei ihrer Ermessenseinschätzung in dem Sinn willkürlich, dass sie für die 

Folgejahre eine minimale jährliche Umsatzsteigerung von 25 bis 35% an-

nehme, was jeglicher Ermessenseinschätzungspraxis und auch den fakti-

schen Gegebenheiten widerspreche (zum Ganzen: Eingabe des Be-

schwerdeführers vom 16. November 2020 Ziff. 3 f.).  

4.2 Als Erstes ist im Folgenden zu prüfen, ob die Vorinstanz berechtigt war, 

eine Ermessenseinschätzung durchzuführen (E. 2.5.1 f.).  

 

Den soeben erwähnten Ausführungen des Beschwerdeführers ist entge-

genzuhalten, dass er vorliegend sehr wohl dazu verpflichtet war, über seine 

Einnahmen und Ausgaben sowie über seine Vermögenslage Buch zu füh-

ren (vgl. dazu ausführlich vorne E. 2.4, insbesondere E. 2.4.3). Dieser Auf-

zeichnungspflicht ist er jedoch nicht hinreichend nachgekommen. Der Vo-

rinstanz hat er zunächst lediglich teilweise Auszüge des Geschäftskontos 

bei der Bank vorgelegt. Erst anlässlich der Kontrolle durch die Vorinstanz 

hat der Treuhänder des Beschwerdeführers eine Aufstellung bezüglich der 

auf dem Geschäftskonto in den betreffenden Jahren eingegangenen Gut-

schriften erstellt (vgl. Verfügung Ziff. 3.1, S. 6 und Einspracheentscheid 

Ziff. 3.1.2, S. 7 f. sowie Vernehmlassungsbeilage Nr. 6). Vollständige Auf-

zeichnungen über alle Einnahmen und Ausgaben fehlten aber anlässlich 

der Kontrolle nach wie vor (und fehlen auch bis heute). Die Vorinstanz 

fragte gar beim für die direkten Steuern des Beschwerdeführers zuständi-

gen Steueramt nach, ob Buchhaltungsunterlagen vorliegen würden, was 

A-2589/2020 

Seite 17 

aber verneint wurde. In der Folge war die Vorinstanz nicht nur befugt, son-

dern vielmehr verpflichtet eine teilweise Ermessenseinschätzung gemäss 

Art. 79 MWSTG vorzunehmen (vgl. dazu vorne E. 2.5.1 f.).   

 

Wie die Vorinstanz bereits richtigerweise ausgeführt hat, ist der Hinweis 

des Beschwerdeführers auf die Einkommenssteuerveranlagung durch die 

zuständige kantonale Steuerbehörde irrelevant. Für die mehrwertsteuerli-

che Betrachtung ist die Rechtslage im Bereich der direkten Steuern grund-

sätzlich nicht massgebend. Es handelt sich um verschieden geartete Steu-

ersysteme und den beiden Steuerarten liegen unterschiedliche Besteue-

rungsziele zugrunde (BGE 123 II 295 E. 6b; Urteil des Bundesgerichts 

2A.222/2002 vom 4. September 2002 E. 3.4; Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts A-281/2009 vom 14. Oktober 2010 E. 6.1.4, A-1529/2006 

vom 18. März 2008 E. 3.1.3; BVGE 2007/23 E. 2.3.3). Die Vorinstanz war 

somit entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers nicht verpflichtet, 

auf die Einkommenssteuerveranlagung abzustellen.  

4.3    

4.3.1 Nachdem die Rechtmässigkeit der Vornahme einer Ermessensein-

schätzung bejaht wurde (E. 4.2), ist im Nachfolgenden zu prüfen, ob die 

Vorinstanz die Ermessensveranlagung pflichtgemäss vorgenommen hat 

(sog. "zweite Stufe" [E. 2.5.3 f.]; dazu E. 4.3.2 f.) und, falls dies zu bejahen 

ist, ob es dem Beschwerdeführer gelingt, die Unrichtigkeit der vorinstanzli-

chen Schätzung nachzuweisen (sog. "dritte Stufe" [E. 2.5.5]; dazu E. 4.4). 

 

4.3.2 An dieser Stelle ist also zu prüfen, ob das Vorgehen der Vorinstanz 

bei der Ermessensveranlagung zu schützen ist (sog. «zweite Stufe», 

E. 2.5.3 f.). Das Bundesverwaltungsgericht übt bei dieser Prüfung Zurück-

haltung und setzt nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen 

der Vorinstanz, wenn dieser erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind, 

sie ihr Ermessen mit anderen Worten nicht pflichtgemäss ausgeübt hat 

(E. 2.5.4). 

 

4.3.3 Die Vorinstanz legte in der Verfügung vom 26. November 2019 (insb. 

in Ziff. 3 ff., S. 6 ff.) ihr Vorgehen bei der Ermittlung der Steuerforderung 

einlässlich dar. Zudem ergibt sich das Vorgehen (welches anlässlich der 

Verfügung allerdings noch etwas angepasst wurde) aus den Ermessen-

scheinschätzungen und deren Anhängen.  

 

Die Vorinstanz hat sich dabei auf die erwähnte Aufstellung des Treuhän-

ders (vgl. Vernehmlassungsbeilage Nr. 6) abgestützt. Entsprechend den 

A-2589/2020 

Seite 18 

Angaben des Beschwerdeführers, dass nur die in der Spalte «Netto» auf-

geführten Beträge Umsätze darstellten, hat die Vorinstanz zunächst diese 

als steuerbaren Umsatz herangezogen (vgl. Verfügung Ziff. 3.1, S.6, EM 

Position 1 «Umsatzdifferenzen»). 

 

In einem weiteren Schritt hat sie zusätzlich diverse in der Aufstellung (in 

der Spalte «Einzahlungen» bzw. «kein Honorar») enthaltene Gutschriften 

ebenfalls als Umsatz aufgerechnet (vgl. Position 2 bis 3 bzw. 4 der EM), 

weil der Beschwerdeführer keine Nachweise für die Behauptung, es handle 

sich nicht um Umsätze, sondern um blosse Weiterleitungen bzw. private 

Einzahlungen, erbrachte (vgl. Verfügung Ziff. 4 bis 6, S. 7 ff.).  

 

Und schliesslich hat die Vorinstanz die so ermittelten Umsätze bezüglich 

der Jahre 2011, 2013, 2014 und 2016 als plausibel, jene der Jahre 2012, 

2015 und 2017 hingegen als nicht plausibel angesehen und für die beiden 

letztgenannten Jahre zusätzlich eine Schätzung vorgenommen (vgl. Verfü-

gung Ziff. 7.3.2 f., S. 10 ff., Aufstellungen in Vernehmlassungsbeilage Nr. 7 

sowie Position 4 bzw. 5 «Ermessenseinschätzung» der EM). Anders als 

noch anlässlich der Kontrolle und gemäss den Einschätzungsmitteilungen 

hat die Vorinstanz in der Verfügung vom 26. November 2019 keine alljähr-

lichen Umsatzsteigerungen unterstellt, sondern ist jeweils von gegenüber 

den Vorjahren vergleichbaren Verhältnissen ausgegangen (vgl. Verfügung 

Ziff. 7.3.2 f., S. 10 ff.). Wenn der Beschwerdeführer also die jährliche pro-

zentuale Umsatzsteigerung von 25 bis 35% beanstandet, so bezieht er sich 

auf eine frühere, aktuell nicht mehr im Streit stehende Schätzungsmethode 

und das entsprechende Vorbringen geht von vornherein fehl. 

 

Das Vorgehen der Vorinstanz bei der Ermittlung der Steuerforderung kann 

vorliegend nicht beanstandet werden. Die Vorinstanz stützte sich soweit 

möglich auf die erhältlichen Unterlagen (namentlich die erwähnte Aufstel-

lung des Treuhänders des Beschwerdeführers) und hat ihr Vorgehen nach-

vollziehbar dargelegt. Unter Berücksichtigung der gebotenen Zurückhal-

tung ist der Vorinstanz nicht vorzuwerfen, sie hätte das Ermessen nicht 

pflichtgemäss ausgeübt (vgl. dazu vorne E. 2.5.4).     

 

4.4    

4.4.1 Im Rahmen der «dritten Stufe» wäre es am Beschwerdeführer, mit-

tels Belegen nachzuweisen, dass die von der ESTV vorgenommene Schät-

zung offensichtlich unrichtig ist (vgl. vorne E. 2.5.5). Er bringt aber lediglich 

– ohne dazu Beweise einzureichen – vor, sein Betriebskonto würde einer-

A-2589/2020 

Seite 19 

seits von Dritten gespiesen, welche Verfügungsgeschäfte im privaten Rah-

men gemacht hätten und in keinem Zusammenhang mit dem Geschäfts-

gang des Beschwerdeführers stehen würden, und andererseits sei das Be-

triebskonto gespiesen von seinen eigenen Konti bei einer anderen Bank. 

Zudem unterscheide die Vorinstanz in ihrer Ermessenseinschätzung nicht 

zwischen Honorar und Forderungen bzw. Beträgen, die weitergeleitet wor-

den seien (zum Ganzen: Eingabe des Beschwerdeführers vom 16. Novem-

ber 2020 Ziff. 6 ff., S. 2 f.). 

4.4.2 Diese pauschalen Vorbringen des Beschwerdeführers sind ungenü-

gend substantiiert und stützen sich auf keinerlei entsprechende Nach-

weise. Das Einzige, was der Beschwerdeführer im Rahmen der Be-

schwerde an Unterlagen eingereicht hat, sind zwei Anhänge der Einschät-

zungsmitteilung (vgl. EM Nr. […] Anhang Nr. 2 und 3). Was er mit diesen 

beiden Anhängen beweisen möchte, legt er in der Beschwerde nicht dar 

und ist für das Gericht auch nicht ersichtlich. Insgesamt ist es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen, den Nachweis der offensichtlichen Unrich-

tigkeit der vorinstanzlichen Schätzung zu erbringen (vgl. dazu vorne 

E. 2.5.5). 

4.5 Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich daher insgesamt 

als rechtmässig. Die Beschwerde ist infolgedessen abzuweisen, soweit da-

rauf eingetreten wird. 

5.    

5.1 Ausgangsgemäss hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfah-

renskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind in Anwendung von 

Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE; SR 173.320.2) 

auf Fr. 4'250.-- festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe ist zur Bezahlung dieser Kosten zu verwenden. 

5.2 Parteientschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG 

e contrario sowie Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

  

A-2589/2020 

Seite 20 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'250.-- werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Der vom Beschwerdeführer einbezahlte Kostenvorschuss in glei-

cher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. 

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Für die Unterschriften und die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste 

Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sonja Bossart Meier Dominique da Silva 

 

  

A-2589/2020 

Seite 21 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: