# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 321c4130-48fa-57fb-a0d0-300d5307cb54
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2021 D-6418/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6418-2020_2021-03-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6418/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richterin Mia Fuchs, Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Katarina Socha, Caritas Schweiz, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 20. November 2020 / N (…). 

 

 

 

D-6418/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 15. Januar 2020 in der Schweiz um 

Asyl nach und wurde daraufhin dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. Am 20. Januar 2020 erfolgte die Personalienauf-

nahme (PA). Am 20. Februar 2020 wurde er summarisch zu seinen Ge-

suchsgründen befragt (Art. 26 Abs. 3 AsylG [SR 142.31]) und am 17. März 

2020 einlässlich (Art. 29 AsylG) angehört. Am 20. März 2020 erfolgte die 

Zuweisung der weiteren Behandlung des Asylgesuchs in das erweiterte 

Verfahren.  

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er sei afghanischer Staatsbürger und habe im Dorf 

C._______, Distrikt D._______ in der Provinz E._______ gewohnt. Dort 

habe er fünf oder sechs Jahre lang die Schule besucht, daneben auch die 

Koranschule. Er habe sich lieber mit Musik beschäftigt als mit Religion. Da 

die Region ein Zentrum für die Taliban gewesen sei, hätten sein Vater und 

die Dorfbewohner sein Verhalten nicht gutgeheissen. Er habe Streit mit sei-

nem Vater bekommen, woraufhin ihn dieser aus dem Haus verwiesen 

habe. Er habe sich zu seiner Tante (…) nach F._______ begeben. Da er 

sich nicht gut mit seinen Cousins verstanden habe, habe ihn seine Mutter 

in den Iran zu seiner Tante (…) geschickt. Damals sei er 14 oder 15 Jahre 

alt gewesen. Er habe sich (…) Jahre lang im Iran aufgehalten. In dieser 

Zeit sei er von den iranischen Behörden mehrmals nach Afghanistan ab-

geschoben worden, aber nach kurzer Zeit jeweils wieder in den Iran zu-

rückgekehrt. Als er das letzte Mal nach Afghanistan abgeschoben worden 

sei, sei sein (…) von den iranischen Behörden geschlossen worden, wes-

halb er alles verloren habe. Er sei in sein Elternhaus in C._______ zurück-

gekehrt. Damals sei er 18 oder 19 Jahre alt gewesen. Er habe sich in eine 

junge Frau verliebt und sich heimlich mit ihr getroffen. Nachdem er seine 

Mutter über die Beziehung informiert habe, habe sie mit seinem Vater ge-

sprochen. Dieser sei jedoch mit dem Vater seiner Freundin verfeindet und 

deshalb mit einer Heirat nicht einverstanden gewesen. Da die allgemeine 

Lage in E._______ zu jener Zeit schlechter geworden sei, habe er seine 

Freundin nicht mehr besuchen können, weshalb er sie nicht mehr wieder-

gesehen habe. Wegen seines fehlenden Engagements in religiösen Din-

gen hätten die Dorfbewohner geglaubt, dass er sich vom Islam abgewen-

det habe. Um die Dorfbewohner zu beruhigen, habe ihn sein Vater in die 

Moschee geschickt, um diese zu putzen. Wegen eines Missgeschicks sei-

nerseits sei die Moschee in Brand geraten und zerstört worden, was ein 

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Mullah beobachtet habe. Der Beschwerdeführer sei nach Hause geflüch-

tet, habe sein Identitätsdokument sowie Geld genommen und sei mit (…) 

zu seiner Tante nach F._______ gefahren. Danach habe er sich nach 

G._______ begeben, wo er drei Freunde angerufen und über seine Aus-

reisepläne informiert habe. Diese hätten sich bereit erklärt, mit ihm Afgha-

nistan zu verlassen, jedoch nicht genügend Geld für die Reise gehabt. Da 

er genügend Geld von zu Hause mitgenommen habe, habe er für seine 

Freunde die Reise in den Iran bezahlt. An der iranischen Grenze habe er 

die drei wegen der Platzverhältnisse in den Schlepperfahrzeugen aufge-

fordert, in ein anderes Auto der Schlepper einzusteigen als er selber. Das 

Auto, in welchem seine Freunde gesessen seien, sei vor seinen Augen 

verunfallt, wobei seine Freunde ums Leben gekommen seien. Bei seiner 

Tante im Iran angekommen, habe er die Familien seiner verstorbenen 

Freunde angerufen und ihnen von deren Tod Kenntnis gegeben. Die drei 

Familien hätten ihn beschuldigt, seine Freunde umgebracht zu haben und 

ihm gedroht, ihn bei einer Rückkehr nach Afghanistan zu belangen. Die 

Familien hätten gegen ihn eine Anzeige bei der afghanischen Regierung 

eingereicht. Zudem habe seine Mutter ihn telefonisch informiert, dass seine 

Freundin von ihm schwanger geworden sei. Die Taliban hätten davon er-

fahren und gedroht, ihn zu steinigen. Die Familie seiner Freundin habe eine 

Anzeige gegen ihn bei der afghanischen Regierung eingereicht, woraufhin 

er wegen Unzucht zur Steinigung verurteilt worden sei. Die Weissbärtigen 

im Dorf hätten wegen des Moscheebrandes ebenfalls Anzeige gegen ihn 

eingereicht. Auch deswegen sei er zur Steinigung verurteilt worden. Er 

habe den Iran verlassen und sei über H._______ nach I._______ gereist. 

Dort seien seine Tasche mit seinem afghanischen Identitätsdokument so-

wie sein Mobiltelefon, auf welchem Fotos gespeichert gewesen seien, ge-

stohlen worden. Schliesslich sei er über J._______ in die Schweiz weiter-

gereist. Hier befinde er sich in ärztlicher Behandlung. Seit er seine drei 

Freunde verloren habe, habe er psychische Probleme und müsse deswe-

gen Medikamente einnehmen. 

A.c Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer keine ei-

genen Ausweispapiere, sondern eine Kopie der Tazkira seines (…) zu den 

Akten. Als Beweismittel reichte er einen ärztlichen Kurzbericht und einen 

ärztlichen Bericht, beide vom BAZ vom 22. Januar 2020, ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 20. November 2020 – eröffnet am 23. November 2020 

– stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

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schaft nicht (Dispositivziffer 1), lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositivzif-

fer 2) und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an (Dispositivziffer 3). 

Weil der Vollzug der Wegweisung zurzeit nicht zumutbar sei, wurde die 

vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers verfügt (Dispositivzif-

fern 4 – 6).  

C.  

Mit Eingabe vom 21. Dezember 2020 reichte der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung 

der Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung. Das Ver-

fahren sei zur vollständigen Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und 

ihm Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege und Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertre-

terin als amtliche Rechtsbeiständin. 

Gleichzeitig wurden ein Bericht der (…) vom 8. Juni 2020 und ein Abklä-

rungsbericht der (…) vom 11. Dezember 2020 zu den Akten gereicht. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 22. Dezember 2020 den Ein-

gang der Beschwerde. 

E.  

Am 5. Januar 2021 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsorgebestäti-

gung zu den Akten. 

F.  

Mit Verfügung vom 12. Januar 2021 hiess die Instruktionsrichterin das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, verzichtete 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und setzte antragsgemäss 

MLaw Katarina Socha als amtliche Rechtsbeiständin ein. 

  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für Beschwerden gegen 

Verfügungen auf dem Gebiet des Asyls und entscheidet regelmässig – so 

auch hier – endgültig (Art. 5 VwVG, Art. 31 ff. VGG, Art. 105 AsylG; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel 

in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 1 VGG). 

Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durch-

führung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).  

4.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die Fragen 

der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der Wegweisung. Der Wegwei-

sungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer wegen Vorliegens eines Vollzugshindernisses (Unzumut-

barkeit) vorläufig aufgenommen hat. 

 

5.  

5.1 Vorab sind die formellen Rügen zu prüfen, da sie allenfalls geeignet 

sein könnten, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung zu bewirken 

(vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes; 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. 

m.w.H.). 

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Seite 6 

5.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in den Art. 26–33 VwVG kon-

kretisierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs umfasst unter anderem das 

Recht, mit eigenen Begehren gehört zu werden und zu den für die Ent-

scheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu können. Dazu gehört 

insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen 

Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Ein-

sicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu 

werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken 

oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeig-

net ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör 

umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzu-

räumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur 

Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 

mit Hinweisen). 

Zudem stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 12 

VwVG). Dabei bedient sie sich nötigenfalls der unter den Buchstaben a–e 

von Art. 12 VwVG aufgelisteten Beweismittel. Die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung 

der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund 

(Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, 

wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde 

gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist 

sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände 

berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O.). 

5.3  

5.3.1 Der Beschwerdeführer wirft dem SEM vor, es habe, obwohl in den 

beiden im Asylentscheid zitierten ärztlichen Berichten des BAZ vom 22. Ja-

nuar 2020 der Verdacht auf eine Posttraumatische Belastungsstörung ge-

äussert werde und zudem eine Schlafstörung sowie ein anamnestischer 

Status nach Suizidversuch diagnostiziert würden, unterlassen, hierfür wei-

terführende Abklärungen einzuleiten und seine psychische Situation mit 

seinem Aussageverhalten in Zusammenhang zu setzen. Damit habe es die 

Vorinstanz unterlassen, seinen psychischen Zustand genau festzustellen 

und in ihrer Entscheidfindung genügend zu würdigen. Die beiden Berichte 

vom 22. Januar 2020 seien kurz nach der Asylgesuchstellung ausgestellt 

worden. Weitere Abklärungen habe die Vorinstanz nicht veranlasst und 

auch keine weiteren medizinischen Informationen eingeholt. Zudem er-

gebe sich aus den beiden mit der Beschwerde eingereichten Therapiebe-

richten eine psychische Belastung des Beschwerdeführers, die auf dessen 

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Erlebnisse in der Heimat sowie dessen Flucht zurückzuführen sei. Die Er-

lebnisse, die während den Therapiesitzungen aufgearbeitet worden seien, 

deckten sich mit den Vorbringen im Asylverfahren. Dies müsse klar als In-

diz für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers gewertet 

werden. Auch seien das Aussageverhalten, die Konzentrationsstörung so-

wie die Vermeidung zu berücksichtigen.  

5.3.2 Der Vorwurf, die Vorinstanz habe den medizinischen Sachverhalt un-

genügend abgeklärt und damit ihre Untersuchungspflicht verletzt, erweist 

sich im Ergebnis als unbegründet. So erwähnte das SEM in der angefoch-

tenen Verfügung die beiden vom Beschwerdeführer im erstinstanzlichen 

Verfahren eingereichten ärztlichen Berichte des BAZ vom 22. Januar 2020 

und führte dazu aus, dass in diesen der Verdacht auf eine Posttraumati-

sche Belastungsstörung geäussert werde und zudem Schlafstörungen, er-

höhter Alkoholkonsum sowie ein anamnestischer Status nach Suizidversu-

chen diagnostiziert werden (vgl. Verfügung des SEM, I Ziff. 3 S. 3). Im ärzt-

lichen Kurzbericht vom 22. Januar 2020 werden unter den aktuellen Be-

schwerden insbesondere Psychotherapie und Psychopharmakotherapie in 

I._______ und, als Empfehlungen zu Therapie und Abklärungen, nebst ei-

ner medikamentösen Therapie die Zuweisung in die transkulturelle Sprech-

stunde für Psychiatrie erwähnt. Die Überweisung in diese wurde vom BAZ 

noch gleichentags angeordnet, welches in seinem Schreiben vom 22. Ja-

nuar 2020 auf die diesem beigelegten Arztberichte aus I._______ verwies. 

Sodann gab der Beschwerdeführer zu Beginn der Befragung vom 20. Feb-

ruar 2020 auf die Frage, wie es ihm gehe, zu Protokoll, wie an jedem nor-

malen Tag, er habe ein Problem, sich richtig auszudrücken, weil er auf-

grund der Medikamente, die er einnehme, sehr schläfrig sei (vgl. act. 17/18 

F4 ff.), woraufhin ihn die Befragerin anwies, ihr zu sagen, wenn er sich nicht 

mehr konzentrieren könne, so dass genügend Pausen gemacht werden 

könnten, und sie nachher noch auf seine Gesundheit zu sprechen kommen 

werde (vgl. a.a.O., F7 f., F84 f.). In der Folge gab ihm die Befragerin Gele-

genheit, seine für das Asylverfahren massgeblichen gesundheitlichen Be-

einträchtigungen geltend zu machen (vgl. a.a.O., rechtliches Gehör zum 

medizinischen Sachverhalt [Art. 26a AsylG], F70 – 75). Dabei wies er da-

rauf hin, dass ihm die Medikamente nicht helfen würden, (…)schmerzen 

verursachten und er einen Psychiater brauche, um sich mit diesem auszu-

tauschen (vgl. a.a.O.). Soweit er einzelne Fragen nicht verstand, wurden 

ihm diese erläutert (vgl. a.a.O., F10, F76). Anlässlich der Anhörung vom 

17. März 2020 wiederholte er, dass er wegen der Medikamente 

(…)schmerzen habe und (…) und es ihm dann jeweils psychisch nicht gut 

gehe. Er habe bereits einige Termine bei einem Psychiater gehabt und 

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werde in zwei Tagen den nächsten wahrnehmen (vgl. act. 20/17 F5). Er 

möchte in den Kanton K._______ transferiert werden, wo er seine dortigen 

Freunde regelmässig besuchen könnte, weil er jemanden zum Reden 

brauche, damit er sich leichter fühlen könne (vgl. a.a.O., F83). Mithin wur-

den die Befragung und die Anhörung des Beschwerdeführers von der Vo-

rinstanz in Kenntnis von dessen gesundheitlichen Problemen beziehungs-

weise insbesondere des Verdachts auf eine Posttraumatische Belastungs-

störung durchgeführt und diesen dabei gebührend Rechnung getragen. 

Dessen protokollierte Aussagen und ausführlichen freien Schilderungen 

vermitteln nicht den Eindruck, dass seine Aussagefähigkeit krankheitsbe-

dingt beeinträchtigt gewesen wäre. Die jeweils anwesende Rechtsvertre-

tung sah sich zu keinen diesbezüglichen Interventionen oder Bemerkun-

gen veranlasst. Auch die Aussageprotokolle enthalten keine Anhaltspunkte 

dafür, dass sich die bekannten psychischen Probleme bezüglich der 

Glaubhaftigkeit nachteilig auf das Aussageverhalten des Beschwerdefüh-

rers ausgewirkt hätten. Entsprechend musste sich das SEM vor Erlass der 

angefochtenen Verfügung nicht veranlasst sehen, im Hinblick auf die 

Glaubhaftigkeitsprüfung weitere Abklärungen in Bezug auf den Gesund-

heitszustand des Beschwerdeführers zu tätigen. Daran vermögen die im 

als Beschwerdebeilage eingereichten Abklärungsbericht der (…) vom 

11. Dezember 2020 erwähnten leichten Konzentrationsstörungen – in die-

sem wird die psychiatrische Diagnose nach ICD F43.2 Anpassungsstörun-

gen, abnorme Trauerreaktion gestellt – nichts zu ändern, umso weniger, 

als darin im Zusammenhang mit dem Psychostatus festgehalten wird, der 

Patient sei bewusstseinsklar, in sämtlichen Qualitäten orientiert und des-

sen Aufmerksamkeit und Gedächtnis seien intakt. Sowohl in diesem Be-

richt als auch in jenem der (…) vom 8. Juni 2020 werden lediglich die dem 

SEM bereits seit Beginn des erstinstanzlichen Verfahrens bekannten psy-

chischen Probleme des Beschwerdeführers sinngemäss bestätigt, denen 

im gesamten Verlauf des Verfahrens Rechnung getragen wurde. 

5.3.3 Der Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass dem als Be-

schwerdebeilage eingereichten Bericht der (…) vom 8. Juni 2020 entnom-

men werden kann, dass die ambulante Abklärung in der Sprechstunde für 

transkulturelle Psychiatrie vom 4. März 2020 bis zum 10. März 2020 er-

folgte, der Bericht aufgrund der Covid-19-Situation aber erst verspätet fer-

tiggestellt werden konnte. Darin wird die Diagnose nach ICD-10 F43.1 

Posttraumatische Belastungsstörung gestellt. Im Abklärungsbericht vom 

11. Dezember 2020 wird indessen festgehalten, diagnostisch seien die Kri-

terien für eine Posttraumatische Belastungsstörung nicht erfüllt.  

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5.3.4 Soweit der Beschwerdeführer darauf hinweist, dass sich die im Rah-

men der persönlichen Anamnese geschilderten Erlebnisse in seiner Hei-

mat und auf der Flucht mit seinen Vorbringen im Asylverfahren decken wür-

den, betrifft dieser Umstand die Frage der Beweiswürdigung, nicht dieje-

nige der Sachverhaltsfeststellung.  

5.4 Nach dem Gesagten erweisen sich die geltend gemachten verfahrens-

rechtlichen Rügen als unbegründet. Es besteht somit keine Veranlassung, 

die Verfügung des SEM aufzuheben und die Sache zur Abklärung des voll-

ständigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Das entsprechende Begehren ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 

AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat bezie-

hungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 

begründeterweise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss 

entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; vielmehr müssen 

konkrete Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch 

und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei-

genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Glaub-

haft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhan-

densein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). 

Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu 

wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht 

entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-

tel abgestützt werden (Abs. 3). 

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Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

7.  

7.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, einzelne 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, weshalb deren Asylrele-

vanz nicht geprüft werden müsse, während andere Vorbringen asylrecht-

lich nicht relevant seien. 

Die fehlende Glaubhaftigkeit begründet das SEM vorab damit, dass die 

Aussagen des Beschwerdeführers Realkennzeichen vermissen liessen. 

So wäre zu erwarten gewesen, dass er seine persönliche Sichtweise der 

Geschehnisse vermitteln könne und nicht nur eine blosse Wiederholung 

der Abläufe schildere. Es fehlten individualisierte Aussagen, welche seine 

persönliche Betroffenheit oder ein persönlich gefärbtes Reaktionsmuster 

zum Ausdruck bringen würden. Zudem falle auf, dass seine Antworten auf 

Nachfragen zu den geltend gemachten Geschehnissen betreffend seine 

Freundin insgesamt detailarm seien und jegliche Konkretheit oder An-

schaulichkeit vermissen liessen, welche vernünftigerweise verlangt werden 

könnten. Ebenso erschienen seine Schilderungen bezüglich des Brandes 

der Moschee wenig überzeugend. Konstruiert erscheine auch, wenn er er-

klärt habe, im Alter von 14 oder 15 Jahren vom Vater aus dem Haus ge-

wiesen worden zu sein, weil er Musik gemacht, jedoch weder gebetet noch 

den Koran gelesen habe, und auch nach seiner Rückkehr ins Dorf nach 

seinem Aufenthalt im Iran weiterhin nicht gebetet habe und mit den Dorf-

bewohnern Diskussionen über den Koran und Frauenrechte geführt habe, 

ohne dass dies sofort Konsequenzen getragen hätte. Er habe nämlich an-

gegeben, dass die Leute in Afghanistan bezüglich der Religion sehr streng 

gewesen seien. Dementsprechend könne nicht davon ausgegangen wer-

den, dass sein Vater respektive die Dorfbewohner ein solches Verhalten 

seinerseits über einen längeren Zeitraum überhaupt toleriert und lediglich, 

wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, zugewartet hätten, um ihm 

etwas antun zu können. Es sei davon auszugehen, dass er von seinem 

Vater angewiesen worden wäre, an den Gebeten teilzunehmen. Aufgrund 

seiner unsubstanziierten, unplausiblen und widersprüchlichen Angaben 

könne ihm seine Beziehung und die daraus resultierende Verfolgung sei-

tens der Familie seiner Freundin und den Taliban nicht geglaubt werden. 

Ebenso könne ihm deshalb nicht geglaubt werden, dass die Dorfbewohner 

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ihn als Ungläubigen angesehen hätten und er wegen des angeblichen 

Brandes der Moschee zum Tod durch Steinigung verurteilt worden sei. 

Schliesslich müssten auch seine Vorbringen bezüglich der Verfolgung sei-

tens der Familien seiner durch einen Unfall ums Leben gekommener 

Freunde als wenig konkret erachtet werden. Aufgrund seiner unsubstanzi-

ierten und unlogischen Angaben könne ihm nicht geglaubt werden, dass er 

von den Familien seiner bei einem Unfall ums Leben gekommenen 

Freunde zur Rechenschaft gezogen worden sei. Die Asylrelevanz dieser 

Vorbringen müsse entsprechend nicht geprüft werden. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend gemacht habe, die allgemeine Lage 

in seiner Herkunftsregion sei unsicher gewesen, da die Taliban in der Re-

gion präsent gewesen seien, Leute ums Leben gekommen seien und am 

Abend eine Ausgangssperre bestanden habe, stellten Situationen allge-

meiner Gewalt und deren Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der 

lokalen Bevölkerung keine Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 

AsylG dar und seien somit nicht asylrelevant. 

Sein Vorbringen, er sei während seines (…)jährigen Aufenthalts im Iran 

mehrmals nach Afghanistan abgeschoben worden, wobei bei der letzten 

Abschiebung zudem sein (…) geschlossen worden sei, beziehe sich auf 

Ereignisse, die sich in einem Drittstaat ereignet haben, und sei ebenfalls 

nicht asylrelevant, zumal eine flüchtlingsrechtliche Verfolgungssituation 

grundsätzlich allein in Bezug auf den Heimatstaat, vorliegend Afghanistan, 

bestehen könne. 

7.2 In der Rechtsmitteleingabe wird im Wesentlichen an der Glaubhaf-

tigkeit der Angaben des Beschwerdeführers festgehalten und ausgeführt, 

es handle sich um einen komplexen und mehrschichtigen Sachverhalt. Zu-

dem sei der Beschwerdeführer psychisch sehr belastet, was von der 

Vorinstanz trotz den bereits vorhandenen (…) Berichten sowie den ärztli-

chen Berichten vom 22. Januar 2020 nicht näher untersucht worden sei. 

Gemäss dem SEM habe er seine Probleme mit den Religionsführern und 

der einheimischen Gesellschaft sowie den Brand der Moschee, die vorehe-

liche Beziehung zu seiner damaligen Freundin wie auch die mit dem Tod 

seiner Freunde zusammenhängenden Probleme nicht glaubhaft gemacht. 

Indes sei aufgrund einer Gesamtwürdigung seiner Aussagen und den vor-

handenen psychiatrischen Berichten insgesamt davon auszugehen, dass 

sich der vorgetragene Sachverhalt mit überzeugender Wahrscheinlichkeit 

wie vom Beschwerdeführer erzählt zugetragen habe. Somit habe es die 

Vorinstanz zu Unrecht unterlassen, seine Vorbringen auf die Asylrelevanz 

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hin zu überprüfen. Deshalb sei die Sache zur Prüfung der Glaubhaftigkeit 

und Asylrelevanz an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

8.  

8.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob das SEM die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 AsylG gestützt auf die geltend ge-

machten Vorfluchtgründe zu Recht verneint hat. 

 

8.2 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach dem Aktenstudium zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die vom Beschwerdeführer vorgebrachten 

Asylgründe im Ergebnis zu Recht als unglaubhaft beurteilt hat. Die in der 

Beschwerde nur teilweise vorhandene argumentative Auseinandersetzung 

mit den ausführlichen vorinstanzlichen Überlegungen vermag daran nichts 

zu ändern. 

8.2.1 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keinerlei Identi-

tätspapiere zu seiner Person einreichte. Da seine Identität somit nicht fest-

steht, ist auch offen, ob es sich bei der Person, deren Tazkirakopie bei den 

Akten liegt, tatsächlich um seinen Onkel handelt. Zwar wird die afghani-

sche Herkunft des Beschwerdeführers nicht in Frage gestellt, doch ist völlig 

offen, wo er sich wann aufhielt. Die Prüfung der Asylgründe ist vor diesem 

Hintergrund vorzunehmen, zumal er auch bezüglich seiner geltend ge-

machten Erlebnisse keinerlei Beweismittel einreichte, wobei in Bezug auf 

die Ungereimtheiten in seinen Angaben (Fotos auf dem Mobiltelefon) auf 

die nachfolgende E. 8.2.4 verwiesen werden kann. 

8.2.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, der Umstand, dass er sein psy-

chisches Leiden direkt mit den Asylvorbringen in Verbindung gesetzt habe 

(vgl. act. 17/18 F71, F74), spreche klar für die Glaubhaftigkeit seiner Aus-

sagen. Zudem habe er bei einzelnen Aussagen gerührt und emotional re-

agiert sowie teilweise geweint (vgl. a.a.O., F80 S. 11, F83). Dieser Einwand 

ist nicht geeignet, die vorinstanzlichen Überlegungen zu entkräften. Das 

Vorbringen, er leide seit dem tödlichen Unfall seiner drei Freunde nach der 

Ausreise aus Afghanistan an psychischen Problemen und sei deshalb be-

reits in I._______ in psychiatrischer Behandlung gewesen, wurde von der 

Vorinstanz nicht in Zweifel gezogen. Auch das Bundesverwaltungsgericht 

geht angesichts der konkreten Schilderungen des Beschwerdeführers so-

wie der medizinischen Unterlagen davon aus, er habe beobachten müs-

sen, wie seine Freunde unterwegs verunfallten. Dass ein solches Erlebnis 

belastend ist und Auswirkungen auf die Psyche haben kann, liegt auf der 

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Seite 13 

Hand. Dies ändert indessen nichts daran, dass er nicht glaubhaft zu ma-

chen vermochte, er sei von den Familien seiner durch den Unfall ums Le-

ben gekommenen Freunde zur Rechenschaft gezogen worden oder würde 

künftig zur Rechenschaft gezogen. Nebst den im angefochtenen Entscheid 

dargelegten Ausführungen des SEM ist zu beachten, dass der Beschwer-

deführer zu den angeblich eingereichten Anzeigen keinerlei Beweismittel 

beibringen konnte. Damit sprechen keine überwiegenden Argumente für 

die Glaubhaftigkeit einer ihm seitens der Familienangehörigen seiner 

Freunde drohenden beziehungsweise auf deren Verhalten basierenden 

Verfolgung. 

8.2.3 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, er habe bei der Schilderung, 

wie er seine damalige Freundin kennengelernt habe, zu lachen begonnen, 

als hätte er den Moment wiedererlebt (vgl. a.a.O., F99). Es trifft zu, dass er 

ausführlich und detailliert schilderte, wie er L._______, bei der es sich um 

seine nachmalige Freundin gehandelt habe, kennenlernte. Insofern ist 

nicht auszuschliessen, dass er L._______ (oder ein anderes Mädchen) tat-

sächlich in der von ihm geschilderten Weise kennengelernt hat. Indes ver-

mögen seine Angaben dazu, wie er die Beziehung zu L._______ gelebt 

haben will, auch das Bundesverwaltungsgericht nicht zu überzeugen. Vor 

dem sozio-kulturellen Hintergrund Afghanistans, insbesondere in Anbe-

tracht dessen, dass sein Dorf C._______ ein Zentrum der Taliban und der 

Vater der Freundin ein Taliban-Kommandant gewesen sei, ist nicht nach-

vollziehbar, dass er sich einige Monate lang (…) Mal pro Woche des nachts 

mit seiner Freundin heimlich im (…) des (…) ihrer Eltern getroffen haben 

will. Unter diesen Umständen ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

den Grund für die im Zusammenhang mit der Freundin geltend gemachte 

Verfolgungsfurcht glaubhaft zu machen. 

8.2.4 Was den Brand der Moschee und die darauf gestützte Verfolgung 

anbelangt, ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass es sich dabei 

um einen konstruierten Sachverhalt handelt. In der angefochtenen Verfü-

gung wird dazu ausgeführt, der Beschwerdeführer habe angegeben, er 

habe, als er die Moschee hätte reinigen sollen, (…) und sei nach draussen 

gegangen, um (…) zu (…). Dann habe er bemerkt, dass die Moschee ge-

brannt habe. Er habe ein Gefäss mit Flüssigkeit genommen, um die Flam-

men zu löschen. In diesem Gefäss habe sich jedoch nicht Wasser, sondern 

(…) befunden, weshalb die gesamte Moschee abgebrannt sei. Mit dem 

SEM ist es jedoch – selbst unter Berücksichtigung der herabgefallenen Öl-

lampe – als wenig wahrscheinlich zu betrachten, er hätte nicht bemerkt, 

dass es sich bei der zum Löschen benutzten Flüssigkeit um Benzin und 

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Seite 14 

nicht um Wasser gehandelt hat. Dabei kann offenbleiben, ob die Aufbe-

wahrung von Benzin in einer Moschee als naheliegend zu erachten ist. Die 

Vorinstanz hielt dazu zutreffend fest, dass seine diesbezüglichen Erklärun-

gen nicht stichhaltig seien und davon ausgegangen werden müsse, dass 

es sich bei diesem Vorbringen um einen konstruierten Sachverhalt handle. 

Abgesehen davon habe er, als er bei der Anhörung vom 17. März 2020 

gefragt worden sei, ob er Beweismittel habe, geltend gemacht, dass er ein 

Foto der Moschee gehabt habe. Sein Mobiltelefon sei ihm jedoch in 

I._______ gestohlen worden, weshalb er die Beweismittel verloren habe. 

Diese Erklärung für die fehlenden Beweismittel sei jedoch – so das SEM 

weiter zutreffend – nicht vereinbar mit der Tatsache, dass er zu einem spä-

teren Zeitpunkt der Befragung auf seinem Mobiltelefon ein Foto seines Mu-

sikstudios im Iran habe zeigen können. Es sei nicht logisch, wenn er einer-

seits angebe, sämtliche Beweismittel seien wegen des Diebstahls seines 

Mobiltelefons verloren gegangen, aber dann trotzdem ein Foto vorweisen 

könne, welches seinen Aufenthalt im Iran belegen solle. Somit erscheint 

auch die auf dem vom Beschwerdeführer angeblich verursachten Mo-

scheebrand basierende Verfolgung beziehungsweise Verfolgungsfurcht 

nicht glaubhaft.  

8.2.5 Soweit der Vorinstanz in der Rechtsmitteleingabe entgegengehalten 

wird, dass sich in den Antworten des Beschwerdeführers sehr wohl Real-

kennzeichen fänden, habe dieser doch in einer langen direkten Rede über 

seine Probleme zu erzählen vermocht (vgl. act. 17/18 F80 ff. sowie 

act. 20/17 F14 ff.) und auf Anfrage weitere, den Sachverhalt ergänzende 

Aussagen gemacht, ist dazu Folgendes festzuhalten: Die Vorinstanz hielt 

in der angefochtenen Verfügung nicht fest, dass die Aussagen frei von Re-

alkennzeichen seien, sondern führte aus, inwiefern sie solche vermisse. 

So handle es sich bei den Schilderungen in der Befragung vom 20. Februar 

2020 um eine blosse Aneinanderreihung von Geschehnissen ohne persön-

liche Note, während der Beschwerdeführer in der Anhörung vom 17. März 

2020 seine Aussagen bezüglich der Beziehung zu seiner Freundin und der 

wegen ihm in Brand geratenen Moschee in stereotyper Art und Weise ohne 

zusätzliche Details, eine weiterführende Szene oder eine gefühlsbetonte 

Aussage wiederholt habe. Wie bereits vorstehend ausgeführt, ist gewissen 

Sachverhaltsschilderungen des Beschwerdeführers tatsächlich die Glaub-

haftigkeit nicht abzusprechen. Allein daraus sowie aus dem Umstand, dass 

er in langer direkter Rede über seine Probleme sprach, vermag er in Bezug 

auf die Glaubhaftigkeit der Verfolgungsgründe indessen noch nichts zu sei-

nen Gunsten abzuleiten. Zudem begründete das SEM detailliert, weshalb 

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Seite 15 

es, abgesehen von mangelnden Realkennzeichen, die einzelnen Vorbrin-

gen als unglaubhaft erachtete. Die vorinstanzliche Begründung ist im Er-

gebnis nicht zu beanstanden.  

8.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen ist, eine zum Zeitpunkt der Ausreise aus Afghanistan bestehende 

oder unmittelbar drohende asyl- respektive flüchtlingsrechtlich relevante 

Verfolgung gemäss Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaubhaft 

zu machen. Gleichzeitig liegen keine konkreten Anhaltspunkte für eine für 

die Flüchtlingseigenschaft relevante Verfolgung vor, welche ihm heute bei 

einer (hypothetischen) Rückkehr nach Afghanistan mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft drohen würde. Die Vorinstanz hat 

demzufolge zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylge-

such abgelehnt. 

9.  

9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Der Be-

schwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthalts-

bewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 

Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. 

BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

9.2 Das SEM hat den Beschwerdeführer aufgrund der aktuellen Situation 

in Afghanistan wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig 

aufgenommen. Da die Vollzugshindernisse alternativer Natur sind (vgl. 

BVGE 2009/51 E. 5.4), ist vorliegend die Frage der Zulässigkeit und der 

Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs nicht zu prüfen. Im Rahmen einer 

allfälligen späteren Aufhebung der vorläufigen Aufnahme wäre ex nunc zu 

prüfen, ob der Vollzug der Wegweisung völkerrechtlich zulässig, zumutbar 

und möglich ist (vgl. Art. 84 Abs. 2 i.V.m. Art. 83 AIG [SR 142.20]).  

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

 

 

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Seite 16 

11.  

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihm jedoch mit 

Zwischenverfügung vom 12. Januar 2021 die unentgeltliche Rechtspflege 

gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind keine Verfahrenskosten 

zu erheben. 

11.2 Mit derselben Instruktionsverfügung wurde auch das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutgeheissen. Der 

Rechtsbeiständin ist folglich ein amtliches Honorar für ihre notwendigen 

Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Der in der diesbe-

züglichen Auflistung geltend gemachte zeitliche Aufwand von 600 Minuten 

erscheint der Komplexität des Falles und dem Umfang der Beschwerde-

schrift nicht vollumfänglich angemessen und ist unter Berücksichtigung der 

Entschädigungspraxis in vergleichbaren Fällen um 60 Minuten auf 540 Mi-

nuten (à Fr. 150.– gemäss Zwischenverfügung vom 12. Januar 2021) zu 

kürzen. Spesenpauschalen werden praxisgemäss nicht entschädigt. Als 

ausgewiesen zu erachten sind Auslagen von Fr. 15.– (Porto und Kopien) 

sowie Fr. 80.– für die noch nicht bezifferten aber in Aussicht gestellten Dol-

metscherkosten. Das amtliche Honorar ist somit auf Fr. 1'557.– (gerundet, 

inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) festzusetzen und der Rechts-

vertreterin zulasten des Gerichts auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.   

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird zulasten der Gerichtskasse ein Ho-

norar von Fr. 1'557.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniela Brüschweiler Daniel Widmer 

 

 

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