# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2098cbe-8e71-5a87-b14d-d50e75acb84d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 14.04.2016 110 2016 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-19_2016-04-14.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/19 Bern, 14. April 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

Frau C.________
Beschwerdeführerin 3

und

D.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Obersimmental-Saanen, Amthaus, Schönriedstrasse 9, 
3792 Saanen

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen, Bauverwaltung, 3792 Saanen

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Obersimmental-Saanen vom 
7. Januar 2016 (bbew 38/2015; Fernheizzentrale und Feuerwehrmagazin)

RA Nr. 110/2016/19 2

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 27. Februar 2015 bei der Gemeinde Saanen ein 

Baugesuch ein für den Neubau einer Fernheizzentrale und eines Feuerwehrmagazins mit 

Lagerräumen im Obergeschoss auf Parzelle Saanen Grundbuchblatt Nr. E.________. Die 

Parzelle liegt in der Zone für öffentliche Nutzungen (ZöN) A55/I. Gegen das Bauvorhaben 

erhoben unter anderen die Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 

7. Januar 2016 erteilte das Regierungsstatthalteramt Obersimmental-Saanen die 

Baubewilligung.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden 1 und 2 am 8. Februar 2016 

gemeinsam Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern 

(BVE) ein. Sie beantragen sinngemäss die Aufhebung des Gesamtentscheides vom 

7. Januar 2016 und die Erteilung des Bauabschlags. Die Beschwerdeführerin 3 reichte am 

8. Februar 2016 ebenfalls Beschwerde gegen den Gesamtentscheid ein und beantragt, die 

Baubewilligung sei nicht zu erteilen.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das Regierungsstatthalteramt 

Obersimmental-Saanen verzichtete mit Schreiben vom 24. Februar 2016 auf eine 

Stellungnahme und verwies auf die Gesuchsakten und seinen Entscheid. Die 

Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Stellungnahme vom 29. Februar 2016 die 

Abweisung der beiden Beschwerden. Die Gemeinde Saanen beantragt in ihrer 

Stellungnahme vom 11. März 2016, die Beschwerden seien abzuweisen, soweit darauf 

eingetreten werden könne.

4. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2016/19 3

II. Erwägungen

1. Eintreten

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer 

Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG in Verbindung mit 

Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden haben sich am vorinstanzlichen 

Verfahren als Einsprechende beteiligt und sind mit ihren Einsprachen nicht 

durchgedrungen. Sie sind somit formell beschwert. Dass die Vorinstanz die Legitimation 

anerkannt und die Beschwerdeführenden zum Verfahren zugelassen hat, genügt jedoch 

nicht. Sofern sie dies zu Unrecht getan hat, tritt die BVE auf die Baubeschwerde nicht ein, 

denn zu dieser ist nur zugelassen, wer sich am vorinstanzlichen Verfahren zulässigerweise 

beteiligte, wer also auch materiell beschwert ist.4

Nach Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG sind nur Personen zur Einsprache befugt, welche durch 

das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen sind. Nach 

Lehre und Rechtsprechung ist eine Person in schutzwürdigen Interessen berührt, wenn sie 

durch ein Bauvorhaben in höherem Mass als die Allgemeinheit betroffen ist und zum 

Streitgegenstand eine besondere Beziehungsnähe hat. Diese Anforderungen grenzen die 

Beschwerden betroffener Drittpersonen von der unzulässigen Popularbeschwerde ab.5

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
4 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 40-41 N. 4b, 
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung
5 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 16, 
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung

RA Nr. 110/2016/19 4

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss die besondere Beziehungsnähe zum 

Streitgegenstand bei Bauprojekten insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein. In 

einer besonders nahen Beziehung zur Streitsache stehen naturgemäss die Nachbarn des 

Baugrundstücks. Unter Nachbarn versteht die Verwaltungs- und Gerichtspraxis vorab die 

Eigentümer von Nachbargrundstücken. Der Kreis der betroffenen Nachbarschaft kann zwar 

nicht allgemein festgelegt werden, sondern muss im Einzelfall nach den konkreten 

Verhältnissen bestimmt werden. Die Einsprachebefugnis des Nachbarn ist aber in der 

Regel zu bejahen, wenn dessen Liegenschaft unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt 

oder allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon getrennt wird. Darüber hinaus reicht 

die Nachbarschaft so weit wie die allfälligen nachteiligen Auswirkungen des Bauvorhabens. 

Eine weitere Umschreibung des Kreises der beschwerdeberechtigten Nachbarschaft kann 

sich daher dort rechtfertigen, wo von einer Baute besonders starke Emissionen ausgehen. 

Die mögliche Störung muss aber deutlich wahrnehmbar sein und objektiv betrachtet als 

Nachteil empfunden werden.6

c) Die materielle Beschwerde der Beschwerdeführenden 1 und 2 ist unbestritten. Sie 

sind Stockwerkeigentümer in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bauparzelle. Auf ihre form- 

und fristgerecht eingereichte Beschwerde wird daher eingetreten.

d) Die materielle Beschwerde der Beschwerdeführerin 3 wird von der Gemeinde 

Saanen in Frage gestellt. Die Liegenschaft der Beschwerdeführerin 3 ist gut 150 m vom 

Bauvorhaben entfernt. Dazwischen liegt ein freies Feld, so dass direkte Sichtverbindung 

besteht. Bei einem Durchschnittsvorhaben wäre die Legitimation bei einer solchen Distanz 

fraglich. Das Bauvorhaben beinhaltet jedoch eine Fernheizzentrale mit zwei 20 m hohen 

Kaminen. Sowohl hinsichtlich der Ästhetik als auch mit Blick auf mögliche Immissionen 

handelt es sich daher nicht um ein Durchschnittsvorhaben. Unter diesen Umständen 

können die entsprechenden Störungen auch in einer Distanz von 150 m noch deutlich 

wahrnehmbar sein und objektiv betrachtet als Nachteil empfunden werden. Die 

Beschwerdeführerin 3 ist daher zur Beschwerde befugt, weshalb auf ihre form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde eingetreten wird.

6 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 17, 
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung

RA Nr. 110/2016/19 5

2. Standort, Zonenkonformität

a) Die Beschwerdeführenden rügen, der gewählte Standort im bewohnten Gebiet mitten 

im Dorf sei für eine Fernheizzentrale ungeeignet. Es hätten mehrere andere, geeignetere 

Standorte zur Verfügung gestanden. Zudem stellen die Beschwerdeführenden die 

Zonenkonformität in Frage, ohne dies näher zu begründen.

b) Die Bauparzelle liegt in der ZöN A55/I. Gemäss Anhang 5 GBR7 ist die ZöN A55/I mit 

der Bezeichnung "Feuerwehrmagazin, Heizzentrale Fernwärmeversorgung Schönried, 

Parkplatz" für folgende Zwecke bestimmt: Feuerwehrmagazin, Heizzentrale 

Fernwärmeversorgung Schönried, Wohn- und Lagerraum für Betriebe sowie Parkplatz. 

Das Bauvorhaben, das eine Fernheizzentrale und ein Feuerwehrmagazin beinhaltet, ist in 

dieser Zone offensichtlich zonenkonform. Die ZöN A55/I wurde denn auch eigens für das 

vorliegende Bauvorhaben überarbeitet. Die entsprechende Änderung des Baureglements 

wurde von der Gemeindeversammlung am 28. März 2014 beschlossen und vom Amt für 

Gemeinden und Raumordnung am 29. September 2014 genehmigt. Der Standort für die 

Fernheizzentrale wurde im Rahmen der Änderung des Baureglements mit einem 

Standortnachweis der Firma F.________ vom 28. März 2014 eingehend geprüft. Dieser 

kann im Baubewilligungsverfahren nicht mehr gerügt werden, sondern wurde mit der 

rechtskräftigen Änderung des Baureglements verbindlich festgelegt. Die 

Beschwerdeführenden haben denn auch bereits gegen die Änderung des Baureglements 

Einsprache erhoben. Ihre Einsprachen wurden jedoch vom Amt für Gemeinden und 

Raumordnung (AGR) als öffentlich-rechtlich unbegründet abgewiesen. Diese Rüge ist 

daher unbegründet, soweit darauf eingetreten werden kann.

3. Immissionen

a) Die Beschwerdeführenden rügen, der Umstand, dass Fernheizzentralen der 

Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) III zugeordnet werden müssten, lasse erhebliche Lärm-, 

Geruchs- und Abgasimmissionen erwarten. Dies führe zu einer unannehmbaren 

Wohnsituation. Die Anlage müsse die Planungswerte einhalten. Dabei würden die 

Emissionen stark von der Qualität der Holzschnitzel abhängen, dies werde jedoch nicht 

7 Baureglement der Einwohnergemeinde Saanen vom 11. März 2011

RA Nr. 110/2016/19 6

kontrolliert. Auch unterirdische Lärmübertragungen seien nicht ausgeschlossen, dennoch 

seien keine Bodenuntersuchungen gemacht worden.

b) Die ZöN A55/I ist der ES III zugeteilt. Die ES III gilt in Zonen, in denen mässig 

störende Betriebe zugelassen sind, namentlich in Wohn- und Gewerbezonen (Mischzonen) 

sowie Landwirtschaftszonen (Art. 43 Abs. 1 Bst. c LSV8). Aus dieser Zuteilung zur ES III 

kann nicht auf übermässige Immissionen in den umliegenden Wohnzonen geschlossen 

werden. Soweit diese Rüge pauschal vorgebracht wird und sich grundsätzlich gegen 

diesen Standort wendet, kommt sie im Baubewilligungsverfahren ohnehin verspätet, sie 

hätte bereits im Rahmen der Änderung des Baureglements vorgebracht werden müssen.

c) Soweit sich die Rüge auf das konkrete Bauvorhaben bezieht, vermögen die 

Beschwerdeführenden keine konkreten Grenzwerte zu nennen, die überschritten würden. 

Das beco hat das Bauvorhaben mit Amtsbericht vom 7. Mai 2015 hinsichtlich des 

Immissionsschutzes geprüft. Dabei hat es sowohl die Luftreinhaltung als auch den 

Lärmschutz berücksichtigt. Hinsichtlich Luftreinhaltung ist für die Nachbarschaft eine 

ausreichende Kaminhöhe besonders wichtig. Damit wird gewährleistet, dass die 

Abgasfahne aus den Kaminen ungehindert abfliessen kann. Im Rahmen der Änderung des 

Baureglements wurde für die Bestimmung der Kaminhöhe eigens ein Bericht erstellt.9 Im 

Baubewilligungsverfahren hat das beco festgestellt, dass die Kaminhöhe den 

Empfehlungen über die Mindesthöhe von Kaminen über Dach entspricht. Zudem verweist 

das beco auf die Emissionsbegrenzungen der LRV10, welche die Holzschnitzel- und die 

Ölfeuerungsanlage einhalten müssen. Die Einhaltung dieser Emissionsbegrenzungen 

müsse mit einer Abnahmemessung und anschliessend mit periodischen Messungen 

überprüft werden. Damit ist die Einhaltung der LRV-Grenzwerte auf Dauer sichergestellt.

Hinsichtlich des Lärmschutzes ist gemäss beco zu berücksichtigen, dass die Heizzentrale 

in einem neu zu erstellenden Gebäude installiert wird. Die Lärmemissionen der Anlageteile 

würden durch die Gebäudehülle gedämmt. Zudem hat das beco als Auflage die Einhaltung 

seiner strengen Vorsorgewerte verlangt. Damit ist keine unzulässige Lärmbelastung der 

Anwohner zu erwarten. Insbesondere kann der Planungswert bei den Liegenschaften der 

Beschwerdeführenden, die ebenfalls in der ES III liegen, eingehalten werden.

8 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
9 Bericht der G.________ zur Kaminhöhenbestimmung vom 14. Dezember 2011
10 Luftreinhalte-Verordnung des Bundesrates vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1)

RA Nr. 110/2016/19 7

Die BVE sieht keine Veranlassung, von diesen Einschätzungen der Fachbehörde 

hinsichtlich Luftreinhaltung und Lärmschutz abzuweichen. Die Beschwerdeführenden 

bringen nichts vor, was die Vollständigkeit und Richtigkeit des Amtsberichts in Frage 

stellen würde. Auch der Verweis der Beschwerdeführenden auf das Pilotprojekt "Lokale 

Immissionsbetrachtung von automatischen Holzschnitzelfeuerungen" des damaligen 

Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) vermag daran nichts zu ändern. 

Soweit dieser Bericht aus dem Jahr 2002 heute überhaupt noch aktuell ist, lässt sich 

daraus für das Bauvorhaben der Beschwerdegegnerin nichts schliessen. Insbesondere 

kann aus der Aussage im Bericht, wonach die durch die Feuerung bedingte 

Zusatzbelastung in unmittelbarem Umkreis der Anlage deutlich feststellbar sei und bei 

hohen Grundbelastungen durchaus eine Rolle spiele, nicht geschlossen werden, dass die 

geplante Anlage der Beschwerdegegnerin nicht bewilligungsfähig ist. Zumal in Schönried 

kaum von einer hohen Grundbelastung auszugehen ist. Daher ist gestützt auf den 

Amtsbericht des beco davon auszugehen, dass das Bauvorhaben nicht zu unzulässigen 

Immissionen in der Nachbarschaft führen wird und insofern bewilligt werden kann.

d) Soweit die Beschwerdeführenden die Qualität der Holzschnitzel ansprechen, kann 

auf Anhang 3 Ziff. 521 Abs. 1 LRV verwiesen werden: Demnach dürfen in Holzfeuerungen 

nur Holzbrennstoffe nach Anhang 5 Ziffer 3 Absatz 1 verbrannt werden, die aufgrund ihrer 

Art, Qualität und Feuchtigkeit für das Verbrennen in diesen Anlagen geeignet sind.

Schliesslich sind keine unterirdische Lärmübertragungen zu erwarten. Die 

Beschwerdeführenden vermögen keine konkreten Anhaltspunkte zu nennen, die solche 

befürchten lassen. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass auf 

entsprechende Bodenuntersuchungen verzichtet wurde. Sollten solche Lärmübertragungen 

später wider Erwarten dennoch zu Problemen führen, müssten nachträgliche Massnahmen 

geprüft werden. Generell ist darauf hinzuweisen, dass nachträgliche Massnahmen zur 

Emissionsbegrenzung auch bei rechtskräftig bewilligten Anlagen nicht ausgeschlossen 

sind: Wo die Immissionen bei Erteilen der Bewilligung nicht oder nicht vollständig 

vorausgesehen wurden oder wo eine zuverlässige Prognose schwierig ist, ist die Prüfung 

der nachträglichen Anordnung von Massnahmen zur Emissionsbegrenzung angezeigt.11

11 BGer 1C_177/2011 vom 9.2.2012, E. 4.2

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4. Orts- und Landschaftsbild

a) Die Beschwerdeführenden rügen eine Verletzung des touristisch wichtigen Orts- und 

Landschaftsbilds von Schönried. An diesem erhöhten Standort am Dorfrand wären die 

hohen Kamine und die daraus aufsteigenden Dampffahnen von weitem deutlich sichtbar. 

Die Kamine und die chaletähnlichen Kubaturen der Neubauten würden als Fremdkörper 

wahrgenommen und sämtliche Aufmerksamkeit des Betrachters absorbieren. Dies 

widerspreche Art. 26 GBR. Insbesondere seien Aussenkamine bei Neubauten ausdrücklich 

verboten.

b) Soweit sich die Beschwerdeführenden aus ästhetischen Gründen grundsätzlich 

gegen eine Heizzentrale an diesem Standort wenden, kommt diese Rüge verspätet. Diese 

Grundsatzfrage konnte im Verfahren zur Änderung des Baureglements vorgebracht 

werden, im Baubewilligungsverfahren steht sie nicht mehr zur Diskussion.

c) Alle Bauten und Anlagen sind hinsichtlich ihrer Gesamterscheinung, 

Gebäudestellung, Proportionen, Fassaden-, Balkon- und Dachgestaltung und der 

Verwendung von Baumaterialien so auszubilden, dass zusammen mit den bestehenden 

oder vorauszusehenden Bauten eine gute Gesamtwirkung entsteht und die Schönheit oder 

erhaltenswerte Eigenart des Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes gewahrt bleibt (Art. 26 

Abs. 1 GBR). Im Anhang 5 GBR sind die baupolizeilichen Masse für die ZöN A55/I 

definiert. Demnach beträgt die zulässige Gebäudehöhe für das Feuerwehrmagazin und die 

Heizzentrale maximal 10 m. Die Kaminlagen dürfen auf maximal 1‘266 m.ü.M. liegen, dies 

gemessen bis zur Oberkante der Kamine. Für den Grenzabstand gelten die Bestimmungen 

der Kernzone K.

Gestützt auf Vorschriften des allgemeinen Ortsbild- und Landschaftsschutzes darf das 

Mass der nach der Zonenordnung zulässigen Nutzung in der Regel nicht eingeschränkt 

werden.12 Dies gilt vorliegend umso mehr, als es sich nicht um eine allgemeine 

Zonenvorschrift, sondern um eine Spezialzonenvorschrift handelt.

d) Eine Heizzentrale ist auf Hochkamine angewiesen. Somit ist aufgrund der 

Vorschriften für die ZöN A55/I klar, dass an diesem Standort Hochkamine zulässig sind. Mit 

12 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 15 mit 
Hinweisen

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der Definition der maximal zulässigen Höhe für diese Kamine in der Zonenvorschrift kann 

auch keine Reduktion der Kaminhöhe aus ästhetischen Gründen verlangt werden. Die 

Oberkante der geplanten Kamine liegt auf 1'264.30 m.ü.M. und damit unterhalb der 

erlaubten 1‘266 m.ü.M. Zwar ist es richtig, dass gemäss Art. 26 Abs. 3 Bst. d GBR 

Aussenkamine bei Neubauten untersagt sind. Die zwei vorgesehen Kamine befinden sich 

jedoch innerhalb des Gebäudes und werden erst über dem Dach ausserhalb des 

Gebäudes geführt. Somit handelt es sich nicht um verbotene Aussenkamine. Kamine als 

solche sind gemäss Art. 27 Abs. 3 GBR ausdrücklich erlaubt.

Auch was die Kubaturen betrifft, kann gestützt auf die Vorschriften des allgemeinen 

Ortsbild- und Landschaftsschutzes keine Reduktion verlangt werden. Diese entsprechen 

den Vorgaben hinsichtlich der baupolizeilichen Masse und sind im Übrigen mit Blick auf 

das Orts- und Landschaftsbild unproblematisch.

e) Soweit die Beschwerdeführenden den chaletähnlichen Baustil der Neubauten 

ansprechen, ist nicht klar, inwiefern dieser das Orts- und Landschaftsbild beeinträchtigt. 

Gerade dieser Baustil ist in diesem Umfeld typisch und daher ohne Weiteres 

bewilligungsfähig. Aus den Fotomontagen in der Stellungnahme der Beschwerdegegnerin 

vom 29. Februar 2016 ist denn auch erkennbar, dass sich die Neubauten problemlos in 

das Orts- und Landschaftsbild einfügen. Diese Rüge ist daher offensichtlich unbegründet. 

Unter diesen Umständen konnte gestützt auf eine antizipierte Beweiswürdigung ohne 

Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführenden auf die Einholung eines 

Gutachtens der Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) verzichtet 

werden (vgl. Art. 22 Abs. 1 BewD13).

5. Kosten

a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr 

(Art. 103 Abs. 1 VRPG14). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine 

Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 

13 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
14 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

RA Nr. 110/2016/19 10

i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV15). In Anwendung dieser Bestimmungen werden die Pauschalen 

für die beiden Beschwerden auf je Fr. 1'800.-- festgelegt. Werden in einem einzigen 

Entscheid mehrere Beschwerden beurteilt, so kann die Pauschalgebühr für die einzelnen 

Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführer angemessen reduziert werden (Art. 21 

Abs. 3 GebV). Dementsprechend werden die Pauschalen auf zwei Drittel, d.h. auf je 

Fr. 1’200.-- reduziert. Insgesamt betragen die oberinstanzlichen Verfahrenskosten somit 

Fr. 2’400.--.

Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das 

prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen 

Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Die 

Beschwerdeführenden 1 und 2 haben demzufolge Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 1'200.-- zu tragen und sie haften solidarisch für den gesamten ihnen auferlegten Betrag. 

Die Beschwerdeführerin 3 hat ebenfalls Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- zu 

tragen.

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern 

nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung 

oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als 

gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die obsiegende Beschwerdegegnerin war 

nicht anwaltlich vertreten. Ihr sind daher keine Parteikosten im Sinne des Gesetzes 

entstanden (Art. 104 Abs. 1 und 2 VRPG). Somit sind keine Parteikosten zu sprechen.

III. Entscheid

1. Die beiden Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 

kann. Der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Obersimmental-Saanen 

vom 7. Januar 2016 wird bestätigt.

15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

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2. Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf Fr. 2'400.--. Davon haben die 

Beschwerdeführenden 1 und 2 Fr. 1'200.-- zu bezahlen und sie haften solidarisch für 

den gesamten ihnen auferlegten Betrag. Die restlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 1'200.-- werden der Beschwerdeführerin 3 zur Bezahlung auferlegt. Separate 

Zahlungseinladungen folgen, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- Frau C.________, eingeschrieben

- D.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Obersimmental-Saanen, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen, Bauverwaltung, eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin