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**Case Identifier:** 2a5484d6-83a6-54ab-b8bc-34430e9f8273
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.12.2017 IV 2015/280
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-280_2017-12-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/280

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 07.12.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 07.12.2017
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Die IV-Stelle ist verpflichtet, die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und den medizinischen 
Sachverhalt soweit abzuklären, dass die Arbeitsunfähigkeit der versicherten 
Person mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht. Die IV-Stelle ist 
dieser Pflicht nicht rechtsgenüglich nachgekommen, so dass die Sache zur 
Vornahme weiterer Abklärungen zurückgewiesen wurde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Dezember 2017, IV 
2015/280).

Entscheid vom 7. Dezember 2017

Besetzung

räsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und a.o. 

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei,

a.o. Gerichtsschreiberin Loriana Krattiger

Geschäftsnr.  

IV 2015/280

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller,

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Engelgasse 214, 9053 Teufen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente (Abklärung)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 5. September 2013 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (berufliche Integration/Rente) bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen an (IV-act. 3). Als gesundheitliche Beeinträchtigung gab sie 

Schwangerschaftsbeschwerden und schwere Komplikationen bei der Geburt des 

zweiten Kindes an. Die Versicherte war seit 1. März 2008 als Reinigungsmitarbeiterin 

bei Z.___ in einem Pensum von 70 % angestellt. Sie gab an, seit 26. Januar 2012 zu 

100 % arbeitsunfähig zu sein (vgl. dazu diverse Arbeitsunfähigkeitszeugnisse, IV-act. 4 

f.).

A.b  Am 13. Mai 2012 war die Versicherte - nach der Geburt des zweiten Kindes mit 

Sectio caesarea am __ 2012 - einer Laparotomie mit Dünndarmresektion am Ileum 

unterzogen worden (vgl. Operationsbericht der Klinik B.___ vom 13. Mai 2012, IV-act. 

20-5, und Austrittsbericht betreffend die Hospitalisation vom 10. bis 28. Mai 2012, IV-

act. 30-7 f.). Seither litt die Versicherte unter persistierender Diarrhoe mit 

Unterbauchschmerzen (vgl. IV-act. 20, 24-2, 30-11 und 30-13). Eine Koloskopie und 

Gastroskopie im Oktober 2012 waren unauffällig; bei der Abdomensonographie am 21. 

Dezember 2012 und der Magnetresonanztomographie des Beckens am 15. Januar 

2013 wurden ein wandverdickte und dilatierte Dünndarmschlinge mit hypoechogener 

Raumforderung und eine Ovarialzyste festgestellt (IV-act. 30-11 ff.). Gemäss dem 

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Bericht der Frauenklinik des Kantonsspitals St. Gallen vom 8. Juni 2013 hatte sich der 

rechtsseitige Adnexbefund erneut verifizieren lassen (IV-act. 30-13 ff.).

A.c  In einem undatierten Bericht (eingegangen bei der IV-Stelle am 5. November 2013) 

diagnostizierte Dr. med. C.___, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, 

invalidisierende Unterbauchschmerzen seit Mai 2012 (IV-act. 20).

A.d  Dr. med. D.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bei welcher die 

Versicherte seit 3. Januar 2013 in Behandlung war, stellte im Arztbericht vom 15. 

Januar 2014 folgende Diagnosen, welchen sie Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

beimass: eine Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt 

(differenzialdiagnostisch längere depressive Reaktion), mit Verdacht auf eine 

somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren Verdauungssystems (IV-act. 

24).

A.e  Der die Versicherte seit 20. August 2009 behandelnde Dr. med. E.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Arztbericht vom 10. Februar 2014 chronische 

Unterbauchschmerzen rechtsbetont bei/mit persistierender Diarrhoe, zystisch 

vergrössertem Adnex rechts 42x30 cm, erstmaliger Metrorrhagie sowie (aktuell) 

Verdacht auf Adhäsionssitus sowie Depression und chronische Anämie (vgl. im 

Weiteren: Bericht der Frauenklinik des KSSG vom 24. Januar 2014, IV-act. 30-19 ff.). 

Dr. E.___ beschrieb andauernde Bauchschmerzen, allgemeine Schwäche/

Kraftlosigkeit, Antriebslosigkeit, mangelnde Ausdauer sowie 

Grundstimmungsschwankungen (IV-act. 30-1 ff.).

A.f  Am 19. März 2014 wurde die Versicherte im Rahmen einer stationären Behandlung 

vom 18. bis 29. März 2014 (IV-act. 63-3) in der Klinik für Chirurgie des KSSG einer 

offenen Adhäsiolyse, einer Appendectomie, einer intraoperativen gynäkologischen 

Beurteilung und einer Probeentnahme der peritonealen Auflagerungen unterzogen 

(Operationsbericht der Klinik für Chirurgie des KSSG, IV-act. 39).

A.g  Am 14. Juli 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien momentan auf 

Grund ihres Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich. Die medizinische Behandlung stehe im Vordergrund (IV-act. 56).

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A.h  Dr. C.___ berichtete am 6. August 2014 über einen stationären 

Gesundheitszustand bei gleichbleibenden Diagnosen (IV-act. 59).

A.i Die Klinik für Chirurgie des KSSG nahm am 13. August 2014 Stellung zuhanden der 

IV-Stelle. Diagnostiziert wurden u.a. persistierende Unterbauchschmerzen median und 

ein Verdacht auf sekretorische Diarrhoe mit Gallenverlustsyndrom. Die Patientin habe 

nach dem Essen ein epigastrisches Druckgefühl. Der Stuhlgang sei vier- bis fünfmal 

tagsüber, gelegentlich auch nachts. Trotz Einnahme von Imodium bzw. Quantalan sei 

keine Änderung in der Stuhlfrequenz eingetreten, weswegen der Patientin eine Tätigkeit 

ausser Haus nicht zumutbar sei. Es sollte zunächst die Entscheidung der Patientin zur 

indizierten offenen Hysterektomie und Adhäsiolyse abgewartet werden, um mögliche 

Eingliederungsmassnahmen und die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu 

erörtern (IV-act. 63). Nach dieser Konsultation hat sich die Patientin nicht mehr in der 

Klinik für Chirurgie des KSSG vorgestellt (vgl. IV-act. 83-2: Antwortschreiben der Klinik 

vom 21. Mai 2015).

A.j Dr. E.___ hielt in einem Bericht vom 24. Oktober 2014 einen stationären bzw. 

verschlechterten Zustand bei gleichbleibender Diagnose fest. Die Beschwerdeführerin 

leide an andauernden Bauchbeschwerden, Kraftlosigkeit, verminderter Ausdauer sowie 

an psychischen Probleme mit Grundstimmungsschwankungen, Schlafstörungen usw. 

(IV-act. 68-1 ff.).

A.k  Am 28. Januar 2014 hatte die Versicherte eine Behandlung beim Ambulatorium 

des Psychiatrischen Zentrums F.___ aufgenommen. In einem Bericht vom 1. Dezember 

2014 diagnostizierte Dr. med. G.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Oberärztin und Leiterin, eine somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren 

Verdauungssystems. Dieser Störung mass sie negativen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit zu. Seit der Einstellung auf Remeron und Cipralex zeige sich eine 

leichte Besserung der depressiven Symptomatik, weshalb längerfristig von einer guten 

Prognose auszugehen sei (IV-act. 74).

A.l Dr. C.___ schätzte in einem Bericht vom 23. Dezember 2014 den Gesundheits-

zustand als stationär ein. Der Verlauf sei unverändert schlecht (IV-act. 75).

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A.m RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Stellungnahme 

vom 3. Juni 2015 aus, dass die Arbeitsfähigkeit spätestens seit dem letzten 

Kontrolltermin vom „24.11.2014“ 100 % betrage (IV-act. 84).

A.n  Die IV-Stelle stellte der Versicherten daraufhin die Ablehnung des Rentengesuchs 

aufgrund eines Invaliditätsgrades von 0 % (vgl. IV-act. 86) in Aussicht (Vorbescheid 

vom 8. Juni 2015, IV-act. 87). Die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. D. 

Ehrenzeller, Teufen, erhob mit Schreiben vom 8. Juli 2014 Einwand (IV-act. 91). Mit 

Verfügung vom 29. Juli 2015 entschied die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 93).

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 10. 

September 2015. Die Beschwerdeführerin lässt die Aufhebung der Verfügung vom 29. 

Juli 2015 und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab März 2014 beantragen; 

eventualiter sei die Verfügung vom 29. Juli 2015 aufzuheben und die Angelegenheit im 

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen habe die Beschwerdegegnerin zu tragen. Zur Begründung führt 

der Rechtsvertreter an, es liege ein beschwerdeerzeugendes Gesamtbild vor. Es werde 

bestritten, dass nicht habe angegeben werden können, welche Funktionsstörungen mit 

Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit bestünden. Ausserdem obliege es dem RAD, die 

notwendigen Schlussfolgerungen aus dem medizinischen Befund zu ziehen. Die 

Beschwerdeführerin befinde sich nach wie vor in regelmässiger Behandlung beim 

Hausarzt, dem Gynäkologen und beim Ambulanten Psychiatrischen Dienst. Die 

medizinischen Akten liessen eine Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht zu. Eine 

isolierte Betrachtung der einzelnen medizinischen Fachbereiche helfe nicht weiter, da 

es sich um ein internistisches Beschwerdebild handle, welches nach einer 

entsprechenden Abklärung rufe. Wenn die momentan leicht- bis mittelschwere Störung 

versicherungsmedizinisch und -rechtlich keine Arbeitsunfähigkeit begründen sollte, so 

sei doch zu klären, inwieweit der Beschwerdeführerin Ressourcen zur Verfügung 

stünden, um diese zu überwinden. Es könne nicht einfach auf die "Diagnosen" von 

Gynäkologen und Psychiatern abgestellt werden. Sollte nicht der Einschätzung des 

Hausarztes gefolgt werden, so sei eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen 

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und dabei seien auch die konkreten Auswirkungen der Darmbeschädigung anlässlich 

des Kaiserschnittes abzuklären (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Dr. G.___ habe unbestrittenermassen keine Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Die psychiatrische Befundlage sei 

unproblematisch. Aus dem Arztbericht des KSSG lasse sich keine invalidisierende 

körperliche Erkrankung der Beschwerdeführerin ableiten. Gemäss Arztbericht von Dr. 

C.___ liege keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor. Wenn Dr. C.___ in 

der Folge ausführe, die Leistungsfähigkeit sei voll eingeschränkt, stütze sich diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung - wie diejenige von Dr. E.___ - schwergewichtig auf die 

Schilderungen der Beschwerdeführerin ab. Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch auf Grund 

von objektiven Faktoren zu bestimmen. Geltend gemachte Schmerzen bzw. 

Einschränkungen dürften nur insofern in die Beurteilung einbezogen werden, als diese 

durch entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien. Dies sei bei der 

Beschwerdeführerin nicht der Fall. Weitere medizinische Untersuchungen seien nicht 

angezeigt, weil die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einschränkungen 

ausführlich abgeklärt worden seien (act. G 4).

B.c  Mit Replik vom 15. Dezember 2015 hält die Beschwerdeführerin an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest und legt weitere, von ihrem Rechtsvertreter bei 

den behandelnden Ärzten eingeholte Arztberichte zu den Akten, nämlich den Bericht 

der Klinik für Chirurgie des KSSG vom 22. April 2014, das Schreiben von Dr. C.___ vom 

9. September 2015 sowie das Schreiben von Dr. E.___ vom 16. September 2015 (act. 

G 8 und G 8.1-3).

B.d  Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 legt die Beschwerdeführerin den Bericht des 

Psychiatrischen Zentrums F.___ vom 19. Januar 2016 (act. G 10.1) ins Recht. Sie weist 

darauf hin, dass darin neu eine eigenständige Diagnose einer mittelgradigen 

depressiven Episode gestellt werde, welche die Tatsache berücksichtige, dass die 

Verwachsungen im Bauchbereich nach mehreren Operationen und einer 

Dünndarmresektion erneut aufträten und wohl massgeblich für die Schmerzen 

verantwortlich seien. Demnach sei nicht mehr davon auszugehen, dass die psychische 

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Störung die somatischen Beschwerden auslöse, sondern das Gegenteil sei der Fall 

(act. G 10).

B.e  Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 

12).

Erwägungen

1. 

Umstritten ist vorliegend das Bestehen eines Rentenanspruchs und insbesondere, ob 

der medizinische Sachverhalt ausreichend abgeklärt ist.

1.1  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Nach Art. 28 

Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.2  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

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zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

256 E. 4, mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht 

die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

351 E. 3a, mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist es dem 

Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die 

(versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an 

die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei 

auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind. Ein Anspruch auf eine 

versicherungsexterne Begutachtung besteht gemäss Rechtsprechung nicht (BGE 135 

V 465).

2. 

2.1  Der angefochtenen Verfügung liegt die ohne eigene Untersuchung am 3. Juni 2015 

erfolgte Beurteilung des RAD zugrunde, wonach die von der Psychiaterin Dr. G.___ 

angegebenen Diagnosen aus versicherungsmedizinischer Sicht keinen relevanten 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Auch von gynäkologischer Seite liege keine 

Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor. In dieser RAD-Stellungnahme (IV-act. 

84) wurde zum Verlaufsbericht des Gynäkologen vom 30. Dezember 2014 ausgeführt, 

Dr. C.___ habe angegeben, dass keine Diagnose mit einem Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit vorliege, also bestehe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit spätestens seit 

dem letzten Kontrolltermin vom 24. November 2014 (richtig: 9. Dezember 2014; vgl. IV-

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act. 75-2). Am 5. November 2014 hatte Dr. I.___ vom RAD noch festgehalten, die Höhe 

der medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter Tätigkeit 

sei unklar (IV-act. 70).

2.2  In der Klinik für Chirurgie des KSSG wurden gemäss Arztbericht vom 13. August 

2014 persistierende Unterbauchbeschwerden median bei bekanntem Status mit 

Verdacht auf sekretorische Diarrhoe mit Gallenverlustsyndrom diagnostiziert. Es wurde 

eine offene Revision im Spital J.___ vorgeschlagen, weil die Adhäsionssituation zu den 

Beschwerden führen könne, wobei der Zusammenhang mit der Regelblutung bei 

bekannter pelviner Endometriose zusätzlich eine Rolle spielen könne. Die genannten 

Beschwerden würden sich negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken und es seien der 

Beschwerdeführerin aufgrund des trotz medikamentöser Behandlung vier- bis 

fünfmaligen Durchfalls keine Tätigkeiten ausser Haus zumutbar (IV-act. 63). Der RAD 

listet am 3. Juni 2015 diesen Operationsbericht und die darin festgehaltenen 

Diagnosen, Befunde und Prognosen zwar auf, geht aber in keiner Weise weiter darauf 

ein. So bleibt unklar, aus welchen Gründen die vorgeschlagene offene Revision nicht 

erfolgte (vgl. IV-act. 83-2). Offenbar entschloss sich die Beschwerdeführerin für eine 

medikamentöse Behandlung (vgl. IV-act. 73). Dazu hielt Dr. C.___ im Verlaufsbericht 

vom 23. Dezember 2014 fest, dass aus gynäkologischer Sicht für die Zeit ab 6. August 

2014 keine Änderung der Diagnose vorliege. Die Beschwerdeführerin befinde sich in 

einem unverändert schlechten Gesundheitszustand, wobei er als therapeutische 

Massnahme das Medikament Visanne einsetze. Aufgrund der permanenten 

intraabdominalen Schmerzen sei die Leistungsfähigkeit weiter zu 100 % eingeschränkt 

(IV-act. 75). Wohl vermerkte Dr. C.___ bei der Frage nach dem Einfluss der Diagnosen 

auf die Arbeitsfähigkeit „keine“ (IV-act. 75-2). Indessen wird aus dem Kontext klar, dass 

er damit eine Änderung der Diagnosen verneinte. Andernfalls wäre unverständlich, 

wieso Dr. C.___ im gleichen Bericht festhielt, es bestehe eine zu 100 % eingeschränkte 

Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (IV-act. 75-4) und auch einen 

unverändert schlechten Verlauf angab (IV-act. 75-2). Für diese Interpretation spricht im 

Weiteren, dass Dr. C.___ bereits in seinem Verlaufsbericht vom 6. August 2014 keine 

Änderung der Diagnose bei stationärem Gesundheitszustand feststellte. Dazu hielt er 

fest, dass die Leistungsfähigkeit vermindert und die bisherige Tätigkeit nicht mehr 

zumutbar gewesen sei (IV-act. 59-3). Bereits im vorangehenden Arztbericht (Datum 

Eingangsstempel SVA SG: 5. November 2013) hielt Dr. C.___ invalidisierende 

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Unterbauchschmerzen seit Mai 2012 fest und stellte eine ungünstige Prognose. 

Aufgrund der Schmerzen bei jeder Belastung sei der Beschwerdeführerin die bisherige 

Tätigkeit aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar und es bestehe eine 

verminderte Leistungsfähigkeit im Ausmass von 100 %. Auch eine 

behinderungsangepasste Tätigkeit sei nicht möglich (IV-act. 20). Dr. C.___ ergänzt in 

seinem ausführlichen Schreiben vom 9. September 2015 an den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin, dass die erfolgte Operation im Frühjahr 2014 nicht den 

gewünschten Erfolg gebracht habe. Die Durchfälle und Schmerzen seien weiterhin 

vorhanden und es sei nicht anzunehmen, dass sich die Situation verbessern lasse. Die 

Verwachsungen, welche wohl massgeblich für die Schmerzen verantwortlich seien, 

würden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder auftreten. Die 

Beschwerdeführerin sei aktuell, aber wohl auch in Zukunft nicht in der Lage, einen 

Beruf auszuüben (act. G 8.2). Diese Einschätzung widerspricht jener des RAD 

diametral. Obwohl die behandelnden Ärztinnen und Ärzte von somatischen Befunden 

und von einem unverändert schlechten Gesundheitsverlauf ausgehen, ging der RAD in 

einer knappen Aktenbeurteilung neu von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit aus. Er 

begründet seine Einschätzung lediglich mit dem Verlaufsbericht vom 23. Dezember 

2014 von Dr. C.___. Doch wie bereits dargelegt, ist der entsprechende Verlaufsbericht 

bei näherem Betrachten nicht dahingehend zu verstehen, dass (neu) keine Diagnosen 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestanden, sondern dass keine Änderung der 

Diagnose vorlag. Der RAD weicht damit ohne fundierte Erklärung und ohne 

differenzierte Auseinandersetzung mit den im Recht liegenden Akten von sämtlichen 

Einschätzungen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ab. Betreffend die somatischen 

Beschwerden kann somit nicht auf die Beurteilung des RAD abgestützt werden. 

Allerdings vermögen auch die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kein 

umfassendes Gesamtbild der somatischen Beschwerden und deren Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit abzugeben.

2.3  Dr. G.___ hielt in ihrem Bericht vom 1. Dezember 2014 fest, dass sich eine 

somatoforme autonome Funktionsstörung des Verdauungssystems (ICD-10 F45.32) auf 

die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirke. Es zeige sich eine leichte 

Besserung seit der Einstellung auf Remeron und Cipralex, weshalb längerfristig von 

einer guten Prognose ausgegangen werde. Aus psychiatrischer Sicht sei ihr die 

bisherige Tätigkeit weiterhin zumutbar, wobei ab Januar 2015 ein Pensum von 50 % - 

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70 % vorstellbar sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei im Umfang von ca. 4 - 

5 Stunden pro Tag möglich. Gleichzeitig hielt sie fest, dass in einer adaptierten 

Tätigkeit ebenfalls von einer Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 50 % - 70 % 

ausgegangen werden könne. Da der Schwerpunkt der Erkrankung im somatischen 

Bereich liege, seien aus psychiatrischer Sicht keine Spezifikationen der Tätigkeit 

notwendig. Damit ist anzunehmen, dass Dr. G.___ aus psychiatrischer Sicht in 

sämtlichen Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % - 70 % für zumutbar hielt. Die 

Höhe der Leistungsfähigkeit bei der Arbeit könne sie nicht beurteilen (IV-act. 74). 

Weder im Arztbericht von Dr. G.___ noch in der Aktenbeurteilung des RAD wird 

erläutert, weswegen von der jeweiligen Arbeitsfähigkeit ausgegangen wird. Ausserdem 

hängt die psychiatrische Diagnose entscheidend von der somatischen Einschätzung 

ab. So stellt Dr. G.___ im ausführlichen Arztbericht vom 19. Januar 2016 neu die 

Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode ohne somatische Syndrome 

(ICD-10 F32.10). Zu dieser Diagnoseänderung sei es gekommen, da nun von den 

Spezialärzten festgehalten worden sei, dass wohl die Verwachsungen im Bauchbereich 

massgeblich für die Schmerzen verantwortlich seien. Aus psychiatrischer Sicht und 

aufgrund der chronischen somatischen Beschwerden gehe sie davon aus, dass die 

Beschwerdeführerin keine Tätigkeiten mehr ausführen könne (act. G 10.1). Damit sind 

auch aus psychiatrischer Sicht weitere Abklärungen zu treffen, insbesondere zur 

abschliessenden Diagnose und der daraus resultierenden Funktionsstörungen samt 

ihren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin.

2.4  Die im Recht liegenden Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte stellen 

nach dem Gesagten eine insgesamt nicht genügende medizinische Grundlage der 

angefochtenen Verfügung dar. Damit fehlt es an einer grundlegenden Abklärung der 

geklagten Beschwerden und einer ausreichend begründeten Einschätzung der Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit in der angestammten und einer adaptierten Tätigkeit. Dies 

rechtfertigt eine Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung des 

medizinischen Sachverhalts, insbesondere zur Vornahme einer polydisziplinären 

Begutachtung. Angezeigt erscheint eine Begutachtung namentlich in den Gebieten der 

inneren Medizin, Gastroenterologie, Gynäkologie und Psychiatrie. Dabei wird auch der 

zeitliche Verlauf der Beschwerden bzw. der Arbeitsfähigkeit zu prüfen sein.

3. 

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3.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 10. September 

2015 dahingehend gutzuheissen, dass die Angelegenheit zur Vornahme weiterer 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zur neuen Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

3.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6, mit Hinweisen). Die unterliegende Beschwerdegegnerin 

hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

3.3  Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 HnoO (sSG 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im vorliegenden Fall 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung 

vom 29. Juli 2015 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren 

Abklärungen und zur neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen wird.

2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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St.Galler Gerichte

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.12.2017
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Die IV-Stelle ist verpflichtet, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und den medizinischen Sachverhalt soweit abzuklären, dass die Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht. Die IV-Stelle ist dieser Pflicht nicht rechtsgenüglich nachgekommen, so dass die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückgewiesen wurde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Dezember 2017, IV 2015/280).

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