# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 224a75ad-2530-523b-9caf-c5e16208cd12
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.05.2018 200 2017 692
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-692_2018-05-31.pdf

## Full Text

200 17 692 IV
FUR/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. Mai 2018

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Juni 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals im September 2002 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leistungen an. Sie nannte als Be-
hinderung eine Fibromyalgie (Dossier der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). 
Nach Einholung der üblichen Unterlagen veranlasste die IVB eine bidiszi-
plinäre Begutachtung durch die Dres. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, sowie D.________, Facharzt Innere Medi-
zin, speziell Rheumaerkrankungen (bidisziplinäres Gutachten vom April 
2004 [AB 14, 15]). Nach Einholung eines Abklärungsberichts Haushalt vom 
24. November 2004 (AB 19) lehnte die IVB mit Verfügung vom 3. Dezem-
ber 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 18 % die Zusprechung einer Rente 
ab (AB 20). Die Verfügung blieb unangefochten.

B.

Die Versicherte meldete sich im April 2014 erneut bei der IVB zum Bezug 
von Leistungen der Invalidenversicherung an (AB 21). Die IVB veranlasste 
eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. E.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie (psychiatrisches Gutachten vom 
22. Dezember 2014 [AB 43.1]). Weiter holte sie einen Abklärungsbericht 
Haushalt vom 12. Februar 2015 ein (AB 45). Mit Vorbescheid vom 17. Fe-
bruar 2015 stellte sie bei einem Invaliditätsgrad von 10 % die Ablehnung 
einer Rente in Aussicht (AB 46). Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, am 8. April und 27. Oktober 2015 Ein-
wände und reichte weitere Berichte ein (AB 52, 62). In der Folge veranlass-
te die IVB eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatriezentrum 
G.________ (psychiatrisches Gutachten vom 18. Juli 2016 [AB 68.1]). 
Nach einer Stellungnahme von Dr. med. H.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 22. 
September 2016 (AB 70) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 3. November 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 3

2016 die Ablehnung einer Rente in Aussicht (AB 71). Hiergegen erhob die 
Versicherte am 5. Dezember 2016 Einwände und reichte dazu den Bericht 
des behandelnden Psychotherapeuten vom 26. November 2016 ein (AB 
74). Nach Stellungnahmen des RAD vom 2. Mai 2017 (AB 78 S. 2 f.) und 
des Bereichs Abklärungen vom 30. Mai 2017 (AB 80 S. 2 f.) verfügte die 
IVB am 16. Juni 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 10 % die Ablehnung 
einer Rente (AB 81).

C.

Am 11. August 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Sie 
beantragt, die Verfügung vom 16. Juni 2017 sei aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin rückwirkend 
ab 1. September 2014 die gesetzlichen Rentenleistungen zuzusprechen. 
Eventualiter sei ein gerichtliches psychiatrisches Obergutachten anzuord-
nen und anschliessend über den Rentenanspruch neu zu entscheiden. 
Subeventualiter sei die Streitsache zur Vornahme eines psychiatrischen 
Drittgutachtens und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 28. August 2017 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

In den Stellungnahmen vom 3. April 2018 und 5. Mai 2018 hielten die Par-
teien an ihren Anträgen fest und äusserten sich zum strukturierten Beweis-
verfahren mit Blick auf die Rechtsprechung gemäss BGE 143 V 409 und 
418.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
16. Juni 2017 (AB 81). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine 
Rente nach einer Neuanmeldung im April 2014 (AB 21).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.1.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.1.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Be-
weislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 
2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prü-
fung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 6

wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 
S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 
7.2 S. 429).

2.1.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-

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ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel-
ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6 S. 308).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

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2.3.2 Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisions-
rechtlich relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene 
Diagnose eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränder-
ten Umstände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12). 
Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger 
Praxis die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich ge-
bliebenen Sachverhaltes (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2014 UV Nr. 7 
S. 22 E. 2.2).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

2.3.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom April 2014 
(AB 21) eingetreten, weshalb das Eintreten praxisgemäss nicht zu beurtei-
len ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob seit der Verfügung 
vom 3. Dezember 2004 (AB 20), mit welcher der Anspruch der Beschwer-
deführerin auf eine Rente abgewiesen worden war, bis zur angefochtenen 
Verfügung vom 16. Juni 2017 (AB 81) eine revisionsrechtlich relevante Än-
derung des Sachverhalts eingetreten ist und wenn ja, ob nunmehr eine 
leistungsbegründende Invalidität vorliegt (vgl. E. 2.3.4 hiervor).

3.2 Es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der 
Verfügung vom 24. November 2004 als … tätig war und sie diese Tätigkeit, 
mit einer Leistungseinbusse von 20 %, auch weiterhin ausüben konnte (vgl. 
AB 14 S. 9, 15 S. 7); die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Einkom-
mensvergleich denn auch sowohl beim Validen- wie auch beim Invaliden-
einkommen auf den entsprechenden Lohn ab (vgl. AB 19 S. 5 Ziff. 3.9). Die 
Beschwerdeführerin kündigte die Stelle im September 2010 und hatte seit-
her keine Anstellung mehr inne (AB 45 S. 3 Ziff. 3.2). Mit Verfügung vom 
24. November 2004 ging die Beschwerdegegnerin zudem davon aus, dass 
die Beschwerdeführerin als Gesunde eine Erwerbstätigkeit von 60 % und 
eine Tätigkeit von 40 % im Haushalt ausüben würde (AB 19 S. 5). In der 
angefochtenen Verfügung vom 16. Juni 2017 ging die Beschwerdegegnerin 
– gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin und weil der Sohn jetzt 
erwachsen ist (AB 45 S. 4 Ziff. 3.5) – nunmehr von einem Status von 90 % 
im Erwerb und 10 % Tätigkeit im Haushalt aus (AB 81 S. 2; vgl. auch AB 45 
S. 6). Vorliegend bildete der Statuswechsel nicht den Anlass für die Neu-
anmeldung, vielmehr machte die Beschwerdeführerin eine Verschlechte-
rung der Arbeitsfähigkeit geltend (AB 21 S. 3 Ziff. 4.4). Da mit der veränder-
ten erwerblichen Situation jedoch bereits ein Neuanmeldungsgrund vor-
liegt, kann offen bleiben, ob der Statuswechsel ebenfalls ein Revisions-
grund wäre. Die genannten revisionsrechtlich relevanten Veränderungen im 
Erwerb führen dazu, dass die Invalidität neu und ohne Bindung an frühere 
Invaliditätseinschätzungen zu prüfen ist (vgl. E. 2.3.3 hiervor).

3.3 Bezüglich des medizinischen Sachverhalts ist den Akten das Fol-
gende zu entnehmen:

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3.3.1 Im psychiatrischen Gutachten vom 22. Dezember 2014 diagnosti-
zierte Dr. med. E.________ eine posttraumatische Belastungsstörung 
(ICD-10 F43.1) und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-
instabilen (Borderline) und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0; AB 43.1 
S. 15). Sie hielt fest, die Beschwerdeführerin schildere eine Fülle von trau-
matischen Erlebnissen, von denen die meisten keine Traumata im psychia-
trischen Sinne darstellten; der von ihr beschriebene sexuelle Missbrauch im 
Kindesalter und die Vergewaltigung mit 15 Jahren erfüllten jedoch das 
Traumakriterium (AB 43.1 S. 16). Bezüglich dieser Ereignisse könne ein 
traumaspezifisches Vermeidungsverhalten beobachtet werden. Auch 
Flashbacks seien erst nach Nachfrage angegeben worden; ferner lägen 
Alpträume mit Themen von Gewalt und/oder Bedrohtsein vor. Zusammen-
fassend seien die diagnostischen Kriterien einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung (PTBS) erfüllt. Ferner liege eine kombinierte Persönlichkeitss-
törung vor. Die Persönlichkeit sei gekennzeichnet durch eine Borderline-
Struktur. Die histrionischen Anteile zeigten sich in der theatralisch-
dramatisierenden Beschwerdeschilderung. Die Entstehung der Persönlich-
keitsstörung sei vor dem Hintergrund der schwierigen Kindheitserlebnisse 
zu verstehen. Sie führe zu einer verminderten Konflikt- und Teamfähigkeit. 
Die soziale Funktionsfähigkeit sei nur leichtgradig beeinträchtigt. Es handle 
sich um eine leichtgradige Persönlichkeitsstörung an der Grenze zu akzen-
tuierten Persönlichkeitszügen (AB 43.1 S. 17). Es hätten sich keine Hinwei-
se auf eine signifikante Veränderung des Zustandsbildes seit dem frühen 
Erwachsenenalter ergeben. Die Explorandin habe neben den Aufgaben als 
Hausfrau und Mutter viele Jahre lang mehrere Arbeitsstellen inne gehabt. 
Es hätten sich keine Hinweise auf eine anhaltende Verschlechterung seit 
der Erstbegutachtung ergeben (AB 43.1 S. 18). Zur Arbeitsfähigkeit hielt 
die Gutachterin fest, für ungelernte, angestellte Tätigkeiten, welche nicht 
mit regelmässiger Teamarbeit oder engem Klientenkontakt verbunden sei-
en und welche keine erhöhten Anforderungen bezüglich Aufmerksamkeit 
stellten, bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit. 
Unter diese Tätigkeiten falle unter anderem die bisherige Tätigkeit als un-
gelernte …. Die Arbeitsfähigkeit sei gemindert durch die persönlichkeitsbe-
dingten Stimmungsschwankungen und gelegentlich auftretende Flash-
backs, deren Kompensation einen erhöhten innerseelischen Energieauf-
wand erfordere. Die mögliche Ablenkung der Aufmerksamkeit durch plötz-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 11

lich sich aufdrängende Flashbacks schliesse das Arbeiten an gefährlichen 
Maschinen oder in der Höhe aus. Bei einer gleichmässigen Verteilung des 
Arbeitspensums über die Wochentage bestehe keine zusätzliche Leis-
tungsminderung. Zwischen den Arbeitseinsätzen benötige die Explorandin 
vermehrte Erholungspausen (AB 43.1 S. 20).

3.3.2 Im psychiatrischen Gutachten vom 18. Juli 2016 diagnostizierte Dr. 
med. F.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte 
Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und paranoiden Anteilen 
(ICD-10 F61.0) und nicht näher bezeichnete Reaktionen auf schwere Be-
lastung (ICD-10 F43.9; AB 66.1 S. 12). Der Gutachter führte aus, es lägen 
keine Kriterien vor, die eine spezifische Persönlichkeitsstörung konstituie-
ren würden. Es lägen hingegen Akzentuierungen im Bereich emotional in-
stabile und paranoide Persönlichkeit vor. Er schätze die Einschränkung des 
Funktionsniveaus durch die Persönlichkeitsstörung auf mittelgradig ein. 
Einerseits bestünden im beruflichen und privaten Bereich Folgeschäden 
(reduzierte Arbeitsfähigkeit, soziale Isolation, dysfunktionale Partnerwahl). 
Gleichzeitig bestehe eine verminderte Kritik- und Einsichtsfähigkeit der Ex-
plorandin für diese Thematik und hierdurch auch eine Herabsetzung der 
Möglichkeiten der positiven Veränderung (AB 68.1 S. 12). Die Kriterien für 
eine posttraumatische Belastungsstörung seien nur teilweise erfüllt. Auf-
grund der geschilderten Traumatisierungen entspreche die Störung am 
ehesten einer sog. „komplexen Traumatisierung oder komplexen PTBS“, 
welche in der ICD-10 am ehesten als nicht näher bezeichnete Reaktion auf 
schwere Belastung (ICD-10 F43.9) kodiert werden könne. Rückblickend 
bestehe sicher eine Diskrepanz zwischen der langen und vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit, dem Leidensdruck und der wahrgenommenen medizini-
schen Hilfe (AB 68.1 S. 13). Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, es 
bestehe eine allgemein reduzierte Arbeitsfähigkeit um 40 %, was einer Ar-
beitsfähigkeit von etwa 60 % entspreche. Die Umsetzung leitliniengerechter 
medizinischer Therapien werde empfohlen, da diese die Voraussetzung für 
die Durchführung von Wiedereingliederungsmassnahmen darstellten 
(AB 68.1 S. 13 f.).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.6 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.________ vom 
18. Juli 2016 erfüllt die allgemeinen beweisrechtlichen Voraussetzungen 
der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4). Der Gutachter hatte 
Kenntnis der Vorakten (AB 68.1 S. 1) und berücksichtigte die subjektiven 
Angaben der Beschwerdeführerin (AB 68.1 S. 5 ff.) sowie die objektiven 
Befunde (AB 68.1 S. 8 ff.). Zudem setzte er sich auch mit der Einschätzung 
der Gutachterin Dr. med. E.________ – deren psychiatrisches Gutachten 
vom 22. Dezember 2014 (AB 43.1) grundsätzlich ebenfalls den allgemei-
nen beweisrechtlichen Voraussetzungen der Rechtsprechung an Experti-
sen (vgl. E. 3.4) entspricht – auseinander (AB 68.1 S. 14). Die Beurteilung 
von Dr. med. F.________, dass eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 
mit emotional instabilen und paranoiden Anteilen (ICD-10 F61.0) vorliegt, 
ist nachvollziehbar. Sie stimmt auch mit der diagnostischen Beurteilung der 
Gutachterin Dr. med. E.________ überein (AB 43.1 S. 15 unten). Keine 
Übereinstimmung besteht in der weiteren Diagnose und in der Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit: Während Dr. med. E.________ von einer post-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 13

traumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 43.1) ausging (AB 43.1 
S. 15), hielt Dr. med. F.________ fest, dass die Kriterien diesbezüglich nur 
teilweise erfüllt seien (AB 68.1 S. 13) und diagnostizierte gestützt auf die 
Befunde eine nicht näher bezeichnete Reaktion auf schwere Belastung 
(ICD-10 F43.9; AB 68.1 S. 12 f.). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit ging zudem 
Dr. med. F.________ von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 
% (vgl. AB 68.1 S. 22) und Dr. med. E.________ von einer Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit von 20 % aus (vgl. AB 43.1 S. 21 Ziff. 7.2). 

Nicht abgestellt werden kann von vornherein auf den Bericht des behan-
delnden Psychologen lic. phil. J.________ vom 26. November 2016 (AB 74 
S. 4 ff.): Der Psychologe geht zwar diagnostisch wie die Gutachter Dres. 
med. F.________ und E.________ von einer Traumafolgestörung aus (vgl. 
auch Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. H.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. Mai 2017 [AB 78 S. 2]); die von 
den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 60 bis 80 % betrachtet er 
jedoch lediglich als Potential, das erst realisiert werden könne, wenn sie als 
Ziel in die Therapie einbezogen werde (AB 74 S. 6). Damit übernimmt er 
letztlich allein die Meinung der Patientin, eine berufliche Tätigkeit sei zurzeit 
nicht möglich, auch wenn er gewisse Widersprüche thematisiert (AB 74 S. 
5 f.), ohne dass er dies aus fachlicher Sicht überzeugend begründet und 
belegt.

Ob auf das Gutachten von Dr. med. E.________, anlässlich derer Begut-
achtung sich die Beschwerdeführerin noch unbefangener gegeben hatte, 
oder dasjenige des Dr. med. F.________ abzustellen ist, kann schliesslich 
offen bleiben, denn eine Prüfung der Indikatoren weist – wie nachfolgend 
aufgezeigt – so oder anders auf eine Überwindbarkeit der von den Gutach-
tern angenommenen Einschränkungen.

3.7 Die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist eine wichtige 
Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann. Die 
Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere dar-
aufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedin-
gungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen 
Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 14

fähigkeit schliessen lassen. Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es 
den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in concreto ausschliesslich funkti-
onelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden 
und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage 
erfolgte. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen 
Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungs-
rechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. 
Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und 
erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet 
betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im 
Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer 
Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung 
einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet 
und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) 
Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts vom 21. März 2018 [zur Publikation vorge-
sehen], 8C_409/2017, E. 4.3). 

Es sind somit aus rechtlicher Sicht die funktionellen Auswirkungen der psy-
chischen Erkrankung der Beschwerdeführerin zu prüfen: Zum Komplex 
„Gesundheitsschädigung“ ist zu bemerken, dass der Gutachter Dr. med. 
F.________ zur Ausprägung der Persönlichkeitsstörung zwar einerseits 
festhielt, er schätze die Einschränkung des Funktionsniveaus durch die 
Persönlichkeitsstörung auf mittelgradig ein (AB 68.1 S. 12 unten und S. 14 
Ziff. 1). Andererseits liegen in den Gutachten Hinweise auf diverse Inkon-
sistenzen vor (vgl. auch E. 3.6 hiervor). So ist festzustellen, dass die Be-
schwerdeführerin laufend mit ändernden Darstellungen imponiert. Seitens 
der Gutachterin Dr. med. E.________ wurde in Übereinstimmung mit dem 
behandelnden Arzt Hinweise für eine pseudologia fantastica (dauerndes 
Lügen) festgehalten (AB 43.1 S. 14, 56 S. 1 f.). Ein solches manipulatives 
Verhalten ist in den Akten klar erkennbar. Ohne dass möglicherweise 
tatsächlich erfolgte schwierige Kindheits- und Jugenderlebnisse hier zu 
negieren wären, ist aber doch zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin 
sich bis anhin mit allen Therapeuten und Untersuchern überworfen hat, 
sobald diese die Sachlage kritisch thematisiert hatten bzw. die Beurteilung 
nicht den Erwartungen der Beschwerdeführerin entsprach. So hat sie ins-

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besondere nach Kenntnisnahme des Gutachtens von Dr. med. E.________ 
dieses umfassend in Frage gestellt (AB 52 S. 1 ff.) und den Therapeuten 
gewechselt, als dieser sich nicht in eine advokatorische Rolle drängen las-
sen wollte (vgl. AB 68.1 S. 8). Dass die Gutachterin ihre Darstellungen ent-
gegen dem damals effektiv von der Beschwerdeführerin Geäusserten ver-
fasst hätte, bestehen keinerlei Anzeichen. Vielmehr sind die verbreiteten 
Hinweise auf Inkonsistenzen in jeder Hinsicht überzeugend und durch den 
Zweitgutachter bestätigt worden. Die Beschwerdeführerin hat ihre Kritik am 
Erstgutachten inzwischen derart verinnerlicht, dass sie schliesslich ge-
genüber dem Zweitgutachter die neue Darstellung der Sachlage zur Aner-
kennung bringen wollte und in den Vordergrund gestellt hat. Im Gegensatz 
zu ihrer Angabe, sie könne maximal eine Stunde an etwas dran bleiben, 
war sie während der dreieinhalbstündigen Untersuchung bei Dr. med. 
E.________ sehr präsent und auch gegen Ende stellte die Gutachterin kei-
ne nachlassende Aufmerksamkeit fest (AB 43.1 S. 18). Auch Dr. med. 
F.________ konnte eine Aggravation der Symptomatik nicht sicher aussch-
liessen (AB 68.1 S. 15 Ziff. 4). Eine Behandlungsresistenz liegt nicht vor; 
vielmehr verwies der Gutachter auf eine Diskrepanz zwischen der langen, 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit, dem Leidensdruck und der wahrgenom-
menen medizinischen Hilfe. Die Beschwerdeführerin nahm zwar (nicht-
psychiatrische) Therapien in Anspruch (vgl. AB 62 S. 10 ff.), dies hat sich 
jedoch nicht durch verbesserte Funktionen gezeigt (AB 68.1 S. 13). Eine 
störungsspezifische ambulante oder stationäre Psychotherapie war bis zum 
Zeitpunkt der Begutachtung nicht erfolgreich durchgeführt worden (AB 68.1 
S. 18 Ziff. 2), vielmehr beendete die Beschwerdeführerin eine begonnene 
psychiatrische Therapie als sich ihre Erwartung – eine Unterstützung für 
eine IV-Rente durch den behandelnden Psychiater – nicht erfüllte (vgl. AB 
68.1 S. 8). Körperliche Begleiterkrankungen liegen keine vor; zu den 
Wechselwirkungen der Diagnosen führte der Gutachter aus, dass „komple-
xe Traumatisierungen“ sehr häufig im Rahmen von Persönlichkeitsstörun-
gen beschrieben würden (AB 68.1 S. 18). Bezüglich des sozialen Kontex-
tes ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Sohn in einem 
Bauernhaus zur Miete wohnt. Der Gutachter Dr. med. F.________ geht 
zwar von einer nicht klaren Tagesstrukturierung aus, beschrieben werden 
dennoch verschiedene Aktivitäten (Versorgen der Tiere, Mails bearbeiten, 
Haushaltsarbeiten, Telefonieren, Gartenarbeiten, Puzzle spielen, Fernse-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 16

hen/Filme schauen, Einkaufen, Buch schreiben, Autofahren; unregelmässig 
in den letzten Jahren: Organisation und Durchführung von Seminaren im 
Bereich ….), die die Beschwerdeführerin über den Tag hin vornehmen 
kann (AB 68.1 S. 7); die Gestaltung des Alltags wird auch im Gutachten 
von Dr. med. E.________ – detaillierter – beschrieben (AB 43.1 S. 7). Der 
Gutachter berücksichtigt die langjährige Entfremdung von der Arbeitswelt 
(Aufgabe der Tätigkeit bei der I.________ im Jahr 2010 [AB 68.1 S. 7]) als 
eine soziale Belastung und als aufrechterhaltenden Faktor für die Funkti-
onseinschränkung (AB 68.1 S. 17). Es besteht jedoch im Lebenskontext 
kein ausgeprägter sozialer Rückzug; vielmehr verweisen die verschiedenen 
Aktivitäten der Beschwerdeführerin im privaten Bereich auf (mobilisierbare) 
Ressourcen. Bezüglich der Konsistenz verweist der Gutachter denn auch 
auf Inkonsistenzen in den vergleichbaren Lebensbereichen: es wird u.a. 
einerseits über einen funktionierenden Alltag berichtet, andererseits gibt die 
Beschwerdeführerin starke Konzentrationsprobleme sowie plötzliche Pa-
nikattacken und Flashbacks an (AB 68.1 S. 5, 14 Ziff. 2), dennoch schreibt 
sie gemäss ihren Angaben an einem Buch und fährt offenbar Auto (AB 68.1 
S. 20 f. Ziff. 1 und 2). Zudem bietet die Beschwerdeführerin – wie die Be-
schwerdegegnerin zu Recht bemerkt (Stellungnahme vom 4. Mai 2018, S. 
2) – nach wie vor Kurse und Seminare an (www…..ch). Auch erfolgte bis 
zur Begutachtung durch Dr. med. F.________ keine störungsspezifische 
Therapie, was der Gutachter zwar auf die Persönlichkeitsproblematik bzw. 
auf ein ausgeprägtes Misstrauensschema vorallem gegenüber Autoritäten 
zurückführt. Dennoch hat sie sich Behandlungen durch Nicht-Mediziner 
unterziehen können (AB 61 S. 10 ff.). Nach dem Gesagten ist nicht zu fol-
gern, dass das Leiden der Beschwerdeführerin die funktionelle Leistungs-
fähigkeit im attestierten Ausmass von 40 % auch in einer angepassten 
Tätigkeit einschränkt.

3.8 Damit liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des 
Gesetzes vor. Unter diesen Umständen kann die Frage des Status offen-
bleiben. Die Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf Leistungen der 
IV. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 16. Juni 2017 (AB 81) 
erweist sich im Ergebnis als korrekt und die Beschwerde ist abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 17

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2018, IV/17/692, Seite 18

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.