# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1253d5f7-8345-58e7-be88-bd83df6ceff2
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.09.2015 SK.2015.23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2015-23_2015-09-24.pdf

## Full Text

Urteil vom 24. September 2015 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Walter Wüthrich, Einzelrichter, 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava  

Parteien  1. BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Marco Abbühl, Stv. Leiter Rechtsdienst, 

  

2. EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT, 

Generalsekretariat EFD, vertreten durch Fritz 

Ammann, Leiter Strafrechtsdienst, 

 

 

gegen 

 

  

A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Sascha M. 

Duff 

 

Gegenstand 

 

Tätigkeit als Investmentgesellschaft mit festem Kapital 

ohne Bewilligung 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2015.23 

- 2 - 

Anträge des Eidgenössischen Finanzdepartements: 

1. A. sei schuldig zu sprechen der Ausübung einer Tätigkeit als Investmentgesellschaft 

mit festem Kapital (SICAF) ohne Bewilligung gemäss Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG in der 

bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung, begangen in der Zeit vom 1. Januar 

2008 bis zum 24. April 2008. 

2. A. sei zu verurteilen: 

a. zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen à Fr. 240, bedingt erlassen auf eine 

Probezeit von 2 Jahren; 

b. zu einer Verbindungsbusse von Fr. 8'400; 

c. zur Tragung der Verfahrenskosten, beinhaltend die Verfahrenskosten des EFD 

in der Höhe von insgesamt Fr. 4'220 sowie die Kosten der Anklageführung unter 

Einschluss der Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten für die Vertreter 

des EFD gemäss gerichtlichen Pauschalen.  

 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

Die Bundesanwaltschaft stellt keine eigenen Anträge. 

 

Anträge der Verteidigung: 

1. Die Strafverfügung vom 17. April 2015 sei vollumfänglich aufzuheben und die Be-

schuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Eventualiter sei die Einsprecherin schuldig zu sprechen der fahrlässigen Ausübung 

einer Tätigkeit als Investmentgesellschaft mit festem Kapital (SICAF) ohne Bewilli-

gung gemäss Art. 178 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 148 Abs. 2 KAG in der bis zum 31. De-

zember 2008 geltenden Fassung, begangen in der Zeit vom 1. Januar 2008 bis zum 

24. April 2008, und es sei eine Busse von höchstens Fr. 2'500 aufzuerlegen. 

3. Subeventualiter sei die Beschuldigte in Abänderung von Ziff. 1 der Strafverfügung 

vom 17. April 2015 zu verurteilen: 

a. zu einer Geldstrafe von höchstens 100 Tagessätzen à maximal Fr. 125, bedingt 

auf eine Probezeit von 2 Jahren; 

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b. zu einer Verbindungsbusse von höchstens Fr. 2'500; 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge – auch für das vorinstanzliche Verfahren – 

zulasten der Vorinstanz. 

 

Prozessgeschichte 

A. Mit Verfügung vom 9. Februar 2009 stellte die Eidgenössische Finanzmarktauf-

sicht FINMA unter anderem fest, dass die B. AG mit Sitz in Zug ohne Bewilligung 

eine kollektive Kapitalanlage im Sinne einer Investmentgesellschaft mit festem 

Kapital (SICAF) betreibt und damit gegen das Kollektivanlagegesetz (KAG; SR 

951.31) verstösst, worauf sie als Folge davon die Liquidation der Firma anord-

nete. Die B. AG focht diese Verfügung mit Beschwerde vom 13. März 2009 beim 

Bundesverwaltungsgericht an. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2009 liess sie 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Kopie einer Vereinbarung zukommen, worin 

die Beschwerde gegen die Verfügung der FINMA vom 9. Februar 2009 zurück-

gezogen wird. Mit Entscheid vom 19. Januar 2010 schrieb das Bundesverwal-

tungsgericht das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos ab (EFD pag. 010 

0018). 

B. Gestützt auf die Anzeige der FINMA vom 21. März 2011 eröffnete das Eidgenös-

sische Finanzdepartement EFD am 5. Dezember 2013 gegen A. sowie zwei wei-

tere Personen ein Verwaltungsstrafverfahren wegen Verdachts auf Betrieb einer 

lnvestmentgesellschaft mit festem Kapital (SICAF) ohne Bewilligung gemäss Art. 

148 Abs. 1 lit. a KAG in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung 

(Akten EFD Nr. 442.4-009 pag. 010 0023). 

C. Mit Schreiben vom 25. Juli 2014 beantragte der Rechtsvertreter der Beschuldig-

ten die Einstellung der Untersuchung (EFD pag. 081 0019). Er führt u.a. aus, die 

B. AG habe während der Jahre 2007 und 2008 versucht, sich an der Berner 

Börse kotieren zu lassen, da sie durch diese Kotierung nicht mehr dem KAG un-

terstellt gewesen wäre (EFD pag. 081 0017). 

D. Am 13. November 2014 erliess das EFD einen Strafbescheid. Die Beschuldigte 

wurde der Tätigkeit als Investmentgesellschaft mit festem Kapital (SICAF) ohne 

Bewilligung gemäss Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG in der bis zum 31. Dezember 2008 

geltenden Fassung, begangen in der Zeit von 1. Januar 2008 bis 24. April 2008, 

schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu 

je Fr. 240.--, einer Verbindungsbusse von Fr. 8'400.-- sowie zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten verurteilt (EFD pag. 092 0001 ff.).  

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E. Die Beschuldigte liess fristgerecht Einsprache erheben. Ihr Rechtsvertreter 

reichte u.a. sieben nicht unterschriebene Rechnungen ein, welche die Beschul-

digte für erbrachte Dienstleistungen an die betreffenden Gesellschaften gestellt 

hatte (EFD pag. 100 0061 ff.). Als Absenderin war auf drei Rechnungen „A., Lon-

don“ aufgeführt (EFD pag. 100 0064-0066). 

F. Nach weiteren Abklärungen über öffentlich zugängliche Quellen (Internet, Han-

delsregister), bei der news aktuell (Schweiz) AG und beim Grundbuchamt von 

London (EFD pag. 041 0001 ff.; pag. 042 0001 ff.; pag. 041 0094 ff.) bestätigte 

das EFD mit Strafverfügung vom 17. April 2015 den bereits im Strafbescheid vom 

13. November 2014 ausgesprochenen Entscheid (EFD pag. 100 0069 ff.). 

G. Der Rechtsvertreter der Beschuldigten verlangte mit Eingabe vom 28. April 2015 

die gerichtliche Beurteilung. Er stellte die eingangs erwähnten Anträge (EFD pag. 

100 0092 f.). 

H. Mit Schreiben vom 8. Mai 2015 überwies das EFD die Sache in Anwendung von 

Art. 50 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht 

vom 22. Juni 2007 (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG, SR 956.1) an die Bun-

desanwaltschaft zuhanden des Bundesstrafgerichts (TPF pag. 11 100 001). Am 

28. Mai 2015 ging das Dossier beim Bundesstrafgericht (Einzelrichter) ein. 

I. Auf Einladung des Einzelrichters liessen sich das EFD und der Verteidiger vorab 

zur Frage der Verjährung vernehmen (TPF pag. 11 300 002; pag. 11 511 003-

006; pag. 11 521 004-009). Mit Verfügung vom 28. Juli 2015 entschied der Ein-

zelrichter über den Beweisantrag der Verteidigung (TPF pag. 11 280 001). 

J. Am 16. September 2015 fand die Hauptverhandlung am Sitz des Gerichts in An-

wesenheit des Vertreters des EFD sowie der Beschuldigten und ihres Verteidi-

gers statt. Die Bundesanwaltschaft war nicht vertreten (TPF pag. 11 920 001).  

 

  

- 5 - 

Der Einzelrichter erwägt: 

1.  Zuständigkeit und Verfahren 

1.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Satz 2 FINMAG ist das EFD verfolgende und urteilende 

Behörde bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG und 

der übrigen Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG. 

1.2 Art. 50 Abs. 2 FINMAG sieht u.a. vor, dass, wenn die gerichtliche Beurteilung 

verlangt worden ist, die strafbare Handlung der Bundesgerichtsbarkeit unter-

steht. In diesem Fall überweist das EFD die Akten der Bundesanwaltschaft zu-

handen des Bundesstrafgerichts. Die Überweisung der zu überprüfenden Straf-

verfügung gilt als Anklage (Art. 73 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 22. März 

1974 über das Verwaltungsstrafrecht [VStrR; SR 313.0]), wobei der Beschul-

digte, der Bundesanwalt und die beteiligte Verwaltung selbstständige Parteien im 

Verfahren bilden (Art. 74 VStrR).  

1.3 Das vorliegende Verfahren hat den Verdacht auf eine Widerhandlung gegen das 

Kollektivanlagengesetz, das zu den Finanzmarkterlassen zählt, zum Gegen-

stand. Nachdem fristgerecht innert 10 Tagen nach Eröffnung der Strafverfügung 

gerichtliche Beurteilung verlangt wurde, ist das Bundesstrafgericht zuständig 

(Art. 72 VStrR). 

1.4 Das Verfahren vor Bundesstrafgericht bestimmt sich nach Massgabe der Artikel 

73-80 VStrR (Art. 81 VStrR); subsidiär sind die Bestimmungen der Bundesstraf-

prozessordnung heranzuziehen (Art. 82 VStrR). Das Gericht entscheidet in der 

Sache und bezüglich der Kosten neu (HAURI, Verwaltungsstrafrecht, Bern 1998, 

S. 155 f.); hierbei kommt ihm freie Kognition zu (HAURI, a.a.O., S. 149 f.).  

1.5 Im Verwaltungsstrafprozess müssen die Vertreter der Bundesanwaltschaft und 

der Fachbehörde nicht persönlich vor Gericht erscheinen (Art. 75 Abs. 4 i.V.m. 

Art. 81 VStrR). Im konkreten Fall hat die Bundesanwaltschaft den Verzicht auf 

Teilnahme an der Hauptverhandlung erklärt. 

2.         Anwendbares Recht 

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezem-

ber 1937 (StGB; SR 311.0) i.V.m. Art. 2 VStrR wird nach geltendem Recht beur-

teilt, wer nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. 

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Massgebend ist der Zeitpunkt der Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung 

(RIKLIN, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil, Verbrechenslehre, 3. Auf-

lage, Zürich 2007, § 8 N 5; POPP/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, 3. Auflage, 

Basel 2013, Art. 2 StGB N 5). Als Ausnahme bestimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass 

eine Tat, welche vor Inkrafttreten des Gesetzes begangen wurde, nach dem 

neuen Recht zu beurteilen ist, wenn dieses für den Täter das mildere ist (lex 

mitior).  

2.2 Am 1. Januar 2007 trat das KAG in Kraft und löste das bis dahin gültige Bundes-

gesetz vom 18. März 1994 über die Anlagefonds (Anlagefondsgesetz, AFG) ab. 

Nach AFG war die Bildung einer Investmentgesellschaft mit festem Kapital (SI-

CAF) noch nicht bewilligungspflichtig. Die Frage der Rechtmässigkeit der Ge-

schäftstätigkeit der B. AG als SICAF stellt sich deshalb erst ab dem Inkrafttreten 

des KAG per 1. Januar 2007. 

2.3 Art. 157 KAG in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung enthielt 

Bestimmungen zum Übergang zwischen AFG und KAG. Demzufolge hatten sich 

insbesondere SICAF innert sechs Monaten ab Inkrafttreten des KAG am 1. Ja-

nuar 2007 bei der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) zu melden 

(Abs. 1). Sie mussten innert eines Jahres ab Inkrafttreten den Anforderungen des 

KAG genügen und ein Gesuch um Bewilligung stellen (Abs. 2).  

2.4 Gemäss Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden 

Fassung wurde mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, 

wer vorsätzlich ohne Bewilligung als SICAF tätig war. Bei fahrlässiger Begehung 

betrug die Strafe Busse bis zu Fr. 250'000 (Abs. 2). 

2.5 Ab 1. Januar 2009 wurde dieser Tatbestand ersetzt durch Art. 44 FINMAG, der 

mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bedroht, wer vorsätzlich 

ohne Bewilligung eine nach den Finanzmarktgesetzen bewilligungspflichtige Tä-

tigkeit ausübt (Abs. 1). Bei fahrlässiger Begehung beträgt die Busse bis zu 

Fr. 250'000 (Abs. 2). 

2.6 Da das neue Recht nicht das mildere ist, ist der vorliegende Fall nach dem KAG 

in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung zu beurteilen. 

  

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3.         Sachverhalt 

3.1 B. AG 

3.1.1 Im November 2005 kaufte der US-Amerikaner C. die Aktien der im Handelsregis-

ter des Kantons Zug eingetragenen D. AG und wandelte diese in eine lnvest-

mentgesellschaft um. Der neue Zweck umfasste u.a. den Erwerb, die dauernde 

Verwaltung und Veräusserung von Beteiligungen im Speziellen an schweizeri-

schen Unternehmungen aller Art, insbesondere solche im Immobiliensektor. Die 

entsprechende Statutenänderung wurde am 5. Dezember 2005 ins Handelsre-

gister eingetragen. Mit gleichem Datum wurden E. als Präsident, F. als Mitglied 

und C. als Delegierter des Verwaltungsrats der D. AG eingetragen (FINMA-Akten 

51/2008/00690 pag A01 010-11). Am 4. September 2006 wurde die Gesellschaft 

in die B. AG umfirmiert. Im November 2006 erwarb die Firma die erste Beteiligung 

(EFD pag. 020 0019-0020). 

3.1.2 Gemäss Artikel 18 der Statuten der B. AG war der Verwaltungsrat mit der Füh-

rung der Geschäfte betraut (FINMA pag. A01 079). Nach Art. 25 der Statuten war 

er berechtigt, die Geschäftsführung oder einzelne Zweige derselben und die Ver-

tretung der Gesellschaft nach Massgabe eines Organisationsreglements an ei-

nes oder mehrere seiner Mitglieder zu übertragen. Gemäss den vorliegenden 

Akten wurde ein solches Organisationsreglement nicht erlassen. 

3.1.3 An der a.o. Generalversammlung vom 25. Juli 2007 (FINMA pag. A01 011-020) 

wurden neue Bestimmungen in die Statuten der B. AG aufgenommen, u.a. die 

Art. 35 und 36 (FINMA pag. A01 015-018). Der neue Art. 35 legte die Pflicht des 

Verwaltungsrats fest, für einen etwaigen Vermögensverwalter ein detailliertes 

Anlagereglement zu erstellen. Art. 36 legte die Grundsätze für das Anlageregle-

ment und die bei Beteiligungserwerben zwingend zu befolgenden Richtlinien fest. 

So wurde in Ziffer 1 von Art. 36 der Gesellschaft vorgegeben, in zumindest zwei 

aber nicht mehr als acht verschiedenen Unternehmen Kernbeteiligungen mit ei-

nem Anlagehorizont von 1-5 Jahren und einer jährlichen Renditeerwartung von 

mindestens 10% einzugehen (FINMA pag. A01 073). 

3.1.4 Am 6. September 2007 gaben E. und F. ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat 

bekannt. Somit hatte die Firma keine in der Schweiz wohnhafte Person mehr im 

Verwaltungsrat (Art. 718 Abs. 4 OR). An einer a.o. Generalversammlung vom 21. 

November 2007 beschloss die B. AG eine ordentliche Erhöhung des Aktienkapi-

tals um Fr. 5'969'035.26 (EFD pag. 040 0002). Zudem wurden drei neue Mitglie-

der in den Verwaltungsrat gewählt. G. übernahm das Präsidium, die Beschuldigte 

und H. wurden zu Verwaltungsräten bestimmt. C. trat zurück (Einträge in das 

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Handelsregister des Kantons Zug vom 10. Dezember 2007; EFD pag. 020 0021). 

Die Bestimmung von Art. 718 Abs. 4 OR war somit wieder eingehalten.  

Im Anschluss an die a.o. Generalversammlung vom 21. November 2007 fand 

eine Sitzung des Verwaltungsrats der B. AG statt, an der neben dem neuen Prä-

sidenten des Verwaltungsrats auch die Beschuldigte als neu gewählte Verwal-

tungsrätin teilnahm (EFD pag. 040 0002). Im Zusammenhang mit dem Feststel-

lungsbeschluss betreffend die Kapitalerhöhung sowie der Statutenänderung 

legte der Verwaltungsratspräsident u.a. die Statuten der Gesellschaft sowie ei-

nen Anlageberatungs- und Verwaltungsvertrag vor, den die B. AG am 1. Sep-

tember 2007 mit der I. Ltd. mit Sitz auf den British Islands abgeschlossen hatte 

(EFD pag. 040 0001-0006, Beilage 14 zum UB-Bericht).  

3.1.5 Auf den 24. Januar 2008 lud Verwaltungsratsapräsident G. zu einer a.o. Gene-

ralversammlung ein (TPF pag. 11 925 001). Am 18. Januar 2008 erteilte ihm die 

Beschuldigte Vollmacht zur Wahl der Revisionsstelle, nachdem ihr die administ-

rative Mitarbeiterin J. am 15. Januar 2008 mitgeteilt hatte, dass ihre Anwesenheit 

anlässlich der a.o. Generalversammlung nicht notwendig sei (TPF pag. 11 925 

002-003). An der a.o. Generalversammlung vom 24. Januar 2008 trat G. aus dem 

Verwaltungsrat aus. Die Beschuldigte war nicht anwesend. 

3.1.6 Die Beschuldigte wurde von der a.o. Generalversammlung vom 4. April 2008 zur 

Präsidentin des Verwaltungsrates mit Kollektivunterschrift zu zweien gewählt 

(EFD pag. 031 0001-0003). Gemäss eigenen Angaben wurden ihr Fr. 20'000 pro 

Verwaltungsratssitzung in Aussicht gestellt, wobei maximal sechs Sitzungen pro 

Jahr vorgesehen gewesen seien (Protokoll der Befragung vom 7. Mai 2008, S. 5 

[Beilage 2 zum Bericht der Untersuchungsbeauftragten]). Gemäss Plädoyer des 

Verteidigers soll die Beschuldigte allerdings nie etwas erhalten haben (TPF pag. 

11 925 027). 

3.2 Geschäftstätigkeit 

3.2.1 Die Geschäftstätigkeit der B. AG erschöpfte sich im Kaufen und Halten von Be-

teiligungen (FINMA pag. C00 010). Zu keinem Zeitpunkt übte sie eine operative 

Tätigkeit aus. Auf der Website der B. AG bezeichnete sich die Firma als „lnvest-

mentvehikel einer Marktnische vergleichbar mit einem Hedgefonds.“ Präzi-

sierend wurde ausgeführt: „Die B. AG strebt den Aufbau eines international diver-

sifizierten Portfolios aus alternativen Investments in Sektoren an, die zu bestimm-

ten Zeiten besonders vielversprechend erscheinen. Das Unternehmen verfolgt 

eine aggressive lnvestitionspolitik in Anlagen mit hohem Wachstumspotenzial mit 

kurz- und mittelfristigem Ausstieg“ (FINMA pag. A01 139, 147, 151, 153).  

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3.2.2 Gemäss den Angaben auf der Website der Deutschen Börse AG wurden die Ak-

tien der B. AG seit dem 22. Januar 2007 am Open Market der Frankfurter Börse 

gehandelt (FINMA pag. A01 111). Der Verweis auf die Möglichkeit eines Aktien-

kaufs am Open Market auf der Website der B. AG enthielt keinerlei Hinweise, 

wonach die Aktien der B. AG nur bestimmten Anlegern zugänglich gewesen wä-

ren. Gemäss eigenen Angaben verfügte die B. AG über schätzungsweise 20'000 

bis 25'000 Investoren (FINMA pag. A01 390). 

3.2.3 An der a.o. Generalversammlung vom 25. Juli 2007 beschloss die B. AG, bei der 

BX Berne eXchange ein Kotierungsgesuch einzureichen und die entsprechenden 

Vorbereitungen dazu in Auftrag zu geben (FINMA pag. A01 013). Zu einer Kotie-

rung kam es nie. 

3.2.4 Gemäss dem mit der I. Ltd. abgeschlossenen Anlageberatungs- und Verwal-

tungsvertrag vom 1. September 2007 („Investment Advisory and Asset Manage-

ment Agreement“) war diese mit der Auswahl und Bewirtschaftung der Anlagen 

der B. AG beauftragt (FINMA pag. A01 966; A02 032-049). Zusätzlich verpflich-

tete sich I. Ltd. zur Erbringung allgemeiner Dienstleistungen. Zu diesen zählten 

auch PR-Massnahmen, um die Anlagen der B. AG bei der breiten Öffentlichkeit 

in einem besonders positiven Licht erscheinen zu lassen („organise PR, adverti-

sing and promotion to increase the attraction and profile of the Investments to the 

general public”) (FINMA pag. A02 035). 

3.2.5 Per 31. Dezember 2007 hielt die B. AG die folgenden Beteiligungen (EFD pag. 

010 0007) (Bewertung der Beteiligung in der Bilanz per 31. Dezember 2007): 

 K.1 Plc: Beteiligung 31.15% (Fr. 9'530'992); 

 K.2 Plc: Beteiligung 15% (Fr. 8'183'000); 

 K.3 AG: Beteiligung 29.09% (Fr. 975'412.65); 

 K.4 BV: Beteiligung 13.95% (Fr. 248'419.35); 

 K.5 AB: Beteiligung 20% (Fr. 196'800); 

 K.6 AG: Beteiligung 6.67% (Fr. 292'937.85). 

3.2.6 Ab dem Jahr 2007 bis zum 23. April 2008 wurden im Auftrag der B. AG über das 

von der news aktuell (Schweiz) AG betriebene Presseportal „na news aktuell“ 

zahlreiche Medienmitteilungen veröffentlicht, die dazu dienten, auf die B. AG und 

deren Beteiligungen aufmerksam zu machen (EFD pag. 042 0010-0154). Diese 

wurden jeweils zeitgleich auch über verschiedene andere Publikationsplattfor-

men („FE investigate“, „PR newswire“) in englischer Sprache verbreitet (EFD 

pag. 031 0082, …0083, …0086, …0090, …0092, 042 0008). Die Rechnungen, 

auf denen jeweils die Titel der betreffenden Medienmitteilung ersichtlich waren, 

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wurden von der news aktuell (Schweiz) AG der B. AG zugestellt und von dieser 

bezahlt, ebenso die Übersetzungen der Pressemitteilungen (EFD pag. 042 0167-

0611, Beilage 12 zum UB-Bericht, S. 6, 12, 13, Beilage 29 zum UB-Bericht, 

S. 3-5).  

3.2.7 Die B. AG verfügte für ihre Tätigkeit nicht über eine Bewilligung der EBK. 

3.3 Aufsichtsrechtliches Verfahren 

3.3.1 Um abzuklären, ob die B. AG eine bewilligungspflichtige Tätigkeit ausübte, for-

derte die EBK diese mit Schreiben vom 3. Januar 2008 auf, bis zum 15. Januar 

2008 einen Fragebogen auszufüllen und zu retournieren (FINMA pag. A01 002). 

3.3.2 Mit E-Mail vom 7. Januar 2008 teilte der Verwaltungsratspräsident der B. AG der 

EBK mit, die Gesellschaft habe an der a.o. Generalversammlung vom 25. Juli 

2007 „gemäss Bundesgesetz über kollektiven Kapitalanlagen Art. 2g“ (sic) be-

schlossen, „einen Börsengang an die Berner Börse vorzunehmen“ (FINMA pag. 

A01 021). 

3.3.3 Mit Schreiben vom 15. Januar 2008 an die EBK führte Verwaltungsratspräsident 

G. aus, der Verwaltungsrat habe bereits im Mai 2007 eine Zürcher Anwaltsfirma 

mit der Prüfung der Unterstellungspflicht der B. AG unter das KAG beauftragt. 

Das Ergebnis dieser Prüfung habe dazu geführt, dass die B. AG beschlossen 

habe, sich an der BX Berne eXchange kotieren zu lassen. Die Börsenkotierung 

sei jedoch wegen Umstrukturierungen in der Führung der Gesellschaft in den 

Monaten Juli bis November 2007 in den Hintergrund getreten. Die Frist zur Ein-

reichung der Stellungnahme betreffend Unterstellung unter das KAG bis am 

31. Dezember 2007 sei leider in Vergessenheit geraten (FINMA pag. A01 102). 

Dem Schreiben lag ein undatierter Entwurf eines Kotierungsprospekts der B. AG 

für die Kotierung von 100 Millionen Inhaberaktien an der BX Berne eXchange bei 

(FINMA pag. A01 025-039).  

3.3.4 Die EBK setzte wegen dringenden Verdachts des unbewilligten Betriebs einer 

lnvestmentgesellschaft mit festem Kapital (SICAF) mit superprovisorischer Ver-

fügung vom 24. April 2008 zwei Rechtsanwälte als Untersuchungsbeauftragte 

ein mit dem Auftrag, die Geschäftstätigkeit und die finanzielle Lage der B. AG 

abzuklären (FINMA pag. A01 306). Den bisherigen Organen wurde untersagt, 

ohne Zustimmung der Untersuchungsbeauftragten weitere Rechtshandlungen 

für die B. AG vorzunehmen. Der Beschuldigten wurde die Zeichnungsberechti-

gung entzogen (FINMA pag. A01 304-311). 

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3.3.5 In ihrer Stellungnahme vom 26. Mai 2008 zur superprovisorischen Verfügung der 

EBK beantragte die B. AG u.a. die Einräumung einer Frist bis zum 31. August 

2008, um den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen und sich an einer 

Schweizer Börse kotieren zu lassen (FINMA pag. A01 490). 

3.3.6 Am 6. Juni 2008, bestätigt mit Schreiben vom 22. Juli 2008, gewährte die EBK 

eine Frist bis zum 12. August 2008 für den Nachweis der Kotierung an einer 

Schweizer Börse (FINMA pag. A01 490). 

3.3.7 Die Untersuchungsbeauftragten reichten am 11. Juli 2008 ihren Bericht zu Han-

den der EBK ein. Sie hielten unter anderem fest, dass die B. AG Minderheitsbe-

teiligungen an sechs Startup-Unternehmen in Europa halte und keine anderen 

Geschäftsaktivitäten ausübe. Sie verfüge über keine nennenswerten liquiden Mit-

tel. Ihre Aktiven gemäss Bilanz per 31. Dezember 2007 bestünden ausschliess-

lich aus Beteiligungen im Umfang von Fr. 20'627'771.85. Die Werthaltigkeit der 

einzelnen Beteiligungen sei fraglich und die Gläubiger- und Anlegerinteressen 

seien gefährdet (FINMA pag. C00 001-025). 

3.3.8 Nachdem die angestrebte Kotierung an der BX Berne eXchange nicht zu Stande 

kam (FINMA pag. A01 421), stellte die FINMA mit Verfügung vom 9. Februar 

2009 fest, dass die B. AG ohne Bewilligung eine kollektive Kapitalanlage im 

Sinne einer Investmentgesellschaft mit festem Kapital (SICAF) betrieben und da-

mit gegen das KAG verstossen habe. Die Werthaltigkeit der von der B. AG ge-

haltenen Beteiligungen sei zweifelhaft. Da gemäss der FINMA die nachträgliche 

Erteilung einer Bewilligung mangels einer adäquaten Organisation der B. AG von 

vornherein ausser Betracht fiel und die Gesellschaft keine Gewähr für eine ein-

wandfreie Geschäftsführung bot, ordnete sie deren Auflösung an und setzte sie 

in Liquidation (FINMA pag. A02 142). 

3.3.9 Die B. AG reichte gegen diese Verfügung vom 9. Februar 2009 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht ein. Infolge Rückzugs wurde das Beschwerdeverfah-

ren vom Bundesverwaltungsgericht am 19. Januar 2010 als gegenstandslos ab-

geschrieben (EFD pag. 010 0018-0022), womit die Verfügung vom 9. Februar 

2009 in Rechtskraft erwuchs.  

3.3.10 Die FINMA erklärte mit Verfügung vom 30. Oktober 2013 das Konkursverfahren 

betreffend die B. AG als geschlossen und die Gesellschaft wurde von Amtes we-

gen gelöscht (EFD pag. 031 0071). Eine Konkursdividende konnte nicht ausbe-

zahlt werden (EFD pag. 031 0072-0074). 

3.4 Vorbringen der Beschuldigten im Verwaltungsstrafverfahren  

- 12 - 

3.4.1 Im Rahmen des Verwaltungsstrafverfahrens bestritt die Beschuldigte nicht, dass 

die B. AG eine dem KAG unterstellte SICAF war. Sie machte jedoch sinngemäss 

geltend, dass die Geschäftstätigkeit dieser Gesellschaft trotz fehlender Bewilli-

gung nicht rechtswidrig gewesen sei, denn die EBK habe der B. AG mit Schrei-

ben vom 22. Juli 2008 Frist bis zum 12. August 2008 gewährt, um den rechtmäs-

sigen Zustand wieder herzustellen. Damit habe die EBK „die Bewilligungspflicht 

vorläufig aufgeschoben“, weshalb bis zum 12. August 2008 für die B. AG gar 

keine Bewilligungspflicht bestanden habe. Etwas anderes gehe aus dem ge-

nannten Schreiben nicht hervor, insbesondere nicht, dass trotz Fristansetzung 

ein Straftatbestand vorgelegen habe (EFD pag. 081 0018-0019, 100 0006). 

3.4.2 Die Beschuldigte machte geltend, die EBK habe sich widersprüchlich verhalten, 

da diese mit Schreiben vom 20. August 2008 die BX Berne eXchange ersucht 

habe, die Voraussetzungen für die Kotierung der Effekten der B. AG erneut zu 

prüfen, nachdem die BX Berne eXchange bereits am 5. August 2008 die Kotie-

rung bestätigt hatte. In der Folge habe die BX Berne eXchange die Kotierungs-

zusage „zurückgezogen“ (EFD pag. 100 0003-0004). 

3.4.3 Betreffend ihre Verantwortlichkeit brachte die Beschuldigte im Wesentlichen vor, 

mit dem operativen Geschäft der B. AG sei I. Ltd. betraut gewesen. Sie sei zur 

B. AG gekommen, um die geplante Kotierung an der BX Berne eXchange voran-

zutreiben. Die B. AG sei nicht von den im Handelsregister eingetragenen Orga-

nen geleitet worden, sondern von „Personen im Hintergrund im Sinne einer fak-

tischen Organschaft“. Die operative Tätigkeit der B. AG könne ihr somit nicht zu-

gerechnet werden (EFD pag. 100 0007). 

3.4.4 In subjektiver Hinsicht machte sie sinngemäss geltend, ihr könne betreffend die 

Tätigkeit der B. AG nicht Wissen und Willen unterstellt werden, da für das opera-

tive Geschäft nicht die formalen Verwaltungsräte sondern I. Ltd. zuständig gewe-

sen sei. Ihr könne höchstens Fahrlässigkeit angelastet werden (EFD pag. 100 

0008). 

3.4.5 Hinsichtlich der Strafzumessung war die Beschuldigte der Ansicht, die der I. Ltd. 

zuzurechnenden Pressemitteilungen dürften nicht straferhöhend gewichtet wer-

den. Zudem sei die „lange Verfahrensdauer“ zu wenig berücksichtigt worden. Da 

der Beschuldigten ohnehin höchstens eine fahrlässige Deliktsbegehung vorge-

worfen werden könne, seien als Geldstrafe maximal 100 Tagessätze angebracht. 

Bei der Berechnung des Tagessatzes sei von einem monatlichen Nettoeinkom-

men der Beschuldigten in der Höhe von Fr. 2'250.-- auszugehen. Sie betont, sie 

habe weder in England noch in Deutschland Einkommen erzielt, ansonsten sie 

dieses in der Steuererklärung deklariert hätte (EFD pag. 100 0011-0013). 

- 13 - 

3.4.6 Weiter machte die Beschuldigte geltend, ihr Ehemann sei (damals) 79-jährig, ge-

neriere kein Einkommen mehr und lebe von seinem Vermögensverzehr. Sollte 

sie der vorsätzlichen Tatbegehung schuldig gesprochen werden, dürften als Un-

terhaltsbeitrag, den sie von ihrem Ehemann erhalte, nur Fr. 2'500.-- zu ihrem 

eigenen Einkommen hinzugerechnet werden (EFD pag. 100 0013).  

3.5 Vorbringen der Beschuldigten im gerichtlichen Verfahren 

Im gerichtlichen Verfahren bekräftigten die Beschuldigte und – im Plädoyer – ihr 

Verteidiger ihre Anträge und im Wesentlichen ihre früheren Ausführungen zur 

Sache. Gemäss Plädoyer des Verteidigers seien G. und die Beschuldigte als 

Verwaltungsräte zur B. AG gekommen, um den gesetzlichen Zustand im Verwal-

tungsrat wieder herzustellen. Die Beschuldigte habe den Briefwechsel von G. mit 

der EBK von Mitte Januar 2008 (vorne E. 3.3.3) nicht gesehen. Ihr sei auf Nach-

frage vom Anwaltsbüro L. mitgeteilt worden, G. sei zurückgetreten, da keine Re-

visionsstelle mehr gefunden werden konnte. Sie habe sich nach dem Ausschei-

den von G. um das Suchen einer Revisionsstelle bemüht, was ihr im März 2008 

gelungen sei.  

3.6 Zur Person und finanziellen Situation der Beschuldigten 

3.6.1 Die heute 60-jährige Beschuldigte ist in zweiter Ehe mit M. verheiratet. Sie hat 

einen 22-jährigen Sohn, dessen Ausbildung seit Juli 2015 beendet ist und für den 

gemäss ihren Angaben finanziell sein Vater aufkommt (EFD pag. 051 0005; TPF 

pag. 11 930 002). Ihr Arbeitsort befindet sich in London (EFD pag. 051 0062; TPF 

pag. 11 930 002). Sie ist in der Schweiz nicht vorbestraft (EFD pag. 051 0039; 

TPF pag. 11 920 002). 

3.6.2 Zu ihrem beruflichen Umfeld machte die Beschuldigte im Formular „Angaben zur 

Person“ folgende Angaben (EFD pag. 051 0003): 

1978 - 1979: N.1, Zürich, Sekretariat, unselb. 

1980: N.2, Zürich, Exp. Pathologie, Sekretariat, unselb. 
1981 - 1985: N.3, Sekretariat und Sachbearbeitung in Anlage-

beratung für Versicherungen und Goldpläne 
1986 - 1993: N.4, Produktion und Vertrieb, Sachbearbeitung, 

ab 1987 Teilhaber und Mitglied der GL, unselb. 
2001 - 2006 PR Tätigkeit in Frankfurt, freiberufl., selbst. 
2001 - 2006 N.5, London, Sachbearbeitung und PR, unselb. 
2007 - N.6, London, PR/IR unselb. 

- 14 - 

Zu Ihrer aktuellen beruflichen Situation führte sie aus: „N.6, London: PR/IR Bera-

terin, z.Zt. nur 20%, zusätzliche Bürodienstleistungen für einige britische Ltd. 

Companies. Das fakturiere ich freiberuflich. Ich stelle Zeit etc. zur Verfügung, 

mache VAT return etc.“ (EFD pag. 051 0003). Diese Auskunft wird durch die 

Steuererklärung und -veranlagung 2014 bekräftigt (TPF pag. 11 261 010-021). 

Anlässlich der Einvernahme an der Hauptverhandlung (TPF pag. 11 930 003) 

erklärte sie, seit März 2015 zudem ein Buchhaltungsmandat für ein Hotel in 

St. Moritz innezuhaben, wo sie freiberuflich Fr. 1'000.-- bis Fr. 1'200.-- im Monat 

einnehme. 

3.6.3 In der Medienmitteilung der B. AG vom 21. November 2007 (EFD pag. 031 0019-

0021) wurde der berufliche Werdegang der Beschuldigten wie folgt dargestellt: 

„Fr. A. verfügt über mehr als zwanzig Jahre Leitungserfahrung in Finanzdienst-

leistungen und Geschäftsentwicklung. Von 1986 bis 1993 war Fr. A. in einer Lei-

tungsposition und als Vorstandsmitglied für N.4, Schweiz, tätig und hat 1993 den 

Verkauf der N.4 an die N.7, Hong Kong, verhandelt. Mitte der 1990-er Jahre fun-

gierte Fr. A. als freiberufliche PR-Beraterin und konzentrierte sich auf Lifestyle-

Projekte (…) und Lobbyarbeit für deutsche Unternehmen. Von 1998 bis 2001 

lieferte sie PR- und IR-Dienstleistungen in verschiedenen europäischen Finanz-

zentren, z. B. Paris, Brüssel, Monte Carlo und der Schweiz (Zürich/Genf). 2001 

wurde Fr. A. Direktorin bei N.6, einem Unternehmen, das Dienstleistungen für 

Unternehmen liefert und sich an Immobilieninvestitionen beteiligt“. 

3.6.4 Die Untersuchung des EFD hat ergeben, dass die Beschuldigte bei verschiede-

nen Gesellschaften im In- und Ausland Organfunktion inne hat bzw. hatte. Ge-

mäss Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich (EFD pag. 041 0008) 

war sie vom 21. Juli 2006 bis zum 30. Januar 2008 Mitglied des Verwaltungsrats 

der N.8, die als Finanzintermediärin der Selbstregulierungsorganisation N.9 an-

geschlossen war. Mit Verfügung der FINMA vom 29. Oktober 2013 wurde die 

Gesellschaft aufgrund ihrer illegalen Tätigkeit liquidiert (EFD pag. 040 0023).  

Im Zeitraum von 2000 bis 2010 bekleidete die Beschuldigte – was sie anlässlich 

der Hauptverhandling bestätigte (TPF pag. 11 930 002) – in den folgenden inzwi-

schen aufgelösten Gesellschaften mit Sitz in London die Funktion als „Director“:  

 N.10: 29.12.1999 - 14.01.2003 (EFD pag. 040 0058) 

 N.5/N.11: 09.11.2000 - 03.08.2004 (EFD pag. 040 0058)  

 N-5: 20.07.2001 - 06.05.2003 (EFD pag. 040 0058)  

 N.12: 17.12.2002 - 31.08.2005 (EFD pag. 041 0003, 041 0097) 

 N.13: 07.2004 - 26.09.2006 (EFD pag. 041 0001) 

 N.14: 12.11.2002 - 16.09.2008 (EFD pag. 041 0006) 

- 15 - 

 N.15: 02.02.2005 - 28.08.2007 (EFD pag. 040 0058) 

 N.16: 27.11.2006 - 03.07.2007 (EFD pag. 041 0006)  

 N.17: 13.11.2007 - 16.12.2008 (EFD pag. 040 0060) 

 N.18: 20.11.2008 - 13.07. 2010 (EFD pag. 040 0060, 041 0005) 

 N.19: 28.07.2003 - 21.09.2010 (EFD pag. 040 0060, 0077). 

Zur Zeit hat die Beschuldigte bei folgenden Gesellschaften mit Sitz in London 

eine Organfunktion als „Director“ inne (TPF pag. 11 930 002): 

 N.20: seit 23.08.2002 (EFD pag. 040 0080, 0041 0022-0024, 0033) 

 N.21: seit 06.09.2004 (EFD pag. 041 0072) 

 N.6: seit 28.04.2005 (EFD pag. 040 0063-0065, 041 0017-0019) 

 N.22: seit 05.05.2011 (EFD pag. 040 0063, 0088) 

 N.23: seit 25.08.2011 (EFD pag. 040 0069-0070, 079) 

 N.24: seit 16.09.2011 (EFD pag. 040 0063, 0071-0072) 

 N.25: seit 14.08.2012 (EFD pag. 040 0072, 0083)  

 N.26: seit ca. einem Monat (TPF pag. 11 930 003) 

 N.27: seit ca. einem Monat (TPF pag. 11 930 003). 

Zudem ist die Beschuldigte Mitglied des Verwaltungsrats folgender Gesellschaf-

ten mit Sitz in Luxemburg: 

 N.28: seit dem 3. September 2002. Gemäss eingetragenen Gesellschafts-

zweck handelt es sich um eine Beteiligungsgesellschaft (EFD pag. 041 

0054).  

 N.29: seit dem 27. September 2011 (EFD pag. 041 0062). Der Zweck der 

Gesellschaft ist identisch mit jenem von N.28 (EFD pag. 041 0058).  

Bei der N.30 (EFD pag. 041 0065-0069; 0067) war sie seit 4. August 2003 Mit-

glied des Verwaltungsrats. Statutarischer Zweck der Gesellschaft ist “die Betei-

ligung unter irgendeiner Form in anderen luxemburgischen oder ausländischen 

Unternehmen, alle anderen Anlagemöglichkeiten, den Erwerb von allen Arten 

von Wertpapieren durch Ankauf, Zeichnung oder sonst wie, deren Veräusserung 

durch Verkauf, Abtretung oder Tausch, die Überwachung und die Verwertung 

ihrer Beteiligungen (EFD pag. 041 0065)“. An der Generalversammlung vom 

6. November 2009 wurde das Verwaltungsratsmandat der Beschuldigten bis zur 

ordentlichen Generalversammlung des Jahres 2015 verlängert (EFD pag. 041 

0068). Gemäss ihrer Aussage anlässlich der Hauptverhandlung (TPF pag. 11 

930 003) ist sie kürzlich ausgetreten. 

- 16 - 

Bei den drei luxemburgischen Gesellschaften ist/war sie gemäss eigener Aus-

sage nicht exekutives Mitglied (TPF pag. 11 930 003). 

Darüber hinaus ist sie als einzelzeichnungsberechtigte Geschäftsführerin für die 

N.21, Niederlassung Deutschland, in Würzburg, und die N.31 mit Sitz in Frankfurt 

tätig (EFD pag. 040 0101-0102, 040 0053; TPF pag. 11 930 003). 

3.6.5 Gemäss definitiver Veranlagungsverfügung der Steuerverwaltung des Kantons 

Graubünden für das Steuerjahr 2014 erzielte die Beschuldigte aus unselbststän-

diger Tätigkeit ein Einkommen von Fr. 28'583.--. Für ihren auswärtigen Wochen-

aufenthalt wurde ihr ein Steuerabzug in der Höhe von Fr. 6'053.-- gewährt. Der 

Eigenmietwert der selbst bewohnten Liegenschaften in Z. und London beläuft 

sich gesamthaft nach Abzug der Unterhaltspauschale auf Fr. 58'790.--. Das steu-

erbare Reinvermögen 2014 beträgt Fr. 1'767'532.-- (TPF pag. 11 261 011). Der 

Kaufpreis der Liegenschaft in London betrug im Jahr 2011 £ 770'000 (EFD pag. 

041 0094). 

3.7 Zur persönlichen und finanziellen Situation des Ehemanns der Beschuldigten 

3.7.1 Im Rahmen der definitiven Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern der 

Beschuldigten für das Steuerjahr 2011 – nachdem sie den heute 80-jährigen M. 

am 5. Dezember 2011 geheiratet hatte – wurde das Vermögen des Ehemanns 

mangels eines Nachweises für die Satzbestimmung nach Ermessen auf rund 

Fr. 1 Mio. eingeschätzt (EFD pag. 051 0018). Da zu dessen Einkommen eben-

falls keine Angaben gemacht wurden, ging die Steuerbehörde zur Bestimmung 

des auf die Beschuldigte anwendbaren Steuersatzes von einem Einkommen in 

der Höhe von Fr. 150'000.-- aus. In der Steuererklärung für das Steuerjahr 2013 

wurde für den Ehemann ein aus Bargeld, Gold und anderen Edelmetallen beste-

hendes Vermögen von Fr. 1.3 Millionen angegeben (EFD pag. 051 0061), ge-

mäss Aussage der Beschuldigten resultierend aus einem Hausverkauf in London 

(£ 952'000) (TPF pag. 11 930 004). Gemäss der definitiven Veranlagungsverfü-

gung für das Steuerjahr 2014 erzielte der Ehemann der Beschuldigten aus einer 

Rente ein Einkommen von insgesamt rund Fr. 16'000.-- (TPF pag. 11 261 010). 

Weiteres Vermögen des Ehemannes und Vermögensertrag sind – vorbehältlich 

der Ausführungen unter E. 3.7.2 und 3.7.3 hienach – nicht bekannt und demzu-

folge in der Steuerveranlagung 2014 der Beschuldigten nicht berücksichtigt. M. 

wohnt in London (TPF pag. 11 930 005). Gemäss Angabe der Beschuldigten 

gegenüber der Steuerverwaltung Graubünden vom 12. August 2015 und bestä-

tigt anlässlich der Hauptverhandlung kann man von einer Vergleichsmiete von 

£ 2'800 pro Monat ausgehen (TPF pag. 11 261 025; 11 930 005). 

- 17 - 

3.7.2 M. ist gemäss öffentlich zugänglichen Quellen bei verschiedenen Gesellschaften 

mit Sitz in London in leitender Stellung tätig:  

 N.6: seit 28.04.2005 (EFD pag. 040 0065, 041 0017-0021) 

 N.32: seit 30.10.2010 (EFD pag. 040 0139-0140) 

 N.23: seit 25.08.2011 (EFD pag. 040 088-089) 

 N.22: seit 05.05.2011 (EFD pag. 040 0063, 0088). 

Seit 2012 ist M. „Director“ und Aktionär der kanadischen Gesellschaft N.33, die 

vor dem 20. September 2013 als N-34 firmierte (EFD pag. 040 0035, 0050; 041 

0100, 0102). Im Rahmen von Aktienoptionsprogrammen hat er in den Jahren 

2013 und 2014 von der N.33 Optionen und Aktien zugewiesen erhalten (EFD 

pag. 041 0134-0135). Dazu sagte die Beschuldigte anlässlich der Hauptverhand-

lung, sie seien erst dann etwas wert, wenn eine von der Firma entwickelte Zent-

rifuge verkauft werden könne (TPF pag. 11 930 005). Im Zusammenhang mit 

Privatplatzierungen von Aktien der N.33 wurden jedoch 2013 über C$ 100'000 

an die N-6 bezahlt (EFD pag. 041 0105-0111). 

Gemäss Internetauftritt der N.22 hat M. in Mexico diese Gesellschaft gegründet 

(EFD pag. 040 0049, 041 0100). Wie die Beschuldigte in der Hauptverhadlung 

angab, habe er aber mit dieser Fima heute nichts mehr zu tun (TPF pag. 11 930 

005).  

Weiter ist M. seit dem 13. Juni 2013 “Director, CEO and President” von N.35, 

einer in Delaware (USA) inkorporierten Gesellschaft (EFD pag. 040 0029-0030). 

Gemäss Aussage der Beschuldigten in der Hauptverhandlung ist diese Tätigkeit 

beratend und ihr Ehemann verdiene dort nichts (TPF pag. 11 930 005). M. hat 

von der N.35 im Jahr 2014 Optionen und Aktien erhalten (EFD pag. 041 0118-

0119). Gemäss Aussage der Beschuldigten werden die Aktien nicht gehandelt, 

sodass die Optionen nichts wert seien. Die Firma besitze ein Patent für eine Ein-

wegspritze, auf dessen Verwertung man hoffe (TPF pag. 11 930 005). 

Gemäss Darstellung von N.36 im Internet ist M. auch Director dieser mexikani-

schen Gesellschaft (EFD pag. 040 0033-0034). Die Beschuldigte hat dies anläss-

lich der Hauptverhandlung auf Nachfrage nicht bestritten (TPF pag. 11 930 004-

005). 

Schliesslich geht aus einer gegenüber der Alberta Securities Commission von M. 

unterzeichneten Verpflichtungserklärung vom 26. Januar 2015 hervor, dass er 

als Trustee des Funds O. fungiert (EFD pag. 041 0127-0129). 

- 18 - 

3.7.3 Gemäss Angaben der Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung sollen sie 

und ihr Ehemann 2012 und 2013 wenig verdient und daher in jedem der beiden 

Jahre £ 50'000 – 60'000 ab dem Vermögen verbraucht haben (TPF pag. 11 930 

004-005). 

4.         Rechtliches 

4.1 Gemäss Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden 

Fassung wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, 

wer vorsätzlich ohne Bewilligung als SICAF tätig ist. 

4.2  

4.2.1 Gemäss Art. 110 KAG ist eine Kapitalgesellschaft als SICAF zu qualifizieren, 

wenn (a) sie keine operative unternehmerische Tätigkeit ausübt, sondern die kol-

lektive Kapitalanlage bezweckt, (b) nicht alle ihre Gesellschafter im Sinne von 

Art. 10 Abs. 3 KAG qualifiziert sind und (c) die Gesellschaft zudem nicht an einer 

Schweizer Börse kotiert ist. Die Bewilligungspflicht für eine SICAF ergibt sich aus 

Art. 13 Abs. 1 KAG. 

4.2.2 Die Tätigkeit der B. AG bestand ausschliesslich darin, Anteile an anderen Ge-

sellschaften zu erwerben, um diese nach kurzer Haltedauer gewinnbringend wie-

der zu verkaufen. Die von ihr erworbenen Beteiligungen an anderen Gesellschaf-

ten dienten somit ausschliesslich zu Anlagezwecken (Art. 110 lit. a KAG). Sie 

übte keine unternehmerische Tätigkeit i.S.v. Art. 2 Abs. 2 lit. d KAG aus. Eine 

Beteiligung an der B. AG war auch nicht auf qualifizierte Anleger gemäss Art. 10 

Abs. 3 KAG beschränkt, wurde sie doch an der Frankfurter Börse frei gehandelt. 

Ebenso wenig war die Gesellschaft an einer Schweizer Börse kotiert. 

4.2.3 Im Übrigen kommt auch kein anderer Ausnahmefall vom Geltungsbereich des 

KAG gemäss Art. 2 Abs. 2 KAG infrage.  

4.2.4 Damit steht fest, dass die B. AG ab Januar 2007 eine SICAF im Sinne von 

Art. 110 KAG war. Als solche bedurfte sie gemäss Art. 157 Abs. 2 KAG ab dem 

1. Januar 2008 einer Bewilligung der Aufsichtsbehörde. Da sie ab dem 1. Januar 

2008 bis zum Erlass der superprovisorischen Verfügung der EBK am 24. April 

2008 ohne Bewilligung der Aufsichtsbehörde als SICAF tätig war, hat sie in die-

sem Zeitraum den objektiven Tatbestand von Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG erfüllt. 

 

- 19 - 

4.3  

4.3.1 Eine Widerhandlung, die beim Besorgen von Angelegenheiten juristischer Per-

sonen, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften, Einzelfirmen oder Personen-

mehrheiten ohne Rechtspersönlichkeit oder sonst bei einer Ausübung geschäft-

licher oder dienstlicher Verrichtungen für einen anderen begangen wird, wird 

denjenigen natürlichen Personen zugerechnet, welche die Tat verübt haben 

(Art. 6 Abs. 1 VStrR). 

4.3.2 Ein Verbrechen oder Vergehen kann auch durch pflichtwidriges Untätigbleiben 

begangen werden (Art. 11 Abs. 1 StGB). Pflichtwidrig untätig bleibt, wer die Ge-

fährdung oder Verletzung eines strafrechtlich geschützten Rechtsguts nicht ver-

hindert, obwohl er aufgrund seiner Rechtsstellung dazu verpflichtet ist (Art. 11 

Abs. 2 StGB). Eine solche Garantenstellung ergibt sich namentlich aufgrund des 

Gesetzes, eines Vertrags, einer freiwillig eingegangenen Gefahrengemeinschaft 

oder der Schaffung einer Gefahr (Art. 11 Abs. 2 lit. a-d StGB). In concreto um-

schreibt die an das Gericht überwiesene Strafverfügung, die gemäss Art. 73 

Abs. 2 VStrR als Anklage gilt, das strafbare "Handeln" der Beschuldigten als Un-

tätigbleiben (EFD pag. 100 0081 Rz 79 ff.). 

4.3.3 Die Beschuldigte war vom 10. Dezember 2007 bis zum 22. April 2008 als Mitglied 

des Verwaltungsrats der B. AG mit Kollektivunterschrift zu zweien und vom 23. 

April bis zum 29. April 2008 als Präsidentin des Verwaltungsrats mit Einzelunter-

schrift im Handelsregister eingetragen. Mit der Annahme des Verwaltungsrats-

mandates für die B. AG, und nicht erst als deren Präsidentin, hat sie eine beson-

dere Verantwortung für die Tätigkeit dieser Gesellschaft übernommen. Damit 

kam ihr die Aufgabe zu, die Geschäftstätigkeit der B. AG zu überwachen und 

sicherzustellen, dass die Gesellschaft keine widerrechtliche Geschäftstätigkeit 

ausübte. Ihre diesbezügliche Garantenstellung folgte direkt aus Art. 716a Abs. 1 

Ziff. 1 und 5 OR (SR 220). Diese Bestimmungen weisen dem Verwaltungsrat 

einer Aktiengesellschaft die unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben der 

Oberleitung der Gesellschaft einerseits sowie die Oberaufsicht über die mit der 

Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Befolgung 

der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen andererseits zu (Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts B-4094/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.1.1). Gestützt 

auf Art. 110 KAG i.V.m. Art. 112 KAG sowie Art. 145 Abs. 4 KAG kommen diese 

Bestimmungen auch bei einer SICAF zur Anwendung. Der Verwaltungsrat hat 

durch interne Kontrollmassnahmen ständig sicherzustellen, dass er über die Tä-

tigkeit der Gesellschaft orientiert bleibt, um nötigenfalls einschreiten zu können 

(WATTER/ROTH PELLANDA, in: Basler Kommentar, 4. Auflage, Basel 2012, Art. 

716a OR N 23 ff.).  

- 20 - 

4.3.4 Nach Art. 717 Abs. 1 OR müssen die Mitglieder des Verwaltungsrats sowie Dritte, 

die mit der Geschäftsführung befasst sind, ihre Aufgaben mit aller Sorgfalt erfül-

len. Für diese Sorgfalt gilt ein objektiver Massstab. Die Verwaltungsräte sind zu 

aller Sorgfalt verpflichtet und nicht nur zur Vorsicht, die sie in eigenen Geschäften 

anzuwenden pflegen (BGE 122 III 195 E. 3a; BGE 113 II 52 E. 3a). Das Verhalten 

eines Verwaltungsratsmitglieds wird deshalb mit demjenigen verglichen, das bil-

ligerweise von einer abstrakt vorgestellten, ordnungsgemäss handelnden Person 

in einer vergleichbaren Situation erwartet werden kann (BÖCKLI, Schweizer Ak-

tienrecht, 4. Aufl. 2009, § 13 N 575). Damit ein Verwaltungsrat die Oberaufsicht 

gemäss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 OR sorgfältig wahrnehmen kann, muss er die 

Geschäftsführung kritisch verfolgen. Dazu gehört, dass er sich über den laufen-

den Geschäftsgang informiert, von der Geschäftsleitung Berichte verlangt, sie 

sorgfältig studiert, nötigenfalls ergänzende Auskünfte einzieht und Fehlentwick-

lungen oder Unregelmässigkeiten nachgeht (Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts B-4094/2012 vom 11. Juni 2013, E. 3.1.1). In jedem Fall muss ein Verwal-

tungsrat unabhängig von seiner konkreten Stellung fundierte Kenntnisse der Ge-

sellschaft und deren Betriebsorganisation, des Geschäftszweigs sowie den 

grundlegenden rechtlichen Pflichten aufweisen. Wird ein Mandat als Verwal-

tungsrat trotz mangelnder Fähigkeiten und/oder Kenntnisse angetreten, kann der 

betreffenden Person ein Übernahmeverschulden zum Vorwurf gemacht werden, 

denn unter diesen Umständen hätte sie die Tätigkeit gar nicht aufnehmen dürfen 

oder zumindest, nachdem sie dies erkannt hat, ohne Verzug niederlegen müssen 

(GRAF, Berufsverbote für Gesellschaftsorgane: das Sanktionsregime im Straf- 

und Finanzmarktrecht, in: AJP 2014 S. 1195, 1196, mit Verweis auf das Urteil 

des Bundesgerichts 4A_248/2009 vom 27. Oktober 2009, E. 8.1). Etwas anderes 

ergibt sich auch aus dem vom Verteidiger in seinem Plädoyer angerufenen Urteil 

des Bundesgerichts 4A_74/2012 vom 18. Juni 2012, E. 5 nicht. 

4.3.5 Die Beschuldigte kann sich nicht damit entlasten, der mitbeschuldigte Verwal-

tungsrat G. oder die mit dem Asset Management beauftragte I. Ltd. hätten die B. 

AG faktisch alleine geführt. Auch dass sie sagt, der Grund für ihre Mandatsüber-

nahme als Verwaltungsrätin und später als Verwaltungsratspräsidentin habe da-

rin bestanden, die gesetzliche Organisation (Art. 718 Abs. 4 OR; Art. 727 ff. OR) 

wieder herzustellen, bzw. die angestrebte Kotierung an der Berner Börse voran-

zuteiben, ergibt nichts anderes. Die Beschuldigte verkennt, dass der strafrechtli-

che Vorwurf gegen sie gerade im Fehlen (Unterlassen) einer gesetzeskonformen 

Verwaltungsratstätigkeit liegt, bestehend in der Wahrnehmung der gesetzlichen 

Aufsichts- und Handlungspflichten und nicht in der Ausübung operativer Tätig-

keiten. Die Verantwortung für unübertragbare Aufgaben kann nicht innerhalb des 

Verwaltungsrats auf einzelne Mitglieder aufgeteilt oder gar an Externe ausgeglie-

dert werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_192/2013 vom 10. Dezember 2013, 

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2014&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-195%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page195
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2014&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-II-52%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page52

- 21 - 

E. 3.2.3). Gerade auch einem nicht mit der eigentlichen Geschäftsführung be-

trauten Verwaltungsrat kommt, solange er seine formelle Organstellung beibe-

hält, als Mitglied des Verwaltungsrats neben der allgemeinen Sorgfaltspflicht 

nach Art. 717 Abs. 1 OR die unübertragbare und unentziehbare Aufgabe der 

Oberaufsicht, namentlich im Hinblick auf die Befolgung der Gesetze, zu (Urteil 

des Bundesgerichts 2C_671/2014 vom 18. Dezember 2014, E. 3.2.1). Der Um-

stand der ansehnlichen Honorarversprechung an die Beschuldigte (vorne 

E. 3.1.6) spricht klar dafür, dass die B. AG deren Pflichterfüllung ernstlich erwar-

tete. 

4.3.6 Die Geschäftstätigkeit der B. AG, welche infolge fehlender Bewilligung ab dem 

1. Januar 2008 den objektiven Tatbestand von Art. 148 Abs. lit. a KAG erfüllte, 

ist der Beschuldigten für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis zum Entzug ihrer 

Zeichnungsberechtigung am 24. April 2008 nach Art. 6 Abs. 1 VStrR strafrecht-

lich zuzurechnen. Sie hätte ohne umfassende Informationsbeschaffung über die 

Firma und deren Tätigkeit das Amt als Verwaltungsrätin gar nie antreten dürfen, 

bzw. – wenn sie es trotzdem tat – sich nachher umgehend informieren und dann 

die bewilligungspflichtige Tätigkeit der B. AG unterbinden oder als Verwaltungs-

rätin zurücktreten müssen (FREI, Verantwortlichkeit des Verwaltungsrates aus 

strafrechtlicher Sicht, Diss. Zürich 2004, S. 71 f.). Indem sie es nicht tat – und 

dazu hatte sie seit ihrer Wahl am 21. November 2007 die Pflicht – hat sie den 

objektiven Tatbestand des Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG im eingangs erwähnten Zeit-

raum erfüllt. 

4.4 Es stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob eine am 24. April 2008 beendete und 

mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Vergehen; Art. 10 

Abs. 3 StGB) bedrohte Handlung nicht verjährt sei. Die Parteien konnten sich 

hierzu vorab schriftlich äussern (Prozessgeschichte Bst. I). 

4.4.1 Das KAG regelt nur die Verjährung von Übertretungen (Art. 150 Abs. 3 KAG). 

Auch das VStrR regelt die Verjährung von Vergehen nicht speziell. Gemäss Art. 2 

VStrR sind deshalb die Bestimmungen des StGB anwendbar. Art. 97 Abs. 1 lit c 

StGB in der bis zum 31. Dezember 2013 geltenden Fassung sah für Vergehen 

eine allgemeine Verjährungsfrist von sieben Jahren vor. Seit dem 1. Januar 2014 

gilt für Vergehen, die wie vorliegend mit einer Höchststrafe von drei Jahren Frei-

heitsstrafe bedroht sind, neu eine Verjährungsfrist von 10 Jahren. Gemäss 

Art. 389 Abs. 1 StGB gilt der Grundsatz der lex mitior ausdrücklich auch für die 

Verjährung. Daher findet in concreto die siebenjährige Verjährungsfrist Anwen-

dung (RIEDO, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 389 StGB N 3 f.). 

- 22 - 

4.4.2 Die Tätigkeit als SICAF ohne Bewilligung stellt ein Dauerdelikt dar, bei dem die 

Tat mit der Verwirklichung des Tatbestands nicht abgeschlossen ist, sondern ent-

weder durch pflichtwidriges Aufrechterhalten des geschaffenen rechtswidrigen 

Zustands oder durch ununterbrochenes Fortsetzen der Tathandlung weiterentwi-

ckelt wird (BGE 131 IV 83 E. 2.1.2). Diesfalls beginnt die Verjährung mit dem 

Tag, an dem dieses Verhalten aufhört (Art. 98 lit. c StGB). In concreto war die B. 

AG ab dem 1. Januar 2008 bis zum Einschreiten der Untersuchungsbeauftragten 

am 24. April 2008 andauernd und ununterbrochen als SICAF tätig. 

4.4.3 Gemäss Art. 11 Abs. 3 VStrR ruht die Verjährung bei Vergehen oder Übertretun-

gen während der Dauer eines Einsprache-, Beschwerde- oder gerichtlichen Ver-

fahrens über die Leistungs- oder Rückleistungspflicht oder über eine andere nach 

dem einzelnen Verwaltungsgesetz zu beurteilenden Vorfrage. Diese Sonderregel 

soll verhindern, dass Widerhandlungen gegen Verwaltungsgesetze verjähren, 

bevor über Vorfragen, die für die strafrechtliche Beurteilung wesentlich sind, 

rechtlich Klarheit besteht. Die B. AG bestritt mit Beschwerde vom 13. März 2009 

beim Bundesverwaltungsgericht das Vorliegen eines bewilligungspflichtigen 

Sachverhalts. Die Einwände des Verteidigers, darum sei es in der Beschwerde 

nicht gegangen (TPF pag. 11 521 010-011), sind unbehelflich. Entgegen dessen 

Ansicht war die Frage, ob eine unterstellungspflichtige Tätigkeit vorliege, im Ver-

fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht unter allen von ihm aufgeworfenen 

Aspekten zentral. Dem Einwand, die Verjährung könne nach Beendigung des 

strafrechtlich relevanten Zeitraums schwerlich noch unterbrochen werden, ist 

entgegen zu halten, dass mit dem Ende des strafrechtlich relevanten Zeitraums 

die Verjährung erst zu laufen beginnt. Solange die Verjährungsfrist läuft, kann sie 

nach der Regel des Art. 11 Abs. 3 VStrR unterbrochen werden. Bei der dem 

Bundesverwaltungsgericht unterbreiteten Frage der Bewilligungspflicht handelte 

es sich um eine Vorfrage im Sinne von Art. 11 Abs. 3 VStrR. Das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht endete mit dem Abschreibungsbeschluss vom 

19. Januar 2010. Somit ruhte die Verjährung in der Zeit vom 13. März 2009 bis 

zum 19. Januar 2010.  

4.4.4 Die strafrechtliche Verfolgungsverjährung ruht gegenüber allen Beteiligten, auch 

wenn nur einer von mehreren Beteiligten die verwaltungsrechtliche Verfügung 

angefochten hat. Dies gilt auch, wenn wie vorliegend die Widerhandlung von der 

beschuldigten Person beim Besorgen der Angelegenheit einer juristischen Per-

son (Art. 6 VStrR) verübt wurde, welche die Verfügung allein angefochten hat 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_679/2009 vom 5. November 2009, E. 3.4). 

4.4.5 Im Ergebnis tritt die Verfolgungsverjährung im vorliegenden Fall nicht vor Februar 

2016 ein. 

- 23 - 

4.5  

4.5.1 Wer ein Verbrechen oder Vergehen mit Wissen und Willen ausführt, handelt vor-

sätzlich. Mit Vorsatz handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich 

hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). 

4.5.2 Nicht zum Wissen als Bestandteil des Vorsatzes gehört das Bewusstsein der 

Rechtswidrigkeit oder dasjenige der Strafbarkeit (DONATSCH, in: Donatsch 

(Hrsg.)/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommen-

tar, Zürich 2013, Art. 12 N 6; STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht Allge-

meiner Teil I, 4. Aufl., Bern 2011, § 11 N 54). Der objektive Tatbestand bei Straf-

normen im Finanzmarktbereich besteht nur aus der grundsätzlich verbotenen, 

eine Bewilligung voraussetzenden Finanzmarkttätigkeit. Darauf muss sich das 

Wissen als Bestandteil des Vorsatzes beziehen. Das Element der Bewilligungs-

losigkeit hingegen ist nicht Teil des objektiven Tatbestandes, sondern auf der 

Ebene der Rechtswidrigkeit zu prüfen. Unter dem Titel des Verbotsirrtums 

(Art. 21 StGB) auf der Ebene der Schuld ist sodann zu erwägen, ob der Täter 

wusste, dass sein Tun unter Vorbehalt einer Bewilligungserteilung verboten war 

(Urteile des Bundesgerichts 2A.460/2003 vom 11. August 2004, E. 3.5 und 

6S.222/2004 vom 20. August 2004, E. 4.3; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Schweize-

risches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2012, 

Art. 21 N 3). Ein allenfalls vorhandener Verbotsirrtum (Unkenntnis der Bewilli-

gungspflicht) lässt den Vorsatz zur Verwirklichung des objektiven Tatbestandes 

(Ausübung einer bewilligungspflichtigen Tätigkeit als SICAF) nicht entfallen 

(BGE 99 IV 57 E. 1a; STRATENWERTH, a.a.O., § 11 Rz. 54, m.w.H.). 

4.5.3 Der Vorsatz bezieht sich auf alle Elemente des objektiven Straftatbestands, in 

Bezug auf Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG also die Ausübung einer Tätigkeit als SICAF.  

4.5.4 Das Geschäftsmodell der B. AG erschliesst sich zwingend aus dem Inhalt des 

mit I. Ltd. abgeschlossenen Investment Advisory and Asset Management Agree-

ments vom 1. September 2007 sowie aus den Art. 35 und 36 der Statuten. Diese 

Dokumente wurden der Beschuldigten anlässlich der Verwaltungsratssitzung 

vom 21. November 2007 vorgelegt. Schon aufgrund der Beschreibung der Ge-

schäftstätigkeit der B. AG auf deren frei zugänglicher Website sowie der zahlrei-

chen Medienmitteilungen musste die Beschuldigte seit Anfang Kenntnis vom Ge-

schäftsmodell dieser Gesellschaft haben. Da sie bei der Annahme des Verwal-

tungsratsmandats bereits als Verwaltungsrätin für andere Investmentgesell-

schaften in der Schweiz und Luxemburg tätig war, konnte sie die Informationen 

über die Geschäftstätigkeit der B. AG auch richtig interpretieren und einschätzen. 

Unter den gegebenen Umständen hätte sie sich bewusst verweigern müssen, 

um nicht Kenntnis vom Geschäftsmodell der B. AG zu erhalten. Ihre Angaben, 

- 24 - 

wonach sie von diesem Geschäftsmodell keine Kenntnis gehabt habe, sind un-

glaubwürdig. 

4.5.5 Die Beschuldigte wusste, dass die Geschäftstätigkeit der B. AG einzig darin be-

stand, Anteile an anderen Gesellschaften zu erwerben, um diese nach kurzer 

Haltedauer gewinnbringend wieder zu verkaufen. Da sie wusste, dass die Aktien 

der B. AG an der Frankfurter Börse kotiert waren, war ihr auch bekannt, dass die 

Anleger der B. AG nicht qualifiziert im Sinne von Art. 10 Abs. 3 KAG waren. Zu-

dem wusste die Beschuldigte, dass die Aktien der B. AG nicht an einer schwei-

zerischen Börse kotiert waren, zumal sie gemäss eigenen Angaben die Position 

als Verwaltungsrätin übernommen hatte, um die angestrebte Kotierung an der 

Berner Börse weiterzuführen. Dass sie trotz dieses Wissens nach dem 1. Januar 

2008 nicht gegen das Geschäftsmodell der B. AG einschritt oder als Verwal-

tungsrätin zurücktrat, bedeutet, dass sie die Weiterführung der bisherigen Tätig-

keit der B. AG auch nach dem 1. Januar 2008 wollte. Das Wissen und Wollen 

der Beschuldigten bezog sich somit auf sämtliche objektiven Tatbestandsmerk-

male. Sie hat vorsätzlich im Sinne von Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG gehandelt.  

4.6  

4.6.1 Die B. AG verfügte nicht über die seit dem 1. Januar 2008 für das Betreiben einer 

SICAF erforderliche Bewilligung gemäss Art. 13 Abs. 2 lit. d KAG.  

4.6.2 Rechtfertigungsgründe für diesen Umstand liegen nicht vor. Dass die EBK ihre 

superprovisorische Verfügung gegen die B. AG am 24. April 2008 erliess, bedeu-

tet nicht, dass sie ab dem 1. Januar 2008 den widerrechtlichen Zustand aktiv 

tolerierte. Sie ist am 24. April 2008 eingeschritten, weil sie die illegale Tätigkeit 

der B. AG nicht länger duldete. Somit war die B. AG im Zeitraum vom 1. Januar 

2008 bis zum 24. April 2008 rechtswidrig als SICAF tätig. Indem die EBK am 

6. Juni 2008 der B. AG Frist bis zum 12. August 2008 einräumte, um den geset-

zeskonformen Zustand wieder herzustellen, hat sie nicht rückwirkend eine Bewil-

ligung für die rechtswidrig ausgeübte Tätigkeit als SICAF erteilt. Vielmehr hat sie 

unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips zunächst der Gesellschaft 

die Möglichkeit eingeräumt, den gesetzmässigen Zustand aus eigener Kraft her-

zustellen, um ihre Tätigkeit weiterführen zu können. Erst als sich herausstellte, 

dass die Beteiligungen der B. AG nicht werthaltig waren, ordnete die EBK die 

Liquidation an.  

4.6.3 Die Gründe, weshalb im Jahr 2008 – nach dem Einschreiten der EBK – die Ko-

tierung der Effekten der B. AG nicht zustande kam, sind für die Frage der Rechts-

widrigkeit unerheblich. Selbst wenn die B. AG nach dem 24. April 2008 an einer 

Schweizer Börse kotiert worden wäre, hätte dies nichts daran geändert, dass die 

- 25 - 

Gesellschaft ab 1. Januar 2008 bis zur superprovisorischen Verfügung rechts-

widrig als SICAF tätig war.  

4.7  

4.7.1 Gemäss Art. 21 StGB handelt nicht schuldhaft, wer bei Begehung der Tat nicht 

weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält. War der Irrtum 

vermeidbar, so mildert das Gericht die Strafe. 

4.7.2 Ein Verbotsirrtum ist dann gegeben, wenn dem Täter trotz Kenntnis des un-

rechtsbegründenden Sachverhalts das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit fehlt 

(STRATENWERTH, a.a.O., § 11 N 46 f.).  

4.7.3 Die Beschuldigte bringt vor, sie sei aufgrund der Beratung durch eine Anwalts-

kanzlei davon ausgegangen, dass die Tätigkeit der B. AG nicht bewilligungs-

pflichtig sei. Zwar kann die unrechtsverneinende Auskunft eines qualifizierten 

Rechtsberaters zu einem unvermeidlichen Verbotsirrtum führen. Voraussetzung 

der Unvermeidbarkeit ist einerseits, dass dem Rechtsberater der vollständige 

Sachverhalt zur Prüfung vorgelegt worden ist, den der Täter anschliessend ver-

wirklicht. Andererseits muss der Rechtsberater diesen Sachverhalt in einem Gut-

achten unter allen rechtlichen Gesichtspunkten geprüft haben (BGE 98 IV 293 

E. 4a). Beides ist vorliegend weder behauptet noch erstellt. Die Beschuldigte hat 

keinerlei Unterlagen beigebracht, welche ihre Behauptung in irgendeiner Weise 

stützen würden. Vielmehr weisen die Umstände darauf hin, dass die B. AG auf 

die Bewilligungspflicht ihrer Tätigkeit hingewiesen wurde. Gemäss dem vom da-

maligen Verwaltungsratspräsidenten G. unterzeichneten Schreiben vom 15. Ja-

nuar 2008 an die EBK basierte der Beschluss des Verwaltungsrats, die B. AG an 

der Berner Börse kotieren zu lassen, auf dem Ergebnis einer im Mai 2007 erfolg-

ten Abklärung der Unterstellungspflicht durch eine Anwaltskanzlei. Wäre die An-

waltskanzlei zum Schluss gelangt, die Tätigkeit der B. AG sei nicht als SICAF zu 

qualifizieren, wäre nicht ersichtlich, inwiefern der Entscheid, die Aktien der B. AG 

an der Berner Börse kotieren zu lassen, das Ergebnis hiervon sein sollte. Für die 

Annahme eines Verbotsirrtums ist somit keine Grundlage ersichtlich. 

4.7.4 Darüber hinaus wäre ein Verbotsirrtum leicht vermeidbar gewesen. Die Frage 

der Vermeidbarkeit orientiert sich daran, ob sich auch ein gewissenhafter Mensch 

hätte in die Irre führen lassen, oder ob der Täter hinreichenden Anlass gehabt 

hätte, die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens zu erkennen oder in Erfahrung zu 

bringen, sei es durch eigenes Nachdenken, eine Gewissensanspannung oder 

eine gewissenhafte Überlegung, sei es durch ein Erkundigen bei Behörden oder 

vertrauenswürdigen Personen. Die Überprüfung des eigenen Verhaltens auf 

seine Rechtmässigkeit ist insbesondere dann verlangt, wenn der Täter weiss, 

- 26 - 

dass sein Verhalten rechtlicher Regelung unterliegt, ohne sich näher über deren 

Inhalt und Reichweite zu informieren. Vermeidbar ist der Verbotsirrtum ferner 

dann, wenn die Möglichkeit einer rechtlichen Regelung derart nahe liegt, dass es 

völliger Gleichgültigkeit gegenüber den Anforderungen des Rechts bedarf, um 

sie nicht zu erkennen (NIGGLI/MAEDER, in: Basler Kommentar, a.a.O., Art. 21 

StGB N 21). 

4.7.5 Es ist allgemein bekannt, dass der Finanz- und Börsenbereich stark reguliert ist. 

Der Beschuldigten als im Finanzbereich erfahrener Geschäftsfrau, die bereits 

auch als Verwaltungsrätin einer SRO-angeschlossenen Finanzintermediärin tätig 

gewesen war, musste bewusst sein, dass die Tätigkeit der B. AG rechtlichen An-

forderungen, insbesondere einer Bewilligungspflicht unterliegen könnte. Auf-

grund der Art und Weise, wie sich die B. AG gegenüber dem Publikum präsen-

tierte, wäre es auf der Hand gelegen, das Geschäftskonzept, für das sie als Ver-

waltungsrätin die Verantwortung mit übernahm, bereits vor ihrem Amtsantritt in 

rechtlicher Hinsicht zu prüfen. Zudem war die Unterstellung von bereits beste-

henden Investmentgesellschaften unter das KAG eine der umstrittensten Punkte 

dieses Gesetzes, über den in den Medien ausgiebig berichtet wurde (EFD pag. 

041 0136-0141). 

4.7.6 Ein Schuldausschlussgrund ist somit nicht gegeben. 

Im Ergebnis ist die Beschuldigte wegen Ausübung einer Tätigkeit als Investment-

gesellschaft mit festem Kapital (SICAF) ohne Bewilligung (Art. 148 Abs. 1 lit. a 

KAG in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung), begangen in der 

Zeit vom 1. Januar 2008 bis zum 24. April 2008, schuldig zu sprechen. 

5.         Strafzumessung 

5.1 Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persön-

lichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 

Verschulden bestimmt sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflich-

keit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie 

weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 

Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (BGE 136 IV 55 E. 5.4). 

Im Rahmen der Strafzumessung gemäss Art. 47 StGB hat das Gericht zuerst die 

objektiven und subjektiven Tatumstände (Tatkomponenten) zu gewichten und 

- 27 - 

die sich daraus ergebende hypothetische Strafe zu definieren (BGE 134 IV 132 

E. 6.1). Die objektive Tatkomponente umfasst das Ausmass des verschuldeten 

Erfolgs und die Art und Weise des Vorgehens, während sich die subjektive Tat-

komponente auf die Beweggründe, die Intensität des deliktischen Willens und 

das Mass an Entscheidungsfreiheit bezieht (BGE 129 IV 6, E. 6.1). Sodann ist 

die anhand der objektiven und subjektiven Tatumstände ermittelte hypothetische 

Strafe bei Vorliegen täterrelevanter Strafzumessungsfaktoren zu erhöhen bzw. 

zu reduzieren (BGE 136 IV 55 E. 5.7). Die Täterkomponente setzt sich zusam-

men aus dem Vorleben, den persönlichen Verhältnissen, dem Verhalten nach 

der Tat und im Strafverfahren sowie der Strafempfindlichkeit des Täters (BGE 

129 IV 6 E. 6.1). 

Die Strafdrohung von Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG lautet auf Freiheitsstrafe bis zu 

drei Jahren oder Geldstrafe.  

5.2 Innerhalb der objektiven Tatkomponente ist das Ausmass des verschuldeten Er-

folgs mit Blick auf den Zeitraum der inkriminierten Tätigkeit (1. Januar 2008 bis 

24. April 2008) nicht als schwer zu qualifizieren. Hingegen fällt negativ ins Ge-

wicht, dass die Beschuldigte auch nach dem 1. Januar 2008 ungeachtet des Wis-

sens um die fehlende Kotierung und somit der Bewilligungspflicht für das Ge-

schäftsmodell der B. AG zugelassen hat, dass hierfür mittels Medienmitteilungen 

geworben wurde. Mit Blick auf potenzielle Anleger wurde wider besseren Wis-

sens eine äusserst positive Wertentwicklung der von der B. AG gehaltenen Be-

teiligungen gezeichnet und wurden für die Zukunft deutliche Wertsteigerungen in 

Aussicht gestellt. Obwohl der Beschuldigten als PR-Beraterin der Gesellschaft 

die Publikation dieser Medienmitteilungen nicht entgangen sein konnte, schritt 

sie nicht dagegen ein. Da nach abgeschlossenem Konkursverfahren keine Divi-

dende ausbezahlt werden konnte, erlitten die Gläubiger und zahlreiche Anleger 

der B. AG einen Verlust. Sollte die Beschuldigte von den genannten Publikatio-

nen keine Kenntnis genommen haben, wäre ihr auch das als pflicht- und sorg-

faltswidriges Unterlassen anzulasten. 

Die Beschuldigte hat damit einen erhöhten deliktischen Willen an den Tag gelegt. 

Im Rahmen der subjektiven Tatkomponente ergibt sich zudem, dass die Beweg-

gründe der Beschuldigten eigennütziger Art waren. Ihr waren für die Ausübung 

des Verwaltungsratsmandats Fr. 20'000 pro Sitzung in Aussicht gestellt. Ein an-

deres als das finanzielle Interesse für das Engagement der Beschuldigten für die 

B. AG ist nicht erkennbar. Entgegen ihren Vorbringen ergeben sich aus den Ak-

ten keine Anhaltspunkte, die darauf hinweisen, dass die Beschuldigte in der Zeit 

vor dem Einschreiten der Untersuchungsbeauftragten der EBK durch konkrete 

Handlungen auf die Rechtmässigkeit der Tätigkeit der B. AG hingearbeitet hätte. 

- 28 - 

In ihrer Entscheidungsfreiheit war die Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt einge-

schränkt, so dass sie jederzeit in der Lage gewesen wäre, die unbewilligte Tätig-

keit zu unterbinden oder als Verwaltungsrätin zurückzutreten.  

Das Tatverschulden der Beschuldigten erscheint insgesamt noch als mittel-

schwer. In Würdigung der Tatkomponente erscheint eine hypothetische Strafe 

von 210 Tagessätzen Geldstrafe entsprechend sieben Monaten Freiheitsstrafe 

angemessen. 

5.3 Innerhalb der Täterkomponente ergibt sich: Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft. 

Vorstrafenlosigkeit wirkt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung neu-

tral auf die Strafzumessung aus (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Die Beschuldigte zeigte 

nach der Tat keine Reue und hielt daran fest, vom Geschäftsmodell der B. AG 

keine Ahnung gehabt zu haben, obwohl sie über dieses spätestens anlässlich 

der Verwaltungsratssitzung vom 21. November 2007 informiert war. Sie war im 

Deliktszeitraum auch als Verwaltungsrätin luxemburgischer Beteiligungsgesell-

schaften tätig und amtete zudem bis zum 30. Januar 2008 als Mitglied des Ver-

waltungsrats der N.8. Die Verwaltungsrats- und Geschäftsführungsmandate bei 

diversen Gesellschaften in England, Deutschland und Luxemburg hat sie gegen-

über dem EFD verschwiegen. Auch ihre tatsächlichen Einkommens- und Vermö-

gensverhältnisse legte sie nicht offen, auch nicht im gerichtlichen Verfahren. Bei 

der Anzahl an Geschäftsführungs- und Verwaltungsratsmandaten ist, selbst 

wenn man annähme, sie hätte zum Teil keine Bezahlung gekriegt, nicht glaub-

haft, dass die Beschuldigte daraus überhaupt kein Einkommen erzielt. Sie ver-

schwieg zudem bis zu einer Selbstanzeige im Jahre 2014 als Folge von Erkennt-

nissen des EFD im Rahmen des vorliegenden Verfahrens, dass sie zusätzlich zu 

ihrer Eigentumswohnung in Z. ein Grundstück in London besitzt und bis vor Kur-

zem ein zweites Auto besass. Zudem machte sie geltend, dass ihr Ehemann mit 

Ausnahme seiner Altersrente kein Einkommen mehr generiere, was in Anbe-

tracht seiner diversen Tätigkeiten (vorne E. 3.7.2 und hinten E. 5.6.2) trotz der 

von ihr hierzu abgegebenen Erklärungen unglaubhaft ist. Dieses Verhalten zeugt 

von der Renitenz und Uneinsichtigkeit der Beschuldigten. Ihre Strafempfindlich-

keit gibt zu keinen besonderen Bemerkungen Anlass. Unter Berücksichtigung der 

Täterkomponente ist die Strafe um 40 Tagessätze auf 250 Tagessätze zu erhö-

hen.  

5.4 Die Beschuldigte wurde mit Schreiben vom 6. Dezember 2013 über das am Vor-

tag gegen sie eröffnete Strafverfahren informiert. Das Schlussprotokoll wurde ihr 

am 15. Juli 2014 und der Strafbescheid vom 13. November 2014 am Folgetag 

eröffnet. Die Strafverfügung datiert vom 17. April 2015. Somit dauerte das Ver-

waltungsstrafverfahren inklusive gerichtliches Verfahren etwas über 21 Monate. 

- 29 - 

Unter dem Aspekt der Verfahrensdauer besteht kein Anlass für eine Strafreduk-

tion. 

Die Strafe ist hingegen zu mildern, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der 

seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser 

Zeit wohl verhalten hat (Art. 48 lit. e StGB). Nach der Rechtsprechung ist dieser 

Milderungsgrund auf jeden Fall zu beachten, wenn 2/3 der Verjährungsfrist ver-

strichen sind (BGE 140 IV 147 E. 3.1). Vorliegend trifft dies zu, und die Beschul-

digte hat sich, soweit ersichtlich, strafrechtlich nichts mehr zuschulden kommen 

lassen. Bereits im Strafbescheid vom 13. November 2014 ist unter Berücksichti-

gung dessen die Strafe um rund einen Sechstel reduziert worden (EFD pag. 092 

0010), in der Strafverfügung vom 17. April 2015 dann um einen Drittel (EFD pag. 

100 0113). Der zusätzliche Zeitablauf seither rechtfertigt keine weitere Reduktion 

unter diesem Titel, da der vom EFD vorgenommene Abzug grosszügig scheint. 

5.5 In Würdigung des oben Erwähnten resultiert eine schuldangemessene Strafe von 

175 Tagessätzen.  

5.6 Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt ein Tagessatz höchstens Fr. 3'000.--. Das 

Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirt-

schaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach 

Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstüt-

zungspflichten sowie nach dem Existenzminimum.  

5.6.1 Die definitive Steuerveranlagung für das Steuerjahr 2014 kann nicht der Mass-

stab zur Bemessung des Tagessatzes sein, da diese nicht die tatsächliche wirt-

schaftliche Leistungsfähigkeit der Beschuldigten abbildet. Die Beschuldigte hat 

offensichtlich Einkommen von ihr und ihrem Ehemann nicht deklariert. Ein Net-

toeinkommen von lediglich Fr. 28'500.--, d.h. monatlich Fr. 2'375.--, reicht bei 

Weitem nicht aus, um den Lebensstandard der Beschuldigten zu decken. Diese 

zahlt regelmässig die zulässigen Beiträge an die Säule 3a ein, hat wegen aus-

wärtigen Wochenaufenthalts in London auch über das steuerlich Abziehbare hin-

aus Mehrkosten zu tragen, lebt während ihres Aufenthalts in der Schweiz in einer 

mit einer Hypothek von Fr. 390'000.-- belasteten Eigentumswohnung, hat einen 

Mercedes GLA geleast (TPF pag. 11 930 004; gemäss http://www.mercedes-

benz.ch/content/switzerland/mpc/mpc_switzerland_website/de/home_mpc/pas-

sengercars/home/new_cars/models/gla-class/x156/advice_sales/pricelist.html 

liegen die monatlichen Leasingraten für diesen Typ zwischen Fr. 387.-- und 

Fr. 770.--), erwarb im Juli 2011 eine Liegenschaft in London zum Preis von 

£ 770'000, wofür sie eine Hypothek von derzeit rund £ 330'000 laufen hat (TPF 

pag. 11 261 026-030), und unternimmt oft Auslandreisen. Es liegt auf der Hand, 

- 30 - 

dass ihr zu den in der Steuerveranlagung aufgeführten noch zusätzliche Mittel 

zur Verfügung stehen. Die von der Beschuldigten mit ihrer Einsprache einge-

reichten, nicht unterschriebenen Rechnungen vermögen diese Feststellungen 

nicht umzustossen. Vor allem ist nicht anzunehmen, dass all ihre Mandate in 

Gesellschaften kein wesentliches Einkommen abwerfen. In der Strafverfügung 

vom 17. April 2015 ging das EFD von einem monatlichen Eigenverdienst der Be-

schuldigten von Fr. 5'000.-- aus. Das Gericht schliesst sich der Begründung des 

EFD an und bestätigt das daraus abgeleitete Ergebnis. 

5.6.2 Der Ehemann der Beschuldigten ist Verwaltungsrat und CEO verschiedener Ge-

sellschaften in England, Kanada sowie den USA. Gemäss Darstellung auf der 

Webseite der entsprechenden Gesellschaften besitzt er nach wie vor ein Unter-

nehmen in Mexico und ist sowohl in den USA als auch in Europa als „Private 

Equity Investor“ tätig. Er lebt in London in einer Flat, bei der man gemäss eigener 

Angabe der Beschuldigten von einem Mietzins von £ 2'800 pro Monat ausgehen 

kann, entsprechend rund Fr. 4'184.-- monatlich (Tageskurs vom 16. September 

2015: Fr. 1,4942), und hat im Jahr 2014 von verschiedenen Gesellschaften Op-

tionen und Aktien zugewiesen erhalten, deren Werthaltigkeit jedoch nicht be-

kannt sind. Über die N.6 hat er im Jahr 2013 Finder’s Fees in der Höhe von über 

C$ 100'000 eingenommen. Hinzu kommen Erträge in unbekannter Höhe aus sei-

nem Vermögen. Die Behauptung der Beschuldigten, wonach ihr Ehemann nebst 

Rente kein Einkommen mehr generiere und von seinem Vermögensverzehr lebe, 

ist tatsachenwidrig. Immerhin belegt diese Aussage an sich das Vorhandensein 

flüssigen Vermögens. 

Das monatliche Einkommen von M. wurde in der Strafverfügung vom 17. April 

2015 auf Fr. 17'600.-- geschätzt, ausgehend von der Tatsache, dass für die von 

ihm bewohnte Wohnung in London ein monatlicher Mietzins von monatlich 

£ 3'822 (damals ca. Fr. 5'900.--) marktüblich sei. Als eheliche Unterstützung wur-

den der Beschuldigten aus dem Einkommen des Ehemannes Fr. 4'000.-- ange-

rechnet. Für die Bemessung der Geldstrafe resultierte daraus ein monatliches 

Nettoeinkommen der Beschuldigten von Fr. 9'000.--.  

Im gerichtlichen Verfahren stellte die Verteidigung den Antrag, das aktuelle tat-

sächliche Nettoeinkommen des Ehemanns der Beschuldigten sei beweistauglich 

festzustellen, d.h. es seien seine derzeitigen monatlichen Einkünfte in dem Mass 

genügend festzulegen, dass darüber Beweis abgenommen werden könne (TPF 

pag. 11 521 001).  

Erstens hat M. keinen Schweizer Wohnsitz und ist daher hier nicht steuerpflichtig. 

Daher sind über ihn für die Schweizer Behörden keine Steuerunterlagen greifbar. 

- 31 - 

Zweitens hat die Beschuldigte auch in der Steuererklärung 2014 gegenüber dem 

Kanton Graubünden zu Einkommen und Vermögen ihres Ehemanns – entgegen 

gesetzlicher Pflicht (Art. 9 Abs. 1 i.V.m. Art. 122 ff. des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG; SR 642.11]) – keine über-

prüfbaren Angaben gemacht. Die Steuerverwaltung hat in der definitiven Veran-

lagung 2014 für die Zukunft belegsmässige Nachweise verlangt (TPF pag. 11 

261 011). Auch im gerichtlichen Verfahren hat die Beschuldigte keine weiteren 

Belege eingereicht. Aus diesen Gründen ist eine auch nur annähernd aussage-

kräftige Beweisführung zu diesem Punkt unmöglich. Daher kann hier zur Fest-

stellung der Steuerfaktoren des Ehemanns der Beschuldigten auf die Möglichkeit 

des Steuerrechts zur Berechnung aufgrund des Aufwands (Art. 14 DBG) zurück-

gegriffen werden: Nach Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die Besteuerung nach 

dem Aufwand bei der direkten Bundessteuer vom 15. März 1993 (SR 642.123) 

wird die Aufwandsteuer nach den jährlichen, in der Bemessungsperiode entstan-

denen Lebenshaltungskosten der Steuerpflichtigen und der von ihnen unterhal-

tenen, in der Schweiz lebenden Personen berechnet. Sie beruht mindestens auf 

(a.) dem Fünffachen des Mietzinses oder des Mietwertes der Wohnung im eige-

nen Haus für Steuerpflichtige, die einen eigenen Haushalt führen, bzw. (b.) dem 

Doppelten des Pensionspreises für Unterkunft und Verpflegung für die übrigen 

Steuerpflichtigen. 

Die Ehegatten A./M. haben je einen eigenen Wohnsitz. Der Ehemann bewohnt 

das der Beschuldigten gehörende Grundstück in London. Das Fünffache eines 

monatlichen Mietzinses des Ehemanns von £ 2'800.-- (bzw. Fr. 4'184.--) ergibt 

monatlich Fr. 20'920.--. Selbst wenn man unter Hinweis auf Art. 2 der zitierten 

Verordnung einen Abzug für Liegenschaftskosten, das Eigentum der Ehefrau am 

Wohnobjekt des Ehegatten sowie alle möglichen Unwegsamkeiten des Verfah-

rens zur Aufwandbemessung berücksichtigt, ist es angezeigt, ermessensweise 

von einem monatlichen Einkommen des Ehemanns von Fr. 18'000.-- auszuge-

hen. Die Erhöhung um Fr. 400.-- gegenüber der Berechnung des EFD rechtfertigt 

sich, da das Gericht immer noch rund 16% des zur gesetzlichen Berechnung für 

eine Ermessensbesteuerung Zulässigen in Abzug bringt und ein weiterer Abzug 

nicht gerechtfertigt scheint. Eine reformatio in peius ist im gerichtlichen Verfahren 

zulässig (EICKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungs-

strafverfahrensrecht, Bern 2012, S. 274, Fn. 950). 

5.6.3 Von diesem Einkommen ausgehend, ist der Beitrag des Ehemanns an die Ehe-

frau (Art. 163 ZGB) ermessensweise mit Fr. 5'000.-- festzulegen, was für die Be-

schuldigte zusammen mit dem vorne Erwähnten zu einem jährlichen Einkommen 

von Fr. 120'000.-- führt. Der Netto-Vermögensertrag der Beschuldigten beträgt 

gemäss Veranlagungsperiode 2014 Fr. 58'790.--, der Schuldzins Fr. 21'567.--, 

- 32 - 

der Steuerbetrag rund Fr. 3'000.--. Für allgemeine Lebenshaltung und Kranken-

kasse der Beschuldigten werden rund Fr. 27'000.-- in Abzug gebracht, für Be-

rufsauslagen Fr. 6'053.--. Daraus errechnet sich ein Tagessatz von Fr. 360.--. 

5.7 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Die Pro-

bezeit beträgt zwei bis fünf Jahre (Art. 44 StGB). 

Im konkreten Fall liegen die Voraussetzungen für den bedingten Strafvollzug vor. 

Die Probezeit wird auf 2 Jahre festgelegt. 

5.8  

5.8.1 Nach Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer unbedingten Geld-

strafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. Die Verbin-

dungsstrafe kann ohne weitere Voraussetzungen ausgesprochen werden; na-

mentlich ist sie nicht an eine negative Legalprognose gebunden (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_412/2010 vom 19. August 2010, E. 2.3). Sie trägt u.a. dazu bei, 

das unter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher geringe Droh-

potential der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denk-

zettel verpasst werden können, um ihm den Ernst der Lage vor Augen zu führen 

und zugleich zu demonstrieren, was bei Nichtbewährung droht (BGE 134 IV 60 

E. 7.3.1). Die bedingt ausgesprochene Strafe und die Verbindungsstrafe müssen 

in ihrer Summe schuldangemessen sein (BGE 134 IV 60, E. 7.3.3). Nach der 

Praxis des Bundesgerichts rechtfertigt es der akzessorische Charakter der Ver-

bindungsstrafe, deren Obergrenze grundsätzlich auf einen Fünftel der dem Ge-

samtverschulden angemessenen Strafe festzulegen. Abweichungen von dieser 

Regel sind jedoch im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass 

der Verbindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt 

(BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). Das Bussenmaximum beträgt gemäss Art. 106 Abs. 1 

StGB Fr. 10'000.--. 

5.8.2 Als bedingte Strafe wurde eine Geldstrafe von 175 Tagessätzen zu je Fr. 360.--, 

insgesamt Fr. 63'000.--, festgesetzt. Damit die bedingt ausgesprochene Strafe 

und die Verbindungsstrafe in ihrer Summe noch schuldangemessen sind, wird 

vorliegend die Verbindungsbusse auf Fr. 8'400.-- (= 13,3% von Fr. 63'000.--) fest-

gesetzt, unter Reduktion der bedingten Geldstrafe um rund 15% auf 150 Tages-

sätze.  

- 33 - 

5.9 Urteile der Strafgerichte in Verwaltungsstrafsachen, soweit diese nicht auf Frei-

heitsstrafen oder freiheitsentziehende Massnahmen lauten, werden von der be-

teiligten Verwaltung (EFD) vollstreckt (Art. 90 Abs. 1 VStrR). Im Unterschied zum 

ordentlichen Strafverfahren, wo die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall schuldhaften 

Nichtbezahlens der Busse bereits im Sachurteil festgesetzt wird (Art. 106 Abs. 2 

StGB), erfolgt im Verwaltungsstrafverfahren die Umwandlung einer nicht ein-

bringlichen Busse erst durch einen nachträglichen gerichtlichen Entscheid auf 

Antrag der Verwaltung (Art. 91 VStrR). 

6.         Verfahrenskosten 

6.1 Die Kosten des Verfahrens der Verwaltung bestehen in den Barauslagen, mit 

Einschluss der Kosten der Untersuchungshaft und der amtlichen Verteidigung, in 

einer Spruchgebühr und in den Schreibgebühren (Art. 94 Abs. 1 VStrR). Die 

Höhe der Spruch- und der Schreibgebühr bestimmt sich nach einem vom Bun-

desrat aufzustellenden Tarif (Art. 94 Abs. 2 VStrR). Die Spruchgebühr beträgt 

gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c der Verordnung vom 25. November 1974 über Kosten 

und Entschädigungen im Verwaltungsstrafverfahren (SR 313.32) für eine Straf-

verfügung zwischen Fr. 100.-- und Fr. 10‘000.--, die Schreibgebühr Fr. 10.-- je 

Seite für die Herstellung des Originals (Art. 12 Abs. 1 lit. a). Gestützt darauf wur-

den die Verfahrenskosten in der Strafverfügung vom 17. April 2015 auf eine 

Spruchgebühr von Fr. 4'000.-- festgelegt, zuzüglich einer Schreibgebühr von 

Fr. 220.--, ausmachend total Fr. 4'220.--. Diese Kosten sind nicht zu beanstan-

den. Es wird aber auf die nachfolgenden Ausführungen verwiesen (E. 6.2.1).  

6.2 Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens und deren Verlegung bestimmen sich, 

vorbehältlich der Bestimmungen über den Rückzug des Gesuchs um gerichtliche 

Beurteilung (Art. 78 Abs. 4 VStrR), nach den Art. 417–428 StPO (Art. 97 Abs. 1 

VStrR). Nach Art. 424 Abs. 1 StPO regeln Bund und Kantone die Berechnung 

der Verfahrenskosten und legen die Gebühren fest. 

6.2.1 Für die Anklageerhebung beantragt das EFD zusätzlich zu den Kosten aus dem 

verwaltungsinternen Strafverfahren die Auflage an die Beschuldigte der Kosten 

der Anklageführung beim Gericht unter Einschluss der Reise-, Unterbringungs- 

und Verpflegungskosten für die Vertreter des EFD gemäss gerichtlichen Pau-

schalen. Nachdem die Verwaltung im gerichtlichen Verfahren ihre Parteistellung 

als Anklägerin mit der Bundesanwaltschaft teilt und entweder nebst oder anstelle 

jener handelt, rechtfertigt es sich, auf die Gebührenansätze gemäss Art. 6 Abs. 4 

lit. c BStrKR (Gebührenerhebung für das Vorverfahren im Falle einer Anklageer-

hebung) zurückzugreifen. Der dort vorgegebene Rahmen liegt zwischen 

- 34 - 

Fr. 1'000.-- und Fr. 100'000.-- für Vorverfahren inklusive Anklageerhebung. Die 

Spesen der Anklägerin sind in der Gebühr mitenthalten (Urteil des Bundesstraf-

gerichts SK.2011.6 vom 22. Juli 2011, E. 10.3). In Anbetracht des Gesagten, und 

weil die verwaltungsinterne Gebührenberechnung gemäss E. 6.1 hiervor in Ana-

logie zur Gebührenerhebung durch die Bundesanwaltschaft im Falle eines Straf-

befehls zu betrachten ist (Art. 6 Abs. 4 lit. a BStrKR), wird die Gebühr für das 

Vorverfahren (inkl. Fr. 4'220.-- gemäss E. 6.1) auf insgesamt Fr. 5'200.-- festge-

legt. 

6.2.2 Im Verfahren vor der Strafkammer des Bundesstrafgerichts (Einzelgericht) be-

trägt die Gerichtsgebühr Fr. 200.-- bis Fr. 50'000.-- (Art. 7 lit. a BStrKR). Aufgrund 

von Bedeutung und Schwierigkeit der Sache, der Vorgehensweise der Beschul-

digten, ihrer finanziellen Situation und dem Kanzleiaufwand wird die Gerichtsge-

bühr auf Fr. 2'000.-- (Kleinspesenpauschale inbegriffen) festgelegt. 

6.3 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). Sie trägt die Verfahrenskosten nicht, die der Staat 

durch unnötige oder fehlerhafte Verfahrenshandlungen verursacht hat (Art. 426 

Abs. 3 lit. a StPO). Die Kosten der Verwaltung können im Urteil gleich verlegt 

werden wie die Kosten des gerichtlichen Verfahrens (Art. 97 Abs. 2 VStrR). 

6.4 In concreto rechtfertigt es sich, die gesamten Kosten der Beschuldigten aufzuer-

legen. 

  

- 35 - 

Der Einzelrichter erkennt: 

1. A. wird der Ausübung einer Tätigkeit als Investmentgesellschaft mit festem Kapital 

(SICAF) ohne Bewilligung schuldig gesprochen (Art. 148 Abs. 1 lit. a KAG in der bis 

zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung). 

2. A. wird bestraft 

2.1 mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 360.--, bedingt erlassen auf eine 

Probezeit von 2 Jahren, 

2.2 mit einer Busse von Fr. 8'400.--. 

3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus der Gebühr Auslagen der Vorinstanz inklusive 

Anklageerhebung von Fr. 5'200.-- und einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.--, total 

Fr. 7'200.--, werden A. auferlegt. 

 

Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber 

 
 
 
 
 
Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 

- Bundesanwaltschaft 
- Eidgenössisches Finanzdepartement 
- Rechtsanwalt Sascha M. Duff 

 
 
 
Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an 

- Eidgenössisches Finanzdepartement als Vollzugsbehörde (vollständig) 

- 36 - 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen verfahrensabschliessende Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts kann beim Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, innert 30 Tagen nach der Zustellung der vollständigen Ausfertigung Beschwerde 

eingelegt werden (Art. 78, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 und Art. 100 Abs. 1 BGG). 
 
Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und Völkerrecht gerügt werden (Art. 95 lit. a und b 
BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder 
auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den 
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Versand: 24. September 2015