# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b300793-d90e-501a-9150-2d2e82b73e7a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.07.2019 E-2834/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2834-2019_2019-07-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2834/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder, 

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kongo (Kinshasa),   

vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin,  

Anwältinnenbüro, (…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Wegweisung und Wegweisungsvollzug  

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 7. Mai 2019. 

 

 

 

E-2834/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin hat erstmals am 12. Dezember 2012 in der 

Schweiz um Asyl nachgesucht. Am 20. Dezember 2012 wurde sie summa-

risch und am 14. März 2014 einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. 

Sie machte im Wesentlichen geltend, aus Kinshasa zu stammen, an der 

dortigen Universität ein Studium in (…) absolviert und seit 2004 als Händ-

lerin gearbeitet zu haben. Im Jahre 2012 sei es zu einem Zwischenfall ge-

kommen, bei dem Beamte des kongolesischen Nachrichtendienstes ANR 

(Agence Nationale de Renseignements) zunächst bei ihr zu Hause aufge-

taucht seien, um sich nach ihrem Freund zu erkundigen. Zur gleichen Zeit 

habe sich der Cousin ihres Freundes zu Besuch bei ihnen aufgehalten. 

Kurze Zeit später seien Unbekannte bei ihr eingedrungen, hätten sie nach 

dem Verbleib der M23-Rebellen gefragt, hätten ihr die Augen verbunden, 

ihre Hände gefesselt und sie geschlagen. Sie sei beschuldigt worden, Re-

bellen zu beherbergen und deren Komplizin zu sein. Die unbekannten 

Männer hätten sie an einen unbekannten Ort gebracht, geschlagen und 

verhört. Wenige Tage nach der Inhaftierung sei ihr mithilfe eines Wächters 

die Flucht gelungen, woraufhin sie auch gleich ihren Heimatstaat verlassen 

habe. 

B.  

Mit Verfügung vom 11. April 2016 stellte das SEM fest, dass die Beschwer-

deführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, lehnte ihr Asylgesuch ab, 

wies sie aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung 

an. Zur Begründung führte es aus, dass ihre Vorbringen den Anforderun-

gen an die Glaubhaftigkeit nicht standhalten würden. 

C.  

Eine gegen diese Verfügung am 11. Mai 2016 beim Bundesverwaltungs-

gericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil E-2940/2016 vom 5. De-

zember 2018 abgewiesen. Das Gericht hielt zur Begründung fest, dass es 

sich bei den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Asylgründen 

um ein Konstrukt handle und die Vorbringen nicht hätten glaubhaft gemacht 

werden können. 

D.  

Mit Eingabe vom 12. April 2019 ersuchte die Beschwerdeführerin beim 

SEM um Wiedererwägung des ablehnenden Asylentscheids.  

E-2834/2019 

Seite 3 

Zur Begründung führte sie aus, dass sich ihre Situation seit dem Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts vom 5. Dezember 2018 wesentlich verändert 

habe. So hätten sich die bereits seit langem bestehenden gesundheitlichen 

Beschwerden als Endometriose/Adenomyose herausgestellt. Ausserdem 

leide sie an Gastritis und benötige für ihre posttraumatische Belastungs-

störung (PTBS) eine Therapie. Im Januar 2019 sei sie wegen der Endo-

metriose operiert worden und sei nebst Medikamenten auf regelmässige 

gynäkologische Kontrollen angewiesen. Das benötigte Medikament Vi-

sanne sei in ihrem Herkunftsland nicht verfügbar und lediglich über das 

Internet zu einem hohen Preis bestellbar. Auch die notwendigen gynäkolo-

gischen Nachkontrollen seien in ihrem Heimatstaat nur auf privater Ebene 

und auf eigene Kosten verfügbar. Gleiches gelte für die ärztlich empfohlene 

psychotherapeutische Traumabehandlung der bei ihr diagnostizierten 

PTBS, welche lediglich bei privaten Psychologen auf eigene Kosten mög-

lich wäre. Entsprechend sei eine Rückkehr nach Kongo (Kinshasa) wegen 

der fehlenden beziehungsweise nicht zugänglichen medizinischen Be-

handlungen unzumutbar. Ausserdem habe sie in ihrem Heimatstaat kein 

Beziehungsnetz mehr, zumal ihre Eltern verstorben seien, sie kaum über 

Verwandte in Kongo (Kinshasa) verfüge und ihre im Ausland lebenden 

Schwestern sie finanziell nicht unterstützen könnten.  

Zur Untermauerung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin zahl-

reiche ärztliche Berichte, datierend aus dem Zeitraum vom 5. Juli 2016 bis 

18. März 2019, sowie zwei Berichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

(SFH) zu den Akten.  

E.  

Mit Verfügung vom 7. Mai 2019 – eröffnet am 9. Mai 2019 – lehnte das 

SEM das Wiedererwägungsgesuch ab, erklärte seine Verfügung vom 

11. April 2016 als rechtskräftig und vollstreckbar, erhob eine Gebühr von 

Fr. 600.– und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine auf-

schiebende Wirkung zu. 

F.  

Mit Eingabe vom 7. Juni 2019 erhob die Beschwerdeführerin – handelnd 

durch die rubrizierte Rechtsvertreterin – Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfügungen des SEM vom 

7. Mai 2019 und 11. April 2016 in Bezug auf den Wegweisungsvollzug, die 

Feststellung, dass der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar sei und sie 

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in der Schweiz vorläufig aufzunehmen sei. Eventualiter sei die angefoch-

tene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen.  

In formeller Hinsicht ersuchte sie um Einsicht in die Akten des Asylverfah-

rens ihrer Schwester und um die Möglichkeit, dazu im Rahmen des recht-

lichen Gehörs Stellung zu nehmen. Zudem seien die Akten des Termins bei 

der kongolesischen Delegation vom (…) 2019 zu edieren, ihr zur Kenntnis 

zu bringen und ihr dazu das rechtliche Gehör zu gewähren. Es sei der vor-

liegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren, im Sinne 

einer vorsorglichen Massnahme sei der Wegweisungsvollzug bis zum de-

finitiven Entscheid über die Beschwerde auszusetzen und die Vorinstanz 

sowie die Vollzugsbehörden seien im Sinne einer superprovisorischen 

Massnahme anzuweisen, bis zum Entscheid über das vorliegende Rechts-

mittel von Vollzugshandlungen abzusehen. Schliesslich sei auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses zu verzichten, ihr sei die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren und ihr sei in der Person ihrer Rechtsvertreterin 

eine amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen.  

Die Beschwerdeführerin reichte folgende Unterlagen als Beweismittel zu 

den Akten (alle in Kopie): 

– Arztbericht vom 24. Mai 2019 des Schmerzzentrums des (...)spitals 

B._______; 

– Arztberichte vom 23. Oktober 2018 und 10. Januar 2019 der 

Frauenklinik des (...)spitals B._______; 

– Ärztliche Konsultationsberichte vom 22. Oktober 2018 und 7. Novem-

ber 2018 der Frauenklinik des (...)spitals B._______; 

– Arztbericht vom 31. Oktober 2018 des Universitätsinstituts für Diagnos-

tische, Interventionelle und Pädiatrische Radiologie, (…)spital 

B._______; 

– Schreiben der Frauenklinik des (...)spitals B._______ bezüglich 

präoperativer Sprechstunde, Spitaleintritt und Operation vom 4. Januar 

2019; 

– Arztzeugnis vom 15. Januar 2019 der (…) zu Handen der Universität 

C._______; 

– Operationsbericht vom 30. Januar 2019 der Frauenklinik des (...)spitals 

B._______; 

– Austrittsbericht vom 5. Februar 2019 der Frauenklinik des (...)spitals 

B._______; 

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Seite 5 

– Schreiben vom 25. März 2019 der Frauenklinik des (...)spitals 

B._______; 

– Ärztlicher Bericht des (…)spitals B._______ vom 10. Januar 2019; 

– Arztzeugnis vom 12. Januar 2019 von Dr. med. D._______; 

– Schreiben vom 18. März 2019 von Dr. med. E._______; 

– Aufgebot für Physiotherapie vom 4. April 2019 des Instituts für Physio-

therapie des (...)spitals B._______; 

– Terminvereinbarung zur Schmerz-Sprechstunde vom 4. April 2019 

des Schmerzzentrums des (...)spitals B._______; 

– Arztbericht vom 27. März 2019 des Hôpital (…), département (…); 

– Arztbericht vom 13. Dezember 2017 des (…); 

– Arztbericht vom 5. Juli 2016 der Psychiatrischen Dienste (…); 

– Arztzeugnis vom 6. Juni 2019 des Hôpital (…), département (…); 

– «Demokratische Republik Kongo: Behandlung psychischer Krankhei-

ten», Schnellrecherche der SFH-Länderanalyse vom 19. Juni 2018; 

– «Demokratische Republik Kongo: Behandlung von Endometriose und 

Adenomyose, Auskunft der SFH-Länderanalyse vom 10. April 2019. 

G.  

Am 12. April 2019 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Wegwei-

sung per sofort einstweilen aus. 

H.  

Die vorinstanzlichen Akten trafen am 12. Juni 2019 beim Bundesverwal-

tungsgericht ein (Art. 109 Abs. 6 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-

dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung 

auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

4.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt 

(Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 

30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und 

begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 

In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-

gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine 

nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage in Bezug 

auf das Vorliegen von Wegweisungsvollzugshindernissen (vgl. BVGE 

2014/39 E. 4.5 m.w.H.). 

6.  

6.1 Das SEM begründete die Abweisung des Wiedererwägungsgesuchs 

damit, dass ein Wegweisungsvollzug aus medizinischen Gründen nur dann 

nicht zumutbar sei, wenn die betroffene Person nach ihrer Rückkehr in den 

Heimatstaat aufgrund der fehlenden, unzulänglichen oder nicht zugängli-

chen Behandlung in kurzer Zeit ernsthaft gefährdet wäre. Eine ernsthafte 

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Gefährdung würde bei einer raschen, lebensbedrohlichen oder unumkehr-

baren Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund fehlender 

oder unzureichender medizinischer Versorgung vorliegen.  

Bei der Beschwerdeführerin sei eine Endometriose/Adenomyose diagnos-

tiziert worden, wobei es sich dabei um eine der häufigsten, zwar belasten-

den, aber nicht lebensbedrohlichen gynäkologischen Erkrankungen 

handle. Gemäss den Leitlinien einer internationalen Gruppe von speziali-

sierten Ärzten, zu der auch der die Beschwerdeführerin behandelnde Arzt, 

Prof. Dr. F._______, gehöre, seien Ätiologie und Pathogenese dieser Er-

krankung noch ungeklärt. Eine kausale Therapie sei nicht bekannt und eine 

eigentliche vollständige Heilung meist nicht möglich. Die bei der Beschwer-

deführerin im Januar 2019 durchgeführte Operation gelte gemäss diesen 

Behandlungsleitlinien als «Goldstandard». Nach erfolgter Operation sei die 

Einnahme von Visanne verordnet worden, um Rückfälle der Endometrio-

seprobleme zu vermeiden. Soweit die Beschwerdeführerin nun vorbringe, 

sie benötige im Zusammenhang mit ihrer Endometriose/Adenomyose eine 

hochspezialisierte Behandlung, die es in ihrem Heimatstaat nicht bezie-

hungsweise nur im privaten Sektor gäbe, sei darauf zu verweisen, dass ein 

Wegweisungsvollzug nicht allein deshalb unzumutbar sei, wenn die medi-

zinische Versorgung im Heimatstaat nicht dem sehr hohen schweizeri-

schen Standard entspreche. Zudem gäbe es gemäss dem von der Be-

schwerdeführerin eingereichten Bericht der SFH zur Behandlung von En-

dometriose und Adenomyose in Kongo (Kinshasa) vom 10. April 2019 öf-

fentliche Einrichtungen, wie zum Beispiel die Universitätsklinik Kinshasa, 

welche sowohl Untersuchungen, operative Eingriffe als auch Nachsorge-

behandlungen von Endometriose/Adenomyose durchführe. Somit sei da-

von auszugehen, dass der Beschwerdeführerin in Kongo (Kinshasa) eine 

ausreichend gute Behandlung und Nachsorge zur Verfügung stehe. Aus-

serdem sei ein wichtiger operativer Eingriff bereits in der Schweiz erfolgt. 

In Bezug auf das Vorbringen, das Medikament Visanne könne in ihrem Hei-

matstaat nur im Internet bestellt werden, sei darauf hinzuweisen, dass es 

der Beschwerdeführerin durchaus zuzumuten sei, dieses Medikament über 

das Internet und unter Umständen sogar bei der Herstellerfirma zu bestel-

len. Allenfalls könne auch die in der Schweiz lebende Schwester behilflich 

sein. Letztlich sei jedoch festzustellen, dass selbst wenn in Kongo 

(Kinshasa) eine Behandlung mit Visanne nicht möglich wäre, die Be-

schwerdeführerin nicht in eine lebensbedrohliche Lage geraten würde oder 

mit einer unzumutbaren Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes 

konfrontiert wäre. In den bereits erwähnten Leitlinien zu Behandlung von 

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Seite 8 

Endometriose werde im Übrigen auf therapeutische Alternativen zur Be-

handlung mit Visanne hingewiesen, zum Beispiel eine Gestagenmonothe-

rapie oder ein monophasisches orales Antikonzeptivum. Gemäss dem ge-

nannten Bericht der SFH werde in Kongo (Kinshasa) zudem das Medika-

ment Decaceptyl, das wie Visanne der Gruppe der sogenannten GnRH-

Analogo zugeordnet werde, zur Nachsorgebehandlung nach einer Endo-

metriose-Operation eingesetzt. Daher sei davon auszugehen, dass in 

Kongo (Kinshasa) in einem öffentlichen Spital ebenfalls eine den schwei-

zerischen Empfehlungen entsprechende medikamentöse Nachsorge nach 

einer Endometriose-Operation verfügbar sei.  

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringe, dass es in Kongo (Kinshasa) 

keine Krankenversicherung gäbe und sie die Kosten für ihre medizinische 

Versorgung vollständig selbst übernehmen müsse, sei darauf hinzuweisen, 

dass gemäss dem von ihr eingereichten Bericht der SFH vom 19. Juni 2018 

die Regierung darum bemüht sei, eine flächendeckende Gesundheitsver-

sorgung sicherzustellen. Selbst wenn sie die Kosten für ihre Behandlung 

dennoch alleine zu tragen hätte, würde dieser Umstand noch nicht zur Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen. Diesbezüglich sei des 

Weiteren festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin zwar vorbringe, nicht 

über genügend finanzielle Ressourcen zu verfügen, um die Gesundheits-

kosten eigenständig zu bezahlen. Sie habe aber bereits im ordentlichen 

Asylverfahren unglaubhafte und teilweise realitätsfremde Angaben zu ihren 

Asylvorbringen und ihrer persönlichen Situation gemacht, so dass auch die 

Angaben in Bezug auf ihre finanzielle Situation anzuzweifeln seien. Dies 

umso mehr, als sie in ihrem Heimatstaat ein Universitätsstudium habe ab-

solvieren können und im ordentlichen Asylverfahren vorgebracht habe, 

dass es ihr finanziell gut gegangen sei, so dass sie die Reise in die Schweiz 

habe finanzieren können. Ausserdem habe sie in der Schweiz alleine ge-

lebt und (…)kurse durchgeführt. Es erscheint daher möglich und wahr-

scheinlich, dass sie während ihres Aufenthaltes in der Schweiz gewisse 

Ersparnisse habe machen können.  

Schliesslich sei es ihr zuzumuten, dass sie in ihrer Heimat, insbesondere 

mit ihrer Ausbildung und Arbeitserfahrung, wieder eine Arbeitstätigkeit auf-

nehmen und eine neue Existenz aufbauen könne. Darüber hinaus habe sie 

die Möglichkeit, medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen. Das Vorbrin-

gen der Beschwerdeführerin, in ihrer Heimat keine Verwandtschaft zu ha-

ben, sei aufgrund der Aktenlage und der Aussagen ihrer Schwester nicht 

glaubhaft gemacht worden. Auch sei davon auszugehen, dass sie durch 

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ihr Universitätsstudium in Kinshasa über ein persönliches Beziehungsnetz 

verfüge.  

Ähnliche Argumente würden im Übrigen auch für ihr Vorbringen, an einer 

PTBS zu leiden, gelten. Einerseits seien die das Trauma auslösenden Er-

eignisse im Rahmen des ordentlichen Verfahrens nicht glaubhaft gemacht 

worden, womit in Frage gestellt werden müsse, ob die Diagnose der PTBS 

überhaupt korrekt und eine Behandlung notwendig sei. Andererseits 

scheine die psychische Belastung nicht mehr so gross zu sein, zumal sie 

in der Lage sei, in der Schweiz ein Studium zu absolvieren. Selbst wenn 

die Beschwerdeführerin an psychischen Problemen leiden würde, wäre 

eine psychiatrische und medikamentöse Behandlung im Rahmen der in 

Kinshasa vorhandenen Einrichtungen möglich, so dass eine Rückkehr in 

ihren Heimatstaat auch unter Berücksichtigung der geltend gemachten 

psychischen Probleme durchaus zumutbar sei. Ergänzend sei darauf hin-

zuweisen, dass nach eigenen Angaben der Beschwerdeführerin die von ihr 

gegen die Gastritis eingesetzten Säureblocker auch in Kongo (Kinshasa) 

erhältlich seien. Insgesamt würden keine Gründe vorliegen, welche die 

Rechtskraft der Verfügung vom 11. April 2016 beseitigen könnten.  

6.2 In der Beschwerde wird in Bezug auf den Wegweisungsvollzug geltend 

gemacht, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin 

nach dem negativen Asylentscheid und dem Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts massiv verschlechtert habe. Wenn auch die fehlende Medi-

kamenteneinnahme und die Operationsmöglichkeiten in Kongo (Kinshasa) 

nicht direkt eine akute Lebensgefahr verursachen würden, so hätte die feh-

lende Nachsorge beziehungsweise eine fehlende Medikamenteneinnahme 

ein Rezidiv der Endometriose und eine Verschlechterung zur Adenomyose 

zur Folge, was zu einer chronischen, invalidisierenden Schmerzsymptoma-

tik und somit zu einer medizinischen Notlage führen würde.  

Ein operativer Eingriff wegen ihrer Endometriose habe am (…) 2019 statt-

gefunden. Momentan befinde sich die Beschwerdeführerin aufgrund der 

andauernden starken Schmerzen in einer Schmerztherapie im Schmerz-

zentrum des (...)spitals B._______ und bedürfe regelmässiger Verlaufs-

kontrollen. Die Einnahme des Hormonpräparats Visanne sei bis auf Weite-

res ärztlich empfohlen; ebenso könne die Einnahme anderer Medikamente 

und die Durchführung weiterer Operationen nicht ausgeschlossen werden, 

insbesondere da sich die Endometriose immer wieder bilden könne. Aus-

serdem sei die Beschwerdeführerin auf ein spezialisiertes Endometriose-

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zentrum angewiesen, einerseits für Sprechstunden und Nachsorgekontrol-

len, die gemäss ärztlichem Bericht vom 12. Januar 2019 alle  

6–12 Monate stattfinden sollten, andererseits, weil die Endometriose wie-

derkehrend sei und von Spezialisten operiert werden müsse.  

Des Weiteren gäbe es in Kongo (Kinshasa) kein Krankenversicherungs-

system, so dass die Patienten selbst für ihre Behandlungskosten aufkom-

men müssten. Auch die Qualität und Herkunft der verfügbaren Medika-

mente sei oftmals zweifelhaft. Gemäss Angaben des kongolesischen Ge-

sundheitsministeriums vom März 2016 kämpfe das Gesundheitssystem mit 

der Bereitstellung von Dienst- und Pflegeleistungen, mangelhafter Infra-

struktur und Ausstattung sowie einem Mangel an Fachkräften. Der Aus-

kunft der SFH vom 10. April 2019 hinsichtlich der Behandlungsmöglichkei-

ten von Endometriose/Adenomyose in Kongo (Kinshasa) sei zu entneh-

men, dass das Medikament Visanne mit dem Wirkstoff Dienogest in Kongo 

(Kinshasa) nicht vorrätig sei und lediglich über das Internet aus dem Aus-

land bestellt werden könne. Ebenso existiere in Kinshasa kein auf Endo-

metriose spezialisiertes Zentrum, was für die Beschwerdeführerin, deren 

Familienplanung noch nicht abgeschlossen sei, eine Notwendigkeit dar-

stelle. Die entsprechenden Behandlungen seien in öffentlichen und priva-

ten Einrichtungen verfügbar, wobei die hohen Kosten von den Patienten 

selbst getragen werden müssten. Die Nachsorgebehandlung mit dem Me-

dikament Decapeptyl sei zwar verfügbar, die Kosten hätten aber ebenfalls 

die Patienten selbst zu tragen. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen 

Verhältnisse des Kongo (Kinshasa) und der aktuellen Arbeitsunfähigkeit 

der Beschwerdeführerin wäre sie nicht in der Lage, die hohen Medikamen-

tenpreise und Behandlungskosten aufzubringen.  

Im Übrigen handle es sich bei der Beschwerdeführerin um eine alleinste-

hende Frau ohne familiäres Netz. Selbst wenn sie im Heimatstaat Ver-

wandte hätte, wären diese nicht in der Lage, sie zu unterstützen. Was die 

in der Schweiz lebende Schwester anbelangt, sei bereits im Wiedererwä-

gungsgesuch erläutert worden, dass die Beschwerdeführerin keinen Kon-

takt zu ihr habe. Ohnehin habe die Schwester ihr gegenüber keine Unter-

haltspflicht und wäre kaum bereit, sie ein Leben lang zu unterstützen. Die 

Vorinstanz verkenne, dass die Beschwerdeführerin auf verschiedene Me-

dikamente angewiesen sei, die in ihrem Heimatstaat zwar verfügbar, aber 

nicht erschwinglich seien. Sie verfüge auch über keine Ersparnisse, zumal 

sie in der Schweiz von der Sozialhilfe gelebt habe. Ebenso wenig sei es ihr 

aufgrund ihres Gesundheitszustandes und der langen Landesabwesenheit 

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möglich, innert kurzer Zeit wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ins-

gesamt sei, selbst wenn sie erwerbstätig wäre, nicht davon auszugehen, 

dass sie die anfallenden Gesundheitskosten tragen könnte.  

Der vorinstanzliche Hinweis auf die medizinische Rückkehrhilfe sei ausser-

dem nicht zielführend, da diese lediglich für kurzfristige Notsituationen und 

nicht für dauerhafte Behandlungen gedacht sei.  

Auch der psychische Zustand der Beschwerdeführerin habe sich nach dem 

Asylentscheid verschlechtert, was eine Intensivierung der psychiatrischen 

Behandlung zur Folge gehabt habe. Aufgrund der psychischen Symptome, 

die in Zusammenhang mit den schweren erlittenen Traumata einhergehen, 

sei anhand der ICD-10 Klassifikation wie auch der DMS 5 Kriterien eine 

posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) mit dissoziativen Zuständen 

und eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome 

(F32.2) diagnostiziert worden. Es sei eine engmaschige Betreuung mit psy-

chotherapeutischer und psychopharmakologischer Behandlung erfolgt. 

Die Inhaftierungen der Beschwerdeführerin am (…) 2019 und der Termin 

mit einer Delegation der Demokratischen Republik Kongo am (…) 2019 

habe sie nicht verkraftet, so dass sie hospitalisiert worden sei. Sie befinde 

sich nach Empfehlung ihrer ambulanten Psychiaterin zurzeit in stationärer 

psychiatrischer Behandlung. Das Studium der (…) an der Universität 

C._______ habe die Beschwerdeführerin ausserdem unterbrechen müs-

sen. Da sich ihr psychischer Gesundheitszustand derart verschlechtert 

habe und sie an Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Albträumen und Kon-

zentrations- und Gedächtnisstörungen gelitten habe, habe sie weder die 

Vorlesungen noch die Prüfungen an der Universität absolvieren können. 

Auch hinsichtlich ihrer psychischen Erkrankung müsse festgehalten wer-

den, dass das kongolesische Gesundheitssystem die notwendigen Be-

handlungen nicht gewährleisten könne. Es gäbe lediglich sechs psychiatri-

sche Kliniken landesweit und eine ambulante Einrichtung in Kinshasa, wo-

bei das Centre neuropsychopathologique der Universität Kinshasa die ein-

zige öffentliche, auf psychische Krankheiten spezialisierte Einrichtung in 

Kinshasa sei. In Kongo (Kinshasa) mangle es im Bereich der psychischen 

Erkrankungen an spezialisierten Fachkräften und es gäbe keine Einrich-

tung, welche auf die Behandlung von PTBS spezialisiert sei. Des Weiteren 

würden im Heimatstaat der Beschwerdeführerin Vorurteile gegenüber psy-

chisch kranken Personen vorherrschen, wie zum Beispiel, dass psychisch 

Kranke von Dämonen besessen wären. Mangels einer Krankenversiche-

rung müsste sie selbst für die Kosten einer Behandlung sowie die Beschaf-

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Seite 12 

fung der Medikamente aufkommen. Die fehlende psychiatrische Behand-

lung habe für sie eine medizinische Notlage zur Folge. Ohne Therapien 

und Medikamente wäre sie konkret gefährdet; auch eine Suizidgefahr 

könne nicht ausgeschlossen werden.  

7.  

Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid aus den nachfolgenden Gründen zu bestätigen 

sind.  

7.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit der Be-

schwerde einen ärztlichen Bericht des (...)spitals B._______, datierend 

vom 10. Januar 2019, eingereicht hat, der sich auf eine Untersuchung und 

Behandlung der Beschwerdeführerin vom 22. Oktober 2018 bezieht (Bei-

lage 15). Zu diesem Zeitpunkt, mithin noch vor dem Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts vom 5. Dezember 2018, war der Beschwerdeführerin so-

mit die Diagnose ihre Erkrankung bereits bekannt; immerhin wurde ihr am 

7. November 2018 die Einnahme des Medikaments Visanne verschrieben. 

Den Akten des ersten Asylverfahrens ist zu entnehmen, dass das Bundes-

verwaltungsgericht die Beschwerdeführerin mehrfach aufgefordert hat, ak-

tuelle Arztzeugnisse einzureichen. Dass sie dieser Aufforderung und ihrer 

im Rahmen des Asylverfahrens obliegenden Mitwirkungspflicht (Art. 8 

AsylG) nicht nachgekommen ist, ist nicht nachvollziehbar. Die Endometri-

ose war der Beschwerdeführerin folglich bereits während des ersten Asyl-

verfahrens und vor dem ersten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 

5. Dezember 2018 bekannt, womit es sich bei der Erkrankung nicht um ein 

nachträglich entstandenes Vollzugshindernis im Sinne von Art. 111b AsylG 

handelt und folglich nur in sehr engen Grenzen (Vorliegen einer Verletzung 

völkerrechtlicher zwingender Vollzugshindernisse, vgl. Urteil des Bundes-

verwaltungsgericht [BVGer] E-3190/2018 vom 20. Mai 2019 E. 4.5 f. 

m.w.H.) überhaupt im Rahmen des Wiedererwägungsgesuchs geltend ge-

macht werden kann. Das ausserordentliche Rechtsmittelverfahren darf 

nämlich nicht dazu dienen, in einem früheren Verfahren begangene ver-

meidbare Unterlassungen nachzuholen. Es darf nach einer unsorgfältigen 

Prozessführung insbesondere nicht zu einer «Verlängerung» der ordentli-

chen Beschwerdefrist führen. Dies folgt aus dem Grundsatz der Rechtssi-

cherheit und in Rücksicht auf einen ungestörten Gang der Verwaltung und 

Justiz, da ansonsten die Möglichkeit bestünde, sich durch unvollständiges 

Vorbringen ein- oder sogar mehrmalige Neubeurteilungen des Falles zu 

sichern. 

E-2834/2019 

Seite 13 

7.2 Ungeachtet dessen hat das SEM zutreffend festgestellt, dass der phy-

sische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin kein Wegweisungs-

hindernis darstellt. Die Endometriose ist in der Schweiz von fachlich spezi-

alisierten Ärzten diagnostiziert und, soweit möglich, operativ und medika-

mentös behandelt worden. Tatsächlich handelt es sich bei der Endometri-

ose um eine der am häufigsten auftretenden gynäkologischen Krankheiten, 

die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, nicht heilbar, 

aber auch nicht lebensbedrohlich ist. Es gibt eine Vielzahl von Behand-

lungsmöglichkeiten, die sich nicht nur auf die von der Beschwerdeführerin 

aktuell gewählten Methode beschränken. Wie bereits von der Vorinstanz 

ausgeführt, gibt es therapeutische Alternativen – zum Beispiel eine Gesta-

genmonotherapie – welche im Heimatstaat der Beschwerdeführerin durch-

aus verfügbar sind. Der Hinweis, dass das ihr in der Schweiz verordnete 

Medikament Visanne in Kongo (Kinshasa) nur über das Internet zu bestel-

len sei, ist somit nicht zielführend. Zudem wurde die Beschwerdeführerin 

in der Schweiz am (…) 2019 operiert, wobei ein Endometrioseknoten prob-

lemlos entfernt werden konnte und sie in einem guten Allgemeinzustand 

nach Hause entlassen werden konnte (s. Austrittsbericht vom 5. Februar 

2019 [Beilage 13]). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die zutref-

fenden und ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Verfügung S. 3 ff.; siehe auch oben E. 6.1). Insbesondere ist darauf hin-

zuweisen, dass ein Wegweisungsvollzug nicht allein deshalb unzumutbar 

wird, wenn die medizinische Versorgung im Heimatstaat nicht dem sehr 

hohen schweizerischen Standard entspricht. Wie der von der Beschwerde-

führerin zu den Akten gereichte Bericht der SFH vom 10. April 2019 zeigt 

(S. 5 f.), verfügt Kongo (Kinshasa) über öffentliche Einrichtungen, wie zum 

Beispiel die Universitätsklinik Kinshasa, welche sowohl Untersuchungen, 

operative Eingriffe als auch Nachsorgebehandlungen von Endometriose/A-

denomyose durchführen. Somit steht der Beschwerdeführerin eine ausrei-

chend gute Behandlung und Nachsorge im Heimatstaat zur Verfügung, 

selbst wenn es sich dabei nicht um ein dem schweizerischen Standard ent-

sprechendes spezialisiertes Endometriose-Zentrum handelt. An dieser Ein-

schätzung ändert auch das Vorbringen auf Beschwerdeebene nichts, wo-

nach die Familienplanung der Beschwerdeführerin sei noch nicht abge-

schlossen und sie auf ein spezialisiertes Endometriose-Zentrum angewie-

sen sei.  

7.3 In Bezug auf die geltend gemachten psychischen Probleme der Be-

schwerdeführerin ist erneut festzuhalten, dass nur dann auf Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden könnte, wenn eine 

notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung 

E-2834/2019 

Seite 14 

stünde und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Be-

einträchtigung des Gesundheitszustandes führen würde.  

Die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin wurden zudem bereits 

im ersten Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. Dezember 

2018 beurteilt, wobei festgehalten wurde, dass aufgrund der Akten nicht 

davon auszugehen sei, dass sie an einer schweren psychischen Erkran-

kung leide (a.a.O. E. 8.3.5). Diese Einschätzung kann aus aktueller Sicht 

bestätigt werden. Gemäss Bericht des Hôpital (…) vom 27. März 2019 

(Beilage 21) befindet sich die Beschwerdeführerin einmal monatlich in psy-

chiatrischer Behandlung und nimmt Antidepressiva ein. Die psychischen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin werden von der behandelnden Ärz-

tin vor allem mit der sozialen und finanziellen Unsicherheit in der Schweiz, 

der schwierigen Unterkunftssituation, den negativen Entscheiden des SEM 

und des Bundesverwaltungsgerichts sowie den somatischen Beschwerden 

aufgrund der Endometriose in Zusammenhang gebracht. Soweit auf die 

traumatischen Ereignisse im Heimatstaat der Beschwerdeführerin Bezug 

genommen wird, kann darauf hingewiesen werden, dass die Asylvorbrin-

gen der Beschwerdeführerin sowohl von der Vorinstanz als auch auf Be-

schwerdeebene rechtskräftig als unglaubhaft beurteilt worden sind (Urteil 

des BVGer E-2940/2016 vom 5. Dezember 2018 E. 6). In der Beschwerde 

wird festgehalten, dass sich die Beschwerdeführerin aktuell in stationärer 

psychiatrischer Behandlung befinde. Dem Arztzeugnis des Hôpital (…) 

vom 6. Juni 2019 (Beilage 24) ist zwar eine Empfehlung zur Hospitalisie-

rung aufgrund einer allgemeinen Verschlechterung ihres physischen und 

psychischen Gesundheitszustandes zu entnehmen. Ob sie sich aber tat-

sächlich in stationärer Behandlung befindet beziehungsweise aus welchen 

Gründen, wurde von ihr weder belegt noch näher substantiiert. Es ist somit 

nicht davon auszugehen, dass sich ihre psychische Verfassung seit dem 

letzten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. Dezember 2018 der-

art verschlechtert hat, als dass dies ein Wegweisungsvollzugshindernis 

darstellen könnte.  

Darüber hinaus bleibt anzumerken, dass die geschilderte Verschlechte-

rung ihres psychischen Gesundheitszustandes offenbar mit dem negativen 

Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts und der damit verbundenen Un-

gewissheit in Zusammenhang stehen. Dies war bereits der Fall, nachdem 

ihr Asylgesuch am 11. April 2016 von der Vorinstanz abgewiesen wurde 

(s. Urteil des BVGer E-2940/2016 vom 5. Dezember 2018 E. 8.3.5); zwi-

schenzeitlich hatte sich ihr psychischer Zustand wieder stabilisiert (a.a.O. 

E. 8.3.5 S. 24). Des Weiteren ist auch den aktuellen ärztlichen Zeugnissen 

E-2834/2019 

Seite 15 

mitunter zu entnehmen, dass die Depression der Beschwerdeführerin im 

Zusammenhang mit der fehlenden Perspektive und der fehlenden sozialen 

Integration als Flüchtling steht (s. Arztbericht vom 24. Mai 2019 [Beilage 4], 

S. 1; Schreiben des Hôpital (…) vom 27. März 2019 [Beilage 21]. Dabei 

handelt es sich um ein nachvollziehbares Phänomen, welches jedoch eine 

Vielzahl von Asylsuchenden betrifft, die ebenfalls mit der Situation einer 

möglichen Rückführung in ihr Heimatland konfrontiert sind, weshalb ihnen 

unter dem Gesichtspunkt eines Wegweisungsvollzugshindernisses grund-

sätzlich keine eigenständige Bedeutung zukommt (s. Urteil des BVGer C-

5384/2009 vom 8. Juli 2010 E. 5.6 m.w.H.; HARALD DRESSING/KLAUS FO-

ERSTER, Psychiatrische Begutachtung bei asyl- und ausländerrechtlichen 

Verfahren, in: Psychiatrische Begutachtung, 6. Aufl. 2015, S. 884 ff.).  

Angesichts der in der Beschwerde erwähnten Gefahr einer möglichen Su-

izidalität im Falle einer Rückführung der Beschwerdeführerin kann zwar 

nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich nach Erhalt des Urteils 

des Bundesverwaltungsgerichts die psychische Verfassung verschlechtert. 

Dem wäre mit geeigneten medikamentösen oder allenfalls auch psycho-

therapeutischen Massnahmen und/oder einer ärztlichen Rückbegleitung 

entgegenzuwirken. Auch diesbezüglich steht es der Beschwerdeführerin 

frei, beim SEM einen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen. Es 

ist somit nicht davon auszugehen, dass eine Rückkehr nach Kongo 

(Kinshasa) zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung ih-

res Gesundheitszustandes führen würde. Die psychische Erkrankung der 

Beschwerdeführerin stellt demnach kein Wegweisungsvollzugshindernis 

dar.  

7.4 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, es existiere in Kongo 

(Kinshasa) kein funktionierendes Krankenversicherungssystem und sie 

könne die Kosten für die unterschiedlichen Behandlungen nicht alleine tra-

gen, kann auf die Ausführungen der Vorinstanz (Verfügung S. 4 f.) sowie 

auf die Erwägungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-2940/2016 vom 5. Dezember 2018 (E. 8.3.3) verwiesen werden. Einer-

seits ist es der Beschwerdeführerin vor dem Hintergrund ihrer Ausbildung 

und Berufserfahrung zuzumuten, in ihrem Heimatstaat wieder eine Er-

werbstätigkeit aufzunehmen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass 

sie im Übrigen in Kongo (Kinshasa) über Verwandte verfügt, die sie allen-

falls finanziell unterstützen können. Zur Überbrückung eines allfälligen fi-

nanziellen Engpasses ist darauf hinzuweisen, dass sie in der Schweiz 

Rückkehrhilfe beantragen kann (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 

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Seite 16 

der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Ande-

rerseits hat das Bundesverwaltungsgericht bereits im Rahmen des ersten 

Asylverfahrens festgestellt, dass die Beschwerdeführerin eigenen Anga-

ben zufolge bislang ihren Lebensunterhalt selbständig bestritt, grössten-

teils nicht auf die Unterstützung ihres Umfeldes angewiesen war und ins-

gesamt finanziell gut aufgestellt war. Auch die Umstände, dass sie sich in 

der Schweiz weiterbildete, ein Studium der (…) begann, über mehrere 

Jahre hinweg als Kursleiterin (…) tätig war und über gute Sprachkennt-

nisse in Deutsch und Französisch verfügt, lassen darauf schliessen, dass 

ihr die wirtschaftliche Integration in ihrem Heimatstaat gut gelingen wird. 

Mithin ist davon auszugehen, dass sie für die Kosten für allfällige weitere 

Behandlungen, sollte die Krankenversicherung diese nicht übernehmen, 

selbständig aufkommen kann. 

7.5 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass keine Aspekte wieder-

erwägungsrechtlicher Natur gegeben sind, die ein Zurückkommen auf die 

Verfügung des SEM vom 11. April 2016 rechtfertigen könnten. 

8.  

Sofern die Beschwerdeführerin darum ersucht hat, Einsicht in die Verfah-

rensakten ihrer Schwester zu nehmen, ist dieser Antrag abzuweisen, da 

sie nicht geltend gemacht hat, inwiefern die Akten für das vorliegende Ver-

fahren relevant sein könnten und es auch einer entsprechenden Einwilli-

gungserklärung der Schwester bedürfte. Ebenso ist im vorliegenden Ver-

fahren der Antrag auf Edition der Akten betreffend den Termin bei der kon-

golesischen Delegation vom (…) 2019 abzuweisen. Bei diesen Akten han-

delt es sich um Vollzugsakten, deren Beweiserheblichkeit im Übrigen für 

das vorliegende Verfahren weder geltend gemacht wurde noch ersichtlich 

ist.  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses gegenstandslos. Mit dem vorliegenden Direkt-

entscheid werden auch die Anträge auf Aussetzung des Wegweisungsvoll-

E-2834/2019 

Seite 17 

zugs gemäss Art. 111b Abs. 3 AsylG und Anweisung des kantonalen Mig-

rationsamtes, von Vollzugsmassnahmen abzusehen, gegenstandlos. Der 

mit Verfügung vom 12. Juni 2019 angeordnete superprovisorische Voll-

zugsstopp fällt dahin. 

10.2 Die Anträge auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und auf Beiordnung der mandatierten 

Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin im Sinne von Art. 102m 

Abs. 1 Bst. a AsylG sind abzuweisen, weil sich die Rechtsbegehren nach 

dem Gesagten als aussichtslos erwiesen haben. Folglich sind die Kosten 

der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG) und auf insgesamt Fr. 1’500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der mit Verfügung vom 12. Juni 2019 angeordnete Vollzugsstopp wird auf-

gehoben.  

3.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und un-

entgeltlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Natassia Gili 

 

 

Versand: