# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32318422-246a-5d73-87cf-49cd1e863f77
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2010 E-4755/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4755-2006_2010-04-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4755/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 1 0

Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 
Richter François Badoud, Richterin Christa Luterbacher,
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

A._______, Türkei,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
15. November 2005 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4755/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin,  eine  Kurdin  aus  B._______  verliess  ihren 
Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  am  28. Oktober  2005  und 
gelangte am 31. Oktober 2005 in die Schweiz, wo sie am gleichen Tag 
um  Asyl  nachsuchte.  Am  4.  November  2005  wurde  sie  im 
Empfangszentrum  (heute:  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum) 
C._______  summarisch  befragt.  Am 14. November  2005  folgte  eine 
direkte  Anhörung  durch  das  Bundesamt.  Die  Beschwerdeführerin 
begründete  ihr  Asylgesuch  im  Wesentlichen  damit,  ihr  Bruder 
D._______, der bei den Guerillas gewesen sei, sei im Jahr 1988 als 
Märtyrer  gestorben.  Als  sie  sehr  klein  gewesen  sei,  sei  das  Militär  
öfters  in  ihrem Elternhaus  erschienen  und  habe  ihren  Vater  wegen 
ihres Bruders inhaftiert. Sie habe zudem mehrere Verwandte gehabt, 
die  aktive  Guerillas  gewesen  und  dabei  umgekommen  seien.  Sie 
selber sei politisch nicht tätig gewesen. Sie habe im heutigen Zeitpunkt 
keine  näheren  Verwandte  mehr,  die  bei  den  Guerillas  seien.  Im 
Übrigen  würden  seit  ihrer  Geburt  regelmässig  Guerillas  in  ihrem 
Elternhaus  ein-  und  ausgehen. Während  ihren  Schulferien  habe  sie 
sich  in  ihrem Heimatdorf  aufgehalten  und  habe  die  Guerillas  unter-
stützt, indem sie zusammen mit ihrer Mutter Essen für sie zubereitet  
habe. Zudem habe sie sich mit  diesen unterhalten,  wobei auch eine 
Guerillafrau – E._______ - dabei gewesen sei. Am 11. Oktober 2005 
habe  sie  während  ihres  Aufenthaltes  in  F._______  von  ihrem Vater 
telefonisch erfahren,  dass  das Militär  E._______ festgenommen und 
ihr Elternhaus gestürmt habe. Dabei habe man E._______ mitgebracht 
und  nach  der  Beschwerdeführerin  gesucht.  E._______  habe 
vermutlich  erzählt,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  Guerilla 
unterstützt habe und beabsichtige, den Guerilla in die Berge zu folgen, 
was  natürlich  nicht  zutreffe.  Ihr  Vater  sei  vom  Militär  unter  Druck 
gesetzt  und  nach  ihrem Aufenthaltsort  gefragt  worden. Er  habe  der 
Beschwerdeführerin daraufhin telefoniert  und davon abgeraten,  nach 
Hause  zurück  zu  kommen  und  auch  F._______  zu  verlassen.  Am 
13. Oktober  2005  sei  die  Beschwerdeführerin  zu  einem  Onkel 
mütterlicherseits im Bezirk G._______ gegangen, wo sie sich bis zur 
Ausreise aufgehalten habe. Im Übrigen habe sie an 1. Mai-Feiern und 
an einer Frauenkundgebung am 8. März 2005 teilgenommen. Deshalb 
sei sie von der Polizei bedroht, jedoch nicht mitgenommen worden. 

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

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B.
Das  Bundesamt  stellte  mit  gleichentags  eröffneter  Verfügung  vom 
15. November  2005  fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die  Flücht-
lingseigenschaft  nicht  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig 
ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz 
und den Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im We-
sentlichen damit, dass aufgrund unsubstanziierter und realitätsfremder 
Aussagen der Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar sei, weshalb 
das Militär ausgerechnet ihrer habe habhaft werden wollen, zumal sie 
sich  allfälliger  lokaler  Verfolgung  durch  geeignete  Wahl  des  Aufent-
haltsortes hätte entziehen können. Den Vollzug der Wegweisung in die 
Türkei befand die Vorinstanz für zulässig, zumutbar und möglich.

C.
Mit  Eingabe vom 12. Dezember  2005 respektive vom 14. Dezember 
2005 (korrigierte Fassung) an die vormals zuständige Schweizerische 
Asylrekurskommission  (ARK)  beantragte  die  Beschwerdeführerin 
durch  ihren  Rechtsvertreter  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung sowie die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die 
Gewährung  von  Asyl.  Eventualiter  sei  festzustellen,  dass  die 
Wegweisung der Beschwerdeführerin unzulässig und unzumutbar sei. 
In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  die  unentgeltliche  Rechtspflege 
unter  Beiordnung  des  unterzeichnenden  Anwalts  als  unentgeltlicher 
Rechtsbeistand  zu  gewähren.  Im  Weiteren  sei  ihr  Be-
schwerdeverfahren  mit  demjenigen  ihrer  Fluchtgefährtin  H._______ 
(E-4754/2006) zu koordinieren. Auf die Begründung im Einzelnen wird, 
soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen. 
Gleichzeitig  reichte  sie  eine  Videoaufnahme  auf  CD  sowie  eine 
Fürsorgebestätigung als Beweismittel ein.

D.
Mit  verfahrensleitender  Verfügung  der  damals  zuständigen 
Instruktionsrichterin der ARK vom 22. Dezember 2005 wurde das Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  gutgeheissen.  Hingegen 
wurde das Gesuch um Beiordnung eines amtlichen Anwalts gemäss 
Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen. 

E.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 27. Dezember 

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2005 die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerde-
führerin zur Kenntnis ohne Replikrecht gegeben.

F.
Am 24. Januar 2006 stellte die Beschwerdeführerin zwei weitere Be-
weismittel in Aussicht.

Am  31.  Januar  2006  reichte  die  Beschwerdeführerin  ein  Schreiben 
ihres Vaters vom 10. Januar 2006 und ein Referenzschreiben der IHD 
F._______ vom 16. Januar 2006 samt deutscher Übersetzung zu den 
Akten.

G.
Am 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverwaltungsgericht die bei 
der ARK hängigen Verfahren.

H.
Am 12. Juli  2007 ersuchte die Beschwerdeführerin um prioritäre Be-
handlung ihres Beschwerdeverfahrens, weil es ihr psychisch schlecht 
gehe.

I.
Das  Bundesverwaltungsgericht  teilte  der  Beschwerdeführerin  am 
17. Juli  2007  mit,  es  könne  nicht  mit  einer  umgehenden Entscheid-
fällung gerechnet werden.

J.
Am 26. Februar  2009  und  am 12. Januar  2010  erkundigte  sich  der 
Rechtsvertreter  nach  dem  Stand  des  Beschwerdeverfahrens.  Diese 
Anfragen  wurden  am  5.  März  2009  und  am  15.  Januar  2010  be-
antwortet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  be-

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treffende  Ausnahme im  Sinne  von  Art.  32  VGG liegt  nicht  vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernahm  bei  gegebener  Zu-
ständigkeit am 1. Januar 2007 die bei der ARK am 31. Dezember 2006 
hängig  gewesenen  Rechtsmittel.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist 
daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Die 
Beurteilung  erfolgt  nach  neuem Verfahrensrecht  (vgl.  Art.  53  Abs. 2 
VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung. Die Beschwerdeführerin ist daher zur Einrei -
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und  Art.  48  Abs. 1,  Art.  50  und  52 VwVG). Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

1.4 Das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  wird  antragsgemäss  und 
soweit nötig mit jenem der Fluchtgefährtin der Beschwerdeführerin (E-
4754/2006) koordiniert behandelt.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 

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Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 Das  Bundesamt  begründete  seinen  ablehnenden  Entscheid  im 
Wesentlichen damit,  die  Beschwerdeführerin  habe  geltend gemacht, 
seit langer Zeit die Guerillas der PKK mit Lebensmitteln unterstützt zu 
haben.  Sie  werde  nun,  nachdem  sie  von  einer  festgenommenen 
Guerilla-Frau verraten worden sei, vom Militär gesucht. Die Vorinstanz 
hielt dazu fest, die Aussagen der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer 
Beziehungen zur PKK und zur angeblichen Suche des Militärs nach ihr 
seien  unsubstanziiert  ausgefallen.  Ihre  Vorbringen  seien  zudem 
realitätsfremd: So wollten  die  Beschwerdeführerin  und  insbesondere 
ihre Eltern seit  vielen Jahren die Guerillas unterstützt  haben, bisher 
jedoch abgesehen von Hausdurchsuchungen und der Festnahme des 
Vaters 1988 nicht behelligt worden sein. Ihre Eltern würden noch heute 
unbehelligt im Dorf leben. Zudem würden vier weitere Geschwister bis 
heute in F._______ leben. Es sei daher nicht nachvollziehbar, weshalb 
das  Militär  ausgerechnet  der  Beschwerdeführerin  hätte  habhaft 
werden wollen. Es bestehe somit keine beachtliche Wahrscheinlichkeit, 
dass  sich  die  Befürchtungen  der  Beschwerdeführerin,  dass  sie 
landesweit  gesucht  würde,  verwirklichen  würden. So  habe  sie  denn 
auch  keinerlei  Probleme  gehabt,  das  Land  auf  dem  Luftweg  von 
Istanbul  aus  zu  verlassen.  Falls  tatsächlich  eine  vorübergehende 
Fahndung des Militärs nach der Beschwerdeführerin vorliegen würde, 
könne sie sich vor lokalen Behelligungen durch die örtlichen Militärs 
durch geeignete Wahl des Aufenthaltsortes entziehen. 

4.2 In  der  Rechtsmitteleingabe  wird  dazu  eingewendet,  die 
Beschwerdeführerin stamme aus einer bekannten politischen Familie, 
die  der  kurdischen  Oppositionsbewegung  (PKK  und  HADEP)  sehr 
nahe  stehe.  Ihre  Angehörigen  stünden  unter  einem äusserst  hohen 

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Druck seitens der  türkischen Sicherheitskräfte und würden bei  jeder 
Gelegenheit behelligt, festgenommen und unterstünden einer strikten 
Meldepflicht.  Es  würden  nahe  Verwandte  der  Beschwerdeführerin  in 
Kanada  als  Flüchtlinge  leben.  Die  geltend  gemachten 
Verfolgungsmassnahmen  der  Beschwerdeführerin  seien  vor  dem 
Hintergrund der Ereignisse in der Herkunftsregion F._______, wo seit 
1999  der  Druck  auf  die  kurdische  Opposition  massiv  zugenommen 
habe,  zu  sehen.  Viele  Aktivisten  der  HADEP-Sektion  F._______, 
welche  am  Hungerstreik  zugunsten  Abdullah  Öcalan  teilgenommen 
hätten,  seien  damals  zu  Freiheitsstrafen  verurteilt  worden. Im  Jahre 
2001 sei es zu Festnahmen gekommen, worauf mehrere Angehörige 
der  Beschwerdeführerin  ins  Ausland  geflüchtet  und  als  Flüchtlinge 
anerkannt  worden  seien.  Die  Beschwerdeführerin  habe  dargelegt, 
wegen ihres familiären Hintergrunds und der geografischen Lage ihres 
Dorfes mit den Guerillas in Kontakt gekommen zu sein. Sie habe auch 
die Festnahme der Guerillafrau E._______ und die Denunziation durch 
diese  nachvollziehbar  beschrieben.  Zufälligerweise  habe  ihre 
Fluchtgefährtin (E-4754/2006) fast dieselben Fluchtgründe angegeben. 
Das BFM habe praktisch die gleiche Begründung für beide Verfahren 
verwendet,  was nicht für eine besonders sorgfältige Einzelfallprüfung 
spreche. Zudem habe es sich mit der Frage der Reflexverfolgung nicht  
auseinandergesetzt. Der zuständige Befrager im Empfangszentrum sei 
auf  die diesbezüglichen Schilderungen der Beschwerdeführerin nicht 
eingegangen und habe diese nicht protokolliert. Man habe dort  auch 
die als Beweismittel  eingereichte CD nicht entgegen nehmen wollen. 
Im  Übrigen  machte  die  Beschwerdeführerin  geltend,  die  von  ihr 
geleistete  Unterstützung der  Guerilla  der  PKK sei  im Rahmen einer 
langjährigen Familientradition zu sehen. Während verschiedene relativ 
nahe Verwandte aktiv bei der PKK gewesen seien, habe sie sich mit 
ihrer  gewerkschaftlich  aktiven  Schwester,  den  Eltern  und  anderen 
Familienangehörigen  eher  um  die  materielle  Unterstützung 
gekümmert,  die  jedoch  nicht  risikolos  gewesen  sei. Die  türkischen 
Sicherheitskräfte  würden  äusserst  rigoros  gegen  jeglichen  Ausdruck 
kurdischer  Identität  vorgehen. Kurdische  Jugendliche  würden  oft  als 
unbequeme  Personen  identifiziert  und  behördlich  registriert.  Die 
Beschwerdeführerin sei daher kein unbeschriebenes Blatt, auch wenn 
sie bis zu ihrer Ausreise mehr oder weniger unbehelligt geblieben sei 
und  lediglich  Hausdurchsuchungen  und  Behelligungen  anderer 
Familienmitglieder  erlebt  habe.  So  sei  sie  bereits  während  ihres 
Schulbesuchs  ins  Visier  der  Behörden  gelangt.  Die  jahrelangen 
behördlichen  Schikanen  und  Unterdrückungen  von  Angehörigen 

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würden  zudem  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  erzeugen. 
Ferner  habe  die  Vorinstanz  die  Gefahr  einer  Reflexverfolgung  nicht 
geprüft.  Die  Beschwerdeführerin  müsse  bereits  aufgrund  ihres 
Familiennamens  mit  asylrelevanten  Verfolgungsmassnahmen  seitens 
der  türkischen Behörden rechnen. Ihre  Schwester  I._______ sei  mit 
J._______,  der  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  anerkannt  worden  sei, 
verheiratet  (...).  Gleichzeitig  verweist  sie  auf  ein  Urteil  der  ARK 
betreffend  einen  Angehörigen  der  Familie  K._______  (...).  Darin  sei 
festgehalten  worden,  dass  die  Grossfamilie  K._______  seitens  der 
türkischen  Behörden  einer  besonderen  Aufmerksamkeit  ausgesetzt 
sei. Die Zugehörigkeit zu dieser Grossfamilie zusammen mit einem nur 
kleinen  Engagement  für  die  HADEP  würde  genügen,  um  die 
Aufmerksamkeit  der  türkischen  Sicherheitskräfte  zu  erregen.  Es  sei 
weiter  zu  berücksichtigen,  dass  die  türkischen  Behörden  vom 
Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz wohl keine Kenntnis 
hätten und daher mutmassen würden, sie habe sich gemeinsam mit 
den übrigen Angehörigen den Guerilla  der  PKK angeschlossen. Die 
Familie L._______ habe ein Grundstück, wo sich eine Höhle befinde, 
die von Guerillas der PKK als Rastplatz und Versteck genutzt worden 
sei.  Daher  habe  es  schon  mehrere  Razzien  gegeben.  Die  Familie 
unterhalte zudem enge Kontakte zu anderen patriotischen Familien in 
der  Umgebung.  Die  Beschwerdeführerin  müsse  vor  diesem 
Hintergrund  damit  rechnen,  bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei 
festgenommen und inhaftiert zu werden. In Polizeigewahrsam wäre sie 
einem hohen Folterrisiko ausgesetzt.

Bei  der  eingereichten CD handle  es  sich  gemäss den Angaben der 
Beschwerdeführerin  -  der  Rechtsvertreter  habe  die  Aufnahme  auf 
seinem  Computer  nicht  anschauen  können  -  um  ein  Video  einer 
Frauenkundgebung  in  F._______  vom  8.  März  2005,  der  die 
Beschwerdeführerin beigewohnt habe. 

4.3 In ihrer Vernehmlassung hält die Vorinstanz an ihrem Standpunkt 
fest.  Beim  Vorwurf  der  Beschwerdeführerin,  wonach  nicht  alle  ihre 
Aussagen  aufgenommen  und  protokolliert  worden  seien,  handle  es 
sich  um eine  Schutzbehauptung.  Es  würden  jeweils  alle  Vorbringen 
aufgenommen und protokolliert,  andernfalls würde mit  Sicherheit  die 
anwesende  Hilfswerksvertreterin  intervenieren  und  auch  einen  Ver-
merk auf dem Beiblatt der Anhörung anbringen, was vorliegend nicht 
der Fall gewesen sei.

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4.4 Mit  Eingabe  vom  31.  Januar  2006  wurden  zwei  Schreiben  in 
türkischer Sprache samt deutscher Übersetzung als Beweismittel ein-
gereicht.  Im  Referenzschreiben  der  IHD-Sektion  F._______  vom 
16. Januar  2006  wird  bestätigt,  dass  der  ältere  Bruder  der  Be-
schwerdeführerin  am  27.  März  1988  bei  einer  bewaffneten  Aus-
einandersetzung im Dorf M._______ (F._______) getötet worden sei. 
Am  9.  Oktober  1984  sei  ein  Cousin  bei  einer  bewaffneten 
Auseinandersetzung im Dorf N._______ getötet worden. Der Vater der 
Beschwerdeführerin  sei  im Januar  1986 wegen Beihilfe  und  Hilfe  in 
Untersuchungshaft genommen und während sieben Monaten im E-Typ 
Gefängnis  in  O._______  inhaftiert  worden.  Im  März  1986  sei  ihre 
Schwester und zwischen 1996 und 1998 ihr älterer Bruder dreimal in 
Untersuchungshaft  genommen  worden.  Ihre  ältere  Schwester 
P._______ sei  gegenwärtig  als  Leiterin  der Arbeitergewerkschaft  der 
(...)  in  F._______  tätig.  Es  sei  nicht  bekannt,  ob  die 
Beschwerdeführerin  zur  Zeit  von  den  Sicherheitsbehörden  gesucht 
werde. Es sei jedoch möglich, dass sie unterdrückt werde. Ob sie bei 
einer  Rückkehr  in  die  Türkei  mit  Repressalien  rechnen  müsse,  sei  
nicht bekannt.

In einem Schreiben des Vaters der Beschwerdeführers vom 10. Januar 
2006  hält  dieser  fest,  dass  in  seinem  Land  seit  Jahren  ein  un-
nachgiebiger Kampf geführt werde, in dem sein Sohn gestorben sei. 
Am 11. Oktober 2005 seien Sicherheitskräfte erschienen und hätten 
eine  von  ihnen  festgenommene  Guerilla-Frau  mitgebracht,  die  aus-
gesagt habe, sie kenne seine Tochter, die Beschwerdeführerin. Diese 
soll  der  Guerilla-Frau Proviant  gegeben und beabsichtigt  haben,  bei 
der  Guerilla  mitzumachen.  Die  Familie  sei  beschimpft  und  gefoltert 
worden, und man habe das Haus verwüstet. Seine Tochter habe sich 
zu  diesem  Zeitpunkt  ausser  Haus  befunden.  Deshalb  sei  er  mit-
genommen und schlecht behandelt  worden. Man habe ihn dazu auf-
gefordert,  seine  Tochter  zu  finden  und  habe  ihn  bedroht.  Am 
13. Oktober 2005 seien die Sicherheitsbehörden erneut ins Haus ein-
gedrungen, da sie im Garten angeblich eine Schutzstelle hätten, von 
der seine Tochter gewusst  und bei  deren Aufbau sie geholfen habe. 
Am 23. Dezember 2005 sei er auf den Gendarmerieposten vorgeladen 
worden, wo man ihm gesagt habe, seine Tochter sei bei den Guerillas 
und er solle sie sofort ausliefern. Er habe erklärt, seine Tochter sei in 
der  Schweiz,  worauf  man  ihn  dazu  aufgefordert  habe,  ihr  in  ihrem 
Beisein zu telefonieren.

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5.
Vorab ist auf die formelle Rüge einzugehen, wonach die Beschwerde-
führerin anlässlich der Befragung in der Empfangsstelle Angaben zur 
Reflexverfolgung  habe  machen  wollen,  der  Befrager  jedoch  nicht 
darauf eingegangen sei und dies auch nicht protokolliert  habe. Dazu 
ist festzuhalten, dass dem Protokoll keine Anhaltspunkte entnommen 
werden  können,  wonach  die  Beschwerdeführerin  daran  gehindert 
worden wäre, ihre Asylgründe umfassend vorzutragen. Vielmehr kann 
dem entsprechenden  Befragungsprotokoll  entnommen  werden,  dass 
der  Beschwerdeführerin  Gelegenheit  gegeben  wurde,  ihre  Flucht-
gründe  ausführlich  darzulegen  und  diese  zu  präzisieren.  Dabei  er-
wähnte sie mit keinem Wort, wegen ihrer Verwandten Probleme gehabt 
zu  haben.  Die  im  Anschluss  an  ihre  Ausführungen  gestellte  Frage 
nach  weiteren  Gründen  verneinte  sie,  ebenso  die  Frage  nach  Be-
weismitteln. Das gleiche gilt im Übrigen auch für die direkte Befragung 
durch das Bundesamt. Dort wurde sie zudem ausdrücklich gefragt, ob 
sie nebst ihrem im Jahre 1988 verstorbenen Bruder weitere Verwandte 
habe,  die  bei  den  Guerilla  respektive  der  PKK  aktiv  seien.  Dabei 
räumte  sie  ein,  die  Verwandten  ihres  Vaters  sowie  Geschwister  von 
zwei  Schwagern seien bei  dieser Organisation. Sie seien alle  aktive 
Guerillas gewesen und umgekommen. Die Frage, ob sie heute noch 
nähere  Verwandte  habe,  welche  bei  den  Guerillas  aktiv  seien,  ver-
neinte sie (vgl. A7, S. 3). Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung 
zu Recht  ausgeführt  hat,  machte die bei  der direkten Anhörung an-
wesende  Hilfswerksvertreterin  auch  keine  Bemerkungen,  so  dass 
davon  ausgegangen werden  kann,  die  Befragung  sei  korrekt  durch-
geführt worden. Der Vorinstanz stand somit eine ausreichende Grund-
lage für die Entscheidfindung zur Verfügung.

6.
In  materieller  Hinsicht  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  nach 
Prüfung der Akten zum Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch 
der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. Die Vorinstanz hat, 
wie hievor erwähnt, den Sachverhalt genügend abgeklärt und in ihrem 
Entscheid  die  Gründe  angeführt,  welche  auf  die  fehlende 
Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin schliessen lassen. 

6.1 Vorab  müssen  die  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  betreffend 
ihrer  Unterstützungshandlungen  zugunsten  der  Guerilla  beziehungs-
weise der  PKK als  realitätsfremd bezeichnet  werden. So kann nicht 
geglaubt werden, die Beschwerdeführerin - insbesondere ihre Eltern - 

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hätten  während  Jahren  -  seit  der  Geburt  der  Beschwerdeführerin  - 
Angehörige  der  PKK  regelmässig  mit  Nahrung  unterstützt  und  sie 
dabei in ihrem Haus bewirtet und mit ihnen diskutiert, ohne dass dies 
von den Sicherheitsbehörden entdeckt worden wäre. Immerhin soll ein 
Bruder  der  Beschwerdeführerin  bei  den  Guerilla  gewesen  und  als 
solcher im Jahre 1988 umgekommen sein. Zudem soll  der Vater der 
Beschwerdeführerin,  als  diese  zirka  zwei  Jahre  alt  gewesen  sei,  
wegen  dieses  Bruders  mitgenommen  und  ein  Jahr  lang  inhaftiert 
worden  sein.  Aus  diesen  Gründen  hätten  die  Sicherheitsbehörden 
wohl  ein  besonderes  Augenmerk  auf  die  Familie  geworfen.  Dabei 
hätten sie bezüglich der angeblich jahrelangen, regelmässigen Unter -
stützungstätigkeit  der  Familie  zugunsten  der  PKK  bestimmt  schon 
früher  Verdacht  geschöpft  und  entsprechende  Untersuchungs-
massnahmen eingeleitet. Schliesslich  macht die Beschwerdeführerin 
in ihrer Rechtsmitteleingabe (erstmals) geltend, sie stamme aus einer 
bekannten  politischen  Familie,  die  der  kurdischen  Oppositions-
bewegung nahe stehe, wobei ihre Angehörigen unter grossem Druck 
stünden.  Sie  würden  bei  jeder  Gelegenheit  behelligt  und  fest-
genommen  und  unterstünden  einer  strikten  Meldepflicht,  soweit  sie 
sich nicht der Guerilla angeschlossen hätten. Diese Darstellung muss 
als nachgeschoben und somit als unglaubhaft bezeichnet werden, hat 
die Beschwerdeführerin doch anlässlich ihrer Befragungen nichts der -
artiges geltend gemacht. Sie gab lediglich zu Protokoll,  ihr Vater sei,  
als sie zweijährig gewesen sei, im Zusammenhang mit ihrem Bruder 
festgenommen worden. Zudem war nie von im heutigen Zeitpunkt noch 
politisch tätigen Verwandten die Rede. Vielmehr gab sie ausdrücklich 
zu Protokoll, ihre Verwandten, die der Guerilla angehört hätten, seien 
alle  umgekommen. Schliesslich  verneinte  sie  eine  eigene  politische 
Tätigkeit  (vgl.  hievor;  A7,  S.  3).  Überdies  machte  die  Beschwerde-
führerin zu den im Dorf durchgeführten Hausdurchsuchungen lediglich 
allgemeine Angaben,  wobei  sie,  als  sie zu genaueren Angaben auf-
gefordert worden war, anführte, sie wisse davon nur vom Hörensagen. 
Sie  sei  nicht  viel  im Dorf  gewesen. Die  einzige  Hausdurchsuchung, 
welche ihr  bekannt  und bewusst  sei,  sei  diejenige nach ihrem Weg-
gang  bei  ihren  Eltern  gewesen  (vgl.  a.a.O.,  S.  5).  Diese  Angaben 
lassen im Gegensatz zu den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe 
darauf  schliessen,  dass  die  Bedrohungslage  der  Familie  der  Be-
schwerdeführerin eher gering gewesen ist und offensichtlich kein Ver-
dacht  bestanden hat,  dass die Familie  der PKK nahe stehen würde. 
Ansonsten  wäre  seitens  der  Sicherheitskräfte  mit  härteren  Mass-
nahmen  zu  rechnen  gewesen.  Abgesehen  davon  sind  die  weiteren 

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Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Unterstützungshandlungen 
und betreffend ihre Beziehungen zu Angehörigen der PKK oberfläch-
lich  ausgefallen.  So  lassen  ihre  Antworten  auf  mehrmaliges  Nach-
fragen  nach  ihrer  Unterstützungstätigkeit  nicht  den  Schluss  zu,  sie 
habe während Jahren für Angehörige der PKK gekocht und mit ihnen 
diskutiert (vgl. Akte A7, S. 3 f.). Aus diesen Gründen sind auch erheb-
liche  Zweifel  an  der  geschilderten  Suche  des  Militärs  nach  der  Be-
schwerdeführerin  anzubringen.  Diesbezüglich  kann  auch  nicht  ge-
glaubt werden, diese hätten sich bei ihrer Suche darauf beschränkt, im 
Elternhaus  nachzufragen  und  den  Vater  dazu  aufzufordern,  seine 
Tochter bei den Behörden zu melden. Vielmehr hätten sie, angesichts 
der  Anschuldigung durch eine Guerilla-Frau,  eine  grösser  angelegte 
Suche  eingeleitet.  In  diesem  Zusammenhang  gab  die  Beschwerde-
führerin  im  Übrigen  an,  ihr  Vater  sei  lediglich  unter  Druck  gesetzt 
worden, seine Tochter zu melden. Demgegenüber führte der Vater in 
seinem Brief vom 10. Januar 2006 aus, er sei  am 11. Oktober 2005 
mitgenommen, sehr schlecht behandelt und wegen seiner Tochter be-
droht worden. Am 13. Oktober 2005 sei das Militär erneut zusammen 
mit der Guerilla-Frau in sein Haus eingedrungen, wobei man ihm vor-
gehalten  habe,  in  seinem  Garten  eine  Schutzstelle  zu  haben.  Die 
Guerilla-Frau habe angegeben, dass seine Tochter beim Aufbau dieser 
Schutzstelle  beteiligt  gewesen  sei.  Die  Beschwerdeführerin  machte 
keine derartigen Angaben, obwohl sie sich noch bis am 28. Oktober 
2005 bei Verwandten aufgehalten und zusammen mit ihrer Familie ihre 
Ausreise  geplant  haben  will  (Akte  A7,  S.  3).  Im  Weiteren  sind  die 
Eltern und vier Geschwister der Beschwerdeführerin trotz der im Brief 
vom 10. Januar 2006 beschriebenen Bedrohungslage nach wie vor in 
F._______ wohnhaft,  was den Schluss zulässt,  dass sie wegen ihrer 
Verwandtschaft  zur  Beschwerdeführerin  seitens  der  türkischen  Be-
hörden nichts zu befürchten haben. 

Ausserdem kann aus dem Schreiben der IHD Sektion F._______ vom 
16. Januar 2006 nichts entnommen werden, was auf eine behördliche 
Suche nach der Beschwerdeführerin hinweisen würde. Es wird darin 
lediglich  bestätigt,  dass  ihr  Bruder  im  Jahre  1988  während  einer 
bewaffneten Auseinandersetzung im Dorf  M._______ getötet  und ihr 
Vater  im  Jahre  1986  inhaftiert  worden  sei.  Zudem  sollen  eine 
Schwester  im  Jahre  1986  und  ein  Bruder  zwischen  1996  und  1998 
dreimal  in  Untersuchungshaft  genommen  worden  sein.  Die  ältere 
Schwester  sei  als  Leiterin  einer  Arbeitergewerkschaft  in  F._______ 
tätig.  Ob  die  Beschwerdeführerin  seitens  der  Sicherheitsbehörden 

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gesucht  werde  und  bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  Repressalien 
unterworfen  würde,  sei  dem  IHD  nicht  bekannt.  Die 
Beschwerdeführerin sei dem IHD im Übrigen nicht bekannt. Insgesamt 
kann  aufgrund  dieser  Darlegungen  nicht  geglaubt  werden,  die 
Beschwerdeführerin  sei  im  Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  aus  der  Türkei 
staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen.

6.2 Schliesslich wird in der Rechtsmitteleingabe geltend gemacht, die 
Vorinstanz  habe  eine  allfällige  Reflexverfolgung  der  Beschwerde-
führerin nicht geprüft. Zwar sei die Beschwerdeführerin nicht unmittel -
bar gemeinsam mit Familienangehörigen, die Mitglieder der PKK ge-
wesen seien, politisch aktiv gewesen. Sie müsse jedoch bereits wegen 
ihres Familiennamens mit asylrelevanten Druckversuchen und anderen 
Verfolgungsmassnahmen  seitens  der  türkischen  Behörden  rechnen. 
Hinzu komme, dass ihre Schwester I._______ (...) mit einem politisch 
aktiven Angehörigen der Familie K._______ (Cousin J._______) ver-
heiratet und in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden sei. Dazu 
sind folgende Feststellungen zu machen:

6.2.1 In  der  Rechtsprechung  wird  in  konstanter  Praxis  davon  aus-
gegangen,  dass  in  der  Türkei  staatliche  Repressalien  gegen 
Familienangehörige  von  politischen  Aktivisten  nicht  ausgeschlossen 
sind, die als so genannte Reflexverfolgung flüchtlingsrechtlich erheb-
lich  im Sinne von Art. 3  AsylG sein  können. Die Wahrscheinlichkeit, 
Opfer einer Reflexverfolgung zu werden, ist nach der Praxis der ARK, 
welche für das Bundesverwaltungsgericht weiterhin Gültigkeit hat, vor 
allem dann gegeben, wenn nach einem flüchtigen Familienmitglied ge-
fahndet wird und die Behörde Anlass zur Vermutung hat, dass jemand 
mit  der  gesuchten  Person  in  engem  Kontakt  steht.  Diese  Wahr-
schein-lichkeit erhöht sich, wenn ein nicht unbedeutendes politisches 
Engage-ment  der  reflexverfolgten  Person  für  illegale  politische 
Organisationen hinzukommt oder ihr seitens der Behörden unterstellt 
wird  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  ARK  [EMARK] 2005 
Nr.  21  E.  10  S. 195 ff.  sowie  aktuellere  Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts E-3735/2006 vom 5. August 2009 und E-4507/2006 
vom  8.  Februar  2010).  Dabei  hängen  die  Wahrscheinlichkeit  einer 
Reflexverfolgung  und  deren  Intensität  stark  von  den  konkreten  Um-
ständen des Einzelfalles ab, wobei zur Zeit besonders diejenigen Per-
sonen von einer Reflexverfolgung bedroht sind, die sich offen für poli-
tisch  aktive  Verwandte  einsetzen,  sei  dies  als  Mitglied  einer  Ge-
fangenenhilfsorganisation oder im Rahmen einer Beschwerde an den 

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Europäischen  Gerichtshof  für  Menschenrechte  (EGMR).  Indessen 
kann  hinter  einer  Reflexverfolgung  auch  nur  die  Absicht  liegen,  die 
gesamte Familie  für  Taten eines Familienmitglieds zu bestrafen oder 
sie  einzuschüchtern,  damit  sie  sich  von  oppositionellen  kurdischen 
Gruppierungen fernhalten.

6.2.2 Die  oben  erwähnten  Voraussetzungen  zur  Bejahung  einer 
Reflexverfolgung  liegen  im  Fall  der  Beschwerdeführerin  nicht  vor. 
Einerseits  stammt sie nicht  aus der  Grossfamilie  K._______, welche 
sie  in  ihrer  Beschwerdeschrift  unter  Nennung  eines  Urteils  i.S. 
Q._______ (...) anführt. Weiter geht aus den Akten des Asylverfahrens 
betreffend  die  Schwester  I._______  -  wie  im  Übrigen  bereits  im 
Zeitpunkt der Befragung der Beschwerdeführerin im Empfangszentrum 
bekannt war (vgl. Akte A1, S. 3) - hervor, dass diese im Jahre 2004 auf 
ihr Asyl und die Flüchtlingseigenschaft verzichtet hat, um ihre Familie 
in der Türkei zu besuchen, was darauf schliessen lässt, dass sie sich 
nicht bedroht gefühlt hat. Auch können den Akten keine Anhaltspunkte 
dafür  entnommen  werden,  wonach  I._______  bei  ihrer  Reise  in  die 
Türkei  Schwierigkeiten  mit  den  Behörden  gehabt  hätte.  Schliesslich 
hat auch J._______ - der Ehemann dieser Schwester - im August 2005 
auf sein Asyl und seine Flüchtlingseigenschaft verzichtet. Es ist somit  
nicht  einzusehen,  weshalb  die  Beschwerdeführerin  wegen  diesen 
Angehörigen  eine  Verfolgung  zu  gewärtigen  hätte.  Die 
Beschwerdeführerin  vermochte  somit  keine  Reflexverfolgungsgefahr 
glaubhaft darzutun.

6.3 Was ferner  die  von  der  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Be-
fragung  im  Empfangszentrum  geltend  gemachten  behördlichen  Be-
helligungen wegen ihrer  Teilnahme an 1.Mai-Kundgebungen und am 
8. März zum Tag der Frau - beide im Jahre 2005 (vgl. Akte A1, S. 6 f.) - 
betrifft,  können  diese  nicht  als  asylrechtlich  relevant  bezeichnet 
werden, zumal  sie eigenen Angaben zufolge dabei  durch die Polizei 
lediglich  angehalten  und  dazu  aufgefordert  worden  ist,  an  keinen 
weiteren  solchen  Kundgebungen  teilzunehmen.  Sie  verneinte  dies-
bezüglich  auch  weitergehende  Massnahmen. Jedenfalls  können  aus 
der  diesbezüglich  eingereichten  Aufnahme  -  gemäss  einer 
Visionierung  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  handelt  es  sich 
dabei  um  eine  47-minütige  Aufnahme  einer  Frauenkundgebung  am 
8. März 2005 in F._______, welche friedlich und ohne Einschreiten der 
Polizei  abgehalten  worden  ist  -  keine  anderen  Schlüsse  gezogen 
werden. 

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6.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die 
weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin oder auf die Beweis-
mittel weiter einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. 
Der  Sachverhalt  ist  genügend  abgeklärt.  Es  besteht  demnach  keine 
Veranlassung, weitere Abklärungen vorzunehmen.

Zusammenfassend folgt,  dass die Beschwerdeführerin  keine Gründe 
nach Art. 3  AsylG nachweisen oder  glaubhaft  machen konnte. Auch 
eine begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen ist  zu 
verneinen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch der Beschwerdeführerin 
demnach zu Recht abgelehnt.

7.

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

8.

8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

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8.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent -
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

8.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  der  Be-
schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-
fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art.  5 
AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements 
im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr 
der  Beschwerdeführerin  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem 
Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerde-
führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall  
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des UN-Anti-Folterausschusses müsste  die  Beschwerdeführerin  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihr  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Be-

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handlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation  im  Heimatstaat  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum 
heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach 
dem Gesagten ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 
asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

8.5 Die allgemeine Lage in der Türkei spricht nicht gegen die Zumut -
barkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung.  Vorliegend  ist  der  Weg-
weisungsvollzug auch aus individuellen Gründen als zumutbar zu er-
achten,  weil  keine  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass  die  Be-
schwerdeführerin bei einer Rückkehr in die Türkei einer konkreten Ge-
fährdung  ausgesetzt  wäre.  Überdies  verfügt  sie  eigenen  Angaben 
zufolge über sehr gute Kenntnisse der türkischen Sprache und über 
einen Gymnasiumabschluss (vgl. A1, S. 2 f.). Zudem hat sie mit ihren 
Familienangehörigen  (Eltern  und  vier  Geschwister)  in  ihrer  Heimat 
auch  ein  intaktes  soziales  Beziehungsnetz.  Die  sozialen  und 
wirtschaftlichen  Schwierigkeiten,  denen  die  Beschwerdeführerin  auf-
grund der langen Landesabwesenheit in der Anfangsphase ausgesetzt 
sein könnte, stellen keine existenzbedrohende Lage im Sinne der zu 
beachtenden Bestimmungen dar. 

An  dieser  Einschätzung  vermögen  auch  die  mit  der  ungewissen 
Situation  zusammenhängenden  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen 
der Beschwerdeführerin nichts  zu ändern (vgl. Eingabe vom 12. Juli 
2007). Den Akten können keine Hinweise dafür entnommen werden, 
wonach sie derzeit in ärztlicher Behandlung stünde oder dringend auf 
eine  solche  angewiesen  sei.  Für  den  Fall,  dass  sie  nach  ihrer 
Rückkehr in die Türkei auf medizinische Hilfe angewiesen sein sollte, 
ist  ihr  zuzumuten,  die  in  der  Türkei  bestehenden  medizinischen 
Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. 

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Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

8.6 Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11.
Mit  Zwischenverfügung vom 22. Dezember  2005 ist  das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutgeheissen  worden. 
Demnach sind vorliegend keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 65 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und R._______.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand: 

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