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**Case Identifier:** a4d4e867-8d82-5f74-87ac-ca5cd9eae6d2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 21.12.2022 SBK.2022.395
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2022-395_2022-12-21.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2022.395  
(HA.2022.532; STA.2022.3157)  

Art. 432 

 

 

Entscheid vom 21. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiber Gasser 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…] 

z.Zt.: Bezirksgefängnis Baden, Ländliweg 2, 5400 Baden  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Renate Senn,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach,  

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom  

28. November 2022 betreffend die Verlängerung der Untersuchungshaft 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach führt gegen A. (fortan: Beschwerde-

führer) eine Strafuntersuchung wegen des Vorwurfs der mehrfachen ver-

suchten schweren Körperverletzung, ev. der mehrfachen einfachen Kör-

perverletzung, der mehrfachen Drohung, der mehrfachen Tätlichkeiten, der 

Sachentziehung, der mehrfachen Beschimpfung und des mehrfachen Un-

gehorsams gegen amtliche Verfügungen. Der Beschwerdeführer wurde am 

25. August 2022 festgenommen. 

 

1.2. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach stellte mit Eingabe vom 26. August 

2022 beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau einen Antrag 

auf Anordnung von Untersuchungshaft für die vorläufige Dauer von drei 

Monaten. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau ordnete 

diese mit Verfügung vom 28. August 2022 einstweilen bis zum 25. Novem-

ber 2022 an.  

 

1.3. 

Mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

11. Oktober 2022 wurde das Haftentlassungsgesuch des Beschwerdefüh-

rers vom 29. September 2022 abgewiesen.  

 

2. 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach stellte mit Eingabe vom 15. Novem-

ber 2022 beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau ein Ge-

such um Verlängerung der Untersuchungshaft für die vorläufige Dauer von 

drei Monaten, d.h. bis zum 25. Februar 2023. 

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 28. November 2022 verlängerte das Zwangsmassnah-

mengericht des Kantons Aargau die Untersuchungshaft bis zum 25. Feb-

ruar 2023. 

 

3. 

3.1. 

Gegen die ihm am 30. November 2022 zugestellte Verfügung erhob der 

Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Dezember 2022 bei der Beschwer-

dekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau Be-

schwerde mit folgenden Anträgen: 

 

 

 

 - 3 - 

 

 

"1. 
Der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts Aarau vom 28. Novem-
ber 2022 sei aufzuheben und der Beschwerdeführer sei unverzüglich aus 
der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Sofern die Beschwerdeinstanz davon ausgeht, dass die Voraussetzungen 
nach Art. 221 StPO erfüllt sind, seien anstelle der angeordneten Untersu-
chungshaft angemessene Ersatzmassnahmen anzuordnen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates." 

 

3.2. 

Auf die Einholung von Vernehmlassungen wurde verzichtet.  

 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Beschwerdeführer kann als inhaftierte Person die Verfügung des 

Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 28. November 

2022, mit welcher seine Untersuchungshaft bis zum 25. Februar 2023 ver-

längert wurde, mit Beschwerde anfechten (Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 

lit. c StPO). Auf seine frist- und formgerecht erhobene Beschwerde (vgl. 

Art. 396 StPO) ist einzutreten. 

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Sie darf nur im 

Rahmen der Bestimmungen der StPO freiheitsentziehenden Zwangsmass-

nahmen unterworfen werden (Art. 212 Abs. 1 StPO). Die Untersuchungs-

haft – als eine der vom Gesetz vorgesehenen freiheitsentziehenden 

Zwangsmassnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO) – ist gemäss Art. 221 

Abs. 1 StPO nur zulässig und darf lediglich dann angeordnet oder aufrecht-

erhalten werden, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder 

Vergehens dringend verdächtigt wird (allgemeiner Haftgrund des dringen-

den Tatverdachts) und zusätzlich ein besonderer Haftgrund vorliegt, also 

ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person sich durch Flucht 

dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtge-

fahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die 

Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder durch 

schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit anderer erheblich ge-

fährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat (Fort-

setzungsgefahr; lit. c). Haft ist ferner zulässig, wenn ernsthaft zu befürchten 

ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszufüh-

ren, wahrmachen (Ausführungsgefahr; Art. 221 Abs. 2 StPO). Freiheitsent-

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ziehende Zwangsmassnahmen sind aufzuheben, sobald ihre Vorausset-

zungen nicht mehr erfüllt sind (Art. 212 Abs. 2 lit. a StPO), die von der StPO 

vorgesehene oder von einem Gericht bewilligte Dauer abgelaufen ist 

(Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO) oder Ersatzmassnahmen zum gleichen Ziel 

führen (Art. 212 Abs. 2 lit. c und Art. 237 ff. StPO). Die Untersuchungshaft 

darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 

Abs. 3 StPO). 

 

3. 

Dem Beschwerdeführer wird im Wesentlichen vorgeworfen, C. mehrfach 

beschimpft und mit dem Tod bedroht zu haben, sowie ihn anlässlich eines 

Treffens im Juni 2022 mehrfach mit den Fäusten gegen den Kopf und den 

Oberkörper geschlagen zu haben. Weiter soll der Beschwerdeführer D., die 

Partnerin von C., an welcher der Beschwerdeführer Interesse gezeigt habe, 

am 29. Juli 2022 mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Als 

der zufällig anwesende E. habe intervenieren wollen, sei der Beschwerde-

führer auf diesen zugegangen und habe ihm mehrere Faustschläge gegen 

den Kopf verpasst. Dabei habe sich E. erhebliche Verletzungen zugezo-

gen. Weiter habe der Beschwerdeführer ein betreffend C. und D. erlasse-

nes Kontakt- und Annäherungsverbot missachtet. Schliesslich soll der Be-

schwerdeführer am 3. August 2022 bei der Post in Q. F. geohrfeigt haben. 

Grund für die Ohrfeige sei ihre Zurechtweisung gegenüber dem Beschwer-

deführer gewesen. F. habe ein Telefongespräch des Beschwerdeführers 

mitbekommen, anlässlich welchem dieser schwere Drohungen ausgespro-

chen habe (vgl. Verfügung vom 28. November 2022, E. 6.2.).  

 

4. 

4.1. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau hielt zur Begrün-

dung der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen fest, dass der Be-

schwerdeführer gemäss seinen Ausführungen die diversen Vorfälle in wei-

ten Teilen zugegeben habe, wobei ihm insbesondere der Vorfall mit E. sehr 

leid tue. Demgegenüber anerkenne er den tätlichen Angriff auf C. nicht, 

wobei diesbezüglich hinsichtlich des dringenden Tatverdachts auf die Ver-

fügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 28. Au-

gust 2022 verwiesen werde. In der Verfügung vom 28. August 2022 kam 

das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau zum Schluss, dass 

aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers ersichtlich sei, dass er be-

reits seit längerer Zeit einen Groll gegen C. hege und am 25. August 2022 

mit Verletzungsabsichten auf diesen losgegangen sei, wobei vor diesem 

Hintergrund davon auszugehen sei, dass er am 25. August 2022 Todes-

drohungen gegen diesen ausgesprochen habe (vgl. Verfügung vom 

28. August 2022, E. 3.6.). Im Ergebnis liege ein dringender Tatverdacht vor. 

Hinsichtlich der Wiederholungsgefahr und der Ausführungsgefahr verwies 

das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau in der angefochte-

nen Verfügung auf seine Verfügungen vom 28. August 2022 und vom 

 - 5 - 

 

 

11. Oktober 2022. In diesen führte es bezüglich der Wiederholungsgefahr 

aus, dass der Beschwerdeführer bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten 

vorbestraft sei. Die anlässlich der Einvernahme vom 26. August 2022 ge-

machten Aussagen des Beschwerdeführers würden deutlich zeigen, dass 

er C. weiter angreifen wolle, weshalb dessen körperliche Integrität erheb-

lich gefährdet sei (Verfügung vom 28. August 2022, E. 5.5.). Betreffend die 

Ausführungsgefahr habe der Beschwerdeführer anlässlich der Einver-

nahme vom 26. August 2022 eingestanden, dass er bereits telefonische 

Todesdrohungen gegen C. ausgesprochen habe. Der Beschwerdeführer 

hege seit Monaten einen tiefen Groll gegen C. und belästige diesen regel-

mässig telefonisch und wechsle sogar die Nummer, wenn ihn dieser blo-

ckiere. Der Beschwerdeführer habe bereits in der Vergangenheit sein Ge-

waltpotential gezeigt. All diese Umstände würden darauf hindeuten, dass 

mit einer ernsthaften Gefahr gerechnet werden müsse, dass der Beschwer-

deführer seine Drohung wahrmache und C. schwer verletze oder gar töte 

(Verfügung vom 28. August 2022, E. 6.5.). Ergänzend hielt die Vorinstanz 

fest, dass das Vorliegen der Wiederholungsgefahr durch das im Rahmen 

der Vorabstellungnahme vom 12. Oktober 2022 von Dr. med. G. festge-

stellte hohe Rückfallrisiko bezüglich weiterer Gewaltanwendung bestätigt 

werde (Verfügung vom 28. November 2022, E. 8.4.). 

 

4.2. 

Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen des dringenden Tatver-

dachts nicht (vgl. Beschwerde, S. 3), womit grundsätzlich auf die zutreffen-

den Erwägungen in den Verfügungen des Zwangsmassnahmengerichts 

des Kantons Aargau vom 28. August 2022 (HA.2022.398), vom 11. Okto-

ber 2022 (HA.2022.453) und vom 28. November 2022 (HA.2022.532) ver-

wiesen werden kann (Verfügung vom 28. August 2022, E. 3; Verfügung 

vom 11. Oktober 2022, E. 7; Verfügung vom 28. November 2022, E. 6.3.), 

zumal der Beschwerdeführer grösstenteils geständig ist. So gestand er ins-

besondere die Ohrfeigen zum Nachteil von D. (vgl. Einvernahmeprotokoll 

Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Frage 53), von F. (vgl. Einver-

nahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Frage 77) sowie 

mehrere Faustschläge gegen den Kopf von E. (vgl. Einvernahmeprotokoll 

Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Fragen 53, 55 und 56) ein. Fer-

ner gab er zu Protokoll, gegenüber C. drohende und beschimpfende Aus-

sagen gemacht (vgl. Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Ok-

tober 2022, Fragen 9, 10, 12 und 44; Einvernahmeprotokoll Beschwerde-

führer vom 3. August 2022, Fragen 25 und 39) und sich nicht an das Kon-

takt- und Annäherungsverbot zu D. gehalten zu haben (vgl. Einvernahme-

protokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Fragen 139 ff.). Die ab-

schliessende rechtliche Würdigung des Sachverhalts wird im Falle der An-

klageerhebung dem Sachgericht obliegen, wobei im Hinblick auf das Delikt 

zum Nachteil von E. zum jetzigen Zeitpunkt gestützt auf die dokumentierten 

Verletzungen (vgl. Bericht [Zahnarzt] vom 31. Juli 2022; Bericht Kan-

tonsspital Baden vom 29. Juli 2022; Bericht [Arztpraxis] vom 18. August 

 - 6 - 

 

 

2022) und die gemachten Aussagen ein dringender Tatverdacht bezüglich 

des Vorwurfs der versuchten schweren Körperverletzung bejaht werden 

kann, wobei bei mehreren Faustschlägen gegen den Kopf letztlich immer 

schwerwiegende, unter Umständen sogar tödliche Verletzungen resultie-

ren können, was dem Beschwerdeführer bewusst war (Einvernahmeproto-

koll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Fragen 64 und 65), zumal er 

im Weiteren angab, als Boxer (und Kampfsportler) im Falle einer Auseinan-

dersetzung "richtig" und "stark" zuzuschlagen (Einvernahmeprotokoll Be-

schwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Fragen 20 und 27) und er erst von 

E. abgelassen habe, als dieser am Boden gelegen sei und "die Hände oben 

hatte" (Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, 

Frage 54). Abschliessend ist zu erwähnen, dass es sich mit Ausnahme der 

mutmasslichen Tätlichkeiten zum Nachteil von D. und F. bei sämtlichen 

dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Delikten um haftbegründende 

Vergehen oder Verbrechen i.S.v. Art. 221 Abs. 1 StPO handelt.  

 

4.3. 

4.3.1. 

Der Beschwerdeführer bestreitet mit Beschwerde das Vorliegen der Wie-

derholungsgefahr. Der Hinweis auf die Vorstrafen des Beschwerdeführers 

sei zwar zutreffend, doch sei zu beachten, dass es sich dabei um Verurtei-

lungen nach Jugendstrafrecht handle und das Strafmass am unteren Ende 

des Strafrahmens gewesen sei. Bei diesen Vorstrafen handle es sich nicht 

um "derartige Verbrechen", weshalb das Vortatenerfordernis nicht erfüllt 

sei. Die bereits drei Monate andauernde Untersuchungshaft habe den Be-

schwerdeführer nachhaltig beeindruckt. Er spiele auch mit dem Gedanken, 

eine Therapie zu beginnen, um alternative Handlungsmöglichkeiten zu er-

lernen. Aufgrund seines jungen Alters sei davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer durch die bereits erstandene Haft derart beeindruckt wor-

den sei, dass er sich künftig an die Gesetze halten werde. Es sei daher 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer Herrn C. und auch Dritte 

zukünftig nicht tätlich angehen werde.  

 

4.3.2. 

Im Urteil 1B_91/2022 vom 18. März 2022, E. 4.1, führte das Bundesgericht 

mit Hinweis auf weitere Entscheide, insbesondere auf BGE 143 IV 9, Fol-

gendes aus: 

 

Gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. c StPO sind drei Elemente für das Vorliegen 

von Wiederholungsgefahr konstitutiv. Erstens muss grundsätzlich das Vor-

tatenerfordernis erfüllt sein und es müssen schwere Vergehen oder Ver-

brechen drohen. Zweitens muss hierdurch die Sicherheit anderer erheblich 

gefährdet sein. Drittens muss die Tatwiederholung ernsthaft zu befürchten 

sein, was anhand einer Rückfallprognose zu beurteilen ist. Was das Vor-

tatenerfordernis betrifft, können sich die bereits begangenen Straftaten zu-

nächst aus rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren ergeben. Sie 

 - 7 - 

 

 

können jedoch auch Gegenstand eines noch hängigen Strafverfahrens bil-

den. Der Haftgrund der Wiederholungsgefahr ist indessen restriktiv zu 

handhaben. Seine Anwendung über den gesetzlichen Wortlaut hinaus auf 

Ersttäter muss auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Ein dringender Tat-

verdacht genügt für die Annahme von die Wiederholungsgefahr begrün-

denden Vortaten noch nicht. Das Gesetz spricht von verübten Straftaten 

und nicht bloss einem Verdacht, sodass dieser Haftgrund nur bejaht wer-

den kann, wenn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststeht, 

dass die beschuldigte Person solche Straftaten begangen hat. Erweisen 

sich die Risiken als untragbar hoch (sogenannte "qualifizierte Wiederho-

lungsgefahr"), kann vom Vortatenerfordernis sogar vollständig abgesehen 

werden. Aufgrund einer systematisch-teleologischen Auslegung von Art. 

221 Abs. 1 lit. c StPO ist das Bundesgericht zum Schluss gekommen, es 

habe nicht in der Absicht des Gesetzgebers gelegen, mögliche Opfer von 

schweren Gewaltdelikten einem derart hohen Rückfallrisiko auszuset-

zen. Bei der Beurteilung der Schwere der drohenden Delikte sind neben 

der abstrakten Strafdrohung gemäss Gesetz insbesondere auch das be-

troffene Rechtsgut und der Kontext, namentlich die konkret von der be-

schuldigten Person ausgehende Gefährlichkeit bzw. das bei ihr vorhan-

dene Gewaltpotenzial, einzubeziehen. Die erhebliche Gefährdung der Si-

cherheit anderer durch drohende Verbrechen oder schwere Vergehen kann 

sich grundsätzlich auf Rechtsgüter jeder Art beziehen. Im Vordergrund ste-

hen Delikte gegen die körperliche und sexuelle Integrität. Massgebliche Kri-

terien bei der Beurteilung der Rückfallprognose sind nach der Praxis des 

Bundesgerichtes insbesondere die Häufigkeit und Intensität der fraglichen 

Delikte. Bei dieser Bewertung sind allfällige Aggravationstendenzen, wie 

eine zunehmende Eskalation respektive Gewaltintensität oder eine ra-

schere Kadenz der Taten, zu berücksichtigen. Zu würdigen sind des Wei-

teren die persönlichen Verhältnisse der beschuldigten Person.  

 

4.3.3. 

4.3.3.1. 

Gemäss Strafregisterauszug vom 26. August 2022 wurde der Beschwer-

deführer mit Strafbefehlen der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau 

vom 19. Februar 2019 und 6. November 2019 wegen Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte und Beschimpfung sowie mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 3. August 2020 wegen mehrfacher 

Tätlichkeiten, mehrfacher Beschimpfung, Gewalt und Drohung gegen Be-

hörden und Beamte, mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügun-

gen und versuchter Nötigung verurteilt. Der Beschwerdeführer ist folglich 

bereits mehrfach einschlägig wegen Gewaltdelikten und Drohungen vorbe-

straft, wobei insbesondere die Tatbestände der Drohung (somit auch der 

Tatbestand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte) und 

der Nötigung Vergehen darstellen, welche nicht als Bagatelldelikte zu qua-

lifizieren sind (vgl. FREI/ZUBERBÜHLER ELSÄSSER, in: Donatsch/Lieber/Sum-

 - 8 - 

 

 

mers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-

nung, 3. Aufl. 2020, N. 34 zu Art. 221 StPO m.w.H.). Entgegen dem Be-

schwerdeführer sind die Vorstrafen aus dem Jugendstrafrecht denn auch 

zu berücksichtigen, soweit sie nicht gelöscht wurden (Urteil des Bundesge-

richts 1B_553/2017 vom 12. Januar 2018, E. 3.4), womit im Ergebnis das 

Vortatenerfordernis mit dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aar-

gau zu bejahen ist. 

 

4.3.3.2. 

Zum jetzigen Zeitpunkt besteht ein dringender Tatverdacht hinsichtlich 

mehrerer (Gewalt-)Delikte (vgl. E. 4.2. hiervor). Die Delikte stehen überwie-

gend im Zusammenhang mit D. und ihrem Partner (Vorabstellungnahme 

von Dr. med. G. vom 12. Oktober 2022, S. 11), wobei der Beschwerdefüh-

rer Gefühle für D. hegt (Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 

17. Oktober 2022, Fragen 68 und 69; Vorabstellungnahme von Dr. med. G. 

vom 12. Oktober 2022, S. 6) und davon auszugehen ist, dass die Taten 

zum Nachteil von D. und C. aus emotionalen Gründen (insbesondere Eifer-

sucht) erfolgten, zumal D. den Beschwerdeführer offenbar mehrmals "ab-

blitzen" liess (vgl. Einvernahmeprotokoll D. vom 11. August 2022, Fragen 

19 ff.), dieser die Ablehnung nicht zu akzeptieren schien (vgl. Einvernah-

meprotokoll D. vom 10. November 2022, Frage 17), so dass Fernhaltemas-

snahmen bzgl. D. (und C.) erlassen werden mussten, welche der Be-

schwerdeführer wiederum nicht befolgte (vgl. Einvernahmeprotokoll Be-

schwerdeführer vom 26. August 2022, Frage 52; Einvernahmeprotokoll Be-

schwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Fragen 52, 83, 139 ff.; Einvernah-

meprotokoll D. vom 10. November 2022, Fragen 50 f.; Protokoll Haftver-

handlung vom 11. Oktober 2022, S. 3). Der Beschwerdeführer gestand 

mehrfach ein, dass er C. habe verprügeln und schwer verletzen wollen 

(Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Fragen 9 

ff.; Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 26. August 2022, Fragen 

34, 35, 58 und 63) und zwar "stark", "mit den Fäusten" "ins Gesicht" (Ein-

vernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Fragen 18, 

20 und 23), wobei es aufgrund der derzeitigen Aktenlage primär dem Pfef-

fersprayeinsatz von C. zu verdanken ist, dass es zu keiner gewalttätigen 

Auseinandersetzung gekommen ist ("Ich kann nicht garantieren, dass ich 

ihn nicht geschlagen hätte […] Es wäre zwischen uns eskaliert" [vgl. Haf-

teröffnungseinvernahme Beschwerdeführer vom 26. August 2022, Frage 

7]; vgl. auch Protokoll Haftverhandlung vom 11. Oktober 2022, S. 2; Ein-

vernahme der Auskunftsperson H. vom 26. August 2022, Frage 34). Selbst 

gegenüber D., in welche der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben 

verliebt sein will, wurde er gewalttätig, indem er ihr "Respektschellen" ver-

passte (Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, 

Frage 72). Als aufgrund dieser Ohrfeigen der dem Beschwerdeführer un-

bekannte E. intervenierte, versetzte er diesem – auch als dieser bereits zu 

Boden gegangen war – mehrere Boxschläge mit beiden Fäusten gegen 

den Kopf (Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, 

 - 9 - 

 

 

Fragen 57 und 164) und zwar einzig deshalb, weil der Beschwerdeführer 

"gestresst" davon gewesen sei, dass E. D. Hilfe eilte und intervenierte (Ein-

vernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Frage 58), 

wofür sich der Beschwerdeführer habe rächen (Einvernahmeprotokoll Be-

schwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Frage 61) und E. habe verletzen 

wollen (Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 29. Juli 2022, Frage 

60), was ihm schlussendlich auch gelang (vgl. Bericht [Zahnarzt] vom 

31. Juli 2022; Bericht Kantonsspital Baden vom 29. Juli 2022; Bericht [Arzt-

praxis], vom 18. August 2022). Unbesehen dieses Vorfalls verpasste der 

Beschwerdeführer – der ihm unbekannten – 62-jährigen F. eine "Schelle" 

(Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, Frage 

77), weil er "hässig" gewesen sei und sie ihm "von hinten eine gegeben 

habe" (Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 2022, 

Fragen 76 und 78).  

 

Nach dem Gesagten ist aufgrund der momentanen Aktenlage erstellt, dass 

der Beschwerdeführer auch vor Gewalttätigkeiten gegenüber ihm unbe-

kannten Drittpersonen keinen Halt zu machen scheint, wobei die ihm zur 

Last gelegten Tathandlungen zumeist aus nichtigem Anlass erfolgten und 

eine gewisse Schwere aufweisen, zumal der Vorwurf einer versuchten 

schweren Körperverletzung im Raum steht (vgl. E. 4.2. hiervor). Weiter ins 

Gewicht fällt vorliegend, dass sich der Beschwerdeführer als Boxer und 

Kampfsportler bezeichnet und somit über eine erhöhte Schlagkraft verfü-

gen dürfte ("[…] knapp 21-jährigen Mann mit imposantem athletischem 

Körperbau und trainierter Muskelmasse […]" [vgl. Vorabstellungnahme von 

Dr. med. G. vom 12. Oktober 2022, S. 10]) und ferner zu Protokoll gab, 

Konflikte mittels Gewalt zu lösen bzw. sich durch die Gewaltanwendung 

Respekt verschaffen zu wollen (Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer 

vom 17. Oktober 2022, Fragen 72, 133 und 134; Einvernahmeprotokoll Be-

schwerdeführer vom 29. Juli 2022, Fragen 30 f. und 43; Vorabstellung-

nahme von Dr. med. G. vom 12. Oktober 2022, S. 12). Hinzu kommt, dass 

der Beschwerdeführer über eine eingeschränkte Impulskontrolle sowie 

über eine sehr niedrige Frustrationstoleranz zu verfügen scheint (vgl. Vor-

abstellungnahme von Dr. med. G. vom 12. Oktober 2022, S. 11), zumal er 

die Taten vorwiegend einzig deshalb beging, weil er "gestresst" oder "ge-

nervt" gewesen sei (vgl. Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 

17. Oktober 2022, Frage 7). Schliesslich besteht die Konfliktsituation (von 

"hoher Emotionalität" [vgl. Vorabstellungnahme von Dr. med. G. vom 

12. Oktober 2022, S. 12]) zwischen dem Beschwerdeführer, D. und C. nach 

wie vor (vgl. Einvernahmeprotokoll Beschwerdeführer vom 17. Oktober 

2022, Frage 118), wobei keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich 

die Situation im Falle der Freilassung des Beschwerdeführers entspannen 

sollte, zumal der Beschwerdeführer gegenüber Dr. med. G. angab, D. nach 

seiner Freilassung wieder treffen zu wollen um mit ihr zu reden und er hoffe, 

dass D. nicht mehr mit ihrem Freund (C.) zusammen sei (Vorabstellung-

nahme von Dr. med. G. vom 12. Oktober 2022, S. 7). Nach dem Gesagten 

 - 10 - 

 

 

und dem bisherigen Verhalten des Beschwerdeführers erhellt, dass im 

Falle einer Freilassung des Beschwerdeführers wiederum schwere Gewalt-

delikte drohen, wobei sich diese nicht nur gegen D. oder C. richten müss-

ten, sondern auch unbeteiligte Dritte als Opfer in Frage kommen, womit 

eine erhebliche Gefährdung der Rechtsgüter (insb. der körperlichen Integ-

rität) anderer vorliegt, zumal der Beschwerdeführer keinerlei Einsicht in 

sein Verhalten zeigt und selbst angibt, Konflikte mit Gewalt lösen zu wollen. 

Zum gleichen Schluss gelangt die Gutachterin Dr. med. G., indem sie von 

einem hohen Rückfallrisiko ausgeht, so dass vor dem Hintergrund der beim 

Beschwerdeführer vorliegenden psychischen Störung mit weiteren Gewalt-

handlungen insbesondere in Konfliktsituationen zu rechnen sei. Es sei da-

mit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer auch nach der Entlassung aus 

dem Gefängnis das Problem auf seine Weise angehen wolle und wieder 

den Kontakt zu D. suche. Das Risiko, dass der Beschwerdeführer in dabei 

ausgelösten Konfliktsituationen erneut auf seine für ihn bewährte Lösungs-

strategie der Gewaltanwendung zurückgreife, sei als hoch zu beurteilen 

(Vorabstellungnahme von Dr. med. G. vom 12. Oktober 2022, S. 14). Im 

Ergebnis ist beim jetzigen Kenntnisstand mit dem Zwangsmassnahmenge-

richt des Kantons Aargau davon auszugehen, dass im Falle der Freilas-

sung des Beschwerdeführers wiederum schwere Delikte gegen die körper-

liche Integrität von D., C. wie auch zum Nachteil unbeteiligter Drittpersonen 

drohen. Der durch den Beschwerdeführer mit Beschwerde geltend ge-

machte Gesinnungswandel, wonach ihn die Untersuchungshaft nachhaltig 

beeindruckt habe, ist wenig glaubhaft und vermag dessen ungeachtet die 

Wiederholungsgefahr nicht zu bannen, zumal die Ursache für die Delin-

quenz auch in der eingeschränkten Impulskontrolle und der sehr niedrigen 

Frustrationstoleranz des Beschwerdeführers zu sehen sein dürfte, wobei 

sich daran alleine durch den Aufenthalt in der Untersuchungshaft und ohne 

entsprechende therapeutische Behandlung kaum etwas geändert hat. Die 

Wiederholungsgefahr ist zu bejahen.  

 

4.3.4. 

Da ein einziger Haftgrund genügt, kann offenbleiben, ob zusätzlich die be-

sonderen Haftgründe der Flucht- und Ausführungsgefahr vorliegen (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichts 1B_177/2021 vom 22. April 2021, E. 4.3). 

 

4.4. 

Sodann beantragt der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde an Stelle 

von Haft "angemessene" Ersatzmassnahmen. 

 

Das zuständige Gericht ordnet an Stelle der Untersuchungs- oder der Si-

cherheitshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den 

gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (Art. 237 Abs. 1 StPO). 

 

Im Hinblick auf die Wiederholungsgefahr wäre einzig eine Fernhaltemass-

nahme bzgl. D. und C. denkbar (vgl. auch Beschwerde, S. 5). Aus dem 

 - 11 - 

 

 

bisherigen Verhalten des Beschwerdeführers hat sich gezeigt, dass er nicht 

ansatzweise gewillt ist, sich an entsprechende Anordnungen zu halten; so 

hat er bereits mehrfach gegen eine entsprechende Fernhaltemassnahme 

verstossen (vgl. E. 4.2. hiervor) und ferner zum Ausdruck gebracht, dass 

ihm entsprechende Verbote "scheissegal" seien (Vorabstellungnahme von 

Dr. med. G. vom 12. Oktober 2022, S. 12). Im Übrigen ist der Beschwerde-

führer auch gegen unbeteiligte und ihm unbekannte Drittpersonen gewalt-

tätig geworden, wobei diese in eine Ersatzmassnahme naturgemäss nicht 

miteinbezogen werden können, zumal sie vor der Tatausführung nicht be-

kannt sind. Ein Kontaktverbot erweist sich zur Verhinderung weiterer De-

likte als ungeeignet, wobei andere Ersatzmassnahmen nicht ersichtlich 

sind und auch nicht geltend gemacht werden.  

 

4.5. 

Die Dauer der seit am 25. August 2022 erstandenen und einstweilen um 

drei Monate bis zum 25. Februar 2023 zu verlängernden Untersuchungs-

haft erscheint als verhältnismässig. Dem Beschwerdeführer werden meh-

rere Delikte von erheblicher Schwere (vgl. E. 4.2. hiervor) zur Last gelegt 

und er ist bereits vorbestraft (vgl. Strafregisterauszug vom 26. August 

2022). Vorliegend steht unter anderem der Vorwurf einer versuchten 

schweren Körperverletzung im Raum, welche mit einer Freiheitstrafe von 

sechs Monaten bis 10 Jahren bestraft wird (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB), wobei es die Aufgabe des Sachgerichts sein wird, die Strafe 

im Falle einer Verurteilung des Beschwerdeführers festzulegen. Eine Ver-

längerung der Untersuchungshaft um weitere drei Monate erweist sich im 

Hinblick auf die dem Beschwerdeführer drohende Strafe als verhältnismäs-

sig.  

 

4.6. 

Zusammenfassend ist die am 28. November 2022 vom Zwangsmassnah-

mengericht des Kantons Aargau verfügte Verlängerung der Untersu-

chungshaft um drei Monate bis zum 25. Februar 2023 nicht zu beanstan-

den. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

 

5. 

5.1. 

Bei diesem Ausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten des Beschwer-

deverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

5.2. 

Die der amtlichen Verteidigerin des Beschwerdeführers für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren auszurichtende Entschädigung ist am Ende des 

Strafverfahrens von der zuständigen Instanz festzulegen (Art. 135 Abs. 2 

StPO).  

 

 

 - 12 - 

 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 42.00, zusammen 

Fr. 1'042.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 21. Dezember 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Richli Gasser