# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f28094a-563d-5c99-ada9-0e74e559051c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.06.2018 C-5613/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5613-2016_2018-06-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-5613/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richter Christoph Rohrer,  

Richter Michael Peterli,    

Gerichtsschreiber Roland Hochreutener. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland),   

vertreten durch Dr. Markus Züst, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 12. Juli 2016. 

 

 

 

C-5613/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1973 geborene A._______ (nachfolgend: Versicherter oder 

Beschwerdeführer) ist gelernter Maurer, wohnt in (…) (DE), arbeitete im 

Juli und August 2007 sowie – mit Unterbrüchen – von Juni 2009 bis Mai 

2011 in der Schweiz und entrichtete dabei Beiträge an die Alters-, Invali-

den- und Hinterlassenenversicherung. Wegen der Folgen eines am 19. Ap-

ril 2011 erlittenen Arbeitsunfalls mit Verletzungen am rechten Unterarm und 

am linken Knie meldete er sich nach durchgeführter Früherfassung mit Ein-

gabe vom 4. August 2012 (Posteingang: 5. September 2012) bei der IV-

Stelle des Kantons B._______ (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbe-

zug an (Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland gemäss Aktenver-

zeichnis und -nummerierung vom 27.10.2016 [act.] 12 [IK-Auszug]; act. 8 

- 11; act. 14, S. 38 - 54).  

B.  

B.a Die IV-Stelle führte daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärun-

gen durch und zog die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsan-

stalt (SUVA) bei (act. 13, S. 1 - 7; act. 14, S. 1 - 241; act. 37, S. 1 - 436). 

B.b Mit Verfügung vom 16. Januar 2013 lehnte die IV-Stelle den Anspruch 

auf berufliche Massnahmen ab mit der Begründung, der Versicherte werde 

durch die Deutsche Verbindungsstelle Unfallversicherung hinsichtlich be-

ruflicher Massnahmen unterstützt, weshalb der Anspruch bei der IV-Stelle 

erlösche (act. 25). 

B.c Mit Bericht vom 23. Januar 2013 hielt Dr. med. C._______, Facharzt 

für Neurologie und Psychiatrie beim medizinischen Dienst der D._______ 

GmbH, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Pfäh-

lungsverletzung im Bereich des rechten Unterarmes, neuropathische 

Schmerzen im Bereich des rechten Unterarms im Versorgungsgebiet des 

Nervus ulnaris, bestehend seit 19. April 2011, ein reaktiv depressives Syn-

drom (Dysthymia; ICD-10 F 34.1) sowie den Verdacht auf eine organische 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F 07.0) fest; die ebenfalls unfallbedingte 

Kniedistorsion (links) stufte er demgegenüber als Diagnose ohne Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit ein (act. 26, S. 7 - 11). 

B.d Gestützt auf ein neurologisch-psychiatrisches Gutachten der Dres. 

med. E._______, Fachärztin für Neurologie, und F._______, Neurologe 

und Psychiater (berufsgenossenschaftliche Unfallklinik G._______/DE), 

C-5613/2016 

Seite 3 

vom 30. April 2014 (act. 37, S. 58 - 92) sowie ein handchirurgisches Gut-

achten von Prof. Dr. med. H._______, Dr. med. I._______ und Dr. med. 

J._______ vom 31. Juli 2014 (act. 37, S. 35 - 48) kam die SUVA-Kreisärz-

tin, Dr. med. K._______, nach persönlicher Untersuchung des Versicherten 

am 29. Oktober 2014 zum Schluss, dass dem Versicherten aufgrund der 

vorliegenden Akten und der kreisärztlichen Untersuchung eine mittel-

schwere Tätigkeit ganztags zumutbar sei; nicht zumutbar seien allerdings 

repetitive manuelle Tätigkeiten mit der rechten Hand sowie Tätigkeiten, 

welche zu starken Vibrationen oder Schlägen auf die rechte Hand bezie-

hungsweise den Unterarm führen würden (act. 37, S. 11 - 18).  

B.e  Mit Verfügung vom 20. April 2015 sprach die SUVA dem Versicherten 

gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 18 % ab 1. März 2015 eine monatli-

che Invalidenrente von Fr. 593.30 zu (act. 40). Die vom Versicherten dage-

gen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 

17. Juni 2015 ab, im Wesentlichen mit der Begründung, gestützt auf das 

Ergebnis der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. Oktober 2014 sei ihm 

eine mittelschwere Tätigkeit ganztags zumutbar; nicht zumutbar seien le-

diglich repetitive manuelle Tätigkeiten mit der rechten Hand sowie Tätig-

keiten, welche zu starken Vibrationen, Schlägen auf die rechte Hand res-

pektive den rechten Unterarm führen würden. Auf das beweiskräftige Er-

gebnis dieser kreisärztlichen Beurteilung könne abgestellt werden (act. 42, 

S. 1 - 12). Der Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in Rechts-

kraft. 

B.f Im Anschluss an eine medizinische Beurteilung ihres Regionalen Ärzt-

lichen Dienstes (RAD) vom 3. Dezember 2014 (act. 44, S. 9) stellte die IV-

Stelle mit Vorbescheid vom 14. Oktober 2015 die Abweisung des Leis-

tungsbegehrens in Aussicht mit der Begründung, gemäss ihrer medizini-

schen Beurteilung resultierten beim Versicherten weiterhin ausschliesslich 

gesundheitliche Beeinträchtigungen als Folge des Unfalls vom 19. April 

2011. Daher müsse sich die Invalidenversicherung mit der Unfallversiche-

rung koordinieren. Der von der SUVA mit Einspracheentscheid vom 

17. Juni 2015 errechnete Invaliditätsgrad werde aufgrund der Koordination 

mit der Unfallversicherung von der Invalidenversicherung übernommen. 

Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Rentenanspruch 

(act. 45). 

B.g Mit Eingabe vom 11. November 2015 erhob der Versicherte, nunmehr 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. M. Züst, gegen diesen Vorbescheid Ein-

wand mit den Anträgen, es sei der Entscheid betreffend Ausrichtung einer 

C-5613/2016 

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Invalidenrente bis zur Abklärung der medizinischen Seite aufzuschieben 

und es sei ihm ein IV-Taggeld auszurichten. Zur Begründung führte er aus, 

sein Gesundheitszustand habe sich im Jahre 2015 erheblich verschlech-

tert. Einerseits hätten sich die Schmerzen chronifiziert; es liege ein Chro-

nifizierungsgrad III nach Gebershagen vor. Anderseits wirke sich die Un-

möglichkeit, durchschlafen zu können, negativ auf die Psyche aus (act. 49, 

S. 1 - 5). 

B.h Gestützt auf eine von der SUVA veranlasste Aktenbeurteilung kam Dr. 

med. L._______, Versicherungsmedizinerin und Fachärztin für Neurologie 

FMH, mit Stellungnahme vom 6. Juni 2016 zum Schluss, dass die erfolgten 

neurologischen und elektrophysiologischen Untersuchungen keinen objek-

tiven auffälligen Befund erbracht hätten, welcher unfallbedingte Beschwer-

den über das zum Zeitpunkt der handchirurgischen und neurologisch-psy-

chiatrischen Begutachtung im April 2014 festgestellte Ausmass erklären 

könnte. Der unfallbedingte Gesundheitszustand habe sich nicht nachweis-

lich verschlechtert. Ohne persönliche Untersuchung sei keine verlässliche 

Aussage zum Befund machbar. Unabhängig von diesem Aspekt stünde ein 

allfälliges Complex Regional Pain Syndrom (CRPS), welches vier Jahre 

nach dem Unfallereignis eingetreten sei, auch nicht mehr überwiegend 

wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Unfall vom 19. April 2011 

(act. 60, S. 37 - 48).  

B.i Mit Verfügung vom 7. Juni 2016 teilte die SUVA dem Versicherten mit, 

dass laut der neurologischen Beurteilung vom 6. Juni 2016 keine Ver-

schlimmerung der Unfallfolgen eingetreten und eine Wiederaufnahme der 

ärztlichen Behandlung deshalb nicht angezeigt sei. Sie könne deshalb über 

die bestehende Rente hinaus keine weiteren Versicherungsleistungen er-

bringen. Im Rahmen der Heilkosten nach Abschluss würden lediglich noch 

die Schmerzmedikamente und 1 - 2 Physiotherapieserien zulasten der 

SUVA gehen (act. 60, S. 50 f.).  

B.j Gegen diese Verfügung der SUVA erhob der Beschwerdeführer mit Ein-

gabe vom 29. Juni 2016 (Postaufgabe) Einsprache mit dem sinngemässen 

Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der ausge-

wiesenen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes angemessen 

Rechnung zu tragen (Akten im SUVA-Verfahren [SUVA-act.] 316, S. 1 - 3).  

B.k Mit Urteil vom 24. Juni 2016 wies das Sozialversicherungsgericht des 

Kantons B._______ eine gegen die Vorgehensweise der SUVA gerichtete 

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Seite 5 

Rechtsverweigerungsbeschwerde des Beschwerdeführers ab, soweit es 

darauf eintrat (SUVA-act. 323). 

B.l Mit Verfügung vom 12. Juli 2016 bestätigte die IV-Stelle für Versicherte 

im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) den Vorbescheid. Zur 

Begründung führte sie ergänzend aus, der unfallbedingte Gesundheitszu-

stand habe sich nachweislich nicht verschlechtert, und weitere Erkrankun-

gen seien nicht ausgewiesen. Nachdem bei ihm keine beruflichen Mass-

nahmen durchgeführt würden, bestehe auch kein Anspruch auf ein IV-Tag-

geld (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer act.] 1, Beilage).  

C.  

C.a Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, weiterhin vertre-

ten durch Rechtsanwalt Dr. M. Züst, mit Eingabe vom 14. September 2016 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, es sei die 

Verfügung der Vorinstanz vom 12. Juli 2016 aufzuheben und die Streitsa-

che sei bis zur rechtskräftigen Erledigung der Einsprache des Beschwer-

deführers gegen die Verfügung der SUVA vom 7. Juni 2016 aufzuschieben, 

unter entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begrün-

dung bringt er insbesondere vor, er habe gegen den Entscheid der SUVA 

vom 7. Juni 2016 frist- und formgerecht Einsprache erhoben. Wie er bereits 

im SUVA-Verfahren vorgebracht habe, sei ab Anfang 2015 eine wesentli-

che Verschlechterung seines Gesundheitszustandes eingetreten. In einem 

(noch ausstehenden) Bericht von Dr. med. M._______ werde noch detail-

liert zu den Annahmen der Kreisärztin Stellung bezogen. Gegebenenfalls 

müsse der SUVA-Entscheid vom 17. Juni 2015 revidiert werden. Die Streit-

sache sei daher bis zur rechtskräftigen Erledigung der Einsprache zu sis-

tieren. Abschliessend teilte er dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass er 

noch ein Gesuch unentgeltliche Rechtspflege stellen werde (BVGer act. 1).  

C.b Mit Zwischenverfügung vom 16. September 2016 ersuchte der Instruk-

tionsrichter die Vorinstanz, bis zum 15. November 2016 eine Vernehmlas-

sung unter Beilage der gesamten Akten einzureichen sowie innert gleicher 

Frist zum Sistierungsgesuch Stellung zu nehmen (Ziffer 2 und 4); ferner 

forderte er den Beschwerdeführer auf, den in Aussicht gestellten Bericht 

von Dr. med. M._______ auf den nächstmöglichen Zeitpunkt hin dem Bun-

desverwaltungsgericht einzureichen (BVGer act. 2). 

C.c Mit Vernehmlassung vom 1. November 2016 stellt die Vorinstanz unter 

Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle vom 26. Oktober 2016 den 

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Antrag, das Beschwerdeverfahren sei bis zur rechtskräftigen Erledigung 

der Einsprache gegen die Verfügung vom 7. Juni 2016 zu sistieren. Zwar 

habe die dem Entscheid der SUVA zugrunde liegende Invaliditätsbemes-

sung für die Invalidenversicherung keine Bindungswirkung. Vorliegend sei 

aber davon auszugehen, dass es sich bei den Gesundheitsbeeinträchti-

gungen des Beschwerdeführers um rein unfallbedingte Folgen handle, 

weshalb sich eine Sistierung des IV-Verfahrens bis zur rechtskräftigen Er-

ledigung des SUVA-Verfahrens als sinnvoll erweise (BVGer. act 4). 

C.d Mit Zwischenverfügung vom 10. November 2016 wies der Instruktions-

richter den Sistierungsantrag ab und ersuchte den Beschwerdeführer, 

seine Beschwerde bis zum 12. Dezember 2016 zu ergänzen und dem Bun-

desverwaltungsgericht innert gleicher Frist den Bericht von Dr. med. 

M._______ einzureichen (BVGer act. 5). 

C.e Mit Eingabe vom 14. November 2016 liess der Beschwerdeführer dem 

Bundesverwaltungsgericht den in Aussicht gestellten Bericht von Dr. med. 

M._______ samt weiteren medizinischen Akten zukommen (BVGer act. 7 

samt Beilagen). Zur Begründung macht er überdies geltend, dass die Ver-

mutung, seine starken Schmerzen seien nur vorgetäuscht, durch den nach-

gereichten Bericht klar wiederlegt werde (BVGer act. 7 samt Beilagen).  

C.f Mit ergänzender Vernehmlassung vom 12. Dezember 2016 beantragt 

die Vorinstanz unter Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle vom 

7. Dezember 2016 die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der 

angefochtenen Verfügung (BVGer act. 10 samt Beilage).  

C.g Mit Zwischenverfügung vom 5. Januar 2017 hiess der Instruktionsrich-

ter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung gut 

und ordnete dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Dr. M. Züst als amtlich 

bestellten Anwalt bei (BVGer act. 12). 

C.h Nachdem der Beschwerdeführer auf eine Replik verzichtet hatte, ori-

entierte der Instruktionsrichter die Parteien darüber, dass der Schriftwech-

sel – vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnahmen – am 20. Februar 

2017 abgeschlossen werde (Verfügung vom 10. Februar 2017; BVGer 

act. 13).  

C.i Mit Verfügung vom 12. Januar 2018 ersuchte das Bundesverwaltungs-

gericht die SUVA, ihm die vollständigen Akten zur Verfügung zu stellen 

(BVGer act. 14). Mit Schreiben vom 19. Januar 2018 stellte die SUVA dem 

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Seite 7 

Bundesverwaltungsgericht die Akten zu (BVGer act. 15 samt SUVA-act. 1 

- 340).  

C.j Unter Hinweis auf entsprechende ärztliche Berichte und Gutachten so-

wie die neue bundesgerichtliche Rechtsprechung im Zusammenhang mit 

psychischen Erkrankungen (8C_841/2016 und 8C_130/2017 vom 30. No-

vember 2017; nunmehr publiziert in BGE 143 V 409 und 143 V 418) gab 

der Instruktionsrichter der Vorinstanz Gelegenheit, bis zum 9. März 2018 

in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine Stel-

lungnahme abzugeben (Zwischenverfügung vom 7. Februar 2018; BVGer 

act. 16).  

C.k Unter Verweis auf den mit Schreiben der IV-Stelle vom 3. April 2018 

mitgeteilten Verzicht auf weitere Ausführungen hielt die Vorinstanz mit Stel-

lungnahme vom 9. April 2018 an ihrem bisherigen Antrag fest (BVGer 

act. 20 samt Beilage).  

C.l Von der ihm eingeräumten Gelegenheit, sich zur Stellungnahme der 

Vorinstanz und zum Schreiben der IV-Stelle vernehmen zu lassen (Zwi-

schenverfügung vom 11. April 2018; BVGer act. 21), machte der Beschwer-

deführer innert der ihm angesetzten Frist keinen Gebrauch. 

C.m Mit Verfügung vom 25. Mai 2018 schloss das Bundesverwaltungsge-

richt den Schriftenwechsel, vorbehältlich weiterer Instruktionsmassnah-

men, mit der Feststellung ab, dass der Beschwerdeführer ohne Mitteilung 

auf eine Stellungnahme zum indikatorenorientierten Abklärungsverfahren 

verzichtet habe (BVGer act. 22).  

D.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Beweis-

mittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgen-

den Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]) und der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefoch-

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Seite 8 

tenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdi-

ges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhe-

bung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; vgl. auch 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Bundesverwaltungsgericht die unent-

geltliche Rechtspflege und Verbeiständung bewilligt hat (vgl. Sachverhalt, 

Bst. C.g hievor), ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

vom 14. September 2016 und die Ergänzung vom 14. November 2016 ein-

zutreten (Art. 60 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG; Kognition, vgl. 

BENJAMIN SCHINDLER in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2008, Art. 49 N. 1 ff.). 

Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Be-

urteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Er-

lasses der streitigen Verwaltungsverfügung eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 220 E. 3.1.1; 131 V 242 E. 2.1). Demnach ist vorliegend grund-

sätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung 

(hier: 12. Juli 2016) eingetretenen Sachverhalt abzustellen (vgl. zur Be-

rücksichtigung von unechten und echten Noven (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 

BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht, 2. Aufl. 2013, S. 117 Rz. 2.204; BGE 132 V 215 E. 3.1.1; BGE 121 

V 362 E. 1b mit Hinweisen).  

3.  

3.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV ist bei Grenzgängern die IV-Stelle, in deren 

Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt, zur Entge-

gennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies gilt auch für ehe-

malige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen 

Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesund-

heitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die 

Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

3.2 Der Beschwerdeführer war zuletzt als Grenzgänger im Kanton 

B._______ erwerbstätig und lebte im Zeitpunkt der Anmeldung in (…) (DE), 

C-5613/2016 

Seite 9 

wo er heute noch lebt (act. 8, S. 1 - 4). Er macht einen Gesundheitsscha-

den geltend, der auf die Zeit seiner Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht 

und zu deren Abbruch geführt haben soll. Unter diesen Umständen waren 

die IV-Stelle zur Entgegennahme und Prüfung der IV-Anmeldung und die 

IVSTA für den Erlass der angefochtenen Verfügung zuständig. 

4. Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren 

Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

4.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt 

heute in Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 

21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemein-

schaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss An-

hang II des FZA zur Anwendung. Der Anspruch auf Leistungen der schwei-

zerischen Invalidenversicherung richtet sich auch nach dem Inkrafttreten 

des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4). 

4.2 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an 

die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet 

hat, das heisst während mindestens drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG (in 

der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung; AS 2007 5129). Diese Bedin-

gungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine Voraussetzung, so ent-

steht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist. Falls die Min-

destbeitragsdauer mit schweizerischen Versicherungszeiten nicht erfüllt 

ist, müssen bei Schweizern und Angehörigen von EU/EFTA-Staaten Bei-

tragszeiten mitberücksichtigt werden, die in einem EU/EFTA-Staat zurück-

gelegt worden sind. Beträgt allerdings die Beitragszeit in der Schweiz we-

niger als ein Jahr, so besteht kein Anspruch auf eine ordentliche Invaliden-

rente (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesge-

richts zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 36 N. 4; Art. 6 VO 883/04; vgl. auch 

Rz. 3001.3 des Kreisschreibens über das Verfahren zur Leistungsfestset-

zung in der AHV/IV; KSBIL, gültig ab 1. Juni 2002, Stand: 1. Januar 2015).  

Der Beschwerdeführer hat laut IK-Auszug während 18 Monaten Beiträge 

an die schweizerische AHV/IV geleistet (act. 12); darüber hinaus hat er in 

den Jahren 1990 bis April 2011 – von wenigen Unterbrüchen abgesehen – 

durchwegs Beiträge bei der Deutschen Rentenversicherung und der Ös-

terreichischen Pensionsversicherungsanstalt entrichtet (act. 7, S. 5 - 8). Er 

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Seite 10 

erfüllt mithin ohne Weiteres die Mindestbeitragsdauer für den Anspruch auf 

eine ordentliche Invalidenrente. 

4.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Abs. 2 hat 

den Begriff der Erwerbsunfähigkeit nicht modifiziert, BGE 135 V 215 

E. 7.3). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

4.4 Das Bundesgericht hat in BGE 143 V 409 seine bisherige Rechtspre-

chung zur Frage der invalidisierenden Wirkung von depressiven Störungen 

leicht- bis mittelgradiger Natur geändert. Danach könne die Frage, ob bei 

Erkrankungen aus dem depressiven Formenkreis eine invalidenversiche-

rungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere, 

ebenso wenig wie bei somatoformen Störungen, allein mit Bezug auf das 

Kriterium der Behandelbarkeit beantwortet werden. Ob eine Therapie 

durchgeführt werde, gelte zwar auch im Rahmen der medizinischen Begut-

achtung als Indiz für den Leidensdruck der versicherten Person und damit 

für den Schweregrad der Störung. Mit dem Hinweis auf eine "regelmässig 

gute Therapierbarkeit" bei leichten bis mittelschweren Störungen direkt auf 

eine fehlende invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit zu schliessen, greife aber zu kurz und blende wesent-

liche medizinische Aspekte dieses Krankheitsgeschehens in sachlich un-

begründeter Weise aus (E. 4.4). Gestützt auf eine erneute vertiefte Prüfung 

der Sach- und Rechtslage kam das Bundesgericht zum Schluss, dass an 

der bisherigen Rechtsprechung zu den leichten und mittelschweren De-

pressionen nicht mehr festgehalten werden könne. Denn die Feststellung, 

dass leichte bis mittelgradige depressive Störungen rezidivierender oder 

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Seite 11 

episodischer Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht 

fallen könnten, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind, erweise 

sich in dieser absoluten Form als unzutreffend und stehe einer objektiven, 

allseitigen Abklärung und Beurteilung der funktionellen Einschränkungen 

der Krankheit im Einzelfall entgegen (E. 4.5.1).  

4.5 In der Folge hielt das Bundesgericht mit Verweis auf den (gleichentags 

gefällten) BGE 143 V 416 fest, dass Depressionen von neu anhand des 

Indikatorenkatalogs gemäss BGE 141 V 281 abzuklären seien (E. 4.5.2). 

Ferner führte das höchstinstanzliche Gericht aus, psychische Leiden seien 

– wie die somatoformen/funktionellen Störungen – wegen ihres Mangels 

an objektivierbarem Substrat dem direkten Beweis einer anspruchsbegrün-

denden Arbeitsunfähigkeit nicht zugänglich. Deshalb sei auch bei diesen 

Leiden der Beweis indirekt, behelfsweise, mittels Indikatoren, zu führen. 

Da bei sämtlichen psychischen Störungen trotz variierender Prägnanz der 

erhebbaren Befunde im Wesentlichen vergleichbare Beweisprobleme be-

stünden, sei das indikatorengeleitete Beweisverfahren grundsätzlich auf 

sie alle anzuwenden. Aufgrund dieser Erkenntnis lasse sich eine Beschrän-

kung des Vorgehens nach BGE 141 V 281 auf die anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung und vergleichbare Leiden nicht mehr länger rechtfertigen.  

4.6 Demnach sind nach dieser neuesten bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung grundsätzlich sämtliche psychischen Krankheiten einem strukturier-

ten Beweisverfahren zu unterziehen (BGE 143 V 416 E. 7.1; vgl. dazu auch 

THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E. MEIER, Praxisänderung zu Depressionen 

und anderen psychischen Leiden, in: Jusletter 15. Januar 2018).  

Davon kann nach der dargelegten jüngsten Rechtsprechung – aus Grün-

den der Verhältnismässigkeit – dort abgesehen werden, wo es nicht nötig 

oder auch gar nicht geeignet ist. Die Frage der Notwendigkeit in diesem 

Sinne beurteilt sich nach dem konkreten Beweisbedarf. Die Notwendigkeit 

fehlt ganz allgemein in Fällen, die sich durch die Erhebung prägnanter Be-

funde und übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen hinsichtlich Di-

agnose und funktioneller Auswirkungen im Rahmen beweiswertiger Arzt-

berichte und Gutachten auszeichnen. Was die Befunde angeht, ist etwa an 

Störungsbilder wie Schizophrenie, Zwangs-, Ess- und Panikstörungen zu 

denken, die sich aufgrund klinischer psychiatrischer Untersuchung bezüg-

lich ihrer Überprüf- und Objektivierbarkeit mit somatischen Erkrankungen 

vergleichen lassen. In diesen Fällen zeigt sich die Beweisproblematik, 

wenn überhaupt, vor allem bezüglich der funktionellen Auswirkungen. Da-

her hat auch bei jenen Störungen eine vertiefende Prüfung hinsichtlich des 

C-5613/2016 

Seite 12 

funktionellen Schweregrades und insbesondere der Konsistenz zu erfol-

gen, wenn Hinweise auf Inkonsistenzen, auf Aggravation oder Simulation 

bestehen. Überdies kann von einem strukturierten Beweisverfahren dort 

abgesehen werden, wo im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte 

eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird 

und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qua-

lifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden 

kann. Die Frage der Notwendigkeit des strukturierten Beweisverfahrens ist 

dabei stets einer einzelfallweisen Beurteilung aufgrund der konkreten Fall-

umstände und der jeweiligen Beweisproblematik zu unterziehen (BGE 143 

V 416 E. 7.1).  

4.7 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fas-

sung) haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbs-

fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten 

oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres 

ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-

unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres 

zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c).  

4.8  

4.8.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 

(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärzt-

liche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4; 115 V 133 E. 2). 

4.8.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-

zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Exper-

ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

C-5613/2016 

Seite 13 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder 

Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 352 E. 3a). 

4.8.3 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begeh-

ren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt 

die erforderlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem Durchfüh-

rungsorgan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem 

Untersuchungsgrundsatz abzuklären, sodass gestützt darauf die Verfü-

gung über die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; 

SUSANNE LEUZINGER-NAEF, Die Auswahl der medizinischen Sachverstän-

digen im Sozialversicherungsverfahren [Art. 44 ATSG], in: Riemer-

Kafka/Rumo-Jungo [Hrsg.], Soziale Sicherheit – Soziale Unsicherheit, 

Bern 2010, S. 413 f.). Auf dem Gebiet der Invalidenversicherung obliegen 

diese Pflichten der (zuständigen) Invalidenversicherungsstelle (Art. 54 - 56 

in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 lit. c - g IVG).  

4.8.4 Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur 

Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs 

zur Verfügung. Sie setzen dabei insbesondere die für die Invalidenversi-

cherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit 

der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im 

Aufgabenbereich auszuüben (Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 Abs. 1 Satz 1 

IVV). RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Gut-

achten im Sinn von Art. 44 ATSG nicht erfasst werden, weshalb die in die-

ser Norm enthaltenen Verfahrensregeln bei der Einholung von RAD-berich-

ten keine Wirkung entfalten (BGE 135 V 254 E. 3.4 S. 258 ff.; Urteil des 

BGer 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1). Der Beweiswert 

von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist nach der Rechtsprechung 

mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleich-

bar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gut-

achten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) genügen und die Arztperson 

über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 

E. 1.2.1 S. 219 f.). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Ab-

klärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann bereits bei Vorlie-

gen geringer Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit nicht abge-

stellt werden (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 

Urteil 8C_385/2014 E. 4.2.2).  

4.9 Nach Art. 46 Abs. 3 VO Nr. 883/2004 ist die vom Träger eines Staates 

getroffene Entscheidung über die Invalidität eines Antragstellers für den 

Träger eines anderen betroffenen Staates nur dann verbindlich, wenn die 

C-5613/2016 

Seite 14 

in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festgelegten Tatbestandsmerk-

male der Invalidität in Anhang VII dieser Verordnung als übereinstimmend 

anerkannt sind. Eine solche anerkannte Übereinstimmung besteht für das 

Verhältnis zwischen Deutschland und der Schweiz (ebenso wie für das Ver-

hältnis zwischen den übrigen EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz) nicht. 

Der Invaliditätsgrad bestimmt sich daher auch unter dem Geltungsbereich 

des FZA nach schweizerischem Recht (vgl. hierzu auch BGE 130 V 253 

E. 2.4; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E.2).  

Die Feststellungen der aus dem Ausland stammenden Beweismittel, wie 

insbesondere auch ärztliche Berichte und Gutachten, unterliegen der freien 

Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichts [EVG, ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 11. Dezember 1981 i.S. D; EVG vom 11. Dezember 

1981 i.S. D; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 351 

E. 3a). 

5.   

5.1 Nachfolgend ist vorab zu prüfen, ob die Vorinstanz ihrer Abklärungs-

pflicht im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG rechtsgenüglich nachgekommen 

ist.  

Hinsichtlich der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Leistungs-

fähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der angefochtenen Verfü-

gung liegen insbesondere die folgenden Gutachten und Arztberichte vor: 

- Im Anschluss an einen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers 

in der Rehaklinik N._______ vom 16. November 2011 bis 16. Dezem-

ber 2011 diagnostizierten Dr. med. O._______ und Dr. med. P._______, 

Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, mit Austritts-

bericht vom 19. Dezember 2011 eine Pfählungsverletzung am rechten 

Unterarm sowie eine Kniedistorsion links bei Vorschaden (zufolge ei-

nes Unfallereignisses vom 14. Oktober 2004). Mit Blick auf die Leis-

tungsfähigkeit hielten sie fest, dass die bisherige berufliche Tätigkeit 

als Kranführer und Bauarbeiter nicht mehr zumutbar sei; zumutbar sei 

demgegenüber eine leichte bis mittelschwere Arbeit, welche keinen 

häufigen wiederholten Krafteinsatz des rechten Armes respektive der 

rechten Hand beinhalten würde (act. 14, S. 38 - 46). 

- Dr. med. C._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie beim me-

dizinischen Dienst der D._______ GmbH (DE), hielt mit Bericht vom 

C-5613/2016 

Seite 15 

23. Januar 2013 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

eine Pfählungsverletzung sowie neuropathische Schmerzen im Be-

reich des rechten Unterarmes (bestehend seit 19. April 2011), ein reak-

tiv depressives Syndrom (Dysthymia; ICD-10 F 34.1) sowie den Ver-

dacht auf eine organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F 07.0) fest; 

der ebenfalls diagnostizierten Kniedistorsion links mass er – unter Hin-

weis auf eine mittlerweile eingetretene deutliche Besserung – keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei. Ferner führte er aus, es habe sich 

ein chronisches regionales Schmerzsyndrom im Bereich des rechten 

Unterarmes entwickelt, welches medikamentös sehr schwer zu beein-

flussen sei. Mit einer wesentlichen Besserung der Schmerzen sei mit 

Blick auf den bisherigen Verlauf nicht zu rechnen (act. 26, S. 6 - 11). 

- Gestützt auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers 

hielt die SUVA-Kreisärztin, Dr. med. K._______, Fachärztin für Chirur-

gie FMH, mit Bericht vom 29. Oktober 2014 insbesondere fest, es seien 

anhaltende neuropathische Schmerzen ohne relevante motorische o-

der sensible Defizite bei Status nach Durchspiessungsverletzung am 

rechten Unterarm zu diagnostizieren. Vergleiche man die erhobenen 

objektiven Befunde mit jenen des Austrittsberichts der Rehaklinik 

N._______, so habe sich im Verlauf keine gravierende Veränderung 

der objektiven Befunde ergeben. Gestützt auf die vorliegenden Akten 

und die persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers sei eine mit-

telschwere Tätigkeit ganztags zumutbar. Nicht zumutbar seien repeti-

tive manuelle Tätigkeiten mit der rechten Hand sowie solche, welche 

zu starken Vibrationen, Schlägen auf die rechte Hand/Unterarm führ-

ten. Den Integritätsschaden bewerte sie mit 4.5 %. Zur Kausalität führte 

sie aus, ein Teil des beklagten neuropathischen Schmerzes, bei Status 

nach Pfählungsverletzung des rechten Unterarmes, Verdacht auf Irrita-

tion des Nervus ulnaris sei nachvollziehbar und unfallkausal (act. 37, 

S. 11 - 18).  

- Mit neurologisch-psychiatrischem Gutachten vom 30. April 2014 kamen 

Dr. med. E._______, Fachärztin für Neurologie, und Dr. med. 

F._______, Neurologe und Psychiater (von der Berufsgenossenschaft-

lichen Unfallklinik G._______) zum Schluss, dass als Folge des Unfalls 

vom 19. April 2011 auf nervenärztlichem Fachgebiet eine Irritation des 

Nervus ulnaris am körperfernen rechten Unterarm mit neuropathischen 

Schmerzen, ohne relevante motorische oder sensible Defizite, sowie 

eine sehr leichte Aufmerksamkeitsstörung infolge der Einnahme ner-

venmembranstabilisierender Medikamente (Pregabalin) festzuhalten 

C-5613/2016 

Seite 16 

seien. Die Minderung der Erwerbsfähigkeit aufgrund dieser Unfallfol-

gen sei aus neurologisch-psychiatrischer Sicht mit 10 % zu bewerten. 

Eine (konsensuale) Gesamtbeurteilung der Erwerbsfähigkeit sei vom 

chirurgischen Hauptgutachter vorzunehmen (act. 37, S. 58 - 92). 

- In einem fachärztlich-handchirurgischen Gutachten vom 31. Juli 2014 

kamen Prof. Dr. med. H._______, Dr. med. I._______ und Dr. med. 

J._______ (von der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik 

G._______) zum Schluss, dass eine Durchspiessungsverletzung am 

körperfernen rechten Unterarm, mit anhaltenden neuropathischen 

Schmerzen und ohne relevante motorische und sensible Defizite, zu 

diagnostizieren sei. Diese führe zu geringen Einschränkungen der 

Drehbeweglichkeit der rechten Hand sowie der Handgelenkbeweglich-

keit rechts, am ehesten aufgrund posttraumatischer Vernarbungen im 

tendomuskulären Übergangsbereich. Seit dem Unfallereignis vom 19. 

April 2011 bestehe eine andauernde ununterbrochene Arbeitsunfähig-

keit. Aus handchirurgischer Sicht habe ab dem Unfall höchstens für die 

Dauer eines halben Jahres eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit be-

standen. Die andauernde Arbeitsunfähigkeit müsse im neurologisch-

psychiatrischen Fachgebiet begründet sein (act. 37, S. 35 - 49). 

- Mit Stellungnahme vom 2. Dezember 2014 hielt med. pract. 

Q._______, Facharzt für Arbeitsmedizin beim RAD der IV-Stelle, na-

mentlich fest, dass das Anforderungsprofil in der bisherigen Tätigkeit 

als Schaler/Bauarbeiter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die 

funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers übersteige. 

Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer al-

lerdings ganztags zumutbar. Ausgeschlossen seien lediglich repetitive 

manuelle Tätigkeiten mit der rechten Hand sowie Tätigkeiten, welche 

zu starken Vibrationen oder Schlägen auf die rechte Hand respektive 

den rechten Unterarm führten (act. 44, S. 9). 

- Mit Bericht vom 28. Juli 2015 diagnostizierten Dres. med. M._______ 

und R._______, Klinik für Anästhesiologie an der Universität 

S._______, ein CRPS Typ II der oberen Extremitäten rechts (ICD-10 M 

89.0) sowie einen ausgeprägten Chronifizierungsgrad (III nach Ge-

bershagen). Ferner führten sie aus, der Beschwerdeführer habe sich 

am 6. Juli 2015 mit stark brennenden, einschliessenden Schmerzen 

und einer erheblichen Bewegungseinschränkung des rechten Unter-

arms und der Hand vorgestellt. Es hätten Kribbelparästhesien am dis-

talen rechten Unterarm bis zur Hohlhand ziehend bestanden. Überdies 

C-5613/2016 

Seite 17 

sei der Beschwerdeführer mit einem Tremor der gesamten rechten 

oberen Extremität bei minimaler Belastung aufgefallen. In therapeuti-

scher Hinsicht sei eine Evaluation einer multimodalen Schmerztherapie 

im Rahmen eines interdisziplinären algesiologischen Assessments not-

wendig (act. 47, S. 1 - 5). 

- Dres. med. E._______ und F._______ (von der Berufsgenossenschaft-

lichen Unfallklinik G._______) führten im Rahmen ihrer Stellungnahme 

vom 18. Februar 2016 aus, dass die gleichentags durchgeführte klini-

sche Untersuchung aufgrund einer verbalen Ausfälligkeit des Be-

schwerdeführers mit bedrohlichem Unterton habe abgebrochen wer-

den müssen, da auch eine tätliche Aggression nicht mehr habe ausge-

schlossen werden können. Aufgrund des aggressiven Verhaltens des 

Beschwerdeführers sei für weitere neurologisch-psychiatrische Unter-

suchungen im Hause keine Vertragsgrundlage mehr gegeben (act. 60, 

S. 5 - 9). 

- Mit Bericht vom 23. Februar 2016 hielten die Handchirurgen Prof. Dr. 

med. H._______, Dr. med. I._______ und Dr. med. J._______, Berufs-

genossenschaftliche Unfallklinik G._______, insbesondere fest, im 

Vergleich zur Voruntersuchung im Rahmen der Begutachtung vom 

5. Juni 2014 falle der Beschwerdeführer durch eine deutliche äussere 

Veränderung auf. Damals sei der Beschwerdeführer sehr gepflegt und 

von der Stimmungslage her eher ausgeglichen bis heiter gewesen. Der 

Beschwerdeführer trage eine sehr stramm wirkende Handge-

lenkorthese, welche deutliche Verschleisserscheinungen aufweise. 

Das Ausziehen der Orthese sei mit massiven, schreienden Schmerz-

äusserungen und grobschlägigem Tremor der rechten Hand verbunden 

gewesen. Es habe sich eine diffuse Artrophie der Unterarmmuskulatur 

gezeigt, die Haut sei massiv zu üppig, was auf ein dauerndes Tragen 

der Orthesen schliessen lasse. Eine Behandlung des Beschwerdefüh-

rers erscheine dringend erforderlich, und die Behandlungsmassnah-

men hätten insbesondere auf schmerztherapeutischen Fachgebiet, 

aber auch auf psychologisch-psychiatrischem Fachgebiet zu erfolgen 

(act. 57, S. 2 - 5). 

- Gestützt auf eine Aktenbeurteilung kam die SUVA-Versicherungsmedi-

zinerin, Dr. med. L._______, Fachärztin für Neurologie FMH, mit Stel-

lungnahme vom 6. Juni 2016 zum Schluss, dass die neurologischen 

und elektrophysiologischen Untersuchungen keinen objektiven auffälli-

gen Befund erbracht hätten, welcher unfallbedingte Beschwerden über 

C-5613/2016 

Seite 18 

das zum Zeitpunkt der handchirurgischen und neurologisch-psychiatri-

schen Begutachtung im April 2014 festgestellte Ausmass hinaus erklä-

ren könnten. Ohne persönliche Untersuchung sei keine verlässliche 

Aussage zum Befund betreffend CRPS möglich. Unabhängig von die-

sem Aspekt stünde ein allfälliges CRPS, welches vier Jahre nach dem 

Unfallereignis eingetreten sei, auch nicht mehr überwiegend wahr-

scheinlich im Zusammenhang mit dem Unfall vom 19. April 2011 

(act. 60, S. 37 - 48).  

- Mit Stellungnahme vom 27. Juni 2016 führte RAD-Arzt pract. med. 

Q._______ aus, der unfallbedingte Gesundheitszustand habe sich seit 

der letzten Beurteilung vom Dezember 2014 nicht verschlechtert; aus 

versicherungsmedizinischer Sicht lägen keinen neuen medizinischen 

Fakten vor (act. 76, S. 4). 

5.2 Die Vorinstanz stützte ihre Beurteilung in der angefochtenen Verfügung 

ausschliesslich auf die Beurteilung und Rentenbemessung der SUVA, wel-

che mit Einspracheentscheid vom 17. Juni 2015 einen Invaliditätsgrad von 

18 % ermittelt hat. Eine eigenständige Prüfung und Rentenbemessung ist 

offensichtlich nicht erfolgt.  

5.2.1 Nach der geltenden Rechtsprechung (BGE 133 V 549) besteht für die 

Invalidenversicherung keine Bindungswirkung an die Invaliditätsschätzung 

der Unfallversicherung, weshalb die IV-Stellen auch nicht zur Einsprache 

gegen die Verfügung und zur Beschwerde gegen den Einspracheentscheid 

des Unfallversicherers über den Rentenanspruch als solchen oder den In-

validitätsgrad berechtigt sind. Allerdings schliesst das Bundesgericht in 

BGE 133 V 549 E. 6.4 S. 555 f. nicht aus, dass die IV-Stellen oder im Be-

schwerdefall die kantonalen Gerichte die Unfallversicherungsakten beizie-

hen und gestützt darauf den Invaliditätsgrad für den Bereich der Invaliden-

versicherung bestimmen können.  

Mit Blick auf die fehlende Bindungswirkung haben die IV-Stellen und die 

Unfallversicherer die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selb-

ständig vorzunehmen. Sie dürfen sich somit nicht ohne weitere eigene Prü-

fung mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrades der jeweils ande-

ren Stelle begnügen (vgl. BGE 133 V 549 E. 6.1 S. 553 m. H., bestätigt mit 

Urteil des BGer 8C_549/2016 vom 19. Januar 2017 E. 5.1).  

5.2.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den von der SUVA mit 18 % festgesetzten 

IV-Grad ohne selbständige Prüfung pauschal übernommen (act. 45, S. 2; 

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C-5613/2016 

Seite 19 

act. 74, S. 2 und act 76, S. 5). Diese Vorgehensweise steht im Widerspruch 

zur rechtsprechungsgemäss geltenden Pflicht zur Durchführung einer ei-

genständigen Prüfung und Rentenbemessung. Hinzu kommt, dass sich die 

Vorinstanz vorliegend auch nicht auf eine rechtskräftige Invaliditätsbemes-

sung der SUVA berufen kann, da der Beschwerdeführer die (im Anschluss 

an die Rückfallmeldung vom 9. Juli 2015) ergangene Verfügung vom 

7. Juni 2016 mit Einsprache vom 29. Juni 2016 angefochten hat (vgl. 

SUVA-act. 312 und 316) und das Einspracheverfahren nach wie vor bei der 

SUVA pendent ist (vgl. SUVA-act. 316 - 338).  

Eine pauschale Übernahme der durch die SUVA vorgenommenen Renten-

bemessung verbietet sich mithin umso mehr, als diese im Zeitpunkt des 

Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 12. Juli 2016 (und auch wei-

terhin) nicht in Rechtskraft erwachsen war.  

5.2.3 Aus medizinischer Sicht geht aus den vorinstanzlichen Akten hervor, 

dass die IVSTA – abgesehen von den (kurzen) Aktenbeurteilungen ihres 

RAD (act. 44, S. 9; act. 76, S. 4) – keine eigenen medizinischen Abklärun-

gen veranlasst hat.  

Das Abstellen auf die Abklärungen und Akten des Unfallversicherers ist 

zwar für sich allein nicht zu beanstanden. Allerdings findet die Annahme 

der Vorinstanz, es seien vorliegend ausschliesslich unfallkausale Gesund-

heitsbeeinträchtigungen zu beurteilen, in den Akten keine Stütze. Vielmehr 

hat insbesondere auch die SUVA-Versicherungsmedizinerin Dr. med. 

L._______ am 6. Juni 2016 explizit festgehalten, dass ohne persönliche 

Untersuchung des Beschwerdeführers eine verlässliche Aussage zum Be-

fund betreffend CRPS – dessen Unfallkausalität sie mit Blick auf die erst 

vier Jahre nach dem Unfallereignis gestellte Diagnose ausgeschlossen hat 

– nicht möglich sei (act. 60, S. 37 - 48).  

5.2.4 Hinzu kommt, dass sich in den Akten mehrere klare Hinweise auf eine 

Beeinträchtigung des psychischen Gesundheitszustandes finden. So hielt  

Dr. med. C._______ bereits mit Bericht vom 23. Januar 2013 unter ande-

rem ein reaktiv depressives Syndrom (ICD-10 F34.1) sowie den Verdacht 

auf eine organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.0) fest (act. 26, 

S. 6 f.). Ferner kamen Prof. Dr. med. H._______, Dr. med. I._______ und 

Dr. med. J._______ in ihrem handchirurgischen Gutachten vom 31. Juli 

2014 zum Schluss, dass die Arbeitsunfähigkeit auf neurologisch-psychiat-

rischem Fachgebiet begründet sei (act. 37, S. 47). Diese Schlussfolgerung 

bestätigten die Ärzte überdies in ihrem Bericht vom 23. Februar 2016 

C-5613/2016 

Seite 20 

(act. 57, S. 2 f.). Schliesslich wurde beim Beschwerdeführer auch ein chro-

nifiziertes Schmerzsyndrom (Chronifizierungsgrad III nach Gebershagen; 

act. 47, S. 1; act. 57, S. 2) diagnostiziert. Dementsprechend bedarf es einer 

spezialärztlichen Begutachtung durch einen Neurologen und Psychiater.  

5.2.5 Nach dem Gesagten steht fest, dass sich der gesundheitliche Zu-

stand und insbesondere dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leis-

tungsfähigkeit unter Berücksichtigung der von der Vorinstanz der ange-

fochtenen Verfügung zugrunde gelegten Akten nicht schlüssig beurteilen 

lassen.  

6.   

Vorliegend stehen eine chronische Schmerzstörung und psychiatrische Di-

agnosen (Dysthymie nach ICD-10 F. 34.1 bzw. Depression sowie eine or-

ganische Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 F07.0) zur Diskussion.  

6.1 Nach der neuesten Rechtsprechung bedarf es in diesem Zusammen-

hang einer Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Be-

züge der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen 

Störungen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Diesen Anforderungen werden die 

bisher vorliegenden medizinischen Berichte nicht gerecht.  

6.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz einerseits zu 

Unrecht von einer selbständigen Rentenbemessung abgesehen hat. An-

derseits hat sie auch den relevanten medizinischen Sachverhalt nicht all-

seitig und zudem auch nicht vollständig abgeklärt, zumal mit dem diagnos-

tizierten CRPS und der psychiatrischen Gesundheitsbeeinträchtigung auch 

Gesundheitsbeeinträchtigungen zur Diskussion stehen, deren natürliche 

und adäquate Kausalität lediglich für den Unfallversicherer von Relevanz 

ist. Unabhängig davon, ob es sich um Erkrankungen oder Unfallfolgen han-

delt, wird die Invalidenversicherung die Gesundheitsbeeinträchtigungen in 

jedem Fall zu berücksichtigen haben. Vorliegend sind Expertisen in den 

Fachbereichen Psychiatrie, Neurologie und Handchirurgie geboten. Ob ne-

ben den genannten Fachdisziplinen auch noch weitere Spezialisten beige-

zogen werden, ist dem pflichtgemässen Ermessen der Gutachter zu über-

lassen, zumal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Frage-

stellung über die erforderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. dazu Ur-

teil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E.6.3.1). Mit der inter-

disziplinären Begutachtung kann auch sichergestellt werden, dass alle re-

levanten Gesundheitsschädigungen erfasst und die daraus jeweils abge-

C-5613/2016 

Seite 21 

leiteten Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit würdigend in einem Gesamter-

gebnis ausgedrückt werden (vgl. dazu SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44, E. 2.1). 

Darüber hinaus erfordert die bundesgerichtliche Praxisänderung im Be-

reich der psychischen und psychosomatischen Leiden (BGE 141 V 281; 

143 V 418 E. 7.1) im vorliegenden Fall auch die Anwendung des strukturier-

ten Beweisverfahrens.  

Überdies wird die Vorinstanz auch die im Beschwerdeverfahren einge-

reichten Arztberichte und Befundaufnahmen (BVGer act. 7, Beilagen 1 - 5) 

zu würdigen sowie im Hinblick auf eine umfassende Prüfung der gesamten 

Aktenlage auch die vollständigen SUVA-Akten beizuziehen haben.  

6.3 Die polydisziplinäre Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu er-

folgen, zumal die Abklärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizeri-

schen Versicherungsmedizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 

9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2; Urteil des BVGer C-

4677/2011 vom 18. Oktober 2013 E. 3.6.3). Der dem Gutachtensauftrag 

beizulegende Fragenkatalog hat sämtliche Standardindikatoren der neuen 

Rechtsprechung (BGE 141 V 281 E. 4.1.3) zu berücksichtigen. Dem Be-

schwerdeführer ist das rechtliche Gehör zu gewähren und es ist ihm Gele-

genheit zu geben, Zusatzfragen zu stellen (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9 

S. 258 ff.). 

Es sind zudem keine Gründe ersichtlich, welche eine Begutachtung in der 

Schweiz als unverhältnismässig erscheinen liessen. Des Weiteren erfolgt 

die Gutachterauswahl bei polydisziplinären Begutachtungen in der 

Schweiz nach dem Zufallsprinzip (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5.2.1 

S. 354), was im Interesse der Verfahrensbeteiligten liegt.  

6.4 Eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung 

des Sachverhaltes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ist unter diesen Umständen mög-

lich, da sie in der notwendigen Beantwortung der bisher ungeklärten Fra-

gen nach den Auswirkungen des Gesundheitszustandes auf die Arbeits- 

respektive Leistungsfähigkeit begründet liegt (vgl. BGE 137 V 210 

E. 4.4.1.4). Eine reine Aktenbeurteilung war vorliegend unzulässig, was 

zwangsläufig zur Einholung eines Administrativgutachtens hätte führen 

müssen. Würde eine derart mangelhafte Sachverhaltsabklärung durch Ein-

holung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerdeverfahren korrigiert, be-

stünde die konkrete Gefahr der unerwünschten Verlagerung der den 

Durchführungsorganen vom Gesetz übertragenen Pflicht zur Abklärung 

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C-5613/2016 

Seite 22 

des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts auf das Gericht mit ent-

sprechender zeitlicher und personeller Inanspruchnahme der Ressourcen. 

In Fällen mit Auslandsbezug ist die Gefahr der Verlagerung der Experten-

tätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche Ebene umso grösser, 

als Aktenbeurteilungen durch den RAD (oder den medizinischen Dienst der 

Vorinstanz) gestützt auf ausländische Arztberichte, die nicht selten (so 

auch hier) weder eine erforderliche interdisziplinäre Gesamtbeurteilung 

enthalten noch in Kenntnis sämtlicher Vorakten und der spezifischen ver-

sicherungsmedizinischen Anforderungen der Invalidenversicherung ver-

fasst werden, häufig vorkommen. Daher und aufgrund dessen, dass auf-

grund der Aktenlage nur eine sehr rudimentäre Beurteilung des Gesund-

heitszustands und der funktionellen Leistungsfähigkeit des Beschwerde-

führers erfolgen konnte, ist die Angelegenheit zur Vornahme einer polydis-

ziplinären Begutachtung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

6.5 Die Beschwerde ist demnach insoweit gutzuheissen, als die angefoch-

tene Verfügung vom 12. Juli 2016 aufzuheben ist und die Akten im Sinne 

der Erwägungen zur Durchführung weiterer Abklärungen und anschlies-

sendem Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen 

sind. 

7.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine 

Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führenden Par-

tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwerde-

führer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der Vorinstanz werden eben-

falls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

7.2 Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die 

von der Vorinstanz zu leisten ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da keine 

Kostennote eingereicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten 

festzusetzen (14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des gebo-

tenen und aktenkundigen Aufwandes wird die Parteientschädigung (inkl. 

Auslagenersatz, exkl. MWSt) auf Fr. 2'800.- festgelegt (Art. 10 VGKE). 

 

C-5613/2016 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die Verfü-

gung vom 12. Juli 2016 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen wird, damit sie die erforderlichen zusätzlichen Abklärungen 

und Beurteilungen im Sinne von Ziff. 6.1 bis 6.4 der Erwägungen vornehme 

und anschliessend neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.- zu-

gesprochen, die nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils von 

der Vorinstanz zu leisten ist. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David Weiss Roland Hochreutener 

 

  

 

(Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen). 

C-5613/2016 

Seite 24 

 
Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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