# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 450c9e71-1941-5492-8a4b-e41e6e4acb2d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 02.09.2008 S 2008 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_S-2008-55_2008-09-02.pdf

## Full Text

S 08 55 und 56

1. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. September 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Schadenersatz nach AHVG

1. a) Die Aktiengesellschaft … AG (nachfolgend …) wurde am 29. März 1983 ins 

Handelsregister des Kantons Graubünden eingetragen. Gemäss den 

Tagebucheinträgen des Handelsregisters waren … vom 29. März 1983 bis 

28. Januar 1997 Präsidentin des Verwaltungsrates bzw. vom 29. Januar 1997 

bis am 20. Juli 2004 Mitglied des Verwaltungsrates und … vom 29. Januar 

1997 bis zum 20. Juli 2004 Präsident des Verwaltungsrates. Die … war bis 

zum Zeitpunkt ihrer Löschung, welche am 20. Juli 2004 erfolgte, der AHV-

Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend Ausgleichskasse) 

angeschlossen. 

b) Die … wurde in den Jahren 2002 und 2003 durch die Ausgleichskasse 

wiederholt betrieben. Gemäss Beitragsübersicht der Ausgleichskasse vom 

11. April 2006 beliefen sich die offenen Beiträge für das Jahr 2002 inkl. 

Mahngebühren, Verzugs- und Vergütungszinsen sowie Betreibungskosten 

auf Fr. 18'156.00. Davon wurden am 21. November 2002 Fr. 9'850.70 durch 

Postüberweisung bezahlt, Fr. 8'305.30 blieben ausstehend. Nach Erhalt eines 

weiteren Zahlungsbefehls im April 2003 deponierte die … ihre Bilanz beim 

Bezirksgericht …, welches am 8. April 2003 über die genannte Gesellschaft 

den Konkurs eröffnete. Mit Schreiben vom 9. April 2003 benachrichtigte das 

Betreibungsamt … die Ausgleichskasse darüber, dass sie dem am 8. April 

2003 eingereichten Fortsetzungsbegehren nicht Folge leisten könne, da über 

die Schuldnerin der Konkurs eröffnet worden sei. Am 4./5. September 2003 

erschien die vorläufige Konkursanzeige betreffend … im kantonalen Amtsblatt 

(KAB) resp. im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB). Mit Einschreiben 

vom 6. September 2003 wurde die Ausgleichskasse davon in Kenntnis 

gesetzt, dass über die … der Konkurs eröffnet wurde und dass eine 

schriftliche Orientierung über das weitere Verfahren folgen werde. Am 25. 

September 2003 erschien im SHAB, am 9. Oktober 2003 im KAB die 

Mitteilung, dass die … gemäss Konkurserkenntnis durch Konkurs aufgelöst 

werde. Nachdem das Konkursverfahren mit Verfügung des Konkursrichters 

vom 13. Februar 2004 mangels Aktiven eingestellt wurde, verlangte ein 

Gläubiger die Durchführung des Konkurses im summarischen Verfahren und 

leistete eine entsprechende Kostengutsprache. Mit Publikation im KAB vom 

18. März 2004 resp. im SHAB vom 19. März 2004 wurden die Gläubiger der 

… aufgefordert, innert der Eingabefrist ihre Forderungen oder Ansprüche 

unter Beilage der Beweismittel an das Konkursamt des Bezirksgerichts … 

einzugeben. Die Publikation der definitiven Einstellung des Konkurses 

mangels Aktiven erfolgte am 25. März 2004 im SHAB und am 1. April 2004 im 

KAB. Mit Schreiben vom 26. März 2004 wurde die Augleichskasse darüber 

orientiert, dass ein Gläubiger die Durchführung des Konkurses im 

summarischen Verfahren gefordert habe. In der Folge reichte die 

Ausgleichskasse am 16. April 2004 ihre Forderung für offene 

Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 8'305.30 gegenüber der 

konkursiten Gesellschaft ein. Die … wurde in der Folge am 20. Juli 2004 von 

Amtes wegen gelöscht. Mit Einschreiben vom 26. Juli 2004 gab das 

Konkursamt … der Ausgleichskasse die Auflage des Kollokationsplanes und 

des Inventars bekannt. Am 22. September 2005 erklärte der Konkursrichter 

des Bezirksgerichts … das Konkursverfahren als geschlossen (SHAB vom 26. 

Juli 2004).

c) Infolge Zahlungsunfähigkeit resp. Konkurses konnten die Forderungen der 

Ausgleichskasse gegenüber der … nicht beglichen werden, woraufhin die 

Ausgleichskasse von … resp. … mit Verfügungen vom 11. April 2006 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 8'305.30 für entgangene 

Sozialversicherungsbeiträge samt Zinsen und Kosten forderte.

d) Dagegen liessen sowohl … als auch … am 5. Mai 2006 Einsprache erheben, 

welche mit Entscheiden vom 3. April 2008 abgewiesen wurden.  

2. Dagegen liessen … (S 08 56) und … (S 08 55) am 24. April 2008 form- und 

fristgerecht separat Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht 

erheben und beantragten, dass die Einspracheentscheide der 

Ausgleichskasse vom 3. April 2008 und die Schadenersatzverfügungen vom 

11. April 2006 aufzuheben seien. In ihren Begründungen brachten sie vor, 

dass die Schadenersatzforderung verjähre, wenn sie nicht innert zwei Jahren 

seit Kenntnis des Schadens durch Erlass einer Schadenersatzverfügung 

geltend gemacht werde. Wie die Ausgleichskasse korrekt festgehalten habe, 

sei für den Beginn der Frist nicht ein bestimmtes Stadium eines Konkurs- oder 

Nachlassverfahrens entscheidend, sondern einzig der Zeitpunkt, ab welchem 

die Ausgleichskasse unter Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit 

hätte erkennen müssen, dass die tatsächlichen Begebenheiten nicht mehr 

erlauben würden, die Beiträge einzufordern, wohl aber eine 

Schadenersatzpflicht begründen könnten. Der Schaden gelte mithin als 

eingetreten, sobald die Beiträge nicht mehr im ordentlichen Verfahren 

erhoben werden könnten, also wenn beispielsweise der Konkurs eröffnet oder 

ein definitiver Verlustschein ausgestellt worden sei. Gemäss Gerichtspraxis 

könne die Kenntnis des Schadenseintritts zwar mit derjenigen vom Schluss 

des Konkursverfahrens zusammenfallen, wie das bei der Einstellung des 

Konkurses mangels Aktiven der Fall sei. Wenn hingegen der Verlust der 

Beitragsforderung bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit bereits 

vorher feststellbar gewesen sei, wie z.B. bei Erhalt des Verlustscheines, sei 

dies nicht notwendigerweise so. Sowohl in den Schadenersatzverfügungen 

wie auch in den Einspracheentscheiden stelle die Beschwerdegegnerin in 

nicht nachvollziehbarer Weise auf die Zustellung des Kollokationsplanes ab. 

Dies sei insoweit erstaunlich, als aufgrund des Kollokationsplanes gar nicht 

festgestellt werden könne, ob allenfalls Aktiven vorhanden seien, um einen 

allfälligen Schaden zu decken. Vielmehr stelle schon die Einstellung des 

Konkurses mangels Aktiven einen genügenden Grund dar, um annehmen zu 

müssen, dass der Ausgleichskasse ein Schaden entstehe. Vorliegend sei die 

Verfügung des Konkursrichters des Bezirkes … vom 13. Februar 2004 

betreffend Einstellung des Konkurses mangels Aktiven am 25. März 2004 im 

SHAB publiziert worden. Selbst wenn die Beschwerdegegnerin sich auf den 

Standpunkt stellen sollte, dass sie sich dieses Wissen nicht anrechnen lassen 

müsse, so ergebe sich aus dem Bestätigungsschreiben des Konkursamtes … 

vom 16. April 2008 unzweifelhaft, dass auch der Beschwerdegegnerin mit 

Zuschrift vom 26. März 2004 die Einstellung des Konkurses mangels Aktiven 

zur Kenntnis gebracht worden sei. Aus diesem Grund habe die 

Beschwerdegegnerin auch ihre Forderung am 19. April 2004 im Konkurs 

eingereicht, was bedeute, dass sie spätestens am 27. März 2004 Kenntnis 

vom Schaden gehabt habe. Folglich seien die Schadenersatzverfügungen 

gegen die Organe der konkursiten Gesellschaft am 11. April 2006 mehr als 

zwei Jahre nach Kenntnis des Schadens erlassen worden. Die 

Schadenersatzforderung sei daher verjährt, weshalb die 

Schadenersatzverfügungen wie auch die Einspracheentscheide aufzuheben 

seien. 

3. In ihren Vernehmlassungen beantragte die Ausgleichskasse die Abweisung 

der Beschwerden und verwies bezüglich der Begründung ihres Antrages auf 

die Einspracheentscheide vom 3. April 2008, an welchen sie vollumfänglich 

festhalte. Zur Verjährung der Schadenersatzforderung führte sie aus, dass 

sich die Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellen würden, dass im 

vorliegenden Fall schon die Einstellung des Konkurses mangels Aktiven vom 

13. Februar 2004, worüber die Beschwerdegegnerin unbestritten bereits am 

19. Februar 2004 orientiert worden sei, einen genügenden Grund darstellen 

würde, um annehmen zu müssen, dass der Beschwerdegegnerin ein 

Schaden entstehen werde. Diesem Standpunkt könne nicht gefolgt werden. 

Im Falle eines Konkurses habe die Kasse nicht notwendigerweise erst 

Kenntnis des Schadens, wenn sie in die Verteilungsliste und Schlussrechnung 

des Konkursamtes oder des Liquidators Einsicht nehmen könne oder einen 

Verlustschein erhalte; denn wer im Rahmen solcher Verfahren einen Verlust 

erleide und auf Ersatz klagen wolle, habe in der Regel bereits dann 

ausreichend Kenntnis des Schadens, wenn die Kollokation der Forderung 

eröffnet bzw. der Kollokationsplan zur Einsicht aufgelegt werde. In diesem 

Zeitpunkt würde der Gläubiger im Allgemeinen in der Lage sein, den Stand 

der Aktiven, die Kollokation seiner Forderung und die voraussichtliche 

Dividende zu kennen. Könne die Ausgleichskasse im Zeitpunkt der Auflegung 

des Kollokationsplanes und des Inventars die Schadenhöhe infolge 

ungewisser Konkursdividende nicht bzw. nicht annähernd genau ermitteln, so 

sei die Schadenersatzverfügung derart auszugestalten, dass die Belangten 

zum Ersatz des ganzen, der Ausgleichskasse entgangenen Betrages gegen 

Abtretung einer allfälligen Konkursdividende verpflichtet würden. Vor der 

Auflage des Kollokationsplanes und des Inventars bestehe, nach Auffassung 

des Gerichts, für die Ausgleichskasse keine Notwendigkeit, eine 

Schadenersatzverfügung gegen Abtretung einer allfälligen Konkursdividende 

im Sinne eines vorsorglichen Vorgehens zu erlassen. Die Anordnung des 

summarischen Konkursverfahrens begründe noch keine Kenntnis des 

Schadens und bei Einstellung des Konkurses mangels Aktiven falle die 

Kenntnis des Schadenseintritts erst mit dem Schluss des Konkursverfahrens 

zusammen. Nachdem der Konkursrichter des Bezirksgerichts … mit 

Verfügung vom 13. Februar 2004 im vorliegenden Fall entschieden habe, 

dass das Konkursverfahren eingestellt werde, sofern nicht ein Gläubiger bis 

zum 1. März 2004 die Durchführung des Konkurses verlange und gleichzeitig 

zur Deckung der Kosten des summarischen Konkursverfahrens einen 

Kostenvorschuss von Fr. 4'000.00 leiste, habe ein Gläubiger die 

Durchführung des Konkurses im summarischen Verfahren gemäss Art. 231 

SchKG verlangt und entsprechende Kostengutsprache geleistet. Weshalb sie 

bereits zu diesem Zeitpunkt, unter Beachtung der ihr zumutbaren 

Aufmerksamkeit, hätte erkennen müssen, dass die tatsächlichen 

Gegebenheiten nicht mehr erlauben würden, die Beiträge einzufordern, sei 

entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar. In 

diesem Zeitpunkt sei sie offensichtlich noch nicht in der Lage gewesen, die 

Realisierbarkeit ihrer Forderung zu beurteilen. Dies gelte umso mehr, als dass 

Forderungen gemäss Art. 219 SchKG in der 2. Klasse privilegiert seien. Erst 

am 2. August 2004, als die Kollokation der Forderungen eröffnet bzw. der 

Kollokationsplan zur Einsicht aufgelegt worden sei, habe sie, unter Beachtung 

der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit, erkennen können, dass die tatsächlichen 

Gegebenheiten wohl nicht mehr erlauben würden, die Beiträge einzufordern. 

Frühestens zu jenem Zeitpunkt sei sie in der Lage gewesen, den Stand der 

Aktiven, die Kollokation ihrer Forderungen und die voraussichtliche Dividende 

zu erkennen und die Realisierbarkeit der am 16. April 2004 eingegebenen 

Forderung zu beurteilen. Nach dem Gesagten habe sie frühestens ab dem 2. 

August 2004 ausreichend Kenntnis des Schadens gehabt, weshalb die 

Schadenersatzforderung daher nicht verjährt sei. 

4. Die Beschwerdeführer lassen in ihren Repliken vorbringen, dass der Konkurs 

mit Verfügung des Konkursrichters vom 13. Februar 2004 mangels Aktiven 

eingestellt worden sei. Der Konkursrichter habe festgestellt, dass die 

vorhandenen Aktiven nicht einmal ausreichen würden, um die 

Verfahrenskosten zu decken. Selbst wenn ein Gläubiger einen 

Kostenvorschuss geleistet habe, sei schon mit dem Einstellungsentscheid klar 

gewesen, dass die Forderung der Beschwerdegegnerin über Fr. 8'305.30 in 

der 2. Klasse nicht vollumfänglich gedeckt werden könnte, selbst wenn sie als 

Gläubigerin vorweg entschädigt werden würde. Wären Aktiven in diesem 

Umfang vorhanden gewesen, wäre es nicht zu einer Einstellungsverfügung 

gekommen. Die Beschwerdegegnerin hätte aufgrund der Forderungshöhe 

bereits im Zeitpunkt der Einstellungsverfügung erkennen können und müssen, 

dass ein Verlust resultieren würde. Im Weiteren halte die 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort fest, dass bei Ungewissheit 

der Höhe des Ausfalles die Schadenersatzverfügung derart auszugestalten 

sei, dass die Belangten zum Ersatz des ganzen der Ausgleichskasse 

entgangenen Betrages gegen Abtretung einer allfälligen Konkursdividende 

verpflichtet würden. Wohl verweise sie auf die Gerichtspraxis, wonach vor 

Auflage des Kollokationsplanes keine Schadenersatzverfügung vorsorglich zu 

ergehen habe. Wie bereits dargestellt, sei vorliegend entscheidend, dass 

bereits vor Durchführung des summarischen Konkursverfahrens offensichtlich 

geworden sei, dass die Aktiven nicht einmal ausreichen würden, um die 

Verfahrenskosten zu decken. Zusammenfassend könne daher festgehalten 

werden, dass ein Schaden entstanden sei. Die genaue Bezifferung des 

Schadens werde für die Kenntnisnahme desselben nicht vorausgesetzt, 

weshalb im Zeitpunkt der Zustellung der Schadenersatzverfügungen vom 11. 

April 2006 die Forderung bereits verjährt gewesen sei. 

5. Mit Schreiben vom 2. Juli 2008 an das Verwaltungsgericht erklärte die 

Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf das Einreichen einer Duplik.

Auf weitere Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bilden die 

Einspracheentscheide der Ausgleichskasse vom 3. April 2008 bzw. die diesen 

zugrunde liegenden Verfügungen vom 11. April 2006. Nachfolgend ist zu 

prüfen, ob die Ausgleichkasse den Schadenersatz für entgangene 

Sozialversicherungsbeiträge bei den Beschwerdeführern zu Recht geltend 

gemacht hat. 

2. a) Gemäss Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) hat die Arbeitgeberin oder 

der Arbeitgeber denjenigen Schaden zu ersetzen, der durch absichtliche oder 

grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der AHV verursacht wurde. 

Dabei wird vorausgesetzt, dass ein Schaden eintritt, zwischen der 

Missachtung oder Verletzung von Vorschriften und dem Schaden ein 

Kausalzusammenhang besteht und ein Verschulden im Sinne von Absicht 

oder Fahrlässigkeit vorliegt. Gemäss Art. 52 Abs. 3 Satz 1 AHVG verjährt der 

Schadenersatzanspruch zwei Jahre nachdem die zuständige 

Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, jedenfalls aber fünf 

Jahre nach Eintritt des Schadens. Dabei wird der Zeitpunkt der 

Konkurseröffnung über den Arbeitgeber mit dem Schadenseintritt 

gleichgesetzt (BGE 123 V 12). Die Schadenskenntnis ist in der Regel von dem 

Zeitpunkt an gegeben, in welchem die Ausgleichskasse unter Beachtung der 

ihr zumutbaren Aufmerksamkeit erkennen muss, dass die tatsächlichen 

Gegebenheiten es nicht mehr erlauben, die Beiträge einzufordern, wohl aber 

eine Schadenersatzpflicht begründen können (BGE 112 V 8 E. 4d). 

Voraussetzung für die ausreichende Schadenskenntnis ist, dass die 

Ausgleichskasse alle tatsächlichen Umstände über die Existenz, die 

Beschaffenheit und die wesentlichen Merkmale des Schadens kennt (BGE 

116 V 76 E. 9b). Da die ausstehende Beitragsforderung Grundlage für die 

Höhe des Schadens bildet, kann die Schadenskenntnis erst angenommen 

werden, sobald die Ausgleichskasse in der Lage ist, die Höhe der 

Beitragsforderung zu beziffern (BGE 128 V 12 E. 5a). Diese darf jedoch nicht 

zuwarten, bis sie das absolut genaue Ausmass ihres Verlustscheins kennt; 

die zumutbare Kenntnis eines bezifferbaren Schadens genügt (BGE 126 V 

451 E. 2a). 

b) Reicht die Konkursmasse vermutungsweise nicht aus, um die Kosten des 

summarischen Verfahrens zu decken, wird das Konkursverfahren mangels 

Aktiven eingestellt (Art. 230 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und 

Konkurs [SchKG; SR 281.1]) und es erfolgt ein Aufruf an die Gläubiger bzw. 

eine Publikation des Entscheides im SHAB oder KAB. Dadurch wird auf die 

mögliche Zahlungsunfähigkeit und folglich auf das erhöhte Verlustrisiko 

hingewiesen. Unter solchen Umständen muss von der Augleichskasse 

verlangt werden, dass sie von sich aus entsprechende Informationen einholt, 

um ihr Verlustrisiko einzuschätzen und die zur Wahrung der Ansprüche 

notwendigen Schritte unternehmen zu können. In diesem Fall wird die 

Kenntnis des Schadens im Zeitpunkt der Publikation des entsprechenden 

Beschlusses des Konkursrichters (Art. 230 Abs. 2 Satz 1 SchKG) im SHAB 

angenommen (BGE 129 V 195). Dies gilt auch dann, wenn ein Gläubiger nach 

der Publikation der Verfahrenseinstellung die für die Durchführung des 

Konkursverfahrens erforderlichen Mittel als Kostensicherheit gemäss Art. 230 

Abs. 2 Satz 2 SchKG leistet (BGE 128 V 14). 

c) Führt man sich den Ablauf eines Konkursverfahrens mit Einstellung mangels 

Aktiven vor Augen, so wird klar, weshalb die zumutbare Kenntnisnahme des 

Schadens an den Zeitpunkt der Publikation des Einstellungsbeschlusses zu 

knüpfen ist. Zuerst wird nach der Konkurseröffnung über das zur 

Konkursmasse gehörende Vermögen ein Inventar aufgenommen (Art. 221 

SchKG). Der Zweck des Inventars liegt darin, sich einen Überblick über das 

zur Konkursmasse gehörende Vermögen zu verschaffen, das Vermögen zu 

sichern und eine Grundlage für den Entscheid bezüglich des weiteren 

Verfahrens zu schaffen (Urs Lustenberger, in: Staehelin/Bauer/Staehelin 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 

Basel 1998, N 6 zu Art. 221 SchKG). Wird kein in die Masse gehörendes 

Vermögen vorgefunden oder reicht die Konkursmasse nicht aus, um die 

Kosten für ein summarisches Verfahren zu decken, so stellt das 

Konkursgericht das Verfahren mangels Aktiven ein. Im Zeitpunkt des 

Einstellungsbeschlusses existiert somit ein gerichtlich überprüfbares Inventar, 

welches darlegt, dass sogar für die Durchführung des summarischen 

Verfahrens zu wenige Vermögenswerte vorhanden sind. Die Ausgleichskasse 

kann folglich im Zeitpunkt der Publikation des Einstellungsbeschlusses 

realistischerweise davon ausgehen, dass bei Durchführung des Konkurses 

ihre Beitragsforderung nicht gedeckt wird. Das Vertrauen darauf, dass im 

Falle einer Bevorschussung durch einen Gläubiger weitere, zur 

Konkursmasse gehörende Vermögenswerte zum Vorschein kommen und so 

die offenen Forderungen gedeckt werden könnten, ist daher wenig sinnvoll. 

Die zumutbare Kenntnis des Schadens fällt folglich in der Regel mit der 

Einstellung des Konkurses mangels Aktiven zusammen, unabhängig davon, 

ob allenfalls in der Folge das summarische oder das ordentliche 

Konkursverfahren durchgeführt wird (BGE 128 V 10 E. 5c). 

d) Im vorliegenden Fall ist die Schadenersatzforderung der Ausgleichkasse 

anlässlich der Konkurseröffnung über die …, d.h. am 8. April 2003 entstanden. 

Die letzte Beitragszahlung an die Ausgleichskasse erfolgte am 21. November 

2002; den Restbetrag von Fr. 8'305.30 blieb die … schuldig. Im Zeitpunkt der 

Konkurseröffnung war die Ausgleichskasse somit unbestrittenermassen in der 

Lage, die Höhe der Schadenersatzforderung gegenüber der … zu bestimmen. 

Bereits am 9. April 2003 erhielt die Ausgleichskasse von der 

Konkurseröffnung Kenntnis, indem sie vom Betreibungsamt … schriftlich 

darüber informiert wurde, dass dem Fortsetzungsbegehren wegen 

Konkurseröffnung nicht Folge geleistet werden könne. Mit Einschreiben des 

Konkursamtes des Bezirks … vom 6. September 2003 wurde der 

Ausgleichskasse offiziell mitgeteilt, dass über die … der Konkurs eröffnet 

worden sei und dass Informationen bezüglich des weiteren Verfahrens folgen 

würden. Am 25. September 2003 erfolgte zudem im SHAB resp. am 9. 

Oktober 2003 im KAB die Mitteilung, die … werde gemäss Konkurserkenntnis 

des Konkursrichters durch Konkurs aufgelöst. Mit Verfügung des 

Konkursrichters vom 13. Februar 2004 wurde das Konkursverfahren über die 

… mangels Aktiven eingestellt. 

e) Die Verfügung über die Einstellung des Konkurses mangels Aktiven wurde 

am 25. März 2004 im SHAB publiziert. Die Ausgleichkasse musste sich somit 

spätestens im Zeitpunkt dieser Publikation bewusst sein, dass auch die 

privilegierten Forderungen durch die Aktiven nicht gedeckt sein würden. In 

Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit hätte sie deshalb spätestens 

im März 2004 erkennen müssen, dass ihr aus der Vernachlässigung der 

Beitragszahlungspflichten der … ein Schaden entstehen werde. Der von der 

Ausgleichskasse erst am 11. April 2006 gegenüber den Beschwerdeführern 

geltend gemachte Schadenersatzanspruch betreffend die entgangenen 

Sozialversicherungsbeiträge war folglich verjährt. Die vorliegenden 

Beschwerden sind daher gutzuheissen und die angefochtenen 

Einspracheentscheide resp. die diesen zugrunde liegenden Verfügungen 

wegen eingetretener Verjährung aufzuheben. 

3. a) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren in sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten 

gemäss Art. 61 lit. a ATSG - ausser bei leichtsinniger und mutwilliger 

Prozessführung - grundsätzlich kostenlos ist. 

b) Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, AHV-

Ausgleichskasse hat die obsiegenden Beschwerdeführer aussergerichtlich mit 

Fr. 2'247.60 (inkl. MWST) zu entschädigen (Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerden werden gutgeheissen und die angefochtenen 

Einspracheentscheide samt den ihnen zugrunde liegenden Verfügungen 

aufgehoben. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, AHV-

Ausgleichskasse hat die Beschwerdeführer aussergerichtlich mit insgesamt Fr. 

2'247.60 (inkl. MWST) zu entschädigen.