# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ee01c2e-58aa-544d-9e48-5cf1d0245a58
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.03.2014 D-141/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-141-2014_2014-03-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-141/2014/was 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Bendicht Tellenbach, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;  

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Eritrea,  

vertreten durch B._______, 

(…) 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 10. Dezember 2013 / N_________ 

 

 

D-141/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Eingabe vom 26. Juli 2012 stellte die mit Vollmacht vom 18. Juli 2012 

als Rechtsvertreterin mandatierte, in der Schweiz weilende Schwester 

B._______ des Beschwerdeführers in dessen Namen beim BFM ein Ge-

such um Einreisebewilligung zwecks Durchführung eines Asylverfahrens. 

Die Eingabe enthielt ein vom Beschwerdeführer nicht eigenhändig unter-

zeichnetes Schreiben, worin dieser seine Verfolgungssituation erörtert. 

Anhand eines selbst erstellten Fragekataloges wurden im Weiteren er-

gänzende Angaben zur geltend gemachten Verfolgungssituation des Be-

schwerdeführers gemacht.  

B.  

Mit ergänzender Eingabe vom 12. September 2012 reichte die Rechtsver-

treterin ein als C._______ bezeichnetes Dokument in Kopie ein.  

C.  

Mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 teilte das BFM der Rechtsvertreterin 

mit, dass gemäss Mitteilung der Schweizer Botschaft in Khartum vom 

23. März 2010 eine Befragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, struk-

turellen und organisatorischen Gründen nicht möglich sei, weshalb von 

einer solchen abgesehen werde. Gleichzeitig ersuchte das BFM den Be-

schwerdeführer zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachver-

halts um Beantwortung konkreter Fragen zu Familienangehörigen und 

Verwandten in Drittstaaten, den Asylgründen und zum Aufenthalt im Su-

dan (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.4 S. 364 f.). Im Weiteren stellte das BFM 

fest, es liege zwar eine Willensäusserung des Beschwerdeführers vor, in-

dessen sei diese nicht von ihm unterzeichnet, weshalb der Beschwerde-

führer aufzufordern sei, entweder die bereits vorliegende Willensäusse-

rung oder das Antwortschreiben zum Fragenkatalog zu unterschreiben.  

D.  

Mit eigenhändig unterzeichneter Stellungnahme vom 21. November 2013 

beantwortete der Beschwerdeführer das Schreiben des BFM vom 18. Ok-

tober 2013. 

E.  

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, im Jahre 2008 

habe er sein Studium in Ingenieurwesen in D._______  begonnen. Am 

21. März 2008 sei sein Bruder E.______ (N_______) aus einem Strafla-

ger in der Nähe von F.________ entwichen und habe mit seiner Hilfe in 

D-141/2014 

Seite 3 

den Sudan flüchten können. Wegen der Flucht seines Bruders sei er am 

11. April 2008 an der Universität von eritreischen Soldaten verhaftet, in-

haftiert und gefoltert worden. Am 5. Januar 2011 sei ihm zusammen mit 

Freunden die Flucht aus dem Haftlager gelungen und er sei in der Folge 

am 18. April 2011 ebenfalls in den Sudan gelangt. Aus Furcht vor eritrei-

schen Spionen hätten er und sein Bruder sich nicht vom UNHCR als 

Flüchtlinge registrieren lassen und seien nach G._________ gereist. Als 

nach sechs Monaten zwei Freunde mutmasslich von Angehörigen der 

eritreischen Regierung entführt worden seien, habe er sich nach Libyen 

begeben, jedoch hätten die Schmuggler ihn und weitere dreissig Perso-

nen auf dem Weg dorthin in der Nähe einer Stadt ausgeladen und fünf 

bewaffnete Männer hätten sie alle als Sklaven an einen Plantagenbesit-

zer verkauft. Nach fünf Monaten Zwangsarbeit habe er mit Hilfe eines Li-

byers in den Sudan zurückkehren können. Zurzeit lebe er mit seinem 

Bruder E._______ in Khartum. Sie fürchteten sich vor einer Deportation 

nach Eritrea, weil viele Eritreer und einige seiner Freunde von Men-

schenhändlern entführt worden seien.  

F.  

Mit Verfügung vom 10. Dezember 2013 – eröffnet am 11. Dezember 

2013 – verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die 

Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab. Zur Begründung führte das 

BFM im Wesentlichen aus, die Schilderungen des Beschwerdeführers 

liessen darauf schliessen, dass dieser ernstzunehmende Schwierigkeiten 

mit den eritreischen Behörden habe. Im Folgenden sei zu prüfen, ob einer 

Asylgewährung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von aArt. 52 

Abs. 2 AsylG entgegenstehe, wonach einer Person das Asyl verweigert 

werden könne, wenn ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen 

Staat um Aufnahme zu bemühen. Zwar – so das BFM – sei die Lage der 

eritreischen Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan angesichts deren An-

zahl nicht einfach. Die zahlreichen eritreischen Flüchtlinge im Sudan ver-

fügten nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land, sondern 

würden nach ihrer Registrierung einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie 

sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhielten. Indessen be-

stünden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, dass dem Be-

schwerdeführer ein weiterer Verbleib im Sudan nicht zumutbar wäre. Er 

habe die Möglichkeit, beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, sollte seine 

Situation tatsächlich kritisch sein. Die Befürchtung, nach Eritrea deportiert 

zu werden, werde als unbegründet erachtet, verfüge er doch über kein 

geeignetes Risikoprofil, das eine Befürchtung vor einer Verschleppung 

nach Eritrea objektiv begründen könnte. Daher sei es ihm zuzumuten, 

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sich weiterhin dort aufzuhalten, zumal eine schwierige Lebenssituation al-

lein keinen Grund für eine Einreisebewilligung darstelle. Zwar verfüge der 

Beschwerdeführer mit seiner in der Schweiz lebenden Schwester über ei-

nen Anknüpfungspunkt zur Schweiz, indessen sei dieser nicht derart ge-

wichtig, dass dadurch die vorangegangenen Feststellungen umgestossen 

würden. Daher benötige er den zusätzlichen subsidiären Schutz der 

Schweiz gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht, und es sei ihm zuzumuten, 

im Sudan zu verbleiben.  

G.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 10. Januar 2013 erhob der Be-

schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und ersuch-

te in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensge-

setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021).  

Unter Einreichung eines – am 6. Januar 2014 bei der Rechtsvertreterin 

eingelangten – Schreibens des Beschwerdeführers wurde geltend ge-

macht, der Beschwerdeführer und sein Bruder E.________ seien am 

24. November 2013 im Sudan unter dem Vorwand, zu einem neuen Ar-

beitsort gebracht zu werden, zusammen mit anderen von unbekannten 

Männern zwecks Lösegeldforderung entführt worden. Am 28. November 

2013 sei dem Beschwerdeführer zusammen mit anderen die Flucht ge-

lungen und er habe sich nach Äthiopien begeben, wo er sich zurzeit mit 

gesundheitlichen Schwierigkeiten aufhalte. Wo sich sein Bruder 

E._______ befinde, wisse er nicht.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. Januar 2014 stellte der zuständige In-

struktionsrichter fest, dass die Beschwerde keine Unterschrift enthalte, 

und forderte die Rechtsvertreterin unter Androhung des Nichteintretens 

im Unterlassungsfall zur Verbesserung auf. Dieser Aufforderung kam die 

Rechtsvertreterin fristgerecht nach. 

  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 (VwVG). Das BFM gehört zu den Behör-

den nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwal-

tungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht zutrifft – bei 

Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. c 

Ziff.  1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-

derung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die 

frist- und – nach erfolgter Beschwerdeverbesserung – formgerecht vorlie-

gende Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht sowie die unrichti-

ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Da es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, ist der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

4.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

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Seite 6 

5.  

Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (alt 

Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung 

anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisherigen 

Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. 

6.  

6.1 Wird ein Asylgesuch im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung 

gestellt, so führt diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine 

Befragung durch und überweist das Gesuch anschliessend an das BFM 

(vgl. dazu alt Art. 19 und Art. 20 Abs. 1 AsylG sowie Art. 10 Abs. 1 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, 

SR 142.311]). Ist die Durchführung einer Befragung nicht möglich, so wird 

die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgrün-

de schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1).  

6.2 Nach alt Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG ist die Einreise in die Schweiz zu 

bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit 

aus einem Grund nach Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst im 

Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, oder 

aber wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein 

weiterer Aufenthalt im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise 

in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint. 

6.3 Vorliegend wurde auf eine Befragung durch die Botschaft mangels 

entsprechender Kapazitäten der schweizerischen Botschaft in Khartum 

verzichtet und dem Beschwerdeführer – zwecks Wahrung des rechtlichen 

Gehörs – ein schriftlicher Fragekatalog zugestellt. Vor dem Hintergrund 

der massgeblichen Praxis zur Behandlung von Asylgesuchen aus dem 

Ausland und Einreisebewilligung sowie unter Berücksichtigung der Akten-

lage ist festzustellen, dass im vorliegenden Verfahren auf eine Befragung 

verzichtet werden durfte, und dass mit der Einladung zur Stellungnahme 

den massgeblichen verfahrensrechtlichen Anforderungen Genüge getan 

wurde (vgl. dazu BVGE 2007/30, insbes. E. 5.6 f.) 

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Seite 7 

6.4 Gemäss Art. 3 AsylG wird ein Ausländer als Flüchtling anerkannt, 

wenn er in seinem Heimatstaat oder im Land, wo er zuletzt wohnte, we-

gen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Anschauungen ernst-

haften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen 

Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten na-

mentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnah-

men, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauen-

spezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

6.5 Hält sich die asylsuchende Person – wie im vorliegenden Fall – in ei-

nem Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihr auch 

zuzumuten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen 

Fall ist aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffen-

de Person habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz ge-

funden, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und der Ver-

weigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien 

zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar er-

scheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur 

Schweiz abzuwägen (vgl. BVGE 2011/10). 

6.6 Zunächst ist auf das auf Beschwerdeebene geltend gemachte Vor-

bringen einzugehen, wonach der Beschwerdeführer nach einer zwischen-

zeitlichen Geiselnahme im Sudan vom November 2013 nach seiner Be-

freiung nach Äthiopien geflohen sei, wo er sich nun mit gesundheitlichen 

Schwierigkeiten aufhalte. Hierzu ist festzuhalten, dass es sich hierbei um 

blosse Behauptungen des Beschwerdeführers handelt, welche weder 

durch nähere Angaben noch Beweismittel gestützt werden. Auch erweckt 

der von der Rechtsvertreterin in deutscher Sprache wiedergegebene In-

halt des Schreibens, die Schilderung des Ablaufs der Entführung und der 

Flucht, einen wenig substanziierten und eher konstruierten Eindruck. Da-

her steht keineswegs fest, ob sich der Beschwerdeführer tatsächlich wie 

geltend gemacht nun in Äthiopien oder noch immer im Sudan aufhält. 

Diese Frage bedarf aus nachfolgenden Gründen nicht abschliessender 

Beurteilung.  

6.7 Sollte sich der Beschwerdeführer weiterhin in Khartum aufhalten – 

womit sich dessen Behauptung, im Sudan entführt worden und nach sei-

ner Befreiung nach Äthiopien geflohen zu sein, als haltlos erweisen wür-

de – kann vollumfänglich auf die zu bestätigenden Erwägungen in der an-

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gefochtenen Verfügung verwiesen werden, auf die in der Beschwerde 

nicht näher eingegangen wird.   

Mit der Vorinstanz ist nämlich festzuhalten, dass der Beschwerdeführer, 

sollte er sich in Khartum nicht mehr hinreichend sicher fühlen und sich 

seine dortige sonstige Lebenssituation verschlechtern, über die Möglich-

keit verfügt, sich beim UNHCR als Flüchtling zu registrieren und sich in 

ein Flüchtlingslager des UNHCR zu begeben, wo seine Existenz hinrei-

chend gesichert sein dürfte. Die in diesem Zusammenhang geäusserten 

Befürchtungen vor einer Entführung aus einem UNHCR-Camp sind ange-

sichts der diesbezüglichen Situation vor Ort zwar nachvollziehbar. Das 

BFM hat jedoch in der angefochtenen Verfügung übereinstimmend mit 

der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts erwogen, gemäss gesicherten 

Erkenntnissen sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für 

Eritreer, die im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt sind, gering 

(vgl. statt vieler Urteil E-4417/2011 vom 9. Februar 2012 E. 6.5.3). Dem 

Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 5. Juli 2012 zu-

folge, der die Gefahr von Deportationen, Entführungen und Lösegelder-

pressungen von eritreischen Flüchtlingen im Sudan thematisiert und auf 

die schwierige Situation hinweist, kann ausserdem entnommen werden, 

dass insbesondere das UNHCR, die International Organisation for Migra-

tion (IOM) und die sudanesischen Behörden bestrebt sind, die Situation 

zu verbessern. Gleiches gilt für Bestrebungen hinsichtlich der Sicherheit 

in den Flüchtlingscamps (vgl. dazu insbesondere die Mitteilung des 

UNHCR vom 25. Januar 2013; "UNHCR concern at refugee kidnappings, 

disappearences in eastern Sudan"). Ferner weist der Beschwerdeführer 

kein Profil auf, welches ihn mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zum Ziel 

eines Entführungsversuchs machen würde. Auch vor diesem Hintergrund 

erscheint die blosse Behauptung des Beschwerdeführers, im Sudan Op-

fer einer Entführung geworden zu sein, als fraglich.  

6.8 Aber auch ausgehend von der Annahme, dass sich der Beschwerde-

führer wie geltend gemacht tatsächlich zurzeit in Äthiopien befinden soll-

te, ist an der Einschätzung festzuhalten, dass er den zusätzlichen subsi-

diären Schutz der Schweiz nicht bedarf. Die Sicherheitssituation für eritre-

ische Flüchtlinge in Äthiopien unterscheidet sich nämlich nicht wesentlich 

von derjenigen im Sudan und es sind keine konkreten Anhaltspunkte da-

für ersichtlich, dass es dem Beschwerdeführer nicht zuzumuten wäre, 

den in Äthiopien bestehenden Schutz in Anspruch zu nehmen. Nach dem 

Gesagten ist es dem Beschwerdeführer sowohl hinsichtlich dem Sudan 

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Seite 9 

als auch hinsichtlich Äthiopiens objektiv zumutbar, den dort bestehenden 

Schutz in Anspruch zu nehmen. 

6.9 Schliesslich kam das BFM zum Schluss, die Abwägung der Gesamt-

umstände und die Anknüpfung des Beschwerdeführers zur Schweiz, wel-

che durch die Person der Schwester geschaffen werde, führe nicht dazu, 

dass es gerade die Schweiz sein müsse, die ihm den Schutz zu gewäh-

ren habe. Dieser Einschätzung der Sachlage und der Feststellung, dass 

die durch die verwandtschaftliche Beziehung zu seiner Schwester beste-

hende Verbindung keine genügend enge Beziehungsnähe zur Schweiz 

darstelle, ist zuzustimmen. Auch in der Beschwerde fehlen Argumente, 

welche eine andere Sichtweise rechtfertigen würden.  

7. 

Der Beschwerdeführer vermochte insgesamt nicht aufzuzeigen, dass er 

auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen ist beziehungs-

weise ihm gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewähren 

muss. Der weitere Verbleib im Sudan beziehungsweise Äthiopien ist ihm 

nach dem Gesagten zuzumuten und die Vorinstanz hat ihm zu Recht die 

Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

8. 

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt rich-

tig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das BFM hat das 

Asylgesuch und das Gesuch um Einreise in die Schweiz zu Recht abge-

lehnt. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.  

9. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungs-

ökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine 

VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten. Bei dieser Sachlage wird das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG gegenstandslos. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das BFM. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli 

 

 

 

 

 

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