# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16216f26-1a59-59ee-94f8-9d9b92f7206e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2008 E-3227/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3227-2008_2008-05-23.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3227/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Markus König, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; 
Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

A._______, Nigeria,
vertreten durch Elio G. Baumann, (_______),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 7. Mai 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3227/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu-
folge am 27. November 2007 verliess und über Italien am 7. Januar 
2008 illegal in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nach-
suchte,

dass am 25. Januar 2008 im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel 
die summarische Befragung und am 10. April  2008 die Anhörung zu 
den Asylgründen durch das BFM stattfand,

dass der Beschwerdeführer dabei angab, sein Vater sei im C._______ 
Einwohner  zählenden  D._______  Chefpriester  eines  E._______ 
gewesen und am 7. November 2007 verstorben,

dass  der  zum  F._______  bekehrte  Beschwerdeführer  aufgefordert 
worden sei, die Aufgabe des Vaters weiterzuführen, was er verweigert 
habe,

dass die Dorfbewohner deswegen seine Mutter und seinen Bruder um-
gebracht und das Haus der Familie niedergebrannt hätten,

dass der Beschwerdeführer aus Furcht vor weiterer Verfolgung mit Hil-
fe eines Pastors ausser Landes geflohen sei,

dass das BFM mit  Verfügung vom 7. Mai  2008 – eröffnet am 8. Mai 
2008 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die  Wegweisung  des  Beschwereführers  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer  habe  ohne  entschuldbare  Gründe  keinerlei  Reise- 
oder Identitätspapiere abgegeben,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers unsubstanziiert, realitäts-
fremd und widersprüchlich seien und deshalb als unglaubhaft zu quali-
fizieren seien,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. Mai 2008 gegen die-
se Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
dabei sinngemäss die vollumfängliche Aufhebung der vorinstanzlichen 

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Verfügung unter Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, und eventuell 
"die  vorläufige  Aufnahme  zwecks  Beschaffung  rechtsgenüglicher 
Identitätspapiere" beantragte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 20. Mai 2008 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer prozessfähig und durch die angefochtene 
Verfügung berührt  ist,  ein  schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung beziehungsweise Änderung hat  und daher  zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de grundsätzlich auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auch mate-
riell zur Sache zu äussern hatte,

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Voll-
zugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  bei der am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Modifikation des 
Nichteintretenstatbestands  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  (und  Abs.  3) 
AsylG, auf welchen sich die hier angefochtene Verfügung stützt, daher 
die Besonderheit besteht,  dass das BFM im Rahmen einer summari-
schen  Prüfung  das  offenkundige  Nichterfüllen  der  Flüchtlingseigen-
schaft  im  Sinne  von Art.  3  AsylG und  das  offenkundige Fehlen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  hat  (vgl.  Art.  32 
Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb insoweit bei dagegen erhobenen 
Beschwerden auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bil-
det (vgl. Urteil BVGE 2007/8 E. 5),

dass  vorliegend  die  Nichtabgabe  von  Reisepapieren  im  Sinne  von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG innerhalb von 48 Stunden 
nach Einreichung des Asylgesuches unbestritten ist,

dass  in  der  Beschwerde  diesbezüglich  lediglich  vorgebracht  wird, 
Schwarzafrikaner strandeten bekanntlich beinahe täglich an den Küs-
ten Europas, und der Beschwerdeführer werde sich zwecks Beschaf-

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fung von Papieren mit seinen Angehörigen in der Heimat und mit der 
Botschaft G._______ in Verbindung setzen,

dass  das BFM in der angefochtenen Verfügung überzeugend auf die 
klaren  Unglaubhaftigkeitsindizien  bezüglich  der  protokollierten  Anga-
ben  des  Beschwerdeführers  zum  Fehlen  von  Identitätsdokumenten 
hingewiesen hat und an dieser Feststellung auch die Ausführungen in 
der Beschwerde offenkundig nichts zu ändern vermögen,

dass die Vorinstanz das Vorliegen entschuldbarer Gründe, die es dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 
48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs solche Dokumente ein-
zureichen, zu Recht verneint hat,

dass  die  Vorinstanz  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  mit 
überzeugender Begründung als völlig unglaubhaft qualifiziert  hat und 
es dem Beschwerdeführer offensichtlich nicht gelingt, diesen Erwägun-
gen in der Beschwerde Stichhaltiges entgegenzusetzen, soweit er sich 
mit den konkreten Unglaubhaftigkeitsargumenten des BFM überhaupt 
auseinandersetzt,

dass unter diesen Umständen zur Vermeidung unnötiger Wiederholun-
gen  im  Wesentlichen  auf  die  Begründung  der  angefochtenen  Verfü-
gung verwiesen (vgl. Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG und Art. 4 
VwVG) und festgestellt  werden kann,  dass  auch das Bundesverwal-
tungsgericht  die Vorbringen des Beschwerdeführers als  unsubstanzi-
iert, realitätsfremd und widersprüchlich und mithin als völlig unglaub-
haft qualifiziert,

dass  angesichts  der  widersprüchlichen,  lebensfremden  und   unlogi-
schen Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Identitätspapieren, 
zu den Umständen der Reise in die Schweiz und zu seinem familiären 
Umfeld einerseits und dem offensichtlichen Fehlen von Anstrengungen 
hinsichtlich  der  Beschaffung  von  Ausweisschriften  aus  dem Heimat-
staat  andererseits  auch die  vom Beschwerdeführer  behauptete  Min-
derjährigkeit nicht als glaubhaft zu qualifizieren ist (vgl. in diesem Zu-
sammenhang EMARK 2001 Nr. 22 S. 182 f.),

dass bei dieser klaren Aktenlage vorliegend offensichtlich auch keine 
weiteren Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG vorzu-
nehmen sind beziehungsweise waren,

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dass das BFM somit zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 
weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf die 
Erteilung einer solchen hat, weshalb auch die verfügte Wegweisung im 
Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen 
ist  (Art.  44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  Bst.  a  der  Asylverordnung  1  vom 
11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311];  vgl. 
auch EMARK 2001 Nr. 21),

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen,  da im Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren 
oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be-
stimmungen des AuG zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG, Art. 83 Abs. 1 
AuG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen 
völker-  und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  weil  ange-
sichts der offensichtlich unglaubhaften Vorbringen keine Anhaltspunkte 
für eine menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die dem 
Beschwerdeführer in seinem Heimat- oder Herkunftsstaat drohen wür-
de (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatland  noch  individuelle 
Gründe gegen die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs des  – so-
weit  aus den Akten ersichtlich  – gesunden Beschwerdeführers spre-
chen  (Art. 83 Abs. 4 AuG) und auch diesbezüglich auf die in der Be-
schwerde  unbestritten  gebliebenen  Erwägungen  der  Vorinstanz  ver-
weisen werden kann,

dass sich aus den Akten in der Tat keine Hinweise für die Annahme er-
geben, der Beschwerdeführer geriete im Falle der Rückkehr in die Hei-
mat aus individuellen Gründen beispielsweise wirtschaftlicher, sozialer 
oder gesundheitlicher Art  in eine existenzbedrohende Situation, wes-
halb der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine Hinweise auf das Vor-
liegen technischer Vollzugshindernisse ergeben,  weshalb der  Vollzug 
auch als möglich erscheint (Art. 83 Abs. 2 AuG),

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dass der Wegweisungsvollzug somit als zulässig, zumutbar und mög-
lich im Sinne von Art. 83 Abs. 1-4 zu qualifizieren ist,

dass  für  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  –  zu  welchem 
Zweck auch immer (vgl. Beschwerdebegehren Nr. 2) – deshalb keine 
Veranlassung besteht,

dass es demnach dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (vgl. Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten in der Höhe von 
Fr. 600.--  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  16  Abs.  1 
Bst. a  VGG,  Art.  2  und  3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2], Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Aufenthalt  und Rückkehrförderung (Kopie zu den Akten 
Ref.-Nr. N_______)

- (...)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

Versand:

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