# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 959f5be3-e57c-585b-8a7e-4c0f418515dd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.10.2008 D-3639/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3639-2006_2008-10-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3639/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Hans Schürch, Richter Daniel Schmid,
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...), Sri Lanka,
vertreten durch Patrik Fischer, 
Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, 
St. Gallen / Appenzell, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung vom 
2. November 2004 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3639/2006

Sachverhalt:

A.  
A.a Mit Schreiben in englischer Sprache vom 15. Juni 2003 ersuchte 
der Beschwerdeführer die Schweizerische Botschaft in Colombo (Ein-
gangsstempel: 26. Juni 2003) unter Vorlage verschiedener Dokumente 
um Gewährung des Asyls in der Schweiz. Auf Aufforderung der Bot-
schaft vom 27. Juni 2003 hin ergänzte er sein Gesuch am 18. Juli 2003 
(Eingangsstempel Botschaft) mit zusätzlichen Dokumenten. Am 6. Au-
gust 2003 und ein zweites Mal am 27. Mai 2004 wurde er durch einen 
Vertreter  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  in  englischer 
Sprache zu den Gründen seines Asylgesuchs befragt. Nach Prüfung 
der  Akten  bewilligte  das  BFF  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung 
vom 24. Juni 2004 die Einreise in die Schweiz zur Durchführung des 
Asylverfahrens. Nach  seiner  Ankunft  am 15. Juli  2004 im Flughafen 
Zürich  Kloten  wurde  der  Beschwerdeführer  am 16. Juli  2004  in  der 
Empfangsstelle  (heute:  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  [EVZ]) 
Kreuzlingen zur Person und summarisch zum Reiseweg befragt. Von 
einer  summarischen Erhebung der  Gesuchsgründe sah das BFF ab 
und verwies auf die Protokolle der Befragungen durch die Botschaft in 
Colombo vom 6. August  2003  und  27. Mai  2004. Am 2.  September 
2004  wurde  der  Beschwerdeführer  direkt  durch  das  BFF  zu  seinen 
Asylgründen angehört.

A.b Zu seiner  Person gab  der  Beschwerdeführer  an,  er  gehöre  der 
tamilischen  Volksgruppe  an,  sei  in  B._______  (Distrikt  C._______, 
Ostprovinz)  geboren  worden  und  habe  seit  dem  Jahre  1992  in 
D._______ (Ostprovinz)  gelebt,  ehe er  am 9. Juni  2003 in  Colombo 
Zuflucht  genommen  habe.  Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs 
machte er in den Eingaben an die Botschaft und den durchgeführten 
Befragungen  im  Wesentlichen  geltend,  Angehörige  der  Liberation 
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) trachteten nach seinem Leben, weil er 
sich  in  der  Vergangenheit  als  Mitglied  der  Eelam  Revolutionary 
Organization of Students (EROS) und - nach deren Zersplitterung im 
Jahre  1989 -  für  die  Eelavar  Democratic  Front  (EDF)  in  exponierter 
Stellung  politisch  engagiert  habe.  Die  Anfänge  seiner  politischen 
Laufbahn gingen zurück ins Jahr 1983, als er sich als Student den von 
der  EROS  kontrollierten  General  Union  of  Eelam  Students  (GUES) 
angeschlossen habe. Im gleichen Jahr habe er sich in Indien politisch 
und militärisch ausbilden lassen. Nach seiner Rückkehr habe er für die 
EROS  Propagandarbeiten  verrichtet  und  Mitglieder  rekrutiert.  Dabei 

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habe  er  eine  Waffe  auf  sich  getragen,  sei  jedoch  niemals  in 
Kampfhandlungen verwickelt  gewesen. Im Jahre 1989 habe sich die 
EROS unter  dem Druck  der  LTTE aufgespalten. Im Gegensatz  zum 
Parteiführer  und  dessen  Gefolgsleuten  habe  er  weiterhin  auf  rein 
politische Mittel gebaut und sich deshalb nicht den gewalttätigen LTTE 
anschliessen mögen. Stattdessen sei er  den EDF beigetreten und in 
der Folge hauptberuflich als deren Koordinator im Distrikt C._______ 
tätig gewesen. Um auszudrücken, dass sie den Anschluss der EROS 
an  die  LTTE nicht  anerkannt  hätten,  seien  er  und  seine  politischen 
Weggefährten weiterhin als (frühere) Mitglieder der EROS aufgetreten. 
Im  Juni  1989  hätten  die  LTTE ihm  befohlen,  mit  seinen  Aktivitäten 
aufzuhören, die er in dieser Phase in C._______ für die EROS aus-
geübt habe. Seither sei er immer wieder von Repräsentanten der LTTE 
bedroht,  angegriffen  und  aufgefordert  worden,  seinen  politischen 
Aktivitäten abzuschwören. Am 20. August 1989 hätten Unbekannte an 
seiner  Stelle  einen  seiner  Brüder  umgebracht,  als  sie  in  seiner 
Abwesenheit  bei  ihm  zu  Hause  aufgetaucht  seien  und  nach  ihm 
gefragt hätten. Im selben Jahr sei er nach D._______ übersiedelt und 
dort  weiter  seiner  Arbeit  für  die  EROS nachgegangen. Zwei  weitere 
Brüder  von ihm seien im Jahre 1990 nicht  von der  Arbeit  zurückge-
kehrt und seither unbekannten Aufenthaltes. Um seine Widerspenstig-
keit  gegenüber  ihrer  Organisation  zu  vergelten,  seien Mitglieder  der 
LTTE am 20. Juni 1993 ins Haus in B._______ eingedrungen und hät-
ten seinetwegen seinen Vater vor den Augen der Mutter erbarmungs-
los zusammengeschlagen. Sein Vater sei später an den Folgen dieser 
Schläge gestorben. Am 17. Juni 1997 hätten Unbekannte, vermutlich 
abermals Exponenten der LTTE, den Sitz seiner Partei in D._______ 
gestürmt, wobei zwei Parteikollegen getötet und fünf Personen schwer 
verletzt worden seien. Er selber sei bei dem Anschlag unverletzt ge-
blieben. Am 8. Oktober  1999 sei  er  in  seinem Domizil  in  D._______ 
von den LTTE überwältigt  und an einen unbekannten Ort  etwa zehn 
Kilometer ausserhalb der Stadt gebracht worden. Dort habe man ihn in 
einen Bunker gesperrt und massive Gewalt gegen ihn angewandt, so 
dass  er  namentlich  einen  Bruch  der  Wirbelsäule  erlitten  habe.  Drei 
Tage nach seiner Entführung sei ihm die Flucht durch den Dschungel 
gelungen.  Die  von  den  Misshandlungen  herrührenden  Verletzungen 
hätten einen sechsmonatigen Aufenthalt  in  einem Spital  in  Colombo 
nötig gemacht. Als Folge davon könne er heute keine körperlich stren-
gen Arbeiten mehr verrichten und sei auch in seiner Sexualität einge-
schränkt. Als  Rache  für  seine  gelungene Flucht  hätten  die  LTTE im 
Juni 2000 einen weiteren Bruder von ihm umgebracht. Nach der Ent-

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lassung  aus  der  Spitalpflege  habe  er  verschiedene  Aufforderungen 
zum Verzicht auf politische Tätigkeiten ignoriert und wiederum an der 
Basis  für  die  Partei  gearbeitet.  Vonseiten  der  LTTE sei  er  in  dieser 
Periode  nicht  direkt  kontaktiert  worden.  Nach  dem  Waffenstillstand 
zwischen der  Regierung und den LTTE im Februar  2002 hätten  die 
Letzteren  ihn  und  seine  Parteikollegen  von  der  EDF  angewiesen, 
politisch  inaktiv  zu  sein. Neben ihm selber  hätten  der  EDF lediglich 
E._______, der ihm vorgesetzte Verantwortliche für die (...) sowie der 
(...), F._______, angehört. Im Jahre 2002 habe er sich als unabhängi-
ger Kandidat an der Wahl zum Gemeindevorsteher (Pradeshiya Saba) 
in G._______ (Ostprovinz) beteiligt. Die Wahlen seien in der Folge auf 
unbestimmte Zeit verschoben worden. Hierauf hätten die LTTE insge-
samt drei Schreiben an ihn gerichtet, in denen sie ihn unter Drohun-
gen aufgefordert  hätten, sich zu einem klärenden Gespräch einzufin-
den.  Am  12. Mai  2003  seien  zwei  oder  drei  Angehörige  der  LTTE 
nachts in sein Haus eingedrungen und hätten Schüsse auf ihn abge-
geben. Er sei  mit  dem Schrecken davon gekommen, indem er sofort 
aus dem Bett gesprungen und davongerannt sei. Aus Angst vor weite-
ren  Anschlägen  habe  er  sich  fortan  im  Haus  des  Bischofs  in 
D._______ aufgehalten, der seine Not erkannt und sich seiner ange-
nommen  habe.  Am  6.  Juni  2003  habe  er  sich  wieder  einmal  in 
D._______ in der Öffentlichkeit aufgehalten, als plötzlich zwei Männer, 
die  er  vermutungsweise  den  LTTE  zuordne,  sich  ihm  auf  einem 
Motorrad  genähert  und  ihn  niedergeschlagen  hätten.  Wegen  dieses 
neuerlichen  Angriffs  sei  er  drei  Tage  später  nach  Colombo  ausge-
wichen  und  dort  in  einer  Pension  abgestiegen.  Im  August  bezie-
hungsweise  September  2003  habe  er  in  Colombo  zusammen  mit 
E._______,  der  ebenfalls  in  die  Schweiz  geflüchtet  sei  und hier  um 
Asyl ersucht habe (N 454 314), zwei Männer bemerkt, die ihm von frü-
her  als  Mitglieder  der  LTTE bekannt  gewesen  seien.  Nachdem  ihm 
dies bewusst geworden sei und die Männer Anstalten zu einem Angriff 
gemacht  hätten,  habe  er  sich  mit  seinem  Kollegen  auf  einem Drei-
radmoped  eilig  vom  Ort  entfernt.  Seit  Februar  2004  habe  er  mit 
I._______,  einem  Mitglied  der  Eelam  People's  Democratic  Party 
(EPDP)  und  früheren  Parlamentsabgeordneten,  zusammengewohnt 
und diesen unter anderem vom 2. März 2004 bis zum 10. April  2004 
bei  politischen  Kampagnen  in  den  Osten  Sri  Lankas  begleitet.  Im 
Rahmen einer solchen Kampagne sei am 4. März 2004 ein Sprengsatz 
gegen  das  von  ihnen  benutzte  Fahrzeug  geworfen  worden.  Dabei 
hätten sich drei Personen verletzt. Drei Tage später sei J._______, der 
verantwortliche Mann der LTTE für die Region K._______, zusammen 

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mit einem Unbekannten gegen ihn handgreiflich geworden und habe 
ihn aus dem Fahrzeug herauszuzerren versucht. Die für  den Schutz 
von I._______ verantwortlichen Polizisten hätten rechtzeitig einschrei-
ten  und  die  beiden  Männer  in  die  Flucht  schlagen  können.  Nach 
Erteilung der Einreisebewilligung durch die schweizerischen Behörden 
habe er schliesslich am 15. Juli  2004 sein Heimatland in Begleitung 
von  E._______  und  dessen  Familie  auf  dem  Luftweg  über  den 
Flughafen  von  Colombo  verlassen.  Er  habe  auch  in  Colombo  auf 
Dauer  kein  sicheres  Leben führen können,  zumal  er  nicht  ewig  von 
I._______ habe abhängig sein wollen. Seine Verwandten und Freunde 
in  D._______ hätten  ihn  informiert,  dass  die  LTTE ihn  zu  entführen 
oder  zu  erschiessen  versuche.  Seine  Mutter  in  B._______  sei 
mehrmals  durch  das  LTTE-Kadermitglied  L._______  in  rauhem  Ton 
nach seinem Verbleib gefragt worden.

B.
Mit  Verfügung  vom  1.  November  2004  -  eröffnet  am  2.  November 
2004 - stellte das BFF mit Bezug auf den Beschwerdeführer das Nicht-
erfüllen der Flüchtlingseigenschaft fest, lehnte das Asylgesuch ab und 
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Als 
Begründung für die Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und 
Ablehnung des Asylgesuchs führte das BFF zusammenfassend an, die 
Vorbringen des Beschwerdeführers hielten zum einen Teil bereits den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand und entbehrten zum 
andern Teil der Relevanz im Hinblick auf das Erfüllen der Flüchtlingsei-
genschaft nach der Definition von Art. 3 AsylG.

C.
Mit  Beschwerde vom 2. Dezember 2004 (Poststempel)  liess der  Be-
schwerdeführer die Verfügung des BFF vom 1. November 2004 durch 
seine damalige Rechtsvertreterin bei der damals zuständigen Schwei-
zerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  anfechten.  Als  hauptsächli-
ches Begehren brachte er ein, es sei der angefochtene Entscheid voll-
umfänglich aufzuheben und ihm das Asyl zu erteilen. Im Eventualpunkt 
beantragte er die Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz. Subeventualiter ersuchte er darum, auf eine Ausschaffung 
in sein Heimatland zu verzichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht er-
suchte er um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses bei 
gleichzeitiger  Feststellung  seiner  prozessualen  Bedürftigkeit  und der 
Nichtaussichtslosigkeit seiner Begehren.

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Zusammen  mit  der  Rechtsmittelschrift  reichte  der  Beschwerdeführer 
zwei Briefe des Bischofs von M._______ vom 6. Juni 2003 und 7. Juli 
2003,  eine  undatierte  Bestätigung  der  EROS  sowie  zwei  Be-
stätigungen der EPDP vom 7. März 2004 und 1. Mai 2004, eine Bestä-
tigung  der  srilankischen  Menschenrechtskommission  vom  26.  Mai 
2004,  eine  Bestätigung  eines  Friedensrichters  aus  D._______  vom 
10. Juni 2003, eine Kandidatenliste für die Wahl des Pradeshia Saba 
in  G._______  am  25.  September  2004,  drei  Auszüge  aus  dem 
Todesregister  betreffend  seinen  Vater  und  zwei  Brüder,  drei 
Vorladungen der LTTE zum Erscheinen in  deren Büro in  N._______ 
am 5. März 2003, 10. März 2003 und am 2. Juni 2003, zwei Rapporte 
der Polizeistationen von 0._______ und P._______ vom 25. Mai 2004 
und  26. Mai  2004  betreffend  Todesdrohungen  und  einen 
Bombenanschlag  anlässlich  von  ihm am 4. März  2004  und  7. März 
2004 bestrittener Wahlkampfauftritte sowie schliesslich zwei ärztliche 
Berichte vom 13. Oktober 1999 und 8. Januar 2000 und einen dritten 
unbekannten Datums zu den Akten.

D.
Mit Verfügung vom 28. Dezember 2004 bestätigte der zuständige In-
struktionsrichter der ARK die Berechtigung des Beschwerdeführers zur 
Anwesenheit  in  der  Schweiz  bis  zum  Abschluss  des  Verfahrens. 
Gleichzeitig nahm er das Gesuch um Verzicht auf das Erheben eines 
Verfahrenskostenvorschusses  mit  Rücksicht  auf  dessen  Begründung 
als solches um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021) entgegen  und  verlegte 
dessen Beurteilung auf einen späteren Zeitpunkt. Sodann verzichtete 
er  antragsgemäss  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses  und 
ordnete  die  Überweisung der  Akten an die  Vorinstanz  zur  Vernehm-
lassung an.

E.
In  seiner  Vernehmlassung  vom  11.  Januar  2004,  welche  dem  Be-
schwerdeführer  durch  den  Instruktionsrichter  der  ARK ohne  Einräu-
mung des Replikrechts zur Kenntnis gebracht wurde, beantragte das 
BFF die Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit Folgeeingaben vom 7. Juni 2005 (Poststempel) und 30. Juni 2006 
ergänzte der Beschwerdeführer die Begründung seiner Begehren mit 

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Ausführungen zu seinem Gesundheitszustand, verwies dabei auf ein 
als  Beweismittel  vorgelegtes  Zeugnis  seines  damaligen  Hausarztes 
(...) (Spezialarzt FMH für Allgemeinmedizin) vom 27. Mai 2005 und bat 
um einen baldmöglichen Entscheid.

G.
Mit Eingabe vom 16. September 2006 ergänzte der Beschwerdeführer 
das  Beweismaterial  mit  einem Todesregisterauszug  betreffend  seine 
am 5. Juli 2004 verstorbene Mutter und wiederholte unter Hinweis auf 
seine  gesundheitlichen  Probleme  seine  Bitte  um  eine  baldige  Ent-
scheidfällung.

H.
Am 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverwaltungsgericht das hän-
gige Verfahren von der ARK.

I.  
I.a Am  24.  April  2007  zeigte  der  Beschwerdeführer  die  Mandats-
übernahme  durch  den  rubrizierten  Rechtsvertreter  an  und  ersuchte 
um Verfahrensbeschleunigung. Als Grund für das Gesuch führte er un-
ter Hinweis auf ein der Eingabe beigefügtes Schreiben seines ehema-
ligen  Hausarztes  Dr. med. (...)  vom 30.  Juni  2006  an  die  für  seine 
Betreuung zuständige Dienststelle und auf ein solches des leitenden 
Arztes  der  Abteilung  Neurochirurgie  am  Kantonsspital  Q._______, 
Dr. med. (...) vom 21. März 2007 an seinen neuen Hausarzt Dr. med. 
(...) (Spezialarzt FMH für Allgemeinmedizin) an, die Länge und der un-
gewisse Ausgang des Verfahrens sowie die von erlittener Folter her-
rührende poststraumatische Belastungsstörung und Notwendigkeit ei-
ner operativen Behandlung seiner chronischen Schmerzen an der Wir-
belsäule gestalteten seine Lebenssituation zunehmend unerträglich.

I.b In seinem diesbezüglichen Antwortschreiben vom 2. Mai 2007 teil-
te der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit, dass das von ihm 
angehobene Beschwerdeverfahren nicht prioritär sei und konkrete Zu-
sicherungen  hinsichtlich  einer  beschleunigten  Beurteilung  der  Be-
schwerde oder eine konkrete Prognose über den Urteilszeitpunkt nicht 
möglich seien.

J.  
J.a Mit Eingabe vom 18. Januar 2008 erneuerte der Beschwerdeführer 
seinen Antrag auf prioritäre Behandlung seines Rechtsmittels. Zur Be-
gründung wies es auf einen Entscheid der Verwaltungskommission des 

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Bundesgerichts vom 11. Dezember 2007 hin, in welchem auf eine Auf-
sichtsanzeige gegen das Bundesverwaltungsgerichts hin eine zu lange 
Verfahrensdauer festgestellt wurde.

J.b Mit Antwortschreiben vom 29. Januar 2008 stellte der Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  das  Vorliegen  ausserordentli-
cher, eine bevorzugte Behandlung rechtfertigender Umstände fest und 
beraumte den Verfahrensabschluss im günstigsten Fall auf den Som-
mer beziehungsweise die zweite Hälfte des Jahres 2008 an.

K.
Zur weiteren Unterstützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerde-
führer mit Eingabe vom 19. August 2008 eine Bestätigung der srilanki-
schen Menschenrechtskommission vom 13. Oktober 2007, ein Schrei-
ben seiner  Schwester  vom 30. Juni  2008 sowie  ein  solches des Bi-
schofs von M._______ vom 23. Juni 2008 ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  VwVG, sofern keine Aus-
nahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in 
Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, zu welchen auch das BFM 
(Art. 33 Bst. d VGG) zählt. Art. 32 VGG sieht für Verfügungen auf dem 
Gebiet  des  Asyls  keine  Ausnahme vor,  womit  die  Zuständigkeit  des 
Bundesverwaltungsgerichts  als  Beschwerdeinstanz  im  Asylverfahren 
gegeben  ist  (Art.  105  AsylG).  Art.  83  Bst. d  Ziff.  1  des  Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110]) bestätigt 
diese Zuständigkeit und schliesst gleichzeitig die Weiterzugsmöglich-
keit an das Bundesgericht aus.

Als Folge der so definierten Zuständigkeit (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG) hat 
das Bundesverwaltungsgericht per 1. Januar 2007 die Beurteilung der 
seit  dem  2. Dezember  2004  bei  der  ARK  hängig  gewesenen  Be-
schwerde  des  Beschwerdeführers  gegen  einen  Entscheid  des  BFF 
- als  Vorgänger des BFM auf  dem Gebiet  des Asyls  -  übernommen. 
Diese Beurteilung geschieht nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 
Abs. 2 in fine VGG; BVGE 2007/11 E. 4.2 S. 119).

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1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die  Beschwerde  wurde  innert  der  gesetzlichen  Frist  von  30  Tagen 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 
Änderung vom 16. Dezember 2005 des Asylgesetzes [AS 2006 4762] 
und der Verordnung über die vollständige Inkraftsetzung der Änderung 
vom 16. Dezember 2005 des Asylgesetzes [AS 2007 5573]) in gültiger 
Form (6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG) eingereicht. Der Beschwerdeführer 
hat am Verfahren vor dem Bundesamt teilgenommen, ist durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt  und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Damit ist 
er zur Einreichung einer dagegen gerichteten Beschwerde legitimiert 
(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Demzufolge ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

3.
Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  unter  Vorbehalt  von  Ausschluss-
gründen auf Gesuch hin Asyl (vgl. Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Wer 
um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 
zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die Flüchtlingsei-
genschaft  erfüllen  Personen,  welche  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im 
Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen 
ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt 
sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 
von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-
lichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen  Flucht-
gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.1 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 

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werden drohen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  18  E.  7  und  8 
S. 190 ff.,  2005 Nr. 21 E. 7 S. 193; BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Auf-
grund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus, dass die 
betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz 
finden kann (vgl.  EMARK 2006 Nr. 18  E. 10 S. 201 ff.,  2005 Nr. 21 
E. 7.3. S. 194 und E. 11.1. S. 201 f.; BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.).

3.2 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in we-
sentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik 
entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfah-
rung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der 
Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Be-
weismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen un-
terdrückt oder bewusst falsch darstellt,  im Laufe des Verfahrens Vor-
bringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  man-
gelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung ver-
weigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im Gegensatz zum strik-
ten Beweis - ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für 
gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 
Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, 
die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsuchenden 
sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; EMARK 2005 Nr. 7 
E. 6 S. 64 ff.,  Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f., 1996 Nr. 27 E. 3c.aa S. 263 f., 
Nr. 28 E. 3a S. 270).

4.
In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist nach eingehender Prüfung 
der Akten festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Beweisanfor-
derungen  des  Glaubhaftmachens  in  wesentlichen  Teilen  seiner  Ge-
suchsbegründung nicht zu erfüllen vermag.

4.1 Insbesondere ist mit annähernder Gewissheit davon auszugehen, 
dass es sich bei der Entführung im Oktober 1999 und der von schwe-
rer Folter gekennzeichneten Gefangenschaft  im Anschluss daran so-
wie der gelungenen Flucht aus einem Bunker drei Tage später um ei-

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nen vorgespiegelten Sachverhalt handelt. Die Einschätzung des BFF, 
wonach die diesbezüglichen Aussagen des Beschwerdeführers in der 
Anhörung vom 2. September 2004 inhaltlich dürftig und wenig konkret 
ausgefallen  seien,  wird  bei  einer  Überprüfung des Protokolls  vollauf 
bestätigt. Wie vom BFF zutreffend festgestellt  wurde, zeigte sich der 
Beschwerdeführer auf Rückfrage hin zu einer nachvollziehbaren Schil-
derung  seiner  Flucht  ausserstande. Dessen Behauptung,  nachts  mit 
einem „gebrochenen Rücken“ aus einem abgelegenen Bunker heraus 
kriechend durch den Wald geflohen zu sein, mutet in speziellem Mas-
se wirklichkeitsfremd an (act. 27/13, S. 7 f.). Trotz verstandener Frage 
reagierte der Beschwerdeführer auffallend ausweichend, als ihm zum 
Erzählen der angeblichen Entführung durch die LTTE im Jahre 1999 
das Wort erteilt  wurde (act. 27/13, S. 7 f.). Verbindliche Äusserungen 
zum Innern des Bunkers, in dem er während dreier Tage in Einzelhaft 
gehalten worden sein will, blieb er vollends schuldig. Auch hier verliess 
er das in der Fragestellung angeschnittene Thema und driftete in un-
motivierte Bemerkungen ab (vgl. etwa act. 27/13, S. 7 unten und S. 8 
oben). Beim Versuch,  das  genaue  Vorgehen  bei  seinem nächtlichen 
Entkommen zu erläutern, äusserte er sich zunehmend wirr (act. 27/13, 
S. 8 Mitte).

Zu Lasten der  Glaubwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  geht  sodann 
der Umstand, dass dem von ihm am 15. Juni 2003 mit dem schriftli-
chen  Asylgesuch  eingereichten  Arztzeugnis  vom  13.  Oktober  1999 
(„Diagnosis Ticket“) in englischer Sprache sinngemässe Angaben über 
seit drei Jahren persistierende Rückenschmerzen zu entnehmen sind, 
die bei der aktiven Arbeit schlimmer geworden seien und am Vormittag 
des 12. Oktober 1999 am Arbeitsplatz eine gänzliche Immobilität  zur 
Folge gehabt hätten. Die Einschätzung des BFF, wonach sich die be-
treffenden Angaben im Arztzeugnis  nicht  mit  den Ausführungen des 
Beschwerdeführers vereinbaren liessen (vgl. act. 29/10, Ziff. I.1., S. 3), 
erweist sich demnach als zutreffend. Der Beschwerdeführer nimmt in 
seinen Eingaben im Beschwerdeverfahren auf den vom BFF speziell 
hervorgehobenen  Passus  im  Arztzeugnis  („today  morning  on  works 
unable  to  walk“)  nicht  konkret  Bezug,  wodurch  dieser  als  Unglaub-
haftigkeitsindiz  zusätzliches  Gewicht  erlangt.  Statt  dessen  weist  der 
Beschwerdeführer  indirekt  auf  eine  bestehende  Gefahr  von  Vergel-
tungshandlungen seitens der LTTE hin, die ihn zur Verheimlichung der 
genauen Umstände seiner Verletzung vor dem Arzt oder dem Spital-
personal gezwungen hätten (vgl. Beschwerde vom 2. Dezember 2004, 
S. 3). Eine solche Version steht  wiederum im Widerspruch zu seiner 

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eigenen  Aussage  in  der  ersten  Befragung  durch  die  Botschaft  in 
Colombo, wonach er wegen der Entführung im Jahre 1999 nicht selber 
Anzeige erstattet habe, die Angelegenheit jedoch durch das Spital an 
die Polizei weitergeleitet worden sei (vgl. act. 5/13, S. 7 unten).

Was die im Beschwerdeverfahren beigebrachten medizinischen Belege 
betrifft,  so vermag der Beschwerdeführer damit eine ursächliche Ver-
bindung zwischen seinem Rückenleiden und der von ihm behaupteten 
Folter anlässlich der dreitägigen Gefangenschaft im Jahre 1999 in kei-
ner Weise herzuleiten. Daran ändert nichts, dass sein früherer Haus-
arzt Dr. med. (...) (Spezialarzt FMH für Allgemeinmedizin) im Zeugnis 
vom 27. Mai 2005 die von ihm beklagten permanenten Schmerzen im 
Bereich des Rückens und des Kopfes „mit  hoher Wahrscheinlichkeit“ 
auf  im  Rahmen  von  Folter  erlittene  körperliche  und  seelische 
Misshandlungen  zurückführt  und  im  Schreiben  vom  30.  Juni  2006 
Folterungen im Heimatland ohne Vorbehalt  als  Grund für  erhebliche 
Rückenbeschwerden angibt. Entgegen der Einschätzung von Dr. med. 
(...) im Zeugnis vom 27. Mai 2005 können die vom Beschwerdeführer 
beklagten Rückenschmerzen nämlich gemäss einer am 21. März 2007 
von Dr. med. (...), leitender Arzt der Abteilung Neurochirurgie am Kan-
tonsspital  Q._______,  aufgrund  einer  Magnetresonanztomographie 
gestellten  Diagnose  „gut“  mit  einem  spezifischen  somatischen 
Krankheitsbild - einer so genannten Stenose L4/5 - erklärt werden. Bei 
der Stenose L4/5 handelt es sich um ein verbreitetes Phänomen, bei 
dem  eine  Verengung  des  Wirbelkanals  auf  der  Höhe  der  beiden 
untersten  (von  insgesamt  fünf)  Lendenwirbel  verantwortlich  für 
klinische  Beschwerden  ist.  Hinweise  darauf,  dass  im  Falle  des 
Beschwerdeführers  Gewalteinwirkungen die  Entstehung der  Stenose 
massgeblich begünstigt  haben könnten,  sind dem Schreiben von Dr. 
med. (...) vom 21. März 2007 nicht zu entnehmen.

Nach dem Gesagten ist als Zwischenfazit festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer  eine von Vertretern der LTTE ausgegangene Entfüh-
rung im Oktober  1999 mit  anschliessender, von schwerer  Folter  ge-
kennzeichneter Gefangenschaft in einem Bunker und Flucht nach drei 
Tagen nicht glaubhaft zu machen vermag. Als Konsequenz hiervon er-
weist sich auch die damit erklärte Ermordung und Zerstückelung eines 
Bruders im Jahre 2000 (vgl. act. 1/28, S. 2; act. 5/13, S. 6) als unglaub-
haft.

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4.2 Angesichts der erforderlichen Gesamtwürdigung aller für und ge-
gen die Glaubhaftigkeit sprechenden Gründe ist es nicht angebracht, 
von der Unglaubhaftigkeit  einzelner Elemente vorschnell  auf  die Un-
glaubhaftigkeit  der  gesamten  Gesuchsbegründung  zu  schliessen. 
Gleichwohl  kann  die  gefestigte  Erkenntnis,  dass  eine  asylsuchende 
Person zur Stützung einzelner Vorbringen mit hoher Wahrscheinlichkeit 
zu unwahren Behauptungen gegriffen hat, auch in die Würdigung der 
übrigen Bestandteile hineinwirken und je nach den näheren Umstän-
den der versuchten Irreführung eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Vorliegend hat  das BFF nicht  nur die für das Jahr 1999 geltend ge-
machten, sondern gerade auch diejenigen Ereignisse als unglaubhaft 
erachtet, die der Beschwerdeführer selber in eine unmittelbare kausale 
Verbindung mit seinem Schutzersuchen bei der schweizerischen Bot-
schaft  in  Colombo  beziehungsweise  mit  seiner  Einschätzung  bringt, 
(auch) unter den im Moment der Ausreise in seiner Heimat herrschen-
den Verhältnissen der Gefahr von Verfolgung ausgesetzt gewesen zu 
sein und auch heute ein entsprechendes Szenario berechtigterweise 
befürchten zu müssen. So gelangt das BFF namentlich zum Schluss, 
dass der Beschwerdeführer trotz  vermeintlich jahrelanger Betätigung 
in exponierter Stellung keine konkreten Angaben zu seinem politischen 
Engagement und zu seiner Partei machen könne und sich diesbezüg-
lich undifferenziert und stereotyp geäussert habe, was in gleicher Wei-
se auch für die angeblichen Ereignisse in Colombo gelte.

Auch diese Einschätzung der  Vorinstanz ist  nach Prüfung der Akten 
vorbehaltlos  zu  bestätigen. Der  Beschwerdeführer  vermochte  in  den 
durchgeführten Befragungen nicht  verständlich zu machen, aufgrund 
welcher konkreter Erlebnisse und Überlegungen er letztlich den Ent-
schluss fasste, am 9. Juni 2003 von D._______ nach Colombo überzu-
siedeln und am 15. Juni 2003 mit  einem schriftlichen Asylgesuch an 
die schweizerische Botschaft zu gelangen. Eine einleuchtende Erklä-
rung, warum er ausgerechnet im Juni 2003, nachdem er seinen Wohn-
sitz  während 14 Jahren ohne Inanspruchnahme behördlichen Schut-
zes in D._______ beibehalten hatte, nach Colombo übersiedelte, die 
dortige Situation ebenfalls als zu riskant erachtete und die schweizeri-
sche  Botschaft  um Bewilligung  der  Einreise  und  Asylgewährung  er-
suchte, blieb er schuldig. Aus seinem schriftlichen Asylgesuch und den 
Aussagen in den Befragungen wird nicht klar, wodurch sich der Grad 
der angeblichen Bedrängung durch die LTTE im Juni 2003 von jenem 
in den vorausgegangenen Jahren unterschieden haben sollte. Auf die 

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diesbezügliche Frage in der Anhörung vom 2. September 2004 antwor-
tete der Beschwerdeführer unbestimmt und ausweichend (act. 27/13, 
S. 7). Bezeichnenderweise erwähnte er einen Mordversuch am 12. Mai 
2003 und einen tätlichen Übergriff durch zwei unbekannte Männer auf 
einem Motorrad am 6. Juni 2003 in D._______, die er im schriftlichen 
Asylgesuch und in der ersten Befragung durch die Botschaft (act. 5/13, 
S. 6)  noch speziell  thematisiert  hatte,  in  diesem Kontext  mit  keinem 
Wort. Sodann gestand er in der ersten Befragung durch die Botschaft 
am  6.  August  2003  ein,  seit  seiner  Ankunft  in  Colombo  mit  keinen 
nachteiligen  Zwischenfällen  konfrontiert  gewesen  zu  sein;  seine 
gleichwohl geäusserte Sorge um seine Sicherheit begründete er nicht 
etwa mit der Angst vor (weiteren) gezielten Nachstellungen durch die 
LTTE,  sondern  mit  den  in  Colombo  verbreiteten  Gewaltdelikten  wie 
den  gezielten  Tötungen  von  Informanten  und  Offizieren  der  PLOTE 
(People's Liberation Organization of  Tamil  Eelam) oder des Geheim-
dienstes CID (act. 5/13, S. 8). In der zweiten Befragung durch die Bot-
schaft  am  27.  Mai  2004  und  in  der  Anhörung  durch  das  BFF  am 
2. September 2004 erwähnte er dann ein Vorkommnis in Colombo, bei 
dem er zusammen mit  seinem Freund und politischen Weggefährten 
E._______  noch  rechtzeitig  auf  einem  passierenden  Dreiradmoped 
habe das Weite suchen können, nachdem zwei Personen sie anzugrei-
fen versucht  hätten. Dabei  gab er  jedoch zwei  deutlich  voneinander 
abweichende zeitliche Daten an (act. 11/24, S. 6 und insbesondere 11; 
act. 27/13,  S. 10).  Seine  in  der  Bundesanhörung  gezeigte  Überzeu-
gung, wonach sie sich beide bewusst gewesen seien, dass die Männer 
sie zu töten beabsichtigt hätten, vermochte er nicht nachvollziehbar zu 
begründen (act. 27/13, S. 10). Hinzu kommt, dass eine solche Darstel-
lung  des  Vorkommnisses  nicht  mit  seinen  früheren  Angaben  in  der 
Befragung durch die Botschaft am 27. Mai 2004 korrespondiert, als er 
auf Rückfrage hin mehr von einer Annäherung als von einem eigentli-
chen Angriff gesprochen und keineswegs zum Ausdruck gebracht hat-
te, einer dermassen brisanten Gefahrensituation knapp entkommen zu 
sein (act. 11/24, S. 7). Was schliesslich die am 4. und 7. März 2004 
erlebten Vorfälle während des Abstechers in die Ostprovinz in Beglei-
tung des Freundes I._______ betrifft, so sind hier in Übereinstimmung 
mit dem BFF grundsätzliche Fragezeichen in dem Sinne anzubringen, 
dass es wenig realistisch anmutet, nach einer Phase ohne Behelligung 
in  Colombo freiwillig  wieder  denjenigen Risiken auszusetzen,  denen 
man sich wenige Zeit vorher durch Flucht entzogen haben will. Auch 
hier  erweist  sich  im  Übrigen  die  Feststellung  des  BFF, wonach  die 
diesbezüglichen Aussagen des Beschwerdeführers vage ausgefallen, 

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bei einer Konsultation des betreffenden Protokolls als zutreffend (vgl. 
act. 11/24,  S.  5  und  7  f.).  Der  Beschwerdeführer  war  insbesondere 
nicht in der Lage, glaubhaft darzulegen, dass die beiden behaupteten 
Vorfälle  vom  4.  und  7.  März  2004  nicht  nur  gegen  I._______  und 
dessen Entourage, sondern gerade gegen ihn, der nur als Begleiter im 
Auto mitgefahren sein will  (act. 11/24, S. 6), gerichtet waren. Bei der 
Beantwortung der  entsprechenden  Rückfragen  legte  er  sich  letztlich 
auf  die  Version  fest,  dass  der  ihm von  früher  bekannte  LTTE-Mann 
J._______  in  beide  Vorfälle  involviert  gewesen  sei  und  beim ersten 
Vorfall  sogar  den  Sprengsatz  geworfen  habe  (act.  11/24,  S.  7  f.). 
Anfänglich bei der freien Erzählung hatte er J._______ jedoch erst bei 
der Schilderung des zweiten Vorfalls als Akteur ins Spiel gebracht (act. 
11/24,  S.  5).  In  gleicher  Weise  zu  bestätigen  ist  sodann  die 
Feststellung  des  BFF, wonach  sich  in  Bezug  auf  die  Geschehnisse 
vom 4. und 7. März 2004 die eingereichten Dokumente zum Teil nicht 
mit den Angaben des Beschwerdeführers in den Befragungen deckten. 
Während  der  Beschwerdeführer  nach der  Beschreibung  des Vorfalls 
durch I._______ in der eingereichten schriftlichen Anzeige der EPDP 
vom 7. März 2004 an die Adresse der  Polizei  ein wichtiges Mitglied 
dieser Partei sein soll, erklärte der Beschwerdeführer selbst, er habe 
sich politisch für die EPDP nicht engagiert, sei auch nie deren Mitglied 
gewesen und er habe sich nach der im Jahr 2002 verschobenen Wahl 
zum  Gemeindevorsteher  (Pradeshiya  Saba)  nicht  mehr  politisch 
betätigt; er sei lediglich im Auto von I._______ mitgefahren (act. 11/24, 
S. 5 f.). Ergänzend ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, 
dass  sich  mit  diesen  Aussagen  des  Beschwerdeführers  auch  die 
Darstellung  in  der  Beschwerde  (vgl.  ebenda,  S.  4  oben),  wonach 
dieser  sich  gewagt  habe,  bei  der  unter  Polizeischutz  im  Osten  des 
Landes  durchgeführten  politischen  Kampagne  von  I._______ 
mitzuarbeiten,  weil  auch  die  EPDP  für  die  tamilische  Bevölkerung 
einstehe, nicht vereinbaren lässt.

Verglichen mit zu den soeben aufgezeigten Unglaubhaftigkeitsindizien 
nehmen die für die Plausibilität der betreffenden Vorbringen sprechen-
den Anhaltspunkte in numerischer und qualitativer Hinsicht eine unter-
geordnete Stellung ein. Insbesondere  führen die Bestätigungsschrei-
ben des Bischofs der Diözese von M._______ oder der in D._______ 
verbliebenden Schwester zu keiner anderen Betrachtungsweise. Hier-
bei  ist  vorab  zu  bedenken,  dass  namentlich  die  Schwester 
zwangsläufig nicht in einem unabhängigen Verhältnis zum Beschwer-

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deführer stehen und schon wegen dieser Loyalität nicht den Anspruch 
erheben kann, der objektiven Wahrheit verpflichtet zu sein.

4.3 Nach dem Gesagten lässt sich festhalten, dass der Beschwerde-
führer die im Zentrum seiner Gesuchsbegründung stehenden Vorbrin-
gen - dreitägige Gefangennahme und schwere Folter durch die LTTE 
im Jahre 1999,  permanente  Bedrohung und wiederholte  tätliche An-
griffe bis hin zu Tötungsversuchen durch Exponenten der LTTE in den 
Monaten vor der Einreichung des Asylgesuchs respektive vor der Aus-
reise - weder nachzuweisen noch glaubhaft im Sinne von Art. 7 Abs. 2 
und 3 AsylG zu machen vermag. Bei gesamthafter Betrachtung lässt 
diesbezüglich ein Übergewicht an Hinweisen, die für deren Wirklichkeit 
sprechen, im Vergleich zu solchen, die auf deren blosse Inszenierung 
hindeuten, klarerweise nicht erkennen.

4.4 Soweit das BFF den vom Beschwerdeführer vorgetragenen Sach-
verhalt als erstellt erachtet hat, sieht sich das Gericht mangels gegen-
teiliger  Hinweise  in  den  Akten  zur  Einnahme eines  anderen  Stand-
punktes nicht veranlasst. Ebenso schliesst es sich der vorinstanzlichen 
Beurteilung an, wonach die als glaubhaft zu erachtenden Anteile am 
Sachverhalt keine ausreichende Grundlage für die Annahme einer be-
gründeten Furcht vor Verfolgung darstellten. Hierzu ist zur Vermeidung 
von Wiederholungen auf  die ausführlichen Erwägungen in  der ange-
fochtenen Verfügung zu verweisen (vgl. act. 29/10,  Ziff. I.1. S. 4 ff.), 
zumal  sich  die Verhältnisse aufseiten  des  Beschwerdeführers  bezie-
hungsweise in dessen Heimatland nicht dermassen verändert haben, 
dass eine andere Prognose bezüglich der Begründetheit der gehegten 
Verfolgungsfurcht  gestellt  werden müsste. Die Erwägungen des BFF 
stehen im Einklang mit der gefestigten Praxis zur begründeten Furcht 
vor einer Konfrontation mit ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 
Abs. 2 AsylG (Art. 3 Abs. 1 AsylG, vgl. bespielhaft EMARK 2005 Nr. 21 
E. 7 S. 193 und E. 10.3.2. S. 201). Vorliegend fällt unter anderem ins 
Gewicht, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft machen konnte, 
vor dem Verlassen des Heimatlandes Opfer von Verfolgungsmassnah-
men gewesen zu sein. Die diesbezügliche Argumentation in der Be-
schwerde (vgl. ebenda, S. 6 f.) zielt demnach ins Leere.

4.5 Aufgrund der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf weitere 
Einwendungen in der Beschwerde und den Folgeeingaben näher ein-
zugehen,  da  diese  nicht  geeignet  sind,  einen  anderen  Entscheid  in 
den Fragen der  Flüchtlingseigenschaft  und Asylgewährung herbeizu-

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führen. Aus demselben Grund ist auf detailliertere Erwägungen zu den 
verschiedenen eingereichten Beweismitteln zu verzichten. Der rechts-
erhebliche  Sachverhalt  wurde  im  erstinstanzlichen  Verfahren  bis  zur 
Entscheidreife  ermittelt,  und  es  ist  mangels  wesentlicher  neuer  Er-
kenntnisse im vorliegenden Beschwerdeverfahren klar absehbar, dass 
zusätzliche Abklärungen zu keinen für die vorliegende Prüfung bedeut-
samen Erkenntnissen geführt  hätten (vgl. EMARK 2003 Nr. 13 E. 4c 
S. 84). In Würdigung der gesamten Umstände ist  alsdann festzustel-
len, dass der Beschwerdeführer einen Sachverhalt im Sinn der Defini-
tion  von Art.  3  AsylG weder  nachgewiesen  noch  glaubhaft  gemacht 
hat.  Das  Bundesamt  hat  das  Asylgesuch  demnach  zu  Recht  abge-
lehnt.

5. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie 
zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegwei-
sung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar, so regelt das 
Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Be-
stimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; 
Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über Aus-
länderinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

5.1 Vorliegend hat  der  Kanton dem Beschwerdeführer  keine  Aufent-
haltsbewilligung  erteilt  (Art. 32  Bst. a  der  Asylverordnung  1  vom 
11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Dieser kann sich auch nicht 
auf einen dahingehenden Anspruch berufen (vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 
Seine Wegweisung aus der Schweiz steht somit im Einklang mit den 
gesetzlichen Bestimmungen.

5.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht möglich, wenn die ausländi-
sche Person weder in den Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch in 
einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 
Abs. 2 AuG). Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der ausländischen Person in ihren 
Heimat-,  Herkunfts-  oder in einen Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG). Unzumutbar kann der Wegweisungsvollzug für eine aus-
ländische Person sein, wenn diese im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet ist (Art. 83 Abs. 4 AuG).

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5.2.1 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Voll-
zug der Wegweisung (Unmöglichkeit, Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit) 
sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug 
der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere An-
wesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläu-
fige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f.). Ge-
gen  eine  allfällige  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  steht  dem 
(weggewiesenen)  Asylsuchenden  wiederum  die  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungericht offen (vgl. Art. 105 AsylG und E. 1.1 hiervor), 
wobei in jenem Verfahren sämtliche drei Vollzugshindernisse von Am-
tes wegen und nach Massgabe der dannzumal herrschenden Verhält-
nisse (vgl.  EMARK 1997 Nr. 27  E. 4f  S. 211)  von neuem zu prüfen 
sind.

Weil  sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung  -  aus  den  nach-
folgend aufgezeigten Gründen - als unzumutbar erweist, erübrigt sich 
dementsprechend eine Erörterung der beiden anderen Kriterien.

5.2.2 Art. 83 Abs. 4 AuG stellt eine Kodifizierung der bisherigen Praxis 
zur konkreten Gefährdung nach Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes 
vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 
(aANAG, BS 1  121)  dar  (vgl.  PETER BOLZLI in  MARC SPESCHA/HANSPETER 
THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI,  Kommentar  Migrationsrecht,  Zürich 
2008, Nr. 15 zu Art. 83 AuG, mit Hinweisen). Dieser Praxis zufolge wird 
aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten 
der  Schweiz,  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  verzichtet,  wenn  die 
Rückkehr in den Heimatstaat für die betroffene Person eine konkrete 
Gefährdung darstellt. Eine solche Gefährdung kann angesichts der im 
Heimatland herrschenden allgemeinen politischen Lage, die sich durch 
Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt kenn-
zeichnet, oder aufgrund anderer Gefahrenmomente, wie beispielswei-
se einer  notwendigen,  aber  dort  nicht  durchführbaren medizinischen 
Behandlung, angenommen werden.

5.2.2.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  mit  der  allgemeinen 
Sicherheitslage und der humanitären und wirtschaftlichen Situation in 
Sri Lanka ausführlich in seinem Grundsatzurteil vom 14. Februar 2008 
befasst (BVGE 2008/2). Dabei untersuchte es die diesbezügliche Ent-
wicklung seit der letzten Lagebeurteilung der ARK, welche Eingang in 
ein am 29. November 2005 erlassenes und später als EMARK 2006 
publiziertes Urteil gefunden hatte. Nach Auswertung einer Vielzahl von 

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Länder-  und  Themenberichten  internationaler,  ausländischer  und 
schweizerischer  Nichtregierungs-  und  Regierungsorganisationen  so-
wie  von  ausländischen  und  inländischen  Presseberichten  kam  das 
Bundesverwaltungericht  zum Schluss,  dass  es  angesichts  der  politi-
schen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Begebenheiten und der 
auf Eskalation und Verschlechterung hindeutenden Entwicklung in Sri 
Lanka nicht  angebracht  scheine, von der bisherigen Praxis  der ARK 
abzurücken,  gemäss welcher  die  Rückschaffung abgewiesener  Asyl-
suchenden  in  die  Nordprovinz  (Distrikte  Killinochchi,  Mannar,  Vavu-
niya, Mullaitivu und Jaffna) als unzumutbar zu qualifizieren sei. Auch 
die Rückschaffung in die Ostprovinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa 
und Ampara) müsse angesichts der dort  herrschenden Lage als  un-
zumutbar  betrachtet  werden.  Bei  abgewiesenen  tamilischen  Asylsu-
chenden, die aus der Nord- oder Ostprovinz stammten, sei deshalb die 
Frage einer zumutbaren Aufenthaltsalternative im Süden des Landes 
zu  prüfen.  In  den  vergangenen  Jahren  hätten  die  schweizerischen 
Asylbehörden  in  ihrer  Praxis  für  rückkehrende,  abgewiesene  tamili-
sche Asylsuchende stets das Bestehen einer grundsätzlichen Aufent-
haltsalternative im Grossraum Colombo angenommen (EMARK 2006 
Nr.  6  E.  6.5).  Aus  heutiger  Sicht  könne  jedoch  bei  rückkehrenden 
Tamilen, die aus der Nord- oder Ostprovinz stammten, nicht mehr von 
der generellen Zumutbarkeit  der Inanspruchnahme einer innerstaatli-
chen  Aufenthaltsalternative  im  Süden  des  Landes,  namentlich  im 
Grossraum Colombo, ausgegangen werden. Hierfür seien vielmehr be-
sonders  begünstigende  Faktoren  nötig,  so  namentlich  die  Existenz 
eines  tragfähigen  familiären  oder  sozialen  Beziehungsnetzes  sowie 
Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation. Sei-
en solche Faktoren im Einzelfall  nicht zu erkennen, sei  der Wegwei-
sungsvollzug  als  unzumutbar  zu  qualifizieren  und  in  der  Folge  als 
Ersatzmassnahme eine vorläufige Aufnahme anzuordnen (vgl. BVGE 
2008/2 E. 7.6.2 S. 21 f.).

5.2.2.2 Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  der  Ortschaft  B._______ 
(Distrikt  C._______,  Ostprovinz)  und hat  nach eigener  Darstellung - 
von einem temporären Aufenthalt im Jahre 1983 in Indien abgesehen - 
von  seiner  Geburt  bis  am  9.  Juni  2003  immer  in  der  Ostprovinz 
(Distrikte  D._______  und  C._______)  gelebt.  Aus  den  soeben 
erläuterten Gründen kann ihm eine Rückkehr in  dieses Gebiet  nicht 
zugemutet werden. Abzuklären bleibt demnach, ob es ihm stattdessen 
zuzumuten  ist,  sich  im  südlichen  Landesteil  und  insbesondere  im 
Ballungsgebiet von Colombo niederzulassen. Nach eigenen Angaben 

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hatte der Beschwerdeführer in der Zeit nach seiner Ankunft am 9. Juni 
2003 bis zur Ausreise am 15. Juli 2004 niemals eine feste Adresse in 
Colombo  (act. 27/13,  S. 11).  Beide  Elternteile  sind  verstorben,  und 
seine  beiden  Schwestern  sind  in  B._______  beziehungsweise  in 
R.______ (Distrikt  C._______) in der Ostprovinz wohnhaft  geblieben 
(vgl. act. 5/13, S. 2). Verlässliche Hinweise darauf, dass er ausserhalb 
seiner engeren Verwandtschaft über Bezugspersonen in Colombo ver-
fügt,  auf  deren Unterstützung er  heute zählen könnte,  sind in  Akten 
nicht  zu  erkennen.  Mangels  anderweitiger,  einen  gegenteiligen 
Schluss  zulassender  Anhaltspunkte  kann  unter  diesen  Umständen 
nicht  davon ausgegangen werden,  der  Beschwerdeführer verfüge im 
Grossraum Colombo über eine realistische Arbeits- und Wohnperspek-
tive  und  ein  tragfähiges  soziales  Netz,  welches  ihn  in  genügendem 
Mass  unterstützen könnte. Damit  ist  bereits  erstellt,  dass  in  seinem 
Fall  besonders  begünstigende  Umstände  (vgl.  BVGE  2008/2  E.  7.5 
S. 20)  in  Bezug  auf  die  Sicherung  des  Existenzbedarfs  und  einer 
dauerhaften  Unterkunft  im  Raum  Colombo  nicht  gegeben  sind. 
Ergänzend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  als  Folge 
seiner  gesundheitlichen Probleme in seiner  Möglichkeit,  mit  eigenen 
Kräften  ein  Auskommen  zu  finden,  ohnehin  erheblich  eingeschränkt 
sein  dürfte.  Für  den  Beschwerdeführer  stellt  demnach  der  südliche 
Landesteil  und  insbesondere  der  Raum  Colombo  keine  zumutbare 
innerstaatliche Aufenthaltsalternative dar.

5.2.2.3 Der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka ist somit im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG als unzumutbar zu bezeichnen. Aus den Akten 
ergeben sich im Übrigen keine Hinweise auf allfällige Ausschlussgrün-
de gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG.

6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde hinsichtlich des angeordneten 
Vollzugs der  Wegweisung gutzuheissen; im Übrigen ist  sie  abzuwei-
sen. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung 
vom 1. November 2004 sind demnach aufzuheben, und das BFM ist 
anzuweisen, den Aufenthalt des Beschwerdeführers nach den gesetzli-
chen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl. 
Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 83 Abs. 1 AuG).

7.
7.1 Im Hinblick auf die Kostenliquidation ist der Ausgang des Verfah-
rens im Asylpunkt (Beschwerdebegehren 1 und 2) als teilweises Un-

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terliegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Satz 2 VwVG) zu werten, wobei das Bun-
desverwaltungsgericht  nach  seiner  Praxis  im  Asylbeschwerdeverfah-
ren bei Konstellationen wie der vorliegenden den partiellen Misserfolg 
mit  der  Hälfte  veranschlagt.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entspre-
chend  wären  somit  prinzipiell  die  um  die  Hälfte  zu  ermässigenden 
Kosten dem Beschwerdeführer zu überbinden. Dieser hat indes gleich-
zeitig mit der Beschwerde ein sinngemässes Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  eingereicht,  dessen  Beurteilung  in 
der  Verfügung  des  Instruktionsrichters  der  ARK  vom  28.  Dezember 
2004  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verlegt  wurde  und  bis  heute 
aussteht.

7.2 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz nach 
Einreichung der Beschwerde eine Partei,  die nicht über die erforder-
lichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskos-
ten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Aus den hiervor 
aufgezeigten Gründen kann dem Beschwerdeführer nicht vorgehalten 
werden, seiner Beschwerde habe es im Zeitpunkt der Beantragung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  mit  Blick  auf  die  Erfolgsaussichten  an 
der nötigen Ernsthaftigkeit gefehlt (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). 
Die  Beschwerdebegehren  erschienen  mit  anderen  Worten  bei  retro-
spektiver Betrachtung nicht aussichtslos. Sodann hat der Beschwerde-
führer seiner Rechtsmitteleingabe eine Bestätigung vom 30. November 
2004  beigefügt,  gemäss welcher  er  vollumfänglich  fürsorgeabhängig 
ist  und  nach  behördlichem Kenntnisstand  über  keine  privaten  Mittel 
verfügt.  Damit  kann  der  Beschwerdeführer  als  prozessual  bedürftig 
gelten,  zumal keine Hinweise auf  eine zwischenzeitliche wesentliche 
Veränderung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse erkenn-
bar sind. Beide kumulativ erforderlichen Bedingungen für die Gewäh-
rung der  unentgeltlichen Rechtspflege sind somit  erfüllt  (vgl. Art. 65 
Abs. 1 VwVG). Das darauf abzielende Gesuch ist somit gutzuheissen, 
und der Beschwerdeführer ist von der Pflicht zur Kostentragung zu be-
freien.

8.
Dem Beschwerdeführer ist - als teilweise obsiegender Partei - für die 
ihm im Beschwerdeverfahren erwachsenen notwendigen Kosten eine 
Entschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 16 Abs. 1 
Bst. a VGG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Diese  ist  praxisgemäss  infolge  des 

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Unterliegens im Asylpunkt um die Hälfte zu kürzen (vgl. Art. 7 Abs. 2 
VGKE).  Von  der  Rechtsvertretung  wurde  eine  vom  16. September 
2008 datierende Honorarnote eingereicht. Darin wird der erforderliche 
Zeitaufwand auf  der  Basis  eines Stundenansatzes von Fr. 150.--  auf 
insgesamt 16 Stunden veranschlagt, was dem Umfang und der Kom-
plexität der Streitsache angemessen erscheint. Die aufgeführten Aus-
lagen (Telefon, Fax, Porti, Dolmetscher, Literatur) in der Höhe von ins-
gesamt Fr. 360.--  können noch als verhältnismässig bezeichnet  wer-
den und rechtfertigen mithin eine volle  Entschädigung (Art. 9  Abs. 1 
Bst. b und Art. 11 VGKE). Vonseiten der Rechtsvertretung wird nicht 
geltend gemacht, dass bezüglich ihres Honorars und der Auslagen ei-
ne Mehrwertssteuerpflicht besteht, die in den von ihr aufgeführten Be-
trägen noch nicht berücksichtigt worden ist (Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE). 
Neben den Kosten der Vertretung macht der Beschwerdeführer keine 
weiteren notwendigen Auslagen geltend (Art. 8  VGKE). Das BFM ist 
demnach anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine reduzierte Partei-
entschädigung von Fr. 1'380.-- auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird, soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend, 
gutgeheissen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung vom 1. November 
2004 werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, den Beschwer-
deführer vorläufig in der Schweiz aufzunehmen.

3.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 1'380.-- auszurichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)
- das (...) des Kantons (...) ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Martin Maeder

Versand: 

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