# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88c09267-9ce0-54ac-80c3-06662c710ce4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.06.2020 F-2509/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2509-2019_2020-06-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2509/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  J u n i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton,  

Richter Fulvio Haefeli,    

Gerichtsschreiberin Annina Mondgenast. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Kuonen-

Martin, Hirni Kuonen Anwälte GmbH,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. 

 

 

 

F-2509/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (kenianischer Staatsangehöriger) reiste am 27. De-

zember 2006 in die Schweiz und heiratete am 20. Februar 2007 eine 

Schweizer Staatsangehörige. Am 5. März 2012 ersuchte er um erleichterte 

Einbürgerung und am 3. Juni 2015 unterzeichneten die Ehegatten gemein-

sam die Erklärung, wonach sie in einer tatsächlichen, ungetrennten sowie 

stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse zusammenleben 

und weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestehen würden. Am 

12. Juni 2015 wurde der Beschwerdeführer erleichtert eingebürgert und er-

warb das Bürgerrecht von B._______ (Kanton C._______).  

B.  

Zwecks Ferienaufenthaltes in Kenia verliess der Beschwerdeführer am 

28. September 2015 die Schweiz. Das von seiner Ehefrau in der Folge ein-

geleitete Eheschutzverfahren wurde am 27. Februar 2017 abgeschlossen 

und am 22. Januar 2018 erfolgte die Ehescheidung. Beide Verfahren wur-

den zufolge des unbekannten Aufenthalts des Beschwerdeführers in des-

sen Abwesenheit durchgeführt.  

C.  

Die Vorinstanz leitete am 6. November 2017 ein Verfahren betreffend Nich-

tigerklärung der erleichterten Einbürgerung des Beschwerdeführers ein. 

Am 19. Oktober 2018 stellte der Bürgerrechtsdienst des Kantons 

C._______ Antrag auf Nichtigerklärung der Einbürgerung.  

D.  

Seit dem 21. März 2018 lebt der Beschwerdeführer wieder in der Schweiz 

an der Adresse seiner (Ex-)Ehefrau. Am 19. September 2018 heiratete er 

sie erneut. 

E.  

Mit Verfügung vom 16. April 2019 (eröffnet am 23. April 2019) erklärte die 

Vorinstanz die erleichterte Einbürgerung des Beschwerdeführers für nichtig 

und hielt fest, die Nichtigkeit erstrecke sich im Sinne der Erwägungen auf 

alle Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht auf der nichtig erklär-

ten Einbürgerung beruhe.  

F.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

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Seite 3 

22. Mai 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte 

deren Aufhebung.  

Mit der Beschwerde reichte er eine Kopie einer Gerichtsanordnung des 

"D._______" vom 1. November 2018 und eine Bestätigung einer Nachbarin 

zum Verhältnis der Ehegatten vom 1. Mai 2019 ein.  

G.  

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 16. Juli 2019 die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihrer Verfügung. An ihren 

Ausführungen hielt sie vollumfänglich fest. Die Vernehmlassung wurde 

dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Bürgerrechtsgesetz vom 

20. Juni 2014 (BüG, SR 141.0) wurde der gleichnamige Erlass vom 

29. September 1952 aufgehoben (vgl. Art. 49 BüG i.V.m. Ziff. I seines An-

hangs). Die darin enthaltenen neuen Verfahrensvorschriften sind mangels 

diesbezüglicher Übergangsreglung sofort und in vollem Umfange anwend-

bar (zum Ganzen vgl. Urteil des BVGer F-6072/2017 vom 4. Juli 2019 

E. 4.2).  

Gemäss der Übergangsbestimmung von Art. 50 Abs. 1 BüG richten sich 

Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts nach dem Recht, das bei 

Eintritt des massgebenden Tatbestandes in Kraft steht beziehungsweise 

stand. Die vorliegende Streitsache beurteilt sich deshalb in materieller Hin-

sicht nach dem alten Bürgerrechtsgesetz (aBüG). 

2.  

2.1 Verfügungen des SEM über die Nichtigerklärung einer erleichterten 

Einbürgerung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt (Art. 47 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Gemäss Art. 37 VGG richtet 

sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG, 

soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).  

2.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 48 ff. VwVG). 

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3.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 aBüG kann eine ausländische Person nach der 

Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 

Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-

wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Ge-

meinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. In allgemeiner, für alle For-

men der erleichterten Einbürgerung geltender Weise setzt Art. 26 Abs. 1 

aBüG voraus, dass die ausländische Person in der Schweiz integriert ist 

(Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die in-

nere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Sämtli-

che Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl bei Einreichung des 

Gesuchs als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt 

es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemein-

schaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden 

(BGE 140 II 65 E. 2.1). 

4.2 Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft bedeutet nach der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen einer Ehe. 

Verlangt wird vielmehr die tatsächliche Lebensgemeinschaft, getragen vom 

beidseitigen Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten. Mit Art. 27 

aBüG wollte der Gesetzgeber dem ausländischen Ehegatten eines 

Schweizer Bürgers die erleichterte Einbürgerung ermöglichen, um die Ein-

heit des Bürgerrechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zu-

kunft zu fördern. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemein-

schaft aufrecht zu erhalten, können sich dann ergeben, wenn kurze Zeit 

nach der erleichterten Einbürgerung die Trennung erfolgt oder die Schei-

dung eingeleitet wird (BGE 135 II 161 E. 2). 

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5.   

5.1 Die erleichterte Einbürgerung kann mit Zustimmung des Heimatkan-

tons nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Verheim-

lichung erheblicher Tatsachen erschlichen (Art. 41 Abs. 1 aBüG), d.h. mit 

einem unlauteren und täuschenden Verhalten erwirkt wurde. Arglist im 

Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes ist nicht erforderlich. Es 

genügt, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht beziehungs-

weise die mit dem Einbürgerungsbegehren befasste Behörde bewusst in 

einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unter-

lassen zu haben, über eine erhebliche Tatsache zu informieren (BGE 140 

II 65 E. 2.2). Weiss der Betroffene, dass die Voraussetzungen für die er-

leichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müs-

sen, so muss er die Behörde unaufgefordert über eine nachträgliche Än-

derung der einer Einbürgerung mutmasslich entgegenstehenden Verhält-

nisse orientieren (BGE 132 II 113 E. 3.2). Die Pflicht dazu ergibt sich aus 

dem Grundsatz von Treu und Glauben und aus der verfahrensrechtlichen 

Mitwirkungspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die Behörde ihrer-

seits darf sich darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte bei 

passivem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor zutreffen (BGE 140 

II 65 E. 2.2). 

5.2 Die Möglichkeit der Nichtigerklärung geht durch Zeitablauf unter. Nach 

Art. 41 Abs. 1bis aBüG kann die Einbürgerung innert zwei Jahren, nachdem 

das SEM vom rechtserheblichen Sachverhalt Kenntnis erhalten hat, spä-

testens aber innert acht Jahren nach dem Erwerb des Schweizer Bürger-

rechts, nichtig erklärt werden. Nach jeder Untersuchungshandlung, die der 

eingebürgerten Person mitgeteilt wird, beginnt eine neue zweijährige Ver-

jährungsfrist zu laufen. Während eines Beschwerdeverfahrens stehen die 

Fristen still. 

5.3 Vorliegend sind die Fristen von Art. 41 aBüG eingehalten. Auch die Zu-

stimmung des zuständigen Heimatkantons liegt vor. Die formellen Voraus-

setzungen für die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung sind so-

mit erfüllt. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 12 VwVG obliegt es grundsätzlich den Behörden, den 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Die Behörde hat daher von 

Amtes wegen zu untersuchen, ob der betroffenen Person die Täuschung 

über eine Einbürgerungsvoraussetzung vorgeworfen werden kann, wozu 

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insbesondere die Existenz eines beidseitig intakten und gelebten Ehewil-

lens gehört. Da die Nichtigerklärung in die Rechte der betroffenen Person 

eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde. Allerdings geht es in der Re-

gel um innere, dem Kern der Privatsphäre zugehörige Sachverhalte, die 

der Behörde nicht bekannt und einem direkten Beweis naturgemäss kaum 

zugänglich sind. Sie können regelmässig nur indirekt durch Indizien er-

schlossen werden. Die Behörde kann sich darüber hinaus auch veranlasst 

sehen, von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Ver-

mutungsfolge) zu schliessen. Solche sogenannten natürlichen bezie-

hungsweise tatsächlichen Vermutungen stellen eine besondere Form des 

Indizienbeweises dar und können sich in allen Bereichen der Rechtsan-

wendung ergeben, namentlich auch im öffentlichen Recht. Dabei handelt 

es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfah-

rung gezogen werden. Die betroffene Person ist bei der Sachverhaltsab-

klärung mitwirkungspflichtig (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2, BGE 135 II 161 

E. 3). 

6.2 Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (vgl. 

Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]). Sie stellt eine Beweisführungs-

erleichterung dar, indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter 

Schlüssigkeit mögliche Beweisführung unterstützt wird. Wenn daher be-

stimmte Tatsachen – beispielsweise die Chronologie der Ereignisse – die 

natürliche Vermutung begründen, dass die erleichterte Einbürgerung er-

schlichen wurde, kann die betroffene Person diese Vermutung durch Ge-

genbeweis entkräften (vgl. FRANZ HASENBÖHLER, Das Beweisrecht der 

ZPO, Band 1, Zürich 2015, S. 193, Rz. 5.58). Es genügt zum Beweis, wenn 

sie einen Grund anführt, der es dem Gericht plausibel erscheinen lässt, 

dass sie die Behörde nicht getäuscht hat. Bei diesem Grund kann es sich 

um ein ausserordentliches, nach der erleichterten Einbürgerung eingetre-

tenes Ereignis handeln, das zum raschen Scheitern der Ehe führte, oder 

die betroffene Person kann plausibel darlegen, weshalb sie die Schwere 

der ehelichen Probleme nicht erkannte und den wirklichen Willen hatte, mit 

dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer stabilen ehelichen Ge-

meinschaft zu leben (BGE 135 II 161 E. 3). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung der Nichtigerklärung der erleich-

terten Einbürgerung aus, aufgrund der zeitlichen Verhältnisse zwischen 

Ehedauer, Rechtskraft der erleichterten Einbürgerung und der nur kurz da-

rauf erfolgten Ausreise des Beschwerdeführers nach Kenia werde vermu-

tet, dass zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung keine stabile und 

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auf die Zukunft gerichtete eheliche Verbindung vorgelegen habe. Dem Be-

schwerdeführer sei es nicht gelungen, diese Vermutung umzustossen. Die 

Ehegatten hätten unterschiedlich geschildert, ob und wie sie während des 

Aufenthalts des Beschwerdeführers in Kenia Kontakt zueinander gehabt 

hätten. Ein plötzliches und unerwartetes Ereignis, welches zum Bruch der 

Ehe geführt hätte, sei vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht wor-

den. Unklar sei auch, weshalb sein Pass einen Ausreisestempel aus Kenia 

vom 26. Oktober 2015 enthalte, wenn er gemäss eigenen Aussagen zu-

folge eines hängigen Forderungsverfahrens Kenia nicht habe verlassen 

dürfen und im März 2018 von dort habe flüchten müssen, um in die 

Schweiz zurückzukehren. Unterschiedlich hätten die Ehegatten sodann 

geschildert, wann der Beschwerdeführer seine Ehefrau über das Forde-

rungsverfahren erstmals informiert habe (Oktober 2015 beziehungsweise 

Oktober 2017). Die Ehescheidung sei entgegen der Behauptung des Be-

schwerdeführers nicht als Kurzschlusshandlung der Ehefrau zu interpretie-

ren. Im März 2016 habe sie sich bei den Behörden bezüglich seines unbe-

kannten Aufenthalts gemeldet, im Februar 2017 einen Eheschutz erwirkt 

und sich im Januar 2018 scheiden lassen. Anlässlich der zweiten Ehe-

schliessung habe sie sodann angemerkt, den Beschwerdeführer erneut zu 

heiraten, damit er seinen Schweizer Pass nicht verliere. Es sei in einer Ge-

samtwürdigung davon auszugehen, dass die Ehe zum Zeitpunkt der Ein-

bürgerung instabil gewesen sei und sich der Beschwerdeführer darüber im 

Klaren gewesen sei. Er habe damit die erleichterte Einbürgerung erschli-

chen und die Voraussetzungen für eine Nichtigerklärung seien erfüllt. Der 

Altersunterschied der Ehegatten von mehr als 25 Jahren, die Kinderlosig-

keit und die Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers von weniger als 

zwölf Jahren in der Schweiz, die fehlende Aufenthaltsbewilligung zum Zeit-

punkt der Heirat und die mehrheitlich alleinigen Heimatreisen seien weitere 

Gründe, um eine Nichtigerklärung auszusprechen.  

7.2 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, seit der 

Heirat im Jahr 2007 habe er mit seiner Ehefrau eine eheliche Gemeinschaft 

ohne Unstimmigkeiten und ohne Krisen geführt. Seiner Ehefrau sei sein 

Aufenthaltsort während seines Keniaaufenthalts im Herbst 2015 bekannt 

gewesen, und sie hätten regelmässig telefonisch Kontakt gehabt. Seine 

Ausreise aus Kenia sei ihm verweigert worden, und er habe dies gleichen-

tags seiner Ehefrau mitgeteilt. Aus Angst, sämtlichen finanziellen Pflichten 

ihres Ehemannes nachkommen zu müssen, habe seine Ehefrau ein Ehe-

schutzverfahren eingeleitet und sich später scheiden lassen. Auch wäh-

rend dieser Zeit seien sie in telefonischem Kontakt gestanden; sie habe 

ihm gegenüber diese Verfahren jedoch nicht erwähnt. Erst nach seiner 

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Rückkehr im März 2018 habe er davon erfahren. Die Bedenken seiner Ehe-

frau hätten sich als unbegründet herausgestellt, und sie würden weiterhin 

in ehelicher Gemeinschaft an der gleichen Adresse wohnen. Als Zeichen 

ihrer Liebe hätten sie am 19. September 2018 erneut geheiratet. Der Al-

tersunterschied sei für sie kein Hindernis für eine intakte und glückliche 

Ehe. Es sei ihnen bewusst, dass sie keine gemeinsamen Kinder haben 

könnten. Sie würden ihre Freizeit zusammen verbringen und auch von Be-

kannten und Nachbarn als Ehepaar wahrgenommen werden. Seine Ehe-

frau habe nicht wegen fehlender Liebe den Eheschutz und die Scheidung 

eingereicht, sondern aufgrund existenzieller Ängste. Die Vorinstanz habe 

den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt und sich nur 

von Indizien leiten lassen.  

7.3 Aufgrund der bestehenden Akten ist die Vorinstanz zum zutreffenden 

Ergebnis gelangt, zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung habe 

keine eheliche Gemeinschaft mehr bestanden. Auf die Erwägungen in der 

Verfügung und die Zusammenfassung unter E. 7.1 kann zur Vermeidung 

von Wiederholungen verwiesen werden. Die Vorbringen in der Beschwerde 

vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Der Beschwerdefüh-

rer begab sich rund dreieinhalb Monate nach der erleichterten Einbürge-

rung nach Kenia. Seine Begründung, er habe nicht mehr aus Kenia ausrei-

sen können, erscheint unglaubhaft. In seinem Reisepass findet sich ein 

Ausreisestempel aus Kenia vom 26. Oktober 2015, und seine Ehefrau 

machte geltend, er sei am 31. Juli 2017 für kurze Zeit in die Schweiz zu-

rückgekehrt (vgl. Schreiben der Ehefrau vom 11. August 2017), danach je-

doch erneut ausgereist (vgl. Schreiben der Ehefrau vom 27. November 

2017). Die kenianische Gerichtsanordnung vom 1. November 2018 liegt le-

diglich in Kopie vor und weist damit einen lediglich verminderten Beweis-

wert auf. Auch inhaltlich vermag sie nicht zu überzeugen. In der Gerichts-

anordnung wird festgehalten, der Beschwerdeführer könne ab dem 1. No-

vember 2018 wieder aus Kenia ausreisen. Es war ihm jedoch offenbar 

möglich, bereits im März 2018 Kenia zu verlassen, beziehungsweise kehrte 

er im Juli 2017 schon einmal in die Schweiz zurück. Nicht gefolgt werden 

kann sodann der Aussage, seine Ehefrau habe immer gewusst, wo er sich 

befinde. Mit Schreiben vom 28. September 2016 teilte sie dem SEM mit, 

sie habe keine Adresse des Beschwerdeführers, sondern nur seine Tele-

fonnummer. Er sei, seitdem er die Schweiz verlassen habe, sehr passiv 

und lasse sie völlig im Dunkeln. In einem Schreiben an die Vorinstanz vom 

5. Oktober 2016 führte sie aus, der Beschwerdeführer habe sich verab-

schiedet, ohne eine Adresse zu hinterlassen. Ein Kontakt über das Telefon 

und gelegentlich per SMS sei für sie keine eheliche Verbindung. Am 

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Seite 9 

27. Februar 2017 leitete sie ein Eheschutzverfahren ein und meldete den 

Beschwerdeführer zufolge seines unbekannten Aufenthalts einen Tag spä-

ter vom gemeinsamen Wohnort ab. Seinen Aufenthaltsort in Kenia konnte 

sie der Vorinstanz erst am 19. Februar 2018 mitteilen (vgl. Schreiben der 

Ehefrau vom 19. Februar 2018). Widersprüchlich ausgeführt haben der Be-

schwerdeführer und seine Ehefrau, wann er ihr von den offenen Forderun-

gen und dem Forderungsverfahren in Kenia erzählt haben will. Gemäss 

seinen Ausführungen habe er sie darüber im Oktober 2015 in Kenntnis ge-

setzt; die Ehefrau hingegen macht geltend, sie habe im Oktober 2017 da-

von erfahren. Dem Protokoll des Eheschutzverfahrens lässt sich sodann 

entnehmen, dass das Interesse des Beschwerdeführers an einem Zusam-

menleben mit seiner (Ex-)Ehefrau nach der Einbürgerung merklich ge-

schwunden sei. Sie hätten nur noch sporadisch telefonischen Kontakt, und 

er weigere sich, ihr die aktuelle Wohnadresse mitzuteilen (vgl. Protokoll 

Eheschutz vom 27. Februar 2017). Das Schreiben der Nachbarin vom 

1. Mai 2019 sagt nichts über die Beziehung des Beschwerdeführers zu sei-

ner Ehefrau zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung aus. In einer Ge-

samtwürdigung aller Indizien ist nicht vom Bestehen einer gelebten, auf die 

Zukunft gerichteten ehelichen Gemeinschaft zum Zeitpunkt der erleichter-

ten Einbürgerung auszugehen. Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelun-

gen, diese Vermutung zu entkräften. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt 

richtig und vollständig festgestellt.  

8.  

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Ehe des Beschwerde-

führers mit seiner schweizerischen Ehefrau zum Zeitpunkt der erleichterten 

Einbürgerung nicht beziehungsweise nicht mehr intakt gewesen ist und der 

Beschwerdeführer seine Einbürgerung durch falsche Angaben oder Ver-

heimlichung erheblicher Tatsachen zum damaligen Zustand der Ehe er-

schlichen hat. Die Voraussetzungen für die Nichtigerklärung der erleichter-

ten Einbürgerung sind somit erfüllt. Die angefochtene Verfügung verletzt 

kein Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwerde ist demnach ab-

zuweisen. 

  

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Seite 10 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen und auf Fr. 1'200.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 1 und Art. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Sie sind durch den am 18. Juni 2019 geleisteten Kosten-

vorschuss in gleicher Höhe gedeckt. 

 

(Dispositiv nächste Seite)    

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch den in der gleichen Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss gedeckt.  

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (mit den Akten Ref-Nr. […]) 

– den Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons C._______ (Ref-

Nr. […]) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Annina Mondgenast 

 

 

  

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Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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