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**Case Identifier:** cd3cb90a-08ab-5a1d-9fa9-92489cf391e8
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-15
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2020 (2. Rechtsgang)
**Docket/Reference:** ST.2024.65
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-st.2024.65.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2024.65 

Entscheid 

 15. April 2025 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Michael Ochsner, Steuerrichterin Christina Hefti, Steuerrichter 
Marius Obertüfer und Gerichtsschreiber Georges Frick 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch RA Dr.iur. Markus Oehrli,  
Steuerberatung, Birmensdorferstrasse 108, 8003 Zürich,  

Rekurrent,  

gegen 

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2020 (2. Rechtsgang) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) wohnte seit 2017 mit seiner Ehegattin sowie 

der  gemeinsamen  Tochter  in  der  eigenen  Liegenschaft  in  der  Gemeinde  B.  In  einer 

separaten  Einliegerwohnung  wohnten  auch  seine  Schwiegereltern.  Ab  dem  10.  Okto-

ber 2020 mietete er eine möblierte 2.5 Zimmer-Wohnung im Kanton C. Der Mietvertrag 

wurde  befristet  abgeschlossen  und  endete  ohne  Kündigung  am  Mittwoch,  31.  März 

2021. Mitte  Oktober  2020  bezog  er  die Wohnung im  Kanton  C  und meldete sich  dort 

am  21.  Oktober  2020  an.  Der  Mietvertrag  wurde  mehrmals  verlängert,  bis  dass  der 

Pflichtige am 30. Juni 2022 wieder zurück in die Gemeinde B zog. 

Nachdem der Pflichtige von der Gemeinde B mit Schreiben vom 9. Dezember 

2021  aufgefordert  worden  war,  seine  Steuererklärung  einzureichen,  reichte  er  am  

3.  Januar  2022  eine  Kopie  seiner  Steuererklärung  des  Kantons  C  ein.  Er  deklarierte 

darin  ein  steuerbares  Einkommen  im  Kanton  Zürich  von  Fr.  4'527.-  (satzbestimmend 

Fr. 2'050'722.-)  und  ein  steuerbares  Vermögen  von  Fr.  821'089.-  (satzbestimmend 

Fr. 5'355'995.-).  Seine  Steuerpflicht  im  Kanton  Zürich  erachtete  er  dabei  bloss  noch 

aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit infolge Liegenschaftenbesitzes in Gemeinde B 

als gegeben.  

Mit Auflage vom 26. Oktober 2022 teilte das kantonale Steueramt dem Pflich-

tigen mit,  dass für  die Steuereinschätzung noch weitere  Abklärungen  erforderlich  sei-

en, und forderte von ihm zusätzliche Unterlagen und Belege zum behaupteten Wohn-

sitzwechsel ein. Da die Auflage trotz gewährter Fristerstreckungen unbeantwortet blieb, 

mahnte ihn das kantonale Steueramt am 1. Februar 2023. Daraufhin liess der Pflichtige 

die  Auflage  am  16.  Februar  2023  beantworten.  Da  noch  nicht  sämtliche  der  angefor-

derten  Unterlagen  eingereicht  wurden,  mahnte  das  kantonale  Steueramt  die  Auflage 

am  9.  März  2023  erneut,  worauf  er  am  8.  April  2023  weitere  Unterlagen  einreichen 

liess.  

Mit Einschätzungsentscheid vom 9. Mai 2023 schätzte das kantonale Steuer-

amt den Pflichtigen betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2020 mit einem steu-

erbaren  Einkommen  von  Fr.  2'017'700.-  sowie  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

Fr. 5'456'000.- ein (jeweils auch satzbestimmend). Dabei betrachtete es den Pflichtigen 

ungeachtet  seiner  Deklaration  für  die  Steuerperiode  2020  als  weiterhin  aufgrund  des 

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Wohnsitzes in der Gemeinde B steuerrechtlich persönlich und nicht bloss wirtschaftlich 

zugehörig. 

B. Dagegen liess der Pflichtige am 5. Juni 2023 Einsprache erheben und be-

antragen,  im  Kanton  Zürich  seien  lediglich  die  Einkünfte  und  das  Vermögen  aus  der 

Liegenschaft in Gemeinde B zu besteuern. Betragsmässig beantragte er gemäss den 

in  der  Steuererklärung  des  Kantons  C  deklarierten  Steuerfaktoren  eingeschätzt  zu 

werden. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die Möglichkeit, die Einsprache münd-

lich  zu  vertreten.  Gleichentags  gelangte  der  Pflichtige  auch  an  die  Eidgenössische 

Steuerverwaltung (ESTV) mit einem Gesuch, es sei der Veranlagungsort für die direkte 

Bundessteuer für die Steuerperioden 2020 und 2021 durch diese verbindlich festzule-

gen. Das kantonale Steueramt verlangte daraufhin mit Auflage vom 6. September 2023 

zusätzliche Unterlagen ein. Die Auflage blieb unbeantwortet. Am 28. September 2023 

wies es die Einsprache ab.  

C. Mit Rekurs vom 30. Oktober 2023 liess der Pflichtige beantragen, der Ein-

spracheentscheid  sei  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Durchführung  einer  mündlichen 

Verhandlung an das kantonale Steueramt zurückzuweisen. Eventualiter sei er im Kan-

ton  Zürich  gemäss  der  eingereichten  Steuererklärung  (beschränkt)  zu  besteuern.  Mit 

Rekursantwort  vom  24.  November  2023  ersuchte  das  kantonale  Steueramt  ebenfalls 

um  Rückweisung.  Es  räumte  ein,  dem  Pflichtigen  die  verlangte  mündliche  Anhörung 

verwehrt und damit sein rechtliches Gehör verletzt zu haben. Mit unbegründetem Ent-

scheid vom 8. Dezember 2023 wurde der Rekurs deshalb gutgeheissen und die Sache 

zur formell korrekten Durchführung des Einspracheverfahrens, insbesondere zur Anhö-

rung  des  Pflichtigen,  an  das  kantonale  Steueramt  zurückgewiesen  (StRG,  8.  Dezem-

ber 2023, 1 ST.2023.210).   

Nach  erfolgter  Rückweisung  führte  das  kantonale  Steueramt  in  Anwesenheit 

des Pflichtigen am 11. Januar 2024 eine mündliche Verhandlung durch. Diese brachte 

indessen keine Einigung. Am 30. Januar 2024 wies das kantonale Steueramt deshalb 

die Einsprache des Pflichtigen wiederum ab. 

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D. Dagegen liess der Pflichtige am 29. Februar 2024 im 2. Rechtsgang erneut 

Rekurs erheben und beantragen, er sei für die Steuerperiode 2020 lediglich aufgrund 

seiner  beschränkten  Steuerpflicht  im  Kanton  Zürich  zu  besteuern;  dies  unter  Kosten- 

und  Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  des  kantonalen  Steueramts.  Das  kantonale 

Steueramt  schloss  mit  Rekursantwort  vom  28.  März  2024  auf  Abweisung  des  Rekur-

ses. Der Pflichtige hielt dagegen in seiner Replik vom 29. April 2024 an seinem Antrag 

fest. Mit Verfügung vom 14. Januar 2025 wurde den Parteien Frist angesetzt, sich  zu 

den Platzverhältnissen in der Gemeinde B und zur allfälligen Nichtigkeit der Einschät-

zung zu äussern. Das kantonale Steueramt äusserte sich dazu mit Stellungnahme vom 

28. Januar 2025.  Der  Pflichtige  liess  sich  mit  Stellungnahme  vom  21.  Februar  2025 

vernehmen.  

Auf die Vorbringen der Parteien wird  – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Kommen  mehrere  Kantone  für  die  Veranlagung  der  direkten  Bundes-

steuer infrage, bestimmt die ESTV den Veranlagungsort (Art. 108 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990, DBG; BGr, 10. Feb-

ruar  2025,  9C_434/2024,  E.  4.1,  mit  Hinweisen,  auch  zum  Folgenden). 

Im 

interkantonalen  Verhältnis  obliegt  der  Entscheid  über  die  Veranlagungszuständigkeit 

ausschliesslich der (ESTV), weshalb ein von einer kantonalen Steuerverwaltung erlas-

sener Steuerdomizilentscheid nichtig ist (BGE 150 II 244 E. 4.1 und 4.3; BGr, 8. Juni 

2020, 2C_806/2019, E. 5.1 und 5.3). Dabei spielt es keine Rolle, ob darin haupt- oder 

nur  vorfrageweise  über  die  Zuständigkeit  befunden  wurde  (BGr,  7.  August  2024, 

9C_323/2023, E. 3.5.3, zur Publikation vorgesehen). 

b) Strittig ist primär und vorfrageweise, ob sich das Steuerdomizil des Pflichti-

gen  betreffend  Staats-  und  Gemeindesteuern  für  die  Steuerperiode  2020  im  Kanton 

Zürich  oder  im  Kanton  C  befand.  In  seiner  Rekursschrift  erwähnt  dieser,  dass  betref-

fend Veranlagungsort für die direkte Bundessteuer ein Verfahren gemäss Art. 108 DBG 

bei  der  ESTV  hängig  sei.  In  der  Stellungnahme  vom  21. Februar  2025  wird  sodann 

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prozessual  die  Koordination  des  vorliegenden  Verfahrens  mit  demjenigen  der  ESTV 

beantragt.  Vorab  stellt  sich  demgemäss  die  Frage,  wie  dem  Umstand  der  Hängigkeit 

des Verfahrens bei der ESTV zu begegnen ist, denn es ist unbestritten, dass die Be-

stimmung  des  Veranlagungsorts  (direkte  Bundessteuer)  und  des  Hauptsteuerdomizils 

(Staats- und Gemeindesteuern) nach den gleichen Kriterien erfolgt (Art. 3 DBG; Art. 3 

des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und 

Gemeinden vom 14. Dezember 1990, StHG; § 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, 

StG; BGr, 8. Juni 2020, 2C_806/2019, E. 5.4).  

c) aa) Die ESTV sistierte das Verfahren gemäss Information des kantonal zu-

ständigen Steuerkommissärs mit der Begründung, sie wolle den Entscheid des Steuer-

rekursgerichts abwarten. Weiter ist zu berücksichtigen, dass das kantonale Steueramt 

Zürich  gegenüber  der  ESTV  mit  Eingabe  vom  6.  Oktober  2023  festhielt,  es  verzichte 

für  die  Steuerperioden  2020  und  2021  auf  die  Erhebung  der  direkten  Bundessteuer 

und überlasse diese dem Kanton C, weil sich der Pflichtige im Jahr 2022 wieder in Zü-

rich  angemeldet  habe.  Dass  das  kantonale  Steueramt  Zürich  beim  Pflichtigen  zwi-

schenzeitlich irgendwelche Veranlagungshandlungen oder Bezugsbemühungen betref-

fend  die  direkte  Bundessteuer  2020  unternommen  hätte,  ist  nicht  ersichtlich.  Die 

Äusserungen  des  kantonalen  Steueramts  gegenüber  der  ESTV  lassen  demnach  ver-

muten,  dass  hinsichtlich  der  Veranlagungs-  und  Bezugszuständigkeit  kein  Konfliktfall 

vorliegt.  Bei  dieser  Ausgangslage  dürfte  kaum  zu  erwarten  sein,  dass  die  ESTV  im 

besagten  Verfahren  einen  materiellen  Entscheid  fällt,  denn  sie  entscheidet  nicht  von 

Amtes  wegen,  sondern  nur  im  tatsächlichen  Konfliktfall  (vgl.  jüngst  BGr,  10.  Februar 

2025, 9C_434/2024, E. 4.2 f., auch zum Folgenden, mit Hinweisen).  

bb)  Relevant  ist  weiter, dass  der  Pflichtige (Mit-)Eigentümer  eines  im  Kanton 

Zürich gelegenen Grundstücks ist. Zumindest dafür ist er aufgrund wirtschaftlicher Zu-

gehörigkeit unbestrittenermassen steuerpflichtig (§ 4 Abs 1 lit. b StG). Weil der Pflichti-

ge  folglich  in  jedem  Fall  im  Kanton  Zürich  einzuschätzen  ist,  ist  die  im  Kern  strittige 

Frage seines Hauptsteuerdomizils hinsichtlich der Staats- und Gemeindesteuern 2020 

auch  zu  Recht  nicht  in  einem  separaten  Steuerhoheitsverfahren  vorab  entschieden 

worden  (BGr,  11.  November  2020,  2C_684/2019,  E.  3.3.2).  Die  Frage  stellt  sich  viel-

mehr  bloss  vorfrageweise  mit  Bezug  auf  die  gegebenenfalls  vorzunehmende  Steuer-

ausscheidung (§ 5 StG). Eine Einschätzung hat das kantonale Steueramt demgemäss 

in  jedem  Fall  vorzunehmen.  Es  sind  keine  Szenarien  denkbar,  in  welchem  es  sich 

diesbezüglich eine Unzuständigkeit oder eine generelle Kompetenzüberschreitung vor-

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halten  lassen  müsste.  Ungeachtet  des  Ausgangs  des  Verfahrens  bei  der  ESTV  wird 

damit das vorliegende, grundliegend autonome Einschätzungsverfahren nicht hinfällig.  

d) Bei dieser Ausgangslage rechtfertigt es sich aufgrund des allgemeinen Be-

schleunigungsgebots  nicht,  den  Entscheid  des  Steuerhoheitsverfahren  bei  der  ESTV 

abzuwarten und das Einschätzungsverfahren zu sistieren. Dies umso weniger, weil die 

ESTV selbst den Ausgang des vorliegenden Verfahren abzuwarten scheint (E. 1c/aa). 

Entsprechend ist das vorliegende Verfahren ohne weitere Verzögerungen mit materiel-

lem Entscheid abzuschliessen. Aufgrund des Zuwartens der ESTV besteht auch keine 

Notwendigkeit, die beiden Verfahren in prozessualer Hinsicht antragsgemäss zu koor-

dinieren.  Weiter  ist  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  zu  beurteilen,  welche  allfälligen 

(präjudizierenden)  Folgen  die  Festlegung  des  Hauptsteuerdomizils  betreffend  die 

Staats- und Gemeindesteuern 2020 auf die Bestimmung des Veranlagungsorts hat (zur 

sog. vertikalen Steuerharmonisierung vgl. BGr, 8. Juni 2020, 2C_806/2019, E. 5.4) und 

was sich daraus für allfällige Konsequenzen hinsichtlich der Zuständigkeit der Veranla-

gung und des Bezugs der direkten Bundessteuer ableiten lassen (vgl. dazu ausführlich 

und grundlegend BGr, 7. August 2024, 9C_323/2023).  

2. a) Natürliche Personen sind im Kanton Zürich aufgrund persönlicher Zuge-

hörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im 

Kanton haben (Art. 3 Abs. 1 StHG; § 3 Abs. 1 StG).  

b) Die Steuerpflicht beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Steuerpflichtige 

im Kanton steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt nimmt oder im Kanton steuerba-

re  Werte  erwirbt  (§  10  Abs.  1  StG).  Bei  Wechsel  des  steuerrechtlichen  Wohnsitzes 

innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit für 

die  laufende  Steuerperiode  im  Kanton,  in  dem  die  steuerpflichtige  Person  am  Ende 

dieser Periode ihren Wohnsitz hat (Art. 4b Abs. 1 StHG). Als Steuerperiode gilt bei na-

türlichen  Personen  das  Kalenderjahr  (§  49  Abs.  2  StG).  Nach  gefestigter  Rechtspre-

chung des Bundesgerichts findet die Annahme, dass ein Wohnsitz auch nach dessen 

Aufgabe solange weiterbesteht, bis ein neuer Wohnsitz begründet wird (fiktiver Wohn-

sitz in internationalen Verhältnissen), bei interkantonalen Sachverhalten keine Anwen-

dung (BGr, 16. Juni 2009, 2C_827/2008). 

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c) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) ist der steu-

errechtliche Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer unselbstständig erwerbenden Person 

derjenige Ort,  wo  sich  die  betreffende  Person mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibens 

aufhält  (vgl.  auch  Art. 3  Abs. 2  StHG,  § 3  Abs. 2  StG  sowie  Art. 23  ZGB),  bzw.  wo  

sich  faktisch  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteressen  befindet  (BGr,  1. Juli  2013, 

2C_126/2012,  E.  3.2,  mit  weiteren  Hinweisen).  Dieser  Mittelpunkt  der  Lebensinteres-

sen  bestimmt  sich  nach  der  Gesamtheit  der  objektiven,  äusseren  Umstände,  aus  de-

nen sich diese Interessen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen 

der  (mutmasslich)  steuerpflichtigen  Person.  Ebenso  wenig  kommt  es  auf  die  gefühls-

mässige Bevorzugung eines Ortes an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht 

frei  wählbar. Gleichermassen  spielen  die  formellen  Kriterien der  polizeilichen An-  und 

Abmeldung,  die  Hinterlegung  der  Schriften  oder die Ausübung  der  politischen Rechte 

keine  entscheidende  Rolle.  Sie  bilden  nur  dann  Indizien  für  den  steuerrechtlichen 

Wohnsitz,  wenn  auch  das  übrige  Verhalten  der  Person  für  diese  Annahme  spricht 

(BGE 132 I 29 E. 4.1; BGE 131 I 145 E. 4.1; VGr, 18. Dezember 2013, SB.2013.00019, 

E. 2, mit weiteren Hinweisen). Über den Lebensmittelpunkt und damit den steuerrecht-

lichen  Wohnsitz  kann  in  der  Regel  kein  klarer  Beweis  geführt  werden,  sondern  es  ist 

aufgrund von Indizien eine Gewichtung vorzunehmen, wobei sämtliche Berufs-, Fami-

lien- und Lebensumstände zu berücksichtigen sind. 

d)  aa)  Die  erste  Voraussetzung  der  physischen  Präsenz  einer  Person  an  ei-

nem bestimmten Ort gemäss § 3 Abs. 1 StG bedingt zumindest eine Wohn- und damit 

Übernachtungsgelegenheit  zur  freien  Benützung,  d.h.  eine  Unterkunft,  in  welcher  die 

steuerpflichtige  Person  effektiv  regelmässig  übernachtet  (vgl.  BGr,  16.  Juli  2018, 

2C_546/2017, mit Hinweisen; § 3 Abs. 2 StG entspricht Art. 3 Abs. 2 DBG gestützt auf 

Art. 3 Abs. 2 StHG vollständig, womit die Ausführungen zur direkten Bundessteuer im 

zitierten  Entscheid  auch  für  die  kantonalen  Steuern  massgebend  sind;  vgl.  auch  

Oesterhelt/Seiler,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz 

über  die  direkte  Bundessteuer,  4.  A.,  2022,  Art. 3  N 45  DBG  und  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/  Rohner,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  4.  A.,  2021,  § 3 

N 14 ff. StG, auch zum Folgenden). Die lediglich auf die Tageszeit beschränkte Anwe-

senheit  an  einem  bestimmten  Ort,  die  bei  Personen,  die  täglich  zu  ihrem  Arbeitsort 

pendeln,  gegeben  ist,  begründet  an  diesem  Ort  dagegen  noch  keinen  Aufenthalt  als 

Voraussetzung  eines  steuerrechtlichen  Wohnsitzes.  Das  tatsächliche  Aufhalten  ist  in 

erster Linie bei der erstmaligen Wohnsitznahme notwendig. Hingegen ist  danach kein 

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ununterbrochener Aufenthalt nötig, damit trotzdem noch ein steuerrechtlicher Wohnsitz 

gegeben sein kann; eine vorübergehende Unterbrechung des tatsächlichen Aufhaltens 

am steuerrechtlichen Wohnsitz  bleibt  i.d.R.  ohne  steuerliche  Auswirkungen (und  zwar 

auch  dann,  wenn  während  der  vorübergehenden  Unterbrechung  eine  Abmeldung  in 

den  entsprechenden  Einwohner-  und  Steuerregistern  erfolgt).  So  beispielsweise  bei 

Lottogewinnern, die kurz vor Jahresende umziehen, ihre bisherige Liegenschaft behal-

ten  und  dann  nach  einer  gewissen  Zeit  (konkret  14  Monate)  an  ihren  ursprünglichen 

Wohnsitz zurückkehren (VGr,  14. Dezember  2011,  SB.2011.00064,  bestätigt mit  BGr, 

17. August 2012, 2C_92/2012). 

bb) Bei der zweiten, subjektiven Bedingung in § 3 Abs. 1 StG – namentlich der 

Absicht, am Ort des Aufenthalts dauernd zu verbleiben – handelt es sich um einen in-

neren Vorgang, der sich durch äussere Sachumstände manifestiert, so dass er für Drit-

te  erkennbar  wird.  Aus  diesen  Umständen  muss  sich  ergeben,  dass  der  betreffende 

Ort den Mittelpunkt der persönlichen und wirtschaftlichen Lebensbeziehungen der frag-

lichen Person bildet. Dies bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren 

Umstände, aus denen sich diese Lebensinteressen erkennen lassen. Es ist jener Ort, 

zu  dem  eine  Person  mit  Bezug  auf  ihre  persönlichen  Verhältnisse  (Zivilstand,  Alter, 

persönliche  Bindungen,  familiäre  Verhältnisse),  die  Art  ihrer  Erwerbstätigkeit,  Aufent-

haltsdauer  und  -zweck  sowie Wohnverhältnisse gesamthaft  die engsten Beziehungen 

unterhält  (statt  vieler  BGE  138  II  300  E.  3.2  =  StR  2012,  586  sowie  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 8, 18 – 20 StG, mit Hinweisen).  

e) Pflegt eine Person Kontakte zu mehreren Orten, ist für die Bestimmung des 

steuerrechtlichen  Wohnsitzes  darauf  abzustellen,  zu  welchem  Ort  sie  die  stärkeren 

Beziehungen unterhält (BGE 148 II 285 E. 3.2.3, mit Hinweisen, auch zum Folgenden). 

Ausgangspunkt ist der gewöhnliche Aufenthaltsort der betroffenen Person. Die persön-

lichen,  familiären,  beruflichen  und  gesellschaftlichen  Interessen  einer  Person  können 

sie  aber  so  eng  mit  einem  anderen  Ort  verbinden,  dass  dieser  als  Lebensmittelpunkt 

erscheint, obschon die betroffene Person dort weniger Zeit verbringt. Relevant sind in 

diesem  Zusammenhang  etwa  der  gewöhnliche  Aufenthaltsort  der  Familienmitglieder 

(Ehegatten,  Kinder,  Eltern  und  Geschwister),  die  ausserfamiliären  sozialen  Beziehun-

gen  (z.B.  Teilnahme  am  Vereinsleben),  die  berufliche  Stellung  des  Steuerpflichtigen 

und  die  Wohnverhältnisse  an  den  verschiedenen  Orten.  Auf  diese  Kriterien  ist  auch 

abzustellen, wenn sich eine Person gleich oder annähernd gleich oft an mehreren Or-

ten aufhält. Die verschiedenen Kriterien sind in Abhängigkeit der persönlichen Situation 

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der  betroffenen  Person  (z.B.  Alter)  zu  gewichten  und  im  Rahmen  der  gebotenen  Ge-

samtbetrachtung  gegeneinander  abzuwägen,  um  den  steuerrechtlichen  Wohnsitz  per 

Jahresende zu bestimmen. Die tatsächlichen Verhältnisse zu einem früheren oder spä-

teren Zeitpunkt sind zwar nicht unmittelbar relevant, können aber als Indizien berück-

sichtigt werden. 

f) aa) Die Steuerbehörden sind aufgrund der Untersuchungsmaxime gehalten, 

den  gesamten  Sachverhalt  genau  abzuklären,  einschliesslich  Tatsachen,  die  sich  zu-

gunsten  der  steuerpflichtigen  Person  auswirken.  Der  Untersuchungsgrundsatz  ver-

pflichtet die Veranlagungsbehörde, den massgeblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären und der Steuerveranlagung nur solche Tatsachen zugrunde zu legen, von 

deren  Vorhandensein  sie  sich  überzeugt  hat  (Zweifel/Casanova/Beusch/Hunziker, 

Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern,  3. A., 2024, § 13 N 2; Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 147 N 52 StG). Mit anderen Worten tragen die Steuerbe-

hörden für sämtliche relevanten Tatsachen die sogenannte Beweisführungs- oder sub-

jektive  Beweislast  (§  132  StG).  Der  Untersuchungspflicht  der  Steuerbehörde  stehen 

allerdings  Mitwirkungspflichten  der  steuerpflichtigen  Person  gegenüber  (§ 135  StG; 

statt vieler BGr, 8. Juni 2021, 2C_211/2021, E. 5.1.1, mit Hinweisen). 

bb)  Bei  der  Feststellung  des  Hauptsteuerdomizils  geht  es  darum,  aufgrund 

von  objektiven,  äusseren  Umständen  auf  innere  Tatsachen  zu  schliessen  (BGr, 

30. Oktober 2019, 2C_533/2018, E. 2.2.2). Über den steuerrechtlichen Wohnsitz kann 

dabei in der Regel kein klarer Beweis geführt werden, sondern es ist aufgrund von In-

dizien  eine  Gewichtung  vorzunehmen.  Dabei  sind  sämtliche  Berufs-,  Familien-  und 

Lebensumstände  der  betroffenen  Person  zu  berücksichtigen  (vgl.  statt  vieler  BGr, 

29. August 2016,  2C_510/2016,  E. 2.2,  mit  weiteren  Hinweisen).  Grundsätzlich  haben 

die Behörden den Sachverhalt so abzuklären, dass sie von den relevanten Tatsachen 

"voll  überzeugt"  sind  (sog.  Regelbeweismass).  Es  bedarf  dabei jedoch  keiner  absolu-

ten Gewissheit; vielmehr genügt, wenn die Steuer- bzw. die Steuerjustizbehörde nach 

erfolgter  Beweiswürdigung  und  aufgrund  objektiver  Gesichtspunkte  mit  "an  Sicherheit 

grenzender  Wahrscheinlichkeit"  vom  Vorliegen  einer  relevanten  Tatsache  überzeugt 

ist. Es ist zulässig und oft notwendig, dass sich die Behörden in ihrer Beweiswürdigung 

auch  auf  Indizien  stützen  und  daraus  Schlüsse  auf  relevante  Tatsachen  ziehen  (sog. 

natürliche  Vermutungen).  Wenn  die  Steuerbehörde  eine  relevante  Tatsache  nicht  mit 

verhältnismässigem Aufwand direkt feststellen kann, jedoch ein oder mehrere Indizien 

ihre Verwirklichung mit hinreichender Gewissheit vermuten lassen, steht es dem Steu-

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erpflichtigen frei, diese natürliche Vermutung zu entkräften, indem er das oder die Indi-

zien (Vermutungsbasis), die relevante Tatsache (Vermutungsfolge) oder allenfalls auch 

den  Erfahrungssatz,  der  Vermutungsbasis  und  Vermutungsfolge  verbindet,  widerlegt 

(sog.  Gegenbeweis).  Verletzt  der  Steuerpflichtige  seine  Mitwirkungspflichten,  kann 

dieses  Verhalten  ein  Indiz  für  oder  gegen  die  Verwirklichung  einer  steuerrelevanten 

Tatsache  bilden  (zum  Ganzen  BGr,  28.  Dezember 2021,  2C_55/2021,  E.  4.1.2  mit 

Hinweisen). 

cc)  Erst  wenn  eine  relevante  Tatsache  trotz  allen  zumutbaren  Aufwands 

beweislos bleibt,  stellt  sich  die  Frage  nach der  objektiven Beweislast.  Dabei  gilt  auch 

im  öffentlichen  Recht  der  Grundsatz,  wonach  derjenige  die  (objektive)  Beweislast  für 

eine Tatsache trägt, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB analog). Im Steuerrecht hat 

die  Praxis  diesen Grundsatz  dahingehend  konkretisiert,  dass  steuerbegründende  und  

-erhöhende Tatsachen von der Steuerbehörde, steuerausschliessende und -mindernde 

Tatsachen vom Steuerpflichtigen nachzuweisen sind (sog. Normentheorie; BGE 148 II 

285  E.,  3.1.3,  mit  Hinweisen,  auch  zum  Folgenden).  Die  Umstände,  die  annehmen 

lassen, der Steuerpflichtige habe seinen Lebensmittelpunkt im Kantons- bzw. Gemein-

degebiet,  sind  steuerbegründend.  Können  sie  weder  direkt  noch  mittels  natürlicher 

Vermutungen  bewiesen  werden,  ist  deshalb  zulasten  des  Fiskus  davon  auszugehen, 

dass  sie  sich  nicht  verwirklicht  haben  (BGr,  28. Dezember  2021,  2C_55/2021, 

E. 4.2.6).  

Geht es aber um den (angeblichen) Wegzug der bislang unbeschränkt steuer-

pflichtigen  natürlichen  Person  in  einen  anderen  Kanton,  so  hat  im  Kanton  bis  dahin 

begriffsnotwendig eine persönliche Zugehörigkeit bestanden. Mit dem Wegzug entfällt 

zumindest  die  unbeschränkte  Steuerpflicht.  Entsprechend  stellt  sich  der  Wegzug  als 

steuermindernde oder -ausschliessende Tatsache dar und hat die steuerpflichtige Per-

son  die  Sachumstände  nachzuweisen,  aus  denen  hervorgeht,  dass  ihr  ein  neuer  Le-

bensmittelpunkt  entstanden  ist  (BGr,  12.  Februar  2020,  2C_480/2019,  E.  2.3.3;  BGr, 

10. März 2019, 2C_1036/2017, E. 2.3, mit weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden). 

Dazu gehört nicht nur die endgültige Lösung der Verbindungen zum bisherigen Wohn-

sitz,  sondern  auch  die  Darstellung  der  Umstände,  die  zur  Begründung  des  neuen 

Wohnsitzes geführt haben (BGE 138 II 300 E. 3.4). Wird der Nachweis der Wohnsitz-

verlegung nicht erbracht, besteht das bisherige Domizil fort. Anders ist die Ausgangs-

lage, wenn eine betroffene kantonale Steuerverwaltung geltend macht, eine Person sei 

im Verlauf des Jahres zugezogen und sie sei dort per massgeblichem Stichtag (Ende 

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
- 11 - 

Dezember) steuerlich ansässig. Dies stellt aus der Optik des angeblichen Zuzugskan-

tons eine steuerbegründende Tatsache dar, weshalb diesfalls die zur Bestimmung des 

steuerrechtlichen Wohnsitzes zugrunde liegenden Tatsachen vom betroffenen Steuer-

amt  nachzuweisen  sind,  wobei  die  steuerpflichtige  Person  zur  Mitwirkung  verpflichtet 

ist (BGr, 12. August 2024, 9C_548/2023 = StE 2025 B 11.1 Nr. 36, mit Hinweisen). 

3. a) Strittig ist, wo sich per 31. Dezember 2020 das Hauptsteuerdomizil des 

Pflichtigen  befand.  Während  dieser  geltend  macht,  er  sei  im  Kanton  Zürich  lediglich 

aufgrund  wirtschaftlicher  Zugehörigkeit  gemäss  §  4  Abs. 1  lit  b  i.V.m.  §  5  Abs.  2  StG 

beschränkt steuerpflichtig, vertritt das kantonale Steueramt die Meinung, er sei im Kan-

ton wie bis anhin aufgrund persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig (§ 4 

Abs. 1 lit b i.V.m. § 5 Abs. 1 StG).  

b) Der tatsächliche Sachverhalt ist dabei weitgehend unbestritten. Der Pflichti-

ge wohnte bis Mitte Oktober 2020 mit seiner Ehegattin und seiner Tochter (Jhg. 2003) 

in  Gemeinde  B  in  einem  grossen  Einfamilienhaus  (Raumvolumen  1'XXX  m3;  Grund-

stückfläche  1'XXX  m2).  In  einer  Einliegerwohnung  an  derselben  Adresse  lebten  auch 

bis  zu  ihrem  Heimeintritt  seine  stark  pflegebedürftigen  Schwiegereltern  (bis  Mai  2018 

seine  Schwiegermutter  und  bis  Juni  2023  sein  Schwiegervater).  Namentlich  deren 

zeitaufwändige  Pflege  insb.  durch  seine  Ehegattin  und  die  Spitex  habe  dazu  geführt, 

dass er und seine Frau sich auseinandergelebt hätten. Der Pflichtige war deshalb ge-

mäss  Eigenaussage  seit  Sommer  2020  aktiv  auf  Wohnungssuche.  Schliesslich unter-

zeichnete  er  im   Oktober  2020  einen  Mietvertrag  für  eine  möblierte  2.5  Zimmer-

Wohnung mit 74 m2 Wohnfläche im Kanton C für monatlich Fr. 2'780.- (inkl. Nebenkos-

ten  und  Aussenparkplatz).  Der Mietvertrag  war bis  31. März  2021  befristet,  wobei  der 

Vermieter gemäss Eigenaussage von Anfang an durchschimmern liess, dass eine Ver-

längerung  realistisch  sei.  Am  16.  Oktober  2020  zog  der  Pflichtige  aus  der  gemeinsa-

men Liegenschaft in der Gemeinde B aus und meldete sich am 21. Oktober 2020 poli-

zeilich  im  Kanton  C  an.  In  der  Folge  wurde  das  Mietverhältnis  mehrfach  verlängert; 

letztmals bis zum 30. Juni 2022. Im Frühjahr 2022 kam es dann zu einer Wiederannä-

herung  zwischen  dem  Pflichtigen  und  seiner  Ehegattin  und  schlussendlich  auch  zu 

einer Wiederversöhnung. Der Pflichtige zog daraufhin per Ende Juni 2022 wieder nach 

B zurück. Er war damit insgesamt für ca. 22 Monate im Kanton C gemeldet. 

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
 
  
- 12 - 

Beruflich ist der Pflichtige Eigentümer und Geschäftsführer der D AG mit Sitz 

in  der  Gemeinde  B  und  seit  Sommer  2020  einer  Filiale  im  Kanton  E.  Bei  der  D  AG 

handelt es sich um ein operativ tätiges Handwerks-KMU. Formell über die D AG ist der 

Pflichtige  weiter  Eigentümer  und  Geschäftsführer  der  F  GmbH  mit  ebenfalls  Sitz  im 

Kanton E. 

c)  aa)  Der  Wegzug  des  Pflichtigen  im  Oktober  2020  wird  vom  kantonalen 

Steueramt  in  steuerlicher  Hinsicht  nicht  akzeptiert  (§  10  Abs.  2  StG).  Nach  vertiefter 

Sachverhaltsabklärung im Einschätzungs- und Einspracheverfahren schloss es auf die 

fortbestehende  unbegrenzte  Steuerpflicht  des  Pflichtigen  für  die  Staats-  und  Gemein-

desteuern  qua  persönlicher  Zugehörigkeit  für  die Steuerperiode  2020  (§ 4 Abs. 1  lit b 

i.V.m. § 5 Abs. 1 StG). Zur Begründung argumentiert es zusammenfassend, dass der 

Pflichtige den ihm obliegenden Beweis der Absicht des dauernden Verbleibs im Kanton 

C nicht erbracht habe. In der Gesamtbetrachtung erscheine der Lebensmittelpunkt im 

Kanton C als nicht gegeben. Dafür spreche namentlich der Umstand, dass die wesent-

lich  kleinere  Wohnung  im  Kanton  C  ursprünglich  nur  auf  sechs  Monate  befristet  und 

möbliert gemietet worden sei. Der Pflichtige habe sodann mit Ausnahme eines Staub-

saugers keine Anschaffungen getätigt, die gewöhnlich bei einem permanenten Wohn-

sitzwechsel anfallen würden. Er habe im Kanton C auch weder ein Internet- noch TV-

Abo abgeschlossen. Vielmehr habe er via WIFI die Internetverbindung seines Vermie-

ters  und  auch  dessen  Autoparkplatz  vorübergehend  (zusätzlich)  nutzen  können  (inkl. 

Geschäftsfahrzeuge verfügt der Pflichtige über mehrere Fahrzeuge). Dies spreche ge-

gen die Absicht des dauernden Verbleibs. Sich mittelfristig auf den Goodwill des Ver-

mieters zu verlassen, erscheine ungewöhnlich.  

bb) Auch betreffend das persönliche und soziale Umfeld spreche wenig für die 

Verlegung des Wohnsitzes in den Kanton C. Seine nachgewiesenen sozialen Kontakte 

im Kanton C haben sich auf schon vor Wohnsitzverlegung bestehende Freundschaften 

und  Zufallsbegegnungen  mit  Nachbarn  beschränkt.  Der  dauernde  Aufenthalt  im  Kan-

ton C habe weder anhand von Einkaufsbelegen noch mit Mobilitätsnachweisen bewie-

sen  werden  können.  Weiter sei  auch  die  als  Trennungsgrund  angegebene  Zerrüttung 

der Ehe nicht hinreichend belegt. Auffallend sei vielmehr, dass mit der finanziellen Ent-

flechtung  atypisch trotz angeblicher  definitiver  Trennung  noch  zugewartet  worden  sei. 

Nicht  nur  wurden  die  gemeinsamen  Konten  und  die  gemeinsame  Hausratsversiche-

rung  belassen.  Auch  ein  Krankenkassenwechsel  fand  nicht  statt.  Das  Vorliegen  der 

weiterhin bestehenden gemeinsamen  Mittelverwendung lasse  eher  darauf  schliessen, 

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
 
- 13 - 

dass sich sein privater Lebensmittelpunkt weiterhin in der Gemeinde B befunden habe. 

Dafür spreche weiter auch der Verbleib im Golfclub im Kanton Zürich und die zahlrei-

chen privaten Abendtermine in Zürich. Speziell sei auch, dass die Ehegatten kurz vor 

Ende 2020  die (weitgehende) Gütertrennung  vereinbart  hätten  (ohne Miteinbezug  der 

Liegenschaft  in  der  Gemeinde  B).  Dies  erscheine  als  aussergewöhnlich  und  lasse 

vermuten,  dass  sie  nicht  mit  einer  dauernden  Trennung  oder  Scheidung  gerechnet 

hätten. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Gütertrennung mit dem vom Pflichtigen 

2020 bezogenen ausserordentlich hohen Lohn über ca. Fr. 2 Mio. und nicht der Absicht 

der Auflösung der Ehe zu tun gehabt habe.  

cc) Das kantonale Steueramt äussert sich weiter auch zum beruflichen Umfeld 

des  Pflichtigen.  Dieser  räume  selbst  ein,  dass  er  sich  beruflich  viel  in  Zürich  und  der 

Gemeinde  B  aufgehalten habe,  auch  am  Abend  für  Kundenessen.  Der wirtschaftliche 

Schwerpunkt  der  D  AG  liege  dabei  klar  in  der  Gemeinde  B,  nahe  der  ehelichen  Lie-

genschaft.  Auch  betreffend  die  berufliche  Situation  sei  deshalb  davon  auszugehen, 

dass sein Lebensmittelpunkt eher in der Gemeinde B als im Kanton C zu suchen sei. 

Relevant  sei  zudem,  dass  er  die  Anmietung  der  Wohnung  mit  beruflichen  Gründen 

erkläre.  Das  Argument, seine  Geschäftstätigkeit im  Kanton  E  habe  im  Aufbaustadium 

seine  erhöhte  Aufmerksamkeit  erfordert,  lasse  den  Schluss zu,  dass  die  Nutzung der 

Wohnung im Kanton C im Sinn eines Wochenaufenthalts zu betrachten wäre. All dies 

lasse  darauf  schliessen,  dass  der  Pflichtige  nie  die  Absicht  gehabt  habe,  dauernd  im 

Kanton C zu verbleiben.  

d) aa) Der Pflichtige vertritt hingegen die Auffassung, dass sich sein zivil- und 

auch steuerrechtlicher Wohnsitz ab Oktober 2020 für ca. 22 Monate im Kanton C be-

funden  habe.  Er  habe  mit  seiner  Ehegattin  Ende  Sommer  entschieden,  sich  zu  tren-

nen. Grund für die Trennung sei der Umstand gewesen, dass sich seine Ehegattin (zu-

sammen  mit  der  Spitex)  sehr  zeitintensiv  um  die  Pflege  seiner  schwerkranken 

Schwiegereltern  gekümmert  habe,  die  in  einer  Einliegerwohnung  der  ehelichen  Woh-

nung in Gemeinde B gewohnt hätten. Darunter habe seine Ehe stark gelitten, weshalb 

er sich mit der Zeit abzukapseln begonnen habe und schliesslich ausgezogen sei. Die 

schwierige  Zeit  habe  längerfristig  unüberbrückbare  Differenzen  hinterlassen.  Er  habe 

sich folglich mit der Absicht des dauernden Verbleibs im Kanton C niedergelassen. Der 

Umstand,  dass  der  Mietvertrag  befristet  gewesen  sei,  ändere  daran  nichts.  Dass  der 

Vermieter  von  Anfang  an  die  Möglichkeit  der  Verlängerung  des  Mietverhältnisses 

durchschimmern  liess,  müsse  berücksichtigt  werden.  Zu  berücksichtigen  sei  auch, 

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
- 14 - 

dass  man  nicht  im  Streit  auseinandergegangen  sei,  weshalb  die  finanzielle  Entflech-

tung nicht sofort erfolgt sei. Dass diese sich über längere Dauer hinziehen könne, sei 

auch  normal.  Die  Vornahme  der  Gütertrennung  sei  weiter  ein  Indiz,  dass  durchaus 

Anstrengungen  hinsichtlich  der  finanziellen  Entflechtung  unternommen  worden  seien. 

Die  vereinbarte  Gütertrennung  belege  die  Trennungsabsichten.  Auch  die  Benützung 

des Internetabos und des Parkplatzes des Vermieters dürfe nicht zu seinen Ungunsten 

berücksichtigt werden. Dies sei ebenfalls nicht ungewöhnlich.  

Als  Beleg  der  Verlegung  seines  Wohnsitzes  nennt  der  Pflichtige  zudem  die 

Adressänderung  für  sein  Abonnement  beim  Tagesanzeiger,  die  Ummeldung  seines 

Fahrzeugs  sowie  die  Dokumentation  des  Umzugs  vom  Kanton  C  zurück  in  die  Ge-

meinde  B.  Er  betont  weiter,  dass  auch  die  Wiederannäherung  im  Frühjahr  2022  mit 

seiner  Ehegattin  weder  geplant  noch  vorhersehbar  gewesen  sei.  Dazu  sei  es  mehr 

oder minder zufällig und unplanmässig gekommen.  

bb)  Der  Pflichtige  bestreitet  weiter  nicht,  dass  er  nach  seinem  Wegzug  rein 

beruflich nach wie vor eine starke Verbindung zu B  – Hauptsitz der ihm gehörenden D 

AG (E. 3b) – unterhielt. Die Wohnsitznahme im Kanton C sei auch primär aus beruflich 

bedingten  geografischen  Überlegungen  erfolgt.  Der  Kanton  C  liege  optimal  zwischen 

seinen  zwei  beruflichen  Wirkungsstätten  in  der  Gemeinde  B  und  dem  Kanton  E.  Die 

Nähe  zu  letzterem  Standort  sei  namentlich  deshalb  optimal  gewesen,  weil  er  dort  im 

Dezember  2018  die  F GmbH  gegründet  und für die Filiale der  D  AG  auch zwei  neue 

lokale  Mitarbeiter  angestellt  habe.  Dies  habe  als  Geschäftsführer  seine  besondere 

Aufmerksamkeit erfordert, sodass er mindestens zwei mal pro Woche im Kanton E vor 

Ort tätig gewesen sei. Weiter habe ihm der Kanton C gute Voraussetzungen für seine 

sonstigen privaten Interessen geboten. Er sei leidenschaftlicher Jogger und Wanderer 

wofür der Kanton C durch mit dem G und der H (sein bevorzugtes Wandergebiet) op-

timale Bedingungen geboten habe. Der Pflichtige bestreitet weiter nicht, nach wie vor 

auch  weiterhin  soziale  Kontakte  im  Raum  B/Zürich  gehabt  zu  haben.  Namentlich  sei 

die  Mitgliedschaft  im  Golfclub  beibehalten  und  auch  weiter  benutzt  worden.  Dies  sei 

wegen  der  Nähe  des  Golfplatzes  zu  seinem  Arbeitsort,  den  hohen  Investitionskosten 

(Einkaufsbetrag  Fr. 25'000.-),  der  Exklusivität  und  bestehenden  (geschäftlichen  und 

privaten) Freund- und Bekanntschaften sowie der geringen Differenz der Fahrzeiten für 

eine  mehrstündige  Aktivität  auch  nicht  verwunderlich.  Dass  er  nicht  damit  begonnen 

habe,  sein  Hobby  im  Raum  des  Kantons  C  zu  pflegen,  erscheine  deshalb  trotz  dorti-

gem regelmässigem Aufenthalt naheliegend.  

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
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4.  a)  aa)  Unbestritten  ist  zunächst,  dass  der  Pflichtige  mindestens  bis  Mitte 

Oktober  2020  seinen  zivil-  und  steuerrechtlichen  Wohnsitz  in  der  Gemeinde  B  hatte. 

Aus der hiesigen Optik stellen der behauptete Wegzug in den Kanton C und die noch 

verbleibende  beschränkte  Steuerpflicht  im  Kanton  Zürich  ab  Steuerperiode  2020  auf-

grund  wirtschaftlicher  Ansässigkeit  eine  steuermindernde  Tatsache  dar.  Gemäss 

Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  liegt  es  bei  dieser  Konstellation  nach  den  allge-

meinen  beweistechnischen  Grundsätzen  deshalb  nunmehr  am  Pflichtigen,  die  Wohn-

sitzverlegung darzutun (E. 2f/dd). Dieser Gegenbeweis ist entgegen seiner Auffassung 

nicht 

fürs  erste  und  allein  mit  der  registerlichen  Abmeldung  erbracht  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  3  N  95  StG).  Die  polizeiliche  An-  und  Abmeldung  allein 

genügen  zum  hinreichenden  Nachweis  nicht  (E.  2c).  Es  liegt  folglich  somit  im  vorlie-

genden  Verfahren  nicht  am  kantonalen  Steueramt  Zürich  (als  angeblicher  Weg-

zugskanton),  den  Wohnsitz  des  Pflichtigen  im  Kanton  als  steuererhöhende  Tatsache 

nachzuweisen.  

bb)  Der  Pflichtige  hat  daher  in  der  vorliegenden  Konstellation  die  Sachum-

stände  nachzuweisen,  aus  denen  hervorgeht,  dass  ihm  ein  neuer  Lebensmittelpunkt 

entstanden  ist  (E.  2f/dd).  Entgegen  seiner  Auffassung  reicht  es  aber  nicht  aus,  bloss 

den Wegzug von der Gemeinde B in den Kanton C zu belegen, wie er dies gestützt auf 

die  Rechtsprechung  behauptet.  Ein  solcher  Nachweis  wäre  im  innerkantonalen  Ver-

hältnis  nur  dann  ausreichend,  wenn  keinerlei  Anknüpfungspunkte  zum  alten  Wohnort 

mehr  bestünden  bzw.  dieser  lediglich  als  rein  fiktiver  letzter  Wohnsitz  in  Frage  käme 

(vgl.  vorne  E.  2b;  ähnlich  auch  StRG,  12.  September  2023,  1 ST.2022.67,  mit  der 

Konstellation eines infolge Umbaus zwischenzeitlich unbewohnbaren Wohnhauses am 

alten Wohnsitz). Wenn hingegen wie im konkreten Fall die Loslösung vom bisherigen 

Wohnort nicht vollständig erfolgt ist und nach wie vor (nicht rein fiktive) Anknüpfungs-

punkte am bisherigen Wohnort bestehen, ist vom Pflichtigen gemäss Rechtsprechung 

die  Begründung  des  neuen  Lebensmittelpunkts  im  Kanton  C  nachzuweisen.  Die  An-

mietung  der  Wohnung  im  Kanton  C  allein  begründet  nicht  zwingend  einen  neuen 

Wohnsitz.  

b) aa) Speziell an der vorliegenden Konstellation ist zunächst, dass der Pflich-

tige  nicht  im  klassischen  Sinn  wegzog,  sondern  er  bloss  aus  der  den  Ehegatten  ge-

meinsam gehörenden Liegenschaft auszog (gemäss Eigendarstellung; der vollständige 

Auszug als solcher ist nicht belegt) resp. die Wohnung im Kanton C zusätzlich anmie-

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 16 - 

tete. Er hatte aber auch weiterhin Zugang zu seinem Haus in der Gemeinde B, wo er 

sich auch weiterhin um den Unterhalt kümmerte. Zur Begründung des neuen Wohnsit-

zes käme die Wohnung im Kanton C aber zumindest in objektiver Hinsicht dennoch in 

Frage. Er verfügte dort unbestrittenermassen seit Mitte Oktober 2020 über eine grund-

sätzlich  geeignete  Übernachtungsgelegenheit  zur  freien  Benützung.  Dass  er  zudem 

dort  auch  mit  einer  gewissen  Regelmässigkeit  übernachtete,  ist  unbestritten.  Ob  dies 

abgesehen von Ferien etc. jede Nacht der Fall war, ist aber nicht belegt.  

bb)  Ohnehin  reicht  das  regelmässige  Übernachten  im  Kanton  C  für  die  Be-

gründung eines dortigen Wohnsitzes in der vorliegenden Konstellation nicht aus. Weil 

der  Pflichtige  unbestrittenermassen  nach  22  Monaten  zurück  nach  B  zog  und  er  dort 

durchgehend  über  Anknüpfungspunkte  verfügte,  stellt  sich  vielmehr  die  Frage,  ob  er 

sich  im  Oktober  2020  tatsächlich  mit  der  Absicht  dauernden  Verbleibs  im  Kanton  C 

niederliess (E. 2d/cc).  

c)  aa)  Die  Absicht  eines  länger  dauernden  Verbleibs  im  Kanton  C  erscheint 

dabei im konkreten Fall äusserst fraglich. Dafür sprechen bei näherer Betrachtung eine 

Reihe von Indizien. Zunächst fällt ins Gewicht, dass der Pflichtige im Kanton C befristet 

und im Verhältnis zu seiner bisherigen Wohnsituation eine vergleichsweise kleine und 

möblierte Wohnung mietete. Dies spricht augenscheinlich nicht für die Absicht des dor-

tigen länger dauernden Verbleibs. Wie der Pflichtige selbst ausführte, gab es kein be-

stimmtes zeitnahes Ereignis, welches zur Trennung führte (z.B. einen Streit, eine aus-

sereheliche  Beziehung  usw.).  Sie  war  vielmehr  Resultat  seiner  zunehmenden 

Abkapselung  (E. 3d/aa).  Er  war  gemäss  seiner  Sachverhaltsdarstellung  bereits  seit 

Sommer 2020 auf Wohnungssuche und hatte demgemäss keinen erkennbaren Druck, 

sein eigenes Haus unbedingt im Oktober 2020 verlassen zu müssen. Bei dieser Aus-

gangslage mutet folglich die Anmietung des gewählten Objekts im Kanton C fragwürdig 

an. Dabei erscheint es zunächst als schwer  nachvollziehbar, wieso der Pflichtige sich 

für ein befristetes Angebot mit kurzer Mietdauer von nur sechs Monaten entschied. Die 

von ihm gewählte Variante führte dazu, dass er sich ein Stück weit freiwillig der Willkür 

seines  Vermieter  hinsichtlich  der  Verlängerung  auslieferte  und  gar  allenfalls  ohne  er-

kennbare  Veranlassung  in  kürzester  Zeit  ein  zweites  Mal  hätte  umziehen  müssen. 

Dies,  obwohl  ihm  die  finanziellen  Mittel  zur  Verfügung standen,  sich  nicht  in  eine  sol-

che  Situation  begeben  zu  müssen.  Er  hätte  im  Einzugsgebiet  Zürich/C/E  sicherlich 

auch eine unbefristete Wohnung finden können. Selbst wenn der Vermieter ihm schon 

von Beginn an behauptetermassen eine allfällige Verlängerung in Aussicht gestellt ha-

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
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ben  mag,  erscheint  es  damit  bei  dieser  Ausgangslage  mehr  als  wahrscheinlich,  dass 

der Pflichtige nie beabsichtigte, sich dort mittel- oder langfristig dauerhaft niederzulas-

sen.  Dass  er  die  Wohnung  von  Anfang  an  bloss  als  provisorische  Übergangslösung 

mietete,  erscheint  weitaus  wahrscheinlicher.  Dies  legt  auch  der  eingereichte  Chat-

Verlauf  nahe,  dessen  Beweiswert  aufgrund  Unvollständigkeit  (gewisse  Nachrichten 

sind unstrittig gelöscht worden) und der einfachen Fälschbarkeit ohnehin gering ist. Der 

Pflichtige scheint soweit ersichtlich mit seiner Wortwahl ("Hoffe mir packet das zämme 

mit em nötige Respekt !") bemüht gewesen zu sein, den bestehenden familiären Streit 

nicht noch zusätzlich anzuheizen. Dass er mit der Absicht des definitiven und dauern-

den  Verbleibens  in  die  besagte  Wohnung  im  Kanton  C  zog,  lässt  sich  daraus  damit 

nicht ableiten. Auch die Fotos des Rückumzugs vom Kanton C in die Gemeinde B, auf 

denen  namentlich  zwei  volle  Kleiderständer,  ca.  20  Umzugskartons,  ein  Fahrrad  und 

eine Golfausrüstung zu sehen sind, sowie der ihm diesbezüglich in Rechnung gestellte 

Aufwand der Zügelfirma (2.5 Stunden) lassen auf ein eher geringes "Umzugsvolumen" 

schliessen. Dies ist klares Indiz dafür, dass der Pflichtige einen Grossteil seiner Habse-

ligkeiten nie in den Kanton C brachte bzw. er sich dort nie mit der dauernden Absicht 

niederliess. Die Verlagerung der Wohnverhältnisse scheint vielmehr nie restlos vollzo-

gen  worden  zu  sein  (ähnlich  BGr,  17.  August  2012,  2C_92/2012,  E. 5.3),  schon  gar 

nicht während der im vorliegenden Verfahren massgebenden ca.  3 Monate. Bei einer 

derart  kurzen  vereinbarten  Mietdauer  erscheint  dies  auch  nicht  weiter  verwunderlich. 

Dies  spricht  dann  aber  eben  auch  nicht  für  die  Absicht  des  dauernden  Verbleibs  am 

neuen Ort. 

bb)  Weiter  gibt  es  nur  wenig  Anhaltspunkte  dafür,  dass  die  behauptete  Ver-

schiebung des Lebensmittelpunkts des Pflichtigen in objektiver Weise nach aussen hin 

sichtbar  in  Erscheinung  trat.  Der  Pflichtige  war  unstrittig  nach  wie  vor  mehrmals  pro 

Woche  zumindest  beruflich  in  seiner  alten  Wohnsitzgemeinde  anzutreffen.  Familiär 

pflegte er sodann weiter unbestrittenermassen noch innigen Kontakt zu seiner Tochter, 

die nach wie vor in der Gemeinde B wohnte und die er auch dort besuchte. Zum Kan-

ton  C  bestanden keinerlei  vergleichbare  Beziehungen.  Namentlich  wird  nicht  behaup-

tet, dass er dort z.B. eine neue Partnerin hatte, ihn seine Tochter dort besuchte oder er 

sonstige  lokale  familiäre  Beziehungen  (z.B.  zu Geschwistern,  Eltern  etc.)  pflegte.  Die 

familiäre  Verbindung/Anknüpfung  zur  Gemeinde  B  war  damit  selbst  bei  Ausklamme-

rung  der  Beziehung zu seiner  Ehegattin  durchgehend  stärker  als  diejenige  zum  Kan-

ton C. Auch das weitere soziale Umfeld (Freunde und Bekannte) scheint der Pflichtige 

beibehalten  zu  haben,  wie  er  selbst  einräumt  (E.  3d/bb,  auch  zum  Folgenden).  Na-

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
- 18 - 

mentlich scheint er weiterhin und ohne sichtbare Veränderung im Golfclub aktiv gewe-

sen zu sein. Dies mag zwar wie geltend gemacht primär wirtschaftlichen Gründen ge-

schuldet  gewesen  sein  (E.  4d/bb).  Solche  ökonomischen  Überlegungen  taugen  aber 

nicht  als  äusserlich  erkennbare  Indizien,  die  in  der  folgenden  Konstellation  für  die 

Wohnsitznahme  im  Kanton  C  sprechen.  Zu  beachten  ist  weiter,  dass  namentlich  bei 

ledigen  steuerpflichtigen  Personen  der  steuerliche  Hauptanknüpfungspunkt  gemäss 

Rechtsprechung 

gewöhnlich 

am 

(Haupt-)Arbeitsort 

liegt 

(Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 3 N 45 ff. StG, mit Hinweisen). Dieser liegt beim Pflichti-

gen unbestrittenermassen ebenfalls in der Gemeinde B, hat doch die D AG hier ihren 

(Haupt-)Sitz. Auch wenn der Pflichtige demgemäss mit innerer fester Trennungsabsicht 

aus seiner Liegenschaft in Gemeinde B ausgezogen wäre, hätte dies noch nicht zwin-

gend zur Folge, dass er nunmehr automatisch im Kanton C als steuerlich zugehörig zu 

betrachten  wäre.  Denn  treten  insbesondere  familiäre  Anknüpfungspunkte  (wieder)  in 

den Hintergrund (konkret z.B. die Ehescheidung und die Volljährigkeit seiner Tochter), 

sind die beruflichen Faktoren und damit der hauptsächliche Arbeitsort wieder stärker zu 

gewichten.  

d) aa) Weiter ist nicht einmal ersichtlich, dass der Pflichtige nach seinem Um-

zug im Verlauf der Zeit – insb. der ersten ca. 2 Monate bis Ende 2020 – seine Lebens-

interessen  zumindest  auf  den  Raum  des  Kantons  C  ausgedehnt  hätte.  Er  behauptet 

zwar, er sei an seinem Wohnort bzw. dem Einzugsgebiet […] viel joggen und wandern 

gegangen, bleibt den diesbezüglichen Nachweis aber schuldig. So äussert er sich z.B. 

nicht näher dazu, wann und mit welcher Häufigkeit welche Wanderungen und Jogging-

routen  von  ihm  absolviert  worden  seien  und  (gegebenenfalls)  mit  welchen  weiteren 

Personen er gemeinsam diesen Hobbies frönte. Seine Behauptung, dass er sich des-

halb im Kanton C niedergelassen habe, weil er von dort aus optimal seinen Freizeitak-

tivitäten  habe  nachgehen  können,  ist  vielmehr  in  keiner  Form  belegt.  Dabei  wäre  es 

ihm zweifelsohne zumutbar gewesen, sich dazu substanziiert und mit entsprechenden 

Belegen zu äussern. Den diesbezüglichen Nachweis hätte er am einfachsten z.B. mit-

tels  Aufzeichnung  seiner  sportlichen  Aktivitäten  mit  einer  GPS-Sportuhr  oder  seinem 

Mobiltelefon erbringen können. Nach der Aufzeichnung lassen sich dann über speziali-

sierte  Plattformen (z.B. Garmin Connect,  Strava,  Apple Fitness, Google Fit  etc.)  auch 

die Lauf- und Wanderrouten ohne grösseren Aufwand nachvollziehen. Wie oft er sich 

in  seiner  Freizeit  im  Kanton  C  aufhielt,  ist  damit  aus  den  Akten  nicht  ersichtlich.  Wie 

behauptet  mag  zwar  der  Kanton  C  objektiv  alles  bieten,  was  er  für  seinen  neuen  Le-

bensabschnitt privat benötige. Dass er das vorhandene Freizeitangebot auch entspre-

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
- 19 - 

chend nutzte, ist aufgrund der eingereichten Belege aber fraglich. Die kostenlose Mit-

benützung  eines  Parkplatzes  und  des  Internetanschlusses  des  Vermieters  sprechen 

weiter  für  den  bloss  gelegentlichen  Aufenthalt.  Ein  kostenlose  Mitbenutzung  fremden 

Eigentums  bei  intensiver  Dauernutzung  während  längerer  Zeit  entspricht  jedenfalls 

nicht  einer  üblichen  Abmachung  zwischen  Vermieter  und  Mieter  und  damit  auch,  wie 

vom kantonalen Steueramt zutreffend festgehalten, gegen die Absicht des dauernden 

Verbleibs (E. 3c/aa). 

bb) Zu Recht weist das kantonale Steueramt in diesem Zusammenhang weiter 

darauf  hin,  dass  sich  die  nachgewiesenen  Kontakte  am  angeblichen  neuen  Wohnort 

auf schon länger bestehende Freundschaften und Zufallsbegegnungen mit den Nach-

barn  und  Vermieter  beschränkten.  Es  wird  weder  geltend  gemacht,  noch  ist  aus  den 

Unterlagen ersichtlich, dass sich der Pflichtige an seinem behaupteten neuen Wohnort 

um sozialen Anschluss bemüht hätte. So sind keine lokalen Vereinsbeitritte, Eventteil-

nahmen, (regelmässige) Restaurantbesuche oder ähnliches belegt. Auch dass sich die 

private und geschäftliche Kontaktpflege nach aussen wahrnehmbar im Verlauf der Zeit 

vom  Raum  Zürich  in  den  Kanton  C  verschoben  hätte,  ist  nicht  ersichtlich.  Die  einge-

reichten  Kreditkarten-  und  Bankabrechnungen  zeigen  vielmehr  in  qualitativer  und 

quantitativer  Hinsicht,  dass  er  sich  durchgehend  privat  und  beruflich  stark  nach  der 

Gemeinde B  bzw. den Raum Zürich ausrichtete. Während der gesamten 22 Monate ist 

aus den gesamten Abrechnungen keine signifikante Änderung der Lebensgewohnhei-

ten  ersichtlich.  Die  Kreditkartenbuchungen  im  Raum  Kanton  C  betreffen  mehrheitlich 

Tankstelleneinkäufe. Weil der Pflichtige sich tagsüber unbestrittenermassen regelmäs-

sig  beruflich und  privat  im  Raum  der Gemeinde B/Zürich  aufhielt,  lassen  die Bargeld-

bezüge im Kanton C auch nicht den Rückschluss zu, dass er das abgehobene Bargeld 

auch in unmittelbarer Umgebung zum Bezugsort ausgab. Sie sind damit kein Indiz für 

eine Verschiebung des Lebensmittelpunkts in den Kanton C. 

e) Gegen eine Verschiebung des Mittelpunkts der Lebensinteressen im mass-

gebenden  Zeitraum  spricht  weiter,  dass  der  Pflichtige  trotz  behaupteter  definitiver 

Trennungsabsicht  kaum  Anstalten  machte,  die  wirtschaftliche  Entflechtung  zwischen 

sich  und  seiner  Ehegattin  tatsächlich  voranzutreiben.  Er  reichte  zwar  eine  öffentlich 

beurkundete Vereinbarung über das Getrenntleben und einen Ehevertrag ein, mit wel-

chem  sie  namentlich  die  Gütertrennung  vereinbarten.  Ob  das  Vereinbarte  im  An-

schluss  auch  umgesetzt  wurde,  ist  allerdings  fraglich.  Es  erscheint  jedenfalls  unge-

wöhnlich,  dass  der  Pflichtige  seiner  Ehegattin  nach  Abschluss  dieser  Vereinbarung 

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
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weiterhin Zugriff auf das Konto bei der ZKB gewährte. Dies ist Anzeichen dafür, dass 

die  gemeinsame  Mittelverwendung  trotz  vereinbarter  Gütertrennung  und  Unterhalts-

zahlungen  beibehalten  wurde.  Eine  Gütertrennung  steht  zwar  nicht  zwingend  im  Wi-

derspruch  zur  gemeinsamen  Mittelverwendung,  allerdings  verkompliziert  dies  im  All-

gemeinen  ohne  Not  deren  Handhabung.  Ungewöhnlich 

ist  weiter,  dass  der 

gemeinsame  Versicherungsschutz  betreffend  Haftpflicht,  Hausrat,  Krankenkasse  etc. 

beibehalten  wurde.  Dieses  Verhalten  entspricht  erfahrungsgemäss  bei  trennungswilli-

gen Ehegatten nicht dem gewöhnlichen Vorgehen. Auch wenn die Ehe nicht im Streit 

auseinandergeht  und  das  Verhalten  ökonomisch  betrachtet  gesamthaft  gesehen 

durchaus sinnvoll erscheinen mag (z.B. aufgrund von Familienrabatten), ist das eheli-

che  Gemeinwohl  gewöhnlich  nicht  mehr  prioritäre  Handlungsmaxime.  Erfahrungsge-

mäss beginnt deshalb die wirtschaftliche Entflechtung unmittelbar nach der (definitiven) 

Trennung. Demgemäss ist vorliegend das Ausbleiben der wirtschaftlichen Entflechtung 

trotz  einer  (behaupteten)  Trennung von  ca.  22 Monaten  Indiz  dafür,  dass  der  Auszug 

des Pflichtigen in den  Kanton C nicht mit der Absicht des dauernden Verbleibs erfolg-

te.  Sein  Verhalten  und  das  seiner  Ehegattin  erwecken  vielmehr  den  Eindruck,  dass 

nach  Möglichkeiten  gesucht  wurde,  künstlich  objektive  Indizien  für  die  behauptete 

Trennung zu schaffen (z.B. die vereinbarte Gütertrennung, Ummeldung des Fahrzeugs 

oder  des  Tagesanzeiger-Abonnements),  ohne  jedoch  dadurch  finanziellen  Mehrauf-

wand  oder  andere  nicht  ohne  weiteres  rückkehrbare  Konsequenzen  hinnehmen  zu 

müssen.  Man  war  nicht  gewillt,  die  tatsächlich  tiefgründigen  und  einschneidenden 

Trennungsschritte  (z.B.  Einleitung  eines  Scheidungs-  oder  Eheschutzverfahrens,  Ge-

nehmigung  einer  Unterhaltsvereinbarung  für  die  damals  noch  minderjährige  Tochter 

durch  die  KESB,  tatsächliche  wirtschaftliche  Trennung,  Vereinbarung  betreffend  ge-

meinsamer Liegenschaft etc.) bereits in Angriff zu nehmen. 

f) aa) Geografisch betrachtet, ergibt zudem die behauptete Wohnsitzname im 

Kanton  C  aufgrund  beruflicher  Motive  bei  näherer  Betrachtung  wenig  Sinn.  Aus  rein 

beruflicher  Perspektive  wäre  es  aus  zeitlichen  Überlegungen  weitaus  näher  gelegen, 

wenn sich der Pflichtige eine neue Wohnung im Raum Gemeinde B gesucht hätte, da 

er dann nicht jeden Tag eine grössere Strecke mit dem Auto hätte zur Arbeit pendeln 

müssen.  Wie  mit  nachfolgender  Aufstellung  aufgezeigt,  die  die  Wohnsitznahme  im 

Kanton C einer exemplarischen Wohnsitznahme im Raum  der Gemeinde B oder dem 

Kanton E gegenüberstellt (grosszügige Sachverhaltsannahme im Umfeld einer Fahrzeit 

von  10  Min.  pro  Arbeitsweg),  macht  es  im  konkreten  Fall  aufgrund  der  kurzen  Fahr-

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
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strecken  wöchentlich  betrachtet  wenig  Sinn,  sich  ungefähr  in  der  geografischen  Mitte 

seiner zwei hauptsächlichen beruflichen Wirkungsstätten niederzulassen: 

Arbeitsort 

Gemeinde in E  
Fahrzeit 

Total 
Fahrzeit 
Pro Woche 3 
Pro Weg 
22 - 30 Min. 4  88 - 120 Min.  35 - 45 Min. 4  210 - 270 Min.  298 - 390 Min. 
45 - 60 Min. 6  270 - 360 Min.  310 - 400 Min. 
240 - 300 Min. 
60 Min. 

45 - 60 Min. 6  180 - 240 Min. 

Pro Woche 1  Pro Weg 

Gemeinde B 
Fahrzeit 

Pro Woche 2 

10 Min. 5 

10 Min. 5 

Wohnort 

Raum C 
Raum E 
Raum B 
1  Anwesenheit 2 Tage/Woche = total 4 Fahrten 
2  Anwesenheit 3 Tage/Woche = total 6 Fahrten 
3  Summe der 4 Fahrten nach/in Raum E und 6 Fahrten nach/in Raum B 
4  Fahrzeit gemäss Sachverhaltsdarstellung Pflichtiger 
5  (Grosszügige) Sachverhaltsannahme 
6  Gewöhnliche Fahrzeit gemäss Google Maps zzgl. 10 Min. Fahrzeit im Raum E/B 

40 Min. 

bb) Rein beruflich spricht damit wenig für eine Wohnsitznahme im Kanton C, 

weshalb  die  diesbezüglichen  Vorbringen  des  Pflichtigen  auch  nicht  zu  überzeugen 

vermögen.  Würde  zusätzlich  noch  der  Faktor  des  häufig  auftretenden  Gubrist-Staus 

berücksichtigt,  spräche  beruflich  noch  mehr  für  eine  Wohnsitznahme  im  Raum  B,  da 

dann ein erheblicher Teil des wöchentlichen Pendelns wegfiele. Dies erst recht, wenn 

man zusätzlich dem Argument des Pflichtigen glaubt, dass es ihm aufgrund vieler ge-

schäftlicher Termine in der Stadt Zürich auch wichtig gewesen sei, von seinem neuen 

Wohnort  gut  dorthin  pendeln  zu  können.  Zürich  lässt  sich  ohne  Probleme  und  auch 

schneller von der Gemeinde B erreichen als vom Kanton C aus. Die angeführten beruf-

lichen Gründe sprechen demnach nicht für eine Wohnsitznahme im Kanton C mit der 

Absicht des dauernden Verbleibens. Vielmehr steht der Verdacht im Raum, dass sich 

der  Pflichtige vorübergehend  aus  steuerlichen  Motiven für  die Wohnung im  Kanton  C 

entschied, da er sich in der Steuerperiode 2020 eine aussergewöhnlich hohe Provision 

von  ca.  Fr. 1'900'000.-  auszahlen  liess.  Wie  vom  Pflichtigen  zutreffend  festgehalten, 

wäre ein solches Motiv zwar auch legitim und grundsätzlich nicht als Steuerumgehung 

zu  würdigen  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  3  N  12  StG).  Ein  solcher  Wegzug  ist 

aber eben nur anzuerkennen, wenn er auch tatsächlich steuerlich vollzogen worden ist. 

Davon ist eben gerade nicht auszugehen, wenn eine spätere Rückkehr nach einer ge-

wissen  Zeit  oder  die  Niederlassung an  einem  dritten Ort  bereits  beabsichtigt  war,  wie 

dies vorliegend bei einem Unterbruch von ca. 22 Monaten der Fall war. Gewisse Paral-

lelen  zu  denjenigen  Fällen,  in  welchen  Lottogewinner  sich  für  eine  gewisse  Zeit  aus 

rein steuerlichen Motiven in einem anderen Kanton niederlassen, sind vorliegend nicht 

von der Hand zu weisen (E. 2d/aa).  

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
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5. Damit ist festzuhalten, dass sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen des 

Pflichtigen  nach  einer  Analyse  der  Gesamtheit  der  objektiven  äussern  Umstände  klar 

und trotz Anmietung der Wohnung im Kanton C weiterhin in der Gemeinde B befand. 

Der  hierfür  beweisbelastete  Pflichtige  konnte  mit  anderen  Worten  nicht  hinreichend 

nachweisen, dass er mit der Absicht eines längerdauernden Verbleibs in den Kanton C 

zog  bzw.  er  dort  ab  Oktober  2020  einen  neuen  Lebensmittelpunkt  begründetet 

(E. 4a/bb). Seine vorübergehende, letztendlich rein faktische Anwesenheit im Kanton C 

reicht  dazu  nicht  aus  (BGr,  17.  August  2012,  2C_92/2012,  E.  5.5).  Die  Wohnung  im 

Kanton  C  scheint  von  ihm  während  einer  gewissen  Zeit  allerhöchstens  als  blosse 

Schlafstelle genutzt worden zu sein, ohne dass sich  auch nach aussen wahrnehmbar 

seine  Lebensinteressen  dorthin  verschoben  hätten.  Seine  persönlichen,  familiären, 

beruflichen  und  gesellschaftlichen  Interessen  waren  per  Ende  2020  weiterhin  in  allen 

Belangen weitaus stärker mit der Gemeinde B als mit dem Kanton C verknüpft (E. 2e). 

Dass  das  kantonale  Steueramt  beim  Pflichtigen  auch  für  die  Steuerperiode  2020  von 

der  unbeschränkten  Steuerpflicht  qua  persönlicher  Zugehörigkeit  im  Kanton  Zürich 

gemäss § 4 Abs. 1 lit b i.V.m. § 5 Abs. 1 StG ausging, ist demnach grundsätzlich nicht 

zu beanstanden.  

6.  Demnach  ist  mangels  steuerlichen  Anknüpfungspunkts  im  Kanton  C  nicht 

zu  bemängeln,  dass  das  kantonale  Steueramt  beim  Pflichtigen  die  Steuerfaktoren  in 

der  Einschätzung  ohne  die  Vornahme  einer  Steuerausscheidung  gemäss  §  5  Abs.  3 

StG festsetzte. Fraglich ist hingegen, ob es zulässig ist, den Pflichtigen trotz fortbeste-

hendem (gemeinsamen) Wohnsitz im Kanton Zürich resp. in der Gemeinde B getrennt 

von seiner Ehegattin und zum Grundtarif zu besteuern. Dies ist nachfolgend zu prüfen. 

Konkret schätzte das kantonale Steueramt den Pflichtigen mit Einschätzungsentscheid 

vom 9. Mai 2023 betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2020 mit einem steuer-

baren  Einkommen  von  Fr. 2'017'700.-  sowie  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

Fr. 5'456'000.- ein (jeweils auch satzbestimmend). Die Einsprache gegen die Einschät-

zung  wurde  abgewiesen.  Seine  Ehegattin  ist  gemäss  telefonischer  Auskunft  vom 

23. Dezember  2024  für  die  Steuerperiode  2020  bereits  mit  abgeschlossenem  Verfah-

ren separat eingeschätzt worden.  

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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7. a) Fehlerhafte Verwaltungsakte sind in der Regel nicht nichtig, sondern nur 

anfechtbar,  und  sie  werden  durch  Nichtanfechtung  rechtsgültig  (BGE  137  273  E  3.1, 

mit  Hinweisen,  auch  zum  Folgenden).  Nichtigkeit,  d.h.  absolute  Unwirksamkeit  einer 

Verfügung wird nur angenommen, wenn sie mit einem tiefgreifenden und wesentlichen 

Mangel  behaftet  ist,  wenn  dieser  schwerwiegende  Mangel  offensichtlich  oder  zumin-

dest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der 

Nichtigkeit  nicht  ernsthaft  gefährdet  wird  (Evidenztheorie).  Inhaltliche  Mängel  haben 

nur in seltenen Ausnahmefällen die Nichtigkeit einer Verfügung zur Folge; erforderlich 

ist hierzu ein ausserordentlich schwerwiegender Mangel, namentlich wenn ein solcher 

eine Verfügung praktisch wirkungslos, unsinnig oder unsittlich macht. Als Nichtigkeits-

gründe fallen  hauptsächlich funktionelle  und sachliche  Unzuständigkeit  einer  Behörde 

sowie  schwerwiegende  Verfahrensfehler  in  Betracht  (wie  z.B.  der  Umstand,  dass  der 

Betroffene  keine  Gelegenheit  hatte,  am  Verfahren  teilzunehmen).  Fehlt  einer  Verfü-

gung  in  diesem  Sinne  jegliche  Rechtsverbindlichkeit,  so  ist  das  durch  jede  Behörde, 

die mit der Sache befasst ist, jederzeit und von Amtes wegen zu beachten 

b)  Art.  3  Abs.  3  StHG  schreibt  den  Kantonen  die  Familienbesteuerung  zwin-

gend  vor (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 7  N 1  ff.  StG,  auch  zum  Folgenden).  Die 

Kantone müssen  daher  Ehegatten  und  Kinder  unter  elterlicher  Sorge  gemeinsam  be-

steuern  (sog.  Faktorenaddition).  Dieser  harmonisierungsrechtliche  Zwang  wurde  vom 

kantonalen  Gesetzgeber  in  §  7  StG  umgesetzt.  §  7  Abs.  1  StG  sieht  dabei  vor,  dass 

Einkommen und Vermögen der Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter 

Ehe leben, ohne Rücksicht auf den Güterstand zusammengerechnet werden. Die Ein-

schätzung  von  ungetrennt  lebenden  Ehegatten  hat  damit  durch  einen  einzigen  und 

einheitlichen Entscheid zu ergehen, der an beide gemeinsam zu richten ist (§ 123 StG, 

Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  123  N  2  ff.,  auch  zum  Folgenden).  Ehegatten  wer-

den  e  contrario  demgemäss  getrennt  besteuert,  wenn  kumulativ  eine  steuerlich  rele-

vante  (rechtliche  oder  tatsächliche)  Trennung  vorliegt  und  der  Wegfall  der  Gemein-

schaftlichkeit  der Mittel eintritt.  Eine  rechtliche  Trennung  ist  dabei  gegeben,  wenn die 

Ehegatten gerichtlich getrennt leben. Um von einer rechtlichen Trennung sprechen zu 

können, ist nach Auffassung des Steuerrekursgerichts zumindest das Vorliegen eines 

Eheschutzurteils  notwendig  (vgl.  StRG,  31.  Oktober  2023,  1.DB.2022.165,  betreffend 

Haftung für die direkte Bundessteuer). Eine bloss tatsächliche Trennung der Ehegatten 

ist weiter gegeben, wenn eine räumliche Trennung der Ehegatten vorliegt, die mit der 

getrennten Verwendung der Mittel verbunden ist. Damit von einer tatsächlich getrenn-

ten Ehe gesprochen werden kann, müssen die beiden Ehegatten, die in rechtlich unge-

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
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trennter  Ehe  leben, je  über  einen eigenen steuerrechtlichen Wohnsitz  verfügen;  dann 

liegt  eine  räumliche  Trennung  vor.  Verfügen  die  Ehegatten  dagegen  über  einen  ge-

meinsamen Wohnsitz, so kann (auch bei getrennter Mittelverwendung) von vornherein 

keine  faktische  Trennung  angenommen  werden  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  3 

N 30 StG, mit Hinweisen). Steuerlich unterscheidet sich diese Konstellation dabei vom 

Zivilrecht. Zivilrechtlich kann das Getrenntleben der Ehegatten unter Umständen auch 

innerhalb  derselben  Wohnung  bzw.  demselben  Haus  angenommen  werden  ("living 

together  apart";  Althaus/Huber,  in:  Basler  Kommentar,  Zivilgesetzbuch  I,  7.  A.,  2022, 

Art.  114  N 9  ZGB,  mit  Hinweisen;  dies  kann  etwa  mit  Bezug  auf  die  Frist  betreffend 

Scheidungsklage  nach Art.  114  ZGB  von  Belang sein).  Steuerlich erfüllt  sie hingegen 

die Anforderungen an eine tatsächliche Trennung nicht, denn dafür bedarf es gemäss 

Rechtsprechung  kumulativ  der  Aufgabe  des  gemeinsamen  Wohnsitzes  und  der  ge-

trennten  Mittelverwendung  (BGr, 12. Februar  2020,  2C_480/2019,  E.  2.2.3;  BGr, 

16. September 2019, 2C_707/2018, E. 2.2; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Art. 3 N 31 

DBG; Oesterhelt/Seiler, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesge-

setz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 4. A., 

2022, Art. 3 N 89 StHG, je mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Solange die Ehegat-

ten  noch  über  einen  gemeinsamen  Wohnsitz  verfügen,  kann  folglich  nicht  von  einer 

tatsächlich getrennten Ehe i.S.v. § 7 StG gesprochen werden, denn in einem solchen 

Fall kann wenigstens für die Wohnung von der Gemeinschaftlichkeit der Mittel ausge-

gangen  werden (Hunziker/Mayer-Kobel,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuer-

recht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, Art. 9 N 11 ff. DBG). 

c)  Ist  strittig,  ob  Ehegatten  überhaupt  gemeinsam  einzuschätzen  sind,  bilden 

sie auch diesbezüglich eine solche Streitgenossenschaft und sind sie bei den entspre-

chenden  Entscheiden  gemeinsam  ins  Recht  zu  fassen.  Würde  von  diesem  Vorgehen 

abgesehen, könnte die Frage der gemeinsamen Steuerpflicht für jeden Ehegatten se-

parat  entschieden  werden,  sodass  die  Gefahr  gegensätzlicher  Entscheide  bestünde. 

Solche Entscheide sind nicht vereinbar, muss das Verhältnis der Ehegatten zueinander 

doch für beide im gleichen Sinn entschieden werden. Demnach hat der Entscheid über 

die getrennte oder gemeinsame Besteuerung zwingend auf beide Ehegatten zu lauten 

(VGr, 31. Januar 1997 = ZStP 1997, 209 ff., insbesondere 211 f.; StRK I, 30. Septem-

ber 2004, 1 DB.2004.66/1 ST.2004.391). Der § 7 Abs. 1 StG ist eine der grundlegends-

ten  Normen  des  Steuergesetzes.  Ihre  Missachtung,  etwa  durch  die  getrennte  Ein-

schätzung der Ehegatten oder durch den Nichteinbezug eines Ehegatten als Partei in 

das Einschätzungs- oder Rechtsmittelverfahren, wiegt unter Umständen derart schwer, 

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
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dass  sie  die  Nichtigkeit  der  ergangenen  Entscheide  zur  Folge  hat  (VGr,  5.  Septem-

ber 1989,  SB  89/0018  [teilweise  publiziert  in  RB  1989  Nrn.  32  und  33];  StRG, 

30. Januar  2013,  1  DB.2012.269/1  ST.2012.299).  Als  Folge  der  Nichtigkeit  fällt  eine 

Korrektur  bzw.  Heilung  des  Mangels  der  fehlerhaften  Entscheide  im  Rechtsmittelver-

fahren  durch  Berichtigung  bzw.  Ergänzung  des  Entscheidrubrums  (Anfügen  des  zu 

Unrecht  separat  besteuerten  oder  überhaupt  nicht  einbezogenen  Ehegatten)  ausser 

Betracht (BGE 131 I 57; RB 1976 Nr. 74, Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 126 N 11 

StG,  mit  Hinweisen).  Zum  Teil  wird  die  unrechtmässige  getrennte  Besteuerung  zur 

Korrektur der Unterbesteuerung nachträglich auch mittels Durchführung eines gemein-

samen  Nachsteuerverfahrens  gemäss  §§  160  ff.  StG  korrigiert  (vgl.  jüngst  VGr, 

16. Oktober  2024,  SR.2024.00007  –  00010).  Dies  namentlich  dann,  wenn  über  den 

angeblich  getrennten  Wohnsitz  der  Ehegatten  vor  der  Einschätzung  keine  vertiefte 

Abklärungen geführt wurden und sich dies erst nach Rechtskraft der ordentlichen Ein-

schätzung aufgrund neuer Tatsachen herausstellt. Letzterer Sachverhalt unterscheidet 

sich damit massgeblich von der Ausgangslage im konkreten Fall. 

8.  a)  Gemäss  der  vorstehenden  theoretischen  Erwägungen  spricht  im  vorlie-

genden  Fall  viel  dafür,  dass  der  Pflichtige  und  seine  Ehegattin  für  die  Steuerperiode 

2020 zwingend gemeinsam gemäss § 7 Abs. 1 StG und § 123 StG zu veranlagen ge-

wesen wären. Unbestrittenermassen war eine rechtliche Trennung nie Thema, weshalb 

eine  getrennte  Besteuerung  nur  in  Frage  gekommen  wäre,  wenn  sich  der  Pflichtige 

und  seine  Ehegattin  tatsächlich  getrennt  hätten.  Davon  kann  nun  aber  aufgrund  des 

identischen  steuerrechtlichen  Wohnsitzes  nicht  ausgegangen  werden  (E.  5).  Die  ge-

trennte  Besteuerung  wäre  lediglich  dann  denkbar  gewesen,  wenn  der  Pflichtige  und 

seine  Ehegattin  an  der  gleichen  Adresse  in  unterschiedlichen  Wohnungen  gewohnt 

hätten (z.B. in einer Einliegerwohnung oder einem Mehrfamilienhaus). Dies war jedoch 

gemäss der Stellungnahme des Pflichtigen nicht möglich und wurde auch vom Steuer-

amt im Einschätzungsverfahren nicht (stillschweigend) angenommen. Zwar verfügt die 

Liegenschaft in der Gemeinde B wie erwähnt über eine Einliegerwohnung, diese wurde 

jedoch im strittigen Zeitraum von seinem Schwiegervater bewohnt. Konkret ist deshalb 

keine  Konstellation  denkbar,  die  gemäss  §  7  Abs.  1  StG  eine  getrennte Besteuerung 

der Ehegatten rechtmässig zulassen würde (E. 7b).  

b)  Gemäss  §  7  Abs.  1  StG  waren  damit  der  Pflichtige  und  seine  Ehegattin 

zwingend  in  einem  einzigen  und  einheitlichen  Entscheid  und  zum  Verheiratetentarif 

1 ST.2024.65 

 
 
 
 
 
 
 
 
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einzuschätzen, was bis jetzt nicht geschehen ist. Folglich stellt sich die Frage, wie sich 

dieser Mangel auf das Verfahren auswirkt. Da dies im bisherigen Verfahren noch nicht 

thematisiert wurde, wurden die Parteien mit Verfügung vom 14. Januar 2025 eingela-

den,  hierzu  Stellung  zu  nehmen.  Beide  Parteien  kamen  der  Aufforderung  nach.  Das 

kantonale  Steueramt  beantragte  mit  Stellungnahme  vom  28. Januar  2025  die  Ein-

schätzungen  der  Ehegatten  als  nichtig  zu  erklären.  Der  Pflichtige  hielt  in  seiner  Stel-

lungnahme vom 21. Februar 2025 an seinen (materiellen) Anträgen fest und beantrag-

te  überdies  im  Fall  der  Feststellung  der  Nichtigkeit  die  Zusprechung  einer  erhöhten 

Parteientschädigung.  

c) Auch wenn die Nichtigkeit einer Einschätzung bloss mit Zurückhaltung an-

zunehmen ist, erscheint sie im vorliegenden Fall dennoch angezeigt, denn die getrenn-

te  Einschätzung  der  Ehegatten  ist  gesamthaft  gesehen  geradezu  unsinnig  und  sys-

temwidrig.  Wie  bereits  in  der  Verfügung  vom  14. Januar  2025  festgehalten,  führt  das 

Vorgehen zu einem unlösbaren Widerspruch, weil das kantonale Steueramt den Weg-

zug es Pflichtigen gegenüber seiner Ehegattin in steuerlicher Hinsicht einerseits akzep-

tierte (ansonsten hätte sie nicht separat und zum Grundtarif eingeschätzt werden dür-

fen) und gegenüber dem Pflichtigen selbst andererseits nicht. Ein weiterer unlösbarer 

Widerspruch  besteht  darin,  dass  es  nach  extensiver  Untersuchung  zum  Schluss  ge-

langte, es bestehe einerseits nach wie vor ein gemeinsamer Wohnsitz, dann aber an-

dererseits  dennoch  die  sich  daraus  ergebenden  zwingenden  steuerlichen  formellen 

und materiellen Konsequenzen (§ 7 Abs. 1 StG und § 123 StG) vollständig ausblende-

te.  Die  daraus  aufgrund  äusserst  schwerwiegender  Verfahrensfehlern  resultierende 

getrennte Besteuerung läuft  damit  im  Ergebnis einem  der  grundlegendsten  Prinzipien 

der aktuellen Steuergesetzgebung bei natürlichen Personen zuwider. Die jeweils bloss 

auf  den  Pflichtigen  lautenden  Verfügungen  –  d.h.  der  Einschätzungsentscheid  vom 

9. Mai 2023 sowie der Einspracheentscheid vom 30. Januar 2024 – erweisen sich da-

mit  in  Übereinstimmung  mit  der  Rechtsprechung  in  ähnlich  gelagerten  Fällen  (E.  7d) 

deshalb  als  nichtig.  Soweit  Einschätzungsentscheide  pro  2020  auch  schon  für  die 

Ehegattin des Pflichtigen allein ergangen sind, erweisen sich auch diese aufgrund der-

selben  Überlegungen  als  (ex  tunc)  ungültig.  Sie  müssen  ebenfalls  durch  die  neu  zu 

erlassenden,  auf  die  Namen  beider  Ehegatten  lautenden  Entscheide  ersetzt  werden 

(StRG, 30. September 2004, 1 DB.2004.66/1 ST.2004.391, E. 1c). 

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9.  Diese  Erwägungen  führen  zusammenfassend  zur  teilweisen  Gutheissung 

des  Rekurses.  Zwar  nahm  das  kantonale  Steueramt  nach  durchgeführter  Untersu-

chung beim Pflichtigen zu Recht die unbeschränkte Steuerpflicht aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit nach § 3 Abs. 1 StG i.V.m. § 5 Abs. 1 StG für die Steuerperiode 2020 im 

Kanton Zürich resp. der Gemeinde B an. Konsequenterweise hätte es aber daran an-

knüpfend  den  Pflichtigen  zwingend  zusammen  mit  seiner  Ehegattin  gemeinsam  nach 

§ 7  Abs.  1  StG  einschätzen  müssen.  Die  getrennte  Besteuerung  trotz  eines  gemein-

samen  Wohnsitzes  ist  als  besonders  schwerwiegender  Verfahrensfehler zu würdigen, 

der zur Nichtigkeit führt. Die Sache ist demnach bezüglich der Staats- und Gemeinde-

steuern  2020  an  das  kantonale  Steueramt  ins  Einschätzungsverfahren  zurückzuwei-

sen. Es wird Sache des zuständigen Steuerkommissärs sein, im nochmals durchzufüh-

renden  Einschätzungsverfahren  erstmals  die  gemeinsamen  Steuerfaktoren  der 

Ehegatten  zu ermitteln  und  festzusetzen.  Der  Neuentscheid wird  auf  den  Namen  bei-

der Gatten zu lauten haben.  

10.  a)  Die  Kosten  des  Verfahrens  vor  dem  Steuerrekursgericht  werden  der 

unterliegenden  Partei  auferlegt.  Wird  der  Rekurs  teilweise  gutgeheissen,  werden  sie 

den Parteien anteilsmässig auferlegt (§ 151 Abs. 1 StG). Dem obsiegenden Rekurren-

ten  werden  die  Kosten  ganz  oder  teilweise  auferlegt,  wenn  er  bei  pflichtgemässem 

Verhalten  schon  im  Einschätzungs-  oder  Einspracheverfahren  zu  seinem  Recht  ge-

kommen wäre oder wenn er die Untersuchung des Steuerrekursgerichts durch tröleri-

sches  Verhalten  erschwert  hat  (§  151  Abs.  2  StG).  Über  den  Wortlaut  hinausgehend 

wird  §  151  Abs.  2  StG  praxisgemäss  auch  dahingehend  interpretiert,  dass  auch  dem 

kantonalen  Steueramt  die  Kosten  trotz  Obsiegens  verursachergerecht  ganz  oder  teil-

weise auferlegt werden können (StRG, 24. Januar 2024, 2 DB.2022.73/2 ST.2022.98, 

E. 4c; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 151 N 16a StG, mit Hinweisen).  

Eine Rückweisung an die Vorinstanz mit offenem Prozessausgang gilt in Be-

zug auf die Kosten- und Entschädigungsregelung als Obsiegen der rechtsmittelführen-

den  Partei,  und  zwar  unabhängig  davon,  welche  Anträge  diese  gestellt  hat  (BGr, 

28. April  2014,  2C_846/2013,  E. 3.2  und  3.3;  VGr,  28. August  2014,  VB.2014.00106, 

E. 2.3, je auch zum Folgenden).  

b) Der Entscheid lautet zwar auf Rückweisung, jedoch kann der Prozessaus-

gang nicht als offen bezeichnet werden. Im weiteren Verfahrensverlauf vor dem kanto-

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nalen Steueramt geht es bloss noch um die Neufestsetzung der (gemeinsamen) Steu-

erfaktoren. Eine vollständige Gutheissung des Hauptantrags des Pflichtigen – die bloss 

beschränkte  Steuerpflicht  im  Kanton  Zürich  (E.  3a)  –  ist  gemäss  den  vorstehenden 

Erwägungen  nicht  mehr  möglich,  womit  dieser  als  grossmehrheitlich  unterliegende 

Partei gilt. Nicht in Abrede zu stellen ist aber auch, dass das kantonale Steueramt Ver-

ursacherin der Verfahrensfehler und damit der (erneuten) Rückweisung ist (E. 7). Da-

mit  liegen  besondere  Umstände  vor,  die  es  als  sachgerecht  erscheinen  lassen,  den 

Parteien  die  Verfahrenskosten  je  hälftig  aufzuerlegen  (BGr,  13.  Januar  2014, 

1C_697/2013,  E.  3.4).  Wie  bereits  im  Beiblatt  zum  unbegründeten  Entscheid  des 

1. Rechtsgangs  angekündigt,  sind  im  vorliegenden  Verfahren  die  Kosten  neu  festzu-

setzen  und  zu  verlegen  (StRG,  8.  Dezember  2023,  1  ST.2023.201,  Beiblatt).  Bei  der 

Festsetzung  der  Gerichtsgebühr  im  2.  Rechtsgang  sind  dabei  die  Kosten  des 

1. Rechtsgangs  betragsmässig  zu  berücksichtigen.  Da  die  Verfahren  der  beiden 

Rechtsgänge aber durch unterschiedliche Rekursschriften eingeleitet worden sind, sind 

die Kosten des ersten Rechtsgangs nicht neu zu verlegen (RB 1955 Nr. 56, e contra-

rio).  Die  diesbezügliche  Rechtsprechung  hinsichtlich  eine  Rückweisung  des  Verwal-

tungsgerichts  an  das  Steuerrekursgericht  kann  nicht  analog  auf  Rückweisungen  vom 

Steuerrekursgericht  an  das  kantonale  Steueramt  angewandt  werden  (a.M.  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 151 N 9 StG, mit Hinweisen).  

c)  Von  der  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  ist  weiter  aufgrund  des 

überwiegenden Unterliegens des Pflichtigen abzusehen (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  8.  Juni  1997,  VRG;  Richner/Frei/Kauf-

mann/Rohner,  §  152  N  11  f.  StG,  auch  zum  Folgenden).  Seinem  Antrag  auf  Zuspre-

chung  einer  gar  höheren  Parteientschädigung  für  den  "weiteren  Rechtsgang"  kann 

damit nicht gefolgt werden. Seine diesbezügliche Begründung erweist sich ohnehin als 

unzutreffend, denn die Parteientschädigung deckt nur den Aufwand des Rekursverfah-

rens und nicht auch denjenigen des vorinstanzlichen Verfahrens. Analog der Erwägun-

gen  zur  Gerichtsgebühr  ist  betreffend  die  im  1. Rechtsgang  festgesetzte  Parteient-

schädigung keine Anpassung vorzunehmen.  

11.  Soweit  eine  Partei  den  vorliegenden  Entscheid  einzig  mit  Bezug  auf  die 

Rückweisung  mit  Beschwerde  beim  Verwaltungsgericht  anfechten  will,  ist  darauf  hin-

zuweisen, dass dies nur möglich ist, soweit der Entscheid einen nicht wiedergutzuma-

chenden Nachteil bewirken könnte oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen 

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Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten 

für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (§ 19a Abs. 2 VRG i.V.m. Art. 93 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Einspracheentscheid  vom  30.  Janu-

ar 2024 wird aufgehoben. Unter Feststellung der Nichtigkeit des Einschätzungsent-

scheids vom 9. Mai 2023 betreffend die Staats- und Gemeindesteuern, Steuerperi-

ode 2020, wird die Sache im Sinn der Erwägungen an das kantonale Steueramt ins 

Einschätzungsverfahren zurückgewiesen.  

[…] 

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