# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bebaf770-d611-57c3-b022-128790d9a8e3
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-15
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 15.02.2023 II 2023 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2023-6_2023-02-15.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2023 6

Entscheid vom 15. Februar 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________

gegen

Amt für Arbeit, Lückenstrasse 8, Postfach 1181, 
6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Arbeitslosenversicherung (Einstellung in der Anspruchs-
berechtigung infolge fehlenden Nachweises persönlicher 
Arbeitsbemühungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1966) war ab Juni 2010 bei der B.________ AG ange-
stellt. Dieses Arbeitsverhältnis kündigte die Arbeitgeberin am 24. Januar 2020 
per 30. April 2020 unter sofortiger Freistellung. Am 26. Mai 2020 stellte 
A.________ Antrag auf Arbeitslosenentschädigung per 1. Mai 2020 (Vi-act. 1). 
Bereits am 10. Februar 2020 wurde A.________ durch das RAV Lachen zur Ar-
beitsvermittlung angemeldet für eine Vollzeitstelle (Vi-act. 2).

B. Am 10. November 2020 konfrontierte das Amt für Arbeit A.________ mit 
dem Vorwurf, für den Monat Oktober 2022 keine persönlichen Arbeitsbemühun-
gen eingereicht zu haben, weshalb man eine Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung prüfe und man ihn zur Stellungnahme einlade (Vi-act. 3). In der Folge 
reichte A.________ den Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen Oktober 
2022 sowie Kopien seiner Stellenbewerbungen ein (Vi-act. 4). Am 16. November 
2022 verfügte das Amt für Arbeit, A.________ ab dem 1. November 2022 für die 
Dauer von acht Tagen wegen fehlenden persönlichen Arbeitsbemühungen 
während der Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung einzustellen (Vi-act. 
5).

C. Gegen die Einstellungsverfügung erhob A.________ Einsprache (Vi-act. 6), 
welche das Amt für Arbeit mit Einspracheentscheid Nr. 246/22 vom 4. Januar 
2023 abwies (Vi-act 8).

D. Mit Schreiben vom 11. Januar 2023 gelangte A.________ neuerlich an das 
Amt für Arbeit, welches die Eingabe zur weiteren Behandlung als Beschwerde 
ans Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz überwies (Vi-act. 9). Der Eingabe 
kann sinngemäss entnommen werden, dass der Beschwerdeführer den Nach-
weis für seine Arbeitsbemühungen erbringe und damit um Verzicht auf die Ein-
stellung in der Anspruchsberechtigung ersucht.

Das Amt für Arbeit beantragt mit Vernehmlassung vom 20. Januar 2023 die voll-
umfängliche Abweisung der Beschwerde.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung ist 
unbestritten. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist einzig, ob die Vorinstanz den 
Beschwerdeführer zu Recht für acht Tage in Anspruchsberechtigung eingestellt 
hat wegen fehlenden persönlichen Arbeitsbemühungen während der Arbeitslo-
sigkeit. 

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2.1 Gemäss der in Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
(Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0) vom 25. Juni 1982 
statuierten Schadenminderungspflicht, muss die versicherte Person alles 
Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu 
verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch 
ausserhalb ihres bisherigen Berufes (vgl. AVIG-Praxis ALE, Juli 2021, B307 ff.; 
vgl. BGE 114 V 285 Erw. 3; BGE 111 V 239 Erw. 2a; Urteil BGer 8C_12/2010 
vom 4.5.2010 Erw. 2.2). 

Kommt die versicherte Person der Schadenminderungspflicht nicht nach, besteht 
die Möglichkeit, sie hierfür zu sanktionieren. So ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend 
um zumutbare Arbeit bemüht (Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG). 

2.2 Art. 26 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 
und die Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; 
SR 837.02) vom 31. August 1983 normiert die Anforderungen an die 
persönlichen Arbeitsbemühungen des Versicherten. Die versicherte Person muss 
den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am 
fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden 
Werktag einreichen. Wenn die versicherte Person diese Frist verstreichen lässt 
und keinen entschuldbaren Grund geltend macht, werden (verspätet) 
nachgewiesene Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksichtigt (vgl. Art. 26 Abs. 2 
AVIV). 

Die zuständige Amtsstelle hat die Arbeitsbemühungen des Versicherten 
monatlich zu überprüfen (Art. 26 Abs. 3 AVIV). Daraus folgt, dass vorbehältlich 
eines entschuldbaren Grundes die Arbeitsbemühungen unberücksichtigt bleiben 
und eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausgesprochen werden kann, 
wenn die Nachweise der Arbeitsbemühungen nicht innert der gesetzlichen Frist 
eingereicht werden, ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste. 
Unerheblich ist, dass die erforderlichen Nachweise später erbracht werden, zum 
Beispiel in einem Einspracheverfahren (BGE 139 V 164 Erw. 3.3; Urteil BGer 
8C_946/2015 vom 2.3.2016 Erw. 3.2; VGE II 2019 63 vom 16.10.2019 Erw. 2).

2.3 Entschuldbare Gründe liegen vor, wenn die säumige Partei aus hinreichen-
den, objektiven oder subjektiven Gründen davon abgehalten worden ist, fristge-
recht zu handeln oder eine Vertretung zu bestellen und wenn ihr auch keine 
Nachlässigkeit vorzuwerfen ist. Es muss sich um Gründe von einigem Gewicht 
handeln (BGE 119 III 82 Erw. 2; Urteil EVGer U 582/06 vom 19.12.2006 Erw. 2.1; 

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VGE II 2019 63 vom 16.10.2019 Erw. 2.2.2). Typischer Anwendungsfall ist ein 
Krankheitszustand. Schwere Erkrankung oder Unfall können ein unverschulde-
tes, zur Wiederherstellung führendes Hindernis sein, wenn die rechtsuchende 
Person durch sie davon abgehalten wird, selber innert Frist zu handeln oder eine 
Drittperson mit der Vornahme zu betrauen (BGE 112 V 255 Erw. 2a).

3.1.1  Dem Verlaufsprotokoll des RAV ist zu entnehmen, dass anlässlich des 
Beratungsgespräches vom 25. Oktober 2022 mit dem Beschwerdeführer 
besprochen wurde, dass die nachgewiesenen Arbeitsbemühungen für 
September 2022 in Ordnung seien. Der Nachweis für Oktober 2022 sei bis am 5. 
November 2022 einzureichen; für November 2022 sei er aufgrund der 
kontrollfreien Tage befreit (Vi-act. 10). 

3.1.2  Am 10. November 2022 informierte das Amt für Arbeit den 
Beschwerdeführer, gemäss Mitteilung des RAV habe er für den Monat Oktober 
keine Arbeitsbemühungen nachgewiesen. Ihm wurde deswegen unter 
Gewährung des rechtlichen Gehörs die Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung angedroht (Vi-act. 3).

3.1.3  Am 16. November 2022 ging beim Amt für Arbeit der Nachweis der 
persönlichen Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers für den Monat Oktober 
2022 und zusätzlich Kopien von Stellenbewerbungen ein. Aufgelistet sind 
zwanzig Bewerbungen (Vi-act. 4).

3.1.4  Mit Verfügung vom 16. November 2022 wurde der Beschwerdeführer für 
8 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Das Amt für Arbeit führte dazu 
aus, der Nachweis der Arbeitsbemühungen müsse gestützt auf Art. 26 Abs. 2 
AVIV bis zum 5. Tag des Folgemonats erbracht werden; verspätete Nachweise 
könnten leider nicht mehr berücksichtigt werden. Aufgrund der vorliegenden 
Unterlagen habe sich der Beschwerdeführer im Oktober 2022 um keine neue 
Arbeitsstelle beworben (Vi-act. 5).

3.2.1  In der (undatierten) Einsprache hielt der Beschwerdeführer fest, das RAV 
habe ihm erklärt, von ihm keinen Nachweis erhalten zu haben. Er habe alle 
Unterlagen an das Amt für Arbeit gesandt; er habe keine anderen Papiere (Vi-
act. 6). Der Einsprache lag neuerlich das Formular "Nachweis der persönlichen 
Arbeitsbemühungen Oktober 2022" bei, wobei neu vier Stellenbewerbungen 
mehr (24 anstatt 20; vgl. Erw. 3.1.3) aufgeführt waren.

3.2.2  Im angefochtenen Einspracheentscheid Nr. 246/22 vom 4. Januar 2023 
bestätigte das Amt für Arbeit, dass zu spät eingereichte Nachweise nicht mehr 

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berücksichtigt werden könnten. Die Begründung der Einsprache stelle keinen 
entschuldbaren Grund für die Verspätung dar. Die versicherte Person müsse sich 
so organisieren, dass sie Abgabetermine oder Beratungs- und/oder 
Kontrollgespräche nicht versäume bzw. rechtzeitig daran erinnert werde. Sowohl 
im Leit-faden, der zu Beginn der Arbeitslosigkeit ausgehändigt werde, als auch 
direkt auf dem monatlich einzureichenden Formular sei ausdrücklich vermerkt, 
dass der Nachweis bis spätestens am 5. Tag des Folgemonats eingereicht 
werden müsse. Dies habe der Beschwerdeführer nicht befolgt; die 
Voraussetzungen für die Anordnung einer Einstellungsverfügung seien gegeben.

3.3 In der Eingabe vom 11. Januar 2023 (welche vom Amt für Arbeit als 
Beschwerde zur Bearbeitung ans Verwaltungsgericht überwiesen wurde, Vi-act. 
9) entschuldigt sich der Beschwerdeführer für die verursachten Umstände. Leider 
seien seine Unterlagen im falschen Ordner gelandet. Beim neuerlichen Hinsehen 
habe er die richtigen Unterlagen gefunden. Dem Schreiben beigefügt war das 
Formular "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen Oktober 2022". 
Hierbei handelt es sich um das originale, ausgefüllte Formular, wobei zwanzig 
Stellenbemühungen aufgeführt sind. Dies entspricht der Eingabe der 
Stellungnahme im Rahmen des rechtlichen Gehörs (vgl. Erw. 3.1.3), nicht aber 
der Beilage zur Einsprache (vgl. Erw. 3.2.1).

4.1 Der Beschwerdeführer reicht sowohl mit der Stellungnahme im Rahmen 
des rechtlichen Gehörs, als auch mit der Einsprache und ebenso mit der 
vorliegenden Beschwerde eine Auflistung von Stellenbemühungen im Monat 
Oktober 2022 ein. Trotz gewisser Diskrepanzen (zweimal 20 
Arbeitsbemühungen, einmal 24 Arbeitsbemühungen) kann davon ausgegangen 
werden, dass sich der Beschwerdeführer im Monat Oktober 2022 effektiv um 
Arbeit bemüht hat.

4.2 Dies allein ist indes nicht genügend. Gemäss klarem Gesetzeswortlaut 
müssen die Arbeitsbemühungen bis spätestens am 5. Tag des Folgemonats 
nachgewiesen werden. Der Beschwerdeführer hätte somit den Nachweis bis 
spätestens am 5. November 2022 erbringen müssen. Dies hat er laut Auskunft 
des RAV nicht getan und er macht auch gar nicht geltend, den Nachweis 
rechtzeitig erbracht zu haben.

Bleibt zu ergänzen, dass die Vorinstanz zu Recht auf die Informationen hinwies, 
welche alle versicherten Personen erhalten, und auch auf dem Formular selbst 
ausdrücklich vermerkt ist, dass der Nachweis bis spätestens am 5. Tag des 
Folgemonats beim RAV einzureichen ist (vgl. Bf-act. 1). Kommt vorliegend hinzu, 
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des Beratungsgespräches vom 25. 

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Oktober 2022 noch ausdrücklich auf diese Frist hingewiesen wurde. Mithin 
musste es dem Beschwerdeführer bewusst sein, dass er die Stellenbemühungen 
des Monats Oktober 2022 bis spätestens am 5. November 2022 einzureichen 
hatte.

4.3 Der Beschwerdeführer bringt weder in der Stellungnahme im Rahmen des 
rechtlichen Gehörs, noch in der Einsprache, noch vor Verwaltungsgericht irgend 
einen Grund vor, der sein Versäumnis zu entschuldigen vermöchte. Gemäss 
eingereichtem Dokument (Bf-act. 1) hat er das Formular am 31. Oktober 2022 
unterzeichnet; warum er es anschliessend nicht eingereicht hat, erklärt er nicht. 
Das vor Gericht dargelegte Vorbringen, wonach er die Unterlagen im falschen 
Ordner abgelegt hat, stellt ein klassisches, selber zu vertretendes Versäumnis 
dar und vermag keine Entschuldigung darzustellen (vgl. oben Erw. 2.3). 

4.4 Damit aber steht fest, dass der Beschwerdeführer den Nachweis 
persönlicher Arbeitsbemühungen für den Monat Oktober 2022 nicht rechtzeitig 
(nicht bis spätestens am 5.11.2022) eingereicht hat. Einen entschuldbaren Grund 
für das Versäumnis vermag er nicht anzubringen. Gemäss klarem 
Gesetzeswortlaut dürfen Arbeitsbemühungen, die nach Fristablauf eingereicht 
werden, nicht mehr berücksichtigt werden, falls kein entschuldbarer Grund hierfür 
vorliegt (vgl. Art. 26 Abs. 2 AVIV). Nachdem der Beschwerdeführer innert Frist 
keine Arbeitsbemühungen nachwies (bzw. alle zu spät), hat die Vorinstanz zu 
Recht festgehalten, dass der Beschwerdeführer für den Monat Oktober 2022 
keine Arbeitsbemühungen nachgewiesen hat.

5.1 Die versicherte Person ist in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn 
sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht (Art. 30 Abs. 1 
lit. c AVIG), was - nach dem Gesagten - auch der Fall ist, wenn die Bemühungen 
zu spät (nach Ablauf der Frist) nachgewiesen werden. Da der Beschwerdeführer 
innert Frist keinen Nachweis erbrachte, wurde er durch die Vorinstanz zu Recht 
in der Anspruchsberechtigung eingestellt.

5.2 Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach 
dem Grad, der Schwere des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Die Einstellung 
dauert 1 - 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16 - 30 Tage bei mittelschwerem 
Verschulden und 31 - 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV). 

5.3 Bei der Bemessung der Einstellungsdauer sind alle Umstände des konkre-
ten Einzelfalls wie Beweggründe, persönliche Verhältnisse (z.B. Alter, Zivilstand, 
Gesundheit, soziales Umfeld, Bildungsgrad) und Begleitumstände zu berücksich-
tigen (vgl. VGE I 2021 76 vom 21.10.2021 Erw. 4.2.2, Chopard, Die Einstellung 

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in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 167 ff.; Melissa Traber, Die 
Schuldhafte Ablehnung einer zumutbaren Arbeit in der Arbeitslosenversicherung, 
SZS 2022 S. 154 ff.; AVIG-Praxis ALE, Januar 2016, D 64). Massgebend ist das 
Gesamtverhalten der versicherten Person, das unter Berücksichtigung aller we-
sentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. der objektiven und subjektiven Gege-
benheiten zu würdigen ist (BGE 130 V 125 Erw. 3.5). Es ist dabei vom Mittelwert 
des jeweils definierten Rahmens für leichtes, mittelschweres und schweres Ver-
schulden auszugehen, welcher bei qualifiziertem Verhalten entsprechend ver-
schärft und bei privilegiertem Verhalten gemindert werden kann (BGE 123 V 153 
Erw. 3b; Urteil BGer 8C_24/2021 vom 10.6.2021 Erw. 6).

5.4 Das Seco hält in der AVIG-Praxis ALE, Rz. D72 ff ein Einstellraster für ver-
schiedene Einstellungs-Tatbestände bereit. Dieses Einstellraster soll eine wei-
testmögliche Gleichbehandlung der Versicherten auf nationaler Ebene gewähr-
leisten und den Vollzugsstellen als Entscheidungshilfe dienen. 

Die Verwaltungsweisungen sind für das Gericht grundsätzlich nicht verbindlich. 
Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine 
dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 
gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne trifti-
gen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Kon-
kretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben 
der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwen-
dung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 141 V 362 Erw. 2.3; BGE 138 
V 346 Erw. 6.2; BGE 137 V 1 Erw. 5.2.3).

5.5 Die Festlegung der Einstellungsdauer stellt schliesslich eine typische Er-
messensfrage dar; mithin steht der Vorinstanz ein Ermessen zu, das sie pflicht-
gemäss auszuüben hat. 

Die Kognition des Verwaltungsgerichtes ist in diesem Zusammenhang zwar nicht 
auf Rechtsverletzung beschränkt, sondern erstreckt sich auch auf die Beurteilung 
der Angemessenheit der Verwaltungsverfügung. Bei der Angemessenheit geht 
es dabei um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Vorinstanz 
nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechts-
prinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise an-
ders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Verwaltungsgericht sein Ermes-
sen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es 
muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, die seine abweichende 
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 

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Erw. 5.2; Urteil BGer 8C_331/2019 vom 18.9.2019 Erw. 3.3; VGE II 2016 6 vom 
22.3.2016 Erw. 4.1; VGE II 2015 20 vom 22.7.2015 Erw. 4.1).

5.6 Mit Verfügung vom 16. November 2022 hat das Amt für Arbeit die Einstel-
lungsdauer mit Verweis auf den fehlenden Nachweis aber ohne weitere Begrün-
dung auf acht Tage festgesetzt (Vi-act. 5).

Im angefochtenen Einspracheentscheid hielt das Amt für Arbeit fest, die Einstel-
lungsdauer sei gestützt auf das Seco-Raster auf acht Tage festgesetzt worden. 
Auch hier fehlt eine weitere Begründung.

5.7 Der Beschwerdeführer beantragte per 1. Mai 2020 Arbeitslosenentschädi-
gung. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug dauerte bis Ende November 
2022. Mithin war der Beschwerdeführer schon seit über zwei Jahren arbeitslos 
und mit den Rahmenbedingungen bekannt, als er es versäumte, den Nachweis 
fristgerecht zu erbringen. Er bringt für das Versäumnis auch überhaupt keinen 
entschuldbaren Grund vor. Anderseits ist ihm zugute zu halten, dass sich aus 
dem verspätet eingereichten Nachweis ergibt, dass er sich auf viele Stellen be-
worben haben dürfte. Mithin liegt sein Vergehen nur - aber immerhin - im Ver-
säumen der Frist zur Einreichung des Nachweises. Insgesamt rechtfertigt es 
sich, sein Verhalten als leichtes Verschulden zu qualifizieren, was zu einer Ein-
stellung von 1 bis 15 Tagen führt. 

Das Seco-Raster (AVIG-Praxis ALE D79 Ziff. 1E) qualifiziert das erstmalige zu 
späte Einreichen des Nachweises als leichtes Verschulden und gibt eine Einstel-
lungsdauer von 5 bis 9 Tage vor. 

Vor diesem Hintergrund liegen die von der Vorinstanz festgesetzten acht Einstell-
tage durchaus in ihrem Ermessen (in der Mitte des leichten Verschuldens [1 bis 
15 Tage] ohne wesentliche verschärfende oder mildernde Umstände). Es besteht 
keine Veranlassung zur Korrektur.

6. Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet, weshalb 
sie abzuweisen ist.

7. Verfahrenskosten werden keine erhoben (Art. 61 lit. g ATSG).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- den Beschwerdeführer (R)
- die Vorinstanz (EB)
- und das Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 15. Februar 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 27. Februar 2023