# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 421d37e8-5ae6-57b6-9c53-b942255f6901
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 4. Abteilung O4V-21-28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_004_O4V-21-28_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A1. 

 

Beschwerdeführer  A2. 

 

beide vertreten durch: RA AA. 

 

 

Vorinstanz Departement Gesundheit und Soziales, Kasernenstrasse 17, 

9102 Herisau 

 

 

Beigeladene Regionale Sozialhilfebehörde Appenzeller Mittelland, Dorf 10, 

9042 Speicher 

 

 

Beigeladene Soziale Dienste Appenzeller Mittelland, Reutenenstrasse 22, 

9042 Speicher 

 

 

Gegenstand Anrechnung Kosten Frauenhaus 

Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Departements 

Gesundheit und Soziales vom 31. Mai 2021 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
4. Abteilung 

 

Urteil vom 28. April 2022 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichterinnen D. Cadosch Autolitano, M. Gasser Aebischer 

Oberrichter E. Graf, P. Louis 

Obergerichtsschreiber D. Hofmann 

 

 

Verfahren Nr. O4V 21 28 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführer: 

 Es sei der Entscheid des Departements Gesundheit und Soziales vom 31. Mai 2021 betref-

fend Rekurs von A1. aufzuheben und es sei die Sache an das Departement zurückzuweisen, 

damit dieses in der Sache entscheide. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.   

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen.  

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. A1. wohnte mit ihrem Ehemann und dem gemeinsamen Sohn A2. vom 25. Dezember 2015 

bis 15. Oktober 2017 in D. Vom 31. Juli 2017 bis zum 16. Oktober 2017 hielt sich A1. 

zusammen mit A2. im Frauenhaus in E. auf. Mit Verfügung vom 23. August 2018 (act. 6.7/32) 

stellten die Sozialen Dienste Appenzeller Mittelland (SDAM) fest, dass der Gemeinde- 

anteil für den Aufenthalt im Frauenhaus E. vom 31. Juli 2017 bis 16. Oktober 2017 ge- 

mäss Abrechnung des Kantons Appenzell Ausserhoden vom 8. Dezember 2017 über 

Fr. 33'997.-- subsidiär übernommen werden. Dabei handle es sich um rückzahlungspflichtige 

Sozialhilfeleistungen.  

 

B. Dagegen liessen A1. und A2., vertreten durch RA AA., mit Eingabe vom 19. September 2018 

(act. 6.7/30) bei der Regionalen Sozialhilfebehörde Appenzeller Mittelland (RSHB) Rekurs 

erheben u.a. mit dem Antrag festzustellen, dass es sich bei den Leistungen der Gemeinde 

um Beiträge an die Institution Frauenhaus handle. Mit Entscheid vom 22. März 2019 

(act. 6.1/1) wies die RSHB den Rekurs ab.  

 

C. Gegen diesen Entscheid liessen A1. und A2., vertreten durch RA AA., mit Eingabe vom 

15. April 2019 (act. 7) Rekurs beim Departement Gesundheit und Soziales erheben u.a. mit 

den Anträgen, den Entscheid aufzuheben und festzustellen, dass die von den SDAM für den 

Aufenthalt von A1. und ihren Sohn, A2., im Frauenhaus E. übernommenen Kosten zu 

Unrecht als rückerstattungspflichtige Kosten im Sinne von Sozialhilfeschulden angerechnet 

werden. Zudem wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt.  

 

 

Seite 3 

D. Mit Entscheid vom 31. Mai 2021 (act. 2.1) trat das Departement Gesundheit und Soziales im 

Sinne der Erwägungen in Aufhebung des Rekursentscheids vom 22. März 2019 nicht auf 

den Rekurs ein. Im Weiteren wies es das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

ab.  

 

E. Dagegen liessen A1. und A2. (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch RA AA., 

mit Eingabe vom 1. Juli 2021 (act. 1) beim Obergericht mit eingangs erwähnten 

Rechtsbegehren Beschwerde erheben.  

 

F. Am 12. Juli 2021 wurde den Beschwerdeführern die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung in der Person von RA AA. gewährt (act. 4). 

 

G. Mit Eingabe vom 16. August 2021 (act. 5) beantragte das Departement Gesundheit und 

Soziales (im Folgenden: Vorinstanz) Abweisung der Beschwerde. 

 

H. Mit Schreiben vom 27. Januar 2022 (act. 7) übermittelte die Verfahrensleitung den Verfah-

rensbeteiligten sowie der RSHB und der SDAM die von Amtes wegen beigezogene Verein-

barung zwischen den Gemeinden F. betreffend Soziale Dienste Appenzeller Mittelland 

(act. 8). Gleichzeitig erhielten die Beteiligten Gelegenheit, zur Frage der Verfügungs-

kompetenz der SDAM Stellung zu nehmen.  

 

I. Mit Schreiben vom 4. Februar 2022 (act. 9), 18. Februar 2022 (act. 15) und 21. Februar 2022 

(act. 16) liessen sich die SDAM, die Beschwerdeführer sowie die Vorinstanz vernehmen.  

 

J. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

 

 

  

 

Seite 4 

Erwägungen 

 

1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass 

diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Form- und 

Fristerfordernisse erfüllt sind. Die sachliche bzw. funktionale Zuständigkeit des Obergerichts 

ergibt sich aus Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 

143.1), wonach das Obergericht zur Behandlung von Beschwerden gegen letztinstanzliche 

Verfügungen der Verwaltungsbehörden zuständig ist. Die Beschwerdeführer sind als 

Adressaten des angefochtenen Rekursentscheids formell beschwert. Da die Vorinstanz nicht 

auf ihren Rekurs gegen den negativen Rekursentscheid der RSHB betreffend Anrechnung 

der Kosten im Frauenhaus E. eingetreten ist, sind sie in schutzwürdigen eigenen tat-

sächlichen und rechtlichen Interessen besonders berührt und daher zur Beschwerde legiti-

miert (Art. 59 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

 

2.  

2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 101) und Art. 12 

Abs. 1 VRPG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient 

einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-

wirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen 

eingreift. Dazu gehört das Recht des Betroffenen, sich vor dem Entscheid zur Sache zu 

äussern. Anspruch auf vorgängige Anhörung besteht u.a. auch, wenn die Behörde ihren 

Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, die 

bzw. der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurde, worauf sich die Parteien nicht 

berufen haben und womit diese im konkreten Fall nicht rechnen konnten (BGE 128 V 272 E. 

5b/bb; 126 I 19 E. 2c/aa je mit Hinweisen; PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019, N. 12 zu 

Art. 29 VwVG). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Seine Verletzung 

führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung 

des angefochtenen Entscheids. Eine Gehörsverletzung kann ausnahmsweise geheilt 

werden, wenn die betroffene Partei die Möglichkeit hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 

äussern, die zur freien Prüfung aller Sachverhalts- und Rechtsfragen befugt ist, welcher der 

unteren Instanz hätten unterbreitet werden können (BGE 127 V 431 E. 3d; 126 V 130 E. 2b). 

Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus im Sinne einer Heilung des Mangels selbst 

bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem 

formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

(der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen 

Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.2.2; 133 I 201 E. 2.2).   

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-V-272%3Ade&number_of_ranks=0#page272
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Seite 5 

2.2 Im vorliegenden Fall ist die Vorinstanz nicht auf den Rekurs der Beschwerdeführer bzw. 

ehemaligen Rekurrenten eingetreten, da dem Schreiben der SDAM vom 23. August 2018 

mangels Feststellungsinteresses des Staates kein Verfügungscharakter zukomme. Dabei 

handle es sich um ein reines Informationsschreiben, welches keine Rechte und Pflichten 

auslöse. Damit liege kein für ein Sachurteil im Rekursverfahren notwendiges Anfechtungs-

objekt vor. Auf den Rekurs könne mangels Anfechtungsobjekt nicht eingetreten werden. Die 

RSHB hat sich im Rekursentscheid vom 22. März 2019 nicht mit der Frage des Fest-

stellungsinteresses der SDAM auseinandergesetzt und bzw. den Verfügungscharakter des 

Entscheids vom 23. August 2018 nicht in Frage gestellt, womit die Beschwerdeführer nicht 

damit rechnen konnten, dass nicht auf ihren Rekurs eingetreten werden würde. Infolgedes-

sen ist davon auszugehen, dass das Nichteintreten für die Beschwerdeführer völlig uner-

wartet kam, was im Lichte oben genannter Rechtsprechung als Gehörsverletzung zu quali-

fizieren ist. Im Folgenden kann jedoch offen gelassen werden, ob allein dieser Umstand zu 

einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids führen muss oder ob die Gehörsverletzung 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren geheilt werden könnte, da die Beschwerde ohnehin 

gutzuheissen ist, wie sich nachfolgend zeigen wird.  

 

3. Vorab gilt es festzuhalten, dass der Entscheid der SDAM vom 23. August 2018 entgegen der 

Ansicht der Vorinstanz als Feststellungsverfügung zu qualifizieren ist (vgl. dazu die Definition 

in Art. 5 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 

172.021] sowie Art. 18 Abs. 1 VRPG). So wird darin hoheitlich zulasten der Beschwerde-

führer festgestellt, dass es sich beim Gemeindebetrag von Fr. 33'997.-- für den Aufenthalt im 

Frauenhaus um rückzahlungspflichtige Sozialhilfekosten handle. Soweit die Vorinstanz in 

E. 1c des angefochtenen Entscheids zum Schluss kommt, dass die Feststellungsverfügung 

mangels schutzwürdigen Interesses des Staates nicht zulässig war, handelt es sich dabei 

um einen inhaltlichen Mangel, welcher dem Verfügungscharakter des Entscheids der SDAM 

vom 23. August 2018 nicht entgegensteht. Wäre die Feststellungs-verfügung mangels 

schutzwürdigen Interesses der SDAM zu Unrecht ergangen, hätte die Vorinstanz vielmehr 

auf den Rekurs eintreten und den angefochtenen Rekursentscheid der RSHB vom 22. März 

2019 sowie die Verfügung vom 23. August 2018 aufheben müssen, was die teilweise 

Gutheissung des vorinstanzlichen Rekurses zur Folge gehabt hätte (vgl. dazu HÄFELIN/ 

MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 889, und BGE 129 

V 289 E. 3.3 f.) Die Beschwerde ist folglich bereits aus diesem Grund gutzuheissen und der 

angefochtene Rekursentscheid aufzuheben. Im Folgenden gilt es jedoch zu prüfen, ob die 

SDAM überhaupt befugt war, im vorliegenden Fall eine Verfügung in Bezug auf die 

Rückerstattung der Sozialhilfekosten zu erlassen.  

 

 

Seite 6 

4. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Entscheid nur ausnahmsweise nichtig, 

wenn der ihm anhaftende Mangel besonders schwer wiegt, wenn er sich als offensichtlich 

oder zumindest leicht erkennbar erweist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der 

Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgründe fallen vorab funktionelle und 

sachliche Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde sowie krasse Verfahrensfehler in 

Betracht (BGE 145 III 436 E. 4 mit Hinweisen). Die funktionelle oder sachliche Unzu-

ständigkeit führt indes dann nicht zur Nichtigkeit des Entscheids, wenn der verfügenden 

Behörde auf dem betreffenden Gebiet allgemeine Entscheidungsgewalt zukommt oder der 

Schluss auf Nichtigkeit sich nicht mit der Rechtsicherheit verträgt (BGE 137 III 217 E. 2.4.3; 

129 V 485 E. 2.3; 127 II 32 E. 3g). Die Nichtigkeit einer Verfügung ist jederzeit und von 

sämtlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten und kann auch im Rechtsmittelweg 

festgestellt werden (Urteil des Bundesgerichts 5A_393/2018 vom 21. August 2018 E. 2.1). 

 

4.1 Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Gesetzes über die öffentliche Sozialhilfe (Sozialhilfegesetz, SHG, 

bGS 851.1) obliegt die Gewährung der Sozialhilfe an Personen mit Aufenthalt im Kanton der 

Gemeinde, in der die hilfsbedürftige Person ihren Unterstützungswohnsitz hat. Nach Art. 8 

Abs. 1 SHG bestellt jede Gemeinde eine Sozialhilfebehörde. Diese ist u.a. für die Beurteilung 

grundsätzlicher Fragestellungen der Sozialhilfe (Abs. 2 lit. c), die Anordnung von konkreten 

Massnahmen sowie Festsetzung und Gewährung von Leistungen (Abs. 3) zuständig. Die 

Kompetenzen nach Abs. 3 kann die Gemeinde ganz oder teilweise an den Sozialdienst 

delegieren (Art. 8 Abs. 4 SHG). Der Sozialdienst vollzieht die individuelle Sozialhilfe und ist 

u.a. für die Geltendmachung von abgetretenen Ansprüchen gegenüber Dritten und von 

Rückerstattungen sowie die Antragsstellung an die Sozialhilfebehörde, soweit Verfügungen 

zu treffen sind, zuständig (Art. 9 Abs. 3 lit. e und f SHG). Gegen Verfügungen der 

Sozialhilfebehörde kann Rekurs beim zuständigen Departement erhoben werden (Art. 33 

Abs. 1 SHG). Soweit die Gemeinde Kompetenzen an den Sozialdienst delegiert hat, ist 

gegen Verfügungen des Sozialdienstes der Rekurs an die Sozialhilfebehörde gegeben 

(Art. 33 Abs. 2 SHG).  

 

 Gemäss Art. 1 Abs. 2 der Vereinbarung zwischen den Gemeinden F. betreffend Soziale 

Dienste Appenzeller Mittelland (SDAM) aus dem Jahr 2012 ist G. Sitzgemeinde. [...] sind 

Anschlussgemeinden. Nach Art. 3 Abs. 1 übertragen die Anschlussgemeinden der 

Sitzgemeinde die umfassende Verantwortung für den Betrieb der Sozialen Dienste. Gemäss 

Art. 3 Abs. 3 lit. e der Vereinbarung bereiten die Sozialen Dienste die Verfügungen im 

Aufgabenbereich der Sozialhilfe zu Handen der zuständigen Behörde vor.  

 

4.2 Die Vorinstanz geht in ihrer Stellungnahme vom 21. Februar 2022 von einer Verfügungsbe-

fugnis der SDAM aus. Die SDAM stützt ihre Verfügungsbefugnis in der Stellungnahme vom 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/d2bb5c2a-1be0-42d0-9ea5-517d7752ad4e/citeddoc/fe19571e-0ac7-461c-ab62-46725eaf9474/source/document-link

 

Seite 7 

4. Februar 2022 auf Ziff. 5 ihres Handbuchs (act. 10) ab, welches die Organisation, die 

Aufgaben, die Verantwortung und die Kompetenzen der SDAM regelt. Die Beschwerdeführer 

vertreten in der Stellungnahme vom 18. Februar 2022 die Auffassung, dass die Sitzgemeinde 

keine über die Vereinbarung hinausgehenden Kompetenzen an die Sozialen Dienste 

delegieren könne. 

 

4.3 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Aufenthalts im Frauenhaus 

in der Gemeinde H. Wohnsitz hatten, womit nach Art. 3 Abs. 1 SHG die Gemeinde H. für die 

Gewährung der Sozialhilfe zuständig war. Aus dem Sozialhilfegesetz ergibt sich im Weiteren 

keine originäre Verfügungskompetenz der SDAM, auch wenn diese nach Art. 9 Abs. 3 lit. e 

SHG für die Geltendmachung von Rückerstattungen verantwortlich ist. Art. 8 Abs. 4 und Art. 

33 Abs. 2 SHG implizieren vielmehr ausdrücklich, dass es für Verfügungen der SDAM einer 

Kompetenzdelegation der zuständigen Gemeinde, d.h. im vorliegenden Fall der Gemeinde 

H. bedarf. Die fehlende gesetzliche Verfügungskompetenz der SDAM ergibt sich zudem aus 

Art. 9 Abs. 3 lit. f SHG, wonach der Sozialdienst für die Antragsstellung an die Sozial-

hilfebehörde, soweit Verfügungen zu treffen sind, verantwortlich ist. Im Folgenden gilt es 

daher die Frage zu klären, ob die von Gesetzes wegen erforderliche Kompetenzdelegation 

der Gemeinde H. an die SDAM erfolgt ist.  

 

4.4 Gemäss Art. 4 Abs. 1 des Gemeindegesetzes (GG, bGS 151.11) legen die Gemeinden ihre 

Organisation im Rahmen von Verfassung und Gesetz in der Gemeindeordnung fest. Die 

Gemeindeordnung bestimmt die Organisation der Behörden und Verwaltung, Aufgaben und 

Befugnisse der Organe sowie die Mitwirkungsrechte der Stimmberechtigten (Art. 4 Abs. 2 

GG und Art. 1 der Gemeindeordnung der Gemeinde H., GO). Eine Kompetenzdelegation im 

Sinne von Art. 8 Abs. 4 SHG an die SDAM anstelle der Sozialhilfebehörde bedarf daher in 

der Gemeinde H. einer Grundlage in der Gemeindeordnung oder allenfalls einem anderen 

Gemeindereglement. Eine solche Bestimmung ist in den kommunalen Reglementen – soweit 

ersichtlich – nicht vorhanden. Eine entsprechende Kompetenzdelegation ergibt sich jedoch 

auch nicht aus der Vereinbarung zwischen den Gemeinden F. betreffend Soziale Dienste 

Appenzeller Mittelland. Zwar wird der Sitzgemeinde G. darin in Art. 3 Abs. 1 die umfassende 

Verantwortung für den Betrieb der Sozialen Dienste übertragen, jedoch wird analog zu Art. 9 

Abs. 3 lit. f SHG auch in Art. 3 Abs. 3 der Vereinbarung ausdrücklich festgehalten, dass der 

Sozialdienst (nur) für die Antragsstellung an die Sozialhilfebehörde, soweit Verfügungen zu 

treffen sind, verantwortlich ist. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass in Ziff. 5 des 

Handbuchs der SDAM vom 5. April 2017 nebst zahlreichen weiteren Zuständigkeiten die 

Verfügungskompetenz der Leitung SDAM über Sozialhilfe aufgeführt ist, da es sich bei 

diesem Handbuch offensichtlich nicht um einen formellen, den gesetzlichen Publikations-

vorschriften entsprechenden Erlass handelt. Entgegen der Auffassung der SDAM genügt 

 

Seite 8 

eine bloss auf internen Verwaltungsweisungen vorgenommene Zuständigkeitsübertragung 

nicht (BGE 129 V 485 E. 2.2); dies im vorliegenden Fall umso weniger, als dass das 

Handbuch nicht einmal von den zuständigen Behörden der Gemeinde H. unterzeichnet ist. 

Mit den Beschwerdeführern ist diesbezüglich darin übereinzugehen, dass die Sitzgemeinde 

G. keine über die Vereinbarung hinausgehenden Kompetenzen anstelle der Gemeinde H. an 

die Sozialen Dienste delegieren kann. Infolgedessen muss der Schluss gezogen werden, 

dass der SDAM aufgrund fehlender rechtsgenüglicher Kompetenzübertragung vorliegend 

keine Verfügungskompetenz zukam, womit eine sachlich und funktionell unzuständige 

Behörde die Verfügung vom 23. August 2018 erliess.  

 

4.5 Der SDAM kommt keine allgemeine Kompetenz für Verfügungen im Bereich des 

Sozialhilferechts zu; nur wenn sie eine solche hätte, würde dies allenfalls gegen einen 

Nichtigkeitsgrund sprechen. Für die Beurteilung grundsätzlicher Fragestellungen und damit 

für auch Feststellungsverfügungen und die Anordnung konkreter Massnahmen ist vielmehr 

explizit die Sozialhilfebehörde zuständig (Art. 8 Abs. 2 und 3 SHG). Der Mangel der fehlenden 

Zuständigkeit war im Weiteren aufgrund von Art. 9 Abs. lit. f SHG und Art. 3 Abs. 3 lit. e der 

Vereinbarung, wo die Kompetenz der SDAM beim Erlass von Verfügungen auf die 

Antragsstellung an die Sozialhilfebehörde beschränkt wird, leicht erkennbar. Im Übrigen 

liegen keine Anhaltspunkte vor, welche den Schluss zulassen würden, dass die Annahme 

der Nichtigkeit der Verfügung der SDAM vom 23. Juli 2018 nicht mit der Rechtsicherheit 

vereinbar wäre. 

 

5. Mit Blick auf diese Rechtslage ist damit festzustellen, dass der SDAM für die Verfügung vom 

23. Juli 2018 keine Verfügungskompetenz zukam, was im vorliegenden Fall einen 

Nichtigkeitsgrund bildet. Die Nichtigkeit der Verfügung vom 23. Juli 2018 hätten bereits die 

Vorinstanz und die RSHB in den Rekursverfahren feststellen müssen, was eine Gutheissung 

der Rekurse der Beschwerdeführer zur Folge gehabt hätte. Der angefochtene Rekurs-

entscheid der Vorinstanz ist somit in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. 

Auch der Rekursentscheid der RSHB ist aufzuheben, weil die Vorinstanz einen 

Nichteintretensentscheid gefällt hat und die devolutive Wirkung des Rekurses nur bei einem 

materiellen Entscheid zum Tragen kommt (vgl. ALAIN GRIFFEL, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kom-

mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N. 35 zu § 28 

VRG, mit Hinweisen). 

 

6. Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 34 SHG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 2 lit. b 

VRPG). 

 

 

Seite 9 

7. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine Ent-

schädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Die Parteientschädigung geht 

zulasten der unterliegenden Partei. Aus Billigkeitsgründen kann sie auch der Staats- oder 

Gemeindekasse auferlegt werden (Art. 59 i.V.m. Art. 24 Abs. 2 VRPG). Ausgangsgemäss ist 

dem Entschädigungsbegehren der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren zu ent-

sprechen. Die Entschädigung setzt sich zusammen aus einem Honorar und den Baraus-

lagen; die Mehrwertsteuer wird als Zuschlag in Rechnung gestellt (Art. 3 der Verordnung 

über den Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). In Verfahren vor dem Obergericht in Verwaltungs-

sachen wird das Honorar pauschal festgelegt (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT) und beträgt 

Fr. 1‘000.-- bis Fr. 10‘000.-- (Art. 16 Abs. 1 AT). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten 

Rahmens richtet sich das Honorar nach den besonderen Umständen des Falles. In Betracht 

fallen namentlich Art und Umfang der Bemühungen, die Schwierigkeiten des Falles sowie 

die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten (Art. 17 AT). Grundsätzlich kann die mögliche 

Bandbreite der Honorare unterteilt werden in  

 

a) einfache, unterdurchschnittlich aufwändige Fälle, in denen ein Honorar von Fr. 1‘000.-- 

bis zu Fr. 4‘000.-- zu sprechen ist;  

b) mittlere Fälle, die durchschnittlich schwierige Rechts- und/oder Sachverhaltsfragen be-

treffen und einen durchschnittlichen Aufwand benötigten, in denen ein Honorar in der 

Grössenordnung von Fr. 4‘000.-- bis Fr. 7‘000.-- angemessen erscheint; und 

c) schwierige Fälle sowohl bezüglich Sachverhalts- und/oder Rechtsfragen, in denen 

überdurchschnittlich umfangreiche Eingaben notwendig waren und umfangreiche Akten 

zu studieren waren, was ein Honorar von Fr. 7‘000.-- bis Fr. 10‘000.--, bzw. in ausserge-

wöhnlichen Fällen bis zu Fr. 15‘000.-- rechtfertigt. 

 

Vorliegend beschränkt sich die gerichtliche Beurteilung auf die Frage der Nichtigkeit und der 

Verletzung des rechtlichen Gehörs, wobei es sich nach Erachten des Obergerichts um einen 

einfachen Fall handelt, bei welchem keine schwierigen Rechtsfragen zu beantworten und 

keine umfangreichen Akten zu studieren waren. In Anbetracht der Umstände erscheint ein 

Honorar von insgesamt Fr. 2‘000.-- für das Beschwerdeverfahren als angemessen. Dazu 

kommen Barauslagen von pauschal 4 % sowie 7.7 % für die Mehrwertsteuer, was total zu 

einer Entschädigung von Fr. 2'240.20 führt. Diese ist ausgangsgemäss der Vorinstanz auf-

zuerlegen. 

 

8. Da bereits die Vorinstanz im Rekursverfahren die Nichtigkeit der Verfügung der SDAM hätte 

feststellen müssen, was zu einem Obsiegen der Beschwerdeführer geführt hätte, ist die 

Sache zur Neuverlegung der Entschädigungen des vorinstanzlichen Rekursverfahrens an 

die Vorinstanz zurückzuweisen.  

 

Seite 10 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde von A1. und A2. werden der Rekursentscheid des 

Departementes Gesundheit und Soziales 31. Mai 2021 sowie der Rekursentscheid der 
Regionalen Sozialhilfebehörde Appenzeller Mittelland (RSHB) vom 22. März 2019 aufgeho-
ben.  

 
 
2. Es wird festgestellt, dass die Verfügung der Sozialen Dienste Appenzeller Mittelland (SDAM) 

vom 23. August 2018 betreffend Übernahme Kosten Frauenhaus E. nichtig ist.  
 
 
3. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
4. Die Vorinstanz wird verpflichtet, den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'240.20 (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) für das Beschwerdeverfahren zu 
bezahlen. 

 
 
5. Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des Rekurs-

verfahrens an die Vorinstanz zurückgewiesen. 
 
 
6. Rechtsmittel: 

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde richtet 
sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist beim 
Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzureichen. 
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 
und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel 
angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die Beschwerde 
hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
7. Zustellung an die Beschwerdeführer über deren Anwältin, die Vorinstanz, die RSHB sowie 

die SDAM. 
 
 
 

Im Namen der 4. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident:  

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Der Gerichtsschreiber:   

 

 

lic. iur. Daniel Hofmann 

 
 
 
versandt am: 3. Mai 2022