# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee616cb7-f10f-57d6-8308-e90bff815573
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-08-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.08.2019 F-668/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-668-2019_2019-08-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-668/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  A u g u s t  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot. 

 

 

 

F-668/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 7. Januar 2017 wurde der Beschwerdeführer (geb. 1985, kosovarischer 

Staatsangehöriger) anlässlich einer Zollkontrolle am Grenzübergang Basel 

Flughafen von der Grenzwachtpolizei angehalten. Abklärungen ergaben, 

dass er im Fahndungssystem RIPOL zur Verhaftung ausgeschrieben war 

(Umwandlungshaft oder Busse). Er reiste mit einer kosovarischen Identi-

tätskarte ein und verfügte weder über ein gültiges Visum noch über einen 

Aufenthaltstitel eines Schengenmitgliedstaates (Akten der Vorinstanz 

[nachfolgend: SEM act.] 3/27).  

B.  

Noch am selben Tag wurde dem Beschwerdeführer auf dem Grenzwacht-

posten Basel Flughafen das rechtliche Gehör zur Wegweisung und einer 

allfälligen Fernhaltemassnahme gewährt (SEM act. 3/7 ff.). Gleichzeitig be-

glich er die Busse und die Kosten der RIPOL-Ausschreibung. Ebenfalls am 

7. Januar 2017 wurde seine Wegweisung aus der Schweiz mit Ausreisefrist 

bis zum 8. Januar 2017 verfügt (SEM act. 3/10 ff.).  

C.  

Mit Strafbefehl vom 15. Februar 2017 verurteilte die Staatsanwaltschaft 

des Kantons Basel-Stadt den Beschwerdeführer wegen rechtswidrigen 

Aufenthalts zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen (SEM act. 5/34). Da-

raufhin erliess das SEM mit Verfügung vom 17. Februar 2017 ein dreijähri-

ges Einreiseverbot. Gleichzeitig wurde einer allfälligen Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung entzogen (SEM act. 4/30 ff.).  

D.  

Am 29. Dezember 2018 reiste der Beschwerdeführer zu seinem Bruder in 

die Schweiz ein, wo er am 13. Januar 2019 durch die Kantonspolizei Frei-

burg angehalten und befragt wurde. Er gab an, er verfüge über eine italie-

nische Aufenthaltsbewilligung (SEM act. 6/38). 

E.  

Am 14. Januar 2019 wurde ihm die Verfügung betreffend Einreiseverbot 

vom 17. Februar 2017 eröffnet (SEM act. 6/48). Nach Gewährung des 

rechtlichen Gehörs wies ihn die kantonale Behörde mit Verfügung vom 

14.  Januar 2019 aus der Schweiz weg, wobei die Wegweisung sofort voll-

streckt wurde (SEM act. 6/40 ff.).   

F-668/2019 

Seite 3 

F.  

Mit italienischsprachiger Rechtsmitteleingabe vom 6. Februar 2019 (Über-

gabe zuhanden der schweizerischen Post) beantragt der Beschwerdefüh-

rer sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zur Begrün-

dung führt er im Wesentlichen aus, er sei am Tag der Kontrolle in der 

Schweiz, am 17. Januar 2017 (recte: 7. Januar 2017) im Besitz einer (itali-

enischen) Aufenthaltsbewilligung gewesen, die er im Spital Lausanne ver-

gessen habe. Diese habe ihn zur Einreise in die Schweiz berechtigt (Akten 

des Bundesverwaltungsgerichts [nachfolgend: BVGer act.] 1).  

G.  

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer mit Ver-

fügung vom 19. März 2019 aufgefordert hatte, eine beglaubigte Kopie sei-

ner am 7. Januar 2017 gültigen, italienischen Aufenthaltsbewilligung zu-

kommen zu lassen, reichte er mit Schreiben vom 3.  April 2019 Kopien di-

verser Dokumente zu den Akten (BVGer act. 5 und 7).  

H.  

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg vom 16. April 

2019 wurde er wegen illegalen Aufenthalts und illegaler Einreise zu einer 

Geldstrafe von 21 Tagessätzen verurteilt (vgl. unpaginierte Akten des Amts 

für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg [kant. act.]).  

I.  

Mit Vernehmlassung vom 3. Mai 2019 hielt die Vorinstanz an ihrer Abwei-

sung der Beschwerde fest (BVGer act. 9).  

J.  

Ein Doppel der Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 7. Mai 

2019 zugestellt (BVGer act, 10). Die eingeschrieben versandte Zwischen-

verfügung wurde vom Beschwerdeführer auf der Post nicht abgeholt und 

gilt somit als zugestellt (BVGer act. 11; zur Zustellfiktion vgl. Urteil des BGer 

2C_35/2016 vom 18.  Juli 2016 E. 3.1 m.w.H.).  

K.  

Das Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg stellte dem 

Bundesverwaltungsgericht, auf dessen Ersuchen hin, seine Akten mit 

Schreiben vom 3. Juli 2019 zu (BVGer act. 14 und 15).  

L.  

Der weitere Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen 

Berücksichtigung finden. 

F-668/2019 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1  Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 

VGG genannten Behörden. Dazu gehört auch das SEM, das mit der An-

ordnung eines Einreiseverbotes eine Verfügung im erwähnten Sinne und 

daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande-

res bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.   

3.1 Landesrechtliche Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 

17. Februar 2017 ist Art. 67 des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG, 

SR 142.20). Dieser ist inhaltlich identisch mit Art. 67 des Ausländergeset-

zes (AuG), welches auf den 1. Januar 2019 hin eine namentliche (und teil-

F-668/2019 

Seite 5 

weise) inhaltliche Anpassung erfuhr. Die Absätze 1 und 2 dieser Bestim-

mung zählen eine Reihe von Tatbeständen auf, welche unter Vorbehalt von 

Absatz 5 ein Einreiseverbot nach sich ziehen oder nach sich ziehen kön-

nen. 

3.2 Das Einreiseverbot kann gestützt auf Art. 67 Abs. 2 AIG gegenüber 

ausländischen Personen verfügt werden, die gegen die öffentliche Sicher-

heit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder 

diese gefährden (Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Bst. b) oder 

in Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen 

werden mussten (Bst. c). Das Verbot wird für eine Dauer von höchstens 

fünf Jahren verfügt. Für eine längere Dauer kann es angeordnet werden, 

wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung darstellt (Abs. 3). Aus humanitären oder anderen 

wichtigen Gründen kann die zuständige Behörde von der Verhängung ei-

nes Einreiseverbots absehen oder ein solches vollständig oder vorüberge-

hend aufheben (Abs. 5). Weiter ist die Anordnung eines Einreiseverbots 

(unter anderem) zwingend, wenn eine vorausgegangene Wegweisung so-

fort vollstreckt wird, weil die betroffene Person eine Gefahr für die öffentli-

che Sicherheit und Ordnung darstellt oder die innere oder die äussere Si-

cherheit gefährdet (vgl. Art. 67 Abs. 1 AIG i.V.m. dem auch im AuG identi-

schen Art. 64d Abs. 2 Bst. a AIG).  

3.3 Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten, 

sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öf-

fentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [im Folgenden: 

Botschaft] BBl 2002 3813, welche in Bezug auf die Regelungen zum Ein-

reiseverbot weiterhin massgeblich ist). Die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG bildet den Oberbegriff für die 

Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die 

Unverletzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Ein-

zelner (vgl. Botschaft, a.a.O. S. 3809). In diesem Sinne liegt ein Verstoss 

gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem dann vor, 

wenn gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachtet 

werden (Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 

Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]; inhaltlich 

identisch mit 80 Abs. 1 Bst. a VZAE in der bis zum 31. Dezember 2018 

geltenden Fassung).  

 

F-668/2019 

Seite 6 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründet das gegen den Beschwerdeführer verhängte 

Einreiseverbot in ihrer Verfügung vom 17. Februar 2017 mit dessen illega-

ler Einreise und dem illegalen Aufenthalt in der Schweiz. Weiter sei er von 

der zuständigen Behörde weggewiesen worden, so dass die Wegweisung 

sofort vollstreckt worden sei.   

4.2  Der Beschwerdeführer wurde am 7. Januar 2017 anlässlich einer Zoll-

kontrolle am Flughafen Basel-Mülhausen angehalten. Abklärungen erga-

ben, dass er weder über ein gültiges Visum noch über einen Aufenthaltstitel 

eines Schengenmitgliedstaates verfügte. Zudem war er lediglich im Besitz 

einer kosovarischen Identitätskarte. Anlässlich der Befragung auf dem 

Grenzwachtposten Basel Flughafen machte er geltend, er wohne in Italien 

und sei nur zu Besuch in der Schweiz. Er habe einen geregelten Aufent-

haltstitel in Italien. Den Reisepass und den italienischen Aufenthaltstitel 

habe er in einem Spital in Lausanne vergessen (SEM act. 3/27; vgl. auch 

Beschwerde vom 6. Februar 2019).  

4.3 Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. a und Bst. b der Verordnung (EU) 2016/399 

vom 9. März 2016 über den Schengener Grenzkodex (kodifizierter Text) 

(ABl. L 77/1 vom 23.3.2016, nachfolgend: SGK) müssen Drittstaatsange-

hörige über ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und über 

ein Visum verfügen, sofern dies erforderlich ist. Von der Visumspflicht be-

freit sind Personen, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltstitels eines 

Schengen-Staates oder über ein Visum zum längerfristigen Aufenthalt ver-

fügen. Diese Dokumente müssen bei Kontrollen vorgewiesen werden kön-

nen (vgl. Art. 8 SGK). Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass ein Dritt-

staatsangehöriger die Einreisevoraussetzungen nicht oder nicht mehr er-

füllt, wird sein Aufenthalt als illegal angesehen (vgl. Art. 3 Ziff. 2 der Rück-

führungsrichtlinie 2008/115/EG vom 16. Dezember 2008, ABl. L 348/98 

vom 24.12.2008). 

4.4 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer die notwendi-

gen Dokumente (kosovarischer Reisepass mit Visum oder gültiger Aufent-

haltstitel eines Schengen-Staates) bei der Einreise in die Schweiz nicht bei 

sich trug. Bereits dadurch missachtete er die Einreisevoraussetzungen. 

Auch sein Aufenthalt war damit unrechtmässig. Dieser Umstand stellt einen 

Fernhaltegrund im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG dar. Sein diesbezüg-

licher Einwand, er sei zum Zeitpunkt der Kontrolle in der Schweiz – am 

7.  Januar 2017 – im Besitz einer italienischen Aufenthaltsbewilligung ge-

wesen, habe diese sowie seinen Reisepass aber im Spital in Lausanne 

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Seite 7 

vergessen, ist damit unbehelflich. Ohnehin trifft es nicht zu, dass er zum 

fraglichen Zeitpunkt über eine gültige italienische «permesso di soggiorno» 

verfügte. Die zu den Akten gereichten Kopien diverser Dokumente zeigen 

auf, dass er erst seit dem 16. März 2018 im Besitz einer italienischen Auf-

enthaltsbewilligung ist (gültig bis 16. März 2020). Weiter ist den eingereich-

ten Unterlagen zu entnehmen, dass er vom 14.  November 2014 bis zum 

14. Oktober 2015 über einen geregelten Aufenthaltsstatus in Italien ver-

fügte (vgl. diverse Beilagen zu BVGer act. 7). Anlässlich der Kontrolle am 

Flughafen Basel-Mülhausen vom Januar 2017 verfügte er somit über kei-

nen gültigen Aufenthaltstitel in Italien. Dies ergibt sich auch aus einer               

E-Mail vom 7. Januar 2017 des Centro di Cooperazione di Polizia e Do-

gana Chiasso Svizzera (CCPD), in der dem Grenzwachtposten Basel Flug-

hafen mitgeteilt wurde, dass Abklärungen bei der italienischen Polizei er-

geben hätten, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers sei ab-

gelaufen; er habe ein Gesuch um Erneuerung gestellt (SEM act. 3/5).  

4.5  In der Folge wurde der Beschwerdeführer von der Staatsanwaltschaft 

des Kantons Basel-Stadt am 15. Februar 2017 wegen rechtswidrigen Auf-

enthalts, zumindest am 7. Januar 2017 am Grenzübergang Basel Flugha-

fen, zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen verurteilt. Der Strafbefehl blieb 

unangefochten. Aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers gegen-

über der Polizei des Grenzwachpostens und im Hinblick auf die obgenann-

ten Ausführungen sowie auf die eingereichten Dokumente (E. 4.4) besteht 

kein Anlass, von den dortigen Feststellungen und Erkenntnissen abzuwei-

chen (zur Bindung der Administrativbehörde an die Erkenntnis der strafur-

teilenden Behörde vgl. BVGE 2013/33 E. 4.3 oder BGE 136 II 447 E. 3.1 

je m.H.). 

4.6  Die Vorinstanz ging in ihrer Verfügung weiter davon aus, dass der Be-

schwerdeführer überdies einen Fernhaltegrund gesetzt hat, weil er mit Ver-

fügung vom 7. Januar 2017 aus der Schweiz weggewiesen worden sei. 

Dies hätte allerdings bedingt, dass die Wegweisung sofort vollstreckt wor-

den wäre (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AIG i.V.m. Art. Art. 64d Abs. 2 AIG), was 

vorliegend nicht der Fall war, wurde doch eine Ausreisefrist gewährt (SEM 

act. 3/12).  

4.7 Unabhängig davon hat der Beschwerdeführer mit dem oben ausgeführ-

ten Verhalten (E. 4.4 - 4.5) einen hinreichenden Grund für die Verhängung 

einer Fernhaltemassnahme gesetzt. Entgegen den Vorbringen des Be-

schwerdeführers durfte das SEM ein Einreiseverbot gegen ihn verhängen.  

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Seite 8 

5.   

5.1 Den Entscheid darüber, ob ein Einreiseverbot anzuordnen und wie es 

zeitlich auszugestalten ist, legt Art. 67 Abs. 2 AIG in das pflichtgemässe 

Ermessen der Behörde. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit zu, der eine wertende Abwägung zwischen den 

berührten privaten und öffentlichen Interessen verlangt. Ausgangspunkt 

der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten 

Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und die 

persönlichen Verhältnisse der betroffenen ausländischen Person (Art. 96 

AIG; ferner statt vieler HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 555 ff.). 

5.2 Angesichts des Verhaltens und der rechtskräftigen Verurteilung des 

Beschwerdeführers ist zweifellos auf eine Gefährdung der öffentlichen Si-

cherheit und Ordnung zu schliessen. An der Einhaltung der Rechtsordnung 

im Allgemeinen und der ausländerrechtlichen Vorschriften im Besonderen 

besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse. Namentlich das generalprä-

ventiv motivierte Interesse, die ausländerrechtliche Ordnung durch eine 

konsequente Massnahmenpraxis zu schützen, ist von nicht zu unterschät-

zender Bedeutung (zur Zulässigkeit der Berücksichtigung generalpräventi-

ver Aspekte in Konstellationen, in denen wie hier kein sogenannter Ver-

tragsausländer betroffen ist, vgl. Urteil des BGer 2C_516/2014 vom 

24.  März 2015 E. 4.3.2 m.H.). Andererseits liegt eine spezialpräventive 

Zielsetzung der Massnahme darin, dass sie die davon betroffene Person 

ermahnt, bei einer allfälligen künftigen Wiedereinreise in die Schweiz nach 

Ablauf der Dauer des Einreiseverbots die für sie geltenden Regeln einzu-

halten. Aufgrund dessen besteht grundsätzlich ein öffentliches Interesse an 

ihrer befristeten Fernhaltung. 

5.3  Zwar ist der Beschwerdeführer aktuell im Besitz einer italienischen 

Aufenthaltsbewilligung, weshalb Vorfälle im obgenannten Sinn vorerst 

nicht zu erwarten sind (vgl. E. 4.5). Allerdings gilt es im Hinblick auf die 

Festsetzung der Dauer der Fernhaltemassnahme zu berücksichtigen, dass 

der Beschwerdeführer bereits vor dem Ereignis, welches zum Erlass des 

Strafbefehls vom 15. Februar 2017 führte, wiederholt gegen ausländer-

rechtliche Vorschriften verstossen hatte. So erliess das SEM am 24.  No-

vember 2009 ein dreijähriges Einreiseverbot gegen den Beschwerdeführer 

wegen illegalen Aufenthalts und Erwerbstätigkeit ohne die erforderliche 

Bewilligung (vgl. SEM act. 1/2 f.; vgl. auch Auszug aus dem Schweizeri-

schen Strafregister vom 9. April 2010 [kant. act.]). Mit Urteil des Ministère 

Public de Fribourg vom 23. März 2016 wurde der Beschwerdeführer wegen 

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Seite 9 

Nötigung, Fälschung von Ausweisen, illegalen Aufenthalts und Erwerbstä-

tigkeit ohne Bewilligung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 100 

Tagessätzen verurteilt (vgl. Demande de publication au journal des recher-

ches vom 5.  Dezember 2016 [kant. act.]; SEM act. 5/34). Die bedingt aus-

gesprochene Geldstrafe wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des 

Kantons Basel-Stadt vom 15.  Februar 2017 widerrufen und für vollziehbar 

erklärt, da er während der ihm auferlegten Probezeit von zwei Jahren er-

neut ein Vergehen gegen die Ausländergesetzgebung beging (rechtswidri-

ger Aufenthalt); alsdann verurteilte ihn die Strafbehörde zu einer Geldstrafe 

von 50 Tagessätzen (SEM act. 5/33). Schliesslich erliess die Staatsanwalt-

schaft des Kantons Freiburg am 16. April 2019 einen Strafbefehl (vgl. 

Sachverhalt Bst. H). Unter diesen Umständen kann nicht davon ausgegan-

gen werden, es handle sich vorliegend um eine einmalige, geringfügige 

Verfehlung. Vielmehr deutet das gesamte Verhalten des Beschwerdefüh-

rers auf eine Geringschätzung der hiesigen Rechtsordnung und auf eine 

gewisse Unbelehrbarkeit hin.  

5.4 Aus den pauschalen Vorbringen des Beschwerdeführers, seine Fami-

lienangehörigen würden hier in der Schweiz leben, vermag er nichts zu 

seinen Gunsten abzuleiten. Auch im Hinblick auf seinen in der Schweiz 

lebenden Bruder (SEM act. 6/38) ergeben sich aus den Akten keine Hin-

weise auf eine von Art. 8 EMRK geschützte Beziehung (zum Familienbe-

griff gemäss Art. 8 EMRK vgl. BGE 135 I 143 E. 3.1).  

5.5 Vor diesem Hintergrund und in Abwägung der involvierten öffentlichen 

und privaten Interessen ist das für drei Jahre verhängte Einreiseverbot ver-

hältnismässig.  

6.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung der Vorinstanz Bundesrecht nicht verletzt (Art. 49 VwVG). Die 

Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.  

7.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer 

die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reg-

lements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt.  

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour)  

– das Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg (Akten 

Ref-Nr. […]) retour 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

Regula Schenker Senn Susanne Stockmeyer 

 

 

 

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