# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a156acd2-3ef1-547c-8444-48ee8f32909d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.06.2014 D-246/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-246-2014_2014-06-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-246/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J u n i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérald Bovier,    

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   Parteien 
 

A.______, geboren (…),  

Eritrea, 

vertreten durch (…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 18. Dezember 2013 / N (…). 

 

 

D-246/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Eingabe ihres damaligen Rechtsvertreters vom 21. Mai 2011 ersuchte 

die sich im Sudan aufhaltende Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem 

Neffen (N […]) um Einreise in die Schweiz zwecks Asylgewährung. Zur 

Stützung der Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin eine Kopie ihrer 

eritreischen Identitätskarte zu den Akten.  

B.  

Das BFM teilte dem Rechtsvertreter mit Schreiben vom 4. August 2011 

mit, dass gemäss Mitteilung der Schweizer Botschaft in B.______ vom 

23. März 2010 eine Befragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, struk-

turellen und organisatorischen Gründen nicht möglich sei, weshalb von 

einer solchen abgesehen werde, was der Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts entspreche (BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Gleich-

zeitig ersuchte das BFM die Beschwerdeführerin zur Vervollständigung 

des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung konkreter Fragen 

zu Familienangehörigen und Verwandten in Drittstaaten, den Asylgründen 

und zum Aufenthalt im Sudan (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.4 S. 364 f.).  

C.  

Mit Stellungnahme vom 5. September 2011 beantwortete die Beschwer-

deführerin das Schreiben des BFM vom 4. August 2011. Zur Stützung der 

Vorbringen reichte sie – jeweils in Kopie – ihre Identitätskarte und Passfo-

tos sowie Frachtscheine im Original zu den Akten.  

D.  

Die Beschwerdeführerin machte in ihren Eingaben vom 21. Mai 2011 und 

5. September 2011 im Wesentlichen geltend, nachdem sie zwischen (…) 

die Schule besucht habe, seien alle Schüler am (…) 2008 aufgefordert 

worden, sich für den Militärdienst einzuschreiben. Sie sei am (...) 2008 

nicht zur Schule gegangen, sondern zu einer Tante, wo sie sich bis zu ih-

rer Ausreise versteckt habe. Gleichentags habe der Vater von der Militär-

behörde eine Aufforderung erhalten, bei den zuständigen Stellen vorzu-

sprechen. Dort sei er darüber informiert worden, dass er entweder die 

Beschwerdeführerin zurückholen oder eine Busse bezahlen müsse. Der 

Vater habe die Busse bezahlt. Daraufhin sei sie am 12. November 2008 

aus ihrem Heimatstaat ausgereist und in den Sudan gelangt. Am 10. Mai 

2010 sei sie nach Libyen gegangen, wo sie verhaftet worden sei und et-

wa 10 Monate in Haft verbracht habe, bevor sie wieder in den Sudan zu-

rückgekehrt sei. Bei ihrer Wiedereinreise in den Sudan sei sie verhaftet, 

D-246/2014 

Seite 3 

für etwa eine Woche in Haft genommen und erst nach Bezahlung einer 

grösseren Summe freigelassen worden. Beim UNHCR habe sie sich bis-

her nicht registrieren lassen, da sie nicht im Shegerab Flüchtlingslager 

leben könne, weil die Sicherheitssituation dort sehr schlecht sei. Zurzeit 

wohne sie zusammen mit ihrem Neffen, ihrem Cousin und weiteren erit-

reischen Flüchtlingen in B.______ in einer Privatwohnung. Sie lebe in 

ständiger Angst vor Entführungen und Behelligungen, wobei sie es als 

Christin ohnehin schwer habe. Schliesslich lebe ihre Schwester als aner-

kannter Flüchtling in der Schweiz (N […]). 

E.  

Mit Eingabe vom 13. Oktober 2011 reichte die Beschwerdeführerin eine 

Vollmacht im Original zu den Akten. 

F.  

Mit Schreiben vom 3. Januar 2012 und 14. August 2012 ersuchte die Be-

schwerdeführerin um Auskunft über den Stand des Verfahrens und führte 

aus, ihre Situation im Sudan sei äusserst schwierig und es gehe ihr auch 

gesundheitlich nicht gut.  

Zur Stützung der Vorbringen wurde ein medizinischer Bericht vom 19. Juli 

2012 zu den Akten gereicht, wonach die Beschwerdeführerin an (…) lei-

det.  

G.  

Mit Schreiben vom 23. Januar 2013 ersuchte der damalige Rechtsvertre-

ter um Auskunft über den Stand des Verfahrens und führte aus, dass der 

ebenfalls im B.______ wohnhaft gewesene Cousin der Beschwerdeführe-

rin nach einer Entführung umgebracht worden sei, da er das Lösegeld 

nicht habe bezahlen können.  

H.  

Mit Schreiben vom 29. Januar 2013 ersuchte das BFM den Rechtsvertre-

ter um Zustellung einer persönlichen Willensäusserung.  

I.  

Mit Eingabe vom 19. März 2013 zeigte die Schwester der Beschwerde-

führerin die Mandatsübernahme an.  

J.  

Mit Eingaben vom 8. Juni 2013, 20. Juni 2013, 25. September 2013 und 

23. Oktober 2013 ersuchte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

D-246/2014 

Seite 4 

um Auskunft über den Stand des Verfahrens und baldigen Entscheid in 

der Sache. 

K.  

Mit Verfügung vom 18. Dezember 2013 – eröffnet am 20. Dezember 2013 

– verweigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die 

Schweiz und lehnte ihr Asylgesuch ab. Die Vorinstanz begründete im an-

gefochtenen Entscheid die Verweigerung der Einreise in die Schweiz und 

die Ablehnung des Asylgesuches im Wesentlichen damit, die vorliegen-

den Akten liessen darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin ernst-

zunehmende Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden habe, wes-

halb zu prüfen sei, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der Asyl-

ausschlussgrund von alt Art. 52 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 

1998 (AsylG, SR 142.31) entgegenstehe. Demnach könne einer Person 

das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zuzumuten sei, sich in einem 

anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Diesbezüglich gelte es festzu-

halten, dass sich, gemäss Berichten des UNHCR, zahlreiche eritreische 

Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan aufhielten. Zwar – so das BFM – 

sei die Lage der eritreischen Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan an-

gesichts deren Anzahl nicht einfach. Die zahlreichen eritreischen Flücht-

linge im Sudan verfügten nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das 

ganze Land, sondern würden nach ihrer Registrierung einem Flüchtlings-

lager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung 

erhielten. Es sei der Beschwerdeführerin zuzumuten, sich beim UNHCR 

registrieren zu lassen, sofern ihre Situation tatsächlich kritisch sein sollte. 

Die Befürchtung, nach Eritrea deportiert zu werden, werde als unbegrün-

det erachtet, verfüge sie doch nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das 

eine Befürchtung vor einer Verschleppung nach Eritrea objektiv begrün-

den könne.  

Ihre Religionszugehörigkeit betreffend sei nicht auszuschliessen, dass sie 

im Sudan Opfer von Diskriminierungen werde. Die im Juli 2005 unter-

zeichnete Übergangsverfassung des Sudans garantiere jedoch die Reli-

gionsfreiheit und die christlichen Glaubensgemeinschaften seien aner-

kannt. Unter den Mitgliedern der Regierung befänden sich zahlreiche 

Christen unterschiedlicher Konfessionen. Demnach herrsche im Sudan 

keine allgemeine staatliche Unterdrückung oder Verfolgung von Christen. 

Die Angst der Beschwerdeführerin vor einer Entführung sei, gerade in 

Anbetracht ihres langjährigen Aufenthaltes, nicht objektiv begründet. Ins-

besondere seien den Akten keine konkreten Hinweise auf diesbezügliche 

Bedrohungen zu entnehmen. Sodann seien den Akten auch keinerlei 

D-246/2014 

Seite 5 

Hinweise zu entnehmen, dass die geltend gemachten gesundheitlichen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht adäquat behandelbar seien, 

es ihr zudem offenstehe, um Schutz und Unterstützung durch das 

UNHCR zu ersuchen.  

Insgesamt gelte es festzuhalten, dass in B.______ das Leben für eritrei-

sche Flüchtlinge gewiss nicht einfach sei, angesichts des mehrjährigen 

Aufenthalts der Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Neffen und der 

finanziellen Unterstützung von Seiten ihrer Schwester sei allerdings da-

von auszugehen, dass die Hürden für den Aufbau einer zumutbaren Exis-

tenz nicht unüberwindbar seien. Auch wenn sie sich vor Übergriffen we-

gen ihrer Religion fürchte, lebe im Sudan eine grosse eritreische Diaspo-

ra und viele Glaubensgenossen, die gegebenenfalls Unterstützung bieten 

könnten. Schliesslich verfüge die Beschwerdeführerin über keine beson-

dere Beziehungsnähe zur Schweiz. Obwohl sie mit ihrer Schwester über 

einen Anknüpfungspunkt zur Schweiz verfüge, sei dieser nicht derart ge-

wichtig, als dass eine Abwägung der Gesamtumstände im Sinne von alt 

Art. 52 Abs. 2 AsylG dazu führen müsste, dass es gerade die Schweiz ist, 

die den erforderlichen Schutz gewähren müsse.  

Nach dem Gesagten benötige die Beschwerdeführerin den subsidiären 

Schutz der Schweiz nicht, vielmehr sei ihr zuzumuten, vorderhand im Su-

dan zu verbleiben. 

L.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe ihrer 

Rechtsvertreterin vom 16. Januar 2014 Beschwerde. Dabei beantragte 

sie, die genannte Verfügung sei aufzuheben, es sei ihr die Einreise in die 

Schweiz zwecks Durchführung des ordentlichen Asylverfahrens zu bewil-

ligen; eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht wurde um um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Verzicht auf das Erheben eines 

Kostenvorschusses ersucht.  

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, in den 27 Monaten, 

in welchen die Beschwerdeführerin auf einen Entscheid gewartet habe, 

habe sich die Situation stark verändert. Sie sei in B.______ verschleppt, 

festgehalten, geschlagen und von (…) Männern vergewaltigt worden. Sie 

sei schwanger geworden, habe das Kind jedoch aufgrund ihres schlech-

ten Gesundheitszustandes verloren. Die Vergewaltigung und Schwanger-

D-246/2014 

Seite 6 

schaft seien jedoch bei den Eritreern nicht unbemerkt geblieben, weshalb 

sie immer wieder schikaniert und als Hure beschimpft worden sei. Nach-

dem sie das Kind verloren habe, sei sie deshalb in C.______ gezogen. 

Aufgrund der dort herrschenden Kämpfe sei ihre Situation äusserst pre-

kär, es fehle an Wasser und Nahrung. Es sei ihr nicht zuzumuten, länger 

im C.______ zu verbleiben, weshalb ihr die Einreise aus D.______ in die 

Schweiz zu bewilligen sei.  

M.  

Am 30. Januar 2014 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

N.  

Mit Verfügung vom 18. Februar 2014 verzichtete die Instruktionsrichterin 

antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und stellte 

fest, dass über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde. 

Der Beschwerdeführerin wurde Gelegenheit eingeräumt, innert Frist ge-

nauere Angaben zu den geltend gemachten jüngsten Ereignissen und ih-

rem angeblichen Aufenthalt im C.______ zu machen sowie entsprechen-

de Beweismittel einzureichen. Diese Frist ist ungenutzt verstrichen. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 

nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asylrechts endgültig, ausser bei Vorliegen eines Aus-

lieferungsersuchens des Staates, von welchem die beschwerdeführende 

Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus-

nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

D-246/2014 

Seite 7 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde gestützt auf 

Art. 111 Abs. 1 AsylG verzichtet. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Soweit mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. Sep-

tember 2012 (AS 2012 5359; in Kraft getreten am 29. September 2012; 

angenommen durch die Volksabstimmung vom 9. Juni 2013 [BBl 2013 

6613]) die Möglichkeit der Asylgesuchstellung im Ausland abgeschafft 

wurde, kommt dies im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung, da gemäss 

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 28. September 2012 für Asyl-

gesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung gestellt wor-

den sind – was vorliegend zutrifft –, die einschlägigen Normen in der bis-

herigen Fassung gelten. 

4.  

4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (alt Art. 20 Abs. 1 AsylG); das Gesuch kann 

auch direkt beim BFM eingereicht werden (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3). 

Hinsichtlich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Aus-

land sieht alt Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Ver-

fahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchen-

den Person in der Regel eine Befragung durchführt. Ist dies nicht mög-

D-246/2014 

Seite 8 

lich, so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ih-

re Asylgründe schriftlich festzuhalten (alt Art. 10 Abs. 2 AsylV 1; BVGE 

2007/30 E. 5.7 S. 367). 

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in Auslegung dieser Bestimmun-

gen in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befra-

gung aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei der 

jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land 

oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Gründen 

ergeben kann (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.2 und 5.3). Da die Befragung der 

Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen Gehörs 

dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei gegebe-

ner Unmöglichkeit einer Befragung unter Hinweis auf ihre Mitwirkungs-

pflicht in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter Fragen auf-

zufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein standardisiertes 

Schreiben vermag diesen Anforderungen damit in aller Regel nicht zu ge-

nügen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.4).  

4.3 Allerdings kann sich eine Befragung beziehungsweise eine schriftli-

che Sachverhaltsabklärung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits auf-

grund des eingereichten Asylgesuchs als erstellt erscheint; der asylsu-

chenden Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Ge-

hörs die Gelegenheit zu geben, sich zum Verzicht auf eine Befragung und 

zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu 

äussern (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt  gehal-

ten, das Absehen von einer Befragung zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. 

E. 5.6 sowie 5.7). 

4.4 Im vorliegenden Fall wurde die Beschwerdeführerin von der Botschaft 

in B.______ zu ihrem Asylgesuch nicht befragt. Indes wurde sie im Rah-

men des rechtlichen Gehörs mittels Schreiben vom 4. August 2011 zur 

weiteren Konkretisierung ihrer Asylgründe aufgefordert. In Verbindung mit 

den enthaltenen Fragestellungen sowie den entsprechenden Antworten 

der Beschwerdeführerin dazu konnte das BFM letztlich davon ausgehen, 

dass sämtliche für die Beurteilung des Asylgesuches aus dem Ausland 

notwendigen Aspekte abgedeckt waren, namentlich die genauen Perso-

nalien der asylsuchenden Person, die detaillierten Asylvorbringen, die un-

ternommenen Massnahmen zur Schutzsuche oder die Möglichkeit einer 

innerstaatlichen Fluchtalternative. Zudem ist festzustellen, dass sich die 

Beschwerdeführerin in allen ihren Eingaben im Rahmen des vorinstanzli-

chen Verfahrens grundsätzlich auf den gleichen Sachverhalt berief. Auf-

D-246/2014 

Seite 9 

grund der Schilderungen der Beschwerdeführerin sowie des Umstandes, 

dass diese im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs keine Er-

gänzungen anbrachte, durfte das BFM davon ausgehen, dass sämtliche 

für die Beurteilung des Asylgesuchs aus dem Ausland notwendigen 

Sachverhaltsaspekte vorgebracht wurden. Das BFM ist zudem der Be-

gründungspflicht des Anhörungsverzichts nachgekommen, so dass im 

vorliegenden Verfahren dem Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ge-

währung des rechtlichen Gehörs Rechnung getragen und der entscheid-

wesentliche Sachverhalt in genügender Weise und umfassend abgeklärt 

wurde. 

4.5 Hinsichtlich der in der Beschwerde gemachten Ausführungen – die 

Situation der Beschwerdeführerin habe sich in den 27 Monaten, in wel-

chen sie auf den Entscheid gewartet habe, massgeblich verändert – und 

der damit implizit vorgebrachten Rüge der unrichtigen oder unvollständi-

gen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gilt es, unter Ver-

weis auf Art. 8 AsylG festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die Mög-

lichkeit und auch die Pflicht hat, bei der Feststellung des Sachverhalts 

mitzuwirken, weshalb auch diesbezüglich keinerlei Verfehlungen der Vor-

instanz auszumachen sind. Schliesslich gilt es hinsichtlich des in der Be-

schwerdeschrift vom 16. Januar 2014 summarisch geltend gemachten 

Sachverhalts festzustellen, dass dieser trotz Aufforderung nicht näher 

dargelegt wurde und deshalb als unglaubhaft zu qualifizieren ist, mithin 

an den vorstehenden Erwägungen nichts zu ändern vermag.  

4.6 Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht 

zum Schluss, dass der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt 

ist und der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt wurde.  

5.  

5.1 Das Bundesamt bewilligt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz 

zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden 

kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen ande-

ren Staat auszureisen (alt Art. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein 

Verbleib namentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig 

ist. Schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes sind Personen, die in ih-

rem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer 

Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen 

Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei-

len ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen 

ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

D-246/2014 

Seite 10 

fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un-

erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

5.2 Das BFM kann einer Person, die sich im Ausland befindet, Asyl – und 

damit auch die Einreise in die Schweiz – verweigern, wenn keine Hin-

weise auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen 

oder ihr zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemü-

hen (alt Art. 52 Abs. 2 AsylG). 

5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Beurteilungsspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der 

Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten, die praktische und objektive Zumutbarkeit zur ander-

weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungsmög-

lichkeiten in der Schweiz in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die 

Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der be-

troffenen Personen, mithin die Prüfung der Frage, ob eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wurde und ob der Verbleib am 

Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärungen zugemutet wer-

den kann. Die Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälligen Schutzbe-

dürftigkeit zu verweigern, wenn Asylausschlussgründe vorliegen (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2011/10). 

6.  

6.1 Somit ist vorab zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin bei einer Rück-

kehr in ihr Heimatland – Eritrea – einer Gefährdung im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt wäre. 

6.2 Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, als alle Schüler auf-

gefordert worden seien, sich am (...)2008 für den Militärdienst einzu-

schreiben, sei sie an diesem Tag nicht in die Schule gegangen, habe die 

Flucht ergriffen und sei daraufhin in den Sudan geflohen (vgl. act. A 1/8 

S. 2; A 4/8 S. 3).  

6.3 Das BFM hält in der angefochtenen Verfügung, ohne auf diese Vor-

bringen näher einzugehen, fest, die Ausführungen liessen darauf schlies-

sen, dass die Beschwerdeführerin in Eritrea ernstzunehmende Schwie-

rigkeiten mit den heimatlichen Behörden gehabt habe. Die Vorinstanz 

geht mithin implizit vom Vorliegen einer Gefährdung der Beschwerdefüh-

D-246/2014 

Seite 11 

rerin im Sinne von Art. 3 AsylG im Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea in 

den Sudan aus. 

6.4 Ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Vorbringen bei einer Rück-

kehr in ihren Heimatstaat ernsthafte Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

AsylG zu gewärtigen hat, kann in Anbetracht der nachfolgenden Erwä-

gungen letztlich offen gelassen werden.  

7.  

7.1 Es ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Sudan den Schutz ei-

nes Drittstaates geniesst und es ihr zuzumuten ist, dort zu verbleiben.  

7.2 Hält sich die asylsuchende Person wie im vorliegenden Fall in einem 

Drittstaat auf, bedeutet dies noch nicht zwingend, dass es ihr auch zuzu-

muten ist, sich dort um Aufnahme zu bemühen. In einem solchen Falle ist 

aber im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffende Per-

son habe in diesem Drittstaat bereits den erforderlichen Schutz gefunden, 

was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und der Verweigerung 

der Einreisebewilligung führt. In jedem Falle sind die Kriterien zu prüfen, 

welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen 

lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz 

abzuwägen. Es gilt also zu prüfen, ob aufgrund der gesamten Umstände 

geboten erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die den erforderlichen 

Schutz einer Person gewähren soll (vgl. BVGE 2011/10). 

7.3  

7.3.1 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die diesbezüglichen 

Erwägungen in der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. 

Das BFM hat in seiner Verfügung vom 18. Dezember 2013 richtigerweise 

festgehalten, dass infolge der hohen Anzahl eritreischer Flüchtlinge im 

Sudan deren Lage nicht einfach ist. Dennoch bestehen im vorliegenden 

Verfahren keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, dass ein wei-

terer Verbleib im Sudan, wo die Beschwerdeführerin seit der Ausreise aus 

ihrem Heimatstaat im November 2008 – abgesehen von einem etwa ein-

jährigen Aufenthalt in Libyen – lebt, nicht zumutbar oder nicht möglich ist. 

Die Beschwerdeführerin befindet sich seit mehreren Jahren im Sudan 

und hat es bisher unterlassen, sich beim UNHCR registrieren zu lassen. 

Die vom UNHCR registrierten Flüchtlinge sind grundsätzlich gehalten, 

sich in einem UNHCR-Flüchtlingslager aufzuhalten und verfügen im Su-

dan nicht über ein freies Aufenthaltsrecht. Auch die Ausübung einer Arbeit 

ist in aller Regel nur mittels entsprechender Bewilligung zugänglich (US 

D-246/2014 

Seite 12 

Department of State, Country Reports on Human Rights Practices for 

2012: Sudan, gefunden auf <http://www.state.gov/j/drl/rls/hrrpt/2012  

humanrightsreport/index.htm?year=2012&dlid=204171#wrapper> [zuletzt 

besucht am 10. April 2014]). Viele anerkannte eritreische Flüchtlinge hal-

ten sich nicht in Flüchtlingslagern, sondern illegal in B.______ auf, wo sie 

versuchen, einer Arbeit nachzugehen. In der Vergangenheit kam es dort – 

wie hinsichtlich des Zwischenfalls mit der Polizei implizit geltend gemacht 

– in vereinzelten Fällen zu Entführungen von eritreischen Flüchtlingen 

beziehungsweise zu Deportationen von eritreischen Flüchtlingen nach 

Eritrea. Gemäss gesicherten Erkenntnissen ist das Risiko einer Deporta-

tion oder Verschleppung für Eritreer und Eritreerinnen, die im Sudan vom 

UNHCR als Flüchtlinge anerkannt sind, jedoch eher gering, da die suda-

nesischen Behörden zwar teilweise eritreische Asylsuchende sowie 

Flüchtlinge deportieren, diese Rückführungen indessen nicht flächende-

ckend erfolgen (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-

6478/2013 vom 24. Dezember 2013 E. 5.3; E-1452/2012 vom 15. Juni 

2012 mit weiteren Hinweisen sowie UNHCR, "UNHCR deeply concerned 

by deportation of Eritreans from Sudan" vom 26. Juli 2011). Dem Bericht 

der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 5. Juli 2012 zufolge, der 

die Gefahr von Deportationen, Entführungen und Lösegelderpressungen 

von eritreischen Flüchtlingen im Sudan thematisiert und auf die schwieri-

ge Situation hinweist, kann ausserdem entnommen werden, dass insbe-

sondere das UNHCR, die International Organisation for Migration (IOM) 

und die sudanesischen Behörden bestrebt sind, die Situation zu verbes-

sern. Gleiches gilt für Bestrebungen hinsichtlich der Sicherheit in den 

Flüchtlingscamps (vgl. dazu insbesondere die Mitteilung des UNHCR 

vom 25. Januar 2013; "UNHCR concern at refugee kidnappings, 

disappearences in eastern Sudan").  

7.3.2 Im vorliegenden Fall bestehen keine konkreten Hinweise auf eine 

drohende Deportation der Beschwerdeführerin, indem sie etwa infolge 

qualifizierter regimekritischer Tätigkeiten ein erhöhtes Risikoprofil aufwei-

sen würde. Sie hat sich bisher nicht beim UNHCR registrieren lassen und 

es den Akten zufolge vorgezogen, sich in B.______ aufzuhalten. Auch 

wenn sich die Situation für die Beschwerdeführerin als junge Frau in 

B.______ als schwierig erweisen mag, lässt sich aus ihren Angaben 

schliessen, dass sie dort über eine Unterkunft sowie in Form der Unter-

stützung durch Bekannte ein Beziehungsnetz verfügt, zumal sie sich ge-

mäss den vorliegenden Akten zusammen mit ihrem Neffen im Sudan auf-

hält. Daran vermag auch der tragische Tod ihres Cousins nichts zu än-

dern, ist doch in diesem Zusammenhang vielmehr auf die grosse eritrei-

D-246/2014 

Seite 13 

sche Gemeinschaft in B.______ zu verweisen, die eine weitere Eingliede-

rung ebenfalls erleichtert. Sollten die finanziellen Mittel zur Deckung ihres 

Existenzbedarfs nicht genügen, könnte sie einer allfälligen Versorgungs-

notlage dadurch entgehen, dass sie sich an das UNHCR wendet und sich 

einem Flüchtlingslager zuteilen lassen würden. Auch wenn anerkannter-

massen die Situation in den Lagern teils prekär ist, kann dennoch davon 

ausgegangen werden, dass zumindest die Grundversorgung dort gewähr-

leistet ist. Hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Be-

schwerden ([…]) geht aus dem eingereichten Arztbericht nicht hervor, auf 

welche medizinische Behandlung die Beschwerdeführerin angewiesen 

ist. Aufgrund der dem Gericht vorliegenden Akten ist mithin nicht davon 

auszugehen, dass sie sich aufgrund der geltend gemachten gesundheitli-

chen Beschwerden in einer existenziellen, lebensbedrohenden Notlage 

befindet und ihr der Zugang zur erforderlichen medizinischen Behandlung 

in B.______ verwehrt wäre.  

An dieser Einschätzung vermag auch ihr christlicher Glaube nichts zu än-

dern. Gemäss gesicherten Kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts 

ist im Sudan die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert und es wird 

keine Gruppenverfolgung von Christen betrieben. Etwa 5 - 10% der Ge-

samtbevölkerung im Sudan sind Christen. Die christlichen Gemeinschaf-

ten sind grundsätzlich anerkannt und die christlichen Kirchen dürfen sich 

nach dem Gesetz bei Seelsorge, Ausbildung, Schulen, Kindergärten und 

sozialen Einrichtungen frei betätigen. Zwar können vereinzelte Diskri-

minierungen von Christen im Sudan – vor allem in den mehrheitlich von 

Muslimen bewohnten Regionen – nicht ausgeschlossen werden, diesen 

kann sich die Beschwerdeführerin durch eine Registrierung beim UNHCR 

und Aufenthalt in dem ihr zugeteilten Flüchtlingslager jedoch weitgehend 

entziehen.  

7.4 Den Akten zufolge weist sie zudem zur Schweiz keine enge Bindung 

auf. Die einzigen, indes nicht überwiegend gewichtige Anknüpfungspunk-

te sind die in der Schweiz wohnhafte Schwester der Beschwerdeführerin. 

Diese befindet sich bereits seit (…) 2008 in der Schweiz. Zudem wird in 

der Beschwerde nicht weiter ausgeführt, in welcher, abgesehen vom gel-

tend gemachten verwandtschaftlichen Grad, Beziehung die Beschwerde-

führerin mit dieser gestanden haben will. Dieser Anknüpfungspunkt stellt 

– wie das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt hat 

– keine gewichtige, enge Beziehungsnähe zur Schweiz dar, die in einer 

Abwägung der Gesamtumstände vorliegend dazu führen müsste, dass es 

D-246/2014 

Seite 14 

gerade die Schweiz ist, die den erforderlichen Schutz für die Beschwer-

deführerin gewähren sollte.  

7.5 Die Beschwerdeführerin vermochte insgesamt nicht aufzuzeigen, 

dass sie auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen ist be-

ziehungsweise ihr gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewäh-

ren muss. Der weitere Verbleib im Sudan ist ihr nach dem Gesagten zu-

zumuten und die Vorinstanz hat ihr zu Recht die Einreise in die Schweiz 

verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die 

Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Das Gesuch um unent-

geltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird als ge-

genstandslos geworden abgeschrieben.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-246/2014 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG wird als gegenstandslos abgeschrieben.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM.  

 

Die  vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Eva Hostettler 

 

 

Versand: