# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 616fad68-2a58-5b3e-92b9-bb63bfefef3f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.01.2015 200 2014 874
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-874_2015-01-13.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 3. Juli 2015 abgewiesen (8C_139/2015).

200 14 874 UV
MAW/SCM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Januar 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
Postfach, 8010 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 25. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 3

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (Allianz resp. Be-
schwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, 
erlitt am 12. September 2012 eine Heckauffahrkollision (Antwortbeilagen 
der Allianz [AB] 23). Gleichentags wurde im Spital C.________ eine Com-
motio cerebri, eine HWS-Distorsion sowie eine BWS-Kontusion diagnosti-
ziert (AB 2). In der Folge übernahm die Allianz die Versicherungsleistun-
gen, holte diverse medizinische Berichte ein und liess ein interdisziplinäres 
Gutachten durch die MEDAS D.________ vom 3. Dezember 2013 (AB 21) 
erstellen. Mit Verfügung vom 27. März 2014 (AB 78) verneinte sie, gestützt 
auf das eingeholte Gutachten, einen weiterhin bestehenden natürlichen 
und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 
12. September 2012 und den noch beklagten Beschwerden der Versicher-
ten. Sie stellte die bisher erbrachten Versicherungsleistungen per 30. No-
vember 2013 ein und entzog einer allfälligen Einsprache die aufschiebende 
Wirkung.

Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten (AB 82) wies sie mit 
Entscheid vom 25. Juli 2014 (AB 87) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 15. September 2014 Beschwerde. Unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge beantragt sie die Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids sowie die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Feststel-
lung des richtigen Sachverhalts.

Mit Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2014 beantragt die Beschwerde-
gegnerin – unter Kosten- und Entschädigungsfolge – die Abweisung der 
Beschwerde.

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Die Beschwerdeführerin liess mit Schreiben vom 13. Oktober 2014 mittei-
len, dass die erhoffte Besserung des Gesundheitszustandes nun eingetre-
ten sei und ab dem 1. November 2014 voraussichtlich wieder eine 
100 %ige Arbeitsfähigkeit bestehen werde. 

Am 10. November 2014 reichte Rechtsanwalt B.________ aufforderungs-
gemäss seine auf das Verwaltungsgerichtsverfahren beschränkte Kosten-
note ein.

Erwägungen: 

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 25. Juli 2014 (AB 87), 
mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einstellung der Versicherungs-
leistungen per 30. November 2013 bestätigt hat. Streitig und zu prüfen ist, 
ob die Beschwerdeführerin aufgrund des Ereignisses vom 12. September 
2012 über den 30. November 2013 hinaus Anspruch auf Leistungen der 

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Unfallversicherung hat und dabei insbesondere, ob die weiterhin geklagten 
Beschwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zum besagten Ereignis stehen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 
832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

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kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4

2.4.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.2 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 
115 V 133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im 
Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- 
bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies 

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trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen 
Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an 
das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen 
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2012 
UV Nr. 2 S. 6 E. 3.4) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, 
schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden 
mittleren Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verlet-
zungen Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, 
gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate 
Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres 
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage 
der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des 
Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126). Je 
nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einer-
seits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den 
schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall 
zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten 
mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders 
ausgeprägter Weise erfüllt ist. Liegt im eigentlichen mittleren Bereich kei-
nes der Einzelkriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise 
vor, so müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
drei Kriterien erfüllt sein (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich 
um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen 
müssen für die Bejahung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 
2010 UV Nr. 25 S. 102 E. 4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen 
mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 
117 V 369 E. 4c S. 384).

In Präzisierung der Rechtsprechung hat das Bundesgericht den Katalog 
der adäquanzrelevanten Kriterien (BGE 117 V 359 E. 6a S. 367, 117 V 369 

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E. 4b S. 383) in BGE 134 V 109, E. 10.2 S. 127 und E. 10.3 S. 130, neu 
gefasst, wobei die Aufzählung der Kriterien abschliessend ist:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
- erhebliche Beschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Im Rahmen der Schleudertrauma-Praxis wird bei der Beurteilung der vor-
stehend genannten Kriterien auf eine Differenzierung zwischen physischen 
und psychischen Komponenten verzichtet, weil hier nicht entscheidend ist, 
ob Beschwerden medizinisch eher als organisch und/oder psychischer Na-
tur bezeichnet werden (BGE 117 V 359 E. 5d aa S. 364 und E. 6a S. 367; 
RKUV 1999 U 341 S. 409 E. 3b, 1997 U 272 S. 174 E. 4a). Voraussetzung 
für die Anwendung dieser Praxis ist aber, dass die psychischen Beschwer-
den aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Be-
schwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein 
komplexes Gesamtbild ergeben (SVR 2001 UV Nr. 13 S. 48 E. 3b).

2.5 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
138 V 248 E. 4 S. 250, 134 V 109 E. 2.1 S. 112).

Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und 
von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten un-
abhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 
somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap-
parativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und 
die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich aner-
kannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251).

2.6 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-

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sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen die fol-
genden Angaben entnehmen:

3.1 Im Bericht vom 1. Oktober 2012 (AB 2) diagnostizierten die Ärzte 
des Spitals C.________ anlässlich der Erstbehandlung vom 12. September 
2012 nach einem Rückauffahrunfall eine Commotio cerebri, eine HWS-
Distorsion sowie eine BWS-Kontusion. Auf den Unfall sei eine ca. fünf-
minütige Bewusstlosigkeit gefolgt und es bestehe eine etwa zehnminütige 
anterograde Amnesie. Eine Hospitalisation habe nicht stattgefunden. Die 
Ärzte attestierten vom 12. bis 16. September 2012 eine 100 %ige Arbeits-
unfähigkeit, wobei die Arbeit voraussichtlich ab dem 17. September 2012 
wieder zu 100 % aufgenommen werden könne.

3.2 Gemäss „Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-
zervikalem Beschleunigungstrauma“ des Spitals C.________ vom 15. Ok-
tober 2012 (AB 3) gab die Beschwerdeführerin bei der Erstuntersuchung 
am Unfalltag an, sofort nach dem Ereignis unter Kopf- und Nackenschmer-
zen, Schwindel sowie Übelkeit gelitten zu haben. Die Ärzte stellten die vor-
läufige Diagnose eines kranio-zervikalen Beschleunigungstraumas zweiten 
Grades nach der Quebec Task Force (QTF; Nackenbeschwerden und 
muskuloskelettale Befunde [verminderte Beweglichkeit und punktuelle 
Druckschmerzhaftigkeit mit eingeschlossen]).

3.3 Dr. med. E.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, stellte im Bericht vom 
27. November 2012 (AB 5) die Diagnose eines prolongierten zervikalen 

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Schmerzsyndroms mit linksbetonter Abstrahlung nach distal mit/bei Status 
nach Auffahrunfall mit Commotio cerebri, HWS- und BWS-Kontusion. Nach 
dem Unfall sei die Patientin im Spital C.________ überwacht und primär 
abgeklärt (Röntgen BWS und CT-Schädel/HWS), mit einem Philadelphia-
Kragen versorgt und schmerztherapeutisch abgeschirmt worden. Den Phil-
adelphia-Kragen habe sie drei Wochen getragen und werde nun physiothe-
rapeutisch beübt. Sie klage über rezidivierende Kopfschmerzen, morgend-
lichen Schwindel und Kraftlosigkeit in den Armen und Schultern, weshalb 
seit dem Unfall eine 100 % Arbeitsunfähigkeit bestehe. 

In einem weiteren Bericht vom 7. Dezember 2012 (AB 6) hielt Dr. med. 
E.________ nach einem MRI der HWS eine leichte kyphotische Fehlhal-
tung der unteren HWS und eine geringe linkskonvexe Fehlstellung im zer-
vikothorakalen Übergang sowie eine diskrete Diskopathie C5/6 mit leichter 
Diskusprotrusion ohne Neurokompression fest. Die Patientin zeige die typi-
schen Beschwerden und Befunde im Rahmen einer Auffahrkollision mit 
Traumatisierung der Kopf-Hals-Region ohne nachweisliche anatomische 
Schäden. Im Vordergrund der einzuleitenden Therapie müsse die Trauma-
verarbeitung stehen, nur so könne die Fehlregulation mit Erhöhung der 
Schmerzperzeption und muskulärer Dysregulation behoben werden. Es 
seien komplementärmedizinische Behandlungsansätze empfohlen worden.

3.4 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie FMH sowie Psychia-
trie und Psychotherapie FMH, hielt im Bericht vom 18. Januar 2013 (AB 7) 
die Diagnose eines HWS-Schleudertraumas und einen Status nach Com-
motio cerebri fest. Insgesamt biete sich ein typisches Bild von cervicobra-
chialen Myalgien nach einer Whiplash Injury-Verletzung mit Schmerzen 
paravertebral, Ausstrahlung in die dorsalen Schultern / Arm, Kopfschmer-
zen und pseudoradikuläre Parästhesien in die Hände. Auch der Schwindel 
werde durch cervicogene Rezeptorirritation ausgelöst. Hinweise für eine 
sich überlagernde periphere / zentrale Störung ergäben sich nicht. 

3.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Anästhesiologie FMH, diagnos-
tizierte im Bericht vom 16. Oktober 2013 (AB 13) eine HWS-Distorsion bei 
Whiplash-Trauma. Die Prognose sei sicherlich grundsätzlich etwas schwie-
rig, da auch die biopsychosozialen Gegebenheiten nicht günstig erscheinen 
würden – die Patientin könne ihre Kinder nicht mehr selbst versorgen, da 

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der Stress und die körperliche Belastung für sie aktuell nicht tragbar seien. 
Die geschilderten HWS- und Schulterbeschwerden seien typische Folgen 
für diesen Unfallmechanismus und könnten teilweise auch sehr lange an-
dauern. Das reine Abschieben auf die „Psycho-Schiene“ werde der Patien-
tin absolut nicht gerecht, obwohl natürlich Zeichen einer psychischen Bela-
gerung aufgrund der langdauernden Symptomatik sowie der insgesamt 
ungünstigen psychosozialen Umstände zu registrieren seien. Diese würden 
auf jeden Fall mit dem Unfall zusammenhängen und seien demnach als 
Unfallfolge anzusehen und anzuerkennen.

3.6 Im Bericht vom 9. Oktober 2012 (AB 4) zuhanden der Beschwerde-
gegnerin hielt Dr. med. H.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedi-
zin FMH, fest, dass eine Behandlung mittels Physiotherapie vorgesehen 
sei. Am 19. Januar 2013 (AB 8) führte er als Behandlungsmassnahme 
nebst der weiterhin bestehenden Physiotherapie die Akupunktur auf. In 
einem weiteren Bericht vom 4. April 2013 (AB 10) führte er aus, wegen der 
Schwere des Falles eine Anmeldung zur psychiatrischen Behandlung im 
Spital C.________ vorgenommen zu haben.

Dr. med. H.________ attestierte der Beschwerdeführerin mittels zahlreicher 
Bescheinigungen eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 12. September 
2012 bis 30. September 2014 (AB 22).

3.7 Mit interdisziplinärem Gutachten der MEDAS D.________ vom 
3. Dezember 2013 (AB 21) wurde die Beschwerdeführerin durch Fachärzte 
der Psychiatrie, der Rheumatologie und der Neurologie untersucht.

Gemäss Konsensbesprechung vom 31. Oktober 2013 (AB 21 S. 5 f.) ge-
langten die Gutachter zum Schluss, dass die Explorandin beim Unfall vom 
12. September 2012 eine HWS-Distorsion QTF II erlitten habe. Sichere 
Hinweise für eine stattgehabte Commotio cerebri oder eine MTBI (Mild 
Traumatic Brain Injury) würden nicht vorliegen, die diesbezüglichen Anga-
ben in den Akten seien inkonstant. Insgesamt könne jedoch davon ausge-
gangen werden, dass ein hirnorganisch bedingter Bewusstseinsverlust auf-
grund des Unfallmechanismus, der Anamnese und fehlenden Hinweisen 
auf mit einem möglichen Bewusstseinsverlust assoziierte Beschwerden 
sehr unwahrscheinlich sei. Das seit dem Unfallereignis beklagte chronische 

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zervikothorakovertebrale Schmerzsyndrom sei nach rheumatologischer 
Einschätzung initial durch das Unfallereignis ausgelöst worden. Vorbeste-
hend sei eine degenerativ bedingte, vor dem Unfallereignis asymptomati-
sche Bandscheibenprotrusion im Bereich C4/5 und C5/6. Anhaltspunkte für 
eine Neurokompression oder für traumabedingte Läsionen würden nicht 
vorliegen. Eine dauerhafte strukturelle, durch den Unfall bedingte Schädi-
gung im Bereich der HWS oder BWS habe nach rheumatologischer und 
neurologischer Beurteilung nicht stattgefunden und liege nicht vor. Bezüg-
lich der zum Gutachtenszeitpunkt feststellbaren myofaszialen Beschwerden 
im Bereich der HWS und BWS gingen die Gutachter unter Berücksichti-
gung des in der Literatur dokumentierten typischen Verlaufs davon aus, 
dass zum Gutachtenszeitpunkt die rein unfallbedingte somatische Be-
schwerdekomponente als abgeheilt betrachtet und somit ein Status quo 
sine im Sinne einer Ausheilung der angenommenen mikrogewebelä-
sionellen Veränderungen angenommen werden könne. Nach psychiatri-
scher Einschätzung habe die Explorandin auf dem Boden der initial durch 
das Unfallereignis ausgelösten zervikonuchalen Schmerzsymptomatik eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
entwickelt. Die Störung habe zwischenzeitlich eine Eigendynamik entwi-
ckelt und bestehe als eigenständiges Krankheitsbild unabhängig vom so-
matischen Befund weiter und stehe im Vordergrund. Die Schmerzstörung 
habe sich durch den Unfall vor dem Hintergrund einer psychischen Vulne-
rabilität entwickelt, so dass dem Unfallereignis überwiegend wahrscheinlich 
eine teilkausale Bedeutung zugemessen werden könne. Die bisherige 
Tätigkeit als … in einem … sowie die davor ausgeübte Tätigkeit als … kön-
ne von der Explorandin aufgrund der muskuloskelettalen Befunde aus 
rheumatologischer Sicht wegen der unfallunabhängigen Minderbelastbar-
keit der HWS und BWS nicht mehr ausgeübt werden. Körperlich angepass-
te Verweistätigkeiten gemäss im rheumatologischen Gutachten definiertem 
Belastungsprofil (körperlich leichte Tätigkeiten, ohne Heben, Stossen oder 
Ziehen von Lasten mehr als 5 kg, ohne gebückt oder über Kopf zu verrich-
tende Tätigkeitsanteile oder anderweitig achsenskelettär belastende Arbei-
ten [AB 18 S. 10]) könnten von der Explorandin ab Gutachtenszeitpunkt 
aus rein rheumatologischer Sicht im Umfang von 70 % ausgeführt werden. 
Die Reduktion ergebe sich aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs. Eben-
falls bestehe eine verminderte emotionale Belastbarkeit aufgrund der 

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psychiatrischen Störung. Diese sei bei einer gesamtmedizinischen Beurtei-
lung in der rheumatologisch attestierten Einschränkung bereits mitenthal-
ten, so dass gesamtmedizinisch aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 70 % be-
stehe. Ein Endzustand bezüglich der somatischen Einschränkungen sei 
erreicht und könne ab Zeitpunkt der rheumatologischen Untersuchung 
(28. August 2013) angenommen werden. Der aktuell vorliegende Zustand 
mit im Vordergrund stehenden muskulären funktionellen Einschränkungen 
könne nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Unfal-
lereignis begründet werden. Ein genauer Zeitpunkt der Ausheilung der initi-
al durch den Unfall ausgelösten möglichen, mikroläsionell bedingten Be-
schwerdekomponente könne retrospektiv nicht festgelegt werden. Bezüg-
lich der psychiatrischen Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren gingen die Gutachter davon aus, 
dass kein Endzustand erreicht sei, da bisher keine spezifische Therapie 
eingeleitet worden sei und das Potential einer möglichen Besserung als 
hoch eingeschätzt werde.

4.

4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 14

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im hier angefochtenen Ein-
spracheentscheid (AB 87) hauptsächlich auf das interdisziplinäre Gutach-
ten der MEDAS D.________ vom 3. Dezember 2013 (AB 21; vgl. E. 3.7 
hiervor). Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 4.1 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen 
auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Auch be-
ruht das Gutachten auf allseitigen Untersuchungen. Denn entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 2, AB 82 
S. 2 Ziff. 2) schadet nicht, dass statt ein orthopädisches, ein rheumatologi-
sches Teilgutachten erstellt worden ist, haben doch auch die behandelnden 
Ärzte die Problematik in muskulären Verspannungszuständen, nicht jedoch 
in irreversiblen organischen Veränderungen gesehen. Zu beachten ist wei-
ter, dass es grundsätzlich der Gutachterperson überlassen ist, über Art und 
Umfang der aufgrund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersu-
chungen zu befinden (vgl. Entscheid des BGer vom 24. Juli 2014, 
8C_450/2014, E. 4.2). Im Übrigen wurde der Beschwerdeführerin das Un-
tersuchungsprogramm der MEDAS D.________ mit Schreiben vom 2. Mai 
2013 (AB 45) mitgeteilt. Diesem waren sämtliche Namen der fünf am Gut-
achten beteiligten Fachärzte sowie ihre spezialmedizinischen Disziplinen 
zu entnehmen; eine Untersuchung im Fachgebiet Orthopädie wurde nicht 
vorgesehen. Auf dieses Schreiben hin hat die Beschwerdeführerin keine 
Einwendungen erhoben, welche jedoch unverzüglich vor Durchführung der 
Begutachtung geltend zu machen gewesen wären (vgl. Entscheid des 
BGer vom 6. März 2014, 8C_806/2013, E. 4.4).

4.3 Nach dem Ausgeführten (vgl. E. 4.2 hiervor) kann hinsichtlich Be-
funderhebung und Diagnosestellung auf das Gutachten der MEDAS 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 15

D.________ vom 3. Dezember 2013 (AB 21) abgestellt werden. Daraus 
geht klar und schlüssig hervor, dass bezüglich der zum Gutachtenszeit-
punkt feststellbaren myofaszialen Beschwerden im Bereich der HWS und 
BWS die rein unfallbedingte somatische Beschwerdekomponente als ab-
geheilt betrachtet und somit ein Status quo sine im Sinne einer Ausheilung 
der allenfalls erfolgten mikrogewebeläsionellen Veränderungen angenom-
men werden kann. Ein Endzustand bezüglich der somatischen Einschrän-
kungen ist erreicht und konnte ab Zeitpunkt der rheumatologischen Unter-
suchung (28. August 2013) angenommen werden. Demnach ist davon aus-
zugehen, dass die somatischen unfallbedingten Beschwerden vollständig 
abgeklungen sind. An diesem Ergebnis vermöchte ein Gutachten von 
Dr. med. G.________, dessen Einholung die Beschwerdeführerin beantragt 
(vgl. Beschwerde S. 4 f.), nichts zu ändern. Dass der Hausarzt Dr. med. 
H.________ bis 30. September 2014 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit at-
testiert hat (vgl. E. 3.6 hiervor), ist nicht nachvollziehbar und vermag die 
Beurteilung der MEDAS-Begutachtung ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. 
Dies insbesondere weil der Hausarzt die angegebene Arbeitsunfähigkeit 
nicht näher begründete. Zudem ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353).

Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass der natürliche Kausalzusam-
menhang nicht per 28. August 2013 – bzw. wie von der Beschwerdegegne-
rin verfügt per 30. November 2013 – dahingefallen wäre, müsste die Leis-
tungspflicht der Beschwerdegegnerin über den genannten Zeitpunkt hinaus 
verneint werden, da jedenfalls die adäquate Kausalität – wie sogleich dar-
zulegen ist (vgl. E. 4.4 hiernach) – nicht gegeben wäre.

4.4

4.4.1 Es ist zu Recht unbestritten, dass das Ereignis vom 12. September 
2012 einen Unfall im Rechtssinn (vgl. E. 2.1 hiervor) darstellt. Zudem sind 
die von der Versicherten geklagten Beschwerden organisch nicht objektiv 
ausgewiesen. Der Auffahrunfall führte innert der Latenzzeit von 24 bis 72 
Stunden zu Beschwerden in der Halsregion und der HWS (vgl. E. 3.1 f.), 
die im Rahmen eines Schleudertraumas oft zu beobachten sind. Damit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 16

vorliegend von einem Schleudertrauma auszugehen, was zur Anwendung 
der entsprechenden bundesgerichtlichen Praxis führt (vgl. E. 2.4.2 hiervor; 
SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2).

4.4.2 Zunächst ist festzuhalten, dass vorliegend nicht schadet, dass der 
Polizeirapport zum Unfallgeschehen nicht bei den Akten liegt. Der ent-
scheidende Inhalt findet sich im Gutachten der MEDAS D.________ (vgl. 
AB 16 S. 3) und zeigt auf, dass zunächst alle Beteiligten als unverletzt gal-
ten. Die Beschwerdeführerin suchte das Spital C.________ erst abends 
auf, wohingegen sich der Unfall um 13h15 ereignet hat (vgl. AB 16 S. 4, 
AB 21 S. 7). Zudem hat sie gemäss Bericht vom 1. Oktober 2012 (AB 2) – 
und entgegen ihren Ausführungen gegenüber den Gutachtern der MEDAS 
D.________ (vgl. AB 21 S. 7) – die Nacht nicht in Spitalpflege verbracht. 
Nach dem geschilderten Hergang und mit Blick auf die Zusammenfassung 
der Kollisionsanalyse, welche von einer kollisionsbedingten 
Geschwindigkeitsänderung (sog. delta-v) des Fahrzeuges der 
Beschwerdeführerin von 14,5 km/h bis 21 km/h ausging (vgl. AB 16 S. 1), 
ist ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen 
oder gar ein schwerer Unfall auszuschliessen. Wenn bei 
Geschwindigkeitsänderungen im Bereich zwischen 12 und 16 km/h von 
mittelschweren Ereignissen im Bereich zu den leichten Unfällen 
auszugehen ist (vgl. Entscheid des BGer vom 9. Januar 2008, U 615/06, E. 
2.4.2), rechtfertigt es sich hier aufgrund der etwas höheren 
Geschwindigkeitsänderung von einem mittelschweren Ereignis im 
eigentlichen mittleren Bereich auszugehen. Die Adäquanz wäre daher zu 
bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden 
Kriterien in besonders ausgeprägter Weise oder drei der zu 
berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (vgl. E. 2.4.2 hiervor).

4.4.3 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist – objektiv betrachtet –
klarerweise zu verneinen. Die erlittenen Verletzungen waren weder schwer 
noch von besonderer Art. Die Diagnose eines Schleudertraumas genügt für 
sich allein nicht, um das Kriterium der Schwere und besonderen Art der 
erlittenen Verletzungen zu erfüllen. Es bedarf dazu viel mehr einer beson-
deren Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 17

besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. 
Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen beson-
deren Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen 
(BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127). Das Spital C.________ diagnostizierte 
bei der Erstkonsultation am Unfalltag ein kranio-zervikales Beschleuni-
gungstrauma QTF-Grad II, ohne äussere Verletzungen zu vermerken (vgl. 
AB 3). Eine fortgesetzte spezifische, belastende ärztliche Behandlung hat 
nicht stattgefunden. Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belasten-
den ärztlichen Behandlung erfordert eine kontinuierliche, mit einer gewis-
sen Planmässigkeit auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes 
ausgerichtete ärztliche Behandlung, verbunden mit einer erheblichen zu-
sätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Ambulante Physiotherapie, 
alternativ-medizinische Massnahmen sowie Verlaufskontrollen sind nicht im 
Sinne der Rechtsprechung als belastend zu qualifizieren (BGE 134 V 109 
E. 10.2.3 S. 128; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid des BGer 
vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2). Die Beschwerdeführerin 
klagt weiterhin über gewisse Beschwerden (Schmerzen im Kopf-, Nacken- 
und Schulterbereich links [AB 21 S. 7]). Ob diese das Kriterium der Erheb-
lichkeit erfüllen, ist fraglich. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaub-
haften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte 
Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 
E. 10.2.4 S. 128). Selbst wenn mit Blick auf die zur Verfügung gestellte 
Haushalthilfe, welche sämtliche Hausarbeiten sowie die Betreuung der 
Kinder übernommen hat (vgl. AB 21 S. 9), zugunsten der Beschwerdefüh-
rerin davon ausgegangen würde, dass die im Zeitpunkt des Gutachtens 
nach wie vor bestehenden Einschränkungen auf das Unfallereignis zurück-
zuführen waren, könnte das Kriterium der Erheblichkeit der Beschwerden 
angesichts der Aussagen der Gutachter, wonach die chronische Schmerz-
störung initial durch den Unfall ausgelöst worden sei und zwischenzeitlich 
eine Eigendynamik entwickelt habe (vgl. AB 21 S. 5), nicht als in besonders 
ausgeprägter Weise erfüllt gelten. Hinzu kommt, dass die Beschwerdefüh-
rerin in der Zwischenzeit keine Schmerzen mehr hat (vgl. am 13. Oktober 
2014 eingereichte Beschwerdebeilage 4). Hinweise auf eine ärztliche Fehl-
behandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, finden 
sich in den Akten nicht. Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 
Komplikationen sind ebenfalls nicht gegeben. Aus der blossen Dauer der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 18

ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon 
auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen ge-
schlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Umstände, welche die Hei-
lung beeinträchtigt haben (BGE 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2007 UV 
Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Nicht darunter fallen etwa die Einnahme vieler Medi-
kamente und die Durchführung verschiedener Therapien wie auch die Tat-
sache, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit 
noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
erreicht werden konnten (SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Schliesslich 
liegt auch keine erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An-
strengungen vor.

4.4.4 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass von den sieben relevanten 
Kriterien vorliegend bestenfalls dasjenige der erheblichen Beschwerden 
erfüllt war, dies jedoch nicht in ausgeprägter Weise. Damit bestand zwi-
schen den noch geklagten somatischen Beschwerden und dem Unfall vom 
12. September 2012 spätestens am 30. November 2013 kein adäquater 
Kausalzusammenhang (mehr).

5.

Nach dem Dargelegten erhellt, dass die Beschwerdegegnerin die vorüber-
gehenden Versicherungsleistungen zulässigerweise per 30. November 
2013 eingestellt hat. Die Beschwerde vom 15. September 2014 erweist 
sich demgemäss als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Ver-
bindung mit Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Jan. 2015, UV/14/874, Seite 20

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.