# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0b39ce7-14e0-5227-884b-db29fd70e100
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230588-O1
**Docket/Reference:** SB230588-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230588-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230588-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. C. Maira 

und Oberrichter lic. iur. B. Amacker sowie Gerichtsschreiber 

MLaw F. Herren

Urteil vom 3. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigte und I. Berufungsklägerin

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____, 

Privatkläger und II. Berufungskläger (Rückzug) sowie Anschlussberufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____, 

betreffend mehrfache einfache Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, vom 23. Juni 2023 (GG230041)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 22. Februar 

2023 (Urk. 25) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 66 S. 41 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Das Verfahren betreffend den Anklagepunkt Ziff. 3 der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 

Abs. 1 StGB vom 9. Dezember 2019 wird eingestellt.

2.

Die Beschuldigte ist schuldig





der  mehrfachen  einfachen  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art.  123  Ziff. 1  Abs. 1 

StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 und 6 StGB, sowie

der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

3.

Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB sowie der Tätlichkeiten im Sinne 

von Art. 126 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte freigesprochen.

4.

5.

6.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 70.–.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von Art. 

5 Abs. 1 lit. b des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) 

wird mit dem Vollzug beauftragt und die Beschuldigte verpflichtet, innert 30 Tagen ab Ein-

tritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut Zürich, Polizei- & Justizzentrum 

PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die 

DNA-Profilerstellung zu erscheinen. Kommt sie dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht 

nach, wird die Kantonspolizei hiermit verpflichtet, sie - auf entsprechende Mitteilung des 

Forensischen  Instituts  Zürich  hin  -  zwangsweise  vorzuführen.  Die  Beschuldigte  wird  auf 

Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

7.

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 200.– als Genugtuung zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

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8.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'500.00

; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00

  Gebühr für das Vorverfahren.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten 

zu 50% auferlegt und zu 50% auf die Staatskasse genommen.

10.

Der Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 8'770.– (inkl. MwSt.) 

für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

11.

Die  Beschuldigte  wird  verpflichtet,  dem  Privatkläger  für  das  gesamte  Verfahren  eine 

Prozessentschädigung von Fr. 1'223.15 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.

12.

(Mitteilungen)

13.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 5 f.)

a)

Der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 69 S. 2; Urk. 87 S. 1):

1.

Das  Urteil  des  Bezirksgerichts  Zürich  vom  23.  Juni  2023  sei  betreffend  die 

Dispositiv-Ziff. 2, Ziff. 4 bis 7 sowie Ziff. 9 bis 11 aufzuheben.

2.

In Bezug auf den Tatvorwurf gemäss Anklage Ziff. 1 (einfache Körperverlet-

zung  im  Mai  2019)  und  Ziff.  2  (einfache  Körperverletzung  vom  19.  August 

2019) sei das Verfahren einzustellen, eventualiter sowie in Bezug auf den Tat-

vorwurf der Nötigung sei die Beschuldigte freizusprechen.

3.

Die  Kosten  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  und  des  Berufungsverfahrens 

seien auf die Staatskasse zu nehmen und die Beschuldigte sei zu entschädi-

gen (zzgl. MWST).

4.

Die  Zivilforderung  des  Privatklägers  sei  abzuweisen,  eventualiter  sei  er  mit 

seiner Zivilforderung auf den Zivilweg zu verweisen.

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b)

Der Staatsanwaltschaft:

Keine Anträge.

c)

1.

2.

Der Privatklägerschaft (Urk. 75 S. 2; Urk. 90 S. 1):

Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

Es sei das Urteil der Vorinstanz vom 23. Juni 2023, Geschäfts-Nr. GG230041, 

vollumfänglich zu bestätigen.

3.

Eventualiter  sei  die  Beschuldigte  zu  verpflichten,  dem  Privatkläger 

CHF 500.00 als Genugtuung zu bezahlen.

4.

Es sei die Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger eine Entschädigung 

in der Höhe von CHF 1'223.15 für das erstinstanzliche Verfahren sowie eine 

Entschädigung  gemäss  beigelegter  Honorarnote 

(in  der  Höhe  von 

CHF 7'270.90) für das zweitinstanzliche Verfahren für die anwaltliche Vertre-

tung zu bezahlen.

5.

Die heute gestellten Beweisanträge seien vollumfänglich abzuweisen.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Mit  vorstehend  im  Dispositiv  wiedergegebenem  Urteil  des  Bezirksgerichtes 

Zürich  vom  23.  Juni  2023  wurde  die  Beschuldigte  der  mehrfachen  einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 4 und 6 StGB, sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Von den Vorwürfen der Drohung 

und  der  Tätlichkeiten  wurde  sie  freigesprochen,  das  Verfahren  betreffend 

Beschimpfung  wurde  eingestellt.  Dafür  wurde  sie  mit  einer  Geldstrafe  von 

100 Tagessätzen  zu  Fr. 70.00  bestraft,  wobei  der  Vollzug  der  Strafe  unter  An-

setzung einer 2-jährigen Probezeit bedingt aufgeschoben wurde (Urk. 66 S. 41 ff.). 

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Gegen dieses Urteil meldeten der Privatkläger mit Eingabe vom 4. Juli 2023 und 

die Beschuldigte mit Eingabe vom 10. Juli 2023 je rechtzeitig Berufung an (Urk. 59, 

60).  Nach  Erhalt  des  begründeten  Urteils  zog  der  Privatkläger  mit  Eingabe  vom 

29. November  2023  die  Berufung  zurück  (Urk.  68).  Die  Verteidigung  reichte  am 

7. Dezember  2023  innert  Frist  die  Berufungserklärung  ein  und  stellte  Beweisan-

träge (Urk. 69). 

2. Mit  Präsidialverfügung  vom  11.  Dezember  2023  wurde  dem  Privatkläger 

sowie der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung der Beschuldigten zugestellt 

und  Frist  für  Anschlussberufung  oder  einen  Nichteintretensantrag  angesetzt 

(Urk. 71).  Mit  Eingaben  vom  3.  Januar  2024  liess  der  Privatkläger  einerseits 

Anschlussberufung  erklären  und  beantragte  andererseits  die  Gewährung  der 

unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeistand-

schaft  (Urk.  73,  75).  Mit  Eingabe  vom  4.  Januar  2024  nahm  der  Privatkläger 

Stellung  zu  den  Beweisanträgen  (Urk.  76).  Mit  Verfügung  vom  15.  Januar  2024 

wurden  die  Beweisanträge  abgewiesen  und  die  unentgeltliche  Rechtsbeistand-

schaft bewilligt (Urk. 77). 

3.

Am 16. Oktober 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 3. Februar 

2025 vorgeladen (Urk. 81). An der Berufungsverhandlung nahmen die Beschuldigte 

in Begleitung ihres Verteidigers MLaw X._____ sowie der Privatkläger in Begleitung 

seiner Rechtsbeiständin MLaw Y._____ teil (Prot. II S. 5). Das Verfahren ist spruch-

reif.

II. Prozessuales

1.

Die Berufungserklärung der Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanz-

lichen  Dispositivziffern  2  (Schuldspruch),  4  &  5  (Sanktion),  6  (Abnahme  DNA 

Probe),  7  (Genugtuung),  9  (Kostenauflage)  sowie  10  und  11  (Entschädigungen) 

(Urk. 69). Mit seiner Anschlussberufung beantragt der Privatkläger die vollumfäng-

liche Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, eventualiter die Zusprechung einer 

höheren  Genugtuung  (Urk. 75  S.  2;  Urk.  90  S.  1).  Die  Anschlussberufung  des 

Privatklägers  richtet  sich  somit  einzig  gegen  Dispositivziffer  7  (Genugtuung). 

Gemäss Art. 402 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang 

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der Anfechtung gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft nur die angefochtenen 

Punkte des erstinstanzlichen Entscheids (Art. 404 Abs. 1 StPO). Nachdem vorlie-

gend  die  Dispositivziffern  1  (Einstellung),  3  (Freisprüche)  und  8  (Kostenfest-

setzung) unangefochten blieben, ist vorab mittels Beschlusses festzustellen, dass 

das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.

Per 1. Januar 2024 ist die revidierte StPO in Kraft getreten. Gemäss Art. 448 

Abs. 1 StPO werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, 

nach  neuem  Recht  fortgeführt,  soweit  die  nachfolgenden  Bestimmungen  nichts 

anderes  vorsehen.  Verfahrenshandlungen,  die  vor  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes 

angeordnet oder durchgeführt worden sind, behalten ihre Gültigkeit (Art. 448 Abs. 2 

StPO).  Ist  ein  Entscheid  vor  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  gefällt  worden,  so 

werden Rechtsmittel dagegen nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen 

Behörden, beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO). Das Verfahren richtet sich folglich nach 

bisherigem Recht.

3.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten delinquentes Verhalten in der 

Zeit von 2019 bis 2020 vor (Urk. 25). Zwischenzeitlich hat das StGB relevante Teil-

revisionen erfahren. So trat per 1. Juli 2023 das Bundesgesetz vom 17. Dezember 

2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen in Kraft. Unter anderem wurde der 

Tatbestand der einfachen Körperverletzung verschärft. Die revidierten Bestimmun-

gen des Strafgesetzbuches kommen auch bei Straftaten zur Anwendung, die vor 

ihrem Inkrafttreten begangen wurden, aber erst nachher beurteilt werden, sofern 

das neue Recht das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB), was vorliegend nicht der Fall 

ist. Es gilt somit durchwegs das alte, mildere Recht. 

4.1. Die  Verteidigung  bringt  mit  Bezug  auf  den  Anklagesachverhalt  gemäss 

Ziffer 1 vor, dass die Staatsanwaltschaft keine Strafverfolgungshoheit innehabe, da 

kein Auslieferungsdelikt vorliege (Urk. 46 S. 3). Die Vorinstanz hat die schweizeri-

sche Zuständigkeit für die einfache Körperverletzung, welche sich im Mai 2019 in 

Spanien  ereignet  haben  soll,  in  Anwendung  von  Art.  7  Abs.  1  StGB  und  Art.  35 

Abs. 1 lit. a IRSG i.V.m. Art. 147 Spanisches StGB bejaht (Urk. 66 S. 6). Nach Art. 7 

Abs. 1 StGB ist, wer im Ausland ein Verbrechen oder Vergehen begeht, ohne dass 

die Voraussetzungen von Art. 4, 5 oder 6 StGB erfüllt sind, dem schweizerischen 

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Strafgesetzbuch unter anderem dann unterworfen, wenn die Tat auch am Bege-

hungsort strafbar ist (lit. a), der Täter sich in der Schweiz befindet (lit. b) und nach 

schweizerischem Recht die Tat die Auslieferung zulässt, der Täter jedoch nicht aus-

geliefert wird (lit. c). Die ersten beiden Voraussetzungen sind unzweifelhaft erfüllt; 

die  dritte  Voraussetzung  (Möglichkeit  der  Auslieferung)  ist  zu  prüfen.  Gemäss 

Art. 35 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über internationale Rechtshilfe in Strafsa-

chen (IRSG) ist die Auslieferung zulässig, wenn die Tat nach dem Recht sowohl 

der Schweiz als auch des ersuchenden Staates mit einer freiheitsbeschränkenden 

Sanktion  im  Höchstmass  von  mindestens  einem  Jahr  oder  mit  einer  schwereren 

Sanktion bedroht ist. Im schweizerischen StGB ist die einfache Körperverletzung 

mit  einer  Höchststrafe  von  drei  Jahren  Freiheitsstrafe  bedroht  (Art.  123  Abs. 1 

[a]StGB). Im Spanischen StGB findet sich in Art. 147 folgende Regelung:

"1.Wer  einer  anderen  Person  durch  ein  Mittel  oder  Verfahren  eine  Verletzung 
zufügt, die ihre körperliche Unversehrtheit oder ihre körperliche oder geistige 
Gesundheit  beeinträchtigt,  wird  als  Täter  der  Körperverletzung  mit  Freiheits-
strafe von drei Monaten bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe von sechs bis zu 
zwölf Monaten bestraft, wenn die Verletzung zu ihrer Heilung objektiv über die 
ärztliche  Erstversorgung  hinaus  eine  ärztliche  oder  chirurgische  Behandlung 
erfordert.  Eine  einfache  ärztliche  Überwachung  oder  eine  medizinische 
Beobachtung des Verletzungsverlaufs gilt nicht als ärztliche Behandlung.

2. Wer einer anderen Person durch irgendein Mittel oder Verfahren eine Verlet-
zung  zufügt,  die  nicht  unter  den  vorstehenden  Abschnitt  fällt,  wird  mit  einer 
Geldstrafe von einem bis drei Monaten bestraft.

3. Wer eine andere Person schlägt oder misshandelt, ohne sie zu verletzen, wird 

mit einer Geldstrafe von einem bis zu zwei Monaten bestraft.

4. Die in den beiden vorstehenden Absätzen vorgesehenen Straftaten können nur 
auf  Antrag  des  Geschädigten  oder  seines  gesetzlichen  Vertreters  verfolgt 
werden."

[Ley  Orgánica  10/1995,  de  23  de  noviembre,  del  Código  Penal;  abrufbar  auf 
https://www.boe.es/buscar/act.php?id=BOE-A-1995-25444; auf Deutsch übersetzt 
mit DeepL.com]

Gemäss Art. 147 Abs. 1 des Spanischen StGB beträgt die Strafandrohung für eine 

(einfache) Körperverletzung somit nur dann höchstens drei Jahre Freiheitsstrafe, 

wenn  die  Verletzung  zu  ihrer  Heilung  objektiv  über  die  ärztliche  Erstversorgung 

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hinaus eine ärztliche oder chirurgische Behandlung erfordert, wobei eine einfache 

ärztliche Überwachung oder eine medizinische Beobachtung des Verletzungsver-

laufs  nicht  als  ärztliche  Behandlung  gilt.  Wenn  die  Verletzung  nicht  unter  Abs.  1 

fällt, ist die Strafandrohung gemäss Abs. 2 höchstens eine Geldstrafe von einem 

bis drei Monaten. 

4.2. Vorliegend erlitt der Privatkläger gemäss Anklagepunkt Ziffer 1 Schürfungen 

am Unterarm sowie eine blutende Wunde am Kopf und am Ohr (vgl. Urk. 25 S. 3 

oben). Weder aus der Anklage noch aus den Akten ergibt sich, dass eine medizini-

sche  Versorgung  der  Verletzungen  notwendig  gewesen  wäre.  Der  Beschuldigte 

selbst hat angegeben, sich nach dem Vorfall nicht in ärztliche Behandlung begeben 

zu  haben  (Urk. 4/1  F/A 17).  Auch  die  fotografisch  dokumentierten  Verletzungen 

(Urk. 5/2 und 8/14) lassen den Schluss nicht zu, dass eine ärztliche oder chirurgi-

sche Behandlung, die über eine ärztliche Erstversorgung und/oder eine medizini-

sche  Beobachtung  des  Verletzungsverlaufs  hinaus  geht,  objektiv  erforderlich 

gewesen wäre. Die angeklagte Tat fällt daher nicht in den Anwendungsbereich von 

Art. 147 Abs. 1, sondern wäre nach Art. 147 Abs. 2 des Spanischen StGB zu beur-

teilen, was zur Folge hat, dass eine Sanktion von höchstens drei Monaten Gelds-

trafe  drohen  würde.  Die  Voraussetzungen  für  eine  schweizerische  Zuständigkeit 

nach Art. 7 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 35 Abs. 1 lit. a IRSG sind demnach nicht erfüllt. 

Das Verfahren ist betreffend den Anklagepunkt Ziffer 1 einzustellen.

III. Sachverhalt

1.1. Die  Anklage  wirft  der  Beschuldigten  im  Wesentlichen  vor,  den  Privatkläger 

mittels  Schlägen,  Bissen,  Tritten  und  Zerren  körperlich  misshandelt  und  ihm 

gedroht zu haben, dass sie ihm den gemeinsamen Sohn vorenthalten werde, falls 

er eine Strafanzeige gegen sie erstatte (Urk. 25, Anklageziffern 2 und 5).  

1.2. Die  Beschuldigte  begründet  ihren  Antrag  auf  vollumfänglichen  Freispruch 

damit, dass sich die angeklagten Sachverhalte nicht erstellen liessen, eventualiter 

liege betreffend einfache Körperverletzung Notwehr vor (Urk. 50 S. 3 ff.; Urk. 87 

S. 16 ff., insb. Rz. 86, 88 und 89 ff.). 

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1.3. Der Privatkläger sieht auf Grund der vorliegenden Beweismittel den Sachver-

halt als bewiesen an (Urk. 48; Urk. 90 S. 1 ff.). 

1.4. Die Vorinstanz sieht insbesondere gestützt auf die Ausführungen des Privat-

klägers, welche sie im Gegensatz zu denjenigen der Beschuldigten als glaubhaft 

einschätzt, als erstellt an. Weitere Beweismittel, wie etwa Fotos und Arztberichte, 

würden den Sachverhalt ebenfalls stützen (Urk. 66 S. 11 ff.). 

1.5. Somit ist nachfolgend zu überprüfen, ob sich der Sachverhalt gestützt auf die 

vorliegenden Beweismittel erstellen lässt. 

1.6. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung, insbesondere der 

Aussagewürdigung, ausführlich und zutreffend dargelegt, es kann darauf verwie-

sen werden (Urk. 66 S. 8 ff.). 

2.

Anklage Ziffer 2 (einfache Körperverletzung)

2.1. Die Vorinstanz hat die Beweismittel vollständig wiedergegeben. Darauf kann 

verwiesen werden (Urk. 66 S. 14 ff.). 

2.2. Vorab gilt es festzuhalten, dass die vorinstanzlichen Feststellungen insoweit 

bindend sind, als sich ausser dem Hämatom am unteren Augenlid des linken Auges 

sowie  den  Kratz-  bzw.  Schürfwunden  am  rechten  und  linken  Unterbauch  keine 

weiteren Verletzungen nachweisen lassen und sich der Sachverhalt diesbezüglich 

nicht erstellen lässt (Urk. 66 S. 20 Rz. 29). Damit ist nachfolgend lediglich noch zu 

überprüfen,  ob  sich  die  Tathandlungen  zu  den  von  der  Vorinstanz  festgestellten 

Verletzungen erstellen lassen. 

2.3. Zur Glaubwürdigkeit der Parteien hat sich die Vorinstanz zutreffend geäussert 

(Urk. 66 S. 10 f.). Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden. Es ist rekapitulie-

rend und ergänzend festzuhalten, dass die sich in einer strittigen Trennungsphase 

befindenden Parteien (Beschuldigte und Privatkläger), in welcher es auch um die 

Zuteilung  der  elterlichen  Sorge  und  Obhut  für  den  gemeinsamen  Sohn  geht,  ein 

Interesse daran haben, sich gegenseitig zu belasten bzw. in ein schlechtes Licht 

zu rücken. Dies ist bei der Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen.

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2.4. Zum  Inhalt  der  Aussagen  der  Beteiligten  ist  teilweise  rekapitulierend  und 

teilweise  ergänzend  anzufügen,  dass  die  Beschuldigte  dem  Grundsatze  nach 

zugab, dass es zwischen ihr und dem Privatkläger zu einer körperlichen Auseinan-

dersetzung  gekommen  sei,  im  Zuge  derer  der  Privatkläger  sich  Verletzungen 

zugezogen  haben  könnte  ("Schürfwunden  nein.  Das  blaue  Auge  auch  nicht.  Die 

anderen Verletzungen können gut von mir sein", Urk. 5/1 F/A 20). Dazu sei es im 

Zuge eines Handgemenges als Folge eines Hass- und Verzweiflungsanfalls ihrer-

seits gekommen, nachdem der Privatkläger ihr einen "Bodycheck" verpasst habe. 

Das blaue Auge habe er sich durch Selbstverletzung zugefügt, um nicht arbeiten 

gehen zu müssen (Urk. 5/1 F/A 19). Später gab die Beschuldigte an, zum Handge-

menge sei es gekommen, nachdem der Privatkläger im Treppenhaus im Parterre 

ein  Bein  von  ihr  umschlungen  und  nicht  mehr  los  gelassen  habe.  Sie  habe 

geschrien, er solle sie loslassen, dann habe sie ihn geohrfeigt. Anstatt sie loszulas-

sen, habe er auch das zweite Bein umschlungen, so dass sie zu Fall gekommen 

sei. Er habe dann versucht, ihr die Hose herunterzureissen, woraufhin es zu einem 

erbitterten Kampf gekommen sei, im Zuge dessen sie ihn so fest wie möglich an 

den  Haaren  gerissen  und  geschlagen  habe.  Schliesslich  habe  sie  sich  lostreten 

können (Urk. 5/8 F/A 5). 

2.5. Zu  den  Aussagen  des  Privatklägers  ist  festzuhalten,  dass  seine  erste 

Schilderung im Rahmen der polizeilichen Einvernahme kurz und dementsprechend 

wenig detailliert ausfiel. Dies trifft indes für seine gesamte damalige Aussage zu, 

da auch die Befragung entsprechend knapp gehalten und nicht nachgefragt wurde 

(Urk. 4/1). In der Konfrontationseinvernahme gab der Beschuldigte aber eine aus-

führliche und detailliertere Schilderung ab. Aus dieser geht grundsätzlich anschau-

lich hervor, wie die Beschuldigte ihn angegriffen haben soll (Urk. 4/3 S. 13 ff.). Zum 

angeklagten  Schlag  gegen  das  Auge  fällt  aber  auf,  dass  der  Privatkläger  in  der 

polizeilichen  Einvernahme  noch  aussagte,  dass  die  Beschuldigte  ihn  am  Auge 

getroffen habe, als er das gemeinsame Kind auf den Armen getragen habe. Er habe 

da das Kind schützen wollen (Urk. 4/1 F/A 19). Anlässlich der Konfrontationsein-

vernahme gab er hingegen zu Protokoll, dass er damals einen Film geschaut und 

das  Kind  oben  im  Bettchen  geschlafen  habe.  Die  Beschuldigte  sei  nach  unten 

gekommen und habe angefangen, ihn mit den Händen zu schlagen und ihm Fuss-

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tritte zu verpassen (Urk. 4/3 S. 13). Auf Nachfrage führte der Privatkläger konkreter 

aus, dass sie ihn ein paar Male gegen den Kopf geschlagen und am Auge getroffen 

habe. Weil er genug von den Schlägen gehabt habe, habe er sich auf dem Boden 

zusammengerollt, damit er keine weiteren Schläge gegen das Gesicht bekomme. 

Die Schläge habe die Beschuldigte mit flachen Händen ausgeteilt (Urk. 4/3 S. 15). 

Damit sind die Aussagen des Privatklägers zum Kerngeschehen nicht konstant und 

widerspruchsfrei.  So  sind  es  zwei  unterschiedliche  Sachverhalte,  wenn  die  Be-

schuldigte  ihm  bei  seinem  Versuch,  das  Kind  zu  schützen,  derart  ins  Gesicht 

schlägt, dass er ein blaues Auge davon trägt oder wenn die Beschuldigte ihn an-

greift und Schläge gegen den Kopf verpasst, während er auf dem Sofa liegt und 

sich einen Film anschaut. Die Beschuldigte selbst gab zu, den Privatkläger geschla-

gen zu haben, verneinte aber konstant, dass ihre Schläge ein blaues Auge verur-

sacht haben könnten. Angesichts der nicht konstanten und widerspruchsfreien Aus-

sagen des Privatklägers zum Schlag gegen sein Auge und der in dieser Hinsicht 

konstanten Aussagen der Beschuldigten verbleiben letztlich unüberwindbare Zwei-

fel,  dass  die  Beschuldigte  den  Privatkläger  so  geschlagen  hat,  dass  daraus  ein 

blaues Auge resultierte. 

2.6. Wie  genau  der  Ablauf  dieser  tätlichen  Auseinandersetzung  war,  lässt  sich 

nicht mehr rechtsgenügend im Detail nachweisen, da es keine Zeugen oder objek-

tive Beweismittel zum Ablauf gibt. Deshalb hat das Strafgericht vom Sachverhalt 

auszugehen, den eine beschuldigte Person schildert, soweit sich dies nicht wider-

legen lässt. In rechtlicher Hinsicht gilt, dass sich jemand nicht gefallen lassen muss, 

dass er vom Ehegatten körperlich «fixiert» wird, d.h. durch enges Umschlingen zur 

Immobilität (und beispielsweise zum Zuhören) gezwungen wird. Der Beschuldigten 

kann nicht widerlegt werden, dass sie den Privatkläger zunächst schreiend aufge-

fordert hat, sie loszulassen, worauf er sie aber im Gegenteil noch enger umschlun-

gen und versucht habe, ihr die Hosen herunterzureissen. In einer solchen Situation 

ist  Gegenwehr  zulässig  und  sind  gewisse  Tätlichkeiten  verhältnismässig.  Soweit 

dies nicht als Notwehr zu beurteilen ist, wären die Tätlichkeiten der Beschuldigten 

jedenfalls als Retorsion im Sinne von Art. 177 Abs. 3 StGB zu qualifizieren. Es fehlt 

somit  an  der  Rechtswidrigkeit  des  Handelns  der  Beschuldigten,  weshalb  kein 

Schuldspruch ergehen kann.

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2.7. Die  Beschuldigte  ist  daher  vom  Vorwurf  der  einfachen  Körperverletzung  im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 4 StGB betreffend 

Anklagepunkt Ziffer 2 freizusprechen.

3.

Anklage Ziffer 5 (versuchte Nötigung)

3.1. Die Vorinstanz hat die Beweismittel vollständig wiedergegeben. Als ebenso 

zutreffend erweist sich deren Würdigung. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 66 

S. 24 ff.).

3.2. Teilweise rekapitulierend und teilweise ergänzend bleibt anzufügen, dass die 

Beschuldigte den Vorwurf in Abrede stellte. Wohl habe sie erwähnt, dass er das 

Kind nicht mehr sehen werde, falls sich sein Verhalten nicht ändere. Einen Bezug 

zum Rückzug der Strafanzeige habe sie indes nie hergestellt (Urk. 5/8 S. 9; Prot. I 

S. 17). Bei den bei unterschiedlichen Gelegenheiten abgegebenen Sachverhalts-

darstellungen  zu  diesem  Anklagepunkt  fällt  indes  auf,  dass  die  Beschuldigte  als 

Grund, weshalb sie dem Privatkläger das Kind vorenthalten wollte, gänzlich unter-

schiedliche Angaben machte. War es einmal sein Suchtmittelkonsum, war es ein 

anderes Mal sein Verhalten gegenüber Frauen und ein anderes Mal sein Verhalten 

generell.  Diese  Unterschiede,  bei  welchen  es  sich  nicht  um  blosse  Nuancen 

handelt, lassen sich vernünftigerweise nur damit erklären, dass dadurch der wirk-

liche  Sachverhalt  verschleiert  werden  soll.  Demgegenüber  erweisen  sich  die 

klaren,  vorsichtigen  und  im  Kern  widerspruchsfreien  Ausführungen  des  Beschul-

digten als glaubhaft. Darin ist kein, wie von der Verteidigung geltend gemacht, "her-

umeiern" zu sehen (Urk. 50 S. 17 f.), sondern es ist Ausdruck von Zurückhaltung 

und Glaubhaftigkeit. 

3.3. An dieser Würdigung vermögen auch die weiteren Ausführungen der Vertei-

digung nichts zu ändern (Urk. 50 S. 17 f. und Urk. 87 S. 32 ff.). So sagte der Privat-

kläger im Rahmen der polizeilichen Einvernahme klar aus, dass die Beschuldigte 

ihm gedroht habe, dass sie ihm das Kind entziehen werde, falls er zu einer Behörde 

gehe (Urk. 4/1 F/A 32). Daraus zu schliessen, der Sachverhalt könne sich so nicht 

zugetragen  haben,  da  nicht  explizit  von  einer  Strafanzeige  die  Rede  war,  wäre 

-   13   -

Wortklauberei,  zumal  der  Privatkläger  in  der  Konfrontationseinvernahme  präzi-

sierte, dass er aus Angst vor einer Strafanzeige zugewartet hatte (Urk. 4/3 S. 28). 

Der Sachverhalt ist somit in diesem Punkt erstellt.

IV. Rechtliche Würdigung

Die  Vorinstanz  hat  zum  Anklagesachverhalt  der  versuchten  Nötigung  eine  um-

fassende  und  in  jeder  Hinsicht  zutreffende  rechtliche  Würdigung  vorgenommen, 

welche weder der Korrektur noch der Ergänzung bedarf (Urk. 66 S. 29 f.), sondern 

vollumfänglich übernommen werden kann.

Die  Verteidigung  hat  sich  zur  rechtlichen  Würdigung  nicht  geäussert  (Urk.  50 

S. 17 f.; Urk. 87 S. 32 ff.). 

Die Beschuldigte ist somit der  versuchten  Nötigung  im  Sinne  von  Art.  181  StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

V. Sanktion 

1.

Die  Vorinstanz  hat  die  Grundsätze  der  Strafzumessung  ausführlich  und 

zutreffend dargestellt (Urk. 66 S. 31 ff.). Darauf kann verwiesen werden. 

2.

Es  liegen  keine  Umstände  vor,  welche  nach  einer  anderen  Sanktion  denn 

einer Geldstrafe rufen würden. 

3.

Tatkomponenten

In  objektiver  Hinsicht  wiegt  das  Verschulden  nicht  mehr  leicht.  Das  angedrohte 

Übel, das eigene Kind nicht mehr zu sehen, ist bereits ein sehr schweres. Zudem 

war es nicht die Androhung eines einmaligen Übels, sondern die dauernde Vorent-

haltung  des  Kindes.  Hinzu  kommt,  dass  die  Androhung  dazu  dienen  sollte,  den 

Beschuldigten  davon  abzuhalten,  die  ihn  belastende  und  aus  seiner  Sicht  straf-

rechtlich relevante Situation behördlich offen zu legen und eine Sanktion dafür zu 

verlangen. Auch dies wiegt erheblich. Zu Gunsten der Beschuldigten ist zu berück-

-   14   -

sichtigen, dass es beim Versuch blieb, auch wenn es sich um einen vollendeten 

Versuch handelt.

In  subjektiver  Hinsicht  liegt  es  bei  ungeständigen  Täterinnen  in  der  Natur  der 

Sache,  dass  die  inneren  Vorgänge  und  namentlich  die  Motivlage  weitgehend  im 

Dunkeln bleiben. Bei dieser Ausgangslage ist einzig auf äusserlich wahrnehmbare 

Feststellungen, welche zwingende Schlüsse auf die inneren Vorgänge zulassen, 

abzustellen; für Mutmassungen ist kein Platz. Angesichts der erstellten Äusserung 

der Beschuldigten ist aber von direktvorsätzlichem Handeln auszugehen.

Eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen erscheint somit als angemessen. 

4.

Täterkomponente

Die Beschuldigte ist in Zürich geboren und bei ihren Eltern aufgewachsen. Sie hat 

zwei Stiefgeschwister. Die Primarschule besuchte sie in Zürich, das Gymnasium in 

C._____. Nach dem Absolvieren der Maturität studierte sie an der Universität Zürich 

Jura. Das Studium schloss sie im Jahre 2012 ab. Danach arbeitete sie ein Jahr lang 

in den USA. Nachdem ihre Mutter schwer erkrankte, kehrte sie in die Schweiz zu-

rück und pflegte diese bis zu deren Tod im Jahre 2019. Im selben Jahr gebar sie 

ihren Sohn. Den Kindsvater heiratete sie ebenfalls im Jahr 2019. Seit Dezember 

2020 sind sie getrennt und das Scheidungsverfahren ist in Gang. Heute arbeitet die 

Beschuldigte als Liegenschaften- und Vermögensverwalterin für ihren Vater (Urk. 

5/8 S. 10; Prot. I S. 9; Urk. 86 S. 1 f.). In wirtschaftlicher Hinsicht gab sie an, kein 

Einkommen zu erzielen. Sie erhalte vom Privatkläger Unterhaltszahlungen in der 

Höhe von Fr. 1'356.00 monatlich und wohne in einem Haus, welches ihr gehöre. 

Sie brauche rund Fr. 1'500.00 zum Leben monatlich (Prot. I S. 9 f.; Urk. 86 S. 2 und 

8 f.). Zudem gab die Beschuldigte an, derzeit über ein Vermögen von ungefähr Fr. 

45'000.– zu verfügen (Urk. 86 S. 8). Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 67 

und 85) und nicht geständig, was sich gegenüber der Strafzumessung neutral aus-

wirkt. 

-   15   -

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Täterkomponente keinen Einfluss 

auf  die  Strafzumessung  hat.  Es  bleibt  somit  bei  einer  Geldstrafe  von  90  Tages-

sätzen.

5.

Tagessatz

Zunächst  kann  hier  auf  die  zutreffenden  theoretischen  Ausführungen  der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 66 S. 35 Rz. 14).

Wie erwähnt, lebt die Beschuldigte kostenlos in ihrer Wohnung und hat ansonsten 

Ausgaben  von  monatlich  rund  Fr. 1'500.–  zu  bestreiten.  Als  Einkünfte  erhält  sie 

Unterhaltszahlungen vom Privatkläger in Höhe von Fr. 1'356.– pro Monat. Das Ver-

mögen  der  Beschuldigten  ist  mittlerweile  von  rund  Fr. 120'000.–  auf  Fr. 45'000.– 

geschrumpft (Urk. 86 S. 8). Angesichts dessen und der Tatsache, dass die monat-

lichen  Ausgaben  der  Beschuldigten  ihre  Einkünfte  übersteigen,  ist  die  Höhe  des 

Tagessatzes auf Fr. 30.– festzusetzen.

6.

Fazit

Zusammengefasst  ergibt  sich  somit  eine  Geldstrafe  von  90  Tagessätzen  zu 

Fr. 30.–. 

VI. Strafvollzug

Die Vorinstanz hat den Vollzug der Strafe aufgeschoben und eine Probezeit von 

2 Jahren festgesetzt (Urk. 66 S. 36 f.). Die Erwägungen erweisen sich als in jeder 

Hinsicht zutreffend, weshalb vollumfänglich darauf verwiesen werden kann und der 

vorinstanzliche Aufschub samt Probezeit zu bestätigen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO).

VII. DNA-Profil 

Die  Vorinstanz  hat  die  Abnahme  einer  DNA-Probe  und  Erstellung  eines  DNA-

Profils angeordnet (Urk. 66 S. 37). Mit dem vorliegenden Urteil wird die Beschul-

digte – im Gegensatz zum vorinstanzlichen Urteil – nicht wegen eines Vergehens 

gegen  Leib  und  Leben  verurteilt,  sondern  bloss  wegen  versuchter  Nötigung.  Die 

Voraussetzungen von Art. 5 aDNA-Profil-Gesetz bzw. Art. 257  aStPO  sind damit 

-   16   -

nicht  gegeben.  Es  ist  daher  von  der  Abnahme  einer  DNA-Probe  und  Erstellung 

eines DNA-Profils abzusehen. 

VIII. Zivilansprüche

1.

Der Privatkläger begründet seine Forderung damit, dass er widerrechtlich in 

seiner Persönlichkeit verletzt worden sei. Er sei über eine längere Dauer von seiner 

Ehefrau wiederholt körperlich intensiv angegriffen worden, was ihn nicht nur direkt 

körperlich,  sondern  auch  indirekt  langfristig  psychisch  geschädigt  habe  (Urk. 90 

S. 4 f.). Sodann habe ihn die versuchte Nötigung sehr schwer getroffen, da ihm das 

Kind sein ein und alles sei (Urk. 48 S. 10).

2.

Die  Beschuldigte  beantragt  die  Abweisung  des  Begehrens  mit  der  Begrün-

dung, dass es an der Rechtswidrigkeit, dem Kausalzusammenhang sowie an der 

Unbill fehle, ohne dies weiter auszuführen (Prot. I S. 23).

3.

Die Vorinstanz hat dem Privatkläger eine Genugtuung über Fr. 200.00 zuge-

sprochen mit der Begründung, dass die zugefügten Verletzungen von einer gewis-

sen Intensität gewesen seien, was zu einer entsprechenden immateriellen Unbill 

geführt  habe  (Urk.  66  S.  37  ff.).  Der  Privatkläger  verlangt  die  Bestätigung  der 

vorinstanzlich  zugesprochenen  Genugtuung,  eventualiter  deren  Erhöhung  auf 

Fr. 500.00 (Urk. 90 S. 1).

4. Gemäss Art. 47 OR kann der Richter unter Würdigung der besonderen Um-

stände bei Tötung eines Menschen oder Körperverletzung dem Verletzten oder den 

Angehörigen eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen. Wer in 

seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf Leistung einer 

Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und 

diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 OR).

5.

Vorliegend wird als Grund der immateriellen Unbill die mannigfache physische 

und psychische Beeinträchtigung durch die Beschuldigte angeführt (Urk. 48 S. 10). 

Diese waren jedoch vorbestehend. So berichtete der Privatkläger beim Eintritt in 

die  Notfallstation  des  Universitätsspital  von  einer  bestehenden  angespannten 

Lebenssituation  und  deutlicher  Belastung  der  Ehe.  Die  Beschuldigte  sei  schon 

-   17   -

mehrmals in der Vergangenheit aus unerklärlichen Gründen aggressiv geworden 

(Urk. 8/2). Des Weiteren ist die erstellte versuchte – und letztlich nicht erfolgreiche – 

Nötigung  für  sich  allein  nicht  derart  schwerwiegend,  dass  der  Privatkläger  eine 

genugtuungsrelevante immaterielle Unbill erfahren hat. Damit fehlt es vorliegend 

an einer genügend schweren Verletzung der Persönlichkeit und einem natürlichen 

Kausalzusammenhang, sodass die Voraussetzungen zur Leistung einer Genugtu-

ung nicht erfüllt sind. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers ist abzuweisen. 

IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren

1.1. Die  Beschuldigte  wird  mit  vorliegendem  Urteil  betreffend  den  Anklagepunkt 

Ziffer  2  (1.  Teil,  einfache  Körperverletzung)  freigesprochen.  Sodann  wird  das 

Verfahren betreffend den Anklagepunkt Ziffer 1 eingestellt. Bereits vor Vorinstanz 

wurde  das  Verfahren  betreffend  den  Anklagepunkt  Ziffer  3  eingestellt  und  die 

Beschuldigte vom Vorwurf der Drohung gemäss Anklagepunkt Ziffer 2, 2. Teil, und 

der Tätlichkeiten gemäss Anklagepunkt Ziffer 4 freigesprochen. Eine Verurteilung 

erfolgt einzig mit Bezug auf den Vorwurf der versuchten Nötigung gemäss Ankla-

gepunkt Ziffer 5. Aufgrund der Verurteilung betreffend einen von fünf Anklagepunk-

ten sind der Beschuldigten die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

Verfahrens zu 1/5 aufzuerlegen und zu 4/5 auf die Staatskasse zu nehmen. Die 

Beschuldigte hat dementsprechend Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschä-

digung für anwaltliche Verteidigung im Umfang von 4/5 (Art. 429 StPO). 

1.2. Die Entschädigung der Rechtsanwälte richtet sich nach der Verordnung über 

die Anwaltsgebühren (AnwGebV) vom 8. September 2010 (§ 1 Abs. 1 AnwGebV). 

Die Entschädigung wird festgesetzt, nachdem die Anwältin oder der Anwalt dem 

Gericht oder der Strafverfolgungsbehörde eine Aufstellung über den Zeitaufwand 

und die Auslagen vorgelegt hat. Mit dieser Aufstellung kann ein Antrag zur Höhe 

der  beanspruchten  Vergütung  verbunden  werden  (§  23  Abs.  2  AnwGebV).  Die 

konkrete  Bemessung  der  Entschädigung  richtet  sich  nach  §  16  ff.  AnwGebV. 

Demnach  ist  lediglich  das  Honorar  für  das  Vorverfahren  ein  Aufwandhonorar 

(§ 16 AnwGebV).  Für  den  eigentlichen  Strafprozess  ist  eine  Pauschalgebühr 

-   18   -

vorgesehen,  welche  für  einen  Prozess  vor  Einzelrichter  in  der  Regel  zwischen 

Fr. 600.00  und  Fr.  8'000.00  beträgt  (§  17  AnwGebV).  Die  Grundlage  für  die 

Festsetzung  der  Gebühr  bilden  im  Strafprozess  die  Bedeutung  des  Falls,  die 

Verantwortung  der  Anwältin  oder  des  Anwalts,  der  notwendige  Zeitaufwand  der 

Anwältin oder des Anwalts sowie die Schwierigkeit des Falls (§ 2 AnwGebV). 

1.3. Die  Vorinstanz  hat  der  Beschuldigten  bei  hälftigem  Obsiegen  eine  Prozes-

sentschädigung  von  Fr.  8'770.00  (inkl.  MwSt.)  ausgerichtet,  was  einer  vollen 

Entschädigung von Fr. 17'540.00 (inkl. MwSt.) entspricht. Dabei ist die Vorinstanz 

sowohl  für  das  Vorverfahren  wie  auch  für  das  Gerichtsverfahren  von  einem  zu 

entschädigenden  Aufwandhonorar  gemäss  Honorarrechnung  der  Beschuldigten 

ausgegangen. Für das erstinstanzliche Gerichtsverfahren ist indes eine Pauschal-

gebühr  bis  höchstens  Fr. 8'000.00  festzusetzen.  Sodann  ist  die  Entschädigung 

einer Spesenpauschale in Höhe von 3 % des Honorars, wie sie die Verteidigung 

der Beschuldigten geltend macht (vgl. Urk. 52 S. 1), in der Anwaltsgebührenverord-

nung nicht vorgesehen, sondern bloss die Entschädigung von notwendigen Aus-

lagen (§ 1 Abs. 2 i.V.m. § 22 Abs. 1 AnwGebV). Die Anklageerhebung erfolgte am 

22. Februar 2023 (vgl. Urk. 66 S. 4). Damit endete das Vorverfahren. Bis zu diesem 

Zeitpunkt fielen gemäss der eingereichten Honorarrechnung beim Verteidiger der 

Beschuldigten Aufwandhonorar (inkl. Fahrspesen) von Fr. 7'927.79 (exkl. MwSt.) 

bzw. Fr. 8'538.25 (inkl. 7.7 % MwSt.) an (vgl. Urk. 52). Dieses Aufwandhonorar ist 

zu entschädigen. Für das Gerichtsverfahren ist eine Pauschalgebühr festzusetzen. 

Die Bedeutung des Falles war für die Beschuldigte vorliegend nicht hoch, wiegen 

doch  die  Tatvorwürfe  insgesamt  leicht  und  stand  von  Anfang  an  lediglich  eine 

bedingte Geldstrafe im Raum. Dementsprechend waren die Verantwortung und der 

notwendige  Zeitaufwand  der  Verteidigung  nicht  sehr  hoch.  Dasselbe  gilt  für  die 

Schwierigkeit des Falls. Eine Gebühr von Fr. 6'000.00 (inkl. Auslagen; exkl. MwSt.) 

bzw. Fr. 6'462.00 (inkl. 7.7 % MwSt.) erscheint angesichts dessen für das Gerichts-

verfahren  angemessen.  Dies  ergibt  eine  Entschädigung  von  insgesamt  rund 

Fr. 15'000.00 (inkl. MwSt.) für das erstinstanzliche Verfahren. Da die Beschuldigte 

zu  4/5  obsiegt,  ist  ihr  eine  reduzierte  Prozessentschädigung  von  Fr. 12'000.00 

(inkl. MwSt.) für das erstinstanzliche Verfahren zuzusprechen.

-   19   -

1.4. Die Vorinstanz hat sodann die Beschuldigte in Anwendung von Art. 433 Abs. 1 

StPO verpflichtet, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung in Höhe der einge-

reichten Honorarnote  von  Fr. 1'223.15  zu  entrichten  (Urk.  66  S.  40).  Die  geltend 

gemachte Entschädigung erscheint angemessen. Da die Beschuldigte vorliegend 

lediglich wegen einem von fünf Anklagepunkten verurteilt wird, hat sie dem Privat-

kläger einen Fünftel der geltend gemachten Aufwände, mithin gerundet Fr. 250.00, 

als Prozessentschädigung zu bezahlen.

2.

Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren

2.1. Die Kosten für das Berufungsverfahren sind auf Fr. 3'600.00 zu veranschla-

gen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebühren-

verordnung  des  Obergerichts).  Die  Kosten  im  Rechtsmittelverfahren  tragen  die 

Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Ob eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt 

davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht 

gestellten Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommen-

tar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., 2023, N 6 zu Art. 428 StPO).

2.2.

Im  Berufungsverfahren  waren  noch  die  drei  Anklagevorwürfe  strittig,  für 

welche die Beschuldigte erstinstanzlich schuldig gesprochen worden war (1, 2 und 

5).  Die  Beschuldigte  beantragte  einen  vollumfänglichen  Freispruch  bzw.  Einstel-

lung des Verfahrens. Da die Beschuldigte vorliegend betreffend einen Anklagevor-

wurf schuldig gesprochen wurde, sind ihr die Kosten des Berufungsverfahrens im 

Umfang von 1/3 aufzuerlegen. Der Privatkläger unterliegt zwar betreffend seinen 

Antrag auf Zusprechung einer Genugtuung. Aufgrund von Art. 30 OHG käme aber 

eine Kostenauflage nur bei mutwilliger Prozessführung in Frage. Eine solche liegt 

hier nicht vor, weshalb dem Privatkläger keine Kosten aufzuerlegen sind. Dement-

sprechend sind die Kosten des Berufungsverfahrens zu 1/3 der Beschuldigten auf-

zuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

2.3. Da die Beschuldigte zu 2/3 obsiegt, ist ihr auch eine entsprechende Entschä-

digung, namentlich für die anwaltliche Vertretung zuzusprechen. Die Beschuldigte 

hat eine Honorarrechnung über Fr. 15'155.35 (inkl. Fahrspesen, Kleinspesenpau-

-   20   -

schale und MwSt.; exkl. Zeit für die Berufungsverhandlung) eingereicht (Urk. 89). 

Im  Berufungsverfahren  wird  die  Entschädigung  grundsätzlich  nach  den  für  die 

Vorinstanz geltenden Regeln bemessen (§ 17 Abs. 1 AnwGebV). Dabei wird auch 

berücksichtigt, ob das Urteil vollumfänglich oder nur teilweise angefochten ist (§ 18 

Abs. 1 AnwGebV). Wie ausgeführt, war die Bedeutung und Schwierigkeit des Falls 

sowie  die  Verantwortung  und  der  notwendige  Zeitaufwand  für  die  anwaltliche 

Verteidigung nicht sehr hoch. Im Berufungsverfahren waren sodann nur noch drei 

der  fünf  Anklagepunkte  strittig.  Damit  erweist  sich  eine  Gebühr  von  Fr.  4'500.00 

(inkl. Auslagen und MwSt.) für anwaltliche Verteidigung als angemessen. Da die 

Beschuldigte lediglich im Umfange von zwei Dritteln obsiegt, ist ihr eine reduzierte 

Entschädigung im Betrag von Fr. 3'000.00 zuzusprechen. 

2.4. Die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers beantragt für das Berufungs-

verfahren eine Entschädigung von Fr. 7'270.90 (Urk. 90 S. 1; Urk. 91). Auch die 

Festlegung der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung richtet sich 

nach der Anwaltsgebührenverordnung. Es kann dazu auf die vorstehenden Erwä-

gungen verwiesen werden. Beim Privatkläger ging es in erster Linie um die Zuspre-

chung einer Genugtuung. Die Entschädigung hat daher im Vergleich zu derjenigen 

der  Beschuldigten  geringer  auszufallen.  Eine  Entschädigung  in  der  Höhe  von 

Fr. 3'000.00  erscheint  angemessen.  Zufolge  gewährter  unentgeltlicher  Rechts-

pflege sind diese Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen. Gemäss Art. 30 Abs. 3 

OHG und Art. 138 Abs. 1bis StPO müssen das Opfer und seine Angehörigen die 

Kosten für einen unentgeltlichen Rechtsbeistand nicht zurückerstatten. Vorbehal-

ten bleibt die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 1/3.

Es wird beschlossen:

1.

Vom Rückzug der Berufung des Privatklägers wird Vormerk genommen.

2.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 23. Juni 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

-   21   -

1.

Das Verfahren betreffend den Anklagepunkt Ziff. 3 der Beschimpfung im 

Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB vom 9. Dezember 2019 wird eingestellt.

2.

3.

(…)

Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB sowie der Tätlichkei-

ten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte freigespro-

chen.

4.-7.

(…)

8.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'500.00

; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00

  Gebühr für das Vorverfahren.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9.-11.

(…)

12.

(Mitteilungen)

13.

(Rechtsmittel)"

3.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Das Strafverfahren gegen die Beschuldigte A._____ betreffend den Ankla-

gepunkt Ziff. 1 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB wird eingestellt.

2.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB betreffend den Anklagepunkt Ziff. 

5.

3.

Die Beschuldigte A._____ wird freigesprochen vom Vorwurf der einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 4 StGB betreffend den Anklagepunkt Ziff. 2.

-   22   -

4.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–.

5.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

6.

Von der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils wird 

abgesehen.

7.

8.

Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen. 

Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden 

der Beschuldigten zu 1/5 auferlegt und zu 4/5 auf die Staatskasse genom-

men.

9.

Der Beschuldigten wird für das erstinstanzliche Verfahren eine reduzierte 

Prozessentschädigung von Fr. 12'000.00 (inkl. MwSt.) für anwaltliche Vertei-

digung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

10. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 250.00 zu bezahlen.

11. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft

12. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden der Beschuldigten zu 

1/3 auferlegt und zu 2/3 auf die Gerichtskasse genommen. 

13. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft im Beru-

fungsverfahren werden im Umfang von 2/3 definitiv und im Umfang von 

1/3 einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt die 

Rückzahlungspflicht der Beschuldigten gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 1/3. 

-   23   -

14. Der Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Prozes-

sentschädigung von Fr. 3'000.00 für anwaltliche Verteidigung aus der Ge-

richtskasse zugesprochen.

15. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(versandt)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

16. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

-   24   -

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 3. Februar 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw F. Herren

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.