# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70fdd744-6797-5450-8ffc-1e180707318a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.04.2020 720 19 327/80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-327-80_2020-04-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. April 2020 (720 19 327 / 80) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Es bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 

ärztlichen Feststellungen; Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung 

 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Susanne Afheldt , Gerichtsschreiber Pascal 
Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Tschopp, Advokat, 
Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Der 1962 geborene A.____ war vom 1. März 2014 bis 31. August 2016 als Eisenleger 
und Geschäftsführer der B.____GmbH tätig. Hernach bezog er Leistungen der Arbeitslosenver-
sicherung. Am 9. Dezember 2016 rutschte er in der Badewanne aus und verletzte sich am rech-
ten Handgelenk. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) erbrachte in der Folge 
die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilbehandlung). Mit Schreiben vom 3. April 2017 stell-
te sie diese mangels Unfallkausalität per 10. April 2017 ein. 

 

 
 
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A.2 Am 18. Februar 2017 meldete sich A.____ unter Hinweis auf unfallbedingte Beschwer-
den am rechten Handgelenk bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach 
Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse und nach Durchführung berufli-
cher Massnahmen lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) einen Anspruch von A.____ 
auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 22. August 2019 gestützt auf einen Invaliditätsgrad 
von 30 % ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, am 23. September 
2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Er beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 22. August 2019 aufzu-
heben und es sei ihm ab Dezember 2017 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die 
Verfügung vom 22. August 2019 vollumfänglich aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, ge-
stützt auf Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 weitere medizinische und berufliche Abklärungen vorzu-
nehmen und hernach über den Anspruch auf IV-Leistungen erneut zu entscheiden; unter o/e-
Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Gewährung des Replikrechts 
und die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Tschopp als Rechtsvertreter. 
Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass ihm eine Arbeitsleistung auf dem ersten 
Arbeitsmarkt aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mehr zu 100 % zumut-
bar sei und der angefochtene Entscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. 
Schliesslich rügte er eine Verletzung des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente". Die IV-Stelle 
sei zur Berentung geschritten, ohne Eingliederungsmassnahmen seriös zu prüfen und durchzu-
führen. 
 
C. Mit Schreiben vom 26. September 2019 zog der Beschwerdeführer das Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege zurück. 
 
D. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2019 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von 
PD Dr. med. C.____, FMH Neurochirurgie, vom 19. September 2019 ein. 
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Oktober 2019 schloss die IV-Stelle unter Hinweis auf 
eine Stellungnahme von Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 4. Oktober 2019 auf 
Abweisung der Beschwerde. Daran hielt sie auch in ihrer ergänzenden Eingabe vom 
15. Oktober 2019, unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. D.____ vom 14. Oktober 2019, 
fest. 
 
F. Am 17. Oktober 2019 zog das Kantonsgericht bei der Suva und bei der Zürich Versiche-
rungs-Gesellschaft AG als Krankentaggeldversicherung die Akten des Versicherten bei. 
 
G. Am 30. Oktober 2019 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med. E.____, 
FMH Neurologie, vom 2. Oktober 2019 ein. Hierzu nahm die IV-Stelle unter Hinweis auf eine 
Stellungnahme von Dr. D.____ vom 20. November 2019 am 21. November 2019 Stellung. 

 

 
 
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H. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 17. Januar 2020 / Duplik vom 
27. Februar 2020) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
I. Am 9. März 2020 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med. F.____, 
Fachärztin für Neurochirurgie, vom 15. Februar 2020 ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete 
am 12. März 2020 auf eine weitere Stellungnahme. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene Beschwerde vom 23. September 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachver-
halt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 22. August 2019 entwickelt 
hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen 
Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Später eingereichte ärztliche Berichte sind aber 
ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn daraus Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand 
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses gezogen werden können (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b in 
fine).  
 
3. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf 
eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-
destens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, 
wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 
Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 

 

 
 
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4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 
E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, 
E. 5.3). 
 
5. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auch der kantonale Sozialversiche-
rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). 
Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs-
pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 

 

 
 
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Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welche sich für den vorliegenden Ent-
scheid als zentral erweisen. 
 
6.2 Am 19. Juni 2017 diagnostizierte Dr. med. G.____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein traumatisiertes SLAC-Wirst Stadium II nach Kontusi-
onstrauma am 13. Dezember 2016 [recte: 9. Dezember 2016] bei unbekanntem Primärereignis. 
Die rechte dominante Hand sei nicht mehr belastbar. Als Eisenleger sei der Versicherte voll-
ständig arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit ohne Belastung der rechten Hand sei 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich noch möglich. 
 
6.3 Am 16. April 2018 diagnostizierte PD Dr. C.____ eine fortschreitende zervikale Spondy-
lose mit Spinalkanalstenosen C3/4, C4/5 und C5/6, eine Hyperglyzeridämie, ein traumatisiertes 
SLAC-Wirst Stadium II nach Kontusionstrauma und seit Monaten einen rezidivierenden Dreh-
schwindel. Der Versicherte sei aufgrund der zervikalen Spondylose und des Funktionsverlusts 
der rechten Hand deutlich eingeschränkt. Die Arbeit als Eisenleger sei nicht mehr möglich. 
Auch für eine alternative Beschäftigung sei der Versicherte aufgrund der Funktionseinbussen im 
ersten Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig. Klinisch bestünde keine manifeste Myelopathie. 
Dies könne damit zusammenhängen, dass er zwar eine hochgradige Spinalkanalstenose auf-
weise, gleichzeitig aber aufgrund der zervikalen Spondylose die Beweglichkeit der Halswirbel-
säule (HWS) so stark eingeschränkt sei, dass kaum mehr Bewegung stattfinde. Der aktuelle 
Zustand lasse sich operativ nicht verbessern. 
 
6.4 Am 17. August 2018 diagnostizierte Dr. E.____ einen Verdacht auf ein radikuläres sen-
somotorisches Ausfallsyndrom C7/8 rechts und eine zervikale Myelopathie. Klinisch bestünde 
der Verdacht auf ein polyradikuläres Ausfallsyndrom bzw. eine untere Plexusläsion. Elektrophy-
siologisch würden die Befunde auf ein radikuläres Ausfallsyndrom C7 rechts hindeuten. Die 
Ableitung evozierter Potentiale zeige eine Läsion der zentralen motorischen und sensiblen 
Bahnen, welche die aktuelle Klinik nicht erkläre, jedoch das Vorliegen einer zervikalen Myelopa-
thie belege. Regelmässige Physiotherapie sei dringend zu empfehlen. Zudem sei ein operativer 
Eingriff zu evaluieren. 
 
6.5 Am 21. August 2018 führte PD Dr. C.____ aus, der Versicherte leide im Anschluss an 
das Heben von schweren Lasten an exazerbierten Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die 
Schulter und in den Scapulabereich sowie an Schmerzen im Ellbogen rechts. Bei Letzteren 
könne es sich um einen muskulären Schmerz oder um eine Tendinose handeln. In Bezug auf 
die zervikale Spondylose gehe es dem Versicherten bereits wieder besser. Für eine Operation 
an der HWS bestehe somit kein Handlungsdruck und es sei unklar, inwiefern die Nacken- und 
Schulterschmerzen rechts auf eine Dekompression ansprechen würden. Klinisch bestünden 
keine gesicherten Zeichen einer Myelopathie. 

 

 
 
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6.6 Am 10. September 2018 hielt Dr. D.____ fest, die aktuelle Schmerzproblematik betref-
fend die rechte Schulter und den Ellbogen seien organisch nicht hinlänglich erklärbar. Auch der 
Drehschwindel imponiere unspezifisch. Nachvollziehbar sei eine eingeschränkte Funktion (Be-
lastbarkeit) der rechten Hand für einseitig schwere oder repetitive manuelle Anforderungen. In 
einer angepassten körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren körperlichen Arbeit oh-
ne streng bimanuellen Einsatz lasse sich dagegen keine massgebliche Funktionseinschränkung 
formulieren. Dass sich der Versicherte mit seinen aktuellen Beschwerden in keiner Weise ar-
beitsfähig erachte, lasse sich medizinisch nicht begründen. Die Befunde würden positive Res-
sourcen belegen, die ab dem 18. Februar 2017 eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zulassen 
würden. Auffallend seien eine Selbstlimitierung und eine Symptomausweitung. Der Fall sei me-
dizinisch komplex und aussagekräftig dokumentiert, so dass eine abschliessende versiche-
rungsmedizinische Stellungnahme nach aktueller Aktenlage vertretbar erscheine. 
 
6.7 In ihrem Verlaufsbericht vom 12. Oktober 2018 stellte Dr. E.____ ein multiradikuläres 
sensomotorisches Ausfallsyndrom C7 bis Th1 rechts und eine zervikale Myelopathie bei hoch-
gradiger Spinalkanalstenose auf der Höhe HWK 3/4 und HWK 5/6 fest. Im Verlauf zeige sich 
nun eine deutliche Atrophie der Muskeln der Myotome C7 bis Th1. 
 
6.8 Im Bericht des Universitätsspitals H.____ vom 17. Oktober 2018 wurde festgehalten, 
dass am 11. Oktober 2018 eine Verlaufskontrolle stattgefunden habe. Nach Angaben des Ver-
sicherten seien die Schmerzen im Ellbogen und die motorische Störung der rechten Hand fast 
vollständig verschwunden. Bildgebend zeige sich ein stabiler Verlauf. Klinisch gehe es dem 
Versicherten eher wieder besser. Elektrophysiologisch zeige sich eine diskrete Denervation im 
Musculus trizeps rechts. 
 
6.9 Am 24. Oktober 2018 nahm Dr. D.____ zu den nachgereichten medizinischen Unterla-
gen Stellung. Er hielt fest, dass ein primär sensibles, degenerativ bedingtes radikuläres Ausfall-
syndrom C7 rechts dokumentiert sei, wobei sich sowohl die motorische Störung als auch die 
Ausfälle im Verlauf der konservativen Behandlung fast komplett zurückgebildet hätten. Elektro-
physiologisch zeige sich noch eine ausdrücklich diskrete Denervierung im Muskulus trizeps, 
wobei die Muskelkraft gemäss dem differenzierten neurologischen Untersuchungsbefund nur 
sehr marginal eingeschränkt seien. In einer leichten körperlichen Tätigkeit liessen sich keine 
Einschränkungen ableiten. In Ergänzung zur bisherigen RAD-Beurteilung könne bis 11. Oktober 
2018 (Untersuchungszeitpunkt im Universitätsspital H.____) eine behandlungsbedingte volle 
Arbeitsunfähigkeit eingeräumt werden. Darüber hinaus sei auf die bisherige RAD-Beurteilung 
abzustellen. 
 
6.10 Am 1. Februar 2019 nahm Dr. D.____ erneut Stellung. Neurologisch sei nun ein peraku-
tes radikuläres Ausfallsyndrom C7/C8/Th1 rechts festgestellt worden. Klinisch imponiere jedoch 
eine bloss geringe Kraftminderung. Hinsichtlich Leistungsfähigkeit habe Dr. G.____ für ange-
passte Verweistätigkeiten eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit attestiert (Bericht vom 19. Juni 
2017). Die von Dr. C.____ im Bericht vom 16. April 2018 bescheinigte Arbeitsunfähigkeit sei bei 
genauer Betrachtung unter Einbezug der objektiven Befunde und der subjektiven Beschwerden 

 

 
 
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nicht plausibel. Wegen der symptomatisch zervikalen Osteochondrose mit Ausstrahlung in die 
Schulter sei in einer angepassten Tätigkeit keine massgebliche Limitierung der Arbeitsfähigkeit 
begründbar. Insgesamt liesse sich auch aus den neuen medizinischen Daten keine versiche-
rungsmedizinisch wegweisende Verschlechterung ableiten. Auf die RAD-Beurteilung vom 
24. Oktober 2018 könne weiterhin abgestellt werden. 
 
6.11 Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nahm Dr. D.____ am 13. März 2019 zu den 
Einwänden des Versicherten Stellung. Er hielt fest, dass keine neuen medizinischen Befunde 
vorliegen, die die bisherige RAD-Beurteilung in Frage stellen oder gar widerlegen würden. Ein 
fachspezifisches Gutachten sei nicht erforderlich. Angesichtes der verdächtigen Selbstlimitie-
rung des Versicherten erscheine auch eine berufliche Abklärung eher nicht zweckmässig. 
 
6.12 Im Bericht vom 12. September 2019 führte Dr. G.____ aus, aus handchirurgischer Sicht 
dominiere das neurologische Ausfallbild, was quasi einer unteren Plexusläsion entspreche, mit 
massiver Atrophie der entsprechenden Muskulatur. Diese werde sich einer Dekompression zer-
vikal nicht erholen. Zudem schränke die Radiocarpalarthrose die Hand zusätzlich ein. Die do-
minante rechte Hand könne selbst als Hilfshand kaum mehr eingesetzt werden. Unter Berück-
sichtigung der Immobilisation im Bereich der HWS sei es unmöglich, den Versicherten irgendwo 
in den Arbeitsprozess zu reintegrieren. 
 
6.13 Am 19. September 2019 führte PD Dr. C.____ aus, mittlerweile habe sich eine deutliche 
zervikale Myelopathie im Rahmen der zervikalen Spondylose entwickelt mit Parese der rechten 
oberen Extremität sowie Gangunsicherheit. Der Versicherte erreiche auf einer Skala für die 
Myelopathie von maximal 18 Punkten nur 11 Punkte, was einer fortgeschrittenen Myelopathie 
entspreche. Zudem seien die rechte Hand und der rechte Arm überhaupt nicht mehr funktionell 
einsetzbar. Angesichts der Verschlechterung der funktionellen Fähigkeiten des Versicherten sei 
eine Re-Evaluation des Invaliditätsgrads nötig. 
 
6.14 In seiner Stellungnahme zu den Vorbringen in der Beschwerde vom 23. September 
2019 führte der RAD-Arzt Dr. D.____ am 4. Oktober 2019 aus, dass der mit der Beschwerde 
eingereichte Bericht von Dr. G.____ vom 12. September 2019 keine neuen Erkenntnisse ent-
halte. Seine Beurteilung, wonach es unmöglich sei, den Versicherten irgendwo in den Arbeits-
prozess zu reintegrieren, erscheine undifferenziert, da er keine medizinisch-theoretisch ange-
passte Tätigkeit diskutiere und sich allein an den negativen Einschränkungen und den subjekti-
ven, auffallend schmerzhaft geprägten Beschwerden des Versicherten orientiere, obwohl 
messbar verwertbare funktionelle Ressourcen vorliegen würden. Bemerkenswert erscheine 
auch der Gesinnungswandel von Dr. G.____: Während er dem Versicherten im Bericht vom 
19. Juni 2017 noch eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert habe, stelle er 
nun offensichtlich auf die subjektiven Angaben des Versicherten ab und verneine eine Restar-
beitsfähigkeit, obwohl sich die Befunde im Verlauf nicht wesentlich verändert hätten. Zur Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit von PD Dr. C.____ (Bericht vom 16. April 2018) sei anzumerken, 
dass sich mit den inserierten Beschwerden und den notierte objektiven Befunden keine mass-
gebliche Limitierung der Arbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten Tätigkeit begründen 
lasse. Die RAD-Beurteilung der Zumutbarkeit punkto Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä-

 

 
 
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tigkeit sei unter Berücksichtigung der abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte 
sowie der objektiven medizinischen Befunde und den daraus ableitbaren Ressourcen erfolgt. 
Von einer erneuten neurologischen Abklärung seien keine wegweisenden Schlüsse zu erwar-
ten. Aus dem Bericht von PD Dr. C.____ vom 21. August 2018 gehe sodann eindeutig hervor, 
dass der Versicherte zwar wegen einer Schmerzexazerbation notfallmässig im X.____spital 
vorstellig worden sei, die Schmerzzunahme aber ausdrücklich belastungsabhängig und zwar im 
zeitlichen Zusammenhang beim Heben von Bauteilen seines Betonbrunnens ins Auto aufgetre-
ten sei, was per se schon Fragen nach der funktionellen Einschränkung der rechtsdominanten 
Seite der oberen Extremität sowie der HWS aufwerfe. Selbst wenn der Beschwerdeführer die 
Betonteile strikt einhändig bewegt hätte, wäre diese körperliche Ressource zweifellos auch in 
einer körperlich leichten Tätigkeit umsetzbar. Der Fall sei medizinisch komplex dokumentiert 
und der Versicherte sei bereits fachübergreifend spezialärztlich hinlänglich abgeklärt worden. 
Wegweisende Befundänderungen seien auch aus dem aktuellen Bericht des Handchirurgen 
Dr. G.____ nicht zu entnehmen, weshalb sich auch keine weiteren orthopädischen oder neuro-
logischen Abklärungen aufdrängen würden. Bei anscheinend dysfunktionaler Selbstdarstellung 
wäre jegliche weitere berufliche Abklärung wenig zweckmässig. 
 
6.15 Am 2. Oktober 2019 führte Dr. E.____ aus, dass sich eine weitere leichte Progredienz 
der Atrophien und Paresen im Bereich des rechten Arms zeige, wobei sich neu auch eine Pare-
se der C-6 versorgten Muskulatur nachweisbar sei. Bezüglich der zervikalen Myelopathie zeige 
sich klinisch ein progredienter Befund mit neu aufgetretenem Schwindel und sensibler Ataxie. 
Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar und eine Umschulung sei zum aktuellen Zeit-
punkt bei persistierenden schweren sensomotorischen Defiziten des rechten Arms nicht denk-
bar. Eine interdisziplinäre Begutachtung sei dringend angezeigt.  
 
6.16 Am 14. Oktober 2019 nahm Dr. D.____ zum Bericht von PD Dr. C.____ vom 
19. September 2019 Stellung. Er hielt fest, dass sich daraus keine massgebliche Änderung zu 
den zeitnahen Vorbefunden feststellen liesse. Seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne un-
ter versicherungsmedizinischen Kriterien nicht nachvollzogen werden, weil eine angepasste 
Tätigkeit medizinisch-theoretisch formuliert werden könne, in welcher die medizinisch unstreiti-
gen Funktionseinschränkungen des Versicherten gebührend berücksichtigt würden. Dasselbe 
gelte für die von PD Dr. C.____ beschriebene Gangunsicherheit. An der bisherigen RAD-
Beurteilung sei weiterhin festzuhalten. 
 
6.17 Am 20. November 2019 nahm Dr. D.____ zum Bericht von Dr. E.____ vom 2. Oktober 
2019 Stellung. Es würde zwar eine Progredienz der Atrophien und Paresen im Bereich der 
rechten Arms festgestellt. Diese würden aber ausdrücklich als leicht klassifiziert. Die beschrie-
bene Parese der C-6 versorgten Muskulatur könne unter versicherungsmedizinischen Kriterien 
keine abweichende Beurteilung der Zumutbarkeit begründen. Zudem sei die Muskelfunktion 
und Koordination der unteren Extremitäten offensichtlich noch nicht eingeschränkt. Insgesamt 
würden sich keine neuen medizinisch wegweisenden Befunde ergeben, welche die bisherigen 
RAD-Beurteilungen punkto Zumutbarkeit in Frage stellen oder gar widerlegen könnten. 
 

 

 
 
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6.18 Am 24. Januar 2020 stellte Dr. G.____ klar, dass sich seine Aussage im Bericht vom 
19. Juni 2017 hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit einzig auf das 
Handgelenk bezogen habe. Damals sei das sensomotorische Ausfallsyndrom nicht evident ge-
wesen. Der Versicherte präsentiere nach wie vor eine quasi afunktionelle rechte obere Extremi-
tät. Dass hier massive neuropathische Schmerzen mit hineinspielen würden, sei bei der eviden-
ten Neuropathie unschwer nachzuvollziehen. Zudem zeige sich eine Progression des SLAC-
Wirsts, welches vom Stadium II ins Stadium III gewechselt habe. Eine Arbeit in einem manuel-
len Beruf sei ausgeschlossen. Die von Dr. D.____ beschriebenen Ressourcen seien im Alltag 
nicht abrufbar. Die rechte Hand werde dauerhaft maximal als Hilfshand einsetzbar sein. 
 
6.19 Im Bericht vom 11. Februar 2020 beschreibt Dr. E.____ eine weitere Progredienz des 
multiradikulären sensomotorischen Ausfallsyndroms, mit aktuell klinischen Hinweisen auf eine 
Ausdehnung der Radikulopathie auf die Wurzeln C5-C1 rechts. Die bei zervikaler Spondylose 
mit hochgradiger Spinalkanalstenose bereits im August 2018 elektrophysiologisch nachgewie-
sene zervikale Myelopathie sei bei unverändert bestehender sensibler Ataxie klinisch stationär. 
Aus neurologischer Sicht bestünde eine funktionale Einhändigkeit. Zudem würde die ausge-
prägte Spondylose mit funktionaler Versteifung der zervikalen Wirbelsäule die Arbeitsfähigkeit 
zusätzlich einschränken. Die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit liege zwischen 30 % bis 
40 %. Bei zusätzlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Hand- und Wirbelsäu-
lenproblematik sei eine Begutachtung in den Fachgebieten Neurologie sowie Wirbelsäulen- und 
Handchirurgie zu empfehlen. 
 
6.20 Am 15. Februar 2020 hielt Dr. F.____ fest, bei der bekannten chronifizierten und ausge-
prägten Symptomatik seien die bisherige Tätigkeit als Eisenleger sowie manuelle Berufe nicht 
mehr möglich. Aufgrund der neurologischen Ausfallsymptome und den chronischen Schmerzen 
betrage die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit maximal 50 %. Selbst nach einem 
operativen Eingriff würde sich voraussichtlich keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit einstel-
len. 
 
6.21 Am 27. Februar 2020 nahm Dr. D.____ zu den Berichten von Dr. G.____ vom 
24. Januar 2020 und Dr. E.____ vom 11. Februar 2020 Stellung. Er hielt fest, dass der Versi-
cherte aufgrund der radiologischen Erkenntnisse als funktional einarmig einzustufen sei. Dar-
über hinaus ergäben sich aber keine Befunde, die eine abweichende Beurteilung der bisherigen 
RAD-Zumutbarkeit nahelegen oder gar belegen könnten. Die erhobenen Befunde würden 
durchaus noch veritabel Restfunktionen aufzeigen. Die vorliegenden medizinischen Unterlagen 
würden eine Beurteilung durch den RAD zulassen. Die bisherigen RAD-Stellungnahmen hätten 
weiterhin Gültigkeit. 
 
7.1 Die IV-Stelle ging in ihrer Verfügung vom 22. August 2019 gestützt auf die Beurteilungen 
des RAD-Arztes Dr. D.____ vom 10. September 2018, 24. Oktober 2018, 1. Februar 2019 und 
13. März 2019 davon aus, dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Eisenleger seit 
dem Unfall vom 9. Dezember 2016 vollständig arbeitsunfähig sei. Indes bejahte sie ab dem 
18. Februar 2017 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit. Wie 
oben ausgeführt, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass ein Versicherungsträger seinen 

 

 
 
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Entscheid auf medizinische Unterlagen stützt, die er versicherungsintern eingeholt hat. In sol-
chen Fällen sind jedoch strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen und zwar in 
dem Sinne, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind 
(vgl. E. 4.4 hiervor und die dortigen Hinweise auf die entsprechende bundesgerichtliche Recht-
sprechung). Vorliegend ergeben sich Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der von 
der Beschwerdegegnerin als massgebend erachteten versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, wie sich aus den nachstehenden Ausführungen ergibt. 
 
7.2 Zunächst fällt auf, dass der Beschwerdeführer nie gutachterlich abgeklärt wurde. Die der 
angefochtenen Verfügung zugrundeliegende Beurteilung des RAD-Arztes Dr. D.____ stützt sich 
einzig auf die Berichte der behandelnden Ärzte Dres. G.____, C.____ und E.____. Zwar erge-
ben sich daraus umfassende und differenzierte medizinische Befunde, die eine Aktenbeurtei-
lung durch den RAD grundsätzlich als möglich erscheinen lassen. Es bestehen aber unüber-
windbare Diskrepanzen hinsichtlich der Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerde-
führers. Während Dr. D.____ dem Beschwerdeführer in angepassten Tätigkeiten seit dem 
18. Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert, gehen die behandelnden Fachärzte 
von einer Arbeitsfähigkeit von 30 % bis 40 % bzw. 50 % oder sogar von einer gänzlichen Ar-
beitsunfähigkeit aus. Zwar erfolgten die Berichte der Dres. G.____, C.____, E.____ und F.____ 
vom 12. September 2019, 19. September 2019, 2. Oktober 2019, 24. Januar 2020, 11. Februar 
2020 und 15. Februar 2020 nach der Verfügung vom 22. August 2019. Sie lassen aber unstrei-
tig Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu, wes-
halb sie in diesem Verfahren zu berücksichtigen sind. Dies wird auch von der IV-Stelle zu Recht 
nicht in Abrede gestellt. Die erheblich unterschiedlichen Beurteilungen der Leistungsfähigkeit 
mögen zum Teil darauf zurückzuführen sein, dass die behandelnden Fachärzte bei ihrer Ein-
schätzung kein konkretes Profil möglicher Verweistätigkeiten vor Augen haben, sondern davon 
ausgehen, dass zunächst eine Umschulung durchzuführen wäre, bevor eine solche Einschät-
zung überhaupt gemacht werden kann. Eine Gesamtschau nahm einzig Dr. F.____ in ihrem 
Bericht vom 15. Februar 2020 vor, wobei sie dem Versicherten in einer angepassten Tätigkeit 
eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % attestiert. Es mag sein, dass die behandelnden Fach-
ärzte bei der Einschätzung der Leistungsfähigkeit – wie Dr. D.____ zu bedenken gibt – auch 
den subjektiven Beschwerdeangaben des Versicherten Gewicht beigemessen haben. Zudem 
ist zu beachten, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihres Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 
E. 3b/cc), weshalb auch aus diesem Grund bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit nicht un-
besehen auf die vorliegenden Einschätzungen der Fachärzte abgestellt werden kann. Anderer-
seits ist nicht zu übersehen, dass der Beschwerdeführer an massiven somatischen Befunden 
leidet, die geeignet sind, ihn auch in körperlich angepassten Beschäftigungen einzuschränken. 
So taxierte auch Dr. D.____ den Versicherten als funktionell einarmig. Vor diesem Hintergrund 
bestehen mehr als nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der massge-
benden Feststellung des RAD, wonach der Versicherte in einer angepassten Tätigkeit ab dem 
18. Februar 2017 zu 100 % arbeitsfähig sei. Dies gilt vorliegend umso mehr, als keine fachärzt-
lichen Gutachten vorhanden sind und Dr. D.____ den Beschwerdeführer nie persönlich unter-
suchte. Da Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der von der Beschwerdegegnerin 

 

 
 
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eingeholten und als massgeblich erachteten versicherungsinternen Beurteilung von Dr. D.____ 
bestehen, kann nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.4 hiervor) bei diesem Beweisergebnis nicht 
auf seine Beurteilung abgestellt werden. So wie sich die Aktenlage präsentiert, ist der massge-
bende medizinische Sachverhalt im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht ausreichend abge-
klärt. Namentlich kann keine verlässliche Aussage bezüglich einer allfälligen Arbeitsfähigkeit 
des Versicherten in angepassten Verweistätigkeiten gemacht werden. Die angefochtene Verfü-
gung vom 22. August 2019 ist deshalb aufzuheben und es sind weitere medizinische Abklärun-
gen vorzunehmen. 
 
7.3 Rechtsprechungsgemäss können die Sozialversicherungsgerichte nicht mehr frei ent-
scheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. 
Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, 
wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gut-
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserhebli-
chen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, 
wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage be-
gründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtli-
chen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff. E. 4.4.1 ff.). Vorliegend erweist sich die 
der angefochtenen Verfügung vom 22. August 2019 zugrunde gelegte Beurteilung des RAD-
Arztes Dr. D.____ in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des Versicherten in Verweistätigkeiten als 
nicht beweistauglich. Da es die IV-Stelle unterliess, die diesbezüglich nötigen Abklärungen zu 
veranlassen, und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren 
versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vorinstanz 
nichts entgegen. Diese wird angehalten, den Verlauf der gesundheitlichen Entwicklung und die 
Leistungsfähigkeit des Versicherten in Verweistätigkeiten unter Berücksichtigung aller gesund-
heitlichen Beschwerden durch unabhängige versicherungsexterne medizinische Fachpersonen 
neurologisch sowie orthopädisch abklären zu lassen. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktener-
gänzung wird sie allfällige berufliche Eingliederungsmassnahmen prüfen und über den Leis-
tungsanspruch des Versicherten neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in 
dem Sinne gutzuheissen. 
 
8.1 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung 
von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden 
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah-
rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des 
bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden 
die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer-
legt. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Ange-
legenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Ver-
fügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei 
als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 
und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- wer-

 

 
 
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den somit ihr auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuer-
statten. 
 
8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An-
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht 
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozes-
ses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts genügt für den bundesrechtlichen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der 
Beschwerde führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Beurteilung alle 
Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (BGE 132 V 215 E. 6.2). 
Nachdem die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur erneuten Abklärung im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerdeführer eine Par-
teientschädigung auszurichten. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Hono-
rarnote vom 11. März 2020 einen Zeitaufwand von 16 Stunden und 10 Minuten geltend ge-
macht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
sowie des zweiten Schriftenwechsels nicht zu beanstanden ist. Hinzu kommen die in der Hono-
rarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 88.80. Somit ist dem Beschwerdeführer für 
das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'448.50 
(16,16 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 88.80 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger 
zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern 
um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-
weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtli-
chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22. August 2019 aufgehoben 
und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun-
gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegne-
rin zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdegegnerin auferlegt. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 4'448.50 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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