# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad3b954a-602d-5542-999e-53ce1c4146b9
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.12.2023 725 2023 244 / 286 (725 23 244 / 286)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-244---286_2023-12-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 14. Dezember 2023 (725 23 244 / 286) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der Schleudertrauma-Praxis ge-

mäss BGE 117 V 359 

 

 
 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Marco Albrecht, Advo-
kat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Reto Bachmann, Rechtsanwalt, LISCHER 
ZEMP & PARTNER, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
 

 

 
 
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A. Die 1963 geborene A.____ war zuletzt als Raumpflegerin bei der B.____ angestellt. Über 
ihre Arbeitgeberin war sie bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligato-
risch gegen Unfallfolgen versichert. Am 27. Juli 2019 erlitt sie in X.____ einen Verkehrsunfall (vgl. 
Unfallmeldung vom 9. August 2019). Die erstbehandelnde Ärztin in der Schweiz, Dr. med. 
C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbelsäule 
(HWS), eine Prellung am Thorax links und an der linken Schulter (vgl. Arztzeugnis UVG vom 
29. August 2019). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Ver-
sicherungsleistungen.  
 
B. Am 14. März 2022 teilte die Suva der Versicherten mit, dass sie gestützt auf die Beur-
teilung von Prof. Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, vom 22. Februar 2022 die Heilbehandlungskosten- und Taggeldleistungen per 
31. Mai 2022 einstellen werde. Nachdem die Stellungnahme ihres Vertrauensarztes, Dr. med. 
E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 11. 
April 2022 eingegangen war, verneinte die Suva mit Verfügung vom 26. Mai 2022 einen Anspruch 
der Versicherten auf eine Invalidenrente mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades und auf 
eine Integritätsentschädigung mangels Vorliegens einer erheblichen Schädigung der körperli-
chen Integrität. Die dagegen am 20. Juni 2022 bzw. am 14. Oktober 2022 erhobene Einsprache 
wies die Suva mit Entscheid vom 14. Juni 2023 ab.   
 
C. Hiergegen reichte A.____, vertreten durch Advokat Marco Albrecht, mit Eingabe vom 
9. August 2023 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht), ein. Sie beantragte, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und es 
seien ihr mindestens eine halbe Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung aufgrund einer 
Integritätseinbusse von 15 % zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärun-
gen zum medizinischen Sachverhalt durchzuführen; alles unter o/e-Kostenfolge.  
 
D. Die Suva schloss in ihrer Vernehmlassung vom 28. August 2023 auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
E. Am 31. August 2023 wurde das Aktendossier der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
beigezogen. 
 
F. Mit Verfügung vom 7. September 2023 wurde der Fall dem Gericht zur Beurteilung über-
wiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 

 

 
 
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erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in Y.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der 
Versicherten vom 9. August 2023 ist demnach einzutreten.  
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versi-
cherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 
10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand-
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwar-
tet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge-
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen da-
hin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erheb-
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 
Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Inva-
lidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen 
Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
2.2 Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 
UVG noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steige-
rung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die 
Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch 
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins 
Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 
8C_888/2013, E. 4.1). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fort-
setzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu erwartender gering-
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. Medizinische Vor-
kehren, welche lediglich einer vorübergehenden Schmerzlinderung dienen und keine namhafte 
Verbesserung des Gesundheitszustandes bewirken, sind vom Unfallversicherer nicht zu über-
nehmen, auch wenn es sich erwiesenermassen um Unfallfolgen handelt. Der Gesundheitszu-
stand der versicherten Person muss prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun-
gen beurteilt werden (Urteile des Bundesgerichts vom 7. September 2017, 8C_142/2017, E. 4 
und vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1 mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv 
zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt-
berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf all-
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
mit Hinweis).  
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Den Berichten und Gutachten versicherungs-
interner Fachpersonen hingegen kommt nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichts-
gutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt-
lichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4 mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Reine Aktengut-
achten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um 
die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 
des Bundesgerichts vom 23. April 2021, 8C_750/2020, E. 4 mit Hinweisen). 
 
4.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass sich die Versicherte beim Verkehrsunfall vom 27. Juli 
2019 eine HWS-Distorsion und Prellungen an der Lendenwirbelsäule (LWS), am Thorax und an 
der linken Schulter sowie ein Hämatom am Bauch zuzog (Dokumentationsbogen für Erstkonsul-
tation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 7. August 2019 und Arztzeugnis UVG 

 

 
 
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von Dr. C.____ vom 29. August 2019). Mit MR-Arthrographie des linken Schultergelenks vom 12. 
September 2019 konnten eine transmurale Ruptur bei der Supraspinatussehne, eine deutlich ak-
tivierte AC-Gelenksarthrose, kleine Ossikel an der Spitze des Acromions sowie eine leichte 
Tendinopathie der Suprapspinatussehne nachgewiesen werden. Dr. med. F.____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Ver-
laufseintrag vom 1. Oktober 2019 als Diagnose eine traumatisch bedingte Rotatorenmanschet-
tenruptur links und ein traumatisiertes AC-Gelenk links fest, welche operativ behandelt werden 
sollten (vgl. auch Bericht vom 2. Oktober 2019). Die Operation (Supraspinatussehnennaht, Acri-
omoplastik und Resektion AC-Gelenk) fand am 25. Oktober 2019 statt (vgl. Operationsbericht 
vom 25. Oktober 2019).  
 
4.2 Die Kreisärztin Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, bejahte die Unfallkau-
salität der transmuralen Ruptur der Supraspinatussehne. Die AC-Gelenksarthrose bezeichnete 
sie jedoch als vorbestehend und von degenerativer Natur.  
 
4.3 Im postoperativen Verlauf klagte die Versicherte über Schmerzen am linken Schulterge-
lenk. Dr. F.____ äusserte den Verdacht auf eine Frozen Shoulder (vgl. Verlaufseinträge vom 
18. November 2018, 9. Dezember 2019, 20. Januar 2020 und 26. Februar 2020). Die MR-
Arthrographie vom 16. Mai 2020 zeigte eine artikulärseitige Teilruptur der Supraspinatussehne 
und der langen Bizepssehne, eine leichte Tendinopathie der kranialen Infraspinatussehne und 
eine minimale Knorpelverschmälerung in der glenoidalen Artikulationsfläche (vgl. auch Ver-
laufseintrag von Dr. F.____ vom 19. Mai 2020). Da sich keine Verbesserung des Gesundheitszu-
standes zeigte, führte Dr. F.____ am 14. August 2020 an der linken Schulter eine Schulterarthro-
skopie mit Débridement der Supraspinatussehne sowie Tenotomie der langen Bizepssehne 
durch (vgl. Operationsbericht vom 14. August 2020). Im weiteren Verlauf ergaben sich deutliche 
Hinweise auf eine Frozen Shoulder (vgl. Verlaufseintrag von Dr. F.____ vom 23. September 
2020). Auf Anfrage der Suva formulierte Dr. F.____ am 18. Juni 2020 ein Zumutbarkeitsprofil. 
Danach könne die Versicherte keine Arbeiten mit Belastung der linken Schulter über Schulter-
höhe und keine repetitiven Arbeiten mit vorderer Elevation mehr ausführen. Desgleichen sei eine 
Abduktionsbelastung mit Gewichten über 1 kg nicht mehr möglich. Im Verlaufsbericht vom 23. 
September 2020 berichtete Dr. F.____ über keine Besserung der Beschwerden. 
 
4.4 Am 20. Januar 2021 untersuchte Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, die linke Schulter der Versicherten. Er stellte bei im 
Wesentlichen gleicher Diagnosestellung wie Dr. F.____ eine deutlich eingeschränkte Beweglich-
keit der linken Schulter fest. Erstaunlich sei, dass die Versicherte auch in Endstellung beim Heben 
in Flexion und Abduktion den Arm nicht aktiv halten könne. Um eine neurologische Ursache aus-
schliessen zu können, überwies er die Versicherte an Dr. med. I.____, FMH Neurologie.  
 
4.5 Die neurologische Untersuchung durch Dr. I.____ ergab keine Hinweise auf eine Myo-
pathie, eine Myositis in den proximalen Armmuskeln oder eine neurogene Schwäche der Arm-
muskulatur, welche die Armabduktionsschwäche hätten erklären können (vgl. Bericht vom 
12. Februar 2020 [richtig wohl 2021]). Gestützt auf diese Beurteilung ging Dr. H.____ von einem 
Schmerzverarbeitungsproblem aus (vgl. Verlaufseintrag vom 14. April 2021).  

 

 
 
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4.6 Die Arthrographie vom 2. Juni 2021 zeigte einen durchgängigen Ansatz der refixierten 
Supraspinatussehne mit deutlicher Ausdünnung der noch durchgehenden dorsalen Sehnenfa-
sern sowie eine regelrechte Insertion der Subscapularis- und der Infraspinatussehnenplatte bei 
insgesamt kräftiger Rotatorenmanschettenmuskulatur, einen Status nach Tenodese der langen 
Bizepssehne und nach subacriomaler Dekompression. Aufgrund dieses Befundes erachtete 
Dr. H.____ einen Kraftverlust bei ausgedünnter und allenfalls verlängerter Supraspinatussehne 
als möglich. Die dauernden Schmerzen an der Schulter seien jedoch orthopädisch schwer nach-
vollziehbar. Auf orthopädischem Fachgebiet seien keine Verbesserungsmöglichkeiten zu sehen. 
Es werde eine Schmerztherapie in der Schmerzklinik des Spitals J.____ empfohlen Spital J.____ 
wurde am 13. Oktober 2021 eine Infiltration beim linken AC-Gelenk durchgeführt, welche jedoch 
nur eine minimale Besserung ergab (vgl. Berichte vom 13. und 21. Oktober 2021).  
 
4.7 Am 22. Dezember 2021 erfolgte eine sonomorphologische Beurteilung des linken Schul-
tergelenks durch Dr. med. K.____, FMH Rheumatologie. Dieser konnte keine eindeutigen Hin-
weise auf eine Reruptur der rekonstruierten, sehr dünnen, aber intakten Supraspinatussehne o-
der eine inflammatorische Bursitis finden. Als Hauptproblem zeige sich eine myofasziale Kompo-
nente im Schultergürtel bis zum Nacken aufgrund einer Instabilität im AC-Gelenk. Da die AC-
Gelenksinjektion nicht ausreichend geholfen habe, sei eine entzündliche Komponente in diesem 
Bereich unwahrscheinlich. Am ehesten handle es sich um ein biomechanisches Problem bei In-
stabilität des AC-Gelenks.  
 
4.8 Auf Empfehlung des Kreisarztes Dr. E.____ vom 1. Dezember 2021 wurde Prof. D.____ 
mit der Beurteilung des Gesundheitszustandes der Versicherten beauftragt. Prof. D.____ diag-
nostizierte am 22. Februar 2022 gestützt auf die klinischen und bildgebenden Befunde (inkl. CT-
Befund vom 18. Februar 2022) unklare Schulterschmerzen links bei Status nach den operativen 
Eingriffen vom 25. Oktober 2019 und 14. August 2020. Im Befund hielt er eine horizontale Insta-
bilität, starke Schmerzen über dem AC-Gelenk sowie eine Druckdolenz beim kleinen Brustmuskel 
fest. Er gehe mit Dr. H.____ einig, dass der Gesundheitszustand aus orthopädischer Sicht nicht 
mehr verbessert werden könne und somit ein stabiler Endzustand bestehe. Eine Operation sei 
nicht angezeigt. Die Versicherte könne nur noch leichte Arbeiten ausführen. Tätigkeiten mit dem 
linken Arm seien weder repetitiv noch über der Brusthöhe möglich.  
 
4.9 Nach Vorlage der Beurteilung von Prof. D.____ führte Dr. E.____ in seinen Stellungnah-
men vom 14. März 2022 und 11. April 2022 aus, dass von weiteren Behandlungen keine wesent-
liche Besserung der Schulterfunktion und der Schultergelenksbeweglichkeit erwartet werden 
könne. Es sei lediglich eine Schmerzlinderung mittels Schmerztherapie in sehr geringem Umfang 
möglich. Die Versicherte könne mittelschwere und schwere körperliche Arbeiten und somit ihre 
angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft nicht mehr ausüben. Dagegen sei es ihr zumutbar, 
eine wechselbelastende (Gehen, Sitze, Stehen), leichte körperliche Tätigkeit (d.h. Lasten von 5 
bis max. 10 kg beidhändig) ganztags auszuführen. Arbeiten ausschliesslich mit dem linken Arm 
seien nicht mehr möglich. Zu vermeiden seien in Bezug auf den linken Arm auch repetitive Be-
lastungen, Arbeiten auf dem Niveau der Horizontalen und darüber sowie in Armvorhalte.  
 

 

 
 
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5. Gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. E.____ vom 14. März 2022 und 
11. April 2022 ging die Suva davon aus, dass der Endzustand der linken Schulterproblematik per 
31. Mai 2022 erreicht sei, was nicht zu beanstanden ist. Da im Zeitpunkt des Fallabschlusses 
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung nicht zur Diskussion standen, beurteilt 
sich dessen Rechtmässigkeit danach, ob in der Folge von einer Fortsetzung der ärztlichen Be-
handlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Versicherten erwartet wer-
den konnte (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezem-
ber 2019, 8C_674/2019, E. 4.2). Aus den vorstehend geschilderten medizinischen Beurteilungen 
von Dr. H.____ und Prof. D.____ vom 14. April 2021 bzw. vom 22. Februar 2022 geht deutlich 
hervor, dass von weiteren Behandlungen mit keiner wesentlichen Verbesserung des Gesund-
heitszustandes der Versicherten zu rechnen war. Indem sich der Kreisarzt Dr. E.____ der Auf-
fassung der beiden Fachärzte anschloss, liegen übereinstimmende Beurteilungen vor, weshalb 
die Suva zu Recht den medizinischen Endzustand per 31. Mai 2022 festlegte. Dies wird von der 
Versicherten auch nicht beanstandet.  
 
6.1 Für weitere Leistungen über den Fallabschluss hinaus wie eine Rente oder eine Integri-
tätsentschädigung hat der Unfallversicherer nur aufzukommen, wenn zwischen dem versicherten 
Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) 
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam-
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als ein-
getreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu-
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund-
heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das 
Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund-
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 
rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr 
obliegenden Beweiswürdigung nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
(vgl. dazu BGE 144 V 427 E. 3.2) zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1, 129 V 177 E. 
3.1 mit Hinweisen). 
 
6.2 Bei einem Schleudertrauma ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle ist der na-
türliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den bestehenden Beschwerden sowie 
der damit verbundenen Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit in der Regel gege-
ben, wenn ein solches Trauma diagnostiziert ist und innert der Latenzzeit von 24 bis höchstens 
72 Stunden seit dem Unfall (RKUV 2000 Nr. U 359, S. 29 E. 5e) die für diese Verletzung typische 
Beschwerdesymptomatik (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis-
störungen, Übelkeit, Depression, Wesensveränderung usw.) zumindest teilweise aufgetreten ist 
(BGE 117 V 369 E. 4a und E. 4b). Dasselbe gilt bei Verletzungen im Bereich der HWS, die auf 
einem dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzungsmechanismus (Kopfanprall mit Abkni-
ckung der HWS, Distorsionstrauma der HWS mit Kopfanprall, vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 395 

 

 
 
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S. 317 E. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67) oder einem Schädel-Hirn-Trauma (BGE 134 V 109 und 
117 V 369 E. 4a) beruhen. 
 
6.3 Für eine Bejahung der Leistungspflicht des Unfallversicherers muss zwischen dem Un-
fallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquater 
Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate 
Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen 
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er-
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 456 E. 5c, 123 
V 98 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erfor-
derliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die 
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (Urteil des 
Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_626/2010, E. 5; BGE 112 V 30 E. 1b).  
 
6.4 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 98 E. 5b/bb). Anders verhält es sich bei natürlich 
unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Be-
urteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf des geltend gemachten Unfaller-
eignisses auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Aus-
schluss psychischer Aspekte geprüft (sogenannte Psycho-Praxis; BGE 115 V 133), während 
nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-Hirn-
traumen anwendbaren sogenannten Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen 
physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 
mit Hinweisen). Als Ausnahme von diesen Regeln greift allerdings die auf die objektiven, physi-
schen Unfallfolgen beschränkte Adäquanzbeurteilung (d.h. die Psycho-Praxis) auch bei Unfällen 
mit Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung Platz, wenn die zum typischen Be-
schwerdebild (BGE 119 V 338 E. 1) gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben 
sind, im Vergleich zu einer vorhandenen, ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in 
den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). 
 
7.1 Die rund 1 ½ Monate nach dem Unfallereignis durchgeführte MR-Arthrographie vom 
12. September 2019 zeigte eine transmurale Ruptur im zentralen und hinteren Anteil der Supra-
spinatussehne, eine deutlich aktivierte AC-Gelenksarthrose mit kleinen Ossikeln an der Spitze 
des Acromions sowie eine leichte Tendinopathie an der Supraspinatussehne. Die Versicherte ist 
der Ansicht, dass – bis auf die Tendinopathie – sämtliche Befunde unfallkausal seien. Zur Be-
gründung bringt sie vor, dass Prof. D.____ von einem traumatisierten und folglich von einem 
unfallkausalen AC-Gelenk ausgehe (vgl. auch Bericht von Dr. F.____ vom 2. Oktober 2019, der 

 

 
 
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ebenfalls von einer traumatisch bedingten Rotatorenmanschettenruptur spricht). Die Finger-
parästhesien seien Folge der Schulterproblematik und somit ebenfalls auf das Unfallereignis zu-
rückzuführen. Entgegen der Ansicht der Versicherten kann allein aufgrund eines in der Diagno-
seauflistung als traumatisiert bezeichneten Leidens nicht darauf geschlossen werden, dass die 
von der Versicherten geltend gemachten Beeinträchtigungen tatsächlich mit dem Unfallereignis 
in einem Zusammenhang stehen. Hierfür bedarf es einer nachvollziehbaren Begründung. Mit der 
Unfallkausalität der AC-Gelenksproblematik setzte sich jedoch keiner der behandelnden Ärzte 
auseinander. Das Gleiche gilt für die von der Versicherten geltend gemachten Parästhesien an 
den Fingerspitzen. Einzig die Kreisärztin Dr. G.____ befasste sich mit der Unfallkausalität der 
transmuralen Ruptur und der AC-Gelenksproblematik. Dass die Kreisärztin sich nicht zur Unfall-
kausalität der Tendinopathie äusserte, ist wohl darauf zurückzuführen, dass es sich bei diesem 
Leiden um eine nicht-bakterielle Entzündung der Sehnen bzw. Sehnenscheiden in Ansatznähe 
und degenerative Veränderungen an Sehnenursprüngen und -ansätzen handelt 
(vgl. PSCHYREMBEL, online URL: https://rb.gy/l79g7a [12.12.2023]). Bei diesem Leiden ist deshalb 
per se von einer unfallfremden Ursache auszugehen. In Bezug auf die anderen beiden Befunde 
der MR-Arthrographie erachtete sie nur die transmurale Ruptur als unfallkausal. Die AC-
Gelenksproblematik bezeichnete sie von vorbestehender, degenerativer Natur. Eine Begründung 
hierfür fehlt jedoch. Bei dieser Sachlage müsste grundsätzlich die Unfallkausalität der AC-
Gelenksproblematik und der Fingerparästhesien abgeklärt werden. Auf solche Abklärungen kann 
jedoch verzichtet werden. Wie im Folgenden zu zeigen sein wird, fehlt es vorliegend nämlich an 
dem für die Bejahung einer Leistungspflicht – zusätzlich zur natürlichen Unfallkausalität – erfor-
derlichen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den zum Zeitpunkt des Fallabschlusses 
geklagten Beeinträchtigungen und dem am 27. Juli 2019 erlittenen Unfall.  
 
7.2 Aufgrund der medizinischen Akten steht fest, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 
per 31. Mai 2022 für die von der Versicherten glaubhaft geschilderten Beeinträchtigungen keine 
objektiven Befunde vorliegen. Dabei ist zu beachten, dass nach konstanter bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung erst dann von objektivierbaren Unfallfolgen gesprochen werden kann, wenn die 
erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen hinreichend bestätigt werden 
können (BGE 138 V 248 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, 
E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Keiner der behandelnden Ärzte konnte die im Zeitpunkt des 
Fallabschlusses geltend gemachten anhaltenden Schulterbeschwerden aufgrund der bildgeben-
den und klinischen Befunde objektiv erklären (vgl. Berichte von Dr. H.____ vom 16. Juni 2021, 
von Dr. K.____ vom 22. Dezember 2021 und Prof. D.____ vom 22. Februar 2022). Desgleichen 
waren die Parästhesien an den Fingerspitzen neurologisch nicht objektivierbar (vgl. EMG-Bericht 
von Dr. I.____ vom 12. Februar 2020). Es ist somit mit dem im Sozialversicherungsrecht gelten-
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass kein auf das 
versicherte Ereignis zurückzuführendes organisches Korrelat für die von der Versicherten ge-
klagte Symptomatik gegeben ist. 
 
7.3 Mangels objektivierbarer Befunde hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen 
(vgl. Erwägung 6.4). Vorliegend wurde bei der Versicherten ein HWS-Distorsionstrauma diagnos-
tiziert (vgl. Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungs-
trauma vom 7. August 2019 und Arztzeugnis UVG von Dr. C.____ vom 29. August 2019). Innert 

 

 
 
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72 Stunden beschrieb die Versicherte Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Schlafstö-
rungen, d.h. Beeinträchtigungen, welche zum bunten Beschwerdebild gehören. Diese wurden im 
weiteren Verlauf nicht mehr oder höchstens am Rande erwähnt. Im Zeitpunkt des Fallabschlus-
ses war schliesslich keine Rede mehr davon. Selbst die Versicherte gab anlässlich der Untersu-
chung durch Prof. D.____ an, dass die HWS-Beschwerden nur initial beständen hätten. Ob unter 
diesen Umständen die Adäquanzbeurteilung dennoch nach BGE 117 V 359 (Schleudertrauma-
Praxis) zu erfolgen hat, ist fraglich (vgl. Erwägung 6.4). Ob die Adäquanzprüfung nach BGE 117 
V 359 oder nach der Psycho-Praxis gemäss BGE 115 V 133 vorzunehmen ist, kann letztlich 
offenbleiben, da eine Leistungspflicht der Suva über den 31. Mai 2022 hinaus mangels adäquaten 
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den geltend gemachten Beschwerden 
selbst nach der für die Versicherte günstigere Schleudertrauma-Praxis zu verneinen ist (BGE 148 
V 138 E. 5.1.2, 135 V 465 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 15. September 
2021, 8C_409/2021, E. 6.2).  
 
8.1 Die Bejahung der Adäquanz nach der "Schleudertrauma-Praxis" setzt voraus, dass dem 
Unfall für die Entstehung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zu-
kommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, 
wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen beziehungsweise 
leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem dazwischen-
liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang 
in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint wer-
den kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf-
grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare 
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bezie-
hungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Es 
handelt sich dabei um folgende Kriterien (BGE 134 V 109 E. 10.3):  
 
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 

- eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 

- erhebliche Beschwerden; 

- eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 

- ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung. 

 

Dabei ist nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in die Gesamtwürdigung erforder-
lich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen 
Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als 
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren 
Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. 
Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen 
mehrere der sieben unfallbezogenen Kriterien bejaht werden können (Urteil des Bundesgerichts 

 

 
 
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vom 26. Februar 2018, 8C_414/2017, E. 3.4). Diese Qualifikation des Unfalls zusammen mit den 
objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
(BGE 117 V 359 E. 6b). 
 
8.2 Gemäss Unfallschilderung der Versicherten vom 19. August 2019 waren ihr Ehemann 
und sie am 27. Juli 2019 in ihrem Auto auf der Autobahn in X.____ unterwegs gewesen. Sie sass 
schlafend auf dem Beifahrersitz, als ihr Ehemann plötzlich stark habe abbremsen müssen. Infolge 
eines zu langen Bremsweges sei er auf das vordere Auto aufgefahren. Mit der Suva ist einig zu 
gehen, dass einfache Auffahrunfälle – wie der vorliegende Unfall – rechtsprechungsgemäss in 
der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert werden (Urteil 
des Bundesgerichts vom 14. Juni 2017, 8C_833/2016, E. 6.1). Bei einem mittelschweren Ereignis 
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ist die Adäquanz zu bejahen, wenn vier der massgebli-
chen Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt sind (vgl. ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich/Basel/Genf 
2012, zu Art. 6 S. 64). Dies wird von der Versicherten auch nicht bestritten.  
 
8.3.1 Vorliegend ist weder das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls noch das Kriterium der Schwere oder besonderen Art 
der erlittenen Verletzung zu bejahen (Urteile des Bundesgerichts vom 1. April 2015, 
8C_791/2014, E. 4.2.2 mit Hinweisen, vom 15. Januar 2015, 8C_325/2014, E. 4.2.2 und vom 
20. November 2008, 8C_397/2008, E. 5.2). Auch das Vorliegen des Kriteriums der fortgesetzt 
spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung ist zu verneinen, zumal die medikamentösen 
und physiotherapeutischen Behandlungen wie auch ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungen 
ausser Betracht fallen (Urteile des Bundesgerichts vom 14. Februar 2012, 8C_150/2011, E. 9.2.4, 
vom 6. Februar 2007, U 479/05, E. 8.3.3 und vom 1. April 2015, 8C_791/2014, E. 4.2.4). Ferner 
macht die Versicherte zu Recht nicht geltend, dass das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, 
welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, erfüllt sei (BGE 134 V 109 E. 10.2.5). Be-
sondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigten oder zu erheblichen Komplikationen geführt 
hätten, sind vorliegend nicht ersichtlich. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und 
der geklagten Beschwerden darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche 
Komplikationen geschlossen werden. Wohl musste sich die Versicherte zwei Operationen an der 
linken Schulter unterziehen (vgl. Operationsberichte vom 25. Oktober 2019 und vom 14. August 
2020). Dies kann indessen nicht als erhebliche Komplikation bezeichnet werden (Urteil des Bun-
desgerichts vom 30. August 2006, U 21/06, E. 4.5). Besonderer Gründe, welche die Genesung 
beeinträchtigt oder verzögert haben (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2007, U 479/05, 
E. 8.5 mit Hinweis, publ. in: SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81), liegen hier nicht vor, weshalb das Krite-
rium nicht bejaht werden kann. 
 
8.3.2 Beim Kriterium der erheblichen Beschwerden ist zu beachten, dass diese aufgrund der 
Individualität des Schmerzempfindens subjektiv ausgeprägt und deshalb zu objektivieren sind. 
Adäquanzrelevant können nur die in der Zeit zwischen dem fraglichen Unfallereignis und dem 
Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden sein. Die 
Erheblichkeit beurteilt sich nach Massgabe der glaubhaften Schmerzen und der Beeinträchti-

 

 
 
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gung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt. Die Versi-
cherte macht insbesondere geltend, dass sie immer noch an heftigen Schmerzen im Schulterbe-
reich, an Taubheitsgefühlen in den Fingern und an Nachtschmerzen mit Erwachen und Aufste-
henmüssen leide. So könne sie beispielsweise nur mit grosser Mühe und Unterstützung von Fa-
milienmitgliedern die Haushaltsarbeiten verrichten. Ferner sei sie nicht mehr in der Lage zu ar-
beiten. Dass die Beschwerden zu einer gewissen Verminderung der Lebensqualität führen, wird 
nicht in Abrede gestellt. Ob in ihrem Fall von erheblichen Beschwerden gesprochen werden kann, 
ist schwierig, fehlen doch hierfür weitere entsprechende objektive Anhaltspunkte. Zu Gunsten der 
Versicherten wird das Kriterium der erheblichen Beschwerden bejaht, jedoch nicht in ausgepräg-
ter Form.  
 
8.3.3 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit massgebend, sondern eine 
erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte 
Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung 
raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der 
versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger 
persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss in er-
heblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das 
Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). Weiter ist zu beachten, dass das Kriterium der 
erheblichen Arbeitsunfähigkeit sich nicht nur auf den angestammten Beruf, sondern auch auf al-
ternative leidensangepasste Arbeiten bezieht (Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2014, 
8C_635/2013). Der Versicherten war in der angestammten Tätigkeit seit dem Unfall durchgehend 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert worden. Im April 2022 gelangte der Kreisarzt 
Dr. E.____ zum Schluss, dass der Versicherten auch eine leidensangepasste ganztägige Er-
werbstätigkeit uneingeschränkt zumutbar sei (vgl. Beurteilung vom 11. April 2022). Das von ihm 
formulierte Zumutbarkeitsprofil ist nachvollziehbar und überzeugend. Es liegen auch keine ärztli-
chen Berichte vor, welche dazu im Widerspruch stehen, weshalb darauf abzustellen ist. Die Ver-
sicherte bringt gegen diese Zumutbarkeitsbeurteilung auch keine substantiierten Einwände vor. 
Da aus den Akten keine Anstrengungen ersichtlich sind, dass die Versicherte versucht hätte, ihre 
Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit zu verwerten, kann dieses Krite-rium nicht als erfüllt be-
trachtet werden. 
 
8.4 Zusammenfassend ist somit höchstens eins der sieben Kriterien (erhebliche Beschwer-
den) gegeben, wobei dieses jedoch weder in besonders ausgeprägter Form noch in auffallender 
Weise besteht. Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass es an einer genügenden Zahl erfüllter 
Kriterien fehlt, um die Adäquanz bejahen zu können. Der adäquate Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfallereignis vom 27. Juli 2019 und den von der Versicherten über den 31. Mai 2022 
hinaus geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist damit zu verneinen. Ebenso wenig be-
steht ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Wie bei allen UVG-Leistungen hat der Un-
fallversicherer nur für einen Integritätsschaden aufzukommen, wenn zwischen dem versicherten 
Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammen-
hang besteht. Fehlt es nach dem Gesagten am rechtserheblichen Zusammenhang zwischen dem 
Unfall vom 27. Juli 2019 und den noch bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ist der 

 

 
 
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Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu verneinen. Die gegen den Einspracheentscheid 
vom 14. Juni 2023 erhobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie 
abzuweisen ist. 
 
9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. f

bis
 ATSG ist das Verfahren bei 

Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird dem Ausgang des Verfahrens entspre-
chend nicht ausgerichtet.  
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.