# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9f14954-37dd-55fe-bab2-d9a11515c741
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 26.02.2025 470 2025 13 (470 25 13)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-2025-13_2025-02-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht,  

vom 26. Februar 2025 (470 25 13)  

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Verfahrenseinstellung 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin  

Helena Hess; Gerichtsschreiberin Anja Dillena 

 
Parteien A.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Grether,  

Lange Gasse 15, Postfach 2448, 4002 Basel,  

Beschwerdeführerin 
  

 

gegen 

 

 
 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Beschwerdegegnerin 

 

B.____,  

vertreten durch Advokatin Annalisa Landi,  

Oberwilerstrasse 3, Postfach 312, 4123 Allschwil,  

Beschuldigte 

 

 
Gegenstand Verfahrenseinstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft vom 8. Januar 2025 

 

 
 
 

2 
 

A. Mit Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung 

Allgemeine Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), vom 8. Januar 2025 wurde das Straf-

verfahren gegen B.____ (fortan: Beschuldigte) wegen übler Nachrede zum Nachteil von 

A.____ in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO eingestellt (Dispositiv-Ziffer 1). Die Ver-

fahrenskosten wurden zu Lasten des Staates verlegt (Dispositiv-Ziffer 2). Schliesslich wurde 

A.____ verpflichtet, der Beschuldigten eine Entschädigung von Fr. 3'581.20 zu bezahlen 

(Dispositiv-Ziffer 3).  

 

Auf die Begründung dieser Einstellungsverfügung und der nachfolgenden Eingaben der Par-

teien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen dieses Beschlusses eingegan-

gen. 

 

B. Mit Eingabe vom 17. Januar 2025 erhob A.____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Grether, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, 

Abteilung Strafrecht (fortan: Kantonsgericht), Beschwerde gegen die nämliche Einstellungs-

verfügung. Sie stellte den Antrag, es sei die Beschwerde gutzuheissen und demzufolge die 

Einstellungsverfügung vom 8. Januar 2025 aufzuheben (Ziffer 1), und es sei die Staatsan-

waltschaft dementsprechend anzuweisen, das gegen die Beschuldigte hängige Strafverfah-

ren fortzusetzen (Ziffer 2). Zudem seien die Beweisanträge der Beschwerdeführerin gemäss 

deren Eingabe vom 12. Dezember 2024 gutzuheissen und die Staatsanwaltschaft sei anzu-

weisen, die folgenden Personen als Zeugen einzuvernehmen: C.____; D.____; E.____; 

F.____ sowie G.____ (Ziffer 3). Überdies sei die Verurteilung der Beschwerdeführerin zur 

Tragung der Verteidigungskosten der Beschuldigten aufzuheben und diese Verteidigungs-

kosten seien dem Staat oder der Beschuldigten aufzuerlegen. Ausserdem sei der vorliegen-

den Beschwerde mit Bezug auf die Auferlegung der Verteidigungskosten gemäss Ziffer 3 der 

Einstellungsverfügung die aufschiebende Wirkung zu erteilen (Ziffer 4), eventualiter sei die 

Sache zur neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen (Ziffer 5), alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziffer 6). 

 

C. Mit instruktionsrichterlicher Verfügung des Kantonsgerichts vom 21. Januar 2025 wur-

de unter anderem das schriftliche Verfahren angeordnet und die Beschwerde vom 

17. Januar 2025 an die Staatsanwaltschaft sowie die Beschuldigte mit einer Frist zur Stel-

lungnahme bis zum 3. Februar 2025 übersandt (für Letztere fakultativ). Zudem wurde die 

 
 
 

3 
 

Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 383 Abs. 1 StPO verpflichtet, eine Sicherheitsleistung in 

der Höhe von Fr. 750.-- bis zum 3. Februar 2025 (nicht erstreckbar) zu erbringen, unter Hin-

weis auf einen Nichteintretensentscheid bei nicht fristgerechter Leistung gemäss Art. 383 

Abs. 2 StPO. 

 

D. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 30. Januar 2025, es sei die Be-

schwerde abzuweisen und die Kosten des Verfahrens seien der beschwerdeführenden Par-

tei aufzuerlegen.  

 

E. Mit Eingabe vom 3. Februar 2025 begehrte die Beschuldigte, vertreten durch Advokatin 

Annalisa Landi, die Beschwerde sei vollumfänglich unter Kostenfolge abzuweisen.  

 

F. Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 4. Februar 2025 wurde mitunter der Be-

schwerde in Bezug auf Dispositiv-Ziffer 3 der Einstellungsverfügung vom 8. Januar 2025 die 

aufschiebende Wirkung erteilt sowie festgestellt, dass die Beschwerdeführerin die mit Verfü-

gung vom 21. Januar 2025 angeordnete Sicherheitsleistung erbracht hat. Schliesslich wurde 

der Schriftenwechsel geschlossen und den Parteien eine schriftliche Entscheideröffnung in 

Aussicht gestellt.  

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft kann innert zehn Tagen nach deren 

Eröffnung bei der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Straf-

recht, schriftlich und begründet mit Beschwerde angefochten werden (vgl. Art. 322 Abs. 2 

StPO, Art. 396 Abs. 1 StPO und § 15 Abs. 2 des kantonalen Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung vom 12. März 2009 [EG StPO; SGS 250]). Verlangt 

das Gesetz – wie vorliegend – die Begründung des Rechtsmittels, so hat gemäss Art. 385 

Abs. 1 StPO die Person oder die Behörde, welche das Rechtsmittel ergreift, genau anzuge-

ben, welche Punkte des Entscheides sie anficht (lit. a), welche Gründe einen anderen Ent-

scheid nahelegen (lit. b) und welche Beweismittel sie anruft (lit. c). Mit der Beschwerde kön-

nen sodann Rechtsverletzungen, die falsche Feststellung des Sachverhalts sowie Unange-

messenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). Es können somit alle Mängel des ange-

fochtenen Entscheides geltend gemacht werden; die Rechtsmittelinstanz hat volle Kognition 

 
 
 

4 
 

(PATRICK GUIDON, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 393 N 15). Laut Art. 382 

Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 

Änderung eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Parteien sind gemäss Art. 104 

Abs. 1 StPO die beschuldigte Person (lit. a), die Privatklägerschaft (lit. b) sowie die Staats-

anwaltschaft (lit. c). Als Privatklägerschaft gilt gemäss Art. 118 Abs. 1 StPO die geschädigte 

Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu betei-

ligen.  

 

2. Vorliegend ist die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts als Beschwer-

deinstanz zur Beurteilung der Beschwerde vom 17. Januar 2025 gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. b 

StPO in Verbindung mit § 15 Abs. 2 EG StPO gegeben. Mit der genannten Beschwerde wird 

die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 8. Januar 2025 betreffend Verfahrenseinstellung 

angefochten, welche ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Die genannte Beschwerde 

erfolgte innert der zehntägigen Beschwerdefrist. Im vorliegenden Fall hat sich die Beschwer-

deführerin mit ihrem am 8. Juni 2022 erklärten Strafantrag als Privatklägerin und damit im 

Sinne von Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO in Verbindung mit Art. 118 Abs. 1 StPO als Partei kon-

stituiert und ist ausserdem durch den angefochtenen Entscheid unmittelbar in ihren Rechten 

betroffen, womit ihre Beschwerdelegitimation zu bejahen ist. Überdies bringt die Beschwer-

deführerin den Anforderungen gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO entsprechend zulässige Rüge-

gründe vor und kommt ihrer Begründungspflicht nach. Schliesslich hat die Beschwerdeführe-

rin auch die gestützt auf Art. 383 Abs. 1 StPO geforderte Sicherheitsleistung in der Höhe von 

Fr. 750.-- fristgerecht erbracht. Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten. 

 

II. Materielles 

1. 

1.1 Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung ihrer angefochtenen Einstellungsverfü-

gung vom 8. Januar 2025 zusammengefasst aus, die Beschwerdeführerin habe am 8. Juni 

2022 Strafantrag gegen die Beschuldigte wegen übler Nachrede gestellt, wobei es konkret 

um eine E-Mail vom 11. März 2022 gehe, welche die Beschuldigte an ihren ehemaligen 

Ehemann und Vater des gemeinsamen Sohnes H.____, D.____, sowie an dessen neue 

Partnerin, C.____, gesendet habe, in welcher die Beschuldigte schreibe, die Beschwerdefüh-

rerin habe ihren Enkel, H.____, zweimal im Intimbereich angefasst. 

 

 
 
 

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Der Beschuldigten könne nicht nachgewiesen werden, dass H.____ seiner Mutter – der Be-

schuldigten – nicht von einem Vorfall, welcher sich an jenem Tag ereignet haben sollte, er-

zählt habe. Es sei in Anbetracht seiner Aussagen im Gegenteil sogar eher wahrscheinlich, 

dass er sich seiner Mutter gegenüber entsprechend geäussert habe. Sodann sei im Grund-

satz auf die Ausführungen in der früheren Einstellungsverfügung vom 1. Dezember 2023 zu 

verweisen. Der Beschuldigten könne nicht vorgeworfen werden, dass sie die Beschwerde-

führerin mit ihrer Behauptung in der E-Mail vom 11. März 2022 habe diffamieren wollen. 

Vielmehr sei davon auszugehen, dass sie ernsthafte Gründe gehabt habe, ihre Behauptun-

gen in guten Treuen für wahr zu halten, mit ihrer vorgenannten Mitteilung an D.____ ein be-

rechtigtes Interesse wahrgenommen habe und ihren elterlichen Pflichten nachgekommen 

sei, weshalb der Tatbestand der üblen Nachrede nicht erfüllt und das Verfahren in Anwen-

dung von Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO einzustellen sei. 

 

Da sich in casu die Privatklägerschaft aktiv am Verfahren beteiligt, Beweisanträge gestellt 

und deren Ablehnung sowie die Einstellungsverfügung vom 1. Dezember 2023 sogar mit 

Beschwerde ans Kantonsgericht weitergezogen habe, seien die Grundvoraussetzungen für 

eine Entschädigung der Beschuldigten durch die Privatklägerschaft vorliegend erfüllt. Aus-

gehend von einem üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- würden sich die Aufwendungen 

der Verteidigung als angemessen erweisen, weshalb ihr eine Entschädigung von insgesamt 

Fr. 3'581.20 zuzusprechen sei.  

 

1.2 Dagegen bringt die Beschwerdeführerin mit Beschwerde vom 17. Januar 2025 im We-

sentlichen vor, die Behauptungen der Beschuldigten in ihrer E-Mail würden objektiv den Tat-

bestand der üblen Nachrede gemäss Art. 173 StGB erfüllen. Soweit die Beschuldigte geltend 

mache, ihr Sohn habe ihr von dem Vorfall erzählt, stimme dies nicht. Auch seien die Be-

hauptungen anatomisch und technisch nicht möglich. Sodann hätten diese von den ebenfalls 

anwesenden Zeugen (C.____, E.____, und D.____,) bemerkt werden müssen. Die genann-

ten Zeugen würden sodann bestätigen können, dass es den Vorfall nicht gegeben habe, 

weshalb sich die Behauptung der Beschuldigten als unwahr erweise.  

 

Die Aussagen von H.____ anlässlich der Einvernahme vom 29. Oktober 2024 seien keines-

wegs klar und wohl auch nicht verwertbar. So habe die befragende Person ihn zu den Aus-

sagen gedrängt, obschon er anfangs signalisiert habe, dass er keine Aussagen machen wol-

 
 
 

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le. H.____ habe am 18. Oktober 2024 in Anwesenheit von C.____, F.____, G.____ und 

D.____, erklärt, seine Mutter habe ihm im Hinblick auf seine Einvernahme gesagt, er könne 

dann sehen, wo er wohnen werde, wenn er wahrheitsgemäss aussage; bei seiner Mutter in 

Oberwil könne er dann nicht mehr leben. Die genannten Personen seien als Zeugen zu be-

fragen, was die Beschwerdeführerin bereits mit Eingabe vom 12. Dezember 2024 (nach Zu-

stellung der Schlussmitteilung vom 29. November 2024) mitgeteilt habe. Die Staatsanwalt-

schaft habe die entsprechenden Ausführungen der Beschwerdeführerin weder in der Einstel-

lungsverfügung noch in der Verfügung über die Beweisanträge, jeweils vom 8. Januar 2025, 

berücksichtigt. Die Begründung der Einstellung des Verfahrens, wonach sich nach der Ein-

vernahme von H.____ keine neuen Gesichtspunkte ergeben würden, sei folglich haltlos. Die 

beantragten Beweismittel seien von entscheidender Bedeutung. Zur Auferlegung der Vertei-

digungskosten der Beschuldigten sei sodann zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin 

diese Kosten nicht verursacht habe.  

 

1.3 Die Staatsanwaltschaft entgegnet in ihrer Stellungnahme vom 30. Januar 2025, es 

werde vollumfänglich auf die angefochtene Einstellungsverfügung, die Verfügung betreffend 

Beweisanträge vom 8. Januar 2025 sowie auf die Stellungnahme zur Beschwerde vom 

15. Dezember 2023 verwiesen. Ergänzend sei festzuhalten, dass es vorliegend nicht darum 

gehe, zu klären, ob die tatsächlichen Vorfälle (Berührungen im Intimbereich) tatsächlich 

stattgefunden hätten, sondern ob die Beschuldigte ernsthafte Gründe gehabt habe, ihre Be-

hauptungen in guten Treuen für wahr zu halten. H.____ habe anlässlich seiner Einvernahme 

nach entsprechender Rechtsbelehrung und dem Hinweis, er dürfe keine falschen Anschuldi-

gungen machen, ausgesagt, dass sich der Vorfall ereignet habe und ihm etwas Unange-

nehmes passiert sei, das man vielleicht ein bisschen als sexuellen Übergriff verstehen kön-

ne, worunter er verstehe, im Intimbereich angefasst zu werden. Die Beweislage präsentiere 

sich somit nach besagter Einvernahme noch mehr zu Gunsten der Beschuldigten und es sei 

davon auszugehen, dass ihr Sohn ihr in irgendeiner Form über den Vorfall berichtet habe, 

sie somit ernsthafte Gründe gehabt habe, ihre Behauptungen für wahr zu halten. Die zusätz-

lich beantragten Einvernahmen seien in Anlehnung an den Beschluss des Kantonsgerichts 

vom 13. Februar 2024 abgelehnt worden, da den übrigen Personen weiterhin keine Angaben 

darüber, was H.____ seiner Mutter gesagt oder nicht gesagt habe, möglich seien. Es gebe 

zudem keinen Anlass davon auszugehen, dass H.____ im Rahmen seiner Einvernahme 

Falschaussagen getätigt habe. Es handle sich sodann vorliegend um einen Bagatellfall und 

 
 
 

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es sei auf den Bundesgerichtsentscheid 6B_1290/2021 E. 4.1 vom 31. März 2022 zu verwei-

sen, in welchem die Grenzen des Untersuchungsgrundsatzes in weniger bedeutenden Straf-

sachen betont würden.  

 

Betreffend die Kostenfolge sei zu bemerken, dass gemäss Rechtsprechung, insbesondere 

BGE 138 IV 248, kein irgendwie geartetes Verschulden der Privatklägerschaft für die Aufer-

legung der Kosten der Gegenpartei gemäss Art. 432 Abs. 2 StPO vorausgesetzt werde.  

 

1.4 Die Beschuldigte bringt in ihrer Stellungnahme vom 3. Februar 2025 vor, es werde be-

stritten, dass sie auf die Einvernahme ihres Sohnes eingewirkt habe. Es erscheine unglaub-

haft, dass H.____ gegenüber seinem Vater und drei weiteren Personen gesagt haben soll, 

die Mutter hätte ihn vor der Einvernahme unter Druck gesetzt, habe er doch anlässlich der 

Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft keine weiteren Aussagen machen wollen. Die Be-

schuldigte habe damals selbst keine Anzeige gegen die frühere Schwiegermutter einge-

reicht, um das Kind als Opfer davor zu schützen, gegen die eigene Grossmutter aussagen 

zu müssen sowie um einen Loyalitätskonflikt mit dem Vater zu vermeiden, weshalb es ärger-

lich sei, wenn die Grossmutter nun das Kind zum Spielball mache und in ein Verfahren hin-

einziehe. Eine allfällige Befragung der beantragten Zeugen ändere nichts an der Tatsache, 

dass H.____ keine über das bereits Gesagte hinausgehende Aussagen zum bis heute unge-

klärten damaligen Tathergang bei seiner Grossmutter machen wolle. 

 

2. In casu ist zu prüfen, ob die Verfahrenseinstellung gestützt auf Art. 319 Abs. 1 

lit. b StPO zu Recht erfolgt ist oder ob anstelle der Einstellung die Untersuchung weiterzufüh-

ren ist.  

 

2.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teil-

weise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 

rechtfertigt (lit. a); wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b); wenn Rechtfertigungsgründe 

einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c); wenn Prozessvoraussetzungen definitiv 

nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder wenn nach 

gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). 

 

 
 
 

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Unter Einstellung versteht man die Verfügung, mit welcher die Staatsanwaltschaft nach 

durchgeführter Untersuchung das Verfahren ohne weitergehende Strafverfolgungsmass-

nahmen wie Anklageerhebung oder Strafbefehl definitiv beendet (DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS 

SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 319 

N 1). Die Gründe gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a bis d StPO verstehen sich als zwingend und 

führen somit ausnahmslos zur Einstellung des Verfahrens. Dabei handelt es sich nicht um 

eine abschliessende Aufzählung von Einstellungsgründen. Erscheint ein Gerichtsverfahren 

aus anderen Gründen als aussichtslos, so ist dieses ebenfalls einzustellen (vgl. 

JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., N 4). Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens gemäss 

Art. 319 Abs. 1 StPO hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten. Danach 

darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit 

oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. Bei zweifelhafter 

Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des straf-

rechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige 

Gericht (vgl. BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 186 E. 4.1; je mit Hinweisen). Gemäss bun-

desgerichtlicher Praxis ist Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher er-

scheint als ein Freispruch. Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruches oder einer 

Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren 

Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 186 E. 4.1). Die Erledigung des 

Vorverfahrens erfordert somit ein entscheidungsreifes beziehungsweise spruchreifes Be-

weisergebnis. Weist die Untersuchung hingegen wesentliche Lücken auf und bleiben daher 

Fragen offen, ist – im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens – eine Einstellungsverfügung 

aufzuheben und die Strafsache an die Untersuchung zurückzuweisen. Die Entscheidung 

über die Beendigung des Untersuchungsverfahrens ist von der Staatsanwaltschaft unverzüg-

lich zu treffen (vgl. NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 

3. Aufl. 2020, Art. 319 N 2). Mit dem Entscheid über die Weiterführung des Strafverfahrens 

durch Anklage beziehungsweise dessen Beendigung mittels Einstellung erfolgt eine wesent-

liche Weichenstellung für das Schicksal der Strafsache und damit auch jenes der Verfah-

rensbeteiligten, vor allem der beschuldigten Person. Auch wenn das Befinden der Schuldfra-

ge nicht den Strafverfolgungsbehörden zu übertragen, sondern Aufgabe unabhängiger Ge-

richte bildet, ist indes im Interesse der Verfahrensökonomie und der Schonung der beschul-

digten Person darauf zu achten, dass keine leichtfertigen Anklagen erhoben werden (vgl. 

LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 3, m.w.H.). Zuständig für den Entscheid, ob eine Einstellung, 

 
 
 

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eine Anklage oder ein Strafbefehl ergehen soll, ist allein die Staatsanwaltschaft (vgl. 

LANDSHUT/ BOSSHARD, a.a.O., N 4).  

 

2.2 Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO ist eine Einstellung zu verfügen, wenn das inkrimi-

nierte Verhalten, selbst wenn es nachgewiesen wäre, ganz offensichtlich den objektiven und 

subjektiven Tatbestand einer Strafnorm nicht erfüllt, beispielsweise, weil es von rein zivil- 

oder verwaltungsrechtlicher Relevanz ist. Allerdings ist auch bei der durch die Staatsanwalt-

schaft vorzunehmenden Prüfung darauf zu achten, dass bei Ermessensfragen und bei nicht 

durch die Literatur oder Rechtsprechung klar gelösten Streitfragen im Zweifelsfalle Anklage 

zu erheben ist. Gleich verhält es sich, wenn Auslegungs- oder Wertungsfragen zu beurteilen 

sind. Solche Fragen sind immer durch das zuständige Strafgericht zu entscheiden. Nament-

lich wird die Grenze zwischen strafbarem und straflosem Verhalten regelmässig durch 

schwer fassbare Gesetzesbegriffe wie die Arglist beim Betrugstatbestand oder die Sorgfalts-

pflichtverletzung beim Fahrlässigkeitsdelikt bestimmt. In solchen Fällen ist bei der Annahme 

der fehlenden Tatbestandsmässigkeit besondere Zurückhaltung zu üben und in Befolgung 

des Grundsatzes "in dubio pro duriore" prinzipiell Anklage zu erheben (NATHAN LANDSHUT/ 

THOMAS BOSSHARD, a.a.O., Art. 319 N 19 f.; DANIEL JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, a.a.O., 

Art. 319 N 6; MATTHIAS HEINIGER/RONNY RICKLI, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, 

Art. 319 N 9).  

 

2.3 Nach Art. 173 Ziff. 1 StGB wird wegen übler Nachrede auf Antrag mit Geldstrafe be-

straft, wer jemanden bei einem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tat-

sachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt oder wer 

eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet. Nach Auffassung der neue-

ren Lehre und Praxis können Gegenstand einer üblen Nachrede sowohl wahre als auch un-

wahre, die Ehre beeinträchtigende Aussagen sein. Unerheblich ist, ob der Adressat die Be-

schuldigung oder Verdächtigung für wahr hält. Die Frage der Wahrheit einer Aussage betrifft 

nicht die Tatbestandsmässigkeit, sondern die Strafbarkeit. Der strafrechtliche Schutz von 

Art. 173 Ziff. 1 StGB beschränkt sich auf den menschlich-sittlichen Bereich. Die Bestimmung 

schützt somit den Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu benehmen, wie sich 

nach allgemeiner Anschauung ein charakterlich anständiger Mensch zu verhalten pflegt (sitt-

liche Ehre). Die sittliche Ehre ist namentlich tangiert beim Vorwurf, vorsätzlich eine strafbare 

Handlung begangen zu haben (BGer 6B_1058/2009 vom 15. März 2010 E. 3.2).  

 
 
 

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Die üble Nachrede ist ein Vorsatzdelikt. Eventualvorsatz genügt, wobei sich das Handeln mit 

Wissen und Willen auf die ehrverletzende Mitteilung und deren Kenntnisnahme durch einen 

Dritten beziehen muss und nicht auf die Unwahrheit der Äusserung selbst (STEFAN 

TRECHSEL/MARIANNE JOHANNA LEHMKUHL, Praxiskommentar StGB, 4. Aufl. 2021, Art. 173 

N 11).  

 

Wer die Wahrheit seiner Behauptung beweist, ist gemäss Art. 173 Ziff. 2 StGB freizuspre-

chen, wobei die Beweislast der beschuldigten Person obliegt (sog. Wahrheitsbeweis). Kann 

der Wahrheitsbeweis durch die beschuldigte Person nicht erbracht werden, so steht es ihr 

frei, den Gutglaubensbeweis anzutreten (TRECHSEL/LEHMKUHL, a.a.O., Art. 173 N 27). Dem-

nach ist ebenfalls jene Person straflos, die beweist, dass sie "ernsthafte Gründe" hatte, die 

behauptete Tatsache in guten Treuen für wahr zu halten. Erforderlich ist danach zunächst, 

dass der Täter an die Wahrheit der Äusserung geglaubt hat (GÜNTER STRATENWERTH/FELIX 

BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 8. Aufl. 2022, § 11 N 44). Dabei 

müssen die Gründe, aus denen der Täter seine Äusserungen für wahr gehalten hat, schon 

nach dem Gesetzeswortlaut "ernsthafte" gewesen sein – voreilige Schlüsse oder Verdächti-

gungen, die sich als falsch erweisen, bleiben daher strafbar (BGE 101 IV 176; 

STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., § 11 N 45). Das Mass der erforderlichen Sorgfalt richtet 

sich dabei, wie bei der Fahrlässigkeit, nach den Umständen und nach den persönlichen Ver-

hältnissen des Täters (BGer 6B_1309/2019 vom 6. Mai 2020 E. 3.3.1; TRECHSEL/LEHMKUHL, 

a.a.O., Art. 173 N 13 f.). Grundsätzlich gilt die Regel, dass der Täter "die ihm nach den Um-

ständen und seinen persönlichen Verhältnissen zumutbaren Schritte unternommen" haben 

muss, "um die Richtigkeit seiner Äusserung zu überprüfen und sie für gegeben zu erachten" 

(BGE 116 IV 205 E. 3; STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., § 11 N 45). Je legitimer die wahrge-

nommenen Interessen sind, desto niedriger sind die Anforderungen an die Abklärungspflicht. 

Die Anforderungen an die Prüfungsdichte sind also geringer, wenn die Äusserung aus be-

gründetem Anlass geschah (STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., § 11 N 45). Je unwahrschein-

licher hingegen die aufgestellte Behauptung ist, desto gründlicher muss ihre Berechtigung 

geprüft werden (TRECHSEL/LEHMKUHL, a.a.O., Art. 173 N 19). Der Gutglaubensbeweis ist 

somit erbracht, wenn die beschuldigte Person die nach den konkreten Umständen und ihren 

persönlichen Verhältnissen zumutbaren Schritte unternommen hat, um die Wahrheit ihrer 

ehrverletzenden Äusserung zu überprüfen und sie für gegeben zu erachten (BGE 116 IV 205 

 
 
 

11 
 

E. 3; BGE 105 IV 114 E. 2; OMAR ABO YOUSSEF, Annotierter Kommentar StGB, 2020, 

Art. 173 N 18). Strengere Anforderungen an die Prüfungspflicht werden in der Regel bei über 

die Medien beziehungsweise in öffentlichen, durch die Presse, Flugblätter oder Ähnlichem 

verbreiteten Äusserungen gestellt (BGE 116 IV 205 E. 3b; BGE 105 IV 114 E. 2a; BGE 104 

IV 15 E. 4b; OMAR ABO YOUSSEF, a.a.O., Art. 173 N 18; STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., 

§ 11 N 46). Dies gilt insbesondere dann, wenn der Täter kein berechtigtes oder kein öffentli-

ches Interesse verfolgte (BGE 105 IV 114; STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O., § 11 N 46).  

 

2.4 Die Staatsanwaltschaft kann gemäss Art. 318 Abs. 2 StPO Beweisanträge nur ableh-

nen, wenn damit die Beweiserhebung über Tatsachen verlangt wird, die unerheblich, offen-

kundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind. Abgelehnte 

Beweisanträge können im Hauptverfahren erneut gestellt werden. Grundsätzlich ist daher 

solchen Beweisbegehren mit Blick auf die Wahrung der Partei- und Verteidigungsrechte zu 

entsprechen, da der Abschluss des Vorverfahrens auf einem möglichst umfassenden Be-

weisergebnis beruht und vermieden werden soll, dass das Gericht im Hauptverfahren erneut 

grössere Beweisabnahmen vornehmen muss (JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., Art. 318 N 6; 

DOROTHE WIPRÄCHTIGER/MIRIAM HANS/SILVIA STEINER, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 

2023, Art. 318 N 15 und N 9). 

 

3.   

3.1 Mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 13. Februar 2024 (Verfahrensnummer 470 23 

251) wurde die Beschwerde von A.____ gutgeheissen, die frühere Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft vom 1. Dezember 2023 aufgehoben und das Verfahren an die Staatsan-

waltschaft zur weiteren Untersuchung und Beweiserhebung zurückgewiesen. Die Staatsan-

waltschaft wurde sodann angewiesen, H.____ zur Sache zu befragen. Dies, da die Erfor-

schung der materiellen Wahrheit vorliegend einzig durch eine Befragung von H.____ durch 

eine dafür speziell ausgebildete Fachperson gelingen könne, hingegen andere Personen 

keine Angaben darüber machen könnten, was H.____ der Beschuldigten allenfalls berichtet 

habe, weshalb auf eine Zeugeneinvernahme dieser Personen zumindest vorerst verzichtet 

werden könne (vgl. Beschluss des Kantonsgerichts vom 13. Februar 2024, E. II. 2.2.1). Die-

ser Aufforderung ist die Staatsanwaltschaft nachgekommen. Wie der Aktennotiz vom 

29. Oktober 2024 zu entnehmen ist, hat eine Videoeinvernahme mit H.____ an nämlichem 

Tag stattgefunden. Anlässlich dieser Befragung hat H.____ angegeben, dass etwas passiert 

 
 
 

12 
 

sei, das für ihn sehr unangenehm und "vielleicht ein bisschen ein sexueller Übergriff" gewe-

sen sei, worunter er verstehe, dass man im Intimbereich angefasst werde. Gemäss dem Be-

richt der Kinder- und Jugendpsychiatrie Baselland vom 11. November 2024 sei die Befra-

gung in altersentsprechender Art sowie mit geeigneter Wortwahl durchgeführt worden. Die 

gestellten Fragen seien wertneutral und nicht suggestiv formuliert gewesen. Die Einvernah-

me von H.____ ist demnach lege artis durchgeführt worden. Es sind keine Hinweise ersicht-

lich, aus welchen Gründen nicht auf die Depositionen von H.____ abgestellt werden könnte. 

Aus seinen Aussagen erhellt sodann mit hinreichender Klarheit, dass es aus seiner Sicht zu 

einem entsprechenden Vorfall gekommen ist.  

 

3.2 Vorliegend ist einzig massgebend, ob die Beschuldigte ernsthafte Gründe gehabt hat, 

das, was H.____ ihr berichtet hatte, für wahr zu halten. Ist dies zu bejahen, so hat sich die 

Beschuldigte nicht nach Art. 173 StGB strafbar gemacht.  

 

Aufgrund des Beweisergebnisses ist nunmehr davon auszugehen, dass H.____ der Be-

schuldigten sinngemäss von den Berührungen im Intimbereich berichtet hat (vgl. dazu Ein-

vernahme der Beschuldigten vom 28. April 2023, act. 45 ff., sowie Einvernahme von H.____, 

Aktennotiz vom 29. Oktober 2024). Die übrigen von der Beschwerdeführerin als Zeugen an-

gerufenen Personen können zur vorliegend relevanten Frage, ob H.____ seiner Mutter von 

einem Vorfall berichtet hatte oder nicht, zum vornherein keine sachdienlichen Aussagen täti-

gen. Die Ablehnung der entsprechenden Beweisanträge durch die Staatsanwaltschaft mit 

Verfügung vom 8. Januar 2025 ist folglich nicht zu beanstanden (vgl. dazu auch nachfolgen-

de E. II. 3.3).  

 

Zu prüfen ist sodann, ob die Beschuldigte weitere zumutbare Nachforschungen hätte unter-

nehmen müssen, um die Richtigkeit der Äusserungen ihres Sohnes zu überprüfen und sie 

für gegeben zu erachten. Dies ist nach den vorliegenden Umständen und den persönlichen 

Verhältnissen der Beschuldigten in casu zu verneinen. Die Beschuldigte durfte in guten 

Treuen das von ihrem Sohn Geschilderte für wahr halten und in der Folge in der E-Mail vom 

11. März 2022 an den Vater des Sohnes und dessen Partnerin darauf Bezug nehmen. So 

liegt es klarerweise in der elterlichen Pflicht, das Kindeswohl permanent zu schützen (vgl. 

Art. 296 Abs. 1 ZGB). Für die Beschuldigte spricht insbesondere, dass sie einzig gegenüber 

den genannten Personen, mithin einem absolut beschränkten und vertraulichen Personen-

 
 
 

13 
 

kreis, in sachlich angemessener Weise Bezug auf das von H.____ Berichtete genommen 

hat. Es ist nicht ersichtlich, welche weiteren Massnahmen sie vorliegend hätte ergreifen 

müssen, um vor dem Versenden der besagten E-Mail vom 11. März 2022 die Äusserungen 

ihres Sohnes zu überprüfen. Damit hat sie die nach den konkreten Umständen geforderte 

Sorgfalt ohne Weiteres aufgebracht. Entsprechend hat sie sich offenkundig nicht der üblen 

Nachrede nach Art. 173 StGB strafbar gemacht, weshalb sich die von der Staatsanwaltschaft 

angeordnete Verfahrenseinstellung als rechtens erweist, zumal es sich bei der vorgeworfe-

nen Tat erst noch um ein klares Bagatelldelikt handelt. 

 

3.3 Zu betonen ist sodann, dass die Staatsanwaltschaft namentlich bei Bagatelldelikten 

generell von ressourcenverschwendenden Massnahmen abzusehen hat. So hält die Bot-

schaft zu StPO ausdrücklich fest, dass Beweiserhebungen im Verhältnis zur Bedeutung des 

Straffalles stehen müssen (Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 

21. Dezember 2005, BBl 2006 1263). Der Untersuchungsgrundsatz erfährt im Vorverfahren 

eine Relativierung durch den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, welcher gebietet, dass der 

Beweisaufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum mutmasslichen Delikt zu stehen hat. 

Eine verhältnismässige Ressourceneinteilung ist in der Praxis geboten und es besteht ein 

erhebliches öffentliches Interesse an einer funktionierenden Strafverfolgung sowie an der 

finanzpolitischen Verhältnismässigkeit der Untersuchung im Hinblick auf die Tragweite der 

Delikte. Der Ressourceneinsatz muss daher im Hinblick auf die Zweckmässigkeit der Unter-

suchungshandlung erfolgen, denn die Staatsanwaltschaft ist verpflichtet, mit ihren Mitteln 

haushälterisch umzugehen (vgl. zum Ganzen BGer 6B_1290/2021 vom 31. März 2022 

E. 4.1; CHRISTOPH RIEDO/GERHARD FIOLKA, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 6 

N 39). Es liegt keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vor, bloss weil nicht in je-

dem Fall alle erdenklichen Mittel zur Sachverhaltsermittlung herangezogen werden. Selbst 

bei schweren Delikten werden oft nicht alle Untersuchungshandlungen vorgenommen, die 

gegebenenfalls möglich wären (BGer 6B_764/2013 vom 26. Mai 2014 E. 3.1; BGer 

6B_1290/2021 vom 31. März 2022 E. 4.1). Auch wenn sich die vorstehend zitierte bundesge-

richtliche Rechtsprechung auf Konstellationen bezieht, in denen der Erlass eines Strafbe-

fehls im Raum stand, sind diese Erwägungen analog auch für die vorliegende Situation an-

wendbar.  

 

 
 
 

14 
 

3.4 Schliesslich ist auch Dispositiv-Ziffer 3 der Einstellungsverfügung vom 8. Januar 2025 

zu bestätigen. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis können der Privatklägerschaft gestützt auf 

Art. 432 Abs. 2 StPO Kosten auferlegt werden, wenn sie sich am Verfahren beteiligt hat 

(BGE 138 IV 248), was in casu zutrifft. Die Zusprechung einer Entschädigung der Beschul-

digten zu Lasten der Beschwerdeführerin in der Höhe von Fr. 3'581.20 ist daher zu Recht 

erfolgt.  

 

4. Aus den vorgenannten Gründen erhellt, dass der Verfahrensabschluss seitens der 

Staatsanwaltschaft in Form einer Verfahrenseinstellung, wie er vorliegend mit Verfügung 

vom 8. Januar 2025 in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO vorgenommen worden ist, 

nicht zu beanstanden ist. Auch die Verpflichtung der Beschwerdeführerin gemäss Dispositiv-

Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung, der Privatklägerin eine Entschädigung von 

Fr. 3'581.20 zu bezahlen, ist zu bestätigen. Die Beschwerde vom 17. Januar 2025 ist folglich 

als unbegründet abzuweisen.  

 

III. Kosten 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des 

vorliegenden Verfahrens gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von 

Fr. 1'050.--, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- (§ 13 Abs. 1 der Verord-

nung über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von Fr. 50.-- (§ 3 

Abs. 6 GebT), zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die von der Beschwerdeführerin geleistete 

Sicherheitsleistung von Fr. 750.-- wird an die Verfahrenskosten angerechnet. 

 

2. Nach Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung 

im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429 bis 434 StPO. Diesen Bestimmungen ist zwar 

keine Regelung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen, dessen ungeachtet hat 

sich indes auch der Anspruch auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren nach  

Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens zu richten (PATRICK GUIDON, Die Beschwerde 

gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, N 578; JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., 

Art. 436 N 1; STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 

2023, Art. 436 N 6). Entsprechend dem vorliegenden Verfahrensausgang ist der Beschwer-

deführerin keine Parteientschädigung auszurichten.  

 
 
 

15 
 

Ferner hat das Bundesgericht in BGE 147 IV 47 dargelegt, dass die Entschädigung der be-

schuldigten Person für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte bei einer Einstel-

lung des Strafverfahrens oder bei einem Freispruch zu Lasten des Staates geht, wenn es 

sich um ein Offizialdelikt handelt (Art. 429 Abs. 1 StPO), und zu Lasten der Privatkläger-

schaft, wenn es um ein Antragsdelikt geht (Art. 432 Abs. 2 StPO). Im Berufungsverfahren 

betreffend Offizialdelikte wird die unterliegende Privatklägerschaft entschädigungspflichtig, 

im Beschwerdeverfahren hingegen der Staat. Geht es um ein Antragsdelikt, wird sowohl im 

Berufungs- als auch im Beschwerdeverfahren die Privatklägerschaft entschädigungspflichtig 

(Art. 436 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 432 Abs. 2 StPO; BGE 147 IV 47, E. 4.2.1 ff., insb. 

E. 4.2.6). Entsprechend dem genannten Verfahrensausgang, in Beachtung der dargelegten 

Rechtsprechung sowie angesichts des Umstands, wonach es sich bei der üblen Nachrede 

um ein Antragsdelikt handelt (vgl. Art. 173 Ziff. 1 Abs. 3 StGB), hat die unterliegende Privat-

klägerin und Beschwerdeführerin der Beschuldigten, welche sich in diesem Verfahren betei-

ligt hat, eine Parteientschädigung zu entrichten. Da die Rechtsvertreterin der Beschuldigten, 

Advokatin Annalisa Landi, im vorliegenden Rechtsmittelverfahren keine Honorarnote einge-

reicht hat, ist ihre Entschädigung nach Ermessen festzusetzen (§ 18 Abs. 1 der Tarifordnung 

für die Anwältinnen und Anwälte, TO, SGS 178.112). In Anbetracht des Umfangs der Einga-

be der Beschuldigten (1.5-seitige Stellungnahme vom 3. Februar 2025) erscheint ein Hono-

rar von pauschal Fr. 250.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich 8.1 % Mehrwertsteuer von 

Fr. 20.25, somit total Fr. 270.25, angemessen, wobei ihr dieser Betrag zu Lasten der Be-

schwerdeführerin auszurichten ist. 

  

 
 
 

16 
 

Demnach wird erkannt: 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von Fr. 1'050.--, 

beinhaltend eine Gebühr von Fr. 1'000.-- sowie Auslagen von Fr. 50.--, 

gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin. 

 

Die von der Beschwerdeführerin erbrachte Sicherheitsleistung von 

Fr. 750.-- wird an die Verfahrenskosten angerechnet.  

   

 3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, Advokatin Annalisa Landi 

eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 250.-- (inkl. Auslagen) 

zuzüglich 8.1% Mehrwertsteuer von Fr. 20.25, somit total Fr. 270.25, zu 

bezahlen. 

 

 4. Dieser Beschluss wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
Anja Dillena 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.