# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a41f5c1-c5e6-5e06-86fd-1844687cc02c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.02.2012 UV 2011/23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-23_2012-02-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/23

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 06.02.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 06.02.2012
Art. 6 UVG. Leistungseinstellung sieben Jahre nach einem Unfall mit 
Rückenverletzung. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden. 
Anspruch auf Integritätsentschädigung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Februar 2012, UV 
2011/23).

Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_239/2012

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 6. Februar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,

3074 Muri b. Bern,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherte) war von Mai 1990 bis Mai 2010 als 

Maschinenbedienerin bei der B.___ AG angestellt und dadurch bei der Suva 

unfallversichert. Während ihrer Ferien in Serbien wurde die Versicherte am 4. Juli 2003 

bei einem Unwetter durch einen herabstürzenden Dachziegel am Rücken getroffen 

(UV-act. I/1, I/4). Nach einer Erstversorgung im Gesundheitszentrum C.___, wo das 

Unfallereignis allerdings als "Sturz von einer Leiter aus 4-5 Meter" angegeben wurde 

(UV-act. I/3), konsultierte sie nach der Rückkehr in die Schweiz den Hausarzt Dr. med. 

D.___. Linksseitige Querfortsatzfrakturen des zweiten bis fünften Lendenwirbelkörpers 

wurden konservativ behandelt (UV-act. I/3, I/9, I/13, I/14). Die Suva anerkannte ihre 

Leistungspflicht. Nach einem Aufenthalt in der Rehaklinik G.___ vom 6. Oktober bis 5. 

November 2003 und nach komplikationslosem Genesungsprozess nahm die 

Versicherte die angestammte Tätigkeit Ende November 2003 zu 50% wieder auf. Ab 

Mitte Dezember 2003 bestand volle Arbeitsfähigkeit und die hausärztliche Behandlung 

wurde Anfang Februar 2004 abgeschlossen (UV-act. I/16, I/18, I/20).

A.b Am 7. November 2005 liess die Versicherte der Suva einen Rückfall zum Ereignis 

vom 4. Juli 2003 melden (UV-act. I/23). Nach weiteren Behandlungen und Abklärungen 

sprach ihr die Suva mit Verfügung vom 10. August 2007 eine Integritätsentschädigung 

auf der Basis einer Integritätseinbusse von 5% zu (UV-act. I/50). Dagegen liess die 

Versicherte am 10. September 2007 Einsprache erheben (UV-act. I/55). In der Folge 

wurden Abklärungen und Behandlungen durchgeführt. Im Nachgang zu einer weiteren 

Unfallmeldung (Schaden vom 22. Januar 2008; UV-act. IV/1) legte der Hausarzt 

Dr. med. E.___, Allgemeinmedizin FMH, am 12. März 2008 dar, es habe kein erneutes 

Unfallereignis stattgefunden. Die Arbeitsunfähigkeit vom 23. bis 28. Januar 2008 habe 

aufgrund des früheren Unfalls (von 2003) bestanden (UV-act. IV/2). Seit Ende August 

2009 arbeitete die Versicherte nicht mehr (UV-act. I/147 S. 2 oben; UV-act. II/1 Ziff. 8).

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A.c Am 28. Januar 2010 zog sich die Versicherte beim Aussteigen aus dem Auto mit 

anschliessendem Auftreten auf eine Eisplatte ein Adduktorentrauma am rechten Bein 

bzw. eine Zerrung am rechten Oberschenkel zu (UV-act. I/139, III/1, III/2). Am 4. März 

2010 rutschte sie beim Duschen aus und stürzte auf das Gesäss, was zu einer 

Kontusion führte (UV-act. II/1, II/2). Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis mit der 

Versicherten auf Ende Mai 2010 auf (UV-act. I/155). Nach Vornahme weiterer 

Abklärungen stellte die Suva mit Verfügung vom 10. August 2010 sämtliche 

Versicherungsleistungen auf den 31. August 2010 ein. Zur Begründung verwies sie auf 

den Bericht des Kreisarztes vom 18. Juni 2010. Es lägen keine behandlungsbedürftigen 

Unfallfolgen mehr vor. Die jetzt noch geklagten Beschwerden seien organisch als Folge 

des Unfalls vom 4. Juli 2003 nicht mehr erklärbar. Es seien psychische Gründe dafür 

verantwortlich, welche nicht in rechtserheblichem Zusammenhang zum Unfall stünden. 

Mangels adäquater Unfallkausalität bestehe auch kein Anspruch auf eine 

Invalidenrente. Die am 10. August 2007 verfügte und einspracheweise angefochtene 

Integritätsentschädigung von 5% werde bestätigt. Auch für die Ereignisse vom 28. 

Januar und 4. März 2010 würden die Leistungen eingestellt (UV-act. I/169). Gegen 

diese Verfügung liess die Versicherte Einsprache erheben (UV-act. I/172). Im Schreiben 

vom 6. Dezember 2010 gab die Suva dem damaligen Rechtsvertreter der Versicherten 

bekannt, es sei vorgesehen, die Verfügung vom 10. August 2010 zu bestätigen. Für die 

Verfügung vom 10. August 2007 bestehe keine rechtliche Grundlage mehr, weshalb 

auch die Zusprache der Integritätsentschädigung von 5% zurückzunehmen sei. Es 

werde ihm Gelegenheit eingeräumt, die Einsprache vom 10. September 2007 

(Integritätsentschädigung) zurückzuziehen, wodurch die Verfügung vom 10. August 

2007 rechtskräftig würde (UV-act. I/181). Am 31. Januar 2011 teilte der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin mit, dass an der Einsprache festgehalten werde. Die 

somatischen und psychischen Beschwerden seien direkte Folge des Unfalls (von 2003; 

UV-act. I/184). Mit Entscheid vom 22. Februar 2011 wies die Suva die Einsprache ab 

(Ziff. 1). Die Zusprache einer Integritätsentschädigung gemäss den Verfügungen vom 

10. August 2007 und 10. August 2010 entfalle gänzlich (UV-act. I/186). In der Folge 

ordnete die Suva die Verrechnung des Betrags der bereits ausbezahlten 

Integritätsentschädigung mit ausstehenden Leistungen an (UV-act. I/188).

B.

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B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 22. Februar 2011 erhob die Versicherte am 

22.März 2011 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die Versicherungsleistungen im Rahmen der 

vollen Arbeitsunfähigkeit weiterhin auszurichten. Es seien die psychischen 

Beschwerden als unfallkausal anzuerkennen und es sei ihr eine Unfallrente von 

mindestens 50% und eine Integritätsentschädigung von 25% zuzusprechen. Zur 

Begründung legte sie unter anderem dar, zur Zeit könne sie maximal fünf Minuten 

Stehen, Gehen, Sitzen oder leichte Tätigkeiten ausüben. Viele Ärzte hätten bestätigt, 

dass sie unfallbedingt arbeitsunfähig sei. Seit Juli 2003 leide sie jeden Tag an 

quälenden Schmerzen. Ohne Einnahme von Psychopharmaka könne sie den Tag nicht 

überstehen. Die Voraussetzungen zur Anerkennung der Adäquanz seien erfüllt. Einzig 

die Suva-Ärzte seien der Meinung, dass sie an keinen Unfallfolgen leide. Dabei sei kein 

Wirbelorthopäde involviert gewesen.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2011 beantragte Rechtsanwältin Dr. iur. 

M. Sonder, Muri, Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die 

Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, mit dem 

Bericht von Dr. med. Q.___ vom 17. Mai 2010, in welchem der Verdacht auf eine 

Instabilität L3/L4 diagnostiziert werde, habe sich der Kreisarzt in der Beurteilung vom 

16. September 2010 auseinandergesetzt. Dem Bericht könne kein Beweiswert 

zukommen. Auch aus dem Bericht des Spitals P.___ vom 20. August 2010 sei ein 

organisches Substrat im Sinn einer beim Unfall gesetzten, nachweisbaren strukturellen 

Veränderung nicht ersichtlich. Die Kriterien zur Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs seien weder in gehäufter Zahl noch in massgebender Intensität 

vorhanden. Die geltend gemachte Integritätseinbusse beruhe auf unfallfremden 

Ursachen. Die Beschwerdegegnerin habe dem Vertreter der Beschwerdeführerin die 

beabsichtigte Schlechterstellung ordnungsgemäss angekündigt. Daran sei 

festzuhalten.

B.c Mit Replik vom 7. Juni 2011 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt 

und hielt insbesondere fest, sie sei vor dem Unfall gesund und arbeitsfähig gewesen. 

Über ihren damaligen Gesundheitszustand sei bei ihrem Hausarzt ein Bericht einzu­

holen. Die psychischen Beschwerden seien nicht als Unfallfolge anerkannt worden, 

obwohl sie vor dem Unfall nie psychisch auffällig gewesen sei. Ihr sei klar, dass sie 

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auch an Krankheiten leide. Jedoch habe der Unfall ihre Arbeitsfähigkeit um mindestens 

50% reduziert (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

B.d Das Gericht zog das von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebene Gutachten 

der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (ABI), vom 15. August 2011 bei (act. 

G 11). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin äusserte sich dazu mit Eingabe 

vom 15. November 2011 (act. G 13). Am 21. November 2011 teilte die Beschwerde­

führerin mit, die ABI-Begutachtung sei nicht korrekt durchgeführt worden. Der 

begutachtende Psychiater habe mit ihr maximal 20 Minuten lang gesprochen; er habe 

sich für ihre Beschwerden nicht interessiert. Sie werde noch weitere Arztberichte 

nachreichen (act. G 14). Mit Eingabe vom 27. November 2011 stellte sie dem Gericht 

ein Schreiben an die SVA St. Gallen vom 25. November 2011 zu, worin sie die ABI-

Begutachtung bemängeln liess (act. G 16). Weitere Arztberichte reichte die 

Beschwerdeführerin nicht ein.

Erwägungen:

1. 

Streitig ist, ob die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin in einem 

adäquat-kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 4. Juli 2003 stehen und ob die 

Leistungseinstellung auf Ende August 2010 zu Recht erfolgte. Die Beschwerdegegnerin 

legte im angefochtenen Entscheid die rechtlichen Voraussetzungen eines adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen Gesundheitsschädigung und in Frage stehendem 

Unfall zutreffend dar (Erwägungen 1a, 2a, 2d, 3a); darauf ist zu verweisen. Zu prüfen 

sind grundsätzlich die Verhältnisse bis zum Datum des angefochtenen Entscheids (22. 

Februar 2011). Das Gericht zog für die Beurteilung der streitigen Angelegenheit 

dennoch zusätzlich das ABI-Gutachten vom 15. August 2011 bei (act. G 11), zumal das 

Gutachten auf zeitnah zum angefochtenen Entscheid durchgeführten Abklärungen vom 

14. März 2011 basieren und es überdies auch Umstände betrifft, welche sich lange vor 

Erlass des angefochtenen Entscheids verwirklichten. Ein Gutachtenbeizug erschien vor 

diesem Hintergrund gerechtfertigt und auch erforderlich. Hinsichtlich des Ereignisses 

vom 28. Januar 2010 (Ausrutschen auf einer Eisplatte) hielt Kreisarzt Dr. med. F.___ in 

der Beurteilung vom 18. Juni 2010 fest, eine Muskelzerrung heile im Normalfall 

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innerhalb weniger Wochen vollumfänglich ab. Beidseitige Beinschmerzen könnten nicht 

mit einer Muskelzerrung erklärt werden. Bei der beklagten Situation sei am ehesten von 

einer Ansatztendinose auszugehen, welche als degenerative Veränderung der 

Sehnenansätze zu beurteilen sei. Eine diffuse Symptomatik sei nicht als Unfallfolge zu 

sehen. Eine Muskelzerrung rufe keine langfristige Arbeitsunfähigkeit hervor. Betreffend 

das Ereignis vom 4. März 2010 (Ausrutschen in der Duschkabine) vermerkte Dr. F.___, 

Kontusionen würden im Normalfall innerhalb weniger Wochen vollumfänglich abheilen. 

Eine langfristige Arbeitsunfähigkeit sei nicht gerechtfertigt (UV-act. I/153). Mit Blick auf 

diese Ausführungen ist davon auszugehen, dass die Folgen der Ereignisse vom 28. 

Januar und 4. März 2010 jedenfalls bis zum streitigen Einstellungszeitpunkt abheilten. 

Dies blieb von Seiten der Beschwerdeführerin denn auch unbestritten, weshalb nicht 

weiter darauf einzugehen ist. 

2.   

2.1 Im Austrittsbericht der Rehaklinik G.___ vom 3. November 2003 wurden die 

Diagnosen einer LWS-Kontusion am 4. Juli 2003 und von Frakturen der Querfortsätze 

L2 und L3 links (nachträglich diagnostiziert auch L4 und L5 links) sowie ein 

lumbovertebrales, teils lumbospondylogenes Schmerzsyndrom festgehalten (UV-act. I/

12). Nachdem ab Mitte Dezember 2003 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden hatte und 

die hausärztliche Behandlung Anfang Februar 2004 abgeschlossen worden war (UV-

act. I/16, I/18, I/20), erfolgten nach einem Rückfall vom 3. Oktober 2005 (UV-act. I/23) 

weitere Behandlungen. Im Gutachten vom 16. Juni 2006 kam Dr. med. H.___, 

Orthopädische Chirurgie FMH, unter anderem zum Schluss, über die letzten zwei Jahre 

hätten sich eine Verschlechterung und Ausbildung einer panvertebralen 

Schmerzsymptomatik und neu auch cervikothorakale Verspannungen ergeben. Die 

geklagten Schmerzen lumbal seien (auch unter Berücksichtigung vorbestehender 

degenerativer Veränderungen) unfallbedingt, cervikal und cervikothorakal seien sie 

aufgrund der Schonhaltung eine Folge des Schmerzsyndroms (UV-act. I/31). Eine 

Arbeitsunfähigkeit bestand damals nicht (UV-act. I/37, I/41). Dr. med. I.___, 

Orthopädische Chirurgie FMH, hielt in der Beurteilung vom 10. April 2007 fest, die 

Ursache der beidseitigen, plantaren Fersenschmerzen sei in einer chronischen 

Ansatztendinose der Plantaraponeurose zu suchen, ausgelöst durch das 

posttraumatische lumbale Schmerzsyndrom (UV-act. I/45). Nach Durchführung von 

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weiteren Behandlungen berichtete Kreisarzt Dr. F.___ am 2. August 2007, er könne 

einen Zusammenhang der geklagten Fussbeschwerden mit dem Unfall nicht bzw. 

höchstens im möglichen Rahmen sehen. Der medizinische Endzustand im Bereich der 

LWS sei erreicht, da eine operative Sanierung der Pseudoarthrosen kaum eine 

Besserung bringen würde. Die Arbeitsfähigkeit sei weiterhin gegeben (UV-act. I/48, I/

49). Der Wirbelsäulenorthopäde Dr. med. J.___ hielt im Bericht vom 31. Oktober 2007 

unter anderem fest, dass die Patientin trotz ihrer Beschwerden voll arbeitsfähig sei, 

wobei sich bei sitzender Tätigkeit und beim Heben schwerer Gegenstände eine 

Schmerzzunahme ergebe (UV-act. 61). In der Beurteilung vom 19. Februar 2008 kam 

Dr. J.___ unter anderem zum Schluss, langfristig sei die Beschwerdeführerin an ihrem 

Arbeitsplatz (Maschinenbedienung) höchstens zu 50% arbeitsfähig; dies vor allem 

infolge der deutlich belastungsabhängigen Schmerzen (UV-act. I/69; vgl. auch UV-act. 

I/77). In der ärztlichen Beurteilung vom 29. August 2008 hielt Suva-Arzt Dr. med. K.___, 

Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, als Schlussfolgerung fest, es könne weder 

eine Indikation für eine Entfernung von Querfortsätzen oder von pseudoarthrotischen 

Fragmenten noch für die Implantation eines Neurosimulators gestützt werden, letzteres 

zudem nicht als zumindest wahrscheinliche Spätfolge der nicht abgeheilten Frakturen 

und Vernarbungen in den Weichteilen (UV-act. I/83). In der Folge resezierte Dr. J.___ 

am 22. Januar 2009 die Pseudoarthrose des Querfortsatzes des zweiten 

Lendenwirbelkörpers (UV-act. I/90). Kreisarzt Dr. F.___ anerkannte den Eingriff als 

unfallkausal. Die Pseudoarthrose sei im Rahmen des Unfallereignisses zu sehen. Am 

Integritätsschaden sollte die Operation nichts ändern (UV-act. I/92). Nach der 

Operation nahm die Beschwerdeführerin die Arbeit am 20. April 2009 mit einem 

Pensum von 20% wieder auf und erhöhte es später auf 30% (UV-act. I/95, I/105). Dr. 

J.___ bestätigte am 23. Juli 2009 die Unfallkausalität der von der Patientin 

angegebenen Beschwerden im Sinn eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms (UV-

act. I/102).

2.2 Vom 12. bis 15. Oktober 2009 wurde die Beschwerdeführerin im Spital P.___ unter 

anderem wegen beidseitiger Beinschwellungen unklarer Genese stationär betreut (UV-

act. I/145). Dr. J.___ attestierte aufgrund der Gesamtsituation mit vor allem 

belastungsabhängigen Beschwerden seit 28. August 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit. 

Im Bericht vom 25. Januar 2010 hielt er unter anderem fest, neben der 

Wirbelsäulenproblematik seien auch internistische Probleme (Beinödeme beidseits, 

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Kniegelenksbeschwerden beidseits) aufgetreten, die das Beschwerdebild wesentlich 

mitprägen würden (UV-act. I/127, I/130). Suva-Arzt Dr. med. L.___ hielt in der 

Beurteilung vom 12. Februar 2010 fest, medizinisch werde keine Notwendigkeit für die 

Abklärungen gesehen, welche Dr. med. M.___ (Kopfweh-Spezialist) am 25. Januar 

2010 vorgeschlagen habe (UV-act. I/131). Auf die Arbeitsfähigkeits-Schätzung von Dr. 

J.___ könne nicht abgestellt werden, zumal er auch auf unfallfremde internistische 

Probleme verweise. Der Eingriff vom 22. Januar 2009 (Teilresektion) habe 

erwartungsgemäss nichts genützt (UV-act. I/135). Im Bericht vom 24. Februar 2010 

hielten die Allgemeinmedizinerin Dr. med. N.___ und der klinische Psychologe Dr. phil. 

O.___, Medizinisches Zentrum R.___ eine mittelgradige depressive Episode, eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein chronisches posttraumatisches 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom fest. Der Beschwerdeführerin sei am 17. Februar 

2010 die Durchführung von Einzelpsychotherapiesitzungen angeboten worden. Seit 

September 2009 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. I/147). Der Hausarzt Dr. 

E.___ berichtete am 9. März 2010, in den letzten Monaten sei es im Rahmen des 

Stellenverlustes mit zunehmend depressiver Entwicklung zu einer deutlichen 

Verschlechterung gekommen. Eine Reintegration in den Arbeitsprozess erachte er zur 

Zeit als praktisch aussichtslos. Seines Erachtens spielten das chronische 

Schmerzsyndrom, die Anpassungsstörung und die depressive Verstimmung aktuell die 

grösste Rolle (UV-act. I/139, I/151). Die Ärzte des Spitals P.___ berichteten am 21. April 

2010 über eine weitere Hospitalisation vom 19. bis 23. März 2010 (UV-act. I/148). Dr. 

med. Q.___, FMH für orthopädische Chirurgie, diagnostizierte am 17. Mai 2010 einen 

Verdacht auf Instabilität L3/L4 bei Status nach anamnestisch Frakturen der 

Querfortsätze sowie eine Insomnie (UV-act. I/172 Beilage). Im Bericht des 

Medizinischen Zentrums R.___ vom 11. Juni 2010 wurden die bereits im Vorbericht 

angeführten Befunde bestätigt (UV-act. I/161 Beilage). Kreisarzt Dr. F.___ nahm in der 

Beurteilung vom 18. Juni 2010 unter anderem zur Frage von neurologischen Restfolgen 

des Ereignisses vom 4. Juli 2003 Stellung und kam zum Schluss, dass solche zu 

verneinen und das Zumutbarkeitsprofil aus dem Jahr 2003 (leichte wechselbelastende 

Tätigkeit ohne repetitives Vornüberneigen und Rumpfrotationen, vollschichtig) sowie 

die Integritätsschadenschätzung weiterhin Gültigkeit hätten (UV-act. I/153).

2.3 Dr. J.___ stellte sich am 12. August 2010 auf den Standpunkt, die Konsultation vom 

9. September 2009, welche über die Krankenkasse abgerechnet worden sei, sei von 

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der Beschwerdegegnerin zu übernehmen. Der Patientin sei aus internistischen Gründen 

am 28. August 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Das Resultat 

der von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen neurologischen Abklärung 

müsse abgewartet werden. Aus den Untersuchungsberichten des Spitals S.___ gehe 

nicht mehr eindeutig hervor, dass die Schmerzen mit dem Unfall von 2003 in 

Zusammenhang stehen würden und dass immer mehr internistische Probleme für den 

schlechten Gesundheitszustand verantwortlich seien (UV-act. I/172 Beilage). Im Bericht 

des Spitals P.___ vom 20. August 2010 wurde unter anderem festgehalten, aktuell 

ergebe sich kein Hinweis auf eine Besserung der Beschwerdesymptomatik durch eine 

chirurgische Intervention. Die Patientin habe weiterhin Physiotherapie erhalten, welche 

jedoch keine Beschwerdelinderung gebracht habe (UV-act. I/172 Beilage). Dr. F.___ 

führte am 16. September 2010 ergänzend unter anderem aus, er habe eine 

neurologische Untersuchung (nicht Begutachtung) im Bericht vom 25. August 2009 

(UV-act. I/107) in Auftrag gegeben. Diese sei bei Dr. M.___ (UV-act. I/131) durchgeführt 

worden und habe keine radikuläre Symptomatik ergeben, wie dies durch die 

Voruntersuchungen bereits mehrfach bestätigt worden sei. Eine Verletzung des 

Sympathikus durch den Eingriff sei aufgrund der anatomischen Gegebenheiten (s. 

Bilder in UV-act. I/153) nicht nachvollziehbar. Zuvor hätte der Orthopäde eine Läsion 

der Nervenwurzel gesetzt und eine entsprechende Pathologie hervorgerufen. Am 9. 

Februar 2010 habe er festgehalten, dass für ihn ein interdisziplinäres Gutachten nicht 

nachvollziehbar sei. Auch Dr. J.___ bestätige die vollschichtigte Zumutbarkeit einer 

leichten wechselbelastenden Tätigkeit (vgl. Bericht Dr. J.___ vom 3. März 2009 S. 2; 

UV-act. 172 Beilage). Die Ausführungen von Dr. Q.___ seien nicht nachvollziehbar (UV-

act. I/175). Im Bericht des Medizinischen Zentrums R.___ betreffend eine 

interdisziplinäre Schmerzbehandlung vom 11. November 2010 wurde unter anderem 

festgehalten, es bestehe ein chronisches posttraumatisches lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom sowie ein cerviko-cephales Syndrom. Die volle Arbeitsunfähigkeit 

seit August 2009 (aus der Sicht der somatischen und psychischen Gesamtsituation) 

wurde bestätigt. Aus rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht 

eingeschränkt. Aus somatischer (anästhesistischer) Sicht bestehe eine 60%ige 

Arbeitsfähigkeit (Beilage zu UV-act. I/180).

3.   

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3.1 Die im Anschluss an den Rückfall vom Herbst 2005 bestehenden lumbalen 

Beschwerden waren - jedenfalls im Sinn eines Teilzusammenhangs – 

unbestrittenermassen auf das Ereignis vom 4. Juli 2003 zurückzuführen (vgl. UV-act. I/

31). Zu prüfen ist vorab, ob aus neurologischer Sicht für die Zeit nach August 2010 von 

Unfallrestfolgen auszugehen ist. In diesem Zusammenhang bestätigte der Neurologe 

Dr. med. T.___ am 13. September 2007 unauffällige Verhältnisse ohne neurologische 

Ausfälle (UV-act. I/56); dies bestätigte der Arzt ein Jahr später (UV-act. I/81). Eine MRI-

Abklärung der LWS vom 1. Juli 2008 hatte unter anderem das Fehlen von 

Anhaltspunkten für eine direkte Wurzelkompression ergeben (UV-act. I/78). Auch der 

Rheumatologe Dr. med. U.___, Spital P.___, hielt im Nachgang zu einem stationären 

Aufenthalt der Beschwerdeführerin im Bericht vom 29. Oktober 2009 fest, neurologisch 

fänden sich keine radikuläre Reiz- oder Ausfallerscheinungen; die Gelenkbeweglichkeit 

an den unteren Extremitäten sei nicht eingeschränkt. Es bestehe ein chronisches 

lumbospondylogenes Syndrom, ohne dass sich aktuell ein sicherer Anhalt für eine 

lumboradikuläre Ausfallsymptomatik finde; auch im MRI ergebe sich hierfür kein 

Hinweis. Der klinische Hauptbefund sei im Wesentlichen muskulär im Bereich der 

paravertebralen Muskulatur lumbal linksseitig zu finden (UV-act. I/146). In der Folge 

stellte Dr. M.___ in einer Stellungnahme vom 25. Januar 2010 - rund sechseinhalb 

Jahre nach dem Unfall - ohne nähere Ausführungen eine Sympathikusläsion erstmals 

zur Diskussion ("Nach der Lokalisation des Traumas muss ich annehmen, dass die 

Schmerzen im Bein vor allem durch Verletzungen des Sympathicus bedingt sind." [UV-

act. I/131]). Kreisarzt Dr. F.___ führte dazu am 18. Juni 2010 (sowie bestätigend am 16. 

September 2010) aus, die Beschwerdeführerin sei bereits vor dem 25. Januar 2010 

(Stellungnahme Dr. M.___) neurologisch untersucht worden. Eine Sympathikusläsion 

sei zuvor nicht diskutiert worden. Ebenfalls habe keine radikuläre Symptomatik 

nachgewiesen werden können. Auch Dr. M.___ bestätige keine Radikulopathie. Im MRI 

hätten sich keine Hinweise auf ein Wurzelkompressionssyndrom gefunden. Auch im 

Spital P.___ hätten sich keine Hinweise auf eine Sympathikus-Pathologie gefunden. 

Auch fänden sich in den Extremitäten keine einseitigen trophischen Veränderungen, 

welche auf eine Sympathikuspathologie hinweisen würden. Die Oedeme seien an 

beiden Beinen beschrieben worden (Austrittsbericht Spital P.___ vom 29. Oktober 

2009) und könnten nicht zumindest wahrscheinlich auf eine einseitige Verletzung 

zurückgeführt werden. Die Schwellungen würden zudem erst seit kurzem beklagt. 

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Nach dem Unfall seien keine entsprechenden Symptome aufgetreten. Durch den 

Eingriff (vom 22. Januar 2009; UV-act. I/90) sei eine isolierte Sympathikusläsion zudem 

nicht erklärbar. Die Verletzung der Nervenwurzel müsste postoperativ überwiegend 

wahrscheinlich erwartet werden (UV-act. I/153, I/175). Diese einlässlich begründeten 

Darlegungen sind nachvollziehbar und stehen mit den früheren Abklärungen in Einklang 

bzw. stellen auf diese ab. Konkrete Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit der 

Schlussfolgerungen von Dr. F.___, welche sich implizit auch im ABI-Gutachten 

bestätigt finden (act. G 11 S. 21f), werden weder geltend gemacht noch sind solche 

aus den Akten ersichtlich. Was im Übrigen den Einwand der Beschwerdeführerin gegen 

die ABI-Begutachtung betrifft, wonach ihr anlässlich der rheumatologischen 

Untersuchung unter anderem verboten worden sei, sich über ihre Beschwerden zu 

äussern und sie angehalten worden sei, nur die gestellten Fragen zu beantworten (act. 

G 16 Ziffer 3), ist festzuhalten, dass dies das Begutachtungsresultat nicht in Frage zu 

stellen vermag. Für weitere orthopädische Untersuchungen bestand anlässlich der 

Begutachtung kein Anlass, nachdem diesbezüglich die Situation bereits durch frühere 

Berichte zureichend dokumentiert war.

Zu dem von Dr. Q.___ am 17. Mai 2010 diagnostizierten Verdacht auf Instabilität L3/L4 

(UV-act. I/172 Beilage) legte Dr. F.___ am 16. September 2010 dar, dieser Befund sei 

nicht nachvollziehbar. Weder durch Dr. H.___ noch durch Dr. J.___ und alle anderen 

beurteilenden Ärzte habe bis anhin eine Instabilität nachgewiesen werden können. 

Auch in den Röntgenabklärungen hätten entsprechende Veränderungen nicht bestätigt 

werden können. Bei einer Instabilität wäre eine unisegmentale Degeneration auf Höhe 

der Läsion zu erwarten. In den vorliegenden Bildern fänden sich aber mehrsegmentale 

leichte Diskopathien ohne Hinweise auf eine segmentale Läsion. Insgesamt hätten sich 

keine neuen Pathologien gefunden (UV-act. I/175). Auch die ABI-Gutachter bestätigten, 

dass klinisch keine Hinweise für eine radikuläre Symptomatik oder Instabilität 

bestünden (act. G 11 S. 23 und 24). Zusätzlich wurden Hinweise auf eine Instabilität im 

Bericht des Zentrums für medizinische Radiologie vom 7. Juni 2011 (betreffend MRI-

Untersuchung der LWS vom 6. Juni 2011; Beilage zum ABI-Gutachten, act. G 11) 

verneint. Die unfallbedingte somatische Situation ist bei diesem Sachverhalt als 

ausgewiesen zu erachten, und auch die Beschwerdeführerin vermag diesbezüglich 

keine konkreten Anhaltspunkte für fehlerhafte Annahmen zu nennen. Ihr Vorbringen, 

dass sie vor dem Unfall gesund und arbeitsfähig gewesen sei, vermöchte - selbst wenn 

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dies durch den Hausarzt Dr. D.___ bestätigt würde (vgl. act. G 7 S. 1) - eine 

Unfallkausalität für die Zeit nach dem 31. August 2010 nicht zu belegen.

3.2 Nach dem einstweiligen Abschluss der Unfall-Behandlung im Februar 2004 kam es 

bei der Beschwerdeführerin nach gut eineinhalbjähriger voller Erwerbstätigkeit im 

Herbst 2005 zur Meldung eines Rückfalls (UV-act. I/20, I/23), wobei damals und auch in 

der Folgezeit jedenfalls bis ca. Ende 2007 die Arbeitsfähigkeit weiterhin nicht 

eingeschränkt war (vgl. UV-act. I/37, I/41, I/48, I/61). Im Bericht vom 19. Februar 2008 

bescheinigte Dr. J.___ eine schmerzbedingt auf 50% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit 

(UV-act. I/69), und später ab Ende August 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit, welche er 

vor allem auch mit den (nicht unfallbedingten) internistischen Problemen begründete 

(UV-act. I/130 S. 2). Später bestätigte Dr. J.___, dass immer mehr internistische 

Probleme für den schlechten Gesundheitszustand verantwortlich seien (UV-act. I/172 

Beilage [Bericht vom 12. August 2010]). Die Arbeitsfähigkeit wurde sodann 

ärztlicherseits ab Anfang 2010 auch mit dem Auftreten der psychischen Beschwerden 

gänzlich verneint (UV-act. I/147); diese standen gemäss Bericht von Dr. E.___ vom 9. 

März 2010 im Vordergrund (UV-act. I/139, I/151). Die ABI-Gutachter hielten im 

Gutachten vom 15. August 2011 fest, es gebe weder aus Sicht des 

Bewegungsapparates noch aus psychiatrischer oder anderweitiger somatischer Sicht 

Hinweise dafür, dass die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten, wie die der 

Produktionsmitarbeiterin, längerfristig relevant eingeschränkt gewesen wäre (act. G 11 

S. 26). Wenn Dr. F.___ am 18. Juni 2010 unter Berücksichtigung der rein 

unfallbedingten Gegebenheiten (vgl. auch vorangehende Erw. 3.1) aus somatischer 

Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für eine wechselbelastende Tätigkeit ohne 

repetitives Vornüberneigen und Rumpfrotationen bestätigte (UV-act. I/153), so lässt 

sich dies nicht beanstanden.

4.   

4.1 Mit Bezug auf die ab 2010 - über sechs Jahre nach dem streitigen Unfall - 

bestätigten psychischen Probleme der Beschwerdeführerin und der daraus 

resultierenden Arbeitsunfähigkeit kann die Frage der natürlichen Unfallkausalität, wie 

nachstehend zu zeigen ist, offen bleiben (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23, S. 68 Erw. 3c). 

Damit brauchen auch die von der Beschwerdeführerin gegen die psychiatrische ABI-

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Begutachtung vorgebrachten Einwände nicht weiter diskutiert zu werden. - Während in 

einem (übersetzten) Bericht des Gesundheitszentrums C.___ das Ereignis vom 4. Juli 

2003 offenbar als "Sturz von einer Leiter aus 4-5 Meter" angegeben wurde (UV-act. I/

3), blieb während des ganzen nachfolgenden Verwaltungsverfahrens unbestritten, dass 

die Beschwerdeführerin - wie in der Unfallmeldung festgehalten - von einem 

Dachziegel am Rücken getroffen worden war. Unbestritten blieb auch, dass der Unfall 

zu Körperverletzungen am Rücken führte, weshalb es gerechtfertigt erscheint, auf die 

nachträgliche Klärung der erwähnten abweichenden Unfallschilderung zu verzichten. 

Für die Beurteilung der Adäquanz der psychischen Beschwerden ging die 

Beschwerdegegnerin beim Unfall vom 4. Juli 2003 mit linksseitigen 

Querfortsatzfrakturen des zweiten bis fünften Lendenwirbelkörpers (vgl. UV-act. I/1, I/3, 

I/4) im angefochtenen Entscheid von einem mittelschweren Ereignis aus. Dies steht – 

sowohl für den Dachziegelbefall als auch für den Leitersturz – mit der einschlägigen 

Praxis (vgl. A. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 54-56; 

Urteil des Bundesgerichts vom 29. November 2002, U 130/02, Erw. 2.3.1) in Einklang. 

Bei den mittelschweren Ereignissen ist der Unfall jedoch nicht dem Grenzbereich zu 

den schweren Unfällen zuzuordnen. Was die im Zusammenhang mit mittelschweren 

Unfällen von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien betrifft (vgl. angefochtener 

Entscheid, Erw. 3a), können dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit nicht bejaht werden. Die erlittenen Verletzungen waren zwar zweifellos 

erheblich. Eine Verletzung besonderer Art oder Schwere mit erfahrungsgemässer 

Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, lässt sich jedoch dem 

aktenmässigen Verlauf nicht entnehmen.

4.2 Die versicherte Person hat solange Anspruch auf die zweckmässige Behandlung 

(Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e 

contrario). Nach komplikationslosem Verlauf nach dem Unfall nahm die 

Beschwerdeführerin ab Mitte Dezember 2003 ihre Erwerbstätigkeit wieder 

vollumfänglich auf; die hausärztliche Behandlung wurde im Februar 2004 

abgeschlossen (UV-act. I/16, I/18, I/20). Nachdem wegen des im Herbst 2005 

aufgetretenen lumbovertebralen Schmerzsyndroms weitere Behandlungen und im 

Januar 2009 auch ein operativer Eingriff (UV-act. I/92) durchgeführt worden waren, 

vermerkte Dr. J.___ am 3. März 2009, dass trotz diverser intensiver Therapien keine 

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Besserung habe erreicht werden können (UV-act. I/172 Beilage). Suva-Arzt Dr. L.___ 

hielt am 12. Februar 2010 fest, dass die Teilresektion vom Januar 2009 

erwartungsgemäss nichts gebracht habe (UV-act. I/135). Am 12. August 2010 erklärte 

Dr. J.___, dass immer mehr internistische Probleme für den schlechten 

Gesundheitszustand verantwortlich seien (UV-act. I/172 Beilage). Ab Anfang 2010 

traten psychische Beschwerden in den Vordergrund (UV-act. I/139, I/147, I/151). 

Weitere ärztliche Bemühungen umfassten in somatischer Hinsicht im Wesentlichen 

Abklärungsmassnahmen, nicht jedoch eigentliche Behandlungen (vgl. dazu Urteile des 

Bundesgerichts vom 6. März 2006, U 219/05, Erw. 6.4.2, und vom 16. August 2006, U 

258/05, Erw. 4.3.3). Mit Blick auf die nach der Rückfallmeldung rund fünf Jahre 

andauernden Versuche, die Beschwerdesituation auf der somatischen Ebene zu 

verbessern, ist eine lange Dauer der ärztlichen (somatischen) Behandlung unter 

Vorbehalt von unfallfremden Behandlungsmassnahmen zu bejahen. Nachdem das 

Zustandsbild und damit auch Schmerzempfinden jedenfalls ab 2010 in erheblichem 

Umfang durch die psychische Situation und unfallfremden somatischen Probleme 

beeinflusst war, kann jedoch das Kriterium von körperlichen (unfallbedingten) 

Dauerschmerzen im Einstellungszeitpunkt (31. August 2010) nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als erfüllt betrachtet werden. Das Kriterium eines schwierigen 

Heilungsverlaufs bzw. von erheblichen Komplikationen lässt sich insofern nicht 

bejahen, als die eigentliche Unfallbehandlung bereits im Februar 2004 abgeschlossen 

war. Einzig der Umstand, dass die nach dem Rückfall vom Herbst 2005 durchgeführten 

Behandlungen nicht zu einer eigentlichen Besserung führten, belegen weder einen 

schwierigen Verlauf noch erhebliche Komplikationen. Im Weiteren ist eine ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, weder behauptet 

noch aus den Akten ersichtlich.

4.3 Nach dem streitigen Unfall war die Beschwerdeführerin seit Mitte Dezember 2003 

bis ca. 2007 in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Angesichts des bereits 

geschilderten Arbeitsfähigkeits-Verlaufs (vgl. vorstehende Erw. 3.2) und insbesondere 

des Umstands, dass Dr. J.___ - übereinstimmend mit Dr. F.___ (UV-act. I/153) - im 

Bericht vom 3. März 2009 körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in 

wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen ohne Heben von schweren Lasten 

vollzeitlich als zumutbar erachtete und im Bericht vom 12. August 2010 eine 

Arbeitsunfähigkeit vorab aus internistischen Gründen (Beinoedeme, beidseitige 

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Kniebeschwerden) bescheinigte (Beilagen zu UV-act. I/172), kann eine langdauernde, 

somatisch (unfallbedingt) begründete Arbeitsunfähigkeit nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten. Soweit aus den ärztlichen Berichten und 

Gutachten eine Arbeitsunfähigkeit hervorgeht, ergingen die entsprechenden 

Einschätzungen weitgehend unter Berücksichtigung der psychischen bzw. 

nichtorganischen Faktoren sowie unfallfremden Beschwerden, die vorliegend ausser 

Acht bleiben müssen. Damit muss der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und den psychischen Beschwerden – bei Erfüllung lediglich eines Kriteriums – 

verneint werden. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Rechtsprechung für die 

Bejahung einer Unfallkausalität bei mittelschweren Unfällen (Schleudertrauma-Bereich) 

im engeren Sinn die Erfüllung von drei Adäquanzkriterien vorausgesetzt wird, während 

bei mittelschweren Ereignissen an der Grenze zu den leichten Fällen vier 

Adäquanzkriterien erfüllt sein müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009, 

8C_421/2009).

5.   

5.1 Die Beschwerdegegnerin verfügte im angefochtenen Einspracheentscheid (Erw. 5c) 

die ersatzlose Aufhebung der zuvor zugesprochenen Integritätsentschädigung. 

Formellrechtlich handelte es sich dabei nicht um eine neue Verfügung, sondern um die 

materielle Beurteilung der gegen die Verfügung vom 10. August 2007 (UV-act. I/50) 

erhobenen Einsprache (UV-act. I/55), wobei der Beschwerdeführerin zuvor die 

drohende Schlechterstellung angekündigt worden war.

5.2 Dr. F.___ schätzte am 2. August 2007 die von der Beschwerdeführerin durch den 

Unfall vom 4. Juli 2003 an der Wirbelsäule erlittene Integritätseinbusse aufgrund der 

chronischen Lumbalgie mit den sich an den Querfortsätzen des zweiten und dritten 

Lendenwirbelkörpers ausgebildeten Pseudoarthrosen auf 5% (UV-act. I/49). Dr. J.___ 

kam in der Beurteilung vom 19. Februar 2008 zum Schluss, dass aufgrund der Suva-

Tabellen und den gegebenen Verletzungen eine Integritätsentschädigung von nicht 

mehr als 5-10% zu erwarten sei; dies insbesondere auch deshalb, weil es sich nicht um 

eine Wirbelkörperfraktur, sondern um eine Fraktur des Querfortsatzes handle (UV-act. I/

69). Mit dem operativen Eingriff vom 27. Januar 2009 rezesierte Dr. J.___ die 

Pseudoarthrose (UV-act. I/90), welche soweit ersichtlich zur Zusprechung einer 

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Integritätsentschädigung geführt hatte. Während Suva-Arzt Dr. K.___ in der Beurteilung 

vom 29. August 2008 (vor dem Eingriff) zum Schluss gelangt war, dass keine Indikation 

für eine Entfernung von Querfortsätzen oder von pseudoarthrotischen Fragmenten 

gestellt werden könne (UV-act. I/83), hielt Dr. F.___ am 25. August 2009 fest, dass die 

Operation vor allem im Bereich der lokalen messerstichartigen Beschwerden auf Höhe 

L2 erfolgreich gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe bestätigt, dass sie unter 

keinen messerstichartigen Beschwerden mehr leide. Jedoch hätten nach dem Eingriff 

die Beinschmerzen links zugenommen. Zur Beurteilung der postoperativen Verhältnisse 

werde er die Beschwerdeführerin für ein MRI der LWS anmelden (UV-act. I/107). Dieses 

wurde am 23. September 2009 durchgeführt und ergab neben einer ausgeprägten 

Fehlhaltung unter anderem eine geringe Diskopathie ohne Hernien und ohne 

Neurokompression sowie insbesondere keine abgrenzbaren relevanten 

Narbenbildungen im Operationsbereich (UV-act. I/122). Hierauf bestätigte Dr. F.___ 

seine Integritätsschadenschätzung im Bericht vom 18. Juni 2010 (S. 3 oben) 

ausdrücklich (UV-act. I/153) und verneinte auch nach Kenntnisnahme von weiteren 

ärztlichen Berichten am 16. September 2010 das Vorliegen neuer Tatsachen (UV-act. I/

175 S. 2 unten). Auch Dr. J.___ bestätigte im Übrigen im Bericht vom 12. August 2010 

(S. 2), dass die nach der Operation eingetretene Beschwerdebesserung nicht von 

Dauer war (UV-act. I/172 Beilage). Die Beschwerdegegnerin vermag unter diesen 

Umständen im angefochtenen Entscheid (Ziff. 5a) nicht zureichend zu begründen, 

wieso die Integritätsschadenschätzung aus dem Jahr 2007 nunmehr nicht mehr 

zutreffen sollte. Der Umstand, dass sich für die Zeit nach August 2010 eine 

unfallkausale Arbeitsunfähigkeit und Behandlungsbedürftigkeit nicht bejahen lassen, 

schliesst als solcher einen Integritätsschaden noch nicht aus. Dieser Meinung war 

vorerst offenbar auch die Beschwerdegegnerin, als sie die am 10. August 2007 

verfügte Integritätsentschädigung in der Verfügung vom 10. August 2010 (UV-act. I/169 

S. 2 oben) ausdrücklich bestätigte. Anderseits fehlt es auch an konkreten 

Anhaltspunkten für unzutreffende Annahmen bei der Integritätsschadenschätzung 

durch Dr. F.___. Von dieser Schätzung ist deshalb auszugehen. 

6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung von Ziff. 2 

des Dispositivs des Einspracheentscheids vom 22. Februar 2011 in dem Sinn teilweise 

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gutzuheissen, dass die am 10. August 2007 verfügte und am 10. August 2010 

bestätigte Integritätsentschädigung von 5% der Beschwerdeführerin zuerkannt wird. Im 

Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird unter Aufhebung von Ziff. 2 des Dispositivs des 

Einspracheentscheids vom 22. Februar 2011 in dem Sinn teilweise gutgeheissen, dass 

die am 10. August 2007 verfügte sowie am 10. August 2010 bestätigte Integritätsent­

schädigung von 5% der Beschwerdeführerin zuerkannt wird. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.02.2012
	Art. 6 UVG. Leistungseinstellung sieben Jahre nach einem Unfall mit Rückenverletzung. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden. Anspruch auf Integritätsentschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Februar 2012, UV 2011/23).

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