# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2600f5f1-51ee-5a2c-87ee-78dd8d40fbbe
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.02.2007 SB 2007 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2007-1_2007-02-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. Februar 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 07 1 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit 
Urteil vom 10. Oktober 2007 abgewiesen worden.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker 
RichterInnen Möhr und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

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In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Pe-
ter Andri Vital, Chesa Planta, 7524 Zuoz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 7. Dezember 
2006, mitgeteilt am 28. Dezember 2006, in Sachen gegen den Berufungskläger,

betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung und Verletzung von 
Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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A. A. wuchs zusammen mit drei Schwestern und einem Bruder in sehr 
guten Familienverhältnissen in I. auf. Dort absolvierte er die Primarschule und in der 
Folge in J. während zwei Jahren die Sekundarschule. Nach weiteren fünf Jahren 
am E. L., das er im Jahre 1976 mit der Matura Typus C abschloss, folgte ein Studium 
an der ETH Zürich. Zwischen 1983 und 1986 war er als Mathematiklehrer an der F. 
in K. und danach als Mathematik- und Informatiklehrer am E. in L., seit dem Jahr 
1990 nur noch im Teilpensum, angestellt. In den Jahren 1990 bis 1999 war er Teil-
haber der Firma G. Seit dem 1. Januar 2006 ist er als Geschäftsführer der Firma H. 
AG mit Sitz in L. tätig.

A. ist verheiratet mit B.. Sein Nettoeinkommen beträgt monatlich ca. Fr. 
10'000.--. Im Eigentum der Eheleute stehen zwei Häuser in M. und N., wobei auf 
beiden Häusern noch eine Hypothek lastet. A. hat keine Schulden.

A. ist im Schweizerischen Strafregister nicht verzeichnet. Im SVG-Massnah-
menregister (ADMAS) figuriert er mit einer Eintragung aus dem Jahre 2001 wegen 
Missachtung des Vortritts.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. August 
2006 wurde A. wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 
2 StGB sowie wegen einfacher Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 
1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG angeklagt. Der 
Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. 
August 2006 folgender Sachverhalt zu Grunde:

„Am Samstagabend, 3. September 2005, um ca. 20.10 Uhr fuhr A. mit 
dem Personenwagen Toyota, GR U., auf der R.-strasse innerorts in 
der Ortschaft O. in Richtung P.. Als er sich unmittelbar vor dem Hotel 
S. auf einer langen, leicht abfallenden Geraden befand, wurde er von 
seinem auf der Rückbank in der Mitte sitzenden Kollegen, D., auf ei-
nen vor ihm langsam fahrenden Motorradlenker aufmerksam ge-
macht. A. leitete sofort eine Vollbremsung ein, wobei er letztlich eine 
zumindest leichte Kollision mit dem Motorradlenker aber nicht vermei-
den konnte.

Der Motorradfahrer C. war kurz zuvor auf der Höhe des Eingangs zum 
Hotel S. vom Vorplatz des Hotels auf die Prättigauerstrasse in Rich-
tung P. eingebogen. Er beabsichtigte, von der Strasse auf den ca. 30 
Meter weit entfernten, rechtsseitig an der Strasse gelegenen Parkplatz 
des Hotels einzufahren. Er war deshalb langsam die Strasse herun-
tergefahren und schwenkte dann etwas nach links aus, wobei er leicht 
über die Strassenmitte fuhr, um nach rechts in die Einfahrt einzubie-
gen. Bei diesem Manöver vernahm er dann das Quietschen der Reifen 
des von A. gelenkten und von hinten heranfahrenden Fahrzeugs, wor-

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auf dieser dann auch dem Motorradfahrer in die Seite hineinfuhr. Auf-
grund des Aufpralls bzw. des nachfolgend umkippenden Motorrads 
wurde das rechte Bein des Motorradfahrers derart eingeklemmt, dass 
sich der Lenker einen Trümmerbruch am Knie sowie einen Bruch des 
Waden- und Schienbeins zuzog. Die Heilungs- und Rehabilitationszeit 
dauerte mehrere Monate, wobei eine Arbeitsunfähigkeit einherging.“

C. Mit Urteil vom 7. Dezember 2006, mitgeteilt am 28. Dezember 2006, 
erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos:

„1. A. ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB sowie der einfachen Verletzung von 
Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 
SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.

2. Dafür wird A. mit einer Busse von Fr. 1'000.00 bestraft.

3. Bei Wohlverhalten wird der Eintrag der Busse im Strafregister 
nach Ablauf einer Probezeit von einem Jahr gelöscht.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der 
 Staatsanwaltschaft von Fr. 1'795.00
- den Barauslagen der Staatsanwalt-
 schaft von Fr. 349.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'300.00
total somit von Fr. 4'444.00
gehen zu Lasten des A.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechts-
kraft des Urteils zusammen mit der Busse, total also Fr. 5'444.00 
(Fr. 4'444.00 + Fr. 1'000.00) der Bezirksgerichtskasse, PC 70-
3922-1, zu überweisen.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

Begründend hielt der Bezirksgerichtsausschuss unter anderem fest, A. habe 
das Bremsmanöver erst eingeleitet, als ihn ein Mitfahrer auf den Motorradfahrer auf-
merksam gemacht habe. A. habe im weiteren selbst ausgesagt, er habe den Motor-
radfahrer erst kurz nach Einleitung des Bremsmanövers wahrgenommen. Aus die-
sen Umständen müsse geschlossen werden, dass er es an der notwendigen Auf-
merksamkeit habe fehlen lassen, ansonsten er den Motorradfahrer zeitlich früher 
hätte erkennen müssen, wie es der Mitfahrer getan habe. Eine zeitlich frühere Re-
aktion aber hätte den Unfall verhindert. A. habe mithin Art. 31 Abs. 1 SVG zuwider 
gehandelt. Bei früherem Erkennen der Situation hätte er zudem seine Geschwin-
digkeit der etwas sonderbaren Fahrweise des Motorradfahrers anpassen können. 
Indem er seine Geschwindigkeit der unklaren Verkehrslage nicht angepasst habe, 

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habe er eine Widerhandlung gegen Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. 1 SVG begangen. Der Motorradfahrer habe sich im weiteren mit der Fahrt auf 
der Gegenfahrbahn in falscher Richtung ausserhalb der von der Strassenverkehrs-
gesetzgebung gezogenen Schranken bewegt, weshalb A. gehalten gewesen wäre, 
besondere Vorsicht walten zu lassen. Dies habe er jedoch nicht getan. Damit helfe 
dem Angeklagten der Vertrauensgrundsatz auch nicht weiter. Bezüglich der schwe-
ren Körperverletzung bestreite A. nicht, dass der objektive Tatbestand erfüllt sei. 
Weil der Angeklagte Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG verletzt habe, sei 
sein Verhalten auch sorgfaltswidrig gewesen. Die Sorgfaltswidrigkeit sei adäquat 
kausal für die schweren Verletzungen des Motorradfahrers und die Verletzungen 
wiederum seien voraussehbar und vermeidbar gewesen, weshalb sich A. einer fahr-
lässigen schweren Körperverletzung schuldig gemacht habe. Weil durch die Ver-
kehrsregelverstösse auch weitere Personen neben dem Motorradfahrer gefährdet 
worden seien, sei von echter Idealkonkurrenz zwischen den Verkehrsdelikten und 
der Körperverletzung auszugehen. Mit Bezug auf die Strafzumessung sei festzuhal-
ten, dass das Tatverschulden des Angeklagten nicht schwer wiege, weshalb sich 
eine Busse von Fr. 1'000.-- rechtfertige.

D. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 18. Januar 2007 Beru-
fung beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. Er beantragt:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 
07. Dezember 2006, mitgeteilt am 28. Dezember 2006, sei aufzu-
heben und A. von allen Anklagepunkten freizusprechen.

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschä-
digungsfolge (zuzüglich 7.6% MwSt) zulasten des Staates.“

In der Begründung hielt er unter anderem fest, die Vorinstanz gehe davon 
aus, dass der Motorradfahrer vom Eingang des Hotels S. losgefahren und in einem 
weiten Bogen auf der Hauptstrasse in Richtung Parkplatz des Hotels gefahren sei. 
Keiner der Fahrzeuginsassen habe aber dieses Manöver beobachtet, obwohl A. für 
die frei einsehbare Strecke bis zum Unfallort etwa 20 s gebraucht habe. Letztlich 
habe nicht ermittelt werden können, woher der Motorradfahrer wirklich gekommen 
sei. Es sei daher möglich, dass sich dieser zumindest eine gewisse Zeit auf einem 
dem Hotel gegenüber liegenden Parkplatz aufgehalten und von dort die Strasse 
überquert habe. Objektiv bestünden somit erhebliche Zweifel, weshalb nach dem 
Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt ange-
nommen werden müsse. Dass nicht bewiesen sei, woher der Motorradfahrer ge-
kommen sei, sei für die Anwendung des Vertrauensgrundsatzes relevant. Entgegen 
der Meinung der Vorinstanz sei auch nicht unerheblich, ob der Motorradfahrer im 

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Zeitpunkt der Kollision still gestanden sei oder nicht. Denn nur, wenn der Motorrad-
fahrer von links über die Fahrbahn gefahren sei, komme der Vertrauensgrundsatz 
zur Anwendung. Der Aussage des Zeugen D. sei zu entnehmen, dass das Motorrad 
links der Leitlinie gefahren und dann plötzlich nach rechts geschwenkt sei. Das Mo-
torrad sei folglich nicht stillgestanden. Dies wiederum führe zur Anwendung des Ver-
trauensgrundsatzes. Auch der Schluss der Vorinstanz, dass A. unaufmerksam ge-
wesen sei, weil er den Motorradfahrer im Gegensatz zum Zeugen D. vor dessen 
Warnruf nicht gesehen habe, sei nicht zwingend. Der Zeuge habe als Mitfahrer dort-
hin schauen können, wohin er habe schauen wollen. Dass er das Motorrad bemerkt 
habe, sei daher Zufall und keineswegs Folge von pflichtgemässer Aufmerksamkeit. 
A. habe primär nach vorne und auf die Personengruppe am Fussgängerstreifen 
achten müssen. Dass ein Motorrad in der Zeit, in der er sich auf die Fussgänger 
konzentriert habe, von links vor sein Fahrzeug fahren würde, habe er auch bei 
pflichtgemässer Aufmerksamkeit nicht erkennen können. Die Vorinstanz habe im 
weiteren zuerst geprüft, ob A. gegen Verkehrsregeln verstossen habe, und leite aus 
der für sie feststehenden Unaufmerksamkeit von A. ab, dass der Vertrauensgrund-
satz nicht anwendbar sei. Es gehe aber gerade um die Frage, ob der Vertrauens-
grundsatz anzuwenden sei oder ob Verkehrsregeln verletzt worden seien. Die Vor-
instanz hätte daher zuerst prüfen müssen, ob der Vertrauensgrundsatz Anwendung 
finde, und erst bei Verneinung dieser Frage hätte sie untersuchen müssen, ob Ver-
kehrsregeln verletzt worden seien. A. habe seine Aufmerksamkeit auf die Perso-
nengruppe am Fussgängerstreifen gerichtet, wozu er verpflichtet gewesen sei. Wo 
das Motorrad zu diesem Zeitpunkt gewesen sei, habe nicht rechtsgenüglich festge-
stellt werden können. Plötzlich habe der Motorradfahrer sein Fahrzeug vor den Wa-
gen von A. gelenkt und ihm den Vortritt abgeschnitten. Damit habe A. nicht rechnen 
müssen, weshalb er sich auf den Vertrauensgrundsatz berufen könne und deshalb 
freizusprechen sei.

E. a) Mit Schreiben vom 23. Januar 2007 verzichtete der Bezirksgerichts-
ausschuss Prättigau/Davos auf die Einreichung einer Vernehmlassung unter Hin-
weis auf die Erwägungen im Urteil.

b) Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Schreiben vom 8. Fe-
bruar 2007, unter Hinweis auf die Akten und das angefochtene Urteil, die kostenfäl-
lige Abweisung der Berufung. Ergänzend hielt sie fest, es müsse aufgrund der Aus-
sagen des Zeugen D. davon ausgegangen werden, dass sich der Motorradfahrer 
vor dem Unfall einige Sekunden im Blickfeld des Berufungsklägers bewegt habe. 
Der Berufungskläger habe von der Verkehrssituation erst nach dem Warnruf des 

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Zeugen D. Notiz genommen, wobei er zuerst nach eigenen Angaben davon ausge-
gangen sei, dass möglicherweise ein Kind oder ein Hund von rechts auf die Strasse 
gelaufen sei. Wenn der Berufungskläger - wie von ihm behauptet - seine ganze 
Aufmerksamkeit der rechten Strassenseite zugewendet gehabt habe, hätte er wis-
sen müssen, dass von dieser Seite keine Gefahr drohte. Dies lasse nur den Schluss 
zu, dass der Berufungskläger dem Verkehr eben gerade nicht die erforderliche Auf-
merksamkeit geschenkt habe. Im übrigen entlaste der Umstand, dass der Motorrad-
fahrer möglicherweise seinerseits die gebotene Sorgfalt nicht beachtet habe, den 
Berufungskläger nicht, da ein Mitverschulden des Verletzten den Täter grundsätz-
lich nicht entschuldige. 

c) Mit Schreiben vom 15. Februar 2007 äusserte sich A. zur Stellungnahme 
der Staatsanwaltschaft Graubünden. Er hielt fest, dass es sich bei der Aussage des 
Zeugen D., der Vorgang habe „ein paar Sekunden“ gedauert, um eine Redewen-
dung gehandelt habe. Wenn der Kantonsgerichtsausschuss auf diese Aussage als 
Zeitangabe abstellen wolle, werde die erneute Einvernahme des Zeugen beantragt. 
Im weiteren stelle sich ein Fahrer, wenn er von einem Fahrzeuginsassen angerufen 
werde, alles mögliche vor, weshalb die Schlussfolgerung des Staatsanwaltes, A.s 
Reaktion auf den Warnruf belege dessen Unaufmerksamkeit, nicht zwingend sei.

F. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. a) Gegen Urteile der Bezirksgerichtsausschüsse können der Verur-
teilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erheben (Art. 
141 Abs. 1 StPO). Dazu ist die Berufung innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzureichen; sie ist zu begründen und 
hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und 
ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende Berufung zu genügen. Auf 
die frist- und formgerecht eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

b) Der Berufungskläger beantragt die erneute Einvernahme des Zeugen D. 
für den Fall, dass der Kantonsgerichtsausschuss dessen Aussage, der ganze Vor-
fall habe einige Sekunden gedauert, als Zeitangabe betrachte. Wie die nachfolgen-

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den Erwägungen zeigen, stellt der Kantonsgerichtsausschuss nicht auf diese Aus-
sage des Zeugen ab. Der Antrag auf erneute Einvernahme des Zeugen D. ist somit 
hinfällig.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz grundsätzlich eine umfassende, uneinge-
schränkte Kognition - auch mit Bezug auf Ermessensfehler, bei deren Prüfung er 
sich aber eine gewisse Zurückhaltung auferlegt - zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO). 
Er überprüft das vorinstanzliche Urteil jedoch nur im Rahmen der in der Berufung 
oder Anschlussberufung gestellten Anträge. Wenn die Aktenlage die Beurteilung 
zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt oder der Mangel ge-
heilt ist, entscheidet der Kantonsgerichtsausschuss in der Sache selber (Art. 146 
Abs. 2 StPO e contrario), eine Rückweisung an die Vorinstanz bildet die Ausnahme 
(Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auf-
lage, Chur 1996, S. 375 f.).

3. Der Kantonsgerichtspräsident kann eine mündliche Verhandlung von 
sich aus oder auf Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung 
des Berufungsklägers für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 
Abs. 1 StPO). Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft der Kantonsge-
richtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt aufgrund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von 
der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch dar-
auf, dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Ver-
fahrensöffentlichkeit unter dem Vorbehalt von Art. 107 StPO gilt dem Grundsatze 
nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die 
Gesamtheit eines Strafverfahrens inklusive des gesamten Rechtmittelweges, somit 
auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann 
auf die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung von sich aus verzich-
ten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird 
oder sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt. - Der Berufungs-
kläger hat im vorliegenden Fall nicht die Durchführung einer mündlichen Berufungs-
verhandlung verlangt, obwohl er anwaltlich vertreten ist. Daraus darf auf einen wirk-
samen Verzicht geschlossen werden. Es besteht aber auch kein Grund, dass das 
urteilende Gericht von sich aus (vgl. dazu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche 
Berufungsverhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, 
bezüglich des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer 
mündlichen Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen 

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ist und sich ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter 
des Berufungsklägers stellen, die sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit auf-
grund der Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfah-
ren kein öffentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 316 E 2b; Art. 107 StPO; 
ZGRG 2/99, S. 46; ZR 99/2000 Nr. 36). Die streitige Strafsache kann somit gestützt 
auf die vorliegenden Akten sachgerecht entschieden werden. Ein persönliches Vor-
treten des Berufungsklägers ist daher nicht notwendig. 

4. Der Berufungskläger hat in einem ersten Punkt die Sachverhaltsfest-
stellung durch die Vorinstanz kritisiert. Er macht geltend, die Vorinstanz sei von ei-
nem Fahrmanöver des Motorradfahrers ausgegangen, das in dieser Form nicht be-
wiesen sei. Daneben wirft er in einem zweiten Punkt der Vorinstanz vor, sie habe 
ihm zu Unrecht die Berufung auf das Vertrauensprinzip verweigert. Es ist nun im 
folgenden aufgrund der vorliegenden Beweise zu prüfen, welcher Sachverhalt als 
erwiesen betrachtet werden muss. Anschliessend ist die Frage zu beantworten, ob 
sich der Berufungskläger, ausgehend vom nachgewiesenen Sachverhalt, erfolg-
reich auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann. 

a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht nach Art. 144 
Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO auch im Berufungsverfahren 
nach freier Überzeugung (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, 
N 286). Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat liegt dabei 
grundsätzlich beim Staat (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 306). An den Beweis der zur Last 
gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse 
Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus 
Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in 
dubio pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den 
Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver 
Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes 
Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zwei-
fel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute 
Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und 
nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der 
objektiven Rechtslage aufdrängen (vgl. BGE 130 Ia 37). Aufgabe des Richters ist 
es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden 
und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei 
die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die 
Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise stützen, die ver-

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nünftige Zweifel in ausschliessender Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 
Nr. 12). Es ist anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu 
untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten den Richter 
zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen 
noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in 
dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen wer-
den und es hat ein Freispruch zu erfolgen (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 307; Schmid, 
a.a.O., N 286; BGE 127 I 40 E 2).

b) Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass alle 
Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Insbesondere sind die Aussagen von 
Zeugen, Auskunftspersonen und sogar Angeschuldigten vollgültige Beweismittel 
mit derselben Beweiseignung. Entscheidend ist mit anderen Worten allein die Be-
weiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Hauser/Schweri/Hart-mann, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 54 N 5). Wesentlich 
können auch so genannte Indizien sein (vgl. Schmid, a.a.O., N 290). Bei der Wür-
digung der Beweise ist weniger die Form, sondern vielmehr der Inhalt, das heisst 
deren innere Autorität massgebend (Schmid, a.a.O., N 290). Entsprechend interes-
siert im Rahmen des Gerichtsverfahrens nicht in erster Linie die persönliche Glaub-
würdigkeit des Angeschuldigten oder von Zeugen, sondern die sachliche Glaubhaf-
tigkeit ihrer konkreten Aussagen (vgl. Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess 
mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 f.). Als Kennzeichen 
wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerich-
tigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche 
Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im Detail: Arntzen/Michaelis-Arntzen, Psy-
chologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, 
München 1993).

5. Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz vor, sie sei in sachverhaltli-
cher Hinsicht davon ausgegangen, dass der Motorradfahrer vom Eingang des Ho-
tels S. aus auf die Hauptstrasse und anschliessend in einem weiten Bogen in Rich-
tung des hoteleigenen Parkplatzes gefahren sei, obwohl dieses Manöver nicht be-
wiesen sei. In den Akten finden sich bezüglich des Verhaltens des Motorradfahrers 
vor dem Unfall einzig dessen eigene Aussagen sowie die Aussagen des Zeugen D.. 

a) Der Motorradfahrer C. hat gegenüber der Polizei am 6. September 2005 
(act. 3.7) ausgesagt, er sei am Abend des 3. September 2005 unmittelbar vor dem 

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Unfall an der Rezeption des Hotels S. gewesen und habe ein Zimmer gemietet. Er 
habe sein Motorrad vor dem Hoteleingang abgestellt gehabt. Der Rezeptionist habe 
ihm gesagt, dass die Tiefgarage einige Meter weiter in Richtung P. sei. Aus diesem 
Grund sei er zu seinem Motorrad gegangen. Mit Vor- und Rückwärtsbewegungen 
habe er dieses auf dem kleinen Vorplatz gewendet. Anschliessend sei er auf die 
Kantonsstrasse und dann in einem Bogen in Richtung P. zur Garageneinfahrt ge-
fahren. Dabei sei er bis zur Mittellinie gefahren. Nach kurzer Strecke habe er ange-
halten, weil Fussgänger auf dem Trottoir gegangen seien und den Zugang zur Ga-
rage versperrt hätten. Er habe dann plötzlich ein Quietschen von Reifen gehört und 
kurze Zeit darauf sei der andere Verkehrsteilnehmer in sein rechtes Bein geprallt. 
Dadurch sei sein Motorrad nach links geschoben worden und auf die linke Seite 
gekippt. Am 17. Mai 2006 erklärte C. gegenüber dem Untersuchungsrichter (act. 
3.10), er habe am 3. September 2005 sein Motorrad vor dem Eingang des Hotels 
S. abgestellt und anschliessend an der Rezeption ein Zimmer genommen. Man 
habe ihm gesagt, dass er sein Motorrad in der Garage unterhalb des Hotels abstel-
len könne. Er habe sein Motorrad dann drei oder vier Mal zurück und wieder nach 
vorne bewegen müssen, um es zu wenden. Er habe nach links geschaut und gese-
hen, dass die Strasse frei gewesen sei. Dann sei er auf die Strasse eingebogen und 
diese vielleicht 50 Meter im Schritttempo auf der Normalspur gefahren. Auf dem 
Trottoir seien drei Touristen hintereinander gegangen, so dass er nicht nach rechts 
von der Strasse über das Trottoir habe fahren können. Er habe etwa drei oder vier 
Meter vor der nachfolgenden Kollisionsstelle etwas nach links ausgeholt und sei 
dabei vielleicht etwa in die Mitte der Strasse gefahren. Kaum habe er leicht einge-
schwenkt gehabt und das Motorrad zum Stillstand bringen wollen, sei der Perso-
nenwagen ihm in die Seite beziehungsweise ins recht Knie gefahren. Er verneinte 
auf entsprechende Frage, dass er von der linken Strassenseite eingefahren sei. 
Weiter erklärte er, er habe den Blinker die ganze Strecke über nach rechts gestellt 
gehabt und er sei sich sicher, dass dieser auch noch beim Einbiegen nach rechts 
gestellt gewesen sei. 

b) D. sagte gegenüber der Polizei am 3. September 2005 als Zeuge aus (act. 
3.6), als Mitfahrer habe er nicht regelmässig nach vorne geschaut, weshalb er nicht 
sagen könne, wo der Motorradfahrer auf die Hauptstrasse gefahren sei. Als er je-
doch wieder nach vorne geschaut habe, habe er einen Motorradfahrer bemerkt, wel-
cher in die gleiche Richtung gefahren sei. Er habe festgestellt, dass dieser Motor-
radfahrer links der Leitlinie, ca. einen Meter auf der Gegenfahrbahn in allgemeiner 
Richtung P. gefahren sei. Plötzlich habe der Motorradfahrer sein Gefährt nach 
rechts gelenkt. Sofort habe er reflexartig ein Wort gerufen. A. habe den Toyota Pre-

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via sogleich abgebremst, aber kurz vor dem Stillstand seien sie doch noch mit dem 
Motorrad kollidiert. Gegenüber dem Untersuchungsrichter erklärte D. am 27. März 
2006 (act. 3.9) als Zeuge, am 3. September 2005 seien sie mit mässigem Tempo 
durch O. gefahren. Plötzlich habe er einen Motorradfahrer vor ihrem Auto auf der 
linken Fahrspur bemerkt. Ob sich dieser bereits längere Zeit auf der Fahrspur be-
funden habe und wo er hergekommen sei, könne er nicht sagen, da er sich nicht 
auf die Strasse konzentriert habe. Der Motorradfahrer sei langsam gefahren. Ob er 
die Füsse am Boden gehabt habe, könne er nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, er 
glaube aber nicht. Es sei ihm komisch vorgekommen, dass sich das Motorrad auf 
der linken Fahrspur befunden habe. Da das Motorrad auch keinen Blinker gestellt 
gehabt habe, sei nicht klar gewesen, was der Lenker beabsichtigt habe. Er habe 
das Motorrad zum erstenmal gesehen, als es sich schätzungsweise 15 bis 20 Meter 
vor ihrem Wagen befunden habe, aber er habe sich nicht ausschliesslich auf die 
Strasse konzentriert. Der Motorradlenker habe urplötzlich nach rechts geschwenkt. 
Man habe vorher aus seinem Verhalten nicht erkennen können, dass er beabsich-
tige, nach rechts abzuzweigen. Er habe diesen Motorradfahrer vor dem Schwenker 
ein paar Sekunden beobachten können, könne aber nicht mehr genau sagen, wie 
lange. Was er A. dann gesagt oder zugerufen habe, wisse er nicht mehr genau. Der 
Motorradfahrer sei da schätzungsweise noch 10 Meter entfernt gewesen, wobei er 
betone, dass dies keine genaue Angabe sei. Nachdem der Motorradfahrer abrupt 
ein Abbiegemanöver eingeleitet gehabt habe, habe er gerufen und A. habe den Wa-
gen sofort voll abgebremst. Der Motorradlenker habe sich zu diesem Zeitpunkt bei-
nahe rechtwinklig vor der Fahrzeugfront befunden. Ihr Wagen sei langsamer als im 
Schritttempo in das Motorrad hinein gefahren. Dieses sei zuerst gegen die Front-
seite des Wagens und dann von diesem weg auf die Strasse gekippt. Das Motorrad 
sei vor dem Unfall nicht stillgestanden, aber gerade so langsam gefahren, dass der 
Lenker die Füsse nicht habe am Boden halten müssen. Das Motorrad sei ein kurzes 
Stück auf der linken Fahrbahn gefahren und dann unvermittelt abgebogen. 

c) Die Aussagen des Zeugen D. sind klar, bestimmt, in sich stimmig und 
nachvollziehbar. Er hat den Ablauf der Geschehnisse in beiden Einvernahmen, wel-
che mehr als ein halbes Jahr auseinander lagen, gleich geschildert, nämlich dass 
das Motorrad auf der Gegenfahrbahn langsam eine kurze Strecke in Richtung P. 
gefahren und dann abrupt nach rechts geschwenkt sei. Seine Aussagen sind daher 
im Kerngehalt widerspruchsfrei. Sie erscheinen zudem weder übertrieben noch un-
genau oder ausweichend. Sie stimmen mit den Aussagen von C. bezüglich der letz-
ten Augenblicke vor dem Unfall weitgehend überein. Im weiteren finden sich in den 
Akten keine Hinweise dafür, dass D. den Berufungskläger falsch beschuldigt hätte. 

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Und schliesslich hat D. die Aussagen unter der Strafdrohung von Art. 307 StGB 
gemacht. Gesamthaft betrachtet und unter Würdigung aller Umstände kommt der 
Kantonsgerichtsausschuss somit zum Schluss, dass die Aussagen von D. glaubhaft 
sind. Der Berufungskläger selbst bringt denn auch nicht vor, D. habe falsche Anga-
ben gemacht. Vielmehr stützt er sich auch auf dessen Depositionen. Aus den Aus-
sagen von D. geht nun eindeutig hervor, dass C. zumindest eine kurze Strecke in 
Richtung P. gefahren ist, bevor er sein Motorrad nach rechts geschwenkt hat. Klar 
wird aus den Aussagen des Zeugen daher, dass der Motorradfahrer entgegen den 
Ausführungen in der Berufungsschrift nicht in einem Zug die Fahrbahn von der lin-
ken Strassenseite her kommend überquert haben kann, da er zunächst noch ein - 
zumindest kurzes - Stück in Richtung P. fuhr. Dass der Motorradfahrer vom Eingang 
des Hotels S. aus in die Strasse eingefahren ist, konnte D. jedoch nicht bestätigen, 
da er seine Aufmerksamkeit nicht die ganze Zeit über der Strasse zugewendet hatte 
(wozu er im übrigen als Mitfahrer auch nicht verpflichtet gewesen ist). Wie die nach-
folgenden Erwägungen zeigen, ist es für das vorliegende Verfahren aber auch nicht 
entscheidend, von wo aus der Motorradfahrer auf die Strasse gelangte. Diese Frage 
kann daher offen gelassen werden. Es genügt zu wissen, dass das Motorrad vor 
dem Unfall langsam eine gewisse, wenn allenfalls auch nur kurze, Strecke in Rich-
tung P. fuhr, bevor es nach rechts schwenkte. Von diesem Sachverhalt wird im Fol-
genden ausgegangen.

6. Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz vor, sie habe ihm zu Unrecht 
die Berufung auf den Vertrauensgrundsatz verweigert. Es sei zirkelschlüssig, 
zunächst zu prüfen, ob der Angeschuldigte eine Verkehrsregelverletzung begangen 
habe, und bejahendenfalls die Berufung auf den Vertrauensgrundsatz zu verwei-
gern. Es gehe im vorliegenden Fall ja gerade darum, ob der Vertrauensgrundsatz 
anzuwenden sei oder ob Verkehrsregeln verletzt worden seien. Die Vorinstanz hätte 
unter diesen Umständen somit zuerst prüfen müssen, ob die Voraussetzungen von 
Art. 26 SVG erfüllt seien. Erst wenn sie dies hätte verneinen müssen, hätte sie dem 
Berufungskläger vorwerfen können, er sei unaufmerksam gewesen.

a) aa) Nach dem aus der Grundregel von Art. 26 Abs. 1 SVG abgeleiteten 
Vertrauensgrundsatz darf jeder Strassenbenützer, sofern nicht besondere Um-
stände dagegen sprechen, darauf vertrauen, dass sich die anderen Verkehrsteil-
nehmer ebenfalls ordnungsgemäss verhalten, ihn also nicht behindern oder gefähr-
den (BGE 118 IV 277 E 4a mit Hinweisen). Eine Schranke für den Vertrauensgrund-
satz bildet Abs. 2 von Art. 26 SVG, nach welcher Bestimmung besondere Vorsicht 
geboten ist gegenüber Kindern, Gebrechlichen und alten Leuten sowie wenn Anzei-

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chen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht richtig verhalten wird. 
Anzeichen für unrichtiges Verhalten eines Strassenbenützers liegen einmal dann 
vor, wenn aufgrund seines bisherigen Verhaltens damit gerechnet werden muss, 
dass er sich in verkehrsgefährdender Weise regelwidrig verhalten wird. Sie können 
sich aber ebenfalls aus der Unklarheit oder Ungewissheit einer bestimmten Ver-
kehrslage ergeben, die nach allgemeiner Erfahrung die Möglichkeit fremden Fehl-
verhaltens unmittelbar in die Nähe rückt. In solchen Situationen liegen zwar keine 
konkreten Anzeichen für unrichtiges Verhalten vor, doch ist angesichts ihrer beson-
deren Gefahrenträchtigkeit risikoarmes Verhalten gefordert (BGE 118 IV 277 E 4a). 

bb) Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich nur stützen, wer sich selbst ver-
kehrsregelkonform verhalten hat. Wer gegen die Verkehrsregeln verstösst und da-
durch eine unklare oder gefährliche Verkehrslage schafft, kann nicht erwarten, dass 
andere diese Gefahr durch erhöhte Vorsicht ausgleichen (BGE 118 IV 277 E 4a mit 
weiteren Hinweisen; Schaffhauser Grundriss des schweizerischen Strassenver-
kehrsrechts, Band I, 2. Auflage, Bern 2002, N 421 S. 186). Jedoch gilt diese Ein-
schränkung dort nicht, wo gerade die Frage, ob der Verkehrsteilnehmer eine Ver-
kehrsvorschrift verletzt hat, davon abhängt, ob er sich auf den Vertrauensgrundsatz 
berufen kann oder nicht. Denn es wäre zirkelschlüssig, in einem solchen Fall den 
Vertrauensgrundsatz nicht anzuwenden mit der Begründung, der Täter habe eine 
Verkehrsregel verletzt. Dies hängt ja gerade davon ab, ob und inwieweit er sich auf 
das verkehrsgerechte Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer verlassen darf 
(BGE 120 IV 252 E 2d/aa; vgl. zum Ganzen BGE 125 IV 83 E 2b).

b) Der Vertrauensgrundsatz gilt nicht absolut. Er ist vielmehr situationsge-
recht anzuwenden und auch einzuschränken. Neben den vom Gesetz in Abs. 2 von 
Art. 26 SVG aufgestellten Schranken sind weitere Vorsichtspflichten zu beachten, 
die die Geltung des Vertrauensgrundsatzes beschränken, allenfalls sogar aufheben 
(vgl. auch Schaffhauser, a.a.O., N 421). Eine dieser weiteren Vorsichtspflichten und 
gleichsam eine Grundregel des Strassenverkehrs ist die pflichtgemässe Aufmerk-
samkeit, die der Fahrzeuglenker in jeder Situation aufzubringen hat. Auch wenn sich 
der Lenker grundsätzlich darauf verlassen darf, dass sich andere Strassenbenützer 
verkehrsregelkonform verhalten, so hat er doch in jedem Fall und ohne Ausnahme 
der Strasse und dem Verkehr die der Situation angemessene Aufmerksamkeit zu 
widmen (vgl. Art. 3 Abs. 1 Satz 1 VRV). Ein gewisses, situationsangemessenes 
Mass an Aufmerksamkeit muss der Strassenbenützer mithin auf jeden Fall aufbrin-
gen, unbesehen der Frage, ob er sich auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann 
oder nicht. Es stellt sich mithin die Frage, ob der Berufungskläger dieses Grund-

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mass an Aufmerksamkeit vorliegend aufgebracht hat. Bei der Beantwortung dieser 
Frage geht es nun aber entgegen der Auffassung des Berufungsklägers offensicht-
lich eben gerade nicht darum, ob sich der Berufungskläger auf den Vertrauens-
grundsatz berufen kann oder nicht, denn dieses situationsangepasste Mass an Auf-
merksamkeit ist geschuldet, selbst wenn sich der Lenker auf den Vertrauensgrund-
satz berufen kann. Insofern hat die Vorinstanz völlig zu Recht zunächst geprüft, 
inwieweit der Berufungskläger seiner Aufmerksamkeitspflicht nachgekommen ist.

c) Der Berufungskläger fuhr am 3. September 2005 um etwa 20.10 Uhr in O. 
auf der R.-strasse in Richtung P.. Die R.-strasse ist im Bereich der Unfallstelle leicht 
abfallend. Es herrschte wenig Verkehr. Die Fahrbahn war trocken und die Dämme-
rung hatte leicht eingesetzt (vgl. Polizeirapport vom 5. September 2005, act. 3.1, S. 
5; polizeiliche Einvernahme des Berufungsklägers vom 3. September 2005, act. 3.5, 
S. 3). Unmittelbar bei der Unfallstelle befindet sich ein Fussgängerstreifen. Der Be-
rufungskläger fuhr mit weniger als 50 km/h auf diesen Fussgängerstreifen zu (vgl. 
polizeiliche Einvernahme von A. vom 3. September 2005, act. 3.5, S. 1; Bremsspu-
ren gemäss Unfallskizze der Polizei, act. 3.2, aus denen sich die Geschwindigkeit 
vor Bremsbeginn errechnen lässt). Er macht nun in der Berufung geltend, im Be-
reich des Fussgängerstreifens seien auf dem rechtsseitigen Trottoir Fussgänger ge-
wesen. Er habe seine Aufmerksamkeit auf diese Fussgängergruppe gerichtet. Dazu 
sei er auch verpflichtet gewesen, denn die Fussgänger wären vortrittsberechtigt ge-
wesen, wenn sie die Strasse hätten überqueren wollen. 

aa) Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang ausgeführt, der Berufungs-
kläger habe zu Unrecht seine ganze Aufmerksamkeit auf die Fussgängergruppe 
gelenkt, da weder die Personengruppe als solche noch einzelne Menschen daraus 
sich derart auffällig verhalten hätten, dass es angezeigt gewesen sei, ihr bezie-
hungsweise ihnen eine so hohe Aufmerksamkeit zu schenken. Der Berufungskläger 
wirft der Vorinstanz diesbezüglich vor, diese Annahme sei frei erfunden und finde in 
den Akten keine Stütze. Niemand habe je die Absichten dieser Personen unter-
sucht. Die Fussgänger hätten offenbar als Zeugen nicht zur Verfügung gestanden 
und es bestünden keine Zeugenaussagen oder andere Beobachtungen, welche auf 
die Absichten dieser Personengruppe schliessen lassen würden. Dem ist nicht zu-
zustimmen. Zum einen hat auch C. erklärt, dass eine Fussgängergruppe auf dem 
rechtsseitigen Trottoir gegangen sei. Dass diese sich auffällig verhalten oder aber 
Anstalten gemacht hätte, den Fussgängerstreifen zu überqueren, stellt er nicht fest. 
Vielmehr hat er ausgesagt, dass die Fussgänger hinter einander auf dem Trottoir 
vor der Garageneinfahrt gegangen seien, so dass er sie habe zuerst vorbei lassen 

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müssen (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. Mai 2006, act. 3.10, S. 
2). Die Garageneinfahrt des Hotels S. befindet sich gemäss Unfallskizze der Polizei 
nach dem Fussgängerstreifen (act. 3.2, S. 2), die Fussgängergruppe hatte den 
Fussgängerstreifen somit bereits passiert. Zum andern hat der Berufungskläger 
selbst gemäss seinen Aussagen nach dem Warnruf von D. sofort eine Vollbremsung 
eingeleitet. Der Zeuge D. hat diesen Sachverhalt bestätigt. Der Unfallskizze der Po-
lizei sowie dem Fotoblatt kann leicht entnommen werden, dass der Wagen des Be-
rufungsklägers zur Hälfte über den Fussgängerstreifen hinausgefahren war, bis er 
still stand (act. 3.2). Der Berufungskläger war somit vor dem Fussgängerstreifen mit 
einer Geschwindigkeit unterwegs, die es ihm bei weitem nicht mehr erlaubt hätte, 
rechtzeitig vor dem Fussgängerstreifen anzuhalten, falls die Fussgänger den Strei-
fen tatsächlich hätten überqueren wollen. Daraus aber darf geschlossen werden, 
dass es keine Anzeichen gab, dass die Fussgänger den Streifen überqueren woll-
ten, ansonsten der Berufungskläger seine Geschwindigkeit hätte drosseln müssen. 
Ebenso hätte der Berufungskläger seine Geschwindigkeit verringern müssen, wenn 
sich die Fussgänger so benommen hätten, dass man allenfalls mit einem unvermit-
telten Betreten der Strasse hätte rechnen müssen. Aus dem Fahrverhalten des Be-
rufungsklägers kann daher geschlossen werden, dass mit einem Betreten der Fahr-
bahn durch die Fussgänger nicht zu rechnen war. Die Vorinstanz ist daher völlig zu 
Recht davon ausgegangen, es hätten keine Anzeichen bestanden, dass die Fuss-
gänger auf die Strasse treten würden. In diesem Zusammenhang sei auch auf das 
Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai 2002 (6S.80/2002, E 4b) hingewiesen, in 
welchem dieses festgehalten hat, ein Fahrzeuglenker müsse selbst im Bereich ei-
nes Fussgängerstreifens nicht damit rechnen, dass eine erwachsene Person unver-
mittelt auf die Fahrbahn trete, wenn konkrete Anzeichen für ein Überschreiten der 
Strasse fehlten. Vorliegend bestanden nach Aktenlage keine konkreten Anzeichen 
für ein Betreten der Strasse durch einen Fussgänger. Der Berufungskläger musste 
daher nicht damit rechnen, dass einer der Fussgänger unvermittelt auf die Fahrbahn 
trat. Unter diesen Umständen aber durfte der Berufungskläger nicht seine gesamte 
Aufmerksamkeit einzig und ausschliesslich dem rechten Trottoir zuwenden. Dies 
auch unter dem Gesichtspunkt, dass ebenso gut ein Fussgänger vom linksseitigen 
Trottoir aus den Fussgängerstreifen hätte betreten können. Wie sich aus dem Fo-
toblatt ergibt, sind auf der linken Seite Häuser sowie Parkplätze. Es bestand daher 
immer die Möglichkeit, dass ein Fussgänger von links die Strasse überqueren 
wollte. Das Bundesgericht hat denn auch in seinem Entscheid BGE 129 IV 39 E 2.2 
festgehalten, dass ein Fahrzeuglenker, der sich einem Fussgängerstreifen ohne 
Verkehrsregelung nähere, welcher durch eine Verkehrsinsel unterteilt sei, seine 
Aufmerksamkeit nicht nur dem rechtsseitigen Trottoir, der Insel und dem seine Fahr-

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bahn querenden Teil des Übergangs zu widmen habe. Vielmehr müsse er auch das 
Geschehen auf dem die Gegenfahrbahn querenden Teil des Überganges sowie 
dem linksseitigen Trottoir beobachten. Dies müsse er schon deshalb, damit er er-
kennen könne, ob sich dort Fussgänger befänden, bei denen Anzeichen dafür 
bestünden, dass sie, was keinesfalls aussergewöhnlich sei, in Verletzung ihrer Ver-
kehrsbeobachtungs- und allfälligen Wartepflicht die Strasse in einem Zug überque-
ren und sich damit verkehrswidrig verhalten könnten. Dasselbe ist bezüglich einem 
Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung zu sagen, welcher nicht durch eine Ver-
kehrsinsel geteilt ist. Der Fahrzeuglenker, der sich einem solchen Fussgängerstrei-
fen nähert, darf sich grundsätzlich nicht darauf beschränken, nur das rechtsseitige 
Trottoir zu beobachten. Denn es könnte offensichtlich auch vom linken Trottoir aus 
ein Fussgänger den Streifen betreten. Auch dieser Fussgänger wäre vortrittsbe-
rechtigt, solange das Fahrzeug nicht so nahe ist, dass es nicht mehr rechtzeitig 
anhalten könnte (Art. 47 Abs. 2 VRV). Der Fahrzeuglenker hat mithin bei einem 
Fussgängerstreifen grundsätzlich beide Strassenseiten zu beobachten. (Wie sich 
die Lage darstellen würde, wenn auf der einen Strassenseite eine Situation einge-
treten wäre, die zu Recht die überwiegende Aufmerksamkeit des Lenkers in An-
spruch nehmen würde, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden. Es sei je-
doch darauf hingewiesen, dass in einem solchen Fall eine ganz erhebliche Reduk-
tion der Geschwindigkeit, unter Umständen bis zum Stillstand, notwendig wäre, 
wollte der Lenker seinen Vorsichtspflichten nachkommen.) Nachdem im vorliegen-
den Fall die Fussgänger auf dem rechten Trottoir keine Anstalten trafen, die Strasse 
zu überqueren, beziehungsweise nachdem keine konkreten Anzeichen vorhanden 
waren, dass sie überhaupt auf die Strasse treten würden, durfte der Berufungsklä-
ger nicht seine ganze Aufmerksamkeit ausschliesslich dieser Fussgängergruppe 
zuwenden. 

bb) Zu derselben Feststellung gelangt man im übrigen, wenn man wie der 
Berufungskläger davon ausgeht, er habe seine Aufmerksamkeit primär nach vorne 
und zur Seite - zu der Fussgängergruppe - hin richten müssen. Wer beim Autofahren 
nach vorne blickt, wird unweigerlich nicht nur seine Strassenseite im Blickfeld ha-
ben, sondern auch die Gegenfahrbahn. Hätte der Berufungskläger seine Aufmerk-
samkeit auch nach vorne gerichtet, wie es nach seiner eigenen Auffassung in der 
Berufungsschrift seine Pflicht gewesen wäre, hätte er zweifellos auch den Motor-
radfahrer bemerkt, der in der Mitte der Strasse, etwas links der Mittellinie in Richtung 
P. fuhr. In diesem Zusammenhang sei noch darauf hingewiesen, dass der Beru-
fungskläger gegenüber der Polizei ausgesagt hat, er habe sich auf seine Fahrbahn-
hälfte konzentriert, was er offenbar als Grund dafür ansah, dass er den Motorrad-

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fahrer nicht bemerkt hatte. Neben dem Umstand, dass nur schwer vorstellbar ist, 
wie sich ein Lenker bei einer nicht richtungsgetrennten Strasse nur auf eine Fahr-
bahn konzentrieren können soll, ohne zumindest Bewegungen auf der anderen 
Strassenseite wahrzunehmen, ist deutlich festzuhalten, dass ein Lenker ohne Zwei-
fel seinen Vorsichtspflichten nicht genügt, wenn er sich - ohne seine Aufmerksam-
keit in eine bestimmte Richtung lenken zu müssen - darauf beschränkt, allein seine 
Strassenseite aufmerksam zu beobachten (vgl. BGE 116 IV 230 E 2; 103 IV 104 E 
2b und c). Denn es besteht immer die Möglichkeit, dass auf der anderen Fahrspur 
eine Situation eintritt, die auch von ihm eine Reaktion erfordert, wie zum Beispiel 
ein Tier, das über die Strasse läuft, ein Ball, der auf die Strasse rollt, ein Linksab-
bieger, der zur Mitte hin einspurt, ein Lastwagen mit überbreiter Ladung und so wei-
ter. 

d) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Berufungskläger 
zu Unrecht seine ganze Aufmerksamkeit der Personengruppe auf dem rechten Trot-
toir zugewendet hat. Dadurch aber hat er dem linken Fahrstreifen zu wenig Auf-
merksamkeit gewidmet. Er hat folglich das Grundmass an Aufmerksamkeit, das in 
der konkreten Situation notwendig gewesen wäre, nicht aufgebracht. Damit hat er 
sich nicht verkehrsregelkonform verhalten, weshalb ihm eine Berufung auf den Ver-
trauensgrundsatz verwehrt bleibt. Die Vorinstanz hat mithin die Anwendung des 
Vertrauensprinzips zu Recht verweigert. Die Berufung ist in diesem Punkt abzuwei-
sen. 

e) Lediglich nebenbei sei noch erwähnt, dass der Berufungskläger die Fest-
stellung der Vorinstanz, es sei irrelevant, ob der Motorradfahrer vor der Kollision still 
gestanden oder noch gefahren sei, als falsch beanstandet. Er macht geltend, die 
Anwendung des Vertrauensgrundsatzes sei nur möglich, wenn der Motorradfahrer 
noch gefahren sei, weshalb die Frage, ob dieser vor dem Unfall still gestanden oder 
von links vor das Fahrzeug des Berufungsklägers gefahren sei, von erheblicher Re-
levanz sei. Weil die Vorinstanz diesen Punkt nicht beachtet habe, bleibe die Fest-
stellung des Sachverhalts lücken- und damit fehlerhaft. Dem ist nicht zu folgen. Wie 
bereits einlässlich dargelegt, kann sich der Berufungskläger nicht auf den Vertrau-
ensgrundsatz berufen, weil er das der Situation angemessene Grundmass an Auf-
merksamkeit nicht aufgebracht hat. Es ist im Zusammenhang mit der Frage, ob der 
Berufungskläger das Vertrauensprinzip anrufen kann, daher irrelevant, ob der Mo-
torradfahrer vor dem Zusammenstoss noch fuhr oder nicht. Die Feststellung der 
Vorinstanz ist mithin nicht zu beanstanden.

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7. Der Führer hat sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er sei-
nen Vorsichtspflichten nachkommen kann (Art. 31 Abs. 1 SVG). Seinen Vorsicht-
pflichten kommt ein Lenker nach, wenn er die Verkehrsregeln beachtet. Um diese 
Regeln beachten zu können, muss der Fahrzeugführer in situationsangemessener 
Weise aufmerksam sein, Gefahren erkennen und in adäquater Weise darauf reagie-
ren. Das Mass der Aufmerksamkeit, das vom Fahrzeuglenker verlangt wird, richtet 
sich nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen 
Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen. Wenn 
der Lenker sein Augenmerk im wesentlichen auf bestimmte Stellen zu richten hat, 
kann ihm für andere eine geringere Aufmerksamkeit zugebilligt werden (Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. Juni 2001, 6A.1/2001, E 3c mit Hinweisen). Der Berufungs-
kläger hat nach seinen eigenen Aussagen sein gesamtes Augenmerk auf die Fuss-
gängergruppe auf der rechten Strassenseite gerichtet. Wie bereits einlässlich fest-
gestellt, gab es jedoch keine konkreten Anzeichen, dass einer der Fussgänger un-
vermittelt auf die Strasse treten würde oder den Fussgängerstreifen überqueren 
wollte. Der Berufungskläger hatte sich daher nicht ausschliesslich nach rechts zu 
orientieren. Dies insbesondere auch unter dem Aspekt, dass ebenso gut von links 
ein Fussgänger den Fussgängerstreifen hätte betreten können. Hätte der Beru-
fungskläger nun seine Aufmerksamkeit situationsangemessen auch nach vorne und 
zur linken Seite hin, somit auch zur Gegenfahrbahn hin, gewendet, hätte er den 
Motorradfahrer, der etwas links der Leitlinie auf der Gegenfahrbahn in dieselbe 
Richtung fuhr, ohne Zweifel wahrgenommen. Er hätte ihn zumindest zu dem Zeit-
punkt sehen können, als ihn auch der Zeuge D. bemerkt hat. Er hätte daher auch 
früher auf das Abbiegemanöver des Motorradfahrers reagieren können. Aus den 
Aussagen des Zeugen D. sowie aus dem Fotoblatt ergibt sich, dass der Wagen des 
Berufungsklägers schon beinahe stand, als er das Motorrad von C. doch noch tou-
chierte. Hätte der Berufungskläger somit nur wenige Augenblicke früher reagiert und 
den Bremsvorgang begonnen, wäre der Unfall vermieden worden. Mit der situati-
onsangemessenen Aufmerksamkeit wäre der Berufungskläger zumindest diese we-
nigen Augenblicke früher auf das Abbiegemanöver des Motorradlenkers aufmerk-
sam geworden und hätte genügend früh reagieren können. Kommt hinzu, dass sich 
der Motorradfahrer offensichtlich auffällig verhielt, indem er auf der Gegenfahrbahn 
in dieselbe Richtung wie der Berufungskläger fuhr. Es war unter diesen Umständen 
nicht klar, wie sich der Motorradfahrer weiter verhalten würde. In einer solch unkla-
ren Situation über den weiteren Ablauf des Verkehrsgeschehens aber war der Be-
rufungskläger von Gesetzes wegen verpflichtet, besondere Vorsicht walten zu las-
sen (Art. 26 Abs. 2 SVG), das heisst, erhöhte Aufmerksamkeit anzuwenden (vgl. 
BGE 116 IV 230 E 2b). Dies hätte bedeutet, dass er zumindest Bremsbereitschaft 

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erstellt, wenn nicht gar sein Fahrzeug schon abgebremst hätte, um nicht von der 
Verkehrssituation, wie auch immer sie sich entwickelte, überrascht zu werden. Da-
mit aber wäre der Unfall offensichtlich vermieden worden, hätte der Berufungskläger 
doch eine kürzere Reaktionszeit benötigt oder vor der Vollbremsung eine geringere 
Geschwindigkeit gehabt, weshalb er seinen Wagen bereits vor der späteren Unfall-
stelle hätte zum Stillstand bringen können. Der Berufungskläger hat nicht die vom 
Gesetz geforderte Aufmerksamkeit aufgebracht, was dazu geführt hat, dass er sein 
Fahrzeug nicht so beherrschen konnte, wie es die Situation erfordert hätte. Er hat 
folglich Art. 31 Abs. 1 SVG verletzt. Sein Fehlverhalten erreicht jedoch offensichtlich 
nicht die Intensität einer groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 
90 Ziff. 2 SVG, so dass als Strafnorm Art. 90 Ziff. 1 SVG anzuwenden ist. 

8. Die Geschwindigkeit ist stets den Umständen anzupassen, namentlich 
den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-, Verkehrs- 
und Sichtverhältnissen (Art. 32 Abs. 1 SVG). Art 32 Abs. 1 SVG ist lex specialis zu 
Art. 31 Abs. 1 SVG; die Anpassung der Geschwindigkeit an die Verhältnisse ist eine 
der wichtigsten Voraussetzungen für das Beherrschen des Fahrzeuges. Allein aus 
der Tatsache, dass ein Fahrzeuglenker nicht rechtzeitig vor einem Hindernis anhal-
ten konnte, darf jedoch nicht gefolgert werden, seine Geschwindigkeit sei übersetzt 
gewesen. Im Rahmen von Art. 32 Abs. 1 SVG ist vielmehr entscheidend, ob der 
Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit so bemessen hat, dass er innerhalb der als frei 
erkannten Strecke anhalten konnte, das heisst innerhalb der Strecke, auf der weder 
ein Hindernis sichtbar war, noch mit dem Auftauchen eines solchen gerechnet wer-
den musste (BGE 103 IV 45; 99 IV 230). Wie bereits ausgeführt, hätte der Beru-
fungskläger bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit erkennen müssen, dass in der 
Mitte der Strasse ein Motorrad in Richtung P. fuhr. Da dieses sehr langsam fuhr, 
war es offensichtlich ein Hindernis. Es fuhr im weiteren zwar auf der linken Fahrspur, 
doch fuhr es - wie der Berufungskläger auch - in Richtung P., so dass immer damit 
zu rechnen war, dass es im weiteren Verlauf seiner Fahrt auf die Normalspur 
zurückkehrte. Die Strecke war mithin nur bis zu diesem Motorrad frei. Der Beru-
fungskläger konnte den Zusammenstoss mit dem Motorrad nicht verhindern, was 
bedeutet, dass er nicht innerhalb der als frei erkennbaren Strecke anhalten konnte. 
Er hat mithin seine Geschwindigkeit nicht den Umständen angepasst und damit Art. 
32 Abs. 1 SVG verletzt. Sein Verhalten erfüllt jedoch nicht die Voraussetzungen 
eines groben Verstosses gegen die Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG, 
weshalb als Strafnorm Art. 90 Ziff. 1 SVG Anwendung findet. 

20

9. a) Wer fahrlässig einem Menschen eine schwere Körperverletzung zu-
fügt, wird mit Gefängnis oder mit Busse (Art. 125 Abs. 2 aStGB) bzw. mit Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 125 Abs. 2 nStGB) bestraft. Schwer 
ist eine Körperverletzung, wenn eine schwere Schädigung des Körpers oder der 
körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen erfolgt ist. In Art. 122 
StGB, der die vorsätzliche schwere Körperverletzung behandelt und bezüglich des 
objektiven Tatbestandes Art. 125 Abs. 2 StGB entspricht, hat der Gesetzgeber 
zunächst Beispiele von schweren Schädigungen aufgezählt, die den Tatbestand der 
schweren Körperverletzung erfüllen. Unter anderem nennt der Gesetzgeber zum 
Beispiel eine lebensgefährliche Verletzung oder die Verstümmelung eines wichtigen 
Organs oder Gliedes. In Absatz 3 der Bestimmung folgt eine Generalklausel, welche 
Fälle einer schweren Körperverletzung erfassen soll, die zwar unter keine der im 
Gesetz explizit aufgezählten schweren Schädigungen subsumiert werden können, 
hinsichtlich ihrer Qualität und Auswirkungen aber jenen ähnlich sind. Eine schwere 
Körperverletzung erfordert mithin eine erhebliche, nachhaltige Schädigung des Kör-
pers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit. Es kann auch eine Kombina-
tion verschiedener Beeinträchtigungen, die jede für sich allein noch nicht als 
schwere Körperverletzung gelten könnte, diese Qualifikation in der gesamtheitli-
chen Würdigung rechtfertigen. Zu berücksichtigen sind schliesslich auch Faktoren, 
die eine Einbusse der Lebensqualität bringen (zum Ganzen: Roth, Basler Kommen-
tar, N 18 ff. zu Art. 122 StGB). Subjektiv genügt Fahrlässigkeit. Fahrlässigkeit ist 
gegeben, wenn der Täter die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvor-
sichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Un-
vorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Um-
ständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 18 Abs. 3 
aStGB, Art. 12 Abs. 3 nStGB; die Voraussetzungen der Fahrlässigkeit haben durch 
das neue Recht keine Änderung erfahren). Ein Schuldspruch wegen Fahrlässigkeit 
setzt somit die Verletzung einer Sorgfaltspflicht voraus. Eine solche Verletzung ist 
gegeben, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie sei-
ner Kenntnisse und Fähigkeiten die mit seiner sorgfaltswidrigen Handlung bewirkte 
Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und 
wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Grundvor-
aussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung ist somit die Vorher-
sehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für 
den Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist 
daher zu fragen, ob der Täter die Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte 
voraussehen beziehungsweise erkennen können und müssen. Für die Beantwor-
tung dieser Frage gilt der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten des 

21

Täters geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen 
des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu 
begünstigen (BGE 129 IV 282 E 2; 127 IV 39 und 65; 121 IV 14 und 286; 120 IV 
300 E 3e; 118 IV 130 E 3c; 116 IV 182 E 4b, je mit Hinweisen). Damit der Eintritt 
des Erfolgs auf das pflichtwidrige Verhalten des Täters zurückzuführen ist, genügt 
eine blosse Vorhersehbarkeit jedoch nicht. Vielmehr stellt sich die weitere Frage, 
ob der Erfolg auch vermeidbar gewesen ist. Dabei wird ein hypothetischer Kausal-
verlauf untersucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des 
Täters ausgeblieben wäre. Es genügt für die Zurechnung des Erfolgs, wenn das 
Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit 
oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bil-
dete. Die Adäquanz ist indessen zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Um-
stände, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- und Konstruktionsfeh-
ler, als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden 
musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittel-
barste Ursache des Erfolges erscheinen und so alle anderen mitverursachenden 
Faktoren – namentlich das Verhalten des Täters – in den Hintergrund drängen (BGE 
130 IV 7 E 3.2, mit zahlreichen Hinweisen; BGE 127 IV 62 E 2d, mit Hinweisen; 
Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, Zürich 
1997, N 27 zu Art. 18 StGB). 

b) Vorliegend ist der objektive Tatbestand der schweren Körperverletzung 
offensichtlich erfüllt. Aus den Akten ergibt sich, dass C. bei dem Unfall eine zweit-
gradig offene Tibiakopffraktur rechts mit knöchernem Seitenbandausriss am Ober-
schenkelknochen erlitten hat. Nach eigenen Angaben gegenüber dem Untersu-
chungsrichter am 17. Mai 2006 (act. 3.10) war er nach dem Unfall vier Monate hos-
pitalisiert. Es waren eine Hautverpflanzung und zwei weitere Operationen notwen-
dig. Nach dem Spitalaufenthalt folgte eine sechswöchige Rehabilitation in Q.. Daran 
anschliessend besuchte C. offenbar für längere Zeit wöchentlich zwei bis drei Mal 
eine Therapie in der T.. Er erklärte gegenüber dem Untersuchungsrichter, dass er 
noch immer Schmerzen habe und hinke, was nach Auskunft seines Arztes noch bis 
zu einem Jahr so bleiben könne. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass ein künstli-
ches Kniegelenk eingesetzt werden müsse. Er könne nicht länger als zwei Stunden 
stehen, weil dann sein Knie anschwelle. Er könne keiner Arbeit nachgehen. Wie 
sich die gesundheitliche Situation von C. seit dieser untersuchungsrichterlichen Ein-
vernahme entwickelt hat, geht aus den Akten nicht hervor. Aufgrund des langen 
Spitalaufenthaltes, der mehrwöchigen Rehabilitation, der anhaltenden, mehrmona-
tigen Arbeitsunfähigkeit sowie der über längere Zeit andauernden Schmerzen und 

22

Einschränkungen in der persönlichen Lebensführung sind die Verletzungen von C. 
jedoch ohne Zweifel als schwer im Sinne des Gesetzes zu qualifizieren (vgl. BGE 
124 IV 57; Urteil des Bundesgerichtes vom 22. November 2002, 6S.148/2002, E 
2.1.1). Der Berufungskläger hat dies anlässlich der Hauptverhandlung vor der Vor-
instanz denn auch ausdrücklich anerkannt (vgl. Plädoyer des Verteidigers, vorin-
stanzl. act. 7, S. 5, Ziff. IV/1.).

c) Auch in subjektiver Hinsicht ist der Tatbestand der fahrlässigen schweren 
Körperverletzung erfüllt. Als Sorgfaltspflichtverletzung ist in diesem Zusammenhang 
die festgestellte Verletzung von Verkehrsregeln zu qualifizieren. Diese war ohne 
Zweifel ursächlich für den Unfall und die dabei dem Motorradfahrer zugefügten Ver-
letzungen, denn weil der Berufungskläger nicht die notwendige Aufmerksamkeit 
aufbrachte, bemerkte er den Motorradfahrer zu spät und passte seine Geschwin-
digkeit nicht der Situation an. Im weiteren war die Verletzung von Verkehrsregeln 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens geeignet, 
einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begünsti-
gen. Mangelnde Aufmerksamkeit ist mit Abstand der häufigste Unfallgrund und Ver-
kehrsunfälle führen gerade bei Motorradfahrern, die sich nur beschränkt schützen 
können, schnell zu schweren körperlichen Verletzungen. Die Verkehrsregelver-
stösse waren mithin adäquat kausal für die Verletzungen des Motorradfahrers. Und 
schliesslich wäre der Unfall vermieden worden, wenn der Berufungskläger sich der 
in der konkreten Situation notwendigen Aufmerksamkeit befleissigt und die Ge-
schwindigkeit der Sachlage angepasst hätte. Die schweren Verletzungen des Mo-
torradfahrers waren daher sowohl vorhersehbar als auch vermeidbar. Der Beru-
fungskläger hat fahrlässig gehandelt und mit seinem Verhalten auch den subjekti-
ven Tatbestand von Art. 125 Abs. 2 StGB erfüllt.

d) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Berufungskläger 
sowohl den objektiven als auch den subjektiven Tatbestand der fahrlässigen schwe-
ren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB erfüllt hat. 

10. Nachdem der Berufungskläger mit seinem Handeln sowohl den Tat-
bestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung erfüllt als auch gegen Art. 31 
Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG verstossen 
hat, stellt sich die Frage der Konkurrenz. 

a) Art. 90 Abs. 1 SVG ist ein Gefährdungsdelikt. Verwirklicht sich die Gefahr 
und wird eine Person durch den Verkehrsregelverstoss verletzt oder getötet, kon-

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sumiert das erfüllte Verletzungsdelikt den Art. 90 Ziff. 1 SVG. Mit der Bestrafung 
wegen fahrlässiger Tötung oder fahrlässiger (schwerer) Körperverletzung wird die 
durch die Verletzung der entsprechenden Verkehrsregel(n) geschaffene Gefähr-
dung der allgemeinen Verkehrssicherheit und die Gefährdung der getöteten oder 
verletzten Person(en) mitabgegolten, weshalb dann nur Art. 117 oder Art. 125 StGB 
zur Anwendung kommen (BGE 91 IV 30 E 3 und 221 E 4; 96 IV 39; 106 IV 391 E 4 
mit Hinweisen). Echte Idealkonkurrenz zwischen Art. 90 Ziff. 1 SVG und Art. 117 
beziehungsweise Art. 125 StGB ist nur gegeben, wenn neben der getöteten oder 
verletzten Person(en) eine oder mehrere weitere Personen konkret gefährdet wer-
den (BGE 91 IV 211 E 4; 119 IV 284 E 2c; vgl. zum Ganzen auch das Urteil des 
Bundesgerichts vom 29. November 2001, 6S.628/2001, E 2a). 

b) Im hier zu beurteilenden Fall fuhr der Berufungskläger in das Motorrad von 
C. und verletzte diesen am Knie. Gegenüber C. hat sich die durch die Verkehrsre-
gelverletzungen geschaffene Gefahr mithin verwirklicht, so dass die Verurteilung 
des Berufungskläger wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung die Verkehrs-
regelverstösse diesbezüglich konsumiert. Mit der vom Berufungskläger eingeleite-
ten Vollbremsung wurden jedoch auch die Insassen seines Fahrzeuges konkret ge-
fährdet. Es bestand immer die Möglichkeit, dass sie sich verletzten, auch weil sie 
die Vollbremsung unvorbereitet traf. Insofern stehen die fahrlässige schwere Kör-
perverletzung und die Verkehrsregelverstösse in echter Idealkonkurrenz, weshalb 
der Berufungskläger sowohl wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung als 
auch wegen Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG zu 
verurteilen ist. Die Vorinstanz hat ihn mithin zu Recht wegen fahrlässiger schwerer 
Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB sowie wegen einfacher Verletzung 
von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbin-
dung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen. Die Berufung erweist sich dies-
bezüglich somit als unbegründet.

11. Am 1. Januar 2007 ist die Revision des Allgemeinen Teils des Straf-
gesetzbuches in Kraft getreten. Bei der fahrlässigen schweren Körperverletzung 
handelt es sich um ein Vergehen, das nach altem Recht mit Gefängnis oder Busse 
bestraft wurde, während es nach neuem Recht mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder mit Geldstrafe bedroht wird. Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird ein Täter nach 
neuem Recht beurteilt, wenn er nach dessen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Ver-
gehen begangen hat. Ausnahmsweise wird der Täter, wenn er das Verbrechen oder 
Vergehen vor Inkrafttreten der AT-Revision begangen hat, die Verurteilung aber erst 
nachher erfolgt, nach neuem Recht beurteilt, sofern es für ihn das mildere ist als 

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das im Zeitpunkt der Tatbegehung geltende Gesetz (Art. 2 Abs. 2 StGB, lex mitior). 
Gemäss Lehre und Rechtsprechung ist dabei nach der konkreten Methode vorzu-
gehen: es wird geprüft, nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade 
zu beurteilende Tat eine mildere Strafe erhält (sog. Günstigkeitsprüfung). Allerdings 
darf eine Tat nicht teilweise nach altem und teilweise nach neuem Recht beurteilt 
werden; es darf nur entweder das frühere oder das geltende Recht angewendet 
werden (Riklin, Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches: Fragen des 
Übergangsrecht, AJP 12 2006 1471, S. 1473). Nachfolgend ist deshalb die Strafzu-
messung für das alte und das neue Recht separat zu ermitteln und anschliessend 
die Günstigkeitsprüfung vorzunehmen, damit das für den Berufungskläger mildere 
Recht zur Anwendung gelangen kann. Dabei ist zu beachten, dass der Kantonsge-
richtsausschuss sowohl unter dem alten als auch unter dem neuen Recht bei der 
Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung sein Ermessen an die Stelle des-
jenigen der Vorinstanz setzt und die Regeln über die Strafzumessung selbständig 
anwendet. 

a) aa) Nach dem alten Recht misst der Richter die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen 
Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 aStGB). Der Begriff des Ver-
schuldens umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straf-
tat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zu Grund zu legen. Weiter 
unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täterkomponente. Bei der Tatkom-
ponente sind insbesondere zu beachten das Ausmass des verschuldeten Erfolges, 
die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit der der Täter ge-
handelt hat, und die Beweggründe, die Art. 63 aStGB ausdrücklich erwähnt. Die 
Täterkomponente umfasst demgegenüber das Vorleben, die persönlichen Verhält-
nisse, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit (vgl. BGE 129 IV 20; 118 IV 14; 117 IV 112 ff. mit 
Hinweisen). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder 
straferhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des 
Richters nachvollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 56). Im weiteren ist der Richter 
nicht an die Höhe des von der Anklage geforderten Strafmasses gebunden. Viel-
mehr hat er das Strafmass innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach sorgfältiger 
Würdigung des Falles und unter Berücksichtigung der Milderungs- und Schärfungs-
gründe zu bestimmen (vgl. Art. 126 Abs. 2 StPO). Den Betrag einer allfälligen Busse 
bestimmt der Richter je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser durch 
die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. Für die 
Verhältnisse des Täters sind namentlich von Bedeutung sein Einkommen und sein 

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Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, 
sein Alter und seine Gesundheit (Art. 48 Ziff. 2 aStGB).

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen Freiheitsstrafen verwirkt 
hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste 
Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschreiten und ist 
dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 
aStGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung nach altem Recht ist im 
vorliegenden Fall der Strafrahmen von Gefängnis oder Busse gemäss Art. 125 
aStGB. Die kürzeste Dauer der Gefängnisstrafe beträgt gemäss Art. 36 aStGB drei 
Tage und die längste drei Jahre, ausser das Gesetz bestimme es ausdrücklich an-
ders. Der Höchstbetrag der Busse ist Fr. 40'000.--, wenn es das Gesetz nicht anders 
bestimmt (Art. 48 Ziff. 1 aStGB). 

bb) Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt nicht allzu schwer. Er hat 
zwar dem Verkehr zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und deswegen seine Ge-
schwindigkeit der konkreten Situation nicht angepasst, wodurch es zu einem Unfall 
mit für das Opfer gravierenden Folgen kam. Jedoch ist das Verschulden nicht am 
Erfolg zu messen, sondern es ist vielmehr aufgrund des konkreten Fehlverhaltens 
zu beurteilen. So hat denn auch das Bundesgericht bereits in BGE 91 IV 32 f. fest-
gehalten, dass bei Verkehrsunfällen das Verschulden, das in der Gefährdung der 
Verkehrssicherheit und der Sicherheit einzelner Personen liege, auch den Grad des 
Verschuldens bestimme, das dem Täter wegen Körperverletzung zur Last falle. Je 
unvorsichtiger ein Fahrzeugführer sich benehme, um so grösser sei die abstrakte 
und konkrete Gefährdung und damit auch sein Verschulden, und desto schwerer 
werde er für die Körperverletzung bestraft, zu der die Gefährdung geführt habe. Der 
Berufungskläger nun hat sich nicht einfach unaufmerksam verhalten oder war ab-
gelenkt, sondern er beobachtete eine am Strassenrand gehende Personengruppe, 
um gegebenenfalls auf deren Verhalten richtig reagieren zu können. Er hatte seine 
Aufmerksamkeit somit anderen Verkehrsteilnehmern zugewendet, jedoch zu einsei-
tig nach einer Seite hin. Er fuhr zudem nicht schneller als innerorts grundsätzlich 
erlaubt. Sein Verschulden ist unter diesen Umständen als nicht sehr schwer zu be-
zeichnen. Strafmindernd sind dem Berufungskläger seine Vorstrafenlosigkeit sowie 
sein guter automobilistischer und allgemeiner Leumund zugute zu halten. Strafer-
höhungs- und Strafmilderungsgründe sind keine ersichtlich. Strafschärfend wirkt 
das Zusammentreffen mehrer strafbarer Handlungen, nämlich die fahrlässige 

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schwere Körperverletzung und die Verkehrsregelverletzungen. Unter Berücksichti-
gung aller Umstände, insbesondere auch der Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse des Berufungsklägers, und in Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe 
erachtet der Kantonsgerichtsausschuss die von der Vorinstanz ausgesprochene 
Busse in Höhe von Fr. 1'000.-- als dem Verschulden des Berufungsklägers ange-
messen. Im weiteren ist davon auszugehen, dass der Berufungskläger durch das 
vorliegende Strafverfahren und die Verurteilung genügend gewarnt ist, so dass er 
sich in Zukunft wohlverhalten wird. Die Voraussetzungen von Art. 41 Ziff. 1 aStGB 
sind beim Berufungskläger mithin gegeben, so dass ihm die Vorinstanz zu Recht 
die vorzeitige Löschung der Busse im Strafregister bei Wohlverhalten während der 
Probezeit von einem Jahr gewährt hat (Art. 49 Ziff. 4 aStGB).

b) aa) Nach neuem Recht wird die fahrlässige schwere Körperverletzung mit 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet. Gemäss Art. 
34 Abs. 1 StGB beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze, wobei das Ge-
richt deren Zahl nach dem Verschulden des Täters bestimmt. Das Verschulden wird 
nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes, 
nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters 
sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Um-
ständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Berück-
sichtigt werden ausserdem das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse (Art. 47 
StGB). Die Kriterien der Strafzumessung nach dem Verschulden blieben somit an-
lässlich der Revision in den wesentlichen Grundzügen unverändert, womit auf die 
gemachten Ausführungen (E 11 a/aa) verwiesen werden kann (Greiner, Bedingte 
und teilbedingte Strafen, Strafzumessung, in: Bänziger/Hubschmid/Soll-berger, Zur 
Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafrechts und zum neuen 
materiellen Jungendstrafrecht, Bern 2006, S. 128; Manhart, Bedingte und teilbe-
dingte Strafen sowie kurze unbedingte Freiheitsstrafen, in: Tag/Hauri, Die Revision 
des Strafgesetzbuches Allgemeiner Teil, Zürich/St. Gallen 2006, S. 123; Riklin, Stra-
fen und Massnahmen im Überblick, in: Tag/Hauri, a.a.O., S. 78). 

Ein Tagessatz beträgt höchstens Fr. 3'000.--. Das Gericht bestimmt die Höhe 
des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des 
Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Le-
bensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem 
Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Dem Gericht verbleibt dabei ein erheblicher 
Ermessensspielraum. Das Vermögen ist nicht generell in Betracht zu ziehen, son-
dern vor allem bei Tätern, die über ein grosses Vermögen verfügen oder aber kein 

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oder bloss ein geringes Einkommen ausweisen (Donatsch/Flachsmann/ Hug/We-
der, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Studienausgabe, Zürich 2006, S. 104). Vor-
liegend erübrigt es sich jedoch, näher auf die Anzahl sowie die Höhe der Tages-
sätze einzugehen, da – wie nachfolgend darzulegen sein wird – das alte Recht im 
konkreten Fall das mildere ist. 

bb) Eine Geldstrafe ist in der Regel aufzuschieben, wenn vom Fehlen einer 
ungünstigen Prognose ausgegangen werden kann (42 Abs. 1 StGB). Im vorliegen-
den Fall ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr, zumal der 
Berufungskläger keine Vorstrafen aufweist und einen guten automobilistischen Leu-
mund besitzt. Eine unbedingte Strafe erscheint nicht notwendig, um den Berufungs-
kläger von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Kann 
vorliegend somit eine günstige Prognose vermutet werden, ist die Geldstrafe aufzu-
schieben. 

Neben der fahrlässlichen schweren Körperverletzung sind jedoch auch noch 
die Verkehrsregelverletzungen zu ahnden. Hat der Täter durch eine oder mehrere 
Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verur-
teilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten 
Straftat und erhöht sie angemessen, wobei es das Höchstmass der angedrohten 
Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen darf; es ist zudem an das gesetzliche 
Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 StGB). Einfache Verkehrsregelverlet-
zungen, wie sie der Berufungskläger begangen hat, werden nach neuem Recht 
gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG mit Busse bestraft. Geldstrafe und Busse sind nicht 
gleichartige Strafen. Dies bedeutet, dass neben der Geldstrafe eine Busse auszu-
sprechen ist und dass der Berufungskläger nicht in den Genuss des Asperations-
prinzips kommen kann, welches in der Regel zu einer tieferen Strafe führt. Das Ge-
richt bemisst die Busse je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser die 
Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Bei 
der Bemessung der Busse ist auch der finanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu 
tragen. Für die Verhältnisse des Täters relevant sind die gleichen Kriterien wie bei 
der Geldstrafe, somit Einkommen, Vermögen, Lebensaufwand, Unterstützungs-
pflichten und Existenzminimum.

cc) Nach dem neuen Recht ist gegenüber dem Berufungskläger mithin eine 
Geldstrafe für die fahrlässige schwere Körperverletzung auszusprechen, die sich in 
derselben Höhe bewegt, wie die Einsatzstrafe unter dem alten Recht, ist doch in 
beiden Fällen dasselbe Verschulden zu beurteilen. Daneben ist aber auch eine 

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Busse für die Verkehrsregelverletzungen festzusetzen, die höher ausfällt, als der 
Bussenanteil der Gesamtstrafe unter altem Recht, da der Berufungskläger nicht 
vom Asperationsprinzip profitieren kann. In die Betrachtungen mit einzubeziehen ist 
jedoch auch, dass die nach neuem Recht auszufällende Geldstrafe aufgeschoben 
wird, was sie milder erscheinen lässt als die für die fahrlässige schwere Körperver-
letzung unter altem Recht ausgesprochene Busse (Einsatzstrafe). Jedoch erfolgt 
unter neuem Recht für das gesamte Urteil, also sowohl für die Geldstrafe als auch 
für die Busse (Art. 3 Abs. 1 lit. d VOSTRA-Verordnung), ein Eintrag im Strafregister, 
der erst nach Ablauf der Bewährungsfrist nicht mehr im Auszug erscheint (Art. 371 
Abs. 3bis StGB), wobei die Probezeit mindestens zwei Jahre beträgt (Art. 44 Abs. 1 
StGB), und der erst nach zehn Jahren von Amtes wegen gelöscht wird (Art. 369 
Abs. 3 StGB), während die unter dem alten Recht ausgesprochene Busse nach 
einem Jahr Bewährung vorzeitig gelöscht werden wird. 

c) Vergleicht man nun das Ergebnis der Strafzumessung nach altem Recht 
(Busse in Höhe von Fr. 1'000.--, mit vorzeitiger Löschbarkeit bei Wohlverhalten nach 
Ablauf der Probezeit von einem Jahr) und nach neuem Recht (bedingte Geldstrafe 
und Busse, die zusammen den Betrag von Fr. 1'000.-- übersteigen, mit Strafregis-
tereintrag, der frühestens nach zwei Jahren im Strafregisterauszug nicht mehr er-
scheint und erst nach zehn Jahren von Amtes wegen gelöscht wird), so erweist sich 
vorliegend nach Abwägung aller Faktoren das alte Recht klar als das mildere. Es ist 
deshalb bei der Strafzumessung das Recht anzuwenden, wie es bis zum 31. De-
zember 2006 Geltung hatte, womit sich auch die Festsetzung einer Ersatzfreiheits-
strafe bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB 
erübrigt (Art. 388 Abs. 1 StGB). Der Berufungskläger ist folglich mit einer Busse in 
der Höhe von Fr. 1'000.-- zu bestrafen, wobei die Probezeit für die Löschung der 
Busse im Strafregister auf ein Jahr festgesetzt wird (vgl. E 11 a/bb).

12. Der Berufungskläger hat gemäss Rechtsbegehren in der Berufung das 
gesamte vorinstanzliche Urteil angefochten, mithin auch den Kostenspruch. In der 
Begründung der Berufung geht er auf die Verteilung der Kosten durch die Vorin-
stanz jedoch nicht ein. Die Vorinstanz hat die Kosten der Strafuntersuchung und 
des Gerichts dem Ausgang des Verfahrens entsprechend und in Anwendung von 
Art. 158 Abs. 1 StPO gänzlich dem Berufungskläger auferlegt. Nachdem nun das 
angefochtene Urteil vollumfänglich bestätigt wird, die Verurteilung des Berufungs-
klägers durch die Vorinstanz mithin zu Recht erfolgt ist, sind keine Gründe ersicht-
lich, weshalb von dieser Verteilung der Verfahrenskosten abgewichen werden 

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sollte. Der Berufungskläger macht denn auch keine solchen Gründe geltend. Der 
vorinstanzliche Kostenspruch ist daher zu bestätigen.

13. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Berufung des Berufungs-
klägers in allen Teilen abgewiesen werden muss. Bei diesem Ausgang des Verfah-
rens hat der Berufungskläger die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen (Art. 
160 Abs. 1 StPO). 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Die Aktuarin ad hoc: