# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33419e08-f5a2-5f01-9922-2d4263780df9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2017 D-5872/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5872-2016_2017-12-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5872/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  D e z e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter François Badoud, Richterin Contessina Theis,    

Gerichtsschreiberin Sandra Sturzenegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

dessen Ehefrau 

B._______, geboren am (…), 

und die Kinder 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

F._______, geboren am (…), 

alle Kosovo,   

alle vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri LL.M.,  

Asylhilfe Bern,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 25. August 2016 / N (…). 

 

D-5872/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der älteste Sohn respektive Bruder der Beschwerdeführenden 

(G._______ [N (…)]) suchte am 14. Januar 2013 in der Schweiz um Asyl 

nach. Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er vor, er sei in seinem 

Heimatland respektive -dorf von einer Blutrache betroffen.  

A.b Am 8. September 2015 tätigten Vertreter der Schweizerischen Bot-

schaft in Pristina (nachfolgend: Botschaft) – auf Ersuchen des SEM – Ab-

klärungen in Sachen G._______ in dessen Heimatdorf H._______ (Ge-

meinde I._______). Dabei sprachen sie auch mit dessen Vater A._______ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) sowie dem im gleichen Haus lebenden 

Grossvater J._______. Mit Bericht vom 9. September 2015 teilte die Bot-

schaft dem SEM die Ergebnisse ihrer Abklärungen mit.  

B.  

B.a Am 22. September 2015 suchte der Beschwerdeführer zusammen mit 

seiner Ehefrau (nachfolgend: Beschwerdeführerin) – beide kosovarische 

Staatsangehörige albanischer Ethnie – sowie den vier im Rubrum aufge-

führten Kindern in der Schweiz um Asyl nach.  

B.b Am 25. September 2015 fanden die Befragungen zur Person (BzP) 

statt, wobei neben dem Beschwerdeführer und der Beschwerdeführerin 

auch die älteste Tochter, C._______, befragt wurde. Der Beschwerdeführer 

verwies an seiner BzP bezüglich seinen Asylgründen auf die Blutrache. Die 

Beschwerdeführerin und die Tochter wurden zu ihren Gesuchsgründen 

aufgrund der damals hohen Zahl an neu eingehenden Asylgesuchen nicht 

befragt. 

B.c Anlässlich ihrer Asylgesuchstellung respektive an der BzP gaben die 

Beschwerdeführenden dem SEM ihre Identitätskarten und die Geburtsur-

kunden ihrer vier Kinder ab. Ausserdem reichten sie unter anderem zwei 

Bestätigungen der Blutrache durch den Dorfrat sowie einen Bericht der 

Staatsanwaltschaft vom 15. November 2012 zu den Akten. 

C.  

Auf Ersuchen des SEM vom 2. November 2015 wurden von der Botschaft 

in der vorliegenden Sache (erneut) Abklärungen vorgenommen. Der Bot-

schaftsbericht datiert vom 2. März 2016. 

D-5872/2016 

Seite 3 

D.  

Am 18. April 2016 fand die Anhörung des Beschwerdeführers zu seinen 

Asylgründen statt. Auf seine Angaben wird, soweit für den Entscheid we-

sentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

E.  

Am 4. Juni 2016 wurde G._______ in den Heimatstaat zurückgeführt, 

nachdem er sein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hatte. 

F.  

Am 22. Juni 2016 wurden die Beschwerdeführerin und C._______ zu den 

Asylgründen angehört. Für ihre Aussagen wird ebenfalls auf die nachfol-

genden Erwägungen verwiesen. Die Beschwerdeführerin reichte dabei un-

ter anderem ein Protokoll vom 17. Mai 2016 zu einem Versöhnungsversuch 

(in Kopie) zu den Akten. 

G.  

Mit Schreiben vom 20. Juni 2016 teilte das Spital (…) dem SEM mit, dass 

sich die Beschwerdeführerin seit dem 15. März 2016 in psychotherapeuti-

scher Behandlung befinde. 

H.  

Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 gewährte das SEM den Beschwerdefüh-

renden das rechtliche Gehör zum Botschaftsbericht vom 2. März 2016 und 

stellte ihnen dabei auch eine Kopie des Botschaftsberichtes vom 9. Sep-

tember 2015 betreffend G._______ zu. Mit Eingabe vom 26. Juli 2016 nah-

men die Beschwerdeführenden Stellung.  

I.  

Mit Verfügung vom 25. August 2016 – tags darauf eröffnet – lehnte das 

SEM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ordnete deren 

Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an.  

J.  

Gegen diesen Entscheid liessen die Beschwerdeführenden mit Eingabe 

vom 26. September 2016 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde er-

heben und dabei in materieller Hinsicht beantragen, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers festzustellen und ihm sowie seiner Familie Asyl zu gewähren, even-

tuell sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

festzustellen und als Folge davon seien sie vorläufig aufzunehmen. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht liessen sie um Verzicht auf die Erhebung eines 

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Seite 4 

Kostenvorschusses sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-

ge ersuchen.  

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2016 hielt die Instruktionsrichterin 

fest, die Beschwerdeführenden dürften den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Gleichzeitig wies sie die Gesuche um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses ab, und forderte die Beschwerdeführenden auf, bis 

zum 20. Oktober 2016 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu bezahlen.  

L.  

Der Kostenvorschuss ging am 18. Oktober 2016 bei der Gerichtskasse ein. 

M.  

Mit Eingabe vom 3. November 2017 reichten die Beschwerdeführenden ei-

nen Arztbericht vom 22. September 2017 zum psychischen Zustand des 

Beschwerdeführers sowie von den Lehrpersonen der Kinder verfasste Be-

richte zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind 

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Seite 5 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der 

Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; 

Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Gericht kann – wie vorliegend – auch in solchen 

Fällen auf einen Schriftenwechsel verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführenden brachten zur Begründung ihrer Asylgesu-

che zusammengefasst vor, sie würden sich seit dem (…) 2000 mit der Fa-

milie der Cousins des Beschwerdeführers, die auch ihre Nachbarn seien, 

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in einer Blutrache befinden, nachdem es bereits davor zu Streitigkeiten ge-

kommen sei. An jenem Tag habe der Beschwerdeführer nach einer Ausei-

nandersetzung mit seinen Cousins einen von ihnen erschossen und zwei 

weitere verletzt. Dafür sei er zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, wobei 

er nach vier Jahren – im Jahr 2004 – vorzeitig aus der Haft entlassen wor-

den sei. Seit seiner Haftentlassung sei er zu Hause eingeschlossen gewe-

sen und habe keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen können. Er habe 

selten und nur in Begleitung das Haus verlassen. Es habe ständig Drohun-

gen gegeben und ihr Haus sei nachts mit Steinen beworfen worden. Auch 

die Kinder hätten Angst gehabt und seien daher nur unregelmässig in die 

Schule gegangen. Sie seien als Familie isoliert gewesen. Vor zirka zwei 

Jahren sei vor der Haustür beinahe auf den Beschwerdeführer geschossen 

worden. Vor etwa einem Jahr sei sein Vater angegriffen worden. Kurz vor 

der Ausreise sei sodann D._______ mit einer Axt bedroht worden. Ihre Fa-

milie habe sich bemüht, den Konflikt friedlich beizulegen, aber ohne Erfolg. 

Die Tatsache, dass es zu keiner Versöhnung gekommen sei, spreche dafür, 

dass die Opferfamilie auf Rache sinne. Von einer (…) der Cousins hätten 

sie denn auch erfahren, dass die Cousins zwei- oder dreifach Rache neh-

men wollten. Ihr Sohn respektive Bruder G._______ habe sich nach seiner 

Rückkehr in den Kosovo bereits nach wenigen Tagen nicht mehr sicher 

gefühlt. Er habe jetzt bei einem Bekannten in K._______ Unterschlupf ge-

funden.  

4.2 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung zur Begründung der 

Asylverweigerung zusammengefasst aus, die Abklärungen durch die Bot-

schaft vor Ort hätten bestätigt, dass der Beschwerdeführer tatsächlich bei 

einer familiären Auseinandersetzung einen Cousin getötet habe und dass 

ein Fall von Blutfehde vorliege, die grundsätzlich nicht beendet worden und 

daher nach wie vor aktuell sei. Gleichzeitig hätten die Abklärungen aber 

auch deutlich gemacht, dass sich seit dem Tötungsdelikt im Jahr 2000 res-

pektive seit der Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Gefängnis im 

Jahr 2004 keine nennenswerten Vorfälle mehr ereignet hätten. Insbeson-

dere habe sich seither die Opferfamilie nicht gerächt, obwohl sie sicher 

Gelegenheit dazu gehabt hätte, wenn dies tatsächlich ihre Absicht gewe-

sen wäre, zumal die betroffenen Familien unmittelbar nebeneinander ge-

wohnt hätten. Aus der Botschaftsabklärung gehe ausserdem hervor, dass 

kein Familienmitglied unter Hausarrest gestanden habe. Der Beschwerde-

führer habe lediglich nicht vor dem Haus und dem Laden der Opferfamilie 

vorbeigehen dürfen und habe einen kleinen Umweg in Kauf nehmen müs-

sen. Von anderen negativen Folgen der Fehde habe man vor Ort keine 

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Seite 7 

Kenntnis gehabt. Auch zufällig angefragte Bewohner hätten die Fehde be-

stätigt, diese aber insofern relativiert, als das Ereignis Jahre zurückliege 

und die beteiligten Familien all die Jahre ohne nennenswerte Probleme 

weiterhin nebeneinander gelebt hätten. Ferner würde aus den Aussagen 

der geschädigten Familie im Jahr 2015 hervorgehen, dass sie weder den 

Täter noch dessen Kinder zu töten beabsichtige. Solches gezieme sich 

schon deshalb nicht, weil Opfer und Täter aus einer Familie stammen wür-

den. Es könne sodann entgegen der Aussagen der Beschwerdeführenden 

in den Anhörungen nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Op-

ferfamilie einer Versöhnung verschliessen würde. So gehe aus den Bot-

schaftsabklärungen hervor, dass eine Vergebung durch die Geschädigten 

notwendig wäre, um den Gemütszustand der beiden Parteien wieder ins 

Gleichgewicht zu bringen. Dies könnte allenfalls durch einen materiellen 

Vergleich erreicht werden. Dazu hätten die Beschwerdeführenden gemäss 

Abklärungen bisher keine Hand geboten. Nach dem Gesagten würden ihre 

Vorbringen zu den erfolgten Übergriffen und Benachteiligungen seitens der 

Opferfamilie nicht nachvollziehbar erscheinen. Diese seien umso unwahr-

scheinlicher, als die Beschwerdeführenden noch während 16 Jahren im 

Kosovo gelebt hätten, ohne dass sich während dieser Jahre ein nennens-

werter ernsthafterer Vorfall ereignet hätte. Den Beschwerdeführenden sei 

es daher nicht gelungen, eine weitergehende und über den Vorfall im Jahr 

2000 hinausgehenden Verfolgungssituation im Kosovo glaubhaft zu ma-

chen. Es gebe mithin keine genügenden Anhaltspunkte, die für eine heu-

tige konkrete Bedrohungs- und Verfolgungssituation in ihrem Heimatdorf 

H._______ sprechen könnten.  

4.3 In der Beschwerde wird im Wesentlichen die Vorgehensweise des SEM 

respektive der Botschaft bei ihren Abklärungen beanstandet. So habe sie 

nicht Personen angefragt, die über Zwischenfälle und Einschränkungen 

der Beschwerdeführenden bestens informiert seien (Versöhnungskommis-

sion, Dorfvorsteher, Schuldirektor), sondern die eine oder andere Person 

aus dem Dorf. Es sei überhaupt nicht klar, um welche Personen es sich 

dabei gehandelt habe und ob diese nahe oder entfernte Verwandte der 

Opferfamilie beziehungsweise für oder gegen den Beschwerdeführer 

seien. Sodann enthält die Beschwerdeschrift generelle Ausführungen zur 

Blutrache. Schliesslich wird festgehalten, es gebe im Kosovo keine staatli-

che Stelle, die sich mit dem Problem Blutrache beschäftige und zum 

Schutz von betroffenen Personen Massnahmen ergreife, so dass man von 

einer mittelbaren staatlichen Verfolgung durch Dritte ausgehen könne, wel-

che zur Asylgewährung führe.  

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Seite 8 

4.4  

4.4.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist die vorinstanzliche 

Schlussfolgerung, wonach es vorliegend keine genügenden Anhaltspunkte 

gebe, die für eine heutige konkrete Bedrohungs- und Verfolgungssituation 

der Beschwerdeführenden in ihrem Heimatdorf H._______ sprechen wür-

den, zu bestätigen. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen kann 

zunächst auf die ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung verwiesen werden, die abgesehen von kleinen sprachlichen Mängeln 

nicht zu beanstanden sind und im Wesentlichen auf die Botschaftsabklä-

rungen abstützen. Den Einwänden in der Beschwerdeschrift betreffend die 

Vorgehensweise des SEM respektive der Botschaft bei den Abklärungen 

ist entgegenzuhalten, dass es den Beschwerdeführenden offen stand, 

(substanziierte) schriftliche Aussagen der von ihnen genannten Personen 

(Versöhnungskommission, Dorfvorsteher, Schuldirektor) zur Untermaue-

rung ihrer Asylgründe einzureichen. Die beiden im vorinstanzlichen Verfah-

ren eingereichten Bestätigungen der Blutrache durch den Dorfrat sind je-

denfalls zu unsubstanziiert und in dieser Form ungeeignet, die von den Be-

schwerdeführenden geltend gemachten Probleme zu bestätigen. Im Übri-

gen stützte sich das SEM bei seiner Begründung nicht nur auf die Bot-

schaftsabklärung vom 2. März 2016, in deren Rahmen vor allem nicht ge-

nannte Dritte befragt wurden, sondern auch auf jene vom 9. September 

2015 betreffend G._______, anlässlich welcher ausschliesslich mit Mitglie-

dern der Opfer- und der Täterfamilie gesprochen worden war. Hervorzuhe-

ben ist dabei insbesondere, dass der Beschwerdeführer und sein Vater 

zwar Schikanen seitens der Opferfamilie erwähnten (dem Vater sei bei-

nahe ein Stein angeworfen worden, sie würden angeschrien und ihr Haus 

sei mit Steinen beworfen worden), jedoch keinen einzigen Vorfall nannten, 

der auf eine ernsthafte Gefährdung ihrerseits schliessen lassen würde. 

Ausserdem bejahte der Beschwerdeführer die Frage, ob er sein Haus be-

ziehungsweise seinen Garten verlasse. Das SEM erachtete mithin die Vor-

bringen der Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfahren zu erfolg-

ten Übergriffen und Benachteiligungen – sofern damit die behauptete Iso-

lation der Beschwerdeführenden gemeint ist – seitens der Opferfamilie ge-

stützt auf die Botschaftsabklärungen zu Recht als nicht nachvollziehbar. An 

dieser Einschätzung vermögen auch die in der Beschwerdeschrift ange-

sprochene Auskunft der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlings-

hilfe (SFH) und die entsprechenden Beschwerdevorbringen nichts zu än-

dern, zumal sich die Auskunft nicht direkt auf den Beschwerdeführer be-

zieht und im Übrigen vom SEM nicht in Abrede gestellt wurde, das Blutra-

che im Kosovo noch praktiziert werde.  

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Seite 9 

4.4.2 Ergänzend zu den vorinstanzlichen Ausführungen ist festzuhalten, 

dass den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der BzP und der 

Anhörung ebenfalls keine glaubhaften Hinweise auf konkrete Verfolgungs-

massnahmen seit dem Tötungsdelikt im Jahr 2000 respektive seit seiner 

Haftentlassung im Jahr 2004 entnommen werden können. Er sprach zwar 

drei konkrete Ereignisse an, die vorgefallen sein sollen. So sei sein Vater 

vor etwa einem Jahr, er selbst vor zirka zwei Jahren mit der Waffe und sein 

Sohn D._______ kurz vor der Ausreise mit der Axt bedroht worden. Diese 

Vorbringen sind allerdings äusserst unsubstanziiert ausgefallen (vgl. Akten 

SEM A 9 S. 10; A 22 F30 f. und 99). Den ihn betreffenden Vorfall datierte 

er zudem anlässlich der BzP auf drei bis vier Jahre zurück (vgl. A 9 S. 10). 

Gemäss seinen Aussagen an der über ein halbes Jahr später durchgeführ-

ten Anhörung soll der Vorfall dagegen nur zirka zwei Jahre vor der Anhö-

rung stattgefunden haben (vgl. A 22 F30 und 95 ff.). Das hierzu eingereich-

te Beweismittel, auf das er mehrmals verwies (Bericht der Staatsanwalt-

schaft vom 15. November 2012; vgl. A 9 S. 10; A 22 F30 und 96), wurde 

zwar im Jahr 2012 ausgestellt und wäre somit mit seiner Aussage anläss-

lich der BzP in Einklang zu bringen, bezieht sich allerdings im Widerspruch 

zu seinen Angaben auf das Jahr 2007.  

Die ebenfalls unsubstanziierten Vorbringen der Beschwerdeführerin (vgl. 

A 24 F40) und C._______ (vgl. A 25 F24) anlässlich deren Anhörungen 

vermögen die vom Beschwerdeführer genannten Vorfälle – sofern von 

ihnen überhaupt angesprochen – nicht in einem glaubhafteren Licht er-

scheinen zu lassen. Seine Ehefrau nannte sodann an ihrer Anhörung kei-

nen Vorfall betreffend den Sohn G._______ nach dessen Ausschaffung 

aus der Schweiz. In ihrer Stellungnahme vom 26. Juli 2016 gaben die Be-

schwerdeführenden lediglich – wiederum in unsubstanziierter Weise – an, 

dieser habe sich im Kosovo schon nach wenigen Tagen nicht mehr sicher 

gefühlt und habe in K._______ bei einem Bekannten Unterschlupf gefun-

den. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, dass die Ehefrau des Be-

schwerdeführers an ihrer Anhörung nicht angeben konnte, wo genau in 

K._______ sich G._______ aufhalten soll (vgl. A 24 F34).  

4.4.3 Im Zusammenhang mit den behaupteten erfolglosen Versöhnungs-

bemühungen der Beschwerdeführenden ist der Vollständigkeit halber in Er-

gänzung zu den vorinstanzlichen Erwägungen festzuhalten, dass das Pro-

tokoll vom 17. Mai 2016 nur in Kopie eingereicht wurde. Ausserdem wird 

darin kein konkretes Angebot genannt, welches die Beschwerdeführenden 

der Gegenpartei zwecks Versöhnung unterbreiten wollten. Es wird lediglich 

erwähnt, die Mitglieder der Gegenpartei hätten die Versöhnung unter den 

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Seite 10 

„gegenwärtigen Bedingungen und Umständen“ verweigert, ohne dies wei-

ter auszuführen. Dieses Protokoll ist daher – insbesondere auch unter Be-

rücksichtigung des konkreten Angebots, das seitens der Gegenpartei ge-

macht wurde (vgl. Botschaftsabklärung in Sachen G._______ S. 2 f.) – 

ebenfalls nicht geeignet, zu belegen, dass die Opferfamilie sich einer Ver-

söhnung verschliesse und auf Rache sinne.  

4.4.4 Ferner ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht klar und er-

lebnisbasiert darzulegen vermochte, wie er in den elf Jahren nach seiner 

Haftentlassung lebte (vgl. A 22 F59 ff.). Es entsteht mithin der Eindruck, 

dass er und seine Familie ihre Probleme – auch das zuhause Eingeschlos-

sen sein – aufzubauschen versuchen. Bestätigt wird dieser Eindruck etwa 

durch das Beschwerdevorbringen, das gesellschaftliche Leben der Familie 

sei stark eingeschränkt worden; sie seien nicht zu familiären oder sonsti-

gen Dorfanlässen eingeladen worden (vgl. auch A 22 F31). So lässt sich 

diese Angabe nicht mit den früheren Aussagen des Beschwerdeführers 

respektive dessen Vaters gegenüber der Botschaft vereinbaren, wonach 

es vorkomme, dass beide an der Blutfehde beteiligten Parteien an die glei-

che Hochzeit oder andere Anlässe gehen würden (vgl. Botschaftsabklä-

rung in Sachen G._______ S. 3).  

4.4.5 Nach dem Gesagten ist das SEM in der angefochtenen Verfügung zu 

Recht zum Schluss gelangt, dass es in Bezug auf die Beschwerdeführen-

den keine genügenden (glaubhaften) Anhaltspunkte gebe, die für eine heu-

tige konkrete Bedrohungs- und Verfolgungssituation im Heimatdorf 

H._______ sprechen würden. Es hat demnach zu Recht die Flüchtlingsei-

genschaft der Beschwerdeführenden verneint und deren Asylgesuche ab-

gelehnt. Die übrigen Beschwerdevorbringen vermögen keine Änderung 

dieser Einschätzung herbeizuführen, weshalb nicht weiter darauf einzuge-

hen ist. 

4.4.6 Angesichts der vorstehenden Ausführungen kann offen bleiben, ob 

der geltend gemachten Furcht vor Blutrache – einer archaischen Reaktion 

auf die Tötung eines Mannes – überhaupt ein asylbeachtliches Verfol-

gungsmotiv im Sinne von Art. 3 AsylG und damit Asylrelevanz zugespro-

chen werden könnte (vgl. hierzu das Urteil des BVGer D-670/2014 vom 

8. Februar 2016 E. 6.2.3). 

5.  

5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

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Seite 11 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2  

6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

6.2.2 Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrecht-

lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 

der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorlie-

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Seite 12 

genden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwer-

deführenden in den Kosovo ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung nach Kosovo dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten 

die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr („real risk“) nachweisen 

oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter  

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Dies ist ihnen nach den vorstehenden Erwägungen nicht ge-

lungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Kosovo lässt den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-

nen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 

der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

6.3   

6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

6.3.2 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung zum Wegweisungs-

vollzug im Wesentlichen aus, es würden keine Gründe gegen die Rückkehr 

der Beschwerdeführenden in den Kosovo sprechen. Vielmehr sei davon 

auszugehen, dass sie in ihrem Heimatland, insbesondere in H._______, 

wo sie über ein Haus, Land und ein Beziehungsnetz verfügen würden, wie-

der Fuss fassen und für ihren Lebensunterhalt aufkommen könnten. Auf-

grund des jungen Alters der vier Kinder und vor allem der kurzen Aufent-

haltsdauer in der Schweiz könne nicht darauf geschlossen werden, dass 

sie in der Schweiz derart integriert seien, dass eine Rückkehr in ihr Hei-

matland für sie eine besondere Härte darstellen könnte. Die Beschwerde-

führerin könne ausserdem ihre in der Schweiz begonnene psychothera-

peutische Behandlung wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung 

im Kosovo fortführen. Diesen Erwägungen wird in der Beschwerdeschrift 

D-5872/2016 

Seite 13 

nichts entgegengehalten. Es ist dennoch der Vollständigkeit halber darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer bereits im vorinstanzlichen Ver-

fahren gesundheitliche Probleme, insbesondere solche psychischer Natur, 

geltend machte und anlässlich der Anhörung seine Medikamentenschach-

teln zeigte (vgl. A 22 F87). Er kann demzufolge – entgegen der Ausführun-

gen in der angefochtenen Verfügung – nicht als gesund bezeichnet wer-

den. Seine psychischen Probleme wurden sodann mit dem Arztbericht vom 

22. September 2017 bestätigt. Indessen kann diesbezüglich auf die vo-

rinstanzlichen Erwägungen betreffend seiner Ehefrau und der Behand-

lungsmöglichkeiten ihrer psychischen Leiden im Kosovo verwiesen wer-

den. Ferner ist festzustellen, dass auch bei der Aufenthaltsdauer in der 

Schweiz von mittlerweile etwas über zwei Jahren, was immer noch relativ 

kurz ist, angesichts des Alters der Kinder (…) nicht von einer derart starken 

Assimilierung hierzulande auszugehen ist, welche deren Entwurzelung im 

Kosovo zur Folge hätte. Daran vermögen die mit Eingabe vom 3. Novem-

ber 2017 eingereichten Schulberichte nichts zu ändern, auch wenn davon 

auszugehen ist, dass die Kinder (…) vom besseren Ausbildungsangebot in 

der Schweiz profitieren könnten. 

6.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

6.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates – soweit erforderlich – die für eine 

Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 

AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Weg-

weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 

D-5872/2016 

Seite 14 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5872/2016 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Sandra Sturzenegger 

 

 

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