# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 623f7331-eae8-544a-a85b-b590b3d30d68
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 01.01.2007 KG ARGVP 2006 3483
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_KG-ARGVP-2006-3483_2007-01-01.pdf

## Full Text

S. 591). Dies ist dann aber Folge der vom Eheschutzrichter vorzunehmenden 
Interessenabwägung und nicht Ausfluss eines gesetzlichen Automatismus.  
 Die Rechtmässigkeit der polizeilichen Wegweisungsverfügung ist - auf Antrag des 
Betroffenen hin - vom Einzelrichter des Verwaltungsgerichts zu prüfen. Der Eheschutzrichter hat 
diesbezüglich keine Kompetenzen. Trotzdem ist dazu ausnahmsweise Stellung zu nehmen. 
Hintergrund dafür ist, dass die einstweilige einzelrichterliche Verfügung der polizeilichen 
Wegweisungsverfügung inhaltlich diametral gegenübersteht. Es geht hier darum, das durch die 
polizeiliche Verfügung gezeichnete Bild von Gut und Böse, auf das im Verfahren immer wieder 
zurückgegriffen worden ist, zu relativieren.  
 Die Kantonspolizei hat in ihrem Rapport festgehalten, dass beide Ehegatten verletzt worden 
seien. Beide Ehegatten haben gegenüber der Polizei auch zugegeben, den Anderen geschlagen 
zu haben. Beide berufen sich auf Rechtfertigungsgründe (Ehemann: Reflex; Ehefrau: Notwehr). 
Der Gesuchsteller hat die gravierenderen Verletzungen aufgewiesen als die Gesuchsgegnerin. 
Dies ist der relevante Sachverhalt. Fakt ist also, dass beide Ehegatten geschlagen haben (im 
Polizeirapport wurden denn auch beide Parteien sowohl als gewaltausübende als auch als 
gewaltbetroffene Person bezeichnet). Wenn vor diesem Hintergrund allein die Ehefrau in die 
Täterrolle gedrängt worden ist, ist dies nicht nachvollziehbar. Es kann nicht sein, dass der 
Merksatz "Wer schloht, dä goht" verändert wird in "Wer blüetet, dä bliebt". Dies lässt sich nicht 
auf die einschlägigen Bestimmungen des Polizeigesetzes stützen. Diese sind auf die einseitige 
Gewaltanwendung ausgerichtet (P. Frei, Wegweisung und Rückkehrverbot nach st. gallischem 
Polizeigesetz, AJP 2004, S. 556 f.). Bei wechselseitiger Gewaltanwendung darf nicht nach dem 
Zufallsprinzip ein Schuldiger bestimmt werden. Im vorliegenden Fall wäre im Übrigen eine 
Wegweisungsverfügung nicht notwendig gewesen, weil sich die Ehefrau freiwillig bereit erklärt 
hat, vorübergehend bei ihren Eltern zu wohnen. Bei dieser Konstellation ist eine 
Wegweisungsverfügung aber nicht nur nicht notwendig, sondern sogar unzulässig, weil es an der 
Voraussetzung der Subsidiarität fehlt (dazu P. Frei, a.a.O., S. 550 f.). 
 

KGP 26.11.2004 
 
 
 
 
3483 
 
 
Unterhaltsbedarf von Kindern - neue Praxis der Einzelrichter des Kantonsgerichts 
 
Gemäss langjähriger Praxis wird von den ausserrhodischen Gerichten der Bedarf der Kinder 
anhand der Empfehlungen des Zürcher Jugendamtes bestimmt (vgl. auch AR GVP 2000 Nr. 
3355). Die Ansätze in der per 1. Januar 2007 aktualisierten Tabelle (http: 
//www.lotse.zh.ch/documents/ajb/fj/allg/durchschnittlicher_unterhaltsbed_tabelle_2007.pdf) sind 
gemäss der in der Ostschweiz herrschenden Ansicht indessen für die hiesigen Verhältnisse zu 
hoch und daher zu reduzieren. So sind zum Beispiel die Wohnkosten im Kanton Appenzell A.Rh. 
erheblich tiefer als im Kanton Zürich. Um dem hiesigen Lebenskostenniveau gerecht zu werden, 
gehen die Einzelrichter des Kantonsgerichts gemäss ihrer neuen Praxis - analog der Walliser 
Rechtsprechung - von einer generellen Reduktion von 30 % aus. Im Gegensatz zu der im 
Jahre 2000 publizierten Praxis werden die Unterhaltsbeiträge sodann nicht nur nach Anzahl 
Kinder und Lebensalter des Kindes/der Kinder, sondern neu auch nach dem konkret zur 
Verfügung stehenden Einkommen abgestuft und zwar nach folgenden Überlegungen: 

Den Zürcher Tabellen liegt ein Referenzeinkommen von rund Fr. 7'200.-- zugrunde. 
Verdienen die Eltern weniger oder mehr, sind die Beträge proportional zur Höhe des 
Einkommens anzupassen, wobei eine maximale Reduktion von 25 % zulässig ist. Aus 
Praktikabilitätsgründen werden nun Einkommensgruppen gebildet: Für Einkommen, die 25 % 
unter dem Referenzeinkommen liegen, d.h. für Einkommen unter Fr. 5'900.-- gilt einheitlich ein 
Reduktionssatz von 25 %. Für Einkommen zwischen Fr. 5'900.-- bis Fr. 6'800.-- ist der halbe 

Maximalsatz der Reduktion anzuwenden, d.h. 12.5 %. Für Einkommen im Bereich des 
Referenzeinkommens (zwischen Fr. 6'800.-- bis Fr. 7'600.--) ist keine Anpassung vorzunehmen. 
Für Einkommen zwischen Fr. 7'600.-- bis Fr. 8'300.-- ist eine Erhöhung um 10 %, für Einkommen 
zwischen Fr. 8'300.-- bis Fr. 9'100.-- um 20 %, für Einkommen zwischen Fr. 9'100.-- bis Fr. 
9'800.-- um 30 % und für Einkommen von Fr. 9'800.-- bis Fr. 10'500.-- eine Erhöhung um 40 % 
vorgesehen.  
 
 
Tabellarisch umgesetzt sieht das folgendermassen aus: 
 
 

Barbedarf mit Reduktion  
nach Einkommen 

    

        
        
Barbedarf 
mit Reduktion 

30%      

    Einkommen    
 <5'900 5900-6800 6800-7600 7600-8300 8300-9100 9100-9800 9800-10500 
 75% 87.5% 100% 110% 120% 130% 140% 

        
Einzelkind        
1.-6. 667 778 889 978 1067 1156 1245 
7.-12. 751 876 1001 1101 1201 1301 1401 
13.-18. 908 1060 1211 1332 1453 1574 1695 

        
Eines von 2        
1.-6. 583 680 777 855 932 1010 1088 
7.-12. 662 772 882 970 1058 1147 1235 
13.-18. 819 956 1092 1201 1310 1420 1529 

        
Eines von 3        
1.-6. 528 616 704 774 844 915 985 
7.-12. 599 698 798 878 958 1037 1117 
13.-18. 751 876 1001 1101 1201 1301 1401 

        
        
Pflege 
und Erziehung 

30%      

    Einkommen    
 <5'900 5900-6800 6800-7600 7600-8300 8300-9100 9100-9800 9800-10500 
 75% 87.5% 100% 110% 120% 130% 140% 

        
Einzelkind        
1.-6. 370 432 494 543 592 642 691 
7.-12. 236 276 315 347 378 410 441 
13.-18. 168 196 224 246 269 291 314 

        
Eines von 2        
1.-6. 302 352 403 443 483 523 564 
7.-12. 202 236 270 296 323 350 377 
13.-18. 134 156 179 196 214 232 250 

        
Eines von 3        
1.-6. 234 273 312 343 374 405 436 

7.-12. 168 196 224 246 269 291 314 
13.-18. 100 116 133 146 160 173 186 

        
        
Gesamtbedarf 30%      
    Einkommen    
 <5'900 5900-6800 6800-7600 7600-8300 8300-9100 9100-9800 9800-10500 
 75% 87.5% 100% 110% 120% 130% 140% 

        
Einzelkind        
1.-6. 1037 1210 1383 1521 1659 1797 1936 
7.-12. 987 1152 1316 1448 1579 1711 1842 
13.-18. 1076 1256 1435 1579 1722 1866 2009 

        
Eines von 2        
1.-6. 885 1032 1180 1297 1415 1533 1651 
7.-12. 864 1008 1152 1267 1382 1497 1612 
13.-18. 953 1112 1271 1398 1525 1652 1779 

        
Eines von 3        
1.-6. 761 888 1015 1117 1218 1320 1421 
7.-12. 767 894 1022 1124 1226 1329 1431 
13.-18. 851 992 1134 1247 1361 1474 1588 

        
        
        
        
Wohnanteil  30%      
    Einkommen    
 <5'900 5900-6800 6800-7600 7600-8300 8300-9100 9100-9800 9800-10500 
 75% 87.5% 100% 110% 120% 130% 140% 

        
Einzelkind        
1.-6. 186 217 249 273 298 323 348 
7.-12. 186 217 249 273 298 323 348 
13.-18. 173 202 231 254 277 300 323 

        
Eines von 2        
1.-6. 171 199 228 250 273 296 319 
7.-12. 171 199 228 250 273 296 319 
13.-18. 160 187 214 235 256 278 299 

        
Eines von 3        
1.-6. 158 184 210 231 252 273 294 
7.-12. 158 184 210 231 252 273 294 
13.-18. 147 172 196 216 235 255 274 

 
 
 
 
3484 
 
 
Werkmangel. Die Eltern eines verletzten Kindes sind als indirekt Geschädigte hinsichtlich ihres 
Dritt- oder Reflexschadens (Betreuungskosten und Lohnausfall) grundsätzlich nicht aktivlegiti-