# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7c06bc0-7fe5-5240-9d5e-8a6a911b26d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.11.2025 F-8562/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8562-2025_2025-11-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8562/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann;   

Gerichtsschreiberin Joana Maria Mösch. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

(…), 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 30. Oktober 2025. 

 

 

 

F-8562/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 19. Oktober 2025 in der Schweiz um 

Asyl. Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerab-

druck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass er am 12. Okto-

ber 2025 in Österreich ein Asylgesuch gestellt hatte. 

B.  

Am 28. Oktober 2025 ersuchte die Vorinstanz die österreichischen Behör-

den um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

Diese hiessen das Ersuchen am 28. Oktober 2025 gestützt auf ebendiese 

Bestimmung gut. 

C.  

Im Rahmen des Dublin-Gesprächs am 27. Oktober 2025 gewährte die Vor- 

instanz dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Ös-

terreichs für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum 

Nichteintretensentscheid, zur Wegweisung nach Österreich und zu seinem 

Gesundheitszustand. 

D.  

Mit Verfügung vom 30. Oktober 2025 (eröffnet am gleichen Tag) trat die 

Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Wegweisung nach Österreich an und forderte ihn auf, die Schweiz 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wies 

sie auf die einer allfälligen Beschwerde fehlende aufschiebende Wirkung 

hin und beauftragte den Kanton Thurgau mit dem Vollzug der Wegweisung. 

E.  

Mit Eingabe vom 5. November 2025 erhob der Beschwerdeführer Be-

schwerde gegen die Verfügung vom 30. Oktober 2025 bei der Vorinstanz. 

Diese leitete die Beschwerde zuständigkeitshalber am 7. November 2025 

an das Bundesverwaltungsgericht weiter (Eingang beim Bundesverwal-

tungsgericht am 10. November 2025). Der Beschwerdeführer beantragte 

sinngemäss die Aufhebung der Verfügung sowie das Eintreten auf sein 

Asylgesuch. 

F-8562/2025 

Seite 3 

F.  

Am 10. November 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovi-

sorischen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, sodass auf 

die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet über diese endgültig 

(vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG) zu behandeln ist. 

2.  

2.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass angesichts des vorliegenden 

EURODAC-Treffers und der Zustimmung der österreichischen Behörden 

zur Wiederaufnahme des Beschwerdeführers grundsätzlich Österreich für 

die Durchführung seines Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständig ist, 

dass das österreichische Asylsystem rechtsprechungsgemäss keine sys-

temischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, und dass vorliegend 

keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die 

Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflich-

ten würden. Dabei hat sie namentlich die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers zu seinem Gesundheitszustand (eingewachsene Haare an der Hüfte, 

Schmerzen beim Urinieren, nicht näher substantiierte psychische Beein-

trächtigung), zu den geltend gemachten negativen Erfahrungen bei der 

Daktyloskopie in Österreich, zum befürchteten Risiko einer Weiterabschie-

bung in die Türkei sowie zum Umstand, dass er in Österreich niemanden 

kenne, im Einklang mit der Rechtsprechung gewürdigt. Mit der Vorinstanz 

ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Überstellung 

im Rahmen des Dublinverfahrens keinen gravierenden 

F-8562/2025 

Seite 4 

Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 EMRK ausgesetzt oder 

unter Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Heimatsstaat 

überstellt würde, und dass keine konkreten Hinweise dafür vorliegen, dass 

er bei einer Rückkehr nach Österreich in eine existenzielle Notlage geraten 

würde. Darüber hinaus hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung 

des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Er-

messens von einem freiwilligen Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Die 

Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und 

hat in Anwendung von Art. 44 AsylG dessen Wegweisung nach Österreich 

angeordnet. Zur näheren Begründung wird auf die korrekten vorinstanzli-

chen Erwägungen verwiesen. 

2.2. Was der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

an der Richtigkeit der vorinstanzlichen Verfügung nichts zu ändern. Dies 

gilt insbesondere für seine wiederholenden, bereits durch die Vorinstanz 

korrekt gewürdigten Vorbringen, in Österreich bei der Registrierung 

schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Er sei dort unter Druck gesetzt 

und gezwungen worden, seine Fingerabdrücke abzugeben. Diese Erleb-

nisse hätten ihn stark traumatisiert, weshalb er befürchte, dass ihm Ähnli-

ches bei einer Rückkehr erneut widerfahren könnte. Ohne dublinrechtliche 

Relevanz bleibt sodann, wenn er beschwerdeweise geltend macht, in Ös-

terreich weder Familie noch Freunde zu haben und die Sprache nicht zu 

beherrschen, weshalb er sich dort unsicher fühle. In der Schweiz hingegen 

fühle er sich sicher und integriert, besuche einen Deutschkurs und habe 

Freundschaften geschlossen. Soweit der Beschwerdeführer darüber hin-

aus sinngemäss geltend macht, er leide unter psychischen Problemen und 

könne diese nun in der Schweiz behandeln und überwachen lassen, ist 

festzuhalten, dass ihm in Österreich der Zugang zu einer allenfalls erfor-

derlichen medizinischen Behandlung offensteht. Österreich verfügt über 

eine ausreichende und für Dublin-Überstellte hinreichend zugängliche me-

dizinische Infrastruktur (vgl. etwa Urteile des BVGer F-1124/2025 vom 5. 

März 2025 E. 2.2 und F-74/2025 vom 17. Februar 2025 E. 3.2.2). 

3.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung vom 30. Oktober 2025 nicht zu beanstanden und die Be-

schwerde vollumfänglich abzuweisen ist. 

F-8562/2025 

Seite 5 

4.  

Mit vorliegendem Urteil fällt der am 10. November 2025 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin. 

5.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-

rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-8562/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Joana Maria Mösch