# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89bfa4e2-3a57-5ba2-860f-5db4614a692f
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Fürsorgerechtliche Kammer 23.11.2022 F 2022 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_003_F-2022-27_2022-11-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

FÜRSORGERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Diana Oswald, Vorsitz 
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Aldo Elsener
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 23. November 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), Bahnhofstrasse 12, 
Postfach 27, 6301 Zug
Beschwerdegegnerin 

weiter verfahrensbeteiligt:
1. B.________

vertreten durch Rechtsanwalt C.________
2. D.________
3. E.________

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. F.________
4. G.________

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. F.________

betreffend

Kindesschutzrecht

F 2022 27 / F 2022 28

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

A. E.________ (geb. H.________ 2011) und G.________ (geb. I.________ 2013) 
sind die gemeinsamen Kinder der geschiedenen Eltern A.________ und B.________. 
A.________ ist ausserdem Vater einer weiteren Tochter, J.________ (geb. 2019). 
E.________ und G.________ wurden mit Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 
26. September 2018 (Ehescheidung; KGer ZG A1 2018 9, je BF-act. 2) unter der 
gemeinsamen elterlichen Sorge belassen und in die alternierende Obhut beider Eltern 
gegeben (mit Wohnsitz bei der Mutter). Bezüglich der Aufteilung der Betreuung wurde 
folgende Einigung der Eltern festgehalten: "Der Vater verbringt jedes zweite Wochenende 
von Donnerstagabend bis Montagmorgen, Schulbeginn, sowie jede Woche von 
Donnerstagabend bis Samstag, 10.00 Uhr, sowie jährlich die Hälfte der Schulferien und 
die Hälfte der Feiertage mit den Kindern, wobei die Ferien zwischen den Eltern drei 
Monate im Voraus abzusprechen sind (…). Andere Vereinbarungen der Eltern bleiben 
ausdrücklich vorbehalten." 

B. Mit Entscheiden vom 27. Mai 2022 (Nr. 2022/0779 betreffend E.________ sowie 
Nr. 2022/0778 betreffend G.________, je BF-act. 1) legte die Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) u.a. die Kinderübergabe am Donnerstagabend auf 
18.00 Uhr fest (je Dispositiv-Ziff. 1) und errichtete für beide Kinder Beistandschaften 
gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB (je Dispositiv-Ziff. 3; Fortführung der mit Entscheiden der 
KESB vom 14. Juli 2020, Nr. 2020/0790 und 2020/0791 [je KESB-act. 2.7], vorsorglich 
errichteten Beistandschaften). Der Beiständin wurde u.a. die Aufgabe übertragen, 
gemeinsam mit den Eltern und unter Einbezug der Kinder die Freizeitaktivitäten 
verbindlich festzulegen sowie die Einhaltung der Weisung bezüglich "Ausübung der 
Freizeitaktivitäten" zu begleiten und zu überwachen sowie in Bezug auf die 
Freizeitaktivitäten und Hobbies der Mädchen deren Interessen umzusetzen (je Dispositiv-
Ziff. 4 lit. e). Die Eltern wurden angewiesen, alle vorgängig in Zusammenarbeit mit der 
Beiständin und unter Einbezug ihrer Töchter festgelegten Freizeitausübungen, welche 
regelmässig und intensiv erfolgen im Sinne eines Kurses oder einer Vereinsaktivität, 
unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltsort bzw. der elterlichen Betreuungszuteilung zu 
ermöglichen und die Kinder dabei umfassend zu unterstützen (je Dispositiv-Ziff. 7). 
Schliesslich ordnete die KESB für die Kindseltern gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB eine 
kinderorientierte Mediation an (je Dispositiv-Ziff. 6). Der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
wurde gestützt auf Art. 450c i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB die aufschiebende Wirkung 
entzogen (Dispositiv-Ziff. 14 bzw. 15). 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

C. Gegen die beiden Entscheide der KESB vom 27. Mai 2022 erhob A.________ je 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Er beantragt, es seien die jeweiligen Dispositiv-Ziffern 1 
dahingehend abzuändern, dass die Kinderübergabe am Donnerstagabend wie bisher auf 
17.30 Uhr festgelegt werde; die jeweiligen Dispositiv-Ziffern 6 und 7 (Verpflichtung der 
Eltern zur Mediation sowie zur Unterstützung der vorgängig vereinbarten 
Freizeitaktivitäten) seien aufzuheben und es sei beiden Eltern im Sinne von Art. 307 Abs. 
3 ZGB die Weisung zu erteilen, in der Betreuungszeit des jeweils anderen Elternteils ohne 
dessen vorgängiges Einverständnis keine Termine, Hobbies etc. für die Kinder zu 
vereinbaren. Weiter beantragte er die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 
Beschwerde (je act. 1).

D. B.________ sowie die KESB äusserten sich mit Stellungnahmen vom 8. bzw. 15. 
Juli 2022 (act. 6, 8) zum Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und 
beantragten dessen Abweisung. Erstere ersuchte ausserdem um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.

E. Das Verwaltungsgericht vereinigte mit Verfügung vom 11. Juli 2022 die Verfahren 
F 2022 27 sowie F 2022 28 (act. 7) und wies am 18. Juli 2022 das Gesuch um 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerden ab (act. 9). 

F. Mit Vernehmlassung vom 26. Juli 2022 nahm die Kindesverfahrensvertreterin 
Stellung. Sie beantragt aus Sicht der Kinder die Abweisung der Beschwerde. Eventualiter 
seien die Dispositiv-Ziffern 7 und 9 der angefochtenen Entscheide aufzuheben und durch 
eine Regelung zu ersetzen, wonach beiden Eltern im Sinne von Art. 307 Abs. 3 ZGB die 
Weisung erteilt werde, in der Betreuungszeit des jeweils anderen ohne dessen 
vorgängiges Einverständnis keine Termine, Hobbies etc. für die Kinder zu vereinbaren 
(act. 11). Mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2022 beantragt die Beschwerdegegnerin die 
Abweisung der Beschwerde (act. 13). 

G. Mit Schreiben vom 29. Juli 2022 forderte die Vorsitzende die Beteiligten auf, 
insbesondere darzulegen, weshalb der Kindsvater seine Betreuungsverantwortung nicht 
während laufender Tennisstunde übernehmen könne und ob die Kindseltern nach wie vor 
an der alternierenden Obhut festhielten, oder ob diesbezüglich zwischenzeitlich ein 
Verfahren am Kantonsgericht anhängig gemacht worden sei (act. 14). 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

H. Mit Datum vom 2. August 2022 gingen drei verschiedene Eingaben des 
Beschwerdeführers ein (act. 15-17). Die Verfahrensbeteiligte 1 äusserte sich mit 
Vernehmlassung sowie Stellungnahme vom 15. August 2022 (act. 21 f.); die 
Kindesverfahrensvertreterin liess sich am 16. August 2022 vernehmen (act. 23). Aus den 
Eingaben ging u.a. hervor, dass ein Verfahren um Abänderung der elterlichen Sorge oder 
Obhut am Kantonsgericht bis anhin nicht anhängig gemacht wurde, wobei indes die 
Kindsmutter zu Kenntnis gab, dass sie nicht (mehr) hinter der alternierenden Obhut stehe 
(act. 22 S. 2). 

I. Mit Eingaben vom 10. und 15. August 2022 reichte die Verfahrensbeteiligte 1 
Unterlagen im Zusammenhang mit ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein 
(act. 19 f.), welches das Gericht mit Verfügung vom 23. August 2022 abwies (act. 25). 

J. Am 21. September 2022 hörte die Vorsitzende E.________ und G.________ – auf 
deren expliziten Wunsch hin und nach Rücksprache mit der Kindesverfahrensvertreterin in 
Abwesenheit von letzterer – an, wobei die wesentlichen Erkenntnisse der Anhörung 
ebenso wie die vorläufige Rechtsauffassung der Referentin den Parteien und 
Verfahrensbeteiligten anschliessend zur Kenntnis und allfälligen Stellungnahme mitgeteilt 
wurden (act. 27 f.).

K. Innert Frist gingen abschliessende Stellungnahmen ein seitens der 
Kindesverfahrensvertreterin (vom 22. September 2022, act. 29), der KESB (vom 
11. Oktober 2022, act. 30) sowie der Verfahrensbeteiligten 1 (vom 17. Oktober 2022, act. 
31). Letztere verlangte neu, es sei "im Sinne einer Kindesschutzmassnahme durch die 
Beschwerdeinstanz anzuordnen, dass E.________ an der K.________-EM in L.________ 
vom 5. November bis 15. November 2022 teilnehmen darf" (act. 31 S. 2). Nach 
Gewährung des rechtlichen Gehörs, wobei sich innert bis zum 25. Oktober 2022 gesetzter 
Frist die Kindesverfahrensvertreterin (am 20. Oktober 2022, act. 33), der Beschwer-
deführer (am 21. Oktober 2022, act. 34) sowie die KESB (am 25. Oktober 2022, act. 35) 
vernehmen liessen, trat das Gericht auf diesen Antrag mit Verfügung vom 26. Oktober 
2022 nicht ein (act. 36). 

L. Innert bis zum 31. Oktober 2022 angesetzter Frist zur abschliessenden 
Stellungnahme in der Hauptsache ging eine weitere Stellungnahme der 
Verfahrensbeteiligten 1 ein (act. 37), worauf der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. 
November 2022 (Poststempel) reagierte (act. 40). 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 440 Abs. 3 sowie Art. 450 ZGB und § 58 Abs. 1 

lit. a des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für 

den Kanton Zug (EG ZGB; BGS 211.1) kann gegen Entscheide der Kindesschutzbehörde 

beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdefrist beträgt 

dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 1 ZGB). Örtlich zuständig ist 

im Verfahren betreffend Kindesschutzmassnahmen die Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde bzw. im Beschwerdefall das Gericht am Wohnsitz des Kindes 

(Art. 315 Abs. 1 ZGB; § 58 Abs. 2 EG ZGB). Das Verwaltungsgericht verfügt über volle 

Kognition, also auch über die Ermessenskontrolle (vgl. Art. 450a ZGB). Für das Verfahren 

vor Verwaltungsgericht gelten die Bestimmungen der Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind 

gemäss Art. 450f ZGB die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; 

SR 272) anwendbar, soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. Nach § 56 EG ZGB 

ist – unter Vorbehalt abweichender Bestimmungen des EG ZGB und des Bundesrechts – 

auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht das Gesetz über den Rechtsschutz in 

Verwaltungssachen (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1) anwendbar. Die 

hier betroffenen Kinder (Verfahrensbeteiligte 3 und 4) haben ihren gesetzlichen Wohnsitz 

bei ihrer Mutter in M.________, Kanton Zug. Angefochten sind Entscheide der KESB Zug. 

Das Verwaltungsgericht ist demnach zur Beurteilung der Beschwerden örtlich und sachlich 

zuständig. Der Beschwerdeführer ist als Kindsvater durch die Entscheide der KESB vom 

27. Mai 2022 berührt und demnach zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 450 Abs. 2 

Ziff. 3 ZGB). Die Beschwerden sind am 24. Juni 2022 (Poststempel) und damit rechtzeitig 

einreicht worden und entsprechen den übrigen formellen Anforderungen, so dass darauf 

einzutreten ist. 

2.
2.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die Entscheide der KESB vom 

27. Mai 2022. Dabei handelt es sich um Kindesschutzmassnahmen im Sinne der 

Art. 307 ff. ZGB. Diese hat die KESB zu treffen, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

und die Eltern nicht von sich aus Abhilfe schaffen oder dazu ausserstande sind (Art. 307 

Abs. 1 ZGB). Das Kindeswohl verlangt insbesondere nach Förderung der Entwicklung in 

geistiger, körperlicher und seelischer Hinsicht (vgl. Art. 302 Abs. 1 ZGB), einem Umfeld 

von Kontinuität und Stabilität, der Möglichkeit einer inneren Bindung des Kindes an seine 

Beziehungspersonen und nach einer positiven Beziehung zu beiden Elternteilen, der 

Achtung des Willens des Kindes und seines Selbstbestimmungsrechts. Entsprechend ist 

das Wohl des Kindes gefährdet, sobald nach den Umständen die ernstliche Möglichkeit 

einer Beeinträchtigung des körperlichen, sittlichen oder geistigen Wohles des Kindes 

vorauszusehen ist (zum Ganzen: BGE 146 III 313 E. 6.2.2 mit zahlreichen Hinweisen). 

2.2 Nicht Verfahrensgegenstand ist eine allfällige Neuzuteilung der elterlichen Sorge 

oder eine Abänderung der durch das Kantonsgericht im Scheidungsurteil beschlossenen 

Obhutsregelung. Diesbezüglich hat die KESB mit den angefochtenen Entscheiden zu 

Recht lediglich die Umsetzungsmodalitäten festgelegt. Für eine materielle Abänderung 

wäre gegebenenfalls wiederum das Kantonsgericht zuständig (Art. 134 Abs. 3 i.f. ZGB). 

3.

3.1 Einzugehen ist zunächst auf die drohende oder aktuelle Kindswohlgefährdung als 

Ausgangspunkt und Voraussetzung für Kindesschutzmassnahmen (Art. 307 Abs. 1 ZGB). 

3.1.1 Vorliegend ist gestützt auf das durch die Vorinstanz eingeholte psychologische 

Gutachten der Klinik N.________ vom 4. Januar 2021 (je BF-act. 3; inkl. Ergänzung vom 

16. Dezember 2021, F 2022 27 KESB-act. 5.13; fortan: Gutachten bzw. 

Ergänzungsgutachten) festzuhalten, dass den Kindseltern je separat Erziehungsfähigkeit 

attestiert und eine Kindswohlgefährdung durch den einen oder anderen Elternteil für sich 

allein genommen verneint wird (Gutachten, a.a.O., S. 72, 79 f.). Immerhin verorteten die 

Gutachterinnen bei beiden Eltern Defizite in der Lenkungsfähigkeit, wenn es schwierig 

werde, sowie Einschränkungen der Bindungstoleranz. Weiter stellten sie bei der Mutter 

Defizite bezüglich Stabilität, Zuverlässigkeit und Vorhersagbarkeit fest und beim Vater in 

der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme der Kinder (Gutachten, a.a.O., S. 77 f.). 

Insbesondere falle es beiden Kindseltern schwer, die gute Beziehung der Kinder zum 

andern Elternteil zu unterstützen und die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund zu 

stellen (Gutachten, a.a.O., S. 61 f.). Dem gegenüber steht das Bedürfnis der beiden 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

Töchter nach Stabilität, Vorhersagbarkeit, Zuverlässigkeit und positiven Kontakten zu 

beiden Elternteilen (Gutachten, a.a.O., S. 72; vgl. auch vorstehend E. 2.1). Das ist 

nachvollziehbar. Auch die im Gutachten beschriebene "hochstrittige nacheheliche 

Konfliktdynamik, welche zu einem grossen Teil über die Kinder ausgetragen wird" 

(Gutachten, a.a.O., S. 71) lässt sich aus den Akten der Vorinstanz ohne Weiteres 

nachvollziehen (KESB-act., ubique). 

3.1.2 Ebenfalls ist erstellt, dass der Konflikt zumindest die ältere Tochter E.________ 

stark belastet (vgl. etwa einen Brief von E.________, in dem sie klar zum Ausdruck bringt 

– an wen gerichtet und in welchem Zusammenhang ist unklar –, dass sie anscheinend 

"allen Probleme" mache, und sie so nicht leben möchte, F 2022 27 KESB-act. 1.408; 

Gutachten, a.a.O., S. 61 f.) und mithin ihr Wohl gefährdet. Ausgewiesen ist weiter, dass 

zunehmend auch die jüngere Tochter G.________ unter dem Konflikt leidet (vgl. 

Ergänzungsgutachten, a.a.O., S. 6; zum Leiden beider Kinder primär unter dem elterlichen 

Konflikt, wobei sie ansonsten bei beiden Elternteilen gut aufgehoben seien, vgl. etwa auch 

F 2022 27 KESB-act. 6.1, Auskunft der Kinderärztin vom 10. Mai 2022). Dass die Kinder 

den elterlichen Konflikt mitbekommen, bestätigten sie an ihrer Anhörung vom 

21. September 2022 (act. 27). Zusammenfassend ist eine Gefährdung des Kindeswohls – 

akut bei E.________ sowie drohend bei G.________ – durch den elterlichen Dauerkonflikt 

ohne Weiteres ausgewiesen. Weiter ist bereits mit Blick auf die Äusserungen der 

Kindseltern im Gerichtsverfahren offensichtlich, dass diese aktuell ausserstande sind, den 

Konflikt selber in geordnete Bahnen zu lenken. Damit bestand für die KESB Anlass zur 

Anordnung von Kindesschutzmassnahmen, um den Mängeln in der Kommunikations- und 

Kooperationsfähigkeit der Eltern bei bestehender gemeinsamer elterlicher Sorge und 

alternierender Obhut zu begegnen (Art. 307 Abs. 1 ZGB; vgl. auch E. 3.14 der 

vorinstanzlichen Entscheide, je BF-act. 1).

3.2 Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der angeordneten Massnahmen. Der 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit beherrscht das gesamte Kindesschutzrecht. Er 

verlangt, dass die verfügte Massnahme zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung 

geeignet und erforderlich ist (vgl. Art. 389 Abs. 2 i.V.m. Art. 440 Abs. 3 ZGB). Damit darf 

der Gefahr insbesondere nicht durch eine der weniger einschneidenden Massnahmen 

nach Art. 307 ZGB vorgebeugt werden können (zum Ganzen: BGE 146 III 313 E. 6.2.7 mit 

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Hinweisen). Der Verhältnismässigkeit kommt grosse Bedeutung zu, auch mit Blick auf die 

Bandbreite an Massnahmen (reichend von Weisungen bis zum Entzug der elterlichen 

Sorge [Art. 311 ff. ZGB] und/oder Fremdplatzierung eines Kindes [vgl. Art. 310 Abs. 1 

ZGB]). 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die aktuell geltende, geteilte 

elterliche Sorge und alternierende Obhut nach der Rechtsprechung ein Minimum an 

elterlicher Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit voraussetzen (vgl. grundlegend 

BGE 141 III 472 E. 4.6; 142 III 197 E. 3.6; ausserdem etwa BGer 5A_490/2021 vom 

22. April 2022 E. 4.2). Ist hingegen absehbar, dass stets von neuem in Belangen, die 

einen gemeinsamen Entscheid erfordern, die Kindesschutzbehörde oder gar die Gerichte 

angerufen und um autoritative Entscheidung gebeten werden müssen, liegt dies 

offensichtlich nicht im Kindeswohl, zumal die Kinder jedes Mal miteinzubeziehen sind und 

die erhebliche Gefahr einer Verschleppung wichtiger Entscheide besteht (BGE 142 III 197 

E. 3.5 f.; vgl. im vorliegenden Fall zur elterlichen Auseinandersetzung rund um den 

Abschluss einer Zahnzusatzversicherung etwa F 2022 27 KESB-act. 1.497; weiter konnte 

noch während hängigem Gerichtsverfahren über die Teilnahme von E.________ an der 

K.________-Europameisterschaft in L.________ im November 2022 erst wenige Tage vor 

der Abreise eine Einigung zwischen den Eltern gefunden werden, die von der Schule 

mitgetragen werden konnte [Bewilligung eines ausserordentlichen Urlaubs vom 2. bis 

11. November 2022; Beilage 3 zur Eingabe der Verfahrensbeteiligten 1 vom 31. Oktober 

2022, act. 37], wobei durch die Mutter eine Vielzahl von Stellen mit immer wieder anderen 

Anträgen bedient wurden [vgl. etwa act. 31 sowie Beilage 1 zur Eingabe des 

Beschwerdeführers vom 7. November 2022, act. 40]). Der Entscheid über eine allfällige 

Anpassung der Sorge- und Obhutsregelung obläge indes dem Kantonsgericht (vgl. oben 

E. 2.2), das nicht nur durch einen Elternteil, sondern auch durch die KESB angerufen 

werden kann (Art. 134 ZGB). 

3.2.1 Vor diesem Hintergrund ist zunächst auf die den Eltern erteilten Weisungen 

einzugehen (je Dispositiv-Ziff. 7 der angefochtenen Entscheide). Diese lauten wie folgt: 

"Die Eltern B.________ und A.________ werden gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB 

angewiesen, dass sie alle (vorgängig in Zusammenarbeit mit der Beistandsperson und 

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unter Einbezug ihrer Tochter festgelegten) Freizeitausübungen, welche regelmässig und 

intensiv erfolgen im Sinne eines Kurses oder einer Vereinsaktivität (wie K.________ 

spielen, Schwimmen, Theaterspielen, Klettern, Freifächer in der Schule o.ä.) unabhängig 

vom jeweiligen Aufenthaltsort bzw. der elterlichen Betreuungszuteilung, [G.________ bzw. 

E.________] zu ermöglichen und sie dabei umfassend zu unterstützen". 

Dispositiv-Ziffer 4e der angefochtenen Entscheide, worauf Ziffer 7 Bezug nimmt, lautet: 

"Der Beistandsperson werden folgende Aufgaben übertragen: […]

e) gemeinsam mit den Eltern und unter Einbezug von [G.________ bzw. E.________] die 

Freizeitaktivitäten verbindlich festzulegen sowie die Einhaltung der Weisung bezüglich 

'Ausübung der Freizeitaktivitäten' zu begleiten und zu überwachen sowie in Bezug auf die 

Freizeitaktivitäten bzw. Hobbys die Interessen von [G.________ bzw. E.________] 

umzusetzen". 

3.2.1.1 Es ist unbestritten, dass über die Freizeitaktivitäten von G.________ und 

E.________ in der Vergangenheit immer wieder Streit entbrannt ist zwischen den 

Kindseltern. Dabei ist festzustellen, dass der Konflikt jeweils im Wesentlichen nach 

folgendem Muster ablief: Die Kindsmutter ermittelte neue Aktivitäten oder Termine für die 

Kinder – bis anhin primär für E.________ – und stellte den Kindsvater dann vor vollendete 

Tatsachen (Formulierung formell als Anfrage, die Aktivitäten wurden mit Hinweis auf einen 

starken kindlichen Wunsch aber jeweils unabhängig von der Zustimmung des Kindsvaters 

und auch entgegen expliziten Anweisungen der Beiständin angemeldet, vgl. F 2022 27 

KESB-act. 1.483 und 1.406 bezüglich Tennis-Training am Donnerstagabend und 

Theateraufführung von E.________ parallel zur Geburtstagsfeier von G.________), unter 

Einsatz der mangelnden Frustrationstoleranz der älteren Tochter gegen den Vater (vgl. 

hierzu Gutachten, a.a.O., S. 60). Der Kindsvater zeigte daraufhin jeweils ein rigides 

Abwehrverhalten, oft auch mit verbalen Ausfälligkeiten, fügte sich aber – soweit ersichtlich 

– letztlich in aller Regel angesichts der nun einmal bereits geweckten Wünsche von 

E.________ (so zuletzt auch hinsichtlich der K.________-Europameisterschaft in 

L.________, act. 37 Ziff. 3). In diesem Verhalten der Kindseltern treten klar deren Defizite 

in der Erziehungsfähigkeit zu tage, welche die psychologischen Gutachterinnen 

ausgemacht haben (E. 3.1.1 hiervor): Beide Eltern sind offenbar nicht in der Lage, 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

E.________ auch einmal ein klares und gemeinsames "nein" zu vermitteln und ihren Frust 

auszuhalten (gutachterlich festgestellte Defizite in der Lenkungsfähigkeit). Die Kindsmutter 

kann es offensichtlich nicht sein lassen, immer neue und z.T. auch spontane Termine für 

die Kinder zu planen und damit auch ggf. bereits bestehende, anderweitige Pläne über 

den Haufen zu werfen (Defizite in der Stabilität, Verlässlichkeit und Vorhersehbarkeit). Der 

Kindsvater ist seinerseits so absorbiert durch die Abwehr der Eingriffe der Kindsmutter in 

seinen Zuständigkeitsbereich, dass offenbar kaum Raum und Zeit bleibt für Gespräche 

direkt mit den Kindern über deren Hobbies und Perspektiven (Defizite in der 

Perspektivenübernahme der Kinder). 

Bei dieser offensichtlich verfahrenen Ausgangslage erscheint es als geeignete und mildest 

mögliche Massnahme, wenn die KESB der Beiständin die Befugnis übertragen hat, die 

Freizeitausübungen der Kinder vorgängig verbindlich festzulegen, und beide Kindseltern 

angewiesen hat, die solchermassen festgelegten Hobbies zu unterstützen. Die Regelung 

erscheint auch insofern zur Wahrung des Kindswohls geeignet, als dieses gebietet, dass 

den Töchtern mit zunehmendem Alter ein immer grösseres Mitspracherecht bei der 

Auswahl ihrer Freizeitbeschäftigungen gewährt wird, zumal es sich bei der Betreuungszeit 

eines Elternteils im Rahmen der alternierenden Obhut grundsätzlich um Zeit handelt, in 

der Kinder und Eltern gemeinsam ihren Alltag leben, und nicht um Zeit, die dem 

betreuenden Elternteil zur freien Verfügung und Freizeitgestaltung nach eigenem Belieben 

zusteht. Durch die Mitwirkung der Beiständin kann gewährleistet werden, dass 

E.________ und G.________ ihre Freizeit soweit möglich entsprechend ihren Wünschen 

und Neigungen gestalten können, unabhängig davon, bei welchem Elternteil sie sich 

jeweils aufhalten. Der eingesetzten, erfahrenen Berufsbeiständin ist es dabei zuzutrauen, 

dass sie im Rahmen der Planung die für die Kinder wichtigen Termine aufnimmt, aber 

auch begründete Anliegen des jeweils betreuenden Elternteils berücksichtigt, die im 

Einzelfall gegen das Ansetzen eines bestimmten Kurses oder Termins sprechen (etwa: 

finanzieller Engpass oder Terminkollision). Als neutrale Mittlerin kann sie hier die 

zwingend notwendigen Abwägungen treffen und verhindern, dass etwa das K.________-

Spiel von E.________ über alles andere gestellt wird, insbesondere auch über für ihre 

Schwestern und die Familie des Kindsvaters wichtige Termine und Aktivitäten. In der 

Vergangenheit ist es ihr dabei nicht zuletzt auch gelungen, für E.________ und 

G.________ wichtige K.________-Turniere vorausschauend zu ermöglichen, indem sie 

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bei den Eltern auf einen Abtausch von Wochenenden hingewirkt hat, wo es dem 

Kindsvater etwa nachvollziehbar nicht zuzumuten war, die Töchter selber an ein Turnier zu 

begleiten (etwa zufolge Präsenz der Kindsmutter und dessen Lebensgefährten am Anlass 

oder zufolge anderweitiger familiärer Verpflichtungen gegenüber seiner jüngsten Tochter). 

Von den Kindseltern ist dabei selbstverständlich zu fordern, dass sie sowohl die 

anstehenden wichtigen Termine der Kinder als auch ihre allfälligen Einwände jeweils im 

Rahmen der Planung frühzeitig einbringen, und akzeptieren, dass spätere Änderungen 

nicht mehr möglich sind, solange diese regelhaft zu Konflikten führen, die unter Einbezug 

der Kinder geführt werden (vgl. zum Konfliktmuster eingehend untenstehend E. 3.2.1.3). 

Es versteht sich dabei von selbst, dass die Einschätzung, ob eine bestimmte Aktivität als 

möglich und opportun bewilligt werden kann, auch davon abhängt, ob allfällige 

Umsetzungsmodalitäten verbindlich geregelt werden können (etwa: wer holt E.________ – 

sofern noch nötig – vom Tennis am Donnerstagabend ab).

3.2.1.2 Wie der Beschwerdeführer geltend macht (je act. 1 Ziff. 8, act. 17 S. 2, act. 34 

S. 4) und sich im Laufe des Instruktionsverfahrens deutlich herauskristallisiert hat, 

verstehen indes KESB und Kindsmutter die erteilte Weisung nicht im oben dargelegten 

Sinne. Vielmehr gehen sie davon aus, dass der Beiständin die Befugnis zukommen soll, in 

allgemeiner Weise gewisse Freizeitaktivitäten zu bewilligen, die dann beide Eltern 

vollumfänglich zu unterstützen hätten. Ihnen zufolge soll das so weit gehen, dass der 

Kindsvater verpflichtet wäre, etwa ein Ersuchen um Schuldispens für E.________ für über 

eine Woche zur Teilnahme an der K.________-Europameisterschaft zu erteilen (etwa: 

act. 35 S. 3 f., act. 31 Ziff. 7). So verstanden, ist die getroffene Regelung – entgegen dem 

oben E. 3.2.1.1 Ausgeführten – klarerweise nicht geeignet, den schwelenden Elternkonflikt 

zu entschärfen und von den Kindern fernzuhalten, sondern sie befeuert den Konflikt 

zusätzlich (vgl. dazu bereits die Stellungnahme der Kindesverfahrensvertreterin vom 

26. Juli 2022, act. 11 Ziff. 15). Eine solche Weisung wäre damit klarerweise nicht geeignet 

zum Schutz des Kindswohls und damit nicht verhältnismässig. Im Übrigen erscheint 

fraglich, ob sie überhaupt durch die KESB erteilt werden dürfte, da die Vereinbarkeit mit 

der kantonsgerichtlich angeordneten alternierenden Obhut zweifelhaft erscheint. Eine 

solche Regelung liefe darauf hinaus, die Obhut des Kindsvaters – als Befugnis zur 

täglichen Betreuung des minderjährigen Kindes und zur Gestaltung des Alltags mit diesem 

und zur Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner alltäglichen 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

Pflege und laufenden Erziehung (vgl. etwa Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar 

Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, Art. 298 ZGB N. 4) – faktisch ihres Gehalts zu entleeren 

und den Kindsvater gleichsam ähnlich wie etwa ein Au Pair zum bloss ausführenden 

Weisungsempfänger der Mutter herabzusetzen. Ebenso zweifelhaft ist, ob der Kindsvater 

im Rahmen einer Weisung verpflichtet werden könnte, seine elterliche Sorge in eine 

bestimmte Richtung hin auszuüben, zumal diesbezüglich im Falle einer konkreten 

Blockade der Kindseltern zu deren Behebung grundsätzlich – sofern das Kindswohl 

gefährdet ist – die Möglichkeit eines Entscheids durch die KESB zur Verfügung steht (Art. 

307 Abs. 1 ZGB; BGE 146 III 313 E. 6.2.3). 

Unbestritten ist grundsätzlich die Befugnis der Beiständin, die Freizeitaktivitäten von 

E.________ und G.________ gemeinsam mit diesen sowie ihren Eltern verbindlich 

festzulegen (je Dispositiv-Ziff. 4e). In den jeweiligen Dispositiv-Ziffern 7 wird als Beispiel 

für durch die Eltern zu unterstützende Aktivitäten etwa der Besuch eines Kurses oder die 

Teilnahme an einer Vereinsaktivität erwähnt im Zusammenhang mit dem K.________-

Spiel oder einem Freifach in der Schule. Dies kann – mit Blick auf das Erfordernis der 

Eignung der Kindesschutzmassnahme zur Abwendung der Kindswohlgefährdung (oben E. 

3.2 Ingress) nur bedeuten, dass die Beiständin jeweils einzelne oder regelmässig 

wiederkehrende, in ihrem zeitlichen Umfang konkret vorhersehbare, Aktivitäten bewilligen 

kann, welche durch die Eltern alsdann zu unterstützen sind. Dies wird sie jeweils in 

Abwägung auch allfälliger Überlegungen tun, die gegen eine Bewilligung einer bestimmten 

Aktivität sprechen (soeben E. 3.2.1.1). Ausgeschlossen bleiben muss hingegen eine 

pauschale Bewilligung sämtlicher nur erdenklicher Aktivitäten im Zusammenhang mit 

bestimmten Hobbies der Töchter. Abgesehen davon, dass allgemeinnotorisch selbst in 

intakten Familien nicht immer und bedingungslos jede von den Kindern gewünschte 

Aktivität ermöglicht werden kann (selbst bei grundsätzlich unterstützten Hobbies), käme in 

concreto eine pauschale Bewilligung sämtlicher K.________-Aktivitäten offensichtlich 

einer Einladung an die Kindsmutter gleich, mit freier Hand die Betreuungszeit des 

Kindsvaters "durchzuplanen", was offensichtlich den elterlichen Konflikt zusätzlich 

befeuern würde, statt ihn zu beruhigen. Dass genau dies geschehen ist, zeigt der 

Beschwerdeführer nachvollziehbar auf (je act. 1 Ziff. 8 f. und je BF-act. 7, woraus erhellt, 

dass die Kindsmutter sich durch die getroffene Regelung ermuntert sah, umgehend mit 

13

Urteil F 2022 27 / F 2022 28

neuen Gerichtsverfahren zu drohen, wenn der Kindsvater nicht ihre Anweisungen zur 

Wochenendgestaltung während seiner Betreuungszeit ausführe). 

Um weiteren Missverständnissen vorzubeugen, sind deshalb die Dispositiv-Ziffern 7 der 

angefochtenen Entscheide dahingehend umzuformulieren und zu ergänzen, dass die 

Eltern lediglich die vorgängig in Zusammenarbeit mit der Beiständin und unter Einbezug 

ihrer Töchter konkret im Sinne einer Stundenplanung festgelegten Freizeitausübungen 

umfassend zu unterstützen haben. Dabei kann – wie bis anhin – dem Ermessen der 

Beiständin überlassen werden, in welchen Zeitabständen (etwa: monatlich, quartalsweise, 

o.ä.) zum Voraus die verbindliche Planung der Freizeitaktivitäten sinnvollerweise erfolgen 

sollte, damit einerseits Ruhe einkehrt, anderseits aber auch möglichst alle wichtigen 

Termine berücksichtigt werden können. Inwiefern die Berufsbeiständin dabei nicht in der 

Lage sein sollte, sich gegenüber den Kindseltern Gehör zu verschaffen und die Interessen 

der Kinder in Bezug auf die Freizeitgestaltung durchzusetzen, wie dies die 

Verfahrensbeteiligte 1 zu unterstellen scheint (act. 31 Ziff. 3), ist nicht ersichtlich. Soweit 

die Kindsmutter Bezug nimmt auf die bislang schwierige Durchsetzung getroffener 

Abmachungen, sei lediglich Folgendes bemerkt: Sollten die Kindseltern auch künftig die 

vereinbarte Planung nicht respektieren – was n.B. in der Vergangenheit (auch) der 

Kindsmutter zur Last gelegt werden muss, die etwa Ende März 2022 aktenkundig 

entgegen einer ausdrücklichen Anweisung der Beiständin sowie der damals gültigen 

provisorischen Anordnung der KESB Tennisunterricht für E.________ am 

Donnerstagabend vereinbart hat (F 2022 27 KESB-act. 1.477, 1.323) –, wird die KESB 

gezwungen sein, weitere Kindesschutzmassnahmen zu ergreifen um insbesondere die 

zunehmende Entfremdung der Kinder vom Kindsvater zu verhindern (BGer 5A_457/2009 

vom 9. Dezember 2009 E. 4.3; ausserdem unten E. 3.2.3.3).

3.2.1.3 Zu ergänzen sind die Dispositiv-Ziffern 7 weiter mit dem expliziten Hinweis darauf, 

dass die Eltern nach erfolgter Planung gegenseitige Kontaktaufnahmen mit dem Ziel von 

Abänderungen der durch die Beiständin verbindlich erstellten Freizeitplanung zu 

unterlassen haben und sie neue Aktivitäten, welche (auch) die Betreuungszeit des jeweils 

anderen tangieren, zuerst in die "Planungssitzungen" mit dem anderen Elternteil und der 

Beiständin einzubringen haben, bevor sie den Kindern in Aussicht gestellt werden. Eine 

entsprechende Regelung drängt sich aufgrund des sowohl durch die Beiständin als auch 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

durch die psychologischen Gutachterinnen festgestellten und anhand der Akten 

ausgewiesenen Konfliktmusters der Eltern auf, in dem die Kinder offensichtlich 

einbezogen und instrumentalisiert werden. Die Beiständin fasste dieses zuhanden der 

Gutachterinnen trefflich zusammen wie folgt: "[…] bestehe bei den Kindseltern ein 

ungünstiges Kommunikationsmuster. Die Kindsmutter sende dem Kindsvater E-Mails mit 

Anliegen und Forderungen, welche in die Betreuungszeit des Kindsvater fallen würden. 

Der Kindsvater zeige darauf eine rigide Reaktion, worauf die Kindsmutter sich in einer 

weiteren E-Mail erkläre, warum ihr Anliegen wichtig sei. Auf diese E-Mail antworte der 

Kindsvater meist nicht oder nicht mehr sofort, was eine unsichere Situation für die 

Kindsmutter und schlussendlich auch für die Kinder verursache. Die Kindsmutter ihrerseits 

habe Ängste, müsse wissen, wie es laufe und übertrage ihre Ängste auf die Kinder." 

(Gutachten, a.a.O., S. 59, 71). Das Muster wurde von den Gutachterinnen selber bestätigt 

(Gutachten, a.a.O., S. 84) und ist für das Gericht auch anhand der Akten nachvollziehbar 

(vgl. exemplarisch nur etwa F 2022 27 KESB-act. 1.331, 1.293, 1.298, 5.12 Beilage grün 2 

S. 7). Mit den Gutachterinnen ist es demnach im aktuellen Zeitpunkt zwingend, dass klare, 

verbindliche Planungen gemacht werden, die nach der Festlegung durch die Beiständin 

nicht mehr abgeändert werden können (Gutachten, a.a.O., S. 86). Damit kann 

insbesondere auch verhindert werden, dass bei der Kindsmutter und folglich dann auch 

bei den Kindern unnötige Unsicherheiten und Ängste entstehen. Dass es hingegen einen 

allfälligen Frust auszuhalten gelten wird, wenn infolge der rigiden Regelung gelegentlich 

Termine nicht wahrgenommen werden können, ist dabei in Kauf zu nehmen, zumal 

jedenfalls wichtige Termine wie etwa Meisterschafts-Turniere jeweils (weit) im Voraus 

bekannt und damit planbar sein sollten. Dies gilt umso mehr, als E.________ und 

G.________ selber in ihrer Anhörung durch die Referentin am 21. September 2022 

erklärten, mit einer frühzeitigen Planung ihrer Freizeitaktivitäten im Sinne einer Art 

Stundenplan einverstanden zu sein, wobei ihnen explizit vor allem daran gelegen war, 

dass ihre Eltern dann die entsprechenden Abmachungen auch einhalten sollten (act. 27). 

Bei der in diesem Sinne angepassten und ergänzten Weisung an die Eltern handelt es 

sich um ein geeignetes Mittel zur Eindämmung des Elternkonflikts (durch Reduktion des 

kurzfristigen Koordinationsbedarfs unter den Eltern), das – nach Scheitern jeglicher 

Regelungen mit mehr Spielraum für die Kindseltern – zudem auch als das mildest 

mögliche Mittel anzusehen und damit verhältnismässig ist. 

15

Urteil F 2022 27 / F 2022 28

3.2.1.4 Das Vorhandensein dieses milderen Mittels, mit welchem dem berechtigten 

Bedürfnis des Beschwerdeführers nach Schutz bei der Wahrnehmung seiner aus der 

alternierenden Obhut fliessenden Elternrechte und -pflichten Rechnung getragen wird, 

führt zur Abweisung seiner Anträge, es sei beiden Eltern im Sinne von Art. 307 Abs. 3 

ZGB die Weisung zu erteilen, in der Betreuungszeit des jeweils anderen Elternteils ohne 

dessen vorgängiges Einverständnis keine Termine, Hobbies etc. für die Kinder zu 

vereinbaren.

3.2.2 Zu überprüfen ist sodann der Zeitpunkt der Kinderübergabe am Donnerstagabend 

(je Dispositiv-Ziff. 1 der angefochtenen Entscheide). 

3.2.2.1 Die KESB hat den Zeitpunkt der Kinderübergabe am Donnerstag auf 18:00 Uhr 

festgelegt (zuvor während der Dauer des Abklärungsverfahrens: 17:30 Uhr gemäss KESB-

Entscheiden Nr. 2020/0790 und 0791 vom 14. Juli 2020, je BF-act. 9). Damit hat sie eine 

zwischen den Eltern umstrittene Umsetzungsmodalität der alternierenden Obhut geregelt, 

die durch das Scheidungsgericht offengelassen wurde, hielt dieses doch nur 

"Donnerstagabend" als Übergabezeitpunkt fest (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts des 

Kantons Zug vom 26. September 2018, dort Dispositiv-Ziff. 2.2, je BF-act. 2). 

3.2.2.2 Der Beschwerdeführer verlangt, es sei der Übergabezeitpunkt statt auf 18:00 Uhr 

auf 17:30 Uhr festzulegen, in Fortführung der zuvor zwischen dem 14. Juli 2020 und dem 

27. Mai 2022 geltenden, vorsorglichen Regelungen. Dieser Wunsch basiert offenbar 

primär auf der praktischen Überlegung, die Kinder am Donnerstagabend auf dem 

Nachhauseweg abholen zu können (KESB-Entscheide Nr. 2020/0790 und 0791 vom 

14. Juli 2020, a.a.O., S. 11), während die Kindsmutter und die Kinder sich für eine spätere 

Übergabe (frühestens) um 18:00 Uhr primär deshalb aussprechen, weil die Kinder am 

Donnerstagabend noch mit Freundinnen spielen (G.________) bzw. einen Tenniskurs 

besuchen (E.________) möchten (Protokoll der Anhörung vom 21. September 2022, act. 

27; Stellungnahme der Verfahrensbeteiligten 1 vom 15. August 2022, act. 21 Ziff. 10). 

3.2.2.3 Das Verwaltungsgericht verfügt zwar über volle Kognition, kann also auch die 

Ermessensausübung der KESB überprüfen (Art. 450a ZGB; oben E. 1). Das ändert 

abernichts daran, dass deren Entscheid bereits gemäss dem Gesetzeswortlaut nur 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

abgeändert werden soll, wenn er sich als unangemessen erweist (Art. 450a Abs. 1 Ziff. 3 

ZGB). Demgegenüber übt das Gericht Zurückhaltung, wo die dem Sachverhalt 

näherstehende Vorinstanz nach Abklärung der Verhältnisse einen sachgerechten, 

nachvollziehbaren Entscheid gefällt hat, selbst wenn auch eine abweichende Regelung 

vorstellbar gewesen wäre (vgl. etwa VGer ZG V 2019 12 E. 2.2 mit Hinweisen). Vorliegend 

bedarf es angesichts des elterlichen Dauerkonflikts u.a. bezüglich der Übergaben am 

Donnerstagabend zweifelsohne einer näheren Regelung der Übergabemodalitäten, die 

den Kindern Stabilität gibt und langfristig Bestand haben kann, ohne weitere Absprachen 

zwischen den Eltern. Die Regel sollte entsprechend unabhängig vom aktuellen 

Stundenplan des Vaters sowie den aktuell ausgeübten Freizeitbeschäftigungen der 

Mädchen Geltung entfalten können. Dabei ist nicht einzusehen – und wurde auch auf 

Nachfrage des Gerichts hin (act. 14) durch keine der beteiligten Parteien näher erläutert – 

weshalb das Ausüben einer organisierten Freizeitaktivität (etwa: Kurs, Vereinsaktivität) am 

Donnerstagabend einem Übergang der Betreuungsverantwortung auf den Vater 

grundsätzlich entgegenstünde. Offenbleiben kann dabei an dieser Stelle, ob die Planung 

bestimmter Freizeitaktivitäten auf den Donnerstagabend dann im konkreten Fall 

tatsächlich angezeigt ist, was jeweils im Einzelfall zu erwägen ist, mit Blick u.a. auch auf 

die gesamthafte zeitliche Belastung der Kinder sowie ihre sonstigen zeitlichen 

Verpflichtungen am Donnerstagnachmittag und -abend, auf ein Gleichgewicht zwischen 

Schularbeit, organisierten Freizeitaktivitäten, freier Zeit und Familienzeit, etc. (vgl. dazu 

ausführlicher oben E. 3.2.1.1). Jedenfalls ist nicht ersichtlich, inwiefern der von der KESB 

festgesetzte Zeitpunkt für den Übergang der Betreuungszuständigkeit unsachgemäss sein 

sollte. Dies gilt umso mehr, als 18:00 Uhr auch der Zeit entspricht, ab der in Familien mit 

schulpflichtigen Kindern üblicherweise das Abendessen eingenommen wird, und bis zu 

der sich allgemeinnotorisch Kinder im Alter von E.________ und G.________ zuhause 

einzufinden haben. 

3.2.2.4 Mit Blick auf die in der Vergangenheit aufgetretenen Übergabeprobleme (vgl. nur 

etwa act. 34 S. 5 f.; F 2022 27 KESB-act. 1.235) erscheint indes die Regelung der KESB, 

die lediglich den Zeitpunkt der Übergabe fixiert, sich aber weder zu deren Ort äussert noch 

zum Vorgehen, wenn die Töchter im Übergabezeitpunkt auswärts Aktivitäten im Sinne 

eines regelmässigen Kurses o.ä. nachgehen, für sich allein nicht geeignet, künftige 

elterliche Konflikte zu vermeiden. Bereits die psychologischen Gutachterinnen forderten 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

folgerichtig klare, verbindliche Regelungen hinsichtlich der Besuchsregelung (Daten, 

Zeiten, Ort), welche nicht abgetauscht werden können (Gutachten, a.a.O., S. 86; 

ausserdem E. 3.14 der angefochtenen Entscheide, je BF-act. 1). Die getroffene Regelung 

muss in diesem Sinne und im Rahmen der durch den Beschwerdeführer gestellten 

Rechtsbegehren (§ 71 VRG) dahingehend ergänzt werden, dass die Übergabe 

grundsätzlich um 18:00 Uhr am Wohnort des Kindsvaters zu erfolgen hat. Dies drängt sich 

auf, da am Donnerstagabend das Abendessen beim Kindsvater eingenommen wird und 

entsprechend vorbereitet werden muss (vgl. etwa auch F 2022 27 KESB-act. 1.91, 1.95), 

dies nebst der Betreuung der jüngeren Halbschwester J.________, so dass es nicht 

sachgerecht wäre, den Kindsvater zur Abholung der Kinder erst um 18:00 Uhr in 

M.________ zu verpflichten. Ob die Kinder den Weg von M.________ nach O.________ 

zum Kindsvater mittlerweile selbständig mit dem Fahrrad zurücklegen können 

(Wegstrecke von ca. 10-15 Minuten), oder ob die Kindsmutter sie begleiten muss, kann 

letzterer überlassen werden. Erfolgt die Übergabe am Wohnort des Vaters, besteht umso 

weniger Anlass, den Übergabezeitpunkt danach auszurichten, wann der Kindsvater auf 

dem Nachhauseweg von der Arbeit M.________ durchquert, zumal sich dieser Zeitpunkt 

bei einem Lehrer auch wieder ändern kann. Im Falle organisierter Freizeitaktivitäten oder 

Schulveranstaltungen der Kinder (zum Beispiel: Tenniskurs, Lagerrückblick) am 

Donnerstagabend ist im Rahmen der vorhergehenden Planung und Festsetzung der 

Aktivitäten durch die Beiständin (vgl. je Disp.-Ziff. 4e der angefochtenen Entscheide) 

gleichzeitig verbindlich festzulegen, wo die Übergabe der Kinder stattfindet, bzw. wie das 

Kind im Anschluss an die Aktivität zum Wohnort des Vaters gelangen soll (vgl. bereits 

oben E. 3.2.1.1). Auch hier handelt es sich bei der ergänzten Regelung um ein 

notwendiges, geeignetes und das mildest mögliche Mittel, um weitere Elternkonflikte vor 

den Augen der Kinder möglichst zu vermeiden. 

3.2.3 Schliesslich ist darauf einzugehen, ob die KESB zu Recht die Kindseltern gestützt 

auf Art. 307 Abs. 3 ZGB zur Teilnahme an einer kinderorientierten Mediation mit 

mindestens sechs Mediationssitzungen bei der Fachstelle P.________ verpflichtet hat 

(Dispositiv-Ziffern 6 der angefochtenen Entscheide). 

3.2.3.1 Die KESB begründete ihre Weisung zur Teilnahme an einer Pflichtmediation als 

Kindesschutzmassnahme damit, dass durch die Mediation die Kommunikation zwischen 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

den Eltern und der Umgang miteinander zur kindsgerechten Ausübung des 

Betreuungsrechts verbessert werden solle. Es sollen die Eltern, die sich von ihren 

Ängsten, Verletzungen und Erwachseneninteressen leiten liessen, mit den Interessen und 

Bedürfnissen der Kinder konfrontiert werden, und sie sollen dabei erfahren, wie sich ihr 

"Paarkonflikt" auf die Befindlichkeit der Kinder auswirke und was sie im Interesse des 

Kindswohls tun könnten. Vorliegend seien die Eltern nicht in der Lage, ihre Konflikte 

zugunsten ihrer Kinder zu minimieren. Sie hätten beide weiterhin an sich selber zu 

arbeiten, um die hochstrittige Situation zu verändern, denn die KESB könne noch so 

detaillierte Regelungen treffen; dies diene letztlich lediglich der Symptom-, nicht aber der 

Ursachenbekämpfung (je E. 6 der angefochtenen Entscheide; mit Verweis auf BGer 

5A_457/2009 vom 9. Dezember 2009 E. 4.3 zur Zulässigkeit der Anordnung einer 

Pflichtmediation auch gegen den Willen der Eltern; vgl. dazu ausserdem BGer 

5A_506/2017 vom 19. Juli 2017 E. 2). 

3.2.3.2 Der Beschwerdeführer lehnt eine Mediation nicht grundsätzlich ab, betrachtet eine 

solche aber im gegenwärtigen Zeitpunkt als wenig sinnvoll, solange die Kindsmutter nach 

wie vor darauf bestehe, ihm um jeden Preis eine Kindswohlgefährdung nachweisen zu 

wollen und seinen Ruf zu schädigen (je act. 1 Ziff. 20 f.). Die Verfahrensbeteiligte 1 steht 

einer Mediation grundsätzlich ebenfalls offen gegenüber (act. 21 Ziff. 7), und auch die 

Töchter würden es begrüssen, wenn man den Eltern dort helfen könnte, wieder 

miteinander zu kommunizieren, da es allein nicht gehe (act. 27). 

3.2.3.3 Auf die Ausführungen der Vorinstanz kann im Punkt der Mediation vollumfänglich 

verwiesen werden. Es liegt hier eine ausserordentlich schwierige Familienkonstellation vor 

und das Kindeswohl wird nicht durch das Tun oder Unterlassen der Eltern je einzeln im 

Umgang mit ihren Töchtern, sondern durch den Konflikt zwischen den Eltern gefährdet 

(Gutachten, a.a.O., S. 61). Mit Blick darauf besteht nicht der geringste Zweifel daran, dass 

die Verpflichtung der Eltern zur Teilnahme an einer kinderorientierten Mediation ein 

geeignetes Mittel darstellt, um im Sinne des Kindswohls auf die toxische Situation 

einzuwirken, zumal auch beide Eltern einen hohen Leidensdruck berichten (vgl. 

Gutachten, a.a.O., S. 80 f.). Dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass ihr Konflikt doch noch in 

Bahnen gelenkt werden kann, die dem Kindeswohl weniger schädlich sind. Daran ändert 

das Scheitern einer ersten Mediation nichts, zumal zwischenzeitlich mit der weitgehenden 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

Delegation der Entscheide über die Freizeitgestaltung der Kinder an die Beiständin eine 

Veränderung der Ausgangslage eingetreten ist. Die Mediation ist umso mehr angezeigt, 

als es rechtsprechungsgemäss nicht angeht, dass die Kindesschutzbehörde die 

Nichteinhaltung vereinbarter Regelungen, wodurch ein Elternteil die Kinder dem anderen 

Elternteil entfremdet, sanktionslos hinnimmt, setzt sie doch dadurch für den 

manipulierenden Elternteil einen Anreiz, weitere Übertretungen zu unternehmen (BGer 

5A_457/2009, a.a.O., E. 4.3 i.f. mit Hinweisen). Die KESB wird, mit anderen Worten, 

handeln müssen, wenn sich auch künftig ein Elternteil oder beide Elternteile regelmässig 

über behördliche Anordnungen zum Wohle der Kinder bewusst hinwegsetzen. Vor diesem 

Hintergrund muss den Kindseltern bewusst sein, dass es sich bei der nun angeordneten 

Mediation möglicherweise um ihre letzte Chance handelt zur Herbeiführung der – für die 

Aufrechterhaltung der gemeinsamen Sorge und der alternierenden Obhut grundsätzlich 

notwendigen (oben E. 3.2 Ingress) – Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit. Die 

Anordnung einer Mediation erscheint demnach zumindest aus aktueller Sicht als 

geeignetes, erfolgversprechendes Mittel, um darauf hinzuwirken, dass die Kindseltern in 

Bezug auf weitere, bislang nicht geregelte Bereiche, in denen eine Kooperation und 

Koordination auch künftig nötig sein wird, einen Umgang miteinander entwickeln, der sich 

am Wohl ihrer Kinder orientiert statt am Nachweis und der Dokumentation vermeintlicher 

Verfehlung durch den jeweils anderen. Begründete Hoffnung weckt in diesem 

Zusammenhang nicht zuletzt die Zusammenarbeit der Eltern bezüglich der Aufarbeitung 

des Schulstoffs, den E.________ während der K.________-Europameisterschaft in 

L.________ verpasst hat (act. 40 und dazugehörige Beilage 4). Mit Blick auf die bei einem 

erneuten Scheitern drohenden, allenfalls sehr einschneidenden 

Kindesschutzmassnahmen (mit der Kindesverfahrensvertreterin bis hin zur 

Fremdplatzierung, act. 29), ist es umso dringlicher, dass die Kindeseltern in der Mediation 

ihr eigenes Konfliktverhalten (oben E. 3.2.1.3) erkennen und bearbeiten. Dadurch 

unterscheidet sie sich auch von der Vermittlung, die regelmässig durch die Beiständin 

geleistet wird: Geht es dort konkret um das Finden von Lösungen im Rahmen der Planung 

und der alltäglichen Entscheidfindung, handelt es sich hier nicht um eine zusätzliche 

Plattform zur Diskussion der alltäglichen Koordinationsfragen, sondern geht es darum, 

dass die Eltern ihren Elternkonflikt an der Wurzel angehen. Konkret werden sie darauf 

hinarbeiten müssen, dass der Kindsvater seine pauschale Abwehrhaltung gegenüber 

Anliegen der Kindsmutter aufgibt, sowie darauf, dass die Kindsmutter den Kindsvater als 

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

solchen akzeptiert, statt auf immer neuen Wegen und unter Beizug immer neuer Behörden 

und Fachpersonen vermeintliche Missstände in seinem Umgang mit den Töchtern 

aufdecken zu wollen (vgl. KESB-act., ubique). Aus den dargelegten Gründen kann den 

Anträgen des Beschwerdeführers auf Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 6 der 

angefochtenen Entscheide nicht entsprochen werden. 

4. Nach dem Gesagten sind die Beschwerden im Sinne der Erwägungen teilweise 
gutzuheissen. 

5. In Kindesschutzfällen sind keine Kosten zu erheben (§ 57 Abs. 2 EG ZGB). Mit 

Blick auf das je teilweise Obsiegen des Beschwerdeführers und der Verfahrensbeteiligten 

1 sind den Genannten keine Parteientschädigungen zuzusprechen, sondern die jeweiligen 

Kosten wettzuschlagen (d.h. die Beteiligten tragen je die eigenen Kosten). KESB und 

Beiständin haben keinen Anspruch auf Parteientschädigung (§ 28 Abs. 2a VRG).

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerden werden im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen. 

2. Die Dispositiv-Ziffern 1 und 7 der KESB-Verfügung Nr. 2022/0778 vom 27. Mai 
2022 betreffend G.________ werden im Sinne der Erwägungen abgeändert und 
lauten neu wie folgt: 
"1) […] 

- jedes zweite Wochenende von Donnerstagabend 18.00 Uhr bis 
Montagmorgen Schulbeginn;

- jede Woche von Donnerstagabend 18.00 Uhr bis Samstagmorgen 10.00 Uhr; 
- die Kinder sind am Donnerstagabend 18.00 Uhr am Wohnsitz des Vaters zu 

übergeben, bzw. es ist im Zuge der Freizeitplanung die Übergabe im Voraus 
detailliert und verbindlich zu regeln. […]" 

"7) Die Eltern B.________ und A.________ werden gestützt auf Art. 307 Abs. 3 

ZGB angewiesen, die (vorgängig in Zusammenarbeit mit der Beistandsperson 

und unter Einbezug ihrer Tochter konkret im Sinne einer Stundenplanung 

festgelegten) Freizeitausübungen unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltsort 

bzw. der elterlichen Betreuungszuteilung, G.________ zu ermöglichen und sie 

dabei umfassend zu unterstützen. B.________ und A.________ werden weiter 

angewiesen, Kontaktaufnahmen untereinander zwecks Abänderung der durch 

die Beiständin festgelegten Planung zu unterlassen und mit Blick auf die 

jeweils laufende Planung ins Auge gefasste Aktivitäten mit Auswirkungen 

(auch) auf die Betreuungszeit des anderen Elternteils zuerst in den 

Planungssitzungen mit diesem und der Beiständin einzubringen, bevor sie 

G.________ in Aussicht gestellt werden."

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Urteil F 2022 27 / F 2022 28

3. Die Dispositiv-Ziffern 1 und 7 der KESB-Verfügung Nr. 2022/0779 vom 27. Mai 
2022 betreffend E.________ werden im Sinne der Erwägungen abgeändert und 
lauten neu wie folgt:
"1) […] 

- jedes zweite Wochenende von Donnerstagabend 18.00 Uhr bis 
Montagmorgen Schulbeginn;

- jede Woche von Donnerstagabend 18.00 Uhr bis Samstagmorgen 10.00 Uhr; 
- die Kinder sind am Donnerstagabend 18.00 Uhr am Wohnsitz des Vaters zu 

übergeben, bzw. es ist im Zuge der Freizeitplanung die Übergabe im Voraus 
detailliert und verbindlich zu regeln. […]" 

"7) Die Eltern B.________ und A.________ werden gestützt auf Art. 307 Abs. 3 

ZGB angewiesen, die (vorgängig in Zusammenarbeit mit der Beistandsperson 

und unter Einbezug ihrer Tochter konkret im Sinne einer Stundenplanung 

festgelegten) Freizeitausübungen unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltsort 

bzw. der elterlichen Betreuungszuteilung, E.________ zu ermöglichen und sie 

dabei umfassend zu unterstützen. B.________ und A.________ werden weiter 

angewiesen, Kontaktaufnahmen untereinander zwecks Abänderung der durch 

die Beiständin festgelegten Planung zu unterlassen und mit Blick auf die 

jeweils laufende Planung ins Auge gefasste Aktivitäten mit Auswirkungen 

(auch) auf die Betreuungszeit des anderen Elternteils zuerst in den 

Planungssitzungen mit diesem und der Beiständin einzubringen, bevor sie 

E.________ in Aussicht gestellt werden."

4. Im Übrigen werden die Beschwerden abgewiesen. 

5. Es werden keine Kosten erhoben.

6. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

7. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in Zivilsachen 
eingereicht werden.

23

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8. Mitteilung an den Beschwerdeführer (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), an 
die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug (KESB), an 
Rechtsanwalt C.________ (im Doppel), an D.________ sowie an Rechtsanwältin 
F.________ (im Doppel).

Zug, 23. November 2022

Im Namen der
FÜRSORGERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am