# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41a783b3-d5e8-5c91-8263-cdf2faf11228
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 28.10.2015 HG140114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG140114_2015-10-28.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG140114-O U 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Roland Schmid, die Han-

delsrichter Prof. Dr. Peter Nobel, Dr. Martin Liebi und Dr. Arnold 

Huber sowie der Gerichtsschreiber Adrian Joss 

 

Urteil vom 28. Oktober 2015 

 

in Sachen 

 
A._____ AG,  

Klägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Beklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 
betreffend Forderung 

 

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Inhaltsübersicht 
Sachverhalt und Verfahren................................................................................................... 3 
A. Sachverhaltsübersicht .................................................................................................. 3 

a. Parteien und ihre Stellung ........................................................................................ 3 
b. Prozessgegenstand .................................................................................................. 4 

B. Prozessverlauf .............................................................................................................. 4 
a. Klageeinleitung ......................................................................................................... 4 
b. Wesentliche Verfahrensschritte................................................................................ 4 

Erwägungen .......................................................................................................................... 5 
1. Formelles ...................................................................................................................... 5 

1.1. Zuständigkeit......................................................................................................... 5 
1.2. Klageänderung ..................................................................................................... 5 
1.3. Unbezifferte Forderungsklage .............................................................................. 6 

2. Unbestrittener Sachverhalt ........................................................................................... 8 
3. Haftung aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit ......................................................... 9 

3.1. Vorbemerkung ...................................................................................................... 9 
3.2. Grundsatz ............................................................................................................. 9 
3.3. Klägerin, Klagelegitimation ................................................................................. 10 
3.4. Beklagter, Organeigenschaft .............................................................................. 10 
3.5. Behauptungs- und Beweislast ............................................................................ 10 
3.6. Verwirkungsfrist nach Art. 758 Abs. 2 OR.......................................................... 11 

4. Pflichtverletzung ......................................................................................................... 11 
4.1. Allgemein ............................................................................................................ 11 
4.2. Verwaltungsratsbeschlüsse hinsichtlich der Vergütungen des Beklagten ........ 11 

4.2.1. Parteibehauptungen ......................................................................................... 11 
4.2.2. Festlegung der Vergütungen mit der Genehmigung der Budgets................... 13 
4.2.3. Keine Notwendigkeit einer zusätzlichen Beschlussfassung ............................ 15 
4.2.4. Fazit .................................................................................................................. 17 

4.3. Zulässigkeit von Zustimmungserfordernissen.................................................... 17 
4.3.1. Parteibehauptungen ......................................................................................... 17 
4.3.2. Qualifikation von Ziff. 3.6.3 des Organisationsreglements als 
Zustimmungserfordernis ............................................................................................. 18 
4.3.3. Beschlussfassung des Verwaltungsrats .......................................................... 19 
4.3.4. Unvereinbarkeit mit dem Kopfstimmprinzip bzw. Gleichbehandlungsgrundsatz
 .................................................................................................................................... 21 
4.3.5. Unübertragbare und unentziehbare Aufgaben des Verwaltungsrates ............ 23 
4.3.6. Fazit .................................................................................................................. 24 

4.4. Vergütungen unterhalb von EUR 200'000.– ...................................................... 24 
4.4.1. Parteistandpunkte............................................................................................. 24 
4.4.2. Auslegungsgrundsätze ..................................................................................... 25 
4.4.3. Auslegung ......................................................................................................... 26 
4.4.4. Höhe der Vergütungen des Beklagten im Jahr 2013 und 2014 ...................... 27 

4.5. Fazit .................................................................................................................... 28 
5. Ergebnis ...................................................................................................................... 29 
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................................... 29 
 

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ursprüngliches Rechtsbegehren 

(act. 1 S. 2) 

"1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der C._____ Holding AG, Zü-
rich, CHF 31'200.– zuzüglich Zins zu 5% seit 10. April 2013 zu 
bezahlen. 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklag-
ten." 

 
abgeändertes Rechtsbegehren 

(act. 21 S. 2) 

"1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der C._____ Holding AG, Zü-
rich, CHF 107'600.– zuzüglich Zins zu 5% seit 10. Oktober 2013 
zu bezahlen. 

 2. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der C._____ Holding AG, Zü-
rich, einen noch zu beziffernden Betrag, mindestens aber 
CHF 17'600.–, zuzüglich Zins zu 5% zu bezahlen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten 
des Beklagten." 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in … und bezweckt den Erwerb 

und die Verwaltung von Beteiligungen an Unternehmen aller Art sowie die Täti-

gung und Verwaltung von Finanzanlagen. Sie ist seit dem 5. Juli 2010 Aktionärin 

der nicht börsenkotierten C._____ Holding AG und hält gegenwärtig 8.39% des 

Aktienkapitals (act. 3/2; act. 1 Rz. 5; act. 14 Rz. 12).  

Die C._____ Holding AG, zuvor firmierend als C1._____ AG, hat ihren Sitz in Zü-

rich und ist im Handel mit CO2-Zertifikaten tätig (act. 3/3; act. 14 Rz. 16). 

 

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Der Beklagte ist seit 1. Dezember 2006 Mitglied und seit 27. August 2010 Vize-

präsident des Verwaltungsrates der C._____ Holding AG. Er übt zugleich die 

Funktion des CEO aus (act. 1 Rz. 6). 

b. Prozessgegenstand 

Die Klägerin erhebt als Aktionärin Verantwortlichkeitsklage nach Art. 754 OR ge-

gen den Beklagten als Verwaltungsrat und CEO der C._____ Holding AG. Sie 

wirft dem Beklagten vor, ohne die erforderliche Zustimmung des Verwaltungsrats 

unrechtmässig Vergütungen bezogen zu haben und macht geltend, dass dadurch 

der C._____ Holding AG ein Schaden entstanden sei. Ihre Klage geht auf Leis-

tung dieses Schadens an die Gesellschaft (Art. 756 OR).   

B. Prozessverlauf  

a. Klageeinleitung 

Am 26. Juni 2014 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin ihre Klageschrift beim 

Handelsgericht Zürich ein (act. 1). 

b. Wesentliche Verfahrensschritte 

Den ihr mit Verfügung vom 30. Juni 2014 (act. 5) auferlegten Vorschuss für die 

Gerichtskosten leistete die Klägerin fristgemäss (act. 11). Mit Verfügung vom 

26. August 2014 wurde dem Beklagten Frist zur Klageantwort angesetzt (act. 12). 

Die fristgerecht eingereichte Klageantwort vom 27. Oktober 2014 wurde der Klä-

gerin mit Verfügung vom 30. Oktober 2014 zugestellt (act. 16). Mit Eingabe vom 

7. November 2014 teilte die Klägerin mit, dass ihrerseits keine Vergleichsbereit-

schaft bestehe, woraufhin der Klägerin mit Verfügung vom 10. November 2014 

Frist zur Erstattung der Replik angesetzt wurde (act. 18; act. 19). Nach Eingang 

der Replik vom 27. Januar 2015 (act. 21) wurde dem Beklagten mit Verfügung 

vom 30. Januar 2015 Frist zur Duplik angesetzt (act. 23). Diese wurde mit Einga-

be vom 20. April 2015 eingereicht (act. 25). Daraufhin reichten die Parteien un-

aufgefordert weitere Stellungnahmen ein (act. 29; act. 30; act. 32; act. 34). Auf die 

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Durchführung einer Hauptverhandlung haben die Parteien verzichtet (act. 38; 

act. 39). 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die vorliegende Klage hat Verantwortlichkeitsansprüche der Klägerin als 

Aktionärin gegen den Beklagten als Verwaltungsrat und CEO der C._____ 

Holding AG zum Gegenstand. Für Streitigkeiten aus dem Recht der 

Handelsgesellschaften und Genossenschaften ist das Handelsgericht gemäss 

Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG sachlich zuständig, sofern der 

Streitwert wie vorliegend mehr als CHF 30'000.– beträgt. Da der Beklagte seinen 

Wohnsitz im Kanton Zürich hat, ist das Handelsgericht auch örtlich zuständig 

(Art. 40 ZPO).  

1.2. Klageänderung 

Die Klägerin erhöht replicando ihre Forderung und verlangt zusätzlich die Rücker-

stattung der Vergütungen betreffend das Geschäftsjahr 2013 / 2014 (act. 21 

Rz. 13).  

Eine Klageänderung ist nach Art. 227 Abs. 1 ZPO zulässig, wenn der geänderte 

oder neue Anspruch nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen ist und mit 

dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht (lit. a) oder 

die Gegenpartei zustimmt (lit. b). Der Sachzusammenhang ist zu bejahen, wenn 

die beiden prozessualen Ansprüche dem gleichen oder einem benachbarten Le-

benssachverhalt entstammen (DANIEL WILLISEGGER, in: Basler Kommentar 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 29 zu Art. 227 ZPO).  

Der Beklagte hat keine Einwände gegen die Klageänderung, womit von seiner 

Zustimmung auszugehen ist (act. 25 Rz. 42 f.). Unabhängig von seiner Zustim-

mung wären die Voraussetzungen einer Klageänderung erfüllt, da die neuen An-

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sprüche nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen und die streitgegenständli-

chen Lohnbezüge des Beklagten allesamt bei der gleichen Gesellschaft erfolgt 

sind und damit auf demselben Lebenssachverhalt beruhen.  

1.3. Unbezifferte Forderungsklage 

Die Klägerin erhebt in der Replik hinsichtlich des variablen Lohnanteils des Jahres 

2013 eine unbezifferte Forderungsklage (Rechtsbegehren 2, act. 21. Rz. 16 ff.). 

Sie begründet dies damit, dass sie vergeblich versucht habe, die Lohnabrechnun-

gen des Beklagten erhältlich zu machen und verweist dazu auf zwei Anfragen ih-

res entsandten Verwaltungsrats X1._____ an D._____ (Verwaltungsrat und CFO), 

welche vom 20. und 23. Januar 2015 datieren (act. 21 Rz. 8; act. 22/13-15). 

Gemäss Art. 85 Abs. 1 ZPO kann die klagende Partei eine unbezifferte Forde-

rungsklage erheben, wenn es ihr unmöglich oder unzumutbar ist, ihre Forderung 

bereits zu Beginn des Prozesses zu beziffern. Die Unmöglichkeit oder Unzumut-

barkeit der Bezifferung ist jedoch nicht leichthin anzunehmen. Es ist der klagen-

den Partei in der Regel zumutbar, die zur wenigstens ungefähren Bestimmung 

der Forderungshöhe notwendigen Unterlagen und Informationen vorprozessual zu 

sammeln. Sie hat glaubhaft zu machen, dass eine Unmöglichkeit oder Unzumut-

barkeit vorliegt (KARL SPÜHLER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-

zessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 5 f. zu Art. 85 ZPO). 

Der klägerische Rechtsvertreter X1._____ ist vorliegend Verwaltungsratsmitglied 

der C._____ Holding AG und wurde von der Klägerin in den Verwaltungsrat ent-

sandt (vgl. Ziff. 2 hernach). Als Mitglied des Verwaltungsrates kann er nach Art. 

715a Abs. 1 OR Auskunft über alle Angelegenheiten der Gesellschaft verlangen. 

Nach Art. 715a  Abs. 2 OR sind alle Mitglieder des Verwaltungsrates sowie die mit 

der Geschäftsführung betrauten Personen zur Auskunft verpflichtet. Art. 715a 

Abs. 3 OR sieht vor, dass ausserhalb der Sitzungen jedes Mitglied von den mit 

der Geschäftsführung betrauten Personen Auskunft über den Geschäftsgang und 

mit Ermächtigung des Präsidenten auch über einzelne Geschäfte verlangen kann. 

Soweit für die Erfüllung einer Aufgabe erforderlich, kann jedes Mitglied dem Prä-

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sidenten beantragen, dass ihm Bücher und Akten vorgelegt werden (Art. 715a 

Abs. 4 OR).  

Vorliegend stellte der klägerische Rechtsvertreter und Verwaltungsrat X1._____ 

sein erstes Auskunftsgesuch hinsichtlich der Lohnbezüge des Beklagten am 

20. Januar 2015 (act. 22/13), 7 Tage vor Fristablauf zur Einreichung der Replik 

am 27. Januar 2015 (act. 19). Das Auskunftsgesuch richtete sich an D._____ 

(act. 22/13-15), der CFO und Verwaltungsratsmitglied der C._____ Holding AG ist 

(act. 3/3; act. 14 Rz. 159). Am 28. Januar 2015 wurde das Auskunftsgesuch be-

antwortet (act. 26/6).  

Weshalb das Auskunftsgesuch erst 7 Tage vor Ablauf der Replikfrist gestellt wur-

de, legt die Klägerin nicht näher dar und ist auch nicht leicht verständlich. Dass 

Auskunftsgesuche nicht sofort beantwortet werden können und dem Auskunfts-

pflichtigen eine gewisse Frist zur Informationsbeschaffung eingeräumt werden 

muss, ist evident. Abgesehen davon richtete sich das Auskunftsgesuch nicht an 

den Präsidenten des Verwaltungsrates (E._____; act. 3/3), obwohl es der Er-

mächtigung des Präsidenten bedarf, um ausserhalb der Sitzung über einzelne 

Geschäfte Auskunft sowie um Einsicht in Bücher und Akten zu erhalten. Weist der 

Präsident ein Auskunftsgesuch nämlich ab, so entscheidet daraufhin der Verwal-

tungsrat (Art. 715a Abs. 5 OR). Als Verwaltungsrat besteht kein Anspruch, sofort 

und jederzeit von einem beliebigen Verwaltungsratsmitglied bzw. von Geschäfts-

leitungsmitgliedern ausserhalb von Verwaltungsratssitzungen Auskunft über 

Lohnbezüge zu erhalten. 

Die Unmöglichkeit bzw. Unzumutbarkeit zur Bezifferung hat die Klägerin damit 

nicht hinreichend dargetan; sie wäre in gewissem Sinne auch selbst verschuldet, 

da es dem delegierten Verwaltungsrat X1._____ zumutbar gewesen wäre, seinen 

Informationsanspruch mit der (rechtzeitigen) Einreichung eines Auskunftsgesuchs 

beim Verwaltungsratspräsidenten durchzusetzen zu versuchen. 

Die Voraussetzungen für eine unbezifferte Forderungsklage liegen somit nicht 

vor, weshalb auf das abgeänderte Rechtsbegehren Ziff. 2 nicht einzutreten ist. 

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Ohnehin wäre dem abgeänderten Rechtsbegehren Ziff. 2 auch materiell kein Er-

folg beschieden (vgl. Ziff. 4.4.4 hernach).  

2. Unbestrittener Sachverhalt 

Die Klägerin schloss anlässlich ihres Investments bei der C._____ Holding AG am 

29. Juni 2010 einen Aktionärbindungsvertrag ab; insbesondere auch mit dem Be-

klagten, der als Gründungspartner in der C._____ Holding AG als geschäftsfüh-

render Verwaltungsrat tätig ist. Im Aktionärbindungsvertrag hat sich die Klägerin 

in ihrer Funktion als Investorin das Recht ausbedungen, ein Mitglied des Verwal-

tungsrats zu bestimmen. Das von ihr delegierte Verwaltungsratsmitglied wird als 

"B Director" bezeichnet (act. 3/8 S. 10 Ziff. 4.2). In Ziff. 7.2 des Aktionärbindungs-

vertrags wird hinsichtlich der Vergütungskompetenz des Verwaltungsrats nachfol-

gende Regelung getroffen, worin für gewisse Angelegenheiten die Zustimmung 

der "B Directors" vorgesehen ist (act. 3/8 S. 14 f.): 

"7.2  Board Reserved Matters - limitations on management 
No action shall be taken or resolution passed by the Board or the Subsidiary Board in 
respect of the following matters ("Board Reserved Matters"), without the consent of 
the majority of the Directors present at the relevant Board Meeting and the consent of 
both B Directors: 
[…] 
7.2.3 the appointment, removal and conditions of employment and any changes there-

to of the chief executive officer of the Company or the Subsidiary; 
7.2.4 the appointment, discharge, remuneration and conditions of employment and 

any changes thereto of any employee of any Group Company whose aggregate 
gross annual earnings are equal to or in excess of EUR 200,000; 

[…]" 

Im Organisationsreglement der C._____ Holding AG wird in Ziff. 3.6.2 festgehal-

ten, dass der Verwaltungsrat grundsätzlich mit der Mehrheit der abgegebenen 

Stimmen entscheidet (act. 3/7 S. 6). Weiter sieht das Organisationsreglement 

(entsprechend der Regelung im Aktionärbindungsvertrag) als Ausnahme dazu 

vor, dass zusätzlich zu diesem Mehrheitsentscheid die in Ziff. 3.6.3 aufgezählten 

Angelegenheiten der Zustimmung der "B Directors" bedürfen. Die streitgegen-

ständlichen Bestimmungen lauten wie folgt (act. 3/7 S. 6):  

 

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"3.6 Quorum, Resolutions and Consultation 
[…] 
3.6.3 The following resolutions shall be deemed passed when adopted by the majority 
of the Members of the Board present and with the consent of both B Directors ("Board 
Reserved matters"): 
[…] 
c)  the appointment, removal and conditions of employment and any changes there-

to of the chief executive officer of the Company or the Subsidiary; 
d)  the appointment, discharge, remuneration and conditions of employment and 

any changes thereto of any employee of any Group Company whose aggregate 
gross annual earnings are equal to or in excess of EUR 200,000; 

[…]" 

Zunächst wurde F._____ von der Klägerin als "B Director" in den Verwaltungsrat 

entsandt. Daraufhin übernahm im Jahr 2012 der klägerische Rechtsvertreter 

X1._____ diese Funktion. Eine weitere Investorin, die G._____ Limited, welche 

ebenfalls berechtigt war, einen "B Director" zu bestimmen, verkaufte ihre Aktien-

anteile im Dezember 2012, weshalb seither nur noch der "B Director" der Klägerin 

im Verwaltungsrat Einsitz nimmt. Die Klägerin führte anlässlich ihres Investments 

im Jahr 2010 bei der C._____ Holding AG eine Due Diligence Prüfung durch, bei 

welcher ein Bruttomonatslohn des Beklagten von CHF 8'800.– festgestellt wurde. 

Im streitgegenständlichen Zeitraum (Januar 2013 bis Juni 2014) bezog der Be-

klagte einen Bruttomonatslohn von CHF 14'000.– zuzüglich Boni (act. 1 Rz. 5 ff.; 

act. 14 Rz. 13 ff. und 125 ff.).  

3. Haftung aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit 

3.1. Vorbemerkung 

Im vorliegenden Verfahren sind nur Ansprüche aus aktienrechtlicher Verantwort-

lichkeit zu prüfen. Nicht Gegenstand des Verfahren sind Ansprüche aus einer all-

fälligen Verletzung des Aktionärbindungsvertrags vom 29. Juni 2010 (act. 3/8). 

3.2. Grundsatz 

Die Mitglieder des Verwaltungsrates und alle mit der Geschäftsführung oder mit 

der Liquidation befassten Personen sind sowohl der Gesellschaft als auch den 

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einzelnen Aktionären und Gesellschaftsgläubigern für den Schaden verantwort-

lich, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten verur-

sachen (Art. 754 Abs. 1 OR). Die Voraussetzungen einer Haftung aus aktienrecht-

licher Verantwortlichkeit sind demnach das Vorliegen eines Schadens, einer 

Pflichtverletzung, des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwi-

schen Schaden und Pflichtverletzung sowie eines Verschuldens. 

3.3. Klägerin, Klagelegitimation 

Die Klägerin als mittelbar geschädigte Aktionärin ist nach Art. 756 Abs. 1 OR legi-

timiert, den der Gesellschaft versursachten Schaden als Prozessstandschafterin 

einzuklagen (DIETER GERICKE / STEFAN WALLER, in: Basler Kommentar, Obligatio-

nenrecht II, 4. Aufl. 2012, N. 13 zu Art. 756 OR). Der Anspruch geht auf Leistung 

an die Gesellschaft.  

3.4. Beklagter, Organeigenschaft 

Unbestrittenermassen kommt dem Beklagten als CEO und Vizepräsident des 

Verwaltungsrates der C._____ Holding AG Organeigenschaft zu, womit er passiv-

legitimiert ist.  

3.5. Behauptungs- und Beweislast 

Die Klägerin trägt die Behauptungs- und Beweislast für den Schaden, die Pflicht-

widrigkeit und den Kausalzusammenhang (PETER BÖCKLI, Schweizer Aktienrecht, 

4. Aufl. 2009, § 18 N. 136 f.; vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_410/2011 vom 

11. Juli 2012 E. 3.1). Hinsichtlich des Verschuldens ist in der Lehre umstritten, ob 

das Verschulden ebenfalls von der Klägerin behauptet und bewiesen werden 

muss oder vermutet wird und dem Organ die Exkulpation offen steht. Die prakti-

sche Bedeutung dieser Kontroverse ist gering, da bei einem objektivierten Sorg-

faltsmassstab subjektive Entlastungsgründe kaum je eine nennenswerte Rolle 

spielen (vgl. zur Kontroverse DIETER GERICKE / STEFAN WALLER, a.a.O., N. 35 zu 

Art. 754 OR).  

 

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3.6. Verwirkungsfrist nach Art. 758 Abs. 2 OR 

Verantwortlichkeitsklagen müssen von den Aktionären, die dem Entlastungsbe-

schluss der Generalversammlung nicht zugestimmt haben, gemäss Art. 758 

Abs. 2 OR innerhalb von sechs Monaten nach der Generalversammlung erhoben 

werden (DIETER GERICKE / STEFAN WALLER, a.a.O., N. 9 zu Art. 758 OR). Die or-

dentliche Generalversammlung für das verkürzte Geschäftsjahr 2013 (Januar bis 

Juni 2013) fand am 27. Dezember 2013 statt, wobei die Klägerin unbestrittener-

massen der Entlastung nicht zugestimmt hatte (act. 21 Rz. 6; act. 25 Rz. 36). Die 

Klage wurde am 26. Juni 2014 und damit innerhalb der Verwirkungsfrist rechts-

hängig gemacht (act. 1).  

4. Pflichtverletzung 

4.1. Allgemein 

Die Verantwortlichkeit einer Organperson nach Art. 754 OR setzt die absichtliche 

oder fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten voraus. Zu den Pflichten des Verwal-

tungsrats gehört zunächst die Führung der Geschäfte nach Art. 716 Abs. 2 OR. 

Die unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben sind in Art. 716a OR aufge-

führt. Sodann gilt die Sorgfalts- und Treuepflicht gemäss Art. 717 Abs. 1 OR. Eine 

Pflichtverletzung liegt schliesslich dann vor, wenn der Gesellschaft unrechtmässig 

Vermögenswerte zu eigenem Nutzen entzogen werden (PETER FORSTMOSER, Die 

aktienrechtliche Verantwortlichkeit, 1987, N. 781 ff.), was es nachfolgend zu prü-

fen gilt.   

4.2. Verwaltungsratsbeschlüsse hinsichtlich der Vergütungen des Beklagten 

4.2.1. Parteibehauptungen 

Die Klägerin wirft dem Beklagten vor, eine Pflichtverletzung begangen zu haben, 

indem er verglichen mit dem anlässlich der Due Diligence offengelegten Lohn oh-

ne erforderlichen Verwaltungsratsbeschluss und insbesondere ohne Zustimmung 

des "B Directors" höhere Vergütungen bezogen habe. Sie macht die über den Be-

trag von CHF 8'800.– hinausgehenden Vergütungen für das verkürzte Geschäfts-

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jahr 2013 (Januar 2013 bis Juni 2013) und für das Geschäftsjahr 2013 / 2014 (Juli 

2013 bis Juni 2014) als Schaden der Gesellschaft geltend. Ausgehend vom Brut-

tomonatslohn von CHF 14'000.– resultiere so eine Differenz von CHF 5'200.– zu 

den offengelegten CHF 8'800.–, was für das verkürzte Geschäftsjahr 2013 einem 

Gesamtschaden von CHF 31'200.– (CHF 5'200.– x 6) entspreche. Für das Ge-

schäftsjahr 2013 / 2014 ergebe dies CHF 62'400.– (12 x CHF 5'200.–), wobei der 

13. Monatslohn von CHF 14'000.– dazukomme. Zuzüglich des variablen Lohnan-

teils (Bonus) für das Jahr 2013 von mindestens CHF 17'600.– würden unrecht-

mässige Lohnbezüge von mindestens 125'200.– resultieren, welche der Gesell-

schaft als Schaden entstanden seien (act. 1 Rz. 28 ff.; act. 21 Rz. 3 ff. und 186 

ff.). 

Zur Begründung der Unrechtmässigkeit der beklagtischen Vergütungen macht die 

Klägerin zunächst geltend, dass kein Verwaltungsratsbeschluss für die Lohnerhö-

hungen vorliege. Damit fehle es an einer vertraglichen Vereinbarung für die ge-

währten Lohnerhöhungen und Boni, womit diese ohne Rechtsgrundlage erfolgt 

seien; der Beklagte habe gleich doppelt gegen seine Pflichten verstossen, näm-

lich durch pflichtwidriges Nichteinschreiten gegen die unrechtmässigen Lohnzah-

lungen und durch pflichtwidrige Annahme derselbigen. Schliesslich hätten die 

Jahresrechnungen und Budgets jeweils nur Globalpositionen zu den Löhnen ent-

halten, so dass eine Überprüfung der Löhne des Beklagten nicht möglich gewe-

sen sei (act. 1 Rz. 9, 14 ff. und 34 ff.; act. 21 Rz. 36, 94, 108, 122 und 163).  

Der Beklagte stellt nicht in Abrede, einen Bruttomonatslohn von CHF 14'000.– 

während des streitgegenständlichen Zeitraums bezogen zu haben. Die einzelnen 

Saläre hätten dem Verwaltungsrat der C._____ Holding AG anlässlich der Ge-

nehmigung des Budgets 2013 und des Budgets 2013 / 2014 vorgelegen. Zwar 

habe der von der Klägerin delegierte Verwaltungsrat X1._____ der Budgetposition 

"Saläre" nicht zugestimmt, dennoch seien die Budgets mit Mehrheitsbeschluss 

genehmigt worden. Auch seien die Jahresrechnungen – mit einer Gegenstimme 

von X1._____ – vom Verwaltungsrat genehmigt worden, dies in Kenntnis des Sa-

lärs des Beklagten. Eine Genehmigung des Salärs des Beklagten sei schliesslich 

auch in der Genehmigung der Jahresrechnungen 2013 und 2013 / 2014 durch die 

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Generalversammlungen vom 27. Dezember 2013 und vom 27. Oktober 2014 zu 

erblicken. Es sei üblich gewesen, im Zuge des finanziellen Reportings und des 

Budgetprozesses jeweils Saläranpassungen vorzunehmen. Allerdings sei darauf 

verzichtet worden, diese Saläranpassungen jeweils explizit in förmliche und 

schriftliche Verwaltungsratsbeschlüsse zu fassen (act. 14 Rz. 22, 37, 99 ff. und 

140 ff.; act. 25 Rz. 37, 52, 62, 81, 98 f., 166 und 199). 

4.2.2. Festlegung der Vergütungen mit der Genehmigung der Budgets 

Zunächst ist die strittige Frage zu prüfen, ob hinsichtlich der streitgegenständli-

chen Vergütungen des verkürzten Geschäftsjahrs 2013 und des Geschäftsjahrs 

2013 / 2014 überhaupt Verwaltungsratsbeschlüsse vorliegen oder nicht.  

4.2.2.1. Genehmigung Budget 2013 

An der Verwaltungsratssitzung vom 14. Juni 2013 wurde das Budget für das Jahr 

2013 verabschiedet. Bestandteil des Budgets war eine Lohnliste mit den individu-

ellen Salären der Mitarbeiter der C._____ Holding AG, woraus auch die budgetier-

ten Vergütungen des Beklagten ersichtlich sind (act. 15/83).  

Aus dem Protokoll der Verwaltungsratssitzung vom 14. Juni 2013 geht hervor, 

dass unter Traktandum 6 eine Diskussion über das Budget 2013 stattfand 

(act. 15/82 S. 5 f.: "Final 2013 budget discussion and sign-off"), anlässlich welcher 

Verwaltungsrat D._____ die Frage aufwarf, ob die übrigen Verwaltungsräte zur 

Sitzungsvorbereitung die detaillierten Saläre angeschaut hätten (act. 15/82 S. 5: 

"May I ask who of the board members looked into the details of the salaries in 

preparation of the board meetings?"), worauf die Verwaltungsräte H._____ und 

I._____ antworteten, dass sie jeweils die detaillierten Saläre anschauen würden. 

Der von der Klägerin delegierte Verwaltungsrat X1._____ führte dazu aus, dass 

die Saläre Bestandteil des Budgets seien (act. 15/82 S. 5: "Salaries are part of the 

budget. […] Therefore I cannot sign of the salaries.").  

Aus diesen Äusserungen erhellt, dass die individuellen Saläre dem Budget beila-

gen und auch im Verwaltungsrat diskutiert und zur Kenntnis genommen wurden. 

Wie aus dem Protokoll zu entnehmen ist, wurde das Budget schliesslich verab-

- 14 - 

schiedet, wobei X1._____ als einziger Verwaltungsrat den budgetierten Salären 

nicht zustimmte (act. 15/82 S. 6).   

Aus der Lohnliste geht hervor, dass für den Beklagten eine "Base compensation" 

von EUR 138'868.– und ein Bonus von EUR 59'899.– budgetiert wurden, was ei-

ner "Total compensation" von EUR 198'767.– entsprach. In einer weiteren Spalte 

werden die "Total costs" der beklagtischen Vergütungen mit EUR 234'004.– auf-

geführt. Die "Total costs" weisen die Gesamtlohnkosten der Gesellschaft auf, wie 

dies auf Seite 2 der Lohnliste erläutert wird (act. 15/83 S. 2; "Total costs = costs of 

the company incl. social insurance"). Die budgetierte "Total compensation" ent-

sprach, abgesehen von einer geringfügigen Differenz, welche auf den applizierten 

Wechselkurs CHF/EUR zurückzuführen ist (act. 25 Rz. 23), auch den effektiv be-

zogenen Vergütungen des Beklagten von EUR 199'690.– (vgl. Ziff. 4.4.4 her-

nach). 

4.2.2.2. Genehmigung Budget 2014 

An der Verwaltungsratssitzung vom 4. Dezember 2013 wurde unter Traktandum 5 

über das Budget 2014 beraten. Dabei gab X1._____ zu Protokoll, dass er die 

Vergütung des Beklagten nicht akzeptieren könne (act. 15/84 S. 5: "I cannot ac-

cept the CEO salary, which is shown in the salary list."). Sodann wurde das 

Budget 2014 verabschiedet, wobei X1._____ seine Zustimmung hinsichtlich der 

Vergütung des Beklagten verweigerte. Auch daraus erhellt, dass eine Lohnliste 

mit den individuellen Löhnen Bestandteil des Budgets war und vom Verwaltungs-

rat zur Kenntnis genommen wurde. 

Aus der von der Klägerin ins Recht gelegten Lohnliste für das Jahr 2014 geht her-

vor (act. 22/12), dass für den Beklagten ein Betrag von EUR 228'935.– budgetiert 

wurde. Diesem stehen effektive Vergütungen des Beklagten von EUR 197'591.– 

(vgl. Ziff. 4.4.4 hernach) gegenüber. Es ist demnach mit dem Beklagten davon 

auszugehen, dass der Betrag von EUR 228'935.– die Gesamtlohnkosten aus-

weist (act. 25 Rz. 21 ff.) und nicht wie die Klägerin behauptet, den effektiven Aus-

zahlungsbetrag (act. 21 Rz. 7). Andernfalls wäre der vom Beklagten ins Recht ge-

legte Lohnausweis unrichtig, was die Klägerin jedoch nicht behauptet (vgl. 

- 15 - 

Ziff. 4.4.4 hernach). Jedenfalls kann festgehalten werden, dass auch die beklagti-

schen Vergütungen für das Jahr 2014 im Budget festgelegt wurden. Der dem Be-

klagten ausbezahlte Betrag von EUR 197'591.– zuzüglich 15 % Arbeitgeberbei-

träge (act. 25 Rz. 23) entspricht – abgesehen von einer geringfügigen Währungs-

differenz durch den applizierten CHF/EUR Wechselkurs – den im Budget festge-

legten Gesamtlohnkosten von EUR 228'935.–. 

4.2.2.3. Fazit 

Da jeweils eine Lohnliste mit der individuellen Vergütung des Beklagten Bestand-

teil des Budgets war, haben die streitgegenständlichen Vergütungen eine Grund-

lage in den Budgetbeschlüssen des Verwaltungsrats. Fraglich ist indes, ob die 

Lohnerhöhungen und Boni des Beklagten dem Verwaltungsrat zusätzlich zur 

förmlichen Genehmigung hätten unterbreitet werden müssen, wie die Klägerin 

geltend macht. Dies ist nachfolgend zu erörtern.  

4.2.3. Keine Notwendigkeit einer zusätzlichen Beschlussfassung 

Gemäss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 2 OR hat der Verwaltungsrat seine Organisation 

und Arbeitsweise selbst zu regeln, wobei ihm diesbezüglich die gesetzliche Ord-

nung einen grossen Spielraum lässt. Grundsätzlich besteht kein Formerfordernis, 

doch werden die Grundlagen regelmässig in einem Organisationsreglement ver-

ankert (PETER FORSTMOSER, Organisation und Organisationsreglement der Akti-

engesellschaft, 2011, § 8 N. 31 f. und 34). Hinsichtlich der Beschlussfassung des 

Verwaltungsrats hält Art. 713 Abs. 1 OR fest, dass Beschlüsse mit der Mehrheit 

der abgegebenen Stimmen gefasst werden und dem Vorsitzenden vorbehältlich 

einer abweichenden statutarischen Regelung der Stichentscheid zukommt. 

Art. 713 Abs. 2 OR sieht weiter die Möglichkeit der Beschlussfassung auf dem 

Zirkulationsweg vor, Art. 713 Abs. 3 OR regelt die Protokollpflicht. Die genaue Art 

und Weise, wie der Verwaltungsrat seine Beschlüsse zu fassen hat, legt Art. 713 

OR indes nicht fest. 

Art. 15 der Statuten (act. 3/6 S. 6) und Ziff. 3.4.9 des Organisationsreglements der 

C._____ Holding AG (act. 3/7 S. 4) bestimmen lediglich, dass Beschlüsse auf 

- 16 - 

dem Zirkularweg und per Telefonkonferenz zulässig sind. Darüber hinaus beste-

hen keine weiteren formellen statutarische oder reglementarische Bestimmungen 

über die Art und Weise der Beschlussfassung bzw. über die Willensbildung im 

Verwaltungsrat, sondern nur materielle Regelungen hinsichtlich der Gültigkeit der 

Beschlussfassung.  

Dass die Festlegung der Saläre über den Budgetprozess stattfand und die Vergü-

tungen des Beklagten nicht Gegenstand eines zusätzlichen Verwaltungsratsbe-

schlusses waren, ist somit nicht zu beanstanden, wenn diese Vorgehensweise 

der vorliegend (stillschweigend) festgelegten Organisation und Arbeitsweise des 

Verwaltungsrats entspricht. Die Klägerin behauptet nicht, dass je eine andere 

Vorgehensweise zur Festlegung der Saläre angewandt worden wäre; solches ist 

auch den ins Recht gelegten Verwaltungsratsprotokollen nicht zu entnehmen. 

Insbesondere wurden auch Salärerhöhungen auf dem Wege des Budgetprozes-

ses durchgeführt. So war beispielsweise die Salärerhöhung des Beklagten von 

CHF 8'800.– auf CHF 9'800.– an der Verwaltungsratssitzung vom 10. Januar 

2010 anlässlich der Budgetgenehmigung 2011 explizit in der beiliegenden Lohn-

liste aufgeführt (act. 15/35b). Es kann diesbezüglich somit von gesellschaftsinter-

nem Gewohnheitsrecht bzw. einer ergänzenden Observanz ausgegangen wer-

den, deren Zulässigkeit im Gegensatz zur derogierenden Observanz unproblema-

tisch ist (PETER FORSTMOSER / ARTHUR MEIER-HAYOZ / PETER NOBEL, a.a.O., § 12 

N. 7 ff.). Eine derogierende Observanz liegt hier aber nicht vor, da keine entge-

genstehende gesetzliche, statutarische oder reglementarische Vorschriften be-

stehen. Die Feststellung der Klägerin, dass eine derogierende Observanz unzu-

lässig sei, bezieht sich denn auch nicht auf die Salärfestlegung über den Budget-

prozess, sondern auf die Zulässigkeit von Zustimmungserfordernissen (act. 21 

Rz. 140; zu den Zustimmungserfordernissen vgl. Ziff. 4.3 hernach).  

Entscheidend ist letztlich, dass die Vergütungen des Beklagten Gegenstand der 

Willensbildung des Verwaltungsrats waren, was aus den entsprechenden Diskus-

sionen zum Budget erhellt (vgl. Ziff. 4.2.2 hiervor). Eine zusätzliche "förmliche" 

Genehmigung der beklagtischen Vergütungen war damit nicht erforderlich. 

- 17 - 

Ergänzend ist zu bemerken, dass der Verwaltungsrat auch nicht gehalten war, de-

tailliertere Bestimmungen über die Beschlussfassung im Organisationsreglement 

zu erlassen. Naturgemäss kann die Arbeitsweise eines Verwaltungsrats nicht bis 

ins letzte Detail im Organisationsreglement  festgelegt werden, zumal dies gar 

nicht praktikabel wäre. Deshalb besteht auch Raum für auslegende oder ergän-

zende Observanzen. 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass entgegen der beklagtischen Auffassung 

in der Verabschiedung der Jahresrechnungen durch den Verwaltungsrat und 

durch die Generalversammlung keine Genehmigung der Vergütungen erblickt 

werden kann, da die einzelnen Vergütungen nicht individuell ausgewiesen werden 

(act. 15/38; act. 15/58; act. 15/85; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

6S.415/2006 vom 19. März 2007 E. 6.3).  

4.2.4. Fazit 

Somit ist festzuhalten, das die streitgegenständlichen Vergütungen des Beklagten 

im Rahmen der Budgetverabschiedung festgelegt wurden. Damit besteht eine 

Grundlage für die ausbezahlten Vergütungen in den entsprechenden Beschlüssen 

des Verwaltungsrats. Ob diese Beschlüsse hinsichtlich der Vergütungen auch oh-

ne Zustimmung des "B Directors" X1._____ gültig zustande gekommen sind, ist 

nachfolgend zu beurteilen. 

4.3. Zulässigkeit von Zustimmungserfordernissen 

4.3.1. Parteibehauptungen 

Die Unrechtmässigkeit der in Frage stehenden Lohnerhöhungen begründet die 

Klägerin schliesslich auch damit, dass die "vetoberechtigten B Directors" in keiner 

Art und Weise ihre zwingend erforderliche Zustimmung abgegeben hätten. Die 

dennoch vorgenommenen Lohnerhöhungen (einschliesslich Boni) würden damit 

gegen Ziff. 3.6.3 lit. c des Organisationsreglements der C._____ Holding AG 

verstossen. Mangels qualifiziertem Verwaltungsratsbeschluss könne somit über-

haupt keine rechtsgültige Willenserklärung der Gesellschaft zur Gewährung von 

Lohnerhöhungen an den Beklagten vorliegen. Bestimmungen im Organisations-

- 18 - 

reglement, wonach für bestimmte Geschäfte die Zustimmung gewisser Verwal-

tungsräte eingeholt werden müsse, seien zulässig, da es sich um kein Mehrfach-

stimmrecht, sondern um ein Beschlussquorum handle, mithin um eine mildere 

Form des Einstimmigkeitsprinzips (act. 1 Rz. 14 ff. und 33 ff.; act. 21 Rz. 5, 7, 

20 ff., 46 ff., 65, 71 und 142). 

Der Beklagte bestreitet nicht, dass keine Zustimmung des von der Klägerin in den 

Verwaltungsrat der C._____ Holding AG entsandten "B Directors" X1._____ vor-

liegt. Eine reglementarische Bestimmung, wonach nur bestimmten Personen im 

Verwaltungsrat das Recht zukomme, positive Beschlüsse zu verhindern, sei je-

doch ungültig und widerspreche dem Kopfstimmprinzip und dem Gleichbehand-

lungsgrundsatz. Die Klägerin könne sich zur Begründung ihrer Klage somit nicht 

auf ein "Vetorecht ad personam", welches lediglich einem individuell bestimmten 

Mitglied des Verwaltungsrates zustehen soll, berufen. Das "Veto" von X1._____ 

anlässlich der Budgetgenehmigung führe daher nicht zur Widerrechtlichkeit der 

vom Beklagten bezogenen Vergütungen, weshalb auch keine Pflichtverletzung 

vorliegen könne (act. 14 Rz. 99, 110 ff. und 162; act. 25 Rz. 63, 79, 82 ff. und 

197). 

4.3.2. Qualifikation von Ziff. 3.6.3 des Organisationsreglements als Zustimmungs-

erfordernis 

Die streitgegenständlichen Bestimmungen von Ziff. 3.6.3 des Organisationsreg-

lements (act. 3/7 S. 6) sind in Ziff. 2. hiervor wiedergegeben. Sie legen fest, dass 

eine Beschlussfassung hinsichtlich der aufgeführten Geschäfte nur möglich ist, 

wenn die Verwaltungsräte der Investoren ("B Directors") ihre Zustimmung ("with 

the consent") abgeben. Demgemäss können die "B Directors" entgegen einer 

Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder die Beschlussfassung verhindern. Dabei 

handelt es sich nicht – wie von den Parteien verschiedentlich erwähnt wird – um 

ein Vetorecht, mit dem ein Beschluss im Nachhinein kassiert wird, sondern um ein 

Zustimmungserfordernis der "B Directors" bzw. einer Gruppe bestimmter Verwal-

tungsratsmitglieder, mit dem verhindert wird, dass der Verwaltungsrat positiv Be-

schluss fassen kann. Prozedural mag es wohl einen Unterschied zwischen Zu-

stimmungserfordernis und Vetorecht geben (STEFAN KNOBLOCH, Joint Ventures: 

- 19 - 

Vertrags- und gesellschaftsrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten, in: GesKR 2013, 

S. 562 Fn. 100). Hinsichtlich der hier zu beurteilenden Frage, ob Ziff. 3.6.3 des 

Organisationsreglements mit dem Kopfstimmprinzip bzw. mit dem Gleichbehand-

lungsgrundsatz vereinbar ist (vgl. Ziff. 4.3.4 hernach), kommt es dagegen auf die 

Ausgestaltung als Vetorecht oder als Zustimmungserfordernis nicht an, da im Er-

gebnis beide Varianten zu einer "Verhinderung" eines rechtsgültigen Beschlusses 

führen. Deshalb können nachfolgend auch die Literaturmeinungen herangezogen 

werden, die sich nur zu den Vetorechten äussern, zumal die soeben beschriebe-

ne Differenzierung in der Literatur nicht immer vorgenommen wird. 

4.3.3. Beschlussfassung des Verwaltungsrats 

Art. 713 Abs. 1 OR sieht vor, dass der Verwaltungsrat seine Beschlüsse mit der 

Mehrheit der abgegebenen Stimmen fasst. Obwohl dies aus dem Wortlaut von 

Art. 713 Abs. 1 OR nicht ohne Weiteres hervorgeht, wird die Bestimmung von der 

einhelligen Literatur als dispositiv erachtet (MARTIN WERNLI/MARCO A. RIZZI, in: 

Basler Kommentar, Obligationenrecht, 4. Aufl. 2012, N. 8 zu Art. 713 OR). Es 

werden indes zur Zulässigkeit von Zustimmungserfordernissen (bzw. von Veto-

rechten) aller Verwaltungsräte (Einstimmigkeitserfordernis) oder nur von einzel-

nen Mitgliedern oder Gruppen von ihnen unterschiedliche Ansichten vertreten. 

WALDBURGER hält aus Sicht des Gleichbehandlungsgrundsatzes spezifische Zu-

stimmungserfordernisse bzw. entsprechende Vetorechte einzelner Mitglieder oder 

Gruppen von Verwaltungsräten für gänzlich unzulässig. Das Vetorecht setze sich 

stets über den Willen der Mehrheit hinweg, was mit dem Kern des Gleichbehand-

lungsgrundsatzes unvereinbar sei. Er anerkennt, dass in der Praxis oft ein gestei-

gertes Bedürfnis für entsprechende Bestimmungen bestehe, weist jedoch auf die 

Möglichkeit hin, einen Aktionärbindungsvertrag abzuschliessen, welcher die Ge-

sellschaft selbst nicht binde und die einzelnen Verwaltungsratsmitglieder in ihrer 

organschaftlichen Funktion auch nicht von ihrer Verantwortlichkeit sowohl für die 

grundsätzliche Entscheidungsfähigkeit des Gremiums als auch für den Inhalt der 

entsprechenden Entscheide enthebe (MARTIN WALDBURGER, Die Gleichbehand-

lung von Mitgliedern des Verwaltungsrates, Diss. 2002, S. 191). Ebenso weist 

BÖCKLI auf die Problematik zu strenger Quorumsvorschriften hin. Seiner Ansicht 

- 20 - 

nach ist unhaltbar, dass als Folge eines allgemein geltenden qualifizierten Mehr-

heitserfordernisses eine Minderheit des Verwaltungsrates ständig darüber be-

stimmt, was die Gesellschaft nicht tun soll, wobei weder sie als Minderheit noch 

die Mehrheit des Verwaltungsrates ihrerseits darüber bestimmen könne, was die 

Gesellschaft tun sollte. Deshalb hält er das Einstimmigkeitserfordernis bzw. das 

Vetorecht jedes Verwaltungsratsmitglieds für unstatthaft (PETER BÖCKLI, a.a.O, 

§ 13 N. 121a f.). Gegen die Zulässigkeit von Vetorechten bzw. Einstimmigkeits-

vorschriften äussert sich schliesslich TRIGO TRINDADE mit dem Hinweis, dass diese 

einem verbotenen Mehrstimmrecht gleichkommen würden (RITA TRIGO TRINDADE, 

Le conseil d'administration de la société anonyme, Diss. 1996, S. 141). 

Differenzierend hält FORSTMOSER fest, dass aus dem Kopfstimmprinzip das Verbot 

resultiere, individuell bestimmten Verwaltungsratsmitgliedern ein Recht zu geben, 

positive Beschlüsse zu verhindern. Demgegenüber erachtet er es für zulässig, 

durch Einführung des Einstimmigkeitserfordernisses jedem Verwaltungsratsmit-

glied, jedoch nicht spezifisch einzelnen von ihnen, ein Vetorecht einzuräumen 

(PETER FORSTMOSER, Organisation und Organisationsreglement der Aktiengesell-

schaft, 2011, § 11 N. 84). 

WERNLI / RIZZI postulieren, dass es dem Verwaltungsrat überlassen sein müsse, 

ob er die Beschlussfassung mit einem Einstimmigkeitserfordernis einschränken 

will (MARTIN WERNLI /  MARCO A. RIZZI, a.a.O., N. 8 zu Art. 713). Einige Autoren 

nehmen eine Differenzierung betreffend die Gesellschaftsgrösse vor. So weist 

BÜRGI darauf hin, dass die generelle Unzulässigkeit von Vetorechten bei Kleinge-

sellschaften, wo der Verwaltungsrat eventuell von einer einzigen Persönlichkeit 

beherrscht wird, nicht allen Umständen gerecht wird (WOLFHART BÜRGI, Zürcher 

Kommentar, 1969, N. 10 zu aArt. 716 OR). TANNER erachtet das Einstimmigkeits-

prinzip für wichtige Beschlüsse bei kleinen Gesellschaften als sinnvoll (BRIGITTE 

TANNER, Quoren für die Beschlussfassung in der Aktiengesellschaft, Diss. 1987, 

S. 338 f.). Ebenso befürwortet KRNETA die Zulässigkeit des Einstimmigkeitsprin-

zips bei kleinen Gesellschaften für gewisse ausserordentliche Entscheide, beson-

ders wenn die verschiedenen Aktionäre durch einen Aktionärbindungsvertrag ge-

bunden sind (GEORG KRNETA, Praxiskommentar Verwaltungsrat, 2. Aufl. 2005, N. 

- 21 - 

772 ff.). Allerdings äussern sich die letztgenannten Autoren nicht zur Zulässigkeit 

spezifischer Zustimmungserfordernisse / Vetorechte einzelner Mitglieder oder 

Gruppen von Verwaltungsräten.  

Die Klägerin stützt sich für ihre Rechtsauffassung auf BÜRGI / MOSKRIC. Gemäss 

diesen Autoren kann eine (gesellschaftsrechtliche) Strukturierungsmassnahme 

eines SPV (Special Purpose Vehicle) darin bestehen, dass in den Verwaltungsrat 

ein unabhängiger Vertreter gewählt wird, welcher für gewisse, zentrale Geschäfte 

seine Zustimmung abgeben muss (JOHANNES A. BÜRGI / ELISABETH MOSKRIC, As-

set-Backed Securisation in der Schweiz, Kapitalmarkttransaktionen VIII, EIZ Band 

Nr. 144, 2014, S. 181). Diese Autoren äussern sich dazu jedoch nur beiläufig. Ei-

ne Auseinandersetzung in Bezug auf die Problematik der Vereinbarkeit mit dem 

Kopfstimmprinzip und dem Gleichbehandlungsgrundsatz findet nicht statt, inso-

fern lässt sich aus dieser Lehrmeinung nichts zugunsten der klägerischen 

Rechtsauffassung ableiten.  

Es geht vorliegend lediglich um die Beurteilung eines Zustimmungserfordernisses 

einer bestimmten Gruppe von Verwaltungsräten ("B Directors") für gewisse Sach-

geschäfte. Zur Zulässigkeit spezifischer Zustimmungserfordernisse bzw. Veto-

rechte einzelner Mitglieder oder Gruppen äussern sich FORSTMOSER und WALD-

BURGER explizit und lehnen deren Zulässigkeit unter Hinweis auf das Kopfstimm-

prinzip und den Gleichbehandlungsgrundsatz ab. 

4.3.4. Unvereinbarkeit mit dem Kopfstimmprinzip bzw. Gleichbehandlungsgrund-

satz 

Aus dem Kopfstimmprinzip ergibt sich, dass jeder Verwaltungsrat nur eine Stim-

me besitzt. Ein Mehr- oder Pluralstimmrecht einzelner Mitglieder ist unzulässig. 

Dabei handelt es sich um einen zwingenden Grundsatz, eine statutarische oder 

reglementarische Verankerung eines Pluralstimmrechts ist unzulässig. Das Kopf-

stimmprinzip ergibt sich aus der Gleichberechtigung aller Verwaltungsratsmitglie-

der sowie aus ihrer gleichgelagerten Verantwortlichkeit (statt vieler PETER FORST-

MOSER, Organisation und Organisationsreglement der Aktiengesellschaft, 2011, 

§ 11 N. 83). Dies entspricht auch der Rechtsprechung des Bundesgerichts. So 

- 22 - 

führte es in BGE 71 I 188 E. 5 aus, dass in einem demokratischen Rechtsstaat 

grundsätzlich die Prinzipien der Gleichberechtigung und des Mehrheitsentscheids 

gelten würden. Die Gleichberechtigung bestehe aber nur, wenn jeder Verwal-

tungsrat über die gleiche Stimmkraft verfüge.  

Genau dem stehen die vorliegenden Bestimmungen des Organisationsreglements 

entgegen. Es wird eine Differenzierung zwischen den Nein-Stimmen/Enthaltungen 

der "B Directors" und denjenigen der übrigen Verwaltungsratsmitgliedern getrof-

fen, was mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz nicht vereinbar ist. Faktisch verfü-

gen damit nicht alle Verwaltungsratsmitglieder über die gleiche Stimmkraft, was 

auch im Widerspruch zum Kopfstimmprinzip steht. Hinsichtlich der Nein-

Stimmen/Enthaltungen geht das Zustimmungserfordernis gar weiter als das Plu-

ralstimmrecht; beim Pluralstimmrecht besteht zumindest die (theoretische) Mög-

lichkeit, überstimmt zu werden, was beim Zustimmungserfordernis nicht denkbar 

ist. 

Weiter ist zu berücksichtigen, dass Verwaltungsräte aufgrund ihrer persönlichen 

Eigenschaften und beruflichen Fähigkeiten gewählt werden. Sie sind nur dem Ge-

sellschaftsinteresse verpflichtet, was sich auch entsprechend in ihrer Verantwort-

lichkeit niederschlägt. Formell unterstehen sie in ihrer Rechtsstellung keinen un-

terschiedlichen Haftungsvoraussetzungen, womit es zunächst keine "Zwei-

Klassen-Gesellschaft" im Verwaltungsrat gibt. Im Falle eines Versagens sollen die 

einzelnen Mitglieder auch der Gesellschaft gegenüber dafür gerade stehen müs-

sen, ohne sich völlig auf ihre Rolle als "Statisten" berufen zu können (WALDBUR-

GER, a.a.O., S. 43 und 89 f.). Auch diese Überlegungen erhellen, dass die streit-

gegenständlichen Bestimmungen im Organisationsreglement mit dem Gleichbe-

handlungsgrundsatz unvereinbar sind. 

Zwar sieht das Gesetz selber Ausnahmen vom Kopfstimmprinzip und dem 

Gleichbehandlungsgrundsatz vor, so beim Stichentscheid des Vorsitzenden 

(Art. 713 Abs. 1 OR). Diese Ausnahme ist vom Gesetzgeber jedoch ausdrücklich 

vorgesehen und dient der Erhaltung der Entscheidungsfähigkeit des Verwaltungs-

rates (WALDBURGER, a.a.O., S. 181). Demgegenüber hat die streitgegenständliche 

- 23 - 

Regelung im Organisationsreglement einen ganz anderen Hintergrund. Sie be-

zweckt letztlich die Durchsetzung eines Aktionärbindungsvertrages.  

Auch bei der Bildung von Verwaltungsratsausschüssen gemäss Art. 716a Abs. 2 

OR mag es zur Ungleichbehandlung von einzelnen Mitgliedern kommen. Aus-

schüsse bezwecken jedoch eine zweckmässige Arbeitsteilung und Strukturierung 

des Verwaltungsrates. Sie führen zu einer erwünschten Entlastung des Gesamt-

gremiums (KATJA ROTH PELLANDA, Organisation des Verwaltungsrates, Diss. 

2007, S. 298 ff.) und haben keine Beeinträchtigung der Entscheidungsfähigkeit 

des Verwaltungsrates zur Folge, da sie jederzeit wieder umgebildet werden kön-

nen (Art. 726 Abs. 1 OR; Art. 716a Abs. 1 OR). 

Indes besteht – worauf WALDBURGER zu Recht hinweist – ein praktisches Bedürf-

nis für Zustimmungvorbehalte bzw. für Vetorechte. Diesem Bedürfnis kann in die-

sem Fall mit dem Abschluss eines Aktionärbindungsvertrages jedoch ohne Weite-

res nachgelebt werden. Zwar wird durch einen Aktionärbindungsvertrag die Ge-

sellschaft nicht gebunden und die Rechtsdurchsetzung mag dadurch allenfalls er-

schwert sein. Dies stellt jedoch keinen ausreichenden Grund dar, um vom Kopf-

stimmprinzip und dem Gleichbehandlungsgrundsatz abzuweichen, zumal ausrei-

chende Möglichkeiten zur Durchsetzung von Aktionärbindungsverträgen bestehen 

(z.B. vorsorgliche Massnahmen oder Konventionalstrafen). So ist auch der Sach-

verhaltsdarstellung des von der Klägerin zitierten BGE 133 III 133 das Vorliegen 

eines Aktionärbindungsvertrages zu entnehmen, welcher ein Vetorecht zugunsten 

gewisser Verwaltungsratsmitgliedern vorsieht. Entgegen der Klägerin ergibt sich 

die Zulässigkeit reglementarischer Vetorechte jedoch nicht aus diesem Entscheid. 

Er befasst sich mit der Sonderprüfung nach Art. 697a ff. OR. Mit keinem Wort wird 

auf die vorliegende Problematik eingegangen, was auch nicht weiter erstaunlich 

ist, da die Vereinbarung von Vetorechten in Aktionärbindungsverträgen ohnehin 

unproblematisch ist. 

 

4.3.5. Unübertragbare und unentziehbare Aufgaben des Verwaltungsrates 

- 24 - 

Des Weiteren ist zu beachten, dass gemäss Art. 716a Abs. 1 Ziff. 4 OR die Er-

nennung und Abberufung der mit der Geschäftsführung und der Vertretung be-

trauten Personen zu den unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des 

Verwaltungsrates gehört. Eine Delegation dieser Aufgaben an eines seiner Mit-

glieder oder gar an Dritte ist ausgeschlossen (PETER FORSTMOSER, Organisation 

und Organisationsreglement der Aktiengesellschaft, 2011, § 8 N. 41). Diese Auf-

gaben sind dem Verwaltungsrat als Gesamtorgan unübertragbar und unentzieh-

bar zugewiesen. Mit der Einführung dieser Bestimmung sollte den blossen "Aus-

hängeschild-Verwaltungsräten" ein Ende bereitet werden (PETER FORSTMOSER / 

ARTHUR MEIER-HAYOZ / PETER NOBEL, a.a.O., § 30 N. 29). Damit nicht zu vereinba-

ren ist das im Organisationsreglement festgelegte Zustimmungserfordernis zu-

gunsten der "B Directors" für die Ernennung und Abberufung des CEO ("the ap-

pointment, removal and conditions of employment of the ceo"); es stellt einen un-

zulässigen Eingriff in die unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben dar, da 

die diesbezüglichen Entscheidungen faktisch nicht mehr vom Verwaltungsrat als 

Gesamtorgan getroffen werden können. Auch aus diesem Grund erweist sich 

Ziff. 3.6.3 lit. c des Organisationsreglements als unzulässig.  

4.3.6. Fazit  

Das Zustimmungserfordernis der "B Directors" in Ziff. 3.6.3 des Organisationsreg-

lements ist mit dem Kopfstimmprinzip und dem Gleichbehandlungsgrundsatz in 

diesem Fall unvereinbar und stellt überdies einen unzulässigen Eingriff in die un-

übertragbaren und unentziehbaren Aufgaben des Verwaltungsrates dar. Die Be-

schlüsse hinsichtlich der beklagtischen Vergütungen sind damit gültig zustande 

gekommen und bedurften nicht der Zustimmung des "B Directors" X1._____. 

4.4. Vergütungen unterhalb von EUR 200'000.– 

Selbst wenn von der rechtlichen Zulässigkeit des vorliegenden Zustimmungser-

fordernisses ausgegangen würde, wäre keine Zustimmung des "B Directors" 

X1._____ erforderlich gewesen, was die nachfolgenden Ausführungen erhellen. 

4.4.1. Parteistandpunkte 

- 25 - 

Die Klägerin führt aus, dass Ziff. 3.6.3 lit. c des Organisationsreglements eine 

Spezialvorschrift im Verhältnis zu Ziff. 3.6.3 lit. d sei und nur für den CEO der Ge-

sellschaft gelte. Daraus ergebe sich, dass alle Änderungen der Anstellungsbedin-

gungen des CEO, wozu insbesondere die streitgegenständlichen Lohnerhöhun-

gen zählen, die Zustimmung des "B Directors" benötigen würden. Insbesondere 

fielen auch Boni als variable Lohnbestandteile unter diese Bestimmung. Konkret 

werde die Lohnsumme vom Begriff "conditions of employment" von Ziff. 3.6.3 lit. c 

erfasst. Zu diesem Resultat führe die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip 

(act. 1 Rz. 10 und 33; act. 21 Rz. 39 ff., 80 und 135). Selbst wenn man der Argu-

mentation des Beklagten folgen würde und von der Anwendbarkeit von Ziff. 3.6.3 

lit. d ausginge, wäre die darin vorgesehene Grenze von EUR 200'000.– über-

schritten worden, da dem Beklagten im Kalenderjahr 2013 mindestens 

EUR 243'367.– ausbezahlt worden seien. Damit hätte der "B Director" seine Zu-

stimmung ebenfalls abgeben müssen (act. 21 Rz. 9 und 25). 

Demgegenüber bringt der Beklagte vor, die bezogenen Vergütungen würden nicht 

von Ziff. 3.6.3 lit. c des Organisationsreglements erfasst. Vielmehr gelte die in 

Ziff. 3.6.3 lit. d festgesetzte Grenze von jährlich EUR 200'000.– bezüglich sämtli-

cher Mitarbeiter und diene der Vermeidung von Lohnexzessen. Die "conditions of 

employment" des Beklagten seien seit jeher unverändert geblieben. Diese Ausle-

gung sei der Klägerin klar gewesen und ergebe sich aus der Entstehungsge-

schichte des Organisationsreglements und aus der geübten Praxis. Das Organi-

sationsreglement sei nicht nach Vertragsgrundsätzen, sondern analog zu einem 

Rechtssatz auszulegen. Da der Beklagte auch nie mehr als EUR 200'000.– pro 

Jahr bezogen habe, liege kein Anwendungsfall von Ziff. 3.6.3 lit. d vor (act. 14 

Rz. 51, 103, 106 und 139; act. 25 Rz. 20 ff., 38, 50, 69 ff., 123 und 130). 

4.4.2. Auslegungsgrundsätze 

Organisationsreglemente sind analog zu einem Rechtssatz auszulegen, wenn sie 

wie vorliegend als Orientierungsmittel für die Geschäftsleitung bzw. für Dritte die-

nen (ROLF WATTER / KATJA ROTH PELLANDA, in: Basler Kommentar, Obligationen-

recht II, 4. Aufl. 2012, N. 26 zu Art. 716b OR). Ziel der Auslegung eines Rechts-

satzes ist die Ermittlung des Sinngehalts der Norm. Auszugehen ist vom Wortlaut, 

- 26 - 

doch kann dieser nicht allein massgebend sein. Besonders wenn der Text unklar 

ist oder verschiedene Deutungen zulässt, muss nach seiner wahren Tragweite 

gesucht werden unter Berücksichtigung der weiteren Auslegungselemente, wie 

namentlich der Entstehungsgeschichte der Norm und ihrem Zweck. Wichtig ist 

auch die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zu-

kommt (BGE 124 II 372 E. 5).  

4.4.3. Auslegung 

Fraglich ist, ob die Höhe der Vergütungen des Beklagten bzw. des CEO unter 

Ziff. 3.6.3 lit. c des Organisationsreglements zu subsumieren wäre und damit in 

jedem Fall der Zustimmung des "B Directors" bedürfte oder aber erst dann, wenn 

sie jährlich EUR 200'000.– oder mehr betragen würde und damit von Ziff. 3.6.3 

lit. d erfasst wäre. 

Ziff. 3.6.3 lit. c erklärt "the appointment, removal and conditions of employment" 

des CEO für zustimmungsbedürftig. Der Begriff "conditions of employment" ist 

isoliert betrachtet mehrdeutig und lässt Raum für die Interpretationsvarianten bei-

der Parteien. Aufschluss zur Auslegung gibt indes Ziff. 3.6.3 lit. d., worin festge-

halten wird, dass "the appointment, discharge, remuneration and conditions of 

employment" eines jeden Mitarbeiters, welcher gleich oder mehr als jährlich 

EUR 200'000.– verdient, zustimmungsbedürftig sind. In Ziff. 3.6.3 lit. d wird also 

zusätzlich der Begriff "remuneration" bzw. Vergütung verwendet, welcher in 

Ziff. 3.6.3 lit. c dagegen nicht erwähnt wird. Somit ergibt sich aus dem Kontext von 

lit. c und lit. d, dass unter "conditions of employment" nicht die Höhe der Vergü-

tung zu verstehen ist. Andernfalls würde es keinen Sinn ergeben, in Ziff. 3.6.3 

lit. d noch zusätzlich den Begriff "remuneration" einzufügen. Damit spricht der 

Wortlaut klar für die Auslegungsvariante des Beklagten, wonach die Höhe der 

Vergütung des CEO unter Ziff. 3.6.3 lit. d zu subsumieren ist. Aber auch teleologi-

sche Überlegungen sprechen für diese Lösung: Die getroffene Regelung dient 

augenscheinlich den Interessen der Investoren. Es soll ihnen die Möglichkeit ein-

geräumt werden, mit ihren delegierten Verwaltungsräten übermässige Lohnbezü-

ge zu verhindern. Angesichts dessen ergibt es keinen Sinn, dass die Vergütung 

des CEO, welche unterhalb von EUR 200'000.– liegt, mit einem Zustimmungser-

- 27 - 

fordernis strengeren Abänderungsvoraussetzungen unterliegen sollte, als die 

Vergütungen aller anderen Mitarbeitern. Vielmehr erscheint die Differenzierung 

zwischen "conditions of employment" und "remuneration" sachgerecht, da die 

Vergütungshöhe regelmässigen (von Erfolgsfaktoren abhängigen) Anpassungen 

unterliegt, ohne dass eine Änderung der übrigen Vertragsbedingungen vorge-

nommen wird. Entgegen der Klägerin ist nicht naheliegend (act. 21 Rz. 42), dass 

die Regelung dem Schutz vor ungerechtfertigten Lohnsenkungen dient, um zu 

vermeiden, dass ein fähiger CEO von den übrigen Verwaltungsratsmitgliedern 

dadurch "vergrault" wird. Dass von den offerierten Zeugen zur Entstehungsge-

schichte noch zuverlässige Erkenntnisse gewonnen werden könnten (act. 14 

Rz. 29 ff.), ist angesichts des Zeitablaufs nicht anzunehmen. Zudem ergibt sich 

ein eindeutiges Auslegungsergebnis. 

Selbst wenn man mit der Klägerin davon ausginge, dass die Vergütungen des 

CEO von Ziff. 3.6.3 lit. c erfasst wären, müsste die Formulierung "any employee" 

in Ziff. 3.6.3 lit. d so verstanden werden, dass auch für die Vergütungen des CEO 

ein Schwellenwert von EUR 200'000.– gelten würde. Andernfalls wären die Ver-

gütungen des CEO in Ziff. 3.6.3 lit. d – unter systematischen Gesichtspunkten – 

wohl erwähnt und explizit ausgeschlossen worden. 

Damit ergäbe die Auslegung von Ziff. 3.6.3 lit. c und d des Organisationsregle-

ments, dass die Vergütungen des CEO bzw. des Beklagten nicht zustimmungs-

bedürftig wären, sofern sie nicht gleich oder mehr als jährlich EUR 200'000.– be-

trügen.  

4.4.4. Höhe der Vergütungen des Beklagten im Jahr 2013 und 2014 

Für das Jahr 2013 wird im Lohnausweis des Beklagten ein Bruttolohn von 

CHF 250'577.– (inkl. Bonus) ausgewiesen (act. 26/1). Abzüglich der Kinderzula-

gen für 2 Kinder im Betrag von CHF 4'800.– (act. 25 Rz. 19) resultiert ein effekti-

ver Bruttolohn von CHF 245'777.–. Umgerechnet mit dem Jahresdurchschnitts-

kurs CHF/EUR von 1.230793 (act. 26/2), welcher von der Klägerin nicht bean-

standet wird (act. 29 Ziff. 5 ff.), resultiert ein effektiver Bruttolohn von 

EUR 199'690.– für das Jahr 2013.   

- 28 - 

Im Lohnausweis 2014 ist ein Bruttolohn von CHF 244'800.– (inkl. Bonus) ersicht-

lich (act. 26/3). Abzüglich der Kinderzulagen von CHF 4'800.– resultiert ein effek-

tiver Bruttolohn von CHF 240'000.–. Umgerechnet mit dem Jahresdurchschnitts-

kurs CHF/EUR von 1.214629 (act. 26/4) resultiert ein effektiver Bruttolohn von 

EUR 197'591.– für das Jahr 2014. 

Daraus erhellt, dass die Vergütungen des Beklagten in den Jahren 2013 und 

2014 unterhalb von EUR 200'000.– lagen und somit ohnehin nicht zustimmungs-

bedürftig gewesen wären.  

Zum Einwand der Klägerin, wonach die Lohnausweise des Beklagten nur die ef-

fektiven Zahlungen belegen würden, möglicherweise aber noch weitere Lohnan-

sprüche bzw. Boni bestünden (act. 29 Rz. 6), ist festzuhalten, dass sie, die Kläge-

rin, die Unrichtigkeit der Lohnausweise nicht behauptet. Somit ist davon auszuge-

hen, dass die Lohnausweise die effektiv ausbezahlten Vergütungen ausweisen. 

Es kann indes nur auf diese ankommen, da der effektive Bruttojahreslohn mass-

gebend ist (Ziff. 3.6.3 lit. d des Organisationsreglements [act. 3/7 S. 6]: "aggregate 

gross annual earnings"). Auch bringt die Klägerin keine substantiierten Ausfüh-

rungen zum Auszahlungszeitpunkt von Boni bei der C._____ Holding AG vor. Oh-

nehin ist auf die bezüglich des variablen Lohnbestandteils 2013 erhobene unbe-

zifferte Forderungsklage nicht einzutreten (vgl. Ziff. 1.3 hiervor). Folglich erübrigt 

sich auch das Editionsbegehren der Klägerin bezüglich den Lohnabrechnungen 

des Beklagten (act. 1 Rz. 7; act. 21 Rz. 81). 

4.5. Fazit  

Die streitgegenständlichen Vergütungen des Beklagten basieren auf rechtsgülti-

gen Verwaltungsratsbeschlüssen. Damit bestand eine Grundlage für die Vergü-

tungen des Beklagten, womit eine Verantwortlichkeit bereits mangels einer 

Pflichtverletzung ausscheidet, weshalb sich die Prüfung der weiteren Haftungsvo-

raussetzungen erübrigt. Dennoch ist mit Blick auf die Kausalität ergänzend zu 

bemerken, dass diese von der Klägerin nicht hinreichend substantiiert wurde 

(act. 1 Rz. 38). Es wäre bei der Kausalität wohl mit zu berücksichtigen, dass sich 

die Vergütungen des Beklagten als CEO im Rahmen des Marktüblichen bewegt 

- 29 - 

haben: Einerseits betrug der Monatslohn des CFO ebenfalls CHF 14'000.–. Ande-

rerseits ist die C._____ Holding international tätig und beschäftigt über 100 Mitar-

beiter (act. 14 Rz. 17). Der CEO eines Konkurrenzunternehmens bezog im Jahr 

2013 sogar Vergütungen in der Grössenordnung von EUR 611'000.– (act. 14 Rz. 

60; act. 21 Rz. 189). Weiterungen dazu erübrigen sich jedoch. 

5. Ergebnis 

Da dem Beklagten keine Pflichtverletzung vorgeworfen werden kann, ist die Klage 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Ob der Beklagte gegen Bestimmungen 

des Aktionärbindungsvertrags verstossen hat, braucht in diesem Verfahren nicht 

entschieden zu werden, weshalb dem vorliegenden Ergebnis auch keine präjudi-

zierende Wirkung im Hinblick auf eine allfällige spätere Beurteilung von vertragli-

chen Ansprüchen zukommt.  

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1. Die Prozesskosten, bestehend aus Gerichtskosten und Parteientschädi-

gung, werden nach der allgemeinen Kostenregelung der Klägerin als unterliegen-

de Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 ZPO). Mit der vorliegenden 

Verantwortlichkeitsklage wurden primär die Interessen der Klägerin als Investorin 

bei der C._____ Holding AG verfolgt. Letztlich wurden die Durchsetzung des Akti-

onärbindungsvertrags und damit die Förderung von Sonderinteressen der Kläge-

rin bezweckt. Dies rechtfertigt es nicht, von der allgemeinen Kostenregelung ab-

zuweichen und der C._____ Holding AG als Gesellschaft die Kosten aufzuerle-

gen, wobei fraglich ist, ob Art. 107 ZPO in der aktuellen Fassung dazu überhaupt 

eine genügende Grundlage böte, was jedoch offen gelassen werden kann (vgl. 

zur Problematik DIETER GERICKE / STEFAN WALLER, a.a.O., N. 14 ff. zu Art. 756 

OR). 

6.2. Die Höhe der Entscheidgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverord-

nung des Obergerichts vom 8. September 2010 (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 

GOG), während die Höhe der Parteientschädigung gemäss der Verordnung über 

die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 festzusetzen ist (Art. 96 ZPO i.V.m. 

- 30 - 

§ 48 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 des Anwaltsgesetzes vom 17. November 2003). So-

wohl die Entscheidgebühr als auch die Parteientschädigung richten sich in erster 

Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV 

OG; § 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). 

6.3. Der Streitwert wird gemäss Art. 91 Abs. 1 ZPO durch das Rechtsbegehren 

bestimmt, wobei Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens nicht hinzugerech-

net werden. Vorliegend beträgt er CHF 125'200.– (CHF 107'600.– zuzüglich 

CHF 17'600.–). 

6.4. Die in Anwendung von § 4 GebV OG ermittelte Entscheidgebühr ist auf 

CHF 14'500.– festzusetzen und aus dem Kostenvorschuss der Klägerin zu bezie-

hen. Die Klägerin ist zu verpflichten, dem Beklagten eine Parteientschädigung zu 

bezahlen, welche in Anwendung von § 4 Abs. 1 und § 11 Abs. 1 AnwGebV auf 

CHF 18'500.– festzusetzen ist.  

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Klage wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 14'500.–. 

3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt; der von ihr geleistete Kostenvor-

schuss wird zur teilweisen Kostendeckung herangezogen.  

4. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 18'500.– zu bezahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 

113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 

- 31 - 

90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert 

beträgt CHF 125'200.–. 

 

Zürich, 28. Oktober 2015 
 

Handelsgericht des Kantons Zürich 
 

Vorsitzender: 
 
 
 

Peter Helm 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Adrian Joss 

 

 

	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien und ihre Stellung
	b. Prozessgegenstand

	B. Prozessverlauf
	a. Klageeinleitung
	b. Wesentliche Verfahrensschritte

	Erwägungen
	1. Formelles
	1.1. Zuständigkeit
	1.2. Klageänderung
	1.3. Unbezifferte Forderungsklage

	2. Unbestrittener Sachverhalt
	3. Haftung aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit
	3.1. Vorbemerkung
	3.2. Grundsatz
	3.3. Klägerin, Klagelegitimation
	3.4. Beklagter, Organeigenschaft
	3.5. Behauptungs- und Beweislast
	3.6. Verwirkungsfrist nach Art. 758 Abs. 2 OR

	4. Pflichtverletzung
	4.1. Allgemein
	4.2. Verwaltungsratsbeschlüsse hinsichtlich der Vergütungen des Beklagten
	4.2.1. Parteibehauptungen
	4.2.2. Festlegung der Vergütungen mit der Genehmigung der Budgets
	4.2.3. Keine Notwendigkeit einer zusätzlichen Beschlussfassung
	4.2.4. Fazit

	4.3. Zulässigkeit von Zustimmungserfordernissen
	4.3.1. Parteibehauptungen
	4.3.2. Qualifikation von Ziff. 3.6.3 des Organisationsreglements als Zustimmungserfordernis
	4.3.3. Beschlussfassung des Verwaltungsrats
	4.3.4. Unvereinbarkeit mit dem Kopfstimmprinzip bzw. Gleichbehandlungsgrundsatz
	4.3.5. Unübertragbare und unentziehbare Aufgaben des Verwaltungsrates
	4.3.6. Fazit

	4.4. Vergütungen unterhalb von EUR 200'000.–
	4.4.1. Parteistandpunkte
	4.4.2. Auslegungsgrundsätze
	4.4.3. Auslegung
	4.4.4. Höhe der Vergütungen des Beklagten im Jahr 2013 und 2014

	4.5. Fazit

	5. Ergebnis
	6. Kosten- und Entschädigungsfolgen