# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 683a7d2a-03a0-5561-8ba0-ce5f0a87ecd9
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-03-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 17.03.2005 RV.2004.50219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_RV-2004-50219_2005-03-17.pdf

## Full Text

366 Steuerrekursgericht 2005 

Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel als Fahrtkosten zum Abzug 
zuzulassen sind (Erw. 3), Rechnung getragen. Entgegen den Ausfüh-
rungen der Rekurrentin ist diese „Mischvariante“ auch nicht realitäts-
fremd, benutzen doch jeden Tag sehr viele erwerbstätige Personen 
die Park & Ride-Parkplätze, um zum Arbeitsort zu gelangen. Dies ist 
auch daraus ersichtlich, dass nach Aussagen der Rekurrentin in L. für 
die Zuteilung eines Parkplatzes 18 Monate gewartet werden muss. 
Die Wartezeit ist hingegen kein Argument zur Gewährung der Auto-
kosten, da die Vorinstanz der Rekurrentin die Kosten für einen „nor-
malen Parkplatz“ gewährt hat, nicht nur die reduzierten Kosten eines 
Park & Ride-Parkplatzes.  

d) Die Rekurrentin bestreitet nicht, dass die tägliche Zeiterspar-
nis bei Benützung der Parkplätze am Bahnhof L. weniger als eine 
Stunde beträgt. Die übrigen Argumente der Rekurrentin vermögen 
die Gewährung der Autokosten nicht zu begründen. Der Umstand, 
dass nach 19.39 Uhr kein Bus mehr in Richtung A. verkehrt ist uner-
heblich, da diese Teilstrecke mit dem Auto zurückgelegt wird. Und 
die möglichen Verspätungen der öffentlichen Verkehrsmittel werden 
bei der Berechnung der Zeitersparnis ebenso wenig berücksichtigt 
wie der mögliche Stau auf den Strassen. Der Rekurs erweist sich in 
diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen. 

77 Abzüge vom Roheinkommen; Gewinnungskosten des unselbstständig 
Erwerbenden; Heimkehr über Mittag (§ 35 Abs. 1 lit. a StG). 
- Bei Heimkehr über Mittag ist auch bei Möglichkeit der Kantinenver-

pflegung für die Hin- und Rückfahrt der volle (und nicht nur der 
halbe) Abzug für auswärtige Verpflegung zu gewähren. 

17. März 2005 in Sachen R.W. + C.V.W., RV.2004.50219/K 9120 

Aus den Erwägungen 

2. a) Der Rekurrent fährt über Mittag vom Arbeitsplatz nach 
Hause. Entsprechend beantragte er im Einspracheverfahren die 

2005 Kantonale Steuern 367 

Gewährung der Autokosten für vier Fahrten an 195 Tagen à jeweils 
8 km, was total Fr. 4'056.-- entspricht. 

Die Vorinstanz führt zur Frage der Heimkehr über Mittag aus, 
es könnten maximal die Kosten der auswärtigen Verpflegung am Ar-
beitsort gemäss der Verordnung über die Pauschalierung der Berufs-
kosten bei unselbstständiger Erwerbstätigkeit zum Abzug zugelassen 
werden. Da der Rekurrent am Arbeitsort über eine Kantine verfüge, 
sei der halbe Ansatz und damit 195 Tage à Fr. 7.--, insgesamt 
Fr. 1'365.--, zu gewähren.  

(…) 
4. a) Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz den Abzug für die 

Heimkehr über Mittag zu Recht auf den halben Ansatz der Mehrkos-
ten der auswärtigen Verpflegung gekürzt hat.  

b) Für die Hin- und Rückfahrt über Mittag ist der Fahrtkosten-
abzug auf die Höhe des vollen Abzuges für auswärtige Verpflegung 
(Art. 6 Abs. 1) beschränkt (§ 12 StGV i.V.m. Art. 5 Abs. 4 der Ver-
ordnung über den Abzug von Berufskosten der unselbstständigen Er-
werbstätigkeit [BvK] vom 10. Februar 1993).  

Auf Grund des eindeutigen Wortlautes von Art. 5 Abs. 4 BkV 
ist der Fahrtkostenabzug bei Heimkehr über Mittag nicht auf den hal-
ben Abzug für auswärtige Verpflegung zu beschränken, auch wenn 
die steuerpflichtige Person am Arbeitsort die Möglichkeit der Kanti-
nenverpflegung hat.  

c) Im vorliegenden Fall betragen die unbestrittenen Kosten für 
die Hin- und Rückfahrt über Mittag Fr. 2'028.--. Sie liegen unter dem 
Abzug der Mehrkosten für auswärtige Verpflegung von Fr. 2'730.-- 
(195 Tage à Fr. 14.--) und sind daher vollumfänglich zum Abzug zu-
zulassen. 

78 Gewinnungskosten; Kinderbetreuungskosten (§ 35 Abs. 1 lit. d StG; § 36 
Abs. 2 lit. e StG; § 16 StGV). 
- Die notwendigen Kinderbetreuungskosten sind auch abzugsfähig, 

wenn ein Elternteil erwerbstätig und der andere Elternteil arbeitslos 
ist, weil die Betreuung der Kinder zur Sicherung der Vermittlungsfä-
higkeit organisiert sein muss.