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**Case Identifier:** f1e0e746-616f-5112-bff1-7ce50b2182f9
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 05.07.2023 460 2023 7 (460 23 7)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2023-7_2023-07-05.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

5. Juli 2023 (460 23 7) 

____________________________________________________________________ 

 

Strafrecht 

 

Mehrfache Tätlichkeiten etc. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), 

Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Pierre Comment 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

Hauptabteilung Allgemeine Delikte, 

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, 

Anklagebehörde 

 

A.____, 

Privatkläger 

 

B.____, 

Privatklägerin 

 

C.____, 

Privatklägerin 

  
gegen 
 

 D.____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Gäumann, 

Amthausstrasse 4, 4143 Dornach, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand Mehrfache Tätlichkeiten etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums 

Basel-Landschaft vom 18. November 2022 

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A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgericht bzw. 

Vorinstanz) vom 18. November 2022 wurde D.____ in Anwendung von Art. 173 Ziff. 1 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0), Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB, Art. 198 StGB sowie Art. 34 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 4 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, 

Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB der versuchten Nötigung, der üblen 

Nachrede (beides zum Nachteil von B.____) sowie der mehrfachen sexuellen Belästigung zu 

Lasten von C.____ schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 

35 Tagessätzen zu je CHF 60.00, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse 

von CHF 1'000.00 bzw. zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von zehn Tagen im Falle schuldhafter 

Nichtbezahlung der Busse verurteilt (Dispositivziffer 1). 

 

Von den Vorwürfen der mehrfachen versuchten Nötigung zum Nachteil von B.____ gemäss 

Ziff. 1 Abs. 1 bis Abs. 3 der Anklageschrift vom 19. Januar 2022, der Nötigung und der Drohung 

zu Lasten von A.____ (Ziff. 2 derselben) sowie der Drohung zum Nachteil von B.____ (Zusatz-

anklageschrift vom 11. Mai 2022) wurde er demgegenüber freigesprochen (Dispositivziffer 2). 

 

Des Weiteren wurde das Verfahren betreffend versuchte Nötigung zu Lasten von B.____ (Ziff. 1 

Abs. 4 Satz 2 und Satz 3 sowie Abs. 5 der Anklageschrift) wegen Verletzung des Anklage-

grundsatzes und Rückzugs des Strafantrages eingestellt. Zufolge des letztgenannten Grundes 

kam es bezüglich der Anklage der mehrfachen Drohung zum Nachteil von B.____ gemäss 

Ziff. 2 der Anklageschrift ebenso zu einer Verfahrenseinstellung. Sodann wurde das Verfahren 

hinsichtlich des Vorwurfs der Tätlichkeiten zu Lasten von B.____ und A.____ (Ziff. 2 der Ankla-

geschrift) sowie betreffs der mehrfachen sexuellen Belästigung im Zeitraum vom 21. Oktober 

2019 bis zum 17. November 2019 zum Nachteil von C.____ (Ziff. 3 Abs. 1 der Anklageschrift) 

aufgrund des Eintritts der Verjährung eingestellt (Dispositivziffer 3). 

 

Ferner wurden die unbezifferten Zivilforderungen von B.____ und A.____ in Anwendung von 

Art. 126 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) abgewiesen 

(Dispositivziffer 4). 

 

Schliesslich auferlegte das Strafgericht einen Fünftel der Verfahrenskosten, bestehend aus den 

Kosten des Vorverfahrens von CHF 4'270.00 sowie der Gerichtsgebühr von CHF 2'000.00, in 

Anwendung von Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2 StPO D.____ (Dispositivziffer 5). Letzterer wurde 

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zudem nach Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtli-

chen Verteidigung (gesamthaft CHF 2'227.45 einschliesslich Mehrwertsteuer und Auslagen) im 

Umfang von einem Fünftel zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung die Differenz zwi-

schen der amtlichen Entschädigung sowie dem vollen Honorar in demselben Ausmass zu er-

statten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Dispositivziffer 6). 

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

 

B. Am 2. Dezember 2022 meldete D.____, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph 

Gäumann, die Berufung gegen das obgenannte Urteil des Strafgerichts vom 18. November 

2022 an und ersuchte unter o/e-Kostenfolge, dieses aufzuheben sowie ihn freizusprechen. 

Nach Eröffnung des begründeten Entscheids liess er mit Berufungserklärung vom 10. Januar 

2023 sodann folgende Rechtsbegehren stellen: 

 "1. Es sei die Ziff. 1 des Urteils des Strafgerichtspräsidiums vom 18.11.2022 vollum-

fänglich aufzuheben und es sei der Beschuldigte freizusprechen. 

  2. Es sei die Ziff. 5 des Urteils des Strafgerichtspräsidiums vom 18.11.2022 aufzu-

heben und es seien die gesamten Verfahrenskosten dem Staat aufzuerlegen. 

  3. Es sei die Ziff. 6 des Urteils des Strafgerichtspräsidiums vom 18.11.2022 aufzu-

heben und es sei dem Beschuldigten eine Entschädigung von CHF 7'500.00 sowie ei-

ne Parteientschädigung von CHF 4'165.80 zuzusprechen. 

  4. Es sei dem Beschuldigten eine angemessene Frist zur Begründung der Berufung 

zu gewähren. 

  5. Unter o/e-Kostenfolge." 

Darüber hinaus begehrte D.____ (nachfolgend: Beschuldigter bzw. Berufungskläger) in der 

gleichen Rechtsschrift die Erhebung folgender Beweise: 

– Zeugenbefragung von E.____, den Bruder der Privatklägerin C.____, sowie Durchfüh-

rung einer Konfrontationseinvernahme zwischen jenem und dem Beschuldigten (An-

träge 6 und 7); 

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– Befragung von C.____ als Auskunftsperson sowie Durchführung einer Konfrontations-

einvernahme zwischen dieser und dem Beschuldigten (Anträge 8 und 9); 

– Zeugenbefragung von "F.____", dem Ex-Freund der Privatklägerin B.____ (Antrag 10); 

– Durchführung einer Parteibefragung (Antrag 11); 

– Entgegennahme des Ausdrucks der elektronischen Nachricht von B.____ betreffend 

die Ablehnung eines vom Beschuldigten vorgeschlagenen "Deals" zu den Akten (An-

trag 12); 

– Beschaffung der elektronischen Korrespondenz zwischen dem Beschuldigten und 

E.____ sowie zwischen Ersterem und C.____ im Zeitraum vom 1. April 2019 bis zum 

31. Dezember 2019 (Antrag 13); 

– Entgegennahme des Jahresabschlusses 2022 der G.____ GmbH, dessen einziger 

Gesellschafter und Geschäftsführer der Beschuldigte ist, zu den Akten (Antrag 14). 

Schliesslich begehrte der Berufungskläger, ihm eine angemessene Frist zur Begründung seiner 

Beweisanträge zu setzen, sowie die amtliche Verteidigung unter Beiordnung von Rechtsanwalt 

Christoph Gäumann als amtlichen Verteidiger zu gewähren. 

 

C. Mit Verfügung vom 11. Januar 2023 liess der Präsident des Kantonsgerichts Basel-

Landschaft, Abteilung Strafrecht, je ein Exemplar der Berufungserklärung an die Staatsanwalt-

schaft, Hauptabteilung Allgemeine Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), sowie an die Pri-

vatkläger zustellen und wies die Empfänger auf die Möglichkeit hin, innert 20 Tagen ab Erhalt 

einen begründeten Antrag auf Nichteintreten zu stellen oder Anschlussberufung zu erklären. 

Am 23. Januar 2023 antwortete die Staatsanwaltschaft, weder Nichteintreten beantragen noch 

Anschlussberufung erklären zu wollen. Zudem teilte sie mit, einen persönlichen Auftritt vor Kan-

tonsgericht als nicht erforderlich zu betrachten und folglich nicht um Vorladung zur Berufungs-

verhandlung zu ersuchen. Seitens der drei Privatkläger erfolgte keine Rückmeldung auf die Ver-

fügung vom 11. Januar 2023. 

 

D. Das Kantonsgericht verfügte am 13. Februar 2023 die Zustellung der staatsanwalt-

schaftlichen Eingabe vom 23. Januar 2023 an die anderen Parteien zur Kenntnisnahme. Des 

Weiteren wurde festgestellt, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Privatkläger we-

der Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben. Dem Beschuldigten wurde sodann eine 

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Frist bis zum 14. März 2023, einmal erstreckbar, zur Begründung seiner Berufungserklärung 

vom 10. Januar 2023 angesetzt. Letztlich wurde ihm die amtliche Verteidigung mit Rechtsan-

walt Christoph Gäumann antragsgemäss bewilligt. 

 

E. Mit Schreiben vom 14. März 2023 ersuchte der Beschuldigte das Kantonsgericht um 

Erstreckung der Frist zur Begründung seiner Berufungserklärung bis zum 11. April 2023. Die-

sem Gesuch wurde mit Verfügung vom 15. März 2023 entsprochen und die Frist peremptorisch 

bis zum genannten Zeitpunkt erstreckt. 

 

F. Am 11. April 2023 reichte der Beschuldigte die Begründung seiner Berufungserklärung 

ein, wobei an den Rechtsbegehren und Beweisanträgen gemäss seiner Eingabe vom 

10. Januar 2023 vollumfänglich festgehalten wurde (hierzu supra lit. B.). Zusätzlich stellte er 

folgende neue Beweisanträge: 

– Edition der Telefonverbindungslisten zwischen dem Beschuldigten und E.____ sowie 

zwischen Ersterem und C.____ im Zeitraum vom 1. April 2019 bis zum 31. Dezember 

2019 (Antrag 18); 

– Entgegennahme der Honorarnote der Verteidigung mit "normalem Stundenansatz" 

sowie der Auflistung betreffend die Entschädigung für den Beschuldigten zu den Akten 

(Anträge 19 und 20); 

– Entgegennahme von zwei privaten Fotografien mit dem Beschuldigten und E.____ zu 

den Akten (Antrag 21). 

Das Kantonsgericht verfügte am 12. April 2023 die Zustellung der Begründung des Beschuldig-

ten an die Gegenparteien zur Kenntnisnahme und setzte der Staatsanwaltschaft überdies eine 

Frist bis zum 15. Mai 2023 zur Berufungsantwort an. Den Privatklägern wurde die Einreichung 

einer solchen ins freie Ermessen gestellt. 

 

G. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 14. April 2023 mit, vollumfänglich auf die 

Begründung des angefochtenen Urteils des Strafgerichts vom 18. November 2022 zu verweisen 

und auf eine weitergehende Stellungnahme zu verzichten. Demgemäss seien die Beweisanträ-

ge des Beschuldigten ‒ mit Ausnahme dessen Befragung im Rahmen der Berufungsverhand-

lung gemäss Beweisantrag 11 der Berufungserklärung vom 10. Januar 2023 ‒ allesamt abzu-

weisen. Die drei Privatkläger liessen sich nicht vernehmen. 

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H. Mit Verfügung vom 24. Mai 2023 entschied das Kantonsgericht über die Beweisanträge 

des Berufungsklägers: Die drei Begehren, Letzteren vor Kantonsgericht zu befragen und den 

Ausdruck der elektronischen Nachricht von B.____ betreffend die Ablehnung eines von ihm 

vorgeschlagenen "Deals" sowie zwei private Fotografien mit ihm und E.____ zu den Akten zu 

nehmen, wurden gutgeheissen. Den weiteren Begehren, wonach der Jahresabschluss 2022 der 

G.____ GmbH, die Honorarnote des Verteidigers mit regulärem Stundenansatz sowie die Auf-

listung betreffend Entschädigung für den Beschuldigten vom Kantonsgericht ebenso entgegen-

zunehmen seien, wurde insofern stattgegeben, als dem Berufungskläger die Einreichung der 

entsprechenden Unterlagen ermöglicht worden ist. Die übrigen Beweisanträge wurden demge-

genüber abgewiesen. Sodann wurde die Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 

14. April 2023 den anderen Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt und festgehalten, dass die 

Privatkläger auf eine (fakultative) Berufungsantwort verzichtet haben. Ferner wurde der Schrif-

tenwechsel geschlossen und zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung geladen, wobei die 

Staatsanwaltschaft antragsgemäss von der persönlichen Teilnahme an der mündlichen Beru-

fungsverhandlung dispensiert und den Privatklägern ein Erscheinen in ihr freies Ermessen ge-

stellt worden ist. 

 

I. Am 3. Juli 2023 reichte der Berufungskläger den Jahresabschluss 2022 der G.____ 

GmbH ein. 

 

J. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung ist der Beschuldigte mit seinem amtlichen 

Verteidiger, Rechtsanwalt Christoph Gäumann, anwesend. Auf die von ihnen getätigten Vor-

bringen wird ebenfalls, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

 

 

Auszug aus den Erwägungen 

I. Formelles 

(...) 

Die vom Beschuldigten erhobene Berufung erfüllt sämtliche Formalien, weshalb ohne Weiteres 

darauf einzutreten ist. 

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(...) 

Folglich ist die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsinstanz 

zuständig. 

 

 

 

II. Materielles 

1. Gegenstand der Berufung und Verfahrensgrundsätze 

1.1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Ur-

teil nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Art. 399 Abs. 3 StPO 

sieht vor, dass die Berufung auf gewisse Punkte beschränkt werden kann. Wer nur Teile des 

Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche Teile sich die 

Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Gemäss lit. a von Art. 399 Abs. 4 StPO kann die 

Berufung u.a. auf den Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, beschränkt 

werden. Dabei ist freilich zu beachten, dass im Falle einer auf die Anfechtung von Schuld- und 

Freisprüchen beschränkten Berufung eine Gutheissung ohne Weiteres dazu führt, dass die mit 

dem Schuldspruch eng verknüpften Teile des Urteils (z.B. Sanktion, Nebenfolgen, Kosten- und 

Entschädigungsfolgen) überprüft und gegebenenfalls neu geregelt werden müssen, auch wenn 

diesbezüglich keine ausdrücklichen Anträge vorliegen (SVEN ZIMMERLIN, in: Zürcher Kommentar 

StPO, 3. Aufl. 2020, N. 19 zu Art. 399 StPO mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Recht-

sprechung; DANIEL JOSITSCH / NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar StPO, 4. Aufl. 2023, N. 18 zu 

Art. 399 StPO; DIES., Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts [nachfolgend: Hand-

buch StPO], 4. Aufl. 2023, N. 1548; LUZIUS EUGSTER, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

N. 7 zu Art. 399 StPO). 

 

Welche Punkte des angefochtenen Urteils überprüfbar sind, ergibt sich nach dem Dargelegten 

grundsätzlich aus der Berufungserklärung sowie einer allfälligen Anschlussberufungserklärung. 

Allerdings kann im Sinne eines Teilrückzugs im Verlauf des weiteren Berufungsverfahrens auf 

die Überprüfung einzelner Punkte nachträglich verzichtet werden. Eine spätere Ausweitung der 

Berufung auf Punkte, die mit der Berufungserklärung nicht angefochten wurden, kommt dem-

gegenüber nicht in Betracht (ZIMMERLIN, a.a.O., N. 14 zu Art. 399 StPO und N. 1 f. zu Art. 404 

StPO; JOSITSCH / SCHMID, Praxiskommentar StPO, N. 8 bis N. 10 sowie N. 16 zu Art. 399 StPO 

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und N. 2 zu Art. 404 StPO; DIES., Handbuch StPO, N. 1549; EUGSTER, a.a.O., N. 3 und N. 6 zu 

Art. 399 StPO). 

 

1.1.2 Aufgrund des Gegenstandes der Berufungserklärung des Beschuldigten vom 

10. Januar 2023 und mangels (Anschluss-) Berufung der Staatsanwaltschaft oder der Privatklä-

ger steht vorliegend das gesamte Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 18. November 2022 

zur Disposition, mit Ausnahme der folgenden Punkte: 

– Dispositivziffer 2: Freisprüche von den Vorwürfen (i.) der mehrfachen versuchen Nöti-

gung (Ziff. 1 Abs. 1 bis Abs. 3 der Anklageschrift) sowie (ii.) der Drohung (Zusatzankla-

geschrift) zum Nachteil von B.____ und (iii.) der Nötigung sowie (iv.) der Drohung zu 

Lasten von A.____ (Ziff. 2 der Anklageschrift); 

– Dispositivziffer 3: Verfahrenseinstellung betreffend (i.) versuchte Nötigung zum Nach-

teil von B.____ (Ziff. 1 Abs. 4 Satz 2 und Satz 3 sowie Abs. 5 der Anklageschrift), (ii.) 

mehrfache Drohung zu Lasten derselben (Ziff. 2 der Anklageschrift), (iii.) Tätlichkeiten 

zum Nachteil von B.____ und A.____ (Ziff. 2 der Anklageschrift) sowie (iv.) mehrfache 

sexuelle Belästigung im Zeitraum vom 21. Oktober 2019 bis zum 17. November 2019 

zu Lasten von C.____ (Ziff. 3 Abs. 1 der Anklageschrift); 

– Dispositivziffer 4: Abweisung der unbezifferten Zivilforderungen von B.____ und 

A.____. 

Diese unangefochten gebliebenen Teile des vorinstanzlichen Entscheides bilden nicht Gegen-

stand des vorliegenden Berufungsverfahrens und es ist folglich festzustellen, dass das Urteil 

des Strafgerichtspräsidiums vom 18. November 2022 in diesem Umfang bereits per Urteilstag in 

Rechtskraft erwachsen ist (Art. 437 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO). 

 

1.2 Gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nach-

teil der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (sog. Verbot der reformatio in peius). Diese Konstellation liegt hier mangels Erklä-

rung der (Anschluss-) Berufung durch die Staatsanwaltschaft oder die Privatkläger vor. Ent-

sprechend kann das Kantonsgericht das vorinstanzliche Urteil entweder bestätigen oder nach 

Massgabe der Berufungsanträge zu Gunsten des Beschuldigten mildern, freilich nicht zu seinen 

Lasten verschärfen. 

 

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1.3 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen und ohne Rücksicht auf die Art des 

Beweismittels. Ebenso besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren 

Stichhaltigkeit bzw. innere Autorität (CHRISTOF RIEDO / GERHARD FIOLKA / MARCEL ALEXANDER 

NIGGLI, Schweizerisches Strafprozessrecht, 2011, N. 234; THOMAS HOFER, in: Basler Kommen-

tar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 41 ff. zu Art. 10 StPO; WOLFGANG WOHLERS, in: Zürcher Kommentar 

StPO, 3. Aufl. 2020, N. 25 ff. zu Art. 10 StPO). 

 

1.4 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in 

Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) verankerten Maxime in dubio pro reo bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu 

vermuten, dass die wegen einer strafbaren Handlung angeklagte Person unschuldig ist. Beste-

hen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklag-

ten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus. Der 

vorgenannte Grundsatz verpflichtet das Gericht, den Beschuldigten freizusprechen, wenn nach 

Würdigung aller vorhandenen Beweise erhebliche und unüberwindbare Zweifel an der Tatbe-

standsverwirklichung bestehen oder bestehen müssten (JOSITSCH / SCHMID, Handbuch StPO, 

N. 233; DIES., Praxiskommentar StPO, N. 4 ff. zu Art. 10 StGB; WOHLERS, a.a.O., N. 11 ff. zu 

Art. 10 StPO). 

 

Eine Verurteilung darf mithin nur ergehen, wenn das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel 

hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht 

erfüllt sind. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht aus. Auf der anderen Sei-

te ist absolute Gewissheit angesichts der Unvollkommenheit der Erkenntnismittel und des 

menschlichen Urteilsvermögens nicht erreichbar. Gefordert ist indes ein sehr hoher Grad an 

Wahrscheinlichkeit bzw. eine mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit. Wichtige Bedeu-

tung für die Nachvollziehbarkeit der Sachverhaltsfeststellung haben neben der Urteilsbegrün-

dung Denk- und Naturgesetze, Erfahrungssätze, technische und wissenschaftliche Erkenntnis-

se, gesicherte empirische Befunde, Lebenserfahrung und nicht zuletzt der gesunde Menschen-

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verstand (ESTHER TOPHINKE, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 83 zu Art. 10 StPO 

mit weiteren Hinweisen; BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018 E. 1.1.2 und E. 1.3.1). 

 

1.5 Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittel-

instanzen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts 

auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf 

neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittel-

verfahren vorgetragen werden (DANIELA BRÜSCHWEILER / RETO NADIG / REBECCA SCHNEEBELI, 

in: Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, N. 10 f. zu Art. 82 StPO mit Hinweisen). 

 

 

2. Sachverhaltsfeststellung 

2.1 Einleitung 

Der erstinstanzlich wegen versuchter Nötigung, übler Nachrede (beides zum Nachteil von 

B.____) und mehrfacher sexueller Belästigung zu Lasten von C.____ schuldig erklärte Beru-

fungskläger weist diese Vorwürfe allesamt zurück und moniert unter anderem, der Vorderrichter 

habe den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig bzw. unvollständig festgestellt, was es nach-

folgend zu prüfen gilt. 

 

 

2.2 Versuchte Nötigung zum Nachteil von B.____ 

2.2.1 Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 19. Januar 2022 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Ziff. 1 Abs. 4 Satz 1 und Satz 3 ihrer Ankla-

geschrift vom 19. Januar 2022 vor, seiner ehemaligen Partnerin B.____ am 14. Februar 2019 

wissentlich und willentlich eine WhatsApp-Nachricht geschickt zu haben, wonach er sämtliche 

rechtliche Schritte, welche er gegen sie eingeleitet habe, stoppen und zurückziehen würde, soll-

te sie freiwillig auf das Sorgerecht über die gemeinsame Tochter H.____ verzichten. Zuvor habe 

er eine Gefährdungsmeldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) adres-

siert, worin behauptet worden sei, B.____ kümmere sich nicht um das Kind. Diese Meldung sei 

erfolgt, nachdem er am 7. Dezember 2018 herausgefunden habe, dass seine ehemalige Part-

nerin eine Beziehung zu einem anderen Mann aufgenommen habe. Mit der eingangs erwähn-

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ten WhatsApp-Mitteilung habe er die Absicht verfolgt, die Kindsmutter gegen deren Willen zur 

Aufgabe des gemeinsamen Sorgerechts zu veranlassen, was Letztere indes trotz der drohen-

den Äusserungen des Beschuldigten, wodurch sie in Angst und Schrecken versetzt worden sei, 

nicht getan habe. Am 25. Februar 2019 habe sie deswegen Strafantrag gegen den Berufungs-

kläger gestellt. 

 

 

2.2.2 Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 18. November 2022 

Das Strafgericht hat in seinem Urteil vom 18. November 2022 erwogen, die vom Beschuldigten 

am 14. Februar 2019 an seine frühere Partnerin B.____ versandten WhatsApp-Nachrichten 

lägen vor. Zudem habe jener den ihr darin unterbreiteten Vorschlag, im Gegenzug für die frei-

willige Übertragung des alleinigen Obhutsrechts alle gegen sie eingeleiteten Betreibungen ein-

stellen zu lassen sowie die Strafanzeige zurückzuziehen, anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung weiter präzisiert: Gemäss seinen Ausführungen habe er ihr vorgeschlagen, 

Schulden in der Höhe von CHF 25'000.00, bestehend aus den Lebensunterhaltskosten, ihrem 

Mietzinsanteil während und nach der Schwangerschaft sowie betreffend Auto etc., zu erlassen, 

wenn sie auf das Sorgerecht verzichte. Für die Vorinstanz sei der Sachverhalt folglich dahinge-

hend erstellt, dass er versucht habe, mit dem Inaussichtstellen finanzieller sowie rechtlicher 

Nachteile Druck auf die Kindsmutter auszuüben, damit sie auf das Obhuts- und Sorgerecht über 

die gemeinsame Tochter verzichte (E. II./1.2.2 und E. II./1.3 des angefochtenen Urteils). Das 

vom Berufungskläger ebenso per WhatsApp angekündigte Vorhaben, alle Rechtsvorschläge in 

den Betreibungsverfahren aufheben zu lassen, sodass B.____ monetäre Einbussen erleiden 

würde, falls sie seiner Forderung in Bezug auf das Obhutsrecht nicht nachkomme, wäre für sie 

als Selbständigerwerbende äusserst einschneidend gewesen, zumal aktenkundige Anhalts-

punkte darauf schliessen liessen, dass sie sich bereits in einer prekären finanziellen Situation 

befunden habe. Mit seiner Formulierung, wonach sie "privat am Arsch" sei, wenn sie ihm das 

Geld nicht bezahlen könne, bringe er schliesslich seine pekuniäre Schädigungsabsicht zum 

Ausdruck (a.a.O., E. II./1.4.2). Trotz dieser unerfreulichen Aussichten sei eine Reaktion der 

Kindsmutter ausgeblieben (a.a.O., E. II./1.4.3). 

 

  

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2.2.3 Rügen und Darlegungen des Berufungsklägers 

2.2.3.1 Der Beschuldigte bestreitet in seiner Berufungsbegründung vom 11. April 2023 sowie 

im heutigen Parteivortrag den Vorwurf der versuchten Nötigung. Er bestätigt zwar, eigene Ein-

gaben betreffend die gemeinsame Tochter H.____ an die KESB gerichtet zu haben. Dies sei 

indes dadurch veranlasst worden, dass B.____ das Kind oft in Fremdbetreuung gegeben habe. 

Auch habe er Betreibungen eingeleitet, da sie sich nicht an den Kosten für die Tochter beteilige. 

Die Kindsmutter sei ihrerseits gerichtlich vorgegangen, um den Wohnsitz von H.____ zu ihr ver-

legen zu lassen, wobei ihrem entsprechenden Begehren vor Kantonsgericht kein Erfolg be-

schieden worden sei. Dass er versucht haben soll, sie zu nötigen, treffe demgegenüber nicht 

zu. Ein solcher Versuch sei auch nicht erwiesen (Ziff. 3 Abs. 1 der Berufungsbegründung vom 

11. April 2023; Ziff. 1 Abs. 1 des Parteivortrages vom 5. Juli 2023). 

 

Entgegen den unzutreffenden Feststellungen der Vorinstanz ‒ so der Beschuldigte weiter ‒ 

habe sein Vorschlag, als Gegenleistung für den freiwilligen Verzicht von B.____ auf das Ob-

hutsrecht die Betreibungsverfahren einstellen zu lassen und die Strafanzeige zurückzuziehen, 

deren Willensfreiheit gar nicht eingeschränkt bzw. einschränken können, was dem als Beilage 2 

zur Berufungsbegründung ins Recht gelegten Ausdruck einer WhatsApp-Korrespondenz zwi-

schen ihnen beiden beweise. Bereits eine Minute nach Erhalt seines Vorschlags habe sie die-

sen abgelehnt. Die Unterbreitung des betreffenden Angebots habe sie demnach offensichtlich 

nicht als versuchte Nötigung wahrgenommen. Dass eine Reaktion von Seiten der Kindsmutter 

ausgeblieben sei, wie das Strafgericht in seiner Urteilsbegründung ausgeführt habe, treffe nicht 

zu. B.____ habe eben doch auf den "Vorschlag" des Berufungsklägers reagiert und zwar um-

gehend. Anlässlich ihrer Einvernahme habe sie die Geschehnisse anders dargestellt. Dies zei-

ge, dass sie die Beweismittel nicht vollständig vorgelegt habe und es ihr wohl eher darum ge-

gangen sei, ihn im Rahmen des andauernden Sorgerechtsstreits schlecht aussehen zu lassen. 

Hierzu passe auch ihr erneuter Antrag bezüglich eines Obhutswechsels an die KESB unter Ein-

reichung des vorinstanzlichen Strafurteils. Damit sei eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung 

durch den Vorderrichter erstellt (Ziff. 3 Abs. 2 der Berufungsbegründung vom 11. April 2023; 

Ziff. 1 Abs. 2 und Abs. 5 des Parteivortrages vom 5. Juli 2023). 

 

Da sich die Ausführungen des Beschuldigten und von B.____ widersprechen würden, müsse 

nach dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" seiner Version gefolgt werden. Die Vor-

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instanz sei bei ihrer Beurteilung in Verletzung dieses Rechtsprinzips von falschen Tatsachen 

ausgegangen (Ziff. 3 Abs. 3 der Berufungsbegründung vom 11. April 2023). 

 

2.2.3.2 Anlässlich seiner Befragung im Rahmen der heutigen Berufungsverhandlung bestreitet 

der Beschuldigte nicht, die ihm vorgehaltene WhatsApp-Nachricht vom 14. Februar 2019 an 

seine frühere Lebenspartnerin geschickt zu haben. Freilich macht er geltend, es sei ein emotio-

nales Schreiben kurz nach der Trennung gewesen; er habe damals um B.____ gekämpft und 

sie zurückhaben wollen. Geld schulde sie ihm tatsächlich, indes sei es ihm nicht darum gegan-

gen, und er habe darauf verzichten wollen. Es sei alles nur "Blabla" und nichts dahinter gewe-

sen; er habe nichts davon gemacht (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 19). Selbst 

wenn er heute bei der Lektüre seiner eigenen Mitteilung zugegebenermassen Gänsehaut be-

komme, seien damals beide richtigerweise von einem "Deal" ausgegangen. B.____ habe ge-

wusst, was er damit habe ausdrücken wollen, und der Text sei von ihr auch so verstanden wor-

den. Ihre Antwort auf sein Angebot habe sie zunächst "unterschlagen". Zudem habe er noch nie 

einer Frau Gewalt angedroht; der Mutter seiner Tochter würde er dies nie antun (a.a.O., S. 21). 

 

Des Weiteren bestätigt der Berufungskläger seine im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung getätigte Aussage, wonach B.____ ihm gegenüber Schulden von mehr als 

CHF 25'000.00 für Miete und Lebensunterhalt während sowie nach ihrer Schwangerschaft in 

den Jahren 2015 und 2016 geäufnet habe. Aufgrund der massiven Reduktion ihres Arbeitspen-

sums habe sie den auf sie entfallenden Mietzinsanteil nicht mehr bezahlen können. Obwohl er 

wegen der Kinderbetreuung seinerseits auch nicht "voll" gearbeitet und dadurch ein geringeres 

Einkommen erzielt habe, sei von ihr kein Rappen bezahlt worden. In ihrer gemeinsamen Bezie-

hung sei die Kostenteilung dahingehend gelebt worden, dass er das Geld jeweils vorgeschos-

sen und sie hernach ihren Anteil monatlich abbezahlt habe. Es sei klar gewesen, dass sie ihm 

dies später zurückzahlen würde; eine schriftliche Bestätigung könne er dafür allerdings nicht 

vorlegen (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht S. 6 f. / act. S125 und act. S127; Prot. Hauptver-

handlung Kantonsgericht S. 20). 

 

Der Beschuldigte habe mit seiner früheren Lebenspartnerin einen "Deal" abschliessen wollen 

und das am 14. Februar 2019 per WhatsApp Geschriebene zunächst "in höflicherer Form" 

mündlich erörtert. Sie habe ihm aber nicht geglaubt, dass er im Gegenzug zum alleinigen Ob-

hutsrecht auf seine Geldforderung verzichten würde, worauf er ihr eine schriftliche Fassung 

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seines Angebots in Aussicht gestellt habe. Nun sei ihm freilich klar, dass sie ihn "reingelegt" 

habe; damals habe er nicht die Möglichkeit einer späteren Verwendung seines Textes gegen 

ihn bedacht (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 20 f.). 

 

 

2.2.4 Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 14. April 2023 

In ihrer Eingabe vom 14. April 2023 schliesst sich die Staatsanwaltschaft vollumfänglich den 

Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Urteil (obige E. II./2.2.2) an und verzichtet auf 

eine weitergehende Stellungnahme. 

 

 

2.2.5 Beweiswürdigung 

2.2.5.1 Aktenkundig erstellt (act. 179) und allseits unbestritten (supra E. II./2.2.3) ist zunächst, 

dass der Beschuldigte am 14. Februar 2019 um 17:05 Uhr sowie eine Minute später um 17:06 

Uhr zwei elektronische Nachrichten mit dem nachfolgenden Wortlaut per WhatsApp an B.____ 

hat zukommen lassen: 

– "Wenn du meinsch, dass Du miteme Rechtsvorschlag grettet bisch, liegsch drnäbe. Alli 

Betriebige weisch, dass i im Rächt bi. Entweder übergibsch mr Obhut freiwillig, denn 

veränderet sich nüd, weder mit sehen vo de H.____ no privat oder gschäftlich. Oder ich 

loss alli Rechtsvorschlag ufhebe. Denn bisch du privat am Arsch, wenn du mir das 

Gäld nid chasch zahle. Wenn me dir privat nüd cha hole, göhnd si uf di Gschäft los. Es 

wird alles Pfändet. Wenns nüd zhole git, gits für mi e Verlustschein. Für di heissts denn 

aber automatisch, Konkurs. Was wiederum heisst, dass du nüm dörfsch selbständig 

schaffe." 

– "Wenn du mir aber Obhut freiwillig gisch, wärde alli Betriebige glöscht und strofazeig 

zrugg zoge. Was au sicher für CH Pass und brueflicho Karriere guet wär für di." 

 

Nach dem objektiven Wortlaut der ersten Mitteilung gibt der Berufungskläger der Mutter des 

gemeinsamen Kindes einleitend zu bedenken, dass ihre Rechtsvorschläge in den von ihm in 

Gang gesetzten Betreibungsverfahren nicht den erhofften rettenden Erfolg haben würden; sie 

wisse, dass die Betreibungen zu Recht erfolgt seien. Anschliessend stellt er sie vor die Wahl, 

entweder "freiwillig" auf das auch ihr zustehende Obhutsrecht zu verzichten, womit sich für sie 

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angeblich nichts ändern würde, oder mit der Aufhebung all ihrer Rechtsvorschläge, d.h. mit der 

Fortführung der gegen sie eingeleiteten Betreibungsverfahren, konfrontiert zu werden. Gleich im 

Anschluss daran warnt er sie vor den nachteiligen Konsequenzen, welche Letzteres nach sich 

ziehen würde, falls sie ihm die vermeintlichen Schulden dann nicht zurückzahlen könnte: Sie 

wäre privat "am Arsch", sprich erledigt bzw. am Ende. Sollte bei ihr privat nichts zu holen sein, 

würden "sie" (gemeint sind wohl die Mitarbeitenden des Betreibungs- bzw. Konkursamtes) auf 

ihr Geschäft "losgehen", wobei es zur Pfändung ihres gesamten Eigentums käme. Für den Fall, 

dass seine Forderungen dadurch nicht getilgt werden könnten, gäbe es für ihn einen Verlust-

schein. Für sie bedeute dies "automatisch" die Konkurseröffnung, was wiederum dazu führe, 

dass sie nicht mehr selbständig erwerbstätig sein dürfe. In diesem Zusammenhang ist zu präzi-

sieren, dass B.____ im eigenen Studio als Kosmetikerin arbeitet (act. 211 in initio und act. 795 

in fine). 

 

In seiner zweiten, vorstehend verbaliter wiedergegebenen WhatsApp-Nachricht teilt der Be-

schuldigte seiner früheren Lebenspartnerin die Intention mit, bei einem "freiwilligen" Verzicht auf 

das Obhutsrecht alle Betreibungen löschen zu lassen und die von ihm eingereichte Strafanzei-

ge bzw. den entsprechenden Strafantrag zurückzuziehen. 

 

2.2.5.2 Wenn der Berufungskläger vorbringt, die Vorinstanz sei irrigerweise vom Ausbleiben 

einer Reaktion der Kindsmutter auf seinen "Vorschlag" ausgegangen, ist ihm insofern beizu-

pflichten, als dass Letztere einige Minuten nach Erhalt der beiden WhatsApp-Verkündigungen 

um 17:19 Uhr tatsächlich ablehnend darauf geantwortet hat. Freilich dürfte sich der beanstan-

dete Einschub "aufgrund der ausbleibenden Reaktion von B.____" im angefochtenen Urteil (dort 

E. II./1.4.3) nicht ‒ wie vom Beschuldigten angenommen ‒ auf jegliche Antwort, sondern viel-

mehr auf die seitens der Adressatin ausgebliebene Erfüllung seiner Forderung beziehen, zumal 

die strafgerichtliche Formulierung im Kontext des Versuchs nach Art. 22 Abs. 1 StGB steht. 

Doch selbst wenn der Vorderrichter ihre schriftliche Erwiderung übersehen haben sollte, was 

unter den gegebenen Umständen höchst unwahrscheinlich erscheint, hätte dies in tatsächlicher 

Hinsicht keinerlei Auswirkungen auf die Faktizität der dem Beschuldigten vorgehaltenen 

WhatsApp-Nachrichten. 

 

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Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Falsch ist die berufungsklägerische Behauptung, B.____ habe bereits eine Minute nach Erhalt 

seiner Mitteilung den "Deal" zurückgewiesen. Vielmehr übermittelte sie ihre ablehnende Antwort 

erst 14 Minuten nach Erhalt seines "Angebots" (17:05:14 Uhr ↔ 17:19:30 Uhr; act. 179). 

 

2.2.5.3 Die Rüge, B.____ habe "später anlässlich der Einvernahme" ihre Reaktion auf den 

vorgeschlagenen "Deal" anders dargestellt (Ziff. 3 Abs. 2 der Berufungsbegründung vom 

11. April 2023) resp. ihre Antwort zunächst "unterschlagen" (Prot. Hauptverhandlung Kantons-

gericht S. 21), wobei dieses Faktum vom Strafgericht nicht berücksichtigt worden sei, geht fehl: 

Anlässlich ihrer Einvernahme vom 9. Juli 2019 durch die Staatsanwaltschaft beantwortete sie 

die ihr im Zusammenhang mit der WhatsApp-Korrespondenz vom 14. Februar 2019 gestellten 

Fragen ohne ersichtliche Abweichungen zur Aktenlage (act. 317). Wie sie auf das vom Be-

schuldigten Geschriebene reagiert bzw. geantwortet habe, wurde nicht direkt gefragt. Vielmehr 

wollte die Untersuchungsbeauftragte wissen, was die betreffenden Äusserungen bei ihr ausge-

löst hätten. Darauf antwortete B.____: "Angst, weil ich einfach Angst habe, wenn es wirklich so 

weit kommt... er hat mir x Betreibungen zugestellt. Dass die KESB sagt, wir können einer Per-

son, die Privatkonkurs geht, kein Kind geben. (...) Wir hatten ein gemeinsames Konto für 

H.____ und er hat dieses aufgelöst und mein Geld einfach behalten." Auf die weitere Frage, ob 

sie "die Obhut" über das Kind übergeben habe, äusserte sie sich wie folgt: "Nein, wir haben die 

geteilte Obhut." Inwiefern sie ihre Reaktion resp. Antwort, d.h. die Ablehnung des erhaltenen 

"Angebots", anders dargestellt oder gar "unterschlagen" haben sollte, erhellt nicht; im Gegenteil: 

Der gemäss Polizeirapport vom 2. April 2019 (act. 63) und Einvernahmeprotokoll vom 9. Juli 

2019 (act. 315) im Zusammenhang mit der Strafanzeige vom 25. Februar 2019 von ihr persön-

lich eingereichte WhatsApp-Verlauf für den Zeitraum vom 2. Dezember 2018 bis zum 

18. Februar 2019 (act. 97 bis act. 183) enthält insbesondere auch ihre Antwort sowie weitere 

Äusserungen nach Erhalt des "Vorschlags" (act. 179 bei den Zeitstempeln 17:16 Uhr, 17:19 Uhr 

und 17:21 Uhr). Selbst wenn sie sich im WhatsApp-Chat gegenüber dem Beschuldigten 

scheinbar keine Blösse gegeben hat, folgt nicht eo ipso, dessen Worte hätten sie innerlich nicht 

verunsichert bzw. in Angst versetzt; das eine schliesst das andere keineswegs aus. Ebenso 

wenig kann aus dem Umstand, dass sie seiner Forderung nicht nachgekommen ist resp. sein 

"Angebot" für einen "Deal" nach knapp einer Viertelstunde ausgeschlagen hat, der Schluss ge-

zogen werden, das Geschriebene sei von vornherein gar nicht geeignet gewesen, ihre Willens-

freiheit einzuschränken. Im Rahmen der rechtlichen Erwägungen wird darauf zurückzukommen 

sein. 

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Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Der als Beilage 2 zur Berufungsbegründung ins Recht gelegte Ausdruck von drei WhatsApp-

Mitteilungen vermag daran nichts zu ändern, zumal dieser nichts Neues enthält: Es handelt sich 

um diejenigen Nachrichten, welche am 14. Februar 2019 um 17:16 Uhr, 17:17 Uhr und 

17:19 Uhr unter den ehemaligen Lebenspartnern ausgetauscht worden und bereits allesamt im 

WhatsApp-Verlauf, welcher B.____ zu Beginn des polizeilichen Ermittlungsverfahrens abgege-

ben hat, enthalten sind (act. 63, act. 315 und act. 179). 

 

2.2.5.4 i) In subjektiver Hinsicht stellt sich der Berufungskläger auf den Standpunkt, er habe 

beim Versand seiner beiden Nachrichten vom 14. Februar 2019 um 17:05 Uhr und 17:06 Uhr 

keine Absicht gehabt, seine ehemalige Lebenspartnerin unter Druck zu setzen oder ihr zu 

schaden; vielmehr habe er sie zurückhaben wollen. Es sei lediglich um einen "Vorschlag" für 

einen "Deal" gegangen, dessen Inhalt zuvor "in höflicherer Form" mündlich besprochen worden 

sei. Beim Erhalt seiner Zeilen habe sie vom Vorschlagscharakter gewusst und seinen Text auch 

in diesem Sinne verstanden. Diese Ausführungen müssen aus den nachfolgenden Gründen 

allesamt als Schutzbehauptungen zurückgewiesen werden: 

 

ii) Erstens ist hervorzuheben, dass der Beschuldigte bei der Konfrontation mit dem Wort-

laut der betreffenden WhatsApp-Nachrichten selbst angibt, ob seines eigenen Textes erschro-

cken zu sein (Zeile 136 auf S. 4 des Protokolls der Einvernahme vom 24. Juni 2020 / act. 341) 

und davon Gänsehaut bekommen zu haben (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 19 in 

initio). Das Geschriebene komme zugegebenermassen "sehr falsch rüber" (Zeilen 137 f. auf 

S. 4 des Protokolls der Einvernahme vom 24. Juni 2020 / act. 341). Die scharfe und aggressive, 

durchaus bedrohliche Tonalität seiner Zeilen anerkennt er also ausdrücklich, wenn auch nicht 

die ihm vorgeworfene Straftat als solche. 

 

iii) Zweitens mutet es schlicht abwegig an, wenn der Berufungskläger vor Kantonsgericht 

behauptet, er habe mit solchen Zeilen die Intention verfolgt, wieder mit seiner ehemaligen Le-

benspartnerin zusammenzukommen (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 19). Dem 

nachfolgenden Auszug aus der am 2. Dezember 2018 geführten WhatsApp-Korrespondenz 

lässt sich vielmehr eher der Wille entnehmen, die Kindsmutter aufgrund des noch nicht akzep-

tierten Beziehungsendes von der Teilhabe am Leben der gemeinsamen Tochter weitestgehend 

auszuschliessen. Zugleich zeigt der Passus, dass er bereits zu jenem Zeitpunkt B.____ ultima-

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Seite 18  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tiv ‒ keineswegs in Form eines "Deals" ‒ zum Verzicht auf das Obhutsrecht aufgefordert hat, 

womit B.____ eindeutig nicht einverstanden war (act. 97): 

– D.____: "I ha Alles versuecht ohni dir irgend en Problem zmache, zlöse... Bis 

jetzt...!!!" 

– B.____: "Es goht mir überhaupt nit am verbi! Wieso drohsch mir jetzt wieder?!" 

– D.____: "Gib mir H.____ für IMMER und verschwind us unsrem Läbe." 

– B.____: "Hey gohts dir no." 

– D.____: "Jo oder nei? [?] [?] [?] [?]" 

– B.____: "Nei sicher nit, sie isch doch kei gegestand. Sie isch mir genau so 

wichtig wie dir." 

– D.____: "Sie isch dir en Scheiss wichtig! DU bisch en Ego ja! I suech mir 

beschti Awalt. Das muesch wüsse! (...)" 

– B.____: "Wieso bitte bin ich e ego? Ich ha dir jo gseit du dörfsch gärn cho und 

denn chasch vo do us go schaffe morn. Ich weiss das du viel für mi 

gmacht hesch das stelli au nit in frog! Bitte hör uf mir drohe und 

beleidige." 

– D.____: "(...) Ich kumm jetzt nit." 

– B.____: "Bitte loss uns normal rede." 

– D.____: "BI DO." 

Bezeichnend ist ferner seine verheissungsvolle "Kriegserklärung", welche er am 10. Januar 

2019 unter Bezugnahme auf den heftigen Streit vom 27. Dezember 2018 an seinem damaligen 

Wohnort äusserte (act. 165): "(Nur Informativ) an dem Tag bisch du gege mini Wille in mine 

Wohnig idrunge! Du bisch ohne Voramäldig eifach cho! (...) Du wirdsch bi dem Klag nid dure 

cho aber: sie cha di, wie I.____ zu mir, azeige, wäge falschi Aschuldigung viel Spass. (...) Aber 

bim nächschter J.____ AG bsuech, tuesch dr lieber windle und Nuggi kaufe anstatt Vibratore 

und verhüetigsmittel. Hesch e neue Fründ gfunde? Gratuliere! Dr Krieg isch demfall wieder 

eröffnet. Eigetlich han i mi für Friede entschiede gha! Päch für di." 

 

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Seite 19  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

iv) Drittens erscheint seine Aussage, er habe B.____ den "Deal" zuerst "in höflicherer 

Form" mündlich erörtert und erst danach schriftlich nachgereicht, wenig plausibel. Seinen Schil-

derungen zufolge soll das Gespräch an dem Tag, als sie zu ihm an den T.____weg 45 in 

U.____ gekommen ist, mithin am 27. Dezember 2018, draussen auf der Strasse stattgefunden 

haben (Zeilen 132 f. auf S. 4 des Protokolls der Einvernahme vom 24. Juni 2020 / act. 341; 

Prot. Hauptverhandlung Strafgericht S. 6; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 20 f.). 

 

Dass beide zur damaligen Zeit auf der Strasse "in höflicherer Form" über einen solchen "Deal" 

diskutiert hätten, erscheint höchst unwahrscheinlich, zumal die Auseinandersetzung jenes Ta-

ges dermassen ausgeartet ist, dass ein Nachbar zum Schutze des Kindes dazwischen gehen 

und ein anderer die Polizei alarmieren musste (act. 59 ff.). Hinzu kommen gewisse Abweichun-

gen in den Aussagen des Beschuldigten: In der Einvernahme vom 24. Juni 2020 erklärte er, 

seine ehemalige Lebenspartnerin sei mit einer Übertragung des Obhutsrechts zunächst einver-

standen gewesen, sie habe indes noch mit ihrem Anwalt darüber sprechen wollen. Da er da-

nach bis zum 14. Februar 2019 keine Antwort erhalten habe, sei es dann zum Versand der frag-

lichen Nachrichten per WhatsApp gekommen (Zeilen 133 bis 135 des entsprechenden Proto-

kolls / act. 341). Abweichend hierzu äusserte er sich vor Straf- und Kantonsgericht dahinge-

hend, dass er sie mit einer schriftlichen Fassung seines Vorschlags bedient habe, weil sie ihm 

damals am T.____weg gesagt haben soll, nicht auf den von ihm lediglich mündlich versproche-

nen Schuldenerlass zu vertrauen (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht S. 6; Prot. Hauptver-

handlung Kantonsgericht S. 20 f.). Bei letzterer Version erscheint es überdies lebensfremd, die 

Textfassung eines simplen Vorschlags erst am 14. Februar 2019 zu übermitteln, wenn dies an-

lässlich des Treffens vom 27. Dezember 2018 ‒ mithin eineinhalb Monate davor ‒ in Aussicht 

gestellt worden sein soll. An Zeit mangelte es dem Beschuldigten ganz offensichtlich nicht, da 

er B.____ noch am Tag des erwähnten Scharmützels zwei völlig unnötige, vorwurfsvolle Mittei-

lungen ‒ u.a. mit Anspielung auf ihr Sexualleben ‒ zukommen liess (act. 151). 

 

Dem ganzen WhatsApp-Chatverlauf für den Zeitraum vom 27. Dezember 2018 bis zum 

14. Februar 2019 (act. 151 bis act. 181) kann keinerlei Hinweis entnommen werden, wonach 

der "Deal", so wie er vom Beschuldigten am 14. Februar 2019 formuliert worden ist, bereits vor 

diesem Datum mündlich besprochen oder eine Annahme desselben durch die Kindsmutter 

auch schon nur in Erwägung gezogen worden wäre. Im Gegenteil weisen die an diesem Tag 

unmittelbar vor der Unterbreitung des "Angebots" ausgetauschten Nachrichten, welche auf der 

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Seite 20  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beilage 2 zur Berufungsbegründung nota bene nicht aufgeführt sind, dass gerade kein solcher 

"Deal" zuvor "in höflicherer Form" mündlich unterbreitet worden ist. Nachdem die Kindseltern 

am Nachmittag des 14. Februar 2019 festgestellt hatten, dass ein Missverständnis vorlag resp. 

unterschiedliche Vorstellungen darüber herrschten, ob der Beschuldigte die gemeinsame Toch-

ter bereits am darauffolgenden Freitag oder erst einen Tag später abholen dürfe und wer von 

ihnen für die Übergabe an den Wohnort des anderen fahren müsse, brach der Berufungskläger 

in grosser Wut aus (act. 177 und act. 179): 

– B.____: "Dörffsch sie [die gemeinsame Tochter H.____] gärn am 9i hole am 

samstig. Sunntig 6i hole sie ab." 

– D.____: "Du chasch di arsch au uf Rynach bewege! Ane hebe chasch, bringe 

nid?" 

– B.____: "Was ane hebe?" 

– D.____: "Super, hirni het me au scho usegvöglet bi dir?" 

– B.____: "Es cha uns jo egal si was im privatläbe vom andere abgoht. Wills bi 

unserem Kontakt nur no um H.____ goht und ich wär froh wenn das vo 

dir usgseh au so würd ablaufe." 

– D.____: "Leider isch das nid so, do ich mit einere Kind gmacht han, wo drnoch 

umme figgt. Di Tochter isch jetzt scho mega stolz uf di! Aber zum 

Glück glaubsch jo du an Karma! Abwarten!!! Cha di aber tröschte. 

Sobald ichs H.____ han, bisch du freigstellt. Isch no e Frog vom Zyt." 

– B.____: "Wieso willsch mir H.____ scho wieder wägnä? Es git kei grund. 

Dämfall bringsch sie morn am morge am 10i." 

– D.____: "Scho wieder? Du hesch sie gar nie verdient, resp. sie het kei Huere 

Mami verdient! Ich schloh dir H.____ zlieb e Deal vor;" 

Gleich im Anschluss daran unterbreitete er ihr sein "Angebot" (supra E. II./2.2.5.1 in initio). Die 

unmittelbar davor ausgetauschten Chatnachrichten, welche soeben buchstabengetreu wieder-

gegeben worden sind, zeigen, dass der Berufungskläger aus nichtigem Anlass und ohne jegli-

che Provokation seitens B.____, welche überdies selbst auf widerwärtigste Beleidigungen nicht 

aggressiv reagierte, in Rage geraten ist und sein Jähzorn in der ultimativen Forderung gipfelte, 

sie solle auf das Obhutsrecht verzichten, ansonsten er sie in den finanziellen Ruin treiben wür-

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Seite 21  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

de. Er doppelte sogar nach (act. 179): "Dr richter luegt denn a, bi wem sie es besser het. Bi 

einere wo Privat und Gschäftskonkurs het und Strofazeig, weiss i nid." Seine ziemlich detaillier-

te Schilderung des ihr in Aussicht gestellten Übels erweckt den Eindruck, es habe ihm regel-

recht danach gelüstet, seiner ehemaligen Lebenspartnerin als Retourkutsche für die Beendi-

gung der Beziehung ihren drohenden finanziellen sowie geschäftlichen Niedergang möglichst 

plastisch und schmerzhaft vor Augen zu führen. In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen 

Feststellungen ist darin durchaus eine (zumindest pekuniäre) Schädigungsabsicht seinerseits 

zu erkennen. 

 

v) Viertens scheint B.____ ‒ anders als vom Berufungskläger geltend gemacht ‒ sehr 

wohl Angst verspürt und dessen WhatsApp-Nachrichten vom 14. Februar 2019 mitnichten als 

blossen "Vorschlag" für einen "Deal" aufgefasst zu haben. Er hat auch nichts dagegen unter-

nommen, wie diverse Stellen in der ausgetauschten Korrespondenz zeigen: So bat sie ihn am 

7. Dezember 2018, nachdem er mehrere Anrufversuche ihrerseits unbeantwortet gelassen hat-

te, er möge ihr die gemeinsame Tochter H.____ nicht wegnehmen ("Bitte nimm mir H.____ nit 

wäg."). Zwei Tage später teilte sie ihm mit, sie könne nicht zu ihm zurück, weil sie in ständiger 

Angst lebe, dass er irgendwann einmal explodiere und dem Kind sowie ihr etwas passiere; er 

sei eine tickende Zeitbombe. Darauf antwortete er einmal mehr mit übelsten Beschimpfungen 

(act. 105). Zumindest verbal explodierte er am 23. Dezember 2018 tatsächlich (act. 139): "I sitz 

wäge sonere Hure sit 5 Täg dahei. I hätt sit am 21.12. chönnte verreise. Nur weil du am 24.12. 

wottsch mit dinere Familie verbringe, bin i do! (...) Du undankbari Bitch! Basta. (...) Mr händ 

keini Abmachig wägem Dienstag. I mach au nüd mehr für di! Ha so öbbis vo Schnure voll vo dir! 

Loh doch di 2. Gebärmuetter loh use! Hoffentlich verbluetisch ufem OP Tisch! Bi morn am 

morge wäg! H.____ guts [gibt es] für die wieder ab 7.1. zgseh. Sonen schönen Abgang unter 

Narkose hesch eigentlich nid verdient. Am schönschte wär, wenn di Ganzi Körper voll züschte 

wär. Würd schön di langsami qualvolli Abgang gniesse. Drmit du weisch, was du mir agrichtet 

hesch. Bi denn neugierig, wer di Alles im Natel wo du gspeichered hesch, bsuecht." B.____ 

antwortete nicht auf diese äusserst aggressive Schimpftirade. 

 

Anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 28. Januar 2019, mithin rund zwei Wochen vor 

den strafrechtlich zu beurteilenden WhatsApp-Nachrichten vom 14. Februar 2019, sagte die 

Privatklägerin aus, der Beschuldigte habe im Rahmen der therapeutischen Familienberatung 

vom 7. Januar 2019 um eine zweite Chance gebeten und ‒ bei Annahme ihrerseits ‒ einen 

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Seite 22  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Rückzug "all seiner Meldungen etc." annonciert. Da sie seinem Wunsch um Wiederaufnahme 

der Beziehung nicht nachgekommen sei, habe er sodann die KESB, Anwälte, Gerichtsverfahren 

und Betreibungen in Aussicht gestellt. Darauf habe sie ihn gebeten, mit den "Erpressungen" 

aufzuhören (Zeilen 270 ff. auf S. 11 des Protokolls der Einvernahme vom 28. Januar 2019 / 

act. 299). In derselben Einvernahme schilderte sie ferner eindrücklich die Furcht, welche er bei 

ihr hervorrufe: Vor dem Schlafengehen würde sie etwas vor ihre Tür stellen, um einen allfälligen 

Einbruch zu hören, da sie Angst habe, er oder einer seiner Kollegen könnte ihr etwas antun. Sie 

habe auch schon der Liegenschaftsverwaltung mitgeteilt, dass niemand die Haupteingangstür 

öffnen solle, ohne vorher nachzufragen, wer Einlass wünsche (a.a.O. Zeilen 308 ff. auf S. 12). 

Bei ihrer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 9. Juli 2019 beschrieb sie, dass die 

WhatsApp-Mitteilungen vom 14. Februar 2019 bei ihr die Angst ausgelöst hätten, die KESB 

könnte aufgrund der zahlreichen Betreibungen und eines allfälligen Privatkonkurses zum 

Schluss gelangen, es dürfe ihr kein Kind anvertraut werden (siehe dazu auch obige 

E. II./2.2.5.3). Auf zwei Fragen zu den Motiven und Zielen, welche den Berufungskläger ihrer 

Meinung nach zu solchen Äusserungen bewogen haben, gab sie zur Antwort (Zeilen 146 ff. auf 

S. 5 des Protokolls der Einvernahme vom 9. Juli 2019 / act. 317): "Weil er genau weiss, dass es 

das Einzige ist, wie er mich verletzen kann, wie ich ihn verletzt habe bei der Trennung. Aber 

wieso, keine Ahnung." / "Er löst in mir Angst aus, dass ich mein Kind verliere." 

 

Während die soeben wiedergegebenen, von der Kindsmutter mehrfach geäusserten Befürch-

tungen (Entzug oder Einschränkung des bisher von beiden Elternteilen ausgeübten Obhuts- 

und Sorgerechts aufgrund zahlreicher Betreibungen oder eines Privatkonkurses) substantiiert, 

frei von Widersprüchen, naheliegend und gerade in ihrer prekären (insbesondere finanziellen) 

Situation nachvollziehbar sind, vermögen die Ausführungen des Beschuldigten demgegenüber 

nicht zu überzeugen: Wenn er hinsichtlich den von seiner früheren Lebenspartnerin beschrie-

benen Angstzuständen zu Protokoll gibt, für ihn sei das von ihm selbst Geschriebene "nur Bla-

bla" ohne etwas dahinter, wobei es "sehr falsch" herüberkomme (Prot. Hauptverhandlung Kan-

tonsgericht S. 19; Zeilen 137 f. auf S. 4 des Protokolls der Einvernahme vom 24. Juni 2020 / 

act. 341), scheint er vor allem die von ihm ausgeübte Verbalgewalt im laufenden Strafverfahren 

herunterspielen zu wollen. Dass er vom Angedrohten schlussendlich nichts in die Tat umgesetzt 

hat, mag zutreffen, ändert an der vorliegenden Sachlage jedoch nichts. In diesem Zusammen-

hang sei auf seine Äusserung anlässlich der Einvernahme vom 24. Juni 2020 hingewiesen, wo-

nach er die Rechtsvorschläge gegen seine Betreibungen (damals) noch nicht habe beseitigen 

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lassen (a.a.O. Zeilen 147 f. auf S. 5 / act. 343). Folglich schloss er mindestens bis zu jenem 

Zeitpunkt ‒ nota bene mehr als 16 Monate nach den streitgegenständlichen Textnachrichten 

vom 14. Februar 2019 ‒ eine Verwirklichung des in Aussicht gestellten Übels keineswegs aus. 

Es erstaunt daher nicht weiter, wenn sich die Privatklägerin vor einer allfälligen Verwirklichung 

fürchtete. In Bezug auf die Aussage, seine Worte dürften nicht auf die Goldwaage gelegt wer-

den, da er damalig sehr emotional gewesen sei, wobei ein enttäuschter oder verletzter Mann 

noch viel sage ("Andere Männer sagen, sie würden sie umbringen." ‒ a.a.O. Zeilen 138 f. auf 

S. 4 f. / act. 341 und act. 343), muss entgegnet werden, dass erfahrungsgemäss einige Men-

schen, welche emotionsgetrieben agieren, gerade nach einer schmerzhaften Trennung zu ver-

pönten Handlungen gegenüber dem Ex-Partner oder der Ex-Partnerin neigen können, weshalb 

für die Adressatin solcher Schreiben sehr wohl ein sachlich begründeter Anlass besteht, diese 

ernst zu nehmen. Als unbehilflich erweist sich daher auch seine Behauptung, ein "Laie", der ihn 

nicht kenne, sei ‒ im Gegensatz zu B.____ ‒ ausserstande, seine WhatsApp-Nachrichten rich-

tig zu verstehen (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 21). Fürwahr ist zutreffend, dass 

Letztere in ihrer Antwort vom 14. Februar 2019 auch von einem "Deal" gesprochen hat. Freilich 

hat sie hierbei offensichtlich nur seine eigene Terminologie übernommen (Er: "Ich schloh dir 

H.____ zlieb e Deal vor [...]" / Sie: "Würdisch dä deal a nä wenn ich ihn dir mach?" ‒ act. 179), 

ohne seine Mitteilung als blossen Vorschlag im Hinblick auf eine gütliche Streitbeilegung aufzu-

fassen (vgl. auch supra E. II./2.2.5.3). Schliesslich wittert der Beschuldigte in der von seiner 

früheren Lebenspartnerin geäusserten Furcht die Absicht, ihn vor der KESB als "bösen Vater" 

hinzustellen (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 21; siehe auch seine E-Mail an die 

Staatsanwaltschaft vom 22. November 2020 / act. 189), wogegen allerdings die Tatsache 

spricht, dass nicht sie, sondern er am 10. Dezember 2018 ein Verfahren um Übertragung des 

alleinigen Sorge- und Obhutsrechts bei der KESB eingeleitet hat, weil sie ihre elterlichen Pflich-

ten vernachlässigt habe (S. 1 des Entscheids der KESB Birstal vom 24. September 2020 / 

act. 227). Rund eine Woche zuvor, am 2. Dezember 2018, hatte sie ihn per WhatsApp-Chat 

gefragt, weshalb er ihr "wieder drohe", worauf er zurückschrieb (act. 97): "Gib mir H.____ für 

IMMER und verschwind us unsrem Läbe" (hierzu bereits vorstehende E. II./2.2.5.4/iii.). 

 

2.2.5.5 Schliesslich rügt der Berufungskläger in tatsächlicher Hinsicht, die Vorinstanz hätte 

nach dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" seiner Version der Geschehnisse folgen 

müssen, zumal sich seine Darstellung und diejenige von B.____ widersprechen würden. Ge-

wiss gebietet die Rechtsparömie in dubio pro reo, im Zweifel von dem für den Beschuldigten 

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günstigeren Sachverhalt auszugehen (supra E. II/1.4). Indes kann vorliegend nicht unbesehen 

einzig auf seine eigenen Ausführungen abgestellt werden. Wie vorstehend erwogen, bestehen 

in den relevanten Punkten gerade keine Zweifel, dass sich die Sachlage eben anders präsen-

tiert, als er zu seinen Gunsten glaubhaft machen will. 

 

Der Vollständigkeit halber sei in diesem Zusammenhang noch folgende, ganz offensichtlich 

unwahre Aussage des Beschuldigten hervorgehoben: Als ihm anlässlich der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 24. Juni 2020 vorgehalten wurde, die Privatklägerin anlässlich 

des heftigen Streits vom 27. Dezember 2018 als "Schlampe" beschimpft zu haben, sagte er 

(Zeilen 42 f. auf S. 2 des entsprechenden Protokolls / act. 337): "So Fachausdrücke [sic!] würde 

ich sowieso nie brauchen, schon gar nicht in der Gegenwart meiner Tochter." Dabei hält die 

Polizei auf S. 2 ihres Rapports vom 27. Februar 2019 zum selben Vorfall Gegenteiliges fest 

(act. 73): "D.____ betitelte in diesem Gespräch B.____ als Hure. (...) D.____ wurde einmal 

freundlich auf die schlechtgewählte Wortwahl, in Anwesenheit seiner Tochter, aufmerksam ge-

macht. Dies ignorierte er bewusst und beschimpfte B.____ erneut als Hure und Schlampe (...). 

Er äusserte sich auch dazu, dass er überzeugt davon sei, dass seine Tochter von den Wörtern 

nichts mitbekommen würde. Wir [die beiden ausgerückten Polizeiangehörigen] versuchten ihm 

zu erklären, dass dies nicht so sei. Das Gespräch wurde in diesem Zusammenhang deutlich 

energischer und wir als Patrouille haben ihm zu verstehen gegeben, dass wenn er weiter so 

abschätzig vor seiner Tochter über B.____ spricht, könnte es einmal Einschränkungen geben 

bezüglich seines Sorgerechts der Tochter." Dagegen beinhalten die Aussagen der Privatkläge-

rin keine Auffälligkeiten, welche geeignet wären, ihre Glaubhaftigkeit massgeblich zu untergra-

ben. Anders als der Berufungskläger, welcher kategorisch jede Schuld von sich weist und hier-

bei sogar Evidentes in Abrede stellt, belastete sie ‒ immer noch betreffend die Auseinanderset-

zung vom 27. Dezember 2018 ‒ sich selbst, als sie ohne explizit danach gefragt zu werden ge-

genüber der Polizei angab, ihm damals zuerst eine Ohrfeige gegeben zu haben, weil er die ge-

meinsame Tochter im Streit zu Fall gebracht habe (Zeilen 54 bis 58 auf S. 3 f. des Protokolls 

der Einvernahme vom 28. Januar 2019 / act. 283 und act. 285). Damit bleibt kein Raum für die 

Anwendung des eingangs erwähnten Rechtsgrundsatzes, weshalb sich die Rüge dessen Ver-

letzung durch das Strafgericht als unbegründet erweist. 

 

2.2.5.6 Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte weder den Versand noch 

den Wortlaut der ihm vorgeworfenen WhatsApp-Nachrichten vom 14. Februar 2019 bestreitet 

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und selbst anerkennt, dass seine Formulierung etwas Erschreckendes hat. Auch wenn er die 

Absicht, B.____ unter Druck zu setzen, in Abrede stellt, spricht das Geschriebene offensichtlich 

nicht für einen Vorschlag im Sinne eines Kompromisses zur gütlichen Streitbeilegung. Vielmehr 

stehen der drohende und aggressive Tonfall sowie die ‒ für den Fall der Nichterfüllung seiner 

Forderung ("entweder... oder...") ‒ einlässlich wiedergegebenen, negativen Konsequenzen hin-

sichtlich der Kindesbetreuung, einer späteren Einbürgerung und ihrer selbständigen Erwerbstä-

tigkeit im Vordergrund. Dass er jegliches Fehlverhalten, teilweise selbst im klaren Widerspruch 

zu den Akten, von sich weist, spricht ebenso nicht für die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen. 

 

Der Vorinstanz ist mithin vollumfänglich beizupflichten, wenn sie im angefochtenen Urteil fest-

hält, der Sachverhalt sei dahingehend erstellt, dass der Beschuldigte versuchte, mit dem Inaus-

sichtstellen finanzieller und rechtlicher Nachteile Druck auf B.____ auszuüben, um sie zum Ver-

zicht auf das Obhuts- bzw. Sorgerecht über die gemeinsame Tochter zu veranlassen (dort 

E. II./1.3). 

 

 

2.3 Mehrfache sexuelle Belästigung zum Nachteil von C.____ 

2.3.1 Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 19. Januar 2022 

In der Anklageschrift vom 19. Januar 2022 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, seine damali-

ge Fahrschülerin C.____ während zahlreichen Fahrten im Zeitraum vom 21. Oktober 2019 bis 

zum 10. Dezember 2019 immer wieder in sexueller Absicht berührt zu haben, obwohl er wuss-

te, dass sie dies nicht wollte (dort Ziff. 3 Abs. 1). 

 

Des Weiteren soll er sie am 3. Dezember 2019 angewiesen haben, das Fahrschulauto zu par-

ken, worauf er den Zündschlüssel an sich genommen und ihr in sexueller Absicht mitgeteilt ha-

be, sie würden erst weiterfahren, nachdem sie ihn geküsst habe. Da sie hiermit nicht einver-

standen gewesen sei, habe er insistiert, und es sei zu einer fünfminütigen Diskussion zwischen 

ihnen beiden gekommen. Letztlich habe er den von ihr besetzten Fahrersitz nach hinten ge-

schoben und sich zu ihr gedreht. Erst als sie die Fahrertür geöffnet habe, um dieser Situation zu 

entfliehen, sei ihr der Zündschlüssel wieder ausgehändigt worden (a.a.O. Ziff. 3 Abs. 2). 

 

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Ferner wird dem Beschuldigten zur Last gelegt, am 10. Dezember 2019 C.____ erneut aufge-

fordert zu haben, das Fahrschulauto zu parken, worauf er sie gefragt haben soll, ob sie mit ihm 

etwas trinken gehen wolle. Nach Ablehnung seiner Einladung sei es zu einer neuerlichen Dis-

kussion gekommen, anlässlich derer er den Sitz seiner Fahrschülerin wiederum nach hinten 

geschoben habe. Wie bereits eine Woche zuvor habe sie sodann aussteigen wollen und in die-

ser Absicht die Fahrertüre geöffnet. Diesmal habe er sie jedoch an den Schultern gepackt und 

rücklings zurück in das Fahrzeug gezogen, wo er in sexueller Absicht wissentlich sowie willent-

lich versucht haben soll, sie zu küssen. Sie habe ihm gesagt, dass sie damit nicht einverstan-

den sei und sich schützend die Hände vor das Gesicht gehalten. Hernach habe er sie gegen 

deren Willen in sexueller Absicht an Oberschenkel und Gesäss berührt. Als sie wegen dieser 

Berührungen eine Hand von ihrem Gesicht genommen und versucht habe, ihn von sich wegzu-

stossen, sei es dem Beschuldigten gelungen, sie auf den Mund zu küssen (a.a.O. Ziff. 3 

Abs. 3). 

 

C.____ habe infolgedessen am 16. Dezember 2019 Strafantrag gestellt (a.a.O. Ziff. 3 Abs. 4). 

 

 

2.3.2 Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 18. November 2022 

Die Vorinstanz hat zusammenfassend erwogen, nach Würdigung aller aktenkundigen Beweis-

mittel ergebe sich ein Gesamtbild des Verhältnisses zwischen dem Beschuldigten als Fahrleh-

rer und C.____ als dessen Fahrschülerin: Aufgrund der Nachrichten privaten Charakters, wel-

che er ihr habe zukommen lassen sowie des von ihm initiierten Körperkontakts ohne jeglichen 

Zusammenhang zur erbrachten Fahrausbildung sei anzunehmen, dass er Interesse an ihr ge-

funden habe. Dies habe allerdings nicht auf Gegenseitigkeit beruht, was sie auch deutlich zum 

Ausdruck gebracht habe. Ihr Bruder E.____ sei ebenso vom Beschuldigten unterrichtet worden 

und habe versucht, Letzterem das Desinteresse seiner Schwester zu vermitteln. Die Aussagen 

von C.____ seien sehr detailreich ausgefallen, wobei sie den Berufungskläger nicht über Ge-

bühr belaste. Zudem habe sie keine Zivilforderungen gestellt, sodass kein Motiv für eine falsche 

Beschuldigung ersichtlich sei. Überdies seien die unangemessenen Berührungen von ihrem 

Bruder bestätigt worden, welcher dies vom Beschuldigten direkt erfahren habe. Dieser habe 

seinerseits sämtliche Vorwürfe bestritten und sich hierbei in Widersprüche verstrickt, weshalb 

auf die glaubhaften Angaben seiner Fahrschülerin abzustellen und der angeklagte Sachverhalt 

als erstellt zu betrachten sei (E. II./3.4 des angefochtenen Urteils). 

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2.3.3 Rügen und Darlegungen des Berufungsklägers 

2.3.3.1 Der Beschuldigte weist in seiner Berufungsbegründung vom 11. April 2023 sowie vor 

den Schranken des Kantonsgerichts jegliches Fehlverhalten gegenüber seiner damaligen Fahr-

schülerin C.____ von sich (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 24: "erschreckende Fan-

tasie") und rügt eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz. Als mögliche Be-

weise existierten ausschliesslich die Schilderungen der Involvierten, womit es "Aussage gegen 

Aussage" stehe. Nach dem Prinzip "im Zweifel für den Angeklagten" sei daher auch hinsichtlich 

dieser Vorwürfe seiner Version der Geschehnisse zu folgen (Ziff. 5 Abs. 1 der Berufungsbe-

gründung vom 11. April 2023; Ziff. 3 Abs. 1 und Abs. 9 f. des Parteivortrages vom 5. Juli 2023). 

 

2.3.3.2 C.____ argumentiere, dass sie trotz der angeblichen sexuellen Belästigungen die be-

reits bezahlte Anzahl Fahrstunden habe wahrnehmen wollen, doch der Beschuldigte habe stets 

‒ z.B. aufgrund von zwischenmenschlichen Differenzen ‒ nicht bezogene Ausbildungsstunden 

zurückerstattet. Weiter habe sie ihm einmal "Bitte nicht D.____ :-P" geschrieben, wobei der Zu-

satz ":-P" (Smiley, welches lächelnd die Zunge herausstrecke) nicht zur Antwort einer Person 

gehöre, welche sich sexuell belästigt fühle, sondern die auf ein Kompliment reagiere. Der Beru-

fungskläger sei eben charmant, was nicht verboten sei. Dass der Ehemann von C.____ sie zur 

zweiten Fahrstunde begleitet habe, stehe nicht im Zusammenhang mit einem ungebührlichen 

Verhalten des Beschuldigten, sondern liege an der Kontrollsucht des Ehegatten. Andernfalls 

wäre sie nicht mehr zur Fahrausbildung gekommen oder hätte die weiteren Fahrstunden so 

vereinbart, dass ihr Ehemann mitkommen könnte (Ziff. 5 Abs. 2 bis Abs. 4 der Berufungsbe-

gründung vom 11. April 2023; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 31; Ziff. 3 Abs. 1 und 

Abs. 4 f. des Parteivortrages vom 5. Juli 2023). 

 

Ferner sei es weder logisch noch nachvollziehbar, dass sich C.____ trotz der angeblichen Vor-

fälle immer wieder zum Berufungskläger in den Fahrschulunterricht begeben habe. Wäre es 

tatsächlich zu solchen Vorkommnissen gekommen, hätte sie umgehend den Fahrlehrer ge-

wechselt. Demgegenüber habe er ausgeführt, dass seine Textnachrichten Scherze gewesen 

seien. E.____ sei kein neutraler Zeuge und seine Aussagen seien nicht glaubhaft, da er ein 

enges Verhältnis zu seiner Schwester pflege und deren Version offensichtlich stützen wolle. 

Dennoch habe jener bei seiner Befragung bestätigt, der Beschuldigte würde oft scherzen. Auch 

habe er SMS-Mitteilungen von Letzterem an seine Schwester gesehen. Damit sei die Version 

des Berufungsklägers zu den Textnachrichten bestätigt worden. Im Übrigen könne sich dieser 

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als Fahrlehrer kein unangemessenes Verhalten erlauben. Seit Aufnahme seiner Tätigkeit im 

Jahre (...) habe er Hunderte von Frauen jeglichen Alters ausgebildet, sodass nicht ersichtlich 

sei, weshalb er ausgerechnet diese Fahrschülerin auf so primitive Weise sexuell belästigt ha-

ben soll, zumal seine Verlobte damals im siebten Monat schwanger gewesen sei. Anlässlich 

seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft habe er erfahren, dass C.____ eine Entschädi-

gung von CHF 950.00 geltend gemacht habe, wobei es sich just um denjenigen Betrag handle, 

welchen sie für die zehn gebuchten Fahrstunden habe zahlen müssen. Jene habe ihm gegen-

über auch betont, sie wolle aus finanziellen Gründen nach zehn Fahrstunden die Prüfung ab-

solvieren. E.____ habe dem Beschuldigten gesagt, der Ehemann seiner Schwester habe dieser 

lediglich CHF 1'000.00 für die Fahrausbildung und -prüfung gewährt. Vor Einreichung der Straf-

anzeige habe C.____ die Rückerstattung von CHF 950.00 vom Berufungskläger gefordert, da 

sie die Fahrprüfung nach der zehnstündigen Ausbildung nicht bestanden habe. Entgegen den 

Erwägungen der Vorinstanz habe sie demnach sehr wohl ein finanzielles Interesse gehabt, was 

ihre Glaubwürdigkeit offensichtlich untergraben würde (Ziff. 5 Abs. 5 der Berufungsbegründung 

vom 11. April 2023; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 26 ff.; Ziff. 3 Abs. 2 f. und Abs. 7 

des Parteivortrages vom 5. Juli 2023). 

 

Überdies ‒ so der Berufungskläger weiter ‒ sei die Schilderung des angeblichen Vorfalls vom 

10. Dezember 2019 im Fahrschulauto durch C.____ nicht glaubhaft: So soll er von rechts her 

ihre linke Seite festgehalten und gleichzeitig den Fahrersitz quasi in Liegeposition gebracht ha-

ben, was aus praktischen sowie mechanischen Gründen gar nicht möglich sei. Zudem wäre 

eine solche Attacke umgehend von Passanten bemerkt worden, wenn sich dies ‒ wie von ihr 

behauptet ‒ an der V.____ in W.____ abgespielt hätte (Ziff. 5 Abs. 6 der Berufungsbegründung 

vom 11. April 2023; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 28 in fine; Ziff. 3 Abs. 8 und 

Abs. 10 des Parteivortrages vom 5. Juli 2023). 

 

 

2.3.4 Berufungsantwort der Staatsanwaltschaft vom 14. April 2023 

Die Staatsanwaltschaft schliesst sich in ihrer Eingabe vom 14. April 2023 auch in Bezug auf 

diese Vorwürfe vorbehaltlos den vorinstanzlichen Erwägungen im angefochtenen Urteil (supra 

E. II./2.3.2) an und verzichtet auf eine eingehende Auseinandersetzung mit den berufungsklä-

gerischen Vorbringen. 

 

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2.3.5 Beweiswürdigung 

2.3.5.1 Dem Argumentarium des Beschuldigten, wonach es jeglicher Logik zuwiderlaufe, die 

Ausbildung bei einem Fahrlehrer, der sich solche Verfehlungen erlaube, weiterzuführen, kann 

nicht gefolgt werden: C.____ sagte sowohl gegenüber der Polizei (S. 2 in fine des Polizeirap-

ports vom 17./18. Dezember 2019 / act. 557) als auch anschliessend bei der Staatsanwaltschaft 

(Zeilen 77 f. auf S. 3 des Protokolls der Einvernahme vom 3. Februar 2020 / act. 585) überein-

stimmend aus, sie habe für das Gesamtpaket bezahlt gehabt und ihr Geld nicht verlieren wol-

len. Wie der Berufungskläger selbst vorbringt (Zeilen 54 f. des Protokolls der Einvernahme vom 

2. Juli 2020 / act. 607; Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 24 f.), scheint C.____ als 

nicht erwerbstätige, dreifache Mutter nicht in besten finanziellen Verhältnissen zu leben, wes-

halb die Absolvierung der Fahrausbildung gewiss eine monetäre Herausforderung für sie und 

ihre Familie darstellte. Erst recht, wenn sie von ihrem Ehemann unter Druck gesetzt worden 

sein sollte, deswegen die Prüfung nach lediglich zehn Fahrstunden mit einem Fahrlehrer zu 

bestehen (wie der Berufungskläger zu wissen beansprucht), scheint unter diesen Umständen 

einleuchtend, dass sie möglichst lange versuchte, den Ausbildungsgang beim Beschuldigten 

irgendwie durchzustehen. Nach dem Vorfall vom 10. Dezember 2019 war das Mass des Erträg-

lichen jedoch nachvollziehbarerweise endgültig überschritten, weshalb sie ihm drei Tage später 

schrieb, sie möchte die letzte Fahrstunde nicht mehr antreten bzw. auf das darauffolgende Jahr 

verschieben (act. 569; siehe auch Zeilen 266 bis 268 auf S. 7 des Protokolls der Einvernahme 

vom 3. Februar 2020 / act. 593 in fine). 

 

Der vom Beschuldigten erhobene Einwand, er würde im Falle eines Ausbildungsabbruchs oder 

Fahrlehrerwechsels die bis dahin nicht bezogenen Ausbildungsstunden zurückerstatten, ver-

mag daran nichts zu ändern, zumal es sich hierbei um eine blosse Behauptung handelt, welche 

überdies seinen eigenen Geschäftsbedingungen widerspricht. So besagt Punkt (...), Untertitel 

"(...)", in der Vereinbarung zwischen C.____ und der G.____ GmbH des Beschuldigten vom 

23. April 2019 (act. 627): "Die Vereinbarung ist nicht übertragbar. Bei Abbruch wird nichts zu-

rückerstattet." Mit ihrer Unterschrift auf dem Dokument hat sie die Kenntnisnahme dieses Rück-

erstattungsausschlusses attestiert. Dass der Berufungskläger gemäss eigenen Darstellungen 

dennoch entgegenkommenderweise pflegte, auf erstes Verlangen eines Fahrschülers hin nicht 

bezogene Fahrstunden auszuzahlen, erstaunt, zumal er ihr das Geld für die nie bezogene, letz-

te Fahrstunde offenbar bis heute nicht zurückerstattet hat (vgl. act. 593 und act. 595). Ob 

C.____ von dieser angeblichen Grosszügigkeit wusste, ist freilich eine andere Frage, für deren 

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Bejahung es keine Hinweise gibt. Der gemeinsamen Korrespondenz (act. 567 ff.) lässt sich 

nichts dergleichen entnehmen, und da sie nach der von ihm vertretenen Ansicht seine "Scher-

ze" gemocht habe (letzte Zeile auf S. 6 des Parteivortrages vom 5. Juli 2023), bestand für ihn 

auch keinerlei Anlass, eine allfällige Rückerstattung zu thematisieren. 

 

2.3.5.2 Dass C.____ den Berufungskläger aus pekuniären Gründen falsch beschuldigen könn-

te, überzeugt nicht. Im Rahmen seiner Einvernahme vom 2. Juli 2020 bei der Staatsanwalt-

schaft beantwortete er die Frage, weshalb sie denn alles erfinden sollte, dahingehend, dass er 

ihrem Bruder gesagt habe, er spiele mit dem Gedanken, ihren Ehemann anzuzeigen, weil die-

ser ihm nach dem Ereignis vom 10. Dezember 2019 per WhatsApp gedroht habe (Zeilen 200 

bis 202 auf S. 6 des entsprechenden Protokolls / act. 615). Demgegenüber schrieb er in seinem 

"Gesuch um Entschädigungs- und Genugtuungsforderung" an die Staatsanwaltschaft vom 

22. November 2021, seine damalige Fahrschülerin habe die Anzeige erstattet, weil sie den Be-

trag für die zehn Fahrstunden habe zurückfordern wollen. Sie habe finanzielle Probleme und 

würde von ihrem Ehemann unter Druck gesetzt (dort auf S. 1 / act. 827). Ähnliches machte er in 

seinem weiteren Brief an die Staatsanwaltschaft vom 25. November 2021 (dort auf S. 5 / 

act. 841) sowie anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (Prot. Hauptverhandlung 

Strafgericht S. 12 / act. S137) geltend. Bei der heutigen Konfrontation vor dem Berufungsgericht 

mit seinen zwei unterschiedlichen Versionen verstrickt er sich immer weiter in Widersprüche: 

Gemäss seiner ersten Aussage soll ihn der Bruder bzw. der Ehemann von C.____ zuerst be-

droht haben. Kurz darauf betont er hingegen, die bedrohlichen SMS-Nachrichten des Ehegatten 

seien erst bei ihm eingegangen, nachdem er eine Rückerstattung verweigert habe (Prot. Haupt-

verhandlung Kantonsgericht S. 27). 

 

Im bereits erwähnten Brief des Berufungsklägers vom 25. November 2021 steht zudem, der 

Ehegatte von C.____ habe ihm geschrieben, er wolle sein Geld zurückhaben, da sie keine zehn 

Fahrlektionen erhalten habe, sondern von ihm "angemacht" worden sei (dort auf S. 5 / act. 841). 

Diese elektronische Korrespondenz liegt vor (act. 567 ff.), wobei entgegen der Behauptung des 

Beschuldigten darin nirgends auch nur ansatzweise eine Rückerstattung gefordert wird. Viel-

mehr informierte ihn der Ehemann am 15. Dezember 2019, er gehe jetzt zur Polizei (20:08 Uhr) 

bzw. er habe nun Anzeige erstattet (20:58 Uhr / act. 573). 

 

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Ebenso ist bezeichnend, dass C.____ eine Rückerstattung des bezahlten Betrages zum ersten 

‒ und soweit ersichtlich auch einzigen ‒ Mal am Ende ihrer über zweistündigen Einvernahme 

vom 3. Februar 2020 bei der Staatsanwaltschaft erwähnt hat und dies auch nicht spontan von 

sich aus, sondern erst, nachdem sie von der einvernehmenden Person explizit nach allfälligen 

Zivilforderungen gefragt worden ist (Zeilen 279 ff. auf S. 8 des entsprechenden Protokolls / 

act. 595). Nach dem dort wiedergegebenen Wortlaut sagte sie lediglich, sie "fände es korrekt", 

wenn sie den ganzen Geldbetrag zurückerhalten würde, da es keine angenehmen Fahrstunden 

gewesen seien. Eine solche Rückerstattung erschiene denn auch durchaus legitim, zumal die 

bezahlten Ausbildungsstunden nicht deren eigentlichen Zweck gedient haben. Eine Zivilforde-

rung wurde von ihr aber schlussendlich gar nicht gestellt (vgl. Ziff. 3 der Anklageschrift vom 

19. Januar 2022). Ferner wurde von ihr und ihrem Bruder anlässlich ihrer jeweiligen Einver-

nahmen übereinstimmend angegeben, Letzterer habe auf eine eigene Rückforderung verzich-

tet, obwohl er noch nicht alle bezahlten Fahrstunden bezogen habe (Zeilen 159 ff. auf S. 4 f. 

des Protokolls der Einvernahme vom 3. Februar 2020 / act. 587 sowie act. 589; Zeilen 139 ff. 

auf S. 4 des Protokolls der Einvernahme vom 28. Juni 2021 / act. 649). Der Berufungskläger hat 

dies nie bestritten. 

 

2.3.5.3 Des Weiteren erhellt nicht im Geringsten, wie der Beschuldigte behaupten kann, 

C.____ habe seine "Scherze" in Wahrheit gemocht (so Ziff. 3 Abs. 10 auf S. 6 in fine des Par-

teivortrages vom 5. Juli 2023), und er habe sie "definitiv nicht angemacht" (Prot. Hauptverhand-

lung Kantonsgericht S. 31). Mehrere anzügliche Avancen von ihm und die dazugehörigen, ab-

lehnenden Reaktionen ihrerseits sind aktenkundig: So fragte er sie an einem Abend nach 21:00 

Uhr, was seine "Königin" mache, und ob sie sich am nächsten Tag verabreden wollten, worauf 

sie entgegnete, sie sei nur die "Königin" von "mi amor", also ihres Ehemannes. Er erwiderte, 

dies sei sie nun nicht mehr und erneuerte seine Anfrage (act. 621). An einem anderen Tag bat 

er sie um ein Foto von ihr, was sie mit den Worten "D.____, sag mir bitte solche Sachen nicht 

mehr" höflich, aber bestimmt zurückwies (act. 625). Als sie ihm drei Tage nach dem Vorfall vom 

10. Dezember 2019 mitteilte, sie wolle die nächste Fahrstunde erst im darauffolgenden Jahr 

absolvieren, schlug er vor, den neuen Termin um 20:00 Uhr im (...)-Restaurant zu besprechen. 

Diesem Ansinnen erteilte sie mit "Nein D.____" eine deutliche Abfuhr (act. 623). Dazu sagte ihr 

Bruder aus, der Berufungskläger habe ständig nach ihr gefragt und sie auch in dessen Anwe-

senheit per Telefon "angemacht" (Zeilen 46 f. auf S. 2 sowie Zeilen 107 f. auf S. 4 des Proto-

kolls der Einvernahme vom 28. Juni 2021). Ein solches Verhalten ist nicht "charmant", sondern 

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höchst aufdringlich. Es ist nicht ersichtlich, was den Berufungskläger veranlassen könnte, zu 

glauben, eine 19 Jahre jüngere, verheiratete Fahrschülerin und dreifache Mutter sage ihm zwar 

wiederholt "nein", meine in Wirklichkeit aber "ja", weshalb er berechtigt sei, seine plumpen An-

näherungsversuche fortzusetzen. 

 

Sowohl bei der Anzeigenerstattung am 16. Dezember 2019 als auch später im Rahmen ihrer 

Einvernahme vom 3. Februar 2020 hat C.____ sehr detailreich, stringent, nachvollziehbar, wi-

derspruchsfrei und damit glaubhaft dargelegt, wie sie bereits im Verkehrskundekurs, vor Auf-

nahme der praktischen Fahrausbildung, vom Beschuldigten mit anzüglichen Sprüchen sowie 

Einladungen eingedeckt worden ist, was ihr als verheiratete Frau sehr unangenehm war und sie 

veranlasste, ihren Ehemann um Begleitung zu den Fahrstunden zu bitten. K.____, ihr Ehegatte, 

bestätigte gegenüber der Polizei ihre Aussagen (act. 555 ff. und act. 581 ff.). Ihr Bruder E.____, 

welcher am 28. Juni 2021 als Zeuge einvernommen worden ist, legte dar, den Berufungskläger 

darauf hingewiesen zu haben, dass seine Schwester zurückhaltend und scheu sei, weshalb er 

nicht davon ausgehen dürfe, sie finde Gefallen daran, wenn er ihre Hand halte oder gar streich-

le und sie nicht ausdrücklich dagegen opponiere. Der Beschuldigte habe darauf entgegnet, er 

sehe in ihren Augen, dass sie "etwas möchte" (Zeilen 33 bis 59 auf S. 2 des entsprechenden 

Protokolls / act. 645). Fürwahr darf bei der Würdigung der Ausführungen von E.____ das Ver-

wandtschaftsverhältnis nicht ausgeblendet werden. Allein aus der Tatsache, wonach er und 

C.____ Geschwister sind und einander offenbar sehr nahestehen, folgt entgegen dem Stand-

punkt des Berufungsklägers (Ziff. 5 Abs. 5 der Berufungsbegründung vom 11. April 2023) je-

doch nicht ohne Weiteres, dass seine Aussagen per se als unglaubhaft zurückgewiesen werden 

müssten. Für deren Glaubhaftigkeit spricht, dass sie in allen wesentlichen Punkten mit denjeni-

gen seiner Schwester übereinstimmen, obwohl ihre Einvernahme am 3. Februar 2020 

(act. 581 ff.) und seine erst rund eineinhalb Jahre später am 28. Juni 2021 (act. 643 ff.) durch-

geführt worden ist. Zudem belasten beide den Beschuldigten auffallend nicht übermässig, ob-

wohl sie mehrfach Gelegenheit dazu gehabt hätten, indem C.____ etwa von einem bloss unab-

sichtlichen Schlag im Gesicht sprach und ihr Bruder nichts zu allfälligen Drohungen gegen sei-

ne Schwester sagen konnte. Sie hätte ohne Weiteres auch behaupten können, der Schlag sei 

ihr bewusst gegeben worden. Da die Untersuchungsbeauftragte E.____ zuerst informierte, sei-

ne Schwester solle nach deren eigenen Angaben vom Beschuldigten bedroht worden sein und 

ihn hernach fragte, was er darüber wisse, wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, solche Dro-

hungen zu bestätigen. Stattdessen antwortete er bloss: "Davon weiss ich nichts" (Zeilen 128 f. 

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auf S. 4 des Protokolls der Einvernahme vom 3. Februar 2020 / act. 587 bzw. Zeilen 156 

bis 158 auf S. 5 des Protokolls der Einvernahme vom 28. Juni 2021 / act. 651). Überdies aner-

kennt er gesagt zu haben, es wäre schön, wenn der Berufungskläger sein Schwager wäre (Zei-

len 82 ff. auf S. 3 des letztgenannten Einvernahmeprotokolls / act. 647). Inwiefern der Bruder 

die Version des Berufungsklägers hinsichtlich der Textnachrichten bestätigt haben soll, indem 

Ersterer bei seiner Befragung häufige Scherze und SMS-Mitteilungen des Beschuldigten an 

seine Schwester eingeräumt habe (Ziff. 5 Abs. 5 der Berufungsbegründung vom 11. April 2023), 

kann nicht nachvollzogen werden. Der angegebenen Stelle lässt sich nicht entnehmen, dass 

E.____ gesagt hätte, seine Schwester würde die "Scherze" des Berufungsklägers mögen. Viel-

mehr hat jener geschildert, immer gelacht zu haben, "als ob alles lustig wäre" (Zeilen 90 ff. auf 

S. 3 des Protokolls der Einvernahme vom 28. Juni 2021 / act. 647). Die Behauptung des Be-

schuldigten, wonach dieser Kollegen habe, welche K.____ bzw. E.____ "wehtun" könnten, be-

wegten Letzteren nach dessen Angaben aus Angst dazu, "mitzuspielen", nachdem er bis dahin 

auf das fehlende Interesse seiner Schwester hingewiesen habe (a.a.O. Zeilen 107 ff. auf S. 4 / 

act. 649). 

 

Aus dem Umstand, dass K.____ seine Ehefrau offenbar nur zu einer einzigen Fahrstunde be-

gleitet hat, vermag der Berufungskläger nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, da er aktiv die 

Präsenz von Begleitpersonen verhinderte: So sagte er in seiner Einvernahme vom 2. Juli 2020 

selbst aus, er habe von einer Anwesenheit des Ehegatten abgeraten, weil es hierfür "noch zu 

früh" gewesen sei und sie dadurch "nur nervöser" würde (Zeilen 56 ff. auf S. 2 des entspre-

chenden Protokolls). C.____ gab bei der Anzeigenerstattung am 16. Dezember 2019 gegen-

über der Polizei an, sie habe feststellen können, wie es ihrem Fahrlehrer "nicht passte", dass ihr 

Ehemann mitfahren wollte (act. 559). Ebenso hat der Beschuldigte anerkannt, die Gegenwart 

ihres Bruders im Fonds des Autos während ihren Fahrstunden nicht erlaubt zu haben, obwohl 

dieser auch bei ihm in Ausbildung war (a.a.O. Zeilen 55 f. auf S. 2). 

 

2.3.5.4 Ebenso wenig überzeugend ist das Vorbringen des Berufungsklägers, der Vorfall vom 

10. Dezember 2019 habe sich bereits aus mechanischen Gründen nicht so wie von C.____ ge-

schildert abspielen können, da in seinem damaligen Fahrschulwagen vom Typ L.____ mit ma-

nueller Sitzverstellung die Rückenlehne bei besetztem Fahrersitz angeblich gar nicht habe betä-

tigt werden können (Ziff. 5 Abs. 6 der Berufungsbegründung vom 11. April 2023; Prot. Haupt-

verhandlung Kantonsgericht S. 28; Ziff. 3 Abs. 8 des Parteivortrages vom 5. Juli 2023). Hierbei 

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verkennt er, dass C.____ nie von der Rückenlehne, sondern stets übereinstimmend von einem 

Zurückschieben (in Längsrichtung) ihres Sitzes gesprochen hat (Abs. 6 f. auf S. 3 des Polizei-

rapports vom 17./18. Dezember 2019 / act. 559; Zeilen 97 auf S. 3 und Zeile 122 auf S. 4 des 

Protokolls der Einvernahme vom 3. Februar 2020 / act. 585 bzw. act. 587). Wie der im Internet 

aufrufbaren Bedienungsanleitung des L.____ entnommen werden kann, befindet sich der hier-

für anzuhebende, grosse Hebel vorne unter dem Sitz, mithin zwischen den Unterschenkeln des 

Fahrers oder der Fahrerin. Dieser Hebel ist vom Beifahrersitz aus leicht zu bedienen; dies gilt 

umso mehr für eine Person, welche mit dem Fahrzeug bestens vertraut ist. Die von C.____ er-

wähnte "Liegeposition" (Zeilen 235 und 246 auf S. 7 des letztgenannten Einvernahmeproto-

kolls / act. 593) wurde auch nicht durch Verstellen der Rückenlehne, sondern durch Zurück-

schieben des Fahrersitzes erreicht, indem dadurch mehr Platz zwischen Fussraum und Sitzleh-

ne geschaffen worden ist. Es erscheint durchaus plausibel, dass sie sich infolgedessen in eine 

Art Liegeposition wiedergefunden hat, nachdem der Berufungskläger sie zurück ins Auto ge-

zerrt hatte. 

 

Ausserdem kann dem Argument des Beschuldigten, wonach es äusserst unwahrscheinlich er-

scheine, dass er an einem sehr belebten Ort wie der V.____ in W.____ ein solches Verhalten 

an den Tag legen würde (Ziff. 5 Abs. 6 der Berufungsbegründung vom 11. April 2023; Prot. 

Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 28; Ziff. 3 Abs. 8 des Parteivortrages vom 5. Juli 2023), 

nicht gefolgt werden: Auch hier verkennt er einerseits die tatsächlichen Aussagen von C.____, 

welche bei ihrer Anzeigenerstattung gemäss Polizeirapport vom 17./18. Dezember 2019 (dort 

Abs. 7 auf S. 3 / act. 559) nicht etwa die V.____, sondern den X.____platz als Tatort bezeichnet 

hat. Anlässlich ihrer Einvernahme vom 3. Februar 2020 bei der Staatsanwaltschaft gab sie so-

dann an, der Übergriff vom 10. Dezember 2019 sei "irgendwo zwischen V.____ und dem 

Y.____platz" geschehen (Zeilen 115 f. auf S. 4 des Protokolls der entsprechenden Einvernah-

me / act. 587). Der X.____platz liegt in W.____ ziemlich genau zwischen der V.____ im Süden 

und dem Y.____platz im Norden, wobei dort nota bene deutlich weniger Publikumsverkehr 

herrscht als an der V.____. Andererseits widerspricht sich der Berufungskläger mit dem ein-

gangs erwähnten Vorbringen auch selbst, zumal er im Rahmen seiner eigenen Einvernahme 

vom 2. Juli 2020 ausdrücklich anerkannt hatte, während der letzten Fahrstunde am 

10. Dezember 2019 mit ihr auf dem X.____platz parkiert zu haben. Nach seinen Angaben hät-

ten sie beide ‒ angeblich auf ihre Initiative hin ‒ eine halbe Stunde lang dort im Fahrzeug disku-

tiert, wie es mit der Fahrausbildung weitergehen solle, da das gebuchte Abonnement mit zehn 

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Fahrstunden aufgebraucht gewesen sei (Zeilen 68 ff. auf S. 3 sowie Zeilen 181 ff. auf S. 5 f. des 

Protokolls der Einvernahme vom 2. Juli 2020 / act. 615). 

 

2.3.5.5 Hinsichtlich der Geschehnisse vom 3. sowie 10. Dezember 2019 ist ferner hervorzuhe-

ben, dass sich die Aussagen des Beschuldigten bei der Berufungsverhandlung massgeblich 

von denjenigen anlässlich der strafgerichtlichen Hauptverhandlung und seiner Einvernahme 

vom 2. Juli 2020 unterscheiden: Während seine Ausführungen vor dem Strafgerichtspräsiden-

ten äusserst knapp ausfielen (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht S. 11 in initio / act. S135: 

"Sie kam dann zur letzten 10. Stunde und meinte, sie würde sich melden. Dann ist die Polizei 

gekommen."), gibt er vor der Berufungsinstanz eine viel ausführlichere Version zu Protokoll, 

wobei er namentlich erstmals zugibt, C.____ den Zündschlüssel weggenommen zu haben 

(Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 24 f.). In seiner staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 2. Juli 2020 hatte er eine Schlüsselwegnahme noch explizit bestritten (Zeilen 152 ff. 

auf S. 5 f. des entsprechenden Protokolls / act. 613 und act. 615). Zur Begründung seiner 

wechselhaften Darlegungen bringt er vor, ihm sei angeblich geraten worden, in dieser Situation 

von Aussage gegen Aussage ruhig zu bleiben und zu bestreiten, falls "der Herr Richter irgend-

etwas behaupten" würde, da die Gegenseite alles beweisen müsse (Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht S. 26). Damit könnten indes bestenfalls die wortkargen Schilderungen zu beiden 

Vorfällen vor dem Strafgericht erklärt werden, freilich offenkundig nicht die sich widersprechen-

den Äusserungen. 

 

2.3.5.6 Im Übrigen ist festzustellen, dass sich die heutigen Ausführungen des Beschuldigten 

vor Kantonsgericht auch in Bezug auf den Vorhalt, wonach er während der Fahrt immer wieder 

die Hand seiner Fahrschülerin genommen habe, diametral von seinen bisherigen unterschei-

den: In seiner Einvernahme vom 2. Juli 2020 bestritt er mehrfach jeglichen Körperkontakt. Es 

stimme nicht, dass er ihre Hand genommen und gesagt habe, sie müsse lernen, einhändig zu 

fahren (Zeilen 118 ff. auf S. 4 des entsprechenden Protokolls / act. 611). Dasselbe wiederholte 

er in der strafgerichtlichen Hauptverhandlung; er habe diese Frau noch nie angefasst (Prot. 

Hauptverhandlung Strafgericht S. 11 / act. S135), auch nicht während den Fahrstunden oder 

aus Versehen. Lediglich zur Verabschiedung soll sie ihn umarmt haben (a.a.O. S. 12 / 

act. S137). Mit den Aussagen von E.____ konfrontiert, wonach der Beschuldigte Letzterem er-

zählt habe, wie er ihre Hand genommen und gestreichelt hätte (Zeilen 37 ff. auf S. 2 des Ein-

vernahmeprotokolls vom 28. Juni 2021 / act. 645), anerkennt der Berufungskläger heute vor 

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dem Kantonsgericht nunmehr explizit, ihre Hand im Sinne einer "erzieherischen Massnahme" 

genommen, allerdings nicht gestreichelt zu haben. Er habe diese didaktische Methode entwi-

ckelt, um den Auszubildenden bewusst zu machen, dass beim Fahren beide Hände ans Lenk-

rad gehören. Bei ihr habe er immer wieder eingreifen müssen, da sie ihre Hand vom Lenkrad 

genommen habe. Zur Erklärung dieser weiteren Abweichung von seinen früheren Angaben 

bringt er vor, er habe bisher keine Gelegenheit gehabt, diese aktuelle Version vorzutragen 

(Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 30 ff.). In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte 

sowohl in seiner Einvernahme vom 2. Juli 2020 durch die Staatsanwaltschaft als auch vor den 

Schranken des Strafgerichts mit dem Vorwurf konfrontiert und hierbei ausdrücklich gefragt wor-

den ist, ob er ihre Hand genommen bzw. gehalten sowie gestreichelt habe, wirkt sein heutiger 

Erklärungsversuch ausgesprochen unbeholfen. 

 

Der Vollständigkeit halber sei abschliessend noch erwähnt, dass es sich hierbei nicht um die 

einzige sonderbare Aussage von Seiten des Beschuldigten über C.____ handelt. Als er vom 

Strafgerichtspräsidenten gefragt wurde, ob er ihr gegenüber geäussert habe, sie könnten ge-

meinsam ein Kind zeugen, gab er zur Antwort, dies sei "vielleicht eine Wunschvorstellung von 

ihr" gewesen (Prot. Hauptverhandlung Strafgericht S. 12 in initio / act. S137), bleibt jedoch eine 

nähere plausible Begründung zu dieser These schuldig. Des Weiteren beansprucht er anläss-

lich der heutigen Verhandlung zu wissen, dass sie unter Minderwertigkeitskomplexen sowie 

unter der Kontrollsucht ihres Ehemannes leide. Quasi als Therapie habe er ein Bild von ihr in 

seiner Fahrschule aufhängen wollen und sie daher um ein Foto gebeten. Er habe nur versucht, 

lieb zu ihr zu sein (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 29 f.). Schliesslich habe er als 

Fahrlehrer mit langjähriger Erfahrung "die tollsten Frauen (...), Frischfleisch [sic!], so 19-/20-

Jährige, welche [ihn] sicher auch nett gefunden hätten", unterrichtet, wobei es nie zu einem 

Vorfall gekommen sei. Daher sei für ihn unerklärlich, weshalb er so etwas mit einer verheirate-

ten Frau, überdies einer dreifachen Mutter, welche gar "nicht recht Deutsch" könne, riskieren 

sollte (a.a.O. S. 33). 

 

2.3.5.7 Nach Würdigung der Aussagen aller Involvierten ist summa summarum zu konstatie-

ren, dass diejenigen von C.____ sowie ihres Bruders E.____ in allen relevanten Punkten über-

einstimmend, nachvollziehbar und gespickt mit Realkennzeichen sind (namentlich belasten sie 

den Beschuldigten nicht übermässig, obwohl sie beide Gelegenheit dazu gehabt hätten). Ein 

finanzielles oder anderweitiges Motiv für eine falsche Anschuldigung ist nicht ersichtlich, zumal 

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C.____ keine Zivilforderung geltend macht und eine allfällige Rückerstattung der Fahrschulkos-

ten nur ein einziges Mal ‒ nämlich dann, als sie von der Staatsanwaltschaft explizit danach ge-

fragt worden ist ‒ überhaupt erwähnt hat. Ihr Bruder hat seinerseits gar auf eine Retribution für 

die von ihm zwar bezahlten, nach dem Vorfall vom 10. Dezember 2019 jedoch nicht mehr be-

zogenen Fahrstunden verzichtet. Demgegenüber hat der Berufungskläger im Verlaufe des Ver-

fahrens mehrfach seine Version der Geschehnisse geändert und dies mit abstrusen Vorbringen 

zu erklären versucht. Mithin erweisen sich seine Aussagen als erheblich weniger glaubhaft als 

diejenigen seiner damaligen Fahrschülerin und deren Bruders. Erhebliche, nicht zu unterdrü-

ckende Zweifel in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt liegen hier keine vor, weshalb 

kein Raum für eine Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo bleibt. In Übereinstimmung 

mit den vorinstanzlichen Erwägungen ist in tatsächlicher Hinsicht folglich erstellt, dass sich die 

zwei Vorfälle vom 3. Dezember 2019 sowie 10. Dezember 2019 entsprechend den Schilderun-

gen von C.____ abgespielt haben, und der Beschuldigte im Rahmen der erteilten Fahrstunden 

sie gegen ihren Willen geküsst sowie an Oberschenkel und Gesäss berührt hat. 

 

 

2.4 Üble Nachrede zum Nachteil von B.____ 

2.4.1 Zusatzanklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 11. Mai 2022 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Ziff. 1 Abs. 1 ihrer Zusatzanklageschrift vom 

11. Mai 2022 vor, am 25. August 2021 anlässlich eines Elternabends im Kindergarten seiner 

Tochter H.____ gegenüber der Drittperson M.____ wissentlich und willentlich geäussert zu ha-

ben, dass sich B.____ zu einem Mann ins Auto gesetzt habe, wo es zu sexuellen Handlungen 

zwischen den beiden gekommen sei, während das gemeinsame Kind alleine in der Wohnung 

geschlafen habe. Dem Chatverlauf zwischen der Kindsmutter und einer männlichen Person 

namens F.____, worauf der Beschuldigte Zugriff gehabt und seine Behauptung gestützt habe, 

könne jedoch nicht entnommen werden, dass es tatsächlich zu einem Treffen zwischen den 

beiden gekommen sei. Der Beschuldigte habe B.____ demnach gegenüber einem Dritten wider 

besseres Wissen eines unehrenhaften Verhaltens bezichtigt, welches geeignet gewesen sei, 

ihren Ruf zu schädigen. Am 24. September 2021 habe sie Strafantrag gestellt. 

 

  

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2.4.2 Urteil des Strafgerichtspräsidiums vom 18. November 2022 

Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil vom 18. November 2022 erwogen, der Beschuldigte sei ge-

ständig, gegenüber M.____ geäussert zu haben, B.____ würde sich ausserhalb des Hauses mit 

Männern treffen, während das gemeinsame Kind geschlafen habe. Jene habe zwar bestätigt, 

zwecks Vornahme von sexuellen Handlungen zu einem Mann ins Auto gestiegen zu sein. Ihren 

Angaben zufolge sei die Tochter damals allerdings bei ihren Eltern gewesen und nicht alleine in 

ihrer Wohnung zurückgelassen worden, was unter Berücksichtigung des Chatverlaufs zwischen 

ihr und der männlichen Person namens F.____ glaubhaft erscheine. Die entsprechenden 

WhatsApp-Nachrichten, worauf der Beschuldigte seine Behauptung ausschliesslich stütze, 

würden nicht belegen, dass seine ehemalige Lebenspartnerin die gemeinsame Tochter für ein 

Treffen mit F.____ dazumal tatsächlich alleine gelassen habe. Der zur Anklage gebrachte 

Sachverhalt sei demnach erstellt (E. II./4.3 des angefochtenen Urteils). Des Weiteren habe der 

Beschuldigte um die Ehrenrührigkeit seiner Behauptung gewusst, zumal er selbst geschildert 

habe, durch die Anwesenheit des neuen Partners von B.____ emotional hochgejagt worden zu 

sein und in der Folge emotionale Aussagen getätigt zu haben (a.a.O. E. II./4.4.2). 

 

 

2.4.3 Rügen und Darlegungen des Berufungsklägers 

2.4.3.1 In seiner Berufungsbegründung vom 11. April 2023 rügt der Beschuldigte eine unrichti-

ge Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz (dort Ziff. 4 Abs. 6). Die gegen ihn erhobenen 

Vorwürfe bestreitet er. Gegenüber M.____ will er lediglich geäussert haben, B.____ solle das 

Corona-Virus bekommen und daran sterben nach dem, was sie ihm angetan habe. Dies habe 

er gesagt, weil bei ihm die Emotionen hochgekommen seien, als er sie an jenem Abend in Be-

gleitung ihres neuen Freundes A.____ gesehen habe (a.a.O. Ziff. 4 Abs. 1). Indes führt er auch 

aus, gemäss Chatverlauf zwischen ihr und dem bereits erwähnten F.____ entspreche es nach-

weislich der Wahrheit, dass sie sexuellen Kontakt zu einem anderen Mann gehabt und die ge-

meinsame Tochter währenddessen geschlafen habe. Sexuelle Kontakte zu Männern habe sie 

in ihrer eigenen Einvernahme zudem selbst bestätigt (a.a.O. Ziff. 4 Abs. 2). Ferner weist der 

Berufungskläger darauf hin, dass sich er und die Kindsmutter in einem langjährigen Streit um 

den Wohnsitz der gemeinsamen Tochter befänden. Seine frühere Lebenspartnerin unternehme 

dabei immer wieder zivil- und strafrechtliche Vorstösse bei den Behörden, wobei mehrere Straf-

verfahren gegen ihn eingestellt worden seien (a.a.O. Ziff. 4 Abs. 3). 

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2.4.3.2 Anlässlich der heutigen kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung anerkennt der Beru-

fungskläger, M.____ mitgeteilt zu haben, dass sich B.____ zu einem Mann ins Auto gesetzt 

habe, wo es zu sexuellen Handlungen gekommen sei, während die Tochter H.____ alleine in 

der Wohnung geschlafen habe (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S. 34 f.). Möglicher-

weise sei er damals "auf 180" gewesen, weil die Kindsmutter "nichts Gescheiteres gewusst" 

habe, als mit ihrem neuen "Lover" A.____ dorthin zu gehen (a.a.O. S. 37). Seine Aussage an-

lässlich des Kindergarten-Elternabends stütze sich auf einen Chatverlauf zwischen seiner frühe-

ren Lebenspartnerin und F.____. Diese elektronische Korrespondenz habe er auf einem iPad, 

welches eigentlich ihm gehöre und sich in der Wohnung von B.____ befunden habe, konsultie-

ren können.