# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f14dc948-a6cc-5310-9d79-cceefe0f0e7e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.04.2015 200 2014 914
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-914_2015-04-23.pdf

## Full Text

200 14 914 AHV
SCJ/SCC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. April 2015

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern 
Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 5. September 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 29. Oktober 2013 erfolgte bei der A.________ eine Arbeitgeberkontrol-
le (Kontrollperiode 2008 bis 2012; Dossier der Ausgleichskasse des Kan-
tons Bern [AKB], Antwortbeilage [AB] 16). Gestützt darauf forderte die 
AHV-Zweigstelle der Stadt Bern Lohnbeiträge und Verzugszinsen nach (AB 
15). Da sich die A.________ damit nicht einverstanden erklärte, erliess die 
AHV-Zweigstelle der Stadt Bern am 31. Januar 2014 eine Nachzahlungs-
verfügung im Zusammenhang mit nicht bescheinigten Lohnbeiträgen für 
Mitarbeitende der A.________ (AB 12). Hiergegen erhob die A.________, 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Einsprache (AB 11). Sie bean-
tragte, die Verfügung vom 31. Januar 2014 sei betreffend die Nachzahlung 
von AHV-Beiträgen in der Höhe von Fr. 78‘282.20 aufzuheben. Sie brachte 
vor, die …-Tätigkeit stelle eine selbstständige Erwerbstätigkeit dar, weshalb 
die ausgerichteten Honorare nicht massgebenden Lohn darstellten, auf 
welchem AHV-Beiträge geschuldet seien. Sie beanstandete zudem die 
berücksichtigte Höhe der Lohnsumme eines ….

Mit Einspracheentscheid vom 5. September 2014 hiess die AHV-
Zweigstelle der Stadt Bern die Einsprache teilweise gut (AB 2). In den Er-
wägungen führte sie aus, bei drei … (C.________ [C.________], 
D.________ [D.________] und E.________ [E.________]), welche die per-
sönlichen Beiträge als selbstständig Erwerbende abrechneten, seien die 
Zahlungen von der Lohnsumme abzuziehen. Für die weiteren … seien kei-
ne Nachweise bezüglich einer selbstständigen Erwerbstätigkeit eingereicht 
worden, weshalb die diesen … ausbezahlten Beträge als massgebender 
Lohn zu qualifizieren und die Einsprache diesbezüglich abzuweisen sei. 
Zur beanstandeten Höhe der Lohnsumme von F.________ (F.________) 
bemerkte sie, dass ein Verschrieb im Rahmen der buchhalterischen Ab-
schlussarbeiten hätte entdeckt und korrigiert werden müssen. Da die 
Buchhaltung in dieser Form im Rahmen der Revision präsentiert worden 
sei, sei die verbuchte Lohnsumme verbindlich; diesbezüglich sei die Ein-
sprache abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 3

B.

Am 25. September 2014 erhob die A.________, vertreten durch Rechtsan-
walt B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. 
Sie beantragte, die Verfügung (richtig: Einspracheentscheid) vom 5. Sep-
tember 2014 betreffend die Nachzahlung von AHV-Beiträgen sie aufzuhe-
ben und es sei für die Jahre 2010 bis und mit 2012 Nachzahlungsbeiträge 
auf einer massgebenden Lohnsumme von Fr. 49‘495.-- festzusetzen. Even-
tualiter sei die Angelegenheit zur Neufestsetzung der Nachzahlungsbeiträ-
ge der Jahre 2008 bis und mit 2012 an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2014 beantragte die AKB, unter 
Hinweis auf eine Stellungnahme der AHV-Zweigstelle der Stadt Bern vom 
18. November 2014, die Beschwerde betreffend der Nachforderung der 
Lohnbeiträge für das Jahr 2008 sei wegen Verjährung gutzuheissen; wei-
tergehend (die Nachforderung der Beitragsjahre 2010 bis 2012 betreffend) 
sei die Beschwerde abzuweisen.

In der Replik vom 30. Januar 2015 und der Duplik vom 4. März 2015 hiel-
ten die Parteien, die AKB unter Hinweis auf eine Stellungnahme der AHV-
Zweigstelle der Stadt Bern vom 27. Februar 2015, an ihren Anträgen fest. 
Die Stellungnahme der AHV-Zweigstelle der Stadt Bern vom 27. Februar 
2015 wurde der Beschwerdeführerin am 17. März 2015 zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 4

11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 5. September 2014, 
worin – in teilweiser Gutheissung der gegen die Nachzahlungsverfügung 
vom 31. Januar 2014 erhobenen Einsprache – von der Beschwerdeführerin 
aufgrund einer Arbeitgeberkontrolle vom 29. Oktober 2013 paritätische So-
zialversicherungsbeiträge für die Jahre 2008 bis 2012 aufgrund einer Lohn-
summe von total Fr. 302‘823.25 nachgefordert wurden.

In der Beschwerdeantwort vom 25. November 2014 stellte die Beschwer-
degegnerin den Antrag, es sei auf eine Nachforderung der Lohnbeiträge für 
das Jahr 2008 ersatzlos zu verzichten, da für dieses Jahr zufolge Ver-
jährung keine Beiträge mehr nachgefordert werden könnten. Werden Bei-
träge nicht innert fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, für welches 
sie geschuldet sind, durch Erlass einer Verfügung geltend gemacht, so 
können sie nicht mehr eingefordert oder entrichtet werden (Art. 16 Abs. 1 
Satz 1 AHVG). Die Verfügung der Nachforderung für Beiträge des Jahres 
2008 erfolgte am 31. Januar 2014, weshalb die Beiträge nicht mehr einge-
fordert werden können. Da der Antrag der Sach- und Rechtslage entspricht 
(vgl. auch Stellungnahme der AHV-Zweigstelle Bern vom 18. November 
2014, S. 3), ist die Beschwerde soweit die Nachforderung von Lohnbeiträ-
gen für das Jahr 2008 betreffend gutzuheissen.

Gemäss Einspracheentscheid vom 5. September 2014 liegt für das Jahr 
2009 keine Nachforderung mehr vor (AB 2 S. 2). Streitig und zu prüfen ist 
somit die Rechtmässigkeit der Nachforderung von Lohnbeiträgen (Restfor-
derung von Fr. 45‘912.50 gemäss Stellungnahme der AHV-Zweistelle Bern 
vom 18. November 2014, S. 4) für die Jahre 2010 bis 2012.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 5

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger 
richtet sich u.a. danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Er-
werbseinkommen als solches aus selbstständiger oder aus unselbstständi-
ger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9 AHVG sowie Art. 6 ff. 
AHVV). Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt 
für in unselbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit ge-
leistete Arbeit; als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt 
nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in un-
selbstständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.

2.1.1 Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall 
selbstständige oder unselbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht auf-
grund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. 
Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivil-
rechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte 
für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlagge-
bend zu sein. Als unselbstständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu be-
trachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. ar-
beitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unter-
nehmerrisiko trägt. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen 
noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. 
Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte 
zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person 
jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beur-
teilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zutage treten, 
muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 6

konkreten Fall überwiegen (BGE 123 V 161 E. 1 S. 163; SVR 2012 AHV 
Nr. 6 S. 22 E. 5.2).

2.1.2 …, die – beispielsweise als „…“ – regelmässig bei …, sind 
grundsätzlich als unselbstständigerwerbend zu qualifizieren. Diejenigen, 
die aufgrund …, gelten hingegen als selbstständigerwerbend (Wegleitung 
über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO [WML], gültig ab 1. 
Januar 2008, Rz. 4068). Für die Beurteilung, ob eine selbstständige oder 
eine unselbstständige Tätigkeit vorliegt, ist hauptsächlich auf die … . Ent-
scheidend ist, ob … (WML Rz. 4066).

2.2 Nach Art. 5 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 AHVG werden vom Einkom-
men aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit, dem massgebenden Lohn, 
Beiträge erhoben.

Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt für in unselbstständiger Stellung 
auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende 
Lohn umfasst auch Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, 
Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen 
und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen 
Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen (Art. 5 Abs. 2 AHVG). Zum 
massgebenden Lohn gehören begrifflich sämtliche Bezüge des Arbeitneh-
mers und der Arbeitnehmerin, die wirtschaftlich mit dem Arbeitsverhältnis 
zusammenhängen, gleichgültig, ob dieses Verhältnis fortbesteht oder auf-
gelöst worden ist und ob die Leistungen geschuldet werden oder freiwillig 
erfolgen. Als beitragspflichtiges Einkommen aus unselbstständiger Er-
werbstätigkeit gilt somit nicht nur unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit, 
sondern grundsätzlich jede Entschädigung oder Zuwendung, die aus dem 
Arbeitsverhältnis bezogen wird, soweit sie nicht kraft ausdrücklicher gesetz-
licher Vorschrift von der Beitragspflicht ausgenommen ist (BGE 139 V 50 
E. 2.1 S. 52). 

2.3

2.3.1 Die Ausgleichskassen haben die Arbeitgeber periodisch auf die 
Einhaltung ihrer gesetzlichen Pflichten zu kontrollieren (Art. 68 Abs. 2 
AHVG; Art. 162 und 163 AHVV). Ergibt die Kontrolle, dass Löhne nicht de-
klariert worden sind oder von bestimmten Leistungen, die ganz oder teil-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 7

weise als Lohnzahlungen zu betrachten sind, keine Beiträge entrichtet wur-
den, so hat die Ausgleichskasse die nicht bezahlten Beiträge nachzufor-
dern (Art. 39 AHVV; Entscheid des eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute Bundesgericht] vom 7. Februar 2003, H 56/01, E. 4.1).

2.3.2 Erlässt eine Ausgleichskasse im Gebiet der paritätischen Beiträge 
eine Verfügung, so stellt sie eine Beitragsschuld sowohl des Arbeitgebers 
wie des Arbeitnehmers fest (Art. 4 und 5 sowie Art. 12 und 13 AHVG). Ar-
beitgeber und Arbeitnehmer sind in gleicher Weise betroffen, weshalb die 
Verfügung im Hinblick auf die Wahrung des rechtlichen Gehörs grundsätz-
lich beiden zu eröffnen ist. Ausnahmen von diesem Grundsatz sind nach 
der Rechtsprechung indessen dort zugelassen, wo der Ausgleichskasse 
aus praktischen Gründen die Zustellung von Verfügungen an die Arbeit-
nehmenden nicht zugemutet werden kann. Dies trifft beispielsweise zu, 
wenn es sich um eine grosse Zahl von Arbeitnehmenden handelt, wenn 
sich der Wohnsitz der Beschäftigten im Ausland befindet oder wenn es sich 
lediglich um geringfügige Beiträge handelt (BGE 113 V 1 E. 2 S. 3 mit Hin-
weisen). Diese Grundsätze gelten nicht nur, wenn das Beitragsstatut oder 
die Natur einzelner Zahlungen streitig ist, sondern auch bei nachträglichen 
Lohnerfassungen, wenn umstritten ist, ob bestimmte Vergütungen zum 
massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG gehören (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 6. August 2012, 9C_295/2012, E. 2.1.1).

2.3.3 Ist eine Beitragsverfügung nur dem Arbeitgeber eröffnet worden und 
hat dieser Beschwerde erhoben, so hat das erstinstanzliche Gericht – aus-
ser in den genannten Ausnahmefällen – entweder den Arbeitnehmenden 
beizuladen oder die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese 
durch Zustellung der Beitragsverfügung an den oder die betroffenen Ar-
beitnehmenden deren Verfahrensrechte wahrt (Entscheid des BGer vom 
6. August 2012, 9C_295/2012, E. 2.1.2).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin nahm am 29. November 2013 eine Ar-
beitgeberkontrolle vor und forderte nicht bezahlte Beiträge nach (vgl. AB 
16). Gemäss der Nachzahlungsverfügung vom 31. Januar 2014 wurden 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 8

Beiträge für die nachträgliche Erfassung von …, welche in der A.________ 
… sind, nachgefordert, wobei die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, 
dass es sich bei diesen … um eine unselbstständige Tätigkeit handelte. 
Strittig sind Beiträge auf Honoraren für die Jahre 2010 und 2011 für 
G.________ (AB 12 S. 1; richtig G.________ [vgl. Beschwerdebeilage {BB} 
10a S. 3], eigentlich EL G.________) sowie für das Jahr 2012 für die … 
H.________, I.________, J.________, K.________, L.________, 
F.________ und G.________ (AB 12 S. 2). Die Beschwerdeführerin macht 
geltend, aufgrund der Vielzahl und Häufigkeit der … in der ganzen Schweiz 
an diversen Standorten seien die … keine … (zum Begriff: vgl. E. 2.1.2 
hiervor); es seien deshalb die Voraussetzungen für eine unselbstständige 
Erwerbstätigkeit erfüllt und die entsprechenden Nachzahlungen seien auf-
zuheben. Die Beschwerdegegnerin wiederum geht davon aus, dass die 
Häufigkeit und Regelmässigkeit der … bei der Beschwerdeführerin dafür 
sprächen, dass es sich um … handle. Die Beschwerdeführerin habe zudem 
bis jetzt keine Nachweise eingereicht, dass sich die … als selbstständig 
Erwerbende bei einer Ausgleichskasse angemeldet hätten.

Es ist erstellt, dass die Nachzahlungsverfügung vom 31. Januar 2014 
(AB 12) sowie der angefochtene Einspracheentscheid vom 5. September 
2014 (AB 2) lediglich der Beschwerdeführerin, nicht jedoch den betroffenen 
Arbeitnehmern eröffnet worden ist. Die Beschwerdegegnerin führte diesbe-
züglich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. September 2014 
aus, die Verfügung sei nur der Arbeitgeberin eröffnet worden auf Grund der 
grossen Zahl der Arbeitnehmenden (AB 2 S. 1).

Erlässt eine Ausgleichskasse eine Verfügung bezüglich paritätischer Bei-
träge, so ist diese im Hinblick auf die Wahrung des rechtlichen Gehörs 
auch den Arbeitnehmenden zu eröffnen. Dies gilt auch bei nachträglichen 
Lohnerfassungen, wenn umstritten ist, ob bestimmte Vergütungen zum 
massgebenden Lohn gehören (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Ein Ausnahmefall liegt 
aus den nachfolgenden Gründen nicht vor: Aufgrund der Höhe der ange-
gebenen Lohnsumme (AB 2 S. 2) bzw. der nachgeforderten Beiträge (Rest-
forderung gemäss Stellungnahme der AHV-Zweigstelle Bern vom 18. No-
vember 2014, S. 4) kann nicht von einer Geringfügigkeit der Beiträge ge-
sprochen werden. Eine Ausnahme läge laut Rechtsprechung vor, wo der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 9

Ausgleichskasse aufgrund einer grossen Zahl von Arbeitnehmenden die 
Zustellung von Verfügungen an die Arbeitnehmenden nicht zugemutet wer-
den kann; dabei lässt die Rechtsprechung offen, welche Menge betroffener 
Personen im Allgemeinen als grosse Anzahl zu qualifizieren ist. Zu prüfen 
ist jeweils im Einzelfall, ob der Ausgleichskasse das Erstellen und der Ver-
sand der Verfügungen an die Arbeitnehmer aus praktischen Gründen zu-
gemutet werden kann (vgl. EVG H 56/01, E. 5.1). In der Rechtsprechung 
wurden Ausnahmefälle bei 45 betroffenen Arbeitnehmern (EVG H 56/01, E. 
5.1) und bei sechs betroffenen Maklern (BGE 9C_295/2012, E. 2.4) ver-
neint. Vorliegend sind lediglich die obgenannten sieben Arbeitnehmer be-
troffen. Es ist auch nicht nachgewiesen, dass sich der Wohnsitz der Be-
schäftigten im Ausland befindet. Die Revisionsstelle stellte anlässlich der 
Kontrolle fest, dass die Honorare der … lediglich unter … verbucht wurden; 
weiter wurde ausgeführt, der Arbeitgeber habe entgegen der Zusicherung 
die Namen und Adressen nicht bekannt gegeben (AB 16 [Ergänzungsbe-
richt]). Mit Schreiben vom 19. Juni 2014 ging die Beschwerdegegnerin – 
aufgrund eines fehlenden Gegenberichts der Beschwerdeführerin – davon 
aus, dass die obgenannten … bei keiner Ausgleichskasse als selbstständig 
Erwerbende angeschlossen seien (AB 5). Weitere Abklärungen betreffend 
Zustelladressen der betroffenen Arbeitnehmer hat die Beschwerdegegnerin 
jedoch nicht getroffen. Sie verzichtete auch auf eine Zustellung der Verfü-
gung vom 31. Januar 2014 und des angefochtenen Einspracheentscheids 
vom 5. September 2014 (AB 2) zuhanden des betroffenen F.________ 
(F.________), dessen Zustelladresse zumindest bekannt ist (AB 20; vgl. 
auch BB 6).

Unter diesen Umständen ist das rechtliche Gehör der betreffenden Arbeit-
nehmer verletzt worden. Eine Heilung mittels Beiladung kommt nicht in 
Betracht, ist es doch nicht Sache des Gerichts, anstelle der Beschwerde-
gegnerin Abklärungen hinsichtlich der Zustelladresse der … zu treffen. Der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 5. September 2014 ist – soweit die 
Jahre 2010 bis 2012 betreffend – aufzuheben und die Sache ist an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese durch Zustellung der Bei-
tragsverfügung an die betroffenen Arbeitnehmer deren Verfahrensrechte 
wahre. Dabei wird die Arbeitgeberin zur Abklärung der Namen der … und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 10

deren Zustelladressen auf ihre Mitwirkungspflicht (Art. 28 Abs. 1 ATSG) 
aufmerksam gemacht.

3.2 Die Beschwerde ist insofern gutzuheissen, als in Aufhebung des 
angefochtenen Einspracheentscheids der AHV-Zweigstelle Bern vom 
5. September 2014 die Nachforderung von Lohnbeiträgen für das Jahr 
2008 ersatzlos aufgehoben wird. Soweit weitergehend ist der angefochtene 
Einspracheentscheid der AHV-Zweigstelle Bern vom 5. September 2014 
ebenfalls aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre und neu 
verfüge. 

4.

4.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die obsiegende 
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 
ATSG). Diese ist gestützt auf die – eben noch – angemessene Kostennote 
von Rechtsanwalt B.________ vom 23. März 2015 (Honorar von 
Fr. 4‘883.20, zuzüglich Auslagen von Fr. 126.-- und Mehrwertsteuer von 
Fr. 400.75) auf Fr. 5‘409.45 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. April 2015, AHV/14/914, Seite 11

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als in Aufhebung des an-
gefochtenen Einspracheentscheids der AHV-Zweigstelle Bern vom 
5. September 2014 die Nachforderung von Lohnbeiträgen für das Jahr 
2008 aufgehoben wird. Soweit weitergehend wird der angefochtene 
Einspracheentscheid der AHV-Zweigstelle Bern vom 5. September 
2014 ebenfalls aufgehoben und die Sache wird an die Beschwerde-
gegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfah-
re und neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 5‘409.45 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.