# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 465a15d4-69fd-5aec-9f04-52833f5b5482
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.12.2022 SB220030
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220030_2022-12-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB220030-O/U/hb 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castrovilli 

und Ersatzoberrichterin lic. iur. Jeker sowie Gerichtsschreiber MLaw 

Andres 

 

Urteil vom 6. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Erstberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Privatkläger und Zweitberufungskläger 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Kauf,  

Anklägerin und Drittberufungsklägerin 

 

betreffend versuchter Mord    
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
8. Dezember 2021 (DG210109) 
 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 9. Juli 2021 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20/5). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 48 S. 113 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2.  Vom Vorwurf des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und 

Ziff. 4 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.  

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 

290 Tage durch Auslieferungs- und Untersuchungshaft erstanden sind.  

 Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte seit 

30. September 2020 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 12 Jahre des Landes 

verwiesen. 

6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet.  

7. Die folgenden mit Verfügung vom 9. Juli 2021 beschlagnahmten Gegen-

stände  

a) iPhone in roter Hülle (A013'641'559) 
b) iPhone weiss (A013'641'662) 
c) iPhone schwarz inkl. Ladekabel (A013'641'775) 
d) Notizblock rot (A013'641'811) 

- 4 - 

e) 2 Notizzettel (A013'641'833) 
f) Unterlagen Flug Paris-Santo Domingo (A013'641'844) 

 werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei Monate da-

nach auf erstes Verlangen dem Beschuldigten herausgegeben. Bei unge-

nutztem Ablauf dieser Frist werden sie der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen. 

8. Die folgenden mit Verfügung vom 9. Juli 2021 beschlagnahmten Gegen-

stände  

a) 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy (A013'330'897) 
b) 1 Mobiltelefon Samsung (A013'330'922) 
c) 1 Tablet PC (A013'330'933) 
d) Schuhe weiss (A013'330'944) 

 werden C._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei 

Monate danach auf erstes Verlangen herausgegeben. Bei ungenutztem Ab-

lauf dieser Frist werden diese Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernich-

tung überlassen. 

9. Das mit Verfügung vom 9. Juli 2021 beschlagnahmte Mobiltelefon iPhone 

(A013'278'927) wird dem Privatkläger nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen herausgegeben. 

Bei ungenutztem Ablauf dieser Frist wird es der Lagerbehörde zur Vernich-

tung überlassen.  

10. Die folgenden unter der Referenznummer K191201-015/76885148 beim Fo-

rensischen Institut Zürich lagernden Asservate  

− Tatort Fotografie (A013'278'290) 

− DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'303) 

− IRM-Fotografie (A013'278'870) 

− DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'881) 

− DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'892) 

− Vergleichs-WSA (A013'278'905) 

- 5 - 

− DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'916) 

− Herrenbekleidung (A013'277'695) 

− Herrenjacke (A013'331'005) 

− DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'091) 

− DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'104) 

− DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'171) 

− DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'193) 

− DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'217) 

 werden – mit Ausnahme des Sackes mit Herrenbekleidung (A013'277'695) 

und der Herrenjacke (A013'331'005) – nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

liegenden Entscheides durch die Lagerbehörde vernichtet. Der Sack mit 

Herrenbekleidung (A013'277'695) sowie die Herrenjacke (A013'331'005) 

werden dem Privatkläger nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides 

bis drei Monate danach auf erstes Verlangen herausgegeben. Bei ungenutz-

tem Ablauf dieser Frist wird dieser der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen. 

11. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers hinsichtlich der Schuhe der 

Marke Valentino, Ledergurt Marke Louis Vuitton, iPhone 10X wird nicht ein-

getreten.  

12. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers hinsichtlich Goldkette, gol-

denes Armband und Sonnenbrille Marke Dita wird abgewiesen.  

13. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers hinsichtlich der Jacke Marke 

Philipp Plein sowie der Narbenbehandlung wird auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen.  

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 5'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 1. Dezember 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

- 6 - 

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 
Fr. 3'020.00   Kosten Kantonspolizei 
Fr. 6'499.45   Gutachten Untersuchung 
Fr. 6'030.00   Auslagen Untersuchung 

Fr. 38'301.05   Entschädigung amtliche Verteidigung  

Fr. 14'537.10   Entschädigung Rechtsvertreter Privatklägerschaft 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. 

17. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerschaft wer-

den auf die Gerichtskasse genommen.  

18. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als 

amtlicher Verteidiger mit insgesamt Fr. 38'301.05 (inkl. MwSt., abzüglich 

Akontozahlungen von total Fr. 22'024.45) aus der Gerichtskasse entschä-

digt. 

19. Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als 

unentgeltlicher Rechtsvertreter der Privatklägerschaft mit Fr. 14'537.10 (inkl. 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

- 7 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 68 S. 1 f.; Prot. II S. 23) 

1. Das Urteil der Vorinstanz vom 8. Dezember 2021 sei betreffend Ziff. 1, 

3, 4, 5, 6, 14 und Ziff. 16 aufzuheben. 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des versuchten Mordes i.S.v. Art. 

112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

3. Der Beschuldigte sei der einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 

StGB schuldig zu sprechen. 

4. Er sei dafür zu einer bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufge-

schobenen Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu verurteilen, unter An-

rechnung sämtlicher erstandener Haft, und aus der Haft zu entlassen. 

5. Der Beschuldigte sei für die erlittene Haft angemessen zu entschädi-

gen. 

6. Von der Anordnung einer Landesverweisung sei abzusehen. 

7. Von der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Infor-

mationssystem sei abzusehen. 

8. Die Zivilforderungen des Privatklägers seien abzuweisen. 

9. Die Kosten des Verfahrens inkl. diejenigen des Berufungsverfahrens 

seien ausgangsgemäss aufzuerlegen, wobei die Kosten der amtlichen 

Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen seien. 
 

- 8 - 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 70 S. 2) 

1. Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 8. Dezem-

ber 2021 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei mit einer Freiheits-

strafe von 13 Jahren zu bestrafen. 

2. Dispositivziffer 5 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei für 15 Jahre 

des Landes zu verweisen. 

3. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.  

 

c) Des Vertreters der Privatklägerschaft: 

(Urk. 69 S. 1) 

1. Es sei die vom Bezirksgericht Zürich zugesprochene Genugtuung in 

Höhe von Fr. 5'000.- (zuzüglich 5% Zins ab 1. Dezember 2019) ange-

messen zu erhöhen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten des 

Berufungsklägers, bzw. der Staatskasse. 

 

_________________________________ 

- 9 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1.  Hinsichtlich des Prozessverlaufs bis zum Abschluss des erstinstanzlichen 

Verfahrens kann auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid der 

9. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich verwiesen werden (Urk. 48 S. 8 ff.). Mit 

dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil vom 8. Dezember 2021 

sprach die Vorinstanz den Beschuldigten des versuchten Mordes schuldig und 

bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren. Zudem wurde eine Landes-

verweisung von 12 Jahren und die Ausschreibung im Schengener Informations-

system (SIS) angeordnet. Vom Anklagevorwurf des qualifizierten Raubes wurde 

der Beschuldigte freigesprochen. Darüber hinaus entschied die Vorinstanz über 

die vom Privatkläger gestellten Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren, be-

fand über die beschlagnahmten Gegenstände und regelte die Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen (Urk. 48 S. 113 ff.).  

2.1.  Gegen das mündlich eröffnete Urteil (vgl. Prot. I S. 18 f.) liess der Be-

schuldigte mit Eingabe vom 9. Dezember 2021 rechtzeitig Berufung anmelden 

(Urk. 41), gefolgt von der Privatklägerschaft ebenfalls am 9. Dezember 2021 

(Urk. 42) und von der Staatsanwaltschaft  am 13. Dezember 2021 (Urk. 44). Nach 

Erhalt des begründeten Urteils, welches am 14. Januar 2022 an die Parteien ver-

schickt wurde (Urk. 47/1-3), reichte die Vertretung des Privatklägers am 

20. Januar 2022 (Urk. 49) sowie die Staatsanwaltschaft am 25. Januar 2022 

(Urk. 50) und die Verteidigung am 1. Februar 2022 (Urk. 52) fristgerecht die Beru-

fungserklärung ein. Anschlussberufungen wurden keine erhoben (Urk. 53; 

Urk. 55). 

2.2.  In der Folge wurden die Parteien auf den 6. Dezember 2022 zur Beru-

fungsverhandlung vorgeladen (Urk. 58). Am 14. September 2022 wurde von Am-

tes wegen bei der zuständigen Justizvollzugsanstalt ein Führungsbericht über den 

sich im vorzeitigen Strafvollzug befindlichen Beschuldigten angefordert (Urk. 60). 

Dieser ging am 18. November 2022 bei der erkennenden Berufungskammer ein 

- 10 - 

(Urk. 65) und wurde umgehend den Parteien zur Kenntnisnahme gebracht 

(Urk. 66). 

3.  An der Berufungsverhandlung zog der Privatkläger hinsichtlich der Dispo-

sitivziffer 13 (Verweisung Schadenersatzklage auf den Zivilweg) seine Berufung 

teilweise zurück (Urk. 69 S. 1), wovon Vormerk zu nehmen ist. Im Übrigen stellten 

die Parteien die eingangs aufgeführten Anträge. 

II. Prozessuales 

1.  Der Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren einen vollumfängli-

chen Freispruch von Schuld und Strafe einschliesslich der sich daraus ergeben-

den Neuregelung der Nebenfolgen (Urk. 52). Die Staatsanwaltschaft appelliert ih-

rerseits gegen die Bemessung der Strafe und die Dauer der Landesverweisung 

(Urk. 50). Schliesslich richtet sich die Berufung des Privatklägers gegen einen Teil 

der Entscheide über seine Zivilbegehren (Urk. 49). In Rechtskraft erwachsen ist 

das vorinstanzliche Urteil folglich einzig hinsichtlich der Dispositivziffern 2 (Frei-

spruch vom Anklagevorwurf des Raubes), 7 bis 10 (Verwendung der beschlag-

nahmten Gegenstände resp. der aufbewahrten Asservate), 11 und 12 (Schaden-

ersatz), 15 (Kostenfestsetzung; vgl. dazu Prot. II S. 23), 17 (Regelung der Kosten 

der Privatklägervertretung) sowie 18 und 19 (Bemessung der Entschädigung für 

die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Privatklägervertretung), was vor-

ab mittels Beschluss festzustellen ist (BSK StPO II-EUGSTER, Art. 402 StPO N 2). 

2.  Von keiner Seite wurden Vorfragen aufgeworfen oder Beweisanträge ge-

stellt. Demgemäss erweist sich die Strafsache als spruchreif, wobei bereits an 

dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass sich das urteilende Gericht nicht mit al-

len Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr kann sich die Berufungsinstanz 

auf die für ihren Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 

146 IV 297 E. 2.2.7; BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil Bun-

desgericht 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020, E. 2.5 m.w.H.). 

- 11 - 

III. Sachverhalt 

1.  Soweit im Berufungsprozess noch relevant, wird dem Beschuldigten zu-

sammengefasst vorgeworfen, sich des versuchten Mordes schuldig gemacht zu 

haben, indem er in besonders skrupelloser Weise am Morgen des 1. Dezember 

2019 den Privatkläger in einen Hinterhof im Bereich des Lokals "D._____" an der 

E._____-Str. … in Zürich geführt habe, wo er dem ahnungslosen und schutzlos 

ausgelieferten Privatkläger unvermittelt mit einem Messer insgesamt 

19 Stichbewegungen zuerst in die linke Halsseite und anschliessend in dessen 

Oberkörper versetzt habe, wovon 15 Stiche zu Verletzungen geführt hätten, ohne 

dass dabei aber lebenswichtige Organe oder Strukturen betroffen gewesen seien 

(Urk. 20/5 S. 2 ff.).  

2.  Der Beschuldigte hat im bisherigen Verlauf des Verfahrens anerkannt, 

dass er zum eingeklagten Zeitpunkt zusammen mit dem Privatkläger und weiteren 

Personen im E._____-Strassenquartier unterwegs war. Von ihm in Abrede gestellt 

wird allerdings, dass er den Privatkläger mit mehreren Messerstichen verletzt ha-

ben soll. Vielmehr macht der Beschuldigte geltend, dass er plötzlich vom Privat-

kläger und dessen Begleiter angegriffen worden sei, die ihn ausgeraubt hätten. 

Dagegen habe er (der Beschuldigte) sich zur Wehr gesetzt. Es sei zu einem Ge-

rangel gekommen, bei dem er das behändigt habe, was er gerade zu fassen be-

kommen habe, vermutlich die Scherbe einer Glasflasche. Möglicherweise habe er 

damit – so der Beschuldigte – die beim Privatkläger festgestellten Verletzungen 

verursacht. Diesen Standpunkt bestätigte der Beschuldigte im Wesentlichen auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 14 ff.). Zu den Verletzungen füg-

te er an, es tue ihm leid, dass er den Privatkläger verletzt habe, aber er habe sich 

gegen diesen verteidigen müssen, als er am Boden gelegen und mit Schlägen 

und Flaschen angegriffen worden sei (Prot. II S. 19, 21). Ferner bestritt er, unver-

letzt geblieben zu sein. Er sei nach dem Angriff auf ihn selber am ganzen Körper 

verletzt gewesen (Prot. II S. 19). 

3.  Die Vorinstanz hat die Beweismittel, auf denen der Anklagevorwurf gegen 

den Beschuldigten basiert, vollständig aufgelistet und dabei zutreffend erwogen, 

dass die Beweisabnahme korrekt erfolgt ist, weshalb der Verwertbarkeit der vor-

- 12 - 

handenen Beweise nichts entgegensteht (Urk. 48 S. 14 ff, S. 21). Insbesondere 

wurden im angefochtenen Entscheid die Aussagen sämtlicher Beteiligter in Bezug 

auf die sachlich relevanten Inhalte umfassend und ausführlich wiedergegeben, 

sodass in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vorab darauf verwiesen werden 

kann (Urk. 48 S. 21 ff.). Auf die einzelnen Aussagen ist nachfolgend daher nur 

noch ergänzend bzw. konkretisierend einzugehen. Des Weiteren hat die Vo-

rinstanz die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung im Strafprozess im 

Wesentlichen korrekt dargelegt (Urk. 48 S. 17 ff.). Auf diese zutreffenden Erwä-

gungen kann verwiesen werden, dies mit der Korrektur, dass die Vorinstanz hin-

sichtlich des Grundsatzes "in dubio pro reo" fälschlicherweise auf Art. 10 Abs. 1 

StPO (Unschuldsvermutung) verweist (Urk. 48 S. 18), obwohl dieser Grundsatz in 

Art. 10 Abs. 3 StPO geregelt ist.  

4.1.  Mit Bezug auf die Vorgeschichte, die zum eingeklagten Ereignis geführt 

hat, ist unter Verweis auf die schlüssige und nachvollziehbare Begründung der 

Vorinstanz zunächst als erstellt zu betrachten, dass sich der Beschuldigte (in den 

Akten u.a. als "A1._____", "A2._____" oder "A3._____" bezeichnet), der Privat-

kläger (von den Beteiligten auch "B1._____" genannt), dessen Begleiter F._____ 

(teilweise mit "F1._____" resp. "F2._____" angeredet) sowie der gemeinsame 

Bekannte G._____ (der sich "G1._____" oder "G2._____" nennen liess) und eine 

fünfte Person (wohl H._____) in der Nacht vom 30. November auf den 

1. Dezember 2019 anfänglich zusammen im Club "I._____" vergnügten. Zudem 

ist unbestritten, dass die Gruppe um ca. 06.00 Uhr zur nahegelegenen "D._____" 

übersiedelte, um dort weiterzufeiern. Entgegen der Anklage lässt sich dabei nicht 

nachweisen, dass es der Beschuldigte war, der den Vorschlag machte, in dieses 

Lokal zu wechseln. Hingegen ist angesichts einhelliger Auffassung aller Beteilig-

ten erstellt, dass sie sich zunächst alle gemeinsam in den Terrassenbereich des 

Lokals begaben, wo G._____ vorausging, um an die Türe des Hintereingangs zu 

klopfen. Ebenso ist erstellt, dass dieser in der Folge F._____ aufforderte, zur 

Haupteingangstüre auf der Strassenseite zu gehen, um dort um Einlass zu bitten 

(zum Ganzen: Urk. 48 S. 68 ff.).  

- 13 - 

4.2.  Darüber, was sich im Folgenden zugetragen hat, gehen die Sachdarstel-

lungen des Privatklägers und seines Begleiters einerseits sowie jene des Be-

schuldigten und teilweise von G._____ demgegenüber diametral auseinander. 

Darauf wird nachstehend noch im Einzelnen einzugehen sein. Fest steht jeden-

falls, dass der Privatkläger kurz vor 07.20 Uhr im Auto zum Stadtspital Triemli ge-

fahren wurde, wo er infolge mehrerer Stich- und Schnittverletzungen am Oberkör-

per unverzüglich operiert wurde (vgl. Urk. 01/01 S. 2).  

5.1.  Auch bei der Beurteilung des eigentlichen Tatgeschehens hat sich die  

Vorinstanz mit der Beweislage eingehend auseinandergesetzt und diese im Er-

gebnis einer überzeugenden Würdigung unterzogen. Namentlich hat sie sich mit 

der Glaubwürdigkeit und der Glaubhaftigkeit jeder einvernommenen Person de-

tailliert befasst und die einzelnen Aussagen inhaltlich sorgfältig gewürdigt (Urk. 48 

S. 30 ff., S. 36 ff., S. 48 f., S. 53, S. 56 f., S. 59 ff.). Darüber hinaus hat sie es 

auch nicht unterlassen, die vorhandenen Sachbeweismittel ebenso überzeugend 

und angemessen in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen (vgl. Urk. 48 

S. 63 ff.).  

5.2.1. So unterschlägt die Vorinstanz keineswegs, dass die Aussagen des Pri-

vatklägers tatsächlich einige Widersprüche und Ungereimtheiten aufweisen. Wie 

im angefochtenen Entscheid zutreffend erwogen, lässt sich ein Teil derselben – 

etwa ob man zu dritt oder zu viert (resp. allenfalls sogar zu fünft) vom "I._____" 

zur "D._____" disloziert ist und ob der Privatkläger nun mangels genügend Kraft 

oder wegen des Schocks keine Zeit gehabt habe, sich gegen den Angriff des Be-

schuldigten zu wehren, und ob während des Angriffs etwas zu ihm gesagt worden 

sein soll – jedoch nachvollziehbar damit erklären, dass der Privatkläger zum Zeit-

punkt der Blutentnahme im Krankenhaus einen massiven Alkoholisierungsgrad 

von 2.11 bis 2.33 Gewichtspromille aufwies, womit bekanntlich erhebliche Ein-

schränkungen der Wahrnehmungsfähigkeit einhergehen können (Urk. 48 S. 38 f.). 

Ebenso hat die Vorinstanz plausibel dargelegt, dass das scheinbar uneinheitliche 

Aussageverhalten des Privatklägers hinsichtlich der Position, in der er sich befun-

den hat, als der Angriff erfolgte – einmal spricht er davon, dass er noch in Bewe-

gung gewesen sei, um zum Hintereingang der "D._____" zu gelangen, und ein-

- 14 - 

mal, dass er bereits stillgestanden sei, weil man darauf gewartet habe, dass die 

Türe aufgemacht werde –, darauf zurückzuführen ist, dass sich der inkriminierte 

Übergriff just in der Zeitspanne abspielte, die den Übergang markiert vom Mo-

ment, als er gerade mit dem Beschuldigten den Hinterhof des Lokals erreicht hat-

te, und denjenigen, als man Halt machte und die Rückmeldung abwarten wollte, 

ob der Gruppe doch noch Einlass ins Lokal gewährt wird (Urk. 48 S. 39 f.). Dar-

über hinaus ist mit der Vorinstanz nicht zu verkennen, dass der Privatkläger teil-

weise auch seltsame Aussagen gemacht hat, etwa wenn er die untersuchungs-

führende Staatsanwältin auffordert, gegen G._____ gut zu ermitteln, weil nicht fair 

sei, dass jener in Freiheit sei, oder wenn dieselbe die Höchststrafe gegen die Tä-

ter verhängen solle, handle es sich doch bei den betreffenden Personen um un-

menschliche Mörder. Auch diesbezüglich wird im angefochtenen Entscheid indes-

sen konzis ausgeführt, dass das genannte Aussageverhalten einerseits das ein-

geklagte Kerngeschehen nicht beschlägt und andererseits letztlich als Ausdruck 

der privatklägerischen Frustration über das erlittene Unrecht zu werten ist (Urk. 48 

S. 40).  

5.2.2. Unbehelflich ist sodann, wenn die Verteidigung auf weitere Unstimmigkei-

ten im privatklägerischen Aussageverhalten hinweist. So ist zunächst nicht er-

sichtlich, inwiefern die angeblich wahrheitswidrige Behauptung des Privatklägers, 

wonach er in Zürich noch nie in eine körperliche Auseinandersetzung involviert 

gewesen sei (so die Verteidigung in Urk. 37 Rz 18), für die vorliegende Strafsache 

von Relevanz sein soll, nachdem aus dem von der Verteidigung zitierten Ent-

scheid der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. November 2018 einzig hervor-

geht, dass eine Strafuntersuchung nicht anhand genommen wurde, weil der Pri-

vatkläger den Strafantrag betreffend Drohung und Körperverletzung gegen die 

beschuldigte Person zurückgezogen hat (Urk. 16/01). Dasselbe gilt in Bezug auf 

die von der Verteidigung als unglaubhaft eingestuften Aussagen, gemäss denen 

der Privatkläger den Beschuldigten nicht wie angegeben in Spanien kennenge-

lernt, sondern erstmals in Luzern auf der Strasse spontan angesprochen haben 

soll (Urk. 37 Rz 17). Zum gleichen Ergebnis führt auch das Vorbringen, der Pri-

vatkläger habe einmal erwähnt, fast einen Lungendurchstich erlitten zu haben, 

was nachweislich nicht stimme (Urk. 68 S. 5), ist doch der Privatkläger, der im-

- 15 - 

merhin auch Stichverletzungen am Brustkorb erlitt, selber keine medizinische 

Fachperson. Ohnehin wäre eine solche Verlautbarung einzig als geringfügige 

Übertreibung zu betrachten, die jedenfalls nicht dazu geeignet ist, die Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen massgeblich in Zweifel zu ziehen.  

5.2.3. Ferner ist unerheblich, ob der Privatkläger nach dem eingeklagten Vorfall 

den Tatort verlassen hat, weil er vor der Polizei fliehen wollte, wie dies vom Be-

schuldigten vorgebracht wird (Urk. 04/14 S. 5), und ob der Privatkläger bei seiner 

Aufnahme im Spital davon gesprochen hat, dass ihm seine Verletzungen von vier 

Unbekannten zugefügt worden seien, wie dies von der Verteidigung geltend ge-

macht wird (Urk. 37 Rz 22; Urk. 68 S. 5 f.). Daraus kann höchstens abgeleitet 

werden, dass der Privatkläger bestrebt war, im ersten Moment das Einschalten 

der Polizei zu verhindern. Dies bedeutet aber nicht, dass der Privatkläger, nach-

dem die Strafuntersuchung eröffnet worden war und er sich den Strafverfolgungs-

behörden stellen musste, hinsichtlich des Kerngeschehens unglaubhaft ausge-

sagt hätte. Im Übrigen spricht der Umstand, dass er zunächst den Kontakt mit der 

Polizei vermeiden wollte und gegenüber der Spitalbelegschaft keine Angaben 

machte, die auf die Identität des Beschuldigten schliessen lassen, gerade gegen 

die von Letzterem immer wieder vorgetragene These, wonach es einem Verhal-

tensmuster des Privatklägers entspreche, andere gezielt in eine tätliche Ausei-

nandersetzung zu verwickeln und daraus dann Kapital zu schlagen, indem er sie 

mit einer Strafanzeige unter Druck setzt und Geldforderungen an sie stellt 

(s. hinten E. III. 5.3.4.).  

5.2.4.  Des Weiteren kann der Verteidigung zwar beigepflichtet werden, wenn 

sie darauf hinweist, dass der Privatkläger in mehreren Einvernahmen angegeben 

habe, beim Angriff des Beschuldigten in den Würgegriff genommen worden zu 

sein, was von der rechtsmedizinischen Beurteilung her keinerlei Bestätigung ge-

funden habe (Urk. 37 Rz 19, Rz 25). Gleichzeitig fokussiert die Verteidigung auch 

stark darauf, dass der Privatkläger klar der Lüge überführt worden sei, als er aus-

gesagt habe, dass ihm bei der Tat auch noch mehrere Wertgegenstände – u.a. 

eine Halskette und ein Armreif – entwendet worden seien, habe sich doch her-

ausgestellt, dass der Privatkläger die Schmuckstücke noch auf sich getragen ha-

- 16 - 

be, als er ins Spital eingeliefert worden sei (Urk. 37 Rz 3 ff., Rz 15 f., Rz 20; 

Urk. 68 S. 5). Dies erweckt in der Tat den Eindruck, als habe der Privatkläger den 

erlittenen gewalttätigen Übergriff mit dem behaupteten Würgegriff umfangmässig 

aggravieren wollen und als habe er bewusst auch Vorgänge geschildert, die sich 

nicht ereignet haben. Zwar ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese unzutref-

fenden privatklägerischen Behauptungen die Glaubhaftigkeit seines Aussagever-

haltens negativ tangieren. Allerdings ist hierzu zum einen zu sagen, dass bereits 

die Anklageschrift keine Umschreibung eines Würgevorgangs enthält, ebenso wie 

hinsichtlich des Anklagevorwurfs des qualifizierten Raubes bereits vor Vorinstanz 

ein Freispruch erging, der unangefochten blieb und damit in Rechtskraft erwach-

sen ist (s. vorn E. II. 1.). Beides stellt somit nicht Gegenstand des Berufungsver-

fahrens dar. Zum anderen ändert all dies nichts daran, dass der Privatkläger mit 

Bezug auf das anklagerelevante Kerngeschehen konstant, in sich stimmig und 

widerspruchsfrei beschrieben hat, wie der Beschuldigte ihn unvermittelt angegrif-

fen hat, als sie im Hinterhofbereich der "D._____" zu zweit zurückblieben, und ihm 

mit einem Messer die erlittenen Verletzungen zugefügt hat (vgl. Urk. 03/02 S. 2 f.; 

Urk. 03/08 S. 2 f., S. 4, S. 8 ff., S. 21), und diese Aussagen insbesondere durch 

objektive Sachbeweise validiert werden können (vgl. dazu nachfolgend E. 5.2.6.), 

weshalb – trotz der genannten Ungereimtheiten – im Wesentlichen auf diese ab-

gestellt werden kann.  

5.2.5. Kommt hinzu, dass die privatklägerischen Aussagen mit denjenigen sei-

nes damaligen Begleiters F._____ übereinstimmen, konnte dieser doch über 

mehrere Einvernahmen hinweg in den Grundzügen gleichbleibend, detailliert und 

lebensnah bestätigen, dass er – als er von der Vordertüre der "D._____" an der 

Strassenseite zum Hinterhof des Lokals zurückkehrte – gesehen hat, wie der Be-

schuldigte mit einem Messer auf den Privatkläger einsticht (Urk. 05/05 S. 2, 

S. 4 f.; Urk. 05/07 S. 4; Urk. 05/10 S. 4, S. 9 f.). Angesichts des glaubhaften In-

halts seiner Aussagen ist im Übrigen eher von untergeordneter Bedeutung, dass 

F._____ und der Privatkläger unbestrittenermassen einander kennen (vgl. Urk. 48 

S. 53). Entsprechend leuchtet nicht ein, was die Verteidigung daraus ableiten 

möchte, wenn sie geltend macht, die beiden würden sich so gut kennen, dass der 

Privatkläger nach seiner Entlassung aus dem Spital sogar bei F._____ logierte 

- 17 - 

(Urk. 37 Rz 48). Auch aus dem Umstand, dass Letzterer anlässlich der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 8. April 2020 im Rahmen der freien Schilde-

rung des Vorfalls zunächst angab, das Stechen selber nicht gesehen zu haben, 

dass er die beiden (Privatkläger und der Beschuldigte) aber "so eng zusammen" 

gesehen habe, sodass er gedacht habe, sie würden Spielereien mit den Händen 

treiben (Urk. 05/10 S. 4), während er in den beiden vorherigen Einvernahmen an-

gegeben habe, gesehen zu haben, wie der Beschuldigte gestochen habe, vermag 

die Verteidigung (Urk. 68 S. 8 f.) nichts Entscheidendes zu ihren Gunsten abzulei-

ten. Zum einen hatte F._____ in den beiden tatnäheren Angaben glaubhaft ge-

schildert, dass er das Einstechen auf den Privatkläger beobachtet hatte. Zum an-

dern demonstrierte er auch in der fraglichen staatsanwaltschaftlichen Einvernah-

me im Rahmen der nachfolgenden Detailbefragung – in Übereinstimmung mit 

seinen tatnächsten Depositionen (vgl. Urk. 48 S. 50) – wie er aus seiner Position 

die Stichbewegungen des Beschuldigten wahrgenommen und diese anfänglich 

als Spielerei interpretiert habe, nachdem der Privatkläger während des Angriffs 

nicht geschrien habe und sich auch sonst ganz ruhig verhalten habe (Urk. 05/10 

S. 9, F/A 57 ff., insbesondere Protokollnotiz, ferner S. 15 F/A 106). Ein eigentli-

cher Widerspruch zu seinen früheren Aussagen ist darin – entgegen der Verteidi-

gung – somit nicht auszumachen. Im Übrigen ist es unzutreffend, wenn die Ver-

teidigung F._____ unterstellt, er habe erst bei der besagten staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme vom 8. April 2020 erstmals ausgesagt, dass er vom Beschul-

digten den Satz "dafür bin ich hergekommen" vernommen habe, nachdem dieser 

mit dem Zustechen gegen den Privatkläger aufgehört habe (Urk. 37 Rz 49). Ak-

tenkundig ist vielmehr, dass F._____ ebendiesen Ausspruch des Beschuldigten 

schon in den ersten beiden polizeilichen Befragungen vom 13. Dezember 2019 

und vom 11. Februar 2020 von sich aus wiedergegeben hatte (Urk. 05/05 S. 6; 

Urk. 05/07 S. 4).  

5.2.6. Eine entscheidende Validierung erfahren die Schilderungen des Privat-

klägers und von F._____ zudem durch die Erkenntnisse in den beiden IRM-

Gutachten vom 25. Mai 2020 und vom 8. Oktober 2020. Demnach halten die 

rechtsmedizinischen Sachverständigen fest, dass es sich bei den insgesamt 

15 Verletzungen an der linken Halsseite, an der linken Schulter sowie am Brust-

- 18 - 

korb und im Bauchraum des Privatklägers am ehesten um Schnittverletzungen 

handelt, die durch einen scharfen Gegenstand wie ein Messer entstanden sein 

können (Urk. 07/15 S. 9). Zudem bejahen die Sachverständigen die Vereinbarkeit 

des angetroffenen Verletzungsbilds mit den Schilderungen des Privatklägers, wo-

nach ihm der Beschuldigte zunächst mit einem Messer in den Hals gestochen hat, 

als man nebeneinander ging und der Beschuldigte seitlich zu ihm stand, und an-

schliessend die weiteren Stichverletzungen zugefügt hat, als er (der Privatkläger) 

mit dem Rücken an eine Wand angelehnt war und der Beschuldigte frontal vor 

ihm stand (vgl. Urk. 07/19 S. 5). Angesichts der Wundmorphologie, welche auf ein 

adynamisches Tatgeschehen schliessen lasse, erscheinen sodann die Aussagen 

des Privatklägers, wonach er beim Zustechen nicht körperlich fixiert worden sei, 

als möglich und plausibel (Urk. 07/19 S. 5 f.). Im Weiteren wird anhand der 

Wundmorphologie in Übereinstimmung mit den privatklägerischen Angaben ein 

Messer oder ein messerähnliches Werkzeug als geeigneter Gegenstand einge-

stuft, um die entstandenen Stich- und Schnittverletzungen zu verursachen 

(Urk. 07/19 S. 6). Ebenso lässt sich die Sachdarstellung des Privatklägers und 

von F._____ mit dem Befund des FOR-Gutachtens vom 25. Februar 2021 in Ein-

klang bringen, gemäss welchem die Beschädigungen an der Jacke und den übri-

gen Kleidungsstücken, welche der Privatkläger zum eingeklagten Zeitpunkt trug, 

mit der Verwendung eines Messers als Stichwaffe erklärbar sind, genauso wie 

das Spurenbild stark dafür spricht, dass die Beschädigungen nicht durch den Pri-

vatkläger selber, sondern durch eine andere Person verursacht wurden (vgl. Urk. 

07/23 S. 29). Ein Grund, der Anlass geben könnte, diese schlüssigen fachkundi-

gen Einschätzungen in Frage zu stellen, ist nicht ersichtlich. Insbesondere ist da-

mit auch der Einwand der Verteidigung widerlegt, wonach der Privatkläger sich 

die Verletzungen auch selber beigebracht haben könnte (Urk. 37 Rz 27; Urk. 68 

S. 15 f.).  

5.2.7. Ergänzend ist schliesslich auf die Aussagen von J._____ (von den Betei-

ligten auch "J1._____" genannt) hinzuweisen. Dabei handelt es sich um den Zel-

lengenossen des Beschuldigten im Gefängnis Zürich, der zugleich aber auch über 

F._____ mit dem Privatkläger bekannt war und sich zum Zeitpunkt des eingeklag-

ten Vorfalls im nahegelegenen Club "I._____" aufgehalten hatte (Urk. 48 S. 56). 

- 19 - 

J._____ berichtet sowohl in seiner polizeilichen Befragung vom 15. April 2020 als 

auch in der staatsanwaltschaftlichen Zeugeneinvernahme vom 16. Juli 2020 da-

von, dass er vom Beschuldigten während der gemeinsamen Zeit in der Gefäng-

niszelle erfahren habe, dass er den Angriff auf den Privatkläger tatsächlich verübt 

habe. Es sei nicht geplant gewesen. Vielmehr sei man betrunken gewesen und er 

habe aus einem Impuls heraus gehandelt, weil der Privatkläger sich geweigert 

habe, die Rechnung in der "D._____" zu übernehmen. Für die Tat habe er ein 

kleines Taschenmesser benützt – von der Aussageperson als "Kugelschreiber-

schneider" bzw. "Federschneide" bezeichnet –, das er (der Beschuldigte) bei sich 

gehabt habe (Urk. 05/11 S. 5, S. 8; Urk. 05/15 S. 8, S. 11). Zwar stellen J._____s 

Schilderungen klassische Aussagen vom Hörensagen dar. Die Berücksichtigung 

solcher Aussagen im Rahmen der strafprozessualen Beweiswürdigung ist nach 

der Gerichtspraxis indessen keineswegs untersagt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1043/2021 vom 9. Juni 2022, E. 2.4 m.w.H.). Entsprechend runden die besag-

ten Angaben J._____s das Bild ab, dass der Privatkläger in der eingeklagten 

Nacht vom Beschuldigten mit einem taschenmesserähnlichen Objekt verletzt 

wurde, das als Stichwaffe eingesetzt wurde.  

5.2.8. Insgesamt betrachtet erweisen sich die Aussagen des Privatklägers hin-

sichtlich des eigentlichen Kerngeschehens demgemäss als glaubhaft. Auch nach 

umfassender Überprüfung der Beweislage rechtfertigt es sich daher, im Verbund 

mit dem übrigen Untersuchungsergebnis auf seine Sachdarstellung abzustellen, 

wonach er im Hinterhofbereich der "D._____" unvermittelt vom Beschuldigten an-

gegriffen wurde, der mit einem Messer bzw. einem taschenmesserähnlichen Ge-

genstand mehrmals auf ihn eingestochen hat.  

5.3.1. Demgegenüber vermag die vom Beschuldigten präsentierte Version des 

eingeklagten Geschehens in wesentlichen Punkten überhaupt nicht zu überzeu-

gen. Vorab kann diesbezüglich vorbehaltslos auf die zutreffende Würdigung sei-

ner Aussagen durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 48 S. 30 ff.).  

5.3.2. Inhaltlich hat der Beschuldigte in seinen Einvernahmen zusammengefasst 

jeweils vorgebracht, dass der Privatkläger ihn plötzlich gepackt und ein Taschen-

messer, eine Flasche oder einen Nagelknipser hervorgeholt habe, um ihn zu be-

- 20 - 

stehlen. Dabei hab es ein Gerangel gegeben, in dessen Verlauf beide zu Boden 

gefallen seien. Währenddessen sei er (der Beschuldigte) auch von F._____ mit 

Flaschen beworfen worden. Um sich gegen den Privatkläger zu verteidigen, habe 

er vermutlich eine Glasscherbe in die Hand genommen. Er habe damit zwar keine 

bewussten Stichbewegungen ausgeführt. Es sei aber möglich, dass dadurch im 

Gerangel die beim Privatkläger festgestellten Verletzungen entstanden seien 

(Urk. 04/06 S. 7 ff.; Urk. 04/08 S. 5 f.; Urk. 04/13 S. 8; Urk. 04/14 S. 5 ff.; Urk. 33 

S. 10).  

5.3.3.  Laut dem rechtsmedizinischen Gutachten vom 8. Oktober 2020 erscheint 

ein Gerangel, wie es vom Beschuldigten geschildert wird, als Szenario für die 

Entstehung der vom Privatkläger erlittenen Verletzungen indessen als eher nicht 

plausibel, weil die gruppenweise Anordnung der Läsionen an der linken Körper-

seite des Opfers gegen die Annahme eines dynamischen Handlungsablaufs 

spricht, wie dies für wechselseitige tätliche Auseinandersetzungen typisch ist 

(Urk. 07/19 S. 4 f.). Ebenso kommt aufgrund der Wundmorphologie eine Glas-

scherbe nach Einschätzung der rechtsmedizinischen Sachverständigen als Tat-

werkzeug nicht in Frage (Urk. 07/19 S. 7). Schliesslich spricht sich auch das FOR-

Gutachten vom 25. Februar 2021 dafür aus, dass die Annahme einer Beschädi-

gung der Kleidungsstücke, die der Privatkläger zum Zeitpunkt des eingeklagten 

Vorfalls trug, durch ein Messer oder einen messerähnlichen Gegenstand plausib-

ler und wahrscheinlicher ist als eine Beibringung durch eine Glasscherbe oder ei-

nen abgebrochenen Flaschenhals (Urk. 07/23 S. 29). Folglich findet die Version 

des Beschuldigten hinsichtlich zweier zentraler Sachverhaltselemente – des Ge-

rangels sowie der Verwendung einer Glasscherbe – in den objektivierten gut-

achterlichen Befunden keinerlei Stütze.  

5.3.4. Dessen ungeachtet stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt, dass 

mehrere Beweise vorlägen, die belegen würden, dass bei der eingeklagten Aus-

einandersetzung mit einer Flasche zugeschlagen worden sei und dass Glas zu 

Bruch gegangen sei. Sie beruft sich dabei in erster Linie auf eine bei den Akten 

liegende Audiodatei (Urk. 06/12), welche aus einer untersuchungsfremden Ob-

servationsmassnahme stammt und die im vorliegenden Strafverfahren als Zufalls-

- 21 - 

fund herangezogen wurde (Urk. 37 Rz 8, Rz 26, Rz 33 f.). Auch dazu hat die Vor-

instanz das Nötige erwogen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung lässt sich 

daraus weder ein klirrendes Geräusch entnehmen, anhand dessen eindeutig auf 

ein Zerbrechen von Glas geschlossen werden kann, sondern sind lediglich meh-

rere Flaschen zu hören, die am Boden herumrollen, noch ist auf der Aufnahme zu 

vernehmen, dass der Privatkläger von jemandem aufgefordert worden wäre, den 

Beschuldigten zu schlagen (Urk. 48 S. 68). Ebenso wird im angefochtenen Ent-

scheid die Argumentation der Verteidigung, wonach die Betreiberin der "D._____" 

(K._____) wahrgenommen habe, wie sich der Beschuldigte und der Privatkläger 

gegenseitig mit Flaschen beworfen hätten, nachvollziehbar damit entkräftet, dass 

die angebliche Augenzeugin die hier zu beurteilenden Auseinandersetzung nicht 

näher gesehen hat, sondern ihren eigenen Aussagen zufolge erst Tage später 

davon erfuhr, dass ein Angriff auf den Privatkläger stattgefunden habe (vgl. 

Urk. 48 S. 60). Ergänzend ist ferner beizfügen, dass F._____ in seiner staatsan-

waltschaftlichen Zeugeneinvernahme vom 8. April 2020 zu Protokoll gegeben hat, 

er habe – nachdem er mitbekommen habe, wie der Beschuldigte auf den Privat-

kläger losgegangen ist – aus einem danebenstehenden Abfalleimer eine Flasche 

genommen und sei anschliessend dem flüchtenden Beschuldigten gefolgt (Urk. 

05/10 S. 4). Dies korrespondiert mit der Aussage der Lokalbetreiberin, wonach sie 

gehört habe, wie beim Vordereingang auf der Strassenseite Flaschen zu Bruch 

gegangen seien (vgl. Urk. 05/08 S. 3; Urk. 05/09 S. 4). Daraus ergibt sich also, 

dass im Verlauf der Auseinandersetzung eine oder mehrere Glasflaschen zwar 

ins Spiel gekommen sein könnten, die allenfalls sogar als Wurfgegenstand gegen 

den Beschuldigten eingesetzt worden sind. Selbst wenn dies so wäre, hätte die 

Verwendung der Flaschen jedoch auf der Strassenseite der "D._____" und erst zu 

einem Zeitpunkt stattgefunden, als der Beschuldigte mit dem Zustechen gegen 

den Privatkläger im Hinterhofbereich des Lokals bereits aufgehört hatte. So oder 

anders erweist sich das Vorbringen des Beschuldigten, wonach die privatklägeri-

schen Verletzungen dadurch entstanden seien, dass er sich auch unter dem Ein-

druck eines Flaschenwurfs genötigt gesehen haben soll, sich gegen einen ge-

genwärtigen Angriff des Privatklägers und dessen Begleiters zu wehren, demnach 

als nicht stichhaltig. Ergänzend ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte erst an-

- 22 - 

lässlich der Berufungsverhandlung erstmals angab, dass er im Rahmen des ver-

meintlichen Gerangels bzw. Angriffs des Privatklägers auch selber "am ganzen 

Körper" verletzt worden sei (Prot. II S. 19), während bislang nur von kleinen Ver-

letzungen an seiner rechten Hand, die angeblich vom benutzten scharfen Gegen-

stand gestammt hätten, die Rede war (Urk. 48 S. 25 f.). Diese Inkonsistenz stellt 

die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen entsprechend zusätzlich in Frage.  

5.3.5. Abschliessend ist auf die immer wieder aufgestellte Behauptung des Be-

schuldigten einzugehen, wonach der Privatkläger zusammen mit F._____ danach 

getrachtet habe, ihn auszurauben, als sie bemerkt hätten, dass er am Abend des 

eingeklagten Vorfalls mit viel Bargeld (die Rede ist von rund EUR 6'000.–) unter-

wegs gewesen sei (vgl. dazu Urk. 37 Rz 29 ff.). Dieses Aussageverhalten er-

scheint als haltlos, wäre doch diesfalls zu erwarten gewesen, dass der Beschul-

digte im Anschluss an das Geschehen bestrebt gewesen wäre, dem Raub nach-

zugehen, ihn allenfalls sogar bei der Polizei anzuzeigen, und nicht, wie dies ge-

schehen ist, dass er sich noch am Abend des 1. Dezember 2019 mittels eines ei-

lends beschafften Flugtickets nach Spanien absetzt (vgl. Urk. 01/06 S. 4). Kommt 

hinzu, dass der Beschuldigte sich auch noch zum Vorwurf versteift, der Privatklä-

ger sei ein berufsmässiger Krimineller, der sich mit F._____ darauf verständigt 

habe, ein Geschäftsmodell daraus machen, dass sie aus falschen Anschuldigun-

gen von anderen Personen einen finanziellen Profit schlagen (vgl. dazu Urk. 37 

Rz 35 ff.; Prot. II S. 16, 20), wobei sich dieser These inzwischen auch J._____ 

angeschlossen zu haben scheint (Urk. 05/15 S. 13). Wenn man diese Aussagen 

zum Nennwert nimmt, liefe dies letztlich darauf hinaus, dass der Privatkläger und 

sein Begleiter den Beschuldigten nicht nur ausgeraubt hätten, sondern gleichzei-

tig auch noch beabsichtigt haben sollen, unberechtigte Geldforderungen gegen 

ihn zu erheben, indem sie vortäuschen, dass umgekehrt ein Angriff des Beschul-

digten auf den Privatkläger verübt worden sein soll. Es liegt auf der Hand, dass es 

sich bei dieser abenteuerlichen Geschichte um eine völlig aus der Luft gegriffene 

Schutzbehauptung handelt, der von vornherein kein Glaube geschenkt werden 

kann. Ohnehin würde ein solcher Umstand höchstens die Glaubwürdigkeit des 

Privatklägers an sich beschlagen, auf welche es nach mittlerweile gefestigter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung – im Gegensatz zur Beurteilung der Glaub-

- 23 - 

haftigkeit der Aussagen zum konkreten Tatgeschehen – gerade nicht entschei-

dend ankommt (vgl. statt vieler BGE 147 IV 534 E. 2.2.3).  

5.4.  Zusammengefasst ist somit aufgrund des Beweisergebnisses erstellt, 

dass der Beschuldigte anklagegemäss mit einem Messer bzw. mit einem ta-

schenmesserähnlichen Werkzeug auf den Privatkläger eingestochen hat. Ebenso 

ist aufgrund des Verletzungsbildes und der Beschädigungsspuren an der privat-

klägerischen Bekleidung im Sinne der Anklage erstellt, dass der Beschuldigte 

dem Privatkläger insgesamt 19 Messerstiche zugefügt hat, wovon deren 15 zu 

den in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen in Form einer Durchtrennung 

des Unterhautgewebes und teilweise auch des Muskelgewebes am Oberkörper 

und am Hals des Opfers führten, ohne dass dabei allerdings bei ihm konkrete Le-

bensgefahr bestanden hätte (vgl. 07/15 S. 9 f.; Urk. 07/23 S. 9 ff.).  

6.1.  Hinsichtlich des inneren Anklagesachverhalts ist die Vorinstanz schliess-

lich zu Recht zum Schluss gekommen, dass der Beschuldigte bei seinem Vorge-

hen bewusst mit dem Tod des Privatklägers gerechnet haben muss (vgl. Urk. 48 

S. 74 ff.). So bedarf es keiner besonderen anatomischen Kenntnisse, dass sich in 

der Halsregion, aber auch im Bereich des Brustkorbes und im Bauchraum mehre-

re lebenswichtige Organe und vitale Strukturen – wie etwa grössere Blutgefässe 

oder die Luftröhre – befinden, und dass das Zustechen mit einem Schnitt- oder 

Stichwerkzeug darin ein geeignetes Mittel ist, um tödliche Verletzungen herbeizu-

führen. Aufgrund der Aussagen von F._____ ist zudem erstellt, dass der Beschul-

digte schnelle Stichbewegungen ausführte (vgl. Urk. 05/05 S. 6; Urk. 05/10 S. 9), 

welche beginnend mit der linken Halsseite auf die gesamte linke Oberkörperseite 

übergingen, obschon sich der Privatkläger bereits nach dem ersten Messerstich in 

den Hals an eine Wand lehnte und keinerlei Abwehr leistete. Darüber hinaus be-

stehen klare Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte zu seiner Handlung be-

wogen wurde, weil er emotional die Beherrschung verloren hatte, was in Kombi-

nation mit dem exzessiven Alkoholkonsum dazu geführt hat, dass er innerlich ex-

plodiert und ausgerastet ist (vgl. die Aussagen von G._____: Urk. 04/09 S. 6 f., 

sowie die Aussagen von J._____: Urk. 05/11 S. 5 f und Urk. 5/15 S. 8 f.). Es ist 

mithin als erstellt zu erachten, dass der Beschuldigte im Moment des Zustechens 

- 24 - 

nicht in der Lage war, seinen Übergriff auf den Privatkläger zu kontrollieren. 

Ebenso wenig war es ihm möglich, den Privatkläger nicht oder nur so gezielt mit 

dem Messer zu stechen, dass er dabei nicht mit der nahen Möglichkeit der Verlet-

zung lebenswichtiger Körperregionen rechnen musste. 

6.2.  Nach dem Gesagten schuf der Beschuldigte mit seinem Vorgehen mithin 

ein hohes und ihm bekanntes Risiko des Todeseintritts beim Privatkläger, zumal 

auch das Bundesgericht wiederholt festgehalten hat, dass bei Schnittverletzungen 

an Hals oder Oberkörper, die durch Messerstiche zugefügt werden, das Todesri-

siko für das Opfer als hoch einzustufen sei (Urteile des Bundesge-

richts 6B_935/2017 vom 9. Februar 2018, E. 1.3; 6B_234/2016 vom 5. August 

2016, E. 3.3; 6B_480/2011 vom 17. August 2011, E. 1.4; vgl. insbesondere zu 

Messerstichen in Brust und Bauch auch BGE 109 IV 5 E. 2 sowie Urteile des 

Bundesgerichts 6B_991/2015 vom 24. Mai 2016, E. 3.4 und 6B_829/2010 vom 

28. Februar 2011, E. 3.2). Wenn der Beschuldigte unter diesen Umständen ins-

gesamt 19-mal auf den Privatkläger eingestochen hat, wovon 15 Messerstiche in 

dessen Körper eingedrungen sind, kann dies also zu keinem anderen Schluss 

führen, als dass er letztlich den Tod seines Gegenübers in Kauf genommen hat.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1.  Die Vorinstanz würdigt das Verhalten des Beschuldigten anklagegemäss 

als versuchten Mord im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB (Urk. 48). Demgegenüber verlangt die Verteidigung einen Freispruch vom 

Anklagevorwurf und akzeptiert lediglich eine Verurteilung des Beschuldigten we-

gen einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB (Urk. 37; Urk. 68). 

2.  Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, erfüllt den Grundtatbestand der 

vorsätzlichen Tötung von Art. 111 StGB. Handelt der Täter jedoch besonders 

skrupellos, indem namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art 

der Ausführung besonders verwerflich sind, macht er sich nach Art. 112 StGB des 

qualifizierten Mordtatbestands schuldig. Richtigerweise ist daher zunächst abzu-

- 25 - 

klären, ob die Tatbestandsmerkmale einer vorsätzlichen Tötung erfüllt sind, bevor 

dazu übergegangen wird, sich mit der Mordqualifikation auseinanderzusetzen. 

3.  Mit zutreffender Begründung, auf die an dieser Stelle in Anwendung von 

Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich verwiesen werden kann, hat die Vorinstanz 

dargelegt, dass der objektive Tatbestand der vorsätzlichen Tötung erfüllt ist, je-

doch mangels Todeseintritt beim Privatkläger auf eine versuchte Tatbegehung im 

Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB zu schliessen ist (Urk. 48 S. 81). Aufgrund der Be-

weislage kann dem Beschuldigten dabei zwar eine direkte Tötungsabsicht nicht 

rechtsgenügend nachgewiesen werden. Indessen bedarf es einer solchen auch 

nicht zwingend, handelt doch bereits vorsätzlich, wer die Verwirklichung der Tat 

für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Diesbezüglich ist nach 

Massgabe des vorstehend ermittelten Beweisergebnisses davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte mit den 19 Messerstichen, die er dem Privatkläger versetzt 

hat, dessen Tod in Kauf genommen hat, zumal die Wahrscheinlichkeit, lebens-

wichtige Organe oder vitale Strukturen – wie grössere Blutgefässe oder die Luft-

röhre – zu treffen, mit jedem weiteren Stich stieg (s. vorn E. III. 6.1. f.). So gese-

hen war es letztlich nur dem Zufall zu verdanken, dass eine konkrete Lebensge-

fahr für den Privatkläger ausblieb. Was die versuchte Tötung des Privatklägers 

anbelangt, handelte der Beschuldigte demnach eventualvorsätzlich im Sinne von 

Art. 12 Abs. 2 StGB. Folgerichtig fällt bei diesem Ergebnis die von der Verteidi-

gung geltend gemachte Annahme einer bloss einfachen Körperverletzung nach 

Art. 123 StGB von vornherein ausser Betracht.  

4.1.  Hinsichtlich der Qualifikation der eingeklagten Tat als versuchter Mord im 

Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB ist sodann zu be-

tonen, dass die vorsätzliche Vernichtung menschlichen Lebens stets ausseror-

dentlich schwer wiegt. Mord muss sich daher durch eine besondere Skrupellosig-

keit klar von der vorsätzlichen Tötung unterscheiden (vgl. BGE 118 IV 122 E. 2b). 

Entsprechend zeichnet sich das tatbestandsmässige Verhalten im Anwendungs-

bereich von Art. 112 StGB durch aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden 

Lebens bei der Durchsetzung eigener Absichten aus. Für die Qualifikation ver-

weist das Gesetz in nicht abschliessender Aufzählung beispielhaft auf den Be-

- 26 - 

weggrund des Täters, den Zweck der Tat oder die Art der Ausführung. In jedem 

Fall bleiben für die Tatbestandserfüllung jedoch die Elemente der Tat selber kon-

stitutiv, während Vorleben und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, 

soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der Täterpersönlichkeit geben (BGE 117 

IV 369 E. 17, E. 19a; Urteil des Bundesgerichts 6B_429/2010 vom 24. Januar 

2012, E. 4.2). Der Mordtatbestand erfasst insbesondere jenen Täter, der skrupel-

los, gemütskalt, krass und primitiv egoistisch, ohne soziale Regungen handelt und 

sich daher zur Verfolgung seiner eigenen Interessen rücksichtslos über das Le-

ben anderer Menschen hinwegsetzt (BGE 120 IV 265 E. 3a; BGE 117 IV 369 

E. 17). So gesehen gehört die Kaltblütigkeit bzw. die Gefühlskälte – die Tataus-

führung ohne Gefühlsregung – für sich allein genommen nicht zur Mordqualifikati-

on, kann aber als Indiz für fehlende Skrupel berücksichtigt werden (BGE 127 IV 

10 E. 1c; BGE 118 IV 122 E. 3a). Weiter kann sich die Tatbestandserfüllung auf-

grund einer besonderen Grausamkeit in der Tatausführung rechtfertigen. Eine 

solche liegt vor, wenn dem Opfer an Intensität oder Dauer grössere physische 

oder psychische Schmerzen, Leiden oder Qualen zugefügt werden, als sie mit ei-

ner Tötung notwendigerweise verbunden sind. Die besondere Verwerflichkeit der 

Tat kann sich sodann daraus ergeben, dass der Täter aus absolut nichtigen Be-

weggründen handelt, beispielsweise wenn er ohne ernsthaften Grund Rache übt 

oder wenn die Tötung dazu dient, eigene im Verhältnis zum Leben des Opfers 

unbedeutende Interessen durchzusetzen, sodass die Tötung als völlig sinnlos er-

scheint (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019, 

E. 2.3; 6B_877/2014 vom 5. November 2015, E. 6.2 m.w.H.). Den einzelnen Tat-

umständen kommt indes keine absolute Bedeutung in dem Sinne zu, als sie bei 

ihrem Vorliegen zur Annahme von Mord zwingen würden. Sie stellen lediglich – 

wenn auch bedeutsame – Indizien dar. Entscheidend ist vielmehr eine Gesamt-

würdigung der äusseren und inneren Umstände der Tat. Eine Tötung kann dem-

nach auch erst aufgrund des Zusammentreffens mehrerer belastender Umstände, 

die je einzeln womöglich nicht ausgereicht hätten, als besonders skrupelloses 

Vorgehen erscheinen. Umgekehrt kann die besondere Skrupellosigkeit beispiels-

weise entfallen, wenn das Tatmotiv einfühlbar und nicht krass egoistisch war 

- 27 - 

(BGE 144 IV 345 E. 2.1.2; BGE 141 IV 61 E. 4.1; BGE 127 IV 10 E. 1a; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_690/2020 vom 7. Januar 2021, E.3.3 m.w.H.).  

4.2.  Hinsichtlich der Beweggründe für die Attacke des Beschuldigten auf den 

Privatkläger ist die Aktenlage vieldeutig. So liegt abgesehen von den privatkläge-

rischen Aussagen, der zum Hintergrund der Auseinandersetzung zwischen dem 

Beschuldigten und ihm keine Angaben machen kann oder will (vgl. Urk. 03/08 

S. 8), zum einen F._____s Vermutung vor, dass es beim Streit zwischen den bei-

den um eine Frau ging (Urk. 05/07 S. 4). Zum anderen nimmt G._____ an, dass 

der Privatkläger und der Beschuldigte in illegale Geschäfte verwickelt waren und 

dass die Tat eine Abrechnung darstellt (Urk. 04/02 S. 6). Daneben bestehen aber 

auch die Depositionen von J._____, der einerseits gehört haben will, dass der 

Privatkläger in der Vergangenheit den Beschuldigten um Fr. 2'000.– betrogen ha-

be, wobei er sich vorstellen könne, dass dahinter ein Drogengeschäft stecke 

(Urk. 05/15 S. 6), und andererseits behauptet, dass der Beschuldigte verärgert 

gewesen sei, weil der Privatkläger sich geweigert habe, die Rechnung in der 

"D._____" zu übernehmen, obwohl er (der Beschuldigte) sämtliche Getränke im 

Club "I._____" bezahlt habe (Urk. 05/15 S. 8 f.). Überdies ist J._____ der Mei-

nung, dass der Beschuldigte letztlich alles, was ihm der Privatkläger in der Ver-

gangenheit schon angetan habe, und die Art und Weise, wie der Privatkläger sich 

an jenem Abend verhalten habe, miteinander vermischt habe, worauf der Be-

schuldigte explodiert und zur Tat geschritten sei (Urk. 05/11 S. 5). Aufgrund die-

ser völlig uneinheitlichen Aussagen lässt sich zwar – anders als im angefochtenen 

Entscheid dargestellt (Urk. 48 S. 80 f.) – nicht mit rechtsgenügender Sicherheit 

eruieren, ob dem Angriff des Beschuldigten auf den Privatkläger tatsächlich eine 

Geldschuld mit drogenhändlerischem Hintergrund oder dergleichen zugrunde lag. 

Vielmehr kann anhand des vorhandenen Untersuchungsergebnisses höchstens 

vermutet werden, dass der Beschuldigte seine Gewalttat aus einem unklaren Mo-

tivbündel heraus in dumpfer Aggressionsabsicht verübte. Dass das Tatmotiv im 

Dunkeln bleibt, bedeutet aber keineswegs, dass eine Mordqualifikation ausge-

schlossen wäre, solange aus den übrigen Tatumständen auf eine besondere 

Skrupellosigkeit beim Vorgehen des Beschuldigten geschlossen werden kann 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_748/2016 vom 22. August 2016, E. 6.2.3).  

- 28 - 

4.3.  Gerade was die Tatausführung anbelangt, ist denn auch erstellt, dass der 

Beschuldigte den Privatkläger völlig unvermittelt angriff, nachdem sie zu zweit im 

Hinterhofbereich des Lokals "D._____" verblieben waren. Der Privatkläger war 

davon völlig überrascht, hatte er doch mit der Gruppe, zu der auch der Beschul-

digte gehört, bis dahin einen feucht-fröhlichen Abend verbracht. Entsprechend 

war er der Attacke des Beschuldigten weitgehend schutzlos ausgeliefert, wobei 

das rechtsmedizinische Gutachten diesbezüglich nahelegt, dass seine Wehrfä-

higkeit aufgrund des massiven Alkoholkonsums in den Stunden zuvor ohnehin er-

heblich herabgesetzt war (Urk. 07/17 S. 5). Auch wenn sich wie bereits erwogen 

sachverhaltsmässig nicht erstellen lässt, dass der Privatkläger vom Beschuldigten 

in den Hinterhofbereich der "D._____" regelrecht gelockt worden wäre (s. vorne 

E. III. 4.1.), ist also offensichtlich, dass sich der Beschuldigte den Überraschungs-

effekt und die Wehrlosigkeit seines Opfers zunutze gemacht hat, als er das mitge-

führte Messer bzw. taschenmesserähnliche Objekt hervorgenommen hat und be-

gann, damit gegen den Privatkläger zuzustechen. Bereits diese Tatumstände las-

sen also eine gewisse Heimtücke auf Seiten des Beschuldigten erkennen.  

4.4.  Entscheidend ist jedoch, dass der Beschuldigte insgesamt 19-mal auf den 

Privatkläger eingestochen hat, obwohl sich das Opfer bereits nach der ersten aus 

dessen Sicht völlig unerwartet erfolgten Stichverletzung am Hals mit dem Rücken 

an die Wand anlehnte und offensichtlich keinerlei Chance hatte, sich gegen die 

weiteren Messerstiche zu wehren. Fraglos erhöht schon der Einsatz eines Mes-

sers oder einer gleichwertigen Stichwaffe durch den Beschuldigten die Abscheu-

lichkeit der versuchten Tötung. Denn die Hemmschwelle ist bei einer derartigen 

Tatausführung deutlich höher einzustufen, als sie beispielsweise bei einer Tötung 

mittels einer Schusswaffe aus grösserer Distanz gegeben ist. Es bedarf demzu-

folge einer höheren kriminellen Energie, um besagte Schwelle zu überschreiten. 

Dabei ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte bereits mit dem ersten Stich 

gegen den Hals des Privatklägers alles unternommen hatte, um dessen Tod her-

beizuführen. Weder die Wehrlosigkeit des Privatklägers noch die Lebensgefähr-

lichkeit des ersten Messerstichs in den Hals konnte dem Beschuldigten entgan-

gen sein. Nichtsdestotrotz stach dieser danach nicht weniger als weitere 18-mal 

gegen die gesamte linke Oberkörperseite des Privatklägers (Schulter, Brustkorb, 

- 29 - 

Bauchraum) zu. Obschon der Privatkläger zum Tatzeitpunkt über den Kleidern ei-

ne Jacke mit Lederbesätzen trug (vgl. dazu die FOR-Fotodokumentation in 

Urk. 07/22), gelang es dem Beschuldigten, mit der verwendeten Stichwaffe 15-

mal in die Haut des Opfers einzudringen. Damit offenbarte der Beschuldigte deut-

lich seine Intention, dem Privatkläger über die Inkaufnahme des Todes hinaus, die 

mit dem ersten Stich gegen den Hals bereits in die Tat umgesetzt war, möglichst 

viele Schmerzen beizubringen. Angesichts der enormen Kadenz an Messersti-

chen, mit welcher der Beschuldigte auf den Privatkläger eingewirkt hat, ist im Üb-

rigen davon auszugehen, dass er mit derselben Intensität weiter zugestochen hät-

te, wenn er nicht dadurch aufgehalten worden wäre, dass F._____ von der Stras-

senseite wieder zum Hinterhofbereich der "D._____" zurückgekehrt ist (Urk. 05/05 

S. 2). Im Ergebnis ist seine Tat demzufolge als unmenschlich und aussergewöhn-

lich grausam zu qualifizieren. 

4.5.  Schliesslich soll der Beschuldigte nach der Tat sogar noch ausgerufen 

haben, dass er genau dafür hierhergekommen sei (s. vorn E. III. 5.2.5.), als ob er 

bereits bei seiner Anreise in die Schweiz gegen den Privatkläger Böses im Schil-

de geführt hätte. Auch wenn sich aus diesem Ausspruch allein entgegen dem 

Wortlaut keine von langer Hand eingeleitete Tatplanung ableiten lässt, verlieh der 

Beschuldigte damit doch offensichtlich seinen Gefühlen von Triumph über die Tat 

Ausdruck, was angesichts des soeben begangenen brutalen Gewaltakts und der 

dem Privatkläger zugefügten Verletzungen als geradezu menschenverachtend 

erscheint.  

4.6.  Nach dem Gesagten ist die im vorinstanzlichen Entscheid getroffene 

Schlussfolgerung, wonach das Zusammenspiel mehrerer Elemente, namentlich 

die komplette Ahnungs- und Wehrlosigkeit des Privatklägers in Bezug auf den 

Angriff und die Gewalttat des Beschuldigten, das Versetzen von insgesamt nicht 

weniger als 19 Messerstichen in den Hals- und Oberkörperbereich des Opfers 

und das Verlassen des Tatorts unter Zurücklassen des Verletzten den eingeklag-

ten Tötungsversuch bei einer Gesamtwürdigung aller Tatumstände als besonders 

skrupellos erscheinen lasse (Urk. 48 S. 84), zu übernehmen. Vor diesem Hinter-

grund im Übrigen unerheblich ist, dass dem Beschuldigten keine direkte Tötungs-

- 30 - 

absicht nachgewiesen werden kann, zumal ein Mordversuch auch eventualvor-

sätzlich begangen werden kann (BSK StGB II-SCHWARZENEGGER, Art. 112 StGB 

N 26 m.w.H.). Ebenso wenig vermag die Mordqualifikation dadurch umgestossen 

zu werden, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert gewe-

sen sein dürfte (vgl. Urk. 48 S. 87), zumal auch ein Handeln im Affekt oder im Zu-

stand verminderter Schuldfähigkeit einer Tatbestandsmässigkeit nicht entgegen-

steht (Urteil des Bundesgerichts 6B_690/2020 vom 7. Januar 2021, E. 3.3).  

5.  Zusammengefasst ist die versuchte Tötung des Privatklägers durch den 

Beschuldigten als besonders skrupellos einzustufen. Entgegen der Auffassung 

der Verteidigung (Urk. 37 Rz 51) kann diese bereits aus sachverhaltsmässigen 

Gründen keinesfalls mit einer allfälligen Notwehrsituation auf Seiten des Beschul-

digten gerechtfertigt werden (s. vorne E. III. 5.3.4.). Demgemäss ist der erstin-

stanzliche Schuldspruch betreffend versuchten Mord im Sinne von Art. 112 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu bestätigen.  

V. Strafzumessung 

1.  Gemäss Urteil der Vorinstanz wurde der Beschuldigte unter Anrechnung 

der erstandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft mit einer Freiheitsstrafe 

von 10 Jahren bestraft (Urk. 48). Mit ihrer Berufung beantragt die Staatsanwalt-

schaft eine Erhöhung des Strafmasses auf 13 Jahre (Urk. 163). Die Verteidigung 

ihrerseits hat sich für den Fall einer Verurteilung des Beschuldigten wegen ver-

suchten Mordes nicht zur Strafhöhe geäussert.  

2.  Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln der Strafzumessung ausführ-

lich und zutreffend dargelegt, weshalb diese nicht mehr wiederholt zu werden 

brauchen (Urk. 48 S. 89 f.). Ebenso hat sie den anwendbaren Strafrahmen, der 

eine lebenslängliche Freiheitsstrafe oder eine solche nicht unter 10 Jahren vor-

sieht, korrekt abgesteckt (Urk. 48 S. 88). 

3.  Im Hinblick auf die Beurteilung der Tatkomponente – die unter der An-

nahme einer vollendeten Tat zu erfolgen hat – ist einleitend zu beachten, dass der 

mit einer Tötung verbundene Unrechtsgehalt, anders als bei einer Körperverlet-

- 31 - 

zung, nicht abgestuft werden kann. Entgegen der vorinstanzlichen Auffassung 

lässt sich daher aus der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung 

ableiten (Urk. 48 S. 90). Da eine aus jeglichem Kontext gelöste Betrachtung des 

äusseren Tatablaufs mit der tatbestandsmässigen Struktur von Tötungsdelikten 

nicht vereinbar ist, bestimmt sich die objektive Tatschwere bei dieser Deliktsart 

gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sodann nicht ausschliesslich 

nach dem äusseren Erscheinungsbild, sondern auch anhand subjektiver Merkma-

le wie Motive, Beweggründe und Absichten auf Seiten des Täters, weshalb diese 

bereits bei der Festlegung des (objektiven) Schweregrads der Tat von Beginn 

weg zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_1038/2017 vom 

31. Juli 2018, E. 2.6.1).  

3.1.  Wenn die Vorinstanz bei der objektiven Tatschwere in Betracht zieht, 

dass der inkriminierte Messerangriff des Beschuldigten nicht von langer Hand ge-

plant gewesen sei und dass bei der Tat keine konkrete Lebensgefahr für den Pri-

vatkläger bestanden habe, dieser jedoch aufgrund der erlittenen Verletzungen 

notfallmässig operiert und immerhin 6 Tage habe hospitalisiert werden müssen 

(Urk. 48 S. 91), so sind diese zutreffenden Erwägungen ohne weiteres zu über-

nehmen. Soweit die Vorinstanz allerdings gleich anschliessend darauf hinweist, 

dass der Beschuldigte den wehrlosen Privatkläger völlig unerwartet angegriffen 

habe und in der Folge insgesamt 19-mal zugestochen habe, womit er eine grobe 

Geringschätzung menschlichen Lebens offenbare (Urk. 48 S. 91), so sind diese 

Feststellungen allesamt korrekt, erscheinen jedoch bei Mord im Sinne von 

Art. 112 StGB als tatbestandsimmanent und dürfen daher im Rahmen der Straf-

zumessung nicht zusätzlich verschuldenserschwerend berücksichtigt werden. Auf 

der anderen Seite besteht im Gegensatz zum Standpunkt der Staatsanwaltschaft, 

die ein Verschuldensprädikat von "nicht mehr leicht" für angemessen hält (Urk. 50 

S. 2; Urk. 70 S. 2 f.), trotz der soeben gemachten Präzisierungen kein Grund, von 

der Gewichtung der Vorinstanz abzuweichen, die das objektive Tatverschulden 

für das vollendete Delikt als noch leicht eingestuft hat und folgerichtig die hypo-

thetische Einsatzstrafe – innerhalb des weiten Strafspektrums – am oberen Ende 

des unteren Strafrahmendrittels bei 13 ½ Jahren festgesetzt hat (Urk. 48 S. 92).  

- 32 - 

3.2.  Bei der subjektiven Tatschwere verbleibt noch verschuldensmindernd zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte mit Eventualvorsatz gehandelt hat und 

dass er vorgängig zur Tat erhebliche Mengen Alkohol konsumiert haben dürfte 

(s. dazu vorn E. IV. 4.5.). Auch wenn keine Anzeichen für eine verminderte 

Schuldfähigkeit bestehen, dürfte der Umstand, dass der Beschuldigte angetrun-

ken war, enthemmend und aggressionsfördernd gewirkt haben. Entgegen der 

Auffassung der Staatsanwaltschaft (Urk. 50 S. 2 f.) erfährt die objektive Schwere 

der Tat aufgrund der eventualvorsätzlichen Tatbegehung und angesichts der Al-

koholisierung in subjektiver Hinsicht mithin durchaus eine leichte Relativierung, 

der mit einer geringfügigen Reduktion von 1 ½ Jahren Rechnung zu tragen ist. In 

Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponente käme die hypotheti-

sche Einsatzstrafe für das vollendete Tötungsdelikt vorliegend daher auf 12 Jahre 

zu stehen. 

4.  Nicht zu beanstanden ist ferner, dass die Vorinstanz für den Umstand, 

dass es beim versuchten Mord geblieben ist, eine weitere Strafreduktion von 

2 Jahren vorgenommen hat, nachdem angesichts der verhältnismässig nicht allzu 

schweren Verletzungen, die der Privatkläger davongetragen hat, ein tatbe-

standsmässiger Todeseintritt nicht sehr nahe lag (Urk. 48 S. 93 f.). Diese Beurtei-

lung wird denn auch von der im Strafpunkt appellierenden Staatsanwaltschaft 

ausdrücklich akzeptiert (Urk. 50 S. 3; Urk. 70 S. 3). Im Ergebnis ergibt sich für die 

Tatkomponente unter Berücksichtigung des Versuchs also eine Einsatzstrafe von 

10 Jahren.  

5.  Im Rahmen der Täterkomponente ist zunächst anzuführen, dass sich aus 

der Lebensgeschichte und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten, 

deren erstinstanzliche Darstellung von ihm anlässlich der Berufungsverhandlung 

als zutreffend bezeichnet wurde (vgl. Prot. II S. 8 ff.), keine Anhaltspunkte erge-

ben, die für die Strafzumessung von Bedeutung wären.  

5.1.  Ergänzend ist anzufügen, dass dem Beschuldigten ein korrektes Verhal-

ten im Strafvollzug attestiert wird (Urk. 65), was sich allerdings ebenfalls strafzu-

messungsneutral auswirkt (OFK StGB-HEIMGARTNER, Art. 47 StGB N 14b m.w.H.). 

- 33 - 

Dasselbe gilt für den Umstand, dass er weder in der Schweiz noch im Ausland ei-

ne strafrechtliche Vorbelastung aufweist (Urk. 51; Urk. 48 S. 95).  

5.2.  Zu berücksichtigen ist sodann, dass das gesamte Nachtatverhalten des 

Beschuldigten vom Fehlen eines Geständnisses sowie von ausgebliebener Reue 

und Einsicht in seine Tat geprägt ist. Auch dies ist bei der Bemessung der Sankti-

on neutral zu gewichten. Weitere Umstände, die für die Strafzumessung von Be-

deutung sein könnten, sind nicht gegeben.  

5.3.  Wenn die Vorinstanz im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der Täter-

komponente resümiert, diese wirke sich überhaupt nicht strafzumessungsrelevant 

aus, weshalb die nach der Tatkomponente festgelegte Einsatzstrafe unverändert 

zu belassen sei (Urk. 48 S. 96), ist ihr deshalb vorbehaltslos zuzustimmen. 

6.  In Würdigung aller aufgeführten Strafzumessungsgründe ist die vorin-

stanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe von 10 Jahren deshalb auch im Beru-

fungsverfahren zu bestätigen.  

6.1.  Wie bereits die Vorinstanz ausgeführt hat, steht der Anrechnung der ins-

gesamt 290 Tage erstandener Auslieferungs- und Untersuchungshaft an die Stra-

fe nichts im Wege (Urk. 48 S. 96). In Nachachtung der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung muss zusätzlich aber auch die bisherige Dauer des vorzeitigen 

Strafvollzugs ausdrücklich an die Sanktion angerechnet werden (vgl. Urteil Bun-

desgericht Nr. 6B_571/2015 vom 14. Dezember 2015, E. 2.3). Seit dem vorzeiti-

gen Strafantritt des Beschuldigten am 30. September 2020 (Urk. 10/57) bis zum 

heutigen Urteilsdatum sind nochmals 798 Tage verstrichen. Zusammengerechnet 

sind demnach 1'088 Tage an die mit dem vorliegenden Entscheid auszufällende 

Freiheitsstrafe anzurechnen.  

6.2.  Angesichts der Strafhöhe kommt die Gewährung des voll- oder bedingten 

Strafvollzugs selbstredend nicht in Frage (Art. 42 bzw. 43 StGB). 

- 34 - 

VI. Landesverweisung / Ausschreibung SIS 

1.  Dem Antrag der Anklagebehörde folgend sprach die Vorinstanz gegen 

den Beschuldigten eine Landesverweisung aus, deren Dauer auf 12 Jahre festge-

legt wurde. Zudem ordnete sie die Ausschreibung der Fernhaltemassnahme im 

Schengener Informationssystem (SIS) an (Urk. 48). Im Rahmen ihrer Appellation 

verlangt die Staatsanwaltschaft eine Verlängerung der Landesverweisung auf 

15 Jahre (Urk. 50).  

2.  Die rechtlichen Grundlagen für die Anordnung einer Landesverweisung 

und die Ausschreibung im SIS sind im angefochtenen Entscheid ausführlich und 

zutreffend wiedergegeben (Urk. 48 S. 97 ff., S. 100 ff.). Zwecks Vermeidung von 

Wiederholungen kann an dieser Stelle daher vollumfänglich darauf verwiesen 

werden. 

2.1.  Unbestreitbar ist, dass Mord eine Katalogtat für die obligatorische Lan-

desverweisung darstellt (Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB). Dass es bei der versuchten 

Tatbegehung geblieben ist, ändert daran nichts (BGE 144 IV 168 E. 1.4.1). Inso-

fern erübrigen sich weitere Erörterungen zur Argumentation der Verteidigung, die 

ein Absehen von einer Landesverweisung (und einer SIS-Ausschreibung) einzig 

damit begründet, dass der Beschuldigte vom Anklagevorwurf des versuchten 

Mordes freigesprochen werden müsse (Urk. 37 Rz 54; Urk. 68 S. 20). 

2.2.  Ausser Frage steht sodann, dass beim Beschuldigten ein Härtefall im 

Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB zu verneinen ist. Der Beschuldigte ist Staatsan-

gehöriger der Dominikanischen Republik, der seit knapp 20 Jahren in Spanien 

lebt. In der Schweiz war er dagegen nie wohnhaft und verfügt auch über keinen 

Aufenthaltstitel. Entsprechend ist er weder in wirtschaftlicher, noch in sprachlicher 

oder sozialer Hinsicht hierzulande integriert. Sein einziger Bezugspunkt zur 

Schweiz sind sein minderjähriger Sohn L._____ und die Kindsmutter C._____ 

(seine Lebenspartnerin), die seit längerer Zeit getrennt von ihm in M._____ LU le-

ben und die er dort regelmässig besucht (Urk. 33 S. 2 f.). Auch diese familiären 

Verhältnisse sind jedoch klarerweise nicht härtefallbegründend, zumal zum recht-

lich geschützten Familienkreis dem Grundsatze nach einzig die Gemeinschaft der 

- 35 - 

Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern gehört, während andere Paarbezie-

hungen nur ausnahmsweise darunter fallen, wenn sie bezüglich Art und Stabilität 

in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommen, wobei hierfür wesentlich ist, ob die 

beschuldigte Person mit ihrem Partner und den gemeinsamen Kindern in einem 

gemeinsamen Haushalt lebt (vgl. Urteil Bundesgericht 6B_861/2019 vom 23. April 

2020, E. 3.6.1 m.w.H.). 

2.3.  Selbst wenn ein Härtefall zu bejahen wäre, müsste im Übrigen berück-

sichtigt werden, dass der Beschuldigte einen versuchten Mord beging, was zu 

den allerschwersten Delikten gehört, welche die schweizerische Rechtsordnung 

kennt. Angesichts des hohen Werts, welcher der Gewährleistung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung sowie insbesondere auch dem Schutz von Leib und Le-

ben beizumessen ist, bleibt somit festzuhalten, dass das Fernhalteinteresse der 

Schweiz gegenüber den privaten Interessen des Beschuldigten an einem Abse-

hen von der Landesverweisung ohnehin deutlich überwiegt. Nach dem Gesagten 

sind die Voraussetzungen für die Anordnung der Massnahme klar erfüllt.  

2.4.  Hinsichtlich der Dauer der Landesverweisung darf zwar nicht unbeachtet 

bleiben, dass das Tatverschulden beim Beschuldigten als noch leicht bewertet 

wurde. Innerhalb des sehr weiten Strafrahmens des Mordtatbestands entspricht 

dies aber durchaus einem schweren oder sogar sehr schweren Verschuldensprä-

dikat bei anderen Katalogtaten. Vor diesem Hintergrund erscheint es als ange-

messen, die Dauer der Landesverweisung im oberen Bereich der gesetzlich zur 

Verfügung stehenden Bandbreite, die von 5 bis 15 Jahren reicht, anzusiedeln. Für 

die seitens der Staatsanwaltschaft geforderte Ausdehnung auf 15 Jahre (Urk. 50 

S. 3), was bei Fällen von erstmaliger Anordnung der Wegweisung der Maximal-

dauer gleichkäme, besteht hingegen keine Veranlassung. In Bestätigung des vor-

instanzlichen Urteils ist der Beschuldigte demnach gestützt auf Art. 66a Abs. 1 

lit. a StGB für 12 Jahre des Landes zu verweisen.  

3.  Als Drittstaatangehöriger, der einen versuchten Mord begangen hat, muss 

der Beschuldigte schliesslich fraglos auch die Konsequenzen einer Ausschrei-

bung im SIS tragen. Dass er seit mehreren Jahren in Spanien lebt und arbeitet, 

ändert daran nichts, steht es doch den spanischen Behörden grundsätzlich frei, 

- 36 - 

dem Beschuldigten die Einreise ins Land trotz Ausschreibung durch ein Schwei-

zer Strafgericht doch zu bewilligen (vgl. BGE 146 IV 172 E. 3.2.3).  

VII. Zivilbegehren 

1.  Im angefochtenen Entscheid finden sich die Anspruchsvoraussetzungen 

für die von Privatklägerseite geltend gemachten Schadenersatz- und Genugtu-

ungsforderungen sowie die Bemessungskriterien für deren Leistungshöhe richtig 

wiedergegeben. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann an dieser Stelle voll-

umfänglich darauf verwiesen werden (Urk. 48 S. 105 ff., S. 108 f.). Soweit im Be-

rufungsprozess noch relevant, hat die Vorinstanz gestützt darauf dem Privatkläger 

eine Genugtuung von Fr. 5'000.– nebst Zins zugesprochen (Urk. 48 S. 109 ff.). 

Berufungsweise verlangt der Privatkläger – nach dem eingangs erwähnten 

Teilrückzug (vgl. vorne E. II.1.) – die Zusprechung einer unbezifferten, aber jeden-

falls den vorinstanzlich festgelegten Betrag übersteigenden Genugtuungssumme 

(Urk. 49; im Parteivortrag vor Vorinstanz war diesbezüglich von Fr. 40'000.– die 

Rede: Urk. 35 S. 9; Urk. 69 S. 1 ff.). Von Beschuldigtenseite werden die privatklä-

gerischen Zivilbegehren auch im Berufungsverfahren vollständig abgelehnt 

(Urk. 68 S. 2, S. 20). 

3.  Zur Bemessung der Genugtuung für den Privatkläger verweist die Vorin-

stanz zudem zusammengefasst hauptsächlich auf die Verletzungsfolgen, die auf 

die eingeklagte Tat zurückgehen. Dabei fiel zum einen die notfallmässig erforder-

liche Operation unmittelbar nach der Tat vom 1. Dezember 2019 und die daran 

anschliessende Hospitalisierung bis am 6. Dezember 2019 ins Gewicht. Ebenso 

wurden die sichtbar zurückbleibenden Narben mitberücksichtigt, wobei diesbe-

züglich allerdings eingeschränkt festgehalten wurde, dass damit keine über das 

normale Mass hinausgehende Einschränkung der Lebensqualität verbunden sei 

(Urk. 48 S. 109 ff.).  

3.1.   Letzterem ist nicht ohne Weiteres beizupflichten. Nach Überzeugung der 

hiesigen Kammer des Obergerichts fällt vorliegend nicht unwesentlich ins Ge-

wicht, dass der Privatkläger nicht nur eine einzelne Narbe aufwiest, sondern die 

- 37 - 

gesamte linke Seite seines Oberkörpers inklusive Hals mit 15, weitestgehend un-

schön verheilten Narben doch arg gekennzeichnet ist. Insbesondere die Narben 

im Halsbereich sind zudem mit Kleidern kaum zu verdecken und mithin gut sicht-

bar (vgl. Prot. II S. 24 [Protokollnotiz] sowie Fotos Urk. 13/11). Die Narben werden 

auch nach der Narbenbehandlung weiterhin deutlich sichtbar bleiben (vgl. dazu 

Urk. 63/4 und Urk. 69 S. 2).  

3.2.   Zu ergänzen ist ferner, dass der Beschuldigte gemäss ärztlichem Bericht 

vom 25. Oktober 2022 eine ambulante psychotherapeutische Behandlung in spa-

nischer Sprache aufgenommen hat (Urk. 63/2). Den eingereichten Unterlagen 

lässt sich indessen zugleich entnehmen, dass er sich erst im Frühling 2022 über-

haupt um Aufnahme in einer psychiatrischen Klinik bemüht hat (Urk. 63/1). Ange-

sichts dessen, dass der Beschuldigte nach der Tat vom 1. Dezember 2019 bis zu 

ersten belegbaren Bemühungen um eine Psychotherapie beinahe 2 ½ Jahre zu-

gewartet hat, erscheint es als fraglich, ob die von ihm geltend gemachten psychi-

schen Beschwerden derart akut sind, wie von ihm geltend gemacht wird. Selbst 

wenn dem so wäre, gelingt es dem Privatkläger allein gestützt darauf nicht, die 

Beurteilung im angefochtenen Entscheid umzustossen, die nicht zuletzt auch im 

Einklang mit den bundesbehördlichen Kriterien zur Genugtuungsbemessung steht 

(vgl. Leitfaden des Bundesamtes für Justiz vom 3. Oktober 2019 zur Bemessung 

der Genugtuung nach Opferhilfegesetz, S. 17).  

4.   Insgesamt erweist sich die von der Vorinstanz festgesetzte Genugtuungs-

summe von Fr. 5'000.– nach dem Dargelegten als zu tief. Es erscheint – bei einer 

stärkeren Gewichtung der beträchtlichen Vernarbungen – angemessen, die Ge-

nugtuung auf Fr. 10'000.– festzusetzen, nebst 5 % Zins seit dem 1. Dezember 

2019. Im Mehrbetrag ist das privatklägerische Genugtuungsbegehren abzuwei-

sen. 

VIII. Kostenfolgen 

1.  Nachdem es im Berufungsverfahren beim Schuldspruch im Sinne der An-

klage betreffend versuchten Mord bleibt, ist die ausgangsgemässe Kostenauflage 

- 38 - 

gemäss vorinstanzlichem Entscheid (Dispositivziffer 16) zu bestätigen (Art. 426 

Abs. 1 StPO). 

2.  Die Gebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'000.– zu veranschla-

gen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und § 14 

Abs. 1 lit. b GebV OG).  

3.  Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterlie-

gen auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine Partei im 

Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem 

Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1 m.w.H.). 

Dies gilt auch, wenn die Privatklägerschaft ihrerseits selbstständige Berufungsbe-

gehren stellt (Urteil des Bundesgerichts 6B_370/2016 vom 24. März 2017, E. 1.2). 

Soweit die Staatsanwaltschaft unterliegt, trägt der Kanton die Kosten 

(SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 428 StPO N 3). 

3.1.  Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Berufungsanträgen auf Freispruch 

von Schuld und Strafe vollumfänglich. Ferner dringt auch die Staatsanwaltschaft 

mit ihrer Berufung, die sich einzig auf Erhöhung des Strafmasses richtete, nicht 

durch. Der Privatkläger obsiegt – abgesehen vom Teilrückzug – mit seiner Appel-

lation im Zivilpunkt immerhin teilweise betreffend Genugtuung. Ausgangsgemäss 

und in Gewichtung der Berufungsbegehren sind damit die Kosten des Berufungs-

verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unent-

geltlichen Privatklägervertretung, zu 4/5 dem Beschuldigten aufzuerlegen. Ange-

sichts des relativ geringfügigen Aufwands, welcher durch die nunmehr einge-

schränkte privatklägerische Berufung verursacht wurde, erscheint es angemes-

sen, dem Privatkläger keine Kosten aufzuerlegen. Im übrigen Umfang von 1/5 

sind die Kosten des Berufungsverfahrens mithin auf die Gerichtskasse zu neh-

men. 

3.2.  Der amtliche Verteidiger ist durch die Gerichtskasse zu entschädigen 

(Art. 135 StPO i.V.m. Art. 426 StPO). Er machte mit Kostennote vom 6. Dezember 

2022 für das obergerichtliche Verfahren einen Zeitaufwand von rund 42 Stunden 

- 39 - 

geltend (Urk. 71). Dieser Aufwand erscheint angemessen. Unter Berücksichtigung 

der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung ist Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ entsprechend mit Fr. 10'600.– (inkl. MwSt. und Auslagen) aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO ist im Umfang der Kostenauflage (4/5) vorzubehalten. 

3.3.  Auch der unentgeltliche Vertreter der Privatklägerschaft ist aus der Ge-

richtskasse zu entschädigen (Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 1 StPO). 

Er machte mit Kostennote vom 29. November 2022 für das obergerichtliche Ver-

fahren einen Zeitaufwand in der Höhe von 18.5 Stunden geltend (Urk. 67). Dieser 

Aufwand erscheint ebenfalls angemessen. Unter Berücksichtigung der tatsächli-

chen Dauer der Berufungsverhandlung ist Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ entspre-

chend mit Fr. 4'900.– (inkl. MwSt. und Auslagen) aus der Gerichtskasse zu ent-

schädigen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist gestützt auf Art. 138 

Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO wiederum im Umfang von 

4/5 vorzubehalten.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug des Privatklägers hinsichtlich seiner Berufung gegen Disposi-

tivziffer 13 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 

8. Dezember 2021 (Schadenersatz) wird Vormerk genommen. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 8. Dezember 2021 bezüglich der Dispositivziffern 2 (Freispruch), 

7 bis 10 (Beschlagnahmungen), 11 und 12 (teilweises Nichteintreten bzw. 

teilweise Abweisung Zivilforderung), 15 (Kostenfestsetzung), 

17 (Kostenregelung unentgeltliche Privatklägervertretung) sowie 18 und 19 

(Honorare amtliche Verteidigung und unentgeltliche Privatklägervertretung) 

in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

- 40 - 

4. Gegen Ziffer 1 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

  

- 41 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des versuchten Mordes im Sinne von 

Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 1'088 Tage durch Auslieferungs- und Untersuchungshaft sowie 

durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.  

3. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 12 Jahre des Landes 

verwiesen. 

4. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 10'000.– 

zuzüglich 5 % Zins seit dem 1. Dezember 2019 als Genugtuung zu bezah-

len. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 16) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'600.–   amtliche Verteidigung; 

Fr. 4'900.–   unentgeltliche Privatklägervertretung. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Privatklägervertretung, werden zu 

vier Fünfteln dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgelt-

lichen Privatklägervertretung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO 

in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO bleibt im Umfang von vier Fünfteln 

vorbehalten.  

- 42 - 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben) 
− die unentgeltliche Privatklägervertretung im Doppel für sich und zuhan-

den des Privatklägers (übergeben) 
− den Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Abteilung 

Bewährungs- und Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten  

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− die unentgeltliche Privatklägervertretung im Doppel für sich und zuhan-

den des Privatklägers 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Abteilung 

Bewährungs- und Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestim-
mung der Vernichtungs- und Löschungsdaten. 

10. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 43 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 6. Dezember 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Stiefel 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Andres 
 

 
 

	Urteil vom 6. Dezember 2022
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 48 S. 113 ff.)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2.  Vom Vorwurf des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 4 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 290 Tage durch Auslieferungs- und Untersuchungshaft erstanden sind.
	Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte seit 30. September 2020 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
	4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 12 Jahre des Landes verwiesen.
	6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeordnet.
	7. Die folgenden mit Verfügung vom 9. Juli 2021 beschlagnahmten Gegenstände
	a) iPhone in roter Hülle (A013'641'559)
	b) iPhone weiss (A013'641'662)
	c) iPhone schwarz inkl. Ladekabel (A013'641'775)
	d) Notizblock rot (A013'641'811)
	e) 2 Notizzettel (A013'641'833)
	f) Unterlagen Flug Paris-Santo Domingo (A013'641'844)

	werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen dem Beschuldigten herausgegeben. Bei ungenutztem Ablauf dieser Frist werden sie der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	8. Die folgenden mit Verfügung vom 9. Juli 2021 beschlagnahmten Gegenstände
	a) 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy (A013'330'897)
	b) 1 Mobiltelefon Samsung (A013'330'922)
	c) 1 Tablet PC (A013'330'933)
	d) Schuhe weiss (A013'330'944)

	werden C._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen herausgegeben. Bei ungenutztem Ablauf dieser Frist werden diese Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	9. Das mit Verfügung vom 9. Juli 2021 beschlagnahmte Mobiltelefon iPhone (A013'278'927) wird dem Privatkläger nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis drei Monate danach auf erstes Verlangen herausgegeben. Bei ungenutztem Ablauf dieser Fri...
	10. Die folgenden unter der Referenznummer K191201-015/76885148 beim Forensischen Institut Zürich lagernden Asservate
	 Tatort Fotografie (A013'278'290)
	 DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'303)
	 IRM-Fotografie (A013'278'870)
	 DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'881)
	 DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'892)
	 Vergleichs-WSA (A013'278'905)
	 DNA-Spur-Wattetupfer (A013'278'916)
	 Herrenbekleidung (A013'277'695)
	 Herrenjacke (A013'331'005)
	 DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'091)
	 DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'104)
	 DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'171)
	 DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'193)
	 DNA-Spur-Scenesafe FAST (A013'342'217)
	werden – mit Ausnahme des Sackes mit Herrenbekleidung (A013'277'695) und der Herrenjacke (A013'331'005) – nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides durch die Lagerbehörde vernichtet. Der Sack mit Herrenbekleidung (A013'277'695) sowie...
	11. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers hinsichtlich der Schuhe der Marke Valentino, Ledergurt Marke Louis Vuitton, iPhone 10X wird nicht eingetreten.
	12. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers hinsichtlich Goldkette, goldenes Armband und Sonnenbrille Marke Dita wird abgewiesen.
	13. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers hinsichtlich der Jacke Marke Philipp Plein sowie der Narbenbehandlung wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 1. Dezember 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt ei...
	17. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen.
	18. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als amtlicher Verteidiger mit insgesamt Fr. 38'301.05 (inkl. MwSt., abzüglich Akontozahlungen von total Fr. 22'024.45) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	19. Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen und Auslagen als unentgeltlicher Rechtsvertreter der Privatklägerschaft mit Fr. 14'537.10 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil der Vorinstanz vom 8. Dezember 2021 sei betreffend Ziff. 1, 3, 4, 5, 6, 14 und Ziff. 16 aufzuheben.
	2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des versuchten Mordes i.S.v. Art. 112 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen.
	3. Der Beschuldigte sei der einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 StGB schuldig zu sprechen.
	4. Er sei dafür zu einer bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu verurteilen, unter Anrechnung sämtlicher erstandener Haft, und aus der Haft zu entlassen.
	5. Der Beschuldigte sei für die erlittene Haft angemessen zu entschädigen.
	6. Von der Anordnung einer Landesverweisung sei abzusehen.
	7. Von der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem sei abzusehen.
	8. Die Zivilforderungen des Privatklägers seien abzuweisen.
	9. Die Kosten des Verfahrens inkl. diejenigen des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss aufzuerlegen, wobei die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen seien.
	1. Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 8. Dezember 2021 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren zu bestrafen.
	2. Dispositivziffer 5 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei für 15 Jahre des Landes zu verweisen.
	3. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
	1. Es sei die vom Bezirksgericht Zürich zugesprochene Genugtuung in Höhe von Fr. 5'000.- (zuzüglich 5% Zins ab 1. Dezember 2019) angemessen zu erhöhen.
	2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten des Berufungsklägers, bzw. der Staatskasse.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales

	2.  Von keiner Seite wurden Vorfragen aufgeworfen oder Beweisanträge gestellt. Demgemäss erweist sich die Strafsache als spruchreif, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass sich das urteilende Gericht nicht mit allen Parteistandpun...
	III.  Sachverhalt

	1.  Soweit im Berufungsprozess noch relevant, wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, sich des versuchten Mordes schuldig gemacht zu haben, indem er in besonders skrupelloser Weise am Morgen des 1. Dezember 2019 den Privatkläger in einen H...
	2.  Der Beschuldigte hat im bisherigen Verlauf des Verfahrens anerkannt, dass er zum eingeklagten Zeitpunkt zusammen mit dem Privatkläger und weiteren Personen im E._____-Strassenquartier unterwegs war. Von ihm in Abrede gestellt wird allerdings, dass...
	3.  Die Vorinstanz hat die Beweismittel, auf denen der Anklagevorwurf gegen den Beschuldigten basiert, vollständig aufgelistet und dabei zutreffend erwogen, dass die Beweisabnahme korrekt erfolgt ist, weshalb der Verwertbarkeit der vorhandenen Beweise...
	4.1.  Mit Bezug auf die Vorgeschichte, die zum eingeklagten Ereignis geführt hat, ist unter Verweis auf die schlüssige und nachvollziehbare Begründung der Vorinstanz zunächst als erstellt zu betrachten, dass sich der Beschuldigte (in den Akten u.a. al...
	4.2.  Darüber, was sich im Folgenden zugetragen hat, gehen die Sachdarstellungen des Privatklägers und seines Begleiters einerseits sowie jene des Beschuldigten und teilweise von G._____ demgegenüber diametral auseinander. Darauf wird nachstehend noch...
	5.1.  Auch bei der Beurteilung des eigentlichen Tatgeschehens hat sich die  Vorinstanz mit der Beweislage eingehend auseinandergesetzt und diese im Ergebnis einer überzeugenden Würdigung unterzogen. Namentlich hat sie sich mit der Glaubwürdigkeit und ...
	5.2.1. So unterschlägt die Vorinstanz keineswegs, dass die Aussagen des Privatklägers tatsächlich einige Widersprüche und Ungereimtheiten aufweisen. Wie im angefochtenen Entscheid zutreffend erwogen, lässt sich ein Teil derselben – etwa ob man zu drit...
	5.2.2. Unbehelflich ist sodann, wenn die Verteidigung auf weitere Unstimmigkeiten im privatklägerischen Aussageverhalten hinweist. So ist zunächst nicht ersichtlich, inwiefern die angeblich wahrheitswidrige Behauptung des Privatklägers, wonach er in Z...
	5.2.3. Ferner ist unerheblich, ob der Privatkläger nach dem eingeklagten Vorfall den Tatort verlassen hat, weil er vor der Polizei fliehen wollte, wie dies vom Beschuldigten vorgebracht wird (Urk. 04/14 S. 5), und ob der Privatkläger bei seiner Aufnah...
	5.2.4.  Des Weiteren kann der Verteidigung zwar beigepflichtet werden, wenn sie darauf hinweist, dass der Privatkläger in mehreren Einvernahmen angegeben habe, beim Angriff des Beschuldigten in den Würgegriff genommen worden zu sein, was von der recht...
	5.2.5. Kommt hinzu, dass die privatklägerischen Aussagen mit denjenigen seines damaligen Begleiters F._____ übereinstimmen, konnte dieser doch über mehrere Einvernahmen hinweg in den Grundzügen gleichbleibend, detailliert und lebensnah bestätigen, das...
	5.2.6. Eine entscheidende Validierung erfahren die Schilderungen des Privatklägers und von F._____ zudem durch die Erkenntnisse in den beiden IRM-Gutachten vom 25. Mai 2020 und vom 8. Oktober 2020. Demnach halten die rechtsmedizinischen Sachverständig...
	5.2.7. Ergänzend ist schliesslich auf die Aussagen von J._____ (von den Beteiligten auch "J1._____" genannt) hinzuweisen. Dabei handelt es sich um den Zellengenossen des Beschuldigten im Gefängnis Zürich, der zugleich aber auch über F._____ mit dem Pr...
	5.2.8. Insgesamt betrachtet erweisen sich die Aussagen des Privatklägers hinsichtlich des eigentlichen Kerngeschehens demgemäss als glaubhaft. Auch nach umfassender Überprüfung der Beweislage rechtfertigt es sich daher, im Verbund mit dem übrigen Unte...
	5.3.1. Demgegenüber vermag die vom Beschuldigten präsentierte Version des eingeklagten Geschehens in wesentlichen Punkten überhaupt nicht zu überzeugen. Vorab kann diesbezüglich vorbehaltslos auf die zutreffende Würdigung seiner Aussagen durch die Vor...
	5.3.2. Inhaltlich hat der Beschuldigte in seinen Einvernahmen zusammengefasst jeweils vorgebracht, dass der Privatkläger ihn plötzlich gepackt und ein Taschenmesser, eine Flasche oder einen Nagelknipser hervorgeholt habe, um ihn zu bestehlen. Dabei ha...
	5.3.3.  Laut dem rechtsmedizinischen Gutachten vom 8. Oktober 2020 erscheint ein Gerangel, wie es vom Beschuldigten geschildert wird, als Szenario für die Entstehung der vom Privatkläger erlittenen Verletzungen indessen als eher nicht plausibel, weil ...
	5.3.4. Dessen ungeachtet stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt, dass mehrere Beweise vorlägen, die belegen würden, dass bei der eingeklagten Auseinandersetzung mit einer Flasche zugeschlagen worden sei und dass Glas zu Bruch gegangen sei. Si...
	5.3.5. Abschliessend ist auf die immer wieder aufgestellte Behauptung des Beschuldigten einzugehen, wonach der Privatkläger zusammen mit F._____ danach getrachtet habe, ihn auszurauben, als sie bemerkt hätten, dass er am Abend des eingeklagten Vorfall...
	5.4.  Zusammengefasst ist somit aufgrund des Beweisergebnisses erstellt, dass der Beschuldigte anklagegemäss mit einem Messer bzw. mit einem taschenmesserähnlichen Werkzeug auf den Privatkläger eingestochen hat. Ebenso ist aufgrund des Verletzungsbild...
	6.1.  Hinsichtlich des inneren Anklagesachverhalts ist die Vorinstanz schliesslich zu Recht zum Schluss gekommen, dass der Beschuldigte bei seinem Vorgehen bewusst mit dem Tod des Privatklägers gerechnet haben muss (vgl. Urk. 48 S. 74 ff.). So bedarf ...
	6.2.  Nach dem Gesagten schuf der Beschuldigte mit seinem Vorgehen mithin ein hohes und ihm bekanntes Risiko des Todeseintritts beim Privatkläger, zumal auch das Bundesgericht wiederholt festgehalten hat, dass bei Schnittverletzungen an Hals oder Ober...
	IV.  Rechtliche Würdigung

	1.  Die Vorinstanz würdigt das Verhalten des Beschuldigten anklagegemäss als versuchten Mord im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 48). Demgegenüber verlangt die Verteidigung einen Freispruch vom Anklagevorwurf und akz...
	2.  Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, erfüllt den Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötung von Art. 111 StGB. Handelt der Täter jedoch besonders skrupellos, indem namentlich sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders ...
	3.  Mit zutreffender Begründung, auf die an dieser Stelle in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich verwiesen werden kann, hat die Vorinstanz dargelegt, dass der objektive Tatbestand der vorsätzlichen Tötung erfüllt ist, jedoch mangels Todes...
	4.1.  Hinsichtlich der Qualifikation der eingeklagten Tat als versuchter Mord im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB ist sodann zu betonen, dass die vorsätzliche Vernichtung menschlichen Lebens stets ausserordentlich schwer w...
	4.2.  Hinsichtlich der Beweggründe für die Attacke des Beschuldigten auf den Privatkläger ist die Aktenlage vieldeutig. So liegt abgesehen von den privatklägerischen Aussagen, der zum Hintergrund der Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und i...
	4.3.  Gerade was die Tatausführung anbelangt, ist denn auch erstellt, dass der Beschuldigte den Privatkläger völlig unvermittelt angriff, nachdem sie zu zweit im Hinterhofbereich des Lokals "D._____" verblieben waren. Der Privatkläger war davon völlig...
	4.4.  Entscheidend ist jedoch, dass der Beschuldigte insgesamt 19-mal auf den Privatkläger eingestochen hat, obwohl sich das Opfer bereits nach der ersten aus dessen Sicht völlig unerwartet erfolgten Stichverletzung am Hals mit dem Rücken an die Wand ...
	4.5.  Schliesslich soll der Beschuldigte nach der Tat sogar noch ausgerufen haben, dass er genau dafür hierhergekommen sei (s. vorn E. III. 5.2.5.), als ob er bereits bei seiner Anreise in die Schweiz gegen den Privatkläger Böses im Schilde geführt hä...
	4.6.  Nach dem Gesagten ist die im vorinstanzlichen Entscheid getroffene Schlussfolgerung, wonach das Zusammenspiel mehrerer Elemente, namentlich die komplette Ahnungs- und Wehrlosigkeit des Privatklägers in Bezug auf den Angriff und die Gewalttat des...
	5.  Zusammengefasst ist die versuchte Tötung des Privatklägers durch den Beschuldigten als besonders skrupellos einzustufen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 37 Rz 51) kann diese bereits aus sachverhaltsmässigen Gründen keinesfalls mit e...
	V.  Strafzumessung

	1.  Gemäss Urteil der Vorinstanz wurde der Beschuldigte unter Anrechnung der erstandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren bestraft (Urk. 48). Mit ihrer Berufung beantragt die Staatsanwaltschaft eine Erhöhung...
	2.  Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln der Strafzumessung ausführlich und zutreffend dargelegt, weshalb diese nicht mehr wiederholt zu werden brauchen (Urk. 48 S.