# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d93cb28-8170-512c-9dc9-49e2b71a02ca
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2025 B-2595/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2595-2024_2025-09-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-2595/2024 

 

 

   U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richter Christoph Errass, 

Gerichtsschreiber Roger Mallepell. 
 

 
 

Parteien 
 WWF Schweiz, 

Hohlstrasse 110, 8020 Zürich 1, 

BirdLife Schweiz, 

Wiedingstrasse 78, 8045 Zürich, 

beide vertreten durch Dr. iur. Hans Maurer, Rechtsanwalt, 

Maurer & Stäger AG,  

Fraumünsterstrasse 17, Postfach, 8024 Zürich,  

Beschwerdeführende,   
 

 
gegen  

 
 

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und  

Veterinärwesen BLV,  

Schwarzenburgstrasse 155, 3003 Bern, 

Vorinstanz,  

 

Schweizer Obstverband, 

Baarerstrasse 88, 6300 Zug, 

Verband Schweizer Gemüseproduzenten, 

Belpstrasse 26, 3007 Bern, 

Beschwerdegegner. 

Gegenstand 
 Notfallzulassung der Pflanzenschutzmittel Gazelle SG  

(W 6581), Barritus Rex (W-6581-2), Oryx Pro (W-6581-3)  

und Pistol (W 6581-4); Allgemeinverfügung vom 2. April 2024. 

B-2595/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Mit Schreiben vom 14. Dezember 2023 ersuchten der Schweizer Obst-

verband und der Verband Schweizer Gemüseproduzenten das Bundesamt 

für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) darum, die Pflanzen-

schutzmittel mit den Wirkstoffen Acetamiprid, Spinosad und Spinetoram im 

Rahmen einer Notfallzulassung nach Art. 40 der Verordnung vom 12. Mai 

2010 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (PSMV, SR 

916.161) zur Bekämpfung von Wanzen zu bewilligen.  

Die Anwendungsgebiete, die Anwendung und die Auflagen sollten laut dem 

Gesuch beim Obst-, Gemüse- und Beerenbau der zuletzt mit Allgemein-

verfügung vom 22. März 2023 (vgl. nachfolgend Bst. C, C.d) erteilten Not-

fallzulassung entsprechen. Zusätzlich wurde eine Erweiterung der bisheri-

gen Notfallzulassung auf Haselnüsse und Kiwi beantragt. Aktuell seien in 

der Schweiz im Vergleich zur EU keine wirksamen Pflanzenschutzmittel 

zur Bekämpfung der Baumwanzen zugelassen. 

A.b Am 11. März 2024 beurteilte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) 

das obige Gesuch als Beurteilungsstelle. Es kam zum Schluss, dass die 

Erteilung einer Notfallzulassung nach Art. 40 PSMV für Produkte mit Ace-

tamiprid, Spinosad und Spinetoram zur Bekämpfung von Baumwanzen in 

Kernobst, Steinobst sowie in Haselnuss und Kiwi gerechtfertigt sei. Dies 

gelte auch für die Bekämpfung von Baumwanzen im Gemüsebau inklusive 

Aubergine und Gurken und die Bekämpfung von Fruchtwanzen in Erdbee-

ren. Das BLW schlug daher vor, eine entsprechende Notfallzulassung zu 

erteilen. In der Allgemeinverfügung sei darauf hinzuweisen, dass die Pflan-

zenschutzmittel nicht unter Schweizer Praxisbedingungen auf Wirksamkeit 

und Phytotoxizität beim Einsatz gegen Baumwanzen, Fruchtwanzen und 

Weichwanzen in den beantragten Kulturen geprüft worden seien. 

A.c Das BLW stützte seine Beurteilung vom 11. März 2024 (Bst. A.b) auf 

die vorbestehende Beurteilung vom 8. März 2023, welche das BLW für die 

Notfallzulassung des Vorjahres gemäss Allgemeinverfügung vom 22. März 

2023 (vgl. nachfolgend Bst. C, C.d) erstellt hatte, sowie auf ergänzende 

Antworten der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope (E-Mails 

vom 29. Februar 2024 und 1. März 2024). 

  

B-2595/2024 

Seite 3 

A.d Nach dem Eingang je einer Stellungnahme des Staatssekretariats für 

Wirtschaft (SECO) und des Bundesamts für Umwelt (BAFU) bewilligte das 

BLV mit Allgemeinverfügung vom 2. April 2024 die Pflanzenschutzmittel 

Gazelle SG (W 6581), Barritus Rex (W 6581-2), Oryx Pro (W 6581-3) und 

Pistol (W 6581-4), welche je den Wirkstoff Acetamiprid enthalten, gestützt 

auf Art. 40 PSMV im Sinne einer befristeten Notfallzulassung bis zum 

31. Oktober 2024.  

Die Notfallzulassung umfasste antragsgemäss den Obstbau (Kernobst, 

Steinobst, Haselnuss und Kiwi gegen Baumwanzen), Gemüsebau (Auber-

gine und Gurken im Gewächshaus gegen Baumwanzen und Weichwanzen 

[Miridae]; Paprika und Tomaten im Gewächshaus gegen Baumwanzen) so-

wie den Beerenbau (Erdbeeren gegen Fruchtwanzen). 

Gleichzeitig erteilte das BLV auch den Pflanzenschutzmitteln Audienz, 

BIOHOP AudiENZ, Elvis, Bandsen, Gesal Käfer- und RaupenStop sowie 

Perfetto, welche je den Wirkstoff Spinosad enthalten, eine – ebenfalls ge-

gen Baumwanzen, Weichwanzen und Fruchtwanzen gerichtete – Notfall-

zulassung nach Art. 40 PSMV bis zum 31. Oktober 2024.  

Einer allfälligen Beschwerde gegen die Allgemeinverfügung vom 2. April 

2024 entzog das BLV gestützt auf Art. 55 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

die aufschiebende Wirkung (publiziert in BBl 2024 734 ff.). 

A.e Mit separater Allgemeinverfügung vom 11. April 2024 erteilte das BLV 

auch dem Pflanzenschutzmittel Zorro mit dem Wirkstoff Spinetoram eine 

Notfallzulassung zur Bekämpfung von Baumwanzen im Obstbau (Kern-

obst, Steinobst, Haselnuss, Kiwi) bis zum 31. Oktober 2024 (publiziert in 

BBl 2024 810 f.). 

  

B-2595/2024 

Seite 4 

B.  

B.a Am 10. April 2024 verlangte der WWF Schweiz beim BLV Einsicht in 

die Akten des Notfallzulassungsverfahrens für die Pflanzenschutzmittel mit 

dem Wirkstoff Acetamiprid. Zusätzlich verlangte der WWF Schweiz auch 

Einsicht in die Bewilligungen zur erstmaligen Zulassung dieser Pflanzen-

schutzmittel mit den entsprechenden Beurteilungsberichten sowie in allfäl-

lige spätere Erneuerungsbewilligungen.  

B.b Das BLV gewährte dem WWF Schweiz die Akteneinsicht im Wesentli-

chen mit Schreiben vom 16. April 2024. Es lehnte es aber ab, die Unterla-

gen zur erstmaligen Zulassung der Pflanzenschutzmittel mit Acetamiprid 

sowie zur allfälligen Erneuerung dieser Zulassungen an den WWF Schweiz 

zu übermitteln.  

B.c Diesbezüglich wies das BLV im Schreiben vom 16. April 2024 darauf 

hin, dass das Pflanzenschutzmittel Gazelle SG (W 6581) mit dem Wirk-

stoff Acetamiprid bereits im Rahmen eines früheren regulären Zulas-

sungsverfahrens für verschiedene Anwendungen im Freiland bewilligt wor-

den sei. Bei der mit Allgemeinverfügung vom 2. April 2024 erteilten Notfall-

zulassung von Gazelle SG handle es sich um eine Erweiterung des Ver-

wendungszwecks dieses regulär bewilligten Pflanzenschutzmittels. Die 

Pflanzenschutzmittel Barritus Rex (W 6581-2), Oryx Pro (6581-3) und Pis-

tol (W-6581-4) mit dem Wirkstoff Acetamiprid seien Verkaufserlaubnisse 

von Gazelle SG (W 6581) und somit identisch mit diesem Produkt. 

B.d Das BLV lehnte die vom WWF Schweiz beantragte Zusendung der Ak-

ten zur erstmaligen Zulassung der Pflanzenschutzmittel mit Acetamiprid 

sowie zur allfälligen Erneuerung dieser Zulassungen laut dem Schreiben 

vom 16. April 2024 ab, weil dies nicht erforderlich sei. Denn diese Unterla-

gen seien zur Erteilung der Notfallzulassungen nicht verwendet worden. 

Berücksichtigt worden sei lediglich die Tatsache, dass die Produkte bereits 

zugelassen seien. 

B.e Weiter setzte das BLV den WWF Schweiz mit dem Schreiben vom 

16. April 2024 darüber in Kenntnis, dass das Pflanzenschutzmittel Gazelle 

SG derzeit gezielt überprüft werde. Diese gezielte Überprüfung sei noch 

nicht abgeschlossen. Dem WWF Schweiz könne deshalb auch in das Gut-

achten, welches das SECO am 13. März 2024 im Rahmen der gezielten 

Überprüfung erstellt habe, keine Akteneinsicht gewährt werden.  

  

B-2595/2024 

Seite 5 

C.  

Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Acetamiprid, Spinosad und Spi-

netoram wurden in den Jahren 2020 bis 2023 bereits mehrmals wie folgt 

als befristete Notfallzulassungen bewilligt: 

C.a Mit Allgemeinverfügung vom 12. März 2020 erteilte die damals zustän-

dige Zulassungsstelle (BLW) unter anderem den Pflanzenschutzmitteln 

Gazelle SG, Barritus Rex und Oryx Pro mit dem Wirkstoff Acetaminprid ge-

stützt auf Art. 40 PSMV eine Notfallzulassung für einen beschränkten Ein-

satz gegen Wanzen (Halymorpha halys) bis zum 31. Oktober 2020.  

Diese Notfallzulassung erstreckte sich auf die Anwendungsgebiete Obst- 

(Kernobst, Steinobst) und Gemüsebau (Aubergine, Paprika, Tomaten, Gur-

ken im Gewächshaus). Gleichzeitig hatte das BLW damals auch verschie-

denen Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Spinosad sowie einem 

Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spinetoram eine Notfallzulassung 

für einen beschränkten Einsatz gegen Wanzen bis zum 31. Oktober 2020 

erteilt (publiziert in BBl 2020 2483). 

C.b Mit Allgemeinverfügung vom 4. Februar 2021 verlängerte das BLW die 

obgenannte Notfallzulassung der Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff 

Acetaminprid bis zum 31. Oktober 2021 (unveränderte Anwendungsge-

biete). Gleichzeitig verlängerte es auch die Notfallzulassung vom 12. März 

2020 der Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spinosad und dem Pflan-

zenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spinetoram bis zum 31. Oktober 2021 

(publiziert in BBl 2021 202). 

C.c Mit Allgemeinverfügung vom 10. Dezember 2021 erteilte das BLW den 

Acetaminprid enthaltenden Pflanzenschutzmitteln Gazelle SG, Basudin 

SG, Barritus Rex, Oryx Pro und Pistol gestützt auf Art. 40 PSMV eine wei-

tere Notfallzulassung gegen Wanzen, diesmal bis zum 31. Oktober 2022 

(unveränderte Anwendungsgebiete). Ebenso verlängerte das BLW die Not-

fallzulassung vom 4. Februar 2021 der Pflanzenschutzmittel mit dem Wirk-

stoff Spinosad und dem Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spineto-

ram bis zum 31. Oktober 2022 (publiziert in BBl 2021 2960). 

C.d Darauf erteilte das BLV (als seit dem 1. Januar 2022 neu zuständige 

Zulassungsstelle) den Acetaminprid enthaltenden Pflanzenschutzmitteln 

Gazelle SG, Barritus Rex, Oryx Pro und Pistol mit Allgemeinverfügung vom 

22. März 2023 eine vierte befristete Notfallzulassung nach Art. 40 PSMV 

bis zum 31. Oktober 2023. 

B-2595/2024 

Seite 6 

Diese Notfallzulassung umfasste neben dem Obst- und Gemüsebau neu 

auch den beschränkten Einsatz der vier genannten Pflanzenschutzmittel 

im Beerenbau gegen Fruchtwanzen auf Erdbeeren. Zudem richtete sich 

die Notfallzulassung vom 22. März 2023 im Obst- und Gemüsebau neu ge-

nerell gegen Baumwanzen und somit insbesondere auch gegen die Rot-

beinige Baumwanze (statt wie bisher ausschliesslich gegen die Marmo-

rierte Baumwanze [Halyomorpha halys]).  

Gleichzeitig verlängerte das BLV am 22. März 2023 auch wiederum die 

Notfallzulassungen der Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spinosad 

und dem Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spinetoram. Die entspre-

chende Notfallzulassung wurde ebenfalls bis am 31. Oktober 2023 erteilt 

(mit derselben Erweiterung auf Fruchtwanzen bei Erdbeeren und auf 

Baumwanzen im Obst- und Gemüsebau; publiziert in BBl 2023 812). 

D.  

Mit Eingabe vom 26. April 2024 erheben der WWF Schweiz und  

BirdLife Schweiz (nachfolgend: Beschwerdeführende) Beschwerde gegen 

die Allgemeinverfügung des BLV (nachfolgend: Vorinstanz) vom 2. April 

2024 (vgl. unter Bst. A.d) an das Bundesverwaltungsgericht. Die Be-

schwerdeführenden beantragen die Aufhebung der angefochtenen Allge-

meinverfügung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vor-

instanz. In prozessualer Hinsicht stellen sie den Antrag, dass der Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen sei.  

D.a Die Beschwerdeführenden machen vorab geltend, dass eine Notfall-

zulassung für die Pflanzenschutzmittel Gazelle SG, Barritus Rex, Oryx Pro 

und Pistol mit dem Wirkstoff Acetamiprid fehl am Platz sei, weil eine solche 

schon fünf Jahre hintereinander – d.h. in den Jahren 2020, 2021, 2022, 

2023 und 2024 – erteilt worden sei. Tatsächlich hätte laut den Beschwer-

deführenden das ordentliche Bewilligungsverfahren nach Art. 17 ff. PSMV 

angewendet werden müssen. Dieses sei durch die Erteilung von unzuläs-

sigen "Ketten-Notfallzulassungen" umgangen worden.  

D.b Weiter stellen sich die Beschwerdeführenden in der Beschwerde auf 

den Standpunkt, dass sich die Notfallzulassung vom 2. April 2024 auch 

dann als rechtsverletzend erweise, falls das Verfahren der Notfallzulas-

sung wider Erwarten habe angewendet werden dürfen.  

  

B-2595/2024 

Seite 7 

D.b.a Insbesondere sei die nach Art. 40 Abs. 1 PSMV für eine Notfallzulas-

sung nötige "Gefahr für die Pflanzengesundheit" nicht hinreichend nachge-

wiesen. Der Schweizer Obstverband und der Verband Schweizer Gemü-

seproduzenten hätten im Gesuch vom 14. Dezember 2023 (vgl. unter 

Bst. A.a) lediglich unsubstantiiert Extrembeispiele wie "Ertragseinbussen 

von 30-70% bei einzelnen Parzellen" oder "existenzbedrohende Schäden" 

geltend gemacht. Nachvollziehbare Schadensnachweise hätten sie nicht 

vorgelegt. 

D.b.b Zudem sei eine Umweltprüfung, wie es Art. 40 Abs. 2 PSMV für die 

Notfallzulassung verlange, nicht erfolgt. Acetamiprid habe gemäss der frei 

zugänglichen wissenschaftlichen Literatur und der Europäischen Behörde 

für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zahlreiche schwerwiegende Giftwirkun-

gen. Die Vorinstanz habe es jedoch unterlassen, sich auf die vorliegenden, 

allgemein bekannten, Tatsachen und Angaben zu stützen. 

D.b.c Eine Notfallzulassung setze gemäss Art. 40 Abs. 1 PSMV weiter vor-

aus, dass sich die Massnahme in der Form eines Pestizideinsatzes "ange-

sichts einer nicht anders abzuwehrenden Gefahr für die Pflanzengesund-

heit als notwendig" erweise. Diese Voraussetzung sei ebenfalls nicht erfüllt. 

Die angebliche "Gefahr für die Pflanzengesundheit" sei anders als mit Ace-

tamiprid abwehrbar. Denn es bestehe eine Vielzahl von alternativen Me-

thoden. Der Einsatz von Acetamiprid sei auch kontraproduktiv, weil durch 

dieses Breitband-Insektizid die natürlichen Gegenspieler der Marmorierten 

Baumwanze getötet würden.  

D.c Weiter bestreiten die Beschwerdeführenden die Rechtmässigkeit der 

ursprünglichen Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Acetamiprid 

und erklären, diese ursprünglichen Zulassungen mit der vorliegenden Be-

schwerde "akzessorisch anzufechten". Die Vorinstanz sei vom Bundesver-

waltungsgericht zur Edition der – mit Akteneinsichtsgesuch vom 10. April 

2024 vergeblich herausverlangten (vgl. unter Bst. B.a ff.) – Akten zur erst-

maligen Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Aceta-

miprid sowie zur allfälligen späteren Erneuerung dieser Zulassungen zu 

verpflichten. 

D.d Schliesslich rügen die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz habe ihr 

rechtliches Gehör schwer verletzt, weil sie ihnen vor dem Erlass der ange-

fochtenen Allgemeinverfügung vom 2. April 2024 keine Gelegenheit zur 

Stellungnahme eingeräumt habe.  

B-2595/2024 

Seite 8 

E.  

E.a Die Vorinstanz liess sich am 17. Mai 2024 zur Hauptsache und zum 

prozessualen Antrag der Beschwerdeführenden vernehmen. In der Haupt-

sache beantragte die Vorinstanz die vollumfängliche Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der Antrag um Wiederherstellung 

der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen. Die akzessorische Anfech-

tung der regulären Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirk-

stoff Acetamiprid, welche alle rechtskräftig seien, ziele ins Leere. 

E.b Die Beschwerdegegner nahmen am 21. Mai 2024 zum prozessualen 

Antrag der Beschwerdeführenden Stellung. Sie beantragten ebenfalls des-

sen Abweisung. 

E.c Mit Zwischenverfügung vom 29. Mai 2024 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht den prozessualen Antrag der Beschwerdeführenden gut und 

stellte die aufschiebende Wirkung der gegen die Allgemeinverfügung der 

Vorinstanz vom 2. April 2024 erhobenen Beschwerde hinsichtlich der 

Pflanzenschutzmittel Gazelle SG, Barritus Rex, Oryx Pro und Pistol wieder 

her. Gleichzeitig wies das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz an, die 

Obst-, Gemüse- und Beerenproduzenten mittels Publikation im Bundes-

blatt sowie mittels Mitteilung auf ihrer Homepage darüber zu informieren, 

dass von der aktuellen Notfallzulassung für diese Pflanzenschutzmittel bis 

auf weiteres kein Gebrauch gemacht werden darf. Im Übrigen forderte das 

Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz auf, die "EFSA Conclusion 2016 

zum Wirkstoff Acetamiprid" sowie das "Statement der EFSA zur Studie Hu-

mann Guilleminot et al., 2019" einzureichen.  

E.d Die Beschwerdegegner beantragten mit Beschwerdeantwort vom 

29. Mai 2024 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.  

E.e Am 30. Mai 2024 reichte die Vorinstanz bezugnehmend auf die Zwi-

schenverfügung vom 29. Mai 2024 die folgenden Unterlagen ein: 

– EFSA Conclusion vom 17. Oktober 2016 "on pesticides peer review. 

Peer review of the pesticide risk assessment of the active substance 

acetamiprid" 

– EFSA Statement vom 29. November 2021 "on the active substance ac-

etamiprid" 

E.f Am 3. Juni 2024 forderte das Bundesverwaltungsgericht das BAFU und 

das BLW je zur Einreichung eines Fachberichtes auf.  

B-2595/2024 

Seite 9 

E.g Das BAFU reichte darauf den Fachbericht vom 21. Juni 2024 und das 

BLW den Fachbericht vom 3. Juli 2024 ein.  

Der Fachbericht des BAFU zieht die Schlussfolgerung, dass die angefoch-

tene Notfallzulassung das Umweltrecht des Bundes nicht verletze.  

Auch der Fachbericht des BLW kommt zum Fazit, dass die Vorinstanz die 

Allgemeinverfügung vom 2. April 2024 rechtmässig erlassen habe. Die  

Voraussetzungen für das Gewähren einer Notfallzulassung gemäss Art. 40 

PSMV seien erfüllt. 

E.h Mit Replik vom 21. August 2024 nahmen die Beschwerdeführenden zu 

den erwähnten Eingaben der Vorinstanz und der Beschwerdegegner sowie 

zu den Fachberichten Stellung. Die Beschwerdeführenden hielten an den 

Beschwerdeanträgen fest.  

E.i Darauf reichten die Beschwerdegegner die Duplik vom 24. September 

2024 ein. Sie beantragten die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf einzutreten sei. Eventualiter sei die Angelegenheit an die  

Vorinstanz zur Re-Evaluation der Notfallzulassung zurückzuweisen und die 

Notfallzulassung gegebenenfalls mit ergänzenden Auflagen gutzuheissen. 

E.j Die Vorinstanz hielt mit Duplik vom 23. Oktober 2024 an den Rechtsbe-

gehren gemäss Vernehmlassung vom 17. Mai 2024 fest. 

E.k Mit Triplik vom 20. November 2024 wiesen die Beschwerdeführenden 

die Ausführungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegner in der jewei-

ligen Duplik als unzutreffend zurück und ersuchten erneut um Gutheissung 

der Beschwerde.  

E.l Darauf forderte das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz auf, zu 

verschiedenen Randziffern der Triplik vom 20. November 2024 eine Stel-

lungnahme (Quadruplik) einzureichen. Auch die Beschwerdegegner erhiel-

ten Gelegenheit, sich zur Triplik der Beschwerdeführenden zu äussern. 

  

B-2595/2024 

Seite 10 

E.m Mit Quadruplik vom 11. Dezember 2024 und 15. Januar 2025 hielten 

die Beschwerdegegner und die Vorinstanz an ihren Anträgen auf kosten-

fällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, fest. Die 

Beschwerdegegner bestätigten zudem ihren Eventualantrag gemäss Dup-

lik vom 24. September 2024. 

E.n Schliesslich hielten die Beschwerdeführenden mit abschliessender 

Stellungnahme vom 6. Februar 2025 an den Beschwerdeanträgen (vgl. un-

ter Bst. D) fest.  

F.  

Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG vorliegt und eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG ent-

schieden hat. 

1.2 Bei der vorliegend angefochtenen Notfallzulassung handelt es sich um 

eine Allgemeinverfügung, welche sich dadurch auszeichnet, dass sie sich 

einerseits an eine individuell nicht bestimmte, jedoch nach spezifischen 

Merkmalen bestimmbare Vielzahl von Adressaten richtet – also genereller 

Natur ist –, und anderseits einen konkreten Tatbestand regelt. Allgemein-

verfügungen werden in Bezug auf ihre Anfechtbarkeit zumindest dann wie 

Verfügungen behandelt, wenn sie – wie vorliegend – ohne konkretisierende 

Anordnung einer Behörde angewendet und vollzogen werden können (Ur-

teil des BGer 9C_575/2022 vom 5. Juli 2023 E. 4.2.1).  

  

B-2595/2024 

Seite 11 

1.3 Die Vorinstanz ist ein dem Eidgenössischen Departement des Innern 

(EDI) unterstelltes Bundesamt im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG. 

1.4 Da zudem kein Ausnahmegrund im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt, ist 

das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. a-c VwVG ist zur Beschwerde legitimiert, 

wer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen oder keine Möglichkeit 

zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-

derung hat. Zur Beschwerde berechtigt sind ferner Personen, Organisatio-

nen und Behörden, denen ein anderes Bundesgesetz dieses Recht ein-

räumt (Art. 48 Abs. 2 VwVG). 

2.2 Bei den Beschwerdeführenden handelt es sich unbestrittenermassen 

um gesamtschweizerisch tätige Organisationen, denen gegen Verfügun-

gen der Bundesbehörden oder der kantonalen Behörden von Gesetzes 

wegen die Beschwerdeberechtigung zusteht (Art. 48 Abs. 2 VwVG i.V.m. 

Art. 12 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimat-

schutz [NHG, SR 451] und Ziff. 3 und Ziff. 4 des Anhangs der Verordnung 

vom 27. Juni 1990 über die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschut-

zes sowie des Natur- und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Orga-

nisationen [VBO, SR 814.076]).  

2.3 Das Verbandsbeschwerderecht nach Art. 12 NHG steht laut der Recht-

sprechung ferner nur offen, wenn die angefochtene Verfügung die Erfüllung 

von Bundesaufgaben im Sinne von Art. 78 Abs. 2 der Bundesverfassung 

vom 18. April 1999 (BV, SR 101) und Art. 2 NHG betrifft. Voraussetzung 

hierfür ist, dass sich der angefochtene Verwaltungsakt auf hinreichend de-

tailliertes, direkt anwendbares Bundesrecht stützt und ein Bezug zum Na-

tur- und Heimatschutz besteht (BGE 144 II 218 E. 3.2; Urteil des BVGer A-

6831/2023 vom 17. Juni 2024 E. 2.1, m.w.H.).  

Dies ist vorliegend der Fall: Notfallzulassungen von Pflanzenschutzmitteln 

erfolgen durch die Vorinstanz als Bundesbehörde und gestützt auf die bun-

desrechtliche Regelung in der PSMV. Zudem tangiert die angefochtene 

Notfallzulassung den in Art. 1 Bst. d NHG umschriebenen Zweck des NHG 

(Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt sowie ihrer biologischen 

Vielfalt und ihres natürlichen Lebensraums). 

B-2595/2024 

Seite 12 

2.4 Im Übrigen hat das Bundesgericht die Beschwerdebefugnis der Natur-

schutzverbände nach Art. 12 NHG in Bezug auf Verfahren der Überprüfung 

von Pflanzenschutzmitteln ausdrücklich bestätigt (Urteil des BGer 

1C_312/2017 vom 12. Februar 2018 E. 3. ff., insbesondere E. 7; publiziert 

als BGE 144 II 2018). Eine Veranlassung, das Verbandsbeschwerderecht 

nach Art. 12 NHG hinsichtlich des hier strittigen Notfallzulassungsverfah-

rens abweichend zu beurteilen, besteht nicht (vgl. dazu auch: SIAN AFFOL-

TER, Der Umgang der Landwirtschaft mit der natürlichen Umwelt – de lege 

lata und de lege ferenda, Dissertation Universität Freiburg 2021, S. 212). 

2.5 Die Sachurteilsvoraussetzung des schutzwürdigen Interesses, das in 

Form eines Berührtseins in eigenen Rechten und Pflichten vorliegen muss, 

wird durch die gesetzlich eingeräumte Beschwerdebefugnis nach Art. 12 

NHG ersetzt (BGE 141 II 233 E. 4.2.2 f., m.w.H.; Urteil des BVGer A-

6831/2023 vom 17. Juni 2024 E. 2.2). Einzig vom Erfordernis des aktuellen 

Rechtsschutzinteresses kann grundsätzlich nicht abgesehen werden. Die-

ses muss in der Regel im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung und im Zeit-

punkt der Urteilsfällung vorliegen. 

2.5.1 Ein aktuelles Interesse bedeutet, dass der durch die angefochtene 

Verfügung erlittene Nachteil im Zeitpunkt des Entscheids der Beschwer-

deinstanz noch bestehen muss. An einem aktuellen Interesse fehlt es, 

wenn der Nachteil auch bei Gutheissung der Beschwerde nicht mehr be-

hoben werden könnte. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn der an-

gefochtene Akt im Zeitpunkt des Urteils keine Rechtswirkung mehr entfal-

ten kann (zum Ganzen: BGE 136 II 101 E. 1.1; Urteil des BVGer A-

6831/2023 vom 17. Juni 2024 E. 2.2; BVGE 2009/31 E. 3.1, je m.w.H.). 

2.5.2 Auf die Aktualität des Rechtsschutzinteresses kann in Ausnahmefäl-

len verzichtet werden, wenn sich die in der Beschwerde aufgeworfenen 

Rechtsfragen jederzeit und unter gleichen oder ähnlichen Umständen wie-

der stellen könnten, an ihrer Beantwortung wegen ihrer grundsätzlichen 

Bedeutung ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht und eine recht-

zeitige gerichtliche Prüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre (BGE 136 

II 101 E. 1.1; BGE 131 II 361 E. 1.2; BVGE 2009/31 E. 4.1; Urteil des 

BVGer A-6831/2023 vom 17. Juni 2024 E. 2.2; MARANTELLI-SONANINI/HU-

BER, in: Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsver-

fahrensgesetz, 3. Aufl. [nachfolgend: Praxiskommentar], Art. 48 Rz. 38; 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl., Rz. 946; je m.w.H.).  

  

B-2595/2024 

Seite 13 

2.5.3 Die Beschwerdeführenden beantragen die Aufhebung der Allgemein-

verfügung vom 2. April 2024, mit welcher die Vorinstanz die Pflanzen-

schutzmittel Gazelle SG (W 6581), Barritus Rex (W 6581-2), Oryx Pro (W 

6581-3) und Pistol (W 6581-4) mit dem Wirkstoff Acetamiprid sowie weitere 

Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spinosad im Sinne einer befristeten 

Notfallzulassung bis zum 31. Oktober 2024 bewilligt hat (vgl. unter 

Bst. A.d).  

2.5.4 Da die erwähnten Notfallzulassungen inzwischen abgelaufen sind, 

besteht kein aktuelles Rechtsschutzinteresse mehr an der beantragten 

Aufhebung der angefochtenen Allgemeinverfügung. Diese entfaltet keine 

Rechtswirkung mehr. Dass in Bezug auf die von den Beschwerdeführen-

den aufgeworfenen Kritikpunkte (vgl. unter Bst. D.a ff.) gerichtliche Klarheit 

geschaffen wird, ist jedoch von grundsätzlicher Bedeutung und damit im 

öffentlichen Interesse. Die strittigen Fragen könnten sich jedes Jahr unter 

ähnlichen Umständen wieder stellen. Sie würden im Fall des Festhaltens 

am Erfordernis der Aktualität des Rechtsschutzinteresses bis zum Urteils-

zeitpunkt aufgrund des vorzeitigen Ablaufs der Bewilligungsdauer kaum je 

eine gerichtliche Klärung finden. Dies gilt insbesondere für die Rechts-

frage, ob eine bereits fünffach hintereinander wiederholte Zulassung eines 

Pflanzenschutzmittels im Notfallzulassungsverfahren nach Art. 40 PSMV 

rechtmässig ist oder dadurch das reguläre Zulassungsverfahren nach 

Art. 17 ff. PSMV umgangen wurde. 

2.5.5 Somit ist ausnahmsweise und in Bezug auf alle aufgeworfenen Kri-

tikpunkte auf die Aktualität des Rechtsschutzinteresses als Sachurteilsvor-

aussetzung zu verzichten. Dies wird denn auch von keiner Partei in Frage 

gestellt. 

3.  

Im Übrigen haben die Beschwerdeführenden die Beschwerde vom 26. Ap-

ril 2024 frist- und formgerecht erhoben (Art. 50 und Art. 52 VwVG). Die 

Rechtsvertretung hat sich rechtsgenüglich ausgewiesen (Art. 11 VwVG) 

und der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 

VwVG). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten (vgl. aber 

nachfolgende E. 4.2. und E. 4.2.18). 

  

B-2595/2024 

Seite 14 

4.  

Streitgegenstand der gerichtlichen Prüfung ist das Rechtsverhältnis, das 

Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet oder hätte bilden sollen, 

soweit es im Streit liegt. Was Streitgegenstand ist, bestimmt sich demnach 

durch den angefochtenen Entscheid und die Parteibegehren, wobei der 

angefochtene Entscheid den möglichen Streitgegenstand begrenzt (BGE 

133 II 35 E. 2; Urteil des BVGer B-1499/2022 vom 23. November 2023 

E. 2.1; FLÜCKIGER, in: Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 7 Rz. 19; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 2.8). 

4.1  

4.1.1 Gegenstand der vorliegend angefochtenen Allgemeinverfügung vom 

2. April 2024 bilden – wie erwähnt (vgl. unter Bst. A.d) – die Notfallzulas-

sung der Pflanzenschutzmittel Gazelle SG (W 6581), Barritus Rex (W 

6581-2), Oryx Pro (W 6581-3) und Pistol (W 6581-4) mit dem Wirkstoff 

Acetamiprid sowie die Notfallzulassung der Pflanzenschutzmittel Audienz, 

BIOHOP AudiENZ, Elvis, Bandsen, Gesal Käfer- und RaupenStop sowie 

Perfetto mit dem Wirkstoff Spinosad. 

4.1.2 Die Beschwerdeführenden beantragen laut dem Wortlaut ihres 

Rechtsbegehrens die (vollständige) Aufhebung dieser Allgemeinverfü-

gung. In der Begründung bringen sie jedoch unmissverständlich zum Aus-

druck, dass sich die Beschwerde ausschliesslich gegen die mit der Allge-

meinverfügung erteilte Notfallzulassung der Pflanzenschutzmittel mit dem 

Wirkstoff Acetamiprid richtet. Die gleichzeitig erteilte Notfallzulassung der 

Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Spinosad stellen die Beschwerde-

führenden nicht in Frage. 

4.1.3 Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet so-

mit die Überprüfung der angefochtenen Allgemeinverfügung vom 2. April 

2024, soweit die Vorinstanz damit die Pflanzenschutzmittel Gazelle SG (W 

6581), Barritus Rex (W 6581-2), Oryx Pro (W 6581-3) und Pistol (W 6581-

4) mit dem Wirkstoff Acetamiprid als befristete Notfallzulassung zugelas-

sen hat. Die gleichzeitig erteilten Notfallzulassungen der Pflanzenschutz-

mittel mit dem Wirkstoff Spinosad bilden nicht Streitgegenstand dieses Be-

schwerdeverfahrens. Dasselbe gilt für die mit separater Allgemeinverfü-

gung vom 11. April 2024 erteilte Notfallzulassung des Pflanzenschutzmit-

tels Zorro mit dem Wirkstoff Spinetoram (vgl. unter Bst. A.e). 

B-2595/2024 

Seite 15 

4.2 Die Beschwerdeführenden führen in ihren Rechtsschriften aus, dass 

sie neben der gemäss dem Rechtsbegehren angefochtenen Allgemeinver-

fügung zusätzlich auch die ursprünglichen Zulassungen von Pflanzen-

schutzmitteln mit Acetamiprid "akzessorisch anfechten" und den Widerruf 

auch dieser Zulassungen fordern. Damit verlangen die Beschwerdeführen-

den sinngemäss, dass der vorstehend eingegrenzte Streitgegenstand 

(E. 4.1.3) auf die akzessorisch angefochtenen weiteren Anfechtungsob-

jekte ausgedehnt wird. Ob dem gefolgt werden kann, ist nachfolgend zu 

prüfen. 

4.2.1 Gemäss dem Pflanzenschutzmittelverzeichnis der Vorinstanz wur-

den in der Schweiz die folgenden Produkte mit dem Wirkstoff Acetamiprid 

bereits regulär zugelassen (vgl. https://www.psm.admin.ch/de/wirk-

stoffe/1350, abgerufen am 31. März 2025): 

– Gazelle SG (W-6581): ordentlich zugelassen zum Schutz insbesondere 

von Äpfeln, Kernobst, Steinobst, Aubergine, Gurken, Paprika, Tomaten, 

Brombeeren und Himbeeren gegen verschiedene Schaderreger (ins-

besondere gegen Gallmücken, Apfelblütenstecher, Blattläuse und 

Weisse Fliegen); 

– Barritus Rex (W 6581-2), Oryx Pro (W 6581-3), Pistol (W 6581-4) und 

Gepard (W-6581-5): je ordentlich zugelassen als identische Produkte 

wie Gazelle SG (W-6581) und Verkaufserlaubnisse dieses Produkts 

(Art. 43 PSMV); 

– Gazelle 120 FL (W-7349): ordentlich zugelassen zum Schutz von Raps 

und Weizen vor dem Rapsglanzkäfer und dem Getreidehähnchen; 

– Aceta 200 (D-7014), Acetamiprid 200 (D-6185), Mospilan SG (D-4866) 

und Supreme 20 SG (F-6501): für den Parallelimport ordentlich zuge-

lassene Produkte. 

4.2.2 Die angefochtene Notfallzulassung richtet sich gegen Baumwanzen, 

Weichwanzen und Fruchtwanzen im Obst-, Gemüse- und Beerenbau und 

zielt insbesondere auf die Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze (vgl. 

im Einzelnen unter Bst. A.d). Die oben erwähnten regulären Zulassungen 

von Produkten mit dem Wirkstoff Acetamiprid (E. 4.2.1) decken diesen Ver-

wendungszweck unstrittig nicht ab. Bei der angefochtenen Notfallzulas-

sung handelt es sich daher um eine Erweiterung des Verwendungszwecks 

der (bereits vorbestehenden) regulären Zulassungen. Davon geht auch die 

Vorinstanz aus (vgl. unter Bst. B.c). 

B-2595/2024 

Seite 16 

4.2.3 Laut den Beschwerdeführenden hätten die regulären Zulassungen 

von Produkten mit dem Wirkstoff Acetamiprid (E. 4.2.1) "im Lichte der exor-

bitanten Human- und Ökotoxizität von Acetamiprid" nicht erteilt werden dür-

fen. Sie seien zu widerrufen, weil die rechtlichen Anforderungen der PSMV 

verletzt seien. Es werde bestritten, dass die Beurteilung der Risiken bei 

den erstmaligen Zulassungen bzw. den Erneuerungen von Pflanzen-

schutzmitteln mit Acetamiprid korrekt erfolgt sei. Da den Beschwerdefüh-

renden das Verbandsbeschwerderecht im Bereich der Pflanzenschutzmit-

tel erst später – am 12. Februar 2018 – nach einem mehrjährigen Prozess 

vom Bundesgericht erteilt worden sei (m.H. auf das Urteil des BGer 

1C_312/2017 vom 12. Februar 2018, publiziert als BGE 144 II 2018), 

müssten sich die Beschwerdeführenden die Rechtskraft der regulären Zu-

lassungen nicht vorhalten lassen. Die Beschwerdeführenden hätten gar nie 

die Möglichkeit gehabt, sich an den damaligen Zulassungsverfahren zu be-

teiligen und die entsprechenden Verfügungen einer gerichtlichen Prüfung 

zu unterziehen. 

4.2.4 Demgegenüber betont die Vorinstanz, dass die regulären Zulassun-

gen und Verkaufserlaubnisse von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff 

Acetamiprid allesamt rechtskräftig seien und nicht mehr mit einem ordentli-

chen Rechtsmittel angefochten werden könnten. Im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren sei einzig die Allgemeinverfügung vom 2. April 2024 

Anfechtungsobjekt und somit Streitgegenstand. 

4.2.5 Die regulären Zulassungen von Produkten mit dem Wirkstoff Aceta-

miprid (E. 4.2.1) wurden als Verfügungen erlassen. Verfügungen, die nicht 

mehr durch Rechtsmittel angefochten werden können, erwachsen in for-

melle Rechtskraft. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Rechtsmittel-

frist für die Ergreifung eines ordentlichen Rechtsmittels unbenutzt abgelau-

fen ist. Diesfalls gilt das Beschwerderecht grundsätzlich als verwirkt 

(JAAG/HÄGGI FURRER sowie ZIBUNG, in: Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 39 

Rz. 13 und Art. 50 Rz. 17; je m.H.; vgl. in diesem Zusammenhang auch 

das Urteil des BGer 2C_341/2023 vom 30. April 2025, in dem das Bundes-

gericht festhält, dass die Einleitung eines Verfahrens um Erweiterung der 

Bewilligung für das Inverkehrbringen eines Pflanzenschutzmittels nicht 

ohne Weiteres zu einem Wirkstoffüberprüfungsverfahren führt [E. 5.4.4]. 

Diese Verfahren seien klar getrennt [E. 5.4.3]).  

  

B-2595/2024 

Seite 17 

4.2.6 Vorliegend steht fest, dass die Rechtsmittelfristen zur Anfechtung der 

von den Beschwerdeführenden beanstandeten regulären Zulassungen von 

Pflanzenschutzmitteln mit Acetamiprid ungenutzt abgelaufen und diese 

Verfügungen somit grundsätzlich in formelle Rechtskraft erwachsen sind. 

Zudem steht übereinstimmend mit den Aussagen der Beschwerdeführen-

den (E. 4.2.3) auch fest, dass die von diesen akzessorisch angefochtenen 

Pflanzenschutzmittel mit Acetamiprid regulär zugelassen wurden, noch be-

vor das Bundesgericht die Beschwerdebefugnis der Naturschutzverbände 

in Bezug auf Verfahren der Überprüfung von Pflanzenschutzmitteln am 

12. Februar 2018 bestätigt hat (E. 2.4).  

4.2.7 Nach Art. 6 VwVG gelten als Parteien neben Personen, deren Rechte 

oder Pflichten die Verfügung berühren soll, auch andere Personen, Orga-

nisationen oder Behörden, denen ein Rechtsmittel gegen die Verfügung 

zusteht, d.h. denen ein anderes Bundesgesetz ein Beschwerderecht ein-

räumt (Art. 48 Abs. 2 VwVG). Seit dem bundesgerichtlichen Entscheid vom 

12. Februar 2018 (BGE 144 II 218) steht somit neben der Bestätigung des 

Verbandsbeschwerderechts der Naturschutzverbände auch fest, dass 

Art. 12 NHG einem beschwerdeberechtigten Naturschutzverband die Par-

teistellung im jeweiligen Verwaltungsverfahren verschafft.  

4.2.8 Der Gesetzgeber hat diesbezüglich inzwischen die neue Bestim-

mung von Art. 160b LwG erlassen und per 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt 

(AS 2024 623): Gemäss Art. 160b Abs. 1 LwG können beschwerdeberech-

tigte Organisationen nach Art. 12 Abs. 1 Bst. b NHG innert 14 Tagen nach 

der Information über ein Verfahren zur Zulassung eines Pflanzenschutz-

mittels bei der Zulassungsstelle die Parteistellung beantragen. Für den 

Fall, dass dies unterlassen wird, hält Art. 160b Abs. 2 LwG fest, dass die 

betreffende Organisation vom weiteren Verfahren ausgeschlossen ist. 

Denn wenn keine Parteistellung beantragt werde, sei dies als Verzicht auf 

die Teilnahme am Verfahren zu verstehen (vgl. die Botschaft vom 12. Feb-

ruar 2020 zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2022 [AP22+], publi-

ziert in BBl 2020 3955, 4134; sowie nachfolgend E. 5.2.6 zur Frage der 

Anwendbarkeit der neuen Bestimmung im vorliegenden Beschwerdever-

fahren). 

  

B-2595/2024 

Seite 18 

4.2.9 Da die von den Beschwerdeführenden vorliegend kritisierten regulä-

ren Zulassungsverfahren gemäss dem vorstehend Ausgeführten noch in 

die Zeit vor diesen Klarstellungen durch das Bundesgericht und den Ge-

setzgeber fallen, hatten die Beschwerdeführenden damals noch keine 

Möglichkeit an den jeweiligen Verwaltungsverfahren als Parteien teilzuneh-

men und die von ihnen vertretenen Naturschutzinteressen zu verteidigen.  

4.2.10 Der Bundesgerichtsentscheid vom 12. Februar 2018 (BGE 144 II 

218) bildet in erster Linie ein höchstrichterliches Präjudiz für die zukünftige 

Handhabung des Beschwerde- und Parteirechts von Naturschutzverbän-

den gemäss Art. 12 NHG i.V.m. Art. 6 VwVG. Zur Frage, inwiefern diese 

Rechte den Naturschutzverbänden auch bei damals bereits rechtskräftig 

abgeschlossenen Zulassungsverfahren hätten eingeräumt werden müs-

sen, äussert sich das Bundesgericht nicht. Auch beschränken sich die Er-

wägungen des Bundesgerichts grundsätzlich auf das damals strittige Ver-

fahren der gezielten Überprüfung von Pflanzenschutzmitteln. Mangels da-

gegensprechender Gesichtspunkte ist jedoch davon auszugehen, dass die 

Voraussetzungen des Verbandsbeschwerderechts der Beschwerdeführen-

den und der damit einhergehenden Parteistellung ohne Weiteres auch hin-

sichtlich der Zulassungsverfahren erfüllt waren, die im Jahr 2018 bereits 

rechtskräftig abgeschlossen waren. Die Beschwerdeführenden hatten da-

her aus heutiger Sicht zu Unrecht keine Möglichkeit, sich als Partei an den 

vorliegend kritisierten regulären Zulassungsverfahren von Produkten mit 

dem Wirkstoff Acetamiprid (E. 4.2.1) zu beteiligen. 

4.2.11 Als Folge dieses fehlenden Miteinbezugs der Beschwerdeführen-

den hat es die damals zuständige Zulassungsstelle (BLW) auch unterlas-

sen, den Beschwerdeführenden die verfahrensabschliessenden Verfügun-

gen zu eröffnen und sie über mögliche Rechtsmittel zu informieren. Da den 

Beschwerdeführenden das Partei- und Beschwerderecht hätte zuerkannt 

werden müssen (E. 4.2.10), leiden die entsprechenden Verfügungen an ei-

nem Eröffnungsmangel (KNEUBÜHLER/PEDRETTI, in: Auer/Müller/Schindler 

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 

2. Aufl. [nachfolgend: VwVG-Kommentar], Art. 38 Rz. 17 ff.; UHL-

MANN/SCHILLING-SCHWANK, in: Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 38 Rz. 9 ff.). 

  

B-2595/2024 

Seite 19 

4.2.12 Gemäss Art. 38 VwVG darf den Parteien aus einer mangelhaften 

Eröffnung kein Nachteil erwachsen. Wurde eine Verfügung wie im vorlie-

genden Fall einer oder mehreren Parteien nicht eröffnet, haben die be-

troffenen Parteien die Möglichkeit, ab sicherer Kenntnis aller wesentlichen 

Elemente fristwahrend Beschwerde einzureichen, selbst wenn der ange-

fochtene Entscheid anderen Parteien gegenüber bereits in Rechtskraft er-

wachsen ist (KNEUBÜHLER/PEDRETTI, in: VwVG-Kommentar [a.a.O], Art. 38 

Rz. 18). Dabei ist zu beachten, dass der Grundsatz von Treu und Glauben 

nicht nur für staatliche Organe, sondern auch für Private gilt (Art. 5 Abs. 3 

BV). Privaten bleibt die Berufung auf Art. 38 VwVG daher trotz mangelhaf-

ter Eröffnung einer Verfügung verwehrt, wenn sie sich ihrerseits treuwidrig 

verhalten haben. So dürfen Rechtssuchende, welche Anlass zur Annahme 

haben, eine Behörde könnte ihnen gegenüber einen Eröffnungsfehler be-

gangen haben, nicht einfach zuwarten. Vielmehr wird erwartet, dass 

Rechtssuchende ab dem Zeitpunkt der Kenntnisnahme vom Eröffnungs-

mangel innert zumutbarer Frist die ordnungsgemässe Eröffnung verlangen 

oder Beschwerde führen.  

4.2.13 Für den vorliegend interessierenden Fall der Nichteröffnung gegen-

über einer Partei hat das Bundesgericht wiederholt festgehalten, dass die 

Rechtsmittelfrist in dem Zeitpunkt zu laufen beginnt, in welchem die be-

troffene Partei vom missliebigen Entscheid auf andere Weise "sichere 

Kenntnis" erhalten hat. Wer nicht alles nach Treu und Glauben Zumutbare 

zur Behebung des Eröffnungsmangels ab dieser Kenntnisnahme unter-

nommen hat, kann sich nicht auf die fehlende Eröffnung und die damit 

gleichzeitig unterbliebene Rechtsmittelbelehrung berufen (vgl. zum Gan-

zen: KNEUBÜHLER/PEDRETTI, in: VwVG-Kommentar [a.a.O], Art. 38 Rz. 8 f., 

18, 22; UHLMANN/SCHILLING-SCHWANK, in: Praxiskommentar [a.a.O.], 

Art. 38 Rz. 8, 10; je m.H. auf die Rechtsprechung). 

4.2.14 Die Zulassungsstelle von Pflanzenschutzmitteln stellt der Öffentlich-

keit Informationen über die nach der PSMV bewilligten Pflanzenschutzmit-

tel und die widerrufenen Bewilligungen sowie über Pflanzenschutzmittel, 

für die eine Verkaufserlaubnis erteilt wurde, leicht zugänglich und mindes-

tens alle drei Monate aktualisiert in elektronischer Form zur Verfügung 

(Art. 45 PSMV, vgl. insbesondere das Pflanzenschutzmittelverzeichnis der 

Vorinstanz unter https://www.psm.admin.ch; zuletzt abgerufen am 5. Au-

gust 2025).  

  

B-2595/2024 

Seite 20 

4.2.15 Von den Beschwerdeführenden darf erwartet werden, dass sie sich 

regelmässig über die so publizierten Entwicklungen im Bereich der Pflan-

zenschutzmittel informieren, soweit sie dies für ihre Tätigkeit als relevant 

erachten. Somit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden die 

vorliegend akzessorisch angefochtenen Zulassungsverfügungen trotz der 

beschriebenen Eröffnungsmängel (E. 4.2.11) bereits zu einem frühen Zeit-

punkt zur Kenntnis genommen haben. 

4.2.16 Dass die Beschwerdeführenden anschliessend bis zu den Klarstel-

lungen des Bundesgerichts im Jahr 2018 (BGE 144 II 2018) weder die ord-

nungsgemässe Eröffnung dieser Verfügungen verlangt noch dagegen Be-

schwerde geführt haben, ist nachvollziehbar. Denn hinsichtlich des Ver-

bandsbeschwerderechts und der Parteistellung der Umweltverbände im 

Bereich der Pflanzenschutzmittel bestanden rechtliche Unklarheiten. Diese 

wurden durch den Entscheid des Bundesgerichts jedoch beseitigt, sodass 

die Beschwerdeführenden über die vorliegend im Raum stehenden Eröff-

nungsmängel Gewissheit erlangt haben mussten. Nach dem Grundsatz 

von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) waren die Beschwerdeführenden 

daher ab der Kenntnisnahme des Bundesgerichtsentscheids vom 12. Feb-

ruar 2018 (BGE 144 II 218) gehalten, innert zumutbarer Frist aktiv zu wer-

den, um sich gegebenenfalls gestützt auf Art. 38 VwVG auf ein nachträgli-

ches Beschwerderecht berufen zu können.  

4.2.17 Tatsächlich haben die Beschwerdeführenden mehr als sechs Jahre 

zugewartet: Erst am 10. April 2024 verlangte der Beschwerdeführer Nr. 1 

bei der Vorinstanz Einsicht in die damaligen Bewilligungsakten (vgl. unter 

Bst. B.a), worauf die Beschwerdeführenden mit der Beschwerde vom 

26. April 2024 die akzessorische Anfechtung der ursprünglichen Zulassun-

gen von Pflanzenschutzmitteln mit Acetamiprid erklärten. Unter diesen Um-

ständen ist die Berufung auf die festgestellten Eröffnungsmängel 

(E. 4.2.11) im Sinne der vorgenannten Grundsätze (E. 4.2.12 f.) heute nicht 

mehr fristwahrend möglich. 

4.2.18 Auf den Antrag der Beschwerdeführenden, eine akzessorische 

Überprüfung der vorbestehenden regulären Zulassungen von Pflanzen-

schutzmitteln mit dem Wirkstoff Acetamiprid (E. 4.2.1) durchzuführen und 

diese Zulassungen zu widerrufen, ist daher mangels Vorliegens von jetzt 

noch anfechtbaren Anfechtungsobjekten nicht einzutreten. 

  

B-2595/2024 

Seite 21 

4.3  

4.3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet so-

mit einzig die Überprüfung der angefochtenen Allgemeinverfügung vom 

2. April 2024, soweit die Vorinstanz mit dieser die Pflanzenschutzmittel Ga-

zelle SG (W 6581), Barritus Rex (W 6581-2), Oryx Pro (W 6581-3) und 

Pistol (W 6581-4) mit dem Wirkstoff Acetamiprid als befristete Notfallzulas-

sung bis zum 31. Oktober 2024 zugelassen hat (E. 4.1.3).  

4.3.2 Da auf den Antrag der Beschwerdeführenden auf akzessorische 

Überprüfung und Widerruf der vorbestehenden regulären Zulassungen von 

Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Acetamiprid nicht eingetreten wer-

den kann (E. 4.2.18), erfährt der so abgegrenzte Streitgegenstand keine 

Ausweitung. Die Prüfung der Rechtmässigkeit der vorbestehenden regulä-

ren Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Acetamiprid 

(E. 4.2.1) bildet nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdever-

fahrens. Die Beschwerde vom 26. April 2024 vermag am Bestand dieser 

Zulassungen somit nichts zu ändern. 

5.  

Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch 

auf rechtliches Gehör. Unter den Gehörsanspruch fallen unter anderem 

das Akteneinsichtsrecht (Art. 26 VwVG) sowie das Recht der Parteien, sich 

vor dem Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur 

Sache zu äussern (Art. 30 VwVG; WALDMANN/OESCHGER, in: Praxiskom-

mentar [a.a.O.], Art. 26 Rz. 4; WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar 

[a.a.O.], Art. 29 Rz. 80 ff.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller 

Natur und seine Verletzung führt ungeachtet der materiellen Begründetheit 

des Rechtsmittels grundsätzlich zur Gutheissung der Beschwerde und zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 144 I 11 E. 5.3; Urteil des 

BGer 1C_474/2024 vom 21. Februar 2025 E. 3.2; ZIBUNG/HOFSTETTER, in: 

Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 49 Rz. 19; je m.H.).  

Die das rechtliche Gehör betreffenden Rügen der Beschwerdeführenden 

werden im Folgenden daher vorab behandelt. 

  

B-2595/2024 

Seite 22 

5.1  

Die Beschwerdeführenden machen zunächst geltend, sie hätten gestützt 

auf Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG Anspruch auf Einsicht in die Akten der von 

ihnen akzessorisch angefochtenen regulären Zulassungsverfahren von 

Pflanzenschutzmitteln mit Acetamiprid (vgl. oben E. 4.2, E. 4.2.18). 

5.1.1 Wie bereits erwähnt (vgl. unter Bst. B.a ff., B.d), hat die Vorinstanz 

ein entsprechendes Einsichtsgesuch des Beschwerdeführers Nr. 1 mit 

Schreiben vom 16. April 2024 abgewiesen. Zur Begründung hatte die Vor-

instanz betont, dass sie zur Erteilung der hier strittigen Notfallzulassungen 

lediglich die Tatsache berücksichtigt habe, dass Produkte mit Acetamiprid 

bereits regulär zugelassen seien. Die Akten der damaligen Zulassungsver-

fahren habe die Vorinstanz für die angefochtenen Notfallzulassungen nicht 

verwendet. Eine Einsichtnahme in diese Akten sei deshalb nicht erforder-

lich. 

5.1.2 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren halten die Beschwerdefüh-

renden am Begehren um Einsicht in die Akten zur erstmaligen Zulassung 

von Pflanzenschutzmitteln mit Acetamiprid sowie zur allfälligen späteren 

Erneuerung dieser Zulassungen fest und beantragen die gerichtliche Edi-

tion dieser Akten bei der Vorinstanz (vgl. unter Bst. D.c). Die Beschwerde-

führenden begründen ihr Begehren damit, dass aus den herausverlangten 

Akten Missstände bei den früheren Zulassungen hervorgehen dürften, wel-

che im vorliegenden Beschwerdeverfahren relevant seien. Insbesondere 

gehe es um den Nachweis einer damals mangelhaften Prüfung der Aus-

wirkungen der regulär zugelassenen Produkte mit Acetamiprid auf nicht zu 

den Zielorganismen gehörende Arten. Die herausverlangten Akten dienten 

den Beschwerdeführenden somit als Beweismittel, weshalb gestützt auf 

Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG ein Anspruch auf Akteneinsicht bestehe. Die 

Unterlagen der damaligen Zulassungsverfahren hätten einen offensichtli-

chen Zusammenhang zur angefochtenen Notfallzulassung vom 2. April 

2024. Zudem müsse es den Betroffenen selber überlassen sein, die Rele-

vanz von Akten zu beurteilen.  

5.1.3 Die Vorinstanz weist diese Argumentation zurück. Sie wiederholt, 

dass die Unterlagen zur ursprünglichen Zulassung von Pflanzenschutzmit-

teln mit Acetamiprid bei der Bewertung des Notfallzulassungsgesuchs der 

Beschwerdegegner nicht berücksichtigt worden seien, sondern allein die 

Tatsache, dass Produkte mit Acetamiprid bereits regulär bewilligt seien. Die 

herausverlangten Akten seien nicht Gegenstand des hier angefochtenen 

Notfallzulassungsverfahrens und daher nicht entscheidrelevant. 

B-2595/2024 

Seite 23 

5.1.4 Das Akteneinsichtsrecht (Art. 26 VwVG) bezieht sich auf sämtliche 

verfahrensbezogenen Akten eines Verfahrens, die für dieses erstellt oder 

beigezogen wurden (BGE 144 II 427 E. 3.1.1; BGE 132 V 387 E. 3.2). Es 

soll den Parteien ermöglichen, sich im betreffenden Verfahren wirkungsvoll 

zu äussern und geeignete Beweise führen oder bezeichnen zu können (Ur-

teil des BVGer A-580/2023 vom 4. März 2024 E. 5.3 m.H. auf BVGE 

2015/44 E. 5.1). Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG verleiht der Partei oder ihrem 

Vertreter daher einen Anspruch darauf, alle als Beweismittel dienenden Ak-

tenstücke in ihrer Sache einzusehen. Die Einsicht in die Akten, die für ein 

bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann nicht mit der 

Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfah-

rensausgang belanglos. Es muss vielmehr dem Betroffenen selber über-

lassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3.2).  

5.1.5 Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts folgt nach der 

Rechtsprechung, dass den Beteiligten grundsätzlich sämtliche beweiser-

heblichen Akten gezeigt werden müssen, sofern in der sie unmittelbar be-

treffenden Verfügung darauf abgestellt wird (BGE 132 V 368 E. 3.1). Wie 

auch der Wortlaut von Art. 26 Abs. 1 VwVG verdeutlicht ("in ihrer Sache"), 

gewährt Art. 26 VwVG jedoch nur Einsicht in die Unterlagen und Aktenstü-

cke, die zur jeweiligen Sache gehören. Das bedeutet, dass sich der An-

spruch auf Akteneinsicht auf die jeweilige Sache beziehen muss und nicht 

über diese hinausgeht. Art. 26 VwVG verschafft somit weder einen An-

spruch auf Einsicht in die Akten eines anderen Verfahrens, noch gewährt 

er Zugriff auf Akten anderer Behörden, solange die entscheidende Behörde 

sie nicht beizieht (WALDMANN/OESCHGER, in: Praxiskommentar [a.a.O.], 

Art. 26 Rz. 59, m.H.).  

5.1.6 Die Akten der regulären Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit 

Acetamiprid, welche die Beschwerdeführenden einsehen wollen, waren – 

wie bereits vorne erwähnt – Bestandteil von je eigenständigen Verwal-

tungsverfahren und wurden entsprechend nicht für das vorinstanzliche 

Notfallzulassungsverfahren erstellt. Die dem Bundesverwaltungsgericht 

vorliegenden Vorakten ergeben auch keine Hinweise dafür, dass die Vor-

instanz die Akten der regulären Zulassungsverfahren für das hier strittige 

Notfallzulassungsverfahren beigezogen und Inhalte daraus entgegen ihren 

Angaben (E. 5.1.1, E. 5.1.3) zur Sachverhaltsfeststellung verwendet hat.  

  

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/59152f4b-007a-4700-a99a-09e3ac4085f5/citeddoc/5da565ba-1966-446f-9943-4cf58a5105a6/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/59152f4b-007a-4700-a99a-09e3ac4085f5/citeddoc/5da565ba-1966-446f-9943-4cf58a5105a6/source/document-link

B-2595/2024 

Seite 24 

5.1.7 Die fraglichen Akten gehören daher weder zum Verwaltungsverfah-

ren der Vorinstanz auf Erlass der befristeten Notfallzulassung noch zum 

daran jetzt anschliessenden Beschwerdeverfahren vor dem Bundesver-

waltungsgericht, worauf sich der Anspruch auf Akteneinsicht nach Art. 26 

VwVG beschränkt (E. 5.1.5). Vielmehr handelt es sich um Akten "aus an-

deren Verfahren". Die Beschwerdeführenden hatten somit gestützt auf 

Art. 26 VwVG weder gegenüber der Vorinstanz einen Anspruch auf Ein-

sichtnahme in die Akten der regulären Zulassungsverfahren mit Aceta-

miprid, noch haben sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein entspre-

chendes Akteneinsichtsrecht. 

5.1.8 Ergänzend ist daran zu erinnern, dass aufgrund des gegebenen 

Streitgegenstands eine akzessorische Überprüfung der regulären Zulas-

sungen von Pflanzenschutzmitteln mit Acetamiprid heute nicht mehr mög-

lich ist (E. 4.2.18). Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist nicht mehr zu 

prüfen, ob die beanstandeten regulären Zulassungen von Pflanzenschutz-

mitteln mit Acetamiprid ordnungsgemäss durchgeführt wurden oder – wie 

von den Beschwerdeführenden behauptet (E. 5.1.2) – Mängel aufgewie-

sen haben. Die Akten, in welche die Beschwerdeführerenden Einsicht neh-

men wollen, sind somit von vorneherein nicht dazu geeignet, die gerichtli-

che Überprüfung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts im 

Sinne der Behauptungen der Beschwerdeführenden zu beeinflussen. 

5.1.9 Der Standpunkt der Beschwerdeführenden erweist sich daher auch 

dann als unbegründet, wenn er als Beweisantrag entgegengenommen 

wird. Denn angebotene Beweise müssen gemäss Art. 33 Abs. 1 VwVG nur 

dann abgenommen werden, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts 

tauglich erscheinen. Hierfür wäre jedoch massgeblich, dass der angebo-

tene Beweis dazu geeignet ist, den rechtserheblichen Sachverhalt zu er-

hellen (WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 33 Rz. 14, 

m.H.). Dies ist hier – wie dargelegt – nicht der Fall. 

5.1.10 Zusammenfassend hat die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Be-

schwerdeführenden nicht verletzt, indem sie es abgelehnt hat, dem Be-

schwerdeführer Nr. 1 die Unterlagen zur erstmaligen Zulassung der Pflan-

zenschutzmittel mit Acetamiprid sowie zur allfälligen Erneuerung dieser Zu-

lassungen zu übermitteln (vgl. unter Bst. B.b). Unbegründet ist auch der 

Antrag der Beschwerdeführenden auf Einsichtnahme in diese Akten vor 

Bundesverwaltungsgericht nach einer gerichtlichen Aktenedition bei der 

Vorinstanz. Der Antrag wird daher abgewiesen. 

B-2595/2024 

Seite 25 

5.2  

Weiter rügen die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz habe ihr rechtli-

ches Gehör schwer verletzt, weil sie ihnen vor dem Erlass der angefochte-

nen Notfallzulassung keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt 

habe (vgl. unter Bst. D.d). 

5.2.1 Das Recht der Parteien, sich vor dem Erlass des in ihre Rechtsstel-

lung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, ist ein zentraler Teil-

gehalt des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV). Art. 30 Abs. 1 VwVG verpflichtet die Behörde daher dazu, die 

Parteien anzuhören, bevor sie verfügt.  

5.2.2  

5.2.2.1 Das Recht auf vorgängige Anhörung besteht in der Regel beim Er-

lass von (individuell-konkreten) Verfügungen, hingegen nicht bei Allge-

meinverfügungen. Denn diese sind grundsätzlich als Rechtssätze zu be-

handeln, bei welchen nach der Praxis im Rechtssetzungsverfahren grund-

sätzlich kein Anspruch auf vorgängige Anhörung besteht (Urteil des BGer 

1C_25/2022 vom 12. September 2022 E. 2.2; BGE 121 I 230 E. 2c; Urteil 

des BVGer B-342/2021 vom 25. April 2024 E. 4, insbesondere E. 4.1.4; 

BVGE 2008/18 E. 5.2, wo für sog. "Spezialadressaten" eine Ausnahme ge-

währt wird; TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

5. Aufl. 2022, Rz. 814 f.). 

5.2.2.2 Im vorliegenden Fall ist zwar eine Allgemeinverfügung angefochten 

(E. 1.2). Das Verbandsbeschwerderecht (E. 2.2 ff.) verschafft den Be-

schwerdeführenden aber im jeweiligen Verwaltungsverfahren gleichzeitig 

die Parteistellung nach Art. 6 VwVG (E. 4.2.7). Diese umfasst gemäss Ver-

fassung und Gesetz als Parteirecht auch das Recht auf vorgängige Anhö-

rung (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 30 Abs. 1 VwVG; KIENER/RÜTSCHE /KUHN, Öf-

fentliches Verfahrensrecht, 3. Aufl. 2021, Rz. 561 f. m.H. auf BGE 129 I 

232 E. 3.2).  

5.2.2.3 Der Umstand, dass es sich bei der hier angefochtenen Notfallzu-

lassung nicht um eine (individuell-konkrete) Verfügung, sondern um eine 

Allgemeinverfügung handelt, ist für die nachfolgende Prüfung der gerügten 

Gehörsverletzung daher nicht weiter von Belang. Als beschwerde- und so-

mit parteiberechtigte Umweltorganisationen haben die Beschwerdeführen-

den unabhängig davon grundsätzlich auch im Verfahren um Zulassung ei-

nes Pflanzenschutzmittels zur Bewältigung einer Notfallsituation einen An-

spruch auf rechtliches Gehör. 

B-2595/2024 

Seite 26 

5.2.3 Da der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht zu Leerläufen und Dop-

pelspurigkeiten in der Entscheidfindung führen soll, werden in Art. 30 

Abs. 2 Bst. a – e VwVG einige Konstellationen von der ansonsten zwin-

gend durchzuführenden vorgängigen Anhörung der Parteien ausgenom-

men (SUTTER, in: VwVG-Kommentar [a.a.O], Art. 30 Rz. 23). 

5.2.3.1 Der Ausnahmegrund von Art. 30 Abs. 2 Bst. e VwVG befreit die Be-

hörden von der Pflicht zur vorgängigen Anhörung der Parteien, wenn in 

einem erstinstanzlichen Verfahren kumulativ (1) Gefahr im Verzug ist, (2) 

den Parteien die Beschwerde gegen die Verfügung zusteht und (3) ihnen 

keine andere Bestimmung des Bundesrechts einen Anspruch auf vorgän-

gige Anhörung gewährleistet (SUTTER, in: VwVG-Kommentar [a.a.O], 

Art. 30 Rz. 29, m.H.).  

5.2.3.2 Der Ausnahmekatalog von Art. 30 Abs. 2 VwVG schliesst nicht aus, 

dass der Bundesgesetzgeber spezialgesetzliche Ausnahmen von der An-

hörungspflicht erlässt, welche den allgemeinen Ausnahmegründen vorge-

hen können (WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 30 

Rz. 52, 78; SUTTER, in: VwVG-Kommentar [a.a.O], Art. 30 Rz. 23). Davon 

hat der Bundesgesetzgeber Gebrauch gemacht, indem er den Art. 160b 

LwG erlassen und auf den 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt hat (vgl. dazu 

bereits E. 4.2.8).  

5.2.3.3 Art. 160b Abs. 3 LwG sieht für Verfahren betreffend Pflanzen-

schutzmittel nunmehr die folgende Ausnahme vom Grundsatz der behörd-

lichen vorgängigen Anhörungspflicht vor (AS 2024 623, BBl 2020 3955): 

"Ist Gefahr im Verzug, braucht die Zulassungsbehörde die Organisationen, die 

Parteistellung erhalten haben, nicht anzuhören." 

5.2.4 Die Beschwerdeführenden machen geltend, dass die Voraussetzung 

"Gefahr im Verzug" für einen ausnahmsweisen Verzicht auf eine vorgän-

gige Anhörung nach Art. 30 Abs. 2 Bst. e VwVG bzw. dem neuen Art. 160b 

Abs. 3 LwG nicht vorliegt. Nachdem dieselbe Notfallzulassung bereits in 

den Jahren 2020, 2021, 2022 und 2023 erteilt worden sei, habe es der 

Vorinstanz bewusst sein müssen, dass sich dieses Szenario im Jahr 2024 

wiederholt. Die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör damit ohne weiteres 

schon im Herbst 2023 oder Anfangs 2024 gewähren können. Dazu komme, 

dass die Beschwerdegegner den konkreten Antrag bereits am 14. Dezem-

ber 2023 gestellt hätten. Somit sei bis zum Erlass der angefochtenen All-

gemeinverfügung am 2. April 2024 genügend Zeit für die Gewährung des 

rechtlichen Gehörs vorhanden gewesen.  

B-2595/2024 

Seite 27 

Auch der Hinweis der Vorinstanz auf den Entwurf einer neuen Pflanzen-

schutzmittelverordnung (vgl. unten E. 5.2.5), wonach im Bundesblatt keine 

Informationen zu Gesuchen für den Erlass von Notfallzulassungen veröf-

fentlicht werden sollten, sei ohne Einfluss. Eine vorgängige Publikation 

oder wenigstens Mitteilung an die Beschwerdeführenden sei nötig sowie in 

zeitlicher Hinsicht auch möglich gewesen. 

Da die Beschwerdeführenden im Bereich der Pflanzenschutzmittel über 

das Verbandsbeschwerderecht verfügten, seien sie im Verfahren der Not-

fallzulassung potenzielle Parteien. Die Vorinstanz müsse die Beschwerde-

führenden deshalb vor dem Erlass der jeweiligen Allgemeinverfügung in 

gleicher Weise anhören wie bei ordentlichen Zulassungen. Die Praxis, den 

Umweltschutzorganisationen bei Notfallzulassungen kein Anhörungsrecht 

zu gewähren, sei widerrechtlich.  

5.2.5 Die Vorinstanz widerspricht und betont, dass den Umweltschutzorga-

nisationen nach geltender Praxis bei der Zulassung eines Pflanzenschutz-

mittels zur Bewältigung einer Notfallsituation kein Anhörungsrecht gewährt 

werde. Das Parlament habe diese Praxis inzwischen explizit im neuen 

Art. 160b Abs. 3 LwG verankert. Die Botschaft zur neuen Bestimmung be-

stätige dies wie folgt (BBI 2020 3955, 4134): 

"(…) Entsprechend kann die Zulassungsbehörde in den Verfahren zur Zulas-

sung von Pflanzenschutzmitteln von einer Anhörung der beschwerdeberech-

tigten Organisationen absehen, wenn Gefahr in Verzug ist. Dies betrifft bei-

spielsweise Zulassungen zur Bewältigung einer Notfallsituation nach Arti-

kel 40 der Pflanzenschutzmittelverordnung vom 12. Mai 2010." 

Präzisierend halte der Entwurf der totalrevidierten PSMV in Art. 65 Abs. 2 

Bst. c fest, dass die Zulassungsstelle bei der Zulassung eines Pflanzen-

schutzmittels zur Bewältigung einer Notfallsituation keine Informationen zu 

Gesuchen im Bundesblatt veröffentliche.  

Es stehe ausser Frage, dass die Voraussetzung der bestehenden Gefahr 

im vorliegenden Fall gegeben sei. Denn die Notfallzulassung eines Pflan-

zenschutzmittels diene zur Bewältigung einer Notfallsituation und könne 

gemäss Art. 40 Abs. 1 PSMV nur dann erteilt werden, wenn eine "Gefahr 

für die Pflanzengesundheit" vorliege. Eine andere Bestimmung des Bun-

desrechts, welche den Beschwerdeführenden einen Anspruch auf vorgän-

gige Anhörung gewährleiste, bestehe nicht. 

  

B-2595/2024 

Seite 28 

5.2.6 Die Inkraftsetzung von Art. 160b LwG per 1. Januar 2025 (E. 4.2.7 f., 

E. 5.2.3.2 f.) erfolgte während dem vorliegenden Beschwerdeverfahren. Es 

stellt sich daher die Vorfrage, nach welchem Recht (Art. 160b LwG oder 

Art. 6 VwVG i.V.m. Art. 30 VwVG) zu prüfen ist, ob die Vorinstanz verpflich-

tet gewesen wäre, die Beschwerdeführenden vor dem Erlass der ange-

fochtenen Notfallzulassung anzuhören. 

5.2.6.1 Bei Art. 160b Abs. 3 LwG (vgl. den Wortlaut unter E. 5.2.3.3) han-

delt es sich um eine neue Verfahrensvorschrift, welche für erstinstanzliche 

Verfahren zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln eine Ausnahme vom 

Grundsatz der vorgängigen behördlichen Anhörungspflicht vorsieht.  

5.2.6.2 Verfahrensvorschriften, welche nicht geradezu eine grundlegend 

neue Verfahrensordnung schaffen, sind gemäss der Rechtsprechung vor-

behältlich anders lautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich mit 

dem Tag des Inkrafttretens sofort und in vollem Umfang anwendbar (Urteil 

des BGer 1C_615/2021 vom 15. März 2024 E. 3.3.1, m.H.).  

5.2.6.3 Art. 160b Abs. 3 LwG setzt zunächst wie Art. 30 Abs. 2 Bst. e 

VwVG voraus, dass "Gefahr im Verzug" ist. Im Unterschied zu Art. 30 

Abs. 2 Bst. e VwVG bezieht sich Art. 160b Abs. 3 LwG aber gemäss sei-

nem klaren Wortlaut ausschliesslich auf die Fallkonstellation, bei welcher 

die betreffende Organisation, "die Parteistellung erhalten" hat.  

5.2.6.4 Zur Abgrenzung der Fälle, bei welchen die von Art. 160b Abs. 3 

LwG vorausgesetzte Parteistellung nicht gegeben ist, hat der Gesetzgeber 

mit Art. 160b Abs. 1 LwG gleichzeitig ein spezialgesetzliches Bewilligungs-

verfahren eingeführt. So knüpft Art. 160b Abs. 1 LwG das Vorliegen der 

Parteistellung von Organisationen, welche gestützt auf Art. 12 Abs. 1 Bst. b 

NHG in Verfahren betreffend Pflanzenschutzmittel beschwerdeberechtigt 

sind, an die Voraussetzung, dass die betreffenden Organisationen die Par-

teistellung "innert 14 Tagen nach der Information über ein Verfahren zur 

Zulassung eines Pflanzenschutzmittels" bei der Zulassungsbehörde "be-

antragen". Wer dies versäumt, gilt – wie bereits erwähnt – gemäss 

Art. 160b Abs. 2 LwG als "vom weiteren Verfahren ausgeschlossen" (vgl. 

ergänzend vorne E. 4.2.8).  

  

B-2595/2024 

Seite 29 

5.2.6.5 Beschwerdeberechtigte Umweltorganisationen, welche das Bewil-

ligungsverfahren von Art. 160b Abs. 1 LwG nicht fristgerecht einleiten, ris-

kieren gemäss der am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Rechtsänderung 

somit, ihre Parteistellung im Sinne von Art. 6 VwVG und alle damit verbun-

denen Parteirechte infolge Verzichts auf die Teilnahme am Verfahren zu 

verwirken. 

5.2.6.6 Art. 160b LwG nimmt insofern im Gegensatz zur Ausnahmerege-

lung von Art. 30 Abs. 2 Bst. e VwVG nicht nur diejenigen Fälle von der 

Pflicht zur vorgängigen behördlichen Anhörung aus, bei welchen im erstin-

stanzlichen Verfahren "Gefahr im Verzug" ist, sondern zusätzlich auch 

jene, bei welchen eine beschwerdeberechtigte Organisation nach Art. 12 

Abs. 1 Bst. b NHG ihr Parteirecht im Sinne von Art. 6 VwVG (E. 4.2.7) laut 

Art. 160b Abs. 1 und 2 LwG verwirkt hat.  

5.2.6.7 Damit hat der Gesetzgeber eine neue Verfahrensordnung einge-

führt, welche sich von der bisherigen (Art. 6 VwVG i.V.m. Art. 30 Abs. 1 und 

Abs. 2 Bst. e VwVG) geradezu grundlegend unterscheidet.  

5.2.6.8 Die Frage, ob die Vorinstanz verpflichtet gewesen wäre, die Be-

schwerdeführenden vor dem Erlass der angefochtenen Notfallzulassung 

anzuhören, ist somit nicht nach dem am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen 

Art. 160b LwG, sondern nach Art. 6 VwVG i.V.m. Art. 30 VwVG zu prüfen. 

5.2.7 Was die von der Vorinstanz in Aussicht gestellte Änderung der PSMV 

(E. 5.2.5) betrifft, wird darauf hingewiesen, dass bis heute keine Verord-

nungsbestimmung erlassen worden ist, welche die Vorinstanz ausdrücklich 

von jeglicher Information der beschwerdeberechtigten Organisationen 

nach Art. 12 Abs. 1 Bst. b NHG über hängige Gesuche um Zulassung von 

Pflanzenschutzmitteln zur Bewältigung einer Notfallsituation befreit. Die In-

formation dieser Organisationen bildet denn offensichtlich auch bei Zulas-

sungsverfahren zur Bewältigung einer Notfallsituation die Grundlage dafür, 

dass eine fristgerechte Beantragung der Parteistellung "innert 14 Tagen 

nach der Information über ein Verfahren zur Zulassung eines Pflanzen-

schutzmittels" gemäss Art. 160b Abs. 1 LwG überhaupt möglich ist.  

  

B-2595/2024 

Seite 30 

5.2.8  

5.2.8.1 "Gefahr im Verzug" als Voraussetzung des Ausnahmegrundes von 

Art. 30 Abs. 2 Bst. e VwVG liegt gemäss der Rechtsprechung und Lehre 

dann vor, wenn die Betroffenen aufgrund wichtiger Anliegen und zeitlicher 

Dringlichkeit nicht vorgängig angehört werden können. Der befürchtete 

Nachteil muss indessen aufgrund objektiver Anhaltspunkte wahrscheinlich 

sein, ohne dass eine Fehleinschätzung jedoch völlig auszuschliessen wäre 

(BVGE 2009/61 E. 4.1.1; Urteil des BVGer A-3821/2016 vom 29. Septem-

ber 2016 E. 3.2.2, m.H.; WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar [a.a.O.], 

Art. 30 Rz. 71 f.; SUTTER, in: VwVG-Kommentar [a.a.O], Art. 30 Rz. 30; 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, [a.a.O.], Rz. 532).  

5.2.8.2 Vorliegend beruft sich die Vorinstanz auf eine nicht anders abzu-

wendende "Gefahr für die Pflanzengesundheit" im Sinne von Art. 40 PSMV, 

welche insbesondere von der marmorierten Baumwanze ausgehe. Dieser 

Schädling sei in der Schweiz zum ersten Mal im Jahr 2004 nachgewiesen 

worden. Seither habe er sich im Obstbau etabliert.  

5.2.8.3 Nachdem diesbezüglich, wie schon erwähnt (vgl. unter Bst. A.a ff. 

und Bst. C), auch in den Jahren 2020 bis 2023 befristete Notfallzulassun-

gen von Pflanzenschutzmitteln erteilt worden sind, leiteten die Beschwer-

degegner das hier strittige Notfallzulassungsverfahren am 14. Dezember 

2023 ein. Die Vorinstanz holte in der Folge die Beurteilung des BLW vom 

11. März 2024 sowie eine Stellungnahme des SECO und des BAFU ein 

und gewährte die Notfallzulassung am 2. April 2024 ohne vorgängige In-

formation oder Anhörung der Beschwerdeführenden.  

5.2.9  

5.2.9.1 Auf die vorgängige Anhörung einer Partei darf nur dann gänzlich 

verzichtet werden, wenn der besonderen Gefahrensituation im konkreten 

Einzelfall nicht durch eine mildere Massnahme gleichermassen Rechnung 

getragen werden kann (Urteil des BVGer A-3821/2016 vom 29. September 

2016 E. 3.2.4; WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 30 

Rz. 79; SUTTER, in: VwVG-Kommentar [a.a.O], Art. 30 Rz. 30). Die Be-

hörde kann dem Gebot der Eile unter Umständen namentlich dadurch 

nachkommen, dass sie den Betroffenen gegenüber eine kurze Vernehm-

lassungsfrist von wenigen Tagen ansetzt (BVGE 2009/61 E. 4.1.2; Urteil 

des BVGer A-727/2016 vom 13. Juli 2016 E. 3.2.3; WALDMANN/BICKEL, in: 

Praxiskommentar [a.a.O.], Art. 30 Rz. 79).  

B-2595/2024 

Seite 31 

5.2.9.2 Im vorliegenden Fall beanspruchte das Einholen der Stellungnah-

men des BLW, des SECO und des BAFU (E. 5.2.8.3) zwar eine gewisse 

Zeit. Nach dem Eingang dieser Eingaben hätte die Vorinstanz den Be-

schwerdeführenden bzw. den beschwerdeberechtigten Umweltverbänden 

jedoch ohne Weiteres eine kurze – allenfalls nicht erstreckbare – Vernehm-

lassungsfrist von wenigen Tagen ansetzen können. Den Beschwerdefüh-

renden ist zuzustimmen, dass unter den vorliegend gegebenen Umstän-

den durchaus genügend Zeit vorhanden gewesen wäre, um sie vor dem 

Abschluss des erstinstanzlichen Notfallzulassungsverfahrens – zumindest 

im Rahmen einer kurzen und allenfalls nicht erstreckbaren Vernehmlass-

ungsfrist von wenigen Tagen – anzuhören.  

5.2.9.3 Die Allgemeinverfügung vom 2. April 2024 hätte grundsätzlich auch 

bei einem so gewährleisteten Gehörsanspruch der Beschwerdeführenden 

ohne Zeitverzug erlassen werden können. Es ist aber auch dann keine Be-

einträchtigung des angestrebten positiven Effekts der Notfallzulassung auf 

die Pflanzengesundheit ersichtlich, falls sich der Erlass der Allgemeinver-

fügung durch die vorgängige Anhörung der Beschwerdeführenden wäh-

rend einer kurzen und nicht erstreckbaren Vernehmlassungsfrist um einige 

Tage verzögert hätte.  

5.2.9.4 Die Vorinstanz wäre daher verpflichtet gewesen, die Beschwerde-

führenden als beschwerdeberechtigte Umweltverbände vor dem Erlass der 

angefochtenen Notfallzulassung anzuhören. Mangels genügender zeitli-

cher Dringlichkeit lagen die Voraussetzungen für einen ausnahmsweisen 

Verzicht auf eine vorgängige Anhörung nach Art. 30 Abs. 2 Bst. e VwVG 

nicht vor.  

5.2.10 Somit hat die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beschwerdefüh-

renden verletzt, indem sie ihnen vor dem Erlass der angefochtenen Not-

fallzulassung keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt hat.  

  

B-2595/2024 

Seite 32 

5.3  

Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts kann eine nicht besonders 

schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als 

geheilt gelten, wenn die betroffene Partei die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch 

die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist dar-

über hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer 

schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von ei-

ner Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und so-

weit diese zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Ver-

zögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an 

einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären 

(BGE 147 IV 340 E. 4.11.3; BGE 142 II 218 E. 2.8.1; BGE 137 I 195 

E. 2.3.2; Urteil des BGer 2C_84/2024 vom 30. September 2024 E. 4.1.3; 

Urteile des BVGer B-3925/2023 vom 29. Juli 2024 E. 4.2.6, A-5142/2021 

vom 18. Januar 2023 E. 3.7.3 und B-1171/2022 vom 24. Juni 2022 E. 3.3, 

je m.w.H.). 

5.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen 

an (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und überprüft die vorliegend angefochtene Allge-

meinverfügung frei auf Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger 

oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens sowie auf Angemessenheit 

hin (Art. 49 Bst. a –c VwVG).  

5.3.2 Eine gewisse Zurückhaltung auferlegt sich das Bundesverwaltungs-

gericht praxisgemäss, wenn die Natur der Streitsache dies sachlich recht-

fertigt bzw. gebietet. So soll das Gericht nicht aus eigenem Gutdünken, 

sondern nur aus triftigen Gründen von der Beurteilung der Vorinstanzen 

abweichen, die über besondere Fachkompetenz verfügen, welche dem 

Gericht selber abgeht. Dies gilt jedenfalls soweit, als die mit besonderer 

Fachkompetenz ausgestattete Instanz die für den Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und 

umfassend durchgeführt hat (Urteile des BGer 2C_698/2021 vom 5. März 

2024 E. 11.5, 1C_583/2021 vom 31. August 2023 E. 2.6; Urteile des 

BVGer B-612/2024 vom 21. Januar 2025 E. 3.2, B‑4086/2022 vom 14. Mai 

2024 E. 8.2.1).  

  

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B-2595/2024 

Seite 33 

5.3.3 Von Amtsberichten und Stellungnahmen der Fachstellen des Bundes 

weicht das Bundesverwaltungsgericht bei der Prüfung naturwissenschaft-

licher und technischer Fragen nur dann ab, wenn dafür stichhaltige 

Gründe, etwa offensichtliche Mängel oder innere Widersprüche, vorliegen 

(Urteile des BVGer B-612/2024 vom 21. Januar 2025 E. 3.3, B‑4086/2022 

vom 14. Mai 2024 E. 8.2.2 und A-1186/2022 vom 13. Dezember 2023 E. 2, 

m.w.H.). 

5.3.4 Instanzen des Bundes mit besonderer Fachkompetenz sind zwar 

auch die Vorinstanz sowie das BLW und das BAFU, welche im vorliegen-

den Verfahren als Fachbehörden beigezogen wurden. Dies ändert aber 

nichts daran, dass dem Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren die volle Überprüfungsbefugnis zukommt und das Bun-

desverwaltungsgericht den Sachverhalt wie die Rechtslage gestützt auf 

Art 49 Bst. a –c VwVG frei überprüft.  

5.3.5 Die Beschwerdeführenden hatten im vorliegenden Beschwerdever-

fahren vor Bundesverwaltungsgericht mehrfach die Gelegenheit, ihren 

Standpunkt ausführlich darzulegen (vgl. unter Bst. D, E.h, E.k und E.n). Da 

die Gültigkeitsdauer der angefochtenen Notfallzulassung befristet war und 

in der Zwischenzeit abgelaufen ist (E. 2.5.4), macht eine Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz zudem keinen Sinn. 

5.3.6 Die Gehörsverletzung (E. 5.2.10) ist deshalb als im Beschwerdever-

fahren geheilt zu betrachten. Der Heilung von Verfahrensfehlern im Rechts-

mittelverfahren muss allerdings bei der Kostenauferlegung Rechnung ge-

tragen werden (Urteile des BGer 1C_158/2019 vom 30. März 2020 E. 6 

und 1C_360/2017 vom 14. März 2018 E. 12; Urteil des BVGer A-

5153/2021 vom 29. Juni 2023 E. 3.6.2; WALDMANN / BICKEL, in: Praxiskom-

mentar [a.a.O.], Art. 29 Rz. 124). 

5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das rechtliche Ge-

hör der Beschwerdeführenden verletzt hat, indem sie ihnen vor dem Erlass 

der angefochtenen Notfallzulassung keine Gelegenheit zur Stellungnahme 

eingeräumt hat (E. 5.2.10). Die Gehörsverletzung wird als im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren geheilt betrachtet (E. 5.3.6). Keine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs liegt darin, dass es die Vorinstanz abgelehnt hat, dem 

Beschwerdeführer Nr. 1 die Unterlagen zur erstmaligen Zulassung der 

Pflanzenschutzmittel mit Acetamiprid sowie zur allfälligen Erneuerung die-

ser Zulassungen zu übermitteln. Der Antrag der Beschwerdeführenden auf 

Einsichtnahme in diese Akten vor Bundesverwaltungsgericht wird abgewie-

sen (E. 5.1.10). 

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B-2595/2024 

Seite 34 

6.  

6.1 Die PSMV soll sicherstellen, dass Pflanzenschutzmittel hinreichend ge-

eignet sind und bei vorschriftsgemässem Umgang keine unannehmbaren 

Nebenwirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt haben. Sie soll zudem ein 

hohes Schutzniveau für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die 

Umwelt gewährleisten und die landwirtschaftliche Produktion verbessern 

(Art. 1 Abs. 1 PSMV). Die Bestimmungen der PSMV beruhen auf dem Vor-

sorgeprinzip, mit dem sichergestellt werden soll, dass in Verkehr gebrachte 

Wirkstoffe oder Produkte die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die 

Umwelt nicht beeinträchtigen (Art. 1 Abs. 4 PSMV). 

6.2 Ein Pflanzenschutzmittel darf vorbehältlich der in Art. 14 Abs. 2 PSMV 

aufgelisteten Ausnahmen nur in Verkehr gebracht werden, wenn es nach 

der PSMV zugelassen wurde (Art. 14 Abs. 1 PSMV). Eine Zulassung be-

antragen und eine Bewilligung innehaben kann nur, wer Wohn- oder Ge-

schäftssitz oder eine Zweigniederlassung in der Schweiz hat oder in einem 

Staat wohnhaft ist, mit dem die Schweiz in einem Abkommen festgelegt 

hat, dass diese Anforderung keine Anwendung findet (Art. 16 PSMV).  

6.3 Die PSMV unterscheidet als Zulassungsarten (vgl. Art. 15 Bst. a – d 

PSMV) insbesondere die reguläre "Zulassung aufgrund eines Bewilli-

gungsverfahrens (Bewilligung)" (geregelt im 2. – 4. Abschnitt, d.h. in den 

Art. 17 – Art. 35 PSMV) und die "Zulassung zur Bewältigung einer Notfall-

situation" (geregelt im 6. Abschnitt, d.h. in Art. 40 PSMV).  

6.4 Im Verfahren der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels zur Bewälti-

gung einer Notfallsituation kann die Zulassungsstelle ein Pflanzenschutz-

mittel laut Art. 40 Abs. 1 PSMV für eine begrenzte und kontrollierte Verwen-

dung abweichend von den Abschnitten 2-4 der PSMV zulassen, sofern sich 

eine solche Massnahme angesichts einer nicht anders abzuwehrenden 

"Gefahr für die Pflanzengesundheit" als notwendig erweist.  

6.5 Zudem setzt die Erteilung einer Notfallzulassung gemäss Art. 40 Abs. 2 

PSMV voraus, dass die Zulassungsstelle die Voraussetzungen nach 

Art. 17 Abs. 1 Bst. e und Bst. i PSMV sowie, sofern es sich um Organismen 

handelt, Art. 17 Abs. 7 Bst. b PSMV als erfüllt erachtet. Bei der Bewertung 

stützt sich die Zulassungsstelle auf allgemein bekannte Tatsachen und An-

gaben (Art. 40 Abs. 2 PSMV).  

B-2595/2024 

Seite 35 

6.6 Ausgeschlossen ist die Erteilung einer Notfallzulassung für Pflanzen-

schutzmittel, die gentechnisch veränderte Organismen sind oder solche 

enthalten (Art. 40 Abs. 3 PSMV). 

6.7 Eine Zulassung zur Bewältigung einer Notfallsituation wird für höchs-

tens ein Jahr erteilt. Sie kann erneuert werden (Art. 40 Abs. 5 PSMV). 

6.8 Art. 17 Abs. 1 Bst. e PSMV, dessen Voraussetzungen gestützt auf die 

im konkreten Fall vorliegenden allgemein bekannten Tatsachen und Anga-

ben auch bei der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels zur Bewältigung 

einer Notfallsituation erfüllt sein müssen (E. 6.5), lautet wie folgt: 

Art. 17 Abs. 1 Bst. e PSMV 

"Es [d.h. das Pflanzenschutzmittel] erfüllt unter Berücksichtigung der neuesten 

wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse die Anforderungen nach Ar-

tikel 4 Absatz 5." 

6.9 Art. 4 Abs. 5 PSMV stellt an Pflanzenschutzmittel die folgenden Anfor-

derungen: 

Art. 4 Abs. 5 PSMV 

"Das Pflanzenschutzmittel muss nach der Verwendung entsprechend der gu-

ten Pflanzenschutzpraxis und unter realistischen Verwendungsbedingungen 

folgende Anforderungen erfüllen: 

a. Es muss sich für die vorgesehene Verwendung eignen. 

b. Es darf keine sofortigen oder verzögerten schädlichen Auswirkungen auf 

die Gesundheit von Menschen, einschliesslich besonders gefährdeter Perso-

nengruppen, oder von Tieren – weder direkt noch über das Trinkwasser (unter 

Berücksichtigung der bei der Trinkwasserbehandlung entstehenden Produkte), 

über Nahrungs- oder Futtermittel oder über die Luft oder Auswirkungen am 

Arbeitsplatz oder durch andere indirekte Effekte unter Berücksichtigung be-

kannter Kumulations- und Synergieeffekte, soweit es von der EFSA aner-

kannte wissenschaftliche Methoden zur Bewertung solcher Effekte gibt – noch 

auf das Grundwasser haben. 

c. Es darf keine unannehmbaren Auswirkungen auf Pflanzen oder Pflanzen-

erzeugnisse haben. 

d. Es darf bei den zu bekämpfenden Wirbeltieren keine unnötigen Leiden oder 

Schmerzen verursachen. 

e. Es darf keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt haben, und 

zwar unter besonderer Berücksichtigung folgender Aspekte, soweit es von der 

EFSA anerkannte wissenschaftliche Methoden zur Bewertung solcher Effekte 

gibt: 

B-2595/2024 

Seite 36 

1.  Verbleib und Ausbreitung in der Umwelt, insbesondere Kontamination 

von Oberflächengewässern, einschliesslich Mündungs- und Küstenge-

wässern, des Grundwassers, der Luft und des Bodens, unter Berück-

sichtigung von Orten in grosser Entfernung vom Verwendungsort nach 

einer Verbreitung in der Umwelt über weite Strecken, 

2.  Auswirkung auf Nichtzielarten, einschliesslich des dauerhaften Verhal-

tens dieser Arten, 

3.  Auswirkung auf die biologische Vielfalt und das Ökosystem." 

6.10 Die obgenannten Anforderungen von Art. 4 Abs. 5 PSMV werden un-

ter Berücksichtigung der sog. "einheitlichen Grundsätze für die Bewertung 

und die Bewilligung von Pflanzenschutzmitteln" beurteilt. Letztere präzisie-

ren diese Anforderungen und finden sich im Anhang 9 der PSMV (Art. 4 

Abs. 6 PSMV i.V.m. 17 Abs. 5 PSMV). 

6.11 Nach Art. 29a Abs. 1 PSMV kann die Zulassungsstelle Bewilligungen 

von Pflanzenschutzmitteln, die einen Wirkstoff enthalten, für den die EU 

bei der Genehmigung oder der Erneuerung der Genehmigung Bedingun-

gen oder Einschränkungen festgelegt hat, jederzeit im Einvernehmen mit 

den Beurteilungsstellen einer Überprüfung unterziehen. Sie kann eine ge-

zielte Überprüfung vornehmen, wenn neue Erkenntnisse gegebenenfalls 

eine Anpassung der Verwendungsvorschriften von Pflanzenschutzmitteln 

erforderlich machen.  

7.  

7.1 Die (regulär) bewilligten Pflanzenschutzmittel, welche den Wirkstoff 

Acetamiprid enthalten, werden seit dem 31. Mai 2019 im Sinne von Art. 29a 

PSMV gezielt überprüft. Die gezielte Überprüfung beinhaltet insbesondere 

die Überprüfung der Gefährdung der Anwender- und Konsumentinnen wie 

der Gefährdung von Nichtzielorganismen und des Grundwassers (Urteil 

des BVGer B-1234/2021 vom 22. Juni 2022 Bst. A.d, E. 3.1.1; "Wirkstoff-

Liste Überprüfung in Bearbeitung und abgeschlossen [Stand 31.03.2025]", 

online abrufbar unter: www.blv.admin.ch/blv/de/home/zulassung-pflanzen-

schutzmittel/zulassung-und-gezielte-ueberpruefung/gezielte-ueberprue-

fung.html, zuletzt abgerufen am 5. August 2025).  

7.2 Die gezielte Überprüfung der Acetamiprid-haltigen Pflanzenschutzmit-

tel war beim Erlass der hier angefochtenen Notfallzulassung am 2. April 

2024 – mit welcher die Vorinstanz den Verwendungszweck der regulären 

Zulassungen von Acetamiprid-haltigen Pflanzenschutzmitteln erweitert hat 

(E. 4.2.2) – nach wie vor im Gang (vgl. auch unter Bst. B.e.). 

B-2595/2024 

Seite 37 

7.3 Wenig später – am 15. Mai 2024 – publizierte die Europäische Behörde 

für Lebensmittelsicherheit (EFSA) das "Statement on the toxicological pro-

perties and maximum residue levels of acetamiprid and its metabolites" 

(EFSA Journal 2024;22:e8759; online abrufbar unter: www.efsa.eu-

ropa.eu/en/efsajournal/pub/8759; zuletzt abgerufen am 5. August 2025).  

7.4 Die EFSA schlug darin eine niedrigere zulässige tägliche Aufnahme-

menge ("acceptable daily intake [ADI]") sowie eine niedrigere akute Refe-

renzdosis ("acute reference dose [ARfD]") für Acetamiprid vor und nahm 

einen Metaboliten in die Rückstandsbewertung von Acetamiprid in Obst- 

und Blattkulturen auf.  

7.5 Inzwischen hat die EU-Kommission die Verordnung 2025/158 vom 

29. Januar 2025 zur Änderung des Anhangs II der Verordnung (EG) 

Nr. 396/2005 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der 

Höchstgehalte an Rückständen von Acetamiprid in oder auf bestimmten 

Erzeugnissen erlassen. Damit änderte die EU-Kommission mit Geltung ab 

dem 19. August 2025 den Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 im 

Sinne des vorerwähnten Statements der EFSA (vgl. Erwägungsgründe 1 – 

10 und Art. 2 der Verordnung [EU] 2025/158 der Kommission vom 29. Ja-

nuar 2025). 

7.6 Nach dem Bekanntwerden des entsprechenden Verordnungsentwurfs 

hat die Vorinstanz gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht signalisiert, 

diese neuen Erkenntnisse in der noch laufenden gezielten Überprüfung der 

Pflanzenschutzmittel, die den Wirkstoff Acetamiprid beinhalten, sowie bei 

zukünftigen Zulassungen zur Bewältigung einer Notfallsituation zu berück-

sichtigen (Quadruplik Vorinstanz, Ziffer 2.1). 

  

B-2595/2024 

Seite 38 

8.  

Im Folgenden wird die Rüge der Beschwerdeführenden geprüft, die Ertei-

lung einer Notfallzulassung fünf Jahre hintereinander wie vorliegend – d.h. 

in den Jahren 2020, 2021, 2022, 2023 und 2024 (vgl. unter Bst. A.d, C) – 

sei von vorneherein unzulässig (vgl. unter Bst. D.a). 

8.1 Die Beschwerdeführenden argumentieren wie folgt:  

8.1.1 Notfallzulassungen nach Art. 40 PSMV seien restriktiv anzuwenden. 

Zwar dürften Notfallzulassungen gemäss Art. 40 Abs. 5 PSMV erneuert 

werden. Damit könne aber nur eine ausnahmsweise (einmalige) Erneue-

rung gemeint sein. Selbst wenn eine Gefahr Jahr für Jahr auftrete und tat-

sächlich keine alternativen Möglichkeiten zur Bekämpfung eines Schäd-

lings verfügbar seien, dürften Notfallzulassungen nicht jährlich wiederkeh-

rend erfolgen. Schon gar nicht zulässig sei es, dass dies fünf Jahre hinter-

einander geschehe.  

8.1.2 Durch solche "Ketten-Notfallzulassungen" werde das reguläre Zulas-

sungsverfahren nach Art. 17 ff. PSMV und die damit verbundene einge-

hende Gesundheits- und Umweltprüfung umgangen. Eine unbeschränkte 

Wiederholung derselben Notfallzulassung untergrabe das reguläre Zulas-

sungsverfahren und habe zur Folge, dass die aus der eingeschränkten 

Prüfung entstehenden Risiken für die Gesundheit der Menschen und das 

Wohlergehen der Natur perpetuiert und vervielfacht würden. 

8.1.3 Die Auslegung von Art. 40 PSMV führe zum gleichen Ergebnis. 

8.1.3.1 Schon aus dem Wortlaut von Art. 40 Abs. 5 PSMV folge, dass eine 

mehrmalige Verlängerung einer Notfallzulassung nicht zulässig sei. Hätte 

der Gesetzgeber eine mehrmalige oder "ewige" Wiederholung für ein und 

denselben Fall gewollt, hätte er dies laut den Beschwerdeführenden nicht 

nur in die Verordnung schreiben müssen, was nicht geschehen sei, son-

dern ins Gesetz. 

8.1.3.2 Auch die historische Auslegung ergebe eine restriktive Anwendung 

der Notfallzulassung:  

Die der heutigen PSMV vorangehende PSMV vom 18. Mai 2005 habe eine 

praktisch wortgleiche Bestimmung wie den heutigen Art. 40 PSMV enthal-

ten. Zwar spreche die heutige Verordnung von einer "Notfallsituation", wäh-

rend die Notfallzulassung gemäss der Verordnung von 2005 der Bewälti-

gung einer "Ausnahmesituation" gedient habe. Damit sei aber keine 

B-2595/2024 

Seite 39 

materielle Änderung gewollt gewesen, stehe in den Erläuterungen des 

BLW vom 26. Oktober 2009 zur heutigen PSMV doch, dass der heutige 

Art. 40 PSMV aus der damaligen PSMV übernommen worden sei. Eine 

"Ausnahmesituation" könne nur vorliegen, wenn die drohenden Schäden 

ganz ausserordentlich seien.  

Des Weiteren habe der Bundesrat in der Antwort vom 24. August 2022 zur 

Interpellation 22.3775 (Notfallzulassungen für Pflanzenschutzmittel. Kon-

trollen und Einhaltung umweltrechtlicher Prinzipien?) Folgendes ausge-

führt: 

"Wiederholte Notfallzulassungsanträge führen meist zur Einleitung eines re-

gulären Zulassungsverfahrens. Die Durchführung und Dokumentation der er-

forderlichen Studien kann mehrere Jahre dauern, sodass es in solchen Fällen 

gerechtfertigt ist, die Notfallzulassung mehrfach erneuern zu können." 

Diese Antwort zeige, dass eine mehrmalige Notfallzulassung nach der Mei-

nung des Bundesrates nur zulässig sei, wenn ein reguläres Zulassungs-

verfahren eingeleitet worden und hängig sei. Da für die vorliegend strittigen 

Pflanzenschutzmittel mit Acetamiprid nie ein Gesuch für eine reguläre Zu-

lassung zur Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze gestellt worden 

sei, seien die angefochtenen Notfallzulassungen auch nach der Auffas-

sung des Bundesrates unzulässig. 

Die Pflanzenschutzmittelverordnung der EU, von der sich die schweizeri-

sche PSMV ableite, regle die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Not-

fallsituationen ebenfalls restriktiv (m.H. auf Art. 53 der Verordnung [EG] 

Nr. 1107/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Ok-

tober 2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln und zur 

Aufhebung der Richtlinien 79/117/EWG und 91/414/EWG des Rates, nach-

folgend: EU-PSMV). Eine allfällige Wiederholung der Massnahme in einem 

Mitgliedstaat erfordere einen EU-Kommissionsentscheid (Art. 53 Abs. 3 

EU-PSMV). Ein Gerichtsurteil zur Frage der Wiederholung von Notfallzu-

lassungen gebe es in der EU noch nicht.  

8.1.3.3 Das Notfallzulassungsverfahren stehe in der PSMV nach dem re-

gulären Zulassungsverfahren. Aufgrund dieser Stellung in der Verordnung 

wie auch der langjährigen Praxis sei klar, dass die Notfallzulassung nicht 

beliebig anstelle der regulären Zulassung angewendet werden könne. 

Auch aus der verfassungsrechtlichen Ordnung folge, dass das reguläre Zu-

lassungsverfahren der Standard und das Notfallzulassungsverfahren die 

Ausnahme sein müsste. 

B-2595/2024 

Seite 40 

8.1.3.4 Die Gewährung von "Ketten-Notfallzulassungen" widerspreche 

schliesslich dem Sinn und Zweck der PSMV. Diese solle ein hohes Schutz-

niveau für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt ge-

währleisten (Art. 1 Abs. 1 PSMV) und in Anwendung des Vorsorgeprinzips 

sicherstellen, dass in Verkehr gebrachte Wirkstoffe oder Produkte die Ge-

sundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt nicht beeinträchtigen 

(Art. 1 Abs. 4 PSMV). Die eingeschränkte Gesundheits- und Umweltprü-

fung des Notfallzulassungsverfahrens nach Art. 40 PSMV gehe zwangs-

läufig zulasten der Gesundheits- und Umweltinteressen, was dem Zweck 

der PSMV widerspreche. 

8.2 Demgegenüber sieht die PSMV nach dem Dafürhalten der Vorinstanz 

keine Limite vor, wie oft eine Notfallzulassung erneuert werden kann.  

8.2.1 Dem Wortlaut von Art. 40 Abs. 5 PSMV sei entgegen den Beschwer-

deführenden nicht zu entnehmen, dass lediglich eine "ausnahmsweise 

(einmalige) Erneuerung" möglich sei. Das Wort "begrenzte" in Art. 40 

Abs. 1 PSMV beziehe sich nicht auf die Dauer und Erneuerbarkeit der Not-

fallzulassung, sondern auf den konkreten Einsatz des Pflanzenschutzmit-

tels (Anzahl Anwendungen pro Jahr, Indikationen etc.). 

8.2.2 Art. 40 PSMV sei eine Übernahme von Art. 31 der aPSMV von 2005. 

Die Möglichkeit der Erneuerung einer Notfallzulassung wie auch das Feh-

len einer konkreten Beschränkung der Anzahl von Erneuerungen sei be-

reits Bestandteil von Art. 31 aPSMV von 2005 gewesen. Indem der Bun-

desrat den Begriff "Ausnahmesituation" in der Überschrift des 7. Abschnitts 

des 2. Kapitels der aPSMV und in Art. 31 Abs. 6 aPSMV durch "Notfallsitu-

ation" in der aktuellen PSMV ersetzt habe (m.H. auf die Überschrift des 

6. Abschnitts des 3. Kapitels der PSMV und Art. 40 Abs. 6 PSMV), habe 

der Bundesrat die Mittel schaffen wollen, um Notfallsituationen zu bewälti-

gen, die ausnahmsweise – aber eben auch wiederholt – auftreten könnten. 

In der EU sei das Vorgehen zur Erneuerung einer Notfallzulassung für 

Pflanzenschutzmittel tatsächlich strenger als in der Schweiz geregelt. Al-

lerdings seien in der EU auch Pflanzenschutzmittel regulär zugelassen, 

welche in der Schweiz lediglich über eine Notfallzulassung verfügten. 

  

B-2595/2024 

Seite 41 

8.2.3 Die Interpretation der Beschwerdeführenden decke sich auch nicht 

mit dem Sinn und Zweck von Notfallzulassungen. Dieser bestehe in der 

Bewältigung einer Notfallsituation, welche sich angesichts einer nicht an-

ders abzuwehrenden "Gefahr für die Pflanzengesundheit" als notwendig 

erweise. Der Mechanismus der Notfallzulassungen diene dazu, eine Be-

kämpfungslücke zu füllen, unabhängig davon, wie diese entstanden sei.  

Massgebend sei das Vorliegen einer "nicht anders abzuwehrenden Ge-

fahr". Trete diese Gefahr jährlich wiederkehrend auf, könne eine Notfallzu-

lassung auch jährlich wiederkehrend erteilt werden, sofern die Gefahr nicht 

anders abgewehrt werden könne. Die Anzahl der Erneuerungsgesuche al-

lein stelle kein Kriterium für die Erteilung oder Verweigerung einer Notfall-

zulassung dar. 

8.2.4 Zusammenfassend stehe die Möglichkeit der Notfallzulassung nach 

Art. 40 PSMV auch dann zur Verfügung, wenn es an einem regulär bewil-

ligten Pflanzenschutzmittel für die Bekämpfung einer nicht anders abzu-

wehrenden Gefahr durch Schädlinge fehle. Im vorliegenden Fall sei die 

Notfallzulassung genau zu diesem Zweck verwendet worden. 

8.3 Die Fachbehörden BLW und BAFU sowie die Beschwerdegegner ver-

treten ebenfalls den Standpunkt, dass die PSMV die Anzahl Erneuerungen 

von Notfallzulassungen nicht beschränkt. Solange die Voraussetzungen 

von Art. 40 PSMV vorlägen, seien Notfallzulassungen auch jährlich wieder-

kehrend zulässig. Dies sei auch vorliegend der Fall, wo die von Art. 40 

Abs. 1 PSMV vorausgesetzte "nicht anders abzuwehrende Gefahr für die 

Pflanzengesundheit" fortbestehe, weil kein regulär zugelassenes Pflanzen-

schutzmittel für deren Bekämpfung zur Verfügung stehe. 

  

B-2595/2024 

Seite 42 

8.4 Die Frage, ob die PSMV die Erneuerung einer Notfallzulassung wäh-

rend mehreren aufeinanderfolgenden Jahren zulässt, ist nachfolgend 

durch Auslegung zu klären. 

8.4.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der massgebli-

chen Norm. Die Formulierungen einer Norm in den drei Amtssprachen 

Deutsch, Französisch und Italienisch sind gleichwertig. Ist der Text nicht 

ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss das Ge-

richt unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente – d.h. der histori-

schen, systematischen und teleologischen Auslegung – nach der wahren 

Tragweite der Norm suchen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung ist bei der Auslegung von Normen einem pragmatischen Methoden-

pluralismus zu folgen und es ist abzulehnen, die einzelnen Auslegungsele-

mente einer Prioritätsordnung zu unterstellen (statt vieler: BGE 148 V 265 

E. 5.3.3; BGE 142 II 100 E. 4.1; Urteil des BVGer B-3655/2023 vom 

31. März 2025 E. 5.1). 

8.4.2  

8.4.2.1 Die Dauer und Erneuerbarkeit einer Notfallzulassung ist in Art. 40 

Abs. 5 PSMV geregelt. Der Wortlaut der Bestimmung lautet wie folgt: 

Art. 40 Abs. 5 PSMV 

"Die Zulassung wird für höchstens ein Jahr erteilt. Sie kann erneuert werden." 

8.4.2.2 Dieser Wortlaut sagt eindeutig und unmissverständlich aus, dass 

die Erneuerung von Notfallzulassungen, welche befristet für eine Dauer 

von höchstens einem Jahr erteilt worden sind, zulässig ist. Die Formulie-

rung von Art. 40 Abs. 5 PSMV konkretisiert die Umstände, unter welchen 

eine Notfallzulassung erneuert werden darf, aber nicht weiter, sondern be-

schränkt sich auf das Verb "erneuern". Der Sinngehalt dieses Verbs macht 

grundsätzlich keine Einschränkung, was die Anzahl möglicher Erneuerun-

gen angeht. Eine eindeutige und unmissverständliche Aussage zur Frage, 

ob Notfallzulassungen auch während mehreren aufeinanderfolgenden Jah-

ren erneuert werden dürfen, lässt sich dem Verb "erneuern" aber nicht ent-

nehmen. Der Wortlaut von Art. 40 Abs. 5 PSVM schliesst eine mehrmalige 

Erneuerung einer auf höchstens ein Jahr befristeten Notfallzulassung so-

mit weder aus, noch bezeichnet er eine mehrmalige Erneuerung als zuläs-

sig. Dass schon der Wortlaut von Art. 40 Abs. 5 PSMV eine mehrmalige 

Erneuerung einer Notfallzulassung ausschliesst, wie dies die Beschwerde-

führenden behaupten, trifft somit offensichtlich nicht zu. 

B-2595/2024 

Seite 43 

8.4.2.3 Die italienische ("L’autorizzazione è rilasciata al massimo per un 

anno. Può essere rinnovata.") und die französische Fassung ("L’homologa-

tion est octroyée pour une durée d’un an au plus. Elle peut être renouve-

lée.") von Art. 40 Abs. 5 PSMV weisen je einen gleichwertigen Aussage-

gehalt wie der deutsche Text auf. Auch aus diesen Fassungen ergeben sich 

für die Auslegung von Art. 40 Abs. 5 PSMV somit keine klärenden Hin-

weise. 

8.4.2.4 Da der Wortlaut von Art. 40 Abs. 5 PSMV in Bezug auf die mehrfa-

che Erneuerbarkeit einer Notfallzulassung demnach keinen klaren Sinn-

gehalt erkennen lässt, sind die weiteren Auslegungselemente heranzuzie-

hen, um die wahre Normtragweite zu ermitteln.  

8.4.3  

8.4.3.1 Die historische Auslegung stellt auf den Sinn und Zweck ab, den 

man einer Norm zur Zeit ihrer Entstehung gab. Eine Norm soll so gelten, 

wie sie vom Gesetzgeber vorgesehen worden war. Insbesondere bei jun-

gen Erlassen muss dem Willen des Gesetzgebers ein grosses Gewicht 

beigemessen werden (BVGE 2023 I/3 E. 5.2.1, m.H.). Rechtsvergleichend 

können bei der historischen Auslegung auch ausländische Regelungen 

beigezogen werden, wenn sie dem schweizerischen Gesetzgeber als Vor-

bild gedient haben, ohne dass im Konkreten eine Abweichung festzustellen 

ist, oder wenn eine bewusste Harmonisierung mit ausländischen Rechts-

ordnungen angestrebt worden ist (BGE 147 I 57 E. 5.3.2, BGE 133 III 180 

E. 3.5, je m.H.).  

8.4.3.2 Der Bundesrat hat Art. 40 PSMV am 1. Juli 2011 als Teil der aktuell 

gültigen PSMV vom 12. Mai 2010 in Kraft gesetzt (AS 2010 2331). Der 

Wortlaut von Art. 40 PSMV wurde im Wesentlichen aus der vorangehenden  

aPSMV vom 18. Mai 2005 (AS 2005 3035, AS 2010 2331) übernommen. 

Die aPSMV vom 18. Mai 2005 bezeichnete die heutige "Zulassung zur Be-

wältigung einer Notfallsituation" in der damaligen Überschrift des 7. Ab-

schnitts vom 2. Kapitel noch als "Zulassung zur Bewältigung von Ausnah-

mesituationen". Ansonsten enthielt die aPSMV vom 18. Mai 2005 mit 

Art. 31 aPSMV bereits eine überwiegend identische Bestimmung wie den 

heutigen Art. 40 PSMV. Den Wortlaut von Art. 40 Abs. 5 PSMV hat der Bun-

desrat unverändert aus Art. 31 Abs. 5 aPSMV übernommen.  

  

B-2595/2024 

Seite 44 

8.4.3.3 Ein stichhaltiger Anhaltspunkt dafür, dass Art. 31 Abs. 5 aPSMV 

eine wiederholte Erneuerbarkeit von Notfallzulassungen – entgegen dem 

diesbezüglich ebenfalls offenen Wortlaut (E. 8.4.2.2) – konsequent aus-

schliessen wollte, ist nicht ersichtlich. Daraus, dass die aPSMV vom 

18. Mai 2005 die umstrittene Zulassungsart noch als Zulassung zur Bewäl-

tigung von "Ausnahmesituationen" bezeichnete, kann kein solcher Sinn 

und Zweck zur Zeit der Entstehung der Bestimmung abgeleitet werden. 

Zwar konkretisiert der Begriff "Ausnahmesituation" durchaus die Um-

stände, zu deren Bewältigung ein Pflanzenschutzmittel gemäss der dama-

ligen Sichtweise gegebenenfalls beitragen soll. Eine Einschränkung dahin-

gehend, dass eine zur Bewältigung einer Ausnahmesituation gewährte Zu-

lassung keinesfalls wiederholt erneuert darf, falls in Folgejahren tatsächlich 

erneut eine Ausnahmesituation vorliegt, ist diesem Begriff aber nicht zu 

entnehmen. Was die Beschwerdeführenden diesbezüglich ausführen 

(E. 8.1.3.2), überzeugt daher nicht. 

8.4.3.4 Im Juni 2022 ersuchte ein Mitglied der grünen Fraktion des Natio-

nalrats den Bundesrat unter anderem, die folgende Frage zu beantworten 

(Interpellation 22.37745; online abrufbar unter: www.parlament.ch/de/rats-

betrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223775, zuletzt abgerufen 

am 5. August 2025): 

"Wie oft können Notfallzulassungen verlängert werden und wie lange muss 

gewartet werden, bis eine erneute Notfallzulassung möglich ist? Ist der Bun-

desrat, wenn es keine Beschränkung gibt, nicht der Auffassung, dass es sich 

hierbei um Zulassungen "durch die Hintertür" h