# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0114e573-7b7b-54b6-a5ea-897722009acb
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 20.10.2008 BK.2008.2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BK-2008-2_2008-10-20.pdf

## Full Text

Entscheid vom 20. Oktober 2008  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Tito Ponti und Alex Staub,  
Gerichtsschreiberin Tanja Inniger  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Daniel S. Hayek, 
 

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Gesuchsgegnerin 
 

Gegenstand  Entschädigung bei Einstellung (Art. 122 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BK.2008.2 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Aufgrund verschiedener Pressemitteilungen, die über das in Z. gegen A. 
eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue und 
Betrug berichteten, erstattete die Bank B. AG in Y. am 19. Februar 2002 in 
Anwendung von Art. 9 GwG eine entsprechende Meldung an die Meldestel-
le für Geldwäscherei (MROS), welche anschliessend an die Bundesanwalt-
schaft weitergeleitet wurde (BA/EAII/3/02/0022, Band I, Rubrik 4). Darauf-
hin eröffnete die Bundesanwaltschaft am 25. Februar 2002 gegen A. und 
dessen Söhne sowie gegen unbekannte Täterschaft ein gerichtspolizeili-
ches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäscherei ge-
mäss Art. 305bis StGB (BA/EAII/3/02/0022, Band I, Rubrik 1). Sie erliess in 
der Folge mehrere Beschlagnahme- und Editionsverfügungen, die sich an 
die Bank B. AG, die Bank C. sowie an die Bank D. richteten 
(BA/EAII/3/02/0022, Band I, Rubrik 7). Mit Verfügung vom 8. August 2002 
gab die Bundesanwaltschaft mangels deliktischer Herkunft der Gelder die 
drei beschlagnahmten Konten wieder frei (act. 1.4). Ausserdem stellte sie 
auf Antrag der Beschuldigten vom 10. Oktober 2002 das gerichtspolizeili-
che Ermittlungsverfahren gegen die Söhne E. und F. mit Verfügung vom 
9. Dezember 2002 ein (act. 1.9), jedoch nicht gegen A. 

 
 
B. Aufgrund der Bedeutung des in Deutschland laufenden Strafverfahrens ge-

gen A. für das Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft erkundigte 
sich diese in der Zeit zwischen 2003 – 2007 in regelmässigen Abständen 
beim Landgericht in Z. über den Stand des Verfahrens. Am 27. Juni 2006 
entschied das Landgericht in Z. – angesichts des schlechten Gesundheits-
zustandes des Angeklagten – das Verfahren gegen diesen vom Hauptver-
fahren abzutrennen und vorläufig einzustellen (act. 1.12). Mit Verfügung 
vom 17. September 2007 stellte auch die Bundesanwaltschaft das Ermitt-
lungsverfahren gegen A. ein und stellte fest, dass die Ermittlungen in 
Deutschland keine Hinweise auf eine deliktische Herkunft der in die 
Schweiz transferierten Vermögenswerte ergeben hätten (act. 1.1). 

 
 
C. Mit Eingabe vom 30. Januar 2008 gelangte A. an die Bundesanwaltschaft 

und ersuchte um die Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von 
Fr. 51'798.85 sowie einer angemessenen Genugtuung, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge (act. 1). Die Bundesanwaltschaft übermittelte das Be-
gehren anschliessend an die I. Beschwerdekammer, allerdings ohne die 
gemäss Art. 122 Abs. 3 BStP vorgesehene Antragstellung (act. 2).  

 

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In der Gesuchsantwort vom 15. Februar 2008 beantragte die Bundesan-
waltschaft dann, es sei dem Gesuchsteller eine im Vergleich zu der von 
ihm beantragten Summe reduzierte, ins richterliche Ermessen gestellte an-
gemessene Entschädigung auszurichten und das Ersuchen um Ausrich-
tung einer Genugtuung sei abzuweisen (act. 4).  
 
Mit Replik vom 10. März 2008 bestätigte A. seine bisher gestellten Anträge 
(act. 7).  

 
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.  
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Die Zuständigkeit der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum 

Entscheid über Entschädigungsbegehren ergibt sich aus Art. 122 Abs. 3 
BStP i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b SGG und Art. 9 Abs. 2 des Reglements vom 
20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht (SR 173.710). Das Eintreten der 
I. Beschwerdekammer auf ein Entschädigungsgesuch setzt voraus, dass 
das Strafverfahren oder das Ermittlungsverfahren (Art. 122 Abs. 4 BStP) 
mittels eines formellen Einstellungsentscheides eingestellt wurde (TPF 
BK.2008.3 vom 20. Februar 2008; TPF BK.2006.2 vom 10. März 2006 
E. 1.2; TPF BK.2006.14 vom 12. April 2007 E. 1.2). Fristerfordernisse be-
stehen demgegenüber im Entschädigungsverfahren nach dem Bundes-
strafprozessrecht keine. 

 
1.2 Angesichts der formellen Einstellungsverfügung der Gesuchsgegnerin vom 

17. September 2007 (act. 1.1) sind die Eintretensvoraussetzungen bezüg-
lich des vorliegenden Gesuchs erfüllt und geben keinen Anlass zu weiteren 
Bemerkungen. Auf das Gesuch ist einzutreten. 

 
 
2.  
2.1 Gemäss Art. 122 Abs. 1 BStP ist dem Beschuldigten, gegen den die Unter-

suchung eingestellt wird, auf Begehren eine Entschädigung für die Unter-
suchungshaft und für andere Nachteile, die er erlitten hat, auszurichten. Ei-
ne gewisse objektive Schwere der Untersuchungshandlung und ein durch 
diese bewirkter erheblicher Nachteil, der vom Ansprecher zu substanziieren 
und zu beweisen ist, bilden in diesem Zusammenhang die nötigen Voraus-

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setzungen für einen Entschädigungsanspruch (BGE 107 IV 155 E. 5 S. 157 
m.w.H.; vgl. auch 117 IV 209 E. 4b S. 218).  

 
Als „andere Nachteile“ im Sinne von Art. 122 Abs. 1 BStP gelten insbeson-
dere auch die dem Beschuldigten entstandenen Verteidigungskosten, wenn 
der Beizug des Verteidigers zulässig war – was bei einem gerichtspolizeili-
chen Ermittlungsverfahren und einer eidgenössischen Voruntersuchung 
gemäss Art. 35 Abs. 1 BStP zu jedem Zeitpunkt der Fall ist – und wenn die 
Kosten unmittelbar durch das Verfahren bedingt und aus Vorkehren ent-
standen sind, die sich bei sorgfältiger Interessenwahrung als geboten er-
weisen oder doch in guten Treuen verantworten lassen (BGE 115 IV 156 
E. 2c S. 159; TPF BK.2005.4 vom 19. Dezember 2006 E. 2.2 m.w.H.). Die 
Entschädigung des Verteidigers muss mit anderen Worten in einem ver-
nünftigen Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen, wobei unter anderem 
Natur und Bedeutung der Angelegenheit, deren Komplexität, besondere 
Schwierigkeiten in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht und die für Be-
sprechungen, Einvernahmen, Verhandlungen sowie das Aktenstudium auf-
gewendete Zeit zu berücksichtigen sind (TPF BK.2005.4 vom 19. Dezem-
ber 2006 E. 2.2; TPF BK.2005.9 vom 12. Oktober 2005 E. 2.3.1; BGE 122 
I 1 E. 3a S. 3; 118 Ia 133 E. 2b S. 134). Nicht zu entschädigen sind dem-
gegenüber überflüssige, rechtsmissbräuchliche oder übermässige, d.h. un-
verhältnismässig hohe Aufwendungen, wobei auf die Verhältnisse im Zeit-
punkt des Verteidigerbeizugs bzw. der konkreten Rechtsvorkehr abzustel-
len ist (BGE 115 IV 156 E. 2d S. 160; TPF BK.2005.4 vom 19. Dezember 
2006 E. 2.2 m.w.H.). 
 
Die Entschädigung kann verweigert werden, wenn der Beschuldigte die Un-
tersuchungshandlungen durch ein verwerfliches oder leichtfertiges Beneh-
men verschuldet oder erschwert hat (Art. 122 Abs. 1 Satz 2 BStP). Die 
I. Beschwerdekammer ist dabei nicht an die gestellten Anträge gebunden. 
Sie kann eine Entschädigung verweigern, selbst wenn seitens der Bundes-
anwaltschaft die Gutheissung beantragt wird (TPF BK_K 003/04 vom 6. Juli 
2004 E. 3.1; TPF BK.2006.6 vom 19. Juni 2007 E. 2.1 in fine, jeweils 
m.w.H.). Dabei handelt es sich nicht um eine Haftung für ein strafrechtli-
ches Verschulden, sondern um eine den zivilrechtlichen Grundsätzen an-
genäherte Haftung für ein fehlerhaftes Verhalten, durch das die Einleitung 
oder Erschwerung einer Strafuntersuchung verursacht wurde. In Anlehnung 
an die Regelung in Art. 41 Abs. 1 OR bedarf es für die Verweigerung der 
Entschädigung eines widerrechtlichen Verhaltens, welches natürliche und 
adäquate Ursache für die Einleitung oder Erschwerung des Strafverfahrens 
bildete und zudem schuldhaft gewesen sein muss (TPF BK_K 005/04 vom 
6. Juli 2004 E. 4.1). Widerrechtlich im Sinne von Art. 41 Abs. 1 OR ist ein 

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Verhalten dann, wenn es gegen Normen verstösst, die direkt oder indirekt 
Schädigungen untersagen bzw. ein Schädigungen vermeidendes Verhalten 
vorschreiben. Solche Verhaltensnormen ergeben sich aus der Gesamtheit 
der schweizerischen Rechtsordnung (nur diese kommt in Frage; vgl. 
SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 1206 Fn. 38), unter 
anderem aus Privat-, Verwaltungs- und Strafrecht, gleichgültig, ob es sich 
um eidgenössisches oder kantonales, geschriebenes oder ungeschriebe-
nes Recht handelt (BGE 119 Ia 332 E. 1b S. 334, 116 Ia 162 E. 2c S. 169 
m.w.H.), und können ihren Ursprung auch in vom Bund abgeschlossenen 
Staatsverträgen haben (TPF BK_K 005/04 vom 6. Juli 2004 E. 4.2.1 
m.w.H.; zum Ganzen TPF BK.2005.4 vom 19. Dezember 2006 E. 2.4).  

 
2.2 Die Gesuchsgegnerin weist in ihrer Gesuchsantwort vom 15. Februar 2008 

(act. 4) darauf hin, es sei zu beachten, dass der Gesuchsteller mehrmals 
Handlungen vorgenommen oder zumindest gebilligt habe, welche bei ob-
jektiver Betrachtung den Verdacht der Geldwäscherei entstehen liessen. 
So wurden die Konti bei der Bank B. AG saldiert und die erheblichen Gut-
haben in bar mehrfach mittels Geldtransporter von der Bank B. AG zur 
Bank G. AG in Liechtenstein überführt. Die Gelder wurden anschliessend 
zum grossen Teil von liechtensteinischen Stiftungen über die Bank D. wie-
der auf die Bank B. AG zurücktransferiert. Ein solches Vorgehen muss in 
der heutigen Zeit als aussergewöhnlich eingestuft werden und kann den 
Verdacht der Geldwäscherei entstehen lassen, zumal dadurch der „paper 
trail“ unterbrochen wird (BA/EAII/3/02/0022, Band II, Rubrik 21, Urteil der 
Anklagekammer des Bundesgerichts 8G.38/2002 vom 4. Juli 2002 E. 5b 
S. 9). Die blosse Begründung, es habe wegen eines ungewöhnlichen Vor-
gehens oder ungewöhnlicher Vermögenstransaktionen ein berechtigter An-
fangsverdacht bestanden, genügt für die Verweigerung der Entschädigung 
jedoch nicht (TPF BK.2005.4 vom 19. Dezember 2006 E. 2.4; vgl. HAU-
SER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Ba-
sel 2005, § 108 N. 18). Das Vorgehen kann nicht als widerrechtlich im Sin-
ne der obigen Rechtsprechung eingestuft werden, denn es widerspricht 
weder einer gesetzlichen Vorschrift noch dem Gebot von Treu und Glauben 
im Sinne von Art. 2 Abs. 1 ZGB noch einer sonstigen Regel der schweizeri-
schen Rechtsordnung. Es kann dem Gesuchsteller deshalb nicht vorgehal-
ten werden, er habe das Verfahren im Sinne von Art. 122 Abs. 1 BStP 
durch ein verwerfliches oder leichtfertiges Benehmen verschuldet oder er-
schwert.  

 
2.3 Vorliegend war der Beizug eines Verteidigers für das Ermittlungsverfahren 

gemäss Art. 35 Abs. 1 BStP zulässig und angesichts des Tatvorwurfs auch 

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gerechtfertigt. Zu prüfen ist somit der nach den Umständen gebotene Ver-
teidigungsaufwand. 

 
2.4 Der Gesuchsteller macht seitens seines Rechtsanwalts Daniel S. Hayek ei-

nen Verteidigungsaufwand von 170 Stunden sowie Auslagen von 
Fr. 798.85 geltend. Zur Substanziierung seiner Forderung verweist der Ge-
suchsteller auf die detaillierten Honorarrechnungen seines Rechtsvertreters 
(act. 1.13, act. 1.17-1.22). Der Verteidigungsaufwand setzt sich dabei zu 
einem Teil aus den 100 Stunden zusammen, die in den ersten drei Mona-
ten (März bis Mai 2002) entstanden sind und der schnellstmöglichen Abklä-
rung des Sachverhalts und der Zusammentragung der Fakten dienten, wo-
bei die Abklärung des Sachverhalts und die Zusammentragung der Fakten 
sich nicht nur auf das Verfahren des Gesuchstellers begrenzten, sondern 
ebenso die beiden Ermittlungsverfahren seiner Söhne betraf. Der Gesamt-
aufwand der drei zusammen belief sich auf ca. 430 Stunden (act. 1.13), ein 
Viertel davon (abgerundet 100 Stunden) wurde hierbei dem Gesuchsteller 
zugeordnet. Diese in der Anfangsphase des Ermittlungsverfahrens auf drei 
Monate verteilten 100 Stunden entsprechen ungefähr acht Stunden pro 
Woche, was besonders in Anbetracht des Verfahrenszeitpunkts nicht als 
rechtsmissbräuchlich oder als übermässig hoher Arbeitsaufwand der Ver-
teidigung einzustufen ist. Gemäss dem Gesuch beläuft sich der andere Teil 
des geltend gemachten Verteidigungsaufwands, während der Zeit vom 
1. Juli 2003 bis Ende 2007, auf 70 Stunden. Der Gesuchsteller verweist 
dabei auf die eingereichten Honorarrechnungen (act. 1.17-1.22). Abgese-
hen von den in der Honorarrechnung vom 10. Januar 2008 (act. 1.21) aus-
gewiesenen Posten von insgesamt 16,7 Stunden, welche die Kosten im 
Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren betreffen (Aktivitäten vom 
18. Oktober 2007 bis 19. Dezember 2007) und Gegenstand eines separa-
ten Kostenentscheids bilden (vgl. TPF BK.2006.11 vom 19. Januar 2007 
E. 3.2), erscheint der geltend gemachte Zeitaufwand ausgewiesen und an-
hand der Schwere des Tatvorwurfs und der Komplexität des Verfahrens 
auch gerechtfertigt.  

 
2.5 Neben dem Zeitaufwand stellt die Gesuchsgegnerin auch die vom Ge-

suchsteller geltend gemachte Höhe des Stundenansatzes in Frage.  
 

Die Verordnung vom 22. Oktober 2003 über die Kosten der Bundesstraf-
rechtspflege (SR 312.025) enthält diesbezüglich keine Bestimmungen, 
weshalb in ständiger Praxis für die Bemessung des Honorars das Regle-
ment vom 26. September 2006 über die Entschädigungen in Verfahren vor 
dem Bundsstrafgericht (SR 173.711.31) zur Anwendung gelangt (TPF 
BK.2006.14 vom 12. April 2007 E. 2.4 m.w.H.). Das Reglement sieht in 

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Art. 3 Abs. 1 einen Stundenansatz von mindestens 200 und höchstens 
300 Franken vor. In Berücksichtigung der tatsächlichen und rechtlichen 
Schwierigkeiten des Falles, welche nicht als überdurchschnittlich zu bewer-
ten sind, erscheint vorliegend ein Stundenansatz von Fr. 220.-- (exkl. 
MwSt.) für die von der Verteidigung geleisteten Arbeiten als angemessen. 
Für die Arbeiten der Substitutin (Praktikantin „SDO“), die nicht über die zur 
Ausübung des Anwaltsberufs notwendige Zulassung verfügt, erscheint ein 
Stundenansatz von Fr. 150.-- (exkl. MwSt.) als angemessen. Der vom Ge-
suchsteller geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 300.-- (exkl. MwSt.) 
ist bei der Festlegung der Entschädigung entsprechend herabzusetzen.  
 

2.6 Dem Gesuchsteller sind nach dem Gesagten ein entschädigungsberechtig-
ter Aufwand von 153,3 Stunden und ausgewiesene Auslagen von 
Fr. 798.85 entstanden, was bei den anzuwendenden Stundenansätzen von 
Fr. 220.-- und Fr. 150.-- (exkl. MwSt.) einen Entschädigungsanspruch von 
total Fr. 33'821.35 (exkl. MwSt.) ausmacht (143,25 Stunden à Fr. 220.-- =  
Fr. 31’515.--, 10,05 Stunden à Fr. 150.-- = Fr. 1'507.50, Auslagen  
Fr. 798.85). Aufgrund des ausländischen Wohnsitzes des Gesuchstellers 
unterliegen die anwaltlichen Leistungen gemäss dem hierbei massgeben-
den Empfängerortsprinzip nicht der Mehrwertsteuer (Art. 5 lit. b i.V.m. 
Art. 14 Abs. 3 lit. c des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die 
Mehrwertsteuer [Mehrwertsteuergesetz, MWSTG; SR 641.20]), weshalb 
diese nicht zusätzlich zu entschädigen ist. 

 
 
3.  
3.1 Neben der Entschädigung nach Art. 122 BStP verlangt der Gesuchsteller 

auf der Grundlage derselben gesetzlichen Bestimmung eine angemessene 
Genugtuung.  

 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann die Entschädigung 
nach Art. 122 Abs. 1 BStP, obwohl dies das Gesetz nicht ausdrücklich vor-
sieht, neben dem Ersatz des Schadens auch eine Geldsumme als Genug-
tuung umfassen (vgl. BGE 84 IV 44 E. 6 S. 47). Eine immaterielle Unbill 
kann dabei nur gegeben sein, wenn die fraglichen Untersuchungshandlun-
gen eine gewisse Schwere erreichen und durch sie in nicht unerheblicher 
Weise in die Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten eingegriffen worden 
ist. Ein solcher Eingriff liegt namentlich vor, wenn das Verfahren und die 
darin erhobenen und sich später als ungerechtfertigt erweisenden Anschul-
digungen in der Öffentlichkeit bekannt werden (vgl. BGE 103 Ia 73 E. 7 
S. 74). Der zu Unrecht Beschuldigte wird dabei nach dem Erfahrungs-
grundsatz, dass immer etwas „hängen bleibt“, moralisch geschädigt. Des 

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Weiteren setzt ein Genugtuungsanspruch einen adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen der Tätigkeit des Staates und der immateriellen Unbill 
voraus (zum Ganzen TPF BK.2006.6 vom 19. Juni 2007 E. 4.1; TPF 
BK.2006.11 vom 19. Januar 2007 E. 5.1, jeweils m.w.H.).  
 

3.2 Der Gesuchsteller begründet sein Gesuch um Bezahlung einer Genug-
tuung in zweifacher Weise. So sei zum Einen in der schweizerischen und 
deutschen Presse über das in der Schweiz gegen den Gesuchsteller eröff-
nete Ermittlungsverfahren berichtet worden. Zum Anderen habe das Ermitt-
lungsverfahren mehr als fünf Jahre gedauert, während denen sich der Ge-
suchsteller stets zu Unrecht mit dem schweren Tatvorwurf der Geldwä-
scherei konfrontiert gesehen habe. Hinzu gekommen sei schliesslich eine 
schwere, durch das übermässig lang andauernde Ermittlungsverfahren 
ausgelöste, psychische Erkrankung, unter welcher der Gesuchsteller bis 
heute leide (act. 1, S. 11; act. 1.23).  

 
Die Gesuchsgegnerin hingegen lehnt einen Genugtuungsanspruch aus 
verschiedenen Gründen ab. Ihren Ausführungen zu Folge betrafen die vom 
Gesuchsteller erwähnten Presseberichterstattungen grösstenteils das ge-
gen ihn in Deutschland laufende Verfahren. Über das von der Bundesan-
waltschaft in der Schweiz geleitete Ermittlungsverfahren sei dabei nur am 
Rande informiert worden. Das Verfahren in Deutschland sei denn auch der 
Grund gewesen, weshalb zusätzlich auch über das schweizerische Verfah-
ren berichtet wurde. Insofern könne nicht von einer Rufschädigung gespro-
chen werden, die eine Genugtuung rechtfertigen würde. Weiter bemerkt die 
Gesuchsgegnerin, der Gesuchsteller vermöge seinen Genugtuungsan-
spruch nicht ausreichend zu belegen und es sei auch sonst nicht ersicht-
lich, inwiefern ihm durch das Ermittlungsverfahren eine Unbill widerfahren 
sein sollte (act. 4, S. 5).  
 

3.3 Die vom Gesuchsteller beispielhaft angeführten Pressemitteilungen umfas-
sen einerseits die schweizerische Presse, so einen Zeitungsartikel aus der 
H. vom 21. Februar 2002, und andererseits die deutsche Presse, so jeweils 
einen Zeitungsartikel in der I., im J. und in der K., je vom 26. August 2002 
(act. 1.23). In den Artikeln der H., der I. sowie der K. liegt der Fokus der Be-
richterstattung klar auf dem deutschen Strafverfahren. Die Ermittlung in der 
Schweiz wegen des Verdachts der Geldwäscherei wird dabei immer nur 
am Rande erwähnt. Der J. berichtet etwas eingehender über das schweize-
rische Verfahren, aber auch dort wird einleitend über den „Z.-Skandal“ be-
richtet. Der Gesuchsteller wurde folglich primär wegen dem in Deutschland 
gegen ihn laufenden Strafverfahren in der Öffentlichkeit wahrgenommen 
und nicht aufgrund des hiesigen gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens 

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der Gesuchsgegnerin. Dementsprechend fehlt der geforderte adäquate 
Kausalzusammenhang zwischen der Tätigkeit des schweizerischen Staa-
tes und der immateriellen Unbill. Insoweit sind bezüglich der Rufschädi-
gung nicht alle rechtlichen Vorsaussetzungen für die Bejahung eines Ge-
nugtuungsanspruchs erfüllt.  

 
3.4 Gemäss der Einstellungsverfügung vom 17. September 2007 wurde seit 

Dezember 2002 mit der Verfahrenseinstellung gegenüber dem Gesuchstel-
ler mit Blick auf die Kostenfolgen noch zugewartet (act. 1.1, S. 2), da das in 
Z. gegen ihn geführte Verfahren wegen Verdachts auf Vermögensdelikte zu 
diesem Zeitpunkt - im Gegensatz zu den Verfahren gegen seine Söhne - 
noch nicht eingestellt worden war. Was die Dauer des Verfahrens angeht, 
so ist abzuklären, ob das Zuwarten der Gesuchsgegnerin auf das Ergebnis 
des deutschen Gerichtsverfahrens allenfalls einen Genugtuungsanspruch 
begründet. 

 
Nach Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK sind Verfahren grundsätz-
lich von den jeweils zuständigen Behörden im Rahmen des Möglichen zu 
fördern und so bald als möglich einer Erledigung zuzuführen. Daraus folgt 
unter anderem, dass die Prozessbeteiligten Anspruch auf einen Entscheid 
haben, sobald ein solcher gefällt werden kann. Anders ausgedrückt hat der 
unter dem häufig schweren Vorwurf einer Straftat stehende Bürger einen 
Anspruch darauf, dass innert nützlicher Frist über seine Schuld oder Un-
schuld entschieden wird (SCHMID, a.a.O., N. 216/217 m.w.H.). Aus Grün-
den der Rechtsstaatlichkeit kann es allerdings gerechtfertigt sein, die lange 
Dauer eines Verfahrens zu ertragen, wenn dies durch eine sorgfältige 
Sachverhaltsermittlung im Sinne der Wahrheitsfindung als notwendig er-
scheint (SJZ 92 (1996) Nr. 7, S. 130 ff., 131). Nach der Rechtsprechung 
des Bundesgerichts soll jedoch durch das Beschleunigungsgebot verhin-
dert werden, dass der Angeschuldigte länger als nötig den Belastungen ei-
nes Strafverfahrens ausgesetzt ist (Urteil des Bundesgerichts 1P.623/2002 
vom 6. März 2003 E. 2.2 m.w.H.). Die Frage, ob das Beschleunigungsge-
bot verletzt worden ist, entscheidet sich sodann vor allem aufgrund einer 
Gesamtwürdigung der geleisteten Arbeit; Zeiten, in denen das Verfahren 
stillsteht, sind unumgänglich und solange keine einzelne solche Zeitspanne 
stossend wirkt, greift die Gesamtbetrachtung (BGE 124 I 139 E. 2c S. 142).  
 
Im vorliegenden Fall wurde mit der Verfahrenseinstellung aus Kostengrün-
den noch zugewartet, denn ein Schuldspruch im deutschen Verfahren hätte 
unter Umständen die ganze oder teilweise Auferlegung der in der Schweiz 
verursachten Verfahrenskosten gemäss Art. 246bis Abs. 2 lit. a BStP zur 
Folge haben können. Ein derartiges Vorgehen kann insoweit gerechtfertigt 

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sein, als in absehbarer Zeit mit einer Entscheidung zu rechnen ist und es 
sich bei den Verfahrenskosten um einen höheren Betrag handelt. Mit ande-
ren Worten muss das Prinzip der Verhältnismässigkeit gewahrt werden. Je 
höher also die verursachten Verfahrenskosten, desto eher kann ein Zuwar-
ten mit der Verfahrenseinstellung unter der Berücksichtigung der gesamten 
Umstände als gerechtfertigt erscheinen. Die Verfahrenskosten betrugen 
vorliegend Fr. 5’000.-- und wurden schliesslich auf die Bundeskasse ge-
nommen (act. 1.1, S. 4). Seit der Freigabe der beschlagnahmten Vermö-
genswerte am 8. August 2002 stand für die Gesuchsgegnerin fest, dass 
sich der Verdacht gegen den Gesuchsteller nicht erhärten lässt (vgl. 
act. 1.1, S. 3/4). Zwischen diesem Zeitpunkt und der Einstellungsverfügung 
im Jahr 2007 vergingen somit fünf Jahre, während denen die Gesuchsgeg-
nerin sich ein- bis zweimal jährlich über den Stand im deutschen Verfahren 
informierte (vgl. BA/EAII/3/02/0022, Band II, Rubrik 18, Korrespondenz vom 
30. Juni 2003 bis 12. April 2007). Während dieser gesamten Zeit sah sich 
der Gesuchsteller jedoch weiterhin mit dem Verdacht der Geldwäscherei 
i.S. von Art. 305bis StGB konfrontiert und musste die beruflichen und priva-
ten Nachteile, die ein Strafverfahren mit sich bringen, dementsprechend 
erdulden. Es liegt auf der Hand, dass dadurch in nicht unerheblicher Weise 
in die Persönlichkeitsrechte des Gesuchstellers eingegriffen worden ist und 
das Aufrechterhalten des strafrechtlichen Vorwurfs durch die Gesuchsgeg-
nerin während fünf Jahren vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit 
nicht standhält, zumal eine eventuelle Unklarheit bezüglich der Kostentra-
gung im Umfang von Fr. 5'000.-- unter den gegebenen Umständen und 
insbesondere den finanziellen Dimensionen des Verfahrens das derart lan-
ge Zuwarten nicht rechtfertigt. Insgesamt wurde der Beschuldigte somit 
länger als nötig den Belastungen eines Strafverfahrens ausgesetzt. Unter 
Berücksichtigung sämtlicher Umstände (untergeordnete Bedeutung des 
schweizerischen Verfahrens, Schwere des Eingriffs) ist eine Genugtuung 
von Fr. 5'000.-- der vorliegenden Situation angemessen. Bezüglich der im 
Gesuch behaupteten Erkrankung des Gesuchstellers ist der natürliche und 
der adäquate Kausalzusammenhang nicht genügend substanziiert worden, 
um eine darauf basierende Genugtuung zu rechtfertigen. Immerhin ist auch 
in diesem Zusammenhang zu bemerken, dass dem schweizerischen Ver-
fahren eine lediglich untergeordnete Rolle zukommen kann. 
 
 

4.  
4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Gesuchsteller aufgrund des 

teilweisen Unterliegens eine reduzierte Gerichtsgebühr zu tragen (Art. 245 
Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG). Diese wird in Anbetracht dessen, 
dass bei einem Streitwert wie dem vorliegenden insgesamt von einer Ge-

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richtsgebühr von Fr. 2'500.-- auszugehen ist, auf Fr. 600.-- festgesetzt 
(Art. 245 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 
über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32). 
Der Gesuchsgegnerin dürfen in der Regel keine Gerichtskosten auferlegt 
werden (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 4 BGG).  

4.2 Der Aufwand des Rechtsvertreters für das vorliegende Verfahren wurde bei 
der Bemessung der Entschädigung gemäss Art. 122 BStP nicht berück-
sichtigt. Die Gesuchsgegnerin hat demnach den Gesuchsteller im Umfang 
seines teilweisen Obsiegens für die notwendigen Kosten zu entschädigen 
(Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Gemäss den Ho-
norarrechnungen (act. 1.21; act. 1.24) werden im Zusammenhang mit dem 
vorliegenden Entschädigungsverfahren insgesamt knapp über 40 Stunden 
ausgewiesen. Unter Würdigung der einzelnen aufgeführten Posten ist je-
doch ein erheblich geringerer Aufwand als notwendig zu bezeichnen. Die 
reduzierte Entschädigung ist deshalb auf Fr. 2'500.-- (exkl. MwSt., vgl. hier-
zu E. 2.6 in fine) festzusetzen.  

 
 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Das Gesuch wird teilweise gutgeheissen und der Gesuchsteller ist für das 

eingestellte Strafverfahren mit insgesamt Fr. 38'821.35 (Fr. 33'821.35 für gel-
tend gemachten Verteidigungsaufwand (inkl. Auslagen) und Fr. 5'000.-- Ge-
nugtuung) von der Gesuchsgegnerin zu entschädigen. 

 
2. Die reduzierte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- wird dem Gesuchsteller aufer-

legt.  
 

3. Die Gesuchsgegnerin hat den Gesuchsteller für das Verfahren vor der I. Be-
schwerdekammer im reduzierten Umfang von Fr. 2'500.-- zu entschädigen. 

 
4. Gesamthaft hat die Gesuchsgegnerin dem Gesuchsteller nach Verrechnung 

mit der Gerichtsgebühr den Betrag von Fr. 40'721.35, der Bundesstrafge-
richtskasse den Betrag von Fr. 600.-- zu bezahlen.  

 
 

Bellinzona, 21. Oktober 2008 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
i.V. Alex Staub, Bundesstrafrichter 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Daniel S. Hayek 
- Bundesanwaltschaft 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.