# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18cb5cc4-564c-5803-89ab-6c381b727daf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.07.2017 200 2016 665
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-665_2017-07-03.pdf

## Full Text

200 16 665 SCHG
ACT/BOC/LAB

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 3. Juli 2017

Vorsitzender Verwaltungsrichter Ackermann
Fachrichter Dr. med. Gubler und Rechtsanwalt Gafner
Gerichtsschreiberin Bossert

1. CSS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 8)
Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern

2. Moove Sympany AG (BAG Nr. 57)
Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

3. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
Avenue de la Rasude 8, 1006 Lausanne

4. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

5. CONCORDIA
Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

6. Atupri Gesundheitsversicherung, vormals Atupri Krankenkasse 
(BAG Nr. 312)
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern

7. Avenir Krankenversicherung AG (BAG Nr. 343)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

8. Krankenkasse Luzerner Hinterland (BAG Nr. 360)
Luzernerstrasse 19, 6144 Zell

9. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376) in eigener Sache und als 
Rechtsnachfolgerin der Publisana Krankenkasse AG (BAG Nr. 1423)
Wankdorfallee 3, 3014 Bern

10. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

11. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

12. Easy Sana Krankenversicherung AG (BAG Nr. 774)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

13. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Brislachstrasse 2, 4242 Laufen

14. Krankenkasse SLKK (BAG Nr. 923)
Hofwiesenstrasse 370, 8050 Zürich

15. sodalis gesundheitsgruppe (BAG Nr. 941)
Balfrinstrasse 15, 3930 Visp

16. Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994) in eigener Sache und als 
Rechtsnachfolgerin der sansan Versicherungen AG (BAG Nr. 1566)
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

17. SWICA Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8400 Winterthur

18. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung (BAG Nr. 1386)
Militärstrasse 36, 8004 Zürich

19. Mutuel Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1479)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

20. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509) in eigener Sache 
und als Rechtsnachfolgerin der Wincare Versicherungen AG 
(BAG Nr. 1060)
Jägerstrasse 3, 8004 Zürich

21. Intras Kranken-Versicherung AG (BAG-Nr. 1529)
Avenue de Valmont 41, 1000 Lausanne 10

22. Philos Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1535)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

23. Assura Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue Charles-Ferdinand-Ramuz 70, 1009 Pully

24. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

25. Agrisano Krankenkasse AG (BAG Nr. 1560)
Laurstrasse 10, 5200 Brugg

26. Helsana Versicherungen AG (BAG Nr. 1562) in eigener Sache und als 
Rechtsnachfolgerin der avanex Versicherungen AG (BAG Nr. 1565)
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

27. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

28. Arcosana AG (BAG Nr. 1569)
Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern

29. Vivacare AG (BAG Nr. 1570) 
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

30. Compact Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1575)
Jägerstrasse 3, 8004 Zürich

31. Sanagate AG (BAG Nr. 1577)
Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern

alle vertreten durch den Verein santésuisse, Römerstrasse 20, Postfach, 
4502 Solothurn 
und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. A.________
Klägerinnen

gegen

B.________ Dr. med.
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. C.________
Beklagter

betreffend Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Praxisführung 2014 und 
Honorarrückforderung

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 3

Sachverhalt:

Am 13. Juli 2016 reichten 34 Krankenversicherer (nachfolgend: Klägerin-
nen), vertreten durch den Verein santésuisse (nachfolgend: santésuisse), 
gegen Dr. med. B.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsappartes und seit dem 1. Januar 2015 (Ak-
ten des Beklagten [act. II] 2) Träger des Weiterbildungstitels … (nachfol-
gend: Beklagter), Klage ein. Sie stellen die folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei der Betrag gerichtlich zu ermitteln, welchen der Beklagte den 
Klägerinnen wegen unwirtschaftlicher Behandlungsweise gemäss 
Rechnungssteller-Statistik (RSS) 2014 zurückzuerstatten hat.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.
3. Für das vorliegende Verfahren wird die Sistierung bis zum Abschluss 

der bilateralen Verhandlungen beantragt (siehe Ziff. 4 unter Kurzbe-
gründung).

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Juli 2016 forderte der Instruktions-
richter santésuisse auf, Vollmachten der Nicht-santésuisse-Mitglieder ein-
zureichen. Gleichzeitig ersuchte er die Klägerinnen, eine RSS Kanton Bern 
betreffend das Geschäftsjahr 2014, Ärzte Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Detailauswertung pro Leistungs-
erbringer-Gruppe, sowie die Auflistung der Ärzte, deren Daten Eingang in 
diese Auswertung gefunden hätten, einzureichen. Die verlangten Unterla-
gen gingen am 25. Juli bzw. 14. September 2016 beim Gericht ein. 

Mit Eingabe vom 19. September 2016 liess der Beklagte dem Gericht mit-
teilen, dass aussergerichtliche Verhandlungen keinen Sinn machen wür-
den, weshalb auf eine Sistierung des Verfahrens zu verzichten sei. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. September 2016 wies der Instruk-
tionsrichter den Antrag auf Sistierung des Verfahrens ab.

Mit Klageantwort vom 17. November 2016 beantragt der Beklagte, vertre-
ten durch die Rechtsanwälte Dr. C.________ und D.________, die vollum-
fängliche Abweisung der Klage, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Am 7. Dezember 2016 zeigte Advocat Dr. iur. A.________ dem Gericht das 
Vertretungsverhältnis zu santésuisse bzw. den Klägerinnen an.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 4

Mit Replik vom 31. Januar 2017 stellen die Klägerinnen die folgenden An-
träge:

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, den Klägerinnen (p.A. santésuisse) 
wegen Überarztung pro 2014 den Betrag von Fr. 574‘414.--, eventuell 
einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zurückzuzahlen.

2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten.

Mit Duplik vom 18. April 2017 beantragt der Beklagte erneut die vollum-
fängliche Abweisung der Klage, unter Kosten und Entschädigungsfolge.

Am 22. Mai 2017 schloss der Instruktionsrichter mit prozessleitender Ver-
fügung den Schriftenwechsel sowie das Beweisverfahren und teilte den 
Parteien die Zusammensetzung des Schiedsgerichts mit.

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) sind Streitigkeiten zwi-
schen Versicherern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht zu 
entscheiden. Die Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem 
kantonalen Versicherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 Halb-
satz 1 KVG), was der Kanton Bern getan hat (Art. 40 des kantonalen Ge-
setzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze über 
die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung [EG KUMV; BSG 
842.11]).

1.2 Im vorliegenden Verfahren ist eine Streitigkeit zwischen Versiche-
rern und einem Leistungserbringer zu beurteilen, weshalb die sachliche 
Zuständigkeit des Schiedsgerichts gegeben ist. Der Beklagte hat seine 
Praxis im Kanton Bern (…), womit das Schiedsgericht in Sozialversiche-
rungsstreitigkeiten des Kantons Bern auch örtlich zuständig ist (Art. 89 
Abs. 2 KVG). 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 5

1.3 Die Vertretungsvollmacht von santésuisse für das vorliegende Ver-
fahren ergibt sich für diejenigen Krankenversicherer, die santésuisse-
Mitglieder sind (vgl. Mitgliederverzeichnis von santésuisse, abrufbar unter 
www.santésuisse.ch), aus Art. 17 der santésuisse-Statuten (abrufbar unter 
www.santésuisse.ch). Bezüglich der klagenden Nicht-santésuisse-Mitglie-
der wurden entsprechende Prozessvollmachten vorgelegt (Akten der Klä-
gerinnen [act. I] 5 - 16). Sodann ist der Rechtsvertreter von santésuisse 
ordnungsgemäss bevollmächtigt (act. I 17; Art. 15 des kantonalen Geset-
zes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]). Auf die Klage ist damit einzutreten.

1.4 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der Par-
teien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Er-
messen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten der 
klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen, als sie ver-
langt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 VR-
PG). Vorliegend ist zu prüfen, ob der Beklagte den Klägerinnen für das 
Jahr 2014 zu Unrecht erhaltene Vergütungen zurückbezahlen muss und 
gegebenenfalls wie hoch der entsprechende Betrag ist.

1.5 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) finden gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem 
kantonalen Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG 
schreibt vor, dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das 
Schiedsgericht die für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwir-
kung der Parteien festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise 
erhebt und in der Beweiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kan-
ton regelt das Weitere (Art. 89 Abs. 5 Halbsatz 1 KVG). Das Klageverfah-
ren richtet sich vorbehältlich abweichender Regelungen des EG KUMV 
(Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) nach dem VRPG. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 6

1.6 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied einer Abteilung des Ver-
waltungsgerichts als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin oder 
einem Vertreter der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. Diese 
werden von der oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 56 
Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; vgl. 
auch Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 KVG).

1.7 Gemäss Art. 45 Abs. 1 EG KUMV kann durch die neutrale 
Vorsitzende oder den neutralen Vorsitzenden des Schiedsgerichts ein 
Vermittlungsverfahren durchgeführt werden, wenn nicht schon eine 
vertraglich eingesetzte Vermittlungsinstanz geamtet hat. Vorliegend ist kein 
Vermittlungsverfahren durchzuführen, da eine Einigung zwischen den 
Parteien offensichtlich nicht erzielt werden kann (Eingabe des Beklagten 
vom 19. September 2016 [in den Gerichtsakten]). 

2.

2.1

2.1.1 Die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abge-
rechneten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Die Leistungserbringer haben sich in ihren Leis-
tungen auf das Mass zu beschränken, das im Interesse der Versicherten 
liegt und für den Behandlungszweck erforderlich ist (Art. 56 Abs. 1 KVG). 
Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung 
verweigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu 
Unrecht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Art. 56 Abs. 2 
KVG). Leistungserbringer und Versicherer legen vertraglich eine Methode 
zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit fest (Art. 56 Abs. 6 KVG). 

2.1.2 Gemäss Art. 59 Abs. 1 KVG werden gegen Leistungserbringer, wel-
che gegen die im Gesetz vorgesehenen Wirtschaftlichkeits- und Qualitäts-
anforderungen (Art. 56 und 58 KVG) oder gegen vertragliche Abmachun-
gen verstossen, Sanktionen ergriffen. Diese umfassen die Verwarnung 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 7

(lit. a), die gänzliche oder teilweise Rückerstattung der Honorare, welche 
für nicht angemessene Leistungen bezogen wurden (lit. b), eine Busse 
(lit. c) oder im Wiederholungsfall den vorübergehenden oder definitiven 
Ausschluss von der Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflege-
versicherung (lit. d). Über Sanktionen entscheidet das Schiedsgericht nach 
Art. 89 KVG auf Antrag eines Versicherers oder eines Verbandes der Ver-
sicherer (Art. 59 Abs. 2 KVG).

Obschon die Rückerstattung der Honorare (Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG) neu 
unter dem Begriff "Sanktionen" (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 KVG) steht, bleibt die 
zu Art. 56 Abs. 2 KVG ergangene Rechtsprechung anwendbar, wonach 
(namentlich) kein Verschulden des Leistungserbringers vorausgesetzt wird 
(BGE 141 V 25 E. 8.4 S. 29 f.).

2.2 Zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit kann rechtsprechungs-
gemäss sowohl die statistische Methode (Durchschnittskostenvergleich) als 
auch die analytische Methode (Einzelfallprüfung) – oder eine Kombination 
beider Methoden – zur Anwendung gelangen (BGE 135 V 237 E. 4.6.1 
S. 245; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.2). Voraussetzung für die Anwend-
barkeit der statistischen Methode ist, dass sich das Vergleichsmaterial hin-
reichend ähnlich zusammensetzt und sich der Vergleich über einen 
genügend langen Zeitraum erstreckt, wodurch bloss zufällige Unterschiede 
mehr oder weniger ausgeglichen werden. Eine Überarztung liegt vor, wenn 
eine ins Gewicht fallende Zahl von Rechnungen desselben Arztes oder 
derselben Ärztin an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl von Rech-
nungen von Ärzten des gleichen Fachbereichs in geographisch gleichem 
Tätigkeitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut im Durchschnitt er-
heblich höher ist, ohne dass den Durchschnitt beeinflussende Besonderhei-
ten geltend gemacht werden können. Falls die Wirtschaftlichkeit in 
Anwendung der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine Unwirtschaft-
lichkeit nicht schon bei Überschreitung des statistischen Mittelwertes (100 
Indexpunkte) vermutet werden. Vielmehr ist den Ärzten und Ärztinnen ei-
nerseits ein Toleranzbereich und zudem allenfalls ein Zuschlag zu diesem 
Toleranzwert (zu dem den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) zu-
zugestehen, um spezifischen Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen. 
Nach der Rechtsprechung liegt der Toleranzbereich zwischen 120 und 130 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 8

Indexpunkten (BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 
E. 5.3). 

2.3 In BGE 130 V 377 hat das Bundesgericht entschieden, dass bei der 
Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich die Vergütungen sämtlicher verur-
sachten (direkten und veranlassten) Kosten zu berücksichtigen sind, und 
zwar bei der Bestimmung der Indizes im Rahmen der statistischen Metho-
de ebenso wie bei der Bemessung der Rückerstattungspflicht. In BGE 133 
V 37 hat es – in Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung – erkannt, 
dass bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich eine Gesamtbetrach-
tung Platz zu greifen hat und dementsprechend auf den die Arzt-, die Medi-
kamenten- und – soweit möglich – die veranlassten Kosten berücksichti-
genden Gesamtkostenindex abzustellen ist. Schliesslich hat das Bundes-
gericht in BGE 137 V 43 die Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 377 
dahingehend geändert, dass von der Rückerstattungspflicht nach Art. 56 
Abs. 2 KVG nur die direkten Kosten (einschliesslich der abgegebenen Me-
dikamente), nicht hingegen die vom Arzt veranlassten Kosten erfasst wer-
den. Nach wie vor ist jedoch die Frage, ob das Wirtschaftlichkeits-
erfordernis erfüllt ist, aufgrund einer Gesamtbetrachtung im Sinne von BGE 
133 V 37 zu beantworten, wobei ein überdurchschnittlicher Anteil an selber 
erbrachten – bei unterdurchschnittlich ausgelagerten – Leistungen zumin-
dest im Sinne einer Praxisbesonderheit zu berücksichtigen ist (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2012, 9C_110/2012, E. 2.2). 
Massgebend ist somit der Gesamtkostenindex. Liegt dieser innerhalb des 
Toleranzbereichs, ist das Wirtschaftlichkeitsgebot nicht verletzt. Andernfalls 
ist – in einem zweiten Schritt – zu prüfen, ob die direkten Kosten den 
Toleranzwert übertreffen. Trifft das nicht zu, besteht trotz Überarztung 
keine Rückerstattungspflicht. Es können sich jedoch allenfalls 
Massnahmen nach Art. 59 Abs. 1 lit. a, c oder d KVG aufdrängen (SVR 
2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.4).

2.4 Der von den Krankenversicherern gestützt auf die statistische Me-
thode um Rückerstattung angegangene Arzt hat aus Gründen des rechtli-
chen Gehörs einen Anspruch darauf, in die für den Wirtschaftlichkeits-
vergleich herangezogenen Daten Einsicht zu nehmen. Bei Anwendung der 
statistischen Methode der Wirtschaftlichkeitsprüfung hat der Verband der 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 9

Krankenversicherer deshalb die Namen der Ärzte, welche die Vergleichs-
gruppe bilden, sowie – in anonymisierter Form – deren individuelle Daten 
aus dem "santésuisse-Datenpool" offenzulegen (SVR 2011 KV Nr. 15 S. 59 
E. 4.4).

3.

3.1

3.1.1 Die Aktivlegitimation der klagenden Krankenversicherer ergibt sich 
aus Art. 56 Abs. 2 bzw. Art. 59 Abs. 2 KVG (vgl. E. 2.1.1 und 2.1.2 hiervor). 
Als Klägerinnen treten vorliegend Krankenkassen auf, die im Jahr 2014 
vom Beklagten ausgestellte Rechnungen vergütet und santésuisse zur 
Aufnahme in die RSS gemeldet haben. Die in der Klage vom 13. Juli 2016 
aufgeführten Klägerinnen bzw. BAG-Nummern stimmen teilweise insofern 
nicht mehr mit den im Rubrum aufgeführten Krankenkassen überein, als 
seither gewisse Krankenkassen miteinander fusioniert haben (vgl. Rubrum 
hiervor und www.zefix.ch). Ihre Aktivlegitimation als Frage der materiellen 
Anspruchsberechtigung in den Verfahren betreffend die Rückerstattung ist 
auf die neuen Kassen übergegangen. Soweit unterschiedliche Parteibe-
zeichnungen bloss auf einen Wechsel der Firma der klagenden Kassen 
zurückgehen, liegt darin von vornherein kein rechtlich relevanter Partei-
wechsel (Entscheid des BGer vom 10. Dezember 2009, 9C_457/2009, 
E. 5).

Nach der Rechtsprechung ist eine Kollektivklage aller Versicherer, vertre-
ten durch den Krankenkassenverband, zulässig und eine Spezifikation der 
auf den einzelnen Versicherer entfallenden Beträge nicht erforderlich (in 
BGE 133 V 37 nicht publ. E. 3.3 [EVG K 6/06]). 

3.1.2 Die Passivlegitimation des Beklagten ergibt sich aus Art. 56 Abs. 2 
bzw. Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG. Vorliegend fordern die Klägerinnen vom Be-
klagten als Leistungserbringer Vergütungen zurück, von denen die Kläge-
rinnen geltend machen, diese seien zu Unrecht bezahlt worden.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 10

3.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch 
mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon 
Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren 
nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Die gleiche Verwirkungsfrist 
findet auch Anwendung, soweit der Rückforderungsanspruch statt auf Art. 
25 ATSG auf Art. 56 Abs. 2 KVG gestützt wird (BGE 133 V 579 E. 4.1 
S. 582). Anders als in der Klageantwort, S. 3 Rz. 5, kursorisch bezweifelt, 
haben die Klägerinnen die einjährige Verwirkungsfrist für die Rückforde-
rung eingehalten; es ist kein Grund ersichtlich und wird in den Eingaben 
des Beklagten denn auch mit keinem Wort ausgeführt, weshalb die Kläge-
rinnen bereits vor dem 15. Juli 2015 (vgl. act. I 2) Kenntnis der notwendi-
gen Daten hätten haben müssen. Da hier Vergütungen für das Jahr 2014 
zurückgefordert werden, ist die Fünfjahresfrist ebenfalls eingehalten. 

4.

4.1 Wie im Folgenden dargelegt wird, kann hier aufgrund des Durch-
schnittkostenvergleichs entschieden werden (wie es denn auch zwischen 
den Versicherern und den Leistungserbringern vertraglich vereinbart wor-
den ist [vgl. E. 4.2.1 hiernach]). Für eine Einzelfallprüfung besteht kein An-
lass (vgl. Klageantwort, S. 22 Rz. 63).

4.2 Zunächst ist zu entscheiden, welche Datensätze im Grundsatz 
massgebend sind.

4.2.1 Die Indizes sind grundsätzlich aufgrund der ANOVA-Methode fest-
zulegen. Denn diese Methode ist vertraglich vereinbart worden und damit 
bindend; Art. 56 Abs. 6 KVG sieht denn auch vor, dass Leistungserbringer 
und Versicherer vertraglich eine Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlich-
keit festlegen. Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des 
Kantons Bern hat dazu im Urteil vom 5. März 2017, SCHG/2015/644, E. 4.3 
(vgl. auch Urteile des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
vom 1. März 2017, SCHG/2015/658 und 2016/667, E. 4.3, und vom 5. März 
2017, SCHG/2016/660, E. 4.3), Folgendes festgehalten: Die ANOVA-
Methode besteht seit dem Statistikjahr 2004 (vgl. Positionspapier von 
santésuisse „Wirtschaftlichkeitsprüfungen bei frei praktizierenden Ärzten“ 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 11

[nachfolgend: Positionspapier santésuisse], Fassung vom 29. Januar 2009, 
abrufbar unter www.santésuisse.ch; vgl. auch das Gutachten des Seminars 
für Statistik der ETH Zürich vom 28. September 2005 „Die ANOVA-
Methode zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Leistungserbringern nach 
Art. 56 KVG“, abrufbar unter www.physicianprofiling.ch). Sie ist immer wie-
der in der Kritik gestanden, vorab von Seiten der Ärzteschaft. Auch Prof. 
Dr. iur. Kieser hat sich wiederholt kritisch gegenüber der ANOVA-Methode 
geäussert (vgl. MICHAEL ROMANENS, Wirtschaftlichkeitsverfahren, die keine 
sind: rechtliches Gutachten im Licht unabhängiger Statistik, Schweizerische 
Ärztezeitung [SÄZ], 2011, S. 338 ff.). Dies führte dazu, dass auch der Bun-
desgesetzgeber tätig wurde und in Art. 56 KVG einen neuen Abs. 6 einfüg-
te. Darin wird festgelegt, dass Ärzteschaft und Krankenversicherer 
gemeinsam eine Methode zur Wirtschaftlichkeitsprüfung zu vereinbaren 
haben. Ausgangspunkt war die parlamentarische Initiative „Stärkung der 
Hausarztmedizin“ (vgl. BBl 2011 2519 2527 2529). Die Krankenversicherer 
sollten die angewandte Methode transparent machen und die Parteien soll-
ten gemeinsam (partnerschaftlich) über die anzuwendende Methode disku-
tieren. Der Sprecher der Kommission im Nationalrat (Ignazio Cassis) hatte 
dabei hervorgehoben (Amtl. Bull. NR 2011 S. 1308), dass die Methode 
vorab den Leistungserbringern unbekannt sei (Intransparenz). Der Titel 
„Stärkung der Hausarztmedizin“ stehe deshalb, weil die Hausärzte mitunter 
schwere Fälle behandeln würden und sie von der derzeitigen Methode 
übermässig beeinträchtigt würden. Es sei deshalb das Ziel, die Morbidität 
mit in die Methode einzubeziehen. Die neue Bestimmung setze voraus, 
dass die Verbände der Versicherer ihre Methode zur Diskussion stellten 
und die Algorithmen vollständig offen legten. Was geändert werde, sei ein-
zig die Festlegung der Methode. Es gebe die ANOVA-Methode, die mögli-
cherweise morbiditätsbezogen verfeinert werden müsse (Voten Humbel, 
Perlicz-Huber und Bundesrat Burkhalter im Nationalrat wie auch im Stände-
rat [Amtl. Bull. NR 2011 S. 1308 ff. und Amtl. Bull. SR 2011 S. 1106 ff.]). In 
der parlamentarischen Beratung findet sich einzig im Votum Heim (Amtl. 
Bull. NR. 2011 S. 1310) eine eindeutige Ablehnung der ANOVA-Methode. 
Das Parlament hat damit der eingefügten Gesetzesbestimmung – über den 
Wortlaut hinaus – kein Verbot einer bestimmten Methode beigelegt. Viel-
mehr war es die Absicht des Parlaments, die Methodenfestlegung in Zu-
kunft auf den partnerschaftlichen Weg zu verweisen, ohne sich selbst zur 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 12

Methode zu äussern. Die Leistungserbringerseite hatte dem Willen des 
Gesetzgebers folgend nach Erlass von Art. 56 Abs. 6 KVG die Gelegenheit, 
sich die Methode transparent vorlegen zu lassen und in eine Diskussion mit 
den Versicherern einzusteigen. Dies ist erfolgt und es ist ein Vertrag über 
die Anwendbarkeit der ANOVA-Methode abgeschlossen worden. Die Par-
teien sind gleichzeitig übereingekommen, die Methode fortlaufend zu ver-
bessern. Insoweit darf durchaus davon ausgegangen werden, dass 
Transparenz geschaffen worden war und unüberwindbare Vorbehalte nicht 
mehr bestanden. Wenn die Parteien ihrem freien Willen folgend (die Ärzte-
schaft hätte ohne weiteres die Unterschrift verweigern können, womit der 
Bundesrat die Methode festgelegt hätte [vgl. Übergangsbestimmung zur 
Änderung des KVG vom 23. Dezember 2011]) die Vereinbarung über die 
Massgeblichkeit der ANOVA-Methode unterzeichnet haben, so zeigt dies, 
dass die im Verhandlungsverfahren geschaffene Transparenz in Kombina-
tion mit dem ETH-Gutachten vom 28. September 2005 die Ärzteschaft of-
fenbar davon überzeugen konnte, dass der derzeitige Stand für die 
Leistungserbringerseite zumindest als minimale Basis akzeptabel war. 
Schliesslich stände es jeder Partei frei, den Vertrag zu kündigen. 

Das Bundesgericht hatte im Entscheid vom 15. Mai 2017, 9C_28/2017, 
eine Rückforderung für das Jahr 2012 zu beurteilen und dabei offengelas-
sen (E. 3.2), ob der Gesetzgeber mit dem neuen (am 1. Januar 2013 in 
Kraft getretenen [AS 2012 4087]) Art. 56 Abs. 6 KVG betreffend die Metho-
de zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit die weitere Anwendung der statisti-
schen Methode (Durchschnittskostenvergleich) ausschliessen wollte. Hier 
ist dagegen das Jahr 2014 zu beurteilen, in welchem Jahr der zwischen 
den Versicherern und den Leistungserbringern gestützt auf Art. 56 Abs. 6 
KVG geschlossene Vertrag anwendbar ist. Entgegen der im Urteil BGer 
9C_28/2017, E. 3.2, vom damaligen Beschwerdeführer vertretenen Auffas-
sung ist der Durchschnittskostenvergleich somit weiterhin anwendbar.

Wegen der Anwendbarkeit des ANOVA-Indexes hat eine Kürzung wegen 
des Patientenalters zu unterbleiben (vgl. Klageantwort, S. 14, Ziff. 2.6), wird 
das Alter doch bereits im Index selber berücksichtigt, denn der ANOVA-
Index vergleicht die Kostenstruktur des Arztes nach Alter- und Geschlecht 
seiner Patienten mit der durchschnittlichen Kostenstruktur nach Alter- und 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 13

Geschlecht der gesamtschweizerischen Facharztgruppe, wobei zusätzlich 
auch kantonale Kostenunterschiede berücksichtigt werden (VGE 
SCHG/2015/644, E. 4.5.2 unter Hinweis auf das Positionspapier santésuis-
se, a.a.O., S. 3 Ziff. 2.4, und GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in 
ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 
Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016 [nachfolgend: EUGSTER SBVR], 
S. 678 N. 882). Der vom Beklagten erwähnte Entscheid des Bundesge-
richts vom 15. Januar 2015, 9C_535/2014 (respektive BGE 141 V 25 / SVR 
2015 KV Nr. 8 S. 29), betraf einen Zeitraum vor Inkrafttreten der neuen 
Vertragsregelung (d.h. der Anwendbarkeit des ANOVA-Indexes) und ist 
deshalb hier unbeachtlich.

4.2.2 Die konkreten (statistischen) Zahlen, auf denen die Indizes basie-
ren, sind nach ständiger Rechtsprechung aufgrund der RSS festzulegen 
(vgl. EUGSTER SBVR, S. 677 N. 881). Nicht von Bedeutung sind hier die 
Ausführungen der Parteien zu den vom Beklagten verwendeten bzw. nicht 
verwendeten Tarmed-Positionen (vgl. Replik, S. 3 ff.; Duplik, S. 6 ff.). Die 
vom Beklagten gestellten Rechnungen wurden von den Klägerinnen ent-
sprechend vergütet. Damit sind die effektiv gestellten Rechnungen Grund-
lage der RSS geworden und hier zu berücksichtigen.

4.3 Im nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die konkreten Zahlen der 
grundsätzlich massgebenden Statistiken auch im konkreten Fall anwendbar 
sind.

4.3.1 Zunächst ist die Frage der Vergleichsgruppe zu klären. Hier ist – 
entgegen der nicht zutreffenden Meinung des Beklagten (Klageantwort, 
S. 6 ff. Ziff. 2.3 sowie S. 16 ff. Ziff. 2.8) – festzuhalten, dass sich eine be-
sondere Gruppenbildung nicht schon deshalb rechtfertigt, weil der Arzt eine 
besondere Therapie ausführt (hier … [Klageantwort, S. 8 Ziff. 2 f.] … [Kla-
geantwort, S. 11 Rz. 22]), sondern nur dann, wenn der Arzt ein besonderes 
Patientengut hat, welches aufgrund seiner gesundheitlichen Besonderhei-
ten einen erhöhten Therapiebedarf aufweist (Entscheid des BGer vom 
10. Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 8.3). Damit ist erstellt, dass sich hier 
die Vergleichsgruppe nach dem FMH-Titel des Beklagten zu richten hat; er 
ist denn auch auf dem entsprechenden Gebiet tätig. Die vom Beschwerde-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 14

führer ausgeführte … ist jedoch als Praxisbesonderheit zu berücksichtigen 
(vgl. E. 4.4.2 hiernach). 

4.3.2 Wenn der Beklagte ausführt, es seien in der RSS keine Ärzte zu 
berücksichtigen, die „Minuskosten“ verursacht haben (Klageantwort, S. 4 
f.), übersieht er, dass ein Durchschnittswert immer auch oberste und un-
terste Werte beinhaltet. Nicht überzeugend sind die Ausführungen des Be-
klagten sodann, wenn er geltend macht, die RSS verfüge nicht über 
korrekte Daten, da seine eigene Berechnung einen tieferen Wert ergebe 
(Klageantwort, S. 5 Rz. 10; Duplik, S. 18 Rz. 61); er macht denn auch nicht 
geltend, weshalb die RSS fehlerhaft sein sollte, obwohl ihm die Klägerinnen 
die verlangten Daten (Klageantwort, S. 4 Rz. 8, S. 5 Mitte und S. 6 oben) 
ausgehändigt und ihm folglich das rechtliche Gehör (vgl. E. 2.4 hiervor) 
gewährt haben (vgl. auch act. I 4). Eine Herausgabe hinsichtlich der bean-
tragten Edition der Rechnungen ist jedoch nicht möglich (Replik, S. 6 Ziff. 
9.1 f.) und gemäss Rechtsprechung auch nicht vorgesehen (vgl. E. 2.4 
hiervor). Die Daten gemäss Beilage 1 zur Replik (Akten der Klägerinnen 
[act. Ia] 1) sind für die vorliegende Problematik nicht relevant, so dass auf 
die entsprechenden Editionsgesuche des Beklagten (Duplik, S. 2 Rz. 3 und 
S. 3 Rz. 6) nicht weiter einzugehen ist. 

4.3.3 Betreffend ANOVA-Index ist zu beachten, dass sich der Totalwert 
(hier 303 Punkte; act. I 1, S. 3) zusammensetzt aus „direkte Kosten (ohne 
Medikamente)“ und den „Medikamentenkosten (direkt und veranlasst)“ 
(a.a.O.). Im Rahmen der Überarztung sind jedoch die veranlassten Kosten 
für die Rückforderung als solche unbeachtlich, sondern allein für die Frage, 
ob das Wirtschaftlichkeitserfordernis erfüllt ist (SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 
E. 5.4; vgl. auch E. 2.3 hiervor). Bei einem Gesamtindex von 303 Punkten 
(act. I 1, S. 3) ist eine Überarztung ohne Weiteres erstellt. Dasselbe gilt – 
bei einem Index von 325 Punkten (a.a.O.) – auch für die direkten Kosten. 
Damit hat eine Rückerstattung zu erfolgen. 

4.4 Der Rückforderungsbetrag ist aufgrund der Zahlen der RSS sowie 
des ANOVA-Indexes zu bestimmen.

4.4.1 Nicht einzubeziehen sind die veranlassten Kosten; es wird insoweit 
allein auf die direkten Kosten gemäss RSS 2014 (Fr. 1‘006‘054.--; act. I 1, 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 15

S. 1) abgestellt. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Beklagte unter-
durchschnittliche veranlasste Medikamentenkosten aufweist (Index 54 
Punkte; act. I 1, S. 2). Damit er gegenüber Ärzten, die mehr Medikamen-
tenkosten veranlassen, nicht schlechter gestellt wird, ist die Differenz zwi-
schen den effektiv veranlassten Kosten und den durchschnittlich zulässigen 
Kosten vom zurückzufordernden Betrag abzuziehen (vgl. VGE 
SCHG/2015/644, E. 5.1.3). Die durchschnittlich veranlassten Medikamen-
tenkosten des Beklagten belaufen sich auf Fr. 9.13 (act. I 1, S. 2), beim 
Vergleichskollektiv dagegen auf Fr. 16.77 (act. I 3, S. 2); die Differenz be-
trägt also Fr. 7.64 pro Erkranktem. In diesem Umfang war der Beklagte bei 
den veranlassten Medikamentenkosten pro Erkranktem „günstiger“ als die 
Vergleichsgruppe; bei 741 Patienten des Beklagten im Jahr 2014 (act. I 1 
S. 1) sind seine direkten Kosten somit von Fr. 1‘006‘054.-- um Fr. 5‘661.25 
auf Fr. 1‘000‘392.75 zu reduzieren. 

4.4.2 Weiter ist die Praxisbesonderheit der … (vgl. E. 4.3.1 hiervor) gleich 
wie die Bereinigung der Medikamentenkosten (vgl. E. 4.4.1 hiervor) bei der 
Bestimmung des als Grundlage für die Rückforderungsberechnung dienen-
den Betrages der direkten Kosten zu berücksichtigen. 

Die Klägerinnen haben für das Jahr 2014 zwei statistische Spezialauswer-
tungen vorgenommen, nämlich einen Vergleich mit allen Orthopäden in der 
Schweiz, bei welchen die … (Tarmed-Positionen … bis …) mindestens 2 % 
ausmacht, und einen Vergleich mit allen Orthopäden in der Schweiz, die 
gemäss ZSR über den Fähigkeitsausweis für … – gleich wie der Beklagte 
(act. II 2) – verfügen (act. II 5 – 7). Bei diesen Spezialauswertungen (act. II 
6, 7) liegen die Indizes des Beklagten deutlich tiefer als bei der Auswertung 
im Vergleich mit den Fachärzten Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-
gie des Bewegungsapparates des Kantons Bern (act. I 1; direkte Kosten 
pro Erkranktem: 172 [act. II 6] bzw. 170 [act. II 7] bzw. 384 Punkte [act. I 1]; 
Totale Kosten [direkt und veranlasst] pro Erkranktem: 169 [act. II 6] bzw. 
164 [act. II 7] bzw. 303 Punkte [act. I 1]). Mit anderen Worten zeigt diese 
Datenlage, dass die … fallwerterhöhend wirkt (zum Begriff des Fallwertes 
vgl. GEBHARD EUGSTER, Wirtschaftlichkeitskontrolle ambulanter ärztlicher 
Leistungen mit statistischen Methoden, Diss. Bern 2003, S. 178 N. 498), 
weshalb der Beklagte in den erwähnten Spezialauswertungen bzw. vergli-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 16

chen mit ebenfalls die … ausführenden Ärzten weniger weit vom Durch-
schnitt entfernt ist und so tiefere Indizes aufweist, was als Praxisbesonder-
heit zu berücksichtigen ist. Dass bei diesen Spezialauswertungen nicht nur 
Ärzte aus dem Kanton Bern, sondern aus der ganzen Schweiz miteinbezo-
gen wurden, schadet nicht. Zwar ist gemäss Rechtsprechung für die An-
wendung des Durchschnittskostenvergleichs vorausgesetzt, dass Ärzte in 
geographisch gleichem Tätigkeitsbereich in den Vergleich einbezogen wer-
den (EUGSTER SBVR, S. 680 N. 894). Eine kantonsübergreifende Ver-
gleichsgruppenbildung ist aber nötigenfalls möglich, sofern der Grundsatz 
der Homogenität der Kostenstruktur der Praxis gewahrt bleibt (EUGSTER 
SBVR, a.a.O.; vgl. SVR 2015 KV Nr. 8 S. 32 E. 6.2). Vorliegend lässt sich 
der Kanton Bern, in welchem der Beklagte praktiziert, aufgrund seiner geo-
graphischen Vielfalt mit ruralen Gebieten und städtischen Ballungszentren 
mit einer Vielzahl von Kantonen vergleichen. 

Bei der rechnerischen Berücksichtigung dieser Praxisbesonderheit ist von 
den beiden eben erwähnten Spezialauswertungen der Klägerinnen (act. II 
6, 7) auszugehen, wobei zugunsten des Beklagten auf den tieferen Wert 
abzustellen ist, d.h. auf denjenigen betreffend den für das Jahr 2014 vor-
genommen Vergleich mit allen Orthopäden in der Schweiz, die gemäss 
ZSR über den Fähigkeitsausweis für … (nachfolgend: Vergleichsgruppe FA 
…) verfügen (act. II 7). Dort beträgt der Index des Beklagten bei den direk-
ten Kosten pro Erkranktem 170 Punkte bei direkten Kosten pro Erkranktem 
von Fr. 1‘357.70. Umgerechnet auf den Index 100 Punkte bzw. die direkten 
Kosten pro Erkranktem der Vergleichsgruppe FA … ergibt dies einen Be-
trag von Fr. 798.65 ([Fr. 1‘357.70 : 170] x 100). In der Vergleichsgruppe der 
Ärzte im Kanton Bern, welche über den Facharzttitel Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates verfügen (nachfolgend: 
Vergleichsgruppe Orthopädie), betrugen die direkten Kosten pro Erkrank-
tem im Jahr 2014 Fr. 353.63 (act. I 3). Damit hat die Vergleichsgruppe FA 
… im Jahr 2014 durchschnittlich Fr. 445.02 mehr an direkten Kosten pro 
Erkranktem verursacht als die Vergleichsgruppe Orthopädie (Fr. 798.65 - 
Fr. 353.63). Diese Mehrkosten pro Erkranktem sind dem Beklagten als 
Praxisbesonderheit zuzugestehen. Rechnerisch ist dieser Umstand dahin-
gehend zu berücksichtigen, als dieser Betrag mit der Anzahl Patienten des 
Beklagten von 741 im Jahr 2014 (act. I 1) multipliziert (Fr. 445.02 x 741 = 

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vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 17

Fr. 329‘759.80) und das Resultat von den um die Medikamentenkosten 
bereinigten direkten Kosten (vgl. E. 4.4.1 hiervor) in Abzug gebracht wird, 
womit direkte Kosten von Fr. 670‘632.95 (Fr. 1‘000‘392.75 - Fr. 329‘759.80) 
resultieren. 

4.4.3 Der Beklagte macht zudem geltend (Klageantwort S. 8 Ziff. 3 f.; vgl. 
auch S. 7 Rz. 16 f.), er führe die … in seiner Praxis durch, wohingegen 
seine Berufskollegen solche Leistungen nur im Spital erbringen oder an 
andere … überweisen würden, so dass die Abrechnung nicht über die 
ZSR-Nr. des betreffenden Arztes erfolge; zudem verfüge er über …, wes-
halb er … vor Ort in seiner Praxis durchführe, seine Berufskollegen würden 
für … auf Spitäler ausweichen, womit deren Gesamtkostenindex wiederum 
nicht belastet werde. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Beklagte den 
entsprechenden Nachweis dieser geltend gemachten Einsparungen zu 
führen hat, da die Krankenversicherer in der Statistik nicht erfassen, wie 
viele Hospitalisationen bzw. Überweisungen an Spezialärzte und Spitäler 
ein frei praktizierender Arzt verordnet (EUGSTER SBVR, S. 679 Rz. 887 und 
S. 683 Rz. 907). Diese Praxisbesonderheit ist jedoch nicht erstellt, womit 
die geltend gemachte Kosteneinsparung nicht berücksichtigt werden kann. 
Damit bilden die in E. 4.4.2 hiervor ermittelten direkten Kosten im Betrag 
von Fr. 670‘632.95 die Grundlage für die Rückforderungsberechnung.

4.4.4 Bei einem (zu Gunsten des Beklagten) maximal zulässigen Index 
von 130 Punkten werden die zulässigen Kosten nach der folgenden Formel 
berechnet:

tatsächliche Kosten x 130
tatsächlicher Index

Der Beklagte hätte also den folgenden Betrag bei den direkten Kosten nicht 
überschreiten dürfen: Fr. 670‘632.95 x 130 : 325 = Fr. 268‘253.20. Mass-
gebend ist der ANOVA-Index der direkten Kosten (ohne Medikamente), 
nicht der – hier tiefere – ANOVA-Index der totalen Kosten in der Höhe von 
303 Punkten, da nach der Rechtsprechung bei der Rückforderung die ver-
anlassten Kosten nicht berücksichtigt werden dürfen (vgl. E. 2.3 hiervor), 
was hier beim ANOVA-Index der totalen Kosten jedoch der Fall ist. Es exis-
tiert kein Grundsatz, wonach zu Gunsten des Beklagten auf den tieferen 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 18

Gesamtindex abzustellen wäre (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versi-
cherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 24. September 2003, C 281/02, 
E. 1.3.2, wonach die Verwaltung oder der Richter im Zweifelsfall zugunsten 
des Versicherten zu entscheiden hätten).

Es ergibt sich damit der folgende Rückerstattungsbetrag: Fr. 670‘632.95 - 
Fr. 268‘253.20 = Fr. 402‘379.75.

4.5 Zusammenfassend ist der Beklagte in teilweiser Gutheissung der 
Klage zu verurteilen, den Klägerinnen für das Jahr 2014 den Betrag von 
Fr. 402‘379.75 zurückzubezahlen. Im Übrigen ist die Klage abzuweisen.

5.

5.1 Für das Klageverfahren werden Kosten erhoben. Die Kosten richten 
sich gemäss Art. 47 Abs. 3 EG KUMV nach dem Dekret vom 24. März 
2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (Verfahrenskostendekret, 
VKD; BSG 161.12). Die Verfahrenskosten werden insgesamt auf  
Fr. 3'000.-- festgesetzt (Art. 52 VKD) und sind nach Massgabe des Unter-
liegens auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 
109 Abs. 1 VRPG). Bei einem eingeklagten Betrag von Fr. 574‘414.-- und 
einem zugesprochenen Betrag von Fr. 402‘379.75 unterliegen die Kläge-
rinnen ungefähr zu einem Drittel und der Beklagte ungefähr zu zwei Drit-
teln, so dass die Klägerinnen Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 1‘000.-- 
und der Beklagte im Umfang von Fr. 2‘000.-- zu tragen haben. Die Verfah-
renskosten von Fr. 3‘000.-- werden dem von den Klägerinnen geleisteten 
Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen; der Beklagte hat den Kläge-
rinnen einen Betrag von Fr. 2‘000.-- zu ersetzen.

5.2

5.2.1 Die Parteikosten sind ebenfalls nach Massgabe des Unterliegens 
auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 
Abs. 1 VRPG). Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten 
den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand. Die 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 19

Bemessung des Parteikostenersatzes richtet sich nach den Vorschriften 
der Anwaltsgesetzgebung. Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 und 4 des kantona-
len Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bemisst sich 
der Parteikostenersatz in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und Be-
schwerdeverfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, wobei der Ta-
rifrahmen von Art. 13 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemes-
sung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811) von Fr. 400.-- bis Fr. 11‘800.-- pro Instanz zur Anwendung ge-
langt. In Verwaltungsrechtssachen (vgl. Art. 11 ff. PKV), zu welchen auch 
die sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gehören, kommen gemäss 
Art. 16 PKV auch die Art. 9 und 10 PKV zur Anwendung. Gemäss Art. 9 
PKV wird ein Zuschlag von bis zu 100 % auf das Honorar gewährt bei Ver-
fahren, die besonders viel Zeit und Arbeit beanspruchen, wie namentlich 
bei schwieriger und zeitraubender Sammlung oder Zusammenstellung des 
Beweismaterials, bei grossem Aktenmaterial oder umfangreichem Brief-
wechsel, wenn ein wesentlicher Teil des Aktenmaterials oder des Brief-
wechsels in einer anderen als der Gerichtssprache vorliegt, oder bei 
besonders komplexen tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen.

5.2.2 Die durch Advocat Dr. iur. A.________ vertretenen Klägerinnen ha-
ben im Umfang ihres Obsiegens von zwei Dritteln (vgl. E. 5.1 hiervor) An-
spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (BGE 119 V 448 E. 6b S. 456). Mit 
Eingabe vom 22. Mai 2017 ersucht Advocat A.________ für den Fall des 
Obsiegens um Zusprechung einer Parteikostenentschädigung im Rahmen 
der geltend gemachten Kostennote des Beklagtenvertreters. Diesem Ersu-
chen kann nicht entsprochen werden. Der von Advocat A.________ mit 
dem alleinigen Verfassen der Replik geleistete Aufwand ist deutlich gerin-
ger ausgefallen als derjenige der gegnerischen Rechtsvertretung, welche 
eine Klageantwort und eine Duplik redigiert hat. Folglich sind die Parteikos-
ten der klägerischen Seite pauschal auf Fr. 5‘000.-- (inkl. Auslagen und 
Mehrwertsteuer) festzulegen. Davon hat der Beklagte den Klägerinnen 
zwei Drittel bzw. Fr. 3‘333.35 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu er-
setzen.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 20

Der durch Rechtsanwalt Dr. C.________ und Rechtsanwalt D.________ 
vertretene Beklagte hat im Umfang seines Obsiegens von einem Drittel 
(vgl. E. 5.1 hiervor) Anspruch auf Ersatz seiner Parteikosten. Mit Kostenno-
te vom 1. Mai 2017 machen die beiden Rechtsvertreter ein Honorar von 
Fr. 15‘180.-- (50.6 Std. à Fr. 300.--) zuzüglich Auslagen/Spesen im Betrag 
von Fr. 531.30 und Mehrwertsteuer in der Höhe von Fr. 1‘256.90 (8 % von 
Fr. 15‘711.30), total Fr. 16‘968.20, geltend, was als überhöht einzustufen 
ist. So war vorliegend einerseits die Vertretung durch zwei Anwälte mit ent-
sprechend hohem Koordinationsbedarf nicht erforderlich und andererseits 
sind die eingereichten Rechtsschriften teilweise weitschweifig bzw. es wur-
de unnötiger Aufwand betrieben. Folglich ist das Honorar um einen Drittel 
auf Fr. 10‘120.-- zu kürzen, was im Übrigen noch im Tarifrahmen gemäss 
Art. 13 PKV liegt (vgl. E. 5.2.1 hiervor). Ein Honorarzuschlag im Sinne von 
Art. 9 PKV (vgl. E. 5.2.1 hiervor) fiele vorliegend ohnehin ausser Betracht, 
da es sich nicht um ein aufwändiges Verfahren gehandelt hat. Werden zum 
gekürzten Honorar von Fr. 10‘120.-- die Auslagen/Spesen von Fr. 531.30 
und die Mehrwertsteuer von Fr. 852.10 (8 % von Fr. 10’651.30) addiert, 
resultieren Parteikosten von Fr. 11‘503.40. Ein Drittel davon ergibt 
Fr. 3‘834.45, diesen Betrag haben die Klägerinnen dem Beklagten zu er-
setzen.

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird der Beklagte verurteilt, den 
Klägerinnen für das Jahr 2014 Fr. 402‘379.75 zurückzubezahlen. Im 
Übrigen wird die Klage abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 3‘000.-- werden den Klägerinnen im Um-
fang von Fr. 1‘000.-- und dem Beklagten im Umfang von Fr. 2‘000.-- 
zur Bezahlung auferlegt. Sie werden vollumfänglich dem von den Klä-
gerinnen geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen. Der 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 3. Juli 2017, SCHG/16/665 Seite 21

Beklagte wird verurteilt, den Klägerinnen einen Betrag von Fr. 2‘000.--
zu ersetzen.

3. Die Klägerinnen haben dem Beklagten eine Parteientschädigung von 
Fr. 3‘834.45 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu bezahlen.

4. Der Beklagte hat den Klägerinnen eine Parteientschädigung von 
Fr. 3‘333.35 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu bezahlen.

5. Zu eröffnen (R):
- Advocat Dr. iur. A.________ z.H. der Klägerinnen
- Rechtsanwalt Dr. C.________ z.H. des Beklagten  
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.