# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fd3d8de-ba43-5086-8038-4813b2344e2b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.10.2021 IV 2020/190
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-190_2021-10-08.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/190

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.02.2022

Entscheiddatum: 08.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 08.10.2021
Art. 23 Abs. 1 IVG. Massgebend für die Ermittlung des für die Taggeldhöhe 
massgebenden Einkommens ist die vom Beschwerdeführer bei Eintritt der 
gesundheitlichen Verschlechterung ausgeübte Tätigkeit, da er hierfür mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit nicht 
wieder erreichte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 8. Oktober 2021, IV 2020/190).

Entscheid vom 8. Oktober 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2020/190

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Mark A. Glavas, MLaw, Advokatur Glavas AG, 

Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Taggeld

Sachverhalt

A.  

A.___ schloss im Jahr 2002 eine Lehre als Schreiner ab (IV-act. 1). In der Folgezeit 

arbeitete er als Schreiner (Arbeitszeugnisse der B.___ AG vom 29. März 2003 und der 

C.___ vom 20. Dezember 2004, IV-act. 3-7 f.). Nach erfolgreichem Abschluss einer 

Weiterbildung zum Technischen Kaufmann war er ab 1. Juni 2008 als Technischer 

Angestellter in der Arbeitsvorbereitung und ab 1. Mai 2011 als Sachbearbeiter 

Technische Stammdaten tätig (Arbeitszeugnis der D.___ AG vom 31. Juli 2016, IV-

act. 3-4). Vom 1. September 2016 bis 31. August 2017 arbeitete er als Z.___berater 

(Arbeitszeugnis der E.___. AG vom 31. August 2017, IV-act. 3-3). In den Monaten 

November und Dezember 2017 bezog der Versicherte Arbeitslosenentschädigung 

(siehe den Auszug aus dem individuellen Konto, IV-act. 5-1), bevor er vom 1. Januar 

bis 30. September 2018 als Mitarbeiter F.___ eine Anstellung hatte (Arbeitszeugnis der 

G.___ AG vom September 2018, IV-act. 3-2). In diesem letzten Zeitraum befand sich 

der Versicherte vom 11. bis 26. Juli 2018 in stationärer psychiatrischer Behandlung in 

der Klinik H.___. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: 

F33.1). Die psychische Dekompensation werde vor dem Hintergrund psychosozialer 

Belastungen, insbesondere der Belastung am Arbeitsplatz, verstanden. Aufgrund der 

kurzen Dauer könne der Aufenthalt in der Klinik H.___ als Krisenintervention verstanden 

werden, in welcher der Versicherte durch den Abstand von zu Hause etwas zur Ruhe 

habe finden können. Vom 11. Juli bis 5. August 2018 wurde dem Versicherten eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Austrittsbericht vom 13. August 2018, IV-

act. 24). Vom 31. Juli bis 3. Dezember 2018 erfolgte eine tagesklinische Behandlung 

A.a. 

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des Versicherten im Psychiatrie-Zentrum I.___. Die dort behandelnden medizinischen 

Fachpersonen diagnostizierten eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode (ICD-10: F33.1), Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der 

Lebensbewältigung (ICD-10: Z73) und Kontaktanlässe mit Bezug auf 

Kindheitserlebnisse (ICD-10: Z61). Mit der Behandlung habe eine Stabilisierung erreicht 

werden können im Sinn einer Verbesserung der depressiven Symptomatik, eines 

Rückgangs der inneren Anspannung und der diffusen Ängste. Der Versicherte habe für 

die Zeit nach der tagesklinischen Behandlung eine ambulante Psychotherapie bei med. 

pract. J.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, geplant gehabt. Nach zwei 

Sitzungen habe er sich eine Behandlung bei ihr jedoch nicht vorstellen können. Er habe 

von Schwierigkeiten berichtet, sich zu öffnen. Ein Angebot überbrückender ambulanter 

psychotherapeutischer Sitzungen bei der Referentin der Tagesklinik habe der 

Versicherte nur kurz wahrgenommen. Er habe den Wunsch geäussert, die nächsten 

Schritte ohne Therapie machen zu wollen. Im Rahmen der tagesklinischen Behandlung 

habe der Versicherte erwähnt, schon ein Jahr zuvor den Plan verfolgt zu haben, sich 

beruflich zu verändern in Richtung Arbeitsagoge. Er habe sich während der 

Behandlung bei geeigneten Institutionen beworben und einen Praktikumsplatz bei der 

Stiftung K.___ gefunden (Austrittsbericht vom 11. Februar 2019, IV-act. 25-2 ff.).

Vom 1. Februar bis 31. Juli 2019 absolvierte der Versicherte ein Sozialpraktikum 

bei der Stiftung K.___ (Praktikumszeugnis vom 31. Juli 2019, IV-act. 3-1). 

Zwischenzeitlich fanden am 4. und 12. Juni 2019 Gespräche zwischen dem 

Versicherten und med. pract. L.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, statt 

(IV-act. 54). Vom 16. Oktober bis 18. Oktober 2019 befand sich der Versicherte erneut 

in stationärer Behandlung in der Klinik H.___. Bei Aufnahme sei der Versicherte stark 

alkoholisiert gewesen. Im Vordergrund des Aufenthalts seien einerseits die depressive 

Symptomatik, andererseits diverse Probleme in Bezug auf die Lebensbewältigung 

(Selbstfürsorge und Aufrechterhaltung einer geregelten Tagesstruktur) gestanden. Der 

Versicherte habe bereits kurz nach seinem Eintritt eine deutliche Besserung seiner 

Stimmung beschrieben und den Wunsch geäussert, die Behandlung ambulant 

fortzuführen. Für die Dauer vom 16. bis 18. Oktober 2019 wurde ihm eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Austrittsbericht vom 6. November 2019, IV-act. 23). 

Dr. med. M.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hatte dem Versicherten am 

A.b. 

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21. Oktober 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 15. Oktober bis und mit 

3. November 2019 bescheinigt (IV-act. 7-4 ff.). Am 30. Oktober 2019 meldete sich der 

Versicherte bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse als arbeitslos an (IV-act. 6).

Am 18. Dezember 2019 reichte der Versicherte wegen einer über die letzten Jahre 

bestehenden chronischen Depression eine Anmeldung zum Bezug von Leistungen bei 

der IV-Stelle des Kantons St. Gallen ein. Er gab darin an, seit 11. November 2019 in 

psychiatrischer Behandlung im Psychiatrie-Zentrum N.___ zu stehen (IV-act. 1). Die 

dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1; seit 

mindestens November 2019), und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

zwanghaften und narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61; seit mindestens November 

2019). Sie bescheinigten dem Versicherten ab 11. November 2019 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit und gingen davon aus, dass ab 1. März 2020 eine 20%ige 

Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen bestehe (Bericht vom 11. Februar 2020, IV-

act. 15-2 f.; siehe auch den gleichentags zuhanden des Krankentaggeldversicherers 

verfassten Bericht in fremd-act. 1-7 ff. und den Austrittsbericht vom 26. März 2020, IV-

act. 51). Der RAD-Arzt Dr. med. O.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

schätzte in der Stellungnahme vom 24. April 2020 den Zeitpunkt des Eintritts des 

Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf Oktober 2019 ein. 

Nach Austritt aus der tagesklinischen Behandlung am 3. Dezember 2018 sei keine 

Arbeitsunfähigkeit mehr ärztlich ausgewiesen und eine solche sei auch im Rahmen des 

beim Austritt beschriebenen psychischen Zustands nicht anzunehmen. Rein 

medizintheoretisch sei beim Versicherten von einer zumutbaren Präsenzzeit von 50 % 

auszugehen bei einer noch zu evaluierenden Leistungsfähigkeit, insbesondere im 

Rahmen der beschriebenen Persönlichkeitsstörung. Je nach Kontextfaktoren, 

spezifischer Arbeitsplatzsituation und den lebenspraktischen Umständen könne im 

Rahmen der Persönlichkeitsstörung eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

bestehen. Die Arbeitsfähigkeit hänge letztlich von den Rahmenbedingungen und den 

konkreten Arbeitsbedingungen im Zusammenhang mit Anforderungen und den 

zwischenmenschlichen Verhältnissen ab («Stressfaktoren», IV-act. 26; siehe auch die 

bilaterale Fallbesprechung vom 3. Juli 2020, worin der RAD-Arzt an seiner 

Einschätzung bezüglich des Eintritts des Gesundheitsschadens festhielt, IV-

A.c. 

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B.  

act. 37-1 f.). Am 25. Juni 2020 berichteten die den Versicherten in der Tagesklinik am 

Psychiatrie-Zentrum N.___ vom 27. April bis 5. Juni 2020 behandelnden medizinischen 

Fachpersonen, der Versicherte sei zur Stabilisierung in die Tagesklinik eingewiesen 

worden. Dessen Teilnahme habe sich auf drei Tage pro Woche beschränkt. Dem 

Versicherten wurde vom 27. April bis 14. Juni 2020 eine 80%ige und ab 15. Juni 2020 

eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 50).

Die IV-Stelle hatte kurz zuvor am 18. Juni 2020 eine Kostengutsprache für ein 

Aufbautraining vom 15. Juni bis 15. November 2020 in der Durchführungsstelle P.___ 

AG erteilt (IV-act. 32). Wegen Überforderung des Versicherten musste das 

Aufbautraining abgebrochen werden (siehe Feststellungsblatt - Berufliche 

Massnahmen vom 9. Juli 2020, IV-act. 40). Am 9. Juli 2020 ersetzte die IV-Stelle die 

Kostengutsprache vom 18. Juni 2020 (mit Wirkung ab 6. Juli 2020) mit einer 

Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 6. Juli bis 4. Oktober 2020 in der 

Durchführungsstelle P.___ AG (IV-act. 41). Mit gleichentags erlassener Verfügung 

sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Dauer der Eingliederungsmassnahme 

vom 15. Juni bis 15. November 2020 ein Taggeld in der Höhe von Fr. 42.40 zu (IV-

act. 43).

A.d. 

Gegen die Taggeld-Verfügung vom 9. Juli 2020 erhob der Beschwerdeführer am 

7. September 2020 Beschwerde. Er beantragte deren Aufhebung und die Ausrichtung 

eines Taggelds von mindestens Fr. 156.80; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, er habe seit Jahren an Depressionen 

gelitten, sei seit Juli 2018 nicht mehr vollumfänglich arbeitsfähig gewesen und es sei 

ihm seither auch nicht möglich gewesen, sich selbst wiedereinzugliedern, auch wenn er 

es versucht habe. Dabei gelte es zu beachten, dass er während der Zeit des 

Praktikums vom 1. Februar 2019 bis am 31. Juli 2019 fünfmal krankheitsbedingt über 

einen oder mehrere Tage ausgefallen sei. Da er gerade psychisch nicht stabil gewesen 

sei, habe er sich therapieren lassen wollen. Er habe sodann die Therapie wieder 

abgebrochen, zumal er habe reüssieren wollen. Deshalb habe ihm die 

Beschwerdegegnerin ein Taggeld im Umfang von 80 % des letzten Lohnes auf dem 

ersten Arbeitsmarkt auszurichten (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte der 

B.a. 

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Beschwerdeführer u.a. ein Schreiben von med. pract. J.___ vom 31. August 2020 ein, 

worin diese bestätigte, dass er (der Beschwerdeführer) am 3. und 10. Dezember 2018 

in ihrer Sprechstunde gewesen sei. Psychopathologisch habe sich eine residuale 

depressive Symptomatik gezeigt, wie sie auch im Austrittsbericht der Tagesklinik 

beschrieben worden sei (act. G 1.3).

Das Belastbarkeitstraining bei der P.___ AG musste vorzeitig abgebrochen werden 

(zum Schlussbericht Integrationsmassnahme der P.___ AG vom 15. Oktober 2020 

siehe IV-act. 79), weshalb die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 14. September 

2020 diejenige vom 9. Juli 2020 per 13. September 2020 aufhob (IV-act. 60). Am 

17. September 2020 erteilte die Beschwerdegegnerin eine Kostengutsprache für ein 

Belastbarkeitstraining vom 14. September bis 31. Dezember 2020 beim Verein Q.__ (IV-

act. 64). Mit Schreiben vom 21. September 2020 teilte die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer mit, dass der Taggeldansatz auch während der Verlängerung der 

Eingliederungsmassnahme bis 31. Dezember 2020 unverändert bleibe (IV-act. 65). In 

der Stellungnahme vom 10. November 2020 verneinte der RAD-Arzt Dr. O.___ weiterhin 

die Frage, ob aus versicherungsmedizinischer Sicht nachvollzogen werden könne, dass 

der Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bereits im Juli 2018 

eingetreten sei (IV-act. 84-2 f.). Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin vom 

16. November 2020 antwortete med. pract. L.___ gleichentags, er habe im Rahmen der 

am 4. und 12. Juni 2019 erfolgten Gespräche keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. 

Damals sei der Beschwerdeführer in einem Praktikum gestanden. Das Attestieren einer 

Arbeitsunfähigkeit sei nicht thematisiert worden (IV-act. 87).

B.b. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 

2020 die teilweise Gutheissung der Beschwerde. In Abänderung der angefochtenen 

Verfügung sei dem Beschwerdeführer während der Eingliederungsmassnahme ein IV-

Taggeld von Fr. 50.-- auszurichten. Die Beschwerdegegnerin machte im Wesentlichen 

geltend, dass für die Bemessung der Taggeldhöhe vom Eintritt des 

Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Oktober 2019 

auszugehen sei. Nach Austritt aus der tagesklinischen Behandlung am 3. Dezember 

2018 sei keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen gewesen. Massgebend für die 

Taggeldhöhe sei deshalb der während des Praktikums erzielte Monatslohn, was zu 

einem Betrag von Fr. 50.-- führe (act. G 6).

B.c. 

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Erwägungen

1.

In formeller Hinsicht ist zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im 

Verwaltungsverfahren das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers (siehe hierzu 

Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]) verletzte, indem sie ihm vor Erlass der angefochtenen Verfügung 

keine Möglichkeit einräumte, sich zum Verfügungsinhalt, insbesondere zur Höhe des 

Taggelds, zu äussern. Wie das Versicherungsgericht bereits im Entscheid vom 15. Juli 

2019, IV 2018/179, E. 1.1, einlässlich darlegte und worauf verwiesen wird, ist der 

Anspruch auf das rechtliche Gehör vor dem Verfügungserlass auch dann zu gewähren, 

wenn – wie vorliegend – gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 134 V 97) 

kein Vorbescheidverfahren durchgeführt werden muss. Da der rechtskundig vertretene 

Beschwerdeführer ausschliesslich die materielle Behandlung der Angelegenheit 

beantragte und auch keine anderen Gründe dagegensprechen, kann die 

Gehörsverletzung vorliegend ausnahmsweise als geheilt betrachtet werden. Weil die 

Beschwerde auch aus materiellen Gründen gutzuheissen ist, erübrigen sich 

Weiterungen zur Frage, ob und in welchem Umfang die Heilung der Gehörsverletzung 

bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen zu berücksichtigen wäre.

In der Replik vom 1. Februar 2021 hielt der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest. Er führte aus, in seinem Konsultationseintrag vom 19. Dezember 

2018 habe der behandelnde Dr. med. R.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 

festgehalten, dass er (der Beschwerdeführer) Antidepressiva einnehme. Weiter könne 

dem Eintrag von Dr. R.___ vom 8. Mai 2019 entnommen werden, dass er auch während 

des Praktikums niedergeschlagen und depressiv gewesen sei. Aus diesem Grund sei 

das vollzeitliche Praktikum um 20 % reduziert worden, da die Arbeit psychisch und 

physisch zu belastend gewesen sei (act. G 9). Mit der Replik reichte er einen 

Kurzaustrittsbericht des Psychiatrie-Zentrums I.___ vom 3. Dezember 2018 ein, worin 

u.a. eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 

(ICD-10: F33.1), diagnostiziert worden war (act. G 9.1).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 10. Februar 2021 an 

ihrem in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest (act. G 11).

B.e. 

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2.

In materieller Hinsicht ist ausschliesslich die Höhe des Taggeldanspruchs umstritten 

und nachfolgend zu prüfen. Der Taggeldanspruch an sich ist zwischen den Parteien zu 

Recht unbestritten geblieben. Zur Dauer des Anspruchs ist Folgendes anzumerken: In 

der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2020 hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass 

die Voraussetzungen für ein Taggeld während der Eingliederungsmassnahme vom 

15. Juni bis 15. November 2020 erfüllt seien (IV-act. 43). Mit Schreiben vom 14. Juli 

2020 dokumentierte sie die Verkürzung der Eingliederungsmassnahme. Der Anspruch 

auf ein IV-Taggeld bestehe voraussichtlich bis am 4. Oktober 2020 (IV-act. 44). Darauf 

kam sie mit Mitteilungen vom 14. und 17. September 2020 zurück und erteilte nahtlos 

für ein anderes Belastbarkeitstraining bis 31. Dezember 2020 Kostengutsprache (IV-

act. 60 und 64). Am 21. September 2021 wies sie auf diese Verlängerung der 

Eingliederungsmassnahme hin und hielt fest, der Taggeldansatz bleibe unverändert (IV-

act. 65). Auch wenn im vorliegenden Verfahren förmlich gemäss dem Streitgegenstand 

der angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2020 nur der Taggeldanspruch für den 

Zeitraum 15. Juni bis 15. November 2020 verbindlich festzulegen ist, so hat bei dieser 

Aktenlage der vorliegende Entscheid faktisch auch darüber hinaus auf die restliche 

Dauer der Eingliederungsmassnahmen Auswirkungen.

Versicherte haben gemäss Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) während der Durchführung von 

Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie 

wenigstens an drei aufeinander folgenden Tagen wegen der Massnahme verhindert 

sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50 % 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind. Die Grundentschädigung beträgt 80 % des letzten 

ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr 

als 80 % des Höchstbetrags des Taggelds nach Art. 24 Abs. 1 IVG. Grundlage für die 

Ermittlung des Erwerbseinkommens nach Art. 23 Abs. 1 IVG bildet laut Art. 23 Abs. 3 

IVG das durchschnittliche Einkommen, von dem Beiträge nach dem Bundesgesetz 

über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) erhoben werden 

(massgebendes Einkommen).

2.1. 

Nachfolgend ist zu beurteilen, an welche Erwerbstätigkeit bei der Beantwortung 

der Frage nach dem letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten 

Erwerbseinkommen gemäss Art. 23 Abs. 1 IVG anzuknüpfen ist.

2.2. 

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Zunächst ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer offenbar schon 

seit Jahren an psychischen Beschwerden litt, die ihn allerdings jahrelang nicht 

nachhaltig in seiner beruflichen Entwicklung beeinträchtigt hatten (IV-act. 1-6 unten; zu 

den in der Vergangenheit aufgetretenen Erschöpfungszuständen und 

zwischenmenschlichen Konflikten siehe IV-act. 25-3 Mitte). Gemäss Verlaufseintrag 

von Dr. R.___ vom 23. August 2017 trat im Rahmen der Anstellung bei der E.___. AG 

als Z.___berater eine Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustands ein, 

die zu einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion geführt habe (act. G 9.2, 

S. 3). Offenbar handelte es sich hierbei noch um eine bloss vorübergehende 

Verschlechterung, da nach dem letzten Eintrag von Dr. R.___ vom 20. November 2017 

keine weiteren Behandlungen eines Gesundheitsleidens aktenkundig sind und der 

Beschwerdeführer per 1. Januar 2018 in der Lage war, vollzeitlich eine Anstellung bei 

der G.___ AG anzutreten. Ähnlich wie die vorangegangene Tätigkeit (siehe hierzu das 

Zeugnis der E.___. AG vom 31. August 2017, IV-act. 3-3) stellte auch diese eine 

Sachbearbeitertätigkeit in einem Baubereich dar, die hohe Anforderungen an 

intellektuelle Fähigkeiten, Sozialkompetenz und Flexibilität stellte. Das Aufgabengebiet 

umfasste nämlich: Planung und technische Umsetzung von Küchen, Garderoben und 

Schränken; Bereitstellung von Produktionspapieren; wirtschaftliche Umsetzung für die 

Produktion; Bestellungen von Spezialbeschlägen; Ansprechpartner für Verkauf, 

Produktion und Montage; Zuständigkeit für die Auftragsabwicklung bis zur 

Rechnungsstellung (IV-act. 3-2). Im Juli 2018 hatte sich der psychische 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers derart verschlechtert, dass er die 

Funktion als Mitarbeiter F.___ nicht mehr auszuüben vermochte (IV-act. 3-2), was zu 

einer Kündigung durch die Arbeitgeberin per 30. September 2018 führte (IV-act. 12-2 

unten). Im Gegensatz zu den im Jahr 2017 aufgetretenen psychischen Beschwerden 

war die im Juli 2018 wegen der offenbar erheblichen Belastung am Arbeitsplatz 

eingetretene gesundheitliche Verschlechterung (siehe hierzu IV-act. 24-1 und 24-3 

Mitte) unvergleichbar schwerer. So machte das im Sommer 2018 aufgetretene 

psychische Leiden eine stationäre Behandlung vom 11. bis 26. Juli 2018 erforderlich 

(siehe zum Ganzen den Austrittsbericht der Klinik H.___ vom 13. August 2018, IV-

act. 24). In damit zu vereinbarender Weise gab der Beschwerdeführer damals 

nachvollziehbar an, «die jetzige Phase sei aber schlimmer als sonst» (IV-act. 24-1 

unten). Es wurde ihm ab dem Klinikeintritt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 

5. August 2018 bescheinigt (IV-act. 24-3). Bei Austritt zeigten sich immer noch 

relevante Befunde, wenn auch nicht mehr im gleichen Ausmass wie bei Eintritt (so etwa 

bezüglich kognitiver Probleme, gedrückter Stimmung, anderer psychischer und 

verhaltensbezogener Probleme und Probleme durch die Bedingungen in Beruf und 

2.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/14

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Alltag; IV-act. 24-5). Zudem schloss sich an die stationäre Therapie eine tagesklinische 

Behandlung im Psychiatrie-Zentrum I.___ vom 31. Juli bis 3. Dezember 2018 an (IV-

act. 25-2). Im Licht dieser Umstände ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass es im Verlauf der Anstellung bei der G.___ AG wegen der dort 

herrschenden schwierigen Arbeitsbedingungen (siehe hierzu auch die glaubwürdigen 

Angaben des Beschwerdeführers in IV-act. 24-1) zu einer erheblichen Verschlechterung 

des psychischen Gesundheitszustands kam, die weit über die in der Vergangenheit 

vorübergehend aufgetretenen psychischen Erkrankungen hinausging und zu einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit bezogen auf sämtliche Erwerbstätigkeiten führte. Dies 

bestätigte – allerdings bloss befristet – auch RAD-Arzt Dr. O.___ (siehe dessen 

Stellungnahme vom 24. April 2020, IV-act. 26-3 unten).

Entgegen der Auffassung des RAD-Arztes Dr. O.___ (siehe die Stellungnahmen 

vom 24. April 2020, IV-act. 26, und vom 10. November 2020, IV-act. 84-2 f., sowie die 

Notiz zur bilateralen Besprechung vom 3. Juli 2020, IV-act. 37-1 f.) leuchtet nicht ein, 

dass dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte, an die psychische Gesundheit 

hohe Anforderungen stellende Tätigkeit bei der G.___ AG (siehe hierzu vorstehende 

E. 2.2.1) ab 4. Dezember 2018 wieder zumutbar gewesen wäre, geschweige denn 

dieser vollständig frei von psychisch bedingten (quantitativen und qualitativen) 

Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit bezogen auf diesen Arbeitsplatz war. Der 

RAD-Arzt differenziert denn seine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit auch gar nicht konkret 

in Bezug auf das zuletzt ausgeübte Arbeitsverhältnis bei der G.___ AG und setzt sich 

folglich auch nicht mit den dort herrschenden Anforderungen an das Leistungsprofil 

auseinander. Selbst wenn seine Vermutung zuträfe, dass der Beschwerdeführer nach 

der Beendigung der tagesklinischen Behandlung anfangs Dezember 2018 bloss noch 

«maximal» an einer leichten depressiven Episode gelitten hätte, kann nicht einfach 

bezogen auf die Tätigkeit bei der G.___ AG von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden. Der RAD-Arzt begründet dies denn auch bloss damit, dass diese 

Diagnose «versicherungspsychiatrisch im Regelfall einer 100%igen Arbeitsfähigkeit» 

entspreche. Eine konkrete Würdigung bzw. eine Auseinandersetzung mit dem 

psychisch stark belastenden Anforderungsprofil bzw. den faktischen 

Arbeitsbedingungen der damaligen Anstellung bei der G.___ AG ist nicht erkennbar. In 

der einschlägigen medizinischen Literatur wird zwar davon ausgegangen, dass 

Personen, die an leichtgradigen depressiven Symptomen leiden, in der Regel 

arbeitsfähig bleiben, jedoch nur, sofern am Arbeitsplatz nicht besondere kreative 

Fähigkeiten oder Flexibilität und erhöhte Anforderungen an die kognitiven Funktionen 

gestellt werden (Swiss Insurance Medicine, Zumutbare Arbeitstätigkeit nach Unfall und 

2.2.2. 

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bei Krankheit, 2007, S. 18). Vorliegend steht gerade die Beurteilung eines derartigen 

Arbeitsplatzes im Raum, dessen Verhältnisse zudem unbestrittenermassen im Sommer 

2018 zu einer gravierenden, über eine leichtgradige Depression hinausgehenden 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands massgeblich beitrugen. Die 

Einschätzung des RAD-Arztes Dr. O.___ wirft umso mehr Fragen auf, weil er am 

24. April 2020 selbst darauf hinwies, dass die Arbeitsfähigkeit letztlich von den 

Rahmenbedingungen und den konkreten Arbeitsbedingungen in Zusammenhang mit 

den Anforderungen und zwischenmenschlichen Verhältnissen abhänge 

(«Stressfaktoren», IV-act. 26-4), die bezüglich der Tätigkeit bei der G.___ AG als hoch 

zu bezeichnen sind. Im Übrigen geht aus dem Kurzaustrittsbericht des Psychiatrie-

Zentrums I.___ vom 3. Dezember 2018 und dem Austrittsbericht vom 11. Februar 2019 

hervor, dass die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen «gegenwärtig» von 

einer mittelgradigen Episode ausgingen (act. G 9.1 und IV-act. 25-2). Des Weiteren ist 

dem Austrittsbericht des Psychiatrie-Zentrums I.___ vom 11. Februar 2019 zu 

entnehmen, dass die depressive Symptomatik zwar verbessert, jedoch nicht beseitigt 

werden konnte. Schliesslich ist darin keine Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit 

enthalten und insbesondere wurde bei Austritt keine 100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen 

auf die Tätigkeit bei der G.___ AG bescheinigt (IV-act. 25-2).

Die den Schlussfolgerungen des RAD-Arztes zugrunde liegende Behauptung, der 

Beschwerdeführer habe sich nach dem 3. Dezember 2018 «über 10 Monate in keinerlei 

medizinischer Behandlung, weder beim HA noch beim Spezialisten» befunden (IV-

act. 37-2 und IV-act. 84-1 unten), erweist sich als aktenwidrig. Vielmehr ergibt sich aus 

mehreren Akten, dass der Leidensdruck des Beschwerdeführers immerhin so hoch 

war, dass er sich um eine weitere ambulante Psychotherapie bemühte. So versuchte er 

noch Ende 2018 eine Therapie bei med. pract. J.___ zu etablieren, die allerdings 

scheiterte (siehe den Eintrag von Dr. R.___ vom 19. Dezember 2018, act. G 9.2, S. 2 

Mitte). In der Folge nahm er – wenn auch bloss überbrückend – eine ambulante 

Therapie bei der ihn in der Tagesklinik am Psychiatrie-Zentrum I.___ behandelnden 

Psychiaterin wahr (IV-act. 25-4). Von Bedeutung ist ausserdem, dass der 

Beschwerdeführer ab Dezember 2018 offenbar zumindest bereit war, eine 

psychopharmakologische Therapie aufzunehmen (siehe Eintrag von Dr. R.___ vom 

19. Dezember 2018, act. G 9.2, S. 2: «Nimmt seit kurzem jetzt Valdoxan und müsse 

deshalb Blutuntersuchungen durchführen»). Diese inzwischen gewachsene Bereitschaft 

deutet vorliegend umso mehr auf einen vergleichsweise erheblichen Leidensdruck hin, 

da sich der Beschwerdeführer zuvor noch gegen die Durchführung einer (als dringend 

indiziert erachteten) medikamentösen Therapie ausgesprochen hatte (siehe IV-act. 24-3 

2.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

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oben und IV-act. 25-3). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer sogar das Praktikum 

bei der Stiftung K.___ als psychisch «ziemlich belastend» empfand und eigentlich ein 

bloss reduziertes Arbeitspensum von 80 % anstrebte (Eintrag von Dr. R.___ vom 8. Mai 

2019, act. G 9.2, S. 2 oben; zu den wiederholten krankheitsbedingten Absenzen 

während des Praktikums siehe act. G 1, III. Rz 2). Auch wenn Dr. R.___ über keine 

fachpsychiatrische Ausbildung verfügt, spricht das von ihm damals gezeichnete Bild 

der Leidenspräsentation («erneut angeschlagen, depressiv, weint») ebenfalls dafür, 

dass der Beschwerdeführer nach dem Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung 

im Sommer 2018 jedenfalls bezogen auf die frühere Tätigkeit bei der G.___ AG eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit bislang nicht wieder erreichte.

Der Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Eintritt der 

erheblichen Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustands im Sommer 

2018 eine berufliche Veränderung in Betracht gezogen hatte (IV-act. 25-3), liegt 

naheliegend in seiner vorbestehenden psychischen Vulnerabilität begründet. Von 

Bedeutung ist ausserdem, dass sich der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung 

in Richtung Arbeitsagoge erst nach dem Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung 

konkretisierte, nachdem dem Beschwerdeführer seither endgültig klar geworden war, 

krankheitsbedingt nicht mehr in der «bisherigen Branche» arbeiten zu können (act. G 1, 

III. Rz 1). So geht aus dem Austrittsbericht des Psychiatrie-Zentrums I.___ vom 

11. Februar 2019 denn auch hervor, dass sich der Beschwerdeführer (erst) während 

der dortigen Behandlung bei geeigneten Institutionen bewarb (IV-act. 25-3) bzw. sich 

definitiv entschloss, sich beruflich zu verändern. Wie der Beschwerdeführer 

nachvollziehbar vorbringt, erscheinen seine erst im Rahmen der tagesklinischen 

Behandlungen begonnenen Bemühungen um eine berufliche Veränderung als ein 

anerkennenswerter Ausdruck seines beruflichen Selbsteingliederungswillens (act. G 1, 

III. Rz 6). Diesbezüglich ist anzufügen, dass der Beschwerdeführer gemäss den Akten 

einen grossen Willen gezeigt und geäussert habe, wieder im ersten Arbeitsmarkt tätig 

zu sein (IV-act. 79-2).

2.2.4. 

Vor diesem Hintergrund erscheint der von der Beschwerdegegnerin gezogene 

Schluss, dass der Beschwerdeführer auch ohne seine psychischen Leiden einen 

Arbeitsplatzwechsel oder gar einen Wechsel in eine bauferne Branche vorgenommen 

und das Praktikum bei der Stiftung K.___ absolviert hätte, jedenfalls nicht als 

überwiegend wahrscheinlich. Viel naheliegender und überwiegend wahrscheinlich ist, 

dass der Beschwerdeführer ohne die psychische Krankheit weiterhin in seiner 

angestammten Branche als qualifizierter Sachbearbeiter, insbesondere auch bei der 

G.___ AG, reüssiert hätte (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 15. Juli 

2.2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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3.  

2019, IV 2018/179, E. 2.3.3) und es nicht zu einer krankheitsbedingten Kündigung der 

Arbeitgeberin gekommen wäre. Hierfür spricht denn auch, dass er sich nach seiner 

Ausbildung zum Schreiner in der angestammten Branche bis zum Eintritt der 

Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustands im Sommer 2018 jahrelang 

mit hohem Engagement beruflich weiterbildete (IV-act. 3-1 ff.). Das im Sinn von Art. 23 

Abs. 1 IVG für die Taggeldhöhe massgebende Erwerbseinkommen bestimmt sich 

folglich nach dem bei der G.___ AG erzielten Verdienst.

Das für das Taggeld massgebende Einkommen wird bei Versicherten mit 

regelmässigem Einkommen auf den Tag ausgerechnet (Art. 21  Abs. 3 Satz 1 der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Für Versicherte mit 

Monatslöhnen wird der letzte ohne gesundheitliche Einschränkungen erzielte 

Monatslohn mit 12 vervielfacht. Dem ermittelten Jahreslohn wird ein allfälliger 

13. Monatslohn hinzugerechnet. Der so ermittelte Jahresverdienst wird durch 365 

geteilt (Art. 21  Abs. 3 lit. a IVV). Der letzte vor Eintritt des sich auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkenden Gesundheitsschadens erzielte Monatslohn betrug Fr. 5'500.-- und der 

Beschwerdeführer hatte Anspruch auf einen 13. Monatslohn (IV-act. 12-9). Damit 

beträgt das für das Taggeld massgebende Einkommen aufgerundet Fr. 195.90 

(Fr. 5'500.-- x 13 / 365) und das Taggeld abgerundet Fr. 156.70 (Fr. 195.90 x 0.8).

2.2.6. 
bis

bis

Der Beschwerdeführer wirft die Frage auf, ob ihm mit Blick auf die in Art. 21

IVV normierte Besitzstandsgarantie sogar ein noch höheres Taggeld entsprechend dem 

bisherigen Taggeldanspruch der Arbeitslosenkasse zusteht (act. G 1, III. Rz 8). Gemäss 

dieser Verordnungsbestimmung entspricht das Taggeld, das die Invalidenversicherung 

nach Art. 22 Abs. 5  IVG zusätzlich zur Rente auszahlt, mindestens dem bisher 

bezogenen Taggeld (eines anderen Versicherers), wenn die versicherte Person infolge 

der Durchführung einer Massnahme das Taggeld dieses anderen Versicherers verliert, 

das auf einem vorangegangenen Erwerbseinkommen basiert. Wie sich aus den 

Fremdakten ergibt (insbesondere fremd-act. 4 f.) und die Beschwerdegegnerin 

zutreffend darlegt (act. G 6, III. Rz 3), verlor der Beschwerdeführer im vorliegend 

relevanten Zeitraum vom 15. Juni bis 15. November 2020 aufgrund der 

Eingliederungsmassnahme kein Taggeld der Arbeitslosenversicherung, weshalb eine 

Besitzstandsgarantie von vornherein entfällt.

2.2.7. novies

ter

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und dem 

Beschwerdeführer sind für den Zeitraum vom 15. Juni bis 15. November 2020 

Taggeldleistungen von Fr. 156.70 pro Tag zuzusprechen.

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 9. Juli 2020 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer werden für den Zeitraum vom 15. Juni bis 

15. November 2020 Taggeldleistungen von Fr. 156.70 pro Tag zugesprochen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm 

zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver­

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

3.2. 

bis 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei einen 

Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Angesichts des 

unterdurchschnittlichen Aktenumfangs und der eingeschränkten Rechtsfrage erscheint 

eine Pauschalentschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen.

3.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.10.2021
	Art. 23 Abs. 1 IVG. Massgebend für die Ermittlung des für die Taggeldhöhe massgebenden Einkommens ist die vom Beschwerdeführer bei Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung ausgeübte Tätigkeit, da er hierfür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit nicht wieder erreichte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Oktober 2021, IV 2020/190).

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