# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f3ca1c7-9a24-5019-94dc-f34b82c90db6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2008 D-5354/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5354-2008_2008-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5354/2008/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richer Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richterin Therese Kojic, Richter Thomas Wespi
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A.___
Türkei,
vertreten durch Nicole Hohl, Advokatin, 
Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal,
Gesuchsteller,

Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 
17. Juli 2008 / D____

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Partei

Gegenstand

D-5354/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Gesuchsteller  am 27.  November  2003  in  der  Schweiz  ein 
Asylgesuch einreichte, welches vom damaligen Bundesamt für Flücht-
linge (BFF) mit Verfügung vom 17. August 2004 abgelehnt wurde,

dass der Gesuchsteller mit Eingabe vom 17. September 2004 gegen 
die  Verfügung  vom  17.  August  2004  bei  der  damals  zuständigen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  Beschwerde  erhob, 
welche  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  17.  Juli  2008 
abwies,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 
19. August  2008 an das Bundesverwaltungsgericht  die Revision des 
Urteils vom 17. Juli 2008 beantragte, 

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
28. August 2008 die Gesuche um Aussetzung des Vollzugs der Weg-
weisung und um unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 und 2 VwVG abwies und einen Kostenvorschuss in der Höhe 
von Fr. 1'200.-- mit Zahlungsfrist bis zum 12. September 2008 erhob, 

dass  der  Gesuchsteller  mit  vorab  per  Telefax  eingelangter  Eingabe 
seiner Rechtsvertreterin vom 9. September 2008 um Wiedererwägung 
der Zwischenverfügung vom 28. August 2008 ersuchte,

dass dieses Gesuch mit Zwischenverfügung vom 15. September 2008 
abgewiesen  wurde  und  der  Beschwerdeführer  unter  Androhung  des 
Nichteintretens im Unterlassungsfall Gelegenheit erhielt, den mit Zwi-
schenverfügung vom 28. August 2008 erhobenen Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1'200.--  innert drei Tagen zu begleichen,

dass der Gesuchsteller in der Folge den verlangten Kostenvorschuss 
fristgerecht leistete, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen Verfügungen des BFM entscheidet (Art. 105 Abs. 1 des Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]),

dass es im Weiteren für die Revision von Entscheiden zuständig ist, 
die es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat,

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D-5354/2008

dass gemäss  Art.  45  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  für  die  Revision  von  Entscheiden  des 
Bundesverwaltungsgerichtes  die  entsprechenden  Art.  121-128  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) sinn-
gemäss gelten,

dass auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 
Abs. 3 VwVG Anwendung findet (Art. 47 VGG),

dass das Bundesverwaltungsgericht in der Regel Revisionsgesuche in 
der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen entscheidet, sofern 
das Revisionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters fällt 
(Art. 21 Abs. 1 VGG; Art. 23 VGG i.V.m Art. 111 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]),

dass der Gesuchsteller durch das angefochtenen Urteil berührt ist und 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungsweise 
Änderung hat,

dass mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision die Unab-
änderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen Beschwerde-
entscheides  angefochten  wird,  damit  in  der  Sache  neu  entschieden 
werden kann (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 269),

dass an die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel erhöhte An-
forderungen gestellt werden (Art. 67 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 47 VGG),

dass das vorliegende Revisionsgesuch damit begründet wird, es lägen 
neue Beweismittel vor, die geeignet seien, die im Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichtes vom 17. Juli 2008 vorgenommene Einschätzung 
in Frage zu stellen, 

dass der Gesuchsteller mithin  – unter fälschlicher Anrufung des auf 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichtes  nicht  mehr  anwendbaren 
Art. 66  VwVG  -  den  Revisionsgrund  nachträglich  aufgefundener 
entscheidender Beweismittel im Sinne des Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG 
(i.V.m. Art. 45 VGG) anruft,

dass es sich bei den fraglichen Beweismitteln um das Bestätigungs-
schreiben eines Bekannten namens B.___ vom 13. August 2008 samt 
Haftentlassungsprotokoll  vom  16.  Oktober  2001  B.___  betreffend, 

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eines Cousins des Gesuchstellers namens C.___ vom 6. August 2008, 
beide  in  der  Schweiz  anerkannte  Flüchtlinge,  und  des  Vaters  des 
Gesuchstellers unbekannten Datums und der ehemaligen Ehefrau des 
Gesuchstellers vom 1. Mai 2008, alle samt Übersetzung, handelt,

dass zudem ein Auszug aus dem türkischen Grundbuch, den Vater des 
Gesuchstellers betreffend, samt Übersetzung eingereicht wurde, 

dass im zu revidierenden Urteil die Einschätzung der Vorinstanz, wo-
nach die Vorbringen des Gesuchstellers, zwischen Mai 2000 und Sep-
tember 2002 viermal verhaftet und dabei misshandelt worden zu sein 
und sich  nach der  Verhaftung eines Freundes am 31. Oktober  2003 
und der behördlichen Suche nach ihm zur Ausreise entschlossen zu 
haben, als unglaubhaft zu erachten seien, im Ergebnis bestätigt wur-
de,

dass, wie bereits mit Zwischenverfügung vom 28. August 2008 festge-
halten, vor dem Hintergrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen die 
obgenannten Bestätigungsschreiben von dem Gesuchsteller naheste-
henden Drittpersonen wegen der naheliegenden Möglichkeit, dass es 
sich um reine Gefälligkeitsschreiben handelt, als nicht beweistauglich 
zu erachten sind, 

dass im Weiteren die Auszüge aus dem türkischen Grundbuch man-
gels  hinreichenden  Sachzusammenhang  es  mit  den  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers nicht relevant sind, 

dass im Übrigen vom Gesuchsteller nicht dargelegt wird, weshalb die 
vorgelegten Beweismittel nicht im ordentlichen Verfahren hätten beige-
bracht werden können (vgl. Art. 124 Abs. 2 Bst. a BGG),

dass  der  Gesuchsteller  schliesslich  in  seiner  ergänzenden  Eingabe 
vom 9.  September  2008  einen  ärztlichen  Bericht  des  D.___  vom 3. 
September 2008 einreichte, worin -  ohne abschliessende Würdigung 
hinsichtlich der Gründe - im Wesentlichen festgehalten wird, dass das 
vom  Gesuchsteller  gegenwärtig  gezeigte  Symptombild  im  klinisch-
deskriptiven  Sinn  die  Kriterien  der  posttraumatischen 
Belastungsstörung nach ICD-10 (F43.1) erfülle,

dass der Bericht jedoch keine schlüssige Aussage darüber enthält, ob 
die Symptome tatsächlich - zumindest mit erheblicher Wahrscheinlich-
keit  -  auf  Folter  zurückzuführen sind,  sondern dies lediglich als eine 

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D-5354/2008

Möglichkeit („... könnte sicherlich durch solche Erlebnisse hervorgeru-
fen werden...“) bezeichnet,

dass somit  keine hinreichenden Anhaltspunkte bestehen,  welche die 
vorgenommene  Einschätzung  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen 
des Gesuchstellers zwingend in Frage stellen würden, 

dass  im  Übrigen  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  die  Erörterung  der 
Frage, ob sich aufgrund der diagnostizierten psychischen Schwierig-
keiten des Gesuchstellers der Wegweisungsvollzug als nicht zumutbar 
erweist, nicht Gegenstand des vorliegenden Revisionsverfahrens sein 
kann,

dass  somit  der  vom Gesuchsteller  angerufene  Revisionsgrund  nicht 
geeignet ist,  eine revisionsweise Aufhebung des Urteils des Bundes-
verwaltungsgerichtes vom 17. Juli 2008 herbeizuführen,

dass daher das - mit Eingabe vom 9. September 2008 ergänzte - Revi-
sionsgesuch vom 19. August 2008 abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  nach  Ablehnung  des  Ge-
suches um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.-- dem 
Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; 
Art. 16  Abs. 1 Bst. a  VGG i.V.m. Art. 2  und 3 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem geleisteten 
Kostenvorschuss  zu  verrechnen  sind  (Art.  63  Abs.  1  VwVG  i.V.m. 
Art. 68 Abs. 2 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'200.--  werden  dem  Gesuchsteller 
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Gesuchstellers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N___
- (...)

Der vorsitzende Richer: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand: 

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