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**Case Identifier:** 09fb1c48-7b4c-5450-a557-ff3d64d583fd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 25.05.2020 ZK1 2019 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-109_2020-05-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 25. Mai 2020

Referenz ZK1 19 109

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Brunner und Pedrotti
Gustin, Aktuar

Parteien A.________
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Stephan Zimmerli
Eichwaldstrasse 5, Postfach, 6002 Luzern 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen
Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand Abänderung von vorsorglichen Massnahmen im Ehescheidungs-
verfahren

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Prättigau/Davos 
vom 05. Juni 2019, mitgeteilt am 27. Juni 2019 (Proz. Nr. 13-2018-
421)

Mitteilung 26. Mai 2020

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I. Sachverhalt

A. B._____, geboren am .________ 1968, und A._____, geboren am _____ 
1973, haben am ________ 2007 in F.________ geheiratet. Sie sind Eltern von 
C.________, geboren am ________ 2008, und D.________, geboren am 
________ 2010. Seit dem ________ 2016 leben die Ehegatten getrennt, wobei die 
Mutter mit den Kindern anfänglich in der zuvor gemeinsam bewohnten Liegen-
schaft in H.________ verblieb. Im Herbst 2017 verlegte sie ihren Wohnsitz nach 
J.________, wo sie mit den beiden Kindern eine Mietwohnung bezog.  

B. Am 3. April 2018 reichte der Ehemann dem Regionalgericht Prättigau/Da-
vos eine unbegründete Scheidungsklage ein. Im Zuge der Einigungsverhandlung 
vom 30. Mai 2018 unterzeichneten die Parteien am 11./12./13. Juni 2018 eine 
Trennungsvereinbarung, welche der Einzelrichter am Regionalgericht Prättigau mit 
Entscheid vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) vollumfänglich genehmig-
te. Der Vereinbarung der Parteien folgend wurden die beiden Kinder bei Belas-
sung der gemeinsamen elterlichen Sorge unter die alleinige Obhut der Mutter ge-
stellt (Dispositiv-Ziffer 2), das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters (unter Ein-
schluss der Übergabemodalitäten) geregelt (Dispositiv-Ziffer 4) und der Vater ver-
pflichtet, an den Unterhalt der Kinder mit Wirkung ab dem 3. April 2018 monatliche 
Beiträge von CHF 980.00 (Barunterhalt) für C.________ respektive von CHF 
1'270.00 (Barunterhalt CHF 780.00, Betreuungsunterhalt CHF 490.00) für 
D.________, je zuzüglich Kinderzulagen von derzeit CHF 220.00, zu bezahlen 
(Dispositiv-Ziffer 5). Des Weiteren wurde davon Vormerk genommen, dass ge-
stützt auf die Grundlagen der Unterhaltsberechnung auf die Vereinbarung eines 
Ehegattenunterhalts verzichtet werde, ein Antrag auf gerichtliche Zusprechung 
eines solchen für die Zukunft aber möglich bleibe (Dispositiv-Ziffer 7).  

C. Mit Gesuch vom 18. Oktober 2018 an das Regionalgericht Prättigau/Davos 
beantragte B._____ die Abänderung des am 15. Juni 2018 getroffenen Entscheids 
des Regionalgerichts Prättigau/Davos. Er stellte die folgenden Anträge:

1. Es sei Dispositiv Ziff. 2 des Entscheids des Einzelgerichts Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) abzuändern 
und C.________, geb. ________2008, unter die Obhut des Gesuch-
stellers zu stellen.

2. Es sei Dispositiv Ziff. 5a des Entscheids des Einzelgerichts Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) aufzuheben 
und festzustellen, dass der Gesuchsteller ab 18. Oktober 2018 keinen 
Unterhalt für C.________ an die Gesuchsgegnerin schuldet.

3. Unter gesetzlicher Kosten-und Entschädigungsfolge.

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Dem Gesuch beigelegt war ein von A._____ unterzeichnetes Schreiben vom 16. 
Oktober 2018 an das Einwohneramt J.________, in welchem sie den Behörden 
mitteilte, dass C.________ zu seinem Vater nach H.________ ziehen werde. Im 
Weiteren reichte B._____ eine Zustimmungserklärung von A._____ in Bezug auf 
die im Gesuch beantragten Änderungen ein.

D. Anlässlich zweier mündlicher Verhandlungen am 5. November 2018 und 
am 9. Januar 2019 vor dem Regionalgericht Prättigau/Davos konnten sich die Par-
teien in Bezug auf die gestellten Anträge nicht einigen. Dies insbesondere des-
halb, weil eine durch A._____ beantragte Neugestaltung des Sorgerechts und der 
Besuchsregelung von D.________ scheiterte. Aus diesem Grund ordnete der Ge-
richtspräsident in der Folge die Fortführung des Verfahrens auf schriftlichem Wege 
an und führte im Hinblick darauf am 23. Januar 2019 eine persönliche Anhörung 
von D.________ durch.

E. Mit Schreiben vom 25. Januar 2019 teilte A._____ dem Regionalgericht 
Prättigau/Davos mit, dass sie per sofort beide Sorgerechte ihrer Kinder abgebe 
und lebenslänglich für keine Rechnungen im Zusammenhang mit den Kindern 
aufkommen werde. D.________ müsse gleichentags (25. Januar 2019) um 19:30 
Uhr bei ihr vor dem Haus abgeholt werden.

F. Mit Eingabe vom 28. Februar 2019 reichte B._____ beim Regionalgericht 
Prättigau/Davos innert der ihm für die Begründung seiner ursprünglich gestellten 
Abänderungsbegehren gewährten Frist ein an die veränderte Situation angepass-
tes Gesuch mit den folgenden Anträgen ein:

1. Es sei Dispositiv Ziff. 2 des Entscheids des Einzelgerichts Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) abzuändern 
und die gemeinsamen Kinder C.________, geb. ________2008, und 
D.________, geb. ________2010, unter die alleinige elterliche Sorge 
und Obhut des Gesuchstellers zu stellen.

2. Es sei das Besuchs- und Ferienrecht für die Dauer des Scheidungs-
verfahrens zu sistieren.

3. Es sei Dispositiv Ziff. 5 des Entscheids des Einzelgerichts Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) aufzuheben 
und festzustellen, dass der Gesuchsteller ab 18.10.2018 keinen Un-
terhalt für C.________ und ab 26.1.2019 keinen Unterhalt für 
D.________ an die Gesuchsgegnerin schuldet.

4. Es sei die Gesuchsgegnerin zu verpflichten für jedes Kind monatlich 
im voraus [sic] einen Unterhaltsbeitrag von CHF 900 zu bezahlen mit 
Beginn der Unterhaltspflicht für C.________ ab 1.11.2018 und für 
D.________ ab 1.2.2019.

5. [Verpflichtung der Gesuchsgegnerin zur Herausgabe von den Kindern 
gehörenden Gegenständen] 

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6. [Antrag auf Vollstreckungsmassnahmen] 

7. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

G. Mit Gesuch vom 19. März 2019 an das Regionalgericht Prättigau/Davos 
stellte B._____ das Begehren, seine Kinder C.________ und D.________ super-
provisorisch unter seine alleinige Obhut zu stellen. Begründend führte er aus, dass 
aufgrund eines Vorfalles die Gefahr bestehe, dass die Mutter beide Kinder einfach 
mitnehmen wolle. So habe ein ebenfalls in H.________ wohnhafter Verwandter 
am ________ 2019 D.________ abgepasst und zu sich nach Hause genommen. 
Dort habe A._____ auf ihre Tochter gewartet und sie gefragt, ob sie nicht wieder 
zu ihr ziehen wolle. Am Schluss des Treffens habe sie D.________ aufgefordert, 
niemandem von dem Treffen und dem Gespräch zu erzählen. Im Weiteren habe 
A._____ versucht, von der Mutter einer Schulkameradin von C.________ Informa-
tionen über ihren Sohn zu erhalten. Aufgrund dieses Verhaltens sei ernsthaft zu 
befürchten, dass die Mutter eines oder beide Kinder zu sich nach I.________ 
nehmen werde. Nur mit der Zuweisung der alleinigen Obhut an ihn könne er die 
Kinder im Falle einer Mitnahme wieder zurückholen und verhindern, dass sie je 
nach Situation einmal bei der Mutter wohnen sollen, um dann plötzlich wieder vor 
die Türe gestellt zu werden. 

H. Mit Entscheid vom 20. März 2019 (Proz. Nr. 135-2018-421) entsprach der 
Einzelrichter am Regionalgericht Prättigau/Davos dem Gesuch um Erlass einer 
superprovisorischen Massnahme, stellte die Kinder C.________ und D.________ 
in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 2 seines Entscheides vom 15. Juni 2018 unter 
die alleinige Obhut von B._____ und setzte A._____ Frist bis zum 8. April 2019, 
um zum gegnerischen Gesuch vom 19 März 2019 schriftlich Stellung zu nehmen.

I. Mit Stellungnahme vom 5. April 2019 stellte A._____ die folgenden Anträge:

1. Es sei Ziff. 2 des Dispositivs des Entscheids des Einzelgerichts Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) abzuändern 
und der gemeinsame Sohn C.________, geboren am ________ 2008, 
unter die alleinige Obhut des Gesuchstellers zu stellen.

2. Es sei Ziff. 4 des Dispositivs des Entscheids des Einzelgerichts Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) wie folgt ab-
zuändern:

2.1. Der Gesuchsteller sei während der Dauer des Scheidungsverfahrens 
zu berechtigen und verpflichten, die gemeinsame Tochter 
D.________, geboren am ________ 2010, unter Beizug einer Fach-
person (begleitetes Besuchsrecht) auf eigene Kosten und ohne Abzug 
von den Unterhaltsbeitragspflichten wie folgt auf Besuch zu nehmen:

a) Mit Ausnahme derjenigen Samstage, an denen eine Veranstal-
tung des Blaurings J.________ stattfindet, jeden 1. und 3. Sams-
tag eines Monats, von 09.00 Uhr bis 19.00 Uhr.

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b) Ein weitergehendes oder anderslautendes Besuchs- und Ferien-
recht sei der einvernehmlichen Regelung der Eltern unter Berück-
sichtigung der Wünsche und des Wohles des Kindes vorbehalten.

2.2. Das Besuchs- und Ferienrecht der Gesuchsgegnerin in Bezug auf den 
gemeinsamen Sohn C.________, geboren am ________ 2008, sei für 
die Dauer des Scheidungsverfahrens zu sistieren.

3. Es sei Ziff. 5 des Dispositivs des Entscheids des Einzelgerichts Prätti-
gau/Davos vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) wie folgt ab-
zuändern:

3.1. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, an die Kosten des Unterhalts 
und der Erziehung von D.________ CHF 780.00, zuzüglich Kinderzu-
lagen (von derzeit CHF 220.00) sowie einen Betreuungsunterhalt von 
CHF 490.00 zu bezahlen. Der Unterhaltsbeitrag sei im Voraus zahlbar, 
und zwar an die Gesuchsgegnerin, jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats.

3.2. Es sei festzustellen, dass der Gesuchsteller der Gesuchsgegnerin ab 
dem 18. Oktober 2018 keinen Unterhalt für C.________, geboren am 
________ 2008, mehr schuldet.

4. [Regelung des ausserordentlichen Kindesunterhalts]

5. [Herausgabe von dem Sohn C.________ gehörenden Gegenständen]

6. Alle weitergehenden oder anderslautenden Anträge des Gesuchstel-
lers seien abzuweisen.

7. Der Gesuchsgegnerin sei Gelegenheit zu geben, nach Abschluss des 
Beweisverfahrens ihre Anträge zu präzisieren und abzuändern oder zu 
ergänzen.

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Gesuchstellers.

J. Mit Eingabe vom 29. April 2019 beantragte B._____ die Ansetzung einer 
mündlichen Verhandlung, das Einholen von schriftlichen Auskünften bei allen 
Lehrpersonen von C.________ und D.________, und eine abermalige Anhörung 
der Kinder. Mit Schreiben vom 1. Mai 2019 gab der Regionalgerichtspräsident des 
Regionalgerichts Prättigau/Davos den Anträgen statt und führte die genannten 
Beweiserhebungen in der Folge durch. 

K. Am 5. Juni 2019 fand die mündliche Hauptverhandlung statt. Dabei hielt 
B._____ grundsätzlich an seinen Anträgen fest, verzichtete jedoch in Abänderung 
von Ziff. 1 seiner Anträge auf die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge. Auch 
A._____ hielt an ihren Anträgen − ausser dem Antrag 7 − ausdrücklich fest.

L. Mit Entscheid vom 5. Juni 2019, mitgeteilt am 27. Juni 2019, erkannte der 
Regionalgerichtspräsident des Regionalgerichts Prättigau/Davos wie folgt:

1. Das Gesuch um Abänderung von vorsorglichen Massnahmen im 
Scheidungsverfahren wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 2, 4, 5 und 
6 des Dispositivs des Entscheids des Einzelgerichts Prättigau/Davos 
vom 15. Juni 2018 (Proz. Nr. 135-2018-206) werden aufgehoben und 

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der Entscheid betreffend superprovisorische Massnahmen des Einzel-
gerichts Prättigau/Davos vom 20. März 2019 (Proz. Nr. 135-2018-421) 
wird bestätigt.

2. Die gemeinsamen Kinder C.________, geboren ________ 2008, und 
D.________, geboren ________ 2010, werden für die Dauer der Tren-
nung unter die alleinige Obhut von B._____ gestellt. 

Die elterliche Sorge bleibt für die Dauer des Getrenntlebens weiterhin 
bei beiden Elternteilen. Entsprechend sind sie verpflichtet, sämtliche 
wesentliche Fragen der Pflege, Erziehung, Ausbildung, medizinische, 
therapeutische und zahnmedizinische Massnahmen miteinander ab-
zusprechen. Auch über medizinische Abklärungen, gesundheitliche 
Zustände und schulische Vorgänge sind die Eltern verpflichtet, sich 
gegenseitig unaufgefordert und umfassend zu orientieren, wobei jeder 
Ehegatte die Informationen selber direkt bei den entsprechenden Stel-
len einholen kann. Die Einholung von Zustimmungserklärungen und 
Orientierungen kann auch über den Kinderarzt oder die Schule erfol-
gen.

3. A.________ steht ein Besuchsrecht für D.________ − mit entspre-
chender Pflicht − am ersten und dritten Samstag und Sonntag im Mo-
nat zu, wie folgt:

a) A.________ holt D.________ am Samstag in H.________ GR ab. 
Treffpunkt ist Bahnhof H.________, 10:10 Uhr. B._____ holt 
D.________ am darauffolgenden Sonntag um 18:00 Uhr am 
Wohnsitz von A.________ (derzeit: ________ I.________ ) ab 
und bringt sie nach H.________ GR zurück.

b) Über Verspätungen und dergleichen ist der andere Elternteil un-
verzüglich zu informieren.

c) Die Kosten dieser Fahrten trägt jene Person, welche die Kinder 
begleitet.

d) Die Kosten von D.________ während ihres Aufenthaltes bei der 
Mutter trägt die Mutter.

A.________ ist berechtigt und verpflichtet, D.________ drei Wochen 
während der Schulferien (unter Absprache mit dem Vater drei Monate 
im Voraus) und in den geraden Jahren an Ostern und Neujahr, in den 
ungeraden Jahren an Pfingsten und Weihnachten, auf ihre Kosten zu 
betreuen. Während der übrigen Zeit wird D.________ vom Vater be-
treut. 

Die Ehegatten können von den fixierten Regelungen durch vorgängig 
getroffene, übereinstimmende Vereinbarung abweichen. Diesfalls ist 
die Beistandsperson zu informieren (s. Dispositiv Ziff. 4). Den Eltern ist 
bekannt, dass das Kindswohl, d.h. das Wohl von C.________ und 
D.________, ihren Interessen und Bedürfnissen vorgeht.

4. Für D.________ wird eine Beistandschaft mit besonderen Befugnissen 
gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Zweck dieser Beistandschaft ist 
die Sicherstellung, dass D.________ nach den Besuchswochenenden 
oder nach Ferien bei/mit ihrer Mutter A._____ wiederum zum Vater 
B._____ zurückkehrt. Die Beistandsperson hat den Auftrag, die 
Übergaben von D.________ an den Kindsvater jeweils am Besuchs-
wochenend-Sonntagabend oder am Abend des letzten Ferientags, den 

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D.________ mit ihrer Mutter verbringt, je 18:00 Uhr, am Wohnsitz der 
Kindsmutter (derzeit: ________ I.________ ) zu gewährleisten. Sie hat 
die Kompetenz, eine Dritthilfe (eine Fachperson) einzusetzen, die beim 
Vollzug der Übergaben von D.________ an den Kindsvater dabei ist. 
Die Beistandsperson hat dem Regionalgericht Prättigau/Davos, Unre-
gelmässigkeiten vorbehalten, alle zwei Monate Bericht zu erstatten. 
Mit dem Vollzug dieser Massnahme wird die KESB Prättigau/Davos 
beauftragt.

5. Das Besuchs- und Ferienrecht betreffend C.________ wird für die 
Dauer des Scheidungsverfahrens sistiert.

6. Es wird gerichtlich festgestellt, dass B._____ ab 18. Oktober 2018 kei-
nen Unterhalt für C.________ und ab 26. Januar 2019 keinen Unter-
halt für D.________, je an A.________, mehr schuldet. 

Allfällige von B._____ an A.________ zu viel geleistete Unterhaltsbei-
träge können zurückgefordert werden.

7. A.________ wird verpflichtet, die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge 
zu bezahlen:

a) für C.________: rückwirkend ab dem 1. November 2018 bis zum 
31. Januar 2019: CHF 820.00 pro Monat (Barunterhalt).

b) für C.________ und D.________: rückwirkend ab dem 1. Februar 
2019 bis zum 31. August 2019: je CHF 669.00 pro Monat (Barun-
terhalt).

c) für C.________: ab dem 1. September 2019 CHF 820.00 pro Mo-
nat (Barunterhalt).

d) für D.________: ab dem 1. September 2019 CHF 700.00 pro Mo-
nat (Barunterhalt).

Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar an den 
Kindsvater B._____, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.

8. Die übrigen Anträge der Parteien werden abgewiesen.

9. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 2’000.00 gehen zu Lasten von 
A.________ und werden mit dem von B._____ geleisteten Kostenvor-
schuss von CHF 1'000.00 verrechnet. A.________ wird verpflichtet, 
B._____ den Betrag von CHF 1’000.00 zu bezahlen. Zudem wird 
A.________ verpflichtet, dem Regionalgericht Prättigau/Davos die 
noch fehlenden CHF 1'000.00 zu bezahlen.

10. A.________ wird verpflichtet, B._____ mit CHF 10’631.85 (inkl. Bar-
auslagen und MwSt.) ausseramtlich zu entschädigen.

11. (Rechtsmittelbelehrung)

12. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid)

13. (Mitteilung)

M. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ mit Eingabe vom 10. Juli 2019 
beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung. Sie stellt folgende Rechtsbegeh-
ren:

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1. Ziffer 1 (eins) und Ziffer 2 (zwei) und Ziffer 8 (acht) des Rechtsspruchs 
des Entscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 5. Juni 
2019 seien aufzuheben und wie folgt abzuändern:

Der gemeinsame Sohn C.________, geboren ________ 2008, sei für 
die Dauer der Trennung unter die alleinige Obhut von B._____ zu stel-
len. Die gemeinsame Tochter D.________, geboren ________ 2010, 
sei für die Dauer der Trennung unter die alleinige Obhut von 
A.________ zu stellen.

Die elterliche Sorge bleibe für die Dauer des Getrenntlebens weiterhin 
bei beiden Elternteilen. Entsprechend seien sie verpflichtet, sämtliche 
wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung, Ausbildung, medizinische, 
therapeutische und zahnmedizinische Massnahmen miteinander ab-
zusprechen. Auch über medizinische Abklärungen, gesundheitliche 
Zustände und schulische Vorgänge seien die Eltern verpflichtet, sich 
gegenseitig unaufgefordert und umfassend zu orientieren, wobei jeder 
Ehegatte die Informationen selber direkt bei den entsprechenden Stel-
len einholen könne. Die Einholung von Zustimmungserklärungen und 
Orientierungen könne auch über den Kinderarzt oder die Schule erfol-
gen.

2.1. Ziffer 1 (eins) und Ziffer 3 (drei) und Ziffer 4 (vier) und Ziffer 8 (acht) 
des Rechtsspruchs des Entscheids des Regionalgerichts Prätti-
gau/Davos vom 5. Juni 2019 seien aufzuheben und wie folgt abzuän-
dern:

Der Gesuchsteller sei während der Dauer des Scheidungsverfahrens 
zu berechtigen und verpflichten, die gemeinsame Tochter 
D.________, geboren am ________ 2010, unter Beizug einer Fach-
person (begleitetes Besuchsrecht) auf eigene Kosten und ohne Abzug 
von den Unterhaltsbeitragspflichten wie folgt auf Besuch zu nehmen:

a) Mit Ausnahme derjenigen Samstage, an denen eine Veranstal-
tung des Blaurings J.________, der Mädchenriege oder der 
Tanzschule K.________ stattfindet, jeden 1. und 3. Samstag ei-
nes Monats, von 09.00 Uhr bis 19.00 Uhr.

b) Über Verspätungen und dergleichen ist der andere Elternteil un-
verzüglich zu informieren.

c) In den geraden Jahren an Ostern und Neujahr und in den ungera-
den Jahren an Pfingsten und Weihnachten jeweils tageweise.

d) Ein weitergehendes oder anderslautendes Besuchs- und Ferien-
recht sei der einvernehmlichen Regelung der Eltern unter Berück-
sichtigung der Wünsche und des Wohles des Kindes vorbehalten. 
Diesfalls sei die beigezogene Fachperson zu informieren.

2.2. Eventualiter zu Antrag Ziff. 2.1 seien Ziffer 1 (eins) und Ziffer 3 (drei) 
und Ziffer 4 (vier) und Ziffer 8 (acht) des Rechtsspruchs des Ent-
scheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 5. Juni 2019 auf-
zuheben und wie folgt abzuändern:

Das Besuchs- und Ferienrecht betreffend D.________ sei für die Dau-
er des Scheidungsverfahrens zu sistieren.

3. Ziffer 1 (eins) und Ziffer 6 (sechs) und Ziffer 8 (acht) des Rechts-
spruchs des Entscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 
5. Juni 2019 seien aufzuheben und wie folgt abzuändern:

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a) Es sei gerichtlich festzustellen, dass B._____ ab 18. Oktober 
2018 keinen Unterhalt für C.________ an A.________ mehr 
schulde.

Allfällige von B._____ an A.________ zu viel geleistete Unter-
haltsbeiträge für C.________ können zurückgefordert werden.

b) Es sei gerichtlich festzustellen, dass B._____ vom 26. Januar 
2019 bis zur Rechtskraft des vorliegenden Urteils keinen Unterhalt 
für D.________ an A.________ schulde.

Allfällige von B._____ an A.________ während der genannten 
Zeitspanne zu viel geleistete Unterhaltsbeiträge für D.________ 
können zurückgefordert werden.

4.1. Ziffer 1 (eins) und Ziffer 7 (sieben) und Ziffer 8 (acht) des Rechts-
spruchs des Entscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 
5. Juni 2019 seien aufzuheben und wie folgt abzuändern:

B._____ sei zu verpflichten, A.________ an den Unterhalt für 
D.________ ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils einen monatli-
chen, gerichtsüblich zu indexierenden, vorauszahlbaren und ab Verfall 
zu 5% verzinslichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'270.00 (davon CHF 
490.00 Betreuungsunterhalt) zuzüglich allfälliger Kinder- und Ausbil-
dungszulagen zu zahlen.

4.2. Eventualiter zu Antrag Ziffer 4.1. seien Ziffer 1 (eins) und Ziffer 7 (sie-
ben) und Ziffer 8 (acht) des Rechtsspruchs des Entscheids des Regio-
nalgerichts Prättigau/Davos vom 5. Juni 2019 aufzuheben und wie 
folgt abzuändern:

a) A.________ sei zu verpflichten, B._____ an den Unterhalt für 
C.________ ab dem 1. Januar 2020 einen monatlichen, gerichts-
üblich zu indexierenden, vorauszahlbaren und ab Verfall zu 5% 
verzinslichen Unterhaltsbeitrag von CHF 120.00 zu zahlen.

b) A.________ sei zu verpflichten, B._____ an den Unterhalt für 
D.________ ab dem 1. Januar 2020 einen monatlichen, gerichts-
üblich zu indexierenden, vorauszahlbaren und ab Verfall zu 5% 
verzinslichen Unterhaltsbeitrag von CHF 120.00 zu zahlen.

5. Ziffer 8 (acht) und Ziffer 9 (neun) und Ziffer 10 (zehn) des Rechts-
spruchs des Entscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 5. 
Juni 2019 seien aufzuheben wie folgt abzuändern:

Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens seien zulasten des Ge-
suchstellers zu verlegen und der Gesuchsteller habe der Gesuchs-
gegnerin für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung 
nach richterlichem Ermessen zu bezahlen.

6. Der Berufung der Gesuchsgegnerin sei vollumfänglich die aufschie-
bende Wirkung zu erteilen und die Vollstreckung des vorinstanzlichen 
Entscheids damit in den angefochtenen Teilen aufzuschieben.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren zu 
Lasten des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten.

N. B._____ beantragt in seiner Berufungsantwort vom 22. Juli 2019 was folgt:

1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.

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Eventualantrag:
Falls dem Antrag der Berufungsklägerin und Gesuchsgegnerin, die 
gemeinsame Tochter D.________ unter ihre Obhut zu stellen, stattge-
geben wird, sei der Berufungsbeklagte und Gesuchsteller zu berechti-
gen und zu verpflichten, die gemeinsame Tochter D.________ jeweils 
am 1. und 3. Wochenende jedes Monats, von Samstag, 8.30 Uhr, bis 
Sonntag, 17.50 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen. Der Berufungs-
beklagte und Gesuchsteller sei dabei zu verpflichten, D.________ 
samstags am Wohnort der Berufungsklägerin und Gesuchsgegnerin in 
Empfang zu nehmen, und die Berufungsklägerin sei zu verpflichten, 
D.________ sonntags beim Berufungsbeklagten und Gesuchsteller 
abzuholen.

Der Berufungsbeklagte und Gesuchsteller sei zu berechtigen, 
D.________ in Jahren mit gerader Jahreszahl an Ostern und Neujahr 
und in Jahren mit ungerader Jahreszahl an Pfingsten und Weihnach-
ten, jeweils an sämtlichen freien Tagen, und während den Schulferien 
jährlich vier Wochen zu sich zu nehmen.

Es sei der Berufungsbeklagte und Gesuchsteller zu verpflichten, an 
den Unterhalt seiner Tochter D.________ monatlich CHF 700.00 zu-
züglich allfälliger von ihm bezogener Kinderzulagen zu bezahlen.

2. Es sei der Berufung keine aufschiebende Wirkung zu erteilen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Verfahren zu Lasten 
der Berufungsklägerin und Gesuchsgegnerin.

O. Mit Eingaben vom 2. September 2019 und 15. Oktober 2019 reichte 
A._____ verschiedene weitere Beweismittel betreffend ihre Bemühungen um eine 
Arbeitsstelle ein. Zudem legte sie mit Schreiben vom 22. November 2019 eine un-
terzeichnete Teilkonvention zwischen den Ehegatten betreffend güterrechtlicher 
Auseinandersetzung ins Recht.

P. A._____ nahm zur Berufungsantwort fristgerecht am 30. März 2020 Stel-
lung. B._____ reichte am 2. April 2020, ebenfalls fristgerecht, eine Stellungnahme 
zu den Noveneingaben von A._____ ein; mit Eingabe vom 6. April 2020 äusserte 
er sich schliesslich innert Frist auch zur Replik der Berufungsklägerin vom 30. 
März 2020. 

Q. Mit prozessleitender Verfügung vom 27. April 2020 erkannte die Vorsitzen-
de der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden in Bezug auf die be-
antragte aufschiebende Wirkung wie folgt:

1. Der Antrag um Gewährung der aufschiebenden Wirkung wird dahin-
gehend gutgeheissen, als die Vollstreckbarkeit der Dispositiv-Ziffer 7, 
soweit sie die Unterhaltsbeiträge für die Zeit vor dem 1. Juli 2019 be-
trifft, sowie der Dispositiv-Ziffern 9 und 10 des Entscheides des Einzel-
richters am Regionalgericht Prättigau/Davos (Proz. Nr. 135-2018-421) 
vom 5. Juni 2019 aufgeschoben wird. Im Übrigen wird der Antrag ab-
gewiesen.

11 / 48

2. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

3. (Rechtsmittel)

Im Rahmen der Erwägungen hielt die Vorsitzende überdies fest, dass der Schrif-
tenwechsel abgeschlossen sei, eine mündliche Berufungsverhandlung bei den 
gegebenen Verhältnissen nicht erforderlich erscheine und folglich ein Entscheid 
aufgrund der Akten ergehen werde (Art. 316 Abs. 1 ZPO).

R. Am 8. Mai 2020 reichte A._____ eine weitere Noveneingabe im Zusam-
menhang mit ihrer Stellensuche ein.

S. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Er-
wägungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Entscheide betreffend vorsorgliche Massnahmen im Ehescheidungsverfah-
ren werden vom Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht im summarischen 
Verfahren getroffen (vgl. Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO und Art. 4 
Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[EGzZPO; BR 320.100]). Gegen solche Entscheide kann – unter der Vorausset-
zung, dass eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit vorliegt oder der Streitwert 
im Falle einer vermögensrechtlichen Streitigkeit den Betrag von CHF 10'000.00 
übersteigt – Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO an das Kantonsgericht von 
Graubünden erhoben werden (Art. 308 Abs. 1 lit. b u. Abs. 2 ZPO, Art. 7 Abs. 1 
EGzZPO). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche 
Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer 
(Art. 6 lit. a der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 
173.100]).

1.2. Die Berufung gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen Ent-
scheid ist innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids schrift-
lich einzureichen, wobei der angefochtene Entscheid beizulegen ist (Art. 311 ZPO 
i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO). Der vorliegend angefochtene Entscheid des Einzel-
richters in Zivilsachen am Regionalgericht Prättigau/Davos vom 5. Juni 2019 wur-
de den Parteien am 27. Juni 2019 mitgeteilt und ging A._____ am 1. Juli 2019 zu. 
Die von ihr dagegen am 10. Juli 2019 erhobene Berufung erfolgte unter Berück-
sichtigung von Art. 142 Abs. 3 ZPO fristgerecht.

12 / 48

1.3. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens bilden einerseits die 
Obhutszuteilung von C.________ und D.________ an B._____ (im Folgenden als 
Vater oder Ehemann bezeichnet) und damit zusammenhängend die Regelung des 
persönlichen Verkehrs mit A._____ (im Folgenden als Mutter oder Ehefrau be-
zeichnet). Andererseits wird eine Änderung des erstinstanzlichen Entscheids hin-
sichtlich der Unterhaltspflicht der Mutter gegenüber ihren Kindern verlangt. In ver-
mögensrechtlichen Angelegenheiten ist eine Berufung nur zulässig, wenn der 
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 
CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Vorliegend überwiegt in der zu be-
urteilenden Streitsache – wie regelmässig in familienrechtlichen Angelegenheiten 
– der nicht vermögensrechtliche Aspekt, womit der Streitwert in Bezug auf die Un-
terhaltspflicht nicht weiter zu prüfen ist (vgl. Urteil des Bundesgericht 5A_72/2016 
vom 2. November 2016 E. 1; Peter Diggelmann, in: Brunner/Gasser/Schwander 
[Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2016, 
N 1, 28 zu Art. 91 ZPO).

1.4. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist eine Berufung zu begründen, selbst wenn die 
entsprechende Sache dem Offizial- und Untersuchungsgrundsatz unterliegt. Aus 
der Begründung muss hervorgehen, welche Punkte des erstinstanzlichen Ent-
scheids angefochten werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den ange-
fochtenen Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu entscheiden ist. Eine 
blosse Wiedergabe erstinstanzlicher Rechtsschriften in der Berufungsschrift oder 
ein blosser Hinweis auf die Vorakten genügt den Begründungsanforderungen 
nicht. Die kritisierten Ausführungen und die Beilagen müssen genau bezeichnet 
werden. Fehlt eine Begründung oder sind die Anträge auch im Lichte der Begrün-
dung ungenügend, ist auf die Berufung nicht einzutreten (BGE 138 III 374 E. 4.3 = 
Pra 2013 Nr. 4; Urteil des Bundesgerichts 5A_141/2014 vom 28. April 2014 E. 2.4; 
Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 
2016, N 36 ff. zu Art. 311 ZPO; Benedikt Seiler, Die Berufung nach der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung, Basel 2011, S. 366 f.). 

Vorliegend rügt der Ehemann, dass die eingereichte Berufungsschrift den Anfor-
derungen von Art. 311 Abs. 1 ZPO nicht genügt. Begründend führt er aus, dass 
die Ehefrau sich nicht mit den Erwägungen der Vorinstanz auseinandergesetzt 
habe und über weite Teile der Berufung die Ausführungen aus der Stellungnahme 
vor der Vorinstanz kopiert habe (Berufungsantwort, N 7.).

Die Berufungsschrift enthält tatsächlich einige Abschnitte, welche bereits wörtlich 
vor der Vorinstanz vorgebracht worden sind; abschnittsweise wird auch die Be-

13 / 48

gründung wiederholt. Insgesamt vermag die Berufungsschrift den Anforderungen 
von Art. 311 Abs. 1 ZPO jedoch zu genügen, da die Begründung stellenweise − im 
Vergleich zur vorinstanzlichen Argumentation − präzisiert wird und inhaltlich in 
verschiedenen Punkten in Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Ent-
scheid neue Aspekte vorgebracht werden. Inwiefern dies auf einzelne Stellen nicht 
zutrifft, ist im Folgenden jeweils gesondert zu beurteilen.

1.4. Mit der Berufung als vollkommenes Rechtsmittel kann gemäss Art. 310 
ZPO die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a), die unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts (lit. b) und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit gel-
tend gemacht werden. Sind die Anforderungen an die Begründung erfüllt, über-
prüft die Berufungsinstanz den angefochtenen Entscheid sowohl in rechtlicher als 
auch in tatsächlicher Hinsicht frei. Sie verfügt über volle Kognition (Art. 310 ZPO) 
und wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO; Peter Reetz/Stefanie 
Theiler, a.a.O., N 5 ff. zu Art. 310 ZPO). Nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung ist die Berufungsinstanz allerdings nicht gehalten, von sich aus wie eine 
erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen 
Fragen zu untersuchen, wenn keine entsprechenden Rügen der Parteien vor der 
zweiten Instanz vorliegen. Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich die 
Berufungsinstanz grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und Beru-
fungsantwort gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen zu 
beschränken. Die Rügen der Parteien geben mithin das Prüfungsprogramm der 
Berufungsinstanz vor. In rechtlicher Hinsicht ist die Berufungsinstanz bei dieser 
Prüfung jedoch weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an die Argu-
mente der Parteien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist sie nicht an die Fest-
stellungen des erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels entspre-
chender Sachverhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstinstanzli-
che Entscheid nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechtsmittel-
verfahrens dient (BGE 144 III 394 E. 4.1.4; 142 III 413 E. 2.2.4; Urteile des Bun-
desgerichts 4A_184/2017 vom 16. Mai 2017 E. 4.2.1 und 4A_397/2016 vom 30. 
November 2016 E. 3.1, je m.w.H). Im Ergebnis besteht für die Berufungsinstanz 
eine Prüfungspflicht hinsichtlich der in der Berufungsschrift (rechtsgenügend) gel-
tend gemachten Mängel und ein Prüfungsrecht bezüglich allfälliger anderer Män-
gel des angefochtenen Entscheids.

1.5. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Be-
weismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden 
(lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 

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werden konnten (lit. b). In Verfahren, welche − wie das vorliegende (vgl. nachfol-
gend E. 2.2) − der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime unterstehen, ist 
nach neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung die strikte Anwendung von 
Art. 317 Abs. 1 ZPO allerdings nicht gerechtfertigt. Vielmehr ist es zuzulassen, 
dass die Parteien im Berufungsverfahren Noven einreichen, auch wenn die Vor-
aussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (vgl. BGE 144 III 349 
E. 4.2.1 m.w.H. = Pra 2019 Nr. 88; Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden 
ZK1 16 105 vom 17. September 2018 E. 2.2.2). Somit sind die von den Parteien 
vorliegend neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel grundsätzlich zuzulas-
sen und, sofern von Relevanz, zu berücksichtigen. 

Ungeachtet vorstehender Ausführungen ist es den Parteien verwehrt, sowohl ech-
te als auch unechte Noven vorzubringen, wenn der Berufungsprozess aufgrund 
der Spruchreife der Berufungssache in die Phase der Urteilsberatung übergeht. 
Denn in der Phase der Urteilsberatung muss der Prozessstoff abschliessend so 
fixiert sein, dass das Gericht die Berufungssache gestützt darauf sorgfältig beraten 
und ein Urteil ausfällen kann. Die Phase der Urteilsberatung beginnt mit dem Ab-
schluss einer allfälligen Berufungsverhandlung (vgl. BGE 138 III 788 E. 4.2) oder 
aber mit der förmlichen Mitteilung des Berufungsgerichts, dass es die Berufungs-
sache für spruchreif halte und nunmehr zur Urteilsberatung übergehe (BGE 142 III 
413 E. 2.2.5 f.; BGE 138 III 788 E. 4.2). Vorliegend begann die Beratungsphase 
mit der in der prozessleitenden Verfügung vom 27. April 2020 enthaltenen Fest-
stellung der Vorsitzenden, dass der Schriftenwechsel abgeschlossen sei und ein 
Entscheid aufgrund der Akten ergehen werde. Im Zeitpunkt des Eingangs der No-
veneingabe der Mutter vom 8. Mai 2020 waren die Vorbereitungen für die Ausar-
beitung eines Entscheidentwurfs im Sinne von Art. 23 der Verordnung über die 
Organisation des Kantonsgerichts (KGV; BR 173.100) dementsprechend bereits 
im Gang. Die genannte Eingabe muss beim Entscheid über die Berufung daher 
unberücksichtigt bleiben.

2.1. Im Scheidungsverfahren trifft das Gericht die nötigen vorsorglichen Mass-
nahmen. Dabei sind die Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der 
ehelichen Gemeinschaft sinngemäss anwendbar (Art. 276 Abs. 1 ZPO). Nach 
Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB legt das Gericht auf Begehren eines Ehegatten unter 
anderem die Unterhaltsbeiträge an die Kinder fest; nach Art. 176 Abs. 3 ZGB trifft 
das Gericht in Bezug auf minderjährige Kinder zudem auch die übrigen notwendi-
gen Massnahmen. Verändern sich die Verhältnisse vor dem rechtskräftigen Ab-
schluss des Scheidungsverfahren, kann die einmal getroffene Regelung nach 
Massgabe von Art. 179 ZGB angepasst werden (Art. 276 Abs. 2 ZPO). Erforder-

http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2020&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-III-788%3Afr&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page788

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lich ist in der Regel eine erhebliche und dauernde Veränderung, wobei an die 
Dauerhaftigkeit angesichts der beschränkten Gültigkeitsdauer der vorsorglichen 
Massnahmen keine allzu grossen Anforderungen zu stellen sind (Marcel Leuen-
berger, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: An-
hänge, 3. Auflage, Bern 2017, N 14 zu Art. 276 ZPO). Die Änderung kann sich auf 
die wirtschaftlichen Verhältnisse der Ehegatten, ihre berufliche oder gesundheitli-
che Situation oder auf die Belange der unmündigen Kinder beziehen. Erheblich ist 
die Änderung, wenn die Fortdauer der bisherigen Massnahme Treu und Glauben 
widersprechen würde (vgl. dazu Bernhard Isenring/Martin A. Kessler, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 – 456 ZGB, 
6. Auflage, Basel 2018, N 3 zu Art. 179 ZGB). Vorsorgliche Massnahmen bezwe-
cken, in einem raschen Verfahren, ohne Anspruch auf abschliessende Beurtei-
lung, eine vorläufige Friedensordnung herzustellen. Die entscheidrelevanten 
tatsächlichen Verhältnisse sind dabei, bei freier Beweiswürdigung, nicht strikt zu 
beweisen, sondern lediglich glaubhaft zu machen (vgl. etwa Marcel Leuenberger, 
a.a.O., N 1 u. 21 zu Art. 276 ZPO; Urteile des Bundesgerichts 5A_1003/2014 vom 
26. Mai 2015 E. 3 sowie 5A_555/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 3.1). Es braucht 
somit nicht die volle Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein dieser Tatsa-
chen herbeigeführt zu werden, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahr-
scheinlichkeit dafürspricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rech-
net, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnten. Demnach darf das Gericht we-
der blosse Behauptungen genügen lassen noch einen stichhaltigen Beweis ver-
langen (BGE 130 III 321 E. 3.3, BGE 120 II 393 E. 4c).

2.2. In formeller Hinsicht ist für vorsorgliche Massnahmen im Ehescheidungs-
verfahren das summarische Verfahren anwendbar, unter Vorbehalt von Art. 272 
ZPO und Art. 273 ZPO (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO; Marcel 
Leuenberger, a.a.O., N 21 Anh. ZPO Art. 276). Nach Art. 272 ZPO stellt das Ge-
richt den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Diese sogenannte soziale oder ein-
geschränkte Untersuchungsmaxime verpflichtet das Gericht nicht zur eigentlichen 
Erforschung des Sachverhalts. Demgegenüber gilt nach Art. 296 Abs. 1 ZPO die 
uneingeschränkte Untersuchungsmaxime, soweit in familienrechtlichen Angele-
genheiten Kinderbelange betroffen sind. Das Gericht hat in diesen Fällen den 
Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen, bis über die Tatsachen, die für die 
Beurteilung des strittigen Anspruchs erforderlich sind, hinreichende Klarheit be-
steht. Die Geltung der (eingeschränkten oder vollen) Untersuchungsmaxime än-
dert nichts an der Beweislast und enthebt die Parteien nicht davon, an der Samm-
lung des Prozessstoffes mitzuwirken. Es obliegt ihnen, dem Gericht die rechtser-
heblichen Tatsachen zu unterbreiten und es auf die verfügbaren Beweismittel hin-

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zuweisen (Urteil des Bundesgerichts 5A_645/2016 bzw. 5A_651/2016 vom 18. 
Mai 2017 E. 3.2.3 m.w.H.; BGE 125 III 231 E. 4a; Thomas Sutter-Somm/Yannick 
Sean Hostettler, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 8 ff. 
zu Art. 272 ZPO). In Kinderbelangen nach Art. 296 Abs. 3 ZPO ist des Weiteren 
die Offizialmaxime anwendbar, nach der das Gericht ohne Bindung an die Partei-
anträge entscheidet (Rolf Vetterli, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm 
Scheidung, Band II: Anhänge, 3. Auflage, Bern 2017, N 3 ff. Anh. ZPO Art. 272; 
Marcel Leuenberger, a.a.O., N 21 Anh. ZPO Art. 276; Jonas Schweighauser, in: 
Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: Anhänge, 3. Auf-
lage, Bern 2017, N 37 f. Anh. ZPO Art. 296).

Die Untersuchungs- und die Offizialmaxime gelangen in Kinderbelangen in allen 
familienrechtlichen Verfahren, in allen Verfahrensstadien und vor allen kantonalen 
Instanzen, mithin auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren, als allgemeine 
Grundsätze zur Anwendung (BGE 137 III 617 E. 4.5.2; Jonas Schweighauser, 
a.a.O., N 3, 6, 11 u. 13 Anh. ZPO Art. 296). Da im vorliegenden familienrechtli-
chen Verfahren einzig Kinderbelange strittig sind, sind die uneingeschränkte Un-
tersuchungsmaxime und die Offizialmaxime anwendbar.

3. Die Vorinstanz bejahte das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Abän-
derung des Massnahmeentscheids vom 15. Juni 2018 und stellte C.________ und 
D.________ im angefochtenen Entscheid vom 5. Juni 2019 unter die alleinige Ob-
hut des Vaters. Gleichzeitig regelte die Vorinstanz das Kontaktrecht und die Un-
terhaltspflicht der Ehefrau, und errichtete für D.________ eine Beistandschaft mit 
besonderen Befugnissen. 

Im vorliegenden Berufungsverfahren stellt die Mutter verschiedene umfassende 
Berufungsbegehren, welche inhaltlich teilweise den Wortlaut des vorinstanzlichen 
Dispositivs übernehmen und inhaltlich übereinstimmend sind. So beantragt sie 
beispielsweise die Obhutszuteilung über C.________ an seinen Vater, obwohl 
diese bereits im erstinstanzlichen Entscheid dem Vater zugesprochen worden ist. 
Seitens des Berufungsbeklagten wird daher beantragt, auf die Berufung sei inso-
weit nicht einzutreten, da an einer Beurteilung der betreffenden Punkte kein 
Rechtsschutzinteresse bestehe. Rechtsbegehren sind im Lichte der Begründung 
auszulegen (BGE 137 III 617 E. 4.2 ff. m.w.H.). Aus der Begründung der Berufung 
geht hervor, dass die Mutter nur die Zuweisung der faktischen Obhut über 
D.________ an sie, die Regelung des Besuchs- und Ferienrechts des Ehemanns 
und eine Neufestsetzung der Unterhaltspflichten verlangt. Zusätzlich beantragt sie 
die Verlegung der vorinstanzlichen Gerichtskosten zulasten des Ehemannes. Das 

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vorliegenden Verfahren ist damit auf diese Fragen zu beschränken. Die Obhutszu-
teilung für C.________ und die gemeinsame elterliche Sorge bilden hingegen ge-
nauso wenig Gegenstand der Berufung wie der Wegfall der väterlichen Verpflich-
tung zur Bezahlung der im Entscheid vom 15. Juni 2018 festgesetzten Unterhalts-
beiträge für die Zeit, in welcher die Verantwortung für die Betreuung der Kinder bei 
ihm lag. Dass diese Punkte dennoch in die Berufungsbegehren aufgenommen 
wurden, ist einzig darauf zurückzuführen, dass sich die nach Auffassung der Mut-
ter zu ändernden Dispositivziffern des angefochtenen Entscheides jeweils auf bei-
de Kinder beziehen. Ein (teilweiser) Nichteintretensentscheid hat deswegen nicht 
zu ergehen.

4. Hauptstreitpunkt unter den Parteien bildet die Frage nach der Zuteilung der 
Obhut über die Tochter D.________. 

4.1. Können sich die Eltern nach der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes 
nicht auf ein Betreuungsmodell einigen, kann das Gericht in einem Scheidungs- 
oder Eheschutzverfahren eine Regelung der alleinigen oder alternierenden Obhut 
vornehmen (vgl. Art. 176 Abs. 3 und Art. 298 Abs. 2 ZGB). Unter der Herrschaft 
des alten Rechts war das "Obhutsrecht" Bestandteil des elterlichen Sorgerechts. 
"Obhut" im Rechtssinne bedeutete das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes und 
die Modalitäten seiner Betreuung zu bestimmen. Im neuen Recht umfasst die el-
terliche Sorge auch das "Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen" (s. 
Art. 301a Abs. 1 ZGB). Die Bedeutung der "Obhut" reduziert sich – losgelöst vom 
Sorgerecht – auf die "faktische Obhut", das heisst auf die Befugnis zur täglichen 
Betreuung des Kindes und auf die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusam-
menhang mit seiner Pflege und laufenden Erziehung (BGE 142 III 612 E. 4.1 und 
142 III 617 E. 3.2.2., jeweils m.w.H.; Heinz Hausheer/Thomas Geiser/Regina E. 
Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 6. Aufla-
ge, Bern 2018, N 17.100; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Geiser/Foun-
toulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 – 456 ZGB, 6. Aufla-
ge, Basel 2018, N 6 zu Art. 296 ZGB). Das Aufenthaltsbestimmungsrecht umfasst 
im Sinne der bisherigen "rechtlichen Obhut" das Recht, den Aufenthaltsort des 
Kindes und die Art der Betreuung zu bestimmen, unter Einschluss des Rechts, die 
(faktische) Obhut selbst auszuüben, das Kind Dritten anzuvertrauen, es wieder 
zurückzuholen, dessen Beziehungen zu überwachen und über seine Erziehung zu 
entscheiden. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge steht das Aufenthaltsbestim-
mungsrecht beiden Eltern zu, auch wenn das Kind unter der Obhut nur eines El-
ternteils steht (vgl. Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 6a zu Art. 296 
ZGB). 

18 / 48

Trotz der genannten Änderungen bleiben die von der Rechtsprechung unter dem 
bisherigen Recht entwickelten Kriterien zur Obhutszuteilung auch unter dem neu-
en Recht anwendbar. Leitprinzip ist das Kindeswohl, welches den Interessen der 
Eltern vorgeht. Einbezogen werden müssen zunächst die bestehenden Bindungen 
des Kindes zu den Elternteilen und die Erziehungsfähigkeit der Eltern. Dazu kom-
men ihre Eignung und Bereitschaft, sich persönlich um die Kinder zu kümmern 
und sich mit ihnen zu beschäftigen, sowie die Kooperationsbereitschaft und die 
Bereitschaft, insbesondere die Beziehung zum anderen Elternteil zuzulassen. Das 
Konfliktverhalten der Eltern kann deren Erziehungsfähigkeit und Betreuungsfähig-
keit beeinträchtigen. Es ist diejenige Lösung zu wählen, welche unter Berücksich-
tigung der gesamten Umstände dem Kind die notwendige Stabilität der Beziehun-
gen gewährleistet, die es zur optimalen Entwicklung und Entfaltung benötigt. Ge-
schwister sollen nach Möglichkeit nicht getrennt werden. Bei unterschiedlichen 
Bedürfnissen, emotionalen Bindungen und Wünschen der Kinder und der Erzie-
hungsfähigkeit beider Eltern steht aber einer separaten Obhutszuteilung nichts im 
Weg (vgl. Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 5 zu Art. 298 ZGB mit 
zahlreichen Hinweisen, u.a. auf BGE 136 I 175 E. 5.3. und Urteil des Bundesge-
richts 5A_976/2014 vom 30. Juli 2015 E. 2.3).

Die für die Regelung der Obhut massgeblichen Umstände können sich ihrer Natur 
nach im Verlaufe der Zeit derart verändern, dass eine Anpassung der einmal ge-
troffenen Ordnung notwendig wird. Das Gesetz sieht dementsprechend die Mög-
lichkeit einer Abänderung zufolge veränderter Verhältnisse sowohl für die in einem 
Scheidungsurteil enthaltene Regelung (Art. 134 ZGB) als auch für eine eheschutz-
richterliche resp. als vorsorgliche Massnahme ergangene Anordnung (Art. 179) 
ausdrücklich vor. Ob die eingetretene Änderung der tatsächlichen Verhältnisse 
eine Anpassung der gerichtlichen Regelung rechtfertigt, beurteilt sich wiederum 
aus der Perspektive des Kindeswohls. Namentlich ist bei einer beantragten Ob-
hutsänderung zu beachten, dass die Stabilität der Verhältnisse für eine harmoni-
sche Entwicklung der Kinder von erheblicher Bedeutung sein kann (Bernhard 
Isenring/ Martin A. Kessler, a.a.O., N 5 zu Art. 179 ZGB). Droht indessen die Bei-
behaltung der geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu gefährden 
respektive würde die aktuelle Regelung dem Kind mehr schaden als der Verlust 
an Kontinuität in der Erziehung und den Lebensumständen, der mit der Änderung 
einhergeht, sind die Voraussetzungen für eine Anpassung der bestehenden Rege-
lung jedenfalls gegeben. Zu beachten ist schliesslich, dass eine einvernehmlich 
erfolgte und über eine relevante Zeitdauer praktizierte Änderung in einem nachfol-
genden Abänderungsverfahren unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls fak-
tisch präjudizierende Wirkung entfalten kann (vgl. Christiana Fountoulakis/Peter 

19 / 48

Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 
Art. 1 – 456 ZGB, 6. Auflage, Basel 2018, N 3 f. zu Art. 134 ZGB).

4.2 Im vorliegenden Fall wies der Vorderrichter die Obhut über beide Kinder – 
in Abänderung des Entscheides vom 15. Juni 2018 und in Bestätigung seiner su-
perprovisorischen Anordnung vom 20. März 2019 – dem Vater zu. Mit Bezug auf 
C.________ erwog er, dass sich die Parteien einig seien, dass die Obhut dem Va-
ter alleine zuzuteilen sei und auch das Kindeswohl keine Anzeichen dafür liefere, 
dass die Obhut von C.________ anders geregelt werden müsste. Was 
D.________ anbelangt, kam er ebenfalls zum Schluss, dass das Kindeswohl mit 
einer Obhut des Vaters am besten gewahrt sei. D.________ habe sich in 
H.________ bei ihrem Vater gut eingelebt; es seien keine überzeugenden Gründe 
für einen erneuten Obhutswechsel ersichtlich. Vielmehr ergebe sich aus den Äus-
serungen von D.________, dass sie sich mit der Situation in H.________ abge-
funden habe und selbst keinen Wohnortswechsel zu ihrer Mutter wünsche. Nicht 
in Frage stehe schliesslich die Erziehungsfähigkeit des Vaters und auch dessen 
Wille, beide Kinder in seine Obhut zu nehmen. Dies habe er gezeigt, indem er 
beide Kinder jeweils umgehend aufgenommen habe (E. 3.6, S. 17 f., des ange-
fochtenen Entscheids). Die Ehefrau auf der anderen Seite habe mit ihrem Verhal-
ten erst Anlass zum vorliegenden Änderungsverfahren gegeben, indem sie am 
10. Oktober 2018 zuerst C.________, und am 25. Januar 2019 dann auch 
D.________ an den Ehemann und Vater abgegeben habe (E. 3.4, S. 16 f., des 
angefochtenen Entscheids). Die Begründung der Ehefrau, weshalb D.________ 
nun wieder in ihre Obhut gestellt werden solle, sei nicht stichhaltig. So überzeuge 
der Hinweis auf die Fremdbetreuung durch G.________ und das Nani (Schwester 
und Mutter der Ehefrau) schon deshalb nicht, weil sie dies offensichtlich nur in Be-
zug auf D.________, nicht jedoch auf C.________, als problematisch empfinde. 
Zu wenig glaubhaft gemacht sei ferner, dass D.________ vor ihrem Bruder ge-
schützt werden müsste, zumal weder die Auskünfte der Lehrpersonen noch die 
Aussagen der Zeugin G.________ solches nahelegen würden. Die durch die Mut-
ter vorgeschlagene und als fair bezeichnete Lösung, bei welcher jeder Ehegatte 
ein Kind in Obhut bekomme, entspreche schliesslich nicht dem Kindeswohl, son-
dern sei auf die Interessen der Eltern ausgerichtet. Aufgrund dieser Umstände sei 
auch D.________ unter die Obhut des Vaters zu stellen (E. 3.6, S. 18, des ange-
fochtenen Entscheids). Abschliessend wies die Vorinstanz den Vater darauf hin, 
dass mit der Übernahme der Obhut auch die Pflicht einhergehe, für die Kinder zu 
sorgen und sie persönlich zu betreuen. Nachvollziehbar sei, dass es ihm aufgrund 
seiner 100%-igen Erwerbstätigkeit in L.________ nicht möglich sei, die Kinder un-
ter der Woche alleine zu betreuen. Es sei daher auch eine den Kindern willkom-

20 / 48

mene Lösung, wenn die Tante G.________ und das Nani einspringen würden. 
Indessen müsste es dem Vater zumutbar sein, abends bei den Kindern vorbeizu-
schauen und sie wenn möglich auch unter der Woche über Nacht und an den Wo-
chenenden zu sich zu nehmen (E. 3.7, S. 18 f., des angefochtenen Entscheids). 

4.3. Die Mutter macht in ihrer Berufungsschrift verschiedene falsche Sachver-
haltsfeststellungen der Vorinstanz geltend. So widerspricht sie insbesondere der 
Feststellung der Vorinstanz, dass D.________ in H.________ Stabilität und Ruhe 
gefunden habe (Berufung, Ziff. 5.4.). Es sei erwiesen, dass C.________ nach wie 
vor zu aggressivem Verhalten neige. Die Klassenlehrerin habe bestätigt, dass sich 
D.________ bei ihr zweimal besorgt über einen Ausraster ihres Bruders gezeigt 
habe. D.________ sei in H.________ der Gefahr ausgesetzt, von ihrem Bruder 
C.________ tätlich angegangen zu werden (Berufung, Ziff. 5.1., 5.2., 5.4.1.). Wei-
ter legt die Ehefrau dar, dass sie durch die Grossmutter und die Tante von 
D.________ ständig schlechtgemacht werde, und führt einen Vorfall an, bei wel-
chem die Tante D.________ das Schicken einer Muttertagskarte verboten habe 
(Berufung, Ziff. 5.3., 5.4.2.). Durch diese negative Beeinflussung gehe die Mutter 
als Bindungs- und Bezugsperson völlig verloren. Eine solche Bindungsintoleranz 
zur eigenen Mutter könne so weit führen, dass das Mädchen sich später nicht 
selbst akzeptieren könne (Berufung, Ziff. 5.4.1.). Die Beeinflussung durch 
G.________ habe sich auch an der zweiten Kindsanhörung am 13. Mai 2019 ge-
zeigt. Aufgrund der Antworten von D.________ sei nämlich davon auszugehen, 
dass D.________ auf die Fragen vorbereitet worden sei; es sei unwahrscheinlich, 
dass ein neunjähriges Kind die Frage betreffend Häufigkeit der Besuche mit "jedes 
dritte Wochenende" beantworte. Deshalb sei nicht auf die zweite Kindesanhörung 
vom 13. Mai 2019, sondern alleine auf die erste Anhörung am 23. Januar 2019 
abzustellen. Dort habe sich D.________ so geäussert, dass sie bei der Mutter le-
ben wolle (Berufung, Ziff. 5.4.2., 5.4.3.). D.________ fühle sich bei ihr wohl. Als 
Primarlehrerin biete sie auch die besten Voraussetzungen, um sich um ihr Kind zu 
kümmern. Darüber hinaus sei D.________ in J.________ vielen Freizeitaktivitäten 
nachgegangen, und habe dort viele Freunde und Freundinnen gefunden (Beru-
fung, Ziff. 5.4.3., 5.4.5). 

Ihren plötzlichen Verzicht auf die Obhut und das Sorgerecht von D.________ am 
25. Januar 2019 begründet die Ehefrau damit, dass sie D.________ im Interesse 
des Kindeswohls zum Ehemann gelassen habe, da die Besuchsregelung ständig 
zu Auseinandersetzungen geführt hätte. Darunter habe D.________ sehr gelitten. 
Auch deshalb, weil die Grossmutter und die Tante von D.________ offenbar stän-
dig schlecht über ihre Mutter gesprochen hätten. Dass die Besuchsregelung Pro-

21 / 48

bleme für D.________ verursache, habe offensichtlich auch die Vorinstanz so ge-
sehen. Deshalb habe diese es als angebracht erachtet, eine Beistandschaft zu 
errichten (Berufung, Ziff. 5.3.).

Schliesslich beruft sich die Ehefrau in rechtlicher Hinsicht auf den Grundsatz, wo-
nach grundschulpflichtige Kinder in die Obhut desjenigen Elternteils zu geben sei-
en, welcher die Möglichkeit zur persönlichen Betreuung biete. Eine persönliche 
Betreuung gehe einer Fremdbetreuung vor (Berufung, Ziff. 5.5.). Vorliegend wür-
den C.________ und D.________ durch G.________ fremdbetreut, da die Kinder 
bei ihr schlafen, essen und die Freizeit verbringen würden. Der Vater wiederum 
zeige sich offensichtlich nicht bereit, sein eigenes Leben so zu gestalten, dass er 
die faktische Obhut auch tatsächlich ausüben würde. Nicht einmal an den Wo-
chenenden wolle er die Kinderbetreuung voll übernehmen (Berufung, Ziff. 5.5.1., 
5.5.2.). Aus diesem Grunde sei die Obhut über D.________ ihr zuzuweisen, da sie 
die persönliche Betreuung übernehmen würde (5.5.3.). Dies könne sie aufgrund 
seines aggressiven Verhaltens jedoch nicht für C.________ gewährleisten. Des-
halb gehe die vorinstanzliche Begründung, dass sie offenbar nur eine Fremdbe-
treuung von D.________ als inakzeptabel empfinde, ins Leere. Sie wünsche sich, 
dass C.________ von seinem Vater betreut werde (5.5.4.). 

4.4. Der Ehemann und Vater bestreitet in der Berufungsantwort die Ausführun-
gen der Ehefrau vollständig. Im Wesentlichen bringt er vor, dass die Vorinstanz 
angesichts der Situation, der Beweislage und des Verhaltens der Parteien richti-
gerweise zum Schluss gelangt sei, dass die beiden Kinder unter seiner Obhut 
besser aufgehoben seien (Berufungsantwort, N. 28.). Die Ehefrau wolle nur gera-
de diejenigen Beweismittel berücksichtigt haben, aus welchen sie etwas zu ihren 
Gunsten ablesen könne, während die Vorinstanz richtigerweise alle Beweismittel 
gewürdigt habe. Insbesondere legt der Vater dar, dass von C.________ keine Ge-
fahr gegenüber seiner Schwester ausgehe und dass keine Beeinflussung auf 
D.________ durch G.________ ausgeübt worden sei (Berufungsantwort, N. 22., 
23., 24., 25.).

Hinsichtlich der Argumentation zur Fremdbetreuung macht der Ehemann geltend, 
dass der durch die Ehefrau erwähnte Grundsatz, wonach die persönliche Betreu-
ung der Fremdbetreuung vorgehe, veraltet sei. So habe das Bundesgericht fest-
gestellt, dass Eigen- und Fremdbetreuung grundsätzlich gleichwertig seien. Der 
Vater bringt diesbezüglich sinngemäss vor, dass die Vorinstanz nun korrekt abge-
wogen habe, dass es mit dem Kindeswohl besser vereinbar sei, wenn die Ge-
schwister in einem erheblichen Rahmen fremdbetreut seien, als D.________ unter 
die Obhut der Mutter zu stellen (Berufungsantwort, N. 33. ff.).

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4.5.1. Vorliegend ist die Vorinstanz in Würdigung der konkreten Umstände zu 
Recht zum Schluss gekommen, dass beide Kinder für die Dauer des Scheidungs-
verfahrens in ihrem gegenwärtigen Betreuungssetting in H.________ verbleiben 
sollen. Für C.________ sieht sich die Mutter selber ausserstande, die Obhut zu 
übernehmen; für D.________ wiederum begründet sie eine Rückkehr unter ihre 
Obhut im Wesentlichen einzig mit dem Vorrang der Eigenbetreuung, einer mögli-
chen Gefährdung der Tochter durch den Bruder und einer negativen Beeinflus-
sung durch G.________. Entgegen der Ansicht der Mutter scheint sich 
D.________ jedoch in H.________ gut (wieder)eingelebt zu haben und möchte an 
der Betreuungssituation gemäss eigener Aussage nichts ändern (Akten Vorin-
stanz, act. IX.4., S. 5). Zwar gehen Lehre und Rechtsprechung − wie die Vorin-
stanz zutreffend ausgeführt hat − davon aus, dass ein Kind erst ab einem Alter 
von ca. elf bis zwölf Jahren hinsichtlich der Zuteilung der Obhut urteilsfähig ist (vgl. 
BGE 131 III 553 E. 1.1.2). Dennoch ist auch dem Wunsch eines jüngeren Kindes 
Rechnung zu tragen, sofern er dem Kindeswohl nicht entgegensteht. Vorliegend 
besteht kein Anlass zu Zweifeln, dass D.________ aufgrund ihrer bisherigen Er-
fahrungen in der Lage war, sich eine eigene Meinung darüber zu bilden, wo sie 
während der weiteren Dauer des Scheidungsverfahrens leben wollte. Sie kannte 
sowohl die Verhältnisse bei der Mutter als auch diejenigen in H.________ und 
konnte daher durchaus abschätzen, welche Konsequenzen ein erneuter Wechsel 
zur Mutter für sie haben würde. Für die Behauptung, dass G.________ auf 
D.________ in Bezug auf die Mutter negativ einwirke, bestehen zudem keine 
genügenden Anhaltspunkte. Die Intervention von G.________ in Zusammenhang 
mit der im Schulunterricht verfassten Muttertagskarte (vgl. Akten Vorinstanz, act. 
VIII. [schriftliche Auskunft von M.________ und act. IX.6. [Zeugeneinvernahme 
G.________] S. 8 f.) belegt zwar, dass sie sich im Vorfeld der Anhörung mit 
D.________ darüber unterhalten hat. Indem sie das Abschicken dieser Karte zu 
verhindern versuchte, brachte sie D.________ zudem in eine schwierige Situation. 
Dass D.________ sich deswegen an der Anhörung nicht mehr frei hätte äussern 
können und sie von ihrer Tante darauf umfassend vorbereitet worden wäre, er-
scheint mit Blick auf das Aussageverhalten von D.________ indessen wenig 
glaubhaft. Nichts Anderes lässt sich mit Bezug auf eine angebliche Gefährdung 
von D.________ durch ihren Bruder festhalten. So bestätigte keine der befragten 
Personen – auch nicht D.________ – einen Vorfall, bei welchem sich C.________ 
gegenüber seiner Schwester übermässig aggressiv verhalten hätte (Akten Vorin-
stanz, act. IX.4., act. IX.3, act. VIII., act. II.9 – 12). Die von der Mutter vorgebrach-
ten Konflikte an der Schule richteten sich zudem nicht gegen D.________, son-
dern gegen andere Mitschüler oder die Lehrpersonen (vgl. Akten Vorinstanz, act. 
VIII.). Diesbezüglich zeigt der eingereichte ärztliche Bericht jedoch, dass sich das 

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Verhalten von C.________ merklich verbessert und beruhigt hat, insbesondere 
seitdem seine Schwester ebenfalls wieder in H.________ wohnt (act. C.1). Gera-
de auch (aber nicht ausschliesslich) aus der Sicht seiner Entwicklung besteht ein 
Bedürfnis, dass die Geschwister zusammenbleiben, womit am Grundsatz, dass 
Geschwister nach Möglichkeiten nicht getrennt werden sollen, festzuhalten ist.

4.5.2. Die Mutter legt weiter dar, dass D.________ bei ihr gut aufgehoben und 
glücklich sei und sie als Primarlehrerin besonders gute Voraussetzungen biete, 
sich um ihre Tochter zu kümmern. Dass D.________ ihre Mutter liebt und gerne 
mit ihr zusammen ist, wird vorliegend von niemandem angezweifelt. Aus beiden 
Anhörungen von D.________ und sämtlichen Aussagen der befragten Personen 
ergibt sich nichts Anderes (vgl. Akten Vorinstanz, act. IX.1 - 6). Das Gericht hat 
jedoch nicht alleine zu beurteilen, inwiefern ein Kind mit einem Elternteil glücklich 
ist, sondern welche Obhutszuteilung dem Kindeswohl am besten entspricht. Ent-
gegen der Ansicht der Mutter sind dabei nach neuerer Auffassung von Lehre und 
Rechtsprechung Eigen- und Fremdbetreuung als gleichwertig zu gewichten; Ei-
genbetreuung ist nicht in jedem Fall einer Fremdbetreuung vorzuziehen (vgl. BGE 
144 III 481 E. 4.6.3). Selbst wenn die Eltern ungefähr gleiche erzieherische Fähig-
keiten haben, kann das Kriterium der zeitlichen Verfügbarkeit und damit die Mög-
lichkeit der persönlichen Betreuung hinter das Kriterium der Stabilität der örtlichen 
und familiären Verhältnisse zurücktreten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_968/2016 vom 14. Juni 2017 E. 3.1 m.w.H.). Erst recht muss dies gelten, wenn 
– wie dies vorliegend der Fall ist – die Erziehungsfähigkeit des die persönliche 
Betreuung anbietenden Elternteils durch dessen eigenes Verhalten in Frage ge-
stellt erscheint. Vorliegend ist die Mutter im Herbst 2017 – nach zunehmenden 
Konflikten mit ihrer eigenen Familie, welche sie für ihre einige Monate vorher an-
geordnete, auf Beschwerde aber wieder aufgehobene fürsorgerische Unterbrin-
gung in der Klinik N.________ verantwortlich machte (vgl. dazu das Urteil des 
Kantonsgerichts ZK1 17 14 vom 20. Februar 2017) – mit den Kindern von 
H.________ nach J.________ umgezogen, was diese ein erstes Mal aus ihrem 
gewohnten Umfeld herausriss. Nur ein Jahr später  schickte sie C.________ wie-
der zu seinem Vater nach H.________ zurück und verweigert seither jeglichen 
weiteren Kontakt mit ihm. Auch D.________ schickte sie – offenbar als Reaktion 
auf deren Aussagen anlässlich der ersten Anhörung vor dem Regionalgericht Prät-
tigau/Davos – von einem Tag auf den anderen und ohne nachvollziehbaren Grund 
zum Vater nach H.________ (vgl. Akten Vorinstanz, act. V.24). Die Aussage der 
Mutter, dass sie D.________ aufgrund der ständigen Auseinandersetzungen im 
Rahmen der Besuchsregelung zu ihrem Vater nach H.________ geschickt habe, 
erscheint als kaum glaubhaft (vgl. hierzu auch Aussage an der Parteibefragung: 

24 / 48

Akten Vorinstanz, act. IX.6 S. 10). Diese Begründung steht in diametralem Wider-
spruch zu ihrem Schreiben vom 25. Januar 2019, in welchem sie klar zum Aus-
druck gab, dass sie jeglichen weiteren Kontakt mit ihren Kindern verweigern werde 
(Akten Vorinstanz, act. V.24). Es ist offensichtlich und müsste auch der Mutter klar 
sein, dass ein derart plötzlicher Beziehungsabbruch in keiner Weise dem Kindes-
wohl entspricht, sondern für Kinder sogar traumatisierende Auswirkungen haben 
kann. Dieses Verhalten und weitere Äusserungen im Prozess deuten deshalb auf 
die fehlende Fähigkeit der Mutter hin, die Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen 
und vor ihre eigenen zu stellen.

Aus diesen Gründen ist festzuhalten, dass es ohne Zweifel dem Kindeswohl ent-
spricht, wenn beide Kinder in der gegenwärtigen Betreuungssituation belassen 
werden, auch wenn damit eine weitgehende Fremdbetreuung durch Tante und 
Grossmutter mütterlicherseits verbunden ist (siehe dazu nachfolgend E. 4.6.). Mit 
Blick auf diese umfassende Fremdbetreuung stellt sich allerdings die Frage nach 
der rechtlich korrekten Umsetzung des gegenwärtigen Betreuungsmodells, zumal 
die Zuteilung der (faktischen) Obhut an sich voraussetzt, dass der betreffende El-
ternteil mit den Kindern in häuslicher Gemeinschaft lebt und diese soweit möglich 
selber betreut.

4.6.1. Vorliegend ist es erstellt und wird insbesondere auch durch den Vater nicht 
bestritten (vgl. Berufungsantwort, N 33 ff), dass C.________ und D.________ 
durch ihre Tante und ihre Grossmutter fremdbetreut werden, und dies nicht bloss 
während den Arbeitszeiten des Vaters, sondern auch abends/nachts und an den 
Wochenenden. Wie sowohl aus den Anhörungen der beiden Kinder (Akten Vorin-
stanz, act. IX.3 S. 2 f. und act. IV.4 S. 2 f.) als auch aus der Zeugeneinvernahme 
von G.________ (Akten Vorinstanz act. IX.6 S. 4 f.) und der richterlichen Befra-
gung des Vaters (Akten Vorinstanz, act. IX.6 S. 5 f.) hervorgeht, wohnen die Kin-
der bei der Tante und deren Lebenspartner. Dort nehmen sie die meisten Mahlzei-
ten ein und verbringen auch die schulfreie Zeit. Während der beruflichen Abwe-
senheit der Tante werden die Kinder von der im gleichen Haus lebenden Gross-
mutter betreut, bei welcher sie dann auch verpflegt werden. Die Tante übernimmt 
ferner die Begleitung der Kinder zu deren Psychologen und organisiert – teilweise 
von sich aus, teilweise nach Absprache mit dem Vater – die Freizeitaktivitäten der 
Kinder. Der Vater nimmt die Kinder unbestrittenermassen nur jedes zweite Wo-
chenende zu sich und besucht sie unter der Woche an ein bis zwei Abenden (Ak-
ten Vorinstanz, act. IX.6 S. 6). Die faktische Obhut wird nach dem Gesagten nicht 
vom Vater, sondern von der Tante G.________ ausgeübt, die dabei von ihrem 
Lebenspartner und der Grossmutter unterstützt wird. Bei dieser Ausgangslage 

25 / 48

kann sich das Gericht nicht damit begnügen, dem Vater dennoch (nur) die Obhut 
zu übertragen und ihn gleichzeitig zu ermahnen, die Betreuung in Zukunft in ver-
mehrtem Masse persönlich wahrzunehmen. Mit der Zuteilung der Obhut im Sinne 
einer Übertragung der faktischen Betreuungsverantwortung in einer häuslichen 
Gemeinschaft erwirbt der Vater nämlich nicht das Recht, die Kinder ohne Zustim-
mung der Mutter als Mitinhaberin der elterlichen Sorge in umfassende Fremdbe-
treuung zu geben. Wohl trifft es zu, dass sich aus der (faktischen) Obhut gewisse 
weitere Befugnisse ergeben, so namentlich die Befugnis zu einem Wechsel des 
Aufenthaltsortes des Kindes im Inland, wenn dieser ohne erhebliche Auswirkun-
gen auf die elterliche Sorge oder den persönlichen Verkehr bleibt (Art. 301a Abs. 2 
ZGB; vgl. zu diesem sog. kleinen Aufenthaltsbestimmungsrecht Ingeborg Schwen-
zer/Michelle Cottier, a.a.O., N 6a zu Art. 296). Ausserdem kommen dem Inhaber 
der faktischen Obhut die alleinigen Entscheidungskompetenzen gemäss Art. 301 
Abs. 1bis ZGB zu. Als betreuender Elternteil kann er damit alleine über alltägliche 
Angelegenheiten entscheiden, wozu je nach den Umständen auch die Organisati-
on einer Fremdbetreuung während der arbeitsbedingten Abwesenheit gehören 
kann. Eine dauerhafte Übertragung der Tagesbetreuung auf Dritte wird von einem 
Teil der Lehre indessen bereits als nicht alltägliche Angelegenheit aufgefasst, wel-
che der Zustimmung des anderen (sorgeberechtigen) Elternteils bedarf (vgl. Inge-
borg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 3c zu Art. 301 ZGB; Gisela Kilde, Das 
Verhältnis zwischen persönlichem Verkehr, Betreuung und Obhut bei gemeinsa-
mer elterlicher Sorge, in: recht 2015 S. 239; a.A. Andrea Büchler/Sandro Clausen, 
in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 3. Aufla-
ge, Bern 2017, N 11 f. zu Art. 301 ZGB). Von Art. 301 Abs. 1bis ZGB jedenfalls 
nicht mehr erfasst ist der Entscheid, das Kind in ein Pflegeverhältnis (z.B. bei 
Verwandten oder in einem Internat) zu geben, weil damit eine neue faktische Ob-
hut verbunden ist, die in den Zuständigkeitsbereich beider Eltern fällt (vgl. Kurt 
Affolter-Fringeli/Urs Vogel, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zu Art. 
296-327c ZGB, Bern 2016, N. 23 zu Art. 310/314b ZGB). Soll an der vorliegenden 
Betreuungssituation festgehalten werden, muss dem Vater nach dem Gesagten 
zusätzlich die Befugnis übertragen werden, das bestehende Pflegeverhältnis wei-
terzuführen. Dies im Sinne einer Alleinzuweisung der Entscheidungsbefugnis in 
einer bestimmten Angelegenheit, die ansonsten nur den Inhabern der elterlichen 
Sorge gemeinsam zustünde. Gemäss Lehre und Rechtsprechung ist eine solche 
Alleinzuweisung spezifischer Entscheidungsbefugnisse bis hin zur Zuweisung des 
alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts im Einzelfall zulässig, soweit dies zur 
Wahrung des Kindeswohls erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_714/2015 vom 28. April 2015 E. 4.3.2; Kurt Affolter-Fringeli/Urs Vogel, a.a.O., 
N 28 ff. zu Art. 310/314b ZGB sowie N 68 zu Art. 301 ZGB; Nora Bertschi/Luca 

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Maranta, "Wir ziehen um?!" – wenn Eltern über den Aufenthaltsort des Kindes 
streiten, in: FamPra.ch 2017, S. 659 m.w.H.) Nach dem Grundsatz a maiore ad 
minus muss damit – als weniger weitgehender Eingriff als die Einräumung eines 
generellen Aufenthaltsbestimmungsrechts – auch eine Zuweisung der Kompetenz 
zur Unterbringung der Kinder bei Verwandten möglich sein. Eine solche Ein-
schränkung der gemeinsamen elterlichen Sorge soll zwar nur in Ausnahmesituati-
onen angeordnet werden. Vorliegend erscheint eine solche jedoch geboten, da die 
Mutter zeitweise selber auf die Ausübung der elterlichen Sorge verzichtet hat und 
der arbeitstätige Vater gezwungen war, kurzfristig eine Betreuungslösung für die 
Kinder zu organisieren. Die Weiterführung dieses Pflegeverhältnisses muss im 
Interesse der Kinder auch gegen den Willen der Mutter möglich bleiben. Dies um-
so mehr, als dass das Verhältnis der Mutter zu den eigenen Verwandten konflikt-
behaftet ist und nicht zu erwarten ist, dass sie demselben (nachträglich) zustimmt.

4.6.2. Wird dem Vater die Kompetenz zur Weiterführung der bisherigen Fremdbe-
treuung zugewiesen, liegt die Ausgestaltung des Pflegeverhältnisses in seiner al-
leinigen Verantwortung. Es handelt sich weiterhin um eine selbstbestimmte, durch 
den Inhaber der elterlichen Sorge (vertraglich) begründete Übertragung der Obhut 
und nicht etwa um eine behördliche Fremdplatzierung. Dementsprechend bleibt 
auch die Rücknahme der Kinder beziehungsweise eine vermehrte Eigenbetreuung 
unter Vorbehalt von Art. 310 Abs. 3 ZGB in seiner Kompetenz. Zu beachten ist, 
dass auch privat begründete Pflegeverhältnisse bei Verwandten der Bewilligungs-
pflicht und der Aufsicht durch die zuständige Behörde unterstehen (Art. 316 ZGB). 
Sollte dies noch nicht geschehen sein, ist der Vater verantwortlich, unverzüglich 
die entsprechenden Schritte einzuleiten. 

4.6.3. Den die Kinder betreuenden Verwandten (namentlich der die Hauptverant-
wortung für die tägliche Betreuung der Kinder tragenden Tante) kommt einerseits 
die faktische Obhut zu. Anderseits stehen ihnen aber auch die Befugnisse gemäss 
Art. 300 ZGB zu. Demnach sind sie berechtigt, die Eltern in der Ausübung der el-
terlichen Sorge zu vertreten, soweit es zur gehörigen Erfüllung ihrer Aufgaben an-
zeigt ist; ausserdem müssen sie vor wichtigen Entscheidungen angehört werden. 
Trotz der Alleinzuweisung der Kompetenz zur Begründung des Pflegeverhältnis-
ses bleibt die Mutter Mitinhaberin der elterlichen Sorge und ist von den Pflegeel-
tern wie auch vom Vater in für die Kinder wesentliche Entscheidungen miteinzu-
beziehen. Sollte das gestörte Verhältnis zwischen Mutter und Pflegeeltern eine 
Zusammenarbeit beeinträchtigen, wäre die Ausdehnung der (zwecks Überwa-
chung des mütterlichen Besuchsrechts) errichteten Beistandschaft zu prüfen. Na-
mentlich gilt es zu vermeiden, dass sich der bei den Anhörungen zu Tage getrete-

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ne Loyalitätskonflikt der Kinder verschärft und sie sich zunehmend von der Mutter 
entfremden. Im Interesse der Kinder sollte auf eine Normalisierung der Kontakte 
zu beiden Kindern hingearbeitet werden, was in Anbetracht der konflikthaften Ver-
hältnisse der Mutter sowohl zum Vater als auch zur eigenen Familie kaum ohne 
fachliche Unterstützung möglich sein wird. 

4.7. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Berufung abzuweisen ist, soweit 
die Mutter die Zuteilung der Obhut über D.________ an sich selber beantragt. Der 
angefochtene Entscheid ist hinsichtlich der Übertragung der Obhut an den Vater 
(für beide Kinder) somit zu bestätigen und gestützt auf Art. 296 Abs. 3 ZPO dahin-
gehend zu ergänzen, dass der Vater berechtigt ist, das bestehende Pflegeverhält-
nis mit G.________ und deren Lebenspartner weiterzuführen. Die mit der Obhuts-
regelung zusammenhängenden Anträge der Mutter zum väterlichen Kontaktrecht 
werden damit hinfällig. Dies gilt auch für den als Eventualbegehren gestellten An-
trag auf Sistierung des Besuchs- und Ferienrechts betreffend D.________, ist 
doch trotz der etwas unklaren Begründung (Berufung Ziff. 6.3) davon auszugehen, 
dass sie einzig die Sistierung des Besuchsrechts des Ehemanns und nicht ihr ei-
genes beantragen wollte. In diesem Sinne ist an der Besuchs- und Ferienregelung 
der Vorinstanz festzuhalten und sämtliche diesbezüglichen Anträge der Ehe-
frau/Mutter (Berufungsbegehren Ziff. 2.1 und 2.2) sind abzuweisen. 

5. Die Berufung richtet sich ferner gegen die erstinstanzliche Regelung des 
Kindesunterhalts. 

5.1. Soweit die Mutter verlangt, dass der Vater für D.________ weiterhin einen 
Unterhaltsbetrag von CHF 1'270.00 (davon CHF 490.00 Betreuungsunterhalt) an 
sie entrichten soll (Berufungsbegehren Ziff. 4.1), steht der Antrag offensichtlich 
unter der Prämisse, dass ihr die Obhut für D.________ übertragen wird. Dies ist 
wie gesehen nicht der Fall, weshalb auch ihrem Hauptbegehren zum Kindesunter-
halt die Grundlage entzogen ist. Dass eine Verpflichtung des Vaters zur Bezah-
lung von Kindesunterhalt an die Mutter entfällt, wenn und solange D.________ 
unter seiner Obhut steht, wurde von der Mutter nie bestritten und kommt denn 
auch darin zum Ausdruck, dass sie unter Ziff. 3.b ihrer Berufungsbegehren selber 
eine entsprechende gerichtliche Feststellung (wenn auch bloss bis zur Rechtskraft 
des Berufungsurteils) beantragt hat. Zu prüfen bleibt damit das Eventualbegehren 
der Mutter, wonach der angefochtene Entscheid mit Bezug auf ihre eigene Bei-
tragspflicht dahingehend zu ändern sei, dass sie für beide Kinder erst ab Januar 
2020 Unterhaltsbeiträge zu leisten habe und diese auf lediglich CHF 120.00 pro 
Monat festzusetzen seien (Berufungsbegehren Ziff. 4.2). 

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5.2. Gestützt auf Art. 276 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 176 Abs. 3 ZGB 
richten sich die vorsorglichen Massnahmen in Kinderbelangen nach den Bestim-
mungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses. Materielle Grundlage zur 
Bemessung der vorsorglichen Unterhaltsbeiträge bilden somit die Bestimmungen 
von Art. 276 ZGB und Art. 285 ZGB. Der Unterhalt der Kinder wird durch Pflege, 
Erziehung und Geldzahlung geleistet. Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder El-
ternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tra-
gen insbesondere die Kosten von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmass-
nahmen sowie die Kosten der Betreuung (Art. 276 Abs. 1 u. 2 ZGB). Der Kindes-
unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und 
Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei sind das Vermögen und die Ein-
künfte des Kindes zu berücksichtigen. Ausserdem dient der Unterhaltsbeitrag 
auch der Gewährleistung der Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritte 
(Art. 285 Abs. 1 u. 2 ZGB). Der Kindesunterhalt hat somit die konkreten Bedürfnis-
se des Kindes abzudecken, wobei gestützt auf die soeben zitierte Bestimmung 
eine Wechselwirkung besteht zwischen dem Bedarf des Kindes und der Leis-
tungskraft bzw. Lebenshaltung der Eltern. Geschuldet ist der gebührende Unter-
halt, d.h. derjenige, der angesichts der gelebten Verhältnisse als angemessen er-
scheint (Christiana Fountoulakis, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 6. Auflage, Basel 2018, N 2 zu Art. 285 ZGB). In der 
Praxis finden unterschiedliche Methoden zur Berechnung der Höhe der Unter-
haltsbeiträge Anwendung. Die Festsetzung des Unterhaltsbeitrags ist letztlich ein 
Ermessensentscheid, bei dem alle bedeutsamen Umstände berücksichtigt werden 
müssen (Urteil des Bundesgerichts 5A_1017/2014 vom 12. Mai 2015 E. 4.1).

Die Leistungsfähigkeit der Eltern ergibt sich grundsätzlich aus der Gegenüberstel-
lung von Eigenbedarf – ermittelt auf Basis des betreibungsrechtlichen Existenzmi-
nimums – und dem tatsächlichen Nettoeinkommen. Soweit dies zur Deckung der 
angemessenen Bedürfnisse des Kindes erforderlich ist, darf aber auch von einem 
hypothetischen Einkommen ausgegangen werden, sofern ein höherer Verdienst 
des Pflichtigen tatsächlich möglich und zumutbar ist. So kann sich für den Unter-
haltspflichtigen namentlich bei knappen Verhältnissen eine Pflicht zur Aufnahme 
oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit ergeben (Christiana Fountoulakis, a.a.O., 
N 12 f. zu Art. 285 ZGB mit Verweis auf N 25 zu Art. 276 ZGB). Besteht trotz aus-
reichender Wahrnehmung der Erwerbspflicht keine Leistungsfähigkeit, kann ein 
Elternteil hingegen nicht zu einem Unterhaltsbeitrag verpflichtet werden. Die 
Schranke der finanziellen Leistungsfähigkeit des Rentenschuldners gilt nach wie 
vor für alle familienrechtlichen Unterhaltspflichten und damit auch für den Kindes-
unterhalt (BGE 135 III 66; Christiana Fountoulakis, a.a.O., N 30 zu Art. 285 ZGB).

29 / 48

Als Folge davon, dass der Unterhalt des Kindes grundsätzlich von beiden Eltern 
zu leisten ist und Natural- und Geldunterhalt insofern in einer Wechselwirkung 
stehen, als der Geldunterhalt eines Elternteils umso tiefer ausfallen muss, je mehr 
an Naturalunterhalt er leistet, muss bei der Festsetzung des Beitrages, den ein 
Elternteil an den Barunterhalt des Kindes zu leisten hat, eine Gewichtung der je-
weiligen Beiträge nach ihrem effektiven Einsatz und ihrer wirtschaftlichen Leis-
tungskraft vorgenommen werden. Wird ein Kind weitgehend fremdbetreut und er-
scheinen die von den Eltern erbrachten Naturalleistungen in etwa gleichwertig, ist 
der Barunterhalt grundsätzlich proportional zur finanziellen Leistungsfähigkeit, d.h. 
im Verhältnis der Überschüsse, unter den Eltern aufzuteilen (dazu wiederum 
Christiana Fountoulakis, a.a.O., N 21 ff. zu Art. 285 ZGB; Urteil des Bundesge-
richts 5A_339/2018 vom 8. Mai 2019 E. 5.4.2 f. mit zahlreichen Hinweisen). 

Sind die Unterhaltsbeiträge einmal gerichtlich festgesetzt worden, können sie 
gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB geändert oder aufgehoben werden, wenn sich die 
Verhältnisse erheblich verändert haben. Sind die Voraussetzungen für eine Abän-
derung der vorsorglichen Unterhaltsbeiträge gegeben, sind diese an die veränder-
ten Verhältnisse anzupassen, ohne dass eine vollständige Neufestsetzung zu er-
folgen hat. In der Regel wird daher im Abänderungsverfahren die ursprünglich ge-
wählte Methode der Unterhaltsbemessung beibehalten und lediglich eine Anpas-
sung an die geänderten Faktoren vorgenommen. In diesem Sinne hat das Bun-
desgericht auch für die Abänderung des Kindesunterhalts festgehalten, dass der 
neue Unterhaltsbeitrag anhand einer Aktualisierung sämtlicher Elemente, die im 
vorangegangenen Entscheid bei der Berechnung berücksichtigt worden sind, fest-
zulegen ist (Christiana Fountoulakis/Peter Breitschmid, a.a.O., N 7c zu Art. 286 
ZGB, u.a. mit Verweis auf BGE 137 III 604 E. 4.1.2). 

5.3 Die Vorinstanz hat die Mutter im angefochtenen Entscheid verpflichtet, dem 
Vater ab dem 1. November 2018 Kindesunterhalt zu bezahlen, wobei sie drei 
Phasen unterschieden hat. In der Phase I (1. November 2018 bis 31. Januar 
2019), also in der Zeit, in welcher nur C.________ in H.________ wohnte, soll die 
Mutter dem Vater einen Beitrag von CHF 820.00 pro Monat bezahlen, womit sie 
rund die Hälfte des von der Vorinstanz auf CHF 1'638.20 bezifferten Barbedarfs 
von C.________ zu tragen hätte. In der Phase II (1. Februar 2019 bis 31. August 
2019), d.h. ab dem Obhutswechsel von D.________ bis zum Zeitpunkt, in welcher 
der Mutter nach Auffassung der Vorinstanz ein Erwerbseinkommen anzurechnen 
ist, soll sie für jedes Kind einen Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 669.00, total 
also CHF 1'338.00, entrichten, dies bei einem Einkommen von CHF 4'364.00 aus 
der Vermietung der in ihrem Eigentum stehenden Wohnungen in H.________ und 

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Q.________ und einem Grundbedarf von CHF 3'026.00. Die von der Vorinstanz 
festgesetzten Unterhaltsbeiträge entsprechen demzufolge ihrem gesamten Über-
schuss, der trotz des altersbedingt tieferen Barbedarfs von D.________ von CHF 
1'402.20 gleichmässig auf beide Kinder aufgeteilt wurde. Ab dem 1. September 
2019 (Phase III) soll die Mutter schliesslich monatliche Unterhaltsbeiträge von 
CHF 820.00 für C.________ und CHF 700.00 für D.________, was wiederum die 
Hälfte des jeweiligen Barbedarfs der Kinder decken würde. Nach Auffassung der 
Vorinstanz ist es ihr ab diesem Zeitpunkt (Beginn des Schuljahres 2019/2020) so-
wohl zumutbar als auch möglich, wieder einer 100%-igen Erwerbstätigkeit als Pri-
marlehrerin nachzugehen und damit im Kanton O.________ ein monatliches Ein-
kommen von rund CHF 6'700.00 zu erzielen, so dass sie ohne weiteres in der La-
ge sei, die einer hälftigen Beteiligung entsprechenden Beiträge zu leisten. Dem 
Vater obliege es demgegenüber, den noch offenen Bedarf der Kinder zu decken, 
wobei vor dem Hintergrund, dass solches möglich sei, von einer ihn betreffenden 
Unterhaltsberechnung abgesehen werden könne (vgl. E. 7.5 ff., S. 25 ff., des an-
gefochtenen Entscheids). 

5.4.1. Die Mutter wirft der Vorinstanz in Zusammenhang mit der Unterhaltsbe-
rechnung sowohl eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung als auch eine unrichtige 
Rechtsanwendung vor. So rügt sie einerseits, dass die Vorinstanz im Barbedarf 
von C.________ zu hohe Fremdbetreuungskosten berücksichtigt habe. Anderseits 
macht sie geltend, dass die Vorinstanz ihre Leistungsfähigkeit falsch ermittelt ha-
be, indem sie von einem zu hohen Einkommen aus Mieterträgen ausgegangen sei 
und gleichzeitig ihren Grundbedarf in diversen Punkten (Wohnkosten, Versiche-
rungen, Kommunikationskosten, ungedeckte Gesundheitskosten, Steuern) zu tief 
bemessen habe. Schliesslich bestreitet sie, dass bei ihr die Voraussetzungen für 
die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens gegeben seien. Je-
denfalls sei ihr eine längere Übergangsfrist zu gewähren und im Falle der Anrech-
nung eines Erwerbseinkommens seien in ihrem Grundbedarf zusätzliche Kosten 
zu berücksichtigen. Insgesamt sei sie daher frühestens ab Januar 2020 in der La-
ge, an den Kindesunterhalt einen Betrag von CHF 240.00 zu leisten. Auf all diese 
Einwände wird nachfolgend noch näher einzugehen sein (vgl. E. 5.5.4 ff.). Vorab 
zu prüfen ist allerdings der von der Mutter mit ihrer Noveneingabe vom 22. No-
vember 2019 vorgebrachte Einwand, wonach die Parteien mit der Teilkonvention 
vom 27. August / 3. September 2019 (act. A.5.1) sämtliche zurückliegenden Un-
terhaltsschulden geregelt hätten und sie sich für die Vergangenheit folglich keine 
Unterhaltszahlungen mehr schulden würden. Träfe dieser Einwand zu (was der 
Vater in seiner Stellungahme vom 2. April 2020 bestritten hat), wäre der angefoch-

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tene Entscheid nurmehr in Bezug auf die für die dritte Phase geltenden Unter-
haltsbeiträge zu überprüfen.

5.4.2. Bei ihrer Argumentation stützt sich die Mutter offensichtlich auf die Recht-
sprechung des Bundesgerichts, welches bereits verschiedentlich erkannt hat, dass 
Schulden aus der Unterhaltspflicht unter die gemäss Art. 205 Abs. 3 ZGB zu re-
gelnden Schulden fallen und daher bei der Auflösung des Güterstandes in die 
güterrechtliche Auseinandersetzung miteinzubeziehen sind. Erklären die Parteien 
als Ergebnis dieses Vorgangs, dass sie "güterrechtlich auseinandergesetzt" sind, 
so bedeutet dies, dass keiner mehr vom anderen etwas fordern kann und dement-
sprechend auch Unterhaltsausstände, die während der Trennungszeit angefallen 
sind, nicht mehr geltend gemacht werden können (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
5A_625/2016 vom 22. Mai 2017 E. 5.3 und 5A_803/2010 vom 3. Dezember 2010 
E. 3.3). Vorliegend haben die Parteien unter Ziff. 2.5 ihrer Teilkonvention die aus 
dem Entscheid vom 15. Juni 2018 resultierenden Unterhaltsschulden des Ehe-
mannes geregelt (Verrechnung der unbezahlten Beiträge für D.________ von No-
vember 2018 bis Januar 2019 mit dem im Oktober 2018 zuviel bezahlten Unterhalt 
für C.________). Unter Ziff. 2.7 haben sie sodann festgehalten, dass sie mit dem 
Vollzug der darin enthaltenen Vereinbarungen güterrechtlich auseinandergesetzt 
sind. Vorbehalten blieb die noch nicht rechtskräftige Verteilung der Gerichtskosten 
und der ausseramtlichen Kosten im Gegenstand der vorliegenden Berufung bil-
denden Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen. Nicht erwähnt werden in 
der Teilkonvention allfällige von der Ehefrau mit Wirkung ab dem 18. Oktober 
2018 zu leistende Kindesunterhaltsbeiträge. Der Ehemann stellt sich daher auf 
den Standpunkt, dass die fraglichen, noch nicht rechtskräftig entschiedenen Un-
terhaltsbeiträge von der Teilkonvention nicht erfasst worden seien und er darauf 
gar nicht habe verzichten können, da es sich dabei um Ansprüche der Kinder ge-
genüber ihrer Mutter handle (vgl. act. A.7, S.2 f.). In der Tat bezieht sich die zuvor 
zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung auf Schulden zwischen den Ehegat-
ten, wozu auch ausstehende Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 163 ZGB gehören 
können. Gläubiger der Kindesunterhaltsbeiträge ist hingegen, auch wenn diese 
durch Leistung an seinen gesetzlichen Vertreter erfüllt werden (Art. 289 ZGB), das 
jeweilige Kind (vgl. Christiana Fountoulakis/Peter Breitschmid/Annasofia Kamp, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 – 456 
ZGB, 6. Auflage, Basel 2018, N 4 zu Art. 289 ZGB). Bei ausstehenden Kindesun-
terhaltsbeiträgen handelt es sich somit zum vornherein nicht um eine Schuld zwi-
schen den Ehegatten, welche zwingend in der güterrechtlichen Auseinanderset-
zung zu regeln wäre und mangels gegenteiliger Anordnung als von der Saldoklau-
sel erfasst gelten müsste. Hinzu kommt, dass die Teilkonvention noch nicht ge-

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richtlich genehmigt ist und letztlich nicht im Rahmen des vorliegenden (summari-
schen) Verfahrens entschieden werden kann, wie die Teilkonvention auszulegen 
ist. Nachdem die Parteien ihre Vereinbarung unterschiedlich verstanden zu haben 
scheinen, wird vielmehr im Hauptverfahren zu klären sein, welche Bedeutung der 
Konvention mit Bezug auf die im Massnahmeverfahren festgesetzten Unterhalts-
beiträge der Mutter beizumessen ist. Damit bleibt es dabei, dass sämtliche Pha-
sen der erstinstanzlichen Unterhaltsberechnung zu überprüfen sind.

5.5.1. Vorliegend hat die Vorinstanz den Wechsel der Obhut zu Recht als eine 
erhebliche Veränderung der Verhältnisse beurteilt, welche zu einer Aufhebung der 
dem Vater mit dem Entscheid vom 15. Juni 2018 auferlegten Verpflichtung zur 
Leistung von Unterhaltsbeiträgen für C.________ und D.________ führen musste. 
Eine andere Frage ist indessen, ob die Mutter als Folge dieses Wechsels ihrer-
seits zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet werden kann. Dabei handelt 
es sich um eine Frage, die nicht losgelöst von der bisherigen Unterhaltsregelung 
beantwortet werden kann, bildet diese doch praxisgemäss Ausgangspunkt für die 
wegen einer Veränderung der Verhältnisse notwendig werdende Neuregelung. Die 
der bisherigen Unterhaltsregelung zugrundeliegenden Bemessungsfaktoren sind 
dementsprechend an die veränderten Verhältnisse anzupassen, worauf unter 
Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit beider Elternteile und deren 
jeweiligen Beiträge an den Naturalunterhalt (Pflege und Betreuung) zu entschei-
den ist, ob und in welchem Umfang sich die Mutter am bisher alleine vom Vater 
bestrittenen Barunterhalt der Kinder zu beteiligen hat. 

5.5.2. Im vorliegenden Fall ergeben sich die Bemessungsfaktoren der bisherigen 
Regelung aus der gerichtlich genehmigten Trennungsvereinbarung vom 12./13. 
Juni 2018 (vgl. Proz. Nr. 135-2018-206, act. IV.2). In dieser Vereinbarung legten 
die Parteien den Bedarf von C.________ auf CHF 1'200.00 und denjenigen von 
D.________ auf CHF 1'000.00 fest. In Bezug auf die Ehefrau ging man von einem 
Bruttoeinkommen aus Mieterträgen von anfänglich CHF 3'050.00 respektive von 
CHF 5'140.00 ab dem 1. September 2018 (mit der zusätzlichen Vermietung der 
zuvor selbst bewohnten Liegenschaft in H.________) und einem Bedarf von CHF 
3'600.00 aus; dem Ehemann wiederum wurde ein Einkommen von CHF 6'400.00 
und ein Bedarf von CHF 4'150.00 angerechnet. Basierend auf diesen Zahlen ver-
pflichtete sich der Ehemann zur Zahlung von CHF 980.00 Unterhalt für 
C.________ und CHF 780.00 für D.________ (beides zuzüglich Kinderzulagen 
von CHF 220.00) sowie von CHF 490.00 Betreuungsunterhalt, welcher der Ein-
fachheit halber beim Unterhalt für D.________ angerechnet wurde. Da sein Über-
schuss mit diesen Leistungen vollständig konsumiert wurde, blieb für die Verein-

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barung eines persönlichen Unterhalts für die Ehefrau kein Raum. Indem die Par-
teien über den Zeitpunkt der Erhöhung der Mieteinnahmen hinaus einen Betreu-
ungsunterhalt vereinbarten, brachten sie indessen zum Ausdruck, dass zur De-
ckung der Lebenshaltungskosten der Ehefrau weiterhin ein Beitrag des Eheman-
nes erforderlich war (vgl. zum Zweck und zur Bemessung des Betreuungsunter-
halts insbesondere BGE 144 III 377 E. 7.1.2.2 und 7.1.4 = Pra 2018 Nr. 104). Die-
se Verpflichtung hat der Ehemann nach dem Umzug von C.________ nach 
H.________ nicht in Frage gestellt. Vielmehr hat er sich vorerst damit begnügt, die 
Aufhebung seiner Unterhaltsverpflichtung für C.________ zu beantragen, und hat 
erst nach dem Umzug von D.________ – mit seiner Eingabe vom 28. Februar 
2019 – verlangt, dass die Ehefrau bereits ab dem 1. November 2018 Unterhalts-
beiträge für C.________ leiste. Zugleich hat er mit seinen Anträgen allerdings an-
erkannt, dass seine Verpflichtung zur Bezahlung der Unterhaltsbeiträge für 
D.________ (unter Einschluss des Betreuungsunterhalts) erst am 26. Januar 2019 
enden soll, was er mit der Teilkonvention denn auch nochmals bestätigt hat. So-
lange die Ehefrau über den Betreuungsunterhalt für D.________ aber einen Bei-
trag an ihre eigenen Lebenshaltungskosten erhält, wäre es widersprüchlich, sie für 
den gleichen Zeitraum zu einem Unterhaltsbeitrag für C.________ zu verpflichten, 
indiziert doch die Leistung von Betreuungsunterhalt gerade ihre fehlende Leis-
tungsfähigkeit. Wäre die Leistungsfähigkeit hingegen zu bejahen, wie dies die Vor-
instanz getan hat, hätte sich in erster Linie die Frage nach der Aufhebung des Be-
treuungsunterhalts gestellt, was vom Ehemann aber gerade nicht beantragt wur-
de. In der Tat haben die Ehegatten den Anstieg der Mieteinnahmen per Septem-
ber 2018 in ihrer Trennungsvereinbarung bereits berücksichtigt und darin – wohl 
mit Blick auf das bis dahin bestehende Defizit der Mutter – gerade keinen Grund 
für eine Änderung des Betreuungsunterhalts gesehen. An dieser Wertung ist auch 
im Abänderungsverfahren festzuhalten. 

Hinzu kommt, dass die Feststellungen der Vorinstanz zur Leistungsfähigkeit der 
Mutter in der ersten Phase etwas zu kurz greifen. Zwar trifft es zu, dass die Ehe-
frau seit dem Herbst 2018 in einer Wohngemeinschaft mit ihrem neuen Partner 
lebt und sich ihr in der Trennungsvereinbarung berücksichtigter Bedarf (CHF 
3'600.00) dank der Einsparungen bei den Lebenshaltungskosten dementspre-
chend vermindert hat. Bis zum Ablauf der Kündigungsfrist per Ende Januar 2019 
(Akten Vorinstanz, act. III.29) musste sie aber noch für die Miete der Wohnung in 
J.________ aufkommen, so dass ihr – selbst wenn ansonsten auf die Zahlen der 
Vorinstanz abzustellen wäre – kein nennenswerter Überschuss verblieb. Dem 
Ehemann seinerseits stand für den Unterhalt von C.________ immerhin der bisher 
an die Ehefrau bezahlte Betrag von CHF 1'200.00 (inklusive Kinderzulagen) zur 

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Verfügung. Dieser Betrag liegt zwar unter dem von der Vorinstanz ermittelten Bar-
bedarf von CHF 1'638.20 (Grundbetrag CHF 600.00, Fremdbetreuungskosten 
CHF 800.00, Krankenkasse CHF 134.20, Musikunterricht CHF 75.00, Brille 29.00). 
Zumindest die Fremdbetreuungskosten und die Krankenkassenprämien konnten 
damit aber ohne weiteres bezahlt werden und auch die Kosten für den Musikunter-
richt und eine neue Brille, welche notabene erst Ende Januar bzw. anfangs Fe-
bruar 2019 in Rechnung gestellt wurden (Akten Vorinstanz, act. II.3 und II.4), 
wären damit noch gedeckt gewesen. Dass dem Vater für C.________ weitere 
Kosten erwuchsen, welche eine volle Anrechnung des Grundbetrages rechtferti-
gen, ist hingegen nicht erstellt. Wie G.________ bei ihrer Zeugeneinvernahme 
(Akten Vorinstanz, act. IX/6 S. 5) bestätigt hat, werden mit dem Betrag von CHF 
800.00 alle Kosten abgegolten, welche für den Lebensunterhalt der Kinder in ih-
rem Haushalt anfallen. Er deckt somit nicht bloss die Wohnkosten der Kinder (vgl. 
E. 7.5, S. 25, des angefochtenen Entscheids), sondern auch die Kosten für die 
Verpflegung, Kleider und sogar Ferien. Dieselben Kosten beinhaltet aber auch der 
auf den Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmini-
mums (KSK 09 39, S. 2) basierende Grundbetrag. In der vorinstanzlichen Be-
darfsberechnung sind die genannten Kosten demnach doppelt berücksichtigt wor-
den, weshalb der Grundbetrag um mindestens die Hälfte zu kürzen ist. Nachdem 
der Vater die Kinder nur an jedem zweiten Wochenende und in seinen Ferien sel-
ber betreut, ist eine Berücksichtigung des vollen Grundbetrages – zusätzlich zu 
den Fremdbetreuungskosten – in ihrem Grundbedarf nicht gerechtfertigt, würden 
ihnen damit im Ergebnis ein Freibetrag zugestanden, für welchen bei knappen 
Verhältnissen kein Raum besteht. Unter genannten Umständen erscheint es an-
gezeigt, für die erste Phase von einer Verpflichtung der Mutter zur Leistung eines 
Unterhaltsbeitrages für C.________ zusehen.

5.6.1 In der Phase II, also ab dem Obhutswechsel für D.________, müsste die 
Mutter gemäss dem angefochtenen Entscheid für beide Kinder zusammen einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'338.00 entrichten, womit ihr von den auf 
CHF 4'364.00 bezifferten Mieteinnahmen (netto) ein ihrem familienrechtlichen 
Grundbedarf entsprechender Betrag von CHF 3'026.00 verbliebe. Der Vater hin-
gegen müsste für den ungedeckten Barbedarf der Kinder – nach der Berechnung 
der Vorinstanz für C.________ CHF 969.20 (CHF 1'638.20 – CHF 669.00) und für 
D.________ CHF 733.20 (CHF 1'402.20 – CHF 669.00) – aufkommen, so dass er 
nach Deckung seines eigenen (unveränderten) Bedarfs (vgl. E. 5.5.2.) und unter 
Berücksichtigung der Kinderzulagen noch einen Überschuss von CHF 987.60 ver-
zeichnen könnte (CHF 6'400.00 + CHF 440.00 – CHF4'150.00 – CHF 969.20 – 
CHF 733.20). Mit der zuvor begründeten Reduktion des Grundbedarfs der Kinder 

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würde sich sein Überschuss sogar auf fast CHF 1'500.00 erhöhen. Es liegt auf der 
Hand, dass eine derartige Besserstellung des Vaters, dessen Beitrag an den Na-
turalunterhalt der Kinder das bei der Ausübung eines "üblichen" Besuchsrechts 
Geleistete kaum nennenswert übersteigt, mit den zuvor dargelegten Grundsätzen 
zur Verteilung des Barunterhalts auf beide Elternteile (vgl. E. 5.2) nicht vereinbar 
ist. Der von der Mutter zu leistende Beitrag an den Kindesunterhalt ist daher nach 
Massgabe der Überschüsse beider Eltern zu bestimmen, wobei zu berücksichti-
gen ist, dass auch die Kinder am Überschuss der Eltern angemessen partizipieren 
sollen und ihr Grundbedarf daher gegebenenfalls um einen Überschussanteil zu 
erweitern ist. Zu diesem Zweck ist vorab auf die von der Mutter gerügten Punkte 
der vorinstanzlichen Unterhaltsberechnung einzugehen.

5.6.2. In Bezug auf den Bedarf von C.________ bestreitet die Mutter die Höhe der 
angerechneten Fremdbetreuungskosten von CHF 800.00. C.________ sei bereits 
11 Jahre alt, weshalb er unter Berücksichtigung der Schulstufenregel keine derart 
intensive Betreuung wie D.________ benötige. Aus diesem Grund seien ihm für 
die Fremdbetreuung nur CHF 500.00 anzurechnen, womit sich sein Bedarf auf 
CHF 1'338.00 verringere (Berufung, Ziff. 7.1.1.). Dem hält der Ehemann entgegen, 
dass die Ehefrau in ihrer Stellungnahme vom 5. April 2019 noch anerkannt habe, 
dass sich der Bedarf von C.________ auf CHF 1'798.00 belaufe. An diesem Be-
trag sei festzuhalten, da die Argumentation der Mutter widersprüchlich und nicht 
stichhaltig sei (Berufungsantwort, N 50).

Nicht zutreffend ist, dass die Mutter die Fremdbetreuungskosten vor erster Instanz 
noch anerkannt haben soll. Vielmehr hat sie bereits in der vom Ehemann erwähn-
ten Stellungnahme (Akten Vorinstanz, act. I.6, S. 14) geltend gemacht, dass für 
die Betreuung von C.________ lediglich ein Betrag von CHF 500.00 angemessen 
sei. Daran hat sich an der mündlichen Verhandlung nichts geändert. Bei ihrer Ar-
gumentation verkennt die Mutter indessen, dass der vom Vater nachweislich be-
zahlte Betrag für die Fremdbetreuung in erster Linie eine Spesenentschädigung 
darstellt, dient dieser doch – wie bereits dargelegt – der Deckung der für den Le-
bensunterhalt der Kinder anfallenden Kosten (Wohnen, Essen, Kleider, etc.). Es 
handelt sich demnach gerade nicht um eine Entschädigung für die von den Ver-
wandten erbrachte Betreuungsleistung. Die Fremdbetreuung im Haushalt von 
G.________ stellt ein umfassendes Pflegeverhältnis dar, für welches gemäss den 
Pflegegeld-Richtlinien des Kantonalen Sozialamts Graubünden (gültig ab 
1.1.2011) ein Pflegegeld von CHF 1'500.00 empfohlen wird. Dieser Betrag setzt 
sich aus einer Spesenentschädigung von CHF 780.00 und einer Betreuungsent-
schädigung von CHF 720.00 zusammen. Im Vergleich zu diesen Richtlinien ist der 

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Betrag von CHF 800.00 daher in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als ange-
messen zu qualifizieren. Nachdem die Verwandten die eigentliche Betreuung der 
Kinder offenbar unentgeltlich erbringen, wie dies nach Art. 294 Abs. 2 ZGB denn 
auch vermutet wird, ist unerheblich, ob C.________ mehr oder weniger Betreuung 
als D.________ benötigt. 

Wie bereits ausgeführt, wirkt sich die Tatsache, dass mit den Fremdbetreuungs-
kosten der Lebensunterhalt der Kinder zu einem grossen Teil (Wohnen, Essen, 
Kleider) gedeckt ist, jedoch insofern auf die Bedarfsrechnung der Vorinstanz aus, 
als der darin berücksichtigte Grundbetrag für beide Kinder um mindestens die 
Hälfte zu kürzen. Für die Unterhaltsbemessung ist daher für C.________ von ei-
nem Grundbedarf von CHF 1'338.20 (Grundbetrag CHF 300.00, Fremdbetreuung 
CHF 800.00, Krankenkasse CHF 134.20, Musikunterricht CHF 75.00, Brille CHF 
29.00) und für D.________ auf CHF 1'202.20 (Grundbetrag CHF 200.00 + Fremd-
betreuung CHF 800.00 + Krankenkasse CHF 134.20 + Musikunterricht CHF 
68.00) auszugehen. Davon sind jeweils CHF 220.00 durch die Kinderzulagen ge-
deckt, so dass sich der von den Eltern zu tragende Barbedarf auf CHF 1'118.20 
(C.________) und CHF 982.20 (D.________), total somit (abgerundet) CHF 
2'100.00, beläuft. 

5.6.3. Im Weiteren bestreitet die Mutter das von der Vorinstanz angerechnete Ein-
kommen aus Mieterträgen. Die Vorinstanz hat von den durch die Mietverträge (Ak-
ten Vorinstanz, act. III.17-III.20) ausgewiesenen Bruttomieterträgen von CHF 
5'140.00 einen Betrag von CHF 776.40 für den Unterhalt, die Verwaltung und die 
Finanzierung der Liegenschaften in Abzug gebracht und die Nettoeinnahmen der 
Mutter folglich auf CHF 4'363.60 beziffert (vgl. E. 7.6, S. 26, des angefochtenen 
Entscheids). Diese Sachverhaltsfeststellung bezeichnet die Mutter als aktenwidrig 
und hält an den bereits vor der Vorinstanz geltend gemachten Abzügen von CHF 
902.70 (Unterhalts- und Verwaltungskosten) und CHF 34.40 (Hypothekarzins) 
fest. Diese Kosten seien belegt; die Annahme der Vorinstanz, dass die Unterhalts- 
und Verwaltungskosten basierend auf die Steuererklärung 2017 monatlich nur 
CHF 742.00 betragen, sei