# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a4477e7-11b4-530c-a79c-afed1eeef667
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2010 E-2991/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2991-2010_2010-05-06.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2991/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

A._______, geboren (...),
Staatsangehörigkeit unbekannt,
alias A._______,
geboren (...), Sudan,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 23. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2991/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  -  eigenen  Angaben  gemäss  ein 
sudanesischer  Staatsbürger  aus  dem Dorf  B._______  "Jungli  State" 
(Südsudan) - sein Heimatland im Dezember 2009 verlassen habe, per 
Kleintransporter  über  "Gaton  Khartoun"  und  "Dongola  State"  nach 
Libyen, von dort "mit etwas grossem auf dem Wasser" nach circa drei 
Tagen in  ein ihm unbekanntes  Land gelangt  sei,  worauf  er  mit  dem 
Zug  am 16. März  2010  unter  Umgehung  der  Grenzkontrollen  in  die 
Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  C._______  vom  24.  März 
2010 sowie der direkten Anhörung vom 8. April 2010 zur Begründung 
seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, im Jahre 2000 - 
als er sieben Jahre alt gewesen sei - hätten moslemische Araber seine 
christlichen Eltern getötet und deren Haus in Brand gesteckt,

dass er  fortan  bei  einer  (...)  Ziehmutter  im Dorf  B._______ gewohnt 
habe,

dass er am 21. September 2009 erneut von einer Gruppe von über 30 
bewaffneten Arabern  bedroht  und aufgefordert  worden sei,  sich  den 
Moslems anzuschliessen, ansonsten sie ihn umbringen würden,

dass  seine  Ziehmutter  am  22.  September  2009  aus  denselben 
Gründen wie seine Eltern von moslemischen Arabern umgebracht  und 
ihr Haus in Brand gesteckt worden sei,

dass  er  sich  danach  weiterhin  ohne  feste  Bleibe  in  B._______ 
aufgehalten habe,

dass die Araber während dieser Zeit mehr als vier Mal versucht hätten, 
ihn  umzubringen,  er  hingegen  immer  rechtzeitig  die  Flucht  habe 
ergreifen können, 

das  er  nicht in  den  Sudan  zurückkehren  könne,  da  er  bei  einer 
Rückkehr an Leib und Leben gefährdet sei,

dass  bezüglich  des  weiteren  Inhalts  der  Aussagen  des 
Beschwerdeführers auf die Protokolle bei den Akten verwiesen werden 
kann,

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dass eine radiologische Knochenaltersbestimmung nach Greulich-Pyle 
am 19. März 2010 ein wahrscheinliches chronologisches Knochenalter 
des Beschwerdeführers von 19 Jahren und mehr ergab,

dass dem Beschwerdeführer dazu am 24. März 2010 das rechtliche 
Gehör gewährt wurde, worauf er angab, 17 Jahre alt zu sein (vgl. A1 S. 
12),

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Einreichung 
seines  Asylgesuchs  am  16.  März  2010  und  im  Rahmen  der 
Kurzbefragung  vom  9.  April  2009  aufforderte,  rechtsgenügliche 
Identitätspapiere  einzureichen  (vgl.  A1  S.  6  und  A12),  und  der 
Beschwerdeführer dieser Aufforderung bis dato  nicht nachgekommen 
ist,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23.  April  2010  -  gleichentags 
eröffnet  -  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs. 2  Bst.  a  und  Abs.  3  des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das 
Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 16. März 2010  nicht eintrat, 
die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seiner  Nichteintretensverfügung 
zusammenfassend  festhielt,  es  lägen  keine  entschuldbaren  Gründe 
vor,  die  es  dem  Beschwerdeführer  verunmöglicht  hätten,  innert  48 
Stunden  nach  Gesuchseinreichung  rechtsgenügliche  Reise-  oder 
Identitätspapiere einzureichen, 

dass  nämlich  seine  Vorbringen,  nie  einen  Reisepass  oder  eine 
Identitätskarte  beantragt  oder  besessen  zu  haben,  den  Schluss 
zulasse,  der  Beschwerdeführer  sei  nicht  bereit,  solche 
Ausweisdokumente vorzulegen,

dass  er  trotz  mehrmaliger  entsprechender  Aufforderung  keine 
ersichtlichen Anstrengungen unternommen habe, seine Identität durch 
rechtsgenügliche, authentische Papiere zu belegen,

dass  die  Beschreibungen  seines  Reisewegs  und  der  -umstände 
realitätsfremd ausgefallen seien, zumal es der allgemeinen Erfahrung 
widerspreche,  angesichts  der strengen Grenz- und Passkontrollen in 
den  Schengen-Vertragsstaaten,  ohne  authentische  und 
rechtsgenügliche  Ausweispapiere  -  respektive  ohne  kontrolliert  zu 
werden - kostenlos von Dongola bis in die Schweiz zu gelangen,

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dass  aufgrund  seiner  unglaubhaften  Aussagen  davon  ausgegangen 
werden  könne,  der  Beschwerdeführer  sei  nicht  in  der  geschilderten 
Weise in die Schweiz gelangt, was vermuten lasse, er wolle nicht offen 
legen, mit welchen Reisepapieren er in die Schweiz gereist sei,

dass  aufgrund  der  pflichtwidrigen  Nichtabgabe  von  entsprechenden 
Dokumenten auch die Identität des Beschwerdeführers nicht feststehe, 
was im vorliegenden Fall umso bedeutsamer sei, als massive Zweifel 
an der geltend gemachten Herkunft bestehen würden,

dass  deshalb  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  Nichteinreichen 
von Reise- oder Identitätspapieren vorliegen würden,

dass  gemäss  der  am  19.  März  2010  durchgeführten 
Knochenaltersbestimmung  das  chronologische  Knochenalter  des 
Beschwerdeführers 19 Jahre oder mehr betrage, 

dass  die  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  in  einem 
Grundsatzentscheid vom 12. September 2000  (EMARK 2000 Nr. 19) 
festgehalten habe, dass das Knochenwachstum - in einem nach Ethnie 
und Geschlecht  unterschiedlichen Mass -  individuell  variieren könne 
und  eine  Abweichung  von  bis  zu  drei  Jahren  zwischen  dem 
Knochenalter  und  dem  tatsächlichen  Alter  noch  als  innerhalb  des 
Normalbereichs betrachtet werden könne, 

dass die behauptete Minderjährigkeit zumindest glaubhaft erscheinen 
müsse  und  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  eine  Abwägung 
sämtlicher  Anhaltspunkte,  welche für  oder  gegen die  Richtigkeit  der 
betreffenden Altersangaben sprechen würden, vorzunehmen sei, 

dass  der  Beweiswert  der  Auskünfte  reduziert  werde,  wenn  ein 
Beschwerdeführer  ganz  offensichtlich  unzutreffende  Angaben  zu 
seinem Reiseweg mache,

dass nachdem der Beschwerdeführer angegeben habe, am (...) 1993 
geboren  beziehungsweise  17  Jahre  alt  zu  sein,  die  Abweichung 
innerhalb  des  erwähnten  Toleranzbereiches  von  drei  Jahren  liege, 
womit  die  Identitätstäuschung durch die  Knochenaltersanalyse allein 
nicht zweifelsfrei nachgewiesen sei, 

dass  aufgrund  der  offensichtlich  unzutreffenden  Angaben  zum 
Reiseweg  sowie  der  pflichtwidrigen  Nichtabgabe  von 

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Ausweisdokumenten,  davon  auszugehen  sei,  dass  es  sich  beim 
Beschwerdeführer um eine volljährige Person handle,

dass  ferner  sein  Sachverhaltsvortrag  insgesamt  weitgehend 
unverbindlich  und  plakativ  ausgefallen  sei,  was  nicht auf  ein 
tatsächliches persönliches Erleben der geltend gemachten Ereignisse 
schliessen lasse,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 
und Art. 7 AsylG somit  nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht 
erforderlich seien,

dass  der  Wegweisungsvollzug  zudem  als  zulässig,  zumutbar  und 
möglich zu bezeichnen sei,

dass der Beschwerdeführer am 27. April 2010 - Datum Poststempel - 
gegen  den  Entscheid  des  BFM  Beschwerde  erhob  und  dabei 
sinngemäss  beantragt,  der  angefochtene  Entscheid  sei  aufzuheben 
und auf  sein Asylgesuch vom 16. März  2010 sei  zwecks materieller 
Behandlung einzutreten,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 28.  April  2010  vollständig  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-

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schwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art  37  VGG  sowie 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbstständigen  mate-
riellen  Prüfung enthält,  die  angefochtene Verfügung aufhebt  und die 
Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
Entscheide des Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts 
zudem  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  nicht  be-
schränkt ist,  weil  das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG 
i.V.m. Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 

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Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) materiell zur Sache 
zu äussern hat,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht  in  der  Lage (Art. 32 Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf 
Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird (Art. 32  Abs. 3 Bst. b  AsylG) 
oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklä-
rungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegwei-
sungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  unbestrittenermassen  innert  der 
gesetzlichen  Frist  von  48  Stunden  nach  Einreichen  seines 
Asylgesuchs  und  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  keine  Identitäts-  oder 
Reisepapiere zu den Akten gereicht hat, 

dass eine am 19. März 2010 durchgeführte Knochenaltersanalyse der 
Handknochen  des  Beschwerdeführers  Hinweise  auf  ein  Alter  von 
neunzehn  Jahren  ergab,  auch  wenn  letztere  Feststellung  keine 
wissenschaftlich  zuverlässige  Aussagen  betreffend  Volljährigkeit  zu-
lässt (vgl. EMARK 2001 Nr. 23),

dass  indessen  der  Beschwerdeführer  –  wie  bereits  die  Vorinstanz 
zutreffend  feststellte  –  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  der 
Minderjährigkeit zu tragen hat (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23), 

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dass  er  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zur 
Knochenaltersanalyse vom 24. März 2010 Gelegenheit hatte, sich zu 
den  genannten  begründeten  Zweifeln  an  der  geltend  gemachten 
Minderjährigkeit  zu  äussern,  jener  indessen  offensichtlich  nichts 
Substanzielles zur Glaubhaftmachung der von ihm geltend gemachten 
Minderjährigkeit beizutragen vermochte (vgl. A1 S. 12),

dass daher festzuhalten ist, dass das BFM den Beschwerdeführer zu 
Recht als volljährig eingestuft und in der Folge darauf verzichtet hat, 
ihm anlässlich seiner Befragung zu den Asylgründen eine Vertrauens-
person beizuordnen (EMARK 2004 Nr. 30 S. 2004), 

dass  daher  das  Übereinkommen  vom  20.  November  1989  über  die 
Rechte  des  Kindes  (SR  0.107)  im  vorliegenden  Fall  nicht  zur 
Anwendung gelangt,

dass ferner das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und - 
nach  Prüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des 
Bundesverwaltungsgerichts  -  überzeugend  und  mit  hinreichender 
Begründung dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- 
oder  Identitätspapieren  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen, 
weshalb auf diese verwiesen werden kann,

dass  das  pauschale  Beharren  des  Beschwerdeführers  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe,  zeitlebens  nie  einen  Reisepass  besessen  und 
auch  nicht gewusst  zu  haben,  welche  Dokumente  wichtig  seien,  an 
den zu Recht erfolgten Ausführungen der Vorinstanz nichts zu ändern 
vermögen,

dass es dem Beschwerdeführer bewusst gewesen sein müsste, dass 
er sich in jedem Gast- respektive Asylland identifizieren muss,

dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der Direktanhörung vom 8. April 2010 präsentierte, unter Verzicht 
auf  zusätzliche  tatbestandliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im 
Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  Schluss  gezogen 
werden  konnte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  offenkundig  nicht,  und  ebenso  offenkundig 
stünden einem Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse entgegen 
(Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG; vgl. BVGE ebenda E. 5.5 und 5.6),

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dass die Vorbringen des Beschwerdeführers - wie vom BFM zu Recht 
erkannt  (vgl.  angefochtene  Verfügung,  S.  3,  Ziff.  1)  -  von 
Ungereimtheiten,  unglaubhaften  und  zweifelhaften  Vorbringen 
durchsetzt  sind,  woraus  der  Schluss  der  offensichtlichen 
Unglaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Verfolgungsgeschichte  zu 
ziehen ist,

dass nämlich die Darlegungen der Vorinstanz, wonach die Vorbringen 
klar realitätsfremd und völlig unplausibel ausgefallen seien, bei  einer 
Überprüfung  der  massgeblichen  Stellen  in  den  Protokollen  bestätigt 
werden  und  ausnahmslos  als  klare  Anzeichen  für  unglaubhafte 
Angaben zu werten sind,

dass  in  der  substanziell  äusserst  knapp  gehaltenen  Beschwerde 
offensichtlich  nichts  geltend  gemacht  wird,  das  zu  einer  anderen 
Beurteilung  führen  könnte,  zumal  eine  Auseinandersetzung  mit  den 
dem  Beschwerdeführer  vom  BFM  vorgeworfenen 
Unglaubhaftigkeitselementen grundsätzlich unterbleibt,

dass  das  BFM  -  unter  vollumfänglichem  Verweis  auf  dessen  zu-
treffende Erwägungen - demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 
Bst.  a  i.V.m.  Art.  32  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat, vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und 
zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht  und  demnach  vom  BFM  zu  Recht  angeordnet  wurde  (Art.  44 
Abs. 1  AsylG,  Art.  32  Bst.  a  der  Asylverordnung 1  über  Verfahrens-
fragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 2001 
Nr. 21),

dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen über  die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, 
wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass  die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 AuG) grundsätzlich von Amtes we-
gen zu prüfen sind, diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und 

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Glauben ihre Grenzen an der  Mitwirkungspflicht  der  beschwerdefüh-
renden Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substan-
ziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), und es nicht Sache der Asylbehörden 
sein  kann,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypotheti-
schen Herkunftsländern zu forschen,

dass  auf  der  Basis  der  geographischen,  landeskundlichen  und 
kulturellen  Anhaltspunkte  und  nach  eingehender  Überprüfung  der 
Befragungs- und Anhörungsprotokolle, das Bundesverwaltungsgericht 
mit  der Vorinstanz zum Schluss stammt, dass der Beschwerdeführer 
entgegen  seinen  diesbezüglichen  Aussagen  nicht  aus  dem  Sudan 
kommt und in seinem tatsächlichen Herkunftsland über ein tragfähiges 
Beziehungsnetz verfügt,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  mangels  Einreichung 
entsprechender  Dokumente  den  Beweis  für  seine  behauptete 
sudanesische Herkunft bis heute nicht hat erbringen können,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Folgen  seiner  fehlenden  Mitwirkung 
respektive der Verheimlichung seiner wahren Identität und Herkunft zu 
tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden 
einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat keine landes- oder 
völkerrechtlichen  Vollzugshindernisse  im  Sinne  von  Art. 44  Abs.  2 
AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 
S. 4 f.) entgegenstehen,

dass nach dem Gesagten der vom BFM verfügte Vollzug der Wegwei-
sung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a  VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer 
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

 

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand:

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