# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f75e595c-6d3a-5fe8-be0f-8495c41a8bb5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.01.2021 IV 2019/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-47_2021-01-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2021

Entscheiddatum: 26.01.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 26.01.2021
Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Art. 72bis und 87 Abs. 2 und 3 IVV. 
Neuanmeldung nach formell rechtskräftiger Einstellung einer ganzen 
Invalidenrente. Keine Verletzung von Art. 72 bis IVV bei Vergabe eines 
Gutachtensauftrags ohne die Durchführung des Zufallsverfahrens an 
dasselbe Institut, welches das Erstgutachten erstattet hat. Würdigung eines 
polydisziplinären Gutachtens. Keine rentenbegründende Invalidität 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. 
Januar 2021, IV 2019/47).

Entscheid vom 26. Januar 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2019/47

Parteien

A.___

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann Gehler Schmidlin, 

Lattenhofweg 4, Postfach 2151, 8645 Jona,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2003 wegen einer Fibromyalgie erstmals zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Sie gab an, keinen Beruf 

erlernt und bei der B.___ AG als Facharbeiterin gearbeitet zu haben. Die B.___ AG teilte 

am 9. Juli 2003 mit (IV-act. 9), die Versicherte sei bis Ende Februar 2003 als Z.___-

Facharbeiterin angestellt gewesen. Der AHV-beitragspflichtige Lohn habe bei einer 

Wochenarbeitszeit von 41.25 Stunden Fr. 48'152.-- betragen. Nach dem Einholen von 

medizinischen Berichten gab die IV-Stelle eine Begutachtung in Auftrag. Am 

17. Februar 2004 und am 22./23. März 2004 wurde die Versicherte durch das Y.___ 

rheumatologisch und psychiatrisch untersucht und es wurde eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit durchgeführt. Im Gutachten vom 7. Mai 2004 (IV-

act. 27) gaben die Sachverständigen unter anderem folgende Diagnosen an: 

Generalisiertes undifferenziertes Schmerzsyndrom (mit/bei degenerativen 

Wirbelsäulenveränderungen, St. n. Morbus Scheuermann, positiven Tenderpoints 

bezüglich Fibromyalgie, positiven Kontrolldruckpunkten, Wirbelsäulenfehlhaltung, 

Deconditioning-Syndrom, konsistenter depressiver Problematik), lebensreaktive 

depressive Anpassungsstörung mittelschweren Ausprägungsgrades, St. n. Needling 

und subacromialer Steroidinfiltration bei PHS calcarea links (11/2000), St. n. AC-

Gelenksinfiltrationen bei AC-Gelenksarthrose links (5/2002). Im Weiteren hielten sie 

fest, in der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit hätten keine objektivierbaren 

Belastungslimiten gesehen werden können. Die Versicherte habe sich in den 

A.a. 

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Belastungstests selbstlimitiert. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit teilte der 

psychiatrische Sachverständige mit (IV-act. 26-2), medizinisch-theoretisch sei im 

Rahmen einer versicherungspsychiatrischen Rezeption des globalen neuropsychischen 

Funktionspotentials eine 70-80%ige Arbeitsunfähigkeit valide ausgewiesen; dies auf 

dem Boden einer objektivierbaren, arbeitsrelevanten, klinisch mittelschweren bis 

schweren "unspezifischen" depressiven psychopathologischen Alteration mit einer 

ausgeprägten, nicht mobilisierbaren kognitiv-emotionalen Fixierung auf ein 

generalisiertes Schmerzsyndrom mit einem hypochondrisch-wahnhaften Einschlag. Der 

rheumatologische Gutachter gab an (IV-act. 27-7), aus rein rheumatologischer Sicht sei 

der Versicherten die monoton-statische Tätigkeit in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit 

(die Versicherte hatte bei der B.___ AG unter dem Mikroskop Z.___ gelötet, IV-

act. 27-3) ganztags mit vermehrten Pausen (zwei Stunden pro Tag) zumutbar; eine 

leichte, wechselpositionierte und wechselbelastende Tätigkeit sei ihr ganztags 

zumutbar. Unter Berücksichtigung der konsistenten psychischen Problematik 

hinsichtlich eines Schmerzsyndroms und des nun in den Vordergrund gerückten 

psychiatrischen Leidens (vgl. die Beurteilung des psychiatrischen Sachverständigen) 

bestehe langfristig eine 70-80%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten. Mit 

Verfügungen vom 25. November 2004 und 16. Dezember 2004 sprach die IV-Stelle der 

Versicherten ab dem 1. Mai 2003 eine ganze Invalidenrente zu (IV-act. 41, 44).

Am 30. Juni 2007 gab die Versicherte im Revisionsfragebogen an (IV-act. 50), der 

Gesundheitszustand habe sich verschlimmert. Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 8. August 2007 (IV-act. 59), der 

Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Der Hausarzt Dr. med. D.___, 

Facharzt für allgemeine Medizin FMH, teilte am 20. August 2007 ebenfalls einen 

stationären Gesundheitszustand mit (IV-act. 60). Am 11. Oktober 2007 teilte die IV-

Stelle der Versicherten mit, es bestehe weiterhin ein Anspruch auf die bisherige 

Invalidenrente (IV-act. 64).

A.b. 

Im Rahmen der Revision 6a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG, SR 831.20) leitete die IV-Stelle das nächste Revisionsverfahren ein (vgl. IV-

act. 68). Die Versicherte hielt am 28. März 2013 im Revisionsfragebogen fest (IV-

act. 66), der Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Der (neue) Hausarzt Dr. med. 

E.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 27. Mai 2013 (IV-act. 73), der 

A.c. 

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Gesundheitszustand der Versicherten habe sich nicht zum Positiven verändert. 

Zusätzlich bestünden Epicondylitiden bds., eine HWS-Distorsion bei einem 

Auffahrunfall am 8. Mai 2013, eine intermittierende Gastritis, intermittierende 

Palpitationen (kardiologisch blande Untersuchung im Januar 2010), eine Migräne mit 

Aura (blandes EEG im Januar 2011), zwischenzeitlich PHS calcarea Schulter rechts und 

ein Glaukom (ED Januar 2009). Dr. C.___ teilte am 12. Juni 2013 mit (IV-act. 74), seit 

Mai 2004 seien immer wieder depressive Phasen aufgetreten. Als Diagnosen nannte er 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig eine mittelgradige Episode 

(ICD-10 F33.1), und eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen 

Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80). Er hielt fest, es scheine, dass die Versicherte nicht 

in der Lage sei, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Mit einem Vorbescheid vom 

17. September 2013 stellte die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht 

(IV-act. 78, 79). Nach einem Einwand der Versicherten vom 24. Oktober 2013 (IV-

act. 88) und der Einreichung eines Berichts von Dr. E.___ vom 30. Dezember 2013 (IV-

act. 91) erachtete die IV-Stelle eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung als 

notwendig (vgl. die Mitteilung vom 1. Mai 2014, IV-act. 96).

Am 9. Februar 2015 und am 4. März 2015 wurde die Versicherte durch die SMAB 

AG I.___ polydisziplinär (psychiatrisch, rheumatologisch und internistisch) untersucht. 

Im Gutachten vom 2. April 2015 gaben die Gutachter folgende Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 111-14): Dekonditionierung bei einem 

langjährig chronifizierten Schmerzsyndrom von fibromyalgiformem Charakter. Als 

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: Anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), rezidivierende depressive Störung, 

leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) vor dem Hintergrund zahlreicher 

psychobiographischer und psychosozialer Belastungsfaktoren, chronisch 

rezidivierende Tendopathie der Schulterrotatorensehnen, anamnestisches Morton-

Neurom interdigital II/III links bei St. n. alter Vorfussfraktur, intermittierende Gastritis, St. 

n. HP-Eradikation, intermittierende Palpationen (laut Aktenlage kardiologisch 

abgeklärt), Sonnenallergie. Der psychiatrische Sachverständige führte aus (IV-act. 

111-11), die Versicherte sei früh Mutter geworden; die Partnerschaft mit dem Vater 

ihrer Tochter sei gescheitert. Eine weitere Beziehung zum Vater ihres zweiten Kindes 

sei konfliktreich verlaufen. Der Vater des jüngsten Kindes sei kurz nach der Geburt des 

A.d. 

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Sohnes verstorben. Die Versicherte habe bereits in den 1990er Jahren in einem engen 

zeitlichen Zusammenhang mit einer Auffahrkollision und einer dabei erlittenen 

Wirbelsäulenprellung mit HWS-Distorsion ein chronisches Schmerzsyndrom entwickelt. 

Es sei zu einer sekundären Symptomausweitung mit deutlichen Hinweisen auf eine 

Selbstlimitierung gekommen. Vor dem Hintergrund einer konflikthaften Partnerschaft, 

die zur Trennung vor etwa fünf Jahren geführt habe, habe sich eine Ausweitung des 

chronischen Schmerzsyndroms gezeigt. Die von der Versicherten beklagten 

körperlichen Beschwerden seien nicht vollumfänglich durch somatische Befunde 

erklärbar. Mit Blick auf die zahlreichen psychosozialen Belastungsfaktoren und die 

konflikthaft erlebten psychobiographischen Belastungen sei von der Entwicklung einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszugehen. Damit einher gehe eine 

dysfunktionale Schmerzverarbeitung, welche auf dem Boden der aktuell erhobenen 

Befunde deutliche histrionische Züge trage und als willensnah gesteuert erscheine. 

Eine depressive Symptomatik mit einem mittelschweren bis schweren 

Ausprägungsgrad liege nicht vor. Allenfalls liege eine leichte depressive Episode vor, 

wobei mit Blick auf den bisherigen Verlauf von einer rezidivierenden depressiven 

Störung auszugehen sei. Eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit der Versicherten 

resultiere daraus nicht. Auch aus der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 

resultiere keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit; die Foerster-Kriterien seien nicht 

erfüllt. Die diagnostischen Algorithmen einer anhaltenden Persönlichkeitsänderung bei 

chronischen Schmerzen seien ebenfalls nicht erfüllt. Aus psychiatrischer Sicht sei die 

Versicherte in der Lage, jegliche ihrer körperlichen Konstitution sowie ihrem 

Ausbildungs- und Kenntnisstand angepasste Tätigkeiten zu verrichten. Der 

rheumatologische Gutachter hielt fest (IV-act. 111-12, 111-39), in der Vorgeschichte 

der Versicherten lasse sich mit einem im Oktober 1996 erlittenen Autounfall ein erster 

Schwerpunkt erkennen. Ein erster rheumatologischer Bericht aus dem Unfalljahr 

enthalte bereits zahlreiche Pathologien im Bereich des Bewegungsapparates wie ein 

subakutes Panvertebralsyndrom, Schulter- und Beckengürteltendinosen, eine leichte 

linkskonvexe Skoliose thorakolumbal, eine Spondylose der BWS, eine beginnende 

Chondrose L5/S1 sowie eine muskuläre Dysbalance und eine allgemeine Bandlaxität. 

Eine zweite aktenkundige Phase habe im Oktober 2002 mit einer Hospitalisation in der 

Klinik X.___, wo ein generalisiertes Schmerzsyndrom begleitet von zahlreichen 

Kleinpathologien im Bereich des Bewegungsapparats beschrieben worden sei, 

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eingesetzt. Innerhalb der zeitlichen Phase ab 2002 bis aktuell hätten sich keine neuen 

medizinischen Fakten mit Ausnahme einer nochmaligen Distorsion im Nackenbereich 

am 8. Mai 2013, welche jedoch nicht zur einer Situationsänderung geführt habe, 

ergeben. Auch eine im Juni 2014 festgestellte lumbale Diskopathie mit beschriebener 

Wurzelkompression S1 links scheine keine weiteren Folgen gehabt zu haben. Der Blick 

auf die Akten und das in der aktuellen Untersuchung erhobene Zustandsbild liessen 

keinen Zweifel, dass die im Jahr 2002 erstmals geäusserte Diagnose einer Fibromyalgie 

bzw. eines Fibromyalgie-Syndroms korrekt gewesen sei und nach wie vor bestätigt 

werden könne. Sowohl aus den subjektiven Schmerzangaben der Versicherten wie 

auch aus dem Untersuchungsbefund ergebe sich eine undifferenzierte 

Schmerzhaftigkeit praktisch des ganzen Körpers, welche durch ihr Ausmass 

möglicherweise zusätzlich vorliegende, somatisch klarer zu begründende lokale 

Störungen in der Beurteilung erschwere. Trotzdem sei anzunehmen, dass die 

Schmerzkrankheit in ihrer Bedeutung gegenüber allfälligen Lokalbefunden vollständig 

überwiege. Sitzende oder wechselnd sitzend-stehende Tätigkeiten ohne grössere 

Gehstrecken (Fussproblematik links) und mit einer leichten Belastungsgrösse 

erschienen der Versicherten zumutbar; allerdings sei die Möglichkeit wiederholter 

Arbeitspausen und Positionswechsel zu fordern (chronische Nacken- und 

Schulterproblematik). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fachmitarbeiterin in der 

Produktion sei ohne ausgeprägte physische Belastungen gewesen; sie sei der 

Versicherten grundsätzlich zumutbar. Wegen einer Leistungseinbusse von ca. 20% 

durch die Arbeitsunterbrüche betrage die Arbeitsfähigkeit 80%. Für Verweistätigkeiten 

gälten die gleichen, im Belastungsprofil formulierten Annahmen; die Arbeitsfähigkeit 

betrage ebenfalls 80%. Der internistische Experte teilte mit (IV-act. 111-14), aus 

internistischer Sicht fänden sich lediglich funktionelle Magendarmbeschwerden bei 

einer intermittierenden Gastritis und ein Zustand nach einer HP-Eradikation, ausserdem 

intermittierende Palpitationen, die sich im Untersuchungszeitpunkt jedoch nicht 

dargestellt hätten und die scheinbar auch nicht kreislaufwirksam seien. Aus 

internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei Angabe 

einer Sonnenallergie seien Tätigkeiten mit einer stärkeren Exposition zu Sonnenlicht zu 

vermeiden. In der Konsensbeurteilung gaben die Sachverständigen an (IV-act. 111-15), 

aus polydisziplinärer Sicht sei die Versicherte in der Lage, die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Montage von Z.___ ganztags mit einer 

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Leistungsfähigkeit von 80% auszuüben. Ihr seien körperliche leichte Arbeiten einfacher 

geistiger Art mit geringen Verantwortungsbereichen, ohne besonderen Zeitdruck, ohne 

Nachtarbeitsbedingungen und ohne besondere Anforderungen an die Team- und 

Konfliktfähigkeit zumutbar. Ebenfalls seien sitzende oder wechselnd sitzend-stehende 

Tätigkeiten ohne grössere Gehstrecken (Fussproblematik links) und mit einer leichten 

Belastungsgrösse zumutbar; allerdings sei die Möglichkeit wiederholter Arbeitspausen 

und Positionswechsel zu fordern (chronische Nacken- und Schulterproblematik). 

Tätigkeiten mit einer stärkeren Exposition zu Sonnenlicht seien zu vermeiden. Die letzte 

Tätigkeit sei als angepasst zu betrachten. Retrospektiv habe über viele Jahre ein 

syndromales Beschwerdebild bestanden. Es sei davon auszugehen, dass die 

attestierte Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auch in der Vergangenheit 

vorgelegen habe.

Dr. med. F.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 16. April 2015 

(IV-act. 112), auf das Gutachten könne abgestellt werden. Mit einem (zweiten) 

Vorbescheid vom 29. Mai 2015 stellte die IV-Stelle erneut die Einstellung der 

Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 116). Gleichentags unterbreitete die IV-Stelle der 

Versicherten ein Angebot zum Bezug von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (IV-

act. 113), welches die Versicherte am 3. Juni 2015 unterzeichnete (IV-act. 117). Mit 

einer Mitteilung vom 19. Februar 2016 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine 

Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 125). Mit einer Verfügung vom 1. März 2016 stellte die IV-

Stelle die Rente ein (IV-act. 127). Mit einer weiteren Verfügung vom 2. März 2016 

entschied die IV-Stelle (IV-act. 129), die Versicherte habe ab 1. Mai 2016 einen 

Anspruch auf die Weiterausrichtung einer ganzen Invalidenrente. Diese Rente werde 

ausgerichtet, wenn Massnahmen zur Wiedereingliederung durchgeführt würden, 

längstens bis zum 30. April 2018. Bei einem Abbruch der Massnahme werde die 

Weiterausrichtung der Rente eingestellt. Beide Verfügungen erwuchsen unangefochten 

in Rechtskraft.

A.e. 

Am 2./5. September 2016 reichte die Versicherte ein Anmeldeformular für 

berufliche Integration/Rente sowie mehrere medizinische Berichte, insbesondere 

Berichte des Hausarztes Dr. E.___ und von Dr. med. G.___, FMH Physikalische Medizin 

und Rehabilitation, ein (vgl. IV-act. 140-161). Sie machte geltend, ihr 

Gesundheitszustand habe sich seit dem Jahr 2011 verschlechtert. Der RAD-Arzt 

A.f. 

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Dr. F.___ notierte am 12. September 2016 nach einer Durchsicht der eingereichten 

medizinischen Berichte (IV-act. 163), eine signifikante und anhaltende 

Verschlechterung des Gesundheitszustands der Versicherten bestehe nicht. Die bisher 

geltenden versicherungsmedizinischen Kenndaten seien unverändert. Mit einem 

Vorbescheid vom 7. Oktober 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an, sie werde 

nicht auf das neue Leistungsbegehren eintreten (IV-act. 166). Nach einem Einwand der 

Versicherten vom 22. Oktober 2016 (IV-act. 171), dem medizinische Berichte von 

Dres. E.___ und G.___ beigelegt waren, holte die IV-Stelle bei Dr. G.___ einen 

Verlaufsbericht ein (IV-act. 172). Der RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 5. Dezember 2016 

(IV-act. 174), die in den Berichten aufgeführten Diagnosen und Entitäten seien bereits 

anlässlich der Begutachtung durch die SMAB AG I.___ bekannt gewesen. Die geltend 

gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustands könne nicht nachvollzogen 

werden und sei nicht ausgewiesen. Mit einer Verfügung vom 3. Januar 2017 trat die IV-

Stelle auf die Anmeldung vom 2./5. September 2016 nicht ein (IV-act. 177). Diese 

Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

Am 8./9. Juni 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 184). Am 1. Dezember 2017 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, 

Unterlagen einzureichen, um eine relevante Änderung des rechtserheblichen 

Sachverhalts glaubhaft zu machen (IV-act. 191). Am 17. Januar 2018 gingen bei der IV-

Stelle Berichte von Dr. E.___ vom 9. Januar 2018 und von Dr. G.___ vom 13. Dezember 

2017 ein. Dr. E.___ hatte mitgeteilt (IV-act. 194-1), bei der Versicherten bestehe seit 

langer Zeit eine fibromyalgieforme Beschwerdesituation. In den letzten Jahren seien 

zunehmend Schulterbeschwerden hinzugekommen, welche im Rahmen einer PHS 

calcarea/Impingement-Situation imponierten. Intermittierend würden auch 

Beschwerden im Bereich der LWS mit mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen 

und einer S1-Wurzel-Kompression angegangen. Leider sei nun auch noch eine 

deutliche Spinalkanalstenose auf der Höhe C5/6 mit beidseitigen intraforaminalen 

Kompressionen hinzugekommen. Die Halswirbelsäule sei bereits nach einem 

Auffahrunfall im 2013 vorbelastet gewesen. Eine weitere Verschlechterung des 

Gesundheitszustands sei unter anderem auch aufgrund der neuen symptomatischen 

zervikalen Spinalkanalstenose hinzugekommen. Er sehe eine ganze Rente als 

gerechtfertigt an. Dr. G.___ hatte folgende Diagnosen genannt (IV-act. 194-2): 

A.g. 

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Impingementsyndrom Schulter rechts>links bei Tendinitis calcarea der 

Supraspinatussehne bds., Lumbovertebralsyndrom bei aktivierter Spondylarthrose L4-

S1, cervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei Spinalkanalstenose aufgrund von 

degenerativen Veränderungen. Sie hatte festgehalten, seit Jahren sei die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch die zunehmende Bewegungseinschränkung der 

Schultergelenke limitiert. Neu hinzugekommen sei im 2017 eine schmerzhafte 

Bewegungseinschränkung der HWS bei einer Spinalkanalstenose (siehe MRI der HWS 

vom 19. Januar 2017, IV-act. 194-3). Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sei 

nachvollziehbar. Der RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 8. Februar 2018 (IV-act. 203), das 

Zervikalsyndrom, die degenerativen Veränderungen und die Spinalstenose C5/6 seien 

von den behandelnden Ärzten im Vergleich zum Gutachten der SMAB AG I.___ vom 

2. April 2015 neu angegeben worden. Diese Beschwerden seien bisher nicht im 

Vordergrund gestanden. Demnach sei es möglich, dass sich der Gesundheitszustand 

verschlechtert habe.

Am 23. März 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass eine polydiszi­

plinäre Begutachtung notwendig sei und dass die SMAB AG I.___ mit der Erstellung 

eines Verlaufsgutachtens beauftragt werde (IV-act. 197). Der 

Eingliederungsverantwortliche notierte am 4. April 2018 (IV-act. 200), die Versicherte 

habe regelmässig Bestätigungen der Arbeitsbemühungen eingereicht. Da die Frist der 

Arbeitsvermittlung ablaufe, würden die beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

abgeschlossen. Mit einer Mitteilung vom 10. April 2018 stellte die IV-Stelle die 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen und die Rentenzahlung ein (IV-act. 202).

A.h. 

Am 9./16. Mai 2018 und am 25. Juni 2018 wurde die Versicherte durch die SMAB 

AG I.___ polydisziplinär (psychiatrisch, neurologisch, orthopädisch-traumatologisch 

und internistisch) untersucht. Im Gutachten vom 13. August 2018 gaben die Gutachter 

folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 210-6): 

Radiologisch nachgewiesene degenerative zervikale Spinalkanalstenose, langjähriges 

chronisches Schmerzsyndrom mit einem fibromyalgiformen Charakter, somatischen 

und psychischen Faktoren, Erstdiagnose 2002 (chronische Schulter-Armschmerzen 

rechts>links bei Impingementsyndrom bds. rechts>links, chronische Schmerzen der 

HWS bei einer degenerativ bedingten Spinalkanalstenose C5/6 ohne eine signifikante 

Bewegungseinschränkung der HWS und ohne neurologische Auffälligkeiten). Als 

A.i. 

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Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: Rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) vor dem 

Hintergrund zahlreicher psychobiographischer und sozialer Belastungsfaktoren, 

vermutlich leichter Wurzelreiz C8 und S1 rechts, Migräne mit einer ophtalmischen Aura, 

aktenanamnestisch Morton-Neurom II/III linker Fuss, intermittierende Gastritis, Zustand 

nach HP-Eradikation, intermittierende Palpitationen (laut Aktenlage kardiologisch 

abgeklärt, klinisch nicht evident), Sonnenallergie, Varikosis beidseits, Hallux rigidus 

links, anamnestisch Hyperthyreose (medikamentös eingestellt), fortgesetzter 

Nikotinkonsum. Der psychiatrische Sachverständige führte aus (psychiatrisches 

Teilgutachten vom 29. Juni 2018, IV-act. 210-18 ff.), die Versicherte habe angegeben, 

dass sie unter ständigen Schmerzen leide. Sie sei mit sich und ihrer Lebenssituation 

unzufrieden, was sich auf die Fähigkeit, Freude zu empfinden, negativ auswirke. Früher 

habe sie ihre Arbeit geliebt und sei mit Freude zur Arbeit gegangen. Für die Zukunft 

hoffe sie auf eine Besserung, aber eine Arbeit sei – wie auch immer – nicht möglich. In 

Bezug auf die psychiatrischen Befunde gab der Gutachter insbesondere an (IV-

act. 210-24 f.), die Körpersprache habe nicht mit der Angabe einer hohen Schmerz­

intensität von 8/10 übereingestimmt. In der emotional-affektiven Schwingungsfähigkeit 

habe die Versicherte über das gesamte Ausdrucksspektrum verfügt. Zwar seien 

Stimmung und Affektlage über Strecken gedrückt, ernst, teilweise auch depressiv 

ausgelenkt geblieben, aber eine durchgehende Depressivität habe sich nicht gezeigt 

und es sei der Versicherten mehrmals gelungen, auch kurz zum positiven Pol 

mitzuschwingen. Die Fähigkeit, Freude zu empfinden, sei reduziert erschienen. Ein 

vollständiger Interessenverlust habe nicht vorgelegen, ebenso wenig ein sozialer 

Rückzug aus allen Lebensbereichen. Auf der Persönlichkeitsebene habe sich wie 

bereits anlässlich der Erstbegutachtung eine histrionische Akzentuierung mit einer 

Neigung zu einem demonstrativen Verhalten gezeigt. Das Verhalten sei aber nicht 

derart ausgeprägt gewesen, dass von einer Persönlichkeitsstörung von Krankheitswert 

auszugehen wäre. Unverändert habe die Versicherte wenig Veränderungsmotivation 

gezeigt. In der Laboruntersuchung sei das Antidepressivum nicht nachweisbar 

gewesen. Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine leichte depressive Episode 

(ICD-10 F33.0). Im Weiteren hielt er fest, mit der depressiven Symptomatik sei eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung eng verknüpft. Differentialdiagnostisch sei 

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu 

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diskutieren, da die Versicherte anamnestisch mitgeteilt habe, man habe deutliche 

degenerative Veränderungen an den Schultergelenken sowie einen 

Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule und eine Verengung des Spinalkanals 

festgestellt. Gemäss einem neurologischen Bericht vom 20. Januar 2018 sei der 

Befund an der HWS als wahrscheinlich für die Schmerzen im Schultergürtelbereich 

verantwortlich angesehen worden, ohne dass eine radikuläre Komponente zu 

verzeichnen gewesen sei. Mit Blick auf diese Einschätzung sei eher von einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 

F45.41) auszugehen, wobei die weitere, von der Versicherten beklagte fibromyalgiform 

anmutende Schmerzwahrnehmung mit "Ganzkörperschmerz" zweifelsohne durch 

somatische Befunde nicht hinreichend erklärbar sei. Psychologische Faktoren seien 

aber an der Entstehung und vor allem an der Aufrechterhaltung der Symptomatik 

massgeblich beteiligt. In der Beurteilung gab der psychiatrische Gutachter an (IV-

act. 210-28 ff.), die derzeit vorliegenden Befunde wichen nicht wesentlich von denen 

der Erstbegutachtung im Februar 2015 ab. Auffallend sei eine deutliche Diskrepanz 

zwischen der Angabe einer sehr hohen subjektiven Schmerzintensität und dem 

Verhalten. Die Versicherte habe anlässlich der Begutachtung keine 

Schmerzschonhaltung eingenommen und sie habe lebhaft gestikuliert und sich bewegt. 

Auch die Schilderung des Alltags habe Ressourcen erkennen lassen. In Anlehnung an 

das Mini-ICF APP sei festzuhalten, dass die Versicherte in der Lage sei, sich an Regeln 

und Routinen anzupassen sowie Aufgaben zu planen und zu strukturieren. Die 

Flexibilität und die Umstellungsfähigkeit sei ausreichend erhalten. Die Versicherte 

verfüge über Kompetenz und sie sei in der Lage, ihr Wissen anzuwenden. Die 

Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit seien vorhanden. Die Proaktivität von 

Spontanaktivitäten sei leicht reduziert, die Widerstands- und Durchhaltefähigkeit seien 

ebenfalls leicht defizitär. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei erhalten. Die Versicherte 

sei kontaktfähig; die Konversation und Interaktion mit Dritten gelinge ihr. Aus rein 

psychiatrischer Sicht sei die Versicherte in der Lage, jegliche ihrem körperlichen 

Belastungsprofil angepasste Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, die ihrem 

Kenntnis- und Ausbildungsstand entsprächen, in voller Präsenz und ohne eine 

Leistungsminderung zu verrichten. Arbeiten unter besonderem Zeitdruck, unter 

Nachtarbeitsbedingungen sowie mit hohen Anforderungen an die Team- und 

Konfliktfähigkeit sollten möglichst gemieden werden. Der neurologische 

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Sachverständige teilte mit (neurologisches Teilgutachten vom 4. Juni 2018, IV-

act. 210-40 ff.), die seit vielen Jahren bestehenden und generalisiert vorhandenen 

Schmerzen könnten überwiegend nicht als neurogen angesehen werden. Paresen 

seien nicht nachweisbar. Auffallend seien fehlende bzw. abgeschwächte 

Muskeldehnungsreflexe, die im Gesamtkontext jedoch nicht einer Polyneuropathie 

entsprächen. Der neurologische Befund liefere trotz der beschriebenen deutlich 

ausgeprägten zervikalen Spinalkanalstenose (MRI vom 19. Januar 2017), die offenbar 

in einer Voraufnahme (15. Januar 2997, richtig wohl: 1997) noch nicht bestanden habe, 

keine genügenden Hinweise für das Vorliegen einer zervikalen Myelopathie, sodass aus 

neurologischer Sicht keine Operationsindikation bestehe. Aus prophylaktischen 

Gründen resultiere hieraus jedoch insofern eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit, als 

Tätigkeiten, die mit einer starken Belastung oder mit Fehlhaltungen der HWS 

einhergingen, nicht mehr ausgeübt werden könnten. Gleiches gelte für Tätigkeiten mit 

Überkopfarbeiten, einem längeren Beugen des Nackens und einem schweren Heben. 

Wesentliche Differenzen zum fachneurologischen Befundbericht vom 20. Januar 2018 

von Dr. med. J.___, Facharzt für Neurologie FMH (vgl. IV-act. 210-79), seien nicht 

vorhanden. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (die Versicherte hatte angegeben, die 

Tätigkeit als Z.___-Facharbeiterin sei mit Vornüberbeugen und Arbeiten unter dem 

Mikroskop verbunden gewesen, IV-act. 210-37) sei die Versicherte seit dem Nachweis 

der spinalen Enge (Januar 2017) vollständig arbeitsunfähig. In adaptierten Tätigkeiten 

ohne eine starke Belastung oder Fehlhaltung der HWS, ohne Überkopfarbeiten, ohne 

längeres Beugen des Nackens und ohne schweres Heben bestehe eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit. Der internistische Experte erklärte (internistisches Teilgutachten vom 

25. Juni 2018, IV-act. 210-52 ff.), die Medikamentenanamnese sei schwierig gewesen; 

die Versicherte habe die Medikamente zwar aufgelistet, Dosierung und zeitliche 

Einnahme seien jedoch nicht klar zu evaluieren gewesen. Bei der Untersuchung des 

Bewegungsapparats habe die Versicherte angegeben, sämtliche Körperstellen seien 

druckschmerzhaft, insbesondere bei Abtasten des dorsalen Thorax und des 

Wirbelsäulenbereichs. Bei der Auskultation mit dem Stethoskop habe er einen ähnlich 

festen Druck ausgeübt, hier habe die Versicherte jedoch keine Schmerzen angegeben. 

Aus internistischer Sicht finde sich keine signifikante Veränderung. Eine Hyperthyerose 

sei hinzugetreten, die sich klinisch jedoch nicht äussere. Die Arbeitsfähigkeit in der 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei aus internistischer Sicht nicht eingeschränkt. Der 

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orthopädisch-/traumatologische Gutachter hielt fest (orthopädisch-/traumatologisches 

Gutachten vom 28. Juni 2018, IV-act. 210-65 ff.), die gesamte Untersuchung sei von 

deutlichen Schmerzäusserungen und einem unruhigen Verhalten der Versicherten 

begleitet gewesen. Die Versicherte habe die Beweglichkeit der HWS deutlich 

schmerzhaft eingeschränkt demonstriert. Bei wiederholten Untersuchungsgängen und 

einer geduldigen Untersuchung sei die Beweglichkeit der HWS in allen Ebenen nicht 

schmerzhaft eingeschränkt gewesen. Das Impingement-Zeichen beider 

Schultergelenke sei deutlich, bei einer entsprechend geduldigen Untersuchung und 

wiederholten Untersuchungsgängen aber nur inkonsistent und in unterschiedlichem 

Ausmass positiv gewesen. Für die HWS, BWS und LWS habe die Versicherte einen 

sehr starken Bewegungsschmerz angegeben. Die Beweglichkeit der einzelnen 

Abschnitte sei bei einer wiederholten Untersuchung und bei Ablenkung der 

Versicherten ohne auffälligen Befund gewesen. Die Versicherte habe einen 

Fingerkuppen-Bodenabstand von 20 cm demonstriert. Bei der späteren Untersuchung 

sei der entsprechende Langsitz problemlos möglich gewesen und die Versicherte habe 

mit den Fingerkuppen die Füsse erreichen können. Hierbei habe sie keine Schmerzen 

angegeben. Verglichen mit den klinischen Befunden aus dem rheumatologischen 

Gutachten vom 4. März 2015 und den aktuell vorliegenden Befunden könne keine 

richtungsweisende Befundänderung, weder eine Verschlechterung noch eine 

Verbesserung, festgestellt werden. Weiterhin bestünden sehr diffuse Schmerzen des 

gesamten Körpers. Die zwischenzeitlich diagnostizierte degenerative Veränderung der 

HWS in der Etage C5/6 könne eine signifikante Befundverschlechterung "nicht 

argumentieren". Neurologisch fänden sich keine Auffälligkeiten, die Beweglichkeit der 

HWS sei bei geduldiger Untersuchung frei möglich gewesen. Auch aktuell bestünden 

chronische Schulter-Armschmerzen rechts>links bei einer Impingementsymptomatik 

beider Schultern. Insgesamt sei die Beschwerdesymptomatik aber sehr inkonsistent 

vorhanden und ein konsistenter Untersuchungsbefund nicht zu erheben. Die als 

erheblich beschriebenen Schmerzen könnten nicht nachvollzogen werden. Vier von 

fünf Waddell-Kriterien seien als Hinweis für eine bewusstseinsnahe Ausgestaltung der 

Beschwerdesymptomatik bzw. einer Schmerzfehlverarbeitung positiv gewesen. Der 

Versicherten seien lediglich leichte Tätigkeiten möglich. Diese sollten überwiegend im 

Sitzen mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel durchgeführt werden 

ohne Gerüst- und Leitertätigkeiten, ohne Überkopftätigkeiten und ohne 

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Zwangshaltungen für die HWS, BWS und LWS. Aufgrund des vermehrten 

Pausenbedarfs wegen der chronischen Schmerzsymptomatik sei die Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten wie in einer Verweistätigkeit um 20% gemindert. In der 

Konsensbeurteilung gaben die Sachverständigen an (IV-act. 210-5 ff.), die 

degenerativen Veränderungen an der HWS sowie an den Schultergelenken führten zu 

chronischen Schmerzen und daraus resultierend zu einem vermehrten Pausenbedarf. 

Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Montage von Z.___ sei mit einer Zwangshaltung 

der HWS verbunden gewesen, weshalb diese Arbeit aus neurologischer Sicht nicht 

mehr zumutbar sei. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe hingegen eine 80%ige 

Arbeitsfähigkeit. Dabei sei auch die Überlagerung mit psychischen Störungen 

berücksichtigt, welche für sich genommen keine Arbeitsunfähigkeit begründeten, weil 

die Versicherte aus psychiatrischer Sicht durchaus über Ressourcen verfüge, welche 

eine regelmässige Tätigkeit erlaubten. Der Versicherten seien körperlich leichte 

Tätigkeiten, welche ihrem Kenntnis- und Ausbildungsstand entsprächen und 

überwiegend im Sitzen (mit der Möglichkeit einer eigen gewählten Körperposition) 

durchgeführt würden, zumutbar. Arbeiten unter besonderem Zeitdruck, unter 

Nachtarbeitsbedingungen sowie mit hohen Anforderungen an die Team- und 

Konfliktfähigkeit seien zu vermeiden. Auszuschliessen seien Tätigkeiten, die mit einer 

starken Belastung oder Fehlhaltung der HWS einhergingen, insbesondere 

Überkopfarbeiten oder Tätigkeiten, die ein längeres Beugen des Nackens erforderten. 

Retrospektiv bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem Nachweis der 

zervikalen Spinalkanalstenose im Januar 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In 

adaptierten Tätigkeiten habe sich die Einschätzung der 80%igen Arbeitsfähigkeit seit 

2015 nicht geändert.

Der RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 22. August 2018 (IV-act. 211), auf das 

Gutachten könne abgestellt werden.

A.j. 

Mit einem Vorbescheid vom 23. August 2018 stellte die IV-Stelle bei einem 

Invaliditätsgrad von 18% die Abweisung des Begehrens um eine Invalidenrente in 

Aussicht (IV-act. 214). Zur Begründung gab sie an, gemäss dem Gutachten der SMAB 

AG I.___ vom 13. August 2018 betrage die Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten – 

wie bisher gemäss dem Gutachten der SMAB AG I.___ vom 2. April 2015 – 80%. Beim 

Valideneinkommen von Fr. 52'701.-- sei auf das bisher erzielte Einkommen bei der 

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/32

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B.___ AG abzustellen. Das Invalideneinkommen von Fr. 43'034.-- entspreche dem 

durchschnittlichen Einkommen einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung 

des Bundesamts für Statistik bei einer Arbeitsfähigkeit von 80%. Die Versicherte erhob 

am 6. September 2018 (IV-act. 219) und am 13. Oktober 2018 (Posteingang: 

22. Oktober 2018, IV-act. 226) einen Einwand. Sie reichte Berichte von Dr. C.___ vom 

17. September 2018 und von Dr. G.___ vom 19. Oktober 2018 ein (IV-act. 226-2, 

226-4). Dr. C.___ hatte berichtet, er könne bestätigen, dass bei der Versicherten immer 

wieder depressive Phasen aufgetreten seien. Die Schmerzen führten zu Ein- und 

Durchschlafstörungen, einer bedrückten, traurigen Stimmung mit einem Verlust des 

Selbstwertgefühls sowie der Vitalität im Sinne einer depressiven Anpassungsstörung 

auf Dauerspannung. Dazu bestünden finanzielle und existenzielle Sorgen. Aktuell biete 

sich das Bild eines mittelschwer ausgeprägten depressiven Syndroms. Aufgrund der 

Depression und der chronischen Schmerzen resultiere eine Einschränkung der 

kognitiven Fähigkeiten. Dadurch entstünden Einbussen der Handlungsenergie, -

planung, Übersichts- und mental-intellektuellen Umstellungsfähigkeit. Diese seien 

berufslimitierend, auf dem Boden eines verminderten innerpsychischen Antriebs. Die 

Persönlichkeitsänderung verunmögliche die Integration in ein Team. Die Versicherte sei 

relativ isoliert und pflege ausserhalb der Familie praktisch keine Kontakte mehr. 

Dr. G.___ hatte mitgeteilt, sie habe folgende Diagnosen erhoben: 

Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei Spinalkanalstenose und möglicher 

Kompression C6 bds. (siehe MRI HWS 1/2017), Impingementsyndrom Schulter 

rechts>links (Tendinitis calcarea Supraspinatussehne bds.), Lumbovertebralsyndrom 

bei aktivierter Spondylarthrose L4-S1, Gonarthrose bds., myofasziales 

Schmerzsyndrom bei muskulärer Dysbalance. Aufgrund der schmerzhaften 

Bewegungseinschränkungen der Schultern und der Spinalkanalstenose der HWS sowie 

bei weiteren Problemen im Bewegungssystem sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

nachvollziehbar. Am 7. November 2018 berichtete der Hausarzt Dr. E.___ (IV-act. 232), 

er könne nur mit Nachdruck formulieren, dass die Versicherte unter einer depressiven 

Symptomatik leide, die sicherlich aufgrund der mehrjährigen Schmerzsymptomatik 

indiziert sei. Aufgrund der komplexen Situation mit multiplen Befunden und 

Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparats sei von operativen Eingriffen 

Abstand zu nehmen. Er beurteile die Versicherte als vollständig arbeitsunfähig. Die IV-

Stelle bat die Gutachter der SMAB AG I.___ am 5. Dezember 2018, zu den Berichten 

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von Dres. C.___, G.___ und E.___ Stellung zu nehmen (IV-act. 236). Am 14. Januar 

2019 berichteten Fachärzte der H.___ (IV-act. 240), die Versicherte sei vom 

26. November 2018 bis 21. Dezember 2018 hospitalisiert gewesen. Sie nannten 

folgende Diagnosen: Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung in die 

oberen Extremitäten bds., symptomatische tendinopathia calcarea Schultern bds. 

rechtsführend, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont, Fibromyalgie (ED 

2002), beginnende Coxarthrosen bds. (Röntgen vom 29. August 2016), chronische 

Epicondylitis radialis et ulnaris humeri rechtsbetont, Morton Neurinom II/III Fuss links, 

Hyperthyreose (ED 3/2017), DD Funktionelle Autonomie, M. Basedow, intermittierende 

Gastritis, Dyslipidämie, Nikotinabusus, intermittierende Palpitationen, Migräne mit Aura, 

teils sans migraine, Depression, Glaukom (ED 1/2009), Mikrohämaturie. Sie hielten fest, 

die Versicherte sei zur intensiven muskuloskelettalen Rehabilitation zugewiesen 

worden. Sie hätten die Versicherte in ein multimodales Therapieprogramm mit einem 

Schwerpunkt auf aktivierenden und funktionsverbessernden Therapieeinheiten 

integriert. Flankierend seien regelmässige Gespräche erfolgt. Hierbei hätten sich 

Hinweise für eine fatalistische Grundhaltung nach einer langen Leidenszeit und einem 

fehlenden bzw. geringen Erfolg der zahlreichen Therapieversuche gezeigt. Die 

rehabilitativen mehrmodalen intensiven Therapiemassnahmen hätten gemäss den 

Aussagen der Versicherten bezüglich der subjektiven Schmerzsituation bis zum 

Austrittszeitpunkt keinen deutlichen Erfolg gezeigt. Am 23. Januar 2019 nahmen die 

Gutachter der SMAB ergänzend Stellung (IV-act. 244). Sie hielten fest, in Bezug auf das 

Attest von Dr. G.___ sei darauf hinzuweisen, dass die als möglich erachtete 

intraforaminale Nervenwurzelaffektion C6 bds. klinisch weder bei der jetzigen noch bei 

einer früheren fachneurologischen Untersuchung (20. Januar 2018 Dr. J.___) habe 

festgestellt werden können. Wesentliche neurologische Störungen könnten somit nicht 

angenommen werden. Diese Diagnose und ein Impingementsyndrom der Schulter 

rechts>links seien im Gutachten bewertet worden. Bezüglich des 

Lumbovertebralsyndroms sei auszuführen, dass dieses bei der Begutachtung nicht im 

Vordergrund gestanden sei. Auch die Schmerzen beider Kniegelenke, die Dr. G.___ als 

Gonarthrose bds. darstelle, seien berücksichtigt worden. Insgesamt sei das von 

Dr. G.___ als myofasziales Schmerzsyndrom bei einer muskulären Dysbalance 

angeführte Krankheitsbild als langjähriges Schmerzsyndrom mit fibromyalgiformem 

Charakter mitgeteilt worden. Dr. E.___ habe keine Aspekte genannt, die im Gutachten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/32

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B.  

nicht bewertet worden seien. Im Zeitpunkt der Begutachtung habe das Bild einer 

leichten depressiven Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung bestanden. 

Dr. C.___ habe keinen Schweregrad der Depression benannt, sodass keine 

Begründung vorliege, die zu einer abweichenden Einschätzung führen könnte. Im 

Hinblick auf die von Dr. C.___ attestierte Persönlichkeitsänderung sei festzuhalten, 

dass die im ICD-10 geforderten Merkmale nicht erfüllt seien. RAD-Arzt Dr. F.___ 

notierte am 25. Januar 2019 (IV-act. 247), die Gutachter seien ausführlich auf das 

Schreiben von Dr. G.___ eingegangen. Sie hätten begründet, weshalb die 

Spinalkanalstenose zervikal keine klinischen Folgen verursache und dass die geklagten 

Beschwerden der Versicherten bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt 

worden seien. Im Weiteren hätten die Gutachter ausgeführt, weshalb sie lediglich eine 

leichte depressive Episode diagnostiziert hätten. Ausserdem hätten sie betont, dass 

sich Dr. C.___ nicht zum Schweregrad der Depression geäussert habe. Die ICD-10 

geforderten Merkmale der von Dr. C.___ diagnostizierten Persönlichkeitsänderung 

seien nicht erfüllt. Aus dem Bericht der H.___ ergäben sich keine neuen Aspekte. In 

Bezug auf die Auswertung des Gutachtens der SMAB vom 22. August 2018 ergebe 

sich keine Änderung.

Mit einer Verfügung vom 25. Januar 2019 wies die IV-Stelle das Begehren um eine 

Invalidenrente ab (IV-act. 248). Zum Einwand gab sie die Stellungnahme des RAD vom 

gleichen Tag wieder.

A.l. 

Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 25. Februar 2019 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. Januar 2019 (act. G 1). Sie beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer ganzen 

Invalidenrente. Eventualiter sei eine halbe Invalidenrente, subeventualiter eine 

Viertelsrente auszurichen. Zudem ersuchte sie um die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung machte sie im 

Wesentlichen geltend, die Unabhängigkeit der Begutachtungsstelle SMAB AG I.___ sei 

nicht gegeben. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe nämlich die 

gleiche Institution beauftragt, welche sie bereits im Jahr 2015 beauftragt habe und 

welche verursacht habe, dass die Invalidenrente eingestellt worden sei. Diese 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/32

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Begutachtungsstelle sei nicht unabhängig, sondern habe grundsätzlich nur bestätigt, 

was bereits drei Jahre zuvor ausgesagt worden sei. Das Gutachten vom 13. August 

2018 könne auch inhaltlich nicht anerkannt werden. Unverständlich sei, weshalb die 

Gutachter trotz einer Verschlechterung des Gesundheitszustands (radiologisch 

nachgewiesene degenerative zervikale Spinalkanalstenose) zur gleichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung in adaptierten Tätigkeiten komme wie im Gutachten vom 

2015. Bis anhin seien die Schmerzen im Nacken und im Schulterbereich einem 

chronischen Schmerzsyndrom zugewiesen worden. An dieser Auffassung hätten die 

Gutachter festgehalten, obwohl mit einer Spinalkanalstenose eine klare Ursache dieser 

Schulter- und Armschmerzen inkl. Nackenschmerzen vorhanden sei. Die Gutachter 

hätten nicht einmal in Erwägung gezogen, dass die Spinalkanalstenose diese 

Schmerzen verursache. Zu rügen sei auch, dass verschiedene Diagnosen gestellt 

worden seien, welche angeblich keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten. 

Insbesondere der leichte Wurzelreiz C8/S1 rechts sei durchaus in der Lage, die 

Arbeitsfähigkeit einzuschränken, ebenso das Morton-Neurom-Syndrom II/III linker Fuss 

(Fähigkeit, zu stehen bzw. gehen). Nicht berücksichtigt worden sei auch die erhebliche 

Medikation. Wer solche Schmerzmittel einnehmen müsse, sei mit Sicherheit deutlich 

mehr als zu 20% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Das von den Gutachtern 

festgehaltene Belastungsprofil sei widersprüchlich. Die Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen ausgeübt worden sei, sei 

vollständig ausgeschlossen worden, während eine adaptierte Tätigkeit, die als 

körperlich leichte, überwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeit umschrieben worden sei, 

als zumutbar erachtet worden sei. Die Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar. Nebst 

den medizinischen Einschränkungen sei zu berücksichtigen, dass sie 57 Jahre alt sei, 

seit bald 15 Jahren keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgegangen sei und keinerlei 

Ausbildung aufweisen könne. Es sei nicht realistisch, dass sie noch eine Arbeit finden 

könnte. Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

dürfe nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Beim 

Invalideneinkommen sei ein Abzug von mindestens 10% vorzunehmen, da ein 

Arbeitgeber nicht bereit sei, den gleichen Lohn auszurichten wie einem gesunden 

Arbeitnehmer. Aufgrund der Schmerzen, des Alters und der fehlenden Ausbildung sei 

aber ein höherer Abzug, nämlich ein "Leidensabzug" von 25%, zu gewähren. Die 

aktuellen Arztzeugnisse zeigten, dass von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

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auszugehen sei. Ausserdem habe die H.___ gleich vier verschiedene Therapien 

verschrieben. Diese Zeit würde im Fall einer (Teil-)Arbeitstätigkeit fehlen, was einen 

potentiellen Arbeitgeber abschrecken würde. Dem Austrittsbericht sei ein Rezept für elf 

Medikamente angehängt, wobei es sich bei mindestens fünf Medikamenten um derart 

starke Arzneimittel handle, dass die Arbeitsfähigkeit ebenfalls eingeschränkt sei. Die 

Beschwerdeführerin reichte unter anderem einen Bericht von Dr. G.___ vom 9. Januar 

2019 (act. G 1.1.5), vier Verordnungen für ambulante Therapien der H.___ vom 

20. Dezember 2018 (act. G 1.1.7-1.1.10) sowie eine Verordnung für Krankenpflege der 

H.___ vom 19. Dezember 2018 (act. G 1.1.11) ein. Die von Dr. G.___ angegebenen 

Diagnosen waren bereits im Bericht vom 19. Oktober 2018 (IV-act. 243) enthalten. 

Zusätzlich hatte sie ein Morton-Neurom angegeben.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. April 2019 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, bei einer 

Verlaufsbegutachtung sei es genau Sinn und Zweck, dass dasselbe Institut den 

Gesundheitszustand der versicherten Person beurteile. Da es vorliegend um die 

Beurteilung einer allfälligen Verschlechterung gegangen sei, sei eine 

Verlaufsbegutachtung durch dasselbe Institut die beste Lösung gewesen, um eine 

objektive Einschätzung zu erhalten. Die von der Beschwerdeführerin angeführten 

Einwände weckten keine Zweifel am Gutachten. Das Hinzutreten einer neuen Diagnose 

bringe nicht zwangsläufig eine Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit in angepasster 

Tätigkeit mit sich. Auch die Länge der Liste von verschriebenen bzw. eingenommenen 

Medikamenten sage nichts über die Höhe der Arbeitsfähigkeit aus, zumal die Gutachter 

explizit darauf hingewiesen hätten, dass die Medikamentenanamnese schwierig 

gewesen sei. Für die Invaliditätsbemessung sei nicht massgebend, ob eine invalide 

Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden könne, 

sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen 

könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften 

entsprechen würden. Das im Gutachten formulierte Belastungsprofil lasse der 

Beschwerdeführerin zahlreiche Tätigkeiten offen, mit welchen sie ihre vorhandene 

Restarbeitsfähigkeit verwerten könne. Da die Arbeitsfähigkeit lediglich aufgrund eines 

erhöhten Pausenbedarfs reduziert sei, sei ein "Leidensabzug" nicht gerechtfertigt. Mit 

den beschwerdeweise ins Recht gelegten medizinischen Berichten habe die 

B.b. 

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Erwägungen

1.  

Beschwerdeführerin keine neuen, im Rahmen der Begutachtung unberücksichtigten 

Tatsachen vorgebracht. Bei den Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit handle es sich um 

eine andere Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts.

Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bewilligte am 9. April 2019 das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren 

(act. G 6).

B.c. 

Mit einer Replik vom 7. August 2019 hielt die Beschwerdeführerin an den 

gestellten Anträgen fest (act. G 12). Ergänzend machte sie im Wesentlichen geltend, 

die Beschwerdegegnerin verschweige die zentrale Widersprüchlichkeit in den 

Gutachten. Nicht nachvollziehbar sei, welche Tätigkeiten sie noch ausführen solle. 

Selbst eine Tätigkeit an einem Nischenarbeitsplatz sei mit dem formulierten 

Tätigkeitsprofil praktisch nicht mehr möglich.

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 14).B.e. 

Die Beschwerdeführerin hat ab 1. Mai 2003 eine ganze Rente bezogen. Mit einer 

Verfügung vom 1. März 2016 ist diese Rente eingestellt worden (IV-act. 127). Mit einer 

weiteren Verfügung vom 2. März 2016 hat die Beschwerdegegnerin entschieden (IV-

act. 129), die "ganze Rente" weiter auszurichten, wenn Massnahmen zur 

Wiedereingliederung durchgeführt würden, längstens bis zum 30. April 2018. Diese 

Verfügungen sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Am 8./9. Juni 2017 hat 

sich die Beschwerdeführerin erneut zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 184). 

Dabei kann es sich nur um eine sogenannte Neuanmeldung gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV 

gehandelt haben, denn die Ausrichtung der ganzen Rente ist zu diesem Zeitpunkt 

formell rechtskräftig eingestellt gewesen und der Beschwerdeführerin ist eine auf zwei 

Jahre befristete "Übergangsleistung" ausgerichtet worden (zur Qualifikation der 

Leistung gemäss lit. a Abs. 3 der Schlussbestimmungen zur IVG-Revision 6a vgl. den 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. November 2016, 

IV 2014/151, E. 1).

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/32

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2.

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 25. Januar 2019 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 18% verneint. 

Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat.

3.  

Gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, 

SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht 

wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise 

geändert hat. Die Beschwerdeführerin hat dazu Berichte von Dr. E.___ vom 9. Januar 

2018 und von Dr. G.___ vom 13. Dezember 2017 eingereicht (IV-act. 194). Aus diesen 

ergibt sich, dass im Januar 2017 aufgrund eines MRI der HWS neu eine zervikale 

Spinalkanalstenose festgestellt worden ist. Im Gutachten der SMAB AG I.___ vom 

2. April 2015, welches der renteneinstellenden Verfügung vom 1. März 2016 zugrunde 

gelegen hat, war diese Diagnose nicht genannt worden. Damit ist es plausibel, dass 

sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem 1. März 2016 

verschlechtert hat (vgl. auch die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. F.___ vom 

8. Februar 2018, IV-act. 203). Die Beschwerdeführerin hat also eine wesentliche 

Verschlechterung ihres Gesundheitszustands glaubhaft gemacht. Die 

Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht auf die Neuanmeldung vom 8./9. Juni 2017 

eingetreten.

1.2. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/32

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4.

Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt und ist bis Ende Februar 2003 als 

"Z.___-Facharbeiterin" bei der B.___ AG angestellt gewesen. Sie hat dort in monoton-

sitzender Haltung unter dem Mikroskop Z.___ gelötet (IV-act. 27-3, vgl. auch IV-

act. 210-37). Diese Tätigkeit ist eine Hilfsarbeiterinnentätigkeit gewesen. Damit ist es 

überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ohne 

Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin als Hilfsarbeiterin erwerbstätig gewesen wäre. 

Die Validenkarriere besteht deshalb in einer Tätigkeit als Hilfsarbeiterin. Das zuletzt 

erzielte Jahreseinkommen bei der B.___ AG hat bei einer Wochenarbeitszeit von 41.25 

Stunden Fr. 48'152.-- betragen. Im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen einer 

Hilfsarbeiterin im Jahr 2003 von Fr. 48'579.-- bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 

41.7 Stunden (vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 

2008) ist der Lohn also leicht tiefer gewesen. Auch wenn die Beschwerdeführerin 

anlässlich der psychiatrischen Untersuchung durch die SMAB AG I.___ vom 25. Juni 

2018 angegeben hat (IV-act. 210-19), sie habe ihre Arbeit geliebt und sei mit Freude zur 

Arbeit gegangen, hätte sie sich, wenn sich ihr dazu die Gelegenheit geboten hätte, 

wirtschaftlich vernünftig verhalten und eine besser bezahlte Hilfsarbeit angenommen. 

Die Validenkarriere besteht deshalb in der Ausübung einer durchschnittlich entlöhnten 

Hilfsarbeit.

5.  

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2. 

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu die 

SMAB AG I.___ mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens beauftragt. Im 

Gutachten vom 13. August 2018 haben die Sachverständigen angegeben, in einer 

adaptierten Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Strittig und im Folgenden 

zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob es die 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/32

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Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit belegt.

Vorab ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin einzugehen, wonach die 

Begutachtung durch die SMAB AG I.___ nicht unabhängig erfolgt sei, da diese bereits 

im Jahr 2015 ein Gutachten erstellt habe, welches dann zur Renteneinstellung geführt 

habe. Die Gutachter hätten grundsätzlich nur bestätigt, was bereits drei Jahre zuvor 

ausgesagt worden sei. Die Beschwerdeführerin hat damit implizit eine Verletzung von 

Art. 72  IVV gerügt. Art. 72  IVV sieht vor, dass Aufträge für polydisziplinäre 

Gutachten nach dem Zufallsprinzip vergeben werden. Nach der bundesgerichtlichen 

Auffassung wird Art. 72  IVV nicht verletzt, wenn im Rahmen des gleichen 

Abklärungsverfahrens ein Verlaufsgutachten bei der gleichen medizinischen 

Abklärungsstelle eingeholt wird, die das Erstgutachten erstattet hat, falls die 

Auftragsvergabe für das Erstgutachten nach dem Zufallsprinzip erfolgt war, dies 

zumindest dann nicht, wenn das Verlaufsgutachten nicht mehr als drei Jahre seit der 

Erstbegutachtung erstattet worden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 2. November 

2020, 9C_174/2020, E. 7, zur Publikation vorgesehen). Das Bundesgericht leitet diese 

Dreijahres-Vorgabe aus Art. 3 lit. a der Muster-Vereinbarung zwischen dem Bundesamt 

für Sozialversicherungen und der Gutachterstelle xy betreffend die Durchführung von 

polydisziplinären Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüchen in der 

Invalidenversicherung (gestützt auf Art. 72  IVV) ab, wonach die Aufträge für 

Verlaufsgutachten, welche innerhalb einer Frist von drei Jahren seit der ersten 

polydisziplinären Begutachtung notwendig sind, vom Zufallsprinzip ausgenommen 

sind. Bei dieser Dreijahres-Vorgabe kann es sich nicht um eine verbindliche, absolut 

geltende Frist handeln, die zur Folge hätte, dass bei einer Verlaufsbegutachtung nach 

mehr als exakt drei Jahren seit der Erstbegutachtung zwingend eine Auftragsvergabe 

nach dem Zufallsprinzip erforderlich wäre. Der Sinn und Zweck dieser Dreijahres-

Vorgabe ist nämlich darin zu sehen, dass ein relativ enger zeitlicher Zusammenhang 

zwischen der ersten und der zweiten Begutachtung bestehen soll, sodass der Vorteil 

einer Verlaufsbegutachtung durch dieselbe Gutachterstelle, nämlich das Zurückgreifen 

auf die Vorkenntnisse aus der ersten Begutachtung und damit die Erhöhung des 

Aufschlusswerts zur Beurteilung der medizinischen Entwicklung (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 2. November 2020, 9C_174/2020, E. 7.4.4), erhalten bleibt. Dieser 

Vorteil, dem auch verfahrensökonomische Gründe zugrunde zu legen sind, kann auch 

bei einer Zweitbegutachtung nach mehr als exakt drei Jahren seit der 

Erstbegutachtung vorliegen. Die Rz 2077/5 des Kreisschreibens über das Verfahren in 

der Invalidenversicherung (Stand am 1. Januar 2018), laut der Verlaufsgutachten 

derselben Gutachterstelle in Auftrag gegeben werden können, die bereits das erste 

5.2. 

bis bis

bis

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/32

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polydisziplinäre Gutachten erstellt hat, vorausgesetzt dieses ist über die Plattform 

SuisseMED@P vergeben worden, enthält denn auch keine solche Frist. Vorliegend hat 

die Beschwerdegegnerin die SMAB AG I.___ am 11. Dezember 2014 nach dem 

Zufallsprinzip mit der Erstbegutachtung beauftragt (IV-act. 103, 105). Das 

entsprechende Gutachten ist am 2. April 2015 fertiggestellt worden. Am 16. April 2018 

hat die Beschwerdegegnerin die SMAB AG I.___ direkt, also nicht nach dem 

Zufallsprinzip, mit einer Verlaufsbegutachtung beauftragt (IV-act. 205). Damit liegt ein 

im Sinne der genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung noch ausreichend enger 

zeitlicher Zusammenhang zwischen der ersten und der zweiten Begutachtung vor. 

Beim Gutachten vom 13. August 2018 handelt es sich nicht um ein "echtes" 

Verlaufsgutachten, da es nicht im gleichen Abklärungsverfahren wie das Gutachten 

vom 2. April 2015 erstattet worden ist. Mit dem Eintreten auf die Neuanmeldung vom 

7./8. Juni 2017 hat die Beschwerdegegnerin nämlich ein neues Abklärungsverfahren 

eröffnet. Weil die Situation aber mit einer "echten" Verlaufsbegutachtung vergleichbar 

ist, insbesondere da auch zu prüfen gewesen ist, ob sich der Gesundheitszustand in 

einem für den Rentenanspruch erheblichen Masse verschlechtert hat, wäre es nicht 

sinnvoll gewesen, die erneute polydisziplinäre Begutachtung nach dem Zufallsprinzip 

zu vergeben. Die Beschwerdegegnerin hat damit Art. 72  IVV nicht verletzt. Andere 

Anhaltspunkte, die den Anschein der Befangenheit der Sachverständigen der SMAB 

AG I.___ begründen würden, bestehen nicht und sind von der Beschwerdeführerin 

auch nicht angeführt worden. Der Umstand, dass sich ein Sachverständiger schon 

einmal mit einer Person befasst hat, vermag objektiv keinen Anschein der Befangenheit 

und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen, selbst wenn ein Gutachter bei 

der ersten Abklärung zu (für eine Partei) ungünstigen Schlussfolgerungen gelangt war 

(Urteil des Bundesgerichts vom 2. November 2020, 9C_174/2020, E. 7.4.4, m.w.H.). 

Der Einwand der Beschwerdeführerin, die Begutachtung sei nicht durch ein 

unabhängiges Institut erfolgt, ist damit nicht stichhaltig.

bis

Im Folgenden ist das Gutachten auf seinen Beweiswert zu prüfen. Ein Gutachten 

hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Notwendig ist 

zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom Bundesgericht in Bezug auf 

anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische 

Leiden geschaffenen und später auf alle psychischen Erkrankungen, insbesondere auf 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/32

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leichte bis mittelschwere depressive Störungen, anwendbar erklärten 

Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 V 409 und 143 V 418).

Alle Sachverständigen der SMAB AG I.___ haben umfassende Kenntnis von den 

Vorakten gehabt und diese gewürdigt. Sie haben die Beschwerdeführerin persönlich 

untersucht, die subjektiven Klagen aufgenommen und die erhobenen objektiven 

Befunde im Gutachten wiedergegeben. Der internistische Sachverständige hat 

nachvollziehbar erklärt, dass sich (ausser dem Hinzutreten einer Hyperthyerose, die 

sich klinisch jedoch nicht äussere) keine relevante Veränderung des 

Gesundheitszustands seit der Erstbegutachtung im Jahr 2015 ergeben habe. Es ist 

schlüssig, dass die aus internistischer Sicht erhobenen Diagnosen (intermittierende 

Gastritis, Zustand nach HP-Eradikation, intermittierende Palpitationen [laut Aktenlage 

kardiologisch abgeklärt, klinisch nicht evident], Sonnenallergie, Varikosis beidseits, 

anamnestisch Hyperthyreose [medikamentös eingestellt], fortgesetzter Nikotinkonsum) 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt 

ausgeübten und in einer adaptierten Tätigkeit bewirken. Der neurologische Gutachter 

hat ebenfalls nachvollziehbar dargelegt, dass die von der Beschwerdeführerin 

beklagten Schmerzen nicht als neurogen haben angesehen werden können. Paresen 

sind nicht nachweisbar gewesen. Trotz der Beschreibung einer deutlich ausgeprägten 

zervikalen Spinalkanalstenose (MRI vom 19. Januar 2017) haben keine genügenden 

Hinweise für das Vorliegen einer zervikalen Myelopathie vorgelegen. Der neurologische 

Sachverständige hat jedoch festgehalten, dass aufgrund dieser Diagnose Tätigkeiten, 

die mit einer starken Belastung oder mit Fehlhaltungen der HWS einhergingen, aus 

prophylaktischen Gründen nicht mehr ausgeübt werden könnten. Da die 

Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als "Z.___-Facharbeiterin" 

überwiegend in einer vornübergebeugten Körperhaltung (Arbeit unter dem Mikroskop) 

gearbeitet hat, ist die vom neurologischen Gutachter attestierte vollständige 

Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit schlüssig. Auch das von ihm 

formulierte Belastungsprofil für adaptierte Tätigkeiten ist angesichts der Natur der 

erhobenen Befunde schlüssig. Der orthopädisch-/traumatologische Gutachter hat 

aufgezeigt, dass sich seit der rheumatologischen Begutachtung im Jahr 2015 keine 

wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands ergeben hat. Er hat die neu 

erhobene Diagnose einer zervikalen Spinalkanalstenose als nicht signifikante 

Befundverschlechterung qualifiziert. Er hat weiter festgehalten, dass die 

Beschwerdesymptomatik sehr inkonsistent vorhanden und ein konsistenter 

Untersuchungsbefund nicht zu erheben gewesen sei. Insbesondere hat er mehrfach 

festgestellt, dass die Beschwerdeführerin entgegen ihren Schmerzangaben nach 

geduldiger Untersuchung und/oder unter Ablenkung bestimmte Bewegungen 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/32

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schmerzfrei hat ausführen können. Als objektivierbare Gesundheitsbeeinträchtigungen 

hat er die Impingementsymptomatik beider Schultergelenke (rechts>links) und die 

Spinalkanalstenose der HWS genannt. Aus diesem Grund hat er als Belastungsprofil 

leichte Tätigkeiten, die überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit zu selbst gewählten

Positionswechseln sowie ohne Gerüst- und Leitertätigkeiten, ohne Überkopftätigkeiten 

und ohne Zwangshaltungen für die HWS, BWS und LWS ausgeübt werden, 

festgehalten. Aufgrund des wegen der chronischen Schmerzsymptomatik vermehrten 

Pausenbedarfs hat er die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wie in einer 

Verweistätigkeit als um 20% gemindert eingestuft. Angesichts des Umstands, dass die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit einer Zwangshaltung der HWS verbunden gewesen ist, 

überzeugt die Attestierung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit nicht. Da in der Konsensbeurteilung aufgrund der schlüssigen Einschätzung 

des neurologischen Gutachters aber eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit angegeben worden ist, ist dies irrelevant. Der psychiatrische 

Sachverständige hat nachvollziehbar aufgezeigt, dass er lediglich leichte depressive 

Symptome hat feststellen können. Er hat die Diagnosen einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung versus eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren diskutiert und er hat plausibel erklärt, weshalb 

er die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren gestellt hat. Im Weiteren hat er – ähnlich wie der orthopädisch-/

traumatologische Gutachter – eine deutliche Diskrepanz zwischen der Angabe einer 

sehr hohen subjektiven Schmerzintensität und dem Verhalten der Beschwerdeführerin 

festgestellt. Schliesslich hat er sich zu den Standardindikatoren, insbesondere zu den 

Ressourcen, geäussert und ist zum schlüssigen Ergebnis gelangt, dass die 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht quantitativ nicht eingeschränkt ist. In 

qualitativer Hinsicht hat er Arbeiten unter besonderem Zeitdruck, unter 

Nachtarbeitsbedingungen sowie mit hohen Anforderungen an die Team- und 

Konfliktfähigkeit als zu vermeidende Kriterien benannt. Die in der Konsensbeurteilung 

angegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung und das Belastungsprofil für adaptierte 

Tätigkeiten überzeugen. Am 23. Januar 2019 haben die Sachverständigen der SMAB 

AG I.___ zu den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Vorbescheidverfahrens 

eingereichten Berichten der Dres. C.___, G.___ und E.___ Stellung genommen. Sie 

haben wiederum schlüssig erklärt, weshalb diese Berichte zu keiner vom Gutachten 

abweichenden Beurteilung führen. Lediglich die Äusserung aus psychiatrischer Sicht, 

laut der Dr. C.___ den Schweregrad der Depression nicht benannt habe, womit keine 

Begründung vorliege, die zu einer abweichenden Einschätzung führen könnte, 

überzeugt nicht. Dr. C.___ hat nämlich berichtet, aktuell biete sich das Bild eines 

mittelschwer ausgeprägten depressiven Syndroms. Angesichts des von den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/32

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Gutachtern festgestellten Verdeutlichungsverhaltens ist davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Beschwerden und Funktionseinbussen auch gegenüber 

Dr. C.___ überzeichnet hat und dass dieser dies nicht bemerkt hat. Im Weiteren ist 

auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte 

aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel eher zugunsten ihrer 

Patienten auszusagen pflegen und dazu neigen, die pessimistischen 

Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. 

BGE 125 V 353, E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 

5. April 2004, I 814/03, E. 2.4.2). Damit liegt kein Grund vor, an der gutachterlichen 

Einschätzung zu zweifeln. Auch der Bericht der H.___ vom 14. Januar 2019 vermag 

keine Zweifel am Gutachten zu wecken. Die darin enthaltenen Diagnosen stimmen 

nämlich im Wesentlichen mit den im Gutachten angegebenen Diagnosen überein. Die 

Fachärzte haben zudem festgehalten, in den Gesprächen mit der Beschwerdeführerin 

hätten sich Hinweise für eine fatalistische Grundhaltung nach einer langen Leidenszeit 

und nach einem fehlenden bzw. geringen Erfolg der zahlreichen Therapieversuche 

gezeigt. Dies stimmt mit der Aussage des psychiatrischen Sachverständigen überein, 

laut der die Beschwerdeführerin unverändert wenig Veränderungsmotivation gezeigt 

habe. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung haben die Fachärzte der H.___ nicht abgegeben. 

Dieser Bericht enthält deshalb, wie vom RAD-Arzt Dr. F.___ festgehalten, keine neuen 

Aspekte.

Zu prüfen bleibt, ob die Einwände der Beschwerdeführerin Zweifel am Gutachten 

zu wecken vermögen.

5.5. 

Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, unverständlich sei, weshalb die 

Gutachter trotz einer Verschlechterung des Gesundheitszustands (radiologisch 

nachgewiesene degenerative zervikale Spinalkanalstenose) zur gleichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung in adaptierten Tätigkeiten wie im Gutachten vom 2015 

gekommen seien. Im Weiteren hat sie vorgebracht, die Schmerzen im Nacken und im 

Schulterbereich seien bis anhin einem chronischen Schmerzsyndrom zugewiesen 

worden. An dieser Auffassung hätten die Gutachter festgehalten, obwohl mit einer 

Spinalkanalstenose eine klare Ursache dieser Schulter- und Armschmerzen inkl. 

Nackenschmerzen vorhanden sei. Die Gutachter hätten nicht einmal in Erwägung 

gezogen, dass die Spinalkanalstenose diese Schmerzen verursache. Zu rügen sei 

auch, dass verschiedene Diagnosen gestellt worden seien, welche angeblich keine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Insbesondere der leichte Wurzelreiz C8/S1 

rechts sei durchaus in der Lage, die Arbeitsfähigkeit einzuschränken, ebenso das 

Morton-Neurom-Syndrom II/III linker Fuss (Fähigkeit, zu stehen bzw. gehen). Dazu ist 

5.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/32

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festzuhalten, dass die Sachverständigen bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung die neu 

diagnostizierte degenerative zervikale Spinalkanalstenose durchaus sorgfältig 

berücksichtigt haben, indem sie eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

attestiert haben. Im Vergleich zum Gutachten vom 2. April 2015 haben sie nämlich 

Tätigkeiten, die mit einer starken Belastung oder Fehlhaltung der HWS einhergehen, 

insbesondere Überkopfarbeiten oder Tätigkeiten, die ein längeres Beugen des Nackens 

erfordern, nun ebenfalls als nicht-behinderungsadaptiert qualifiziert. Die Auffassung der 

Beschwerdeführerin, dass mit der Spinalkanalstenose eine klare Ursache der Schulter- 

und Armschmerzen inklusive Nackenschmerzen vorhanden sei, vermag nicht zu 

überzeugen. Inwiefern die Diagnose eines leichten Wurzelreizes C8/S1 rechts in der 

Lage sein soll, die Arbeitsfähigkeit einzuschränken, hat die Beschwerdeführerin nicht 

dargetan. Aus einer Diagnose allein kann im Übrigen nicht auf eine 

(Teil-)Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Massgebend sind vielmehr die 

Auswirkungen der Symptome auf die Arbeitsfähigkeit in einer ideal leidensadaptierten 

Tätigkeit im konkreten Einzelfall. Laut der überzeugenden Beurteilung des 

neurologischen Gutachters hat der vermutlich leichte Wurzelreiz C8/S1 keine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Das Morton-Neurom-Syndrom II/III linker Fuss 

haben die Gutachter im Belastungsprofil berücksichtigt, indem sie eine überwiegend 

sitzende Tätigkeit als zumutbar erachtet haben.

Die Beschwerdeführerin hat im Weiteren gerügt, die Gutachter hätten die 

erhebliche Medikation nicht berücksichtigt. Wer solche Schmerzmittel einnehmen 

müsse, sei mit Sicherheit deutlich mehr als zu 20% in der Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt. Auch sei dem Austrittsbericht der H.___ ein Rezept für elf Medikamente 

angehängt, wobei es sich bei mindestens fünf Medikamenten um derart starke 

Arzneimittel handle, dass die Arbeitsfähigkeit ebenfalls eingeschränkt sein müsse. 

Welche Medikamente die Beschwerdeführerin tatsächlich einnimmt, ergibt sich aus 

ihren Ausführungen nicht. Der internistische Gutachter hat festgehalten, dass die 

Medikamentenanamnese schwierig gewesen sei (IV-act. 210-52). Selbst wenn die 

Beschwerdeführerin zahlreiche Schmerzmittel einnehmen sollte, kann daraus nicht auf 

eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, denn für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ist allein massgebend, über welches funktionelle 

Leistungsvermögen die versicherte Person objektiv noch verfügt.

5.5.2. 

Die Beschwerdeführerin hat vorgebracht, die aktuellen Arztzeugnisse zeigten, 

dass von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Der von der 

Beschwerdeführerin angeführte Bericht des Hausarztes Dr. E.___ vom 9. Januar 2018 

hat den Gutachtern vorgelegen und enthält keine neuen Aspekte. Die von Dr. G.___ am 

5.5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/32

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6.

Bleibt der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich zu 

überprüfen.

9. Januar 2019 angegebenen Diagnosen sind bereits im Bericht vom 19. Oktober 2018, 

den die Gutachter ausführlich gewürdigt haben, enthalten gewesen. Zusätzlich hat 

Dr. G.___ ein Morton-Neurom angegeben, eine Diagnose also, die die Gutachter 

ebenfalls berücksichtigt haben. Auch dieser Bericht enthält somit keine neuen Aspekte. 

Bei den von Dres. E.___ und G.___ abgegebenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen handelt 

es sich somit um eine andere Beurteilung desselben medizinischen Sachverhalts. Sie 

sind nicht geeignet, Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter zu 

wecken, zumal auch hier der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass die 

behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel 

eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und dazu neigen, die 

pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu 

qualifizieren (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.cc; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 5. April 2004, I 814/03, E. 2.4.2).

Die Beschwerdeführerin hat schliesslich eingewendet, das von den Gutachtern 

festgehaltene Belastungsprofil sei widersprüchlich. Die Arbeitsfähigkeit in der ange­

stammten Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen ausgeübt worden sei, sei vollständig 

ausgeschlossen worden, während eine adaptierte Tätigkeit, die als körperlich leichte, 

überwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeit umschrieben worden sei, als zumutbar 

erachtet worden sei. Da die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit einer Zwangshaltung der 

Halswirbelsäule verbunden gewesen ist (Arbeit unter dem Mikroskop), haben die 

Gutachter eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Andere, überwiegend im 

Sitzen (mit der Möglichkeit zu selbst gewählten Positionswechseln) ausgeübte 

Tätigkeiten sind der Beschwerdeführerin zumutbar. Ein Widerspruch besteht damit 

nicht.

5.5.4. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände der Beschwerdeführerin 

keine Zweifel am Beweiswert des Gutachtens zu wecken vermögen. Damit ist mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die 

Beschwerdeführerin in adaptierten Tätigkeiten zu 80% arbeitsfähig ist.

5.6. 

Sowohl die Validen- als auch die Invalidenkarriere besteht in einer Tätigkeit als 

Hilfsarbeiterin. Der Betrag der Vergleichseinkommen bei der Berechnung des 

Invaliditätsgrades kann deshalb mathematisch keine Rolle spielen; der Invaliditätsgrad 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/32

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ist anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu berechnen. Er entspricht also dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen zusätzlichen Abzug. Der 

Arbeitsfähigkeitsgrad beträgt vorliegend an einem adaptierten Arbeitsplatz mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 80%. Nun stellt sich die Frage, ob 

die Beschwerdeführerin zusätzliche Lohnnachteile in Kauf zu nehmen hat. Bei 

Personen, die in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, können im Vergleich zu 

gesunden Arbeitnehmern nämlich Lohnnachteile entstehen, da der Wert der 

Arbeitsleistung aus der Sicht eines betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden 

Arbeitgebers vermindert ist. Eine gesundheitlich beeinträchtige Person wäre nämlich 

unfähig, sich vorübergehend an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen zu 

lassen. Sie wäre in der Regel auch nicht in der Lage, Überstunden zu leisten. 

Längerfristig betrachtet bestünde zudem das Risiko von vermehrten 

krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem ökonomischen Invaliditätsbegriff 

aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden, ist wegen diesen Nachteilen, die 

betriebswirtschaftlich zu einem Minderlohn zwingen würden, bei der Ermittlung des 

Ausgangswerts des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ein zusätzlicher 

Abzug vorzunehmen. Ob die Beschwerdeführerin mit zusätzlichen Lohnnachteilen zu 

rechnen hat, welche einen zusätzlichen Abzug vom zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommen rechtfertigen würde, kann vorliegend aber offen bleiben. Denn 

selbst bei einer grosszügigen Betrachtungsweise würde dieser Abzug sicher nicht mehr 

als 10% betragen, womit der Invaliditätsgrad 28% betragen würde. Ein 

Rentenanspruch resultiert damit nicht.

Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, die Restarbeitsfähigkeit sei nicht 

verwertbar. Nebst den medizinischen Einschränkungen sei zu berücksichtigen, dass sie 

57 Jahre alt sei, seit bald 15 Jahren keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgegangen sei und 

keinerlei Ausbildung aufweisen könne. Die H.___ habe gleich vier verschiedene 

Therapien verschrieben. Diese Zeit würde im Fall einer (Teil-)Arbeitstätigkeit fehlen, was 

einen potentiellen Arbeitgeber abschrecken würde. Auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt finden sich Stellen mit dem im Gutachten formulierten 

Anforderungsprofil. Das Alter, die fehlende Ausbildung und die lange 

Nichterwerbstätigkeit stellen Faktoren dar, die zwar auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt 

Hinderungsgründe sein können, um eine Arbeitsstelle zu finden, was aber 

ausschliesslich eine Arbeitslosigkeit bewirken könnte. Auf dem (fiktiven) 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt gibt es jedoch für Personen jeden Alters und auch nach 

einer längeren Arbeitsabstinenz einen Arbeitsplatz. Invalidenversicherungsrechtlich sind 

diese Faktoren daher – zur Vermeidung einer Vermengung von Invalidität und 

Arbeitslosigkeit – nicht massgebend. Die von der H.___ verschriebenen Therapien sind 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/32

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7.  

zeitlich beschränkt verordnet worden. Ob die Beschwerdeführerin diese in Anspruch 

genommen hat, ergibt sich aus ihren Ausführungen nicht. Selbst wenn sie diese 

durchgeführt hat, ist es ihr ohne weiteres möglich und zumutbar gewesen, diese in der 

Freizeit wahrzunehmen. Die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten 

Hilfstätigkeit ist damit verwertbar.

Aus dem Prozentvergleich resultiert somit ein Invaliditätsgrad von maximal 28%. 

Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine an die 

Einstellung der auf zwei Jahre befristeten "Übergangsleistung" anschliessenden 

Invalidenrente im Ergebnis also zu Recht verneint. Die Beschwerde ist demnach 

abzuweisen.

6.3. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

7.1. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat 

keine Honorarnote eingereicht. In einem durchschnittlich aufwändigen 

Beschwerdeverfahren betreffend einen Rentenanspruch spricht das 

Versicherungsgericht regelmässig eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

zu. Da es sich vorliegend um ein durchschnittlich aufwändiges Beschwerdeverfahren 

handelt, erweist sich eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, 

sGS 963.70). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

7.2. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung 

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 32/32

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird zufolge unentgeltlicher Rechtspflege von der Bezahlung 

der Gerichtskosten von Fr. 600.-- befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.--.

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.01.2021
	Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Art. 72bis und 87 Abs. 2 und 3 IVV. Neuanmeldung nach formell rechtskräftiger Einstellung einer ganzen Invalidenrente. Keine Verletzung von Art. 72 bis IVV bei Vergabe eines Gutachtensauftrags ohne die Durchführung des Zufallsverfahrens an dasselbe Institut, welches das Erstgutachten erstattet hat. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Keine rentenbegründende Invalidität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Januar 2021, IV 2019/47).

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		2025-07-19T03:09:09+0200
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