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**Case Identifier:** 74f88307-a621-5595-aaec-fe7b4387bdcb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.11.2017 100 2017 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-112_2017-11-15.pdf

## Full Text

100.2017.112U
KEP/WEB/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. November 2017

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Keller, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Werren

1. A.________
2. B.________
3. C.________
4. D.________
alle vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführende

gegen

Einfache Gesellschaft Parzelle 1___, bestehend aus:
1. E.________ AG, handelnd durch die statutarischen Organe
2. F.________ AG, handelnd durch die statutarischen Organe
3. G.________
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdegegnerschaft 1

Einwohnergemeinde Saanen
Bauverwaltung, 3792 Saanen
Beschwerdegegnerin 2

und

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baubewilligung für ein Einfamilienhaus mit drei Parkplätzen; 
Gewässerraum (Entscheid der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des 
Kantons Bern vom 15. März 2017; RA Nr. 110/2016/28)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2017, Nr. 100.2017.112U, 
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Sachverhalt:

A.

Am 10. August 2011 reichten die Mitglieder der einfachen Gesellschaft 
Parzelle 1___, bestehend aus der E.________ AG, der F.________ AG 
und G.________, bei der Einwohnergemeinde (EG) Saanen ein Baugesuch 
ein für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Autoeinstellhalle auf der 
Parzelle Saanen Gbbl. Nr. 1___. Das Grundstück liegt in der Dorfkernzone 
DK8 sowie im Perimeter des Ortsbildgestaltungsbereichs Gstaad und reicht 
bis zum Louibach. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter anderen 
A.________, B.________, C.________ und D.________ Einsprache. Mit 
Gesamtentscheid vom 18. Dezember 2012 bewilligte die EG Saanen das 
Bauvorhaben. Dagegen erhoben unter anderen die Vorgenannten am 
16. Januar 2013 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion 
des Kantons Bern (BVE). Nachdem die Mitglieder der einfachen 
Gesellschaft Parzelle 1___ mehrere Projektänderungen eingereicht hatten, 
hiess die BVE die Rechtsmittel mit Entscheid vom 23. Juni 2015 teilweise 
gut, hob den Gesamtentscheid der EG Saanen vom 18. Dezember 2012 
auf und wies die Sache zur Fortsetzung des Projektänderungsverfahrens 
und zum Entscheid über das geänderte Projekt an diese zurück. Gegen 
dieses erhoben unter anderen A.________, B.________, C.________ und 
D.________ erneut Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 3. Februar 2016 
wies die EG Saanen die Einsprachen ab und bewilligte das geänderte 
Bauvorhaben. Der Entscheid umfasst auch die Bewilligung zur Erstellung 
einer Baute im Gewässerraum und die Ausnahmebewilligung für das 
Unterschreiten des Gewässerabstands.

B.

Dagegen erhoben unter anderen A.________, B.________, C.________ 
und D.________ am 4. März 2016 Beschwerde bei der BVE. Am 
5. Dezember 2016 reichten die Mitglieder der einfachen Gesellschaft 
Parzelle 1___ abermals eine Projektänderung ein. Die BVE bewilligte diese 
mit Entscheid vom 15. März 2017, bestätigte im Übrigen den 

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Gesamtentscheid der EG Saanen vom 3. Februar 2016 und wies die 
Beschwerde insofern ab.

C.

Am 18. April 2017 haben A.________, B.________, C.________ und 
D.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit den 
Rechtsbegehren, der Entscheid der BVE vom 15. März 2017 sei 
aufzuheben und dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen.

Die Mitglieder der einfachen Gesellschaft Parzelle 1___ beantragen mit 
Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2017 die Abweisung der Beschwerde. 
Gleiches beantragen die EG Saanen und die BVE mit Beschwerdeantwort 
vom 15. Mai 2017 bzw. Vernehmlassung vom 28. April 2017. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. 

1.2 Die Beschwerdeführenden sind im vorinstanzlichen Verfahren mit 
ihren Anträgen nicht durchgedrungen und daher formell beschwert. Der 
Beschwerdeführer 3 ist laut Grundbuch Alleineigentümer der Parzelle Saa-
nen Gbbl. Nr. 2___ und übt als Mitglied einer einfachen Gesellschaft Ge-
samteigentum an der Parzelle Saanen Gbbl. Nr. 3___ aus. Da Letztere di-
rekt an das streitbetroffene Grundstück angrenzt, ist er in dieser Eigen-
schaft als Nachbar durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugeset-

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zes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Demnach ist er auch materiell 
beschwert und seine selbständige Anfechtungsbefugnis zu bejahen 
(VGE 2013/174 vom 18.12.2013 E. 1.3, 2009/12 vom 3.6.2009 E.1.1 [be-
stätigt durch BGer 1C_299/2009 vom 12.1.2010], 22267 vom 26.8.2005 
E.1.2; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 4. Aufl. 
2013, Art. 35-35c N. 20). Ob auch die übrigen Beschwerdeführenden zur 
Beschwerde befugt sind, kann offenbleiben, da alle Beschwerdeführenden 
gemeinsam Rechte geltend machen (BVR 2007 S. 321 [VGE 22419 vom 
10.7.2006] nicht publ. E. 1.7; VGE 2016/1 vom 16.12.2016 E. 1.2 [bestätigt 
durch BGer 1C_23/2017 vom 3.10.2017]). Mit dieser Einschränkung ist auf 
die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Die Kantone haben den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer festzule-
gen, der für die Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Gewässer, 
den Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung erforderlich ist 
(Gewässerraum; Art. 36a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. Januar 
1991 über den Schutz der Gewässer [Gewässerschutzgesetz, GSchG; 
SR 814.20]; zur Breite des Gewässerraums für Fliessgewässer Art. 36a 
Abs. 2 GSchG i.V.m. Art. 41a der Gewässerschutzverordnung vom 
28. Oktober 1998 [GSchV; SR 814.201]). Im Kanton Bern sind dafür die 
Gemeinden zuständig; sie haben den Gewässerraum in ihrer baurechtli-
chen Grundordnung oder in Überbauungsordnungen festzulegen (Art. 5b 
Abs. 1 des Gesetzes vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und 
Wasserbau [Wasserbaugesetz, WBG; BSG 751.11]). Die EG Saanen hat 
den Bauabstand entlang des Louibachs im Baureglement vom 11. März 
2011 (GBR) auf 18 m festgelegt, gemessen ab der Mittelwasserlinie am 
Böschungsfuss (Art. 41 Ziff. 1 i.V.m. Anhang 13 GBR). Das GBR wurde am 
16. Februar 2012 und damit unter Geltung des neuen Bundesrechts über 
den Schutz des Gewässerraums (Inkrafttreten von Art. 36a GSchG am 
1.1.2011 und von Art. 41a ff. GSchV am 1.6.2011) durch das Amt für Ge-

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meinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) genehmigt. Die 
EG Saanen verfügt demnach über eine kommunale Festlegung des Ge-
wässerraums. Das streitige Bauvorhaben, welches lediglich einen Abstand 
von 6 m zur Böschungsoberkante des Louibachs einhält (Situationsplan 
vom 8.10.2014, Vorakten BVE act. 3A pag. 202) und an die eine recht 
steile und schmale Böschung anschliesst (Fotos Nrn. 17 und 21 des Au-
genscheins vom 21.9.2016, Vorakten BVE act. 3A pag. 112 ff.), soll folglich 
im geschützten Gewässerraum erstellt werden.

3.

3.1 Im Gewässerraum dürfen nur standortgebundene, im öffentlichen 
Interesse liegende Anlagen erstellt werden. Sofern keine überwiegenden 
Interessen entgegenstehen, kann die Behörde ausserdem in dicht über-
bauten Gebieten zonenkonforme Anlagen bewilligen (Art. 41c Abs. 1 Bst. a 
GSchV). Dass das Bauvorhaben in der Dorfkernzone DK8 zwar zonen-
konform, im Gewässerraum aber keine standortgebundene Baute ist, wird 
zu Recht nicht bestritten. Die Beschwerdeführenden bestreiten jedoch, 
dass es sich bei der Bauparzelle um eine Baulücke handelt und für das 
Bauvorhaben eine Ausnahmebewilligung für das Bauen im Gewässerraum 
erhältlich ist. Sie machen insbesondere geltend, trotz der Lage in der Dorf-
kernzone DK8 handle es sich nicht um ein dicht überbautes Gebiet. So sei 
das Gebäude auf dem Nachbargrundstück Saanen Gbbl. Nr. 4___ erst 
kürzlich fertiggestellt worden und «auf dieser Seite des Louibachs stehen 
zwischen der Brücke und dem in einer Kurve endenden Verlauf der 
Baufläche keine weiteren Gebäude mehr». Vielmehr handle es sich um ein 
locker bebautes Gebiet mit vielen Frei- und Grünflächen (Beschwerde 
S. 5).

3.2 Der Begriff «dicht überbautes Gebiet» ist ein Begriff der GSchV und 
damit des Bundesrechts, der bundesweit einheitlich auszulegen ist 
(BGE 140 II 437 E. 5, 140 II 428 E. 7; BGer 1C_444/2015 vom 14.3.2016 
E 3.6.1). Er wird nicht nur in Art. 41c Abs. 1 GSchV verwendet, sondern 
auch in Art. 41a Abs. 4 und Art. 41b Abs. 3 GSchV im Zusammenhang mit 
der planerischen Festlegung des Gewässerraums. Da eine sachgerechte 

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Planung einen genügend gross gewählten Perimeter voraussetzt, umfasst 
dieser, zumindest in kleineren Gemeinden, in der Regel das gesamte Ge-
meindegebiet. Der Fokus liegt dabei auf dem Land entlang des Gewässers 
und nicht auf dem Siedlungs- oder Baugebiet als Ganzem (BGE 143 II 77 
E. 2.7, 140 II 428 E. 7; Christoph Fritzsche, in Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], 
Kommentar zum GSchG/WBG, 2016, Art. 36a N. 89). Das Hauptaugen-
merk ist somit nicht auf das Baugrundstück und die unmittelbar angrenzen-
den Parzellen zu richten, sondern es muss mit Blick auf die bestehende 
Baustruktur des Gemeindegebiets eine Gesamtbetrachtung angestellt wer-
den (BGE 140 II 437 E. 5.1; BGer 1C_444/2015 vom 14.3.2016 E 3.6.2). 
Der Verordnungsgeber wollte eine Anpassung des Gewässerraums bzw. 
Ausnahmebewilligungen im Einzelfall vorab in dicht überbauten städtischen 
Quartieren und Dorfzentren zulassen, die (wie Basel und Zürich) von Flüs-
sen durchquert werden. In solchen Gebieten sollen die raumplanerisch er-
wünschte städtebauliche Verdichtung und die Siedlungsentwicklung nach 
innen ermöglicht sowie Baulücken geschlossen werden können. Dagegen 
besteht in peripheren Gebieten, die an ein Fliessgewässer angrenzen, re-
gelmässig kein überwiegendes Interesse an einer verdichteten Überbauung 
des Gewässerraums. Hier muss der minimale Raumbedarf des Gewässers 
gemäss Art. 41a Abs. 2 und Art. 41b Abs. 1 GSchV respektiert und von 
nicht standortgebundenen Anlagen freigehalten werden. Der Verordnungs-
geber hat mit dem Begriff «dicht überbaut» zum Ausdruck gebracht, dass 
eine «weitgehende» Überbauung (wie in Art. 36 Abs. 3 des Bundesgeset-
zes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raumplanungsgesetz, 
RPG; SR 700]) nicht genügt (vgl. BGE 143 II 77 E. 2.7; BGer 1C_8/2016 
vom 18.1.2016 E. 3.4). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Art. 36a GSchG 
als indirekter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Lebendiges Gewässer» 
konzipiert wurde. Der Rückzug der Initiative erfolgte nach Annahme des 
Gesetzes, aber vor Erlass der dazugehörigen Ausführungsbestimmungen. 
Vor diesem Hintergrund ist der Begriff des «dicht überbauten Gebiets», der 
Ausnahmen vom Grundsatz des Schutzes und der extensiven Nutzung des 
Gewässerraums gemäss Art. 36a GSchG erlaubt, restriktiv auszulegen 
(BGE 140 II 428 E. 7; BGer 1C_473/2015 vom 22.3.2016 E. 5.2; vgl. auch 
Merkblatt «Gewässerraum im Siedlungsgebiet» des Bundesamts für 
Raumentwicklung [ARE] und des Bundesamts für Umwelt [BAFU] vom 
18.1.2013 zur Anwendung des Begriffs «dicht überbaute Gebiete» der Ge-

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wässerschutzverordnung [nachfolgend: Merkblatt] S. 3; Christoph Fritz-
sche, a.a.O., Art. 36a N. 77). Nach dem Merkblatt können Zentrums- oder 
Kernzonen, d.h. Ortsteile mit zentrumsbildender Funktion zur Wohn-, Ar-
beits-, öffentlicher oder Konsum-Nutzung, einen Hinweis für dicht über-
bautes Gebiet geben. Das Gleiche gilt für Entwicklungsschwerpunkte, 
deren Nutzungsdichte diejenige ihres Umfelds typischerweise übersteigt. 
Hinweise für nicht dicht überbautes Gebiet sind hingegen bedeutende 
Grünräume oder Gewässerabschnitte von besonderer ökologischer oder 
landschaftlicher Bedeutung (Merkblatt S. 4 f.; zum Ganzen VGE 2016/234 
vom 25.11.2016 E. 3.2).

3.3 Das Siedlungsgebiet der EG Saanen konzentriert sich primär auf 
die Dörfer Saanenmöser, Schönried, Saanen und Gstaad. Ansonsten ist 
das Gemeindegebiet eher bergig und dünn besiedelt. Es bietet sich daher 
an, das Dorf Gstaad und insbesondere das Dreieck zwischen Promenade, 
alter Lauenenstrasse und Lauenenstrasse als Betrachtungsperimeter zu 
wählen, wie es auch schon das AGR getan hat (Fachbericht Bauvorhaben 
innerhalb des Gewässerraumes vom 1.5.2012 act. 10A S. 1 f.). Die 
streitbetroffene Bauparzelle liegt in der Dorfkernzone DK8, welche Art. 15 
GBR als dichter überbautes Gebiet umschreibt, das dem Geschäftsleben 
und dem Wohnen dient (Zonenplan Gstaad der EG Saanen vom 11. März 
2011 [nachfolgend: Zonenplan Gstaad], einsehbar unter: 
<http://www.saanen.ch>, Rubriken «Verwaltung/Publikationen/Ortspla-
nungsrevision 2005-2008: Zonenpläne»), sowie im Perimeter des Ortsbild-
gestaltungsbereichs Gstaad, der die Wahrung, Gestaltung und behutsame 
Erneuerung der für das Ortsbild prägenden Elemente, Merkmale und 
Strukturen bezweckt (Zonenplan Gstaad; Art. 49a Ziff. 1 GBR). Nördlich 
und westlich davon befinden sich eine Dorfkern-, eine Kern- und eine 
Hotelzone, während südlich (auf der gegenüberliegenden Seite des 
Louibachs) und östlich eine Kernzone sowie eine Wohn- bzw. Wohn- und 
Gewerbezone angrenzen. Dahinter befindet sich ein kleines bewaldetes 
Gebiet, bevor erneut eine Wohn- bzw. Hotelzone beginnt (Zonenplan 
Gstaad). Westlich und östlich der Bauparzelle steht bereits je ein Gebäude 
im Gewässerraum (Parzellen Saanen Gbbl. Nrn. 5___ und 4___; 
Situationsplan vom 8.10.2014, Vorakten BVE act. 3A pag. 202; Fotos 
Nrn. 1-9 und 17-19 des Augenscheins vom 21.9.2016, Vorakten BVE 

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act. 3A pag. 112 ff.) und das Gebiet ist von einer mehrheitlich 
geschlossenen Bauweise geprägt (Zonenplan Gstaad; Stellungnahme AGR 
vom 22.3.2016, Vorakten BVE act. 3A pag. 34 ff. S. 4; Stellungnahme AGR 
vom 27.9.2013, Vorakten BVE act. 9A pag. 80 ff. S. 4; Fotos Nrn. 1-9, 17-
21, 24 und 27 des Augenscheins vom 21.9.2016, Vorakten BVE act. 3A 
pag. 112 ff.). Die Böschung des Louibachs ist stellenweise mit Bäumen 
bewachsen (Fotos Nrn. 17-21 des Augenscheins vom 21.9.2016, Vorakten 
BVE act. 3A pag. 112 ff.).

3.4 Das Baugrundstück, welches sich in der Dorfkernzone DK8 befindet 
und von weiteren Dorfkern-, Kern- und Hotelzonen umgeben ist, liegt nicht 
peripher, sondern zentral inmitten des Siedlungsgebiets und ist gut er-
schlossen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden sind die 
Grundstücke entlang des Louibachs sowohl in westlicher als auch östlicher 
Richtung sowie auf der gegenüberliegenden Seite bereits weitgehend be-
baut und weisen eine hohe Ausnützung auf. So stehen die Gebäude in der 
Umgebung des Baugrundstücks teils dicht beieinander. Da das Bauvorha-
ben auf der zurzeit noch ungenutzten Parzelle zwischen zwei bereits be-
stehenden Gebäuden realisiert werden soll, werden keine bedeutenden 
Grünflächen berührt. Das sich in der Umgebung befindende kleine Wald-
stück und die mit Bäumen bewachsene Uferböschung sind davon nicht 
betroffen. Da die Bauparzelle mit Ausnahme der Bachseite von Gebäuden 
umgeben ist, handelt es sich um eine Baulücke, deren Schliessung im Sinn 
einer inneren Verdichtung angezeigt ist. Nach dem Gesagten liegt das 
streitbetroffene Grundstück – wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat (an-
gefochtener Entscheid E. 4d) – in einem dicht überbauten Gebiet im Sinn 
der Gewässerschutzgesetzgebung.

3.5 Soweit die Beschwerdeführenden überdies geltend machen (Be-
schwerde S. 4 f.), Art. 41 Ziff. 3 GBR schreibe für die Erteilung einer Aus-
nahmebewilligung nebst der dichten Überbauung zusätzlich eine Standort-
gebundenheit sowie ein öffentliches Interesse an der Baute vor, verkennen 
sie, dass das Bundesrecht (GSchV) die Ausnahmegründe abschliessend 
regelt und daher kein Platz für allenfalls davon abweichende kommunale 
Vorschriften verbleibt (Christoph Fritzsche, a.a.O., Art. 36a N. 5; 

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Häfelin/Haller/Keller/Thurnherr, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 
9. Aufl. 2016, N. 1173 f.).

4.

4.1 Weiter ist gemäss Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV zu prüfen, ob einer 
Ausnahmebewilligung überwiegende Interessen entgegenstehen. Dabei ist 
das Augenmerk insbesondere auf den Hochwasserschutz und den Zugang 
zum Gewässer zwecks Unterhaltsarbeiten zu richten (Merkblatt S. 4). Die 
Beschwerdeführenden machen diesbezüglich geltend, das rote Hochwas-
sergefahrengebiet reiche bis an die Parzellengrenze des Baugrundstücks 
heran. Sogar das Gebäude auf dem Grundstück Saanen Gbbl. Nr. 3___, 
welches sich nördlich der Bauparzelle und demnach in einer grösseren 
Entfernung zum Louibach befinde, sei in den letzten 30 Jahren dreimal 
überschwemmt worden. Dadurch werde verdeutlicht, wie wichtig die Ein-
haltung des vorgeschriebenen Bauabstands von 18 m im vorliegenden Fall 
für den Hochwasserschutz sei (Beschwerde S. 6).

4.2 Das Tiefbauamt des Kantons Bern (TBA), Oberingenieurkreis I 
(OIK I), hielt mit Stellungnahme vom 22. März 2016 fest, nach erfolgter 
Projektänderung im Frühling 2015 weise das streitbetroffene Gebäude ei-
nen durchgehenden Abstand von rund 6 m zur Böschungsoberkante des 
Louibachs bzw. 6 m zum Gebäude auf der Parzelle Saanen Gbbl. Nr. 5___ 
auf. Der Zugangskorridor zum Gewässer sei demnach genügend gross 
(Vorakten BVE act. 3A pag. 38 f.; vgl. auch den Amtsbericht Wasserbaupo-
lizei vom 11.9.2015, Vorakten BVE act. 4A pag. 179 ff.). Aus denselben 
Gründen stimmte auch die Schwellenkooperation Saanen mit E-Mail vom 
16. September 2015 dem Bauvorhaben zu (Vorakten BVE act. 4A 
pag. 186). Bezüglich der Überschwemmungsgefahr führte der OIK I auf 
dem Formular «Naturgefahren» am 11. September 2015 aus, «bei 300-
jährlichen Hochwasserereignissen [sei] mit schwachen Intensitäten Über-
flutung […] zu rechnen». Er empfahl daher der Bauherrschaft, auch bei der 
Lage des Gebäudes im gelben Gefahrengebiet (geringe Gefährdung) frei-
willig Objektschutzmassnahmen zu prüfen (Vorakten BVE act. 4A 
pag. 183). In der Stellungnahme vom 22. März 2016 fügte er hinzu, dass in 

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gelben Gefahrengebieten nur bei besonders sensiblen Bauvorhaben Ob-
jektschutzmassnahmen erforderlich seien; bei einem Wohnhaus treffe dies 
nicht zu (Art. 6 Abs. 3 BauG). Dass der Louibach als rotes Gefahrengebiet 
ausgeschieden sei, ändere nichts an der Beurteilung im unmittelbar an-
grenzenden gelben Gefahrengebiet (Vorakten BVE act. 3A pag. 38 f.). Die 
Ausführungen zur Zugänglichkeit des Gewässers und zu den Naturgefah-
ren sind gemäss OIK I für das am 5. Dezember 2016 abermals geänderte 
und hier zu beurteilende Bauvorhaben weiterhin gültig, da lediglich die 
Fassade umgestaltet worden sei, während die Lage und die Aussenab-
messungen unverändert geblieben seien (Stellungnahme vom 13.1.2017, 
Vorakten BVE act. 3A pag. 160).

4.3 Wie der OIK I und die Schwellenkooperation Saanen in ihren Be-
richten ausgeführt haben, ist der Zugang zum Louibach zwecks Unterhalts-
arbeiten sichergestellt und steht dem Bauprojekt die Möglichkeit eines 
Hochwasserereignisses nicht entgegen. Für das Verwaltungsgericht be-
steht kein Anlass, an diesen Feststellungen und Einschätzungen der auf 
Hochwasserschutzfragen spezialisierten Fachstellen zu zweifeln. Somit 
sind in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen (angefoch-
tener Entscheid E. 4e) keine überwiegenden Interessen ersichtlich, die ei-
ner Ausnahmebewilligung entgegenstehen. Mit Blick auf die bereits akten-
kundigen Informationen ist es nicht nötig, einen Bericht der EG Saanen zu 
den Überschwemmungen des Dorfes Gstaad während der letzten 30 Jahre 
einzuholen; der entsprechende Beweisantrag der Beschwerdeführenden 
wird abgewiesen (Beschwerde S. 6 f.).

5.

Die Vorinstanz hat die Ausnahmebewilligung für das Bauen im Gewässer-
raum zu Recht bestätigt. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden 
(Beschwerde S. 7) handelt es sich dabei nicht um eine unzulässige Norm-
korrektur. Zwar trifft es zu, dass der gesetzliche Bauabstand zum Louibach 
um mehr als die Hälfte unterschritten wird. Jedoch wurden weder systema-
tisch noch für ein grösseres Gebiet Ausnahmebewilligungen erteilt. Zudem 
handelt es sich bei der Bauparzelle um eine Baulücke, deren Überbauung 

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im Sinn einer inneren Verdichtung angezeigt ist (vorne E. 3.4). Daher kann 
die Ausnahme das Konzept der Sicherung des Gewässerraums nicht aus 
den Angeln heben und läuft im vorliegenden Fall nicht auf eine unzulässige 
Normkorrektur hinaus (vgl. BVR 2003 S. 534 E. 5.5 f.; Tschannen/Zim-
merli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 44 N. 49).

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die unterliegenden Beschwer-
deführenden unter Solidarhaft die Verfahrenskosten zu tragen und der ob-
siegenden Beschwerdegegnerschaft 1 die Parteikosten zu ersetzen 
(Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und Art. 106 VRPG). Die 
Kostennote ihres Rechtsvertreters gibt hinsichtlich der Bemessung des 
Honorars und der Auslagen zu keinen Bemerkungen Anlass. Allerdings 
sind die Gesellschafterinnen 1 und 2 mehrwertsteuerpflichtig (vgl. 
Unternehmens-Identifikationsnummer-Register, einsehbar unter: 
<https://www.uid.admin.ch>) und können deshalb die von ihrem Rechts-
vertreter auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer eigenen Mehrwertsteu-
erabrechnung als Vorsteuer abziehen. In solchen Fällen ist den Betroffenen 
kein Aufwand für Mehrwertsteuer angefallen und deren Abgeltung käme 
einer Überentschädigung gleich. Deshalb ist nach der Praxis des Verwal-
tungsgerichts bei der Bestimmung des Parteikostenersatzes der Be-
schwerdegegnerschaft 1 die Mehrwertsteuer für die Gesellschafterinnen 1 
und 2 nicht zu berücksichtigen (BVR 2015 S. 541 E. 8.2, 2014 S. 484 E. 6). 
Der Gesellschafter 3 ist hingegen nicht mehrwertsteuerpflichtig und der auf 
ihn entfallende Drittel der Mehrwertsteuer ist daher bei der Berechnung des 
Parteikostenersatzes mit zu berücksichtigen (vgl. VGE 2015/63/65 vom 
28.10.2015 E. 10.2).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

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2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt.

3. Die Beschwerdeführenden haben der Beschwerdegegnerschaft 1 die 
Parteikosten, bestimmt auf Fr. 4'168.30 (inkl. Auslagen und Anteil 
MWSt), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Beschwerdegegnerschaft 1
- der Beschwerdegegnerin 2
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
- dem Bundesamt für Umwelt

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.