# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9acf7201-17b7-5115-9721-8e170b5efb33
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.09.2020 UV 2019/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-3_2020-09-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.04.2021

Entscheiddatum: 29.09.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2020
Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch 
gewisse unfallkausale Beschwerden vor, der Beschwerdeführer war aber 
adaptiert voll arbeitsfähig. Beweiskraft der kreisärztlichen Beurteilung 
bejaht. Kein Anspruch auf eine höhere Rente und eine höhere 
Integritätsentschädigung als zugesprochen, Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. 
September 2020, UV 2019/3).

Entscheid vom 29. September 2020

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.

UV 2019/3

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Manuel Bader, MLaw, Streichenberg Rechtsanwälte, 

Stockerstrasse 38, 8002 Zürich,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente / Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.  

A.___ war seit März 2012 bei der B.___ AG als Strassenbauer tätig und dadurch 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von 

Unfällen obligatorisch versichert. Am 17. Juni 2015 rutschte der Versicherte beim 

Schieben eines schweren Geräts aus und fiel aus ca. 20cm Höhe auf die linke Hüfte 

(Suva-act. 1, 24). Der zuständige Arzt des Kantonsspitals C.___, wo sich der 

Versicherte vom 17. bis 19. Juni 2015 stationär befunden hatte, hielt am 19. Juni 2015 

als Diagnose eine traumatische posteriore Hüftluxation links mit konsekutiver Fraktur 

des Acetabulums und eine Affektion des Nervus Ischiadicus links mit Hyposensibilität 

des dorsalen Oberschenkels links fest. Am Unfalltag war eine notfallmässige 

geschlossene Reposition der Luxation erfolgt (Suva-act. 9, vgl. Suva-act. 24). Nach 

Verlegung in das Kantonsspital D.___ unterzog sich der Versicherte am 23. Juni 2015 

einer operativen Revision des Hüftgelenks (Suva-act. 8, vgl. Suva-act. 31). Die 

behandelnden Ärzte hatten dem Versicherten ab 17. Juni 2015 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100% attestiert (Suva-act. 26 ff., 33, 42, 53). Die Suva kam für die Folgen des 

Unfalls auf (Suva-act. 19, 56).

A.a. 

Vom 30. Juni bis 14. August 2015 befand sich der Versicherte stationär in der 

Rehaklinik Bellikon. In ihrem Austrittsbericht vom 17. August 2015 hielten die dort 

zuständigen Ärzte unter anderem fest, der Versicherte sei bei Austritt an 

Unterarmgehstöcken eingeschränkt mobil gewesen. Sie attestierten ihm ab dem 15. 

August 2015 für seine Tätigkeit als Strassenbauer weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 

100% (Suva-act. 29).

A.b. 

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Am 8. Februar 2016 berichtete PD Dr. med. E.___, Chefarzt Kantonsspital D.___, 

über gelockerte Schrauben im Bereich des Trochanter majors links mit einer straffen 

Pseudarthrose nach Trochanterosteotomie (Suva-act. 64). Am 25. Februar 2016 

unterzog sich der Versicherte im Kantonsspital D.___ einer 

Osteosynthesematerialentfernung am Trochanter major und einer Re-Osteosynthese 

der noch nicht durchbauten Osteotomie. Die behandelnden medizinischen 

Fachpersonen attestieren ihm vom 25. Februar bis 6. März 2016 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100% (Suva-act. 79 f.). Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, 

erachtete ihn auch danach weiterhin als zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 83, 95).

A.c. 

Eine radiologische Untersuchung vom 8. April 2016 brachte einen Abriss und eine 

Dislokation eines grösseren Fragmentes des Trochanter majors sowie eine leichte 

Lockerung einer Schraube zur Darstellung (Suva-act. 82). Dr. E.___ befand am 11. April 

2016, das kleine abgebrochene Stück zeige sich im Untersuch funktionell als nicht 

relevant. Es seien keine weiteren einschränkenden Massnahmen notwendig, die 

Vollbelastung sei erlaubt (Suva-act. 88). Am 20. Mai 2016 beurteilte er, ein 

Arbeitsversuch im Strassenbau sei zu maximal 25% möglich (Suva-act. 99).

A.d. 

Ab 13. Juni 2016 wurde der Versicherte halbtags in einer angepassten Tätigkeit 

bei seiner Arbeitgeberin eingesetzt, wo er eine Leistung von rund 50% (insgesamt 

25%) erbrachte (Suva-act. 112, 122 f.). Dr. F.___ attestierte dem Versicherten vom 1. 

Juni bis 30. September 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 75% (Suva-act. 124, 132). Dr. 

E.___ berichtete am 26. August 2016, es sei trotz der Re-Osteosynthese zu keinem 

ossären Durchbau der Trochanter-Osteotomie gekommen. Er schlage die ambulante 

Entfernung der beiden Schrauben samt Unterlagscheiben vor (Suva-act. 133).

A.e. 

Im Auftrag der Suva wurde der Versicherte im Sinne einer Zweitmeinung (vgl. 

Suva-act. 143) durch Dr. med. G.___, Konservativer Oberarzt Orthopädie, Klinik H.___, 

untersucht. Dieser hielt in seinem Bericht vom 25. Oktober 2016 als Diagnose eine 

straffe Pseudarthrose links am Trochanter major mit gelockerten Schrauben fest. Er 

empfahl die Schraubenentfernung, allenfalls mit einer Re-Osteosynthese (Suva-act. 

147). Am 30. Januar 2017 unterzog sich der Versicherte in der Klinik H.___ einer 

Schraubenentfernung links, einer Revision der Trochanterpseudarthrose, einem 

Knochengrafting und einer Re-Osteosynthese (Suva-act. 160).

A.f. 

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Die IV-Stelle des Kantons C.___ gewährte dem Versicherten am 9. Februar 2017 

Beratung und Unterstützung beim Erhalt seines Arbeitsplatzes (Suva-act. 162).

A.g. 

Dr. G.___ berichtete am 8. Mai 2017 über einen sehr günstigen Verlauf. Er sehe 

den Versicherten langfristig nicht zu 100% als körperlich schwerarbeitenden 

Strassenbauer. Der Versicherte habe jedoch erläutert, dass er mit seinem Vorgesetzten 

eine Lösung finden könnte, damit er mehr als Maschinenführer arbeiten könnte. Eine 

Lösung dieser Art wäre insofern erfreulich, als damit keine wesentlichen 

Umschulungsmassnahmen mehr initiiert werden müssten. Eine Tätigkeit als 

Strassenbauer sei bis zu 30% möglich, 70% idealerweise als Maschinenführer oder 

weniger körperlich belastend (Suva-act. 170). Dr. F.___ führte am 15. Mai 2017 aus, der 

Versicherte sei noch zu 100% arbeitsunfähig. Es sei jedoch vorgesehen, dass er 

wahrscheinlich ab Mitte Juni oder Anfangs Juli eine Teilarbeitsfähigkeit als 

Maschinenführer im Baugewerbe aufnehmen könne (Suva-act. 171). Suva-Kreisärztin 

med. pract. I.___, Fachärztin für Chirurgie, befand am 19. Mai 2017, es sei 

anzunehmen, dass eine volle Arbeitsfähigkeit in einer "normalen" Bauarbeitertätigkeit 

nicht wieder erreicht werde und diese Tätigkeit auch nicht der Zumutbarkeit 

entsprechen würde. Die Einschätzung von Dr. G.___ sei nachvollziehbar. Unter diesen 

Bedingungen könnte eine volle Arbeitsfähigkeit erzielt werden (Suva-act. 172).

A.h. 

Dr. F.___ hielt am 9. Juni 2017 fest, rein theoretisch wäre es problemlos möglich, 

den Versicherten 50% des Tages für eine Beschäftigung einzusetzen (Suva-act. 178, 

vgl. Suva-act. 179). Dr. G.___ beurteilte am 11. Juli 2017, eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, 

z.B. als Maschinenführer bei der momentanen Arbeitgeberin, sei möglich (Suva-act. 

188). Nach einer Untersuchung des Versicherten berichtete Kreisärztin med. pract. 

I.___ am 26. Juli 2017, aktuell bestünden noch funktionseinschränkende 

Restbeschwerden an der Hüfte links. Der Endzustand sei erreicht. Die angestammte 

Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Ob die Maschinistentätigkeit zumutbar sei, sei 

ebenfalls fraglich. Eine adaptierte Tätigkeit sei generell zumutbar (Suva-act. 192). Den 

Integritätsschaden schätzte sie auf 20% (Suva-act. 193).

A.i. 

Mit Verfügung vom 29. August 2017 stellte die Suva die Leistungen per 31. 

Oktober 2017 ein (Suva-act. 211; vgl. auch das Schreiben vom 28. Juli 2017, Suva-act. 

196).

A.j. 

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B.  

Mit Verfügung vom 30. November 2017 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20% zu (Suva-

act. 233). Dagegen erhob der Versicherte am 15. Januar 2018 Einsprache und reichte 

unter anderem eine Beurteilung von Dr. G.___ vom 18. Dezember 2017 ein (Suva-act. 

245).

A.k. 

Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 12. Dezember 2017 einen Arbeitsversuch 

vom 1. Dezember 2017 bis 29. Mai 2018 im Werkhof der B.___ AG zu (Suva-act. 240, 

vgl. Suva-act. 234, 237). Während der Massnahme entrichtete die IV-Stelle Taggelder 

(vgl. Suva-act. 244, 250). Am 5. Juni 2018 teilte der Einsatzbetrieb mit, der 

Arbeitsbereich des Versicherten sei entsprechend seinen Möglichkeiten angepasst 

worden. Trotzdem sei nur eine maximal 50%ige Leistungsfähigkeit realistisch (Suva-

act. 270, vgl. Suva-act. 265, 267, 269).

A.l. 

Seit 1. Juni 2018 war der Versicherte mit einem Pensum vom 50% bei der B.___ 

AG angestellt gewesen (Suva-act. 271). Die IV-Stelle übernahm während der Anlern- 

bzw. Einarbeitungszeit vom 1. Juni bis 27. November 2018 die Kosten eines 

Einarbeitungszuschusses (Suva-act. 272).

A.m. 

Mit Verfügung vom 5. September 2018 sprach die Suva dem Versicherten mit 

Wirkung ab 1. Juni 2018 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit 

von 23% zu (Suva-act. 286).

A.n. 

Gegen die Verfügung vom 5. September 2018 erhob der Versicherte am 8. 

Oktober 2018 Einsprache (Suva-act. 299). Am 23. Oktober 2018 ergänzte er seine 

Einsprache und reichte ein Schreiben von Dr. G.___ vom 17. Oktober 2018 ein, in 

welchem dieser dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 50% in einer 

wechselbelastenden Tätigkeit attestiert hatte (Suva-act. 305 f.).

B.a. 

Mit Entscheid vom 21. November 2018 wies die Suva die Einsprachen vom 15. 

Januar und 8. Oktober 2018 gegen die Verfügungen vom 30. November 2017 und 5. 

September 2018 ab (Suva-act. 311).

B.b. 

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C.  

Mit Verfügungen vom 22. November 2018 sprach die IV-Stelle des Kantons C.___ 

dem Versicherten für den Zeitraum vom 1. August 2016 bis 31. Oktober 2017 eine 

ganze Rente und vom 1. bis 30. November 2017 eine halbe Rente zu. Vom 1. 

Dezember 2017 bis 30. April 2018 stellte sie die Rente aufgrund des Bezugs von 

Taggeldern während des Arbeitsversuchs ein und ab 1. Mai 2018 sprach sie ihm unter 

Verrechnung der bezogenen Taggelder wieder eine halbe Rente zu. Sie ging dabei 

gestützt auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. J.___, Facharzt für Allgemeine 

Innere Medizin, von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 17. Juni 2015 bis 23. Juli 

2017 und ab 24. Juli 2017 von einer solchen von 50% in einer adaptierten Tätigkeit aus 

(Suva-act. 313 ff.).

B.c. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 21. November 2018 erhob der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) die vorliegende Beschwerde vom 7. Januar 2019. Er 

beantragte dessen Aufhebung und es sei ihm eine Rente von mindestens 60% 

auszurichten sowie eine Integritätsentschädigung von 30% zuzusprechen. Weiter sei 

ein Gerichtsgutachten, eventuell eine medizinische Stellungnahme über die objektiv 

zumutbare Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit einzuholen. Eventualiter sei die 

Sache zur Neubeurteilung an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er machte geltend, 

sowohl die IV-Stelle als auch Dr. G.___ und Dr. F.___ gingen lediglich von einer 

Teilarbeitsfähigkeit aus. Die Beschwerdegegnerin stütze sich auf die veraltete 

Einschätzung der Kreisärztin ab. Bezüglich der Integritätsentschädigung sei auf die 

Beurteilung von Dr. G.___ abzustellen (act. G1).

C.a. 

Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 8. Februar 2019 die 

Abweisung der Beschwerde. Sie brachte vor, die kreisärztliche Beurteilung sei 

beweiskräftig. Die Angaben der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers zu seiner 

körperlichen Belastbarkeit und die Einschätzung von Dr. G.___ seien nicht geeignet, 

Zweifel an der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung zu erwecken. Mit seiner 

50%igen Tätigkeit schöpfe der Beschwerdeführer seine verbliebene Arbeitsfähigkeit 

nicht voll aus (act. G3).

C.b. 

Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G5).C.c. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine höhere Invalidenrente und eine höhere 

Integritätsentschädigung als bereits zugesprochen.

Am 23. Juni 2020 informierte die Verfahrensleitung die Parteien über den Beizug 

der Akten der IV-Stelle des Kantons C.___ (act. G9). Nach Einsicht in die Akten (vgl. 

act. G10) hielt die Beschwerdegegnerin am 10. August 2020 an ihren Anträgen und 

Ausführungen fest (act. G12).

C.d. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem 

Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die 

versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person 

durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen 

(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente 

zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) 

abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet 

werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der 

Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung 

der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des 

medizinischen Endzustands bildet demgemäss in Nachachtung des 

Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der 

Integritätsentschädigung.

1.1. 

Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181, E. 3; Alexandra Rumo-

Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in Erwin Murer/

1.2. 

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2.

Der Rentenbeginn per 1. Juni 2018 wird vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt 

und ist aufgrund der Akten nicht zu beanstanden. Med. pract. I.___ hatte bereits am 26. 

Juli 2017 überzeugend einen medizinischen Endzustand festgehalten (Suva-act. 192), 

was von keiner Seite angezweifelt wurde. Danach sind keine Behandlungen oder 

andere medizinische Massnahmen mehr aktenkundig, welche den Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers massgeblich verbessert hätten. Die Beschwerdegegnerin 

stellte ihre Leistungen mit Verfügung vom 29. August 2017 per 31. Oktober 2017 ein 

(Suva-act. 211). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. In der Folge 

sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer vom 1. Dezember 2017 bis 29. Mai 2018 

einen Arbeitsversuch zu und entrichtete Taggelder (Suva-act. 240, 244, 250). Per 1. 

Juni 2018 waren die Eingliederungsmassnahmen der IV-Stelle, mit Ausnahme des an 

die Arbeitgeberin ausbezahlten Einarbeitungszuschusses (vgl. Art. 18b Abs. 3 IVG), 

Hans-Ulrich Stauffer (Hrsg.), Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten und 

Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren 

eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, kann rechtsprechungsgemäss 

ebenfalls Beweiswert beigemessen werden (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 

f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch 

strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, 

sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 

281 E. 1a S. 281 f.).

1.3. 

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abgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Rentenprüfung waren damit erfüllt. Bereits 

am 30. November 2017 hatte die Beschwerdegegnerin zudem über den Anspruch auf 

eine Integritätsentschädigung verfügt (Suva-act. 233).

3.

Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Oktober 2017 bzw. beim Rentenbeginn 

per 1. Juni 2018 lagen beim Beschwerdeführer unbestritten noch organisch 

objektivierbare Unfallfolgen vor. Kreisärztin med. pract. I.___ hatte am 26. Juli 2017 

festgehalten, es bestünden noch funktionseinschränkende Restbeschwerden an der 

Hüfte links (Suva-act. 192). Im Folgenden ist jedoch die Frage zu prüfen, ob die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Der 

angefochtene Einspracheentscheid stützt sich in medizinischer Hinsicht im 

Wesentlichen auf die Beurteilung von med. pract. I.___ vom 26. Juli 2017 (Suva-act. 

192). Der Beschwerdeführer spricht dieser die Beweiskraft ab und hält ihr die 

Einschätzungen von behandelnden Ärzten sowie von Dr. J.___ entgegen (act. G1).

Med. pract. I.___ hielt am 26. Juli 2017 fest, die angestammte Tätigkeit als 

Strassenbauer sei dem Beschwerdeführer - wie von vielen Vorbehandlern bereits 

angedeutet - nicht mehr zumutbar. Ob eine Maschinistentätigkeit zumutbar sei, sei 

ebenfalls fraglich, da das Fahrzeug repetitiv bestiegen und davon wieder abgestiegen 

werden müsse, Vibrationen und Erschütterungen vorkämen sowie Laufen auf 

unebenem Gelände nötig sei. Generell zumutbar und empfehlenswert sei eine 

wechselbelastende Tätigkeit, leicht bis selten mittelschwer. Der Anteil von Sitzen, 

Stehen und Gehen sollte ungefähr ausgewogen sein, das Laufen von Treppen und auf 

unebenem Gelände sollte vermieden werden. Zwangshaltungen für die untere 

Extremität sowie repetitives Kriechen, Kauern, Hocken oder Tragen von Lasten über 

10kg seien nicht zumutbar (Suva-act. 192). Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers 

(vgl. act. G1) ist klar erkennbar, dass med. pract. I.___ von einer Arbeitsfähigkeit von 

100% in einer adaptierten Tätigkeit ausging. Ansonsten hätte sie sich zu einer 

allfälligen Einschränkung geäussert und diese beziffert.

3.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, seine ab 1. Juni 2018 im Werkhof der B.___ 

AG ausgeübte Tätigkeit sei adaptiert. Der vorangehende Arbeitsversuch habe gezeigt, 

dass er dort trotz diverser Anpassungen nur zu 50% arbeitsfähig sei (act. G1). Gemäss 

Stellenbeschreibung musste der Beschwerdeführer zu Beginn seines Arbeitsversuchs 

im Werkhof Material (selten Zementsäcke bis zu einem Gewicht von 25kg) und 

Maschinen bereitstellen und Material transportieren. Er war ausserdem für den 

Unterhalt und Reinigungsarbeiten zuständig, musste bei der Inventur mithelfen und 

3.2. 

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Rasen mähen (Suva-act. 235, vgl. auch die Vereinbarung für die Anlern- und 

Einarbeitungszeit; IV-act. 103). Die zuständigen Personen der B.___ AG führten 

anlässlich eines Gesprächs mit der Beschwerdegegnerin am 29. November 2017 aus, 

es gehe darum, Material und Geräte zu fassen, Spezialbestellungen zu rüsten und 

auszuliefern. Vieles sei nicht planbar und komme spontan. Sie versuchten der 

Zumutbarkeitsbeurteilung der Beschwerdegegnerin gerecht zu werden und dem 

Beschwerdeführer entsprechende Tätigkeiten zuzuweisen. Natürlich gebe es aber auch 

im Werkhof schwerere Arbeiten (Suva-act. 234). In der Folge passte die B.___ AG den 

Arbeitsplatz des Beschwerdeführers weiter an dessen Einschränkungen an. Der 

Verantwortliche der Personalabteilung teilte der Beschwerdegegnerin am 17. Mai 2018 

mit, wenn der Beschwerdeführer mehr als sechs Stunden arbeite, habe er Schmerzen 

und müsse Schmerzmittel einnehmen, was er nicht möchte. Er wünsche sich, dass er 

früher nach Hause gehen und eine kürzere Mittagspause machen könne. Aus Sicht des 

Unternehmens käme eine Anstellung mit einem Pensum von 70-80% in Frage (Suva-

act. 267). Anlässlich eines Gesprächs vom 30. Mai 2018 sowie mit E-Mail vom 5. Juni 

2018 hielt der Einsatzbetrieb fest, der Arbeitsbereich des Beschwerdeführers sei 

entsprechend seinen Möglichkeiten angepasst worden. Er könne leichte und 

wechselbelastende Tätigkeiten ausführen. Es werde weiterhin versucht, angepasste 

Tätigkeiten zur Verfügung zu stellen. Beim Arbeitsplatz des Beschwerdeführers handle 

es sich keineswegs mehr um eine übliche Funktion in einem Magazin in der 

Baubranche. Nur dank der Grösse des Werkhofes sei es überhaupt möglich, 

ausreichend wechselbelastende Arbeiten mit ausgewogenen Anteilen von sitzenden, 

stehenden und gehenden Tätigkeiten anzubieten. Die tägliche Praxis während der 

vergangenen sechs Monate habe gezeigt, dass bei einem sehr gut angepassten 

Aufgabenbereich leider nur ein maximal 50%iges Pensum realistisch sei (Suva-act. 269 

f., vgl. IV-act. 158). Der Beschwerdeführer gab am 5. Juni 2018 an, er könne maximal 

ca. fünf Stunden pro Tag arbeiten. Sonst sei er am Abend so erschöpft, dass er nicht 

mal mehr über die Strasse gehen und Wasser kaufen könne. Er passe sehr gut auf, 

dass er nicht mehr als 10kg trage; teilweise sei das aber schwer einzuschätzen. Nach 

der einstündigen Mittagspause habe er Mühe zu arbeiten, da er seine Muskeln erst 

wieder aufwärmen müsse. Daher würde er eine nur halbstündige Pause sehr begrüssen 

(Suva-act. 269). Wie sich aus den Akten ergibt, hat die B.___ AG ihr Möglichstes getan, 

um den Arbeitsplatz des Beschwerdeführers an seine Einschränkungen anzupassen. 

Trotzdem ist davon auszugehen, dass es sich dabei nicht um einen ideal angepassten 

Arbeitsplatz handelt, wie er auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu 

finden wäre. Der Beschwerdeführer muss offenbar weiterhin gelegentlich mit gewissen 

Lasten hantieren. Zudem hielt med. pract. I.___ die Maschinistentätigkeit, welche der 

Beschwerdeführer mindestens teilweise ausübt, als nur fraglich zumutbar (vgl. E. 3.1). 

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Ein gewisses weiteres Verbesserungspotential bezüglich der Anpassung des 

Arbeitsplatzes ist auch insofern erkennbar, als die zuständigen Personen der B.___ AG 

am Ende des Arbeitsversuchs Prüfungen zum Staplerfahrer und für das Führen eines 

Anhängers als notwendig erachteten. Zudem wollten sie den Beschwerdeführer intern 

im EDV-Bereich fördern, um ihn für Arbeiten am Computer einsetzen zu können (Suva-

act. 267, 269 f., IV-act. 158-6). Es ist davon auszugehen, dass mit diesen Massnahmen 

die Arbeitsfähigkeit an seinem Arbeitsplatz weiter gesteigert werden könnte. Da die auf 

dem Werkhof ausgeübte Tätigkeit trotz aller Bemühungen insgesamt nicht als optimal 

adaptiert bezeichnet werden kann, ist das dort vom Beschwerdeführer geleistete und 

ab 1. Juni 2018 vertraglich vereinbarte (vgl. IV-act. 103) Pensum von maximal 50% 

nicht gleichzusetzen mit seiner Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Zudem ist 

darauf hinzuweisen, dass die bei der B.___ AG für den Beschwerdeführer zuständigen 

Personen soweit aktenkundig medizinische Laien sind und daher seine Arbeitsfähigkeit 

nicht zuverlässig schätzen können. Sie sind insbesondere nicht in der Lage, seine 

Arbeitsfähigkeit für eine andere, optimal adaptierte Tätigkeit zu beurteilen.

Die IV-Stelle stützte sich bei ihren Verfügungen vom 22. November 2018 in 

medizinischer Hinsicht auf die Einschätzung von RAD-Arzt Dr. J.___ (Suva-act. 313 ff.). 

Dieser hatte am 1. Februar 2017 noch befunden, in einer optimal angepassten Tätigkeit 

sei überwiegend wahrscheinlich wieder eine ganztägige Arbeitsfähigkeit zu erreichen 

(IV-act. 159-6). Am 12. September 2017 hatte er festgehalten, der Bericht von med. 

pract. I.___ vom 24. Juli 2017 sei versicherungsmedizinisch plausibel und es könne 

darauf abgestützt werden. Die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als 

Strassenbauer betrage seit dem Unfall vom 17. Juni 2015 dauerhaft 100%. In einer 

angepassten Tätigkeit sei vom Unfall bis zum 23. Juli 2017 von einer Arbeitsfähigkeit 

von 0%, ab 24. Juli 2017 von einer solchen von 100% auszugehen. Er hatte im 

Wesentlichen das Belastungsprofil von med. pract. I.___ wiedergegeben (IV-act. 

159-7). Am 7. August 2018 führte Dr. J.___ sodann aus, aufgrund der Ergebnisse der 

Eingliederung müsse die versicherungsmedizinische Beurteilung angepasst werden. 

Abweichend von seiner vorherigen Einschätzung betrage die Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit seit dem 24. Juli 2017 50%, die Adaptionskriterien blieben 

gleich (IV-act. 159-8). Dr. J.___ änderte seine Beurteilung damit ausschliesslich 

aufgrund der Ergebnisse des Arbeitsversuchs im Werkhof der B.___ AG. Er begründete 

seine Abweichung nicht weiter und setzte sich nicht mit den konkreten Anforderungen 

an diesem Arbeitsplatz auseinander. Es ist nicht ersichtlich, weshalb der 

Beschwerdeführer mit seinen Einschränkungen eine ideal adaptierte Tätigkeit nicht zu 

100% ausüben könnte. Dr. J.___ hielt fest, der Beschwerdeführer habe beim 

Arbeitsversuch im Wesentlichen Maschinen bedienen müssen, und prüfte nicht, ob die 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

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Anforderungen im Werkhof einer optimal adaptierten Tätigkeit entsprechen. Zudem 

erachtete er das geleistete Pensum von 50% als das maximal mögliche an der 

konkreten Arbeitsstelle, ohne dies zu hinterfragen bzw. näher zu begründen. Die kurze, 

rein auf die Akten gestützte Beurteilung von Dr. J.___ überzeugt damit bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

nicht.

Dr. G.___ hatte am 8. Mai 2017 noch beurteilt, er sehe den Beschwerdeführer 

langfristig nicht zu 100% als körperlich schwerarbeitender Strassenbauer. Eine 

Tätigkeit als Strassenbauer wäre mit einem Pensum von bis zu 30% möglich, 70% 

idealerweise als Maschinenführer oder weniger körperlich belastet (Suva-act. 170). 

Auch am 11. Juli 2017 befand er, eine 70%ige Arbeitsfähigkeit zum Beispiel als 

Maschinenführer sei möglich (Suva-act. 188). Am 17. September 2018 hielt Dr. G.___ 

fest, das ausgeübte 50%ige Arbeitspensum sei bewältigbar, vor allem das langsame 

Laufen und Stehen würden dem Beschwerdeführer noch schwerfallen. Er äusserte sich 

jedoch nicht zur Arbeitsfähigkeit, insbesondere nicht in einer ideal adaptierten Tätigkeit 

(Suva-act. 298). Am 17. Oktober 2018 gab Dr. G.___ an, er habe nochmals ein 

intensives Gespräch mit dem Beschwerdeführer geführt. Der Arbeitsversuch mit einem 

Pensum von 70% sei gescheitert. Sie hätten gemeinsam die Situation bilanziert und in 

der Zusammenschau aller Befunde und in Berücksichtigung der Berichte des 

Beschwerdeführers müsse er abschliessend eine höchstens 50%ige Arbeitsfähigkeit in 

einer wechselhaft belastenden Tätigkeit attestieren (Suva-act. 305). Dr. G.___ liess sich 

bei dieser Beurteilung offenbar stark von den subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers leiten. Weshalb er in objektiver Hinsicht von seiner früheren 

Beurteilung - 70% Arbeitsfähigkeit in der nicht ideal adaptierten Tätigkeit als 

Maschinenführer - abwich, begründete Dr. G.___ nicht. Auch setzte er sich nicht mit 

der Einschätzung von med. pract. I.___ auseinander.

3.4. 

Dr. F.___ führte am 9. Juni 2017 aus, ob der Beschwerdeführer seine frühere 

Tätigkeit wiederaufnehmen könne, sei offen und von der Beschwerdegegnerin 

abzuklären. Rein theoretisch wäre es problemlos möglich, den Beschwerdeführer für 

50% des Tages einzusetzen, das Problem sei jedoch das Finden einer entsprechenden 

Beschäftigung. Einschränkungen bestünden im längeren Sitzen, längeren Stehen und 

bei Gehstrecken über 150 Meter (Suva-act. 178). Weshalb in einer derart adaptierten 

Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit von 100% möglich sein sollte, begründete Dr. F.___ 

nicht und ist nicht einsichtig. Dr. F.___ attestierte dem Beschwerdeführer sodann bis 

zum 31. August 2018 weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. 202). Es 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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4.

Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer ideal adaptierten Tätigkeit ist im 

Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

ist jedoch davon auszugehen, dass sich dies auf die angestammte Tätigkeit als 

Strassenbauer bezog.

Zusammenfassend sind die Einschätzungen der behandelnden Ärzte sowie von Dr. 

J.___ nicht geeignet, die überzeugende Beurteilung von med. pract. I.___ in Zweifel zu 

ziehen. Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass 

die kreisärztliche Beurteilung auf umfassender Aktenkenntnis sowie eigenen 

Untersuchungen beruht, das gesamte unfallkausale Leidensbild des 

Beschwerdeführers berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse 

nachvollziehbar sind. Aus den vom Beschwerdeführer vorgebrachten medizinischen 

Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche in der 

kreisärztlichen Beurteilung ausser Acht gelassen worden wären. Weitere medizinische 

Abklärungen erübrigen sich.

3.6. 

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der 

Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder 

teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 30 E. 3.3.2, 

je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1). 

Die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Festlegung des jährlichen 

Valideneinkommens auf Fr. 77'370.-- (vgl. Suva-act. 274), welche sich auf die Angaben 

der Arbeitgeberin bezüglich des hypothetischen Jahreslohnes des Beschwerdeführers 

im Jahr 2018 ohne erlittenen Unfall stützt (Suva-act. 270-4), ist nicht zu beanstanden. 

Auch der Beschwerdeführer wendet gegen die Berechnung des Validenlohns nichts ein 

(vgl. act. G1, Suva-act. 299).

4.1. 

 4.2. 

Nur unter besonderen Voraussetzungen lässt es die Rechtsprechung zu, dass 

das Invalideneinkommen dem nach Eintritt der gesundheitlichen Einbussen noch 

erzielten Einkommen gleichgesetzt wird. Dabei wird - kumulativ - vorausgesetzt, dass 

ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis den Bezug auf den allgemeinen Arbeitsmarkt 

4.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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erübrigt, dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit zumutbar voll ausgeschöpft wird und 

dass nicht ein Soziallohn ausgerichtet wird (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 

2020, Art. 16 N 70, mit Hinweisen). Vorliegend ist entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers (vgl. act. G1) nicht auf sein tatsächlich erzieltes Einkommen 

abzustellen, da er mit diesem die ihm zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100% nicht voll 

ausschöpft (vgl. E. 3.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können entweder LSE-Tabellenlöhne oder die DAP-

Zahlen herangezogen werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. Januar 2010, 8C_579/2009, E. 2.1). Es ist damit grundsätzlich 

nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Festsetzung des 

Invalidenlohns DAP-Zahlen beigezogen hat. Der Beschwerdeführer beanstandet jedoch 

die gewählten DAP-Profile (vgl. act. G1). Wie er zu Recht vorbringt, erscheint das DAP-

Profil Nr. 9623 für den Beschwerdeführer insofern als nicht geeignet, als nur 1-5% der 

Arbeitszeit im Sitzen ausgeübt wird (vgl. Suva-act. 273-12 ff.). Beim DAP-Profil Nr. 

707139 ist mehr Stehen als Sitzen notwendig, was nicht vollständig den 

Adaptionskriterien entspricht (Suva-act. 273-16 ff.). Das DAP-Profil Nr. 8483 beschreibt 

sodann - in gewissem Widerspruch zur Angabe in der Tabelle - eine vorwiegend 

sitzende Arbeit (Suva-act. 273-20 ff.). Es erscheint daher fraglich, ob die drei 

ausgewählten DAP-Arbeitsplätze den Adaptionskriterien des Beschwerdeführers, 

insbesondere der ausgeglichenen Wechselbelastung zwischen Sitzen, Gehen und 

Stehen, vollumfänglich entsprechen (vgl. Suva-act. 192). Wie sich nachfolgend ergibt, 

ist der von der Beschwerdegegnerin errechnete Invaliditätsgrad von 23% im Ergebnis 

jedoch auch dann nicht zu beanstanden, wenn zur Festlegung des 

Invalideneinkommens auf die statistischen Daten der LSE abgestellt wird.

Da dem Beschwerdeführer Hilfsarbeitertätigkeiten zumutbar sind, rechtfertigt es 

sich diesfalls, das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2014, Total sämtlicher 

Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer, zu bestimmen (die LSE 2016 war zum 

Zeitpunkt des Einspracheentscheids noch nicht publiziert und daher nicht anwendbar; 

vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1). Der 

entsprechende Lohn belief sich im Jahr 2014 auf Fr. 5'312.-- pro Monat bzw. Fr. 

63'744.-- jährlich. Aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 

41.7 Stunden und angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2018 (Index 2014: 

2'220, 2017: 2'260) ergibt sich ein massgebliches Jahreseinkommen von Fr. 67'650.--.

4.2.2. 

Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter-)Tätigkeiten behindert 

4.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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5.

Weiter ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung zu 

beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihm eine solche basierend auf einem 

Integritätsschaden von 20% zu (Suva-act. 311).

sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 

arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit 

unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand 

Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Wie in E. 3.1 

ausgeführt, hat der Beschwerdeführer qualitative Einschränkungen (vgl. Suva-act. 192). 

Er ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit lohnmässig 

benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen (vgl. zum 

Ganzen Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers 

[Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E 3.1.2). Damit ist vorliegend die 

Gewährung eines Tabellenlohnabzugs angezeigt. Die Frage nach der Höhe des 

Tabellenlohnabzugs ist eine typische Ermessensfrage (BGE 137 V 71 E. 5.2 S. 73; 126 

V 75 E. 6 S. 81). Deshalb drängt es sich vorliegend nicht auf, die Ermittlung des 

Invaliditätsgrads durch die Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-act. 286) unter diesem Titel 

zu korrigieren, zumal mit dem halben maximal möglichen Tabellenlohnabzug ein 

Invalideneinkommen von Fr. 59'194.-- und damit gerundet ebenfalls ein Invaliditätsgrad 

von 23% resultiert. Ein Tabellenlohnabzug in dieser Höhe kann jedenfalls nicht als 

unangemessen bezeichnet werden.

Insgesamt ist damit der von der Beschwerdegegnerin berechnete Invaliditätsgrad 

von 23% nicht zu beanstanden.

4.3. 

Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist 

der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär 

bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei 

unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des 

Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls 

ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung 

der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht 

5.1. 

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zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) wird die Integritätsentschädigung gemäss den 

Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. Dieser Anhang enthält eine als 

gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte Skala. Die medizinische Abteilung 

der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche 

Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sogenannte Feinraster) erarbeitet. 

Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten 

gewährleistet werden soll; sie sind mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 

E. 1c mit Hinweis).

Med. pract. I.___ schätzte den Integritätsschaden auf 20%. Sie stützte sich dabei 

auf die Suva-Tabelle 5 "Integritätsschäden bei Arthrosen". Gemäss dieser sei eine 

leichte Arthrose nicht entschädigungspflichtig. Eine mässige Coxarthrose sei mit 

10-30%, eine schwere mit 30-40% zu bewerten. Bei gutem Erfolg einer Endoprothese 

sei von 20% auszugehen. Radiologisch finde sich auf dem Unfall-CT eine dorsale 

Hüftgelenksluxation mit Azetabulumfraktur, nach Osteosynthese sodann eine 

annähernd anatomische Reposition. In den Verlaufsröntgenbildern vom 8. Mai 2017 

zeige sich eine leichte Inkongruenz im Bereich des Hüftgelenks, die durchaus eine 

spätere Arthrose begünstigen könnte. Ausserdem sei im Bereich des Trochanters eine 

Pseudarthrose bekannt. Med. pract. I.___ schlussfolgerte überzeugend, in Anbetracht 

der beklagten Beschwerden, der Einschränkungen, der erhobenen Befunde und der 

Bildgebung sei der Integritätsschaden im mittleren Bereich der mässigen Coxarthrose 

einzuordnen. Somit sei von einem Integritätsschaden von 20% auszugehen; dies 

bereits unter Berücksichtigung einer Verschlimmerung und der Trochanterpathologie 

(Suva-act. 193).

5.2. 

Dr. G.___ führte am 18. Dezember 2017 aus, die Beschwerdegegnerin gehe von 

einem Integritätsschaden von 20% bei mässiger Coxarthrose aus. Er könne sich dieser 

Einschätzung durchaus anschliessen, wobei bei der mässigen Coxarthrose ein 

Spielraum von bis zu 30% möglich sei und er eher in die Richtung von 30% tendieren 

würde. Zusätzlich müsse die Situation am Trochanter mit einer mehrfach operierten 

Pseudarthrose berücksichtigt werden, da hier eine Pathologie und ein zusätzlicher 

Integritätsschaden vorliege (Suva-act. 245). Dr. G.___ begründete nicht, weshalb er 

eher zum obersten Grenzwert des bei einer mässigen Coxarthrose vorgesehen 

Integritätsschadens tendierte. Dies ist auch insofern nicht nachvollziehbar, als er am 

12. Februar 2018 - bezugnehmend auf eine gleichentags durchgeführte 

Röntgenuntersuchung - befand, es bestehe keine wesentliche Coxarthrose (Suva-act. 

258). Mit dem von med. pract. I.___ geschätzten Integritätsschaden von 20% (statt der 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

unteren Grenze von 10% bei einer mässigen Coxarthrose) wird damit der möglichen 

Verschlimmerung der Arthrose sowie der Pathologie am Trochanter genügend 

Rechnung getragen. Bezüglich Letzterer sehen die Tabellen der Suva auch keine 

eigenständige Integritätsentschädigung vor. Entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers (vgl. act. G1) bestehen zudem keine Hinweise auf eine seit der 

Einschätzung von med. pract. I.___ eingetretene Verschlimmerung der Arthrose.

Zusammenfassend rechtfertigt es sich nicht, von einem über der Schätzung von 

med. pract. I.___ von 20% liegenden Integritätsschaden auszugehen.

5.4. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).6.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

6.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2020
	Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch gewisse unfallkausale Beschwerden vor, der Beschwerdeführer war aber adaptiert voll arbeitsfähig. Beweiskraft der kreisärztlichen Beurteilung bejaht. Kein Anspruch auf eine höhere Rente und eine höhere Integritätsentschädigung als zugesprochen, Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2020, UV 2019/3).

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