# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfa22628-25df-5677-88e0-85f36ab89733
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.06.2024 SB220236
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220236_2024-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220236-O/U/ad

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, lic. iur. Weder und 

Dr. iur. Rauber sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. Schwarzenbach-

Oswald

Urteil vom 11. Juni 2024

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. B._____, 

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 
21. Januar 2022 (DG210035)

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 19. März 2021 

(Ordner 12 p. 4094 ff.) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a 

BetmG sowie

 der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, c und d BetmG, teilweise in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG.

2. Vom Vorwurf des Anstaltentreffens im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Vereinbarung zur regelmässi-

gen Übernahme grösserer Mengen Kokain zum Preis von rund 

CHF 40'000.– pro Kilogramm Kokain, Anklageschrift S. 3 Abs. 1) wird der 

Beschuldigte freigesprochen.

3. Vom Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG (Weiterveräusserung des Kokains, Anklageschrift S. 3 

Abs. 3) wird der Beschuldigte freigesprochen.

4. Vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. a, b, c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. c BetmG (Gewerbsmässigkeit betreffend Hanf-Indooranlage, An-

klageschrift S. 9 letzter Absatz) wird der Beschuldigte freigesprochen.

5. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 168 Tage durch Haft erstanden sind.

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6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für 9 Jahre 

des Landes verwiesen.

7. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet.

8. Von einer Ersatzforderung wird abgesehen.

9. Die folgenden von der Polizei Kanton Solothurn am 2. September 2020 si-

chergestellten Gegenstände, Spuren und Spurenträger werden eingezogen 

und nach Eintritt der Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-

sen:

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'390)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'436)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'447)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'458)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'481)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'505)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'527)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'538)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'550)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'561)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'572)

 DNA-Spur - Wattetupfer (Asservat-Nr. A014'434'618)

 DNA-Spur - Gegenstand (Asservat-Nr. A014'434'674)

 DNA-Spur - Gegenstand (Asservat-Nr. A014'434'685)

 DNA-Spur - Gegenstand (Asservat-Nr. A014'434'732)

 Handschuhe (Asservat.-Nr. A014'434'754)

 Handschuhe (Asservat.-Nr. A014'434'765)

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10. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss Kurzbericht des Fo-

rensischen Instituts Zürich vom 2. September 2020 [Asservat-Nr. 

A014'154'428, Referenz-Nr. K200401-009] werden eingezogen und nach 

Eintritt der Rechtskraft durch die Lagerbehörde vernichtet.

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 

9. Februar 2021 beschlagnahmten und bei der Asservate-Triage lagernden 

Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der La-

gerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

 iPhone (Asservat-Nr. A014'152'524)

 iPhone 6 (Asservat-Nr. A014'152'535)

 Alcatel (Asservat-Nr. A014'152'875)

 iPhone in schwarzem Case (Asservat-Nr. A014'152'308)

Ein allfälliger Erlös wird zur teilweisen Verfahrenskostendeckung verwendet.

12. Der von Stadtpolizei Zürich am 2. September 2020 sichergestellte 

Notizblock mit Skizze (Asservat-Nr. A014'152'444) wird bei den Untersu-

chungsakten belassen. 

13. Die am 2. September 2020 sichergestellten und bei der Stadtpolizei Zürich, 

KA-FA-PLE-BMA, lagernden Betäubungsmittel (Hanfpflanzen, Asservat-

Nr. A014'158'204, Lagernummer S01679-2020) werden eingezogen und der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

14. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 22. März 2021 

beschlagnahmte Barschaft in der Höhe von Fr. 290.00 (Barkaution Nr. 20-

10029536) wird zur teilweisen Verfahrenskostendeckung verwendet.

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15. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'000.00   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 1'300.00   Auslagen (Gutachten);

Fr. 280.00   Zeugenentschädigung;

Fr. 8'979.35   Auslagen (Untersuchung);

Fr. 4'163.35   diverse Kosten;

Fr. 10'523.80   amtliche Verteidigung RA X2._____ (inkl. Barausla-gen und MwSt);

Fr. 24'100.00   amtliche Verteidigung RA X._____ (inkl. Barausla-gen und MwSt).

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-

erlegt.

17. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 110 S. 2)

1. Mein Mandant sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizuspre-

chen.

2. Die Berufungsanträge der Staatsanwaltschaft seien abzuweisen.

3. Für die zu Unrecht erstandenen 169 Tage Haft sei meinem Mandanten 

eine Genugtuung von CHF 33'800.00 (CHF 200.00 pro Hafttag) zzgl. 

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5% Zins seit 24. November 2020 zuzusprechen (Art. 429 Abs. 1 lit. c 

StPO).

4. Von der Anordnung einer obligatorischen Landesverweisung (Art. 66a 

StGB) sei abzusehen.

5. Die beschlagnahmten Mobiltelefone seien meinem Mandanten nach 

Eintritt der Rechtskraft herauszugeben.

6. Von der Auferlegung einer Verpflichtung zur Ablieferung einer Ersatz-

forderung sei abzusehen.

7. Jegliche erkennungsdienstlichen Daten und das erstellte DNA-Profil 

seien mit Eintritt der Rechtskraft zu löschen.

8. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens 

seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei festzustellen, dass 

kein Nachforderungsrecht für die der amtlichen Verteidigung im erstin-

stanzlichen Verfahren ausbezahlte Entschädigung besteht.

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) gemäss dem 

Ausgang des Verfahrens.

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat: 

(Urk. 109 S. 2 i.V.m. Urk. 77 S. 2)

• Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von mindestens 5 ½ Jahren

• Aussprechen einer Landesverweisung von 10 Jahren

• Verpflichtung des A._____ zur Ablieferung von CHF 20'000.– als Er-

satzforderung für den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil an 

den Staat

Im Übrigen wird die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils beantragt.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte/Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich 

im Dispositiv mitgeteilte Urteil vom 21. Januar 2022 (Urk. 60) meldete die amtliche 

Verteidigung namens des Beschuldigten innert Frist Berufung an (Urk. 65). Das 

begründete Urteil wurde den Parteien am 12. bzw. 13. April 2022 zugestellt 

(Urk. 68 = 71). Mit Schreiben vom 3. Mai 2022 ging die Berufungserklärung der 

amtlichen Verteidigung namens des Beschuldigten fristgerecht ein, wobei ange-

kündigt wurde, mit separater Eingabe Beweisanträge zu stellen (Urk. 73). Mit Prä-

sidialverfügung vom 5. Mai 2022 wurde der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (im 

Folgenden: Staatsanwaltschaft) Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklä-

ren oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 75). 

Die Staatsanwaltschaft erhob mit Eingabe vom 20. Mai 2022 Anschlussberufung 

(Urk. 77). Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft wurde dem Beschuldig-

ten mit Präsidialverfügung vom 25. Mai 2022 mitgeteilt (Urk. 78). Mit Eingabe vom 

15. Juni 2022 liess der Beschuldigte durch seine Verteidigung Beweisanträge 

stellen (Urk. 80). Auf mit Präsidialverfügung vom 6. Juli 2022 gesetzte Frist 

(Urk. 81) beantragte die Staatsanwaltschaft durch Eingabe vom 8. Juli 2022 

(Urk. 81) die Fortsetzung seitens des Zwangsmassnahmengerichts bzw. der Vor-

instanz angeordneter Ersatzmassnahmen. Die Verteidigung verzichtete auf Stel-

lungnahme (Urk. 84). Hierauf wurden die Ersatzmassnahmen (Kontaktverbot mit 

C._____, D._____, E._____, F._____ und G._____) mit Präsidialverfügung vom 

13. Juli 2022 aufrecht erhalten (Urk. 87). Mit Eingabe vom 14. Juni 2023 änderte 

bzw. präzisierte die Verteidigung die gestellten Beweisanträge (Urk. 92). Auf mit-

tels Präsidialverfügung vom 1. September 2023 gesetzte Frist (Urk. 94) reichte 

die Staatsanwaltschaft mit Vernehmlassung vom 6. September 2023 einige Ur-

kunden aus den Verfahren gegen Mitbeschuldigte ein (Urk. 97/1-4), kündigte im 

weiteren die Erstellung und Einreichung von Archivdatenträgern an (Urk. 96 S. 4) 

und beantragte im Übrigen die Abweisung der Beweisanträge des Beschuldigten 

(Urk. 96). Mit Präsidialverfügung vom 14. September 2023 wurden die Beweisan-

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träge des Beschuldigten, soweit nicht seitens der Staatsanwaltschaft Urkunden 

bereits eingereicht wurden bzw. noch werden, einstweilen abgewiesen (Urk. 98). 

Nach Einreichung von RTI-Datenträgern durch die Staatsanwaltschaft und Zustel-

lung derselben an die Verteidigung musste die zunächst auf den 3. Oktober 2023 

vorgeladene Berufungsverhandlung auf den 11. Juni 2024 verschoben werden, 

um der Verteidigung genügend Zeit zur Durchsicht bzw. Abhörung der Daten ein-

zuräumen.

1.2. Zur Berufungsverhandlung vom 11. Juni 2024 erschienen der Beschuldigte 

in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, und 

Staatsanwalt lic. iur. B._____ (Prot. II S. 9). Das Urteil erging gleichentags im An-

schluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 22 ff.).

2. Umfang der Berufung

2.1. In der Berufungsschrift ist anzugeben, ob das Urteil vollumfänglich ange-

fochten wird (Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO) oder, falls das Urteil nur in Teilen ange-

fochten wird, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt werden 

(Art. 399 Abs. 3 lit. b StPO). Die Verteidigung ficht das vorinstanzliche Urteil mit 

ihrer Berufung bezüglich Dispositivziffern 1, 5, 6-7, 11, 14, 16 und 17 Teilsatz 2 an 

(Urk. 73 S. 3). Die Staatsanwaltschaft ficht mit ihrer Anschlussberufung ebenfalls 

die Dispositivziffern 5 und 7 sowie zusätzlich Dispositivziffer 8 an (Urk. 77 S. 2).

2.2. Von der Berufung nicht umfasst sind somit die Dispositivziffern 2 - 4 (Teilfrei-

sprüche), 9, 10, 12 und 13 (Einziehung Gegenstände, Spurenträger und Betäu-

bungsmittel), 15 (Kostenfestsetzung) sowie 17 Teilsatz 1 (Kostenauflage Verteidi-

gungskosten). Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, vom 21. Januar 

2022 ist mithin bezüglich jenen Dispositivziffern in Rechtskraft erwachsen, was 

vorab mittels Beschluss festzustellen ist.

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3. Prozessuales

3.1. Beweisanträge betreffend Prozessakten und diesbezügliche prozessuale Ein-
wendungen 

3.1.1. Die Verteidigung beantragte mit Eingabe vom 15. Juni 2022, es sei 

1. für sämtliche Überwachungsmassnahmen der Aktion "SKALA" ein Verzeichnis 

im Sinne einer detaillierten, lückenlosen und chronologischen Gesamtübersicht 

mit Informationen darüber, welche Überwachungsmassnahmen in welcher Art, 

wo, durch wen, zu welchem Zeitpunkt und mit welchem Resultat stattgefunden 

haben, ein sogenanntes "Logbuch", zu erstellen und inklusive der dazugehörigen 

Überwachungsakten, insbesondere der Datenträger und Transkriptionen, der Ver-

teidigung zur Verfügung zu stellen. Unter Ziff. 2 wurde beantragt, die vollständi-

gen Akten des getrennt geführten Strafverfahrens gegen C._____ und D._____ 

(Referenz Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat: …) seien beizuziehen (inklusive all-

fälliger verfahrenserledigender Entscheide) und der Verteidigung zur Einsicht-

nahme zuzustellen (Urk. 80 S. 1). Mit Eingabe vom 14. Juni 2023 wurde Ziff. 1 der 

Beweisanträge präzisiert bzw. geändert. Unter Ziff. 1.1. wurde beantragt, bezüg-

lich sämtlicher im Rahmen der Aktion "SKALA" überwachter Personen seien die 

Meldungen gem. Art. 279 StPO beizuziehen und der Verteidigung zuzustellen. 

Gemäss Ziff. 1.2. wurde beantragt, die Staatsanwaltschaft sei bezüglich des Be-

schuldigten anzuhalten, allfällige sich nicht bei den Verfahrensakten befindliche 

Überwachungsakten (insbesondere der Datenträger und Transkriptionen) unab-

hängig von der ihrer Ansicht nach für das Verfahren bestehenden Relevanz der 

Verteidigung zur Einsicht zur Verfügung zu stellen und die Zusicherung abzuge-

ben, dass der Verteidigung damit restlos alles Überwachungsmaterial zur Verfü-

gung gestellt wurde. Unter Ziff. 1.3. wurde beantragt, die Staatsanwaltschaft sei 

sodann anzuhalten, die für die Herausgabe des Materials gemäss Ziff. 1.2. allfäl-

lige notwendige Erstellung von Datenträgern o.ä. zu veranlassen oder allfällige er-

forderliche Vorkehrungen für den Zugang zum beantragten Material zu treffen 

(Urk. 92 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte die Verteidigung, 

keine neuen Beweisanträge zu stellen, aber auf die bisher gestellten Beweisan-

träge zu verweisen und an diesen festzuhalten (Prot. II S. 18).

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3.1.2. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Vernehmlassung vom 6. Sep-

tember 2023 im Wesentlichen die Abweisung der Anträge der Verteidigung 

(Urk. 96 S. 1 ff.). Die Mitteilungen nach Art. 279 StPO bezüglich der Mitbeschul-

digten C._____, D._____ und E._____ wurden in Kopie eingereicht. Ebenso 

wurde in Aussicht gestellt, Archivdatenträger bezüglich RTI-Daten von drei Ruf-

nummern des Beschuldigten herzustellen und dem Gericht einzureichen, was mit 

Datum vom 19. September 2023 (Urk. 100 und Urk. 101) erfolgte. Beides wurde 

der Verteidigung in Kopie bzw. zur Einsicht zugestellt.

3.1.3. Die Verteidigung stellte bereits vor Vorinstanz anlässlich der Hauptver-

handlung vorfrageweise Beweisanträge, die weitgehend mit den berufungshalber 

neu gestellten Anträgen identisch sind (Urk. 50 S. 4 ff.). Zudem machte sie im 

Rahmen ihres Parteivortrags vor Vorinstanz prozessuale Einwendungen (Urk. 56 

S. 4-8.), die im Wesentlichen dieselbe Materie betreffen. Auch anlässlich der Be-

rufungsverhandlung ging sie erneut auf die Thematik ein (Urk. 110 S. 5-12). Die 

Vorinstanz setzte sich mit der Argumentation der Verteidigung eingehend und 

überzeugend auseinander, weswegen zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen 

grundsätzlich auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden kann 

(Urk. 71 S. 6-30). Die nachfolgenden Ausführungen sind daher primär präzisieren-

der Natur.

3.1.4. Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 EMRK verankerten An-

spruch auf rechtliches Gehör, welcher einen wichtigen und deshalb eigens aufge-

führten Teilaspekt des allgemeineren Grundsatzes des fairen Verfahrens von 

Art. 29 Abs. 1 BV bzw. Art. 6 Ziff. 1 EMRK darstellt, ergibt sich für die beschul-

digte Person das grundsätzlich uneingeschränkte Recht, in alle für das Verfahren 

wesentlichen Akten Einsicht zu nehmen (vgl. zudem Art. 3 Abs. 2 lit. c und 

Art. 107 Abs. 1 lit. a StPO) und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwir-

ken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet 

ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 142 I 86 E. 2 S. 89; BGer, Urteil 

6B_376/2018 vom 25. September 2018 E. 5.1; m.H.). Das Akteneinsichtsrecht 

soll sicherstellen, dass die beschuldigte Person als Verfahrenspartei von den Ent-

scheidgrundlagen Kenntnis nehmen und sich wirksam und sachbezogen verteidi-

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gen kann. Die effektive Wahrnehmung dieses Anspruchs setzt notwendigerweise 

voraus, dass die Akten vollständig sind. In einem Strafverfahren bedeutet dies, 

dass die Beweismittel, jedenfalls soweit sie nicht unmittelbar an der gerichtlichen 

Hauptverhandlung erhoben werden, in den Untersuchungsakten vorhanden sein 

müssen und dass aktenmässig belegt sein muss, wie sie produziert wurden. Da-

mit soll die beschuldigte Person in die Lage versetzt werden zu prüfen, ob sie in-

haltliche oder formelle Mängel aufweisen und gegebenenfalls Einwände gegen 

deren Verwertbarkeit erheben kann. Dies ist Voraussetzung dafür, dass sie ihre 

Verteidigungsrechte überhaupt wahrnehmen kann, wie dies Art. 32 Abs. 2 BV ver-

langt (BGE 129 I 85 E. 4.1 S. 88 f.; BGer, Urteile 6B_376/2018 vom 25. Septem-

ber 2018 E. 5.1 und 6B_1368/2017 vom 14. Juni 2018 E. 2.3). Gemäss Recht-

sprechung des Bundesgerichts muss die Anklagebehörde demgemäss dem Ge-

richt sämtliches Material zuleiten, das mit der Tat als Gegenstand eines gegen 

eine bestimmte Person erhobenen Vorwurfs in thematischem Zusammenhang 

steht. Sie muss dem Gericht und der beschuldigten Person respektive der Vertei-

digung sämtliche Spurenvorgänge zur Kenntnis bringen, die im Verfahren – und 

sei es auch nur mit geringer Wahrscheinlichkeit – Bedeutung erlangen können. 

Die Ermittlungs- und Untersuchungsbehörden dürfen grundsätzlich kein von ihnen 

erhobenes oder ihnen zugekommenes Material zurückbehalten, das einen Bezug 

zur Sache hat (BGer, Urteil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.3.1.). Die Do-

kumentationspflicht gilt auf allen Verfahrensstufen, also auch bereits im polizeili-

chen Ermittlungsverfahren (BGer, Urteil 6B_1368/2017 vom 14. Juni 2018 E. 2.3; 

m.H.). Dabei ist des Weiteren zu berücksichtigen, dass auch ergebnislose oder 

unergiebige Ermittlungen in ihrem negativen Ausgang einen für die Urteilsfällung 

relevanten Gehalt aufweisen können. Auf eine Einverleibung der unergiebigen 

Aufzeichnungen in die Akten kann allerdings verzichtet werden, wenn die Tatsa-

che der erfolglosen Überwachung in den Akten vermerkt ist (SCHMUTZ, in: Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 14 zu 

Art. 100 StPO; KRAUSS, Der Umfang der Strafakte, BJM 1983 S. 49 ff., 62). Wich-

tig ist, dass sich aus der Hauptakte der Bestand der verhandlungsrelevanten Bei-

akten jederzeit feststellen lässt und die richterliche Verfahrensgestaltung ebenso 

wie die Gewährung von Akteneinsicht diese zusätzlichen Materialien einbezieht 

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(BGer, Urteil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.3.1 m.H.; KRAUSS, a.a.O., 

S. 62; BGer, Urteil 6B_1368/2017 vom 14. Juni 2018 E. 2.3, m.H.). Es verstösst 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung jedoch nicht gegen die Aktenfüh-

rungs- oder Dokumentationspflicht, wenn Daten, die im Rahmen einer Überwa-

chung oder einer nachträglichen Auswertung gesichtet werden und die in keinem 

Zusammenhang mit der Sache stehen, nicht ins Dossier übernommen werden, 

weil sie in diesem Fall auch keine entlastende Funktion haben können (BGer, Ur-

teil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.3.2 m.H.; Urteil 6B_627/2011 vom 

30. Januar 2012 E. 3.2). Das Bundesgericht hielt weiter fest, dass – im vom Bun-

desgericht zu beurteilenden Sachverhalt wurde der Beschwerdeführer von Juli 

2009 bis Februar 2011 überwacht, wobei ihm mit Verfügung der Staatsanwalt-

schaft Grund, Art und Dauer der Überwachungsmassnahmen mitgeteilt wurden 

und die Staatsanwaltschaft die Protokolle der abgehörten und zu den Akten ge-

nommenen Telefongespräche nach Anklagesachverhalt geordnet akturierte und 

zusätzlich ein Gesamtverzeichnis dieser Protokolle von 56 Seiten erstellte – die 

Strafverfolgungsbehörden nicht verpflichtet seien, bei der Überwachung des Fern-

meldeverkehrs selbst irrelevante Gespräche zu den Akten zu nehmen bzw. diese 

in einer detaillierten, lückenlosen und chronologischen Übersicht aller stattgefun-

denen Überwachungsmassnahmen im Sinne eines sog. Logbuchs zu erfassen 

(BGer, Urteil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019 E. 2.4.).

Im von der Verteidigung zitierten (Urk. 80 S. 3 und Urk. 110 S. 7 f.) Bundesge-

richtsentscheid 6B_1368/2017 vom 14. Juni 2018 führte das Bundesgericht aus, 

es sei im ihm unterbreiteten Fall aufgrund der Akten einzig bekannt, dass der Be-

schwerdeführer gemäss Mitteilung der Staatsanwaltschaft während 16 Monaten 

überwacht wurde; jedoch fänden sich in den Akten keine Informationen darüber, 

welche Überwachungsmassnahmen in welcher Art, wo, durch wen, zu welchem 

Zeitpunkt und mit welchem Resultat stattgefunden hätten. Demnach ergebe sich 

aus den Hauptakten nicht, welche weiteren Akten beziehungsweise Tonträger im 

vorliegenden Fall produziert worden seien. Ebenso wenig sei den vorinstanzlichen 

Ausführungen zu entnehmen, dass in den Akten vermerkt wäre, weitere Überwa-

chungsmassnahmen seien erfolglos gewesen. Damit genügten die Akten den dar-

gelegten Anforderungen nicht. Angesichts der unvollständigen Akten habe der 

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Beschwerdeführer sein Akteneinsichtsrecht nicht wirksam ausüben können, womit 

sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sei. Insofern sei die Staatsanwalt-

schaft aufzufordern, ihrer Dokumentations- sowie Aktenführungspflicht nachzu-

kommen und zu belegen, wann der Beschwerdeführer durch wen, wo und mit 

welchen Ergebnissen überwacht wurde (BGer, Urteil 6B_1368/2017 vom 14. Juni 

2018 E. 2.5.2). Beim von der Verteidigung zitierten Urteil des Bundesgerichtes 

handelt es sich mithin um einen Entscheid, in dem das Bundesgericht im konkre-

ten Einzelfall entschied, die Staatsanwaltschaft müsse belegen, wann der Be-

schwerdeführer durch wen, wo und mit welchen Ergebnissen überwacht worden 

sei, da aufgrund der unvollständigen Akten das Akteneinsichtsrecht nicht wirksam 

habe ausgeübt werden können. Ein genereller bzw. nicht einzelfallbezogener An-

spruch auf die Erstellung eines sogenannten "Logbuchs" kann aus besagtem Ent-

scheid allerdings nicht abgeleitet werden. Entscheidend ist vielmehr der konkrete 

Einzelfall. Der dem zitierten Bundesgerichtsentscheid zugrunde liegende Sach-

verhalt kann nicht mit vorliegendem Straffall verglichen werden, zumal der vorlie-

gend Beschuldigte nicht annähernd während der gleichen Dauer überwacht 

wurde – der Beschuldigte im von der Verteidigung zitierten Bundesgerichtsent-

scheid wurde während 16 Monaten überwacht – und es sich vorliegend sodann in 

genügender Weise aus den Akten und den sauber geführten Aktenverzeichnissen 

ergibt, welche Überwachungsmassnahmen – deren Anzahl durchaus überschau-

bar ist – wann, wo, durch wen und mit welchem Ergebnis vorgenommen wurden, 

die Akten im Übrigen auch nicht unvollständig sind und sich sogar auch Hinweise 

betreffend "erfolgslos" gebliebene Ermittlungen in den Akten finden lassen (vgl. 

Ordner 1 p. 195, 197, 198). Weiter betrifft der von der Verteidigung zitierte Bun-

desgerichtsentscheid die durchgeführten Überwachungsmassnahmen betreffend 

die beschuldigte Person selber und nicht andere Personen betreffende Überwa-

chungsmassnahmen, die im Rahmen einer mit der Aktion "SKALA" vergleichba-

ren Untersuchung durchgeführt wurden. Ein genereller Anspruch auf ein "Log-

buch" oder auch ein Anspruch auf ein "Logbuch" über alle in der Aktion "SKALA" 

durchgeführten Überwachungsmassnahmen, die also insbesondere D._____, 

C._____ und E._____ betreffen, kann aus der von der Verteidigung zitierten 

Rechtsprechung nicht abgeleitet werden. 

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3.1.5. Soweit Überwachungsmassnahmen vorgenommen wurden, wurden 

diese alle vom Zwangsmassnahmengericht Zürich genehmigt (Ordner 11 

p. 3605 ff.; p. 3632 ff.; p. 3651 ff.) und dem Beschuldigten schliesslich mittels Mit-

teilung der Staatsanwaltschaft vom 9. Februar 2021 (Ordner 11 p. 3662 ff.) zur 

Kenntnis gebracht. So wurde dem Beschuldigten mitgeteilt, dass die Strafuntersu-

chung (Vorverfahren) vor dem Abschluss stehe und den betroffenen Personen 

Grund, Art und Dauer von Überwachungsmassnahmen in Anwendung von 

Art. 279 StPO sowie Art. 283 StPO mitzuteilen sei. Es wurde dem Beschuldigten 

sodann mitgeteilt, dass das Obergericht des Kantons Zürich, Zwangsmassnah-

mengericht, mit Verfügung vom 16. Juli 2020 die Verwendung der aus den Über-

wachungen in der Aktion "SKALA" gewonnenen, den Beschuldigten belastenden 

Erkenntnisse wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das BetmG gegen ihn 

genehmigt habe. Der Beschuldigte wurde ebenfalls darüber in Kenntnis gesetzt, 

dass er in der Zeit vom 16.  Juli 2020 bis 2. September 2020 (mit Unterbrüchen) 

observiert worden sei und dass für die Telefonanschlüsse mit den Nummern 1 

und 2 im Zeitraum vom 16. Januar 2020 bis 1. Juli 2020 und den Telefonan-

schluss mit der Rufnummer 3 im Zeitraum vom 20. Januar 2020 bis 20. Juli 2020 

eine rückwirkende Überwachung angeordnet worden sei. Sodann wurde dem Be-

schuldigten mitgeteilt, dass der Einsatz technischer Überwachungsgeräte zum 

Zwecke den Standort von Personen oder Sache festzustellen (Ortungsgeräte) im 

vom Beschuldigten benutzten und mitbenutzten Personenwagen mit dem Kon-

trollschild ZH 4 / ZH 5 im Zeitraum vom 20. Juli 2020 bis 3. September 2020 an-

geordnet worden sei (Ordner 11 p. 3662 ff.). Die den Beschuldigten betreffenden 

Überwachungsmassnahmen wurden in Ordner 11 der Untersuchungsakten so-

dann in übersichtlicher und chronologischer Weise akturiert, wobei die jeweiligen 

Inhaltsverzeichnisse dem Leser durchaus gestatten, sich einen raschen Überblick 

über die durchgeführten Zwangsmassnahmen zu verschaffen. Demgemäss geht 

nebst der Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom 9. Februar 2021 aus den jeweili-

gen – die aktuellen Ermittlungen beinhaltenden – Anträgen der Stadtpolizei Zürich 

(Ordner 11 p. 3584 ff.; p. 3614 ff.; p. 3637 ff.), den begründeten Gesuchen der 

Staatsanwaltschaft um Genehmigung eines Zufallsfundes bzw. um Genehmigung 

einer Überwachung (Ordner 11 p. 3594 ff.; p. 3625 ff.; p. 3645 ff.) und den Geneh-

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migungen des Obergerichts Zürich, Zwangsmassnahmengericht (Ordner 11 p. 

3605 ff.; p. 3632 ff.; p. 3651 ff.), hervor, weshalb was und wo sowie durch wen ge-

nau gemacht wurde und welche Überwachungsmassnahmen aus welchen Grün-

den bewilligt wurden. Daraus ergibt sich im Übrigen auch, um welche Massnah-

men es sich jeweils handelte. Schliesslich wurden dem Beschuldigten in der 

staatsanwaltschaftlichen Schluss-einvernahme vom 9. Februar 2021 die Ergeb-

nisse der Untersuchung und der Überwachungsmassnahmen dargelegt (Ordner 4 

p. 1252 ff.).

Dem Vorbringen der Verteidigung, auch die den Einvernahmen und Berichten bei-

gelegten "relevanten Überwachungsmassnahmen" vermöchten keine genügende 

Übersicht über die vorgenommenen Überwachungsmassnahmen zu verschaffen, 

ist entgegenzuhalten, dass die an den betreffenden Fundstellen akturierten bzw. 

beigelegten Resultate aus den Überwachungsmassnahmen jeweils in direktem 

Zusammenhang mit den Einvernahmen bzw. Berichten stehen und als logische 

Folge davon jeweils dort akturiert wurden: Die Überwachungsprotokolle wurden 

dem Beschuldigten in den fraglichen Einvernahmen zur Stellungnahme vorgehal-

ten. Den jeweiligen Inhaltsverzeichnissen (vgl. insb. Gesamtübersicht über die 

verschiedenen Ordner im Hauptdossier sowie die jeweiligen Inhaltsverzeichnisse 

der Ordner 2-4) ist denn auch zu entnehmen, dass sich die betreffenden Beilagen 

an angegebener Stelle finden lassen. Sodann findet sich im Schlussbericht der 

Stadtpolizei Zürich vom 3. Dezember 2020 eine Auflistung zu den betreffend den 

Beschuldigten vorgenommenen Überwachungsmassnahmen sowie ein konzises 

Fazit der Ergebnisse (Ordner 1 p. 193). Im Beweisergänzungsentscheid der 

Staatsanwaltschaft vom 12. März 2021 wird schliesslich darauf hingewiesen, dass 

detaillierte Aktenverzeichnisse auch hinsichtlich der Überwachungsmassnahmen 

(Ordner 11) bestünden, die relevanten Überwachungsmassnahmen in den Einver-

nahmen und entsprechenden Berichten beigelegt worden seien und am 9. Fe-

bruar 2021 in der Schlusseinvernahme sämtliche Überwachungsmassnahmen 

inkl. Grund, Art und Dauer unter Hinweis auf Art. 279 StPO mitgeteilt worden 

seien (Ordner 11 p. 3732). Insofern wurde auch im Beweisergänzungsentscheid 

der Staatsanwaltschaft nochmals auf die Fundstellen der durchgeführten Überwa-

chungsmassnahmen in den Untersuchungsakten hingewiesen. Entgegen der An-

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sicht der Verteidigung kann mithin keine Rede davon sein, dass die relevanten Er-

kenntnisse der Überwachungsmassnahmen nicht aufgefunden werden könnten. 

Auf die Erstellung eines sogenannten "Logbuchs" kann somit verzichtet werden 

und es stellt auch keinen Mangel dar, dass ein solches im Rahmen der Untersu-

chung und/oder des vorinstanzlichen Hauptverfahrens nicht erstellt wurde. 

3.1.6. Soweit die Verteidigung darüber hinaus verlangt, es sei ein "Logbuch" 

über die Überwachungsmassnahmen der gesamten Aktion "SKALA" zu erstellen 

und die Akten sämtlicher diesbezüglicher Überwachungsmassnahmen – also 

auch diejenigen, die nur die Verfahren gegen D._____, C._____ und/oder 

E._____ betreffen und mit den dem Beschuldigten vorgeworfenen Tathandlungen 

überhaupt nichts zu tun haben – ist zu bemerken, dass hierfür kein grundsätzli-

cher Anspruch geltend gemacht werden kann. Wie seitens der Staatsanwaltschaft 

zutreffend angemerkt wird, wäre hierzu notwendig, dass seitens des Beschuldig-

ten bzw. der Verteidigung dargelegt wird, von welchen Massnahmen bzw. Ge-

sprächen zwischen welchen Personen ein Datenträger erstellt und beigezogen 

werden soll (Urk. 96 S. 5). Anzumerken ist dazu, dass – wie auch von der Vorin-

stanz zutreffend erwogen wird (Urk. 71 S. 17 ff.) – die Strafuntersuchung gegen 

C._____ und D._____ in getrennten Verfahren geführt wurden bzw. teilweise 

noch werden und der Beschuldigte keinen Anspruch stellen kann, dass in diesen 

getrennt geführten Verfahren ein Logbuch über die vorgenommenen Überwa-

chungsmassnahmen erstellt wird. Ebenfalls kann unter Hinweis auf die Aktenfüh-

rungspflicht auch nicht verlangt werden, alle Akten betreffend die Überwachungs-

massnahmen aus den Verfahren D._____/C._____ müssten in das vorliegende 

Verfahren aufgenommen werden. Dies auch im Hinblick auf die Tatsache, dass 

der Verteidigung die Untersuchungsakten D._____/C._____ bereits im Rahmen 

der Untersuchung bei der Staatsanwaltschaft zwecks Einsichtnahme zur Verfü-

gung gestellt wurden, was der Verteidigung von der Staatsanwaltschaft mehrfach 

ausdrücklich mitgeteilt wurde (vgl. Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 1. Okto-

ber 2020 betr. Verfahrensvereinigung und Einschränkung der Teilnahmerechte [p. 

3947] und Beweisergänzungsentscheid der Staatsanwaltschaft vom 12. März 

2021 [Ordner 11 p. 3733]). Dem Beschuldigten bzw. der Verteidigung standen so-

mit sämtliche Akten, insbesondere auch jene Untersuchungsakten aus den sepa-

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rat geführten Verfahren gegen C._____ und D._____, zur Verfügung. Dabei wäre 

es der Verteidigung entgegen ihren Ausführungen (Prot. I S. 13 f.) – auch bei ei-

nem Aktenfundus von insgesamt 35 Bundesordnern – durchaus zumutbar und 

möglich gewesen, vor Ort in den Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft Aktenein-

sicht zu nehmen und gegebenenfalls Kopien anzufertigen. Wenn die Verteidigung 

daher geltend macht, die Akten seien ihr nicht zur Verfügung gestanden, geht die-

ser Einwand ins Leere, zumal auf die Akteneinsicht verzichtet wurde. Anzumerken 

bleibt, dass kein Anspruch der Verteidigung besteht, dass ihr die Untersuchungs-

akten betreffend die anderen beschuldigten Personen in ihre Kanzleiräumlichkei-

ten zugestellt würden. Zudem ist anzumerken, dass der Verteidigung die Akten-

verzeichnisse aus den Strafuntersuchungen D._____/C._____ sowie diverse Ak-

tenkopien in der Strafuntersuchung E._____ seitens der Vorinstanz zugestellt 

wurden (Urk. 47). 

Hinsichtlich der von der Verteidigung verlangten Überwachungsakten der Aktion 

"SKALA" aus den getrennt geführten Verfahren ist sodann anzufügen, dass wie 

dargelegt eine Triage der in der Untersuchung produzierten Dokumente insbeson-

dere in umfangreichen Fällen unumgänglich ist. Die mögliche Gefahr, dass die 

Staatsanwaltschaft die Akten anklageorientiert einseitig zu Lasten der beschuldig-

ten Person zusammenstellen könnte, darf wie auch von der Vorinstanz zutreffend 

angemerkt (Urk. 71 S. 18 f.) nicht überbewertet werden, zumal es nach wie vor 

eine selbstverständliche, in der kontinentaleuropäischen Rechtstradition fest ver-

ankerte Verpflichtung der Staatsanwaltschaft ist, den Sachverhalt sowohl nach 

belastenden als auch nach entlastenden Umständen zu untersuchen. Die trotz-

dem bestehende Gefahr einseitiger Aktenführung wäre nur dann vollständig zu 

bannen, wenn man die Staatsanwaltschaft verpflichten würde, sämtliches wäh-

rend der Untersuchung erhobenes Material unterschiedslos und ohne Prüfung der 

Verfahrensrelevanz in die Akten aufzunehmen; wenn ihr mit anderen Worten bei 

der Aktenführung kein Ermessen zugestanden würde. Eine solche Lösung kann 

jedoch nicht ernsthaft in Erwägungen gezogen werden, zumal zu berücksichtigen 

ist, dass in umfangreichen und komplizierten Verfahren eine Triage unumgänglich 

ist, um den Aktenumfang in vernünftigen Grenzen zu halten, was letztlich der Be-

wältigung des Prozessstoffes und damit einer nachprüfbaren und nachvollziehba-

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ren Beurteilung dient (BSK StPO-SCHMUTZ, N 11 zu Art. 100 StPO). So stellte das 

Bundesgericht dazu verschiedentlich überzeugend fest, dass im Strafverfahren in 

den Akten festzuhalten sei, was zur Sache gehöre und entscheidwesentlich sein 

könne (BGE 130 II 473 Erw. 4.1.; BGE 124 V 372 Erw. 3b). Insbesondere Daten, 

die im Rahmen einer Überwachung oder nachträglichen Auswertung gesichtet 

wurden und in keinem Zusammenhang mit der Sache stehen, müssen – wie auch 

vorstehend erwähnt – nicht in das Dossier übernommen werden, weil sie in die-

sem Fall auch keine entlastende Funktion haben können (BGer, Urteile 

6B_627/2011 vom 12. Januar 2012 Erw. 3.2. sowie 6B_403/2018 vom 14. Januar 

2019). Die von der Verteidigung verlangte Möglichkeit der Überprüfung, ob die 

Staatsanwaltschaft ihr diesbezügliches Ermessen richtig ausgeübt hat oder nicht, 

kann nun nicht darin resultieren, dass wiederum jegliches in der Untersuchung 

bekannt gewordenes Material in die Akten Eingang finden müsse (BSK StPO-

SCHMUTZ, a.a.O.). Es ist deshalb unumgänglich, dass gewisse Indizien oder zu-

mindest plausible Gründe vorliegen müssen, um von der Staatsanwaltschaft als 

nicht sachrelevant beurteilte Beweismittel dennoch im Nachgang zu den Akten 

einzufordern. Allein eine bloss abstrakte allgemeine Möglichkeit im Sinne einer 

blossen Hoffnung, dass sich aus irgendeiner Observation ein ausschlaggebendes 

entlastendes Moment ergeben könnte, genügt nicht (vgl. Obergericht des Kantons 

Zürich, Urteil SB160345-O vom 19. Januar 2018). Dem Vorbringen der Verteidi-

gung, es seien auch die aus Sicht der Staatsanwaltschaft ergebnislosen Ermitt-

lungen zu den Untersuchungsakten zu nehmen, ist entgegenzuhalten, dass ent-

sprechend der soeben erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht alle 

Ermittlungen, sondern nur jene, die im Hinblick auf die vorgeworfene Straftat rele-

vante Ermittlungen auch Bedeutung erlangen könnten, zu den Untersuchungsak-

ten zu nehmen sind. Umgekehrt bedeutet dies, dass Untersuchungsergebnisse, 

die in keinem Zusammenhang mit der zu untersuchenden Straftat stehen und so-

mit auch keine entlastenden Momente aufweisen können, nicht zu den Akten ge-

nommen werden müssen. Vorliegend finden sich auch Hinweise in den Akten, 

insbesondere im polizeilichen Schlussbericht, wenn die Ermittlungen in Bezug auf 

die zu untersuchende Straftat ergebnislos blieben (vgl. insbesondere Ordner 1 p. 

195, p. 197, p. 198). Die Gefahr einseitiger Tatsachenfeststellung und Akten-

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sammlung durch die Staatsanwaltschaft besteht rein theoretisch immer. Allerdings 

ist davon auszugehen, dass ein Beschuldigter in der Regel selbst am besten 

weiss, ob und welche weiteren Beweise, die von der Staatsanwaltschaft nicht er-

hoben wurden, ihn entlasten würden. Soweit die Verteidigung sinngemäss geltend 

macht, sie müsse die erhobenen RTI-Daten oder die GPS-Daten nach entlasten-

den Momenten durchsuchen, ist anzunehmen, dass der Beschuldigte allfällige 

Entlastungen selbst vorbringen bzw. dem Verteidiger sollte benennen können, da 

er selbst am besten weiss, wo er sich wann aufhielt. Indem der Verteidigung im 

Rahmen des Berufungsverfahrens die von der Staatsanwaltschaft eingereichten 

RTI-Datenträger im Doppel zugestellt wurden, bestand für die Verteidigung die 

Möglichkeit, diese auf Hinweise des Beschuldigten entsprechend zu prüfen.

3.1.7. Hinsichtlich der von der Verteidigung angeführten Punkte, auf die sie 

das angeforderte Daten- bzw. Aktenmaterial prüfen wolle (vgl. auch Urk. 110 

S. 11 f.), ist auf Folgendes hinzuweisen: Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung ist die Genehmigung von Zufallsfunden grundsätzlich nicht davon abhän-

gig, ob die zugrunde liegenden konnexen Massnahmen gegen andere Personen 

rechtmässig erfolgt sind oder nicht (BGE 140 IV 40 E. 4.2). Hingegen muss über-

prüfbar sein, dass die konnexen Überwachungen richterlich bewilligt wurden 

(BGer, Urteil 1B_259/2019 vom 25. Februar 2020 E. 2.2; BGer, Urteil 

1B_191/2018 vom 16. Oktober 2018 E. 3.4 und 4.1 f.; BGer, Urteil 1B_59/201428 

vom Juli 2014 E. 4.11). Das Ausgeführte gilt im Beschwerdeverfahren nach er-

folgter Mitteilung der Genehmigung von Zufallsfunden im Untersuchungsverfahren 

(so explizit BGer, Urteil vom 28. Juli 2014, 1B_59/2014 E. 4.11). Die vorgenann-

ten Bundesgerichtsentscheide behandelten immer Sachverhalte, in denen Be-

schwerde gegen die Überwachungsmassnahmen selber nach deren Mitteilung 

gemacht wurde. Vorliegend wurden jedoch sämtliche relevanten Zufallsfunde zu-

lasten des Beschuldigten vom Zwangsmassnahmengericht genehmigt (Verfügung 

vom 16. Juli 2020, Ordner 11 p. 3605 ff.) und die Genehmigung dem Beschuldig-

ten mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 9. Februar 2021 mitgeteilt (Ordner 

11 p. 3662 ff.). Seitens des Beschuldigten bzw. seiner Verteidigung erfolgte keine 

Beschwerde dagegen. Im Verfahren vor den Sachgerichten kann die Rechtmäs-

sigkeit von Überwachungsmassnahmen daher nicht mehr überprüft werden (BGE 

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140 IV 40, E. 1.1; BGer 6B_610/2017 vom 23. März 2018, E.1.1; BGer 

1B_487/2019 vom 11. November 2019, E. 1; vgl. auch ZK StPO-HANSJAKOB/PAJA-

ROLA, Art. 279 N 98 f. und N 103). Der Beizug der Genehmigung der konnexen 

Überwachungsmassnahmen in den Verfahren gegen die weiteren Beschuldigten 

hätte sich daher an sich erübrigt. Nichtsdestotrotz wurden die Mitteilungen betr. 

Art. 279 StPO bezüglich dieser Personen wie eingangs erwähnt seitens der 

Staatsanwaltschaft jedoch in Kopie eingereicht und der Verteidigung zugestellt 

(Urk. 97). Wurde die Genehmigung der Überwachungsmassnahmen dem Be-

schuldigten im Untersuchungsverfahren wie vorliegend erfolgt also mitgeteilt, 

kann und darf das Sachgericht die Rechtmässigkeit dieser Genehmigung nicht 

mehr überprüfen. Der Einwand der Verteidigung im Rahmen der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung, wonach sie aufgrund der mangelnden Aktenlage keine Be-

schwerde habe erheben können (Prot. I S. 14), zielt ins Leere, da es der Verteidi-

gung in einem solchen Beschwerdeverfahren durchaus zuzumuten gewesen 

wäre, bezüglich der konnexen Verfahren die Einreichung von Kopien der Mittei-

lungen der Staatsanwaltschaft gemäss Art. 279 StPO und der Genehmigungsent-

scheide des Zwangsmassnahmengerichts zu beantragen. Soweit die Verteidigung 

vorbringt, sie müsse prüfen können, ob die Überwachungsmassnahmen in den 

Verfahren gegen C._____ und D._____ inhaltliche oder formelle Fehler aufwiesen 

und deshalb die Verwertbarkeit des Zufallsfundes fraglich sei, ist ihr mithin entge-

genzuhalten, dass sie ein Rechtsmittel gegen den Genehmigungsentscheid hätte 

erheben müssen, was jedoch nicht gemacht wurde. Relevant ist letztlich, ob eine 

zulässige Verwendung von Zufallsfunden vorliegt, was vorliegend der Fall ist, 

denn es erfolgte eine entsprechende Genehmigung durch das Zwangsmassnah-

mengericht des Obergerichtes, wobei dagegen kein Rechtsmittel ergriffen wurde. 

Dementsprechend entsteht auch keine "Kette von Unverwertbarkeiten", wie dies 

von der Verteidigung vor Vorinstanz vorgebracht wurde (Urk. 56 Rz. 13).

Bezüglich der Entdeckung der Hanfindooranlage in H._____ basierte diese ge-

mäss Akten unter anderem auf den GPS-Daten aus der geheimen Überwachung 

des Fahrzeugs des Beschuldigten sowie der rückwirkenden Teilnehmeridentifika-

tion betreffend die Rufnummer 6 des Mitbeschuldigten E._____ (Ordner  1 p. 135 

und 202). Diese Entdeckung ist nicht durch die Anordnung der Überwachungs-

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massnahmen abgedeckt, da es sich bei dem Betrieb einer Hanfindooranlage um 

eine andere Straftat bzw. einen anderen Lebenssachverhalt handelt als beim 

Handel mit Kokain gemäss Anklageziffer 1.1. (vgl. BGE 144 IV 254 E. 1.4.2). Zu-

fallsfunde gemäss Art. 243 Abs. 1 StPO sind zufällig entdeckte Spuren oder Ge-

genstände, die mit der abzuklärenden Straftat nicht in Zusammenhang stehen, 

aber auf eine andere Straftat hinweisen. Der sachliche Zufallsfund, wie vorlie-

gend, muss für die nach anderen Beweismitteln suchende Behörde mindestens 

erkennbar mit einem anderen Delikt im Zusammenhang stehen (BSK StPO-GFEL-

LER/THORMANN, Art. 243 N 11). Sodann stehen Zufallsfunde immer im Zusammen-

hang mit strafprozessualen Zwangsmassnahmen (NATTERER, Die Verwertbarkeit 

von Zufallsfunden aus der Telefonüberwachung im Strafverfahren, Diss. Bern 

2001 S. 14 ff.). Die aus den GPS-Daten und der RTI gewonnenen Erkenntnisse 

zeigten lediglich eine Anhäufung von Standorten in H._____, was noch keinen 

Hinweis auf eine andere Straftat und damit auch keinen genehmigungspflichtigen 

Zufallsfund darstellt. So wäre im Zeitpunkt der Ermittlungen durchaus denkbar ge-

wesen, dass der Standort H._____ im Zusammenhang mit den Kokaingeschäften 

des Beschuldigten gestanden oder der Beschuldigte sich dort ganz ohne Zusam-

menhang mit einer Straftat aufgehalten hätte. Eine Notwendigkeit zur Genehmi-

gung durch das Zwangsmassnahmengericht ist daher nicht ersichtlich. Der Ein-

zug von Erkundigungen bei der I._____ stellte sodann eine rein polizeiliche Er-

mittlungstätigkeit ohne Zwangsmassnahmencharakter dar, weshalb die Entde-

ckung des hohen Stromverbrauchs ebenfalls keinen Zufallsfund im Sinne von Art. 

243 Abs. 1 StPO darstellt. Die Hausdurchsuchung erfolgte bereits auf dringenden 

Verdacht betreffend den Betrieb einer Hanfindoorplantage hin (HD-Befehl vom 

31. August 2020, Ordner 12 S. 3852), womit deren Entdeckung keinen Zufallsfund 

darstellt. Ein anlässlich einer Hausdurchsuchung erfolgter Zufallsfund wäre denn 

auch nicht genehmigungspflichtig.

Betreffend die von der Vorinstanz nachträglich eingeholten polizeilichen Wahrneh-

mungsberichte (Urk. 27/1-3) ist zu bemerken, dass schon anlässlich der ersten 

polizeilichen Einvernahme am 2. September 2020 die Resultate der Observierun-

gen vom 6., 11. und 12. Juni 2020 dem Beschuldigten in Anwesenheit seines da-

maligen Verteidigers vorgehalten wurden und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme 

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eingeräumt wurde (Ordner 4 p. 948, p. 949 und p. 950). In materieller Hinsicht wa-

ren sie dem Beschuldigten somit bekannt. In formeller Hinsicht datieren die Be-

richte vom 5. Juli 2021 (Urk. 27/1-3) und somit in zeitlicher Hinsicht nach Anklage-

erhebung. Dass die Vorinstanz die Berichte dem Beschuldigten bzw. dessen Ver-

teidigung am 15. Juli 2021 samt Fotografien weiterleitete und somit zur Kenntnis 

brachte (Urk. 28 und 28A) ist nicht zu beanstanden. Anzumerken ist mit der Vor-

instanz, dass D._____ die fraglichen drei Treffen vom 6., 11., und 12. Juni 2020 

anerkannte (vgl. Urk. 71 Erw.II.B.3.4.3 und 3.4.6). Der Beschuldigte und die Ver-

teidigung hatten im Rahmen des vorinstanzlichen Hauptverfahrens somit ausrei-

chend Gelegenheit, sich zu den Ergebnissen der betreffenden Observierungen zu 

äussern. Wenn die Verteidigung in diesem Zusammenhang vor Vorinstanz gel-

tend machte, das dazugehörige polizeiliche Observationsjournal sei zu den Akten 

zu nehmen (Prot. I S. 23), so ist ihr entgegenzuhalten, dass Observationsjournale 

interne Arbeitsunterlagen darstellen, welche die operative, taktische Tätigkeit der 

Polizei berühren und nicht unter Art. 307 Abs. 3 StPO fallen (vgl. Urteil des Ober-

gerichts Kanton Zürich vom 23. April 2016, UH160084 E. 2.1.2. m.H.a. GRETER, 

Die Akteneinsicht im Schweizerischen Strafverfahren, Diss. Zürich 2012, S. 78 f.; 

ZK StPO-HANSJAKOB, Art. 282 N 29; Schmid, Handbuch, N 1174 Fn. 574; der-

selbe, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 

2013 [SCHMID, StPO PK], Art. 282 N 11; Handbuch VSKC-RHYNER/STÜSSI, 

S. 481). Die Wahrnehmungsberichte sind daher verwertbar und auch eine Befra-

gung der observierenden Polizeibeamten nicht notwendig.

Soweit die Verteidigung vor Vorinstanz rügte, die Dursuchung der Garagenbox … 

an der J._____-strasse …/… in K._____ sei illegal erfolgt und die daraus gezoge-

nen Erkenntnisse seien daher nicht verwertbar, ist zur Vermeidung unnötiger Wie-

derholungen vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu 

verweisen (Urk. 71 S. 29 f.).

Die Verteidigung führte sodann vor Vorinstanz (Prot. S. 16 f.) als auch anlässlich 

der Berufungsverhandlung aus, dass die Strafbehörden zur Verhinderung weiterer 

Straftaten und zum Schutz höherwertiger Rechtsgüter (als demjenigen nach Ge-

winnung weiterer Erkenntnisse) verpflichtet seien und demnach viel früher hätte 

- 23 -

einschreiten müssen, wenn sie angesichts der umfassenden Überwachungs-

massnahmen doch im Bild über den angeblichen Drogenhandel gewesen seien. 

Die Behörden seien verpflichtet, einzuschreiten, wenn sie Hinweise auf illegale 

Aktivitäten hätten, die die Gesundheit Dritter gefährde. Der Staat bzw. Polizei und 

Staatsanwaltschaft hätten ihre positiven Schutzpflichten, welche auch den Schutz 

vor Gefährdung Dritter umfassen würden, verletzt. Die vorliegenden Unterlassun-

gen der Behörden seien deshalb als rechtswidrig zu qualifizieren, was deren Re-

sultate der Untersuchung gemäss Art. 140 ff. StPO unverwertbar mache (Urk. 110 

S. 16 ff.). Auch dazu hat die Vorinstanz bereits zutreffende Ausführungen ge-

macht, auf welche verwiesen werden kann (Urk. 71 S. 30). Aus BGer 

6P.117/2003 vom 3. März 2004, E. 5.3 ergibt sich, dass die zuständige Behörde 

zwar verpflichtet ist, eine Verhaftung vorzunehmen, wenn die Voraussetzungen 

erfüllt sind, diese Verpflichtung aber keinen persönlichen Anspruch des Verdächti-

gen auf Verhaftung begründet. Soweit gesetzmässige Untersuchungsmassnah-

men vorliegen, die auch dem Verhältnismässigkeitsprinzip und dem Beschleuni-

gungsgebot in Strafsachen ausreichend Rechnung tragen, hat der Beschuldigte 

grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass die Staatsanwaltschaft untersuchte 

Straftaten unverzüglich, etwa durch Festnahme von Verdächtigen, unterbindet. 

Auch in BGE 140 IV 40 E. 4.4.2 hält das Bundesgericht fest, dass gesetzmässige 

Untersuchungsmassnahmen (unter den Bedingungen von Art. 275 Abs. 1 StPO) 

grundsätzlich so lange dauern dürfen, wie es für die sorgfältige Sachverhaltsab-

klärung sachlich notwendig erscheint. Es besteht kein gesetzlicher Anspruch des 

geheim überwachten Beschuldigten, unverzüglich an weiteren untersuchten Delik-

ten gehindert zu werden. Vorliegend handelt es sich um eine komplexe und um-

fangreiche Strafuntersuchung gegen verschiedene Beschuldigte, wobei keinerlei 

Anzeichen ersichtlich wären, dass die Strafuntersuchungsbehörden ihr Ermessen 

nicht pflichtgemäss ausgeübt und ihre Ermittlungspflicht verletzt hätten, um so die 

Verteidigungsrechte in irgendeiner Weise zu schmälern. Es war berechtigt, den 

Beschuldigten nicht unverzüglich zu verhaften, in der Hoffnung, man könnte noch 

Hintermänner ausfindig machen. Je mehr am Drogenhandel Beteiligte man erwi-

scht, desto besser kann man die Gesundheit Dritter schützen. Das Bundesgericht 

hat klar festgehalten, dass kein Recht auf eine frühere Verhaftung besteht, wes-

- 24 -

halb auch keinerlei Unverwertbarkeiten oder formelle Mängel daraus resultieren, 

dass der Beschuldigte nicht sofort verhaftet wurde.

Zusammenfassend sind somit weder in materieller noch formeller Hinsicht irgend-

welche Gründe ersichtlich, weswegen im von der Verteidigung beantragten Sinne 

weiteres Aktenmaterial beigezogen werden sollte oder inwiefern von einem 

rechtswidrigen Vorgehen der Staatsanwaltschaft auszugehen wäre.

3.1.8. Das Bundesgericht hielt im Entscheid 6B_422/2017 vom 12. Dezember 

2017 Erw. 1.4.1 unter Verweis auf BGE 139 IV 25 Erw. 5.4.1 zutreffend fest, dass 

Beweiserhebungen im Strafprozess nicht allein der Wahrnehmung des rechtlichen 

Gehörs der Parteien dienen, sondern primär der Wahrheitsfindung. Die seitens 

der Verteidigung gestellten Beweisanträge erfolgten zusammenfassend ohne 

Grundlage und vermöchten auch bei Durchführung der beantragten Aktenergän-

zungen nichts am Resultat zu ändern. Entgegen der Ansicht der Verteidigung liegt 

keine Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Rechts auf ein faires Verfahren 

im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit, c, Art. 101 und Art. 107 Abs. 2 StPO, Art. 29 Abs. 1 

und 2 BV und von Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. b EMRK vor. Die seitens der Verteidigung 

im Vorfeld der Berufungsverhandlung (Urk. 80 und 92) gestellten Beweisanträge, 

auf welche die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung erneut verwies 

und an welchen sie festhielt (Prot. II S. 18), waren und sind daher abzuweisen, 

soweit die Staatsanwaltschaft nicht wie eingangs erwähnt von sich aus Urkunden 

nachreichte.

3.2. Verwertbarkeit von Aussagen Mitbeschuldigter 

3.2.1. Die Verteidigung vertrat sowohl im Rahmen ihres Parteivortrags vor 

Vorinstanz (Urk. 56 S. 10 ff.) wie auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Urk. 110 S. 13 ff.) die Ansicht, die Aussagen der Mitbeschuldigten seien nicht zu 

Lasten des Beschuldigten verwertbar. Die Verteidigung machte zusammenfas-

send geltend, Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantiere der beschuldigten Person als 

Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren, Belastungszeugen Fragen zu stellen. 

Diese Garantie sei auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Daraus folge, 

dass eine belastende Aussage grundsätzlich nur verwertbar sei, wenn die be-

- 25 -

schuldigte Person wenigstens einmal während des Verfahrens angemessen und 

hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an 

den Belastungszeugen zu stellen und so die Glaubhaftigkeit seiner Aussage zu 

prüfen und deren Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und in-

frage zu stellen (Urteil BGer 6B_14/2021 E. 1.3.4). Dies setze voraus, dass sich 

der Belastungszeuge in Anwesenheit der beschuldigten Person nochmals zur Sa-

che äussere. Mache er anlässlich dieser späteren parteiöffentlichen Einvernahme 

jedoch von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, werde es der beschul-

digten Person verunmöglicht, ihre Konfrontations- bzw. Verteidigungsrechte wirk-

sam wahrzunehmen. Diesfalls seien deshalb die Belastungen der ersten (nicht 

parteiöffentlichen) Einvernahme nicht verwertbar (Urteil BGer 6B_14/2021 

E. 1.3.4). Dasselbe gelte für den Fall, dass der Belastungszeuge anlässlich der 

zweiten Einvernahme seine Aussagen aus der ersten Einvernahme auf blossen 

Vorhalt hin nur formal bestätige. Einerseits werden die früheren Aussagen durch 

den Vorhalt hin nur formal bestätigt und würden die früheren Aussagen durch den 

Vorhalt unzulässigerweise verwertet (vgl. BGE 143 IV 457 E. 1.6.1 S. 459). Ande-

rerseits verunmögliche es die bloss formale Bestätigung, genauso wie eine Aus-

sageverweigerung, der beschuldigten Person, ihr Konfrontations- bzw. Verteidi-

gungsrecht wirksam wahrzunehmen (vgl. BGer 6B_1003/2020 E. 2.2 und 

6B_14/2021 E. 1.3.4). Würden die früheren Belastungen vom Einvernommenen 

nur "abgenickt", sei es für die beschuldigte Person nicht möglich, ihre Glaubhaftig-

keit tatsächlich einer Prüfung zu unterziehen. In beiden Fällen – Aussageverwei-

gerung und bloss formale Bestätigung – seien die früheren belastenden Aussa-

gen also nicht zulasten der beschuldigten Person verwertbar. Dies betreffe vorlie-

gend auch die Aussagen der Mitbeschuldigten E._____, D._____ und C._____. 

Die drei Mitbeschuldigten seien diverse Male durch die Staatsanwaltschaft und 

delegiert durch die Polizei einvernommen worden. Diese Einvernahmen seien al-

lesamt nicht parteiöffentlich bzw. sie hätten ohne Beisein des Beschuldigten und 

seines damaligen Verteidigers stattgefunden. Die damaligen Aussagen seien da-

her nur gegen ihn verwertbar, wenn sie in seiner Anwesenheit wiederholt worden 

wären und er dann ihre Glaubhaftigkeit prüfen und ihren Beweiswert in kontradik-

torischer Weise auf die Probe und infrage hätte stellen können. Dazu sei es nie 

- 26 -

gekommen. Parteiöffentlich sei erst und einzig die Konfrontationseinvernahme 

vom 16. Dezember 2020 gewesen, anlässlich welcher alle drei Mitbeschuldigten 

zusammen mit dem Beschuldigten befragt worden seien. In dieser Konfrontations-

einvernahme hätten die Mitbeschuldigten aber entweder die Aussage verweigert 

oder auf ihre früheren Aussagen verwiesen. E._____ habe einmal noch bejaht, 

dass seine früheren Ausführungen stimmen würden, habe aber ausführlich nichts 

weiter beigefügt. Darüber hinaus habe sich damals keiner der drei Mitbeschuldig-

ten nochmals zur Sache geäussert. Folglich seien ihre allenfalls belastenden Aus-

sagen, die sich anlässlich ihrer vorherigen, nicht parteiöffentlichen Einvernahmen 

gemacht hätten, nicht gegen den Beschuldigten verwertbar. Durch ihre Aussage-

verweigerung oder ihre bloss formale Bestätigung früherer Aussagen anlässlich 

der Konfrontationseinvernahme sei es dem Beschuldigten verunmöglicht worden, 

sein Konfrontations- bzw. Verteidigungsrecht wirksam wahrnehmen zu können. 

Hinzu komme, dass man den Mitbeschuldigten an der Konfrontationseinvernahme 

unzulässigerweise ihre früheren Aussagen vorgehalten habe (BGE 143 IV 458 

E. 1.6.1 S. 459). In der Konsequenz seien keine Aussagen der Mitbeschuldigten 

gegen den Beschuldigten verwertbar. Sie dürften daher in keiner Weise zur Er-

stellung des Anklagesachverhalts bzw. zur Urteilsfindung dienen (Urk. 56 S. 10 ff.; 

Urk. 110 S. 13 ff.).

3.2.2. Die Verfahren gegen die Mitbeschuldigten E._____ (Unt. Nr. …), 

C._____ (Unt. Nr. …), D._____ (Unt. Nr. …, ab 1. Oktober 2020 ebenfalls Unt. Nr. 

…) und den Beschuldigten des vorliegenden Verfahrens (Unt. Nr. …) wurden von 

der Staatsanwaltschaft von Anfang an getrennt geführt. Auf Antrag des Mitbe-

schuldigten C._____ (Ordner 12 S. 3946), welchem vom Mitbeschuldigten 

D._____ in seiner Stellungnahme gefolgt wurde (Ordner 12 S. 3951), wurden die 

gegen C._____ und D._____ geführten Verfahren mit Verfügung der Staatsan-

waltschaft vom 1. Oktober 2020 unter der Unt. Nr. … vereinigt (Ordner 12 

S. 3947 ff. und Ordner 11 S. 3733). In derselben Verfügung wurde festgehalten, 

dass die Verfahren gegen E._____ sowie den vorliegend Beschuldigten weiterhin 

getrennt geführt würden (Ordner 12 S. 3947 ff.). E._____ hatte in seiner Stellung-

nahme zum Antrag von C._____ geäussert, er sehe im konkreten Fall genügend 

gewichtige sachliche Gründe, die gegen eine Vereinigung der Dossiers sprächen 

- 27 -

(Ordner 12 S. 3952). Der vorliegend Beschuldigte verzichtete auf die freigestellte 

Stellungnahme (Ordner 12 S. 3948 und S. 3953 f.). Gegen die Verfügung der 

Staatsanwaltschaft vom 1. Oktober 2020 wurde von keinem der Beschuldigten 

Beschwer-de erhoben. Die Hauptverhandlung gegen den Beschuldigten und den 

Mitbeschuldigten E._____ wurde vor Vorinstanz zwar gemeinsam durchgeführt, 

weswegen beide Beschuldigten die Aussagen des jeweils anderen mitanhören 

sowie Ergänzungsfragen und zu den Aussagen Stellung hätten nehmen können 

(Prot. I S. 7 ff.). Bei formeller Betrachtung wurden aber auch diese gerichtlichen 

Verfahren getrennt geführt, indem eine Verfahrensvereinigung unterblieb. Im Ver-

fahren gegen den Mitbeschuldigten E._____ wurde von keiner Partei Berufung er-

hoben. 

3.2.3. Beschuldigten Personen kommt in getrennt geführten Verfahren keine 

Parteistellung und damit kein Anspruch auf Teilnahme an Beweiserhebungen ge-

mäss Art. 147 Abs. 1 StPO zu (BGE 140 IV 172 E. 1.2, bestätigt in BGE 141 IV 

220 E. 4.5 und jüngst wieder bestätigt in BGer 6B_1220/2019 E. 4.5 vom 14. April 

2020). Die Verwertbarkeit entsprechender Einvernahmen steht aber unter dem 

Vorbehalt der Wahrung des konventions- und verfassungsmässigen Konfrontati-

onsrechtes, wonach der beschuldigten Person im Verlauf des gesamten Verfah-

rens einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit zu bieten ist, die sie be-

lastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an den (Mit-)Beschuldigten 

im getrennten Verfahren zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3, vgl. auch BGE 141 IV 

220 E. 4.5 je mit Hinweisen). Grundsätzlich verlangt der Konfrontationsanspruch, 

dass der Beschuldigte in die Lage versetzt wird, sein Fragerecht tatsächlich aus-

zuüben und damit die Glaubhaftigkeit einer Aussage infrage stellen zu können. 

Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich die einvernommene Person in Anwe-

senheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert (BGer 6B_369/2013 

vom 31.Oktober 2013 E. 2.3.3, BGer 6B_1133/2019 vom 18. Dezember 2019). 

Dem Anspruch, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, kommt grundsätzlich 

absoluter Charakter zu. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichts-

hofs für Menschenrechte (EGMR), welcher sich das Bundesgericht angeschlos-

sen hat, kann jedoch auf eine Konfrontation des Beschuldigten mit dem Belas-

tungszeugen oder auf die Einräumung der Gelegenheit zu ergänzender Befra-

- 28 -

gung des Zeugen unter besonderen Umständen verzichtet werden. So unter an-

derem, wenn der Belastungszeuge berechtigterweise das Zeugnis verweigert. Er-

forderlich ist in diesen Fällen jedoch, dass der Angeschuldigte zu den belasten-

den Aussagen hinreichend Stellung nehmen konnte, die Aussagen sorgfältig ge-

prüft wurden und ein Schuldspruch nicht allein darauf abgestützt wurde. In neue-

ren Entscheiden relativierte der EGMR seine bisherige Rechtsprechung zudem in-

sofern, als unter Umständen auch ein streitiges Zeugnis von ausschlaggebender 

Bedeutung ("preuve unique ou déterminante") ohne Konfrontation mit dem Belas-

tungszeugen verwertbar sein kann, wenn ausreichend kompensierende Faktoren 

gegeben sind, um den Anspruch des Angeschuldigten auf ein faires Verfahren 

und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels zu gewährleisten 

(BGer 6B_75/2013 vom 10. Mai 2013 E. 3.3.1, m.w.H.; BGer 6B_1220/2019 vom 

14. April 2019 E. 4.2.1, m.w.H.; EGMR Urteil i.S. Al-Khawaja und Tahery gegen 

Grossbritannien vom 15. Dezember 2011 §§ 118 ff.). Letzteres bedeutet, dass die 

Verlässlichkeit der Aussage auf andere faire Weise gewährleistet ist, sie insbe-

sondere durch andere Beweismittel bestätigt wird (BSK StPO-SCHLEIMINGER 

METTLER, Art. 147 N 34, m.w.H.).

3.2.4. E._____ machte im gegen ihn geführten Strafverfahren als beschul-

digte Person Aussagen zur Sache im Rahmen der delegierten polizeilichen Ein-

vernahme vom 24. August 2020 (Ordner 5 p. 1320 ff.), der delegierten polizeili-

chen Einvernahme vom 28. September 2020 (Ordner 5 p. 1363 ff.), der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 29. Oktober 2020 (Ordner 5 p. 1521 ff.), der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 6. November 2020 (Ordner 5 

p. 1548 ff.) sowie in der staatsanwaltlichen Schlusseinvernahme vom 17. Dezem-

ber 2020 (Ordner 5 p. 1568 ff.). In der Konfrontationseinvernahme mit dem Be-

schuldigten und den weiteren Mitbeschuldigten vom 16. Dezember 2020 wurden 

ihm seine Aussagen unter Hinweis auf sein Aussageverweigerungsrecht noch-

mals vorgehalten. Er erklärte grossmehrheitlich, er habe seine Aussagen gemacht 

und wolle diesen nichts anfügen (Ordner 4 p. 1190 ff.). Faktisch äusserte er sich 

damit nicht mehr zur Sache, sondern verweigerte weitere Aussagen. Dies macht 

seine früheren Aussagen, wie vorstehend ausgeführt, aber nicht per se unver-

wertbar. Der Beschuldigte nahm seinerseits weder anlässlich der Konfrontations-

- 29 -

einvernahme noch der Schlusseinvernahme vom 9. Februar 2021 Stellung zu den 

Aussagen von E._____ und weder er noch sein Verteidiger stellten diesem Ergän-

zungsfragen (Ordner 4 p. 1231 f. und Ordner 4 S. 1252 ff.). Angesichts des von 

E._____ faktisch in Anspruch genommenen Aussageverweigerungsrechts ist je-

doch zu bezweifeln, dass er zur Beantwortung von Ergänzungsfragen bereit ge-

wesen wäre. Ob bzw. inwieweit auf die Aussagen von E._____ im Sinne der vor-

stehend zitierten Rechtsprechung abgestellt werden kann, ist im Rahmen der 

Sachverhaltswürdigung situativ zu prüfen.

3.2.5. Dasselbe gilt für die Aussagen des in einem separaten Verfahren be-

schuldigten C._____ in der polizeilichen Hafteinvernahme vom 19. Juni 2020 

(Ordner 6 p. 1580 ff.), der staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme vom 20. Juni 

2020 (Ordner 6 p. 1599 ff.), der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 

10. Juli 2020 (Ordner 6 p. 1604 ff.), der delegierten polizeilichen Einvernahme 

vom 21. August 2020 (Ordner 6 p. 1671 ff.) sowie der delegierten polizeilichen 

Einvernahme vom 26. August 2020 (Ordner 6 p. 1897 ff.). In den folgenden Ein-

vernahmen verweigerte der Mitbeschuldigte C._____ die Aussagen (Ordner 6 und 

Ordner 7 p. 2061 ff.). Er erklärte in der Konfrontationseinvernahme vom 16. De-

zember 2020 auf Vorhalt seiner bisherigen Aussagen und nach dem Hinweis auf 

sein Aussageverweigerungsrecht sodann, er wolle keine Aussagen machen (Ord-

ner 4 p. 1187 ff.). Auch diesbezüglich nahm der Beschuldigte weder anlässlich 

der Konfrontationseinvernahme noch der Schlusseinvernahme vom 9. Februar 

2021 Stellung zu den Aussagen und weder er noch sein Verteidiger stellten 

C._____ Ergänzungsfragen (Ordner 4 p. 1231 f. und Ordner 4 p. 1252 ff.). Auch 

hier ist zu bezweifeln, dass C._____ zur Beantwortung von Ergänzungsfragen be-

reit gewesen wäre. Ob bzw. inwieweit auf die Aussagen von C._____ im Sinne 

der vorstehend zitierten Rechtsprechung abgestellt werden kann, ist im Rahmen 

der Sachverhaltswürdigung situativ zu prüfen.

3.2.6. Der ebenfalls in einem separaten Verfahren beschuldigte D._____ 

machte in der polizeilichen Hafteinvernahme vom 31. Juli 2020 (Ordner 8 

p. 2538), in der staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme vom 31. Juli 2020 

(Ordner 8 p. 2668 f.), in der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 4. Sep-

- 30 -

tember 2020 (Ordner 8 p. 2690: Treffen mit dem Beschuldigten), in der delegier-

ten polizeilichen Aussage vom 19. November 2020 (Ordner 9 p. 3054 f.) sowie in 

der delegierten polizeilichen Einvernahme vom 2. Dezember 2020 (Ordner 9 

p. 3272 ff.) Aussagen, die im vorliegenden Verfahren relevant sind. Anlässlich der 

Konfrontationseinvernahme vom 16. Dezember 2020 beantwortete er gewisse 

Fragen frei, teilweise erklärte er auf Vorhalte bezüglich seiner Aussagen in den 

polizeilichen Einvernahmen jedoch lediglich, er bleibe bei diesen Aussagen oder 

er habe bereits eine Aussage dazu gemacht (Ordner 4 p. 1187 ff.). Soweit 

D._____ lediglich auf seine früheren Aussagen verwies, äusserte er sich faktisch 

nicht mehr zur Sache, sondern verweigerte weitere Aussagen. Dies macht seine 

früheren Aussagen wiederum nicht per se unverwertbar. Auch diesbezüglich 

nahm der Beschuldigte weder anlässlich der Konfrontationseinvernahme noch der 

Schluss-einvernahme vom 9. Februar 2021 Stellung zu den Aussagen und weder 

er noch sein Verteidiger stellten D._____ Ergänzungsfragen (Ordner 4 p. 1231 f. 

und p. 1252 ff.). Aufgrund des Aussageverhaltens von D._____ ist zu bezweifeln, 

dass er zur Beantwortung von Ergänzungsfragen bereit gewesen wäre. Ob bzw. 

inwieweit auf die Aussagen von D._____ im Sinne der vorstehend zitierten Recht-

sprechung abgestellt werden kann, ist im Rahmen der Sachverhaltswürdigung si-

tuativ zu prüfen.

3.2.7. Die Aussagen der Auskunftspersonen F._____ (Ordner 10 p. 3552 ff.) 

und G._____ (Ordner 1 p. 180-183) sind nach erfolgter Einvernahme der beiden 

als Zeugen durch die Staatsanwaltschaft unter Beisein des Beschuldigten und 

seines Verteidigers (Ordner 10 p. 3564 ff. und p. 3573 ff.) demgegenüber unein-

geschränkt verwertbar.

II. Sachverhalt

1. Grundlagen der Beweiswürdigung

Hierzu kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Aus-

führungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 71 S. 36 ff.). 

- 31 -

2. Anklageziffer 1.1. betreffend Kokainhandel

2.1. Ausgangslage

2.1.1. Anklagevorwürfe

Unter Anklageziffer 1.1. wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten zusam-

mengefasst vor, von C._____ und D._____ in der Zeit vom 8. Mai bis 18. Juni 

2020 insgesamt mindestens zwei Kilogramm Kokain erworben zu haben, wobei er 

E._____ jeweils mit der Übernahme des Kokains von C._____ und dessen Trans-

port und Weitergabe beauftragt habe (Ordner 12 p. 4096 ff. bzw. AS S. 3 ff.). 

2.1.2. Beschuldigter/Verteidigung

Der Beschuldigte verweigerte während der gesamten Untersuchung (Ordner 4 

p. 938 ff.), vor Vorinstanz (Urk. 52 S. 2 ff.) wie auch anlässlich der Berufungsver-

handlung (Prot. II S. 18) die Aussage zur Sache. Die Verteidigung vertritt die An-

sicht, der Anklagesachverhalt sei nicht erstellt (Urk. 56 S. 9 ff.; Urk. 110 S. 21 ff.).

2.1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.1. mit Ausnah-

me der Vorwürfe gemäss Anklageschrift S. 3 Abs. 1 und Abs. 3, zu denen von der 

Staatsanwaltschaft nicht angefochtene Freisprüche ergingen (Urk. 71 S. 124) und 

die demzufolge nicht mehr zu überprüfen sind, als erstellt (Urk. 71 S. 39-79).

2.2. Vorbemerkung

Die Würdigung des Sachverhalts gemäss Anklageziffer 1.1. durch die Vorinstanz 

erscheint grundsätzlich überzeugend (Urk. 71 S. 39-79), weswegen im Wesentli-

chen darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Er-

wägungen sind daher primär präzisierender Natur.

2.3. Drei Treffen zwischen E._____ und C._____ im Auftrag des Beschuldigten 
mit Übernahme von Kokain

2.3.1. Einleitend wird dem Beschuldigten in der Anklageschrift zunächst vor-

geworfen, E._____ damit beauftragt zu haben, anlässlich dreier Treffen mit 

- 32 -

C._____, am 8. Mai 2020, am 28. Mai 2020 und am 18. Juni 2020, von diesem 

Kokain zu übernehmen (AS S. 3).

2.3.2. Hinsichtlich der Aussagen des Mitbeschuldigten E._____ hierzu (vgl. 

Urk. 71 S. 39-42) ist zu bemerken, dass diese im Wesentlichen widerspruchsfrei 

erfolgten. Anzumerken ist auch, dass E._____ sich hierdurch primär selbst stark 

belastete und ein Motiv, den Beschuldigten falsch zu belasten, nicht ersichtlich ist. 

Schliesslich decken sich seine Aussagen auch im Wesentlichen mit denjenigen 

des Mitbeschuldigten C._____ zu diesem Punkt, soweit C._____ dazu überhaupt 

konkrete Angaben machte. Seine diesbezüglichen Aussagen sind daher glaubhaft 

und überzeugend.

2.3.3. Der Mitbeschuldigte C._____ war in seinen Aussagen zu diesem Punkt 

(vgl. Urk. 71 S. 42) offensichtlich bemüht, nur insoweit sich und andere zu belas-

ten, als ihm kaum etwas anderes übrig blieb angesichts seiner Verhaftung und 

derjenigen von E._____ sowie des sichergestellten Kokains. Soweit er Aussagen 

zu den drei Treffen machte, sind diese aber nicht unglaubhaft und weisen auch 

keine Hinweise auf Fantasieerzählungen auf. Auch die Beschreibung des angeb-

lich einmal zusammen mit E._____ getroffenen "A'._____" erfolgte detailliert und 

realitätsnah.

2.3.4. Die Aussagen des Mitbeschuldigten D._____ zu diesem Punkt (vgl. 

Urk. 71 S. 43 f.) sind demgegenüber mit der Vorinstanz als wenig glaubhaft zu be-

zeichnen angesichts der zahlreichen Widersprüche. Hiermit belastet er den Be-

schuldigten zwar nicht, entlastend wirkt sich dies für den Beschuldigten indessen 

auch nicht aus.

2.3.5. Bezüglich der Würdigung der RTI-Daten, der GPS-Daten, der Daten 

auf den Mobiltelefonen der beschuldigten Personen und der Audioüberwachung 

des von C._____ gelenkten BMWs kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholun-

gen auf die überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 

71 S. 45-49). Anzufügen ist, dass die den Beschuldigten belastenden Aussagen 

zu diesem Punkt von E._____ und C._____ einerseits miteinander und anderer-

seits mit den sichergestellten Daten übereinstimmen. Entsprechend der vorste-

- 33 -

hend zitierten Rechtsprechung von Bundesgericht und EGMR zur Verwertbarkeit 

belastender Aussagen (Erw. I.3.2.) sind die Aussagen der Mitbeschuldigten 

E._____ und C._____ zu diesem Punkt daher vollumfänglich verwertbar.

2.3.6. Somit ist erstellt, dass am 8. Mai, am 28. Mai sowie am 18. Juni 2020 

je ein Treffen zwischen E.______ und C._____ erfolgte, anlässlich denen Treffen 

E._____ im Auftrag des Beschuldigten Kokain von C._____ übernahm.

2.4. Vorgang 12 betreffend Kokainübernahme vom 8. Mai 2020 

2.4.1. Unter Vorgang 12 wird dem Beschuldigten – soweit ihn betreffend, die 

Einfuhr des Kokains durch C._____ enthält keinen Vorhalt gegenüber dem Be-

schuldigten – vorgeworfen, E._____ habe am 8. Mai 2020, ca. zwischen 16.00 

Uhr und 17.45 Uhr, an der …-Tankstelle in K._____/AG von C._____ in seinem 

Auftrag mindestens 500 Gramm Kokain übernommen und dieses in der Folge 

nach Zürich transportiert, wo er das Kokain auftragsgemäss an einer nicht näher 

bekannten Örtlichkeit in Zürich weitergegeben habe. Der Beschuldigte habe 

E._____ dafür mit Fr. 600.– in bar bzw. mit Kokain im Gegenwert von Fr. 100.– 

pro Gramm Kokain entlöhnt. Bei der Kokainübergabe an der …-Tankstelle in 

K._____/AG sei der Beschuldigte ebenfalls anwesend gewesen (AS S. 4). 

2.4.2. Hinsichtlich der Aussagen des Mitbeschuldigten E._____ zur Kokain-

übernahme vom 8. Mai 2020 (vgl. Urk. 71 S. 50 f.) ist zu bemerken, dass diese im 

Wesentlichen widerspruchsfrei erfolgten und E._____ sich hierdurch wiederum 

primär selbst stark belastete, wobei ein Motiv, den Beschuldigten falsch zu belas-

ten, nicht ersichtlich ist. Hinsichtlich der dem Beschuldigten vorgeworfenen 

Menge – 500 Gramm Kokain – ist mit der Vorinstanz (Urk. 71 S. 50-53) der 

Schluss zu ziehen, dass sich aufgrund der Überwachungsmassnahmen für den 8. 

Mai 2020 – die sich mit den Aussagen von E._____ insofern decken – keine Min-

destmenge in diesem Umfang erstellen lässt, sondern lediglich von einer Menge 

im unteren Hundertgrammbereich auszugehen ist. 

2.4.3. Bezüglich der Frage des Transports des Kokains nach Zürich und der 

dortigen Weitergabe machte der Mitbeschuldigte E._____, wie seitens der Vorin-

- 34 -

stanz korrekt festgestellt wird, gewisse widersprüchliche Aussagen, an wen er das 

Kokain übergeben habe (Urk. 71 S. 53 f.), so dass sich daraus nicht mit rechtsge-

nügender Sicherheit schliessen lässt, an welche Person die Übergabe erfolgte. 

Angesichts seiner insofern konzisen Aussagen lässt sich dagegen immerhin er-

stellen, dass er das Kokain – wie auch bei den weiteren Übergaben – nach Zürich 

brachte und dort weitergab. 

2.4.4. Betreffend die Frage der Entlöhnung von E._____ lässt sich sodann mit 

der Vorinstanz (Urk. 71 S. 54 f.) aus seinen Aussagen nicht mit rechtgenügender 

Sicherheit feststellen, wie hoch diese im Detail jeweils ausfiel, doch sind seine 

Aussagen glaubhaft und überzeugend, dass er vom Beschuldigten für den Ko-

kaintransport vom 8. Mai 2020 bzw. die Kokaintransporte überhaupt entlöhnt 

wurde. 

2.4.5. Schliesslich lässt sich aufgrund der Aussagen von E._____ einerseits 

und dem im Mobiltelefon des Mitbeschuldigten C._____ andererseits sowie der 

Auswertung der RTI-Daten des Mobiltelefons des Beschuldigten mit rechtsgenü-

gender Sicherheit erstellen, dass der Beschuldigte, der von E._____ "A'._____" 

genannt wurde und den C._____ in seinem Mobiltelefon als "A'._____" vermerkte, 

bei der Übergabe vom 8. Mai 2020 anwesend war (Urk. 71 S. 55-57). Anzumer-

ken ist, dass eine solche physische Anwesenheit des Beschuldigten im Gesamt-

kontext auch deshalb logisch erscheint, weil E._____ C._____ im damaligen Zeit-

punkt gemäss eigenen Aussagen noch gar nicht kannte. Dass der Beschuldigte 

sich selbst vor Ort begab, um sicherzustellen, dass die Übergabe reibungslos ab-

lief, ist daher nachvollziehbar.

2.4.6. Mit der Vorinstanz ist somit der Anklagesachverhalt zum 8. Mai 2020 

grundsätzlich erstellt, wobei aber nicht erstellt werden kann, dass es sich um 500 

Gramm Kokain handelte, sowie, wie hoch der Lohn von E._____ im Detail ausfiel. 

Bezüglich der Menge ist von einer solchen im unteren Hundertgrammbereich aus-

zugehen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 110 S. 22 f.) lässt sich 

dies aufgrund der Aussagen von E._____, welcher im Zusammenhang mit der 

Übergabe vom 8. Mai 2020 auch von "Blöcken" und "Paketen" spricht und dass er 

einen "Sack" respektive "Plastiksack" übernommen habe, durchaus erstellen. An-

- 35 -

zufügen ist, dass wiederum die den Beschuldigten belastenden Aussagen von 

E._____ mit den sichergestellten Daten übereinstimmen, so dass die Aussagen 

nicht das einzig relevante Beweismittel darstellen und mithin zu Lasten des Be-

schuldigten verwertbar sind.

2.4.7. Hinsichtlich des Reinheitsgrads des Kokaingemischs ist mit der 

Vorinstanz (Urk. 71 S. 58) zu Gunsten des Beschuldigten vom mittleren Rein-

heitsgrad gemäss Statistik für das Jahr 2020 von 74.5 % Kokainhydrochlorid bei 

sichergestelltem Kokaingemisch zwischen 100 und 1'000 Gramm auszugehen. 

Zwar spricht einiges dafür – es handelte sich um grundsätzlich dasselbe Vorge-

hen derselben involvierten Personen –, dass wie von der Staatsanwaltschaft vor 

Vorinstanz geltend gemacht (Urk. 54 S. 9) analog zu den konkret sichergestellten 

Mengen ein Reinheitsgrad von 94-96 % vorgelegen haben könnte. Mit rechtsge-

nügender Sicherheit lässt sich dies jedoch nicht schliessen.

2.5. Vorgang 15 bezüglich Treffens zwischen dem Beschuldigten und C._____ 

vom 26. Mai 2020 und Kokainübernahme vom 28. Mai 2020 

2.5.1. Unter Vorgang 15 wird dem Beschuldigten zusammenfassend vorge-

worfen, C._____ am 26. Mai 2020 um ca. 20.30 Uhr in L._____/ZH getroffen zu 

haben. Dabei habe der Beschuldigte C._____ einen unbekannten Geldbetrag, 

vermutlich Euro, mindestens € 22'600.–, für bereits von C._____ und D._____ be-

zogene bzw. noch zu beziehende Betäubungsmittel übergeben und erklärt, dass 

er weitere Gelder in zehn bis vierzehn Tagen bereitstellen könne. Der Beschul-

digte und C._____ hätten sodann vereinbart, dass ersterer sich für Detailabspra-

chen mit D._____ treffen werde. Am 28. Mai 2020, um ca. 15.00 Uhr, habe 

E._____ dann von C._____ im Auftrag des Beschuldigten in der Tiefgarage des 

AB._____-Supermarktes M._____ K._____ 548 Gramm Kokain (Bruttogewicht) 

übernommen und dieses Kokain ebenfalls im Auftrag des Beschuldigten an einer 

nicht näher bekannten Örtlichkeit in Zürich weitergegeben, wobei der Beschul-

digte ihn mit CHF 600.– in bar bzw. mit Kokain im Gegenwert von CHF 100.– pro 

Gramm Kokain entlöhnt habe (AS S. 4 f.).

- 36 -

2.5.2. Die diesbezüglichen Sachverhaltselemente basieren gänzlich auf den 

Erkenntnissen aus den GPS-Daten, den RTI-Daten und den Daten der Audio-

Überwachung im BMW von C._____, nachdem sowohl der Beschuldigte wie auch 

C._____ dazu die Aussagen verweigerten. Hierzu ist auf die zutreffenden Erwä-

gungen im vorinstanzlichen Entscheid zu verweisen (Urk. 71 S. 59-65). Daraus 

ergibt sich zusammengefasst, dass der Beschuldigte und C._____ sich am 26. 

Mai 2020 um ca. 20.30 Uhr – bzw. gemäss Audioüberwachung von 20.32 bis 

20.39 Uhr – in L._____/ZH trafen, wobei der Beschuldigte eine gewisse Menge an 

Euro für C._____ mit sich dabei hatte, um es diesem zu übergeben. Wenn die 

Vorinstanz den Schluss zog, dass es sich dabei um das Entgelt für bereits bezo-

gene oder noch zu beziehende Betäubungsmittel gehandelt habe, ergebe sich 

aus den Kokainübernahmen durch E._____ von C._____, die erstelltermassen im 

Auftrag des Beschuldigten stattfanden (Urk. 71 S. 63), so ist diesem Schluss zu-

zustimmen, zumal nie jemand der Beteiligten einen anderen nachvollziehbaren 

Grund nannte, weswegen sonst der Beschuldigte C._____ hätte Geld übergeben 

sollen. Mit der Vorinstanz ist aus dem besagten Gespräch zudem der Schluss zu 

ziehen, dass der Beschuldigte in zehn Tagen bis zwei Wochen weiteres Geld be-

reitstellen werde und die beiden zum Schluss des Gesprächs ein weiteres Treffen 

für Donnerstag, 28. Mai 2020, anlässlich dem – worauf nachfolgend einzugehen 

ist – E._____ von C._____ 548 Gramm Kokain brutto übernahm, vereinbarten. 

Aus dem ebenfalls im vorinstanzlichen Entscheid zitierten SMS in Englischer 

Sprache von C._____ an D._____ geht weiter hervor, dass der Beschuldigte – ge-

nannt "A'._____" – seine Zahlung vervollständigte und bald eine weitere Lieferung 

wünschen werde. Dementsprechend ist mit der Vorinstanz als erstellt zu betrach-

ten, dass der Beschuldigte C._____ anlässlich des Treffens in L._____ einen 

Geldbetrag in Euro für bereits von C._____ und D._____ bezogene oder noch zu 

beziehende Betäubungsmittel übergab und erklärte, dass er weitere Gelder in 

zehn bis vierzehn Tagen bereitstellen könne, wobei C._____ und der Beschul-

digte vereinbarten, dass letzterer sich für Detailabsprachen mit "ihm", gemeint 

D._____, treffen werde (Urk. 71 S. 64). Diese Treffen zwischen dem Beschuldig-

ten und D._____ fanden dann effektiv am 6., 11. und 12. Juni 2020 statt, worauf 

nachfolgend einzugehen ist. 

- 37 -

2.5.3. Mit der Vorinstanz ist demgegenüber festzustellen, dass sich die kon-

krete Höhe des am 26. Mai 2020 vom Beschuldigten an C._____ übergebenen 

Geldbetrags nicht erstellen lässt, wobei zur Vermeidung unnötiger Wiederholun-

gen auf die zutreffenden Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid zu verweisen 

ist (Urk. 71 S. 64 f.).

2.5.4. Zusammenfassend sind – mit Ausnahme der Höhe des Bargeldbetrags 

– sowohl die Bargeldübergabe vom Beschuldigten an C._____ am 26. Mai 2020 

wie auch die Übernahme von 548 Gramm Kokaingemisch von E._____ im Auftrag 

des Beschuldigten bei C._____ am 28. Mai 2020 erstellt. Mit der Vorinstanz er-

scheint es wiederum gerechtfertigt, von einem Reinheitsgrad des Kokaingemischs 

von 74.5 % auszugehen, wodurch eine Menge von rund 370 Gramm reinen Ko-

kainmonohydrats resultiert (vgl. Urk. 71 S. 65 f.).

2.6. Vorgang 16 bezüglich Treffen zwischen dem Beschuldigten und D._____ 

vom 6., 11. und 12. Juni 2020 und Kokainübernahme vom 18. Juni 2020

2.6.1. Unter Vorgang 16 wird dem Beschuldigten von der Anklage vorgewor-

fen, den Mitbeschuldigten D._____ am Samstag, 6. Juni 2020, um ca. 16.50 Uhr 

in der Nähe der Wohnüberbauung "N._____" in O._____, am Donnerstag, 

11. Juni 2020, um ca. 16.50 Uhr, am selben Ort und am Freitag, 12. Juni 2020, 

kurz nach 11.35 Uhr bei den Parkplätzen des Restaurants "P._____" an der 

Q._____-strasse … in Zürich getroffen zu haben. Anlässlich der Treffen seien die 

Einzelheiten für weitere Betäubungsmittelübergaben besprochen worden und der 

Beschuldigte habe D._____ einen grösseren Bargeldbetrag von mindestens 

Fr. 20'000.– für bezogene bzw. noch zu beziehende Betäubungsmittel übergeben. 

Die Treffen seien von C._____ absprachegemäss für die beiden vereinbart wor-

den. 

Bezüglich der Kokainübernahme vom 18. Juni 2020 werden sodann in der Ankla-

geschrift verschiedene SMS zwischen dem Beschuldigten und C._____ festgehal-

ten. Dem Beschuldigten wird vorgehalten, der Mitbeschuldigte E._____ habe am 

18. Juni 2020 kurz vor 18.40 Uhr in seinem Auftrag von C._____ in der Tiefgarage 

des AB._____ Supermarktes K._____ insgesamt 1'004 Gramm Kokaingemisch 

- 38 -

(Nettogewicht) mit einem Reinheitsgrad von 94 %, entsprechend 942 Gramm rei-

nem Kokain, übernommen und diesem auftragsgemäss Bargeld im Betrag von 

Fr. 40'150.– übergeben, welches E._____ kurz zuvor in Zürich vom Beschuldigten 

erhalten habe. Der Mitbeschuldigte E._____ hätte das Kokain im Auftrag des Be-

schuldigten nach Zürich transportieren und dort auftragsgemäss weitergeben sol-

len, wozu es aufgrund der Verhaftung von C._____ und E._____ sowie der Si-

cherstellung des Kokains sowie des Geldes nicht mehr gekommen sei. Dafür 

habe letzterer ersterem Fr. 1'000.– in Aussicht gestellt. Das Kokain sei zum Ver-

kauf durch den Beschuldigten im Raum Zürich an nicht näher bekannte Abneh-

mer bestimmt gewesen (AS S. 5 ff.).

2.6.2. Aus den im vorinstanzlichen Entscheid zitierten SMS-Nachrichten zwi-

schen den drei Beteiligten ist nicht belegt, dass die drei fraglichen Treffen an den 

jeweiligen Daten stattfanden, wobei der Mitbeschuldigte D._____ dies bei der Po-

lizei anerkannte und die Aussage im Rahmen der Konfrontationseinvernahme mit 

dem Beschuldigten vom 16. Dezember 2020 bestätigte (vgl. Urk. 71 S. 66-69). 

Anzumerken ist, dass die diesbezüglichen Aussagen von D._____ wiederum zu 

Lasten des Beschuldigten verwertbar sind, zumal sie mit den SMS-Nachrichten, 

also den objektiven Beweismitteln übereinstimmen. 

2.6.3. Hinsichtlich des Umstands, dass es bei den Treffen angesichts der Art 

und Weise, wie die Beteiligten diese abmachten, nicht um legale Geschäfte, son-

dern einzig um solche im Zusammenhang mit Drogengeschäften gehen konnte, 

ist der Einschätzung der Vorinstanz beizupflichten (Urk. 71 S. 70). Bei legalen Ge-

schäften bestünde kein Grund, eine codierte Sprache zu verwenden. Zudem 

wurde auch von keinem der Beteiligten je ein Grund genannt, weswegen sonst 

solche Treffen hätten stattfinden sollen. Und zudem drängt sich die Annahme, 

dass es sich um Drogengeschäfte handeln musste, auch aufgrund der Tatsache 

auf, dass zwischen den Beteiligen wie dargelegt bereits früher Drogengeschäfte 

stattgefunden hatten. 

2.6.4. Die Übergabe der insgesamt mindestens Fr. 20'000.– vom Beschuldig-

ten an D._____ ist erstellt aufgrund der – wie er anerkannte – vom Mitbeschuldig-

ten D._____ verfassten, sichergestellten Notiz, den Bildern der Videoüberwa-

- 39 -

chung und den sichergestellten SMS-Nachrichten (Urk. 71 S. 70-72). Die An-

nahme, dass es sich beim Geldbetrag nur um einen solchen im Zusammenhang 

mit Drogenübergaben handeln konnte, drängt sich im Gesamtzusammenhang 

wiederum zwingend auf, nachdem schlicht kein anderer Grund für eine solche 

Geldübergabe ersichtlich ist. Der Anklagevorwurf zu den Treffen vom 6., 11. und 

12. Juni 2020 gemäss Vorgang 16 ist somit erstellt. Mit der Vorinstanz (Urk. 71 

S. 72) kann offengelassen werden, was genau an den einzelnen Treffen bespro-

chen wurde, zumal erstellt ist, dass die Treffen im Zusammenhang mit den Dro-

gengeschäften zwischen dem Beschuldigten und D._____/C._____ standen.

2.6.5. Hinsichtlich der vorgeworfenen Kokainübernahme vom 18. Juni 2020 

ist mit der Vorinstanz (Urk. 71 S. 72-75) festzustellen, dass diese basierend auf 

den sichergestellten Textnachrichten zwischen den Beteiligten einerseits und den 

Aussagen des Mitbeschuldigten E._____ andererseits erstellt ist. Hierbei ist zu 

den Aussagen von E._____ wiederum zu bemerken, dass kein Grund ersichtlich 

ist, weswegen er den Beschuldigten wider besseren Wissens belasten sollte, zu-

mal er sich mit seinen Aussagen auch massgeblich selbst belastete. Da die be-

treffenden Aussagen des Mitbeschuldigten E._____ mit den objektiven Beweis-

mitteln übereinstimmen bzw. von diesen gestützt werden und E._____ seine frü-

heren Aussagen anlässlich der Konfrontationseinvernahme in Anwesenheit des 

Beschuldigten und seiner Verteidigung als richtig bestätigte, sind sie auch ver-

wertbar. Mit der Vorinstanz (Urk. 71 S. 76) ist nicht erstellt und kann im Übrigen 

mangels Relevanz auch offengelassen werden, wohin das Kokain hätte transpor-

tiert und wo es hätte übergeben werden sollen, sowie wofür das Kokain hernach 

bestimmt gewesen wäre, auch wenn wahrscheinlich ist, dass es sich damit wie in 

der Anklage umschrieben verhielt.

2.6.6. Zusammenfassend ist der Anklagevorwurf gemäss Vorgang 16 zu den 

Treffen vom 6., 11. und 12. Juni 2020 wie in der Anklage umschrieben (AS S. 5 

ff.) erstellt. Nicht erstellt ist, was genau an den einzelnen Treffen besprochen 

wurde, was aber insofern irrelevant ist, als jedenfalls erstellt ist, dass die Treffen 

im Zusammenhang mit den Drogengeschäften zwischen dem Beschuldigten und 

D._____/C._____ standen. Ebenso ist erstellt, dass der Beschuldigte D._____ an-

- 40 -

lässlich dieser oder eines dieser Treffen Fr. 20'000.– übergab. Zudem ist die in 

der Anklageschrift umschriebene Übernahme von Kokain gegen Geld vom 

18. Juni 2020 zwischen dem Beschuldigten und C._____ mit Ausnahme einiger 

Details erstellt, indem nicht erstellt ist, wo E._____ die Fr. 40'150.– vom Beschul-

digten erhielt und wo er das erhaltene Kokain in der Folge hätte übergeben sollen, 

wie hoch der ihm in Aussicht gestellte Lohn für seine Dienste war sowie wofür das 

von E._____ übernommene Kokain genau bestimmt war.

2.7. Einleitender Vorwurf zum Kokainhandel gemäss Anklageschrift S. 3

Hierzu kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Er-

wägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 71 S. 77-79).

3. Anklageziffer 1.2. betreffend Hanfindooranlage

3.1. Ausgangslage

3.1.1. Anklagevorwürfe

Unter Anklageziffer 1.2. wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten zusam-

mengefasst vor, zusammen mit dem Mitbeschuldigten E._____ ab dem Frühjahr 

2019 am R._____ [Strasse] … in H._____/SO eine Hanfindooranlage aufgebaut 

und bis zur Verhaftung von E._____ am 18. Juni 2020 betrieben zu haben. In die-

ser Zeit hätten sie mit mindestens zwei bis drei Ernten einen Umsatz von mindes-

tens Fr. 53'000.– bis Fr. 60'000.– eingefahren. Dabei hätten sie als Bande und ge-

werbsmässig gehandelt. Nach der Verhaftung von E._____ habe der Beschul-

digte die Hanfindooranlage bis zur dortigen Hausdurchsuchung am 2. September 

2020 weiterbetrieben. Der Beschuldigte habe in der Gesamtbetriebszeit einen Ge-

winn von mehr als Fr. 10'000.– erzielt (Ordner 12 p. 4100 ff. bzw. AS S. 7 ff.). 

3.1.2. Beschuldigter/Verteidigung

Der Beschuldigte verweigerte auch zu diesem Tatvorwurf während der gesamten 

Untersuchung (Ordner 4 p. 938 ff.), vor Vorinstanz (Urk. 52 S. 2 ff.) wie auch an-

lässlich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 18) die Aussage zur Sache. Die 

- 41 -

Verteidigung vertritt die Ansicht, der Anklagesachverhalt sei nicht erstellt (Urk. 56 

S. 22 ff.; Urk. 110 S. 28 ff.).

3.1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.2. im Wesentli-

chen als erstellt (Urk. 71 S. 79-98).

3.2. Vorbemerkung

Die Würdigung des Sachverhalts gemäss Anklageziffer 1.2. durch die Vorinstanz 

erscheint grundsätzlich überzeugend (Urk. 71 S. 79-98), weswegen im Wesentli-

chen darauf verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Er-

wägungen sind daher primär präzisierender Natur.

3.3. Aufbau der Hanfindooranlage und Abschluss des Mietvertrags für die Lie-
genschaft am R._____ [Strasse] … in H._____ SO

3.3.1. Bezüglich des Aufbaus der Anlage wird dem Beschuldigten vorgewor-

fen, zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt vor dem 1. Februar 2019 den Ent-

schluss gefasst zu haben, in der Liegenschaft am R._____ [Strasse] … in 

H._____ eine Hanfindooranlage zu betreiben. Hierfür habe er den Mitbeschuldig-

ten E._____ beauftragt respektive mit diesem vereinbart, dass dieser ihm beim 

Aufbau der Hanf-indooranlage helfe. Per 1. Februar 2019 habe E._____ gemäss 

Vereinbarung mit dem Beschuldigten den Untermietvertrag für diese Liegenschaft 

übernommen. In der Folge hätten die beiden im Hinblick auf den Betrieb der An-

lage diverse Umbauarbeiten in der genannten Liegenschaft vorgenommen, wobei 

der Beschuldigte E._____ mit rund Fr. 200.– pro Arbeitstag, mithin mit insgesamt 

rund Fr. 3'000.– bis Fr. 4'000.– während der ganzen Umbauarbeiten entlöhnt 

habe. Das Equip-ment für die Hanfindooranlage wie Lampen etc. sei durch den 

Beschuldigten finanziert worden (AS S. 7 f.).

3.3.2. Der diesbezügliche Sachverhalt basiert auf dem Mietvertrag für die 

fragliche Liegenschaft, der anlässlich der erfolgten Hausdurchsuchung sicherge-

stellten Hanfindooranlage mit rund 330 Cannabispflanzen und der ebenfalls si-

chergestellten Planskizze, der GPS-Daten des BMWs des Beschuldigten, der 

- 42 -

Zeugenaussagen von G._____ und F._____, worin beide den Beschuldigten und 

den Mitbeschuldigten E._____ identifizierten, sowie der Aussagen des Mitbe-

schuldigten E._____. Zu den Aussagen der beiden Zeugen ist zu bemerken, dass 

kein Grund ersichtlich ist, weswegen sie den Beschuldigten falsch belasten soll-

ten. Der Mitbeschuldigte E._____ belastete wiederum sich selbst mit seinen Aus-

sagen und es ist ebenfalls kein Grund ersichtlich, weswegen er wider besseren 

Wissens den Beschuldigten falsch belasten sollte. Die Aussagen der drei Aussa-

gepersonen stimmen im Kern überein und sind glaubhaft und überzeugend. Anzu-

merken ist, dass die Aussagen des Mitbeschuldigten E._____ wiederum zu Las-

ten des Beschuldigten verwertbar sind, nachdem sie durch andere Beweismittel 

gestützt werden. In Übereinstimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 

71 S. 80-89) ist der diesbezügliche Anklagesachverhalt zum Abschluss des Miet-

vertrages für die Wohnung sowie das Lager/den Schuppen am R._____ [Strasse] 

… in H._____/SO sowie zum Aufbau der Hanfindooranlage als erstellt zu bezeich-

nen.

3.4. Betrieb der Hanfindooranlage 

3.4.1. Bezüglich des Betriebs der Hanfindooranlage wird dem Beschuldigten 

vorgeworfen, dem Mitbeschuldigten E._____ zu einem nicht näher bekannten 

Zeitpunkt vorgeschlagen zu haben, gemeinsam die Hanfindooranlage zu betrei-

ben und diesem eine Umsatzbeteiligung von 15 % in Aussicht gestellt zu haben, 

wobei eine durchschnittliche Ernte von rund sechs bis sieben Kilogramm Marihu-

ana alle zwei Monate erzielt werden sollte und ein Verkaufspreis des Marihuanas 

von mindestens Fr. 4'000.– pro Kilogramm beabsichtigt gewesen sei. Zu einem 

nicht näher bekannten Zeitpunkt ca. im Sommer/Herbst 2019 sei die Hanfin-

dooranlage mit rund 330 Pflanzen in Betrieb genommen worden, wobei E._____ 

unter anderem die folgenden Arbeiten übernommen habe, welche teilweise aber 

auch durch den Beschuldigten ausgeführt worden seien: Wasserauffüllen, Kon-

trolle der Pflanzen, Dünger ins Wasser mischen, Ernten und Trocknen, Abpacken 

und Portionieren des Marihuanas, Setzen der Stecklinge. Der Beschuldigte habe 

das Equipment für die Hanfindooranlage und sämtliche Betriebskosten (Mietzins, 

Strom, Stecklinge) finanziert und sei für den Verkauf des Marihuanas zuständig 

- 43 -

gewesen. In der Zeit bis zur Verhaftung von E._____ am 18. Juni 2020 hätten die-

ser und der Beschuldigte die Anlage in vorgenannter Weise gemeinsam betrie-

ben, wobei in dieser Zeit mindestens zwei bis drei verwertbare bzw. verkaufsbe-

reite Ernten von je mindestens fünf bis sechs Kilogramm Marihuana eingefahren 

worden seien, mithin mindestens zehn bis fünfzehn Kilogramm Marihuana, wel-

ches vom Beschuldigten zum Preis von mindestens Fr. 4'000.– pro Kilogramm an 

nicht näher bekannte Abnehmer verkauft worden sei. Dabei sei mit der Hanfin-

dooranlage ein Umsatz von mindestens Fr. 53'000.– bis Fr. 60'000.– von Som-

mer/Herbst 2019 bis 18. Juni 2020 erzielt worden und E._____ habe vom Be-

schuldigten eine 15 % Umsatzbeteiligung von mindestens Fr. 8'000.– bis 

Fr. 9'000.– erhalten. Beim Betrieb der Hanfindooranlage seien der Beschuldigte 

und E._____ mit den Tathandlungen des anderen einverstanden gewesen und 

hätten ausdrücklich oder zumindest konkludent entschlossen, inskünftig gemein-

sam fortgesetzt den Anbau und Handel mit Marihuana zu betreiben, wobei sie in 

der Absicht gehandelt hätten, zu einem Erwerbseinkommen zu gelangen. Sie hät-

ten mit den aus der in der Art eines Berufes ausgeübten deliktischen Tätigkeit er-

zielten Einkünften einen grossen Umsatz von mindestens Fr. 100'000.– oder ei-

nen erheblichen Gewinn von mindestens Fr. 10'000.– erzielen wollen, was ihnen 

jedoch nicht gelungen sei. Nach der Verhaftung von E._____ am 18. Juni 2020 

habe der Beschuldigte die Hanfindooranlage bis zum 2. September 2020 weiter-

betrieben. In diesem Zeitraum sei mindestens eine weitere Ernte von mindestens 

fünf bis sechs Kilogramm Marihuana eingefahren worden, welches durch den Be-

schuldigten zu einem Preis von mindestens Fr. 4'000.– pro Kilogramm an nicht 

näher bekannte Abnehmer verkauft und so ab dem 18. Juni 2020 durch den Be-

schuldigten ein weiterer Umsatz von mindestens Fr. 20'000.– bis Fr. 24'000.– er-

zielt worden sei. Insgesamt habe der Beschuldigte in der Gesamtbetriebszeit der 

Plantage von ca. Sommer/Herbst 2019 bis am 2. September 2020 einen Gewinn 

von mehr als Fr. 10'000.– durch den Betrieb der Hanfindooranlage bzw. den Ver-

kauf des daraus geernteten Marihuanas erzielt (AS S. 7 f.).

3.4.2. Hinsichtlich der Inbetriebnahme der Hanfindooranlage und deren Kapa-

zität ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 71 S. 91-92) die Anklage ba-

sierend auf den Auskünften der I._____ bezüglich des Stromverbrauchs, den Aus-

- 44 -

sagen des Zeugen G._____ und auch den Aussagen des Mitbeschuldigten 

E._____ erstellt. Die Aussagen des letzteren sind wiederum zu Lasten des Be-

schuldigten verwertbar, da sie durch die weiteren Beweismittel gestützt werden. 

Zum Einwand der Verteidigung, wonach nicht erstellt sei, dass es sich über all die 

Monate hinweg um Drogenhanf und nicht etwa legales CBD-Marihuana gehandelt 

habe (Urk. 56 S. 24 f.), ist zu bemerken, dass kaum anzunehmen ist, dass die Be-

treiber der Anlage diesfalls einen solchen Aufwand zur Verheimlichung der An-

lage betrieben hätten. Zudem wurde auch nie seitens des Beschuldigten oder des 

Mitbeschuldigten E._____ vorgebracht, man habe die Hanf-indooranlage zum An-

bau legalen CBD-Hanfs angelegt. Wäre das der Fall gewesen, hätten die beiden 

dieses entlastende Moment zweifelsohne selbst vorgebracht im Verlaufe des Ver-

fahrens. Der diesbezügliche Teil der Anklage ist daher erstellt.

3.4.3. Zur Frage der beabsichtigten und tatsächlich erfolgten Ernten, des Ver-

kaufspreises des Marihuanas und der Umsatzbeteiligung des Mitbeschuldigten 

E._____ ist mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 71 S. 92-95) festzustellen, dass insofern 

die Aussagen des Mitbeschuldigten E._____ als einziges Beweismittel vorliegen 

und er in der Konfrontationseinvernahme hierzu detaillierte Aussagen verwei-

gerte, so dass zu Lasten des Beschuldigten nicht darauf abgestellt werden darf. 

Die in der Anklageschrift dem Beschuldigten vorgeworfenen beabsichtigen und 

bis 18. Juni 2020 mit der Hanfindooranlage tatsächlich erzielten Kilogramm Mari-

huana, Verkaufspreise sowie Umsätze sind daher nicht erstellbar. Aufgrund der 

Grösse und Ausstattung der Anlage sowie der Dauer des Betriebs ist aber zu 

Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass es sich bis zum 18. Juni 

2020 um zwei Ernten mit je einer erheblichen Menge von mehreren Kilogramm 

Marihuana handelte. Dass als absolutes Minimum wenigstens zwei Ernten erfolg-

ten, stellt angesichts der Betriebsdauer der Anlage einen zwingenden Rück-

schluss dar. Die Angaben des Mitbeschuldigten E._____ zu seiner prozentualen 

Umsatzbeteiligung von 15 % sind dagegen konstant und lediglich ein Teil betref-

fend den Betrieb der Hanfindooranlage, wobei insofern wie vorstehend gezeigt 

weitere Beweismittel vorhanden sind. Darauf kann entsprechend abgestellt wer-

den. Im Übrigen stellt die Umsatzbeteiligung des Mitbeschuldigten E._____ – so-

weit nicht eine tiefere Beteiligung angenommen wird – auch ein teilweise entlas-

- 45 -

tendes Tatbestandsmerkmal dar. Die Umsatzbeteiligung des Mitbeschuldigten 

E._____ von 15 % ist damit erstellt.

3.4.4. Soweit dem Beschuldigten vorgeworfen wird, die Hanfindooranlage 

auch nach der Verhaftung des Mitbeschuldigten E._____ weiterbetrieben und 

eine weitere Ernte gemacht zu haben, ergab die Auswertung der überwachten 

GPS-Daten des BMWs des Beschuldigten, dass dieser ab Beginn der Überwa-

chung am 21. Juli 2020 bis zu seiner Verhaftung am 2. September 2020, also 

während knapp 1 ½ Monaten, dreizehnmal in H._____ war, wobei teilweise am 

selben Tag zweimal. Am 29. August 2020 konnte er seitens der Polizei dabei be-

obachtet werden, wie er die Liegenschaft um 15.04 Uhr betrat und um 15.30 Uhr 

wieder verliess. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen wird (Urk. 71 S. 

95 f.), ergibt sich daraus vor dem Hintergrund, dass bei der Hausdurchsuchung in 

der Liegenschaft in H._____ am 2. September 2020, also rund 2 ½ Monate nach 

der Verhaftung des Mitbeschuldigten E._____, rund 330 Pflanzen Drogenhanf mit 

einer Höhe von 40 bis 100 cm angetroffen wurden (Kurzbericht des Forensischen 

Instituts Zürich vom 4. September 2020 S. 2, Ordner 11 p. 3674), dass der Be-

schuldigte diese Pflanzen dort selbst kultivierte. Jemand anders käme dafür nicht 

in Frage. Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass angesichts des Zeitraums sich 

der Schluss aufdrängt, dass der Beschuldigte zumindest eine weitere Ernte von 

mehreren Kilogramm Marihuana erzielen konnte, dass bezüglich deren genauen 

Umfangs indessen nicht erstellt werden kann, dass diese mindestens fünf bis 

sechs Kilogramm wog und zu einem Preis von mindestens Fr. 4'000.– verkauft 

wurde, womit ab dem 18. Juni 2020 ein weiterer Umsatz von mindestens 

Fr. 20'000.– bis Fr. 24'000.– erzielt wurde. Ebenso wenig kann damit erstellt wer-

den, dass der Beschuldigte damit in der Gesamtbetriebszeit bis zum 2. Septem-

ber 2020 einen Gewinn von mehr als Fr. 10'000.– erzielte, wobei dies berufungs-

halber ohnehin nicht weiter zu prüfen ist, nachdem die Vorinstanz hierzu einen 

unangefochten gebliebenen formellen Freispruch fällte (Urk. 71 S. 124 Dispositiv-

ziffer 4).

3.4.5. Zur Frage der Aufgabenteilung zwischen dem Beschuldigten und dem 

Mitbeschuldigten E._____ sind die Aussagen E._____s das einzige direkte Be-

- 46 -

weismittel. Wie die Vorinstanz zutreffend schliesst, erweisen sich seine Aussagen 

als konstant und durchaus detailliert. Zudem stimmen sie mit den von E._____ 

gemachten Aussagen zur Arbeitsteilung beim Kokainhandel überein, wo auch der 

Beschuldigte für die Organisation und Finanzierung und E._____ für den Trans-

port zuständig war (vgl. Urk. 71 S. 96-97). Jedenfalls indirekt werden die auf den 

Betrieb der Hanfindooranlage bezogenen Aussagen von E._____ zwischen den 

beiden mithin auch durch die dortigen Beweismittel gestützt, so dass sie auch zu 

Lasten des Beschuldigten verwertbar sind. Anzufügen ist, dass sich diese Aussa-