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**Case Identifier:** 71033cdb-60cb-5783-b526-e8a71ce799d9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2016 200 2015 348
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-348_2016-05-17.pdf

## Full Text

200 15 348 IV
SCJ/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2016

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 14. April 2015 (Rückweisung an 
Vorinstanz / IV 653/13)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete bis 31. August 2009 vollzeitlich als … für die C.________ (Akten 
der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 15). Am 3. Juni 2009 mel-
dete sie sich wegen Rückenproblemen bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an und beantragte Berufsbera-
tung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit und Arbeitsvermittlung (AB 8). 
Die IVB veranlasste verschiedene berufliche und medizinische Abklärun-
gen, u.a. eine interdisziplinäre Begutachtung durch die Dres. med. 
D.________, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin 
FMH, und E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 
(Gutachten vom 27. Oktober 2010 [AB 38.1, 38.2, 39.1 und 39.2] und 
Nachtrag vom 29. Oktober 2011 [AB 64]). Nach durchgeführtem Vorbe-
scheid (AB 69) wies die IVB mit Verfügung vom 16. Juli 2012 (AB 74) das 
Leistungsbegehren ab, da kein Gesundheitsschaden mit invalidisierender 
Wirkung im Rechtssinne gegeben sei.

Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Urteil 
vom 18. Januar 2013 (VGE IV/2012/853) ab. Mit Entscheid vom 17. Juli 
2013, 8C_162/2013, hiess das Bundesgericht (BGer) die dagegen erhobe-
ne Beschwerde gut, hob das Urteil vom 18. Januar 2013 auf und wies die 
Sache an die Vorinstanz zurück zur Einholung eines psychiatrischen Ge-
richtsgutachtens und zu neuem Entscheid. Es fehle in den Akten eine ärzt-
liche Auseinandersetzung mit der Frage, ob es sich bei der depressiven 
Problematik lediglich um eine reaktive Begleiterscheinung der somatofor-
men Schmerzstörung handle oder um ein selbstständiges, vom psychoge-
nen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden im Sinne einer psy-
chischen Komorbidität und ob dieses Leiden gegebenenfalls als ausgewie-
sene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und 
Dauer betrachtet werden könne. Ebenso fehle eine invalidenversicherungs-
rechtliche Auseinandersetzung mit den psychosozialen Faktoren.

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In der Folge veranlasste der Instruktionsrichter eine Begutachtung durch 
die Ärzte der psychiatrischen Klinik (psychiatrisches Gutachten der 
F.________ vom 6. Mai 2014 [Verfahrensakten VGE IV/2013/653]). Mit 
Urteil vom 14. Oktober 2014 (VGE IV/2013/653) hiess das Verwaltungsge-
richt die Beschwerde gut, hob die Verfügung vom 16. Juli 2012 auf und 
sprach der Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2009 eine halbe Invaliden-
rente zu. Zur Beurteilung des Rentenanspruchs für die Zeit nach dem 16. 
Juli 2012 wies es die Sache an die IVB zurück.

Hiergegen erhoben die Beschwerdeführerin – mit Antrag auf Zusprechung 
einer ganzen Rente, eventualiter auf Rückweisung zwecks Vornahme wei-
terer medizinischer Abklärungen an die Vorinstanz – und die IVB – mit An-
trag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Einholung eines 
Obergutachtens, eventualiter Rückweisung an die IVB – Beschwerden. Das 
Bundesgericht vereinigte mit Entscheid vom 14. April 2015 (8C_851/2014 
und 8C_852/2014) die Verfahren (Ziff. 1), hiess die Beschwerde der Be-
schwerdeführerin teilweise gut, hob das Urteil des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 14. Oktober 2014 auf, wies die Sache zu ergänzender 
Abklärung und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück und wies im 
Übrigen die Beschwerde ab (Ziff. 2). Die Beschwerde der IVB hiess das 
Bundesgericht gut (Ziff. 3). In der Begründung wurde u.a. ausgeführt, das 
Gutachten der psychiatrischen Klinik F.________ genüge den rechtspre-
chungsgemässen Anforderungen an die Beweiskraft nicht. Es fehle im vor-
instanzlichen Entscheid an verbindlichen Feststellungen zur Ar-
beits(un)fähigkeit der Beschwerdeführerin (E. 5.3).

B.

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Juni 2015 gab der Instruktionsrich-
ter – unter Nennung des Gutachters Dr. med. G.________, Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH – den Parteien Gelegenheit, allfällige Einwendungen 
gegen die geplante Begutachtung vorzubringen. Zudem erhielten sie die 
Möglichkeit, zum Fragenkatalog Stellung zu nehmen und allfällige Ergän-
zungsfragen zu beantragen.

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In der Stellungnahme vom 12. Juni 2015 brachte die IVB keine Einwände 
gegen die Begutachtungsstelle vor und beantragte keine Ergänzungsfra-
gen. Die Beschwerdeführerin reichte innert Frist keine Eingabe ein. 

Am 2. Juli 2015 gab der Instruktionsrichter bei Dr. med. G.________ unter 
Beilage des Fragenkatalogs samt Ergänzungsfragen eine Begutachtung in 
Auftrag. Im Fragenkatalog verwies er darauf, dass Art und Umfang des 
medizinischen Abklärungsbedarfs sich insbesondere aus den Urteilen des 
Bundesgerichts vom 17. Juli 2013 (8C_162/2013) sowie vom 14. April 2015 
(8C_851/2014 und 8C_852/2014) ergebe. Im Fall einer Diagnose einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder der Feststellung eines 
vergleichbaren psychosomatischen Beschwerdebildes sei im Lichte der 
geänderten Rechtsprechung (BGE 141 V 281) eine fachärztlich einwand-
freie entsprechende Diagnosestellung vorzunehmen und es seien mög-
lichst viele Antworten zur Leistungsfähigkeit anhand der einschlägigen Indi-
katoren zu geben.

Nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. G.________ 
vom 2. November 2015 erhielten die Parteien mit prozessleitender Verfü-
gung vom 4. November 2015 Gelegenheit, zum Gutachten Stellung zu 
nehmen und allfällige Ergänzungsfragen zu stellen sowie allenfalls ihr 
Rechtsbegehren zu ändern.

Die Beschwerdegegnerin hielt in der Stellungnahme vom 26. November 
2015 am Antrag auf Abweisung fest. Sie äusserte Zweifel an der Diagno-
sestellung im Gutachten, an den invalidenversicherungsrechtlichen Auswir-
kungen der Diagnosen und an der attestierten Arbeitsunfähigkeit. Sie bean-
tragte, diese Zweifel seien durch Rückfragen beim Gutachter zu klären und 
der Gutachter sei zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ohne Berücksichti-
gung der subsyndromalen Form der posttraumatischen Belastungsstörung 
zu befragen.

Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme. Nach Auffor-
derung des Instruktionsrichters, sich zu den Zweifeln und den aufgeworfe-
nen Fragen der Beschwerdegegnerin zu äussern, hielt die Beschwerdefüh-
rerin, vertreten durch Fürsprecher B.________, in der Stellungnahme vom 

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17. Dezember 2015 fest, es sei zu begrüssen, dass der Gutachter zu den 
Fragen Stellung nehme.

Der Gutachter Dr. med. G.________ reichte in der Folge die Stellungnah-
men vom 23. Dezember 2015 und – nach Eingang einer von der Be-
schwerdeführerin gestellten Ergänzungsfrage – vom 10. Februar 2016 ein.

In den Stellungnahmen vom 3. Februar und 7. März 2016 hielt die IVB am 
Antrag auf Abweisung der Beschwerde mangels eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens, eventualiter an der Durchführung einer erneuten 
psychiatrischen Begutachtung, fest. Ein invalidisierender Gesundheits-
schaden lasse sich gestützt auf das Gutachten von Dr. med. G.________ 
nicht in Einklang bringen mit der aktuellen Rechtsprechung des Bundesge-
richts und widerspreche insbesondere auch der Ansicht des angerufenen 
Gerichts.

In der Stellungnahme vom 3. März 2016 erachtete der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin das Gutachten als schlüssig; das Beschwerdebild sei 
in seiner Gesamtheit zu würdigen. Es lägen keine zwingenden Gründe vor, 
von der Einschätzung des medizinischen Experten abzuweichen. Zuzu-
stimmen sei der Beschwerdegegnerin in einem Punkt: Sollte das Gericht 
das vorliegende Gerichtsgutachten wider Erwarten in einzelnen Teilen nicht 
als schlüssig erachten, dann wäre ein Obergutachten einzuholen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht hat sich aufgrund des Entscheides des 
BGer vom 14. April 2015, 8C_851/2014 und 8C_852/2014, mit der vorlie-
genden Sache zu befassen. Damit erübrigt sich eine erneute Prüfung der 
Sachurteilsvoraussetzungen.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet – weiterhin – die Verfügung vom 16. Juli 
2012 (AB 74), mit welcher ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 
abgewiesen worden ist. Seither ist keine neue Verfügung der Beschwerde-

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gegnerin ergangen und die Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 18. Januar 2013 (VGE IV/2012/853) sowie vom 14. Oktober 
2014 (VGE IV/2013/653) sind aufgehoben worden. Streitig und zu prüfen 
ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenver-
sicherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 des kantonalen Geset-
zes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft vom 11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 
6. Oktober 2000 [ATSG; SR 830.1]; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG).

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2.2.1 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 
E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich 
und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt 
berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der 
Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV 
Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 8

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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2.6 Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach konstanter Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen 
Experten ab, deren Aufgabe gerade darin besteht, ihre Fachkenntnisse der 
Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 
die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, von unzutreffenden Sachver-
haltshypothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 4c S. 346) oder wenn ein vom 
Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern 
Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann zudem 
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprü-
fung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 
Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa S. 352; SVR 2014 UV 
Nr. 32 S. 107 E. 3.2). 

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Das Sozialversicherungsgericht beurteilt die Gesetzmässigkeit des 
angefochtenen Entscheides in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur 
Zeit seines Erlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seit-
her verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 
S. 140). Hingegen sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, inso-

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weit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach-
zusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGE 116 V 80 E. 6b S. 82, 99 V 98 
E. 4 S. 102; ZAK 1989 S. 111 E. 3b). Eine Ausdehnung des richterlichen 
Beurteilungszeitraums ist indessen zulässig, wenn der nach Erlass der Ver-
fügung eingetretene, zu einer neuen rechtlichen Beurteilung der Streitsa-
che ab jenem Zeitpunkt führende Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt 
ist und die Verfahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch 
auf rechtliches Gehör, respektiert worden sind (BGE 130 V 138 E. 2.1 
S. 141).

Vorliegend ist in zeitlicher Hinsicht an sich der Sachverhalt massgebend, 
wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2012 
entwickelt hat. Aus prozessökonomischen Gründen ist indessen das Ver-
fahren auf den Sachverhalt bis zum Gutachten von Dr. med. G.________ 
vom 2. November 2015 auszudehnen. Die Verhältnisse sind bis zu diesem 
Zeitpunkt genügend abgeklärt, womit das Verfahren spruchreif ist. Zudem 
haben sich die Parteien in den Stellungnahmen hierzu äussern können, so 
dass das rechtliche Gehör gewahrt ist.

3.2

3.2.1 Im Auftrag des Verwaltungsgerichts wurde die Beschwerdeführerin 
am 6. Oktober 2015 durch Dr. med. G.________ untersucht. Im psychiatri-
schen Gerichtsgutachten vom 2. November 2015 (Verfahrensakten) dia-
gnostizierte der Arzt eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), eine sozi-
ale Phobie (ICD-10 F40.1) und eine subsyndromale Form oder Teilaspekte 
einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1; S. 50). Zu den 
Befunden hielt der Gutachter fest, in der Untersuchung habe er eine deut-
lich alterierte Beschwerdeführerin vorgefunden mit geringer emotionaler 
Belastbarkeit, die sofort zu weinen und schluchzen begonnen habe, mit 
affektiver Inkontinenz also, mit deutlichen und auffälligen kognitiven Ein-
schränkungen (Aufmerksamkeit, Konzentration und mnestische Funktio-
nen), die sich in der Psychomotorik und im Denken deutlich verlangsamt 
gezeigt habe. Weiter habe sie verzweifelt gewirkt, in der Stimmungslage 
depressiv und herabgestimmt bis verflacht und steinern, der Antrieb sei als 

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reduziert, aber nicht aufgehoben anzusehen. Weiter lägen Schlafstörun-
gen, ein reduzierter Appetit, ein latent suizidaler Zustand mit auch Sterbe-
wünschen, vor allem eine innere und äussere Unruhe, ein ängstlich-
angespanntes und agitiertes Bild mit Selbstvorwürfen, Schuldgefühlen, vor 
allem aber Schamgefühlen und Insuffizienzgefühlen, sozialen Ängsten und 
starker Rückzugstendenz vor. Dies seien Kernbefunde eines depressiven 
Zustandsbilds, welches auf Grund der Anzahl und der Schwere der Befun-
de und der ausgesprochenen Agitiertheit und inneren wie äusseren Unruhe 
als schwer einzustufen sei (S. 43). Zum Verlauf führte der Gutachter aus, 
die Beschwerdeführerin leide seit Mai 2009 unter einer depressiven 
Störung, welche sich seither verschlechtert haben dürfte; es sei aufgrund 
der langen Dauer von einer Chronifizierung auszugehen. Im August / Sep-
tember 2010 (Untersuchungen von Dr. med. E.________) sei von einer 
mittelschweren depressiven Störung auszugehen. Seit Behandlungsbeginn 
von Dr. med. H.________ im März 2011 liege eine schwere depressive 
Störung vor, was die psychiatrische Klinik F.________ im Mai 2014 
bestätigt habe. Es sei davon auszugehen, dass die Verschlechterung zwi-
schen September 2010 und Frühjahr 2011 eingetreten sei (S. 44). Zur Dia-
gnose einer sozialen Phobie hielt der Gutachter fest, dass von einer sol-
chen aktendurchgängig berichtet werde. Es bestehe eine Symptomatik mit 
Ängsten, das Haus zu verlassen, Ängsten vor Menschen und deren prü-
fenden Blicken usw. Die soziale Phobie sei ebenfalls als chronisch anzuse-
hen (S. 44 unten). Bezüglich der Diagnose einer subsyndromalen Form 
oder Teilaspekten einer posttraumatischen Belastungsstörung hielt der 
Gutachter fest, es lägen Befunde vor, welche auf eine PTBS verweisen 
würden (Albträume, Gefühle der Anspannung, Unruhe, Vermeidungs- und 
Rückzugstendenz sowie emotionale Verflachung). Aufgrund der Schilde-
rung sei von (täglichen) kreisenden Gedanken rund um die traumatischen 
und bedrohlichen Erlebnisse mit dem Ex-Ehemann auszugehen; es lägen 
keine eigentlichen Nachhallerinnerungen vor (S. 47). Vielmehr sei eine 
praktisch dauernd vorhandene Weinerlichkeit, ein wiederholt auftretendes 
Schluchzen zu beobachten, das im Zusammenhang mit den auftauchenden 
Erinnerungen und nicht als Aggravation zu verstehen sei. Es sei nicht von 
einem Vollbild der PTBS auszugehen (S. 48). Zu den psychosozialen Fak-
toren (mehrfache schwere Traumatisierungen, Wegzug in die Schweiz als 
Flucht vor dem Aggressor [Ex-Ehemann], ungenügende soziale Integration) 

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führte der Gutachter aus, auch wenn diese existierten, lägen bei der Be-
schwerdeführerin drei psychiatrische Störungsbilder vor, die durch die psy-
chosozialen Hintergründe zwar begünstigt oder (gar) verursacht worden 
seien; die psychiatrischen Störungsbilder hätten jedoch Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit (S. 50). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten und in einer angepassten Tätigkeit hielt der Experte das Folgen-
de fest: In der angestammten Tätigkeit als … sei die Beschwerdeführerin 
arbeitsunfähig, da die berufliche Tätigkeit mit … und … die Symptomatik 
verstärke (Albträume, redundantes Gedankenkreisen rund um die Trauma-
tisierungen; S. 50 unten). Dies seien jedoch eher „akademische“ Überle-
gungen, denn es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf-
grund der Befunde im Kontext der schweren und chronifizierten depressi-
ven Störung, welche sich letztlich von denjenigen der PTBS nicht vollum-
fänglich trennen liessen, vollumfänglich arbeitsunfähig sei. Die Befunde 
würden aktuell kein Funktionsniveau zu lassen, welches eine angepasste, 
niederschwellige Tätigkeit, auch in Teilzeit, ermögliche (S. 51). Die volle 
Arbeitsunfähigkeit attestierte der Gutachter seit März 2011. Für den Zeit-
raum ab Mai 2009 bis Oktober 2010 ging er wegen der mittelgradigen de-
pressiven Episode (S. 51 unten) von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit aus (S. 52 Mitte). Weiter hielt er fest, er könne 
nicht sagen, ob sich das depressive Zustandsbild bereits im Zeitraum zwi-
schen September 2010 und März 2011 akzentuiert oder verschlechtert ha-
be und ob eine höhere als die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit angenommen 
werden müsste (S. 52 Mitte).

3.2.2 In der Stellungnahme vom 23. Dezember 2015 (Verfahrensakten) 
führte Dr. med. G.________ aus, ob ein invalidisierender Gesundheitszu-
stand vorliege, sei keine medizinische, sondern eine juristische Frage. Es 
sei psychiatrisch korrekt, dass die drei psychiatrischen Störungsbilder 
durch die psychosozialen Faktoren begünstigt oder gar verursacht würden. 
Er habe im Gutachten diskutiert, wieso nicht ein Vollbild, sondern nur Teil-
aspekte einer PTBS vorlägen. Angesichts der Traumatisierung sei eine 
Tätigkeit in einem … Beruf nicht sinnvoll und nicht mehr möglich, zumal 
dadurch ein Risiko für eine Akzentuierung der Befunde der PTBS wie der 
depressiven Störung bestehe. Die Beschwerdeführerin sei allein aufgrund 
der schweren depressiven Störung nicht in der Lage, eine Arbeitstätigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 13

zu realisieren, unabhängig davon, ob nun eine Störung gemäss ICD-10 
F43.1 im Sinne des Vollbildes vorliege oder nicht. Bezüglich einer adäquat 
durchgeführten Behandlung hielt der Gutachter fest, aufgrund des chroni-
schen Verlaufs dürften auch unter einer stationären oder halbstationären 
Behandlung im Sinne des Wahrscheinlichen keine Verbesserungen zu er-
warten sein, welche die Arbeitsfähigkeit verbessern würden. Ferner verwies 
der Gutachter auf die Leitlinien der ICD-10 zur schweren depressiven 
Störung und hielt fest, dass angesichts der Befundlage und der Berücksich-
tigung der Schilderungen mit deutlich eingeschränkten Möglichkeiten im 
häuslichen und sozialen Bereich kein Widerspruch zu den Leitlinien beste-
he.

3.2.3 In der Stellungnahme vom 10. Februar 2016 (Verfahrensakten) er-
gänzte Dr. med. G.________, es sei nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit zu erwarten, dass mit einem Wegfall der belastenden Lebensum-
stände (d.h. der psychosozialen Belastungsfaktoren) unmittelbar auch die 
psychiatrischen Störungsbilder verschwinden würden.

3.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. G.________ vom 2. 
November 2015 (Verfahrensakten) erfüllt die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an den Beweiswert ärztlicher Berichte (E. 2.5 hiervor). Der Ex-
perte hatte Kenntnis der Akten (Gutachten S. 3 ff.), es erfolgte eine aus-
führliche Anamnese (Gutachten S. 22 ff.) und eine objektive Befunderhe-
bung (Gutachten S. 31 ff.). Der Gutachter befragte zudem den behandeln-
den Psychiater Dr. med. H.________ zur aktuellen Behandlung (Gutachten 
S. 31). In der Beurteilung hat sich Dr. med. G.________ zu den Befunden 
geäussert und die Diagnosen nachvollziehbar begründet (Gutachten S. 43 
ff.). Die Ausführungen, dass die Kriterien der ICD-10 zur anhaltenden so-
matoformen Schmerzstörung nicht erfüllt sind, überzeugen (Gutachten S. 
45 f.). Schlüssig ist auch die Beurteilung, dass nur Teilaspekte einer PTBS 
erfüllt sind, denn es liegen keine Flashbacks vor (Gutachten S. 47); als die 
Beschwerdeführerin von den früheren traumatischen Ereignissen gespro-
chen hat, war keine vegetative Übererregtheit mit einer Vigilanzproblematik 
zu beobachten (Gutachten S. 48 oben). Nachvollziehbar hat der Gutachter 
zudem ausgeführt, dass zwar eine jahrelange Latenz zwischen den Trau-
matisierungen in … und dem erstmaligen Auftreten der Befunde besteht. 

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Während der jahrelangen Tätigkeit auf der … und der Arbeit im 
C.________ dürfte die Beschwerdeführerin aber eine Retraumatisierung 
erlebt haben. Aufgrund dessen sei von einer deutlich kürzeren Latenz zwi-
schen den Ereignissen und dem Auftreten der ersten Symptome auszuge-
hen (Gutachten S. 49). Überzeugend ist zudem die gutachterliche Aussa-
ge, dass nicht von einer schlagartig aufgetretenen, sondern von einer kon-
tinuierlichen Entwicklung der Symptomatik der PTBS auszugehen sei (Gut-
achten S. 49). Der Experte setzt sich weiter mit den vorhandenen – die 
Beschwerden mitverursachenden – psychosozialen Faktoren (mehrfache 
schwere Traumatisierungen, Wegzug in die Schweiz als Flucht vor dem 
Aggressor [Ex-Ehemann], ungenügende soziale Integration) auseinander 
und kommt zum Schluss, dass verselbstständigte psychiatrische Störungs-
bilder mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Der Experte hat 
die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als … (Gutachten S. 
50) überzeugend mit einer Verstärkung der Traumatisierung begründet. 
Ebenso hat er die seit März 2011 bestehende volle Arbeitsunfähigkeit in 
anderen, angepassten niederschwelligen Tätigkeiten, auch in Teilzeit, 
schlüssig mit den Befunden begründet (Gutachten S. 51). Bezüglich der 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor März 2011 hat er sich nachvollzieh-
bar auf die Akten gestützt und ist für den Zeitraum ab Mai 2009 bis Sep-
tember 2010 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten 
Tätigkeit (sämtliche ungelernte Tätigkeiten) ausgegangen. Des Weiteren 
hat er sich mit den bisher durchgeführten Behandlungen auseinanderge-
setzt: Dabei anerkennt er, dass bei der Beschwerdeführerin zwar eine be-
scheidene oder ungenügende Compliance vorhanden ist. Er begründet 
jedoch nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Befun-
de mit Einschränkungen der kognitiven Funktionen, des Dissoziierens, der 
affektiven Einschränkungen und Antriebsproblematik mit gleichzeitiger Agi-
tiertheit nicht in der Lage sein dürfte, eine regelmässige Compliance zu 
erbringen. Er geht zudem davon aus, dass das schwere und chronifizierte 
depressive Zustandsbild mit einer adäquaten medikamentösen Behandlung 
heute kaum mehr dahingehend aufzuhellen sei, dass eine Arbeitsunfähig-
keit zu erreichen wäre (Gutachten S. 53 f.).

3.4 An der Schlüssigkeit des Gutachtens ändern die Vorbringen der 
Beschwerdegegnerin nichts; der Gutachter hat sich in den Stellungnahmen 

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vom 23. Dezember 2015 und 10. Februar 2016 dazu geäussert: Die Be-
schwerdegegnerin machte am 26. November 2015 geltend, es sei fraglich, 
ob überhaupt ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege, da die bei 
der Beschwerdeführerin vorliegenden psychiatrischen Störungsbilder alle-
samt durch die psychosozialen Hintergründe begünstigt oder (gar) verur-
sacht würden. Dabei bezog sie sich auf die Ausführungen des Gutachters 
zu den verschiedenen schweren und einschneidenden psychosozialen 
Faktoren und dem Vorliegen der drei psychiatrischen Störungsbilder (Gut-
achten S. 50). Entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin liegt ge-
stützt auf die Angaben des Gutachters ein von psychosozialen Faktoren 
getrennter verselbstständigter Gesundheitsschaden vor (vgl. E. 2.2.2 hier-
vor). Denn in seiner Stellungnahme vom 10. Februar 2016 führte Dr. med. 
G.________ aus, es sei nicht zu erwarten, dass mit einem Wegfall der be-
lastenden Lebensumstände unmittelbar auch die psychiatrischen 
Störungsbilder verschwinden würden. Zudem hielt Dr. med. G.________ im 
Gutachten vom 2. November 2015 fest, dass angesichts der langen Dauer 
von einer Chronifizierung des depressiven Zustandsbilds auszugehen sei 
(Gutachten S. 44). Damit ist die vom Bundesgericht in seinem ersten Urteil 
vom 17. Juli 2013 aufgeworfene Frage, ob es sich bei der depressiven 
Problematik um ein selbstständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom 
losgelöstes depressives Leiden handelt, im positiven Sinne beantwortet. 
Dies umso mehr, als entgegen den Ausführungen im Urteil des Bundesge-
richts vom 17. Juli 2013 mittlerweile davon auszugehen ist, dass die Be-
schwerdeführerin die Kriterien für eine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung – auch – heute nicht erfüllt (Gutachten S. 45 f.). Der Einwand der 
Beschwerdegegnerin vom 26. November 2015, die subsyndromale Form 
oder Teilaspekte einer PTBS seien von vorneherein nicht zu beachten, ist 
zwar nicht unberechtigt. Dennoch ist zu berücksichtigen, dass die PTBS 
lediglich eine weitere Arbeit in der bisherigen Tätigkeit als … ausschliesst 
(Gutachten S. 50 unten), zumal dadurch das Risiko für eine Akzentuierung 
der Befunde der PTBS wie der depressiven Störung besteht (vgl. Stellung-
nahme von Dr. med. G.________ vom 23. Dezember 2015); dagegen wird 
die massgebende Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht 
beeinflusst. Zudem lassen sich die Befunde im Kontext der schweren und 
chronifizierten depressiven Störung von denjenigen der PTBS nicht vollum-
fänglich trennen (Gutachten S. 51). Entscheidend ist indessen die Präzisie-

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rung in der Stellungnahme vom 23. Dezember 2015 (S. 1 f. Ziff. 2), wonach 
die Beschwerdeführerin aufgrund der schweren depressiven Störung allein 
nicht in der Lage ist, eine Arbeitstätigkeit auszuüben, unabhängig davon, 
ob eine PTBS im Sinne eines Vollbilds vorliegt oder nicht. Der Gutachter 
befasste sich auch mit dem Einwand der Beschwerdegegnerin vom 26. 
November 2015, wonach von keiner (rechtsprechungsgemäss) invalidisie-
renden Wirkung des Gesundheitsschadens auszugehen sei, da die Be-
schwerdeführerin keine konsequente Depressionstherapie befolge. Er wies 
mehrmals darauf hin, dass bislang wohl noch nie eine adäquat durchge-
führte Behandlung der Depression stattgefunden hat und auch Hinweise 
auf eine mangelhafte Compliance bestehen (Gutachten S. 52 ff.; vgl. auch 
Stellungnahme vom 23. Dezember 2015). Der Gutachter führte aber 
gleichzeitig aus, dass angesichts des chronischen Verlaufs mittlerweile 
auch unter stationärer oder halbstationärer Behandlung keine Verbesse-
rung mehr zu erwarten sei, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken 
würde (Gutachten S. 54; Stellungnahme vom 23. Dezember 2015, S. 3 Ziff. 
3). 

Sodann wies die Beschwerdegegnerin am 26. November 2015 darauf hin, 
bei einer schweren depressiven Episode könnten keine sozialen, häusli-
chen oder beruflichen Tätigkeiten mehr fortgeführt werden, wie sie von der 
Beschwerdeführerin beschrieben würden. In der Eingabe vom 3. Februar 
2016 erwähnte sie zusätzlich ein „massives Leistungspotential“ der Be-
schwerdeführerin, welches eine schwere Episode von vorneherein aussch-
liesse. Richtig ist, dass es gemäss den diagnostischen Leitlinien von ICD-
10 F32.2 (schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome [DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer Störun-
gen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl., 2014, 
S. 174]) sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Patient während einer schwe-
ren depressiven Episode in der Lage ist, soziale, häusliche und berufliche 
Aktivitäten fortzuführen, allenfalls sehr begrenzt. Dr. med. G.________ ist 
indessen beizupflichten, wenn er am 23. Dezember 2015 ausführte, ange-
sichts der Befundlage und unter Berücksichtigung der Schilderungen der 
Beschwerdeführerin mit deutlich eingeschränkten Möglichkeiten im häusli-
chen und sozialen Bereich sei kein Widerspruch zu den Leitlinien des ICD-
10 zu erkennen (vgl. auch Beschreibung des Tagesablaufs, Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 17

S. 27). Sie sieht die Enkel zwar regelmässig (d.h. einmal in der Woche, 
Gutachten S. 27), sie sieht sich aber nicht in der Lage, diese zu hüten. So-
dann begründet Dr. med. G.________ – wie erwähnt – nachvollziehbar 
(Gutachten S. 43), dass und weshalb bei der Beschwerdeführerin Kernbe-
funde eines depressiven Zustandsbildes vorliegen, welches aufgrund der 
Anzahl und Schwere der Befunde und der ausgesprochenen Agitiertheit 
und inneren wie äusseren Unruhe als schwer einzustufen ist.

3.5 Auf das Gutachten von Dr. med. G.________ sowie dessen Ergän-
zungen ist nach dem Gesagten abzustellen, sowohl was die Diagnose wie 
auch was die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anbelangt. Es ist somit 
davon auszugehen, dass spätestens seit März 2011 eine volle Arbeitsun-
fähigkeit vorliegt (Gutachten S. 51). Ab Mai 2009 bis September 2010 at-
testiert der Gutachter aufgrund einer mittelgradigen depressiven Störung 
eine hälftige Arbeitsunfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit, nicht aber für 
den bisherigen Beruf als …, für den er eine vollumfängliche Arbeitsunfähig-
keit attestiert (Gutachten S. 52). Für die Zeit von Oktober 2010 bis Februar 
2011 ist eine vollständige Arbeitsunfähigkeit möglich, aber nicht überwie-
gend wahrscheinlich (Gutachten S. 52), weshalb es bei der hälftigen Ar-
beitsunfähigkeit bleibt. 

4.

4.1 Nachfolgend ist ein Einkommensvergleich durchzuführen. Der Ein-
kommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die bei-
den hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein-
kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fragli-
chen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden kön-
nen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136). Für den Einkommensvergleich sind die 
Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenan-
spruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 18

zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Ände-
rungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksich-
tigen sind (BGE 129 V 222).

4.2 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist aufgrund der Anmeldung zum 
Leistungsbezug vom 3. Juni 2009 (AB 8) der Dezember 2009 (Art. 29 
Abs. 1 IVG). Unter Berücksichtigung einer Arbeitsunfähigkeit aus psychi-
schen Gründen von 50 % ab Mai 2009 sowie einer vorangegangenen Ar-
beitsunfähigkeit von 20 % aus somatischen Gründen (AB 13, 23 S. 19, 27, 
30) ist indessen im Dezember 2009 das Erfordernis einer durchschnittli-
chen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % während des einjährigen 
Wartejahres nicht erfüllt (E. 2.3 hiervor). Die entsprechenden Vorausset-
zungen sind erst ab Januar 2010 gegeben (8 Monate zu 50 %, 4 Monate zu 
20 %), so dass ab diesem Zeitpunkt frühestens Anspruch auf eine Rente 
besteht.

4.3

4.3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.3.2 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Für die Bestimmung des Invalidenein-
kommens anhand von Tabellenlöhnen bei Versicherten, die nach Eintritt 
des Gesundheitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht an-
spruchsvolle Arbeiten verrichten können, ist in der Regel vom durchschnitt-
lichen monatlichen Bruttolohn („Total“) für Männer oder Frauen bei einfa-
chen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) auszugehen. Da-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 19

bei sind in erster Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massge-
bend (SVR 2002 UV Nr. 15 S. 50 E. 3c cc). Da den Tabellenlöhnen gene-
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Um-
rechnung auf eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit er-
forderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

4.4 Beim Valideneinkommen ist vom zuletzt erzielten Lohn als … für die 
C.________ (AB 15) auszugehen. Ohne Gesundheitsschaden hätte die 
Beschwerdeführerin ab Januar 2009 monatlich Fr. 4‘888.40 erzielt. Aufge-
rechnet auf das Jahr 2010 (Lohnentwicklung 2010, BFS 2011, Tabelle 
T1.2.05 Nominallohnindex, Frauen, 2007-2010, Bst. M,N,O Unterrichtswe-
sen, Gesundheits- und Sozialwesen, sonstige öffentliche Dienstleistungen, 
persönliche Dienstleistungen; 2009:106,4; 2010: 107,6) resultiert ein Ein-
kommen von Fr. 59‘322.60 (Fr. 4‘888.40 / 106,4 x 107,6 = Fr. 4‘943.55 x 
12).

4.5 Beim Invalideneinkommen ist auf die LSE 2010, Tabelle TA1, mo-
natlicher Bruttolohn, privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Frauen, von 
Fr. 4‘225.-- abzustellen. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen 
wöchentlichen Arbeitszeit (Die Volkswirtschaft, Heft 3/4-2015, Tabelle B9.2, 
Total) von 41,6 Stunden und aufgerechnet auf ein Jahr ergibt dies bei ei-
nem vollen Pensum ein Invalideneinkommen von Fr. 52‘728.-- (Fr. 4‘225.-- 
/ 40 x 41,6 x 12) und bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % (E. 3.5 hiervor) ein 
Invalideneinkommen von Fr. 26‘364.--. 

Für einen Abzug vom Tabellenlohn (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481) liegen keine Anhaltspunkte vor. Die leidensbedingte 
Einschränkung ist mit der hälftigen Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden. 
Fehlende Dienstjahre an einer neuen (leidensangepassten) Arbeitsstelle 
führen nicht zu einem Abzug, weil diesem Kriterium im Anforderungsniveau 
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor keine grosse Be-
deutung zukommt (BGE 126 V 75 E. 5a/cc S. 79). Die Beschwerdeführerin 
ist Schweizer Bürgerin (AB 10), weshalb die Aufenthaltskategorie keine 
Rolle spielt. Eine Teilzeittätigkeit bei Arbeitsplätzen auf dem niedrigsten 
Anforderungsniveau bei Frauen bietet rechtsprechungsgemäss keinen An-
lass für einen Abzug (Entscheid des BGer vom 4. Februar 2014, 
9C_199/2013, E. 3.4.2).

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Abzug+vom+Tabellenlohn%2C+Teilzeitt%E4tigkeit+f%FCr+Frauen&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-75%3Ade&number_of_ranks=0#page75

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 20

4.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59‘322.60 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 26‘364.-- ergibt sich eine Einbusse von 
Fr. 32‘958.60 (Fr. 32‘958.40 / Fr. 59‘322.60 x 100) und damit ein Invali-
ditätsgrad von gerundet 56 %.

Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. Januar 2010 (vgl. E. 4.2 hiervor) 
Anspruch auf eine Viertelsrente. Diese ist – bei einem Invaliditätsgrad von 
56 % (vgl. E. 4.6 hiervor) – nach drei Monaten (Art. 88a Abs. 2 IVV), d.h. ab 
dem 1. April 2010, auf eine halbe Rente zu erhöhen. Unter Berücksichti-
gung der Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ab März 2011 mit vollstän-
diger Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten (vgl. E. 3.5 hiervor) er-
folgt eine Erhöhung auf eine ganze Rente ab 1. Juni 2011.

4.7 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. Juli 2012 (AB 74) somit aufzuheben. Die Beschwer-
deführerin hat ab 1. Januar 2010 Anspruch auf eine Viertelsrente, welche 
ab 1. April 2010 auf eine halbe und ab 1. Juni 2011 auf eine ganze Rente 
zu erhöhen ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Verfahren hat die unterliegende Beschwerdegegnerin die 
Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

Mit Urteil vom 18. Januar 2013 (VGE IV/2012/853) wurden der Beschwer-
deführerin Verfahrenskosten von Fr. 700.-- auferlegt und ihr vom doppelt 
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1‘400.-- ein Anteil von Fr. 700.-- 
zurückerstattet. Nachdem mit Entscheid BGer 8C_162/2013 das kantonale 
Urteil aufgehoben wurde und die Beschwerdeführerin formell obsiegte, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 21

wurde mit Urteil vom 14. Oktober 2014 (VGE IV/2013/653, E. 5.1) festge-
halten, dass der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss 
von Fr. 700.-- ihr nach Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten sei. Die-
ses Urteil wurde nicht rechtskräftig, vielmehr haben die Parteien hiergegen 
Beschwerde erhoben. Das Bundesgericht hat mit Entscheid vom 14. April 
2015, 8C_851/2014 + 8C_852/2014, das kantonale Urteil vom 14. Oktober 
2014 (VGE IV/2013/653) aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zur 
weiteren Abklärung zurückgewiesen. Da die Beschwerdeführerin mit Ent-
scheid 8C_851/2014 + 8C_852/2014 formell obsiegt hat und sie auch im 
vorliegenden Verfahren obsiegt, ist ihr der Kostenvorschuss von Fr. 700.-- 
nach Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Der mit Kostennote von Fürsprecher B.________ vom 1. April 2016 geltend 
gemachte zeitliche Aufwand von 20,4 Stunden ist angemessen. Zu Recht 
hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den Aufwand seit der Be-
schwerde gegen die erste Verfügung vom 16. Juli 2012 in Rechnung ge-
stellt, zumal die mit Urteil vom 14. Oktober 2014 (VGE IV/2013/653) erfolg-
te Bestimmung der Parteikosten vom Bundesgericht am 14. April 2015 
(8C_851/2014 + 8C_852/2014) aufgehoben worden ist. Zu beachten ist, 
dass der Kostenvorschuss von Fr. 700.-- unter den Auslagen aufgeführt 
wurde und in Abzug zu bringen ist (vgl. E. 5.1 hiervor). Damit hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 
Fr. 5‘712.-- (Honorar), zuzüglich Auslagen von Fr. 248.-- und Mehrwert-
steuer von Fr. 476.80 (8 % auf Fr. 5‘960.--), total von Fr. 6‘436.80, zu er-
setzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. Juli 2012 aufgehoben und der Beschwerdefüh-
rerin ab 1. Januar 2010 eine Viertelsrente, ab 1. April 2010 eine halbe 
und ab 1. Juni 2011 eine ganze Rente zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Mai 2016, IV/15/348, Seite 22

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin (VGE 
IV/2012/853; IV/2013/653) geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- 
wird nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 6‘436.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.