# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8078a20-0fb5-58af-8b80-33883e9a7058
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2008 C-6185/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6185-2007_2008-10-29.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6185/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______, 
vertreten durch B._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
S._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6185/2007

Sachverhalt:

A.
Am  25.  Juli  2007  beantragte  der  sri-lankische  Staatsangehörige 
S._______  (nachfolgend  Gesuchsteller)  bei  der  schweizerischen 
Botschaft in Colombo ein Visum für einen einmonatigen Aufenthalt in 
der Schweiz. Als Grund für den Besuch gab er an, Gespräche mit den 
Verantwortlichen des [Vereins] A._______ über die laufenden Projekte 
des [Vereins] A._______ führen zu wollen. Nach formloser Abweisung 
übermittelte  die  Vertretung  das  Gesuch  zum  Entscheid  an  die 
Vorinstanz.

B.
Nachdem  die  Migrationsbehörde  des  Kantons  Glarus  beim  [Verein] 
A._______ weitere Auskünfte eingeholt hatte, wies die Vorinstanz das 
Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom  28.  August  2007  ab.  Zur 
Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass die Wiederausreise 
des Gesuchstellers aufgrund der wirtschaftlichen und soziokulturellen 
Umstände  in  Sri  Lanka  sowie  wegen  der  persönlichen  Verhältnisse 
nicht als gesichert angesehen werden könne.

C.
Mit  Beschwerde  vom  13.  September  2007  beantragt  [der  Verein] 
A._______  (nachfolgend  Beschwerdeführer)  die  Aufhebung  der 
Verfügung vom 28. August 2007 sowie die Ausstellung eines Visums 
an  den  Gesuchsteller.  Als  Begründung  wird  im  Wesentlichen 
vorgebracht,  dass  die  Verfügung  sehr  allgemein  gehalten  sei  und 
keinen  Bezug  zum  vorliegenden  Einzelfall  habe;  die  Verbindung 
zwischen  dem Beschwerdeführer  und  dem  Gesuchsteller  sei  in  der 
Begründung  nicht  berücksichtigt  worden.  Zudem  treffe  die 
Schlussfolgerung  der  Vorinstanz,  es  lägen  keinerlei  Gründe  vor,  die 
eine Einreise als zwingend erscheinen liessen, nicht zu. Im Weiteren 
seien  schon  mehrere  Visaanträge,  bei  denen  der  Beschwerdeführer 
als  Gastgeber  fungiert  habe,  bewilligt  worden;  die  Personen  seien 
entweder  fristgerecht  wieder  ausgereist  oder  hätten  aufgrund  der 
Umstände das Visum nicht beansprucht.

D.
Mit Vernehmlassung vom 15. November 2007 beantragt die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde. Sie macht ergänzend geltend, weder 
aus den Gesuchsunterlagen noch aus der Beschwerde gehe hervor, 

Seite 2

C-6185/2007

um was für ein Projekt es sich handle und weshalb der Gesuchsteller 
dafür in die Schweiz kommen müsse.

E.
In seiner Replik vom 2. Januar 2007 [recte: 2008] hält der Beschwer-
deführer  an  seinen  Anträgen  fest.  Zusammen  mit  der  ausführlichen 
Begründung reichte er zahlreiche Beweismittel zu den Akten.

F.
In  ihrer  Stellungnahme  vom  15.  Februar  2008  zur  Replik  des  Be-
schwerdeführers  hält  die  Vorinstanz  an ihrem Antrag auf  Ablehnung 
fest.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt  gemäss Art. 31 des Ver-
waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 (VGG, SR 173.32)  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  gemäss  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorin-
stanzen gelten die in Art. 33 und Art. 34 VGG aufgeführten Behörden. 
Darunter  fallen die Verfügungen des BFM betreffend Bewilligung der 
Einreise.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Be-
reich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

2.
Mit  Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über 
die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  am 1.  Januar 
2008  wurde  das Bundesgesetz  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) aufgehoben (Art. 
125 AuG i.V.m. Ziffer I Anhang AuG). Da das der angefochtenen Verfü-
gung zugrunde liegende Gesuch vor Inkrafttreten des AuG eingereicht 
wurde, ist gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG das bisherige Recht, d.h. das 

Seite 3

C-6185/2007

ANAG und die darauf abgestützten, per 1. Januar 2008 ebenfalls auf-
gehobenen Verordnungen (vgl. Art. 91 der Verordnung vom 24. Okto-
ber 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 
142.201]), anwendbar.

3.  
3.1 Ausländer  und  Ausländerinnen  sind  zur  Anwesenheit  in  der 
Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung besitzen oder keiner solchen bedürfen (Art. 1a ANAG). Ge-
wisse Gruppen von Ausländerinnen und Ausländern benötigen für die 
Einreise in die Schweiz ein Visum (vgl. Art. 3 ff.  der  Verordnung vom 
14. Januar 1998 über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen 
und Ausländern [VEA, AS 1998 194]).

3.2 Das Bundesamt für Migration entscheidet im Rahmen der gesetzli-
chen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Er-
messen über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung (Art. 4 
und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 VEA). Dies bedeutet, dass die schwei-
zerische  Rechtsordnung  weder  ein  allgemeines  Recht  auf  Einreise 
kennt  noch  einen  besonderen  Anspruch  auf  Erteilung  eines  Visums 
gewährt (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Ue-
bersax/Peter Münch/Thomas Geiser/Martin Arnold [Hrsg.], Ausländer-
recht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis  Bd.  VIII,  Basel  2002,  Rz. 
5.28).

3.3 Ein Einreisevisum wird verweigert, wenn die in Art. 1 VEA aufge-
führten Voraussetzungen nicht  erfüllt  sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). 
Insbesondere  müssen  Gesuchstellerinnen  und  Gesuchsteller,  die  in 
die  Schweiz  reisen  möchten,  Gewähr  bieten,  dass  sie  fristgerecht 
wieder ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).

4.
Der Gesuchsteller benötigt aufgrund seiner Nationalität zur Einreise in 
die Schweiz neben dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verweigerte 
die Erteilung eines solchen Visums mit  der Begründung,  die fristge-
rechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.

4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesu-
chen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten beziehungsweise Re-

Seite 4

C-6185/2007

gionen mit politisch oder wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen von 
vornherein  mit  Zurückhaltung  zu  begegnen,  da  die  persönliche 
Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck 
einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

4.2 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4% gewachsen. Das 
Pro-Kopf-Einkommen betrug fast 1'350 US-Dollar, das Bruttoinlandpro-
dukt (BIP) 27 Mrd. US-Dollar. Ein Problem für die weitere wirtschaftli-
che Entwicklung ist zunehmend die Inflation, die 2007 mit einer Jah-
resrate von deutlich über 15% nicht unter Kontrolle gebracht werden 
konnte. Die Arbeitslosigkeit beträgt seit längerer Zeit ungefähr 7%. Die 
wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist allerdings grosse regiona-
le Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um 
Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. 
Die  grundsätzlich  ermutigenden  wirtschaftlichen  Entwicklungen  kön-
nen allerdings nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie 
vor  breite  Bevölkerungsschichten  von  vergleichsweise  schwierigen 
ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Dar-
über  hinaus hat  sich  die Sicherheitslage im ganzen Land seit  Ende 
2006 wieder verschlechtert, nachdem erneut Kämpfe zwischen der sri-
lankischen  Armee  und  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE) 
ausgebrochen  sind.  Davon  besonders  betroffen  sind  der  Osten  und 
Norden  Sri  Lankas. Anschläge  kommen jedoch mittlerweile  auch  im 
Süden und Südwesten sowie – seit Beendigung des Waffenstillstandes 
im Januar  2008  –  zunehmend auch  in  der  Hauptstadt  Colombo vor 
(Quellen: Länder- und Reiseinformationen auf der Webseite des deut-
schen  Auswärtigen  Amtes,  www.auswaertiges-amt.de,  Stand:  Juni 
2008, Reisehinweise auf der Webseite des Eidgenössischen Departe-
ments  für  auswärtige  Angelegenheiten  [EDA],  www.eda.admin.ch, 
Stand:  Juli  2008, beide Seiten besucht am  23. September 2008; vgl. 
auch BVGE 2008/2 E. 7.2 – 7.5).

Die Tendenz zur Auswanderung zeigt sich erfahrungsgemäss beson-
ders stark bei jüngeren und ungebundenen Personen, aber auch sozi-
al eingebundene Menschen reiferen Alters fassen vielfach diesen Weg 
ins  Auge.  Ein  bestehendes  soziales  Beziehungsnetz  (Freunde  oder 
Verwandte) im Ausland ist ein wichtiges Element, das den Auswande-
rungsentschluss erleichtern kann. Es gilt  nach Möglichkeit zu verhin-
dern, dass Gesuchsteller ihre Anwesenheit in der Schweiz, entgegen 
der  ursprünglichen  Absichtserklärung,  dazu  nutzen,  ein  Asylgesuch 
einzureichen oder die fristgerechte Wiederausreise auf andere Weise 

Seite 5

C-6185/2007

zu umgehen. Die schwierige Lage in Sri Lanka spiegelt sich im Übri-
gen in der schweizerischen Asylstatistik wider, in der Sri Lanka im Jah-
re 2007 mit 5.9% die fünftgrösste Gruppe von Asylsuchenden stellte. 
Im Vergleich zum Jahr 2006 stieg die Anzahl der Gesuche wegen der 
sich  verschärfenden  Situation  um  gut  88  Prozent  an  (Quelle: 
www.bfm.admin.ch  > aktuell  > Migrationsbericht  2007 S. 20 und 61, 
Seite besucht am 23. September 2008); dieser Trend hat sich auch in 
den ersten neun Monaten dieses Jahres fortgesetzt.

4.3 Angesichts der  schwierigen Lage im Herkunftsland des Gesuch-
stellers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer 
nicht  fristgerechten  Wiederausreise  allgemein  als  hoch  einschätzte. 
Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzellfalles zu berücksichtigen. Obliegt dem Gesuchsteller 
oder  der  Gesuchstellerin  beispielsweise  eine  besondere  berufliche, 
gesellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  so  kann  dieser  Um-
stand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose  Wiederausreise 
begünstigen. Umgekehrt  muss bei  Gesuchstellern und Gesuchstelle-
rinnen,  die in ihrer  Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, 
das Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht gemäss 
den fremdenpolizeilichen Regeln verhalten, als hoch eingeschätzt wer-
den.

4.4 Beim Gesuchsteller handelt  es sich um einen 25jährigen ledigen 
Mann, der bei seiner Familie in Colombo lebt. Laut Angaben auf dem 
Einreisegesuch ist er als Projektleiter für den Beschwerdeführer tätig.

4.4.1 Aufgrund  der  vorliegenden  Informationen  sind  weder  gesell-
schaftliche oder  familiäre  Verantwortlichkeiten  ersichtlich,  welche die 
aufgrund der allgemeinen Situation im Herkunftsland negative Progno-
se (oben E. 4.2) zu Gunsten des Gesuchstellers zu beeinflussen ver-
möchten,  noch  werden  solche  vom  Beschwerdeführer  geltend  ge-
macht (Beschwerdeschrift Ziff. 4 und 5).

4.4.2 Was die berufliche Situation  des Gesuchstellers  anbelangt,  so 
betreut er offenbar als Projektleiter Hilfsprojekte des Beschwerdefüh-
rers.  Gemäss  den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  finanzierte 
der Beschwerdeführer zwei Projekte in den tamilischen Gebieten ([...] 
bzw. [...]). Aufgrund von Angriffen mussten beide Projekte eingestellt 
werden ([...] im April 2005, [...] im November 2006). 

Seite 6

C-6185/2007

Aus  den  Akten  geht  hervor,  dass  momentan  keine  Projekte  des 
Beschwerdeführers in Sri Lanka durchgeführt  werden. Es ist deshalb 
nicht  klar,  was  der  Gesuchsteller  zur  Zeit  beruflich  konkret  tut.  Aus 
diesem  Grund  kann  auch  aus  der  beruflichen  Situation  in  seinem 
Heimatland nichts zugunsten einer positiven Prognose bezüglich der 
anstandslosen und fristgerechten Wiederausreise abgeleitet werden. 

4.5 Zu  berücksichtigen  ist  vorliegend  im  Weiteren  der  Aufenthalts-
zweck des Gesuchstellers und die Frage, ob sich hieraus die Notwen-
digkeit  für  einen Aufenthalt  in  der  Schweiz ergibt,  der die Bedenken 
bezüglich der Wiederausreise relativieren könnte. Der Beschwerdefüh-
rer macht geltend, wegen der heiklen Situation in Sri Lanka seien per-
sönliche Kontakte zwischen dem lokalen Vertreter und dem Vorstand 
zur  Vorbereitung  neuer  Projekte  unerlässlich.  Eine  Reise  der  Vor-
standsmitglieder  oder  des  Beraters  nach  Sri  Lanka  komme  aus  Si-
cherheitsgründen nicht in Frage (Antwort zu Frage 23 des kantonalen 
Fragebogens).

4.5.1 Die  Vorinstanz  führt  in  ihrer  Begründung  aus,  es  sei  nicht 
ersichtlich,  weshalb der Gesuchsteller  persönlich in der Schweiz an-
wesend sein müsse (Stellungnahme vom 15. Februar 2008). Er habe 
anlässlich  des  Gesprächs  bei  der  Schweizer  Vertretung  in  Colombo 
keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Aufenthaltszweck 
geben können (Vernehmlassung vom 15. November 2007).

Der  Beschwerdeführer  macht  dagegen  geltend,  der  Gesuchsteller 
könne gar nicht wissen, was der Vereinsvorstand von ihm wolle (Replik 
vom 2. Januar 2008 S. 3 "Absatz 4"). Gemäss den Ausführungen des 
Beschwerdeführers  soll  der  Gesuchsteller  in  die  Schweiz  kommen, 
damit  er  dem Vorstand die notwendigen Informationen zur Ausarbei-
tung neuer Projekte geben kann (Beschwerdeschrift Ziff. 8 und 10).

4.5.2 Der Entscheid über ein Projekt muss aufgrund fundierter Infor-
mationen getroffen werden. Gemäss den Ausführungen des Beschwer-
deführers soll  der Gesuchsteller  dem Vorstand und weiteren Kreisen 
Informationen über  mögliche Projekte  geben. Somit  müsste  der  Ge-
suchsteller sehr genau wissen, was der Vorstand von ihm erwartet. Vor 
dem  Hintergrund,  dass  er  diesbezüglich  keine  konkreten  Angaben 
machen  konnte,  ist  nachvollziehbar,  dass  die  Vorinstanz  Zweifel  am 
Aufenthaltszweck  des  Gesuchstellers  hatte.  Der  Beschwerdeführer 
bringt  in  dieser  Hinsicht  vor,  der  Gesuchsteller  könne  nicht  wissen, 

Seite 7

C-6185/2007

was der  Vorstand  von  ihm wolle. Dieses  Argument  überzeugt  nicht: 
Soll  der  Gesuchsteller  dem  Vorstand  relevante  Informationen  über 
mögliche Projekte vorlegen können, so muss er  sehr genau wissen, 
worum es geht und sich gründlich vorbereiten. Mit  der Vorinstanz ist 
somit  davon  auszugehen,  dass  die  persönliche  Anwesenheit  des 
Gesuchstellers in der Schweiz – zumindest in diesem frühen Projekt-
stadium – nicht erforderlich ist. Informationen über geeignete Örtlich-
keiten und Initiativen, die möglicherweise in Zukunft unterstützt werden 
könnten,  erscheinen  vorerst  ausreichend. Gerade  was die  Einschät-
zung  der  Lage  bezüglich  der  vom  Beschwerdeführer  erwähnten 
Schwierigkeiten im Zusammenhang mit  der  Sicherheitslage und den 
zu  berücksichtigenden  ethnischen  Fragen  anbelangt,  erscheinen  die 
Kenntnisse und Erfahrungen des lokalen Mitarbeiters entscheidend, so 
dass er mögliche Projektvorschläge bereits aufgrund einer Vorauswahl 
dem Vorstand schriftlich unterbreiten kann. Die Frage des persönlichen 
Kontakts  mit  dem  Vorstand  und  auch  weiteren  Kreisen,  welche  die 
Arbeit  des Beschwerdeführers unterstützen, stellt  sich nach der Aus-
wahl eines konkreten Projektes allenfalls neu. Dies kann jedoch nicht 
Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  sein,  sondern  muss  im 
Zusammenhang mit einem allfälligen neuen Einreisegesuch zu einem 
späteren Zeitpunkt – unter Berücksichtigung der dann aktuellen Um-
stände – beurteilt werden.

4.5.3 Der  Vorinstanz  ist  deshalb  zuzustimmen,  dass  nicht  nachvoll-
ziehbar ist, weshalb in einem derart frühen Stadium der Projektevalua-
tion  der  persönliche  Kontakt  zwischen  der  vor  Ort  verantwortlichen 
Person und dem Hilfswerk in der Schweiz unerlässlich sein soll. Diese 
Zweifel  am Aufenthaltszweck bestärken  die  Bedenken  bezüglich  der 
nicht fristgerechten Wiederausreise des Gesuchstellers (oben E. 4.2 – 
4.4).

5.
Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, dass er bereits mehrere 
Male Gäste aus Sri Lanka eingeladen habe, die dann wieder fristge-
recht ausgereist  seien. Auch sei ein Gast trotz erteiltem Visum nicht 
eingereist, weil die bewilligte Aufenthaltsdauer für die geplanten Aktivi-
täten  nicht  ausgereicht  hätte.  Die  Migrationsbehörde  des  Kantons 
Glarus bestätigte in ihrem Schreiben vom 16. August 2007 an die Vor-
instanz, dass in den letzten Jahren mehrere Personen, die für Projekte 
des Beschwerdeführers tätig waren, die Schweiz besucht hätten und 
fristgerecht wieder ausgereist seien.

Seite 8

C-6185/2007

An dieser Stelle ist zunächst darauf hinzuweisen, dass weder die Vor-
instanz noch die kantonalen Behörden am guten Willen des Vereins-
vorstandes zweifeln, die Rahmenbedingungen für einen Besuch eines 
ausländischen  Gastes  einzuhalten. Es  liegt  jedoch  in  der  Natur  der 
Sache, dass ein Gastgeber, hier der Beschwerdeführer, nicht oder nur 
sehr beschränkt  das Verhalten eines Gastes beeinflussen kann (vgl. 
anstelle vieler das Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts C-787/2006 
vom 6. Juli 2007 E. 6 mit Hinweis). Deshalb muss die Beurteilung, ob 
die Wiederausreise  gesichert  ist,  aufgrund der  allgemeinen Lage im 
betreffenden  Herkunftsland  und  der  persönlichen  Situation  des 
Gesuchstellers erfolgen.

6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die fristgerechte und anstandslo-
se  Wiederausreise  des  Gesuchstellers  nicht  als  gesichert  erscheint. 
Dabei handelt es sich nicht um eine sichere Erkenntnis, sondern um 
eine Prognose betreffend das zukünftige Verhalten des Gesuchstellers 
im Falle seiner Einreise in die Schweiz; doch reicht praxisgemäss eine 
negative Prognose aus, um den Antrag auf Erteilung einer Einreisebe-
willigung,  worauf  wie erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, 
abzulehnen. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Ver-
fügung im Ergebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde 
ist demzufolge abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer,  dessen  Gesuch  um unentgeltliche  Rechtspflege  mit  Verfü-
gung vom 24. Oktober 2007 abgewiesen wurde, aufzuerlegen (vgl. Art. 
63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3  des Reglements vom 21. Fe-
bruar  2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 10)

Seite 9

C-6185/2007

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 25. Oktober 2007 in gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen zur Replik Nr. 1 - 11 
zurück)

- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- die Migrationsbehörde des Kantons Glarus (Ref-Nr. [...])

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Versand: 

Seite 10