# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5fed8634-cbb1-5152-bb43-2ee3f23b0388
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.02.2025 IV 2024/154
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-154_2025-02-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/154

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 28.03.2025

Entscheiddatum: 11.02.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2025
Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
polydisziplinären Administrativgutachtens. Observation. Zweite 
Begutachtung. Würdigung eines psychiatrischen Zweitgutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. 
Februar 2025, IV 2'024/154). Beim Bundesgericht angefochten.

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/13 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 11. Februar 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/154 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Lorenz Tobler, Advokatur am Brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/154 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich im Januar 2010 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-

act. 1). Er gab an, er habe als Gipser gearbeitet. Angaben zu einer allfälligen Berufsausbildung machte 

er nicht. Das Spital B.___ hatte im April 2009 berichtet (IV-act. 5), der Versicherte sei im März 2009 aus 

1,6 Meter Höhe auf ein Gerüst gestürzt. Beim Sturz habe er sich Frakturen der Processi costalis 3 und 

4 lumbal rechts zugezogen. Eine Computer-Tomographie habe undislozierte Frakturen der Processi 

transversi von L2 bis L4 rechts gezeigt. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinische 

Abklärungsstelle (MEDAS) Zentralschweiz am 15. März 2013 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 

79). Der internistische Sachverständige führte aus, der Versicherte habe ein ausgeprägtes 

Schmerzverhalten gezeigt. Sein Verhalten während den Untersuchungen sei auffällig gewesen. Er sei 

an einem kalten Wintertag barfuss in Sandalen erschienen und habe angegeben, er könne sich die 

Socken nicht selbst anziehen. Er habe ausgeführt, dass er sich nicht mehr weit von zuhause weg wage, 

weil er an einem imperativen Stuhl- und Harndrang leide und in die Hosen mache, wenn er nicht sofort 

zur Toilette gehen könne. Die verschriebene Medikamentenkombination müsse als schlichtweg absurd 

bezeichnet werden. Dem Versicherten seien 13 Medikamente mit insgesamt 16 Wirkstoffen verordnet 

worden. Hinter dieser Flut von Pharmaka könne keine ganzheitliche rationale Überlegung mehr stehen. 

Der orthopädische Sachverständige hielt fest, die Frakturen des Unfalls vom März 2009 seien 

zeitgerecht abgeheilt, was schon in einem MRI vom Mai 2009 dokumentiert und durch aktuelle 

Röntgenbilder bestätigt worden sei. Spätestens drei Monate nach dem Unfall wäre eine mindestens 

teilweise Wiederaufnahme der Arbeit möglich gewesen. Spätestens nach vier Monaten habe eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestanden. Das bei der Untersuchung gezeigte klinische Bild sei bizarr gewesen. Es 

bestehe kein medizinischer Grund für die Verwendung von Stöcken. Die Angabe, dass der Versicherte 

unmöglich sitzen könne, müsse wegen der beobachteten Episoden mit normalem Sitzen und der 

typisch verhornten Haut über den Sitzbeinen in Frage gestellt werden. Das demonstrierte Stürzen und 

sich Auffangen bei der Untersuchung zeige, dass der Rumpf und damit auch die Wirbelsäule gebeugt, 

gedreht und wieder aufgerichtet werden könnten. Die seitengleichen Umfangmasse der Muskulatur, die 

symmetrische, normale und kräftige Verhornung und Beschwielung der Fussohlen weise auf eine 

normale Gehleistung und Beanspruchung der unteren Extremitäten hin. Dem Versicherten seien zwar 

körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten 

mit einer Gewichtslimite von 20 Kilogramm bis zur Lendenhöhe und von zehn Kilogramm über der 

Lendenhöhe und ohne die Notwendigkeit einer andauernd vornüber geneigten Position seien aber 

uneingeschränkt zumutbar. Der rheumatologische Sachverständige führte aus, die undislozierten 

Frakturen der Wirbelkörperquerfortsätze im Bereich der mittleren Lendenwirbelsäule rechts könnten 

nicht für das vorliegende chronifizierte Beschwerdebild verantwortlich gemacht werden. Anamnestisch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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und klinisch seien keine gesicherten Anzeichen einer radiculären Kompressionssymptomatik an den 

unteren Extremitäten feststellbar gewesen. Die Befunde hätten gesamthaft für eine Aggravation 

gesprochen. Leidensadaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten uneingeschränkt zumutbar. Der 

psychiatrische Sachverständige hielt fest, es müsse zumindest eine schwere Aggravation angenommen 

werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im 

Gesamtgutachten wurde dem Versicherten für körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten mit einer 

Gewichtslimite von 20 Kilogramm bis zur Lendenhöhe und von zehn Kilogramm über der Lendenhöhe 

und ohne die Notwendigkeit einer andauernd vornüber geneigten Position eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit attestiert. Im April 2013 notierte Dr. med. C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen 

Dienst (RAD), das Gutachten überzeuge in jeder Hinsicht (IV-act. 80). Mit einer Verfügung vom 2. 

September 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades ab (IV-act. 91). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies eine gegen 

diese Verfügung erhobene Beschwerde mit einem Entscheid vom 14. März 2016 ab (IV 2013/499; vgl. 

IV-act. 106). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft. 

A.b Im Juni 2019 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 112). Er legte 

dem Anmeldeformular einen Brief der Klinik D.___ vom 4. März 2019 bei, in dem festgehalten worden 

war (IV-act. 113), der Versicherte befinde sich seit dem 3. Dezember 2018 erstmals für eine stationäre 

Behandlung in der Klinik D.___. Er sei bei den Aktivitäten des täglichen Lebens stark eingeschränkt. 

Die vorbestehende schwere depressive Symptomatik habe sich im Rahmen der stationären 

Behandlung nicht wesentlich verbessert. Da in den früheren Berichten kein Hinweis auf eine schwere 

Depression zu finden sei, müsse von einer massiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

ausgegangen werden. Die RAD-Ärztin Dr. med. E.___ notierte im August 2019, eine relevante 

Veränderung des Gesundheitszustandes spätestens im Dezember 2018 sei glaubhaft gemacht (IV-act. 

147). Mit einer Mitteilung vom 28. August 2019 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen mit der Begründung ab, aufgrund des Gesundheitszustandes des 

Versicherten seien derzeit keine beruflichen Massnahmen möglich (IV-act. 150). 

A.c Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medexperts AG am 2. April 2020 ein polydisziplinäres 

Gutachten (IV-act. 161). Der orthopädische Sachverständige hielt fest, im Rahmen der Untersuchung 

sei aufgefallen, dass der Versicherte einerseits bei den Lagewechseln ein konsequent rückengerechtes, 

andererseits aber auch ein insgesamt stark demonstratives Verhalten gezeigt habe. Bei den gezielten 

Funktionsprüfungen seien die Beschwerden stärker dargestellt worden, als sie im Rahmen der 

normalen Beobachtung innerhalb des Untersuchungsraumes ersichtlich gewesen seien. Dieser 

Umstand sei überwiegend wahrscheinlich auf eine Symptomausweitung zurückzuführen. Aus 

orthopädischer Sicht sei die Beurteilbarkeit infolge der inzwischen langjährigen, chronifizierten 

Schmerzsymptomatik und der zusätzlichen, doch ausgeprägten Symptomausweitung deutlich 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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erschwert. Das vom Versicherten subjektiv empfundene und angegebene Ausmass der Beschwerden 

und die teilweise inkonstant dargestellten funktionellen Einschränkungen seien von orthopädischer 

Seite her nicht objektivierbar. Nachvollziehbar seien gewisse lokale Schmerzen an der 

Lendenwirbelsäule mit einer pseudo-radiculären Ausstrahlung in das rechte Bein. Auch gewisse 

Belastungsschmerzen des linken Kniegelenks seien nachvollziehbar. Allerdings sei klar festzustellen, 

dass weder für die Benützung von zwei Unterarmstützkrücken noch für die Einnahme einer 

Schmerzmedikation der WHO Stufe 3 inklusive Co-Medikation eine Indikation vorliege. Zudem hätten 

die Medikamentenspiegel für Palexia und Gabapentin deutlich unterhalb des therapeutischen Bereichs 

gelegen. Leidensadaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten zu 80 Prozent zumutbar. Er benötige 

zusätzliche Pausen während 1,5 Stunden pro Tag. Die neurologische Sachverständige führte aus, aus 

neurologischer Sicht liege keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

vor. Der internistische Sachverständige hielt fest, das Auftreten des Versicherten habe insgesamt sehr 

demonstrativ gewirkt. Aus internistischer Sicht liege keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit vor. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, der Versicherte habe 

insgesamt aktiv an der Untersuchung teilgenommen. Wiederholtes Nachfragen habe zu einer 

offensichtlichen Gereiztheit geführt. Zudem sei der Eindruck entstanden, dass der Versicherte den 

eigenen Beschwerden einen sehr hohen Stellenwert beimesse. Dabei habe sich aber nicht genau 

feststellen lassen, ob dieses Verhalten Ausdruck von Schwierigkeiten im Abrufen von 

Gedächtnisinhalten, einer Selbstlimitierung oder einer eingeschränkten Bereitschaft zur 

Auskunftserteilung gewesen sei. Der Versicherte habe unsicher, psychomotorisch unruhig und teilweise 

etwas misstrauisch gewirkt. Im Gesprächsverlauf habe er sich jedoch offen und meist freundlich 

gezeigt. Das Gespräch habe insgesamt nicht durch Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen 

beeinträchtigt gewirkt. Der Versicherte habe sich gut auf die Fragen und auf das Gespräch 

konzentrieren können. Das Sprechtempo und die Antwortzeiten seien überwiegend normal und 

unauffällig gewesen. Die Mimik sei situationsadäquat gewesen. Nach dem Gespräch habe der 

Versicherte ermüdet und angestrengt gewirkt. Affektiv sei er nur eingeschränkt auslenkbar und wenig 

schwingungsfähig gewesen. Das Ergebnis eines Beschwerdevalidierungstestes habe weit unter dem 

Bereich des Zufallsniveaus gelegen. Das habe darauf hingedeutet, dass der Versicherte die richtige 

Antwort gekannt, aber bewusst eine falsche Antwort gewählt habe. In einem Fragebogen zur 

Validierung der Beschwerdeschilderung habe er einen hohen Wert erreicht, was auf eine tiefe 

Glaubwürdigkeit der Symptompräsentation hingewiesen habe. Weitere Inkonsistenzen hätten sich im 

sprachlichen Bereich gezeigt. Der Versicherte habe angegeben, dass er das Alphabet weder in seiner 

Muttersprache noch auf Deutsch kenne. Bei einer anderen Aufgabe sei es ihm aber gelungen, einen 

vollständigen Satz zu schreiben. Er habe angegeben, dass er sich verbal bloss zwei Ziffern merken 

könne, sein Instruktionsverständnis sei aber unauffällig gewesen. In der Gesamtbeurteilung bestünden 

schwere Zweifel an einer ausreichenden Mitwirkung des Versicherten in der Untersuchung. Die 

Ergebnisse müssten als nicht valide eingestuft werden. Diagnostisch leide der Versicherte an einer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome sowie an einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung. Unter Berücksichtigung des subjektiven Krankheitsmodells mit 

erheblichen kognitiven Verzerrungen und der persönlichkeitsbedingten sowie sozio-kulturellen 

Faktoren sei von einer Symptomverdeutlichung und nicht von einer Aggravation oder Simulation 

auszugehen. Der Versicherte sei für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Nach der 

Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, der Versicherte leide an einer schweren 

depressiven Episode, an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, an einem chronischen 

Kreuzbeinschmerz rechts, an einer beginnenden Abnützung am linken Kniegelenk innen sowie – ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer beginnenden Abnützung der Hüfte, an einem Diabetes 

mellitus, an einem Bluthochdruck und an Übergewicht. Seit Dezember 2018 sei er vollständig 

arbeitsunfähig. In der Zeit zwischen 2016 und November 2018 sei er wahrscheinlich zu 50 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen. Die RAD-Ärztin Dr. E.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend, wies 

aber darauf hin, dass die allgemeine Übertreibung der Beschwerden beim Beschreiben und Vortragen 

der Symptomatik sowie das demonstrative Verhalten des Versicherten auffällig seien (IV-act. 163).  

A.d Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte im April 2020, angesichts der von den medizinischen 

Sachverständigen beschriebenen Symptomverdeutlichung sei der Versicherte zu observieren (IV-act. 

164). Im Auftrag der IV-Stelle führte die F.___ AG im Januar und März 2021 eine verdeckte Observation 

des Versicherten durch. Sie berichtete am 15. März 2021 (IV-act. 179), an einem ersten 

Überwachungstag Ende Januar 2021 habe der Versicherte nicht beobachtet werden können. An den 

drei weiteren Überwachungstagen im März 2021 sei der Versicherte vorwiegend nachmittags bei 

„kleinen Erledigungen“ beobachtet worden. Ein verlässlicher Tagesablauf habe angesichts der kurzen 

Überwachungsperiode nicht rekonstruiert werden können. An sämtlichen Tagen sei der Versicherte mit 

zwei Unterarmgehstützen unterwegs gewesen, die er auch durchgehend benutzt habe. Nur bei 

Tätigkeiten, für die er beide Hände gebraucht habe, habe er die Stützen jeweils kurz an den eigenen 

Körper oder an einen Gegenstand angelehnt. Er habe nie dabei beobachtet werden können, wie er 

auch nur wenige Schritte ohne die Gehstützen zurückgelegt hätte. Mehrheitlich sei er zu Fuss und eher 

langsam unterwegs gewesen. Beim Gehen hätten leichte Tendenzen eines Hinkens erkannt werden 

können. Der Versicherte sei durchaus auch allein unterwegs gewesen, habe selbständig 

Verkaufsgeschäfte aufgesucht, Interesse an den Auslagen gezeigt und auch Kleinigkeiten eingekauft. 

Wenn er in Begleitung unterwegs gewesen sei, habe er mit der Begleitung kommuniziert. Er habe ein 

Telefonat geführt und bei einer Spontanbegegnung kurz mit der Drittperson interagiert. Die RAD-Ärztin 

med. pract. G.___ hielt nach einer Würdigung des Observationsmaterials fest, dieses belege ein 

höheres als das geltend gemachte Funktionsniveau (IV-act. 181). Die Sachverständigen der 

medexperts AG führten nach einer Würdigung des Observationsmaterials aus (IV-act. 193), die 

Beobachtungen änderten weder in orthopädischer noch in psychiatrischer Hinsicht etwas an den 

Schlussfolgerungen im Gutachten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe unter Berücksichtigung des 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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subjektiven Krankheitsmodells sowie der persönlichkeitsbedingten und sozio-kulturellen Faktoren ein 

dem Krankheitsbild entsprechendes Symptommuster. Das subjektive Krankheitsmodell bringe 

erhebliche kognitive Verzerrungen mit sich, weshalb unter Mitberücksichtigung der 

persönlichkeitsbedingten und sozio-kulturellen Faktoren nicht von einem Malingering ausgegangen 

werden könne. Die RAD-Ärztin G.___ qualifizierte die Antworten als nicht nachvollziehbar, weshalb sie 

eine erneute Begutachtung empfahl (IV-act. 194). 

A.e Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der Psychiater und Neurologe Dr. med. H.___ am 12. 

November 2023 ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 283). Die RAD-Ärztin med. pract. I.___ 

qualifizierte das Gutachten als formal mangelhaft und empfahl eine Nachbesserung (IV-act. 288). Der 

Sachverständige Dr. H.___ sicherte nach einem Telefonat mit einem Mitarbeiter der IV-Stelle eine 

Verbesserung zu (Korrektur von orthographischen Fehlern, korrekte Schreibweise des Namens des 

Versicherten, Abgrenzung von eigenen Anmerkungen und Zitaten aus den Akten, ausführlichere 

Begründung der Diagnosen sowie Beschreibung der konkreten Funktionseinschränkungen; vgl. IV-act. 

289). Am 9. Dezember 2023 reichte er das verbesserte Gutachten ein (IV-act. 290). Er hielt darin fest, 

der Versicherte sei bewusstseinsklar und vollständig orientiert gewesen. Der Kontakt zu ihm sei sowohl 

direkt als auch über den Dolmetscher gut herstellbar und aufrecht zu erhalten gewesen. Der 

Gedankengang sei formal geordnet gewesen. Anhaltspunkte für eine Ich-Störung oder 

Wahrnehmungsstörungen hätten nicht bestanden. Die Darstellung des komplexen Unfallhergangs sei, 

auch die mechanischen Abläufe betreffend, gut nachvollziehbar und auch bei dezidierten Nachfragen 

konsistent erfolgt. Die Stimmung sei indifferent, nicht relevant zum depressiven Pol ausgelenkt, sondern 

teils vorwürflich fordernd gewesen. Die Gestik und die Mimik seien zur Verdeutlichung uneingeschränkt 

eingesetzt worden. Ängste, Phobien, Zwänge oder paranoide Ideen, die die Untersuchungssituation 

beeinträchtigt hätten, hätten nicht bestanden. Die Darstellung der politischen Verhältnisse im 

Herkunftsland sei engagiert und mit einem uneingeschränkten Redefluss erfolgt. Einfache 

Additionsaufgaben seien mit einer Vielzahl von Fehlern, teilweise aber auch korrekt gelöst worden. 

Beim Thema der anstehenden Hochzeit der Tochter habe der Versicherte ein leichtes Lächeln gezeigt. 

Nach eineinhalb Stunden habe er um eine Pause gebeten. Der psychische Antrieb sei je nach Thema 

unterschiedlich zwischen völlig unbeeinträchtigt und leicht beeinträchtigt gewesen. Eine relevante 

Beeinträchtigung durch Schmerzen sei nicht zu beurteilen gewesen. Bei der Beschreibung der 

Ehesituation (Libido, Sexualität) habe der Versicherte leicht geweint. Nach der ersten halben Stunde 

der Exploration sei er spontan aufgestanden. Er sei eine Zeit lang, gestützt auf die Unterarmgehstützen, 

stehen geblieben und habe sich dann spontan wieder hingesetzt. Die Auffassung, die Konzentration, 

die Ausdauer und die mnestischen Funktionen seien für den Zeitraum und für den Inhalt der Exploration 

ausreichend gewesen. Der Versicherte habe Themenwechseln folgen und den Bezug zu den 

behandelten Themen herstellen können. Die vorliegenden Arztberichte seien teils widersprüchlich und 

spiegelten die unzureichende Auseinandersetzung mit Inkonsistenzen respektive mit einer bewussten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Simulation wider. Dabei rage der Bericht der Klinik D.___ vom 14. März 2019 besonders heraus. Die 

Ärzte hätten aufgrund der begrenzten Deutschkenntnisse keinen vertieften psychotherapeutischen 

Prozess durchführen können; bereits die Exploration sei erschwert gewesen. Dennoch hätten sie sich 

auf den Standpunkt gestellt, dass der Sturz ohne somatisch fassbares Korrelat zu einer chronischen 

schweren Depression geführt habe. Der Umstand, dass in den vorhergehenden Berichten nie von einer 

schweren Depression die Rede gewesen sei, sei in das Prokrustesbett gezwungen worden, der 

Gesundheitszustand müsse sich massiv verschlechtert haben. Die Ärzte hätten ignoriert, dass bereits 

in den Jahren 2010 und 2012 auf eine bewusstseinsnahe Symptompräsentation sowie auf den Umstand 

hingewiesen worden sei, dass der Bruder des Versicherten eine Invalidenrente beziehe, aber keine 

Beschwerden habe. Der Vergleich zwischen den Observationsvideos, die den Versicherten in 

vermeintlich unbeobachteten Situationen zeigten, und einem Video, das in den Räumen der IV-Stelle 

nach vorheriger Absprache mit dem Versicherten erstellt worden sei, bestätige das Ausmass der 

bewussten Defizitpräsentation respektive Simulation einer depressiven Antriebshemmung. Die von der 

Klinik D.___ beschriebene Vehemenz der abweisenden Haltung des Versicherten, mit der dieser das 

therapeutische Umfeld „kontrolliert“ habe, sei mit einer für eine schwere Depression typischen 

Antriebshemmung nicht vereinbar. Auch die vom Versicherten beschriebenen Aktivitäten sowie die 

dokumentierte Fähigkeit zur Simulation erheblicher Beeinträchtigungen seien mit einer depressiven 

Erkrankung nicht vereinbar. Das Verhalten des Versicherten sei als ein Malingering (bewusste 

Simulation) zu interpretieren. In psychiatrischer Hinsicht habe sich der Gesundheitszustand im 

Vergleich zur medizinischen Aktenlage am 2. September 2013 nicht verändert. Der Versicherte sei 

weiterhin uneingeschränkt arbeitsfähig. Die RAD-Ärztin I.___ qualifizierte das Gutachten als 

überzeugend (IV-act. 291). 

A.f Mit einem Vorbescheid vom 27. Februar 2024 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie 

die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 292). Dagegen liess der Versicherte am 19. 

April 2024 einwenden (IV-act. 304), in medizinischer Hinsicht müsse auf das Gutachten der medexperts 

AG vom 2. April 2020 abgestellt werden. Die Observation sei unrechtmässig gewesen, denn es hätten 

keine konkreten Anhaltspunkte für den Versuch, unrechtmässig Leistungen zu erhalten, bestanden und 

die Observation sei nicht notwendig zur Sachverhaltsermittlung gewesen. Die Sachverständigen der 

medexperts AG hätten nach der Würdigung des Observationsmaterials weiter an ihrer Beurteilung 

festgehalten. Das Gutachten von Dr. H.___ überzeuge nicht. Mit einer Verfügung vom 19. Juni 2024 

wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 305). 

B.  

B.a Am 19. Juli 2024 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 19. Juni 2024 erheben (act. G 1). Er liess die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Zusprache einer ganzen Rente beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, das 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Gutachten der medexperts AG belege, dass der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig sei. Die 

RAD-Ärztin Dr. E.___ habe das explizit bestätigt. Die in der Folge durchgeführte Observation sei 

unrechtmässig gewesen. Die Sachverständigen der medexperts AG hätten nach der Würdigung des 

Observationsmaterials keine Veranlassung gesehen, auf ihr Gutachten zurückzukommen. Folglich 

müsse auf das Gutachten der medexperts AG abgestellt werden. Das Gutachten von Dr. H.___ 

überzeuge nicht. 

B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 30. September 2024 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, der „Deutungsversuch“ der 

medexperts AG sei ein „Verstoss gegen die Regeln der Kunst“ gewesen. Das Gutachten von Dr. H.___ 

überzeuge in jeder Hinsicht. 

B.c Der Beschwerdeführer liess am 4. November 2024 an seinen Anträgen festhalten (act. G 7). Die 

Beschwerdegegnerin hielt am 20. November 2024 ebenfalls an ihrem Antrag fest (act. G 9).  

Erwägungen 

1.  

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren 

Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprechen muss. Dieses hat sich nach der verbindlichen Abweisung des Begehrens um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen am 28. August 2019 auf die Prüfung des im Juni 2019 eingereichten 

Rentenbegehrens beschränkt. Bei jenem Begehren hat es sich um eine sogenannte Neuanmeldung 

gehandelt, weshalb das Eintreten darauf das Glaubhaftmachen einer relevanten 

Sachverhaltsveränderung vorausgesetzt hat (Art. 87 Abs. 3 IVV). Dies ist dem Beschwerdeführer mit 

dem Einreichen des Berichtes der Klinik D.___ vom 4. März 2019 gelungen, denn in diesem Bericht 

war eine schwere depressive Episode beschrieben worden; eine solche hatte im ersten 

Verwaltungsverfahren nie zur Diskussion gestanden. Die Beschwerdegegnerin ist folglich zu Recht auf 

die Neuanmeldung vom Juni 2019 eingetreten. In diesem Beschwerdeverfahren ist zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer frühestens ab dem 1. Dezember 2019 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Anspruch auf 

eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat. 

2.  

Gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während 

eines Jahres durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine Rente der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. Art. 16 ATSG). 

3.  

Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Nach seiner Einreise in die Schweiz hat 

er typische Hilfsarbeiten verrichtet. Seine Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt haben folglich jenen eines Hilfsarbeiters entsprochen, weshalb 

grundsätzlich der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne als Valideneinkommen heranzuziehen 

ist. Der letzte vor dem Unfall erzielte Lohn hat 67’600 Franken pro Jahr betragen, was 12,7 Prozent 

mehr als der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne (59’979 Franken) gewesen ist (vgl. den 

Entscheid IV 2013/499 vom 14. März 2016, E. 2). Diese Differenz kann entweder auf eine 

versicherungsrechtliche Zufälligkeit oder aber auf einen überdurchschnittlichen Wert der Arbeitsleistung 

des Beschwerdeführers aufgrund der jahrelangen Erfahrung zurückzuführen sein. Für das Ergebnis 

spielt es allerdings keine Rolle, von welchem Betrag ausgegangen wird. 

4.  

4.1 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, 

welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zumutbar sind. 

Die Beschwerdegegnerin hat zur Beantwortung dieser Frage zunächst ein polydisziplinäres Gutachten 

der medexperts AG eingeholt. Die Sachverständigen der medexperts AG haben den Beschwerdeführer 

umfassend internistisch, neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch untersucht und sie haben die 

relevanten medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Nichts deutet darauf hin, dass die mit der 

somatischen Abklärung betrauten Sachverständigen eine wesentliche Tatsache übersehen hätten. Der 

internistische und die neurologische Sachverständige haben überzeugend begründet aufgezeigt, dass 

aus ihrer fachärztlichen Sicht keine Gesundheitsbeeinträchtigung vorgelegen hat, die sich auf die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgewirkt hätte. Der orthopädische Sachverständige hat 

anschaulich dargestellt, dass das vom Beschwerdeführer präsentierte Verhalten wie auch die Angaben 

des Beschwerdeführers nicht mit den objektiven klinischen und bildgebenden Befunden 

übereingestimmt haben und dass die für die orthopädische Beurteilung massgebenden objektiven 

Befunde weitgehend unauffällig gewesen sind. Für leidensadaptierte Tätigkeiten hat er einen 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent attestiert, was er mit einem zusätzlichen Pausenbedarf von 

eineinhalb Stunden pro Tag begründet hat. Angesichts der diskreten objektiven Befunde ist dieses 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Attest für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten als nicht allzu überzeugend zu qualifizieren, denn der 

orthopädische Sachverständige hat keine objektiven klinischen Befunde genannt, die einen derart 

hohen zusätzlichen Pausenbedarf für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten begründen könnten. Sein 

Teilgutachten belegt aber immerhin mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit, dass dem Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht ideal leidensadaptierte 

Tätigkeiten zu mindestens 80 Prozent zumutbar gewesen sind. Gestützt auf das Gutachten der 

medexperts AG steht folglich überwiegend wahrscheinlich fest, dass dem Beschwerdeführer aus rein 

somatischer Sicht ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu mindestens 80 Prozent zumutbar gewesen 

sind. 

4.2 Der psychiatrische Sachverständige der medexperts AG hat auf zahlreiche Inkonsistenzen 

sowohl bei der psychiatrischen Exploration als auch bei der neuropsychologischen Testung 

hingewiesen: Der Beschwerdeführer hat in einem Beschwerdevalidierungstest weit unter dem Bereich 

des Zufallsniveaus liegende Ergebnisse erzielt, was darauf hingedeutet hat, dass er die richtige Antwort 

gekannt, aber bewusst eine falsche Antwort gewählt hatte; in einem Fragebogen zur Validierung der 

Beschwerdeschilderung hat er einen hohen Wert erreicht, was auf eine tiefe Glaubwürdigkeit der 

Symptompräsentation hingewiesen hat; er hat angegeben, dass er das Alphabet weder in seiner 

Muttersprache noch auf Deutsch beherrsche, bei einer anderen Aufgabe aber einen vollständigen Satz 

niedergeschrieben; er hat behauptet, dass er sich verbal bloss zwei Ziffern merken könne, sein 

Instruktionsverständnis ist aber unauffällig gewesen; in der Gesamtbeurteilung hat der 

neuropsychologische Sachverständige schwere Zweifel an einer ausreichenden Mitwirkung des 

Versicherten gehabt; die Ergebnisse der neuropsychologischen Testung sind nicht valide gewesen. Der 

psychiatrische Sachverständige hat sich allerdings auf den Standpunkt gestellt, unter Berücksichtigung 

des subjektiven Krankheitsmodells mit erheblichen kognitiven Verzerrungen und der persönlichkeits-

bedingten sowie sozio-kulturellen Faktoren sei von einer Symptomverdeutlichung und nicht von einer 

Aggravation oder Simulation auszugehen. An dieser Auffassung hat er auch nach der Würdigung des 

Observationsmaterials festgehalten. Das hat ihn offenbar dazu bewogen, in psychiatrischer Hinsicht 

weitgehend unbesehen auf die Angaben und das demonstrierte Verhalten des Versicherten 

abzustellen. Jedenfalls enthält sein Gutachten keinen Hinweis darauf, dass er die demonstrierten 

psychischen Beeinträchtigungen oder die Angaben des Beschwerdeführers kritisch hinterfragt und bei 

der Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung ausschliesslich den objektiven klinischen 

Befunden unter Ausblendung der Symptomverdeutlichung respektive Aggravation Rechnung getragen 

hätte. Der psychiatrische Sachverständige scheint, ohne dies allerdings explizit festgehalten zu haben, 

davon ausgegangen zu sein, dass der Beschwerdeführer zwar somatische und kognitive 

Einschränkungen demonstriert habe, die effektiv nicht bestanden hätten, dass er aber in der 

psychiatrischen Exploration völlig authentisch gewesen sei. Die fehlende kritische Würdigung der in der 

psychiatrischen Exploration demonstrierten Beeinträchtigungen weckt erhebliche Zweifel an der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Überzeugungskraft des psychiatrischen Teilgutachtens der medexperts AG. Die RAD-Ärztin Dr. med. 

J.___ hat denn auch anschaulich aufgezeigt (IV-act. 167–3), dass der psychiatrische Sachverständige 

vorwiegend auf die subjektiven Angaben des Versicherten abgestellt und die im neuropsychologischen 

Teilgutachten klar festgehaltene „tiefe Glaubwürdigkeit“ sowie weitere Diskrepanzen bei der 

Diagnoseableitung und den daraus folgenden Schlussfolgerungen nicht einleuchtend miteinbezogen 

habe, was die Nachvollziehbarkeit seines Teilgutachtens erschwere. Indem der Sachverständige 

behauptet habe, die Inkonsistenzen seien als eine krankheitsbedingte Verdeutlichung zu interpretieren, 

die durch das passive Krankheitsverständnis mit einer erheblichen Selbstlimitierung bei einem 

entsprechenden sozio-kulturellen Hintergrund und einem ausgeprägten sekundären Krankheitsgewinn 

innerhalb der familiären Strukturen bedingt sei, habe er invaliditätsfremde Faktoren in seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen. Die Zweifel an der Überzeugungskraft des psychiatrischen 

Teilgutachtens sind durch die nachträgliche Stellungnahme zu den Observationsergebnissen nicht 

ausgeräumt, sondern bestärkt worden, weil der psychiatrische Sachverständige sich darauf beschränkt 

hat, seine bereits im Gutachten enthaltenen Ausführungen zu wiederholen. Unter diesen Umständen 

ist die Beschwerdegegnerin gezwungen gewesen, eine weitere psychiatrische Begutachtung durch 

einen anderen Sachverständigen durchführen zu lassen. 

4.3 Bezüglich der zwischen den beiden Begutachtungen durchgeführten Observation ist darauf 

hinzuweisen, dass gemäss der vor der diesbezüglichen Revision des ATSG ergangenen 

bundesgerichtlichen Praxis die Ergebnisse der bis dahin ohne eine gesetzliche Grundlage und damit 

gesetzwidrig erfolgten Observationen in praktisch allen Fällen ohne Weiteres als verwertbar qualifiziert 

worden sind (vgl. BGE 143 I 377). Hier ist die Observation gestützt auf eine gesetzliche Grundlage 

erfolgt. Entgegen der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vertretenen Auffassung sind die 

Voraussetzungen des Art. 43a Abs. 1 ATSG erfüllt gewesen, denn aufgrund der im Gutachten der 

medexperts AG beschriebenen deutlichen Inkonsistenzen hat der Verdacht bestanden, dass der 

Beschwerdeführer bewusst Angaben machen und Verhaltensweisen präsentiert haben könnte, die auf 

ein unrechtmässiges Erwirken einer Rente der Invalidenversicherung hätten abzielen können, wobei 

zur Bekräftigung oder Widerlegung dieses Verdachtes nur eine Observation in Frage gekommen ist. 

Auch die übrigen Voraussetzungen des Art. 43a ATSG sind erfüllt gewesen, weshalb die 

Observationsergebnisse von der Beschwerdegegnerin zu Recht als verwertbar qualifiziert worden sind. 

4.4 Der psychiatrische Sachverständige Dr. H.___ hat den Beschwerdeführer eingehend 

psychiatrisch exploriert und sich vertieft mit den medizinischen Vorakten auseinandergesetzt. Damit hat 

er den für seine Beurteilung massgebenden medizinischen Sachverhalt vollständig erhoben. An sich 

hätte zusätzlich eine neuropsychologische Testung durchgeführt werden sollen. Aufgrund 

administrativer Schwierigkeiten konnte diese allerdings nicht wie geplant vor der psychiatrischen 

Begutachtung durchgeführt werden. Nach der psychiatrischen Exploration hat Dr. H.___ sich dann auf 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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den Standpunkt gestellt, die an sich geplante neuropsychologische Testung sei überflüssig, weil er 

aufgrund der von ihm aus der Exploration und aus der Aktenwürdigung gewonnenen Erkenntnisse 

davon ausgehe, dass der Beschwerdeführer wiederum keine validen Ergebnisse liefern werde. In seiner 

Exploration hatte Dr. H.___ nämlich – wie bereits die Vorgutachter – zahlreiche Inkonsistenzen und 

Diskrepanzen festgestellt, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer weiterhin Symptome verdeutlicht 

respektive aggraviert oder simuliert hat. Vor diesem Hintergrund überzeugt die antizipierte 

Beweiswürdigung von Dr. H.___, der Beschwerdeführer werde auch bei einer weiteren 

neuropsychologischen Testung erneut nicht hinreichend mitwirken. Die Beschwerdegegnerin hat 

deshalb zu Recht von einer weiteren neuropsychologischen Testung abgesehen. In seinem Gutachten 

hat Dr. H.___ sich eingehend und überzeugend mit den medizinischen Vorakten auseinander gesetzt. 

Er hat aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer nicht nur in somatischer, sondern auch in psychiatrischer 

Hinsicht Beeinträchtigungen geltend gemacht respektive demonstriert hat, die nicht authentisch 

gewesen sind. Der von ihm erhobene objektive klinische Befund ist weitgehend unauffällig gewesen, 

was er mit zahlreichen Beispielen (etwa im Zusammenhang mit der Schilderung des Unfallhergangs, 

der Darstellung der politischen Verhältnisse im Herkunftsland, der Diskussion über die anstehende 

Hochzeit der Tochter etc.) anschaulich unterstrichen hat. Ebenso überzeugend ist die 

Auseinandersetzung mit den medizinischen Vorberichten, insbesondere mit dem Bericht der Klinik 

D.___ vom 14. März 2019, der gemäss den Ausführungen von Dr. H.___ an gravierenden fachlichen 

Mängeln gelitten hat. Anhand des Observationsmaterials und eines zu Vergleichszwecken in den 

Räumlichkeiten der Beschwerdegegnerin in Absprache mit dem Beschwerdeführer erstellten Videos 

hat Dr. H.___ aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer in einer für ihn als solche erkennbaren 

Untersuchungssituation eine wesentlich stärkere Symptomverdeutlichung als in Situationen gezeigt hat, 

in der er (vermeintlich) nur einer unspezifischen Alltagsbeobachtung durch das Umfeld ausgesetzt 

gewesen ist. Daraus hat Dr. H.___ den überzeugend begründeten Schluss gezogen, dass der 

Beschwerdeführer bewusst und gezielt Symptome präsentiert hat, dass also nicht lediglich eine 

unbewusste Symptomverdeutlichung vorliegt, wie der psychiatrische Sachverständige der medexperts 

AG geltend gemacht hatte. Der psychiatrische Sachverständige Dr. H.___ hat weder in der von ihm 

selbst durchgeführten Untersuchung noch in den medizinischen Vorberichten objektive Anhaltspunkte 

für die geltend gemachte depressive Störung oder für eine andere psychische Erkrankung mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen können. Gestützt auf sein in jeder Hinsicht 

überzeugendes Gutachten steht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer im hier massgebenden Zeitraum aus rein 

psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. 

4.5 Gestützt auf den somatischen Teil des polydisziplinären Gutachtens der medexperts AG und auf 

das psychiatrische Gutachten von Dr. H.___ beträgt der Arbeitsfähigkeitsgrad mindestens 80 Prozent 

für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten. Wenn man vom statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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als Valideneinkommen ausgeht, könnte nur unter Berücksichtigung des hier offensichtlich nicht 

angebrachten maximalen Tabellenlohnabzuges von 25 Prozent ein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent resultieren. Auch bei einem Valideneinkommen von 112,7 

Prozent des statistischen Zentralwertes der Hilfsarbeiterlöhne müsste ein ebenso nicht angebrachter 

Tabellenlohnabzug von 20 Prozent berücksichtigt werden, damit ein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad resultierte (100% – 100% ÷ 112,7% × 80% × 80% = 43,21%). Im Ergebnis erweist sich 

damit die angefochtene Verfügung, mit der die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des 

Beschwerdeführers abgewiesen hat, als rechtmässig. 

5.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes 

praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 

Franken gedeckt. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind durch den von 

ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. 

3.  

Das Begehren um eine Parteientschädigung wird abgewiesen. 

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2025
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines polydisziplinären Administrativgutachtens. Observation. Zweite Begutachtung. Würdigung eines psychiatrischen Zweitgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2025, IV 2'024/154). Beim Bundesgericht angefochten.

		2026-01-28T04:43:24+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen