# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92fa29f1-e9be-5936-916a-064a98eb4db5
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-25
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 25.04.2017 605 2015 208
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2015-208_2017-04-25.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2015 208

Urteil vom 25. April 2017

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross, Marc Sugnaux
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführerin,     

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz

Gegenstand Invalidenversicherung – Rente, Selbstständigerwerbende

Beschwerde vom 6. Oktober 2015 gegen die Verfügung vom 7. September 
2015

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1957, zweimal geschieden, in dritter Ehe, getrennt lebend, Mutter von 
zwei erwachsenen Kindern, wohnhaft in B.________, machte eine Lehre zur Innendekorateurin 
und betreibt seit 1983 ihr eigenes Unternehmen, seit 2002 unter der Firma C.________ Sàrl, in 
B.________. Ab Juli 2011 bestand eine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit.

Am 24. Januar 2012 meldete sie sich aufgrund einer Depression für den Leistungsbezug bei der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle), Givisiez, an und bean-
tragte Massnahmen für die berufliche Eingliederung.

Am 2. Juli 2013 ordnete die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. D.________, 
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, an. Aus dem Gutachten ergab sich, dass einzig 
vorübergehend eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden hatte. Aufgrund von neuen geltend 
gemachten Befunden wurde am 25. März 2015 eine weitere psychiatrische Begutachtung, nun bei 
Dr. med. E.________, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, angeordnet. 
Gemäss diesem sei jede Arbeit im Vollpensum bei einer um 10% (angepasste Tätigkeit) bzw. 20% 
(bisheriger Beruf) reduzierten Leistungsfähigkeit zumutbar.

Gestützt auf diese Gutachten lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. September 2015 den Ren-
tenanspruch ab. Aus psychiatrischer Sicht liege kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vor. Das 
zumutbare Invalideneinkommen sei um einiges höher als das bis anhin erwirtschaftete Validenein-
kommen.

B. Am 6. Oktober 2015 erhebt A.________ Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und 
beantragt, ihr sei eine "berufliche Wiedereingliederung und Umschulung" zuzusprechen. Die IV-
Stelle habe ihre physischen Beschwerden, die bereits vor 2011 und nicht erst 2014 begonnen 
hätten, zu wenig berücksichtigt und den Fall nur psychiatrisch abgeklärt. Am 3. November 2015 
macht sie einen Antrag auf teilweise unentgeltliche Rechtspflege (URP-Gesuch).

Am 20. November 2015 wird das URP-Gesuch gutgeheissen.

Die IV-Stelle hält in ihren Bemerkungen vom 11. Februar 2016 an ihrer Verfügung fest und bean-
tragt die Abweisung der Beschwerde. Auch wenn durchaus ebenso physische Beschwerden vor-
handen seien, stehe die psychische Problematik klar im Vordergrund.

Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels bringen die Parteien keine wesentlichen neuen Argu-
mente vor.

Mit Schreiben vom 11. August 2016 wird der F.________, als von der Verfügung betroffener BVG-
Versicherer, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, worauf diese am 18. Oktober 2016 
verzichtet.

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2016 macht die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands aufgrund diverser der Unfallversicherung gemeldeter Stürze geltend. Am 
17. März 2017 leitet die IV-Stelle ihrerseits neu erhaltene Akten ans Kantonsgericht weiter.

Es fand kein zusätzlicher Schriftenwechsel statt.

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Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung massge-
bend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1. Die Beschwerde vom 6. Oktober 2015 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 7. September 
2015 ist fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht wor-
den. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozial-
versicherungsgerichtshof, prüft, ob sie Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.

Die IV-Stelle hat sich in der hier streitigen Verfügung nicht explizit zu beruflichen Massnahmen ge-
äussert. Insbesondere angesichts des Grundsatzes Eingliederung vor Rente ist aber davon auszu-
gehen, dass die IV-Stelle implizit auch den Anspruch auf derartige Massnahmen verneint. Zum 
anderen stellt die Beschwerdeführerin zwar ausdrücklich einzig den Antrag auf berufliche Wieder-
eingliederung und Umschulung, sie kritisiert aber auch die von der IV-Stelle festgehaltene Arbeits-
fähigkeit sowie den Invaliditätsgrad und beantragt damit sinngemäss auch eine Invalidenrente. Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Anwen-
dung kommt, ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsge-
brechen, Krankheit oder Unfall sein.

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

Versicherte haben gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie 
mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid sind.

b) Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) be-
drohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeig-
net sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Bst. a); und die Voraussetzungen für den Anspruch 
auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Bst. b). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen 
besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität (Art. 10 
Abs. 1 IVG). Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des 
Erwerbslebens zu berücksichtigen.

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Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit hat der Versicherte, wenn die Umschu-
lung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten 
oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Der Umschulungsanspruch setzt eine Invalidität 
oder die unmittelbare Bedrohung durch eine solche voraus (Art. 8 Abs. 1 IVG). Als invalid i. S. v. 
Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und 
Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise un-
zumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben. 
Dies ist der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch 
zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von 
etwa 20% erleidet (BGE 124 V 108 E. 2b mit Hinweisen).

c) Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körper-
liche Gesundheitsschäden eine Invalidität i. S. v. Art. 4 Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 8 ATSG bewirken. 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrecht-
lich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person 
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden 
könnte; das Mass des Förderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49; 102 
V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c).

Eine Dysthymie gilt nur dann als Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes, wenn sie zusam-
men mit anderen Befunden – wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung – auftritt; allein ist 
sie regelmässig nicht invalidisierend (Urteil BGer 9C_605/2012 vom 23. Januar 2013 E. 3.3 mit 
Hinweisen). Ferner sind mittelgradige depressive Episoden grundsätzlich keine von depressiven 
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbst-
ständigten Gesundheitsschaden (Urteil BGer 9C_605/2012 vom 23. Januar 2013 E. 3.3 mit Hin-
weisen). Ferner sind leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur 
grundsätzlich therapeutisch angehbar (Urteil BGer 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 
mit Hinweisen). Des Weitern stellen Z-codierte Diagnosen keine rechtserhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung dar (Urteil BGer 9C_437/2012 vom 6. November 2012 E. 3.3 mit Hinweisen).

d) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall 
der Richter auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(Befunderhebung, Diagnosestellung) und Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten der Versicherte in seinen körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das 
Leiden eingeschränkt, d. h. arbeitsunfähig ist (BGE 130 V 97 E. 3.3.2; 115 V 133 E. 2c; 107 V 17 
E. 2b; 105 V 156 E. 1). Der Grad der Arbeitsfähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in welchem 
der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen an seinem angestammten Arbeitsplatz zumutbarer-
weise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend ist hingegen die bloss medi-
zinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 235 E. 1b mit Hinweisen). Bei 
langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf hat der Versicherte andere ihm offen 
stehende Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die 
Zumutbarkeit einer Invalidentätigkeit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei 
dieser Sachverhalt aufgrund des objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 
20 E. 2b; OMLIN, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201). Insbeson-
dere ist dabei nicht auf das subjektive Empfinden des Versicherten abzustellen, hätte es doch 
dieser ansonsten in der Hand, seinen Invaliditätsgrad selbst zu bestimmen.

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Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Per-
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli-
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für diesen Einkommensvergleich sind die 
Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des – möglichen – Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einspracheentscheides zu 
berücksichtigen sind (vgl. BGE 129 V 222).

Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der Schadenminderungspflicht 
alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein 
Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls 
mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbs-
einkommen zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tä-
tigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, 
sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. 
Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie 
die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort 
etc. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die 
noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich. Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Vor-
aussetzungen unzumutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenver-
sicherung aufrechterhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen 
erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil BGer 9C_624/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 3.1.1 mit 
Hinweisen, bestätigt in Urteil BGer 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 E. 4.3.1). Eine versicherte Per-
son ist daher unter Umständen invalidenversicherungsrechtlich so zu behandeln, wie wenn sie ihre 
Tätigkeit als Selbstständigerwerbende aufgibt, d. h. sie muss sich im Rahmen der Invaliditätsbe-
messung jene Einkünfte anrechnen lassen, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten 
unselbstständigen Erwerbstätigkeit zumutbarerweise verdienen könnte (Urteil BGer 8C_654/2012 
vom 21. Februar 2013 E. 5.1 mit Hinweisen).

e) Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von 
wem sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizi-
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit-
tels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 
oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf 
und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3cc mit Hinweisen).

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3. Vorliegend ist streitig, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Leistungen der IV hat.

a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihre physischen Beschwerden, die bereits vor 2011 
begonnen hätten, seien zu wenig berücksichtigt worden. So habe die IV-Stelle den Fall einzig in 
psychischer Hinsicht abgeklärt. Ferner habe sie ihren bisherigen Beruf als Innendekorationsnähe-
rin seit mehr als 40 Jahren ausgeübt und wisse nicht, welche Tätigkeit sie sonst ausüben könnte. 
Überdies habe es die IV-Stelle beim Valideneinkommen unterlassen, ihr Einkommen für eine Teil-
zeitanstellung auf eine Vollzeitstelle umzurechnen, weshalb von einem Valideneinkommen von 
CHF 63'351.- (CHF 53'751.- + Mieteinnahmen von CHF 9'600.-) auszugehen sei. Offenbar habe 
sie selbst mit einem solchen Valideneinkommen keinen Rentenanspruch. Sie verlange deshalb 
berufliche Massnahmen.

b) Die IV-Stelle ihrerseits ist der Ansicht, aus den Unterlagen ergäben sich zwar auch phy-
sische Beschwerden, die psychische Seite stehe aber klar im Vordergrund. In einer angepassten 
Arbeit sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig und sie könne sich selbst eingliedern. Die Vor-
aussetzungen für Eingliederungsmassnahmen von Seiten der IV seien nicht gegeben.

c) Als Vorbemerkung ist festzuhalten, dass die beiden psychiatrischen Gutachten die von 
der Rechtsprechung gestellten Anforderungen erfüllen. Sie sind umfassend, beruhen auf allseiti-
gen Untersuchungen, berücksichtigen die beklagten Beschwerden, wurden in Kenntnis der Vor-
akten (Anamnese) abgegeben und die Beurteilung ist jeweils einleuchtend und die Schlussfolge-
rungen sind nachvollziehbar.

d) In ihrer IV-Anmeldung vom 24. Januar 2012 (IV-Akten, S. 1 ff.) machte die Beschwerde-
führerin keine Angaben zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, verwies aber auf die Haus-
ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, sowie den 
behandelnden Psychiater, Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und 
Psychotherapie, bei welchen sie wegen einer Depression in Behandlung sei. Die Hausärztin hielt 
am 16. Dezember 2012 (IV-Akten, S. 41) nur eine schwere depressive Episode (F32.2) fest. Vom 
24. Mai bis 19. Juli 2012 war die Beschwerdeführerin deshalb in der I.________ hospitalisiert. 
Gemäss dem Austrittsbericht vom 20. Dezember 2012 an den behandelnden Psychiater (IV-Akten, 
S. 95 ff.) sei die somatische Anamnese bland, einzig seit Januar 2012 beständen 
Schulterschmerzen. Bei der somatischen Untersuchung konnte ausser diffusen Ruheschmerzen in 
den Schultergelenken kein Befund festgestellt werden, namentlich waren alle Gelenke normal 
beweglich. Auch gegenüber der IV-Stelle erwähnte die Klinik nur eine schwere depressive Episode 
(Bericht vom 20. Dezember 2012; IV-Akten, S. 58 ff.). Die vorübergehenden Schulterschmerzen 
waren gemäss dem Bericht des behandelnden Psychiaters vom 16. Februar 2013 Folge eines 
Sturzes im Dezember 2011 (IV-Akten, S. 100 ff.). Derselbe erwähnte am 17. November 2012 (IV-
Akten, S. 75 f.) Schmerzen in der Halsregion. Diesbezüglich gab die Beschwerdeführerin 
anlässlich der Abklärung für Selbstständigerwerbende an, im Frühjahr 2012 habe ein akutes 
Cervicobrachialsyndrom vorgelegen. Seitdem würde sie Schwerstarbeiten ausweichen, es ginge 
aber viel besser (vgl. Bericht vom 31. Mai 2013; IV-Akten, S. 157 ff.; nachfolgend: 
Abklärungsbericht). Bei Dr. med. D.________ wurden Schmerzen in Schulter, Knie und unterem 
Rücken geltend gemacht. Bildgebende Abklärungen ergaben geringe Befunde für das linke Knie 
(April 2014; IV-Akten, S. 336), eine degenerative Discopathie C6-C7 ohne Neurokompression 
(20. Juni 2014; IV-Akten, S. 222 f.) sowie degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule, 
wiederum ohne Anzeichen von Kompressionen, vor allem auf der Höhe L3–L4 und L5–S1 und 
eine beginnende Hüftarthrose mit Verdacht auf Impingement (Juli 2015; IV-Akten, S. 333 f.).

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Damit ergeben sich aus den medizinischen Akten eben gerade nicht umfassende physische Be-
schwerden, die vor 2011 begonnen haben. Vielmehr ist erstellt, dass zumindest zu Beginn die psy-
chische Seite eindeutig im Vordergrund stand, wie es die IV-Stelle richtig festgehalten hat.

e) In psychischer Hinsicht gingen die behandelnden Ärzte, wie gesehen, übereinstimmend 
von einer schweren depressiven Episode aus. Der behandelnde Psychiater attestierte am 3. März 
2012 (IV-Akten, S. 43 ff.) eine Leistungsfähigkeit von weniger als 20%. Nach Remission sei die 
Wiederaufnahme der Arbeit im Vollpensum möglich. Es müsse die stationäre Behandlung abge-
wartet werden. Diese führte zu einer deutlichen Verbesserung, wie es dem vorerwähnten Austritts-
bericht zu entnehmen ist. Die Ärzte der Klinik gingen dennoch nur von einer Arbeitsfähigkeit von 
50% aus, da weiterhin eine grosse Erschöpfung bestehe. In der Folge kam es gemäss den Anga-
ben des behandelnden Psychiaters vom 17. November 2012 (IV-Akten, S. 75 f.) zu einer erneuten 
Konfrontation mit dem getrennt lebenden Ehemann sowie zu einem Einbruch in die Geschäfts-
räume der Beschwerdeführerin, die sich im gleichen Gebäude wie ihre Wohnung befinden. Am 
16. Februar 2013 (IV-Akten, S. 100 ff.) attestierte derselbe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 30%. 
In einer angepassten Tätigkeit, was zumutbar sei, liege eine volle Arbeitsfähigkeit vor, dies sei bei 
einer selbständigen Unternehmerin aber nicht sinnvoll. Grundsätzlich bestehe in einer solchen Tä-
tigkeit keine verminderte Leistungsfähigkeit, zurzeit aber schon (ohne dass dies näher präzisiert 
wurde).

Gemäss dem Gutachten D.________ vom 8. November 2013 (IV-Akten, S. 184 ff.) lagen eine 
Dysthymie (F34.1), akzentuierte Persönlichkeitszüge (Z73.1) sowie psychische und 
Verhaltensstörungen durch multiplen Substanzgebrauch, zurzeit abstinent (F19.20), alle ohne 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, vor. Die Anamnese sei nicht vereinbar mit einer schweren 
depressiven Episode. Es sei höchstens von einer mittleren depressiven Episode ab Juli 2011 
sowie von einer leichten depressiven Episode ab Juli 2012 aufgrund starker Verbesserung 
während der stationären Behandlung auszugehen. Die mittlere depressive Episode habe zu einer 
totalen Arbeitsunfähigkeit während drei Monaten geführt. In der Folge habe die Arbeitsfähigkeit 
50% und während des Klinikaufenthalts wiederum 100% betragen. Anschliessend sei von einer 
Arbeitsunfähigkeit von 25% auszugehen. Ab November 2012 sei der behandelnde Psychiater noch 
einmal pro Monat konsultiert worden, weshalb ab diesem Zeitpunkt keine Arbeitsfähigkeit mehr 
bestanden habe. Er äusserte sich aber nicht dazu, wie hoch die Arbeitsfähigkeit während der 
Periode vom Juli 2011 bis November 2012 in einer angepassten Tätigkeit gewesen wäre.

Im Gutachten E.________ vom 8. Juni 2015 (IV-Akten, S. 289 ff.) wurden die Diagnosen einer 
Dysthymie (F34.1) sowie einer Persönlichkeit mit akzentuierten emotional unreifen, instabilen, 
impulsiven, ängstlich-vermeidenden, paranoiden und abhängigen Zügen (Z73.1) bestätigt. Neben 
einem subjektiv zweifelsohne vorhandenen erheblichen Leidensdruck seien auch eindeutige 
Tendenzen zur Dramatisierung und Verdeutlichung sowie ein grosser Wunsch nach Anerkennung 
des bisherigen Leidens und der Lebensleistung überhaupt erkennbar. Die Situation und das 
Zustandsbild würden seit jeher massgeblich und ganz überwiegend von äusserst ungünstigen 
krankheitsfremden Faktoren (anhaltende finanzielle und soziale Probleme) beeinflusst. Der 
Gutachter setzt sich ausführlich mit den Berichten des aktuellen (seit 2015) behandelnden 
Psychiaters, Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Deutschland), 
auseinander. Dieser notierte am 11. März 2015 (IV-Akten, S. 246), es gäbe Hinweise auf ein 
psychotisches Wahnerleben. Zudem stehe die Beschwerdeführerin unter starker Medikation, was 
zu Nebenwirkungen führe. Der Zweitgutachter konnte hingegen keinerlei Anzeichen auf derartige 
Wahnphänomene erkennen und wies zu Recht darauf hin, dass solche weder während des 

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stationären Aufenthalts noch vom früheren behandelnden Psychiater erwähnt worden waren, 
obwohl namentlich während des Klinikaufenthalts von einer stärkeren Ausprägung der 
psychischen Problematik auszugehen sei. Zudem seien die Antidepressiva nur gering dosiert und 
die diesbezüglichen Angaben von Dr. med. J.________ würden sich weder mit denjenigen der 
Beschwerdeführerin noch mit dem Medikamentenspiegel decken. Ebenso stellt der Zweitgutachter 
ausführlich dar, wieso vorliegend nur von akzentuierten Persönlichkeitszügen und nicht von einer 
eigentlichen Persönlichkeitsstörung auszugehen ist, worauf verwiesen werden kann. Die nicht 
weiter begründete Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (F61.0) mit anakastischen 
und ängstlich-vermeidenden Zügen von Dr. med. J.________ (undatierter Bericht, eingetroffen bei 
der IV-Stelle am 15. Juni 2015; IV-Akten, S. 322 ff.) kann deshalb nicht berücksichtigt werden. 
Somit muss insgesamt den Berichten des aktuellen behandelnden Psychiaters der Beweiswert 
abgesprochen werden, da sie, wie überzeugend vom Zweitgutachter aufgezeigt, in diversen 
Punkten nicht nachvollziehbar sind. Diese können so verstanden werden, dass ein behandelnder 
Arzt im Zweifelsfall eher zu Gunsten seiner Patientin aussagt. Im Ergebnis erachtete der 
Zweitgutachter auch die bisherige Arbeit im Vollpensum als zumutbar bei einer um 20% 
verringerten Leistungsfähigkeit. Bei einer angepassten Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit nur um 
10% reduziert. Im Unterschied zum Vorgutachter geht Dr. med. E.________ nicht von einer länger 
dauernden Arbeitsunfähigkeit von über 20% aus.

f) Aufgrund der somatischen Problematik erachtete Dr. med. K.________, Facharzt FMH 
für Allgemeine Innere Medizin des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/ 
Solothurn (nachfolgend: RAD), am 23. September 2014 (IV-Akten, S. 231 f.) die bisherige Arbeit 
zu 50% als zumutbar. Demgegenüber bestehe in einer angepassten wechselbelastenden Tätigkeit 
eine volle Arbeitsfähigkeit. Im Übrigen machte er folgende Ausführungen zu den funktionellen Ein-
schränkungen: "Pas de mouvements répétitifs du tronc et des membres, pas de solllicitation 
mécanique particulière du rachis (agenouillée, accroupie, en porte-à-faux), port de charges léger, 
non répétitif". Damit berücksichtigte er die somatischen Beschwerden der Beschwerdeführerin. 
Hinsichtlich der Psyche besteht gemäss Dr. med. E.________ in einer angepassten Tätigkeit eine 
volle Arbeitsfähigkeit bei einer um 10% reduzierten Leistungsfähigkeit. Es ist nicht zu 
beanstanden, dass der RAD-Arzt die reduzierte Leistungsfähigkeit nicht mitberücksichtigt hat, da 
die von Dr. med. E.________ gestellten Diagnosen gemäss der Rechtsprechung als nicht 
invalidisierend angesehen werden müssen. Die IV-Stelle ist damit hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit 
zu Recht der Meinung des RAD-Arztes gefolgt. 

g) Für das Valideneinkommen stützte sich die IV-Stelle auf den Abklärungsbericht sowie 
die von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen. Danach ergibt sich für die Jahre 2006–
2010 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von CHF 12'886.73, womit die Beschwerdeführerin 
bereits vor ihren gesundheitlichen Beschwerden nur ein bescheidenes Einkommen aus ihrer 
selbstständigen Erwerbstätigkeit erzielte. Dies war offenbar immer der Fall, da gemäss dem Aus-
zug aus dem individuellen Konto (IV-Akten, S. 17 ff.) die Beschwerdeführerin nie ein höheres Jah-
reseinkommen als rund CHF 25'000.- ausgewiesen hat, seitdem sie als Selbstständigerwerbende 
(1990) eingetragen ist. Das Valideneinkommen entspricht in der Regel dem effektiv in der bisheri-
gen Tätigkeit erzielten Einkommen, weshalb es nicht angeht, das Valideneinkommen gemäss der 
Lohntabelle des Schweizerischen Verbandes der Innendekorateure festzulegen und, wie es die 
Beschwerdeführerin geltend macht, auf CHF 53'751.- festzusetzen unter der Annahme, das effek-
tive erzielte Einkommen entspreche einer Teilerwerbstätigkeit. Würde dieser Sichtweise gefolgt, 
müsste angenommen werden, die Beschwerdeführerin hätte vor dem Gesundheitsschaden einzig 

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zu einem Pensum von rund 25% gearbeitet, was sogar weniger wäre, als sie es aktuell mit 30% 
tut, und was sie ferner auch gar nicht behauptet.

Unter der Berücksichtigung des von der IV-Stelle korrekt berechneten Invalideneinkommens von 
CHF 45'735.10 ergibt sich auch bei der Annahme, dass die vom Erstgutachter angegebenen Ar-
beitsunfähigkeiten ebenso für eine angepasste Arbeit Gültigkeit hätten, kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente.

h) Der aktuelle behandelnde Psychiater erklärte im vorerwähnten Bericht vom 15. Juni 
2015, am sinnvollsten sei es, die Beschwerdeführerin in ihrem eigenen Unternehmen zu unterstüt-
zen. In diesem Sinne äussert sich ebenfalls die Hausärztin am 31. Juli 2015 (IV-Akten, S. 339 ff.), 
wobei sich aus ihren Erklärungen vor allem ergibt, dass die bisherige Tätigkeit nicht mehr den so-
matischen Einschränkungen angepasst ist, wie es zuvor schon die Meinung des RAD gewesen 
war.

Demgegenüber wurde im Abklärungsbericht zu Recht die Frage aufgeworfen, ob der Beschwerde-
führerin mit einem Anstellungsverhältnis, geregelter Arbeitszeit und garantiertem Einkommen nicht 
eine grosse Last abgenommen werden könnte und sich dies positiv auf ihre psychische Verfas-
sung auswirken würde. Dies bestätigt sich in beiden psychiatrischen Gutachten.

Bei Dr. med. E.________ erklärte die Beschwerdeführerin, sie wäre froh, die IV-Stelle könnte sie 
mit einer Rentenzahlung unterstützen. Demgegenüber äussert sie sowohl in der Beschwerde als 
auch in den Gegenbemerkungen namentlich den Wunsch, die IV-Stelle solle sie mit beruflichen 
Massnahmen unterstützen, damit sie eine angemessene berufliche Aktivität, welche ihren 
gesundheitlichen Beschwerden Rechnung trägt, aufnehmen könne. Damit erachtet die 
Beschwerdeführerin selber die Aufgabe ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit als zumutbar. Die 
von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen müssen hier zudem als erfüllt betrachtet 
werden. So ist es offensichtlich, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ein 
höheres Einkommen erzielen könnte, da das von der IV-Stelle berechnete Invalideneinkommen 
fast viermal so hoch wie das durchschnittliche Valideneinkommen als Selbstständigerwerbende ist. 
Ferner besteht in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit, womit mit der Aufgabe 
des Unternehmens in einer Verweistätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit verwirklicht werden könnte. 
Zudem bestehen keine besonderen Einschränkungen in der zumutbaren Verweistätigkeit, welche 
das Feld der möglichen Tätigkeiten stark eingrenzen würde. Überdies war die Beschwerdeführerin 
im September 2014, dem massgebenden Zeitpunkt ab welchem spätestens die medizinische 
Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit bestand (vgl. Urteil BGer 9C_149/2011 vom 25. Oktober 
2012 E. 3.3), 57½ Jahre alt, womit das Lebensalter der Beschwerdeführerin einer Verwertung 
ihres verbleibenden Leistungsvermögens auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nichts entgegensteht. 
Bei einer Gesamtbetrachtung ist damit die Zumutbarkeit der Geschäftsaufgabe gegeben. Wie 
gesehen, war auch der früher behandelnde Psychiater dieser Ansicht, auch wenn er dies als nicht 
sinnvoll erachtete.

4. Obwohl die Beschwerdeführerin ursprünglich einzig den Antrag auf berufliche Massnahmen 
stellte und dies in ihrer Beschwerde bekräftigte, hat es die IV-Stelle unterlassen, sich in ihrer Ver-
fügung ausdrücklich über entsprechende Massnahmen auszusprechen, was zu kritisieren ist. Sie 
hat einzig in den Bemerkungen festgehalten, es bestehe kein Anspruch auf Wiedereingliederung 
und für die Beschwerdeführerin gelte das Prinzip der Selbsteingliederung, da die von der Recht-

Kantonsgericht KG

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sprechung vorgesehenen Ausnahmen (Rentenbezug während mehr als 15 Jahren oder zurückge-
legtes 55. Altersjahr bei Herabsetzung oder Aufhebung der Rente) hier nicht erfüllt seien.

Diese Sichtweise überzeugt nicht vollständig. Die IV-Stelle bezieht sich auf den Fall, in dem einer 
versicherten Person eine zuvor zugesprochene Rente wieder abgesprochen wird, was hier klar 
nicht der Fall ist.

Angesichts des festgestellten Invaliditätsgrads von 0% besteht sicherlich kein Anspruch auf eine 
Umschulung, da hierfür, wie dargestellt, ein Invaliditätsgrad von rund 20% notwendig wäre. Dem-
gegenüber stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin allenfalls Anspruch auf eine Berufsbe-
ratung oder eine Arbeitsvermittlung hätte, was aufgrund der jahrzehntelangen und ausschliess-
lichen Ausübung ihres gelernten Berufs durchaus sinnvoll sein könnte. Die IV-Stelle ist gehalten, 
diesbezüglich Abklärungen vorzunehmen sowie eine entsprechende Verfügung zu erlassen.

5. Mit Eingabe vom 6. Dezember 2016 machte die Beschwerdeführerin aufgrund diverser Stür-
ze eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geltend. Am 17. März 2017 leitete die IV-
Stelle zwei aktuelle Arztberichte an das Kantonsgericht weiter. Zum einen erklärte Dr. med. 
J.________ am 10. März 2017, der Gesundheitszustand habe sich massiv verschlechtert, weshalb 
ein Unterstützungsgesuch erneut zu prüfen sei. Zum anderen ist dem Bericht des L.________ vom 
1. März 2017 zu entnehmen, dass es zu diversen Stürzen zum Teil mit Bewusstseinsverlust und 
erheblichen Verletzungsfolgen unklarer Ätiologie gekommen sei und eine kardiologische Ab-
klärung vorgeschlagen wurde. Diese Berichte diskutieren nicht die bis zur streitigen Verfügung be-
kannten Beschwerden, sondern es handelt sich dabei soweit ersichtlich um neue Fakten. So er-
wähnte beispielsweise die Hausärztin in ihrem ausführlichen Bericht vom 31. Juli 2015 (IV-Akten, 
S. 339 ff.) keine Stürze. Zudem betreffen diese Berichte die Zeitspanne nach dem Erlass der Ver-
fügung vom 7. September 2015 und müssen damit grundsätzlich nicht in Betracht gezogen werden 
(vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Sie können deshalb hier nicht berücksichtigt werden. 
Demgegenüber können sie als Antrag auf eine Neuanmeldung angesehen werden. Die IV-Stelle 
ist gehalten, die notwendigen Abklärungen vorzunehmen und allenfalls ein Gutachten in Auftrag zu 
geben.

6. Zusammenfassend wird die Angelegenheit für die Prüfung der Frage von beruflichen Mass-
nahmen im Sinne einer Berufsberatung oder einer Arbeitsvermittlung an die IV-Stelle zurückge-
wiesen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

Die Gerichtskosten werden auf CHF 800.- festgesetzt. CHF 400.- gehen zu Lasten der teilweise 
obsiegenden Beschwerdeführerin, von deren Erhebung wird aber aufgrund der am 20. November 
2015 gewährten teilweisen unentgeltlichen Rechtspflege abgesehen. CHF 400.- gehen zu Lasten 
der IV-Stelle.

Kantonsgericht KG

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird teilweise gutgeheissen.

Die Angelegenheit wird zur Prüfung der Frage des Anspruchs auf berufliche Massnahmen im 
Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde 
abgewiesen.

II. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 800.- festgesetzt. Zu Lasten von A.________ gehen 
CHF 400.-, von deren Erhebung wird aufgrund der gewährten teilweisen unentgeltlichen 
Rechtspflege abgesehen. CHF 400.- gehen zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg, Givisiez. 

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Ent-
scheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht 
ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 25. April 2017/bsc

Präsident Gerichtsschreiber-Berichterstatter