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**Case Identifier:** 1acee9db-c2d4-54f8-85f9-e0e9966094b5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.09.2017 200 2017 451
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-451_2017-09-08.pdf

## Full Text

200 17 451 IV
KOJ/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. September 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 16. Februar 2008 mit Hinweis auf eine Diskus-
hernienoperation und einen Operationsschaden bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2). Dar-
aufhin teilte die IVB der Versicherten am 23. Juni 2008 mit, derzeit seien 
keine Eingliederungsmassnahmen möglich (AB 11). Zwecks Abklärung des 
Leistungsanspruchs wurden im erwerblich/häuslichen Bereich insbesonde-
re mehrere Abklärungsberichte Haushalt erstellt, zuletzt am 11. Juli 2016 
(AB 16, 21, 31, 42, 112, 138, 157), und in medizinischer Hinsicht liess die 
IVB die Versicherte verschiedentlich begutachten (bidisziplinäre Expertisen 
von Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 13. Oktober 2010 [AB 40.1] und von Dr. med. D.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie, vom 27. Oktober 
2010 [AB 41]; Gutachten von Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychia-
trie und Psychotherapie, vom 22. Dezember 2012 [AB 93.1]; Expertise der 
Begutachtungsstelle F.________ (MEDAS) vom 2. Mai 2016 samt Teilgut-
achten [AB 150.1 - 150.5]). 

In verfahrensmässiger Hinsicht erliess die IVB bezüglich des Rentenan-
spruchs am 28. April 2010 (AB 32) sowie am 15. April 2011 (AB 43) einen 
Vorbescheid und am 22. September 2011 drei Verfügungen (AB 55), wel-
che sie am 26. September 2011 formlos wieder aufhob, wobei sie nach 
Vornahme weiterer Abklärungen den Erlass einer neuen Verfügung in Aus-
sicht stellte (AB 56). Schliesslich sprach sie der Versicherten nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 29. März 2017 vom 
1. bis 31. August 2008 eine Viertelsrente, vom 1. September 2008 bis 
30. April 2009 eine ganze Rente, vom 1. Mai 2009 bis 31. August 2009 
eine Viertelsrente, vom 1. Mai 2011 bis 31. Juli 2011 eine halbe Rente, 
vom 1. August 2011 bis 31. Mai 2016 eine ganze Rente und ab dem 1. Juni 
2016 eine Viertelsrente zu (AB 158, 160, 172/18 - 27).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 3

B.

Am 12. Mai 2017 lässt die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, dagegen beschwerdeweise Folgendes beantragen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 29. März 2017 sei, 
soweit die Zeit ab 1. Juni 2016 betreffend, aufzuheben. 

2. Es sei festzustellen, dass der Invaliditätsgrad von Frau A.________ 
ab 1. Juni 2016 unverändert 100 % beträgt.
Evenutaliter:
Es sei festzustellen, dass der Invaliditätsgrad von Frau A.________ 
ab 1. Juni 2016 mindestens 50 % beträgt.

3. Es sei Frau A.________ rückwirkend ab 1. Juni 2016 weiterhin eine 
ganze Invalidenrente auszurichten.
Eventualiter:
Es sei Frau A.________ rückwirkend ab 1. Juni 2016 eine halbe In-
validenrente auszurichten.
Subeventualiter:
Es sei die Sache zur vollständigen Vornahme der notwendigen Ab-
klärungen durch einen mit der Sache nicht vorbefassten Gutachter 
sowie zur Neubeurteilung an die IV-Stelle Kanton Bern zurückzu-
weisen.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 4. Juli 2017 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerde-
führerin die verlangte Kostennote ein und machte zusätzliche Ausführun-
gen in der Sache selber.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2  

1.2.1 In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a).

Den Streitgegenstand bestimmende, aber aufgrund der Beschwerdebegeh-
ren nicht – mehr – beanstandete Elemente prüft das Gericht nur, wenn 
hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten er-
gebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass vorhanden ist (BGE 125 V 
413 E. 2c S. 417).

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1.2.2 Angefochten ist die Verfügung vom 29. März 2017 (AB 172/18 - 27). 
Streitig und zu prüfen ist grundsätzlich der Rentenanspruch der Beschwer-
deführerin an sich, nicht nur derjenige ab Juni 2016 (vgl. E. 1.2.1 hiervor). 
Vorliegend ist jedoch der Anspruch bis Ende Mai 2016 mit diversen Ren-
tenanpassungen unbestritten (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. 4) und aufgrund 
der Akten besteht für das Gericht kein Anlass zu diesbezüglichen Weite-
rungen (vgl. E. 1.2.1 hiervor). Zu prüfen ist im Folgenden somit der Ren-
tenanspruch ab Juni 2016. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Invalidität (Art. 8 ATSG) kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die voraussicht-
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun-
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) – 
nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die 
nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in 
irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeits-
markt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust 
einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 
343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun-
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 6

2.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 
2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).  

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder 
als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer ande-
ren Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 7

gungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, 
was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 125 
V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er-
werbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer-
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.5

2.5.1 Nach der Rechtsprechung sind bei der rückwirkenden Zusprechung 
einer abgestuften oder befristeten Rente die Revisionsbestimmungen (Art. 
17 Abs. 1 ATSG; Art. 88a Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) analog anwendbar, weil 
noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende 
Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Ände-
rung mitberücksichtigt wird (Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 
5. Mai 2011, 9C_996/2010 / 9C_1005/2010, E. 8, und vom 16. Juni 2009, 
8C_87/2009, E. 2.2).

2.5.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. 
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des 
Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10).

2.5.3 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 8

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auf-
trag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern des-
sen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 
351 E. 3a S. 352).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Auf die rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder 
befristeten Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 9

Bestimmungen analog anzuwenden (vgl. E. 2.5.1 hiervor). 
Dementsprechend ist bei mehreren Sachverhaltsveränderungen jeweils 
massgeblicher Vergleichszeitpunkt jener, in welchem zuletzt eine 
rechtskonforme Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 
Invaliditätsbemessung vorgenommen wurde und sich eine Veränderung 
des Rentenanspruchs ergab (Entscheid des BGer vom 15. Juli 2011, 
9C_226/2011, [in BGE 137 V 369 nicht publizierte] E. 4.3.1). Der Beginn 
des Vergleichszeitraumes fällt hier auf Anfang August 2011, ab diesem 
Zeitpunkt veränderte sich die Rente von einer halben auf eine ganze 
Rente. Ende des Vergleichszeitraumes bildet der in Anwendung der 
Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende Zeitpunkt der 
Rentenherabsetzung (BGer 8C_87/2009, E. 2.2), vorliegend per Juni 2016 
(Begutachtung im Februar bzw. März 2016 [AB 150.1/1] plus drei Monate). 
Folglich ist die Situation im August 2011 mit derjenigen im Juni 2016 zu 
vergleichen und zu fragen, ob in diesem Zeitraum eine wesentliche Ände-
rung in den für den Invaliditätsgrad wesentlichen Tatsachen eingetreten ist 
(vgl. E. 2.5.2 hiervor).

3.2 Die Rentenerhöhung ab August 2011 basiert im medizinischen Be-
reich im Wesentlichen auf den folgenden Unterlagen:

3.2.1 Im Bericht der Klinik G.________ vom 27. Dezember 2011 (AB 68) 
zur Hospitalisation vom 4. Oktober bis 28. November 2011 wurden die fol-
genden Diagnosen angegeben:

 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: 
F32.2)

 Chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom
 Residuelle L5-Symptomatik rechts (M54.5)
 Hüftschmerzen rechts mit Impingement

Die behandelnden Ärzte gaben an, die Beschwerdeführerin habe über an-
haltende Eheprobleme berichtet. Sie habe ihren Mann geliebt, ihre Gefühle 
aber nicht erwidert bekommen. Dies habe sie bewogen, anfangs August 
2011 von zu Hause auszuziehen, wovon sie sich erhofft habe, dass der 
Mann, welcher aktuell mit den beiden Kindern (12 und 14 Jahre) zusam-
menlebe, sie wieder zu sich bitten würde. Sie habe sich somit selbst in die 
Isolation befördert und könne die Kinder auch am Wochenende nicht se-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 10

hen, worunter sie sehr leide. Zirka zwei Wochen vor Eintritt sei sie gestürzt, 
sie hätten ihr mitgeteilt, dass die verletzte Hüfte eine Operation notwendig 
mache. Das habe sie völlig aus der Bahn geworfen. Sie habe in den letzten 
Jahren mehrere Operationen machen müssen und leide heute noch an 
starken Schmerzen. Alles sei ihr zu viel geworden und so habe sie vorletz-
tes Wochenende sehr viel Temesta eingenommen mit dem Ziel, nicht mehr 
aufwachen zu müssen. 

3.2.2 Im Zusammenhang mit einem Aufenthalt in den psychiatrischen 
Diensten H.________ vom 7. Dezember 2011 bis 3. Februar 2012 wurden 
im Bericht vom 1. März 2012 die folgenden (Haupt-)Diagnosen aufgeführt 
(AB 70):

Bipolar affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode, ohne psycho-
tische Symptome; F31.4 mit/bei:
 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Lorazepam und Alkohol 

09/2011; X61 / X65
 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Lorazepam 08/2008; X61
 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Pethidin im Jahre 2007; X62

Die behandelnden Ärzte gaben an, die Beschwerdeführerin sei durch die 
orthopädische Abteilung des Spitals L.________ zugewiesen worden, auf 
welcher sie vom 28. November 2011 bis zum 7. Dezember 2011 stationär 
hospitalisiert gewesen sei. Im Vorfeld sei sie direkt aus der Klinik 
G.________ übergetreten, wo sie sich aufgrund einer akuten Psychose bei 
bekannter bipolarer affektiver Störung aufgehalten habe. Am 29. November 
2011 sei die chirurgische Hüftluxation rechts erfolgt, wobei es postoperativ 
zu einer depressiven Episode mit mehrfach geäusserten Suizidgedanken 
gekommen sei. 

3.2.3 Im Bericht der Tagesklinik der psychiatrischen Dienste H.________ 
vom 28. August 2012 (AB 86) wurden die folgenden (psychiatrischen) Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angegeben: 

 Bipolare affektive Störung, ggw. mittelgradige depressive Episode mit somati-
schem Syndrom, bestehend seit 2006

 Verdacht auf asthenische Persönlichkeitsakzentuierung DD –störung; F60.7, 
bestehend wahrscheinlich seit der Jugend

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Die behandelnden Ärzte führten aus, es bestünden körperliche Einschrän-
kungen in Form einer verminderten körperlichen Belastbarkeit aufgrund des 
chronischen Schmerzsyndroms infolge des komplexen orthopädischen 
Leidens (betreffend Rücken, das rechte Bein und die rechte Schulter). Psy-
chische Einschränkungen bestünden in Form von Ängstlichkeit, Nervosität, 
Konzentrationsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit, rascher Überforde-
rung/Erschöpfung und verminderter Leistungsfähigkeit. Aus den psychi-
schen Einschränkungen resultiere eine deutlich reduzierte psychische 
Belastbarkeit ausserhalb eines geschützten Rahmens. Der Beschwerde-
führerin wurde ab dem 20. Februar 2012 bis auf Weiteres eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert.

3.2.4 Die Psychiaterin Dr. med. E.________ führte im Gutachten vom 
22. Dezember 2012 (AB 93.1) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit auf (AB 93.1/54):

 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: 
F31.3)

 Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ängstlich-abhängig) ICD-10: Z73.1

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Fol-
genden angegeben (AB 93.1/54):

 Probleme in Verbindung mit der sozialen Umgebung: Anpassungsprobleme bei 
Veränderungen der Lebensumstände ICD-10: Z60.0

 In der Familienanamnese Hinweise auf andere psychische und Verhaltens-
störungen ICD-10: Z81.8

 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Lorazepam und Alkohol 
09/2011; X61 / X65

 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Lorazepam 08/2008; X61
 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Pethidin im Jahre 2007; X62 

(psychiatrische Dienste H.________)
 Status nach Opiat- und Benzodiazepinabhängigkeit ICD-10: F11.20, F13.20

Zur Frage, in welchem zeitlichen Rahmen die bisherige Tätigkeit noch zu-
mutbar sei, gab die Gutachterin an (AB 93.1/64 ff.), betreffend Haushalt 
könnte die Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch aktuell an somati-
sche Einschränkungen angepasste hauswirtschaftliche Tätigkeiten mit ei-
nem Arbeitspensum von durchschnittlich drei bis vier Stunden täglich 
durchführen. Bezüglich der Tätigkeit als ungelernte … sei die Zumutbarkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 12

unklar, es sei eine Belastungserprobung erforderlich. Etwaige Leistungs-
einbussen hätten aufgrund der teils widersprüchlichen gutachterlichen Un-
tersuchungsergebnisse nicht ausreichend exakt eingeschätzt werden kön-
nen. Wahrscheinlich bestehe ein erhöhter Pausenbedarf. Die 
Beschwerdeführerin könne ihre verbleibenden Fähigkeiten in einer anderen 
Tätigkeit nicht besser verwerten. Zur Zeit befinde sich die Beschwerdefüh-
rerin noch in einer psychischen und orthopädischen Rehabilitationstherapie 
und sei daher zu 100 % arbeitsunfähig. Der Erfolg der psychiatrischen The-
rapie könne frühestens in einem halben Jahr beurteilt werden. Die Be-
schwerdeführerin sei im Mai 2012 an der rechten Schulter und im Juni 
2012 an der rechten Hüfte operiert worden. Nach Abschluss der somati-
schen Rehabilitation (zirka März oder April 2013) sei eine Neubeurteilung 
allenfalls persistierender Beschwerden und Funktionsdefizite erforderlich. 
Zur Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit (ab 2011) hielt die Gutachterin fest 
(AB 93.1/65), die psychische Leistungsfähigkeit habe mit zunehmender 
Depressivität ab Mai 2011 bis zur Wiederaufnahme einer vollstationären 
Therapie am 4. Oktober 2011 wahrscheinlich kontinuierlich abgenommen. 
Die Beschwerdeführerin sei seither kontinuierlich zu 100 % arbeitsunfähig. 

3.2.5 Der behandelnde Psychiater Dr. med. I.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Bericht vom 14. Januar 2015 (AB 
131) die folgenden (psychiatrischen) Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit auf:

 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy-
chotische Symptome F33.2 seit mindestens 2007

 DD bipolar affektive Störung (erstmalig diagnostiziert von anderer Stelle 
12/2011)

 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Lorazepam und Alkohol 
09/2011; X61 / X65

 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Lorazepam 08/2008; X61
 Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung mit Pethidin 2007; X62

Zum Verlauf seit Behandlungsbeginn am 2. Mai 2013 gab Dr. med. 
I.________ an (AB 131/2), bis auf zwei kurze, wenige Wochen andauernde 
Phasen habe bei der Beschwerdeführerin eine schwere bis schwerste de-
pressive Symptomatik vorgelegen. In den beiden erwähnten wenige Wo-
chen andauernden Phasen (2013 und ab Januar 2014) sei es zu einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 13

Teilremission der depressiven Symptomatik gekommen. Diese sei geprägt 
durch einen massiven Antriebsverlust, durch eine nahezu vollständige 
Freudlosigkeit und eine sehr bedrohliche, sehr häufig rekurrierende Suizi-
dalität, die eine äusserst aufwändige psychiatrisch/psychotherapeutische 
Behandlung, geprägt von häufigen Kriseninterventionsgesprächen, not-
wendig gemacht habe und in Zukunft aller Voraussicht auch weiterhin not-
wendig machen werde. Als wahrscheinlich entscheidender ätiologischer 
Faktor bestehe seit 2006 ein schwer verlaufendes Schmerzsyndrom, wel-
ches immer wieder aufwändige Nachfolgeuntersuchungen und belastende 
operative Eingriffe notwendig gemacht habe, die zweimalig zu einem belas-
tenden Folgeschaden und weiteren Komplikationen geführt hätten, ohne 
dass das Schmerzsyndrom in der Vergangenheit hinreichend hätte behan-
delt werden können. Die Beschwerdeführerin sei derzeit nicht in der Lage, 
einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Seit Behandlungsbeginn und vor 
dem letzten operativen Eingriff sei meist lediglich sechs Stunden pro Wo-
che verrichtete Arbeit an einem geschützten nicht ertragsorientierten Ar-
beitsplatz möglich gewesen (…). Dies sei derzeit aufgrund der nach dem 
letzten operativen Eingriff entstandenen Mobilitätseinschränkung und ande-
ren Einschränkungen nicht möglich gewesen (AB 131/4).

3.3 Die Situation im Juni 2016 basiert in medizinischer Hinsicht insbe-
sondere auf dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS vom 2. Mai 
2016, welches auf Beurteilungen in den Fachgebieten Ortho-
pädie/Traumatologie (Federführung), Innere Medizin, Neurologie und 
Psychiatrie beruht (AB 150.1 - 150.5 [samt Teilgutachten]). Im erwähnten 
Gutachten führten die Experten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit auf (AB 150.1/23):

1. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom im Status nach zweimali-
gen Diskektomien 01/2006 und 10/2006 als auch ventraler Spondylodese vom 
6. August 2009 mit statisch ungünstigem Hohl-Rundrücken und myostatischer 
Insuffizienz der Rumpfmuskulatur

2. Bipolar-II-Störung (F31.80)

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutach-
ter die Folgenden an (AB 150.1/23 f.):

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 14

3. Residuelle sensible Störung bei L2 rechts nach iatrogener chemischer Nerven-
läsion (Spinalanästhesie; 10. Oktober 2006)

4. Residuelle sensible Störungen im distalen Segment L5 und S1 und motorische 
Störung im distalen Gebiet von L5 rechts bei Status nach Mikrodiskektomie bei 
L5/S1 rechts (13. Januar 2006, 10. Oktober 2006) und interkorporeller Spondy-
lodese mit Interposition eines Käfigs (6. August 2009)

5. Persistierende Arthralgie des rechten Schultergelenkes bei freier Funktion bei 
muskulärem Defizit der Schultergürtelmuskulatur

6. Coxalgie rechts nach zweimaligen Offset-Korrekturen und einmaliger arthro-
skopisch assistierter Operation mit freier Beweglichkeit und Faszienlücke des 
Traktus iliotibialis

7. Akzentuierte (abhängige) Persönlichkeitszüge (Z73)
8. Rezidivierende Pyelonephritis
9. Hypothyreose
10. Verdacht auf nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD)
11. Gemischte Hyperlipoproteinämie
12. Verdacht auf Rosazea

Die Experten gaben zusammenfassend an (AB 150.1/26 f.), sowohl die 
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … als auch die Ar-
beitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit betrage 50 - 60 %, ab 
Datum der Begutachtung. Als Hausfrau sei die Arbeitsfähigkeit wegen der 
hier möglichen uneingeschränkten Flexibilität, der freien Pauseneinteilung 
etc. deutlich höher, sie liege bei 80 % (rein psychiatrisch betrachtet). Die 
Beschwerdeführerin sei in der Lage, körperlich sehr leichte Tätigkeiten mit 
Heben und Tragen von Lasten bis zu 5 kg überwiegend im Sitzen, zeitwei-
lig im Stehen mit der Möglichkeit zum selbstbestimmten Haltungswechsel 
durchzuführen. Tätigkeiten in Zwangshaltungen (ständige Vorneige, Über-
kopfarbeiten), solche in kniender, hockender Stellung wie auch Tätigkeiten 
unter extremen Temperaturschwankungen bei Hitze, Kälte und Nässe so-
wie Zug sollten vermieden werden. Aus psychiatrischer Sicht seien über-
wiegend sachorientierte Tätigkeiten ohne erhöhte Anforderung an die 
emotionale Belastbarkeit geeignet. Kundenkontakt sollte in geringem Um-
fange erfolgen, da Kundenkontakte immer wieder auch emotional belas-
tend sein könnten. Zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen und in einer leidensadaptierten Tätigkeit gaben die Gutachter im 
polydisziplinären Konsens an (AB 150.1/27), aus orthopädischer Sicht sei 
die Arbeitsfähigkeit nach einem stabilisierenden Eingriff an der Wirbelsäule 
etwa sechs Monate nach der Operation wieder hergestellt. Die einzelnen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 15

gelenkchirurgischen Eingriffe der Schultern und Hüftgelenke bedürften je-
weils auch einer entsprechenden Rekonvaleszenzzeit von vier bis sechs 
Wochen. Psychiatrisch werde ausgeführt, dass im Gutachten von Dr. med. 
C.________ vom 13. Oktober 2010 noch eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in 
einer „ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit“ gesehen werde; die damalige 
Einschätzung sei nachvollziehbar, auch im Gutachten von Dr. med. 
E.________ vom Dezember 2012 werde die Einschätzung von Dr. med. 
C.________ als plausibel eingeschätzt. Inzwischen sei es aber doch zu 
einer Chronifizierung gekommen, hin zur heutigen Arbeitsfähigkeit von nur 
noch 50 - 60 %. Eine Darstellung des genauen zeitlichen Ablaufs sei hier 
letztlich nicht möglich, da hinsichtlich der Attestierung von Arbeitsunfähig-
keiten körperliche Aspekte häufig eine wesentliche Rolle gespielt hätten, 
die Chronifizierung sich allmählich entwickelt habe, noch dazu überlagert 
durch Phasen ausgeprägterer affektiver Symptomatik und dann auch höhe-
rer Arbeitsunfähigkeit, nach Januar 2015 lägen auch gar keine psychiatri-
schen Akten mehr vor. Insofern könne die benannte aktuelle 
Arbeitsfähigkeit mit ausreichender Sicherheit nur ab Datum der Begutach-
tung festgestellt werden. Von neurologischer Seite sei die Beschwerde-
führerin explizit nie krankgeschrieben worden. Auch allgemeininternistisch 
sei die Arbeitsfähigkeit bisher nicht eingeschränkt gewesen.

3.4 Im vorliegenden Verfahren reichte die Beschwerdeführerin einen 
weiteren Bericht von Dr. med. I.________ vom 18. April 2017 (Akten der 
Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 3) ein. Darin hielt Dr. med. 
I.________ zum Verlauf seit seinem letzten Bericht vom 14. Januar 2015 
(AB 131) fest, die gesamte Behandlungsdauer bis dato sei geprägt gewe-
sen durch einen ausserordentlich negativen Verlauf der psychischen Er-
krankung und der Schmerzsymptomatik. Mit Ausnahme weniger Wochen 
mit einer geringgradigen Reduktion der depressiven Symptomatik und sehr 
wenigen, sehr kurzen Phasen mit fraglich aufgetretenen submanischen 
Symptomen habe eine andauernd schwere depressive Symptomatik be-
standen bzw. bestehe eine solche (vor allem geprägt durch eine ausge-
prägte deprimierte Stimmungslage, Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit, 
suizidale Gedanken, Antriebsverlust und stark erhöhte Erschöpfbarkeit und 
Rückzugsverhalten). Die Schwere der psychischen Erkrankung lasse sich 
aufgrund folgender Punkte dokumentieren: mehrfache stationäre psychia-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 16

trische Behandlung, drei Suizidversuche, Ausdehnung der tagesklinischen 
Behandlung immer wieder bis zum von der Krankenkasse übernommenen 
Maximum, ausserordentlich engmaschige ambulante Behandlung (psychia-
trisch und psychotherapeutisch) mit fast ausnahmslos wöchentlichen Sit-
zungen während fast vier Jahren, mehrmonatige ambulante hochfrequente 
psychiatrische Spitex-Betreuung/Behandlung mit regelmässiger Avisierung 
des Referenten zur Abklärung der Suizidalität meistens vor dem Wochen-
ende, Ablehnung mehrfach vorgesehener stationärer Zuweisungen durch 
die Beschwerdeführerin und Verzicht auf Zwangszuweisung durch die Poli-
zei, ermöglicht durch die gute therapeutische Beziehung des Referenten. 
Dr. med. I.________ gab weiter an, die Belastungen an der geschützten 
Arbeitsstelle der psychiatrischen Dienste M.________ und die unterstüt-
zende Tätigkeit der Beschwerdeführerin im … seien keinesfalls zu verglei-
chen mit den Belastungen, die an einer ungeschützten Arbeitsstelle im 
erlernten Beruf (…) auftreten würden. Während des gesamten erwähnten 
Beobachtungszeitraums (seit dem 15. Januar 2015) habe keine Arbeits-
fähigkeit in ungeschützten beruflichen Tätigkeitsfeldern bestanden.

4.

4.1 In medizinischer Hinsicht ist zu Recht unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin seit Jahren an somatischen und psychischen Gesund-
heitsschäden leidet, sich ihr psychischer Gesundheitszustand ab Mai 2011 
zunehmend verschlechterte und sie infolgedessen aus psychischen Grün-
den jedenfalls ab Oktober 2011 zu 100 % für jegliche Tätigkeiten arbeitsun-
fähig war. Letzteres ergibt sich insbesondere mit Blick auf die 
entsprechenden ärztlichen Berichte im Zusammenhang mit den stationären 
Aufenthalten in der Klinik G.________ vom 4. Oktober bis 28. November 
2011 (AB 68) bzw. in den psychiatrischen Diensten H.________ vom 
7. Dezember 2011 bis 3. Februar 2012 und vom 20. bis 22. Februar 2012 
(AB 86/3) sowie der teilstationären Behandlung in den psychiatrischen 
Diensten H.________ vom 23. Februar bis 16. August 2012 (AB 86/3) wie 
auch aus den Ausführungen der Gutachterin Dr. med. E.________ (AB 
93.1/65). In der Folgezeit blieb es vorerst bei der vollständigen Arbeitsun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 17

fähigkeit; dies wird auch gestützt durch die Angaben von Dr. med. 
I.________ im Bericht vom 14. Januar 2015 (AB 131). 

Mit den im massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) eingetre-
tenen, im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 11. Juli 2016 aufgeführ-
ten (AB 157/7 f. und 11 f.) und von der Beschwerdeführerin nicht 
bestrittenen Statusänderungen, den diversen orthopädischen Eingriffen, 
welche auch nach Einschätzung der Beschwerdeführerin selber zu einer 
Verminderung der somatischen Beschwerden führten (AB 150.2/1 ff., AB 
150.5/4) sowie der gutachterlich festgestellten verbesserten Leistungs-
fähigkeit aus psychischer Sicht (AB 150.1/25 und 27, AB 150.5/9 f.), worauf 
abzustellen ist (vgl. E. 4.2 f. hiernach), liegen gleich mehrere Revisions-
gründe vor. Folglich ist der Rentenanspruch frei zu prüfen (BGE 141 V 9 
E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

4.2 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 2. Mai 2016 samt 
Teilgutachten (AB 150.1 – 150.5) erfüllt die an den Beweiswert einer medi-
zinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.6 hiervor). Es ist 
voll beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte 
umfassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. 
Weiter leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezo-
genen Schlussfolgerungen werden eingehend begründet. Auf die Expertise 
kann demnach abgestellt werden.

4.3 Den Einwendungen der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt wer-
den. Entgegen ihrer Darstellung (Beschwerde S. 7 Ziff. 5) hat der psychia-
trische Gutachter der MEDAS Dr. med. J.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, seine Schlüsse unter Würdigung der ge-
samten Akten, insbesondere auch mit Blick auf die Einschätzungen der 
Dres. med. E.________ und I.________, begründet und die Entwicklung 
der Arbeitsunfähigkeit plausibel dargelegt (AB 150.5/9 f.). 

Soweit sich die Beschwerdeführerin auf die Einschätzung von Dr. med. 
E.________ im Gutachten vom 22. Dezember 2012 (AB 93.1) beruft (Be-
schwerde S. 7 Ziff. 6 und S. 8 Ziff. 8), stammen deren Angaben aus dem 
Jahr 2012 und es liegt kein aktueller Bericht vor. Zudem hat der psychiatri-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 18

sche Gutachter Dr. med. J.________ unter Verweis auf die Ausführungen 
von Dr. med. E.________, wonach aufgrund der laufenden „psychiatri-
schen und orthopädischen Rehabilitationstherapie“ auch in einer leidensa-
daptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestehe, zutreffend 
festgehalten (AB 150.5/10), der Verweis (von Dr. med. E.________) auf die 
orthopädische Rehabilitationstherapie sei fachfremd, womit nicht klar sei, 
wie hoch die rein psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit damals einge-
schätzt worden sei. Zudem gab Dr. med. E.________ an (AB 93.1/65), der 
Erfolg der psychiatrischen Therapie könne frühestens in einem halben Jahr 
beurteilt werden, womit damals im Jahr 2012 keine abschliessende Beurtei-
lung möglich war. 

Was die Angaben von Dr. med. I.________ vom 14. Januar 2015 (AB 131) 
betrifft, ist festzuhalten, dass für jenen Zeitpunkt eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit der Beschwerdeführerin nach dem oben Erwähnten (vgl. E. 4.1 
hiervor) unbestritten ist. Soweit Dr. med. I.________ aber im Bericht vom 
18. April 2017 (BB 3) immer noch von unveränderten Verhältnissen aus-
geht, kann ihm nicht gefolgt werden, sondern ist auf das überzeugende 
Gutachten der MEDAS abzustellen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass 
nach der MEDAS-Begutachtung (mit Untersuchungen vom 24. Februar 
2016 und 8. März 2016 [AB 150.1/1]) keine psychiatrisch bedingten Hospi-
talisationen erfolgt sind und sich kein weiterer Suizidversuch ereignet hat. 
Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin angegeben, dass es ihr seit der 
Operation an der Schulter im Juni 2015, welche eine gute Verbesserung 
mit sich gebracht habe, auch psychisch etwas besser gehe (AB 150.5/4). 
Schliesslich ist auch die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag 
des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauf-
trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu 
berücksichtigen, welche es nicht zulässt, ein medizinisches Administrativ- 
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer 
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslauten-
den Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich 
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 
wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende 
– Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 19

ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Ein sol-
cher Fall liegt hier nicht vor.

Soweit die Beschwerdeführerin sodann geltend macht (Beschwerde S. 7 
Ziff. 7 und S. 8 Ziff. 9), der psychiatrische Gutachter lasse die Frage einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung komplett ausser Betracht und 
es hätten entsprechende Abklärungen vorgenommen werden müssen, ist 
zu erwähnen, dass auch Dr. med. I.________ eine solche nicht diagnosti-
ziert hat. Zudem hielt der RAD-Arzt Dr. med. K.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, am 29. September 2011 (AB 58/2) zu der 
von Dr. med. C.________ im Gutachten vom 13. Oktober 2010 (AB 40.1) 
gestellten Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung fest, 
es sei nicht nachvollziehbar, weshalb diese Diagnose bei eindeutiger objek-
tivierbarer Rückenproblematik gestellt werde. Auch der psychiatrische Gut-
achter der MEDAS stufte diese Diagnosestellung als nicht plausibel ein (AB 
150.5/9). Demnach erübrigen sich zusätzliche Abklärungen in Bezug auf 
eine somatoforme Schmerzstörung. 

4.4 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor (Beschwerde S. 10 f. Ziff. 
13 - 16; Eingabe vom 4. Juli 2017 [im Gerichtsdossier]), die Vorgehenswei-
se der Beschwerdegegnerin, bei einer gutachterlich attestierten Arbeits-
fähigkeit von 50 - 60 % die Berechnung des Invaliditätsgrades mit einer 
Arbeitsfähigkeit von 55 % vorzunehmen, sei nicht zulässig. Die angenom-
mene Arbeitsfähigkeit von 55 % sei beweismässig nicht erstellt, vielmehr 
sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. 

Mit der Befunderhebung und der Diagnosestellung kommt der Gutachter 
seiner eigentlichen Aufgabe nach, ebenso hat er die Arbeitsfähigkeit zu 
schätzen (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195). Folglich ist nicht zu beanstanden, 
dass im psychiatrischen Gutachten (AB 150.5/9) bzw. im polydisziplinären 
Konsens des Gutachtens der MEDAS (AB 150.1/26) eine Arbeitsfähigkeit 
von 50 - 60 % angegeben wurde; bei einer solchen gutachterlich festge-
stellten Bandbreite entspricht das Abstützen auf den Mittelwert von 55 % 
der geltenden Praxis (vgl. Entscheid des BGer vom 20. August 2009, 
9C_193/2009, E. 1.3.1; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG, heute BGer] vom 21. April 2005, I 822/04, E. 4.4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 20

4.5 Für den Zeitpunkt der Verbesserung ist auf die klare Feststellung 
der Gutachter, wonach die Arbeitsfähigkeit „ab Datum der Begutachtung“ 
(Februar bzw. März 2016 [AB 150.1/1]) gilt (AB 150.1/27), abzustellen. Eine 
frühere Verbesserung ist nicht überwiegend wahrscheinlich; soweit die Be-
schwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, S. 3, eine solche in Betracht 
zieht, ist ihr nicht zu folgen. Damit ist ab März 2016 sowohl in der bisheri-
gen als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit von einer 55 %-igen 
Arbeitsfähigkeit auszugehen.

4.6 Was den Status betrifft (vgl. E. 2.4 hiervor) ist ebenfalls zu Recht 
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin seit August 2015 und damit im 
hier interessierenden Zeitpunkt als vollzeitlich Erwerbstätige gilt (Status 
100 % Erwerb), der Invaliditätsgrad mithin nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs zu berechnen ist (vgl. Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 11. Juli 2016 [AB 157/8 oben sowie AB 157/14]). 

5.

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 21

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 
2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 
E. 2.2).

5.4 Die Beschwerdeführerin hat die Tätigkeit als … im Betrieb des … 
aus invaliditätsfremden Gründen aufgegeben (AB 157/6). Folglich ist für die 
Bestimmung des Valideneinkommens auf statistische Daten abzustellen 
(Entscheid des BGer vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015, E. 5.4). Gleiches gilt 
für das Invalideneinkommen, da die Beschwerdeführerin mit den Tätigkei-
ten an der geschützten Arbeitsstelle der psychiatrischen Dienste 
M.________ und im … (vgl. BB 3) die verbleibende Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit nicht voll ausschöpft (vgl. E. 5.3 hiervor). Dabei ist sowohl das 
Validen- als auch das Invalideneinkommen ausgehend je vom selben Ta-
bellenlohn zu berechnen (als … oder in einer leidensangepassten Tätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 22

keit); in diesem Fall erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Der Invaliditäts-
grad entspricht diesfalls dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksich-
tigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer 
vom 27. Januar 2017, 9C_734/2016, E. 4.1). Vorliegend sind keine Gründe 
für die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges (vgl. E. 5.3 hiervor) 
gegeben, insbesondere wurde sowohl den somatischen als auch den psy-
chischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin mit der gutachterlich 
attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 - 60 % bzw. 55 % hinreichend Rech-
nung getragen; darin sind auch die aus orthopädisch-traumatologischer 
Sicht attestierte Leistungsminderung von 20 % und das aus Sicht der glei-
chen Fachrichtung formulierte Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt (AB 
150.2/8, 150.1/25 f.). Folglich beträgt der Invaliditätsgrad vorliegend 45 %, 
was ab Juni 2016 (drei Monate nach Begutachtung [AB 150.1/1]; Art. 88a 
Abs. 1 IVV) Anspruch auf eine Viertelsrente gibt.

5.5 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
29. März 2017 (AB 172/18 - 27) nicht zu beanstanden, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der 
psychiatrische Gutachter Dr. med. J.________ die Prognose zwar als kri-
tisch erachtet (AB 150.5/11), er gleichzeitig aber niedrige Medikamenten-
spiegel erwähnt, welche auf eine unzureichende Medikamenteneinnahme 
hindeuteten, und die Beschwerdeführerin insoweit zur Schadenminderung 
verpflichtet ist (vgl. BGE 129 V 460 E. 4.2 S. 463).

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 23

(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2017, IV/17/451, Seite 24

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.