# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a02193d-d720-5b4b-9ad2-17098c084665
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.06.2009 E-3766/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3766-2009_2009-06-17.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3766/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  J u n i  2 0 0 9

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

A._______, Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 3. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3766/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge Nigeria im (...) 
auf dem Luftweg verliess und am (...) illegal in die Schweiz gelangte, 
wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte,

dass am 10. März 2008 im Auftrag des BFM von einem Facharzt eine 
radiographische Untersuchung (gemäss der Methode von Greulich und 
Pyle)  eines  Handknochens  des  Beschwerdeführers  vorgenommen 
wurde, welche ein Alter von 18 Jahren oder mehr ergab,

dass  der  Beschwerdeführer  am  28.  März  2008  im  B._______ 
summarisch  befragt  und  vom  BFM  jeweils  im  Beisein  einer 
Vertrauensperson am 14. Januar 2009 zu seinen Asylgründen und am 
4. März 2009 ergänzend angehört wurde,

dass er zur Begründung seines Asylgesuches geltend machte, er sei 
nigerianischer Staatsangehöriger und ethnischer (...) (...) Glaubens mit 
letztem Wohnsitz in C._______ (...),

dass er am (...) geboren und damit noch minderjährig sei,

dass er aus D._______ stamme und nach dem Unfalltod seiner Eltern 
im Jahr (...) zu seinem Onkel nach C._______ gezogen sei, wo er als 
Fischer gearbeitet habe,

dass sein Onkel mit Gleichgesinnten gegen die Regierung und die Öl-
firmen  gekämpft  habe,  weil  diese  die  Gewässer  bei  C._______ 
verschmutzt und die Dorfbewohner keine Abfindung erhalten hätten,

dass  im(...)  die  Gruppe  seines  Onkels  die  (...)jährige  Tochter  eines 
weissen  Angestellten  einer  Ölfirma  entführt  und  den  Be-
schwerdeführer mit ihrer Bewachung beauftragt habe,

dass er sie aus Mitleid vier Tage nach der Entführung ihrem Vater zu-
rückgebracht habe und in den Busch geflüchtet sei,  nachdem dieser 
die Polizei alarmiert habe,

dass er von einem Jäger, den er unterwegs getroffen habe, zur Familie 
des weissen Mädchens nach Lagos zurückgebracht worden und bei ihr 
geblieben sei,

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dass er  schliesslich  im (...)  in  Begleitung  des Vaters  des  Mädchens 
respektive  des  Mädchens und dessen Eltern  aus  Nigeria  ausgereist 
und nach E._______ geflogen sei,

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird,

dass der Beschwerdeführer am 18. März 2009 auf entsprechende Auf-
forderung des BFM vom 12. März 2009 schriftlich Stellung zum Ergeb-
nis der radiographischen Untersuchung vom 10. März 2008 nahm,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung zu seinen Asyl-
gründen vom 14. Januar 2009 zur  Stützung seiner Vorbringen einen 
Zeitungsartikel über die Rebellen im Niger-Delta einreichte,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  wiederholter  Aufforderungen  keine 
Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten reichte,

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Juni 2009 – eröffnet am 4. Juni 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer 
habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der  ihm  eingeräumten  Frist  von 
48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben,

dass keine entschuldbaren Gründe vorlägen, weil seine diesbezüglich-
en Vorbringen unglaubhaft seien,

dass insbesondere seine Aussage, er er sei weder im Flughafen von 
Lagos noch bei der Ankunft in E._______ persönlich kontrolliert  wor-
den, sein Begleiter habe für ihn die Reisepässe gezeigt, unglaubhaft 
sei,

dass er zudem bei der summarischen Befragung erklärt habe, der Va-
ter des Mädchens habe ihn auf der Flugreise begleitet, und im Wider-
spruch dazu anlässlich der Direktanhörung zu seinen Asylgründen gel-
tend gemacht habe, er sei mit dem Mädchen und dessen Eltern nach 
E._______ geflogen,

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dass  er  zudem bei  der  Kurzbefragung  nicht  imstande  gewesen  sei, 
den Zielort  des Fluges zu nennen, und im Unterschied dazu bei der 
Anhörung  zu  seinen  Asylgründen  ausgesagt  habe,  der  Zielort  sei 
E._______ gewesen,

dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, der Vater  des weissen 
Mädchens, bei dem er sich über einen längeren Zeitraum aufgehalten 
habe, und der für ihn die Ausreise organisiert und bezahlt habe, habe 
ihm bei der Ankunft seine Reisepapiere abgenommen, nicht nachvoll-
ziehbar sei,

dass sich des Weiteren keine Hinweise darauf ergäben, der Beschwer-
deführer habe sich nach der Einreichung seines Asylgesuchs um die 
Beschaffung gültiger Reise- oder Identitätspapiere bemüht, obwohl es 
ihm offengestanden wäre, die nigerianische Botschaft in der Schweiz 
zu kontaktieren,

dass bei Papierlosigkeit zu prüfen sei, ob auf Grund der Anhörung so-
wie gestützt auf Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft fest-
gestellt werden könne, oder ob zusätzliche Abklärungen zur Feststel-
lung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshin-
dernisses nötig seien,

dass  die  gesuchsbegründenden  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
widersprüchlich, vage und unsubstanziiert seien,

dass er  bei  der  Erstbefragung ausgesagt  habe,  der Jäger habe ihm 
gesagt, die Gruppe seines Onkels wolle ihn töten, und im Unterschied 
dazu bei der Direktanhörung zu seinen Asylgründen geltend gemacht 
habe, die Gruppe seines Onkels wolle ihn nicht mehr sehen,

dass er des Weiteren bei der Kurzbefragung angeführt habe, er habe 
den Jäger gebeten, ihn zum Haus des Mädchens zu begleiten, und im 
Widerspruch dazu bei der Anhörung ausgesagt habe, der Jäger habe 
ihm vorgeschlagen, ihn zum Haus des Vaters des Mädchens zu beglei-
ten,

dass zudem nicht nachvollziehbar sei, dass der Vater des Mädchens 
nach der Rückkehr des Beschwerdeführers, der die Entführer und de-
ren Adresse gekannt habe, nicht zur Polizei gegangen sei,

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dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen sei, das Haus 
der Eltern des Mädchens oder sein Zimmer detailliert zu beschreiben, 
obwohl er eigenen Angaben zufolge sechs Monate in diesem Haus ge-
lebt habe,

dass  seine Schilderungen zu den Fluchtgründen  keine Realkennzei-
chen enthielten und seine Angaben nicht den Eindruck erwecken wür-
den, er habe die geltend gemachten Ereignisse tatsächlich erlebt,

dass sein Vorbringen, er habe in Nigeria ausser seinem Onkel nieman-
den gekannt, nicht glaubhaft sei, zumal er sechs Jahre in C._______ 
gelebt,  dort  zeitweise die Schule besucht  und als  Fischer gearbeitet 
habe,

dass  der  zu  den  Akten  gereichte  Zeitungsartikel  ausschliesslich  die 
Lage im Süden Nigerias beschreibe und nicht geeignet sei, eine per-
sönliche Betroffenheit des Beschwerdeführers darzutun,

dass  der  Beschwerdeführer  somit  die  Anforderungen  an  die  Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht erfülle und zu-
sätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 
eines Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Akten nicht er-
forderlich seien,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle und der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich 
sei,

dass sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergäben, dem Be-
schwerdeführer  drohe bei  einer  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  unmenschliche  Strafe  oder  Be-
handlung,

dass er keine Identitätspapiere eingereicht habe, die seine Minderjäh-
rigkeit belegen könnten, und seine Aussagen zu seiner Biografie und 
seinem Alter unsubstanziiert seien,

dass die radiographische Untersuchung vom 10. März 2008 die Voll-
jährigkeit  des  Beschwerdeführers  ergeben  habe,  womit  die  Abwei-
chung zwischen seiner Altersangabe und dem festgestellten Skelettal-
ter mehr als drei Jahre betrage,

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dass er in seiner Stellungnahme vom 18. März 2009 nichts vorbringe, 
was seine Angaben stützen würden, weshalb es ihm nicht gelinge, sei-
ne geltend gemachte Minderjährigkeit glaubhaft zu machen,

dass weder die allgemeine politische Situation in Nigeria noch indivi-
duelle  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
sprächen,

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen gesunden jungen Mann 
handle, der die Schule besucht habe und beruflich tätig gewesen sei,

dass er über Beziehungen und ausreichende finanzielle Mittel verfügt 
habe, um in die Schweiz zu gelangen,

dass  deshalb  entgegen  seinen  diesbezüglichen  Vorbringen  Anhalts-
punkte  dafür  bestünden,  dass  er  nach  seiner  Rückkehr  auf  eigene 
Ressourcen zurückgreifen könne und nicht in eine aussichtslose Lage 
geraten werde,

dass der Wegweisungsvollzug technisch möglich und praktisch durch-
führbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer mit  Rechtsmitteleingabe  vom  10.  Juni 
2009  (Poststempel)  sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung und Rückweisung der Sache an das BFM zur materiellen 
Prüfung des Asylgesuchs beantragt,

dass auf  die Begründung des Rechtsbegehrens, soweit  für  den Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 12. Juni 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-

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setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 und 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit dar-
auf beschränkt ist, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an 
die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mittei-
lungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004 
Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass indessen bei Nichteintretensentscheiden, die gestützt auf Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen werden, das BFM im Rahmen einer sum-
marischen  Prüfung  das  offenkundige  Nichterfüllen  der  Flüchtlingsei-
genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen von 
Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen hat  (vgl. Entscheide 
des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/8 
E. 2.1),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbe-
züglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird  (Art. 111  Abs. 1  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie 

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nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 
glaubhaft  machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Grün-
den nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der An-
hörung  sowie  gestützt  auf  Art. 3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass es sich gemäss dem Urteil  BVGE 2007/7 beim Begriff  "Reise- 
und  Identitätspapiere"  um  Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  ein-
wandfreie Feststellung der Identität als auch die sichere Durchführung 
der Rückschaffung ermöglichen" sollen (vgl. E. 6),

dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein Nicht-
eintretensentscheid selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender 
Ausweispapiere keine Zweifel über die Identität des oder der Asylsu-
chenden bestehen (a.a.O. E. 5.3 in fine),

dass  keine  rechtsgenüglichen  Reise-  oder  Identitätspapiere  einge-
reicht wurden und das BFM in der angefochtenen Verfügung in rechts-
genüglicher Weise dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von 
Reise- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen 
(Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),

dass aufgrund der realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers zum Ablauf seiner Reise davon auszugehen ist, er habe für seine 
Reise authentische Reise- und Identitätspapiere verwendet, welche er 
jedoch in Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 
Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen Asylbehörden vorenthalte,

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dass  an  dieser  Beurteilung  auch  die  nachträgliche  Einreichung  von 
gültigen Reise- oder Identitätspapieren nichts ändern würde,  weil  es 
bei der Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht 
um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon 
existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht,

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, eine Frist zur Nachreichung 
der in der Beschwerde erwähnten Dokumente (Beschaffung von Aus-
weispapieren über die nigerianische Botschaft  in der Schweiz) anzu-
setzen,

dass somit  die Identität  des Beschwerdeführers bis heute nicht  fest-
steht  und  dadurch  auch  seine  persönliche  Glaubwürdigkeit  in  Frage 
gestellt ist,

dass aufgrund der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und 
den Akten in Beachtung der im Urteil BVGE 2007/8 festgelegten Richt-
linien (E. 5.6) der Schluss zu ziehen ist, es bestehe weder Anlass zur 
Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlings-
eigenschaft  oder  eines  Wegweisungshindernisses  noch  zur  direkten 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c 
AsylG),

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den Verfolgungs- und 
Fluchtgründen als haltlos zu bezeichnen sind, und sich die Ausführun-
gen in der Rechtsmitteleingabe darauf beschränken, deren Authentizi-
tät zu bekräftigen, ohne indessen auch nur ansatzweise zu den Erwä-
gungen  der  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  Stellung  zu 
nehmen,

dass sich sein Vorbringen in der Beschwerde, die Polizei in Nigeria sei 
korrupt und arbeite mit den Rebellen zusammen, aufgrund seiner Aus-
sagen anlässlich der Anhörung zu seinen Asylgründen, er sei vor der 
Polizei geflüchtet, weil der Vater des Mädchens die Polizei angerufen 
und ihn  der  Entführung  seiner  Tochter  bezichtigt  habe (A18/14 S. 7 
Frage 46),  die Polizei gehe gegen Entführer vor (Akten BFM A18/14 
S. 7 Frage 52), als wenig stichhaltig erweist,

dass an dieser Stelle mangels substanziierter Entgegnungen zur Ver-
meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

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dass festzustellen ist, dass keiner der drei in Art. 32 Abs. 3 AsylG auf-
geführten,  dem Regelfall  des  Nichteintretens bei  Erfüllen des Tatbe-
standes von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG entgegenstehenden Gründe 
vorliegt,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 

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Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass in Nigeria keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht (vgl. dazu 
die  zutreffenden  Ausführungen  in  der  vorinstanzlichen  Verfügung), 
weshalb der Wegweisungsvollzug in genereller Hinsicht als zumutbar 
zu erachten ist,

dass auch keine individuellen Gründe ersichtlich sind, die dem Vollzug 
der Wegweisung entgegenstehen könnten,

dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, dass der Beschwerde-
führer den Beweis für seine behauptete Minderjährigkeit schuldig ge-
blieben  ist,  weshalb  er  sich  im  Rahmen  des  Wegweisungsvollzugs 
nicht  auf  die  für  Minderjährige  geltenden  Regelungen  berufen  kann 
(vgl.  EMARK  2001  Nr.  23)  und  unter  anderem  auch  aufgrund  des 
Ergebnisses der  radiografischen Untersuchung von seiner  Volljährig-
keit auszugehen ist,

dass die Behörden grundsätzlich von Amtes wegen verpflichtet sind, 
den Sachverhalt  hinsichtlich  des  Bestehens allfälliger  Wegweisungs-
vollzugshindernisse abzuklären,

dass die Vornahme von seriösen Abklärungen im vorliegenden Fall in-
dessen nicht möglich ist,  da  seine Vorbringen im Asylpunkt unglaub-
haft sind (vgl. die vorstehenden Erwägungen) und er keinerlei Unterla-
gen eingereicht hat, welche Aufschluss über seine Identität oder seine 
Herkunft geben könnten,

dass es bei dieser Sachlage nicht Sache der Asylbehörden sein kann, 
nach allfälligen Wegweisungsvollzugshindernissen zu forschen, zumal 
die  Untersuchungspflicht  der  Behörden  nach Treu und Glauben  ihre 
Grenzen  an  der  Mitwirkungspflicht  der  asylsuchenden  Person  findet 

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(vgl. Art. 8 AsylG), welche im Übrigen auch die Substanziierungslast 
trägt (vgl. Art. 7 AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer ohne weiteres zumutbar und möglich 
gewesen wäre, bei der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhal-
tes mitzuwirken,

dass er  angesichts  dieser  Sachlage die Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner wahren persönlichen Ver-
hältnisse  zu  tragen  hat,  indem vermutungsweise  davon  auszugehen 
ist, er habe bei einer Rückkehr nach Nigeria keine individuell begrün-
dete,  konkrete  Gefährdung  zu  gewärtigen  (vgl.  EMARK  2005  Nr.  1 
E. 3.2.2 S. 4 f.),

dass zudem mit der Vorinstanz festzustellen ist,  dass er über Bezie-
hungen  und  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügte,  um  in  die 
Schweiz zu gelangen, weshalb entgegen seinen diesbezüglichen Vor-
bringen hinreichende Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er nach sei-
ner  Rückkehr  in  sein  Heimatland  nicht  auf  sich  alleine  gestellt  sein 
wird und auf eigene Ressourcen zurückgreifen kann,

dass  sich  aufgrund vorstehender  Erwägungen der  Wegweisungsvoll-
zug als zumutbar erweist,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung des Beschwerdeführers  in  seinen 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG),  da  keine 
Vollzugshindernisse bestehen, und es ihm obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG) und auch dies-
bezüglich keine zusätzlichen Abklärungen notwendig sind,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.− 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

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waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzu-
erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 13

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.− werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Peter Jaggi

Versand:

Seite 14