# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3a7af3d-0e9e-5786-bb00-6f1b5dbe0fca
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Unterschutzstellung von Gartenanlage und Bäumen
**Docket/Reference:** BRGE II Nrn. 0252-0253/2023
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/auszug_brge_ii_nrn._0252-0253_2023_vom_12._dezember_2023.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE II Nnr. 

R2.2022.00072 und R2.2022.00073 
0252/2023 – 0253/2023 

Entscheid vom 12. Dezember 2023  

Mitwirkende 

Ersatzrichter Frank Martin Kessler, Baurichter Adrian Bergmann, Baurichte-
rin Marlen Patt, Gerichtsschreiber Robert Durisch     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  Zürcher Heimatschutz ZVH, Neptunstrasse 20, 8032 Zürich  
2.  A, […] 
3.  B, […] 

alle vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegner 

R2.2022.00072 und  R2.2022.00073 
Gemeinderat X, […] 

vertreten durch […] 

R2.2022.00073 
Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 8090 Zü-
rich  

Mitbeteiligte 

R2.2022.00073 
Politische Gemeinde X, […] 

vertreten durch Gemeinderat X, […] 

dieser wiederum vertreten durch […] 

betreffend 

R2.2022.00072 
Beschluss des Gemeinderats vom 21. September 2021; Unterschutzstellung 
und teilweise Inventarentlassung diverser Bäume, […] 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
R2.2022.00073 
Verfügung der Baudirektion Nr. 1272/2021 vom 19. November 2021; Denk-
malpflege, Unterschutzstellung Gartenanlage, […] 
_______________________________________________________ 

I. 

A. 

Der Gemeinderat X stellte mit Beschluss vom 21. September 2021 den Mam-

mutbaum Inventar-Nr. 1, den Grossteil der Eibe Inventar-Nr. 2 und die Stiel-

eiche  Inventar-Nr. 3.2,  in  der  Gartenanlage  der  Villa  "Y",  Assek.-Nr. 1,  auf 

dem Grundstück Kat.-Nr. 1 in X als Naturdenkmäler und wertvolle Bäume im 

Sinne von § 203 Abs. 1 lit. e und f des Planungs- und Baugesetzes (PBG) 

unter Schutz. Hierzu wurde auch der zwischen dem Kanton Zürich und der 

Politischen  Gemeinde  X  geschlossene  verwaltungsrechtliche  Vertrag  über 

die Unterschutzstellung der Gartenanlage der Villa "Y" vom 21. September 

2021/18. Februar 2022 für verbindlich erklärt.  

Gleichzeitig wurden die übrigen Teile der Eibe, die Scheinzypressen Inven-

tar-Nr. 2  und  die  Stieleiche  Inventar-Nr. 3.1,  aus  dem  Inventar  der  Ge-

meinde X für Natur- und Landschaftsschutzobjekte entlassen. Für die ganz 

aus dem Inventar entlassenen Bäume wurde eine ersatzweise Neupflanzung 

angeordnet.  

B.  

Gegen diesen Beschluss erhoben der Zürcher Heimatschutz ZVH, A und B 

mit Eingabe vom 28. März 2022 Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons 

Zürich. Die Rekurrierenden beantragten die Aufhebung des angefochtenen 
Beschlusses und die Neufestsetzung des Schutzumfangs der genannten in-

ventarisierten Bäume, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des 

Rekursgegners.  

C.  

Das Baurekursgericht eröffnete mit Verfügung vom 31. März 2022 das Re-

kursverfahren G.-Nr. R2.2022.00072 und lud gleichzeitig den Rekursgegner 

zur Vernehmlassung ein.  

R2.2022.00072 

Seite 2 

 
 
 
 
 
 
Der Rekursgegner beantragte mit Vernehmlassung vom 4. Mai 2022 die Ab-

weisung  des  Rekurses  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten 

der Rekurrierenden.  

In den weiteren Rechtsschriften der Rekurrierenden vom 13. Juni 2022, Rep-

lik, und des Rekursgegners vom 12. Juli 2022, Duplik, hielten die Rekurspar-

teien an ihren Anträgen fest.  

D.  

Mit gerichtlicher Verfügung vom 14. Juli 2022 wurde der Beizug des Plans J 

Landschaftsarchitektur vom 26. August 2021 angeordnet, welchen der Re-

kursgegner mit Eingabe vom 26. Juli 2022 zu den Akten reichte.  

Dazu gaben die Rekurrierenden am 8. August 2022 und der Rekursgegner 

am 19. August 2022 jeweils eine Stellungnahme ohne weitere Anträge ab.  

II. 

A.  

Mit Verfügung vom 19. November 2021 stellte die Baudirektion Kanton Zü-

rich  den  Garten  der  Villa  "Y"  (Assek.-Nr. 1)  an  der  C-Strasse 1  auf  dem 

Grundstück  Kat.-Nr. 1 in  X als  wertvolle  Park-  und  Gartenanlage  im  Sinne 

von § 203 Abs. 1 lit. f PBG unter Schutz. Der genannte verwaltungsrechtliche 

Vertrag zwischen dem Kanton Zürich und der Politischen Gemeinde X vom 

21. September  2021/18.  Februar  2022  wurde  zugleich  zum  integralen  Be-

standteil der Unterschutzstellung erklärt.  

B.  

Dagegen  erhoben  die  oben  genannten  Rekurrierenden  mit  Eingabe  vom 

28. März 2022 Rekurs beim Baurekursgericht. Sie beantragten, dass die an-

gefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  der  Schutzumfang  der  betroffenen 

Gartenanlage  neu  festzusetzen  sei,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfol-

gen zulasten der Rekursgegnerin.  

R2.2022.00072 

Seite 3 

 
 
C.  

Mit gerichtlichen Verfügungen vom 31. März 2022 und 14. April 2022 wurde 

das Verfahren G.-Nr. R2.2022.00073 eröffnet, die Politische Gemeinde X als 

Mitbeteiligte in das Verfahren aufgenommen und die Rekursgegnerschaft zur 

Vernehmlassung eingeladen.  

Die  Rekursgegnerin  und  die  Mitbeteiligte  beantragten  mit  Vernehmlassun-

gen vom 10. Mai 2022 bzw. 19. Mai 2022 die Abweisung des Rekurses, so-

weit darauf einzutreten sei, unter Kostenfolge zulasten der Rekurrierenden. 

Die Mitbeteiligte beantragte zudem die Zusprechung einer Umtriebsentschä-

digung.  

In der Replik vom 13. Juni 2022 und der Duplik der Mitbeteiligten vom 12. Juli 

2022 wurde an den jeweiligen Anträgen festgehalten.  

III.  

Am  13. September  2023  führte  die  2. Abteilung  des  Baurekursgerichts  im 

Beisein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch.  

Es kommt in Betracht:  

1. 

Den genannten Rekursen liegt derselbe Sachverhalt zugrunde, weshalb die 

Verfahren G.-Nrn. R2.2022.00072 und R2.2022.00073 zu vereinigen sind.  

2.1.  

Zum Rekurs ist gemäss § 338a PBG berechtigt, wer durch die angefochtene 

Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung 

oder Änderung hat. Das setzt gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts 

voraus, dass die Beschwerdeführerin über eine spezifische Beziehungsnähe 

zur  Streitsache  verfügt  und  einen  praktischen  Nutzen  aus  der  Aufhebung 

R2.2022.00072 

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oder Änderung des angefochtenen Entscheids zieht. Ein schutzwürdiges In-

teresse liegt vor, wenn ihre tatsächliche oder rechtliche Situation durch den 

Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (BGE 137 II 30, E. 2.2.2). 

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich ist die ent-

sprechende materielle Beschwer der Nachbarin unter folgenden kumulativen 

Voraussetzungen gegeben: wenn sie über eine hinreichend enge nachbarli-

che  Raumbeziehung  zu  dem  vom  Streit  betroffenen  Grundstück  verfügt, 

mehr als irgendeine Drittperson oder die Allgemeinheit durch den angefoch-

tenen Entscheid in eigenen tatsächlichen oder rechtlichen Interessen betrof-

fen ist und Mängel rügt, durch deren Behebung diese Betroffenheit behoben 

werden kann (VB.2012.00025 vom 25. April 2012, E. 2, vgl. Martin Bertschi, 

in:  Kommentar  zum  Verwaltungsrechtspflegegesetz  des  Kantons  Zü-

rich/VRG, § 21 Rzn. 13 und 55).  

Die Rekurrentinnen A und B machen dazu geltend, dass sie die Gebäude D-

Strasse 3 bzw. D-Strasse 2 bewohnten, die sich in unmittelbarer Nachbar-

schaft zur Gartenanlage der Villa "Y" und der dazugehörigen schützenswer-

ten Bäume und Baumgruppen befänden. Die angefochtenen Anordnungen 

würden sich auf einen mangelhaften verwaltungsrechtlichen Vertrag abstüt-

zen, demzufolge das Bauvorhaben der Gemeinde X, welches insbesondere 

den  Umbau  und  die  Erweiterung  des  Werkhofs  und  Feuerwehrdepots  (C-

Strasse 4 und 4.1) im Süden der Gartenanlage der Villa "Y" und ihrer schutz-

würdigen  Bäume  umfasse, gestattet  werde.  Im Ergebnis  liessen  daher  die 

angefochtenen Anordnungen einen starken Einschnitt in die schützenswerte 

Gartenanlage und deren schutzwürdigen Bäume zu, wovon sie als Nachba-

rinnen direkt betroffen seien.  

Das Wohnhaus D-Strasse 3 befindet sich rund 80 m im Südwesten der unter 

Schutz gestellten Gartenanlage; von diesem Gebäude aus besteht teilweise 
Sicht auf den Mammutbaum Inventar-Nr. 1 und die Eibe sowie die Schein-

zypressen Inventar-Nr. 2, welche Bestandteil der Gartenanlage bilden, und 

zudem freie Sicht auf die Stieleichen Inventar-Nr. 4, die im Süden des zum 

Schulhaus  F  gehörenden  Gebäudes  E-Strasse 5.1  stehen.  Die  Bewohner 

des etwa 50 m südlich des Gartens der Villa "Y" gelegenen Wohnhauses D-

Strasse 2 haben teilweise freie Sicht auf die streitbetroffene Gartenanlage, 

den Mammutbaum, die Eibe und die Scheinzypressen. Die Rekurrentinnen 

verfügen deshalb über  die erforderliche  nachbarliche  Raumbeziehung  und 

sind  mehr  als  Dritte  durch  die  angefochtenen  Schutzentscheide  in  ihrer 

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Aussicht  auf  die  Gartenanlage  und  deren  Bäume  bzw.  in  ihren  Interessen 

betroffen. Sodann dürfen Nachbarinnen, die über ein schutzwürdiges Inte-

resse verfügen, zu dessen Durchsetzung auch die Verletzung von Vorschrif-

ten rügen, die im öffentlichen Interesse liegen, was etwa auf die Bestimmun-

gen über den Natur- und Heimatschutz zutrifft (VB.2011.00483 vom 25. Ok-

tober 2011, E. 4.2, vgl. Martin Bertschi, § 21 Rz. 57).  

Infolgedessen  ist  die  Rekursberechtigung  der  Rekurrentinnen  A  und  B  zu 

bejahen.  

2.2.  

Gesamtkantonal tätige Verbände, die sich seit wenigstens zehn Jahren im 

Kanton statutengemäss dem Natur- und Heimatschutz oder verwandten, rein 

ideellen  Zielen  widmen,  können  Rekurs  oder  Beschwerde  erheben  gegen 

Anordnungen  und  Erlasse,  soweit  sie  sich  auf  den  III. Titel  des  Planungs- 

und Baugesetzes oder § 238 Abs. 2 stützen (§ 338b Abs. 1 lit. a PBG). Diese 

Voraussetzungen sind vorliegend im Falle des Zürcher Heimatschutzes ZVH 

erfüllt, weshalb ihm das Recht zur kantonalen Verbandsbeschwerde zusteht.  

2.3.  

Da neben der Rekurslegitimation auch die übrigen Prozessvoraussetzungen 

erfüllt sind, ist auf die Rekurse einzutreten.  

3.1.  

Der Gemeinderat X führt im angefochtenen Beschluss Folgendes aus:  

Der Mammutbaum Inventar-Nr. 1 sei markant, schön gewachsen und sehr 

vital.  Er  sei  entsprechend  als  schutzwürdig  einzustufen.  Mit  ausgewählten 
Schutzmassnahmen und bei fachgerechter Pflege könne er erhalten werden. 

Der Baum sei deshalb unter Schutz zu stellen und dürfe nicht gefällt werden. 

Gemäss Plan der J Landschaftsarchitektur vom 26. August 2021 würden un-

ter anderem folgende Massnahmen angeordnet:  

-  Überarbeitung  des  Umgebungsplans  zur  Reduktion  der  geplanten  Ein-

griffe im Baumbereich auf ein notwendiges Minimum,  

-  Aufwertung des Oberbodens zu Gunsten einer besseren Durchlässigkeit 

unter Berücksichtigung des vorherrschenden Nutzungsdrucks,  

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- 

tiefgründige  Bodenverbesserungen  zur  Förderung  der  Bodenbelüftung, 

wo möglich und sinnvoll,  

-  Vertiefung  des  Baumschutzkonzeptes  auf  Basis  der  konfliktbereinigten 

Bauprojekte – Neubau und Umgebung,  

-  verbindliche  Festlegung  der  notwendigen  Schutzmassnahmen  über  die 

gesamte Bauzeit, und  

-  Gewährleistung  einer  ausreichenden  Bewässerung  über  trockene  Pha-

sen.  

Im  Übrigen  sei  das  Baumschutzkonzept  inklusive  Matrix  und  Schutzmass-

nahmen vom 4. November 2019 zu beachten.  

Die  Eibe  Inventar-Nr. 2  stelle,  ausgehend  vom  Mutterbaum  2.1,  eine  alte, 

ineinander  gewachsene  Baumgruppe  aus  mehreren  Generationen  dar. 

Diese  Baumgruppe  nehme  eine  grosse  Fläche  des  Parks  ein.  Mit  der  ge-

meinsamen Wuchsform weise die Eibe einen für diese Baumart ungewöhn-

lichen und kuriosen Habitus auf. Die gesamte Gruppe sei sehr vital und struk-

turell grösstenteils in einem sehr guten Zustand. Die Eibe sei daher grund-

sätzlich  als  schutzwürdig  einzustufen.  Mit  der  Ergreifung  entsprechender 

Schutzmassnahmen  sei  zu  erwarten,  dass  die  geplanten  baulichen  Mass-

nahmen die Baumgruppe nicht oder höchstens moderat beeinträchtigten. In-

folge des Bauvorhabens könne jedoch die Lebensfähigkeit des vorderen Be-

reichs der Eibe voraussichtlich nicht mehr gewährleistet werden, weshalb die 

Eibe insoweit aus dem Inventar zu entlassen sei. Demgegenüber werde der 

Kern der Baumgruppe, 2.1 und 2.11 bis 2.34, unter Schutz gestellt. Die ge-

schützte Eibe dürfe nicht gefällt werden. Folgende Schutzmassnahmen wür-

den angeordnet:  

-  Überarbeitung  des  Umgebungsplans  zur  Reduktion  der  geplanten  Ein-

griffe im Baumbereich auf ein notwendiges Minimum,  

-  Erarbeitung  eines  strategischen  Vorgehens  zur  Wiederherstellung  des 

Habitus durch Landschaftsarchitekten in enger Zusammenarbeit mit dem 

baubegleitenden Baumpfleger,  

-  Überführung der reduzierten Baumgruppe in die gezielte Aufbaupflege,  

-  Vertiefung  des  Baumschutzkonzeptes  auf  Basis  der  konfliktbereinigten 

Bauprojekte – Neubau und Umgebung, und  

-  verbindliche  Festlegung  der  notwendigen  Schutzmassnahmen  über  die 

gesamte Bauzeit.  

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Die Stieleiche Inventar-Nr. 3.2, sei breitkronig und sehr mächtig, obwohl sie 

noch jüngeren Datums sei. Das Wurzelwerk des Baums sei seit der Pflan-

zung ungestört und habe sich in der Überdeckung des unterirdischen Bau-

werks ausbreiten können. Der Baum weise zwar eine geschwächte Vitalität 

auf  und  sei  strukturell  beeinträchtigt,  könne  aber  mit  baumpflegerischen 

Massnahmen erhalten werden. Die Stieleiche 3.2 sei unter Schutz zu stellen 

und dürfe folglich nicht gefällt werden. Es seien die nachstehenden Schutz-

massnahmen zu treffen:  

-  Möglichst  umgehende  Standortverbesserung  in  enger  Zusammenarbeit 

mit dem Baumpfleger unter Berücksichtigung des vorherrschenden Nut-

zungsdrucks,  

-  Vertiefung  des  Baumschutzkonzeptes  auf  Basis  der  konfliktbereinigten 

Bauprojekte – Neubau und Umgebung,  

-  verbindliche  Festlegung  der  notwendigen  Schutzmassnahmen  über  die 

gesamte Bauzeit,  

-  regelmässige  Totholz-,  Stand-  und  Bruchsicherheitskontrollen,  einmal 

jährlich oder nach Angaben des Baumpflegers, und  

-  Gewährleistung  einer  ausreichenden  Bewässerung  über  trockene  Pha-

sen.  

Von diesen Unterschutzstellungen abgesehen seien der vordere Teil der ge-

nannten Eibe, die Scheinzypressen Inventar-Nr. 2.6-2.8, und die Stieleiche 

Inventar-Nr. 3.1, aus dem kommunalen Inventar für Natur- und Landschafts-

schutzobjekte zu entlassen. Der geplante Umbau des Werkhofs und Feuer-

wehrdepots, C-Strasse 4 und 4.1, sehe zwingend eine unterirdische Erwei-

terung des Bauwerks Richtung Norden vor, die in den Süden der Gartenan-

lage der Villa "Y" reichen und die erwähnten wertvollen Bäume beeinträchti-

gen werde. Bei der Abwägung der gegenläufigen Interessen sei zu berück-
sichtigen, dass das Feuerwehrdepot bereits bestehe und nicht ohne Weite-

res anderswo geplant werden könne. Zudem habe sich die Bevölkerung der 

Gemeinde X mit Abstimmung vom 10. Februar 2019 für die Beibehaltung des 

bisherigen Standorts der Feuerwehr und den Ausbau des bestehenden Feu-

erwehrdepots entschieden. Die geplante Sanierung und Erweiterung des De-

pots sei für die Aufrechterhaltung einer zeitgemässen und effizienten Feuer-

wehr  notwendig.  Ausserdem  sei  das  ursprüngliche  Bauvorhaben,  dessen 
Bewilligung das Baurekursgericht in einem ersten Rechtsgang mit Entscheid 

vom 11. Mai 2021 (BRGE II Nr. 0093/2021) aufgehoben habe, inzwischen so 

abgeändert  worden,  dass  insbesondere  die  schutzwürdige  Eibe  und  der 

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schutzwürdige Mammutbaum möglichst wenig beeinträchtigt würden. Noch 

weitergehende Abstriche am Bauprojekt schlössen indes einen ordnungsge-

mässen Betrieb des Feuerwehrdepots aus und seien deshalb nicht möglich. 

Insgesamt  überwiege  folglich  das  öffentliche  Interesse  an  der  Ausführung 

des Bauvorhabens dasjenige  an der  vollständigen Erhaltung  der Eibe,  der 

Scheinzypressen und der Stieleiche Inventar-Nr. 3.1, zumal in Zusammen-

hang mit diesen Bäumen Folgendes mit zu berücksichtigen sei:  

-  Der geplante Ausbau des Feuerwehrdepots tangiere lediglich den vorde-

ren südlichen Teil der Eibe. Dieser Bestandteil des Baums gehöre aber 

nicht  zur  ursprünglichen  Baumgruppe,  die  anfänglich  wesentlich  kleiner 

gewesen sei und sich erst im Laufe der Jahre weiter nach Süden ausge-

breitet habe. Soweit die Eibe nicht erhalten werden könne respektive aus 

dem Inventar zu entlassen sei, sei sie darum auch vergleichsweise weni-

ger schutzwürdig als der Hauptteil des Baums, welcher, wie erwogen, un-

ter Schutz gestellt werde.  

-  Die markante Scheinzypresse bestehe aus dem Mutterbaum 2.6, der von 

einer  Reihe  von  Nachfahren  unterschiedlichen  Alters  umgeben  sei.  Die 

gesamte Gruppe zeige Anzeichen von vitaler Schwäche und weise viele, 

teils gravierende strukturelle Schäden auf. Die Scheinzypressen seien an-

gesichts ihres schlechten Zustands langfristig nicht haltbar, vielmehr wür-

den  sie,  unabhängig  vom  Bauvorhaben,  mit  der  Zeit  ohnehin  abgehen. 

Ersatzweise sei eine Neupflanzung anzuordnen.  

-  Die breitkronige Stieleiche 3.1 habe sich auf der Überdeckung des Feuer-

wehrdepots  ausbreiten  und  entfalten  können.  Die  Decke  des  unterirdi-

schen  Bauwerks  sei  nicht  mehr  dicht  und  müsse,  unabhängig  vom  ge-

nannten Bauvorhaben, zwangsläufig saniert werden. Aufgrund dieser Sa-

nierung sei der Erhalt der Stieleiche nicht zu bewerkstelligen. Für den aus 

dem Inventar zu entlassenden Baum sei an Ort und Stelle eine Neupflan-
zung anzuordnen.  

3.2.  

Die Baudirektion Kanton Zürich begründet ihre angefochtene Verfügung fol-

gendermassen:  

Die Villa "Y" in X sei im Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommu-
naler Bedeutung verzeichnet. Gemäss dem Eintrag im Inventar bilde die zur 

Villa gehörende Gartenanlage eine erhaltungswürdige Freifläche.  

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Seite 9 

 
 
Das "Gut Y", welches aus der Villa und der zugehörigen Gartenanlage be-

stehe, sei ein baukünstlerisch wichtiger Zeuge des Zürcher Villenbaus aus 

der  Zeit  des  Historismus.  Die  Gartenanlage  unterstreiche  den  herrschaftli-

chen  Anspruch  der  Villa,  obwohl  sie  nur  noch  in  Teilen  erhalten  sei  und 

vielerorts von ihrer ursprünglichen Gestalt und Planungsidee erheblich ab-

weiche. Dennoch sei die Gartenanlage in ihrer Konzeption erlebbar geblie-

ben. Ihr südlicher Rundweg und die im Norden erhaltenen Wegfragmente, 

ihre  Topografie  und  der  Fortbestand  einzelner  Parkbäume  aus  der  Zeit 

vor/um  1900  liessen  die  der  Gartenanlage  zugrundeliegenden  Prinzipien 

nachwirken.  

Der  Gartenanlage  komme  als  untrennbarer  Bestandteil  eines  herrschaftli-

chen Anwesens mit Villa und für die Entfaltung der Wirkung der Villa "Y" als 

Einzelbau, einem markanten Element der historischen Bebauung an der C-

Strasse und der vom Seeufer her in Erscheinung tretenden Silhouette, eine 

wesentliche  Bedeutung  zu.  Die  Gartenanlage  sei  deshalb  in  der  heutigen 

Gestalt als ein wichtiger Zeuge des herrschaftlichen Wohnens in der Zeit des 

Späthistorismus zu qualifizieren. Sie zeuge vom engen Zusammenhang von 

Gebäude und gestalteter Umgebung in der Zeit um 1890, der heute noch gut 

erkennbar sei. Die Gartenanlage der Villa "Y" sei damit als gestalteter Frei-

raum im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. f PBG ein wichtiger bauhistorischer und 

sozialer  Zeuge.  In  ihrer  Umgebungsfunktion  unterstütze  die  Gartenanlage 

ferner den als regional eingestuften Schutzcharakter der Villa, weshalb ers-

terer ebenfalls regionale Bedeutung beizumessen sei.  

Als Schutzmassnahme sei zwischen der Eigentümerschaft und dem Kanton 

Zürich  ein  verwaltungsrechtlicher  Vertrag  abgeschlossen  worden,  der  die 

Einzelheiten  der  Unterschutzstellung  der  Gartenanlage  regle;  der  Vertrag 

bilde integraler Bestandteil der Unterschutzstellung. Die Unterschutzstellung 

der  Gartenanlage  sei  als  öffentlich-rechtliche  Eigentumsbeschränkung  zu-

gunsten des Kantons Zürich im Grundbuch anzumerken.  

Zum  Schutz  der  Villa  "Y"  sei  bereits  mit  Vertrag  vom  27. Mai  1983  eine 

Dienstbarkeit  im  Grundbuch  eingetragen  worden.  Die  Villa  sei  daher  nicht 

Gegenstand der Unterschutzstellung.  

Die bisherige Nutzung sei auch nach der Unterschutzstellung der Gartenan-
lage gewährleistet.  

R2.2022.00072 

Seite 10 

 
 
3.3.  

Der zwischen dem Kanton Zürich und der Politischen Gemeinde X geschlos-

sene verwaltungsrechtliche Vertrag über die Unterschutzstellung der Garten-

anlage  der  Villa  "Y"  vom  21. September  2021/18. Februar  2022  beinhaltet 

insbesondere folgende Bestimmungen:  

"I.   Unterschutzstellung  

I.1.   Schutzobjekt  

Die  Gartenanlage  bei  Vers.-Nr. 1  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr. 1  in  X  ist  ein 

Schutzobjekt im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. f PBG. Die Gartenanlage ist in der Sub-

stanz, Struktur und Erscheinung zu erhalten und darf weder durch Restaurierungs- 

noch Unterhaltsarbeiten in ihrem Zeugniswert gemindert werde. Sie wird wie folgt 

unter Schutz gestellt:  

I.2.  Gartenanlage auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1  

Die der Villa "Gut Y" zugehörige Gartenanlage als parkartige, mit Bäumen bestan-

dene Umgebung innerhalb des in der Planbeilage 1 bezeichneten Perimeters mit ih-

ren Gestaltungselementen, insbesondere:  

-  Der Gartenraum nördlich der Villa "Gut Y" mit einem dichten Baumkörper 
aus  Laub-  und  Nadelgehölzen,  welcher  eine  Raumkante  zur  Villa  bildet, 

einem chaussierten Rundweg und einem Aussichtspunkt,  

-  Der  Gartenraum  westlich  der  Villa  "Gut  Y"  mit  einem  Baumkörper  aus 
Laub-  und  Nadelgehölzen,  welcher  eine  Raumkante  zur  Villa  und  zur 

Schulanlage F bildet,  

-  Der Gartenraum südlich der Villa "Gut Y" mit offener Rasenfläche, mar-

kanten Einzelbäumen und dem chaussierten Rundweg,  

-  Die Gelände-Modellierung (die Schnittstelle zum Bauprojekt Feuerwehrde-

pot und Werkhof ist unter II.1 geregelt),  

-  Die atmosphärische Gliederung der Gartenanlage in die Gartenräume nörd-
lich  (dichte  Bestockung,  schattig,  Raumkante  zur  Villa),  westlich  (regel-

mässige Bestockung, Raumkante zur Villa und zum Schulareal F) und süd-

lich (gut besonnte, gegen Osten offene Rasenfläche, Solitärgehölze, Raum-

kante zur Rasenfläche) sowie dem offenen Gartenteil östlich der Villa "Gut 

Y" mit Sichtachsen auf den Zürichsee und die Glarner Alpen,  

-  Der Laufbrunnen,  
-  Eine chaussierte Platzfläche um die Villa,  

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Seite 11 

 
 
-  Ein  raumbildender  Abschluss  der  Parkanlage  zur  C-Strasse  (geschnittene 
Hecke oder Einfriedung) mit einem baulichen Abschluss bei der Hauptzu-

fahrt.  

I.3.   Gestaltungsvorgaben für die Gartenanlage  

Grundlage  für  die  künftige  gestalterische  Stärkung  der  Parkanlage  bildet  der  im 

Parkpflegewerk  Teil 1  vom  18. Februar  2020  der  G  AG  enthaltene  Idealplan  mit 

Leitbild. Der Charakter der Parkanlage soll mit folgenden Massnahmen gestärkt wer-

den:  

-  Erhaltung und in Teilbereichen Wiederherstellung des Pflanzkonzepts unter 
Berücksichtigung einer strategischen Verjüngung des Baumbestands,  
-  Erhaltung des durchgängigen chaussierten Rundwegs im Gartenraum süd-
lich der Villa "Gut Y" (die Ergänzung des durchgängigen Rundwegs im Zu-

sammenhang mit dem Bauprojekt Feuerwehrdepot und Werkhof ist unter 

II.1 geregelt),  

-  Erhalt der südlichen Rasenfläche mit markanten Einzelbäumen,  
-  Wiederherstellung  der  ursprünglichen  chaussierten  Platzfläche  um  die 

Villa,  

-  Reduktion und neue Anordnung der Parkplätze auf der Platzfläche vor der 

Villa auf ein dem Schutzobjekt angemessenes, verträgliches Mass,  

-  Klärung der Ausgestaltung von Platz- und Wegkanten,  
-  Freilegen  und  Instandstellen  des  chaussierten  Rundwegs  mit  Aussichts-

punkt im Gartenraum nördlich der Villa "Gut Y",  

-  Korrektur der willkürlichen Sträucherpflanzung entlang der C-Strasse und 
Stärkung des Pflanzkonzepts durch Wiederherstellung einer geschnittenen 

Hecke,  

-  Erstellung baulicher Abschluss (z.B. Torpostamente) bei der Hauptzufahrt.  

Die Erstellung von zusätzlichen oberirdischen Bauten auf der Parkanlage sowie die 

Unterteilung des Parks mittels Zäunen, Mauern, Hecken und dergleichen sind aus-

geschlossen.  

II.   Umgang mit dem Schutzobjekt  

II.1.  Bauliche Massnahmen im Rahmen des Bauprojekts Feuerwehrdepot und 

Werkhof  

Dieser Unterschutzstellung liegt das Bauprojekt Feuerwehrdepot und Werkhof mit 

den provisorischen Werkplänen Plan-Nrn. 1732-4-112.1 Grundriss 1. Obergeschoss 

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Seite 12 

 
 
Achse 1-7 und 1732-4-112.2 Grundriss 1. Obergeschoss Achse 7-13 vom 14. Sep-

tember 2021 der K zugrunde.  

Die baulichen Massnahmen für die unterirdische Erweiterung des Feuerwehrdepots 

und Werkhofs stehen dem Schutzumfang im Bereich des südlichen Schutzperimeters 

nicht entgegen.  

Geländeanpassungen an der Schnittstelle zum geplanten Feuerwehrdepot und Werk-

hof sollen sich unauffällig und fliessend einfügen.  

Der chaussierte Rundweg ist nach der Realisierung der unterirdischen Erweiterung 

des Feuerwehrdepots wiederherzustellen bzw. zu ergänzen.  

II.2.  Unterhalt  

Das Schutzobjekt ist ordnungsgemäss zu unterhalten. Die geschützten Teile sind im 

Original zu erhalten und dürfen weder durch Änderungen noch durch Unterhaltsar-

beiten in ihrem Zeugniswert und Atmosphäre beeinträchtigt werden.  

Unter Vorbehalt der Rechtskraft der Baubewilligung für das Bauprojekt Feuerwehr-

depot und Werkhof wird die Erarbeitung des Parkpflegewerks Teil 2 in Auftrag ge-

geben. Dieses soll die Pflege und den Unterhalt der Gartenanlage regeln bzw. kon-

kretisieren.  

Alle Unterhaltsmassnahmen an der förmlich geschützten Gartenanlage, welche den 

Zeugenwert beeinträchtigen könnten, dürfen nur in Absprache und mit Zustimmung 

der kantonalen Denkmalpflege ausgeführt werden.  

II.3.  Ersatz geschützter Substanz  

Wo ein Ersatz von geschützten Teilen, namentlich von Bäumen, Bepflanzungen, Ge-

staltungselementen, unumgänglich ist,  sind  wiederum so  weitgehend wie  möglich 

und sinnvoll die dem Schutzobjekt adäquaten Pflanzenarten bzw. Materialien und 

Konstruktionen zu verwenden. Die kantonale Denkmalpflege ist zu den entsprechen-

den Entscheiden beizuziehen.  

II.4.  Sorgfaltspflicht  

Während der ganzen Dauer von Instandstellungs- und Umbauarbeiten sind die ge-

schützten Teile durch geeignete Massnahmen wirksam zu sichern und vor Beschä-

digungen zu schützen. Die Eigentümerin hat sicherzustellen, dass die mit dem Objekt 
beschäftigten Personen und Unternehmen von den zu schützenden Bauteilen gemäss 

diesem Vertrag Kenntnis nehmen und diese auch respektieren.  

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Seite 13 

 
 
…"  

4.  

Die Rekurrierenden machen – in einer kurzen Übersicht über die Rügen – 

geltend, dass die Akteneinsicht nicht vollständig gewährt gewesen sei und 

die Vorinstanzen den Sachverhalt, unter anderem gestützt auf ein fehlerhaf-

tes Gutachten, nur mangel- und fehlerhaft abgeklärt, eine unzutreffende In-

teressenabwägung vorgenommen sowie unklare, widersprüchliche und un-

zureichende  Schutzmassnahmen  zugunsten  der 

infrage  stehenden 

Schutzobjekte getroffen hätten.  

5.  

Zunächst  bringen die Rekurrierenden  vor, dass  neben  den  angefochtenen 

Entscheiden  lediglich  in  den  verwaltungsrechtlichen  Vertrag  vom  21. Sep-

tember 2021/18. Februar 2022 samt Beilagen, in den Bescheid des regiona-

len  Planungsverbands  Zürcher  Planungsgruppe  H  gemäss  § 211  Abs. 1 

PBG und den Entwurf zu einem überarbeiteten Inventareintrag über das "Gut 

Y" vom 10. Januar 2022 habe Einsicht genommen werden können. Zahlrei-

che weitere Unterlagen, die während der vergangenen Jahre in Zusammen-

hang mit den Schutzobjekten und dem Ausbau des Feuerwehrdepots erstellt 

worden  und  daher  in  Bezug  auf  die  angefochtenen  Entscheide  erheblich 

seien,  seien  demgegenüber  nicht  aufgelegen  bzw.  für  die  Rekurrierenden 

nicht  einsehbar gewesen. Sie  beantragen deshalb  in  verfahrensrechtlicher 

Hinsicht die Herausgabe sämtlicher einschlägiger Dokumente und behalten 

sich das Recht vor, nach deren Einsichtnahme ihre bisherigen Rügen zu sub-

stantiieren und allenfalls weitere Rügen zu erheben.  

Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung haben die Parteien in Verfah-

ren  vor  Gerichts-  und  Verwaltungsinstanzen  unter  anderem  Anspruch  auf 

rechtliches Gehör. Personen, die, wie die Rekurrierenden, durch eine Anord-

nung  berührt  sind  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 

oder Änderung haben, sind nach § 8 Abs. 1 Satz 1 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes (VRG) berechtigt, in die Akten Einsicht zu nehmen. Die be-

rechtigten Personen verfügen über ein grundsätzlich umfassendes Aktenein-

sichtsrecht.  Dieses  erstreckt  sich  auf  alle  schriftlichen  oder  elektronischen 

Unterlagen  wie  Eingaben,  Protokolle,  Korrespondenzen,  E-Mails,  Pläne, 

R2.2022.00072 

Seite 14 

 
 
Fotografien, Tonaufnahmen usw., die geeignet sind, eine Grundlage der Ver-

fügung zu bilden. Massgebend ist deshalb allein die objektive Eignung eines 

Aktenstücks, den Entscheid zu beeinflussen; dass es im betreffenden Ver-

fahren tatsächlich als Beweismittel herangezogen wird, ist dagegen nicht er-

forderlich.  Es muss den  Betroffenen überlassen  bleiben,  die  Relevanz  der 

Akten  zu  beurteilen.  Wer  um  Akteneinsicht  ersucht,  hat  dementsprechend 

Anspruch darauf, dass  ihm  das gesamte  Aktendossier  überlassen wird;  er 

muss sich darauf verlassen können, dass die Akten vollständig sind (Alain 

Griffel, in: Kommentar Verwaltungsrechtspflegegesetz, § 8 Rz. 12).  

Die Rekursinstanz zieht die Akten der Vorinstanz bei (§ 26a Abs. 1 Satz 1 

VRG). Zusammen mit den Vernehmlassungen hat die Rekursgegnerschaft 

unter anderem folgende zusätzlichen Unterlagen eingereicht:  

-   das Baumschutzkonzept J Landschaftsarchitektur, Neubau Feuerwehrde-
pot und Werkhof, vom 4. November 2019 samt der zugehörigen Matrix,  

-   das Baumschutzgutachten J Landschaftsarchitektur, Neubau Feuerwehr-

depot  und  Werkhof,  Gutachten  zur  Baumverträglichkeit  des  geplanten 

Bauprojekts, vom 12. November 2019,  

-  den Baumbestandesplan J Landschaftsarchitektur, Feuerwehrdepot und 

Werkhof, vom 30. Juli 2019,  

-   die Schutzwertbeurteilung Schulhaus F des Büros L vom 9. Juni 2015 und  

-   den Regierungsratsbeschluss RRB 1985/3331 vom 28. August 1985 über 

das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte und der ar-

chäologischen  Denkmäler  der  Region  H  (Bereinigung  der  Liste/Festset-

zung der Inventarblätter).  

Die von den Rekurrierenden verlangten Dokumente und Unterlagen wurden 

entsprechend, soweit diese überhaupt bestehen, im Nachhinein zu den Ak-

ten gereicht. Die Akten sind den Verfahrensbeteiligten im Rekursverfahren 

zur Einsicht offen gestanden (vgl. § 26a Abs. 2 Satz 1 VRG). Der Rechtsver-

treter der Rekurrierenden hat denn auch am 25. Mai 2022 Einsicht in die Ak-

ten genommen. Weiter ist es den Parteien freigestanden, sich in einem zwei-

ten  Schriftenwechsel  zur  Sache  zu  äussern  (vgl.  § 26b  Abs. 4  VRG),  von 

welchem  Recht  die  Rekurrierenden  wiederum  Gebrauch  gemacht  haben. 

Daraus folgt, dass ihrem vorgenannten Verfahrensantrag inzwischen vollum-

fänglich entsprochen worden ist.  

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Seite 15 

 
 
Wenn die betroffene Partei, wie vorliegend die Rekurrierenden, die Möglich-

keit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die in Bezug auf 

die  strittige  Frage  über  eine  gleich  weite  Kognition  verfügt  wie  die  Vor-in-

stanz, so dass sie eine Prüfung in gleichem Umfang vornehmen kann, kann 

im  Übrigen  eine  allfällige  Gehörsverletzung  nach  der  bundesgerichtlichen 

Praxis  "geheilt"  werden.  Unter  dieser  zufolge  § 20  Abs. 1  VRG  in  diesem 

Verfahren erfüllten Voraussetzung wäre selbst bei einer schwerwiegenden 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu 

einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen füh-

ren würde, die mit dem – der Anhörung gleichgestellten – Interesse der be-

troffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu ver-

einbaren wären (BGE 137 I 195, E. 2.3.2; vgl. Alain Griffel, § 8 Rz. 38).  

6.1.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht machen die Rekurrierenden zudem geltend, 

dass der Sachverhalt, unter anderem wegen eines unvollständigen Gutach-

tens über die Schutzwürdigkeit der Bäume in der Gartenanlage der Villa "Y", 

nur mangel- und fehlerhaft abgeklärt worden sei. Es sei insbesondere nicht 

ausreichend untersucht worden, ob die Eibe in ihrer Gesamtheit schutzwür-

dig sei und welche Auswirkungen der geplante Um- und Ausbau des Werk-

hofs und Feuerwehrdepots auf die schutzwürdigen Bäume, namentlich auf 

die Eibe und den Mammutbaum, hätten. Mangels durchgeführter statischer 

Untersuchungen dieser Bäume sei auch unklar, ob die Scheinzypresse im 

Falle der Ausführung des Bauvorhabens erhalten werden könne. Die unzu-

reichende  Klärung  des  Sachverhalts  sei  vor  allem  darauf  zurückzuführen, 

dass dem verwaltungsrechtlichen Vertrag vom 21. September 2021/18. Feb-

ruar 2022 allein das Parkpflegewerk Teil 1 der I vom 18. Februar 2020 zu-
grunde gelegt worden sei. Denn das Parkpflegewerk sei ursprünglich für den 

projektbezogenen  Schutzentscheid  angefertigt  worden,  der  im  ersten 

Rechtsgang  vom  Baurekursgericht  aufgehoben  worden  sei 

(vgl. 

BRGE II Nr. 0093/2021 vom 11. Mai 2021). Es bestehe aus einem gutachter-

lichen  und  einem  landschaftsarchitektonischen  Teil,  erachte  aber  ersteren 

lediglich  als  Ergänzung  des  letzteren.  Infolgedessen  sei  es  nicht  möglich, 

aufgrund des Parkpflegewerks die Schutzwürdigkeit der Gartenanlage und 

der streitbetroffenen Bäume abschliessend zu beurteilen.  

R2.2022.00072 

Seite 16 

 
 
6.2.  

Gemäss § 7 Abs. 1 VRG untersucht die Verwaltungsbehörde den Sachver-

halt von Amtes wegen durch Befragen der Beteiligten und von Auskunftsper-

sonen, durch Beizug von Amtsberichten, Urkunden und Sachverständigen, 

durch Augenschein oder auf andere Weise. Nach Abs. 2 dieser Bestimmung 

haben die am Verfahren Beteiligten dabei mitzuwirken, soweit sie ein Begeh-

ren gestellt haben (lit. a) und/oder wenn ihnen nach gesetzlicher Vorschrift 

eine Auskunfts- oder Mitteilungspflicht obliegt (lit. b). Für die Feststellung des 

Sachverhaltes sind Verwaltungsbehörden und Gerichte nach Abs. 3 Satz 1 

der  Bestimmung  verpflichtet,  notwendige  Akten  herauszugeben,  Amtsbe-

richte zu erstatten und Auskünfte zu erteilen.  

Der  Untersuchungsgrundsatz  verpflichtet  die  Behörde  von  Amtes  wegen 

dazu,  für  die  richtige  und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen 

Sachverhalts  zu  sorgen.  An  den  Untersuchungsgrundsatz  sind  tendenziell 

geringere Anforderungen zu stellen, wenn die Verfahrensbeteiligten, wie vor-

liegend, anwaltlich vertreten sind. Sind zur Abklärung des relevanten Sach-

verhalts besondere Sachkenntnisse erforderlich, über welche die Entscheid-

behörde nicht oder nur teilweise verfügt, so können gemäss der genannten 

Bestimmung Sachverständige beigezogen werden. Gestützt auf ihre beson-

deren Sachkenntnisse erstatten Sachverständige im Rahmen von Gutachten 

Bericht über die Sachverhaltsprüfung und -würdigung. Erscheint die Schlüs-

sigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, so hat die Ent-

scheidinstanz nötigenfalls  ergänzende Beweise  zur  Klärung dieser  Zweifel 

zu erheben; der Verzicht auf gebotene zusätzliche Beweiserhebungen kann 

gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung verstossen. Vor der Einho-

lung  eines  allfälligen  zweiten  Gutachtens  ist  allerdings  stets  zu  prüfen,  ob 

sich Unklarheiten oder neue Tatsachen nicht durch ein Ergänzungsgutach-

ten  oder  eine  persönliche  Befragung  der  sachverständigen  Person  klären 
lassen und ob die Entscheidinstanz den Zweifel dank ihres Fachwissens und 

des  liquiden  Sachverhalts  nicht  sofort  beseitigen  kann  (Kaspar  Plüss,  in: 

Kommentar Verwaltungsrechtspflegegesetz, § 7 Rzn. 10, 15, 66 und 69).  

6.3.  

Grundlage des angefochtenen Beschlusses vom 21. September 2021 bilden 

vorab die Einträge über die schutzwürdigen Bäume im kommunalen Inven-

tar. Weiter stützt sich der Beschluss auf den Schutzplan von J Landschafts-

architektur vom 16. September 2021 ab, der sich mit dem Baumbestand und 

R2.2022.00072 

Seite 17 

 
 
mit  den  voraussichtlichen  Auswirkungen  des  geplanten  Bauvorhabens  auf 

den  Baumbestand  auseinandersetzt.  Dem  Beschluss  liegt  sodann  das 

Baumschutzkonzept J Landschaftsarchitektur vom 4. November 2019 samt 

der zugehörigen Matrix zugrunde. Das Baumschutzkonzept äussert sich ge-

stützt auf die Resultate der erfolgten Sondierungen im Einzelnen zum Baum-

bestand und Zustand der Bäume, erörtert die Konflikte, die bei der Ausfüh-

rung des Bauvorhabens entstehen, und schlägt in einer Matrix Massnahmen 

zur Konfliktlösung vor.  

Der  angefochtenen Verfügung  vom 19. November 2021  liegt  zunächst  der 

Eintrag über die Villa "Y" mit Gartenanlage im Inventar der kantonalen Denk-

malpflege  zugrunde.  Wie  erwähnt  bildet  der  verwaltungsrechtliche  Vertrag 

vom  21. September  2021/18. Februar  2022  Bestandteil  der  Verfügung  wie 

auch  des  angefochtenen  Beschlusses.  Beilagen  dieses  Vertrags  sind  der 

Schutzperimeter der Parkanlage vom 15. September 2021, die – bereits er-

wähnten 

–  Baupläne-Nrn. 1732-4-112.1  Grundriss 1. Obergeschoss 

Achse 1-7  und  1732-4-112.2  Grundriss 1. Obergeschoss  Achse 7-13  vom 

14. September 2021 der K und das Parkpflegewerk Teil 1 der I vom 18. Feb-

ruar 2020. Das Parkpflegewerk hat zum Zweck, die Schutzwertbeurteilung 

Schulhaus F des Büros L vom 9. Juni 2015 zu verifizieren und zu aktualisie-

ren, und enthält ein Leitbild, das den angestrebten Zustand des Parks unter 

Berücksichtigung  denkmalpflegerischer  Aspekte  definiert  und  zudem  als 

Leitlinie  für  sämtliche  baulichen  und  pflegerischen  Eingriffe  innerhalb  des 

Parkperimeters dient.  

Obwohl  in  den  angefochtenen  Entscheiden  nicht  ausdrücklich  erwähnt, 

konnten  die  Vorinstanzen  zusätzlich  auch  auf  die  Schutzwertbeurteilung 

Schulhaus F vom 9. Juni 2015, auf das – oben genannte – Baumschutzgut-

achten  J  Landschaftsarchitektur  vom  12.November  2019 und auf die  Stel-
lungnahme von M, Dipl.-Ing. Gartenbau, vom 28. Oktober 2020 zurückgrei-

fen, zumal ihnen diese Unterlagen schon im ersten Rechtsgang in den Jah-

ren 2020 und 2021 zur Verfügung gestanden hatten. In der Schutzwertbeur-

teilung ist der Denkmalwert des Parks mit beurteilt worden. Das Baumschutz-

gutachten und die Stellungnahme von M äussern sich sodann einerseits zum 

Zustand  der  streitbetroffenen  Bäume  und  anderseits  zu  den  voraussichtli-

chen Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Bäume.  

R2.2022.00072 

Seite 18 

 
 
Die  genannten  Pläne,  Fachberichte,  Gutachten  und  Stellungnahmen  äus-

sern sich unter verschiedensten Gesichtspunkten zum Baumbestand und zur 

Gartenanlage der Villa "Y" und des Schulhauses F sowie zu den erwarteten 

Auswirkungen des Bauvorhabens auf die streitbetroffenen Bäume. Aus den 

verschiedenen  sachdienlichen  Unterlagen  folgt,  dass  der  rechtserhebliche 

Sachverhalt in den Verwaltungsverfahren insgesamt richtig und vollständig 

abgeklärt worden ist.  

6.4.  

Die 2. Abteilung des Baurekursgerichts hat zudem sowohl im ersten Rechts-

gang  (G.-Nr. R2.2020.00246)  als  auch  in  den  vorliegenden  Verfahren  am 

24. März 2021 bzw. am 13. September 2023 im Beisein der Parteien einen 

Augenschein auf dem Lokal durchgeführt. Dabei wurde nicht zuletzt den vom 

kommunalen  Rekursgegner  und  von  den  Rekurrierenden  beigezogenen 

Sachverständigen N, Dipl. Ing. Landschaftsarchitekt von J, und M ausführlich 

Gelegenheit geboten, die von ihnen erwarteten Auswirkungen des Bauvor-

habens auf die streitbetroffenen Bäume vor Ort aufzuzeigen. Die Rekurrie-

renden  reichten  überdies  die  überarbeitete  Stellungnahme  von  M  vom 

28. März 2022 zu den Gerichtsakten.  

Aufgrund all der ins Recht gelegten sachdienlichen Unterlagen und erfolgten 

tatsächlichen Feststellungen, an denen, wie erwähnt, jeweils auch von den 

Parteien bestellte Sachverständige mitwirkten, ist der massgebliche Sacher-

halt zumindest nunmehr rechtsgenügend abgeklärt. Es erübrigen sich folg-

lich zusätzliche Abklärungen und insbesondere das Einholen eines weiteren 

Gutachtens.  

Die Verfahrensrüge ist somit unbegründet.  

7.  

Schutzobjekte sind gemäss § 203 Abs. 1 PBG unter anderem Naturdenkmä-

ler und Heilquellen (lit. e) sowie wertvolle Park- und Gartenanlagen, Bäume, 

Baumbestände,  Feldgehölze  und  Hecken  (lit. f).  Naturschutzobjekte  sind 

nach  § 13  Abs. 1  der  Kantonalen  Natur-  und  Heimatschutzverordnung 

(KNHV)  Lebensräume  für  seltene  oder  bedrohte  Tier-  und  Pflanzenarten 

oder -gesellschaften, unter anderem namentlich wertvolle Bäume und Baum-

bestände.  Nach  § 19  KNHV  sind  Landschaftsschutzgebiete  bestimmt 

R2.2022.00072 

Seite 19 

 
 
abgegrenzte  Landschaften  oder  Geländeabschnitte  und  ihre  Bestandteile 

wie  unter  anderem  Baumbestände,  wertvolle  Einzelbäume,  Parkanlagen 

oder  andere  landschaftsprägende  Elemente.  Der  Begriff  wertvoll  im  Sinne 

von § 203 Abs. 1 lit. f PBG umfasst nicht nur den biologischen oder ökologi-

schen  Wert  als  besonders  seltene  Gattung  oder  als  biotopischer  Lebens-

raum, sondern auch den gestalterisch-ästhetischen Wert, der einem Baum 

in überbautem Gebiet im Hinblick auf seine Umgebung, also für das Quartier- 

und Strassenbild, zukommt (VB.2019.00388 und VB.2019.00404 vom 8. Ap-

ril 2020, E. 4.1).  

Staat, Gemeinden sowie jene Körperschaften, Stiftungen und selbständigen 

Anstalten des öffentlichen und des privaten Rechts, die öffentliche Aufgaben 

erfüllen,  haben  nach  § 204  Abs. 1  PBG  in  ihrer  Tätigkeit  dafür  zu  sorgen, 

dass  Schutzobjekte  geschont  und,  wo  das  öffentliche  Interesse  an  diesen 

überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben. Soweit es möglich und zumutbar 

ist, muss nach Abs. 2 dieser Bestimmung für zerstörte Schutzobjekte Ersatz 

geschaffen werden. Wie beim Entscheid über eine formelle Unterschutzstel-

lung nach § 205 lit. c PBG verlangt die Anwendung von § 204 PBG eine In-

teressenabwägung,  welche  die  entscheidenden  Behörden  nach  pflichtge-

mässem Ermessen vorzunehmen haben. Anders als bei Schutzobjekten im 

Eigentum  Privater  ist  jedoch  nicht  zwischen  dem  öffentlichen  Schutzinte-

resse  und  den  privaten  Eigentümerinteressen  abzuwägen,  sondern  zwi-

schen allenfalls gegenläufigen öffentlichen Interessen. Gegen die Erhaltung 

des  Schutzobjekts  kann  eine  dem  betreffenden  Gemeinwesen  obliegende 

öffentliche Aufgabe oder das Gebot des haushälterischen Umgangs mit öf-

fentlichen Mitteln sprechen. Allerdings hat dieses Gebot im Gegensatz zur 

Eigentumsgarantie, auf die sich der von einer Unterschutzstellung betroffene 

Private  berufen  kann,  nicht  Verfassungsrang  und  stellt  sich  deshalb  die 

Frage nach der Verhältnismässigkeit bei der Anwendung von § 204 PBG in 
einem anderen Licht als bei Schutzmassnahmen gemäss § 205 ff. PBG. Da-

bei ist es Sache des Gemeinwesens als Eigentümer des Schutzobjekts, kon-

kret  darzulegen,  inwiefern  andere  öffentliche  Interessen  der  Erhaltung  im 

Weg stehen (VB.2019.00388 und VB.2019.00404, E. 4.2).  

Der  Schutz erfolgt  gemäss  § 205  PBG  durch  Massnahmen des  Planungs-

rechts (lit. a), durch Verordnung, insbesondere bei Schutzmassnahmen, die 

ein grösseres Gebiet erfassen (lit. b), durch Verfügung (lit. c) und/oder durch 

Vertrag  (lit. d).  Als  Voraussetzung  für  den  Erlass  von  Schutzmassnahmen 

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Seite 20 

 
 
muss  zunächst  die  Schutzfähigkeit,  bei  wertvollen  Bäumen  beispielsweise 

die  baumbiologische  Grundlage  einer  Unterschutzstellung,  gegeben  sein 

(VB.2019.00388 und VB.2019.00404, E. 5). Weiter genügt die Qualifikation 

des Schutzobjekts zum Beispiel als Naturdenkmal und Heilquelle, wertvolle 

Park- und Gartenanlage oder wertvolle Bäume noch nicht für den Erlass von 

Schutzmassnahmen im Sinne von § 205 lit. c PBG. Erforderlich ist zudem, 

dass das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Schutzobjekts höher zu 

gewichten ist als entgegenstehende öffentliche und private Interessen, was 

sich als Ergebnis einer durch die zuständige Behörde durchzuführenden In-

teressenabwägung 

herauszustellen 

hat 

(VB.2019.00388 

und 

VB.2019.00404,  E. 7.1,  VB.2014.00603  vom  9. Juli  2015,  E. 3,  und 

VB.2008.00481  vom  5. Februar  2009, E. 2.2).  Je  höher  beispielsweise  die 

ökologisch-biologische  und/oder  gestalterisch-ästhetische  Bedeutung  der 

Gartenanlage oder von Bäumen einzustufen ist, desto grösser erscheint das 

öffentliche Unterschutzstellungsinteresse; je grösser dieses Interesse ist und 

je geringer das Gewicht entgegenstehender anderer öffentlicher und privater 

Interessen, umso eher ist auf ein überwiegendes Unterschutzstellungsinte-

resse zu schliessen (RB 12 Nr. 62).  

Die zu treffenden Schutzmassnahmen haben nach § 207 Abs. 1 PBG Beein-

trächtigungen der Schutzobjekte zu verhindern, deren Pflege und Unterhalt 

sicherzustellen und nötigenfalls die Restaurierung anzuordnen; ihr Umfang 

ist jeweils örtlich und sachlich genau zu umschreiben. Gemäss § 14 KNHV 

erfolgt der planungsrechtliche Naturschutz in erster Linie durch Einteilung in 

Freihaltezonen, Festlegen von Abstandslinien an Waldrändern und Gewäs-

sern sowie bau- und zonenrechtliche Regelungen zum Schutze des Baum-

bestandes (vgl. § 20 KNHV zum Landschaftsschutz). Als besondere Anord-

nungen für Naturschutzobjekte sind nach § 15 Abs. 1 KNHV, soweit die pla-

nungsrechtlichen Massnahmen nicht genügen, Vorschriften zu erlassen und 
Verfügungen zu treffen, welche alle Tätigkeiten, Vorkehren und Einrichtun-

gen verbieten, die Pflanzen oder Tiere zerstören, schädigen, gefährden, be-

einträchtigen oder sonst wie stören oder die Beschaffenheit des Bodens so-

wie andere natürliche Verhältnisse nachteilig verändern können, ferner sol-

che, die im Landschaftsbild störend in Erscheinung treten (vgl. § 21 Abs. 1 

KNHV zum Landschaftsschutz). Solche Vorschriften und Verfügungen kön-

nen nach Abs. 2 dieser Bestimmung beispielsweise Verbote enthalten über 

das Errichten von Bauten und Anlagen aller Art, Geländeveränderungen und 

Ablagerungen 

aller  Art, 

die  Beseitigung 

von  Baumgruppen, 

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Seite 21 

 
 
einzelnstehenden  Bäumen  und  markanten  Einzelsträuchern  etc.  (vgl.  § 21 

Abs. 2 KNHV zum Landschaftsschutz).  

8.  

Mit dem angefochtenen Beschluss wurde unter anderem die Stieleiche In-

ventar-Nr. 3.2,  unter  Schutz  gestellt  und  wurden  für  diese  Stieleiche  ver-

schiedene Schutzmassnahmen angeordnet; demnach sei insbesondere si-

cherzustellen, dass Schutzmassnahmen während der Bauzeit getroffen wür-

den  und  eine  Standortverbesserung  durchgeführt  sowie  für  ausreichende 

Bewässerung über trockene Phasen gesorgt werde.  

Die Rekurrierenden beantragen, wie erwähnt, die Aufhebung des Beschlus-

ses und, dass der Schutzumfang neu festzulegen sei. In der Begründung des 

Rekurses äussern sie sich allerdings nicht weiter zur letztgenannten Stielei-

che.  

Die Geltung des Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes wegen im 

Sinne von § 7 Abs. 4 VRG steht im Rekursverfahren in einem Spannungs-

verhältnis zum sogenannten Rügeprinzip; dieses Prinzip entbindet die kan-

tonalen  Rekursbehörden  zwar  nicht  von  der  amtlichen  Rechtsanwendung, 

relativiert indessen deren Tragweite. Trotz des Grundsatzes der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen dürfen daher die Rekursbehörden ihre Prüfung, 

abgesehen  von  offenkundigen  Rechtsmängeln,  auf  das  beschränken,  was 

von den Rekurrierenden beanstandet wird (Alain Griffel, § 23 Rz. 19; Martin 

Bertschi,  in:  Kommentar  Verwaltungsrechtspflegegesetz,  Vorbemerkungen 

zu §§ 19–28a Rz. 31; VB.2004.00281 vom 9. September 2004, E. 2.3).  

Offenkundige Rechtsmängel sind bei der Unterschutzstellung der Stieleiche 
3.2 nicht auszumachen, umso mehr, als dieser Baum nach übereinstimmen-

der Auffassung der Parteien aufgrund seines Standorts vom geplanten Um- 

und Ausbau des Feuerwehrdepots und Werkhofs kaum betroffen ist. Daraus 

folgt, dass auf den Rekurs hinsichtlich der Stieleiche Inventar-Nr. 3.2, nicht 

weiter einzugehen ist.  

9.1.  

Zur Scheinzypresse machen die Rekurrierenden Folgendes geltend:  

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Seite 22 

 
 
Anders als der Gemeinderat X im angefochtenen Beschluss behauptet, ge-

lange  der  von  ihr  beauftragte  Fachmann  J  Landschaftsarchitektur  zum 

Schluss,  dass  die  Scheinzypresse  zwar  geschwächt  und  strukturell  beein-

trächtigt sei, der Baum aber mit baumpflegerischen Massnahmen erhalten 

werden könnte. Dem Erhalt der Scheinzypresse stehe daher aus baumfach-

lichen Gründen nichts entgegen. Zu beanstanden sei auch, dass bislang of-

fenbar keine Massnahmen zur Behebung der festgestellten Vitalitätsmängel 

des Baums, wie z. B. das Ausbringen von Nährhumus oder Flüssigkompost, 

getroffen worden seien, was ein mangelndes Interesse des Rekursgegners 

an der möglichen langfristigen Erhaltung des wertvollen Baumes nahelege. 

Weiter sei aus dem angefochtenen Beschluss zu schliessen, dass lediglich 

ein Teil der Scheinzypresse aus dem Inventar entlassen worden sei und der 

andere im Inventar verbleibe; aus baumfachlicher Sicht sei es jedoch nicht 

möglich, einzelne Stämme eines schutzwürdigen Baums aus dem Inventar 

zu entlassen.  

9.2.  

Gemäss Baumschutzgutachten J Landschaftsarchitektur vom 12. November 

2019  besteht  die  markante  Scheinzypressengruppe  aus  einem  "Mutter-

baum",  2.6,  der  aus  der  Anfangszeit  der  Villa  "Y"  stamme  und  von  einer 

Reihe von Nachfahren unterschiedlichen Alters umgeben sei. Insbesondere 

der untere Stammbereich von 2.6 weise einen ausgesprochen malerischen 

Wuchs  auf.  Die  gesamte  Gruppe,  die  aufgrund  ihrer  Exposition  dem  Wind 

stark ausgesetzt sei, zeige allerdings Anzeichen von vitaler Schwäche und 

vielen, teilweise gravierenden strukturellen Schäden. So seien 2.3 und 2.4 

stark einseitig begrünt, geschwächt mit eher kürzlich abgestorbenen Ästen; 

die Bäume seien abgehend. 2.5 weise eine massive Stammnekrose an der 

Stammbasis auf mit solidem totem Holzkörper. Der Baum sei stark einseitig 

begrünt, geschwächt mit eher kürzlich abgestorbenen Ästen und wirke eben-
falls abgehend. 2.6 zeige vereinzelte stark zersetzte Wurzelanläufe. Die zwei 

Stämmlinge  in  Richtung  See  wiesen  Faulstellen  im  Zugholz  auf.  Eine  der 

Faulstellen reiche bis in das Kernholz des Hauptstammes. Von der Stamm-

basis aus habe der gesamte Baumstamm bis auf ca. die halbe Baumhöhe 

einen nekrotischen Längsriss, der einen direkten Zusammenhang zur basa-

len Kernfäule aufweise. Der Riss verlaufe vertikal und ende ca. in der Hälfte 

des Baumes, weshalb eine Torsion wahrscheinlicher sei als eine Blitzrinne. 

Der frei liegende abgestorbene Kern weise wiederum einen Längsriss auf. 

Die lichte Belaubung des gesamten Baumes und die abgestorbenen Stellen 

R2.2022.00072 

Seite 23 

 
 
wiesen  auf  eine  insgesamt  angeschlagene  Vitalität  hin.  Bei  2.7  sei  neben 

massiver  Nekrose  mit  stark  zersetztem  Kernholz  an  der  Basis  ein  bis  auf 

etwa 4 m Höhe reichender Längsriss und auffällig ausgeprägtes Reaktions-

holz feststellbar. Das Kronenbild sei licht, der Baum sei stark einseitig be-

laubt.  Massive  Stammnekrose  weise  auch  2.8  auf;  eine  Erholung  dieses 

Baums,  der  kaum  tragend  sei,  sei  ausgeschlossen.  An  den  drei  kleineren 

Exemplaren, welche die Gruppe 2.9 bildeten, seien seeseitig Stammverlet-

zungen auszumachen; die Gruppe sei stark einseitig belaubt und lehnend. 

Der solitäre Erhalt der Gruppe sei nicht empfehlenswert.  

M hält mit Stellungnahme vom 28. März 2022 fest, dass die Scheinzypresse 

im Vergleich zur Eibe weniger vital sei und auch mehr Schäden am Holzkör-

per, u. a. Bräunungen im unteren südlichen Kronenbereich aufweise, die von 

einem  abgestorbenen,  untergeordneten  dünnen  Stämmling  herrührten. 

Nichtsdestotrotz sei die Scheinzypresse immer noch schutzwürdig, weil sie 

sehr prägend sei und zusammen mit der Eibe ein wichtiges historisches En-

semble im Park bilde. Selbst J Landschaftsarchitektur empfehle ja nicht die 

Fällung der Scheinzypresse, sondern halte lediglich dafür, dass ein "nach-

haltiger Erhalt des Baums" nur nach einer vertieften statischen Untersuchung 

möglich sei. Nach J Landschaftsarchitektur seien 2.3 und 2.4 in der Vitalität 

geschwächt,  dagegen seien  2.5 und 2.9  noch  erhaltensfähig.  Sterbe einer 

der  untergeordneten  Stämmlinge  ab,  könne  dieser  entfernt  werden,  ohne 

dass sich deswegen der Schutzwert des Baumes erheblich vermindere. Da-

raus sei zu schliessen, dass ein Teil der Scheinzypresse allein wegen des 

Bauvorhabens aus dem Inventar entlassen worden sei.  

9.3.  

Dem angefochtenen Beschluss zufolge wurde die Scheinzypresse Inventar-

Nr. 2.6-2.8, aus dem Inventar entlassen. Wie aus dem Baumschutzgutach-
ten  J  Landschaftsarchitektur  hervorgeht,  besteht  die  streitbetroffene 

Scheinzypresse indes nicht nur aus den Trieben des 2.6-2.8, sondern aus 

den Stämmlingen bzw. Gruppen von Stämmlingen 2.3 bis 2.9. Die sich als 

Folge  davon  stellende  Frage,  ob  lediglich  ein  Teil  der  streitbetroffenen 

Scheinzypresse aus dem Inventar entlassen worden sei, ist jedoch, entge-

gen der Auffassung der Rekurrierenden, zu verneinen. Gegen die Annahme 

einer teilweisen Entlassung der Scheinzypresse spricht zum einen die Natur 

des  angefochtenen  Beschlusses,  bei  dem  es  sich  um  einen  förmlichen 

Schutzentscheid  handelt,  demzufolge  ein  Schutzobjekt  entweder  unter 

R2.2022.00072 

Seite 24 

 
 
Schutz gestellt oder aber ohne Unterschutzstellung aus dem Inventar entlas-

sen wird. Der Verbleib eines Teils der zusammengehörenden Baumgruppe 

ist  daher  schon  aus  rechtlich-systematischen  Gründen nicht möglich.  Zum 

anderen  würde  es  vorliegend  jeder  inhaltlichen  Grundlage  entbehren,  den 

"Mutterbaum" 2.6 und die diesen unmittelbar umgebenden Stämmlinge 2.7 

und 2.8 aus dem Inventar zu entlassen, die unter anderem am stärksten be-

schädigten und bereits abgehenden bzw. absterbenden Stämmlinge 2.3, 2.4 

und 2.5 sowie die Gruppe 2.9, deren solitärer Erhalt im Baumschutzgutach-

ten nicht empfohlen wird, weiterhin im Inventar zu belassen.  

Es ist folglich davon auszugehen, dass unabhängig von der erwähnten un-

vollständigen  Bezeichnung  der  Stämmlinge  die  Scheinzypresse  Inventar-

Nr. 2 mit dem angefochtenen Beschluss gesamthaft aus dem Inventar ent-

lassen worden ist.  

9.4.  

Als Grundvoraussetzung, damit ein Baum gemäss §§ 205 und 207 PBG un-

ter Schutz gestellt werden kann, muss die baumbiologische Grundlage sei-

ner Unterschutzstellung, die sogenannte Schutzfähigkeit, gegeben sein. Ein 

Baum ist gemäss Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zü-

rich  schutzfähig,  wenn  er  eine  langfristige  Lebenserwartung  aufweist;  eine 

solche ist zu bejahen, wenn davon auszugehen ist, dass der Baum mindes-

tens zehn Jahre fortbestehen wird. Die Lebenserwartung des Baums ist un-

ter anderem mit Hilfe einer Einstufung in Vitalitätsstufen zu beurteilen; geläu-

fig sind die folgenden Vitalitätsstufen: 0 = vital, 1 = geschwächt, 2 = geschä-

digt,  3  =  stark  geschädigt  und  4  =  tot  (VB.2018.00494  vom  23. Mai  2019, 

5.3.1, VB.2019.00388 und VB.2019.00404, E. 5.2 und 5.4).  

Nach dem Baumschutzgutachten J Landschaftsarchitektur vom 12. Novem-
ber 2019 seien Teile der Wurzeln des Haupttriebs der Scheinzypresse 2.6 

stark zersetzt. Mehrere Stämmlinge wiesen Faulstellen im Zugholz auf, die 

bis in das Kernholz des Hauptstammes reichten. Der Baumstamm habe ei-

nen langen Riss, der nekrotisch sei, d. h. abgestorbenes Gewebe aufweise. 

Der gesamte Baum sei licht belaubt und zeige abgestorbene Stellen, was auf 

eine angeschlagene Vitalität hindeute. Aufgrund der Erkenntnisse des Sach-

verständigen  ist darauf  zu  schliessen,  dass der  Haupttrieb  der  Scheinzyp-

resse geschädigt bis stark geschädigt ist, womit für ihn die Vitalitätsstufen 2–

3 gelten.  

R2.2022.00072 

Seite 25 

 
 
Die Stämmlinge 2.7 und 2.8 hätten zufolge Baumschutzgutachten massive 

Nekrose, mithin einen grossen Anteil an totem Gewebe, mit stark zersetztem 

Kernholz  bzw.  nur  geringem  Reaktionsholz.  2.7  weise  zudem  bis  auf  4 m 

Höhe einen Längsriss auf, während 2.8 kaum noch tragend sei, was zufolge 

Gutachter  ausschliesse,  dass  sich  letzterer  Trieb  erholen  werde.  Daraus 

folgt, dass diese beiden Stämmlinge in die Vitalitätsstufen 3–4 einzuordnen 

sind.  

Weiter  hält  das  Baumschutzgutachten  sowohl die  Stämmlinge  2.3  und 2.4 

als auch den Trieb 2.5 für abgehend, was bedeutet, dass diese bereits am 

Absterben sind. Auch für sie gelten mithin die Vitalitätsstufen 3–4.  

Bei  der  einseitig  belaubten  und  lehnenden,  d. h.  statisch  beeinträchtigten 

Gruppe  2.9  seien  unter  anderem  verletzte  Stämme  feststellbar.  Diese 

Gruppe  dürfte  folglich  ebenfalls  nicht  über  die  Vitalitätsstufe 3  hinauskom-

men.  

Wie der Gutachter zusammengefasst festhält, weist die gesamte Gruppe der 

Scheinzypresse  nicht  nur  Anzeichen  von  vitaler  Schwäche,  sondern  auch 

viele, teilweise gravierende strukturelle Schäden auf. Auffallend ist insbeson-

dere die als Folge von Krankheiten und Mängeln stark verbreitete Nekrose 

der gesamten Gruppe, mithin die faulen und abgestorbenen, irreversibel ver-

lorenen Gewebeteile. Bis auf den Haupttrieb 2.6, der angesichts von Faul-

stellen und Rissen gesundheitlich selber erheblich angeschlagen ist, sind die 

übrigen  Stämmlinge  grösstenteils  bereits  stark  geschädigt  und/oder  abge-

hend bzw. absterbend. An den gerichtlichen Augenscheinen vom 24. März 

2021 und 13. September 2023 war neben dem schlechten Gesundheitszu-

stand der Scheinzypresse auch feststellbar, dass die Bäume im Verbund und 

aufgrund ihrer Gliederung und Position dem Wind stark ausgesetzt sind (vgl. 
die  am  Augenschein  vom  13. September  2023  erstellten  Fotografien 

Nrn. 4 f., act. 1, Protokoll S. 7). Da diverse Stämmlinge schon abgehen, wer-

den dadurch andere Triebe in absehbarer Zeit zusätzlich oder ganz freige-

stellt, was sich, wie der Gutachter in diesem Zusammenhang festhält, nicht 

nur für diese Triebe, sondern für die Gruppe insgesamt als sehr problema-

tisch herausstellen dürfte.  

Aufgrund dessen sind keine Anhaltspunkte für eine positive Entwicklung des 

Baums  auszumachen,  vielmehr  liegen  erkennbare,  sichere  Anzeichen  für 

R2.2022.00072 

Seite 26 

 
 
eine  bevorstehende  zusätzliche  Zustandsverschlechterung  und  ein  unwei-

gerliches  Absterben  der  Scheinzypresse  vor.  Wie  anlässlich  des  Augen-

scheins vom 13. September 2023 festzustellen war, hat sich denn auch der 

Gesundheitszustand der Gruppe seit der Erstellung des Baumschutzgutach-

tens vor rund vier Jahren weiter verschlechtert. An diesen Erkenntnissen än-

dert auch die Möglichkeit nichts, dass der Baum durch Ergreifung von Pfle-

gemassnahmen allenfalls auf Zusehen hin erhalten werden könnte.  

Aus  alledem  ist  zu  schliessen,  dass  die  Scheinzypresse  aller  Voraussicht 

nach keine zehn Jahre fortbestehen wird, womit inzwischen nicht mehr von 

einer langfristigen Lebenserwartung auszugehen ist.  

9.5.  

Der Scheinzypresse Inventar-Nr. 2.6 bis 2.9, ist somit die baumbiologische 

Grundlage  einer  Unterschutzstellung  bzw.  die  Schutzfähigkeit  abzuspre-

chen.  

Demzufolge  ist  die  vom  kommunalen  Rekursgegner  beschlossene  Entlas-

sung der Scheinzypresse aus dem Inventar nicht zu beanstanden.  

10.1.  

Weiter machen die Rekurrierenden – zusammengefasst – geltend, dass die 

umstrittenen  Unterschutzstellungen  des  Mammutbaums,  der  Eibe  und  der 

Gartenanlage  unzulänglich  ausgefallen  seien,  weil  sie  auf  fehlenden  bzw. 

fehlerhaften 

Interessenabwägungen  beruhten  und  ausserdem  unzu-

reichende  und  widersprüchliche  Schutzmassnahmen  angeordnet  worden 

seien.  

10.2.  

Aufgrund  der  Akten  ist  die  baumbiologische  Grundlage  einer  Unterschutz-

stellung beim Mammutbaum Inventar-Nr. 1, bei der Eibe Inventar-Nr. 2 und 

der  Stieleiche  Inventar-Nr. 4.41,  unbestrittenermassen  gegeben.  Dasselbe 

trifft auf die Schutzfähigkeit der Gartenanlage der Villa "Y" zu.  

Als Voraussetzung für Schutzmassnahmen müssen Bäume sowie Park- und 

Gartenanlagen sodann wertvoll im Sinne von § 203 Abs. 1 lit. f PBG sein und 

sich  damit  als  Schutzobjekte  qualifizieren.  Hierbei  ist  dem  Umstand,  dass 

R2.2022.00072 

Seite 27 

 
 
Schutzobjekte  in  Widerspruch  zu  aktuellen  oder  zukünftigen  Bauvorhaben 

geraten könnten, – noch – keine Beachtung zu schenken. Gemäss den Best-

immungen  des  Naturschutz-  und  Heimatschutzrechts  ist  vorgängig  die 

Schutzwürdigkeit eines  Objekts  zu  klären.  Die  massgeblichen  Bestimmun-

gen  bezwecken  nämlich,  dass  Bauprojekte  auf  Schutzobjekte  –  und  nicht 

umgekehrt  Schutzobjekte  auf  Bauprojekte  –  Rücksicht  nehmen  (vgl. 

VB.2010.00359  vom  8. Februar  2021,  E. 5.2,  VB.2019.00388  und 

VB.2019.00404, E. 5.5).  

Die Frage, ob ein Schutzobjekt einem Bauvorhaben bindend entgegenste-

hen soll, ist danach bei der Interessenabwägung zu entscheiden. Wie erwo-

gen führt die Bejahung der Schutzwürdigkeit nicht zwingend zur Anordnung 

von  Schutzmassnahmen  nach  § 205  und  § 207  PBG,  sondern  nur  dann, 

wenn das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Schutzobjekts höher zu 

gewichten  ist  als  entgegenstehende  öffentliche  und  private  Interessen 

(VB.2019.00388 und VB.2019.00404, E. 7.1).  

Fällt  die  Interessenabwägung  zugunsten  des  Schutzobjekts  aus,  sind  ab-

schliessend  Schutzmassnahmen  anzuordnen,  die  gemäss  § 207  Abs. 1 

PBG dessen Beeinträchtigung verhindern und seine Erhaltung sicherstellen 

(RB 12 Nr. 62). Gemäss § 15 Abs. 1 und § 21 Abs. 1 KNHV sind hierzu na-

tur- und landschaftsschützende Anordnungen zu treffen, die alle Tätigkeiten 

und Vorkehren verbieten, welche schutzwürdige Pflanzen und Landschafts-

bilder gefährden und beeinträchtigen oder sonst wie stören. Solche Anord-

nungen können nach Abs. 2 dieser Bestimmungen Verbote über das Errich-

ten von Bauten und Anlagen aller Art enthalten. Dadurch wird zum Ausdruck 

gebracht, dass ein Bauvorhaben, das im Abwägungsprozess unterliegt, ent-

weder einzuschränken ist, bis es zu keiner Beeinträchtigung des Schutzob-

jekts mehr führt, oder, wenn das nicht möglich ist, gänzlich zu untersagen ist.  

10.3.  

Der Gemeinderat X führt im angefochtenen Beschluss aus, dass der Mam-

mutbaum  markant,  schön  gewachsen  und  sehr  vital  und  entsprechend 

schutzwürdig sei; anschliessend gelangt er ohne Weiteres zum Schluss, das 

Schutzobjekt sei unter Schutz zu stellen. Über den Grad der Schutzwürdig-

keit des Mammutbaums schweigt sich der Gemeinderat X ebenso aus wie 

über anderweitige Interessen, die der Unterschutzstellung des Baums ent-

gegenstehen. Wie erwähnt plant die Gemeinde X den Um- und Ausbau des 

R2.2022.00072 

Seite 28 

 
 
Werkhofs und Feuerwehrdepots, dessen Bauten und Anlagen sich im Süden 

der Gartenanlage "Y" befinden. Das teilweise unterirdische Feuerwehrdepot 

soll hierbei in Richtung Norden erweitert werden. Infolgedessen tangiert das 

Bauvorhaben den südlichen Bereich der Gartenanlage, wo, im Norden der 

vorgesehenen  Baugrube, der  Mammutbaum  – und  die  Eibe –  stehen  (vgl. 

die am Augenschein vom 13. September 2023 erstellte Fotografie Nr. 1, Pro-

tokoll S. 10). Das Bauvorhaben kann, wie der von der Gemeinde beauftragte 

Sachverständige J Landschaftsarchitektur feststellte, nicht realisiert werden, 

ohne am Mammutbaum – und an der Eibe – Schaden zu verursachen. So 

sei  davon  auszugehen,  dass  der  Mammutbaum  bei  der  Realisierung  des 

Bauvorhabens, namentlich beim Ausbau des Feuerwehrdepots, einen gros-

sen Verlust an Wurzeln erleiden würde, was seine Vitalität merklich einbre-

chen liesse. An diesem Szenario ändert die inzwischen erfolgte Überarbei-

tung des Vorhabens, auch wenn sie im Vergleich zur ursprünglichen Planung 

eine  geringfügige  Reduktion  des  Bauvolumens  beinhaltet,  im  Grundsatz 

nichts.  Dem  öffentlichen  Interesse  an  der  ungeschmälerten  Erhaltung  des 

Schutzobjekts steht somit das öffentliche Interesse am Bauvorhaben, insbe-

sondere an der vorgesehenen Erweiterung des Feuerwehrdepots entgegen. 

Diese  entgegenstehenden  Interessen  müssen,  wie  erwogen,  im  Unter-

schutzstellungsverfahren  sorgfältig  gegeneinander  abgewogen  werden. 

Eine  solche  Interessenabwägung,  die  transparent  und  nachvollziehbar  zu 

begründen ist, ist, soweit aus dem angefochtenen Beschluss ersichtlich, im 

Falle des Mammutbaums nicht erfolgt.  

Zusammen mit der Unterschutzstellung des Mammutbaums hat der Rekurs-

gegner angeordnet, dass dieser nicht gefällt werden darf. Weiter sehen die 

für ihn getroffenen Schutzmassnahmen, neben Bodenverbesserungen und 

ausreichender Bewässerung, insbesondere vor, dass mittels Überarbeitung 

des Umgebungsplans die "geplanten Eingriffe im Baumbereich auf ein not-
wendiges Minimum" reduziert werden und das Baumschutzkonzept "auf Ba-

sis der konfliktbereinigten Bauprojekte Neubau und Umgebung" zu vertiefen 

ist. Daraus ergibt sich unweigerlich, dass der Mammutbaum inhaltlich unter 

Vorbehalt  des  Bauvorhabens  geschützt  werden  soll.  Wie  erwogen  haben 

Schutzmassnahmen gemäss § 207 Abs. 1 PGB nicht nur den Erhalt eines 

unter  Schutz  gestellten  Baums,  namentlich  mittels  Verbots  seiner  Fällung, 

sicherzustellen,  sondern  generell  dessen  Beeinträchtigung  zu  verhindern. 

Dazu sind, wie erwogen, nach § 15 Abs. 1 KNHV Anordnungen zu treffen, 

die alle Tätigkeiten und Vorkehren verbieten, welche den betreffenden Baum 

R2.2022.00072 

Seite 29 

 
 
schädigen,  gefährden,  beeinträchtigen  oder  sonst  wie  stören.  Anstatt  den 

Mammutbaum wirkungsvoll vor Beeinträchtigung zu schützen, lassen die an-

geordneten  Schutzmassnahmen  jedoch  die  Gefährdung  und  Schädigung 

des Mammutbaums durch das vorbehaltene Bauvorhaben ausdrücklich zu. 

Daran  vermögen  die  erwähnten  Massnahmen,  welche  im  Grunde  genom-

men baubegleitenden Charakter aufweisen, nichts zu ändern, zumal sie le-

diglich dafür sorgen, dass das unter Schutz gestellte Objekt auf geordnete 

Weise, d. h. durch Fachleute überwacht und kontrolliert, und mithin so wenig 

wie möglich durch das Bauvorhaben in Mitleidenschaft gezogen wird. Weil 

der Rekursgegner an sich zu Recht davon ausgeht, dass der Mammutbaum 

als Ganzes einen schutzwürdigen Organismus darstellt (vgl. die am Augen-

schein vom 13. September 2023 erstellte Fotografie Nr. 4, Protokoll S. 13), 

ist  es  im  Falle  einer  Unterschutzstellung  nicht  zulässig,  dass  sein  Wurzel-

werk,  wie  mit  der  Erweiterung  des  Feuerwehrdepots  in  Kauf  genommen, 

durch das Bauvorhaben beschädigt wird. Die für den Mammutbaum getroffe-

nen Schutzmassnahmen erweisen sich in Anbetracht seiner Unterschutzstel-

lung folglich als unzureichend und mithin als rechtswidrig.  

Infolgedessen ist die Unterschutzstellung des Mammutbaums – mangels In-

teressenabwägung –  in  methodischer  Hinsicht  fehlerhaft  zustande gekom-

men  und  vorliegend  –  aufgrund  unzureichender  Schutzmassnahmen  –  im 

Ergebnis unzulänglich und widersprüchlich ausgefallen.  

10.4.  

Die vorstehenden Erwägungen treffen im Wesentlichen auch auf die – teil-

weise – Unterschutzstellung der Eibe zu. Im Unterschied zum Mammutbaum 

wurde allerdings die Eibe teilweise unter Schutz gestellt und im Übrigen aus 

dem Inventar entlassen, was zu folgenden Bemerkungen Anlass gibt:  

Gemäss  dem  kommunalen  Rekursgegner  sei  die  Eibe,  wie  erwähnt,  sehr 

vital und strukturell in einem guten Zustand. Aus ihrer Wuchsform resultiere 

ein für diese Art ungewöhnlicher und kurioser Habitus. Die Eibe sei folglich 

grundsätzlich als schutzwürdig einzustufen. Der vordere Teil der Eibe gehöre 

indes nicht zum ursprünglichen Baum, weshalb dieser Teil im Vergleich zum 

Hauptteil des Baums deutlich weniger schützenswert sei. An der geplanten 

Erweiterung des Feuerwehrdepots, die für einen zeitgemässen und effizien-

ten  Betrieb  unerlässlich  sei,  bestehe  dagegen  ein  erhebliches  öffentliches 

Interesse, welches dasjenige an der Erhaltung des vorderen Teils der Eibe 

R2.2022.00072 

Seite 30 

 
 
überwiege. Letzterer Teil sei daher im Gegensatz zum Rest des Baums nicht 

unter Schutz zu stellen, sondern aus dem Inventar zu entlassen.  

Wie an den gerichtlichen Augenscheinen vom 24. März 2021 und 13. Sep-

tember  2023  feststellbar  war,  ist  die  Eibe  als  eine  zusammengehörende 

Baumgruppe wahrnehmbar, die, von aussen her betrachtet, durch eine aus-

ladende Gestalt bzw. Baumkrone auffällt (vgl. die an letzterem Augenschein 

erstellte Fotografie Nr. 4, Protokoll S. 13) und, von innen her gesehen, einen 

mit zahlreichen Stämmen und Ästen gesäumten, horizontal wie vertikal ge-

schlossen erscheinenden Hohlraum bildet. Die grossflächige, gesunde und 

vitale  Eibe  verkörpert  deshalb,  genauso  wie  die  anderen  streitbetroffenen 

Bäume, in ihrer Gesamtheit ein integrales Naturschutzobjekt. Die Rekurrie-

renden vertreten deshalb zu Recht die Auffassung, dass sowohl die Interes-

senabwägung als auch die Unterschutzstellung der Eibe nicht nur einen Teil, 

sondern den gesamten Baum bzw. die ganze Baumgruppe erfassen müsse.  

Soweit  aus  dem  angefochtenen  Beschluss  ersichtlich,  hat  sich  die  betref-

fende Interessenabwägung auf den vorderen Teil der Eibe beschränkt, wäh-

rend  der  Hauptteil  des  Baums,  im  Anschluss  an  die  Feststellung  seiner 

Schutzwürdigkeit,  ohne  nachvollziehbare  Abwägung  der  gegenläufigen  öf-

fentlichen Interessen sogleich unter Schutz gestellt worden ist. Auch bei der 

Eibe erweist sich die erfolgte Interessenabwägung demnach als mangel- und 

rechtsfehlerhaft.  

Die Eibe bildet, wie erwähnt, ein integrales Naturschutzobjekt, das als Folge 

davon gesamthaft entweder unter Schutz zu stellen oder aber aus dem In-

ventar zu entlassen ist. Indem das Schutzobjekt mit dem angefochtenen Be-

schluss einerseits in einen zu schützenden und anderseits in einen aus dem 

Inventar zu entlassenden Teil aufgegliedert worden ist, stellen sich die be-
treffenden Schutzanordnungen wiederum als widersprüchlich und rechtswid-

rig heraus.  

Selbst dann, wenn die auf den Hauptteil der Eibe beschränkte Unterschutz-

stellung zulässig wäre, würden sich die getroffenen Schutzmassnahmen als 

ungenügend erweisen. Denn mit dem angefochtenen Beschluss ist die Eibe, 

so  wie  der  Mammutbaum,  bloss  unter  Vorbehalt  des  Bauvorhabens  unter 

Schutz gestellt worden. Der Sachverständige J Landschaftsarchitektur ist da-

von  ausgegangen,  dass  als  Folge  des  ursprünglichen  Bauvorhabens 

R2.2022.00072 

Seite 31 

 
 
verschiedene Stämmlinge hätten gekappt oder stark zurückgeschnitten wer-

den müssen, wodurch die Eibe deutlich redimensioniert und ihre Wuchsform 

verändert worden wäre. Das unterdessen leicht redimensionierte Bauprojekt 

dürfte an dieser fachlichen Einschätzung im Wesentlichen kaum etwas än-

dern,  erstreckt  sich  die  nunmehr  geplante  Erweiterung  des  Feuerwehrde-

pots, wie sich am Augenschein vom 13. September 2023 gezeigt hat, doch 

nach wie vor bis in den vorderen Bereich der schutzwürdigen Baumgruppe 

(vgl. die an diesem Augenschein erstellten Fotografie Nrn. 1 und 3, Protokoll 

S. 10  und  12).  Aufgrund  dessen  ist  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  davon 

auszugehen, dass die Eibe insgesamt auch durch das überarbeitete Baupro-

jekt beeinträchtigt, d. h. geschädigt, gefährdet oder gestört wird, was Schutz-

massnahmen zufolge § 207 Abs. 1 PGB gerade verhindern sollten.  

Die Rüge, wonach auch die Eibe mangel- und rechtsfehlerhaft unter Schutz 

gestellt worden sei, ist demzufolge begründet.  

10.5.  

Die  obenstehenden  Erwägungen  sind  in  der  Hauptsache  auch  hinsichtlich 

der Unterschutzstellung der Parkanlage zutreffend. Dazu fällt im Einzelnen 

das Nachstehende in Betracht:  

Die Baudirektion kommt in der angefochtenen Verfügung – ohne ins Einzelne 

zu gehen – zum Schluss, dass die Gartenanlage, der als untrennbarer Be-

standteil eines herrschaftlichen Anwesens mit Villa eine wesentliche Bedeu-

tung  zukomme,  ein  wichtiger  bauhistorischer  Zeuge  im  Sinne  von  § 203 

Abs. 1 lit. f PBG sei; die Gartenanlage sei folglich in der Substanz, Struktur 

und Erscheinung zu erhalten und ihr Zeugniswert dürfe weder durch Restau-

rierungs- noch durch Unterhaltsarbeiten gemindert werden; als Schutzmass-

nahme sei zwischen der Eigentümerschaft und dem Kanton Zürich ein ver-
waltungsrechtlicher  Vertrag  geschlossen  worden,  der  die  Einzelheiten  der 

Unterschutzstellung regle. Zusammen mit dem verwaltungsrechtlichen Ver-

trag sei der Schutzperimeter bestimmt worden; in diesem Perimeter befinde 

sich unter anderem der Teil des Gartens südlich der Villa "Y" mit offener Ra-

senfläche  und  markanten  Einzelbäumen,  namentlich  dem  Mammutbaum 

und der Eibe. Gemäss Vertrag liege der Unterschutzstellung das Bauprojekt 

zur Sanierung und Erweiterung des Werkhofs und Feuerwehrdepots mit den 

Bauplänen vom 14. September 2021 zugrunde.  

R2.2022.00072 

Seite 32 

 
 
Wie die beiden gerichtlichen Augenscheine ergeben haben und der Plan des 

Schutzperimeters aufzeigt, prägen der Mammutbaum und die Eibe das Er-

scheinungsbild  des  südlichen  Teils  der  Gartenanlage  in  erheblichem  Aus-

mass. Das Bauvorhaben kann, wie erwogen, nicht realisiert werden, ohne an 

diesen zwei schutzwürdigen Bäumen Schaden zu verursachen. Dem öffent-

lichen Interesse an deren ungeschmälerten Erhaltung steht das öffentliche 

Interesse  an  der  vorgesehenen  Erweiterung  des  Feuerwehrdepots  entge-

gen. Diese entgegenstehenden Interessen sind im Unterschutzstellungsver-

fahren sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Eine solche – echte – Interes-

senabwägung ist jedoch weder in der angefochtenen Verfügung noch im ver-

waltungsrechtlichen Vertrag in Ansätzen zu erkennen.  

Immerhin ergibt sich aus dem verwaltungsrechtlichen Vertrag implizite, dass 

die  Baudirektion  –  sowie  der  kommunale  Rekursgegner  bei  seinem  Ent-

scheid zum Mammutbaum und zur Eibe – das Interesse an der geplanten 

Erweiterung  des  Feuerwehrdepots  höher  einschätzt  als  die  gegenläufigen 

öffentlichen  Interessen  am  vollumfänglichen  Schutz  der  Gartenanlage. 

Nichtsdestotrotz wurde mit der angefochtenen Verfügung grundsätzlich der 

gesamte südliche Teil der Gartenanlage einschliesslich des Mammutbaums 

und der Eibe unter Schutz gestellt. Infolgedessen wäre aus rechtlicher Sicht 

konsequenterweise  deren  Beeinträchtigung  mit  den  dazu  erforderlichen 

Schutzmassnahmen, namentlich einem Bauverbot, zu verhindern gewesen 

(§ 207  Abs. 1  PBG  in  Verbindung  mit  § 21  KNHV),  was  vorliegend  jedoch 

unterblieben ist. Insofern erweisen sich auch die zugunsten der Gartenan-

lage getroffenen Schutzmassnahmen als unzureichend.  

Dem wird in der Vernehmlassung entgegengehalten, dass mit dem verwal-

tungsrechtlichen Vertrag das Bauvorhaben mit Blick auf das öffentliche Inte-

resse am möglichst integralen Erhalt des Parks samt Bepflanzung optimiert 
und  so  die  entsprechenden  Interessen  bestmöglich  harmonisiert  worden 

seien. Die Baudirektion räumt mithin selbst ein, dass beim Entscheid über 

die  Unterschutzstellung  der  südlichen  Gartenanlage  die  verschiedenen  öf-

fentlichen Interessen einerseits und die Anordnung von Schutzmassnahmen 

anderseits vermengt worden sind, was in methodischer Hinsicht, wie erwo-

gen,  unzulässig  ist.  Daran ändert auch  die  in  der  Vernehmlassung  geäus-

serte Auffassung nichts, wonach der Erhalt des Parks als Schutzobjekt nicht 

in Frage gestellt sei, wenn einzelne seiner Elemente durch die Erweiterung 

des  Feuerwehrdepots 

teilweise  beeinträchtigt  würden,  und  aus 

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denkmalpflegerischer Sicht der Park als Ganzes nicht erheblich durch das 

Bauvorhaben gefährdet oder beeinträchtigt werde. Denn im Falle der Unter-

schutzstellung der Gartenanlage ist dieselbe nicht nur im Grossen und Gan-

zen, sondern in erster Linie in ihrer Substanz zu schützen, wobei der Mam-

mutbaum und die Eibe dem Kern der südlichen Gartenanlage ohne Weiteres 

zuzurechnen sind.  

Demnach halten die Rekurrierenden auch die Unterschutzstellung der Gar-

tenanlage zu Recht für unzulänglich.  

10.6.  

Als  Zwischenergebnis  folgt  daraus,  dass  die  Unterschutzstellungen  des 

Mammutbaums, der Eibe und der Gartenanlage, wie von den Rekurrieren-

den beanstandet, fehlerhaft und rechtswidrig ausgefallen sind.  

11.  

Zur umstrittenen Entlassung der Stieleiche Inventar-Nr. 3.1, aus dem Inven-

tar machen die Rekurrierenden geltend, dass das vom Gemeinderat X vor-

gebrachte Argument, demzufolge das Bauvorhaben die Beseitigung der Ei-

che zwingend bedinge, weder begründet noch belegt sei.  

Das  Baumschutzgutachten  J  Landschaftsarchitektur  umschreibt  den  Zu-

stand der Stieleiche 3.1 wie folgt: vital, gut belaubt, sparrig, weit verzweigt, 

mit zwei eher dünnen Haupttrieben, eher lichte Krone, einzelne Totäste im 

Starkastbereich, alle Wurzelanläufe vorhanden und intakt; trotz der Mächtig-

keit  der  Eiche  sei  diese  sehr  wahrscheinlich  erst  ungefähr  anfangs  der 

1970er Jahre gepflanzt worden.  

Die Stieleiche vermag aufgrund ihres Standorts vor dem Schulgebäude E-

Strasse 5.1 und ihrer sehr mächtigen Erscheinung (vgl. die am Augenschein 

vom 13. September 2023 erstellte Fotografie Nr. 5, Protokoll S. 14) im Zu-

sammenspiel mit der nahestehenden Stieleiche Inventar-Nr. 3.2, in markan-

ter Weise einen dominierenden, aussergewöhnlichen Akzent zu setzen und 

damit das Quartierbild zwischen der Mehrzweckhalle und dem Schulhaus F 

wesentlich mitzuprägen. Der Baum stellt deshalb ein Schutzobjekt im Sinne 

von  § 203  Abs. 1  lit. f  PBG  dar  (vgl.  VB.2019.00388  und  VB.2019.00404, 

E. 4.1), welchem mit Blick auf die anzulegenden strengen Massstäbe bei der 

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Unterschutzstellung von Bäumen (vgl. VB.2019.00388 und VB.2019.00404, 

E. 6.1) insgesamt eine mittlere Schutzwürdigkeit zu bescheinigen ist. Dem-

zufolge  ist  von  einem  mittelgrossen  öffentlichen  Interesse  an  der  Unter-

schutzstellung der Stieleiche 3.1 auszugehen.  

Der unterirdische Teil der Mehrzweckhalle und des Feuerwehrdepots kommt 

im Westen bis auf etwa 4 m an die Stieleiche 3.1 heran. Der Baum wurzelt 

ostwärts in der ca. 1,2 m breiten Bodenschicht, die den westlichen Teil des 

Gebäudes überdeckt. Im Rahmen des geplanten Ausbaus ist vorgesehen, 

das tieferliegende Dach ganz im Westen des Gebäudes 0,8 m anzuheben, 

so dass eine durchgehende Höhe des oberen Untergeschosses von 4 m re-

sultiert (G.-Nr. R2.2022.00072 act. 27.5). Als Folge davon erfordert das Bau-

vorhaben in diesem Bereich die Freilegung des unterirdischen Daches und 

damit das Wegführen des Erdreichs, in dem die Stieleiche 3.1 wurzelt. Der 

Baum  würde dadurch ostseitig  stark  beschädigt  und  als  Folge  davon  sehr 

wahrscheinlich verfrüht absterben.  

Wie sich aus den Stellungnahmen des kommunalen Rekursgegners ergibt 

und  anlässlich  des  Augenscheins  vom  13. September  2023  bestätigt  hat, 

dringt  im  Westen  des  Feuerwehrdepots  an  verschiedenen  Stellen  Wasser 

durch das Dach (G.-Nr. R2.2022.00072 act. 9 S. 14 f., act. 16 S. 5 und Pro-

tokoll S. 8 f.). Unabhängig vom Bauvorhaben bzw. der geplanten Anhebung 

der Decke des Untergeschosses im Westen des Gebäudes ist deshalb in-

zwischen das Dach im Nahbereich der Stieleiche 3.1 akut sanierungsbedürf-

tig. Das gilt umso mehr, als vom Wasserschaden verschiedene Arbeitsberei-

che und ein Teil des Fahrzeugparks der Gemeinde betroffen sind. Solange 

das Dach nicht saniert wird, haben die Angestellten erschwerte Arbeitsbe-

dingungen  zu  gewärtigen.  Ein  Aufschub  oder  Verzicht  auf  die  Sanierung 

würde sodann dazu führen, dass der unterirdische Gebäudeteil aus gesund-
heits-  und  baupolizeilichen  Gründen  in  absehbarer  Zeit  geschlossen  und 

letzten Endes sogar abgebrochen werden müsste. Um all das zu verhindern, 

besteht an der Behebung des Wasserschadens bzw. Sanierung des unterir-

dischen Daches ein grosses öffentliches Interesse.  

Daraus folgt, dass das – grosse – Interesse an der Sanierung der Decke des 

Mehrzweckgebäudes das gegenläufige – mittelgrosse – Interesse an der Un-

terschutzstellung der Stieleiche 3.1 überwiegt.  

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Die Rüge ist folglich unbegründet.  

12.  

Der Rekurs ist somit teilweise gutzuheissen. Aufzuheben sind demnach ei-

nerseits der angefochtene Beschluss des Gemeinderats X, soweit damit der 

Mammutbaum und die Eibe – in unzutreffender Weise – unter Schutz gestellt 

worden sind, und anderseits die angefochtene kantonale Verfügung. Da in-

soweit Ermessensentscheide zu treffen sind, ist die Sache zur Fortsetzung 

des Verfahrens an die Vorinstanzen zurückzuweisen.  

Im Übrigen ist der Rekurs abzuweisen.  

13.  

Die am Verfahren Beteiligten tragen die Kosten nach § 13 Abs. 2 VRG in der 

Regel entsprechend ihrem Unterliegen. Die Kosten sind folglich zu je 1/12 

den einzelnen Rekurrierenden, unter solidarischer Haftung für 1/4 der Kos-

ten, zu 1/2 der Baudirektion und zu 1/4 dem Gemeinderat X aufzuerlegen.  

Die Gerichtsgebühr beträgt bei Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert, wie 

im vorliegenden Fall, in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 

PBG  und  § 3  Abs. 2  der  Gebührenverordnung  des  Verwaltungsge-

richts/GebV VGr). Sie wird nach dem Zeitaufwand des Gerichts, der Schwie-

rigkeit  des  Falls  und  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  festgelegt  (§ 338 

Abs. 1 PBG und § 2 GebV VGr). Neben dem Streitinteresse schlägt in die-

sem Verfahren der Aufwand des Baurekursgerichts einschliesslich Aktenstu-

dium,  Augenschein,  Urteilsfindung  und  Schreibarbeit  zu  Buche.  Die  Ge-

richtsgebühr ist deshalb auf Fr. 6'000.-- festzusetzen.  

14.  

Den Rekurrierenden ist im Umfang ihres Obsiegens eine angemessene Um-

triebsentschädigung in der Höhe von je Fr. 350.-- (insgesamt also Fr. 1'050.-

-) zuzusprechen, welche durch die Baudirektion zu bezahlen ist (§ 17 Abs. 2 

VRG).  

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15.  

Der  vorliegende  Rückweisungsentscheid  gilt  als  Zwischenentscheid  im 

Sinne von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes. Dessen Anfechtbarkeit rich-

tet sich nach § 19a Abs. 2 VRG.  

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