# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 142be204-b9c7-5b96-b0f6-240b2085878d
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2006-04-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.04.2006 BB.2006.13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2006-13_2006-04-10.pdf

## Full Text

Entscheid vom 10. April 2006 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Tito Ponti, 
Gerichtsschreiber Patrick Guidon 

   
 
Parteien 

  
Dieter BEHRING, vertreten durch Rechtsanwalt Mar-
kus Raess, 

 
Beschwerdeführer 

 
 

 gegen 
   

SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand  Beschwerde gegen Entlassung des amtlichen Vertei-
digers 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2006.13 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass 
 

- die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend „Bundesanwalt-
schaft“) am 12. Oktober 2004 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren 
gegen Dieter Behring (nachfolgend „Behring“) und Mitbeteiligte wegen des 
Verdachtes von Vermögensdelikten eröffnet hat; 

 
- die Bundesanwaltschaft am 29. November 2005 Rechtsanwalt Markus 

Raess (nachfolgend „Raess“), der bis zu diesem Zeitpunkt als privater Ver-
teidiger von Behring handelte, zum amtlichen Verteidiger ernannt hat 
(act. 1.3); 

 
- die Bundesanwaltschaft Raess mit Verfügung vom 17. Februar 2006 mit 

sofortiger Wirkung aus diesem Mandat entlassen hat (act. 1.1); 
 

- Behring mit Beschwerde vom 27. Februar 2006 die vollumfängliche Aufhe-
bung der Verfügung vom 17. Februar 2006 verlangt und beantragt, der Be-
schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen (act. 1); 

 
- der zuständige Referent in Vertretung des Präsidenten der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts die aufschiebende Wirkung mit Verfügung 
vom 28. Februar 2006 vorläufig anordnete und der Bundesanwaltschaft 
zugleich Frist zur diesbezüglichen Stellungnahme bis 6. März 2006 ansetz-
te (act. 2); 

 
- die Bundesanwaltschaft mit Eingabe vom 6. März 2006 die Verweigerung 

der aufschiebenden Wirkung beantragt (act. 3); 
 

- die aufschiebende Wirkung mit Verfügung vom 7. März 2006 definitiv erteilt 
wurde (act. 4); 

 
- die Beschwerdekammer die Bundesanwaltschaft nach Eingang des Kos-

tenvorschusses (act. 5-6) zur Einreichung der Akten sowie einer allfälligen 
Beschwerdeantwort aufforderte (act. 7); 

 
- die Bundesanwaltschaft mit Eingabe vom 24. März 2006 (Eingang 27. März 

2006; act. 8) mitteilte, dass die angefochtene Verfügung mit Verfügung vom 
24. März 2006 (act. 8.1) aufgehoben worden sei; 

 
- die Bundesanwaltschaft damit von ihrer Verfügung Abstand genommen 

hat; 
 

- 3 - 

 

 

- der Abstand einer Partei gemäss Art. 30 SGG i.V.m. Art. 245 BStP i.V.m. 
Art. 146 ff. und Art. 40 OG i.V.m. Art. 73 Abs. 1 BZP den Rechtsstreit be-
endet (zur Anwendbarkeit des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 
über den Bundeszivilprozess [BZP; SR 273] vgl. das Urteil des Bundesge-
richts 1S.15/2005 vom 24. Mai 2005 E. 2.2); 

 
- das Verfahren deshalb als erledigt abgeschrieben werden kann; 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens auf die Erhebung einer Gerichtsge-

bühr zu verzichten (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 2 OG) und die Bun-
desstrafgerichtskasse anzuweisen ist, dem Beschwerdeführer den geleiste-
ten Kostenvorschuss von Fr. 1’000.-- (act. 6) zurückzuerstatten; 

 
- gemäss Art. 159 Abs. 1 OG im Entscheid über die Streitsache selbst zu 

bestimmen ist, ob und in welchem Masse Kosten der obsiegenden Partei 
von der unterliegenden zu ersetzen sind; 

 
- in der Regel die unterliegende Partei der obsiegenden die durch den 

Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen hat (Art. 159 
Abs. 2 OG), wobei dies auch für den Fall gilt, dass die Eidgenossenschaft 
unterliegende Partei ist; 

 
- die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall als unterliegende Partei zu 

betrachten ist und deshalb den Beschwerdeführer für dessen Anwaltskos-
ten zu entschädigen hat;  

 
- die Anwaltskosten das Honorar und den Ersatz der notwendigen Auslagen 

umfassen (Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die 
Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht; 
SR 173.711.31); 

 
- das Honorar nach dem notwendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand des 

Anwalts bemessen wird, wobei der Stundenansatz mindestens Fr. 200.-- 
und höchstens Fr. 300.-- beträgt (Art. 3 Abs. 1 des vorerwähnten Regle-
ments); 

 
- der vom Beschwerdeführer im vorliegenden Fall geltend gemachte Zeit-

aufwand von 8 Stunden 55 Minuten (zu den einzelnen Positionen vgl. 
act. 10) gerechtfertigt erscheint; 

 
- mit Blick auf die Komplexität des Verfahrens insgesamt ein Stundenansatz 

von Fr. 250.-- als angemessen zu betrachten ist; 

- 4 - 

 

 

- die Beschwerdegegnerin damit den Beschwerdeführer für dessen Anwalts-
kosten mit Fr. 2'229.15 (8 Stunden 55 Minuten à Fr. 250.--/h) zuzüglich der 
Mehrwertsteuer von Fr. 169.40, mithin total Fr. 2'398.55 zu entschädigen 
hat, 

 
 
 

und erkennt: 
 
1. Die Beschwerde wird als erledigt abgeschrieben. 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse wird an-

gewiesen, dem Beschwerdeführer den geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 1’000.-- zurückzuerstatten. 

 
3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das Beschwerde-

verfahren mit Fr. 2'398.55 (inkl. MwSt.) zu entschädigen. 
 
 

Bellinzona, 10. April 2006 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Markus Raess 
- Schweizerische Bundesanwaltschaft 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.