# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4d26056-49a8-50ff-99c2-f877ccae6ddc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.01.2023 SB220104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220104_2023-01-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220104-O/U/jv 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur. 

R. Amsler und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Fischer sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Kümin Grell 

 
Urteil vom 16. Januar 2023 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  
 

gegen 
 
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. A. Kaegi,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

sowie 
 
B._____,  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 

 
betreffend mehrfache, teilweise versuchte Nötigung etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung,  
vom 17. November 2021 (DG210110) 
 
 
 
 
 
 

-   2   - 

Anklage:  
(Urk. 27) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Juli 2021 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 56 S. 70 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.2.1), 

− des Vergehens im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 4 

Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 2 lit. a des Waffengesetzes (Anklageziffer 1.2.1). 

2. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, der mehrfa-

chen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.1.1), 

der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 1.2.2) sowie der mehrfa-

chen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.2.1) wird der 

Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage durch 

Untersuchungshaft erstanden sind, und mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 

je Fr. 50.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Juli 2021 

beschlagnahmte und bei der Stadtpolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 

76921841 lagernde Klappmesser / Stellmesser der Marke Super-Automatic 

(Asservat-Nr. A013'303'065) wird eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Mai 2021 

beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 

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76921841 lagernde Rüstmesser (Asservat-Nr. A013'296'576) wird der Privatkläge-

rin (B._____) nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben und andernfalls nach unbenutztem Ablauf einer Frist von 30 Tagen 

von der Lagerbehörde vernichtet. 

7. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K191205-094 / 

76921841 lagernden DNA-Spuren, Spurenträger sowie Fotografien werden der La-

gerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen. 

8. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

dem eingeklagten Ereignis gemäss Anklageziffer 1.2.1 dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges und der Kausa-

lität des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den Zivilweg verwie-

sen. 

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 6'000.– als Genug-

tuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 2'942.45   IRM Gutachten 

Fr. 8'173.60 Akonto amtliche Verteidigung 

Fr. 
 

15'873.15 
 

Restzahlung amtliche Verteidigung  
(inkl. Barauslagen und Mwst) 

Fr. 
 

11'404.25 
 

unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin  
(inkl. Barauslagen und Mwst) 

 
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung, der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläge-

rin sowie des IRM Gutachtens, werden dem Beschuldigten zu einem Drittel aufer-

legt und zu zwei Dritteln definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin wer-

den zu zwei Dritteln definitiv und zu einem Drittel einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

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und Art. 426 Abs. 4 StPO bleibt für einen Drittel dieser Kosten vorbehalten. Die 

Kosten des IRM Gutachtens im Umfang von Fr. 2'942.45 werden dem Beschuldig-

ten vollumfänglich auferlegt. 

11. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung und Genugtuung zugesprochen." 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 87 S. 2) 

1. Es sei festzustellen, dass die Dispositiv-Ziffern 5, 6, 7 und 9 des vor-

instanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind.  

2. Die Dispositiv-Ziffern 1, 3, 4, 8, 10 und 11 des vorinstanzlichen Urteils 

seien aufzuheben und die Anschlussberufung vom 28. März 2022 bzw. 

6. April 2022 sei vollumfänglich abzuweisen, soweit auf sie eingetreten 

wird. 

3. Das Verfahren sei bezüglich Anklageziffer 1.2.2 einzustellen und der 

Beschuldigte sei von sämtlichen weiteren Vorwürfen freizusprechen; 

Eventualiter sei der Beschuldigte von sämtlichen Vorwürfen freizu-

sprechen. 

4. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerschaft 

seien abzuweisen; 

Eventualiter seien sie auf den Zivilweg zu verweisen. 

5. Die Kosten des Vor- bzw. Untersuchungsverfahrens sowie des erst- 

und zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens seien auf die Staatskasse 

zu nehmen. 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das zweitinstanzliche Ver-

fahren seien auf die Staatskasse zu nehmen. Die amtliche Verteidi-

gung ist entsprechend der eingereichten Honorarnote zu entschädigen.  

-   5   - 

7. Der Beschuldigte sei für die durch das vorliegende Verfahren erlittenen 

Verletzungen seiner Persönlichkeit (inkl. für die erlittene Haft) in ange-

messener Weise, mindestens aber im Umfang von CHF 15'000 zu ent-

schädigen.  

b) Der Privatklägerschaft 

(Urk. 88 S. 1 f.) 

 1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage der Staatsanwaltschaft I 

des Kantons Zürich vom 5. Juli 2021 in allen Anklagepunkten schuldig 

zu sprechen.  

 2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Geschädigten B._____ eine 

Genugtuungszahlung von 20'000.00 CHF zzgl. 5 % Zins seit dem 5. 

Dezember 2019 zu bezahlen.  

 3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Geschädigten B._____ den 

Haushaltsschaden in der Höhe von 3'634.00 CHF zzgl. 5 % Zins seit 

dem 31. März 2020 zu ersetzen. 

 4. Die Kosten des Strafverfahrens sowie des erst- und zweitinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens, einschliesslich der Kosten der Geschädigtenver-

tretung (zzgl. MwSt.) seien vollumfänglich dem Beschuldigten aufzu-

erlegen.  

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang      

1. Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils kann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid 

verwiesen werden (Urk. 56 S. 4 ff.). Gegen das eingangs im Dispositiv 

wiedergegebene Urteil liess der Beschuldigte innert gesetzlicher Frist die 

Berufung anmelden (Urk. 50). Nach Zustellung des begründeten Urteils reichte 

der Beschuldigte wiederum fristgerecht seine Berufungserklärung ein (Urk. 58). 

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Gleichzeitig stellte der Beschuldigte den Beweisantrag, es sei die Privatklägerin 

anlässlich der Berufungsverhandlung zu befragen (ebd.). Daraufhin erklärte die 

Staatsanwaltschaft innert angesetzter Frist, auf Anschlussberufung zu verzichten 

und den Beweisantrag des Beschuldigten gutzuheissen (Urk. 62). Die 

Privatklägerin erklärte fristgerecht Anschlussberufung und opponierte nicht gegen 

ihre Einvernahme anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 70 und 72). Sie 

beantragte aber, dass der Gerichtsbesetzung mindestens eine Person des 

gleichen Geschlechts angehöre und dass die Befragung von einer Person des 

gleichen Geschlechts und unter Ausschluss des Beschuldigten durchgeführt 

werde (Urk. 72). Mit Präsidialverfügung vom 12. April 2022 wurde der 

Beweisantrag des Beschuldigten auf Einvernahme der Privatklägerin 

gutgeheissen, unter Bestätigung der von der Privatklägerin beantragten 

Modalitäten (Urk. 74).  

2. Am 18. Oktober 2022 wurden die Parteien auf den 16. Januar 2023 zur Beru-

fungsverhandlung vorgeladen (Urk. 79). Zu dieser erschienen der Beschuldigte in 

Begleitung seines amtlichen Verteidigers, der unentgeltliche Geschädigtenvertre-

ter sowie die Privatklägerin für die Dauer ihrer Einvernahme als Auskunftsperson 

(Prot. II S. 5 ff.).  

II. Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

Gemäss den Berufungs- resp. Anschlussberufungsanträgen der Parteien gelten 

lediglich die Dispositiv-Ziffern 5 (Vernichtung Klapp-/Stellmesser), 6 (Herausgabe 

resp. Vernichtung Rüstmesser), 7 (Vernichtung der DNA-Spuren, Spurenträger 

und Fotos) und 9 (Kostenfestsetzung) als unangefochten und erwachsen damit in 

Rechtskraft, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Im übrigen Umfang steht der angefochtene Entscheid im Rahmen des Berufungs-

verfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbots zur Disposition.  

Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

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einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungs-

instanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. 

Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sach-

verhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. 

2. Prozessuale Vorbringen betr. Anklageziffer 1.2.2 

Seitens des Beschuldigten wird erneut beantragt, das Verfahren sei bezüglich 

Anklageziffer 1.2.2 einzustellen (Urk. 87 S. 2). Wie vor Vorinstanz machte die Ver-

teidigung geltend, der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.2.2 sei als Drohung 

und nicht als Nötigung zu qualifizieren, weshalb ein nötiger Strafantrag fehle und 

eine Einstellung zu erfolgen habe (Urk. 87 Rz. 57 ff.). Die Vorinstanz erwog hierzu 

korrekt, dass der besagte Sachverhalt – sofern dieser erstellt werden könne – 

sehr wohl als (versuchte) Nötigung zu würdigen sei und dass bei Nötigung als 

Offizialdelikt kein Strafantrag vorausgesetzt werde (Urk. 56 S. 7). Die 

Argumentation der Vorinstanz, weshalb keine Einstellung zu erfolgen habe (ebd.), 

ist zu übernehmen. Dem heute neu vorgebrachten Argument der Verteidigung, 

die Aussage "dieses Messer wird dich umbringen, solltest du einen anderen Mann 

haben" sei vergangenheitsgerichtet und deshalb keine Nötigung (Urk. 87 Rz. 58), 

kann nicht gefolgt werden. Gerade weil die Privatklägerin offenbar immer wieder 

auch mit anderen Männern verkehrte, hätte der Beschuldigte – falls erstellbar – 

damit genauso künftige oder ab dem Zeitpunkt dieser Aussage fortgesetzte 

Bekanntschaften gemeint haben können.  

III. Sachverhalt 

1.1 Dem Beschuldigten wird unter Anklageziffer 1.1 zusammengefasst vorgewor-

fen, am frühen Nachmittag des 5. Dezember 2019 die Privatklägerin aufgefordert 

zu haben, den Mund zu öffnen, damit er ihr in den Mund urinieren könne. Als sich 

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die Privatklägerin geweigert habe, habe er sie an den Haaren gezogen und ihr 

einmal mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, worauf sie der Aufforderung 

des Beschuldigten Folge geleistet habe und dieser ihr teilweise in den Mund und 

teilweise in die Toilette uriniert habe (Urk. 27 S. 2).  

Danach habe der Beschuldigte die Privatklägerin aufgefordert, vaginalen unge-

schützten Geschlechtsverkehr zu haben, was die Privatklägerin nicht gewollt und 

auch entsprechend kommuniziert habe. Der Beschuldigte habe die rücklings 

liegende Privatklägerin an den Armen gepackt, sei mit dem Penis in deren Vagina 

eingedrungen, habe ihr mindestens zwei Ohrfeigen versetzt, sie mit beiden Hän-

den am Hals gepackt und während einer Minute am Hals gewürgt, wodurch diese 

während ca. einer Minute das Bewusstsein verloren habe. In der Folge habe der 

Beschuldigte einen Teil des Ejakulats in der Vagina der Privatklägerin ejakuliert.  

Nachdem er den Penis aus der Vagina gezogen habe, sei er mit diesem in den 

Mund der danach am Boden kauernden Privatklägerin eingedrungen und habe 

den Rest des Ejakulats in deren Mund ejakuliert. Er habe die Privatklägerin aufge-

fordert, das Ejakulat zu schlucken, wozu es aber nicht gekommen sei, weil sie 

sich habe übergeben müssen. Darauf habe er ihr abermals einen Schlag mit der 

flachen Hand ins Gesicht versetzt.  

Die Staatsanwaltschaft würdigt den vorstehend ersten und dritten Abschnitt als 

sexuelle Nötigung, den zweiten Abschnitt als Vergewaltigung.  

1.2 Der Beschuldigte bestritt diese Vorwürfe in der Untersuchung (Urk. 11/5 

F/A 17 und 44 ff.), vor Vorinstanz (Urk. 42 S. 14 f.) sowie zuletzt an der Beru-

fungsverhandlung (Urk. 86 S. 7 f.). Die amtliche Verteidigung fordert einen Frei-

spruch (Urk. 45 S. 2, Urk. 87 Rz. 11 ff.).  

2.1 Unter Anklageziffer 1.2.1 wird dem Beschuldigten weiter und zusammenge-

fasst vorgeworfen, am Abend des 5. Dezembers 2019 in die Wohnung der Privat-

klägerin zurückgekehrt zu sein, beim Eintreten die Wohnungstüre verschlossen 

und den Schlüssel aus dem Schloss genommen zu haben. Dann habe er aus sei-

ner Jackentasche ein Klappmesser mit automatischer Klingenöffnung entnommen 

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und der Privatklägerin die Klingenspitze in Richtung rechte Kinnseite gehalten, 

ohne die Haut zu berühren. Gleichzeitig habe er der Privatklägerin mit dem Tod 

gedroht, wenn sie ihm auf seine Fragen keine Antwort gebe. Das habe die Privat-

klägerin in Angst und Schrecken versetzt und sie habe den Beschuldigten ange-

fleht, sie nicht zu töten. Weiter habe er sie aufgefordert, sich vor ihn auf den Bo-

den zu knien und alle Fragen zu beantworten. Auf das Flehen der Privatklägerin 

hin, habe er das Messer weggelegt. Als diese die Fragen nicht habe beantworten 

können, habe er sie plötzlich am Hals gepackt und gewürgt, worauf die Privatklä-

gerin aufgestanden und auf den Balkon geflüchtet sei. Der Beschuldigte sei ihr 

hinterhergerannt, habe sie an den Haaren gepackt und daran gezerrt, sie geohr-

feigt und mit den Füssen getreten. Er habe versucht, ihren Kopf gegen den Bal-

kontisch zu schlagen, was ihm jedoch nicht gelungen sei. Während der Beschul-

digte das Klappmesser holen gegangen sei, habe die Privatklägerin versucht, 

über den Balkon auf einen anderen Balkon zu flüchten, was ihr aber nicht gelun-

gen und sie stattdessen vom 2. Obergeschoss auf die Wiese gestürzt sei, wobei 

die sich ein Bein gebrochen habe.  

Die Staatsanwaltschaft würdigt diesen Sachverhalt als mehrfache Nötigung und 

mehrfache Tätlichkeiten. Das vorgeworfene Mitführen eines Klappmessers mit 

automatischer Klingenöffnung (recte: Stellmesser) wertet die Staatsanwaltschaft 

als Vergehen gegen das Waffengesetz.  

2.2 In Bezug auf diese Vorwürfe zeigte sich der Beschuldigte in objektiver Hin-

sicht teilweise geständig. So gab er beispielsweise zu, der Privatklägerin ein 

Stellmesser gezeigt zu haben. Grösstenteils bestritt er jedoch den diesbezügli-

chen Anklagesachverhalt und auch die Verteidigung plädiert hier ebenfalls auf ei-

nen Freispruch (Urk. 45 S. 2, Urk. 87 Rz. 50, 54).  

3.1 Schliesslich wird dem Beschuldigten unter Anklageziffer 1.2.2 vorgeworfen, 

der Privatklägerin im November 2019 zweimal jeweils anlässlich eines WhatsApp-

Video-Calls ein Klappmesser mit automatischer Klingenöffnung (recte: Stell-

messer) gezeigt, die Klinge geöffnet und der Privatklägerin gedroht zu haben sie 

umzubringen, sollte sie einen anderen Mann haben. Die Staatsanwaltschaft be-

zeichnete dieses Vorgehen als Nötigung.  

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3.2 Der Beschuldigte ist diesbezüglich nicht geständig (Urk. 11/5 F/A 58 f.). Die 

Verteidigung beantragt wie erwähnt eine Verfahrenseinstellung bzw. eventualiter 

einen Freispruch (Urk. 87 59 f.).  

4. In der Folge ist demnach in Bezug auf den gesamten Anklagesachverhalt zu 

prüfen, ob dieser erstellt werden kann.  

5. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung zutreffend wieder-

gegeben (Urk. 56 S. 13 f.), worauf zu verweisen ist. Ebenfalls zutreffend bezeich-

nete die Vorinstanz die vorliegend relevanten Beweismittel (Urk. 56 S. 15), führte 

die wesentlichen Ergebnisse aus den ärztlichen Berichten betreffend die Privat-

klägerin und den Beschuldigten auf (Urk. 56 S. 15 ff.) und gab die Protokolle der 

Chats zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin vom 

5. Dezember 2019 auszugsweise wieder (Urk. 56 S. 18 ff.). Auch darauf ist zur 

Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen.  

6. In Bezug auf Anklageziffer 1.1.1 ist festzuhalten, dass die Privatklägerin bei 

ihrer ersten polizeilichen Befragung einen Tag nach ihrem Sturz vom Balkon die 

dem Beschuldigten vorgeworfenen Sexualdelikte noch mit keinem Wort erwähnte 

(vgl. Urk. 12/1). Im Gegenteil führte die Privatklägerin damals ohne Bezug zu den 

vorliegenden Vorwürfen aus, der Beschuldigte sei wegen eines Ausschlags zu ihr 

gekommen, sie habe eine Crème gehabt, da habe er sie ins Bett gezogen und 

Sex mit ihr gehabt, sie habe eigentlich nicht gewollt aber es sei ok gewesen 

(Urk. 12/1 F/A 23, Urk. 56 S. 21). Gegenüber den sie am 6. Dezember 2019 

untersuchenden Ärzten des IRM erklärte die Privatklägerin gar noch, dass sie am 

5. Dezember 2019 einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten 

gehabt habe (Urk. 6/1 S. 3). Erst drei Monate nach dem fraglichen Vorfall erhob 

die Privatklägerin an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 5. März 2020 

die vorliegend interessierenden Vorwürfe. Die Privatklägerin machte zwar bereits 

im Rahmen der ersten polizeilichen Befragung ausführliche Angaben zu ihrer Be-

ziehung mit dem Beschuldigten und thematisierte auch Gewalt von seiner Seite 

(Urk. 12/1 F/A 10 ff.). Gerade deshalb erstaunt mit der Vorinstanz doch sehr, dass 

sie damals die angeblichen sexuellen Handlungen mit keinem Wort erwähnte 

(Urk. 56 S. 21). Zumal ihre Aussagen in jener ersten Befragung durch die Polizei 

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klar und ausführlich wirkten (vgl. Urk. 12/1), vermag sie auch nicht zu 

überzeugen, wenn sie später geltend machte, sie habe sich damals schwach und 

schwindelig gefühlt (so auch die Vorinstanz, Urk. 56 S. 21), respektive sie habe 

bei der Befragung durch die Polizei nichts verstanden und nur mit "ja" geantwortet 

(so an der Berufungsverhandlung, Urk. 85 S. 5, 9, 11). Überdies ist zu beachten, 

dass die Privatklägerin die neuen Vorwürfe hauptsächlich mittels Verlesens eines 

vorgefertigten Schreibens vorbrachte (Urk. 12/2 S. 2, Urk. 12/3), was der 

Glaubhaftigkeit nicht dienlich sein kann, wirken diese Schilderungen dadurch 

doch inszeniert. Zudem räumte die Privatklägerin an der Berufungsverhandlung 

ein, dass ihr ihr Ex-Mann C._____ beim Verfassen dieses Schreibens wegen ihrer 

mangelnden Deutschkenntnisse geholfen habe (Urk. 85 S. 10). Angesichts der 

Umstände, dass C._____ der Privatklägerin offensichtlich noch sehr nahe stand 

und daher nicht auszuschliessen ist, dass er – wie es der Beschuldigte geltend 

macht – eine gewisse Eifersucht gegenüber dem Beschuldigten verspürte, muss 

das besagte Schreiben mit gewisser Vorsicht gewürdigt werden. Schliesslich ist 

mit Verweis auf die erwähnten Textnachrichten (Urk. 21/10) festzuhalten, dass die 

Privatklägerin den Beschuldigten am 5. Dezember 2019 ab 16:49 Uhr und damit 

kurz nach den neuerlich geltend gemachten angeblichen sexuellen Übergriffen 

zunächst mit "Babe" anschrieb. Unter anderem schrieb sie darauf, "i had 2x 

come", "i was hot more", "you so sexy", "i watch you kiss my boobs i got fast 

come". Der Beschuldigte antwortete darauf: "No… I'm not enoght sexy", 

woraufhin die Privatklägerin schrieb: "and also inside my puccy", "your penis so 

hard", "like a stone". Diese Textnachrichten sprechen klar dagegen, dass sich der 

Beschuldigte wenige Stunden zuvor auf abscheuliche Art und Weise an der 

Privatklägerin sexuell vergangen haben soll. Wenn seitens der Privatklägerin 

geltend gemacht wird, sie sei völlig verängstigt gewesen und habe den 

Beschuldigten damit wohlsinnen wollen (Urk. 22/18, Urk. 44 S. 3), ist dies 

angesichts der Nachrichten nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz erwog hierzu 

korrekt, dass die Privatklägerin die sexuellen Gedanken des Beschuldigten damit 

eher noch anregte (Urk. 56 S. 22). Ein "Verhindern-Versuchen" ergibt sich daraus 

nicht. Im Gegenteil fragte die Privatklägerin den Beschuldigten in ihren 

Textnachrichten wenige Stunden nach dem angeblichen Vorfall, ob er sie 

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besuchen kommen könne, wenn er in der Nähe sei ("where are you now?""you 

can visit me if you near?", Urk. 21/10 S. 24). Von Ängstlichkeit ist den 

Textnachrichten der Privatklägerin nichts zu entnehmen. Vielmehr bietet sie den 

Vorwürfen des Beschuldigten die Stirn. Zwar erwähnte sie dabei auch, sie möge 

es nicht, wenn er sie immer wieder schlage. Mit der Vorinstanz wäre aber gerade 

in diesem Zusammenhang zu erwarten gewesen, dass die Privatklägerin dem 

Beschuldigten zu verstehen gegeben hätte, dass sie die sexuellen Übergriffe vom 

Nachmittag nicht gemocht hätte (so auch die Vorinstanz in Urk. 56 S. 23). An der 

Berufungsverhandlung brachte die Privatklägerin zusätzlich vor, sie habe den 

Beschuldigten besänftigen wollen und geplant, diesen nach seiner Rückkehr in 

ihre Wohnung mit einer Kamera zu filmen, um das Video dann der Polizei zu 

zeigen (Urk. 85 S. 8, 12). Diese neue Version vermag ebenso wenig zu 

überzeugen, wird doch ein Vergewaltigungsopfer das Risiko einer erneuten 

Misshandlung, nur um Beweise für die Polizei zu erstellen, wohl nicht eingehen. 

Die heutigen Aussagen der Privatklägerin zum Geschehen am frühen Nachmittag 

des 5. Dezember 2019 vermochten nicht zur Klarheit beitragen, wenn sich diese 

auch in etwa mit ihren Schilderungen bei der Staatsanwaltschaft decken (vgl. 

Urk. 85 S. 7 ff.). Aufgrund obenstehender Erwägungen bestehen jedoch einige 

Zweifel an der Richtigkeit der diesbezüglichen Aussagen der Privatklägerin. Der 

Anklagesachverhalt betreffend Vergewaltigung und mehrfache sexuelle Nötigung 

(Anklageziffer 1.1.1) kann daher in dubio pro reo nicht erstellt werden, weshalb 

der Beschuldigte diesbezüglich freizusprechen ist.  

7.1 In Bezug auf Anklageziffer 1.2.1 führte die Vorinstanz die Aussagen der 

Privatklägerin, welche diese gegenüber der Polizei (Urk. 12/1) und der Staats-

anwaltschaft (Urk. 12/2+4) deponierte, detailliert auf (Urk. 56 S. 24-29), worauf 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist. An der Berufungs-

verhandlung gab sie zu Protokoll, der Beschuldigte habe die Tür aufgestossen, 

das Klappmesser aus seiner Jacke genommen und es ihr an die Kehle gehalten 

(Urk. 85 S. 8). Die Klinge sei nicht draussen gewesen, aber sie habe Angst 

gehabt, dass er es jeden Moment öffnen könnte (Urk. 85 S. 11). Er habe gesagt, 

er würde sie umbringen. Er habe sie zum Sofa gezerrt und sich aufs Sofa gesetzt, 

während er von ihr verlangt habe, dass sie sich niederknie, was sie auch getan 

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habe. Sie habe nicht gewusst, was er von ihr gewollt habe. Plötzlich habe er sie 

gewürgt (Urk. 85 S. 8).  

 

Da die massiven Vorwürfe der Privatklägerin betreffend sexuelle Gewalt nicht er-

stellt werden können, ist zunächst auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen der 

Privatklägerin bezüglich der anderen Vorwürfe mit gewissen Zweifeln behaftet. 

Tatsächlich ist mit der Vorinstanz auch in den diesbezüglichen Ausführungen der 

Privatklägerin zunächst eine nicht unwesentliche Weiterentwicklung festzustellen 

(Urk. 56 S. 30). An der ersten polizeilichen Befragung erklärte die Privatklägerin 

noch, der Beschuldigte habe ihr das Messer in die Nähe des Halses gehalten, die 

Klinge sei nicht draussen gewesen, wenn der Beschuldigte jedoch den Knopf 

gedrückt hätte, wäre die Klinge ganz nahe bei ihrem Hals gewesen (Urk. 12/1 

F/A 4). Demgegenüber gab sie in der zweiten staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme an, der Beschuldigte habe das Messer gegen ihren Hals gehalten, ob 

die Klinge ihre Haut berührt habe, erinnere sie sich nicht genau, die Klinge habe 

aber auf jeden Fall an ihren Hals gezeigt. Das Messer sei sehr nahe gewesen, 

sodass sie Angst gehabt habe. Der Beschuldigte habe die Klingenspitze eine 

Sekunde gegen ihren Hals gehalten (Urk. 12/4 F/A 96-99). An der Berufungs-

verhandlung kam die Privatklägerin jedoch wieder auf ihre ursprüngliche Version 

zurück und gab an, die Klinge sei nicht draussen gewesen (Urk. 85 S. 11). Abge-

sehen von der zwischenzeitlichen Aggravation sind die Aussagen der Privat-

klägerin in der ersten polizeilichen Befragung jedoch grundsätzlich als glaubhaft 

einzustufen. Sie decken sich auch mit den an der Berufungsverhandlung 

deponierten Schilderungen, wenn auch Letztere sehr rudimentär ausfielen. Mit 

der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Privatklägerin gerade die Situation mit 

dem angeblich vorgehaltenen Messer plastisch schilderte und das später vom Be-

schuldigten versteckte und sichergestellte Stellmesser exakt beschrieb. Nach-

vollziehbar beschrieb sie auch, dass das Stellmesser nicht offen gewesen sei, 

wenn der Beschuldigte jedoch den Knopf gedrückt hätte, die Klinge nahe an 

ihrem Hals gewesen wäre (Urk. 12/1 F/A 4). Ebenfalls glaubhaft erscheinen mit 

der Vorinstanz die Schilderungen, dass der Beschuldigte sie immer wieder gefragt 

habe, was sie gemacht und mit wem sie sich getroffen habe (Urk. 12/1 F/A 4), 

-   14   - 

zumal dies mit dem bei den Akten liegenden Textnachrichten-Protokoll in 

Einklang zu bringen ist (Urk. 56 S. 30). Indem die Privatklägerin stets angab, der 

Beschuldigte habe ihr dann das Messer übergeben (Urk. 12/1 F/A 5, Urk. 12/2 

F/A 17, Urk. 12/4 F/A 99), belastete sie den Beschuldigten nicht übermässig. Wie 

die Vorinstanz zudem zutreffend festhielt, hat die Privatklägerin in allen 

Einvernahmen angegeben, dass sie sich danach vor dem Beschuldigten habe 

niederknien müssen (ebd.; Urk. 56 S. 31; so auch Urk. 85 S. 8). Ebenfalls 

gleichlautend gab die Privatklägerin jeweils an, dass der Beschuldigte sie gewürgt 

habe und sie, als sie sich von ihm habe losreissen können, an den Haaren 

gepackt und zurückzureissen versucht habe (Urk. 12/1 F/A 5, Urk. 12/2 F/A 17, 

Urk. 12/4 F/A 99, vgl. Urk. 85 S. 8). Dass der Beschuldigte ihr wie eingeklagt eine 

Ohrfeige gegeben, sie mit den Füssen getreten und versucht habe, ihren Kopf 

gegen den Balkontisch zu schlagen, erwähnte sie in der polizeilichen Befragung 

beispielsweise noch nicht (vgl. Urk. 12/1) und wiederholte sie auch an der 

Berufungsverhandlung nicht (vgl. Urk. 85). Mit der Vorinstanz sind demzufolge 

und angesichts der späteren mannigfaltigen Aggravationstendenzen die 

gegenüber der Polizei getätigten Aussagen der Privatklägerin als grundsätzlich 

plausibel und glaubhaft zu werten.  

7.2 Die bei der Polizei (Urk. 11/1 f.), bei der Staatsanwaltschaft (Urk. 11/3+5) und 

vor Vorinstanz (Urk. 42 S. 20 ff.) deponierten Aussagen des Beschuldigten sind 

im erstinstanzlichen Entscheid ebenfalls detailliert wiedergegeben (Urk. 56 S. 31-

38), worauf verwiesen werden kann. An der Berufungsverhandlung gab er 

zusammengefasst an, am Abend des 5. Dezember 2019 nochmals zur Wohnung 

der Privatklägerin zurückgekehrt zu sein, weil er herausgefunden habe, dass ihn 

die Privatklägerin nochmals betrogen habe. Er habe wissen wollen, wie oft und 

weshalb sie ihn nochmals betrogen habe. Sie habe es einfach nicht sagen wollen. 

Er habe gehinkt. Von ihr darauf angesprochen habe er gesagt, es sei 

wahrscheinlich ein Muskelriss. Sie seien zur Couch gegangen und sie habe ihn 

massiert. Es sei alles wieder gut gewesen. Sie hätten sich geküsst. Bei der Couch 

habe er sie nochmals gefragt, weshalb sie ihn betrüge (Urk. 86 S. 10). Auf Fragen 

verneinte er, die Privatklägerin zum Hinknien gezwungen zu haben. Ganz am 

Anfang beim Betreten der Wohnung habe er ein Messer dabei gehabt. Es sei 

-   15   - 

eher scherzhalber gewesen. Er habe die Privatklägerin gefragt, weshalb sie ihn 

betrogen habe. Er habe das geschlossene Messer vor sie hingehalten. Als sie 

einen Stuhl geholt habe, habe er gemerkt, dass sie Angst hatte. Er habe ihr 

erschrockenes Gesicht gesehen. Dabei habe er mehr Angst gehabt als sie und 

das Messer auf die rote Couch geworfen (Urk. 86 S. 11). Der Beschuldigte gab 

weiter an, es sei für ihn an jenem Abend klar gewesen, dass die Beziehung 

beendet war. Er habe ihr ja geschworen, dass fertig sei, wenn sie ihn nochmals 

betrüge. Deshalb habe sie mit allen Mitteln versucht, ihn zu halten. Über den 

Balkon geklettert sei sie wahrscheinlich, weil sie ihn habe weichkriegen wollen 

(Urk. 86 S. 14). Als die Privatklägerin auf den Balkon gegangen sei und zu 

schreien begonnen habe, habe er gehen wollen. Gerade als er sich umgedreht 

habe, habe er gesehen, dass sie über das Balkongeländer gestiegen sei. Danach 

sei sie offenbar weggerutscht. Er vermute, dass sie, indem sie über das Geländer 

kletterte, habe sagen wollen, dass sie runterspringen würde, wenn er gehe (Urk. 

86 S. 15).  

Die Erwägungen der Vorinstanz zur Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 56 S. 38-41) sind zutreffend und können auch unter Berücksichtigung der im 

Berufungsverfahren deponierten Aussagen übernommen werden. Die nachfol-

genden Ausführungen dienen lediglich der Verdeutlichung und allenfalls Ergän-

zung.  

Der Beschuldigte gab an, bereits im Vorfeld zu seinem Besuch bei der Privat-

klägerin mit dieser gechattet zu haben, wobei es ums Betrügen gegangen sei. 

Aus den entsprechenden Textnachricht-Protokollen ist denn auch ersichtlich, dass 

sich die beiden betreffend dieses Thema in einen Streit hineinsteigerten. Der Be-

schuldigte gab zu, nach dem Eintreffen bei der Privatklägerin deren Wohnungs-

schlüssel weggenommen zu haben. Ebenfalls in Übereinstimmung mit der Privat-

klägerin erklärte er, diese damals gefragt zu haben, wie oft sie ihn betrogen habe. 

Er habe dann ein Messer gezogen und sie aufgefordert, ehrlich zu sagen, wie oft 

sie ihn betrogen habe. Auch gestand er ein, dass die Privatklägerin dadurch in 

Angst geraten sei. Er beteuerte mehrfach, dass er das Klappmesser nicht 

geöffnet habe. Dies entspricht auch der Schilderung der Privatklägerin in ihrer 

ersten polizeilichen Einvernahme und an der Berufungsverhandlung, weshalb von 

-   16   - 

dieser Version auszugehen ist. Der Beschuldigte gab an, das Messer 

weggeworfen zu haben, nachdem er gesehen habe, wie verängstigt die 

Privatklägerin gewesen sei. Ähnlich erklärte die Privatklägerin, der Beschuldigte 

habe ihr das Messer übergeben und sie habe es weggebracht. Der Beschuldigte 

bestreitet jedoch, die Privatklägerin mit dem Tod bedroht zu haben resp. er gab 

gegenüber der Polizei an, dieser nicht bewusst mit dem Tod gedroht zu haben. 

Hierzu ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass selbst für das impulsive und 

emotionale Paar eine ungewöhnliche Situation vorgelegen haben muss, zumal 

sogar der Beschuldigte gemäss seinen eigenen Schilderungen erschrocken war 

und Angst bekommen habe (Urk. 56 S. 39). Dass der Beschuldigte emotional 

sehr aufgebracht gewesen war, zeigt sich auch in den besagten Chatnachrichten, 

welche die beiden kurz vor dem Eintreffen des Beschuldigten bei der 

Privatklägerin ausgetauscht hatten. Selbst wenn der Beschuldigte danach nicht 

explizit Todesdrohungen ausgesprochen hat, konnte die Privatklägerin das 

Verhalten des Beschuldigten, welcher ihr in seiner Wut ein Messer hinhielt, als 

lebensbedrohlich deuten. Der Beschuldigte schuf durch sein Gebaren – selbst 

nachdem das Messer nicht mehr im Spiel war – eine ausweglose Situation für die 

Privatklägerin, welche die Wohnung durch die Eingangstüre nicht verlassen 

konnte. Mit der Vorinstanz sind die Aussagen des Beschuldigten, dass nach dem 

Messerweglegen alles wieder gut und schön gewesen sei, als unlogisch und 

unplausibel zu taxieren, zumal die Privatklägerin ihm noch immer nicht die 

"richtige" Antwort auf seine Fragen gegeben hatte (was im Übrigen gar nicht 

möglich war, wie die Vorinstanz richtig darlegte; Urk. 56 S. 40 f.). Dass sich die 

Privatklägerin zu jener gefährlichen Flucht über den Balkon veranlasst sah, deutet 

schwer darauf hin, dass sie sich in einer ausweglosen und verzweifelten Situation 

befand, die alles andere als "schön" war, wie es der Beschuldigte bezeichnete. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass diese aufgrund der durch den 

Beschuldigten geschaffenen Bedrohungssituation sich nicht anders zu helfen 

wusste, als über das Balkongeländer zu steigen. Die Behauptung des 

Beschuldigten, die Privatklägerin sei auf den Balkon gegangen und über das 

Geländer geklettert, weil sie ihn habe zurückhalten wollen, macht selbst bei der 

Version des Beschuldigten, gemäss welcher ihn die Privatklägerin zuvor auf dem 

-   17   - 

Sofa massiert haben soll, keinen Sinn. Überhaupt wirken die Schilderungen des 

Beschuldigten sehr verharmlosend und gerade bezüglich der Behauptung, er 

habe der Privatklägerin das Messer eher scherzhalber hingehalten, nicht 

überzeugend. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass es sich bei den 

Behauptungen des Beschuldigten um reine Schutzbehauptungen handelte. 

Grundsätzlich ist somit der Sachverhalt, den die Privatklägerin in der ersten 

polizeilichen Befragung nachvollziehbar und ohne Aggravationstendenzen 

schilderte, als erstellt zu erachten (so auch die Vorinstanz, Urk. 56 S. 31).  

7.3 Bezüglich des Vorwurfs betreffend Vergehen gegen das Waffengesetz 

(Anklageziffer 1.2.1) ist der Beschuldigte zumindest in objektiver Hinsicht 

geständig (Urk. 11/1 F/A 37, 49 und 56, Urk. 11/2 F/A 4 und 17, Urk. 11/3 F/A 10, 

12, 13 und 16, Urk. 11/5 F/A 17 f.). In der Schlusseinvernahme erklärte er, sich 

nicht bewusst gewesen zu sein, dass ein solches Messer bewilligungspflichtig sei 

(Urk. 11/5 F/A 54), und an der Hauptverhandlung verneinte der Beschuldigte, 

gewusst zu haben, dass es sich beim besagten Stellmesser um ein verbotenes 

Messer gehandelt habe (Urk. 42 S. 28). Dem ist entgegenzuhalten, dass solche 

Stellmesser, deren Klinge mittels Knopfdruck gerade nach vorne ausgefahren 

werden kann, nach allgemeiner Wahrnehmung verboten sind. Sie können in der 

Schweiz nirgendwo offiziell erworben werden. Dass der Beschuldigte nichts von 

der Illegalität dieses Messers gewusst haben will, ist als Schutzbehauptung zu 

werten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass dem Beschuldigten sehr wohl 

bewusst war, dass es sich dabei um ein verbotenes Messer handelte, zumal er 

am Ende der Schlusseinvernahme einräumte, dass er im Zusammenhang mit 

dem Messer ein Fehlverhalten seinerseits sehe und dass er das Messer hätte 

"anmelden" müssen (Urk. 11/5 F/A 60). Somit ist der Vorwurf in 

Anklageziffer 1.2.1 betreffend Vergehen gegen das Waffengesetz in objektiver 

wie auch in subjektiver Hinsicht erstellt.  

8. Betreffend Anklageziffer 1.2.2 ist festzuhalten, dass die Privatklägerin erst in 

der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zu Protokoll gab, der 

Beschuldigte habe ihr das besagte Messer bereits zweimal per Video-Call gezeigt 

(Urk. 12/2 F/A 17). Anlässlich der Schlusseinvernahme ergänzte sie, dass der 

-   18   - 

Beschuldigte ihr dabei gesagt habe, dieses Messer werde sie umbringen, wenn 

sie einen anderen Mann habe (Urk. 12/4 F/A 91). Diese Aggravation im Laufe der 

Zeit lässt wiederum an der Glaubhaftigkeit ihrer diesbezüglichen Aussagen 

zweifeln (so auch die Vorinstanz, Urk. 56 S. 44). Dies umso mehr als sie an der 

Berufungsverhandlung zwar erwähnte, das Messer bereits früher im Video-Chat 

mit dem Beschuldigten gesehen zu haben. Er habe im Video-Chat damit 

herumgespielt. Von einer dabei ausgesprochenen Drohung war jedoch nicht die 

Rede (Urk. 85 S. 11). Der Beschuldigte bestritt, der Privatklägerin das Messer bei 

einem Video-Call gezeigt zu haben (Urk. 42 S. 27). Auch dementierte er den 

Vorwurf, der Privatklägerin anlässlich der beiden Video-Calls gedroht zu haben, 

dieses Messer würde sie umbringen, sollte sie einen anderen Mann haben 

(Urk. 11/5 F/A 58).  

Mit der Vorinstanz kann angesichts des besagten Aussageverhaltens der Privat-

klägerin nicht als zweifelsfrei erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte der 

Privatklägerin anlässlich der beiden Video-Calls unter Vorzeigen des Stellmessers 

mit dem Tod drohte, sollte sie einen anderen Mann haben (vgl. Urk. 56 S. 44 f.). 

Dass der Beschuldigte der Privatklägerin das Messer (ohne Drohung) bereits 

früher einmal zeigte, ist zwar denkbar. Jedoch wäre ein solches Verhalten nicht 

strafbar und kann deshalb offengelassen werden. Demzufolge ist der Beschuldig-

te vom Vorwurf der Nötigung betreffend den Anklagesachverhalt 1.2.2 freizuspre-

chen.  

9. Die Vorinstanz führte den nunmehr und auch vorliegend als erstellt erachteten 

Sachverhalt – mit den Anpassungen zugunsten des Beschuldigten wie insb. Hin-

halten des ungeöffneten Messers und ohne Ohrfeige, Fusstritte oder Kopfschla-

gen gegen Balkontisch – korrekt auf, worauf verwiesen werden kann (Urk. 56 S. 

46 f.).  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Mehrfache Nötigung, Tätlichkeiten (Anklageziffer 1.2.1) 

-   19   - 

1.1 Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen betreffend Nötigung im Sinne 

von Art. 181 StGB korrekt dargelegt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 56 

S. 48 f.).  

1.2 Der Beschuldigte drohte der Privatklägerin unter Vorzeigen des Stellmessers 

mit Verletzungs- resp. Todesfolgen, wenn sie ihm nicht seine Fragen beantworten 

würde, namentlich, wie häufig sie ihn betrogen habe. Er untermauerte seine For-

derung durch das Hinhalten des Messers, womit das Nötigungsmittel der Andro-

hung ernstlicher Nachteile ohne Weiteres gegeben ist (so auch in Urk. 56 S. 49). 

Die Privatklägerin gab dem Beschuldigten jedoch die gewünschte Antwort nicht, 

womit der Nötigungserfolg ausblieb. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

kommt hier deshalb nur eine versuchte Nötigung in Betracht (Urk. 56 S. 49).  

1.3 Weiter forderte der Beschuldigte die Privatklägerin auf, sich vor ihm hinzu-

knien und sämtliche seiner Fragen zu beantworten. Das Hinknien erachtet die Vo-

rinstanz als Nötigungserfolg (Urk. 56 S. 49). Ein Nötigungsmittel in Form von vo-

rangehender Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile lag diesbezüglich je-

doch noch nicht in der notwendigen Intensität vor, zumal das Messer ausser 

Reichweite gelegt wurde. Entgegen der Meinung der Vorinstanz liegt diesbezüg-

lich keine Nötigung vor.  

1.4 Als die Privatklägerin die Fragen noch immer nicht beantwortete, packte der 

Beschuldigte diese am Hals und würgte sie. Die Privatklägerin flüchtete auf den 

Balkon, der Beschuldigte ging ihr nach, packte sie an den Haaren und wollte sie 

zurückreissen. Das Nötigungsmittel der Gewalt ist mit dem Würgen und dem an 

den Haaren reissen gegeben. Es handelt sich hierbei um ein unerlaubtes Mittel 

bzw. eine unrechtmässige Nötigung. Der Nötigungserfolg ist jedoch bezüglich der 

Beantwortung der Fragen wiederum nicht eingetreten. Diese Handlungen, welche 

für sich betrachtet als Tätlichkeiten qualifiziert werden können, wurden im Rah-

men der Nötigung verübt und werden von dieser konsumiert (BSK StGB-

Delon/Rüdi, Art. 181 N 69; vgl. Urk. 56 S. 49).  

1.4 In subjektiver Hinsicht hat der Beschuldigte den Tatbestand der Nötigung 

direktvorsätzlich erfüllt. 

-   20   - 

1.5 Nachdem der Beschuldigte alles unternahm, was aus seiner Sicht nötig war, 

um von der Privatklägerin die gewünschten Antworten erhältlich zu machen, trat 

der Taterfolg bezüglich der Antworten nicht ein. Mit der Vorinstanz ist diesbezüg-

lich daher von einem vollendeten Versuch auszugehen (Urk. 56 S. 50).  

1.6 Nach dem Ausgeführten ist der Beschuldigte betreffend Anklageziffer 1.2.1 

der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

2. Vergehen gegen das Waffengesetz (Anklageziffer 1.2.1) 

2.1 Zum Inhalt von Art. 33 Abs. 1 lit. a des Waffengesetzes ist auf die korrekten 

Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 56 S. 50).  

2.2 Im vorinstanzlichen Entscheid wurde sodann zutreffend ausgeführt, dass es 

sich beim vom Beschuldigten anlässlich des besagten Vorfalls mitgeführten und 

der Privatklägerin in Richtung Hals gehaltenen Stellmesser um eine verbotene 

Waffe im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 2 lit. a WG handelte und 

dass eine entsprechende Ausnahmebewilligung im Sinne von Art. 5 Abs. 6 und 

Art. 28b Abs. 1 WG nicht vorlag. Ebenfalls zutreffend führte die Vorinstanz aus, 

dass landläufig bekannt sei, dass Stellmesser, deren Klinge mit einem einhändig 

bedienbaren automatischen Mechanismus ausgefahren werden kann, verboten 

sind und dass dies auch dem Beschuldigten bewusst gewesen sein muss (Urk. 56 

S. 50 f.).  

2.3 Demzufolge ist der Beschuldigte zudem des Vergehens im Sinne von Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 2 lit. a WG 

schuldig zu sprechen.  

3. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, der mehr-

fachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklagezif-

fer 1.1.1), der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 1.2.2) sowie 

der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklagezif-

fer 1.2.1) ist der Beschuldigte freizusprechen.  

-   21   - 

V. Sanktion 

1.1 Die allgemeinen Regeln und Kriterien der Strafzumessung sowie der mass-

gebliche Strafrahmen wurden im vorinstanzlichen Urteil unter Hinweis auf Recht-

sprechung und Lehre zutreffend und umfassend wiedergegeben (Urk. 56 

S. 51 ff.), worauf verwiesen werden kann.  

1.2 Die Vorinstanz würdigte die mehrfachen Nötigungshandlungen gemeinsam 

(Urk. 56 S. 45 ff.). Gemäss einschlägiger Rechtsprechung muss bei Tatmehrheit 

jedoch aus dem Urteil hervorgehen, welche Einzelstrafen für die verschiedenen 

Straftaten festgesetzt werden (vgl. Urteil 6B_1071/2019 vom 5. November 2020 

E. 3.3.2 mit Hinweisen). Dies ist nunmehr – in Nachachtung des Verbots der 

reformatio in peius – nachzuholen.  

2. Tatkomponenten  

2.1 Versuchte Nötigung mittels Stellmesser 

2.1.1 Hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens betreffend die Nötigung mittels 

Stellmesser ist festzuhalten, dass der Beschuldigte durch das Verschliessen der 

Wohnungstür und die Entnahme des Schlüssels bereits eine sehr bedrohliche 

Situation für die Privatklägerin schuf. Im Anschluss bedrohte er die Privatklägerin 

massiv und unter Einsatz einer Waffe, sodass diese ernsthaft und realistischer-

weise um ihr Leben fürchten musste. Zu seinen Gunsten ist zu beachten, dass er 

auf das Flehen der Privatklägerin hin aufhörte und dieser das Messer übergab. 

Das objektive Tatverschulden ist als nicht mehr leicht zu qualifizieren.  

2.1.2 In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Be-

schuldigte die Privatklägerin aus Eifersucht, Kränkung und Wut tyrannisierte. Er 

bedrohte und erniedrigte sie, verlangte nach Antworten, die er kannte, forderte 

Treue, die er selber auch nicht hielt, und demonstrierte ein aggressives Macho-

gehabe (Urk. 56 S. 56). Er handelte zwar aus einer emotionalen Gefühlslage 

heraus, wobei er sich bereits beim Chatten mit der Privatklägerin in emotionale 

Erregung und Rage steigerte. Erschwerend fällt jedoch ins Gewicht, dass er sich 

in dieser Gefühlslage dennoch mit einem Stellmesser in die Wohnung der Privat-

-   22   - 

klägerin begab und diese unter anderem damit direktvorsätzlich bedrohte resp. 

nötigte. Die subjektiven Tatumstände vermögen mithin das objektive, nicht mehr 

leichte Verschulden nicht zu relativieren. Eine hypothetische Einsatzstrafe für das 

vollendete Delikt wäre daher auf 12 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. Eine 

Geldstrafe im Sinne von Art. 34 StGB kommt angesichts dieser Strafhöhe bereits 

nicht mehr in Frage. 

2.1.3 Dass die Tathandlung zum Nachteil der Privatklägerin nicht zur Vollendung 

gelangte, sondern es beim vollendeten Versuch blieb, kann sich im Sinne einer 

Reduktion der verschuldensangemessenen Strafe auswirken. Dass sich der tat-

bestandsmässige Erfolg (das Erlangen von Antworten, wie oft die Privatklägerin 

den Beschuldigten "betrogen" hatte) nicht verwirklichte, lag alleine an der Privat-

klägerin. Zu beachten ist vorliegend jedoch, dass die Situation selbst bei einer 

entsprechenden Antwort der Privatklägerin nicht wesentlich anders zu gewichten 

wäre. Eine Strafminderung von zwei Monaten erscheint angemessen, um der 

Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Privatklägerin nicht preisgab, ob resp. 

wie oft sie den Beschuldigten betrogen hatte.  

2.1.4 Es erscheint daher eine hypothetische Einsatzstrafe von 10 Monaten 

Freiheitsstrafe für die Nötigung mittels Stellmesser angemessen.  

2.2 Versuchte Nötigung mittels Packen am Hals 

2.2.1 Indem der Beschuldigte die Privatklägerin anschliessend vor sich nieder-

knien liess und diese am Hals packte, demonstrierte er seine Macht und offenbar-

te wiederum seine Brutalität. Der Umstand, dass die Privatklägerin über den Bal-

kon im 2. Obergeschoss zu flüchten versuchte, zeigt, dass sie sich in einer aus-

weglosen Situation sah und sich in panischer Angst befand.  

Zugunsten des Beschuldigten ist zu beachten, dass die Privatklägerin aus dem 

Würgegriff und auch aus dem an den Haaren ziehen keine nachweislichen Ver-

letzungen davontrug. Auch ist mit der Vorinstanz zu bemerken, dass er von sich 

aus aufhörte, die Privatklägerin zu würgen, bevor eine akute Lebensgefahr hätte 

eintreten können (Urk. 56 S. 55). Das diesbezügliche objektive Tatverschulden ist 

-   23   - 

als noch leicht zu gewichten. Eine Einsatzstrafe für das vollendete Delikt wäre 

daher auf 10 Monate festzusetzen. 

2.2.2 Aus den in Ziffer V./2.1.2 geschilderten Gründen vermögen die subjektiven 

Tatumstände die objektive Tatschwere nicht zu relativieren.  

2.2.3 Auch hier ist aus den in Ziffer V./2.1.3 dargelegten Gründen angesichts des 

vollendeten Nötigungsversuchs eine Reduktion von zwei Monaten angezeigt. Die 

diesbezügliche Einzelstrafe beläuft sich somit auf 8 Monate, welche ebenfalls nur 

als Freiheitsstrafe ausgefällt werden kann. 

2.3 Asperation 

Für die beiden Nötigungsdelikte ist eine Gesamtfreiheitsstrafe auszufällen. Die 

Einsatzstrafe für die Nötigung mittels Stellmesser als das schwerere Delikt beträgt 

10 Monate, diejenige für die Nötigung mittels Würgegriff beträgt 8 Monate. In 

Nachachtung des Asperationsprinzips erscheint eine Gesamtstrafe von 

14 Monaten Freiheitsstrafe angemessen.  

3. Täterkomponente 

3.1 Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Be-

schuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 56 

S. 57 f.). Aktualisierend ergab sich an der Berufungsverhandlung, dass der 

Beschuldigte mittlerweile aus dem mit seiner Ex-Frau geführten Haushalt ausge-

zogen ist und nun in einer WG wohnt (Urk. 86 S. 2). Zu seiner Ex-Frau und seinen 

Kindern hat er offenbar keinen Kontakt mehr. Er gründete eine Einzelfirma und ist 

selbständiger Taxifahrer, wobei er versuche, sich über Wasser zu halten. Zu-

sätzliche Unterstützung erhalte er nicht. An Schulden bestünden Leasingschulden 

für das Auto und gelegentlich Privatschulden. Seine Rückenbeschwerden hat der 

Beschuldigte offenbar nach wie vor, von einer OP sei er wieder abgekommen 

(Urk. 86 S. 2 ff.).  

Aus den persönlichen Verhältnissen und dem Vorleben des Beschuldigten erge-

ben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren.  

-   24   - 

3.2 Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 84), was sich strafzumessungs-

neutral auswirkt.  

3.3 In Bezug auf das Nachtatverhalten des Beschuldigten führte die Vorinstanz 

zutreffend aus, dass der Beschuldigte in der Untersuchung teilweise kooperativ 

und bezüglich der objektiven Abläufe – wie das Hervornehmen des Messers bzw. 

das Verschliessen der Türe sowie die Ängstigung der Privatklägerin – geständig 

sowie hinsichtlich des Auffindens des Stellmessers behilflich war (Urk. 56 S. 59). 

Wie die Vorinstanz jedoch ebenfalls richtig festhielt, versuchte der Beschuldigte, 

seine eigene Funktion deutlich zu relativieren, und signalisierte er keinerlei Reue 

(ebd.). Eine leichte Strafminderung um zwei Monate erscheint diesbezüglich 

angemessen.  

3.4 Aus dem Gesagten resultiert in Bezug auf die mehrfache Nötigung eine 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Eine höhere Freiheitsstrafe käme angesichts des 

Verbots der reformatio in peius ohnehin nicht in Frage.  

4. Vergehen im Sinne des Waffengesetzes 

4.1 Das objektive Tatverschulden in Bezug auf das Mitführen und Hinhalten des 

ungeöffneten Stellmessers an den Hals der Privatklägerin ist mit der Vorinstanz 

als leicht einzustufen (Urk. 56 S. 60).  

4.2 In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte das Messer, von 

welchem er annehmen musste, dass es sich dabei um eine verbotene Waffe 

handelte, in die Wohnung der Privatklägerin mitnahm in der Absicht, diese damit 

zu ängstigen und zu bedrohen. Die objektive Tatschwere wird durch die subjekti-

ve Komponente nicht relativiert. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz erscheint 

eine hypothetische Geldstrafe von 45 Tagessätzen als angemessen.  

4.3 Die von der Vorinstanz festgelegte Tagessatzhöhe von Fr. 50.– erscheint 

angesichts der aktuellen Vermögens- und Einkommensverhältnisse angemessen.  

4.4 Unter Hinweis auf die Ausführungen in vorstehender Ziff. V./3 betreffend Tä-

terkomponente ist die besagte Geldstrafe von 45 Tagessätzen auf 30 Tagessätze 

-   25   - 

zu reduzieren angesichts der Tatsache, dass das Stellmesser nur unter Mitwir-

kung des Beschuldigten sichergestellt und damit auch einer Gefährdungsklasse 

zugeordnet werden konnte.  

5. Der Beschuldigte ist demzufolge mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten und 

einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 50.– zu bestrafen. Die erstandenen 

zwei Tage in Untersuchungshaft sind in Anwendung von Art. 51 StGB an die 

ausgefällte Freiheitsstrafe anzurechnen (Urk. 56 S. 61).  

VI. Vollzug 

1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für einen vollumfänglichen Aufschub 

sowie für einen teilweisen Aufschub (vorliegend beides theoretisch möglich) auf-

gezeigt (Urk. 56 S. 61 f.). Darauf kann verwiesen werden.  

2. Hierzu ist festzuhalten, dass der nicht vorbestrafte Beschuldigte zumindest 

durch die vorliegend auszusprechende Freiheitsstrafe genügend beeindruckt sein 

dürfte, sodass er sich künftig wohlverhalten wird.  

3. Die Gewährung des bedingten Vollzugs der Freiheits- wie auch der Geldstrafe 

erscheint deshalb in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als angemessen. Die 

Probezeit ist beim Beschuldigten als Ersttäter für beide Strafen auf zwei Jahre 

festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).  

VII. Zivilforderungen 

1. Die Vorinstanz legte die Voraussetzungen, unter denen durch eine Tat ge-

schädigte Personen im Strafprozess adhäsionsweise zivilrechtliche Ansprüche im 

Sinne von Art. 41 ff. OR geltend machen können, korrekt dar, weshalb sie an die-

ser Stelle nicht zu wiederholen sind (Urk. 56 S. 64 ff.) 

2. Im Berufungsverfahren macht die Privatklägerin erneut einen Haushaltsscha-

den in der Höhe von Fr. 3'634.00 geltend (Urk. 88 S. 1, 14 ff.). Wie schon an der 

Hauptverhandlung wird dieser Schaden damit begründet, dass die Privatklägerin 

infolge ihres Sturzes vom Balkon bis zum 31. Juli 2020 voll arbeitsunfähig gewe-

-   26   - 

sen sei, was sich auf ihre Fähigkeit Haushaltsarbeiten auszuführen ausgewirkt 

habe (Urk. 42 S. 10 ff., Urk. 88 S. 16 f.). Die Vorinstanz erwog hierzu, dass die 

Kosten, welche der Privatklägerin durch die strafbaren Handlungen des Beschul-

digten entstanden waren, derzeit noch nicht abschliessend beziffert werden könn-

ten und der vorgebrachte Haushaltsschaden ungenügend substantiiert sei bzw. 

aufgrund der Ausführungen seitens der Privatklägerin die Frage der Kausalität 

des Haushaltsschadens unklar bleibe, weshalb die Schadenersatzpflicht des Be-

schuldigten lediglich dem Grundsatze nach festgestellt werden könne (Urk. 56 

S. 65). Nachdem der unentgeltliche Rechtsvertreter an der Berufungsverhandlung 

erklärte, der Privatklägerin gehe es wieder ganz gut, alles sei gut verheilt und sie 

könne wieder uneingeschränkt arbeiten (Urk. 88 S. 10 resp. Prot. II S. 11), kann 

heute ein Haushaltsschaden theoretisch beziffert werden. Ein Konnex zum vorlie-

gend erstellten und dem Beschuldigten vorwerfbaren Sachverhalt ist hingegen 

nicht ersichtlich. Zur Klärung der Frage der Kausalität des Schadenersatzan-

spruchs ist die Privatklägerin aber dennoch auf den Weg des Zivilprozesses zu 

verweisen.  

3. Bezüglich einer Genugtuung ist festzuhalten, dass der Beschuldigte die Privat-

klägerin durch das Vorzeigen seines Stellmessers in Angst und Schrecken ver-

setzte, dass er auch eine ausweglose Situation für die Privatklägerin schuf, indem 

er die Wohnungstür verschloss und den Schlüssel aus dem Schlüsselloch ent-

fernte, dass er diese vor sich hinknien liess, wodurch er sie erniedrigte, und dass 

er sie am Hals packte und schliesslich an den Haaren zurückriss, als diese auf 

den Balkon flüchtete. Die Privatklägerin befand sich offensichtlich in grosser 

Angst, sonst hätte sie nicht über den Balkon in die untere Wohnung ihres Ex-

Mannes zu steigen versucht. Wenn die Vorinstanz jedoch die Verletzungen auf-

führt, welche sich die Privatklägerin bei der missglückten Flucht zugezogen hatte, 

und hierfür eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 6'000.– als angemessen erach-

tet, geht sie zu weit. Für die Genugtuung relevant sind in erster Linie die erstellten 

Nötigungshandlungen. Diese wiegen verschuldensmässig nicht mehr leicht resp. 

noch leicht. Zudem waren sie nicht von allzu langer Dauer. Immerhin ist zu beach-

ten, dass der Beschuldigte auf die Privatklägerin äusserst bedrohlich gewirkt ha-

ben muss und diese in panische Angst versetzte. Hierfür erscheint eine Genugtu-

-   27   - 

ung in der Höhe von Fr. 1'000.– angemessen. Der Beschuldigte ist somit zu ver-

pflichten, der Privatklägerin eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'000.–  –

 zuzüglich 5% Zins seit dem 5. Dezember 2019, wie an der Berufungsverhand-

lung neu geltend gemacht (Urk. 91 S. 4) – zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das 

Genugtuungsbegehren abzuweisen.  

-   28   - 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Erstinstanzliche Kostenfolgen 

Angesichts der bereits vor Vorinstanz erfolgten Freisprüche von den Vorwürfen 

der Vergewaltigung, der mehrfachen sexuellen Nötigung, der Nötigung betr. An-

klage Ziffer 1.2.2 und der mehrfachen Tätlichkeiten erscheint die Kostenauferle-

gung zu einem Drittel in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als angemessen 

und ist entsprechend zu bestätigen (Dispositiv-Ziffer 10; Urk. 56 S. 68).  

2. Kostenfolgen im Berufungsverfahren 

2.1. Die Gebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.– 

festzusetzen.  

2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte wie 

auch die Privatklägerin unterliegen mit ihren jeweiligen Anträgen praktisch vollum-

fänglich. Es scheint daher gerechtfertigt, dem Beschuldigten und der Privatkläge-

rin die Kosten des Berufungsverfahrens je zur Hälfte aufzuerlegen. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung respektive der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerin sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungs-

pflicht des Beschuldigten bzw. der Privatklägerin in Bezug auf die jeweiligen Kos-

ten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bzw. Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

3. Entschädigungsfolgen 

3.1 Der Beschuldigte beantragt für die durch das vorliegende Verfahren erlittenen 

Verletzungen seiner Persönlichkeit eine angemessene Entschädigung von min-

destens Fr. 15'000.– (Urk. 87 S. 2).  

Der Staatsanwaltschaft kann nicht vorgeworfen werden, dass sie in Bezug auf die 

Sexualdelikte Anklage erhob, bezüglich welcher nun ein Freispruch erfolgt ist (so 

auch Vorinstanz, Urk. 56 S. 69 f.). Vielmehr fragt sich, ob nicht der Ehefrau ein 

Vorwurf wegen Indiskretion gemacht werden muss. Schliesslich hat sie die an den 

-   29   - 

Beschuldigten adressierte Post geöffnet und gelesen. Vor dem Bekanntwerden 

der Vorwürfe gegen ihn führte der Beschuldigte bereits seit mehreren Jahren eine 

Beziehung mit der Privatklägerin, in welche er – wie er an der Berufungs-

verhandlung angab (Urk. 86 S. 5, 13) und wie auch aus seinem von Eifersucht 

getriebenen Verhalten hervorgeht – auch gefühlsmässig involviert war. Es ist 

daher nicht so, dass durch das Verfahren eine intakte Ehe ruiniert wurde. 

Vielmehr war das Verhältnis zur Ehefrau offensichtlich schon vorher zerrüttet. 

Eine Persönlichkeitsverletzung des Beschuldigten ist somit nicht ersichtlich, 

weshalb ihm keine Genugtuung zuzusprechen ist.  

3.2 Der vom amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, geltend ge-

machte Aufwand von Fr. 14'408.75 (Urk. 87 A) erscheint als zu hoch, zumal sich 

für das Berufungsverfahren nichts Neues ergeben hat. Angemessen erscheint, 

den amtlichen Verteidiger mit pauschal Fr. 10'000.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu 

entschädigen.  

3.3 Der vom unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin, Rechtsanwalt Dr. iur. 

Y._____, geltend gemachte Aufwand von Fr. 6'977.80 (inkl. Auslagen und MwSt., 

Urk. 89) ist ausgewiesen. Demgemäss ist er mit pauschal Fr. 7'000.– (inkl. Aus-

lagen und MwSt.) zu entschädigen.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, 

vom 17. November 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt:         

1.-4. (…)  

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Juli 2021 

beschlagnahmte und bei der Stadtpolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 

76921841 lagernde Klappmesser / Stellmesser der Marke Super-Automatic (Asser-

vat-Nr. A013'303'065) wird eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen. 

-   30   - 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Mai 2021 

beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 

76921841 lagernde Rüstmesser (Asservat-Nr. A013'296'576) wird der Privatklägerin 

(B._____) nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben und andernfalls nach unbenutztem Ablauf einer Frist von 30 Tagen 

von der Lagerbehörde vernichtet. 

7. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K191205-094 / 

76921841 lagernden DNA-Spuren, Spurenträger sowie Fotografien werden der La-

gerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen. 

8. (…) 

9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 2'942.45   IRM Gutachten 

Fr. 8'173.60 Akonto amtliche Verteidigung 

Fr. 
 

15'873.15 
 Restzahlung amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und Mwst) 

Fr. 
 

11'404.25 
 

unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin (inkl. Barauslagen 
und Mwst) 

 

 Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

10.-11. (…)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.2.1), 

-   31   - 

− des Vergehens im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit 

Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 2 lit. a des Waffengesetzes (Anklage-

ziffer 1.2.1). 

2. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, der 

mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Ankla-

geziffer 1.1.1) sowie der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 

1.2.2) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind, und mit einer Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu je Fr. 50.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

5. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 1'000.– zuzüglich 

5% Zins seit dem 5. Dezember 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 10) wird bestätigt. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 7'000.–   unentgeltliche Verbeiständung  

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin je zur Hälfte auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

respektive der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden einst-

weilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Be-

-   32   - 

schuldigten bzw. der Privatklägerin in Bezug auf die jeweiligen Kosten bleibt 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bzw. Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

10. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.  

-   33   - 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privat-

klägerschaft (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich  
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privat-

klägerschaft 
− das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"  
− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich 
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG). 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   34   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 16. Januar 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Prinz 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Kümin Grell 
 
 

	Urteil vom 16. Januar 2023
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.2.1),
	 des Vergehens im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 2 lit. a des Waffengesetzes (Anklageziffer 1.2.1).

	2. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.1.1), der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 1.2.2) sowie der mehrfachen Tätlichk...
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, und mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 50.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Juli 2021 beschlagnahmte und bei der Stadtpolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 76921841 lagernde Klappmesser / Stellmesser der Marke Super-Automatic (Asservat-Nr. A013'303...
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Mai 2021 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 76921841 lagernde Rüstmesser (Asservat-Nr. A013'296'576) wird der Privatklägerin (B._____) ...
	7. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K191205-094 / 76921841 lagernden DNA-Spuren, Spurenträger sowie Fotografien werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen.
	8. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis gemäss Anklageziffer 1.2.1 dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges und der Kausalität des Schade...
	b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 6'000.– als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin sowie des IRM Gutachtens, werden dem Beschuldigten zu einem Drittel auferlegt und z...
	11. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung und Genugtuung zugesprochen."
	Berufungsanträge:
	1. Es sei festzustellen, dass die Dispositiv-Ziffern 5, 6, 7 und 9 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind.
	2. Die Dispositiv-Ziffern 1, 3, 4, 8, 10 und 11 des vorinstanzlichen Urteils seien aufzuheben und die Anschlussberufung vom 28. März 2022 bzw. 6. April 2022 sei vollumfänglich abzuweisen, soweit auf sie eingetreten wird.
	3. Das Verfahren sei bezüglich Anklageziffer 1.2.2 einzustellen und der Beschuldigte sei von sämtlichen weiteren Vorwürfen freizusprechen;
	Eventualiter sei der Beschuldigte von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen.
	4. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerschaft seien abzuweisen;
	Eventualiter seien sie auf den Zivilweg zu verweisen.
	5. Die Kosten des Vor- bzw. Untersuchungsverfahrens sowie des erst- und zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das zweitinstanzliche Verfahren seien auf die Staatskasse zu nehmen. Die amtliche Verteidigung ist entsprechend der eingereichten Honorarnote zu entschädigen.
	7. Der Beschuldigte sei für die durch das vorliegende Verfahren erlittenen Verletzungen seiner Persönlichkeit (inkl. für die erlittene Haft) in angemessener Weise, mindestens aber im Umfang von CHF 15'000 zu entschädigen.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt
	1.1 Dem Beschuldigten wird unter Anklageziffer 1.1 zusammengefasst vorgeworfen, am frühen Nachmittag des 5. Dezember 2019 die Privatklägerin aufgefordert zu haben, den Mund zu öffnen, damit er ihr in den Mund urinieren könne. Als sich die Privatkläger...
	Danach habe der Beschuldigte die Privatklägerin aufgefordert, vaginalen ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben, was die Privatklägerin nicht gewollt und auch entsprechend kommuniziert habe. Der Beschuldigte habe die rücklings liegende Privatklägeri...
	IV.  Rechtliche Würdigung
	V.  Sanktion
	VI.  Vollzug
	VII.  Zivilforderungen
	VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 17. November 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1.-4. (…)
	5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Juli 2021 beschlagnahmte und bei der Stadtpolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 76921841 lagernde Klappmesser / Stellmesser der Marke Super-Automatic (Asservat-Nr. A013'303...
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 5. Mai 2021 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Polis Geschäfts-Nr. 76921841 lagernde Rüstmesser (Asservat-Nr. A013'296'576) wird der Privatklägerin (B._____) ...
	7. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer K191205-094 / 76921841 lagernden DNA-Spuren, Spurenträger sowie Fotografien werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen.
	8. (…)
	9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	10.-11. (…)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.2.1),
	 des Vergehens im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c und Art. 5 Abs. 2 lit. a des Waffengesetzes (Anklageziffer 1.2.1).

	2. Vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.1.1) sowie der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 1.2.2) wird der Beschuldigte fr...
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, und mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 50.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	5. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 1'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 5. Dezember 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 10) wird bestätigt.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten und der Privatklägerin je zur Hälfte auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung respektive der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden einstweilen auf die Gerichtskasse...
	10. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.
	11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft (übergeben)
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG).

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.