# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08fa22d9-df51-5358-b79b-60fd009aa829
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-29
**Language:** de
**Title:** Kein Anspruch auf Umschulung auf eine andere Erwerbstätigkeit, da der dafür erforderliche Mindestinvaliditätsgrad von rund 20 % nicht erreicht wird; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2016.01309
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.01309.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.01309
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Volz
Urteil
vom
29. März 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren
1970,
war vom
1.
Februar 2003 bis 2
8.
Februar 2005 bei der
Y.___
, als Gruppenleiter in der Warenannahme Molkerei-Produkte (
Urk.
6/15/2) und
vom 1
0.
Juli 2009 bis 3
1.
Mai 2010
bei
der
Z.___
, als Chauffeur (Urk. 6/15/1)
tätig gewesen
und seit 1
5.
Juni 2010
im Umfang eines
teil
zeitlichen
Arbeitspensum
s
von 6 Stunden im Tag
bei der
A.___
, als Lagermitarbeiter
angestellt
(
Urk.
6/13/1-6
Ziff.
2.7
und
Ziff.
2.9
), als er sich
unter Hinweis auf unfallbedingte
Fussgelenksb
eschwer
den
und Arthrose (
Urk.
6/6
Ziff.
6.2) am 3
0.
Juli
2015 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug anmel
dete. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Suva betreffend die bei ihr versicherten Unfälle des Versicherten (
Urk.
6/12/1-90,
Urk.
6/29/1-60) und die den Versicherten betreffenden Ak
ten des Krankentaggeldversicherers der
A.___
, der Helsana Versiche
rungen AG (
Urk.
6/31/1-19), bei und teilte dem Versicherten am
3.
Dezember 2015 (
Urk.
6/21) mit, dass eine Unter
stüt
zung beim Erhalt seines gegenwärti
gen Arbeitsplatzes zurzeit nicht möglich sei.
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk.
6/
35,
Urk. 6/
37,
Urk.
6/40
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
0.
Oktober
2016 (Urk. 6/
46
= Urk. 2)
Ansprüche des
Versi
cherten auf
eine Rente und auf
beruf
liche Eingliede
rungsmassnahmen im Sinne einer Umschulung.
2.
Der
Versicherte erhob am
2
1.
November 2016
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Verfü
gung vom
2
0.
Oktober 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben und es
seien ihm
berufliche Massnahmen, insbesondere
eine
Umschu
lung, zu gewähren
(Urk. 1
S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
Januar
2017
(Urk. 5
) die Abweisun
g der Beschwerde, was
dem Beschwerde
führer
am
8.
März 2017
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk.
7
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) bedroht
e Versicherte
haben gemäss Art. 8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG
)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
ten
oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen er
füllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Fest
legung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglich
keit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen not
wendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Massnahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
be
rufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapital
hilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.2
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig ge
wesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „an
nähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver
dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jewei
ligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die ver
sicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bis
her ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere
Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um
einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b
mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S.
439 E. 3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Er
werbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme – ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den quali
tativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige
Ein
kom
mensentwicklung
ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden
zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleich
wertig
keit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Aus
bildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit
Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatli
ch
en
Leis
tungsrecht
,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive
Ein
glie
derungsfähigkeit
voraus (AHI 1997 S.
82 E.
2b/
aa
; ZAK 1991 S.
179 unten f. E. 3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der
sozialberuf
lichen
Rehabilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der ver
sicherten Person zu erreichen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S.
367 E.
2b; Urteil des Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
i
n der angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Okto
ber 2016 (
Urk.
2) davon aus
, dass dem Beschwerdeführer nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens die Ausübung einer behinderungsangepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden und überwiegend sitzenden Tätigkeit in vollzeitlichem Umfang zuzumuten sei und stellte
einen Invaliditätsgrad von 0
%
fest
. Da der
über keine Berufsausbildung verfügende
Beschwerde
führer
vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Lagermitarbeiter und als Chauffeur
gearbeitet habe,
handle es sich bei
den
nach Eintritt des
Gesund
heitsschaden
s
weiterhin
zumutbaren
behinderungs
angepassten
Hilfstätigkei
ten um gleichwertige Tätigkeiten, weshalb ein An
spruch auf eine Umschu
lung zu verneinen sei (S.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt
hiegegen
vor, dass er
vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
stets als Lagerist gearbeitet habe, und dass ihm die Ausübung dieser Tätigkeit nicht mehr zuzumuten sei, weshalb ein Anspruch auf eine Umschulung ausgewiesen sei (
Urk.
1 S. 2).
Er macht sodann geltend, dass b
ei der Bemessung des Invalideneinkommens auf den Tabellenlohn für die Tätig
keit als Kurier abzustellen
sei. Daraus
resultiere ein die
Mindesterwerbsein
busse
von 20
%
übersteigender Invaliditätsgrad (
Urk.
1 S.
3), weshalb ein
Anspruch auf Umschulung auf den Beruf als Taxi-, Bus- oder Lastwagen
fahrer zu bejahen
sei
(Urk. 1 S. 4).
3.
Anfechtungsgegenstand des
vorliegenden
Beschwerdeverfahrens
ist
die strei
tige Verwaltungsverfügung vom
2
0.
Oktober 2016 (
Urk.
2)
, worin die
Be
schwerdegegenerin
sowohl einen Rentenanspruch als auch einen Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmassnahmen im Sinne von Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit verneinte.
D
er Beschwerde
führer
beanstandete
beschwerdeweise ledig
lich die Verneinung
seines
An
spruchs auf berufliche Eingliederungsmass
nahmen
beziehungsweise auf
Um
schulung. Bezüglich der Verneinung des Rentenanspruchs ist die angefoch
tene Verfügung vom 2
0.
Oktober 2016 da
her unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
4
.
4
.1
Zu prüfen ist im Folgenden daher, ob ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung im Sinne von
Art.
17 IVG besteht, wobei vorerst auf Grund der medizinischen Akten
zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer die dafür vorausgesetzte
Mindesterwerbseinbusse von rund 20
%
erfüllt.
4
.2
Die Ärzte der
B.___
diagnostizierten in ihrem Bericht vom
2.
Juni 2015
(
Urk.
6/12/26-27)
eine
posttraumatische
Arthrose des
linken oberen Sprunggelenks (OSG) und erwähnten, dass der Beschwerdeführer unter einer schweren linksseitigen OSG-Arthrose leide, und dass operativ eine OSG-
Arthrodese
versus Prothese zu diskutieren sei, wobei das junge Alter, die Körpergrösse und das hohe Aktivitätsniveau des Be
schwerdeführers gegen eine Prothese sprächen. Alternative käme eine kon
ser
vative Therapie mit
Stabilschuh
mit Abrollhilfe in Betracht (S. 1). Es sei fraglich, ob der Beschwerdeführer in seinem Beruf als Lagerist langfristig ohne Operation in einem Pensum von 100
%
tätig
sein
könne (S. 2).
4.3
Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
erwähnte in seinem Bericht vom 1
7.
September 2015 (
Urk.
6/17/2-8), dass er den Beschwerde
führer gleichentags kreisärztlich untersucht habe
,
und diagnostizierte eine posttraumatische fortgeschrittene OSG-Arthrose links. Er führte aus, dass der Beschwerdeführer unter belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der linken distalen Tibia und im Bereich des OSG-Spaltes ventral durch Gehen und Stehen leide (S. 5), und dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht sei, da von einer OSG-
Arthrodese
eine erhebliche Verbesserung zu erwarten sei (S. 6).
Falls keine operative Behandlung
(im Sinne einer OSG-
Arthrodese
)
durchge
führt werde, sei
dem
Beschwerdeführer
die Ausübung einer körperlich mit
tel
schweren Tätigkeit, ohne Heben von Lasten über einem Gewicht von 15 Kilo
gramm, ohne Hocken,
ohne
Knien,
ohne
Treppensteigen
und
Klettern
in
voll
zeitlichem
Umfang
zuzumuten. Vorteilhaft sei ein
Wechselrhytmus
zwi
schen Gehen, Stehen und Sitzen, wobei der Beschwerdeführer im Falle aus
schliess
lich stehender oder gehender Tätigkeiten
jeweils eine Pause
von fünf Minu
ten Dauer pro Arbeitsstunde
einhalten solle
(S. 7).
4.4
Die Ärzte der
D.___
, Radiologie und Neuroradiologie Zürich, er
wähn
ten in ihrem Bericht vom 1
1.
November 2015 (
Urk.
6/23/41), dass eine
gleichentags
durchgeführte
Magnetresonanztomographie (MRI) des lin
ken Kni
es des Beschwerdeführers einen komplex eingerissenen medialen Me
nis
kus im
Hinterhorn
sowie einen Knorpelschwund und eine Exulzeration am medialen
Femurkondylus
ergeben habe.
4.5
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 1
2.
Dezember 2015 (
Urk.
6/23/1-5) die folgenden Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
fortgeschrittene posttraumatische OSG-Arthrose links
-
chronisch intermittierende Kniebeschwerden links bei komplex e
inge
rissenem medialem
Meniskus im
Hinterhorn
sowie bei Gonarthrose und Exulzeration am medialen
Femurkondylus
Er führte aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen Tätig
keit auf Grund des Knieleidens nicht mehr zuzumuten
sei
. Dem Be
schwerdeführer sei indes die Ausübung behinderungsangepasster, vorwie
gen
d sitzender oder wechselbelastender Tätigkeiten, ohne Gehstrecken von mehr
als
100 Meter
Länge, ohne ausschliesslich stehende Tätigkeiten, ohne Be
steigen von Leitern, ohne Arbeiten auf Gerüsten und ohne Kauern im Um
fang von 8
Stunden im Tag zuzu
muten (
Ziff.
1.7).
In der bisherigen Tätigkeit als Lagermitarbeiter habe vom 3
0.
Mai 2005 bis 1
1.
August 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
, vom 1
2.
August bis 2
0.
September 2015 eine solche von 100
%
, vom 2
1.
bis 2
9.
September 2015 eine solche von 50
%
bestanden. Ab
3
0.
September 2015 bis auf
Weiteres
sei von einer Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
auszugehen
(
Ziff.
1.6).
4.6
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für orthopädische Chirurgie, erwähnte in seinem Bericht vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
6/31/10-11), dass ein
arthro
s
ko
pischer
Eingriff im Bereich des linken Kniegelenks nicht angezeigt sei, weil die Beschwerden durch ein
e
aktivierte leichtere Gonarthrose verursacht würden (S.
1). Dem Beschwerdefüh
rer sei die Ausübung wechselbelastender Tätigkeiten zuzumuten
. Es
sei eine Umschulung angezeigt (S. 2).
4.7
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, führte in seinem Bericht vom 3
0.
März
2016 (Urk. 6/31/14-19) aus, dass
in Bezug auf
das linke Kniegelenk des Beschwer
deführers eine
arthroskopische
Operation voraussichtlich nicht zu umgehen sei
. Bezüglich des
linken
OSG sei die Durchführung
eine
r
Arthrodese
ange
zeigt
. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Lagerist sei dem Beschwer
deführer gegenwärtig nicht mehr zuzumuten.
Hingegen sei
ihm
die Aus
üb
ung einer leichteren
,
vorwiegend sitzenden Tätigkeit
,
mit teilweise stehen
den Arbeitsabläufen
,
zuzumuten (S. 4).
5.
5.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
der Beschwerde
führer unter einer fortgeschrittenen posttraumatischen Arthrose des linken OSG leidet, und dass
ihm
deswegen ab
1
2.
August 2015 in seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vorstehend E.
4.5
).
Während
Dr.
C.___
dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 2
1.
September bis
4.
Oktober 2015 eine Ar
beitsunfähigkeit von 50
% attes
tierte und ab
5.
Oktober 2015 einen Arbeitsversuch mit einer Arbeitsunfähig
keit von 75
%
als möglich erachtete (vorstehend E.
4.3
), ging
Dr.
E.___
in seinem Bericht vom 1
2.
Dezember 2015 (vorstehend E.
4.5
) davon aus, dass ab 3
0.
September 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit als Lagerist bestanden habe. Damit überein
stimmend ging
Dr.
G.___
am 3
0.
März 2016 (vorstehend E.
4.7
) davon aus, dass dem Beschwerdeführer
seine
bisherige Tätigkeit als Lagerist nicht mehr zuzumuten sei. Die betei
ligten Ärzte gingen indes grundsätzlich überein
stimmend davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer
behin
derungsangepassten
Tätig
keit uneingeschränkt zuzumuten sei. Während
Dr.
C.___
dem Be
schwerdeführer
am
1
7.
September
2015 (
vorstehend E.
4.3
)
die Ausübung eine
r
behinderungs
angepassten
,
körperlich mittel
schweren Tätigkeit, ohne Heben von Lasten über einem Gewicht von 15 Ki
logramm, ohne Hocken, Knien, Treppensteige
n und Klettern in vollzeitlichem
Umfang
zumutete
, vertrat
Dr.
E.___
am
1
2.
Dezember 2015 (
vorstehend E.
4.5
) die
Ansicht, dass dem
Beschwerdeführer
die Ausübung
behinderungsan
gepasster
, vorwiegend sitzen
der oder wechselbelastender Tätigkeiten, ohne Gehstrecken von mehr
als
100
Meter Länge, ohne ausschliesslich stehende Tä
tigkeiten, ohne Besteigen von Leitern, ohne Arbeiten auf Gerüsten und ohne Kauern im Umfang von 8
Stunden
täglich z
uzumuten
sei. Demgegenüber ging
Dr.
F.___
am
2.
Februar 2016 (
vorsehend E.
4.6
)
davon aus
, dass
dem
Beschwerdeführer die Ausübung wechselbelastender Tätigkeiten zuzumu
ten
sei.
Dr.
G.___
attestierte dem Beschwerdeführer
schliesslich
am
3
0.
März 2016 (
vorstehend E.
4.7
)
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
in Bezug auf
behinderungs
angepasste
,
leichtere und vorwiegend sitzende Tätigkeiten
.
5.2
Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist mit dem massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dem
Beschwerdeführer
seit
Eintritt des Gesundheitsschadens im August 2015 die Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter bis mittelschwerer, überwiegend sitzender
und
wechselbelastender Tätigkeiten uneingeschränkt im Umfang eines vollzeitlichen Arbeitspensums zuzumuten war.
Vom
Be
schwerdeführer
wird die Zumutbarkeit e
i
ner vollzeitlichen,
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit
denn auch
im Wesentlichen
nicht bestritten (Urk. 1 S. 3).
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Auch bei
E
rwerbstätigen,
welche in einem Teilzeitpensum
erwerbs
tätig sind, um mehr Freizeit zu haben und nicht, um die Haushalt
führung wahrnehmen zu können, wird die Invalidität nach den Grundsätzen für Erwerbstätige bemessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_846/2015 vom 3. Juni 2016 E. 5.2; BGE 131 V 51).
Dabei ist das
Valideneinkommen
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit fest
zulegen, wobei ent
scheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tat
sächlich an Ein
kommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls ver
dienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen be
stimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versi
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Ein
gliederungs
massnahmen durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgegliche
ner
Arbeits
marktlage
erzielen könnte. Dabei kann das - ärztlich festzule
gende -
Arbeits
pensum
unter Umständen grösser sein als das ohne gesund
heitliche Beein
trächtigung gel
eistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei
teilerwerb
stätigen Ver
si
cherten ohne Aufgabenbereich
ist nach der Rechtsprechung (BGE 142 V 290)
indes
die anhand der
Einkommensvergleichs
methode
(
Art.
16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerbli
chen Bereich
ledig
lich
proportional - im Umfang der hypothetischen Teiler
werb
stätigkeit - zu
berücksichtigen. Der Invaliditätsgrad entspricht der pro
portionalen Ein
schrän
kung im erwerblichen Bereich und kann damit den versicherten Be
reich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum def
i
niert wird, nicht über
steigen
(
BGE 142 V 290
E. 6.4 ff.
; Urteile des Bundes
gerichts 8C_846/2015 E. 6.3 und 8C_113/2016 vom
6.
Juli 2016 E. 3.3.3
).
6.
3
Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
im Rahmen der Eingliederungsberatung
anlässlich eines Gesprächs vom
1.
September 2015 mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/22/3-5) angab, dass er
bei der
A.___
seit dem Jahre 2010 als Lagerist im Stundenlohn angestellt sei, und dass er
je
nach Arbeitsanfall ungefähr im Umfang eines Arbeitspensums von
60
%
bis 80
%
arbeite. Da er mit einer Festanstellung nicht mehr ver
dienen würde, arbeite er lieber im Stundenlohn. Daneben bekomme er vom Sozialamt noch
Fr.
300.-- bis
Fr.
400.-- im Monat. Sein Ziel
sei es, so viel zu verdienen, dass er nicht mehr zum Sozialamt gehen müsse (S. 2).
6.4
Die
A.___
teilte der Beschwerdegegnerin am
4.
September 2015 mit, dass
sie
dem Beschwerdeführer
vor ungefähr zwei Jahren
eine Arbeitsstelle bei einem Arbeitspensum von 100
%
angeboten habe
. Der
Be
schwerdeführer
habe
dieses Stellenangebot jedoch ausgeschlagen, da er mit dem angebotenen Lohn nicht einverstanden gewesen sei (
Urk.
6/22/3-5 S. 2).
6.5
In Würdigung der gesamten
Umstände
ist davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer
, welcher
im Umfang eines Teilzeitpensums erwerbstätig war,
auf eigene Veranlassung beziehungsweise um
mehr Freizeit zu haben
in
teil
zeitlichem
Umfang tätig war und damit im Vergle
ich zu
eine
r
vollzeitlichen Tätigkeit
ein verhältnismässig tiefes Einkommen freiwillig in Kauf nahm. Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer sich ernsthaft während eines längeren Zeitraums erfolglos um eine vollzeitliche Arbeitsstelle bemüht hätte, sind in den Akten nicht enthalten.
Den Akten ist vielmehr zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer ein Angebot seiner ehemaligen Arbeitgeberin für eine Vollzeitstelle ausgeschlagen hat.
7.
7.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
7.2
Angesichts des in Art. 25 Abs. 1
der Verordnung über die Invaliden
ver
siche
rung (IVV)
festgehaltenen Abstellens auf die AHV
recht
lich beitrags
pflich
tigen Ein
kommen bei der Berechnung der IV-recht
lich mass
gebenden hypo
thetischen Vergleichseinkommen kann das
Validen
ein
kom
men
Selbständig- (Urteil des Bundesgerichts 9C_428/2009 vom 13. Okto
ber 200
9 E. 3.2.1 mi
t Hinweisen) wie auch
Unselbst
ändigerwerbender
(Urteil des Bundes
ge
richts 9C_111/2009 vom 21. Juli 2009 E. 2.1.2 mit Hin
weisen) grundsätzlich auf der Basis der Einträge im individuellen Konto bestimmt wer
den. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und ver
hältnismässig kurz
fristig in Erscheinung ge
tretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während
einer längeren Zeit
spanne erzielten
Durch
schnitts
ver
dienst
ab
zu
stellen (Urteile des Bundesgerichts 8C_576/2008 vom 10. Februar 2009 E. 6.2 und 8C_671/200
9 vom 23. Dezember 2009 E. 5.2.1 mit Hinwei
sen).
7.3
Vorliegend
ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden weiterhin bei der
A.___
an seinem bis
herigen Arbeitsplatz
im Umfang ein
e
s teilzeitlichen Arbeitspensums als Lage
rist tätig gewesen wäre
.
Dem Auszug aus dem individuellen Konto des Be
schwerdeführers (Urk.
6/11/1-5
) ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
bei der
A.___
im Jahre 2011 einen Verdienst von
Fr.
45‘796.--, im Jahre 2012 einen solchen von
Fr.
39‘437.--, im
Jahr 2013 einen solchen von Fr.
37‘994.--
und im Jahre 2014 einen solchen von
Fr.
39‘424.--
erzielt
e
. Infolge der nicht unerheb
lichen Schwankungen der erzielten Einkünfte ist bei der Bemessung des
Vali
deneinkommens
daher auf den Durchschnittswert der vom Beschwerdeführer
während
der
letzten
vier
Jahre vor Eintritt des
Gesundheitsscha
dens
im Jahre 2015
,
mithin
auf die
in den Jahren
2011
bis
2014
erzielten Ein
künfte
abzu
stellen. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen
Nominal
lohnent
wick
lung
im Bereich Verkehr und
Lagerei
im Jahre
2012
von
0.8
%
, im Jahre
2013
von
0.6
% (Die Volkswirtschaft
3/4-2015
S.
89 Tabelle B10.2), im Jahre 2014
von
0.8
%
und im Jahre 2015 von 0.4
%
(
www.bfs.admin.ch) resultiert im Jahre 2015
ein
bei der
A.___
erzieltes
durch
schnittliches Einkommen von rund Fr.
41‘296
.-- ([Fr.
45‘796
.-- x 1.0
08 x 1.006 x 1.008 x 1.004
+ Fr.
39‘437
.--
x
1.006 x 1.008 x 1.004
+ Fr.
37‘994
.--
x 1.008 x 1.004
+ Fr.
39‘424
.-- x 1.0
04
] ÷
4
)
. Es ist daher von einem
Valideneinkommen
im Umfang von
Fr. 41‘296.-- auszugehen.
Das von der ehemaligen Arbeitgeberin angegebene erzielbare Jahreseinkommen von Fr.
59
‘
800.
--
(Urk. 6/13/3) ist
mit Blick auf die tatsächlich
abgerechneten Einkommen und das geleistete Pensum nicht nachvollziehbar.
8.
8.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invalidenein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
8.2
Nach der Rechtsprechung
kommt der LSE 2012 für alle Fälle erstmaliger
Invali
ditätsbemessung
und auf Neuanmeldung hin nach vorausgegangener rechts
kräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie
auch grundsätzlich
im Revisionsverfahren (mit Entstehung des potentiellen oder Ver
änderung des laufenden Rentenanspruches im Jahr 2012 oder später)
Beweiseignung zu (Urteile des Bundesgerichts 9C_632/2015 vom 4. April 2016
, E.
2.5.8.1, zur Publikation vorgesehen, und 9C_526/2015 vom 11. Septem
ber 2015 E. 3.2.2)
, wobei für
die
Invaliditätsbemessung
(bis auf Weiteres)
nur die
unter anderem
nach dem
Kompetenz
niveau
differenzierten TA1-Tabellen
der LSE 2012 zu verwenden
sind
(
BGE 142 V 178
E. 2.5.7)
.
Das
Anfor
derungsniveau
4 der LSE
2010
entspricht
dem Kompetenzniveau
1
der LSE 2012
(
IV-Rundschreiben Nr. 328 des Bundesamtes für Sozial
versiche
rungen vom 2
2.
Oktober 2014
)
.
8.3
Die Rechtsprechung wendet für die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen in der Regel die Monatslöhne gemäss
der
Tabelle TA1
(der LSE 2012;
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
abteilungen,
Kompetenzniveau
und Geschlecht - Privater Sektor), Zeile
„
Total", an. Bisweilen wird aber auch auf Löhne einzelner Sektoren oder gar ein
zelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht erscheint, um der
im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeits
fä
higkeit
Rechnung zu tragen. Dies geschieht namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_841/2013 vom
7.
März 2014 E.
4.2)
.
8.4
Angesichts der
relativ
geringfügigen
gesundheitlichen Einschränkungen mit einer reduzierten Belastbarkeit des
linken OSG und des linken Kniegelenks
bei ansonsten erhaltener Funktionalität und fortbestehender Einsatzfähigkeit der
oberen Extremitäten
sprechen keine Anhaltspunkte dagegen, dass der Beschwerdeführer nicht auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens in einer anderen zumutbaren Verweisungstätigkeit ausserhalb des angestammten Be
tätigungsfeldes
als
Lagerist
auf Grund
seiner Arbeitserfahrung
, insbesondere derjenigen als Gruppenleiter in der Warenannahme Molkerei-Produkte bei der
Y.___
vom Februar 2003 bis 2
8.
Februar 2005 (
Urk.
6/15/2) und als Chauffeur bei der
Z.___
, vom 1
0.
Juli 2009 bis 3
1.
Mai 2010 (Urk. 6/15/1),
ein Vergleichseinkommen auf der Basis des
Kompetenzniveau
s
1
(
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
) erzielen kann.
Entgegen der diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 3) ist b
ei der Bestimmung des Invalideneinkommens unter den gegebenen Um
ständen
daher nicht vom „Tabellenlohn für die Tätigkeit als Kurier“, sondern
vom tabellarischen Ausgangswert des branchenübergreifenden,
gesamt
schwei
zerischen
Männerlohnes mit
Kompetenzniveau 1
von Fr.
5'
210
.-
- (LSE 2012
, Zeile
„
TOTAL" der Tabelle TA1: monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen,
Kompetenzniveau
und Geschlecht - Privater Sektor) auszugehen.
8.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende
Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berück
sich
tigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht er
reichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Ab
zug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder
Aufenthalts
kate
go
rie
sowie Be
schäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Ein
zelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen ei
nes oder mehrerer dieser Merkmale ihr
e gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unter
durch
schnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimm
ung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall ge
samt
haft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabel
lenlohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
8.6
Die Rechtsprechung ge
währt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Inva
li
den
einkommen
, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter
Hilfsar
beitertätigkeit
in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
S.
78). Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit noch kein Ab
zug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn im
Anfor
derungsniv
eau
4 (ab 2012: Kompetenzniveau 1)
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschwe
ren Tätigkeiten umfasst (Urteile
des Bundesgerichts
9C_187
/2011 vom 30. Mai 2011 E. 4.2.1 und
9C_72/2009 vom 3
0.
März 2009 E.
3.4).
9.
9.1
Vorliegend ist dem Beschwerdeführer
gemäss der medizinische Aktenlage
nach
Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin
die Ausübung
behinde
rungs
an
gepasster
, körperlich leichter bis mittelschwerer, überwiegend sitzender
und
wechselbelastender Tätigkeiten uneingeschränkt im Umfang eines
vollzeit
li
chen
Arbeitspensums zuzumuten
. Die Frage nach einem Abzug vom
Tabel
lenlohn
kann vorliegend indes offen bleiben, wenn selbst bei Ge
währung
eines
höchstmöglichen
Abzugs von 25
%
ein
Mindestinvaliditäts
grad
von 20
%
nicht erreicht
wird
.
9.2
Unter
Berücksichti
gung des Zentralwerts für
einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1
) für
Männer
(
Ta
belle TA1 der
LSE 2012
)
von Fr.
5‘210.--
,
bei einer
betriebs
üblichen
Wochen
arbeitszeit
im Jahre
2015
von ins
gesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch;
b
etriebs
übli
che
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
), bei einem zumut
baren Beschäf
tigungsgrad von
10
0 %
,
bei einem
höchstmöglichen
Abzug vom
Tabellen
lohn
von 25
%
und bei einer durch
schnittlichen
Nomin
al
lohn
entwick
lung
im
Jahre 2013 von
0.7 %
,
im Jahre 2014 von 0.8 %
und im Jahre 2015 von 0.
4
%
(www.bfs.admin.ch)
,
resultiert
im Jahre 2015
ein
Inv
aliden
einkommen
von rund Fr
49‘817
.
--
(Fr. 5‘210.-- x
12 Mo
nate ÷ 40 Stun
den x 41.7
Stunden
x 1.007 x 1.008
x 1.004
x 0.75
)
.
10.
Der
Vergleich des
Vali
deneinkommens
von Fr.
41‘296
.-- mit dem
Invaliden
ein
kommen
von
Fr.
49‘817
.
-- ergibt
keine Erwerbseinbusse
. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad
von
0
%
. Da
vorliegend
selbst bei Berücksichtigung eines höchst
möglichen
Abzugs vom Tabellenlohn von 25
%
der
Mindestinvalidi
tätsgrad
von
rund
20
%
nicht erreicht wird, kann die Frage, ob bezieh
ungs
weise in welchem Umfang ein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt ist, offen ge
lassen werden.
Da es bereits an dem für einen Umschulungsanspruch voraus
gesetzten Mindestinvaliditätsgrad fehlt, kann sodann die Frage nach der Gleichwertigkeit der dem Beschwerdeführer nach Eintritt des
Gesund
heits
schadens
weiterhin zumutbaren Erwerbstätigkeiten offen gelassen werden
(vgl. vorstehend E. 1.2).
Demnach steht fest, dass
der nach der Rechtsprechung für den Anspruch auf eine Umschulung
vorausgesetzte
Mindestinvaliditätsgrad von
rund
20
%
(vgl.
vorstehend E.
1.2
) vorliegend nicht erreicht
ist, weshalb die Beschwerde ab
zuweisen ist
.
11.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf
Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und dem
unt
erlie
genden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannVolz