# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 659dec67-e344-5660-94b7-e81902d7f5c9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2010 A-642/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-642-2008_2010-03-03.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-642/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Thomas Stadelmann (Vorsitz), 
Richter Daniel Riedo, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Zolltarif und Aussenhandelsstatistik, 
Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nachforderungsverfügung betreffend die Verzollung von 
Apfelmus.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-642/2008

Sachverhalt:

A.
In der Zeit vom 1. Juni 2006 bis 9. März 2007 meldeten die W._______ 
AG,  ...,  die  X._______  AG,  ...  (nachfolgend  Zollpflichtige  oder 
Beschwerdeführerin), sowie die V._______ AG, ..., bei den Zollstellen 
Embrach bzw. St. Margrethen die zehn nachstehend aufgeführten, aus 
Österreich  stammenden  und  für  die  X._______  AG  (selbst) 
bestimmten Sendungen im EDV-Verfahren (E-dec) zur Einfuhr an:

E-dec Nr: Datum: Zollamt: Ware: Eigenmasse: 
(kg)

Zollmenge: 
(kg)

Tarif-Nr: Ansatz: 
(Fr./100

kg 
Eigen-
masse

...926 (act. 4a) 01.06.2006 Embrach Apfelmus 8'847.40 13'000.0 2007.9929 zollfrei

...498 (act. 4b) 16.06.2006 Embrach Apfelmus 8'294.40 12'200.0 2007.9929 zollfrei

...365 (act. 4c) 18.08.2006 Embrach Apfelmus 8'064.00 12'200.0 2007.9929 zollfrei

...906 (act. 4d) 26.09.2006 St. Margrethen Apfelmus 11'520.00 12'200.0 2007.9929 zollfrei

...153 (act. 4e) 12.10.2006 St. Margrethen Apfelmus 8'294.40 13'000.0 2007.9929 zollfrei

...755 (act. 4f) 09.11.2006 St. Margrethen Apfelmus 8'294.00 12'500.0 2007.9929 zollfrei

...923 (act. 4g) 19.12.2006 St. Margrethen Apfelmus 8'294.40 12'130.0 2007.9929 zollfrei

...185 (act. 4h) 20.12.2006 St. Margrethen Apfelmus 8'294.40 11'520.0 2007.9929 zollfrei

...926 (act. 4i) 12.02.2007 St. Margrethen Apfelmus 11'520.00 12'130.6 2007.9929 zollfrei

...261 (act. 4j) 09.03.2007 St. Margrethen Apfelmus 11'785.56 12'130.6 2007.9929 zollfrei

Bei  neun  Sendungen  lautete  das  Selektionsergebnis  auf  "gesperrt" 
und bei einer Sendung auf "frei mit". Im Rahmen der formellen Über-
prüfung  musste  bei  einer  Sendung die  Zollmenge korrigiert  werden. 
Lediglich  in  einem Fall  (E-dec Nr. ...498 vom 16. Juni  2006; act. 4b) 
wurde die angemeldete Ware durch die Zollstelle beschaut (materielle 
Kontrolle). Wie dem entsprechenden Kontrollbefund vom 16. Juni 2006 
(act. 5)  implizit  zu  entnehmen  ist,  hatte  die  Zollstelle  jedoch  ins-
besondere  hinsichtlich  der  Tarifeinreihung  keine  Unstimmigkeiten 
festgestellt. Alle zehn Sendungen wurden somit antragsgemäss nach 
der Tarifnummer 2007.9929 zollfrei veranlagt.

B.
B.a Am 14. März 2007 meldete die V._______ AG bei  der  Zollstelle 
St. Margrethen  DA Freilager  via  E-dec  eine  weitere,  aus  Österreich 
stammende und (ebenfalls) für die Zollpflichtige bestimmte Partie wie 
folgt zur Einfuhr an (s. Einfuhrliste Nr. ...089; act. 6):

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"Kufenbrett, 15, ADRESSE:
Apfelmus  720  ml  12  er,  X._______  Nr. ...18,  Best.  Nr. ...572;  Kd. 
Auftrag: ...398, [Tarif-Nr.] 2007.9929, [stat. Schlüssel] 099, Eigenmasse: 
10'917.504  [kg],  Rohmasse:  12'130.6  [kg],  Stat.  Wert:  [Fr.]  7'511.--, 
Zollansatz: [Fr.] 0.00 [je kg Eigenmasse]"

Das Selektionsergebnis lautete (erneut) auf "gesperrt". Zusammen mit 
der  Einfuhrliste  wurde  der  Zollstelle  die  mit  einer  formell  gültigen 
Ursprungserklärung  versehene  Rechnung  Nr. ...660  vom  13. März 
2007  (act. 7)  der  österreichischen  (Hersteller-)Firma Machland Fein-
kost-Konserven GmbH, Naarn, vorgelegt.

Im Anschluss an die formelle Überprüfung ordnete die Zollstelle eine 
materielle Kontrolle (Revision) an. Sie erstellte den folgenden Kontroll-
befund (s. act. 8):

"Revision im Domizil ZE V._______ ...
15  EURO-Platten  mit  je  64  Halbkartons  à  12  Gläser  mit  Apfelmus 
festgestellt
ex 1 Palette
Einmachglas mit Schraubverschluss à 700 Gramm
C._______ Apfelmus
gelblich, beige Masse
Zutaten  gemäss  Aufschrift:  Aepfel  95%,  Zucker,  Säurungsmittel: 
Zitronensäure Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure – pasteurisiert
hergestellt in Oesterreich
1 Palette gewogen: 831 kg abzügl. 22 kg TP massgebend: 809 kg/Pal.
2 Zollmuster entnommen ([handschriftlich hinzugefügt] 2x700 gr.) --> an 
OZD zwecks Tarifierung
TN 2208.9991 Ansatz: 38 CHF
15.03.2007 [Name Sachbearbeiter]"

Die Sendung wurde mit Einfuhrliste Nr. ...089 (act. 9) gemäss Art. 40 
des  damals  anwendbaren  Zollgesetzes  vom  1. Oktober  1925  (aZG, 
AS 42 287  und  BS 6 465)  provisorisch  zur  Einfuhr  veranlagt 
(Sicherstellung der Zollabgaben zum höchsten, nach der Art der Ware 
möglichen Zollansatz [Tarifnummer 2008.9991, Zollansatz: Fr. 38.-- je 
100 kg brutto]).

Im  vorzitierten  Kontrollbefund  der  Zollstelle  (act. 8)  wurde  laut  der 
OZD  irrtümlicherweise  die  Tarifnummer  22  08.9991  anstelle  von 
20  08.9991 aufgeführt. Der darin vermerkte Zollansatz von Fr. 38.-- je 
100 kg brutto entspreche jedoch der Nr. 2008.9991.

B.b Die Zollstelle überwies die anlässlich der vorerwähnten Revision 
erhobenen Muster zusammen mit Kopien der Einfuhrliste und der Be-
gleitpapiere zwecks Überprüfung der Tarifeinreihung an die Oberzoll-
direktion (OZD). Die unterbreiteten Muster wurden durch die "Sektion 

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Chemisch-technische Kontrolle" (SCTK) der OZD untersucht. Aufgrund 
der  Untersuchungsergebnisse  teilte  die  OZD  der  Zollkreisdirektion 
(ZKD)  Schaffhausen  am  23. März  2007  den  folgenden  Revisions-
befund mit (act. 10):

"C._______
- Apfelmus
Fruchtzubereitung
beige,  trübe,  püreartige  Masse  aus  Äpfeln,  Zucker,  Zitronensäure  und 
Ascorbinsäure,  mit  Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen,  nicht 
durch Kochen hergestellt, in etikettierten Gläsern für den Einzelverkauf à 
700g
Tarifnummer: 2008.9991"

C.
C.a Gestützt  auf  den vorstehenden  Befund  der  OZD nahm die  Ein-
fuhrzollstelle  die  definitive  Abfertigung der  besagten  Sendung (gem. 
Einfuhrliste Nr. ...089; act. 6) vor. Die Partie wurde dementsprechend 
nach der Tarifnummer 2008.9991 zum Normalsatz von Fr. 38.-- je 100 
kg brutto veranlagt. Die Zollstelle St. Margrethen DA Freilager stellte 
dafür  die  definitiven  Veranlagungsverfügungen  (Zoll  bzw.  MWST) 
Nr. ...089.4 vom 11. April 2007 aus (s. act. 11a und 11b).

Gleichentags  meldete  die  Zollstelle  St. Margrethen  der  ZKD Schaff-
hausen  gestützt  auf  den  obigen  Revisionsbefund  der  OZD  die  ein-
gangs erwähnten zehn Einfuhrsendungen von Apfelmus (mit derselben 
Artikel Nr. ...18), die antragsgemäss nach der – laut Eidgenössischer 
Zollverwaltung (EZV) – unzutreffenden Tarifnummer 2007.9929 veran-
lagt worden waren (vgl. oben Bst. A).

C.b Mit Schreiben vom 19. Juli 2007 stellte die ZKD Schaffhausen der 
Zollpflichtigen eine Nachforderung  für  die  anlässlich  der  Einfuhr  der 
eingangs erwähnten zehn Sendungen zu wenig erhobenen Abgaben in 
der Höhe von Fr. 47'866.15 in Aussicht (act. 13). Gleichzeitig gewährte 
sie der Zollpflichtigen ein Frist zur allfälligen Stellungnahme.

Daraufhin reichte die Zollpflichtige bei der ZKD Schaffhausen ein mit 
Datum  vom  4. Oktober  2006  offensichtlich  falsch  datiertes,  als 
"Einsprache"  betiteltes  Schreiben  ein  (Eingang  bei  der  ZKD  am 
24. August 2007). Diesem Schreiben legte sie u.a. eine (bestätigende) 
Stellungnahme ihres österreichischen Lieferanten einschliesslich einer 
(schematischen) Übersicht des Herstellungsverfahrens für das einge-
führte Apfelmus bei (act. 15),  wonach es sich dabei ("grundsätzlich") 

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um ein in der "Dampfschnecke" gekochtes Erzeugnis der Tarifnummer 
2007.9929 handle.

C.c Mit Schreiben vom 20. September 2007 verfügte die ZKD Schaff-
hausen die zuvor in Aussicht gestellte Nachforderung in der Höhe von 
Fr. 47'866.15  (act. 16).  Zur  Begründung  verwies  sie  namentlich  auf 
Ziffer 5 der gesetzlichen Anmerkungen zum Kapitel 20 (Zubereitungen 
von Gemüse, Früchten oder anderen Pflanzenteilen),  wonach für die 
Einreihung in die Tarifnummer 2007 gewisse Bedingungen erfüllt sein 
müssten.  Einerseits  müssten  die  betreffenden  Erzeugnisse  eine 
thermische Behandlung erfahren haben und andererseits einen deut-
lich höheren Brix-Wert  bzw. (im Vergleich mit  der natürlichen Frucht) 
eine eindeutig höhere Viskosität aufweisen. Die SCTK der OZD habe 
ihr  (jedoch)  auf  entsprechende  Anfrage  hin  bestätigt,  dass  das  im 
März  2007  untersuchte  Apfelmus  keinen  höheren  Brix-Wert 
aufgewiesen habe bzw. nicht viskoser gewesen sei als die natürliche 
Frucht (Apfel). Eine der beiden Voraussetzungen der Anmerkung 5 sei 
demnach nicht erfüllt.

Nach eigenen Angaben stellte  die  ZKD Schaffhausen  der  Zollpflich-
tigen auf telefonische Anfrage hin am 2. Oktober 2007 den Prüf- und 
Untersuchungsbericht Nr. ...72/2007 vom 22. März 2007 der SCTK der 
OZD (act. 17a und 17b) über die am 14. März 2007 eingeführte und 
bemusterte Sendung (vgl. oben Bst. B) zu. 

D.
Gegen die  Verfügung vom 20. September  2007 beschwerte  sich  die 
Zollpflichtige mit (einem erneut als "Einsprache" bezeichneten) Schrei-
ben vom 18. Oktober  2007 (Postaufgabe: 19. Oktober  2007)  bei  der 
OZD (act. 18). Sie machte im Wesentlichen geltend, bei dem streitbe-
troffenen Apfelmus handle es sich um ein durch Kochen hergestelltes 
Erzeugnis. In der besagten Verfügung werde auf den Brix-Wert hinge-
wiesen, obwohl ein solcher in den (betreffenden) Anmerkungen (zum 
Kapitel 20) nicht als Voraussetzung genannt werde. Abgesehen davon 
habe sich der Brix-Wert des eingeführten Apfelmuses bei dessen Her-
stellung von 10-12° auf 12-14° verändert  bzw. erhöht. Das Apfelmus 
sei somit unter die Tarifnummer 2007.9929 einzureihen. Nicht Gegen-
stand des vorinstanzlichen Verfahrens bildete laut der OZD indessen 
die  am  11. April  2007  definitiv  veranlagte  Sendung  (Verfügung 
Nr. ...089.4;  act. 11a  und  11b;  vgl.  oben  Bst. C.a).  Ferner  sei  eine 
weitere,  aufgrund  des  oben  erwähnten  Revisionsbefundes  der  OZD 

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definitiv nach der Tarifnummer 2008.9991 veranlagte Sendung (E-dec 
Nr. ...511.3  vom 10. April  2007; act. 19)  von der  Zollpflichtigen  nicht 
angefochten worden.

Mit  Entscheid vom 3. Januar 2008 wies die OZD die Beschwerde im 
Wesentlichen mit denselben Argumenten ab wie die ZKD in ihrem Ent-
scheid  vom  20. September  2007  (vgl.  oben  Bst. C.c).  Der  nachzu-
entrichtende  Betrag  wurde  nach  Abzug  der  durch  die  Zollstelle 
materiell  geprüften und irrtümlicherweise als einwandfrei  befundenen 
Einfuhrsendung vom 16. Juni 2006 (E-dec Nr. ...498; act. 4b; vgl. dazu 
oben  Bst. A,  2. Absatz)  infolge  Verwirkung  der  entgangenen 
Zollabgabe gemäss Art. 126 aZG neu auf Fr. 43'118.90 festgesetzt.

E.
Gegen diesen Entscheid der OZD liess die Zollpflichtige mit Eingabe 
vom  31. Januar  2008  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht 
einreichen.  Sie  beantragte,  der  angefochtene  Entscheid  sei  aufzu-
heben und die eingeführte Ware sei unter die Tarifnummer 2007.9929 
gemäss Anhang des "Schweizerischen Gebrauchstarifs  1986" einzu-
reihen und damit als zollfrei zu veranlagen. Eventualiter sei der Fall zur 
ergänzenden  Sachverhaltsabklärung  an  die  Vorinstanz  zurückzuwei-
sen – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der EZV.

F.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom 16. Mai  2008 beantragte  die  OZD die 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.

Mit  Instruktionsverfügung vom 26. Januar 2010 wurde die Vorinstanz 
zu  einer  (erneuten)  Stellungnahme  zu  den  Argumenten  der  Be-
schwerdeführerin betreffend die Voraussetzung der erhöhten Viskosität 
und  deren  (wissenschaftlichen)  Berechnungsweise  aufgefordert. 
Dieser Aufforderung kam sie mit fristgerechter Eingabe vom 8. Februar 
2010 nach. In der Folge äusserte sich die Beschwerdeführerin innert 
der  ihr  angesetzten  Frist  am  16. Februar  2010  zur  vorerwähnten 
Stellungnahme der OZD.

Auf die Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – soweit ent-
scheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 
Eine solche liegt nicht vor und die OZD ist eine Behörde im Sinn von 
Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Soweit das VGG nichts 
anderes bestimmt, richtet sich gemäss dessen Art. 37 das Verfahren 
nach  dem  VwVG.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist somit grundsätzlich einzutreten. 

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in  vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerde-
führerin  kann neben  der  Verletzung von Bundesrecht  (Art. 49  Bst. a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 
der  Unangemessenheit  erheben  (Art. 49  Bst. c  VwVG;  vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149).

1.3 Am 1. Mai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, 
SR 631.0) in Kraft  getreten. Nach Art. 132 Abs. 1 ZG findet auf Zoll-
veranlagungsverfahren,  die  bei  Inkrafttreten dieses  Gesetzes  hängig 
sind, das bisherige Recht Anwendung. Das vorliegende Verfahren un-
tersteht  deshalb  dem (alten)  Zollgesetz  vom 1. Oktober  1925  (aZG, 
AS 42  287  und  BS 6  465)  sowie  der  Verordnung  vom 10. Juli  1926 
zum Zollgesetz (aZV, AS 42 339 und BS 6 514).

2.
2.1 Die  Gesetzgebung  über  Zölle  und  andere  Abgaben  auf  dem 
grenzüberschreitenden Warenverkehr ist Sache des Bundes (Art. 133 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999 [BV, SR 101]). Wer  die  Zollgrenze  überschreitet  oder 
Waren  über  die  Zollgrenze  befördert,  hat  die  Vorschriften  der  Zoll-
gesetzgebung zu befolgen (Art. 1 Abs. 1 aZG). Die Ein- und Ausfuhr-
zölle  werden  durch  den  Zolltarif  festgesetzt.  Dieser  ist  in  einem 
separaten  Erlass,  dem  Zolltarifgesetz  vom  9. Oktober  1986  (ZTG, 
SR 632.10),  enthalten. Art. 1 ZTG schreibt  vor,  dass alle  Waren,  die 

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über die schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach 
dem Generaltarif zu verzollen sind, welcher in den Anhängen 1 und 2 
des ZTG enthalten ist. Der Generaltarif wird in der Amtlichen Samm-
lung des Bundesrechts  (AS)  nicht  veröffentlicht. Die Veröffentlichung 
erfolgt  durch  Verweis  (Art. 5  Abs. 1  des  Publikationsgesetzes  vom 
18. Juni 2004 [PublG, SR 170.512]). Der Generaltarif kann jedoch mit-
samt  seinen  Änderungen  bei  der  OZD eingesehen  oder  im  Internet 
(unter www.ezv.admin.ch bzw. www.tares.ch) konsultiert werden. Das-
selbe gilt für den Gebrauchstarif (Art. 15 Abs. 2 und Anhänge 1 und 2 
ZTG;  Fn. 29  zum  ZTG).  Trotz  fehlender  Veröffentlichung  in  der  AS 
kommt  dem  Generaltarif  Gesetzesrang  zu  (statt  vieler:  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-2748/2008  vom  16. Oktober  2009 
E. 2.1, A-1734/2006 vom 10. Juli 2009 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen; 
THOMAS COTTIER/DAVID HERREN,  in: Kocher/Clavadetscher  [Hrsg.],  Hand-
kommentar, Zollgesetz, Bern 2009, Einleitung Rz. 96 ff.).

2.2
2.2.1 Die  Schweiz  ist  dem  internationalen  Übereinkommen  vom 
14. Juni  1983 über  das  Harmonisierte  System zur  Bezeichnung und 
Codierung  der  Waren  (SR 0.632.11,  nachfolgend  Übereinkommen) 
beigetreten. Dieses ist für die Schweiz am 1. Januar 1988 in Kraft ge-
treten. Das "Harmonisierte  System"  (HS)  bedeutet  die  Nomenklatur, 
welche  die  Nummern  und  Unternummern  mit  den  dazugehörenden 
Codenummern,  die  Abschnitt-,  Kapitel-  und  Unternummern-Anmer-
kungen sowie die "Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des HS" 
umfasst (Art. 1 Bst. a des Übereinkommens). Die Vertragsstaaten ver-
pflichten  sich,  ihre  Tarifnomenklaturen  mit  dem  HS  in  Einklang  zu 
bringen (vgl. Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des Übereinkommens). Das ZTG be-
inhaltet den Nomenklaturtext des HS (s. den Anhang in Verbindung mit 
Art. 2 des Übereinkommens), womit der schweizerische Tarif dem HS 
entspricht  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1772/2006  vom 
11. September 2008 E. 2.1.2).

2.2.2 Die  Nomenklatur  des  HS  bildet  die  systematische  Grundlage 
des schweizerischen Generaltarifs,  dessen Kodierung durchwegs als 
achtstellige  Tarifnummer  pro  Warenposition  ausgestaltet  und  damit 
gegenüber  der  sechsstelligen Nomenklatur  des  HS um zwei  Stellen 
verfeinert  ist  (REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in:  Koller/Müller/Rhinow/-
Zimmerli  [Hrsg.],  Schweizerisches  Bundesverwaltungsrecht,  Bd. XII, 
2. Aufl.,  Basel 2007, Rz. 576). Daraus folgt,  dass die schweizerische 
Nomenklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt ist. Falls 

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die siebte und achte Ziffer ihre Grundlage im ZTG finden, kommt ihnen 
Gesetzesrang  zu.  Die  Prüfung  der  Verfassungsmässigkeit  der  Be-
stimmungen  erübrigt  sich  somit,  weil  das  Bundesverwaltungsgericht 
keine Möglichkeit hätte, die Norm aufzuheben oder die Anwendung zu 
versagen  (Art. 190  BV;  vgl.  statt  vieler:  Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-2748/2008  vom  16. Oktober  2009  E. 2.2.2,  A-
1734/2006  vom  10. Juli  2009  E. 2.2.2  mit  weiteren  Hinweisen;  vgl. 
auch ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 578; YVO HANGARTNER, in: Ehrenzeller/Mastro-
nardi/Schweizer/Vallender  [Hrsg.],  Die  schweizerische  Bundesverfas-
sung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2008, Rz. 5 f. zu Art. 190 BV).

2.2.3 Die  Vertragsstaaten  des  oben  bezeichneten  Übereinkommens 
(E. 2.2.1) beabsichtigen eine einheitliche Auslegung und Anwendung 
des  HS  (vgl.  Art. 7  Ziff. 1  Bst. c  und  Art. 8  Ziff. 2  des  Übereinkom-
mens). Hierzu dienen u.a. die "Avis de classement" (nachfolgend Ein-
reihungsavisen)  und die "Notes explicatives du Système Harmonisé" 
(nachfolgend Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit 
auf  dem Gebiet des Zollwesens (Weltzollrat)  auf Vorschlag des Aus-
schusses des Harmonisierten Systems genehmigt worden sind (Art. 1 
Bst. e und f in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 1 Bst. a - c in Verbindung mit 
Art. 8 Ziff. 2 und 3 des Übereinkommens). Diese Vorschriften sind als 
materiell internationales (Staatsvertrags-)Recht für das Bundesverwal-
tungsgericht verbindlich. Die Vertragsstaaten haben einzig nach Art. 7 
Ziff. 1 sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 des Übereinkommens die Möglichkeit, 
die  Überprüfung oder Änderung der  Erläuterungen und Einreihungs-
avisen  zu  veranlassen  (vgl.  statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-2748/2008  vom  16. Oktober  2009  E. 2.2.3,  A-
1734/2006 vom 10. Juli 2009 E. 2.2.3, A-1772/2006 vom 11. Septem-
ber 2008 E. 2.1.3, je mit  weiteren Hinweisen). Dennoch bleibt  Raum 
für  nationale Regelungen. So kann die OZD zum Beispiel  zusätzlich 
sogenannte  Schweizerische  Erläuterungen  erlassen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 2.6).

2.3
2.3.1 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art, Menge und Be-
schaffenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle ge-
stellt  worden  ist  (vgl.  Art. 23  aZG).  Auf  den  Verwendungszweck  ist 
demgegenüber nur dann abzustellen, wenn dies in den einzelnen Tarif-
positionen  als  Einreihungskriterium  ausdrücklich  festgehalten  ist.  Ist 
dies  nicht  der  Fall,  kommt  dem  Verwendungszweck  wie  auch  dem 
Preis,  der Verpackung,  der Bezeichnung durch Hersteller  oder Emp-

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fänger der Ware lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende 
Bedeutung zu (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-
2748/2008 vom 16. Oktober 2009 E. 2.3.1, A-1734/2006 vom 10. Juli 
2009 E. 2.3.1 mit weiteren Hinweisen).

2.3.2 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen 
Zollbehörden  angewendeten  "Allgemeinen  Vorschriften  für  die  Aus-
legung des Harmonisierten  Systems"  (AV) übereinstimmend mit  den 
"Allgemeinen  Vorschriften  für  die  Auslegung  des  HS"  des  offiziellen 
Textes des Übereinkommens in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinreihung 
einer Ware der Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-
Anmerkungen  sowie  die  weiteren  Allgemeinen  Vorschriften,  soweit 
diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen nicht wider-
sprechen,  massgebend  sind.  Bei  der  Bestimmung  der  zutreffenden 
Tarifnummer  ist  somit  stufenweise  in  der  gesetzlich  festgelegten 
Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine Vorschriften) vor-
zugehen. Die nächstfolgende Vorschrift  ist  immer erst dann heranzu-
ziehen,  wenn die vorangehende Bestimmung nicht  zum Ziel  geführt, 
d.h.  keine  einwandfreie  Tarifierung  ermöglicht  hat  (vgl.  statt  vieler: 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2748/2008 vom 16. Oktober 
2009 E. 2.2.2, A-1734/2006 vom 10. Juli  2009 E. 2.2.2,  A-6623/2008 
vom  9. März  2009  E. 2.3.2,  A-1772/2006  vom  11. September  2008 
E. 2.2.2, je mit weiteren Hinweisen).

2.3.3 Kommen für die Einreihung von Waren bei Anwendung der Vor-
schrift  AV Ziff. 2b  oder  in  irgendeinem anderen Fall  zwei  oder  mehr 
Nummern in Betracht, so ist gemäss AV Ziff. 3 wie folgt zu verfahren:
a)  Die  Nummer  mit  der  genaueren  Warenbezeichnung  geht  den 
Nummern  mit  allgemeiner  Warenbezeichnung  vor.  Zwei  oder  mehr 
Nummern, von denen sich jede nur auf einen Teil der Stoffe einer ge-
mischten oder zusammengesetzten Ware oder nur auf einen Teil der 
Artikel  im  Falle  von  für  den  Einzelverkauf  aufgemachten  Warenzu-
sammenstellungen  bezieht,  sind  jedoch  im  Hinblick  auf  diese  Ware 
oder diesen Artikel als gleich genau zu betrachten, selbst wenn eine 
von ihnen eine genauere oder vollständigere Warenbezeichnung auf-
weist.
b) Mischungen, Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Bestand-
teilen  bestehen  und  für  den  Einzelverkauf  aufgemachte  Warenzu-
sammenstellungen,  deren  Einreihung  nicht  nach  der  Vorschrift  AV 
Ziff. 3a  erfolgen  kann,  werden  nach  dem  Stoff  oder  Bestandteil 
eingereiht,  der  ihnen  ihren  wesentlichen  Charakter  verleiht,  sofern 

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dieser Stoff oder Bestandteil ermittelt werden kann.
c)  Ist  die  Einreihung nach den Vorschriften AV Ziff. 3a  und 3b nicht 
möglich, so ist die Ware der in der Nummerierung zuletzt genannten 
gleichermassen in Betracht kommenden Nummer zuzuweisen.

2.3.4 Gemäss  AV  Ziff. 6  sind  massgebend  für  die  Einreihung  von 
Waren in die Unternummern einer Nummer der Wortlaut dieser Unter-
nummern und der Unternummer-Anmerkungen sowie, mutatis mutan-
dis, die Vorschriften der AV, wobei nur die Unternummern der gleichen 
Gliederungsstufe einander gegenübergestellt werden können. Bei Aus-
legung dieser  Vorschrift  sind,  vorbehältlich gegenteiliger  Bestimmun-
gen,  die  Abschnitt-  und  Kapitel-Anmerkungen  ebenfalls  anwendbar. 
Wie bereits erwähnt (E. 2.2.3) bleibt dennoch Raum für nationale Re-
gelungen. Massgebend für die Einreihung von Waren in die schweize-
rischen Unternummern sind der Wortlaut dieser schweizerischen Un-
ternummern  und  der  schweizerischen  Anmerkungen  sowie,  mutatis 
mutandis,  die  Vorschriften  der  AV, wobei  nur  schweizerische  Unter-
nummern  der  gleichen  Gliederungsstufe  einander  gegenübergestellt 
werden können. Bei Auslegung dieser Vorschrift sind, vorbehältlich ge-
genteiliger  Bestimmungen betreffend die schweizerischen Unternum-
mern, die Abschnitt-,  Kapitel-  und Unternummer-Anmerkungen eben-
falls anwendbar.

3.
Im  vorliegenden  Fall  ist  die  Tarifierung  der neun  verbliebenen,  im 
Sachverhalt  erwähnten  Einfuhrsendungen  von  Apfelmus  strittig  (vgl. 
oben  Bst. A  und  D).  Nach  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  ist  das 
Apfelmus unter die Tarifnummer 2007.9929 einzuordnen. Die OZD ist 
hingegen  der  Meinung,  dass  das  eingeführte  Mus  unter  die  Tarif-
nummer  2008.9991  falle.  Im  Folgenden  werden  zunächst  die  vorlie-
gend  in  Frage  kommenden  Tarifnummern  2007  (E. 3.1.1)  und  2008 
(E. 3.2.1) umschrieben, um anschliessend nach einer zunächst grund-
sätzlichen  (E. 3.3),  eine  fallbezogene  (E. 3.5.2)  Einordnung  des  im 
Streit liegenden Produkts vornehmen zu können.

3.1
3.1.1 Nach  dem  betreffenden  Gebrauchstarif  zum  Zeitpunkt  der 
einzelnen  Einfuhren  des  fraglichen  Erzeugnisses  (vgl.  oben  Bst. A) 
fielen folgende Waren unter die Tarifnummer 2007: "Konfitüren, Frucht-
gelees, Marmeladen, Fruchtmus und Fruchtpasten, durch Kochen her-
gestellt, auch mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen".

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3.1.2 Laut  Ziffer  5  der  Anmerkungen  zum  Kapitel  20  bedeutet  der 
Ausdruck  "durch Kochen hergestellt"  im Sinn  der  Nr. 2007  (vgl.  den 
Tariftext in E. 3.1.1) "eine thermische Behandlung unter Normaldruck 
oder teilweisem Vakuum, um die Viskosität des Produktes durch Redu-
zierung des Wassergehalts oder andere Mittel zu erhöhen".

3.1.3 Die Erläuterungen zu Kapitel  20  (Zubereitungen von Gemüse, 
Früchten  oder  anderen  Pflanzenteilen)  enthalten  zum  einen  "All-
gemeines" und zum anderen auch spezifische Ausführungen zu den 
einzelnen Tarifnummern (2001 bis 2009). Gemäss den Erläuterungen 
zur  Nummer  2007  wird  zum  Herstellen  von  Fruchtmus passiertes 
Fruchtfleisch oder Pulver von Schalenfrüchten, auch mit Zuckerzusatz, 
bis  zu  einer  mehr  oder  weniger  dickbreiigen  Konsistenz  gekocht. 
Fruchtmus unterscheide  sich  von  Konfitüre  durch  die  starke  Frucht-
konzentration  und  eine  weichere  Konsistenz.  Fruchtpasten (z.B. aus 
Äpfeln, Quitten, Birnen, Aprikosen, Mandeln usw.) hingegen seien ein-
gedickte Fruchtmuse von fester oder beinahe fester Konsistenz. Dabei 
könnten die Waren dieser Nummer, die in der Regel unter Verwendung 
von Zucker hergestellt würden, auch mit künstlichen Süssstoffen (z.B. 
Sorbitol) gesüsst sein (vgl. Erläuterungen zur Nummer 2007).

3.2
3.2.1 Unter  die  Tarifnummer  2008 fallen  demgegenüber  folgende 
Waren:  "Früchte  und  andere  geniessbare  Pflanzenteile,  in  anderer 
Weise zubereitet  oder haltbar gemacht,  auch mit  Zusatz von Zucker 
oder anderen Süssstoffen oder von Alkohol, anderweit weder genannt 
noch inbegriffen" (vgl. Schweizerischer Gebrauchstarif  zum Zeitpunkt 
der einzelnen Einfuhren gemäss Bst. A hiervor).

3.2.2 Die  Tarifnummer  2008  umfasst  gemäss  den  betreffenden  Er-
läuterungen  zum  Schweizer  Generaltarif  "Früchte  und  andere  ge-
niessbare  Pflanzenteile,  ganz,  in  Stücken  oder  zerquetscht,  ein-
schliesslich Mischungen ganzer Früchte, die durch andere als in den 
vorstehenden Nummern dieses Kapitels oder in andern Kapiteln vor-
gesehene Verfahren zubereitet oder konserviert sind". 
Hierher gehören namentlich insbesondere: 

"1) ...
2) ...
3)  Früchte (einschliesslich  Fruchtschalen und  Samen)  im Naturzustand in 
Sirup,  in  Alkohol  oder  mit  chemischen  Konservierungsmitteln  haltbar 
gemacht. 
4) Fruchtpulpe, sterilisiert, auch gekocht. 
5) ...

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6)  Gekochte Früchte. Mit  Wasser oder  Dampf gekochte Früchte,  gefroren, 
gehören jedoch zu Nr. 0811 [bei dieser letztgenannten Tarifnummer geht es 
laut dem zugehörigen Tariftext um  «Früchte, nicht gekocht oder in Wasser 
oder  Dampf  gekocht,  gefroren,  auch mit  Zusatz  von Zucker  oder  anderen 
Süssstoffen»].
7) ...
8) ...
9) ...
10) ..."

Unter  den  Schweizerischen  Erläuterungen  (zur  Tarifnummer  2008) 
wird  zudem u.a. ausgeführt: "Pulpe im Sinne dieser Nummer ist  ein 
mehr  oder  weniger  brei-  oder  musartiges Erzeugnis  aus  rohen oder 
vorgekochten Früchten, die durch Sterilisieren oder ohne Wasser mit 
chemischen Konservierungsmitteln haltbar gemacht sind, ohne Zusatz 
von Zucker oder anderen Süssstoffen. Je nach dem Ausgangsmaterial 
und dem Bearbeitungsgrad enthalten Fruchtpulpen meist noch ganze 
oder halbe Früchte oder Fruchtstücke in unregelmässiger Form. In re-
gelmässige Formen (Würfel, Scheiben, Segmente usw.) geschnittene 
Früchte gelten nicht als Pulpe im Sinne dieser Nummer. Fruchtpulpen 
werden  zur  Herstellung  von Konfitüre,  Patisserieprodukten  usw. ver-
wendet. Die  Art  der  Verpackung  spielt  für  die  Tariefeinreihung keine 
Rolle."

3.3 Bereits aus dem entsprechenden Tariftext geht ausdrücklich her-
vor, dass namentlich "Fruchtmus" grundsätzlich unter die Tarifnummer 
2007 einzureihen ist (vgl. E. 3.1.1). Demgegenüber liest sich der Text 
zur Tarifnummer 2008 klarerweise als Auffangposition im Vergleich zu 
anderen Tarifnummern – dies insbesondere aufgrund seiner Textpas-
sagen wie  "in  anderer  Weise zubereitet  oder  haltbar  gemacht"  oder 
"anderweit weder genannt noch inbegriffen" (vgl. E. 3.2.1). Die betref-
fenden  Erläuterungen  zur  Tarifnummer  2007  enthalten  sodann  eine 
Definition von "Fruchtmus" und grenzen dieses von "Fruchtpaste"  ab 
(vgl. oben E. 3.1.3). In  den entsprechenden  Erläuterungen zur  Tarif-
nummer  2008  fehlt  es  dagegen  an  einer  expliziten  Erwähnung  von 
"Fruchtmus". Vielmehr wird dort in allgemeiner Art und Weise nament-
lich auf Früchte im Naturzustand, Fruchtpulpe oder gekochte Früchte 
verwiesen (vgl. E. 3.2.2). Immerhin  handle  es  sich  insbesondere  bei 
"Pulpe" um ein "mehr oder weniger brei-  oder musartiges Erzeugnis 
aus rohen oder vorgekochten Früchten". Jedoch enthielten Fruchtpul-
pen "meist  noch  ganze oder  halbe Fruchtstücke in  unregelmässiger 
Form". Zudem würden sie "zur Herstellung von Konfitüren, Patisserie-
produkten usw. verwendet" (vgl. E. 3.2.2 in fine). 

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Nach  dem  Gesagten  lässt  sich  "Apfelmus",  als  wohl  bekanntestes 
Beispiel  für  "Fruchtmus",  gestützt  auf  den  entsprechenden  Tariftext 
bzw.  den  zugehörigen  Erläuterungen  in  grundsätzlicher  Weise  ein-
deutig unter die Tarifnummer 2007 einreihen (vgl. namentlich auch die 
beiden online zugänglichen elektronischen Zolltarife aus Deutschland 
[http://auskunft.ezt-online.de]  bzw.  Polen  [http://isztar.mf.gov.pl],  in 
welchen  "Apfelmus"  sogar  ausdrücklich  unter  die  Tarifnummer  2007 
eingereiht wird; dasselbe gilt für den integrierten Tarif der EU, "TARIC" 
[http://ec.europa.eu/taxation_customs/dds/tarhome_de.htm],  alle  letzt-
mals besucht am 22. Februar 2010). Nur falls das betreffende Frucht-
mus ausnahmsweise "in anderer Weise zubereitet [d.h. z.B. überhaupt 
nicht gekocht] oder haltbar gemacht" worden sein sollte, käme ein Ta-
rifeinreihung unter die Nummer 2008 in Frage (vgl. E. 3.2). Aus den Er-
läuterungen  zum Gebrauchstarif  1986  zur  Tarifnummer  2007  geht  – 
laut einem Entscheid der (einstigen) Eidgenössischen Zollrekurskom-
mission (ZRK) vom 7. Juli 1995 – zudem hervor, dass den unter diese 
Tarifnummer  fallenden Produkten ein  längerer  Kochvorgang  gemein-
sam ist. Der Kochprozess müsse einer gewissen Veredelung des Er-
zeugnisses dienen, wodurch beispielsweise die Konfitüre ihr Endstadi-
um erreicht habe oder diesem zumindest einen entscheidenden Schritt 
näher gekommen sei. Bezwecke der Kochprozess im Wesentlichen nur 
die  Haltbarmachung  der  Früchte,  komme  eine  Einreihung  des  Pro-
dukts  unter  die  Tarifnummer  2007  nicht  in  Frage  (unveröffentlichter 
Entscheid der ZRK 861/94 vom 7. Juli 1995 E. 5b; vgl. ferner: unveröf-
fentlichte  Entscheide  der  ZRK  851/94  vom  16. Januar  1995  E. 2b, 
858/94 vom 30. Mai 1996 E. 3a). Es stellt sich nachfolgend somit die 
Frage, ob das streitbetroffene Apfelmus im Sinn der betreffenden An-
merkung zur  Tarifnummer 2007 (vgl. E. 3.1.2)  "durch Kochen herge-
stellt" worden ist.

3.4 Unbestritten ist vorliegend, dass das eingeführte Apfelmus in einer 
"Dampfschnecke" gar gekocht wurde, und dass es damit die gesetzlich 
verlangte thermische Behandlung erfahren hat (vgl. Beschreibung des 
Herstellungsverfahrens  des  österreichischen  Lieferanten;  act. 15). 
Damit  ist  diese  erste  Bedingung  der  vorerwähnten  Anmerkung  (vgl. 
oben  E. 3.1.2)  selbst  nach  Ansicht  der  OZD  "eindeutig  erfüllt".  Es 
bleibt nun zu klären, ob und bejahendenfalls in welchem Umfang die 
Viskosität des Erzeugnisses – und dies als zweite Voraussetzung – im 
Rahmen der Herstellung erhöht wurde.

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3.4.1 Die  Viskosität beschreibt  die  Zähigkeit  (Zähflüssigkeit)  eines 
Fluids. Der Kehrwert  der Viskosität  ist  die Fluidität,  ein Mass für  die 
Fliessfähigkeit eines Fluids. Je grösser die Viskosität, desto dickflüssi-
ger (weniger fliessfähig) ist das Fluid; je niedriger die Viskosität, desto 
dünnflüssiger (fliessfähiger) ist es. Im CGS-System (= metrisches, ko-
härentes  Einheitensystem  basierend  auf  den  Einheiten  Zentimeter, 
Gramm und Sekunde) wird die dynamische Viskosität in Poise [P] ge-
messen, wobei 1 Ns/m2 = 1 Pa·s [Pascalsekunde] = 10 Poise und 1 
Centipoise = 10-3 kg/ms, und die kinematische Viskosität in Stokes [St], 
1 St = 10-4 m2/s (vgl. Brockhaus Enzyklopädie, 17. Aufl., 19. Bd., Wies-
baden 1974, S. 657).

Demgegenüber  ist  Grad Brix  (auch "°Brix",  "Brix"  oder  "%Brix")  laut 
der besagten Enzyklopädie eine empirische Einheit  zur  Bestimmung 
der  spezifischen  Dichte von Lösungen  (Flüssigkeiten).  Sie  werde  in 
der Zuckerindustrie und in Brauereien verwendet (vgl.  Brockhaus En-
zyklopädie,  17. Aufl.,  3. Bd.,  Wiesbaden  1967,  S. 299). Laut  dem 
Schweizerischen  Lebensmittelbuch  (SLMB)  ist  das  Grad  Brix  streng 
genommen keine Einheit. Vielmehr sei es eine Bezeichnung zur Anga-
be des Aequivalentes eines Massengehalts an Saccharose. Das be-
deute,  dass  eine  bei  10  Grad  Brix  gemessene  Mischung  dieselbe 
Dichte wie eine Mischung von 10 Massenprozent Saccharose in rei-
nem Wasser aufweise. Das Grad Brix werde vor allem verwendet als 
qualitative  Masszahl  (wobei  es  sich  um  einen  herkömmlichen  Wert 
handle) für Mischungen bestehend im Wesentlichen aus Wasser und 
verschiedenen Zuckerarten. Mit  der Dichte wird somit auch ungefähr 
der Zuckergehalt  angegeben (vgl. Schweizerisches Lebensmittelbuch 
[SLMB],  Kapitel  67 zur Dichte,  Erstausgabe Mai  1994,  [Unterkapitel] 
"Alte Einheiten", S. 2). Die Beschwerdeführerin weist im Übrigen unwi-
dersprochenerweise, allerdings ohne Quellenangaben darauf hin, dass 
namentlich bei Äpfeln der Brix-Wert in einem weiten Spektrum liege: 
als schlecht gelte ein Apfel  bei  6° Brix,  als mässig bei 10° Brix,  14° 
Brix gelte als gut und bei 18° Brix gehe man von einem hervorragen-
den Apfel aus. Demnach könne der Brix-Wert dieser Frucht zwischen 
6° und 18° Brix liegen (vgl. Beschwerde, S. 8).

3.4.2 In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 4. Februar 2010 (vgl. 
oben Bst. F)  hält  die  OZD an ihrem bisherigen Standpunkt  fest. Sie 
weist insbesondere erneut darauf hin, dass die Abgrenzung zwischen 
den Tarifnummern 2007 und 2008 durch die gesetzliche Anmerkung 5 
zum  Kapitel  20  geregelt  werde.  Erzeugnisse  der  Tarifnummer  2007 

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müssten demnach eine thermische Behandlung erfahren haben,  und 
die  Viskosität  müsse  durch  Reduzierung  des  Wassergehalts  oder 
anderer Mittel erhöht worden sein. Da die Vorschriften von Seiten des 
"HS-Kommitees"  keine  Bestimmungen  bezüglich  der  Auslegung  des 
Begriffs  "Erhöhung  der  Viskosität"  vorsähen,  sei  sie  –  so  die  OZD 
weiter – gezwungen gewesen, selber ein geeignetes Abgrenzungskri-
terium für  eine  möglichst  einheitliche  Anwendung  der  Anmerkung  5 
zum Kapitel  20  zu suchen. Mit  dem Gehalt  an löslicher  Trockensub-
stanz (Brix-Wert) habe sie ein solches Kriterium hinsichtlich der Beur-
teilung der Erhöhung der Viskosität im Sinn der vorerwähnten Anmer-
kung. 

Laut  der  OZD  wäre  es  grundsätzlich  möglich,  die  Viskosität  von 
"derartigen Fruchtpürees" direkt zu messen (z.B. in den Masseinheiten 
"Poise"  oder  "Stokes";  vgl.  dazu  E. 3.4.1).  Die  festgestellten  Werte 
wären  ihrer  Ansicht  nach  jedoch  schwierig  zu  interpretieren,  da  die 
meisten  dieser  Produkte  Zusätze  enthielten  (z.B.  Zucker),  welche 
einen unterschiedlichen Einfluss auf die Viskosität hätten. Eine Erhö-
hung der Viskosität könne also z.B. durch einen Zuckerzusatz verur-
sacht worden sein, was jedoch für die Einreihung unter die Tarifnum-
mer 2007 nicht  berücksichtigt  werde,  weil  diese Erhöhung nicht  aus 
einem Kochprozess resultiere. Da nicht bestimmt werden könne, wel-
chen  Einfluss  die  Zusätze  auf  die  Viskosität  des  Fertigproduktes 
hätten und somit die Viskosität aus der eigentlichen Behandlung der 
Früchte nicht beurteilt werden könne, ziehe sie [gemeint ist die OZD] 
den Brix-Wert als Abgrenzungskriterium vor.

Im konkreten Fall könne eine allfällige Erhöhung der Viskosität – so die 
Ansicht der OZD – allein durch Reduzierung des Wassergehaltes ver-
ursacht worden sein. Der Gehalt an löslicher Trockensubstanz bzw. der 
Brix-Wert sei (insofern) die geeignete Masseinheit für die Überprüfung 
der  Viskosität.  Der  von der  SCTK (nach  Abzug  des  Zuckerzusatzes 
von ca. 5 %) festgestellte Brix-Wert des streitbetroffenen Apfelmuses 
von 12-13° (vgl. Untersuchungsbericht  vom 22. März 2007,  act. 17b) 
entspreche  dem  Erfahrungswert  von  rohen,  unverarbeiteten  Äpfeln. 
Eine  Erhöhung  der  Viskosität  sei  nicht  nachweisbar.  Weil  damit  die 
Bedingungen der Anmerkung 5 zum Kapitel 20 nicht erfüllt seien, sei 
eine Einreihung unter der Tarifnummer 2007 ausgeschlossen.

3.4.3 In  den  am  18. Februar  2010  eingereichten  Bemerkungen  zur 
soeben  erwähnten  ergänzenden  Stellungnahme  der  OZD  hält  die 

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Beschwerdeführerin  an  ihren  Anträgen  fest.  Sie  macht  namentlich 
nochmals  geltend,  dass  die  Einreihung  unter  die  Tarifnummer  2007 
sich  zunächst  aus  dem genauen  Wortlaut  der  Tarifnummer  2007 im 
Vergleich zum Wortlaut  der  Tarifnummer 2008 ergebe. Die relevante 
gesetzliche  Grundlage  sehe  vor,  dass  die  Erhöhung  der  Viskosität 
durch  Wasserentzug  oder  durch  andere  Mittel  erfolgen  könne.  Die 
Erhöhung der Viskosität durch "andere Mittel" sei durch die Vorinstanz 
(pflichtwidrig) nicht untersucht worden. Insofern sei der Sachverhalt im 
konkreten Fall ungenügend abgeklärt worden. Im Übrigen sei der Brix-
Wert  nicht  die  geeignete  wissenschaftliche  Methode,  eine  allfällige 
erhöhte Viskosität festzustellen. Selbst bei einer eventualiter zugelas-
senen  Zugrundelegung  des  Brix-Wertes  sei  bei  der  vorliegenden 
Apfelsorte  eine  solche  im  Umfang  von  18 % erfolgt.  Die  Einreihung 
unter die Tarifnummer 2007 sei deshalb die einzig richtige.

3.4.4 Dem  "Standard-Untersuchungsauftrag"  vom  21. Februar  2002, 
den die OZD ihrer vorerwähnten Stellungnahme beigelegt hat,  ist  zu 
entnehmen,  dass  die  beiden  OZD-Sektionen  "Chemisch-technische 
Kontrolle" (SCTK) einerseits und "Tarif I" andererseits mit Datum vom 
25. Februar 2002 folgende "Abmachungen" getroffen haben:

"-  Fruchtsorte  wird  organoleptisch,  evtl.  Mikroskopie,  evtl.  nach  Angabe,  
beurteilt

- «durch  Kochen  hergestellt»;  d.h.  es  hat  eine  thermische  Behandlung  
stattgefunden:

-- der Brix (ohne Zuckerzusatz) ist eindeutig höher als in der nat. Frucht (ab 
ca. 30 - 40 %)

-- oder das Erzeugnis ist eindeutig viskoser als die nat. Frucht bzw. das nat. 
Fruchtpüree (z.B. durch Zugabe von geeigneten Substanzen wie Pektin 
usw.; ausgenommen Fruchtmus/-püree dessen Viskosität durch 
Zuckerzusatz erhöht wurde)

Befund-Formulierung:

«durch Kochen hergestellt (im Sinne Anm. 5 zu Kap. 20)»

[Unterschriften und Datum]"

3.5 Gemäss den vorstehend wiedergegebenen "Abmachungen" unter 
den besagten OZD-Sektionen (E. 3.4.4) führen somit folgende Unter-
suchungsergebnisse  bzw.  Feststellungen  zur  Befund-Formulierung 
"durch  Kochen  hergestellt",  was  eine  Einreihung  des  betreffenden 
Fruchterzeugnisses unter die Tarifnummer 2007 zur Folge hat: Entwe-
der sei der Brix-Wert (ohne Zuckerzusatz) eindeutig höher als in der 
natürlichen  Frucht  (dies  sei  ab  ca.  30-40 % der  Fall)  oder  das  Er-
zeugnis  sei  durch  Zugabe  geeigneter  Substanzen  (wie  Pektin)  ein-
deutig  viskoser  als  die natürliche Frucht  bzw. das  natürliche Frucht-

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püree. Davon ausgenommen sei namentlich Fruchtmus, dessen Visko-
sität  durch Zuckerzusatz erhöht  worden sei. Damit  wird selbst  durch 
die  entsprechenden  Fachstellen  der  OZD  (zumindest)  implizit  fest-
gehalten,  dass  die  Viskosität  namentlich  von  Fruchtmus  nicht  nur 
durch Reduzierung des Wassergehalts,  sondern beispielsweise auch 
durch  Zuckerzusatz  erhöht  werden  kann.  In  ihrer  vorerwähnten  er-
gänzenden Stellungnahme bestätigt die OZD die Möglichkeit der Erhö-
hung  der  Viskosität  durch  Zuckerzusatz  sogar  ausdrücklich  (vgl. 
E. 3.4.2). Dies deckt sich denn auch mit der Anmerkung 5 zum Kapitel 
20, wonach auch "andere Mittel" (als der Wasserentzug) die Viskosität 
eines Produkts zu erhöhen vermögen. Ob einem Fruchterzeugnis (wie 
bspw. Fruchtmus) Zucker beigefügt wurde oder nicht, ändert im Übri-
gen nichts an dessen grundsätzlichen Einreihung unter die Tarifnum-
mer 2007, zumal es im entsprechenden Tariftext ausdrücklich heisst: 
"auch mit Zusatz von Zucker oder anderen Süssstoffen" (E. 3.1.1).

3.5.1 Im  Tariftext  zur  Nummer  2007  sowie  in  den  betreffenden  An-
merkungen und Erläuterungen wird hingegen nicht festgelegt, in wel-
chem Ausmass die Viskosität bei den betreffenden Fruchterzeugnissen 
("durch Reduzierung  des  Wassergehalts  oder  andere  Mittel")  erhöht 
werden muss. Entgegen der Behauptung der OZD enthalten (zumin-
dest)  die  gesetzlichen  Bestimmungen  bzw. Erläuterungen  zum  Tarif 
2007  keinerlei  Hinweise  oder  Anhaltspunkte,  wonach  die  Viskosität 
"eindeutig" erhöht worden sein müsse. Die vorerwähnten "Abmachun-
gen" der besagten OZD-Sektionen kommen in diesem Kontext ohnehin 
lediglich  einer  verwaltungsinternen  Praxisfestlegung  gleich.  Insofern 
wäre der  Beschwerdeführerin  grundsätzlich beizupflichten,  dass sich 
eine allenfalls  geforderte  minimale  Erhöhung der  Viskosität  klar  und 
deutlich aus der betreffenden gesetzlichen Grundlage ergeben müsste 
(vgl. E. 2.2.3). Dies schon aufgrund des strengen Legalitätsprinzips im 
Abgaberecht – dessen verfassungsmässige Funktion im vorliegenden 
Kontext  gewissermassen  vom  Völkerrecht  übernommen  wird  (vgl. 
COTTIER/HERREN, a.a.O., Einleitung Rz. 100 mit Hinweis) – sowie im Hin-
blick auf eine rechtsgleiche und damit willkürfreie Tarifeinreihung sowie 
nicht zuletzt auch der Rechtssicherheit wegen.

3.5.2 Ungeachtet der fehlenden tarifarischen Festlegung, in welchem 
Ausmass sich die Viskosität mindestens zu erhöhen hat (vgl. soeben 
E. 3.5.1),  ist  das Bundesverwaltungsgericht  der  Ansicht,  dass vorlie-
gend die Bedingung der erhöhten Viskosität an sich und damit (auch) 
die  zweite  Voraussetzung  für  die  Einreihung  des  streitbetroffenen 

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Apfelmuses  unter  die  Tarifnummer  2007  (vgl.  E. 3.4)  aus  folgenden 
Gründen erfüllt ist:

Laut dem Prüfbericht Nr. ...72/2007 der SCTK der OZD vom 22. März 
2007 (unterzeichnet  durch den damals zuständigen Sektionschef  Dr. 
A._______)  (act. 17a)  enthielten  die  untersuchten  Muster  des  streit-
betroffenen Apfelmuses (vgl. oben Bst. B) einen (unkorrigierten) Brix-
Wert von 17,3°. Dieser unkorrigierte Wert versteht sich ohne Reduk-
tion  des  während  dem Herstellungsverfahren  (unbestrittenermassen) 
zugefügten Anteils an Zucker. Nach entsprechendem Abzug des Zu-
ckeranteils (wobei die SCTK gemäss Zusammensetzung des Erzeug-
nisses von ca. 5 % ausging) ergab die Untersuchung – nach Ansicht 
der OZD – (nurmehr) einen Wert von "ca. 12-13° Brix, wie für Apfel" 
(vgl. "Untersuchungsbericht", act. 17b). Bei diesem Ergebnis verkennt 
die OZD indes ein Zweifaches: Erstens kann die Viskosität namentlich 
von Fruchtmus – selbst nach eigenen Angaben der OZD (vgl. E. 3.5) – 
u.a. auch durch Zuckerzusatz erhöht werden. Zweitens lässt sich die 
Ansicht der OZD, wonach eine durch Zuckerzusatz verursachte Erhö-
hung  der  Viskosität  für  die  Einreihung  unter  die  Tarifnummer  2007 
nicht berücksichtigt werden könne (E. 3.4.2, 2. Absatz), nicht mit dem 
zugehörigen Tariftext vereinbaren. Denn wie erwähnt schliesst der Ta-
riftext zur Nummer 2007 ausdrücklich auch zuckerhaltige oder künst-
lich gesüsste Fruchterzeugnisse mit ein (vgl. E. 3.1.1 und 3.5 in fine). 
Insofern  gab  es  im  vorliegenden  Fall  keinen  sachlich  vertretbaren 
Grund, das untersuchte Muster des streitbetroffenen Apfelmuses vor-
gängig um den Zuckergehalt zu korrigieren, um mittels Brix-Wert eine 
allfällige Erhöhung der Viskosität feststellen zu können. Ob dabei der 
Gehalt  an  Trockensubstanz  bzw. der  Brix-Wert  im  Vergleich  zu  den 
Masseinheiten "Poise" oder "Stokes" – entsprechend der Argumenta-
tion der OZD (E. 3.4.2, 3. Absatz) – tatsächlich die geeignetere Mass-
einheit ist, kann an dieser Stelle offen bleiben. Aus diesem Grund er-
übrigt es sich vorliegend auch, der Beweisofferte der Beschwerdefüh-
rerin  entsprechend  ein  "Kurzgutachten  der  Forschungsanstalt 
Z._______" einzuholen. Denn selbst unter Zugrundelegung des Brix-
Wertes kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das 
hier im Streit liegende Apfelmus (wie erwähnt mit einem festgestellten 
Brix-Wert  von 17,3°) im Verhältnis etwa zum entsprechenden Durch-
schnittswert von rohen, unverarbeiteten Äpfeln (gemäss OZD ca. 12-
14°  Brix)  um  ca.  31 %  und  somit  "deutlich"  viskoser  wurde.  Damit 
erweist  sich  auch  die  zweite  Voraussetzung  der  Anmerkung  5  zum 
Kapitel 20 (vgl. dazu E. 3.1.2) als erfüllt.

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3.6 Zusammenfassend geht bereits aus dem entsprechenden Tariftext 
ausdrücklich  hervor,  dass  namentlich  "Fruchtmus"  und  damit  ins-
besondere auch Apfelmus grundsätzlich unter  die Tarifnummer 2007 
einzureihen  ist.  Der  Tariftext  zur  Tarifnummer  2008  liest  sich  dem-
gegenüber klarerweise als  Auffangposition (E. 3.3). Im vorliegend zu 
beurteilenden Fall hat  das eingeführte, streitbetroffene Apfelmus, das 
im Rahmen seiner Herstellung in einer "Dampfschnecke" gar gekocht 
worden  war,  unbestrittenermassen  die  gesetzlich  geforderte  thermi-
sche  Behandlung  im  Sinn  der  Kapitelanmerkung  5  zur  Tarifnummer 
2007  erfahren  (E. 3.4).  Neben  dieser  ersten  erweist  sich  vorliegend 
auch die zweite – gemäss der  besagten Kapitelanmerkung erforder-
liche – Voraussetzung, d.h. die Erhöhung der Viskosität des Fruchter-
zeugnisses, als erfüllt. Dies zumal die Vorinstanz sowohl im angefoch-
tenen Entscheid wie auch in ihrer ergänzenden Stellungnahme offen-
bar verkannte, dass zum einen die Viskosität namentlich von Apfelmus 
u.a. (d.h. nicht  nur  durch Reduzierung des Wassergehalts,  sondern) 
auch mittels Zuckerzusatz erhöht werden kann. Zum anderen ändert 
der Zuckerzusatz nichts an der grundsätzlichen Einreihung von Frucht-
mus unter die Tarifnummer 2007 (vgl. E. 3.5). Infolgedessen durfte der 
durch  die  SCTK festgestellte  Brix-Wert  von  17,3°  des  untersuchten 
Apfelmuses nicht  (zunächst) um den Zuckergehalt  von 5 % reduziert 
werden,  um  danach  eine  allfällige  Veränderung  bzw. Erhöhung  der 
Viskosität zu bestimmen. Ohne diese vorgenommene Reduzierung des 
Zuckeranteils  hat  sich  die  Viskosität  des  eingeführten,  hier  zu  be-
urteilenden  Apfelmuses  im  Vergleich  zum  entsprechenden  Durch-
schnittswert von rohen, unverarbeiteten Äpfeln (gemäss OZD ca. 12-
14° Brix)  um rund 31 % und damit  nach Ansicht  des Bundesverwal-
tungsgerichts "deutlich" erhöht. 

3.7 Damit  ist  die  Beschwerde  vollumfänglich  gutzuheissen  und  der 
Entscheid der OZD vom 3. Januar 2008 aufzuheben. Die im Streit lie-
genden Einfuhren sind unter die Tarifnummer 2007.9929 des Schwei-
zerischen Gebrauchstarifs 1986 einzureihen und damit als zollfrei zu 
veranlagen.

4.
4.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind der obsiegenden Beschwer-
deführerin  und  der  Vorinstanz  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen 
(Art. 63 VwVG). Entsprechend hat die OZD den von der Beschwerde-
führerin  im vorinstanzlichen Verfahren einbezahlten  Kostenvorschuss 
von  Fr. 1'000.--  zurückzuerstatten.  Der  im  vorliegenden  Verfahren 

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geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.--  wird der  Beschwerdefüh-
rerin ebenfalls zurückerstattet. 

4.2 Die Vorinstanz hat der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung  auszurichten  (Art. 64  Abs. 1  und  2  VwVG).  Diese 
umfasst die Kosten der Vertretung und allfällige weitere Auslagen der 
Partei, inklusive Mehrwertsteuer; das Gericht setzt die Parteientschä-
digung aufgrund der  eingereichten Kostennote oder, mangels  Einrei-
chung  einer  solchen,  aufgrund  der  Akten  fest.  Das  Anwaltshonorar 
wird dabei nach dem notwendigen Zeitaufwand bemessen, wobei der 
Stundenansatz mindestens Fr. 200.-- und höchstens Fr. 400.-- beträgt. 
Die Auslagen der Vertretung werden aufgrund der tatsächlichen Kos-
ten ausbezahlt (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Vorinstanz hat 
der  lediglich  im  bundesverwaltungsgerichtlichen  Verfahren  anwaltlich 
vertretenen  Beschwerdeführerin,  die  vorliegend  zudem  keine  Kos-
tennote  eingereicht  hat,  eine  Parteientschädigung  auszurichten,  die 
aufgrund der Akten auf Fr. 5'000.-- (inkl. MWST und Auslagen) festge-
setzt wird.

5.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst. l  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der OZD vom 
3. Januar 2008 aufgehoben.

2.
Die  im  Streit  liegenden  Einfuhren  sind  unter  die  Tarifnummer 
2007.9929 einzureihen und damit als zollfrei zu veranlagen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Die OZD wird verpflichtet, 
der Beschwerdeführerin den im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren 
eingeforderten  Kostenvorschuss  von  Fr. 1'000.--  zurückzuerstatten. 
Der  im  vorliegenden  Verfahren  geleistete  Kostenvorschuss  von 
Fr. 3'000.-- wird der Beschwerdeführerin ebenfalls zurückerstattet.

4.
Die  OZD  hat  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteientschädigung  von 
Fr. 5'000.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Stadelmann Keita Mutombo

Versand: 

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