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**Case Identifier:** af863580-46d1-5bba-96a5-c3304054d6e5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 08.09.2009 S 2009 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-60_2009-09-08.pdf

## Full Text

S 09 60

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 8. September 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. … ist am … 1961 in … (Bosnien und Herzegovina) geboren. Sie ist 

geschieden und Mutter zweier Kinder (… geboren am 16. November 1987 

und … geboren am 8. Januar 1991). Sie absolvierte ihre Ausbildung zur 

Krankenschwester (sowie höhere Fachausbildung) in Ex-Jugoslawien. 

Zwischen 1985 und 1987 arbeitete die Versicherte als Kinderpflegerin im  

Kinderpflege- und Wohnheim … in ... Die Versicherte war dann als 

Krankenschwester im Pflegeheim … von September 1992 bis 1997 im 

Vollpensum und anschliessend bis November 1999 im 50%-Pensum tätig. 

Dann traten verschiedene psychische Beschwerden, unter anderem 

Depressionen auf. Im November 1999 fand ein stationärer Aufenthalt in der 

Klinik … statt und in der Folge gab sie ihre Arbeit auf. 

2. Die Versicherte meldete sich am 22. Dezember 2000 aufgrund ihres 

psychischen Leidens bei der Invalidenversicherung zum Bezug von IV-

Leistungen. Am 25. Juli 2001 wurde eine Abklärung im Haushalt 

vorgenommen. Mit Bericht vom 20. September 2001 wurde festgestellt, dass 

sie bei voller Gesundheit zu 80% (12 bis 13 Nächte im Monat) als Nachtwache 

tätig wäre. Anfangs sei sie in der … zu 100% tätig gewesen, dann habe sie 

ihre Tätigkeit aus persönlichen Gründen auf 50% reduziert. Seit dem Jahr 

1996 sei sie nur als Nachtwache (6 Nächte pro Monat) tätig gewesen. Vor 

Ausbruch der Krankheit habe sie sich im Heim nach einer 

Erhöhungsmöglichkeit erkundigt: Ihr Ziel sei es gewesen, das Pensum auf 12 

bis 13 Nächte pro Monat zu erhöhen. Da es in der … aber keine Möglichkeit 

gegeben habe, das Pensum zu erhöhen, habe sie sich überlegt, eine andere 

Stelle zu suchen. Dazu sei es aber nicht gekommen, da sie dann erkrankt sei.

Mit Vorbescheid vom 24. Januar 2002 wurde eine volle IV-Rente in Aussicht 

gestellt. Mit Verfügung vom 16. August 2002 sprach die IV-Stelle der 

Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 82% ab dem 1. November 2000 

eine ganze IV-Rente zu. Die Berechnung erfolgte nach der gemischten 

Methode mit einer Gewichtung von 80% im Erwerb und 20% im Haushalt. Es 

wurde festgehalten, dass die Versicherte im Erwerb zu 100% und im Haushalt 

zu 12.1% eingeschränkt sei.

3. Mit Scheidungsurteil vom 4. August 2004 wurden die Ehegatten … 

rechtskräftig geschieden. Im Urteil wurde festgehalten, dass auf eine 

gegenseitige Ausrichtung eines nachehelichen Unterhaltsbeitrages verzichtet 

werde, da jeder den eigenen Unterhalt mit den eigenen Einkünften decken 

könne. Der Ehemann sei erwerbstätig, während die Ehefrau eine IV- und eine 

BVG-Rente beziehe. 

Mit Schreiben vom 5. Dezember 2006 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, 

dass sie wieder mit einer beruflichen Tätigkeit bei einem Reinigungsinstitut im 

Umfang von 15-20% begonnen habe. 

Dr. med. …, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte in seinem Bericht 

vom 25. Januar 2007 fest, dass die Versicherte an einer phobischen Störung 

mit Panikattacken und an einer rezidivierenden depressiven Störung leide. 

Auf Druck der Pensionskasse und von ihm als Therapeut sei ein 

Wiedereinstieg gewagt worden. Das Pensum variiere aber stark. Der 

Gesundheitszustand der Patientin habe sich nicht gebessert und die 

Prognose bleibe unsicher. Beim sozialen Zustand sei sogar eine 

Verschlechterung eingetreten. 

4. Im Haushaltsbericht vom 28. März 2008 wurde notiert, dass die Versicherte 

schon vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erwerbstätig gewesen sei. 

Bei voller Gesundheit wäre sie heute weiterhin zu 80% als Nachtwache tätig. 

Bezüglich Arbeitsfähigkeit im Haushalt habe sich nichts Wesentliches 

verändert. Nachdem sie zu Beginn auch längere Arbeitseinsätze habe leisten 

müssen, habe sie mit dem Arbeitgeber gesprochen und nun könne sie jeweils 

am Nachmittag drei bis vier Stunden arbeiten. Damit dies aber überhaupt 

möglich sei, habe die Versicherte die Dosis der Medikamente erhöhen 

müssen. Die Belastung bei der Arbeit sei fast zu hoch, zumal sie seit ca. einem 

halben Jahr auch wieder unter akuten Rückenbeschwerden leide. Deswegen 

habe sich die Versicherte kurz vor Ostern beim Hausarzt in Behandlung 

begeben müssen. Die Beschwerden würden nun mittels Therapie 

angegangen. 

5. Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2008 wurde der Versicherten eine 

voraussichtliche Kürzung der bisherigen Rente (82%) auf eine halbe Rente 

(59%) in Aussicht gestellt. 

Dr. med. …, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, stellte in seinem ärztlichen 

Zeugnis vom 30. Juli 2008 fest, dass die Versicherte wegen eines 

postgrippalen Erschöpfungszustands mit einer Arbeitsunfähigkeit vom 8. 

Januar 2008 bis am 20. Januar 2008 in Behandlung gewesen sei. Am 18. 

März 2008 habe sie sich wieder mit rezidivierenden Rückenbeschwerden 

gemeldet. Sie leide immer wieder unter Kreuzschmerzen und es habe eine 

tiefe lumbale Druckdolenz bestanden. Er habe der Patientin empfohlen, eine 

leichtere Arbeit zu suchen oder den Anteil der schwereren Arbeit zu 

reduzieren. Ab dem 1. April 2008 sei auch eine Physiotherapie bezüglich der 

Rückenbeschwerden mit neunmaliger Durchführung erfolgt. 

Auch Dr. med. …, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

attestierte in seiner Bestätigung vom 5. August 2008, dass sich der 

gesundheitliche Zustand der Versicherten in den letzten Jahren nicht 

wesentlich verändert habe. Im psychischen Bereich bestehe trotz einer 

Dauertherapie mit zwei verschiedenen Antidepressiva und einem 

Anxiolytikum praktisch dauernd eine mittelschwere Depression und 

gelegentliche Panikattacken. Gefühle der Sinnlosigkeit, Freudlosigkeit und 

eine fehlende Zukunftsperspektive würden ihr Leben dominieren. Daraus 

resultierten ein starker sozialer Rückzug und eine fehlende Belastbarkeit. Im 

körperlichen Bereich bestünden chronische rheumatische Beschwerden, 

welche die Versicherte praktisch dauernd beeinträchtigen und zeitweise eine 

tägliche Analgetikamedikation erfordern würden. Zusammenfassend könne 

gesagt werden, dass er die Versicherte aus psychischen und 

rheumatologischen Gründen weiter für 100% arbeitunfähig halte. 

6. Gegen den Vorbescheid erhob die Versicherte am 13. August 2008 Einwand. 

Sie verlangte, dass der Vorbescheid aufzuheben sei und ihr weiterhin eine 

ganze IV-Rente zu entrichten sei.

7. Mit Verfügung vom 27. Februar 2009 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 59% eine halbe Rente ab dem 1. April 2009 zu. 

Das effektive Invalideneinkommen liege bei Fr. 15'429.70, was ca. einem 

25%-Pensum entspreche. Gemäss ärztlichen Abklärungen sei ein ca. 20%-

Pensum gesundheitsbedingt seit Dezember 2006 sowohl in der bisherigen 

Tätigkeit als Krankenschwester wie auch in einer adaptierten Tätigkeit 

zumutbar. Als Gesunde wäre die Versicherte zu 80% als Krankenschwester 

tätig. Dabei wäre ein Einkommen von Fr. 50'965.85 erzielbar. Im 

Erwerbsbereich bestehe eine Einschränkung von 69.72% und im Haushalt 

eine Einschränkung von 12.35%. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 

58.5%. 

8. Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) am 1. April 2009 Beschwerde erheben. Sie beantragte, 

dass die Verfügung aufzuheben sei unter Rückweisung an die Vorinstanz zur 

Neubeurteilung. Eventuell sei eine Invalidität im Umfang von mindestens 

74.77% festzustellen und die IV-Stelle zu verpflichten, die der 

Versicherungsnehmerin gestützt darauf zustehenden gesetzlichen 

Versicherungsleistungen ab dem 1. April 2009 auszubezahlen. Subeventuell 

sei ein pluridisziplinäres fachärztliches Gutachten über die 

Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einzuholen, welches 

insbesondere die psychische und rheumatologische Erkrankung der 

Beschwerdeführerin würdige. Die Wiedergabe im Abklärungsbericht sei klar 

falsch. Auf die Frage, wie viel die Beschwerdeführerin heute arbeiten würde, 

wenn sie nicht erkrankt wäre, habe sie geantwortet, dass sie bestimmt voll 

arbeiten würde, d.h. zu 100%. Diese Antwort habe die Abklärungsperson aber 

nicht gelten lassen wollen und habe vielmehr gemeint, dass sie dies bei der 

Haushaltsführung und der Strenge der Nachtarbeit nicht so sähe, eher würden 

wohl 80% hinkommen. Die verbleibenden 20% würden dann sowieso 

rechnerisch zu reduzieren sein. Sie habe nicht erkennen können, dass notiert 

worden sei, sie würde „weiterhin zu 80% als Nachtwache erwerbstätig sein“. 

Das Protokoll sei ihr weder zur Durchsicht noch zur Unterzeichnung vorgelegt 

worden. Erst im Vorbescheid vom 10. Juli 2008 habe sie die völlig neue 

Behauptung der IV-Stelle gelesen. Im Einwand habe sie ihre Aussage dann 

auch klar darlegen lassen. Schliesslich seien die Kinder inzwischen 17 und 

21 Jahre alt und nicht mehr auf Betreuung angewiesen. Vom Ex-Mann erhalte 

sie keinen Unterhalt und sie müsse auch ihre Eltern in Bosnien unterstützen. 

9. Mit Vernehmlassung vom 24. April 2009 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde. Streitgegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens sei, ob die IV-Stelle zu Recht davon ausgehe, dass 

die Versicherte bei guter Gesundheit zu 80% erwerbstätig wäre und sodann 

in Anwendung der gemischten Methode einen Invaliditätsgrad von 59% (recte 

58%) ermittelt und die ganze Rente der Versicherten auf eine halbe Rente 

gekürzt habe. Die Beschwerdeführerin sei vor dem Eintritt des 

Gesundheitsschadens als Krankenschwester, von 1992 bis September 1997 

in einem Vollpensum, anschliessend in einem Pensum von 50% tätig 

gewesen. Anlässlich der damaligen Abklärung vor Ort habe sie angegeben, 

dass sie bei voller Gesundheit zu 80% arbeiten würde (Abklärungsbericht 20. 

September 2001). Schon bei der ersten Rentenzusprechung im Jahre 2002 

sei die gemischte Methode (20:80) angewandt worden, wobei die Verfügung 

vom 16. August 2002 von der Versicherten nicht angezweifelt worden sei. 

Anlässlich der neuerlichen Abklärung am 27. März 2008 habe die 

Beschwerdeführerin wiederum ausgeführt, dass sie bei voller Gesundheit zu 

80% als Nachtwache arbeiten würde. Die finanzielle Situation sei auch erörtert 

und u. a. sei festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 

2004 geschieden sei und der Ex-Ehemann für die beide Kinder monatlich Fr. 

1'100 Unterhalt bezahle. Dem Abklärungsbericht könne deutlich entnommen 

werden, dass sie ausgesagt habe, bei voller Gesundheit zu 80% tätig zu sein. 

Es bestünden keine Anhaltspunkte, dass die Expertin nicht die Angaben der 

Versicherten festgehalten hätte. Die Gewichtung habe die 

Beschwerdeführerin nicht erst mit dem Vorbescheid vom 10. Juli 2008 zur 

Kenntnis erhalten. Bereits in der ersten Abklärung vor Ort im Jahre 2001 und 

bei der erstmaligen Rentenzusprechung sei ihr mitgeteilt worden, dass die 

gemischte Methode mit einer Gewichtung von 20% Haushalt und 80% Erwerb 

angewendet werde. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin müsse daher als 

blosse Schutzbehauptung betrachtet werden. Aus finanzieller Sicht würde die 

Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit mit einer Erwerbstätigkeit im 

Umfang von 80% genügend verdienen können, um ihren Lebensunterhalt zu 

decken. Sodann habe sich bei der Beschwerdeführerin die Kinderbetreuung 

seit jeher nicht auf die ausgeübte (tatsächliche oder hypothetische) Tätigkeit 

ausgewirkt, sei die Beschwerdeführerin doch vollzeitlich einer 

Erwerbstätigkeit nachgegangen, als die Kinder noch klein gewesen seien. 

Diese Betreuung habe auch keine Rolle bei der erstmaligen Rentenzusprache 

gespielt, als die Versicherte eine Erwerbstätigkeit von 80% angegeben und 

die IV-Stelle auch eine solche von 80% angenommen habe. Auch die 

Scheidung habe keinen Einfluss auf die Rentenzusprache, da sie bereits bei 

erster Rentenzusprache getrennt gewesen sei und damals auch keinen 

Ehegattenunterhalt erhalten habe. Der Invaliditätsgrad werde somit in 

Anwendung der gemischten Methode (80% Erwerb) und unter 

Berücksichtigung eines unbestrittenen Valideneinkommens von Fr. 50'965.85 

für ein 80%-Pensum (die Beschwerdeführerin selbst gehe offenbar von einem 

tieferen Valideneinkommen als die IV-Stelle aus, halte sie doch für ein 100%-

Pensum ein Valideneinkommen von Fr. 61'159.00 fest), eines 

Invalideneinkommens als Reinigungsmitarbeiterin von Fr. 15'429.70 und einer 

Einschränkung im Haushaltsbereich von 12.35% errechnet und betrage 

58.25%.  

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der IV-Stelle vom 27. Februar 2009, 

worin die IV-Stelle der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zusprach. 

Beschwerdegegenstand ist die Frage der Gewichtung des Erwerbs und des 

Haushaltes bzw. die Anwendung der gemischten Methode sowie die darüber 

im Abklärungsbericht gemachten Angaben. 

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] und Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Ist 

ein Versicherter mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine 

Viertelsrente; bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine Vollrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).

b) Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der 

Regel nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG,    Art. 28 

Abs. 2 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung noch 

zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, 

wobei die daraus resultierende Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Bei 

Nichterwerbstätigen wird dafür der Betätigungsvergleich laut spezifischer 

Methode (Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. Art. 27 der Verordnung zum IVG [IVV; SR 

831.201]; BGE 130 V 97 E. 3.1 S. 98) angewandt. Bei nicht erwerbstätigen 

Versicherten wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in 

welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (Art. 27 Abs. 1 IVV). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen 

Versicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der 

Kinder (Art. 27 Abs. 2 IVV). Die Invaliditätsbemessung erfolgt im Regelfall 

durch eine Abklärung vor Ort gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV, deren Inhalt sich 

nach den durch die Rechtsprechung für gesetzes- und verordnungskonform 

erklärten (BGE 130 V 97 Erw. 3.3.1 S. 99 m.w.H.) Weisungen des 

Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV) (Kreisschreiben über Invalidität 

und Hilflosigkeit [KSIH] gültig ab 1. Januar 2000, Rz 3090 ff.) richtet. Da die 

Invalidität nicht in der durch den Gesundheitsschaden verursachten 

Erwerbsunfähigkeit, sondern in der gesundheitsbedingten Einschränkung im 

Haushaltsbereich besteht, ist auch der Rentenbeginn mit Blick auf diesen 

Bereich zu bestimmen.

3. a) Es ist im Folgenden zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die 

gemischte Methode mit einer Gewichtung von 80% im Erwerb und 20% im 

Haushalt angewendet hat.

b) Die Beschwerdegegnerin kommt im Haushaltsabklärungsbericht vom 28. 

März 2008 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin bei der Abklärung 

geltend gemacht habe, dass sie bei voller Gesundheit heute weiterhin zu 80% 

als Nachtwache erwerbstätig sein würde. Diese Aussage wird nicht weiter 

begründet. 

Die Beschwerdeführerin bringt hingegen vor, dass diese Angabe im Bericht 

überhaupt nicht von ihr stamme. Auf die Frage, wie viel sie heute arbeiten 

würde, wenn sie nicht erkrankt wäre, habe sie geantwortet, dass sie heute 

bestimmt voll arbeiten würde, d.h. zu 100%. Die Abklärungsperson habe diese 

Antwort aber nicht gelten lassen wollen und habe eine 80%-ige 

Erwerbstätigkeit eingetragen. Sie habe nicht erkennen können, dass die 

Abklärungsperson notiert habe, dass sie weiterhin zu 80% als Nachtwache 

tätig sein würde. Die Versicherte habe die Mitschrift der Abklärungsperson 

nicht zur Durchsicht bekommen und habe den Bericht auch nicht 

unterzeichnet. Erst im negativen Vorbescheid vom 10. Juli 2008 habe sie die 

für sie völlig neue Behauptung der IV-Stelle gelesen, wonach sie heute 

angeblich in gesundem Zustand in ihrer angestammten Tätigkeit als 

Krankenschwester nur 80% arbeiten würde. Sie würde heute jedoch bei guter 

Gesundheit im Umfang von 100% arbeiten, was sie aufgrund der jetzigen 

Verhältnisse sogar müsste. Es besteht im vorliegenden Fall somit ein klarer 

Widerspruch zwischen den Angaben im Abklärungsbericht und denjenigen 

der Versicherten.

c) Nach der Rechtssprechung des Bundesgerichtes ist es aufgrund der 

erheblichen Bedeutung der Berichte für die Anspruchsbeurteilung angezeigt, 

dass die an Ort und Stelle erfassten Angaben der versicherten Person zur 

Durchsicht und Bestätigung vorgelegt werden, wie es das Formular denn 

dann vorsehe. Eine Rechtspflicht zu diesem Vorgehen lasse sich aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör und den Mitwirkungsrechten im 

Verwaltungsverfahren allerdings nicht ableiten. Im Umstand, dass der 

Versicherten der Bericht nicht zur Durchsicht und Gegenzeichnung vorgelegt 

worden sei, könne daher keine Gehörsverletzung erblickt werden. Es genüge 

wenn im Rahmen des Anhörungsverfahren das volle Akteneinsichtsrecht 

gewährt werde und Gelegenheit bestehe, sich zu den Ergebnissen der  

Abklärung zu äussern (BGE 128 V 93 E. 4 S. 94 m.w.H.; Urteil des 

Bundesgerichts I 175/01 vom 4. September 2001 E. 3a; Urteil des 

Bundesgerichts I 572/01 vom 29. November 2002 E. 3.1.2; VGU S 00 239, S 

01 60). Bei der Besprechung des Berichts an Ort und Stelle gehe es darum, 

allfällige Missverständnisse und Unvollständigkeiten sofort an Ort und Stelle 

zu klären sowie verschiedene Auffassungen festzuhalten. Diese Besprechung 

führe nicht zu einem Mehraufwand, sondern schaffe im Gegenteil für das 

weitere Verfahren eine klare Grundlage. Es trage zu einer vollständigen 

Sachverhaltsabklärung bei, ganz im Sinne des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör, welcher funktionell auch der Sachverhaltsabklärung diene (Urteil des 

Bundesgerichts I 572/01 vom 29. November 2002 E. 3.2.1). 

Im vorliegenden Fall kann offen gelassen, ob eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs erfolgt ist. Es liegen jedoch gegensätzliche Aussagen über den 

Erwerbsumfang im Gesundheitsfall vor und es stellt sich hiermit die Frage des 

Beweiswerts und der Würdigung von Aussagen bzw. der vollständigen und 

korrekten Sachverhaltsabklärung. Im Haushaltsbericht ist bloss ein Satz 

enthalten, der die Argumentation der Beschwerdegegnerin stützen würde, 

welcher zudem nicht weiter begründet wurde. Auch Angaben oder Indizien, 

warum die Beschwerdeführerin in diesem bestimmten Mass arbeiten würde, 

sind aus dem Abklärungsbericht nicht ersichtlich. Eine direkte Aussage der 

Versicherten fehlt ebenfalls. 

d) Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass die Versicherte vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens bis 1997 im Voll- und dann im Halbpensum als 

Krankenschwester tätig gewesen sei. Anlässlich der damaligen Abklärung vor 

Ort habe die Beschwerdeführerin angegeben, bei voller Gesundheit zu 80% 

zu arbeiten (Abklärungsbericht 20. September 2001). Schon bei der ersten 

Rentenzusprache im Jahre 2002 sei die gemischte Methode mit einer 

Gewichtung von 80% im Erwerb und 20% im Haushalt angewendet worden, 

wobei die Verfügung von der Beschwerdeführerin nicht angezweifelt worden 

sei. Die Beschwerdegegnerin bringt auch vor, dass die Versicherte bei der 

neuerlichen Abklärung am 27. März 2008 ausgeführt habe, dass sie bei voller 

Gesundheit zu 80% als Nachtwache arbeiten würde. Dabei sei die finanzielle 

Situation der Beschwerdeführerin eingehend erörtert worden und es sei 

festgehalten worden, dass die Versicherte seit dem Jahre 2004 geschieden 

sei und dass der Ex-Ehemann für die Kinder, welche sich noch in Ausbildung 

befänden, monatlich Fr. 1'100.00 bezahle. 

Das Argument der Beschwerdegegnerin, dass sich die Beschwerdeführerin 

beim Erlass des Vorbescheids bzw. der Verfügung im Jahre 2002 nicht 

gewehrt habe, ist nicht überzeugend. Damals hatte die IV-Stelle eine ganze 

IV-Rente verfügt und die Versicherte hatte deshalb kaum Anlass, an der 

vorgenommenen Gewichtung zu rütteln. Dabei kann grundsätzlich offen 

bleiben, ob die Beschwerdeführerin anlässlich der ersten Abklärung die 

Aussage, dass sie im Gesundheitsfall zu 80% tätig wäre, gemacht hat oder 

nicht. Fraglich ist lediglich, ob eine solche ein genügendes Indiz für die gleiche 

Annahme im jetzigen Zeitpunkt darstellt. 

Die Beschwerdegegnerin bringt ebenfalls vor, dass die Versicherte mit dem 

80%-Pensum genügend verdienen könne, um ihren Lebensunterhalt zu 

decken. Sodann habe bei der Beschwerdeführerin die Betreuung der Kinder 

auch keine Rolle bei der erstmaligen Rentenzusprache gespielt. Ebenso 

wenig vermöge die Ehescheidung etwas daran zu ändern, da die Versicherte 

doch bereits bei der erstmaligen Rentenzusprache (welche ebenfalls auf der 

Gewichtung von 80% Erwerb und 20% Haushalt basierte), vom Ex-Ehemann 

getrennt gewesen sei und bereits damals keine Unterhaltszahlungen erhalten 

habe.

Der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist nicht zu folgen. Im Arbeitszeugnis 

vom 31. Oktober 1987 wurde ausdrücklich festgehalten, dass die Versicherte 

diese Erwerbstätigkeit aufgebe, um sich ihrem bald eintreffenden ersten Kind 

ganz widmen zu können. Erst im Jahre 1992 übernahm sie ein volles Pensum 

im Alters- und Pflegeheim der …, d.h. nach der Geburt ihres zweiten Kindes 

und arbeitete bis im Jahre 1997 in diesem Umfang. Es ist daher klar 

ersichtlich, dass die Versicherte damals ihr 100%-Pensum aufgegeben hat, 

um sich ihren Kindern widmen zu können. Auf der anderen Seite macht die 

Beschwerdeführerin geltend, dass sie im Gesundheitsfall zu 100% arbeiten 

würde. Die Scheidung wurde erst im Jahre 2004 ausgesprochen, bei der 

Haushaltsabklärung im Jahre 2001 wohnte sie noch mit ihrem Ehemann 

zusammen und da er zu 100% eine Erwerbstätigkeit ausübte, wäre es für sie 

damals im Gesundheitsfall nicht nötig gewesen, ihr Pensum auf 100% zu 

erhöhen. In der Beschwerde bringt sie auch vor, dass die Kinder inzwischen 

17 und 21 Jahre alt  und nicht mehr auf ihre Betreuung angewiesen sind. Es 

wäre also plausibel, dass die Versicherte ihre 100%-Tätigkeit im 

Gesundheitsfall wieder aufnehmen würde. Auch der Umstand, dass sie 

damals vom Ex-Ehemann keinen nachehelichen Unterhalt erhalten habe, 

widerspricht der Annahme der Beschwerdegegnerin. In der 

Scheidungskonvention und im Scheidungsurteil hatte die Versicherte auf den 

nachehelichen Unterhalt verzichtet, da sie damals eine volle IV- und eine 

BVG-Rente bezog. Schliesslich erklärt die Beschwerdeführerin, dass sie auch 

ihre Eltern in Bosnien finanziell unterstützen müsse. Aus diesen Gründen 

erscheint als durchaus denkbar, dass die Versicherte in der dargelegten 

Situation im Gesundheitsfall zu 100% arbeiten würde und müsste. Die 

Tatsache, dass sie keine volle IV-Rente mehr bezieht und offenbar zusätzlich 

ihre Eltern unterstützen muss, spricht gegen die Behauptung der IV-Stelle. 

e) Bezüglich des vorliegenden Falles bleibt es damit unklar, welche Aussage die 

Versicherte anlässlich der Haushaltsabklärung tatsächlich gemacht hatte 

bzw. wie die im Bericht festgehaltene Notiz zustande kam. Es wäre jedoch 

stossend, wenn die aufgrund des beanstandeten Vorgehens der IV-Stelle 

aufgetretene Unklarheit im Abklärungsbericht zu Lasten der Versicherten 

gehen sollte. Die Angaben im Abklärungsbericht sind weder detailliert noch 

näher begründet. Aufgrund des Gesagten erscheinen die Aussagen daher in 

ihrem Beweiswert eingeschränkt. Die Aussage der versicherten Person zum 

Ausmass ihrer Erwerbstätigkeit im fiktiven Fall ihrer vollen Gesundheit 

anlässlich der Haushaltsabklärung hat jedoch nur dann ausreichenden 

Beweiswert, wenn sowohl die Fragestellung als auch die Antwort so 

protokolliert worden sind, dass überprüft werden kann, ob die versicherte 

Person die Frage nach einem fiktiven Sachverhalt verstanden und die für eine 

überzeugende Antwort notwendige Abstraktionsleistung erbracht hat. Fehlt im 

Bericht über die Haushaltsabklärung eine korrekte Protokollierung der Frage 

und der Antwort, entfaltet dieser Bericht diesbezüglich keinen oder nur einen 

unzureichenden Beweiswert. Angesichts der unmissverständlichen Kritik des 

Bundesgerichts sowie des Verwaltungsgerichts (vgl. VGU S 00 239) ist es 

unverständlich, dass die IV-Stelle ihre Praxis bisher nicht geändert hat und 

die Angaben der versicherten Person dieser nicht zur Durchsicht und 

Bestätigung vorlegt bzw. allenfalls divergierende Meinungen detailliert im 

Bericht festhält. Aus den angeführten Gründen ist die Sache daher aus 

beweisrechtlichen Gründen noch einmal abzuklären. 

4. Zusammenfassend ergibt sich, dass auf die Angaben im Abklärungsbericht 

Haushalt nicht abgestellt werden kann. Es ist streitig, ob die an Ort und Stelle 

erhobenen Angaben in Übereinstimmung mit den tatsächlichen Aussagen der 

Beschwerdeführerin stehen. Aus diesem Grund ist die 

Sachverhaltsfeststellung unvollständig und fragwürdig und die Sache ist 

zwecks neuerlicher Befragung der Beschwerdeführerin betreffend dem 

Umfang der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Die Beschwerde ist begründet und daher gutzuheissen. 

5. a) In Abweichung von  Art. 61 lit. a ATSG ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen  von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 

festgelegt. Vorliegend setzt das Gericht die von der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin zu tragenden Kosten auf Fr. 700.00 fest.

b) Aussergerichtlich hat die Beschwerdegegnerin die anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin überdies nach Art. 61 lit. g ATSG angemessen zu 

entschädigen. In Würdigung der dazu eingereichten Honorarnote vom 4. Mai 

2009 des durch die Beschwerdeführerin mit dem Fall beauftragten 

Rechtsanwaltes erscheint dem Gericht vorliegend eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'447.10 als angemessen und gerechtfertigt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Sache wird zu weiteren 

Abklärungen und zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.00 gehen zulasten der IV-Stelle Graubünden und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle Graubünden hat … aussergerichtlich mit Fr. 2'447.10 zu 

entschädigen.