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**Case Identifier:** 114715ce-3ffd-55eb-a62c-ba26374f10e6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.09.2016 200 2016 442
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-442_2016-09-09.pdf

## Full Text

200 16 442 IV
KOJ/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. September 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Fürsprecher und Notar B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. März 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2016, IV/16/442, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1954 geborene A.________ meldete sich am 1. März 2014 unter Hin-
weis auf seit 2006 bestehende Schulter- und Hüftprobleme bei der IV-Stelle 
Bern (IVB) für Berufliche Integration/Rente an (Akten der IVB [act. II] 1).

Die IVB holte erwerbliche (act. II 7, 8, 17) sowie medizinische (act. II 26, 
29, 32 – 35, 38, 44 45, 49, 55, 56) Unterlagen ein und liess den Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) Stellung nehmen (act. II 36, 47). Sodann liess die 
IVB einen Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende erstellen (act. II 
62). Gestützt auf diese Abklärungen stellte die IVB dem Versicherten mit 
Vorbescheid vom 9. November 2015 die Ausrichtung einer halben Invali-
denrente ab 1. September 2014 (IV-Grad 50%) sowie einer ganzen Rente 
ab 1. Januar 2015 (IV-Grad 100%) in Aussicht; ab 26. Juni 2015 betrage 
der Invaliditätsgrad weniger als 40%, weshalb die Rente bis 30. September 
2015 befristet werde (act. II 63).

B.

Zum hiergegen vom Versicherten, vertreten durch Fürsprecher und Notar 
B.________, am 16. Dezember 2015 erhobenen Einwand liess die IVB den 
RAD (act. II 72) sowie den Bereich Abklärungen (act. II 74) Stellung neh-
men und verfügte am 31. März 2016 entsprechend dem Vorbescheid; zum 
Einwand äusserte sie sich in der Verfügung (act. II 77).

C.

Mit Beschwerde vom 2. Mai 2016 lässt der Versicherte, weiterhin vertreten 
durch Fürsprecher und Notar B.________, beantragen, die Verfügung vom 
31. März 2016 sei teilweise aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei 
rückwirkend ab 1. Oktober 2015 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. 
Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, dass das zutref-

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fende medizinische Zumutbarkeitsprofil für den bisher selbständig erwer-
benden Beschwerdeführer einen Berufswechsel bedinge, welcher ihm nach 
der aktuellen höchstrichterlichen Rechtsprechung angesichts seines Alters 
nicht mehr zumutbar sei. Zudem stehe demnächst noch eine Bauchopera-
tion an. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2016 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. März 2016 (act. II 
77), mit welcher dem Beschwerdeführer eine abgestufte und bis 30. Sep-
tember 2015 befristete Rente zugesprochen wurde.

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tung angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in 
dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der Anspruch des Beschwerde-
führers auf eine IV-Rente – unter Einschluss der unbestritten gebliebenen 
Renten – zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-

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lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-
tenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge-
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho-
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invaliden-

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rente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter 
Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der 
Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbe-
reichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b 
S. 199; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Juli 2013, 
8C_441/2012, E. 3.1.1).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 109 E. 1.1).

2.5.2 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über 
die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) festzu-
setzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massge-
benden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des BGer vom 16. Juni 2009, 
8C_87/2009, E. 2.2 mit Hinweisen).

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung 
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Bei einer 
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu 
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate 
angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

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3.

3.1

3.1.1 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass der Beschwerde-
führer seit 2012 unter Schulterschmerzen links bei Impingementsymptoma-
tik und einer partiellen Rotatorenmanschettenläsion (Supraspinatussehne) 
litt, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken; ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit bestehen leichte Schulterschmerzen rechts bei Status nach 
zweimaliger Operation, ein lumbosakrogluteales Schmerzsyndrom bei de-
generativer Veränderung der LWS, eine beginnende Coxarthrose beidseits 
sowie eine erektile Dysfunktion (act. II 26 S. 8 f.). Die Schulterbeschwerden 
links wurden am 2. September 2014 operativ angegangen; eine drei Tage 
nach dieser Operation aufgetretene Magenperforation bei Magenulkus (DD 
Stressulkus) wurde mittels Laparotomie saniert (act. II 32 S. 1 f.). Nach 
Einholen weiterer Verlaufsberichte (act. II 38, 44, 45) stellte die RAD-Ärztin 
Dr. med. C.________, Fachärztin für Orthopädie, in ihrer Stellungnahme 
vom 25. Juni 2015 fest, dass die linke Schulter nach wie vor eingeschränkt 
und auch die rechte Schulter nicht voll belastbar sei. Als Zumutbarkeitspro-
fil hielt sie fest, dass in der angestammten, körperlich anspruchsvollen 
Tätigkeit als … eine höhere Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht nicht 
realistisch erscheine; in einer angepassten wechselbelastenden Tätigkeit, 
ohne Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, ohne 
Zwangshaltungen wie Bücken, Überkopfarbeit oder andauernden Handein-
satz über Brusthöhe sowie absturzgefährdetes Arbeiten und Steigen auf 
Gerüste, Leitern und Dächern bestehe eine 100% Arbeitsfähigkeit (act. II 
47). Dieses Zumutbarkeitsprofil wurde mit dem ärztlichen Zeugnis von PD 
Dr. med. D.________, Leiter Chirurgie der Oberen Extremität Orthopädie 
E.________, vom 1. Oktober 2015 letztlich bestätigt, indem dieser schwere 
Arbeiten langfristig als unzumutbar beurteilte, Arbeiten ohne Heben von 
Gewichten über 5 kg mit dem linken Arm und ohne repetitives Anhaben des 
linken Armes über Brustniveau dagegen als ganztags mit voller Leistung für 
möglich hielt (act. II 56 S. 4).

Zudem war wegen einer Bauchwand-Narbenhernie im Oberbauch bei Sta-
tus nach Operation einer Magenperforation eine Operation mit Netzimplan-
tation für den 3. Mai 2016 vorgesehen (act. II 78). Diese Operation dürfte, 

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wie auch in der Beschwerde eingeräumt, bei planmässigem Verlauf zu ei-
ner vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führen, dieselbe indessen nicht 
nachhaltig einschränken.

3.1.2 Aufgrund der vorstehend zusammengefassten medizinischen Be-
richte mit weitgehend übereinstimmender Beurteilung ist erstellt und auch 
nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer an einem invalidisierenden 
Gesundheitsschaden leidet, welcher eine vollständige Arbeitsunfähigkeit im 
bisher ausgeübten Beruf als selbstständig Erwerbender … zur Folge hat. 
An sich unbestritten ist ferner, dass der Beschwerdeführer nach dem 
massgebenden Zumutbarkeitsprofil in einer angepassten Tätigkeit unein-
geschränkt arbeitsfähig ist. Gleiches gilt für den grundsätzlichen Rentenan-
spruch sowie den – bei Abstellen auf eine Verweisungstätigkeit – Eintritt 
eines Revisionsgrundes und den sich daraus ergebenden rentenaussch-
liessenden Invaliditätsgrad. Hiervon ist auch nach richterlicher Überprüfung 
zu Recht auszugehen. 

3.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber – wie bereits im Vor-
bescheidverfahren – geltend, dass es ihm im Alter von 61 Jahren und nach 
langjähriger selbstständiger Tätigkeit nicht zumutbar sei, seinen Beruf zu 
wechseln und eine Anstellung in einer anderen Tätigkeit zu suchen. Die in 
einer angepassten Tätigkeit verbleibende Restarbeitsfähigkeit sei deshalb 
wirtschaftlich nicht mehr verwertbar.

3.2.1 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise 
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei 
ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können 
nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten 
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. 
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten 

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sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen 
zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 205 
E. 5.1). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die 
invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver-
werten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen 
vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

3.2.2 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditäts-
fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches 
zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf 
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirt-
schaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Er-
werbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verblie-
bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer-
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern 
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art 
und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der ab-
sehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusam-
menhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fer-
tigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Be-
rufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 30. Juli 2014, 9C_272/2014 E. 2.1 mit Hinwei-
sen).

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für 
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher 
Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der
(Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem 
die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies 

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ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver-
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462).

3.2.3 Massgebend für die Beurteilung der Frage nach dem Zeitpunkt der 
Zumutbarkeit eines Berufswechsels ist nach den obigen Darlegungen zu 
den gesundheitlichen Verhältnissen, zum Zumutbarkeitsprofil, zum Revisi-
onsgrund sowie der Berücksichtigung desselben die medizinische Ein-
schätzung der RAD-Ärztin Dr. med. C.________ vom 25. Juni 2015 (act. II 
47). In diesem Zeitpunkt war davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer in einer angepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Kurz 
davor hatte er das 61. Altersjahr vollendet, sodass die verbleibende Akti-
vitätsdauer immerhin noch vier Jahre betrug. Dabei ist auch zu beachten, 
dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben (vgl. Beschwerde S. 
5) bereits seit geraumer Zeit wegen Zunahme der Schulterprobleme in der 
Arbeitsfähigkeit als … eingeschränkt war und er deshalb bereits seit Januar 
2013 bei einem Bekannten als Lagerist/Auslieferer mit einem Pensum von 
20 – 30% arbeitete (vgl. auch act. II 62 S. 2 und 4). Insoweit war die anste-
hende Veränderung für ihn bereits länger absehbar, d.h. diese kam nicht 
unvermittelt und es wäre ihm bereits früher zumutbar gewesen, sich nach 
einer angepassten Stelle umzusehen. Dies würde im Übrigen auch gelten, 
wenn mit dem Beschwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 6) für die Beurteilung 
der Zumutbarkeit des Berufswechsels auf den Zeitpunkt der ärztlichen Ein-
schätzung durch Dr. med. D.________ vom 1. Oktober 2015 (act. II 56 
S. 4) abgestellt würde, in welchem dem Beschwerdeführer immer noch 
eine Aktivitätsdauer von drei Jahren und neun Monaten verblieb; am Er-
gebnis würde sich diesfalls nichts ändern.

Nebst dem Lebensalter und der noch verbleibenden Aktivitätsdauer sind 
indessen, wie in E. 3.2.2 hiervor ausgeführt, noch weitere Kriterien für die 
Zumutbarkeit eines Berufswechsels zu berücksichtigen. Auszugehen ist mit 
Blick auf diese zusätzlich massgebenden Kriterien vorliegend davon, dass 
dem Beschwerdeführer aufgrund seines handwerklichen Geschicks, seiner 
beruflichen Erfahrung sowie der Tatsache, dass er in einer angepassten 
Tätigkeit leistungsmässig nicht eingeschränkt und zeitlich voll disponibel ist, 
eine breite Palette an möglichen Tätigkeiten offen steht, für welche er we-
der einer Umschulung noch einer aufwändigen Einarbeitung bedarf. Auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2016, IV/16/442, Seite 11

dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. E. 3.2.1 hiervor) 
sind die Anstellungschancen – auch wenn der Beschwerdeführer mit 61 
Jahren nicht mehr leicht vermittelbar war – jedenfalls als intakt zu erachten. 
Dass er nach Zunahme der Schulterbeschwerden seine selbständige 
Tätigkeit reduzierte und eine andere, körperlich weniger belastende Tätig-
keit aufnahm, zeugt von der Motivation des Beschwerdeführers, weiterhin 
erwerbstätig zu sein, sowie davon, dass die Problematik, sich nach langjäh-
riger Selbständigkeit wieder in ein hierarchisches Betriebsgefüge einzuord-
nen (vgl. BGer 9C_272/2014, E. 3.3), hier nicht entscheidend ins Gewicht 
fällt.

Schliesslich sind die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde (S. 7) noch 
angeführten gesundheitlichen Probleme insofern unbeachtlich, als diese 
bereits vom ärztlich definierten und von der Verwaltung übernommenen 
Zumutbarkeitsprofil umfasst und deshalb nicht nochmals zu berücksichti-
gen sind. 

Soweit der Beschwerdeführer für seine Argumentation den – auch oben 
erwähnten – Entscheid der Bundesgerichts 9C_272/2014 anruft, kann er 
daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, unterscheidet sich der diesem 
zu Grunde liegende Sachverhalt doch vom vorliegenden in wesentlichen 
Punkten: Zum einen war dort (wie auch im ebenfalls angerufenen Ent-
scheid der Bundesgerichts vom 28. Mai 2015, 9C_52/2014) von einer deut-
lich kürzeren verbleibenden Aktivitätsdauer auszugehen und zum anderen 
ist – soweit ersichtlich – die jenem Entscheid zugrunde liegende gesund-
heitliche Situation (nach einer Hirnblutung) nicht mit der des Beschwerde-
führers vergleichbar. 

3.3 Damit war und ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit unter 
Vornahme eines Berufswechsels entgegen der Auffassung des Beschwer-
deführers zumutbar und möglich. Die Beschwerde erweist sich damit als 
unbegründet und es muss mit der verfügten Rente sein Bewenden haben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2016, IV/16/442, Seite 12

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1‘000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt. Sie werden dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2016, IV/16/442, Seite 13

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher und Notar B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.