# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ec81b63-d1cd-501a-8508-8f3b7ed935b1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.11.2021 UV 2020/61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-61_2021-11-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/61

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.03.2022

Entscheiddatum: 03.11.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2021
Art. 17 ATSG. Revision einer Invalidenrente der Unfallversicherung. Der 
somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich 
verbessert. 100%ige Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2021, UV 
2020/61).

Entscheid vom 3. November 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

UV 2020/61

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Arthur Andermatt, TeufenerStrasse 8, Postfach 

130, 9001 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente

Sachverhalt

A.  

A.___ war von 2001 bis 2006 bei der Einzelunternehmung B.___ als Bauarbeiter 

angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) 

gegen die Folgen von Unfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 20. September 

2005 zog sich der Versicherte bei der Arbeit eine distale, dislozierte Radiusfraktur der 

dominanten rechten Hand zu. Diese wurde gleichentags im Spital C.___ operativ 

versorgt. Bei im Verlauf persistierenden Handgelenksbeschwerden wurde der 

Versicherte auf kreisärztliche Veranlassung zur stationären Handrehabilitation und 

neurologischen Abklärung an die Rehaklinik Bellikon überwiesen (vgl. u.a. Suva-act. 1 

ff., 6 ff.). Im Austrittsbericht vom 3. April 2006 über den Aufenthalt vom 6. Februar bis 

22. März 2006 hielten die behandelnden Ärzte fest, dass die bisherige Tätigkeit als 

Bauarbeiter nicht mehr zumutbar sei. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne 

Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten sei dem Versicherten hingegen ganztags 

zumutbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich 

mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und 

der bildgebenden Abklärung nur zum Teil erklären (Suva-act. 11).

A.a. 

Am 14. Juni 2006 erfolgte im Spital C.___ die Metallentfernung mit Denervation 

des Handgelenks und Arthrolyse (Suva-act. 27, 32). Vom 22. bis 30. August 2006 war 

der Versicherte bei den Diagnosen einer psychischen Dekompensation mit 

ausgeprägter Angststörung, Wahnvorstellungen und latenter Suizidalität sowie einem 

chronischen Schmerzsyndrom der rechten Hand im Spital D.___ hospitalisiert (Bericht 

vom 29. September 2006, Suva-act. 43). Vom 29. November 2006 bis 12. Januar 2007 

A.b. 

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war er aufgrund einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen 

sowie einer somatoformen Schmerzstörung in der Psychiatrischen Klinik E.___ in 

stationärer Behandlung (vgl. Austrittsbericht vom 12. Januar 2007, Suva-act. 51). Im 

Verlauf wurde der Versicherte ambulant psychiatrisch weiterbehandelt (vgl. Suva-act. 

73, 75).

 Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen, bei welcher sich der Versicherte im Januar 

2007 zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Suva-act. 55), sprach dem Versicherten 

mit Verfügung vom 22. November 2007 eine ganze Invalidenrente ab dem 1. 

September 2006 zu (Suva-act. 77).

A.c. 

Anlässlich der Abschlussuntersuchung vom 11. Dezember 2007 kam der Suva-

Kreisarzt zum Schluss, dass der Fallabschluss erfolgen könne, da weitere medizinische 

Massnahmen nicht zu einer Verbesserung des Zustandes führen würden. Er empfahl 

die Übernahme der Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon, da sich in der 

aktuellen Röntgenuntersuchung auch strukturell radiologisch keine Veränderung 

gezeigt habe. Den Integritätsschaden schätzte er auf 5% (Suva-act. 80, 82; vgl. auch 

die weitere ärztliche Beurteilung vom 2. Juni 2008 in Suva-act. 95). Die Suva teilte dem 

Versicherten am 27. Juni 2008 mit, dass sie die Heilbehandlungs- und 

Taggeldleistungen per 31. Juli 2008 einstellen werde (Suva-act. 96).

A.d. 

Mit Verfügung vom 11. Juli 2008 sprach die Suva dem Versicherten ab dem 1. 

August 2008 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 14% und 

eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5% zu. Sie 

hielt fest, dass dem Versicherten leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Arbeit auf 

Leitern oder Gerüsten ganztags möglich seien. Die psychogenen Störungen, die die 

Erwerbsfähigkeit des Versicherten neben den organisch bedingten Unfallfolgen 

beeinträchtigten, stünden nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem 

erlittenen Ereignis (Suva-act. 97).

A.e. 

Die dagegen erhobene Einsprache (Suva-act. 105, 113) wies die Suva nach 

weiteren neurologischen und handchirurgischen Abklärungen (vgl. Suva-act. 126 f., 

134) mit Entscheid vom 8. Juni 2010 ab insbesondere mit der Begründung, dass der 

adäquate Kausalzusammenhang zwischen den geklagten psychogenen Beschwerden 

A.f. 

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B.  

mit Schmerzzuständen und dem Unfallereignis vom 20. September 2005 zu verneinen 

sei (Suva-act. 140). Dieser Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

Im Jahr 2011 liess die IV-Stelle den nun verbeiständeten Versicherten observieren 

(vgl. zur Beistandschaft Suva-act. 141, 154, 173, 185). Im Oktober 2012 erfolgte im 

Rahmen der Prüfung des Leistungsgesuchs der Ehefrau eine weitere Observation des 

Versicherten. Im Anschluss veranlasste die IV-Stelle eine bidisziplinäre Begutachtung in 

den Fachrichtungen Psychiatrie und Orthopädie. Die psychiatrische Begutachtung 

konnte jedoch aufgrund des Verhaltens des Versicherten nicht durchgeführt werden. 

Der orthopädische Gutachter Dr. med. F.___, Facharzt für Orthopädie, Orthopädisches 

Schmerzzentrum G.___, attestierte dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in 

sämtlichen Tätigkeiten und hielt fest, dass der klinische Befund in krassem Gegensatz 

zu den angegebenen Beschwerden stehe (Gutachten vom 26. Februar 2015, Suva-act. 

192). Am 29. Mai 2015 verfügte die IV-Stelle die Einstellung der bisherigen ganzen 

Invalidenrente auf Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats (Suva-act. 

165). Diese Renteneinstellung wurde letztinstanzlich durch das Bundesgericht bestätigt 

(Urteil vom 16. Januar 2017, 9C_244/2016, Suva-act. 191). Im April 2017 meldete sich 

der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an 

(vgl. Suva-act. 188).

B.a. 

Im Rahmen der im Januar 2018 eingeleiteten Rentenrevision zog die Suva die 

Akten der IV-Stelle einschliesslich des orthopädischen Gutachtens sowie des 

Observationsmaterials bei und gewährte dem Versicherten das rechtliche Gehör (Suva-

act. 177, 181 f., 186).

B.b. 

Im August 2018 gab die IV-Stelle eine neue psychiatrische Begutachtung in 

Auftrag (Suva-act. 179), anlässlich derer der Gutachter die Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit steigerbar auf 70% schätzte und festhielt, dass die attestierten 

Einschränkungen wesentlich durch die Dekonditionierung verursacht seien (Gutachten 

vom 6. Mai 2019). Gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen wies die IV-Stelle das 

neue Leistungsbegehren ab (vgl. zum Ganzen die Verfügung vom 17. April 2020, Suva-

act. 202).

B.c. 

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C.  

Erwägungen

1.  

Mit Verfügung vom 13. März 2020 hob die Suva die Rente per 1. April 2020 mit 

Verweis auf die Ergebnisse der orthopädischen Begutachtung vom Februar 2015 auf 

(Suva-act. 195). Die dagegen am 6. April 2020 (Suva-act. 197) erhobene Einsprache 

wies die Suva mit Entscheid vom 29. Juni 2020 ab (Suva-act. 206).

B.d. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte, vertreten durch seinen 

Rechtsvertreter, am 27. August 2020 Beschwerde mit den Anträgen, der 

Einspracheentscheid vom 29. Juni 2020 sei aufzuheben und die am 11. Juli 2008 

zugesprochene Rente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 14% sei weiterhin 

auszubezahlen. Zudem beantragte er die Sistierung des UV-Verfahrens bis zum 

Abschluss des IV-Verfahrens (act. G 1).

C.a. 

Am 3. September 2020 ersuchte das Gericht die Beschwerdegegnerin um 

Stellungnahme betreffend die beantragte Sistierung (act. G 2). Am 17. September 2020 

beantragte die Beschwerdegegnerin die Verweigerung der Sistierung (act. G 3). Mit 

Schreiben vom 22. September 2020 wies das Gericht den Antrag des 

Beschwerdeführers auf Sistierung ab mit der Begründung, dass kein unmittelbarer 

Konnex zwischen dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 29. Juni 2020 und der 

Verfügung der IV-Stelle vom 17. April 2020 bestehe (act. G 4).

C.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei 

(act. G 6).

C.c. 

Mit Replik vom 22. Februar 2021 und Duplik vom 15. März 2021 hielten die 

Parteien an ihren Anträgen fest (act. G 12, 14).

C.d. 

Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die 

Invalidenrente der Unfallversicherung zu Recht per 1. April 2020 aufgehoben hat.

1.1. 

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Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10% invalid (Art. 

8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur 

Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. 

Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des 

Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 

Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich 

verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine Veränderung der gesundheitlichen 

Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in 

seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat 

(Urteil des Bundesgerichts vom 11. Mai 2009, 9C_261/2009, E. 1.2). Dagegen stellt die 

bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen 

unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein 

genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Oktober 2013, 8C_211/2013, E. 2.2). Im Bereich der 

obligatorischen Unfallversicherung ist die erforderliche Erheblichkeit der 

Sachverhaltsänderung gegeben, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5% verändert (BGE 

140 V 87 E. 4.3). Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der 

ursprünglichen Rentenverfügung bzw. des Einspracheentscheids bestanden hat, mit 

demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung bzw. des streitigen 

Einspracheentscheids (BGE 134 V 132 f. E. 3).

1.2. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das 

Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 

und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

1.3. 

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2.  

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3.a). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

formgerecht eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 

1.3.4; vgl. ferner Thomas Flückiger, Medizinische, insbesondere hausärztliche Berichte 

und ihre Beweiskraft – mit einem Seitenblick auf die medizinischen Gutachten, in: 

Kieser/Lendfers [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2013, St. Gallen 2014, S. 138 

ff.).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a).

1.4. 

Vorliegend ist zu prüfen, ob eine wesentliche Veränderung des 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers zwischen dem ursprünglichen, in 

Rechtkraft erwachsenen Einspracheentscheid vom 8. Juni 2010 (Invaliditätsgrad von 

14 %; Suva-act. 140, vgl. Suva-act. 97) und dem angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 29. Juni 2020 (Suva-act. 206) eingetreten ist.

2.1. 

Die ursprüngliche Rentenzusprache basierte in medizinischer Hinsicht vorwiegend 

auf der Beurteilung der verantwortlichen Ärzte der Rehaklinik Bellikon im Rahmen des 

stationären Aufenthalts des Beschwerdeführers vom 6. Februar bis 22. März 2006 

2.2. 

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(Suva-act. 11), der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung und einer anschliessenden 

weiteren internen medizinischen Beurteilung (Suva-act. 80, 95).

Im Austrittsbericht vom 3. April 2006 hielten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon 

fest, dass sechs Monate nach dem Unfall vom September 2005 mit Fraktur des 

distalen Radius und konsekutiver offener Reposition und Osteosynthese bei an sich 

gutem Operationsresultat weiterhin bewegungs- und kraftlimitierende Schmerzen im 

Bereich des Handgelenks sowie unklare Dysästhesien im Bereich der Finger (speziell 

Dig V) und der ulnaren Handkante beklagt würden. Infolge von Selbstlimitierung und 

Inkonsistenzen seien die Resultate von physischen Leistungstests für die Beurteilung 

der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass 

bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als in den Therapien 

gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen 

lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden und den bildgebenden 

Abklärungen nur zum Teil erklären. Der Beschwerdeführer habe sich stets selbstlimitiert 

und limitiert durch die Schmerzsituation gezeigt. Aufgrund der unklaren 

Sensibilitätsminderung der Fingerkuppen Dig III bis V rechts sei der Beschwerdeführer 

neurologisch beurteilt worden. Dabei hätten sich keine klinischen Hinweise auf eine 

Läsion der sensiblen Anteile des Radialis und Ulnaris ergeben. Die Hyperpathie der 

betroffenen Finger, die ulnaris- und teils auch medianuskontrolliert seien, sei keinem 

möglicherweise im Fraktur-/Operationsgebiet betroffenen Nerv zuzuordnen. Die vom 

Beschwerdeführer angegebenen neurologischen Symptome blieben unklar. Aufgrund 

der fraglichen Krepitation im Bereich des zweiten und vierten Strecksehnenfachs sei 

eine ambulante MRI-Untersuchung des Handgelenks durchgeführt worden. Dabei habe 

sich bei leicht eingeschränkter Beurteilbarkeit aufgrund der durch das 

Osteosynthesematerial bedingten Artefakte keine relevante Pathologie der Weichteile 

gezeigt. Zusammenfassend liessen sich die physischen Einschränkungen und 

Symptome aus somatischer Sicht nur schwer erklären. Die Beurteilung der 

Zumutbarkeit müsse sich deshalb wesentlich auf medizinisch-theoretische 

Überlegungen stützen, ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests und 

im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse 

sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter 

sei dem Beschwerdeführer aufgrund der zu hohen Anforderungen (schwere Arbeit, 

kraftvoller Einsatz beider Hände erforderlich) nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis 

mittelschwere Arbeit ohne Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten sei hingegen ganztags 

zumutbar (Suva-act. 11).

2.2.1. 

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Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 11. Dezember 2007 

hielt der Suva-Kreisarzt fest, dass sich eine gewisse Atrophie der rechten oberen 

Extremität zeige, was auf eine Inaktivität hindeute. Es bestünden weder radiologisch 

noch klinisch Dystrophiezeichen und das Röntgenbild zeige einen guten 

Mineralisationsgehalt und keine wesentlichen Arthrosezeichen. Der Suva-Kreisarzt kam 

zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Einschränkungen der oberen 

Extremität in diesem Ausmass nicht mit den objektivierbaren Befunden und den Folgen 

aus der Radiusfraktur zu erklären seien. Vorwiegend lägen nicht organische 

Komponenten vor. Deshalb sei die Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon zu 

übernehmen (Suva-act. 80). Am 2. Juni 2008 erfolgte eine kreisärztliche Beurteilung, 

anlässlich derer festgehalten wurde, dass die Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik 

Bellikon aufgrund der unfallbedingten, in guter Stellung konsolidierten distalen 

Radiusfraktur wohlwollend erscheine (Suva-act. 95).

2.2.2. 

 2.3. 

Der Einspracheentscheid vom 29. Juni 2020 stützt sich im Wesentlichen auf das 

orthopädische Gutachten von Dr. F.___ vom 26. Februar 2015 (Suva-act. 192). Dieser 

hielt fest, dass die Anamnese des Versicherten zum aktuellen Leiden sehr schwer zu 

eruieren gewesen sei. Er habe keine Angaben machen wollen. Das Gespräch sei 

hauptsächlich mit der Betreuerin und Dolmetscherin des Beschwerdeführers geführt 

worden. Bei der Untersuchung des rechten Handgelenks und der rechten Hand habe 

der Beschwerdeführer angegeben, die Hand nicht bewegen zu können. Bei der 

durchgeführten passiven Beweglichkeit habe es allerdings keinerlei 

Bewegungseinschränkungen gegeben. Die Hand habe sowohl nach oben als auch 

nach unten gut bewegt werden können. Auch die Ulnaduktion und die Radialduktion 

seien gut möglich gewesen. Auffallend sei eine hervorragende muskuläre Ausbildung 

an der Hand und am Unterarm gewesen. Hier habe sich eine hervorragende 

Beschwielung der rechten Hand gezeigt, sodass der dringende Verdacht auf aktuelle 

handwerkliche Tätigkeiten bestehe. Der Gutachter verneinte jegliche muskuläre 

Atrophie. Er hielt fest, dass aufgrund der klinischen Untersuchungen und des 

radiologischen Befundes die dargestellten Beschwerden nicht nachvollzogen werden 

könnten. Der körperliche Befund zeige keinerlei Einschränkungen und neurologische 

Defizite. Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Beschwerden und präsentierten 

Symptome seien in sich nicht konsistent mit den erhobenen Befunden. Die 

Radiusfraktur sei vollkommen ausgeheilt und die Muskulatur der Hand und des Armes 

sei vollkommen zurückgekehrt. Der Gutachter schätzte die Arbeitsfähigkeit in jeglichen 

Tätigkeiten auf 100%. Er hielt fest, dass sowohl in der angestammten Tätigkeit als 

2.3.1. 

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auch in adaptierten Tätigkeiten keine verminderte Leistungsfähigkeit mehr bestehe. Es 

sei möglich, dass die geltend gemachten Beschwerden vorgespielt seien. Der klinische 

und der radiologische Befund ständen in krassem Gegensatz zu den angegebenen 

Beschwerden. Auch das Observationsmaterial zeige eine vollständig andere 

Verhaltensweise des Beschwerdeführers. Dieser habe sich bisher geweigert, eine zur 

Validierung der geklagten Leiden anerkannte neurologische Untersuchung zuzulassen. 

Ein Täuschungsverhalten sei wahrscheinlich (Suva-act. 192).

Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beurteilung des orthopädischen 

Gutachters nicht gefolgt werden könnte. Das Gutachten ist in Kenntnis der 

medizinischen Aktenlage (vgl. S. 2-5 des Gutachtens) erstellt worden und beruht auf 

einer fachärztlichen klinischen sowie einer bildgebenden Untersuchung. Der Gutachter 

hat sich genügend mit den geklagten Beschwerden auseinandergesetzt und trotz der 

aufgrund des passiven Verhaltens des Beschwerdeführers erschwerten 

Untersuchungsstation detaillierte Befunde erhoben. Gestützt darauf hat er die 

somatische Diagnose des Zustands nach gut verheilter Radiusfraktur rechts schlüssig 

begründet und eine überzeugende und nachvollziehbare Arbeitsfähigkeitsschätzung 

abgegeben. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dass sich das Gutachten auf 

die Ergebnisse der von der IV-Stelle veranlassten Observation seiner Ehefrau stütze 

und deshalb unverwertbar sei, ist mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, 

dass sich der orthopädische Gutachter Dr. F.___ bei seiner Diagnosestellung und 

anschliessenden Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht auf die Ergebnisse der Observation 

stützte, sondern allein auf die erhobenen Untersuchungsbefunde. Der Gutachter 

äusserte sich zu den Observationsergebnissen lediglich am Rand dahingehend, dass 

diese – wie anlässlich der durchgeführten Untersuchungen festgestellt – "auch" eine 

vollständig andere Verhaltensweise des Beschwerdeführers gezeigt hätten. Es kann 

deshalb vollumfänglich auf das Gutachten abgestellt werden.

2.4. 

Vergleicht man den unfallkausalen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, 

wie er sich vor Erlass des Einspracheentscheids im Jahr 2010 präsentiert hatte, mit 

demjenigen anlässlich der Begutachtung durch Dr. F.___ im Jahr 2015, so fällt auf, 

dass bereits damals eine gewisse Selbstlimitierung des Beschwerdeführers sowie 

Diskrepanzen bezüglich der objektiven Befunde und der geltend gemachten 

Beschwerden bzw. des Verhaltens des Beschwerdeführers festgestellt worden waren. 

Unabhängig davon hatten die damaligen medizinischen Abklärungen noch eine 

gewisse Atrophie der rechten Hand und damit Hinweise auf eine Inaktivität der Hand 

und des Handgelenks ergeben. Demgegenüber konnte der orthopädische Gutachter 

Dr. F.___ keinerlei Atrophie mehr feststellen und diagnostizierte einen Zustand nach 

2.5. 

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3.

Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer in (unfallkausaler) orthopädischer Hinsicht 

sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit wieder zu 100% 

arbeitsfähig. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 100% in jeglichen Tätigkeiten ergibt sich 

von vorherein kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, weshalb sich die Vornahme 

eines Einkommensvergleichs erübrigt. Damit erfolgte die revisionsweise Aufhebung der 

Invalidenrente zu Recht.

4.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

vollkommen ausgeheilter Radiusfraktur ohne Funktionseinschränkungen. Vor diesem 

Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin zu Recht eine Verbesserung des 

(somatischen) Gesundheitszustands des Beschwerdeführers angenommen und einen 

Revisionsgrund gemäss Art. 17 ATSG bejaht.

Soweit der Beschwerdeführer mit Verweis auf einen Bericht der Psychiatrie E.___ 

vom 27. August 2019 (Suva-act. 204) eine Verschlechterung seines psychischen 

Gesundheitszustands geltend macht, ist festzuhalten, dass ein adäquat-kausaler 

Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis von 2005 und dem psychischen 

Zustandsbild des Beschwerdeführers im Einspracheentscheid vom 8. Juni 2010 

verneint wurde. Die psychische Beeinträchtigung des Beschwerdeführers bzw. eine 

allfällige Verschlechterung der psychischen Situation ist als unfallfremd zu erachten. 

Eine rechtskräftige Verneinung der Unfallkausalität eines Leidens führt (vorbehältlich 

der prozessualen Revision oder der Wiedererwägung) zur Ablehnung sämtlicher 

künftiger Leistungsbegehren aufgrund dieses Leidens. Dies gilt im Übrigen auch 

hinsichtlich allfällig geltend gemachter Spätfolgen oder bei einer Rückfallmeldung (vgl. 

dazu das Urteil des Bundesgerichtes vom 27. August 2013, 8C_359/2013, E. 5.1).

2.6. 

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2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2021
	Art. 17 ATSG. Revision einer Invalidenrente der Unfallversicherung. Der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich verbessert. 100%ige Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2021, UV 2020/61).

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		2025-07-19T02:18:51+0200
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