# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b430a7b3-74c0-55a2-af94-bda3c160c8d9
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-05
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 05.12.2023 608 2023 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_608-2023-19_2023-12-05.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Rue des Augustins 3, case postale 630, 1701 Fribourg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

608 2023 19
608 2023 20

Urteil vom 5. Dezember 2023

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Daniela Kiener 
Richter: Johannes Frölicher

Anne-Sophie Peyraud
Gerichtsschreiber: Timothy Schertenleib

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Christian Jungen

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz    

Gegenstand Invalidenversicherung (Rentenanspruch)

Beschwerde vom 6. Februar 2023 gegen die Verfügung vom 4. Januar 2023 
(608 2023 19)

Gesuch um Erteilung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege vom 
selben Tag (608 2023 20)

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Sachverhalt

A. A.________, geboren im Jahr 1982, ledig, keine Kinder, wohnhaft in B.________, hat eine 
kaufmännische Ausbildung (1998-2001) und anschliessend die Fachschule für Immobilien-Verwalter 
SVIT (2004-2005) absolviert. Seither arbeitete sie als Immobilienbewirtschafterin für verschiedene 
Firmen.

Aufgrund von gehäuften neuropathischen Schmerzen bei psychosozialen Belastungsfaktoren und 
dem Verdacht auf eine psychogene Überlagerung sowie einer daraus resultierenden, ärztlich attes-
tierten 100-prozentigen Arbeitsunfähigkeit seit dem 16. April 2012 meldete sich die Versicherte am 
8. Oktober 2012 bei der damals zuständigen Invalidenversicherungsstelle des Kantons Bern zum 
Leistungsbezug an. Diese holte Berichte von den behandelnden Ärzten ein und gab, auf Empfehlung 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes Bern/Freiburg/Solothurn (nachfolgend: RAD), ein polydiszipli-
näres Gutachten in Auftrag.

Das Gutachten wurde am 5. Mai 2014 vom C.________ erstattet (nachfolgend: Gutachten 
C.________). Es wurden die folgenden medizinischen Disziplinen berücksichtigt: Allgemeine Innere 
Medizin, Psychiatrie, Orthopädie, Neurologie und Viszeralchirurgie. Einzig der Neurologe stellte eine 
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Inguinales Schmerzsyndrom bei Verdacht auf 
Neuropathie des Nervus genitofemoralis links bei Zustand nach Laparotomie 04/2012 mit nach-
folgender zweimaliger Revision [G58.8]). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
wurden genannt: Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4), St.n. depressiver 
Episode 2010, teilremittierte Meralgia paraesthetica links (G57.1), chronischer Nikotinabusus 
(F17.1) und erhöhte Lebertransaminasen unklarer Genese (DD: medikamentös bedingt). In der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Experten zum Schluss, dass für die angestammte 
Tätigkeit im kaufmännischen Bereich, spezifisch in der Immobilienbranche, wie auch für jede andere 
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ab April 2012 eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer 
verminderten Leistungsfähigkeit von 15 Prozent (entsprechend einer Stunde bei einem achtstündi-
gen Pensum) bestehe. Für körperlich ausgesprochen belastende Tätigkeiten bestehe aber aufgrund 
der leichtgradigen physischen Dekonditionierung und der allgemeinen Konstitution der Explorandin 
eine volle Arbeitsunfähigkeit.

Ab November 2014 absolvierte die Versicherte bei der D.________ ein Belastbarkeitstraining 
(03.11.2014-01.02.2015) und im Anschluss daran ein Arbeitstraining (02.02.2015-26.04.2015 und 
27.04.2015-26.07.2015). Es folgte ein Aufenthalt in der Klinik E.________ (30.07.2015-20.10.2015) 
und ab November 2015 ein weiteres Arbeitstraining mit externem Praktikum (23.11.2015-06.03.2016 
und 07.03.2016-06.06.2016). Bereits zu Beginn des externen Praktikums kam es zu vermehrten 
Absenzen, weshalb die beruflichen Massnahmen per Ende März 2016 abgebrochen wurden.

Mit Mitteilung vom 3. Mai 2016 informierte die Invalidenversicherungsstelle des Kantons Bern die 
Versicherte dahingehend, dass aufgrund des bevorstehenden Klinikaufenthalts keine (weiteren) 
beruflichen Eingliederungsmassnahmen vorgesehen seien und das Dossier aufgrund des Wohnsitz-
wechsels an die Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) über-
mittelt werde.

B. Am 12. April 2016 reichte die Versicherte auch bei der nunmehr zuständigen IV-Stelle des 
Kantons Freiburg das offizielle Formular betreffend Anmeldung zum Leistungsbezug (Berufliche 
Integration, Rente) ein. Sie gab an, seit dem 15. Juni 2015 und bis auf Weiteres zu 100 Prozent 

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arbeitsunfähig zu sein, beklagte eine zunehmende Traurigkeit, Angstzustände, Ein- und Durch-
schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, eine verminderte Belastbarkeit und Stresstoleranz und 
verwies auf einen übermässigen Alkoholkonsum. Die IV-Stelle holte aktuelle Berichte von den 
behandelnden Ärzten ein und sprach der Versicherten, nach teilstationären Aufenthalten in der 
Tagesklinik des F.________ (15.06.2016-15.07.2016 und 22.08.2016-05.09.2016 [Unterbruch 
infolge einer Fussfraktur]), und einem weiteren stationären Aufenthalt in der Klinik E.________ 
(26.10.2016-31.01.2017), erneut berufliche Massnahmen zu (Arbeitstraining vom 06.02.2017-
07.05.2017 bei der D.________), die jedoch nach nur einem Tag abgebrochen werden mussten.

Es folgten ein weiterer stationärer Aufenthalt in der Klinik E.________ (28.02.2017-23.03.2017), 
zwei Aufenthalte im stationären Behandlungszentrum des F.________ (03.04.2017-06.04.2017 
sowie 15.04.2017-27.04.2017) und anschliessend ein stationärer Aufenthalt in der Klinik 
G.________ (19.05.2017-27.07.2017), bevor ein weiteres Belastbarkeitstraining bei der 
D.________ in Angriff genommen wurde (31.07.2017-29.10.2017, 30.10.2017-11.02.2018 und 
12.02.2018-13.05.2018). Am 15. März 2018 wurden diese Massnahmen abgebrochen und am 
9. April 2018 trat die Versicherte abermals in die Klinik G.________ ein, wo sie bis zum 9. Mai 2018 
stationär behandelt wurde.

In der Folge absolvierte die Versicherte ein Belastbarkeitstraining bei der H.________ GmbH 
(14.05.2018-31.08.2018), gefolgt von einem Aufbautraining (01.09.2018-30.11.2018 und 
01.12.2018-21.12.2018). 

Nach einem Suizidversuch im März 2019 wurde die Versicherte vom 14. Juni 2019 bis am 22. Juli 
2019 erneut stationär in der Klinik G.________ behandelt.

C. Am 14. Januar 2020 ordnete die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung der Versicherten 
an. Das Gutachten wurde am 21. August 2020 von Dr. med. I.________ erstattet (nachfolgend: 
Gutachten I.________). Darin werden die folgenden Diagnosen gestellt:

Abhängigkeitssyndrom von Alkohol (F10.2)

 seit 07/2015 mit aktuell rezidivierendem Erbrechen und Steatohepatitis sowie ängstlich-
phobischer Verstimmung bei körperlichen Missempfindungen

 mit Abhängigkeitssyndrom von Tabak (F17.25) und unregelmässigem Gebrauch von 
Cannabinoiden

 mit rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remittiert (Erstdiagnose 2010/2011; 
F33.4)

 mit St.n. Suizidversuch durch Mischintoxikation im 03/2019

 bei akzentuierten Persönlichkeitszügen

 bei belastenden Lebenserfahrungen

In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei die Versicherte seit Juli 2018 zu insgesamt 60 Prozent arbeits-
fähig (6 Stunden pro Tag mit einer Leistungsminderung von 20 Prozent). Eine angepasste Tätigkeit 
(wohlwollende und stringente Führung, klare Arbeitsabläufe und Strukturen, Toleranz gegenüber 
einem Schonverhalten) sei ihr aber ganztags zumutbar, wobei seit Juli 2018 auch hier eine Leis-
tungseinschränkung von 20 Prozent existiere (verminderte Belastbarkeit bei unregelmässig ausge-
prägten Verhaltensschwierigkeiten, verminderter Emotionsregulation, Stressintoleranz und reduzier-

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ter Anpassungsfähigkeit und dadurch vermehrter Betreuungsaufwand bei Defiziten in den Bereichen 
Selbstbehauptungsfähigkeit und Durchhaltevermögen).

Vom 16.12.2019-28.12.2019 und 04.08.2020-14.08.2020 folgten zwei stationäre Aufenthalte im 
J.________ und vom 14.08.2020-07.09.2020 sowie vom 14.10.2020-13.11.2020 zwei Aufenthalte 
im stationären Behandlungszentrum des F.________.

In der Folge unterbreitete die IV-Stelle das Gutachten I.________ und den Verlaufsbericht des 
ambulanten psychiatrischen Dienstes des F.________ vom 15. September 2020 dem RAD-Arzt 
Dr. med. K.________, Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie (nachfolgend: RAD-Arzt), 
und bat ihn darum, zu den diametral abweichenden Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu 
nehmen. In seiner Stellungnahme vom 16. Oktober 2020 kam der RAD-Arzt zum Schluss, dass die 
Ausführungen im Gutachten I.________ aus versicherungsmedizinischer Perspektive überzeugen 
würden und die Ausführungen im eher kurz gefassten Verlaufsbericht des F.________ im Vergleich 
zu dem vorgelegten Gutachten I.________ gesamteinschätzend nicht nachvollziehbar seien. Auf 
Empfehlung des RAD-Arztes wurden dem Gutachter der Verlaufsbericht des F.________ vom 
15. September 2020, die beiden Austrittsberichte vom 20. Oktober 2020 (stationärer Aufenthalt im 
F.________ vom 14.08.2020-07.09.2020) und 17. November 2020 (stationärer Aufenthalt im 
F.________ vom 14.10.2020-13.11.2020) und der RAD-Bericht von Dr. med. K.________ zur 
Stellungnahme unterbreitet. Am 8. Dezember 2020 hielt dieser an seinem Gutachten fest 
(nachfolgend: Ergänzung I.________ 12/2020).

Auch der RAD-Arzt hielt am 26. Januar 2021 an seiner Stellungnahme vom 16. Oktober 2020 fest. 

Am 3. März 2021 äusserte sich der Gutachter ein weiteres Mal (nachfolgend: Ergänzung I.________ 
03/2021). Er präzisierte auf Anfrage hin, dass bedingt durch das im Gutachten diagnostizierte 
Abhängigkeitssyndrom von Alkohol (F10.21) seit Juli 2018 ein länger andauernder IV-relevanter 
Gesundheitsschaden vorliege. Die Prognose sei – wie bereits im Gutachten erläutert – von langfristi-
gen stationären und ambulanten suchttherapeutischen Massnahmen zur Alkoholentwöhnung 
abhängig.

D. Mit Vorbescheid vom 29. April 2021 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung des 
Rentengesuchs in Aussicht. Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent und unter Anwen-
dung der "Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2018" ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 
29.41 Prozent, der unter der Schwelle von 40 Prozent liege und keinen Rentenanspruch begründe.

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 26. Mai 2021 schriftlich Einwände. Am 9. Juni 
2021 ging ein Verlaufsbericht des ambulanten psychiatrischen Dienstes des F.________ bei der IV-
Stelle ein, in dem eine erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes beschrieben wird; die 
Versicherte sei seit Ende Mai 2021 wieder in der Tagesklinik angemeldet. Am 26. August 2021 
reichte der ambulante psychiatrische Dienst des F.________ einen ausführlichen Verlaufsbericht zu 
den Akten. 

Vom 01.11.2021-10.12.2021 folgte ein stationärer Aufenthalt im Psychiatriezentrum L.________.

In seiner Stellungnahme vom 15. Februar 2022 kam der RAD-Arzt zum Schluss, dass durch den 
ambulanten psychiatrischen Dienst des F.________ eine Verschlechterung des psychischen 
Gesundheitszustandes nachvollziehbar objektiviert worden und eine Verlaufsbegutachtung durch 
Dr. med. I.________ zu initiieren sei.

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Am 17. Mai 2022 ordnete die IV-Stelle eine Verlaufsbegutachtung durch Dr. med. I.________ an. 
Das Verlaufsgutachten wurde am 26. September 2022 erstattet (nachfolgend: Verlaufsgutachten 
I.________) und nennt die folgenden Diagnosen:

Abhängigkeitssyndrom von Alkohol (F10.2)

 gemäss Angaben der versicherten Person seit ca. 07/2021 bzw. 01/2022 abstinent

 mit Abhängigkeitssyndrom von Tabak (F17.25) und unregelmässigem Gebrauch von Kokain

 mit phobischer Verstimmung bei einer sozial unsicheren Grundhaltung

 mit rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remittiert (Erstdiagnose 2010/2011; 
F33.4)

 mit St.n. Suizidversuch durch Mischintoxikation im 03/2019

 bei akzentuierten Persönlichkeitszügen

 bei belastenden Lebenserfahrungen

Auf die im Gutachten vom 21. August 2020 beschriebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (zuletzt 
ausgeübte Tätigkeit: 60 Prozent; angepasste Tätigkeit: 80 Prozent) könne weiterhin abgestützt 
werden. Im Vergleich dazu könne keine wesentliche anhaltende Veränderung des Gesundheitszu-
standes, bspw. eine objektive Zunahme oder tatsächliche Abnahme der Intensität, des Schwere-
grads und/oder der Ausprägung des Beschwerdebilds, festgestellt werden. 

Mit Verfügung vom 4. Januar 2023 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten. 
Der ermittelte IV-Grad von 30.02 Prozent basiert auf einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent und der 
"Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2020" (Tabelle TA1 Tirage Skill Level, Pos. 68 [Validenein-
kommen] resp. 77, 79-82 [Invalideneinkommen], Kompetenzniveau 3, Frauen).

E. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Christian 
Jungen, mit Eingabe vom 6. Februar 2023 Beschwerde an das Kantonsgericht. Sie stellt das Begeh-
ren, es seien ihr in Gutheissung der Beschwerde die gesetzlichen Leistungen der Invalidenversiche-
rung zuzusprechen. Subsidiär sei ihr eine Viertelsrente zuzusprechen, subsubsidiär ihr Gesund-
heitszustand neu zu begutachten, subsubsubsidiär die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des 
Sachverhalts sowie zur neuen Begutachtung an die Vorinstanz zurückzuweisen (608 2023 19). Des 
Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin, es sei ihr für das Beschwerdeverfahren die vollständige 
unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen (608 2023 20).

Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde hauptsächlich vor, die Vorinstanz habe ihre 
Untersuchungspflicht verletzt, und stellt sich auf den Standpunkt, dass auf die beiden Gutachten 
I.________ nicht abgestellt werden könne, da der Gutachter (wie auch schon die Gutachter des 
C.________) hinsichtlich der Diagnostik eine diametral andere Meinung vertrete wie die 
behandelnden Ärzte. Ausserdem habe sich ihre gesundheitliche Situation seit dem Jahr 2014 in 
massgeblicher Weise verschlechtert. Auch sei der Invaliditätsgrad falsch berechnet worden, da beim 
Invaliditätsgrad auf das Kompetenzniveau 3 (anstatt 2) abgestellt und von einer betriebsüblichen 
wöchentlichen Arbeitszeit von 42.1 (anstatt 41.7) ausgegangen worden sei.

In ihren Bemerkungen vom 8. März 2023 stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, dass die 
Gutachten I.________ nicht zu beanstanden seien und deshalb ohne Weiteres darauf abgestützt 
werden könne. Sie nahm aber eine Neuberechnung des Invaliditätsgrads vor, indem sie beim 
Invalideneinkommen auf das Kompetenzniveau 3 (anstatt 2) abstellte, was einen Invaliditätsgrad 

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von 40.89 Prozent ergebe. In dem Sinne beantragt die Vorinstanz, es sei die Beschwerde (teilweise) 
gutzuheissen und der Beschwerdeführerin, mit Beginn ab dem 1. Juli 2019, eine Viertelsrente der 
Invalidenversicherung zuzusprechen.

Mit Eingabe vom 24. Mai 2023 erklärte die Beschwerdeführerin, mit der Neuberechnung der Invali-
denrente einverstanden zu sein. Allerdings stellt sie sich einmal mehr auf den Standpunkt, dass die 
Gutachten I.________ nicht gesetzeskonform seien, da sie widersprüchlich und nicht schlüssig 
seien. An der Beschwerde werde deshalb festgehalten.

Mit Schreiben vom 12. Oktober 2023 wurde der M.________ AG die Möglichkeit gegeben, sich zum 
Streitgegenstand zu äussern. Die Versicherung liess sich aber innert der ihr angesetzten Frist nicht 
vernehmen.

F. Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massge-
bend, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 6. Februar 2023 gegen die Verfügung vom 4. Januar 2023 wurde durch die 
rechtsgültig vertretene Beschwerdeführerin frist- und formgerecht bei der sachlich und örtlich zustän-
digen Beschwerdeinstanz eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse 
daran, dass das Kantonsgericht, II. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob die medizinische Sach-
lage genügend abgeklärt wurde und ob sie Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.

2.1. Im Rahmen der Weiterentwicklung der IV (WEIV) wurden das Bundesgesetz vom 19. Juni 
1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), die Verordnung vom 17. Januar 1961 über 
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) mit Wirkung ab 1. Januar 2022 
revidiert (Änderung vom 19. Juni 2020; AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Grundsätzlich sind in zeitlicher Hinsicht – auch bei einer Änderung der gesetzlichen Grundlage –
diejenigen Rechtssätze anwendbar, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden 
Sachverhaltes in Geltung standen (BGE 148 V 174 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).

Im Hinblick auf das lineare Rentensystem, das mit Wirkung per 1. Januar 2022 eingeführt wurde, 
halten die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 19. Juni 2020 (lit. b) indessen fest, dass für 
Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung 
entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr noch nicht vollendet 
haben, der bisherige Rentenanspruch solange bestehen bleibt, bis sich der Invaliditätsgrad nach 
Art. 17 Abs. 1 ATSG ändert. In seinem Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einfüh-
rung des linearen Rentensystems (KS ÜB WE IV, Ziffer 1007 f.) präzisiert das Bundesamt für Sozial-
versicherungen, dass die altrechtlichen IV-Renten jene Renten sind, deren Anspruch vor dem 

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31. Dezember 2021 entstanden ist; neurechtliche IV-Renten sind demgegenüber Renten, auf die 
der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht. Wenn also der Anspruch auf eine IV-Rente nach 
dem 1. Januar 2022 verfügt wird, beurteilt sich der Rentenanspruch nach dem alten Recht, wenn 
der Eintritt der Invalidität und der Beginn des Rentenanspruchs vor dem 31. Dezember 2021 liegen 
(siehe auch KS ÜB WE IV Ziffer 1009, wonach bei Eintritt der Invalidität und Beginn des Rentenan-
spruchs vor dem 31. Dezember 2021 die erstmalige Festsetzung der IV-Rente nach altem Recht zu 
erfolgen hat).

2.2. Dies ist auch vorliegend der Fall. Die Beschwerdeführerin meldete sich im Oktober 2012 bei 
der damals noch zuständigen Invalidenversicherungsstelle des Kantons Bern zum Leistungsbezug 
an und machte geltend, seit April 2012 arbeitsunfähig zu sein. Im April 2016 wiederholte sie ihren 
Leistungsanspruch, diesmal bei der infolge Wohnsitzwechsels nunmehr zuständigen Vorinstanz. Da 
auch der von der Vorinstanz mandatierte Gutachter eine teilweise Arbeitsunfähigkeit der Beschwer-
deführerin seit Juli 2018 bestätigt, beurteilt sich der vorliegende Fall nach den Gesetzesbestimmun-
gen, die bis zum 31. Dezember 2021 in Kraft waren. Im Folgenden werden die massgebenden recht-
lichen Bestimmungen in dieser Fassung zitiert.

2.3. In diesem Zusammenhang gilt es zu präzisieren, dass vorliegend eine Erstanmeldung (und 
nicht eine Neuanmeldung) zu beurteilen ist. Die vormals zuständige Invalidenversicherungsstelle 
des Kantons Bern hat nämlich über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin aktenkundig nie 
verfügt, sondern mit Mitteilung vom 3. Mai 2016 (IV-Akten S. 295) nur die beruflichen Massnahmen 
(vorläufig) abgeschlossen mit der Begründung, es sei der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen 
Gründen (Klinikaufenthalt vorgesehen) nicht möglich, weitere berufliche Massnahmen anzugehen. 
Des Weiteren wurden die Akten, aufgrund des Wohnsitzwechsels der Beschwerdeführerin in den 
Kanton Freiburg, an die nunmehr zuständige Vorinstanz überwiesen. Bei der Anmeldung mit offizi-
ellem Formular vom 6. April 2016 zuhanden der Vorinstanz (IV-Akten S. 282-290) handelt es sich 
also lediglich um die Wiederholung des bereits zuhanden der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Bern erklärten Leistungsanspruchs.

3.

Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

3.1. Im Sinne von Art. 8 ATSG, welches aufgrund von Art. 1 Abs. 1 IVG zur Anwendung kommt, 
ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs-
unfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit 
oder Unfall sein.

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

Versicherte haben gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 
70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, 
wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 
invalid sind.

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3.2. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche 
Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG bewirken. 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invaliden-versicherungsrecht-
lich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person 
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden 
könnte; das Mass des Förderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 
ATSG; BGE 141 V 281 E. 3.7.1 mit Hinweisen).

Gemäss bisheriger Rechtsprechung konnten primäre Abhängigkeitssyndrome bzw. Substanzkon-
sumstörungen zum vornherein keine invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschä-
den darstellen und ihre funktionellen Auswirkungen bedurften deshalb keiner näheren Abklärung 
(BGE 124 V 265 E. 3c; BGE 99 V 28 E. 2; Urteile BGer 8C_608/2018 vom 11. Februar 2019 E. 3.2.1 
und 9C_ 620/2017 vom 10. April 2018 E. 2.2).

Mit BGE 145 V 215 (bestätigt in BGE 147 V 234 E. 2.2 und den Urteilen BGer 8C_453/2019 vom 
3. Februar 2020 E. 3.2; 9C_845/2019 vom 6. Oktober 2020) hat das Bundesgericht vor dem Hinter-
grund der Rechtsprechung zur Ausdehnung des strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 141 
V 281 auf sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 409 und 418) und nach vertiefter Auseinan-
dersetzung mit den Erkenntnissen der Medizin die bisherige Rechtsprechung zu den primären 
Abhängigkeitssyndromen bzw. Substanzkonsumstörungen fallen gelassen (E. 5.3.3). Es hat 
entschieden, dass fortan – gleich wie bei allen anderen psychischen Erkrankungen – nach dem 
strukturierten Beweisverfahren zu ermitteln sei, ob und gegebenenfalls inwieweit sich ein fachärzt-
lich diagnostiziertes Abhängigkeitssyndrom im Einzelfall auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten 
Person auswirke. Dabei könne und müsse im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens insbe-
sondere dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall Rechnung getragen werden 
(E. 6.3). Diesem komme nicht zuletzt deshalb Bedeutung zu, weil bei Abhängigkeitserkrankungen – 
wie auch bei anderen psychischen Störungen – oft eine Gemengelage aus krankheitswertiger 
Störung sowie psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorliege. Letztere seien auch bei 
Abhängigkeitserkrankungen auszuklammern, wenn sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen 
würden. Weiter wird im Urteil festgehalten, dass auch bei Vorliegen eines Abhängigkeitssyndroms 
die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) zur Anwendung komme, so dass von der versicherten 
Person etwa die aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden 
könne (Art. 7 Abs. 2 Bst. d IVG). Komme sie den ihr auferlegten Schadenminderungspflichten nicht 
nach, sondern erhalte sie willentlich den krankhaften Zustand aufrecht, sei nach Art. 7b Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich (E. 5.3.1).

Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 wird im Regelfall anhand 
von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare 
Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren 
Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird. Medizinisch muss 
schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektivierter Zumutbar-
keitsbeurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo 
dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt weiterhin die materiell 
beweisbelastete versicherte Person die Folgen. Die auf Begrifflichkeiten des medizinischen Klassi-
fikationssystems abstellende Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder 
eines vergleichbaren psychosomatischen Leidens wie auch eines primären Abhängigkeitssyndroms 
bzw. einer Substanzkonsumstörung kann indes nur zu einer invalidenversicherungsrechtlich erhebli-
chen Gesundheitsbeeinträchtigung führen, wenn sie unter dem Gesichtspunkt der – bis anhin in der 
Praxis zu wenig beachteten – Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Beruht die Leis-

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tungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor (Urteil BGer 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 2.2, 3 und 
4.1 mit zahlreichen Hinweisen).

3.3. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall der 
Richter auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfü-
gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen (Befunder-
hebung, Diagnosestellung) und Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden 
eingeschränkt, d.h. arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 130 V 97 E. 3.3.2). Der Grad der Arbeits-
fähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in welchem die versicherte Person aus gesundheitlichen 
Gründen an ihrem angestammten Arbeitsplatz zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig sein 
kann. Nicht massgebend ist hingegen die bloss medizinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsun-
fähigkeit (Urteil BGer 9C_48/2015 vom 1. Juli 2015 E. 3.3.3). Bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit 
im angestammten Beruf hat die versicherte Person andere ihr offenstehende Erwerbsmöglichkeiten 
auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die Zumutbarkeit einer Invalidentätig-
keit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei dieser Sachverhalt aufgrund des 
objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 20 E. 2b; OMLIN, Die Invalidität in 
der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201). Insbesondere ist dabei nicht auf das subjekti-
ve Empfinden der versicherten Person abzustellen, hätte es doch diese ansonsten in der Hand, 
ihren Invaliditätsgrad selbst zu bestimmen.

3.4. Das Sozialversicherungsgericht prüft objektiv alle Beweismittel unabhängig davon, von wem 
sie stammen, und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi-
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für 
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung 
der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 
V 351 E. 3a mit Hinweis).

In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht jedoch der Erfahrungstatsache 
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit 
Hinweisen).

4.

Streitig ist, ob die Vorinstanz bei der Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zu 
Recht auf die beiden Gutachten I.________ abgestellt hat. 

4.1. Im Gutachten vom 21. August 2020 stellt Dr. med. I.________ die folgenden Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-Akten S. 833):

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Abhängigkeitssyndrom von Alkohol (F10.2)

 seit 07/2015 mit aktuell rezidivierendem Erbrechen und Steatohepatitis sowie ängstlich-
phobischer Verstimmung bei körperlichen Missempfindungen

 mit Abhängigkeitssyndrom von Tabak (F17.25) und unregelmässigem Gebrauch von 
Cannabinoiden

 mit rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remittiert (Erstdiagnose 2010/2011; 
F33.4)

 mit St.n. Suizidversuch durch Mischintoxikation im 03/2019

 bei akzentuierten Persönlichkeitszügen

 bei belastenden Lebenserfahrungen

In der Herleitung der Diagnose weist der Gutachter darauf hin, dass 2010 bzw. 2011 erstmals eine 
depressive Störung attestiert worden sei, in deren Zusammenhang es zu einem Schmerzsyndrom 
sowie zu Angst- und Paniksymptomen gekommen sei. Mit Remission der depressiven Störung 
hätten sich auch die anderen Symptome wesentlich verbessert und eine vollständige Arbeitsfähig-
keit habe wieder erreicht werden können (IV-Akten S. 833).

In der Folge somatischer Störungen (Narbenschmerzen nach Operation im April 2012, persistieren-
de Meralgia paraesthetica, Gesichts-/Kopf-/Nacken-/Schultergürtelschmerzen) und psychosozialer 
Belastungen (Erwerbslosigkeit, finanzielle Sorgen, Kündigung der Wohnung, Konflikt mit dem Part-
ner) sei im Juli 2012 eine psychische Dekompensation befürchtet worden. Eine psychiatrische 
Begutachtung habe jedoch eine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
verneint, sondern den Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung formuliert und 
auf einen Status nach depressiver Episode 2010 hingewiesen (IV-Akten S. 834). 

Im Verlauf des Jahres 2015 habe die Beschwerdeführerin bei einer beruflichen Massnahme mit 
Unterstützung der IV ein Arbeitspensum von bis zu 65 Prozent erreichen können, wobei bei der 
Limitierung der Leistungsfähigkeit allein subjektive Beschwerden im Vordergrund gestanden hätten 
(körperliche Schmerzen im Bereich von Rücken und Hüfte). Die Beurteilungen durch die Fachper-
sonen der beruflichen Rehabilitation seien stets positiv gewesen; regelmässig sei auf vielfältige 
persönliche Ressourcen der Beschwerdeführerin hingewiesen worden (IV-Akten S. 834). 

In der Folge sozialer Belastungen (Trennung vom Partner, unstete Wohnsituation) habe sich das 
psychische Befinden der Beschwerdeführerin ab Juni 2015 verschlechtert und es sei ein erster 
Aufenthalt in der Klinik E.________ erfolgt. Im Austrittsbericht seien eine leichte depressive Episode 
(mit somatischem Syndrom bei einer rezidivierenden Störung, F33.01) sowie Abhängigkeitssyndro-
me von Alkohol (F10.21) und Tabak (F17.25) attestiert worden. Die stationäre Alkoholentzugs- und 
Alkoholentwöhnungstherapie sei erfolgreich verlaufen; das depressive Syndrom sei remittiert (IV-
Akten S. 834 f.).

Nach dem Klinikaufenthalt hätten die beruflichen Massnahmen fortgesetzt und das Arbeitspensum 
auf 70 Prozent gesteigert werden können. Trotz sozialer Belastungen (Kündigung der Wohnung, 
Umzug, Krankheit der Mutter, Auseinandersetzung mit dem Ex-Partner, Autounfall, Schulden/finan-
zieller Engpass) seien die Beurteilungen durch die Fachpersonen der beruflichen Rehabilitation 
weiterhin sehr positiv geblieben. Rund eine Woche nach einem externen Arbeitsversuch sei jedoch 

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bekannt geworden, dass die Beschwerdeführerin erneut (bzw. weiterhin) regelmässig Alkohol 
konsumiere (IV-Akten S. 834-835).

Im weiteren Verlauf habe der vermehrte Alkoholkonsum im Vordergrund gestanden. Trotz entspre-
chender Defizite (bei allgemeiner psychischer Belastbarkeit, psychischer Belastbarkeit unter 
Druck/Stress, emotionaler Stabilität und Verantwortungsübernahme gegenüber sich selber) seien 
die Beurteilungen durch die Fachpersonen der beruflichen Rehabilitation insgesamt aber gut geblie-
ben und bekannte Ressourcen bestätigt worden. Das Abhängigkeitssyndrom von Alkohol habe 
wiederholt stationär behandelt werden müssen, was regelmässig auch zu einer Verbesserung der 
zeitgleich genannten depressiven Symptome geführt habe (IV-Akten S. 836).

Gegenwärtig bestehe keine depressive Episode, würden doch objektiv keine der von der ICD-10 
genannten Kriterien in ausreichender Schwere, bzw. in ausreichender Länge, bestehen, um eine 
(allfällig andauernde) depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu können. 
Insbesondere die Eingangskriterien der Gruppe 1 (depressive Stimmung, in einem für die Betroffe-
nen deutlich ungewöhnlichen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen 
unbeeinflusst von den Umständen und mindestens 2 Wochen anhaltend; Interessen- oder Freuden-
verlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren; verminderter Antrieb oder gesteigerte 
Ermüdbarkeit) seien generell nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit und gegenwärtig objektiv 
nicht erfüllt (IV-Akten S. 839).

Auch würden keine Hinweise darauf bestehen, dass eine Persönlichkeitsstörung vorliege. Die 
akzentuierten (emotional instabil, somatoform/hypochondrisch, ängstlich, phobisch) Persönlichkeits-
züge der Beschwerdeführerin würden auf jeden Fall von sich aus alleine keinen Krankheitswert 
aufweisen (IV-Akten S. 839-840). 

Zudem könnten auch keine weiteren Störungen gemäss ICD-10 (Kapitel F, psychische und Verhal-
tensstörungen) begründet werden. Dies gelte namentlich hinsichtlich der Störungen gemäss der 
Kategorie F45 (somatoforme Störungen, inkl. anhaltende Schmerzstörung F45.4 oder Somatisie-
rungsstörung F 45.0) sowie der posttraumatischen Belastungsstörung F43.1 (IV-Akten S. 843-844).

So sei im Fall der Beschwerdeführerin seit 2015 ausschliesslich ein Abhängigkeitssyndrom von Alko-
hol zu bestätigen, wobei der übermässige Gebrauch von Alkohol gemäss Angaben in den Akten 
regelmässig im Zusammenhang mit sozialen Belastungen stehe und u.a. zu einer rezidivierenden 
Verstimmung sowie zu selbstdestruktiver Impulsivität führe; auch körperliche Schädigungen seien 
bekannt. Es gelinge der Beschwerdeführerin nicht, eine nachhaltige Abstinenz aufrechtzuerhalten 
(IV-Akten S. 840-841). 

4.2. Im Verlaufsgutachten vom 26. September 2022 bestätigt Dr. med. I.________ die bereits im 
Gutachten vom 21. August 2020 gestellte Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms von Alkohol 
(F10.2) mit rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4), und bei 
akzentuierten Persönlichkeitszügen (IV-Akten S. 1107).

Er führt aus, dass sich die Befindlichkeit der Beschwerdeführerin seit der Erstbegutachtung von 
August 2020 tendenziell verbessert habe. Die ehemals aussergewöhnlich deutlich erlebte ängstlich-
phobische Verstimmung verbunden mit körperlichen Missempfindungen habe sich zu einer phobi-
schen Verstimmung bei einer sozial unsicheren Grundhaltung gewandelt. Eine wesentliche Verän-
derung (Verbesserung oder Verschlechterung) sei aber nicht zu erkennen (IV-Akten S. 1091-1092). 
Namentlich habe auch kein depressives Syndrom objektiviert werden können (IV-Akten S. 1095-
1096).

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Insofern seien die depressiven Verstimmungen der Beschwerdeführerin auch weiterhin vollständig 
die Folge sozialer Belastungen (Erwerbslosigkeit, finanzielle Schulden, soziale Isolation/Einsamkeit) 
und v.a. eines langjährigen Abhängigkeitssyndroms von Alkohol, und würden alleine nicht hinrei-
chend eine eigenständige depressive Episode begründen (IV-Akten S. 1108). Der tatsächliche klini-
sche Verlauf seit der Erstbegutachtung würde dies bestätigen (IV-Akten S. 1080).

Die Annahme, dass die Beschwerdeführerin krankheitsbedingt im ersten Arbeitsmarkt keine verwert-
bare Leistung erbringen könne, könne versicherungspsychiatrisch zusammenfassend nicht bestätigt 
werden. Die Neigung zu ängstlich-niedergeschlagenen bzw. phobischen Reaktionen, die akzentu-
ierten Persönlichkeitszüge und der regelmässige Alkoholkonsum würden sich zwar gegenseitig 
ungünstig verstärken. Es fehle der Beschwerdeführerin aber weder die Fähigkeit zur Interaktion noch 
zur Einfügung in ein personelles und organisatorisches Arbeitsumfeld. Ihre Persönlichkeitszüge 
seien nicht derart ausgeprägt, dass sich unabwendbar zwischenmenschliche Konflikte ergeben 
müssen, die allfällig eine längerfristige, tragbare berufliche Bindung verunmöglichen würden (IV-
Akten S. 1111). 

5.

5.1. Vorliegend ist festzustellen, dass die psychiatrischen Gutachten I.________ (Erstgutachten, 
Verlaufsgutachten) auf das dem Gutachter vollständig zur Verfügung gestellte Dossier mit sämtli-
chen bisherigen ärztlichen Zeugnissen, welche fachspezifisch wiedergegeben und ausführlich disku-
tiert werden, sowie auf einer knapp dreistündigen Exploration vom 16. Juni 2020 bzw. einer gut 
zweistündigen Exploration vom 15. September 2022 beruhen. Die Gutachten sind für die streitigen 
Belange umfassend, berücksichtigen die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden, 
wurden in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und sind in der Beurteilung der medizini-
schen Situation sowie der medizinischen Zusammenhänge plausibel und absolut überzeugend.

5.2. Dass der Gutachter sowohl bezüglich Diagnose wie auch bei der Beurteilung der der 
Beschwerdeführerin verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu anderen Schlussfolgerungen kommt als die 
behandelnden Ärzte, vermag am Beweiswert des Gutachtens nichts zu ändern, legt doch der 
Gutachter ausführlich und glaubhaft begründet dar, weshalb er sich deren Meinung nicht anschlies-
sen kann.

5.2.1. So weist er darauf hin, dass die zwischen 2015 und 2018 ambulant behandelnde Fachärztin, 
Dr. med. N.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose eines Abhängig-
keitssyndroms von Alkohol (und Tabak) bestätigt habe. Zugleich habe sie eine ("mittelgradige bis") 
schwere depressive Episode (bei einer rezidivierenden Störung, F33.2) diagnostiziert. Der postulier-
te Schweregrad werde jedoch nicht mit Bezug zum Klassifikationssystem begründet. Ausserdem 
würden die aufgeführten objektiven psychopathologischen Befunde (Konzentration vermindert, im 
Denken eingeengt, Vorbeireden, reizbar, deprimiert, Schwingungsfähigkeit reduziert, psychomoto-
risch unruhig) die Einschätzung nur teilweise plausibel erscheinen lassen, zumal die Befunde nicht 
kritisch von allfälligen Intoxikations- bzw. Entzugssymptomen durch Alkohol abgegrenzt würden (IV-
Akten S. 835).

5.2.2. Auch die Fachpersonen der Tagesklinik des F.________ würden die Diagnose eines 
Abhängigkeitssyndroms von Alkohol (und Tabak) bestätigen. Zugleich würden auch sie eine 
(mittelgradige) depressive Episode (bei einer rezidivierenden Störung, F33.1) bestätigen, wobei der 
Schweregrad nicht kritisch differenziert nachvollziehbar sei und die subjektiven Beschwerden und 
objektiven Befunde nicht von den Folgen des Alkoholkonsums bzw. von Entzugssymptomen, die oft 
bis zu einem Jahr nach Beginn einer Abstinenz beispielsweise noch zu Craving 

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(Substanzverlangen), Niedergeschlagenheit, Angstzuständen, Schlafstörungen und innerer Unruhe 
führen könnten, abgegrenzt würden. Obschon das Abhängigkeitssyndrom von Alkohol wiederholt 
stationär behandelt worden sei und sich jeweils die zeitgleich genannten depressiven Syndrome 
regelmässig verbessert hätten, erfolge weder mit Bezug zum jeweils postulierten Schweregrad der 
depressiven Episode, noch in Abgrenzung zu den Effekten des Alkohols eine entsprechende 
Erörterung. Komme hinzu, dass weit überwiegend auf die Selbsteinschätzung der 
Beschwerdeführerin abgestellt werde, währenddessen die Fremdbeurteilung der Tätigkeiten durch 
die Fachpersonen der beruflichen Rehabilitation insgesamt gut geblieben und bekannte Ressourcen 
bestätigt worden seien (IV-Akten S. 835-838, 1082).

Auch die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (F61.0) werde weder mit noch ohne 
Bezug zum Klassifikationssystem beschrieben; insbesondere würden die dort geforderten Eingangs-
kriterien nicht diskutiert (IV-Akten S. 836-838, 1081). Darüber hinaus würden auch im Bericht vom 
15. September 2020 keine relevanten Informationen dokumentiert, weshalb die beschriebene, im 
Vergleich zum Oktober 2019 deutliche Ausweitung der Einschränkungen (inkl. kognitiver Funktio-
nen) nicht kritisch differenziert nachvollzogen und so nicht bestätigt werden könne (IV-Akten 
S. 1079).

Das chronische bzw. multiple Schmerzsyndrom könne ebenfalls nicht bestätigt werden. Allgemein 
gelte nämlich, dass das Charakteristikum einer somatoformen Störung in der wiederholten Darbie-
tung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen 
Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die 
Symptome nicht körperlich begründbar seien, bestünden. Ein entsprechendes Verhalten werde aber 
weder in den Akten, noch von der Beschwerdeführerin anlässlich der aktuellen Untersuchung darge-
stellt. Hartnäckige Forderungen formuliere sie ebenfalls nicht. Ein andauernder (schwerer und 
quälender) Schmerz sei nicht zu erkennen und werde ausdrücklich verneint. Darüber hinaus seien 
organpathologische Auffälligkeiten (bspw. Adipositas, Folgen einer Bauchoperation) vorhanden (IV-
Akten S. 842, 1109).

Die Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01) sowie sonstige Essstörung (F50.8) würden zwar postu-
liert, ohne sie jedoch zu substantiieren. Entsprechende objektive Befunde, aber auch subjektive 
Beschwerden würden nicht beschrieben bzw. die Kriterien der Diagnose weit überwiegend aufgrund 
der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin als erfüllt gewertet, wobei sich die subjektiven 
Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch den Konsum bzw. Entzug von Alkohol 
erklären liessen. Beide Diagnosen könnten somit nicht bestätigt werden und würden auch in den 
Folgeberichten vom 20. Oktober 2020 und 17. November 2020 nicht wiederholt (IV-Akten S. 926, 
1079, 1082, 1108).

5.2.3. Was den Austrittsbericht vom 15. Dezember 2021 des Psychiatriezentrums L.________ 
anbelangt, so stellt der Gutachter fest, dass die Diagnosen der vorbehandelnden und zuweisenden 
Fachpersonen (weitgehend unverändert) übernommen worden seien (IV-Akten S. 1083). 
Diesbezüglich kann also auf die vorstehenden Ausführungen (E. 5.2.2) verwiesen werden.

Gleiches gilt bezüglich der Berichte der Kliniken E.________ und G.________, auf welche der 
Gutachter zwar nicht explizit, aber über seine Auseinandersetzung mit den Berichten der Tagesklinik 
des F.________ doch implizit Bezug nimmt.

5.2.4. Kommt hinzu, dass der Gutachter in beiden Explorationen – abgesehen von einer Klagsam-
keit (vgl. Gutachten vom 21. August 2020, IV-Akten S. 829)) – keine psychopathologischen Befunde 
feststellen konnte (IV-Akten S. 829, 1093-1094). Auch konnte mit der testpsychologischen Untersu-

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chung nach MADRS bei einem Summenwert von 11 resp. 9-10 Punkten das Vorliegen eines depres-
siven Syndroms nicht objektiviert werden (IV-Akten S. 829-830, 1095-1096). Die Gültigkeit des ermit-
telten Profils nach MMPI-2-RF wiederum war fraglich (IV-Akten S. 831-832, 1096-1098).

5.3. Zusammenfassend ist also festzustellen, dass die von der Vorinstanz in Auftrag gegebenen 
psychiatrischen Gutachten (Erstgutachten, Verlaufsgutachten) von Dr. med. I.________ den an ein 
Gutachten gestellten Anforderungen entsprechen, weshalb ohne Weiteres darauf abgestellt und von 
weiteren Beweismassnahmen, wie sie die Beschwerdeführerin beantragt, abgesehen werden kann.

Es ist somit – gestützt auf die Gutachten I.________ – davon auszugehen, dass im Fall der 
Beschwerdeführerin ein Abhängigkeitssyndrom von Alkohol (F10.2) im Vordergrund steht, in dessen 
Rahmen somatische Komplikationen und auch ängstlich-depressive Verstimmungen auftreten, die 
jedoch bei Abstinenz von Alkohol dementsprechend "zügig" remittieren. 

5.4. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verhält nicht. 

Inwiefern die beiden Gutachten I.________ in mehrfacher Hinsicht nicht schlüssig sein sollten, wird 
von ihr nicht weiter begründet. Eine Widersprüchlichkeit in den Aussagen des Gutachters ist auf 
jeden Fall nicht zu erkennen, vermag er doch zu begründen, weshalb bei der Selbsteinschätzung 
der Beschwerdeführerin von einer bewusstseinsnahen Aggravation der Beschwerden auszugehen 
sei (MMPI-2-RF: überdurchschnittliche Zahl seltener Antworten, ungewöhnliche Kombination von 
Antworten; vgl. IV-Akten S. 832). 

Dass die Meinung des Gutachters von der Meinung der behandelnden Ärzte abweicht, vermag der 
Beschwerdeführerin ebenfalls nicht zum Vorteil zu gereichen, ist doch den im Rahmen des Verwal-
tungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender 
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, praxisgemäss volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(vgl. Urteil BGer 8C_426/2011 vom 29. September 2011 E. 6.1; BGE 137 V 210 E. 1.3.4; 125 V 351 
E. 3b/bb). Dies ist nach dem Gesagten vorliegend gerade nicht der Fall, hat doch der Gutachter die 
bereits sehr lange Krankengeschichte, mit teilweise mehrmonatigen Alkoholentzügen, in seinem 
Gutachten berücksichtigt und gewürdigt.

Schliesslich ist auch nicht zu beanstanden, dass der Gutachter, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, die im Raum stehende chronische Schmerzstörung unter die Diagnose F45.4 eingeordnet 
hat. Da die R-Diagnosen der ICD-10 Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde beschrei-
ben, die andernorts nicht klassifiziert sind, wären diese Diagnosen ohnehin vom Somatiker, und 
nicht von den medizinischen Fachpersonen des F.________, zu stellen.

6.

6.1. Der Gutachter stellt sich in seinem Gutachten auf den Standpunkt, dass die Beschwerdefüh-
rerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu insgesamt 60 Prozent (6 Stunden pro Tag mit einer Leis-
tungsminderung von 20 Prozent) arbeitsfähig ist. Eine angepasste Tätigkeit (wohlwollende und strin-
gente Führung, klare Arbeitsabläufe und Strukturen, Toleranz gegenüber einem Schonverhalten) sei 
ihr aber ganztags zumutbar, wobei auch hier eine Leistungseinschränkung von 20 Prozent existiere 
(verminderte Belastbarkeit bei unregelmässig ausgeprägten Verhaltensschwierigkeiten, verminder-
ter Emotionsregulation, Stressintoleranz und reduzierter Anpassungsfähigkeit und dadurch vermehr-

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ter Betreuungsaufwand bei Defiziten in den Bereichen Selbstbehauptungsfähigkeit und Durchhalte-
vermögen).

Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist plausibel und nachvollziehbar. Der Verlauf seit dem erst-
maligen stationären Aufenthalt in der Klinik E.________ (30.07.2015-20.10.2015) war geprägt von 
beruflichen Massnahmen, die im Wechsel standen mit (teil-) stationären Aufenthalten. Wie der 
Gutachter in seinen Gutachten auch aufgezeigt hat, konnte sich die Beschwerdeführerin, nach den 
(teil-) stationären Aufenthalten, bei denen regelmässig auch die depressive Symptomatik remittierte, 
nicht nur rasch wieder in den Arbeitsprozess einsteigen und sich in das Arbeitsumfeld einfügen, 
sondern sie erhielt auch regelmässig gute Fremdbeurteilungen ihrer Arbeit. Seitens der Fachperso-
nen der beruflichen Eingliederung wurde auch immer wieder auf die guten bis sehr guten Ressour-
cen der Beschwerdeführerin hingewiesen. Die psychische Dekompensation begann jeweils erst, 
wenn die Beschwerdeführerin wieder mit dem Alkoholkonsum begann, was dann auch zu vermehr-
ten Absenzen führte.

Daraus folgt, dass der Beschwerdeführerin unter der Voraussetzung, dass sie abstinent lebt, was 
ihr durchaus zugemutet werden kann, ist doch die depressive Symptomatik Folge des Alkoholkon-
sums und nicht ihre Ursache und weisen die akzentuierten Persönlichkeitszüge der Beschwerdefüh-
rerin von sich aus alleine keinen Krankheitswert auf, in einer angepassten Tätigkeit zu 80 Prozent 
erwerbstätig sein kann.

6.2. Für den Beginn der attestierten (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit stellt der Gutachter auf die 
Berichte des ambulanten psychiatrischen Dienstes des F.________ vom 21. Dezember 2018 (IV-
Akten S. 738-744) und 17. Oktober 2019 (IV-Akten S. 760-761) ab und kommt zum Schluss, dass 
die Beschwerdeführerin seit Juli 2018 (Beginn der Behandlung durch den ambulanten 
psychiatrischen Dienstes des F.________) in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Die 
Entwicklung der Defizite sei medizinisch-theoretisch zwar bereits seit 2015 anzunehmen, zunächst 
sei es aber nicht zu andauernden Einschränkungen der Belastbarkeit gekommen (IV-Akten S. 856).

Diese Begründung ist nicht ganz nachvollziehbar. So ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwer-
deführerin bereits vor Juli 2018 wegen ihres Abhängigkeitssyndroms von Alkohol wiederholt hospi-
talisiert werden musste. So verweist der Bericht des ambulanten psychiatrischen Dienstes des 
F.________ vom 21. Dezember 2018, auf den sich nota bene auch der Gutachter explizit bezieht, 
auf mehrere, bereits erfolgte (teil-) stationäre Aufenthalte der Beschwerdeführerin: 30.07.2015-
20.10.2015 in der Klinik E.________, 15.06.2016-15.07.2016 und 22.08.2016-05.09.2016 in der 
Tagesklinik des F.________, 26.10.2016-31.01.2017 und 28.02.2017-23.03.2017 in der 
Klinik E.________ (der Bericht spricht von einem Mal, Daten waren den Unterzeichnenden nicht 
bekannt), 03.04.2017-06.04.2017 und 15.04.2017-27.04.2017 im stationären Behandlungszentrum 
des F.________ und 19.05.2017-27.07.2017 (Daten waren den Unterzeichnenden nicht bekannt) 
und 09.04.2018-09.05.2018 in der Klinik G.________. Die Beschwerdeführerin musste also von Juli 
2015 bis Juli 2018 – mithin während eines Zeitraums von nur gerade drei Jahren – insgesamt 
neunmal und während insgesamt 12 Monaten (teil-) stationär behandelt werden.

Kommt hinzu, dass die Berichte vom 21. Dezember 2018 und 17. Oktober 2019 keine Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes seit Juli 2018 beschreiben. Vielmehr lässt sich namentlich aus 
dem Bericht vom 21. Dezember 2018 entnehmen, dass die Verschlechterung bereits im Jahr 2015 
eingetreten ist, als sich die Beschwerdeführerin nach zehn Jahren Beziehung von ihrem Ex-Freund 
trennte. Aufgrund der Unzufriedenheit in der Beziehung und den Schmerzen im Unterbauch hat sie 
zwar (anamnestisch) schon in den letzten zwei Jahren der Beziehung vermehrt Alkohol konsumiert. 

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Nach der Trennung folgte dann aber ein erster stationärer Alkoholentzug. Entsprechendes lässt sich 
beispielsweise auch dem Bericht von Dr. med. N.________ vom 6. Juni 2016 (IV-Akten S. 317-320: 
"lm Juli 2015 nach ihrer Trennung vom damaligen Lebenspartner habe die Patientin ihr erstes psych-
iatrisch-psychotherapeutisches Gespräch aufgesucht. Anschliessend und aufgrund des unkontrol-
lierten Alkoholkonsums und des ausgeprägten Leidensdruckes ist die Patientin in der 
Klinik E.________ stationär behandelt worden.") sowie dem Austrittsbericht der Klinik E.________ 
vom 13. November 2015 (IV-Akten S. 325-326: "Es besteht seit mehreren Jahren ein riskanter 
Alkoholkonsum und nun seit etwa sechs Monaten ein Abhängigkeitssyndrom mit Folgen im sozialen 
und psychischen Bereich. […] [Einen Monat vor dem Klinikeintritt] sei es zur Trennung von ihrem 
Freund gekommen nach 10-jähriger Beziehung. Das habe zu einer schweren psychischen 
Belastung geführt und in Folge dessen auch zu vermehrtem Alkoholkonsum. Damit zu einem 
späteren Zeitpunkt eine wirkungsvolle Psychotherapie begonnen werden kann, wollte [die Patientin] 
zunächst ihre Suchterkrankung im stationären Rahmen bearbeiten.") entnehmen.

Damit ist nach Lage der Akten – und entgegen der Meinung des Gutachters – davon auszugehen, 
dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bereits im Juli 2015 verschlechtert und 
zu der vom Gutachter attestierten Arbeitsunfähigkeit von 60 Prozent (angestammte Tätigkeit) resp. 
80 Prozent (angepasste Tätigkeit) geführt hat.

6.3. Im Urteil 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 E. 5.1 hat das Bundesgericht erwogen, dass für 
die Entstehung des Rentenanspruchs das Ende der Eingliederungsmassnahmen massgebend ist: 
Die IV-Stelle hat nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" zuerst abzuklären, ob die Erwerbs-
fähigkeit der versicherten Person (oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen) voraus-
sichtlich durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert 
werden kann (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG). Nur wenn sie zum Schluss gelangt, dass keine entspre-
chenden Massnahmen (mehr) in Frage kommen, kann ein Rentenanspruch bejaht werden; andern-
falls sind vorab geeignete Eingliederungsmassnahmen anzuordnen (Urteile BGer 9C_108/2012 vom 
5. Juni 2012 E. 2.2.1 und 9C_99/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.1, je mit Hinweis auf die Botschaft 
vom 22. Juni 2005 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [5. IV-Revisi-
on], BBl 2005 4459 ff., 4521 ff., 4531 und 4568). Nach der gesetzlichen Konzeption kann deshalb 
eine Rente vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (allenfalls auch rückwirkend) nur 
zugesprochen werden, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes nicht oder 
noch nicht eingliederungsfähig war (Urteil BGer 9C_108/2012 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.1; BGE 121 
V 190 E. 4a; MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 
28 N. 16). Diese Grundsätze finden auch Anwendung auf Integrationsmassnahmen, bei welchen es 
sich um eine besondere Form von Eingliederungsmassnahmen handelt (vgl. dazu Art. 8 Abs. 3 Bst. 
a bis und Art. 14a IVG sowie Art. 4quater ff. IVV [je in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 
Fassung]; vgl. Urteil BGer 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 3.1 und 3.2). Solange Integra-
tionsmassnahmen in Betracht fallen können, ist der Anspruch auf eine Rente deshalb nicht zu prüfen 
und kann eine Rente nicht zugesprochen werden (Urteile BGer 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011 
E. 3.3 und 9C_99/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.1). Dass der Rentenanspruch grundsätzlich erst 
nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen kann, gilt dabei selbst im Fall, dass 
diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten (Urteile BGer 9C_689/2019 vom 20. Dezember 
2019 E. 3.1 und 9C_450/2019 vom 14. November 2019 E. 3.3.1, je mit Hinweis auf BGE 121 V 190 
E. 4c, d und e; MEYER/REICHMUTH, Art. 28 N. 7). Anders verhält es sich nach Abklärungsmassnah-
men, die zeigen sollen, ob der Versicherte überhaupt eingliederungsfähig ist, und die dann ergeben, 
dass dies nicht zutrifft; diesfalls kann eine Rente rückwirkend zugesprochen werden (BGE 121 V 
190 E. 4d; vgl. zum Ganzen auch BGE 148 V 397 E. 5 und 6).

Kantonsgericht KG
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Im Rahmen von Integrationsmassnahmen (und nicht etwa im Rahmen von Abklärungsmassnahmen 
zur Prüfung der Frage der Eingliederungsfähigkeit) absolvierte die Beschwerdeführerin vom 
3. November 2014 bis 26. Juli 2015 ein Belastbarkeitstraining mit anschliessendem Arbeitstraining 
bei der D.________, gefolgt von einem weiteren Arbeitstraining mit externem Praktikum vom 
23. November 2015 bis 30. März 2016. Vom 6. Februar 2017 bis 7. Mai 2017 hätte bei der 
D.________ erneut ein Arbeitstraining stattfinden sollen, das jedoch nach nur einem Tag 
abgebrochen werden musste. Vom 31. Juli 2017 bis 15. März 2018 folgten ein weiteres 
Belastbarkeitstraining bei der D.________ und vom 14. Mai 2018 bis 31. August 2018 ein 
Belastbarkeitstraining sowie vom 1. September 2018 bis 21. Dezember 2018 ein Aufbautraining bei 
der H.________ GmbH. Über weitere Integrationsmassnahmen lässt sich den vorliegenden Akten 
nichts entnehmen.

Eine allfällige Rente kann folglich frühestens ab dem 1. Dezember 2018 (Abschluss der Eingliede-
rungsmassnahmen) zugesprochen werden; dies obschon die Beschwerdeführerin nach dem Gesag-
ten (vgl. vorstehende E. 6.2) schon seit Juli 2015 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war.

6.4. In ihren Bemerkungen vom 8. März 2023 nahm die Vorinstanz eine Neuberechnung des 
Invaliditätsgrades vor. Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent und der "Schweizeri-
schen Lohnstrukturerhebung 2018" (Tabelle_TA1_Tirage_Skill_Level, Pos. 68 und Kompetenzni-
veau 3 [Valideneinkommen] resp. Pos. 77, 79-82 und Kompetenzniveau 2 [Invalideneinkommen], 
Frauen) berechnete sie einen Invaliditätsgrad von 40.89 Prozent, was Anspruch auf eine Viertels-
rente der Invalidenversicherung gebe.

Da der Rentenanspruch nach dem Gesagten frühestens am 1. Dezember 2018 entstehen kann, ist 
bezüglich des Invalideneinkommens auf die "Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2018" (Tabelle 
TA1_Tirage_Skill_Level, Pos. 77, 79-82, Kompetenzniveau 2, Frauen) abzustellen und von einem 
monatlichen Einkommen von CHF 4'787.- auszugehen. Das Jahreseinkommen von CHF 57'444.- 
(12 x 4'787) ist auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 42.2 Wochenstunden (vgl. Tabelle 
T 03.02.03.01.04.01, Pos. 77, 79-82, Jahr 2018) aufzurechnen, was ein Jahreseinkommen von 
CHF 60'603.- ergibt. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 Prozent liegt das von der Beschwerdeführerin 
erzielbare Invalideneinkommen bei CHF 48'482.-.

Da der Beschwerdeführerin die Arbeitsstelle aus Krankheitsgründen gekündigt wurde, ist beim Vali-
deneinkommen auf den zuletzt erzielten Verdienst abzustellen. Dieser lag im Jahr 2012 bei monat-
lich CHF 6'500.- (IV-Akten S. 171). Das Jahreseinkommen von CHF 84'500.- (13 x 6'500) ist gemäss 
dem Reallohnindex Frauen von 102.4 im Jahr 2012 auf 106.8 im Jahr 2018 zu indexieren (vgl. 
Tabelle T2.2.10 Total). Das Valideneinkommen liegt somit bei CHF 88'131.-.

Ausgehend von einem Valideneinkommen von CHF 88'131.- und einem Invalideneinkommen von 
CHF 48'482.- ergibt sich eine Einkommenseinbusse von CHF 39'649.-, was einem Invaliditätsgrad 
von 45 Prozent entspricht und Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung gibt.

6.5. Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung der Vorin-
stanz in dem Sinne abzuändern, als der Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2018 eine Vier-
telsrente der Invalidenversicherung zuzusprechen ist. 

Darüber hinausgehend ist die Beschwerde abzuweisen.

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7.

Die Beschwerdeführerin stellt das Begehren, es sei ihr für das vorliegende Verfahren die vollständige 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

Da die Beschwerdeführerin Sozialhilfe bezieht und die vorliegende Beschwerde auch nicht zum 
vornherein als aussichtslos bezeichnet werden kann, ist dem Gesuch – in Anwendung von Art. 142 
Abs. 1 und 2 sowie Art. 143 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungs-
rechtspflege (VRG; SGF 150.1) – stattzugeben und Rechtsanwalt Christian Jungen zum amtlichen 
Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin zu ernennen.

8.

8.1. Aufgrund des teilweisen Unterliegens der Beschwerdeführerin sind die Verfahrenskosten von 
insgesamt CHF 800.- je zur Hälfte (CHF 400.-) der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz aufzuer-
legen.

Zufolge der gewährten vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege werden die Kosten von der 
Beschwerdeführerin aber einstweilen nicht erhoben.

8.2. Die Beschwerdeführerin hat als teilweise obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Vorinstanz. Die Entschädigung richtet sich nach Art. 146 ff. VRG, dem 
kantonalen Tarif vom 17. Dezember 1991 über die Verfahrenskosten und Entschädigungen in der 
Verwaltungsjustiz (Tarif VJ; SGF 150.12) sowie der Komplexität der Angelegenheit und des notwen-
digen Aufwandes. 

Der Rechtsvertreter hat am 24. November 2023 eine Kostenliste über einen Betrag von 
CHF 1'649.30 eingereicht, welche ein Honorar von CHF 1'500.- (8h20 à CHF 180.-), Spesen von 
CHF 31.40 sowie eine Mehrwertsteuer (7,7 Prozent) von CHF 117.90 umfasst. Der fakturierte 
Aufwand und die geltend gemachten Spesen erweisen sich nicht als unangemessen. Indessen 
beträgt der Stundenansatz CHF 250.-. Die von der unterliegenden Vorinstanz zu leistende Partei-
entschädigung ist somit auf insgesamt CHF 1'138.75 (Honorar: CHF 2'083.30, Spesen: CHF 31.40, 
Mehrwertsteuer: CHF 162.80, davon je die Hälfte) festzusetzen.

8.3. Sodann ist dem Rechtsbeistand im Rahmen der gewährten vollständigen unentgeltlichen 
Rechtspflege im Umfang des teilweisen Unterliegens eine Entschädigung von CHF 824.65 (Honorar: 
CHF 1'500.- [8h20 Stunden à CHF 180.-], Spesen: CHF 31.40, Mehrwertsteuer: CHF 117.90, davon 
je die Hälfte) zuzusprechen. Diese Entschädigung ist vom Staat zu übernehmen.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde (608 2023 19) wird teilweise gutgeheissen und die Verfügung der Invaliden-
versicherungsstelle des Kantons Freiburg vom 4. Januar 2023 in dem Sinne abgeändert, als 
A.________ ab dem 1. Dezember 2018 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung 
zugesprochen wird.

Darüber hinausgehend wird die Beschwerde abgewiesen.

II. Das Gesuch um vollständige unentgeltliche Rechtspflege (608 2023 20) wird gutgeheissen 
und Rechtsanwalt Christian Jungen zum amtlichen Rechtsbeistand von A.________ ernannt.

III. Die Verfahrenskosten von CHF 800.- werden je zur Hälfte (CHF 400.-) A.________ und der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg auferlegt.

Zufolge der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege werden die Kosten von A.________ aber 
einstweilen nicht erhoben.

IV. A.________ wird zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg eine 
Parteientschädigung von insgesamt CHF 1'138.75, davon CHF 1'057.35 für Honorar und 
Auslagen des Rechtsvertreters sowie CHF 81.40 für Mehrwertsteuer, zugesprochen.

V. Rechtsanwalt Christian Jungen wird im Rahmen der gewährten vollständigen unentgeltlichen 
Rechtspflege eine Entschädigung von insgesamt CHF 824.65, davon CHF 765.70 für Honorar 
und Auslagen des Rechtsvertreters sowie CHF 58.95 für Mehrwertsteuer, zugesprochen. 
Diese ist vom Staat zu übernehmen.

VI. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift 
muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angege-
ben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die 
Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid 
mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grund-
sätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 5. Dezember 2023/dki

Die Präsidentin Der Gerichtsschreiber