# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88b6dbbe-b61d-5d50-9c82-8fbd4a5acbb9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2025 F-6782/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6782-2025_2025-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6782/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Genner, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner;   

Gerichtsschreiber Lukas Schmid. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geb. (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch Marek Wieruszewski, 

Solidaritätsnetz Bern,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 27. August 2025. 

 

 

 

F-6782/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 23. Juni 2025 in der Schweiz um Asyl 

und machte dabei geltend, am 25. Oktober 2008 geboren zu sein. Ein Ab-

gleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) ergab, 

dass er bereits am 23. Mai 2025 in Bulgarien und am 12. Juni 2025 in Kro-

atien um Asyl ersucht hatte. 

B.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 2. Juli 2025 im Rah-

men der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asylsuchende 

(EB UMA) das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensent-

scheid und der Möglichkeit der Überstellung nach Bulgarien oder Kroatien, 

deren Zuständigkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in 

Frage komme. 

C.  

Mit Zwischenverfügung vom 13. August 2025 verfügte die Vorinstanz die 

Anpassung des Geburtsdatums des Beschwerdeführers von Amtes wegen 

auf den (…) mit Bestreitungsvermerk.  

D.  

Mit Gesuchen vom 13. August 2025 ersuchte das SEM die bulgarischen 

und die kroatischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdefüh-

rers. Die bulgarischen Behörden lehnten das Gesuch am 18. August 2025 

mit der Begründung ab, Kroatien sei für die Prüfung des Asylgesuchs des 

Beschwerdeführers zuständig. Die kroatischen Behörden hiessen das Ge-

such am 27. August 2025 gut gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verord-

nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO).  

E.  

Mit Verfügung vom 27. August 2025 (eröffnet am 29. August 2025) trat die 

Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn 

aus der Schweiz weg und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig beauftragte sie den Kanton 

Bern mit dem Vollzug der Wegweisung und hielt fest, einer allfälligen Be-

schwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

F-6782/2025 

Seite 3 

F.  

Mit Beschwerde vom 5. September 2025 gelangte der Beschwerdeführer 

an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben und das SEM sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch 

einzutreten. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Es sei dem ihm – dem Beschwerdeführer – die 

unentgeltliche Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses zu gewähren. 

G.  

Am 8. September 2025 ordnete die Instruktionsrichterin gestützt auf Art. 56 

VwVG einen superprovisorischen Vollzugsstopp an. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Behandlung der Beschwerde 

zuständig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachur-

teilsvoraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten 

ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO grundsätzlich Kroatien für die Behandlung des Asylgesuchs 

des Beschwerdeführers zuständig ist, dass das kroatische Asylsystem 

rechtsprechungsgemäss keine systemischen Schwachstellen aufweist, 

aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die 

Schweiz überginge (vgl. Urteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 [als Refe-

renzurteil publiziert] E. 9.5), und dass vorliegend keine völkerrechtlichen 

Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbst-

eintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden. Darüber hin-

aus hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. Au-

gust 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Ermessens von einem 

F-6782/2025 

Seite 4 

Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach zu Recht in Anwen-

dung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwer-

deführers nicht eingetreten und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG seine 

Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Zur näheren Begründung wird auf 

die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen. 

2.2 Die vom Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene zitierten Berichte 

betreffend die Situation von Asylsuchenden in Kroatien vermögen nichts 

daran zu ändern, dass das kroatische Asylsystem rechtsprechungsgemäss 

keine systemischen Schwachstellen aufweist und insgesamt davon auszu-

gehen ist, dass Gesuchstellende, welche gestützt auf die Dublin-III-VO 

nach Kroatien überstellt werden, Zugang zum dortigen Asylverfahren er-

halten (vgl. E. 2.1 hiervor). Insbesondere besteht keine beachtliche Wahr-

scheinlichkeit einer Verletzung der aus dem Refoulement-Verbot fliessen-

den Rechte der Asylsuchenden (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 E. 9, 

insb. E. 9.4.2). Darüber hinaus ist Kroatien Signatarstaat der EMRK und 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und hat die entsprechenden völkerrechtlichen Verpflich-

tungen zu beachten. Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

besteht kein Anlass, weshalb der entsprechende Eventualantrag abzuwei-

sen ist.  

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden 

(Art. 106 AsylG) und die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegen-

den Urteil fällt der am 8. September 2025 angeordnete Vollzugsstopp da-

hin. Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

ist mit heutigem Entscheid gegenstandslos geworden. 

4.  

Die Begehren erweisen sich als aussichtslos, weshalb das Gesuch um un-

entgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist.  

5.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR173.320.2]).  

F-6782/2025 

Seite 5 

6.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv: nächste Seite)  

F-6782/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Genner Lukas Schmid 

 

 

 

Versand: