# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0a5f6c6-0cfa-5462-9a1f-8b09f9be4318
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 24.11.2021 A 2021 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2021-41_2021-11-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 21 41

4. Kammer 

Einzelrichter Racioppi

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 24. November 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung,

Beschwerdegegnerinnen

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

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I. Sachverhalt:

1. A._____ erhält für seine sich in Ausbildung befindende Tochter B._____ 

(geb. am C._____) eine AHV- und zwei BVG-Kinderrenten. Die den Zeit-

raum Januar bis Dezember 2019 betreffende AHV-Kinderrente in der 

Höhe von CHF 9'924.-- wurde von der Sozialversicherungsanstalt des 

Kantons Graubünden (nachfolgend: SVA) direkt an die Tochter überwie-

sen. Die BVG-Kinderrenten der Pensionskasse des Bundes Publica 

(nachfolgend: Publica) beliefen sich im Jahr 2019 auf insgesamt CHF 

736.05 pro Monat. Diese Kinderrenten leitete A._____ mittels monatlichem 

Dauerauftrag an seine Tochter mit Wohnsitz in D._____, Liechtenstein, 

weiter. 

2. In seiner Steuererklärung 2019 deklarierte A._____ die AHV-Kinderrente 

nicht als Renteneinkommen. Die BVG-Renten der Publica wurden samt 

Anteil Kinderrenten (12 x CHF 736.05 = CHF 8'832.60) unter Ziff. 3.2 der 

Steuererklärung (Renten Säule 2) deklariert. Unter Position 11.2 "Unter-

haltsbeiträge für minderjährige Kinder" machte A._____ einen Abzug in 

der Höhe von CHF 8'833.-- für die BVG-Kinderrenten geltend.  

3. Mit Veranlagungsverfügungen betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 

bzw. direkte Bundessteuer 2019 vom 1. März 2021 rechnete die Steuer-

verwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend: Steuerverwaltung) die 

AHV-Kinderrente in der Höhe von CHF 9'924.-- unter Ziff. 3.1 "AHV / IV 

Rente Person 1" auf mit der Bemerkung, dass Kinderrenten auch nach 

dem vollendeten 18. Lebensjahr des Kindes bei den Eltern besteuert wür-

den. Zudem wurden die geltend gemachten Unterhaltsbeiträge für minder-

jährige Kinder in der Höhe von CHF 8'833.-- auf CHF 3'112.-- gekürzt mit 

der Begründung, dass Unterhaltsbeiträge nur bis zur Volljährigkeit des 

Kindes abziehbar seien. Im Gegenzug wurde A._____ betreffend Kantons- 

und Gemeindesteuern 2019 der hälftige Kinderabzug für Kinder in Ausbil-

dung in der Höhe von CHF 4'650.-- gewährt mit der Bemerkung, dass ab 

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Volljährigkeit des Kindes beiden Elternteilen je der halbe Kinderabzug zu-

stehe. 

4. Die von A._____ hiergegen erhobene Einsprache hiess die Steuerverwal-

tung mit Einspracheentscheid vom 21. September 2021 teilweise gut. Sie 

begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, dass die von der SVA 

direkt an die Tochter ausgerichtete AHV-Kinderrente in der Höhe von CHF 

9'924.-- sowie die von der Publica ausbezahlte BVG-Kinderrente in der 

Höhe von CHF 8'832.60 weiterhin von A._____ zu versteuern seien. Die 

Aufrechnung der nicht deklarierten AHV-Kinderrente sei somit zu Recht 

erfolgt. Zudem sei die Tochter am 18. Februar 2019 volljährig geworden. 

Die Unterhaltsbeiträge (Kinderrenten) seien entsprechend nur noch für die 

Monate Januar und Februar abzugsfähig. Der zulässige Abzug betrage 

total CHF 3'126.--. Der anlässlich der Veranlagung gewährte Abzug von 

CHF 3'112.-- werde entsprechend abgeändert. Somit könne der bean-

tragte volle Unterhaltsabzug für die an die Tochter weitergeleiteten Kinder-

renten nicht gewährt werden. Sodann stehe A._____ beim Kanton der 

halbe Kinderabzug für Kinder in Ausbildung mit Aufenthalt am auswärtigen 

Ausbildungsort von CHF 9'300.-- bzw. beim Bund der volle Kinderabzug 

von CHF 6'500.-- zu. Schliesslich könnten die Renten gemäss dem Dop-

pelbesteuerungsabkommen Schweiz/Liechtenstein nur in der Schweiz be-

steuert werden, zumal A._____ in der Schweiz ansässig sei. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 

vom 18. Oktober 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden. Er begründete seine Beschwerde im Wesentlichen da-

mit, dass die Alterskinderrenten seiner Tochter in das Liechtenstein über-

wiesen würden. Die Alterskinderrente sei im Doppelbesteuerungsabkom-

men nirgends explizit erwähnt. Nach Art. 21 dieses Abkommens seien an-

dere Einkünfte einer in einem Vertragsstaat ansässigen Person, die in den 

vorstehenden Artikeln nicht behandelt würden, ungeachtet ihrer Herkunft 

nur in diesem Staat zu versteuern. Nachgewiesenermassen erhalte seine 

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Tochter die Alterskinderrenten und nicht er. Solange seine Tochter noch 

nicht volljährig gewesen sei, hätten die Kinderrenten vollumfänglich von 

seinem Einkommen abgezogen werden können. Warum diese Praxis bei 

Volljährigkeit seiner Tochter nicht mehr berücksichtigt werden sollte, 

könne die Steuerverwaltung nicht belegen. Daher werde beantragt, die Al-

terskinderrenten der AHV und der Publica in der Höhe von CHF 9'924.-- 

bzw. CHF 8'832.-- nicht zu seinem steuerbaren Einkommen hinzuzurech-

nen. Zumindest sei die AHV-Kinderrente nicht aufzurechnen, da diese di-

rekt an seine Tochter überwiesen werde. Falls das Gericht diesem Antrag 

nicht Folge leisten könne, sei ihm betreffend Kantons- und Gemeindesteu-

ern der volle Kinderabzug von CHF 18'600.-- zu gewähren. Seine Unter-

haltszahlungen hätten im Jahr 2019 total CHF 18'756.-- betragen. Die Le-

benshaltungskosten für Studenten in Österreich würden sich auf ca. Euro 

950.-- pro Monat belaufen. Folglich würden seine Unterhaltszahlungen bei 

weitem genügen. 

6. Die Steuerverwaltung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 5. November 2021 auf Abweisung der Beschwerde. 

Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, dass die von der SVA direkt an 

die Tochter ausgerichtete AHV-Kinderrente in der Höhe von CHF 9'924.--

und die von der Publica ausbezahlten BVG-Kinderrenten in der Höhe von 

CHF 8'832.60 weiterhin von der rentenberechtigten Person zu versteuern 

seien. Die Aufrechnung der nicht deklarierten AHV-Kinderrente unter Po-

sition 3.1 sei somit zu Recht erfolgt, weshalb die Beschwerde in diesem 

Punkt abzuweisen sei. Ausserdem sei die Tochter des Beschwerdeführers 

am 18. Februar 2019 volljährig geworden. Die Unterhaltsbeiträge (Kinder-

renten) seien entsprechend nur noch für die Monate Januar und Februar 

abzugsfähig. Der zulässige Abzug belaufe sich auf total CHF 3'126.--. Der 

vom Beschwerdeführer in der Einsprache beantragte volle Unterhaltsab-

zug für die an seine Tochter weitergeleiteten Kinderrenten könne folglich 

nicht gewährt werden. Des Weiteren habe die Tochter des Beschwerde-

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führers ihren steuerrechtlichen Wohnsitz in Liechtenstein an der gleichen 

Adresse wie ihre Mutter. Gemäss Studienbestätigung sei sie per Stichtag 

(31. Dezember 2019) an der Universität E._____ gemeldet gewesen. Es 

könne davon ausgegangen werden, dass sie regelmässig an den Wo-

chenenden und in den Semesterferien an ihren Wohnsitz in Liechtenstein 

zu ihrer Mutter zurückgekehrt sei, welche die gesamte Naturalpflege er-

bracht und damit durchaus ebenfalls erhebliche materielle bzw. geldwerte 

Leistungen für ihre auswärts studierende Tochter getätigt habe. Demnach 

stehe dem Beschwerdeführer betreffend Kanton der halbe Kinderabzug 

für Kinder in Ausbildung mit Aufenthalt am auswärtigen Ausbildungsort 

von CHF 9'300.-- bzw. beim Bund der volle Kinderabzug in der Höhe von 

CHF 6'500.-- zu. Der mit Beschwerde beantragte volle Kinderabzug könne 

somit nicht gewährt werden. 

7. Am 16. November 2021 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen 

bisherigen Anträgen und Ausführungen fest und vertiefte seinen Stand-

punkt. 

8. Mit Duplik vom 22. November 2021 hielt die Beschwerdegegnerin eben-

falls an ihren Rechtsbegehren fest. 

9. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

im angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 21. September 2021 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 

2019. Ein solcher Entscheid kann gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 

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des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des 

Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.000) bzw. 

Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern 

(GKStG; BR 720.200) mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden angefochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des 

streitberufenen Gerichts ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das Ver-

waltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der 

kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des kantona-

len Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug 

vorsieht, was vorliegend – wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) – der 

Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden Streitsache in 

die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Der Beschwerdeführer ist als 

formeller und materieller Adressat des angefochtenen Einspracheent-

scheids beschwert und damit ohne Weiteres zur Beschwerdeerhebung be-

fugt (Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten.

1.2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in ein-

zelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht über-

schreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Gemäss unbe-

strittener Berechnung der Beschwerdegegnerin beläuft sich der Streitwert 

auf CHF 1'929.--. Da dieser unter CHF 5'000.-- liegt und die vorliegende 

Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 

VRG), ist die Zuständigkeit des Einzelrichters gegeben.

2. Zu beurteilen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die AHV-Kinder-

rente zu Recht aufgerechnet sowie besteuert hat und ob die zum Abzug 

zugelassenen Unterhaltsbeiträge korrekt sind. Auch ist in Bezug auf die 

Kantons- und Gemeindesteuern 2019 die zulässige Höhe des Kinderab-

zugs zu prüfen. 

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3.1. Der Beschwerdeführer bemängelt, Alterskinderrenten versteuern zu müs-

sen, die seine Tochter und nicht er erhalten habe. 

3.2. Unter dem Randtitel "Einkünfte aus Vorsorge" erklären Art. 22 Abs. 1 DBG 

und der gleichlautende Art. 23 Abs. 1 StG alle Einkünfte aus der Alters-, 

Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, aus Einrichtungen der berufli-

chen Vorsorge und aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvor-

sorge, mit Einschluss der Kapitalabfindungen und Rückzahlungen von 

Einlagen, Prämien und Beiträgen für steuerbar. Der Anspruch auf eine 

Kinderrente gemäss Art. 22ter des Bundesgesetzes über die Alters- und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) bzw. Art. 35 des Bundes-

gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) steht nicht dem 

– allenfalls volljährigen (vgl. Art. 25 Abs. 5 i.V.m. Art. 22ter AHVG) – Kind, 

sondern dem Bezüger der Hauptrente zu. Der Berechtigte hat diese Ren-

ten zu versteuern, und zwar auch dann, wenn dieser die Bezüge dem Kind 

überlässt (vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum 

DBG, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 22 Rz. 28 m.H.; siehe auch Urteile des 

Bundesgerichts 2C_164/2007 vom 17. Oktober 2007 E.2.3, 2A.536/2001 

vom 29. Mai 2002 E.3.1). Gleich verhält es sich in Bezug auf die Leistun-

gen aus beruflichen Vorsorgeeinrichtungen (vgl. Art. 17 des Bundesgeset-

zes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge 

[BVG; SR 831.40]). Aus dem Gesagten folgt, dass Kinderrenten von der-

jenigen steuerpflichtigen Person als Einkommen zu versteuern sind, der 

auch die Hauptrente zusteht (rentenberechtigte Person). 

3.3. Vorliegend ist zwischen den Parteien unbestritten, dass der Beschwerde-

führer eine AHV- und zwei BVG-Altersrenten bezieht. Zudem ergibt sich 

aus den Akten, dass er Anspruch auf eine AHV-Kinderrente (Zeitraum Ja-

nuar bis Dezember 2019: CHF 9'924.--) und zwei BVG-Kinderrenten (Jahr 

2019: CHF 8'832.60) hat (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1, 

2, 3, 4 und 5). Als rentenberechtigte Person hat somit der Beschwerdefüh-

rer die erwähnten Kinderrenten als Einkommen zu versteuern. Daran än-

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dert – wie soeben dargelegt – der Umstand nichts, dass die AHV-Kinder-

rente von der SVA direkt an die Tochter des Beschwerdeführers überwie-

sen wird bzw. dass Letzterer die BVG-Kinderrenten, welche die Publica 

ihm ausbezahlt, mittels monatlichem Dauerauftrag seiner Tochter weiter-

leitet (vgl. Bg-act. 2 und 5). Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerde-

gegnerin die im Rahmen der Steuererklärung 2019 nicht deklarierte AHV-

Kinderrente in der Höhe von CHF 9'924.-- – entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers – zu Recht unter Position 3.1 "AHV / IV Rente Person 

1" aufgerechnet und besteuert (vgl. Bg-act. 6, 8, 9, 12 und 16). Der 

Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die 

BVG-Altersrenten samt Anteil Kinderrenten von CHF 8'833.-- [12 x CHF 

736.05] bereits in seiner Steuererklärung 2019 korrekterweise unter Ziff. 

3.2 "Renten Säule 2" deklariert hat (vgl. Bg-act. 3, 4, 5 und 6).

4.1. Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, als seine Tochter noch nicht voll-

jährig gewesen sei, hätten die Kinderrenten vollumfänglich von seinem 

Einkommen abgezogen werden können. Warum diese Praxis bei Volljäh-

rigkeit seiner Tochter nicht mehr berücksichtigt werden sollte, könne die 

Beschwerdegegnerin nicht belegen und hierfür auch keine rechtlichen Er-

lasse nennen. 

4.2. Unterhaltsbeiträge für volljährige Kinder können vom leistenden Elternteil 

nicht in Anwendung von Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG bzw. Art. 36 Abs. 1 lit. c 

StG von den Einkünften in Abzug gebracht werden (vgl. HUNZIKER/MAYER-

KNOBEL, in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Aufl., Basel 

2017, Art. 33 Rz. 21e m.H.; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 

2A.530/2006 vom 19. September 2006 E.2.1). Diese Leistungen werden 

zu ganz gewöhnlichen, nicht abziehbaren Aufwendungen für den Lebens-

unterhalt des Steuerpflichtigen und seiner Familie im Sinne von Art. 34 

lit. a DBG bzw. Art. 37 Abs. 1 lit. a StG (vgl. Kreisschreiben Nr. 30 vom 

21. Dezember 2010 der Eidgenössischen Steuerverwaltung [ESTV], Ziff. 

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14.2.2). Die Abzugsfähigkeit ist damit in zeitlicher Hinsicht auf die Unter-

haltsbeiträge bis zum 18. Geburtstag des Kindes beschränkt; abzugsfähig 

ist allerdings noch der volle Unterhaltsbeitrag für den Monat, in dem das 

Kind volljährig wird. 

4.3. Im konkreten Fall wurde die Tochter des Beschwerdeführers unbestritte-

nermassen am 18. Februar 2019 volljährig. Entsprechend sind die Unter-

haltsbeiträge (Kinderrenten) lediglich noch für die Monate Januar und Fe-

bruar 2019 abzugsfähig. Der zulässige Abzug beträgt damit CHF 3'126.-- 

(2/12 der im Jahr 2019 von der AHV und der Publica ausbezahlten Kinder-

renten). Der zunächst in den Veranlagungsverfügungen vom 1. März 2021 

unter Position 11.2 "Unterhaltsbeiträge für minderjährige Kinder" gewährte 

Abzug in der Höhe von CHF 3'112.-- hat die Beschwerdegegnerin im Rah-

men des Einspracheverfahrens entsprechend zu Gunsten des Beschwer-

deführers abgeändert (vgl. Bg-act. 8, 9, 15 und 16). Nach dem Ausgeführ-

ten wurde der in der Einsprache beantragte volle Unterhaltsabzug für die 

an die Tochter des Beschwerdeführers weitergeleiteten Kinderrenten zu 

Recht nicht gewährt.  

5.1. Des Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, seine Unterhaltszah-

lungen hätten im Jahr 2019 total CHF 18'756.-- betragen. Gemäss seinen 

Recherchen würden sich die Lebenshaltungskosten für Studenten in Ös-

terreich auf ca. Euro 950.-- pro Monat belaufen. Seine Unterhaltszahlun-

gen würden diese Lebenshaltungskosten bei weitem übersteigen, weshalb 

ihm betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2019 der volle Kinderab-

zug von CHF 18'600.-- zu gewähren sei. 

5.2.1. Der Kinderabzug steht grundsätzlich derjenigen steuerpflichtigen Person 

zu, die den Unterhalt von minderjährigen oder in Ausbildung stehenden 

Kindern zur Hauptsache bestreitet (Art. 38 Abs. 1 lit. d StG). Tragen dage-

gen beide Elternteile an den Unterhalt des Kindes bei, wird der Kinderab-

zug jedem Elternteil zur Hälfte gewährt (Art. 38 Abs. 1 lit. h StG). Für die 

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Steuerperiode 2019 betrug der Abzug im Kanton für Kinder im Vorschulal-

ter CHF 6'200.-- bzw. für ältere minderjährige sowie in schulischer oder 

beruflicher Ausbildung stehende Kinder CHF 9'300.--. Hielt sich das Kind 

während der Woche am Ausbildungsort auf, erhöhte sich der Kinderabzug 

auf CHF 18'600.-- (vgl. Praxisfestlegung der Beschwerdegegnerin, Sozia-

labzüge, S. 4 und S. 8; Wegleitung zur Steuererklärung Kantonssteuer / 

direkte Bundessteuer 2019, Ziff. 24.3-5). 

5.2.2. Im Bereich der direkten Bundessteuer werden vom Einkommen für jedes 

minderjährige oder in beruflicher oder schulischer Ausbildung stehende 

Kind, für dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person sorgt, CHF 6'500.-- 

abgezogen (Art. 35 Abs. 1 lit. a DBG). Anders als im kantonalen Recht 

verlangt diese Bestimmung nicht, dass die steuerpflichtige Person zur 

Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufkommt, jedoch muss sie, um 

den Kinderabzug geltend machen zu können, für das Kind tatsächlich sor-

gen (vgl. BAUMGARTNER/EICHENBERGER, in: ZWEIFEL/ BEUSCH [Hrsg.], Kom-

mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 35 Rz. 12 ff.). Tragen beide El-

ternteile an den Unterhalt des Kindes bei, kann der Elternteil mit den höhe-

ren finanziellen Leistungen, d.h. in der Regel derjenige mit dem höheren 

Einkommen, den Kinderabzug geltend machen. Der andere Elternteil kann 

den Unterstützungsabzug geltend machen, sofern seine Leistungen min-

destens in der Höhe des Abzugs erfolgen (vgl. Kreisschreiben Nr. 30 vom 

21. Dezember 2010 ESTV, Ziff. 14.10.2; siehe auch Wegleitung zur Steu-

ererklärung Kantonssteuer / direkte Bundessteuer 2019, Ziff. 24.3-5). 

5.3. Die Sozialabzüge werden nach den Verhältnissen am Ende der Steuerpe-

riode oder Steuerpflicht festgesetzt (Art. 38 Abs. 2 StG bzw. Art. 35 Abs. 2 

DBG). 

5.4. Unter Unterhaltsbestreitung im Sinn der genannten Bestimmungen ist die 

gesamte wirtschaftliche Situation zu verstehen, d.h. es sind nicht nur Geld-

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leistungen zu berücksichtigen, sondern auch (geldwerte) Naturalleistun-

gen des mit der Obhut und Erziehung des Kindes betrauten Elternteils (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden A 14 18 vom 

2. September 2014). 

5.5. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin dem Be-

schwerdeführer bezüglich der direkten Bundessteuer 2019 den vollen Kin-

derabzug in der Höhe von CHF 6'500.-- gewährt hat (vgl. Bg-act. 9, 12, 15 

und 16). Dieser Sozialabzug wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht 

beanstandet. In Bezug auf den Kinderabzug betreffend Kantons- und Ge-

meindesteuern 2019 ist festzuhalten, dass die Tochter des Beschwerde-

führers ihren steuerrechtlichen Wohnsitz unstreitig in Liechtenstein an glei-

cher Adresse wie ihre Mutter hat. Laut der bei den Akten liegenden Studi-

enbescheinigung war sie per Stichtag am 31. Dezember 2019 an der Uni-

versität E._____ zum Diplomstudium Rechtswissenschaften angemeldet 

(vgl. Bg-act. 13). Wenn die Beschwerdegegnerin ausführt, es könne davon 

ausgegangen werden, dass die (damals 18-jährige) Tochter des Be-

schwerdeführers regelmässig in den Semesterferien an ihren Wohnsitz in 

Liechtenstein zu ihrer Mutter zurückgekehrt sei, welche die gesamte Na-

turalpflege (Kost und Logis, Waschaufgaben etc.) erbracht und damit 

durchaus ebenfalls erhebliche materielle resp. geldwerte Leistungen für 

ihre unter der Woche auswärts studierende Tochter getätigt habe, er-

scheint dies nachvollziehbar und plausibel. Gegenteiliges vermag der Be-

schwerdeführer jedenfalls nicht nachzuweisen. Hinsichtlich der Wochen-

enden ist dem Beschwerdeführer zwar beizupflichten, dass für die Zug-

strecke Hauptbahnhof E._____ – Bahnhof F._____ mit einer Fahrzeit von 

rund sieben Stunden – für beide Strecken mit einer solchen von etwa 

14 Stunden – gerechnet werden muss. Allerdings ging die Beschwerde-

gegnerin korrekterweise auch nicht von einer Rückkehr an jedem Wochen-

ende aus. Soweit der Beschwerdeführer auf das Dokument "Lebenserhal-

tungskosten" verweist und geltend macht, die monatlichen Lebenshal-

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tungskosten für Studenten in Österreich würden ca. Euro 950.-- betragen, 

weshalb seine Unterhaltszahlungen von derzeit CHF 18'756.-- pro Jahr bei 

weitem genügten, um sämtliche Lebenshaltungskosten seiner Tochter ab-

zudecken, kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Einerseits 

kann – wie bereits dargelegt – davon ausgegangen werden, dass die Mut-

ter teilweise an den Wochenenden resp. regelmässig in den Semesterfe-

rien ebenfalls erhebliche (geldwerte) Leistungen für die auswärts studie-

rende Tochter erbrachte. Davon scheint denn auch der Beschwerdeführer 

in seiner Beschwerde auszugehen, indem er darin festhält, seine Unter-

haltszahlungen würden es auch zulassen, dass seine Tochter der Mutter 

für etwelche Dienstleistungen eine Entschädigung ausrichte. Anderseits 

wird im undatierten Dokument "Lebenserhaltungskosten" explizit darauf 

hingewiesen, dass in E._____ das Wohnen teurer ist als in kleineren Städ-

ten bzw. dass in E._____ die Wohn- und Lebenshaltungskosten höher 

sein können und der benötigte Betrag natürlich davon abhängt, wie spar-

sam gelebt wird, weshalb es schwierig ist, eine Aussage darüber zu ma-

chen, wieviel Geld ein/e Studierende pro Monat genau benötigt (vgl. Bg-

act. 14). Insofern erscheint das besagte Dokument wenig hilfreich. Im Üb-

rigen hat der Beschwerdeführer in Bezug auf die konkreten Lebenshal-

tungskosten seiner Tochter bis heute keinerlei Nachweise geliefert. Aus 

dem Gesagten erhellt, dass der Beschwerdeführer, welcher nach der all-

gemeinen Regel die Beweislast für das Vorhandensein von steuermin-

dernden Tatsachen trägt, nicht darzutun vermag, dass er zur Hauptsache 

für den Unterhalt seiner in Ausbildung stehenden Tochter aufgekommen 

ist. Somit ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer in Bezug die Kantons- und Gemeindesteuern 2019 le-

diglich den hälftigen Kinderabzug für Kinder in Ausbildung mit Aufenthalt 

am auswärtigen Ausbildungsort von CHF 9'300.-- gewährt hat (vgl. Bg-act. 

12, 15 und 16). 

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6.1. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, gemäss Art. 21 des Abkommens 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum 

Liechtenstein zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der 

Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (SR 0.672.951.43) seien 

andere Einkünfte einer in einem Vertragsstaat ansässigen Person, die in 

den vorstehenden Artikeln nicht behandelt würden, ungeachtet ihrer Her-

kunft nur in diesem Staat zu versteuern. Nachgewiesenermassen erhalte 

seine Tochter die Alterskinderrenten und nicht er. 

6.2. Unter Vorbehalt von Artikel 19 können Ruhegehälter und ähnliche Ver-

gütungen (einschliesslich Kapitalleistungen), die einer in einem Vertrags-

staat ansässigen Person für frühere unselbstständige oder selbstständige 

Arbeit gezahlt werden, nur in diesem Staat besteuert werden (Art. 18 DBA 

CH/FL).

6.3. Wie bereits dargelegt, steht der Anspruch auf eine Kinderente gemäss 

Art. 22ter AHVG bzw. Art. 17 BVG nicht dem – allenfalls volljährigen – Kind 

zu, sondern dem Bezüger der Hauptrente. Die Kinderrente ist daher von 

diesem und nicht vom (volljährigen) Kind als Einkommen zu versteuern. 

Dies gilt auch, wenn der Rentenberechtigte die Rentenbezüge dem Kind 

überlässt. Da der Beschwerdeführer unstreitig in der Schweiz ansässig ist, 

können die Alterskinderrenten nach dem geltenden DBA CH/FL nur in der 

Schweiz besteuert werden. Der in diesem Zusammenhang vorgebrachte 

Einwand des Beschwerdeführers verfängt somit nicht. 

7. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 21. September 2021 als rechtens, was zur Bestätigung desselben 

und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Staatsge-

bühr wird im Rahmen von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 800.-- festgesetzt. 

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Der Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Partei-

entschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis ob-

siegt.

III. Demnach erkennt der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 800.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 333.--

zusammen CHF 1'133.--

gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 31. August 

2022 teilweise gutgeheissen (2C_139/2022).