# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea1ba685-07ab-5768-a8d6-2096ff5052b5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.07.2019 IV 2017/43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-43_2019-07-09.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/43

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.02.2020

Entscheiddatum: 09.07.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 09.07.2019
Beweiswürdigung bezüglich der medizinischen Aktenlage mit mehreren 
Gutachten über einen längeren relevanten Zeitraum hinweg. Infolge der 
Ergebnisse der jüngsten Begutachtung Abklärungsbedarf betreffend die 
Arbeitsunfähigkeitsatteste für die Zeit vor der MEDAS-Begutachtung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juli 
2019, IV 2017/43).

Entscheid vom 9. Juli 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Versicherungsrichterin Monika 

Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2017/43

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 6./9. Dezember 2011 (IV-act. 1) zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an. Sie habe die Grundschule im Heimatland besucht und sei 

in der Schweiz seit 1989 als Produktionsmitarbeiterin tätig. Sie sei Mutter von zwei 

Kindern (geboren 19__ und 19__). Seit 2010 leide sie an einer Diskushernie.

A.a. 

Gemäss dem Gesprächsprotokoll vom 3. Januar 2012 (IV-act. 11 und 14) gab 

Dr. med. B.___, FMH Allgemeine Medizin, dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der 

Invalidenversicherung als Diagnosen bekannt (verkürzt wiedergegeben): lumbale 

Diskushernie L4/5, L5/S1, ausgedehnte Lungenembolie, Entwicklung einer depressiven 

Komponente. Die Versicherte sei seit dem 10. August 2011 voll arbeitsunfähig. - 

Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Neurochirurgie, hatte in einem Bericht vom 

2. Dezember 2011 (IV-act. 12) als Diagnose einen Verdacht auf ein 

Facettengelenkssyndrom rechtsseitig bei Status nach mikrochirurgischer Fenestration 

L4 - S1 links am 22. September 2011 angegeben. Es liege noch eine massive 

Einschränkung der Rückenbeweglichkeit vor (Finger-Boden-Abstand [FBA] 50 cm). Die 

Facettenprovokationszeichen an der LWS seien rechts und links positiv. Eine Lähmung 

bestehe ganz leicht bei der Grosszehen-Hebung und bei der Fuss-Hebung. Rechts 

bestehe infolge der linksseitigen Fenestration ein statisches Problem. Wegen der 

Antikoagulation dürfe er zurzeit (bis mindestens März 2012) keine [nötigen] 

Facetteninfiltrationen durchführen. Bis Dezember 2011 habe er die Versicherte 

krankgeschrieben; danach wolle sie selber einen Arbeitsversuch mit einem Pensum 

von 50 % starten. In der Arbeitgeberbescheinigung vom 10. Januar 2012 (IV-act. 15) 

wurde angegeben, die Versicherte verdiene einen Monatslohn von Fr. 5'110.-- 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zuzüglich Schichtzulagen von Fr. 85.80. Im Jahr 2009 habe sie Fr. 69'202.10, 2010 

Fr. 59'564.25 und 2011 Fr. 41'838.15 verdient. - In seinem IV-Arztbericht vom 

14. Februar 2012 (Eingang, IV-act. 19) gab Dr. C.___ bekannt, vom 23. September 2011 

bis 31. Januar 2012 (IV-act. 19-2) habe volle Arbeitsunfähigkeit bestanden, seither sei 

bei ihm keine Konsultation mehr erfolgt. In rückenadaptierter Tätigkeit sei die 

Versicherte zurzeit zu 50 % arbeitsfähig (dies sollte ab Januar 2012 der Fall sein, wobei 

ihm diesbezüglich kein genauer Bericht vorliege, IV-act. 19-3 f.), ab Juni 2012 sollte die 

Versicherte zu 100 % arbeitsfähig sein (IV-act. 19-3). In einem Bericht an Dr. B.___ vom 

16. März 2012 (IV-act. 22-2 f.; vgl. IV-Verlaufsbericht vom 2. April 2012, IV-act. 22-1) 

erklärte der Arzt, die Beinschmerzen der Versicherten seien komplett verschwunden 

und die Lähmung im linken Bein habe sich fast komplett zurückgebildet, dagegen 

bestünden noch eine leichte Hypästhesie an der linken Grosszehe und am Vorfuss 

linksseitig sowie Rückenschmerzen im Zugangsbereich. Wenn ab dem 3. April 2012 

keine Antikoagulation mehr stattfinde, könne man ab dem 10. April 2012 eine 

Facetteninfiltration LW4-S1 machen. Leider sei der Verlauf ein Klassiker; er hätte schon 

vor der Operation sagen können, dass die Versicherte wegen postoperativer 

Rückenschmerzen schwer in Mitleidenschaft gezogen sei. Er sehe relativ wenig 

langfristig positive Therapie-Optionen. Die Versicherte arbeite zurzeit zu 20 % bis zum 

3. April 2012; dann sollte ein 40-prozentiger Arbeitsversuch erfolgen. Langfristig werde 

man eine Beschäftigung in rückenadaptierter Tätigkeit zu 50 % anstreben können. Am 

30. April 2012 (IV-act. 26) gab Dr. C.___ auf Anfrage an, der Gesundheitszustand der 

(sicherlich motivierten) Versicherten, deren Beschwerden durch die Abnutzungen der 

LWS erklärt würden, sei stationär und weitere Therapieoptionen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit bestünden nicht. Die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit 

betrage maximal 33 %, jene in optimal angepasster Tätigkeit zurzeit 50 % und 

prognostisch wahrscheinlich 75 %, bei gutem Verlauf auch 100 %. - Die Versicherte 

hatte am 29. März 2012 (IV-act. 21) erklärt, sie habe anfangs Februar 2012 die Tätigkeit 

wieder zu etwa 20 % aufnehmen können. Die Arbeitgeberin hatte am 2. März 2012 (IV-

act. 24) mitgeteilt, die Versicherte erbringe (in den 20 %) eine gute Leistung (IV-

act. 24-2). Die Krankentaggeldversicherung erklärte am 4. April 2012 (IV-act. 24), 

Dr. B.___ werde eine Zweitmeinung (zur Auffassung von C.___, wonach längerfristig 

eine Besserung mit 50 % Arbeitsfähigkeit möglich und eine volle Arbeitsfähigkeit 

fraglich sei) veranlassen; bis dahin werde die Versicherte zu 20 % weiterarbeiten. - 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dr. D.___, Chiropraktorin, teilte am 11. Mai 2012 (IV-act. 29) mit, ein MRI vom April 

2010 habe eine kleine mediane Diskushernie L5/S1 und eine Protrusion L4/5 gezeigt. 

Im Juni 2011 habe sich die Versicherte mit einer progredienten unteren Lumbalgie 

gezeigt. Der Pseudo-Lasègue-Test sei links endphasig positiv gewesen mit 

Schmerzprovokation lumbal. Durch die Behandlung habe sie zunächst eine 

kontinuierliche Besserung erfahren. Nach einem einmonatigen Behandlungsunterbruch 

im Sommer und langem Verharren im Auto sei eine deutliche Exazerbation erfolgt. Ein 

MRI vom 12. August 2011 habe nahezu stationäre Diskopathien L4/5 und L5/S1 

gezeigt. Ende Dezember 2011 sei die Versicherte frustriert gewesen, da nach der 

Operation und den Komplikationen trotz maximaler Brufen-Einnahme ständig 

Schmerzen bestanden hätten. - Am 11. Mai 2012 stellte die Versicherte zufolge 

Schmerzzunahme die Arbeit ein (KV-act. 2-19). - In einem IV-Verlaufsbericht vom 

16. Juli 2012 (IV-act. 31) erklärte Dr. B.___, sie sei zurzeit in jeglicher Tätigkeit zu 

maximal zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig, das heisse zu 20 %. Seit dem 25. Juni 

2012 mache sie einen erneuten Arbeitsversuch mit zweistündigem Einsatz. Es bestehe 

ein Failed back surgery-Syndrom. Beigelegt waren Berichte der Neurochirurgie am 

Kantonsspital St. Gallen vom April und Mai 2012 und von Dr. med. E.___, Facharzt für 

Neurochirurgie, vom 12. Juni 2012. Letzterer hatte wie die Abteilung Neurochirurgie am 

Kantonsspital zu Facettengelenksinfiltrationen geraten. Diese Abteilung (Bericht von 

Assistenzärztin F.___) hatte unter anderem das Failed back surgery-Syndrom bei 

therapieresistenten mittelstarken bis starken Lumbalgien und gering-gradiger 

Grosszehenheberschwäche linksseitig diagnostiziert. Bezüglich der empfohlenen 

gestaffelten Facettengelenksinfiltration auf Höhe LWK3/4 und LWK4/5 habe die 

Versicherte Ängste geäussert, zumal es nach zweifacher lumbaler periradikulärer 

Therapie postinterventionell zu akuter Schmerzexazerbation und vorübergehender 

selbstlimitierender Paraparese gekommen sei. - Am 25. Juli (recte [gemäss Dr. B.___]: 

Juni) 2012 hatte die Versicherte die Arbeit bei unveränderten Schmerzen wieder 

aufgenommen (vgl. KV-act. 2-14). Auch am 15. August 2012 übte sie noch das Pensum 

von etwa zwei Stunden pro Tag aus (vgl. KV-act. 2-11). - In einem IV-Arztbericht vom 

7. September 2012 (IV-act. 34) gab die Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen an, 

die Versicherte sei erstmals am 4. September 2011 ambulant vorstellig geworden. Es 

sei der Verdacht auf ein ISG-Syndrom links bei akut exazerbierter Lumbalgie geäussert 

worden. Eine ISG-Infiltration habe die Versicherte damals wegen bisher äusserst 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schlechter Erfahrung (massive Schmerzzunahme und stundenlang anhaltende 

Paraparese der unteren Extremitäten nach zwei periradikulären Therapien) abgelehnt. 

Sie leide weiterhin an therapieresistenten mittelstarken und teilweise invalidisierenden 

Lumbalgien mit sensomotorischem Defizit im Bereich der linken unteren Extremität. 

Unter der aktuellen konservativen Therapie mit oralen Analgetika und 

physiotherapeutischen Massnahmen sei es bisher zu keiner Besserung des 

Beschwerdebildes gekommen. Zu empfehlen seien eine weitere Abklärung durch das 

Schmerzzentrum mit Ausbau der vorbestehenden oralen Analgetikatherapie und - 

aufgrund des bewegungsabhängigen Schmerzes, der tief lumbalen Druckdolenzen 

über dem Prozessus spinosi und eines bildmorphologischen Nachweises von 

entzündlich veränderten Spondylarthrosen - eine gestaffelte diagnostische 

therapeutische Facettengelenksinfiltration. Die erstgenannte Massnahme könnte eine 

Besserung grösstenteils bewirken; in wie weit die Infiltrationen eine dauerhafte 

Reduzierung der Beschwerdesymptomatik bewirken werde, sei nicht abzusehen. In 

erster Linie sollte die Schmerzursache genau lokalisiert werden. Aufgrund der 

invalidisierenden Schmerzen und einer proximalen Schwäche der Beinmuskulatur sei 

für die Versicherte ein Stehen am Fliessband für längere Zeit mit Heben in 

Rotationsbewegungen kritisch. Es müsste erhoben werden, wie hoch die maximale 

Belastung sei und ob die Versicherte am Fliessband zeitweise sitzen könne, und es sei 

eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit in einer Rehabilitationsklinik zu 

empfehlen.

Am 10. September 2012 (IV-act. 36) berichtete Dr. B.___, er habe die Versicherte 

wegen zunehmend psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit zur ambulanten psycho­

somatischen Rehabilitation in die Klinik G.___ gewiesen. - Diese Klinik (Dr. med. H.___, 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH) hatte am 16. August 2012 (IV-act. 37) berichtet, 

es liege eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt bei anhaltenden 

muskulo-skelettalen Schmerzen vor. Ab 27. August 2012 sei eine mindestens vier 

Wochen dauernde ambulante integrative psychosomatische Behandlung geplant.

A.c. 

Dr. B.___ teilte im Verlaufsbericht vom 11. Dezember 2012 (IV-act. 40) mit, ab 

22. November 2012 habe die Versicherte ihre Tätigkeit unter starken Schmerzen wieder 

zu 50 % aufgenommen. Die Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (F.___) gab am 

11. Dezember 2012 (IV-act. 42) (so weit ersichtlich) nochmals den gleichen Bericht ab 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

wie am 7. September 2012. Am 7. September 2012 (IV-act. 42-5) hatte sie Dr. B.___ 

erklärt, die Versicherte habe (vor einer allfälligen Facettengelenksinfiltration) den 

Therapieerfolg der vierwöchigen Behandlung in der Klinik G.___ abwarten wollen. - Am 

31. Januar/8. Februar 2013 (IV-act. 46) wurde eine Zielvereinbarung betreffend den 

Eingliederungsplan getroffen (Arbeitsplatzerhalt, Einsatzmöglichkeiten wahrnehmen, 

Arbeitsfähigkeit von 50 % verwerten, Steigerung nach medizinischer Situation). - 

Gemäss einem Assessmentprotokoll vom 13. Februar 2013 (IV-act. 47) hatte die 

Krankentaggeldversicherung vorgesehen, eine Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit zu veranlassen. - Am 14. Februar 2013 (IV-act. 48) sprach die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten Beratung 

und Unterstützung bei der Erhaltung des Arbeitsplatzes (Arbeitsvermittlung) zu.

Die Klinik G.___ gab am 4. März 2013 (IV-act. 49) an, die Versicherte sei vom 

27. August 2012 bis 5. Oktober 2012 aus rein psychiatrischer Sicht voll arbeitsunfähig 

gewesen und sei ab 7. Oktober 2012 diesbezüglich wieder voll arbeitsfähig. - In einem 

Bericht an Dr. B.___ vom 9. November 2012 (IV-act. 54-6 ff.) nannte Dr. med. I.___, 

Innere Medizin und Rheumatologie FMH, als Diagnosen (verkürzt wiedergegeben) ein 

chronisches lumbal-betontes Panvertebralsyndrom mit spondylogenen Ausstrahlungen 

in die Extremitäten, chronische Fersenschmerzen bds., postoperative Lungenembolien, 

Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt anamnestisch und Adipositas. 

Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit über drei Stunden hinaus (mit dieser ausgeübten 

Tätigkeitsdauer scheine sie völlig am Limit zu sein) dürfte vorderhand nicht möglich 

sein. Die von der Versicherten beklagten Schmerzen der Extremitäten seien nach seiner 

Auffassung auf spondylogene Ausstrahlungen zurückzuführen, insbesondere auch die 

plantaren Fersenschmerzen bei Tendomyosen der Wadenmuskulatur. Medikamentös 

könnte ein Versuch mit einem stärkeren Opiat gemacht werden. Beim ausführlich 

beschriebenen Status war in einer Hinsicht (beidseits deutlich verminderte Greifkraft 

der Hände) eine eingeschränkte Compliance erwähnt worden. Die Abduktion/Elevation 

der Arme sei aktiv bis 120° möglich gewesen, mit starken Schmerzen im Bereich der 

BWS und der LWS, passiv habe volle Beweglichkeit bestanden. Die Aussenrotation der 

Hüftgelenke beidseits sei deutlich eingeschränkt gewesen bei Gegenspannen (IV-

act. 54-8). Im IV-Verlaufsbericht vom 19. März 2013 (IV-act. 54) gab Dr. I.___ an, die 

bisherige Tätigkeit sei der Versicherten noch an zwei bis drei Stunden pro Tag 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zumutbar, leichte Arbeiten in Wechselbelastung wären ihr, soweit rückblickend 

beurteilbar, wahrscheinlich für etwa drei bis vier Stunden pro Tag möglich. Ob dabei 

eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, lasse sich nicht beurteilen, weil nicht 

bekannt sei, welche Arbeiten sie durchführen könnte. Angesichts unter anderem der 

Multimorbidität sei eine multidisziplinäre Begutachtung nötig. - Das Schmerzzentrum 

am Kantonsspital St. Gallen erklärte am 26. März 2013 (IV-act. 58), nach nur einer 

Konsultation sei das Ausmass der sicherlich bestehenden Verminderung der 

Leistungsfähigkeit schwer zu beurteilen.

Am 4. Juni 2013 reichte die Krankentaggeldversicherung der Versicherten ihre 

Akten ein (IV-act. 62). Darunter befanden sich ein orthopädisches Gutachten von 

Dr. med. J.___, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, vom 20. März 2013 (KV-act. 6-1 bis 13) und ein psychiatrisches 

Gutachten des K.___ (Dr. med. L.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH) vom 5. April 2013 (KV-act. 6-14 bis 26). Dr. J.___ hatte angegeben, es bestünden 

bei der Versicherten erhebliche Beschwerden lumbal bei Fehlstatik, einer 

Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und verschmächtigter Rumpfmuskulatur 

nach Bandscheibenoperation in den unteren zwei Etagen 9/2011, kein 

nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit, eine Epicondylitis humeri ulnaris 

beidseits und eine Fehl- und Überlastung des Bewegungsapparates bei steigendem 

Körpergewicht und einem Übergewicht von derzeit 17 kg. Zurzeit bestehe bei der 

Versicherten kein Arbeitsvermögen. Sinnvoll seien eine Miederversorgung und 

Physiotherapie zur Stärkung der Rumpfmuskulatur. Nach Linderung der Beschwerden 

sollte zügig mit medizinischer Trainingstherapie begonnen werden. Nach Beginn 

intensiver Therapiemassnahmen sollte eine Wiederaufnahme der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit möglich sein, nach etwa sechs Wochen mit einem Pensum von 50 %, unter 

rascher Steigerung auf 75 % und auf 100 % nach jeweils vierzehn Tagen. Dr. L.___ 

hatte bei der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit deutlich reaktiven 

Anteilen erklärt, sechs Wochen nach dem Begutachtungstermin (vom 26. März 2013) 

könne aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (bei voller Leistung) 

erreicht und die Arbeitsfähigkeit dann nach je vierzehn Tagen um 25 % gesteigert 

werden, so dass ab Juni 2013 wieder volle Arbeitsfähigkeit bestehe.

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der RAD nahm am 8. Mai 2013 einen stabilen Gesundheitszustand und volle 

Arbeitsunfähigkeit der Versicherten an (vgl. IV-act. 78-2). - Am 21. Juni 2013 (IV-act. 64) 

wurde bekannt, dass die Versicherte seit dem 10. Juni 2013 bis voraussichtlich 24. Juni 

2013 im Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert sei. - In einem Arztbericht vom 5. Juli 

2013 (IV-act. 66) gab Dr. B.___ an, sie sei seit dem 3. Juni 2013 zu 25 % (zwei Stunden) 

arbeitsfähig, ab dem 1. Juli 2013 dreieindrittel Stunden und ab dem 15. Juli 2013 

versuchsweise an viereinviertel Stunden (also ohne Berücksichtigung Hospitalisation 

vom 10. bis 24. Juni 2013). - Bei Dr. med. M.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

hatte die Versicherte gemäss einem Protokoll des RAD über ein Gespräch vom 

4. September 2013 (IV-act. 69 f.) drei Mal in Behandlung gestanden. - Die Abteilung 

Rheumatologie und Rehabilitation des Departements Innere Medizin am Kantonsspital 

St. Gallen gab im Kurzbericht Ambulante Konsultation vom 24. Oktober 2013 (IV-

act. 74-6 f.) als Diagnosen (verkürzt) an (erstens) eine axiale Spondyloarthritis, 

(zweitens) ein chronifizierendes Schmerzsyndrom lumbal, Gerbershagen-Stadium 3, 

(drittens) eine posttraumatische Belastungsstörung bei St. n. Infiltrations-Paraparese 

2011 und St. n. Lungenembolie perioperativ 24.09.2011, (viertens) eine mittel- bis 

schwergradige Depression und (fünftens) ein St. nach postoperativer bilateraler 

Lungenembolie perioperativ. Im Rahmen der (stationären) rheumatologischen 

Komplexbehandlung (vgl. IV-act. 85-7, Austrittsbericht) hatte auch die Psychosomatik 

des Departements Innere Medizin am 10. Juli 2013 konsiliarisch Bericht erstattet (IV-

act. 74-10 f.). - Dr. B.___ gab am 12. November 2013 (IV-act. 74) bekannt, die 

Versicherte arbeite zurzeit an vier Stunden pro Tag. - Die Schmerzklinik am 

Kantonsspital St. Gallen hielt im Bericht vom 14. November 2013 (IV-act. 75) fest, es 

sei bei der Versicherten ein positives HLA-B27 nachgewiesen worden. - In einem 

Verlaufsprotokoll der IV-Eingliederungsberatung vom 30. Dezember 2013 (IV-act. 78) 

wurde festgehalten, nach Auslaufen der Krankentaggelder im Juni 2013 sei der 

Arbeitsvertrag auf ein Pensum von 50 % angepasst worden. Eine weitere Steigerung 

habe die Versicherte nicht erreichen können. Nach ihrer Auffassung könne sie erst 

dann eventuell wieder mehr arbeiten, wenn die Schmerzen weg seien. Nach einem 

Strategie-Protokoll vom 7. Januar 2014 (IV-act. 79) würden die beruflichen 

Massnahmen abgeschlossen und die Rente geprüft. - Der RAD veranlasste am 

7. Januar 2014 (IV-act. 80) eine weitere Aktenergänzung. - Am 8. Januar 2014 (IV-

act. 82) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der 

A.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherten mit, es seien keine weiteren beruflichen Massnahmen mehr angezeigt. - In 

einem IV-Arztbericht vom 16. Januar 2014 (IV-act. 85) gab die Abteilung Rheumatologie 

und Rehabilitation des Departements Innere Medizin am Kantonsspital St. Gallen 

(Dr. med. N.___, Facharzt Physikalische und Rehabilitative Medizin) an, die Versicherte 

sei zu 50 % arbeitsunfähig. In einem beigelegten Bericht vom 31. Dezember 2013 an 

Dr. B.___ (IV-act. 85-18 f.) hatte sie unter anderem eine Ovarialzyste rechts mit V. a. 

Übertragungsschmerz diagnostiziert. - Der RAD veranlasste am 12. März 2014 (IV-

act. 87) das Einholen weiterer Angaben. - Dr. med. O.___, Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie, gab in ihrem IV-Arztbericht vom 31. Mai 2014 (IV-act. 93) an, sie 

behandle die Versicherte seit dem 7. Dezember 2013. Es lägen eine Dysthymia, die 

axiale Spondyloarthritis HLA-B27 positiv, eine posttraumatische Belastungsstörung, ein 

Verdacht auf ängstlich vermeidende, selbstunsichere, abhängige 

Persönlichkeitsakzentuierung, ein Zustand nach Lungenembolie und ein chronifiziertes 

Schmerzsyndrom lumbal vor. Die Versicherte arbeite zurzeit zu 50 % in Schicht (IV-

act. 93-7) bzw. sei in diesem Ausmass arbeitsunfähig (IV-act. 93-2). Die bisherige 

Tätigkeit sei aber kaum zumutbar, eventuell in geringerem Pensum als zurzeit. 

Zumutbar seien Tätigkeiten mit wechselnder Körperhaltung und in geringerem 

Arbeitspensum. Die Leistungsfähigkeit sei zu 70 bis 80 % vermindert (IV-act. 93-8). - 

Dr. B.___ berichtete am 3. Juli 2014 (IV-act. 96), der Zustand der Versicherten habe 

sich verschlechtert. Eine Kryorhizotomie des ISG links vom 14. Mai 2014 sei ohne 

Erfolg geblieben. Wegen der subjektiv empfundenen massivsten Schmerzen sei die 

Versicherte gemäss der behandelnden Psychiaterin vom 10. Juni 2014 bis 30. Juni 

2014 voll arbeitsunfähig geschrieben worden. Danach sei die bisherige Tätigkeit 

wahrscheinlich wieder zu 50 % (ohne Einschränkung) zumutbar. - Am 8. Oktober 2014 

(IV-act. 98) nahm die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eine polydisziplinäre 

medizinische Untersuchung der Versicherten in Aussicht (Auftrag am 1. Mai 2015, IV-

act. 103, vgl. auch IV-act. 108).

Am 25. August 2015 erstattete die Medexperts AG das Gutachten (IV-act. 109). 

Bei zahlreichen orthopädischen (Haupt-) Diagnosen (etwa chronische 

lumbospondylogene und intermittierende lumboradikuläre Schmerzen, 

Osteochondrose LWK5/SWK1 und mässige Spondylarthrosen mit kleinvolumigen 

Rezidiv-Diskushernien L4/5 und L5/S1 ohne Nervenwurzelkompression, Status nach 

A.h. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sequestrotomie DH LW4/5 und L5/S1, St. nach zweimaliger periradikulärer Infiltration 

L4/5, nach Denervation des linken ISG, Chronifizierte Rückenschmerzen [Gerbershagen 

Stadium 3, nozizeptiv], Knieschmerzen links bei gering symptomatischer 

Innenmeniskushinterhornläsion, Fasciitis plantaris links und Achillodynie links, Knick-

Senk-Spreizfuss beidseits) und einer rheumatologischen Diagnose (Chronifizierendes 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits mit Schmerzausweitung im Sinn von 

unspezifischen Polyarthralgien und eines panvertebralen Schmerzsyndroms; mit 

diversen Unteraspekten) sowie bei der psychiatrischen (Haupt-) Diagnose einer leichten 

bis mittelgradigen depressiven Störung (nebst verschiedenen Nebendiagnosen; IV-

act. 109-67 f.) wurde der Versicherten für die angestammte Tätigkeit eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert (IV-act. 109-75 f.). In einer adaptierten, 

erwähnten Kriterien entsprechenden Tätigkeit bestehe polydisziplinär gesehen ab 

22. November 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Die Kriterien seien erfüllt in 

körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne wirbelsäulenbelastende 

Arbeiten (wie Heben oder Tragen von Lasten über fünf bis 7.5 kg, ohne repetitive 

Wirbelsäulenflexionen/-extensionen/-torsionen, ohne Wirbelsäulenzwangshaltungen) 

und (wegen der Kniepathologie links) ohne Arbeiten im Knien oder in der Hocke. 70 % 

betrage auch die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (IV-act. 109-76). Aus 

rheumatologischer Sicht seien die Behandlungsmöglichkeiten weitgehend 

ausgeschöpft; nach einer ganzheitlich ausgerichteten medizinischen Rehabilitation 

wäre eine Steigerung möglich. Auch aus orthopädischer Sicht sei eine Steigerung der 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit danach möglich (IV-act. 109-77). Eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Therapie sei unabdingbar (a.a.O.). Aus aktueller 

rheumatologischer und orthopädischer Sicht scheine eine Steigerung des aktuell 50 % 

betragenden Pensums in der (bisherigen) überwiegend im Stehen auszuübenden 

Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin aufgrund der objektivierbaren pathologischen 

klinischen und radiologischen Befunde nicht realisierbar. Die Stelle sei der Versicherten 

allerdings auf den 31. Dezember 2015 gekündigt worden (IV-act. 109-78). 

Der RAD hielt am 15. September 2015 (IV-act. 110) dafür, auf das Gutachten könne 

abgestellt werden. Bei sehr tiefer Selbsteinschätzung der körperlichen 

Leistungsfähigkeit hätten sich bei der klinischen Untersuchung Inkonsistenzen gezeigt: 

der Finger-Boden-Abstand sei nicht lege artis prüfbar gewesen, doch sei das Lasègue-

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zeichen beidseits negativ gewesen, habe der Langsitz problemlos ausgeführt werden 

können und hätten sich klinisch keine Hinweise für eine lumboradikuläre Reiz- oder 

sensomotorische Ausfall-Symptomatik gefunden. In den vorgängig durchgeführten 

postoperativen MRI-Verlaufsuntersuchungen der LWS hätten sich im Verlauf 

unveränderte kleinvolumige Discushernien L4/5 und L5/S1 ohne Neurokompression 

gezeigt.

Mit Vorbescheid vom 13. November 2015 (IV-act. 114) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten die 

Zusprache einer Viertelsrente ab 1. August 2012 in Aussicht. Mit der Arbeitsfähigkeit 

von 70 % könnte sie in angepasster Tätigkeit jährlich Fr. 36'010.-- erzielen, weshalb im 

Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 67'724.-- ein Invaliditätsgrad von 47 % 

vorliege.

A.j. 

Die Versicherte liess mit Einwand vom 7. Dezember 2015 (IV-act. 115) die 

Zusprache der gesetzlichen Leistungen und eventualiter weitere Abklärungen 

beantragen. Am 15. April 2016 brachte Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, 

unter Beilage von drei medizinischen Berichten (Kliniken Valens, 7. Oktober 2015; 

Psychiatrische Klinik P.___, 28. Januar 2016; Dr. Q.___, 13. April 2016) ergänzend vor, 

das Gutachten der Medexperts AG sei unklar, unvollständig und widersprüchlich. Die 

Abklärungen seien ungenügend. - Am 7. Oktober 2015 (IV-act. 125) hatte die Abteilung 

Psychosomatik an den Kliniken Valens in Ergänzung zu einem interdisziplinären 

Austrittsbericht (so weit ersichtlich nicht vorhanden) berichtet, es liege eine 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom vor. Bei Eintritt der 

Beschwerdeführerin sei diese (depressive Episode) bereits wirksam antidepressiv 

behandelt gewesen, unter medikamentöser Therapie habe sie bei sehr ungünstigen 

psychosozialen verlaufsbestimmenden Faktoren persistiert und im Vorfeld der 

Entlassung exazerbiert. Sie sei zunehmend mit Panikattacken und soziophoben 

Tendenzen vergesellschaftet gewesen. Zunächst habe die Beschwerdeführerin keine 

spezifischen psychischen Beschwerden beklagt. Mit zunehmender Therapiedauer habe 

sie sich geöffnet und von ihrer über weite Strecken der Hospitalisation dissimulierten 

seelischen Not berichtet. Es beschäftigten sie vor allem der Verlust der langjährigen 

Arbeitsstelle und die seit geraumer Zeit als sehr unglücklich bezeichnete eheliche 

Situation. - Die Psychiatrische Klinik P.___ hatte am 28. Januar 2016 (IV-act. 126) 

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erklärt, als psychiatrische Diagnose bestünden bei der Beschwerdeführerin eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit 

somatischem Syndrom, und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die 

Beschwerdeführerin sei von den Kliniken Valens zugewiesen worden (sie habe von 

einem Suizidversuch berichtet). Wegen ausgeprägter Nebenwirkungen sei eine 

medikamentöse Umstellung erfolgt. Ein Medikament sei sistiert worden. Da die 

Beschwerdeführerin mit zunehmenden Schmerzen reagiert habe, sei in Absprache mit 

der Abteilung Rheumatologie und Rehabilitation des Departements Innere Medizin am 

Kantonsspital St. Gallen ein anderes Mittel installiert worden, worunter sich die 

Schmerzen etwas gebessert hätten. Mit der körperlichen Erkrankung und dem 

Arbeitsplatzverlust sei der Beschwerdeführerin das selbstverständliche Funktionieren 

(bzw. die Flucht in die Arbeit) nicht mehr möglich. Das habe eine schwere narzisstische 

Krise ausgelöst und es verbleibe ihr weniger Raum für andere Möglichkeiten der 

Kompensation der ehelichen Krise. - Dr. Q.___ hatte am 13. April 2016 (IV-act. 127) 

geschrieben, die gestellten Diagnosen der Persönlichkeitsakzentuierung und die 

Dysthymia seien im ambulanten Behandlungsverlauf über 30 Monate hinweg 

abzuwandeln in jene einer phobischen Störung (soziale Phobie) und einer 

Traumafolgestörung (aufgrund der Lungenembolie und der Spondyloarthritis HLA-B27 

positiv).

Am 14. Juni 2016 übermittelte die Krankentaggeldversicherung der Versicherten 

der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen wiederum ihre Akten 

(KV-act. 7-46). Sie verfügte über ein orthopädisches (weiteres) [Teil-] Gutachten von 

Dr. J.___ vom 6. Juni 2016 (Begutachtungsdatum; KV-act. 7-31 bis 38) und ein 

psychiatrisches Teilgutachten von Dr. med. R.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 9. Juni 2016 (KV-act. 7-1 bis 28). Dr. J.___ hatte erklärt, aus 

orthopädischer Sicht sei für körperlich leichte Tätigkeiten, bevorzugt in wechselnder 

Ausgangslage zu verrichten, (Zumutbarkeit für) "ein volles Pensum in Bezug auf 50 %" 

gegeben (KV-act. 7-38). In der zusammenfassenden Beurteilung hatte sie angegeben, 

es bestehe für solche Tätigkeiten ein Arbeitsvermögen von 8.5 Stunden pro Tag ohne 

Einschränkungen (KV-act. 7-37). Die Diagnose der Wirbelsäule mit Status nach 

Operation der unteren LWS "und der schmächtige Habitus bei einer Körpergrösse von 

nur 1_0 cm" hätten qualitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Einschränkungen der 

A.l. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit ergäben sich bei verminderter Belastbarkeit der Wirbelsäule und 

schmächtigem Habitus für mittelschwere und schwere Tätigkeiten, die in Kombination 

mit Heben und Tragen, häufigem Bücken und ständigen Zwangshaltungen verrichtet 

werden müssten (KV-act. 7-37 f.). – Dr. R.___ seinerseits hatte bei den Diagnosen einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig maximal leichter Episode, ohne 

somatisches Syndrom, eines primär reaktiven depressiven Geschehens aufgrund von 

psychosozialen Belastungen, akzentuierter ängstlich-vermeidender, selbstunsicherer 

und abhängiger Persönlichkeitszüge, einer Aggravation, passiven Copings sowie 

selbstlimitierenden Schon- und Vermeidungsverhaltens, eines Verdachts auf 

(bewusstseinsnahe) Symptom-Präsentation im Sinn einer Rentenbegehrlichkeit, und 

eines Verdachts auf somatoforme Schmerzstörung bei multiplen körperlichen 

Schmerzen und St. n. Rückenoperation 2011 eine Einschränkung von maximal 20 bis 

30 % attestiert. Das wirkliche Ausmass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei 

wegen der Neigung zur Aggravation nicht mit Sicherheit zu beziffern. Die Versicherte 

habe nur eine leichte Depression und scheine daher in den diversen Funktionen nur 

leicht eingeschränkt zu sein. Nach Remission der Depression sei auch wieder eine 

Arbeitsfähigkeit von 100 % zumutbar. Es sollten berufliche Massnahmen eingeleitet 

werden, um der weiteren Fixierung und Chronifizierung der psychischen Problematik 

und der somatoformen Schmerzstörung entgegenzuwirken.

Der RAD befürwortete am 26. August 2016 (IV-act. 132), auf das bidisziplinäre 

Gutachten vom 9. Juni 2016 abzustellen. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ging 

in der Folge am 29. August 2016 (IV-act. 133) davon aus, dass aus juristischer Sicht 

eine volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bestehe.

A.m. 

Mit einem (neuen) Vorbescheid vom 31. August 2016 (IV-act. 136) teilte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit, sie sehe eine Abweisung des 

Leistungsgesuchs bei einer vollen Arbeitsfähigkeit und einem Invaliditätsgrad von 22 % 

vor.

A.n. 

Die Versicherte liess am 28. September 2016 (IV-act. 137) einwenden, es fehle 

immer noch an einer tauglichen Entscheidungsgrundlage. Die Arbeitsfähigkeit sei aber 

sicherlich um mindestens 30 % eingeschränkt, so dass ihr bei Anwendung der LSE 

2012 (Fr. 52'097.--) jedenfalls mindestens eine Viertelsrente zustehe.

A.o. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in 

Law, für die Betroffene am 30. Januar 2017 erhobene Beschwerde. Die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen auszurichten, 

eventualiter eine Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin. Bei der stets überdurchschnittlich leistungsfähigen 

Beschwerdeführerin, die seit ihrem 17. Altersjahr (mit Ausnahme nur kurzer Zeiten vor 

den Geburten ihrer Kinder und der Mutterschaftsurlaube, dann nebst der 

Kindererziehung und der Haushaltführung) vollzeitlich im Schichtdienst bei der 

ehemaligen Arbeitgeberin gearbeitet habe, bestünden seit vielen Jahren 

Rückenbeschwerden. Wegen eines Bandscheibenvorfalls habe sie die Arbeit 

niederlegen und operiert werden müssen. Die Arbeitsunfähigkeit habe infolge der 

postoperativen Lungenembolie und des Facettensyndroms länger gedauert. Mit der 

Arbeitsunfähigkeit sei die Beschwerdeführerin nur schwer zurechtgekommen; sie habe 

unbedingt wieder an die Arbeit zurückkehren wollen und habe deshalb ab Januar 2012 

einen Arbeitsversuch unternommen. Trotz ihrer enormen Anstrengungen habe das 

Pensum aber von 50 % auf 20 % reduziert werden müssen. Aufgrund der schwierigen 

gesundheitlichen Situation und der Angst um die Gesundheit sei es zu psychischen 

Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle erkundigte sich am 10. Oktober 2016 (IV-

act. 138) bei der Krankentaggeldversicherung nach dem Arbeitsfähigkeitsgrad, von 

welchem sie - angesichts der beiden unterschiedlichen Angaben (uneingeschränktes 

tägliches Arbeitsvermögen von 8.5 Stunden bzw. volles Pensum in Bezug auf 50 %) im 

Gutachten von Dr. J.___ vom 6. Juni 2016 - ausgehe. Diese antwortete am 27. Oktober 

2016 (IV-act. 139), es müsse sich bei den beiden ärztlichen Angaben nicht um einen 

Widerspruch handeln; sie habe keine Mängel am Gutachten festgestellt. Für sie sei das 

Pensum von 50 % massgebend, in welchem die Versicherte bei ihrem 

Versicherungsnehmer (der Arbeitgeberin) angestellt gewesen sei. Daraufhin gab die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 28. Oktober 2016 (IV-act. 140) bekannt, sie 

halte am vorgesehenen Entscheid fest. Die Versicherte hielt ebenfalls an ihren 

Ausführungen fest (IV-act. 141).

A.p. 

Mit Verfügung vom 14. Dezember 2016 (IV-act. 142) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Anspruch der 

Versicherten auf eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 22 % ab.

A.q. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Problemen gekommen, die mit der Zeit zugenommen hätten. Daneben sei es 

zunehmend zu ehelichen Schwierigkeiten und zu einer weiteren Verschlechterung des 

Gesundheitszustands gekommen. Vom 14. September 2015 bis 7. Oktober 2015 sei 

die Beschwerdeführerin in den Kliniken Valens behandelt worden und hernach bis 

21. Januar 2016 in der Psychiatrischen Klinik P.___. Seit August 2012 werde das 

Vorliegen einer depressiven Störung von keinem Facharzt in Frage gestellt. Es handle 

sich um ein eigenständiges Krankheitsbild. Die psychische Gesundheit der 

Beschwerdeführerin sei daher klar eingeschränkt. Während keiner der anderen 

behandelnden und untersuchenden Ärzte eine Aggravation festgestellt habe, habe dies 

Gutachter Dr. R.___ - ohne Auseinandersetzung mit der Abweichung - getan, und zwar 

solle nach ihm eine Aggravationsneigung sehr gravierender Art vorliegen. Das sei nicht 

nachvollziehbar. Einzig bei der orthopädisch-rheumatologischen Begutachtung - und 

nicht etwa bei der psychiatrischen - seien gewisse Inkonsistenzen festgehalten 

worden. Der Gutachter (Dr. R.___) habe es für nicht nachvollziehbar gehalten, dass die 

Beschwerdeführerin zuerst für eine volle Arbeitsunfähigkeit gekämpft und dann eine 

volle Anstellung gewollt habe und nach Erhalten der 50 %-Stelle ohne Krankschreibung 

habe arbeiten können. Nach seiner Auffassung sei es erst nach der erneuten 

psychosozialen ehelichen Belastung und dem negativen Ausgang des polydisziplinären 

Gutachtens 2015 zu einem Nachlassen der Leistung und erneuter Krankschreibung 

gekommen. Diese Erläuterungen seien indessen aktenwidrig; die Auseinandersetzung 

mit der Krankengeschichte sei ungenügend gewesen. In den Jahren 2012 und 2013 

habe die Beschwerdeführerin immer wieder versucht, ihr Pensum zu steigern, leider 

ohne Erfolg. Im Juni 2013 sei deshalb der Arbeitsvertrag auf eine Anstellung zu 50 % 

geändert worden. Teilweise sei der Beschwerdeführerin gelungen, diese Leistung zu 

erbringen. Gegen Ende 2013 sei es indessen zu der Verschlechterung gekommen, 

doch habe die Beschwerdeführerin das Pensum so lange wie möglich aufrechterhalten. 

Erst im Juni 2014 (also mehr als ein Jahr vor der Begutachtung) sei es zu einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit gekommen. Dr. R.___ habe seine Diagnose auf die Hamilton 

Depressionsskala gestützt, eine Fremdbeurteilungsskala, bei welcher eine festgestellte 

Aggravation schon bei der Punktevergabe berücksichtigt werde. Die ermittelten 17 bis 

20 Punkte entsprächen einer leichten bis mittelschweren Depression. Indem der 

Gutachter festgehalten habe, aufgrund des aggravierenden Verhaltens der 

Beschwerdeführerin liege höchstens eine leichte depressive Episode vor, habe er die 

angenommene Aggravation doppelt berücksichtigt. Ausserdem sei anzunehmen, dass 

das Testverfahren nicht korrekt angewendet oder zumindest eine falsche 

Schlussfolgerung gezogen worden sei, habe der Gutachter doch erklärt, die 17 bis 20 

Punkte würden nicht mit dem klinischen Eindruck übereinstimmen. Bei rezidivierenden 

depressiven Störungen, mittelgradigen Episoden, sei regelmässig von rund 50 % 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Arbeitsunfähigkeit von 30 % sei unter 

Ausklammerung der ehelichen Probleme, der Isolation in der Schweiz und der 

fehlenden Ausbildung der Beschwerdeführerin attestiert worden. Indessen hätte hier 

eine Gesamtbeurteilung erfolgen müssen, weil die sozialen Faktoren so eng mit der 

verselbständigten Gesundheitsschädigung verbunden seien, dass der gesamte 

Ursachenkomplex zu berücksichtigen gewesen wäre. Die Arbeitsfähigkeit sei aus 

psychischen Gründen sicherlich mehr als zu 30 % eingeschränkt. Dass die leichte 

depressive Störung therapierbar und nicht invalidisierend sei, sei daher nicht haltbar. 

Die psychiatrisch unterschiedlich beurteilte Frage, ob eine Persönlichkeitsstörung oder 

eine -akzentuierung vorliege, könnte mit einem Testverfahren (z.B. einem strukturierten 

klinischen Interview zur Erfassung von Persönlichkeitsstörungen, Achse II nach DSM-

IV, SKID-II) geklärt werden. Gutachter Dr. R.___ habe sich nicht für eine der beiden 

Diagnosen entscheiden können, habe aber keine Testung durchgeführt. Sein 

Gutachten sei offensichtlich unvollständig und unklar. Im Gutachten der 

Medexperts AG werde nachvollziehbar erwähnt, dass die Beurteilung einer 

Persönlichkeitsstörung nach nur einem Termin schwierig sei. Abzustellen sei 

diesbezüglich also auf die Beurteilung von Dr. Q.___. Die psychiatrisch bedingte 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage mindestens 50 %. 

Auch hinsichtlich der somatischen Einschränkungen könne nicht auf die vorhandenen 

Gutachten abgestellt werden. Dr. J.___ habe die Kniebeschwerden weder erkannt noch 

berücksichtigt, ebenso wenig wie das rheumatologische Teilgutachten der Medexperts 

AG. Der Gutachter habe die Beschwerdeführerin bereits im Juli 2002 untersucht und 

Oligo-/Polyarthralgien bei generalisierter ligamentärer Hyperlaxität, muskulärer 

Dysbalance und Insuffizienz, Skoliose und tiefgezogener BWS-Kyphose gefunden. In 

den Ausführungen im August 2015 fänden sich diese Diagnosen nicht mehr, obwohl 

nicht anzunehmen sei, dass sie verschwinden könnten. Trotz der beschriebenen 

Einschränkungen in leichter Tätigkeit halte der Gutachter die Fliessbandarbeit der 

Beschwerdeführerin, die aber regelmässig Wirbelsäulenzwangshaltungen und repetitive 

Wirbelsäulentorsionen verlange, für adaptiert. Es werde angegeben, es liege eine 

Arbeitsunfähigkeit von 20 % vor, und auch, es sei in adaptierter Tätigkeit keine 

Arbeitsunfähigkeit vorhanden, andernorts auch, sie betrage 50 % für adaptierte und für 

die angestammte Arbeit. Ohne Gesundheitsschaden hätte die Beschwerdeführerin im 

Jahr 2012 (bei frühestmöglichem Rentenbeginn am 1. August 2012) ein 

Jahreseinkommen von Fr. 67'724.65 erzielt. Für das Invalideneinkommen sei auf die 

LSE-Tabellenlöhne abzustellen, die für 2012 ein Jahreseinkommen von Fr. 51'441.10 

enthielten. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 62 %. Die Beschwerdeführerin habe mindestens auf eine 

Dreiviertelsrente Anspruch.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Gemäss der Stellungnahme des RAD vom 

15. September 2015 zum Gutachten der Medexperts AG hätten sich bei der 

Beschwerdeführerin Inkonsistenzen gezeigt. Dr. R.___ habe also nicht allein eine 

Aggravation festgestellt. Er beschreibe das aggravatorische Verhalten ausserdem 

nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin berufe sich zu Unrecht auf die angebliche 

Objektivität der Depressionsskala. Es sei schlüssig höchstens eine leichte Depression 

diagnostiziert worden. Leicht- bis mittelgradige depressive Episoden oder Störungen 

würden zudem nur als invalidisierende Erkrankung gelten, wenn sie erwiesenermassen 

therapieresistent seien. Das sei bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall, weshalb 

auch die von der Medexperts AG diagnostizierte mittelgradige depressive Episode 

nicht als invalidisierend gelte. Psychosoziale und soziokulturelle Belastungen, die 

direkte negative Folgen auf die Befindlichkeit einer versicherten Person zeigten, 

müssten bei der Bemessung der Invalidität ausgeklammert werden, es sei denn, es 

läge daneben eine davon abschichtbare, ausgeprägte psychische Störung vor. 

Letzteres sei hier nicht der Fall. Die von Dr. Q.___ diagnostizierte posttraumatische 

Belastungsstörung sei nicht ausgewiesen und werde nur aus subjektiven Angaben der 

Beschwerdeführerin abgeleitet. Die geltend gemachten Rückenleiden würden die 

Arbeitsfähigkeit höchstens in qualitativer Hinsicht einschränken. Dr. J.___ habe also zu 

Recht volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Im Gutachten der Medexperts AG fänden sich 

keine körperlichen Befunde, die eine quantitative Einschränkung von 20 bis 30 % aus 

orthopädischer Sicht plausibilisieren könnten. Die vom Gutachten geltend gemachten 

Schmerzen seien befundmässig nicht nachvollziehbar und müssten daher 

unberücksichtigt bleiben. Die Kniebeschwerden schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht 

ein, zumindest nicht quantitativ. Es sei also davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit voll arbeitsfähig sei.

D.

Mit Replik vom 29. März 2017 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vor, 

der Gutachter der Rheumatologie der Medexperts AG habe unter Berücksichtigung der 

Inkonsistenzen eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % attestiert, ebenso Dr. R.___ unter 

Berücksichtigung der Aggravation eine solche von 20 bis 30 %. Mehrere fachärztliche 

Meinungen hielten die psychische Gesundheit der Beschwerdeführerin für deutlich 

beeinträchtigt. Daher könne nicht korrekt sein, diese Beurteilungen durch die Annahme 

einer Therapierbarkeit der Leiden auszuhebeln. Durch ein solches Vorgehen würden die 

Beschwerdebilder der leichten und mittelgradigen depressiven Störung nicht objektiv 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beurteilt, sondern einzig aufgrund einer vermuteten Therapierbarkeit und damit 

entgegen Art. 7 Abs. 2 ATSG und Art. 8 Abs. 2 BV. Es könne bei so vagen 

prognostischen Einschätzungen nicht von einer überwiegend wahrscheinlich erstellten 

Genesung ausgegangen werden. Seit der Diagnosestellung im August 2012 sei die 

Beschwerdeführerin ununterbrochen in ambulanter oder stationärer psychiatrischer 

Behandlung, ergänzend auch in medikamentöser. Die immer wieder erreichten 

Erhöhungen der Arbeitsfähigkeit seien nicht stabil geblieben. Die Beschwerdeführerin 

habe sich stets sehr bemüht, den Einstieg ins Erwerbsleben wieder zu finden. Es 

handle sich nicht um ein vorübergehendes Leiden. Die belastende Situation der 

langwierigen medikamentösen Behandlung nach der Lungenembolie sei kein 

invaliditätsfremder Faktor, auch wenn die dadurch ausgelöste psychische Erkrankung 

durch psychosoziale Umstände verschlimmert worden sei. Die Gutachter der 

Medexperts AG hätten sich ausdrücklich mit den krankheitsfremden Aspekten 

auseinandergesetzt, diese nicht berücksichtigt und ausgeführt, die depressive Störung 

stelle ein eigenständiges Krankheitsbild dar. Schliesslich werde von der 

Beschwerdegegnerin nicht dargelegt, dass die langjährige, selbständige depressive 

Erkrankung mit einem Wegfall der psychosozialen Faktoren verschwände.

E.  

Die Beschwerdegegnerin hat auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Dezember 2016 (IV-

act. 142), mit welcher ein Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 22 % 

abgelehnt wurde. Die Beschwerdeführerin lässt Ausrichtung der gesetzlichen 

Leistungen beantragen, eventualiter eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen.

2.  

Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, 

erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (lit. c). Nach Art. 49 IVG hat der Entscheid über die Durchführung von 

Eingliederungsmassnahmen (Art. 28 Abs. 1 lit. a) spätestens zwölf Monate nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG zu erfolgen. Ein 

wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG liegt 

vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll 

arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Bundesgerichtsentscheide vom 16. Februar 2018, 

8C_633/2017 E. 3.4, und vom 10. August 2016, 9C_289/2016 E. 3.2). Nach Art. 29 

Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten 

nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die 

Schaffung dieser Bestimmung hat keine Veränderung des (nämlich in Art. 4 IVG und 

Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts des Eintritts des Versicherungsfalls mit sich gebracht 

(vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 14. Dezember 2015, 9C_655/2015 E. 4; Entscheide 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2015, IV 2013/52 

E. 1.2, vom 2. Mai 2016, IV 2013/641 E. 1.1, vom 15. März 2016, IV 2013/572 E. 6.4).

2.2. 

ter

Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben nach 

Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig 

und geeignet sind, die (u.a.) Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu 

verbessern (lit. a); und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen 

Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter 

anderem in medizinischen Massnahmen (Art. 8 Abs. 3 lit. a; vgl. Art. 12 bis 14 IVG) und 

in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, 

Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b). Nach Art. 18 Abs. 1 IVG haben 

arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, Anspruch 

auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a); und auf 

begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). 

2.3. 

Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig, 

den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe 

der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 

106 V 16; BGE 109 V 125). Nicht nur in medizinischer, auch in erwerblicher Hinsicht 

können sich im Zeitablauf allenfalls relevante Veränderungen ergeben.

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende 

Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 

von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und 

voraussichtlich weiterhin andauern wird. - Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine 

anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu 

berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert 

hat. Art. 29  ist sinngemäss anwendbar.

2.5. 

bis

Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen 

bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (vgl. BGE 107 V 17 = 

ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte 

sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 

132 V 99 f. E. 4, BGE 141 V 281 E. 5.2.1).

2.6. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind 

grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche 

psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 

zu unterziehen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss 

BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) also in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. Zum 

funktionellen Schweregrad sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den 

Aspekten der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und 

Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten), 

"Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und 

"Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um 

Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des 

Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und 

eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 

E. 4.1.3). Soweit die festgestellte Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer 

ähnlichen Erscheinung beruht oder unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines 

sekundären Krankheitsgewinns steht (der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach der Rechtsprechung regelmässig keine 

versicherte Gesundheitsschädigung vor. Hinweise darauf ergeben sich (im 

Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entwickelt) 

namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen 

und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen 

angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische 

Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene 

Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im 

Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 

141 V 281 E. 2.2).

Die Rechtsanwender überprüfen die ärztlichen bzw. gutachterlichen Angaben nach 

der Rechtsprechung (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2) frei, insbesondere darauf hin, ob die 

Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 

heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, 

ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter 

Grundlage erfolgt ist (vgl. Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG).

2.8. 

Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) darf sich die 

Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen 

Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen 

noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) 

Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz 

und Tragweite zu eigen machen (Bundesgerichtsentscheid vom 24. August 2016, 

8C_399/2016 E. 2.2). Die rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt 

zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde 

Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 

mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 

unbeachtlich sind (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 15. März 2017, 8C_14/2017 E. 5.3, 

BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5). Weil aber Recht und Medizin in der 

Invalidenversicherung zur Feststellung ein und derselben Arbeitsfähigkeit beitragen, 

gibt es keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prüfung einer 

medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit. Wenn und soweit die 

medizinischen Experten die rechtlichen Vorgaben beachten, scheidet daher eine 

rechtliche Parallelüberprüfung im Sinn einer "freihändigen Anwendung" der zu 

beachtenden Standardindikatoren aus (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 18. 

November 2015, 9C_125/2015 E. 5.5, BGE 141 V 281 E. 5.2.3). 

2.9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

4.  

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

Gesunde tatsächlich verdienen würde. Dabei ist in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Lohn 

anzuknüpfen (vgl. etwa Bundesgerichtsentscheid 9C_422/2015 vom 7. Dezember 

2015).

2.10. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist 

aber kein solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte beigezogen werden (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

7. April 2016, 9C_783/2015; BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 129 V 472 E. 4.2.1).

2.11. 

Der massgebliche Sachverhalt erstreckt sich über einen längeren Zeitraum, in 

welchem sich nach der gegenwärtigen Aktenlage - medizinisch und erwerblich 

betrachtet - Veränderungen ergeben haben (verschiedene Phasen, s. unten).

3.1. 

Zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sind 

zahlreiche medizinische Berichte vorhanden. Bis zum Zeitpunkt von März/April 2013 

stammen sie von behandelnden Ärzten; dann erfolgte eine erste Begutachtung für die 

Krankentaggeldversicherung, eine zweite fand im Juni 2016 statt. Dazwischen wurde 

am 25. August 2015 ein IV-Gutachten der Medexperts AG erstattet.

3.2. 

Nach den Berichten der behandelnden Ärzte trat bei der Beschwerdeführerin am 

10. August 2011 (Phase 1) eine volle Arbeitsunfähigkeit ein, am 22. September 2011 

wurde sie operiert und erlitt danach schwere Komplikationen (danach St. n. 

Infiltrations-Paraparese 2011 und St. n. Lungenembolie perioperativ 24.09.2011, IV-

act. 74-6). - Sie wollte die Arbeitstätigkeit aus eigenem Antrieb ab 2012 wieder (zu 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

50 %) aufnehmen (IV-act. 12-1) und wurde teilweise arbeitsfähig geschrieben. 

Schliesslich arbeitete sie ab Februar 2012 im Umfang von 20 %. - Gemäss dem Bericht 

von Dr. C.___ vom 16. März 2012 hatte sich eine Lähmung im linken Bein bis dahin fast 

komplett zurückgebildet. Das Pensum des Arbeitsversuchs sollte nach seiner 

Beurteilung ab 3. April 2012 von 20 % auf 40 % angehoben werden können. Langfristig 

erwartete der Operateur damals eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 

50 % in adaptierter Tätigkeit. Die Beschwerden würden (sc. durch die Befunde) erklärt. 

Am 30. April 2012 nannte der Arzt eine Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Arbeit 

von mindestens zwei Dritteln. Die Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen 

diagnostizierte im Frühjahr 2012 ein Failed back surgery-Syndrom bei 

therapieresistenten mittelstarken bis starken Lumbalgien und eine geringgradige 

Grosszehenheberschwäche links (und beschrieb auch am 7. September 2012 noch 

invalidisierende Schmerzen und eine proximale Schwäche der Beinmuskulatur). 

Dr. B.___ schrieb die Beschwerdeführerin noch am 16. Juli 2012 (vgl. IV-act. 31-4) zu 

mindestens 80 % arbeitsunfähig (sie arbeitete im Übrigen seit Juni 2012 [wieder] an 

zwei Stunden pro Tag). - Am 10. August 2012 lief eine mögliche Wartezeit ab (zur 

Würdigung der ärztlichen Berichte vgl. unten E. 5.3).

Nach einer vorübergehenden Phase voller Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen 

Gründen vom 27. August 2012 bis 5. Oktober 2012 (mit anschliessend psychiatrisch 

gesehen wieder voll erreichter Arbeitsfähigkeit) - die Beschwerdeführerin arbeitete nach 

Angaben im Gutachten von Dr. J.___ ab Oktober 2012 an drei Stunden pro Tag (vgl. 

KV-act. 6-3) - nahm die Beschwerdeführerin am 22. November 2012 (Phase 2) die 

Arbeit zu 50 % wieder auf. Dr. I.___ erachtete (am 19. März 2013, unter Hinweis auf 

seinen Bericht vom 9. November 2012, bei letzter Kontrolle am 7. November 2012) eine 

Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit an etwa drei bis 

vier Stunden pro Tag als wahrscheinlich zumutbar - entsprechend einer 

Arbeitsunfähigkeit von gut 50 bis 65 % -, wobei er offen liess, ob dabei eine 

verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, und unter Hinweis auf die Multimorbidität der 

Beschwerdeführerin eine Begutachtung empfahl (zur Würdigung vgl. unten E. 5.3).

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ab Februar 2013 (Phase 3) bestand gemäss gutachterlicher Beurteilung von 

Dr. J.___ (nochmals) volle Arbeitsunfähigkeit: Ca. eineinhalb Monate vor der 

orthopädischen Begutachtung durch sie für die Krankentaggeldversicherung vom 

20. März 2013 (also ca. anfangs Februar 2013) ist nach Angaben in ihrem Gutachten 

erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin eingetreten (KV-act. 6-3). 

Die Gutachterin gelangte zum Schluss, dass bei dieser zur Zeit der Begutachtung unter 

orthopädischem Aspekt keine Arbeitsfähigkeit bestehe.

4.3. 

Bei der Begutachtung durch Dr. J.___ (Gutachten vom 20. März 2013) erfolgte 

eine eingehende Befundaufnahme. Es waren unter anderem festgestellt worden eine 

Haltungsinsuffizienz, eine Fehlstatik mit geringer Protraktion des Kopfes, deutlich 

abgeflachter tiefgezogener Brustkyphose und vermehrter Lendenlordose, 

Gewebswassereinlagerungen beidseits in den distalen Unterschenkeln, ein FBA von 

50 cm, eine deutlich eingeschränkte Inklination, Seitneigung und Seitdrehung, 

Druckschmerzen am Epicondylus humeri ulnaris, eine beidseitig verkürzte 

Ischiokruralmuskulatur, schmerzhafte Weichteilverquellungen nuchal, eine deutlich 

verschmächtigte dorsale Rumpfmuskulatur, ein lumbosacraler Überstreckschmerz 

beidseits, eine geringe Überstreckbarkeit der Hüftgelenke und beidseits eine isolierte 

Druckschmerzhaftigkeit der kleinen Glutealmuskulatur. Die Fusssohlen hatten nahezu 

keine Gebrauchsbeschwielung aufgewiesen. Die Überprüfung der groben Kraft mittels 

Händedrucks habe eine seitengleiche Kraftminderung ergeben. In diesem 

Zusammenhang (bei der Greifkraftprüfung, wie schon von Dr. I.___) wurde nach einem 

allenfalls mangelnden Willen zur vollen Belastung gefragt (KV-act. 6-7). Die Gutachterin 

hielt indessen fest, die von der Beschwerdeführerin vorgetragenen Beschwerden 

fänden klinisch ihr Korrelat. Und sehr wahrscheinlich liege auch eine psychische 

Überlagerung der Beschwerden vor. Da Entlordosierung eine Linderung der 

Beschwerden bringe, seien eine Miederversorgung und Physiotherapie zur Stärkung 

der Rumpfmuskulatur sinnvoll. Nach Linderung der Beschwerden sollte zügig mit 

medizinischer Trainingstherapie begonnen werden.

4.3.1. 

Der Gutachterin Dr. J.___ lagen bei der Erstellung des Gutachtens vom 20. März 

2013 kaum so umfangreiche Akten vor, wie sie die Invalidenversicherung besass (vgl. 

KV-act. 6-2, 9, 10). Ausserdem erscheint fraglich, inwiefern die Ausrichtung auf die 

Belange der Krankentaggeldversicherung den Beweiswert für die Invalidenversicherung 

mindert (was beides für den gesamten Zeitraum der Phasen gemäss E. 4.3 und 4.4 

bedeutsam ist). Die Gutachterin hat allerdings auf eine Objektivierung geachtet, hat sie 

doch bei der Prüfung der Handkraft einen genügenden (Leistungs-) Willen der 

Beschwerdeführerin in Frage gestellt. - Das (mitbegutachtende) K.___ gelangte aus 

4.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

psychiatrischer Sicht bei der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit 

deutlich reaktiven Anteilen zum ganz genau gleichen Ergebnis - wie Dr. J.___ aus 

rheumatologischer Sicht -, nämlich, dass die Beschwerdeführerin zur 

Begutachtungszeit vom 20. März 2013 aus (hier:) psychiatrischen Gründen für alle 

Tätigkeiten voll arbeitsunfähig sei, durch psychiatrische Behandlung aber innert sechs 

Wochen ab Begutachtung (d.h. ab anfangs Mai 2013) wieder eine Arbeitsfähigkeit von 

50 % (und hernach eine solche von 75 % und von 100 %) zu erwarten sei. - Die 

Medexperts AG erachtete später diese aus psychiatrischen Gründen angegebene volle 

Arbeitsunfähigkeit angesichts der Diagnose nicht für nachvollziehbar, ebenso wenig 

wie die prospektive psychiatrische Beurteilung deren weiteren Verlaufs (vgl. IV-

act. 109-42, 5.10; zur Würdigung des Gutachtens vom 20. März 2013 vgl. auch unten 

E. 5.1 und 5.3). 

Prospektiv erwartete Dr. J.___ wie erwähnt, dass sechs Wochen nach der 

Begutachtung - d.h. ab anfangs Mai 2013 (Phase 4) - bei intensiven 

Therapiemassnahmen wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % sollte erreicht werden 

können, je zwei Wochen später dann eine solche von 75 % und dann von 100 % (also 

ab anfangs Juni 2013). - Der Gutachter der Rheumatologie der Medexperts erklärte zu 

dieser Beurteilung von Dr. J.___, aus aktueller rheumatologischer Sicht scheine eine 

Steigerung des aktuellen Arbeitspensums von 50 % aufgrund der objektivierbaren 

pathologischen klinischen und radiologischen Befunde realisierbar; die Stelle sei aber 

gekündigt (IV-act. 109-62). Im polydisziplinären Teil des Medexperts-Gutachten wurde 

dazu festgehalten, infolge der psychiatrischen Erkrankung (und der hinzugetretenen 

therapierefraktären chronifizierten WS-Schmerzen) sei es zu dieser Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit nicht gekommen (vgl. IV-act. 109-75 und IV-act. 109-78; vgl. zur 

Würdigung auch unten E. 5.1 und 5.3). - Nach der Hospitalisation vom 10. bis 24. Juni 

2013 mit entsprechender vorübergehender voller Arbeitsunfähigkeit hat die 

Beschwerdeführerin im Übrigen auch tatsächlich wieder zu 50 % gearbeitet.

4.4. 

 4.5. 

Im August 2015 (Gutachten vom 25. August 2015; Phase 5) wurde die 

Beschwerdeführerin bei der Medexperts AG polydisziplinär untersucht. Der Gutachter 

der Rheumatologie erhob die Befunde und hielt fest, in der aktuell ausgeübten 

Berufstätigkeit, die als adaptiert zu betrachten sei, lasse sich aus aktueller Sicht eine 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im Umfang von höchstens 20 % 

begründen, bedingt durch die Notwendigkeit vermehrter und über das betriebsübliche 

Mass hinausgehender Pausen zur Einnahme von Entlastungsstellungen und 

4.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Durchführung von Entspannungsübungen (IV-act. 109-60; 7.6.1). Das aktuell ausgeübte 

Pensum von 50 % in der adaptierten angestammten Tätigkeit scheine - nach 

Durchführung einer intensiven stationären Rehabilitation mit Behandlung nach 

multimodalem Therapieschema und Work Hardening - aus rheumatologischer Sicht bis 

31. Dezember 2015 (Ablauf der Kündigungsfrist) noch steigerungsfähig (IV-act. 109-61). 

In körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeiten ohne wirbelsäulenbelastende 

Arbeiten bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Eine Steigerung der körperlichen 

Leistungsfähigkeit erscheine nach Durchführung der genannten Massnahmen möglich 

(IV-act. 109-60; 7.6.3). Die aktuell objektivierbaren pathologischen klinischen und 

radiologischen Befunde würden eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % in 

der aktuell ausgeübten, körperlich adaptierten Berufstätigkeit und in anderen körperlich 

adaptierten Berufstätigkeiten nur schwer begründen lassen (IV-act. 109-61; 7.9). Die 

Hyperlaxität (am 17. Juli 2002, IV-act. 109-50, waren Oligo-/Polyarthralgien bei 

generalisierter ligamentärer Hyperlaxität, muskulärer Dysbalance und Insuffizienz, 

Skoliose und tiefgezogener BWS-Kyphose gefunden worden, IV-act. 109-55; alte 

Bilder vgl. IV-act. 109-53; erste Gelenksblockaden schon mit 25 Jahren, also 1997, 

KV-6-4) war übrigens gemäss den Angaben des Gutachters der Rheumatologie vom 

22. Juni 2015 auch bei der Begutachtung noch vorhanden (vgl. IV-act. 109-53; zu 

weiteren Ausführungen des Medexperts-Gutachters der Rheumatologie unten E. 5.2).  

Zur orthopädischen Disziplin hielt die Medexperts AG im polydisziplinären Teil 

(die Gutachterin der Orthopädie war Hauptgutachterin und erstellte kein separates 

Teilgutachten) fest, dass zusammenfassend die Funktionseinschränkungen der LWS 

der Beschwerdeführerin durch eine mögliche Fazettenproblematik und myofasziale 

Problematik erklärbar und schmerzbedingt seien (IV-act. 109-72). Im Bereich der LWS 

habe sich mit Ausnahme einer subtotal aufgebrauchten Bandscheibe im Abschnitt 

LWK5/S1 eine normale Höhe der Intervertebralräume gezeigt, ausserdem lägen eine 

knöcherne Einengung der Neuroforamina LWK5/S1 und eine Spondylarthrose im 

lumbosacralen Übergang vor. Das Baastrup-Phänomen L3 bis 5 weise auf eine 

ligamentäre Ursache bei muskulärer Dysbalance mit Fehlhaltung und Fehlbelastung 

hin. Die beklagten belastungsabhängigen Fersenschmerzen könnten durch die 

Fussfehlstatik bei Knick-/Senk-Spreizfuss beidseits und eine plantare Fasziitis bei 

Fersensporn beidseits ausgelöst werden. Beidseits habe sich eine angedeutete 

Haglund-Ferse gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei zurzeit wegen der anhaltenden 

Fersenschmerzen bei ständigem Stehen und Gehen handicapiert. Ihre Wirbelsäule sei 

eingeschränkt belastbar. Die Dekonditionierung wirke sich ungünstig aus; diese sei 

jedoch behandelbar. Durch die Meniskusläsion links sei die Beschwerdeführerin zurzeit 

4.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nur geringgradig eingeschränkt. Die geringgradige HWS-Symptomatik und die 

ebenfalls leichten Ansatztendopathien im Bereich der Ellbogengelenke könnten durch 

physikalische Massnahmen gelindert werden (IV-act. 109-72 f.). Möglich seien aus 

orthopädischer Sicht leichte wechselbelastende adaptierte Tätigkeiten; wegen 

Verlangsamung und chronifizierter Schmerzen werde "ein Rendement von 20 bis 

30 % ... angenommen" (IV-act. 109-73, gemeint wohl eine Verminderung des 

Rendements, vgl. IV-act. 109-76). 

Internistisch waren keine Diagnosen von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu 

erheben gewesen (IV-act. 109-65). - Neurologisch gesehen bestanden gemäss dem 

Medexperts-Gutachten ein chronisches Schmerzsyndrom lumbal und ein myofasziales 

Schmerzsyndrom der Schulter-/Nackenregion, beide ohne neurologische Ausfälle. Von 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien beide nicht. Tangentiale Drehbewegungen der 

LWS sollten auf ein Minimum beschränkt werden und es sei ein Sitzhocker zur 

Verfügung zu stellen (IV-act. 109-47 f.). Hinweise auf ein suboptimales 

Leistungsverhalten seien nicht aufgetreten (IV-act. 109-49).

4.5.3. 

Bei der psychiatrischen Begutachtung ergab sich als Diagnose mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelgradige depressive Störung. Diese bewirke 

eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im IV-rechtlichen Sinn um ca. 30 % (IV-

act. 109-41), und zwar sowohl in der zuletzt ausgeübten wie einer adaptierten Tätigkeit. 

Diese Einschränkung habe sich vermutlich in den letzten Monaten bzw. Jahren 

aufgebaut und sei sicherlich seit dem Untersuchungstermin vorhanden. Beim Befund 

waren eine depressive Symptomatik mit herabgesetzter Grundstimmung und 

Schwingungsfähigkeit, Ängste, Schlafstörungen, ein eingeschränkter Antrieb und eine 

deutlich verminderte Vitalität festgestellt worden. Es sei davon auszugehen, dass 

schon im August 2012 eine ähnliche Problematik bestanden habe, die sich aber in den 

letzten Jahren chronifiziert habe, weshalb (da die Anpassungsstörung gemäss ICD 10 

nach zwei Jahren umcodiert werden müsse) von einer leichten bis mittelgradigen 

depressiven Störung auszugehen sei. Diese stelle ein eigenständiges Krankheitsbild 

dar (IV-act. 109-40). Daneben gebe es IV-fremde Faktoren wie die 

Beziehungsproblematik, die Isolation hierzulande und die fehlende Ausbildung, welche 

die Arbeitsfähigkeit zusätzlich einschränkten, aber nicht IV-relevant seien. - Unter 

diesen Umständen ist davon auszugehen, dass der Gutachter die Diagnosen erklärt 

hat. Er hat auch Augenmerk auf das Auseinanderhalten von gesundheitlich bedingter 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und mitwirkenden, hierfür nicht relevanter Faktoren 

gelegt. Des Weiteren hat er sich auch zu den Handicaps geäussert. Bei der 

Beschwerdeführerin seien aufgrund der psychischen Erkrankung im Rahmen des Mini-

4.5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ICF die Kontaktfähigkeit zu Dritten und die familiären bzw. intimen Beziehungen 

mittelgradig bis schwer eingeschränkt. In der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der 

Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit 

sei die Beschwerdeführerin leicht bis mittelgradig eingeschränkt, leicht eingeschränkt 

in der Spontanaktivität. In der Anpassung an Regeln und Routine, in der Planung und 

Strukturierung von Aufgaben und in der Anwendung fachlicher Kompetenzen sei sie 

nicht eingeschränkt. Der Gutachter hat sich somit unter dem Aspekt der 

Standardindikatoren mit dem Schweregrad der Ausprägung der diagnoserelevanten 

Befunde und mit der Krankheitsgeschichte ebenso auseinandergesetzt wie mit der 

Persönlichkeit der Beschwerdeführerin (anamnestische Hinweise auf eine ängstliche 

vermeidende, selbstunsichere, abhängige Persönlichkeitsakzentuierung als Diagnose 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) und den sozialen Verhältnissen. Zur Konsistenz 

hielt der Gutachter dafür, eine somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbares 

syndromales Zustandsbild liege nicht vor. Bei der Tagesstruktur wurde darauf 

hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin nach viereinhalb Stunden Arbeit, während 

welcher sie sich durchbeissen könne, völlig erschöpft sei (IV-act. 109-36 f.). Seit zwei 

Jahren stand die Beschwerdeführerin alle zwei Wochen in psychiatrisch/

psychotherapeutischer Behandlung (IV-act. 109-38). Der Medikamentenspiegel für 

Duloxetin war im therapeutischen Bereich (IV-act. 109-38). Diskrepanzen sind hier 

(anders unten E. 4.5.6) so weit ersichtlich nicht festgestellt worden. Die psychiatrische 

Begutachtung genügt den Anforderungen der Rechtsprechung und das Ergebnis ist 

überzeugend.

Polydisziplinär wurde schliesslich festgehalten, aufgrund der objektivierbaren 

und führenden Gesundheitsstörungen des Bewegungsapparates liege rheumatologisch 

(recte wohl: orthopädisch, vgl. IV-act. 109-75 unten) eine Arbeitsunfähigkeit in der 

bisherigen und in einer adaptierten körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit 

von 50 % vor (IV-act. 109-74 unten; die Angabe zur Arbeitsfähigkeit von 50 % in 

adaptierter Tätigkeit scheint angesichts der Beantwortung der Fragen bei IV-

act. 109-76 ein Versehen darzustellen, richtig wohl: somatisch gesehen Arbeitsfähigkeit 

von 70 bis 80 %). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe zur Zeit der 

Begutachtung wegen der leichten bis mittelgradigen Funktionsdefizite der Wirbelsäule, 

der leichtgradigen Kniepathologie links, der Fussschmerzen und der 

Schmerzchronifizierung Grad 3 aus orthopädischer (und aus rheumatologischer, s. 

oben) Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, aus psychiatrischer Sicht eine solche 

von 30 % (IV-act. 109-75 f.). Bei leichten, wechselbelastenden, angepassten 

Tätigkeiten bestehe rheumatologisch gesehen eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %, aus 

4.5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80 %, aus psychiatrischer Sicht 

eine Arbeitsfähigkeit von 70 %; polydisziplinär werde eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in 

Bezug auf ein Vollpensum angenommen (IV-act. 109-76).

Der RAD wies in seiner Stellungnahme vom 15. September 2015 (IV-act. 110) 

zum Gutachten der Medexperts AG darauf hin, dass sich bei der klinischen 

Untersuchung bei sehr tiefer Selbsteinschätzung der körperlichen Leistungsfähigkeit 

Inkonsistenzen gezeigt hätten. Der Gutachter der Rheumatologie hatte denn auch 

darauf hingewiesen, dass die subjektive Einschätzung der körperlichen 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin (sc. im PACT-Test) weit unter der 

Belastungsgrenze für eine leichte Berufstätigkeit liege und mit der Ausübung einer 

Berufstätigkeit - die Beschwerdeführerin arbeite zu 50 % - nicht vereinbar wäre (IV-

act. 109-61 und -58). Es zeigt sich somit, dass der PACT-Test einen unter dem für eine 

Berufstätigkeit erforderlichen Wert ergab, während die Beschwerdeführerin allerdings 

nach der gegenwärtigen Aktenlage damals eine Arbeitstätigkeit von 50 % tatsächlich 

ausübte. Der Aussagewert des PACT-Tests ist entsprechend zu würdigen. Ausserdem 

ist bezüglich dieses Testergebnisses mitzuberücksichtigen, dass psychiatrisch 

gesehen eine leichte bis mittelgradige depressive Störung der Beschwerdeführerin 

festgestellt wurde (IV-act. 109-78). - Als Inkonsistenzen nannte der Gutachter der 

Rheumatologie, dass der Finger-Boden-Abstand nicht lege artis prüfbar gewesen sei 

(keine Wirbelsäulenflexion lumbal ohne gleichzeitige Flexion der Hüft- und 

Kniegelenke), das Lasèguezeichen aber beidseits negativ gewesen sei und der 

Langsitz problemlos habe ausgeführt werden können (IV-act. 109-58). Diese 

Inkonsistenzen hat der Gutachter in seine Beurteilung miteinbezogen. Das Ergebnis ist 

ausreichend objektiviert worden.

4.5.6. 

Auf das Ergebnis des Medexperts-Gutachtens kann, wie der RAD es 

befürwortete, bei der gegenwärtigen Aktenlage aufgrund seiner gutachterlichen 

Befundaufnahme und Würdigung (samt Kenntnis etwa des Ergebnisses des PACT-

Tests und der Inkonsistenzen) sowie der auf die beschriebenen Befunde abgestützten 

Begründung für die betreffende Zeit (der Begutachtung) abgestellt werden. Es ist nach 

gegenwärtiger Aktenlage somit für die damalige Zeit von einer Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin von 50 % in angestammter und von 70 % in adaptierter Tätigkeit 

auszugehen.

4.5.7. 

Die rückblickende Beurteilung dagegen ist davon abweichend zu würdigen (vgl. 

unten E. 5.1 bis 5.3).

4.5.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gemäss den Berichten der Abteilung Psychosomatik an den Kliniken Valens vom 

7. Oktober 2015 und der Psychiatrischen Klinik P.___ vom 28. Januar 2016 war die 

Beschwerdeführerin daraufhin vom 14. September 2015 (Phase 6) bis 7. Oktober 2015 

und vom 8. Oktober bis 21. Januar 2016, also insgesamt rund vier Monate lang, 

hospitalisiert und somit voll arbeitsunfähig gewesen.

4.6. 

In der Folge - gemäss KV-act. 7-2 auf den 31. Mai 2016 - hat die 

Beschwerdeführerin ihre Anstellung verloren. - Damals, im Juni 2016 (Phase 7), fand 

auch die weitere Begutachtung für die Krankentaggeldversicherung statt.

4.7. 

Dr. J.___ gelangte darin unter orthopädischem Gesichtspunkt zum Schluss, dass 

der Beschwerdeführerin für körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Ausgangslage 

eine volle Arbeitszeit zumutbar sei (KV-act. 7-37). Die Gutachterin gab an, es lägen eine 

verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Status nach OP, eine Fehlstatik der 

Wirbelsäule, eine Haltungsinsuffizienz, ein muskulärer Hartspann und eine 

verschmächtigte Rumpfmuskulatur, degenerative Veränderungen der mittleren/unteren 

HWS und der unteren LWS, aktuell eine aktivierte Osteochondrose in Höhe L5/S1, 

beidseits eine verkürzte Ischiokruralmuskulatur, und eine Fehl- und Überlastung des 

Bewegungsapparates (bei Übergewicht von etwa 25 kg in den letzten drei Jahren) vor. 

Der Befundaufnahme ist unter anderem weiter zu entnehmen, dass der FBA 56 cm 

betrug, und dass deutliche Gewebswassereinlagerungen in den Beinen, eine 

abgeflachte tiefgezogene Brustkyphose und vermehrte Lendenlordose, ein 

eingeschränktes Seitneigen/Seitdrehen beidseits mit Schmerzen am unteren 

Rippenbogen/Beckenkamm, ein lumbosacraler Überstreckschmerz beidseits, eine 

geringe Überstreckbarkeit der Hüftgelenke, insgesamt sehr wenig 

Gebrauchsbeschwielung der Fusssohlen und schmerzhafte Weichteilverquellungen 

nuchal vorlagen.

4.7.1. 

Neu waren bei der Begutachtung vom Juni 2016 so weit ersichtlich orthopädisch 

gesehen eine aktivierte Osteochondrose in Höhe L5/S1 (die Gutachterin konnte ein 

MRT vom 1. Juni 2016 mitbeurteilen; keine Wiedergabe des Befundes; nicht bekannt, 

welche Region), und degenerative Veränderungen der mittleren/unteren HWS, wobei 

der Kinn-Jugulum-Abstand (vorher 2/17, neu) 2/16 ausmachte. Die Funktionsprüfung 

war so weit ersichtlich nicht mehr schmerzhaft. Nicht mehr beschrieben wurden so weit 

ersichtlich gemäss dem Befund die (vormaligen) Druckschmerzen am Epicondylus 

humeri ulnaris und die beidseits isolierte Druckschmerzhaftigkeit der kleinen 

Glutealmuskulatur. Eine ausdrückliche Auseinandersetzung mit einer allfälligen 

Veränderung seit der letzten Begutachtung erfolgte nicht. Es fragt sich zudem, ob nicht 

4.7.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Fokus der Auftrag gebenden Taggeldversicherung auf das versicherte Pensum von 

nur 50 % die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beeinflusste (vgl. oben E. 4.3.2). Indessen 

kann angesichts der umfassenden Befunderhebung bei der gegebenen Aktenlage auf 

die Beurteilung abgestellt werden, wonach die zumutbare Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin unter orthopädischem Aspekt für ein volles Arbeitspensum von 

8.5 Stunden pro Tag für adaptierte Tätigkeiten ausreicht. Im Vergleich zur Beurteilung 

der Medexperts AG einer damaligen (Juni 2015) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 

20 bis 30 % für adaptierte Tätigkeiten ist somit bei der gegenwärtigen Aktenlage von 

einer gewissen Verbesserung des somatischen Gesundheitszustands auszugehen.

Die psychiatrische Begutachtung ergab gemäss dem Gutachten von Dr. R.___ 

vom 9. Juni 2016 diagnostisch, dass (erster Punkt) eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig maximal leichte Episode, ohne somatisches Syndrom vorliege, 

daneben (zweiter Punkt) ein primär reaktives depressives Geschehen aufgrund von 

psychosozialen Belastungen (vor allem chronischer Ehekonflikt sowie Stellenverlust; 

DD emotionale Reaktion/Anpassungsstörung mit depressiven und anderen Gefühlen 

[Kränkung, Wut, Verbitterung]), (dritter Punkt) akzentuierte ängstlich-vermeidende, 

selbstunsichere und abhängige Persönlichkeitszüge, DD: kombinierte 

Persönlichkeitsstörung, (vierter Punkt) eine Aggravation, passives Coping sowie 

selbstlimitierendes Schon- und Vermeidungsverhalten, Verdacht auf 

(bewusstseinsnahe) Symptom-Präsentation im Sinn einer Rentenbegehrlichkeit, und 

(fünfter Punkt) ein Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung bei multiplen 

körperlichen Schmerzen und St. n. Rückenoperation 2011 (KV-act. 7-18). Der 

Gutachter schloss, aufgrund der leichten psychiatrischen Symptomatik sei die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zurzeit zu 20 bis 

30 % eingeschränkt, nach einer Remission der Depression sei die Arbeitsfähigkeit auch 

wieder voll vorhanden (KV-act. 7-27).

4.7.3. 

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Gutachter der Psychiatrie darlegte, 

die Beschwerdeführerin habe einen deutlichen Hang zur Aggravation mit Diskrepanzen 

zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiven Befunden und etlichen 

Widersprüchen und Inkonsistenzen, die sich zum Teil bei genauerer Nachfrage 

relativierten oder auflösten. Es bestehe auch eine Diskrepanz zwischen subjektiv 

wahrgenommenem und affektiv spürbarem Leidensdruck. Er nannte ein 

demonstratives Klagen beim Aufstehen und Gehen vor und nach der Untersuchung, 

während die Beschwerdeführerin bei der eineinhalb stündigen Untersuchung ruhig und 

unauffällig auf dem Stuhl gesessen habe (vgl. KV-act. 7-16).

4.7.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 32/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auf den starken Verdacht auf eine relativ bewusstseinsnahe Aggravation mit dem 

Ziel einer Rentenbegehrlichkeit schliesst der Gutachter der Psychiatrie aber auch aus 

der Vorgeschichte und dem Krankheitsverlauf. Auffallend sei, dass die 

Beschwerdeführerin bei immer nur relativ geringen psychischen und körperlichen 

Befunden eine mehrjährige Phase mit bis zu 100 % Arbeitsunfähigkeit gehabt habe. Als 

sie die Stelle deswegen dann verloren habe, habe sie plötzlich sehr aktiv um eine 

Neuanstellung gekämpft. Nachdem sie diese dann erhalten habe - die Arbeitgeberin 

habe ihr allerdings entgegen ihrem Wunsch nach einem Vollzeitpensum lediglich eine 

50 %-Stelle gegeben -, habe sie dann längere Zeit ohne Krankschreibung arbeiten 

können. Es frage sich, weshalb sie plötzlich vollzeitlich habe arbeiten wollen, nachdem 

sie vorher doch so lange für eine volle Arbeitsunfähigkeit gekämpft habe. Erst unter 

erneuten psychosozialen Belastungen und dem negativen Ausgang der 

polydisziplinären Begutachtung im Jahr 2015 sei es zur erneuten Krankschreibung 

gekommen (vgl. KV-act. 7-22).

4.7.5. 

Was diese der Beurteilung zugrundeliegenden Annahmen des Gutachters zur 

Vorgeschichte betrifft, ist allerdings einerseits auf Folgendes hinzuweisen: Die 

Beschwerdeführerin hatte Lähmungen erlitten und es waren zumindest (selbst gemäss 

dem Medexperts-Gutachten, vgl. unten E. 5.2) kernspintomographisch aktivierte 

Spondylarthrosen L3 bis S1 nachgewiesen worden. Von der Klinik für Neurochirurgie 

am Kantonsspital St. Gallen war echtzeitlich (am 7. September 2012, vgl. IV-act. 34-2) 

ein bildmorphologischer Nachweis von entzündlich veränderten Spondylarthrosen (vom 

Gutachten der Medexperts AG nach neueren Kriterien diagnostisch anders betrachtet) 

festgestellt worden. Die somatischen Beschwerden und Funktionseinschränkungen 

waren wiederholt als durch die Befunde begründet betrachtet worden (vgl. namentlich 

IV-act. 109-72 f.). Die Beschwerdeführerin hat im Übrigen auch beispielsweise nach 

einem Wechsel der Medikation oder nach Spitalaufenthalten von einer Besserung der 

Schmerzen und der Beschwerden berichtet. Auch gab sie etwa bekannt, dass sie die 

Symptomatik, welche zur Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung geführt 

hatte (Infiltrationsparaparese und Lungenembolie), überwunden habe. Sie nahm nach 

Phasen der (u.a. vollen) Arbeitsunfähigkeit ihre Arbeit mehrfach teilweise tatsächlich 

wieder auf. Ihre Stelle, die sie bereits seit ihrem 17. Altersjahr innehatte, behielt sie 

auch nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bei. Die Arbeitstätigkeit wurde ihren 

krankheitsbedingt erforderlichen Einschränkungen angepasst (vgl. KV-act. 2-11: vorher 

Maschinen[-…], danach leichte Arbeiten […]). Die Beschwerdeführerin hat sich zwar für 

voll arbeitsunfähig gehalten (vgl. IV-act. 109-42), ist ihrer Arbeit jedoch wie erwähnt 

trotzdem teilweise (nach der Aktenlage längere Zeit zu 50 %) nachgegangen (vgl. IV-

4.7.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 33/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

act. 109-38). Das von der Arbeitgeberin noch angebotene Pensum von 50 % übte sie 

aus. Die Beschwerdegegnerin unterstützte sie im Übrigen bei der Erhaltung dieses 

Arbeitsplatzes (vgl. Zielvereinbarung betreffend den Eingliederungsplan vom 

31. Januar/8. Februar 2013, kurz nach der Frist von zwölf Monaten ab der Anmeldung 

gemäss Art. 49 IVG; Leistungszusprache vom 14. Februar 2013 für berufliche 

Massnahmen im Sinn von Beratung und Unterstützung bei der Erhaltung des 

Arbeitsplatzes, also für Arbeitsvermittlungsmassnahmen nach Art. 18 Abs. 1 lit. b IVG) 

ebenso wie die Taggeldversicherung und die Arbeitgeberin. Am Ende hatte das 

während ihres gesamten Erwerbslebens aufrechterhaltene Arbeitsverhältnis etwa 

26 Jahre gedauert. - Im Bericht der Abteilung Psychosomatik an den Kliniken Valens 

vom 7. Oktober 2015 war ausserdem angegeben worden, die Beschwerdeführerin 

habe sich mit zunehmender Therapiedauer geöffnet und von ihrer über weite Strecken 

der Hospitalisation dissimulierten seelischen Not berichtet (IV-act. 125-3). - Dr. B.___ 

hatte im Übrigen bereits am 3. Juli 2014 (IV-act. 96) berichtet, der Zustand der 

Beschwerdeführerin habe sich verschlechtert. Eine Kryorhizotomie des ISG links vom 

14. Mai 2014 sei ohne Erfolg geblieben. Wegen der subjektiv empfundenen massivsten 

Schmerzen sei die Versicherte gemäss der behandelnden Psychiaterin vom 10. Juni 

2014 bis 30. Juni 2014 voll arbeitsunfähig geschrieben worden.

Anderseits war in einer früheren klinischen Untersuchung bei der Prüfung der 

Handkraft (erstmals am 9. November 2012) eine eingeschränkte Compliance 

festgestellt und später ebenfalls bei der Handkraft ein mangelnder Wille in Erwägung 

gezogen worden. - In einem Verlaufsprotokoll der IV-Eingliederungsberatung vom 

30. Dezember 2013 (IV-act. 78) war zudem festgehalten worden, nach Auslaufen der 

Krankentaggelder im Juni 2013 sei der Arbeitsvertrag auf ein Pensum von 50 % 

angepasst worden. Eine weitere Steigerung habe die Beschwerdeführerin nicht 

erreichen können. Das Pensum von 50 % habe für sie oberste Grenze dargestellt. Nach 

ihrer Auffassung müssten die Ärzte alles unternehmen, damit die Schmerzen behoben 

würden. Erst dann könne sie eventuell wieder mehr arbeiten. Eine Haltungsänderung 

von der passiven in die aktive Rolle habe nicht erreicht werden können (IV-act. 78-5). 

Der Umdenkprozess werde nicht einfach sein und viel Zeit und Energie kosten, wenn 

sie sich überhaupt darauf einlasse. Sie müsse jedoch einsehen, dass auch sie aktiv 

werden müsse und es kein Wundermittel gegen die Schmerzen gebe (IV-act. 78-3).

4.7.7. 

Der Gutachter der Psychiatrie hat jedenfalls den Einfluss der Aggravation und 

des Verdachts auf eine bewusstseinsnahe Symptompräsentation bei seiner Beurteilung 

mitberücksichtigt (vgl. auch unten E. 4.7.10). Er hat festgehalten, dass nur ein Teil der 

subjektiv beklagten Beschwerden habe objektiviert werden können (KV-act. 7-24).

4.7.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 34/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Was die depressive Störung betrifft, hat die Testung mit der Hamilton-

Depressionsskala (HAMDS-21, mit 21 Items) nach Angaben des Gutachters maximal 

etwa 17 bis 20 Punkte ergeben, was einer leichten bis grenzwertig mittelschweren 

Depression entsprechen würde und nicht mit dem klinischen Eindruck übereinstimme 

(KV-act. 7-18, vgl. 7-14). - Zu erwähnen ist diesbezüglich, dass solchen Testmethoden 

nach der Rechtsprechung im Rahmen psychiatrischer Begutachtungen denn auch 

höchstens eine ergänzende Funktion zukommt, während die klinische Untersuchung 

mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung 

entscheidend bleibt (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 23. Januar 2017, 8C_772/2016 

E. 6.1). - Bei der Beschreibung der aktuellen psychischen Symptomatik (nach 

HAMDS-21 und AMDP, d.h. gemäss der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und 

Dokumentation in der Psychiatrie) wurde festgestellt, dass die Beschwerdeführerin vor 

allem an Einsamkeitsgefühl leide (von Depressionen erzähle sie von sich aus nichts), 

daneben auch an Schuldgefühlen. Sie mache sich Selbstvorwürfe. Während des 

Klinikaufenthalts habe sie eine Lebensverleiderstimmung und Suizidgedanken gehabt; 

nun sei es bezüglich dieses Leidens viel besser. Antrieb, Tatkraft und Energie seien 

vermindert. Sie habe kein Interesse und keine Motivation für soziale Aktivitäten und 

mache nur, was sie müsse. Alles sei für sie zu schwierig, eine Lösung sei nicht in Sicht 

und sie sei immer allein. Teilweise habe sie (als vegetatives Symptom) Herzklopfen (KV-

act. 7-13 f.). Bei den objektiven Befunden (gemäss HAMDS-21 und AMDP, KV-

act. 7-16 f.) beschrieb der Psychiater unter anderem auch, die affektive 

Grundstimmung sei schwach zum negativen/depressiven Pol gedrängt gewesen, nicht 

wirklich spürbar depressiv, sondern mehr klagend. Das Denken sei inhaltlich eingeengt 

und um die psychosozialen Belastungen kreisend gewesen. Der Schlaf sei nur mässig 

gestört und bei der Exploration sei die Beschwerdeführerin nur geringfügig verlangsamt 

gewesen. Weder sei der Appetit vermindert noch bestünden circadiane 

Stimmungsschwankungen. Die Beschwerdeführerin gehe täglich spazieren.

4.7.9. 

Der Gutachter der Psychiatrie gab an, bei der Beschwerdeführerin liege - unter 

Berücksichtigung der Neigung zur Aggravation (IV-act. 7-21) - eine "maximal leichte, 

anhaltende Depression" (IV-act. 7-20) vor. 

4.7.10. 

Diese Depression sei ausgelöst durch die anhaltenden schweren Eheprobleme 

der Beschwerdeführerin und nun auch noch durch den Verlust der Arbeitsstelle nach 

26 Jahren der Anstellung, nachdem sie dort seit ihrem 17. Altersjahr gearbeitet habe 

(KV-act. 7-20). Die depressive Problematik sei grundsätzlich theoretisch unter 

fortgesetzter Therapie auch remittierbar. Aber wegen der starken reaktiven Triggerung 

durch die Eheproblematik bestehe grösste Gefahr der weiteren Fixierung und 

4.7.11. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 35/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Chronifizierung (IV-act. 7-21). - Eine solche Fixierung ist demnach bereits eingetreten. 

Zu berücksichtigen ist diesbezüglich aber des Weiteren, dass soziale Belastungen, 

soweit sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, nach der Rechtsprechung 

ausgeklammert bleiben (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 31. Oktober 2018, 8C_628/2018 

E. 4.5.1.1; BGE 141 V 281 E. 4.3.3). Ein invalidisierender psychischer 

Gesundheitsschaden kann nur gegeben sein, wenn das klinische Beschwerdebild nicht 

einzig in psychosozialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, 

sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 15. März 2017, 8C_14/2017 E. 5.3). Erhalten diese Umstände 

jedoch bloss mittelbar eine (verselbstständigte) Gesundheitsschädigung aufrecht oder 

verschlimmern sie ihre (unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen 

bestehenden) Folgen, so sind sie mitzuberücksichtigen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

15. März 2017, 8C_14/2017 E. 5.3). Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren sind 

also mittelbar invaliditätsbegründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der - 

unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen des 

Gesundheitsschadens beeinflussen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 7. Februar 2012, 

9C_736/2011 E. 2.3.3, m.H.). - Vorliegend fällt diesbezüglich ins Gewicht, dass der 

Gutachter bereits in der Diagnose die rezidivierende depressive Störung einerseits und 

das primär reaktive depressive Geschehen aufgrund von psychosozialen Belastungen 

(mit der Differenzialdiagnose einer emotionalen Reaktion/Anpassungsstörung mit 

depressiven und anderen Gefühlen) anderseits auseinandergehalten hat. Das lässt 

darauf schliessen, dass er die entsprechenden Anteile bereits separiert hat.

Bei der weiteren Beweiswürdigung der gutachterlichen psychiatrischen 

Ausführungen (Standardindikatoren) ist zudem festzuhalten, dass, wie sich aus E. 4.7.3 

ergibt, mehrere psychiatrische Diagnosen (namentlich eine depressive Störung und 

akzentuierte Persönlichkeitszüge bzw. eine Persönlichkeitsstörung) 

zusammenkommen. Das ist als Erschwernis zu betrachten. Der Gutachter erklärte, die 

Beschwerdeführerin verarbeite die emotionalen Schmerzen auch im Rahmen ihrer 

somatoformen Schmerzverarbeitungsstörung körperlich, so dass seit Jahren eine 

somatoforme Schmerzstörung vorliege. Der Umgang mit den psychischen wie 

körperlichen Schmerzen geschehe auf dem Hintergrund einer Persönlichkeit mit 

ausgeprägten ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren, abhängigen Zügen (gemäss 

ICD 10 Z73.0 bzw. F61.0: kombinierte Persönlichkeitsstörung). Demnach liegt eine 

somatoforme Schmerzstörung seit Jahren vor. Der Umgang mit den psychischen und 

körperlichen Schmerzen ist aufgrund der Persönlichkeit erschwert. Der Gutachter hielt 

fest, das depressive Leiden sei ebenfalls langwierig bzw. habe einen rezidivierenden 

4.7.12. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 36/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verlauf (KV-act. 7-20). Der Heilungsverlauf sei seit Jahren gleichförmig mit inzwischen 

immer stärkerer Neigung zur Fixierung und Chronifizierung aufgrund der 

psychosozialen Belastungen, die im letzten Jahr massiv zugenommen hätten (KV-

act. 7-21). Der Gutachter bestätigte des Weiteren, dass als Symptom der Depression 

und im Rahmen der akzentuierten Persönlichkeitszüge ein sozialer Rückzug vorliege, 

den die behandelnde Psychiaterin fälschlicherweise als phobische Angststörung 

betrachte (KV-act. 7-21). Im Übrigen hatte bereits im März 2013 der gutachterliche 

Psychiater des K.___s berichtet, es seien regressive Aspekte deutlich geworden. - Im 

Bericht der Abteilung Psychosomatik an den Kliniken Valens vom 7. Oktober 2015 war 

ausserdem angegeben worden, bei Eintritt der Beschwerdeführerin sei die 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bereits wirksam 

antidepressiv behandelt gewesen, unter medikamentöser Therapie habe sie bei sehr 

ungünstigen psychosozialen verlaufsbestimmenden Faktoren persistiert und im Vorfeld 

der Entlassung exazerbiert. Sie sei zunehmend mit Panikattacken und soziophoben 

Tendenzen vergesellschaftet gewesen. 

Da der Gutachter der Psychiatrie (Dr. R.___) die Aspekte der von ihm 

diagnostizierten Aggravation bei seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin bereits berücksichtigt und ausgeschieden hat, und zwar schon bei 

der Benennung der Diagnose der depressiven Störung, und weil dasselbe auch für den 

Einfluss der psychosozialen Faktoren gilt, kann nach dem oben Dargelegten nach der 

gegenwärtigen Aktenlage auf sein Ergebnis einer (psychiatrisch bedingten) 

Einschränkung der für die Beschwerdeführerin zumutbaren Arbeitsfähigkeit um 

durchschnittlich 25 % in adaptierter Tätigkeit abgestellt werden. Nach gutachterlicher 

Auffassung drohte im Übrigen eine weitere Fixierung und Chronifizierung der 

psychischen Problematik und der somatoformen Schmerzstörung, weshalb berufliche 

Massnahmen empfohlen wurden, um diesem Vorgang entgegenzuwirken. Bei der 

gegenwärtigen Aktenlage zeigt sich soweit ersichtlich kein Hinweis darauf, dass die 

Depression (im vorliegend massgeblichen Zeitraum) später entfallen wäre.

4.7.13. 

Zur Retrospektive erwähnte der Gutachter der Psychiatrie schliesslich, die 

früheren Beurteilungen hätten in den letzten Jahren ein relativ einheitliches 

Beschwerdebild mit nur leichten bis maximal mittelschweren depressiven Symptomen 

gezeichnet, schwankend in der Intensität je nach psychosozialer Belastung, insgesamt 

jedoch reaktiver Genese. So wäre bis dahin die Diagnose einer depressiven Reaktion/

Anpassungsstörung angebracht, nur aufgrund des langwierigen bzw. rezidivierenden 

Verlaufs habe aber eine depressive Episode bzw. hätten rezidivierende Depressionen 

codiert werden müssen (IV-act. 7-20). Die Medexperts AG habe psychiatrisch gesehen 

4.7.14. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 37/41

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

aufgrund des nur noch leichten Grades des eigenständigen depressiven 

Krankheitsbildes eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 30 % angenommen (KV-act. 7-20). 

Nach seiner eigenen Einschätzung beträgt die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wie 

erwähnt - trotz massiver Zunahme der psychosozialen Belastungen - noch (20 bis 

30 %, d.h.) durchschnittlich 25 %.

Auf die Ergebnisse der Begutachtung der Medexperts AG vom August 20