# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1eff15cf-2632-5451-8b26-a807a65fd688
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-10-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 05.10.2005 PZ 2005 171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_PZ-2005-171_2005-10-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 05. Oktober 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
PZ 05 171

Verfügung
Kantonsgerichtspräsidium

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Aktuarin Thöny

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Im Rekurs

des X.,  Rekurrent, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel, c/o Anwalts-
büro Janett, Schulstrasse 1, 7302 Landquart,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 2. August 2005, mitgeteilt 
am 4. August 2005, in Sachen des Rekurrenten gegen G., Rekursgegnerin, vertre-
ten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, Goldgasse 11, 7002 Chur, 

betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen,

hat sich ergeben:

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A. X. und G. heirateten am 27. August 1999 in A.. Aus dieser Ehe gingen 
die Kinder B., geboren am 11. Dezember 1999, C., geboren am 24. Dezember 2000, 
und D., geboren am 6. April 2002 hervor.

B. Am 26. Oktober 2004 reichte G. beim Kreispräsidenten Fünf Dörfer 
die Ehescheidungsklage ein. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 25. November 
2004 vermochten sich die Parteien auf ein gemeinsames Scheidungsbegehren zu 
einigen, woraufhin der Kreispräsident Fünf Dörfer die Akten dem Bezirksgerichts-
präsidenten Landquart zur weiteren Behandlung des Verfahrens zustellte.

C. Anlässlich der Anhörung vom 27. Januar 2005 vor dem Bezirksge-
richtspräsidenten Landquart bekräftigten beide Parteien ihren Scheidungswillen. 
Hingegen lag zu diesem Zeitpunkt noch keine Ehescheidungskonvention vor, wes-
halb die Parteien zu Protokoll gaben, weiter über die Regelung der Nebenfolgen zu 
verhandeln. Am 20. Mai 2005 reichten die Parteien sodann beim Bezirksgerichts-
präsidenten Landquart folgende wörtlich wiedergegebene Ehescheidungskonven-
tion ein:

Ehescheidungskonvention

zwischen

G., H.-Gasse, in A.

und

X., I.-Strasse, in K.

1. Die Parteien beantragen dem Bezirksgerichtspräsidenten Landquart 
übereinstimmend die gerichtliche Scheidung der am 27. August 1999 
vor dem Zivilstandsamt A. geschlossenen Ehe.

2. Die aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder:

- B., geb. 11. Dezember 1999
- C., geb. 24. Dezember 2000
- D., geb. 06. April 2002

werden der Mutter zur Pflege und Erziehung zugewiesen und unter 
ihre Obhut gestellt. Ihr wird das alleinige Sorgerecht übertragen.

Die Beistandschaft mit Amtsvormund E. wird beibehalten.

Eltern ohne elterliche Sorge sollen über besondere Ereignisse im Le-
ben des Kindes benachrichtigt und vor Entscheidungen, die für die Ent-
wicklung des Kindes wichtig sind, angehört werden. Sie können bei 
Drittpersonen, die an der Betreuung des Kindes beteiligt sind, wie na-
mentlich bei Lehrkräften, Ärztinnen und Ärzten, in gleicher Weise wie 
der Inhaber der elterlichen Sorge Auskünfte über den Zustand und die 
Entwicklung des Kindes einholen (vgl. Art. 275a Abs. 1 und 2 ZGB). 

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3. Dem Vater X. wird das Recht eingeräumt, seine drei Kinder jeweilen 
am ersten Sonntag eines jeden Monats von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr im 
Rahmen der Institution „Pro Juventute“ in Chur zu besuchen.

X. verzichtet vorläufig auf die Ausübung eines Ferienrechts.

Die vorstehende Regelung gilt bis zum Erlass einer anderslautenden 
Verfügung. Basis einer solchen Verfügung ist der schriftliche Bericht ei-
ner Sozialbehörde, aus welchem hervorgehen muss, dass die persönli-
chen Verhältnisse von X. und dessen Wohnsituation ein ausgedehnte-
res Besuchs- und Ferienrecht erlauben. 

4. X. bezieht gemäss Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kan-
tons St. Gallen vom 31. August 2004 (Versicherten Nr. F.) eine volle 
Invalidenrente. Daher ist er aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, 
einen Unterhaltsbeitrag für die Kinder zu bezahlen. Indessen stehen G. 
als Inhaberin des elterlichen Sorgerechts die IV-Zusatzrenten für die 
Kinder in vollem Umfange zu.

5. Die Parteien verzichten gegenseitig auf einen Unterhaltsbeitrag für die 
Dauer des Verfahrens und nach rechtskräftig vollzogener Eheschei-
dung.

6. Die je hälftige Aufteilung des während der Ehe gebildeten Kapitals aus 
beruflicher Vorsorge entfällt, weil der Vorsorgefall bereits eingetreten 
ist.

7. In güterrechtlicher Hinsicht erklären sich die Parteien per Saldo aller 
gegenseitigen Ansprüche als auseinandergesetzt. 

8. Das noch beim Bezirksgerichtspräsidium Landquart anhängige Verfah-
ren betreffend Abänderung und Erlass eheschutzrichterlicher Mass-
nahmen (Prot. Nr. 130-2003-4) kann als gegenstandslos vom Protokoll 
abgeschrieben werden.

9. Die beim Bezirksgerichtspräsidium Landquart entstandenen Kosten 
aus dem Ehescheidungsverfahren und aus dem Eheschutzverfahren 
übernehmen die Parteien je zur Hälfte. Weil sie beide über eine Bewilli-
gung zur unentgeltlichen Prozessführung verfügen, werden ihre Kos-
tenanteile unter Vorbehalt des Rückforderungsrechtes gemäss Art. 45 
Abs. 2 ZPO beim Gemeinwesen in Rechnung gestellt. 

Die ausseramtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen.

(Ort/Datum)

sig. G. sig. X.

D. Mit prozessleitender Verfügung vom 23. Mai 2005 wurde den Parteien 
eine zweimonatige Bedenkzeit, gerechnet ab dem Eingang der Ehescheidungskon-
vention beim Gericht, gemäss Art. 111 Abs. 2 ZGB angesetzt. In der Folge reichten 
beide Parteien das unterzeichnete Bestätigungsformular beim Bezirksgerichtsprä-
sidium Landquart ein. X. bestätigte dabei jedoch lediglich die Aufrechterhaltung sei-
nes Scheidungsantrages. Die nachfolgenden Punkte betreffend das Einverständnis 
mit der Regelung der Nebenfolgen der Scheidung gemäss Ehescheidungskonven-

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tion und den Verzicht auf die Einreichung eines Rechtsmittels gegen das Schei-
dungsurteil strich er durch und erklärte, lediglich mit Ziffer 1 (Scheidungsantrag) ein-
verstanden zu sein. 

E. Mit Urteil vom 2. August 2005, mitgeteilt am 4. August 2005, erkannte 
das Bezirksgerichtspräsidium Landquart wie folgt:

„1. Die am 27. August 1999 vor dem Zivilstandsamt A. geschlossene Ehe 
von G. und X. wird gerichtlich geschieden.

2. Die aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder:

- B., geboren 11. Dezember 1999
- C., geboren 24. Dezember 2000
- D., geboren 6. April 2002

werden der Mutter zur Pflege und Erziehung zugewiesen und unter ihre 
Obhut gestellt. Ihr wird das alleinige elterliche Sorgerecht übertragen.

3. Dem Vater X. wird das Recht eingeräumt, seine drei Kinder jeweils am 
ersten Sonntag eines jeden Monats von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr im 
Rahmen der Institution „Pro Juventute“ in Chur zu besuchen.

Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass X. vorläufig auf die 
Ausübung eines Ferienrechts verzichtet hat.

Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass die gemäss Be-
schluss der Vormundschaftsbehörde des Kreises Fünf Dörfer vom 
24.4./30.4.2003 angeordnete Beistandschaft gemäss Art. 308 ZGB zur 
Überwachung des Besuchsrechts mit Amtsvormund E. beibehalten wird.

Die vorstehende Regelung gilt bis zum Erlass einer anderslautenden 
Verfügung. Basis einer solchen Verfügung ist der schriftliche Bericht ei-
ner Sozialbehörde, aus welchem hervorgehen muss, dass die persönli-
chen Verhältnisse von X. und dessen Wohnsituation ein ausgedehnte-
res Besuchs- und Ferienrecht erlauben.

4. Es wird gerichtlich festgestellt, dass X. als Bezüger einer vollen IV-
Rente aus finanziellen Gründen nicht zur Bezahlung von Unterhaltsbei-
trägen an die Kinder in der Lage ist. Die IV-Zusatzrenten für die Kinder 
stehen G. als Inhaberin des elterlichen Sorgerechts in vollem Umfange 
zu. 

5. Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass 

a) die Parteien gegenseitig auf einen Unterhaltsbeitrag für die Dauer 
des Verfahrens und nach rechtskräftig vollzogener Ehescheidung 
verzichtet haben.

b) eine je hälftige Aufteilung des während der Ehe gebildeten Kapitals 
aus beruflicher Vorsorge entfällt, weil der Vorsorgefall bei X. bereits 
eingetreten ist.

c) die güterrechtliche Auseinandersetzung per Saldo aller gegenseiti-
gen Ansprüche vollzogen ist.

6. Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgerichtspräsidium Landquart, be-
stehend aus:

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einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'100.00
einer Schreibgebühr von Fr.   350.00
Barauslagen von Fr.     50.00
Total somit Fr. 1'500.00

werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Weil beide Parteien über 
eine Bewilligung zur unentgeltlichen Prozessführung verfügen, werden 
ihre Kostenanteile unter Vorbehalt des Rückforderungsrechtes gemäss 
Art. 45 Abs. 2 ZPO bei der Gemeinde A. (G.) bzw. beim Kanton 
Graubünden (X.) in Rechnung gestellt. 

Die ausseramtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen.

7. (Mitteilung).“

F. Gegen dieses Urteil vom 2. August 2005, mitgeteilt am 4. August 2005 
liess X. mit Eingabe vom 26. August 2005 Rekurs beim Kantonsgerichtspräsidium 
Graubünden erheben, wobei folgende Anträge gestellt wurden:

„1. Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Landquart vom 2. August 2005, 
mitgeteilt am 4. August 2005, sei aufzuheben und an das Bezirksgericht 
Landquart zur Neubeurteilung zurückzuweisen.

2. Eventualiter sei X. zu berechtigten, die Kinder B., geb. am 11. Dezember 
1999, C., geb. am 24. Dezember 2000, und D., geb. am 6. April 2002, 
jedes erste Wochenende pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen. 
Überdies sei X. zu berechtigen, mit den Kindern drei Wochen Ferien pro 
Jahr zu verbringen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6% MWST) zu 
Lasten der Rekursgegnerin.“

Gleichzeitig unterbreitete der Rekurrent auch ein Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege (PZ 05 172). G. liess mit Datum vom 15. September 
2005 ebenfalls ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege stellen 
(PZ 05 186). Beide Gesuche wurden mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums 
vom 9. September 2005 (PZ 05 172) respektive 23. September 2005 (PZ 05 186) 
gutgeheissen. 

G. Der Bezirksgerichtspräsident Landquart stellte in seiner Vernehmlas-
sung vom 19. September 2005 folgende Anträge:

„1. Es seien die Parteien zu einer Einigungsverhandlung vorzuladen.

2. Im Rahmen der Einigungsverhandlung habe X. den Rückzug seines Re-
kurses zu erklären.

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge.“

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G. beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 30. September 2005 die Abwei-
sung des Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Rekur-
renten. 

Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen 
Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Kantonsgerichtspräsidium zieht in Erwägung :

1.a) Bei einer Scheidung auf gemeinsames Begehren nach Art. 111 ZGB 
kann die Auflösung der Ehe wegen Willensmängeln oder wegen Verletzung bun-
desrechtlicher Verfahrensvorschriften über die Scheidung auf gemeinsames Be-
gehren mit einem ordentlichen Rechtsmittel angefochten werden (Art. 149 Abs. 1 
ZGB). Die Anfechtung der Auflösung der Ehe nach Rechtskraft des Scheidungsur-
teils erfolgt mittels Revision. 

Im vorliegenden Fall ist das Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums vom 2. Au-
gust 2005, mitgeteilt am 4. August 2005, gemäss Rechtskraftbescheinigung am 5. 
August 2005 in Rechtskraft erwachsen. Der Bezirksgerichtspräsident stützte sich 
dabei auf die vorgefertigte Erklärung zur Bestätigung des Scheidungswillens und 
der Regelung der Nebenfolgen, welche auch den Verzicht auf die Einreichung eines 
Rechtsmittels umfasste. Gemäss diesem Antrag erwächst das Urteil, sofern die 
Scheidung ausgesprochen und die Ehescheidungskonvention genehmigt wird, mit 
der Mitteilung in Rechtskraft. Ein derartiger Verzicht der Parteien auf das zur Verfü-
gung stehende ordentliche Rechtsmittel ist bundesrechtlich zulässig, muss jedoch 
dem übereinstimmenden Willen beider Parteien entsprechen. Vorliegend hat X. 
aber den diesbezüglichen Passus in der obgenannten Erklärung durchgestrichen 
und damit unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass er mit einem vorgängi-
gen Verzicht auf die Einreichung eines ordentlichen Rechtsmittels nicht einverstan-
den sei. Das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 2. August 2005, 
mitgeteilt am 4. August 2005, ist damit entgegen der anderslautenden Rechtskraft-
bescheinigung noch nicht in Rechtskraft erwachsen, weshalb eine Anfechtung 
gemäss Art. 149 Abs. 1 ZGB mit einem ordentlichen Rechtsmittel zulässig ist. 

b) Gegen Entscheide des Bezirksgerichtspräsidenten betreffend Schei-
dung auf gemeinsames Begehren bei umfassender Einigung kann gestützt auf Art. 
8 Ziff. 4 in Verbindung mit Art. 12 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen 
Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) innert zwanzig Tagen beim Kantonsge-

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richtspräsidium Rekurs erhoben werden. Auf den frist- und formgerecht eingereich-
ten Rekurs vom 26. August 2005 ist demnach einzutreten. 

2. Mit Verfügung vom 29. August 2005 wurde dem Rechtsvertreter der 
Rekursgegnerin eine Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung bis 19. Septem-
ber 2005 angesetzt. Auf Gesuch des Rechtsvertreters hin wurde diese Frist bis 
29. September 2005 (Donnerstag) erstreckt. In der entsprechenden Verfügung des 
Kantonsgerichtspräsidiums wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Wie-
derherstellung versäumter Fristen nur stattfindet, wenn die säumige Partei nach-
weist, dass deren Einhaltung ihr oder ihrem Rechtsvertreter infolge eines unver-
schuldeten Hindernisses nicht möglich war. Die Vernehmlassung der Rekursgeg-
nerin datiert vom 30. September 2005 (Freitag) und wurde gleichentags der Post 
übergeben. Damit erfolgte die Eingabe offensichtlich nach Ablauf der Frist und dem-
nach verspätet. Da der Rechtsvertreter keine Gründe für die verspätete Einreichung 
nannte und auch kein Gesuch auf Wiederherstellung der versäumten Frist stellte, 
ist seine Vernehmlassung aus dem Recht zu weisen. 

3.a) Art. 149 Abs. 1 ZGB regelt die Frage, ob und unter welchen vom Bun-
desrecht umschriebenen Voraussetzungen die von beiden Parteien gewollte Schei-
dung mit einem ordentlichen Rechtsmittel angefochten werden kann. Weil das 
Scheidungsurteil auf einem gemeinsamen Scheidungswillen der Ehegatten beruht, 
wovon sich das Gericht in einem besonderen Verfahren überzeugt hat, soll die An-
fechtung nur unter qualifizierten Voraussetzungen erfolgen können. Das Gesetz 
nennt als Anfechtungsgründe zum einen Willensmängel und zum anderen die Ver-
letzung bundesrechtlicher Vorschriften. Die Einhaltung der bundesrechtlichen Ver-
fahrensbestimmungen ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass eine Schei-
dung auf gemeinsames Begehren ausgesprochen werden kann. Sie ist mithin Be-
standteil des Scheidungsgrundes. Eine Verletzung dieser Bestimmungen bedeutet 
deshalb immer, dass einer Scheidung aus diesen Gründen nicht hätte stattgegeben 
werden dürfen. Konsequenterweise ist deshalb die Verletzung bundesrechtlicher 
Verfahrensvorschriften über die Scheidung auf gemeinsames Begehren in Art. 149 
ZGB als weiterer Anfechtungsgrund ausgestaltet. Darunter fallen die Missachtung 
der Vorschriften über die getrennte und gemeinsame Anhörung der Ehegatten und 
das Nichteinhalten der zweimonatigen Bedenkzeit, aber auch die unrichtige Anwen-
dung von Art. 116 ZGB. Eine solche Verletzung kann ferner darin bestehen, dass 
das Gericht die Vereinbarung nicht so genehmigt hat oder sonstigen Anträgen nicht 
so gefolgt ist, wie sie bei der Bestätigung des Scheidungswillens vorgelegen haben, 
ohne den Ehegatten vorher das notwendige, nach Art. 111 Abs. 2 ZGB geforderte 

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rechtliche Gehör gewährt zu haben (Steck, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 2. 
Auflage, Basel 2002, N 13 ff. zu Art. 149). 

b) Gemäss Art. 111 Abs. 2 ZGB spricht das Gericht die Scheidung nach 
erfolgter Anhörung aus, wenn beide Ehegatten, nachdem sie gemeinsam die Schei-
dung verlangt und eine vollständige Vereinbarung über die Scheidungsfolgen ein-
gereicht haben, nach einer zweimonatigen Bedenkzeit schriftlich ihren Scheidungs-
willen und ihre Vereinbarung bestätigen. Die zweimonatige Frist soll den Parteien 
ermöglichen, die Vereinbarung und die Scheidung ernsthaft zu überdenken. Der 
Bedenkfrist kommt zur Hauptsache Schutzzweck zu. Für den Beginn des Fristen-
laufs ist der eigentliche formelle Vorprüfungsentscheid massgebend. Die Bestäti-
gung muss in Form der einfachen Schriftlichkeit abgegeben werden und unmissver-
ständlich und bedingungsfrei erfolgen (Fankhauser, FamKomm Scheidung, Bern 
2005, N 34 ff. zu Art. 111). Erfolgt keine unmissverständliche, vorbehaltlose und 
umfassende Bestätigung, so kann und darf das Gericht weder die Vereinbarung 
genehmigen noch die Scheidung aussprechen. Wie bei einem negativen Vorprü-
fungsentscheid muss das Gericht die Parteien vor die Wahl stellen, ob sie beide ihre 
Scheidungsbegehren fallenlassen wollen oder beide einer Teileinigung im Sinne 
von Art. 112 ZGB zustimmen. Die Parteien haben dabei ausdrücklich zu erklären, 
welche Nebenfolgen sie wie geregelt haben wollen, und dass die restlichen Neben-
folgen durch das Gericht zu beurteilen sind. Unzulässig wäre es, eine nach der zwei-
monatigen Bedenkzeit eingegangene Teilbestätigung in eine solche Erklärung um-
zudeuten (Fankhauser, Die einverständliche Scheidung nach neuem Scheidungs-
recht, Basel 1999, S. 58, FamPra 4/2004 S. 947 ff.). 

Im vorliegenden Fall wurde den Parteien ab Eingang der Ehescheidungskon-
vention beim zuständigen Richter eine zweimonatige Bedenkzeit eingeräumt, wel-
che am 20. Juli 2005 endete. Das Bezirksgerichtspräsidium Landquart überliess den 
Parteien ein vorformuliertes Bestätigungsschreiben, welches G. am 22. Juli 2005 
unterzeichnet retournierte. X. unterzeichnete das Bestätigungsschreiben am 22. Juli 
2005 ebenfalls; er strich jedoch den Teil, wonach sich der Unterzeichnende mit der 
Regelung der Nebenfolgen der Scheidung gemäss Ehescheidungskonvention vom 
29. April 2005 einverstanden erkläre und den Verzicht auf die Einreichung eines 
Rechtsmittels gegen das Urteil bestätige, durch und fügte handschriftlich hinzu, 
dass er lediglich mit Ziffer 1 (Bestätigung der Aufrechterhaltung des Scheidungsan-
trages) einverstanden sei. Trotz dieses Einwandes genehmigte der Bezirksgerichts-
präsident Landquart gestützt auf Art. 8 Ziffer 4 EGzZGB (Art. 111 ZGB, Scheidung 
auf gemeinsames Begehren bei umfassender Einigung) die Ehescheidungskonven-

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tion und sprach die Scheidung aus. Wie bereits ausgeführt wurde, hat die schriftli-
che Bestätigung bedingungslos zu erfolgen und soll gegenüber dem Gericht zusi-
chern, dass Scheidungswille und Vereinbarung immer noch dem freien Willen und 
der Überzeugung der Parteien entsprechen. Dies war vorliegend gerade nicht der 
Fall. Wie aus der Erklärung vom 22. Juli 2005 und aus dem Rekurs vom 26. August 
2005 hervorgeht, konnte sich X. mit der getroffenen Besuchs- und Ferienregelung 
nicht mehr einverstanden erklären. Somit waren auch die Voraussetzungen für eine 
Scheidung auf gemeinsames Begehren bei umfassender Einigung nicht erfüllt, wes-
halb die Scheidung auch nicht ohne zusätzliche Abklärungen ausgesprochen wer-
den durfte. Hinzu kommt, dass sich der von G. geäusserte Scheidungswille auf eine 
Scheidung mit Regelung der Nebenfolgen gemäss Ehescheidungskonvention be-
zog und ihre Erklärung somit nicht ohne weiteres in eine Zustimmung zu einer 
Scheidung mit Teileinigung umgedeutet werden kann. Damit liegt eine Verletzung 
der bundesrechtlichen Verfahrensvorschriften und ein Anfechtungsgrund gemäss 
Art. 149 Abs. 1 ZGB vor.

c) Werden die geltend gemachten Anfechtungsgründe von der letzten 
angerufenen Instanz bejaht und ist das Rechtsmittel begründet, steht fest, dass die 
Voraussetzungen für eine Scheidung auf gemeinsames Begehren nicht mehr gege-
ben sind. Das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart ist daher gesamthaft 
aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Der Bezirksgerichtspräsident Landquart wird abzuklären haben, ob die Par-
teien nach wie vor an ihrem Scheidungsantrag festhalten und den Entscheid in den 
nun wieder umstrittenen Punkten an das Gericht delegieren wollen (Art. 112 ZGB) 
oder ob das gemeinsame Scheidungsbegehren fallen gelassen wird (Art. 113/114 
f. ZGB). Halten die Parteien an ihrem Antrag fest und erklären sie ausdrücklich, 
welche Nebenfolgen durch das Gericht beurteilt werden sollen, so ist das Verfahren 
nach Art. 112 ZGB weiterzuführen. Zieht mindestens eine Partei ihren Antrag auf 
Scheidung zurück, so ist gemäss Art. 113 ZGB eine Frist zur Klageeinreichung an-
zusetzen. Da diese Abklärungen in die Zuständigkeit des erstinstanzlichen Richters 
fallen und die Zuständigkeit je nach Ergebnis dieser Abklärungen ändern kann (bei 
Scheidung auf gemeinsames Begehren bei Teileinigung gemäss Art. 112 ZGB das 
Bezirksgericht: Art. 3 Abs. 1 Ziff. 6 EGzZGB und bei Scheidung auf Klage gemäss 
Art. 114/115 ZGB das Bezirksgericht: Art. 3 Abs. 1 Ziff. 7 EGzZGB) kann eine ma-
teriellrechtliche Bereinigung der Angelegenheit nicht durch den Rekursrichter erfol-
gen. Vielmehr ist - wie bereits dargelegt - der angefochtene Entscheid aufzuheben. 

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4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden keine amtlichen Kosten 
erhoben. Die Fehlerhaftigkeit der angefochtenen Verfügung hat nicht die Rekurs-
gegnerin zu vertreten. Ebenso wenig hat die Rekursgegnerin die Kosten, welche 
der Gegenpartei durch das Rechtsmittelverfahren entstanden sind, zu vertreten. Es 
rechtfertigt sich daher auch nicht, sie zur Bezahlung einer ausseramtlichen Entschä-
digung an den Rekurrenten zu verpflichten. Da überdies eine Entschädigung zu 
Lasten der Vorinstanz nicht angezeigt erscheint, ist dem Rekurrenten eine Um-
triebsentschädigung zu Lasten des Kantons Graubünden zuzusprechen; diese er-
scheint im Umfang von Fr. 500.-- einschliesslich Mehrwertsteuer als angemessen.

5. a) X. ersuchte mit Eingabe vom 26. August 2005 um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung. Dieses Gesuch wurde mit Verfügung des Kantons-
gerichtspräsidiums von Graubünden vom 9. September 2005 (PZ 05 172) gutge-
heissen. Da X. mit seinem Rekurs vollumfänglich durchgedrungen ist und er für 
seine Aufwendungen mit Fr. 500.-- entschädigt wird, ist das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

b) Auch G. ersuchte das Kantonsgerichtspräsidium mit Gesuch vom 15. 
September 2005 um unentgeltliche Rechtspflege, welche ihr mit Verfügung vom 23. 
September 2005 (PZ 05 186) bewilligt wurde. Die Kosten für den Rechtsbeistand 
sind somit der Gemeinde A. in Rechnung zu stellen. Die Rückforderung der geleis-
teten Kostenhilfe bleibt im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO vorbehalten. Über die Höhe 
der Entschädigung wird im Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO entschieden, wobei 
im vorliegenden Fall zu berücksichtigen ist, dass der Aufwand für die verspätet ein-
gereichte Stellungnahme nicht vergütet werden kann. Der Rechtsvertreter von G. 
wird ersucht, dem Kantonsgerichtspräsidium innert 10 Tagen seit Mitteilung dieser 
Verfügung eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzureichen. 

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Demnach verfügt das Kantonsgerichtspräsidium :

1. Der Rekurs wird insoweit gutgeheissen, als das angefochtene Urteil aufge-
hoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an das Bezirksgerichtsprä-
sidium Landquart zurückgewiesen wird.

2. Für das Rekursverfahren werden keine Kosten erhoben.

3. X. wird zu Lasten des Kantons Graubünden für das Rekursverfahren eine 
Umtriebsentschädigung von Fr. 500.-- einschliesslich Mehrwertsteuer ausge-
richtet.

4. a) Das Gesuch von X. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird 
als gegenstandslos abgeschrieben.

    b) Die Kosten der Rechtsvertretung von G. werden der Gemeinde A. in Rech-
nung gestellt.

    c) Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe bleibt im Sinne von Art. 45 
Abs. 2 ZPO vorbehalten.

    d) Der Rechtsvertreter von G. wird aufgefordert, innert 10 Tagen seit Mitteilung 
dieser Verfügung eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzurei-
chen. 

5. Mitteilung an:

im Dispositiv an:

__________

Für das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin: