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**Case Identifier:** 73014469-c38b-5614-a711-dfee6a644c1f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.10.2014 200 2014 327
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-327_2014-10-22.pdf

## Full Text

200 14 327 IV
KOJ/TOZ/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. März 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 4. November 2008 unter Hinweis auf verschiedene, seit 
einem Unfall vom 2. April 2008 bestehende gesundheitliche Beschwerden 
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der Invali-
denversicherung [act. II] 2). Die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegeg-
nerin) führte daraufhin medizinische und berufliche Erhebungen durch, ins-
besondere veranlasste sie eine interdisziplinäre Begutachtung durch die 
Dres. med. C.________, Fachärztin für Neurochirurgie FMH, und 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Gutachten 
vom 12. April und 30. Mai 2011; act. II 74.2 und 75.1). Nach erfolgter Kritik 
durch den behandelnden Arzt, Dr. med. E.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie FMH, vom 1. Juli 2011 (act. II 79) holte die IVB 
- auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 1. März 
2012 (act. II 100) - eine psychiatrische Zweitmeinung bzw. ein Gutachten 
bei Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, ein (Gutachten vom 5. September 2012; act. II 107). Nachdem eine 
am 7. Januar 2013 begonnene berufliche Abklärung in der Band-
Genossenschaft aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen worden war 
(Akten der Invalidenversicherung [act. IIA] 144), verneinte die IVB mit Ver-
fügung vom 25. September 2013 (act. IIA 150) einen Anspruch des Versi-
cherten auf berufliche Massnahmen. Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2014 
(act. IIA 154) stellte sie dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad (IV-
Grad) von 34 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Sie er-
wog hauptsächlich, dass aus medizinischer Sicht die Einschränkungen 
überwiegend somatischer Natur seien. Aus psychiatrischer Sicht könnten 
keine erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit attestiert werden. 
Die bisherige Tätigkeit im … sei nicht mehr zumutbar. Aus somatischer 
Sicht bestehe gemäss der Beurteilung von Dr. med. C.________ in einer 
körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren, angepassten Tätigkeit 
(wechselbelastend, keine Tätigkeiten mit Haltungs- und Positionsmonoto-
nien der HWS und LWS, in Zwangshaltungen der HWS und LWS und mit 
repetitiven Rotationsbewegungen der Wirbelsäule, insbesondere keine 

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repetitiven Überkopfarbeiten, keine vornübergeneigten Arbeiten, kein repe-
titives Heben, Tragen und Bewegen von Lasten bis zu 15 kg) eine ganztä-
gige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 10 bis 20 %. 
Aus psychiatrischer Sicht liege laut Dr. med. F.________ zu Beginn eine 
Leistungsminderung von 30 % vor, welche aber nach einer Eingewöh-
nungsphase wegfallen werde. Daran hielt die IVB nach erhobenem Ein-
wand vom 20. Februar 2014 (act. IIA 161) fest und wies mit Verfügung vom 
3. März 2014 (act. IIA 163) das Rentenbegehren des Versicherten ab. 

B.

In der Zwischenzeit hatte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt 
(SUVA) mit Verfügung vom 7. Juli 2009 (act. II 29 S. 1 f.) die an den 
Versicherten zuvor für die Folgen eines Leitersturzes erbrachten 
Versicherungsleistungen auf den 31. Juli 2009 hin eingestellt und einen 
Anspruch auf weitergehende Leistungen (Invalidenrente, 
Integritätsentschädigung) verneint, da die noch geklagten Beschwerden 
organisch nicht hinreichend nachweisbar seien und nach Prüfung der 
massgebenden Kriterien die Adäquanz zu verneinen sei. Daran hielt sie mit 
Einspracheentscheid vom 16. März 2010 (Akten der SUVA [act. III] 65) fest. 
Dieser Entscheid blieb unangefochten. 

C.

Gegen die Verfügung der IVB vom 3. März 2014 erhob der Versicherte, 
vertreten durch Fürsprecher B.________, am 3. April 2014 Beschwerde. Er 
beantragt die Zusprechung einer Invalidenrente unter Aufhebung des er-
gangenen Verwaltungsaktes. Eventuell sei die Sache zu neuem Entscheid 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Am 22. April 2014 stellte er 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

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Nach entsprechender Aufforderung durch den Instruktionsrichter begründe-
te der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 19. Mai 
2014 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Einreichung von 
Beilagen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Mai 2014 hiess der Instruktions-
richter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut. Gleichzeitig edierte 
er die Akten der SUVA, welche am 1. Juli 2014 beim Gericht eingingen. 

Aufforderungsgemäss reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
am 4. Juli 2014 seine auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht be-
schränkte, detaillierte Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. März 2014 (act. IIA 
163). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 

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von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht der Rehaklinik G.________ vom 10. November 
2008 (act. II 8 S. 6 bis 21) wurden als Diagnosen ein Unfall vom 2. April 
2008 (Leitersturz aus eineinhalb Metern auf einen Betonboden; 
Kontusionen der HWS, des Beckens, der LWS, des Okziputs rechts, des 
rechten Ellbogens und des linken Handgelenks, fragliche Kontusion der 
BWS), ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom linksbetont sowie 
eine depressive Entwicklung (leichtgradiger Ausprägung) genannt (act. II 8 
S. 6). Infolge Selbstlimitierung im Trainingsprogramm (Ergonomie-
Trainingsprogramm) hätten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich 

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Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Das Ausmass der 
demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den 
geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer 
Sicht nur ungenügend und nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der 
Zumutbarkeit stütze sich deshalb wesentlich auf medizinisch-theoretische 
Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den 
Leistungstests und im Trainingsprogramm. Eine weitergehende 
Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht 
begründen. Es bestehe zusätzlich zu den muskuloskelettal bedingten 
Einschränkungen derzeit eine mindestens leichte Leistungsminderung 
infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert. Die bisherige 
Tätigkeit als … sei nicht mehr zumutbar. Hingegen sei eine körperlich 
leichte bis mittelschwere, angepasste Tätigkeit (ohne andauerndes 
Arbeiten in vorgeneigter Rumpfposition und über Brusthöhe) mit den oben 
genannten Einschränkungen ganztags zumutbar (act. II 8 S. 14). 

3.1.2 Dr. med. H.________, Facharzt für Rheumatologie und Innere Me-
dizin FMH, hielt im Bericht vom 5. Januar 2009 (act. II 17 S. 5 bis 7) als 
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem ein 
persistierendes Zervikal- bis Panvertebralsyndrom, ein chronisches lum-
bospondylogenes Syndrom linksbetont und eine Periarthropathie der Hüfte 
rechtsbetont (evt. beginnende Coxarthrose) fest (act. II 17 S. 5). Die bishe-
rige Tätigkeit im … könne nicht mehr zu 100 % aufgenommen werden. 
Hingegen bestehe in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschwe-
ren, angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit (act. II 17 S. 6). 

3.1.3 Im Bericht vom 25. März 2009 (act. II 25 S. 13 bis 15) diagnostizier-
te Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie FMH, ein chronisches 
zerviko-thorako-lumbovertebrales Schmerzsyndrom, ein Benommenheits-
gefühl und Verkrampfungsgefühl der Kiefergelenke beidseits (wahrschein-
lich funktioneller Genese), ein leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom links 
sowie eine chronische Depression (act. II 25 S. 13). Es bestünden degene-
rative Veränderungen der mittleren HWS und der unteren LWS mit chroni-
schen Schmerzen lumbal; seit dem April 2008 (im Anschluss an ein leich-
tes Trauma) liege auch ein andauernder Schmerz zervikal und im Bereich 
der oberen BWS vor. Klinisch ergäben sich keine Hinweise auf eine Myelo-

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pathie oder eine radikuläre Symptomatik. Das leichtgradige Karpaltunnel-
syndrom verursache aktuell wenig Beschwerden und sei auch nicht weiter 
behandlungsbedürftig. Daneben bestehe weiterhin eine residuelle S1-
Symptomatik. Das intermittierend bei Belastung auftretende Un-
sicherheitsgefühl, die Schwindelgefühle und das Verkrampfungsgefühl in 
den Kiefergelenken könnten von organischer Seite her nicht erklärt werden. 
Es fänden sich keine Hinweise auf eine zentral oder peripher vestibuläre 
Pathologie. Auch könnten diese Beschwerden nicht durch die degenerati-
ven Veränderungen der mittleren HWS erklärt werden. Für eine zerebrale 
Symptomatik bestünden ebenfalls keine Anhaltspunkte. Insgesamt werde 
zusammen mit der etwas schwierigen Lebenssituation des Beschwerdefüh-
rers (vorbestehende Depression, Arbeitsunfähigkeit, aktuelle Versiche-
rungsproblematik, verlorene Arbeitsstelle, ungenügende soziale Einbin-
dung) eine funktionelle Komponente bezüglich der Schmerzverstärkung 
und auch der vorgenannten Beschwerden vermutet. Aus neurologischer 
Sicht drängten sich keine weiteren Abklärungen auf (act. II 25 S. 15). 

3.1.4 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
hielt im Bericht vom 4. April 2009 (act. II 25 S. 5 bis 9) als 
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 
zerviko-thorako-lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine chronische De-
pression sowie ein Benommenheitsgefühl und Verkrampfungsgefühl der 
Kiefergelenke beidseits (wahrscheinlich funktioneller Genese) fest. Ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei unter anderem ein leichtgradiges Kar-
paltunnelsyndrom links (act. II 25 S. 5). Die bisherige Tätigkeit als … sei 
nicht mehr zumutbar. Aktuell sei die depressive Entwicklung derart im Vor-
dergrund, dass auch andere Tätigkeiten nicht zumutbar seien. Nach Rück-
bildung der Depression sollten körperlich leichte bis mittelschwere, ange-
passte Tätigkeiten (ohne andauerndes Arbeiten in vorgeneigter 
Rumpfposition und über Brusthöhe) wahrscheinlich ganztags möglich sein 
(act. II 25 S. 6). 

3.1.5 Im Bericht vom 31. August 2009 (act. II 31 S. 1 bis 6) nannte 
Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1; act. II 

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31 S. 1). Die Prognose der psychischen Situation hänge zurzeit sehr von 
der Weiterentwicklung der somatischen Beschwerden ab (act. II 31 S. 2). 
Aus psychiatrischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit aktuell nicht zumutbar 
(act. II 31 S. 4). 

3.1.6 Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht vom 3. Dezember 
2010 (act. II 63) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem 
eine rezidivierende Depression (schwergradig; ICD-10 F32.2, F45.0), einen 
Status nach Sturz aus einer Höhe von zweieinhalb Metern vom 2. April 
2008, einen solchen nach Schädelhirntrauma, eine posttraumatische Be-
lastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1, F62.0), multiple, zum Teil sekundä-
re Phobien (u.a. Sozial-, Agora- und Akrophobie; ICD-10 F40.1, F40.0, 
F40.2, F41.1, F41.0) sowie eine abhängige, passiv-aggressive, zum Teil 
impulsive Persönlichkeit (ICD-10 F60.7, F60.8; act. II 63 S. 2). Seit dem 
Unfall bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine Eingliederungsfähigkeit 
sei nicht vorhanden. Betreffend Arbeitsaufnahme liege eine dauerhafte 
Einschränkung vor (act. II 63 S. 6). 

3.1.7 Dr. med. C.________ hielt im Gutachten vom 12. April 2011 (act. II 
74.2) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni-
sches zervikales und zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechtsbetont so-
wie ein chronisches lumbales und lumboischialgieformes Schmerzsyndrom 
beidseits fest (act. II 74.2 S. 25 f.). In der klinischen Untersuchung hätten 
keine wesentlichen Einschränkungen der HWS- und LWS-Beweglichkeit 
sowie keine manifesten Paresen festgestellt werden können (act. II 74.2 
S. 28). Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden könnten nur 
teilweise mit den objektivierbaren Befunden erklärt werden. Übereinstim-
mend mit den Voruntersuchungen hätten sich auch aktuell Hinweise auf 
eine subjektive, quantitative und qualitative Ausgestaltung der Beschwer-
den bzw. dysfunktionale Überzeugungen (hohe Schmerzintensität, topo-
graphisch weit ausgebreitete Schmerzen, gute spontane Bewegungsfähig-
keit) ergeben (act. II 74.2 S. 29). Aus neurochirurgischer Sicht sei die bis-
herige Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar (act. II 74.2 S. 30). Hingegen 
bestehe in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren, ange-
passten Tätigkeit (wechselbelastend, keine Tätigkeiten mit Haltungs- und 
Positionsmonotonien der HWS und LWS, in Zwangshaltungen der HWS 

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und LWS und mit repetitiven Rotationsbewegungen der Wirbelsäule, insbe-
sondere keine repetitiven Überkopfarbeiten, keine vornübergeneigten Ar-
beiten, kein repetitives Heben, Tragen und Bewegen von Lasten bis zu 
15 kg) eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinschränkung 
von 10 bis 20 % (act. II 74.2 S. 32).

Dr. med. D.________ diagnostizierte im Gutachten vom 30. Mai 2011 (act. 
II 75.1) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit 
Angst und Depression gemischt (ICD-10 F43.22). Als Differenzialdiagnose 
nannte er eine leichte depressive Episode, aktuell gebessert (ICD-10 
F32.1; act. II 75.1 S. 32). Aus psychiatrischer Sicht seien die von Dr. med. 
E.________ gestellten Diagnosen einer PTBS und einer Persönlichkeitss-
törung nach einem Leitersturz aus dokumentierten eineinhalb Metern nicht 
nachvollziehbar (act. II 75.1 S. 36). Es bestünden zudem krankheitsfremde 
Faktoren (act. II 75.1 S. 40). Aus psychiatrischer Sicht sei eine Tätigkeit zu 
sechs Stunden pro Tag, entsprechend einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit zu-
mutbar; hierbei bestehe keine Leistungsminderung (act. II 75.1 S. 41 f. 
Ziff. 4, 10 und 14). 

Nach interdisziplinärer Absprache gelangten die Gutachter zum Schluss, 
dass die bisherige Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar sei (act. II 76 S. 3). 
Hingegen bestehe in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschwe-
ren, angepassten Tätigkeit (wechselbelastend, keine Tätigkeiten mit Hal-
tungs- und Positionsmonotonien der HWS und LWS, in Zwangshaltungen 
der HWS und LWS und mit repetitiven Rotationsbewegungen der Wir-
belsäule, insbesondere keine repetitiven Überkopfarbeiten, keine vornü-
bergeneigten Arbeiten, kein repetitives Heben, Tragen und Bewegen von 
Lasten bis zu 15 kg) eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden pro Tag an 
fünf Tagen pro Woche; dabei bestehe keine Leistungsminderung (act. II 76 
S. 3 f.). 

3.1.8 Hierzu nahm Dr. med. E.________ am 1. Juli 2011 Stellung und 
kam im Wesentlichen zum Schluss, dass das psychiatrische Gutachten von 
Dr. med. D.________ vom 30. Mai 2011 (act. II 75.1) mit Blick auf die 
Schwere der Krankheit des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar sei. 
Das Gutachten entspreche nicht der klinischen Realität und stelle die 
Diagnosen bzw. den Zustand falsch dar (act. II 79 S. 1). 

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3.1.9 Dr. med. F.________ führte im Gutachten vom 5. September 2012 
(act. II 107) als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine 
posttraumatische Verbitterungsstörung (ICD-10 F43), akzentuierte Persön-
lichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) sowie eine Migrationsproblematik (ICD-10 
Z60.3) auf. Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten die im neurochir-
urgischen Gutachten vom 12. April 2011 (act. II 74.2) gestellten Diagnosen 
(act. II 107 S. 22). Die diagnostischen Kriterien einer Anpassungsstörung 
mit Angst und Depression gemischt (ICD-10 F 43.22) seien nicht ausrei-
chend erfüllt. Es sei davon auszugehen, dass die aufgetretenen psychoso-
zialen Belastungsfaktoren (so auch der Kinderwunsch der Ehefrau des Be-
schwerdeführers) die Anpassungsstörung unterhalten würden (act. II 107 
S. 25 f.). Ebenfalls seien die diagnostischen Kriterien einer depressiven 
Episode (ICD-10 F32, F33) nicht ausreichend erfüllt. Der Beschwerdeführer 
sei weder unschlüssig noch unentschlossen. Er habe dem Untersuchungs-
ablauf folgen können, die Konzentrationsfähigkeit sei wechselnd gewesen. 
Der Beschwerdeführer sei weder anhaltend psychomotorisch gehemmt 
noch agitiert gewesen. Er habe über Schlafstörungen geklagt. Damit ver-
bunden sei eine mangelhafte Schlafhygiene (spät zu Bett gehen, spät auf-
stehen, tagsüber schlafen; act. II 107 S. 26 f.). Des Weiteren seien die 
diagnostischen Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 
F45.0 nicht gegeben. Es lägen degenerative Veränderungen am Bewe-
gungsapparat vor. Bei der aktuellen Untersuchung habe der Beschwerde-
führer weder auf weitere Abklärungen noch auf weitere Behandlungen ge-
drängt. Er habe darauf hingewiesen, dass sein Problem psychisch bedingt 
sei. Für ihn stehe die Tatsache im Zentrum, dass die bisherige Tätigkeit 
aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar sei. Mit der Symptomausge-
staltung sei eher von einer dysfunktionalen Unfallverarbeitung oder einer 
Aggravation im Rahmen der Versicherungsabklärungen auszugehen (act. II 
107 S. 27). Für die Diagnose einer chronifizierten PTBS mit dazugehöriger 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F43.1, F62) fehle das Ereignis von ausser-
gewöhnlicher Bedrohung, welches bei jeder Person eine tiefgreifende Ver-
zweiflung auslösen würde. Im Zusammenhang mit dem Unfallereignis leide 
der Beschwerdeführer nicht an Flashbacks, sondern an einer Verärgerung 
über die Unfallursache und an einer Kränkung. Er klage über mangelnde 
Hilfestellungen bei der beruflichen Reintegration. Die Diagnose einer Per-
sönlichkeitsänderung dürfe nur gestellt werden, wenn keine vorbestehende 

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Persönlichkeitsstörung vorgelegen habe und wenn die psychische Verhal-
tensänderung nicht Folge einer vorangegangenen psychischen Störung sei 
(act. II 107 S. 28). Bei Betrachtung der bisherigen Lebensbiografie des Be-
schwerdeführers fielen keine besonderen Merkmale auf, welche deutlich 
vom Verhalten der Norm abweichen würden. Der Beschwerdeführer sei 
von verschiedenen Arbeitgebern als hilfsbereit, kollegial und verantwor-
tungsbewusst beschrieben worden. Nach der Art der Störung und der Be-
einträchtigungen sowie den anamnestischen Angaben sei vorliegend am 
ehesten von einer Verbitterungsstörung auszugehen. Diese würde das Be-
schwerdebild des Beschwerdeführers am besten erklären. Die Störung sei 
häufig. Zur Behandlung seien Aktivitätsaufbau, Wiederaufbau von Sozial-
kontakten und Förderung von Selbstwirksamkeitserfahrungen wesentlich, 
welche zu einem Perspektivenwechsel führen würden. In diesem Sinne 
fördere die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit die Gesundung des Be-
schwerdeführers. Für dessen Bedürfnisse belastend wirke sich der Migra-
tionshintergrund mit der in der Schweiz nicht anerkannten Berufsausbil-
dung im Heimatland aus (act. II 107 S. 29). Bezüglich der Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit schloss sich Dr. med. F.________ im Wesentlichen der 
Einschätzung der Gutachterin Dr. med. C.________ an, wobei zu Beginn 
eine Leistungsminderung von 30 % bestehe, welche sich aber schnell ver-
bessern werde (act. II 107 S. 22 Ziff. 4.1 und S. 31 f.). 

3.1.10 Stellung nehmend dazu hielt Dr. med. J.________ im Bericht vom 
12. Dezember 2012 (act. II 125) fest, dass seit dem Unfall von 2008 eine 
gewisse Stabilisierung eingetreten sei, was jedoch nicht heisse, es gehe 
dem Beschwerdeführer heute psychisch gut. Er benötige immer noch eine 
regelmässige psychiatrische Betreuung und hochdosierte Psychopharma-
ka. Seine Stimmung sei immer noch stark schwankend, wobei die depres-
siven Phasen ganz klar überwiegen würden. Es hätten sich einzig die Sui-
zidalität und der Alkoholabusus zurückgebildet. 

3.1.11 Im ausführlichen Bericht vom 1. Februar 2013 (act. IIA 138) kritisier-
te Dr. med. E.________ das Gutachten von Dr. med. F.________ vom 
5. September 2012 (act. II 107) als mit einer Vielzahl von Fehlern, Unge-
nauigkeiten und qualitativen Mängeln behaftet. Das Gutachten sei insbe-
sondere bezüglich der Zusammenfassung der Aktenlage bzw. der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 13

Anamnese- und Befunderhebung mangelhaft. Die psychiatrische Gutachte-
rin habe wesentliche Elemente systematisch zu Lasten des Beschwerde-
führers ausgelassen (act. IIA 138 S. 2 ff.). Weiter mangle es dem Gutach-
ten an einer schlüssigen Begründung der Arbeitsfähigkeitseinschätzung 
(act. IIA 138 S. 26 f.). Sodann habe die Untersuchung nur eineinhalb Stun-
den gedauert, was klar ungenügend sei (act. IIA 138 S. 2). Schliesslich 
seien der Gutachterin die Existenz des Beschwerdeführers und „auch somit 
die Todesmöglichkeit dieser Person“ völlig gleichgültig (act. IIA 138 S. 14). 

3.1.12 Dr. med. J.________ führte im Bericht vom 16. Februar 2013 (act. 
IIA 145) aus, dass der aktuelle Gesundheitszustand weiterhin unbefriedi-
gend sei. Trotz der somatischen und psychiatrischen Behandlungen habe 
sich der Beschwerdeführer nicht befriedigend erholen können (act. IIA 145 
S. 2). 

3.1.13 Im Bericht vom 13. Juni 2013 (act. IIA 148) hielt Dr. med. 
L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, RAD, fest, 
dass, selbst wenn Dr. med. E.________ mit der Kritik im Bericht vom 
1. Februar 2013 (act. IIA 138) nicht in allen Punkten falsch liegen möge, 
das Gutachten von Dr. med. F.________ vom 5. September 2012 (act. II 
107) insgesamt nachvollziehbar und schlüssig sei, da die Befunderhebung 
und die versicherungsmedizinische Beurteilung mit dem Vorgutachten stark 
übereinstimmten. Bei akribischer Betrachtung zeigten sich praktisch bei 
jedem Gutachten Ungenauigkeiten (act. IIA 148 S. 2). Weiter seien aus 
dem Bericht von Dr. med. J.________ vom 16. Februar 2013 (act. IIA 145) 
keine Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des 
Beschwerdeführers ersichtlich. Es bestehe daher kein Anlass, vom Zumut-
barkeitsprofil von Dr. med. F.________ vom 5. September 2012 (act. II 
107) abzuweichen. Darauf sei weiterhin abzustellen (act. IIA 148 S. 3).

3.1.14 Dr. med. E.________ bekräftigte mit Bericht vom 10. Oktober 2013 
(act. IIA 152), dass der Beschwerdeführer zu 100 % arbeits- und erwerbs-
unfähig sei. 

3.1.15 Im Bericht vom 8. Februar 2014 (act. IIA 161 S. 3 f.) hielt Dr. med. 
J.________ fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh-
rers seit dem letzten Bericht vom 16. Februar 2013 (act. IIA 145) nicht we-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 14

sentlich verändert habe. Es bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit. Mit einer Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit könne aus ge-
sundheitlichen Gründen auch in naher Zukunft nicht gerechnet werden (act. 
IIA 161 S. 3). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 3. März 2014 (act. IIA 163) massgeblich auf die Gutachten der 
Dres. med. C.________ und F.________ vom 12. April 2011 und 5. Sep-
tember 2012 (act. II 74.2 und 107) gestützt. Diese erfüllen die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb 
diesen volle Beweiskraft zukommt. Die darin enthaltenen Feststellungen 
beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Wie 
sich nachfolgend ergibt, sind die Ausführungen in der Beurteilung der me-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 15

dizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die gezogenen Schlussfol-
gerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit werden nach-
vollziehbar begründet. Auch stehen die beiden Gutachten in Übereinstim-
mung untereinander, so dass darauf abzustellen ist. 

3.3.1 Dr. med. C.________ hat im Gutachten vom 12. April 2011 (act. II 
74.2) überzeugend und schlüssig dargelegt, dass aus neurochirurgischer 
Sicht bzw. aufgrund der Beeinträchtigungen entlang der Wirbelsäule die 
bisherige Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar ist (act. II 74.2 S. 30 Ziff. 1 
und 2), hingegen in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschwe-
ren, angepassten Tätigkeit (wechselbelastend, keine Tätigkeiten mit Hal-
tungs- und Positionsmonotonien der HWS und LWS, in Zwangshaltungen 
der HWS und LWS und mit repetitiven Rotationsbewegungen der Wir-
belsäule, insbesondere keine repetitiven Überkopfarbeiten, keine vornü-
bergeneigten Arbeiten, kein repetitives Heben, Tragen und Bewegen von 
Lasten bis zu 15 kg) eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungs-
einschränkung von 10 bis 20 % besteht (act. II 74.2 S. 32). Diese Beurtei-
lung findet in den Berichten der Rehaklinik G.________ vom 10. November 
2008 (act. II 8 S. 14) und von Dr. med. H.________ vom 5. Januar 2009 
(act. II 17 S. 6) ihren Rückhalt und lässt sich ohne weiteres in das von Dr. 
med. I.________ gezeichnete Gesamtbild einfügen (Bericht vom 25. März 
2009; act. II 25 S. 15). 

Hieran vermögen die Berichte von Dr. med. J.________ vom 4. April 2009, 
12. Dezember 2012, 16. Februar 2013 und 8. Februar 2014 (act. II 25 S. 5 
bis 9, II 125, IIA 145, IIA 161 S. 3 f.) nichts zu ändern. Sie enthalten keine 
somatischen Befunde resp. wichtigen Aspekte, welche im Rahmen der Be-
gutachtung durch Dr. med. C.________ unerkannt oder ungewürdigt ge-
blieben wären (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Die von Dr. med. 
J.________ beschriebenen organisch begründeten Beschwerden sind un-
bestritten. 

Der vom Beschwerdeführer im Laufe des Beschwerdeverfahrens einge-
reichte und nach dem Zeitpunkt der Verfügung vom 3. März 2014 (act. IIA 
163) ergangene Operationsbericht von Dr. med. M.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
FMH, vom 25. März 2014 samt Arbeitsunfähigkeitsattest vom 1. April 2014 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 16

(Akten des Beschwerdeführers [act. I] 2 und 3), in welchem eine Knieope-
ration rechts vom 24. März 2014 festgehalten wird, ist für die Beurteilung 
des vorliegenden Falles unerheblich, da der angefochtene Entscheid die 
(zeitliche) Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 131 
V 9 E. 1 S. 11).

3.3.2 Dr. med. F.________ hat im Gutachten vom 5. September 2012 
(act. II 107) nachvollziehbar dargelegt, dass aus psychiatrischer Sicht keine 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt (act. II 107 S. 22 
und 25 ff.). Sie hat eingehend und überzeugend begründet, dass und wes-
halb die diagnostischen Kriterien einer Anpassungsstörung mit Angst und 
Depression gemischt, einer depressiven Episode, einer somatoformen 
Schmerzstörung, einer chronifizierten PTBS und einer Persönlichkeitss-
törung nicht erfüllt sind (act. II 107 S. 25 bis 29). Sie kam sodann nachvoll-
ziehbar zum Schluss, dass vorliegend einzig die somatisch bedingten Ein-
schränkungen massgebend sind bzw. betreffend Zumutbarkeitsprofil auf 
die Beurteilung von Dr. med. C.________ vom 12. April 2011 (act. II 74.2 
S. 32) abzustellen ist; dabei besteht zu Beginn eine Leistungsminderung 
von 30 %, welche sich aber schnell verbessern wird (act. II 107 S. 22 Ziff. 
4.1 und S. 31 f.). 

Hieran vermögen der Bericht von Dr. med. K.________ vom 31. August 
2009 (act. II 31 S. 1 bis 6) und das Gutachten von Dr. med. D.________ 
vom 30. Mai 2011 (act. II 75.1) nichts zu ändern. Dr. med. F.________ hat 
- wie bereits dargelegt - ausführlich begründet, dass die diagnostischen 
Kriterien der von diesen Psychiatern diagnostizierten Anpassungsstörung 
mit Angst und Depression gemischt bzw. depressiven Episode (act. II 31 S. 
1, act. II 75.1 S. 32) nicht erfüllt sind (act. II 107 S. 25 f.). Gleich verhält es 
sich auch mit den Berichten von Dr. med. J.________ vom 4. April 2009, 
12. Dezember 2012, 16. Februar 2013 und 8. Februar 2014 (act. II 25 S. 5 
bis 9, II 125, IIA 145, IIA 161 S. 3 f.), in welchen von einem depressiven 
Geschehen ausgegangen wird. Weiter gilt es der Erfahrungstatsache 
Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftrags-
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati-
enten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Schliesslich ist darauf 
hinzuweisen, dass Dr. med. J.________ als Facharzt für Allgemeine Innere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 17

Medizin nur beschränkt über die für die Beurteilung der Auswirkungen des 
psychischen Zustandes des Beschwerdeführers erforderliche Fachkompe-
tenz verfügt, weshalb auf seine Beurteilung nicht unbesehen abgestellt 
werden kann.

Auch aus den Berichten des behandelnden Psychiaters Dr. med. 
E.________ vom 3. Dezember 2010, 1. Juli 2011, 1. Februar 2013 und 
10. Oktober 2013 (act. II 63, II 79, IIA 138, IIA 152) vermag der Beschwer-
deführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Zunächst geht der Psychia-
ter betreffend Unfallfolgen von einem falschen Sachverhalt, nämlich einem 
angeblichen Schädelhirntrauma aus (act. II 63 S. 2); ein solches hat jedoch 
gemäss den echtzeitlichen Arztberichten beim fraglichen Leitersturz nicht 
stattgefunden (act. II 15 S. 58 und 62). Sodann lassen sich die vom 
Psychiater gestellten Diagnosen eines depressiven Geschehens, einer 
Persönlichkeitsstörung und einer PTBS - wie oben bereits ausgeführt - 
mangels entsprechender Befunde nicht bestätigen (act. II 107 S. 25 bis 29). 
Insbesondere ist betreffend letztere Diagnose - wie Dr. med. F.________ 
zutreffend ausgeführt hat (act. II 107 S. 28) - kein Ereignis ersichtlich, wel-
ches geeignet wäre, eine PTBS auszulösen (zum traumatischen Ereignis 
von aussergewöhnlicher Schwere: Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 15. Juli 2010, 8C_754/2009, E. 5.3.3). Weiter kommt es für den Aus-
sagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die 
Dauer der Untersuchung an (act. IIA 138 S. 2). Massgebend ist in erster 
Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist 
(Entscheid des BGer vom 28. November 2013, 9C_263/2013, E. 5.4), was 
vorliegend der Fall ist. Immerhin muss der für eine psychiatrische Untersu-
chung zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beur-
teilenden Psychopathologie angemessen sein (Entscheid des BGer vom 
11. Juli 2012, 8C_215/2012, E. 7.3). Für die Annahme, dass die psychiatri-
sche Exploration durch Dr. med. F.________ nicht sorgfältig vorgenommen 
wurde oder das Mass an gutachtlicher Eigenwahrnehmung unzureichend 
war, liegen keine Anhaltspunkte vor. Dass die Gutachterin im Rahmen der 
Zusammenfassung der Aktenlage bzw. der Anamneseerhebung die ent-
sprechenden Angaben allenfalls unzutreffend wiedergegeben hat, vermag 
den Beweiswert ihrer Expertise allein nicht zu schmälern bzw. kann in sol-
chen Ungenauigkeiten kein deutliches Indiz für eine unsorgfältige Arbeit in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 18

genereller Hinsicht erblickt werden. Zeigen sich doch - wie der RAD-
Psychiater Dr. med. L.________ im Bericht vom 13. Juni 2013 zutreffend 
dargelegt hat (act. IIA 148 S. 2) - bei akribischer Betrachtung praktisch bei 
jedem Gutachten Ungenauigkeiten. Eine solche Betrachtungsweise liegt 
dem Bericht von Dr. med. E.________ vom 1. Februar 2013 (act. IIA 138) 
in ausgeprägtem Masse zu Grunde, wobei nicht von der Hand zu weisen 
ist, dass der behandelnde Psychiater seinerseits zu tendenziösen Unter-
stellungen zu Lasten der Gutachterin tendiert. Anders lassen sich bei-
spielsweise die Bemerkungen zur zusammenfassenden Darstellung der 
Aktenlage (act. II 107 S. 2 ff.), welche notgedrungen Lücken aufweist, nicht 
interpretieren. Dass damit systematisch Auslassungen zu Lasten des Be-
schwerdeführers beabsichtigt gewesen wären (act. IIA 138 S. 2 ff.), ist bei 
objektiver Betrachtungsweise unhaltbar. Geradezu abwegig ist der Vorwurf 
von Dr. med. E.________, der Gutachterin seien die Existenz des Be-
schwerdeführers und auch „die Todesmöglichkeit dieser Person“ völlig 
gleichgültig (act. IIA 138 S. 14). Abgesehen davon, dass das Gericht der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass behandelnde Ärz-
te mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 
E. 3b cc S. 353), lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauf-
trag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutach-
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 
nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 
Frage zu stellen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Ein-
schätzungen gelangen; Gründe, welche dies ausnahmsweise aufdrängen 
würden, liegen hier nicht vor (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). 

Schliesslich vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers die Schlüs-
sigkeit des Gutachtens von Dr. med. F.________ ebenfalls nicht in Frage 
zu stellen. Soweit der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin auf-
grund einer Notiz eines Sachbearbeiters im Juli 2010, wonach der vorlie-
gende Fall „nach somatoformer Schmerzstörung rieche“ (act. II 56 S. 2), 
Voreingenommenheit vorwirft (vgl. Beschwerde, S. 4), ist dies offensichtlich 
unbegründet, zumal in der Folge im Hinblick auf eine allfällige Beteiligung 
psychischer Komponenten am Beschwerdebild eine interdisziplinäre Be-
gutachtung gerade auch mit psychiatrischer Abklärung angeordnet wurde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 19

(act. II 74.2, 75.1 und 76). Was den vorzeitigen Abbruch der beruflichen 
Abklärung im Februar 2013 (act. IIA 144 S. 2) angeht (vgl. Beschwerde, 
S. 4 f.), so ist darauf hinzuweisen, dass die abschliessende Beurteilung der 
sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungs-
fähigkeit in der Hauptsache den Ärzten obliegt (Entscheid des BGer vom 
4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Der Berufsberater hingegen hat auf-
grund des medizinischen Anforderungsprofils zu sagen, welche konkreten 
beruflichen Tätigkeiten unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung 
und Berufserfahrung der versicherten Person realistischerweise noch in 
Betracht fallen (Entscheid des BGer vom 7. Oktober 2009, 9C_624/2009, 
E. 4.1.1). Im Übrigen war im Abklärungsbericht der Band-Genossenschaft 
vom 14. Februar 2013 (act. IIA 144) von einer während der zufolge vorzei-
tigen Abbruchs nur kurzen Abklärungszeit beobachteten Betonung der Be-
schwerden durch den Beschwerdeführer und der sich daraus ergebenden 
häufigen Entlastungspausen die Rede (act. IIA 144 S. 2). Schliesslich 
erübrigen sich Weiterungen zur somatoformen Schmerzstörung (vgl. Be-
schwerde, S. 7 f.), da sich eine solche gutachterlich nicht bestätigen liess 
(act. II 107 S. 27). 

3.3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der beweiskräfti-
gen Beurteilung der Dres. med. C.________ und F.________ einzig die 
somatisch bedingten Einschränkungen massgebend sind und damit von 
einer vollen Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinbusse von 15 % (ent-
sprechend dem Mittelwert der von Dr. med. C.________ angegebenen und 
von Dr. med. F.________ bestätigten 10 bis 20 %; zum arithmetischen Mit-
tel: Entscheid des BGer vom 19. August 2009, 9C_226/2009, E. 3.2) in 
einer angepassten Tätigkeit auszugehen ist. Davon ausgehend ist der IV-
Grad im Folgenden mittels Einkommensvergleichs zu bestimmen. 

4.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 20

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Anmeldung vom 4. November 2008 (act. II 2) und in Anwendung von 
Art. 29 Abs. 1 IVG (Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs) der 1. Mai 2009. Der Einkommensvergleich ist auf 
diesen Zeitpunkt hin vorzunehmen (BGE 129 V 222). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 21

4.2.1 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer die zu-
letzt ausgeübte Tätigkeit bei der N.________ AG unfallbedingt aufgeben 
musste bzw. im Gesundheitsfall (vorerst, vgl. E. 4.3 hiernach) weiterhin dort 
tätig gewesen wäre (act. II 7 S. 2 und 5), weshalb das Valideneinkommen 
grundsätzlich aufgrund des zuletzt (ohne Invalidität) erzielten Lohnes fest-
zusetzen ist. Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte der 
Verdienst im Jahr 2008 Fr. 73‘502.-- betragen (act. II 7 S. 3 Ziff. 12). Ange-
passt an die Lohnentwicklung bis 2009 ergibt dies ein massgebliches Vali-
deneinkommen von Fr. 74‘978.20 (Bundesamt für Statistik, Tabelle 
T1.1.93_I, Nominallohnindex Männer 2002 - 2010, Abschnitt F [Baugewer-
be], Index Jahr 2008: 119.5 Punkte, Index Jahr 2009: 121.9 Punkte). 

4.2.2 Da der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen aufgrund von Ta-
bellenlöhnen zu bestimmen. Gemäss der Tabelle TA1 der LSE für das Jahr 
2008 (abrufbar unter www.bfs.admin.ch) beträgt der massgebliche monatli-
che Bruttolohn (Anforderungsniveau 4, Total, Männer) Fr. 4'806.--. Aufge-
rechnet auf ein Jahr und angepasst sowohl an die Nominallohnentwicklung 
per 2009 (Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.1.93_I, Nominallohnindex 
Männer 2002 - 2010, Abschnitt „Total“, Index Jahr 2008: 120.0 Punkte, 
Index Jahr 2009: 122.5 Punkte) als auch an die allgemeine wöchentliche 
Arbeitszeit im Jahr 2009 von 41.6 Stunden (abrufbar auf 
www.bfs.admin.ch) ergibt dies - unter Berücksichtigung der 15 %igen Leis-
tungseinschränkung - ein jährliches Einkommen von Fr. 52'044.15. Bei ei-
nem nicht zu beanstandenden leidensbedingten Abzug von 10 % (act. IIA 
163 S. 2; vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute BGer] vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3) beträgt das Invalidenein-
kommen Fr. 46'839.70.

4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 74‘978.20 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 46'839.70 resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 28‘138.50, was einem IV-Grad von gerundet 38 % (zur Rundung: BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) entspricht. Damit besteht kein Anspruch 
auf eine Invalidenrente. 

An diesem Ergebnis ändert der im April 2010 eingetretene Konkurs der 
N.________ (vgl. www.zefix.ch) nichts. Ab jenem Zeitpunkt ist das Validen-

http://www.zefix.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 22

einkommen ebenfalls auf der Grundlage der LSE zu bestimmen, wobei 
angesichts der vom Beschwerdeführer in der Schweiz ausgeübten Hilfsar-
beitertätigkeiten gleich wie beim Invalideneinkommen vom Anforderungsni-
veau 4 auszugehen ist. Damit bestimmen sich die beiden Vergleichsein-
kommen nach demselben Tabellenwert, so dass der IV-Grad dem Grad der 
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn 
entspricht (Entscheid des BGer vom 30. Juli 2012, 8C_365/2012, E. 7 mit 
Hinweis). Bei einer Leistungseinschränkung von 15 % und einem Tabellen-
lohnabzug von 10 % resultiert ein rentenausschliessender IV-Grad von 
(gerundet) 24 %.

Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 3. März 
2014 (act. IIA 163) als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festgesetzt 
und dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 21. Mai 2014) 
wird der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (ZPO; SR 272) - vorläufig von der Zahlungspflicht befreit 
(Art. 113 VRPG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art.  1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 23

5.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Fürsprecher B.________ bleibt dessen amtliches Honorar festzu-
legen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Die Kostennote von Fürsprecher B.________ vom 4. Juli 2014 über den 
Betrag von Fr. 2'632.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) ist nicht zu beanstan-
den. Entsprechend dem geltend gemachten Aufwand von 9.25 Stunden 
wird das amtliche Honorar auf Fr. 1'850.-- (9.25 x Fr. 200.--), zuzüglich 
Auslagen von Fr. 69.20 und 8 % Mehrwertsteuer (auf Fr. 1'919.20) von 
Fr. 153.55, somit insgesamt auf Fr. 2'072.75 festgesetzt und Fürsprecher 
B.________ nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils aus der Gerichtskasse 
vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2014, IV/14/327, Seite 24

der Beschwerdeführer - unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO - jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'632.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Fürsprecher B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'072.75 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.