# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6aa68668-947f-5f68-9534-295205098c62
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-16
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 16.10.2025 VKL.2024.20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VKL-2024-20_2025-10-16.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

VKL.2024.20 / sb / nl  
Art. 129 

 

 

Urteil vom 16. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Hausherr  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Klägerin   A._____ 

vertreten durch MLaw Mark A. Glavas, Rechtsanwalt, 

Markusstrasse 10, 8006 Zürich  

 

 
   

Beklagte   B._____ 

vertreten durch lic. iur. Eva Pouget, Rechtsanwältin, 

Mühlebachstrasse 8, Postfach, 8024 Zürich  

 

 
 

Gegenstand  Klageverfahren betreffend Krankentaggeldleistungen nach VVG 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Klägerin war vom 1. November 2018 bis 30. Juni 2020 bei der damali-

gen Stiftung C._____ (heute Stiftung D._____), in Z._____, angestellt und 

in dieser Eigenschaft bei der Beklagten kollektiv krankentaggeldversichert. 

Diese richtete der Klägerin ab dem 5. April 2020 bis 30. Juni 2020 mit Un-

terbrechungen Krankentaggelder aus. 

 

2. 

2.1. 

Mit Klage vom 25. Juli 2024 stellte die Klägerin folgende Rechtsbegehren: 

 

 "1. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Taggelder aus der Kran-
kentaggeldversicherung für den Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis 31. Januar 
2022 von insgesamt Fr. 77'623.80 samt 5 % Zins seit den jeweiligen Fäl-
ligkeiten zu leisten. 
 
2. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Taggelder aus der Kran-
kentaggeldversicherung für den Zeitraum vom 1. Februar 2022 bis 4. April 
2022 von insgesamt Fr. 5'189.30 samt 5 % Zins seit den jeweiligen Fällig-
keiten zu leisten. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8.1% MwSt. zu Lasten 
der Beklagten." 

 

2.2. 

Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 25. November 2024 Folgen-

des: 

 

 "Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, unter Entschädigungsfolgen zu-
züglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Klägerin." 

 

2.3. 

Mit Replik vom 10. Februar 2025 und Duplik vom 27. März 2025 hielten die 

Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.  

 

2.4. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 15. September 2025 wurden 

die Parteien darüber informiert, dass eine Verhandlung zur Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts für nicht notwendig erachtet werde, 

und gebeten, mitzuteilen, ob sie auf die Durchführung einer Hauptverhand-

lung verzichteten. Mit Eingaben vom 18. und 29. September 2025 teilten 

die Parteien ihren Verzicht auf die Durchführung einer Hauptverhandlung 

mit. 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Klägerin fordert von der Beklagten für die Periode vom 1. Juli 2020 bis 

4. April 2022 die Zahlung von Taggeldern von insgesamt Fr. 82'813.10 zu-

züglich Verzugszinsen. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die Kläge-

rin für die fragliche Periode respektive über den 30. Juni 2020 hinaus An-

spruch auf Taggelder hat.  

 

2. 

Die ehemalige Arbeitgeberin der Klägerin hat nach übereinstimmenden 

Parteivorbringen bei der Beklagten eine kollektive Krankentaggeldversi-

cherung nach VVG abgeschlossen (vgl. die Police vom 1. Januar 2020 in 

Klageantwortbeilage [AB] 1). Unumstritten massgebend für die Beurteilung 

von Ansprüchen aus diesem Vertrag sind insbesondere die allgemeinen 

Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten in ihrer Ausgabe vom 

1. Januar 2020 (Klagebeilage [KB] 2; vgl. zum Ganzen Klageantwort, Rz 7, 

und Replik, Rz. 2). 

 

3. 

3.1. 

Krankentaggeldversicherungen nach VVG werden in ständiger bundesge-

richtlicher Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen 

Krankenversicherung subsumiert (Urteile des Bundesgerichts 

4A_445/2016 vom 16. Februar 2017 E. 1 und 4A_680/2014 vom 29. April 

2015 E. 2.1). Streitigkeiten aus Krankentaggeldversicherungen nach VVG 

sind privatrechtlicher Natur. Das Verfahren richtet sich nach der ZPO (vgl. 

Art. 243 Abs. 2 lit. f i.V.m. Art. 7 ZPO sowie BGE 138 III 558 E. 3.2 

S. 560 f.). 

 

3.2. 

In Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche-

rung nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO hat das Gericht den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen (Art. 247 Abs. 2 ZPO). Es handelt sich dabei 

um die beschränkte beziehungsweise soziale Untersuchungsmaxime. 

Nach dem Willen des Gesetzgebers obliegt dem Gericht bei der sozialen 

Untersuchungsmaxime einzig eine verstärkte Fragepflicht. Wie im Rahmen 

der Verhandlungsmaxime, die im ordentlichen Verfahren anwendbar ist, 

haben die Parteien dem Gericht den Sachverhalt zu unterbreiten. Das Ge-

richt hilft ihnen lediglich durch sachgemässe Fragen, damit die notwendi-

gen Behauptungen aufgestellt und die dazugehörigen Beweismittel be-

zeichnet werden. Es stellt aber keine eigenen Ermittlungen an. Wenn die 

Parteien durch einen Anwalt vertreten sind, darf und soll sich das Gericht, 

wie im ordentlichen Verfahren, zurückhalten (BGE 141 III 569 E. 2.3.1 

S. 575). Das Gericht ist nicht verpflichtet, die Akten von sich aus zu 

 - 4 - 

 

 

durchforsten, um Beweismittel zugunsten einer Partei zu suchen (BGE 141 

III 569 E. 2.3.2 S. 576 mit Hinweisen). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derje-

nige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus 

ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend 

macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Be-

weislast für die rechtsaufhebenden beziehungsweise rechtsvernichtenden 

oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang 

des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit 

bestreitet (BGE 141 III 241 E. 3.1 S. 242 und 130 III 321 E. 3.1 S. 323).  

 

3.3.2. 

Nach dieser erwähnten Grundregel hat der Anspruchsberechtigte – in der 

Regel der Versicherungsnehmer, der versicherte Dritte oder der Begüns-

tigte – die Tatsachen zur "Begründung des Versicherungsanspruches" 

(Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen 

eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den 

Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, 

die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung be-

rechtigen (bspw. wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Er-

eignisses gemäss Art. 14 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer 

haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und 

hierfür je den Hauptbeweis zu erbringen (BGE 130 III 321 E. 3.1 S. 323). 

Diese Beweislastverteilung ändert sich nicht, wenn der Versicherer zu-

nächst Taggeldleistungen ausbezahlt hat (BGE 141 III 241 E. 3.1 S. 243). 

Im Falle der Beweislosigkeit trägt nicht die Versicherung, sondern die ver-

sicherte Person die Beweislast (Urteil des Bundesgerichts 4A_246/2015 

vom 17. August 2015 E. 2.2). 

 

3.4. 

3.4.1. 

Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Beweismittel zulässig: Zeugnis (lit. a), 

Urkunde (lit. b), Augenschein (lit. c), Gutachten (lit. d), schriftliche Auskunft 

(lit. e) sowie Parteibefragung und Beweisaussage (lit. f). Diese Aufzählung 

ist abschliessend. Im Zivilprozessrecht besteht insofern ein numerus clau-

sus der Beweismittel (BGE 141 III 433 E. 2.5.1 S. 436). Als Urkunden gel-

ten gemäss Art. 177 ZPO in seiner mit der ZPO-Revision vom 17. März 

2023 am 1. Januar 2025 in Kraft getretenen Fassung (vgl. hierzu AS 2023 

491) unter anderem – entgegen der bisherigen bundesgerichtlichen Recht-

sprechung (BGE 141 III 433 E. 2.6 S. 437 f.; vgl. auch BGE 140 III 16 

E. 2.5 S. 24 und 140 III 24 E. 3.3.3 S. 29) – auch private Gutachten der 

Parteien. Diese Bestimmung gilt auch für Verfahren, die bei Inkrafttreten 

der ZPO-Revision vom 17. März 2023 rechtshängig waren (Art. 407f ZPO).  

 - 5 - 

 

 

3.4.2. 

Im Zivilprozess müssen nur bestrittene Tatsachenbehauptungen bewiesen 

werden. Die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, 

dass die Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie 

beweisen muss. Der Grad der Substantiierung einer Behauptung beein-

flusst insofern den erforderlichen Detailierungsrad einer Bestreitung. Je de-

taillierter einzelne Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet wer-

den, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzel-

nen Tatsachen sie bestreitet. Je detaillierter ein Parteivortrag ist, desto hö-

her sind demnach die Anforderungen an eine hinreichende Bestreitung. 

Diese sind zwar tiefer als die Anforderungen an die Substantiierung einer 

Behauptung, pauschale Bestreitungen reichen indes nicht aus. Erforderlich 

ist eine klare Äusserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und 

konkreten gegnerischen Behauptung infrage gestellt wird. Parteibehaup-

tungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden meist besonders 

substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestreitung nicht. 

Die Gegenpartei ist vielmehr zur Darlegung gehalten, welche einzelnen 

Tatsachen sie konkret bestreitet (vgl. zum Ganzen BGE 141 III 433 E. 2.6 

S. 437 f.). 

 

3.4.3. 

Die Behauptungslast folgt der Beweislast (BGE 132 III 186 E. 4 S. 191). 

Welche Tatsachen zu behaupten sind, ergibt sich aus dem Tatbestand der 

materiell-rechtlichen Anspruchsgrundlage (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368 

und 123 III 183 E. 3e S. 188; vgl. auch Urteil des Bundesge-

richts 4A_210/2009 vom 7. April 2010 E. 3.3). Der Behauptungslast ist Ge-

nüge getan, wenn die Parteien in ihrem Tatsachenvortrag in allgemeiner 

Weise sämtliche Tatsachen benennen, die unter die massgeblichen Nor-

men zu subsumieren sind. Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvor-

trag wird als schlüssig bezeichnet. Denn bei Unterstellung, er sei wahr, 

lässt er den Schluss auf die verlangte Rechtsfolge zu. Bestreitet der Pro-

zessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten 

Partei, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiie-

rungslast. Diesfalls sind die Vorbringen nicht nur in ihren Grundzügen, son-

dern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen, 

dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis ange-

treten werden kann (BGE 127 III 365 E. 2b S. 368; Urteile des Bundesge-

richts 4A_113/2017 vom 6. September 2017 E. 6.1.1 und 4A_210/2009 

vom 7. April 2010 E. 3.2 je mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen auch Urteil des 

Bundesgerichts 5A_749/2016 vom 11. Mai 2017 E. 4). 

 

4. 

4.1. 

Die Klägerin macht im Wesentlichen für die Zeit vom 1. Juli 2020 bis 4. April 

2022 insbesondere unter Verweis auf diverse Arztberichte einen Anspruch 

auf Krankentaggelder geltend und bringt vor, während dieser Zeit und auch 

 - 6 - 

 

 

schon zur Zeit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 30. Juni 2020 

respektive davor vollständig arbeitsunfähig gewesen zu sein. Die Beklagte 

bestreitet das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit. 

 

4.2. 

Versichert ist mit der Krankentaggeldversicherung die krankheitsbedingte 

Arbeitsunfähigkeit (vgl. statt vieler BGE 142 III 671 E. 3.9 S. 682), deren 

Bestehen vorliegend umstritten ist. Auch wenn die Beklagte unbestrittener-

massen vom 5. April 2020 bis 30. Juni 2020 mit Unterbrechungen Taggel-

der ausbezahlt hatte, hat die Klägerin somit zu beweisen, dass sie (weiter-

hin) krankheitsbedingt arbeitsunfähig war und daher (auch) vom 1. Juli 

2020 bis 4. April 2022 Anspruch auf weitere Taggelder hatte (vgl. zum Gan-

zen E. 3.3.2. hiervor). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Die Klägerin legt dar, ab dem 28. Februar 2020 infolge einer Sinusitis und 

einer schweren bronchialen Hyperreagibilität vollständig arbeitsunfähig ge-

wesen zu sein. Zudem hätten psychische Beschwerden und eine sich ent-

wickelnde neurologische Grunderkrankung bestanden. So hätten ab Mai 

2020 eine Vergesslichkeit und Wortfindungsstörungen vorgelegen. Im Rah-

men einer entsprechenden Untersuchung sei diesbezüglich im Oktober 

2020 eine mittelgradige neuropsychologische Störung festgestellt und 

schliesslich deswegen am 24. Februar 2021 eine vollständige Arbeitsunfä-

higkeit attestiert worden. Entsprechend habe auch die Invalidenversiche-

rung der Klägerin mit Verfügungen vom 13. Februar und 26. April 2023 in 

Anerkennung einer vollen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten ab 

Juni 2020 mit Wirkung ab Februar 2022 eine ganze Rente zugesprochen 

und zudem mit Verfügung vom 27. November 2023 einen Anspruch der 

Klägerin auf eine Hilflosenentschädigung aufgrund der Erforderlichkeit ei-

ner lebenspraktischen Begleitung ab Juli 2020 anerkannt (Klage, Rz. 1 ff.).  

 

4.3.2. 

Die Beklagte macht demgegenüber geltend, die Klägerin habe in den Mo-

naten Februar und März 2020 an einer Sinusitis und einer bronchialen Hy-

perreagibilität gelitten. Nach Genesung habe deren Hausarzt weitere Ar-

beitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt. Dies indes ohne erkennbare objek-

tive Gründe oder entsprechende Untersuchungen respektive einzig auf 

Wunsch der Klägerin. Die Hyperreagibilität habe gemäss fachärztlicher Be-

urteilung nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit gefügt. Gleiches gelte für die von 

der Klägerin im März und Mai 2020 gegenüber ihrem Hausarzt beklagten 

kardiologischen Beschwerden. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 

per 30. Juni 2020 durch die Klägerin habe diese vom 1. Juli 2020 bis 

28. Mai 2021 Arbeitslosentaggelder bezogen. Dazu habe sie bei ihrem 

Hausarzt ein neues Zeugnis verlangt, welches lediglich bis zum 30. Juni 

2020 (statt bis zum 1. Juli 2020) eine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. In 

 - 7 - 

 

 

der Folge habe sie ihren Hausarzt mehrfach ersucht, ihr zuhanden der Ar-

beitslosenkasse eine Arbeitsfähigkeit zu bescheinigen. Hinsichtlich der 

neuropsychologischen Beschwerden sei der Klägerin – welche noch im Ok-

tober 2020 einen Kurs der Arbeitslosenversicherung besucht habe und zu-

dem weiterhin Auto gefahren sei – erstmals am 24. Februar 2021 eine Ar-

beitsunfähigkeit attestiert worden. Erst im Februar 2022 sei der Klägerin 

vom Hausarzt rückwirkend eine Arbeitsunfähigkeit ab Heilung der Sinusitis 

bescheinigt worden, weil sie als Corona-Risikopatientin nicht habe arbeiten 

können, psychisch reduziert gewesen sei und zudem an einer sich entwik-

kelnden neurologischen Erkrankung gelitten habe. Diese Beurteilung sei 

anhand der echtzeitlichen ärztlichen Berichte nicht nachvollziehbar. Zudem 

hätten bereits seit mindestens 2017 kognitive Einschränkungen bestanden, 

welche indes frühestens im Februar 2021 zu einer Arbeitsunfähigkeit ge-

führt hätten, sei die Klägerin doch mindestens bis dahin auch im Alltag nicht 

eingeschränkt gewesen (Klageantwort, Rz. 10 ff. und Rz. 44 ff.). 

 

4.4. 

4.4.1. 

In der Folge gab die Klägerin in ihrer Replik selbst an, dass "somatische 

Beschwerden keine Rolle" gespielt hätten, sondern die von ihr geltend ge-

machte Arbeitsunfähigkeit "einzig [auf] die kognitiven Beschwerden" zu-

rückzuführen sei. Weiter führt sie aus, dass "echtzeitlich bloss die Unterla-

gen" des Hausarztes vorliegen würden (Replik, S. 5). Sie beruft sich so-

dann auf den Umstand, dass sie gemäss dessen Dokumentation bereits im 

Mai 2020 über kognitive Einschränkungen geklagt und zudem auf das Be-

stehen einer psychischen Belastungssituation hingewiesen habe (Replik, 

S. 2 f.). Damit zeigte sie indes gerade nicht auf, welches objektivierte 

Krankheitsbild als Ursache der behaupteten Arbeitsunfähigkeit im hier  

massgebenden Zeitraum und im Speziellen vom 30. Juni 2020 bis zum 

24. Februar 2021 gelten soll, noch legte sie hinreichend dar, wie sie eine 

allfällige gesundheitliche Beeinträchtigung bei ihrer Arbeit funktionell ein-

geschränkt hat, sondern beschränkt sich im Wesentlichen auf eigene sub-

jektive Beschwerdeangaben. Daran vermögen auch ihre Behauptungen zu 

den Ergebnissen einer MRI-Untersuchung vom 11. Dezember 2020 nichts 

zu ändern, denn auch hier macht die Klägerin nicht geltend, es sei ihr dort 

oder gestützt darauf durch ihre weiteren behandelnden Ärzte eine Arbeits-

unfähigkeit attestiert worden. Über die Frage des Vorliegens einer Krank-

heit sowie deren allfällige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Sinne 

der von der Klägerin geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit über den 

30. Juni 2020 hinaus bis zum 24. Februar 2021 und insbesondere auch 

zum Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 30. Juni 2020 

kann daher mangels Substantiierung kein Beweis abgenommen werden.  

 

4.4.2. 

Selbst wenn von einer hinreichenden diesbezüglichen Substantiierung 

durch die Klägerin auszugehen wäre, würde dies nicht zu einem anderen 

 - 8 - 

 

 

Ergebnis führen. So ist die von ihr angerufene Beurteilung der Invaliden-

versicherung respektive von deren internen Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) – die nicht als Fremdgutachten und damit als Gutachten i.S.v. 

Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO qualifiziert werden kann, weil hier nicht die gleiche 

Unabhängigkeit wie bei einem gerichtlich eingesetzten Experten garantiert 

ist (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4A_9/2018 vom 31. Okto-

ber 2018 E. 5) – ungeeignet, im vorliegenden Verfahren den Beweis einer 

Arbeitsunfähigkeit zu erbringen, weil im zivil- und im sozialversicherungs-

rechtlichen Verfahren nicht der gleiche Beweisgrad gilt. Im vorliegenden 

Verfahren ist für die Frage der Arbeitsunfähigkeit das Regelbeweismass 

des Vollbeweises massgebend (vgl. statt vieler BGE 148 III 105 E. 3.3.1 

S. 107 f. und Urteil des Bundesgerichts 4A_478/2024 vom 4. Dezember 

2024 E. 4.3). Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren ist demgegen-

über bereits derjenige Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich anzu-

sehen, welcher sich unter allen Varianten am ehesten zugetragen hat (vgl. 

statt vieler RENÉ WIEDERKEHR, in: Kieser/Kradolfer/Lendfers [Hrsg.], ATSG-

Kommentar, 5. Aufl. 2024, N. 56 zu Art. 43 ATSG, und BGE 126 V 353 

E. 5b S. 360). Selbst wenn dieser Umstand ausser Acht gelassen würde, 

ergäbe sich als Folge davon, dass widersprüchliche ärztliche Einschätzun-

gen für den relevanten Zeitraum und insbesondere zum Zeitpunkt der Auf-

lösung des Arbeitsverhältnisses per 30. Juni 2020 vorliegen, was von der 

Klägerin denn auch nicht in Abrede gestellt wird. Dieser Widerspruch 

könnte jedoch beweisrechtlich nicht aufgelöst werden, weil entsprechende 

ergänzende Beweisanträge der Klägerin fehlen. Daran vermögen auch die 

verschiedenen pauschalen Verweise der Parteien auf Akten Dritter mit di-

versen Editionsbegehren betreffend die Akten der Invalidenversicherung, 

der Arbeitslosenversicherung, der Ausgleichskasse und der Pensions-

kasse respektive Freizügigkeitseinrichtung nichts zu ändern, denn das Ge-

richt ist nicht verpflichtet, Prozessakten von sich aus nach Beweismitteln 

zugunsten einer Partei zu durchforsten (vgl. vorne E. 3.2.), und es ist ins-

besondere auch nicht dessen Aufgabe, Sammelbeilagen nach sachdienli-

chen Angaben zu durchsuchen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesge-

richts 4A_284/2017 vom 22. Januar 2018 E. 4.2 mit Hinweisen; vgl. ferner 

vorne E. 3.2.). Da die Parteien im Zusammenhang mit ihren Editionsbegeh-

ren jeweils keine konkreten Fundstellen nennen, ist auf eine Einholung wei-

terer Akten schon mangels hinreichender Beweismittelverbindung zu ver-

zichten. 

 

4.4.3. 

Schliesslich ist Folgendes zu beachten: Die Beklagte macht geltend, die 

AVB würden in Ziff. 22 i.V.m. Ziff. 38 festlegen, dass ein Anspruch auf 

Krankentaggelder lediglich für die Dauer einer nachgewiesenen ärztlich at-

testierten Arbeitsunfähigkeit bestehen könne, und dass mindestens monat-

lich entsprechende ärztliche Zeugnisse einzureichen seien (Klageantwort, 

Rz. 38 ff.). Die von der Klägerin angeführten ärztlichen Berichte würden 

dieser AVB-Bestimmung nicht genügen (vgl. Klageantwort, Rz. 44 ff.). Die 

 - 9 - 

 

 

Massgeblichkeit der erwähnten AVB-Bestimmungen wird von der Klägerin 

in deren Replik nicht in Frage gestellt und sie macht insbesondere auch 

nicht geltend, dieser Bestimmung sei zufolge Ungewöhnlichkeit die Anwen-

dung zu versagen. Ebenso bestreitet die Klägerin nicht oder zumindest 

nicht genügend bestimmt, dass die von ihr angeführten ärztlichen Berichte 

die Anforderungen der AVB nicht zu erfüllen vermögen. Der Klage kann 

auch unter diesem Gesichtspunkt kein Erfolg beschieden sein, zumal im 

Speziellen (subjektive) Angaben der Klägerin, beispielsweise im Rahmen 

einer Parteibefragung, nach den fraglichen AVB-Bestimmungen für eine 

Leistungspflicht der Beklagten ebenfalls nicht ausreichend wären. 

 

4.5. 

Zusammengefasst kann über die von der Klägerin behaupteten Arbeitsun-

fähigkeit für den Zeitraum vom 30. Juni 2020 bis zum 24. Februar 2021 und 

insbesondere für den Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 

30. Juni 2020 mangels Substantiierung kein Beweis abgenommen werden. 

Da aufgrund der Substantiierungsmängel nicht vom Bestehen einer Ar-

beitsunfähigkeit zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 

ausgegangen werden kann, entfällt eine Nachdeckung für die Zeit nach der 

Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wie dies die Beklagte in Rz. 56 ff. ih-

rer Klageantwort unter Verweis auf Ziff. 36 und Ziff. 60 der AVB behauptet, 

was von der Klägerin denn auch nicht in Abrede gestellt wird. Bereits dies 

lässt einen Anspruch der Klägerin auf (weitere) Taggeldleistungen der Be-

klagten ab dem 1. Juli 2020 entfallen. Es erübrigen sich daher Weiterungen 

zu den von der Klägerin ab dem 1. Juli 2020 geltend gemachten gesund-

heitlichen Beschwerden.  

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Klage abzuweisen.  

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 114 lit. e ZPO). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Die unterliegende Klägerin hat der vollständig obsiegenden Beklagten die 

Parteikosten, zu welchen die Parteientschädigung gehört (Art. 95 Abs. 1 

lit. b ZPO), zu ersetzen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Als Parteientschädigung gilt 

der Ersatz notwendiger Auslagen, die Kosten einer berufsmässigen Vertre-

tung sowie in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädi-

gung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (Art. 95 Abs. 3 

ZPO). 

 

 - 10 - 

 

 

5.3.2. 

Bei der Festsetzung der Parteientschädigung ist von den kantonalen Tari-

fen auszugehen (Art. 105 Abs. 2 i.V.m. Art. 96 ZPO). Bei einem Streitwert 

von vorliegend total Fr. 82'813.10 beträgt die Grundentschädigung 

Fr. 11'523.18 (§ 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 4 AnwT; vgl. zu Ausklammerung der Ver-

zugszinsforderung bei der Streitwertbemessung Art. 91 Abs. 1 ZPO). 

Dadurch sind Instruktion, Aktenstudium, rechtliche Abklärungen, Korres-

pondenz und Telefongespräche sowie eine Rechtsschrift und die Teil-

nahme an einer behördlichen Verhandlung abgegolten (§ 6 Abs. 1 AnwT). 

Der Abschlag für die nicht durchgeführte Verhandlung (vgl. § 6 Abs. 2 

AnwT) wird mit dem Zuschlag für eine zweite Rechtsschrift verrechnet (vgl. 

§ 6 Abs. 3 AnwT). Nach Hinzurechnung der Auslagenpauschale von 3 % 

(§ 13 Abs. 1 AnwT) und der Mehrwertsteuer von 8.1 % beträgt die Partei-

entschädigung Fr. 12'830.25. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Klage wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

Fr. 12'830.25 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen. 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., 

Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröff-

nung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweize-

rischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14 einzureichen. Die Beschwer-

deschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine 

anerkannte elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in 

gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht 

(Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweis-

mittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen hat; 

ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

  

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 16. Oktober 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Berner