# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e819852-6e0e-512d-bcc4-693bb7bc7ee9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.12.2021 200 2021 577
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-577_2021-12-27.pdf

## Full Text

200 21 577 IV
SCP/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Juni 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die Eidgenössische Invalidenversicherung (IV) gewährte der 1982 gebore-
nen A.________, gelernte … EFZ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
mit Mitteilungen vom 1. Juli 2011 orthopädische Spezialschuhe und an die-
sen oder an Konfektionsschuhen vorzunehmende kostspielige Änderun-
gen/Schuhzurichtungen (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin], Antwortbeilage [AB] 12 f.).

Im März 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf einen Unfall 
zum Leistungsbezug an (AB 17, 23). Die IVB tätigte in der Folge medizini-
sche und erwerbliche Abklärungen, gewährte aufgrund einer 2014 aufge-
tretenen Brustkrebserkrankung Hilfsmittel in Form einer Perücke (AB 88) 
sowie diverse berufliche Massnahmen (vgl. AB 37, 51, 68, 71, 80), welche 
mit Mitteilung vom 10. April 2015 (AB 90) abgeschlossen wurden. Mit Ver-
fügung vom 28. August 2015 (AB 92) verneinte die IVB mangels durchge-
hender Arbeitsunfähigkeit von mindestens einem Jahr in Errechnung eines 
Invaliditätsgrades von 27 % einen Rentenanspruch. Diese Verfügung blieb 
unangefochten.

Die Versicherte meldete sich im Dezember 2018 (AB 93; vgl. AB 107) unter 
Hinweis auf eine Brustkrebserkrankung erneut zum Leistungsbezug an. Die 
IVB tätigte in der Folge abermals erwerbliche sowie medizinische Ab-
klärungen und wies das Leistungsbegehren um berufliche Eingliederungs-
massnahmen mit Mitteilung vom 21. Dezember 2018 (AB 102) ab. Sodann 
veranlasste sie eine polydisziplinäre Begutachtung durch C.________ 
(MEDAS-Gutachten vom 10. Dezember 2020 [AB 169]; Stellungnahme 
vom 27. Januar 2021 [AB 174]) sowie eine Abklärung an Ort und Stelle 
(Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 17. März 2021 [AB 178]; Stel-
lungnahme vom 7. Juni 2021 [AB 186]). Mit Vorbescheid vom 24. März 
2021 (AB 179) stellte sie in Aussicht, bei einem in Anwendung der ge-
mischten Methode (50 % Erwerb und 50 % Haushalt) ermittelten Invali-
ditätsgrad von 36 % einen Rentenanspruch zu verneinen, woran sie nach 

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dagegen erhobenem Einwand (AB 182) mit Verfügung vom 21. Juni 2021 
(AB 187) festhielt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 23. August 2021 Beschwerde. Sie bean-
tragt, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 21. Juni 2021 sei 
der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zuzu-
sprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 24. Sep-
tember 2021 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Juni 2021 
(AB 187). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

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fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Ge-
sundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen 
einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der 
Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig 
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungsein-
schränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 
141 V 281 E. 2.2.1 S. 287). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 
V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 6

und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.4.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festge-
legt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invali-
dität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

2.4.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert 
(Art. 27bis Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

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Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Berechnung des Invali-
ditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 
ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkommen auf der Grundlage 
einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die 
prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäfti-
gungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads 
in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale An-
teil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver-
gleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden 
wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet 
(Art. 27bis Abs. 4 IVV).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 8

Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 9

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Dezember 
2018 (AB 93) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 
Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu be-
urteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeitpunkte 
bilden die Verfügung vom 28. August 2015 (AB 92) – als letztmals eine 
materielle Prüfung der Leistungsvoraussetzungen erfolgte – und die nun-
mehr angefochtene Verfügung vom 21. Juni 2021 (AB 187; vgl. E. 2.5.3 
hiervor). Mit dem im September 2017 aufgetretenen Rezidiv des Mamm-
akarzinoms (vgl. AB 169.6 S. 5 Ziff. 6.1) – dessen erstmalige Diagnose im 
Mai 2014 im Rahmen der Referenzverfügung vom 28. August 2015 (AB 92) 
nicht berücksichtigt wurde – ist ein Revisionsgrund ohne weiteres ausge-
wiesen. Dies ist zwischen den Parteien denn auch nicht bestritten. Damit 
hat eine allseitige Prüfung des Leistungsanspruchs zu erfolgen (vgl. 
E. 2.5.4 hiervor).

3.2 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit seit Erlass der Verfügung vom 28. August 2015 (AB 92) betrifft, stützt 
sich die Beschwerdegegnerin auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vom 10. Dezember 2020 (AB 169; Fachdisziplinen der Allgemeinen Inneren 
Medizin, Orthopädischen Chirurgie und Traumatologie, Neurologie, Psych-
iatrie sowie Neuropsychologie) samt Stellungnahme vom 27. Januar 2021 
(AB 174). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (AB 169.1 S. 4) hiel-
ten die Gutachter folgende Diagnosen fest (S. 11 f. Ziff. 4.2):

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

- Chronifizierte Depression, gegenwärtig leichte depressive Symptomatik 
(ICD-10 F33.0);

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41);
- Schmerzen im Bereich des linken Armes im Rahmen der Axilladissektion 

links von Oktober 2017;
- Schmerzen im Bereich des rechten Beines im Rahmen der Muskel-

schwäche aufgrund des Status nach Poliomyelitis;
- Zervikobrachialgie links klinisch ohne Hinweise für eine zervikale radi-

kuläre Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik;
- leichte neuropsychologische Störung;

- Hohlfuss rechts mit Krallenzehentendenz und Beinverkürzung rechts bei 
Status nach Poliomyelitis im Kleinkindesalter;

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 10

- proximal betonte Paresen der rechten unteren Extremität mit deutlicher Be-
tonung der M. iliopsoas und quadriceps rechts bei Status nach Poliomyeli-
tis (ICD-10 B91).

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
- Invasiv duktales Mammakarzinom links, initial pT2, pN3a (August 2017), 

cm0, L1V1 pN0, G3, R0, Stadium IIIc Luminal B-linke (HER2 positiv), Erst-
diagnose Mai 2014;
(…);

- Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0);
- Hypästhesie und Hypalgesie im Bereich des linken dorsalen Oberarms, 

vereinbar mit einer Läsion des Nervus intercostobrachialis links;
- Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom beidseits (ICD-10 G56.0).

Aufgrund der psychiatrischen und onkologisch bedingten vermehrten Er-
müdbarkeit und des Schmerzerlebens im Bereich des linken Armes und 
des rechten Beines zeige die Beschwerdeführerin einen erhöhten Pausen- 
und Erholungsbedarf. Zudem bestünden aufgrund der Beschwerden im 
Bereich des linken Armes und des rechten Beines auch umschriebene qua-
litative Einschränkungen, namentlich fänden sich Limiten bei der Gehstre-
cke, ebenso beim Treppensteigen, Besteigen von Leitern sowie Gehen auf 
unebenem Gelände. Auch sei Stehen am Ort über längere Zeit nur einge-
schränkt möglich (S. 13 Ziff. 4.3). In der angestammten Tätigkeit als … EFZ 
sei die Beschwerdeführerin seit August 2019 zu 50 % arbeitsfähig (S. 14 
Ziff. 4.7). In einer angepassten Tätigkeit mit nur geringer Belastung des 
Bewegungsapparates und mehrheitlich sitzender Tätigkeit wäre ein Pen-
sum von maximal 60 % möglich (Ziff. 4.8). Die Gesamtarbeitsunfähigkeit 
ergebe sich aus der Kombination der psychiatrischen, onkologischen, or-
thopädischen und neurologischen Beeinträchtigungen. Diese interagierten, 
indem mehr als leichte körperliche Belastungen das Schmerzerleben ak-
zentuierten und die Belastbarkeitsgrenzen früher erreicht würden. Die qua-
litativen Einschränkungen von orthopädisch-neurologischer Seite bestün-
den in jeglicher Tätigkeit (S. 14 f. Ziff. 4.9). In Bezug auf medizinische 
Massnahmen führten die Gutachter aus, die laufende psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung werde von der Beschwerdeführerin als 
hilfreich empfunden und solle fortgesetzt werden (S. 15 Ziff. 4.10.1). Die 
Beschwerdeführerin habe bewiesen, dass sie ohne fremde Hilfe in der La-
ge sei, sich beruflich zu integrieren, weshalb berufliche Massnahmen aus 
aktueller Sicht nicht nötig seien (Ziff. 4.10.2). Seit 2016 habe sich der Ge-
sundheitszustand im Rahmen der depressiven Entwicklung verschlechtert. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 11

Zudem habe es eine erneute Verschlechterung nach der Lymphknotenex-
zision in der Axilla links im Herbst 2017 sowie seit 2019 im Rahmen der 
Schmerzausweitung im Rahmen der chronischen Schmerzstörung gege-
ben. Es sei davon auszugehen, dass die aktuell festgestellten Beeinträchti-
gungen spätestens seit dem beruflichen Integrationsversuch im August 
2019 bestünden. Während der aktiven Behandlung des Mammakarzinoms 
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Betreffend Verlauf habe 
die Beschwerdeführerin insbesondere nach dem Tumorrezidiv eine wahr-
scheinlich stärker ausgeprägte depressive Symptomatik als aktuell gezeigt 
und psychopharmakotherapeutisch behandelt werden müssen. Insofern sei 
von einer höheren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in diesem Zeitraum 
(zwischen Sommer 2017 und August 2019) auszugehen. In diesem Zu-
sammenhang werde auf die Vorberichte verwiesen. Aus heutiger gutachter-
licher Sicht könne zu diesen Einschränkungen gesagt werden, dass die 
behandelnden Ärzte seit 2018 jeweils von einer nur 50%igen Erwerbstätig-
keit ausgegangen seien und diese jeweils für möglich erklärt, zu einer voll-
schichtigen Tätigkeit aber keine Stellung genommen hätten (S. 15 f. 
Ziff. 4.11.1).

In der Stellungnahme vom 27. Januar 2021 (AB 174) wurde aufgrund der 
Diskrepanz zwischen der gesamtmedizinischen Einschätzung von 60 % 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gegenüber der gynäkolo-
gisch festgestellten Arbeitsfähigkeit von 50 % die Gesamtarbeitsfähigkeit 
auch in einer angepassten Tätigkeit auf 50 % korrigiert. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 12

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutagchten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 10. Dezember 2020 
(AB 169) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung gestellten 
Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. E. 3.3 hiervor), was 
zwischen den Parteien denn auch unbestritten ist. 

Das psychiatrische Teilgutachten gibt ebenso mit Blick auf die Rechtspre-
chung zu den sogenannten Standardindikatoren bei psychischen Gesund-
heitsschäden (vgl. hierzu BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296) zu keinen Beanstandungen bzw. Abweichungen Anlass. Nachdem 
die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % sowohl in der an-
gestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit schlüssig dargelegt 
wurde und auch mit Blick auf die hier massgeblichen Beweisthemen keine 
Inkonsistenzen ersichtlich sind (vgl. dazu BGE 145 V 361 E. 3.2.2 S. 364), 
erübrigen sich diesbezügliche Weiterungen.

Soweit die fallführende psychiatrische Gutachterin allerdings auf Nachfrage 
der Beschwerdegegnerin hin in der Stellungnahme vom 27. Januar 2021 
(AB 174) von dieser Beurteilung abweicht und aufgrund des gynäkologi-
schen Teilgutachtens die Gesamtarbeitsfähigkeit auf 50 % herabsetzt, kann 
daraus einerseits aus formellen Gründen nicht abgestellt werden, liegt doch 
keine Neubeurteilung aus interdisziplinärer Sicht vor. Andererseits kann 
auch beweisrechtlich nicht darauf abgestellt werden, denn im gynäkologi-
schen Teilgutachten wird die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich aufgrund des 
50 %-Pensums abgeleitet, welches die Beschwerdeführerin ab August 
2019 – und zwar in der angestammten und damit den orthopädisch-
neurologischen Einschränkungen nicht optimal angepassten Tätigkeit – 
wieder leistete (AB 169.6 S. 7 Ziff. 8.1). Damit basiert die Einschätzung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 13

Arbeitsfähigkeit nicht auf einer medizinisch-theoretisch fundierten Beurtei-
lung, sondern auf den tatsächlichen Gegebenheiten. Weiter lässt die 
psychiatrische Expertin ausser Acht, dass die Beschwerdeführerin beim 
beruflichen Wiedereinstieg aus familiären Gründen ein 50 %-Pensum auf-
nahm und die Stelle dann aus IV-fremden Gründen wieder aufgab. So führ-
te sie aus, die externe Kinderbetreuung sei einerseits schwierig zu organi-
sieren gewesen (vgl. AB 169.4 S. 4 Ziff. 3.2, 169.5 S. 3 Ziff. 3.2, 169.6 S. 6 
Ziff. 7.2), andererseits sei diese so teuer gewesen, dass sich die Arbeit 
finanziell kaum noch gelohnt habe (vgl. AB 169.6 S. 6 Ziff. 7.2). Die aus 
angeblich onkologischer (recte wohl gynäkologisch, da onkologisch keine 
Begutachtung erfolgte) und psychiatrischer Sicht nachträglich attestierte 
50%ige Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit erscheint 
denn auch als wohlwollend. So wurde im neuropsychologischen Teilgut-
achten (AB 169.8) festgehalten, anlässlich der von ungefähr 14 bis fast 17 
Uhr dauernden Untersuchung habe eine Ermüdung – trotz anderslauten-
den subjektiven Angaben – nicht objektiviert werden können (AB 169.8 
S. 5 f. Ziff. 4.3), obwohl die Beschwerdeführerin aufgrund der Exploration 
bereits um fünf Uhr habe aufstehen müssen und sich gleichentags am 
Vormittag einer allgemeinmedizinischen Begutachtung (vgl. AB 169.3 S. 1) 
zu unterziehen hatte. Ferner wurde im gynäkologischen Teilgutachten 
(AB 169.6) ausgeführt, für das Vorliegen einer Cancer Related Fatigue ge-
be es zur Zeit keine Hinweise. Die Beschwerdeführerin berichte nicht über 
aussergewöhnliche Müdigkeit oder erhöhte Erschöpfbarkeit, auch nicht auf 
Nachfrage. Eine vermehrte Müdigkeit habe während der Radiotherapie 
sowie einige Monate danach bestanden. Ebenso habe eine vermehrte Mü-
digkeit während der Ausbildung zur … und unter Therapie mit Sertralin be-
standen (S. 5 Ziff. 6.1). So wurde lediglich in zwei Verlaufsberichten des 
Spitals D.________ eine Chronic Fatigue aufgeführt (vgl. AB 112 S. 5 
Ziff. 2.5, 137 S. 2 Ziff. 3). Allerdings wurde diese nicht aufgrund objektiver 
Befunde näher begründet und nicht dargelegt, inwiefern die Beschwerde-
führerin dadurch eingeschränkt sei. In den übrigen Verlaufsberichten des 
Spitals D.________ (vgl. etwa AB 169.9 S. 3 ff., 112 S. 10), wurde eine 
ausgeprägte Müdigkeit überhaupt nicht festgehalten. Anlässlich der psych-
iatrischen Exploration führte die Beschwerdeführerin ihre schnelle Ermüd-
barkeit denn auch auf körperliche Bereiche (linker Arm und rechtes Bein) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 14

zurück. Zudem brauche sie aufgrund der intensiven Behandlung eine ent-
sprechende Erholungszeit (AB 169.7 S. 4 Ziff. 3.2). 

Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 10. Dezember 2020 (AB 169) ist 
daher in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und in 
einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 % erstellt 
(AB 169.1 S. 14 Ziff. 4.7 f.).

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des 
Rentenanspruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter 
dem Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 
IVG). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur 
Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung 
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde 
(BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der 
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet 
werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

4.2 Was den Status anbelangt, nahm die Beschwerdegegnerin die 
Invaliditätsbemessung in Anwendung eines Status von 50 % Erwerb und 
50 % Haushalt vor (AB 178 S. 5 Ziff. 4). Dies ist nicht zu beanstanden, gab 
doch die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson am 
17. März 2021 selbst an, bei guter Gesundheit hätte sie eine Stelle als … in 
einem 50 %-Pensum angenommen (AB 178 S. 4 Ziff. 3.4). Darauf ist 
abzustellen, denn im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wo-
nach die sogenannten spontanen „Aussagen der ersten Stunde“ in der Re-
gel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die 
bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs-
rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 15

E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47). Dies umso mehr als die 
Beschwerdeführerin im August 2019 wieder eine Tätigkeit mit einem 
Pensum von 50 % aufnahm, welche sie – gemäss ihren eigenen Angaben 
– nicht zuletzt auch aufgrund von Problemen bei der Organisation der 
Kinderbetreuung sowie aus finanziellen Überlegungen nach einem Monat 
wieder aufgab (vgl. AB 169.4 S. 4 Ziff. 3.2, 169.5 S. 3 Ziff. 3.2, 169.6 S. 6 
Ziff. 7.2). Die Beschwerdeführerin ersuchte die Beschwerdegegnerin denn 
auch Ende April 2021 um Unterstützung bei der Stellensuche im Rahmen 
eines Stellenpensums von maximal 50 % (vgl. AB 181). Soweit sie nun 
vorbringt, im Gesundheitsfalle einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 60 % 
nachzugehen (Beschwerde S. 8 Ziff. 4), überzeugt dies demnach nicht. 
Auch das Vorbringen, wonach dies finanziell notwendig sei (vgl. 
Beschwerde S. 8 Ziff. 3.1.4), ist nicht entscheidend. Vielmehr ist 
ausschlaggebend, inwieweit die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unter 
Berücksichtigung der gesamten persönlichen, familiären, beruflichen und 
sozialen Situation als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 17. Oktober 2016, 
9C_926/2015, E. 4.2). Nach dem Dargelegten ist vorliegend ein Status mit 
einem Anteil Erwerb von mehr als 50 % nicht überwiegend wahrscheinlich. 
Der Invaliditätsgrad ist daher in Anwendung der gemischten Methode (vgl. 
E. 2.4.2 f. hiervor), ausgehend von einem Status 50 % Erwerb und 50 % 
Haushalt, zu ermitteln.

5.

Zunächst ist die Einschränkung im Erwerbsbereich nach der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen.

5.1

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 16

passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

5.1.2 Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine 
zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das 
Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den 
folgenden nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten 
Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes 
für Statistik: Vor Vollendung des 21. Altersjahres 70 %, vor Vollendung des 
25. Altersjahres 80 %, vor Vollendung des 30. Altersjahres 90 % und nach 
Vollendung des 30. Altersjahres 100 % (Art. 26 Abs. 1 IVV). Geburts- und 
Frühinvalide im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV sind Versicherte, die seit ihrer 
Geburt oder Kindheit an einem Gesundheitsschaden leiden und deshalb 
keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Darunter 
fallen all jene Personen, die wegen ihrer Invalidität überhaupt keine 
Berufsausbildung absolvieren können (vgl. SVR 2019 IV Nr. 82 S. 273 E. 
1.2).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BfS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 17

Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

5.4 Entgegen der Ansicht der Parteien (vgl. AB 152 S. 3 f. Ziff. 2 f., 177 
S. 4, 182 S. 1 Ziff. 1) liegt kein Anwendungsfall von Art. 26 Abs. 1 IVV (vgl. 
E. 5.1.2 hiervor) vor. Denn die auf die Poliomyelitis zurückzuführenden Ein-
schränkungen der Steh- und Gehfähigkeit (vgl. E. 3.2 hiervor) bestanden 
bereits im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz, womit bei Annahme einer 
Frühinvalidität i.S.v. Art. 26 Abs. 1 IVV die versicherungsmässigen Voraus-
setzungen für einen Rentenanspruch nicht erfüllt wären. Überdies attestier-
te der orthopädische Gutachter in einer wechselbelastenden mehrheitlich 
sitzenden Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit (vgl. AB 169.4 S. 9 
Ziff. 8.2), womit der Beschwerdeführerin ein breiter Fächer an zu erlernen-
den Berufen offen gestanden hätte und die Poliomyelitis sie somit nicht an 
der Absolvierung einer Ausbildung gehindert hätte. Die Beschwerdeführerin 
war denn in der … auch während fünf Jahren in der … und während zwei 
Jahren als … in einem … tätig (vgl. AB 29 S. 2).

5.5 Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug im 
Dezember 2018 (AB 93), der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 
Abs. 1 IVG sowie dem Wartejahr i.S.v. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, in welchem 
durchschnittlich ohne wesentlichen Unterbruch eine mindestens 40%ige 
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen haben muss, fällt der Zeitpunkt des frühest-
möglichen Rentenbeginns auf Juni 2019.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 18

5.6

5.6.1 Das letzte Anstellungsverhältnis der Beschwerdeführerin beim 
E.________ wurde aufgrund des Tumorrezidivs aufgelöst. Zur Bestimmung 
des Valideneinkommens ist daher auf das ebenda erzielte Einkommen als 
… abzustellen, ist doch davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
bei guter Gesundheit weiterhin dort tätig wäre (vgl. E. 5.1.1 hiervor). Hoch-
gerechnet auf ein 100 %-Pensum und indexiert pro 2019 (gemäss Tabelle 
T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, 2016-2020, lit. I, Ziff. 55-56 [Beher-
bung/Gastronomie], 2017: 101.2, 2019: 100.9) resultiert ein Validenein-
kommen von Fr. 58'192.10 (Fr. 58'365.10 [Fr. 46'692.10 / 33.6 h x 42 h; vgl. 
AB 120 S. 3 Ziff. 2.9 f.] / 101.2 x 100.9).

5.6.2 Die Beschwerdeführerin verwertet ihre Restarbeitsfähigkeit nicht. 
Folgedessen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf 
die LSE 2018, TA1, Total, Frauen, Kompetenzniveau 1, abstellte. Daraus 
resultiert angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Tabelle 
„Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in 
Stunden pro Woche“ des BfS, Total), indexiert pro 2019 (gemäss Tabelle 
T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, 2016-2020, Total, 2018: 101.7, 2019: 
102.7) und angepasst an ein zumutbares Pensum von 60 % (vgl. AB 169.1 
S. 14 Ziff. 4.8) für das Jahr 2019 ein Betrag von Fr. 33'131.30 (Fr. 4'371.-- x 
12 / 40 x 41.7 / 101.7 x 102.7 x 0.6).

Die medizinische Beurteilung trägt sämtlichen medizinischen Einschrän-
kungen bereits mit der um 40 % reduzierten Arbeitsfähigkeit hinreichend 
Rechnung, so dass diese nicht doppelt und zusätzlich mittels eines lei-
densbedingten Abzugs zu berücksichtigen sind (vgl. E. 5.2 hiervor). Die 
Beschwerdeführerin ist überdies relativ jung, verfügt über eine Niederlas-
sungsbewilligung C (AB 108, 111) sowie über gute persönliche Ressourcen 
(AB 169.1 S. 14 Ziff. 4.5 und S. 15 Ziff. 4.10). Damit ist nicht zu beanstan-
den, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn ge-
währte.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 19

5.6.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 58'192.10 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 33'131.30 resultiert – gewichtet mit einem Status 
von 50 % – im erwerblichen Bereich eine Einschränkung von 21.53 % 
([Fr. 58'192.10 - Fr. 33'131.30] x 100 / Fr. 58'192.10 x 0.5).

6.

Im Folgenden sind die Einschränkungen im Aufgabenbereich zu ermitteln.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2). 

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 17. März 2021 
(AB 178) samt Stellungnahme vom 7. Juni 2021 (AB 186) erfüllt die Anfor-
derungen der Rechtsprechung an einen solchen (vgl. E. 6.1 hiervor). Die 
Feststellungen der fachkundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, 
vor Ort und in Anwesenheit der Beschwerdeführerin durchgeführten Erhe-
bungen und berücksichtigen die bestehenden gesundheitlichen Einschrän-
kungen. Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der 
Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und es liegen keine klaren Fehl-
einschätzungen vor. Der Abklärungsbericht ist damit nachvollziehbar und 
beweiskräftig. Die Beschwerdeführerin lebt zusammen mit ihrem Ehegatten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 20

und dem gemeinsamen Sohn. Somit wurde im Abklärungsbericht unter 
Bezugnahme auf das Zumutbarkeitsprofil zutreffend auf die Schadenmin-
derungspflicht des ebenfalls im Haushalt lebenden Ehemannes verwiesen, 
zumal dessen Unterstützungspflicht weiter geht als die ohne Gesundheits-
schädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 
E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5; vgl. auch BSV, Kreis-
schreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSIH], Rz. 3090). Gewichtet mit einem Status von 50 % ist die festgestellte 
Einschränkung von 2.45 % im Bereich Haushalt damit nachvollziehbar be-
gründet.

6.3 Aus der Einschränkung im erwerblichen Bereich (vgl. E. 5.6.3 hier-
vor) und im Haushalt (vgl. E. 6.2 hiervor) resultiert ein Invaliditätsgrad von 
gerundet 24 % (21.53 % + 2.45 %; vgl. zur Rundung BGE 130 V 121 
E. 3.2 f. S. 123). Damit besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

7.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 21. Juni 2021 
(AB 187) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-
tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 21

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG). Die Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-rechtliche Anstalt des 
Kantons Bern keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (Art. 104 
Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Dez. 2021, IV/21/577, Seite 22

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.