# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92b76e3b-ba69-5dfb-96de-c5bfd8e403ea
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.01.2018 SB170323
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170323_2018-01-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170323-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichter lic. iur. B. Gut und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. N. Jeker sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Kümin Grell 

 

Urteil vom 11. Januar 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

betreffend 

einfache Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 17. Mai 2017 (GG170055) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 7. März 2017 (Urk. 29) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 43 S. 16f.) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt.  

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genau-

en Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 8. Mai 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genug-

tuungsbegehren abgewiesen. 

6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'100.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 39.05   Gutachten 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. 

7. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziff. 6 hiervor werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. (Mitteilungen) 

9. (Rechtsmittel) 

- 3 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 63 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen. 

2. Die gegenüber dem Beschuldigten geltend gemachten Zivilansprüche seien 

abzuweisen. Eventualiter seien diese auf den Weg des Zivilprozesses zu 

verweisen.  

3. Die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. Dem Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren 

eine Entschädigung von CHF 7'905.-- zuzusprechen. Dem Beschuldigten sei 

für das Berufungsverfahren eine angemessene Entschädigung zuzu-

sprechen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 64 S. 1) 

1. Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs; 

2. Bestrafung des Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 50.--; 

3. Gewährung des bedingten Vollzugs, unter Ansetzung einer Probezeit von 

zwei Jahren; 

4. Im übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils; 

5. Unter Kostenauflage für das zweitinstanzliche Verfahren an den Beschuldig-

ten.  

- 4 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 43 S. 3; Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

2. Am 29. Mai 2017 meldete der Beschuldigte Berufung gegen das vorinstanz-

liche Urteil an (Urk. 38) und nach Zustellung des begründeten Entscheides liess 

er mit Eingabe vom 5. September 2017 fristgerecht Berufung erklären (Urk. 45).  

3.1. Mit Präsidialverfügung vom 6. September 2017 (Urk. 47) wurde die Beru-

fungserklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie Art. 401 

StPO der Staatsanwaltschaft und dem Privatkläger zugestellt, um gegebenenfalls 

Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufungen zu be-

antragen.  

3.2. Die Staatsanwaltschaft erhob in der Folge Anschlussberufung (Urk. 52), 

welche dem Beschuldigten und dem Privatkläger mit Verfügung vom 3. Oktober 

2017 zugestellt wurde (Urk. 53).  

3.3. Der Privatkläger liess sich innert Frist nicht vernehmen. Mit Eingabe vom 

9. Oktober 2017 liess er mitteilen, dass er sich von Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

bezüglich seiner Zivilforderung gegenüber dem Beschuldigten vertreten lasse 

(Urk. 55). Mit Schreiben vom 8. Januar 2018 teilte Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

mit, dass er den Privatkläger per sofort nicht mehr vertrete (Urk. 60).  

4. An der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher Staatsanwalt 

lic. iur. D. Kloiber sowie der Beschuldigte in Begleitung von Rechtsanwalt 

lic. iur. X._____ erschienen sind, waren keine Vorfragen zu entscheiden (Prot. II 

S. 6). 

 

- 5 - 

II. Prozessuales 

1. Strafantrag 

Bei der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

handelt es sich um ein Antragsdelikt. Der Strafantrag stellt eine Willenserklärung 

dar, dass für die angezeigte Handlung die Strafverfolgung stattfinden solle 

(BGE 115 IV 3). Die Frist zur Stellung des Strafantrages beträgt drei Monate 

(Art. 31 StGB). Das Vorliegen eines gültigen Strafantrages ist Prozessvoraus-

setzung und von Amtes wegen zu prüfen (Art. 30 f. StGB, Art. 303 StPO). 

Der Strafantrag gegen den Beschuldigten wurde vom Privatkläger am 31. Mai 

2016 gestellt (Urk. 11). Es liegt damit ein gültiger Strafantrag vor. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte verlangt mit seiner Berufung einen vollumfänglichen Frei-

spruch und ficht damit das gesamte Urteil an (Urk. 45, Urk. 63; Prot. II S. 6). Da-

mit ist das gesamte vorinstanzliche Urteil im Berufungsverfahren einer Über-

prüfung zu unterziehen. 

2.2. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die von 

der Vorinstanz ausgesprochene Strafe (Urk. 52, Urk. 64). 

3. Formelles 

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit 

allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 

IV E.2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann 

sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

4. Beweisanträge 

Beweisanträge wurden im Berufungsverfahren keine gestellt (vgl. Prot. II S. 6 f.). 

 

- 6 - 

III. Sachverhalt 

1. Der Beschuldigte ist hinsichtlich des ihm vorgeworfenen Sachverhaltes 

(Urk. 29) vollumfänglich geständig (Urk. 2 Frage 3, Urk. 4 Fragen 8 ff., Urk. 7 Fra-

gen 4 ff., Urk. 35 S. 1, Urk. 62 S. 4 ff.). Nachdem sich dieses Geständnis auch mit 

den übrigen Untersuchungsergebnissen deckt, erscheint der entsprechende 

Sachverhalt als erstellt. 

2. Soweit im Zusammenhang mit der rechtlichen Würdigung (namentlich in Be-

zug auf die Frage der Notwehr) näher auf einzelne Sachverhaltsumstände einzu-

gehen ist, sei dafür auf die nachstehenden, entsprechenden Erwägungen verwie-

sen. 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Einfache Körperverletzung 

1.1. Die Staatsanwaltschaft würdigt in der Anklageschrift das Verhalten des Be-

schuldigten als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff.1 StGB. Die 

Vorinstanz sprach den Beschuldigten für die zwei Schläge ins Gesicht des Privat-

klägers entsprechend schuldig, nachdem sie vom Vorliegen eines Notwehrex-

zesses im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB ausging. 

1.2. Die rechtliche Qualifikation der zwei Schläge als einfache Körperverletzung, 

welche beim Privatkläger ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma sowie eine Nasen-

beinfraktur zur Folge hatten, ist zutreffend. Der Beschuldigte hat dies durch sein 

Tun zumindest in Kauf genommen. Dies wird von ihm denn auch nicht in Abrede 

gestellt.  

2. Notwehr 

2.1. Die Vorinstanz wertete die Umstände der vorliegenden Tat als Notwehrsitua-

tion, ging jedoch wie bereits festgehalten vom Vorliegen eines Notwehrexzesses 

im Sinne von Art. 16 Abs. 1 StGB aus. Der Beschuldigte macht geltend, in recht-

fertigender Notwehr gemäss Art. 15 StGB gehandelt zu haben.  

- 7 - 

2.2. Auf die zutreffenden theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zur Not-

wehrsituation im Sinne von Art. 15 StGB kann verwiesen werden (Urk. 43 S. 5; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Nach der Rechtsprechung muss die Abwehr in einer Notwehrsituation nach der 

Gesamtheit der Umstände als verhältnismässig erscheinen. Eine Rolle spielen vor 

allem die Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten 

Rechtsgüter sowie die Art des Abwehrmittels und dessen tatsächliche Verwen-

dung. Namentlich muss geprüft werden, ob das Verhältnis zwischen dem Wert 

des angegriffenen und demjenigen des verletzten Rechtsguts angemessen ist. 

Die Angemessenheit der Abwehr ist aufgrund jener Situation zu beurteilen, in der 

sich der rechtswidrig Angegriffene im Zeitpunkt seiner Tat befand. Es dürfen nicht 

nachträglich allzu subtile Überlegungen darüber angestellt werden, ob der Ange-

griffene sich nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Mass-

nahmen hätte begnügen können und sollen (BGE 6B_195/2017 vom 9.11.2017 

Erw. 2.4., BGE 136 IV 49 E. 3.2 f., mit Hinweisen). Bei der Beurteilung der Ange-

messenheit der Verteidigung ist zudem entscheidend, ob ein sorgfältig beobach-

tender Verteidiger das vom Beschuldigten an den Tag gelegte Verteidigungs-

verhalten aufgrund des konkreten Tatgeschehens für erforderlich gehalten hätte. 

Erforderlich ist diejenige Verteidigung, die aufgrund des objektiven ex ante-Urteils 

geeignet erscheint, den Angriff endgültig zu beenden und unter gleich geeigneten 

Mitteln dasjenige darstellt, das den Angreifer am wenigsten schädigt. Das Not-

wehrrecht berechtigt den Angegriffenen somit nicht nur, mit gleichen Mitteln ab-

zuwehren, mit denen der Angriff erfolgt, sondern mit solchen, die eine effektive 

Abwehr ermöglichen. Das bedeutet, dass der Verteidiger von Anfang an die vor-

aussichtlich wirksamen Mittel einsetzen darf (BGE 6B_910/2016 vom 22.06.2017 

Erw. 4.2.2., BGE 136 IV 49 E. 4.2., mit Hinweisen).  

2.3.1. Die Staatsanwaltschaft geht entgegen der Vorinstanz nicht vom Vorliegen 

einer Notwehrsituation aus. Den beiden Faustschlägen des Beschuldigten sei 

keinerlei physische Gewaltanwendung seitens des Privatklägers vorausgegan-

gen. Selbst wenn der Privatkläger dem Beschuldigten vor der Tat etwas Aggres-

sives gesagt hätte, habe Letzterer nicht einfach davon ausgehen können, dass 

ihn der Privatkläger physisch angreifen würde (Urk. 64 S. 2). Eine aggressive 

- 8 - 

Grundhaltung ohne irgendein konkretes Anstaltentreffen zur Ausübung physischer 

Gewalt genüge nicht zur Annahme einer Notwehrsituation (Urk. 64 S. 2 f.). Daran 

ändere auch nichts, dass die Kontrahenten bereits einige Zeit zuvor im Club eine 

tätliche Auseinandersetzung gehabt hätten. Zudem wäre ein Angriff des Privat-

klägers sicher sofort von den Türstehern unterbunden worden (Urk. 64 S. 3).  

2.3.2. Die Verteidigung bringt vor, dass eine Situation im Sinne von Art. 15 StGB 

bestanden habe (Urk. 63 S. 1 ff.). Der Beschuldigte sei unmittelbar mit einem An-

griff bedroht gewesen und habe diesen in angemessener Art abgewehrt. Ein wei-

teres Zuwarten habe unter den gesamten Umständen, mithin der Vorgeschichte 

im Club, den verbalen Gewalt-Ankündigungen des Privatklägers sowie dessen 

'Über-die-Kordel-Steigens' nicht erwartet werden können. Da er direkt mit einem 

Angriff konfrontiert gewesen sei, sei nicht ersichtlich, wie der Beschuldigte die Si-

tuation hätte entschärfen können. Bezüglich einer Dosierung der Wucht der 

Schläge sei zu berücksichtigen, dass beim Sport-Karate immer mit gut gepolster-

ten Handschuhen geschlagen würde. Wenn die Vorinstanz davon ausgehe, dass 

sich der Beschuldigte eines Bewegungsablaufs aus seinem Trainingsrepertoires 

bedient habe, sei daher zu bedenken, dass die Wirkung vorliegend ohne Hand-

schuhe wuchtiger ausgefallen sei als bei vergleichbaren Schlägen im Training. 

Die körperliche Einwirkung auf den Angreifer sollte den Angriff tatsächlich stoppen 

und nicht jenen bloss noch aggressiver machen, etwa zu einem weiteren Kampf 

anstacheln. Der Beschuldigte habe effiziente Stopp-Schläge ausgeführt, wobei es 

sich angesichts der schnellen Abfolge eher um eine Art Doppelschlag gehandelt 

habe (Urk. 63 S. 3 f., Prot. II S. 7).  

2.4.1. Die Aussagen des Beschuldigten und des Privatklägers in der Untersu-

chung und im erstinstanzlichen Verfahren wurden von der Vorinstanz in  

Ziffer III.2.2 und 2.3 ihres Urteils zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen 

werden kann (Urk. 43 S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.4.2. An der Berufungsverhandlung schilderte der Beschuldigte zunächst die 

gewaltsame Begegnung mit dem Privatkläger im Club: Der Privatkläger habe sich 

einer Frau angenähert, mit welcher er (der Beschuldigte) gerade am Sprechen 

gewesen sei, worauf er dem Privatkläger gesagt habe, dass es sich dabei um 

- 9 - 

seine Freundin handle. Etwas später am Abend habe er mit einer weiteren Frau 

gesprochen. Der Privatkläger sei erneut hinzugekommen und habe diese "ange-

tanzt", worauf er dem Privatkläger mit einem Lächeln wiederum gesagt habe, 

dass dies auch seine Freundin sei. Der Privatkläger habe geantwortet, dass an 

diesem Abend wohl jede seine Freundin sei, worauf er lachend mit "ja, voll" ge-

antwortet habe. Er habe gemeint, der Privatkläger meine dies als Witz (Urk. 62 

S. 4 f.). Dieser habe aber dann auf ihn eingeschlagen. Er habe sich nur geschützt 

und den Privatkläger instinktiv an seine Schulter gedrückt, damit ihn dieser nicht 

ins Gesicht habe schlagen können (Urk. 62 S. 4 f.). Danach hätten die Sicher-

heitsleute eingegriffen und ihn (den Beschuldigten) aus dem Club geschickt. Wei-

ter gab der Beschuldigte im Wesentlichen an, er habe nach dem "Rauswurf" aus 

dem Club versucht, die Security-Angestellten zu überreden, noch einmal mit ihm 

in den Club zu gehen, damit er bei seinem Kollegen, welchen er telefonisch nicht 

habe erreichen können, den Garderoben-Coupon und anschliessend seine Jacke 

holen könne (Urk. 62 S. 5). Die Jacke sei für ihn wichtig gewesen, weil sich darin 

der Hausschlüssel befunden habe (Urk. 62 S. 6).   

Den vorliegend relevanten Vorfall schilderte der Beschuldigte folgendermassen 

(Urk. 62 S. 5 ff.): Als er draussen vor dem Club gestanden habe und wenige Mi-

nuten nachdem er erfolglos nochmals versucht habe, seinen Kollegen wegen des 

Coupons anzurufen, sei der Privatkläger aus dem Club gekommen und habe ihn 

(den Beschuldigten) gefragt, ob er noch nicht genug habe und ob er ihn vor den 

anwesenden Personen k.o. schlagen solle. Er habe dem Privatkläger darauf ge-

sagt, er solle tun, was er wolle, und er solle ihn in Ruhe lassen. Er habe sich ab-

gedreht und da habe er gesehen, dass der Privatkläger schon über die Kordel ge-

stiegen sei. In diesem Moment habe er nicht mehr gewusst, was tun, und habe 

zugeschlagen. Er habe gewusst, dass entweder er nochmals ein paar Schläge im 

Gesicht habe oder der Privatkläger. Er habe einfach Angst gehabt (Urk. 62 S. 5). 

Er habe den Privatkläger nicht verletzen, sondern diesen nur aufhalten wollen. Er 

habe auch nicht fest zugeschlagen und nicht fest zuschlagen wollen, sondern ein-

fach nur reagieren. Dies sei dann auch passiert und er habe schnell wieder auf-

gehört. Er habe diesen zweimal gehauen und dann sei fertig gewesen. In diesem 

Moment habe er sich nicht darauf konzentriert, den Privatkläger zu treffen, son-

- 10 - 

dern er habe einfach möglichst schnell reagieren wollen (Urk. 62 S. 6). Weil er im 

Karatetraining immer extrem gepolsterte Handschuhe trage, habe er kein Dis-

tanzgefühl. Er habe bis dahin noch nie jemanden mit der blossen Faust geschla-

gen. Er mache Sport-Karate und nicht Selbstverteidigung. Er habe zwar schon so 

zugeschlagen wie er es im Training tue, aber er habe den Privatkläger nicht ver-

letzen wollen. Er habe diesen einfach von sich weghaben wollen. Beim Sport-

Karate gehe es darum, den anderen zu treffen, bevor man selbst getroffen werde. 

In diesem Sinne sei es fast das Gleiche (Urk. 62 S. 7). Auf die Frage, weshalb er 

zweimal zugeschlagen habe, erklärte der Beschuldigte, das sei instinktiv passiert. 

Er habe einfach reagiert. Er habe nicht gewusst, was passiere, wenn er nicht rea-

giere. Er habe neben den Sicherheitsleuten gestanden, mit denen er zuvor noch 

gesprochen habe und die gewusst hätten, dass er mit jemandem im Club ein 

Problem habe. Es habe sich keiner von diesen um ihn gesorgt. Bereits zuvor, 

aber auch, als der Privatkläger so nahe an ihn herangetreten sei, hätten sich die-

se nicht eingemischt. Auf die Frage, weshalb er sich nicht an die Sicherheitsleute 

gewendet habe, als der Privatkläger ihm so nahe gekommen sei, erklärte der Be-

schuldigte, dass er, nachdem der Privatkläger wie zuvor im Club Kopf an Kopf an 

ihn herangetreten sei, habe verhindern wollen, von diesem wiederum geschlagen 

zu werden. Er habe in dieser Situation nicht daran denken können, dass die Si-

cherheitsleute neben ihm stehen, vor allem nicht, wenn sie bis dahin nicht reagiert 

hätten. Vielleicht wären die Sicherheitsleute eingeschritten, aber vielleicht hätte er 

in dieser Situation selber eine einstecken müssen. In jenem Moment habe er nicht 

mehr so weit denken können. Er sei sich solche Situationen nicht gewohnt. Er sei 

nicht auf Selbstverteidigung, sondern auf Geschwindigkeit und Präzision trainiert 

(Urk. 62 S. 8). Auf die Frage, wie viel Zeit zwischen den beiden Schlägen vergan-

gen sei, gab der Beschuldigte an, es hätten "wenige Sekunden, eine Sekunde" 

zwischen den Schlägen gelegen. Er habe die ganze Sache möglichst schnell be-

enden wollen. Es sei einfach "Täg, wäg" gewesen. Dann sei es vorbei gewesen 

und er habe sofort aufgehört (Urk. 62 S. 9).  

2.4.3. Mit der Vorinstanz ist sodann in Bezug auf die Videoaufnahmen 

(Urk. 9) festzuhalten, dass diese zeigen, wie der Privatkläger aus dem Club tritt, 

sich von sich aus und ohne ersichtlichen Grund dem Beschuldigten, welcher vom 

- 11 - 

Eingang abgewendet hinter einer Kordel steht, nähert und schliesslich sehr nahe 

an den Beschuldigten, welcher sich ihm mittlerweile zugewendet hat, herantritt. Im 

Weiteren ist ersichtlich, dass sich der Beschuldigte nach kurzer Zeit wieder leicht 

abwendet und einen Schritt zurücktritt, der Privatkläger mit einem Bein über die 

Kordel steigt und dann vom Beschuldigten geschlagen wird. Die Aktion geht dabei 

zunächst vom Privatkläger aus, bis der Beschuldigte diesem, ebenfalls aus visuell 

nicht sichtbarem Grund, unvermittelt und in schneller Abfolge die beiden erwähn-

ten Schläge versetzt. 

2.4.4. Weitere verwertbare Beweismittel liegen keine vor. 

2.5. Bezüglich der Würdigung der Beweismittel kann auf die zutreffenden 

Schlussfolgerungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 43 S. 8 f.). Die Aus-

sagen des Beschuldigten werden zurecht als sehr detailliert, in sich schlüssig und 

konstant beschrieben. Seine Schilderungen anlässlich der Berufungsverhandlung 

lassen den selben Schluss zu. Zudem ist die Sachdarstellung des Beschuldigten 

insbesondere bezüglich des Vorfalls im Club relativ originell ("Sind denn heute 

Abend alle Frauen deine Freundinnen") und wirkt glaubhaft. Die Vorinstanz wies 

auch zutreffend darauf hin, dass sich seine Angaben mit dem Videomaterial de-

cken. Ebenfalls korrekt hielt die Vorinstanz fest, dass der Privatkläger weniger de-

tailliert und mit einem gewissen Hang zur Übertreibung aussagte. Festzuhalten ist 

bezüglich der Aussagen des Privatklägers aber vor allem, dass diese extrem un-

glaubhaft und alles andere als konstant sind. Mit der Vorinstanz ist beispielsweise 

nicht nachvollziehbar, weshalb er zum Beschuldigten hingegangen sein und die-

sem gesagt haben soll, er wolle keine Probleme. Diesfalls hätte er dem Privat-

kläger ganz einfach aus dem Weg gehen können. Stattdessen zeigen die Video-

aufnahmen klar, dass der Privatkläger geradewegs auf den Beschuldigten zuging, 

sehr nahe Köper an Körper an diesen herantrat und schliesslich mit einem Bein 

über die Kordel stieg. Das Gebaren des Privatklägers ist damit nicht als ver-

söhnliche Geste, sondern - insbesondere ab dem Moment des 'Übersteigens der 

Kordel' - als sehr bedrohlich zu deuten. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass der 

Privatkläger sogar bezüglich seiner Vorstrafe log (vgl. Urk. 5 S. 7 f., Urk. 33/1-2). 

Demzufolge ist zugunsten des Beschuldigten von dessen Darstellung auszuge-

- 12 - 

hen und zwar nicht nur in Bezug auf den vom Beschuldigten geschilderten Vorfall 

im Club, bei welchem der Privatkläger den Beschuldigten überraschend und aus 

nichtigem Anlass körperlich angegriffen hat, sondern auch hinsichtlich des Tat-

geschehens draussen vor dem Club, wo ihn der Privatkläger beim Herantreten 

gefragt habe, ob er noch nicht genug habe oder ob er ihn k.o. schlagen solle. Aus 

den Videoaufnahmen ist wie erwähnt ersichtlich, dass die Aktion zunächst offen-

sichtlich vom Privatkläger ausging. Der Beschuldigte stand vom Eingang ab-

gewandt vor dem Club, entspannt mit den Händen in den Hosentaschen, und 

wartete gemäss seinen Aussagen in der Hoffnung, bald zu seiner Jacke und da-

mit seinem darin befindlichen Schlüssel zu kommen. Demzufolge ist nicht anzu-

nehmen, dass er vor dem Herantreten des Privatklägers in irgend einer Form be-

absichtigte, auf diesen loszugehen. Demgegenüber suchte der Privatkläger offen-

sichtlich sofort die harte Konfrontation, indem er ohne jeglichen durch den Be-

schuldigten begründeten Anlass auf Tuchfühlung ging. Aufgrund des Gesagten ist 

mit der Vorinstanz eine Bedrohung durch den Privatkläger glaubhaft und vom Vor-

liegen einer Notwehrlage im Sinne eines unmittelbaren Angriffs ohne Recht aus-

zugehen (vgl. Urk. 43 S. 9). Wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend festhielt, 

konnte angesichts der vorausgegangenen Auseinandersetzung der beiden Betei-

ligten im Club vom Beschuldigten nicht verlangt werden, mit einer Reaktion abzu-

warten (Urk. 43 S. 9). Allerdings wertete die Vorinstanz die Schläge des Beschul-

digten als unverhältnismässige Abwehr (Urk. 43 S. 9 f.). Dies ist nachfolgend zu 

prüfen. Der Beschuldigte schilderte an der Berufungsverhandlung, wie sich die 

Sicherheitsleute bereits bei der Auseinandersetzung im Club nicht um ihn gesorgt 

hätten und sie auch draussen vorerst nicht reagiert hätten, obwohl sie gewusst 

hätten, dass er mit dem Privatkläger ein Problem gehabt habe (Urk. 62 S. 8). In 

der Tat kann auch angesichts des Umstands, dass die Sicherheitsleute nach der 

Auseinandersetzung im Club nur den Beschuldigten und nicht auch den Privat-

kläger aus dem Club gewiesen haben und sie ihm danach auch mit der Jacke 

nicht behilflich zu sein schienen, nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese 

zugunsten des Privatklägers parteiisch verhielten. Dass sich der Beschuldigte in 

der besagten Bedrohungslage nicht nach den Sicherheitsleuten umschaute resp. 

nicht daran dachte, diese um Hilfe zu rufen, ist unter den genannten Umständen 

- 13 - 

nachvollziehbar. Ferner ist schwer vorstellbar, wie sich der Beschuldigte in jener 

Situation vom Privatkläger in Richtung Sicherheitsleute hätte abwenden resp. 

sonst wie hätte entfernen können, rechnete er doch jeden Moment mit Schlägen 

seitens des Privatklägers und musste er auf eine Abwehr konzentriert sein. Dass 

sich der Beschuldigte vom Privatkläger hätte entfernen müssen - wie dies die Vor-

instanz erwog (Urk. 43 S. 10) - wird im Übrigen vom Bundesgericht auch nicht 

verlangt (BGE 6B_195/2017 vom 9.11.2017 Erw. 2.5.). Gemäss ebenerwähnter 

Bundesgerichtspraxis durfte sich der Beschuldigte in der besagten Situation zur 

Wehr setzen.   

Die vom Beschuldigten sodann ausgeführten Schläge waren heftig und zielten 

bewusst auf den Kopf des Privatklägers. Damit hat sich der Beschuldigte mit je-

nen Mitteln zur Wehr gesetzt, nämlich mit Händen und Fäusten, mit welchen er 

nach seiner Erwartung angegriffen worden wäre. Gemäss seinen Aussagen sei 

der Privatkläger zuvor im Club genauso nahe an ihn heran gestanden ("fast Stirne 

an Stirne" Urk. 7 S. 2), genauso habe es angefangen. Nachdem er vom Privatklä-

ger im Inneren des Clubs mit Schlägen gegen den Kopf angegriffen wurde, durfte 

er insbesondere nach entsprechender Androhung durch den Privatkläger mit 

ebensolchen rechnen. Wie erwähnt ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung die Angemessenheit der Abwehr aufgrund jener Situation zu beurteilen, in 

der sich der rechtswidrig Angegriffene im Zeitpunkt seiner Tat befand. Dabei dür-

fen nachträglich nicht allzu subtile Überlegungen angestellt werden, ob sich der 

Angegriffene nicht allenfalls auch mit anderen, weniger einschneidenden Mass-

nahmen hätte begnügen können und sollen (BGE 6B_195/2017 vom 9.11.2017 

Erw. 2.4., BGE 6B_910/2016 vom 22.06.2017 Erw. 3.1.). Beim Beschuldigten 

wurde eine Stunde nach der Tat ein Alkoholwert von 1.39 Promille festgestellt 

(Urk. 1 S. 1). Daraus ist zu schliessen, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der Tat 

zumindest mittelschwer angetrunken war (so auch die Staatsanwaltschaft, Urk. 64 

S. 4). Dass der Beschuldigte, nachdem er seitens des Privatklägers plötzlich mit 

dem Angriff konfrontiert wurde, eine mildere Verteidigungsart hätte erwägen sol-

len, kann von ihm in jener Situation nicht verlangt werden. Darüber hinaus ist zu 

bedenken, dass der besagte Angriff mit einer weniger intensiven Abwehrmass-

nahme, wie beispielsweise einem Stoss gegen den Brustkorb, kaum hätte ab-

- 14 - 

gewehrt werden können. Vielmehr wäre es - so wohl auch für den Beschuldigten 

voraussehbar - zu einer weitergehenden Keilerei mit ungewissem Ausgang für 

den Beschuldigten gekommen. Die beiden Schläge des Beschuldigten folgten 

zeitlich dicht aufeinander. Eine erneute Entschlussfassung zum zweiten nach dem 

ersten Schlag ist angesichts dessen auszuschliessen. Mit dem Verteidiger ist auf-

grund der schnellen Abfolge vielmehr von einer Art "Doppelschlag" auszugehen 

(vgl. Prot. II S. 7), mit welchem der Beschuldigte offensichtlich sicherstellen wollte, 

dass der Angriff von Seiten des Privatklägers nicht aus- resp. weitergeführt wur-

de; mit den Worten des Beschuldigten "Täg wäg" (Urk. 62 S. 9). Er hat damit die-

jenige Verteidigung an den Tag gelegt, welche geeignet erschien, den Angriff 

endgültig zu beenden (vgl. BGE 6B_910/2016 vom 22.06.2017 Erw. 4.2.2.).   

Aufgrund des Ausgeführten ist die Abwehrhandlung des Beschuldigten entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz nicht als unverhältnismässig zu werten und damit 

noch vom Notwehrrecht gemäss Art. 15 StGB getragen. Der Beschuldigte ist so-

mit vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung freizusprechen.  

V. Zivilansprüche 

Auf das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ 

(Urk. 11/6) ist angesichts des Freispruchs des Beschuldigten nicht einzutreten.  

VI. Kosten und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten 

1.1. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 6) ist zu bestätigen. 

1.2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausgangsgemäss ausser Ansatz. 

1.3. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des 

Berufungsverfahrens sowie jene der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

Gerichtsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

 

- 15 - 

2. Prozessentschädigung 

2.1. Ausgangsgemäss ist dem Beschuldigten für das gesamte Verfahren eine 

Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zuzu-

sprechen (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 436 Abs. 1 StPO).  

2.2. Mit Blick auf die von der Verteidigung vor Vorinstanz dargelegte Kostenzu-

sammenstellung (Honorar und Barauslagen, inklusive Mehrwertsteuer; Prot. I 

S. 14) und die geltend gemachten Aufwendungen für das Berufungsverfahren 

(Prot. II S. 10) ist dem Beschuldigten für das gesamte Verfahren eine Prozessent-

schädigung von Fr. 11'000.-- für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse 

zuzusprechen.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird freigesprochen. 

2. Auf das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers  

B._____ wird nicht eingetreten. 

3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 6) wird bestätigt.  

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der Untersuchung 

und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens werden auf die Gerichtskasse 

genommen. 

6. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 11'000.-- für 

anwaltliche Verteidigung für das gesamte Verfahren aus der Gerichtskasse 

zugesprochen. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (übergeben) 

- 16 - 

− den Privatkläger (versandt) 
(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangt.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  
− den Privatkläger  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 44 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 11. Januar 2018 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Kümin Grell 
 

	Urteil vom 11. Januar 2018
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg...
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 8. Mai 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genug-tuungsbegehren abgewiesen.
	6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.
	7. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziff. 6 hiervor werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. (Mitteilungen)
	9. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen.
	2. Die gegenüber dem Beschuldigten geltend gemachten Zivilansprüche seien abzuweisen. Eventualiter seien diese auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen.
	3. Die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. Dem Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von CHF 7'905.-- zuzusprechen. Dem Beschuldigten sei für das Berufungsverfahren ein...
	1. Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs;
	2. Bestrafung des Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 50.--;
	3. Gewährung des bedingten Vollzugs, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren;
	4. Im übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils;
	5. Unter Kostenauflage für das zweitinstanzliche Verfahren an den Beschuldigten.
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird freigesprochen.
	2. Auf das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers  B._____ wird nicht eingetreten.
	3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 6) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 11'000.-- für anwaltliche Verteidigung für das gesamte Verfahren aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (übergeben)
	 den Privatkläger (versandt)
	(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangt.)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 den Privatkläger
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 44
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.