# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce653ba9-a72e-59b6-bb3f-bc897195b0ec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.10.2008 E-6417/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6417-2008_2008-10-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6417/2008
koh/pua/gsi
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Therese Kojic, 
mit Zustimmung von Richterin Marianne Teuscher;
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

A_______, geboren (...),
Nigeria,
wohnhaft (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch; Verfügung des BFM vom 
2. Oktober 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6417/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zu-
folge im März 2008 und reiste am 5. April 2008 unter Umgehung der 
Grenzkontrollen in die Schweiz ein, wo er am 6. April  2008 im Emp-
fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Vallorbe ein Asylgesuch stellte. 
Der Beschwerdeführer wurde am 9. April 2008 ins Transitzentrum Alt-
stätten überführt, wo er am 15. April 2008 summarisch zu seinen Asyl-
gründen befragt wurde. Am 11. Juni 2008 fand die Anhörung durch das 
BFM statt.

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen Folgendes geltend: Seine Mutter gehöre zur Ethnie der 
Igbo, sein Vater, welchen er nicht kenne, stamme aus Ruanda. Er habe 
mit  seiner Mutter und dem Stiefvater zusammen gelebt. Dieser habe 
dem  Voodoo-Kult  gedient  und  ihm  nach  einer  Versammlung  Ende 
2007/Anfang 2008 erklärt,  dass er  seine Aufgabe beim Voodoo auf-
grund seines  Alters  aufgeben werde und er  (der  Beschwerdeführer) 
nun seine Nachfolge anzutreten habe. Da er Christ (Pfingstgemeinde) 
sei, habe er sich geweigert,  den Dienst am Schrein zu übernehmen. 
Sein  Stiefvater  habe ihm daraufhin  gedroht,  ihn  zu  opfern,  wenn er 
sich weigere, seine Nachfolge anzutreten. Als die Lage kritisch gewor-
den  sei,  habe  er  den  Schrein  angezündet  und  sei  nach  (...)  zum 
Bruder  seines  Stiefvaters  geflüchtet  und  habe  danach,  weil  er  von 
Anhängern  des Kultes  gesucht  worden sei,  das  Land verlassen. Als 
Beweismittel reichte der Beschwerdeführer ein Foto einer Voodoo-Ver-
sammlung zu den Akten.

B.
Mit Verfügung vom 24. Juli 2008 grenzten die Behörden des Kantons 
(...)  den  Beschwerdeführer  wegen  des  dringenden  Verdachtes  auf 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz aus den Städten 
(...) aus.

C.
Am 7. September  2008 wurde der  Beschwerdeführer anlässlich einer 
gezielten  Drogenkontrolle  beim  Hauptbahnhof  (...)  angehalten  und 
kontrolliert.  In  der  Folge  wurde  gegen  den  Beschwerdeführer  eine 
Strafanzeige wegen Missachtung der Ausgrenzungsverfügung erlassen.

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E-6417/2008

D.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2008 trat das BFM gestützt auf Art. 32 
Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
auf  das  Asylgesuch nicht  ein  und ordnete  die  Wegweisung des Be-
schwerdeführers aus der Schweiz und den Vollzug an. Einer allfälligen 
Beschwerde gegen die Verfügung wurde die aufschiebende Wirkung 
gestützt  auf  Art.  55  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)entzogen. Auf 
Einzelheiten der Begründung des Entscheids wird – soweit erforderlich 
– in den Erwägungen eingegangen.

E.
Am 9. Oktober 2008 (Poststempel) reichte der Beschwerdeführer beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung des BFM 
vom 2. Oktober  2008 ein. Er  beantragte  sinngemäss die  Aufhebung 
der vorinstanzlichen Verfügung.

F.
Am  13.  Oktober  2008  gingen  die  Akten  beim  Bundesverwaltungs-
gericht ein (Art. 109 Abs. 2 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden 
nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-
gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 
32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig 
für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG; 
Art. 108 Abs. 2 AsylG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4 Die  vorliegende  Beschwerde  richtet  sich  gegen  eine  Verfügung, 
laut  deren  Dispositiv  das  BFM  nicht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers  eingetreten  ist.  Bei  Beschwerden  gegen  Nichtein-
tretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf 
seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), ist die Beur-
teilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage 
beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht ein-
getreten ist. Die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  enthält  sich  demnach  einer 
materiellen Prüfung. Sie hebt  einzig die angefochtene Verfügung auf 
und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.). Im Falle des 
Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Abs.  3  AsylG  ist  indessen  über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlings-
eigenschaft  abschliessend  materiell  zu  entscheiden,  soweit  dies  im 
Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 
insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.). Dementsprechend bildet in einem diesbezüg-
lichen Beschwerdeverfahren – ungeachtet der vorzunehmenden Über-
prüfung eines formellen Nichteintretensentscheides – auch die Flücht-
lingseigenschaft Prozessgegenstand (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73). 
Die Asylgewährung bildet jedoch nicht Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens. Bezüglich  der  Frage  der  Wegweisung  und  des  Wegwei-
sungsvollzuges hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenom-
men, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kog-
nition zukommt.

1.5 Da es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine offen-
sichtlich unbegründete Beschwerde handelt, wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG) und 
der Beschwerdeentscheid ist lediglich summarisch zu begründen (Art. 
111a Abs. 2 AsyG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend zudem auf einen 
Schriftenwechsel verzichtet. 

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2.
2.1
2.1.1 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten,  wenn Asylsuchende den Behörden nicht  innerhalb von 48 
Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise-  oder  Identitätspapiere 
abgeben. Diese Bestimmung findet jedoch keine Anwendung, wenn Asyl-
suchende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf-
grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlings-
eigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), oder sich auf-
grund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG).

2.1.2  Unter den Begriff “Reise- oder Identitätspapier“ gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG fallen nur fälschungssichere Dokumente und Aus-
weise,  welche  von  den  heimatlichen  Behörden  hauptsächlich  zum 
Zwecke des Identitätsnachweises ausgestellt worden sind und sowohl 
eine  zweifelsfreie  Feststellung  der  Identität  –  einschliesslich  der 
Staatsangehörigkeit – als auch den allfälligen Vollzug der Wegweisung 
der asylsuchenden Person ermöglichen. Diese Anforderungen erfüllen 
nur Reisepässe und Identitätskarten, nicht aber zu anderen Zwecken 
ausgestellte  Dokumente  wie  insbesondere  Führerausweise,  Berufs- 
und Schulausweise sowie Geburtsurkunden (vgl. BVGE 2007/7).

2.2
2.2.1  Der Beschwerdeführer hat weder einen Reisepass, eine Identi-
tätskarte noch irgendwelche anderen Dokumente, welche der Feststel-
lung seiner Identität dienen könnten, den zuständigen Behörden abge-
geben.

2.2.2 Den Ausführungen der Vorinstanz, wonach der Beschwerdefüh-
rer keine plausiblen Gründe für das Fehlen von Ausweispapieren habe 
vorbringen  können,  ist  zuzustimmen.  Die  Rechtfertigungen  des  Be-
schwerdeführers  bezüglich  der  angeblichen  Unmöglichkeit,  Reise- 
oder Identitätspapiere vorzulegen, sowie der von ihm geschilderte Rei-
seweg, welchen er angeblich ohne jegliche Reisepapiere zurückgelegt 
haben will, sind mit zahlreichen Ungereimtheiten behaftet und wirken 
äusserst realitätsfremd. Die Angaben zum Reiseweg sind sehr ober-
flächlich und tatsachenwidrig. Der Beschwerdeführer konnte sich ein-
zig erinnern von Nigeria aus zuerst nach Niger gereist zu sein (vgl. A 

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1, S. 5). Er wusste jedoch nicht, in welchem Land der Hafen lag, wo er 
auf ein Schiff gegangen sei, noch konnte er angeben in welchem euro-
päischen Land er angekommen sei (vgl. A 14, S. 12 und 13). Zudem 
gab der Beschwerdeführer an, innert 3 Tagen über Niger zu Fuss bis 
zu diesem Hafen gelangt zu sein (vgl. A 14, S. 12). Es ist jedoch völlig 
realitätsfremd, innerhalb von 3 Tagen zu Fuss von Nigeria durch die 
ganze Sahara  bis  zu  einem Hafen  am Mittelmeer  zu  gelangen. Die 
Ausführungen, dass ihn ein Kuhhirte bis zum besagten Hafen begleitet 
habe und dort ein unbekannter, weiss angezogener Mann alles für ihn 
organisiert  habe,  und  er  bei  seiner  Ankunft  einen  Bus  bis  zur  End-
station genommen habe, wo er auf eine schwarze Frau getroffen sei, 
welche ihn mitgenommen habe (vgl. A 14, S. 12-14), sind konstruiert 
und unglaubhaft. Auch zu seiner Identität machte der Beschwerdefüh-
rer  widersprüchliche  Aussagen.  So  gab  er  bei  der  Erstbefragung 
zuerst  an,  in  Nigeria  den  Namen  seines  Stiefvaters  -  (...)  -  ange-
nommen zu haben. Angesprochen auf den Widerspruch, dass er aber 
seinen  Namen mit  (...)  angegeben habe,  sagte  er  plötzlich  aus,  nie 
den Namen seines Steifvaters angenommen zu haben (vgl. A 1, S. 2). 
Die  Feststellung  der  Vorinstanz,  wonach  es  sich  insgesamt  um 
stereotype  Ausführungen  eines  Asylsuchenden  handle,  der  die 
Behörden  über  seine  wahre  Identität  und  seinen  tatsächlichen  Aus-
reiseweg zu täuschen versuche, ist demnach zu bestätigen.

2.2.3 Bei  der  summarischen  Prüfung  einer  allfälligen  Erfüllung  der 
Flüchtlingseigenschaft oder des Bestehens von Wegweisungsvollzugs-
hindernissen hat die Vorinstanz zudem zahlreiche weitere Unstimmig-
keiten in  den Vorbringen des Beschwerdeführers aufgezeigt. So gab 
der Beschwerdeführer etwa an, sein Stiefvater sei zu einem einsamen 
Platz gegangen, um seiner Voodoo Tätigkeit nachzugehen, während er 
nur  kurze  Zeit  später  angab,  der  Schrein  habe  direkt  neben  ihrem 
Haus gelegen und er habe immer alles mitbekommen (vgl. A 14, S. 4 
und 5). Auch bezüglich der zeitlichen Einordnung der angeblichen Er-
eignisse äusserte sich der Beschwerdeführer widersprüchlich. So sag-
te er zuerst, das eingereichte Foto zeige die Voodoo Versammlung von 
2007, während er später nicht mehr genau wusste, von welchem Jahr 
das  Bild  datiert  (vgl. A  14,  S. 7 und 8). Schliesslich  erscheint  unlo-
gisch, dass der christliche Beschwerdeführer und nicht der noch junge 
Bruder des Stiefvaters zur Arbeit  am Schrein herbeigezogen worden 
sein soll. Zu einem diesbezüglichen Vorhalt  konnte der Beschwerde-
führer keine schlüssige Anwort  geben (vgl. A 1,  S. 6). Weiter  ist  un-
glaubhaft, dass sich der Beschwerdeführer nach dem angeblichen Ver-

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brennen des Schreins zuerst noch während dreier Tage im Dorf und 
danach  einige  Zeit  in  (...),  wo  er  bereits  vorher  gearbeitet  habe, 
aufgehalten  haben  will,  obwohl  er  von  den  Kultanhängern  gesucht 
wurde (vgl. A 14, S. 10 und 11). Dieser Ort  wäre für den Beschwer-
deführer alles andere als sicher gewesen, da es für seinen Stiefvater 
ein Leichtes gewesen wäre, ihn dort aufzusuchen.

Das vom Beschwerdeführer eingereichte Foto hat  keine Beweiskraft, 
zumal  es  lediglich  eine  Gruppe  mehrerer  in  einem  Kreis  sitzender 
Männer ohne Hinweis auf eine Kulthandlung zeigt. 

2.2.4 Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind in keiner Weise 
geeignet,  die  nicht  abschliessend aufgeführten  Ungereimtheiten  und 
Widersprüche in den Vorbringen des Beschwerdeführers zu entkräften.

2.3  Angesichts  der  widersprüchlichen,  unglaubhaften  und  realitäts-
fremden Vorbringen des Beschwerdeführers ist auch das angegebene 
Alter  des  Beschwerdeführers  als  unglaubhaft  anzusehen.  Aufgrund 
seines Erscheinungsbildes und seiner ungereimten Angaben zu seiner 
Identität ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht mehr 
minderjährig  ist.  Es  erübrigt  sich  somit  zu  prüfen,  ob  die  Anhörung 
vom 11. Juni 2008, welche ohne Vertrauensperson durchgeführt wurde 
(vgl.  A  13),  einen  Verfahrensfehler  darstellt  und  auch  eine  allfällige 
Anwendung des Übereinkommens vom 20. November  1989 über  die 
Rechte des Kindes (SR 0.107) ist in diesem Falle nicht zu prüfen.

2.4  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  bereits  aufgrund  einer 
summarischen Prüfung der Vorbringen des Beschwerdeführers festzu-
stellen war, dass er die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht er-
füllt. Gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ist auf ein Asylgesuch jedoch 
auch  dann  einzutreten,  wenn  sich  aufgrund  der  Anhörung  erweist, 
dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  eines  Wegweisungs-
vollzugshindernisses nötig sind. Da im Falle des Beschwerdeführers – 
wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zur Frage des Wegwei-
sungsvollzuges ergibt – offensichtlich keine Wegweisungsvollzugshin-
dernisse vorliegen und entsprechend diesbezüglich keine zusätzlichen 
Abklärungen nötig waren, ist die Vorinstanz zu Recht gestützt auf Art. 
32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten.

3.
Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt  es darauf nicht ein,  so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

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den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung 
nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bun-
desamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 
AsylG; Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

4.
Der Beschwerdeführer besitzt keine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung, weshalb die Vorinstanz gestützt auf Art. 44 Abs. 1 AsylG 
zu Recht seine Wegweisung verfügt hat (vgl. EMARK 2001 Nr. 21)

5.
5.1  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]). Dem Beschwerdeführer  ist  es vorliegend  nicht  gelungen, 
die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG beziehungsweise Art. 
1 A Ziff. 2 FK glaubhaft darzulegen, weshalb das nur auf Flüchtlinge 
Anwendung findende Non-Refoulement-Prinzip nach Art. 33 Ziff. 1 FK 
im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet. Aufgrund der zahl-
reichen Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers be-
stehen  zudem  keine  Gründe  für  die  Annahme,  dass  ihm  bei  einer 
Rückführung  nach  Nigeria  eine  gemäss  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung dro-
hen würde. Der Vollzug der Wegweisung erscheint daher in Beachtung 
der  massgeblichen  völker-  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  als 
zulässig.

5.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-

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staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Hierzu kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden. In  Nigeria  herrscht  weder  Krieg  noch eine Situation 
allgemeiner Gewalt. Die politische und wirtschaftliche Situation in Ni-
geria hat sich in letzter Zeit stabilisiert und teilweise sogar leicht ver-
bessert und lässt somit eine Rückführung nicht als generell unzumut-
bar erscheinen.

Beim Beschwerdeführer handelt es sich zudem um einen jungen, ge-
sunden  Mann.  Aufgrund  der  unglaubhaften  Vorbringen  muss  nicht 
davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  zu 
seiner Familie zurückkehren könnte. Der Beschwerdeführer hat zudem 
gemäss seinen eigenen Angaben als (...) gearbeitet und seiner Familie 
ist es gemäss seinen Aussagen relativ gut gegangen (vgl. A 1, S. 3; A 
14, S. 6). 

Weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  des  Beschwerdeführers 
noch  individuelle  Gründe  lassen  somit  im  Falle  einer  Rückkehr  auf 
eine konkrete Gefährdung schliessen, weshalb der Vollzug der Weg-
weisung vorliegend auch als zumutbar bezeichnet werden kann.

5.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustän-
digen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten N_______ (per Kurier; in Kopie)
- (...)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Alexandra Püntener

Versand: 

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