# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 838bd8df-a33e-5b9b-bc35-0ee409d06139
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-12
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Verwaltungsrechtliche Abteilung 12.01.2018 2018_OG V 17 47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_004_2018-OG-V-17-47_2018-01-12.pdf

## Full Text

Kindesschutz. Art. 307 Abs. 1, Art. 310 Abs. 1, Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 445 
Abs. 1 ZGB. Entscheid über vorsorgliche Massnahmen. Nichtbezeichnung der 
angefochtenen Verfügung als «vorsorglich» und Nennung der 30-tägigen Frist 
in der Rechtsmittelbelehrung anstelle der 10-tägigen Frist für die Anfechtung. 
Formelles Erscheinen der angefochtenen Verfügung als Sachentscheid. 
Materiell handelt es sich aber um einen Entscheid über den Erlass 
vorsorglicher Massnahmen. Die falsche Rechtsmittelbelehrung darf in concreto 
den Beschwerdeführern aber nicht zum Nachteil gereichen, weil sie sich nach 
Treu und Glauben trotz anwaltlicher Vertretung auf die Rechtsmittelbelehrung 
verlassen durften. Das Vorgehen der Vorinstanz und die schliesslich unter dem 
Eindruck der Dringlichkeit getroffene Kindesschutzmassnahme tragen den 
Charakter einer vorsorglichen Massnahme. Ist das Wohl des Kindes gefährdet 
und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu 
ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten Massnahmen 
zum Schutz des Kindes. Kann der Gefährdung des Kindes nicht anders 
begegnet werden, so hat die Kindesschutzbehörde es den Eltern 
wegzunehmen und in angemessener Weise unterzubringen. In concreto ergibt 
sich für das Gericht aufgrund der als glaubhaft erstellt erachteten Grobheit und 
Heftigkeit des Kindsvaters und dessen Rohheit insbesondere gegenüber dem 
älteren, aber teilweise auch dem jüngeren Kind durchaus eine 
Kindeswohlgefährdung. Selbst wenn die geltend gemachten körperlichen 
Züchtigungen als nicht erstellt angesehen würden, kann eine relevante 
Kindeswohlgefährdung auch in der Gefährdung des psychischen Wohls des 
Kindes liegen. Bejahung der Verhältnismässigkeit der Massnahme. 
 
Obergericht, 12. Januar 2018, OG V 17 47