# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 020f496f-7693-5421-8fc8-e9b47b21b1e1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-30
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 30.01.2024 SK 2023 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-95_2024-01-30.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 95

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. Januar 2024 

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Knecht, Oberrichterin Friederich Hörr
Gerichtsschreiberin Bucher

Verfahrensbeteiligte C.________
a.v.d. Rechtsanwalt Dr. D.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin 1

und

A.________
a.v.d. Fürsprecherin B.________

Straf- und Zivilklägerin/Anschlussberufungsführerin 2

Gegenstand Vergewaltigung (mehrfach begangen), sexuelle Nötigung (mehr-
fach begangen), räuberische Erpressung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 7. April 2022 (PEN 21 1056)

2

Inhaltsverzeichnis
I. Formelles.................................................................................................................10

1. Erstinstanzliches Urteil .............................................................................................10

2. Berufung und Anschlussberufungen ........................................................................14

3. Wechsel der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands .....15

4. Anträge der Parteien ................................................................................................15

4.1 Anträge des Beschuldigten ...............................................................................15

4.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft............................................................15

4.3 Anträge der Straf- und Zivilklägerin ..................................................................18

5. Opferschutzmassnahmen ........................................................................................18

6. Oberinstanzliche Beweisergänzungen.....................................................................19

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer .................................................19

II. Formelle Rügen.......................................................................................................21

8. Hinreichende Verteidigung des Beschuldigten ........................................................21

9. Verletzung des Anklagegrundsatzes........................................................................21

9.1 Vorbringen des Beschuldigten ..........................................................................21

9.2 Rechtliche Grundlagen .....................................................................................22

9.3 Erwägungen der Kammer .................................................................................23

10. Verletzung des Anspruchs auf Konfrontation .......................................................24

10.1 Vorbringen der Parteien....................................................................................24

10.2 Rechtliche Grundlagen .....................................................................................25

10.3 Erwägungen der Kammer .................................................................................26

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung .........................................................................26

11. Allgemeine Grundlagen ........................................................................................26

12. Vorbemerkung zum Aufbau..................................................................................27

13. Allgemeine Aussagenwürdigung ..........................................................................27

13.1 Beweismittel ......................................................................................................27

13.2 Aussagenwürdigung der Vorinstanz .................................................................27

13.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien ........................................................28
13.3.1 Vorbringen des Beschuldigten...................................................................28
13.3.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft................................................29
13.3.3 Vorbringen der Straf- und Zivilklägerin ......................................................31

13.4 Erwägungen der Kammer .................................................................................31
13.4.1 Vorbemerkung ...........................................................................................31
13.4.2 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten............................................31
13.4.3 Würdigung der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin ...............................36

3

13.4.4 Würdigung der Aussagen von E.________

14. Zum Klima innerhalb der Familie CQ.________ ..................................................40

14.1 Würdigung der Vorinstanz ................................................................................40

14.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien ........................................................40

14.3 Erwägungen der Kammer .................................................................................40

15. Zum Klima innerhalb der Beziehung zwischen E.________ und dem Beschuldigten
44

15.1 Würdigung der Vorinstanz ................................................................................44

15.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien ........................................................44

15.3 Erwägungen der Kammer .................................................................................45

16. Vorwürfe gemäss Ziff. I.A.1. und 8. der Anklageschrift ........................................48

16.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift ......................................................................48

16.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt ............................................................49

16.3 Beweismittel ......................................................................................................49

16.4 Beweisergebnis der Vorinstanz ........................................................................50

16.5 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien ........................................................50

16.6 Erwägungen der Kammer .................................................................................51

16.7 Beweisergebnis.................................................................................................56

17. Vorwürfe z.N. von E.________.............................................................................57

17.1 Allgemeine Vorbemerkung zur Beweiswürdigung ............................................57

17.2 Zur Frage der Freiwilligkeit ...............................................................................57
17.2.1 Beweismittel...............................................................................................57
17.2.2 Beweisergebnis der Vorinstanz .................................................................58
17.2.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien.................................................58
17.2.4 Würdigung der Kammer.............................................................................59

17.3 Vorwürfe gemäss Ziff I.A.2.1. und 3.4. der Anklageschrift................................64
17.3.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift .................................................................64
17.3.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt .....................................................65
17.3.3 Beweismittel...............................................................................................66
17.3.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien.................................................66
17.3.5 Würdigung der objektiven Beweismittel.....................................................66
17.3.6 Würdigung der Aussagen von E.________ ...............................................67
17.3.7 Würdigung der Aussagen von G.________...............................................69
17.3.8 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten............................................70
17.3.9 Beweisergebnis .........................................................................................72
17.3.10 Fazit .......................................................................................................74

4

17.4 Vorwurf gemäss Ziff. I.A.2.2. der Anklageschrift ...............................................74
17.4.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift .................................................................74
17.4.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt .....................................................75
17.4.3 Beweismittel...............................................................................................75
17.4.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien.................................................76
17.4.5 Erwägungen der Kammer..........................................................................77
17.4.6 Beweisergebnis .........................................................................................81
17.4.7 Fazit ...........................................................................................................81

17.5 Vorwurf gemäss Ziff. I.A.3.1. der Anklageschrift ...............................................81
17.5.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift .................................................................81
17.5.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt .....................................................81
17.5.3 Beweismittel...............................................................................................82
17.5.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien.................................................82
17.5.5 Erwägungen der Kammer..........................................................................83
17.5.6 Fazit ...........................................................................................................85

17.6 Vorwurf gemäss Ziff. I.A.3.2. der Anklageschrift ...............................................85
17.6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift .................................................................85
17.6.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt .....................................................85
17.6.3 Beweismittel...............................................................................................85
17.6.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien.................................................86
17.6.5 Erwägungen der Kammer..........................................................................87
17.6.6 Fazit ...........................................................................................................88

17.7 Vorwurf gemäss Ziff. I.A.3.3. der Anklageschrift ...............................................89
17.7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift .................................................................89
17.7.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt .....................................................89
17.7.3 Beweismittel...............................................................................................90
17.7.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien.................................................90
17.7.5 Erwägungen der Kammer..........................................................................90
17.7.6 Fazit ...........................................................................................................93

17.8 Vorwurf gemäss Ziff. I.A.3.5. der Anklageschrift ...............................................93
17.8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift .................................................................93
17.8.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt .....................................................94
17.8.3 Beweismittel...............................................................................................94
17.8.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien.................................................95
17.8.5 Erwägungen der Kammer..........................................................................96
17.8.6 Fazit .........................................................................................................102

IV. Rechtliche Würdigung ...........................................................................................102

5

18. Generell-abstrakte Ausführungen.......................................................................102

18.1 Im Allgemeinen ...............................................................................................102

18.2 Zur mittelbaren Täterschaft im Besonderen....................................................104

19. Vorfall vom 8./9. März 2019 (Ziff. I.A.1. der Anklageschrift) ...............................105

19.1 Vorbemerkungen zur einfachen Körperverletzung .........................................105

19.2 Vorwurf der Vergewaltigung............................................................................105
19.2.1 Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung ........................................105
19.2.2 Erwägungen der Kammer........................................................................106

20. Delikte zum Nachteil von E.________................................................................107

20.1 Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung ...............................................107

20.2 Vorfall vom 22. Oktober 2020 (Ziff. I.A.2.1. und Ziff. I.A.3.4. der Anklageschrift)
108

20.2.1 Vorwurf der Vergewaltigung in mittelbarer Täterschaft............................108
20.2.2 Vorwurf der sexuellen Nötigung...............................................................109
20.2.3 Zu den Konkurrenzen ..............................................................................110

20.3 Vorfall vom 4. November 2020 (Ziff. I.A.2.2. der Anklageschrift)....................111

20.4 Vorfall vom Sommer 2020 (Ziff. I.A.3.1. der Anklageschrift)...........................112

20.5 Vorfall zwischen dem 10. August 2020 und dem 12. November 2020 (Ziff. I.A.3.2. 
der Anklageschrift) .....................................................................................................113

20.6 Vorfall vom Oktober 2020 (Ziff. I.A.3.3. der Anklageschrift)............................113
20.6.1 Sexuelle Handlungen mit dem Beschuldigten .........................................113
20.6.2 Sexuelle Handlungen mit dem unbekannten Mann .................................114

20.7 Vorfall vom 12./13. November 2020 (Ziff. I.A.3.5. der Anklageschrift)............116

V. Strafzumessung ....................................................................................................117

21. Anwendbares Recht ...........................................................................................117

22. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung.....................................................119

23. Strafrahmen, Strafart und schwerste Straftat .....................................................120

24. Gesamtfreiheitsstrafe .........................................................................................123

24.1 Einsatzstrafe für die Vergewaltigung vom 8./9. März 2019.............................123
24.1.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................123
24.1.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................123

24.2 Asperation Vergewaltigung vom 22. Oktober 2020 ........................................124
24.2.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................124
24.2.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................124
24.2.3 Verminderte Schuldfähigkeit....................................................................125

24.3 Asperation Vergewaltigung vom 4. November 2020.......................................125

6

24.3.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................125
24.3.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................126
24.3.3 Verminderte Schuldfähigkeit....................................................................126

24.4 Asperation sexuelle Nötigung im Sommer 2020.............................................126
24.4.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................126
24.4.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................126

24.5 Asperation sexuelle Nötigung zwischen 10. August 2020 und 12. November 
2020 127

24.5.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................127
24.5.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................127
24.5.3 Verminderte Schuldfähigkeit....................................................................127

24.6 Asperation sexuelle Nötigung im Oktober 2020..............................................127
24.6.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................127
24.6.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................128
24.6.3 Verminderte Schuldfähigkeit....................................................................128

24.7 Asperation sexuelle Nötigung vom 22. Oktober 2020.....................................129
24.7.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................129
24.7.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................129
24.7.3 Verminderte Schuldfähigkeit....................................................................129

24.8 Asperation sexuelle Nötigung vom 22. Oktober 2020.....................................129
24.8.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................129
24.8.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................130
24.8.3 Verminderte Schuldfähigkeit....................................................................130

24.9 Asperation sexuelle Nötigung vom 12./13. November 2020...........................130
24.9.1 Objektives Tatverschulden ......................................................................130
24.9.2 Subjektives Tatverschulden.....................................................................130
24.9.3 Verminderte Schuldfähigkeit....................................................................130

24.10 Asperation räuberische Erpressung vom 22. Oktober 2020 .......................131
24.10.1 Objektives Tatverschulden...................................................................131
24.10.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................131
24.10.3 Verminderte Schuldfähigkeit ................................................................131

24.11 Asperation Raub vom 4. November 2020 ...................................................131
24.11.1 Objektives Tatverschulden...................................................................131
24.11.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................132
24.11.3 Verminderte Schuldfähigkeit ................................................................132

24.12 Asperation Raub vom 12./13. November 2020 ...........................................132
24.12.1 Objektives Tatverschulden...................................................................132

7

24.12.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................132
24.12.3 Verminderte Schuldfähigkeit ................................................................132

24.13 Asperation einfache Körperverletzung im Sommer 2017............................133
24.13.1 Objektives Tatverschulden...................................................................133
24.13.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................133

24.14 Asperation mehrfache Nötigung von August 2020 bis am 13. November 2020
133

24.14.1 Objektives Tatverschulden...................................................................133
24.14.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................134
24.14.3 Verminderte Schuldfähigkeit ................................................................134

24.15 Asperation Drohung anfangs August 2016 .................................................134
24.15.1 Objektives Tatverschulden...................................................................134
24.15.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................134

24.16 Asperation Drohung vom 17./18. August 2018 ...........................................135

24.17 Asperation Drohung vom 2./3. August 2019 ...............................................135

24.18 Asperation Drohung vom 21. März 2019.....................................................135

24.19 Asperation unrechtmässiger Bezug von Leistungen der Sozialversicherung 
oder der Sozialhilfe ....................................................................................................135

24.19.1 Objektives Tatverschulden...................................................................135
24.19.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................136

24.20 Asperation mehrfaches Fahren ohne Berechtigung....................................136
24.20.1 Objektives Tatverschulden...................................................................136
24.20.2 Subjektives Tatverschulden .................................................................136

24.21 Fazit.............................................................................................................136

24.22 Täterkomponenten ......................................................................................136
24.22.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse................................................136
24.22.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren .....................................136
24.22.3 Strafempfindlichkeit..............................................................................137

25. Konkretes Strafmass ..........................................................................................137

VI. Obligatorische Landesverweisung ........................................................................138

26. Theoretische Grundlagen ...................................................................................138

27. Erwägungen der Vorinstanz ...............................................................................138

28. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien..........................................................139

29. Vorliegen einer Katalogtat ..................................................................................139

30. Vorprüfung..........................................................................................................140

31. Härtefallprüfung ..................................................................................................140

8

31.1 Vorbemerkung ................................................................................................140

31.2 Einzelne Kriterien............................................................................................140
31.2.1 Aufenthaltsdauer und Integration in der Schweiz ....................................140
31.2.2 Familienverhältnisse ................................................................................142
31.2.3 Gesundheitszustand ................................................................................145
31.2.4 Möglichkeiten der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat, Aussicht auf 
soziale Wiedereingliederung (in der Schweiz), Rückfallgefahr und wiederholte 
Delinquenz .............................................................................................................146

31.3 Repressalien im Heimatland / Vollzugshindernisse ........................................147

31.4 Gesamtwürdigung...........................................................................................148

32. Interessenabwägung ..........................................................................................148

33. Fazit ....................................................................................................................149

34. Dauer der Landesverweisung.............................................................................149

35. SIS-Ausschreibung.............................................................................................150

35.1 Rechtliche Grundlagen ...................................................................................150

35.2 In conreto ........................................................................................................150

35.3 Fazit ................................................................................................................151

VII. Massnahme...........................................................................................................151

36. Theoretische Grundlagen ...................................................................................151

37. Urteil der Vorinstanz und Haltung der Parteien ..................................................152

38. In concreto..........................................................................................................153

VIII. Zivilpunkt ...............................................................................................................159

39. Theoretische Grundlagen ...................................................................................159

40. Antrag der Straf- und Zivilklägerin ......................................................................160

41. Erwägungen der Vorinstanz ...............................................................................160

42. Erwägungen der Kammer...................................................................................161

IX. Kosten und Entschädigung ...................................................................................162

43. Verfahrenskosten ...............................................................................................162

43.1 In erster Instanz ..............................................................................................162

43.2 In oberer Instanz .............................................................................................163

44. (Amtliche) Entschädigungen...............................................................................163

44.1 Allgemeines ....................................................................................................163

44.2 Entschädigungen ............................................................................................163
44.2.1 Im erstinstanzlichen Verfahren ................................................................163
44.2.2 Im oberinstanzlichen Verfahren ...............................................................163

X. Verfügungen..........................................................................................................165

9

XI. Dispositiv ...............................................................................................................166

10

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 7. April 2022, in der am 4. Mai 2022 berichtigten Fassung, hat das 
Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung; nachfolgend 
Vorinstanz) Folgendes erkannt (pag. 5220 ff. und pag. 5261 ff.; Hervorhebungen im 
Original):

«C.________ C.________

I.

C.________ wird schuldig erklärt:

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen

1.1. am 8./9. März 2019 in H.________ (Ortschaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. I.A.1.);

1.2. am 22. Oktober 2020 in I.________ (Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.2.1);

1.3. am 4. November 2020 in J.________ (Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.2.2);

2. der sexuellen Nötigung, mehrfach begangen

2.1. im Sommer 2020 in K.________ (Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.1);

2.2. zwischen 10. August 2020 und 12. November 2020 in J.________(Ortschaft), z.N. 
E.________ (AKS Ziff. I.A.3.2);

2.3. im Oktober 2020 in F.________ (Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.3);

2.4. am 22. Oktober 2020 in I.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.4);

2.5. am 22. Oktober 2020 in J.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.4);

2.6. am 12./13. November 2020 in L.________ (Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.5); 

3. der räuberischen Erpressung, begangen am 22. Oktober 2020 in I.________(Ortschaft) bzw. in 
M.________ (Ortschaft), z.N. G.________ (Deliktsbetrag: CHF 300.00; AKS Ziff. I.A.4.);

4. des Raubes, mehrfach begangen

4.1. am 4. November 2020 in J.________(Ortschaft), z.N. N.________ (Deliktsbetrag CHF 
60.00; AKS Ziff. I.A.5.);

4.2. am 12. bzw. 13. November 2020 in L.________(Ortschaft), z.N. O.________ (De-liktsbe-
trag: ca. CHF 200.00 und Euro 30.00; AKS Ziff. I.A.6.);

5. der einfachen Körperverletzung, begangen im Sommer 2017 in P.________ (Ortschaft), z.N. 
Q.________ (AKS Ziff. I.A.7.);

6. der Nötigung, mehrfach begangen in der Zeit von August 2020 bis am 13. November 2020 in 
J.________(Ortschaft), K.________(Ortschaft) und anderen Orten in der Schweiz, z.N. 
E.________ (AKS Ziff. I.A.9.);

7. der Drohung, mehrfach begangen

11

7.1. Anfang August 2016 auf dem Weg von P.________(Ortschaft) nach R.________ (Orts-
chaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. I.A.10.1);

7.2. am 17./18. August 2018 in H.________(Ortschaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. I.A.10.2);

7.3. am 2./3. August 2019 in S.________ (Ortschaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. I.A.10.3);

7.4. am 21. März 2019 in T.________ (Ortschaft) und H.________(Ortschaft), z.N. 
U.________, V.________ und W.________ (AKS Ziff. I.A.11.);

8. des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialversicherung oder der Sozialhilfe, 
mehrfach begangen vom 5. Oktober 2016 bis 18. April 2018 in P.________(Ortschaft), z.N. des 
Sozialdiensts H.________(Ortschaft) (Deliktsbetrag: CHF 38'248.25; AKS Ziff. I.A.12.)

9. des Fahrens ohne Berechtigung, mehrfach begangen am

9.1. am 18. Oktober 2020 auf der Autobahn X.________ bei Y.________ (Ortschaft) Richtung 
Süden (AKS Ziff. I.A.13.1);

9.2. am 5. November 2020 auf der Autobahn AA.________ bei J.________(Ortschaft) in Rich-
tung Z.________ (Ortschaft) bzw. auf der Autobahn X.________ in Richtung Norden bzw. 
bis nach T.________(Ortschaft) (AKS Ziff. I.A.13.1);

9.3. am 10. November 2020 auf der Autobahn AA.________ bei AK.________(Ortschaft) in 
Richtung J.________(Ortschaft) (AKS Ziff. I.A.13.1);

9.4. am 12. November 2020 von J.________(Ortschaft) nach L.________(Ortschaft) (AKS Ziff. 
I.A.13.1);

10. des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, begangen am 12. November 2020 von 
J.________(Ortschaft) nach L.________(Ortschaft) (AKS Ziff. I.A.13.2);

11. der Tätlichkeiten, mehrfach begangen in der Zeit vom 10. August 2020 bis 13. November 2020 
in J.________(Ortschaft) und anderen unbekannten Orten in der Schweiz, z.N. E.________ (AKS 
Ziff. I.A.14.); 

und in Anwendung der Art. 19 Abs. 2, 40, 41 Abs.1, 47, 49 Abs. 1, 51, 63 Abs. 1, 66a Abs. 1 Bst. c, e 
und h, 123 Ziff. 1 und 2, 126 Abs. 1 und 2 Bst. c, 140 Ziff. 1, 148a Abs. 1, 156 Ziff. 1 und 3, 180 Abs. 1 
und 2 Bst. a, 181, 189 Abs. 1, 190 Abs. 1 StGB; Art. 91 Abs. 1 Bst. a, 95 Abs. 1 Bst. a SVG; Art. 426 ff. 
StPO

verurteilt:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren.

Die Polizei- und Untersuchungshaft von 307 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet und 
es wird festgestellt, dass die Strafe am 16. September 2021 vorzeitig angetreten worden ist.

Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante therapeutische Behandlung angeordnet (Art. 63 
StGB). 

2. zu einer Übertretungsbusse von CHF 2'000.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 20 Tage festgesetzt.

3. zu einer Landesverweisung von 12 Jahren.

12

4. zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 40'700.00 und Aus-
lagen von CHF 50’716.85, insgesamt bestimmt auf CHF 91'416.85 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

 [Zusammensetzung Verfahrenskosten]

II.

C.________ wird in Anwendung von Art. 47 und 49 OR sowie Art. 126 StPO weiter verurteilt:

1. zur Bezahlung von CHF 12'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 9. März 2019 an die 
Privatklägerin A.________.

2. zur Bezahlung von CHF 2'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 1. August 2017 an 
die Privatklägerin Q.________.

III.

Im Zivilpunkt wird weiter beschlossen:

1. der beschlagnahmte Geldbetrag von insgesamt CHF 392.40 (CHF 360.00 und CHF 32.40 [ge-
wechselt von Euro 30.00]) wird gestützt auf Art. 73 Abs. 1 Bst. b StGB zur Deckung der Genugtu-
ung der Privatklägerin Q.________ verwendet.

2. für den Zivilpunkt werden keine Verfahrenskosten ausgeschieden.

B. 

[Rechtskräftiges Urteil betreffend die Straf- und Zivilklägerin/Anschlussberufungsführerin 2]

C. Entschädigungen

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von C.________ 
durch Fürsprecher AB.________ werden wie folgt bestimmt:

[Zusammensetzung amtliche Entschädigung]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher AB.________ für die amtliche Verteidigung von 
C.________ mit CHF 24'878.70. 

C.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecher AB.________ die Differenz von CHF 6'125.45 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 StPO).

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
Q.________ durch Fürsprecherin AC.________ werden wie folgt bestimmt:

[Zusammensetzung amtliche Entschädigung]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin [sic!] Fürsprecherin AC.________ für die unentgelt-
liche Rechtsvertretung von Q.________ mit CHF 11'117.15. 

Der Kanton Bern kann von C.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von Q.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

13

C.________ wird verpflichtet, Q.________ zuhanden von Fürsprecherin AC.________ als Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen 
Honorar CHF 2'670.10 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). 

3. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung sowie 
für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwältin Dr. iur. AD.________ werden 
wie folgt bestimmt:

[Zusammensetzung amtliche Entschädigung]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin Dr. iur. AD.________ für die unentgeltliche Rechts-
vertretung sowie für die amtliche Verteidigung von A.________ insgesamt mit CHF 21'869.40. 

Betreffend Stellung als Privatklägerin:

Der Kanton Bern kann von C.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von A.________ im Umfang von 4/5, ausmachend CHF 17'495.50, 
verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 426 Abs. 4 StPO). 

C.________ wird verpflichtet, A.________ zuhanden von Rechtsanwältin Dr. iur. AD.________ 
als Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem 
vollen Honorar CHF 4'069.20 (4/5 von CHF 5'086.50) zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). 

[Rechtskräftiges Urteil betreffend Rück- und Nachzahlungspflicht]

D. 

Weiter wird beschlossen:

1. C.________ geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück.

2. C.________ wird verboten mit E.________ direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen. 
Insbesondere ist es ihm verboten, E.________ telefonisch, schriftlich oder elektronisch zu kontak-
tieren. Das Kontaktverbot wird auf fünf Jahre seit Rechtskraft des vorliegenden Urteils befristet 
(Art. 67b Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a StGB).

3. Folgende Gegenstände verbleiben als Beweismittel in den amtlichen Akten:

- 3 handschriftliche Hotelanmeldungen auf C.________, AE.________ und N.________ für 
das Zimmer BM.________(Zimmernummer)

- 1 Hotelbeleg/Quittung «Hotel AF.________» vom 4. November 2020

- Videobilder Überwachungskamera Eingang AG.________ (Bank) am 22.10.2020 zwischen 
21:10 Uhr und 21:20 Uhr

- Beleg Bargeldbezug von CHF 300.00 mit der Kartennummer AH.________ (Kartennummer) 
vom 22.10.2020 um 21:15 Uhr

- Videobilder Überwachungskamera vom 22.10.2020

4. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. ________ und ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig erteilt (Art. 16 
Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-Profil-Gesetz).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig 

14

erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

6. Betreffend C.________ wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthalts-
verweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]»

2. Berufung und Anschlussberufungen

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte und Berufungsführer C.________ 
(nachfolgend Beschuldigter), damals amtlich vertreten durch Fürsprecher 
AB.________, am 7. April 2022 die Berufung an (pag. 5231). Die schriftliche Urteils-
begründung mit Datum vom 9. Februar 2023 (pag. 5297 ff.) wurde den Parteien mit 
Verfügung vom 20. Februar 2023 zugestellt (pag. 5527 f.). Die fristgerechte Beru-
fungserklärung datiert vom 6. März 2023 (pag. 5536 ff.). Der Beschuldigte, damals 
amtlich vertreten durch Rechtsanwältin AI.________, gab an, seine Berufung richte 
sich gegen die Schuldsprüche der mehrfachen Vergewaltigung, der mehrfachen se-
xuellen Nötigung, der mehrfachen Nötigung und der mehrfachen Drohung, die Sank-
tion, die Landesverweisung inkl. Ausschreibung im Schengener Informationssystem 
SIS und Auferlegung der Verfahrenskosten sowie die Verurteilung zur Bezahlung 
einer Genugtuung an die Straf- und Zivilklägerin (pag. 5537). Mit Schreiben vom 21. 
März 2023 verzichtete Fürsprecherin AC.________ für die vormalige Zivilklägerin 
Q.________ auf eine Anschlussberufung (pag. 5568). Die Generalstaatsanwalt-
schaft erklärte am 28. März 2023 Anschlussberufung hinsichtlich der Höhe der erst-
instanzlich ausgefällten Freiheitsstrafe (pag. 5572 f.). Fürsprecherin B.________ er-
klärte ihrerseits für die Straf- und Zivilklägerin und Anschlussberufungsführerin 2, 
A.________, (nachfolgend Straf- und Zivilklägerin, von der Vorinstanz als «Privat-
klägerin 1» bezeichnet) mit Eingabe vom 28. März 2023, Anschlussberufung hin-
sichtlich der Höhe der ihr zugesprochenen Genugtuung (pag. 5574 f.). Keine der 
Parteien hat Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung oder Anschlussberufun-
gen geltend gemacht. 

Mit Beschluss vom 25. April 2023 stellte die Kammer fest, dass das Urteil der Vor-
instanz betreffend den Schuldspruch der einfachen Körperverletzung (Ziff. A.I.5. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und die Verurteilung des Beschuldigten zur Be-
zahlung einer Genugtuung von CHF 2'000.00 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 
1. August 2017 an Q.________ (Ziff. A.II.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) 
in Rechtskraft erwachsen ist und entliess Q.________ als Partei aus dem Verfahren. 
Ebenfalls wurden die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unent-
geltliche Rechtsvertretung von Q.________ durch Fürsprecherin AC.________ im 
oberinstanzlichen Verfahren bestimmt und der Beschuldigte zur Rück- und Nach-
zahlung verpflichtet (pag. 5591 ff.). 

Mit Eingabe vom 18. Januar 2023 [recte: 2024] zog der Beschuldigte seine Berufung 
teilweise zurück und beschränke sie auf die Schuldsprüche wegen mehrfacher Ver-
gewaltigung und mehrfacher sexueller Nötigung, die Sanktionen, die Landesverwei-
sung inkl. Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) und die Kosten-
regelung sowie die Zivilforderung der Straf- und Zivilklägerin (pag. 5762).

15

3. Wechsel der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands

Mit Berufungsanmeldung von 7. April 2022 ersuchte der vormalige amtliche Vertei-
diger des Beschuldigten, Fürsprecher AB.________, um Entlassung aus dem amtli-
chen Mandat (pag. 5231). Die Vorinstanz entliess Fürsprecher AB.________ mit 
Verfügung vom 25. Mai 2022 aus dem amtlichen Mandat und setzte per 3. Mai 2022 
Rechtsanwältin AI.________ als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten ein (pag. 
5275 ff.). Rechtsanwältin AI.________ ersuchte mit Schreiben vom 17. Mai 2023 
wiederum um Entlassung aus dem amtlichen Mandat, da sie die Anwaltstätigkeit auf-
gebe. Gleichzeitigt teilte sie mit, dass Rechtsanwalt Dr. D.________ aus demselben 
Büro bereit sei, das Mandat zu übernehmen (pag. 5597). Mit Verfügung vom 9. Juni 
2023 wurde Rechtsanwältin AI.________ aus dem amtlichen Mandat entlassen und 
Rechtsanwalt Dr. D.________ rückwirkend per 11. Mai 2023 als amtlicher Verteidi-
ger des Beschuldigten eingesetzt (pag. 5520 ff.).

Mit Schreiben vom 8. März 2023 ersuchte Fürsprecherin B.________ infolge Auf-
gabe der Anwaltstätigkeit von Rechtsanwältin Dr. AD.________ um deren Entlas-
sung aus dem amtlichen Mandat und um ihre Beiordnung als amtliche Vertreterin 
der Straf- und Zivilklägerin (pag. 5558). Mit Verfügung vom 13. März 2023 wurde 
Rechtsanwältin Dr. AD.________ aus dem amtlichen Mandat entlassen und Für-
sprecherin B.________ als unentgeltliche Rechtsbeiständin der Straf- und Zivilklä-
gerin beigeordnet (pag. 5560 f.). 

4. Anträge der Parteien

4.1 Anträge des Beschuldigten

Rechtsanwalt Dr. D.________ gab im Rahmen der oberinstanzlichen Verhandlung 
bekannt, dass an den Anträgen in der Eingabe vom 18. Januar 2023 [recte 2024] 
festgehalten werde. Er beantragte für den Beschuldigten namentlich, er sei von den 
Vorwürfen der mehrfachen Vergewaltigung und der mehrfachen sexuellen Nötigung 
vollumfänglich freizusprechen. Der Beschuldigte sei mit einer teilbedingten Freiheits-
strafe von 36 Monaten zu bestrafen, wobei diese im Umfang von 18 Monaten zu 
vollziehen sei. Es sei weiter gestützt auf Art. 66a Abs. 2 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches (StGB; SR 311.0) auf eine Landesverweisung zu verzichten und ent-
sprechend von einer Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) abzu-
sehen, eventualiter sei die Dauer der Landesverweisung auf höchstens 6 Jahre fest-
zusetzen. Der Antrag der Straf- und Zivilklägerin auf Verurteilung des Beschuldigten 
zur Bezahlung einer Genugtuung sei abzuweisen, eventualiter sei auf eine Genug-
tuung in erheblich reduzierter Höhe zu erkennen. Die Kosten der Untersuchung und 
des Gerichts seien ausgangsgemäss unter Berücksichtigung der Freisprüche dem 
Beschuldigten aufzuerlegen und definitiv abzuschreiben. Die Kosten der amtlichen 
Verteidigung seien gemäss der eigenreichten Honorarnote auf die Staatskasse zu 
nehmen und zu ersetzen. Der Beschuldigte sei umgehend aus der Haft zu entlassen 
und für die erlittene Überhaft angemessen zu entschädigen (pag. 5826; pag. 5763). 

4.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin AJ.________ stellte und begründete ihrerseits folgende Anträge 
(pag. 5837 ff.; Hervorhebungen im Original):

16

«I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialge-
richt) vom 7. April 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. der Schuldsprüche, wonach C.________ folgender Delikte schuldig erklärt wurde: 

1.1 der räuberischen Erpressung, begangen am 22. Oktober 2020 in I.________(Ortschaft) bzw. 
in M.________(Ortschaft), z.N. G.________ (Deliktsbetrag: CHF 300.00; AKS Ziff. I.A.4.); 

1.2 des Raubes, mehrfach begangen 

1.2.1. am 4. November 2020 in J.________(Ortschaft), z.N. N.________ (Deliktsbetrag CHF 
60.00; AKS Ziff. I.A.5.); 

1.2.2. am 12. bzw. 13. November 2020 in L.________(Ortschaft), z.N. O.________ (Delikts-
betrag: ca. CHF 200.00 und Euro 30.00; AKS Ziff. I.A.6.); 

1.3 der einfachen Körperverletzung, begangen im Sommer 2017 in P.________(Ortschaft), z.N. 
Q.________ (AKS Ziff. I.A.7.); 

1.4 der Nötigung, mehrfach begangen in der Zeit von August 2020 bis am 13. November 2020 in 
J.________(Ortschaft), K.________(Ortschaft) und anderen Orten in der Schweiz, z.N. 
E.________ (AKS Ziff. I.A.9.); 

1.5 der Drohung, mehrfach begangen 

1.5.1. Anfang August 2016 auf dem Weg von P.________(Ortschaft) nach R.________(Orts-
chaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. I.A.10.1); 

1.5.2. am 17./18. August 2018 in H.________(Ortschaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. 
I.A.10.2);

1.5.3. am 2./3. August 2019 in S.________ (Ortschaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. I.A.10.3); 

1.5.4. am 21. März 2019 in T.________(Ortschaft) und H.________(Ortschaft), z.N. 
U.________, V.________ und W.________ (AKS Ziff. I.A.11.); 

1.6 des unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialversicherung oder der Sozialhilfe, 
mehrfach begangen vom 5. Oktober 2016 bis 18. April 2018 in P.________(Ortschaft), z.N. 
des Sozialdiensts H.________(Ortschaft) (Deliktsbetrag: CHF 38'248.25; AKS Ziff. I.A.12.) 

1.7 des Fahrens ohne Berechtigung, mehrfach begangen 

1.7.1. am 18. Oktober 2020 auf der Autobahn X.________ bei Y.________(Ortschaft) Rich-
tung Süden (AKS Ziff. I.A.13.1); 

1.7.2. am 5. November 2020 auf der Autobahn AA.________ bei J.________(Ortschaft) in 
Richtung Z.________(Ortschaft) bzw. auf der Autobahn X.________ in Richtung Nor-
den bzw. bis nach T.________(Ortschaft) (AKS Ziff. I.A.13.1); 

1.7.3. am 10. November 2020 auf der Autobahn AA.________ bei AK.________ (Ortschaft) 
in Richtung J.________(Ortschaft) (AKS Ziff. I.A.13.1); 

1.7.4. am 12. November 2020 von J.________(Ortschaft) nach L.________(Ortschaft) (AKS 
Ziff. I.A.13.1); 

17

1.8 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, begangen am 12. November 2020 von 
J.________(Ortschaft) nach L.________(Ortschaft) (AKS Ziff. I.A.13.2); 

1.9 der Tätlichkeiten, mehrfach begangen in der Zeit vom 10. August 2020 bis 13. November 2020 
in J.________(Ortschaft) und anderen unbekannten Orten in der Schweiz, z.N. E.________ 
(AKS Ziff. I.A.14.); 

2. zu einer Busse von CHF 2'000.00; 

3. der weiteren Verfügungen betreffend 

3.1. Einziehung des Betrags von CHF 392.40 und Verwendung zur Deckung der Genugtuung der 
Privatklägerin Q.________ (Ziff. A.III.1. erstinstanzliches Urteilsdispositiv); 

3.1. Kontaktverbot mit E.________ für fünf Jahre gemäss Art. 67b Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b StGB 
(Ziff. D.2. erstinstanzliches Urteilsdispositiv); 

3.2. Belassen diverser Gegenstände bei den Akten als Beweismittel (Ziff. D.3. erstinstanzli-
ches Urteilsdispositiv).

II.

C.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der Vergewaltigung, mehrfach begangen 

1.1. am 8./9. März 2019 in H.________(Ortschaft), z.N. A.________ (AKS Ziff. I.A.1.); 

1.2. am 22. Oktober 2020 in I.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.2.1); 

1.3. am 4. November 2020 in J.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.2.2); 

2. der sexuellen Nötigung, mehrfach begangen 

2.1. im Sommer 2020 in K.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.1); 

2.2. zwischen 10. August 2020 und 12. November 2020 in J.________(Ortschaft), z.N. E.________ 
(AKS Ziff. I.A.3.2); 

2.3. im Oktober 2020 in F.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.3); 

2.4. am 22. Oktober 2020 in I.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.4); 

2.5. am 22. Oktober 2020 in J.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.4); 

2.6. am 12./13. November 2020 in L.________(Ortschaft), z.N. E.________ (AKS Ziff. I.A.3.5) 

und er sei in Anwendung von Art. 19 Abs. 2, 40, 41 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51, 66a Abs. 1 Bst. c, e und 
h, 123 Ziff. 1 und 2, 126 Abs. 1 und 2 Bst. c, 140 Ziff. 1, 148a Abs. 1, 156 Ziff. 1 und 3, 180 Abs. 1 und 
2 Bst. a, 181, 189 Abs. 1, 190 Abs. 1 StGB; Art. 91 Abs. 1 Bst. a, 95 Abs. 1 Bst. a SVG; Art. 426 ff. 
StPO 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft von 307 Tagen und es sei festzustellen, dass die Strafe am 16. September 2021 
vorzeitig angetreten worden ist; 

es sei eine vollzugsbegleitende ambulante therapeutische Behandlung anzuordnen (Art. 63 
StGB); 

18

2. zu einer Landesverweisung von 12 Jahren; 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem anzuordnen. 

2. C.________ habe in den vorzeitigen Strafvollzug zurückzugehen. 

3. Das von C.________ erfasste DNA-Profil sei nach 30 Jahren, gerechnet ab Urteilsdatum, zu lö-
schen (Art. 16 Abs. 2 Bst. c i.V.m. Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG). 

4. Die von C.________ erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten seien nach 30 Jahren, 
gerechnet ab Urteilsdatum, zu löschen (Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 2 Bst. c und 
Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG). 

5. Die Honorare des amtlichen Verteidigers und der amtlichen Rechtsbeiständin seien gerichtlich zu 
bestimmen (Art. 135 StPO).»

4.3 Anträge der Straf- und Zivilklägerin 

Fürsprecherin B.________ stellte und begründete namens und auftrags der Straf- 
und Zivilklägerin die folgenden Anträge (pag. 5841):

«1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 7. April 2022 in der 
Verfahrenssache PEN 21 1056 bezüglich I. Ziffer 7.1., 7.2., und 7.3. (Drohung, mehrfach begangen 
z.N. von A.________) in Rechtskraft erwachsen ist,

2. C.________ sei schuldig zu sprechen wegen Vergewaltigung, begangen am Abend bzw. in der 
Nacht vom 08./09.03.2019 in H.________(Ortschaft) (ehemaliges Domizil Familie CQ.________), 
z.N. von A.________. 

3. C.________ sei zu verurteilen 

a. zu einer gerichtlich zu bestimmenden Sanktion; 

b. zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 17'000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 9. März 
2019 an A.________; 

c. zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten; 

d. zum Ersatz der Parteikosten von A.________ im erst- und im oberinstanzlichen Verfahren 
gemäss der sich in den Akten befindenden und heute einzureichenden Kostennoten. 

4. Für den Fall der Nichteinbringlichkeit der Parteientschädigung sei das amtliche Honorar der Unter-
zeichnerin gemäss Kostennote festzusetzen.»

5. Opferschutzmassnahmen

Am 22. Dezember 2023 beantragte die Straf- und Zivilklägerin im Hinblick auf die 
Berufungsverhandlung die Vermeidung einer Konfrontation mit dem Beschuldigten 
sowie den Ausschluss der Öffentlichkeit inkl. der Presse (pag. 5659 f.). Der Antrag 
um Vermeidung der Konfrontation wurde mit Verfügung vom 28. Dezember 2023 
gutgeheissen (pag. 5662 f.). Mit Beschluss vom 10. Januar 2024 wurde der Antrag 

19

um Ausschluss der Öffentlichkeit in Bezug auf die Parteiverhandlung für das allge-
meine Publikum gutgeheissen. Soweit weitergehend (akkreditierte Medienvertreter, 
allfällige Begleitpersonen der Generalstaatsanwaltschaft bzw. der Rechtsvertretun-
gen, Vertrauenspersonen des Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin, Urteils-
eröffnung) wurde der Antrag abgewiesen (pag. 5678 ff.). Der mit Eingabe vom 16. 
Januar 2024 gestellte Antrag der Straf- und Zivilklägerin auf Dispensation von der 
Berufungsverhandlung mit Ausnahme ihrer eigenen Einvernahme (pag. 5728) wurde 
mit Verfügung vom 18. Januar 2024 gutgeheissen. Mit selbiger Verfügung wurde den 
Parteien in Aussicht gestellt, dass beabsichtigt werde, die Konfrontationsvermeidung 
auch in Bezug auf E.________ – auf deren Ersuchen hin – anzuordnen (pag. 5751 
ff.). Im Vorfeld der Berufungsverhandlung wurden Massnahmen getroffen, um die 
Konfrontationsvermeidung zwischen dem Beschuldigten und der Straf- und Zivilklä-
gerin bzw. E.________ zu gewährleisten (pag. 5770). Zu Beginn der oberinstanzli-
chen Einvernahme von E.________ wurde auf deren Ersuchen hin und im Einver-
ständnis der Parteien die Konfrontationsvermeidung mit dem Beschuldigten ange-
ordnet (pag. 5782). 

6. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Schreiben vom 23. November 2023 beantragte Rechtsanwalt Dr. D.________ 
namens und auftrags des Beschuldigten, es sei zusätzlich zu den aktuellen 
Führungsberichten über den Beschuldigten ein Bericht über den Verlauf der bereits 
durchgeführten ambulanten Therapie während des Strafvollzugs einzuholen (pag. 
5651). Der Beweisantrag wurde mit Verfügung vom 24. November 2023 gutgeheis-
sen (pag. 5653 f.). Der entsprechende Therapiebericht der CP.________ (Klinik) da-
tiert vom 18. Januar 2024 (pag. 5744 ff.). 

Von Amtes wegen wurden in Hinblick auf die Berufungsverhandlung ein Führungs-
bericht beim Regionalgefängnis Burgdorf und ein Vollzugsbericht bei der Justizvoll-
zugsanstalt BU.________, beide datierend vom 10. Januar 2024, über den Beschul-
digten eingeholt (pag. 5713 ff.; pag. 5719 f.). Zudem wurde ein aktueller Strafregis-
terauszug vom 12. Januar 2024 (pag. 5725 f.) ediert, ein ergänzender Bericht betref-
fend die Landesverweisung beim Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern 
(ABEV), Migrationsdienst, vom 9. Januar 2024 (pag. 5682 ff.) eingeholt sowie eine 
E-Mail des Staatssekretariats für Migration (SEM) vom 12. Januar 2024 (pag. 5724) 
zu den Akten erkannt.

An der Berufungsverhandlung wurden die Straf- und Zivilklägerin als Auskunftsper-
son, E.________ als Zeugin (je unter Vermeidung der Konfrontation mit dem Be-
schuldigten und unter Ausschluss der Öffentlichkeit) sowie der Beschuldigte erneut 
einvernommen (pag. 5772 ff.).

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). 

Die Berufung des Beschuldigten ist beschränkt. Sie richtet sich gegen die Schuld-
sprüche der mehrfachen Vergewaltigung und der mehrfachen sexuellen Nötigung 

20

(Ziff. A.I.1. und A.I.2., des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 5222 f.]), die 
Höhe der Freiheitsstrafe, die Landesverweisung sowie deren Ausschreibung im 
Schengener Informationssystem SIS, die vollumfängliche Auferlegung der Verfah-
renskosten (Ziff. A.I.1., A.I.3., A.I.4. und D.6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs 
[pag. 5223 f.; pag. 5228]) und die Verurteilung zur Bezahlung einer Genugtuung an 
die Straf- und Zivilklägerin (Ziff. A.II.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 
5224]). Aufgrund des engen Zusammenhangs mit den zu überprüfenden Schuld-
sprüchen hat die Kammer auch über die Anordnung einer vollzugsbegleitenden am-
bulanten therapeutischen Behandlung zu befinden (Ziff. A.I.1. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs [pag. 5224]). Ebenfalls neu zu befinden ist über die Verfügungen 
betreffend DNA-Profil und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Da-
ten (Ziffern D.4. und D.5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 5228]), welche 
der Rechtskraft nicht zugänglich sind, sowie über die oberinstanzlichen Kosten- und 
Entschädigungsfolgen. Die Festsetzung der Entschädigungen für die amtliche Ver-
teidigung des Beschuldigten sowie des unentgeltlichen Rechtsbeistandes der Straf- 
und Zivilklägerin im erstinstanzlichen Verfahren wurde in oberer Instanz nicht ange-
fochten und ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_1231/2022 vom 10. März 2023), die Kammer muss insoweit über die Rück- und 
Nachzahlungspflicht entscheiden (Ziff. C.1. und C.3. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs [pag. 5225 ff.]). Die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft 
beschränkt sich auf die Strafzumessung der Freiheitsstrafe (Ziff. A.I.1. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 5223]), die Anschlussberufung der Straf- und Zi-
vilklägerin auf die Höhe der ihr zugesprochenen Genugtuung (Ziff. A.II.1. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs [pag. 5224]).

Damit sind die Ziff. A.I.3.-4. und A.I.6.-11. (Schuldsprüche der räuberischen Erpres-
sung, des mehrfachen Raubes, der mehrfachen Nötigung, der mehrfachen Drohung, 
des mehrfachen unrechtmässigen Bezugs von Leistungen der Sozialversicherung 
oder der Sozialhilfe, des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, des Fahrens in 
fahrunfähigem Zustand und der mehrfachen Tätlichkeiten), Ziff. A.I.2. (Übertretungs-
busse), Ziff. D.2. (Kontaktverbot) und Ziff. D.3. (Verbleib der beschlagnahmten Ge-
genstände bei den Akten) des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen, 
mithin nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens. Ebenfalls 
rechtskräftig sind – wie teilweise bereits mit Beschluss vom 25. April 2023 festgestellt 
– die Ziff. A.I.5. (Schuldspruch der einfachen Körperverletzung zum Nachteil von 
Q.________), Ziff. A.II.2. und A.III.1. (Zusprechung einer Genugtuung an 
Q.________ und Verwendung des beschlagnahmten Geldbetrages zu deren De-
ckung) und Ziff. C.2. (Bestimmung der Entschädigung des unentgeltlichen Rechts-
beistandes von Q.________ und Auferlegung der Rück- und Nachzahlungspflicht an 
den Beschuldigten) des erstinstanzlichen Urteils.

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Zufolge Anschluss-
berufung der Generalstaatsanwaltschaft sowie der Straf- und Zivilklägerin darf das 
erstinstanzliche Urteil in Bezug auf den Sanktionenpunkt der Freiheitsstrafe sowie 
der Verurteilung zur Bezahlung einer Genugtuung an die Straf- und Zivilklägerin 
auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; das Verschlechterungs-
verbot gilt diesbezüglich nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario). 

21

II. Formelle Rügen

8. Hinreichende Verteidigung des Beschuldigten

Im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung machte die Verteidigung des 
Beschuldigten im Zusammenhang mit der Rüge betreffend Verletzung des An-
spruchs auf Konfrontation (vgl. E. 10. hiernach) sinngemäss geltend, dass der Be-
schuldigte im erstinstanzlichen Verfahren nicht hinreichend verteidigt worden sei 
(pag. 5814). 

Dagegen brachte die Generalstaatsanwaltschaft vor, der Beschuldigte habe sich 
Rechtsanwalt AB.________ als Verteidiger gewünscht. Er sei ein zugelassener 
Rechtsanwalt und könne somit auch die Strafverteidigung wahrnehmen. Rechtsan-
walt AB.________ habe Anträge gestellt, am Verfahren teilgenommen und auch Ver-
wertungsfragen hinsichtlich der Einvernahmen im Kanton AL.________(Kanton) ge-
stellt. Dass er sich das oberinstanzliche Verfahren nicht zugetraut habe, sei ver-
ständlich, da Berufungsverfahren weniger häufig seien und andere Regeln gelten 
würden. Er habe dies erkannt und das Mandat niedergelegt. Dies sei nicht gleichbe-
deutend mit einer ungenügenden Verteidigung (vgl. die Ausführungen der General-
staatsanwaltschaft im oberinstanzlichen Parteivortrag [pag. 5827]). Diesen Aus-
führungen kann sich die Kammer vollumfänglich anschliessen. Es ist weder ersicht-
lich noch dargetan, dass der Beschuldigte im vorinstanzlichen Verfahren ungenü-
gend verteidigt gewesen wäre. 

9. Verletzung des Anklagegrundsatzes

9.1 Vorbringen des Beschuldigten

Die Verteidigung brachte in diesem Zusammenhang vor, die Angaben in Ziff. I.A.2.1 
der Anklageschrift betreffend G.________ als Tatmittler seien für eine Beurteilung 
des vorgeworfenen Verhaltens absolut unzureichend und ungenügend. Dies um-
schreibe allenfalls ein Wissensdefizit. Aber es frage sich, ob der Beschuldigte von 
diesem Defizit gewusst habe und falls ja, ob er dieses vorsätzlich erzeugt habe und 
falls ja, mit welchen Handlungen. Dies seien Verhaltensvorwürfe, die in der Ankla-
geschrift umschreiben sein müssten, damit sich der Beschuldigte dagegen zur Wehr 
setzen könne. Auch bei mittelbarer Täterschaft seien die grundlegenden Vorausset-
zungen an die Anklageschrift zu beachten. Dabei seien zwingend uneingeschränkt 
alle Elemente des subjektiven Tatbestandes und beim Vorwurf der mittelbaren Täter-
schaft ganz spezifische Vorwürfe des subjektiven Tatbestandes aufzuführen. Diese 
Umschreibung in der Anklageschrift sei vorliegend unvollständig und eine Verurtei-
lung verletze den Anklagegrundsatz. Auch in Ziff. I.A.2.2 der Anklageschrift werde 
der Anklagegrundsatz verletzt. Der Vorwurf, der Beschuldigte habe den Vordermann 
hinsichtlich der Zwangssituation wissentlich und willentlich getäuscht oder dieser 
habe sich in einem Irrtum befunden und der Beschuldigte das Wissensdefizit aus-
genützt, werde nicht umschrieben. Ein solches Verhalten müsse dem Beschuldigten 
mittels konkreter Umschreibung vorgeworfen werden, damit er sich verteidigen 
könne (pag. 5819; pag. 5821). Hinsichtlich des Vorwurfs gemäss Ziff. I.A.3.1 der An-
klageschrift stelle sich Frage, ob der Beschuldigte die Salatgurke eingeführt oder 
dies nur versucht habe. Eigentlich müsse die Anklageschrift genau umschreiben, 

22

hier lasse sie es aber offen. Zugunsten des Beschuldigten sei davon auszugehen, 
dass es allerhöchstens versucht worden sei (pag. 5821).

9.2 Rechtliche Grundlagen

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 Bst. a und 
b der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; 
SR 0.101) abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 sowie Art. 325 StPO festgeschriebenen 
Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfah-
rens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last 
gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe 
in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt 
das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person 
und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Entschei-
dend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen 
sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer 
Verteidigung richtig vorbereiten kann. Solange klar ist, welcher Sachverhalt der be-
schuldigten Person vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und unpräzise An-
klage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf. Die nähere 
Begründung der Anklage erfolgt an Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sach-
verhalt verbindlich festzustellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen 
Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden 
(Art. 350 Abs. 1 StPO; vgl. BGE 144 I 234 E. 5.6.1; BGE 143 IV 63 E. 2.2; BGE 141 
IV 132 E. 3.4.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_1182/2020 vom 4. Januar 2022 E. 
1.2; 6B_692/2020 vom 27. September 2021 E. 1.2.1; 6B_658/2020 vom 
23. August 2021 E. 2.2; je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung reicht für eine 
Anklage wegen vorsätzlicher Tatbegehung die Schilderung des objektiven Tatge-
schehens aus, wenn sich daraus die Umstände ergeben, aus denen auf einen vor-
handenen Vorsatz geschlossen werden kann (Urteile des Bundesgerichts 
6B_1179/2021 vom 5. Mai 2023 E. 1.3.1; 6B_1235/2021 vom 23. Mai 2022 E. 1.5.2; 
6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 E. 1.4.3, nicht publ. in: BGE 148 IV 124; je mit 
Hinweisen).  

Die Darstellung des tatsächlichen Vorgangs ist auf den gesetzlichen Tatbestand aus-
zurichten, der nach Auffassung der Anklage als erfüllt zu betrachten ist, d.h. es ist 
anzugeben, welche einzelnen Vorgänge und Sachverhalte den einzelnen Merkma-
len des Straftatbestandes entsprechen. Zu den gesetzlichen Merkmalen der strafba-
ren Handlung gehören neben den Tatbestandsmerkmalen die Schuldform (sofern 
vorsätzliches und fahrlässiges Verhalten strafbar ist), die Teilnahmeform (Mittäter-
schaft, Anstiftung, Gehilfenschaft), die Erscheinungsform (Versuch oder vollendetes 
Delikt) und allfällige Konkurrenzen (vgl. BGE 120 IV 348 E. 3c; Urteile des Bundes-
gerichts 6B_1454/2021, 6B_1465/2021 vom 26. Mai 2023 E. 2.3.1; 6B_797/2020 
vom 31. Januar 2022 E. 3.3; 6B_638/2019 vom 17. Oktober 2019 E. 1.4.2; 
6B_633/2015 vom 12. Januar 2016 E. 1.3.2; je mit Hinweisen). 

Bei einer vorgehaltenen mittelbaren Täterschaft genügt es, wenn aus der Anklage 
hervorgeht, dass der Beschuldigte die Tat durch eine weitere Person begangen hat, 

23

die in objektiver Hinsicht unmittelbar den Tatbestand erfüllt hat (HEIMGARTNER/NIG-
GLI, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 22 zu Art. 325 StPO mit Verweis 
auf das Urteil des Bundesgerichts 6B_1076/2009 vom 22. März 2010 E. 3.5, wonach 
für eine Darstellung einer mittelbaren Täterschaft die Formulierung «[der Beschul-
digte] habe mithilfe der Mitangeklagten die Tat begangen» genüge.).

9.3 Erwägungen der Kammer

Aus der Anklageschrift geht betreffend die Vorwürfe der Vergewaltigung in mittelba-
rer Täterschaft unmissverständlich hervor, was dem Beschuldigten vorgeworfen 
wird. 

Ziff. I.A.2.1 der Anklageschrift umschreibt den Sachverhalt wie folgt (pag. 4886 f.): 
«Der Beschuldigte nahm vorgängig über die Internetplattform […] Kontakt auf mit 
G.________, welcher via Anzeige ein Paar suchte, und es wurde […] ein Treffen […] 
vereinbart. Der Beschuldigte verlangte, dass E.________ ihn begleitet und beim 
Treffen mitmacht, obwohl er wusste, evtl. in Kauf nahm, dass sie das nicht wollte. 
E.________, welche durch vorgängige Drohungen, Unterdrückungen und quasi täg-
liche Schläge bzw. körperliche Gewalt seitens des Beschuldigten gefügig gemacht 
wurde […], war eingeschüchtert bzw. stand unter psychischem Druck und musste 
Folge leisten. […] Auf der Fahrt dorthin äusserte E.________, dass sie es nicht tun 
wolle. Der Beschuldigte drohte jedoch, dass er sie schlagen würde. Nachdem sie 
vom Treffpunkt in ein B&B-Zimmer […] gefahren waren, zogen sich dort alle drei 
nackt aus und es kam zu sexuellen Handlungen, wobei der Beschuldigte dafür die 
Anweisungen gab. Der Beschuldigte lag auf dem Bett und wollte, dass E.________ 
sich auf ihn (den Beschuldigten) setzt und ihn mit dem Mund oral befriedigt, was sie 
befolgte […]. Währenddessen sollte G.________ sie von hinten vaginal (unge-
schützt) penetrieren, was dieser ebenfalls tat (Vergewaltigung). E.________ musste 
so tun, als ob es ihr gefalle. […] Der Beschuldigte forderte in der Folge noch einen 
zweiten Akt, was G.________ ablehnte. […] G.________ durfte gestützt auf die Um-
stände davon ausgehen, dass E.________ mit den sexuellen Handlungen einver-
standen war, was aber nicht der Fall war.»

Ebenso wird der vorgeworfene Sachverhalt in Ziff. I.A.2.2 wie nachfolgend umschrie-
ben (pag. 4887): «Der Beschuldigte nahm vorgängig über die Internetplattform […] 
Kontakt auf mit N.________, welcher via Anzeige u.a. nach einem Paar suchte, und 
es wurde […] ein (sexuelles) Treffen […] vereinbart. Der Beschuldigte verlangte, 
dass E.________ ihn begleitet und beim Treffen mitmacht, obwohl er wusste, evtl. 
in Kauf nahm, dass sie das nicht wollte. E.________, welche durch vorgängige Dro-
hungen, Unterdrückungen und quasi tägliche Schläge bzw. körperliche Gewalt sei-
tens des Beschuldigten gefügig gemacht wurde […], war eingeschüchtert bzw. stand 
unter psychischem Druck und musste Folge leisten. […] Im Hotelzimmer […] kam es 
in der Folge zu sexuellen Handlungen zu dritt, wobei der Beschuldigte die Anwei-
sungen dazu gab. Der Beschuldigte wollte, dass er sich unten befindet, E.________ 
in der Mitte und N.________ oben und dass die beiden Männer (gleichzeitig) 
E.________ penetrieren, was aber trotz Bemühungen und Versuchen so nicht ge-
lang. Hiernach verlangte der Beschuldigte Sex zwischen E.________ und 
N.________, währendem er zuschaut. N.________ penetrierte in der Folge 
E.________ von hinten vaginal mit seinem ungeschützten Penis. Der Beschuldigte 

24

wollte, dass dieser auf der Brust von E.________ ejakuliert, was N.________ so be-
werkstelligen konnte. Der Beschuldigte wollte noch einen zweiten Akt, was 
N.________ ablehnte. […] N.________ durfte gestützt auf die Umstände davon aus-
gehen, dass E.________ mit den sexuellen Handlungen einverstanden war, was 
aber nicht der Fall war».

Die Anklageschrift umschreibt kurz, aber genau den jeweiligen Ablauf der Vorfälle. 
Es wird beschrieben, wie der Beschuldigte mit den Männern Kontakt aufnahm, ein 
Treffen vereinbart wurde und diese konkret abliefen. Entscheidend ist insbesondere, 
dass umschrieben wird, wer welche Handlung vornahm, wer die Anweisungen hierzu 
gab und wer was wollte. Hierbei wird klar die Tatherrschaft des Beschuldigten um-
schrieben: Der Beschuldigte hielt die Fäden in der Hand und die Männer sowie 
E.________ setzten seine Anweisungen um (vgl. auch die zutreffenden Ausführun-
gen der Generalstaatsanwaltschaft im oberinstanzlichen Parteivortrag [pag. 5830]). 
E.________ wurde mittels struktureller Gewalt gefügig gemacht und musste sich 
dem Willen des Beschuldigten beugen. Dass die Drittpersonen vorsatzlos handelten, 
ergibt sich dadurch, dass sie gestützt auf die Umstände davon ausgehen durften, 
dass E.________ mit den sexuellen Handlungen einverstanden war, was aber 
tatsächlich nicht der Fall war. Ebenfalls enthalten ist die Unwissenheit der Tatmittler, 
weshalb auch klar ist, dass vorliegend eine Täuschung der Tatmittler durch den Be-
schuldigten angeklagt wird. Die Tatmittler gingen von einem anderen Sachverhalt 
aus. Auf die Tatbegehung als mittelbarer Täter verweist sodann die Formulierung, 
der Beschuldigte habe E.________ und die Männer hinsichtlich der sexuellen Hand-
lungen angewiesen. Auch der subjektive Tatbestand ist insoweit hinreichend um-
schrieben, als sich aus der Schilderung des objektiven Tatgeschehens Umstände 
ergeben, aus denen auf einen vorhandenen Vorsatz geschlossen werden kann. Was 
der Beschuldigte wusste und wollte, muss entsprechend der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung nicht konkret beschrieben sein. Vielmehr sind die Anweisungen und 
der Wille des Beschuldigten hinreichend formuliert, weshalb sich weitere Ausführun-
gen erübrigen. Der Anklagegrundsatz ist nicht verletzt.

Ebenfalls nicht verletzt ist der Anklagegrundsatz mit Blick auf Ziff. I.A.3.1 der Ankla-
geschrift. Auch dieser Anklagesachverhalt wird klar umschrieben und es erhellt zwei-
fellos, dass keine versuchte Tatbegehung angeklagt wird: «[…] Der Beschuldigte 
nahm eine Salatgurke und führte diese in ihre Vagina ein. E.________ sagte, dass 
er aufhören soll, da es sie ekle und es Schmerze bereite. Der Beschuldigte machte 
aber vorerst weiter und versuchte es mehrmals, bis er nach einer Weile von ihr ab-
liess.». Die Umschreibung des Weitermachens des Beschuldigten und von mehrma-
ligen Versuchen ändert nichts daran, dass mit dem Einführen der Salatgurke in die 
Vagina und den von E.________ geäusserten Schmerzen mindestens eine vollen-
dete Begehung angeklagt wird. 

10. Verletzung des Anspruchs auf Konfrontation

10.1 Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt Dr. D.________ rügte für den Beschuldigten, dass anlässlich der obe-
rinstanzlichen Verhandlung keine audiovisuelle Übertragung der Einvernahmen der 

25

Straf- und Zivilklägerin und von E.________ ermöglicht wurde. Die Rechte des Be-
schuldigten seien nicht beachtet worden, da er während der gesamten Hauptver-
handlung sowie der Berufungsverhandlung nicht die Möglichkeit erhalten habe, via 
audiovisueller Übertragung der Befragung der Hauptbelastungszeugen zu folgen. 
Auch, dass er den belastenden Aussagen nicht selbst folgen könne, sei nicht richtig 
(pag. 5771; pag. 5814).

Die Generalstaatsanwaltschaft wendete dagegen ein, der Beschuldigte habe im 
Rahmen der Untersuchungen die Möglichkeit gehabt, die Einvernahmen von 
E.________ und der Straf- und Zivilklägerin mitzuverfolgen. Namentlich seien die 
Konfrontationseinvernahmen im AL.________ (Kanton) sowie die staatsanwalt-
schaftliche Einvernahme der Straf- und Zivilklägerin audiovisuell übertragen worden 
und der Beschuldigte habe daran teilnehmen können. Dies genüge, um seinem An-
spruch gerecht zu werden, es müsse nicht jede Einvernahme audiovisuell übertra-
gen werden. Die Übertragung sei auch für das Opfer zusätzlich belastend. Für die 
Einvernahme anlässlich der Hauptverhandlung sei von Seiten der Verteidigung kein 
entsprechender Antrag gestellt worden, obwohl eine solche Übertragung möglich ge-
wesen wäre. Es liege somit auch ein Verzicht auf das Teilnahmerecht vor (pag. 5826 
f.).

10.2 Rechtliche Grundlagen

Der in Art. 6 Ziff. 3 Bst. d EMRK garantierte Anspruch des Beschuldigten, den Be-
lastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein fai-
res Verfahren. Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, 
wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene 
und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen 
an den Belastungszeugen zu stellen. Dieser Anspruch wird als Konkretisierung des 
rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet 
(BGE 131 I 476 E. 2.2; BGE 129 I 151 E. 3.1 mit Hinweisen). Im Regelfall ist das 
Fragerecht dem Beschuldigten und seinem Verteidiger gemeinsam einzuräumen 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_681/2012 vom 12. März 2013 E. 2.3.1 mit Hinweisen).  

Bei der Handhabung des Konfrontationsrechts sind die Interessen der Verteidigung 
und diejenigen des Opfers gegeneinander abzuwägen und ist in jedem Einzelfall zu 
prüfen, welche Vorgehensweisen und Ersatzmassnahmen infrage kommen, um die 
Verteidigungsrechte des Angeschuldigten so weit als möglich zu gewährleisten und 
gleichzeitig den Interessen des Opfers gerecht zu werden. Massnahmen zum Schutz 
von Opfern können z.B. darin bestehen, dass das Opfer nur durch den Verteidiger, 
allenfalls durch Zwischenschaltung einer besonders ausgebildeten Person, befragt 
wird oder indem die Einvernahme des Opfers audiovisuell in einen anderen Raum 
übertragen wird, von wo aus die beschuldigte Person sie verfolgen und in unmittel-
barem zeitlichen Konnex Fragen stellen kann. Muss die beschuldigte Person den 
Saal während der Einvernahme verlassen, können deren Verteidigungsrechte auch 
gewahrt sein, wenn ihr Verteidiger während der Befragung anwesend ist, Fragen 
stellen kann und diesem die Möglichkeit gegeben wird, Unterbrechungen der Einver-
nahme zu verlangen, um seine Mandantschaft zu informieren und nach Wiederauf-
nahme des Verfahrens Ergänzungsfragen zu stellen. Eine Videoübertragung ist in 
solchen Fällen nicht unter allen Umständen zwingend (BGE 129 I 151 E. 5; Urteile 

26

des Bundesgerichts 6B_501/2022 vom 16. November 2022 E. 1.1.3.; 6B_492/2015 
vom 2. Dezember 2015 E. 1.3, nicht publ. in BGE 141 IV 437; ferner Urteile des 
Bundesgerichts 6B_681/2012 vom 12. März 2013 E. 2.3.2; 6B_295/2012 vom 
24. Oktober 2012 E. 1.2.2; 6B_207/2012 vom 17. Juli 2012 E. 3.3.3; je mit Hinwei-
sen). 

10.3 Erwägungen der Kammer

Die dem Beschuldigten vorgeworfenen sexuellen Übergriffe zum Nachteil von 
E.________ und der Straf- und Zivilklägerin wiegen schwer. Die Massnahmen zum 
Schutz der Opfer waren angezeigt (vgl. E. 5. hiervor). E.________ und die Straf- und 
Zivilklägerin haben als Opfer gemäss Art. 152 Abs. 3 i.V.m. Art. 149 Abs. 2 Bst. b 
StPO Anspruch auf indirekte Konfrontation (vgl. auch Art. 153 Abs. 2 StPO). An 
sämtlichen Opfereinvernahmen hatte der Beschuldigte Gelegenheit, den Opfern 
über seinen Anwalt bzw. seine Anwältinnen Ergänzungsfragen zu stellen (pag. 787; 
pag. 800 ff.; pag. 808; pag. 1321 f.; pag. 1361 ff.; pag. 2105 f.; pag. 2112; pag. 2114; 
pag. 2120 ff.; pag. 2126 f.; pag. 2126 f.). Diese nahmen an allen Befragungen teil, 
soweit sie nicht auf eine Teilnahme verzichteten (pag. 950; pag. 1330; pag. 1340; 
pag. 2129). Erst- und oberinstanzlich fanden die Einvernahmen ebenfalls im Beisein 
der Verteidigung statt, anschliessend wurden die Protokolle ausgedruckt, dem Be-
schuldigten bzw. seiner Verteidigung übergeben und Gelegenheit erteilt, diese zu 
sichten und Ergänzungsfragen zu stellen (pag. 5157 ff.; pag. 5167 f.; pag. 5169; pag. 
5777 ff.; pag. 5787 ff.). Mit E.________ fand vor der Staatsanwaltschaft des Kantons 
AL.________(Kanton) überdies eine Konfrontationseinvernahme statt. Dem über-
setzten Protokoll geht hervor, dass der Beschuldigte auf die Aussagen von 
E.________ sogleich Stellung nehmen konnte (pag. 1361 ff.). Vorinstanzlich gab sie 
gar an, es habe eine Videoübertragung stattgefunden. So habe sie die Übersetzung 
für den Beschuldigten jeweils gehört (pag. 5164 Z. 13 und Z. 37). Zwei der Einver-
nahmen der Straf- und Zivilklägerin wurden zudem audiovisuell übertragen (pag. 778 
ff.; pag. 2097 ff.), was dem Beschuldigten ermöglichte, die Befragungen zu verfolgen 
und insbesondere das Aussageverhalten des Opfers zu beobachten. Der Beschul-
digte hatte somit ausreichend Gelegenheit, die Glaubhaftigkeit der Opferaussagen 
infrage zu stellen und dazu Stellung zu nehmen. Inwiefern hierfür die Wahrnehmung 
der Körpersprache oder der Akustik während der oberinstanzlichen Einvernahmen 
unabdingbar gewesen wäre, macht der Beschuldigte nicht geltend und ist auch nicht 
ersichtlich. Vor dem Hintergrund der im vorliegenden Fall als äusserst hoch einzu-
stufenden Interessen der Opfer auf Vermeidung der Konfrontation und der im Ver-
fahren bereits gewährten Konfrontationsrechte, erachtet die Kammer das Recht des 
Beschuldigten auf Konfrontation mit den Belastungszeuginnen anlässlich der obe-
rinstanzlichen Verhandlung als nicht verletzt.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

11. Allgemeine Grundlagen

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussageanalyse 
kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 5309 ff., S. 13 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

27

12. Vorbemerkung zum Aufbau

Obwohl die oberinstanzlich noch zu beurteilenden Vorwürfe unterschiedliche Sach-
verhalte betreffen, so beruhen die Vorwürfe weitgehend auf den belastenden Aus-
sagen der Straf- und Zivilklägerin sowie von E.________, welche der Beschuldigte 
im Wesentlichen bestreitet. Es bietet sich an, vorab eine allgemeine Aussagewürdi-
gung vorzunehmen, auf welche auch später bei der Behandlung der einzelnen Vor-
würfe Bezug genommen wird. Ebenfalls näher zu beleuchten sind die Beziehungen 
zwischen den Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin einerseits und zwischen 
dem Beschuldigten und E.________ andererseits. Insofern folgt die Kammer 
grundsätzlich dem Urteilsaufbau der Vorinstanz. Anschliessend ist näher auf die ein-
zelnen Vorwürfe einzugehen.

13. Allgemeine Aussagenwürdigung

13.1 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beteiligten getrennt bei den jeweiligen Tatvor-
würfen umfassend und korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (pag. 
5317 ff., S. 21 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5338 ff., S. 42 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5361 ff., S. 65 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 5375 ff., S. 79 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 
5378 ff., S. 82 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5382 ff., S. 86 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5392 ff., S. 96 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 5422 ff., S. 126 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 5433 ff., S. 137 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5438 ff., S. 142 
ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5448 ff., S. 152 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Soweit sich ergänzende Bemerkungen zu den Aussagen 
aufdrängen, erfolgen diese unmittelbar im Rahmen der nachfolgenden Beweiswür-
digung. Auf eine Zusammenfassung der oberinstanzlichen Einvernahmen wird ver-
zichtet und hierauf ebenfalls direkt im Rahmen der nachfolgenden Aussagenwürdi-
gung eingegangen.

13.2 Aussagenwürdigung der Vorinstanz

Hinsichtlich der Vorwürfe betreffend die Straf- und Zivilklägerin erachtete die Vor-
instanz die von ihr gemachten Aussagen als logisch, widerspruchsfrei, konstant und 
glaubhaft. Unsicherheiten betreffend den Geschlechtsverkehr seien aufgrund des 
Zeitablaufs sowie der sonstigen traumatischen Erlebnisse nachvollziehbar. Zudem 
habe die Straf- und Zivilklägerin in ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme keine 
Aggravierungstendenzen gezeigt, sondern einen geringfügig weniger schwerwie-
genden Ablauf des Geschehens geschildert (pag. 5326 f., S. 30 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). 

Betreffend die Vorwürfe im Zusammenhang mit E.________ würdigte die Vorinstanz 
deren Aussagen unter dem Titel der jeweiligen Vorfälle. Sie erachtete auch ihre Aus-
sagen als glaubhaft und stellte darauf ab. Hinsichtlich der Verwechslung einiger De-
tails sei dies mit der Aufregung und mit Blick auf die gesamten Umstände erklärbar. 
Ihre Aussagen liessen sich – sofern vorhanden – mit objektiven Beweismitteln in 
Einklang bringen (pag. 5348 ff., S. 52 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 

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pag. 5367 f., S. 71 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5376 f., S. 80 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5380, S. 84 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 5385 f., S. 89 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 
5401 ff., S. 105 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Demgegenüber erachtete die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten als von 
Gegenangriffen, pauschalen Bestreitungen und Widersprüchen geprägt. Sie seien 
im Kerngeschehen oberflächlich, karg und im Ergebnis als unglaubhaft zu werten 
(pag. 5329 f., S. 33 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5350 ff., S. 54 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5368 ff., S. 72 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 5377, S. 81 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 
5380, S. 84 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5386 f., S. 90 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5404 ff., S. 108 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Die Vorinstanz stellte nur insoweit auf die Aussagen des Beschul-
digten ab, als sie mit anderen objektiven oder subjektiven Beweismitteln überein-
stimmten.

Ein allfälliges Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldigten durch die Straf- und 
Zivilklägerin bzw. der gemeinsamen Kinder vermochte die Vorinstanz nicht zu erken-
nen. Hinsichtlich der Beziehung zwischen dem Beschuldigten und E.________ ge-
langte die Vorinstanz zum Schluss, dass sie glaubhaft einen bei häuslicher Gewalt 
häufig erscheinenden Handlungsverlauf geschildert habe. Auch bei E.________ sei 
kein plausibles Motiv für eine Falschbelastung auszumachen (pag. 5311 ff., S. 15 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 5429 ff., S. 133 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 5478, S. 182 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung).

13.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien 

13.3.1 Vorbringen des Beschuldigten

Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung des Beschuldigten 
gegen die Erwägungen der Vorinstanz im Wesentlichen vor, es sei nicht nachvoll-
ziehbar, wie die Vorinstanz bei dieser Sachlage in ihrer Würdigung die Aussagen der 
Straf- und Zivilklägerin durch logische Konstanz und Widerspruchsfreiheit auszeich-
nen könne. Die Straf- und Zivilklägerin mache eine vollständige Kehrtwende, wenn 
sie in der ersten Einvernahme angebe, dass der Beschuldigte nicht gewusst habe, 
dass sie eigentlich keine Lust auf Sex habe und dann später sage, er habe es immer 
gewusst. Hinzu komme die dritte Version, die irgendwo dazwischen liege. Demnach 
habe es der Beschuldigte bemerkt, aber nicht wahrhaben wollen (pag. 5815). 

Weiter führte die Verteidigung aus, bei der oberinstanzlichen Befragung von 
E.________ habe es sich um einen exemplarischen Fall einer Verstärkungstendenz 
gehandelt. E.________ habe nichts ausgelassen, um den Beschuldigten noch stär-
ker zu belasten und ihm eins auszuwischen. Sie habe auch die klarsten und ein-
fachsten Dinge, die auch nur ein bisschen entlasten sein könnten und die für sie nicht 
ganz optimal seien und sie nicht ganz positiv darstellen liessen, ausgelassen (pag. 
5816). 

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Bezüglich der Aussagen des Beschuldigten brachte die Verteidigung schliesslich 
vor, es sei bezeichnend, dass die Straf- und Zivilklägerin die Frage, ob sie dem Be-
schuldigten gesagt habe, dass sie keinen Sex wolle, stets mit nein beantwortet habe. 
Diese Angabe stimme mit den Aussagen des Beschuldigten überein. Er habe an der 
Hauptverhandlung und auch in der Berufungsverhandlung angegeben, dass ihm die 
Straf- und Zivilklägerin nie persönlich gesagt habe, dass sie keine Lust auf Sex habe 
und dieser immer einvernehmlich gewesen sei. Seine Aussagen in Bezug auf 
E.________ würden ebenfalls konstant das Gleiche besagen, wonach sie zu den 
«Sex-Treffen» gegangen sei, um ihn zufrieden zu stellen und ihm einen Gefallen zu 
tun. Die Vorinstanz habe versucht, aus ihrer Sicht bestehende Widersprüche aufzei-
gen. Allerdings sei der Beschuldigte nicht in der Lage, sich sprachlich differenziert 
auszudrücken. Er könne sich nicht so ausdrücken, dass er eine bewusste Unter-
scheidung zwischen gezwungen, gewollt und einverstanden gewesen machen 
könne. Dies übersteige seine sprachlichen Möglichkeiten auf Deutsch (pag. 5818). 
Weiter sei der Beschuldigte bei der Einschätzung, dass sie den Geschlechtsverkehr 
zu Dritt alle gewollt hätten, geblieben. Er habe vor der Polizei selbstkritisch ein-
geräumt, dass E.________ ihm gesagt habe, dass sie sich schmutzig gefühlt habe. 
Dies ändere nichts an der Einschätzung, dass er sie nicht gezwungen habe. Es sei 
deutlich nicht korrekt, wenn die Vorinstanz folgere, dass diese Aussagen des Be-
schuldigten widersprüchlich seien. Der Beschuldigte habe konstant ausgesagt, da-
von ausgegangen zu sein, dass sie die sexuellen Aktivitäten zu Dritt gemeinsam 
festgelegt hätten oder es ihm zumindest gelungen sei, E.________ hiervon zu über-
zeugen, weil er sie habe überreden können und sie ihm zuliebe die sexuellen Wün-
sche erfüllt habe (pag. 5820).

13.3.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte zusammengefasst vor, hinsichtlich des Vor-
wurfs betreffend die Straf- und Zivilklägerin seien die tatnächsten Aussagen des Op-
fers mit dem besten Erinnerungsvermögen zentral. Bereits in der ersten Einver-
nahme habe sie ausgesagt, dass sie mit dem Beschuldigten Sex gehabt habe, nach-
dem er sie geschlagen habe. Anlässlich der zweiten Einvernahme habe sie das Ge-
schehene detaillierter erzählt. Es fänden sich sehr originelle Schilderungen in ihren 
Aussagen. So habe er sie gezwungen, Alkohol zu trinken oder sie habe im Bett den 
Namen eines anderen Mannes sagen müssen. Die Straf- und Zivilklägerin belaste 
den Beschuldigten auch nicht übermässig. Der Beschuldigte habe während dem Sex 
keine Gewalt angewandt, der Sex habe nicht lange gedauert und sie keine Schmer-
zen gehabt. Sie habe mehrfach betont, dass er am nächsten Tag versprochen habe, 
sie nicht mehr zu schlagen und Reue sowie Mitleid gezeigt habe. Die Straf- und Zi-
vilklägerin habe eindrücklich ihre Gefühle der Angst und Todesangst geschildert, so-
wie den Fluchtplan, sollte der Beschuldigte mit einem Messer aus der Küche zurück-
kehren. Einzig habe es bei der Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft betreffend 
den Ablauf des Vorfalls einen Widerspruch gegeben, da die Straf- und Zivilklägerin 
nicht mehr genau habe sagen können, ob es zum Geschlechtsverkehr gekommen 
sei oder nicht. Allerdings seien seit dem Vorfall 2 Jahre vergangen und sie habe 
selbst ausgesagt, sie könne sich an die wirklich schlimmen Punkte gut erinnern, aber 
an jedes Detail sei schwierig. Im Rahmen der Hauptverhandlung und der Berufungs-

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verhandlung habe sie bestätigt, dass es zum Sex gekommen sei. Es gelte zu berück-
sichtigen, dass es sich um einen längeren Zeitraum handle, in dem es eine Vielzahl 
ähnlicher Vorfälle gegeben habe. Im Kern seien die Aussagen der Straf- und Zivil-
klägerin konstant. Die Fotos würden die Gewaltanwendung objektiv untermauern 
und auch die Töchter AM.________, AN.________ und AO.________ CQ.________ 
hätten bestätigt, dass die Mutter ein blaues Auge gehabt habe (pag. 5827 f.). 

Auch die Aussagen von E.________ seien sehr glaubhaft. Sie beschreibe ihre Emo-
tionen und insbesondere ihre Angst vor dem Beschuldigten sehr eindrücklich und 
nachvollziehbar. Sie habe auch seine Drohungen wortwörtlich wiedergeben können. 
Sehr plastisch habe sie ausgesagt, dass man verliebt gewesen sei und der Beschul-
digte nach einigen Wochen angefangen habe, sie zu kontrollieren. Ihre Kinder hätten 
ihr gesagt, sie sei keine Sklavin und müsse das nicht machen. Dies sei sehr originell 
und nicht zu erfinden. Auch ihre Beschreibung, dass der Beschuldigte nach einem 
ersten Schlag mit den Zähnen geknirscht und sie gewusst habe, dass er sie wieder 
schlagen werde, spreche für Selbsterlebtes. Der Beschuldigte habe selbst zugege-
ben, dass er E.________ geschlagen habe. Auch das kontrollierende Verhalten 
habe E.________ nachvollziehbar geschildert. Sie habe nicht selbst die Polizei avi-
siert, sondern sich an AP.________ und die Schulleitung gewandt. Dies zeige das 
Ausmass der Kontrolle des Beschuldigten über sie. Aber auch N.________ und 
O.________ hätten beschrieben, dass sie gegenüber dem Beschuldigten ein unter-
würfiges Verhalten gehabt habe. E.________ habe ebenfalls in Bezug auf die Tref-
fen mit den anderen Männern glaubhafte Aussagen gemacht. Sie habe ihre Emotio-
nen beschrieben und ausgesagt, sie habe sich geschämt und zum Glück sei es 
schnell gegangen. Ihre Schilderung mit der speziellen Stellung beim Treffen mit 
N.________, die der Beschuldigte habe ausprobieren wollen, sei sehr originell. Sie 
habe sehr eindrücklich und plastisch geschildert, wie sie O.________ habe erklären 
wollen, dass er in Schwierigkeiten sei, der Beschuldigte es aber nicht habe verstehen 
dürfen, weshalb sie gelächelt habe. Auch in ihren oberinstanzlichen Aussagen seien 
keine Aggravierungstendenzen erkennbar. 

Demgegenüber würden die Aussagen des Beschuldigten nicht überzeugen. Er be-
streite pauschal, mache Erinnerungslücken geltend und verharmlose. Immerhin 
habe er zugegeben, das E.________ mindestens teilweise die «Sex-Treffen» nicht 
gewollt habe. Namentlich das zweite Treffen und beim vierten Treffen habe sie keine 
Wahl gehabt. Es stelle sich Frage, warum sie keine Wahl gehabt habe. Auch habe 
es sie angeekelt, als er ihr Geschlechtsteile anderer Männer per SMS gesendet habe 
und es sei möglich, dass sie aus Angst mitgemacht habe. In der Berufungsverhand-
lung habe der Beschuldigte im Widerspruch zu seiner früheren Aussage behauptet, 
dass sie keine Angst gehabt habe. Er habe gesagt, er habe sie regelmässig beleidigt, 
das sei wie Brot essen und es sei normal gewesen in ihrer Beziehung und in ihrer 
Kultur. Dieser Umfang ergebe sich auch aus den Chatnachrichten. Auch würden die 
Aussagen der Drittpersonen zu den Aussagen von E.________ passen. Der Ein-
druck von N.________, wonach E.________ Spass gehabt habe, sei durchaus er-
klärbar. Sie habe ja mitmachen und so tun müssen, als habe sie Spass. Deshalb 
hätten die Männer nicht gewusst, dass sie nicht gewollt habe. Die Druckausübung 
auf E.________ habe vor diesen Treffen stattgefunden. Aus den oberinstanzlichen 

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Ergänzungsfragen der Verteidigung an E.________ gehe hervor, dass der Beschul-
dige sie als Initiantin des Geschlechtsverkehrs darzustellen versuche. Er mache sie 
teilweise selbst zur Täterin, indem sie angeblich verlangt habe, dass er sich unter 
Schmerzen einen Dildo anal einführe. Diese Gegenangriffe seien klare Lügensignale 
(pag. 5828 f.).

13.3.3 Vorbringen der Straf- und Zivilklägerin

Fürsprecherin B.________ führte im oberinstanzlichen Parteivortrag für die Straf- 
und Zivilklägerin im Wesentlichen aus, bis auf ein Detail habe die Straf- und Zivilklä-
gerin stringent und konstant ausgesagt und nicht aggraviert. Es mangle an typischen 
Lügensignalen und die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin würden von den Aus-
sagen der Töchter untermauert. Die Frage, ob die Kinder beeinflusst worden seien, 
könne sich stellen. Dagegen spreche, dass AO.________ CQ.________, welche das 
beste Verhältnis zum Vater habe, selbst angebe, dass sie Angst vor ihm gehabt hät-
ten und sie selbst Angst gehabt habe, dass er durchdrehe. Der Vater habe viel Alko-
hol getrunken und auch mal zugeschlagen. Die Straf- und Zivilklägerin sei sich in der 
Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft nicht mehr sicher gewesen betreffend den 
Geschlechtsverkehr. Sie habe es in den zeitnächsten Einvernahmen besser ge-
wusst, was nicht erstaune. Bei wiederholter häuslicher Gewalt und ähnlichen Näch-
ten sei es für ein Opfer kaum mehr möglich, die einzelnen Vorfälle zuzuordnen. Des-
halb sei entsprechend der Vorinstanz auf die tatnächsten Aussagen abzustellen. Die 
Aussagen des Beschuldigten seien demgegenüber pauschale Bestreitungen, wür-
den schwanken und seien widersprüchlich (pag. 5832).

13.4 Erwägungen der Kammer

13.4.1 Vorbemerkung

An dieser Stelle kann bereits vorweggenommen werden, dass in den Aussagen der 
Straf- und Zivilklägerin, ihrer Töchter und von E.________ viele Übereinstimmungen 
hinsichtlich der vom Beschuldigten an den Tag gelegten Verhaltensweisen zu finden 
sind, die teilweise auch vom Beschuldigten selbst so bestätigt werden. Diesbezüglich 
fällt auf, dass sowohl in der Familie CQ.________ als auch in der Beziehung zwi-
schen dem Beschuldigten und E.________ ein Klima der Angst geherrscht hatte, 
welches vom Beschuldigten mittels Tätlichkeiten, Drohungen und Kontrolle geschaf-
fen und aufrechterhalten worden war (vgl. E. 14. und E. 15. hiernach). Besonders 
eindrücklich ist in diesem Zusammenhang, dass alle drei Männer, mit denen sog. 
«Sex-Treffen» (vgl. dazu hiernach) stattgefunden hatten, die den Beschuldigten nie 
zuvor gesehen und keinen Bezug zu diesen Verhältnissen hatten, sich nicht wagten, 
dem Beschuldigten zu widersprechen. N.________ gab sogar an, vor dem Beschul-
digten Angst gehabt zu haben (pag. 1701) und hiervon ist angesichts des Verhaltens 
von G.________ auch bei ihm auszugehen (vgl. dazu die Ausführungen der Vorin-
stanz [pag. 5354, S. 58 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung]). Vor diesem Hin-
tergrund sind die Aussagen nachfolgend im Einzelnen zu würdigen.

13.4.2 Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

Vorab kann der Vorinstanz dahingehend zugestimmt werden, als die Aussagen des 
Beschuldigten auffallend oft widersprüchlich sind. So gelingt es ihm, innerhalb von 
zwei aufeinanderfolgenden Sätzen einen Widerspruch zu formulieren, indem er 

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zuerst ausführt, es sei nicht wahr, dass er E.________ schlagen würde. Im nächsten 
Satz hält er fest, er habe sie nur ein paar Mal geschlagen (pag. 1865). Weiter gab er 
am 15. Januar 2021 zu Protokoll, die Anschuldigungen von E.________, wonach sie 
nie zugestimmt und unter ständiger Bedrohung und Druck gestanden habe, seien 
richtig (pag. 1960), nur um diese Einsicht zu Beginn der nächsten Einvernahme vom 
18. August 2021 gleich wieder zu relativieren und festzuhalten, er habe sie nicht ge-
zwungen. Sie hätten es beide gewollt. Sie seien beide einverstanden gewesen (pag. 
1981 Z. 612 ff.; pag. 1982 Z. 643 ff.). Dieses Aussageverhalten ist nicht etwa auf ein 
fehlendes Verständnis der Wortbedeutung oder mangelnde Sprachkenntnisse 
zurückzuführen, wie dies die Verteidigung geltend macht, sondern hängt vielmehr 
damit zusammen, dass der Beschuldigte versuchte, sich in ein besseres Licht zu 
rücken und seine vorherigen Aussagen in Anbetracht der Vorwürfe zu verharmlosen. 
Ein weiteres Beispiel seines widersprüchlichen Aussageverhaltens lässt sich darin 
erkennen, dass er zunächst auf die Frage, ob E.________ jemals Angst vor ihm 
gehabt habe, mit nein antwortete. Auf Nachfrage, ob sie keine Angst gehabt habe, 
als er sie geschlagen habe, sagte er, dass sie wahrscheinlich Angst gehabt habe, er 
erinnere sich aber nicht daran, weil er betrunken gewesen sei (pag. 1935). Kurze 
Zeit später gibt der Beschuldigte in derselben Einvernahme zu Protokoll: «Sicher ist 
nur, dass E.________ Angst vor mir hatte» (pag. 1936). Auch hier wechselt der 
Beschuldigte je nachdem, wie es ihm gerade passt, die Antwort. Weiter gab er auf 
Vorhalt der WhatsApp-Konversation mit E.________ an, er habe ihr eine «kalte 
Dusche» verpasst. Er könne sich nicht daran erinnern, sie an diesem Abend 
geschlagen zu haben, aber wenn sie das ihm in den Chat geschrieben habe, könne 
es möglich sein. Möglich könne aber auch sein, dass E.________ lüge (pag. 1936). 
In diesen drei Sätzen werden drei verschiedene Varianten angeführt, wie es sich 
abgespielt haben könnte: Entweder hat er sie geschlagen (indem er ihr eine kalte 
Dusche verpasst hat) oder er kann sich nicht mehr daran erinnern oder E.________ 
lügt. Im Gegensatz zu seiner Aussage vor der Polizei, wonach er E.________ 
gebeten habe, es ohne Kondom zu machen und er sie gebeten habe, es zu tun, auch 
wenn sie nicht gewollt habe (pag. 1898; pag. 1933), gab der Beschuldigte 
oberinstanzlich an, E.________ habe gesagt, sie hasse es mit Kondom und habe 
sich geweigert, ein solches zu benutzen (pag. 5805 Z. 27 und Z. 31 f.). Auch diese 
widersprüchlichen Aussagen sind nicht glaubhaft. Schliesslich steht auch die 
oberinstanzliche Aussage des Beschuldigten, wonach E.________, bevor sie zu 
trinken angefangen hätten, hätte sagen können, dass sie es nicht wolle (pag. 5809 
Z. 36) im Widerspruch zur Aussage vor der Polizei, wonach sie, wenn sie nüchtern 
gewesen sei, gesagt habe, sie wolle keinen Sex mit anderen Personen (pag. 2094). 
Oberinstanzlich erklärte der Beschuldigte diesen Widerspruch damit, dass sie beide 
ihre Meinung geändert und sie beide gewollt hätten (pag. 5809 Z. 43 ff.). Warum 
aber E.________ plötzlich ihre Meinung geändert haben soll, konnte der Beschul-
digte nicht plausibel erklären. Er gab an, jetzt könne sie sich rausreden, dass sie es 
wegen der Angst gemacht habe (pag. 5810 Z. 2 f.). Auch die Frage, warum sie eine 
Ausrede brauche, wenn sie sich von Anfang an hätte bereit erklären können, ver-
mochte der Beschuldigte nicht zu beantworten (pag. 5810 Z. 10). 

Widersprüchlich sind seine Aussagen auch mit Blick auf die Vorwürfe betreffend die 
Straf- und Zivilklägerin. Zunächst gab der Beschuldigte an, am Abend des 

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8. März 2019 sei gar nichts passiert (pag. 826 Z. 60), dann auf die Verletzungen der 
Straf- und Zivilklägerin angesprochen, wollte sich der Beschuldigten erinnern 
können, dass sie an diesem Abend Spass gehabt und gelacht hätten (pag. 842 Z. 
546 f.). Ebenfalls führte er in der Ersteinvernahme aus, es sei früher so gewesen, 
dass er von der Straf- und Zivilkägerin verlangt habe, dass sie während dem Sex die 
Namen von anderen Männer nennen solle, jetzt aber nicht mehr (pag. 827 Z. 104). 
Gleich in der darauffolgenden Einvernahme gab der Beschuldigte im Widerspruch 
dazu zu, dass er am fraglichen Abend von ihr verlangt hatte, dass sie über andere 
Männer spreche resp. ihn anders nennen solle (pag. 842 Z. 569).

Weiter geht auch sein Versuch, sich hinter seiner Alkoho