# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5aa6dd07-888d-59d0-ab41-85fefa1afbfd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.10.2014 D-5786/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5786-2014_2014-10-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5786/2014/plo 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Hans Schürch, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;  

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 

Verfügung des BFM vom 24. September 2014 / N (…). 

 

 

D-5786/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger Afghanistans, gemäss 

eigenen Angaben zusammen mit seinem Vater (vgl. D-5811/2014) am 

12. Juli 2014 in die Schweiz gelangte und gleichentags im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte,  

dass er am 29. Juli 2014 summarisch zu seinen Asylgründen befragt 

wurde, 

dass ihm gleichentags das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichtein-

tretensentscheid aufgrund der mutmasslichen Verfahrenszuständigkeit 

Ungarns gemäss der Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Krite-

rien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(ABl. L180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend Dublin-III-VO) sowie zur 

Überstellung in jenen Staat gewährt wurde, 

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen geltend machte, er 

habe in Ungarn kein Asylgesuch gestellt, sondern sein Vater habe ihn in 

die Schweiz gebracht,  

dass hinsichtlich der Asylvorbringen auf die Akten verwiesen wird,  

dass dem Beschwerdeführer am 20. August 2014 das rechtliche Gehör 

dazu gewährt wurde, dass er als volljährig betrachtet werde, womit er 

sich einverstanden erklärte (vgl. Akte A10/3), 

dass das BFM am 12. September 2014 nach den Bestimmungen der 

Dublin-III-VO ein Ersuchen um Übernahme des Beschwerdeführers im 

Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO an Ungarn richtete,  

dass die ungarischen Behörden der Übernahme des Beschwerdeführers 

mit Schreiben vom 23. September 2014 zustimmten und mitteilten, er ha-

be in Ungarn am 10. Juli 2014 ein Asylgesuch eingereicht, welches am 

1. August 2014 beendet worden sei, nachdem er verschwunden sei,  

dass das BFM mit Verfügung vom 24. September 2014 – eröffnet am 

3. Oktober 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

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Schweiz nach Ungarn anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, 

die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-

lassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den 

Beschwerdeführer verfügte,  

dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheids im We-

sentlichen ausführte, der Beschwerdeführer habe zu Protokoll gegeben, 

anfangs Juli 2014 von C._______ nach Ungarn gereist und dort von der 

Polizei festgehalten sowie registriert worden zu sein, 

dass die ungarischen Behörden zudem bestätigt hätten, dass er in Un-

garn am 10. Juli 2014 ein Asylgesuch eingereicht habe, 

dass die ungarischen Behörden das Ersuchen des BFM um Übernahme 

gutgeheissen hätten und somit die Zuständigkeit für das Asyl- und Weg-

weisungsverfahren bei Ungarn liegen würde,  

dass es den ungarischen Behörden obliege, die Asylgründe des Be-

schwerdeführers zu prüfen, seinen Aufenthaltsstatus zu regeln oder ge-

gebenenfalls eine Wegweisung ins Heimatland anzuordnen,  

dass keine Hinweise vorlägen, dass die ungarischen Behörden das Asyl- 

und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würden, Ungarn 

zudem Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-

ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der 

FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) sei und somit keine begründe-

ten Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, wonach Ungarn seinen völker-

rechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme und den Beschwerdefüh-

renden keinen effektiven Schutz vor Rückschiebung gewähren würde,  

dass der Wegweisungsvollzug nach Ungarn sowohl zulässig, zumutbar 

als auch technisch möglich und praktisch durchführbar sei, 

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Seite 4 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. Oktober 2014 gegen die-

sen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

erklärte, er sei mit seinen Familienangehörigen in die Schweiz gekommen 

und wolle dieses Land nicht allein verlassen und nach Ungarn gehen, 

dass er vielmehr bei seiner Familie in der Schweiz bleiben wolle, 

dass am 10. Oktober 2014 von der damals zuständigen Abteilung V des 

Bundesverwaltungsgerichts der Vollzug im Sinne einer superprovisori-

schen Massnahme einstweilen ausgesetzt wurde, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 13. Oktober 2014 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 16. Oktober 

2014 aufgefordert wurde, seine Eingabe vom 6. Oktober 2014 nach den 

gesetzlichen Vorschriften zu verbessern, verbunden mit der Androhung, 

im Unterlassungsfall werde auf seine Beschwerde nicht eingetreten, 

dass ihm mit gleicher Zwischenverfügung mitgeteilt wurde, sein Be-

schwerdeverfahren werde mit demjenigen seines Vaters und seiner 

Schwester (vgl. D-5811/2014) koordiniert behandelt und ab sofort in der 

Abteilung IV des Bundesverwaltungsgerichts geführt, 

dass die Zwischenverfügung vom 10. Oktober 2014 aufgehoben wurde,  

dass die verlangte Beschwerdeverbesserung am 20. Oktober 2014 beim 

Bundesverwaltungsgericht eintraf, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

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Seite 5 

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass die Beschwerde vom 6. Oktober 2014 nicht unterzeichnet war, wes-

halb dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 16. Oktober 

2014 die Möglichkeit einer Beschwerdeverbesserung innert drei Tagen ab 

Erhalt der Zwischenverfügung gewährt wurde, 

dass innert der verlangten Frist eine unterzeichnete Laienbeschwerde 

einging, in welcher er inhaltlich das Gleiche wie in der Eingabe vom 

6. Oktober 2014 zum Ausdruck brachte und ergänzte, er wolle in der 

Schweiz in Sicherheit leben und ersuche darum, nicht in andere Länder 

oder in sein Heimatland zurückgeschickt zu werden, 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass das Verfahren des Beschwerdeführers mit demjenigen seines Vaters 

und der Schwester (vgl. D-5811/2014) koordiniert behandelt wird, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass sich die staatsvertragliche Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens aus der Dublin-III-VO ergibt,  

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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ein-

zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die 

einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im 

Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in 

den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentli-

che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der 

Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, 

nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Re-

geln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt 

werden kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-

stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-

men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO),  

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen ge-

stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach 

den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zu-

ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass den vorliegenden Akten sowie aus den Vorbringen des Beschwerde-

führers zu entnehmen ist, dass er sich vor seiner Einreise in die Schweiz 

in Ungarn aufgehalten und dort ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das BFM die ungarischen Behörden am 12. September 2014 um 

Aufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Dublin-III-

VO ersuchte, 

dass die ungarischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 

23. September 2014 explizit zustimmten,  

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dass die Zuständigkeit Ungarns somit für den Beschwerdeführer gegeben 

ist, 

dass die dagegen erhobenen Einwände in der Beschwerde – nämlich er 

wolle bei seinen Familienangehörigen in der Schweiz bleiben – an dieser 

Einschätzung nichts zu ändern vermögen, zumal der Vater und die 

Schwester des Beschwerdeführers mit Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts gleichen Datums wie vorliegend ebenfalls gestützt auf die Dublin-

III-VO nach Ungarn zurückgewiesen werden, weshalb der Beschwerde-

führer trotz der Wegweisung bei seinen Familienangehörigen bleiben 

kann, 

dass somit die Argumentation in der Beschwerde nicht überzeugt,  

dass – wie bereits erwähnt – der Vater und die Schwester des Beschwer-

deführers ebenfalls nach Ungarn zurückzuführen sind, womit sich der 

grössere Teil der Familie in Ungarn befinden wird, 

dass folglich keine Verletzung der Einheit der Familie vorliegt, auch wenn 

die einzelnen Familienmitglieder gestaffelt innerhalb von drei Monaten in 

die Schweiz eingereist sind und ein Teil von ihnen geltend macht, nicht 

aus Ungarn in die Schweiz eingereist zu sein, zumal – entgegen der in 

der Beschwerde vertretenen Ansicht – die Mehrheit der Familie, nämlich 

der Beschwerdeführer, sein Vater und seine Schwester, das nationale 

Asyl- und Wegweisungsverfahren in Ungarn zu durchlaufen haben,  

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Ungarn würden 

systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-

lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Ungarn – wie dies bereits in der Verfügung des BFM ausgeführt 

wurde – Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK ist und seinen 

diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach-

kommt, 

dass Ungarn auf die unter anderem vom Amt des Hohen Flüchtlings-

kommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) am ungarischen Asylsys-

tem geübte Kritik reagiert und sowohl auf gesetzlicher Ebene als auch in 

der Praxis die Behebung von Mängeln angekündigt beziehungsweise mit 

deren Umsetzung begonnen hat, wobei insbesondere der Verzicht auf ei-

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ne quasi-systematische Inhaftierung von Asylsuchenden und auf die Ein-

stufung von C._______ als sicherem Drittstaat sowie die materielle Prü-

fung der Asylgesuche von allen Personen, welche im Rahmen des Dub-

lin-Abkommens nach Ungarn überstellt werden (Dublin-Rückkehrer), her-

vorzuheben sind (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2093/2012 

vom 9. Oktober 2013 E. 5-8), 

dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem 

Urteil vom 6. Juni 2013 aufgrund dieser Verbesserungen zum Schluss ge-

langte, asylsuchende Personen seien bei einer Überstellung nach Ungarn 

gestützt auf das Dublin-Abkommen nicht einer realen und individuellen 

Gefahr einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt (vgl. 

EGMR, Mohammed gegen Österreich [Appl. No. 2283/12], Urteil von 

6. Juni 2013, § 106), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner bisherigen Praxis davon 

ausging, Ungarn komme kraft seiner Mitgliedschaft im Dublin-System 

grundsätzlich seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach (vgl. etwa die 

Urteile D-443/2014 vom 22. August 2014, D-4044/2013 vom 23. Juli 

2013, D-4197/2013 vom 25. Juli 2013, E-4194/2013 vom 13. August 2013 

und D-4809/2013 vom 3. September 2013, D-2302/2014 vom 6. Mai 

2014), 

dass jüngere Entwicklungen in Ungarn Anlass zu erneuter Kritik gegeben 

haben,  

dass zum einen die Asylgesuchszahlen in Ungarn erheblich anstiegen, 

was offenbar zu einer spürbaren Verschlechterung der Aufnahmebedin-

gungen geführt hat (vgl. Urteil E-2093/2012 vom 9. Oktober 2013 E. 8.3),  

dass zum anderen am 1. Juli 2013 Änderungen des ungarischen Asylge-

setzes in Kraft getreten sind, die eine neue rechtliche Grundlage für die 

Inhaftierung von Asylsuchenden schaffen (vgl. Hungarian Helsinki Com-

mittee [HHC], Information Note on Asylum-Seekers in Detention and in 

Dublin Procedures in Hungary, Mai 2014 [http://helsinki.hu/en/information-

note-on-asylum-seekers-in-detention-and-in-dublin-procedures-in-

hungary]), 

dass diese Gesetzesänderungen aus der Sicht der ungarischen Regie-

rung die Umsetzung der Neufassung der Richtlinie 2013/33/EU des Eu-

ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung 

von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz 

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beantragen, ins nationale Recht darstellen (vgl. Urteil E-2093/2012 vom 

9. Oktober 2013 E. 8.2),  

dass das UNHCR demgegenüber kritisiert, Ungarn habe die Neufassung 

der Aufnahmerichtlinie, insbesondere die Berücksichtigung der speziellen 

Schutzbedürfnisse von verletzlichen Personen (Art. 11 und Art. 22 Neu-

fassung Aufnahmerichtline), unvollständig übernommen (vgl. UNHCR, 

Comments and recommendations on the draft modification of certain mig-

ration-related legislative acts for the purpose of legal harmonisation, 

12. April 2013, S. 12, 23), 

dass das Bundesverwaltungsgericht in einer Analyse der Situation von 

Asylsuchenden in Ungarn und des dortigen Asylverfahrens unter Einbe-

zug der aktuellsten Entwicklungen zum Schluss gelangt ist, dass die 

Überstellung von Asylsuchenden nach Ungarn im Rahmen des Dublin-

Regelwerks nicht generell die Gefahr einer unmenschlichen oder ernied-

rigenden Behandlung oder einer Verletzung des Prinzips des Non-

Refoulement mit sich bringt und daher nicht generell unzulässig ist (vgl. 

Urteil D-5510/2014 vom 3. Oktober 2014 und E-2093/2012 vom 9. Okto-

ber 2013),  

dass jedoch die Vermutung, dieser Staat beachte die den betroffenen 

asylsuchenden Personen im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem 

zustehenden Grundrechte in angemessener Weise (vgl. E. 4.1-4.3), nicht 

uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann (analog zu Überstellun-

gen nach Malta, vgl. BVGE 2012/27), und daher die Asylbehörden auf der 

Grundlage der jeweils aktuellsten, zugänglichen Informationen im Einzel-

fall zu prüfen haben, ob die betroffene Person im Falle einer Überstellung 

nach Ungarn Gefahr laufen würde, wegen der dortigen Mängel des Asyl-

verfahrens und/oder der Aufnahmebedingungen eine Verletzung ihrer 

Grundrechte zu erleiden, und diese Person selbst nicht die volle Beweis-

last zu tragen hat, sondern lediglich, aber immerhin, ihre persönlichen 

Gründe (mit konkreten Hinweisen) geltend zu machen hat, die gegen die 

Zulässigkeit der Überstellung nach Ungarn sprechen könnten (vgl. Urteil 

E-2093/2012 vom 9. Oktober 2013 E. 9.2), 

dass die Verfügung des BFM in Lichte dieser Ausführungen als knapp zu 

bezeichnen ist, da kaum eine individuelle Prüfung der Situation des Be-

schwerdeführers vorgenommen und auf diese vertieft eingegangen wur-

de,  

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Seite 10 

dass sich indessen aus dem Schreiben der ungarischen Behörden vom 

23. September 2014 ergibt, dass der Beschwerdeführer wenige Tage 

nach der Stellung seines Asylgesuchs am 10. Juli 2014, nämlich am 

1. August 2014, verschwand, womit er selber Anlass zur Beendigung sei-

nes Asylverfahrens in Ungarn gegeben hat, was er sich selber zuzu-

schreiben hat, 

dass aus diesem Grund und aufgrund der Vorbringen des Beschwerde-

führers nicht davon auszugehen ist, er habe in Ungarn keinen effektiven 

Zugang zum Asylverfahren gehabt und im Rahmen des rechtlichen Ge-

hörs sowie auch in der Beschwerde keine Gründe geltend gemacht wur-

den, warum die Überstellung für ihn nach Ungarn nicht zulässig sein 

könnte,  

dass somit nichts gegen die Rückführung des Beschwerdeführers nach 

Ungarn spricht,   

dass die Ausführungen des BFM aufgrund der klaren Sachverhaltskons-

tellation vorliegend als genügend zu bezeichnen sind,  

dass auch davon ausgegangen werden darf, Ungarn anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des 

internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von 

Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtli-

nie), ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass der gemäss Aktenlage - abgesehen von einer Erkältung - gesunde 

Beschwerdeführer nicht glaubhaft zu machen vermag, die Überstellung 

nach Ungarn setzten ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und ver-

letze damit Art. 3 EMRK,  

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre-

ten ist und – weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-

derlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Über-

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stellung nach Ungarn angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1 der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2010/45 E. 10),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist,  

dass das vorliegende Verfahren koordiniert mit dem Verfahren D-5786/ 

2014 vollzogen wird, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

und 5 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

Versand: