# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ecc0cfb8-ed01-51cf-9fca-bae54e829b08
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 25.01.2022 S 2021 117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-117_2022-01-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 117

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuar ad hoc Frings

URTEIL

vom 25. Januar 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hardy Landolt, 

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. Die im Jahr 1994 aus Marokko in die Schweiz eingereiste A.________, 

geb. 1970, hat sich bereits mehrmals bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Leistungsbezug angemeldet. 

Auf die entsprechenden Begehren war die IV-Stelle entweder nicht einge-

treten oder beurteilte sie gestützt auf die getätigten medizinischen Ab-

klärungen, insbesondere das Gutachten der D.________ Ostschweiz vom 

6. November 2013, abschlägig.

2. Vom 23. Oktober 2019 bis zum 5. November 2019 befand sich 

A.________ in stationärer Behandlung in der Klinik Waldhaus der Psych-

iatrischen Dienste Graubünden (PDGR), wo hauptsächlich Anpassungs-

störungen diagnostiziert wurden. Danach setzte sie die psychiatrische Be-

handlung ambulant bei Dr. med. B.________ fort. Dieser wies mit Bericht 

vom 6. Oktober 2020 namentlich eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), sowie eine anhaltende 

wahnhafte Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F22.9), aus.

3. Gleichentags meldete sich A.________ erneut bei der IV-Stelle zum Leis-

tungsbezug an. Diese tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. 

Insbesondere liess sie A.________ polydisziplinär in den Fachdisziplinen 

Allgemeine Innere Medizin, Oto-Rhino-Laryngologie, Rheumatologie und 

Psychiatrie begutachten, wobei der Auftrag der C.________ AG zugeteilt 

wurde (nachfolgend C.________-Gutachten). In dem am 4. August 2021 

erstatteten Gutachten wiesen die Expertinnen und Experten eine kleine 

Paraumbilicalhernie als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-

keit aus. Als ohne Einfluss darauf erachteten sie namentlich eine akzentu-

ierte Persönlichkeit (selbstunsicher, dysthym, histrionisch), eine chroni-

sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie 

eine Dysthymia. Mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit gelangten sie zum 

Schluss, dass A.________ weder in der bisherigen Tätigkeit noch in einer 

- 3 -

Verweistätigkeit eingeschränkt sei. Dasselbe hielten sie mit Blick auf 

Haushaltstätigkeiten fest.

4. Nach ablehnendem Vorbescheid vom 25. August 2021 und Einwand vom 

16. bzw. 23. September 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

von A.________ mit Verfügung vom 26. Oktober 2021 ab und verneinte 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Dabei führte sie aus, dass ge-

stützt auf die getätigten, umfangreichen Abklärungen die Voraussetzung 

einer (drohenden) invalidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung 

nicht erfüllt sei.

5. Mit dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhobe-

ner Beschwerde vom 25. November 2021 liess A.________ (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) neben der Aufhebung der Verfügung vom 26. Okto-

ber 2021 beantragen, ihr sei mit Wirkung ab dem 6. Oktober 2020 (unter 

Berücksichtigung allfälliger Wartefristen) eine ganze Invalidenrente zuzu-

sprechen. Eventuell sei die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an 

die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um un-

entgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. Zur Begründung brachte 

sie im Wesentlichen vor, im C.________-Gutachten werde nicht nachvoll-

ziehbar begründet, weshalb die von den PDGR gestellten psychischen 

Diagnosen unrichtig sein sollen. Zudem sei die psychiatrische Exploration 

trotz schlechter Deutschkenntnisse nicht im Beisein eines Dolmetschers 

bzw. einer Dolmetscherin erfolgt. Dies stelle vor allem mit Blick auf die 

psychische Abklärung einen gravierenden Fehler dar. Zudem sei der für 

die Bewertung des Invalideneinkommens herangezogene Tabellenlohn 

angemessen zu kürzen.

6. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Ver-

nehmlassung vom 29. Dezember 2021 auf Abweisung der Beschwerde. 

Dabei vertiefte sie die bereits in der angefochtenen Verfügung vom 

- 4 -

26. Oktober 2021 angeführte Begründung anhand der in der Beschwerde 

enthaltenen Vorbringen.

7. Die Beschwerdeführerin reichte am 11. Januar 2022 trotz der ihr ein-

geräumten Frist für eine freigestellte Stellungnahme lediglich eine Hono-

rarnote ein.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die weiteren Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 26. Oktober 2021, worin das Leis-

tungsbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen wurde (kein An-

spruch auf IV-Leistungen). Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgeset-

zes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen 

der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der 

IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales Versicherungsgericht ist das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde sowohl örtlich als auch sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die Be-

schwerdeführerin ist Adressatin der angefochtenen Verfügung, weshalb 

sie durch die angefochtene Verfügung unmittelbar betroffen ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Sie ist 

demnach zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzu-

treten.

- 5 -

2. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der Beschwerde-

führerin, welcher angesichts der Anmeldung im Oktober 2020 gestützt auf 

Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem 1. April 2021 (d.h. sechs Monate 

nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) entsteht, sofern bis dahin 

das Wartejahr erfüllt ist und danach eine Invalidität von mindestens 40 % 

vorliegt (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG). In Bezug auf das anwendbare 

Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. Januar 2022 die revidierten Be-

stimmungen des IVG (sowie des ATSG) und der Verordnung über die In-

validenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft sind (Weiterentwicklung 

der IV). Da vorliegend ein allfälliger Rentenanspruch jedoch noch unter 

Geltung des alten Rechts entstanden wäre, finden die bis zum 31. Dezem-

ber 2021 gültigen Bestimmungen Anwendung (vgl. Übergangsbestimmun-

gen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020). 

Streitig ist in erster Linie das Vorliegen eines Gesundheitsschadens mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, der im hier massgeblichen Zeit-

raum ab dem 1. April 2021 einen Rentenanspruch zu begründen ver-

mochte. Zudem macht die Beschwerdeführerin geltend, der zur Bemes-

sung des Invalideneinkommens herangezogene Tabellenlohn sei ange-

messen zu kürzen.

3.1. Bei erwerbstätigen versicherten Personen gilt als Invalidität die durch ei-

nen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verur-

sachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche Folge von Ge-

burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess-

lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen, 

wobei eine Erwerbsunfähigkeit zudem nur vorliegt, wenn sie aus objektiver 

Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

- 6 -

3.2. Die Annahme einer Invalidität bedingt rechtsprechungsgemäss in jedem 

Fall ein medizinisches Substrat, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig fest-

gestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähig-

keit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale oder soziokultu-

relle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwer-

debild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festge-

stellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das be-

deutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigun-

gen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, be-

stehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu 

umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszustän-

den klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen 

Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Sol-

che von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und 

in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkun-

gen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit über-

haupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo der Gutachter dagegen 

im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und 

soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam 

in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheits-

schaden gegeben (BGE 139 V 547 E.5.2, 136 V 279 E.3.2.1, 127 V 294 

E.5a mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 9C_468/2021 vom 13. De-

zember 2021 E.2.2.2; 8C_415/2021 vom 13. Oktober 2021 E.4.1, 

9C_311/2021 vom 23. September 2021 E.4.2; vgl. zum Ganzen KIESER, 

Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialver-

sicherungsrechts ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 7 

Rz. 22 ff.). 

3.3.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und der Beurteilung der Er-

werbsfähigkeit der versicherten Person sind die Verwaltung und das im 

Streitfall angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

- 7 -

gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen. Die Aufgabe des 

Arztes besteht darin, mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersu-

chung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 

zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 

Arzt seine originäre Aufgabe, wofür die Verwaltung und das im Streitfall 

angerufene Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der 

erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit 

kommt dem Arzt jedoch keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 

Vielmehr gibt er eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit ab, welche er aus 

seiner Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Aus-

künfte bilden sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemu-

tet werden können (vgl. BGE 145 V 361 E.3.2.1, 144 V 50 E.4.3, 140 V 

193 E.3.2, 132 V 93 E.4, 125 V 256 E.4; Urteile des Bundesgerichts 

8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E2.4, 9C_135/2021 vom 27. April 2021 

E.2.2, 9C_47/2021 vom 18. März 2021 E.5.2.3, 9C_541/2020 vom 1. März 

2021 E2.2, 9C_540/2020 vom 18. Februar 2021 E2.3).

3.3.2. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Da-

nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Be-

weise grundsätzlich frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so-

wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdever-

fahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig da-

von, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

- 8 -

abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um-

fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-

schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgege-

ben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 

E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 

10. Juni 2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4). Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 

351 E.3a, 122 V 157 E.1c). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 

für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 

286 E.1b, 112 V 30 E.1a).

Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten 

und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 

(vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte 

von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungs-

tatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 

4.5, 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gut-

achten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüs-

- 9 -

sig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei 

sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen (vgl. BGE 135 

V 465 E.4.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_452/2018 vom 5. September 

2018 E.4.3, 8C_257/2018 vom 24. August 2018 E.3.3.3, 8C_715/2016 

vom 6. März 2017 E.5.2, 8C_588/2015 vom 17. Dezember 2015 E.2).

4. Vorliegend sind zur Beurteilung des Gesundheitszustands bzw. der Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Wesentlichen die folgenden me-

dizinischen Unterlagen zu berücksichtigen:

4.1. Im Gutachten der D.________ Ostschweiz vom 6. November 2013 wiesen 

die Expertin und Experten keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit aus. Als solche ohne Einfluss darauf nannten sie unter an-

derem eine Dysthymia, eine undifferenzierte Somatisierungsstörung so-

wie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen Anteilen (vgl. IV-

act. 40 S. 18). Zu den funktionellen Auswirkungen führten sie aus, aus po-

lydisziplinärer Sicht bestehe aufgrund der aktuellen Untersuchungen keine 

wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit weder in den zuletzt aus-

geübten Tätigkeiten noch für ähnlich adaptierte Tätigkeiten. In psychiatri-

scher Hinsicht habe nie eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit bestanden 

(vgl. IV-act. 40 S. 20).

4.2. Zu der vom 23. Oktober 2019 bis zum 5. November 2019 stattgehabten 

stationären Behandlung infolge akuter Fremd- und Selbstgefährdung wie-

sen Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

und Psychologin F.________ von den PDGR Anpassungsstörungen (ICD-

10 F43.2) als Hauptdiagnose aus. Die Beschwerdeführerin sei nach einer 

psychischen Dekompensation, im Rahmen derer sie mit Suizid gedroht 

habe, per fürsorgerischem Freiheitsentzug zugewiesen worden. Sie habe 

über finanzielle Schwierigkeiten berichtet, welche letztlich zur Dekompen-

sation beigetragen hätten. Diese hätten mit Unterstützung des internen 

Sozialdienstes und der zuständigen Person des Sozialamts geklärt wer-

- 10 -

den können. Zur Unterstützung in alltäglichen Belangen sei ein Kennen-

lerngespräch bzw. eine regelmässige Betreuung durch eine ambulante 

psychiatrische Spitex organisiert worden. Bei Austritt sei die Beschwerde-

führerin freundlich und kontaktfreudig gewesen. Die Aufmerksamkeit, Ge-

dächtnisleistung und Merkfähigkeit seien grobkursorisch regelrecht und 

die Beschwerdeführerin sei formalgedanklich logisch und kohärent gewe-

sen. Es habe kein Anhalt für inhaltliche Denkstörungen, Sinnestäuschun-

gen, Ängste und Zwangsphänomene gegeben. Der Antrieb sei gut und die 

Beschwerdeführerin affektiv gut schwingungsfähig und ausgeglichen ge-

wesen. Insbesondere habe sie sich von Suizidalität distanziert (vgl. IV-act. 

98 S. 134 ff.).

4.3. In seinem Bericht vom 6. Oktober 2020 wies der behandelnde Psychiater 

der Beschwerdeführerin, Dr. med. B.________, namentlich eine rezidivie-

rende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 

F33.1), sowie eine anhaltende wahnhafte Störung, nicht näher bezeichnet 

(ICD-10 F22.9), aus. Zum damaligen Psychostatus hielt er namentlich fest, 

die Beschwerdeführerin berichte von Konzentrationsstörungen und Ver-

gesslichkeit. Das formale Denken sei logisch und kohärent. Es bestehe 

eine Grübelneigung sowie leichte bis mittelgradige Befürchtungen und 

eine Angst vor der Zukunft. Zwänge, Sinnestäuschungen und Ich-Störun-

gen würden verneint. Wahn sei in Form von Verfolgung und Beobachtung 

vorhanden. Im Affekt bestehe eine mittelgradige Störung der Vitalgefühle, 

wobei die Beschwerdeführerin wenig schwingungsfähig sei. Es bestehe 

eine leichtgradige Unruhe und sozialer Rückzug (vgl. IV-act. 72).

4.4. Am 20. November 2020 berichtete Dr. med. B.________ bei den vorge-

nannten Diagnosen von einem weitgehend unveränderten Psychostatus. 

Dazu hielt er fest, die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht in 

mehrfacher Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Es liege ein 

gemischtes klinisches Bild einer depressiven Symptomatik und einer 

wahnhaften Störung vor, woraus sich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

- 11 -

bis Ende Dezember 2020 ergebe. Prognostisch sei damit zu rechnen, 

dass die Arbeitsfähigkeit massgeblich von der depressiven Episode auf-

grund der schwierigen Lebensumstände der Beschwerdeführerin (wohl 

recte: abhänge und eine weitere Beeinträchtigung derselben) nicht ausge-

schlossen werden könne (vgl. IV-act. 80 S. 4).

4.5. Mit Bericht vom 14. Januar 2021 führte Hausarzt Dr. med. G.________, 

Facharzt für Innere Medizin FMH, bei unter anderem diagnostizierter An-

passungsstörung bzw. chronischer Depression aus, aus seiner Sicht sei 

die Beschwerdeführerin zu 100 % für leichte Tätigkeiten arbeitsfähig, wo-

bei er dazu relativierend festhielt, es entziehe sich seiner Kenntnis, inwie-

weit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen 

bestehe (vgl. IV-act. 91, 98 S. 138 ff.).

4.6. Im C.________-Gutachten vom 4. August 2021 diagnostizierten die Gut-

achterinnen und Gutachter eine kleine Paraumbilicalhernie mit Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit. Die Diagnosen aus psychiatrischer Sicht, na-

mentlich eine akzentuierte Persönlichkeit (selbstunsicher, dysthym, 

histrionisch) (ICD-10 Z73.1), eine chronische Schmerzstörung mit somati-

schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine Dysthymia 

(ICD-10 F34.1) ordneten sie jenen ohne Einfluss darauf zu. Dazu führten 

sie aus, im Gegensatz zum subjektiven Empfinden der Explorandin seien 

die meisten Diagnosen nicht derart stark ausgeprägt, als dass eine nam-

hafte Beeinträchtigung vorliege (vgl. IV-act. 98 S. 10). Mit Blick auf die 

Arbeitsfähigkeit gelangten sie zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin 

weder in der bisherigen Tätigkeit noch in einer leidensangepassten Tätig-

keit eingeschränkt sei, mindestens seit der letzten Begutachtung durch die 

D.________ Ostschweiz. Dasselbe hielten sie mit Blick auf Haushaltstätig-

keiten fest (vgl. IV-act. 98 S. 12 f.).

Vorliegend verneinte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-

fügung vom 26. Oktober 2021 das Vorhandensein einer (drohenden) inva-

- 12 -

lidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung. Neben der Abschlussbe-

urteilung durch Dr. med. H.________, Ärztin vom Regionalen Ärztlichen 

Dienst (RAD) Ostschweiz, vom 24. August 2021 (vgl. IV-act. 108 S. 8 f.) 

stützte sie sich dabei insbesondere auf das C.________-Gutachten vom 

4. August 2021 ab (vgl. IV-act. 98).

5.1. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

das polydisziplinäre C.________-Gutachten vom 4. August 2021 mit sei-

nen Feststellungen zur Arbeitsfähigkeit als Grundlage für ihren Entscheid 

beigezogen hat oder ob konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit 

sprechen. Während die Beschwerdegegnerin dieses als beweiskräftig er-

achtet (vgl. Abschlussbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ 

vom 24. August 2021 [vgl. IV-act. 108 S. 8 f.]), hält die Beschwerdeführerin 

es für mängelbehaftet.

5.2. Dabei kritisiert sie insbesondere, dass im C.________-Gutachten nicht 

nachvollziehbar begründet werde, weshalb die von den PDGR gestellten 

psychischen Diagnosen (mittelgradige depressive Störung und anhal-

tende wahnhafte Störung) unrichtig sein sollen. Dabei übersieht sie je-

doch, dass die C.________-Gutachterinnen und -Gutachter sich in ihrer 

Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten (vgl. IV-act. 98 S. 18 

ff.), insbesondere auch der Berichte der PDGR (vgl. IV-act. 98 S. 29 ff. und 

S. 109 f.), sorgfältig mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen ausein-

andergesetzt und ihre Schlussfolgerungen gestützt auf die eigenen klini-

schen, bildgebenden und laborchemischen Untersuchungen getroffen ha-

ben (vgl. IV-act. 98 S. 43 ff., S. 67 f., S. 88 ff. und S. 117 ff.). Auch flossen 

die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben zur Krankheitsent-

wicklung und zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung zum Gesund-

heitszustand und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein (vgl. IV-act. 98 

S. 8 f., S. 37 ff., S. 63 ff., S. 84 ff. und S. 111 ff.). Die gutachterlichen Aus-

führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 

einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheits-

- 13 -

zustand sowie zur versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung der Ar-

beitsfähigkeit nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act. 98 S. 10 ff., S. 46 ff., 

S. 68 ff., S. 91 ff. und S. 121 ff.). Ferner ist das Gutachten für die streitigen 

Belange umfassend. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

setzte sich der psychiatrische Teilgutachter, med. pract. I.________, aus-

drücklich mit den Berichten der PDGR, insbesondere jenen von Dr. med. 

B.________, und den darin gestellten Diagnosen auseinander (vgl. dazu 

auch Aktenauszug im psychiatrischen Teilgutachten [IV-act. 98 S. 109 f.]). 

Dazu führte er nachvollziehbar aus, dass eine floride depressive Sympto-

matik – entsprechend den Berichten von Dr. med. B.________ – nicht 

habe festgestellt werden können. Wie bereits im polydisziplinären Gutach-

ten der D.________ St. Gallen vom 6. November 2013 stelle sich eine 

Dysthymie dar, die vor dem Hintergrund der psychosozialen Aufwuchsbe-

dingungen der Beschwerdeführerin entstanden sein möge. Zwischenzeit-

lich habe auch eine ausgeprägtere depressive Symptomatik im Sinne ei-

ner Anpassungsstörung bestanden, welche zu einer Hospitalisation bei 

den PDGR im Jahr 2019 geführt habe (zum damaligen Zeitpunkt mit der 

Diagnose "Anpassungsstörung im Rahmen der psychosozialen Bedingun-

gen", ausagiert durch die Primärpersönlichkeit und akzentuierte Persön-

lichkeitszüge mit wohl histrionischen Anteilen, wie schon im Vorgutachten 

angeführt). Eine "anhaltende wahnhafte Störung, nicht näher bezeichnet 

(ICD-10 F22.9)", wie sie in den Berichten von Dr. med. B.________ ange-

führt werde, habe heute nicht bestätigt werden können. Das von der Be-

schwerdeführerin angegebene "Stimmen hören" in Form von Akoasmen 

dürfte doch als Pseudohalluzination bezeichnet werden. Wie die Be-

schwerdeführerin beschrieben habe und wie zu explorieren gewesen sei, 

hätten die Trugwahrnehmungen den Charakter von Vorstellungen, nicht 

von Wahrnehmungen, und spielten im subjektiven und nicht im objektiven 

Raum. Zudem habe nicht wirklich etwas Paranoides, sondern ein leibhaf-

tes Bewusstsein (Jaspers) festgestellt werden können. Das Objekt, dass 

die Beschwerdeführerin bezeichne, und das Gefühl, dass jemand hinter 

- 14 -

ihr sei, sei nicht im eigentlichen Wahrnehmungsfeld erlebt worden. Es 

handle sich nach der Darstellung um eine subjektive Trugwahrnehmung. 

Hier könne angeführt werden, dass diese Vorstellungen wohl auch im 

Rahmen der Primärpersönlichkeit aufgetreten sein dürften und ihre dia-

gnostische Wertigkeit als gering einzustufen gewesen sei. Insbesondere 

hätten keine Symptome, etwa Erstrangsymptome, die auf eine ausgepräg-

tere Ich-strukturelle Störung hinweisen würden, festgestellt werden kön-

nen. Auch ergäben sich keine Hinweise für das Bestehen einer Persön-

lichkeitsstörung (vgl. IV-act. 98 S. 122).

5.3. Diese Ausführungen erweisen sich im Lichte der erhobenen Befunde als 

schlüssig. So ergab die testpsychiatrische Untersuchung mit der Hamilton 

Depressions-Skala einen Punktwert von sechs, welcher gegen das Beste-

hen einer depressiven Störung spricht (vgl. IV-act. 98 S. 120). Zudem 

führte der psychiatrische Teilgutachter aus, es habe sich zu keinem Zeit-

punkt eine depressive Herabgestimmtheit beobachten oder explorieren 

lassen. Zwar habe die Beschwerdeführerin etwas dysthym, sorgenvoll her-

abgestimmt, geringfügig belastet und teilweise etwas betrübt gewirkt, wo-

bei das Lachen anfänglich etwas parathym gewesen sei. Die Affektivität 

habe sich aber stabil und situationsadäquat gezeigt und die Schwingungs-

fähigkeit sei erhalten gewesen. Zudem sei der Antrieb nicht reduziert und 

die Motivation der Beschwerdeführerin (Neugier, Spontanität, Interesse an 

den unmittelbaren Gegebenheiten der Umwelt) vorhanden gewesen. Die 

Beschwerdeführerin habe ausserdem der Exploration aufmerksam folgen 

können, wobei ihre Konzentration im Verlauf der Untersuchung nicht merk-

lich nachgelassen habe. Hinsichtlich des Denkens und der Wahrnehmung 

hielt med. pract. I.________ schliesslich fest, die Beschwerdeführerin 

habe über Pseudohalluzination berichtet, vorwiegend in Form von Akoas-

men sowie leibhaftem Bewusstsein. Das Denken sei aber flüssig, kohärent 

sowie zielgerichtet und -führend gewesen. Es hätten sich keine Anhalts-

- 15 -

punkte für formale oder inhaltliche Denkstörungen ergeben (vgl. IV-act. 98 

S. 118 ff.).

5.4. Aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse und der vorhandenen Res-

sourcen und Belastungsfaktoren (vgl. hierzu IV-act. 98 S. 11 und S. 126) 

erscheint es für den hier massgeblichen Zeitraum plausibel, wenn die Gut-

achterinnen und Gutachter – insbesondere in psychiatrischer Hinsicht – 

weder in der angestammten noch in einer leidensangepassten Tätigkeit 

eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestierten (vgl. IV-

act. 98 S. 12 f. und S. 126 f.). Im Übrigen liegt es in der Natur der Sache, 

dass eine psychiatrische Begutachtung sich nicht auf einen gleich langen 

Beobachtungszeitraum stützen kann wie die Berichte behandelnder Fach-

leute. Dies allein vermag den Beweiswert einer Expertise indes rechtspre-

chungsgemäss nicht zu schmälern (Urteile des Bundesgerichts 

9C_141/2021 vom 8. Juli 2021 E.4.3, 9C_342/2018 vom 19. September 

2018 E.2, 8C_380/2017 vom 7. August 2017 E.5, 9C_857/2016 vom 

7. Februar 2017 E.3.2.1, 9C_777/2015 vom 12. Mai 2016 E.4.2.2, 

9C_556/2015 vom 3. November 2015 E.2.2.1, 8C_819/2013 vom 4. Fe-

bruar 2014 E.3.3, 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E.4.1.5 sowie 

9C_671/2012 vom 15. November 2012 E.4.5).

6. Ferner beanstandet die Beschwerdeführerin, dass ihre Deutschkenntnisse 

für eine Begutachtung ohne Dolmetscher bzw. Dolmetscherin nicht aus-

reichend gewesen seien. Die unterbliebene Übersetzung sei vor allem im 

Zusammenhang mit der psychiatrischen Abklärung als gravierender Feh-

ler zu rügen. 

Zwar trifft es zu, dass der bestmöglichen Verständigung zwischen Gutach-

ter und versicherter Person im Rahmen von psychiatrischen Abklärungen 

ein besonderes Gewicht zukommt. Denn dort setzt eine gute Exploration 

auf beiden Seiten vertiefte Sprachkenntnisse voraus (Urteil des Bundes-

gerichts 9C_295/2021 vom 23. November 2021 E.4.1.1 m.H.). Dennoch 

- 16 -

erweist sich der Einwand der Beschwerdeführerin vorliegend als nicht 

stichhaltig: Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung zu 

Recht vorbrachte, wurde im psychiatrischen C.________-Teilgutachten 

vermerkt, dass die Beschwerdeführerin sich in Schriftdeutsch mit fremd-

sprachigem Akzent äussere und über ausreichende Sprachkenntnisse für 

die Untersuchung und Exploration verfüge, wobei die Stimme gut modu-

liert und die Sprechweise ohne Auffälligkeiten seien (vgl. IV-act. 98 

S. 118). Die Frage, ob eine medizinische Abklärung in der Muttersprache 

der Explorandin oder ob der Beizug eines Übersetzers bzw. einer Über-

setzerin im Einzelfall geboten ist, hat denn auch der Gutachter im Rahmen 

sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden (Urteile des Bundesgerichts 

9C_295/2021 vom 23. November 2021 E.4.1.1, 8C_226/2012 vom 2. Juli 

2012 E.4.1, AHI 2004 S. 143, I 245/00 E. 4.2.1). Vorliegend ergeben sich 

keine Hinweise darauf, dass die Aussagekraft und damit die beweismäs-

sige Verwertbarkeit des C.________-Gutachtens durch Verständigungs-

schwierigkeiten in Frage gestellt wäre. So beschränkt sich die Beschwer-

deführerin darauf, pauschal die Notwendigkeit einer Übersetzungshilfe zu 

behaupten, ohne konkret darzulegen, inwiefern die Verständigung anläss-

lich der Begutachtung nicht funktioniert haben soll. Es finden sich denn 

auch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin bei der 

psychiatrischen Exploration gewisse Fragen nicht verstanden oder an die-

sen vorbeigeantwortet haben soll. Soweit überhaupt sprachliche Un-

zulänglichkeiten existierten (vgl. z.B. IV-act. 98 S. 113 betreffend Schlafa-

namnese), waren diese bloss untergeordneter Natur. Insbesondere ver-

mitteln die anlässlich der Anamneseerhebung wiedergegebenen Schilde-

rungen der Beschwerdeführerin den Eindruck, dass die Kommunikations-

fähigkeit nicht beeinträchtigt war (vgl. hierzu IV-act. 98 S. 111 ff.). Dass 

die Deutschkenntnisse kein Hindernis für eine verlässliche Begutachtung 

bildeten, bestätigen schliesslich auch die allgemeininternistische Teilgut-

achterin und den rheumatologischen Teilgutachter. Danach konnte die 

sprachliche Verständigung in Deutsch bzw. in Deutsch mit französischem 

- 17 -

Akzent erfolgen, wobei keine Einschränkung bestand (vgl. IV-act. 93 S. 43 

und S. 88). Zudem wurde eine ausreichende Kommunikationsfähigkeit in 

deutscher Sprache als Ressource ausgewiesen (vgl. IV-act. 98 S. 42 und 

S. 87). 

Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin ausweislich der Akten bereits 

seit Oktober 1994 in der Schweiz bzw. – soweit ersichtlich – grossmehr-

heitlich in J.________ lebt (vgl. Anmeldungen vom 6. Oktober 2020 [IV-

act. 71 S. 1], vom 4. Juni 2019 [IV-act. 51 S. 1] und vom 7. November 2012 

[IV-act. 2 S. 2], undatierter Lebenslauf [IV-act. 12], Abklärungsbericht 

Haushalt vom 3. bzw. 5. April 2013 [IV-act. 28 S. 2], Gutachten der 

D.________ Ostschweiz vom 6. November 2013 [IV-act. 40 S. 6 und 40 

S. 19], Scheidungsurteil vom 24. Juni 2004 [IV-act. 13]). Zwar wurde an-

lässlich der Begutachtung durch die D.________ Ostschweiz im August 

2013 eine Übersetzungshilfe eingesetzt (vgl. IV-act. 40 S. 6, 40 S. 10). 

Diese wurde indes nur für einen kleinen Teil gebraucht und die Beschwer-

deführerin konnte sich bereits damals in einfachem Hochdeutsch unterhal-

ten (vgl. IV-act. 40 S. 6). Zudem geht aus dem Abklärungsbericht Haushalt 

vom 3. bzw. 5. April 2013 hervor, dass sich die Beschwerdeführerin nach 

Ansicht des für sie zuständigen Sozialdienstmitarbeiters in deutscher 

Sprache mitteilen könne (vgl. IV-act. 28 S. 1). Darüber hinaus hielt die Ab-

klärungsperson fest, die Beschwerdeführerin habe die ihr gestellten Fra-

gen verständlich, differenziert und adäquat beantworten können (vgl. IV-

act. 28 S. 4; ferner die zahlreichen Bewerbungsschreiben der Beschwer-

deführerin [IV-act. 25 f.]). Demnach ist nicht zu beanstanden, wenn die 

C.________-Gutachterinnen und Gutachter annahmen, dass die Be-

schwerdeführerin über ausreichende Sprachkenntnisse für eine Begut-

achtung auf Deutsch verfügte, weshalb es anlässlich der (psychiatrischen) 

Exploration keines Beizugs einer Dolmetscherin oder eines Dolmetschers 

bedurfte.

- 18 -

7. Insgesamt ergibt sich daher, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

und die von ihr angeführten Berichte der PDGR nicht geeignet sind, den 

Beweiswert des C.________-Gutachtens vom 4. August 2021 zu schmä-

lern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin 

auf die darin ausgewiesene 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestamm-

ten sowie in einer angepassten Tätigkeit abstellte und im hier massgebli-

chen Zeitraum das Vorhandensein eines invalidisierenden Gesundheits-

schadens verneinte. Vor diesem Hintergrund kann auf die beantragte 

(Rückweisung zur) Einholung eines neutralen medizinischen (Ober-)Gut-

achtens verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht aufgrund der 

bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und an-

nehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen 

nicht geändert würde (vgl. BGE 144 II 427 E.3.1.3, 141 I 60 E.3.3, 136 I 

229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3).

8.1. Da insoweit ein Anspruch auf eine Invalidenrente entfällt, erübrigt es sich 

auf die (weiteren) Vorbringen zur Bemessung des Invalideneinkommens 

einzugehen.

8.2. Selbst wenn der Invaliditätsgrad anhand der – sich zu Gunsten der Be-

schwerdeführerin auswirkenden – allgemeinen Methode des Einkom-

mensvergleichs berechnet und die Vergleichseinkommen aufgrund der Er-

werbsbiographie der Beschwerdeführerin (vgl. dazu undatierter Lebens-

lauf [IV-act. 12] und Auszug aus dem Individuellen Konto vom 5. Novem-

ber 2020 [IV-act. 76]) gestützt auf den Tabellenlohn der Lohnstrukturerhe-

bung des Bundesamts für Statistik (LSE) ermittelt würden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_285/2020 vom 15. September 2020 E.4.1 m.H.), er-

gäbe sich auch beim maximal zulässigen Tabellenabzug bestenfalls ein 

solcher von 25 % ([Valideneinkommen von CHF 56'338.10 {CHF 4'371.-- 

[LSE 2018, Tabelle TA 1, Total, Frauen, Kompetenzniveau 1] : 40 x 41.7 

[Anpassung an betriebsübliche Arbeitszeit] x 1.01 x 1.01 x 1.01 [Nominal-

lohnentwicklung] x 12} - Invalideneinkommen von CHF 42'253.60 {CHF 

- 19 -

4'371.-- [LSE 2018, Tabelle TA 1, Total, Frauen, Kompetenzniveau 1] : 40 

x 41.7 [Anpassung an betriebsübliche Arbeitszeit] x 1.01 x 1.01 x 1.01 [No-

minallohnentwicklung] x 12 x 0.75 [Abzug von 25 % vom Tabellenlohn]}] x 

100 : Valideneinkommen von CHF 56'338.10). Dieser Invaliditätsgrad ver-

leiht keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.

9. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Beschwerde-

verfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der Invalidenversicherung 

vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten wer-

den nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem 

vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, 

setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 

Kostenrahmens auf CHF 700.-- fest. Bei diesem Prozessausgang wird die 

Beschwerdeführerin grundsätzlich kostenpflichtig. Allerdings hat sie um 

unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ersucht. Da die Voraus-

setzungen dafür gegeben sind (vgl. namentlich Bestätigung zur öffentlich-

rechtlichen Unterstützung vom 13. Juli 2021 der Stadt J.________), kann 

dem Gesuch entsprochen werden. Demzufolge gehen die Gerichtskosten 

von CHF 700.-- (vorläufig) zulasten der Gerichtskasse.

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte in seiner Eingabe 

vom 11. Januar 2022 insgesamt einen Aufwand von 2.5 Stunden à 

CHF 360.-- (CHF 900.--) zuzüglich Auslagen in der Höhe von CHF 20.60 

und MWST geltend. Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Be-

messung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte vom 

17. März 2009 (Honorarverordnung, HV; BR 310.250) beträgt der Hono-

raransatz für den berechtigten Aufwand im Rahmen der bewilligten unent-

geltlichen Vertretung CHF 200.-- pro Stunde. Zudem sind die Barauslagen 

mit der praxisgemäss anzuerkennenden Spesenpauschale von 3 % des 

Honorars zu veranschlagen (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan-

- 20 -

tons Graubünden S 2020 67 vom 8. Dezember 2020 E.7). Insgesamt ist 

somit eine Entschädigung von CHF 554.65 (2.5 Stunden à CHF 200.-- 

[CHF 500.--] zzgl. 3 % Barauslagen [CHF 15.--] und 7.7 % MWST 

[CHF 39.65]) angemessen.

Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

die Kosten von CHF 700.-- zulasten von A.________ von der Gerichts-

kasse übernommen.

2.2. A.________ wird in der Person von Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Hardy Lan-

dolt ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch 

die Gerichtskasse mit CHF 554.65 (inkl. MWST) entschädigt.

2.3. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A.________ 

gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]