# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbb373f9-11e0-5de8-8bf9-eb704a51683a
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-23
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 23.04.2014 VG.2013.00093 (VG.2014.8)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2013-00093_2014-04-23.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 23. April 2014

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2013.00093

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer
    

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Kindes- u.
    Erwachsenenschutzbehörde 

    	
    Beschwerdegegnerin

    
	
    des Kantons Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Genehmigung Schlussrechnung und Schlussbericht

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. Am 14. Juli 2009 beantragte B.______
  für ihre 1924 geborene kinderlose Tante, C.______ sel., vormundschaftliche
  Massnahmen, da diese an einer mittelschweren Demenz Typ Alzheimer leide. Mit
  Beschluss vom 6. Oktober 2009 wurde für C.______ sel. eine kombinierte
  Beistandschaft nach aArt. 392 Ziff. 1 i.V.m. aArt. 393 Ziff. 2 des
  Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, in der bis
  am 31. Dezember 2012 geltenden Fassung) errichtet und B.______ zur
  Beiständin ernannt. Am 26. Januar 2010 genehmigte die ehemalige
  kantonale Vormundschaftsbehörde (neu: Kindes- und
  Erwachsenenschutzbehörde [KESB]) das von B.______ eingereichte Inventar über
  den Besitzstand und stellte fest, dass das Vermögen von C._____ sel. per
  31. Dezember 2009 Fr. 1'172'809.65 betrug.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Am 2. September 2012
  verstarb C.______. Mit Beschluss vom 16. Oktober 2012 – und somit vor
  Inkrafttreten des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts per
  1. Januar 2013 – genehmigte die Vormundschaftsbehörde die per
  2. September 2012 erstellte Schlussrechnung
  und den Schlussbericht von B.______ und entliess diese aus ihrem Amt. Der
  Genehmigungsentscheid der Schlussrechnung und des Schlussberichts wurde den
  Erben nicht eröffnet.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 In seiner Eigenschaft als Miterbe im Nachlass von
  C.______ sel. sowie als Vertreter weiterer Erben ersuchte A.______ die KESB
  am 3. September 2013 um Akteneinsicht. Am 17. September 2013 wurde ihm der
  Genehmigungsentscheid vom 16. Oktober 2012 zugestellt. 

  
	
   

  
	
  3.2 Dagegen reichte A.______ am 30. September
  2013 Beschwerde beim Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) ein und
  beantragte sinngemäss die Aufhebung des Beschlusses der Vormundschaftsbehörde
  vom 2. November 2012 (recte: 16. Oktober 2012) sowie eine
  materielle Prüfung, insbesondere eine Sorgfalts- und Angemessenheitsprüfung
  der vorgelegten Beistandschaftsrechnung. Zudem sei der Entscheid der
  Beschwerdeinstanz allen Erben von C.______ zu eröffnen und die KESB
  anzuweisen, den Genehmigungsentscheid vom 2. November 2012 (recte: 16. Oktober
  2012) allen Erben direkt zu eröffnen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
  zu Lasten der KESB.

  
	
   

  
	
  Mit Entscheid vom 3. Oktober
  2013 trat das DVI infolge fehlender Zuständigkeit nicht auf die Beschwerde
  ein und überwies diese an das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus.

  
	
   

  
	
  Die KESB beantragte am
  26. November 2013 die Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.1

  
	
  Wurde
  ein Genehmigungsentscheid noch von der Vormundschaftsbehörde verfügt und den
  am Verfahren beteiligten Personen erst nach Inkrafttreten des neuen Rechts
  mitgeteilt, so hat die Anfechtung nach den Bestimmungen des neuen Rechts bei
  der gerichtlichen Beschwerdeinstanz zu erfolgen (Ruth E. Reusser, in: Thomas Geiser/Ruth E. Reusser [Hrsg.], Basler
  Kommentar Erwachsenenschutz, 2012, Art. 14a SchlT ZGB
  N. 11). Für die Genehmigung der Schlussrechnung ist neu die KESB zuständig
  (Art. 415 ZGB i.V.m. Art. 9 des Gesetzes über die Einführung des Schweizerischen
  Zivilgesetzbuches im Kanton Glarus vom 7. Mai 1911 (EG ZGB). Gegen Entscheide
  der KESB kann Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben werden (Art. 450
  Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 67 EG ZGB). 

  
	
   

  
	
  1.2
  

  
	
  Für
  die Umschreibung der Beschwerdelegitimation knüpft das Gesetz an die Regelung
  von aArt. 420 ZGB an. Zur Beschwerde befugt sind gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB
  die am Verfahren beteiligten Personen und die der betroffenen Person
  nahenstehenden Personen, wobei tatsächliche, aktuelle Interessen genügen.
  Ebenfalls legitimiert sind Personen, die ein rechtlich geschütztes Interesse
  an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids geltend machen
  (vgl. dazu Daniel Steck, in: Basler Kommentar Erwachsenenschutz, Art. 450 N.
  26, 38). Folglich ist die Legitimation nicht nur gegeben, wenn der Dritte mit
  seinem Eingreifen Mündelinteressen wahrnehmen will, sondern auch dann, wenn
  es ihm um den Schutz eigener Interessen geht. Dabei kommt es nicht darauf an,
  ob das durch das Vormundschaftsrecht geschützte Interesse ein
  wirtschaftliches oder ein ideelles ist (Thomas Geiser,
  in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Thomas Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar
  ZGB I, 3. A., 2006, Art. 420 N. 31). Obschon der
  Genehmigung der Schlussrechnung keine unmittelbare materiellrechtliche
  Bedeutung zukommt und sie auch nicht die vollständige Entlastung der Beiständin
  zur Folge hat, kommt der genehmigten Rechnung erhöhte Beweiskraft zu (Geiser,
  Art. 420 N. 61). Da die Nichtgenehmigung der Schlussrechnung für
  den Beschwerdeführer bessere Chancen in einem allfälligen Verantwortlichkeitsprozess
  zur Folge hätte, ist ein schutzwürdiges Interesse gegeben. Seine
  Beschwerdelegitimation ist daher zu bejahen.

  
	
   

  
	
  Da
  auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit
  dem Inkrafttreten des neuen Erwachsenenschutzrechts per 1. Januar 2013
  wurde das bisherige Vormundschaftsrecht abgelöst. Zur Frage des anwendbaren
  Rechts hält Art. 14 Abs. 1 SchlT ZGB fest, dass das neue Erwachsenenschutzrecht
  mit dessen Inkrafttreten sofort anwendbar ist. Dabei werden auch früher
  angeordnete Massnahmen vom neuen Recht beherrscht, soweit nicht eine Ausnahme
  vorgesehen ist (Art. 14 Abs. 3 und 4 SchlT ZGB). Das neue
  Erwachsenenschutzrecht entfaltet jedoch keine Rück- und grundsätzlich keine
  Vorwirkung, sondern ist materiell erst ab dem 1. Januar 2013 wirksam (vgl.
  dazu Reusser, Art. 14 SchlT ZGB N. 11). Die
  vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Genehmigungsentscheid der
  Schlussrechnung und des Schlussberichts der Vormundschaftsbehörde vom
  16. Oktober 2012 und somit gegen eine unter dem bisherigen Recht
  abgeschlossene Handlung. Entsprechend dem Rückwirkungsverbot von Art. 1 SchlT
  ZGB ist daher der vorliegende Fall nach dem bisherigen Recht zu beurteilen,
  welches vor Inkrafttreten des neuen Erwachsenenschutzrechts Anwendung fand
  (vgl. dazu Ruth Reusser, in: AJP 2012, S. 1732).

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Kraft des Verweises von
  aArt. 367 Abs. 2 ZGB gelten die Vorschriften über die
  Vermögensverwaltung und die Rechnungslegung des Vormunds auch für den Beistand.
  Der Beistand hat das Vermögen des Bevormundeten sorgfältig zu verwalten
  (aArt. 413 Abs. 1 ZGB; aArt. 79 Abs. 1 EG ZGB, in der bis am
  31. Dezember 2012 geltenden Fassung). Über die Verwaltung hat er genaue
  und pünktliche Rechnung zu führen und diese der Vormundschaftsbehörde in den
  von ihr angesetzten Perioden, mindestens aber alle zwei Jahre, zur Prüfung
  vorzulegen (aArt. 413 Abs. 2 ZGB; aArt. 82 Abs. 1 EG ZGB). Die Rechnung
  muss alle Einnahmen und Ausgaben während der Rechnungsperiode enthalten, mit
  den erforderlichen Belegen versehen sein und den Bestand des Mündelvermögens
  ausweisen (aArt. 85 Abs. 1 EG ZGB). Geht das vormundschaftliche Amt zu Ende,
  so hat der Beistand der Vormundschaftsbehörde einen Schlussbericht zu
  erstatten, eine Schlussrechnung einzureichen sowie das Vermögen zur Übergabe
  an den Verbeiständeten, an dessen Erben oder an den Amtsnachfolger bereit zu
  halten (aArt. 451 ZGB).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Vormundschaftsbehörde kann die Rechnungsablage
  auch in kürzeren Terminen anordnen und jederzeit Prüfungen der gesamten
  Rechnungsführung und des Vermögensbestandes vornehmen (aArt. 82 Abs. 2 EG
  ZGB). Sie prüft die periodischen Berichte und Rechnungen des Beistands und
  verlangt, wo es ihr notwendig erscheint, deren Ergänzung und Berichtigung.
  Weiter erteilt oder verweigert sie die Genehmigung der Berichte und
  Rechnungen und trifft nötigenfalls die für die Wahrung der Interessen des
  Verbeiständeten angezeigten Massregeln (aArt. 423 Abs. 1 und 2
  ZGB; aArt. 86 EG ZGB). Den Schlussbericht und die Schlussrechnung des
  Beistands prüft die Vormundschaftsbehörde in gleicher Weise wie die
  periodische Berichterstattung und Rechnungsstellung (aArt. 452 ZGB;
  aArt. 86 EG ZGB). Sie spricht dessen Entlassung aus, sobald der
  Schlussbericht sowie die Schlussrechnung genehmigt und das Mündelvermögen dem
  Verbeiständeten, dessen Erben oder dem Amtsnachfolger zur Verfügung gestellt
  wurde (aArt. 453 Abs. 1 ZGB). Die Schlussrechnung ist den Erben unter
  Hinweis auf die Bestimmungen über die Geltendmachung der Verantwortlichkeit
  zuzustellen. Gleichzeitig ist die Entlassung des Beistands oder die Verweigerung
  der Genehmigung der Schlussrechnung den Erben mitzuteilen (aArt. 453
  Abs. 2 und 3 ZGB; aArt. 97 EG ZGB). 

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass gemäss dem
  Schlussbericht der Beiständin für die Periode vom 1. Januar 2011 bis zum
  2. September 2012 (Todestag) ein Vermögensverlust von rund
  Fr. 16'000.- zu verzeichnen gewesen sei. Die Vormundschaftsbehörde habe
  diesen Bericht aus unerklärlichen Gründen einfach abgesegnet, ohne
  festgestellt zu haben, dass wesentliche Vermögensbestandteile in
  hochriskanten strukturierten Produkten angelegt gewesen seien, welche zu
  erheblichen Verlusten geführt hätten. Dabei sei es gerade die Aufgabe der Vormundschaftsbehörde
  und der Beiständin gewesen, für eine Umschichtung der Anlagen in mündelsichere
  besorgt zu sein. Die Vormundschaftsbehörde habe keine materielle Prüfung der
  Anlagepolitik der Beiständin vorgenommen, obschon sie dazu verpflichtet gewesen
  sei. Folglich sei eine solche Prüfung anzuordnen und nachzuholen. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass das Vermögen
  von C.______ sel. per 31. Dezember 2009 Fr. 1'172'809.65 betragen
  habe. Da gemäss Schlussrechnung per 2. September 2012 (Todestag) ein
  Vermögen von Fr. 1'188'610.75 ausgewiesen sei, entspreche dies einer
  Vermögenszunahme von Fr. 15'801.10. Der Anteil an Aktien, Derivaten und
  strukturierten Produkten habe per 2. September 2012 ca. Fr. 188'000.-
  oder rund 16 %, am Gesamtvermögen betragen, bei Berücksichtigung der
  Nominalwerte von Fr. 260'000.- rund 22 %. Bei den
  Vermögensanlagen handle es sich nicht um Hebel- bzw. spekulative Produkte,
  sondern um strukturierte Anlageprodukte auf Schweizer Standardwerten, welche
  die Aktienmarktrisiken mit den üblichen Schwankungsbandbreiten abdecken
  würden. Bei einem Vermögen von rund Fr. 1'200'000.- seien Aktienanlagen
  die Norm und mit einem Anteil von 20 % im Rahmen eines verantwortungsvoll
  geführten Mandats sinnvoll. Der Saldo aus verbuchten
  Kursverlusten betrage Fr. 76'785.20, was einem Verlust von rund
  6,5 % auf dem Gesamtvermögen entspreche und im Rahmen der üblichen
  Schwankungsbandbreiten liege. Die Märkte seien 2010 und 2011 weltweit
  aus bekannten Gründen unter Druck gewesen, würden sich jedoch seit 2012
  wieder langsam erholen. Die Genehmigung der Schlussrechnung und des
  Schlussberichts der Beiständin durch die Vormundschaftsbehörde sei deshalb zu
  Recht erfolgt. 

  
	
   

  
	
  5. 

  
	
  5.1 Hinsichtlich der Art und Weise der Prüfung des
  Schlussberichts sowie der Schlussrechnung des Beistands sind die Bestimmungen
  von aArt. 423 ZGB anzuwenden (aArt. 452 ZGB i.V.m. aArt. 367 Abs. 3
  ZGB). Folglich hat die Vormundschaftsbehörde den Schlussbericht sowie die
  Schlussrechnung des Beistands zu prüfen und dort, wo es ihr notwendig
  erscheint, deren Ergänzung und Berichtigung zu verlangen. Sodann erteilt oder
  verweigert sie die Genehmigung des Schlussberichts und der Schlussrechnung
  und trifft nötigenfalls die für die Wahrung der Interessen des Verbeiständeten
  angezeigten Massregeln. 

  
	
   

  
	
  5.2 Der Schlussbericht über die persönlichen
  Verhältnisse des Verbeiständeten und die persönliche Betreuung sind darauf zu
  prüfen, ob die persönliche Fürsorge und die rechtsgeschäftliche Vertretung
  den persönlichen Verhältnissen des Verbeiständeten angemessen sind, dessen
  Entwicklung fördern sowie dessen allgemeinen Wohl dienen (Geiser,
  Art. 423 N. 3). Weiter hat die Vormundschaftsbehörde die Schlussrechnung
  des Beistands auf ihre formelle Richtigkeit hin zu kontrollieren, wobei sie
  die materielle Angemessenheit und Gesetzmässigkeit der vormundschaftlichen
  Verwaltung abzuklären hat. Gleichzeitig hat sie auch sicherzustellen, dass
  das Vermögen zinstragend angelegt ist. Letztlich bezieht sich die
  Untersuchung auch darauf, ob die Handlungen des Beistands rechtmässig sind
  und den Weisungen der Vormundschaftsbehörde entsprechen (Geiser, Art. 423 N.
  4). Im Übrigen sind auch die Zweckmässigkeit der einzelnen
  Verwaltungshandlungen sowie die hinreichende Begründung von Vermögensveränderungen
  zu überprüfen und zu kontrollieren, ob alle nötigen Zustimmungen eingeholt
  wurden (Kurt Affolter, in: Basler Kommentar ZGB I, Art. 451-453 N. 59). Das
  Ergebnis der Prüfung ist die Genehmigung oder Verweigerung der Genehmigung.
  Die Genehmigung hat dabei nicht die Bedeutung einer Décharge-Erteilung,
  sondern lediglich einer Bestätigung, dass die Behörde die Rechnung und 
  Verwaltung für richtig befunden hat (Geiser, Art. 423 N. 6).

  
	
   

  
	
  5.3 Am 11. Januar 2011 reichte die Beiständin den
  Beistandsbericht per 31. Dezember 2010 einschliesslich der dazugehörigen
  Abrechnungen und Belege bei der Vormundschaftsbehörde ein. Dieser wurde mit
  Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom 25. Januar 2011 genehmigt. Aus
  dem Bericht der Vormundschaftsbehörde vom 25. Januar 2011 geht hervor,
  dass sich die Vormundschaftsbehörde bei der Kontrolle der Rechnung lediglich
  auf die Einnahmen und Ausgaben der Beiständin konzentrierte, sich jedoch
  nicht zur Vermögensanlage äusserte. Weiter ist aus den Akten ersichtlich,
  dass die Beiständin per 31. Januar 2011 der Vormundschaftsbehörde unaufgefordert
  eine Abrechnung sowie einen Kontenplan für das Jahr 2011 einreichte. Der
  Vormundschaftsbehörde hätte bei der Durchsicht der Abrechnung die hohe Buchwertkorrektur
  von Fr. 92'796.50 auffallen müssen, weshalb sie nicht zuletzt aufgrund
  der fehlenden Belege für das Jahr 2011 verpflichtet gewesen wäre, bei der
  Beiständin sämtliche erforderlichen Unterlagen, d.h. Kontoauszüge und
  allenfalls die dazugehörige Korrespondenz einzufordern (vgl. dazu
  aArt. 423 Abs. 1 ZGB i.V.m. aArt. 85 EG ZGB). Es ist aktenkundig, dass
  die Vormundschaftsbehörde die Abrechnung für das Jahr 2011 erst anlässlich
  der Schlussrechnung per 2. September 2012 geprüft und trotz fehlender Belege
  und Kontoauszügen für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember
  2011 genehmigt hat. Aufgrund der fehlenden Belege war es der Vormundschaftsbehörde
  jedoch gar nicht möglich, eine materielle Prüfung der Schlussrechnung per
  2. September 2012 vorzunehmen, obschon sie dazu verpflichtet gewesen wäre.
  

  
	
   

  
	
  Daran mag auch der von der
  Beschwerdegegnerin eingereichte Auszug aus dem Protokoll der internen Sitzung
  vom 26. November 2013 nichts zu ändern, da sich aus diesem keine
  Rückschlüsse ziehen lassen, ob das Vermögen der Verbeiständeten nach den
  allgemeinen Grundsätzen und massgebenden Gesichtspunkten für eine mündelsichere
  Vermögensanlage angelegt war. Eine lediglich formelle Prüfung der Schlussrechnung
  sowie das Aufzeigen der Vermögensveränderung während der Dauer der
  vormundschaftlichen Massnahme einschliesslich einer Berechnung des Anteils
  der Aktien und Derivate/strukturierten Produkte am Gesamtvermögen per
  2. September 2012 erfüllt die Anforderungen einer materiellen Prüfung
  nicht. Vielmehr ist eingehend zu überprüfen, ob bei der Vermögensanlage dem
  Mündelinteresse, welches sich im Werterhaltungs- und Sicherheitsprinzip
  konkretisiert, genügend Rechnung getragen wurde. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Nach aArt. 453 Abs. 2 ZGB ist die Schlussrechnung
  dem Verbeiständeten, dessen Erben oder dem neuen Beistand zuzustellen, wobei
  diese auf die Bestimmungen über die Geltendmachung der Verantwortlichkeit
  hinzuweisen sind. Die Zustellung der vollständigen Schlussrechnung hat an
  sämtliche Erben zu erfolgen, wobei die Zustellung einer Übersicht über die
  Konten mit einem Vermögensvergleich nicht genügt (Affolter, Art. 451-453
  N. 63; ferner aArt. 97 EG ZGB). Der Hinweis auf die Bestimmungen über die
  Geltendmachung der Verantwortlichkeit erfolgt gemäss bundesgerichtlicher
  Rechtsprechung am besten dadurch, dass dem Empfänger der Schlussrechnung
  nicht bloss mitgeteilt wird, welche Bestimmungen des ZGB die vormundschaftliche
  Verantwortlichkeit und deren Verjährung regeln, sondern deren Inhalt im
  Wortlaut zitiert werden (BGE 85 II 464 E. 2). Gleichzeitig mit der
  Schlussrechnung ist den Erben von der Entlassung des Beistands oder von der
  Verweigerung der Genehmigung der Schlussrechnung Mitteilung zu machen (aArt. 453 Abs. 3
  ZGB). Den Erben ist dabei der ganze Beschluss der Vormundschaftsbehörde mit
  den Erwägungen zuzustellen, nicht bloss das Dispositiv (BGE 85 II 464 E. 4).

  
	
   

  
	
  6.2 Der Beschwerdeführer beantragt, dass die
  Beschwerdegegnerin anzuweisen sei, den Genehmigungsentscheid vom
  2. November 2012 (recte: 16. Oktober 2012) allen Erben direkt
  zu eröffnen. Dazu führt die
  Beschwerdegegnerin aus, dass der Genehmigungsentscheid der Praxis der
  Vormundschaftsbehörde folgend den Erben in Verkennung von
  aArt. 453 Abs. 2 ZGB nicht zugestellt worden, dieser Mangel
  jedoch durch die Zustellung des Berichts am 16. September 2013 (recte:
  17. September 2013) behoben worden sei. Aus den Akten ist jedoch nicht
  ersichtlich, ob die Beschwerdegegnerin sämtlichen Erben eine vollständige
  Schlussrechnung zugestellt hat. Es ist festzuhalten, dass gemäss
  bundesgerichtlicher Praxis die Verjährungsfrist betreffend die Verantwortlichkeitsansprüche
  erst zu laufen beginnt, wenn all diese – nach dem klaren Wortlaut und dem
  Sinne des Gesetzes unerlässlichen – Formalitäten beachtet wurden (vgl.
  dazu BGE 85 II 464). Dieselben Formalitäten gelten auch in Bezug auf den von
  der Beschwerdegegnerin neu zu erlassenden Entscheid, da dieser nur bei
  gehöriger Zustellung der Schlussrechnung und formgültiger Mitteilung in
  Rechtskraft erwachsen kann.

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass die Vormundschaftsbehörde ihrer Pflicht zur materiellen Prüfung
  der Schlussrechnung per 2. September 2012 nicht nachgekommen ist. Die
  fehlenden Belege für das Jahr 2011 sind bei der Beiständin einzufordern
  (aArt. 423 Abs. 1 ZGB). Ausserdem ist die Beschwerdegegnerin
  hinsichtlich der Schlussrechnung darauf aufmerksam zu machen, dass das
  Vermögen per 2. September 2012 aufgrund der Akten nicht
  Fr. 1'188'610.75, sondern Fr. 1'188'775.90 betrug. Die
  Vermögenszunahme seit dem 31. Dezember 2009 beträgt deshalb
  Fr. 15'966.25, während dieser für den gleichen Zeitraum Buchwertkorrekturen
  in der Höhe von Fr. 76'765.20 gegenüberstehen.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde gutzuheissen. Der Genehmigungsentscheid der Vormundschaftsbehörde
  vom 16. Oktober 2012 ist aufzuheben und die Sache im Sinne der
  Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  Der Beschwerdeführer beantragt weiter, der Entscheid der
  Beschwerdeinstanz sei allen Erben zu eröffnen. Gemäss Art. 76 Abs. 1 des Gesetztes über die Verwaltungsrechtspflege vom
  4. Mai 1986 (VRG) ist der Entscheid den Parteien schriftlich zu eröffnen.
  Da die Eröffnung den Betroffenen eine Anfechtung des Entscheids ermöglicht,
  sind unter den Begriff der Parteien nicht nur die direkt betroffenen
  Adressaten der Verfügung zu subsumieren, sondern auch Dritte, die von der
  Verfügung bloss mittelbar betroffen sind (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix
  Uhlmann [Hrsg.], Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. A., Zürich/St. Gallen 2010,
  Rz. 1638). 

  
	
   

  
	
  Da die restlichen Erben
  keine Parteistellung innehaben und infolge der Aufhebung des
  Genehmigungsentscheids vom 16. Oktober 2012 und der Rückweisung der Sache
  im Sinne der Erwägungen weder direkt noch mittelbar betroffen sind, ist
  diesen der vorliegende Entscheid auch nicht zu eröffnen. 

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 135 Abs. 1
  VRG). Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von
  Fr. 1'000.- zurückzuerstatten. 

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Der Beschwerdeführer ist
  Rechtsanwalt, prozessiert vorliegend jedoch in eigener Sache. Eine
  Parteientschädigung steht im daher nicht zu (vgl. Art. 138 Abs. 1
  VRG e contrario). 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom
    16. Oktober 2012 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an
    die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen. Der vom Beschwerdeführer
    geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.- wird ihm zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]