# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54586447-6cd3-5c40-b04b-6a628da660c5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2025 E-8854/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8854-2025_2025-11-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-8854/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; 

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), 

4. D._______, geboren am (…), 

5. E._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

alle vertreten durch Rechtsanwältin Lea Hungerbühlersubstituiert 

durch MLaw Michael Meyer,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 11. November 2025 / N (…). 

 

 

E-8854/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden – eine tadschikische Familie mit letztem Wohn-

sitz in F._______ – stellten am 20. April 2025 in der Schweiz Asylgesuche. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) er-

gab, dass die Beschwerdeführenden am 3. Februar 2023 bereits in Zypern 

um Asyl nachgesucht hatten und ihnen am 18. April 2024 von den zyprio-

tischen Behörden flüchtlingsrechtlicher Schutz gewährt worden war. 

C.  

C.a Am 5. Mai 2025 führte das SEM mit den Beschwerdeführenden 1  

und 2 Befragungen durch und gewährte ihnen dabei das rechtliche Gehör 

zum beabsichtigten Nichteintreten auf die Asylgesuche und zur Wegwei-

sung in einen sicheren Drittstaat. 

C.b Die Beschwerdeführenden gaben dabei an, sie seien in Zypern wegen 

ihrer ausländischen Herkunft benachteiligt und diskriminiert worden, bei-

spielsweise sei das Recht ihrer Kinder auf Zugang zu Bildung ein- 

geschränkt worden und sie hätten keinen Zugang zu Sprachkursen gehabt. 

Sie seien von den zypriotischen Behörden bei der Suche nach einer Woh-

nung sowie einer Arbeitsstelle nicht genügend unterstützt worden und hät-

ten mit den Kindern in sehr schwierigen Verhältnissen leben müssen. Auch 

bei Nichtregierungs- und karitativen Organisationen sowie beim Amt des 

Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) hätten sie 

sich ohne Erfolg um Hilfe bemüht. Die medizinische Behandlung in Zypern 

sei schlecht gewesen und sie seien auch in dieser Hinsicht diskriminiert 

worden.  

C.c Die Beschwerdeführerin 2 gab zudem an, einmal seien sie und ihr 

jüngster Sohn von einem Busfahrer absichtlich in den Türen des Fahrzeugs 

eingeklemmt und verletzt worden; die zypriotische Polizei habe ihre Be-

schwerde gegen diesen Fahrer nicht bearbeitet. Sie würde sich eher das 

Leben nehmen als nach Zypern zurückzukehren. 

C.d Schliesslich äusserten sich die Beschwerdeführenden auf Frage hin 

zum Gesundheitszustand der einzelnen Familienmitglieder. 

E-8854/2025 

Seite 3 

D.  

Am 1. September 2025 wurden die Beschwerdeführenden dem Aufent-

haltskanton G._______ zugeteilt. 

E.  

Am 10. Oktober 2025 stimmten die zypriotischen Behörden einem vom 

SEM bereits am 24. April 2025 gestellten Rückübernahmeersuchen zu. 

Gleichzeitig bestätigten sie, dass die Beschwerdeführenden am 18. April 

2024 als Flüchtlinge anerkannt worden seien. 

F.  

F.a Am 7. November 2025 wurde der Rechtsvertretung der Beschwerde-

führenden der Entscheidentwurf des SEM zur Stellungnahme ausgehän-

digt. 

F.b Die Beschwerdeführenden liessen am selben Tag Stellung zum Ent-

scheidentwurf nehmen und zeigten sich mit diesem nicht einverstanden. 

Sie hielten im Wesentlichen fest, sie hätten zwei Jahre lang erfolglos ver-

sucht, in Zypern auf eigenen Beinen zu stehen. In dieser Zeit sei ihre 

Wohnsituation stets höchst unsicher gewesen. Am Ende sei die Situation 

so schwierig geworden, dass ihnen schon wegen der Sicherheit ihrer Kin-

der nichts anderes als die Ausreise übriggeblieben sei. Sie seien auf der 

Suche nach Unterstützung von der Polizei, von Integrations- und Sozial-

ämtern sowie von Hilfsorganisationen abgewiesen worden, weil sie Aus-

länder seien. Insbesondere bei medizinischen Problemen seien sie kom-

plett auf sich allein gestellt gewesen und nur sehr unzureichend versorgt 

worden, wobei für die wenigen Behandlungen, die stattgefunden hätten, 

noch sehr viel Geld von ihnen verlangt worden sei. Die Diskriminierung in 

Zypern habe ihnen ein Leben dort unmöglich gemacht. Sie hätten kein Ver-

trauen mehr in das zypriotische System. Die schwierige Zeit in Zypern habe 

sie in erheblichem Mass psychisch belastet. Sie müssten nun dringend in 

der Schweiz zur Ruhe kommen. 

G.  

Mit Verfügung vom 11. November 2025 – eröffnet am selben Tag – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht ein und ordnete die Weg- 

weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. 

  

E-8854/2025 

Seite 4 

H.  

Die amtliche Rechtsvertretung der Beschwerdeführenden informierte das 

SEM mit Eingabe vom 11. November 2025 über die Beendigung des Man-

datsverhältnisses. 

I.  

Mit Eingabe vom 18. November 2025 erhoben die Beschwerdeführenden 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen den Nichteintretens-

entscheid des SEM und beantragten, die Verfügung der Vorinstanz sei auf-

zuheben und diese sei anzuweisen auf ihre Asylgesuche einzutreten; 

eventualiter sei ihre vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen, sub-

eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen und subsubeventualiter seien spezifische Garantien betreffend Un-

terbringung und medizinische Versorgung von den zypriotischen Behörden 

einzuholen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten die Beschwerde-

führenden, ihrer Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren 

und der Wegweisungsvollzug sei superprovisorisch auszusetzen; es sei 

ihnen die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu ge-

währen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten; 

die Beschwerdeführenden 3 und 4 seien vom Bundesverwaltungsgericht 

in einem kindsgerechten Rahmen zu den Erlebnissen in Zypern zu be-

fragen. 

J.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

18. November 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

E-8854/2025 

Seite 5 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 

Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  

1.4 Nachdem der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wir-

kung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese auch nicht (in 

Anwendung von Art. 55 Abs. 2 VwVG) entzogen hat, ist auf die Verfahrens-

anträge auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie superprovisori-

sche Aussetzung des Wegweisungsvollzugs nicht einzutreten. 

1.5 Im Übrigen ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht 

auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und deren Vollzugs hat die Vor-

instanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das Bundesver-

waltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung prüft. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

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Seite 6 

5.  

5.1 Das SEM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung Folgen-

des aus: 

5.1.1 Die Beschwerdeführenden seien in Zypern als Flüchtlinge anerkannt 

worden und die zypriotischen Behörden hätten sich bereit erklärt, sie zu-

rückzunehmen. Sie können in diesen Drittstaat zurückkehren, ohne eine 

Rückschiebung nach Afghanistan in Verletzung des Non-Refoulement-

Prinzips befürchten zu müssen. 

5.1.2 Es könne davon ausgegangen werden, dass der Vollzug von Weg-

weisungen anerkannter Flüchtlinge nach Zypern grundsätzlich zulässig 

und zumutbar sei. Den Beschwerdeführenden gelinge es nicht, die Legal-

vermutung, dass Zypern als sicherer Drittstaat seine völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen einhalte, umzustossen; sie hätten nicht dargetan, dass Zypern 

seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme.  

5.1.3 Personen mit Schutzstatus in Zypern könnten sich auf die Garantien 

in der Richtlinie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 13. Dezember 2011 (sog. Qualifikationsrichtlinie) berufen, gemäss 

welcher sie zypriotischen Bürgerinnen und Bürgern gleichgestellt seien in 

Bezug auf Fürsorge, den Zugang zu Gerichten und den öffentlichen Schul-

unterricht, respektive gleichgestellt mit anderen Ausländern und Auslände-

rinnen, beispielsweise in Bezug auf Erwerbstätigkeit oder die Gewährung 

einer Unterkunft. Unterstützungsleistungen und weitere Rechte müssten 

direkt bei den zuständigen Behörden eingefordert werden, falls notwendig 

auf dem Rechtsweg. Zusätzlich stehe die Möglichkeit offen, sich ergänzend 

um Hilfe an eine der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen zu wenden. 

5.1.4 Den Ausführungen der Beschwerdeführenden könne entnommen 

werden, dass sie nach Erhalt ihres Schutzstatus von den staatlichen Be-

hörden Unterstützungsleistungen bezogen hätten, welche sie jedoch als 

nicht ausreichend bezeichnet hätten. Ob die von ihnen erwähnten Beträge 

in Verletzung der zyprischen Gesetzesnormen zu gering gewesen seien 

und inwiefern sie – gegebenenfalls auf dem Rechtsweg – eine Korrektur 

eingefordert hätten, ergebe sich aus ihren Ausführungen nicht. Den Be-

schwerdeführenden stehe bei Bedarf der Weg an die nationalen Gerichte, 

aber auch jener an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 

(EGMR) offen. Das Gleiche gelte mit Bezug auf die behaupteten Diskrimi-

nierungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsversorgung 

und zu zumutbarem Wohnraum; Zypern habe sich als Signatarstaat der 

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EMRK dem Diskriminierungsverbot verpflichtet, und allfällige Verletzungen 

dieses Grundsatzes seien – nötigenfalls unter Zuhilfenahme einer rechts-

kundigen Person oder einer vor Ort ansässigen Hilfsorganisation auf dem 

Rechtsweg – in und von Zypern einzufordern. 

5.1.5 Die von den Beschwerdeführern geltend gemachten medizinischen 

Probleme würden einer Wegweisung nach Zypern nicht entgegenstehen. 

Soweit die Beschwerdeführerin 2 – auch in der Stellungnahme ihrer 

Rechtsvertretung zum Entscheidentwurf – die Möglichkeit eines Suizids 

anspreche, wäre es stossend, wenn der Verweis auf eine tatsächliche oder 

vermeintliche Selbstmordgefahr ein Mittel zur Beeinflussung von behördli-

chen Entscheiden wäre. Einer allfälligen Selbstgefährdung sei durch die 

Bestimmung geeigneter Modalitäten der Überstellung sowie durch das me-

dizinische Fachpersonal Rechnung zu tragen, an welches sich die Be-

schwerdeführerin 2 jederzeit wenden könne. 

5.2  

5.2.1 In ihrer Beschwerdeschrift betonten die Beschwerdeführenden be-

sonders ihre mehrjährigen Erfahrungen extremer materieller Not die sie als 

fünfköpfige Familie mit Kindern in Zypern hätten erleiden müssen. Der Be-

schwerdeführer 1, die einzige erwerbstätige Person, habe erhebliche 

Schwierigkeiten gehabt, eine angemessene Arbeitsbeschäftigung zu fin-

den, was die Familie in eine ernsthafte wirtschaftliche Notsituation gebracht 

habe; sämtliche vorübergehenden beruflichen Tätigkeiten, die er gefunden 

habe, seien von extremer Prekarität geprägt gewesen. Immer wieder habe 

er erfahren, dass Stellen für ausländische Personen in Zypern nur an An-

gehörige von EU-Mitgliedstaaten vergeben worden seien, wie eine mit der 

Beschwerde eingereichte Foto-Dokumentation belege. 

5.2.2 Unter diesen Umständen hätten sie auch erhebliche Schwierigkeiten 

gehabt, eine angemessene Unterbringung zu finden, wobei sie bei der 

Wohnungssuche keinerlei staatliche Unterstützung erhalten hätten.  

Obwohl der Beschwerdeführer 1 wiederholt bei nicht-staatlichen Organisa-

tionen um Unterstützung gebeten habe, sei er nicht in der Lage gewesen, 

die Situation extremer materieller Not zu überwinden. 

5.2.3 Darüber hinaus hätten sie wegen ihres Aufenthaltsstatus in Zypern 

auch keinen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung erhal-

ten. Im Krankenhaus seien sie nie angemessen behandelt worden und hät-

ten die ihnen verschriebenen Medikamente – anders als andere Patientin-

nen und Patienten – privat kaufen müssen, was ihnen aufgrund der wirt-

schaftlichen Situation nicht immer möglich gewesen sei. Die gesamte  

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Seite 8 

Familie sei gesundheitlich stark beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer 1 

leide an einem Zervikolumbalen Schmerzsyndrom, für welches er eine 

physiotherapeutische Behandlung benötige, sowie an Spannungs- bezie-

hungsweise Clusterkopfschmerzen; ausserdem sei bei ihm Nasen-

atmungsbehinderung bei Septumquerstand mit subtotaler Obstruktion der 

linken Nasenhöhle und kompensatorischer Muschelhyperplasie diagnosti-

ziert worden, die zurzeit mit Kortison behandelt werde (wobei die Notwen-

digkeit eines operativen Eingriffs nicht ausgeschlossen werden könne). 

Darüber hinaus führe die gesamte Situation zu einer starken psychischen 

Belastung des Beschwerdeführers, die sich nicht nur in einer depressiven 

Phase ausdrücke, sondern auch bereits zu akuten Suizidgedanken geführt 

habe. Der Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung sei ausste-

hend. Die Beschwerdeführerin 2 leide an einer Vielzahl schwerer psychi-

scher Erkrankungen, insbesondere einer Posttraumatischen Belastungs-

störung, einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und einer de-

pressiven Episode. Diese Störungen seien durch die Erfahrungen in Afgha-

nistan und Zypern ausgelöst worden; eine medikamentöse Behandlung sei 

bereits eingeleitet, eine psychotherapeutische Behandlung noch ausste-

hend. Die Beschwerdeführerin 4 leide bereits seit dem Aufenthalt in Zypern 

unter Schmerzen in der Brust. Aufgrund des mangelnden Zugangs zu an-

gemessener medizinischer Versorgung sei sie erst in der Schweiz in der 

Lage gewesen, die notwendigen medizinischen Abklärungen durchführen 

zu lassen. Dabei sei eine Brustasymmetrie und ein Poland-Syndrom diag-

nostiziert und eine konstitutionelle Beschleunigung der biologischen Rei-

fung bei isolierter frühzeitiger Thelarche sowie frühzeitiger Adrenarche fest-

gestellt worden, die eine kontinuierliche kinderärztliche Verlaufskontrolle 

erfordern würden. Die Beschwerdeführerin 4 habe in Afghanistan Gewalt 

durch die Taliban erfahren, was sie traurig gemacht habe. Die drohende 

Rückführung der Familie nach Zypern habe zu einer beobachtbaren psy-

chischen Destabilisierung der Beschwerdeführenden 3 und 4 geführt, und 

es sei davon auszugehen, dass eine tatsächliche Rückführung zu einer 

weiteren Verschlechterung ihres Gesundheitszustands führen würde.  

5.2.4 Nach einer ausführlichen Kommentierung der Situation von Perso-

nen mit Schutzstatus in Zypern vertreten die Beschwerdeführenden die 

Auffassung, dass die Vorinstanz auf ihre Asylgesuche hätte eintreten müs-

sen, zumal der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) entschieden 

habe, dass ein Asylgesuch nicht allein deswegen abgelehnt werden dürfe, 

weil bereits Schutz in einem anderen EU-Staat gewährt worden sei, wenn 

in diesem Staat eine Verletzung von Art. 4 der Charta der Grundrechte der 

Europäischen Union (GRC) beziehungsweise Art. 3 EMRK drohe.  

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Seite 9 

5.2.5 Dass Zypern gemäss den Ausführungen der Vorinstanz völkerrecht-

lich dazu verpflichtet sei, international Schutzberechtigten Zugang zu So-

zialleistungen, zum Arbeitsmarkt und zur Gesundheitsversorgung zu ge-

währen, bedeute nicht, dass dieser auch de facto vorhanden sei. Im Ge-

genteil ergebe sich aus der konkreten allgemeinen Situation in Zypern und 

der bereits erlebten materiellen Not der Beschwerdeführenden deutlich, 

dass reale Hindernisse bereits in Bezug auf den Zugang zur Befriedigung 

der elementaren Grundbedürfnisse bestehen würden. Angesichts der sys-

tematischen Mängel im zypriotischen Asyl- und Sozialsystem, namentlich 

mit Bezug auf die Versorgung besonders schutzbedürftiger Personen,  

bestehe eine tatsächliche Gefahr, dass sie bei der Rückkehr nach Zypern 

in eine existentielle Notlage geraten würden, aus der sie sich nicht aus ei-

genen Anstrengungen befreien könnten. Die Schwelle der unmenschlichen 

oder erniedrigenden Behandlung sei damit überschritten. Ihre Rückführung 

nach Zypern hätte eine Verletzung von Art. 4 GRC, Art. 3 EMRK und Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(Folterkonvention, FoK; SR 0.105) zur Folge. Sie wäre überdies mit dem 

Kindeswohl nicht vereinbar und würde die einschlägigen Bestimmungen 

der KRK sowie – mit Bezug auf die Beschwerdeführerinnen 2 und 4 – 

Art. 2 f. des Übereinkommens vom 18. Dezember 1979 zur Beseitigung je-

der Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of 

Discrimination against Women, CEDAW; SR 0.108) verletzen. 

5.2.6 Gemäss Rechtsprechung des EuGH führe das Gesagte zur Feststel-

lung der Rechtswidrigkeit des Nichteintretens auf die Asylgesuche der Be-

schwerdeführenden. 

5.2.7 Eventualiter sei der Vollzug der Wegweisung unter den gegebenen 

Umständen als unzulässig und unzumutbar zu qualifizieren. 

5.2.8 Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung wegen Verletzung 

des Untersuchungsgrundsatzes zu kassieren und die Sache an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Zentrale Aspekte der persönlichen Situation der 

Beschwerdeführenden – insbesondere im Hinblick auf die tatsächliche  

Situation in Zypern sowie die konkreten Verhältnisse der Beschwerde-füh-

renden – sei vom SEM nicht angemessen abgeklärt worden. Insbesondere 

sei in diesem Zusammenhang auf die fehlenden Erwägungen der ange-

fochtenen Verfügung zum Kindeswohl hinzuweisen. 

E-8854/2025 

Seite 10 

5.2.9 Schliesslich seien subsubeventualiter von den zypriotischen Behör-

den individuelle Garantien betreffend den Zugang der Beschwerdeführen-

den zu Unterkunft, zu Sozialleistungen und zu einer nahtlosen, adäquaten 

und regelmässigen medizinischen Behandlung einzuholen. 

6.  

6.1 Der in der Rechtsmitteleingabe subeventualiter gestellte Rückwei-

sungsantrag erweist sich nach Durchsicht der Akten als unbegründet: 

6.2 Die Vorinstanz hat nach einer ausführlichen Instruktion der vorliegen-

den Asylverfahren in ihrer 13-seitigen Verfügung den relevanten Sachver-

halt hinsichtlich des Nichteintretens auf das Asylgesuch, insbesondere 

aber auch in Bezug auf die Situation in Zypern für dort anerkannte Flücht-

linge sowie die persönliche Situation der Beschwerdeführenden, rechts-

genüglich festgestellt und sich damit – und auch mit der Frage der Verein-

barkeit einer Rücküberstellung nach Zypern mit dem Kindeswohl (vgl. Ver-

fügung S. 10) – in erforderlichem Umfang sowie mit genügender Differen-

ziertheit auseinandergesetzt. 

6.3 Auch die Rüge, die Vorinstanz habe es versäumt, die Gesuchsgründe 

individuell und geschlechtsspezifisch zu beurteilen und dadurch Art. 2 f. 

CEDAW verletzt, ist nicht begründet. Für die Beschwerdeführerin-

nen 2 und 4 wurden im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens keine ge-

schlechtsspezifischen Beanstandungen aktenkundig gemacht. Es ist nicht 

ersichtlich, in welcher Hinsicht hier die Vorinstanz weitere Abklärungen 

hätte vornehmen müssen.  

6.4 Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise auf gesundheitliche 

Probleme, die weitergehende Abklärungen erfordert hätten respektive er-

fordern würden. 

6.5 Das Kassationsbegehren ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Gemäss Art. 12 Abs. 1 KRK, welcher unmittelbar anwendbar ist (vgl. 

BGE 124 III 90 E. 3a), sichern die Vertragsstaaten dem Kind, das fähig ist, 

sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen 

das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äussern. Aus Art. 12 Abs. 2 

KRK fliesst die Pflicht, ein Kind in entsprechenden Gerichts- oder Verwal-

tungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine 

geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschrif-

ten anzuhören. Eine genauere Ausgestaltung, wann ein Kind selbst an- 

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Seite 11 

gehört werden muss, fehlt in der Konvention jedoch und ist grundsätzlich 

der Umsetzung durch die Vertragsstaaten überlassen. Die Frage, wie den 

vom Verfahren betroffenen Kindern das rechtliche Gehör zu gewähren ist, 

ist folglich aufgrund der Umstände des Einzelfalles zu klären (vgl. BGE  

124 II 361 E. 3c). 

7.2 Den Beschwerdeführenden 1 und 2 wurde in den sogenannten Per-

sönlichen Gesprächen vom 5. Mai 2025 unter anderem eröffnet, dass ihre 

Kinder (Beschwerdeführende 3 – 5) nicht persönlich angehört würden. 

Gleichzeitig wurde ihnen die Gelegenheit eingeräumt, allfällige Gründe an-

zugeben, welche gegen die Wegweisung der Kinder sprechen würden,  

woraufhin sie sich zu den kindesspezifischen Gründen äusserten. Es kann 

davon ausgegangen werden, dass den Kindern damit hinreichend Möglich-

keit eingeräumt wurde, sich wirksam zu äussern. Den Akten sind überdies 

keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass die Interessenlage der Be-

schwerdeführenden 3 und 4 von der ihrer Eltern (Beschwerdeführende 1 

und 2), in einer Weise abweichen würde, dass diese die Interessen ihrer 

Kinder nicht wahrnehmen könnten, weil insofern ein Konflikt vorliegt. Ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts – die der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung folgt – kann unter diesen Voraussetzungen von einer  

gesonderten Anhörung der Kinder abgesehen werden, ohne dass dieser 

Verzicht eine Verletzung von Art. 12 KRK bewirken würde (vgl. Urteile 

BVGer E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 4.4, D-3338/2021 

vom 29. Juli 2021 E 5.2, BVGE 2012/31 E. 5.2). 

7.3 Nach dem Gesagten ist der Antrag, die Beschwerdeführenden 3 und 4 

seien durch das Bundesverwaltungsgericht zu ihren Erlebnissen in Zypern 

anzuhören, abzuweisen.  

8.  

8.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht ein-

getreten, wenn die asylsuchende Person in einen gemäss Art. 6a Abs. 2 

Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren kann, in wel-

chem sie sich vorher aufgehalten hat. 

8.2 Gemäss Akten wurden die Beschwerdeführenden in Zypern als Flücht-

ling anerkannt und verfügen über zypriotische Aufenthaltsbewilligungen. 

Zudem haben die zypriotischen Behörden ihrer Rückübernahme vorbehalt-

los zugestimmt. Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass sie nach 

Zypern zurückkehren und sich dort legal aufhalten können. 

E-8854/2025 

Seite 12 

8.3 Zypern ist ein EU-Mitgliedstaat und gilt gemäss einem – bisher nicht 

revidierten – Beschluss des Bundesrats vom 14. Dezember 2007 als si-

cherer Drittstaat im Sinn von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Diese Regelver-

mutung kann im Einzelfall mit konkreten und substanziierten Hinweisen  

widerlegt werden. Solche ergeben sich nicht aus den Akten und werden 

auch in ihrer Beschwerdeeingabe nicht vorgetragen. Daran ändern die Ver-

weise auf diverse Länderberichte nichts, zumal keine auf die Beschwerde-

führenden bezogenen besonderen Gründe vorliegen, die eine Abweichung 

von der Regelanwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG rechtfertigen 

würden. Das Bundesverwaltungsgericht verneint in seiner Rechtsprechung 

klar das behauptete Vorliegen systemischer Mängel des zypriotischen 

Asyl- respektive Aufnahmesystems (vgl. Urteile BVGer D-8427/2025 vom 

12. November 2025 E. 4, F-7266/2025 vom 30. September 2025 E. 5,  

D-1715/2023 vom 12. April 2023 S. 7). 

8.4 Die Ausführungen der Beschwerdeführenden betreffen inhaltlich gröss-

tenteils die Fragen der Zulässigkeit und der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs, die nachfolgend materiell zu beurteilen sein werden (vgl. 

Urteil BVGer E-7596/2025 vom 13. Oktober 2025 E. 6.3). 

8.5 Das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

auf die Asylgesuche nicht eingetreten. 

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

9.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisungen wurden somit ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

  

E-8854/2025 

Seite 13 

10.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

11.  

11.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

11.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden erweist sich der 

Vollzug ihrer Wegweisung aus der Schweiz in Beachtung der völker- und 

landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig: Bei Zypern handelt es sich 

um einen sicheren Drittstaat, in welchem sie Schutz vor Rückschiebung im 

Sinn von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Das Land ist Signatarstaat der EMRK, 

der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 

1967 (SR 0.142.301), der KRK und der CEDAW. Es kommt seinen dies-

bezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. Das 

Bundesverwaltungsgericht anerkennt, dass die Lebensbedingungen in Zy-

pern für dort anerkannte Schutzberechtigte in verschiedenen Bereichen 

des täglichen Lebens anspruchsvoll sein können und sich die Alltags- 

bewältigung mitunter beschwerlich gestalten kann. Es ist aber offensicht-

lich nicht von einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutz-

status eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinn einer 

Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. insbesondere die Urteile 

BVGer D-8427/2025 a.a.O. E. 8 f., E-4175/2025 vom 30. Juli 2025 E. 6.4 

und E-5259/2024 vom 30. September 2024 E. 9.4).  

11.3 Die Ausführungen der Beschwerdeführenden zur Lage Schutzberech-

tigter in Zypern vermögen an dieser Feststellung und an der bisherigen 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zum Drittstaat Zypern 

nichts zu ändern. 

11.4 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellen (vgl. BVGE 2011/9 E. 7; Urteil des Europäischen  

Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen Belgien 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Eine 

solche Situation ist vorliegend offensichtlich nicht gegeben.  

E-8854/2025 

Seite 14 

11.5 Die Beschwerdeführenden können sich in Zypern – wie die Vorinstanz 

in ihrer Verfügung zu Recht aufgezeigt hat – auf die Garantien der Qualifi-

kationsrichtlinie berufen (insbesondere die Regeln betreffend den Zugang 

zu Beschäftigung [Art. 26], zu Bildung [Art. 27], zu Sozialhilfeleistungen 

[Art. 29], zu medizinischer Versorgung [Art. 30] und zu Wohnraum 

[Art. 32]), zu deren Einhaltung sich Zypern völkerrechtlich verpflichtet hat. 

Auch unter Berücksichtigung der konkreten Lebensbedingungen in Zypern 

ist nicht von einem "real risk" auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr 

nach Zypern einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt sein 

wird. Es obliegt der Beschwerdeführenden, bei den zuständigen Behörden 

ihre Rechte geltend zu machen, nötigenfalls auf dem Rechtsweg und mit-

hilfe einer der zahlreichen zypriotischen Hilfsorganisationen.  

11.6 Einer mit der Beschwerde eingereichten E-Mail des Beschwerdefüh-

rers 1 vom 4. Dezember 2024 (vgl. Beschwerdebeilage 6) ist zu entneh-

men, dass er über eine 20-jährige Berufserfahrung als (…) verfügt (unter 

anderem als Mitarbeiter der früheren afghanischen Regierung und interna-

tionaler respektive nationaler Organisationen sowie als Angestellter euro-

päischer Botschaften und von Organisationen der Vereinten Nationen). 

Den bei den Vorakten liegenden Arztberichten ist zu entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin 2 früher als (…) gearbeitet hat (vgl. SEM-act. 52/3 

S. 2). Es ist davon auszugehen, dass dieser akademische und berufliche 

Hintergrund es ihnen erleichtern wird, die ihnen in Zypern zustehenden 

Rechte für sich und ihre Kinder einzufordern. 

11.7 Es liegen damit keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass sie bei 

einer Rückkehr nach Zypern einer menschenunwürdigen oder erniedrigen-

den Behandlung ausgesetzt wäre. Die in der Beschwerde zitierten Berichte 

ohne konkreten Bezug zu den Beschwerdeführenden vermögen an dieser 

Einschätzung, wie erwähnt, nichts zu ändern. 

11.8 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden ist demnach 

zulässig. 

12.  

12.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

E-8854/2025 

Seite 15 

12.2 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist der Vollzug von Wegweisungen in  

einen EU- oder EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legal- 

vermutung gilt demnach auch mit Bezug auf den EU-Mitgliedstaat Zypern. 

Sie kann durch die betroffene Person umgestossen werden; dazu hat sie 

jedoch ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass sie in Zypern 

aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder  

gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. Re-

ferenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). 

12.3 Die Beschwerdeführenden haben keine konkreten Anhaltspunkte da-

für vorgebracht, dass sie bei einer Rückkehr nach Zypern in eine existen-

zielle Notlage geraten würden. Sie dürfte bei der Rückkehr in diesen Dritt-

staat mit gewissen Hindernissen zu kämpfen haben. Diese erscheinen je-

doch bei zumutbarer Eigeninitiative nicht unüberwindbar; dies auch mit 

Blick auf den beruflichen und sozialen Hintergrund der Beschwerdeführen-

den 1 und 2 (vgl. oben E. 10.6) sowie angesichts der Tatsache, dass sie 

mit den Verhältnissen in Zypern vertraut sind und gemäss ihren Angaben 

in diesem Staat bisher eine monatliche Fürsorgeunterstützung von bis 

Euro 1150.– erhältlich machen konnten (vgl. SEM-act. 38/3 S. 2). Erneut 

ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführenden sich als aner-

kannte Flüchtlinge auf die Qualifikationsrichtlinie berufen können (vgl. oben 

E. 10.5). Es obliegt ihnen, ihre Rechte vor Ort geltend zu machen und 

durchzusetzen. 

12.4  

12.4.1 Sind Minderjährige vom Wegweisungsvollzug betroffen, bildet im 

Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung gemäss konstanter Praxis das Kindes-

wohl einen gewichtigen zusätzlichen Gesichtspunkt; dies ergibt sich nicht 

zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AIG 

im Licht von Art. 3 Abs. 1 KRK. Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind 

demnach sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im Hin-

blick auf einen Wegweisungsvollzug wesentlich erscheinen. Einen unmit-

telbaren Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung  

– demnach auch einen Anspruch auf Aufenthalt im Staat mit den für ein 

Kind vorteilhaftesten Bedingungen – gewährt die KRK nicht (vgl. Urteil des 

BVGer F-6644/2023 vom 13. Dezember 2023 E. 5.4 m.w.H.). 

12.4.2 Den Akten sind – wie das SEM in seiner Verfügung zutreffend fest-

gestellt hat, keine konkreten Anhaltspunkte zu entnehmen, die vorliegend 

auf eine Gefährdung des Kindswohls schliessen lassen würden. Die Schil-

derung der angeblichen Gefährdung der Kinder durch Drogenabhängige, 

der angeblich vorsätzlichen Verletzung des jüngsten Kindes – und der 

E-8854/2025 

Seite 16 

Beschwerdeführerin 2 – durch einen zypriotischen Busfahrer oder die an-

gebliche Beschränkung des Zugangs zu Schulbildung wirken übersteigert- 

plakativ und unsubstanziiert; sie sind überdies nicht mit aussagekräftigen 

Beweismitteln belegt worden (was bei Wahrunterstellung vermutungs-

weise möglich gewesen wäre, etwa durch Zeitungsberichte, Kopien der an-

geblichen Anzeige gegen den Busfahrer oder entsprechender Polizeipro-

tokolle, Korrespondenz mit Schulbehörden). 

12.4.3 Unter den gegebenen Umständen erweist sich der Vollzug der Weg-

weisung der Kinder mit dem Kindeswohl vereinbar. 

12.5  

12.5.1 Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

ist aufgrund gesundheitlicher Probleme eines abgewiesenen Asylsuchen-

den nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schlies-

sen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur 

Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährden-

den Beeinträchtigung des Gesundheitszustands führen würde. Dabei wird 

praxisgemäss diejenige medizinische Behandlung als relevant erachtet, 

die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut notwen-

dig ist. Unzumutbarkeit liegt noch nicht vor, wenn im Zielstaat nicht eine 

dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung 

möglich ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/2 E. 9.3.2). 

12.5.2 Zypern verfügt über eine hinreichende medizinische Infrastruktur 

(vgl. Urteil BVGer F-7266/2025 vom 30. September 2025 E. 5.4). Das Bun-

desverwaltungsgericht geht mit der Vorinstanz davon aus, dass die von 

den Beschwerdeführenden geltend gemachten Gesundheitsbeschwerden 

(vgl. oben E. 5.2.3) in diesem Staat behandelt werden können, soweit sie 

nicht bereits in der Schweiz kuriert worden sind. Den Beschwerdeführen-

den steht es im Übrigen frei, Anträge auf Gewährung medizinischer Rück-

kehrhilfen zu stellen (vgl. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 

1999 [AsylV 2, SR 142.312]). 

12.5.3 Die mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragten Behörden wer-

den dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden durch die Wahl 

geeigneter Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen haben. 

12.6 Nach dem Gesagten bestehen keine konkreten und glaubhaften An-

haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführenden in Zypern aufgrund von 

individuellen Umständen in eine existenzielle Notlage geraten würden.  

Es ist ihnen nicht gelungen, die Legalvermutung zugunsten der Zumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs umzustossen. 

E-8854/2025 

Seite 17 

12.7  

12.7.1 Soweit auf Beschwerdeebene geltend gemacht wird, bei einer 

zwangsweisen Rückführung nach Zypern bestehe die Gefahr, dass sich 

bei der Beschwerdeführerin 2 – und nun auch beim Beschwerdeführer 1 – 

suizidale Tendenzen verstärken würden, ist zunächst festzuhalten, dass 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Suizidalität für sich allein 

kein Vollzugshindernis darstellt (vgl. Urteil BGer 2C_221/2020 vom 

19. Juni 2020 E. 2), was auch der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

entspricht (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-1718/2022 vom 9. Mai 2023 

E. 8.1.3.4). Die schweizerischen Behörden sind in solchen Fällen jedoch 

gehalten, im Rahmen der konkreten Rückkehrmassnahmen alles ihnen Zu-

mutbare vorzukehren, um medizinisch sowie betreuungstechnisch sicher-

zustellen, dass das Leben und die Gesundheit der rückkehrpflichtigen Per-

son möglichst nicht beeinträchtigt werden (vgl. Urteil BGer 2C_221/2020 

a.a.O.).  

12.7.2 Die mit dem Vollzug der Überstellung beauftragten Behörden wer-

den auch einer allfälligen Suizidalität der Beschwerdeführenden bei der  

Organisation der Überstellung nach Zypern Rechnung tragen und die  

zypriotischen Behörden zuvor über die spezifischen persönlichen Um-

stände informieren. 

12.8 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

12.9 Nachdem die Beschwerdeführenden die genannten Vermutungen 

nicht umzustossen vermögen, besteht auch kein Raum zur Einholung in-

dividueller Garantien namentlich bezüglich einer angebrachten Unterbrin-

gung und der medizinischen Versorgung der Beschwerdeführenden nach 

ihrer Rückkehr nach Zypern. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

13.  

Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden nach Zypern ist 

schliesslich möglich, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 

Abs. 2 AIG), zumal die zypriotischen Behörden einer Rückübernahme der 

Beschwerdeführenden ausdrücklich zugestimmt haben und es den Be-

schwerdeführenden obliegt, nötigenfalls bei der Beschaffung gültiger Rei-

sepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12). 

  

E-8854/2025 

Seite 18 

14.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

15.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen soweit darauf einzutreten ist. 

16.  

16.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

16.2 Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

der amtlichen Rechtsverbeiständung sind ungeachtet der geltend gemach-

ten prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen, weil die Beschwerdebegehren 

aussichtslos waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

16.3 Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1000.– der 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 1‒3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-8854/2025 

Seite 19 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der 

amtlichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.‒ werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

Versand: