# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 489feb5a-8165-5f82-85b0-67c1e195cfc9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.10.2017 E-5003/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5003-2017_2017-10-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5003/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Mia Fuchs;    

Gerichtsschreiberin Lhazom Pünkang. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch  

lic. iur. Claudia Zumtaugwald, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 2. August 2017 / N (…). 

 

 

 

E-5003/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste eigenen Angaben zufolge am 12. September 

2015 in die Schweiz ein und suchte gleichentags im Empfangs- und  

Verfahrenszentrum B._______ (EVZ) um Asyl nach.  

A.a Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 24. September 2015 

und der Anhörung vom 25. November 2016 führte er im Wesentlichen Fol-

gendes aus:  

Er stamme aus C._______ in der Provinz D._______, wo er bis zu seiner 

Ausreise mit seiner Familie gelebt habe. Er habe in seiner Heimat unter 

anderem für verschiedene ausländische Firmen als Sicherheitsangestellter 

gearbeitet; zeitweise sei er auch als Baggerfahrer für die Aushebung von 

militärischen Stützpunkten im Einsatz gewesen. Sein einziger Bruder sei 

im (…) 2013 als Fahrer eines Tankfahrzeugs bei einem Minenanschlag 

ums Leben gekommen. Weil dieser vorher für die Amerikaner gearbeitet 

habe, vermute er, dass die Taliban hinter diesem Attentat stecken würden. 

Im (…) 2013 hätten die Taliban begonnen, auch ihn zu bedrohen, in dem 

sie seinen Vater und Onkel wegen ihm verbal eingeschüchtert hätten. Etwa 

ein Jahr später und somit etwa (…) Monate vor seiner Ausreise habe er 

einen Drohbrief von den Taliban erhalten, worin unter Morddrohung die Be-

endigung seiner Tätigkeit mit der ausländischen Firma verlangt worden sei, 

andernfalls würde ihn das Schicksal seines Bruders ereilen. Etwa (…) Mo-

nate später habe er einen zweiten Drohbrief der Taliban erhalten. Aufgrund 

dieser Bedrohungssituation habe er im (…) 2015, unmittelbar nach der 

Feier seiner Hochzeit, den Heimatstaat illegal verlassen; die frisch ange-

traute Ehefrau und seine Eltern habe er zurücklassen müssen. Nach seiner 

Ausreise sei sein Vater aufgefordert worden, ihn auszuliefern. Danach 

habe man sein Elternhaus niedergebrannt; seither hätten sich keine weite-

ren Vorfälle mehr ereignet. 

A.b Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 

eine Kopie seiner Tazkira, zwei Briefe der Taliban, einen Arbeitsausweis 

von (…) ein Foto seines Bruders, zwei Fotos eines brennenden respektive 

ausgebrannten Lastwagens, eine Kopie der Tazkira seines Vaters, eine 

Schuldenliste, ein Visitenkarte des (…)geschäfts seines Onkels sowie eine 

Einkaufsliste für Kleider zu den Akten. 

  

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Seite 3 

B.  

Mit Verfügung vom 2. August 2017, eröffnet am 7. August 2017, verneinte 

die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte 

sein Asylgesuch ab und verfügte seine Wegweisung aus der Schweiz; 

demgegenüber ordnete sie zufolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an.  

C.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 5. September 2017 an das Bundesverwal-

tungsgericht beantragte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die 

teilweise Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und die Gewährung von 

Asyl. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung sowie der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 

beantragt. Mit der Beschwerde wurden unter anderem drei Berichte der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) zur Lage in Afghanistan zu den Ak-

ten gereicht. 

D.  

Mit Kurzverfügung vom 7. September 2017 wurde der Eingang der Be-

schwerde bestätigt und festgestellt, dass der Beschwerdeführer den Aus-

gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hielt in ihrer Verfügung fest, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge-

mäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, weshalb auf die Prüfung ihrer asyl-

rechtlichen Relevanz verzichtet werden könne.  

5.1.1 So seien die Aussagen des Beschwerdeführers zur geltend gemach-

ten Gefährdungslage, er werde aufgrund seiner Arbeitstätigkeit von den 

Taliban bedroht, nicht überzeugend ausgefallen. Dem vorgetragenen Ab-

lauf fehle es an Nachvollziehbarkeit. Gemäss eigenen Angaben habe er 

die Aufmerksamkeit der Taliban auf sich gezogen, weil er bei Firmen gear-

beitet hätte, die Aufträge der afghanischen Behörden ausgeführt hätten. 

Wenn die Taliban allerdings in Kenntnis seiner Arbeitsstelle gewesen wä-

ren, sei anzunehmen, dass sie auch seinen Einsatzort gekannt hätten. 

Dass er dann nicht direkt an seinem Arbeits- und Aufenthaltsort kontaktiert 

worden sei und die Drohungen stattdessen an seine Familie zugestellt wor-

den seien, erscheine wenig plausibel. Ferner sei nicht nachvollziehbar, 

weshalb die Taliban gerade den Beschwerdeführer von der Arbeit hätten 

abbringen und rekrutieren wollen. Auf die Frage, ob ihm andere Personen 

bekannt seien, denen Ähnliches widerfahren sei, habe er lediglich seinen 

Bruder genannt. Von den Arbeitskollegen wüsste er nichts, da niemand sol-

che Dinge erzähle. Dies erstaune sehr, da sowohl anzunehmen wäre, dass 

alle afghanischen Arbeiter dieser Firmen sich in der gleichen Gefährdungs-

lage befinden würden, als auch, dass sich die Betroffenen über die gemein-

same Bedrohungssituation austauschen würden.  

5.1.2 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe den ersten Brief 

nicht ernst genommen und sei nach dem zweiten Schreiben nicht mehr an 

seine Arbeitsstelle zurückgekehrt, schaffe weitere Ungereimtheiten. So be-

stehe eine grosse Ähnlichkeit zwischen dem Inhalt der beiden Briefe und 

es sei nicht erkennbar, weshalb diesen beiden Schreiben eine derart un-

terschiedliche Wirkung auf den Beschwerdeführer gehabt hätten. Die Zwei-

fel an seinen Vorbringen würden dadurch erhärtet, dass es nach dem Er-

halt des ersten Briefes (…) 2014 während über vier Monaten zu keinen 

weiteren Vorfällen gekommen sei, bis zur Zustellung eines zweiten Schrei-

bens im (…) 2015. Hätten die Taliban ein ernsthaftes Interesse an der Rek-

rutierung respektive Bestrafung des Beschwerdeführers gehabt, wäre ihm 

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die gewohnte Fortführung des Arbeitsalltags wohl kaum möglich gewesen. 

Zudem erstaune, dass die Taliban auf Formalität gesetzt haben sollen, an-

statt den Beschwerdeführer beispielsweise auf dem Nachhauseweg abzu-

fangen. Dass lediglich auf schriftlichem Weg eine Drohkulisse aufgebaut 

worden sei, die ihm einen weiteren Verbleib verunmöglicht hätte, es aber 

nie zu einer konkret bedrohlichen Situation oder einem persönlichen Zu-

sammentreffen mit den Taliban gekommen sei, erscheine ebenfalls merk-

würdig. 

5.1.3 Weiter sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, seine 

persönlichen Eindrücke und Gedankengänge während der letzten Monate 

in Afghanistan überzeugend und nachvollziehbar zu schildern. Seine pau-

schale und wenig subjektive Erzählung deute hingegen darauf hin, dass er 

sich nicht in der besagten Situation befunden habe. Für diese Einschät-

zung spreche auch die Tatsache, dass er vor seiner Abreise ein zweitägi-

ges Hochzeitsfest mit rund dreihundert Gästen gefeiert haben soll. Eine 

Person, die im Visier der Taliban stehe, deshalb keinesfalls auffallen wolle 

und sich in Lebensgefahr befinde, würde sich wohl kaum so verhalten. 

5.2 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Rechtsmitteleingabe an seinen 

bisherigen Vorbringen fest und nahm zu den einzelnen Vorwürfen Punkt 

für Punkt Stellung.  

5.2.1 So seien Drohbriefe in Afghanistan ein übliches Mittel, um Menschen 

zu bedrohen, weshalb es nicht ungewöhnlich sei, dass die Taliban statt der 

direkten Konfrontation den Weg des Drohbriefes wählten. Ausserdem sei 

nicht klar, ob die Taliban überhaupt Kenntnis vom Einsatzort des Beschwer-

deführers gehabt hätten. Der Adressat eines Drohbriefs würde üblicher-

weise niemandem von seiner Bedrohung erzählen, weshalb auch kein Aus-

tausch mit seinen Arbeitskollegen darüber stattgefunden habe. Zudem 

seien viele dieser Arbeiter ausländischer Herkunft gewesen und somit we-

niger ins Visier der Taliban geraten als er selber. Nach Erhalt des ersten 

Briefes im (…) 2014 sei er – obwohl er immer Angst gehabt habe – trotz 

der Drohung weiterhin zur Arbeit gegangen, weil ihm seine Erwerbstätigkeit 

sehr wichtig gewesen sei; er sei nur noch selten nach C._______ zurück-

gekehrt, da er sich an seinem Arbeitsort habe sicher aufhalten können.  

  

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5.2.2 Der Verweis auf den ermordeten Bruder im zweiten Drohbrief sei ent-

scheidend gewesen, weshalb der Beschwerdeführer sich aufgrund der 

massiven Bedrohung für die Ausreise entschlossen habe. Sodann sei 

leicht zu erklären, weshalb der Beschwerdeführer während den vier Mona-

ten zwischen den beiden Drohbriefen nie einer direkten Konfrontation mit 

den Taliban ausgesetzt gewesen sei. Dies sei nämlich auf seine immensen 

Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen; er sei stets sehr vorsichtig un-

terwegs gewesen.  

5.2.3 Hinsichtlich der vom SEM als gering eingestuften Beweiskraft der bei-

den Drohbriefe wegen Fälschungsmerkmalen betonte der Beschwerdefüh-

rer, diese in der eingereichten Form erhalten zu haben. Für seine allenfalls 

unsubstanziierte und wenig persönliche Erzählung seien kulturelle Gründe 

verantwortlich.  

5.2.4 Entgegen den fehlerhaften Protokollangaben habe die Hochzeit im 

kleinen Rahmen stattgefunden und deshalb keine Aufmerksamkeit auf sich 

gezogen. Statt der im Protokoll erwähnten dreihundert Hochzeitsgäste, 

seien tatsächlich lediglich dreissig Personen anwesend gewesen. Die zü-

gige Verheiratung noch vor der Ausreise des Beschwerdeführers sei ins-

besondere deshalb notwendig gewesen, weil eine alleinstehende, bloss 

verlobte Frau in Afghanistan kaum Rechte habe und diskriminiert würde. 

5.2.5 Aufgrund der prekären Sicherheitslage in Afghanistan könne der Be-

schwerdeführer bei der Verfolgung durch die Taliban nicht mit der Hilfe der 

afghanischen Sicherheitsbehörden rechnen. Weil er bei seiner Rückkehr 

den Taliban somit schutzlos ausgeliefert wäre, sei seine Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. 

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Asylvorbringen des Beschwer-

deführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG 

nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab auf die aus-

führlichen und zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist 

(vgl. vorstehend E. 5.1).  

6.1.1 Das SEM hat insbesondere zu Recht festgehalten, dass es dem vor-

getragenen Ablauf der Dinge an Nachvollziehbarkeit fehle. Unplausibel und 

realitätsfremd erscheint in der Tat, dass den Taliban seit Beginn ihrer Dro-

hungshandlungen gegenüber dem Beschwerdeführer im (…) 2013 bis zu 

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seiner Ausreise im (…) 2015 kein einziges Mal eine direkte Konfrontation 

des Beschwerdeführers gelungen sein soll. Erfahrungsgemäss ist bei ei-

nem tatsächlichen Verfolgungsinteresse davon auszugehen, dass sie den 

Aufenthaltsort des Beschwerdeführers schon viel eher herausgefunden 

hätten. Alleine die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit Erhalt der 

ersten Morddrohung (in Briefform) angeblich rund vier Monate bis zu seiner 

Ausreise wie gewohnt seiner Arbeit habe nachgehen können – auch wenn 

angeblich unter Einhalten von Sicherheitsmassnahmen –, lässt erhebliche 

Zweifel am Wahrheitsgehalt dieses Vorbringens aufkommen.  

6.1.2 Realitätsfremd erscheint zudem, dass der Beschwerdeführer über 

eine allfällige Gefährdung seiner Arbeitskollegen – das Verfolgungsmotiv 

der Taliban wäre die Tätigkeit bei dieser Firma gewesen – keine Kenntnis 

verfüge, weil ein Austausch unter den Arbeitern über ihre Bedrohungs- 

situationen nicht üblich sei. Vielmehr wäre in einer solchen Lage von einer 

gegenteiligen Verhaltensweise auszugehen. Die vom Beschwerdeführer 

vorgetragene Bedrohung erscheint vor diesem Hintergrund als nicht glaub-

haft. Wäre der Beschwerdeführer den Taliban tatsächlich ein Dorn im Auge 

gewesen, wären sie mit Sicherheit anders vorgegangen und hätten ihn be-

reits lange Zeit vor seiner Ausreise gefangengenommen oder angegriffen. 

Der Umstand, dass dies nicht geschehen ist, lässt die geltend gemachte 

Gefährdung als unwahrscheinlich erscheinen.  

6.1.3 Im Weiteren sind – mit Verweis auf die entsprechenden vorinstanzli-

chen Erwägungen – auch die Ausführungen des Beschwerdeführers zu 

den Umständen seiner Ausreise und insbesondere zu seiner Hochzeit, die 

unmittelbar vor seiner Ausreise stattgefunden haben soll, als unglaubhaft 

zu qualifizieren. Es erscheint höchst realitätsfremd, dass der Beschwerde-

führer in Zeiten der Angst und Bedrohung eine Hochzeitsfeier mit dreihun-

dert geladenen Gästen veranstaltet. Der Hinweis in der Beschwerde auf 

einen angeblichen Protokollfehler (es seien dreissig nicht dreihundert 

Gäste gewesen), überzeugt nicht und ist als nachgeschoben zu beurteilen, 

zumal der Beschwerdeführer anlässlich der Rückübersetzung am Ende der 

Anhörung die Richtigkeit seiner Aussagen bestätigt hatte. 

6.1.4 Die Schilderung der letzten Monate vor der Ausreise muss – auch im 

Vergleich zu den Vorbringen anderer Asylsuchenden in ähnlicher persönli-

cher Situation wie der Beschwerdeführer – insgesamt tatsächlich als wenig 

substanziiert qualifiziert werden. Soweit er zur Erklärung für das Fehlen 

von Realitätskennzeichen seinen kulturellen Hintergrund ins Spiel bringt, 

der es ihm verunmöglicht habe, seine Emotionen gegenüber Angestellten 

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Seite 9 

des SEM zu zeigen, vermag dies das Gericht unter den gegebenen Um-

ständen nicht zu überzeugen. 

6.1.5 Die beiden beim SEM eingereichten Drohbriefe lassen bei der ge-

schilderten Aktenlage nicht auf eine Behandlung schliessen, die asylbe-

achtlichen Nachteilen gleichkäme, sofern es sich überhaupt um authenti-

sche Dokumente handeln sollte. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

kann diesbezüglich im Wesentlichen auf die entsprechenden Erwägungen 

der Vorinstanz verwiesen werden. Diesen Beweismitteln ist demnach ein 

sehr geringer Beweiswert zuzuerkennen.  

6.1.6 Schliesslich sind auch die übrigen Vorbringen in der Beschwerde und 

die damit eingereichten SFH-Berichte nicht geeignet, die angefochtene 

Verfügung in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.  

6.2 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschwerde-

führer keine asylrechtlich relevanten Verfolgungsgründe im Sinne von 

Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft machen konnte, weshalb das Vorliegen einer 

begründeten Furcht vor Verfolgung zu verneinen ist. Die Vorinstanz hat da-

her zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch ab-

gelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

  

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8.2 Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 2. August 2017 die vor-

läufige Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz angeordnet hat, 

erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Zulässigkeit, Zu-

mutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. Die vorläufige Auf-

nahme tritt mit dem vorliegenden Entscheid formell in Kraft. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung sind – ungeachtet der Frage der prozessualen Be-

dürftigkeit des Beschwerdeführers – abzuweisen, weil die Rechtsbegehren 

als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu qualifizieren sind. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

Markus König Lhazom Pünkang