# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b73e1214-7d14-5a41-9f5d-48eb0f641713
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 30.06.2020 SB190407
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190407_2020-06-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB190407-O/U/as 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichterin lic. iur. Keller sowie der Gerichts-

schreiber MLaw Orlando 

 

Urteil vom 30. Juni 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

ab 9. Juli 2020 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

bis 8. Juli 2020 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt MLaw T. Candrian,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 
B._____ [Bank],  
Privatklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend versuchte Erpressung etc.   
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
19. Juni 2019 (DG190018) 
 
 

  

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 11. Januar 

2019 (Urk. 10301001) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 37) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

− der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen versuchten Verletzung des Geschäftsgeheimnisses im 

Sinne von Art. 162 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

− des mehrfachen versuchten Vergehens gegen das Bundesgesetz über 

die Banken und Sparkassen im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. a aBankG 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, un-

ter Anrechnung von einem Tag Untersuchungshaft, sowie mit einer Geld-

strafe von 90 Tagessätzen zu CHF 330. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.  

4. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

vom 19. November 2018 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezo-

gen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung 

überlassen: 

− 1-seitige handschriftliche Notiz "…" (Asservat Nr. A011'872'938), 
− 3-seitige "Vergleichsvereinbarung zwischen C._____ und der B._____ 

betreffend Privatkonto, Wertschriftendepot und Vertriebsentschädigun-
gen" (Asservat Nr. A011'872'938) sowie 

− 3-seitiges "Protokoll Führungssitzung WA Private Banking International 
der B._____" (Asservat-Nr. A011'872'938). 

- 4 - 

5. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

vom 19. November 2018 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Be-

schuldigten auf erstes Verlangen hin bis spätestens 3 Monate nach Eintritt 

der Rechtskraft herausgegeben: 

− Diverse Akten zu B._____, Agenda (Asservat Nr. A011'872'938; mit 
Ausnahme der unter Disp.-Ziff. 4 genannten Dokumente), 

− Sichtmappe rot mit Adressen etc. (Asservat Nr. A011'872'949) sowie 
− Taschenagenda (Asservat Nr. A011'872'950). 

Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände der Lager-

behörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

6. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 

19. November 2018 beschlagnahmte, elektronisch gespeicherte und durch 

den Dienst IT-Operationen, Digitale Forensik (ITO-DF) der Kantonspolizei 

Zürich gesicherte Datenbestand unter der Referenz-Nummer 0690-2018 

wird eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur 

Vernichtung überlassen.  

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:  

CHF 5'100.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 18'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

CHF 1'580.00   Auslagen (Polizei) 

CHF 9'639.15   Entschädigung amtliche Verteidigung 
 
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens inklusive 

diejenigen der amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten auferlegt. 

9. Rechtsanwalt lic. iur. X3._____ wird für seine Bemühungen und Barausla-

gen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 9'639.17 (inkl. 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

10. [Mitteilungen] 

- 5 - 

11. [Rechtsmittel] 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 60 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei freizusprechen vom Vorwurf der versuchten Er-

pressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte sei für die mehrfach versuchte Verletzung des Ge-

schäftsgeheimnisses und die mehrfach versuchte Verletzung des 

Bankgeheimnisses zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 60 Tagessät-

zen zu CHF 50.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe sei bedingt aufzuschieben und dem Be-

schuldigten eine Probezeit von 2 Jahren anzusetzen. 

4. Die Kosten des Vor- und Hauptverfahrens seien dem Beschuldigten le-

diglich zu einem Drittel aufzuerlegen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:  

(Urk. 61 S. 1) 

1. Dispositiv Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 19.06.2019 

sei wie folgt (teilweise) abzuändern: 

Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen 

- der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 2 StGB 

 - der mehrfachen Verletzung des Geschäftsgeheimnisses im 

Sinne von Art. 162 Abs. 1 StGB 

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 - des mehrfachen Vergehens gegen das BG über die Banken 

und Sparkassen im Sinne von Art. 47 Abs. 1 lit. a aBankG. 

2. Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 19.06.2019 

sei wie folgt (teilweise) abzuändern: 

Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, unter 

Anrechnung der erstandenen Haft, sowie mit einer Geldstrafe von 120 

Tagessätzen zu CHF 330.– zu bestrafen. 

3. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19.06.2019 

zu bestätigen und die Berufung des Berufungsklägers abzuweisen. 

_____________________________ 

 

  

- 7 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang  

1. Das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

9. Abteilung, vom 19. Juni 2019 wurde den Parteien nach durchgeführter Haupt-

verhandlung am selben Tag mündlich eröffnet und im Dispositiv mitgeteilt (Prot. I 

S. 9 ff. und Urk. 21). Der Beschuldigte meldete innert Frist Berufung an (Urk. 23), 

worauf die begründete Ausfertigung des Urteils (Urk. 37) den Parteien am 21. 

resp. 22. August 2019 zugestellt wurde (Urk.  36/1-4). 

2. Die Berufungserklärung des Beschuldigten vom 4. September 2019 erfolgte 

rechtzeitig (Urk. 39). Innert angesetzter Frist erhob die Staatsanwaltschaft III des 

Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Anschlussberufung (Urk. 44), 

wohingegen die Privatklägerin auf eine solche verzichtete (Urk. 45).  

3. Die Parteien wurden zur mündlichen Berufungsverhandlung auf 30. Juni 

2020 vorgeladen (Urk. 49), zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines er-

betenen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, Staatsanwalt MLaw Thomas 

Candrian als Vertreter der Anklagebehörde und Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

sowie Frau D._____ für die Privatklägerin erschienen (Prot. II S. 4). Das Verfah-

ren erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales  

1. Teilrechtskraft 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; 

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Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit 

Hinweisen).  

2. Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung den Schuldspruch wegen ver-

suchter Erpressung, die Strafe und die Kostenauflage an (Dispositivziffern 1 ali-

nea 1, 2 und 8). Die Staatsanwaltschaft ihrerseits ficht mit der Anschlussberufung 

die Schuldsprüche betreffend die Verletzung des Geschäftsgeheimnisses und das 

Vergehen gegen das Bankengesetz sowie die Sanktion an (Dispositivziffer 1 ali-

nea 2 und 3 sowie Ziffer 2). Ihre Anschlussappellation richtet sich gegen die recht-

liche Würdigung der Taten als Versuch. Schliesslich gilt der Vollzug der Sanktion 

infolge des engen Zusammenhangs mit dem Strafmass als mitangefochten (Dis-

positivziffer 3). Das vorinstanzliche Urteil bleibt somit nur bezüglich der Dispositiv-

ziffern 4 bis 6 (Beschlagnahmungen von Beweismitteln) sowie 7 und 9 (Kosten-

festsetzung und Entschädigung amtliche Verteidigung) unangefochten. Es ist in-

soweit in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO), was vorab in einem Beschluss 

festzustellen ist. 

Als Gegenstand des Berufungsverfahrens verbleiben somit sämtliche Tatvorwürfe 

(Schuldpunkt) und die Strafzumessung.  

2. Rückweisungsantrag 

1. Vorfrageweise beantragt der amtliche Verteidiger gestützt auf Art. 409 

Abs. 1 StPO die Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz wegen wesentli-

cher Mängel des Verfahrens (Urk.54/3; Prot. II S. 36 u. 37). Er begründet den An-

trag hauptsächlich mit einer ungenügenden Verteidigung des Beschuldigten an-

lässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung durch seinen damaligen amtlichen 

Verteidiger. Diese habe keine Ergänzung der Beweismittel verlangt, nicht zu den 

vorhandenen Stellung genommen und habe sich inhaltlich nicht mit dem Anklage-

sachverhalt auseinandergesetzt (Urk. 54/3 S. 2 f. und S. 6). Ausserdem habe sich 

das einzige zum Vorwurf der versuchten Erpressung vorgetragene Argument zur 

Verteidigung als halt- und wirkungslos erwiesen und der damalige amtliche Ver-

teidiger habe keine Eventualanträge zur Strafzumessung gestellt, obwohl der Be-

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schuldigte die ihm vorgeworfene Verletzung von Geschäfts- und Bankkundenge-

heimnissen nicht bestritten habe (Urk. 54/3 S. 4 und 6). 

2. Die Staatsanwaltschaft beantragte der Antrag auf Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz sei abzuweisen (Urk. 54/3). 

3.1. Gemäss Art. 409 StPO hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil 

auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur 

Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück, wenn das 

erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungsverfah-

ren nicht geheilt werden können, wobei das Berufungsgericht bestimmt, welche 

Verfahrenshandlungen zu wiederholen oder nachzuholen sind. Eine solche 

Rückweisung kommt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch nur 

absolut ausnahmsweise in Betracht und namentlich bei derart schwerwiegenden 

Mängeln des erstinstanzlichen Verfahrens, in denen die Rückweisung zur Wah-

rung der Parteirechte unumgänglich ist (BGE 143 IV 408 E. 6.1 m.H. und Urteil 

6B_422/ 2017 vom 12. Dezember 2017 E.3.3.2). Fehlerhafte Beweisabnahmen in 

der Untersuchung oder vor erster Instanz stellen hingegen keine wesentlichen 

Verfahrensfehler im Sinne von Art. 409 StPO dar, da das Gesetz explizit die Mög-

lichkeit einer nachträglichen Heilung vorsieht (BGE 143 IV 408 E. 6.3.2 m.H.). 

3.2. Die Bestimmungen von Art. 29 Abs. 3 BV, Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 3 

lit. c EMRK garantieren den Anspruch des Beschuldigten auf sachkundige, enga-

gierte und effektive Wahrnehmung seiner Parteiinteressen. Nach der in Art. 128 

StPO kodifizierten Grundregel ist die Verteidigung in den Schranken von Gesetz 

und Standesregeln allein den Interessen der beschuldigten Person verpflichtet. 

Die Verteidigung muss die Interessen der Beschuldigten in ausreichender und 

wirksamer Weise wahrnehmen und die Notwendigkeit prozessualer Massnahmen 

im Interesse der Angeschuldigten sachgerecht und kritisch abwägen. Die Be-

schuldigten haben Anspruch auf eine sachkundige, engagierte und effektive 

Wahrnehmung ihrer Parteiinteressen. Die Strafbehörden ihrerseits haben gemäss 

den in Art. 3 StPO festgeschriebenen Grundsätzen des Strafverfahrensrechts für 

ein faires Strafverfahren zu sorgen und eine genügende Verteidigung zu gewähr-

leisten. Wird von den Behörden untätig geduldet, dass der amtliche Verteidiger 

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seine anwaltlichen Berufs- und Standespflichten zum Nachteil der beschuldigten 

Person in schwerwiegender Weise vernachlässigt, kann darin eine Verletzung der 

von Verfassung und EMRK gewährleisteten Verteidigungsrechte liegen (BGE 138 

IV 161 E. 2.4; 131 I 185 E. 3.2.3; je mit Hinweisen). Die richterliche Fürsorge-

pflicht gebietet dem Gericht im Falle einer offenkundig ungenügenden Verteidi-

gung, den amtlichen Verteidiger zu ersetzen, und bei einer privaten Verteidigung 

einzuschreiten sowie nach der Aufklärung der Angeschuldigten über ihre Verteidi-

gungsrechte das zur Gewährleistung einer genügenden Verteidigung Erforderli-

che vorzukehren (BGE 131 I 350 E. 4.1 und 4.2; 124 I 185 E. 3.b). Der Behörde 

kann indes nicht die Verantwortung für jegliches Versäumnis auferlegt werden. 

Die Verteidigungsführung obliegt im Wesentlichen der beschuldigten Person und 

ihrem Verteidiger. Diesem steht in der Ausgestaltung der Prozessführung ein er-

hebliches Ermessen zu (BGE 126 I 194 E. 3d; Urteile des Bundesgerichts 

6B_909/2018 vom 23. Januar 2019 E. 1.2; 6B_307/2016 vom 17. Juni 2016 E. 2.2 

und 2.3.4; je mit Hinweisen). Als schwere Pflichtverletzung fällt nur sachlich nicht 

vertretbares bzw. offensichtlich fehlerhaftes Prozessverhalten der Verteidigung in 

Betracht, sofern die beschuldigte Person dadurch in ihren Verteidigungsrechten 

substanziell eingeschränkt wird. Ein solcher eklatanter Verstoss gegen allgemein 

anerkannte Verteidigerpflichten liegt etwa vor bei krassen Frist- und Terminver-

säumnissen, Fernbleiben an wichtigen Zeugeneinvernahmen, mangelnder Sorg-

falt bei der Vorbereitung von Einvernahmen und anderen Prozesshandlungen o-

der fehlender Vorsorge für Stellvertretungen (BGE 143 I 284 E. 2.2.2 f.; 120 Ia 48 

E. 2.c/d; Urteile des Bundesgerichts 6B_909/2018 vom 23. Januar 2019 E. 1.2; 

6B_28/2018 E. 8.3; 6B_307/2016 vom 17. Juni 2016 E. 2.2; je mit Hinweisen). 

4.1. Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern sich anhand des vorinstanzlichen 

Plädoyers eine mangelhafte Verteidigungsleistung des damaligen amtlichen Ver-

teidigers ergeben soll. Wie sowohl aus dem erstinstanzlichen Urteil als auch aus 

den diesbezüglichen Plädoyernotizen der Verteidigung hervorgeht, hat der dama-

lige Verteidiger Einwände gegen die rechtliche Würdigung in Bezug auf die ver-

suchte Erpressung erhoben (Urk. 19 S. 4 f.), hat die Vorinstanz dazu einlässlich 

Stellung genommen (Urk. 37 S. 24-26) und ist gar teilweise den Vorbringen ge-

folgt, so bezüglich der Frage der einfachen oder mehrfachen Tatbegehung. Inwie-

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fern der damalige amtliche Verteidiger mit seinem Antrag auf Freispruch und der 

vorgebrachten Begründung eine nicht alleine auf die Entlastung des Beschuldig-

ten gerichtete Interessenvertretung vorgenommen haben soll, erschliesst sich 

nicht. Ein sachlich nicht vertretbares, respektive offensichtlich fehlerhaftes, Pro-

zessverhalten der Verteidigung ist nicht ersichtlich. Ebenso wenig liegt ein sol-

ches in Bezug auf die Vorwürfe der Geheimnisverletzungen vor, zumal der Be-

schuldigte diese nicht bestritt, wie selbst der aktuelle amtliche Verteidiger ein-

räumt (Urk. 54/3 S. 4).  

Dem Verteidiger ist zudem in der Prozessführung ein erhebliches Ermessen zu-

zugestehen (Urteil 6B_172/2011 vom 23. Dezember 2011 E. 1.3.2). Grundsätzlich 

ist auch nicht zu beanstanden, wenn sich die Verteidigung, die ihren Hauptantrag 

auf Freispruch nicht mit Ausführungen über das Strafmass für den Fall einer Ver-

urteilung schwächen will (sog. Verteidigerdilemma), in ihrem Plädoyer auf Ausfüh-

rungen zum Schuldpunkt beschränkt und darauf verzichtet, in einem Eventual-

standpunkt zur Strafzumessung Stellung zu nehmen. Dies gilt jedenfalls, wenn 

der Verzicht auf Ausführungen zum Strafpunkt für alle Verfahrensbeteiligten er-

kennbar auf einer durchdachten und klar umrissenen Verteidigungsstrategie be-

ruht. Von einer offenkundigen und schwerwiegenden Vernachlässigung der Ver-

teidigerpflichten kann in einem solchen Fall nicht die Rede sein (Urteile des Bun-

desgerichts 6B_172/2011 vom 23. Dezember 2011 E. 1.3.2; 6B_100/2010 vom 

22. April 2010 E. 3.1 [übersetzt in: Pra 2010 Nr. 104 S. 708]). In casu verfolgte die 

damalige Verteidigung des Beschuldigten vor Vorinstanz ganz offensichtlich die 

Strategie eines vollumfänglichen Freispruchs. In Anbetracht des Umstandes, dass 

der Vorwurf der versuchten Erpressung bei einer allfälligen Verurteilung im Hin-

blick auf das Strafmass das klar schwerwiegendere Delikt darstellte, ist es der 

Verteidigung nicht zu verdenken, wenn sie im Interesse des Beschuldigten ganz 

auf Ausführungen zur Strafzumessung verzichtete. Ein eklatanter Verstoss gegen 

allgemein anerkannte Verteidigerpflichten liegt nicht vor, zumal die Berufungs-

instanz hinsichtlich des Strafpunktes über umfassende Kognition verfügt und eine 

solche im Falle des Schuldspruchs von Amtes wegen selbst vorzunehmen hat. 

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4.2. Das hat zur Folge, dass das vorinstanzliche Gericht aufgrund seiner Fürsor-

gepflicht nicht eingreifen musste, da eine offensichtliche krasse Pflichtverletzung 

des Verteidigers in dieser Konstellation gerade fehlte. Damit fällt auch eine Rück-

weisung an das Bezirksgericht Zürich nicht in Betracht, da das vorinstanzliche 

Verfahren nicht an einem derart schwerwiegenden Mangel leidet, der nicht durch 

die Rechtsmittelinstanz geheilt werden könnte. Im Gegenteil spricht der Grund-

satz des Beschleunigungsgebots und der Umstand der vorliegenden uneinge-

schränkten Kognition der Rechtmittelinstanz gegen eine Rückweisung des Ver-

fahrens. Das trifft auch bezüglich allfälliger Beweisanträge zu, zumal im Rechts-

mittelverfahren erneut – auch neue – Beweisanträge gestellt werden können und 

sich die Parteivertreter nochmals vollumfänglich zur Sache äussern können. Von 

einer Rückweisung an die Vorinstanz ist unter diesen Umständen abzusehen. 

Ferner sei darauf hingewiesen, dass die Ausführungen der Verteidigung im Zu-

sammenhang mit sprachlichen Mängeln im Plädoyer der vormaligen amtlichen 

Verteidigung sowie weitere in diesem Zusammenhang ergangene Mutmassungen 

unter dem Titel der nichtwirksamen Verteidigung unangebracht und in keiner Wei-

se weiterführend sind (Urk. 54/3 S. 4 N 6). 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A) Vorbemerkungen zum Beweisverfahren 

1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-

halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-

mente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen.  

Betreffend die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung und die Ausführun-

gen zur Glaubwürdigkeit der Aussagenden kann zur Vermeidung unnötiger Wie-

derholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 37 S. 11-15) 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). In Bezug auf den Grundsatz der Un-

schuldsvermutung (Art. 10 StPO) ist ergänzend bzw. präzisierend zum vorinstanz-

lichen Urteil auf die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts zur aus Art. 32 

Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK ver-

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ankerten Maxime "in dubio pro reo" (Unschuldsvermutung) hinzuweisen: Danach 

findet der In-dubio-Grundsatz keine Anwendung auf die Frage, welche Beweismit-

tel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind. Deshalb stellt 

das Gericht bei sich widersprechenden Beweismitteln nicht unbesehen auf den für 

den Beschuldigten günstigeren Beweis ab (Urteil des Bundesgerichts BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3.1 mit Hinweisen). Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der 

Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird 

aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen 

sind (Anzeichen, Hilfstatsachen), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserheb-

liche Tatsache geschlossen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Feb-

ruar 2014 E. 3.3. mit Hinweisen). Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis 

gleichwertig. Indizien sind sogar unentbehrlich zur Aufdeckung innerer Tatsachen 

wie des Vorsatzes. Es ist zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indi-

zien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit 

auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel of-

fen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu 

schliessen (Urteil des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 

2.8 mit Hinweisen auf Kommentierung und Rechtsprechung). Der Indizienprozess 

als solcher verletzt gemäss Bundesgericht somit weder die Unschuldsvermutung 

noch die aus ihr abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet 

auf das einzelne Indiz keine Anwendung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 mit Hinwei-

sen; Urteile des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8; 

6B_291/2016 vom 4. August 2016 E. 2.1 und 6B_527/2014 vom 26. September 

2014 E. 2.1). 

2. Die einzelnen im Recht liegenden Beweismittel (Urk. 37 S. 7-9) wurden 

ebenso wie die zusammengefassten Aussagen der Befragten im angefochtenen 

Urteil zutreffend wiedergegeben (Urk. 37 S. 15-17, S. 20 f.), worauf ebenfalls vor-

ab verwiesen werden kann.  

Auf die einzelnen im Recht liegenden Beweismittel, welche die Vorinstanz auch in 

ihre Würdigung einbezogen hat, wird in den nachfolgenden Erwägungen – soweit 

für die Urteilsfindung relevant – zurückzukommen sein. Dabei ist schon an dieser 

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Stelle festzuhalten, dass aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs zwar die 

Pflicht zur Berücksichtigung rechtzeitig und formrichtig gestellter Beweisanträge 

folgt, dies indessen nicht bedeutet, dass sämtliche angebotenen Beweise abge-

nommen werden müssen. Auch auf die Argumente des Beschuldigten oder des-

sen Verteidigung ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen einzugehen. 

Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behaup-

tung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; vielmehr kann es sich 

auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_259/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 1.2 mit Hinweisen). 

B) Anklagepunkt 1: Erpressung (Versuch) 

3. Anklagevorwurf 

Zusammengefasst wird dem Beschuldigten in der Anklageschrift vom 11. Januar 

2019 vorgeworfen, er habe als Relationship Manager Private Banking Internatio-

nal im Team … Deutschland im Range eines Direktors der B._____ (B._____) in 

Gesprächen mit Organen bzw. Mitarbeitern der B._____ zwischen dem 6. und 

dem 10. September 2018 damit gedroht, die von ihm über Unregelmässigkeiten 

der B._____ angelegte Dokumentation Dritten, darunter der deutschen Bundes-

anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Eidgenössischen Fi-

nanzmarktaufsicht (FINMA) zukommen zu lassen, sofern ihm die B._____ nicht 

innert kurzer Frist die Summe von fix Fr. 500'000.– leiste. Den Entschluss dazu 

habe der Beschuldigte gefasst, nachdem er nicht länger für die B._____ habe ar-

beiten wollen. Auf diese Geldzahlung habe der Beschuldigte unter keinem Titel 

einen Anspruch gehabt. Auch sein Arbeitsvertrag sei keine Grundlage dazu ge-

wesen, erst recht nicht, da er diesen mit Kündigungsschreiben vom 6. September 

2018 selbst gekündigt habe. Mit dieser unzulässigen Androhung der Offenlegung 

seiner Dokumentation an Dritte habe er sich zulasten der B._____ ungerechtfer-

tigt bereichern wollen, jedoch sei nach Beginn der Tat der zur Vollendung gehö-

rende Erfolg nicht eingetreten, weil die B._____ den geforderten Geldbetrag von 

Fr. 500'000.– nicht bezahlt habe (Urk. 10301001 ff.). Die Staatsanwaltschaft wirft 

dem Beschuldigten eine mehrfache Deliktsbegehung vor, da er zwar grundsätz-

lich einen einmaligen Willensentschluss gefasst, diesen jedoch in jedem Ge-

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spräch mit den drei Personen neu aktiviert und gegenüber E._____ gar die Droh-

kulisse erweitert habe (Urk. 18 S. 10 f.). 

4. Vorinstanz 

Die Vorinstanz hielt entgegen der Anklage dafür, dass es sich vorliegend trotz 

dreier Gespräche, anlässlich welcher der Beschuldigte mit der Weitergabe der 

Dokumentation über die von ihm bemängelten Bankinterna gedroht habe, um ei-

nen einheitlichen Willensentschluss gehandelt habe und alle Gespräche von die-

sem getragen seien, weshalb sie den Beschuldigten statt der mehrfachen ledig-

lich der einfachen Tatbegehung schuldig sprach (Urk. 37 S. 24, 27 und 50).  

Da dieser Schuldspruch lediglich vom Beschuldigten angefochten wurde und die 

Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung nicht auf diesen Punkt ausdehnte 

(Urk. 61), ist zufolge des Verschlechterungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 

die Berufungsinstanz auf die Prüfung der einfachen Tatbegehung beschränkt. Es 

muss daher vorliegend offen bleiben, ob nicht eine mehrfache Deliktsbegehung 

vorliegt, nachdem der Beschuldigte am 6. September 2018 tatsächlich nachei-

nander zu zwei Bankmitarbeitern ging (um 16.15 Uhr zu F._____ [Urk. 50201004], 

danach zwischen 17.00 und 18.00 Uhr zu G._____ [Urk. 50201035]), ohne dass 

diese vom jeweils anderen Gespräch Kenntnis hatten und nur die Telefongesprä-

che mit E._____ effektiv durch die Mitteilung seitens F._____ ausgelöst worden 

sind (Urk. 50201011, 50201017 und 50201003). 

5. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte bestreitet den Anklagesachverhalt, indem er geltend macht, er 

habe einen (arbeits-)rechtlichen Anspruch auf die von ihm geforderte Summe von 

Fr. 500'000.– für die totale Kompensation der beruflichen Wiedereingliederung, 

entsprechend zwei Jahreslöhnen. Infolge des gesundheitlich und vom Arbeitsstil 

her nicht mehr zumutbaren Arbeitsverhältnisses habe er seine Stelle bei der 

B._____ gekündigt, woraus ihm Schaden entstanden sei, da er sich habe kom-

plett neu orientieren müssen und sich bewusst gewesen sei, dass seine Zukunft 

auf der Bank beendet sei (Prot. I S. 8 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

äusserte sich der Beschuldigte dahingehend, dass er nie einen Konnex zwischen 

- 16 - 

der Forderung von Fr. 500'000.– und der Aufarbeitung der Missstände in der 

Bank hergestellt habe (Prot. II S. 18, S. 25). Die Verteidigung bestreitet im We-

sentlichen den von der Staatsanwaltschaft behaupteten Konnex zwischen einer 

Anzeige bei der Finanzmarktaufsicht (nachfolgend: FINMA) und der Deutschen 

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (nachfolgend: BaFin) und der 

vom Beschuldigten gestellten Forderung von Fr. 500'000.–. Die Verknüpfung des 

vom Beschuldigten geäusserten Verzichts auf eine Anzeige und der Forderung, 

die B._____ müsse dem Beschuldigten Fr. 500'000.– bezahlen, gehe auf ein 

Missverständnis des Bankratspräsidenten zurück. Dieser habe nicht realisiert, 

dass es sich bei der Entschädigungsforderung um separate, auf arbeitsrechtli-

chen Grundlagen beruhende Ansprüche des Beschuldigten gehandelt habe. Nach 

der Vorstellung des Beschuldigten sei der Verzicht auf eine Anzeige der Bank bei 

den Aufsichtsbehörden einzig davon abhängig gewesen, ob die Bank die Miss-

stände seriös abkläre und den Sachverhalt selbst aufarbeite (Urk. 60 S. 11, S. 18, 

S. 19). 

6. Sachverhaltsfeststellung 

Die Vorinstanz nahm eine sorgfältige und nachvollziehbare Beweiswürdigung vor, 

die überzeugt (Urk. 37 S. 15-20) und welche daher vollumfänglich dem vorliegen-

den Urteil zugrunde gelegt werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Nachfolgende 

Darstellung versteht sich als Zusammenfassung und teilweise Ergänzung. 

1. Es ist ihr insbesondere auch darin zu folgen, dass die Aussagen der Aus-

kunftspersonen F._____, Präsident des Bankrates der B._____, von G._____, di-

rekter Vorgesetzter des Beschuldigten, und E._____, General Counsel der 

B._____, als glaubhaft zu qualifizieren sind, da sie in sich konsistent sind und un-

tereinander sowie mit den erstellten Aktennotizen übereinstimmen. Dass die 

handschriftliche Notiz von F._____ aufgrund ihrer Unmittelbarkeit besonders au-

thentisch und aussagekräftig ist, trifft ebenfalls zu. Dagegen erscheinen die Aus-

sagen des Beschuldigten hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen seiner For-

derung und einer internen Aufarbeitung der von ihm gemeldeten Missstände bzw. 

zwischen seiner Forderung und einer angeblichen Abgangsentschädigung als un-

glaubhaft und stehen im Widerspruch zu den übrigen übereinstimmenden Aussa-

- 17 - 

gen der Auskunftspersonen sowie der Daten aus dem Extraktionsbericht des 

iPhones. Mit der Vorinstanz ist dem Urteil als erstellt zugrunde zu legen, dass der 

Beschuldigte die Bekanntmachung von Erträgen der von der Bank seiner Ansicht 

nach illegal akquirierten Kunden und weiteren Regelverstössen in seiner Abtei-

lung in Bezug auf deutsche Kunden gegenüber der schweizerischen und deut-

schen Bankenaufsicht ankündigte und sich davon überzeugt zeigte, dass dies ei-

nen grossen Knall auslösen werde, der das Image der Staatsbank massiv angrei-

fen werde.  

2. Es ist der Vorinstanz auch darin zu folgen, dass sich aus den glaubhaften 

und übereinstimmenden Aussagen der Auskunftspersonen und der Aktennotizen 

zweifelsfrei ergibt, dass der Beschuldigte sein Stillschweigen über die von ihm kri-

tisierten internen Missstände von der Zahlung der durch ihn geforderten 

Fr. 500'000.– abhängig machte. Dies wird in der Tat gestützt durch die SMS-

Nachrichten des Beschuldigten an seine Ehefrau. Diese widerspiegeln einerseits 

seine Gedanken vor der Tat und belegen die Forderung des verlangten Betrages 

sowie die Androhung eines Riesenskandals (Urk. 37 S. 19 f.). Sie bekräftigen 

aber auch die Aussage der Auskunftsperson E._____ (Urk. 502010188) und ma-

chen diese umso glaubhafter, als die von ihm in der Aktennotiz vom 10. Septem-

ber 2018 festgehaltene, nicht alltägliche und daher sehr authentische und indivi-

duelle Formulierung des Beschuldigten, dass die "Kanonen stehen" würden 

(Urk. 60101022), exakt mit dessen eigener Wortwahl im SMS vom 6. September 

2018 an seine Ehefrau übereinstimmt (Urk. 30101097). Zudem sagte der Be-

schuldigte in der ersten Einvernahme selbst aus, er habe E._____ gesagt, dass 

Geld nicht seine primäre Absicht und der Betrag eine Diskussionsbasis gewesen 

sei (Urk. 501010009), was ein starkes Indiz dafür darstellt, dass nicht nur die Auf-

arbeitung der kritisierten Missstände, sondern auch der Erhalt des Geldes durch 

die Bank ein klares Ziel des Beschuldigten war. Der SMS-Chatverlauf zeigt aus-

serdem eindeutig auf, dass der Beschuldigte am 6. September 2018 mit der 

B._____ als Arbeitgeberin abschliessen wollte, weil er nicht mehr zufrieden war: 

"Danke, das hat keine Zukunft hier"; "Ich kann das nicht mehr länger hinnehmen, 

ich fordere Fr. 500'000.– !!!"; "Ich denke, heute wird mein letzter off. Arbeitstag 

sein!!!"; "Nach diesem Mittagessen reicht es mir, Ende Feuer!!! Jetzt kommen die 

- 18 - 

Kanonen von Navarone!!!" (Urk. 30101097); "Heute schreibe ich die Kündigung, 

er war paff!!!" (Urk. 30101096).  

3. Der Vorinstanz ist ebenfalls darin zu folgen, dass das Behändigen und Foto-

grafieren der Dokumente sowie die SMS-Nachrichten an seine Ehefrau auf eine 

geplante Tat schliessen lassen (Urk. 37 S. 20). Entsprechend schrieb die Ehefrau 

dem Beschuldigten in Bezug auf dessen Termin vom 6. September 2018 bei 

F._____ "Opsla… Bin ja gespannt!" und "Du machst das Richtige und wirst alles 

bestens machen…" (Urk. 30101098) oder "Was auch rauskommt, Du hast meine 

vollste Unterstützung!" bzw. auch "[…] Du weisst was Du machst und Du kannst 

reden. ich vertraue DIR" und nach dem SMS betreffend die Kanonen von Nava-

rone: "Go for it!" (Urk. 30101097). Für eine geplante Tat spricht zudem, dass sich 

der Beschuldigte nach eigener Aussage durch einen Rechtsanwalt einer Rechts-

schutzversicherung in Bezug auf seinen arbeitsrechtlichen Anspruch bereits in der 

zweiten Augusthälfte 2018 hat beraten lassen (Urk. 50101008; 50101014; 

50101018; 50101020; Urk. 50101036). Die genannten SMS drängen zudem den 

Schluss auf, dass der Beschuldigte sein Vorgehen nicht nur plante, sondern auch 

mit seiner Ehefrau besprochen hatte, die ihn darin unterstützte und sein Vorgehen 

guthiess. Solches sagte er selbst aus (Urk. 50101034) und äusserte dies aber 

auch gegenüber seinem direkten Vorgesetzten, welcher angab, der Beschuldigte 

habe ihm gegenüber finanzielle Schwierigkeiten verneint und auf entsprechende 

Frage geantwortet, er habe das von ihm geplante Vorgehen ausgiebig mit seiner 

Frau besprochen (Urk. 50201036). Auf diese Aussage der Auskunftsperson ist 

ohne weiteres abzustellen, zumal sich auch deren übrige Aussagen als mit dem 

Untersuchungsergebnis übereinstimmend und daher als glaubhaft erwiesen. 

4. Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen der Auskunftspersonen und ih-

rer sich damit deckenden Aktennotizen wird deutlich, dass der Beschuldigte mit 

seiner Bekanntgabe, er werde die Missstände an die deutsche und die schweize-

rische Aufsichtsbehörde melden, die kontaktierten Bankmitarbeiter unter Druck 

setzte. So berief der Bankratspräsident, F._____, noch am gleichen Abend eine 

Sitzung für den Folgetag um 7.00 Uhr morgens mit dem General Counsel und 

dem Leiter Wealth Management ein und hielt anschliessend um 8.00 Uhr eine 

- 19 - 

ausserordentliche Bankpräsidiumssitzung ab, worauf er den Auftrag erteilte, die 

FINMA über dieses Verfahren zu informieren (Urk. 50201003, 50201007, 

50201011-12), was den ausgelösten Druck bereits deutlich macht. Ausserdem 

sagte er dem Beschuldigten explizit, er fühle sich durch ihn erpresst 

(Urk. 50201005). Warum der Beschuldigte gerade zu ihm und nicht zu seinem 

Vorgesetzten gekommen sei, habe ihm der Beschuldigte nicht beantwortet. Er 

habe es sich so erklärt, dass er ihn zuvor schon zweimal kurz getroffen gehabt 

habe und der Beschuldigte offenbar den Eindruck gehabt habe, er könne ihm die 

Fr. 500'000.– verschaffen (Urk. 50201006). Die ausgeübte Drucksituation wird 

auch von E._____ bestätigt, der als General Counsel im Nachgang zum Ge-

spräch zwischen dem Bankratspräsidenten und dem Beschuldigten mit diesem 

Kontakt aufgenommen hatte (Urk. 50201017). Insbesondere im zweiten Gespräch 

habe der Beschuldigte deutlich Druck ausgeübt, sich einer martialischen Sprache 

bedient, von geladenen Kanonen gesprochen und gesagt, er habe auch drei An-

wälte informiert und werde nicht zögern, Behörden zu informieren oder auch die 

Polizei. Er habe ihm dann eine Frist von zwei Wochen für die Zahlung von 

Fr. 500'000.– genannt und dass er lostreten werde, sollte die Zahlung nicht ein-

gehen (Urk. 50201018). Die relativ apodiktische Forderung verbunden mit der 

Fristansetzung habe er, so E._____ weiter, als eine echte Drucksituation empfun-

den, da ihm der Beschuldigte weder die Entscheidung überlassen habe, wie lange 

er diesen Vorwürfen nachgehen könne, noch eine andere Entscheidungsfreiheit 

und ausserdem sei auch immer unklar gewesen, was genau passiere, da der Be-

schuldigte gesagt habe, er werde zu den Behörden und zur Polizei gehen, es 

würden auch Personen involviert werden und das werde eine "grosse Geschichte" 

geben (Urk. 50201020). Dies bestätigt auch der direkte Vorgesetzte des Beschul-

digten, der aussagte, der Beschuldigte habe im Weigerungsfalle angekündigt, er 

werde mit voller Härte gegen die Bank vorgehen (Urk. 50201036). Der Beschul-

digte gab denn auch in der Einvernahme vom 25. September 2018 zu, Druck ge-

macht zu haben, dass diese Missstände behoben würden (Urk. 50101023) und 

räumte ein, dass ihm F._____ am Ende ihres Gesprächs vom 6. September 2018 

gesagt habe, er solle es nicht noch einmal wiederholen, sonst fühle er sich er-

presst oder bedroht (Urk. 50101019). Selbst wenn er gleich anschliessend baga-

- 20 - 

tellisierend angibt, am Ende des Gesprächs sei dies offenbar noch nicht der Fall 

gewesen, lässt bereits die Formulierung seiner eigenen Deposition darauf 

schliessen, dass er die Androhung bzw. Erpressung zuvor doch schon einmal ge-

äussert hatte. Im gleichen Sinne sagte er bereits davor in der gleichen Einver-

nahme aus, der Bankratspräsident habe am Ende des Gesprächs gesagt, er habe 

ihn verstanden; er müsse sich also nicht wiederholen, denn wenn er das täte, 

müsste er diese Vorwürfe dann noch als Drohung verstehen (Urk. 50101009). 

Dass F._____ jedoch die Mitteilungen des Beschuldigten tatsächlich bereits bei 

dessen erster Äusserung – und nicht erst nach deren Wiederholung – als Dro-

hung bzw. Erpressung, verstand, stimmt denn auch überein mit seiner eigenen 

Aussage und seiner Aktennotiz. Schliesslich gibt der Beschuldigte auch zu, dass 

er gegenüber E._____ erklärt habe, dass er sich im Falle einer Zahlung seitens 

der Bank an die Stillhaltevereinbarung halten würde (Urk. 50101026). Dass er 

diese Aussage bei weiteren Nachfragen und auf Vorhalt der Aktennotiz der Aus-

kunftsperson E._____ relativiert und abwiegelnd geltend macht, die Forderung 

stehe im Zusammenhang mit dem Arbeitsrecht (Urk. 50101027), vermag das 

schlüssige Bild, das sich aus den übereinstimmenden Aussagen der Auskunfts-

personen, der Aktennotizen, der SMS-Nachrichten des Beschuldigten und seiner 

Ehefrau ergeben, nicht zu erschüttern.  

5. Es verbleibt somit angesichts des Beweisergebnisses mit der Vorinstanz 

kein Zweifel, dass sich der Sachverhalt tatsächlich so ereignete, wie in der Ankla-

geschrift dargestellt (Urk. 37 S. 20). Das betrifft namentlich auch den Konnex zwi-

schen der Forderung der Fr. 500'000.– gegen den Verzicht auf Weitergabe der 

gesammelten Dokumentation über die vom Beschuldigten bemängelten internen 

Missstände an Dritte, insbesondere die BaFin und die FINMA. Schliesslich bleibt 

festzustellen, dass entgegen der bagatellisierenden Behauptung des Beschuldig-

ten, bei den Fr. 500'000.– handle es sich um einen arbeitsrechtlichen Anspruch, 

statt dessen gestützt auf die glaubhaften Aussagen (Urk.  50201005 und 

50201036) und Aktennotizen der Auskunftspersonen (Urk. 70301012; 20101011-

14) mit der Staatsanwaltschaft davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte in 

diesen Betrag den 1 ½-fachen Jahreslohn sowie die Erträge der von der B._____ 

angeblich illegal akquirierten Kunden einrechnete und dies gegenüber seinen Ge-

- 21 - 

sprächspartnern auch so begründet hat (Urk. 18 S. 10). Gemäss dem Arbeitsver-

trag des Beschuldigten mit der B._____ vom 13. Oktober 2016 betrug denn auch 

der Jahreslohn Fr. 180'000.– (Urk. 40101044), mit welchem alleine der Gesamt-

betrag nicht zu erklären ist. 

6. Ferner ist gestützt auf die bei den Akten liegenden Beweismittel nicht plau-

sibel, dass die Verknüpfung des Verzichts auf eine Anzeige der bankinternen 

Missstände bei der FINMA und BaFin durch den Beschuldigten und der gestellten 

Forderung von Fr. 500'000.– auf ein Missverständnis des Bankratspräsidenten 

zurückzuführen ist. In diesem Zusammenhang verstrickt sich der Beschuldigte 

zum einen in einen offenkundigen Widerspruch, zumal er an der Berufungsver-

handlung aussagt, es treffe nicht zu, dass er gegenüber Vertretern der B._____ 

gesagt habe, er werde die FINMA über die Vorgänge bei der B._____ informieren 

(Prot. II S. 15). Diese Aussage lässt sich nicht mit dem heute vorgebrachten Ein-

wand vereinbaren, es handle sich bei der Verknüpfung der durch den Beschuldig-

ten in Aussicht gestellten Anzeige bei der FINMA und bei der BaFin mit der ge-

stellten Geldforderung um ein Missverständnis. Ferner lässt sich die Behauptung, 

es handle sich um ein Missverständnis, in eine Reihe vorgeschobener Erklä-

rungsversuche des Beschuldigten für die gestellte Forderung von Fr. 500'000.– 

einreihen. So hat der Beschuldigte die Höhe seiner Forderung gegenüber dem 

Bankratspräsidenten mit ungerechtfertigten Erträgen der illegal erwirtschafteten 

Kundengelder plus 1 ½ Jahresgehältern begründet (Urk. 60101020). Anlässlich 

der Berufungsverhandlung begründete die Verteidigung die Forderung neu mit 

dem Grundsalär des Beschuldigten und den diesem zustehenden Boni (Prot. II. S. 

45). An anderer Stelle in der Berufungsbegründung wird dann wiederum geltend 

gemacht, es sei dem Beschuldigten geraten worden, einen Schadenersatzan-

spruch gegenüber der B._____ infolge Täuschung beim Vertragsabschluss und 

Verletzung von Aufklärungs- und Fürsorgepflichten geltend zu machen (Urk. 60 

S. 17). Dass der Beschuldigte tatsächlich davon ausgegangen sein soll, für seine 

Forderung habe eine arbeitsvertragliche Grundlage bestanden, kann zwar nicht 

widerlegt werden, jedoch erscheint es gerade aufgrund des von der Verteidigung 

selbst angeführten Standpunktes, der Beschuldigte habe für sich mangels eines 

nennenswerten Kundenportefeuilles bei der B._____ im Bankenwesen keine be-

- 22 - 

rufliche Zukunft gesehen (Urk. 60 S. 16 N 36), als plausibler, dass der Beschul-

digte Fr. 500'000.– infolge bestehender Ungewissheit über sein berufliches Fort-

kommen forderte. Dafür, dass seitens des Bankratspräsidenten tatsächlich ein 

Missverständnis bestanden hätte, ergeben sich hingegen keinerlei Anhaltspunkte 

aus den Akten. Hätte ein solches tatsächlich vorgelegen, so hätte der Beschuldig-

te ein solches auch ohne weiteres ausräumen können, zumal ihm der Bankrats-

präsident gemäss Aktennotiz mitteilte, dass er sich erpresst fühlte 

(Urk. 60101020). Dies tat er aber eben gerade nicht, sondern er konfrontierte 

nach dem Gespräch mit dem Bankratspräsidenten ebenfalls seinen direkten Vor-

gesetzten sowie den General Counsel mit seiner Forderung. Die Vorgehensweise 

des Beschuldigten lässt nicht darauf schliessen, dass der Bankratspräsident ei-

nem Missverständnis unterlegen wäre. Das Vorbringen des Beschuldigten, der 

Bankratspräsident sei einem Missverständnis unterlegen, ist vor diesem Hinter-

grund als reine Schutzbehauptung zu qualifizieren.  

7. Rechtliche Würdigung 

1.1. Die Tatvariante der Schweigegelderpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 

StGB erfüllt, wer jemanden durch die Ankündigung, er werde etwas bekanntma-

chen, anzeigen oder verraten, was ihm oder einer ihm nahestehenden Person 

nachteilig ist, veranlasst, sein Schweigen durch Vermögensleistungen zu erkau-

fen. Solche Umstände können wahr oder unwahr sein sowie ein strafbares oder 

strafloses Verhalten betreffen. Entscheidend ist, dass die Bekanntgabe der Tat-

sache für das Opfer ernstliche Nachteile mit sich bringen würde, unabhängig da-

von, ob der Täter die Drohung wirklich wahrmachen will, sofern sie nur als ernst 

gemeint erscheinen soll. Ernstlich sind die Nachteile, wenn ihre Androhung nach 

einem objektiven Massstab geeignet ist, auch eine besonnene Person in der Lage 

des Betroffenen gefügig zu machen und so seine freie Willensbildung und -betäti-

gung zu beschränken (BGE 122 IV 322 E. 1a, 106 IV 125 E. 2a; 105 IV 120 E. 2a; 

WEISSENBERGER in: NIGGLI/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-

recht II, 4. Aufl. 2019 [kurz: BSK StGB II], N 14 zu Art. 156; DONATSCH, Straf-

recht III, Delikte gegen den Einzelnen, 11. Aufl. 2018, S. 305).  

- 23 - 

1.2. Bei Art. 156 StGB ergibt sich die Rechtswidrigkeit grundsätzlich bereits aus 

dem Zweck der Nötigung, da die erpresserische Handlung darauf gerichtet ist, 

das Opfer zu einer schädigenden Vermögensdisposition zu motivieren, um 

dadurch einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu erlangen. Erweist sich bereits 

die angestrebte Vermögensverschiebung als unrechtmässig, erübrigt es sich, die 

nötigende Handlung weiter auf ihre Rechtswidrigkeit zu prüfen. Daraus folgt zu-

gleich, dass eine Erpressung auch bei Drohung mit rechtmässigen Mitteln vorlie-

gen kann. Das trifft etwa zu, wenn der Täter zur Durchsetzung einer Forderung 

ein an sich erlaubtes, freigestelltes Verhalten androht – wie z. B. Strafanzeige zu 

erstatten – der erhobene Anspruch aber überhaupt nicht besteht, rechtlich nicht 

durchsetzbar oder übersetzt ist (6B_47/2010 vom 30. März 2010 E. 2.2; 

6B_411/2009 vom 18. August 2009 E. 3.2; WEISSENBERGER, BSK StGB II, N 21 

zu Art. 156; TRECHSEL/CRAMERI in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], Schweizerisches 

Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2017, N 8 zu Art. 156), aber auch 

dann, wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem 

erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (Urteile des Bundesge-

richts 6B_275/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 4.2.2; 6B_402/2008 vom 6. No-

vember 2008 E. 2.4.2.3; je mit Hinweisen; WEISSENBERGER, BSK STGB II, N 22 

zu Art. 156). 

1.3. Die Nötigung des Täters muss das Opfer zu einem Verhalten bestimmen, 

durch das es sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt, sei es durch 

eine Verminderung der Aktiven, eine Erhöhung der Passiven, eine Nicht-

Erhöhung der Aktiven oder eine Nicht-Verminderung der Passiven (BGE 142 IV 

346 E. 3.2; BGE 122 IV 279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 

6B_275/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 4.2.3). Die Erpressung im Sinne von 

Art. 156 Ziff. 1 StGB setzt einen objektiven Kausalzusammenhang zwischen ihren 

Elementen voraus, mithin muss die nötigende Handlung ursächlich für die Ver-

mögensverfügung des Erpressten und diese ursächlich für den Vermögensscha-

den sein (Urteil des Bundesgerichts 6B_275/2016 vom 9. Dezember 2016 

E. 4.2.4; WEISSENBERGER, BSK StGB II, N 29 zu Art. 156; CORBOZ, Les infrac-

tions en droit suisse, vol. I, 3. Aufl. 2010, N 21 zu Art. 156 StGB). Vermögensver-

fügung ist grundsätzlich jedes Handeln oder Unterlassen, das eine Vermögens-

- 24 - 

verminderung unmittelbar herbeiführt (vgl. nur STRATENWERTH, Schweizerisches 

Strafrecht, Besonderer Teil I, 5. Aufl. 1995, § 15 N. 33 f.). Nach der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts bedeutet Unmittelbarkeit, dass das irrtumsbedingte 

Verhalten des Getäuschten zu der Vermögensminderung führt, ohne dass dafür 

noch zusätzliche deliktische Zwischenhandlungen des Täters erforderlich sind. 

Die Verfügung selbst muss aber nicht zwingend in einem einzigen Akt bestehen. 

Vielmehr ist – namentlich in arbeitsteiligen Organisationsformen wie Unterneh-

men, Behörden usw. – auch möglich, dass verschiedene Personen stufenweise 

Einzelhandlungen vornehmen, von denen erst die letzte die Vermögensverminde-

rung herbeiführt (BGE 126 IV 113 E. 3a zum Betrug; mit Hinweisen). In diesem 

Sinne ist nach WEISSENBERGER und entgegen einem Teil der Lehre nur zu ver-

langen, dass der Erpresste an der Vermögensverschiebung in irgendeiner Form 

mitwirkt und der Täter auf diesen Beitrag aus der Sicht des Opfers angewiesen ist 

(WEISSENBERGER, BSK StGB II, N 27 zu Art. 156; Im Ergebnis damit überein-

stimmend: TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., N 9 zu Art. 156; CORBOZ, a.a.O., N 18 

und 25 zu Art. 156 StGB). 

1.4. Subjektiv ist Vorsatz sowie die Absicht unrechtmässiger Bereicherung ver-

langt, wobei Eventualvorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_275/2016 

vom 9. Dezember 2016 E. 4.2.5). 

2.1. Zutreffend hat die Vorinstanz erwogen, dass das vom Beschuldigten ange-

kündigte Verhalten für das Opfer, vorliegend die B._____, ernstliche Nachteile im 

Sinne des Tatbestandes zur Folge gehabt hätte, wenn es denn umgesetzt worden 

wäre (Urk. 37 S. 24 f.). Die Drohung mit einem aufsichts- oder gar strafrechtlichen 

Verfahren bedeutet für die Betroffenen immer eine erhebliche Belastung, die un-

abhängig davon, ob sich die Vorwürfe erhärten oder nicht, geeignet ist, eine ver-

ständige Person in der Lage des Geschädigten gefügig zu machen, womit sie 

gemäss den üblichen gesellschaftlichen Massstäben klarerweise als ernstlich im 

Sinne des Tatbestandes zu qualifizieren sind (BGE 120 IV 17 E. 2a/aa und Urteil 

des Bundesgerichts 6B_411/ 2009 vom 18. August 2009 E. 3.3). Vorliegend kün-

digte der Beschuldigte aufsichts- und strafrechtliche Verfahren in der Schweiz und 

in Deutschland resp. das Publikmachen von bankinternen Missständen bezüglich 

- 25 - 

deutschen Bankkunden gegenüber unbekannten Empfängern an, so dass Ruf 

und Vermögen der B._____ durch die vom Beschuldigten angedrohten Untersu-

chungen jedenfalls ernsthaft gefährdet waren.  

2.2. Dass dem Beschuldigten kein arbeitsrechtlicher Anspruch auf die Zahlung 

von Fr. 500'000.– im Falle seiner eigenen ordentlichen Kündigung des Arbeits-

verhältnisses wie vorliegend zusteht, ergibt sich einerseits aus seinem Arbeitsver-

trag vom 13. Oktober 2016, der nichts Entsprechendes vorsah (Urk. 40101044), 

was im übrigen auch der Beschuldigte einräumte (Urk. 50101020), und entspricht 

andererseits mit der Vorinstanz der Rechtslage (Urk. 37 S. 25). Der Beschuldigte 

erfüllte somit vorliegend den objektiven Tatbestand bereits, indem er die B._____ 

mittels seiner Androhung dazu bewegen wollte, ihm einen rechtswidrigen Vermö-

gensvorteil im Umfang von Fr. 500'000.– zu verschaffen, auf den er keinerlei An-

spruch hatte. Damit erübrigt es sich, das Vorgehen des Beschuldigten hinsichtlich 

der in Aussicht gestellten Anzeige bei der FINMA bzw. der BaFin auf seine 

Rechtmässigkeit hin zu prüfen (Urk. 60 S. 16, S. 22). 

2.3. Das Verhalten des Beschuldigten war – das vollendete Delikt vorausgesetzt 

– kausal für die Mitwirkung der von ihm über die Bedrohungslage seiner Be-

kanntmachung im Falle der Weigerung der B._____ in Kenntnis gesetzten Bank-

mitarbeiter daran, dass die B._____ den geforderten Betrag an den Beschuldigten 

bezahlt, ohne dass es einer weiteren Handlung des Beschuldigten bedurft hätte. 

Ganz in der Absicht des Beschuldigten, dass die angegangenen Bankangestellten 

die für die Auszahlung notwendigen Schritte intern einleiten würden, hatte er sich 

denn auch an diese gewandt und an sie die Forderung und damit seine Bedin-

gung für sein Schweigen nach aussen gestellt. Der Beschuldigte war auf die Mit-

wirkung der von ihm kontaktierten Bankmitarbeiter angewiesen, da sie aufgrund 

ihrer Stellung den Beschuldigten oder dessen Aufgabenbereich kannten bzw. für 

Beanstandungen zuständig und somit in der Lage waren, das Potenzial der Be-

drohung einzuschätzen, wodurch der Beschuldigte den beabsichtigten Druck auf 

die Zahlungswilligkeit ausübte. Dass dem so war, ergibt sich aus den auch dies-

bezüglich eindeutigen Aussagen der Auskunftspersonen. Die eigentliche Zah-

lungsanweisung zugunsten des Beschuldigten hätte somit vorliegend von irgend-

- 26 - 

einem Bankangestellten vorgenommen werden können, ohne dass dadurch die 

Unmittelbarkeit der Vermögensverschiebung von der Bank als Opfer zum Be-

schuldigten als Täter durch die dafür notwendigen internen Einzelakte aufgeho-

ben worden wäre. In diesem Sinne erwog die Vorinstanz zu Recht, dass die Fra-

ge, ob der konkret kontaktierte Mitarbeiter der Bank einzelzeichnungsberechtigt 

ist oder nicht, überhaupt keine Rolle spielt und sich die Erpressungsbotschaft ei-

gentlich an die B._____ und nicht an die kontaktierten Mitarbeitenden richtete 

(Urk. 37 S. 25).  

2.4. Auch bezüglich des subjektiven Tatbestandes kann auf die vollumfänglich 

zutreffende rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 37 

S. 26). Die konkreten Tatumstände lassen angesichts des Beweisergebnisses 

keinen anderen Schluss zu, als dass sich der Beschuldigte im Wissen um das 

Fehlen eines Rechtsanspruchs die Summe von Fr. 500'000.– von der B._____ im 

Zusammenhang mit seiner Kündigung beschaffen wollte, da er sich darüber im 

Klaren war, letztmals als Banker gearbeitet zu haben, wie sich aus dem SMS-

Chatverlauf mit seiner Ehefrau ergibt (Urk. 30101096), aber auch aus seinen ei-

genen Aussagen (Urk. 50101008). So plante der Beschuldigte zusammen mit 

seiner Ehefrau, wieder ins Bündnerland zu ziehen, wo gemäss Ermittlungsbericht 

der Kantonspolizei Zürich ein Zweitwohnsitz in … H._____, I._____ …, bestand 

(Urk. 30101010), und sich selbständig zu machen. Das ergibt sich aus der SMS 

der Ehefrau vom 28. August 2018 an den Beschuldigten, worin sie im offensichtli-

chen Zusammenhang mit Problemen am Arbeitsplatz schrieb "Eben… Dann 

halt…Ich glaube an DICH und daran, dass wir eine Existenz aufbauen können" 

(Urk. 30101105) und derjenigen vom 9. September 2018, wonach sie sich freue, 

bald I._____ … wieder ihr Zuhause zu nennen (Urk. 30101096). Dies wird aus-

serdem durch die SMS vom 14. September 2018 von J._____ an den Beschuldig-

ten bestätigt, der zur Selbständigkeit als externer Vermögensverwalter gratuliert 

und mitteilt, von seiner Mutter gehört zu haben, dass sie wieder nach H._____ 

zügeln werden (Urk. 30101094). Dieser Ortswechsel, zusammen mit der vom Be-

schuldigten nach eigenen Angaben geplanten selbständigen Tätigkeit bestehend 

aus einer "Kombination von Bed and Breakfast sowie … Winebar" und seiner 

vermögensverwaltenden Tätigkeit (Urk. 30101093 [SMS-Antwort an J._____]) 

- 27 - 

stellen ebenfalls starke Indizien dafür dar, dass sich der Beschuldigte auf dem 

Wege der Erpressung zusätzliche finanzielle Mittel für den Aufbau einer neuen 

Existenz beschaffen wollte. Gegen die Annahme, dass der Beschuldigte tatsäch-

lich von einem arbeitsrechtlichen Anspruch ausgegangen sein sollte, spricht, dass 

er die Privatklägerin wissentlich und willentlich unter Druck gesetzt hat, Fr. 

500'000.– innert Frist an ihn zu bezahlen, um im Gegenzug Stillschweigen über 

angebliche Missstände im Geschäftsgebaren der Privatklägerin zu bewahren. Die 

zielgerichtete und hartnäckige Vorgehensweise des Beschuldigten, die er dadurch 

zu Tage förderte, dass er verschiedene Führungspersonen mit seinem Ansinnen 

konfrontierte, ist in diesem Zusammenhang als weiteres Indiz für die vorsätzliche 

Tatbegehung zu werten. Im Ergebnis verbleibt aufgrund der konkreten Tatum-

stände kein Zweifel daran, dass der Beschuldigte die erpresserische Tathandlung 

mit Wissen und Willen, somit vorsätzlich, beging. 

2.5. Da die B._____ jedoch die Zahlung an den Beschuldigten verweigerte, ob-

wohl dieser von seiner Seite alles zur Erfüllung des Tatbestandes Notwendige un-

ternommen hatte, liegt im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB ein vollendeter Versuch 

einer Erpressung vor, wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat (Urk. 37 

S. 26 f.). 

3. Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte der versuchten Erpressung im 

Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen 

und dafür angemessen zu bestrafen. 

C) Anklagepunkt 2: Verletzung des Geschäftsgeheimnisses und Vergehen 
gegen das Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen (BankG) 

1. Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird unter diesem Anklagepunkt zusammengefasst vorgewor-

fen, er als Angestellter der B._____ habe seine Pflicht zur Wahrung geheim zu 

haltender Tatsachen, namentlich von Geschäfts- und Bankkundengeheimnissen, 

verletzt, indem er am 9. September 2018 mit seinem iPhone verschiedene in der 

Anklageschrift einzeln und detailliert aufgeführte Dokumente, welche ihm im Rah-

men seines Arbeitsverhältnisses bei der B._____ zur Kenntnis gelangt waren 

- 28 - 

bzw. welche er selbst erstellt hatte und inzwischen in seiner Wohnung aufbewahr-

te, fotografiert und knapp 20 Minuten später per MMS an seine Ehefrau gesendet 

habe (Urk. 10301004 ff.). 

2. Vorinstanz 

Die Vorinstanz folgte der Anklagebehörde nur teilweise und qualifizierte das Ver-

halten des Beschuldigten als mehrfache versuchte Verletzung des Geschäftsge-

heimnisses und mehrfaches versuchtes Vergehen gegen das BankG, weil trotz 

Erfüllung sämtlicher subjektiver Tatbestandsmerkmale der Erfolg bestehend in der 

Kenntnisnahme der Geschäfts- und Bankgeheimnisse durch die Ehefrau nicht 

eingetreten sei (Urk. 37 S. 31 und 34 f.).  

3. Parteistandpunkte  

Die Staatsanwaltschaft hingegen hält fest, tatbestandsmässig sei bereits, dass 

der Beschuldigte seiner Frau die Kenntnisnahme ermöglicht habe. Die Tathand-

lung bei den Geheimnisverratsdelikten bestehe darin, Unbefugten ein Geheimnis 

zumindest so zugänglich zu machen, dass diese die tatsächliche Möglichkeit er-

hielten, vom Geheimnis Kenntnis zu nehmen. Eine tatsächliche Kenntnisnahme 

durch Dritte ist für die Erfüllung des objektiven Tatbestandsmerkmals des Verra-

tens bzw. Offenbarens hingegen nicht vorausgesetzt (Urk. 61 S. 7). Ausserdem 

habe die Ehefrau entgegen der Vorinstanz durchaus Kenntnis von den Dokumen-

ten genommen, da sie dem Beschuldigten nach Erhalt der Fotos per SMS zu-

rückschrieb "Ich glaube teilweise sind die Bilder nicht scharf" (Urk. 18 S. 11; Urk. 

61 S. 9). Sie beantragt entsprechend einen Schuldspruch wegen vollendeter Tat-

begehung gemäss Anklageschrift (Prot. II S. 5). 

Der Beschuldigte gab zu, die fraglichen Fotos der Dokumente an seine Ehefrau 

geschickt zu haben, wendete aber ein, seine Ehefrau sei für ihn keine "Drittper-

son". Auch bejahte der Beschuldigte in derselben Einvernahme, dass er sich Ge-

danken darüber gemacht habe, ob er sich aufgrund der Sicherung bzw. Behändi-

gung dieser Dokumente bereits strafbar gemacht habe (Urk. 50101050). Mithin 

ficht er diesen Schuldspruch mit seiner Berufung nicht an. 

- 29 - 

4. Sachverhaltsfeststellung 

Die Vorinstanz nahm auch hier eine nachvollziehbare und überzeugende Be-

weiswürdigung vor (Urk. 37 S. 20-22), auf welche vollumfänglich verwiesen wer-

den kann (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal die einzige Abweichung zur Vorinstanz die 

Frage betrifft, ob der Inhalt der Dokumente der Ehefrau des Beschuldigten zur 

Kenntnis gelangten oder nicht, welche die Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung beantwortet (Urk. 37 S. 29 f. und S. 31 sowie S. 34 und 35). 

1. Zutreffend fasst die Vorinstanz zusammen, dass die in der Anklageschrift 

dargelegten Inhalte der drei Dokumente "…" (Urk. 40101065), "Vergleichsverein-

barung zwischen C._____ und der B._____ betreffend Privatkonto, Wertschriften-

depot und Vertriebsentschädigungen" (Urk. 40101061-64) und "Protokoll Füh-

rungssitzung WA Private Banking International der B._____" vom 14. August 

2018 (Urk. 401010666–68) aufgrund der beim Beschuldigten anlässlich der 

Hausdurchsuchung sichergestellten Dokumente (Urk. 40101021-22); sowie den 

diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten beweismässig erstellt sind (Urk. 37 

S. 21).  

2. Auch bezüglich des vom Beschuldigten eingestandenen Fotografierens und 

Verschickens der Fotos an seine Ehefrau per MMS nahm die Vorinstanz eine zu-

treffende Beweiswürdigung vor, die sich mit der Aktenlage deckt. Da für die recht-

liche Würdigung wesentlich, sei hier lediglich nochmals auf die Reaktion der Ehe-

frau, wonach sie glaube, teilweise seien die Bilder nicht scharf (Urk. 30101095) 

und auf die MMS des Beschuldigten mit dem Inhalt "Zur Sicherheit…♥♥♥" 

(Urk. 30101118) sowie auf die von ihm am gleichen Abend zwischen 22.00 und 

22.46 Uhr im Safaribrowser eingegebenen Suchbegriffe "mitarbeiter entwendet 

kundendaten", "bankdaten klauen", "verletzen von geschäftsdaten", "K._____ 

bankdatenklau", "verwendung von geklauten bankdaten" hingewiesen 

(Urk. 30101146-47). Der Vorinstanz folgend verbleibt kein Zweifel, dass sich der 

Beschuldigte der möglichen strafrechtlichen Konsequenzen der "Sicherung" der 

Dokumente mittels Erstellen von Kopien und der Aufbewahrung zuhause sowie 

mittels Abfotografieren bewusst war und diese zumindest in Kauf nahm (Urk. 37 

S. 21-22). Aufgrund der eingegebenen Suchbegriffe und seinen eigenen Aussa-

- 30 - 

gen ist zudem erstellt, dass er sich sowohl über den Geheimnischarakter der Do-

kumente als auch über seine Pflicht als Bankangestellter im Klaren war, dass er 

den Inhalt nicht an Aussenstehende bzw. Unberechtigte kundgeben durfte 

(Urk. 50101050).  

3. Bezüglich der Weitergabe der vom Beschuldigten in der Bank behändigten 

Dokumente bzw. auf die Frage, ob er diese Dritten gezeigt habe, antwortete der 

Beschuldigte in der ersten Einvernahme noch klar mit "Nein". Es gab im Moment 

der Verhandlungen mit der Bank noch keinen Anlass, das irgendjemandem zu 

zeigen" und auf Nachfrage "Auch nicht an Ihre Frau?" verneinte er dies erneut mit 

der Begründung, sie habe das nicht interessiert, sie habe andere Sorgen mit den 

zwei kleinen Kindern (Urk. 50101012). Später in derselben Einvernahme sagte er 

auf die Frage, weshalb er die Dokumente nicht nur nach Hause genommen, son-

dern dort sogar noch fotografiert habe, das habe keine weiteren Gründe, er habe 

eigentlich keine Strategie gehabt und sein Handy sei gesperrt, das sehe "eh nie-

mand", es sei um Selbstschutz gegangen, dass er seine Vorwürfe gegenüber der 

Bank belegen könne (Urk. 50101013). Erst in der folgenden Einvernahme zwei 

Monate später hält er nicht mehr an seiner Aussage fest und ergänzt, seine Ehe-

frau sei keine Drittperson, sondern eben seine Ehefrau, weshalb er diese (sc. ers-

te) Aussage vielleicht so gemacht habe (Urk. 50101046). Auf die Frage, ob seine 

Ehefrau befugt gewesen sei, den in den Fotos abgebildeten Inhalt der Dokumente 

zu erfahren, sagte der Beschuldigte aus, sie habe dies gar nicht gelesen 

(Urk. 50101047). Er wisse das, weil sie es ihm gesagt habe; das interessiere sie 

nicht (Urk. 50101048). Auf Vorhalt des Umstandes, dass die Ehefrau die Fotos 

wohl angeschaut habe, wenn sie ihm schrieb, teilweise seien sie unscharf, äus-

serte der Beschuldigte "Technisch ja, inhaltlich nein". Er räumt anschliessend ein, 

dass er im Nachhinein gemerkt habe, dass dies ein Fehler gewesen sei, er es in 

Zukunft nicht mehr machen würde und er rechtlich nicht befugt gewesen sei, die 

Dokumente an seine Ehefrau weiterzuleiten. Trotzdem hält er aber nochmals fest, 

dass seine Ehefrau für ihn keine Drittperson gewesen sei und weder sie noch er 

die Absicht gehabt hätten, extern, also bei "richtigen" Drittpersonen gegen die 

Bank vorzugehen (Urk. 50101050).  

- 31 - 

Dieses widersprüchliche Aussageverhalten des Beschuldigten weckt erhebliche 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen, zumal es die Tendenz zur Baga-

tellisierung und zum Verschweigen wesentlicher Umstände aufdeckt, indem der 

Beschuldigte trotz angesprochenem Thema nicht von sich aus angibt, die Fotos 

seiner Frau per MMS verschickt zu haben und statt dessen vorgibt, die Fotos sei-

en auf seinem gesperrten Handy ja vor Dritten sicher. Mit seiner Aussage, es ha-

be seine Frau nicht interessiert, setzt er sich zum einen in Widerspruch mit seiner 

eigenen Aussage und zum anderen erweist sich als erstellt, dass er das Vorge-

hen mit ihr eingehend besprach, sie damit einverstanden war und sie ihn darin un-

terstützte (siehe vorstehende Ziffer II.B.4.3.). Auch gegen den Wahrheitsgehalt 

der diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten spricht, dass er tatsächlich die 

per MMS um 20:17:41 Uhr verschickten Fotos nach dem Versenden umgehend 

wieder gelöscht hat, wie sich auch aus dem Ermittlungsbericht der Kantonspolizei 

Zürich (Urk. 30101013) und anhand des roten "yes" in der Spalte "Deleted" des 

Extraktionsberichts des iPhones des Beschuldigten ergibt (Urk. 30101118-119). 

Dass der Beschuldigte seine Ehefrau von allem Anfang an nicht als Drittperson 

betrachtete, lässt im übrigen vor dem Hintergrund, dass er sein Vorgehen mit ihr 

besprochen und geplant hatte, durchaus den Schluss zu, dass er ihr die Doku-

mente eben doch gezeigt hatte, ansonsten es nicht verständlich erscheint, dass 

er explizit seine Ehefrau nicht als Drittperson betrachtet haben will. Damit über-

einstimmend ist davon auszugehen, dass die Ehefrau des Beschuldigten alle ihr 

geschickten Fotos zumindest angeschaut hat, andernfalls ihre SMS betreffend 

teilweiser Unschärfe keinen Sinn ergibt. Wie die im Untersuchungsverfahren er-

hältlich gemachten und ausgedruckten Fotos zeigen, ist deren Inhalt ohne weite-

res sofort beim Anschauen ersichtlich, was insbesondere auch auf die drei in der 

Anklageschrift detailliert beschriebenen Dokumente zutrifft (Urk. 30101054, 

30101063, 30101066, 30101069, 30101078, 30101081, 30101084, 30101087). 

Für eine blosse Kenntnisnahme der Dokumente, wenn auch nicht für eine vertief-

te Analyse, war daher die verstrichene Zeit zwischen dem Versenden der Fotos 

um 20:17:41 Uhr und der SMS der Ehefrau betreffend Unschärfe vom 9. Septem-

ber 2018 um 20:21:53 Uhr von etwas über vier Minuten durchaus ausreichend. 

Jedenfalls kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass die Ehefrau des 

- 32 - 

Beschuldigten zumindest die Kundennamen und Beträge im Dokument "…" und 

den Namen der Vergleichspartei im Dokument "Vergleichsvereinbarung" zur 

Kenntnis genommen hat, welche auf einen Blick erfassbar sind. Ergänzend ist 

festzuhalten, dass sich die fotografierten Dokumente ab diesem Zeitpunkt auf 

dem Handy der Ehefrau befanden, wo sie ihr auch weiterhin uneingeschränkt zur 

Verfügung standen.  

5. Rechtliche Würdigung 

Verletzung des Bankgeheimnisses 

1.1. Nach Art. 47 Abs. 1 lit. a des Bankengesetzes vom 8. November 1934 über 

die Banken und Sparkassen (Bankengesetz, BankG; SR 952.0; in der seit 1. Ja-

nuar 2009 bis 31. Dezember 2018 geltenden Fassung) macht sich strafbar, wer 

ein Geheimnis offenbart, das ihm in seiner Eigenschaft als Organ, Angestellter, 

Beauftragter oder Liquidator einer Bank anvertraut worden ist oder das er in die-

ser Eigenschaft wahrgenommen hat. 

1.2. Geheim im Sinne von Art. 47 BankG sind Informationen dann, wenn sie rela-

tiv unbekannt sind und der Geheimnisherr an ihrer Geheimhaltung ein berechtig-

tes Interesse hat, das er gewahrt wissen will. In aller Regel gilt das für alle ge-

schäftlichen Beziehungen zwischen einem Kunden und seiner Bank, auch für die 

Existenz dieser Beziehung als solche (STRATENWERTH, in: WATTER/VOGT/BAU-

ER/WINZELER [Hrsg.], Basler Kommentar Bankengesetz, 2. Aufl., Basel 2013 

[kurz: BSK BankG], N 13 zu Art. 47). Das von Art. 47 BankG strafrechtlich abgesi-

cherte Bankgeheimnis schützt aber nicht nur die Geheimhaltungsinteressen der 

einzelnen Bankkunden, sondern auch – damit verbundene – Geschäftsinteressen 

der Bank. Es hat darüber hinaus auch institutionelle Bedeutung und schützt die 

kollektiven Interessen des schweizerischen Finanzplatzes. Diese Interessen wer-

den betroffen, wenn Daten zahlreicher Kunden verraten werden (BGE 145 IV 114 

E. 4.2; BGE 141 IV 155 E. 4.2.5; je mit Hinweisen).  

1.3. Geheimzuhaltende Tatsachen zu offenbaren, bedeutet, sie Unberufenen zu-

gänglich zu machen (STRATENWERTH, BSK BankG, N 15 zu Art. 47). Auf welche 

Weise die Tatsache offenbart wird, spielt keine Rolle. Es genügt, dass der Täter 

- 33 - 

das Geheimnis einer nicht berechtigten Stelle oder Person zur Kenntnis bringt 

oder dieser die Kenntnisnahme ermöglicht (BGE 142 IV 65 E. 5.1; OBERHOLZER, 

in: BSK StGB II, N 19 zu Art. 321 StGB i.V.m. N 12 zu Art. 321 StGB; HARALD 

BÄRTSCHI in: Rechtswissenschaft für die Praxis, Bd. Nr. 5, Prinzipien des Fi-

nanzmarktrechts, Einführung in das Finanzmarktrecht mit Repetitionsfragen und 

Fällen samt Lösungen sowie Literaturübersicht, 3. Aufl. 2019, S. 291 Rz 980; 

JÖRG SCHWARZ, Geheimnisschutz- und Spionagestrafrecht, in: JÜRG-BEAT 

ACKERMANN/GÜNTER HEINE [Hrsg.], Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, Bern 

2013, § 19 Rz 76, S. 577). Die Tat ist jedoch nach der Rechtsprechung erst dann 

vollendet, wenn ein Aussenstehender dank dem Verhalten des Täters Kenntnis 

vom betreffenden Geheimnis erhält. Strafbarer Versuch wäre insbesondere dann 

anzunehmen, wenn der Täter Informationen für einen Dritten zugänglich gemacht 

hat, dieser aber vom Geheimnis noch keine Kenntnis genommen hat (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1403/2017 vom 8. August 2018 E. 1.2.2 mit Hinweisen). 

1.4. In subjektiver Hinsicht ist sowohl vorsätzliche wie fahrlässige Begehung 

möglich (Art. 47 Abs. 1 und 2 BankG). Dabei setzt der Vorsatz in jedem Fall das 

Wissen voraus, dass die preisgegebenen Informationen dem Bankgeheimnis un-

terliegen (STRATENWERTH, BSK BankG, N 18 zu Art. 47). 

Verletzung des Geschäftsgeheimnisses 

2.1. Der Verletzung eines Geschäftsgeheimnisses macht sich gemäss Art. 162 

Abs. 1 StGB strafbar, wer ein Geschäftsgeheimnis, das er infolge einer gesetzli-

chen oder vertraglichen Pflicht bewahren sollte, verrät. 

2.2. Nach der Rechtsprechung muss der Gegenstand des Geschäftsgeheimnis-

ses geschäftlich relevante Informationen betreffen, wie zum Beispiel solche über 

die Betriebsorganisation, Einkaufs- und Bezugsquellen, Preiskalkulationen, Ab-

satzmöglichkeiten, Kundenlisten, Abmachungen mit Lieferanten und Kunden, die 

also einen betriebswirtschaftlichen oder kaufmännischen Charakter aufweisen. 

Entscheidend ist, ob die geheimen Informationen Auswirkungen auf das Ge-

schäftsergebnis haben können oder mit anderen Worten, ob sie Auswirkungen 

auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmung haben (BGE 142 II 268 E. 5.2.3 

- 34 - 

mit zahlreichen Hinweisen). Die aus der Geschäftssphäre des Unternehmens ver-

ratene Tatsache muss demnach für den Geheimnisherrn (das Unternehmen) von 

wirtschaftlichem Wert und ihr Bekanntwerden geeignet sein, im Wettbewerb die 

Konkurrenz zu stärken oder den eigenen Betrieb zu schädigen. Entsprechend 

muss das Geschäftsgeheimnis einen wirtschaftlichen Wert darstellen und dessen 

Verletzung einen Einfluss auf den kaufmännischen Erfolg haben können (BGE 

103 IV 283; NIGGLI/HAGENSTEIN, in: BSK StGB II, N 9 und 19 zu Art. 162; 

TRECHSEL/JEAN-RICHARD in: TRECHSEL/PIETH [Hrsg.], Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018 [Praxiskommentar], N 5 f. zu 

Art. 162).  

2.3. Die Geheimnisverletzung nach Art. 162 Abs. 1 StGB setzt vorsätzliches 

Handeln voraus, wobei Eventualvorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1403/2017 vom 8. August 2018 E. 1.3). 

Konkurrenz zwischen Bank- und Geschäftsgeheimnisverletzung 

3.1. Echte Konkurrenz liegt vor, wenn durch das Verhalten des Täters verschie-

dene Tatbestände, die nicht im Ausschlussverhältnis zueinander stehen, erfüllt 

werden. Demgegenüber liegt unechte Konkurrenz vor, wenn jemand durch eine 

Handlung zwar mehrere Straftatbestände erfüllt, jedoch der Tatbestand, der den 

deliktischen Gehalt der Tat erschöpfend erfasst und abgilt, den oder die anderen 

Tatbestände verdrängt, und deshalb nur ersterer anwendbar ist (statt vieler 

ACKERMANN, in: BSK StGB I, N 49 zu Art. 49 StGB; TRECHSEL/THOMMEN in: 

Praxiskommentar, N 1 ff. zu Art. 49 StGB). 

3.2. Wie vorstehend zum Tatbestand der Bankgeheimnisverletzung bereits er-

wähnt, deckt Art. 47 BankG auch das in Art. 162 StGB anvisierte Rechtsgut ab 

und ist im Verhältnis zu dieser Bestimmung als lex specialis zu betrachten (NIG-

GLI/HAGENSTEIN, in: BSK StGB II, N 55 zu Art. 162). Die Verletzung des Ge-

schäftsgeheimnisses wird aber dann selbständig, d.h. im Sinne der echten Kon-

kurrenz bedeutsam, wenn es um Unternehmensdaten geht, die keinen Kunden-

bezug haben und somit das Bankkundengeheimnis nicht tangieren (BGE 145 IV 

114 E. 4.2 mit Hinweisen). 

- 35 - 

Anwendung auf konkreten Fall 

1. Die Vorinstanz bejahte zutreffend die Eigenschaft des Beschuldigten als An-

gestellter der B._____ im Sinne des Bankengesetzes und nahm eine korrekte 

Würdigung des Inhalts der vom Beschuldigten fotografierten Dokumente in Bezug 

auf die fraglichen Tatbestände vor (Urk. 37 S. 28-30 und 33). Es ist ihr darin zu 

folgen, dass das Dokument "…" reine Bankkundendaten enthält, so dass diese In-

formationen der Schweigepflicht des Beschuldigten unterliegen. Zutreffend erwog 

sie, dass es sich um Bankgeheimnisse handelt, nicht aber um darüber hinausge-

hende Geschäftsgeheimnisse, weshalb diesbezüglich eine Verletzung des Ge-

schäftsgeheimnisses im Sinne von Art. 162 StGB ausser Betracht fällt (Urk. 37 

S. 28 und 33). Weiter erwog sie zu Recht, die 3-seitige Vergleichsvereinbarung 

zwischen C._____ und der B._____ enthalte sowohl Informationen zur Person 

und deren konkreten Geschäftsbeziehung zur Bank und damit Bankgeheimnisse, 

als auch Informationen über das Vorgehen der B._____ bei einem Kundenvermö-

gen von 22 Mio. Euro bezüglich Ablieferung von Retrozessionen, Vertriebsent-

schädigungen, Kommissionen und anderer geldwerter Leistungen bzw. – unter 

gewissen Bedingungen – dem Verzicht auf Negativzinsen und der Gewährung ei-

ner Pauschalgebühr, wobei es sich um betriebliche Belange mit wirtschaftlicher 

Relevanz handle, weshalb sie auch Geschäftsgeheimnisse darstellten (Urk. 37 

S. 29 und 33). Den Inhalt des Protokolls der Führungssitzung WA Private Banking 

International der B._____ vom 14. August 2018 qualifizierte die Vorinstanz eben-

falls zutreffend als reine Geschäftsgeheimnisse, da keine Informationen über 

identifizierbare Bankkunden, aber solche zu Ab- und Zuflüssen von Kundengel-

dern, Kennzahlen des Bereichs WA wie Marktleistung, Vertriebsergebnis, Neu-

geldzuflüsse oder Kundenbestand enthalten sind (Urk. 37 S. 29 und 33).  

2. Vorliegend ist gestützt auf den Gesetzeswortlaut von Art. 162 Abs. 1 StGB 

und Art. 47 Abs. 1 lit. a aBankG gerade nicht davon auszugehen, dass ein Dritter 

Kenntnis vom Geschäfts- bzw. Bankgeheimnis nehmen muss, damit von einer 

vollendeten Tatbegehung ausgegangen werden kann. Die Tathandlung ist im Of-

fenbaren bzw. Verraten eines Bank- oder Geschäftsgeheimnisses zu erblicken 

(vgl. vorstehende Ziffer III.C.5.1.3. und dort aufgeführte Kommentatoren). Mit der 

- 36 - 

Staatsanwaltschaft ist eine tatsächliche Kenntnisnahme eines Bank- oder Ge-

schäftsgeheimnisses durch Dritte für die Erfüllung des objektiven Tatbestands-

merkmals des Verratens bzw. Offenbaren nicht vorausgesetzt. Es ist vorliegend 

von vollendeten Verletzungen des Bank-, resp. Geschäftsgeheimnisses auszuge-

ben. Selbst wenn – entgegen dem Wortlaut der einschlägigen Strafnormen – die 

Kenntnisnahme eines Dritten für die Vollendung des Delikts vorausgesetzt wäre, 

ist vorliegend von einer vollendeten Deliktsbegehung auszugehen, nachdem kei-

ne Zweifel daran verbleiben, dass die Ehefrau des Beschuldigten die ihr per MMS 

geschickten Fotos der fraglichen Dokumente angeschaut und zur Kenntnis ge-

nommen hat. Dass sie darüber hinaus Interesse am Inhalt der Dateien hätte ha-

ben müssen oder sich sonst wie intensiver damit hätte befassen müssen, ist für 

die Erfüllung der Tatbestände nicht vorausgesetzt. Da im übrigen bei inneren Tat-

sachen ein strikter Beweis naturgemäss nicht möglich ist und nach allgemeinen 

Grundsätzen in der Regel der Beweis als erbracht gilt, wenn die Behörde bzw. 

das Gericht nach objektiven Massstäben von der Verwirklichung einer Tatsache 

überzeugt ist (BGE 144 II 332 E. 4.1.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_575/2018 

vom 22. November 2018 E. 2.4), hat es zu genügen, dass aufgrund der konkreten 

Umstände (deutliche und einfache Erfassbarkeit der Daten auf dem Dokument 

"…" und dem Titelblatt der Vergleichsvereinbarung sowie genügend Zeit, die übri-

gen Dokumente wenigstens schnell anzuschauen) auf die Kenntnisnahme ge-

schlossen werden muss, zumal die Ehefrau offensichtlich nach Durchsicht aller 

Fotos die teilweise Unschärfe mitteilt.  

3. In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz aufgrund des Beweisergebnis-

ses davon auszugehen, dass der Beschuldigte seiner Ehefrau die von ihm zu 

wahrenden Bank- und Geschäftsgeheimnisse zumindest eventualvorsätzlich of-

fenbarte, wenn auch wohl nur zur "Sicherheit", wobei er jedoch in Kauf nahm, 

dass sie den Inhalt der übermittelten Dokumente zur Kenntnis nehmen konnte, 

wovon vorliegend – wie dargelegt – auszugehen ist. Daran ändert nichts, dass er 

seine Ehefrau nicht als Dritte im Rechtssinne betrachtete, nachdem er 1983 bis 

1987 eine kaufmännische Lehre bei der M._____ [Bank] absolviert hatte und an-

schliessend ununterbrochen bis zuletzt bei verschiedenen Bankinstituten als Sa-

- 37 - 

les Executive, Mitarbeiter in der Vermögensverwaltung, Anlageberater bzw. Rela-

tionship Manager jeweils mit Handlungsvollmacht oder Prokura und teilweise im 

Range eines Direktors tätig war, wie sich aus seinem Lebenslauf ergibt, welcher 

anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestellt wurde (Urk. 40101049-

40101052). Die Kenntnis über seine Pflicht als Bankangestellter zur Wahrung des 

Bank- und des Geschäftsgeheimnisses auch gegenüber seiner Ehefrau ist vor 

diesem Hintergrund als gegeben zu betrachten. 

4. Auch in Bezug auf die Frage der Konkurrenz zwischen dem Tatbestand der 

Bankgeheimnisverletzung und demjenigen der Verletzung des Fabrikations- oder 

Geschäftsgeheimnisses ist der Vorinstanz in Nachachtung von Lehre und Recht-

sprechung darin zu folgen, dass vorliegend beide Tatbestände zur Anwendung 

gelangen (Urk. 37 S. 35). Allerdings ist diesbezüglich wie folgt zu präzisieren: 

Hinsichtlich des Dokumentes "…" ist ausschliesslich eine Verletzung des 

Bank(kunden)geheimnisses und hinsichtlich des Protokolls der Führungssitzung 

ausschliesslich eine Verletzung des Geschäftsgeheimnisses gegeben. Betreffend 

die Vergleichsvereinbarung geht der Inhalt über die konkrete Bankkundenbezie-

hung hinaus und offenbart auch konkrete Verhaltensweisen der Bank, jedenfalls 

in Bezug auf den konkreten Kunden. Unabhängige Unternehmensdaten aber, die 

keinen Kundenbezug haben, sind aus dem Dokument nicht ersichtlich, so dass 

sämtliche enthaltene Informationen als vom Bankgeheimnis erfasst zu gelten ha-

ben.  

5. Mithin hat der Beschuldigte den Tatbestand der Bankgeheimnisverletzung 

im Sinne von Art. 47 Abs. 1 BankG mehrfach, den Tatbestand der Verletzung des 

Geschäftsgeheimnisses im Sinne von Art. 162 Abs. 1 StGB nur einfach began-

gen, so dass ein entsprechender Schuldspruch je für das vollendete Delikt zu er-

gehen hat. 

- 38 - 

IV. Strafzumessung 

1. Vorinstanz / Parteistandpunkte 

Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 14 Mona-

ten (unter Anrechnung von einem Tag Untersuchungshaft) sowie mit einer Geld-

strafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 330.–. Der Vollzug der Freiheitstrafe und der 

Geldstrafe wurde aufgeschoben (Urk. 37 S. 50). Anlässlich der Berufungsver-

handlung beantragte die Verteidigung eine bedingt zu vollziehende Geldstrafe von 

60 Tagessätzen zu Fr. 50.–, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren 

(Urk. 60). Die Staatsanwaltschaft stellte den Antrag, der Beschuldigte sei mit einer 

Freiheitsstrafe von 14 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Haft, sowie 

mit 120 Tagessätzen  Geldstrafe zu Fr. 330.– zu bestrafen (Urk. 61 S. 2). 

2. Vorbemerkungen zur Strafzumessung 

1. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu und be-

rücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wir-

kung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Bundesge-

richt hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und der Ge-

samtstrafenbildung nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des Asperationsprin-

zips wiederholt dargelegt (BGE 144 IV 313 E. 1.1; 144 IV 217 E. 3; 142 IV 137 

E. 9.1; 141 IV 61 E. 6.1.2; Urteil 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2; je 

mit Hinweisen). Darauf und auf die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz 

kann vorab verwiesen werden (Urk. 37 S. 36 f.). Da – wie nachstehend darzule-

gen sein wird – vorliegend nicht für alle Normverstösse gleichartige Strafen aus-

zufällen sind, sind die Voraussetzungen für die Bildung einer Gesamtstrafe für alle 

Delikte nach Art. 49 Abs. 1 StGB nicht gegeben. 

2. Ferner ist in Bezug auf die Ausfällung einer Strafe wegen versuchter Erpres-

sung einleitend festzuhalten, dass bei der Wahl der Sanktionsart als wichtiges Kri-

terium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf 

den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksich-

tigen ist (BGE 134 IV 97 E. 4.3). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll 

bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs 

- 39 - 

äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark 

in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2). 

3. Konkrete Strafzumessung 

a. Versuchte Erpressung  

1. Die versuchte Erpressung ist als das schwerste Delikt zur Bildung der Ein-

satzstrafe heranzuziehen, ausgehend vom vollendeten Delikt. Dem Umstand, 

dass es sich um einen vollendeten Versuch handelt, ist nach Berücksichtigung 

der Tatkomponenten Rechnung zu tragen. Es sind keine Umstände ersichtlich, 

nach welchen der Strafrahmen für die versuchte Erpressung, der von 3 Ta-

gessätzen Geldstrafe bis 5 Jahre Freiheitsstrafe reicht (Art. 156 Ziff. 1 StGB), 

nicht zur Bemessung einer adäquaten Sanktion ausreichen würde (BGE 136 IV 

55 E. 5.8 mit Hinweisen). 

1.1. Hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens fällt ins Gewicht, dass es sich 

um einen hohen Deliktsbetrag handelt. Der Betrag von Fr. 500'000.– hätte für den 

Beschuldigten, dessen Grundlohn gemäss Arbeitsvertrag Fr. 180'000.– betragen 

hat (exkl. Spesen; Urk. 40101045), einen erheblichen finanziellen Zuschuss dar-

gestellt, dessen Erwirtschaftung den Beschuldigten bei gleichbleibendem Ein-

kommen mehrere Jahre in Anspruch genommen hätte. Auch die Privatklägerin 

hätte einen massiven, nicht vorhersehbaren und somit ausserordentlichen Verlust 

erlitten, hätte sie der Forderung des Beschuldigten entsprochen. Ferner sah sich 

die Privatklägerin der ernstlichen Gefahr ausgesetzt, dass der Beschuldigte Ge-

schäftsinterna, deren Umfang und Detailliertheit für die involvierten Personen im 

Zeitpunkt der gestellten Forderung noch nicht abschliessend feststellbar war, der 

Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) sowie der deutschen Bundesan-

stalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugänglich macht. Dadurch drohte 

der Geschädigten, unabhängig von der Begründetheit der vom Beschuldigten ge-

genüber der Privatklägerin erhobenen Vorwürfe, einen nicht nur theoretischen 

Reputationsschaden. Um seiner Forderung den aus seiner Sicht nötigen Nach-

druck zu verleihen, konfrontierte der Beschuldigte nicht nur seinen direkten Vor-

gesetzten mit seiner erpresserischen Drohung, sondern auch den Bankratspräsi-

- 40 - 

denten und den General Counsel und damit zwei weitere Führungspersonen der 

Geschädigten. Dies lässt auf eine gezielte und hartnäckige Vorgehensweise 

schliessen, worin eine nicht unerhebliche kriminelle Energie zu erblicken ist. Wei-

ter ist verschuldenserschwerend zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die 

Ernsthaftigkeit seiner Drohung, geschäftsinterne Dokumente zu veröffentlichen, 

dadurch unterstrich, indem er gegenüber dem Bankratspräsidenten klar signali-

sierte, dass die Dokumente in der Öffentlichkeit einen "grossen Knall" auslösen 

werden bzw. er sich gegenüber dem General Counsel dahingehend äusserte, 

dass kein Verhandlungsspielraum bestehe. Angesichts der im Zuge des allgemein 

als Bankdatenklau betreffend deutsche Kunden von schweizerischen Banken be-

kannten groben Verletzung des schweizerischen Bankgeheimnisses mutet das 

Vorgehen des Beschuldigten, der diese Empfindlichkeit zu seinen Gunsten aus-

nützen wollte, besonders perfid und skrupellos an. Dass er sich der potenziell 

grossen Rufschädigung durchaus bewusst war, ergibt sich auch aus der gegen-

über dem General Counsel getätigten Äusserung des Beschuldigten, dass er über 

stichhaltige Beweise verfüge und die "Kanonen" stehen würden. Der Beschuldigte 

offenbarte durch sein Handeln, namentlich in seiner Stellung als Direktor, eine 

bedenkliche Gleichgültigkeit betreffend das Wohlergehen seines Arbeitgebers und 

ordnete die Willensfreiheit der von ihm konfrontierten Führungspersonen sowie 

die Interessen der Privatklägerin an einem funktionierenden Arbeitsverhältnis und 

einem darüber hinausgehenden ungestörten Geschäftsbetrieb seinen persönli-

chen finanziellen Interessen unter. Im weiteren erklärte insbesondere der Bank-

ratspräsident, sich vom Gebaren des Beschuldigten erpresst gefühlt zu haben, 

woraus erkennbar wird, dass sich der Bankratspräsident in seinem Sicherheitsge-

fühl tatsächlich beeinträchtigt fühlte. Vor diesem Hintergrund ist das objektive Tat-

verschulden als nicht mehr leicht zu qualifizieren. 

1.2. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass infolge vorsätzlicher Tatbege-

hung keine Strafminderung wegen Eventualvorsatzes in Frage kommt. Der Be-

schuldigte handelte in erster Linie aus finanziellen und damit egoistischen Moti-

ven. Wäre es ihm ein Anliegen gewesen, seinen Vorgesetzten bzw. andere Füh-

rungspersonen auf angeblich unlautere Geschäftspraktiken aufmerksam zu ma-

- 41 - 

chen, hätte er diese entsprechend dokumentieren und melden können, ohne 

gleichzeitig eine Forderung von Fr. 5000'000.– geltend zu machen. Insofern kann 

dem Beschuldigten auch nicht ein ehrenhafter Beweggrund zugutegehalten wer-

den, wonach er nur versucht habe, auf Unregelmässigkeiten im Geschäftsgeba-

ren der Privatklägerin aufmerksam zu machen bzw. dass er versucht habe, solche 

zu beseitigen. Im Gegenteil wollte er sich auf unberechtigte Art und Weise zum 

Nachteil der Privatklägerin selbst im Umfang von Fr. 500'000.-bereichern. Das 

Verhalten lässt sich ferner auch nicht mit einer finanziellen Not- bzw. Zwangslage 

des Beschuldigten erklären, zumal der Beschuldigte im Tatzeitpunkt über ein or-

dentliches Einkommen verfügte. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich der Be-

schuldigte in einer Situation wähnte, in der womöglich gewisse interne geschäftli-

che Abläufe nicht seinem Rechtsempfinden entsprachen. Hätten tatsächlich be-

rechtigte Bedenken seitens des Beschuldigten an den Geschäftspraktiken der 

Privatklägerin bestanden, so hätten diese das erpresserische Vorgehen dennoch 

nicht zu rechtfertigen vermocht. Der Beschuldigte hätte dann vielmehr zuerst in-

tern die Missstände melden und dann die Aufsichtsbehörden kontaktieren müs-

sen, bevor eine öffentliche Bekanntmachung im Rahmen der Wahrung berechtig-

ter Interessen in Betracht kommt. Ausserdem wäre ihm eine Anzeige bei den 

Strafverfolgungsbehörden oder der Polizei offen gestanden (siehe dazu Urteile 

des Bundesgerichts 6B_200/2018 vom 8. August 2018 E. 3.2 und 6B_305/2011 

vom 12. Dezember 2011 E. 4.1). In subjektiver Hinsicht sind sodann keine straf-

mindernden Faktoren ersichtlich.  

1.3. Mithin wird die objektive Tatschwere durch die subjektive leicht erhöht, so 

dass das Tatverschulden für das vollendete Delikt der Erpressung jedenfalls als 

nicht mehr leicht zu werten ist. 

1.4. Es ist festzuhalten, dass die vom Beschuldigten begangene Erpressung ge-

samthaft betrachtet keine Bagatelltat mehr darstellt. Das Verhalten des Beschul-

digten zeigt, dass er dazu geneigt war, seine Interessen rücksichtlos zu verfolgen 

und durchzusetzen. Es ist daher eine gewisse Härte unumgänglich, um dem Be-

schuldigten die Konsequenzen seines Handels aufzuzeigen und ihn – wenn mög-

lich – von weiteren Straftaten abzuhalten. In Anbetracht des Tatverschuldens, 

- 42 - 

insbesondere aufgrund der unter Ziffer III.3.a.1.1. hiervor erwähnten Vorgehens-

weise, und der Höhe der Deliktssumme, erscheint es angemessen und zweck-

mässig, vorliegend für die versuchte Erpressung eine Freiheitsstrafe auszuspre-

chen. Somit resultiert – hypothetisch für das vollendete Delikt – bei einem nicht 

mehr leichten Tatverschulden eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten.  

1.5. Dass die Tathandlung zum Nachteil der Privatklägerin nicht zur Vollendung 

gelangte, sondern es beim vollendeten Versuch blieb, kann sich im Sinne einer 

Reduktion der verschuldensangemessenen Strafe auswirken. Dass sich der tat-

bestandsmässige Erfolg nicht verwirklichte, entzog sich der Einflussmöglichkeit 

des Beschuldigten vollständig und ist einzig darauf zurückzuführen, dass die 

B._____ und die involvierten Führungspersonen aufgrund interner Richtlinien der 

erpresserischen Forderung des Beschuldigten nicht stattgaben und im Gegenteil 

rechtliche Schritte einleiteten. Der Vorinstanz ist im Ergebnis darin zuzustimmen, 

dass eine nicht unerhebliche Distanz zum tatbestandsmässigen Erfolg vorliegt, 

auch wenn der Beschuldigte seinerseits sämtliche Tathandlungen vorgenommen 

hat, um die Privatklägerin zur Zahlung des Erpressergeldes zu bewegen, so dass 

dies wiederum einer markanten Reduktion der Einsatzstrafe entgegensteht. Ins-

gesamt erscheint daher eine Reduktion der Einsatzstrafe um 4 Monate als ange-

messen und ausreichend, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass der Privat-

klägerin kein finanzieller Schaden entstanden ist.  

2. Unter Berücksichtigung sämtlicher Zumessungsfaktoren für die Tatkompo-

nente betreffend die versuchte Erpressung erweist sich eine Freiheitsstrafe von 

14 Monaten als angemessen. 

3.1. Schliesslich sind die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Zur Biographie 

des Beschuldigten und den persönlichen Verhältnissen kann auf das erstinstanz-

liche Urteil verwiesen werden, wo diesbezüglich sämtliche relevanten Aspekte 

richtig dargelegt sind (Urk. 37 S. 42). Der Beschuldigte führte zudem aus, derzeit 

als Vermögensverwalter selbstständig erwerbend zu sein und ein monatliches 

Nettoeinkommen von Fr. 5'500.– zu erzielen (Prot. II S. 10). Das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse erweisen sich als strafzumessungsneutral. 

- 43 - 

3.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Er legte namentlich in Bezug auf seine 

Beweggründe und den finanziellen Aspekt seiner Tat kein Geständnis ab. In Be-

zug auf die äusseren Tatumstände machte der Beschuldigte seine Zugeständnis-

se nach Vorliegen einer erdrückenden Beweislage. Reue und Einsicht in die Tat 

sind nicht ersichtlich, so dass sich auch aus dem Nachtatverhalten keine strafzu-

messungsrelevanten Faktoren ergeben. 

4. Die tatfremden Komponenten wirken sich insgesamt neutral aus. Zusam-

mengefasst erscheint aufgrund sämtlicher relevanter Faktoren die Bestrafung des 

Beschuldigten für die versuchte Erpressung mit 14 Monaten Freiheitsstrafe als 

angemessen. 

b. Mehrfache Verletzung des Bankgeheimnisses  

1. Betreffend die objektive Tatschwere fällt straferhöhend ins Gewicht, dass 

der Beschuldigte den Tatbestand mehrfach erfüllte. Zum anderen gehen aus dem 

Dokument "…" auf einen Blick zahlreiche Kundennamen sowie die Höhe der von 

der Privatklägerin verwalteten Kundenvermögen hervor. Diese Daten müssen als 

besonders sensitiv qualifiziert werden, zumal sie gerade die relevantesten Infor-

mationen der Geschäftsbeziehung zwischen dem Kunden und der Privatklägerin 

offenlegen. Ferner sind die Bankkundendaten auch ohne weitere Kenntnisse über 

die Geschäftsbeziehung bzw. Fachkenntnisse interpretierbar und wären deshalb 

potentiell für eine Vielzahl Dritter einfach verständlich gewesen, weshalb abstrakt 

betrachtet ein hohes Schädigungspotential vorlag. Indem der Beschuldigte die 

einschlägigen Dokumente fotografierte und seiner Ehefrau zuschickte, brachte er 

dieser nicht nur Bankkundengeheimisse zur Kenntnis, sondern schuf er durch die 

Vervielfältigung – und damit die mehrfach Speicherung der Daten – die theoreti-

sche Gefahr, dass die Dokumente – ausserhalb seines Einflussbereiches – Drit-

ten einfach hätten zugänglich gemacht werden können. Hingegen ist zugunsten 

des Beschuldigten festzuhalten, dass er die sensitiven Daten nicht einer ihm un-

bekannten Drittperson bzw. unmittelbar der Öffentlichkeit zukommen liess, son-

dern lediglich seiner Ehefrau zustellte, bei welcher er aufgrund des Vertrauens-

verhältnisses in guten Treuen davon ausgehen durfte, dass sie die Bankkunden-

- 44 - 

geheimnisse nicht weiterverbreitet. Das objektive Tatverschulden wiegt daher ge-

rade noch leicht. 

2. In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten (Urk. 37 S. 40), 

dass es dem Beschuldigten beim Zustellen der Bilder an seine Ehefrau in erster 

Linie darum ging, die aus seiner Sicht relevanten Beweismittel zu sichern. Eine 

Offenlegung der Bankkundengeheimnisse nahm er dabei lediglich in Kauf. Das 

subjektive Tatverschulden vermag somit an der objektiven Tatschwere nichts zu 

ändern. Betreffend die Täterkomponente, welche vorliegend ohne Einfluss auf die 

festzusetzende Strafe bleibt, kann auf die Ausführungen unter Ziffer III.2.a.3.1.-

3.2 hiervor verwiesen werden.  

3. Aufgrund der Tatschwere erweist sich – isoliert betrachtet – eine Geldstrafe 

von 100 Tagessätzen als angemessen. 

c. Verletzung des Geschäftsgeheimnisses 

1. Der Beschuldigte brachte seiner Ehefrau nicht unbedeutende Geschäfts-

geheimnisse zur Kenntnis. Aus dem Protokoll der Führungssitzung gehen Infor-

mationen betreffend Neugeldzuflüssen von Kundengeldern aus verschiedenen 

Regionen hervor. Ferner sind darin Informationen enthalten, welche Rückschlüs-

se auf die Profitabilität der Privatklägerin betreffend spezifische Geschäftsberei-

che zulassen und die Aufschluss betreffend die Entwicklung der Anzahl betreuter 

Kunden geben. Die Privatklägerin hat an der Geheimhaltung unter anderem sol-

cher Informationen ein erhebliches Interesse, zumal es sich dabei – in diesem De-

taillierungsgrad – nicht um öffentlich zugängliche Kennzahlen handelt. Anderer-

seits muss zugunsten des Beschuldigten berücksichtigt werden, dass die Anzahl 

der nicht für Dritte bestimmte Informationen, welche aus dem Sitzungsprotokoll 

hervorgehen, gering ist. Das objektive Tatverschulden wiegt insgesamt leicht. 

2. Betreffend die subjektive Tatschwere ist vorliegend zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte. Im Weiteren sei hinsichtlich 

der subjektiven Tatschwere auf vorstehende Ausführungen in Ziffer III.3.b.2. zur 

Verletzung des Bankgeheimnisses verwiesen, zumal sich hinsichtlich der Motive 

für die Geheimnisverletzungen eine gemeinsame Beurteilung aufdrängt. Gesamt-

- 45 - 

haft vermag jedoch die subjektive Tatschwere die objektive Tatschwere nicht zu 

erhöhen. In Bezug auf die Täterkomponente – welche sich wie hiervor dargelegt 

strafzumessungsneutral auswirkt – kann auf die Ausführungen in Ziffer III.3.a.3.1.-

3.2. verwiesen werden. 

3. Dem Verschulden des Beschuldigten erscheint es angemessen, für die 

Verletzung des Geschäftsgeheimnisses eine Geldstrafe von 40 bis 60 Tagessät-

zen festzusetzen. 

d. Asperation / Auszufällende Geldstrafe 

1.1. Für die mehrfache Verletzung des Bankgeheimnisses und die Verletzung 

des Geschäftsgeheimnisses ist aufgrund der Gleichartigkeit der Strafe eine aspi-

rierte Geldstrafe als Gesamtstrafe auszufällen. Angesichts des engen Zusam-

menhangs der Erfüllung beider Tatbestände durch dieselben Handlungen, recht-

fertigt es sich nicht, die Strafe für die mehrfache Verletzung des Bankgeheimnis-

ses wegen der Geschäftsgeheimnisverletzung wesentlich zu erhöhen. In Nach-

achtung des Asperationsprinzips erscheint daher für das Tatverschulden beider 

erfüllter Tatbestände ein Strafmass von 120 Tagessätzen Geldstrafe als ange-

messen. 

1.2. Während das Gericht die Zahl der Tagessätze nach dem Verschulden des 

Täters bemisst, wobei sich in der Anzahl Tagessätze das Strafmass niederschlägt 

(BGE 134 IV 60 E. 5.2 - 5.3), bestimmt es gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB die Höhe 

des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des 

Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Le-

bensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem 

Existenzminimum. Ausgangspunkt für die Bemessung des Tagessatzes bildet das 

Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetz-

lich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so 

die laufenden Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallver-

sicherung, sowie die notwendigen Berufsauslagen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). Das 

Nettoeinkommen ist weiter um die Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu re-

duzieren, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. Anderweitige finan-

- 46 - 

zielle Lasten können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnisse berücksichtigt 

werden (BGE 134 IV 60 E. 6.4). Fehlendes Vermögen stellt insoweit kein Grund 

dar, die Höhe des Tagessatzes zu senken, ebenso wenig wie vorhandenes Ver-

mögen zu einer Erhöhung führen soll (BGE 134 IV 60 E. 6.2). 

1.3. Gemäss eigenen Angaben verfügt der Beschuldigte über ein monatliches 

Nettoeinkommen von Fr. 5'500.– (Urk. 42/1). Nebst seinem Haus in H._____, 

Kanton Graubünden, verfügen er und seine Ehefrau über eine Liegenschaft in 

L._____. Aus der Steuererklärung 2017 ergibt sich ein Liegenschaftenertrag von 

Fr. 24'300.– pro Jahr. Weiter macht der Beschuldigte monatliche Hypothekarzin-

sen von Fr. 1'400.–, Fr. 1'000.– Krankenkassenprämien sowie Fr. 1'500.– für die 

Steuern geltend. In der Regel sind die Wohnkosten nach der Rechtsprechung 

nicht zu berücksichtigen, so auch im vorliegenden Fall. In Bezug auf das Vermö-

gen sind sodann weder die Hypothekarzinsen für die Liegenschaft in L._____ 

noch das darin enthaltene Vermögen zu berücksichtigen, da der Beschuldigte in 

H._____ wohnt. Ferner ist der Beschuldigte unterstützungspflichtig für seine noch 

nicht volljährigen Kinder. Unter Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des 

Beschuldigten ist die Tagessatzhöhe auf Fr. 140.– festzulegen. 

4. Fazit 

Zusammengefasst erscheint aufgrund sämtlicher relevanter Faktoren die Bestra-

fung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten und einer Geld-

strafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 140.– als angemessen. Die erstandene Haft 

von einem Tag ist gemäss Art. 51 StGB und Art. 110 Abs. 7 StGB ohne weiteres 

auf die Freiheitsstrafe anzurechnen. 

V. Strafvollzug 

1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens 

sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbeding-

te Strafe nicht erforderlich erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Eine Besonderheit 

in der Prognosebildung gilt für den Fall, dass der Täter innerhalb der letzten fünf 

- 47 - 

Jahre vor der Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten oder ei-

ner Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt worden ist (Art. 42 Abs. 

2 StGB). In einem solchen Fall wird die ungünstige Prognose vermutet (BGE 134 

IV 6 f. E. 4.2.3.). 

2. Da der Beschuldigte heute mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten und 

mit einer Geldstrafe zu bestrafen ist, kommt der bedingte Vollzug objektiv in Fra-

ge. Mit Bezug auf die subjektiven Voraussetzungen des bedingten Strafvollzugs 

ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nicht vorbestraft ist (Urk. 38). Ferner ist 

davon auszugehen, dass dem Beschuldigten – der noch nie zuvor eine Freiheits-

strafe verbüsst hat – der eine Tag in der Untersuchungshaft als Warnwirkung 

diente, und insbesondere die drohende Vollstreckung des aufgeschobenen Voll-

zugs der Freiheits- und Geldstrafe die volle Tragweite seines Fehlverhaltens auf-

zeigen und ihn von der Begehung weiterer Straftaten abhalten werden. Der Be-

schuldigte gab anlässlich der Berufungsverhandlung an, selbstständig erwerbend 

tätig zu sein, womit nach wie vor von einer beruflichen Integration ausgegangen 

werden kann. Auch verfügt der Beschuldigte als verheirateter, zweifacher Famili-

envater über ein soziales Umfeld, das ihm Motivation genug sein kann, nicht er-

neut straffällig zu werden. Mit der Vorinstanz liegen somit keine Umstände vor, 

die das Vorliegen der günstigen Prognose zu erschüttern vermögen. Dem Be-

schuldi