# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68ec1061-ee00-5783-b513-d3667f56e3a3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.08.2013 S 2011 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-106_2013-08-28.pdf

## Full Text

S 11 106
2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 28. August 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG (berufliche 

Massnahmen)

1. …, geboren 1967, war seit November 2002 als Metzger für die Metzgerei …im 

… und in der Filiale in … tätig. Am 13. Dezember 2007 erlitt er einen 

Verkehrsunfall, bei dem er sich eine Kontusion der linken Schulter und des 

Schlüsselbeins sowie eine Halswirbeldistorsion zuzog. Trotz medizinischer 

Behandlungen seitens der Klinik … in und einer Operation am 23. September 

2008 blieben ursächlich nicht erklärbare  Einschränkungen der Beweglichkeit 

der linken Schulter mit deutlicher Kraftminderung und Schmerzen bestehen. Als 

Folge davon konnte … in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Metzger nicht 

mehr arbeiten.

2. Am 4. Februar 2009 meldete sich … bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

(IV-Stelle) für Massnahmen der beruflichen Integration respektive für die 

Ausrichtung einer Rente an. Im Juni 2009 kündigte der Arbeitgeber das 

Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per 31. August 2009. Der 

Unfallversicherer, die Branchen Versicherung Schweiz, bezahlte 

Unfalltaggelder bis Ende Januar 2010. Danach meldete sich … zum Bezug von 

Leistungen bei der Arbeitslosenversicherung an.

Am 7. Oktober 2009 stellte der SAM, Bellinzona, das von der IV-Stelle in 

Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten aus. Die begutachtenden Ärzte 

kamen zum Schluss, dass … ab dem 1. April 2009 in seiner bisherigen Tätigkeit 

als Metzger zu 50 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig ist.

3. Im September 2010 wurde die … AG, Kompetenz-Zentrum für berufliche 

Wiedereingliederung, von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, 

der … Versicherung, als Stellenvermittlerin eingesetzt. Diese vermittelte im 

Laufe der Jahre 2010 und 2011 Arbeitsversuche und -trainings bei 

verschiedenen Arbeitgebern.

4. Mit Vorbescheid vom 23. Juni 2011 teilte die IV-Stelle … mit, die Abklärungen 

der … AG und die Arbeitsversuche hätten ergeben, dass ihm die Ausübung der 

Tätigkeit als Bankmetzger in Vollzeit möglich sei. Die beruflichen Massnahmen 

seien daher abgeschlossen.

Mit Einwand vom 25. Juli 2011 liess … der IV-Stelle beantragen, die gesetzlich 

vorgesehenen Eingliederungsmassnahmen und Taggelder seien weiterhin zu 

erbringen. Die  Eingliederungsmassnahmen hätten sich bis dahin auf die 

Kostengutsprache für ein Arbeitstraining beschränkt. Zudem seien berufliche 

Massnahmen von der … AG in die Wege geleitet worden, von der vom 

Haftpflichtversicherer beigezogenen und daher seiner Ansicht nach nicht 

unabhängigen Stellenvermittlerin. Die Frage der beruflichen Massnahmen sei 

nicht abgeschlossen, allenfalls sei eine Umschulung in Betracht zu ziehen, falls 

die berufliche Wiedereingliederung scheitern sollte.

5. a) Mit Verfügung vom 9. August 2011 betreffend berufliche Massnahmen 

bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid vom 23. Juni 2011 und hielt daran fest, 

dass … keinen Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art, mithin keinen 

Anspruch auf eine Umschulung und/oder Arbeitsvermittlung habe. Sie stellte 

insbesondere gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des SAM Bellinzona 

fest, dass … in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit ohne 

Leistungseinschränkung zu 100 % arbeitsfähig sei und dass er diese 

Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch verwerten könne. 

Berechnet wurden ein Invalideneinkommen von CHF 60'724.30 und ein 

Valideneinkommen von CHF 73'528.00, woraus eine Erwerbseinbusse von 

17.4 % resultierte. Damit sei, so die IV-Stelle, der für einen 

Umschulungsanspruch notwendige Invaliditätsgrad von 20 % nicht erreicht, und 

auch ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung sei bei voller Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit nicht gegeben.

b) Einen Anspruch auf Ausrichtung einer IV-Rente verneinte die IV-Stelle mit 

Vorbescheid vom 29. August 2011. Dagegen erhob … mit Eingabe vom 4. 

Oktober 2011 Einwand und stellte gleichzeitig den Antrag, das Verfahren bis 

zum Vorliegen eines Entscheids des Verwaltungsgerichts betreffend Anspruch 

auf berufliche Massnahmen zu sistieren.

Mit Verfügung vom 1. April 2011 legte die IV-Stelle das Taggeld für … für den 

Monat Februar 2011 auf CHF 162.40, mit Verfügung vom 10. Mai 2011 ein 

solches für den Monat März 2011 auf CHF 190.40 (inklusive Kindergeld von 

CHF 28.00) fest. Am 16. Mai 2011 liess … beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden Beschwerde gegen diese beiden Verfügungen einreichen 

(Verfahren S 11 66).

6. Gegen die Verfügung vom 9. August 2011 betreffend berufliche Massnahmen 

liess … am 10. September 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden erheben. Er beantragte die vollumfängliche, kostenfällige 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Bejahung des Anspruchs auf 

Umschulung im Sinne von Art. 17 IVG sowie, soweit nach der Umschulung 

erforderlich, die Prüfung und Gewährung beruflicher Massnahmen wie 

Arbeitstrainings, Arbeitsvermittlung etc. Eventualiter sei die Sache zur Prüfung 

beruflicher Massnahmen (Umschulung, Arbeitsvermittlung, Berufsberatung, 

Arbeitstrainings, etc.) an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Zur Begründung brachte … vor, ihm sei vom ehemaligen Arbeitgeber eine 

massive Lohnerhöhung versprochen worden, weshalb von einem 

Valideneinkommen von CHF 90'176.00 ausgegangen werden müsse. Im 

Zusammenhang mit der Frage des Invalideneinkommens führte er aus, es 

bestehe entgegen den Feststellungen des SAM Bellinzona keine 

Arbeitsfähigkeit von 100 % ohne Leistungseinschränkung. Das entsprechende 

Gutachten sei in vielerlei Hinsicht nicht schlüssig und vermöge nicht zu 

überzeugen, weshalb eine Neubegutachtung notwendig sei. Er erfülle weder 

das Anforderungsprofil eines Bankmetzgers noch dasjenige für die von der 

Vorinstanz genannten Tätigkeiten. Er werde nur noch schlecht bezahlte 

Aushilfstätigkeiten ausüben können, für welche die Löhne deutlich unter dem 

von der Vorinstanz angenommenen Invalidenlohn lägen. Selbst wenn man 

jedoch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten 

Tätigkeit ausgehe, müsse ein Leidensabzug von mindestens 20 % 

vorgenommen werden.

Die Vorinstanz habe es versäumt, seine berufliche Wiedereingliederung 

frühzeitig anzugehen, obwohl der behandelnde Arzt, Dr. med. …, und der SAM 

Bellinzona dies empfohlen hätten. Sollte der Anspruch auf Umschulung verneint 

werden, müsse die Vorinstanz angehalten werden, weitere berufliche 

Massnahmen zu prüfen und zu gewähren.

7. Am 17. Oktober 2011 erging die Vernehmlassung der IV-Stelle, welche die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragte. Sie bestritt die 

Behauptung von …, es sei eine Lohnerhöhung von CHF 5'100.00 auf CHF 

6'800.00 vorgesehen gewesen, und bestätigte die Berechnung des 

Valideneinkommens. Sie erachtete das polydisziplinäre Gutachten des SAM 

Bellinzona als überzeugend, weshalb von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % 

(ohne Leistungseinbusse) in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit 

auszugehen sei. Schliesslich bestätigte sie das angenommene 

Invalideneinkommen von CHF 60'724.30 und die aus dem Vergleich mit dem 

Valideneinkommen von CHF 73'528.00 resultierende Erwerbseinbusse von 

17.4 %. Diese erreiche den für die Gewährung von Umschulungsmassnahmen 

notwendigen Invaliditätsgrad von 20 %, an dem die Rechtsprechung konstant 

festgehalten habe, nicht. Ferner seien auch die Voraussetzungen für die 

Gewährung von weiteren beruflichen Massnahmen wie Arbeitstrainings, 

Arbeitsvermittlung und Berufsberatung nicht gegeben.

8. Mit Replik vom 30. Januar 2012 hielt … an seinen Rechtsbegehren unverändert 

fest. Zur Frage der Erwerbseinbusse hielt er fest, dass er nicht mehr in seinem 

angestammten Beruf als Metzger tätig sein könne, weshalb eine Invalidität im 

Sinne von Art. 17 IVG offenkundig sei. Selbst wenn jedoch von einem 

Invaliditätsgrad von 17.4 % ausgegangen werde, dürfe der Anspruch auf eine 

Umschulung nicht mit der Begründung verneint werden, dass die als 

Richtgrösse dienende Grenze von 20 % nicht erreicht sei. Angesichts der 

gescheiterten Wiedereingliederungsbemühungen dränge sich eine 

sachgerechte Umschulung nämlich auf.

Was das Valideneinkommen betreffe, müsse berücksichtigt werden, dass ihm 

ab Dezember 2007 aus verschiedenen Gründen eine massive Lohnerhöhung 

zugesichert worden sei. Auf das Gutachten des SAM Bellinzona könne nicht 

abgestellt werden, da es sowohl verfahrensrechtliche wie inhaltliche Mängel 

aufweise. Faktisch stelle es ein Aktengutachten dar, es fehlten insbesondere 

neurologische Abklärungen, aktualisierte bildgebende Verfahren und eine 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). Da sein 

Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Begutachtung noch labil gewesen sei, 

hätte eine zuverlässige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ohne Durchführung 

der empfohlenen Therapiemassnahmen und des empfohlenen 

Rehabilitationsaufenthalts gar nicht abgegeben werden können. Zudem weiche 

die Beurteilung der begutachtenden Ärzte diametral von den Feststellungen der 

behandelnden Ärzte ab. Angesichts der gerügten Mängel sowie der Tatsache, 

dass die Begutachtung rund zwei Jahre vor Erlass der Verfügung stattgefunden 

habe, erweise sich eine Neubegutachtung als zwingend.

Bezüglich der Berechnung des Invalideneinkommens brachte der 

Beschwerdeführer vor, es sei medizinisch unklar, ob und mit welchen 

Einschränkungen er seine linke Schulter und den linken Arm einsetzen könne. 

Jedenfalls erfülle er weder das Anforderungsprofil eines Bankmetzgers noch 

eines Mitarbeiters Metzgerei/Getränke und auch eine Tätigkeit in den übrigen, 

von der Vorinstanz angegebenen Berufsfeldern sei unrealistisch. Er könne das 

von der Vorinstanz angenommene Invalideneinkommen nicht erreichen. Zudem 

müsse ein Leidensabzug von mindestens 20 % vorgenommen werden, da er 

wegen der funktionellen Einschränkungen der linken Schulter sowie des 

Verlusts der Feinmotorik nur eingeschränkt und verlangsamt arbeiten könne.

Schliesslich machte er geltend, dass ihm, bei einer allfälligen Ablehnung des 

Umschulungsanspruchs, gestützt auf Art. 18a IVG Arbeitsversuche ermöglicht 

werden müssten, zumal er sich vergeblich um eine Anstellung bemüht habe 

und nun ausgesteuert werde. Zudem solle ihm bei der Stellensuche geholfen 

werden, weshalb der Anspruch auf Arbeitsvermittlung zu bejahen sei.

9. Mit Duplik vom 15. Februar 2012 hielt auch die IV-Stelle unverändert an ihren 

Rechtsbegehren fest. Sie führte aus, aus dem Umstand, dass der 

Beschwerdeführer noch nicht beruflich wieder eingegliedert sei, könne nicht 

geschlossen werden, dass er in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit nicht 

arbeitsfähig sei. Mit dem ermittelten IV-Grad von 17.4 % sei das Erfordernis der 

dauernden Erwerbseinbusse von 20 % nicht erfüllt, die diesbezügliche 

Rechtsprechung sei unmissverständlich.

Bezüglich des Valideneinkommens bringe der Beschwerdeführer keine neuen 

rechtlich relevanten Tatsachen vor. Zu betonen sei deshalb lediglich, dass eine 

Lohnerhöhung von CHF 5'100.00 auf CHF 6'800.00, nämlich um 33.33 %, in 

keiner Art und Weise nachvollziehbar sei.

Beim Gutachten des SAM Bellinzona handle es sich nicht um ein 

Aktengutachten, hätten doch mehrere persönliche (allgemeinmedizinische, 

rheumatologische, psychiatrische und insbesondere auch neurologische) 

Untersuchungen stattgefunden. Die Beurteilung sei überzeugend, auch wenn 

keine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vorgenommen 

worden sei, und sie stehe nicht im Widerspruch zu den Einschätzungen der 

behandelnden Ärzte. Abgesehen von der Selbsteinschätzung von … seien 

keine Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

aktenkundig. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Rahmen der 

Anordnung der Begutachtung sei zu verneinen. Das Gutachten des SAM 

Bellinzona könne ohne weiteres als Entscheidgrundlage beigezogen werden. 

Es bedürfe keiner nochmaligen polydisziplinären Begutachtung. Dies habe auch 

die Stellungnahme des RAD Ostschweiz vom 29. Oktober 2009 ergeben.

Die Behauptungen von …, er sei in der angestammten Tätigkeit als Metzger 

nicht mehr arbeitsfähig, seien irrelevant, da er auf jeden Fall in einer 

behinderungsangepassten Tätigkeit als zu 100 % arbeitsfähig eingestuft werde. 

Er könne trotz seiner Schulterbeschwerden Auto fahren. Seine Arbeitsfähigkeit 

könne er auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne weiteres verwerten. Ein 

Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt, da das Leistungsvermögen in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit nicht eingeschränkt sei. Das aufgrund der 

LSE-Tabellenlöhne und nicht der DAP-Profile ermittelte Invalideneinkommen 

von CHF 60'724.30 sei auch im Vergleich zum durchschnittlichen Jahreslohn 

eines Bankmetzgers von CHF 61'750.00 plausibel.

10. Mit Schreiben vom 29. Februar 2012 überliess … dem Gericht den Bericht von 

Dr. med. … vom 15. Februar 2012 und dessen Mail vom 23. Februar 2012. 

Daraus gehe hervor, dass auch dieser Arzt eine umfassende polydisziplinäre 

Begutachtung als indiziert erachte. In diesem Zusammenhang beantragte der 

Beschwerdeführer die Edition der Resultate des Kontroll-Arthro-MRI aus 

Händen der Klinik, das im ebenfalls eingereichten Bericht vom 2. Februar 2012 

erwähnt werde.

Die IV-Stelle hielt mit Stellungnahme vom 16. März 2012 fest, dass allein 

massgebend der Sachverhalt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

vom 9. August 2011 sei. Daher seien die danach ergangenen ärztlichen 

Berichte nicht zu berücksichtigen. Dies gelte umso mehr, als aus den 

nachgereichten Dokumenten nicht hervorgehe, dass sich der gesundheitliche 

Zustand des Beschwerdeführers seit August 2009 verschlechtert hätte.

11. Nach der Urteilsberatung reichte die IV-Stelle dem Gericht mit Schreiben vom 

24. Oktober 2012 weitere Unterlagen (Ermittlungsbericht der … vom 9. Juli 

samt dreier DVDs, Stellungnahme Dr. med. … vom 23. August 2012, 

Einspracheentscheid der Branchen Versicherung Schweiz vom 2. Oktober 

2012) zur Vervollständigung der Akten ein. Die Unterlagen wurden dem 

Beschwerdeführer am 29. Oktober 2012 zugestellt, worauf sich dieser mit 

Schreiben vom 30. Oktober 2012 kurz dazu äusserte.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf 

die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-

Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. 

Daraus und gestützt auf Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ergibt sich die sachliche und 

örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 9. August 2011 betreffend berufliche 

Massnahmen. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob dem Beschwerdeführer ein Anspruch 

auf Massnahmen beruflicher Art, insbesondere auf Umschulung, zusteht 

respektive ob die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen auf den 9. August 2011 

zu Recht abgeschlossen hat. Dabei ist nach konstanter Rechtsprechung 

grundsätzlich auf die Verhältnisse abzustellen, die bis zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung, hier bis zum 9. August 2011, eingetreten sind. 

Allfällige nach diesem Zeitpunkt eingetretene Rechts- und 

Sachverhaltsänderungen sind vom Gericht nur insoweit berücksichtigt werden, 

als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und 

geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu 

beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012, 8C_692/2011 

Erw. 3.2 mit weiteren Hinweisen).

b) Gestützt auf diese Rechtsprechung erweisen sich die vom Beschwerdeführer 

eingereichten Dokumente, welche den Sachverhalt nach dem 9. August 2011 

betreffen, als unbeachtlich. Dabei geht es um den Bericht von Dr. med. … vom 

10. August 2011 (Beschwerdeführer [Bf]-act. 17), das Schreiben des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers an Dr. med. … vom 9. September 

2011 (Bf-act. 2), die Zeugnisse von Dr. med. … vom 22. September 2011 (Bf-

act. 19; einfaches ärztliches Zeugnis betreffend Arbeitsunfähigkeit ab dem 12. 

September 2011) und vom 7. November 2011 (Bf-act. 20; ärztlicher 

Zwischenbericht für die Branchen Versicherung), das Schreiben der Klinik … 

vom 10. Oktober 2011 (Bf-act. 28) sowie um den Bericht von Dr. med. … vom 

15. Februar 2012, dessen E-Mail vom 23. Februar 2012 und den Bericht der 

Klinik … vom 2. Februar 2012, die der Beschwerdeführer dem Gericht 

zusätzlich mit Schreiben vom 29. Februar 2012 überliess. Im Übrigen ergeben 

sich aus diesen Berichten keine Hinweise auf eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers.

c) Auf die Ausführungen der Parteien im Zusammenhang mit dem seitens des 

Beschwerdeführers ebenfalls gestellten Antrag auf Ausrichtung einer vollen IV-

Rente muss vorliegend nicht näher eingegangen werden. Allein aus der im 

Rentenverfahren vorgebrachten Argumentation des Beschwerdeführers, er sei 

zu 100 % arbeitsunfähig, kann vorliegend nicht auf mangelnde 

Eingliederungsfähigkeit geschlossen und das Eingliederungs-

/Umschulungsbegehren einzig mit dieser Begründung abgelehnt werden. Die 

Voraussetzungen für die Gewährung von beruflichen Massnahmen sind 

nachfolgend im Einzelnen zu prüfen.

3. a) Gemäss Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) stellt das Versicherungsgericht 

unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid erheblichen Tatsachen fest; 

es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei.

b) Der Beschwerdeführer stellte im Laufe des Verfahrens verschiedene 

Beweisanträge. Sofern es um den Beizug der Akten der IV-Stelle in Sachen des 

Beschwerdeführers und den Beizug der Akten des verwaltungsgerichtlichen 

Beschwerdeverfahrens S 11 66 betreffend IV-Taggelder geht, sind die 

Begehren obsolet, befinden sich doch die entsprechenden Dokumente bei den 

Akten respektive sind diese dem Gericht bekannt.

Der Beschwerdeführer beantragte ferner die Einholung sämtlicher ihn 

betreffenden Unfallakten aus Händen der Branchen Versicherung und 

begründete dies damit, dass sich darunter ein wesentlicher Teil der relevanten 

medizinischen Unterlagen befände. Dieser Antrag ist abzuweisen, befinden sich 

doch die wichtigsten Akten der Branchen Versicherung als Dokumente M1-M12 

(IV-act. 13), M13 (IV-act. 18), M14-M15 (IV-act. 29-4/8 und 29-5/8), M16 (IV-

act. 34), M17 (IV-act. 35), M18 (IV-act. 41) und M20 (IV-act. 86), die 

Leistungsabrechnungen der Branchen Versicherung (IV-act. 12-1/11-11/11) 

sowie weitere Dokumente wie die Schadenmeldung, Standortgesprächsberichte 

der … Versicherungen und verschiedene Schreiben, unter anderen auch der … 

AG, (IV-act. 14, 15, 25, 26, 38, 58, 60, 65, 85, 92) bei den im Recht liegenden 

IV-Akten. Aus der vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten, von ihm 

angefochtenen Verfügung vom 29. November 2011 der Branchen Versicherung 

(Bf-act. 11) geht hervor, dass dieser bei ihrem Entscheid keine anderen als die 

vorerwähnten Dokumente (insbesondere M2, M4, M5, M7, M10, M12, M13, 

M14, M15, M17, M20) sowie ebenfalls das Gutachten des SAM Bellinzona vom 

7. Oktober 2009 zur Verfügung gestanden hatten.

Ferner verlangte der Beschwerdeführer sämtliche ihn betreffenden Arztberichte 

inklusive denjenigen des beigezogenen Neurologen Dr. med. … vom 2. 

Dezember 2008 zur Edition aus Händen der Klinik ... Auch dieser Antrag ist 

abzuweisen. Einerseits befinden sich die Berichte des behandelnden Arztes, 

Dr. med. …, bereits bei den Akten der Sozialversicherungsanstalt Graubünden, 

IV-Stelle. Der Beschwerdeführer gibt nicht einen spezifischen Bericht an, der 

seiner Ansicht nach noch fehlen würde. Andererseits geht aus den Schreiben 

von Dr. med. … vom 14. März 2009 an Dr. med. … (IV-act. 29-4/8), vom 10. 

Februar 2009 an die Branchen Versicherung (IV-act. 18-1/2, auch M13; IV-act. 

29-6/8) und vom 9. Dezember 2008 an Dr. med. … (IV-act. 29-7/8) hervor, dass 

die neurologischen Abklärungen bei Dr. med. … keine auffälligen Befunde 

ergeben hätten. Auf die Einholung des Berichts von Dr. med. … vom 2. 

Dezember 2008 kann somit verzichtet werden. Dasselbe gilt für den Antrag des 

Beschwerdeführers, bei Dr. med. … eine schriftliche Auskunft über die 

neuropsychologische Behandlung des Beschwerdeführers einzuholen. Auch 

diesbezüglich geht aus dem Schreiben von Dr. med. … vom 26. Januar 2009 

(IV-act. 29-8/8), von Dr. med. … an Dr. med. … vom 14. März 2009 (IV-act. 29-

4/8) und in der Zweitmeinung von Dr. med. … vom 9. April 2009 (IV-act. 35-2/4) 

hervor, dass in neuropsychologischer Hinsicht keinerlei Auffälligkeiten 

festgestellt werden konnten.

Im Rahmen seiner Replik führte der Beschwerdeführer aus, dass er ab dem 12. 

September 2011 von Dr. med. … behandelt werde und dass dieser ab diesem 

Zeitpunkt eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit bestätigt habe. Er verlangte die 

Einholung eines aktualisierten ärztlichen Berichts respektive die Befragung des 

behandelnden Arztes als Zeugen. Dieser Antrag wird abgelehnt. Die 

Bestätigungen des Arztes können sich angesichts des Behandlungsbeginns im 

September 2011 nur auf den Sachverhalt beziehen, der sich nach Erlass der 

angefochtenen Verfügung vom 9. August 2011 ergeben hat. Sie sind folglich 

vorliegend nicht massgebend.

Der Beschwerdeführer stellte auch den Antrag, aus Händen der … 

Versicherungen AG seien sämtliche Akten im Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis vom 13. Dezember 2007, MFH 16.689.844/8, insbesondere 

Fahrzeuganalysen, Fotos, Tatbestandsschilderungen, Expertisen, etc. 

einzuholen. Er rügte in diesem Zusammenhang vor allem, dass die 

begutachtenden Ärzte des SAM Bellinzona die Akten des 

Haftpflichtversicherers des unfallverursachenden Fahrzeuglenkers zum 

eigentlichen Verkehrsunfall nicht beigezogen und sich nicht mit dem genauen 

Unfallhergang auseinandergesetzt hätten. Der Beschwerdeführer unterliess es, 

aufzuzeigen, inwiefern der Beizug der Unfallakten - sowohl seitens des Gerichts 

wie auch seitens des SAM Bellinzona  - an der medizinischen Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit etwas hätte ändern sollen respektive für die gerichtliche 

Beurteilung wesentlich sein sollte. Dies ist vorliegend auch nicht ersichtlich, 

weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist. Dasselbe gilt für den 

vorsorglich gestellten Antrag auf Einholung eines 

unfallanalytischen/biomechanischen Gutachtens.

c) Im Zusammenhang mit der Frage der Wiedereingliederung in das Erwerbsleben 

verlangte der Beschwerdeführer die Edition sämtlicher den Beschwerdeführer 

betreffenden Akten aus Händen der … Arbeitslosenkasse und aus Händen des 

Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV). Der Beschwerdeführer will 

damit offenbar beweisen, dass er von der Arbeitslosenversicherung Leistungen 

erhalten hat, und den Vorwurf widerlegen, er habe die Bemühungen des RAV 

hintertrieben. Diese Fragen sind für die vorliegend zu beurteilenden 

Streitpunkte nicht relevant und es ist daher nicht ersichtlich, was der 

Beschwerdeführer daraus zu seinen Gunsten, insbesondere im 

Zusammenhang mit den zu beurteilenden Fragen der Arbeitsfähigkeit und des 

hypothetischen Invalideneinkommens, Entscheidendes ableiten wollte. Die 

entsprechenden Editionsbegehren sind daher abzuweisen.

Aus Händen des … respektive von … und aus Händen des …, verlangte der 

Beschwerdeführer je einen genauen Verlaufsbericht über den Arbeitsversuch, 

genaue Angaben zu den ausgeführten Arbeiten während des Arbeitsversuchs 

und zu den festgestellten Einschränkungen sowie Angaben zur Feinmotorik des 

Versicherten im Zusammenhang mit den ausgeübten Tätigkeiten. Auch diese 

Anträge sind abzulehnen, geben doch, wie aufzuzeigen sein wird, insbesondere 

das eingeholte Gutachten des SAM Bellinzona und die Berichte der … AG ein 

genügend klares Bild der Arbeitsfähigkeit ab, die dem Beschwerdeführer trotz 

seiner Beschwerden in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit verbleibt. Im 

Übrigen erweist sich der Bericht der … AG entgegen der Einschätzung des 

Beschwerdeführers als ausführlich, seriös und plausibel abgefasst (vgl. auch 

IV-act. 143-1/1).

d) Mit der beantragten Befragung der Zeugen … (ehemalige Arbeitgeber), von … 

(alles ehemalige Mitarbeiter) möchte der Beschwerdeführer aufzeigen, welche 

Tätigkeiten er im Betrieb des ehemaligen Arbeitgebers ausgeführt, dass seine 

Funktion jener eines Metzgers mit besonderer Verantwortung entsprochen und 

dass er Vorgesetztenfunktionen eingenommen hatte. Abgesehen davon, dass 

Zeugenbefragungen im verwaltungsrechtlichen Verfahren ein subsidiäres 

Beweismittel darstellen (Art. 12 Abs. 2 VRG), ergibt sich die erwerbliche 

Situation des Beschwerdeführers vor dem Unfall in ausreichendem Mass aus 

den IV-Akten, so insbesondere aus dem Fragebogen für Arbeitgebende (IV-act. 

22-2 ff./9), weshalb die Zeugenbefragungen nicht notwendig sind.

Auch die beantragte Befragung von …, …, und …, ist abzulehnen. Angaben zu 

den durchgeführten Arbeitsversuchen ergeben sich aus den IV-Akten, 

insbesondere dem Bericht der … AG (IV-act. 146-17/27).

Als im vorliegenden Verfahren nicht notwendig, weil nicht entscheidrelevant, 

erweist sich schliesslich die beantragte Befragung der Ehefrau des 

Beschwerdeführers, die bestätigen solle, dass der Beschwerdeführer seit 

Jahren nicht mehr auf die Jagd gegangen sei respektive dass ihre angebliche 

Aussage nicht zutreffe, ihr Ehemann setze den linken Arm im Alltag ohne 

grosse Einschränkungen ein.

e) Auf den vom Beschwerdeführer gestellten Antrag auf Durchführung einer 

polydisziplinären Neubegutachtung wird in den nachfolgenden Erwägungen, im 

Zusammenhang mit der Prüfung des Gutachtens des SAM Bellinzona vom 7. 

Oktober 2009, eingegangen (Erw. 4).

4. a) Einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen haben gemäss Art. 8 Abs. 1 

IVG Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte. 

Vorausgesetzt wird, dass die Eingliederungsmassnahme notwendig und 

geeignet ist, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 

zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Art. 8 Abs. 1 

lit. a) und dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen 

Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG und somit umschulungsberechtigt gilt eine 

versicherte Person, wenn sie wegen der Art und Schwere des 

Gesundheitsschadens in den bisher ausgeübten und in den für sie ohne 

zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine 

bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet. 

Bei dieser Grösse handelt es sich um einen Richtwert (BGE 130 V 488 Erw. 

4.2, 124 V 108 mit Hinweis auf AHI 1997 S. 80 Erw. 1b und ZAK 1984 S. 91 

oben, 1966 S. 439 Erw. 3). Die Erwerbseinbusse bemisst sich an dem vor 

Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Erwerbseinkommen (Ulrich Meyer, 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, in: Murer/Stauffer [Hrsg.]: 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 

2010, Art. 17, S. 191).

b) Um die durchschnittliche prozentuale Arbeitsfähigkeit in den für die versicherte 

Person ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren 

Erwerbstätigkeiten ermitteln zu können, ist das Gericht auf Unterlagen 

angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 256 Erw. 4 [zur 

Hilflosenentschädigung]). Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4 

mit zahlreichen Hinweisen). Einem Arztbericht kommt dann voller Beweiswert 

zu, wenn er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und wenn die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 351 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen).

Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit seit dem 1. April 2009 über eine auf dem 

Arbeitsmarkt zumutbarerweise verwertbare Arbeitsfähigkeit von 100 % (ohne 

Leistungseinschränkung) verfüge. Sie stellte dabei im Wesentlichen auf das 

polydisziplinäre Gutachten des SAM Bellinzona vom 7. Oktober 2009, die 

Stellungnahme des RAD Ostschweiz vom 29. Oktober 2009, die Stellungnahme 

des SAM Bellinzona vom 24. November 2009 und den Bericht der … AG über 

die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers beim … ab.

Der Beschwerdeführer kritisierte das polydisziplinäre Gutachten des SAM 

Bellinzona vom 7. Oktober 2009 sowohl in verfahrensrechtlicher wie auch 

inhaltlicher Hinsicht und stellte Antrag auf Durchführung einer polydisziplinären 

Neubegutachtung.

c) Der SAM Bellinzona stellte sein polydisziplinäres Gutachten der IV-Stelle am 7. 

Oktober 2009 zu (IV-act. 47). Aufgrund der diagnostizierten Leiden wurde dem 

Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Metzger eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit und in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit eine solche von 

100 % ohne Leistungseinbusse attestiert.

Der Beschwerdeführer bemängelte einerseits, dass die behandelnden Ärzte 

keinen Bezug auf die vom Beschwerdeführer vor dem Unfall ausgeübte 

Tätigkeit als Metzger genommen (Schlachtarbeiten, Ausbeinen, Wursten und 

Verkauf) und diesbezüglich rückwirkend eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert 

hätten, und andererseits, dass die begutachtenden Ärzte sich nicht mit der 

Einschätzung der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt hätten, wonach er in 

der bisherigen Tätigkeit als Metzger nicht mehr arbeitsfähig sei. Diese 

Einwände sind vorliegend nicht zu hören. Dass der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten Tätigkeit als Metzger seit dem Unfall ununterbrochen, zum Teil 

vollumfänglich, zum Teil teilweise arbeitsunfähig war, ist nicht bestritten. 

Entscheidrelevant ist vielmehr, welches Erwerbseinkommen der Be-

schwerdeführer in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit im Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses erzielen konnte. Auf die mit den entsprechenden 

Einwänden in Zusammenhang stehenden Ausführungen des 

Beschwerdeführers ist daher nicht näher einzugehen.

Der Beschwerdeführer rügte die lange Dauer zwischen der Begutachtung im 

Oktober 2009 und dem Erlass der Verfügung im August 2011 und 

beanstandete, dass den begutachtenden Ärzten der Bericht von Dr. med. … 

vom 2. Dezember 2008, von Dr. med. … vom 9. April 2009 und von Dr. med. … 

vom 9. April 2009 nicht zur Verfügung gestanden hätten. Zudem hätten sie die 

sachbezogenen Akten des Haftpflichtversicherers zum eigentlichen 

Verkehrsunfall nicht beigezogen und sich auch nicht mit dem Unfallereignis 

auseinandergesetzt.

d) Wie aus dem Gutachtensauftrag vom 14. April 2009 (IV-act. 31) hervorgeht und 

gemäss Angaben der Beschwerdegegnerin wurden dem SAM Bellinzona 

sämtliche IV-Akten zur Verfügung gestellt. Dazu gehörten auch die Akten der 

Unfallversicherung, die diese der Beschwerdegegnerin bis zu jenem Zeitpunkt 

(14. April 2009) zugestellt hatte (IV-act. 1-30, davon M1-M15 der Branchen 

Versicherung, vgl. dazu auch IV-act. 15-1/1 und 28-1/1). Zutreffend ist damit, 

dass sich die der Beschwerdegegnerin nach dem 14. April 2009 oder gar nicht 

zugegangenen Berichte, insbesondere jene von Dr. med. … vom 9. April 2009 

(IV-act. 34), von Dr. med. … vom 9. April 2009 (IV-act. 35) und von Dr. med. … 

vom 2. Dezember 2008 (vgl. IV-act. 29-7/8) nicht bei den Akten der 

begutachtenden Ärzte befanden.

Den Schreiben von Dr. med. … vom 9. Dezember 2008 an Dr. med. … (IV-act. 

29-7/8) und vom 10. Februar 2009 an die Branchen Versicherung (IV-act. 29-

6/8), die den begutachtenden Ärzten auch zur Verfügung standen (IV-act. 47-

8/27), ist zu entnehmen, dass im Rahmen der Untersuchung bei Dr. med. … 

vom 2. Dezember 2008 keine neurologischen Ausfälle festgestellt werden 

konnten. Angesichts dieses negativen Befundes und mangels gegenteiliger 

Hinweise im Rahmen der persönlichen Konsultation konnten die 

begutachtenden Ärzte ohne weiteres darauf verzichten, einen entsprechenden 

Bericht von Dr. med. … einzufordern. Die begutachtenden Ärzte sprachen mit 

dem Beschwerdeführer über die bei Dr. med. … im März 2009 durchgeführte 

Untersuchung (IV-act. 47-8/27), die zur Abgabe der Zweitmeinung vom 9. April 

2009 (IV-act. 35) geführt hatte. In diesem Zusammenhang berichtete der 

Beschwerdeführer, er habe mit Dr. med. … angesichts der nicht erklärbaren 

Beschwerden und Einschränkungen der linken Schulter die Frage des weiteren 

Vorgehens besprochen. Dr. med. … habe von einer erneuten Operation mit 

Revision und Reinsertion der Supraspinatussehne („intervento invasivo di 

revisione“ und „reinserimento del tendine sovraspinato“) abgeraten. Der 

Beschwerdeführer habe sich erinnern können, dass dieser Arzt von einer 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und der Notwendigkeit einer 

Umschulung gesprochen habe. Auf diese Angaben durften die begutachtenden 

Ärzte abstellen, sodass sie zumindest insoweit informiert waren, dass die 

Zweitmeinung von Dr. med. … keine neuen Erkenntnisse ergeben hatte. 

Umgekehrt ist davon auszugehen, dass der behandelnde Arzt die 

Gutachterstelle informiert hätte, wenn die Konsultation bei Dr. med. … relevante 

neue Erkenntnisse hervorgebracht hätte. Unter diesen Umständen durften die 

begutachtenden Ärzte davon absehen, die Zweitmeinung von Dr. med. … 

nachträglich einzufordern und es ist nicht zu beanstanden, dass sie nicht in 

deren Besitz waren. Dies und der Umstand, dass dem Gutachter einzig der 

Bericht von Dr. med. … vom 9. April 2009 (IV-act. 34), den die IV-Stelle am 22. 

April 2009 von der Branchen Versicherung zugestellt erhielt, nicht zur 

Verfügung stand, führen nicht dazu, dass das Gutachten des SAM Bellinzona 

nicht verwertbar wäre, wie der Beschwerdeführer geltend machte. Dies gilt 

umso mehr, als dass auch aus dieser ärztlichen Abklärung (IV-act. 34) mit 

Ausnahme des Hinweises, man solle vermehrt auf die traumatisierte AC-

Arthrose schauen, keine neuen Erkenntnisse hervorgingen, und der Vorschlag, 

mittels Infiltrationen in diesem Bereich eine eventuelle Schmerzkomponente 

auszuschalten, mit den Vorschlägen des begutachtenden Rheumatologen 

übereinstimmt (IV-act. 47-26/27 und 27/27).

Dasselbe gilt bezüglich des Vorwurfs des Beschwerdeführers, der SAM 

Bellinzona habe keine sachbezogenen Akten das Haftpflichtversicherers zum 

eigentlichen Verkehrsunfall beigezogen und sich nicht mit dem genauen 

Unfallhergang auseinandergesetzt. Tatsächlich befand sich das Arztzeugnis 

vom 25. Dezember 2007 mit dem stichwortartigen Beschrieb des 

Unfallhergangs bei den Akten der Branchen Versicherung und damit auch bei 

den Akten der Vorinstanz (IV-act. 13-12/12 / M1). Der ungefähre Unfallablauf 

war den begutachtenden Ärzten somit bekannt. Wie die Beschwerdegegnerin 

zu Recht ausführte, ist die Invalidenversicherung final ausgerichtet und die 

begutachtenden Ärzte hatten den gesamten Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers zu beurteilen. Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern die 

noch genauere Kenntnis des Unfallhergangs die Beurteilung der Ärzte hätte 

beeinflussen können. Der Beschwerdeführer macht denn dazu auch keine 

weiteren Angaben.

e) Der Beschwerdeführer brachte gegen das polydisziplinäre Gutachten des SAM 

Bellinzona vor, dieses stelle faktisch ein Aktengutachten dar. Es fehlten 

neurologischen Abklärungen, aktualisierte bildgebende Verfahren sowie eine 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL).

Der Einwand des Beschwerdeführers, der SAM Bellinzona habe lediglich eine 

psychiatrische und eine rheumatologische Untersuchung durchgeführt, ist 

unzutreffend. Der Beschwerdeführer wurde am 10., 11. und 12. August 2009 

persönlich abgeklärt, wobei eine allgemeinmedizinische Untersuchung erfolgte, 

sowohl eine psychiatrische (IV-act. 47-19/27) als auch eine rheumatologische 

(IV-act. 47-/27) Konsultation stattfanden und im Rahmen der letzteren auch 

eine neurologische, nämlich die allgemeine Prüfung des Nervensystems (IV-

act. 47-25/27 „sistema nervoso cursorio“), die unauffällig verlief. Nichts anderes 

hatten die neurologische Untersuchung bei Dr. med. … (vgl. IV-act. 29-4/8, 6/8 

und 7/8) im Dezember 2008 und die viermalige psychiatrische Konsultation bei 

Dr. med. … (IV-act. 29-8/8), worüber der Beschwerdeführer den 

begutachtenden Ärzten berichtete (IV-act. 47-8/27), ergeben. Damit bestand 

aber für den SAM Bellinzona keinerlei Anlass, weitergehende neurologische 

Untersuchungen vorzunehmen. Und der Vorwurf des Beschwerdeführers, es 

liege faktisch ein Aktengutachten vor, erscheint angesichts der stattgefundenen 

Untersuchungen als verfehlt.

Für die medizinische Beurteilung zogen die begutachtenden Ärzte auch die 

Ergebnisse der labormedizinischen und der bildgebenden, mithin 

radiologischen Untersuchungen (MRI) (IV-act. 47-12/27) bei. Dabei führten sie 

kein eigenes MRI durch, sondern stellten auf das Arthro-MRI der linken Schulter 

vom 3. März 2009 (IV-act. 29-5/8) ab. Der Beschwerdeführer machte geltend, 

seit dem vorangegangenen MRI vom November 2008 sei eine 

Verschlechterung der gesundheitlichen Situation eingetreten, weshalb im 

Rahmen der Begutachtung die Durchführung eines aktualisierten MRI indiziert 

gewesen wäre.

In seinem Bericht vom 5. März 2009 (IV-act. 29-5/8) erläuterte der Radiologe, 

die „Befunde scheinen ähnlich [recte: wie] in der Voruntersuchung am 

28.11.08“. Er bemerkte „eher zunehmende subacromiale Bursitis mit 

zunehmender Flüssigkeitskollektion“ und „zunehmende reaktive 

Veränderungen“ im Bereich des AC-Gelenks. Gleichzeitig hielt er fest, dass die 

übrigen Befunde stationär seien. Dr. med. … sprach im April 2009 in diesem 

Zusammenhang lediglich von einer „Nicht-Verbesserung“ des Zustandes (IV-

act. 34-2/2). Bemerkenswert ist, dass das MRI vom 3. März 2009 insbesondere 

keine Totalruptur der Sehne zeigte. Bei der seit November 2008 eingetretenen 

Verschlechterung handelte es sich folglich, entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers, nicht um eine „deutliche“, sondern um eine partielle. Ferner 

sind, wie auch die Beschwerdegegnerin erwähnte, in den übrigen Akten keine 

Hinweise auf eine seit dem MRI vom März 2009 eingetretene weitere 

Verschlechterung ersichtlich. Dem entspricht, dass der Beschwerdeführer 

gegenüber den begutachtenden Ärzten angab, die Schmerzen in der linken 

Schulter hätten sich nach der Operation vom September 2008 eher verstärkt 

(IV-act. 47-9/27, „disturbi soggettivi attuali”: “a suo dire quasi peggiorati dopo 

l’intervento ortopedico del 23.09.2008“), jedoch ansonsten nicht über eine - 

allenfalls kontinuierliche - Verschlimmerung der gesundheitlichen Situation 

klagte. Bestehen somit keine Hinweise darauf, dass die ursprüngliche 

Verschlechterung seit dem Arthro-MRI vom 3. März 2009 fortgeschritten wäre, 

ist der Verzicht auf die Durchführung eines aktualisierten MRI nicht zu 

beanstanden.

f) Der Beschwerdeführer brachte vor, die begutachtenden Ärzte hätten einen 

stationären Rehabilitationsaufenthalt und Therapiemassnahmen (Infiltration von 

Kortisonsteroiden in die Gelenkschulter) empfohlen, um die effektiven 

funktionalen Defizite der versicherten Person beurteilen zu können. Folglich sei 

der medizinische Sachverhalt noch gar nicht abschliessend beurteilbar 

gewesen. In ihrem Bericht vom 24. November 2009 hätten die begutachtenden 

Ärzte hervorgehoben, dass sie angesichts der weiterhin 

behandlungsbedürftigen Schulter weder zur Invalidität noch zum 

Integritätsschaden Stellung nehmen könnten. Dass der Gesundheitszustand 

labil sei, habe auch die im Sommer 2011 begonnene Infiltrationsbehandlung 

gezeigt, die eine gewisse Verbesserung der Funktionalität der Schulter und des 

linken Arms gebracht habe. Sei aber eine Behandlungsbedürftigkeit 

ausgewiesen, sei fraglich, auf welcher Grundlage die Gutachterstelle die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers überhaupt habe einschätzen können 

und deren Schluss, der Beschwerdeführer sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 

100 % arbeitsfähig, sei nicht erklärbar. Im Übrigen vertrete auch der 

Unfallversicherer, mit einer anderen Begründung allerdings, die Auffassung, 

dass das Gutachten des SAM Bellinzona nicht verwertbar sei.

Die begutachtenden Ärzte gingen davon aus, dass die Prognose, ohne 

Durchführung weiterer therapeutischer Massnahmen, mittel- bis langfristig 

unverändert bleiben würde („la prognosi valetudinaria a medio-lungo termine 

risulta stazionaria“) (IV-act. 47-17/27). Der begutachtende Rheumatologe 

empfahl in seinem Bericht vom 16. August 2009 (IV-act. 47-22 ff./27) die 

Fortführung der durchgeführten Wassergymnastik, am besten im Rahmen eines 

Rehabilitationsaufenthalts, weil der Beschwerdeführer im funktionellen Bereich 

gut darauf angesprochen hatte. Dabei könne man versuchen, mit 

Kortisoninfiltrationen, welche die entzündlichen Ursachen der Schmerzen 

lindern könnten, die Beweglichkeit der linken Schulter zu verbessern. 

Möglicherweise, so der Rheumatologe, könne der Beschwerdeführer nach 

durchgeführter Rehabilitation die Arbeitsfähigkeit in seiner bisherigen Tätigkeit 

als Metzger noch steigern. Entgegen den Behauptungen des 

Beschwerdeführers ist damit nicht von einem labilen, sondern von einem 

allenfalls besserungsfähigen Gesundheitszustand auszugehen. Unter diesen 

Umständen kann, wie auch die Beschwerdegegnerin ausführte, nicht 

beanstandet werden, dass die Ärzte des SAM Bellinzona ihre Einschätzung auf 

der Basis des damaligen Ist-Zustandes vornahmen. Wenn sie bereits zum 

damaligen Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit bejahten, musste eine solche nach allfällig 

erfolgreicher Durchführung von Therapie- und Rehabilitationsmassnahmen erst 

recht gegeben sein. Folglich konnte davon abgesehen werden, das Ergebnis 

solcher Massnahmen abzuwarten.

Dasselbe gilt für den Einwand des Beschwerdeführers, die begutachtenden 

Ärzte hätten im Bericht des SAM Bellinzona vom 24. November 2009 (IV-act. 

86-2/3) weder den UV-rechtlich massgeblichen Integritätsschaden noch den 

medizinisch-theoretischen Schaden bestimmen können. Zur Begründung 

führten die begutachtenden Ärzte an, aufgrund der Behandlungsvorschläge des 

Rheumatologen sei nicht mit einer lebenslänglich gleich bleibenden 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu rechnen respektive eine Verbesserung 

der Funktionalität der Schulter sei möglich (IV-act. 86-2/3 und 3/3). Diese 

Angaben stellen die Schlussfolgerung der begutachtenden Ärzte, dass im 

Zeitpunkt der Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer adaptierten 

Tätigkeit gegeben war, gerade nicht in Frage.

Unerheblich ist der Hinweis des Beschwerdeführers, dass auch die Branchen 

Versicherung das Gutachten des SAM Bellinzona als unzureichend bewertet 

habe. Tatsächlich kritisierte die Unfallversicherung in ihrer Verfügung vom 29. 

November 2011, dass die begutachtenden Ärzte nicht im Besitz der 

Zweitmeinung von Dr. med. … waren, und dass der Beschwerdeführer 

bezüglich der Konsultation bei diesem falsche Angaben gemacht habe (Bf-act. 

11). Wie bereits ausgeführt, konnten die begutachtenden Ärzte davon absehen, 

die Zeitmeinung von Dr. med. … beizuziehen (vgl. vorstehend Erw. 4d). Im 

Übrigen hatte der Beschwerdeführer gegenüber den begutachtenden Ärzten 

angegeben, Dr. med. … habe von einem erneuten operativen Eingriff abgeraten 

(„sconsigliato“) (IV-act. 47-8/27). Dies stimmt, entgegen den Ausführungen der 

Branchen Versicherung, insofern mit dem Bericht von Dr. med. … überein, als 

dieser einen solchen gerade nicht empfohlen hatte (IV-act. 35-4/4).

g) Der Beschwerdeführer bemängelte, dass sich die begutachtenden Ärzte nicht 

mit der abweichenden Beurteilung der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt 

hätten. Gemäss Einschätzung des Beschwerdeführers stehen die 

gutachterlichen Schlussfolgerungen in diametralem Widerspruch zu den 

Berichten des behandelnden Arztes Dr. med. … Insbesondere die Angaben des 

Rheumatologen würden in praktisch allen wesentlichen Bereichen von den 

Zumutbarkeitsbeurteilungen für behinderungsgeeignete Arbeiten von Dr. med. 

… abweichen und seien somit nicht nachvollziehbar.

Der Rheumatologe stellte aufgrund der Akten, der Anamnese und der 

klinischen Untersuchung fest, dass der Beschwerdeführer Gewichte bis zu den 

Hüften heben und tragen könne, nämlich sehr häufig Gewichte bis 5 kg, häufig 

Gewichte zwischen 5-10 kg, selten Gewichte zwischen 10-45 kg und nie 

Gewichte über 45 kg. Bis über die Brust könne er häufig Gewichte bis zu 5 kg 

heben, selten solche über 5 kg. Er könne sehr häufig Präzisionswerkzeuge 

handhaben, sehr häufig Gegenstände mittlerer Grösse, manchmal schwere 

Gegenstände und selten sehr schwere Gegenstände. Die Handbewegung sei 

normal. Arbeiten über Kopf könne er selten durchführen, die Rotation des 

Rumpfes sei sehr häufig möglich, sehr häufig auch das Sitzen und Stehen, 

auch nach vorne geneigt und auch über längere Zeit, das Knien und in die Knie 

gehen, das Gehen, auch über längere Strecken und über unebenen Boden (IV-

act. 47-27/27). Aufgrund dieser Resultate erkannten die begutachtenden Ärzte, 

dass der Beschwerdeführer in seiner ursprünglichen Tätigkeit als Metzger zu 

50 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Auf 

die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Ausführungen des 

Beschwerdeführers zu den Tätigkeiten wie Schlachten, Ausbeinen, Wursten 

und Verkauf, die er bei der Metzgerei ausgeübt hatte respektive in der 

bisherigen Tätigkeit ausüben müsste, ist nicht weiter einzugehen. Diese sind 

vorliegend, wie bereits erwähnt, und entgegen dem Vorbringen des 

Beschwerdeführers, nicht massgebend. Relevant ist vielmehr die verwertbare 

Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit.

Dass die Einschätzung der begutachtenden Ärzte derjenigen von Dr. med. … 

diametral widerspreche, ist unzutreffend. Dem SAM Bellinzona standen der 

Bericht von Dr. med. … vom 6. März 2009 (IV-act. 21-3/10-5/10) und dessen 

Schreiben an Dr. med. … vom 14. März 2009 (IV-act. 29-4/8), an die 

Branchenversicherung vom 10. Februar 2009 (IV-act. 29-6/8) und an Dr. med. 

… vom 9. Dezember 2008 (IV-act. 29-7/8) zur Verfügung. In seinem Bericht 

vom 6. März 2009 (IV-act. 21-3/10-5/10) beurteilte Dr. med. … den Zustand und 

die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers für den Zeitraum seit dem Unfall 

bis zum Frühjahr 2009. Dabei schätzte er die Chancen, dass der 

Beschwerdeführer wieder eine körperlich stark beanspruchende Arbeit als 

Metzger aufnehmen könne, als gering ein und empfahl als einzige 

gewinnbringende Massnahme eine Umschulung auf einen körperlich weniger 

anspruchsvollen Beruf. Auf die Fragen nach den unter Berücksichtigung der 

bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen noch ausführbaren Arbeiten 

stufte Dr. med. … das Sitzen, Stehen, wechselbelastende Tätigkeiten, das 

Bücken, Kauern, Knien, die Rotation im Stehen/Sitzen, und das Treppen-

Steigen als zumutbar, hingegen das Heben/Tragen von Gewichten, das Über-

Kopf-Arbeiten und das Steigen auf Leitern/Gerüste als unzumutbar ein. Davon 

weicht die Einschätzung des begutachtenden Rheumatologen, der das Über-

Kopf-Arbeiten als selten möglich bezeichnete (vgl. IV-act 47-27/27) und nicht 

problemlos, wie der Beschwerdeführer geltend machte, nur geringfügig ab. Für 

das Heben von Gewichten gab Dr. med. … keine Gewichtslimiten an, 

währenddem die begutachtenden Ärzte beim Heben bis zu den Hüften 

zwischen leichteren, mittelschweren und sehr schweren Gewichten 

differenzierten und nur das Heben von sehr schweren Gewichten (über 45 kg) 

ganz verneinten und das Heben über die Brust bei Gewichten bis zu 5 kg, 

selten bei schwereren Gewichten als möglich erachteten. Wie die 

Beschwerdegegnerin ausführte, ist es nicht ungewöhnlich, dass 

Einschätzungen verschiedener Ärzte, insbesondere des behandelnden und des 

begutachtenden Arztes teilweise voneinander abweichen. Vorliegend beruhte 

die Einschätzung des behandelnden Arztes im Wesentlichen auf den 

Selbstangaben des Beschwerdeführers, erwähnte Dr. med. … doch mehrfach, 

die vom Beschwerdeführer beschriebenen Schmerzen seien für ihn aufgrund 

der objektiven Befunde nicht erklärbar (Schreiben von Dr. med. … vom 14. 

März 2009, IV-act. 29-4/8, und vom 27. April 2009, IV-act. 35-1/4). Die Angaben 

des SAM Bellinzona hingegen, der darauf spezialisiert ist, die IV-rechtliche 

Arbeitsfähigkeit objektiv zu beurteilen, erweisen sich vorliegend als wesentlich 

differenzierter, in ihrer Gesamtheit nachvollziehbar und überzeugend. Der 

Umstand also, dass die Angaben des behandelnden Arztes, Dr. med. …, nicht 

vollumfänglich damit übereinstimmen, vermag die Einschätzungen der 

begutachtenden Ärzte nicht zu erschüttern. Im Übrigen werden die 

gegenteiligen Ausführungen des Rheumatologen auch nicht dadurch in Frage 

gestellt, dass der Beschwerdeführer behauptete, er habe sein 

Feinmotorikgefühl in der linken Hand verloren, weshalb er eben gerade keine 

Präzisionswerkzeuge bedienen könne. Entsprechende Beeinträchtigungen sind 

in keinem der Arztberichte belegt, vielmehr führte Dr. med. … in seiner 

Zweitmeinung vom 9. April 2009 (IV-act. 35-3/4) ausdrücklich aus, die 

Feinmotorik sei nicht eingeschränkt. Auch dem Bericht der … AG (IV-act. 146-

24/27) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bei seinem Einsatz im 

Spital … grosse Fleischstücke gut schneiden konnte und ihm lediglich das 

Festhalten kleinerer Gegenstände mehr Schmerzen bereitete.

Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht von Dr. med. … vom 3. Juli 2009 an 

die Branchen Versicherung (IV-act. 41-1/1) und auch Dr. med. … vom RAD 

Ostschweiz stellte am 29. Oktober 2009 in seiner Abschlussbeurteilung (Case 

Report, IV-act. 160-9/15) „unter Verweis auf die ausführliche Darlegung von 

Biographie und klinischem Verlauf“ ohne Vorbehalte auf das Gutachten des 

SAM Bellinzona ab. Unerheblich ist, dass Dr. med. … von einer gegebenen 

„Invalidität“ sprach, ist doch diese, mithin der Grad der Erwerbseinbusse, 

anhand des Vergleichs von Validen- und Invalideneinkommen zu berechnen, 

was nicht Aufgabe des Arztes ist. Damit erweist sich das Gutachten des SAM 

Bellinzona vom 7. Oktober 2009 insgesamt und auch ohne Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit als schlüssig und nachvollziehbar. Auch der 

vom Beschwerdeführer kritisierte Umstand, dass die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit rückwirkend abgegeben worden 

ist, ändert daran nichts, zumal vorliegend ohnehin der Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses massgebend ist.

Im Übrigen bestehen auch keine Hinweise für eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der Begutachtung des SAM 

Bellinzona im August 2009 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung im 

August 2011. Immerhin arbeitete der Beschwerdeführer im Rahmen eines 

Arbeitseinsatzes im … von Mitte Dezember 2010 bis Ende März 2011 in einem 

Pensum von anfangs 50 %, das bis auf 100 % gesteigert wurde. Der Filialleiter 

gab dazu an, der Beschwerdeführer habe „gute Arbeit geleistet“, habe „sich in 

einer aufgestellten Form“ gezeigt, „12 kg abgenommen“ und gesundheitlich 

gehe „es ihm sehr gut“ (146-19f./27). Der Betrieb beurteilte den Einsatz als 

Bankmetzger (Mitarbeiter Verkauf) als zumutbar und der gesundheitlichen 

Situation des Beschwerdeführers angepasst (IV-act. 66-2/2, 94-1/2, 100-1/1, 

134-1/1, 148). Dass dies nicht zutreffe, weil sich … im Nachgang zum 

Arbeitsversuch geweigert hätte, dem Beschwerdeführer eine Festanstellung 

anzubieten, wie der Beschwerdeführer behauptete, ist aktenwidrig. Wie aus 

dem Schreiben von … vom 17. Januar 2011 (IV-act. 93-2/2, vgl. auch IV-act. 

95-1/1) hervorgeht, war bereits im Vorfeld ausdrücklich kommuniziert worden, 

dass der Arbeitgeber keine Arbeitsstelle in Aussicht stelle. Von fehlender 

Aktualität des Gutachtens kann unter diesen Umständen nicht gesprochen 

werden. Damit gereicht die zweijährige Dauer zwischen Begutachtung und 

Erlass der angefochtenen Verfügung dem Beschwerdeführer nicht zum 

Nachteil, dies umso weniger, als für ihn in dieser Periode verschiedene 

Arbeitstrainings tatsächlich organisiert und durchgeführt worden sind.

h) Die Kritik des Beschwerdeführers an den Ausführungen von Dr. med. … in 

seiner Zweitmeinung vom 9. April 2009 (IV-act. 35-2/4-4/4) ändert an der 

Beurteilung des medizinischen Sachverhalts nichts. Dessen Einschätzung, dass 

„ein grosser Teil der angegebenen Beschwerden und Ausfälle […] nicht 

objektiviert oder erklärt werden“ könne, stimmt mit derjenigen der übrigen 

behandelnden und begutachtenden Ärzte überein. Dr. med. … hatte 

festgestellt, dass Schulter-Oberarm-Muskulatur des Beschwerdeführers 

praktisch symmetrisch und die Hand- und Vorderarmmuskulatur nicht atroph 

sei, was darauf hinweise, dass der Beschwerdeführer die linke Hand respektive 

den linken Arm im Alltag ohne erhebliche Einschränkungen einsetze. Daraus 

folgerte er, beim Beschwerdeführer herrsche eine Aggravationstendenz, 

allenfalls auch eine gewisse Simulation vor. Diese vom Beschwerdeführer mit 

verschiedenen Argumenten kritisierten Feststellungen ändern letztlich an der 

Beurteilung, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig ist, nichts.

i) In seiner Replik beanstandete der Beschwerdeführer schliesslich, dass die IV-

Stelle die Gutachterstelle im Vorfeld der Auftragserteilung nicht anhand der 

Kriterien, die das Bundesgericht in BGE 137 V 210 aufgestellt hatte, evaluiert, 

die Begutachtung sowie die zuständigen Gutachter nicht mittels 

verfahrensrechtlicher Verfügung bestimmt und dem Beschwerdeführer nicht die 

Möglichkeit eingeräumt habe, mittels eigener Fragestellungen auf die 

gutachterliche Tätigkeit einzuwirken. Auch vor diesem Hintergrund rechtfertige 

sich eine Neubegutachtung unter Wahrung der vom Bundesgericht definierten 

Verfahrensgrundsätze.

Zutreffend ist, dass das Bundesgericht in dem am 28. Juni 2011 ergangenen 

Urteil (BGE 137 V 210) seine Praxis änderte und festhielt, dass den latent 

vorhandenen Gefährdungen der Verfahrensfairness mittels administrativer 

Korrektive und einer Stärkung der Partizipationsrechte entgegenzutreten sei. So 

müsse die Anordnung, eine Expertise einzuholen, in die Form einer 

Zwischenverfügung gekleidet werden, wenn darüber kein Konsens bestehe 

(Erw. 3.4.2.6). Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer am 14. April 2009 

mitgeteilt, dass eine Begutachtung durchgeführt und dass damit der SAM 

Bellinzona beauftragt werde (IV-act. 30-1/1). Dazu und auch zur Einladung des 

SAM Bellinzona vom 26. Juni 2009 mit Nennung des begutachtenden Arztes 

und der beratenden Ärzte (IV-act. 39) äusserte sich der Beschwerdeführer 

nicht, sondern präsentierte sich zum fraglichen Zeitpunkt ordnungsgemäss 

beim SAM Bellinzona zur Begutachtung. Damit manifestierte er sein 

Einverständnis mit dem Vorgehen der IV-Stelle und mit der beauftragten 

Gutachterstelle, weshalb seine diesbezüglichen erst in der Replik, unter 

Hinweis auf eine zwei Jahre nach dem fraglichen Vorgang ergangene 

Rechtsprechung vorgebrachten Einwände nicht zu hören sind.

Des Weitern hielt das Bundesgericht fest, dass der versicherten Person die 

Möglichkeit einzuräumen sei, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu 

äussern. Es hielt aber explizit fest, dass die IV-Stellen der versicherten Person 

den vorgesehenen Katalog der Expertenfragen zusammen mit der 

verfügungsmässigen Anordnung der Begutachtung erst künftig zur 

Stellungnahme unterbreiten müssten (Erw. 3.4.2.9). Nach der bisherigen 

Rechtsprechung hatte die versicherte Person namentlich keinen Anspruch 

darauf, sich vorgängig zu den Gutachterfragen der Verwaltung zu äussern 

(BGE 133 V 446 Erw. 7). Aus der im Juni 2011 ergangenen Rechtsprechung 

kann der Beschwerdeführer somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das im 

April 2009 von der IV-Stelle beobachtete Verfahren ist nicht zu beanstanden.

j) Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass das Gutachten des 

SAM Bellinzona umfassend und ausreichend klar und schlüssig ist. Es beruht 

auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten 

Beschwerden, wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben und ist in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation nachvollziehbar und begründet. Somit kann vollumfänglich darauf 

abgestellt werden und der seitens des Beschwerdeführers erhobene Antrag auf 

Einholung eines weiteren polydisziplinären Gutachtens ist abzuweisen.

5. a) Gestützt auf die medizinischen Einschätzungen des SAM Bellinzona kam die 

Vorinstanz zum Schluss, dass es für den Beschwerdeführer auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt neben den Tätigkeiten als Bankmetzger und 

Mitarbeiter Metzgerei/Getränke genügend behinderungsgeeignete 

Einsatzmöglichkeiten gebe (beispielsweise Kurierfahrten, Überführen von 

Autos, Lenken von Reinigungsfahrzeugen, leichte Maschinenbedienung, 

Kontrollfunktionen, leichte Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie 

leichtere Arbeiten im Bereich der zum Teil maschinell, mit Hubstapler usw. 

unterstützten Lager- oder Ersatzteilbewirtschaftung). Bei der Berechnung des 

Invalidenlohns für das Jahr 2009 stellte sie auf die Tabelle TA 1 der vom 

Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen  

Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2008 (Bruttolohn für einfache und repetitive 

Tätigkeiten, Anforderungsniveau 4, im privaten Sektor bei Männern) ab und 

errechnete, ohne Leidensabzug, bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 

41.7 Wochenstunden und einer Lohnentwicklung im Jahr 2009 von 1 % einen 

Invalidenlohn von CHF 60'724.30.

Der Beschwerdeführer brachte vor, der von der Vorinstanz angenommene 

Invalidenlohn liege deutlich über dem, was er Beschwerdeführer mit schlecht 

bezahlten Aushilfstätigkeiten respektive als Bankmetzger erzielen könne. Im 

Übrigen sei ihm die Tätigkeit eines Bankmetzgers oder eines Mitarbeiters 

Metzgerei/Getränke nicht zumutbar und die Tätigkeit in den übrigen 

angegebenen Berufsfeldern sei angesichts seiner gesundheitlichen Situation 

unrealistisch.

b) Gemäss den Feststellungen der begutachtenden Ärzte unterliegt der linke Arm 

des Beschwerdeführers Einschränkungen beim Heben von Gewichten, bei der 

Handhabung von schweren und sehr schweren Gegenständen und beim Über-

Kopf-Arbeiten. Demgegenüber ist die Bedienung von Präzisionswerkzeugen 

sehr häufig möglich und die Rotation mit der linken Hand ist normal. Die 

gegenteilige Behauptung des Beschwerdeführers, wonach die Feinmotorik nicht 

mehr gegeben sei, ist angesichts der Feststellungen von Dr. med. … im Bericht 

vom 9. April 2009 (IV-act. 35-3/4) und der … AG (IV-act. 146-24/27) nicht 

glaubhaft. Die Vorinstanz evaluierte verschiedene berufliche Tätigkeiten, deren 

Ausübung dem Beschwerdeführer trotz der beschriebenen Einschränkungen 

zumutbar ist. Der Beschwerdeführer verneinte dies mit Hinweis auf die sich bei 

den Akten befindlichen DAP-Profile für die Arbeit eines Bankmetzgers und 

eines Mitarbeiters Metzgerei/Getränke (IV-act. 146-2/27 und 146-10/27). Dieser 

Einwand ist unbehelflich, zeigen doch gerade die DAP-Profile, dass in diesen 

beiden beruflichen Tätigkeiten nie schwere und sehr schwere Gewichte bis 

Lendenhöhe (über 25 kg) gehoben werden müssen, selten mittelschwere 

Gewichte (10-25 kg) bis Lendenhöhe, selten (Bankmetzger) respektive 

manchmal (Mitarbeiter Metzgerei/Getränke) Gewichte von weniger als 5 kg 

über die Brusthöhe, selten (Bankmetzger) respektive nie (Mitarbeiter 

Metzgerei/Getränke) Gewichte von mehr als 5 kg über die Brusthöhe sowie 

selten Arbeiten über Kopfhöhe erforderlich sind. Der Vergleich mit den 

Feststellungen des begutachtenden Rheumatologen (IV-act. 47-27/27) und 

auch mit den Angaben des früheren Arbeitgebers, wonach der 

Beschwerdeführer maximal Gewichte zwischen 10-25 kg habe heben müssen 

(IV-act. 22-8/9), zeigt, dass der Beschwerdeführer das Anforderungsprofil für 

die genannten beruflichen Tätigkeiten bestens erfüllt. Darüber hinaus ist nicht 

einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer, der unbestrittenermassen in der 

Lage ist, mit dem Auto längere Strecken zu fahren, keine Kurierfahrten soll 

vornehmen, keine Autos soll überführen und keine Reinigungsfahrzeuge soll 

lenken können. Inwiefern zudem die Bedienung von leichten Maschinen, die 

Ausübung von Kontrollfunktionen, leichten Sortier-, Prüf- und 

Verpackungsarbeiten und leichteren Arbeiten im Bereich der Lager- oder 

Ersatzteilbewirtschaftung unrealistisch sein soll, wie der Beschwerdeführer 

behauptet, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr zeigte gerade der Arbeitseinsatz 

beim …, dass der Beschwerdeführer ohne weiteres in der Lage ist, einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit nachzugehen und dabei die volle Leistung zu 

erbringen (vgl. IV-act. 66-2/2, 94-1/2, 100-1/1, 134-1/1, 146-19f./27: 

„gesundheitlich geht es ihm sehr gut“, 148).

c) Der Beschwerdeführer erachtete das von der Vorinstanz errechnete 

Invalideneinkommen von CHF 60'724.30 angesichts der 

Verdienstmöglichkeiten in den angegebenen Berufen als unrealistisch. Dieser 

Einwand überzeugt nicht. In dem vom … Ostschweiz, Filiale …, ausgefüllten 

DAP-Profil für den Bankmetzger ist ein möglicher Jahreslohn von 

CHF 55'900.00 bis CHF 67'600.00 (13 x CHF 4’300.00 respektive 

CHF 5'200.00; IV-act. 146-3/27) aufgeführt, was einem Durchschnitt von 

CHF 61'750.00 entspricht und im Bereich des von der Vorinstanz 

angenommenen Invalideneinkommens liegt. Im Übrigen sind für die 

Bestimmung des Invalidenlohns gemäss Rechtsprechung Tabellenlöhne 

beizuziehen, wenn kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben ist, 

namentlich weil der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 

oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 

aufgenommen hat (BGE 126 V 75 Erw. 3a/bb mit Hinweisen).

Die entsprechende Berechnung des Invalideneinkommens seitens der 

Vorinstanz anhand der Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2008 erfolgte 

rechtsprechungsgemäss. Vorliegend ist daher von einem Invalideneinkommen 

für das Jahr 2009 von CHF 60'724.30 auszugehen.

d) Der Beschwerdeführer machte geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht keinen 

Leidensabzug vorgenommen. Dieser müsse mindestens 20 % betragen, zumal 

er auch in einer adaptierten Tätigkeit die linke Schulter nicht uneingeschränkt 

gebrauchen und aufgrund des Verlustes der Feinmotorik nur langsam arbeiten 

könne. Dies habe insbesondere Dr. med. … in seinem Bericht vom 6. März 

2009 (IV-act. 21-5/10) detailliert begründet. Eine korrekte Auswertung der 

Arbeitsversuche habe trotz entsprechender Aufforderungen seitens des 

Beschwerdeführers nicht stattgefunden. Bereits ein Abzug von 5 % würde 

vorliegend genügen, um aufgrund des von der Beschwerdegegnerin 

angegebenen Validen- und Invalideneinkommens auf eine Erwerbseinbusse 

von über 20 % zu kommen. Immerhin habe das Bundesgericht bei faktischer 

Einhändigkeit Leidensabzüge von 20 % bis 25 % zugelassen. Die 

Wiedereingliederungsbemühungen seien trotz professioneller Hilfe gescheitert. 

Beim Beschwerdeführer seien auch das fortgeschrittene Alter und das tiefere 

Lohnniveau im Raume Puschlav/Unterengadin/Münstertal zu beachten.

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 

hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 

Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei erlaubt ein 

Abzug vom statistischen Lohn von insgesamt höchstens 25 %, den 

verschiedenen Merkmalen, die das Erwerbseinkommen zu beeinflussen 

vermögen, Rechnung zu tragen (BGE 126 V 75). Bei der Überprüfung des 

gesamthaft vorzunehmenden Abzuges, der eine Schätzung darstellt und von 

der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein 

Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung 

setzen (BGE 126 V 75).

Bezüglich der Frage der gesundheitlichen Einschränkungen ist vorliegend 

vollumfänglich auf die Einschätzung des SAM Bellinzona abzustellen. Demnach 

hat der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit keine 

Leistungseinschränkungen zu gewärtigen. Nichts anderes ergibt sich aus dem 

Bericht von Dr. med. … vom 6. März 2009 (IV-act. 21-5/10), und dasselbe zeigt 

auch der bereits erwähnte Vergleich der DAP-Anforderungsprofile für einen 

Bankmetzger und einen Mitarbeiter Metzgerei/Getränke mit den Feststellungen 

des begutachtenden Rheumatologen (IV-act. 47). Dass eine faktische 

Einhändigkeit vorliege, ist vor dem Hintergrund der Ergebnisse der 

medizinischen Abklärungen gänzlich unzutreffend. Der Beschwerdeführer kann 

sowohl den linken Arm wie die linke Hand gebrauchen, Einschränkungen hat er 

insbesondere beim Heben von Gewichten, beim Über-Kopf-Arbeiten und beim 

Steigen auf Leitern/Gerüste zu gewärtigen. Der Sachverhalt in dem vom 

Beschwerdeführer zitierten Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2008 

(9C_418/2008 Erw. 3.3.2) ist mit dem vorliegenden nicht vergleichbar, 

bestanden doch in jenem Fall eine erhebliche Koordinationsstörung zwischen 

Daumen und Langfingern der rechten Hand, eine massiv gestörte Feinmotorik 

und eine hohe Schmerzempfindlichkeit in der Hohlhand, die verhinderte, dass 

die rechte Hand als einfache Zudienhand eingesetzt werden konnte (Erw. 

3.3.1). Das Schieben von nicht allzu schweren Gegenständen war lediglich mit 

dem Handrücken seitlich möglich, die distale Vorderarmhälfte war aufgrund der 

hohen Schmerzhaftigkeit ebenfalls nicht brauchbar (Erw. 3.3.1). Zudem litt der 

Versicherte bedingt durch ein zusätzliches Rückenleiden an funktionellen 

Einschränkungen (u.a. keine Arbeiten in Zwangshaltung und über Kopf, keine 

Kälte-/Nässeeinwirkungen, auf Unebenheiten und Leitern mit Sturz- oder 

Stolpergefahr; Erw. 3.3.1). Beim Beschwerdeführer kann keine Rede davon 

sein, dass die Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit in diesem Ausmass 

erschwert wäre.

Sodann ergab die Konsultation bei Dr. med. … vom 9. April 2009 (IV-act. 35-

2/4-3/4), dass die Muskulatur von Schulter und Oberarm links des 

rechtshändigen Patienten praktisch identisch mit derjenigen der rechten Seite 

und minim hypotroph links gegenüber rechts sei, und dass die Hand- und 

Vorderarmmuskulatur nicht atroph sei. Gemäss Einschätzung von Dr. med. … 

zeige dies, dass der Beschwerdeführer den linken Arm im Alltag benutze, was 

auch seine Ehefrau gegenüber Herrn … von der … AG anlässlich eines 

Telefonats im Oktober 2010 (IV-act. 146-24/27) bestätigte. Selbst der 

Beschwerdeführer hatte gegenüber Herrn … erklärt, dass er, zwar mit 

Schmerzen, jedoch in der Lage war, grosse Fleischstücke zu schneiden und 

kleinere Gegenstände festzuhalten (IV-act. 146-24/27).

Keinerlei Anhaltspunkt für einen Leidensabzug, nämlich für die Annahme, dass 

der Beschwerdeführer seine gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem 

Erfolg verwerten könnte, ergibt sich aus dem Alter (Jahrgang 1967), der 

(schweizerischen) Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers, dem angeblich 

tieferen Lohnniveau im Raum Puschlav/Unterengadin/Münstertal und dessen 

Schulbildung, den Berufs- und weiteren Kenntnissen (IV-act. 3-5/10, IV-act. 

147-2/4 und 3/4). Diesbezüglich ist in Übereinstimmung mit den Ausführungen 

der Vorinstanz  festzuhalten, dass die Kenntnisse und die Berufserfahrung des 

Beschwerdeführers, die er immerhin im Zusammenhang mit der Festlegung des 

Validenlohns besonders hervorhob, im Anforderungsniveau 4 zumindest ein 

Wettbewerbsvorteil sind respektive diese sogar eine Einordnung im 

Anforderungsniveau 3 rechtfertigen könnten. Die Vorinstanz hat somit zu Recht 

keinen Leidensabzug vorgenommen.

6. a) Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls 

verdienen könnte (BGE 135 V 58 Erw. 3.1, 131 V 51 Erw. 5.1.2, Urteil des 

Bundesgerichts 9C_488/2008 vom 5. September 2008 Erw. 6.4). Dabei wird in 

der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da 

erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt 

worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 Erw. 4.1, 129 V 

222, Erw. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).

Die Vorinstanz stellte sowohl auf das gegenüber der AHV deklarierte 

Einkommen des Beschwerdeführers bis zum Unfall im Dezember 2007 von 

CHF 66'300.00 (CHF 5'100.00 x 13) (IV-act. 16) als auch auf die nachträglich 

korrigierten Lohnangaben des ehemaligen Arbeitgebers vom 21. März 2011 (IV-

act. 140-4/11) ab und ging von einem auf das Jahr 2009 hochgerechneten 

Valideneinkommen von CHF 73'528.00 (CHF 5'600.00 x 13 x 1.01) aus. Sie 

erachtete die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Lohnerhöhung per 

Dezember 2007 um 33.33 % auf CHF 6'800.00 als unrealistisch, nahm jedoch 

unter Berücksichtigung des scheinbar ab der Wintersaison 2007/2008 bevor 

gestandenen Tätigkeitswechsels eine solche um fast 10 %, nämlich auf CHF 

5'600.00 (x 13) an.

Der Beschwerdeführer machte geltend, es müsse von einem 

Valideneinkommen von CHF 90'176.00 ausgegangen werden. Ihm sei nämlich 

ab 1. Dezember 2007 eine massive Erhöhung des Lohnes zugesichert worden, 

weil er einerseits verstärkt im Aussendienst hätte tätig sein sollen, andererseits 

hervorragende Qualifikationen und Betriebstreue vorweisen könne und weil 

schliesslich jahrelang auch keine Lohnerhöhungen gewährt worden seien. 

Abzustellen sei auf die vom ehemaligen Arbeitgeber kurz nach dem Unfall 

zuhanden des Unfallversicherers ausgestellte Schadenmeldung und die etwas 

mehr als ein Jahr später gemachten Angaben der Metzgerei im Fragebogen für 

Arbeitgebende der IV-Stelle. Dort sei für die Jahre 2007 und 2008 ein 

Monatslohn von CHF 6'800.00 zuzüglich 13. Monatslohn deklariert worden. 

Dabei handle es sich nicht um ein Missverständnis, immerhin habe der 

ehemalige Arbeitgeber während mehr als eineinhalb Jahren auch auf dieser 

Basis berechnete UVG-Taggelder bezogen. Die nachträglich vorgenommene 

Lohnkorrektur sei auf den Beizug eines Rechtsvertreters hin erfolgt und müsse 

im Zusammenhang mit dem gegen den ehemaligen Arbeitgeber instanzierten 

Zivilprozess gesehen werden. Im Übrigen habe der ehemalige Arbeitgeber 

keine korrekten Lohnabrechnungen und Lohnausweise erstellt, nicht die vollen 

Taggelder überwiesen und nicht näher erklärbare Zahlungen auf das Konto des 

Beschwerdeführers vorgenommen, sodass der Beschwerdeführer jeglichen 

Überblick verloren habe. Im Übrigen verwies der Beschwerdeführer zur 

weiteren Begründung auf die Beschwerde vom 16. Mai 2011 im Verfahren S 11 

66 betreffend IV-Taggelder.

b) Das Gericht erachtet es aufgrund der Aktenlage als nicht plausibel, dass der 

Lohn des Beschwerdeführers ab Dezember 2007 um einen Drittel, nämlich von 

CHF 5'100.00 auf CHF 6'800.00, hätte erhöht werden sollen. Der ehemalige 

Arbeitgeber korrigierte seine ursprünglich in der Unfallmeldung vom 25. 

Dezember 2007 (IV-act. 14-5/5 und Bf-act. 8) und im Fragebogen für 

Arbeitgebende vom 15. Februar 2009 (IV-act. 22) gemachten Angaben denn 

auch nachträglich und stellte auf konkrete Nachfrage seitens der Branchen 

Versicherung (IV-act. 92-1/4) und der IV-Stelle vom 13. Dezember 2010 klar 

(IV-act. 90), dass kurz vor dem Unfall die Filiale in … geschlossen worden und 

beim Beschwerdeführer ab Dezember 2007 ein Tätigkeitswechsel vorgesehen 

war, dass dieser nämlich neu im Aussendienst hätte tätig sein sollen und dafür 

einen höheren Lohn von CHF 5'600.00 zuzüglich Kinderzulagen und Spesen 

(was total circa CHF 6'800.00 ergibt) hätte beziehen sollen (IV-act. 91-2/2, 92-

1/4). Entsprechend fiel auch die Deklaration gegenüber der AHV-

Ausgleichskasse Metzger vom 21. März 2011 aus (IV-act. 140-4/11). Andere 

Hinweise als die im November/Dezember 2010 und somit nachträglich 

ausdrücklich als falsch zurückgenommenen Angaben des ehemaligen 

Arbeitgebers für eine Lohnerhöhung auf CHF 6'800.00 - zu dem gemäss 

Ansicht des Beschwerdeführers noch die Kinderzulagen hinzukommen sollten - 

sind nicht vorhanden. Daran vermag auch der Umstand, dass im Case Report 

der IV-Stelle (IV-act. 160-5/15) die ursprünglichen, nicht korrekten Angaben 

übernommen respektive nach Richtigstellung der Lohnhöhe nicht geändert 

worden sind, nichts zu ändern. Auch scheint die Tätigkeit, die der 

Beschwerdeführer ab Dezember 2007 hätte ausüben sollen (Kundenbetreuung 

/ Vertrieb / Lieferung der Fleischwaren etc.) (IV-act. 90-1/1), nicht wesentlich 

anspruchsvoller als die ursprüngliche, die gemäss Angaben des 

Beschwerdeführers zu einem grossen Teil im Liefern von Ware zu den Kunden 

bestanden hatte (IV-act. 26-2/5). Der vom ehemaligen Arbeitgeber angegebene 

Lohn von CHF 5'600.00 entspricht zudem auch eher den in der Beilage zum 

allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag der Metzger (Beilage zu 

den Löhnen, Ausgabe 2007, Verfahren S 11 66: Bf-act. 7) aufgeführten Löhnen, 

wonach ein angestellter Metzger einen Mindestlohn von brutto CHF 3'850.00, 

ein Metzger mit besonderer Verantwortung CHF 4'550.00 brutto pro Monat 

verdienen sollte, und die Höhe des Lohnes bei einem Betriebsleiter oder einem 

Arbeitnehmer mit gleichwertigen Funktionen der freien Vereinbarung unterliegt.

c) Im Verfahren S 11 66 betreffend IV-Taggelder beanstandete der 

Beschwerdeführer zu Recht, dass das Valideneinkommen aufgrund der 

Teuerung anstatt aufgrund der Nominallohnentwicklung aufgerechnet worden 

sei, was zu einer Korrektur des Valideneinkommens seitens des Gerichts 

führte. Vorliegend erweist sich eine solche Korrektur als obsolet, müsste doch 

gleichzeitig auch das Invalideneinkommen entsprechend hochgerechnet 

werden, womit die Erwerbseinbusse gleich bleiben würde. Der IV-Grad bleibt 

unverändert.

Korrekterweise sind Kinderzulagen und Spesen bei der Festlegung des 

Valideneinkommens nicht mitzuberücksichtigen, zumal sie gemäss Art. 28a IVG 

nicht Bestandteil des Erwerbseinkommens darstellen (Ulrich Meyer, a.a.O., Art. 

28a S. 291).

7. a) Angesichts des errechneten Invalideneinkommens von CHF 60'724.30 und des 

ermittelten Valideneinkommens von CHF 73'528.00 beträgt der Invaliditätsgrad 

17.4 %. Erreicht die Erwerbseinbusse für eine ohne zusätzliche berufliche 

Ausbildung noch zumutbare Erwerbstätigkeit die Grenze von 20 % nicht, gilt der 

Beschwerdeführer IV-rechtlich als in zureichender und zumutbarer Weise 

eingegliedert (Art. 8 IVG). Ein Anspruch auf Umschulung besteht somit nicht.

b) Daran ändert auch der Hinweis des Beschwerdeführers auf das Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 18. Oktober 2000 (I 665/99) 

nichts. In jenem Fall war einer zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit 

(Autounfall) 27-jährigen Französin, welche im Gastgewerbe tätig gewesen war, 

trotz eines IV-Grades von 18.52 % eine Umschulung gewährt worden. Das 

Gericht hatte auf den Umstand verwiesen, dass die versicherte Person 

aufgrund der Verletzungen am rechten Bein künftig nur noch, und lediglich zu 

80 %, leichte und sitzende Tätigkeiten, die keine besondere Ausbildung 

erforderten, würde ausüben können, und hatte es als gerechtfertigt und 

verhältnismässig erachtet, der noch jungen und umschulungsfähigen („dotée de 

capacités de reclassement“) Versicherten eine solche Massnahme zu 

gewähren, um zu vermeiden, dass ihr Einkommen aufgrund ihrer Behinderung 

dauerhaft um 18.5 % tiefer ausfallen würde (Erw. 4b). Der Sachverhalt in jenem 

Urteil ist mit dem vorliegenden, bei dem mehrere Möglichkeiten zum beruflichen 

Wiedereinstieg gegeben waren und immer noch sind, die unter anderem auch 

an Motivationsproblemen des Beschwerdeführers (vgl. Bericht Knecht BSN AG, 

IV-act. 146-17 ff./27; insbesondere auch Angaben von …, Filialleiter …, S. 22) 

scheiterten, nicht zu vergleichen.

c) Der Beschwerdeführer wandte ein, die behandelnden Ärzte hätten mehrfach 

und frühzeitig auf die Notwendigkeit der Umschulung hingewiesen. Es bestehe 

auf jeden Fall Handlungsbedarf, da jegliche Bemühungen für einen beruflichen 

Wiedereinstieg erfolglos verlaufen seien. Er werde auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt keinen Arbeitgeber finden, der das Risiko einer Anstellung unter 

den gegebenen Umständen übernehmen würde. Bezüglich der Arbeitsversuche 

fehlten im Übrigen qualifizierte Auswertungsberichte, zahlreiche 

Protokolleinträge der … AG würden den Sachverhalt nicht richtig wiedergeben, 

weshalb mangels Abklärung des relevanten Sachverhalts der 

Untersuchungsgrundsatz verletzt sei.

Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers erscheint der Bericht der 

… AG als ausführlich und nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer unterlässt es, 

konkret anzugeben, welche Protokolleinträge nicht zutreffend seien, weshalb für 

eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes keine Anhaltspunkte ersichtlich 

sind.

Der Argumentation des Beschwerdeführers, eine Umschulung sei offensichtlich 

erforderlich, weil eine Wiedereingliederung bis anhin gescheitert sei, kann nicht 

gefolgt werden. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die es als 

gerechtfertigt und verhältnismässig erscheinen liessen, von der von der 

Rechtsprechung konstant geforderten Erwerbseinbusse von 20 % 

abzuweichen.

8. a) Nebst dem Anspruch auf Umschulung machte der Beschwerdeführer unter 

Hinweis auf die Empfehlungen des behandelnden Arztes Dr. med. … und der 

begutachtenden Ärzte des SAM Bellinzona weitere berufliche Massnahmen wie 

Arbeitstraining, Arbeitsversuche (gestützt auf Art. 18a IVG) und 

Arbeitsvermittlung geltend. Er erläuterte, dass er von der 

Arbeitslosenversicherung ausgesteuert worden sei, weshalb er die Möglichkeit 

eines Arbeitsversuchs und Unterstützung bei der Stellensuche erhalten müsse.

Wie die IV-Stelle zu Recht ausführte, trat Art. 18a IVG erst am 1. Januar 2012 

in Kraft. Auf diese Bestimmung kann somit im Zusammenhang mit der 

Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs auf ein Arbeitstraining/einen 

Arbeitsversuch nicht abgestellt werden. Setzte ein solcher Anspruch aber 

gemäss den bis zum 31. Dezember 2011 geltenden Bestimmungen einen 

Anspruch auf Umschulung voraus, besteht für den Beschwerdeführer 

vorliegend auch kein Anspruch auf ein Arbeitstraining.

b) Gemäss Art. 18 IVG haben arbeitsunfähige Versicherte, welche 

eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche 

eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und begleitende Beratung im Hinblick 

auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). Dieser Anspruch besteht 

in einer Naturalleistung, welche die IV-Stelle oder eine von ihr dafür 

beigezogene spezialisierte Institution erbringt (Ulrich Meyer, a.a.O., Art. 18, S. 

204) und setzt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung voraus, dass die 

fehlende berufliche Eingliederung im Sinne der Verwertung der bestehenden 

Arbeitsfähigkeit auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der 

Stellensuche zurückzuführen ist (Ulrich Meyer, a.a.O., Art. 18, S. 205, mit 

zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung). Ist die Arbeitsfähigkeit einzig 

insoweit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätigkeiten voll zumutbar 

sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung 

zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. März 2010, 9C_416/2009 Erw. 5.2; Ulrich Meyer, a.a.O., 

Art. 18, S. 205).

Ein solcher Anspruch auf Arbeitsvermittlung ist vorliegend zu verneinen, zumal 

der Beschwerdeführer in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit zu 100 % und 

ohne Leistungseinschränkung arbeitsfähig ist. Es bestehen keine zusätzlichen 

spezifischen Einschränkungen gesundheitlicher Art, welche die Stellensuche 

erschweren würden. Vielmehr wurde dem Beschwerdeführer, insbesondere 

auch im Rahmen der Stellenvermittlung durch die … AG, genügend aufgezeigt, 

welche behinderungsgeeigneten Tätigkeiten für ihn passend wären. Immerhin 

hatte die für den Beschwerdeführer zuständige Person der … AG in den 

Bereichen Küche (Hotel, Restaurant, Spitäler, Kliniken), Beratung/Verkauf/Ein-

kauf in der Metzgerbranche, Post, Bahn, Gemeinde, Flughafen, etc., zahlreiche 

Möglichkeiten aufgezeigt respektive mit geeigneten Betrieben auch selbst 

Kontakt aufgenommen (IV-act. 146-17 ff./27) und diese mit dem 

Beschwerdeführer besprochen.

9. a) Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass die Beschwerde aus 

den genannten Gründen abgewiesen und die angefochtene Verfügung vom 9. 

August 2011 bestätigt wird.

Gestützt auf Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert der Sache im Rahmen von CHF 200.00 bis CHF 

1‘000.00 festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es 

sich vorliegend, dem unterliegenden Beschwerdeführer die Verfahrenskosten in 

der Höhe von CHF 700.00 zu überbinden.

b) Eine ausseramtliche Entschädigung steht der obsiegenden 

Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 700.00 gehen zulasten des Beschwerdeführers 

und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 17. September 

2013 (9C_150/2013).