# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fb01a08-fb6b-53ed-a225-bab24a00952f
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht VG.2020.00070 (VG.2020.987)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2020-00070_nodate.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 29. Oktober 2020

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2020.00070

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
    (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______, geboren am […], ist seit dem 5. Oktober
  2004 im Vollzeitpensum bei der C.______GmbH mit Sitz in […] als
  Geschäftsführer tätig. Dabei ist er bei der Schweizerischen
  Unfallversicherungsanstalt (Suva) für die Folgen von Berufs- und
  Nichtberufsunfällen versichert. Am 16. Juni 2018 erlitt er einen
  Verkehrsunfall, bei welchem er als Lenker eines Motorrades mit einem nicht
  vortrittsberechtigten Motorfahrzeug seitlich kollidierte. 

  
	
   

  
	
  1.2 Am 20. Juni 2018 teilte ihm die Suva mit, die
  Versicherungsleistungen für die Folgen des Nichtberufsunfalles vom 16. Juni
  2018 zu übernehmen.

  
	
   

  
	
  1.3 Nach Einholung von medizinischen Berichten zur
  Abklärung des Leistungsanspruchs von A.______ teilte die Suva diesem am 11.
  Februar 2020 informell mit, sie stelle ihre Versicherungsleistungen per 29.
  Februar 2020 ein. Damit erklärte sich A.______ nicht einverstanden und verlangte
  eine anfechtbare Verfügung.

  
	
   

  
	
  1.4 Mit Verfügung vom 28. Februar 2020 stellte die Suva
  ihre Leistungen per 29. Februar 2020 ein. Gegen diese
  leistungsabweisende Verfügung erhob A.______ am 25. März 2020 Einsprache und
  beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung der gesetzlichen
  Leistungen. Die Suva wies die Einsprache am 15. Juni 2020 ab. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Dagegen erhob A.______ am
  1. Juli 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung
  des Einspracheentscheids vom 15. Juni 2020 und die Weiterausrichtung der
  gesetzlichen Leistungen durch die Suva. Eventualiter sei die Sache in
  Aufhebung des Einspracheentscheids vom 15. Juni 2020 an die Suva
  zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva.
  Die Suva schloss am 12. August 2020 auf Abweisung der Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20.
  März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
  Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m. Art. 1
  des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom
  3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
  die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, seit dem
  Unfallereignis an den typischen Folgen eines Schleudertraumas zu leiden, wozu
  insbesondere psychische Beschwerden, wie Konzentrationsstörungen, Schwindel und
  depressive Verstimmungen, zählen würden. Trotz der Manifestation dieser
  Beschwerden hätten die erstbehandelnden Ärzte die bei einem Schleudertrauma
  angezeigte zeitnahe Abklärung sowie Dokumentation unterlassen. Dieses
  ärztliche Fehlverhalten könne ihm nicht zur Last gelegt werden. Seine
  psychischen Beschwerden seien als Folge des beim Unfallereignis erlittenen
  Schleudertraumas zu werten, weshalb die Psycho-Praxis entgegen der Auffassung
  der Beschwerdegegnerin gerade nicht anwendbar sei. Da ein natürlicher
  Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und seinen gesundheitlichen
  Beschwerden zweifelsfrei erstellt sei, hätte die Beschwerdegegnerin ein
  strukturiertes Beweisverfahren durchführen müssen. Indem sie den physischen
  und psychischen Gesundheitszustand nur ungenügend abgeklärt habe und sich nur
  selektiv auf Beweismittel stützte, habe sie den Untersuchungsgrundsatz
  verletzt. Folglich habe das Verwaltungsgericht eine medizinische Begutachtung
  einzuholen. Sollte wider Erwarten die Psycho-Praxis Anwendung finden, so sei
  das Unfallereignis, insbesondere aufgrund der ungleichen Betriebsgefahren
  sowie des Unfallhergangs, als schwer zu qualifizieren. Dessen ungeachtet wäre
  selbst bei Vorliegen eines mittelschweren Unfalls die Adäquanz aufgrund der
  besonders langen Dauer der ärztlichen Behandlung und der damit
  einhergegangenen Arbeitsunfähigkeit sowie des schwierigen Heilverlaufs
  zweifelsohne zu bejahen. 

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin macht die hinreichend
  objektivierten physischen Unfallfolgen seien ausgeheilt, weshalb von einer
  höchstens vorübergehenden Verschlimmerung unfallfremder Vorzustände, nicht
  aber von einer richtunggebenden oder gar dauernden Verschlimmerung auszugehen
  sei. Ausserdem laufe der Bericht von Dr. med. D.______,
  Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, vom 12. Dezember 2012
  (recte: 12. Dezember 2019) den übrigen kreisärztlichen Berichten sowie der
  radiologischen Beurteilung zuwider, weshalb auf diesen nicht abzustellen sei.
  Gleichwohl räume aber auch er ein, dass unfallfremde Faktoren für die
  Restbeschwerden eine ursächliche Rolle spielen würden. Damit sei der
  Fallabschluss in physischer Hinsicht korrekterweise erfolgt. In Bezug auf die
  organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden sei ferner der adäquate
  Kausalzusammenhang zu prüfen. Nicht anwendbar sei die Schleudertrauma-Praxis,
  weil weder das typische Beschwerdebild eines Schleudertraumas mit einer
  Häufung von Beschwerden noch ein für ein Schleudertrauma typischer
  Unfallhergang vorliege. Somit sei die Adäquanzprüfung mittels der
  Psycho-Praxis vorzunehmen, wobei bei der Beurteilung der Adäquanzkriterien
  einzig die organisch ausgewiesenen Beschwerden zu berücksichtigen seien.
  Diesbezüglich sei der medizinische Endzustand im Zeitpunkt des
  Fallabschlusses erreicht gewesen. Der vom Beschwerdeführer erlittene Unfall
  sei als mittelschweres Ereignis im engeren Sinne einzustufen, welchem eine
  besondere Eindrücklichkeit fehle. Auch die weiteren Adäquanzkriterien seien
  vorliegend nicht erfüllt, weshalb sie, die Beschwerdegegnerin, für die
  psychischen bzw. die organisch nicht ausgewiesenen Leiden nicht
  leistungspflichtig sei. Insgesamt sei der Fallabschluss damit zu Recht
  erfolgt. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Versicherte hat gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG
  Anspruch auf die zweckmässige Behandlung seiner Unfallfolgen. Ist er infolge
  des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er
  gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf ein
  Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der
  Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder
  mit dem Tod des Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
  gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem
  eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
  Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
  Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
  der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden
  kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige und
  unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das
  schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder
  geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall
  mit anderen Worten nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass auch die
  eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ob
  zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
  Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im
  Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach
  dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
  Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht
  (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359 E  4a). Es
  ist daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden nicht lediglich den
  von der versicherten Person subjektiv umschriebenen Leiden entsprechen, sondern
  medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden
  können und diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis steht
  (BGE 119 V 335 E. 2b f.). Entscheidend ist dabei die Würdigung
  der in den Akten liegenden medizinischen Berichte, wobei der Richter bei der Beurteilung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht ohne zwingenden Grund von der Einschätzung der medizinischen
  Experten abweicht (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  3.3 Die Leistungspflicht der Unfallversicherung setzt im
  Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfall und der dadurch verursachten
  Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang
  besteht. Ein Ereignis hat dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
  wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
  Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
  eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das
  Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 142 III 433 E. 4.5, 129 V 177
  E. 3.2, je mit Hinweisen). Die
  Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
  praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der
  natürlichen Kausalität deckt (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung
  des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
  Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. A., Zürich/Ba­sel/Genf
  2012, S. 58 f.). Als objektivierbar gelten
  Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden
  und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Nach ständiger bundesgerichtlicher
  Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst
  dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden
  Abklärungen bestätigt werden (vgl. etwa BGE 138 V 248 E. 5.1).
  

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Für die
  Beurteilung des Gesundheitszustands und der rechtlichen Folgen sind
  Versicherungsträger und Gerichte auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen.
  Die Aufgabe dieser Experten ist es, sämtliche Auswirkungen einer Krankheit
  oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen
  und zu umschreiben, welche Tätigkeiten ihm noch zumutbar sind und inwiefern
  er in seiner körperlichen und geistigen Integrität beeinträchtigt ist. Diese
  Angaben bilden die ausschlaggebenden Beweismittel. Nach dem für das gesamte
  Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz
  der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
  Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel,
  unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
  entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
  des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich
  des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht
  für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
  beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
  (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
  Zusammenhänge und der Situation des Patienten einleuchtet und ob die
  Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
  grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
  eingereichten oder in Auftrag gegebenen
  Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 143 V 124
  E. 2.2.2, 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  4.2 Weil die
  Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität
  verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist, kann auch den Berichten und
  Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert beigemessen werden,
  sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
  widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
  Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
  zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
  und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände,
  welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als
  begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche
  den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
  Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen.
  Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
  der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
  vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4; 125 V
  351 E. 3b/ee).

  
	
   

  
	
  Der
  Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von
  Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1
  ATSG). Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser
  Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von
  medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der
  jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Beweisgrad ist der
  Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest
  mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden
  kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 

  
	
  5.1.1 Die erstbehandelnde Ärztin, Dr. med. E.______,
  diagnostizierte am 16. Juni 2018 ein kraniozervikales
  Beschleunigungstrauma sowie eine Schulter- und Unterschenkelkontusion links.
  Sie empfahl eine analgetische Therapie sowie das Ruhigstellen in der
  Mitellaschlinge bei Bedarf. Ferner untersuchte Dr. med. F.______
  den Beschwerdeführer am 13. August 2018 radiologisch, wobei er eine
  AC-Arthrose und zusätzlich Bone Bruise an korrespondierenden Anteilen der
  lateralen Clavicula und ein posttraumatisches Acromion feststellte. Es gebe
  keine Hinweise auf eine Läsion der Muskulatur und Sehnen der
  Rotatorenmanschette. Schliesslich seien tendinopathische Veränderungen der
  langen Bizepssehne feststellbar. 

  
	
   

  
	
  5.1.2 G.______, Physiotherapeut FH, behandelte den
  Beschwerdeführer physiotherapeutisch. In einem Schreiben führte er am
  30. Juli 2018 aus, die posttraumatischen Beschwerden im Bereich des
  Nackens und der linken Schulter hätten sich deutlich verbessert, obschon sich
  noch weichteilbedingte Beschwerden im Nacken sowie ligamentäre Probleme
  zeigen würden. 

  
	
   

  
	
  5.1.3 Dr. med. H.______, FMH Allgemeinmedizin, berichtete
  am 20. September 2019 über ein myofasziales Schmerzsyndrom und
  Dekonditionierung aufgrund der anhaltenden Schulterschmerzen sowie
  Schmerzzunahme im Rückenbereich. Aufgrund vorgenannter Verletzungen leide der
  Beschwerdeführer an einer psychosozialen Belastungssituation mit
  Existenzängsten. 

  
	
   

  
	
  5.1.4 Am 17. Oktober 2020 berichtete G.______
  erneut über den Behandlungsverlauf des Beschwerdeführers. Es sei eine
  deutliche Verbesserung der Beschwerden in der linken Schulter zu verzeichnen,
  wenngleich noch ein deutliches Bewegungsdefizit in Flexion sowie in Abduktion
  vorhanden sei.

  
	
   

  
	
  5.1.5 Dr. med. I.______, Chefarzt Radiologie des Spitals
  J.______, untersuchte am 22. November 2019 den Beschwerdeführer
  radiologisch. Betreffend das rechte AC-Gelenk erkannte er eine hochgradige
  AC-Arthrose, möglich traumatisiert mit Begleitbursitis subacromialis und eine
  Tendinopathie der Supra- und Infraspinatussehne. Äquivalent zur rechten
  Schulter nannte er in der linken Schulter als Befund hochgradige arthortische
  Veränderungen des AC-Gelenkes mit Begleitbursitis und Tendinopathie,
  insbesondere der Supraspinatussehne.

  
	
   

  
	
  5.1.6 Am 12. Dezember 2019 führte Dr. D.______ in
  einem Kurzbericht aus, dass noch Restschmerzen im Schulterbereich bestünden.
  Allerdings habe der Beschwerdeführer aufgrund einer depressiven Episode
  offenbar das Aufbautraining vernachlässigt. Sodann sei in der radiologischen
  Bildgebung im AC-Gelenk weiterhin ein Rest Knochenmarködem sichtbar.
  Ungeachtet dessen sei das Knochenmarködem im Vergleich zur Bildgebung
  unmittelbar nach dem Unfallereignis deutlich zurückgegangen. Nebst der reinen
  Kontusion dürfte indessen die bestehende AC-Gelenksarthrose mitursächlich für
  die noch vorhandenen Schmerzen sowie das sichtbare Knochenmarködem sein.
  Schliesslich sei eine leichte subacromiale Reizung ersichtlich.
  Dr. D.______ empfahl vorerst weiterhin eine konservative Behandlung
  inkl. Aufbautraining. 

  
	
   

  
	
  5.1.7 Dr. med.K.______, Facharzt für orthopädische
  Chirurgie und Traumatologie sowie Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin,
  hielt in seiner kreisärztlichen Stellungnahme am 30. Dezember 2019
  fest, dass sowohl die linke als auch die rechte Schulter bezüglich des
  AC-Gelenks die gleichen Veränderungen zeigten. Schliesslich weise die linke
  Schulter im Vergleich zur rechten Schulter betreffend die degenerativen
  Veränderungen der Rotatorenmanschette eher einen besseren Zustand auf. Daraus
  müsse geschlossen werden, dass die noch vorhandenen Schmerzen im Bereich der
  linken Schulter keine Unfallfolgen mehr darstellten und die aktuelle
  Situation damit auf degenerative Prozessen beruhe. Dies sei umso
  wahrscheinlicher, als die erstbehandelnde Ärztin in ihrem Kurzbericht am
  16. Juni 2018 lediglich geringe klinische Unfallfolgen diagnostiziert
  habe. Die unfallkausale Kontusion der linken Schulter habe wohl initial zu
  einer Schmerzhaftigkeit und möglicherweise auch zu einem grösseren
  Knochenmarködem geführt. Nichtsdestotrotz hätten frühere
  Kontrolluntersuchungen mittels MRI eine erhebliche Regredienz der
  Knochenmarkveränderungen gezeigt. Solche Knochenmarködeme seien ohnehin
  völlig unspezifisch und würden häufig auch im Rahmen rein degenerativer
  Prozesse, entzündlichen Veränderungen sowie bei Infekten auftreten.
  Vorliegend sei es am wahrscheinlichsten, dass die heute noch bestehenden
  Knochenmarködeme im Bereich beider Schultergelenke auf die beidseits
  bestehende degenerative AC-Arthrose zurückzuführen seien. 

  
	
   

  
	
  5.1.8 In Ergänzung zur kreisärztlichen Stellungnahme von
  Dr. K.______ hielt der Kreisarzt Dr. med. L.______,
  Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, im Bericht vom 17. April 2020
  fest, dass gestützt auf die MRI-Untersuchung vom 22. November 2019
  der status quo sine vel ante im Bereich der linken Schulter mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit spätestens am 22. November 2019 erreicht worden sei. 

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 In der Besprechung mit der Beschwerdegegnerin am
  8. September 2020 äusserte der Beschwerdeführer, dass ihm
  anlässlich eines Verdachts auf einen Bandscheibenvorfall
  Ende Mai 2019 erstmals bewusst geworden sei, dass es sich um ein
  psychisches Leiden handle. Deshalb befinde er sich seit Mitte Juni 2019
  bei Dr. med. M.______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
  in psychiatrischer Behandlung. Zwischenzeitlich sei eine minimale Besserung
  eingetreten. 

  
	
   

  
	
  5.2.2 Dr. M.______, diagnostizierte am 12. September
  2019 eine leichte bis mittelschwere depressive Episode bei rezidivierender
  depressiver Störung. Es sei wahrscheinlich, dass der Unfall in zeitlicher und
  im ursächlichen Zusammenhang bei prämorbider Belastung stehe. Es sei indes
  auch möglich, dass daneben die Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle spielten.
  Er hielt insbesondere fest, dass der Beschwerdeführer seit seiner Kindheit
  unter Belastungen sowie der Trennung seiner Eltern schwer leide. Ferner habe
  er zu seiner Schwester eine konfliktbeladene Beziehung. Überdies belaste ihn
  den Abbruch der Beziehung zu seiner jetzigen Partnerin. Der Beschwerdeführer
  leide besonders an Konzentrationsstörungen sowie starker Ablenkbarkeit, verminderter
  Belastbarkeit, Pessimismus, Stimmungsschwankungen und Knie- und
  Hüftschmerzen.

  
	
   

  
	
  5.2.3 Der Kreisarzt Dr. med. N.______, Facharzt für
  Psychiatrie und Psychotherapie, bejahte am 25. November 2019 aus
  versicherungs­psychiatrischer Sicht trotz erheblicher unfallfremder Faktoren
  einen natürlichen, teilkausalen Zusammenhang zwischen den psychischen
  Beschwerden und dem Unfallereignis. Dies gründe insbesondere darin, dass dem
  Beschwerdeführer aufgrund der Schmerzen und Einschränkungen während über
  einem Jahr eine Teil- bzw. Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Dies
  habe beim Beschwerdeführer eine starke Verunsicherung hervorgerufen. Darüber
  hinaus sei es unmittelbar vor Beginn der psychiatrischen Behandlung bei
  Dr. M.______ zum Abbruch der Beziehung zu seiner Partnerin gekommen. Ob
  allerdings der Therapiebeginn auf den den Beschwerdeführer belastenden
  Beziehungsabbruch zurückzuführen sei, gehe aus den Akten nicht eindeutig
  hervor. Schliesslich sei der Beschwerdeführer trotz seines Alters von […]
  Jahren ledig und kinderlos. Auch werde er im Haushalt teilweise von seiner
  Mutter unterstützt. Es sei naheliegend, dass dies in einem Zusammenhang mit
  den erwähnten Bindungsproblemen des Beschwerdeführers stehe. Damit lägen
  insgesamt einige Hinweise auf unfallfremde psychische Aspekte und
  Zusammenhänge vor.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer ein
  physisches sowie psychisches Beschwerdebild aufweist. Strittig ist hingegen,
  ob seine Leiden in einem kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 16.
  Juni 2018 stehen.

  
	
   

  
	
  6.2 Vorliegend kann entgegen der Auffassung des
  Beschwerdeführers auf die kreisärztliche Stellungnahme vom
  4. November 2019 sowie deren Ergänzung vom
  30. Dezember 2019 abgestellt werden. Dr. K.______ setzt sich
  eingehend mit den in den Suva-Akten vorhandenen Berichten der behandelnden
  Ärzte und Kreisärzte sowie mit den
  entsprechenden Bildgebungen auseinander. Insbesondere weist er in
  nachvollziehbarer Weise darauf hin, dass die MRI-Untersuchungen beider
  Schultern die gleichen Veränderungen zeigen. Sodann zeige sich betreffend die
  degenerativen Veränderungen der Rotatorenmanschette links ein eher besserer
  Zustand als auf der rechten Seite, weshalb davon ausgegangen werden müsse,
  dass aktuell weder klinisch noch bildgebend überwiegend wahrscheinlich
  objektivierbare Unfallrestfolgen vorhanden seien. Gegenteiliges kann weder den Akten
  entnommen werden noch legt dies der Beschwerdeführer substantiiert dar.

  
	
   

  
	
  Die Darlegungen der
  medizinischen Zusammenhänge sind schlüssig und die Beurteilung der
  medizinischen Situation leuchtet ein. Die kreisärztliche Beurteilung ist
  widerspruchsfrei und es bestehen keine Indizien, die gegen ihre
  Zuverlässigkeit sprechen. Folglich erfüllt die Einschätzung von
  Dr. K.______ die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine
  beweistaugliche ärztliche Entscheidgrundlage. Es ist daher davon auszugehen,
  dass die geklagten physischen Beschwerden mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall zurückzuführen sind.

  
	
   

  
	
  6.3 Bei formell einwandfreien und materiell
  schlüssigen (beweistauglichen und beweiskräftigen) medizinischen Entscheidungsgrundlagen
  der Beschwerdegegnerin besteht kein Anspruch auf eine gerichtliche Expertise
  (BGE 135 V 465 E. 4). 

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Näher zu prüfen
  ist, wie es sich mit den psychischen Beschwerden verhält. 

  
	
   

  
	
  Hat
  die versicherte Person einen Unfall erlitten, welcher die Anwendung der
  Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, sind die durch BGE 134
  V 109 E. 10 präzisierten Kriterien im Rahmen der
  Adäquanzprüfung massgebend. Die Anwendung dieser Schleudertrauma-Praxis setzt
  allerdings voraus, dass ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule oder eine
  äquivalente Verletzung diagnostiziert wurde. Als adäquanzrechtlich gleich wie
  ein Schleudertrauma zu behandelnde Diagnose gelten neben der HWS-Distorsion
  ähnliche Verletzungen der Halswirbelsäule, insbesondere auch
  Schädel-Hirn-Traumata, sofern diese zumindest den Schweregrad einer Contusio
  cerebri erreichen. Die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung
  gehörenden Beeinträchtigungen wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
  und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen,
  Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderungen etc. müssen
  innert maximal 72 Stunden seit dem Versicherungsereignis auftreten,
  ansonsten ist der natürliche Kausalzusammenhang zu verneinen (vgl. dazu BGE 117
  V 359 E. 4b; Ueli Kieser,
  ATSG-Kommentar, 2. A., Zürich 2009, Art. 4 N. 59,
  mit weiteren Hinweisen). Ist diese Schleudertrauma-Rechtsprechung mangels
  Vorliegens von einschlägigen Verletzungen nicht anwendbar, sind grundsätzlich
  die Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem
  Unfall entwickelt wurden (sog. Psycho-Praxis), anzuwenden (Irene Hofer,
  in Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Basler
  Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2020, Art. 6 N. 83;
  Rumo-Jungo/Holzer, S. 59 f., mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  7.2 Um die Adäquanzprüfung nach der für den
  Beschwerdeführer günstigeren Schleudertrauma-Praxis vorzunehmen, wird
  insbesondere vorausgesetzt, dass ärztlicherseits ein Schleudertrauma oder
  eine diesem äquivalente Verletzung diagnostiziert worden ist. Die
  Beschwerdegegnerin weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass keinem
  ärztlichen Bericht eine entsprechende Diagnose zu entnehmen ist. Zwar
  diagnostizierte die erstbehandelnde Ärztin, Dr. E.______, ein
  kraniozervikales Beschleunigungstrauma. Sodann hält Dr. H.______ in
  seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 23. Oktober 2018 die Diagnose
  Beschleunigungstrauma fest, wobei allerdings davon auszugehen ist, dass er
  die vorgenannte Diagnose unbesehen von Dr. E.______ übernommen hat,
  nimmt er doch ausschliesslich Stellung zum Verlauf der Schulterkontusion und
  erwähnt das Beschleunigungstrauma nicht weiter. Darüber hinaus empfiehlt er ausschliesslich
  betreffend die linke Schulter eine spezialärztliche Untersuchung. Ansonsten
  kann weder aus den radiologischen Befunden noch aus den weiteren
  medizinischen Berichten dergleichen entnommen werden. Es bleibt hingegen zu
  bemerken, dass der Beschwerdeführer über Beschwerden im Nackenbereich klagte.
  Indessen äusserste er diese Beschwerden erst über einen Monat nach dem
  Unfallereignis. Dem ungeachtet genügen diese Beschwerden im Lichte der
  bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohnehin nicht, um ein typisches
  Beschwerdebild anzunehmen. Entsprechend findet die Schleudertrauma-Praxis für
  die Adäquanzprüfung keine Anwendung. Anzuwenden sind hingegen die
  Adäquanzkriterien, welche für die psychischen Fehlentwicklungen nach einem
  Unfall entwickelt wurden. 

  
	
   

  
	
  7.3 Die Bejahung des adäquaten
  Kausalzusammenhangs bei psychischen Fehlentwicklungen setzt grundsätzlich
  voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung einer psychisch bedingten
  Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu,
  wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten
  ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das
  Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen
  Geschehensablauf – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im
  mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Bei leichten
  Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen
  Gesundheitsstörungen in der Regel ohne Weiteres verneint, bei schweren Unfällen
  hingegen bejaht werden. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die
  Frage nicht auf Grund des Unfalls allein beantworten. Weitere, objektiv
  erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen
  oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, sind in eine
  Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall
  einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders
  ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten
  Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
  Als adäquanzrelevant gelten dabei folgende Kriterien: besonders dramatische
  Begleitumstände oder die besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere
  oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, insbesondere
  ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; die
  ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; (körperliche)
  Dauerschmerzen; eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
  erheblich verschlimmert; ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
  Komplikationen; sowie der Grad und die Dauer der (physisch) bedingten
  Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 115 V 133 E. 6 f.).

  
	
   

  
	
  7.4 Die Schwere des Unfalles ist aufgrund des
  augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu
  beurteilen (BGE 140 V 356 E. 5.1). Gemäss Polizeirapport vom 18.
  Juni 2018 war der Beschwerdeführer mit seinem Motorrad innerorts mit
  einer Geschwindigkeit von zirka 35 - 40 km/h unterwegs, als er mit einem von
  links kommenden abbiegenden Fahrzeug kollidierte. Ein solcher Unfall ist
  entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers als mittelschweres
  Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen, höchstens aber als
  mittelschweres Unfallereignis im engeren Sinn zu qualifizieren. Folglich ist
  die Adäquanz eines Kausalzusammenhangs nur zu bejahen, wenn eines der
  relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser
  Kriterien in gehäufter Weise erfüllt sind. 

  
	
   

  
	
  Vorliegend sind
  keine Umstände ersichtlich, welche dem Geschehen vom 16. Juni 2018
  eine besondere Dramatik oder eine besondere Eindrücklichkeit verliehen würde.
  

  
	
   

  
	
  Das Kriterium der
  ungewöhnlich langen Dauer der physisch bedingten ärztlichen Behandlung ist
  nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind
  ebenfalls die Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit
  noch eine Verbesserung des Gesundheitszustands zu erwarten ist. Gesamthaft
  betrachtet hat eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf
  die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von
  ungewöhnlich langer Dauer vorzuliegen. Manualtherapeutische Massnahmen zur
  Erhaltung des Zustandes sowie medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen
  diesen Anforderungen nicht (BGer-Urteil 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014
  E. 7.3). Auch kommt einzig der Abklärung des Beschwerdebildes dienenden
  Vorkehren nicht die Qualität einer Heilmethodik in diesem Sinne zu
  (BGer-Urteil 8C_279/2011 vom 6. Juli 2011 E. 10.4). Der
  Beschwerdeführer wurde am 16. Juni 2018 ambulant im Spital J.______
  behandelt. Die nachfolgende unfallbedingte Behandlung bestand insbesondere in
  einer konservativen Therapierung sowie Physiotherapie und Kraft- und
  Aufbautraining. In diesem Lichte ist das Kriterium nicht erfüllt. 

  
	
   

  
	
  Sodann ist das
  Kriterium des schwierigen Heilverlaufs und erheblichen Komplikationen
  entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers zu verneinen. Denn aus der
  blossen Dauer der ärztlichen Behandlung sowie der geklagten Beschwerden darf
  nicht schon auf einen schwierigen Heilverlauf und erheblichen Komplikationen
  geschlossen werden. Der Umstand, dass trotz Therapiemassnahmen keine
  Beschwerdefreiheit eingetreten ist, genügt für sich allein nicht (BGer-Urteil
  8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 E. 5.2.2.2). Demgegenüber bedarf
  es besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss
  beeinträchtigt oder verzögert haben. Vorliegend sind weder besondere Gründe
  ersichtlich, noch werden sie vom Beschwerdeführer substantiiert dargelegt. 

  
	
   

  
	
  Weiter ist das
  Kriterium des Grads und der Dauer der physischen bedingten
  Arbeitsunfähigkeit, welches sich im Übrigen nicht allein auf das
  Leistungsvermögen im angestammten Beruf bezieht, vorliegend zu verneinen. Das
  Ausmass und die Dauer der vom Beschwerdeführer geschilderten
  Arbeitsunfähigkeit können nicht als so auffallend bezeichnet werden, dass sie
  aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet wären, eine psychische
  Fehlentwicklung auszulösen. 

  
	
   

  
	
  Schliesslich kann
  das Kriterium der ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen
  Beschwerden nicht bejaht werden. Soweit man überhaupt noch von
  unfallbedingten körperlichen Schmerzen ausgehen kann, ist der
  Beschwerdeführer im Lebensalltag durch diese nicht besonders schwer
  beeinträchtigt.  

  
	
   

  
	
  Da keines der
  massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt vorliegt, ist die Adäquanz des
  Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 16. Juni 2018
  und den geltend gemachten psychischen Beschwerden zu verneinen. 

  
	
   

  
	
  7.5 Hinzuweisen bleibt schliesslich darauf, dass
  sich für die psychischen Leiden des Beschwerdeführers durchaus unfallfremde
  Erklärungsmöglichkeiten finden, was sich aus dem Bericht von
  Dr. M.______ ergibt. Im Übrigen verkennt der Beschwerdeführer, dass die
  Beurteilung der adäquaten Kausalität eine reine Rechtsfrage ist, deren
  Beantwortung nicht den Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden
  obliegt. So bejahte Dr. N.______ in seiner kreisärztlichen Stellungnahme
  vom 25. November 2019
  lediglich einen natürlichen teilkausalen Kausalzusammenhang zwischen dem
  Unfallereignis und dem psychischen Gesundheitsschaden, hielt indessen
  ausdrücklich fest, dass erhebliche unfallfremde Faktoren vorliegen würden.
  Dagegen äusserte er sich nicht zum adäquaten Kausalzusammenhang, was auch
  nicht seine Aufgabe ist. 

  
	
   

  
	
  7.6 Steht somit fest, dass kein adäquater
  Kausalzusammenhang zwischen den geklagten psychischen Beschwerden und dem
  Unfallereignis besteht, kann die Leistungspflicht ohne weitere Abklärungen
  zum Bestand des natürlichen Kausalzusammenhangs verneint werden (BGE 135 V 465
  E. 5.1). Daher erübrigen sich
  vorliegend weitere Ausführungen zur natürlichen Kausalität. 

  
	
   

  
	
  7.7 Sodann ist ein strukturiertes Beweisverfahren
  durchzuführen, wenn sowohl der natürliche wie auch der adäquate
  Kausalzusammenhang gegeben sind (vgl. BGE 141 V 574 E. 5.2;
  BGer-Urteil 8C_261/2019 vom 8. Juli 2019 E. 4.3.1). Da der
  adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen
  Leiden des Beschwerdeführers vorliegend zu verneinen ist, erübrigt sich
  entgegen den gegenteiligen Ausführungen des Beschwerdeführers das Einholen
  einer medizinischen Begutachtung.

  
	
   

  
	
  7.8 Zusammenfassend ergibt sich, dass die vom
  Beschwerdeführer geklagten Beschwerden nicht auf das Unfallereignis
  zurückzuführen sind. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG
  i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang ist dem Beschwerdeführer keine
  Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61
  lit. g ATSG e contrario). 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde abgewiesen. 

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
    3.

    	
    Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]