# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1284442a-03d8-57e6-af20-e4ed3fff0c47
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 04.03.2024 SST.2023.59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-59_2024-03-04.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.59 
(ST.2022.161; OSTA.2022.251) 

 

 

Urteil vom 4. März 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin Rosset 

 

 
   

Anklägerin   Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau, 

Frey-Herosé-Strasse 20, 5001 Aarau  

 

 
    

Beschuldigter   B.A._____,  

geboren am tt.mm.1969, von Deutschland, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt E._____,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Schändung, sexuelle Handlungen mit einem Kind, Pornografie usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 4. August 2022 erhob die Oberstaatsanwaltschaft Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen mehrfacher Schändung, sexueller Handlungen mit 

einem Kind, mehrfacher Pornografie und mehrfacher Verletzung des 

Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte. 

 

2. 

Mit Urteil vom 7. Dezember 2022 sprach das Bezirksgericht Aarau den 

Beschuldigten der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB, der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 

StGB, der mehrfachen Pornografie durch Verbreitung tatsächlicher 

Kinderpornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Satz 2 StGB, der 

mehrfachen Pornografie durch Konsum tatsächlicher Kinder- und 

Tierpornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB und der 

mehrfachen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater StGB schuldig und bestrafte ihn mit 

einer unbedingten Freiheitsstrafe von 4 Jahren und einer unbedingten 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 120.00. Weiter ordnete es eine 

ambulante therapeutische Massnahme an, wobei der Vollzug der 

ausgesprochenen unbedingten Freiheitsstrafe nicht aufgeschoben wurde. 

Sodann wurde eine siebenjährige Landesverweisung sowie ein 

lebenslanges Tätigkeitsverbot angeordnet. Schliesslich wurde die 

Einziehung und Vernichtung diverser beschlagnahmter Gegenstände 

angeordnet und der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin C.A._____ 

eine Genugtuung von Fr. 1'000.00 zu bezahlen. Weiter wurde die 

Entschädigung des amtlichen Verteidigers auf Fr. 22'186.20 festgesetzt. 

 

3. 

3.1. 

Mit Beschwerde vom 23. Dezember 2022 beantragte der amtliche 

Verteidiger eine Erhöhung seiner Entschädigung für das erstinstanzliche 

Verfahren auf Fr. 35'616.40. 

 

3.2. 

Mit Berufungserklärung vom 17. März 2023 beantragte der Beschuldigte, 

er sei von den Vorwürfen der mehrfachen Schändung, der mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit einem Kind, der mehrfachen Pornografie durch 

Verbreitung tatsächlicher Kinderpornografie und der mehrfachen 

Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

freizusprechen und für die verbleibenden Schuldsprüche mit einer 

bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 120.00, Probezeit 5 Jahre, 

zu bestrafen. Anstatt der angeordneten ambulanten therapeutischen 

Massnahme sei eine Weisung zu erteilen, wonach er sich für die Dauer der 

Probezeit einer regelmässigen ambulanten Therapie zu unterziehen habe. 

 - 3 - 

 

 

Eventualtier sei eine ambulante therapeutische Massnahme anzuordnen, 

wobei der Vollzug der Strafe aufzuschieben sei. Weiter beantragte der 

Beschuldigte, es sei von der Anordnung einer Landesverweisung sowie 

eines Tätigkeitsverbots abzusehen. Sodann seien einzig die inkriminierten 

beschlagnahmten Datenträger zu vernichten und die übrigen 

beschlagnahmten Datenträger dem Beschuldigten herauszugeben. Die 

Genugtuungsforderung der Privatklägerin C.A._____ sei abzuweisen. 

 

3.3. 

Am 2. Mai 2023 reichte der Beschuldigte vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein.  

 

3.4. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 7. Juni 2023 beantragte die 

Oberstaatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung.  

 

3.5. 

Die Berufungsverhandlung fand am 4. März 2024 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Das vorinstanzliche Urteil wurde durch den Beschuldigten hinsichtlich der 

Schuldsprüche der mehrfachen Schändung, der mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit einem Kind, der mehrfachen Pornografie durch 

Zugänglichmachen tatsächlicher Kinderpornografie sowie der mehrfachen 

Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, der 

ausgefällten Strafe, der vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme, der 

Landesverweisung, des lebenslänglichen Tätigkeitsverbots, der 

beschlagnahmten Gegenstände und der der Privatklägerin 

zugesprochenen Genugtuungsforderung angefochten. Nicht angefochten 

wurde der vorinstanzlich ergangene Schuldspruch wegen mehrfacher 

Pornografie durch Konsum tatsächlicher Kinder- und Tierpornografie. In 

diesem unangefochten gebliebenen Punkt findet keine Überprüfung statt 

(Art. 404 Abs. 1 StPO).  

 

Der amtliche Verteidiger hat die vorinstanzlich vorgenommene Kürzung 

seiner Entschädigung von Fr. 38'417.30 auf Fr. 22'186.20 entsprechend 

der bis Ende 2023 geltenden rechtlichen Bestimmungen mit separater 

Beschwerde angefochten. Wurde – wie vorliegend – sodann in der Sache 

Berufung erhoben und ist auf diese einzutreten, so ist im Berufungs-

verfahren auch über die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für das 

erstinstanzliche Verfahren zu entscheiden (BGE 139 IV 199 E. 5.6 in fine). 

Dies entspricht der seit 1. Januar 2024 geltenden Fassung von Art. 135 

Abs. 3 StPO. 

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2. Mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldiggesprochen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind freizusprechen 

(Berufungserklärung S. 2). Die Staatsanwaltschaft beantragt die 

Abweisung der Berufung (Berufungsantwort S. 1). 

 

2.2. 

Der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

macht sich schuldig, wer u.a. mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle 

Handlung vornimmt. 

 

Als sexuelle Handlungen gelten Verhaltensweisen, die für den 

Aussenstehenden nach ihrem äusseren Erscheinungsbild eindeutig 

sexualbezogen sind. Eindeutig sexualbezogene Handlungen erfüllen somit 

stets den objektiven Tatbestand. Bei dieser objektiven Betrachtungsweise 

bleiben das subjektive Empfinden, die Motive oder die Bedeutung, die das 

Verhalten für den Täter oder das Opfer hat, ausser Betracht. Der Begriff 

der sexuellen Handlung erstreckt sich nur auf Verhaltensweisen, die im 

Hinblick auf das geschützte Rechtsgut, die ungestörte psychisch-

emotionale und sexuelle Entwicklung eines Kindes, erheblich sind. Dabei 

muss in Zweifelsfällen die Erheblichkeit relativ, etwa nach dem Alter des 

Opfers oder dem Altersunterschied zum Täter bestimmt werden. 

Bedeutsam für die Beurteilung der Erheblichkeit der objektiv sexual-

bezogenen Verhaltensweise sind qualitativ die Art und quantitativ die 

Intensität und Dauer der Handlung, wobei die gesamten Begleitumstände 

zu berücksichtigen sind. Bei allgemein üblichen, alltäglichen Zärtlichkeiten 

zwischen Eltern und Kindern ist zu berücksichtigen, dass Kinder 

entsprechend ihrer Entwicklungsstufe Interesse am Körper ihrer Eltern 

haben können, dies mithin normaler Bestandteil des Körpererkundungs-

prozesses ist. Während spontane und spielerische Berührungen der 

elterlichen Genitalien bzw. das entsprechende Dulden der Eltern nicht 

strafrechtlich relevant ist, liegt dies der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zufolge anders, wenn der Vater die Tochter ins 

Badezimmer ruft und sie gezielt seinen Penis halten lässt. Der subjektive 

Tatbestand setzt Vorsatz voraus, wobei Eventualvorsatz genügt (BGE 125 

IV 58 E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 6B_1265/2019 vom 9. April 2020 

E. 3.5.2; 6B_299/2018 vom 4. Juli 2018 E. 2.3; 6B_767/2009 vom 

22. Januar 2010 E. 1.5; 6B_702/2009 vom 8. Januar 2010 E. 5.4; 

6S.355/2006 vom 7. Dezember 2006 E. 4.1). 

 

 - 5 - 

 

 

2.3. Anklageziffer 1a 

2.3.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 1a vor, sich der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht zu haben, indem er am 11. September 2016 zwischen 

18.38 Uhr und 18.39 Uhr im Badezimmer im Erdgeschoss am 

gemeinsamen Wohnort an der S-Strasse in  T._____ während vier 

Sekunden seinen Penis am Penisschaft und am Hoden durch seine damals 

1 ¾ Jahre alte Tochter C.A._____ mit deren Händen habe ergreifen lassen 

und es dabei komplett unterlassen habe, C.A._____ zu unterbrechen oder 

zu intervenieren. Zuvor habe sich der Beschuldigte, als er sich zusammen 

mit C.A._____ im Badezimmer befunden habe, komplett ausgezogen. Der 

Beschuldigte habe um den sexuellen Charakter der Handlung gewusst und 

habe diese gewollt bzw. zumindest in Kauf genommen.  

 

2.3.2. 

Der Beschuldigte macht betreffend die Anklageziffer 1a geltend, dass 

C.A._____ seinen Penis nur während einer sehr kurzen Zeitdauer berührt 

habe. Dabei habe es sich um eine rein zufällige Berührung gehandelt, 

welche ohne sein Zutun erfolgt sei und welche er nicht hätte verhindern 

können (Berufungsbegründung S. 9 f.; Plädoyer des amtlichen Verteidigers 

an der Berufungsverhandlung S. 5). 

 

2.3.3. 

Der Vorfall wurde vom Beschuldigten mittels einer von ihm installierten 

Videokamera aufgezeichnet (siehe dazu unten). Auf der ausschnittsweise 

vorhandenen Videoaufnahme ist ersichtlich, wie der Beschuldigte, nur mit 

seiner Unterhose bekleidet, hinter C.A._____ das Badezimmer betritt und 

sich anschliessend seine Unterhose auszieht. Da lediglich Ausschnitte der 

Videoaufnahme vorhanden sind, ist im nächsten Ausschnitt bereits 

erkennbar, wie C.A._____ den schlaffen Penis des Beschuldigten in ihre 

beiden Hände nimmt, nicht jedoch, ob sie dies von sich aus oder aufgrund 

einer Aufforderung des Beschuldigten macht. Hervorzuheben ist, dass sich 

C.A._____ – soweit auf der Aufnahme ersichtlich – ohne ein Zutun des 

Beschuldigten zu diesem nach hinten dreht, bevor sie dessen Penis für 

wenige Sekunden (18.38.56 Uhr bis 18.38.59 Uhr) anfasst. Weiter geht aus 

der Aufnahme hervor, dass der Beschuldigte, während C.A._____ seinen 

Penis anfasst, nach wie vor seine Unterhose in der rechten Hand hält und 

– wie es scheint – damit beschäftigt ist, sich seine Hausschuhe 

auszuziehen. Dass der Beschuldigte während den wenigen Sekunden des 

Anfassens seines Penis durch C.A._____ interveniert hätte, ist nicht 

ersichtlich (UA act. 793.21, Video D, ab 00.27 min). 

 

Der Beschuldigte hat an seiner Hafteröffnung zu Protokoll gegeben, nie 

aktiv gewesen zu sein und C.A._____ nie dazu aufgefordert zu haben, 

seinen Penis anzufassen (UA act. 206). An seiner Einvernahme vom 

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16. Oktober 2020 gab er an, dass C.A._____ ihm aus kindlicher Neugier 

an den Penis gefasst habe (UA act. 840), was er an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung bestätigt hat (GA act. 1400). An der Berufungs-

verhandlung führte er aus, es sei möglich, dass C.A._____ ihn angefasst 

habe, was er jedoch nicht schlimm gefunden habe (Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 6 f.). Mithin hat der Beschuldigte betreffend den Vorfall vom 

11. September 2016 konstant angegeben, dass C.A._____ seinen Penis 

ohne sein Zutun und aus reiner kindlicher Neugier angefasst habe.  

 

In Würdigung der gesamten Umstände lässt sich der Anklagesachverhalt, 

wonach der Beschuldigte sich mit dem Willen, zusammen mit C.A._____ 

eine sexuelle Handlung vorzunehmen, von der damals 1 ¾ Jahre alten 

C.A._____ dessen Penis und Hoden habe ergreifen lassen, nicht erstellen. 

Nachdem gerade die Videosequenz unmittelbar vor dem Ergreifen des 

Penis nicht vorhanden ist, ist nicht erwiesen, dass der Beschuldigte seinen 

Penis absichtlich durch C.A._____ hat halten lassen. Es erscheint – auch 

unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich C.A._____, soweit 

ersichtlich, unmittelbar vor dem Anfassen des Penis ohne Zutun des 

Beschuldigten und somit von sich aus zu diesem gedreht hat – durchaus 

im Rahmen des Möglichen, dass es sich um eine spontane und 

spielerische Berührung im Rahmen des zu erwartenden Körper-

erkundungsprozesses bzw. kindlicher Neugier gehandelt hat. Dass der 

Beschuldigte während der kurzen Dauer von wenigen Sekunden, innert 

welcher es zum Anfassen seines Penis gekommen ist, C.A._____ nicht 

sofort davon abgehalten hat, seinen Penis anzufassen, vermag noch keine 

eindeutig sexualbezogene Handlung zu begründen. Diesbezüglich gilt es 

denn auch zu berücksichtigen, dass aus der Videoaufnahme hervorgeht, 

dass der Beschuldigte, just in dem Moment, in welchem C.A._____ seinen 

Penis ergreift, scheinbar damit beschäftigt ist, seine Hausschuhe 

auszuziehen, weshalb es möglich und nachvollziehbar erscheint, dass er 

nicht unmittelbar abweisend reagiert hat. 

 

Nachdem der Anklagesachverhalt nicht erstellt ist, ist der Beschuldigte 

betreffend die Anklageziffer 1a vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit 

einem Kind freizusprechen. 

 

2.4. Anklageziffer 1b 

2.4.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 1b vor, sich der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht zu haben, indem er an einem unbekannten Tag zwischen 

dem 1. Januar 2020 und 1. Juni 2020 in einer Eckdusche des Thermalbads 

Schinznach-Bad seinen Penis durch seine damals fünfjährige Tochter 

C.A._____ wie ein Mikrofon an ihre Lippen habe führen und dadurch 

berühren lassen. Er habe um den sexuellen Charakter der Handlung 

gewusst und diese gewollt bzw. zumindest in Kauf genommen. 

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2.4.2. 

Betreffend die Anklageziffer 1b bestreitet der Beschuldigte nicht, dass es 

zu den ihm vorgeworfenen Berührungen gekommen ist. Er macht jedoch 

geltend, diese Berührungen weder bewusst zugelassen noch gebilligt zu 

haben. Er habe heftig mit C.A._____ geschimpft, nachdem sie seinen Penis 

angefasst habe. Er habe ihr gesagt, dass dies nicht gehe und habe ihr 

dadurch klar gemacht, dass er so etwas nicht wolle und sie dies unterlassen 

solle. Weiter sei davon auszugehen, dass D.A._____, die Kindsmutter und 

Lebenspartnerin des Beschuldigten, welche in derselben Dusche gewesen 

sei, interveniert hätte, hätte sich der Beschuldigte tatsächlich nicht adäquat 

verhalten. Weiter müsse berücksichtigt werden, dass die gegen D.A._____ 

eröffnete Strafuntersuchung eingestellt worden sei (Berufungsbegründung 

S. 11 f.; Plädoyer des amtlichen Verteidigers an der Berufungsverhandlung 

S. 4).  

 

2.4.3. 

Der Beschuldigte hat anlässlich seiner Hafteinvernahme vom 28. August 

2020 eingestanden, dass C.A._____ in einer Eckdusche im Thermalbad in 

Schinznach-Bad in Anwesenheit von D.A._____ seinen Penis wie ein 

Mikrofon an ihren Mund genommen habe, sodass sein Penis ihre Lippen 

berührt habe. Daraufhin habe er sich weggedreht und mit C.A._____ 

geschimpft (UA act. 200). Dies hat er an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung bestätigt (GA act. 1400). An der Berufungsverhandlung 

führte der Beschuldigte aus, zusammen mit C.A._____ und D.A._____ in 

der Dusche gewesen zu sein und sich selber die Haare gewaschen zu 

haben, als C.A._____ seinen Penis angefasst und wie in ein Mikrofon in 

den Penis reingesungen habe. Es habe sich dabei wirklich um ein 

tatsächliches Anfassen gehandelt. Daraufhin habe er, nachdem er dies 

wahrgenommen und geschaut habe, was passiere, C.A._____ 

weggestossen und mit ihr geschimpft. Er wisse nicht, wieviel D.A._____ 

davon mitbekommen habe, da sie sich hinter ihm und C.A._____ befunden 

und sich abgetrocknet habe (Protokoll Berufungsverhandlung S. 7). 

D.A._____ gab anlässlich ihrer Einvernahme vom 1. Oktober 2020 zu 

Protokoll, von diesem Vorfall keine Kenntnis zu haben (UA act. 899). 

Weitere Beweismittel liegen keine vor. 

 

Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten ist erstellt, dass C.A._____ in 

der Dusche des Thermalbads mit ihren Händen den Penis des 

Beschuldigten an ihre Lippen geführt und diesen dann wie ein Mikrofon an 

ihre Lippen gehalten hat, sodass der Penis des Beschuldigten ihre Lippen 

berührt hat. Den Angaben des Beschuldigten zufolge, habe er sich zwar 

weggedreht resp. C.A._____ weggestossen und ihr zu verstehen gegeben, 

dass er damit nicht einverstanden sei, indem er mit ihr geschimpft habe; 

dies jedoch erst, nachdem er zuerst geschaut habe, was passiere. 

Unbestrittenermassen handelt es sich bei diesem Vorfall nicht um eine 

zwischen Eltern und Kindern allgemein übliche, alltägliche Zärtlichkeit. 

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Sodann entfällt auch die Annahme einer strafrechtlich nicht relevanten 

spontanen und spielerischen Berührung des Penis. Vielmehr führt der vom 

Beschuldigten geschilderte Vergleich mit einem Mikrofon deutlich vor 

Augen, dass sich sein Penis währenddessen nicht in einem schlaffen 

Zustand befunden haben kann, sondern – vergleichbar mit einem harten 

Gegenstand wie einem Mikrofon – erigiert gewesen sein muss. Indem er in 

dieser Situation zuerst einmal abgewartet hat, was passiert, so dass 

C.A._____ seinen Penis nicht nur wie ein Mikrofon umgreifen, sondern 

auch gegen ihre Lippen führen konnte, hat er zumindest in Kauf 

genommen, mit ihr eine nach dem äusseren Erscheinungsbild 

unzweifelhaft sexualbezogene Handlung vorzunehmen. 

 

Insoweit der Beschuldigte geltend macht, er leide an einem hochgradigen 

Asperger-Syndrom und habe deshalb Schwierigkeiten im Umgang mit ihm 

nicht bekannten Umständen, weshalb er in Bezug auf soziale Interaktionen 

und Kommunikationen anders als gesunde Menschen reagiere 

(Berufungsbegründung S. 10; 13; Plädoyer des amtlichen Verteidigers an 

der Berufungsverhandlung S. 2 f.), lässt dies entgegen dem Beschuldigten 

seinen Vorsatz oder zumindest Eventualvorsatz nicht entfallen. Wer wie der 

Beschuldigte seinen Penis in erigiertem Zustand durch ein Kind ergreifen 

und an dessen Mund führen lässt und diese Handlung zulässt, erkennt den 

Sexualbezug dieser Handlung und will diese auch. Damit im Einklang steht 

denn auch das schlüssige und nachvollziehbare Gutachten von Dr. med. 

F._____ vom 1. Dezember 2021, demzufolge die Fähigkeit des 

Beschuldigten, die ihm angelasteten Straftaten einzusehen, nicht 

vermindert gewesen sei (UA act. 79.107 f.). 

 

Damit hat der Beschuldigte sowohl den objektiven als auch den subjektiven 

Tatbestand erfüllt, weshalb er sich betreffend die Anklageziffer 1b der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht hat.  

 

2.5. Anklageziffer 1c 

2.5.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 1c vor, sich der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht zu haben, indem er am 1. August 2020 zwischen 

15.13 Uhr und 15.35 Uhr in der Duschkabine des Badezimmers im 

Erdgeschoss am gemeinsamen Wohnort an der S-Strasse in  T._____ 

zusammen mit C.A._____ nackt geduscht und dabei durch Letztgenannte 

seinen Penis durch Hin- und Her-Bewegungen der Vorhaut habe 

stimulieren und mit deren Mund seinen Penis habe berühren bzw. küssen 

lassen. Der Beschuldigte habe eine Erektion bekommen und sei in der 

Folge zum Samenerguss gekommen. Während des Duschvorgangs sei 

sein Penis erigiert gewesen, wobei C.A._____ ihm zugewandt gewesen sei 

und sie den Penis aufgrund der Enge der Duschkabine habe berühren und 

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ansehen müssen. Der Beschuldigte habe danach die Duschkabine 

verlassen und sich abgetrocknet. Später habe auch C.A._____ die 

Duschkabine verlassen, sich vor den weiterhin mit erigiertem Penis 

unbekleideten Beschuldigten gestellt und sei von ihm abgetrocknet 

worden. Dabei habe sich das Gesicht von C.A._____ unmittelbar vor oder 

am Penis des Beschuldigten befunden, wobei C.A._____ in Richtung des 

Glieds des Beschuldigten geblickt und ihren Arm so angewinkelt habe, 

dass sie am Penis manipuliert und der sexuell erregte Beschuldigte sich 

von ihr habe stimulieren lassen. Nach ca. 30 Sekunden habe sich der 

Beschuldigte von C.A._____ abgedreht, wobei sie während des 

Drehvorgangs mit einer Kopfbewegung dem Penis des Beschuldigten 

nachgeblickt habe. Er habe um den sexuellen Charakter der Handlung 

gewusst und diese gewollt bzw. zumindest in Kauf genommen. 

 

2.5.2. 

In Bezug auf die Anklageziffer 1c bringt der Beschuldigte vor, dass es sich 

um rein zufällige Berührungen gehandelt habe. Es sei nicht erstellt, dass 

C.A._____ an seinem Geschlechtsteil manipuliert habe. Es seien weder 

sexuelle Handlungen noch eine Erektion oder ein Samenerguss 

dokumentiert (Berufungsbegründung S. 12 f.; Plädoyer des amtlichen 

Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 5). 

 

2.5.3. 

Auf der Videoaufnahme vom 1. August 2020 ist ersichtlich, wie C.A._____ 

mit einem Sommerkleid bekleidet und hinter ihr der nackte Beschuldigte 

das Badezimmer betreten, wobei der Penis des Beschuldigten in diesem 

Moment nicht erigiert ist. Danach zieht der Beschuldigte C.A._____ deren 

Kleid aus, woraufhin sie sich ihre Unterwäsche zuerst selbst und danach 

mit der Hilfe des Beschuldigten auszieht. Daraufhin betreten C.A._____ 

und der Beschuldigte die Duschkabine und duschen gemeinsam, wobei 

währenddessen, wie auch beim Verlassen der Duschkabine, der Penis des 

Beschuldigten erigiert ist. Weiter ist erkennbar, dass der Beschuldigte 

während des Duschvorgangs seine Hüften hin- und herbewegt und sich mit 

seinem erigierten Penis direkt vor C.A._____ befindet. Zur Dauer ist 

festzustellen, dass C.A._____ und der Beschuldigte sich um 15.13 Uhr in 

die Duschkabine hineinbegeben und diese um 15.32 Uhr wieder verlassen, 

weshalb sie sich insgesamt während beinahe 20 Minuten darin aufgehalten 

haben. Auch dieser Vorfall ist lediglich in einzelnen Abschnitten 

videodokumentiert, da gewisse Sequenzen fehlen (UA act. 793.21, 

Video C). 

 

Der Beschuldigte hat anlässlich seiner Hafteinvernahme vom 28. August 

2020 eingestanden, dass C.A._____ ihm einmal beim Haarewaschen in 

den Schritt gefasst und seinen Penis wirklich hin und her bewegt habe, 

wovon er einen steifen Penis bekommen habe. C.A._____ habe dabei 

seine Vorhaut bewegt. Es sei mehr gewesen als ein reines Anfassen. Sein 

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Penis sei dermassen steif gewesen, dass weisse Tropfen 

herausgekommen seien. Für ihn sei es Geschlechtsverkehr, wenn 

«Weisses» herauskomme. Man könne sagen, dass er zum Samenerguss 

gekommen sei. Dies sei ihm peinlich gewesen und er habe mit ihr 

geschimpft. Zu diesem Vorfall sei es zwei bis drei Wochen vorher 

gekommen, wobei es im Monat August gewesen sei (UA act. 197 ff.). Am 

selben Tag habe C.A._____ seinen Penis geküsst und während ungefähr 

30 Sekunden in ihren Mund genommen, wobei sie den Penis nicht komplett 

in ihrem Mund gehabt habe. Dies sei für ihn Geschlechtsverkehr gewesen 

(UA act. 199). An seiner Einvernahme vom 18. September 2020 gab der 

Beschuldigte dagegen an, nicht sicher zu sein, ob C.A._____ seine Vorhaut 

in oder an ihrem Mund gehabt habe (UA act. 810). An der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung distanzierte sich der Beschuldigte von seinen früher 

gemachten Aussagen und gab – seiner ersten Aussage widersprechend – 

zu Protokoll, dass es nie zu einer Ejakulation, sondern lediglich zu Tropfen 

gekommen sei, welche jedoch mit seiner erweiterten Prostata zu erklären 

seien. Es stimme, dass C.A._____ ihn berührt habe, dies jedoch bloss aus 

Neugier. Sein Penis sei nicht im erigierten Zustand gewesen (GA 

act. 1400). An der Berufungsverhandlung gab er zu Protokoll, dass es nicht 

zu einem Samenerguss gekommen sei, sondern dass es manchmal beim 

Duschen tropfe, weil seine Prostata seit seinem Hodenkrebs nicht mehr so 

dicht sei. Sein Penis sei sicher nicht schlaff gewesen, wobei dies damit zu 

erklären sei, dass er sich im Intimbereich rasiert habe. Weiter gestand er 

ein, dass C.A._____ an seinen Penis gefasst habe, es habe sich dabei 

jedoch nicht um eine Manipulation im sexuellen Sinn gehandelt (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 7 f.). 

 

C.A._____ führte an ihrer Videoeinvernahme vom 23. September 2020 

aus, dass sie den Beschuldigten vorne und hinten «am Fudi» wasche, 

wenn sie ihn wasche. Sie gab an, unter dem Begriff «Fudi» sowohl das 

Gesäss als auch den Genitalbereich zu verstehen. Wenn sie mit ihrer 

Mutter, D.A._____, dusche, dann wasche sich jeder selbst. Wenn sie aber 

mit dem Beschuldigten dusche, dann wasche jeder den anderen. Weiter 

bejahte C.A._____ auf entsprechende Nachfrage hin, bereits mehrfach den 

Penis des Beschuldigten in ihre Hand genommen zu haben. Dies habe sie 

in der Dusche und der Badewanne gemacht. Dabei habe sie den Penis in 

die Hand genommen und gestreichelt (UA act. 925 ff.).  

 

Gestützt auf die anlässlich der Hafteinvernahme vom 28. August 2020 

gemachten und als glaubhaft zu qualifizierenden Geständnisse des 

Beschuldigten, bei denen es sich im Übrigen um die tatnächsten Aussagen 

handelt und die im Einklang mit der Videoaufnahme stehen, sowie die 

Aussagen von C.A._____ anlässlich ihrer Videoeinvernahme vom 

23. September 2020, erachtet es das Obergericht als erstellt, dass sich der 

Beschuldigte am 1. August 2020 während des gemeinsamen Duschens mit 

C.A._____ von ihr an den Penis hat greifen lassen. Zwar beziehen sich die 

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Aussagen von C.A._____ nicht auf ein konkretes Datum. Dies kann von 

einem Kind in diesem Alter jedoch auch nicht erwartet werden. Dennoch 

hat sie bestätigt, dass es grundsätzlich dazu gekommen sei, dass sie in der 

Duschkabine den Penis des Beschuldigten in ihre Hand genommen und 

diesen – in ihren eigenen Worten – «gestreichelt» habe. Das Obergericht 

erachtet es weiter gestützt auf die anlässlich der Hafteinvernahme des 

Beschuldigten vom 28. August 2020 gemachten Aussagen als erstellt, dass 

C.A._____ dabei die Vorhaut seines Penis hin- und herbewegt hat, sodass 

er davon einen erigierten Penis bekommen hat und es schliesslich zum 

Samenerguss gekommen ist. Weiter ist erstellt, dass C.A._____ 

gleichentags den Penis des Beschuldigten geküsst und dabei teilweise in 

ihren Mund genommen hat. Die späteren Aussagen des Beschuldigten, mit 

welchen er seinen Geständnissen widersprechende Angaben gemacht hat, 

sind als offensichtliche Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Es ist kein 

Grund ersichtlich, weshalb er sich anlässlich seiner Hafteinvernahme zu 

Unrecht hätte selber belasten sollen, ging es dabei doch gerade um die 

Prüfung des Vorliegens eines dringenden Tatverdachts und der aufgrund 

dessen drohenden Anordnung der Untersuchungshaft. Eine Manipulation 

am Penis des Beschuldigten und die damit einhergehende Stimulation 

durch C.A._____ nach dem Verlassen der Duschkabine ist dagegen weder 

anhand der vorgehend dargelegten Aussagen noch der Videoaufnahme 

erstellt.  

 

Bei den vom Obergericht als erstellt erachteten Handlungen handelt es sich 

um eindeutig sexualbezogene Verhaltensweisen. Entgegen dem 

Beschuldigten ist ausgeschlossen, dass er diese aufgrund seines 

Asperger-Syndroms nicht gewollt hat (siehe dazu auch oben). Er hat sich 

nach eigenen Angaben von C.A._____ so lange an seinem Penis 

stimulieren lassen, dass er zum Samenerguss gekommen ist. Dies zeigt 

deutlich, dass es ihm um seine sexuelle Befriedigung gegangen ist und er 

dies auch wollte. 

 

Der Beschuldigte hat sich betreffend die Anklageziffer 1c der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

 

2.6. Anklageziffer 1d 

2.6.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 1d vor, sich der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht zu haben, indem er am 8. August 2020 zwischen 

14.05 Uhr und 14.09 Uhr im Badezimmer im Erdgeschoss am 

gemeinsamen Wohnort an der S-Strasse in  T._____ seinen schlaffen 

Penis durch C.A._____ habe ergreifen lassen und sie den Penis stimuliert 

habe, indem sie diesen mit ihren Händen massiert habe. Dabei habe der 

Beschuldigte mit seinem Gesäss aktiv rhythmisch nach vorne und hinten 

 - 12 - 

 

 

gewippt und habe dadurch seinen Penis in C.A._____ Händen hin und her 

gleiten lassen. Nach über einer Minute habe er sich abgedreht, wobei er 

spätestens in diesem Moment einen erigierten Penis gehabt habe. Um ca. 

14.07 Uhr habe C.A._____, die sich auf dem Fussboden gebückt habe, von 

unten her mit einer Hand den erigierten Penis des Beschuldigten ergriffen 

und habe diesen am Penisschaft umfasst. Danach sei sie aufgestanden 

und habe den Penis massiert. Als sich C.A._____ kurz darauf hinter dem 

sich bückenden Beschuldigten befunden habe, habe sie mit beiden Händen 

das Gesäss des Beschuldigten berührt. Anschliessend habe sie wieder mit 

beiden Händen nach dem weiterhin steifen Penis des Beschuldigten 

gefasst und diesen massiert. Gegen 14.09 Uhr hätten C.A._____ und der 

Beschuldigte das Badezimmer verlassen, wobei sich der weiterhin nackte 

Beschuldigte von C.A._____ zuerst an seinem Penis und danach an seinen 

Händen habe hinausziehen lassen. 

 

2.6.2. 

Betreffend die Anklageziffer 1d gesteht der Beschuldigte ein, dass es zu 

Berührungen seines Penis gekommen ist und dass er diese nicht sofort 

unterbunden habe. Er habe dies jedoch nicht als sexuell wahrgenommen 

(Berufungsbegründung S. 14 f.). 

 

2.6.3. 

Auf der Videoaufnahme ist ersichtlich, wie der Beschuldigte nackt ist, sich 

vor C.A._____ mit einem Handtuch abtrocknet und anschliessend vor diese 

hinsteht, wodurch er mit dem Rücken zur Kamera steht. Nichtsdestotrotz 

ist erkennbar, dass C.A._____ mit mindestens einer Hand den Penis des 

Beschuldigten während beinahe einer Minute manuell stimuliert und der 

Beschuldigte dabei sein Becken wiederholt nach vorne und hinten bewegt. 

Als er sich wieder zur Kamera dreht, ist sein Penis erigiert. Nachdem sich 

der Beschuldigte dem Waschbecken zugewendet hat, greift C.A._____ 

erneut mit einer Hand während beinahe 20 Sekunden an dessen Penis. 

Anschliessend berührt sie sehr kurz das Gesäss des Beschuldigten mit 

beiden Händen, bevor dieser sich wieder vor sie hinstellt und sie 

anschliessend mit beiden Händen seinen Penis ergreift und diesen 

während mehreren Sekunden erneut manuell stimuliert (UA act. 793.21, 

Video B). 

 

Zu diesem Anklagesachverhalt befragt, gab der Beschuldigte an seiner 

Hafteinvernahme vom 28. August 2020 zu Protokoll, dass C.A._____ ihn 

an seinem erigierten Penis angefasst habe (UA act. 201). Anlässlich seiner 

Einvernahme vom 18. September 2020 gab er an, dass er C.A._____ in 

diesem Moment habe gewähren lassen. Sie habe seinen Penis anfassen 

dürfen (UA act. 813). Auch an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab 

der Beschuldigte zu Protokoll, C.A._____ nicht verboten zu haben, seinen 

Penis anzufassen. Er habe dies jedoch nicht als sexuell wahrgenommen 

(GA act. 1401). An der Berufungsverhandlung wurde die Videoaufnahme 

 - 13 - 

 

 

abgespielt, nachdem der Beschuldigte ausführte, diese noch nie gesehen 

zu haben. Daraufhin gab der Beschuldigte an, den Tatvorwurf nun zu 

verstehen. Er habe sich nicht gegen die Berührungen gewehrt und sein 

Penis sei erigiert gewesen. Dies wahrscheinlich, weil C.A._____ an seinen 

Penis gefasst habe. An eine bewusste sexuelle Handlung könne er sich 

jedoch nicht erinnern. Er habe es einfach geschehen lassen, wobei es dann 

aber schon zu spät gewesen sei (Protokoll Berufungsverhandlung S. 8; 10). 

 

Gestützt auf die Videoaufnahme sowie die Aussagen des Beschuldigten 

erachtet es das Obergericht als erstellt, dass C.A._____ am 8. August 2020 

den Penis des Beschuldigten mit einer Hand während beinahe einer Minute 

manuell stimuliert und der Beschuldigte dabei sein Becken wiederholt nach 

vorne und hinten bewegt hat, wodurch der Penis des Beschuldigten steif 

geworden ist. Anschliessend hat C.A._____ erneut mit einer Hand während 

beinahe 20 Sekunden an den Penis des Beschuldigten gegriffen, bevor sie 

für eine sehr kurze Zeit dessen Gesäss mit beiden Händen angefasst und 

danach mit beiden Händen den Penis des Beschuldigten ergriffen und 

diesen während mehreren Sekunden manuell stimuliert hat. Bei diesen 

Handlungen handelt es sich eindeutig um sexualbezogene Handlungen, 

die der Beschuldigte mit der damals 5 ½ Jahre alten C.A._____ 

vorgenommen hat. Insoweit er daran festhält, dass diese Handlungen für 

ihn nicht als sexuell wahrgenommen worden seien, kann ihm nicht gefolgt 

werden. Es kann dazu auf die obigen Erwägungen zum Vorsatz verwiesen 

werden. 

 

Der Beschuldigte hat sich betreffend die Anklageziffer 1d der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

 

2.7. Anklageziffer 1e 

2.7.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 1e vor, sich der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht zu haben, indem er am 8. August 2020 zwischen 

16.22 Uhr und 16.25 Uhr im Badezimmer im Erdgeschoss am 

gemeinsamen Wohnort an der S-Strasse in  T._____ in Richtung der 

Toilette gegangen und sein T-Shirt über seinen Bauch sowie seine Hose 

und seine Unterhose leicht nach unten gezogen habe, sodass sein Penis 

frei gewesen sei. C.A._____ habe sich so positioniert, dass sie direkt 

zwischen der Toilette und dem Beschuldigten gestanden habe, wobei sie 

den Penis des Beschuldigten lächelnd angeschaut habe. Danach habe 

C.A._____ ihre Unterbekleidung nach unten gezogen und sich vor dem 

Beschuldigten auf die Toilette gesetzt. Der Beschuldigte habe sich mit 

seinem entblössten aber noch schlaffen Penis weiter frontal vor C.A._____ 

befunden. Er sei einen Schritt nach vorne getreten, so dass sein Penis nur 

noch ca. 10 bis 20 cm von der unmittelbar vor ihm sitzenden C.A._____ 

 - 14 - 

 

 

entfernt gewesen sei. Später seien die beiden so nahe gewesen, dass der 

Abstand zwischen C.A._____ Mund und dem Penis des Beschuldigten 

weniger als 10 cm betragen habe. C.A._____ habe dann mit einer Hand 

den Penis des Beschuldigten berührt und umfasst. Daraufhin habe der 

Beschuldigte sein Glied an C.A._____ Lippen bzw. in die Nähe ihrer Lippen 

gehalten. Um ca. 16.24 Uhr sei der Beschuldigte dann einen Schritt 

zurückgetreten, habe seine Unterhose sowie seine Hose wieder nach oben 

gezogen und habe das Badezimmer verlassen, während C.A._____ 

weiterhin auf der Toilette gewesen sei. 

 

2.7.2. 

Der Beschuldigte bringt betreffend die Anklageziffer 1e vor, dass es nie zu 

einem Kontakt seines Penis mit den Lippen von C.A._____ gekommen sei 

und sein Penis im Übrigen nicht erigiert gewesen sei (Berufungs-

begründung S. 15). 

 

2.7.3. 

Der Videoaufnahme, die wiederum nur aus Ausschnitten besteht, weshalb 

jeweils mehrere Sequenzen fehlen, kann entnommen werden, dass der 

Beschuldigte das Badezimmer betritt und sein T-Shirt nach oben zieht, 

sodass sein Bauch frei ist und seine Hose sowie seine Unterhose so weit 

nach unten zieht, dass sein Glied entblösst ist. Daraufhin setzt sich 

C.A._____, nur mit einem T-Shirt bekleidet, auf die Toilette, worauf der 

Beschuldigte, dessen Penis nach wie vor entblösst ist, sich nur wenige 

Zentimeter von C.A._____ entfernt hinstellt. Der Genitalbereich des 

Beschuldigten befindet sich auf Kopfhöhe von C.A._____. Da sich 

C.A._____ nun im äusseren linken Rahmen des Bildausschnitts befindet, 

ist ihr Gesicht nicht durchgehend vollumfänglich zu sehen. Auch der Penis 

des Beschuldigten befindet sich ab diesem Zeitpunkt nur noch sporadisch 

im Bildausschnitt. Nichtsdestotrotz ist klar erkennbar, dass sich das Gesicht 

von C.A._____ ab diesem Zeitpunkt konstant sehr nahe am entblössten 

Genitalbereich des Beschuldigten befindet und sich ihr Blick auf diesen 

richtet. Ab 16.23.41 Uhr ist C.A._____ Hand im Bereich des 

Genitalbereichs des Beschuldigten erkennbar. Um 16.23.45 Uhr sieht man, 

wie C.A._____ den Genitalbereich anfasst. Dass der Penis den Mund von 

C.A._____ berührt hätte, ist auf der Videoaufnahme dagegen nicht 

ersichtlich (UA act. 793.21, Video A). 

 

Der Beschuldigte hat an seiner Hafteröffnung eingestanden, dass 

C.A._____ ihn während dieser Videoaufnahme A (UA act. 793.21, Video A) 

an seinem Penis angefasst hat (UA act. 202). Anlässlich seiner 

Einvernahme vom 18. September 2020 gab er dem widersprechend an, 

dass er nur habe urinieren wollen und mit seinem Penis zwischen die Beine 

von C.A._____ gezielt und gefragt habe, ob er jetzt dort hindurchpinkeln 

müsse, da sie vor ihm auf die Toilette gesessen sei. C.A._____ habe ihn 

höchstens an seinem Muttermal, welches er im Genitalbereich habe, 

 - 15 - 

 

 

angefasst, jedoch nicht mehr (UA act. 813 f.). An der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung bestätigte er, zu diesem Vorfall sei es lediglich deshalb 

gekommen, weil er habe urinieren müssen (GA act. 1401 f.). 

 

Gestützt auf die Videoaufnahme, auf welcher zumindest einmal ersichtlich 

ist, dass C.A._____ an den Genitalbereich des Beschuldigten fasst, und 

der tatnächsten Aussage des Beschuldigten anlässlich der Hafteröffnung, 

wonach C.A._____ seinen Penis angefasst habe, ist für das Obergericht 

erstellt, dass der Beschuldigte während rund anderthalb Minuten mit 

entblösstem und sich auf Kopfhöhe von C.A._____ befindenden 

Genitalbereich vor dieser gestanden und sie dazu gebracht hat, ihn an 

seinem Penis anzufassen. Dabei handelt es sich nach dem äusseren 

Erscheinungsbild unzweifelhaft um eine sexualbezogene Handlung. Von 

einer bloss spontanen oder kurzen spielerischen Berührung im Sinne einer 

straflosen kindlichen Körpererkundigung kann dabei aufgrund der Intensität 

und Dauer keine Rede sein. Eine orale Befriedigung des Beschuldigten 

durch C.A._____ lässt sich dagegen weder anhand der Videoaufnahme 

noch der Aussagen des Beschuldigten erstellen. Eine solche ist für die 

Bejahung einer sexuellen Handlung aber auch nicht notwendig. Der 

Beschuldigte hat mit seinem Verhalten mindestens in Kauf genommen, 

dass ihn C.A._____ an seinem Penis berühren wird, was denn auch 

geschehen ist und was er auch wollte. Seine Aussage, mit welcher er sein 

anfänglich gemachtes Geständnis widerrufen hat, ist als reine 

Schutzbehauptung zu qualifizieren. Wäre es ihm tatsächlich bloss darum 

gegangen, möglichst rasch urinieren zu können, wie von ihm vorgebracht 

(vgl. GA act. 1401 f.), hätte er hierzu einfach die zweite Toilette im Haus 

aufsuchen können, um sich zu erleichtern, anstatt anderthalb Minuten lang 

vor C.A._____ stehen zu bleiben. 

 

Der Beschuldigte hat sich betreffend die Anklageziffer 1e der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig 

gemacht. 

 

2.8. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte betreffend die Anklageziffer 1a 

vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind freizusprechen. 

Betreffend die Anklageziffern 1b, 1c, 1d und 1e hat er sich der mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich damit in 

diesem Punkt als teilweise begründet. 

 

3. Mehrfache Schändung 

3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen Schändung gemäss 

Art. 191 StGB schuldiggesprochen.  

 

 - 16 - 

 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 

mehrfachen Schändung freizusprechen (Berufungserklärung S. 2). Die 

Staatsanwaltschaft beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungs-

antwort S. 1). 

 

3.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in den Anklageziffern 1a bis 1e vor, 

sich der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB schuldig gemacht 

zu haben, indem er die urteilsunfähige C.A._____ in Kenntnis ihres 

Zustandes zu den vorgängig aufgeführten sexuellen Handlungen 

missbraucht habe. C.A._____ sei aufgrund ihres kindlichen Alters von 1 ¾ 

bis 5 ¾ Jahren nicht in der Lage gewesen, sich gegen die sexuellen 

Handlungen zu wehren oder darüber zu entscheiden, ob sie die sexuellen 

Kontakte wolle oder nicht. Er habe C.A._____ dahingehend beeinflusst, 

dass die sexuellen Handlungen für sie zur nicht zu hinterfragenden 

Normalität geworden seien. C.A._____ habe bezüglich der sexuellen 

Handlungen keine Einsichts- und Urteilsfähigkeit bilden können. Der 

Beschuldigte habe die bereits aufgrund des Alters von C.A._____ 

vorhandene und durch ihn zusätzlich verstärkte Urteilsunfähigkeit genutzt, 

um sie mehrfach sexuell zu missbrauchen. Er habe gewusst und gewollt, 

zumindest ernsthaft für möglich gehalten, dass C.A._____ sich gegen die 

sexuellen Handlungen nicht zur Wehr habe setzen können. 

 

3.3. 

Der Schändung gemäss Art. 191 StGB macht sich u.a. schuldig, wer eine 

urteilsunfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer 

beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung missbraucht. 

Der Tatbestand der Schändung ist auf den Fall, in dem ein Kind seinen 

freien Willen betreffend die sexuellen Handlungen noch nicht bilden kann, 

zugeschnitten. Dabei gibt es keine feste Altersgrenze, bis zu welcher eine 

altersbedingte Urteilsunfähigkeit anzunehmen wäre. Das Bundesgericht ist 

in einem Fall eines siebenjährigen Kindes von der Unfähigkeit des Kindes, 

einen freien Willen betreffend sexuelle Handlungen zu bilden. Solange das 

Kind keinen eigenen Willen betreffend sexuelle Handlungen entwickeln 

kann, ist es diesbezüglich urteilsunfähig. Der Tatbestand der Schändung 

ist einschlägig, wenn ein «Nein» des Kindes zu den sexuellen Handlungen 

nicht zu erwarten ist, weil es die Handlungen nicht einordnen kann. 

Zumindest auf eine Urteilsunfähigkeit des Kindes hinweisen kann etwa, 

dass ein Kind an sexuellen Handlungen partizipiert, ohne diese zu 

hinterfragen, oder dass es diese ohne diesbezügliche Beeinflussung durch 

den Täter als Spiel einordnet. Missbrauch liegt vor, wenn die 

Urteilsunfähigkeit des Opfers die Tat ermöglicht und der Täter sich dies 

bewusst zu Nutze macht, er also die Beeinträchtigung des Opfers ausnutzt 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2020 vom 15. September 2021 E. 1.3 

mit Hinweisen; BGE 146 IV 153 E. 3.5.3). Der subjektive Tatbestand setzt 

 - 17 - 

 

 

Vorsatz voraus, wobei Eventualvorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts 

6B_727/2019 vom 27. September 2019 E. 1.1). 

 

3.4. 

Nachdem die dem Beschuldigten vorgeworfenen sexuellen Handlungen 

hinsichtlich der Anklageziffer 1a nicht erstellt sind, kommt diesbezüglich 

auch keine Verurteilung wegen Schändung infrage. Hingegen hat der 

Beschuldigte betreffend die Anklageziffern 1b, 1c, 1d und 1e den 

Tatbestand der Schändung mehrfach erfüllt: 

 

C.A._____ war im Tatzeitraum zwischen 5 Jahre und 5 Jahre und 7 Monate 

alt. Dass sie ihren freien Willen betreffend die sexuellen Handlungen noch 

nicht bilden konnte, zeigt sich eindrücklich anhand ihrer 

Videoeinvernahmen (UA act. 922; 933) sowie der durch den Beschuldigten 

während der Vornahme der sexuellen Handlungen erstellten 

Videoaufnahmen (UA act. 793.21). Aus diesen geht hervor, dass 

C.A._____ im damaligen Zeitraum weder die konkreten Geschlechtsteile 

bezeichnen noch verstehen konnte, dass es sich bei den mit dem 

Beschuldigten vorgenommenen sexuellen Handlungen überhaupt um 

solche handelte. Sie hat die sexuellen Handlungen, an welchen sie 

partizipiert hat, in keiner Weise hinterfragt, weshalb eine ablehnende 

Haltung diesen gegenüber und damit ein «Nein» nicht erwartet werden 

konnte. Mithin war die Urteilsunfähigkeit in den Tatzeitpunkten augenfällig, 

weshalb auch kein Zweifel daran besteht, dass diese vom Beschuldigten 

erkannt und zur Begehung der sexuellen Handlung bewusst ausgenutzt 

worden ist. 

 

Entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Berufungsbegründung 

S. 16), besteht in der vorliegenden Konstellation zwischen Art. 187 StGB 

und Art. 191 StGB echte Konkurrenz. Die beiden Strafnormen schützen 

unterschiedliche Rechtsgüter: Art. 187 StGB will die «Gefährdung der 

Entwicklung von Minderjährigen» (1. Untertitel zum Fünften Titel des 

Strafgesetzbuches) verhindern, das heisst die ungestörte Entwicklung des 

Kindes schützen, bis es die notwendige Reife erreicht hat, die es zur 

verantwortlichen Einwilligung in sexuelle Handlungen befähigt. Nach dem 

Gesetz ist diese Reife vor dem 16. Altersjahr immer zu verneinen. Art. 191 

StGB wiederum soll Personen schützen, die seelisch oder körperlich nicht 

in der Lage sind, sich gegen sexuelle Zumutungen zu wehren. Gegen ein 

alternatives Verhältnis von Art. 187 und Art. 191 StGB spricht, dass durch 

die Anwendung bloss einer dieser Strafnormen das deliktische Verhalten 

nicht vollständig erfasst und abgegolten wäre. In der Ausnützung der 

Hilflosigkeit des urteilsunfähigen Kindes liegt eine Rechtsgutverletzung, die 

mit der Bestrafung wegen sexueller Handlungen mit einem Kind nicht 

berücksichtigt ist. Umgekehrt umfasst der Tatbestand der Schändung nicht 

den Schaden, welcher der Entwicklung des Kindes zugefügt wird (statt 

 - 18 - 

 

 

vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2020 vom 15. September 2021 

E. 1.3 mit Hinweisen; BGE 120 IV 194 E. 2). 

 

3.5. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte betreffend die Anklageziffer 1a 

vom Vorwurf der Schändung freizusprechen. In Bezug auf die 

Anklageziffern 1b, 1c, 1d und 1e hat er sich der mehrfachen Schändung 

gemäss Art. 191 StGB schuldig gemacht. Damit erweist sich seine 

Berufung in diesem Punkt als teilweise begründet. 

 

4.  Mehrfache Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte 

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen Verletzung des 

Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater 

StGB schuldiggesprochen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 

mehrfachen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahme-

geräte freizusprechen (Berufungserklärung S. 2). Die Staatsanwaltschaft 

beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort S. 1). 

 

4.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in der Anklageziffer 3 vor, sich der 

mehrfachen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig 

gemacht zu haben, indem er zwischen dem 18. Dezember 2014 und dem 

26. August 2020 im Badezimmer im Erdgeschoss an seinem Wohnort an 

der S-Strasse in  T._____ eine Videokamera im Sicherungskasten 

professionell eingebaut habe, so dass sie von aussen, abgesehen von 

einem kleinen Loch, praktisch nicht wahrnehmbar gewesen sei und in 

Richtung der Dusche sowie der Badzimmertür gefilmt habe. Er habe die 

Kamera mittels verbautem Netzwerkkabel angeschlossen und die 

Videodaten auf seinem Netzwerkspeicher (NAS) speichern lassen, wobei 

die Videobilder auch nachträglich von ihm hätten angeschaut werden 

können. Als C.A._____ am tt.mm.2014 auf die Welt gekommen sei, sei das 

Badezimmer bereits videoüberwacht gewesen. Somit habe der 

Beschuldigte während mehrerer Jahre seine Tochter C.A._____ gefilmt, als 

diese nackt gewesen sei und die Toilette benutzt habe wie auch während 

der Vornahme der sexuellen Handlungen mit ihm am 11. September 2016, 

1. August 2020 und 8. August 2020. Er habe während mehreren Jahren die 

Aufnahmen im Badezimmer als intimen, nicht öffentlichen Raum im 

Geheimen erstellt, dies ohne Information bzw. Einwilligung von C.A._____ 

oder der Kindsmutter D.A._____. Ihm sei aufgrund der Positionierung der 

Kamera bewusst gewesen, was für Szenen er filmen würde und habe dies 

auch gewollt. Er habe gewusst, dass er von keiner der aufgenommenen 

 - 19 - 

 

 

Personen eine Einwilligung gehabt habe und habe auch keine solche 

beantragen wollen, da er gewusst habe, dass er keine erhalten hätte. Die 

Aufnahmen seien bewusst durch den Beschuldigten auf dem NAS 

abgespeichert worden und seien im Internet frei zugänglich gewesen, 

sodass der Beschuldigte diese auch unbekannten Dritten im Internet 

zugänglich gemacht habe. 

 

4.3. 

Der Beschuldigte gesteht ein, die Videoüberwachungskamera installiert zu 

haben, dies jedoch zur Überführung allfälliger Einbrecher. Er macht 

geltend, mehrmals vergessen zu haben, die Kamera wieder auszuschalten, 

als die Familie zuhause gewesen sei. Da die erste Aufnahme vom 

11. September 2016 datiere, sei er in Bezug auf die übrigen Zeitperioden 

freizusprechen (Berufungsbegründung S. 19; Plädoyer des amtlichen 

Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 6). 

 

4.4. 

Der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

gemäss Art. 179quater StGB macht sich u.a. strafbar, wer eine Tatsache aus 

dem Geheimbereich eines andern ohne dessen Einwilligung auf einen 

Bildträger aufnimmt (Abs. 1) und eine Aufnahme, von der er weiss oder 

annehmen muss, dass sie durch eine nach Absatz 1 strafbare Handlung 

hergestellt wurde, aufbewahrt oder einem Dritten zugänglich macht 

(Abs. 3). Der Geheimbereich umfasst alle Tatsachen aus der 

höchstpersönlichen Sphäre, die man dem Einblick anderer legitimerweise 

zu entziehen pflegt. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei 

Eventualvorsatz genügt. 

 

Beim Tatbestand der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater StGB handelt es sich um ein 

Antragsdelikt. 

 

4.5. 

Der Beschuldigte hat zugestanden, die fragliche Videokamera im 

Badezimmer installiert zu haben. Der Beschuldigte hat mit dieser an sein 

Netzwerk angeschlossenen Videokamera vom tt.mm.2014 bis 26. August 

2020 C.A._____ nackt sowie während der Vornahme von sexuellen 

Handlungen mit ihm und – nebst weiteren Aufnahmen seit dem tt.mm.2014 

(vgl. UA act. 764 f., wonach Aufnahmen ab November 2013 vorhanden 

seien) – insbesondere die Aufnahmen vom 11. September 2016, 1. August 

2020 und 8. August 2020 mit Wissen und Willen aufgenommen und damit 

den Tatbestand gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB erfüllt hat. Der 

Strafantrag wurde am 3. September 2020 erhoben (UA act. 729). 

 

Insoweit der Beschuldigte vorbringt, dass die im Badezimmer installierte 

Kamera bloss der Überführung von Dieben hätte dienen sollen und er somit 

 - 20 - 

 

 

nicht mit Vorsatz gehandelt habe, kann ihm nicht geglaubt werden. Das 

ergibt sich bereits daraus, dass der Beschuldigte seine Lebenspartnerin 

D.A._____ gar nicht über die Installation informiert hatte (UA act. 201; 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 9) und die Kamera durch ihn in einem 

Sicherungskasten versteckt eingebaut und mit einem Aufkleber getarnt 

wurde (vgl. UA act. 763; 801). Eine Geheimhaltung wie auch die 

aufwändige und minuziöse Tarnung der Kamera wäre weder zu erwarten 

noch notwendig gewesen, hätte es sich dabei lediglich um eine Kamera 

gehandelt, welche Einbrecher hätte filmen sollen. Vielmehr ist 

offensichtlich, dass die Kamera in Tat und Wahrheit heimlichen Aufnahmen 

dienen sollte, u.a. von der nackten C.A._____ und den mit ihr begangenen 

sexuellen Handlungen. Der Beschuldigte hat diese heimlich 

aufgenommenen Aufnahmen denn auch nicht direkt wieder gelöscht, 

sondern gespeichert.  

 

Nicht erstellt ist hingegen ein (eventual)vorsätzliches Zugänglichmachen 

dieser Aufnahmen an Dritte im Sinne von Art. 179quater Abs. 3 StGB. Zwar 

hat der Beschuldigte den Zugang auf sein NAS, auf welchem sich – nebst 

zahlreichen legalen Daten – auch die Aufnahmen von C.A._____ befunden 

haben, nicht genügend gesichert, so dass mindestens eine Drittperson 

darauf hat zugreifen können (siehe UA act. 759 f.; 775 ff.). Allein aus seiner 

Untätigkeit trotz entsprechender Warnhinweise kann aber noch nicht darauf 

geschlossen werden, dass er – ohne, dass ein aktives Handeln wie z.B. die 

Weitergabe des entsprechenden Links oder das Heraufladen auf eine 

Filesharing-Plattform vorliegen würde – die entsprechenden Aufnahmen 

einem Dritten eventualvorsätzlich zugänglich gemacht hätte. Der 

Beschuldigte hat hinsichtlich des externen Zugriffs durch Dritte auf sein 

NAS zwar zweifellos (bewusst) fahrlässig gehandelt, das ist aber nicht 

strafbar. 

 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Verletzung des Geheim- und 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB, 

nicht jedoch gemäss Abs. 3 schuldig gemacht. Seine Berufung erweist sich 

in diesem Punkt als teilweise begründet. 

 

5. Mehrfache Pornografie 

5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen Pornografie durch 

Verbreitung tatsächlicher Kinderpornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 1 

i.V.m. Satz 2 StGB schuldiggesprochen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 

mehrfachen Pornografie durch Verbreitung tatsächlicher Kinderpornografie 

freizusprechen (Berufungserklärung S. 2). Die Staatsanwaltschaft 

beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort S. 1). 

 

 - 21 - 

 

 

5.2. 

Der Pornografie durch Zugänglichmachen tatsächlicher Kinderpornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB macht sich u.a. strafbar, wer 

Aufnahmen, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum 

Inhalt haben, zugänglich macht.  

 

Es ist erstellt, dass der Beschuldigte mehrere sexuelle Handlungen mit 

C.A._____ aufgenommen hat. Dabei handelt es sich unbestrittenermassen 

um tatsächliche Kinderpornografie. Nicht erstellt ist hingegen ein 

(eventual)vorsätzliches Zugänglichmachen dieser Aufnahmen an Dritte im 

Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB. Zwar hat der Beschuldigte den 

Zugang auf sein NAS – auf dem sich nicht nur die inkriminierten 

Aufnahmen, sondern auch zahlreiche legale Daten befunden haben – nicht 

genügend gesichert, so dass mindestens eine Drittperson darauf hat 

zugreifen können. Allein aus seiner Untätigkeit trotz entsprechender 

Warnhinweise kann aber noch nicht darauf geschlossen werden, dass er – 

ohne, dass ein aktives Handeln wie z.B. die Weitergabe des 

entsprechenden Links oder des FTP-Ports oder das Heraufladen auf eine 

Filesharing-Plattform vorliegen würde – die entsprechenden Aufnahmen, 

auf denen er auch selbst zu sehen war, Dritten eventualvorsätzlich 

zugänglich gemacht hätte. Der Beschuldigte hat hinsichtlich des externen 

Zugriffs durch Dritte auf sein NAS zwar zweifellos (bewusst) fahrlässig 

gehandelt, das ist aber nicht strafbar. 

 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte vom Vorwurf des 

Zugänglichmachens tatsächlicher Kinderpornografie gemäss Art. 197 

Abs. 4 Satz 2 StGB freizusprechen. Sodann kann offenbleiben, ob sich der 

Beschuldigte durch das Abspeichern der Aufnahmen der Herstellung von 

Kinderpornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB strafbar 

gemacht hat, da ihn die Vorinstanz diesbezüglich – unabhängig davon, ob 

sich dazu in den Erwägungen Ausführungen finden – gemäss dem 

massgeblichen Urteilsdispositiv nicht schuldig gesprochen hat und 

vorliegend das Verschlechterungsverbot gilt. Die Berufung des 

Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt somit als begründet. 

 

6. Strafzumessung 

6.1. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 

StGB, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Verletzung des Geheim- und 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB 

und – was mit Berufung nicht angefochten worden ist – der mehrfachen 

Pornografie durch Konsum tatsächlicher Kinder- und Tierpornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig gemacht. Dafür ist er 

angemessen zu bestrafen. 

 

 - 22 - 

 

 

6.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

6.3. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).  

 

Der Tatbestand der Schändung sieht als Strafe alternativ Freiheitsstrafe bis 

zu 10 Jahren oder Geldstrafe, der Tatbestand der sexuellen Handlungen 

mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren 

oder Geldstrafe und die Tatbestände der Verletzung des Geheim- und 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB 

und der Pornografie durch Konsum tatsächlicher Kinder- und 

Tierpornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB Freiheitsstrafe bis zu 

3 Jahren oder Geldstrafe vor. 

 

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug). 

Es kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass einzig eine 

Freiheitsstrafe geeignet wäre, ihn von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, ist jedoch 

hinsichtlich der Schändungen (ausser jene gemäss Anklageziffer 1b) sowie 

der sexuellen Handlungen mit einem Kind (ausser jenen gemäss 

Anklageziffer 1b) aufgrund der Schwere des jeweiligen Verschuldens einzig 

eine Freiheitsstrafe angemessen, während für die Schändung und die 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Anklageziffer 1b sowie die 

die mehrfache Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte und die mehrfache Pornografie je auf eine Geldstrafe zu 

erkennen ist. 

 

6.4. 

6.4.1. 

In einem ersten Schritt ist die Einsatzstrafe für die mit einer Freiheitsstrafe 

zu ahndenden Straftaten für die qua Strafrahmen und Verschulden 

schwerste Straftat, d.h. für die Schändung vom 1. August 2020 

(Anklageziffer 1c) festzusetzen. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

Der Täter, der eine Schändung begeht, wird gemäss Art. 191 StGB mit 

Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ausgangspunkt 

für die Strafzumessung bildet die Verletzung oder Gefährdung des 

 - 23 - 

 

 

betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Straftatbestand der 

Schändung schützt die sexuelle Selbstbestimmung von Personen, die 

seelisch oder körperlich nicht in der Lage sind, sich gegen sexuelle 

Zumutungen zu wehren (Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2020 vom 

15. September 2021 E. 1.3; BGE 133 IV 49 E. 7.2). 

 

Der Beschuldigte hat am 1. August 2020 während des gemeinsamen 

Duschens durch die damals rund 5 ½ Jahre alte und urteilsunfähige 

C.A._____, welche ihren freien Willen betreffend die sexuellen Handlungen 

noch nicht bilden konnte, die Vorhaut seines Penis durch deren Hand hin- 

und herbewegen lassen, sodass er davon einen erigierten Penis 

bekommen hat und es schliesslich zum Samenerguss gekommen ist. 

Weiter hat C.A._____ den Penis des Beschuldigten geküsst und dabei 

teilweise in ihren Mund genommen. Es handelt es sich bei diesen sich über 

rund 20 Minuten erstreckenden Handlungen im weiten Spektrum möglicher 

sexueller Handlungen gegenüber einem urteilsunfähigen Opfer um eine 

mittelschwere Form der Schändung, auch wenn diese nicht so schwer 

wiegt, wie dies bei einer vaginalen oder analen Penetrationen der Fall wäre. 

 

Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit der Tatbegehung ist nicht über 

die Erfüllung des Tatbestands, der in der vorliegenden Tatbestandsvariante 

einen Missbrauch zu einer sexuellen Handlung in Kenntnis der 

Urteilsunfähigkeit voraussetzt, hinausgegangen. Keine Rolle spielt, dass 

der der Beschuldigte keine Gewalt angewendet oder C.A._____ 

Schmerzen zugefügt hat. Diese Umstände wirken sich vielmehr neutral 

aus, da das Fehlen eines verschuldenserhöhenden Umstandes oder eines 

weiteren Tatbestands nicht verschuldensmindernd, sondern überhaupt 

nicht zu berücksichtigen ist.  

 

Der Schändung ist eine (rein) sexuelle sowie egoistische Motivation 

immanent, was für sich allein nicht verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6P.194/2001 vom 

3. Dezember 2002 E. 7.4.2). Der Beschuldigte verfügte jedoch über ein 

hohes Mass an Entscheidungsfreiheit, was sich verschuldenserhöhend 

auswirkt. Gemäss schlüssigem und nachvollziehbarem Gutachten von Dr. 

med. F._____ vom 1. Dezember 2021 war die Schuldfähigkeit des 

Beschuldigten im Tatzeitraum aus forensisch-psychiatrischer Sicht nicht 

eingeschränkt (UA act. 79.107 f.). Aufgrund dessen ist von einer 

uneingeschränkten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit auszugehen. Je 

leichter es aber für den Beschuldigten gewesen wäre, die sexuelle 

Selbstbestimmung von C.A._____ zu respektieren, desto schwerer wiegt 

die Entscheidung dagegen und damit einhergehend das Verschulden (vgl. 

BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. 

Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

 - 24 - 

 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu 10 Jahren 

Freiheitsstrafe und den in diesem Rahmen denkbaren Erscheinungsformen 

von Schändungen von einem mittelschweren Verschulden und einer dafür 

angemessenen Einsatzfreiheitsstrafe von 2 ½ Jahren auszugehen. 

 

6.4.2. 

Diese Einsatzstrafe ist für die Schändungen vom 8. August 2020 in 

Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB 

angemessen zu erhöhen. 

 

C.A._____ hat am 8. August 2020 am Nachmittag den Penis des 

Beschuldigten während insgesamt rund 1 ½ Minuten mit ihrer Hand 

manuell stimuliert, so dass dieser steif wurde. Es handelt sich dabei im 

weiten Spektrum möglicher sexueller Handlungen gegenüber einem 

urteilsunfähigen Kind um eine vergleichsweise noch knapp leichte Form der 

Schändung. Im Übrigen kann hinsichtlich der Art und Weise der 

Tatbegehung, dem Motiv und dem hohen Mass an Entscheidungsfreiheit 

auf die obgenannten Ausführungen zur Schändung vom 1. August 2020 

verwiesen werden. Insgesamt ist – bei isolierter Betrachtung – von einem 

noch knapp leichten Verschulden und einer dafür angemessenen 

Einzelfreiheitsstrafe von 1 ½ Jahren auszugehen.  

 

Am 8. August 2020 ist es um ca. 16.20 Uhr zu einer weiteren Schändung 

zum Nachteil von C.A._____ gekommen: Der Beschuldigte ist während 

rund anderthalb Minuten mit entblösstem und sich auf Kopfhöhe von 

C.A._____ befindendem Genitalbereich vor dieser gestanden und hat sie 

dazu gebracht, seinen Penis kurz anzufassen. Da im Übrigen keine 

Stimulation stattgefunden hat, ist von einer vergleichsweise leichten Form 

der Schändung und insgesamt – bei isolierter Betrachtung – einem leichten 

Verschulden und einer dafür angemessenen Einzelfreiheitsstrafe von 1 

Jahr auszugehen. 

 

Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass die einzelnen 

Schändungen insofern in einem Zusammenhang stehen, als dass sie sich 

stets gegen C.A._____ gerichtet haben und jeweils auf ähnliche Art und 

Weise begangen worden sind. Sie liegen zeitlich jedoch soweit aus-

einander, dass nicht von einer natürlichen Handlungseinheit ausgegangen 

werden kann. Der Beschuldigte fasste jedes Mal einen neuen Tat-

entschluss. Auch ist es nicht einerlei, zu wieviel weiteren Schändungen es 

gekommen ist. Insgesamt rechtfertigt es sich deshalb, die Einsatzstrafe für 

die weiteren Schändungen in Anwendung des Asperationsprinzips um 1 ½ 

Jahre auf 4 Jahre Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

 

6.4.3. 

Die Freiheitsstrafe wäre an sich für die sexuellen Handlungen mit einem 

Kind, für welche bei einer Einzelbetrachtung aufgrund der Schwere des 

 - 25 - 

 

 

Verschuldens je auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen wäre, in Anwendung 

des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu 

erhöhen, was unter Berücksichtigung der sich neutral auswirkenden 

Täterkomponente (siehe nachstehend) zu einer deutlich höheren als von 

der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 4 Jahren führen 

würde. Aufgrund des Verschlechterungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 

StPO ist es dem Obergericht jedoch verwehrt, eine höhere Freiheitsstrafe 

auszusprechen, weshalb es damit sein Bewenden hat (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzufolge 

nicht zu beanstanden ist, dass die weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen 

asperiert werden, wenn eine Strafe aufgrund des Verschlechterungs-

verbots nicht zu Lasten der beschuldigten Person abgeändert werden darf). 

Nach dem Gesagten bleibt es bei der von der Vorinstanz festgelegten und 

als mild zu bezeichnenden Freiheitsstrafe von 4 Jahren. Diese Strafe kann 

auch unter Berücksichtigung einer leichten Verletzung des 

Beschleunigungsgebots im Berufungsverfahren (vgl. Art. 408 Abs. 2 StPO 

[in Kraft seit 1. Januar 2024]) nicht herabgesetzt werden. Im Übrigen liegt 

jedoch keine Verletzung des Beschleunigungsgebots vor. 

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_855/2020 

vom 25. Oktober 2021 E. 1.5.4; BGE 143 IV 373). Darauf kann verwiesen 

werden. Entgegen dem Beschuldigten (Berufungsbegründung S. 25 mit 

Verweis auf GA act. 1443 f.), welcher geltend macht, das 

Zwangsmassnahmengericht habe in der Verfügung vom 23. Mai 2022 

festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft das Beschleunigungsgebot 

verletzt habe, ist festzuhalten, dass darin festgehalten wurde, dass eine – 

durch das Zwangsmassnahmengericht zu prüfende – besonders 

schwerwiegende Verzögerung zu verneinen sei (UA act. 274.216). Sodann 

vermag der Beschuldigte auch nichts aus der Verfügung des 

Zwangsmassnahmengerichts vom 25. November 2021 zu seinen Gunsten 

abzuleiten (vgl. GA act. 1444), wurden damit doch die angepassten 

Ersatzmassnahmen um drei Monate verlängert und dies damit begründet, 

dass das in Auftrag gegebene Vollgutachten von Dr. med. F._____ 

abgewartet werden müsse (UA act. 274.154). Sodann wurde auch in der 

Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 28. Juni 2021 – 

entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (GA act. 1444) – keine 

Verletzung des Beschleunigungsgebots festgestellt. Ganz im Gegenteil 

hielt das Zwangsmassnahmengericht darin fest, dass die 

Staatsanwaltschaft durch ihr Handeln zur Einholung des Berichts nach rund 

zwei Wochen weder die Anweisung des Zwangsmassnahmengerichts 

noch das Beschleunigungsgebot verletzt habe (UA act. 274.59). Eine 

Untätigkeit der Staatsanwaltschaft von 13 oder 14 Monaten, welche der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge eine Verletzung des 

Beschleunigungsgebots begründende krasse Zeitlücke darstellen würde, 

ist vorliegend nicht ersichtlich. Es genügt nicht, dass die eine oder andere 

 - 26 - 

 

 

Handlung mit einer etwas grösseren Beschleunigung hätte vorgenommen 

werden können (Urteil des Bundesgerichts 6B_855/2020 vom 25. Oktober 

2021 E. 1.5.3). 

 

6.4.4. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug), was sich neutral 

auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Der Beschuldigte beantragt – mit 

Ausnahme des Schuldspruchs wegen Pornografie durch Konsum 

tatsächlicher Kinder- und Tierpornografie – einen Freispruch, was sein 

Recht ist (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO). Wer jedoch nicht geständig ist, kann 

auch nicht reuig und einsichtig sein. Eine Strafminderung, wie sie einem 

von Anfang an vollumfänglich geständigen und einsichtigen Täter 

zugutekommt, ist unter diesen Umständen ausgeschlossen. 

 

Was die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten betrifft, so haben 

sich diese gegenüber dem Tatzeitpunkt insofern verändert, als dass er 

aufgrund des ausgesprochenen Kontaktverbots nicht mehr mit D.A._____ 

und C.A._____ zusammenwohnt und seither alleine lebt. Der Beschuldigte 

sieht seine Tochter C.A._____ dennoch bis zu vier Mal monatlich im 

Rahmen von durch die Kindesschutzbehörde bewilligten Besuchen. Er ist 

aktuell als Elektrotechniker bei der I._____ AG arbeitstätig. Im Übrigen 

haben sich keine Veränderungen ergeben, insbesondere ist D.A._____ – 

trotz des vorliegenden Strafverfahrens – nach wie vor mit dem 

Beschuldigten in einer Beziehung (Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 f.). 

Entgegen seinem Vorbringen (Berufungsbegründung S. 25), vermag sein 

Asperger-Syndrom keine erhöhte Strafempfindlichkeit zu begründen. So 

fällt die Strafempfindlichkeit infolge gesundheitlicher Probleme der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung zufolge nur dann als strafmindernder Faktor 

in Betracht, wenn Abweichungen vom Grundsatz einer einheitlichen 

Leidempfindlichkeit geboten sind, wie etwa bei Gehirnverletzungen, 

Schwerkranken, Taubstummen oder unter Haftpsychose Leidender (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_744/2012 vom 9. April 2013 E. 3.3). Dies ist beim 

vorliegenden Asperger-Syndrom nicht der Fall, welchem im Übrigen ohne 

weiteres im Rahmen des Strafvollzugs angemessen Rechnung getragen 

werden kann. Auch ansonsten erscheint seine Strafempfindlichkeit 

durchschnittlich. Die Verbüssung einer Freiheitsstrafe ist für jede 

arbeitstätige und in ein soziales und familiäres Umfeld eingebettete Person 

mit einer gewissen Härte verbunden. 

 

Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente damit neutral aus. 

 

6.4.5. 

Bei einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren kommt weder der bedingte noch der 

teilbedingte Strafvollzug infrage (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 

StGB). Hinzukommt, dass die Voraussetzung des Fehlens einer 

 - 27 - 

 

 

ungünstigen Prognose für eine bedingte Strafe auch bei einer kürzeren 

Freiheitsstrafe nicht erfüllt wäre, da vorliegend eine Massnahme 

angeordnet wird (siehe dazu unten; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_669/2016 vom 28. März 2017 E. 3.3.1). Folglich ist die Freiheitsstrafe 

unbedingt auszusprechen. 

 

6.4.6. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 91 Tagen (26. August 2020 bis 

24. November 2020; UA act. 188; 262) ist gestützt auf Art. 51 StGB auf die 

Freiheitsstrafe anzurechnen. 

 

6.5. 

6.5.1. 

Die Einsatzgeldstrafe ist für die mit einer Geldstrafe zu ahndenden 

Straftaten für die qua Strafrahmen und Verschulden schwerste Straftat, d.h. 

für die Schändung gemäss Anklageziffer 1b festzusetzen. Dazu ergibt sich 

Folgendes: 

 

C.A._____ hat an einem unbekannten Tag zwischen dem 1. Januar 2020 

und 1. Juni 2020 in einer Eckdusche des Thermalbads Schinznach-Bad mit 

ihren Händen den erigierten Penis des Beschuldigten wie ein Mikrofon 

gehalten und diesen sodann mit ihren Lippen berührt. Nachdem nichts über 

die Dauer dieser sexuellen Handlung bekannt ist, ist zugunsten des 

Beschuldigten davon auszugehen, dass diese nur sehr kurz und somit 

höchstens wenige Sekunden gedauert hat. Es handelt sich dabei im weiten 

Spektrum möglicher sexueller Handlungen gegenüber einem 

urteilsunfähigen Kind um eine vergleichsweise leichte Form der 

Schändung. Im Übrigen kann hinsichtlich der Art und Weise der 

Tatbegehung, dem Motiv und dem hohen Mass an Entscheidungsfreiheit 

auf die obgenannten Ausführungen zur Schändung vom 1. August 2020 

verwiesen werden. Insgesamt ist – bei isolierter Betrachtung – von einem 

leichten Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe von 

120 Tagessätzen auszugehen. 

 

6.5.2. 

Die Einsatzgeldstrafe wäre an sich für die weiteren Delikte, für welche eine 

Geldstrafe auszusprechen wäre (siehe dazu oben), in Anwendung des 

Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen, 

was auch unter Berücksichtigung einer leichten Verletzung des 

Beschleunigungsgebots im Berufungsverfahren (siehe dazu oben) und sich 

neutral auswirkenden Täterkomponente (siehe dazu oben) zu einer 

deutlich höheren als von der Vorinstanz ausgesprochenen Geldstrafe von 

30 Tagessätzen führen würde. Aufgrund des Verschlechterungsverbots 

bleibt es jedoch bei der von der Vorinstanz festgelegten und als sehr mild 

zu bezeichnenden Geldstrafe von 30 Tagessätzen. 

 

 - 28 - 

 

 

6.5.3. 

Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich nach den Verhältnissen des Täters 

im Urteilszeitpunkt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Massgebende Kriterien für die 

Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen und 

der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflichten und 

persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 IV 315 

E. 5 = Pra 2018 Nr. 52, Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung). 

Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das der Täter im Zeitpunkt des 

Urteils durchschnittlich erzielt bzw. alle geldwerten Leistungen, die ihm 

zufliessen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). 

 

Dem Lohnausweis für das Jahr 2023 kann entnommen werden, dass der 

Beschuldigte ein Jahresnettoeinkommen von Fr. 102'602.00 hat (Beilage 

zur Eingabe vom 12. Januar 2024). Bei einem Pauschalabzug für die 

Krankenkasse, die Steuern und notwendigen Berufskosten von 20 % und 

einem Abzug von 15 % für die Unterstützung der minderjährigen C.A._____ 

resultiert ein Tagessatz von gerundet Fr. 180.00. Es ist der Vollständigkeit 

halber festzuhalten, dass aufgrund der verbesserten finanziellen 

Verhältnisse des Beschuldigten (vgl. GA act. 1406) die Erhöhung des 

Tagessatzes das Verschlechterungsverbot nicht verletzt (BGE 144 IV 198 

E. 5.4). 

 

6.5.4. 

Da das Aussprechen einer bedingten Strafe nach Art. 42 StGB das Fehlen 

einer ungünstigen Prognose verlangt und diese Voraussetzung aufgrund 

der auszusprechenden ambulanten Massnahme nicht erfüllt wird (siehe 

dazu unten; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_669/2016 vom 

28. März 2017 E. 3.3.1), ist die Geldstrafe unbedingt auszusprechen.  

 

Die Vorinstanz ist zudem darauf hinzuweisen, dass sich die 

Ersatzfreiheitsstrafe bei einer Geldstrafe nach Art. 36 Abs. 1 StGB richtet, 

d.h. ein Tagessatz entspricht einem Tag Freiheitsstrafe. Mithin muss – 

anders als bei einer Busse gemäss Art. 106 Abs. 3 StGB – die 

Ersatzfreiheitsstrafe nicht vom Gericht bestimmt werden. 

 

6.6. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 4 Jahren sowie einer unbedingten Geldstrafe von 

30 Tagessätzen à Fr. 180.00, d.h. Fr. 5'400.00, zu verurteilen. Damit 

erweist sich seine Berufung im Strafpunkt als unbegründet. 

 

7. Ambulante Massnahme 

7.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 63 Abs. 1 StGB eine vollzugs-

begleitende ambulante Massnahme angeordnet.  

 

 - 29 - 

 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, es sei ihm stattdessen eine 

Weisung zu erteilen, wonach er sich für die Dauer der Probezeit einer 

regelmässigen ambulanten Therapie zu unterziehen habe. Eventualtier sei 

eine ambulante Behandlung anzuordnen, wobei der Vollzug der Strafe 

aufzuschieben sei (Berufungserklärung S. 2 ff.). Die Staatsanwaltschaft 

beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort S. 1). 

 

7.2. 

Die Möglichkeit der Anordnung von Weisungen ohne Anordnung einer 

Massnahme setzt voraus, dass der Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise 

aufgeschoben worden ist (Art. 44 Abs. 2 StGB). Bei unbedingten Strafen, 

wie sie vorliegend ausgesprochen worden sind, sind Weisungen nicht 

möglich (BGE 137 IV 72 E. 2.4). 

 

Da der Beschuldigte für den Fall, dass keine Weisungen erteilt werden, 

eventualiter die Anordnung einer ambulanten Behandlung gemäss Art. 63 

StGB beantragt und dadurch die vorinstanzlich angeordnete ambulante 

Massnahme nicht anficht, kann diesbezüglich auf die unbestritten 

gebliebenen vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden 

(vorinstanzliches Urteil E. 6).  

 

Das Gericht kann den Vollzug einer zugleich ausgesprochenen 

unbedingten Freiheitsstrafe gemäss Art. 63 Abs. 2 StGB zugunsten einer 

ambulanten Behandlung aufschieben, um der Art der Behandlung 

Rechnung zu tragen. Es kann für die Dauer der Behandlung Bewährungs-

hilfe anordnen und Weisungen erteilen. Ein Strafaufschub ist anzuordnen, 

wenn eine tatsächliche Aussicht auf erfolgreiche Behandlung durch den 

sofortigen Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe erheblich beeinträchtigt 

würde. Die Therapie geht vor, falls eine sofortige Behandlung gute 

Resozialisierungschancen bietet, welche der Strafvollzug klarerweise 

verhindern oder vermindern würde (BGE 129 IV 161 E. 4.1 S. 162 f.). Der 

Strafaufschub hat Ausnahmecharakter und bedarf besonderen 

Rechtfertigung. Dabei ist zu beachten, dass die negativen Wirkungen des 

Strafvollzugs auf die psychosoziale Situation des Täters und die fehlende 

Möglichkeit der Bewährung im alltäglichen Lebensumfeld mit der 

Freiheitsstrafe in der Regel einhergehen und demnach den Regel- und 

nicht den Ausnahmefall bezeichnen. Allein damit lässt sich deshalb kein 

Aufschub rechtfertigen (zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 

6B_986/2021 vom 19. Mai 2022 E. 2.3; 6B_391/2020 vom 12. August 2020 

E. 3.2.1; 6B_1440/2019 vom 25. Februar 2020 E. 4.3; 6B_1020/2017 vom 

3. Januar 2018 E. 2.5; Urteile des Bundesgerichts 6B_53/2017 vom 2. Mai 

2017 E. 1.3; 6B_850/2016 vom 7. März 2017 E. 1.3.2; BGE 129 IV 161 

E. 4.1; je mit Hinweisen). 

 

Betreffend die Frage, ob die Strafe zugunsten der ambulanten Behandlung 

aufzuschieben ist, kommt dem Gericht ein Ermessensspielraum zu (vgl. 

 - 30 - 

 

 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1399/2021 vom 7. Dezember 2022 E. 3.2 mit 

Hinweisen). Es muss sich bei seinem Entscheid jedoch auf eine 

sachverständige Begutachtung stützen (BGE 129 IV 161 E. 4.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_986/2021 vom 19. Mai 2022 E. 2.3; je mit Hinweisen). 

Das Gericht darf in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von Gutachten 

abweichen und muss Abweichungen begründen (BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 

141 IV 369 E. 6.1; je mit Hinweisen).  

 

Die beiden Voraussetzungen für einen Aufschub, nämlich die 

Ungefährlichkeit des Beschuldigten sowie die Vordringlichkeit der 

ambulanten Behandlung, sind – entgegen seinem Vorbringen 

(Berufungsbegründung S. 28 f.; Plädoyer des amtlichen Verteidigers an 

der Berufungsverhandlung S. 9) – nicht erfüllt. Das schlüssige und 

nachvollziehbare Gutachten von Dr. med. F._____ vom 1. Dezember 2021 

hält fest, dass aufgrund der begangenen Delikte das Risiko bestehe, dass 

der Beschuldigte erneut Straftaten begehen könne. Zu erwarten seien 

ähnliche Straftaten, wie er sie bereits begangen habe, also sexuelle 

Handlungen mit Kindern im Nahfeld, insbesondere Inzesthandlungen, 

sowie der Konsum von illegaler Internetpornografie. Das Risiko sei eher 

gering und übersteige nicht 10 %. Zusätzlich bestehe ein nicht 

bezifferbares Risiko für weitere Straftaten, wobei Drohungen im 

Vordergrund stehen würden. Es gebe Hinweise auf entsprechende 

Fantasien, zu denen sich der Beschuldigte jedoch nicht im Detail geäussert 

habe. Das Risiko bestehe aufgrund einer anhaltenden psychischen 

Störung sowie seiner Persönlichkeitsmerkmale. Zweckmässig sei die 

Anordnung einer ambulanten Behandlung i.S.v. Art. 63 StGB (UA 

act. 79.108 f.). Gemäss Kurzbericht von Dr. med. F._____ vom 23. Februar 

2024 ist das Risiko für weitere Straftaten, zum Beispiel Drohungen mit 

Ausführungsrisiko, mittlerweile gesenkt worden. Der aktuelle 

Therapieeffekt sei aber nicht derart nachhaltig, dass er nach einem 

Therapieabbruch mit hinreichender Gewissheit andauern würde. Es sei 

bisher nicht gelungen, die Deliktdynamik zu klären, weshalb im jetzigen 

Zeitpunkt keine über die im Gutachten gemachten Ausführungen 

hinausgehenden Angaben zum Rückfallrisiko betreffend sexuelle 

Handlungen mit einem Kind gemacht werden könnten. An dieser 

Beurteilung habe sich nichts geändert. Allerdings sei zu erwarten, dass die 

Gefährdung des eigenen Kindes mit dessen zunehmenden Alter 

zurückgehe und dass die begleitende Therapie einen gewissen Schutz 

biete. Die Therapie müsse u.a. aufgrund der nach wie vor bestehenden 

Ungewissheit über die sexuelle Präferenz des Beschuldigten fortgesetzt 

werden (Kurzbericht vom 23. Februar 2024 S. 3). Die Massnahmen-

bedürftigkeit – welche vorliegend nicht in Frage gestellt wird – beinhaltet 

denn auch immer eine Schlechtprognose. Folglich ist klar erstellt, dass vom 

Beschuldigten eine Gefährlichkeit ausgeht. 

 

 - 31 - 

 

 

In Bezug auf die Vordringlichkeit der ambulanten Behandlung ist Folgendes 

festzuhalten: Dem Gutachten von Dr. med. F._____ vom 1. Dezember 

2021 ist zu entnehmen, dass die Behandlung auch bei gleichzeitigem 

Strafvollzug durchgeführt werden könne und nach einer allfälligen 

Entlassung aus dem Vollzug fortzusetzen sei (UA act. 79.110). Gemäss 

dem Kurzbericht von Dr. F._____ vom 23. Februar 2024 sei die 

Psychotherapie strafbegleitend durchführbar (Kurzbericht vom 23. Februar 

2024 S. 3). Dies führt vor Augen, dass die Aussicht auf eine erfolgreiche 

Behandlung gerade nicht durch den sofortigen Vollzug der ausgefällten 

Freiheitsstrafe beeinträchtigt wird. Ein Aufschub des Vollzugs der 

Freiheitsstrafe im Interesse der Heilbehandlung drängt sich nicht auf. Somit 

ist die ambulante Behandlung nicht vordringlich. 

 

Nach dem Gesagten erweist sich der Aufschub des Vollzugs der 

ausgesprochenen Freiheitsstrafe zugunsten der ambulanten Massnahme 

als nicht gerechtfertigt. Die Freiheitsstrafe ist damit zu vollziehen und die 

ambulante Massnahme vollzugsbegleitend anzuordnen. Die Berufung des 

Beschuldigten erweist sich damit in diesem Punkt als unbegründet. 

 

8. Landesverweisung 

8.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für die Dauer von 7 Jahren des 

Landes verwiesen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, es sei auf eine 

Landesverweisung zu verzichten (Berufungserklärung S. 3). Die Staats-

anwaltschaft beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort 

S. 1). 

 

8.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung nach 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung des FZA und der Rechtsprechung 

des EGMR zu Art. 8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 

146 IV 172; BGE 146 IV 105; BGE 146 II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 

364; BGE 145 IV 161; BGE 144 IV 332; statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1248/2023 vom 9. April 2024). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 

8.3. 

Der Beschuldigte ist deutscher Staatsbürger. Er hat mit den sexuellen 

Handlungen mit einem Kind und den Schändungen gleich mehrere 

Katalogtaten i.S.v. Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB begangen, welche eine 

obligatorische Landesverweisung für 5 bis 15 Jahre zur Folge haben. Er ist 

somit grundsätzlich aus der Schweiz zu verweisen. 

 

 - 32 - 

 

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der 

besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der 

Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). Art. 66a 

StGB ist EMRK-konform auszulegen. Die Interessenabwägung hat sich 

daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu 

orientieren. 

 

8.4. 

8.4.1. 

Der heute 54-jährige und geschiedene Beschuldigte ist Vater der 

neunjährigen C.A._____ sowie einer volljährigen Tochter, welche in 

Deutschland wohnhaft ist (UA act. 204). Er ist in Deutschland geboren und 

im September 2007 in die Schweiz eingereist. Er verfügt über eine 

Niederlassungsbewilligung C (MIKA-Akten S. 1 ff.; 98; Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 5). Demnach hält sich der Beschuldigte seit 

16 Jahren in der Schweiz auf. Er hat zwar weder seine Kindheit noch seine 

prägenden Jugendjahre hier verbracht. Sein Lebensmittelpunkt liegt 

nunmehr aber in der Schweiz. Sprachlich ist er gut integriert, da er 

Hochdeutsch spricht, was jedoch auf seine Herkunft und nicht auf 

besondere Integrationsbemühungen zurückzuführen ist. 

 

Seine wirtschaftliche und berufliche Integration erweist sich als 

durchschnittlich: Der Beschuldigte hat seine Schulausbildung in 

Deutschland absolviert, wo er auch sein Fachabitur abgeschlossen hat. Vor 

der Untersuchungshaft arbeitete er als Elektrotechniker bei der Stadt 

W._____. Aktuell ist er für die I._____ AG als Elektrotechniker tätig. Das 

Haus, in welchem sich die mit vorliegendem Urteil abgehandelten Taten 

abgespielt haben, befindet sich im hälftigen Miteigentum des Beschuldigten 

sowie seiner Lebenspartnerin D.A._____. Zusammen mit dieser hat er 

Hypothekarschulden von Fr. 410'000.00. Weitere Schulden hat er eigenen 

Angaben zufolge keine (Protokoll Berufungsverhandlung S. 4 f.; UA 

act. 204). 

 

Auch die persönliche und gesellschaftliche Integration des Beschuldigten 

erweist sich als durchschnittlich: Aktuell wohnt er – aufgrund des 

vorliegenden Strafverfahrens – alleine, ist aber nach wie vor mit seiner 

Partnerin, der Kindsmutter, D.A._____ zusammen. Seine Tochter 

C.A._____, bei welcher es sich um das Opfer der vorliegenden Straftaten 

handelt und deren Aufenthaltsbestimmungsrecht dem Beschuldigten 

entzogen worden ist, sieht der Beschuldigte aktuell im Rahmen von durch 

die Kindesschutzbehörde bewilligten Besuchen, welche aktuell bis zu 

viermal monatlich stattfinden (Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 ff.). Er 

 - 33 - 

 

 

ist u.a. Mitglied des Schweizer Alpen-Clubs SAC, des Schweizerischen 

Roten Kreuzes und des Elternvereins X._____ (Beilagen 1 f. zur 

Berufungsbegründung). 

 

Der Beschuldigte leidet zwar an einem Asperger-Syndrom mit erheblichem 

Ausmass sowie einer mittelschweren paranoiden Persönlichkeitsstörung. 

Es ist jedoch nicht so, dass dies für sich alleine einer Landesverweisung 

entgegenstehen würde, sind diese Erkrankungen doch ohne Weiteres auch 

in Deutschland behandelbar, wo die medizinische Versorgung 

gewährleistet und äquivalent ist. 

 

Negativ auf eine nachhaltige Integration wirkt sich – nebst der vorliegend 

begangenen Schändungen, sexuellen Handlungen mit einem Kind, der 

mehrfachen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte und der mehrfachen Pornografie durch Konsum 

tatsächlicher Kinder- und Tierpornografie – die Vorstrafe des Beschuldigten 

aus. So wurde er mit Strafbefehl des Bezirksamts Laufenburg vom 6. Mai 

2009 wegen Pornografie durch Herunterladen von Kinder- und 

Tierpornografie zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 

Fr. 110.00 sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 3'000.00 verurteilt 

(MIKA-Akten S. 31 f.). Entgegen seinem Vorbringen (Berufungs-

begründung S. 35), darf diese Verurteilung für die Prüfung der 

Landesverweisung mitberücksichtigt werden (BGE 146 II 49 E. 5.2; vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_15/2020 vom 5. Mai 2020 E. 1.4.2). Mit 

Verfügung des Migrationsamts vom 18. September 2009 wurde er 

deswegen verwarnt (MIKA-Akten S. 37; Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 5). Zwar liegt diese Strafe bereits länger zurück. Nichtsdestotrotz weist 

das Verhalten des Beschuldigten auf eine gewisse Unbelehrbarkeit hin, 

zumindest was den Konsum von Kinder- und Tierpornografie betrifft. Er hat 

trotz der verfügten Verwarnung und somit in Kenntnis der ihm drohenden 

Konsequenzen u.a. im einschlägigen Bereich unbekümmert erneut 

delinquiert.  

 

8.4.2. 

Eine Landesverweisung würde sowohl die minderjährige Tochter des 

Beschuldigten, C.A._____, wie auch seine Lebenspartnerin D.A._____, bei 

welcher es sich um die Kindsmutter von C.A._____ handelt, direkt 

betreffen. Diese fallen in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK. 

 

Mit neun Jahren befindet sich C.A._____ in einem anpassungsfähigen 

Alter, weshalb ihr eine Ausreise nach Deutschland – zusammen mit der 

Kindsmutter – grundsätzlich zuzumuten wäre (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_164/2017 vom 12. September 2017 E. 3.4.3). Sie 

besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 13) und eine schulische Eingliederung in Deutschland wäre gut möglich. 

Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass dem Beschuldigten betreffend 

 - 34 - 

 

 

C.A._____ aufgrund der mit vorliegendem Urteil abgehandelten Delikte das 

Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und C.A._____ unter die Obhut 

der Kindsmutter D.A._____ gestellt wurde (Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 3 ff.). Aktuell steht dem Beschuldigten lediglich ein 

begrenztes und begleitetes Besuchsrecht zu. Diese Kontakte könnte der 

Beschuldigte in gewissem Masse auch vom Nachbarsland aus durch 

Kommunikationsmittel oder – soweit bewilligt – begleitete Besuche 

aufrechterhalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_191/2020 vom 17. Juni 

2020 E. 1.2). Zu berücksichtigen ist auch, dass sich aufgrund des 

begrenzten Kontaktrechts ohnehin bereits eine gewisse Entfremdung 

eingestellt haben dürfte, welche sich aufgrund des noch auszustehenden 

mehrjährigen Freiheitsentzugs weiter ausdehnen dürfte. Auch D.A._____ 

wäre eine Ausreise nach Deutschland, um den Beschuldigten für die Dauer 

der Landesverweisung dorthin zu begleiten, grundsätzlich zumutbar, da 

diese deutsche Staatsbürgerin ist (UA act. 80). D.A._____ könnte jedoch 

auch mit C.A._____ in der Schweiz bleiben und den Kontakt zum 

Beschuldigten mittels der vorgenannten Möglichkeiten aufrechterhalten. 

 

8.4.3. 

Weiter sind die Gegebenheiten zu berücksichtigen, die den Beschuldigten 

in Deutschland erwarten würden. Nachdem er bis zu seinem 

38. Lebensjahr in Deutschland gelebt, dort die obligatorische Schule 

besucht und seine Ausbildung absolviert hat, ist er mit der Deutschen 

Sprache und Kultur bestens vertraut, weshalb auch eine gesellschaftliche 

Wiedereingliederung realisierbar ist. In Deutschland leben die volljährige 

Tochter sowie die Mutter des Beschuldigten (GA act. 1407). Diesbezüglich 

ist jedoch festzuhalten, dass weder das Vorhandensein von Verwandten im 

Heimatland noch ein gutes Verhältnis zu diesen Voraussetzungen für das 

Aussprechen einer Landesverweisung darstellen. Ein Unterkommen bei 

Verwandten oder deren Unterstützung in der Anfangsphase vermögen 

einen Neubeginn im Heimatland wohl zu erleichtern. Notwendig ist dies 

aber nicht. Eine Reintegration im Nachbarsland Deutschland erscheint 

unter den vorliegenden Umständen, die einen engen Bezug zum 

Heimatland aufzeigen und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der 

Beschuldigte in Deutschland aufgewachsen ist und dort seine Ausbildung 

absolviert hat sowie fliessend Hochdeutsch spricht, bei entsprechender 

Anstrengung als durchaus möglich, weshalb die Reintegrationschancen als 

intakt zu qualifizieren sind. 

 

8.4.4. 

Zusammengefasst erscheint die Integration des Beschuldigten als 

durchschnittlich. Angesichts der nicht unerheblichen Aufenthaltsdauer des 

Beschuldigten in der Schweiz, der Tatsache, dass er hier seinen 

Lebensmittelpunkt hat und seine Lebenspartnerin und die gemeinsame 

Tochter hier leben, ist – trotzt eingeschränktem Kontakt – von einem nicht 

unerheblichen privaten Interesse des Beschuldigten an einem Verbleib in 

 - 35 - 

 

 

der Schweiz auszugehen, auch wenn eine berufliche, soziale und kulturelle 

Wiedereingliederung in der Heimat für ihn ohne Weiteres möglich wäre. 

 

8.4.5. 

Der Beschuldigte wird vorliegend u.a. wegen mehrfacher Schändung und 

mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind zu einer Freiheitsstrafe 

von 4 Jahren verurteilt. 

 

Durch die mehrfache Begehung dieser Katalogtaten, bei denen es sich um 

Verbrechen und damit schwere Straftaten handelt, hat er die gewichtigen 

Rechtsgüter der sexuellen Selbstbestimmung von Personen, die seelisch 

oder körperlich nicht in der Lage sind, sich gegen sexuelle Zumutungen zu 

wehren und der ungestörten sexuellen Entwicklung von Minderjährigen 

verletzt. Im Rahmen der Landesverweisung und ausländerrechtlich ist 

bereits ab einer Verurteilung von zwei Jahren Freiheitsstrafe von einem 

schweren Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung auszugehen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1044/2019 vom 17. Februar 2020 

E. 2.6). Ihm ist zudem eine Schlechtprognose zu stellen (siehe dazu oben). 

Mithin bestehen erhebliche Bedenken an seiner Legalbewährung. Hinzu 

kommt, dass der Beschuldigte weder aufrichtig reuig noch nachhaltig 

einsichtig ist. Ist ein gewichtiges Rechtsgut tangiert, braucht das 

Rückfallrisiko für die Annahme eines hohen öffentlichen Interesses an der 

Wegweisung nicht besonders hoch auszufallen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1384/2021 vom 29. August 2023 E. 1.5.3. mit 

Hinweisen). 

 

Nach dem Dargelegten wiegen die öffentlichen Interessen an einer 

Landesverweisung insgesamt vergleichsweise schwer, es ist von hohen 

öffentlichen Interessen auszugehen. 

 

8.4.6. 

Das Freizügigkeitsabkommen (FZA) steht der Landesverweisung 

vorliegend nicht entgegen. Der Beschuldigte hat sich u.a. der mehrfachen 

Schändung und der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind 

schuldig gemacht und dadurch hochwertige Rechtsgüter verletzt. Es 

handelt sich dabei um Verbrechen und damit schwere Straftaten. Dem 

Beschuldigten ist zudem eine schlechte Legalprognose zu stellen, so dass 

insgesamt von einer für die öffentliche Sicherheit bestehende erhebliche 

Gefahr auszugehen ist. Die Landesverweisung steht entsprechend im 

Einklang mit Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA. 

 

8.4.7. 

In Würdigung der gesamten Umstände ist das Vorliegen eines schweren 

persönlichen Härtefalls knapp zu verneinen. Selbst wenn von einem 

Härtefall auszugehen wäre, würden jedoch die hohen öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung die nicht unerheblichen privaten 

 - 36 - 

 

 

Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz 

überwiegen. Damit sind die Voraussetzungen für eine Landesverweisung 

erfüllt. Diese erweist sich sowohl unter dem Blickwinkel von Art. 66a Abs. 2 

StGB als auch unter demjenigen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK als 

verhältnismässig und rechtskonform (vgl. Urteil des EGMR Otite gegen 

Vereinigtes Königreich vom 27. September 2022, Nr. 18338/19, § 53). 

Auch das FZA steht einer Landesverweisung nicht entgegen. Diese ist des-

halb anzuordnen. 

 

8.5. 

Die Landesverweisung dauert zwischen 5 und 15 Jahre. Der Beschuldigte 

hat mehrere Straftaten erheblicher Schwere begangen, wofür er zu einer 

Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen ist. Er hat hochstehende Rechts-

güter erheblich verletzt und es kann ihm keine günstige Legalprognose 

gestellt werden. Entsprechend hoch ist das öffentliche Interesse an der 

Wegweisung des Beschuldigten zu veranschlagen. Unter Berücksichtigung 

des ebenfalls nicht unerheblichen privaten Interesses an einem Verbleib 

des Beschuldigten in der Schweiz, erscheint mit der Vorinstanz eine 

Landeverweisung von 7 Jahren als angemessen. 

 

8.6. 

Zusammenfassend ist eine obligatorische Landesverweisung für die Dauer 

von 7 Jahren anzuordnen. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in 

diesem Punkt als unbegründet. 

 

9. Tätigkeitsverbot 

9.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB ein lebenslängliches 

Tätigkeitsverbot angeordnet.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, es sei auf die Anordnung eines 

Tätigkeitsverbots zu verzichten (Berufungserklärung S. 3). Die Staats-

anwaltschaft beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort 

S. 1). 

 

9.2. 

Wird jemand u.a. wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind, Schändung 

an einem Kind und Pornografie, die sexuelle Handlungen mit 

Minderjährigen zum Inhalt haben zu einer Strafe verurteilt, so verbietet ihm 

das Gericht gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b, c und d Ziff. 2 StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. 

Gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB kann das Gericht in besonders leichten 

Fällen ausnahmsweise von der Anordnung absehen, wenn ein solches 

Verbot nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Von der 

 - 37 - 

 

 

Anordnung eines Tätigkeitsverbotes darf jedoch gemäss Art. 67 Abs. 4bis 

lit. a und lit. b StGB nicht abgesehen werden, wenn der Täter wegen einer 

qualifizierten Anlasstat verurteilt worden ist, worunter u.a. der Tatbestand 

der Schändung gehört, oder gemäss den international anerkannten 

Klassifikationskriterien pädophil ist. Für das Absehen von einem 

lebenslänglichen Tätigkeitsverbot muss kumulativ eine gute Prognose bzw. 

das Fehlen von Anhaltspunkten einer Wiederholungsgefahr sowie ein 

besonders leichter Fall einer Katalogtat vorliegen. Folglich muss die 

Katalogtat in objektiver und subjektiver Hinsicht eigentlichen 

Bagatellcharakter aufweisen. Das lebenslängliche Tätigkeitsverbot soll – 

grundsätzlich unabhängig von den Umständen des Einzelfalls und der 

Höhe der konkret ausgesprochenen Strafe – dabei die Regel sein und 

somit zwingend angeordnet werden und lebenslänglich dauern (BGE 149 

IV 161 E. 2.3 ff.). 

 

9.3. 

Der Beschuldigte hat nicht bloss eine, sondern gleich drei Anlasstaten 

begangen. Da er auch wegen mehrfacher Schändung gemäss Art. 191 

StGB verurteilt wird, darf bereits aus diesem Grund von einem 

Tätigkeitsverbot nicht abgesehen werden (Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB). Im 

Übrigen liegt auch offensichtlich kein besonders leichter Fall vor, kann ihm 

doch keine gute Legalprognose gestellt werden (siehe dazu oben). 

 

Dem Beschuldigten ist gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB lebenslänglich jede 

berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu verbieten. Seine 

Berufung erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

10. Beschlagnahmungen 

10.1. 

Die Vorinstanz hat die Einziehung und Vernichtung des NAS, von 

Festplatten, von Kameras, USB-Sticks, einem Notebook, einem iPhone 

sowie einem Router angeordnet.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, es seien einzig die inkriminierten 

Datenträger zu vernichten. Die übrigen Datenträger und Gegenstände 

seien ihm herauszugeben (Berufungserklärung S. 3). Die Staatsanwalt-

schaft beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort S. 1). 

 

10.2. 

Gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB werden Gegenstände, welche harte 

Pornografie beinhalten, eingezogen. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB ist 

keine gesonderte Prüfung erforderlich, ob die Gegenstände die Sicherheit 

von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden 

(ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, StGB, 4. Aufl. 2019, N. 61 zu 

Art. 197 StGB). Das generelle Interesse der Öffentlichkeit rechtfertigt es 

 - 38 - 

 

 

unter Berücksichtigung der Eigentumsgarantie sowie des Ver-

hältnismässigkeitsgrundsatzes aber nicht, die beschlagnahmten Gegen-

stände zu vernichten. Eine Einziehung muss denn auch immer 

verhältnismässig, d.h. geeignet und erforderlich sein (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.2). Notwendig, aber 

auch ausreichend ist die Vernichtung, d.h. Löschung der pornografischen 

Daten. Dies kann auch dadurch erreicht werden, dass diese dauerhaft 

gelöscht werden. Dazu ist ausreichend, dass die Daten so gelöscht werden 

(z.B. durch Überschreiben eines Datenträgers oder irreversible 

Rücksetzung eines iPhones), dass die betroffenen pornografischen Daten 

nicht mehr betrachtet oder wiederhergestellt werden können. Nicht 

erforderlich ist, dass bei einer forensischen Analyse keinerlei Spuren auf 

gelöschte (aber nicht mehr vorhandene und wiederherstellbare) Dateien 

vorhanden sind. 

 

Folglich sind die verbotenen pornografischen Daten – sofern solche 

vorhanden sind – auf den vorgenannten Gegenständen auf Kosten des 

Beschuld