# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1bc37aeb-ea58-5586-be67-4ce30494583c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.04.2010 D-575/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-575-2010_2010-04-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-575/2010
law/joc/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A.___________, geboren (...),
Kosovo,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
28. Dezember 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-575/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer  – ein  ethnischer  Albaner  –  eigenen An-
gaben zufolge am 2. November 2009 in die Schweiz einreiste, wo er 
am  4. November  2009  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
Basel um Asyl nachsuchte,

dass das BFM am 5. November 2009 im EVZ Basel die Personalien 
des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg und 
zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte,

dass der Beschwerdeführer am 22. Dezember  2009 durch das BFM 
einlässlich zu den Asylgründen angehört wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend  machte,  er  und  seine  Familie  hätten  in 
B._________  (Gemeinde  C.__________),  wo  er  geboren  und 
aufgewachsen  sei,  immer  wieder  Auseinandersetzungen  mit  der 
Nachbarsfamilie gehabt, 

dass ihn ein Sohn der Nachbarsfamilie namens D.__________ im Jahr 
2007 verprügelt und ihm dabei den Arm gebrochen habe, woraufhin er 
Anzeige  erstattet  und  danach  zusammen  mit  D.__________  ins 
Gefängnis  gesteckt  worden  sei,  wobei  D.__________  nach  zwei 
Wochen, er hingegen nach zwei Tagen freigelassen worden sei, 

dass  es  im  Juli  2007  zu  einer erneuten  Auseinandersetzung  ge-
kommen sei, wobei er durch den Bruder von D.__________ verprügelt 
und durch D.__________ mit  Schüssen aus  einer  Jagdwaffe schwer 
verletzt worden sei, 

dass D.__________ unmittelbar danach festgenommen und für diese 
Tat im September respektive Ende 2007 durch das Bezirksgericht  in 
E.__________ zu 18 Monaten Haft  verurteilt  worden sei,  jedoch die 
Strafe nie habe antreten müssen respektive bereits zwei Monate nach 
Ergehen  des  Urteils  entlassen  worden  sei,  da  dieses  noch  nicht 
rechtskräftig  gewesen  sei  respektive  D.__________  die  Richter 
bestochen habe, 

dass  er  gegen  das  Urteil  Beschwerde  erhoben  habe,  diese  jedoch 
durch ein Gericht in F.___________ abgewiesen worden sei, 

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dass er sein Heimatland aus Angst vor seinen Nachbarn im Februar 
2008  verlassen  habe  und  sich  danach  zirka  ein  Jahr  in  Slowenien, 
zwei  Monate  in  Österreich  und  drei  Monate  in  Deutschland  aufge-
halten und in diesen Ländern gelegentlich auch illegal gearbeitet habe, 

dass er von Deutschland aus am 2. November 2009 in die Schweiz ge-
langt sei, da man ihm in G.___________ eine Arbeitsstelle in Aussicht 
gestellt  habe,  er  indessen  am  3.  November  2009  auf  dem  Weg  zu 
seinem Arbeitgeber durch die Polizei angehalten worden sei, 

dass er  in  der  Schweiz zunächst  ein bisschen Geld  habe verdienen 
wollen,  um  nach  Basel  fahren  und  dort  um  Asyl  nachsuchen  zu 
können, 

dass das BFM mit Verfügung vom 28. Dezember 2009  – eröffnet am 
30.  Dezember  2009  – feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch vom 4. November 2009 
ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug 
anordnete,

dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung mit  Eingabe vom 
29.  Januar  2010  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob 
und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei, was den Voll-
zug der Wegweisung betrifft,  aufzuheben und festzustellen, dass der 
Vollzug der Wegweisung unzulässig und unzumutbar sei, 

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der  unent-
geltlichen Rechtspflege sowie darum ersuchte, auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses sei zu verzichten, 

dass  er  seiner  Beschwerde  ein  Urteil  des  Kreisgerichts  von 
E.__________ vom 20. September 2007, einen Entlassungsbericht der 
H.___________  vom  20.  Juli  2007,  eine  ärztliche  Bestätigung  vom 
5. Oktober 2007, eine Fürsorgebestätigung und die angefochtene Ver-
fügung in Kopie beilegte, 

dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit 
Zwischenverfügung vom 8. Februar 2010 die Gesuche um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines Kostenvorschusses abwies und den Beschwerdeführer zur Be-
zahlung eines Kostenvorschusses innert Frist aufforderte, 

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dass  der  mit  Zwischenverfügung  vom  8.  Februar  2010  verlangte 
Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes 
vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  der  Vorinstanz  teilgenom-
men hat,  durch den angefochtenen  Entscheid  besonders  berührt  ist 
und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungs-
weise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

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dass  der  Beschwerdeführer  beantragt,  die  angefochtene  Verfügung 
sei, was den Vollzug der Wegweisung anbelangt, aufzuheben und fest-
zustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig und  unzumut-
bar sei, 

dass somit  – wie bereits mit Zwischenverfügung vom 8. Februar fest-
gehalten  – die Verfügung des BFM, soweit  sie die Fragen des Asyls 
und  der  Flüchtlingseigenschaft  betrifft,  in  Rechtskraft  erwachsen  ist 
(vgl. Ziff. 1 und 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung), 

dass die Wegweisung als solche (vgl. Ziffer 3 des Dispositivs der vor-
instanzlichen Verfügung),  welche die Regelfolge der Ablehnung eines 
Asylgesuches  bildet  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  nur  dann  aufgehoben 
werden  kann,  wenn  die  asylsuchende  Person  im  Besitz  einer  Auf-
enthalts-  oder  Niederlassungsbewilligung ist  oder  zumindest  ein  An-
spruch  auf  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  besteht  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2001 Nr. 21),

dass der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer solchen Bewilligung 
ist  und – was in der Beschwerde auch nicht geltend gemacht wird – 
aufgrund der  Akten  auch kein  Anspruch auf  Erteilung einer  solchen 
besteht,  weshalb  Gegenstand  des  vorliegenden  Beschwerdever-
fahrens lediglich die Frage bildet,  ob das BFM den Vollzug der Weg-
weisung  zu  Recht  angeordnet  hat  (vgl.  Art. 44  Abs.  2  AsylG),  be-
ziehungsweise,  ob  entsprechend  der  Rechtsbegehren  infolge  Unzu-
lässigkeit oder Unzumutbarkeit anstelle des Vollzugs der Wegweisung 
die vorläufige Aufnahme anzuordnen ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. 
Art. 83 Abs. 1, 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das 
heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 
2009, Rz. 11.148), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  die  Feststellung  des  Bundesamtes,  wonach  der  Beschwerde-
führer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt – wie bereits erwähnt – in 
Rechtskraft  erwachsen  ist,  weshalb  das  in  Art.  5  AsylG  statuierte 
Rückschiebungsverbot  vorliegend  nicht  zur  Anwendung  gelangt,  da 
dieses nur Flüchtlingen im Sinne von Art. 3 AsylG Schutz bietet, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Kosovo daher den Grundsatz des Non-refoulement nicht verletzt  und 
sich der Wegweisungsvollzug unter diesem Titel als zulässig erweist, 

dass  über  den  Non-refoulement-Schutz  des  Art.  5  AsylG  hinaus-
gehend Art. 83 Abs. 3 AuG zwar weitergehende völkerrechtliche Ver-
pflichtungen  der  Schweiz  (insbesondere  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  [EMRK, SR 0.101]),  beinhaltet,  die  dem Vollzug der  Wegwei-
sung  entgegenstehen  können,  und  die  Gefahr,  im  Land,  wohin  der 
oder  die  Betroffene  ausgeschafft  werden  soll,  zum Opfer  von Über-
griffen auf Leib und Leben ausgehend von privaten Dritten zu werden, 
die drohende Ausschaffung unter Umständen als unmenschliche Be-
handlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  erscheinen  lassen  kann  (vgl. 
EMARK 2006 Nr. 18 E. 7.5.4, S. 194), 

dass  indessen,  um  in  den  Schutzbereich  von  Art.  3  EMRK  zu  ge-
langen,  der  Beschwerdeführer  gemäss  Praxis  der  Strassburger 
Organe eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft 
machen muss, dass ihm im Falle einer Rückschiebung mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit Folter oder unmenschliche Behandlung drohte (vgl. 
JENS MEYER-LADEWIG,  Europäische  Menschenrechtskonvention,  Hand-
kommentar,  2. Aufl.,  Baden-Baden,  2006,  Rz. 21  und  22  zu  Art. 3; 

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Europäischer  Gerichtshof  für  Menschenrechte [EGMR],  Saadi  gegen 
Italien, Urteil der grossen Kammer vom 28. Februar 2008 [Beschwerde 
Nr. 37201/06], §§ 124-149; EMARK 2002 Nr. 22 E. 4d.aa S. 179 f. und 
EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, jeweils mit weiteren Hinweisen),

dass in Bezug auf das zentrale Vorbringen des Beschwerdeführers, die 
heimatlichen  Behörden  würden  ihm  nicht  genügend  Schutz  vor  An-
griffen seines Nachbarn gewähren, festzuhalten ist,  dass in Überein-
stimmung mit der Einschätzung des BFM zum heutigen Zeitpunkt vom 
grundsätzlichen  Schutzwillen  und  der  weitgehenden  Schutzfähigkeit 
des kosovarischen Staates und der  in  Kosovo auch nach der Unab-
hängigkeitserklärung weiterhin  tätigen nationalen und internationalen 
Sicherheitsbehörden, namentlich der KP (Kosovo Police), der UNMIK 
(United  Nations  Interim  Administration  Mission  in  Kosovo)  und  der 
KFOR (Kosovo Force), ausgegangen werden kann, 

dass sich der Beschwerdeführer denn auch an die Justizbehörden in 
seinem Heimatland  wenden  konnte,  welche  in  der  Folge  eine  straf-
rechtliche  Verurteilung  gegen  seinen  Nachbarn  aussprachen,  indem 
sie diesen zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilten, 

dass vorliegend zudem keine konkreten Indizien bestehen, die darauf 
hindeuten,  die  Behörden  würden  nicht  die  geeigneten  Massnahmen 
treffen, um allfällige weitere Übergriffe der Nachbarsfamilie zu verhin-
dern oder zu ahnden, 

dass es sodann  keinem Staat  gelingen kann,  prophylaktisch die ab-
solute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger  und  Bürgerinnen  jederzeit  und 
überall zu garantieren, 

dass  sich  der  Beschwerdeführer  unter  Einreichung  eines  Gerichts-
urteils des Kreisgerichts E.__________ vom 20. September 2007 auf 
Rechtsmittelebene  hauptsächlich  wiederholt  darauf  beruft,  sein 
Nachbar und Peiniger habe die Strafe nie antreten müssen, da er die 
Behörden bestochen habe, 

dass  sich  dem  eingereichten  Gerichtsdokument  indessen  nicht  ent-
nehmen lässt, die ausgesprochene Strafe sei nicht vollzogen worden 
oder  nicht  zum  Vollzug  vorgesehen  gewesen,  sondern  aus  diesem 
hervorgeht,  dass die Strafe  – unter Anrechnung der vom 13. Juli  bis 
20. September 2007 dauernden Untersuchungshaft – nach Rechtskraft 
des Urteils zu vollziehen sei und dem angeklagten Nachbarn hinsicht-

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lich des Strafmasses wegen tätiger Reue mildernde Umstände zuge-
sprochen wurden (vgl. S. 2 f.), 

dass selbst wenn der Vollzug der Strafe – wie vom Beschwerdeführer 
dargelegt  – mittels Behördenbestechung durch den Nachbarn verhin-
dert  worden wäre, es dem Beschwerdeführer frei  stünde,  diese Um-
stände zur  Anzeige zu bringen respektive auf  dem juristischen Weg 
geltend zu machen, 

dass auch aus der  weiteren Argumentation in  der  Beschwerde,  ent-
gegen der  Qualifikation  durch das Gericht  sei  die Tat des Nachbarn 
nicht  als  Körperverletzung,  sondern  als  Mordversuch zu werten,  ein 
entsprechender  Rekurs  sei  durch  das  Gericht  jedoch  abgewiesen 
worden,  ebenfalls  nicht  ersichtlich  wird,  inwiefern  dem  Beschwerde-
führer  der  staatliche  Schutz  verweigert  worden  sein  soll  respektive 
sich  daraus  ein  konkretes  Risiko  des  Beschwerdeführers  bei  einer 
Rückkehr ergibt,  zumal  es sich dabei  um eine rein juristische Quali-
fikation eines Straftatbestands handelt, 

dass  es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelingt, eine ihm kon-
kret  drohende  Gefahr  ("real  risk")  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen,  Opfer  von  Menschrechtsverletzungen  zu  werden  und  sich 
auch sonst weder aufgrund der Akten noch der allgemeinen Lage in 
Kosovo Gründe für die Annahme ergeben, für den Beschwerdeführer 
bestehe dort im Falle der Rückschaffung ein konkretes Risiko, mit er-
heblicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt zu werden,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar  erweist,  wenn  sie  im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  in  Kosovo,  der  heute  von  namhaften  Staaten  (u.a.  auch  der 
Schweiz)  als  unabhängiger  Staat  anerkannt  wurde,  nicht  von  einer 
herrschenden Situation allgemeiner Gewalt  oder Bürgerkrieg gespro-
chen werden kann,

dass im Weiteren auch keine individuellen Gründe auf eine konkrete 
Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle  seiner  Rückkehr 
schliessen  lassen,  zumal  es  sich  beim Beschwerdeführer  um einen 
jungen Mann handelt, der über einen Mittelschulabschluss respektive 

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über eine Ausbildung als Tierarztgehilfe verfügt, Informatikkurse absol-
vierte, in der Landwirtschaft arbeitete (vgl. act. A1/12 S. 3, act. A15/15 
S. 3) und in seiner Heimat über seine Mutter, einen Bruder und weitere 
Verwandte (vgl. act. A1/12 S. 3, act. A15/15 S. 2 f.) und damit über ein 
tragfähiges Beziehungsnetz verfügt, das ihn unterstützen kann,

dass  demnach  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers 
nicht als unzumutbar zu bezeichnen ist,

dass nach dem Gesagten das BFM den Vollzug der Wegweisung zu 
Recht als zulässig und zumutbar (Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG) bezeich-
nete,  weshalb die Anordnung der  vorläufigen Aufnahme nicht  in  Be-
tracht fällt,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
und 5 VwVG) und mit dem am 19. Februar 2010 in gleicher Höhe ge-
leisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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