# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c99a8fb-12e9-5226-ac5a-fe3a0e10fa41
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-16
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** DB.2015.58
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_58_eu.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2015.58 
2 ST.2015.76 

Entscheid 

16. Juli 2015 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

1.  A ,    
2.  B ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. C, geb. … … 1991, lebt bei seinen Eltern A und B (nachfolgend die Pflichti-

gen), die für seinen Unterhalt aufkommen. Ab August 2013 besuchte er eine Berufsmit-

telschule und nahm im August 2014 an der Zürcher Hochschule für  D, den Bachelor-

Studiengang in E in Angriff. In der Steuererklärung 2013 machten die Pflichtigen für C 

und drei weitere Kinder den Kinderabzug sowie den Versicherungsabzug geltend. Mit 

Veranlagungsverfügung  für  die  direkte  Bundessteuer  2013  und  Einschätzungsent-

scheid  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern 2013  liess  der  Steuerkommissär  diese 

Abzüge nur für die drei anderen Kinder, nicht aber für C zu. Dementsprechend veran-

lagte  er  die  Pflichtigen  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  106'900.-  (direkte 

Bundessteuer)  bzw.  Fr.  98'500.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  sowie  mit  einem 

steuerbaren Vermögen von Fr. 1'942'000.-. 

B.  Die  hiergegen  erhobenen  Einsprachen  wies  das  kantonale  Steueramt  am 

27. Februar 2015 ab. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 20./24. März 2015 beantragten die Pflich-

tigen  dem  Steuerrekursgericht,  dass  ihnen  für  C  der  Kinderabzug  von  Fr.  6'500.-  

(direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 9'000.- (Staats- und Gemeindesteuern) sowie der Ver-

sicherungsabzug  von  Fr.  700.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr.  1'300.-  (Staats-  und 

Gemeindesteuern)  zu gewähren  sei.  Eventuell  sei  anstelle des  Kinderabzugs  ein Un-

terstützungsabzug in gleicher Höhe anzuerkennen. 

In  seiner  Beschwerde-/Rekursantwort  vom  22.  April  2015  schloss  das kanto-

nale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung 

liess sich nicht vernehmen. 

Auf die Begründung des Einspracheentscheids und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) aa) Gemäss Art. 213 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  kann  vom  Einkommen  ein  Abzug  von 

Fr. 6'500.- gemacht werden für jedes minderjährige oder in der beruflichen oder schuli-

schen Ausbildung stehende Kind, für dessen Unterhalt der Steuerpflichtige sorgt. Laut 

Art. 213 Abs. 2 DBG wird dieser Abzug nach den Verhältnissen am Ende der Steuer-

periode  festgesetzt.  Dem  Steuerpflichtigen,  der  einen  Kinderabzug  geltend  machen 

kann,  steht  zusätzlich  ein  Versicherungsprämienabzug  bzw.  Abzug  für  Zinsen  von 

Sparkapitalien nach Art. 212 Abs. 1 DBG von Fr. 700.- zu. 

Gemäss  Kreisschreiben  Nr.  30  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  vom 

21. Dezember 2010 (Ehepaar- und Familienbesteuerung nach dem Bundesgesetz über 

die direkte Bundessteuer, nachfolgend KS Nr. 30) ist das Erfordernis, dass der Steuer-

pflichtige für den Unterhalt des Kindes sorgt, dann erfüllt, wenn er Beiträge mindestens 

im Umfang des Abzugs leistet. Ebenfalls wird vorausgesetzt, dass das Kind im mass-

gebenden  Zeitpunkt  tatsächlich  auf  den  Unterhaltsbeitrag  angewiesen  war  (Boss-

hard/Bosshard/Lüdin,  Sozialabzüge  und  Steuertarife  im  schweizerischen  Steuerrecht, 

2000,  S.  158;  Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  I.  Teil,  2001,  Art.  35  N  31  DBG;  

BGr,  29.  Mai  2002  =  StR  2002,  632).  Erzielt  das  Kind  ein  Einkommen,  das  ihm  den 

selbstständigen Unterhalt ermöglicht, so kann der Kinderabzug nicht mehr beansprucht 

werden. Der Kinderabzug wird beispielsweis dann nicht gewährt, wenn das Kind über 

ein umfangreiches Vermögen verfügt, dessen Erträge einen selbstständigen Unterhalt 

des Kindes erlauben (KS Nr. 30 Ziff. 10.3). 

Unter  Ausbildung  ist  ein  Lehrgang  für  die  berufliche  Erstausbildung  wie  bei-

spielsweise eine Lehre oder ein Studium zu verstehen (KS Nr. 30 Ziff. 10.3, auch zum 

Folgenden). Die Ausbildung endet, wenn das Kind das dazugehörige Abschlussdiplom 

erworben hat  und in der  Lage  ist,  eine  angemessene berufliche  Tätigkeit  auszuüben. 

Die Gewährung des Kinderabzugs bei einer Zweitausbildung ist möglich, wenn sachli-

che Gründe für die Aufnahme einer Zweitausbildung sprechen, um eine angemessene 

berufliche Tätigkeit ausüben zu können. Bei einem Unterbruch der beruflichen Ausbil-

dung kann der Kinderabzug weiterhin geltend gemacht werden, wenn der Unterbruch 

nur vorübergehend ist, z.B. um die Militär, Zivil- oder Zivilschutzdienstpflicht zu erfüllen 

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oder um für die Ausbildung notwendige Prüfungen vorzubereiten. Auslandsaufenthalte, 

die nicht zur eigentlichen Berufsausbildung gehören und nur darauf ausgerichtet sind, 

die späteren Karrierechancen zu verbessern, gelten nicht als Erstausbildung. Dasselbe 

gilt  für  praktische  Tätigkeiten,  welche  für  die  Ausbildung  nicht  zwingend  sind  (Boss-

hard/Bosshard/Lüdin,  S.  177  f.).  Auch  hier  gilt  das  Stichtagsprinzip.  Fällt  ein  solcher 

Unterbruch  auf  einen  Stichtag,  kann  der  Kinderabzug  nicht  beansprucht  werden.  Hat 

das Kind die Ausbildung vor dem Stichtag abgeschlossen, wird der Kinderabzug eben-

falls für das entsprechende Steuerjahr nicht mehr zugelassen. Bei einer Weiterbildung 

des volljährigen Kindes wird der Kinderabzug nicht gewährt (KS Nr. 30, Ziff. 10.3). 

bb) Betreffend Staats- und Gemeindesteuern sieht § 34 Abs. 1 lit. a des Steu-

ergesetzes  vom  8.  Juni  1997/17.  September  2012  (StG)  einen  entsprechenden  Kin-

derabzug in der Höhe von Fr. 9'000.- vor. Nach § 34 Abs. 2 StG sind ebenfalls die Ver-

hältnisse  am  Ende  der  Steuerperiode  massgebend  und  ist  analog  dem  Recht  der 

direkten Bundessteuer mit dem Kinderabzug ein zusätzlicher Abzug von Fr. 1'300.- für 

Versicherungsprämien  verbunden  (§  31  Abs.  1  lit.  g  StG;  Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 31 N 130 StG). Anders 

als  das  Bundesrecht  sieht  das  zürcherische  Steuergesetz  einen  Kinderabzug  nur  bis 

zum vollendeten 25. Altersjahr vor.  

Gemäss Weisung der Finanzdirektion über Sozialabzüge und Steuertarife vom 

18. Dezember 2009 (ZStB I Nr. 20/002, nachfolgend Weisung) gilt als Ausbildung jeder 

Ausbildungsgang, welcher mittelbar (Mittelschule usw.) oder unmittelbar (Berufsschule, 

Berufslehre,  Fachhochschule,  Hochschule usw.) dazu dient,  die Erstausbildung  abzu-

schliessen.  Die  Erstausbildung  ist  dann  als  abgeschlossen  zu  betrachten,  wenn  ein 

Abschluss erlangt wird, der für die Ausübung eines bestimmten Berufes erforderlich ist 

und somit die Aufnahme einer angemessenen beruflichen Tätigkeit erlaubt (z.B. Lehr-

abschluss, eidg. Fachausweis, eidg. Diplom, Hochschulabschluss; Weisung Rz 8). Ein 

Kind steht auch dann noch in Ausbildung, wenn es den eigentlichen Ausbildungsgang 

vorübergehend unterbrochen hat. Als Gründe für einen Unterbruch werden jedoch nur 

anerkannt  eine  Abwesenheit  für  den  Militär-,  Zivil-  oder  Zivilschutzdienst,  der  Besuch 

einer  mindestens  halbtägigen  Schule,  welche  als  Ergänzung  oder  Vorbereitung  zum 

gewählten Ausbildungsgang in Verbindung steht (z.B. Sprachschule), oder eine zielge-

richtete und konsequente  Prüfungsvorbereitung (Weisung  Rz  11).  Die  Voraussetzung 

der Unterstützungsbedürftigkeit des Kindes wird in der Weisung nicht genannt. 

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cc)  Das  erwähnte  KS  Nr.  30  und  die Weisung  richten  sich  in  erster  Linie  an 

das (kantonale) Steueramt und stellen für die Steuerjustizbehörden eine nicht verbind-

liche  Anweisung  zur  Auslegung  der  Steuergesetze dar.  Sie werden vom  Richter  aber 

immerhin bei seiner Entscheidung mitberücksichtigt, sofern sie im konkreten Einzelfall 

eine  sachgerechte  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmung  erlauben 

(BGE 121 II 473 = StE 1996 B 93.1 Nr. 2 = ASA 65, 477 = StR 1996, 542).  

b)  Das  Steuerrekursgericht  lehnt  sich  bei  der  Beurteilung,  ob  ein  volljähriges 

Kind  im  Sinne  des  Steuerrechts  noch  in  Ausbildung  steht,  unter  Einbezug  des  KS 

Nr. 30  und  der  Weisung  an  die  Praxis  zur  zivilrechtlichen  Normierung  der  elterlichen 

Unterstützungspflicht  an  (StRK  II,  26. September  2000,  2 ST.2000.209  =  StE  B  29.3 

Nr. 17;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2. A.,  2009, 

Art. 213  N  39  DBG  und  §  34  N  31b  StG;  Bosshard/Bosshard/Lüdin,  S.  154  f.  und 

175 f.). 

Die  gesetzliche  Regelung  der  elterlichen  Unterhaltspflicht  (Art.  277  Abs.  2 

ZGB)  und  ihre  Anwendung  haben  sicherzustellen,  dass  das  Kind  solange  elterlichen 

Unterhalt beanspruchen kann, als es dessen bedarf und billigerweise auf Fremdmittel 

Anspruch erheben darf (Peter Breitschmid, in: Basler Kommentar, 2010, Art. 277 N 8 ff. 

ZGB, auch zum Folgenden). Der Ausbildungs- bzw. berufliche Lebensplan ist von El-

tern  und  Kind gemeinsam  zu entwickeln;  er  hat den Fähigkeiten  des  Kindes  und  den 

tatsächlichen  (Ausbildungsmöglichkeiten)  einerseits  und  wirtschaftlichen  (elterliche 

Leistungsfähigkeit,  allfällige  Stipendienleistungen)  Rahmenbedingungen  andererseits 

Rechnung zu tragen. 

Die elterliche Unterhaltspflicht dauert ohne feste Grenze an, bis die angemes-

sene  Ausbildung,  auf  die  das  Kind  Anspruch  hat,  ordentlicherweise  abgeschlossen 

werden kann. Angemessen ist sie dann, wenn das geplante (und realistische) Ausbil-

dungsziel erreicht ist. Beim Hochschulstudium tritt dieser Zeitpunkt mit dem Erwerb des 

Lizentiats  ein  (Cyril  Hegnauer,  in:  Berner  Kommentar,  1997,  Art.  277  N  61  f.  ZGB). 

Gefordert  wird  überdies  eine  gewisse  Kohärenz  und  Kontinuität  der  Ausbildung 

(Breitschmid, Art. 277 N 10 ZGB). War das Kind bereits ins Erwerbsleben eingetreten, 

dürfte  die  Vermutung  eher  für  eine  selbst  zu  finanzierende  Weiterbildung  oder  einen 

Berufswechsel sprechen, ausser die Erwerbstätigkeit habe vorab Praktikumscharakter 

gehabt (wie beispielsweise in BGE 107 II 406: Maturität mit Entschluss Berufsfotograf 

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zu werden; die zweijährige Ausbildung war trotz bereits zweijähriger Tätigkeit als Foto-

artikelverkäufer  zu  finanzieren).  Zunehmend  modulare  Studiengänge  mit  Praktika-

Fenstern, welche keine die Studienfortsetzung ermöglichende Ersparnisbildung anbie-

ten, mögen zu vorübergehendem Ruhen, aber Wiederaufleben der Unterhaltspflicht bei 

nächsten  Studienetappen  im  Rahmen  des  Ausbildungsplans  führen  (Breitschmid, 

Art. 277 N  12  ZGB).  Abschluss  der  Ausbildung bedeutet  im  Regelfall  Übernahme  der 

Selbstverantwortung  für  das  weitere  (und  lebenslange)  Bemühen  um  Weiterbildung. 

Ob ein Ausbildungswechsel aus freiem Willen den Pflichtigen zumutbar sei, ist im Ein-

zelfall zu prüfen (Breitschmid, Art. 277 N 13 ZGB). 

Die  Rücksichts-  und  Zusammenwirkungspflicht  in  Ausbildungs-  und  Unter-

haltsbelangen setzt ein einigermassen erspriessliches persönliches Verhältnis voraus. 

Schliesslich ist Unterhalt nur zumutbar, wenn er nutzbringend eingesetzt wird; mithin ist 

zu  verlangen,  dass  sich  das  Kind  für  die  beabsichtigte  Ausbildung  eignet  und  diese 

ernsthaft  und  zielstrebig  vorantreibt.  Dabei  sind  obligatorische  oder  doch  faktisch  un-

entbehrliche Praktika oder Sprachaufenthalte, Militärdienst und dergleichen zu berück-

sichtigen (Breitschmid, Art. 277 N 22 ZGB). 

In  wirtschaftlicher  Hinsicht  sind  die  relevanten  Rahmenbedingungen  von 

Pflichtigen  und  Berechtigten,  namentlich die beiderseitigen Einkommens-  und Vermö-

gensverhältnisse,  einander  gegenüberzustellen.  Zu  diesen  Rahmenbedingungen  zäh-

len  in  erster  Linie  die  beiderseitigen  Einkommens-  und  Vermögensverhältnisse  

(vgl.  Breitschmid,  Art. 277  N 15  ZGB).  Es  sind  die  Einkommen  und  Vermögen  aller 

Beteiligten mitzuberücksichtigen, somit auch die entsprechenden Werte des Unterhalt 

beanspruchenden Kindes, sofern solche Werte überhaupt vorhanden sind (BGE 111 II 

410 ff.; BGE 107 II 406). Gegenüber mündigen, in Ausbildung stehenden Kindern sind 

die Eltern nur insofern und in dem Mass leistungspflichtig, als ihre eigenen wirtschaftli-

chen  Verhältnisse  die  geforderte  Leistung  als  zumutbar  erscheinen  lassen.  Dabei  ist 

der  fortschreitenden  Emanzipation  des  Kindes  und  der  Leistungsfähigkeit  von  Eltern 

und Kind Rechnung zu tragen. Dort, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse und familiären 

Beziehungen  besonders  günstig  sind,  wird  ein  Student  von  seinen  Eltern  auch  als 

Mündiger gelegentlich vollständig unterhalten und den bereits im Berufsleben stehen-

den  Gleichaltrigen  sogar  wirtschaftlich  gleichgestellt.  In  weniger  günstigen  Verhältnis-

sen tritt die eigene Erwerbsfähigkeit des Studenten demgegenüber weitgehend in den 

Vordergrund,  gelegentlich  bis  zur  gänzlichen  Selbstfinanzierung  der  Ausbildung 

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(ZR 1990 Nr. 45 = SJZ 1991, 49). Verfügen die Eltern über ein überdurchschnittliches 

Einkommen, ist das mündige Kind nicht gehalten, auf die Substanz seines Vermögens 

zu greifen und steht den Eltern daher der Kinderabzug zu (BGE 111 II 410).  

Bei  alledem  existieren weder  Richtlinien  noch  Grenzwerte,  um  die Frage  der 

wirtschaftlichen Zumutbarkeit der Leistungspflicht der Eltern bzw. der Kinder im Quanti-

tativen  zu  beantworten.  Vielmehr  liegt  es  im  Ermessen  der  Einschätzungs-  bzw.  

der  Steuerjustizbehörden,  diese  Frage  zu  entscheiden,  wobei  sie  jedoch  Recht  und  

Billigkeit  zu  berücksichtigen  haben  (StRK  I,  17. Juni  2010,  1 ST.2010.124  und  

1 DB.2010.93). 

2. a) Das kantonale Steueramt erwog in den Einspracheentscheiden,  dass C 

seine Lehre als F im Juli 2011 abgeschlossen und dann bis im August 2012 in diesem 

Beruf gearbeitet habe. Daraufhin habe er bis Ende 2012 eine Sprachschule in Austra-

lien  besucht.  Weil  C  seine  Erstausbildung  im  Juli  2011  beendet  habe,  bestehe  am 

Stichtag des 31. Dezember 2013 kein Anspruch mehr auf einen Kinderabzug. 

b)  Zur  Begründung  von  Beschwerde  und  Rekurs  machen  die  Pflichtigen  zu-

nächst folgende Angaben zum Lebenslauf ihres Sohnes C: 

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August 2010: Beginn viertes Lehrjahr bei G. 
März  2011:  erster  Versuch  für  BMS-Prüfung.  Da  sich  C  schwerpunktmässig 
auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten musste, hatte er keine Zeit, für die 
BMS-Prüfung zu lernen. Die Prüfung hat er nicht bestanden, weil vor allem in 
den Sprachfächern Mängel bestanden. 
Juli 2011: Lehrabschluss. 
August 2011: Beschäftigung bei G, lernen auf die BMS-Prüfung. 
März 2012: erfolgreiche BMS-Prüfung; Nachholbedarf bei Sprachen geortet. 
Oktober 2012: Abreise nach Australien; Besuch Sprachschule bis … ….2012. 
März 2013: Rückreise von Australien. 
Juni 2013: Sprachschule in H. 
August 2013: Eintritt BMS. 
August 2014: Eintritt Fachhochschule.“ 

C lebe im Haushalt der Eltern und besuche heute das Vollzeitstudium. Sein Unterhalt 

werde  vollumfänglich  von  den  Eltern  getragen.  Die  Zwischenzeit  zwischen  Lehrab-

schluss und Fachhochschule habe der Vorbereitung auf diese gedient; ein schnellerer 

Werdegang sei nicht möglich gewesen.  Der von C angestrebte Beruf des E erfordere 

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eine Ausbildung an einer Fachhochschule. Diese wiederum setze eine abgeschlossene 

Berufsausbildung  und  eine  Matura  voraus.  Daher  handle  es  sich  beim  Studium  nicht 

um eine Zweitausbildung. 

3. a) Aufgrund der Akten rechtfertigt sich die Annahme, dass die Pflichtigen im 

Jahr  2013  tatsächlich  für  den  Unterhalt  ihres  Sohnes  C  aufgekommen  sind.  Mangels 

gegenteiliger  Anhaltspunkte  darf  auch  davon  ausgegangen  werden,  dass  C  auf  die 

Unterstützung durch seine Eltern tatsächlich angewiesen war. 

b) Bei dem von C angestrebten Bildungsgang zum E handelt es sich um eine 

Erstausbildung, die an einer Fachhochschule erworben wird. Daran ändert nichts, dass 

er im Juli 2011 eine Berufslehre als F abgeschlossen hat. Denn das Studium an einer 

Fachhochschule setzt im Regelfall eine abgeschlossene Berufslehre mit Berufsmaturi-

tät  voraus.  Inhaberinnen  und  Inhaber  einer  gymnasialen  Maturität  müssen  entweder 

eine berufliche Praxis von mindestens 12 Monaten Dauer vorweisen oder das Studium 

mit einem Praktikum kombinieren. 

c)  Aufgrund  des  in  der  Beschwerde-/Rekursschrift  skizzierten  Lebenslaufs 

lässt  sich nicht  sagen,  C  habe  die Ausbildung  so lange unterbrochen, dass  diese  mit 

dem  Lehrabschluss  als  F  als  abgeschlossen  betrachtet  werden  müsste.  Zunächst  ist 

festzuhalten,  dass  der  im  März  2011  gescheiterte  erste  Versuch,  in  die  Berufsmittel-

schule (BMS) – als Voraussetzung für das nachfolgende Fachhochschulstudium – ein-

zutreten, nicht als Unterbruch betrachtet werden kann. Dass C sich nach dem Lehrab-

schluss  erste  Berufserfahrungen  aneignete  und  sich  zugleich  auf  die  nächste 

Aufnahmeprüfung an die BMS im März 2012 vorbereitete, erscheint als sinnvolle  Zwi-

schenlösung und spricht keineswegs dafür, dass er das Ziel eines Fachhochschulstu-

diums  aufgegeben  hätte.  Sodann  erscheint  es  unangemessen,  deswegen  auf  einen 

Unterbruch zu schliessen, weil C nicht schon im August 2012 in die BMS eingetreten 

ist, sondern erst ein Jahr später. Denn die zwischenzeitlich erworbenen vertieften Eng-

lischkenntnisse in Australien wie auch die Förderung der Französischkenntnisse dien-

ten nicht nur dem erfolgreichen Bestehen der BMS, sondern sind auch für das Hoch-

schulstudium  von  grossem  Nutzen.  In  diesem  Zusammenhang  ist  anzumerken,  dass 

den  angehenden  E  im  Studium  Generale  Kommunikationskompetenzen  in  Englisch 

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vermittelt werden. Am Stichtag des 31. Dezember 2013 besuchte C die BMS, die er in 

der ordentlichen Dauer eines Jahres abschloss. 

Diese Erwägungen führen zur Gutheissung von Beschwerde und Rekurs. Un-

ter  Berücksichtigung  des  den  Pflichtigen  zustehenden  Kinder-  und  Versicherungsab-

zugs  für  C  ist  bei  der  direkten  Bundessteuer  2013  das  steuerbare  Einkommen  von  

Fr. 106'900.- (um Fr. 6'500.- + Fr. 700.-) auf Fr. 99'700.- und bei den Staats- und Ge-

meindesteuern 2013 von Fr. 98'500.- (um Fr. 9'000.- + Fr. 1'300.-) auf Fr. 88'200.- zu 

ermässigen. 

d)  Abschliessend  bleibt  anzumerken,  dass  sich  der  vorliegende  Sachverhalt 

insofern  von  früheren  Entscheiden  des  Steuerrekursgerichts  unterscheidet,  als  der 

Sohn der Pflichtigen bereits während der Berufslehre mit der ersten Aufnahmeprüfung 

an  die  BMS  ein  Fachhochschulstudium  angestrebt  und  dieses  Ziel  in  der  Folge  zwar 

nicht auf dem schnellstmöglichen Weg, aber doch zielgerichtet und ohne wesentlichen 

Unterbruch  weiterverfolgt  hat.  Demgegenüber  verhielt  es  sich  in  den  Entscheiden 

1 DB.2010.274  +  1.  ST.2010.200  vom  6.  Dezember  2010  sowie  2  DB.2011.294  + 

2 ST.2011.380  vom  24.  Juli  2012  so,  dass  die  Aufnahme  eines  Fachhochschulstudi-

ums jeweils erst rund zwei Jahre nach dem Lehrabschluss ins Auge gefasst wurde. Im 

Entscheid  2  DB.2012.288  +  2  ST.2012.325  vom  25.  Februar  2013  absolvierte  eine 

Maturandin zunächst während 3 ½ Jahren eine Bankausbildung und begann daraufhin 

eine – als Berufswechsel gewürdigte – Ausbildung zur Primarlehrerin. 

4.  Bei  diesem  Prozessausgang sind  die Gerichtskosten  der  Beschwerdegeg-

nerin/dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführer  werden für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2013,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr. 99'700.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

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2.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern,  Steuerperiode  2013,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr.  88'200.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  1'942'000.-  eingeschätzt 

(Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif). 

[…] 

2 DB.2015.58 
2 ST.2015.76