# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4652e71d-e4c8-51e4-a965-f9ee152481e7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 15.02.2022 R 2020 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-13_2022-02-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 13

5. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterIn Racioppi und Pedretti

Aktuar Gross

URTEIL

vom 15. Februar 2022 

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Sigis Rageth,

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde B.________, 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Corina Caluori,

Beschwerdegegnerin 1

und

Baugesellschaft C.________,

c/o D.________ AG, 

- 2 -

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Burtscher,
Beschwerdegegnerin 2

betreffend Baueinsprache

- 3 -

I. Sachverhalt:

1. Die Baugesellschaft C.________ stellte im Juni 2018 ein Baugesuch für 

den Abbruch bestehender Bauten und den Neubau eines Mehrfamilienhau-

ses auf der Parzelle Nr. E.________, Grundbuch B.________ . Das drei-

geschossige Bauvorhaben umfasst vier 4.5-Zimmer-Wohnungen, zwei 5.5-

Zimmer-Wohnungen und einen Gewerberaum sowie eine Einstellhalle mit 

14 Parkplätzen, deren Erschliessung über die I.________ geplant war. 

2. Am 16. August 2018 verlangte die Baukommission von der Bauherrschaft 

gewisse Unterlagen nach und verlangte u.a. die Überarbeitung der Einfahrt 

zur Einstellhalle, insbesondere eine Variante mit Tiefgarageneinfahrt ab 

der F.________. Nach weiteren Überarbeitungsschritten legte die Ge-

meinde das Bauprojekt auf. Dagegen gingen verschiedene Einsprachen 

ein.

3. Am 20. Dezember 2019 hiess die Baukommission das Baugesuch unter 

Auflagen gut und wies gleichzeitig die Einsprachen, u.a. diejenige von 

A.________, ab. Dagegen erhob A.________, Miteigentümer der hinterlie-

genden Parzelle Nr. G.________ und Mitglied der Erbengemeinschaft, in 

deren Besitz die Grossparzelle Nr. H.________ steht, Beschwerde beim 

Gemeindevorstand, worin er sinngemäss den Antrag stellte, den angefoch-

tenen Entscheid aufzuheben und in der Baubewilligung festzuhalten, dass 

die Tiefgarage von der I.________ her zu erschliessen sei.

4. Der Gemeindevorstand trat mit Entscheid vom 31. Januar 2020 auf die Be-

schwerde ein, lehnte den verlangten Vortritt beim Gemeindevorstand ab 

und wies die Beschwerde ab.

5. Mit Eingabe vom 26. Februar 2020 erhob A.________ (Beschwerdeführer) 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin be-

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antragte er die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Vor-

nahme eines Augenscheins; weiter solle festgehalten werden, dass die Un-

terniveaugarage von der I.________ her zu erschliessen sei, alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerinnen. 

Der Beschwerdeführer rügt eine Gehörsverletzung, den Mangel eines Er-

schliessungskonzepts für die Parzellen im Dorfkern und eine Verletzung 

des Vorrangs der Verkehrssicherheit durch die bewilligte Tiefgaragenaus-

fahrt. Gegen das zu erstellende Gebäude habe er grundsätzlich keine Ein-

wände.

6. Die Gemeinde B.________ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) bean-

tragte in ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2020 kostenfällig die Abwei-

sung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Das Nicht-

eintreten begründet sie damit, dass der Beschwerdeführer als Mitglied ei-

nes Gesamthandverhältnisses ohne die Zustimmung aller Gesamteigentü-

mer keine Beschwerde führen könne. In materieller Hinsicht verneint die 

Beschwerdegegnerin 1 eine Gehörsverletzung ebenso wie eine Verletzung 

der Verkehrssicherheit. Die getroffene Lösung mit der Tiefgaragenausfahrt 

in die F.________ habe sie unter Beizug des Bauberaters vor allem des-

halb bevorzugt, weil eine Ausfahrt in die I.________ deren Erscheinungs-

bild stark beeinträchtigen würde. 

7. Am 18. März 2020 beantragte auch die Baugesellschaft C.________ 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin 2) die Abweisung der Beschwerde, so-

weit darauf eingetreten werden könne, alles unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Sie begründet ihre Anträge 

im Wesentlichen damit, dass eine Gehörsverletzung nicht vorliege und die 

Frage, wie die anderen Parzellen im Dorfkern dereinst erschlossen werden, 

nicht im Rahmen dieses Verfahrens diskutiert werden könne. Die Verle-

gung der Einfahrt zur Tiefgarage von der I.________ hin zur F.________ 

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überzeuge nicht nur hinsichtlich der Verkehrssicherheit, sondern erfülle 

darüber hinaus optimal die Interessen zur Erhaltung und Ergänzung der 

gewachsenen Siedlungsstruktur und Bauweise in der Kernzone.

8. In seiner Replik vom 27. März 2020 vertieft der Beschwerdeführer seine 

Argumentation. Die beiden Beschwerdegegnerinnen verzichten mit Schrei-

ben vom 8. April bzw. 17. April 2020 auf eine Duplik.

9. Am 10. November 2021 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen 

Augenschein vor Ort durch, an welchem der Beschwerdeführer persönlich 

in Begleitung seines Rechtsvertreters RA Dr. iur. Sigis Rageth anwesend 

war. Von Seiten der Beschwerdegegnerin 1 waren ein Mitglied des Ge-

meindevorstands (Präsident Baukommission), ein Vertreter des Bauamtes, 

der Bauberater und die Rechtsvertreterin RA'in MLaw Corina Caluori prä-

sent. Die Beschwerdegegnerin 2 war durch einen zeichnungsberechtigten 

Verwaltungsrat, ein Mitglied der Geschäftsleitung der D.________ AG so-

wie ihren Rechtsvertreter RA lic.iur. Benno Burtscher vertreten. Allen An-

wesenden wurde an fünf verschiedenen Standorten die Möglichkeit gebo-

ten, sich zur Positionierung und Ausgestaltung der geplanten Tiefgaragen-

ausfahrt mit 14 Einstellplätzen für das Neubauprojekt auf Parzelle 

E.________ entweder direkt über die I.________ (Variante Beschwerde-

führer) oder sonst in einer Länge von rund 15 Metern über die F.________ 

(Variante Beschwerdegegnerinnen) mit Anschluss in die I.________ zu 

äussern. Das Gericht erstellte dazu insgesamt 11 Fotos von den bestehen-

den Orts- und Erschliessungsverhältnissen und implizierte sie dem Augen-

scheinprotokoll. 

10. Mit Nachtrag vom 30. November 2021 wurden drei Personalien berichtigt 

und die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 1 vom 23. November 

2021, die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin 2 vom 25. November 

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2021 und die Honorarnote des Anwalts der Beschwerdegegnerin 2 vom 26. 

November 2021 allen beteiligten Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt.

11. Mit Zusammenstellung vom 9. Dezember 2021 reichte der Anwalt des Be-

schwerdeführers seine Honorarnote über CHF 3'677.-- bei Gericht ein. 

12. Die angepasste, definitive Honorarnote des Anwalts der Beschwerdegeg-

nerin 2 über CHF 2'414.05 (inkl. Augenschein) datiert vom 6. Januar 2022. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem 

Recht endgültig sind. Der angefochtene Beschwerdeentscheid der Be-

schwerdegegnerin 1 vom 31. Januar 2020, worin der Antrag des Beschwer-

deführers – dass die Tiefgarage des Neubauprojekts MFH auf Parzelle Nr. 

E.________ von der I.________ und nicht von der F.________ her zu er-

schliessen sei – abgelehnt wurde, ist weder endgültig noch kann er bei ei-

ner anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches 

Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden dar. Der Beschwerdeführer ist als Miteigentümer der un-

mittelbar benachbarten Parzelle Nr. G.________ sicherlich sowie als Mit-

erbe [Mitglied] der Grundeigentümerin [Erbengemeinschaft/Gesamthand-

schaft] der daran anschliessenden Grossparzelle Nr. H.________, welche 

beide über die F.________ erschlossen sind – als formeller und materieller 

Adressat vom Beschwerdeentscheid betroffen und hat deshalb ein schutz-

würdiges Interesse (Abwendung von Nachteilen für Zufahrten) an dessen 

Überprüfung, weshalb er zur Beschwerdeerhebung – unabhängig vom feh-

lenden Nachweis der Zustimmung des anderen Miterben/Gesamthandei-

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gentümers der Grossparzelle Nr. H.________; sondern allein und bereits 

als Miteigentümer/Nachbar auf Parzelle Nr. G.________ – legitimiert ist 

(Art. 50 VRG). Auf die überdies frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist deshalb – trotz unklarer Berechtigung bezüglich der Parzelle 

Nr. H.________ – so oder anders einzutreten. 

2. Strittig und zu klären ist, ob die Beschwerdegegnerin 1 zu Recht die Ein-

fahrt zur Tiefgarage auf Parzelle Nr. E.________ von der F.________ und 

nicht – wie ursprünglich von der Beschwerdegegnerin 2 (Bauherrschaft) ge-

plant – von der I.________ her bewilligte. Der Beschwerdeführer bean-

tragte dazu einen Augenschein des Gerichts, um sich selbst ein Bild über 

die Erschliessungsverhältnisse vor Ort zu machen (siehe Augenscheinpro-

tokoll). Weiter rügte er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (nachfol-

gend E.3.1. ff.), das Fehlen eines Konzepts der Erschliessung für die Par-

zellen im Dorfkern (E.4.1. ff.) sowie eine Verletzung des Vorrangs der Ver-

kehrssicherheit durch die Zufahrt zur Tiefgarage über die F.________ an-

statt der I.________ (E.5.1. ff.). Es steht demzufolge vorliegend die Recht-

mässigkeit des angefochtenen Beschwerdeentscheids zur Prüfung und Be-

urteilung. 

3.1. Laut Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft (BV; SR 101) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist 

die Begründungspflicht. Die Begründung soll verhindern, dass sich die 

Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und dem Betroffenen er-

möglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies 

ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über 

die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinn 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 

sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. 

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Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tat-

beständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander-

setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte beschränken (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts R 20 85 

vom 14. September 2021 E.2.3 mit Verweis auf BGE 133 I 270 E.3.1). Der 

Anspruch auf rechtliches Gehör räumt den Betroffenen namentlich das 

Recht ein, erhebliche Beweise beizubringen, mit solchen Beweisanträgen 

gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken. 

Diesem Mitwirkungsrecht entspricht die Pflicht der Behörden, die Argu-

mente und Verfahrensanträge der Parteien entgegenzunehmen und zu 

prüfen, sowie die rechtzeitig und formrichtig angebotenen Beweismittel ab-

zunehmen (BGE 138 V 125 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_807/2015 

vom 18. Oktober 2016 E.2.3.1). Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

liegt vor, wenn ein Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel ver-

zichtet, weil es aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Über-

zeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswür-

digung annehmen kann, seine Überzeugung würde auch durch weitere Be-

weiserhebungen nicht geändert (BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3). 

Die Beweiswürdigung gilt als willkürlich, wenn ein Gericht Sinn und Trag-

weite eines Beweismittels offensichtlich verkannt, ohne sachlichen Grund 

ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unberücksichtigt ge-

lassen oder auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare 

Schlussfolgerungen gezogen hat (vgl. BGE 144 II 281 E.3.6.2 mit Hinwei-

sen; Urteil des Bundesgerichts 1C_90/2020 vom 15. September 2021 

E.3.4.1). 

3.2. Der Beschwerdeführer argumentiert diesbezüglich, dass die Beschwerde-

gegnerin 1 mit keinem Wort aufgezeigt habe, wie die Verkehrssicherheit 

nach der Bauvollendung mit einer Tiefagarage von der F.________ aus 

gewahrt werden solle; der Hinweis allein, die Erschliessung sei hinrei-

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chend, genüge nicht. Indem ihm die Beschwerdegegnerin 1 den gewünsch-

ten "Vortritt" nicht gewährte, habe sie eine Gehörsverletzung begangen. 

3.3. Die Beschwerdegegnerinnen halten dem entgegen, dass ein "Vortritt" im 

Sinne einer Besprechung mit der Behörde kein Beweismittel sei und die 

Behörde ausdrücklich auf die eigene Kenntnis der lokalen Verhältnisse ab-

gestellt habe. Ein "Vortritt" im Sinne eines Augenscheins sei ebenfalls nicht 

notwendig gewesen, da die Beschwerdegegnerin 1 die örtlichen Gegeben-

heiten bestens kenne. Der Beschwerdeführer gebe denn auch nicht an, 

welche zusätzlichen Erkenntnisse aus einem Augenschein hätten gewon-

nen werden können.

3.4. Für das Gericht ist tatsächlich unklar, was der Beschwerdeführer mit dieser 

Rüge meint. Jedenfalls vermag es keinerlei Mängel oder Fehler im Vorge-

hen der Beschwerdegegnerin 1 zu erkennen, zumal sich der Beschwerde-

führer mehrfach schriftlich gegenüber der Beschwerdegegnerin 1 zum 

Neuprojekt und dessen Erschliessung äussern konnte und somit alle orts-

kundigen Beteiligten genau im Bilde waren, wie sich die Situation vor Ort in 

verkehrstechnischer als auch ortsbildgestalterischer Hinsicht präsentiert. 

Ein "Vortritt" des Beschwerdeführers wäre für die Beschwerdegegnerin 1 

in Bezug auf ihre Entscheidfindung nicht mehr entscheidrelevant gewesen, 

weil sie ihre Meinung – aufgrund der eigenen Ortskenntnisse sowie insbe-

sondere der fachkundigen Beurteilung der Baukommission im Einspra-

cheentscheid vom 20. Dezember 2019 – bereits gemacht hatte und daher 

eine antizipierte Beweiswürdigung vornahm. Selbst wenn man dazu aber 

anderer Meinung wäre, könnte eine allfällige Gehörsverletzung inzwischen 

als 'geheilt' betrachtet werden, da der Beschwerdeführer im Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens vor Verwaltungsgericht ausreichend Gelegenheit 

erhielt, sich zur ganzen Sache noch umfassend zu äussern und seinem 

Antrag auf Durchführung eines Augenscheins mit Ortsbegehung durch das 

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Gericht am 10. November 2021 Folge geleistet wurde. Der Einwand der 

Gehörsverletzung erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen. 

4.1. Zur weiteren Rüge des fehlenden Konzepts für die Erschliessung der Par-

zellen im Dorfkern ist der Beschwerdeführer der Ansicht, dass es ihm nicht 

zum Vorwurf gemacht werden könne, wenn er sich heute schon als Mitei-

gentümer von Parzelle Nr. G.________ – wie auch als Privatperson – Ge-

danken über die zukünftigen Verkehrsverhältnisse im Dorfkern mache und 

die sinnvolle Anbindung – auch einer späteren, heute noch nicht geplanten 

Überbauung – von Parzelle Nr. H.________ an der F.________ verlange.

4.2. Die Beschwerdegegnerinnen bringen dagegen vor, dass es um das Bau-

bewilligungsverfahren für das Neubauprojekt auf Parzelle Nr. E.________ 

gehe und nicht um ein Erschliessungskonzept für weitere Parzellen; jeden-

falls werde die künftige Erschliessung von Parzelle Nr. H.________ mit 

dem bewilligten Mehrfamilienhaus auf Parzelle Nr. E.________ nicht präju-

diziert.

4.3. Nach Auffassung des Gerichts ist das Prüfungs- und Bewilligungsverfahren 

in der Gemeinde (Beschwerdegegnerin 1) projektbezogen. Wenn diese im 

Zuge eines solchen Verfahrens Auswirkungen mit Regelungsbedarf über 

die Bauparzelle hinaus erkennt, steht ihr das Instrument der Planungszone 

zur Verfügung, um das erkannte Problem anzugehen. Im vorliegenden Fall 

hat die Beschwerdegegnerin 1 die Erschliessungssituation als unproblema-

tisch eingestuft und sie sah entsprechend keinen Handlungsbedarf. Sie ist 

in dieser Einschätzung zu schützen, zumal es sich vorliegend um ein Bau-

projekt mit 14 Autoeinstellplätzen für Wohnzwecke handelt, welche wenig 

Mehrverkehr generieren werden und auch dies nur auf den letzten 15 m 

vor der Einmündung in die I.________, wohin die Tiefgarage im ursprüng-

lichen Projekt gemündet hätte und was den Beschwerdeführer nicht gestört 

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hätte. Zudem dürfte zur Überbauung der Parzelle Nr. E.________ mit 14 

Autoeinstellplätzen wohl nur noch eine allfällige Überbauung von Parzelle 

Nr. G.________ über die F.________ erfolgen, was aber zu einem über-

schaubaren Mehrverkehr führen würde. Kaum über die F.________ wird 

dereinst die Grossparzelle Nr. H.________ zu erschliessen sein; hierfür 

bietet sich der J.________ an, und zwar unabhängig von der Überbauung 

von der Parzelle Nr. E.________ (siehe E.5.3.2., hiernach). Auch diese 

Rüge ist abzuweisen.    

5.1. Zur Rüge der Verletzung des Vorrangs der Verkehrssicherheit durch die 

Zufahrt zur Tiefgarage über die F.________ weist der Beschwerdeführer 

darauf hin, dass sich die Beschwerdegegnerin 1 mit ihrer Aussage, die Ein-

fahrt der Tiefgarage in die F.________ überzeuge hinsichtlich ihrer Ver-

kehrssicherheit, in Widerspruch zu den Ausführungen der Baukommission 

in deren Einspracheentscheid setze; dort habe die Baukommission dem 

Beschwerdeführer beigepflichtet, das die F.________ steil sei, das Kreu-

zen nicht überall möglich und die Übersichtlichkeit im Einmündungsbereich 

zur I.________ eingeschränkt sei, und dass der Beschwerdeführer richtig 

in der Annahme gehe, dass eine Tiefgaragenzufahrt direkt von der 

I.________ übersichtlicher gestaltet werden könne (Einspracheentscheid 

vom 20. Dezember 2019, S. 2 Ziff. 3). Der Beschwerdeführer sieht sich 

zudem in seiner Auffassung bestätigt, dass der Garagenzufahrt von der 

I.________ keine gewichtigen ortsplanerischen Gründe entgegenstehen 

würden, weil es der Bürgergemeinde Z._____ gestattet worden sei, ihr Bau-

vorhaben von eben dieser Strasse aus zu erschliessen.

5.2. Die Beschwerdegegnerinnen machen dazu geltend, dass mit dem Bauvor-

haben die Erstellung von 14 Autoeinstellplätzen für Wohnzwecke einher-

gehe, die über die F.________ erschlossen würden. Objektiv betrachtet er-

höhe sich damit das Verkehrsaufkommen auf der F.________ in einem ver-

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nachlässigbaren Masse, wobei die F.________ durch diesen Mehrverkehr 

ohnehin nur auf den ersten 15 m belastet würde. Die geplante Tiefgarage-

neinfahrt halte die einschlägigen Normen ein; zudem entschärfe sie mit der 

punktuellen Aufweitung der F.________ die engen Platzverhältnisse. Für 

die Beurteilung des Bauvorhabens seien schliesslich nicht einzig verkehrs-

technische Aspekte massgebend, sondern auch der Ortsbildschutz und die 

Nutzbarkeit des strassenseitigen Erdgeschosses. Im Zuge der Überarbei-

tung des ursprünglichen Projekts und unter Beizug des Bauberaters sei die 

Behörde nach Abwägung aller auf dem Spiel stehenden Interessen zur 

Überzeugung gelangt, dass die letztlich bewilligte Lösung die beste sei. In 

diesem korrekt vorgenommenen Entscheid sei die Beschwerdegegnerin 1 

zu schützen.

5.3.1. Die Erkenntnisse aus dem Augenschein vom 10. November 2021 haben 

gezeigt, dass die Argumentation der Beschwerdegegnerinnen zutrifft, die 

Beschwerdegegnerin 1 eine sorgfältige Interessenabwägung unter Beizug 

des Bauberaters vorgenommen hat und dabei den Interessen des Ortsbild-

schutzes und der Nutzbarkeit des strassenseitigen Erdgeschosses zu recht 

ein höheres Gewicht eingeräumt hat als den eher geringfügigen Abstrichen 

an der Verkehrssicherheit. Weil die hinterliegende Parzelle Nr. G.________ 

bereits teilweise überbaut ist, wird deren mögliche vollständige Überbau-

ung zwar zu einer Verkehrszunahme führen, allerdings absehbar in einem 

eher bescheidenen Ausmass. Dieser Mehrverkehr kann von der 

F.________ ohne signifikante Verschlechterung der Verkehrssicherheit ab-

sorbiert werden. 

Weiter erscheint dem Gericht eine Erschliessung der Grossparzelle Nr. 

H.________ über die F.________ als nicht opportun; vielmehr dürfte diese 

– wie anlässlich des Augenscheins von Seiten der Gemeinde auch 

bestätigt wurde – über den J.________ erfolgen, welcher auch einen grös-

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seren Mehrverkehr mühelos aufnehmen zu können scheint. Die Erschlies-

sung der Grossparzelle Nr. H.________ ist indes nicht Gegenstand dieses 

Verfahrens, sodass darüber an dieser Stelle nicht zu befinden ist. 

Wie sich anlässlich der Ortsbegehung bestätigt hat, stellt die geplante Aus-

fahrt der Tiefgarage in die F.________ somit keine Gefahr für die Verkehrs-

sicherheit dar; und zwar u.a. aufgrund des überschaubaren Verkehrsauf-

kommens, der Tempo-30-Zone und dem Spiegel an der Hauswand ge-

genüber der Einfahrt F.________ in die I.________. Zudem kommt der Be-

schwerdegegnerin 1 ein erheblicher Ermessensspielraum zu in der Beur-

teilung der Situation, etwa wenn es darum geht, nicht allzu nahe beieinan-

der zwei Einfahrten auf die I.________ bewilligen zu wollen und gleichzeitig 

einer geschlossenen Häuserzeile Vorrang zu geben, die eben nicht durch 

eine zusätzliche Ein-/Ausfahrt zu einer Tiefgarage unterbrochen werden 

soll. Nur so können die gestalterischen und ortbaulichen Ziele durch die 

Beschwerdegegnerin 1 – wie im räumlichen Leitbild der Gemeinde selbst 

festgehalten – erreicht und erfüllt werden. Die am Augenschein gezeigten 

Vergleichsobjekte stehen dabei nachweislich nicht im Widerspruch zur Ar-

gumentation der Beschwerdegegnerin 1, da im einen Fall vorbestehend 

und im anderen Fall eine rückwärtige Erschliessung gar nicht möglich ge-

wesen wäre und gleichzeitig die räumlichen Verhältnisse – mit der Auswei-

tung der Strassensituation in Richtung Dorfkern/Rathaus – eine solche Ein-

/Ausfahrt besser zuliessen.

5.3.2. Was die gegen Ende des Augenscheins vorgebrachte Argumentation des 

Beschwerdeführers betrifft, wonach sich entlang der F.________ auf der 

gegenüberliegenden Strassenseite der Bauparzelle Nr. E.________ ein al-

tes baufälliges Gebäude mit losen Ziegeln auf dem Dach befinde und die-

ses eine beträchtliche Gefahr für die dort zirkulierenden Verkehrsteilneh-

mer darstelle, gilt es klar festzuhalten, dass es sich dabei um ein rein bau-

polizeiliches Problem auf einer nicht der Beschwerdegegnerin 2 gehören-

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den Liegenschaft handelt und dieses nichts mit dem hier zur Diskussion 

stehenden Neubauprojekt zu tun hat, weshalb diese Rüge vorliegend un-

beachtlich ist.

6. Der angefochtene Entscheid vom 31. Januar 2020 ist demzufolge rechtens, 

was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt.    

6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzulegen. Das 

Gericht erachtet vorliegend ermessensweise (doppelter Schriftenwechsel 

zuzüglich Augenschein) eine Staatsgebühr von CHF 3'000.-- als angemes-

sen und gerechtfertigt.

6.2. Der Beschwerdegegnerin 1 steht keine aussergerichtliche Entschädigung 

zu, weil sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt (Art. 78 Abs. 

2 VRG).

6.3. Aussergerichtlich hat der Beschwerdeführer der anwaltlich vertretenen Be-

schwerdegegnerin 2 jedoch noch die durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Es ist dabei 

grundsätzlich auf die angepasste, definitive Honorarnote der Beschwerde-

gegnerin 2 vom 6. Januar 2022 (mit Augenschein) abzustellen, worin eine 

Honorarsumme von insgesamt CHF 2'414.05 (bestehend aus: Arbeits-

/Zeitaufwand 9 3/8 Stunden à CHF 250.--/Std. [= CHF 2'343.75] zzgl. Bar-

auslagen 3% [CHF 70.30]) ausgewiesen wurde. Gemäss Art. 3 Abs. 1 der 

Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und 

Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; BR 310.250) gilt im Kanton 

Graubünden üblicherweise ein Stundenansatz von (im Durchschnitt) CHF 

240.--. Nach Art. 4 Abs. 1 HV kann bei Vorliegen einer Honorarvereinba-

rung davon abgewichen werden, wobei der maximale Stundenansatz in 

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diesem Fall praxisgemäss bei CHF 270.-- liegt. Vorliegend wurde keine se-

parate Honorarvereinbarung – auch nicht zusammen mit der Vollmacht 

vom 13. März 2020 – eingereicht, weswegen hier ein Stundenansatz von 

CHF 240.-- zur Anwendung gelangt. Die entsprechend korrigierte Honorar-

note ergibt die Summe von CHF 2'317.50 (zusammengesetzt aus: Arbeits-

/Zeitaufwand 9 3/8 Std. à CHF 240.--/Std. [CHF 2'250.--] zzgl. Barauslagen 

3% [CHF 67.50]). In diesem Umfang hat der Beschwerdeführer der Be-

schwerdegegnerin 2 eine aussergerichtliche Entschädigung zu bezahlen. 

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 371.--

zusammen CHF 3'371.--

gehen zulasten von A.________.

3. A.________ hat der Baugesellschaft C.________ eine Parteientschädi-

gung von CHF 2'317.50 (inkl. MWST) zu bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

[Mit Urteil 1C_158/2022 vom 20. Dezember 2022 hat das Bundesgericht die gegen 

diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit es darauf eingetreten 

ist.]