# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bc5d0d1-ffda-5937-aeb2-823178abab51
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.06.2008 A 2008 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_A-2008-18_2008-06-17.pdf

## Full Text

A 08 17 und 18

3. Kammer 

URTEIL
vom 17. Juni 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Beitragsverfahren Strassensanierung

1. Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Wasserversorgung beschloss der 

Gemeindevorstand … am 29. Oktober 2007 gestützt auf Art. 62 f. des 

kantonalen Rauplanungsgesetzes (KRG; BR 801.100) sowie Art. 22 ff. der 

Verordnung (KRVO; BR 801.110) auch die Strassen … zu sanieren. Während 

die Sanierung der Wasserversorgung durch die Gemeinde finanziert werden 

sollte, wurde die öffentliche und private Interessenz bezüglich der Strassen 

bei der Groberschliessung auf 40/60% sowie bei der Feinerschliessung auf 

30/70% festgelegt. Der Einleitungsbeschluss wurde den Betroffenen 

schriftlich eröffnet und am 23. November 2007 im Publikationsorgan der 

Gemeinde veröffentlicht. Der Plan mit der Abgrenzung des Beitragsgebiets 

lag vom 23. November bis 13. Dezember 2007 öffentlich auf.

Das Beitragsgebiet umfasst u.a. die Parzellen Nr. 1310 und Nr. 1317 im 

Eigentum von …, Parzellen Nr. 1316 und Nr. 1443 nebst Dreiviertelanteil an 

Parzelle Nr. 1308 von …, ¼-Anteil an Parzelle 1308 von … seit 2. April 2008 

sowie die Parzelle Nr. 319 von … (Beschwerdeführer 1). Sodann erstreckt 

sich das Gebiet auf die Grundstücke Nr. 1292, 1343 und 1344 (oder Teile 

davon) im Gesamteigentum der Erbengemeinschaft … (Beschwerdeführer 2).

2. Die gegen den Einleitungsbeschluss erhobenen Einsprachen von … und 

Mitbeteiligte sowie der Erbengemeinschaft … wurden vom 

Gemeindevorstand mit Entscheid vom 5. März 2008 abgewiesen. 

3. a) Dagegen erhoben die Einsprecher am 26. März 2008 frist- und formgerecht 

zwei separate in rätoromanischer Sprache abgefasste Beschwerden ans 

Verwaltungsgericht (A 08 17 und 18) und beantragten übereinstimmend, der 

angefochtene Entscheid sei aufzuheben, die Eigentümer seien aufgrund des 

Gleichbehandlungsgebots nicht mit 60% sondern überhaupt nicht zu belasten 

und die Gemeinde sei anzuweisen, aufgrund der kommunalen Verfassung mit 

den Gesuchstellern schriftlich auf Rätoromanisch zu verkehren. 

b) Zur Begründung brachten die Beschwerdeführer 1 vor, in den letzten zehn 

Jahren seien die Eigentümer für solche Sanierungen nie selber zur Kasse 

gebeten worden, sondern es sei alles aus der Gemeindekasse finanziert 

worden. Die jetzige Erhebung stelle daher eine unzulässige 

Ungleichbehandlung dar, wozu die Gemeinde in ihrem Einspracheentscheid 

nicht Stellung genommen habe. Jetzt handle es sich um die vierte Etappe 

eines gesamten Sanierungsprojektes und nun würden plötzlich auch die 

Eigentümer mit Beiträgen belastet, was nicht angehe. Für neu erschlossene 

Quartiere und für zukünftige Sanierungen könnten durchaus Beiträge erhoben 

werden, nicht aber für die vierte Etappe eines Gesamtprojektes wie hier. Die 

Via … sei durch die Gemeinde als Groberschliessung (rot) bezeichnet 

worden; also widerspreche sich die Gemeinde selber, wenn sie dann 

ausführe, dass die Strasse lokalen Charakter habe und nicht öffentlich 

befahren werde. Die Strasse diene als Umfahrung, wenn die Kantonsstrasse 

geschlossen werde, sie sei auch als Wanderweg bezeichnet und werde viel 

von Nordic Walkern benutzt. Im Übrigen sei die Erschliessung von … schon 

heute völlig ausreichend. Eine 3.5 m breite Strasse sei alles andere als ein 

Vorteil und absolut unnötig. Bei Umbauten hätten bisher problemlos auch 

grössere Lastwagen zufahren können, also sei auch die Zufahrt von 

Feuerwehr und Ambulanzen gewährleistet. Schliesslich werde die Strasse 

wegen der aus dem Jahr 1929 stammenden Wasserversorgung saniert, 

weshalb die öffentliche Interessenz höher als 40% zu gewichten sei; denn bei 

der Wasserversorgung handle es sich um eine öffentliche Aufgabe, für welche 

die Eigentümer jährlich zahlen müssten. Schliesslich sei die Gemeinde 

anzuhalten, gemäss ihrer Verfassung mit ihren Bürgern in rätoromanischer 

Sprache zu verkehren.

c) Die Beschwerdeführer 2 brachten im Wesentlichen die gleichen Argumente 

vor und führten ergänzend dazu aus, die Eigentümer ausserhalb des 

Beitragsgebietes hätten sich mit ihnen solidarisch erklärt und ebenfalls die 

Auffassung vertreten, sie könnten nicht belastet werden. Sodann sei das neue 

KRG bereits seit 2005 in Kraft und es hätte daher auch schon früher 

angewendet werden müssen. Genaue Kostenangaben über das Projekt und 

über die Belastung der Eigentümer hätten sie nie erhalten. Sodann habe man 

ihnen bereits bei der ersten Asphaltierung vor 20 Jahren unbedingt den 

notwendigen Parkplatz vor dem Hause wegnehmen wollen, was sie aber mit 

Hilfe ihres damaligen Anwaltes mit Erfolg bekämpft hätten.

4. Die Gemeinde beantragte in ihren auf Deutsch und Rätoromanisch 

abgefassten Vernehmlassungen Abweisung der Beschwerden. Gegenstand 

des Einleitungsbeschlusses sei nur die Festlegung des Beitraggebietes und 

der Kostenanteile, während der Landerwerb in einem separaten Verfahren zu 

regeln sei. Eine Verbreiterung der Strassen stehe heute nicht zur Diskussion. 

Vorliegend stehe alles im Zusammenhang mit der Sanierung der 

Wasserversorgung, welche allein durch die Gemeinde bezahlt werde. 

Daneben würden gleichzeitig die bestehenden Strassen den heutigen 

Bedürfnissen angepasst und neu geteert. Da den angrenzenden Eigentümern 

dadurch lokale Vorteile entstehen würden, müssten sie sich an den Kosten 

beteiligen. Gemäss beigelegtem Plan würden alle Parzellen der 

Beschwerdeführer an der Via … liegen und nur durch diese erschlossen. Die 

Parzellen lägen innerhalb des Beitragsgebietes der im Auflageplan als 

Groberschliessung qualifizierten Strasse. Wenn die Gemeinde die Privaten 

mit 60% belaste, habe sie die Richtwerte von Art. 63 KRG (bei 

Groberschliessung öffentliche Interessenz von 70 - 40% und private 

Interessenz von 30 - 60%) eingehalten. Gemäss generellem Strassenplan 

diene die Via … nur der Erschliessung des Quartiers; als Ersatz für die 

Kantonsstrasse werde sie allenfalls einmal pro Jahrzehnt dienen. Die 

Bezeichnung als Wanderweg erhöhe das öffentliche Interesse sicher nicht. Im 

Übrigen könnten genaue Kostenangaben erst erfolgen, wenn das 

Detailprojekt ausgearbeitet worden sei. Zunächst sei aber über das 

Einleitungsverfahren zu befinden und seien die entsprechenden Kredite zu 

sprechen. Dabei spiele die Beteiligung der Privaten eine wesentliche Rolle. 

Genaue Zahlen für die einzelnen Eigentümer würden sich erst nach 

Abschluss des Werkes und nach Erarbeitung des Kostenverteilers ergeben.

5. Am 17. Juni 2008 führte eine Delegation der 3. Kammer des 

Verwaltungsgerichtes zwei Augenscheine durch, bei dem von Seiten der 

Beschwerdeführer 1 … und von Seiten der Beschwerdeführer 2 … sowie … 

anwesend waren. Die Gemeinde war jeweils durch die Präsidentin … und 

Vorstandsmitglied … vertreten. Allen Anwesenden wurde dabei die 

Gelegenheit geboten, sich anhand der Pläne und Örtlichkeiten auch noch 

mündlich ausführlich zu allen aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf die Ausführungen anlässlich der Augenscheine wie auch auf die weiteren 

Darlegungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerden bilden die 

Einspracheentscheide des Gemeindevorstandes … vom 5./6. März 2008 in 

Sachen Beitragsverfahren Strassensanierung „…“ gestützt auf den 

Einleitungsbeschluss vom 29. Oktober 2007. Gemäss Art. 6 VRG des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) können 

verschiedene Verfahren im Interesse der zweckmässigen Erledigung 

zusammengelegt werden, wenn mehrere Begehren den gleichen Sachverhalt 

betreffen und dieselben Rechtsfragen aufwerfen, sofern den einzelnen 

Beteiligten dadurch keine bedeutenden Nachteile erwachsen. Ein solcher 

Nachteil wäre insbesondere in einer unzumutbaren Verfahrensverzögerung 

zu erblicken (vgl. Kölz/Bosshart/ Röhl, Kommentar zum 

Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, 

Vorbemerkungen zu § 4-31 Rz 33). Im vorliegenden Fall stellen die Parteien 

die gleichen Rechtsbegehren und begründen diese im Wesentlichen gleich. 

Da keinerlei Nachteile für die Parteien ersichtlich sind, werden die beiden 

Verfahren zusammengelegt und mit einem Urteil entschieden. Einsprache- 

und beschwerdeberechtigt sind die jeweils betroffenen aktuellen 

Grundeigentümerinnen und -eigentümer.

2. a) Wird Privateigentum durch öffentliche Verkehrsanlagen erschlossen oder 

werden bestehende Zufahrtswege ausgebaut, erwächst den betreffenden 

Eigentümern grundsätzlich ein wirtschaftlicher Sondervorteil, welcher durch 

die Erhebung von Beiträgen auszugleichen ist (vgl. Schürmann/Hänni, 

Planungs-, Bau und besonderes Umweltschutzrecht, 3. A., Bern 1995, S. 

220). Diese so genannten Perimeter- oder Erschliessungsbeiträge sind nach 

den nicht anderweitig zu deckenden Kosten zu bemessen und sind in der 

Folge auf die Nutzniesser der öffentlichen Einrichtungen unter 

Berücksichtigung des wirtschaftlichen Sondervorteils zu verteilen (BGE 118 

Ib 57, 110 Ia 209). In diesem Sinne sind die Gemeinden gemäss Art. 62 KRG 

und Art. 22ff. KRVO berechtigt und verpflichtet, die Privaten an den Kosten 

für die Erstellung, Änderung und die Erneuerung der Erschliessungsanlagen 

gemäss ihren Sondervorteilen zu beteiligen. Die Gemeinen beteiligen sich 

jedoch auch selbst an den Kosten, soweit an den Anlagen ein öffentliches 

Interesse besteht oder besondere Umstände vorliegen (Art. 62 Abs. 1 KRG).

b) Das Verfahren für die Erhebung von Beiträgen ist durch zwei Abschnitte 

gekennzeichnet. In der Einleitungsphase entscheidet die Gemeinde 

(Gemeindevorstand) als Bauherrin, ob sie ein Perimeterverfahren 

durchführen will und welcher prozentuale Anteil an den Gesamtkosten des 

öffentlichen Bauwerkes von der Gemeinde resp. von den Grundeigentümern 

zu übernehmen ist. Gleichzeitig wird der Plan mit der vorgesehenen 

Abgrenzung des Beitragsgebietes öffentlich aufgelegt (Art. 22 Abs. 1 und 2 

KRVO). In einer zweiten Phase erarbeitet die Gemeinde nach Eintritt der 

Rechtskraft des Einleitungsbeschlusses und nach Abnahme des Werkes den 

Kostenverteiler, welcher mindestens eine Zusammenstellung der 

Gesamtkosten des Werkes unter Angabe allfälliger Subventionen, einen 

eventuellen Plan mit Beitragszonen sowie die Aufteilung der Kosten unter den 

Beitragspflichtigen samt Erläuterungen umfasst (Art. 24 KRVO). Die 

beabsichtigte Einleitung des Verfahrens, der vorgesehene Beitragsperimeter 

sowie der Anteil der öffentlichen Interessenz werden im Einleitungsverfahren 

abschliessend geregelt. Gegen diese Festlegungen kann gemäss Art. 23 

KRVO im Rahmen der öffentlichen Auflage Einsprache erhoben werden. Im 

weiteren Verfahren (2. Phase/Kostenverteiler) können solche Einwände 

jedoch nicht mehr vorgebracht werden (Abs. 3 Satz 2). Einwendungen gegen 

den (konkreten) Kostenverteiler im Sinne von Art. 24 KRVO sind im 

Gegensatz dazu erst im zweiten Verfahrensabschnitt (im 

Einspracheverfahren gegen den Kostenverteiler nach Art. 24 Abs. 2 KRVO) 

zulässig. Vorliegend steht ausschliesslich der erste Verfahrensabschnitt, also 

das Einleitungsverfahren zur Beurteilung. 

3. Die Beschwerdeführer haben den Einleitungsbeschluss als solchen sowie die 

vorgesehene Abgrenzung des Beitragsgebiets nicht beanstandet, womit hier 

im Wesentlichen die Festlegung der öffentlichen und privaten Interessenz zu 

prüfen ist. Auf die übrigen Vorbringen kann hingegen nicht eingetreten 

werden. Nicht Verfahrensgegenstand ist mithin die Frage nach den genauen 

Kostenangaben über das Projekt und über die betragsmässige Belastung, da 

diese erst im zweiten Verfahrensabschnitt gemäss Art. 24 Abs. 2 KRVO zu 

prüfen sein wird. Ebenso wenig kann die Frage über die Verbreiterung der 

Strasse geprüft werden, da sie in das entsprechende Bauverfahren gehört. 

Soweit die Beschwerdeführer beantragen, die Gemeinde sei im Sinne der 

kommunalen Verfassung generell zum schriftlichen Verkehr in 

rätoromanischer Sprache anzuweisen, wäre dies allenfalls im Rahmen einer 

jederzeit möglichen Aufsichtsbeschwerde an die Regierung vorzubringen.

4. a) Wie oben (E. 2a) dargelegt, besteht mithin die Pflicht der Gemeinde, die 

Privaten an den Kosten für die Erstellung, Änderung und die Erneuerung der 

Erschliessungsanlagen gemäss ihren Sondervorteilen zu beteiligen. 

Grundsätzlich ist die Beteiligung der Grundeigentümer daher nicht zu 

beanstanden und sogar geboten. Dagegen machen die Beschwerdeführer 

unter Verweis auf die ersten drei Etappen zur Erneuerung der 

Wasserversorgung geltend, bisher habe die Gemeinde die gesamten Kosten 

selbst getragen und die Eigentümer seien nie zur Kasse gebeten worden. Es 

liege daher eine unzulässige Ungleichbehandlung vor, wenn die 

Grundeigentümer der vierten Etappe plötzlich Beiträge leisten müssten. In 

diesem Sinne verlangen die Beschwerdeführer mit ihren Anträgen eine 

Gleichbehandlung im Unrecht.

b) Nach dem Gebot der Rechtsgleichheit gemäss Art. 8 Abs. 1 BV liegt eine 

Rechtsungleichheit dann vor, wenn eine Behörde Verschiedenes gleich 

behandelt oder Gleiches ungleich. Das Bundesgericht brachte diesen 

Grundsatz in die Formel, dass "Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit 

gleich, Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu 

behandeln" ist (BGE 94 I 654, 90 I 162 f.). Eine Regelung ist demnach mit 

dem Gebot der rechtsgleichen Behandlung unvereinbar, wenn sie zwischen 

mehreren zu regelnden tatsächlichen Verhältnissen rechtliche 

Unterscheidungen trifft, die sich nicht auf ernsthafte sachliche Gründe stützen 

lassen und für die ein vernünftiger Grund nicht ersichtlich ist, oder wenn er 

tatsächliche Verhältnisse gleich behandelt, die voneinander wesentlich 

abweichen und einer unterschiedlichen Behandlung bedürfen (BGE 100 Ia 43, 

99 Ia 158).

Wie die Gemeinde bei der Augenscheinverhandlung ausführte, werden auch 

im vorliegenden Fall die Kosten der Wasserversorgung, inkl. des gesamten 

Unterbaus und einer Breite von 1.5 m des Oberbaus, vollumfänglich von der 

Gemeinde übernommen. Strittig ist demnach nur, ob die übrigen Kosten für 

den Strassenbau im Rahmen der privaten Interessenz zulasten der 

Grundeigentümer fallen sollen, welche nicht direkt durch die Erneuerung der 

Wasserversorgungsanlage verursacht werden. Wie sich vor Ort zeigte, 

unterscheiden sich die Umstände der übrigen Bauetappen durchaus von der 

vorliegend zu beurteilenden Situation. So befanden sich die ersten 

Bauetappen der Wasserversorgung ausserhalb des Dorfes, womit sich die 

Frage der Beteiligung nicht stellte. Im Bereich … zeigte sich, dass aufgrund 

der engen Verhältnisse und von zahlreichen Wasserschächten kaum mehr 

Raum für eine Beteiligung durch die Grundeigentümer bestand. Diesem 

besonderen Umstand durfte der Gemeindevorstand i.S.v. Art. 61 Abs. 1 KRG 

Rechnung tragen. In diesem Sinne unterscheidet sich die Situation an der Via 

… von den übrigen Fällen. Nach dem Gesagten bestehen somit durchaus 

vernünftige Gründe für eine unterschiedliche Regelung, weshalb die 

Beschwerdeführer aus dem Rechtsgleichheitsgebot nichts zu ihren Gunsten 

ableiten können.

c) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird überdies ein Anspruch auf 

Gleichbehandlung im Unrecht ausnahmsweise anerkannt, wenn eine 

gesetzwidrige Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vorliegt und die 

Behörde zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis 

abzuweichen gedenke (BGE 122 II 446 E. 4a, mit Hinweisen). Vorliegend sind 

diese Voraussetzungen sicherlich nicht erfüllt, zumal die Gemeinde in Zukunft 

im Dorfgebiet gleich wie vorliegend vorgehen will. Selbst wenn also eine 

Ungleichbehandlung der Beschwerdeführer im Verhältnis zu den früheren 

Etappen zu bejahen gewesen wäre, würden sie mit ihrem Vorbringen nicht 

durchdringen. Die Rüge der Ungleichbehandlung ist jedenfalls abzuweisen. 

5. a) Somit bleibt die Frage zu prüfen, ob die Privatinteressenz von 60% zu 

beanstanden ist. Gemäss Art. 62 Abs. 3 KRG sind die 

Erschliessungsabgaben grundsätzlich von jenen Personen zu bezahlen, die 

aus den öffentlichen Anlagen einen wirtschaftlichen Sondervorteil ziehen oder 

die Anlagen nutzen oder nutzen könnten. Die Aufteilung der Kosten zwischen 

dem Gemeinwesen (öffentliche lnteressenz/Gemeindeanteil) und den 

Grundeigentümern (Anteil der privaten Interessenz) erfolgt nach Massgabe 

des Interesses an einem öffentlichen Werk. Unter Heranziehung der jeweils 

von einer Strasse zu erfüllenden Funktion wird der von den 

Grundeigentümerinnen bzw. Grundeigentümern zu entrichtende Anteil in 

einem Prozentrahmen festgelegt, wobei der zuständigen Behörde innerhalb 

der gesetzlichen Richtwerte ein erheblicher Entscheidungsspielraum zusteht. 

Der Rahmen der prozentualen Festlegungen ergibt sich aus Art. 63 Abs. 2 

KRG. Danach beträgt der Gemeindeanteil (öffentliche Interessenz) bei 

Erschliessungsanlagen der Feinerschliessung 30 - 0% und bei solchen den 

Groberschliessung 70 - 40%.

b) Die Gemeinde hat die hier zur Diskussion stehende Via … noch der 

Groberschliessung (rot) zugeteilt. Für Groberschliessungen entsprechen 60% 

gemäss Art. 63 KRG dem maximal zulässigen Privatanteil. Im Gegensatz 

dazu hat die Gemeinde für die Feinerschliessung eine wenig höhere 

Privatinteressenz von 70% festgelegt. Die Beschwerdeführer machen 

geltend, die Gemeinde widerspreche sich selber wenn sie ausführe, dass die 

Strasse lokalen Charakter habe und nicht vom öffentlichen Verkehr befahren 

werde und trotzdem zur Groberschliessung gehöre. Die Strasse diene auch 

als Umfahrung, wenn die Kantonsstrasse geschlossen werde, und als 

Wanderweg. Da überdies die aus dem Jahr 1929 stammende 

Wasserversorgung saniert werde, sei die öffentliche Interessenz höher als 

40% zu bemessen. Auch sei zu berücksichtigen, dass diese Strasse früher 

als Talstrasse benutzt worden sei. 

c) Wie nun der Augenschein gezeigt hat, weist die Via … einen starken 

Quartiercharakter auf. Sie dient im Wesentlichen dem Anschluss der 

einzelnen Grundstücke, wobei die Zuordnung zur Groberschliessung gerade 

aufgrund der beschränkten Durchgangsfunktion der Strasse und ihrer 

Benützung als Wanderweg gerechtfertigt ist. Im Gegensatz dazu zeigt sich 

die voll ausgebaute Kantonsstrasse, welche auch das nächste Dorf 

erschliesst und auch mehr Verkehr aufnimmt, als erheblich komfortabler 

befahrbar. Somit kann festgestellt werden, dass die Überlegungen der 

Beschwerdeführer bereits bei der Zuordnung zur Groberschleissung 

berücksichtigt wurden. Daraus kann also nicht zwingend auf eine erhöhte 

Interessenz innerhalb der gesetzlichen Richtwerte für die Groberschliessung 

geschlossen werden. Aufgrund des heutigen Charakters der Strasse mit 

einem starken Quartierbezug ist es jedenfalls nach Auffassung des Gerichts 

vertretbar, wenn die Gemeinde den maximal zulässigen Privatanteil von 60% 

gemäss Art. 63 Abs. 2 KRG eingesetzt hat. Soweit die Beschwerdeführer 

noch darauf verweisen, dass die Wasserversorgung im öffentlichen Interesse 

liege, übersehen sie, dass die Wasserversorgungskosten zu 100% von der 

Gemeinde übernommen werden, womit auch dieses Argument ins Leere 

stösst.

6. Somit erweisen sich die Beschwerden als unbegründet und sind, soweit 

darauf eingetreten werden kann, abzuweisen. Bei diesem Ausgang gehen die 

Kosten des Verfahrens je zur Hälfte unter solidarischer Haftung zulasten der 

Beschwerdeführer 1 und 2. Aussergerichtliche Entschädigungen sind keine 

zuzusprechen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerdeverfahren A 08 17 und A 08 18 werden vereinigt.

2. Die Beschwerden werden, soweit darauf eingetreten werden kann, 

abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 404.--

zusammen Fr. 3'404.--

gehen je zur einen Hälfte unter solidarischer Haftung zulasten der 

Beschwerdeführer 1 sowie zur anderen Hälfte unter solidarischer Haftung 

zulasten der Beschwerdeführer 2 und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.