# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f319ebf-dfb7-504b-8912-b6ba6ffc7890
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-18
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2011.93
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_93_pl.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2011.93 
2 ST.2011.142 

Entscheid 

18. Januar 2012 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Micheline Roth und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A   

2.  B,    

vertreten durch C  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A wohnt im Kanton D und ist im Jahr 20.. als Rechtsanwalt in der Kanzlei E, 

im Kanton F tätig gewesen. In der Steuerperiode 2008 wies er im Rektifikat der Steu-

ererklärung vom 22. September 2010 für diese Zeit Einkünfte im Kanton F aus selbst-

ständiger Anwaltstätigkeit gemäss Hilfsblatt A in Höhe Fr. 107'935.- aus und deklarierte 

zusammen mit seiner Ehefrau B im Kanton Zürich für die Staats- und Gemeindesteu-

ern 2008 ein steuerbares Einkommen von Fr. 72'667.- (satzbestimmend Fr. 162'840.-) 

und für die Direkte Bundessteuer 2008 ein solches in Höhe von Fr. 163'140.-. 

Im  Einschätzungsverfahren  vertrat  die  Steuerkommissärin  die  Ansicht,  der 

Pflichtige sei in überwiegendem Masse als unselbstständig Erwerbstätiger anzusehen. 

Aus der Vereinbarung des Pflichtigen mit E und der Umsatzübersicht für das Jahr 2008 

ergebe  sich,  dass  dieser  monatlich  Fr. 8'000.-  erhalten  habe.  Weiter  sei  ihm  im  Jahr 

2008  ein  variabler  Honorar-/Einkommensanteil  in  Höhe  von  Fr. 15'035.-  (=  10%  des 

Gesamtumsatzes des Pflichtigen bei E im Jahr 2008) zugeflossen. Sie erfasste daher 

diese Beträge ebenfalls als unselbstständige Erwerbseinkünfte, wodurch sich das de-

klarierte  Einkommen  des  Pflichtigen  aus  unselbstständigem  Haupterwerb  von 

Fr. 53'983.-  auf  Fr. 165'018.-  erhöhte.  Zudem  liess  sie  die  AHV/ALV/IV/EO  Beiträge 

des Pflichtigen in Höhe von Fr. 13'931.- gemäss Erfolgsrechnung 2008 zum Abzug zu 

und  anerkannte  für  die  übrigen  Berufsauslagen  den  pauschalen  Höchstbetrag  von 

Fr. 3'800.-. Die in der Gesamtausscheidung zugunsten des Kantons F zu berücksichti-

gen Erwerbseinkünfte beliefen sich dergestalt auf nunmehr nur noch Fr. 10'831.-. Dar-

aufhin schätzte die Steuerkommissärin die Pflichtigen nach Vornahme einer detaillier-

ten Ausscheidung am 2. März 2011 wie folgt ein: 

Staats- und Gemeindesteuer 
2008 
                      (Fr.) 

   Direkte Bundessteuer 
2008 
    (Fr.) 

Steuerbares Einkommen 
Satzbestimmendes Einkommen 
Steuerbares Vermögen 
Satzbestimmendes Vermögen 

153'900.- 
160'900.- 
564'000.- 
623'000.-. 

161'200.- 

B.  Mit  Einsprache  vom  28. März  2011  beantragten  die  Pflichtigen,  für  die 

Steuerperiode  2008  sei  das  steuerbare  Einkommen  auf  Fr. 72'667.-  (satzbestimmend 

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Fr. 162'840.-)  und  das  steuerbare  Eigenkapital  der  Rechtsanwaltskanzlei  auf 

Fr. 38'064.-  festzusetzen.  Ferner  betrage  das  steuerbare  Vermögen  im  Jahr  2008 

Fr. 585'752.- zum Satz von Fr. 623'816.-. Der Pflichtige habe per 1. Januar 2007 eine 

selbstständige Tätigkeit als Anwalt bei  E aufgenommen und diese sei auch durch die 

Sozialversicherungsanstalt  F  als  solche  anerkannt  worden.  Das  kantonale  Steueramt 

stellte sich dagegen auf den Standpunkt, der Pflichtige habe weder ein Unternehmer- 

noch ein Inkassorisiko tragen müssen und eine fixe monatliche Zahlung von Fr. 8'000.- 

durch E erhalten. Die sozialversicherungsrechtliche Einordnung sei für die steuerrecht-

liche Qualifikation unerheblich. Die Einsprache wurde deshalb mit Einspracheentschei-

den vom 29. April 2011 abgewiesen.  

C.  In  der  Rekurs-/Beschwerdeschrift  vom  26. Mai  2011  liess  der  Pflichtige 

wiederum  beantragen,  das  steuerbare  Einkommen 

im  Kanton  Zürich  sei  auf 

Fr. 72'667.- festzusetzen und der Pflichtige als selbstständiger Anwalt zu qualifizieren. 

Ferner beantragte er eine Parteientschädigung. 

Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 16. Juni 2011 auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  liess  sich 

nicht vernehmen. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14. Dezember  1990  (DBG)  bzw.  § 17  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni 

1997  (StG)  sind  alle  Einkünfte  aus  einem  privatrechtlichen  oder  öffentlichrechtlichen 

Arbeitsverhältnis mit Einschluss der Nebeneinkünfte steuerbar. Desgleichen sind nach 

Art. 18  Abs. 1 DBG  und  § 18  Abs. 1 StG  alle  Einkünfte  aus  einem freien  Beruf  sowie 

aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit steuerbar.  

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b) Dabei ist nach Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung 

der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  (StHG)  das  Einkommen  aus  un-

selbstständiger Erwerbstätigkeit unabhängig davon, wo die Tätigkeit ausgeübt wird, am 

Hauptsteuerdomizil,  d.h.  am  Wohnort  des  Steuerpflichtigen,  steuerbar,  und  gemäss 

Art. 4 Abs. 1 StHG das Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, das in einer 

Geschäftsniederlassung  mit  ständigen  Einrichtungen  erzielt  wird,  am  Ort  der  Ge-

schäftsniederlassung. 

c) Ob eine Tätigkeit steuerrechtlich als selbstständig oder unselbstständig  zu 

qualifizieren ist, hängt in erster Linie von der persönlichen und wirtschaftlichen Selbst-

ständigkeit  ab.  Dabei  ist  nicht  in  erster  Linie  die  zivilrechtliche  Regelung  des  Arbeits-

verhältnisses  entscheidend,  vielmehr  beurteilt  sich  die  steuerrechtliche  Qualifikation 

nach den Umständen des  Einzelfalls.  Die  Vielfalt  der  im  wirtschaftlichen  Leben anzu-

treffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstäti-

gen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalls zu beur-

teilen.  Weil  dabei  vielfach  Merkmale  beider  Erwerbsarten  zu  Tage  treten,  muss  sich 

der  Entscheid  oft  danach  richten,  welche  Merkmale  im  konkreten  Fall  überwiegen 

(BGE 123 V 162 mit weiteren Hinweisen; Markus Reich, in: Kommentar zum Schweize-

rischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 8 N 15 StHG). 

2. a) Der Pflichtige schloss mit G und H, Rechtsanwälte der Anwaltskanzlei E, 

am  8. Januar  2007  eine  Vereinbarung,  nach  welcher  er  der  E  per  1. November  2006 

als  Juniorpartner  ohne  Kapitalbeteiligung  beitritt  und  das  Recht  hat,  an  den  entspre-

chenden  Partnermeetings  teilzunehmen.  Aus  Ziff.  3  dieser  Vereinbarung  geht  hervor, 

dass der Pflichtige bei E als Anwalt tätig sein wird und dass er für diese Tätigkeit der E 

Rechnung zu stellen hat. Nach dieser Regelung erhält er eine Aufwandsentschädigung 

von  Fr. 8'000.-/Monat  zzgl.  Mehrwertsteuer  (Ziff.  3.1).  Für  Letztere  hat  der  Pflichtige 

gemäss  Ziff.  5.1  der  Vereinbarung  eine  monatliche  Abrechnung  zu  erstellen,  welche 

durch  E  zu  genehmigen  ist.  Mit  Bezug  auf  das  Honorareinkommen  aus  anwaltlicher 

Tätigkeit  bestimmen  Ziff.  3.2  und  3.3  der  Vereinbarung  die  prozentualen  Anteile,  die 

dem Pflichtigen an den erzielten Honorarerträgen zustehen. Gemäss Ziff. 3.2 erhält er 

20% der vereinnahmten Honorarerträge von fremd akquirierten Mandaten und gemäss 

Ziff. 3.3 10% der übrigen Honorarerträge. Ferner hält die Vereinbarung fest, dass der 

Pflichtige 50% der Honorarerträge aus selbstakquirierten Mandaten für anteilige Miet-

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kosten,  Infrastrukturkostenbeteiligungen  und  das  Sekretariat  an  die  E  zu  zahlen  hat. 

Ziff. 6 der Vereinbarung sieht eine Kündigung vor, mit einer Frist von 60 Tagen jeweils 

auf das Monatsende. 

b) In der Rekurs-/Beschwerdeschrift führt der Pflichtige aus, dass es sich bei 

der  Aufwandentschädigung  von  Fr. 8'000.-/Monat  um  eine  Akontozahlung  für  fortlau-

fend geleistete Arbeit gehandelt habe, da nur einmal jährlich über die prozentuale Zu-

teilung  der  erzielten  Honorare  abgerechnet  worden  sei.  Den  monatlichen  Zahlungen 

komme  kein  Lohncharakter  zu,  da  zum  einen  auf  diesem  Betrag  Mehrwertsteuer  ge-

zahlt worden sei und zum anderen auch keine Sozialabgaben seitens E hätten vorge-

nommen  werden  müssen.  Soweit  für  den  Pflichtigen  Kosten  und  Spesen  im  Zusam-

menhang  mit  seiner  Anwaltstätigkeit  angefallen  seien,  habe  er  diese  selber  tragen 

müssen,  soweit  er  diese  seinen Klienten  nicht  habe  in Rechnung  stellen  können.  Zu-

dem  habe  er  50%  der  vereinnahmten  Honorarerträge  für  anteilige  Miet-/Infrastruktur- 

und Sekretariatskosten übernehmen müssen, soweit es sich um Honorar für selbstak-

quirierte Mandate gehandelt habe. 

c) Demgegenüber führt das kantonale Steueramt unter anderem aus, dass der 

Pflichtige  die  Entschädigung  von  Fr. 8'000.-/Monat  sowie  10%  bestimmter  Honorarer-

träge  grundsätzlich  erhalten  habe,  unabhängig  davon,  ob  die  E  einen  Verlust  habe 

ausweisen  müssen  oder  die  Klienten  von  E  ihre  Rechnungen  gezahlt  hätten.  Zudem 

habe der Pflichtige mit Bezug auf die Fr. 8'000.- sowie den prozentualen Anteil an den 

Honorarerträgen kein Unternehmer- und Inkassorisiko tragen müssen, da er kein Ver-

tragsverhältnis mit den Mandanten gehabt habe, sondern auf Anweisung der Partner-

anwälte E habe tätig werden müssen. Dabei habe er seine Arbeit auch nicht frei gestal-

ten  können  und  habe  seine  Arbeit  zudem  in  den  Geschäftsräumen  von  E  ausüben 

müssen. Nennenswerte Investitionen habe er für seine Tätigkeit nicht vornehmen müs-

sen, denn gemäss Ziff. 1 der Vereinbarung trat der Pflichtige der Anwaltskanzlei E als 

Juniorpartner  ohne  Kapitalbeteiligung  bei.  Unbedeutend  sei,  wie  die  Sozialversiche-

rungsanstalt  seine  Tätigkeit  eingeordnet  habe  und  ob  auf  dem  Betrag  von  Fr. 8'000.- 

Mehrwertsteuer gezahlt worden sei. Gesamthaft seien das Grundhonorar und die pro-

zentualen Honorarerträge als unselbstständige Erwerbseinkünfte zu qualifizieren. 

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3.   Zwischen  den  Parteien  ist  einzig  streitig,  ob  der  Pflichtige  im  Jahr  2008 

während seiner Tätigkeit bei E als unselbstständig oder als selbstständig erwerbstäti-

ger Anwalt anzusehen ist. Diese Qualifikation ist entscheidend dafür, wo der Pflichtige 

seine Einkünfte zu versteuern hat. 

a) Der Pflichtige führt sinngemäss aus, dass er sich mit G und H zu einer ein-

fachen  Gesellschaft  zur  Führung  einer  Anwaltskanzlei  zusammengeschlossen  habe, 

um  einfacher,  besser,  effizienter  und kostengünstiger  den  Anwaltsberuf  entsprechend 

den  aufsichtsrechtlichen  Ansprüchen  an  die  Infrastruktur  eines  Anwaltsbüros  gemäss 

dem  Bundesgesetz  über  die  Freizügigkeit  der  Anwältinnen  und Anwälte vom  23. Juni 

2000 (BGFA) einzuhalten. 

aa)  Die  einfache  Gesellschaft  ist  eine  personenbezogene  Rechtsgemein-

schaft, die, ohne ein kaufmännisches Unternehmen betreiben zu dürfen, wirtschaftliche 

oder nicht wirtschaftliche Zwecke verfolgen kann und deren Mitglieder für die Verbind-

lichkeiten der Gesellschaft mit ihrem ganzen Vermögen primär, unbeschränkt und soli-

darisch  haften  (Meier-Hayoz/Forstmoser,  Schweizerisches  Gesellschaftsrecht,  10. A., 

2007,  § 12  N 3).  Entscheidungen  mit  Bezug  auf  den  Geschäftsbetrieb  der  einfachen 

Gesellschaft werden durch Gesellschaftsbeschlüsse gefasst (Art. 534 Abs. 1 OR) und, 

ohne weitere Regelung in einem Gesellschaftsvertrag, hat gemäss Art. 533 Abs. 1 und 

2 OR jeder Gesellschafter gleichen Anteil an Gewinn und Verlust. 

bb) Gemäss Art. 531 Abs. 1 OR hat jeder Gesellschafter einen Beitrag zu leis-

ten, d.h. jeder Gesellschafter hat in irgendeiner Form einen Beitrag zur Erreichung des 

Gesellschaftszwecks zu leisten. Dieser Beitrag kann z.B. durch Geld-, Sach- oder Ar-

beitsleistung  erfolgen.  Dabei  kann  eine  Arbeitsleistung  in  einer  arbeitsvertragsähnli-

chen Stellung erfolgen, wobei sie jedoch nicht vergütet wird, sondern der Gesellschaf-

ter, der zum gemeinsamen Zweck Arbeit beigetragen hat, hat Anteil am Gewinn. Dabei 

ist  die  Abrede,  dass  keine  Beteiligung  am  finanziellen  Verlust  zu  erfolgen  habe,  ge-

mäss Art. 533 Abs. 3 OR zwar zulässig, jedoch bedeutet dies auch, dass die geleistete 

Arbeit  in  diesen  Fällen  ohne  Gegenleistung  bleibt  (vgl.  Meyer-Hayoz/Forstmoser, 

Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 10. A., 2007, § 12 N 36 ff, N 45).  

Die Vereinbarung zwischen dem Pflichtigen und G/H sieht keine Gewinn- und 

Verlustbeteiligung vor. Hingegen wird detailliert geregelt, wie die Arbeitsleistungen des 

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Pflichtigen vergütet werden. Er erhält für seine Tätigkeit als Anwalt jeden Monat einen 

fixen Betrag und dazu noch prozentual unterschiedlich geregelte Anteile an den Hono-

rarerträgen  aus  fremd-  oder  selbstakquirierten  Mandaten.  Das  Grundhonorar  von 

Fr. 8‘000.-  pro  Monat  macht  den  Hauptanteil  der  dem  Pflichtigen  zugeflossenen  Ent-

schädigung  aus;  diese  regelmässigen  Zahlungen  hängen  gemäss  Vereinbarung  in 

keiner Weise vom gemeinsam mit G und H erzielten Gewinn oder Verlust ab, sondern 

sind gemäss Ziff. 5.1 der Vereinbarung lediglich an die Genehmigung durch E geknüpft 

(wobei sich die Vertragsparteien über die Bedingungen ausschweigen). Somit fehlt es 

an einem wichtigen Element der einfachen Gesellschaft, nämlich an einem genügend 

engen  Zusammenhang  zwischen  Beitragsleistung  und  Beteiligung  am  Erfolg  (bzw. 

Verlust).  Hinzu  kommt,  dass  der  Pflichtige  weder  an  den  Entscheidungen  teilnimmt 

noch am Kapital beteiligt ist; von einem gemeinsamen Vorgehen zur Erreichung eines 

gemeinsamen Zwecks/Ziels kann angesichts der untergeordneten Stellung des Pflich-

tigen  damit  keine  Rede  sein.  Eine  einfache  Gesellschaft  ist  somit  nicht  zustande  ge-

kommen. 

b) Vielmehr lässt die Vereinbarung und auch das Vorbringen des Pflichtigen, 

dass  er  als  zukünftiger  "selbstständiger"  Partner geformt  und gefördert  werden sollte, 

der  möglicherweise  später  in  die  zwischen  G  und  H  bestehende  Kollektivgesellschaft 

aufgenommen werden sollte, den Schluss zu, dass der Pflichtige einerseits als Arbeit-

nehmer bei E bei Bedarf für die Mandate von G und H als beratender Anwalt tätig wer-

den sollte  und  andererseits  er  auch Gelegenheit  haben sollte,  selber  Mandate zu  ak-

quirieren,  d.h.  einen  eigenen  Mandantenstamm  aufzubauen,  den  er  dann  später,  als 

Mitglied der Kollektivgesellschaft, selbstständig als Anwalt hätte betreuen können. 

aa)  Der  Arbeitsvertrag  weist  entsprechend  Art. 319  Abs. 1  OR  im  Wesentli-

chen  vier  Merkmale  auf:  Es  ist  Arbeit  gegen  Entgelt  in  einem  Dauerschuldverhältnis 

geschuldet,  die  in  einer  fremden  Arbeitsorganisation  und  damit  in  einem  Unterord-

nungsverhältnis geleistet wird (Wolfgang Portmann, in: Basler Kommentar, 4. A., 2007, 

Art. 319  N 1  OR).  Notwendige  Voraussetzung  für  das  Vorliegen  eines  Arbeitsverhält-

nisses ist die Subordination des Arbeitnehmers. Darunter wird die rechtliche Unterord-

nung  in  persönlicher,  betrieblicher  und  wirtschaftlicher  Hinsicht  verstanden.  Entschei-

dend  ist,  dass  der  Arbeitnehmer  in  eine  fremde  Arbeitsorganisation  eingegliedert  ist 

und damit von bestimmten Vorgesetzten Weisungen erhält. Er wird dabei in eine hie-

rarchische Struktur eingebettet (BGer, 9. Februar 2009, 4A.553/2008, www.bger.ch). 

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Bei der Beurteilung aber auch bei der Auslegung eines Vertrags ist zunächst 

der  übereinstimmende wirkliche Willen  der  Parteien  zu ermitteln,  ohne die möglicher-

weise unrichtige Ausdrucksweise oder Bezeichnung zu beachten, welche die Parteien 

entweder  aus Irrtum  oder  in  der  Absicht gebraucht  haben,  um  die wahre  Beschaffen-

heit des Vertrags zu verbergen (Art. 18 Abs. 1 OR). Lässt sich der wirkliche Wille der 

Parteien  nicht  ermitteln  oder  weichen  die  Erklärungen  voneinander  ab,  so  muss  der 

Richter  die  Handlungsweisen  und  die  abgegebenen  Erklärungen  nach  dem  Vertrau-

ensprinzip  auslegen  (BGr,  5. September  2003,  4C.78/2003  =  Pra  93  (2004)  Nr. 67, 

E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 

bb) Die Tätigkeit des Pflichtigen für E wurde so umschrieben, dass der Pflich-

tige "zugunsten E bzw. den Klienten von E" als Anwalt tätig sein wird (Ziff. 3 der Ver-

einbarung). Dabei handelt es sich in der Regel – grob umschrieben – zunächst um die 

rechtliche Beratung im Vorfeld von Rechtsstreitigkeiten oder auch zur Vermeidung von 

Letzteren. Diese erfolgt häufig in Form einer mündlichen Beratung und eines schriftli-

chen Austausches mit dem Klienten, aber es werden in diesem Rahmen auch Verwal-

tungsaufgaben für den Klienten übernommen, Verträge verfasst und/oder abgewickelt 

und ähnliches. Zur Anwaltstätigkeit gehört aber auch die Vertretung der Mandanten vor 

Gericht oder vor Amtsstellen und ihre Beratung in solchen Verfahren. Dafür müssen in 

der Regel nach juristischer Prüfung und Abklärung der Rechtslage die entsprechenden 

Akten  zusammengestellt  und  die  entsprechenden  Rechtsschriften  verfasst  werden. 

Unter Berücksichtigung von Abs. 2 der Präambel der Vereinbarung, nach welcher der 

Pflichtige als  Junior-Partner  tätig  sein  wird  und erst  zukünftig  vollumfänglich  integriert 

werden sollte, sowie der Bestimmung von Ziff. 3 Abs. 3 Vereinbarung, nach welcher G 

und  H  berechtigt  waren,  die  vom  Pflichtigen  erfassten  Leistungen,  die  er  für  von  die 

ihnen  akquirierten  Klienten  erbracht  hat,  zu  kürzen,  muss  geschlossen  werden,  dass 

der  Pflichtige  als  Junior-Partner  unter  Aufsicht  und  Kontrolle,  d.h.  in  einem  Unterord-

nungsverhältnis zu G und H, als Arbeitnehmer tätig gewesen ist. Dass durch G und H 

kein Einfluss auf die Tätigkeit des Pflichtigen mit Bezug auf seine den Mandanten ge-

genüber vertretene rechtliche Auffassung genommen worden ist, damit dieser im Sinne 

von  Art. 8  Abs. 1  lit. d  BGFA  seinen  Anwaltsberuf  unabhängig  ausüben  konnte,  mag 

zutreffend sein, hingegen wurde in der Vereinbarung festgehalten, dass die Leistungen 

des  Pflichtigen  gekürzt  werden  konnten,  was  nichts  anderes  heissen  kann,  als  dass 

der Pflichtige mit Bezug auf welche Leistungen auch immer, möglich ist z.B. der zeitli-

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che Aufwand, unter Aufsicht und Kontrolle stand. Der Pflichtige lässt zudem in der Re-

kursschrift  ausführen,  dass  G  und  H  ihn  "formen  und  fördern"  wollten,  was  wiederum 

ein Unterordnungsverhältnis charakterisiert.  

Dieses Verhältnis zu G und H zeigt auch, dass der Pflichtige in eine hierarchi-

sche  Struktur  eingebettet  war.  Die  beiden  Seniorpartner  wollten  ihn,  den  jungen  An-

walt, in die Tätigkeit als Anwalt einführen und begleiten und für diese Zeit stand er un-

ter ihrer Weisung.  

cc) Zu berücksichtigen ist auch, dass sowohl der Pflichtige als auch G und H 

das Arbeitsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von 60 Tagen beenden konnten (Ziff. 6 

der  Vereinbarung).  Auch  diese  Regelung  widerspricht  einer  selbstständigen  Tätigkeit 

des Pflichtigen, denn dann hätte ihm allein die Benutzung der Büroräumlichkeiten ge-

kündigt werden können und nicht seine Mitarbeit als Anwalt für E grundsätzlich. Diese 

Möglichkeit ergibt sich aber aus Ziff. 6 der Vereinbarung nicht. Die kurze Kündigungs-

frist ist zudem ein Hinweis darauf, dass kein Gesellschafter-Verhältnis bestand; Gesell-

schafter binden sich in der Regel auf längere Zeit, das Gesetz sieht bei der einfachen 

Gesellschaft (dispositiv) 6 Monate vor (Art. 546 Abs. 1 OR). 

dd) Der Pflichtige vereinbarte mit der E eine sog. Aufwandsentschädigung von 

Fr. 8'000.-  pro  Monat  (Ziff.  3.1  Vereinbarung).  Diese  "Entschädigung"  sollte  nach  An-

gaben des Pflichtigen dazu dienen, dass seine monatlichen Lebenshaltungskosten, wie 

Krankenkassenprämien, Miete, Einkauf von Lebensmitteln etc., gesichert sind. 

Wie  der  Pflichtige  selber  ausführt,  konnte  er  nämlich  neben  seiner  Tätigkeit 

als  Anwalt  für  die  von  G  und  H  akquirierten  Mandate  nur  "mässig"  eigene  Mandate 

akquirieren, d.h. er war zur Bestreitung seiner Lebenshaltungskosten und auch für sei-

ne  Anstrengungen,  eigene  Klienten  zu  finden,  auf  die  monatlichen  Leistungen  von  E 

angewiesen.  Aus  der  Aufstellung  "Umsatzübersicht  /  Provisionsguthaben"  ergibt  sich 

denn auch, dass über die gesamte Zeit, die der Pflichtige bei und für E gearbeitet hat, 

Fr. 8'000.-/Monat  geflossen  sind,  obwohl  der  Pflichtige  wohl  auch  Ferienzeiten 

und/oder  arbeitsfreie  Tage  wahrgenommen  hat  und  dann,  unter  Zugrundelegung  sei-

nes  Vorbringens,  wohl  keinen  Anspruch  auf  Fr. 8'000.-/Monat  gehabt  hätte.  Dies  ins-

besondere auch deswegen, weil man ja die Umsatzabrechnung immer nur Ende Jahr 

vorgenommen  hat  und  damit  z.B.  im  März  überhaupt  noch  nicht  wissen  konnte,  ob 

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dem  Pflichtigen  für  diesen  Monat  überhaupt  Fr. 8'000.-  Umsatz  zugestanden  wären. 

Damit ergibt sich, dass der Pflichtige auch in einem wirtschaftlichen Abhängigkeitsver-

hältnis zu E stand.  

ee) Für die Betriebskosten, d.h. die Personalkosten von E, die Miete der Ge-

schäftslokalitäten,  hatte  der  Pflichtige  mit  Bezug  auf  seine  Tätigkeit  für  E  ebenfalls 

nicht  aufzukommen.  Weder  musste  er  sich  an  den  Lohn-  bzw.  Anschaffungskosten 

beteiligen noch hatte er für Letztere eine Abfindung an E zu zahlen. Allein im Umfang 

der selbstakquirierten Mandate hatte er einen entsprechenden Anteil zu tragen.  

ff) Ebenso oblag ihm kein unternehmerisches Risiko, denn aus der Vereinba-

rung ergibt sich im Übrigen nicht, dass der Pflichtige Rückzahlungen hätte vornehmen 

müssen,  falls  sein  Umsatz  nicht  Fr. 96'000.-/Jahr  (=  12  x  Fr. 8'000.-)  erreicht  hätte. 

Zudem  gehörte  er  gemäss  Ziff.  1  Vereinbarung  der  E  ohne  Kapitalbeteiligung  an,  so 

dass er auch diesbezüglich keinen Verlust der Gesellschaft E (mit) zu tragen hatte. 

gg)  Soweit  der  Pflichtige  vorbringt,  dass  er  bei  der  Ausgleichskasse  F  als 

selbstständig Erwerbstätiger registriert worden sei und er auch dementsprechend seine 

Sozialversicherungsbeiträge  dort  geleistet  habe,  ist  ihm  zu  entgegen,  dass  zwar  ent-

sprechend dem Bericht des Bundesrates über eine einheitliche und kohärente Behand-

lung von selbstständiger bzw. unselbstständiger Erwerbstätigkeit im Steuer- und Sozi-

alversicherungsabgaberecht vom 14. November 2001 (BBl 2002, 1126 ff., 1141 f.) für 

beide  Rechtsgebieten  gleichlautende  Abgrenzungskriterien  anzuwenden  sind.  Hinge-

gen ist vom Pflichtigen nicht substanziiert dargelegt worden, nach welchen Kriterien die 

Ausgleichskasse F seine Anwaltstätigkeit beurteilt hat. In den Akten ist allein eine Bes-

tätigung der Ausgleichkasse F zu finden, dass er dort als Selbstständiger registriert sei. 

Es  steht  dem  Steuerrekursgericht  daher  frei,  die  Frage,  ob  der  Pflichtige  als  selbst-

ständig  oder  unselbstständig  Erwerbstätiger  anzusehen  ist,  aufgrund  der  von  diesem 

eingereichten Unterlagen zu prüfen. 

Der vom Pflichtige angerufene Vertrauensschutz, dass sowohl im Steuerrecht 

als  auch  im  Sozialversicherungsrecht  übereinstimmende  Qualifikationskriterien  anzu-

wenden seien, der im Grundsatz von Treu und Glauben begründet ist und bisweilen bei 

Zusicherungen  einer  Behörde  zum  Tragen  kommt,  greift  vorliegend schon  allein  des-

halb nicht, weil der Pflichtige aufgrund der Zusicherung (falls man denn überhaupt von 

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einer solchen sprechen kann) der Ausgleichskasse F keine ihm nachteilige Disposition 

getroffen hat, bzw. solche nicht geltend gemacht hat. 

hh)  Betreffend die Berufung  des  Pflichtigen  auf die Einschätzungen  in  frühe-

ren Steuerjahren ist zu entgegnen, dass die Einschätzungsbehörde den rechtserhebli-

chen Sachverhalt bei jeder Einschätzung neu würdigen und allenfalls zu einer abwei-

chenden  Beurteilung  kommen  kann,  selbst  wenn  sich  der  Sachverhalt  nicht  geändert 

hat.  Ein  Anspruch  auf  eine  in  diesem  Sinne  rechtsgleiche  Behandlung  besteht  nicht. 

Die richtige Anwendung des materiellen Rechts geht somit dem Vertrauen in eine vor-

hersehbare  Rechtanwendung  vor  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar 

zum  DBG,  2. A.,  2009, Vorbemerkungen  zu  Art. 109-121  N 80  DBG,  und  Kommentar 

zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2. A.,  2006,  Vorbemerkungen  zu  §§ 119-

131 N 87 StG). 

ii) Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass die Tätigkeit des Pflichtigen bei 

E als unselbstständige Erwerbstätigkeit anzusehen ist. Nach den weiter oben zitierten 

Bestimmungen des StHG hat die Steuerbehörde den Pflichtigen demnach für die ent-

sprechenden Einkünfte zu Recht an seinem Wohnort besteuert. Die fachkundig vertre-

tenen Pflichtigen bestreiten die von der Behörde vorgenommene Steuerausscheidung 

nicht;  für  die  Einzelrichterin  besteht  demnach  kein  Anlass,  die  zugrunde  gelegten 

Steuerfaktoren zu überprüfen.  

4. Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Beschwerde  und  des  Rekur-

ses. Die Kosten der Verfahren sind den Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; 

§ 152  Abs. 1  StG)  und  ihnen  ist  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 144 

Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

vom  20. Dezember  1968  sowie  § 152  StG  i.V.m  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

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2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

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