# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5daae6de-8db4-53b5-90f1-dd49c9c55c39
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-08
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 08.09.2017 608 2017 180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_608-2017-180_2017-09-08.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

608 2017 180

Urteil vom 8. September 2017 

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Johannes Frölicher 
Richter: Daniela Kiener,

Marc Sugnaux
Gerichtsschreiberin: Angelika Spiess 

Parteien A.________, Kläger, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Zbinden    

gegen

B.________ AG, Beklagte 

Gegenstand Leistungen aus der kollektiven Krankentaggeldversicherung nach VVG

Klage vom 5. November 2015 

Rückweisung gemäss Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung des 
Bundesgerichts vom 14. Juli 2017 (4A_66/2017)

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________, geboren im Jahr 1967, verheiratet, Vater von drei Kindern (Jahrgänge 2009, 
2011 und 2013), wohnhaft in C.________, arbeitete vom 1. Januar 2005 bis 31. Januar 2015 als 
Abteilungsleiter resp. Hauptabteilungsleiter bei der D.________ SA. Im Rahmen dieser Anstellung 
war er spätestens seit dem 1. Januar 2013 bei der B.________ AG (nachfolgend: Versicherung) 
kollektiv krankentaggeldversichert.

Aufgrund einer Erschöpfungsdepression bzw. eines Burnouts bestand seit dem 20. Januar 2014 
eine anhaltende 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit. Die Versicherung anerkannte ihre 
Leistungspflicht und erbrachte – nach Ablauf einer Wartefrist – Krankentaggelder, welche sie 
gestützt auf das in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 15. Juli 2014 (nachfolgend: Gutachten), in 
welchem der Experte zum Schluss kam, dass der im Untersuchungszeitpunkt vollständig 
arbeitsunfähige Versicherte ab 1. September 2014 zu 50 Prozent und ab 1. Oktober 2014 zu 100 
Prozent ohne Leistungsminderung arbeitsfähig sei, nach Ablauf einer Übergangsfrist per 30. 
November 2014 einstellte.

Am 21. Juli 2014 kündigte die D.________ SA das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per
31. Januar 2015.

B. Am 5. November 2015 erhob der Versicherte beim Kantonsgericht Freiburg Klage gegen die 
Versicherung. Er beantragte, es sei die Versicherung zu verpflichten, ihm Krankentaggelder von 
CHF 91‘521.95 sowie Ersatz für vorprozessuale Kosten von CHF 4‘548.55, je zuzüglich Zins, zu 
bezahlen. Mit Eingaben vom 9. Dezember 2015 und 11. März 2016 änderte er sein Begehren 
insofern ab, als er nunmehr Krankentaggelder von CHF 112‘410.70 zuzüglich Zins beanspruchte.

Am 23. Dezember 2016 fällte das Kantonsgericht das folgende Urteil (608 2015 202):

I. Die Klage wird teilweise gutgeheissen. Die B.________ AG wird verpflichtet, A.________ die folgenden 
Beträge zu bezahlen:

- CHF 107‘564.50 nebst Zins zu 5 Prozent seit 11. Juli 2015;
- CHF 2‘172.45 nebst Zins zu 5 Prozent seit 25. Dezember 2015;
- CHF 2‘673.75 nebst Zins zu 5 Prozent seit 10. Januar 2016.

Weitergehend wird die Klage abgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. A.________ wird zu Lasten der B.________ AG eine Parteientschädigung für Honorar und Auslagen des 
Rechtsvertreters von insgesamt CHF 7‘945.80 (inkl. Mehrwertsteuer) zugesprochen.

C. Gegen dieses Urteil erhob die Versicherung am 1. Februar 2017 Beschwerde an das 
Bundesgericht, welches die Beschwerde mit Urteil 4A_66/2017 vom 14. Juli 2017 teilweise 
guthiess und das angefochtene Urteil bezüglich Ziffer 1, soweit die Klage gutheissend, sowie Ziffer 
3 aufhob. Die Sache wurde zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen 
wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde.

Das Bundesgericht erwog im Wesentlichen, dass der Versicherte die Beweislast sowohl für den 
Eintritt des Versicherungsfalls als auch für den Umfang des Anspruches trage. Entsprechend habe 
er zu beweisen, dass er (weiterhin) Anspruch auf Taggelder habe, was unter anderem 

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voraussetze, dass er nach wie vor arbeitsunfähig sei. Dagegen könne die Versicherung den 
Gegenbeweis antreten, etwa indem sie die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nachweise; um 
einen von ihr zu erbringenden Hauptbeweis handle es sich dabei aber nicht. Die Folgen der 
Beweislosigkeit bezüglich Arbeitsunfähigkeit trage der Versicherte (E. 3.2). In diesem 
Zusammenhang kritisierte das Bundesgericht, dass das Kantonsgericht die Fortdauer der 
Arbeitsunfähigkeit des Versicherten gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte als 
ausgewiesen angesehen habe, wobei es die gegen die Überzeugungskraft dieser Berichte 
vorgebrachte, substantiierte Kritik der Versicherung übergangen habe. Da die Berichte der 
behandelnden Ärzte von der Versicherung substantiiert bestritten worden seien, hätte nicht einfach 
ohne Weiteres und vor allem ohne Berücksichtigung und Behandlung dieser Kritik auf sie 
abgestellt werden können. Mit seinem Vorgehen habe das Kantonsgericht das rechtliche Gehör 
der Versicherung verletzt. Der angefochtene Entscheid sei daher aufzuheben und zu neuer 
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen, welche sich mit den Vorbringen, welche die 
Versicherung prozesskonform gegen die Berichte der behandelnden Ärzte ins Feld geführt habe, 
auseinanderzusetzen habe. Gegebenenfalls werde das Kantonsgericht das vom Versicherten zum 
von ihm zu erbringenden Beweis der Fortdauer seiner Arbeitsunfähigkeit beantragte 
Gerichtsgutachten, bei dem auch der am 21. Juli 2014 erfolgten Kündigung Rechnung zu tragen 
sein werde, in Auftrag zu geben haben (E. 5.2).

D. Das Urteil des Bundesgerichts ging am 28. Juli 2017 beim Kantonsgericht ein, welches das 
Verfahren wieder aufnahm und ein neues Dossier (608 2017 180) eröffnete. Ein Schriftenwechsel 
wurde nicht angeordnet.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung 
massgebend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1. Die Eintretensvoraussetzungen wurden bereits im Urteil des Kantonsgerichts vom 23. 
Dezember 2016 (608 2015 202) als erfüllt betrachtet. Daran ist festzuhalten.

2. Vorliegend ist unbestritten, dass der Kläger spätestens seit dem 1. Januar 2013 bei der 
Beklagten kollektiv krankenversichert war und dass am 20. Januar 2014 ein Versicherungsfall 
eingetreten ist. Die Beklagte anerkannte ihre Leistungspflicht und richtete dem Kläger, basierend 
auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent, bis zum 30. November 2014 das volle Taggeld aus.

Streitig ist hingegen, ob die Beklagte ihre Krankentaggeldleistungen per 30. November 2014 zu 
Recht eingestellt hat. Sie tut dies mit der Begründung, dass seit dem 1. September 2014 eine 50-
prozentige und seit dem 1. Oktober 2014 eine 100-prozentige Arbeitsfähigkeit ohne 
Leistungsminderung bestanden habe, und beruft sich auf das Gutachten von Dr. med. E.________ 
sowie auf die beiden vertrauensärztlichen Stellungnahmen der Dres. med. F.________ und 
G.________, beides Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Der Kläger wiederum 
bestreitet unter Berufung auf ärztliche Atteste seiner behandelnden Ärzte, Dres. med. H.________ 
und I.________, ebenfalls beides Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, seit dem 
1. September 2014 wieder (teilweise) arbeitsfähig zu sein.

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Die Klage auf Schadenersatz für vorprozessuale Anwaltskosten wurde vom Kantonsgericht mit 
Urteil vom 23. Dezember 2016 (608 2015 202) bereits rechtskräftig abgewiesen. 

3. Das Bundesgericht hat in seinem Urteil erwogen, dass der Kläger die Beweislast sowohl für 
den Eintritt des Versicherungsfalls als auch für den Umfang des Anspruches trage. Entsprechend 
habe er zu beweisen, dass er (weiterhin) Anspruch auf Taggelder habe, was unter anderem vor-
aussetze, dass er nach wie vor arbeitsunfähig sei. Dagegen könne die Beklagte den Gegenbeweis 
antreten, etwa indem sie die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nachweise; um einen von ihr zu 
erbringenden Hauptbeweis handle es sich dabei aber nicht. Die Folgen der Beweislosigkeit 
bezüglich Arbeitsunfähigkeit trage der Kläger. 

3.1 Der Kläger begründet seine über den 30. November 2014 andauernde volle 
Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen wie folgt:

3.1.1 Aufgrund des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. E.________ vom 15. Juli 2014 sei 
die Beklagte zum Schluss gekommen, dass ab dem 1. September 2014 nur noch eine 50-
prozentige und ab dem 1. Oktober 2014 gar keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden habe, 
weshalb sie das Taggeld – nach Ablauf einer Übergangsfrist – per 30. November 2014 eingestellt 
habe. Auf das Gutachten könne aber nicht abgestellt werden, da es zu einem Zeitpunkt erstattet 
worden sei, als er sich noch nicht in einem gekündigten Arbeitsverhältnis befunden habe und 
weder er noch der Gutachter mit einer Kündigung gerechnet hätten. Durch die überraschend 
erfolgte Kündigung habe sich seine schlechte gesundheitliche Verfassung weiter verschlechtert 
und seine labile Situation sei dadurch vollends aus dem Gleichgewicht gebracht worden; dies mit 
der Folge, dass auch über den 30. November 2014 hinaus eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden 
habe.

Als Beweismittel reichte der Kläger zum einen diverse (unbegründete) ärztliche Atteste seines 
behandelnden Psychiaters, Dr. med. H.________, ins Recht. Diese bescheinigen für den Zeitraum 
vom 1. Dezember 2014 bis 18. Dezember 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit (Klagebeilagen 22-26 
und 41-47), für den Zeitraum vom 19. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2015 eine 50-prozentige 
Arbeitsunfähigkeit (Klagebeilage 47) und für den Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 29. Februar 
2016 eine 40-prozentige Arbeitsunfähigkeit (Klagebeilage 48). 

Die Begründung für die vom behandelnden Psychiater attestierte Arbeitsunfähigkeit findet sich in 
seinem Bericht vom 9. Januar 2015 (Klagebeilage 35). Darin führt der Psychiater aus, dass sich 
der Kläger seit Mai 2014 wegen eines schweren Burnout-Syndroms in seiner Sprechstunde 
befinde. Dieses gehe einher mit im Verlauf der Erkrankung immer schwerwiegenderen 
körperlichen Symptomen wie Grippe, nervöser Darm, Bronchitis, Kloss im Hals, bleischwere Beine, 
schwerer Bruxismus, Sehstörungen, Stand- und Gangschwäche, Schlafstörungen, 
Sonnenunverträglichkeit, HWS-Syndrom und Gürtelrose. Immer wieder würden ihn Reizhusten, 
Fieberschübe und Trigeminalherpes quälen. Die Gefühlswelt werde durch überwältigende Angst 
(samt Herzrasen und Atemnot) sowie formale und auch wahnhafte Denk- sowie Ichstörungen 
(Wiedergeburtserlebnisse, Selbstwahrnehmung als Heiler) beherrscht, so dass man aktuell 
allenfalls auch an ein psychotisches Geschehen denken möchte. Während die somatisch-kognitive 
Seite reich an Symptomen sei, bleibe das eigentliche Affektleben wenig beschädigt. 
Kernsymptome der Depression (wie Schuld-, Versagens- und Minderwertigkeitsgefühle) seien nur 
sehr oberflächlich vorhanden, der Kläger erlebe ganz im Gegenteil Zustände des Auserwähltseins 
(magische Hände) und der Überlegenheit sowie paranoid getönte Schuldzuweisungen. In diesem 
Zusammenhang bestehe            – krankheitstypisch – auch eine Abneigung gegen 

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psychopharmakologische (insbesondere neuroleptische) Medikation und frequente 
Psychotherapie. Auch einer stationären Behandlung stehe der Kläger – krankheitstypisch – 
angstbesessen entgegen. Unabhängig von der operationalisierten Diagnose sei die Prognose 
ohne Zweifel günstig.

Diese Ausführungen bestätigte der behandelnde Psychiater in seinem Bericht vom 25. August 
2015 (Klagebeilage 39), in welchem er ergänzend die folgende Diagnose stellte: 
Verdachtsdiagnose einer Anpassungsstörung (Burnout) auf dem Boden einer schweren, unreifen, 
narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit beginnender Persönlichkeitsveränderung 
(differentialdiagnostisch wahnhafte Störung), mit schweren psychosomatischen Erkrankungen (wie 
z.B. Gürtelrose, Lähmungen, Erstickungsanfälle, Migräne, schwerste hocheitrige 
Nasennebenhöhlenentzündungen, schweren HWS-Syndromen, Sehstörungen, 
Verdauungsstörungen) in kaum 10-tägigen Abständen. Es bestehe eine anhaltende 
Arbeitsunfähigkeit zu 100 Prozent in allen vernunft- und verstandesorientierten sowie an 
regelmässige Arbeitszeiten gebundenen Berufen.

Ausserdem reichte der Kläger einen von seinem behandelnden Psychiater am 29. Oktober 2015 
verfassten Bericht zu den Akten (Klagebeilage 38). Darin präzisiert der Psychiater, dass er nicht 
unter dem Blickwinkel eigenständiger somatischer Symptome auf die körperlichen Beschwerden 
hingewiesen habe, sondern unter „i) ihrer Einordnung, als in ihrer Vielfalt typisch bunt und 
springend, in den psychosomatischen Charakter, als auch ii) deren beeindruckend und 
diagnostisch wegweisenden Schweregrad und Frequenz.“ Dieser Schweregrad des Syndroms 
spreche ja schon für eine Zuordnung in den Bereich der wahnhaften Körperwahrnehmungen – in 
guter idiosyndromatischer Übereinstimmung mit den wahnhaften Selbstwahrnehmungen. Die 
Ablehnung der therapeutischen Bemühungen durch den Kläger müsse unbedingt als 
krankheitstypisch verstanden werden. Es sei davon auszugehen, dass eine über ca. 12 Monate 
gecoachte Wiedereingliederung in eine angepasste Tätigkeit der Genesung hilfreich wäre.

Schliesslich bezieht sich der Kläger in seiner Begründung auf einen Bericht von Dr. med. 
I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 25. Oktober 2016 
(Klagebeilage 49), welcher eine Verschlechterung und eine Chronifizierung der Symptomatologie 
des Klägers seit Juli 2014 beschreibt. Der Kläger habe mit einer schweren depressiven Episode 
mit reaktionellen somatischen Syndromen auf die im Juli 2014 erfolgte Kündigung reagiert. „Ce qui 
a semblé être un trouble de l’adaptation de type burnout en 2014 a évolué vers une 
décompensation de sa structure de personnalité suite à la blessure narcissique qu’a représenté le 
licenciement. A.________ présente actuellement un blocage psychique qui l’empêche de 
s’adapter à un nouveau poste de travail. Il y a également une exacerbation de croyances et 
d’idées bizarres qui influencent son comportement ainsi que des illusions somatosensorielles 
(paralysies somatiques). A.________ présente encore régulièrement des symptômes 
psychosomatiques importants qui le limitent dans sa recherche d’emploi. A.________ fait preuve 
d’une bonne intelligence et de défenses narcissiques qui représentent à la fois des ressources 
mais qui masquent également les limitations de celui-ci."

3.1.2 Das Gericht erachtet vorliegend den vom Kläger zu erbringenden Hauptbeweis als erbracht, 
dass auch über den 30. November 2014 hinaus eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Es ist 
für das Gericht absolut überzeugend und plausibel, dass sich der labile Gesundheitszustand des 
Klägers, welcher seit Januar 2014 wegen einer Erschöpfungsdepression bzw. eines Burnouts zu 
100 Prozent arbeitsunfähig war, mit der erfolgten Kündigung vom 21. Juli 2014 noch weiter 
verschlechterte. Davon scheint auch das Bundesgericht in seinem Urteil auszugehen, wenn es 

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ausführt, es sei nicht zu beanstanden resp. jedenfalls nicht willkürlich, wenn das Kantonsgericht 
zum Schluss gelange, dass die Kündigung einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Klägers 
gehabt habe (E. 5.2). 

Die Verschlechterung des Krankheitszustandes und damit einhergehend eine über den 30. 
November 2014 andauernde volle Arbeitsunfähigkeit wird von den behandelnden Psychiatern mit 
den ins Recht gelegten Arztberichten, in welchen insbesondere eine Zunahme der körperlichen 
Begleiterscheinungen seit der Kündigung beschrieben wird, glaubhaft begründet bestätigt und es 
besteht kein Anlass, diese Aussagen in Zweifel zu ziehen. Dies auch deshalb, weil die 
behandelnden Psychiater in dieser Zeit in regelmässigem Kontakt mit dem Kläger standen und aus 
diesem Grund die Entwicklung seines Gesundheitszustandes hautnah miterlebten. Kommt hinzu, 
dass die behandelnden Psychiater als Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie FMH über die 
notwendige fachliche Kompetenz verfügen, um eine psychiatrische Diagnose 
(Erschöpfungsdepression bzw. Burnout) zu stellen und die sich daraus ergebende 
Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen.

Was die von der Beklagten vorgebrachte Kritik anbelangt, wonach Dr. med. H.________ 
hauptsächlich körperliche, teilweise schwerwiegende und operationsbedürftige Symptome 
diagnostiziere, den Kläger aber trotzdem nicht an Fachärzte überwiesen habe, ist darauf 
hinzuweisen, dass der behandelnde Psychiater von einer psychiatrischen Diagnose (Burnout 
sowie schwere, unreife, narzisstische Persönlichkeitsstörung mit beginnender 
Persönlichkeitsveränderung) ausgeht, welche mit (teilweise schwerwiegenden) körperlichen 
Begleiterscheinungen einhergeht. Was diese körperlichen Symptome anbelangt, so wird vom 
behandelnden Psychiater nicht behauptet, es handle sich um eigenständige somatische 
Symptome. Da es zudem bei einer Erschöpfungsdepression bzw. einem Burnout schwierig ist, die 
körperliche und psychische Ebene zu unterscheiden, da sich die Symptomatik vermischt (vgl. 
Gutachten S. 5) und der Kläger bereits die vom behandelnden Psychiater als notwendig erachtete 
psychopharmakologische (insbesondere neuroleptische) Medikation und stationäre Behandlung – 
krankheitstypisch – ablehnte, ist unter den gegebenen Umständen nicht zu beanstanden, dass der 
behandelnde Psychiater keine Überweisung an Fachärzte vornahm. Auf jeden Fall kann alleine 
deshalb nicht an seiner fachlichen Kompetenz gezweifelt werden. Kommt hinzu, dass die 
psychiatrische Diagnose (Erschöpfungsdepression bzw. Burnout) von keinem der in den 
vorliegenden Fall involvierten Fachärzte in Frage gestellt wurde, weshalb ohne weiteres darauf 
abgestellt werden kann.

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die behandelnden Psychiater nicht nur bezüglich der 
gestellten Diagnose, sondern auch bezüglich der attestierten Arbeitsunfähigkeit bis zum 
31. August 2014 (im Umfang einer 100-prozentigen Arbeitsunfähigkeit) bzw. 30. September 2014 
(im Umfang einer 50-prozentigen Arbeitsunfähigkeit) sowohl vom Gutachter wie auch von 
sämtlichen Vertrauensärzten der Beklagten bestätigt wurden. Divergenzen in der Beurteilung der 
Arbeitsunfähigkeit ergeben sich alleine aus der vom Gutachter gestellten Prognose, dass ab dem 
1. September 2014 mit einer 50-prozentigen und ab dem 1. Oktober 2014 mit einer vollen 
Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei (hierzu sogleich unter E. 3.2).

3.2 Bleibt zu prüfen, ob die von der Beklagten offerierten Beweismittel geeignet sind, den 
Hauptbeweis scheitern zu lassen.

3.2.1 Die Beklagte beruft sich in ihrer Begründung im Wesentlichen auf das psychiatrische 
Gutachten von Dr. med. E.________ vom 15. Juli 2014, welcher davon ausgeht, dass der Kläger 

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ab dem 1. September 2014 zu 50 Prozent und ab dem 1. Oktober 2014 zu 100 Prozent 
arbeitsfähig sein werde. Dieses Gutachten ist aber nicht geeignet, Zweifel an den Berichten der 
behandelnden Ärzte zu begründen. Hierzu hat das Bundesgericht in seinem Urteil festgehalten, 
dass, selbst wenn eine Prognose lege artis erstellt worden sein sollte, dies nicht heisse, dass die 
Entwicklung alsdann auch entsprechend verlaufen sei – und nur die tatsächliche Entwicklung im 
konkreten Fall interessiere (E. 5.1). Da das Gutachten von Dr. med. E.________ in Bezug auf die 
ab dem 1. Dezember 2014 bestehende Arbeitsfähigkeit des Klägers lediglich eine Prognose stellt, 
ist es nicht geeignet, den Hauptbeweis scheitern zu lassen.

Auch die äusserst knapp gehaltene und keinen konkreten Bezug auf den vorliegenden Fall 
nehmende vertrauensärztliche Stellungnahme von Dr. med. F.________ vom 29. Januar 2015 
vermag keine Zweifel an den Berichten der behandelnden Psychiater zu begründen. Ergänzend 
hierzu sei auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 23. Dezember 2016 verwiesen, an dessen 
Ausführungen (E. 3b/dd) festzuhalten ist. Die vertrauensärztliche Stellungnahme von Dr. med. 
F.________ ist somit ebenfalls nicht geeignet, den Hauptbeweis scheitern zu lassen.

3.2.2 Weiter reichte die Beklagte eine vertrauensärztliche Stellungnahme von Dr. med. 
G.________ vom 21. Mai 2015 zu den Akten. 

Der Vertrauensarzt bringt in seiner Stellungnahme vor, dass der behandelnde Psychiater akute 
Erkrankungszustände beschreibe, welche eine somatisch fachärztliche Abklärung und Behandlung 
erfordern. Es könne nicht im Beurteilungsrahmen des psychiatrischen Experten liegen, hierzu eine 
Einschätzung bezüglich der dadurch sich ergebenden Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit 
abzugeben. Somatisch-fachärztliche Zeugnisse seien in den Akten nicht vorhanden. Auffallend sei 
zudem, dass im Bericht des behandelnden Psychiaters vom 9. Januar 2015 weder auf konkrete 
fachärztliche Abklärungen noch auf eventuelle stationäre Behandlungen oder intensivere 
Medikationen (wie Antibiotika, Analgetika) oder weitere schulmedizinisch ausgewiesene Schritte 
verwiesen werde. In psychopathologischer Hinsicht beschreibe der behandelnde Psychiater wohl 
Besonderheiten im Selbstverständnis des Klägers (wahnhafte Denkstörungen, 
Selbstwahrnehmung als Heiler etc.). Die Gewichtung dieser Symptome grenze er aber selber 
dadurch ein, dass er explizit erwähne, dass das eigentliche Affektleben wenig beschädigt sei. 
Kernsymptome der Depression seien nur sehr oberflächlich vertreten. Auch werde die Prognose 
ohne Zweifel als günstig beurteilt. Weiter wird vom Vertrauensarzt darauf hingewiesen, dass 
ausser der Gabe von Johanniskraut und Psychotherapie keine weiteren therapeutischen Optionen 
notwendig seien. Die Frage der Hospitalisation werde wohl erwähnt, werde aber seitens des 
behandelnden Psychiaters nicht als eigentlich unabdingbar notwendig eingestuft. Johanniskraut 
wiederum besitze gemäss Kompendium keine Indikation zur Behandlung von wahnhaften, 
paranoiden Denkvorgängen. Da keine weiteren Medikamente verordnet seien, dürfe davon 
ausgegangen werden, dass diese Denkinhalte die Schwellen einer eigenständigen Störung mit 
Krankheitswert nicht überschritten hätten. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die 
aktuell dokumentierten psychiatrisch relevanten Aspekte gegenüber den Befunden im Gutachten 
wohl noch gewisse Facetten im Denken und Fühlen des Klägers ergänzen und das Gesamtbild 
des gesundheitlichen Befindens erweitern, dass diese aber nicht den Rang einer eigenständigen 
Erkrankungssymptomatik mit Krankheitswert erfüllen, so dass auf die bisherige gutachterliche 
Einschätzung abgestützt werden könne. Es würden sich aktuell keine derart differierenden und 
gewichtigen psychiatrischen Befunde finden, welche die bisherige gutachterliche Beurteilung derart 
in Zweifel setzen würden, dass nicht mehr auf das Gutachten abgestützt werden könne. Hiervon 
abgegrenzt sei eine körperlich bedingte Einschränkung der psychophysischen Leistungsfähigkeit, 

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die aber angesichts der beschriebenen akuten Symptome nicht von psychiatrischer, sondern von 
entsprechend fachärztlich somatischer Seite dargelegt werden müsse.

Es ist einmal mehr darauf hinzuweisen, dass Dr. med. H.________ nicht eigenständige 
somatische Diagnosen stellt, sondern von einer psychiatrischen Diagnose ausgeht, welche mit 
(teilweise schwerwiegenden) körperlichen Begleiterscheinungen einhergeht. Dass in seinem 
Bericht vom 9. Januar 2015 weder auf konkrete fachärztliche Abklärungen noch auf eventuelle 
stationäre Behandlungen oder intensivere Medikationen (wie Antibiotika, Analgetika) oder weitere 
schulmedizinisch ausgewiesene Schritte verwiesen wird, lässt sich darauf zurückführen, dass der 
Kläger solche Massnahmen – krankheitsbedingt – ablehnte, und kann nicht dahingehend 
interpretiert werden, dass die beklagten Beschwerden derart gering (gewesen) seien, dass keine 
fachärztliche Behandlung angezeigt gewesen wäre. Zudem scheint der Kläger in dieser Zeit 
immerhin hausärztlich betreut gewesen zu sein (Bericht von Dr. med. H.________ vom 29. 
Oktober 2015; Gutachten S. 2). 

Entscheidend ist für den vorliegenden Fall aber, dass auch der Vertrauensarzt, welcher die 
Diagnose eines Burnouts nicht in Frage stellt, davon ausgeht, dass sich der psychopathologische 
Gesundheitszustand des Klägers seit der Begutachtung vom 15. Juli 2014 nicht verbessert, 
sondern eher verschlechtert hat („… dass die aktuell dokumentierten psychiatrisch relevanten 
Aspekte gegenüber den Befunden im Gutachten wohl noch gewisse Facetten im Denken und 
Fühlen des Versicherten ergänzen und das Gesamtbild des gesundheitlichen Befindens 
erweitern…“), auch wenn „diese (aktuell dokumentierten psychiatrisch relevanten Aspekte)… nicht 
den Rang einer eigenständigen Erkrankungssymptomatik mit Krankheitswert erfüllen“. Wie er unter 
diesen Vor-aussetzungen zum Schluss kommen kann, „dass sich aktuell keine derart 
differierenden und gewichtigen psychiatrischen Befunde finden, welche die bisherige 
gutachterliche Beurteilung derart in Zweifel setzten würden, dass nicht mehr auf das Gutachten 
abgestützt werden könne“, ist nicht nachvollziehbar, da widersprüchlich. Der Gutachter stellte in 
seinem Gutachten die folgenden Diagnosen: Erschöpfungsdepression (F48.0), Burnout (Z73.0) 
und familiäre Probleme (Z63). Obschon die unterdessen eingetretene Schonung dazu geführt 
habe, dass sich der Kläger teilweise habe erholen können, erachtete ihn der Gutachter zum 
Zeitpunkt der Begutachtung sowie für zwei weitere Monate als zu 100 Prozent arbeitsunfähig 
(Gutachten S. 6 f.). Wenn der Gutachter dem Kläger bescheinigte, dass er ab dem 1. September 
2014 zu 50 Prozent und ab dem 1. Oktober 2014 zu 100 Prozent arbeitsfähig sein werde, ging er 
davon aus, dass bis zu diesem Zeitpunkt eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustandes 
eintreten wird. Diese günstige Prognose basierte im Wesentlichen auf der Annahme, dass der 
Kläger seine Stelle behalten und darüber hinaus bei der Organisation seines Arbeitsplatzes auf die 
Unterstützung seines Arbeitgebers zählen kann: „Vermutlich wird er (der Kläger) mit dem 
Arbeitgeber vereinbaren können, dass er nicht mehr im operativen Bereich tätig sein wird, sondern 
wie früher als externer Berater, wo weniger Stress besteht.“ (Gutachten S. 4), „Wichtig sind vor 
allem ein schonender Einstieg und eine neue Organisation des Arbeitsplatzes.“ (Gutachten S. 5), 
„Es ist nicht sinnvoll, den Versicherten erneut voll im operativen Bereich der Firma tätig sein zu 
lassen. Wichtig ist, dass er vor dem Arbeitsantritt mit dem Arbeitgeber die Verhältnisse neu regeln 
kann.“ (Gutachten S. 6), „Zudem scheint die Firma bereit zu sein, ihm entgegenzukommen.“ 
(Gutachten S. 7). Nun ist aber seit der Begutachtung vom 15. Juli 2014 keine weitere 
Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten. Vielmehr hat sich der Gesundheitszustand 
durch die überraschend erfolgte Kündigung vom 21. Juli 2014 weiter verschlechtert (vgl. hierzu E. 
3.1.2). Wie der Vertrauensarzt, obschon keine Verbesserung, sondern im Gegenteil eher eine 
Verschlechterung im Gesundheitszustand des Klägers zu verzeichnen war, ohne eigene 

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Untersuchung des Klägers zum Schluss kommen kann, dass keine (vollständige) Arbeitsfähigkeit 
mehr vorliegt, ist nicht plausibel und wird vom Vertrauensarzt auch nicht weiter begründet.

Damit ist auch die vertrauensärztliche Stellungnahme von Dr. med. G.________ nicht geeignet, 
Zweifel an den Arztberichten der behandelnden Psychiater zu begründen.

3.2.3 Weitere Beweismittel, namentlich die Einholung eines Gerichtsgutachtens, offeriert die 
Beklagte nicht (vgl. insbesondere Klageantwort S. 16).

3.3 Was die von der Beklagten geltend gemachte Schadensminderungspflicht des Klägers 
anbelangt, so ist sie darauf hinzuweisen, dass selbst wenn der behandelnde Psychiater diverse 
Behandlungsmöglichkeiten (psychopharmakologische, insbesondere neuroleptische Medikation 
und stationäre Behandlung) erwähnt, welche vom Beschwerdeführer aber abgelehnt wurden, dem 
Kläger nicht vorgeworfen werden kann, er habe die Schadensminderungspflicht verletzt, ist doch 
gemäss dem behandelnden Psychiater diese ablehnende Haltung krankheitstypisch. Auch 
erachtete der Gutachter eine Intensivierung der therapeutischen Massnahmen als nicht notwendig. 
Vielmehr dürfte eine stationäre Behandlung eher negative Folgen zeigen, da der Kläger dann von 
seiner Familie (Kleinkinder) getrennt wäre (Gutachten S. 7 f.). 

3.4 Da die Beklagte den vom Kläger erbrachten Hauptbeweis, wonach über den 30. November 
2014 hinaus eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, nicht zu erschüttern vermag, hat der 
Kläger auch für die Zeit ab dem 1. Februar 2015 Anspruch auf Krankentaggeldleistungen (hierzu 
sogleich unter E. 4.1).

4. Ausgehend von einer über den 30. November 2014 hinausgehenden vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit des Klägers ergibt sich die folgende Krankentaggeld-Berechnung:

4.1 Der Kläger war vom 1. Januar 2005 bis 31. Januar 2015 bei der D.________ SA angestellt. 
Er bezog somit bis und mit Januar 2015 den vollen Lohn (Klage S. 12). Entsprechend verlangt er 
mit vorliegender Klage, es seien ihm ab 1. Februar 2015 bis zum 20. Januar 2016 (730 Tage ab 
dem 20. Januar 2014; Versicherungspolice Nr. 28319 [Klagebeilage 10]) Krankentaggelder im 
Gesamtbetrag von CHF 112‘410.70 zu bezahlen. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen 
(Klage S. 12; Eingabe vom 11. März 2016, act. 12):

01.02.2015 – 28.02.2015 (28 Tage) x CHF 334.22 CHF 9‘638.15
01.03.2015 – 31.03.2015 (31 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘360.80
01.04.2015 – 30.04.2015 (30 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘026.60
01.05.2015 – 31.05.2015 (31 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘360.80
01.06.2015 – 30.06.2015 (30 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘026.60
01.07.2015 – 31.07.2015 (31 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘360.80
01.08.2015 – 31.08.2015 (31 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘360.80
01.09.2015 – 30.09.2015 (30 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘026.60
01.10.2015 – 31.10.2015 (31 Tage) x CHF 334.22 CHF 10‘360.80
Zwischentotal 1: CHF 91‘521.95

01.11.2015 – 30.11.2015 CHF 10‘026.60
01.12.2015 – 18.12.2015 CHF 6‘015.95
Zwischentotal 2: CHF 107‘564.50

19.12.2015 – 31.12.2015 (Arbeitsunfähigkeit 50 Prozent) CHF 2‘172.45
01.01.2016 – 20.01.2016 (Arbeitsunfähigkeit 40 Prozent) CHF 2‘673.75

Kantonsgericht KG
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Total: CHF 112‘410.70

Diese Berechnung wird von der Beklagten nicht bestritten (Klageantwort S. 16).

4.2 Der Kläger macht die Ausrichtung von Verzugszinsen ab Fälligkeit geltend.

Den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB; Ausgabe 2006) sind keine Bestimmungen 
über den Verzugszins in Bezug auf Leistungen der Beklagten zu entnehmen. Gemäss Art. 100 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 
221.229.1) finden auf den Versicherungsvertrag die Bestimmungen über das Bundesgesetz 
betreffend das Schweizerische Obligationenrecht vom 30. März 1911 (OR; SR 220) Anwendung, 
soweit das VVG keine Vorschriften enthält. Art. 104 Abs. 1 OR sieht vor, dass der Schuldner, 
welcher mit der Zahlung einer Geldschuld in Verzug ist, einen Verzugszins zu 5 Prozent für das 
Jahr zu bezahlen hat. Der Eintritt des Verzugs setzt die Fälligkeit der Forderung sowie die 
Mahnung durch den Gläubiger voraus. Lehnt der Versicherer zu Unrecht seine Leistungspflicht 
definitiv ab, bedarf es keiner Mahnung. Fälligkeit und Verzug treten dann sofort ein, und die 
Deliberationsfrist  gemäss Art. 41 Abs. 1 VVG wird überflüssig, wenn sie nicht schon abgelaufen ist 
(NEF, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, 2001, Art. 41 N. 20). 

Vorliegend haben die Parteien keinen bestimmten Zeitpunkt für die Erfüllung der geschuldeten 
Krankentaggeldleistungen vereinbart. Da die Beklagte ihre Leistungspflicht ab 1. November 2014 
zu Unrecht ablehnte, treten Fälligkeit und Verzug der Leistungen ab 1. Februar 2015 (Beginn der 
eingeklagten Leistungen) sofort ein. Folglich ist ein Verzugszins zu 5 Prozent wie folgt zu 
bezahlen:

Mittlerer Verfalltag
01.02.2015 – 18.12.2015 321 Tage à CHF 334.22 (CHF 107‘284.60) 11.07.2015
19.12.2015 – 31.12 2015 13 Tage à CHF 167.11 (CHF 2‘172.45) 25.12.2015
01.01.2016 – 20.01.2016 20 Tage à CHF 133.69 (CHF 2‘673.80) 10.01.2016

4.3 Damit ist die Klage auf Zusprechung von Krankentaggeldern für den Zeitraum vom 
1. Februar 2015 bis 20. Januar 2016 im Umfang von insgesamt CHF 112‘130.85 zuzüglich 
5 Prozent Zins ab Fälligkeit gutzuheissen.

5. Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 114 lit. e ZPO).

Die Prozesskosten, worunter auch die Kosten einer berufsmässigen Vertretung fallen (Art. 95 Abs. 
1 lit. b i.V.m. Art. 95 Abs. 3 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 
2008 [ZPO; SR 272]) werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Der 
Tarif wird nach dem kantonalen Justizreglement vom 30. November 2010 (JR; SGF 130.11) 
festgelegt. Gemäss Art. 65 JR wird das als Parteientschädigung geschuldete Honorar aufgrund 
eines Stundentarifs von CHF 250.- festgesetzt, welcher im vorliegenden Fall (Streitwert insgesamt
CHF 116‘959.25) nach Art. 66 Abs. 2 lit. a JR gemäss Abstufung in Anhang 2 um 41,64 Prozent 
auf CHF 354.10 erhöht wird. Korrespondenz und Telefongespräche, die zur Führung des 
Prozesses notwendig waren und den Rahmen einer einfachen Aktenverwaltung nicht 
überschreiten, insbesondere Übermittlungsschreiben, Gesuche um Fristerstreckung oder um 
Verschiebung einer Verhandlung, geben einzig Anspruch auf ein Pauschalhonorar von höchstens 
CHF 500.- (Art. 67 Abs. 1 JR). Die Kosten für Kopien, Portos und Telefonate werden pauschal auf 
5 Prozent der Grundentschädigung ohne Zuschlag festgelegt (Art. 68 Abs. 2 JR). Die 
Reiseentschädigungen umfassen sämtliche Kosten (Transport, Mahlzeiten usw.) sowie die 

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aufgewendete Zeit; sie werden nach den Art. 76 ff. JR festgesetzt (Art. 68 Abs. 3 JR). Im Übrigen 
werden die zur Führung des Prozesses notwendigen Auslagen zum Selbstkostenpreis verrechnet 
(Art. 68 Abs. 1 JR). 

Gestützt auf die Honorarnote vom 10. Oktober 2016 von Rechtsanwalt Thomas Zbinden 
(CHF 6‘554.65) sowie auf die Honorarnote vom 17. November 2016 von Rechtsanwalt Daniel 
Zbinden (CHF 1‘391.15) macht der Kläger einen Aufwand für seine anwaltliche Vertretung im 
vorliegenden Klageverfahren von insgesamt CHF 7‘945.80 geltend. Dieser Betrag wird von der 
Beklagten nicht bestritten (Stellungnahme vom 30. November 2016, act. 38). Da der Kläger mit 
sei-nem Hauptbegehren (Krankentaggeldleistungen) obsiegt und nur mit seinem Nebenbegehren 
(vorprozessuale Anwaltskosten) unterliegt, ist es gerechtfertigt, dass ihm die gesamten 
Parteikosten von der Beklagten ersetzt werden.

Der Hof erkennt:

I. Die Klage wird teilweise gutgeheissen. Die B.________ AG wird verpflichtet, A.________ die 
folgenden Beträge zu bezahlen:

- CHF 107‘284.60 nebst Zins zu 5 Prozent seit 11. Juli 2015;
- CHF 2‘172.45 nebst Zins zu 5 Prozent seit 25. Dezember 2015;
- CHF 2‘673.80 nebst Zins zu 5 Prozent seit 10. Januar 2016.

Weitergehend wird die Klage abgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. A.________ wird zu Lasten der B.________ AG eine Parteientschädigung für Honorar und 
Auslagen des Rechtsvertreters von insgesamt CHF 7‘945.80 (inkl. Mehrwertsteuer) 
zugesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 72-77 und Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 8. September 2017/dki

Präsident Gerichtsschreiberin