# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2910ed71-a07f-5d23-8267-a3a96e184979
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 18.11.2011 PF110063
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PF110063_2011-11-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: PF110063-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter  

Dr. P. Higi und Ersatzrichter lic. iur. P. Raschle sowie Gerichts-

schreiberin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen. 

Urteil vom 18. November 2011 

in Sachen 

 

A._____ AG in Liquidation, 
Beklagte und Beschwerdeführerin, 

 

gegen 

 

Kanton Zürich,  
Kläger und Beschwerdegegner, 

 

vertreten durch Handelsregisteramt des Kantons Zürich, 

 

betreffend erforderliche 
Massnahmen gemäss Art. 731b OR / unentgeltliche Rechtspflege 

(Ernennung Verwaltungsrat und Revisionsstelle) 

 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im summarischen Verfah-

ren des Bezirkes Zürich vom 24. Oktober 2011 (EO110016) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

 1. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2011 wies die Vorinstanz das Gesuch der 

Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung ab und setzte ihr die Frist 

zur Leistung des Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1'500.-- neu an (act. 3). 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin rechtzeitig Beschwerde (act. 2) und stell-

te in diesem Zusammenhang zwölf Anträge (act. 2 S. 2). Da die Beschwerde of-

fensichtlich unbegründet ist, kann auf die Einholung einer Stellungnahme beim 

Beschwerdegegner verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). Hingegen wurden 

die Akten des Verfahrens PF110059 beigezogen (vgl. act. 5).  

 Bei den genannten zwölf Anträgen findet sich kein Antrag auf aufschiebende 

Wirkung, hingegen wird ein solcher im Rahmen der Begründung gestellt (act. 2 

S. 3). Da über die Beschwerde als solche sofort entschieden werden kann, erüb-

rigt es sich ohnehin, die Frage der aufschiebenden Wirkung näher zu prüfen. 

Ausserdem wäre die aufschiebende Wirkung mangels günstiger Verfahrensaus-

sichten bezüglich der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ohnehin 

nicht zu bewilligen.   

II. 

 1. Die Kammer hat sich bereits früher mit dem vorinstanzlichen Verfahren 

betreffend Wiederherstellung befasst (vgl. Geschäfts-Nr. EO110016/Z2; Be-

schluss der Kammer vom 20. Oktober 2011 [PF110059]). Dort hatte sich die Be-

schwerdeführerin unter anderem darüber beschwert, dass ihr vor Vorinstanz ein 

Kostenvorschuss auferlegt und ihr Gelegenheit zur Begründung des Fristwieder-

herstellungsgesuches gegeben worden waren. In beiden Punkten wurde die Be-

schwerde abgewiesen (Verfahren PF110059, act. 5/8 E. 5, Dispositiv-Ziffer 3). In 

jenem Verfahren vor der Kammer hatte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um 

- 3 - 

unentgeltliche Prozessführung für das Beschwerdeverfahren gestellt, das eben-

falls abgewiesen worden war (act. 5/8 E. 3, Dispositiv-Ziff. 1).  

 2. Das nunmehr zu beurteilende Gesuch betreffend unentgeltliche Prozess-

führung bei der Vorinstanz ist abzuweisen. Die Beschwerdeführerin kennt die 

Gründe, die zur Abweisung der von ihr gestellten Gesuche führen, bestens. Sie 

macht zur Frage der unentgeltlichen Prozessführung denn auch keinerlei Ausfüh-

rungen. Was im Beschluss der Kammer vom 20. Oktober 2011 (act. 5/8 E. 3)  

– dort für das Beschwerdeverfahren – gesagt wurde, gilt ohne weiteres auch für 

das zugrunde liegende erstinstanzliche Verfahren. Dass juristische Personen 

grundsätzlich keinen Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung haben, ist dort 

(und auch im früheren Entscheid LF110050 [vgl. act. 5/8, Erw. 3]) erwähnt worden 

und basiert auf Entscheidungen des Bundesgerichts (BGE 131 III 306 E. 5.2; 116 

II 652; 88 II 387). Als einzige denkbare Ausnahme werden Fälle genannt, in de-

nen es um das einzige Aktivum einer Gesellschaft geht, wenn ausserdem der weit 

gefasste Kreis der wirtschaftlichen Berechtigten mittellos sein sollte (BGE 119 Ia 

337 E. 4 b). Dass es sich hier nicht um das einzige Aktivum handelt, hat schon die 

Vorinstanz erwähnt (act. 3 S. 2), so dass es auf den Kreis der wirtschaftlich Be-

rechtigten und deren Verhältnisse nicht ankommt; diesbezüglich ist denn auch 

nichts behauptet und nichts belegt. Schliesslich fehlt es an der Mittellosigkeit, 

weist die Beschwerdeführerin wiederum auf die ihr zustehenden Vermögenswerte 

von über Fr. 1 Mio. hin (act. 2 S. 3). Entsprechend ist das vorinstanzlich gestellte 

Gesuch offensichtlich aussichtslos.  

 Der Antrag (Ziff. 3) um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für 

das erstinstanzliche Verfahren ist daher abzuweisen. Besteht kein Anspruch auf 

unentgeltliche Prozessführung, so ist nichts ersichtlich, was gegen die Auferle-

gung eines Kostenvorschusses gemäss Art. 98 ZPO sprechen könnte, so dass 

der bezügliche Antrag (Ziff. 4) ebenfalls abzuweisen ist. Auf die Beschwerde be-

treffend die weiteren zehn Anträgen ist nicht einzutreten, weil das Beschwerdeob-

jekt im vorliegenden Verfahren nicht ein Entscheid in der Sache selbst ist, son-

dern weil einzig die prozessleitenden Anordnungen der Vorinstanz beurteilt wer-

den können.  

- 4 - 

 3. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO sind in Verfahren um die unentgeltliche 

Rechtspflege keine Gerichtskosten zu erheben, wobei bös- und mutwillig gestellte 

Gesuche ausgenommen sind. Die Beschwerdeführerin hatte bereits im Verfahren 

PF110059 (vgl. act. 5) in der gleichen Angelegenheit – damals für das oberge-

richtliche Beschwerdeverfahren – ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ge-

stellt, welches wegen fehlender Voraussetzungen (keine unentgeltliche Rechts-

pflege für juristische Personen, Aussichtslosigkeit) abgelehnt wurde. Wenn die 

Beschwerdeführerin unmittelbar nach Ergehen jenes Beschwerdeentscheides 

vom 20. Oktober 2011 im vorinstanzlichen Verfahren im gleichen Fall mit den 

identischen Voraussetzungen wiederum ein solches Gesuch stellt, ist dies mutwil-

lig, so dass das vorliegende Beschwerdeverfahren schon aus diesem Grund kos-

tenpflichtig ist.  

 Gemäss Art. 108 ZPO hat derjenige die unnötigen Prozesskosten zu tragen, 

der sie verursacht. Unnötig sind unter anderem Kosten, die mit mutwilligen Gesu-

chen verursacht werden. Das führt bei juristischen Personen dazu, dass diejenige 

natürliche Person die Kosten zu tragen hat, die als Organ oder Vertreter die unnö-

tigen Kosten veranlasst hat. Für die Beschwerdeführerin handelt X._____, 

Z._____ (act. 4), der auch die Beschwerde unterzeichnet hat. Ihm sind daher die 

Kosten des vorliegenden Verfahrens persönlich aufzuerlegen.  

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.-- festgesetzt.  

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden X._____ persönlich aufer-

legt.  

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Bei-

lage eines Doppels von act. 2, an X._____, … [Adresse], Z._____, sowie an 

das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht im summarischen Verfahren, je ge-

gen Empfangsschein. 

- 5 - 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
weniger als Fr. 30’000. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Prof. Dr. I. Jent-Sørensen 
 
versandt am: 

	Urteil vom 18. November 2011
	I.
	II.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.-- festgesetzt.
	3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden X._____ persönlich auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Beilage eines Doppels von act. 2, an X._____, … [Adresse], Z._____, sowie an das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht im summarischen Verfahren, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...