# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fadb30e-ff30-543f-a1b3-9ae0f9e749c9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.11.2022 SB210320
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210320_2022-11-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210320-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Castrovilli, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

Jeker und Ersatzoberrichterin lic. iur. Tschudi sowie Gerichtsschrei-

berin MLaw Brülisauer 

 

Urteil vom 4. November 2022 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Keller,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
2. ... 

Privatkläger und Drittberufungskläger 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

bis 18. Oktober 2021 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Y1._____ 

ab 18. Oktober 2021 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

 

-   2   - 

betreffend Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
24. März 2021 (DG190247) 
 
 
  

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. Septem-

ber 2019 (Urk. HD 38, Ordner 24) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 339 S. 181 ff.) 

1. Das Verfahren bezüglich der in Anklageziffer III. (ND 4) umschriebenen 

Sachbeschädigungen im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (in Verbindung mit 

Art. 172ter StGB) wird eingestellt. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 

lit. b und c BetmG, 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG,  

− der Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis StGB. 

3. Von den Vorwürfen der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 2) 

und des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (ND 7) wird der Be-

schuldigte freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

451 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von  

300 Tagessätzen zu CHF 250, als teilweise Zusatzstrafe zu den mit Urteilen 

des Obergerichts des Kantons Zürich vom 29. April 2011 und vom 10. De-

zember 2014 festgesetzten Geldstrafen von 60 bzw. 90 Tagessätzen. 

5. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafe werden vollzogen. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

30. Juni 2017 beschlagnahmten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zü-

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rich lagernden Barschaften werden in der Höhe von CHF 127'009.55 einge-

zogen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für den nicht mehr 

vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil CHF 633'000 zu 

bezahlen. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

30. Juni und vom 11. Dezember 2017 beschlagnahmten Barschaften in der 

Höhe von CHF 529'632.70 werden zur Deckung der Verfahrenskosten ver-

wendet. Im die Verfahrenskosten übersteigenden Betrag wird die Beschlag-

nahmung des Bargelds aufrechterhalten bis zur vollständigen Bezahlung der 

Ersatzforderung oder bis in einem allfälligen Zwangsvollstreckungsverfahren 

die zuständige Behörde hinsichtlich der Ersatzforderung über die Anordnung 

von Sicherungsmassnahmen gemäss Art. 98 ff. SchKG entschieden hat, 

längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Eintritt der Rechtskraft 

des Entscheids betreffend die Ersatzforderung. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

29. Juni 2017 angeordnete Kontosperre des Kontos der C._____ AG Nr. 1 

(IBAN CH1') bei der D._____ wird aufrechterhalten bis zur vollständigen Be-

zahlung der Ersatzforderung oder bis in einem allfälligen Zwangsvollstre-

ckungsverfahren die zuständige Behörde hinsichtlich der Ersatzforderung 

über die Anordnung von Sicherungsmassnahmen gemäss Art. 98 ff. SchKG 

entschieden hat, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Ein-

tritt der Rechtskraft des Entscheids betreffend die Ersatzforderung. 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

12. Juni 2017 angeordnete Kontosperre des Kontos der E._____ AG Nr. 2 

(IBAN CH2') bei der F._____ AG wird aufrechterhalten bis zur vollständigen 

Bezahlung der Ersatzforderung oder bis in einem allfälligen Zwangsvollstre-

ckungsverfahren die zuständige Behörde hinsichtlich der Ersatzforderung 

über die Anordnung von Sicherungsmassnahmen gemäss Art. 98 ff. SchKG 

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entschieden hat, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Ein-

tritt der Rechtskraft des Entscheids betreffend die Ersatzforderung. 

11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

20. Juni 2017 errichtete Grundbuchsperre des der C._____ AG gehörenden 

Grundstücks, G._____-Gasse …, … Zürich, Grundbuch Blatt 3, Kataster Nr. 

4, EGRID CH5, wird aufrechterhalten bis zur vollständigen Bezahlung der 

Ersatzforderung oder bis in einem allfälligen Zwangsvollstreckungsverfahren 

die zuständige Behörde hinsichtlich der Ersatzforderung über die Anordnung 

von Sicherungsmassnahmen gemäss Art. 98 ff. SchKG entschieden hat, 

längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren nach Eintritt der Rechtskraft 

des Entscheids betreffend die Ersatzforderung. 

12. Das Notariat, Grundbuch- und Konkursamt …-Zürich, … [Adresse], wird 

nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids angewiesen, die 

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 20. Juni 

2017 angeordnete Grundbuchsperre des Grundstücks H._____-Strasse …, 

I._____, Grundbuchblatt 6, Kataster-Nr. 7, aufzuheben. 

13. Das Grundbuch- und Vermessungsamt des Kantons Zug, … [Adresse], wird 

nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids angewiesen, die 

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 20. Juni 

2017 angeordnete Grundbuchsperre der Stockwerkeinheiten J._____, 

K._____, Grundstück-Nummer 8 (Abstellraum 9), Grundstück-Nummer 10 

(Abstellraum 11), Grundstück-Nummer 12 (Abstellraum 13), Grundstück-

Nummer 14 (Abstellraum 15) und Grundstück-Nummer 16 (Abstellraum 17), 

aufzuheben. 

14. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 7. Au-

gust 2017 beschlagnahmte und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich la-

gernde Papier-Inhaberschuldbrief über CHF 500'000 betreffend die Liegen-

schaft H._____-Strasse …, I._____, Grundbuch Blatt 6, Kataster Nr. 7, wird 

nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids an den Beschul-

digten herausgegeben. 

-   6   - 

15. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 7. Au-

gust 2017 beschlagnahmte und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich la-

gernde Papier-Inhaberschuldbrief über CHF 350'000 betreffend die Liegen-

schaft L._____-Strasse …, M._____, Grundbuch Blatt 18, Kataster Nr. 19, 

sowie das bei der Kasse befindliche Dokument betreffend Umwandlung ei-

nes Grundpfandrechts werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Entscheids an den Beschuldigten herausgegeben. 

16. Die folgenden anlässlich von Hausdurchsuchungen sichergestellten 

Betäubungsmittel werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich, ES-

BM, nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen: 

- Sicherstellungen von Proben an der N._____-Strasse …-…: 

A010'256'641 (eine Probeportion Marihuana unbekannten Gewichts), 

A010'256'710 (eine Probeportion Marihuana unbekannten Gewichts); 

- Aus HD N._____-Strasse …-…: 

36 Kisten, enthaltend je ca. 2 kg Marihuana (A010'482'538): 

A010'497'446, A010'497'457, A010'497'468, A010'497'479, 

A010'497'480, A010'497'491, A010'497'515, A010'497'562, 

A010'497'537, A010'497'548, A010'497'559, A010'497'560, 

A010'497'571, A010'497'582, A010'497'593, A010'497'606, 

A010'497'617, A010'497'628, A010'497'639, A010'497'640, 

A010'497'651, A010'497'662, A010'497'673, A010'497'684, 

A010'497'695, A010'497'708, A010'497'719, A010'497'720, 

A010'497'731, A010'497'742, A010'497'753, A010'497'764, 

A010'497'775, A010'497'786, A010'497'797, A010'497'800; 

- Aus HD G._____-Gasse …: 
A010'482'641 (5 Gramm Marihuana), A010'482'754 (10 Gramm Mari-

huana), A010'482'812 (106 Gramm Marihuana), A010'513'787 (28 

Gramm Marihuana), A010'513'845 (234 Gramm Marihuana), 

A010'513'856 (48 Gramm Marihuana), A010'513'878 (22 Gramm Mari-

huana), A010'513'889 (unbekannte Menge Marihuana), A010'513'903 

(unbekannte Menge Marihuana), A010'513'914 (unbekannte Menge 

-   7   - 

Marihuana), A010'513'925 (135 Gramm Marihuana), A010'513'936 

(188 Gramm Haschisch), A010'513'947 (6.1 Gramm Kokain), 

A010'483'155 (3'710 Gramm Haschisch), A010'483'202 (661 Gramm 

Haschisch), A010'514'097 (unbekannte Menge Marihuana), 

A010'514'111 (unbekannte Menge Marihuana), A010'514'122 (unbe-

kannte Menge Marihuana), A010'514'133 (2.7 Gramm Marihuana), 

A010'514'144 (1.4 Gramm Haschisch), A010'514'166 (32.2 Gramm 

Hanf-Samen), A010'483'268 (471 Gramm Marihuana), A010'483'326 

(2'120 Gramm Marihuana), A010'483'360 (526 Gramm Marihuana), 

A010'483'417 (10 Gramm Haschisch), A010'483'440 (300 Gramm Ma-

rihuana), A010'515'249 (0.26 Gramm Kokain), A010'515'272 (48 

Gramm Marihuana), A010'515'283 (50 Gramm Marihuana), 

A010'515'294 (4.2 Gramm Haschisch), A007'918'652 (215 Gramm Ma-

rihuana); 

- Aus HD L._____-Strasse …: 

A010'484'885 (0.94 Gramm Marihuana), A010'484'910 (214 Gramm 

Haschisch), A010'485'344 (672 Gramm Haschisch), A010'485'399 

(1'972 Gramm Haschisch). 

17. Der folgende im vorliegenden Verfahren sichergestellte CBD-Hanf wird dem 

Beschuldigten ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach 

auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser 

Frist werden diese Gegenstände der Kantonspolizei Zürich, ES-BM, als La-

gerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

- Aus HD G._____-Gasse …: 

A010'482'732 (281 Gramm CBD-Hanf), A010'482'776 (2'700 Gramm 

CBD-Hanf), A010'482'798 (242 Gramm CBD-Hanf), A010'482'801 (92 

Gramm CBD-Hanf), A010'483'086 (500 Gramm CBD-Hanf); 

- Aus HD L._____-Strasse …: 

A010'484'954 (122 Gramm CBD-Hanf). 

-   8   - 

18. Die folgenden mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

vom 5. September 2017 und vom 9. Januar 2018 beschlagnahmten Waffen 

und Waffenzubehörteile werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich, 

SPSA-GD-WS, nach Eintritt der Rechtskraft zur gutscheinenden Verwen-

dung überlassen: 

- Aus HD L._____-Strasse …, M._____: 

- 1 Dolch (A010'484'818) 

- 1 Gewehr der Marke Mauser, Modell 105, Kal. 22LR, Nr. … 

(A010'486'392) 

- 1 Luftgewehr der Marke Jakob Heusser, Modell Nr. 33, Kal. 6.35 

mm (A010'486'405) 

- 1 Kartonkiste mit Munition (A010'484'965) 

- 1 Schachtel mit Munition (A010'486'450) 

- Aus HD N._____-Strasse …-…, O._____: 

- 1 Pistole der Marke Parabellum P08, Kal. 9mm PARA, Nr. … 

(A010'495'291) 

- 1 Schalldämpferpistole der Marke Welrod, Kal. 7.65mm BROW-

NING, Nr. … (A010'495'337) 

- 1 Schusswaffe, getarnt als Gehstock, Kal. SG 410 (A010'495'348) 

- 1 Gewehr mit Schalldämpfer und Zielfernrohr der Marke Marlin, 

Modell 9, Kal. 9 mm PARA, Nr. … (A010'495'382) 

- 1 Maschinenpistole der Marke Steyr, Modell MP 40, Kal. 9 mm 

PARA, Nr. … (A010'495'428) 

- 1 Vorderschaft-Repetierflinte der Marke Remington, Modell 870, 

Kal. SG 12'170, Nr. …, V, mit Zielfernrohr, in Waffenetui, 

(A010'495'462) 

- 1 Gewehr, Nr. 57'522 (A010'501'163) 

- 1 Gewehrlauf mit Verschluss und Abzugsvorrichtung "Kriegskor-

te", Kal. 222 Rem (A010'495'371) 

- 1 Gewehrschaft aus Holz (A010'495'359) 

- 1 Magazin (A010'495'473) 

-   9   - 

- 10 Patronen Kal. 12 mm (A010'495'520) 

- 6 Schachteln à 50 Patronen, Kal. 9 mm (A010'495'495) 

- 1 Stofftasche mit Flintenmunition, Kal. 12 mm (A010'495'519) 

- Aus HD AI._____-strasse …, … Zürich: 

- 1 Revolver der Marke Smith & Wesson, Kal. .357 MAG, Nr. … 

(A010'511'189) 

- 1 Revolver der Marke Melcher (A010'511'203) 

- 1 Pistole der Marke Mauser, Modell C96, Nr. …, Kal. 7.63 mm, 

inkl. Verlängerung (A010'486'723) 

- 1 Kartonschachtel mit 37 Schuss, Kal. 7.63 mm. FIOCCHI 

(A010'486'745) 

- 1 Waffenbehältnis mit 4 Patronen Geco .357 Magnum sowie 6 

Patronen Bianchi Speed Strip, Kal. .38-.357 (A010'482'845) 

19. Das Beschussmaterial der beschlagnahmten Waffen, lagernd im Forensi-

schen Institut Zürich, wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Entscheids vernichtet: A010'547'838, A010'547'872, A010'547'883, 

A010'547'907, A010'532'226, A010'532'248, A010'532'226, A010'532'259, 

A010'532'260, A010'532'271. 

20. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II vom 25. Juni 2019 beschlag-

nahmten, nachfolgend aufgezählten Netzwerk-Videorecorder sowie die zu-

gehörigen Festplatten, lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, ES-BM, wer-

den nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis spätestens 3 Mona-

te danach auf erstes Verlangen an den Beschuldigten herausgegeben: 

- Netzwerk-Videorecorder, 0586.17.04 (A010'481'864),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.04 (A010'762'182),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.04 (A010'762'240),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.04 (A010'762'295),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.04 (A010'762'320),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.04 (A010'762'364),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.04 (A010'762'386),  

-   10   - 

- Netzwerk-Videorecorder, 0586.17.05 (A010'483'213),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.05 (A010'762'422),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.05 (A010'762'455),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.05 (A010'762'535),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.05 (A010'762'580),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.05 (A010'762'604),  
- Festplatte ab Videorecorder 0586.17.05 (A010'762'626). 

 Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände der Lager-

behörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

21. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II vom 18. Juni 2019 beschlag-

nahmte Computer der Marke Acer Aspire XC-705, Geräte Nr. … 

(A010'481'808) mit der zugehörigen Festplatte, Geräte Nr. … 

(A010'762'068), lagernd bei der Kantonspolizei Zürich, ITB-DF, wird dem 

Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides bis spätes-

tens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach un-

genutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen. 

Der auf der Festplatte befindliche Propaganda-Film der Terrororganisation 

IS mit dem Dateinamen isis2_dvd.mp4, im Desktopordner 

Users\B'._____\Desktop\Politisch, ist vor Herausgabe des Computers bzw. 

der Festplatte unwiederherstellbar zu löschen. Die ausgelesenen Daten 

werden bei den Akten belassen. 

22. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II vom 1. Februar 2019 beschlag-

nahmten Aktienzertifikate der P._____ AG (Nr. 1 - Nr. 9 über Inhaberaktien 

Nr. 1 - Nr. 90, jeweils Wert von nominal CHF 10'000, Gesamtwert 

CHF 90'000, und Nr. 10 - Nr. 19 über Inhaberaktien Nr. 91 - Nr. 100, jeweils 

Wert von nominal CHF 1'000, Gesamtwert CHF 10'000), lagernd bei der 

Kasse des Bezirksgerichts Zürich, werden nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Entscheides auf erstes Verlangen an den Beschuldigten herausgege-

ben. 

-   11   - 

23. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II vom 2. Juli 2019 beschlag-

nahmte defekte Schalldämpfer (A012'749'223), lagernd bei der Kantonspoli-

zei Zürich, RLA-A-AF, wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides 

bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin an den Beschul-

digten herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist wird der 

Schalldämpfer der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

24. Die anlässlich von Hausdurchsuchungen erstellten Tatort-Fotografien wer-

den bei den Akten belassen bzw. weiterhin aufbewahrt: A010'483'097, 

A010'485'322, A010'485'377, A010'521'003 (je aus HD L._____-Strasse …), 

A010'500'546, A010'499'168 (je aus HD N._____-Strasse …-…), 

A010'501'403, A010'481'897 (aus HD G._____-Gasse …). 

25. Die während des Verfahrens erhobenen DNA-Wattetupfer, lagernd im 

Forensischen Institut Zürich, werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-

genden Entscheids vernichtet: A010'484'465, A010'484'501, A010'484'534, 

A010'484'545, A010'484'567, A010'484'589, A010'484'614, A010'546'857, 

A010'546'891, A010'546'868 (je aus HD L._____-Strasse …), A010'501'049, 

A010'501'221, A010'484'067, A010'484'114, A010'484'125, A010'484'147, 

A010'484'158, A010'484'169, A010'484'170, A010'484'181, A010'484'192, 

A010'484'216, A010'499'226, A010'484'249, A010'484'250, A010'484'261, 

A010'484'294, A010'484'307, A010'484'329, A010'484'330, A010'484'341, 

A010'484'374, A010'484'385, A010'499'259, A010'499'317, A010'499'419, 

A010'499'453, A010'499'464, A010'499'522, A010'499'577, A010'499'668, 

A010'499'953, A010'499'975, A010'500'046, A010'500'068, A010'500'295, 

A010'500'308, A010'500'137, A010'500'284, A010'501'389, A010'501'390, 

(je aus HD N._____-Strasse …-…), A010'500'308, A010'500'400, 

A010'500'911, A010'526'848, A010'526'791, A010'481'933, A010'481'911, 

A010'481'922, A010'521'230, A010'521'285 (je aus HD G._____-Gasse …). 

26. Die während des Verfahrens erhobenen Fingernagelschmutzasservate, la-

gernd im Forensischen Institut Zürich, werden nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Entscheids vernichtet: A010'486'110, A010'486'143, 

A010'486'176, A010'486'187, A010'486'212. 

-   12   - 

27. Die während des Verfahrens erhobenen daktyloskopischen Spuren, lagernd 

im Forensischen Institut Zürich, werden nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

liegenden Entscheids vernichtet: A010'482'538, A010'524'648, 

A010'529'825, A010'529'858, A010'536'079, A010'536'080, A010'536'239, 

A010'536'240, A010'536'251, A010'536'262, A010'536'091, A010'536'148, 

A010'536'159, A010'536'171, A010'536'182, A010'536'193, A010'536'206, 

A010'536'217, A010'536'160, A010'536'228, A010'529'870, A010'529'881, 

A010'524'637, A010'605'922. 

28. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1, A._____, wird auf den Zi-

vilweg verwiesen. 

29. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2, Stadt Zürich, Stadtpolizei 

Zürich, wird auf den Zivilweg verwiesen. 

30. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 20'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 10'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

CHF 36'143.95   Auslagen (Gutachten) 

CHF 28'772.80   Auslagen 

CHF 24'915.00   Telefonkontrolle 

CHF 13'720.00   Auslagen Polizei 

CHF 60'815.25   ehemalige amtliche Verteidigung 

CHF 55'554.50   amtliche Verteidigung (inkl. Akontozahlung) 

CHF 3'055.00   div. Kosten 

 Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

31. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und mit Ausnahme des be-

reits im Verfahren GG200025 abgeurteilten Anteils der Gebühr für das Vor-

verfahren von CHF 1'000, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

-   13   - 

32. Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens UB180080 betref-

fend Verlängerung Untersuchungshaft in der Höhe von CHF 1'200 werden 

dem Beschuldigten auferlegt. 

33. Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens UH200160 betref-

fend Verfahrensvereinigung in der Höhe von CHF 1'300 werden dem Be-

schuldigten auferlegt. 

34. Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens UH210023 betref-

fend Sistierung und Verfahrensvereinigung in der Höhe von CHF 900 wer-

den dem Beschuldigten auferlegt. 

35. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.  

36. Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ wird für seine Bemühungen und Barausla-

gen als amtlicher Verteidiger mit CHF 55'554.50 (inkl. MWST, abzüglich der 

bereits erhaltenen Akontozahlungen in der Höhe von CHF 51'000) aus der 

Gerichtskasse entschädigt. 

Berufungsanträge:  

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:  

(Urk. 343 S. 2 f.; Urk. 399 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei 

− der Widerhandlung gegen das BG über die Betäubungsmittel im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG in Verbindung 

mit Art. 19 Abs. 2 lit. b und c BetmG (HD), 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 2),  

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

(ND 4), 

-   14   - 

− der Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StGB 

(ND 5),  

− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sin-

ne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG (ND 6) und 

− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (ND 7) 

schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren zu bestra-

fen. 

3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, Fr. 3'000'000.– als Ersatzforde-

rung für den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil an den Staat 

abzuliefern. 

4. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, die Kosten der amtlichen Vertei-

digung zurückzuerstatten. 

5. Es sei dem zuständigen Strassenverkehrsamt in Anwendung von 

Art. 123 Abs. 3 VZV und der für den Binnenschiffsverkehr zuständigen 

Behörde des Wohnsitzkantons des Beschuldigten in Anwendung von 

Art. 77 b BSV Mitteilung zu machen über die mit Forensisch-

Psychiatrischem Gutachten vom 14. Mai 2018 gestellte Diagnose einer 

deutlichen antisozialen Persönlichkeitsstörung mit querulato-

risch/paranoiden und narzisstischen Zügen sowie einer Psychopathie 

im hohen mittleren Level.  

b) Der (ehemaligen) Verteidigung lic. iur. Y1._____: 

(Urk. 344 S. 2 f.) 

1. Der Beschuldigte sei betreffend den Anklagevorwurf Handel und Ver-

kauf von Betäubungsmitteln im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und 

g in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG für eine Menge von 

230 kg Marihuana und 7.5 kg Haschisch schuldig zu sprechen.  

-   15   - 

Im angeklagten Mehrumfang sei er freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei von allen übrigen angeklagten Tatbeständen in al-

len Punkten freizusprechen. 

3. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten zu be-

strafen, wovon 5 Monate bedingt aufzuschieben seien. An den unbe-

dingten Teil der beantragten Freiheitsstrafe sei die erstandene Unter-

suchungshaft vom 12.06.2017 bis zum 04.09.2018, diejenige vom 

22.06.2019 bis zum 23.06.2019 sowie die aktuell andauernde, ab dem 

14.12.2020 anzurechnen. 

4. Der Beschuldigte sei zu einer Ersatzforderung zugunsten der Staats-

kasse in der Höhe von Fr. 166'300.– zu verpflichten; diese Summe sei 

von den beschlagnahmten Vermögenswerten, insbesondere dem be-

schlagnahmten Bargeld, in Abzug zu bringen und der Mehrwert bzw. 

Überschuss sei an den Beschuldigten zurückzuführen. 

5. Der bisherige Ankläger, Staatsanwalt lic. iur. Thomas Keller, habe in 

den Ausstand zu treten. 

Sämtliche Anträge der Staatsanwaltschaft gemäss Anklageschrift so-

wie anlässlich der Hauptverhandlung vom 24. März 2021 seien abzu-

weisen. 

6. Sämtliche Anträge der Privatkläger seien abzuweisen oder zumindest 

auf den Zivilweg zu verweisen. 

7. Sämtliche Zivilforderungen seien, soweit sie nicht verjährt sind, auf den 

Zivilweg zu verweisen. 

8. Es sei über den Beschuldigten ein aktuelles psychiatrisches Gutachten 

zu erstellen. 

Die vorinstanzlichen Verfahrensakten seien für das Berufungsverfahren 

beizuziehen.  

-   16   - 

9. Es sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen und dem Beschul-

digten einschliesslich der amtlichen Verteidigung die Möglichkeit einzu-

räumen, weitere Beweisanträge zu stellen sowie weitere tatsächliche 

und rechtliche Überprüfungen des Prozessgegenstandes vorzubringen 

und zu begründen.  

10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskas-

se. 

11. Sämtliche Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse 

zu nehmen und der amtliche Verteidiger sei gemäss anlässlich der in 

der Berufungsverhandlung eingereichten Honorarnote zu entschädi-

gen. Die durch die Vorinstanz vorgenommene Reduktion sei aufzuhe-

ben.  

c) Der (aktuellen) Verteidigung Dr. iur. Y2._____: 

(Urk. 372 S. 1; Urk. 400 S. 1 f.; sinngemäss) 

1. Abweisung der Berufung der Staatsanwaltschaft. 

2. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 24. März 2021 (DG190247) in allen Punkten. 

3. Die vom früheren amtlichen Verteidiger RA Y1._____ mit Berufungser-

klärung vom 28. Juni 2021 vorgebrachten Anträge werden alle zurück-

gezogen.  

4. Unter ausgangsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungs-

folgen im Berufungsverfahren. 

d) Des Vertreters des Privatklägers 1: 

(Urk. 341 S. 1) 

Rückzug der Berufung. 

 

-   17   - 

  

-   18   - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales  

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang inkl. Ermittlungs- und Untersuchungsverfahren, Unter-

suchungshaft, Überwachungsmassnahmen, Beschlagnahmungen, Behandlung 

der gestellten Beweisanträge, Anklageerhebung etc. bis zum vorinstanzlichen Ur-

teil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 339 S. 14 ff.). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 24. März 2021 wur-

de der Beschuldigte im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs 

schuldig gesprochen und bestraft. Das Urteil wurde am 24. März 2021 mündlich 

eröffnet, kurz erläutert und schriftlich im Dispositiv ausgehändigt bzw. schriftlich 

zugestellt (Prot. I S. 74 ff.; Urk. 322 und Urk. 323). Gegen dieses Urteil meldeten 

der Beschuldigte, der Privatkläger 1 (A._____) sowie die Staatsanwaltschaft Beru-

fung an (Urk. 324 - Urk. 326). Das begründete Urteil (Urk. 335 bzw. Urk. 339) 

wurde den Parteien am 8. bzw. 9. Juni 2021 zugestellt (Urk. 338/1-3), woraufhin 

der Beschuldigte sowie die Staatsanwaltschaft mit Eingaben vom 23. bzw. 28. 

Juni 2021 fristgerecht die Berufungserklärungen beim hiesigen Gericht einreich-

ten (Urk. 343 und Urk. 344). Der Privatkläger 1 erklärte mit Eingabe vom 17. Juni 

2021 den Rückzug seiner Berufung (Urk. 341).  

1.3. Mit Beschluss vom 30. Juli 2021 wurde dem Beschuldigten auf dessen Ge-

such (Urk. 350) hin der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zü-

rich vom 7. August 2017 beschlagnahmte und bei der Kasse des Bezirksgerichts 

Zürich lagernde Papier-Inhaberschuldbrief über Fr. 350'000.– betreffend die Lie-

genschaft L._____-Strasse …, M._____, Grundbuch Blatt 18, Kataster Nr. 19, auf 

erstes Verlangen herausgegeben (Urk. 354). Es kann schon an dieser Stelle fest-

gehalten werden, dass die entsprechende Dispositivziffer 15 des vorinstanzlichen 

Urteils von keiner Partei angefochten wurde. 

-   19   - 

1.4. Mit Präsidialverfügung vom 30. Juni 2021 wurde den Parteien Frist ange-

setzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf 

die Berufung zu beantragen (Urk. 346). Daraufhin teilten die Anklagebehörde mit 

Eingabe vom 6. Juli 2021 sowie der Privatkläger 1 (A._____) mit Schreiben vom 

13. Juli 2021 mit, sie verzichteten auf die Erhebung einer Anschlussberufung 

(Urk. 348 und Urk. 349). Der (damalige) Verteidiger des Beschuldigten, RA lic. iur. 

Y1._____, liess sich diesbezüglich nicht vernehmen (Urk. 350). Mit Eingabe vom 

24. September 2021 stellte RA Dr. iur. Y2._____ im Auftrag des Beschuldigten 

den Antrag, dass er neu als amtlicher Verteidiger für das Berufungsverfahren zu 

bestellen sei (Urk. 360). Nach durchgeführter Vernehmlassung (Urk. 362 und 

Urk. 366) wurde mit Präsidialverfügung vom 18. Oktober 2021 RA lic. iur. 

Y1._____ per diesem Datum aus seinem Amt als amtlicher Verteidiger entlassen 

und RA Dr. iur. Y2._____ mit Wirkung per 18. Oktober 2021 als amtlicher Vertei-

diger des Beschuldigten bestellt (Urk. 370). Auf die von RA lic. iur. Y1._____ da-

gegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 29. November 

2021 nicht ein und wies in der Folge auch dessen Fristwiederherstellungsgesuch 

mit Urteil vom 20. Januar 2022 ab (vgl. Urk. 376 und Urk. 379/1-2).  

1.5. Mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 zog RA Dr. iur. Y2._____ namens und im 

Auftrag des Beschuldigten die vom früheren Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ vor-

gebrachten Berufungsanträge vollumfänglich zurück und stellte den Antrag, dass 

die Berufung der Staatsanwaltschaft abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu 

bestätigen sei (Urk. 372). Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Be-

schuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung äusserte, nicht damit einverstan-

den zu sein, dass die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz aufgrund des Rückzugs seiner Berufung in Rechtskraft erwachsen sein solle 

(vgl. Prot. II S. 32), da der mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 erklärte Rückzug 

durch RA Dr. iur. Y2._____ endgültig erfolgte (vgl. Art. 386 Abs. 3 StPO). Darüber 

hinaus hat RA Dr. iur. Y2._____ anlässlich der Fortsetzung der Berufungsver-

handlung vom 4. November 2022 in Gegenwart des Beschuldigten und von die-

sem unwidersprochen bekräftigt, dass sämtliche Prozesshandlungen und -

aussagen der Verteidigung nach ausführlicher Besprechung sowie im ausdrückli-

chen Einverständnis des Beschuldigten erfolgten (Prot. II S. 40). Somit ist auszu-

-   20   - 

schliessen, dass die Erklärung des Berufungsrückzugs vom 25. Oktober 2021 

durch RA Dr. iur. Y2._____ nicht dem Willen des Beschuldigten entsprochen oder 

auf einem Willensmangel von ihm beruht haben könnte. 

1.6. Mit Eingabe vom 25. Mai 2022 reichte die amtliche Verteidigung das über 

den Beschuldigten zusätzlich erstellte psychiatrische Gutachten von Dr. Q._____ 

vom 23. Mai 2022 im Sinne eines Gegengutachtens zu den Akten (Urk. 384 f.). 

Ferner wurde auf Gesuch des Beschuldigten die Anklageschrift der Staatsanwalt-

schaft II des Kantons Zürich gegen R._____ beigezogen (Urk. 383 und Urk. 386 

f.) und der Beschuldigte reichte das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 

28. Oktober 2021 in Sachen S._____, eine Angestellte seines Betriebs, zu den 

Akten (Urk. 389 f.). Unter dem Datum vom 8. September 2022 fand schliesslich 

noch die staatsanwaltschaftliche Befragung des Beschuldigten als Auskunftsper-

son im Verfahren gegen T._____, U._____, V._____ und R._____ Eingang in die 

Akten (Urk. 413 und Urk. 414/1-2).  

1.7. Mit Datum vom 27. Januar 2022 wurden die Parteien zur Berufungsverhand-

lung vom 30. August 2022 vorgeladen (Urk. 378), zu welcher Staatsanwalt lic. iur. 

Thomas Keller sowie der amtliche Verteidiger, RA Dr. iur. Y2._____, erschienen 

sind (Prot. II S. 9). Für den Beschuldigten wurde am Vortag eine fürsorgerische 

Unterbringung angeordnet, weshalb er entschuldigt nicht zur Berufungsverhand-

lung erschienen ist (vgl. Prot. II S. 9 und S. 13; Urk. 397; Urk. 402 f.; Urk. 406 bis 

408). Im Einverständnis der Parteien wurden am 30. August 2022 dennoch die 

Parteivorträge entgegengenommen (Prot. II S. 13 ff.). Da sich der Beschuldigte in 

der Folge nicht von der Berufungsverhandlung dispensieren liess (Urk. Prot. II 

S. 14 und S. 22; Urk. 404), wurde zu einer zweiten Berufungsverhandlung – nach 

einer neuerlichen Verschiebung (vgl. Urk. 409 und Urk. 416) – auf den 4. Novem-

ber 2022 vorgeladen (Urk. 417). Anlässlich dieser erschienen nebst dem Staats-

anwalt lic. iur. Thomas Keller auch der Beschuldigte persönlich in Begleitung sei-

nes amtlichen Verteidigers, RA Dr. iur. Y2._____, sowie dessen Bürokollegin 

RAin MLaw Y3._____ (Prot. II S. 23). Es folgten die Befragung des Beschuldigten 

sowie dessen persönliche Stellungnahme im Rahmen des Schlusswortes (Prot. II 

S. 25 ff.). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

-   21   - 

2. Umfang der Berufung 

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschieben-

de Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementsprechend 

gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in 

den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das Berufungs-

gericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein neues 

Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche Punkte bereits frü-

her in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244, E. 1.3.3; Urteil des Bundes-

gerichtes 6B_533/2016 vom 29. November 2016, E. 4.2 mit Hinweisen). 

In ihrer Berufungserklärung vom 23. Juni 2021 sowie in ihrem Plädoyer (Urk. 343 

und Urk. 399) beantragt die Staatsanwaltschaft mit Bezug auf die Dispositivzif-

fer 1 eine Verurteilung wegen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB, hinsichtlich Dispositivziffer 2 einen Schuldspruch wegen Gewaltdarstellun-

gen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StGB und bezüglich Dispositivziffer 3 eine Ver-

urteilung wegen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie wegen Dieb-

stahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB. Weiter verlangt sie eine Erhöhung der 

Strafe sowie die ausschliessliche Ausfällung einer Freiheitsstrafe (Dispositivzif-

fer 4), womit auch Dispositivziffer 5 (Vollzug) mitangefochten ist, eine Erhöhung 

der Ersatzforderung (Dispositivziffer 7) sowie die Verpflichtung des Beschuldigten 

zur Übernahme der Kosten der amtlichen Verteidigung (Dispositivziffer 35). Die 

Dispositivziffern 8 (Verwendung beschlagnahmte Barschaft) und 31 (Kostenaufla-

ge) wurden zwar nicht formell angefochten, bilden jedoch aufgrund der Anfech-

tung von Dispositivziffer 35 bzw. weil sie einen Konnex zur Übernahme der Kos-

ten der amtlichen Verteidigung aufweisen, Gegenstand des Berufungsverfahrens 

und gelten daher als mitangefochten.  

Der (ehemalige) amtliche Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ hat in seiner Beru-

fungserklärung vom 28. Juni 2021 (Urk. 344) nicht angegeben, welche Dispositiv-

ziffern er konkret anficht. Sinngemäss sind dies die Dispositivziffer 2 (teilweiser 

Freispruch bezüglich des BetmG im mengenmässigen Mehrumfang, Freispruch 

von den übrigen angeklagten Tatbeständen), Dispositivziffer 4 (Reduktion der 

Strafe), Dispositivziffer 5 (Gewährung teilbedingter Strafvollzug) sowie Dispositiv-

-   22   - 

ziffer 7 (Reduktion der Ersatzforderung). Die Einziehung gemäss Dispositivziffer 6 

und die Verwendung diverser Vermögenswerte zur Deckung der Verfahrenskos-

ten bzw. deren Beschlagnahme zur Deckung der Ersatzforderung gemäss Dispo-

sitivziffern 8 - 11 wurden nicht genannt. Da der (ehemalige) amtliche Verteidiger 

RA lic. iur. Y1._____ indes die Reduktion der Ersatzforderung auf Fr. 166'300.– 

beantragte und zudem ausführte, dass diese Summe von den beschlagnahmten 

Vermögenswerten in Abzug zu bringen und der Mehrwert bzw. Überschuss dem 

Beschuldigten zurückzuführen sei, galten diese Ziffern als mitangefochten. Weiter 

verlangte die (ehemalige) amtliche Verteidigung, dass sämtliche Anträge der Pri-

vatkläger abzuweisen oder zumindest auf den Zivilweg zu verweisen seien bzw. 

sämtliche Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen seien (Ziffern 6 und 7 

der Anträge). Da gemäss dem vorinstanzlichen Urteil das Genugtuungsbegehren 

des Privatklägers 1 sowie das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 auf 

den Zivilweg verwiesen wurden (vgl. Dispositivziffern 28 und 29) und durch die 

Privatkläger keine Berufungen erfolgten bzw. diese wieder zurückgezogen wurde 

(Privatkläger 1), musste darüber aber ohnehin nicht entschieden werden. Durch 

den (ehemaligen) amtlichen Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ wurde zudem sinn-

gemäss eine Änderung der Dispositivziffern 31 bis 34 (Kostenauflage) sowie 36 

(Entschädigung) verlangt.  

Mit dem Rückzug der durch den (ehemaligen) Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ 

gestellten Berufungsanträge durch den aktuellen amtlichen Verteidiger, RA Dr. i-

ur. Y2._____, entfällt die Anfechtung der oben erwähnten Dispositivziffern mit 

Ausnahme von Dispositivziffer 36. Diese Ziffer betrifft die Honorarfestsetzung von 

RA lic. iur. Y1._____, welche angefochten bleibt, da sie den ehemaligen Verteidi-

ger persönlich betrifft (vgl. diesbezüglich nachstehend Erwägung I.3.). 

Vom Rückzug der Berufung durch den Beschuldigten ist entsprechend mittels Be-

schluss Vormerk zu nehmen (Urk. 372). Ebenso vom Rückzug der Berufung 

durch den Privatkläger 1 (Urk. 341). 

Durch die Parteien nicht angefochten sind mithin die Dispositivziffern 2, erstes 

und zweites Lemma (Schuldsprüche mit Ausnahme der Gewaltdarstellungen), 

6 (Einziehung Barschaft), 9-27 (Beschlagnahmungen, Herausgaben, Einziehun-

-   23   - 

gen, Vernichtungen), 28-29 (Verweisung der privatklägerischen Zivilforderungen 

auf den Zivilweg), 30 (Kostenfestsetzung) sowie 32-34 (Kostenregelung Be-

schwerdeverfahren).  

Es ist daher festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abtei-

lung, vom 24. März 2021 diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Entschädigung des (ehemaligen) Verteidigers RA lic. iur. Y1._____ 

Der (ehemalige) Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ hat – wie bereits erwähnt – im 

Rahmen der Berufungserklärung vom 28. Juni 2021 auch die Höhe des mit Urteil 

der Vorinstanz vom 24. März 2021 für das Vorverfahren und das erstinstanzliche 

Gerichtsverfahren für ihn festgesetzte Honorar (Urk. 339, Urteilsdispositivziffer 36) 

angefochten (Urk. 344 S. 3 und S. 14). Gegen die Höhe der Entschädigung hätte 

er sich jedoch mit Beschwerde zur Wehr setzen müssen (Art. 135 Abs. 3 StPO). 

Der amtliche Verteidiger und der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatkläger-

schaft sind nicht Verfahrensparteien (Art. 104 Abs. 1 StPO). Ihre Rechtsmittellegi-

timation hinsichtlich der Festsetzung des Honorars ergibt sich nicht aus Art. 382 

StPO, sondern aus der besonderen Regelung in Art. 135 Abs. 3 lit. a StPO bzw. 

Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 3 lit. a StPO. Danach steht 

dem amtlichen Verteidiger und dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Privatklä-

gerschaft gegen den Entschädigungsentscheid des erstinstanzlichen Gerichts im 

Sinne von Art. 135 Abs. 2 StPO lediglich die Beschwerde offen (BGE 139 IV 199, 

E. 5). Demgegenüber fehlt es der beschuldigten Person selbst an einem rechtlich 

geschützten Interesse daran, dass das Honorar ihrer Verteidigung erhöht wird, 

weshalb Erstere diesbezüglich im eigenen Namen nicht zur Erhebung eines 

Rechtsmittels berechtigt ist (Art. 382 Abs. 1 StPO; vgl. zum analogen Fall im Be-

schwerdeverfahren vor Bundesgericht: Urteile des Bundesgerichts 6B_1362/2020 

vom 20. Juni 2022, E.1; 6B_146/2021 vom 14. Februar 2022, E.3.2, je mit weite-

ren Hinweisen). 

Zwar hatte der (ehemalige) Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ mit Eingabe vom 

29. März 2021 rechtzeitig im Namen des Beschuldigten die Berufung angemeldet 

-   24   - 

(Urk. 325) und am 28. Juni 2021 fristgerecht die Berufungserklärung im Sinne von 

Art. 399 Abs. 3 StPO eingereicht (Urk. 344). Die eigene Beschwerde gegen die 

am 24. März 2021 durch die Vorinstanz mündlich eröffnete Festsetzung der Höhe 

seiner Entschädigung (Prot. II S. 74 ff.) wäre indessen innert 10 Tagen schriftlich 

und begründet bei der Beschwerdeinstanz (der III. Strafkammer des Obergerich-

tes des Kantons Zürich) einzureichen gewesen, welche die Beschwerde im Falle 

einer rechtsgültigen Berufung in der Folge an die Berufungsinstanz zur Behand-

lung überwiesen hätte. Da der (ehemalige) Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ die 

Höhe seiner Entschädigung somit nicht innert dieser Frist schriftlich und begrün-

det angefochten hat, lief die Frist zur Einreichung der Honorarbeschwerde unbe-

nützt ab, weshalb auf die verspätete Anfechtung der Höhe seiner Entschädigung 

im Berufungsverfahren nicht einzutreten ist. Daran ändert auch der Umstand 

nichts, dass im erstinstanzlichen Urteil nur auf das Rechtsmittel der Berufung, 

nicht aber auf die zusätzliche Beschwerde nach Art. 135 Abs. 3 StPO hingewie-

sen wurde, kann doch von zugelassenen Rechtsanwälten entsprechende Geset-

zeskenntnis erwartet werden. 

4. Beweisanträge/Ausstandsbegehren 

Mit seiner Berufungserklärung stellte der (ehemalige) amtliche Verteidiger RA 

lic. iur. Y1._____ die Anträge, es sei über den Beschuldigten ein aktuelles psychi-

atrisches Gutachten zu erstellen und der bisherige Staatsanwalt lic. iur. Thomas 

Keller habe in den Ausstand zu treten (Urk. 344 S. 2).  

In seiner Berufungserklärung rügte der damalige Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ 

zudem, dass kein Logbuch bzw. Mindestinhaltsverzeichnis der Überwachungs-

massnahmen vorliege (Urk. 344 S. 6). Weiter erwähnte er – ohne entsprechenden 

Antrag –, dass die Einvernahmen mit sämtlichen Mitbeschuldigten in Anwesenheit 

des Beschuldigten zu wiederholen sowie die entsprechenden Verfahren zu verei-

nigen seien (Urk. 344 S. 9). Hinsichtlich der Ausführungen zum Logbuch bzw. In-

haltsverzeichnis kann auf die ausführlichen und zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 339 S. 22 ff.), ebenso mit Bezug auf die Wie-

derholung diverser Einvernahmen (Urk. 339 S. 25 f.). Diese Rügen wurden zudem 

durch den aktuellen Verteidiger RA Dr. iur. Y2._____ zu Recht nicht aufrecht-

-   25   - 

erhalten (Urk. 372). Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass durch die Vo-

rinstanz zur Erstellung des Sachverhalts keine belastenden Aussagen der einver-

nommenen Personen gegen den Beschuldigen verwendet wurden. Mit Bezug auf 

den durch den (ehemaligen) Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ implizit gestellten 

Vereinigungsantrag kann zudem auf den Beschluss des Obergerichts des Kan-

tons Zürich vom 23. September 2020 verwiesen werden, womit der entsprechen-

de Antrag bereits abgewiesen wurde (Urk. 199).  

Zum von der ehemaligen Verteidigung gestellten Antrag auf Erstellung eines ak-

tuellen psychiatrischen Gutachtens ist darauf hinzuweisen, dass über den Be-

schuldigten bereits ein Gutachten erstellt wurde (Urk. HD 26/33, Ordner 22). Eine 

erneute Begutachtung ist daher nicht notwendig; dass in der Zwischenzeit neue 

Umstände eingetreten sein sollen oder das Gutachten irgendwelche Mängel auf-

weisen soll, wird auch vom (ehemaligen) Verteidiger RA lic. iur. Y1._____ nicht 

geltend gemacht. Dieser beruft sich sogar selber auf das im Recht liegende aktu-

elle Gutachten von Dr. med. W._____ (Urk. 344 S. 12). Der Antrag ist daher als 

unter verteidigungstaktischen Gründen, insbesondere einer Verzögerung des Ver-

fahrens, zu würdigen. Der aktuelle Verteidiger RA Dr. iur. Y2._____ hat diesen 

Antrag sowie denjenigen auf Ausstand von Staatsanwalt lic. iur. Thomas Keller 

denn auch zurückgezogen (Urk. 372) und ein zweites psychiatrisches Gutachten 

über den Beschuldigten im Sinne eines privaten Gegengutachtens eingereicht 

(vgl. Urk. 384 f.). Weitere Erwägungen erübrigen sich damit.  

5. Verjährung 

5.1. Die Vorinstanz erachtete die in Anklageziffer III. (ND 4) umschriebenen 

Sachbeschädigungen als verjährt. Diese Handlungen würden geringfügige Sach-

beschädigungen im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter 

StGB darstellen, welche als Übertretungen qualifizierten und hinsichtlich welcher 

die Strafverfolgung in drei Jahren (Art. 109 StGB) verjähre. Die dem Beschuldig-

ten vorgeworfenen Sachbeschädigungen würden mehrfache Tatbegehungen dar-

stellen und mithin keine verjährungsrechtliche Einheit bilden. Im Hinblick auf den 

Beginn der Strafverfolgungsverjährung sei folglich Art. 98 lit. a StGB zur Anwen-

dung zu bringen, gemäss welchem die Verjährung jeweils mit demjenigen Tag 

-   26   - 

beginnt, an welchem der Täter die strafbare Handlung ausgeführt hat. Folglich 

seien sämtliche Sachbeschädigungen als verjährt zu erachten, da sie allesamt 

drei Jahre vor der Ausfällung des vorinstanzlichen Urteils verwirklicht worden sein 

sollen (Urk. 339 S. 59 ff.).  

5.2. Die Staatsanwaltschaft macht geltend, dass der Beschuldigte von Beginn an 

beabsichtigt habe, die Parkuhren um den AA._____ immer wieder zu verstopfen 

und dadurch zu beschädigen. Er habe erst aufgehört, als er einen Parkplatz in der 

Umgebung gefunden habe. Er habe die Parkuhren darum ausser Gefecht gesetzt, 

weil er von der Polizei immer Bussen erhalten habe, er sei von der Polizei schika-

niert worden. Weiter seien die Sachbeschädigungen in identischer Weise sowie in 

zeitlicher Hinsicht kurz hintereinander – zum Teil mehrfach am Tag – und jeweils 

in unmittelbarer Nähe des Restaurants AA._____ erfolgt. Damit liege ein einheitli-

cher Willensakt sowie ein enger räumlicher und zeitlicher Zusammenhang vor, 

weshalb der einheitliche Tatentschluss erstellt sei (Urk. 343 S. 3 f., Urk. 399 S. 4).  

5.3. Der (aktuelle) amtliche Verteidiger RA Dr. iur. Y2._____ erklärte anlässlich 

der Berufungsverhandlung, dass die Vorinstanz korrekterweise davon ausgegan-

gen sei, dass der Beschuldigte nicht beabsichtigt habe, einen höheren Schaden 

zu verursachen und lediglich günstige Gelegenheiten genutzt habe, weshalb die 

Vorfälle auch einzeln zu betrachten seien und von mehrfacher geringfügiger 

Sachbeschädigung auszugehen sei. Diese könnten infolge Verjährung nicht mehr 

verfolgt werden, sondern seien, wie die Vorinstanz zu Recht erkannt habe, einzu-

stellen (Urk. 400 S. 13 f.).  

5.4. Dem Beschuldigten wird konkret vorgeworfen, zwischen dem 12. April und 

dem 29. Mai 2017 jeweils in der Umgebung des Restaurants AA._____ die Park-

uhren mit Trinkhalmen verstopft zu haben. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehal-

ten hat, lässt sich dem Beschuldigten nicht nachweisen, dass seine Taten einen 

einheitlichen Willensakt aufweisen, mithin der Beschuldigte einen einmaligen Ent-

schluss gefasst hatte. Zudem ist davon auszugehen, dass er nicht abschätzen 

konnte, wie teuer die Reparaturkosten einer Parkuhr sein würden. Beim Stopfen 

von Trinkhalmen in eine Parkuhr handelt es sich in jedem Fall um eine Handlung, 

welche nur einen geringen Schaden verursachen kann. Ein systematisches bzw. 

-   27   - 

sukzessives Vorgehen (vgl. hierzu auch BSK StGB I-ZURBRÜGG, Art. 98 N 22) ist 

nicht erkennbar, sondern eher ein Nutzen von sich bietenden Gelegenheiten. Da-

ran ändert nichts, dass der Beschuldigte die Parkuhren beschädigte, weil er – 

gemäss seiner Ansicht – von der Polizei schikaniert wurde, weil er immer wieder 

Parkbussen erhielt (Urk. HD 3/12 S. 6 f., Ordner 4). Denn eine solche Handlung 

entspringt einer momentanen Gefühlsäusserung, was sich auch darin zeigt, dass 

der Beschuldigte damit aufhörte, als er einen Parkplatz mieten konnte (Urk. HD 

3/12 S. 6, Ordner 4). Es handelt sich zwar um kurze Abstände zwischen den Ta-

ten, indes sind diese klar voneinander abgegrenzt (vgl. hierzu auch BSK StGB II-

WEISSENBERGER, Art. 172ter N 51 mit diversen Beispielen). Zudem würde auch ein 

einheitlicher Willensentschluss nicht ohne weiteres eine natürliche Handlungsein-

heit begründen. So bilden Serien- und Mehrfachtaten nach der Rechtsprechung 

keine Handlungseinheit mehr. Zum Beispiel sind Schäden, die ein Täter auf einer 

auf mehrere Tage oder Wochen verteilten "Spraytour" verursacht, unter dem 

Blickwinkel von Art. 172ter Abs. 1 StGB nicht zusammenzuzählen. Gleich verhält 

es sich in Bezug auf andere, sukzessiv begangene Vermögensdelikte (vgl. BSK 

StGB II-WEISSENBERGER, Art. 172ter N 46 und N 49). Die Einstellung des Verfah-

rens bezüglich der in Anklageziffer III. (ND 4) umschriebenen Sachbeschädigun-

gen im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 172ter StGB) ist 

somit zu bestätigen.  

II. Schuldpunkt  

1. Vorbemerkungen zur Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung  

1.1. Vorliegend handelt es sich um einen äusserst umfangreichen Straffall 

(Hauptdossier I und II sowie 38 Bundesordner und eine Schachtel; das  

vorinstanzliche Urteil umfasst 193 Seiten). Es ist daher vorab darauf hinzuweisen, 

dass im vorliegenden zweitinstanzlichen Urteil konsequent auf Wiederholungen 

zu verzichten ist, um den Umfang des Entscheides in Grenzen zu halten und die 

Lesbarkeit zu erhöhen. Mit Bezug auf die tatsächliche und rechtliche Würdigung 

ist ergänzend an den entsprechenden Stellen auf die vorinstanzlichen Erwägun-

gen zu verweisen (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem ist festzuhalten, dass sich die 

-   28   - 

urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderset-

zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr wird 

dem Gericht zugestanden, sich auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und 

massgeblichen Vorbringen der Parteien zu beschränken (vgl. dazu Urteile des 

Bundesgerichts 1P.378/2002 vom 9. September 2002, E. 5.1; 6B_600/2012 vom 

26. Februar 2013, E. 3.2; BGE 136 I 229, E. 5.2; BGE 133 I 277, E. 3.1; BGE 129 

I 232, E. 3.2; BGE 126 I 97, E. 2b mit Hinweisen). Folgerichtig wird sich auch die 

Berufungsinstanz nur mit denjenigen Einwänden der Parteien auseinanderzuset-

zen zu haben, welche die relevanten Anklagesachverhalte betreffen und für die 

rechtliche Beurteilung wesentlich sind.  

1.2. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung und der Würdigung von Aussa-

gen sowie der Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen und der Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen hat sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst, so-

dass darauf vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 339 S. 63 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Auch die Beweismittel sind vollständig genannt und an den ent-

sprechenden Stellen ist zutreffend ausgeführt, welche Beweismittel verwertbar 

sind und welche nicht. Die Aussagen des Beschuldigten und der weiteren Betei-

ligten sowie die übrigen Beweismittel wurden im vorinstanzlichen Urteil in Bezug 

auf die sachlich relevanten Inhalte bei den jeweiligen Anklagevorwürfen umfas-

send und ausführlich wiedergegeben, weshalb auch darauf vollumfänglich zu 

verweisen ist (Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf die konkreten Aussagen bzw. Beweismit-

tel ist nachfolgend daher nur noch ergänzend bzw. konkretisierend einzugehen.  

1.3. Zur Beweiswürdigung ist festzuhalten, dass auch unter dem Gesichtspunkt 

des Grundsatzes "in dubio pro reo" eine absolute Gewissheit nicht verlangt wer-

den kann. Vielmehr müssen erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel an 

der Schuld des Beschuldigten bestehen, die sich nach der objektiven Sachlage 

aufdrängen. Dabei ist es Aufgabe des Gerichts, dem eigenen Gewissen verpflich-

tet in objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob es 

von einem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an 

dessen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 StPO; BGE 124 IV 86, E. 2a). 

Es liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine 

-   29   - 

absolute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss es 

genügen, dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. 

Lässt sich ein Sachverhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im 

Wesen menschlichen Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies das Gericht 

nicht, willkürfrei subjektiv mit Gewissheit davon überzeugt zu sein (vgl. Urteile des 

Bundesgerichtes 6B_172/2009 vom 29. Oktober 2009, E. 1.6 am Ende unter Hin-

weis auf BGE 127 I 54, E. 2b).  

2. Sachverhalt  

2.1. Anklageziffer II. betreffend Drohung (ND 2) 

2.1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich der ihm in Anklagezif-

fer II. vorgeworfenen Drohung freigesprochen. Es liege eine Aussage-gegen-

Aussage-Situation vor. Zwar habe der Privatkläger A._____ sehr detaillierte, wi-

derspruchsfreie und schlüssige Angaben getätigt, indes seien auch die durch den 

Beschuldigten deponierten Aussagen ohne Widersprüche erfolgt. Es sei festzu-

halten, dass die Aussagen des Privatklägers A._____ nicht schlechterdings un-

glaubhaft erscheinen würden und es durchaus möglich sei, dass sich die beiden 

Männer nicht gerade freundlich begegneten, was vom Beschuldigten grundsätz-

lich auch eingestanden worden sei. Es würden indes gewisse Zweifel daran be-

stehen, dass die in der Anklage genannte Aussage des Beschuldigten auch tat-

sächlich so gefallen sei, da sich selbst der Privatkläger A._____ bezüglich des 

genauen Wortlauts in der Einvernahme nicht mehr ganz sicher gezeigt habe. Un-

ter diesen Umständen könne keine Verurteilung des Beschuldigten erfolgen und 

dieser sei in Anwendung des Grundsatzes 'in dubio pro reo' freizusprechen (Urk. 

339 S. 107 ff.).  

2.1.2. Die Staatsanwaltschaft ficht diesen Freispruch an und macht geltend, dass 

die Tatsache, dass sich der Privatkläger A._____ nicht an den genauen Wortlaut 

der drohenden Äusserung des Beschuldigten erinnern könne, gerade die Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen unterstreiche. Dass er sich 5 ½ Monate nach dem Er-

eignis nicht an den exakten Wortlaut erinnern konnte, sei ohne Weiteres nachvoll-

ziehbar. Er habe sich definitiv daran erinnern können, was die Äusserung des Be-

-   30   - 

schuldigten in ihm ausgelöst habe, nämlich Unbehagen und das Gefühl eines kla-

ren Eingriffs in sein Privatleben. Er habe angefangen, sich Gedanken zu machen, 

was sein könnte. Er habe an Beschädigungen von Fahrzeugen bis hin zu Belästi-

gungen von Familienangehörigen gedacht, da er ja einen seltenen Nachnamen 

trage. Dass der Beschuldigte diese Äusserung bestreite, sei nachvollziehbar, da 

er ein grosses Interesse daran habe, sich nicht selber zu belasten. Er habe im 

Übrigen selber bestätigt, mehrere Polizeibeamte bedroht zu haben. Der Beschul-

digte sei daher der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB schuldig zu sprechen 

(Urk. 343 S. 4 ff.; Urk. 399 S. 5 ff.).  

2.1.3. Der (aktuelle) amtliche Verteidiger RA Dr. iur. Y2._____ erklärte anlässlich 

der Berufungsverhandlung im Wesentlichen, dass der Beschuldigte nicht bestrei-

te, dass es zwischen ihm und dem Privatkläger A._____ zu einer Auseinander-

setzung gekommen sei, jedoch werde der Vorwurf bestritten, dass der Beschul-

digte diesen bedroht habe. Den Erwägungen der Vorinstanz könne vollumfänglich 

gefolgt und der in der Anklageschrift beschriebene Sachverhalt nicht erstellt wer-

den, weshalb der Beschuldigte nach dem Grundsatz in dubio pro reo freizuspre-

chen sei (vgl. Urk. 400 S. 10 ff.).  

2.1.4. Gemäss der Anklageschrift soll der Beschuldigte am 2. Februar 2016, um 

circa 15.00 Uhr, in der Umgebung der G._____-Gasse … in … Zürich, gegenüber 

dem ihn kontrollierenden Polizeibeamten, dem Privatkläger A._____, geäussert 

haben, dass er, der Beschuldigte, auf der ganzen Welt Leute kenne und dass die 

nächsten Ferien für den Privatkläger A._____ unangenehm werden können. Die-

se Äusserung habe beim Privatkläger A._____ Angst und Unbehagen und den 

Verlust des Sicherheitsgefühls verursacht, was der Beschuldigte gewollt habe 

(Urk. HD 38 S. 8, Ordner 24). 

2.1.5. Vorliegend handelt sich es um einen Sachverhalt, zu dessen Erstellung le-

diglich die Aussagen der beiden Beteiligten, nämlich diejenigen des Privatklägers 

A._____ sowie des Beschuldigten, zur Verfügung stehen. Im vom Privatkläger 

A._____ verfassten Wahrnehmungsbericht schilderte dieser, dass der Beschul-

digte zu ihm Folgendes gesagt habe: "I de nächschte Ferie chönnts no ungmüet-

lich werde, ich kenne uf de ganze Chugele Lüüt" (Urk. ND 2/2 S. 2, Ordner 25). In 

-   31   - 

der Einvernahme vom 27. Juli 2016 sagte er diesbezüglich aus, sich nicht mehr 

an den genauen Wortlaut der Äusserung des Beschuldigten erinnern zu können. 

Zudem gab der Privatkläger A._____ an, zur Vorbereitung der Einvernahme den 

Wahrnehmungsbericht nochmals gelesen zu haben (Urk. ND 2/7 S. 3 ff., Ord-

ner 25). 

2.1.6. Der Beschuldigte bestreitet die Bedrohung des Privatklägers A._____. Die-

ser habe ihn anlässlich der Personenkontrolle ganz privat unter vier Augen spre-

chen wollen und ihm gesagt, dass er sich für ihn, den Beschuldigten, wegen den 

Fotos, die er gemacht habe, Zeit nehme und er ihm auf den Geist gehen werde. 

Wörtlich wisse er es aber nicht mehr genau. Darauf habe er, der Beschuldigte, 

erwidert, dass er sich auch Zeit nehmen könne. Er denke nicht, dass er etwas 

über Ferien gesagt habe. Er habe dem Privatkläger A._____ nicht gesagt, dass 

es in den nächsten Ferien ungemütlich werden könnte (Urk. HD 3/1 S. 2, Ordner 

4). Es sei ein Hahnenkampf zwischen zwei Männern gewesen, ein verbaler 

Kampf. Er gehe davon aus, dass sie sich gegenseitig unangenehme Sachen ge-

sagt hätten (Urk. HD 3/15 S. 2 und S. 4, Ordner 4). Sie hätten sich gegenseitig 

"gezäukelt". Bedroht habe er den Privatkläger A._____ sicher nicht (Urk. 310 S. 

15). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung blieb der Beschuldigte bei seinem 

Standpunkt, den Privatkläger A._____ nicht bedroht zu haben (Prot. II S. 32 f.).  

2.1.7. Bei dieser Ausgangslage bestehen Zweifel daran, dass der Beschuldigte 

den vom Privatkläger A._____ in seinem Wahrnehmungsbericht wiedergegebe-

nen Wortlaut verwendet hat. Zunächst ist festzuhalten, dass der Wahrnehmungs-

bericht erst am 9. Februar 2016, mithin 7 Tage nach dem Vorfall, verfasst wurde. 

Die Erinnerungen waren mithin nicht mehr frisch und allenfalls von eigenem spä-

teren nachmaligem Erleben und Überdenken überschattet. Auffallend ist weiter, 

dass der Privatkläger A._____ die Personenkontrolle alleine durchführte, was 

nicht üblich ist und obwohl – gemäss seiner eigenen Aussage – seine beiden im 

Auto wartenden Kolleginnen ein ungutes Gefühl gehabt haben sollen (Urk. ND 2/7 

S. 8, Ordner 25). Auch wenn die staatsanwaltschaftliche Einvernahme über 5 Mo-

nate nach dem Vorfall stattfand (worauf die Staatsanwaltschaft verweist, vgl. 

Urk. 343 S. 5 und Urk. 399 S. 6), so ist doch davon auszugehen, dass der Privat-

-   32   - 

kläger A._____ den Wortlaut der Äusserung – auch ohne den Wahrnehmungsbe-

richt noch einmal zu lesen und zur Einvernahme mitzunehmen – noch hätte wis-

sen müssen. Dass die Situation speziell war und sich die beiden Männer nicht 

freundlich begegneten, ist unbestritten, ebenso, dass es zu einem verbalen "Hah-

nenkampf" kam. Es kann in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, 

dass der Privatkläger A._____ auf die Aussage des Beschuldigten, seine Adresse 

vergessen zu haben, diesen gefragt hatte, ob er unter Demenz leide und er die 

Fotos sehen wollte, welcher dieser geschossen hatte (vgl. den Wahrnehmungsbe-

richt in Urk. ND 2/2 S. 2, Ordner 25, und die staatsanwaltschaftliche Einvernahme 

in Urk. ND 2/7 S. 4, Ordner 25). Dass der Beschuldigte dem Privatkläger A._____ 

körperlich zu nahe gekommen wäre, schildert auch dieser nicht. Der Beschuldigte 

ist zudem der Aufforderung des Privatklägers A._____, sich auszuweisen, nach-

gekommen und hat diesem seine Identitätskarte gezeigt, woraufhin der Privatklä-

ger A._____ eine Anfrage über das System machte (Urk. ND 2/2 S. 2, Ordner 25 

und Urk. ND 2/7 S. 4, Ordner 25). Damit musste dem Beschuldigten klar sein, 

dass seine Identität nun bekannt ist und unrechtmässige Handlungen ihm ange-

lastet werden können. Auch unter dem von der Staatsanwaltschaft erwähnten 

Umstand, dass der Beschuldigte in seiner Einvernahme vom 10. Januar 2018 ein-

räumte, dass er im Mai 2015 und im Februar 2016 Polizisten angegangen habe, 

weil er gewollt habe, dass die Polizeikontrollen aufhörten (vgl. Urk. HD 3/12 S. 10 

f., Ordner 4), lässt sich der angeklagte Sachverhalt nicht erstellen. Denn diese 

Vorgänge betrafen andere Personen. Der Beschuldigte und der Privatkläger 

A._____ kannten sich vorher nicht (Urk. ND 2/7 S. 3, Ordner 25). Der Beschuldig-

te ist daher in Anwendung des Grundsatzes 'in dubio pro reo' vom angeklagten 

Sachverhalt freizusprechen.  

2.1.8. Auch unter rechtlichen Gesichtspunkten hätte ein Freispruch zu erfolgen: 

Den Tatbestand der Drohung erfüllt, wer jemanden durch schwere Drohung in 

Schrecken oder Angst versetzt (Art. 180 Abs. 1 StGB). Der Begriff der Drohung 

bezieht sich auf das in Aussicht Stellen eines künftigen schweren Übels bzw. 

Nachteils, dessen Verwirklichung vom Willen des Drohenden abhängig ist (BGE 

81 IV 101, E. 3; BGE 99 IV 212, E. 1a; BSK StGB II-DELNON/RÜDY, Art. 180 N 14). 

Unter einer Drohung ist nicht nur eine blosse ausdrückliche Erklärung des Dro-

-   33   - 

henden zu verstehen, sondern jegliches Verhalten, durch welches das Opfer vom 

Drohenden bewusst in Schrecken und Angst versetzt wird. Das in Aussicht ge-

stellte Übel kann auf irgendeine Weise angekündigt werden, so durch Wort, Ges-

ten oder konkludentes Verhalten. Das Gesetz verlangt eine schwere Drohung, 

wobei die Anforderungen hoch anzusetzen sind. Dies ist der Fall, wenn die Dro-

hung dem Opfer einen schweren Nachteil ankündigt oder in Aussicht stellt. Hier-

bei sind die gesamten Umstände zu berücksichtigen. Die Drohung muss geeignet 

sein, das Opfer in seinem Sicherheitsgefühl schwer zu beeinträchtigen und "in 

Schrecken oder Angst" zu versetzen. Der angedrohte Nachteil hat eine solche 

Schwere aufzuweisen, dass er Schrecken und Angst auszulösen vermag (vgl. 

BSK StGB II-DELNON/RÜDY, Art. 180 N 14, 19, 22, 24 u. 31).  

 

Die Worte "I de nächschte Ferie chönnts no ungmüetlich werde, ich kenne uf de 

ganze Chugele Lüüt" sind in objektiver Hinsicht und aus den gesamten Umstän-

den der Begegnung zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger A._____ 

nicht geeignet, Schrecken oder Angst hervorzurufen und das Sicherheitsgefühl 

schwer zu beeinträchtigen. Die Äusserung ist weder ausreichend konkret noch 

derart gestaltet, dass die adressierte Person schwer in ihrem Sicherheitsgefühl 

beeinträchtigt sein könnte. Es soll nicht in Abrede gestellt werden, dass die Situa-

tion zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger A._____ unangenehm 

und aufgeheizt war, indes ist nicht ersichtlich, dass es sich bei den verwendeten 

Worten um einen schweren angedrohten Nachteil gehandelt hat. Wie erwähnt 

sind die Anforderungen hierfür hoch anzusetzen. Der Privatkläger A._____ konnte 

die Personenkontrolle beim Beschuldigten durchführen, die Personalien waren 

bekannt und in objektiver Hinsicht musste nicht damit gerechnet werden, dass der 

Beschuldigte wegen der offensichtlichen Nichtigkeit des Disputs zwischen den 

beiden Personen zunächst den Ferienort des Privatklägers A._____ ausfindig 

machen würde (wie dies zu geschehen hätte ist zudem völlig unklar und norma-

lerweise unmöglich bzw. mit sehr grossem Aufwand verbunden) und danach so-

gar noch Personen organisieren würde, um dem Privatkläger unangenehm zu 

werden. Zudem hatte der Privatkläger A._____ nach der von ihm geschilderten 

Äusserung den Beschuldigen gefragt, ob er ihm drohen wolle, woraufhin der Be-

-   34   - 

schuldigte sich abdrehte und davonging (Urk. ND 2/2 S. 2 f., Ordner 25). Der Be-

schuldigte hatte sich somit genügend unter Kontrolle, um die Örtlichkeit zu verlas-

sen. Auch aus diesem Verhalten musste nicht mit einer "Vergeltungsmassnahme" 

gerechnet werden. Weiter ist die Aussage, dass es "ungemütlich" werden könnte, 

keine Äusserung, welche objektiv geeignet ist, Angst und Schrecken auszulösen, 

zumal – wie erwähnt – keine anderen Umstände wie körperliches Bedrängen oder 

ein Ausarten der Situation erfolgte. Der Beschuldigte ist somit auch aus diesen 

rechtlichen Gründen vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

freizusprechen. 

2.2. Anklageziffer IV. betreffend Gewaltdarstellungen (ND 5) 

2.2.1. Die Vorinstanz erstellte den unter Anklageziffer IV. dem Beschuldigten vor-

geworfenen Sachverhalt, wonach am 14. September 2016, um 09:57 Uhr, ein 

nicht identifizierbarer Mann im Auftrag des Beschuldigten aus dem Internet auf 

den Computer der Marke Acer Aspire XC-705 des Beschuldigten im durch diesen 

bewohnten Zimmer Nr. … an der G._____-Gasse … in … Zürich einen 12:35 Mi-

nuten dauernden Propagandafilm der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in 

HD-Qualität heruntergeladen habe. Dieser Film zeige, wie Menschen getötet wer-

den, indem ihnen mit Messern die Kehlen aufgeschnitten werden und wie diese 

Menschen in qualvoller Weise verbluten. Der Beschuldigte habe hernach wissent-

lich und willentlich diesen Film mit dem Dateinamen isis2_dvd.mp4 auf seinem 

Computer in den vorgängig durch ihn erstellten Desktopordner 

"Users/B'._____/Desktop/Politisch" verschoben, wo er den Film hernach bis zur 

durch die Polizei am 12. Juni 2017 erfolgten Sicherstellung des vorgenannten 

Computers wissentlich und willentlich auf diesem Computer am vorgenannten Ort 

gespeichert und dadurch für ihn jederzeit zugänglich belassen habe (Urk. 339 

S. 109 f.). Diese Sachverhaltserstellung wurde weder von der Verteidigung noch 

der Staatsanwaltschaft gerügt und erweist sich als korrekt. Auf die Einwendungen 

des Beschuldigten hinsichtlich des subjektiven Anklagesachverhalts ist im Rah-

men der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

 

Im Rahmen der rechtlichen Würdigung hielt die Vorinstanz fest, dass der Be-

-   35   - 

schuldigte das Video nicht selbst auf seinen Computer geladen habe, sondern 

dass der Download durch eine andere Person erfolgt sei. Der Beschuldigte habe 

lediglich den bereits auf seinem Computer befindlichen Film in den Ordner "Poli-

tisch" verschoben. Damit liege keine Herstellungshandlung im Sinne des Geset-

zes vor, da der Beschuldigte durch sein Handeln eine bereits existierende Video-

Datei in einen anderen Ordner, d.h. an einen anderen Speicherort auf derselben 

Festplatte verschoben habe. Damit habe nach dieser Handlung weder eine zu-

sätzliche Kopie der Datei existiert noch habe sich die Gefahr einer Weiterverbrei-

tung im Vergleich zur Situation vor der Handlung des Beschuldigten erhöht. Auch 

als Lagern könne die Tathandlung nicht qualifiziert werden, da es hierfür an der 

erforderlichen Weiterverbreitungsabsicht fehlte. Der Beschuldigte sei daher einzig 

wegen des Besitzes von Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis 

StGB zu verurteilen (Urk. 339 S. 110 ff.). 

2.2.2. Die Staatsanwaltschaft ficht diese mildere Qualifikation an und macht gel-

tend, dass der Download auf den Computer des Beschuldigten zwar nicht durch 

diesen, indes zumindest in seinem Auftrag erfolgt sei, wodurch ihm die Tathand-

lung vollumfänglich anzurechnen sei. Mit seinem Verhalten habe der Beschuldigte 

daher in rechtlicher Hinsicht einen Film hergestellt, weshalb eine Verurteilung we-

gen Art. 135 Abs. 1 StGB – und nicht nur wegen Art. 135 Abs. 1bis StGB – zu er-

folgen habe (Urk. 343 S. 7 f.; Urk. 399 S. 7 f.).  

2.2.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der (aktuelle) amtliche Ver-

teidiger RA Dr. iur. Y2._____, dass der Beschuldigte zwar eingestanden habe, 

den Film verschoben und gespeichert, nicht aber selbst heruntergeladen oder ko-

piert zu haben. Der Beschuldigte habe somit offensichtlich nie die Absicht gehabt, 

den Film weiterzuverbreiten, sondern lediglich zu besitzen, weshalb nur Art. 135 

Abs. 1bis StGB greifen könne. Schliesslich finde sich für den Vorwurf einer Anstif-

tung in den Akten und der Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft keine 

Grundlage (Urk. 400 S. 14 f.). Der Beschuldigte seinerseits erklärte anlässlich der 

Verhandlung vor dem Berufungsgericht erstmals, dass es sich bei dem herunter-

geladenen Film um einen Popsong bzw. ein Musikvideo der Band ISIS hätte han-

deln sollen. Er habe der anderen Person gesagt, er solle das Video – gemeint 

-   36   - 

Musikvideo – herunterladen, weil er sich die Urheberrechte habe sparen wollen. 

Später habe er das Video trotzdem noch über Ricardo erworben (vgl. Prot. II 

S. 35 f.; Urk. 419). 

2.2.4. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass dem Beschuldigten in der Anklage-

schrift keine Anstiftung zum Herunterladen des Filmes vorgeworfen wird, weshalb 

die Aussage des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung, er habe der 

anderen Person gesagt, sie solle das Video herunterladen, nicht weiter von Be-

deutung ist. Ebenso ist die Identität der Person, welche den Film aus dem Internet 

auf den Computer des Beschuldigten heruntergeladen hat, nicht bekannt. Eine 

Anrechnung der Handlungen der unbekannten Person an den Beschuldigten 

kommt daher unter Berücksichtigung der dünnen Beweislage in diesem Punkt 

nicht in Frage. Auch eine Weiterverbreitungshandlung bzw. eine diesbezügliche 

Absicht wird dem Beschuldigten nicht vorgeworfen. Zu beurteilen ist mithin einzig 

die Qualifikation der angeklagten und erstellten Tathandlung des Beschuldigten, 

gemäss welcher dieser den bereits heruntergeladenen Film in einen von ihm er-

stellten Desktopordner verschob. Die Staatsanwaltschaft hat sich richtigerweise 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung in BGE 131 IV 16 berufen (Urk. 343 

S. 7 f.; Urk. 399 S. 8) und auch die Vorinstanz hat u.a. unter Berücksichtigung 

dieses Entscheides den Sachverhalt in rechtlicher Hinsicht gewürdigt (Urk. 339 

S. 110 ff.). Gemäss diesem Entscheid bedeutet Herstellen im Sinne von Art. 197 

Ziff. 3 StGB das Anfertigen der dort genannten pornographischen Werke. Herstel-

ler ist zunächst, wer solche Produkte originär erzeugt, z.B. sexuelle Szenen filmt 

oder fotografiert. Ein Herstellen liegt darüber hinaus aber auch vor, wenn von ent-

sprechenden Vorlagen weitere, inhaltlich identische Stücke angefertigt werden, 

etwa durch blosses Vervielfältigen oder Kopieren bzw. Duplizieren, oder durch 

Eingriffe in die Vorlage wie Vergrösserungen, andere inhaltliche Bildverarbeitun-

gen, Kollagen usw. neue, andersartige Werke hervorgebracht werden. Herstellen 

umfasst insofern das gesamte von Menschen bewirkte Geschehen, das ein im 

Tatbestand umschriebenes Endprodukt hervorbringt, sei dies durch Verfassen  

oder Anfertigen, Verlegen, Drucken, Aufnehmen oder Aufzeichnen usw. oder 

durch Vervielfältigen, d.h. Anfertigen weiterer Stücke nach einem bereits herge-

stellten Stück. Ausgehend davon hat das Bundesgericht angenommen, das Foto-

-   37   - 

grafieren sowie Entwickeln und Vergrössern bereits vorhandener Bilder erfülle 

"ebenso wie das blosse Vervielfältigen, d.h. das Anfertigen weiterer Stücke eines 

bereits vorfabrizierten Exemplars, die Tathandlung des Herstellens im Sinne des 

Tatbestandes". Auch das gezielte Abspeichern und Ablegen von Gewaltdarstel-

lungen in elektronischer Form aus dem Internet fällt unter die Herstellung 

(BGE 131 IV 16, E. 1.3 ff.). Bei Computerprogrammen erfolgt die technische Re-

produktion unter Zuhilfenahme zumindest einer Datenverarbeitungsanlage mittels 

Kopiervorgang von einem Datenträger auf ein anderes Speichermedium. Ob dies 

beispielsweise von einer bestehenden CD-ROM auf eine andere erfolgt oder über 

Datenleitungen von einem Internet-Server auf einen Datenträger, kann keinen Un-

terschied machen. Entscheidend ist beim Kopieren nämlich nicht die Art des Vor-

gangs, sondern der Umstand der Reproduktion und das Kopierergebnis in der 

Form des mit einem Datensatz beschriebenen Datenträgers (BGE 131 IV 16, 

E. 1.4).  

2.2.5. Vorliegend stellte der Beschuldigte mit seiner Handlung keine Kopie oder 

Reproduktion des Filmes im Sinne der oben wiedergegebenen bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung her. Die Datei befand sich bereits auf seinem Computer 

und er hat diese lediglich in einen neuen Speicherort verschoben, womit am alten 

Speicherort kein Datensatz des Filmes mehr vorhanden war. Eine Vervielfältigung 

des Filmes fand damit nicht statt. Wie erwähnt wird dem Beschuldigten keine Wei-

terverbreitungsabsicht vorgeworfen und mit dem Verschieben der Datei wurde 

auch keine zusätzliche Möglichkeit bzw. Gefahr einer Weiterverbreitung manifes-

tiert, da – wie schon aufgeführt – kein Duplikat angefertigt wurde. Die rechtliche 

Qualifikation der Vorinstanz, gemäss welcher die Handlung des Beschuldigten 

kein Herstellen im Sinne des Gesetzes darstellt, erweist sich damit als korrekt; ein 

Lagern als Tathandlung fällt schon mangels der dafür erforderlichen Weiterver-

breitungsabsicht ausser Betracht (BSK StGB I-HAGENSTEIN, Art. 135 N 49 f.). 

Dass der Inhalt des Filmes eine grausame Gewalttätigkeit darstellt, erhellt ohne 

Weiteres, werden doch Menschen qualvoll getötet. Daran ändert auch nichts, 

dass dieses Erzeugnis frei verkäuflich gewesen sein soll bzw. immer noch sein 

soll, wie dies die (ehemalige) Verteidigung geltend machte (Urk. 344 S. 10). Eine 

Gewaltdarstellung ist und bleibt eine solche, egal ob eine solche entgeltlich oder 

-   38   - 

unentgeltlich erhältlich gemacht werden kann. Auch für einen Irrtum über die 

Rechtswidrigkeit – was die (ehemalige) Verteidigung ebenfalls anführte (Urk. 344 

S. 10) – gibt es keinen Raum. Der Beschuldigte wusste beim Verschieben der Da-

tei um den Inhalt des Films, räumte er vor Vorinstanz doch selber noch ein, dass 

es sich um einen schrecklichen bzw. ekligen Film handle (Urk. 310 S. 17). Dieser 

stellt auch keine Kunst dar, was der Beschuldigte – zumindest hinsichtlich der im 

Film sichtbaren Schrift – im Laufe der Untersuchung noch geltend machte (vgl. 

Urk. ND 5/10 S. 7). Ebenso wenig weist der Film einen schutzwürdigen wissen-

schaftlichen Wert auf. Die anlässlich der Berufungsverhandlung erstmals vom Be-

schuldigten vorgebrachte Erklärung, dass es sich beim Film eigentlich um ein Mu-

sikvideo hätte handeln sollen, erscheint schliesslich konstruiert sowie nachge-

schoben und ist insgesamt als Schutzbehauptung zu qualifizieren. Das Vorbrin-

gen ist deshalb nicht zu hören und die rechtliche Qualifikation der Vorinstanz zu 

bestätigen. Durch den (aktuellen) Verteidiger RA Dr. iur. Y2._____ wird diese 

denn auch nicht mehr gerügt (vgl. Urk. 400 S. 14 ff.). Der Beschuldigte ist daher 

gemäss Art. 135 Abs. 1bis StGB schuldig zu sprechen. 

2.3. Anklageziffer V. betreffend Diebstahl (ND 7) 

2.3.1. Dem Beschuldigten wird gemäss der Anklageschrift vorgeworfen, zusam-

men mit AB._____ einen Diebstahl begangen zu haben. Der Beschuldigte habe 

dafür am 22. Juni 2019, vor ca. 14:29 Uhr, im AC._____ an der AD._____-Strasse 

… in AE._____ diverse Artikel (Schlosszylinder, Drückergarnituren, Kabelscheren 

etc.) im Gesamtwert von Fr. 1'168.85 in den durch ihn mitgeführten Einkaufswa-

gen gelegt. Unmittelbar darauf habe der Beschuldigte den Einkaufswagen 

AB._____ überlassen, welcher in der Folge die Artikel mit Wissen und Willen des 

Beschuldigten in eine mitgeführte Tüte getan habe und ohne Bezahlung dieser 

Waren um 14:33 Uhr an der Kasse vorbeigegangen sei (Urk. HD 38 S. 13 f., Ord-

ner 24). 

2.3.2. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten von diesem Vorwurf frei. Der Be-

schuldigte habe die Geschehnisse jeweils identisch und grundsätzlich nachvoll-

ziehbar geschildert, während AB._____ die Aussagen verweigert habe. Die Aus-

sagen des Beschuldigten würden nicht von vornherein als unglaubhaft erscheinen 

-   39   - 

und seien grundsätzlich auch nachvollziehbar. Hingegen wäre es ausgehend vom 

Anklagevorwurf nicht plausibel gewesen, dass der Beschuldigte nach dem Ver-

lassen des Ladens nochmals zurückgegangen ist, da er in diesem Fall ja – nach-

dem sein Komplize nicht wie erwartet aus dem Laden kam – damit hätte rechnen 

müssen, dass dieser entdeckt wurde und er sich mit seiner Rückkehr selbst ver-

dächtigt gemacht hätte. Auch die Videoaufzeichnung der AC._____-Filiale zeige 

keine eindeutige Sprache. So könne aus der Tatsache, dass der Beschuldigte 

AB._____ trifft und kurz mit diesem spricht, nicht zweifelsfrei geschlossen werden, 

dass er AB._____ den Einkaufswagen in der Absicht, einen Diebstahl zu bege-

hen, überlassen haben soll. Auch dass der Beschuldigte das Umpacken der Wa-

ren durch AB._____ in die von diesem mitgebrachte Tüte beobachtet hätte, könne 

nicht zweifelsfrei erstellt werden. Es würden daher nicht zu unterdrückende Zwei-

fel daran bestehen, dass sich der Sachverhalt so wie er in der Anklage umschrie-

ben wird, abgespielt habe, weshalb in Anwendung des Grundsatzes 'in dubio pro 

reo' ein Freispruch zu ergehen habe (Urk. 339 S. 112 ff.). 

2.3.3. Die Staatsanwaltschaft fordert einen Schuldspruch wegen Diebstahls. 

Selbst wenn der Diebstahl nicht vorbesprochen gewesen sei, so habe der Be-

schuldigte spätestens im Moment, als er gesehen habe, wie AB._____ die Tasche 

in den Einkaufswagen gelegt habe, davon ausgehen müssen, dass dieser die Ar-

tikel zu stehlen beabsichtigte. Dass der Beschuldigte trotzdem die Szene verlas-

sen habe, würde belegen, dass die beiden sich zuvor untereinander abgespro-

chen hätten bzw. dass der Beschuldigte spätestens ab diesem Moment die Tat 

gebilligt habe. Die Tatsache, dass der Beschuldigte in den Laden zurückgekehrt 

sei, dürfte sich damit erklären lassen, dass er davon überzeugt gewesen sei, dass 

nur AB._____ für den Diebstahl zur Verantwortung gezogen und er selber unbe-

helligt bleiben würde (Urk. 343 S. 8 ff.; Urk. 399 S. 8 ff.).  

2.3.4. Der (aktuelle) amtliche Verteidiger RA Dr. iur. Y2._____ hielt im Berufungs-

verfahren fest, dass die Vorinstanz zutreffend ausgeführt habe, dass der Be-

schuldigte bezüglich des Sachverhalts in beiden Einvernahmen widerspruchsfrei 

ausgesagt habe. Ferner wäre der Beschuldigte keinesfalls zum AC._____ zu-

rückgekehrt, hätte er vom Diebstahl gewusst. Auch die Videoaufnahmen würden 

-   40   - 

der Staatsanwaltschaft diesbezüglich nicht weiterhelfen. Dass die Staatsanwalt-

schaft den Beschuldigten als notorisch behördenprovokativ darstelle, könne den 

Anforderungen an den Beweis der Mittäterschaft schliesslich nicht genügen. Der 

Beschuldigte sei folglich in Anwendung des in dubio pro reo-Grundsatzes gemäss 

den vorinstanzlichen Ausführungen freizusprechen (Urk. 400 S. 17 ff.). 

2.3.5. Zur Erstellung des Sachverhalts stehen lediglich die Aussagen des Be-

schuldigten sowie die Videoaufzeichnung der AC._____-Filiale (Urk. ND 7/1/3, 

Ordner 27) zur Verfügung, AB._____ verweigerte die Aussage (Urk. ND 7/3, Ord-

ner 27). Der Beschuldigte macht geltend, mit AB._____ unterwegs gewesen zu 

sein, er habe diesen circa 400 Meter vom AC._____ entfernt abgesetzt. Im 

AC._____ sei er erstaunt gewesen, als er AB._____ wieder angetroffen habe. Er, 

der Beschuldigte, habe dann festgestellt, dass er nicht genug Geld bei sich ge-

habt habe, um die sich in seinem Einkaufswagen befindlichen Sachen zu bezah-

len. Er habe daher die Luftdruckpistole sowie ein USB-Ladekabel an der Kasse 

bezahlt und sei zu seinem Auto gegangen, um nach dem Geld zu sehen. Danach 

sei er in den Laden zurückgegangen. AB._____ habe in der Zwischenzeit im La-

den gewartet und auf den Einkaufswagen aufgepasst. Er habe nicht gesehen, 

dass AB._____ etwas in eine Tüte gepackt habe (Urk. HD 3/19 S. 2 f., Ordner 4; 

Urk. HD 3/20 S. 2 ff., Ordner 4; Urk. 310 S. 19 f.; Prot. II S. 36 ff.). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung ergänzte er erstmals, dass AB._____ während des Auf-

passens auf seinen Einkaufswagen Durchfall gehabt und zweimal zur Toilette 

gemusst habe, weshalb dieser den Einkaufswagen verlassen habe (Prot. II S. 38).  

Zu Recht hat die Vorinstanz darauf hingewiesen, dass sich aus der Aufzeichnung 

der Überwachungsanlage des AC._____s (vgl. Urk. ND 7/1/3, Ordner 27) der 

Sachverhalt nicht in dem Sinne erstellen lasse, dass keine unüberwindbaren 

Zweifel verbleiben würden. Lediglich aus der Tatsache, dass der Beschuldigte mit 

dem Einkaufswagen durch die Gänge geht, auf AB._____ trifft und mit diesem 

kurz spricht, lässt sich nichts ableiten. Denn wenn es sich tatsächlich um eine 

vorgängige Absprache zum Diebstahl gehandelt hätte, so hätten die beiden nicht 

miteinander sprechen müssen und wenn sie sich erst in der AC._____-Filiale ab-

gesprochen hätten, so wäre das Gespräch auf jeden Fall länger verlaufen. Eine 

-   41   - 

Überlassung des Einkaufswagens in der Absicht, einen Diebstahl zu begehen, 

lässt sich mithin nicht erstellen. Dass der Beschuldigte gesehen hatte, dass 

AB._____ eine Tasche in den Einkaufwagen legte (Urk. HD 3/20 S. 8, Ordner 4), 

reicht zur Erstellung des Sachverhalts ebenfalls nicht aus, machte er doch hierzu 

geltend, sich gefragt zu haben, was AB._____ denn da mache, er sei indes geis-

tig bei seinem Geld gewesen, das er verloren hatte (Urk. HD 3/20 S. 8, Ordner 4). 

Dass er das Umpacken der Waren durch AB._____ in die von diesem mitge-

brachte Tüte wahrgenommen hatte, stellt er in Abrede (Urk. HD 3/20 S. 8, Ordner 

4) und lässt sich – wie dies die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat – auch aus 

der Videoaufzeichnung nicht zweifelsfrei erstellen. Und selbst wenn dies der Fall 

gewesen wäre, so ist noch einmal daran zu erinnern, dass für die Planung eines 

solchen Vorgehens ein längeres Gespräch notwendig gewesen wäre oder aber – 

wie bei einer vorgängigen Absprache – gar keines. Dann hätte die Übergabe der 

Waren ohne Zusammentreffen der beiden Personen einfach mittels Stehenlas-

sens des Einkaufswagens erfolgen können. Zudem wäre ein Einpacken der Wa-

ren, noch bevor der Beschuldigte ausser Sichtweite war, ein sehr unlogisches 

Vorgehen bei einem gemeinsam geplanten Diebstahl gewesen, denn in diesem 

Falle wäre davon auszugehen, dass der Beschuldigte sicher sein wollte, dass er 

unbehelligt bleibt. Doch die massgebliche Tatsache, welche nicht zu unterdrü-

ckende Zweifel an dem angeklagten Sachverhalt auslöst, ist der Umstand, dass 

der Beschuldigte in den Laden zurückgegangen ist. Denn wenn er mit einer Ent-

deckung eines gemeinsam geplanten Diebstahls hätte rechnen müssen, so wäre 

das absolut unlogischste Vorgehen eine Rückkehr an den Tatort gewesen. Dass 

der Beschuldigte nicht damit habe rechnen müssen, selber verdächtigt zu werden, 

wie dies die Staatsanwaltschaft geltend macht (Urk. 343 S. 10; Urk. 399 S. 11), 

kann nicht angenommen werden, musste der Beschuldigte doch damit rechnen, 

dass – im Falle des gemeinsamen Vorgehens – jemand den Vorfall beobachtet 

haben könnte bzw. – wie dies ja der Fall war – eine Aufzeichnung existiert. Im Üb-

rigen ist dem Polizeirapport zu entnehmen, dass AB._____ und nicht der Be-

schuldigte dem Ladendetektiv bzw. Sicherheitsmitarbeitern im AC._____ aufgefal-

len ist, weil dieser dem Sicherheitsdienst der AC._____-Filiale im Unterschied 

zum Beschuldigten bereits als Ladendieb bekannt war (Urk. ND 7/1/1 S. 4). Zu-

-   42   - 

mindest in der Vergangenheit ist es also durchaus schon vorgekommen, dass 

AB._____ als Alleintäter – ohne Mitwirkung des Beschuldigten – gehandelt hat. 

Diese Ungereimtheiten sind schwerwiegend und lassen sich auch nicht mit dem 

Umstand, dass der Beschuldigte zu seiner Beziehung zu AB._____ widersprüchli-

che Aussagen machte (vgl. auch die entsprechende Erwägung der Vorinstanz in 

Urk. 339 S. 114), ausräumen. Aufgrund der nicht überwindbaren Zweifel ist der 

Beschuldigte daher 'in dubio pro reo' vom Vorwurf des Diebstahls im Sinne von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB freizusprechen.  

3. Fazit  

Der Beschuldigte ist somit ausserdem (die Schuldsprüche betreffend die qualifi-

zierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie die mehrfache 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz sind rechtskräftig) der Gewaltdarstellun-

gen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis StGB schuldig zu sprechen. Von den Vorwür-

fen der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und des Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB ist der Beschuldigte hingegen freizusprechen.  

III. Strafzumessung 

1. Vorbemerkungen 

1.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach welchen eine Strafe zuzumessen 

ist, sowie die entsprechenden Strafrahmen, innerhalb welcher die Strafen festzu-

legen sind, richtig dargestellt (Urk. 339 S. 120 ff.), worauf zwecks Vermeidung 

unnötiger Wiederholungen zu verweisen ist. Der Beschuldigte hat die zu beurtei-

lenden Straftaten vor Inkrafttreten der seit 1. Januar 2018 geltenden neuen Best-

immungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches (Änderung des Sankti-

onsrechts; AS 2016 1249) begangen. Das geltende (neue) Recht ist daher auf ihn 

nur anzuwenden, sofern es für den Beschuldigten im konkreten Fall zu einem 

günstigeren Ergebnis führt (Art. 2 Abs. 2 StGB; DONATSCH in: Do-

natsch/Heimgartner/ Isenring/Weder [Hrsg.], Kommentar zum StGB, 21. Aufl. 

2022, Art. 2 N 10).  

-   43   - 

1.2. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer 

Freiheitsstrafe von 6 Jahren. Unter den Gesichtspunkten der Zweckmässigkeit 

und der präventiven Effizienz der Sanktion komme lediglich eine Freiheitsstrafe in 

Betracht. Die unbedingt ausgefällten Geldstrafen hätten keinen Eindruck auf den 

Beschuldigten hinterlassen. Weiter seien die technischen Strafschärfungsgründe 

der Deliktsmehrheit und der mehrfachen Tatbegehung deutlich straferhöhend zu 

berücksichtigen, ebenso die Vorstrafe (Urk. 343 S. 14 ff.; Urk. 399 S. 15 ff.).  

1.3. Der Verteidiger des Beschuldigten, RA Dr. iur. Y2._____, beantragte anläss-

lich der Berufungsverhandlung die Bestätigung der durch die Vorinstanz ausge-

sprochenen Strafe (Urk. 400 S. 1 und S. 19 ff.).  

1.4. Das Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters, wobei 

das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters sowie die Wirkung der 

Strafe auf dessen Leben zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 aStGB; vgl. zu 

den Einzelheiten BGE 123 IV 49, E. 2 und BGE 136 IV 55). 

Ist der Täter wegen einer Mehrheit begangener Taten zu bestrafen, hat das Ge-

richt basierend auf der Tatkomponente zunächst die Einsatzstrafe für das 

schwerste Delikt zu bestimmen. In einem weiteren Schritt sind die übrigen Delikte 

– wiederum basierend auf der Tatkomponente – zu beurteilen, und es ist dafür 

unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände die hypothetische Strafe zu er-

mitteln. Soweit für die mehreren zu beurteilenden Straftaten jeweils gleichartige 

Strafen als angemessen erscheinen, ist sodann unter Berücksichtigung des Aspe-

rationsprinzips die hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche Delikte festzulegen 

(Art. 49 Abs. 1 aStGB). Dabei sind namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten 

untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbständigkeit 

sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Bege-

hungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts 

ist dabei in der Regel geringer zu veranschlagen, wenn die Delikte zeitlich, sach-

lich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (Urteil des Bundesge-

richts 6B_323/2010 vom 23. Juni 2010, E. 3.2). Nach der Festlegung der hypothe-

tischen Gesamtstrafe für sämtliche Delikte ist schliesslich die Täterkomponente 

-   44   - 

zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichts 6B_865/2009 vom 25. März 2010, 

E. 1.6.1; 6B_496/2011 vom 19. November 2012, E. 2 und 4.2).  

1.5. Im Hinblick auf die Bildung einer Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 aStGB ist 

weiter auf die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den Grundsätzen 

der Strafzumessung nach Art. 47 ff. aStGB und zur Gesamtstrafenbildung nach 

Art. 49 Abs. 1 aStGB in Anwendung des Asperationsprinzips vorab hinzuweisen 

(BGE 144 IV 313, E. 1.1; BGE 144 IV 217, E. 3; BGE 142 IV 137, E. 9.1; 

BGE 141 IV 61, E. 6.1.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_523/2018 vom 23. August 

2018, E. 1.2.2; je mit Hinweisen). Danach bekräftigt das Bundesgericht den Vor-

rang der Geld- gegenüber der Freiheitsstrafe im Bereich von 6 Monaten und die 

Ungleichartigkeit von Freiheitsstrafe und Geldstrafe (BGE 144 IV 217, E. 3.3.3 

und 3.6). Das Bundesgericht hält dabei unter Hinweis auf den Gesetzgeber auch 

nach der Änderung des Sanktionenrechts ausdrücklich am Prinzip der Zulässig-

keit einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen unter Anwendung der kon-

kreten Methode fest (BGE 144 IV 217, E. 3.3.4 und 3.5.4; BGE 137 IV 57, 

E. 4.3.1). Zum methodischen Vorgehen präzisiert das Bundesgericht, dass in ei-

nem ersten Schritt (hypothetische) Einzelstrafen für die konkreten Delikte inner-

halb ihres ordentlichen Strafrahmens festzulegen sind und anschliessend geprüft 

werden muss, aus welchen Einzelstrafen, die gleichartig sind, Gesamtstrafen zu 

bilden sind. Dabei hat sich das Gericht zur Wahl der Strafart für die konkreten De-

likte zu äussern und hat – nach Festsetzung einer hypothetischen Einsatzstrafe 

für das schwerste Delikt – namentlich bei alternativ zur Verfügung stehender 

Geld- oder Freiheitsstrafe für die weiteren Delikte im Hinblick auf das Gebot der 

Verhältnismässigkeit anzugeben, warum sie für diese weiteren Taten jeweils eine 

Freiheitsstrafe für erforderlich hält (BGE 144 IV 217, E. 3.5.4, 4.1 und 4.3).  

 

Hält das Gericht im Rahmen der Gesamtstrafenbildung für einzelne Delikte im 

konkret zu beurteilenden Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips 

eine Geldstrafe nicht mehr für schuldadäquat und zweckmässig, hindert Art. 41 

Abs. 1 aStGB es nicht daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als 6 Monaten 

zu erkennen, wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs Monate übersteigt 

(BGE 144 IV 217, E. 4.3). Das Gericht hat im Urteil die Wahl der Sanktionsart zu 

-   45   - 

begründen (Art. 50 StGB; Urteile des Bundesgerichts 6B_449/2011 vom 

12. September 2011, E. 3.6.1 und 6B_210/2017 vom 25. September 2017, 

E. 2.2.1). 

1.6. Mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 10. De-

zember 2014, wurde der Beschuldigte wegen versuchter Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie wegen übler Nachre-

de im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB mit einer unbedingten Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu Fr. 50.– bestraft (SB130489, Urk. 395; Urk. 340; 

Urk. HD 31/30, Ordner 24).  

Die Vorinstanz berücksichtigte zudem das Urteil des Obergerichts des Kantons 

Zürich, II. Strafkammer, vom 29. April 2011, mit welchem der Beschuldigte wegen 

einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB mit einer unbeding-

ten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– bestraft wurde (SB110064). Die-

ses ist inzwischen im Strafregister nicht mehr ersichtlich und daher nachfolgend 

nicht mehr beachtlich (Urk. 395; Urk. 340). 

1.7. Die Delikte betreffend die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz und die mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

ereigneten sich damit teils vor und teils nach dem Urteil des Obergerichts des 

Kantons Zürich vom 10. Dezember 2014. 

 

Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er we-

gen einer anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der 

Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Hand-

lungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 aStGB). Bedingung für 

eine Zusatzstrafe ist jedoch, dass die Voraussetzungen der Gesamtstrafe nach 

Art. 49 Abs. 1 aStGB erfüllt sind. Danach sind ungleichartige Strafen kumulativ zu 

verhängen, weil das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige 

Strafen ausgesprochen werden. Die Bildung einer Gesamtstrafe ist für ungleichar-

tige Strafen nicht vorgesehen. Die Bildung einer Gesamtstrafe – und mithin einer 

Zusatzstrafe – ist also nur möglich, wenn mehrere Geldstrafen, mehrfache ge-

meinnützige Arbeit, mehrere Freiheitsstrafen oder mehrere Bussen ausgespro-

-   46   - 

chen werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011, 

E. 4.3.1). 

1.8. Bei den Delikten des Beschuldigten betreffend die mehrfache Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz sowie die Gewaltdarstellungen kommt – wie nach-

folgend dargelegt wird – theoretisch neben der Freiheitsstrafe auch eine Geldstra-

fe in Frage (bei der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-

setz beträgt die Strafe in jedem Fall Freiheitsstrafe nicht unter 1 Jahr). Ausgehend 

von der Ausfällung von Geldstrafen hätte dies aber zur Folge, dass für die aspe-

riert zusammengerechneten Bestrafungen eine (Gesamt-)Geldstrafe von maximal 

180 Tagessätzen gemäss neuem Recht (Art. 34 Abs. 1 StGB) bzw. maximal 

360 Tagessätzen gemäss altem Recht (Art. 34 Abs. 1 aStGB) resultieren würde, 

was eine völlig unzureichende und in Anbetracht der Schwere der Delikte eine 

eindeutig zu tiefe Bestrafung wäre. Dies zeigt auch das Vorgehen der Vorinstanz, 

welche eine Gesamtgeldstrafe von 420 Tagessätzen als angemessen erachtete, 

diese indes deutlich um 60 Tagessätze reduzieren musste, da sie die Obergrenze 

von 360 Tagessätzen zu beachten hatte (Urk. 339 S. 139). Wie nachfolgend dar-

gelegt wird, kommt für die vorliegend zu beurteilenden Delikte betreffend die 

mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie die Gewaltdarstellun-

gen aufgrund der Persönlichkeitsstruktur des Beschuldigten, der Art der Delikte 

sowie aus spezialpräventiven Gründen nur die Ausfällung einer (Gesamt-

)Freiheitsstrafe in Frage. Es kann mithin schon an dieser Stelle festgehalten wer-

den, dass mangels Grundvoraussetzung der Gleichartigkeit der Strafen keine Zu-

satzstrafe zur im Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich festgesetzten Geld-

strafe im Sinne der retrospektiven Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 aStGB 

auszufällen ist. 

2. Zur Strafzumessung im Einzelnen 

2.1. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz  

2.1.1. Als schwerstes Delikt im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB hat die Vorinstanz 

zu Recht die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gewertet, welche 

der Beschuldigte banden- und gewerbsmässig beging. Die Vorinstanz wertete das 

-   47   - 

objektive sowie subjektive Tatverschulden als noch leicht bis nicht mehr leicht und 

ging in der Folge von einer (hypothetischen) Einsatzstrafe von 36 Monaten aus 

(Urk. 339 S. 130 ff.).  

2.1.2. Bei Betäubungsmitteldelikten ist bei der Strafzumessung konkret die Art 

und Menge der umgesetzten Drogen mit zu berücksichtigen. Allerdings darf der 

Drogenmenge – und damit verbunden auch der Gefährlichkeit – bei der Strafzu-

messung keine vorrangige Bedeutung zukommen (BGE 107 IV 60, E. 2; BGE 122 

IV 299). Relevant sind auch die Stellung des Täters in der Hierarchie des Dro-

genhandels (Urteil des Bundesgerichts 6S.463/2006 vom 3. Januar 2007, E. 5) 

und die Zahl der Geschäfte, welche ein Indiz für die kriminelle Energie und damit 

für die Gefährlichkeit des Täters sind (HANSJAKOB, Strafzumessung in Betäu-

bungsmittelfällen, in: ZStrR 1997, S. 243). Ein weiteres beachtliches Zumes-

sungskriterium ist eine allfällige Drogenabhängigkeit des Täters (BGE 118 IV 

349). Zu berücksichtigen ist ebenfalls, ob ein Beschuldigter ausschliesslich des 

Geldes wegen handelte, ohne in einer finanziellen Notlage zu sein (BGE 107 IV 

62 f.), oder ob er es ablehnt, zu arbeiten, obwohl ihm das möglich wäre, und es 

vorzieht, durch Drogenhandel seinen Lebensunterhalt zu verdienen (BGE 118 IV 

349). Von Bedeutung sind schliesslich allfällige Vorstrafen und das Verhalten des 

Delinquenten nach der Tat und im Strafverfahren, wie beispielsweise kooperati-

ves Verhalten, ein umfassendes Geständnis, Reue und Einsicht (BGE 118 IV 349; 

HANSJAKOB, a.a.O., S. 244). 

2.1.3. Mit dem Rückzug der Berufung durch die (aktuelle) Verteidigung ist der 

Beschuldigte rechtskräftig der qualifizierten Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 

lit. b, c, d und g in Verbindung mit Abs. 2 lit. b und c BetmG schuldig gesprochen. 

Diesem Schuldspruch liegt die durch die Vorinstanz erstellte gekaufte Drogen-

menge von 434 Kilogramm Marihuana und 25 Kilogramm Haschisch sowie die 

davon verkaufte Drogenmenge von 351 Kilogramm Marihuana und 17.5 Kilo-

gramm Haschisch zu Grunde. Der damit erzielte Umsatz beträgt Fr. 3'268'000.– 

und der erzielte Gewinn Fr. 760'800.– (vgl. u.a. Urk. 339 S. 66 ff. und S. 130 f.). 

Die Vorinstanz hielt zudem fest, dass trotz der Mehrzahl der getätigten Geschäfte 

angesichts des zeitlichen und sachlichen Konnexes zwischen den einzelnen Vor-

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gängen von einem Wiederholungszusammenhang und damit von einem einheitli-

chen Willensentschluss des Beschuldigten auszugehen sei. Es liege daher keine 

mehrfache Tatbegehung vor (Urk 339 S. 107).  

2.1.4. Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist zunächst zu berücksichtigen, 

dass die gekaufte Drogenmenge bei 434 Kilogramm Marihuana und 25 Kilo-

gramm Haschisch, die verkaufte Drogenmenge bei 351 Kilogramm Marihuana 

und 17.5 Kilogramm Haschisch und der erzielte Umsatz bei Fr. 3'268'000.– sowie 

der erzielte Gewinn bei Fr. 760'800.– liegt (vgl. u.a. Urk. 339 S. 130 f.). Beim 

Handel von Cannabisprodukten ist das Sucht- und Gefährdungspotential von 

Cannabis im Vergleich zu harten Drogen zwar geringer (vgl. FINGER-

HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar BetmG, 3. Aufl. 2016, Art. 47 StGB N 11), 

indes darf – entgegen den Ausführungen der Vorinstanz – das Sucht- und Ge-

fährdungspotenzial von Cannabis nicht verharmlost werden (vgl. Urk. 339 S. 131). 

So hat das Bundesgericht festgehalten, dass Cannabis in gesundheitlicher Hin-

sicht nicht unbedenklich ist (BGE 120 IV 256 E. 2.b/c). Im Folgenden ist auf die 

einzelnen Aspekte sämtlicher Tatkomponenten abzustellen und diese sind zu ge-

wichten. Vorab kann festgehalten werden, dass es sich beim vorliegenden Straf-

verfahren um einen sehr umfangreichen Fall mit Cannabisprodukten handelt (vgl. 

auch die Strafmassempfehlungen bei FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, welche von 

einem Umsatz von Fr. 100'000.– bis zu einem Umsatz von Fr. 10 Mio. reichen; 

FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., Art. 47 StGB N 52; Urteil des Bundesge-

richts 6P.100/2005 vom 13. Januar 2006, E. 3.3.2). Zur Höhe der erstellten Dro-

genmengen sowie des Umsatzes kommen vorliegend die Faktoren der unzähli-

gen Handlungen (auch wenn dem Beschuldigten ein einheitlicher Tatentschluss 

und damit keine mehrfache Tatbegehung vorgeworfen wird) sowie der lange Tat-

zeitraum hinzu, welcher sich über rund 4 ½ Jahre erstreckt (Urk. 339 S. 130 f.). 

Diese lange Dauer ist klar als verschuldenserhöhend zu gewichten (vgl. FINGER-

HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., Art. 47 StGB N 15 mit weiteren Hinweisen). Zu-

dem hat der Beschuldigte auch innert kurzer Zeit grosse Mengen Cannabis um-

gesetzt, indem er dieses beschaffte und mit seinen Mittätern und einem hohen 

Organisationsgrad den Weiterverkauf organisierte. Zu berücksichtigen sind mithin 

auch die Banden- und Gewerbsmässigkeit. Diese Faktoren wirken sich bei der 

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objektiven Tatschwere massiv erhöhend aus, zumal hier mehrere Qualifikations-

merkmale zusammentreffen (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., Art. 47 

StGB N 15). Weiter wiegen Weitergabehandlungen von Drogen deutlich schwerer 

als deren Erwerb und Besitz, da diese zu einer unmittelbaren Gefahr der Weiter-

verbreitung der Drogen führen (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, Kommentar 

BetmG, a.a.O., Art. 47 StGB N 15 mit weiteren Hinweisen). Indem der Beschul-

digte das Cannabis beschaffte und weiterverkaufte, schuf er damit die Gefahr von 

dessen Verbreitung, was er auch wusste und wollte.  

Weiter ist der Beschuldigte zusammen mit seinen Mittätern äusserst professionell 

und gezielt gewerbsmässig vorgegangen. Die Organisation des Gemeinschafts-

raums im AA._____ erforderte einen logistischen Aufwand mit klaren Absprachen 

und war damit mit einer grossen kriminellen Energie verbunden. Die gesamte Tä-

tigkeit wies zudem einen komplexen Organisationsgrad auf. Die Aufgaben der 

einzelnen Beteiligten waren klar verteilt und die Vorgehensweisen professionell – 

selbst eine Video-Überwachung fehlte nicht – festgelegt. Dem Beschuldigten ist 

bei seinem Handeln auch ein ausschliesslich finanzielles Interesse zuzuschreiben 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_660/2007 vom 8. Januar 2008, E. 2.3; FINGER-

HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, a.a.O., Art. 47 StGB N 17). Die durch den Beschuldigten 

und seine Mittäter generierten Umsätze und Gewinne sind als hoch zu bezeich-

nen im Vergleich