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**Case Identifier:** e31c8bd5-c4f0-5223-a71a-2b7dd0d1af1d
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-02
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012
**Docket/Reference:** DB.2020.106
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-db.2020.106--1-st.2020.123.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2020.106 
1 ST.2020.123 

Entscheid 

2. November 2021 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichterin 
Barbara Collet und Gerichtsschreiber Marius Obertüfer 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B ,    

vertreten durch C AG,  

gegen 

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

Beschwerde-/ 
Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  war  Alleinaktionär  der  D  mit  Sitz  in  E,  mit 

Aktienkapital  Fr. …  (150  Namenaktien  zum  Nennwert  à  Fr. …).  Mit  Kaufvertrag  vom 

9. November 2012 veräusserte er sämtliche der 150 Aktien an die F mit Sitz in G. Die F 

befindet sich im Eigentum seiner drei Söhne H, I und J, die daran mit je 250 Stamman-

teilen mit Nennwert Fr. … beteiligt sind. Als Kaufpreis für die D wurde der Betrag von 

Fr. … vereinbart, wobei Fr. … sogleich bezahlt wurden. Für den Rest des Kaufpreises 

(Fr. …)  gewährte  der  Pflichtige  der  F  ein  Darlehen,  welches  gemäss  vertraglicher 

Übereinkunft  vom  ebenfalls  9. November  2012  jährlich  mit  Fälligkeit  auf  den  jeweils 

31. Mai um den Betrag von Fr. 100'000.- zu amortisieren war. Das Darlehen gewährte 

der Pflichtige der F zinslos. Vor dem Verkauf gelangte der Pflichtige mit einer Rulingan-

frage  zum  geplanten  Vorgehen  an  das  kantonale  Steueramt  des  Kantons  Zürich,  die 

jedoch abschlägig beantwortet wurde. 

Der Pflichtige reichte daraufhin zusammen mit seiner Ehefrau B (nachfolgend 

die  Pflichtige,  zusammen  die  Pflichtigen)  die  am  17.  September  2013  unterzeichnete 

Steuererklärung  ein.  Sie  deklarierten  darin  betreffend  die  direkte  Bundessteuer  2012 

ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr.  84'057.-  sowie  bei  den  Staats-  und  Gemeinde-

steuern  2012  ein  solches  von  Fr.  83'980.-  und  ein  steuerbares  Vermögen  von 

Fr. 3'712'979.-.  

Mit  Veranlagungsverfügung  vom  2. August  2018  veranlagte  das  kantonale 

Steueramt die Pflichtigen betreffend die direkte Bundessteuer 2012 mit einem steuer-

baren Einkommen von Fr. 702'300.-. Mit gleichentags ergangenem Einschätzungsent-

scheid  betreffend  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2012  schätzte  es  sie  mit  einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 1'112'600 (davon Ertrag aus qualifizierten Beteiligun-

gen  Fr.  1'025'900.-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 3'712'000.-  ein.  Das 

kantonale  Steueramt  qualifizierte  namentlich  einen  Vermögensertrag  über 

Fr. 1'025'844.- aus dem Verkauf der 150 Aktien der D an die F als steuerbar und ver-

neinte einen entsprechenden steuerfreien Kapitalgewinn.  

B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 27. August 2018 Einsprache erheben 

und beantragen, betreffend die direkte Bundessteuer 2012 mit einem steuerbaren Ein-

kommen von Fr. 83'700.- sowie betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2012 mit 

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einem steuerbaren Einkommen von Fr. 83'900.- und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 3'712'000.- veranlagt und eingeschätzt zu werden. Zur Begründung brachten sie im 

Wesentlichen  vor,  dass  die  Voraussetzungen  zur  Besteuerung  des  Aktienverkaufs 

nicht erfüllt seien und deshalb von einer Aufrechnung abzusehen sei. Mit den Eventu-

alanträgen I und II beantragten sie zudem eine reduzierte Aufrechnung.  

Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache am 29. Mai 2020 teilweise gut 

und veranlagte die Pflichtigen bei der direkten Bundessteuer 2012 mit einem steuerba-

ren  Einkommen  von  Fr. 694'100.-  sowie  bei  den  Staats-  und  Gemeindesteuern  2012 

mit  Fr. 1'099'100.-  (davon  Ertrag  aus  qualifizierter  Beteiligung  Fr. 1'012'400.-)  und  ei-

nem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 3'489'000.-.  Teilweise  gutgeheissen  wurde  die 

Einsprache,  weil  das  kantonale  Steueramt  mit  Bezug  auf  die  Berechnung  des  aufre-

chenbaren Betrags gewisse Korrekturen vornahm. Zusätzlich wurden die Steuerschul-

den berücksichtigt. Im Kern hielt das kantonale Steueramt jedoch daran fest, dass der 

Verkauf  der  Aktien  der  D  beim  Pflichtigen  als  Ertrag  aus  beweglichem  Vermögen  zu 

qualifizieren und deshalb für die Pflichtigen steuerbar sei.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 29. Juni 2020 liessen die Pflichtigen ihren 

in der  Einsprache gestellten  Hauptantrag  wiederholen.  Eventuell  beantragten  sie wie-

derum eine reduzierte Aufrechnung. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten des Beschwerde-/Rekursgegners.  

Mit Verfügung vom 8. Juli 2020 wurde den Pflichtigen Frist angesetzt, um ein 

eigenhändig  unterzeichnetes  Exemplar  der  Beschwerde-  und  Rekursschrift  einzu-

reichen.  Am  14. Juli  2020  reichten  sie  das  einverlangte  Exemplar  ein.  Das  kantonale 

Steueramt  schloss  am  23. September  2020  auf Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die Eid-

genössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Auf die Vorbringen der Parteien wird  – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Der  Einkommenssteuer  unterliegen  gemäss  Art.  20  Abs.  1  lit.  c  Satz  1 

des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG) 

bzw. § 20 Abs. 1 lit. c Satz 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) die Erträge 

aus beweglichem Vermögen wie Dividenden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse, 

Kapitalrückzahlungen für Gratisaktien und geldwerte Vorteile aus Beteiligung aller Art. 

Steuerfrei sind demgegenüber kraft Art. 16 Abs. 3 DBG bzw. § 16 Abs. 3 StG Kapital-

gewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen.  

b) aa) Als Ertrag aus beweglichem Vermögen  i.S.v. Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG 

gilt nach Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG auch der Erlös aus dem Verkauf einer Beteiligung 

von mindestens 20% am Grund- oder Stammkapital einer Kapitalgesellschaft oder Ge-

nossenschaft  aus  dem  Privatvermögen  in  das  Geschäftsvermögen  einer  anderen  na-

türlichen  oder  juristischen  Person,  soweit  innert  fünf  Jahren  nach  dem  Verkauf,  unter 

Mitwirkung des Verkäufers, nicht betriebsnotwendige Substanz ausgeschüttet wird, die 

im Zeitpunkt des Verkaufs bereits vorhanden und handelsrechtlich ausschüttungsfähig 

war […]. Gemäss Abs. 2 liegt Mitwirkung im Sinn von Abs. 1 lit. a vor, wenn der Ver-

käufer weiss oder wissen muss, dass der Gesellschaft zwecks Finanzierung des Kauf-

preises Mittel entnommen und nicht wieder zugeführt werden. Für das kantonale Recht 

enthalten § 20a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StG eine entsprechende Regelung.  

bb)  Grund  dieser  Gesetzesbestimmung  ist  der  Folgende  (vgl.  StRG,  9. März 

2021, 2 DB.2019.56/2 ST.2019.77, E. 2c. ff., mit Hinweisen, auch zum Folgenden): Die 

gesetzliche Regelung des Vermögensertrags aus Beteiligungsrechten ist darauf ausge-

richtet,  die  Gewinne  juristischer  Personen  zwei  Mal  zu  besteuern.  Bei  der  Kapitalge-

sellschaft  oder  Genossenschaft  unterliegen  die  Gewinne  der  Gewinnsteuer.  Bei  der 

Ausschüttung an den Anteilsinhaber fällt bei diesem die Einkommenssteuer an. Dieses 

gesetzliche  Konzept  der  wirtschaftlichen  Doppelbelastung  wird  in  der  Weise  umge-

setzt, dass die Dividende (oder sonstige steuerbare Leistung), welche von der Kapital-

gesellschaft  oder  Genossenschaft  an  den  Anteilsinhaber  ausbezahlt  wird,  bei  diesem 

immer Einkommen darstellt, und zwar unabhängig davon, ob die ausgeschütteten Re-

serven  gebildet  wurden,  während  der  Anteilsinhaber  Aktionär  war.  Der  Erwerber  von 

Anteilsrechten  an  einer  Kapitalgesellschaft  oder  Genossenschaft  übernimmt  mit  den 

Aktien auch die latente Steuerlast auf den im Zeitpunkt des Erwerbs bestehenden (stil-

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len  oder  offenen)  Reserven.  Wegen  dieser  objektbezogenen  Betrachtungsweise,  für 

welche  die  Sicht  der  leistenden  Gesellschaft  allein  massgeblich  ist,  wird  in  der  Lehre 

von  einer  Formalisierung  des  Vermögensertragsbegriffs  gesprochen  (Reich/Weid-

mann, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direk-

te Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 20 N 30 DBG). Art. 16 Abs. 3 DBG und § 16 Abs. 3 

StG sehen vor, dass Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen steu-

erfrei sind. Als steuerfreie private Kapitalgewinne im Sinn von Art. 16 Abs. 3 DBG bzw. 

§ 16 Abs. 3 StG gelten lediglich jene, welche aus der Verwaltung von Privatvermögen 

entstehen  oder  sich  bei  Gelegenheit  ergeben  (BGr,  29.  Juni  2011,  2C_766/2010, 

E. 2.2). Ergibt sich aus der Veräusserung der Vermögenswerte ein Mehrwert, wird die-

ser dem privaten Kapitalgewinn (resp. Kapitalverlust bei einem Minderwert) zugerech-

net.  Zwar  kann  der  veräussernde  private  Aktionär  einen  steuerfreien  Kapitalgewinn 

erzielen,  aber  der  Erwerber  muss  im  Falle  einer  Ausschüttung  bereits  bestehender 

Reserven darauf die Einkommenssteuer bezahlen; auf diese Weise ist trotz der Steuer-

freiheit der privaten Kapitalgewinne die wirtschaftliche Doppelbelastung gewährleistet. 

cc)  Mit  dem  Verkauf  der  Gesellschaft  gibt  der  Beteiligungsinhaber  seinen  la-

tenten Anspruch auf Ausschüttung von Reserven und einbehaltenen Gewinnen auf und 

erhält  dafür  eine  Kaufpreis-  oder  Darlehensforderung.  Dabei  unterliegt  die  Kaufpreis-

zahlung  oder  die  Rückzahlung  der  Darlehensforderung  beim  Beteiligungsinhaber  kei-

ner Steuer. Die verkaufte Gesellschaft  (auch Zielgesellschaft genannt) kann demnach 

eine  Dividende an  die erwerbende Gesellschaft ausrichten,  welche  bei  dieser  zufolge 

des Beteiligungsabzugs (Art. 69 DBG und § 72 StG) grundsätzlich keine Steuerfolgen 

auslöst. Die erwerbende Gesellschaft kann die so erhaltenen, aus Reserven der über-

tragenen Gesellschaft stammenden Mittel dazu verwenden, die Kaufpreis- oder Darle-

hensforderung  des  Veräusserers  zu tilgen,  was bei  diesem  ebenfalls  keine  Steuerfol-

gen hätte. Die Umgestaltung der Vermögensverhältnisse des Beteiligungseigners führt 

mithin  dazu,  dass  Vermögenswerte,  welche  die  geleistete  Kapitaleinlage  übersteigen 

und dem Inhaber der Beteiligungen im gesetzlichen Konzept der wirtschaftlichen Dop-

pelbelastung einzig als steuerbarer Beteiligungsertrag zufliessen sollen, in eine steuer-

frei  rückzahlbare  Kaufpreis-  oder  Darlehensforderung  umgewandelt  werden.  Durch 

diese zivilrechtliche Gestaltung, die Veräusserung aus dem Privatvermögen in ein Ge-

schäftsvermögen, wird die latente Steuerlast auf den durch die Beteiligungsrechte ver-

körperten  Vermögenswerten  aufgehoben  (BGE  115  Ib  238  E.  3d;  BGr,  5.  Dezem-

ber 2008, 2A_100/2007, E. 5).  

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dd)  Eine  Konstellation  mit  dem  Potential  zur  Aufhebung  der  latenten  Steuer-

last ist die eingangs erwähnte indirekte Teilliquidation, die nunmehr mit der Inkraftset-

zung  von  Art.  20a  Abs.  1  lit.  a  DBG  bzw.  §  20a  Abs.  1  lit.  a  StG  per  1.  Januar  2007 

bzw.  2008  explizit  gesetzlich  normiert  wurde.  Dabei  wechseln  zunächst  die  Beteili-

gungsrechte  vom  Privatvermögen  in  das  Geschäftsvermögen  einer  Personenunter-

nehmung  oder  einer  juristischen  Person,  wodurch  das  Nennwertprinzip  durch  das 

Buchwertprinzip  abgelöst  wird  (BGr,  5.  Dezember  2008,  2A_100/2007,  E.  5.2,  auch 

zum Folgenden). Im Anschluss entnimmt die Käuferin im Ergebnis der Zielgesellschaft 

nach dem Erwerb (bestehende) Mittel zur Finanzierung des Kaufpreises, wodurch sich 

der  Wert  der  Gesellschaft  und  entsprechend  auch  der Wert  der  Beteiligung  reduziert 

(VGr, 11. Januar 2016, SB.2015.00105, E. 3.1, auch zum Folgenden). Die Gesellschaft 

wird teilweise liquidiert, was im Allgemeinen, wenn die Gesellschaft nicht verkauft wor-

den wäre, gemäss dem gesetzlichen Konzept der wirtschaftlichen Doppelbelastung bei 

vorhandenen Reserven und bis anhin einbehaltenen Gewinnen zu steuerlichen Konse-

quenzen geführt hätte. Die der Gesellschaft entnommenen Mittel fliessen dem Verkäu-

fer  indirekt  über  die  Käuferin  in  Form  des  Kaufpreises  zu  und  sind  deshalb  gemäss 

Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 20a Abs. 1 lit. a StG steuerlich zu erfassen. Gilt für die 

Käuferin das Buchwertprinzip, erzielt der Verkäufer im Umfang der entnommenen Sub-

stanz  deshalb  nicht  einen  steuerfreien  Kapitalgewinn,  sondern  einen  steuerbaren  Er-

trag aus beweglichem Vermögen. 

c)  Art. 20a  Abs. 1  Ingress  DBG  bestimmt,  dass  als  Ertrag  aus  beweglichem 

Vermögen im Sinn von Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG auch die in den jeweils nachfolgenden 

lit. a  und b  genannten  Tatbestände  gelten  (StRG,  9. März  2021,  2  DB.2019.56/ 

2 ST.2019.77 E. 4, auch zum Folgenden). Dieser Wortlaut erweist sich vor dem Hinter-

grund  der  Gesetzgebungsgeschichte  und  dem  klaren  Willen  des  Gesetzgebers  als 

missverständlich  (ausführlich  zur  Entstehungsgeschichte,  die  insbesondere  mit  dem 

sogenannten  Erbenholdingfall  des  Bundesgerichts  [BGr,  11.  Juni  2004,  2A.331/2003] 

zusammenhängt: Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2 A., 2019, Art. 20a, N 5 

ff.; Stefan Fuchs, Der Vorbehalt der Steuerumgehung, wenn eine Unternehmensnach-

folge  weder  eine  Transponierung  noch  eine 

indirekte  Teilliquidation  auslöst, 

FStR 2018,  266  ff.;  Peter  Gurtner,  Die  handelsrechtlich  ausschüttbare  nicht  betriebs-

notwendige  Substanz  nach  dem  neuen  Recht  der  indirekten  Teilliquidation,  ASA  76, 

553 ff., je mit Hinweisen). Die Räte beabsichtigten nicht, zusätzlich zur bereits gesetz-

lich  vorgesehenen  und  praktizierten  Besteuerung  von  Vermögensertrag  aus  Beteili-

gungen neue Steuertatbestände zu schaffen und diese den bereits bestehenden Steu-

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ertatbeständen gleichzustellen. Die Räte beabsichtigten vielmehr, die auf Art. 20 Abs. 1 

lit. c DBG und die entsprechenden, harmonisierten kantonalen Bestimmungen gestütz-

te  Praxis  des  Bundesgerichts  betreffend  indirekte  Teilliquidation  und  Transponierung 

einzuschränken und die frühere kantonale Praxis wiederherzustellen. Vor diesem Hin-

tergrund erweisen sich Art. 20a Abs. 1 Ingress DBG und § 20a Abs. 1 Ingress StG ge-

rade nicht als isoliert zu betrachtende Steuertatbestände, sondern vielmehr als Erläute-

rung  und  Ergänzung  zu  Art. 20  Abs. 1  lit. c  DBG  und  § 20  Abs. 1  lit. c  StG 

(Reich/Weidmann, Art. 20 N 108b DBG).  

d)  Auch  die  Ausgliederung  der  Bestimmungen  zur  indirekten  Teilliquidation 

und  zur  Transponierung  bedeutet  nicht,  dass  es  sich  um  eigenständige  Steuertatbe-

stände  handelt.  Die  Schaffung  von  formellen  Sondernormen  drängte  sich  aus  geset-

zestechnischen  Gründen  auf  (Reich/Helbing/Duss,  in:  Kommentar  zum  Schweizeri-

schen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 20a 

N 2 DBG). In systematischer Hinsicht ist weiter zu berücksichtigen, dass sich die bishe-

rige  Praxis  auf  die  unverändert  gebliebenen  Bestimmungen  von  Art. 20  Abs. 1  lit. c 

DBG  und  § 20  Abs. 1  lit.  c  StG  stützte.  Bereits  unter  dem  früheren  Recht  wurde  er-

kannt,  dass  bei  der  Auslegung  dieser  Normen  eine  wirtschaftliche  Betrachtungsweise 

anzustellen  sei  (Reich/Weidmann,  Art.  20  N  7  DBG).  Transponierung  und  indirekte 

Teilliquidation sind vor Inkraftsetzung von Art. 20a DBG per 1. Januar 2007 direkt aus 

den steuerlichen Normen zu Vermögensertrag aus Beteiligungsrechten entwickelt und 

hergeleitet  worden.  Diese  Grundnormen  sind  indessen  unverändert  geblieben,  ohne 

dass ein Vorbehalt angebracht worden wäre, wonach für die Besteuerung bestimmter 

Fallkonstellationen einzig  § 20a StG  bzw.  Art. 20a  DBG  zur  Anwendung  gelange.  Die 

wirtschaftliche  Betrachtungsweise  gemäss  Art. 20  Abs. 1  lit. c  DBG  und  § 20  Abs. 1 

lit. c StG gilt unverändert fort, so dass auch die Besteuerung gemäss alter Praxis sich 

weiterhin auf diese Normen stützen könnte. Auch aus diesem Grund sind die neu ein-

gefügten  Bestimmungen  als  Ergänzungen  und  Einschränkungen  des  ansonsten  un-

verändert  gebliebenen  Rechts  zu  verstehen.  Die  allgemeinen  Überlegungen  von  ins-

besondere Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG bzw. § 20 Abs. 1 lit. c StG gelten dementsprechend 

auch  im  Anwendungsbereich  von  Art.  20a  DBG  bzw.  §  20a  StG  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  20a  N  6  DBG  und 

Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  4.  A.,  2021, 

§ 20a N 4 StG). 

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2.  a)  Der  vorliegend  steuerlich  zu  beurteilende  Sachverhalt  ist  grundsätzlich 

unumstritten. Mit Kaufvertrag vom 9. November 2012 verkaufte der Pflichtige im Rah-

men  einer  Nachfolgelösung  seine  100%-Beteiligung  an  der  D  rückwirkend  per 

1. Januar  2012  an  die  von  seinen  drei  Söhnen  gehaltene,  eigens  zu  diesem  Zweck 

gegründete F zum Preis von Fr. …. Der Kaufpreis wurde dabei lediglich im Umfang von 

Fr. … [= nominelles Aktienkapital] durch die F bezahlt. Für die restlichen ca. 97% des 

Kaufpreises  (Fr. …)  gewährte  der  Pflichtige  als  Verkäufer  der  F  ein  Akquisitions-

Darlehen.  Im  dazugehörigen  Darlehensvertrag  vom  9. November  2012  wurde  verein-

bart, dass der Pflichtige der F das Darlehen unverzinslich gewährt und sie dieses jähr-

lich  im  Umfang  von  Fr. 100'000.-  per  jeweils  31.  Mai  zu  amortisieren  hat,  wobei  die 

Amortisationszahlungen  im  gegenseitigen  Einverständnis  erhöht  oder  auch  reduziert 

werden können. Der vereinbarte sogenannte Fremdkapitaldienst, allgemein bestehend 

aus Amortisation und Verzinsung, belief sich damit zu Beginn auf Fr. 100'000.- jährlich. 

Abgesehen  von  der  Hinterlegung  der  Aktien  der  D  und  der  eigenen  Stammanteile  in 

einem  Schrankfach  der Zürcher  Kantonalbank  brauchte  die  F für  das  ihr  eingeräumte 

Darlehen dem Pflichtigen als Darlehensgeber keine Sicherheiten zu leisten.  

b) Im Kaufvertrag vom 9. November 2012 kamen die Parteien sodann in Ziff. 7 

überein, dass die F bis zur vollständigen Amortisation des Darlehens die Aktien der D 

nicht an einen Dritten veräussern darf. Weiter wurde in der Vereinbarung auch festge-

halten,  dass  es  im  besagten  Zeitraum  den  Gebrüdern  H,  I  und  J  untersagt  sei,  ihre 

Stammanteile an der F an einen Dritten zu veräussern. Beachtlich ist jedoch, dass die 

Gebrüder H, I und J persönlich nicht Vertragspartei sind, sondern sie den Vertrag nur 

in ihrer Rolle als Zeichnungsberechtigte für die F unterzeichnet haben, weshalb deren 

rechtliche  Verpflichtung  zur  Einhaltung  der  Veräusserungsbeschränkung  zumindest 

nicht schriftlich nachgewiesen wurde (was wegen der Formfreiheit gemäss Art. 11 des 

Obligationenrechts  vom  30.  März  1911  [OR]  nicht  heissen  muss,  dass  sie  nicht  be-

steht).  Das  Veräusserungsverbot  wurde  vorbehältlich  der  Zustimmung  durch  den 

Pflichtigen vereinbart. Im Falle einer Veräusserung wurde vereinbart, dass der Pflichti-

ge zu 50% am Mehrerlös partizipieren solle.  

c) Die D schüttete in den Jahren 2012 und 2013 je ca. Fr. 100'000.- an Divi-

denden an die F aus, die in der Folge zur Amortisation des Darlehens verwendet wur-

den. Ab dem Jahr 2014 wurde die Dividendenpolitik der D  angepasst und der ausge-

schüttete  Betrag 

jährlich  auf  ca.  Fr. 120'000.-  erhöht  und  seitens  der  F zur 

vertragsgemässen  Amortisation  des  Darlehens  verwendet.  Gemäss  Ziff.  2  des  Darle-

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hensvertrags ist davon auszugehen, dass sich die Parteien auf die Erhöhung der jährli-

chen Amortisationsrate verständigt haben. Sofern die Vereinbarung unter den Parteien 

nicht  (mehr)  angepasst  wird  und  es  inskünftig  bei  der  jährlichen  Amortisation  von 

Fr. 120'000.- bliebe, würde die vollständige Amortisationsdauer ca. 18 Jahre betragen. 

Bei Berücksichtigung der ursprünglich vereinbarten Amortisationsrate von Fr. 100'000.- 

hätte sie sogar ca. 21 Jahre betragen. Die Amortisationsdauer ist damit länger als die 

statistische  restliche  Lebenserwartung  des  zum  Vertragszeitpunkt  bereits  ca.  ..-

jährigen Pflichtigen (Jahrgang 193X).  

d)  Mit  Bezug  auf  den  geschilderten  Sachverhalt  ist  im  vorliegenden  Be-

schwerde- und Rekursverfahren zur Hauptsache strittig, ob der Verkauf der D an die F 

für  den  Pflichtigen  vollumfänglich  als  privater  Kapitalgewinn  zu  qualifizieren  ist  oder 

aber für ihn Steuerfolgen nach sich zieht. Eventuell strittig ist sodann die Höhe der ge-

gebenenfalls vorzunehmenden Aufrechnung. 

3.  a)  aa)  Die  von  der  F  gemäss  Darlehensvertrag  jährlich  zu  leistende  ver-

gleichsweise moderate Amortisationszahlung konnte mit dem im jeweiligen Jahr erwirt-

schafteten  und  ausgeschütteten  Gewinn  der  D  vollumfänglich  beglichen  werden 

(E. 2c).  Folglich  ist  es  innerhalb  der  fünf  Jahre  ab  Verkauf  unbestrittenermassen  bei 

der  D  nicht  effektiv  zu einer  Ausschüttung  von  nicht  betriebsnotwendiger  Substanz  in 

Form von Dividendenzahlungen an die F gekommen. Der Kaufpreis ist damit innerhalb 

der ersten fünf Jahre nicht mit Mitteln der D finanziert worden, die zum Zeitpunkt des 

Verkaufs bereits vorhanden waren und es kam folglich zu keiner Aufhebung der laten-

ten Steuerlast (E. 1b/cc). Folglich sind mangels Ausschüttung auch nicht sämtliche der 

in Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 20a Abs. 1 lit. a StG genannten Kriterien gemäss 

Wortlaut der Bestimmung erfüllt. 

bb)  Diese  Kombination  aus  Unternehmensverkauf  und  Akquisitions-Darlehen 

mit langer Amortisationsdauer und tiefer bzw. fehlender Verzinsung wird vom kantona-

len Steueramt als verzögerte Substanzausschüttung bezeichnet, die es kritisch zu hin-

terfragen gelte (ausführlich auch: Zuckschwerdt/Meuter, Praxis zur indirekten Teilliqui-

dation – kein Fall für die Gerichte, ZStP 2017, 292 ff.). Immer dann, wenn die künftige 

Ertragslage der Zielgesellschaft es nicht zulasse, einen drittvergleichskonformen objek-

tiven  Finanzierungsbedarf  und  nicht  nur  den  vereinbarten  (moderaten)  Fremdkapital-

dienst  zu  leisten,  komme  es  im  Ergebnis  zu  einer  (virtuellen)  Finanzierungslücke,  zu 

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deren Ausgleich die Käuferin an sich innerhalb der ersten fünf Jahre mit entsprechen-

den Steuerfolgen für den Verkäufer auf die bestehende Substanz der Zielgesellschaft 

hätte  zurückgreifen  müssen.  Wenn  ein  Akquisitions-Darlehen  hinsichtlich  übermässig 

langer  Amortisationsdauer  und/oder  nicht  marktkonformer  Verzinsung  einem  Drittver-

gleich nicht standhalte, könne eine verzögerte Substanzausschüttung und – unter An-

nahme  einer  Steuerumgehung  –  im  Ergebnis  eine  indirekte  Teilliquidation  vorliegen 

(Zuckschwerdt/Meuter,  ZStP  2017,  295;  a.M.  Schreiber/Bader/Diefenbacher/Schnei-

der,  Praxis  zur  indirekten  Teilliquidation  –  eine  Standortbestimmung  [Teil  1],  ZStP 

2018, 277 ff.; Locher, Art. 20a N 12). 

cc)  Auch  wenn  verzögerte  Substanzausschüttungen  mangels  Teilentleerung 

der veräusserten Gesellschaft gemäss Wortlaut nicht unter das fallen, was gemeinhin 

als indirekte Teilliquidation verstanden wird, ist nicht sogleich zu prüfen, ob "eine Steu-

erumgehung  der  indirekten Teilliquidation"  vorliegt,  wie  dies  das kantonale Steueramt 

im  Ergebnis  im  Veranlagungs-  und  Einschätzungsverfahren  tat.  Die  Frage  der  Steu-

erumgehung  stellt  sich  nach  der  neueren  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  erst, 

wenn der Anwendungsbereich der de lege artis ausgelegten Norm abgesteckt ist (BGr, 

4. Januar 2012, 2C_351/2011, E. 3.4, mit Hinweisen; vgl. auch Locher, Vorbemerkun-

gen  N  184  ff.).  Zunächst  stellt  sich  deshalb  die  Frage,  ob  der  nunmehr  in  Art. 20a 

Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 20a Abs. 1 lit. a StG explizit gesetzlich geregelte Tatbestand 

der  indirekten  Teilliquidation  nach  einer  wirtschaftlichen  Betrachtungsweise  ausgelegt 

werden kann, was gegebenenfalls die Subsumtion des vorliegenden Sachverhalts ge-

nerell und direkt unter Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 20a Abs. 1 lit. a StG ermögli-

chen würde, ohne dass die Voraussetzungen der Steuerumgehung im Einzelfall erfüllt 

sein müssten (VGr Schwyz, 15. Dezember 2016, II 2015 91, E. 4.1). Eine wirtschaftli-

che  Betrachtungsweise  bedeutet,  dass  der  Sachverhalt  nicht  ausschliesslich  und  iso-

liert  anhand  der  zivilrechtlichen  Gestaltung  und  einzelner  Rechtsgeschäfte  gewürdigt 

wird, sondern vielmehr das wirtschaftliche Ergebnis zusammenhängender Schritte un-

tersucht  wird.  Erst  wenn  durch  richtige  Auslegung  und  Anwendung  der  Norm  einer 

missbräuchlichen  Rechtsgestaltung  oder  einer  missbräuchlichen  Inanspruchnahme 

von  Rechten  nicht  beizukommen  ist,  stellt  sich  die  Frage  der  Steuerumgehung  (BGr, 

4. Januar 2012, 2C_351/2011, E. 3.4). 

b) Die Pflichtigen machen diesbezüglich geltend, dass allgemein eine gesetz-

lich normierte Steuerumgehungsklausel (wie vorliegend Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG bzw. 

§ 20a Abs. 1  lit.  a  StG)  nicht  umgangen  werden  könne.  Es  sei  unzulässig,  auf  diese 

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Weise den Besteuerungstatbestand über den zulässigen Bereich hinaus auszudehnen. 

Die  gesetzlich  normierte  indirekte  Teilliquidation  setze  zur  Besteuerung  voraus,  dass 

es faktisch oder zumindest wirtschaftlich zu einer tatsächlichen Substanzentnahme aus 

der  Zielgesellschaft  innerhalb  der  gesetzlich  normierten  Frist  von  fünf  Jahren  gekom-

men sei. Dies sei vorliegend genau nicht der Fall (E. 3a). Auf diesem Weg könne nicht 

die vom Gesetzgeber im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses thematisierte, jedoch 

letzten Endes verworfene Besteuerung einer Ersatzdividende wieder eingeführt werden 

(vgl. dazu ebenfalls die gesetzliche Entstehungsgeschichte in Locher, Art. 20a, N 5 ff.; 

Fuchs, FStR 2018, 266 ff., mit Hinweisen).  

c)  aa)  Historisch  beabsichtigte  der  Gesetzgeber  mit  der  Inkraftsetzung  von 

Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG eine Einschränkung des Tatbestands der indirekten Teilliqui-

dation,  nachdem  die  diesbezügliche  Praxis  unter  Art.  20  Abs.  1  lit.  c  DBG  vom  Bun-

desgericht  über  die Jahre  sukzessive  verschärft bzw.  ausgedehnt  wurde (E.  1c,  auch 

zum  Folgenden).  Die  indirekte  Teilliquidation  sollte  mit  der  Schaffung  von  Art. 20a 

Abs. 1  lit.  a  DBG  auf  der  Linie  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  –  unter  Aus-

klammerung  der  Praxisverschärfung  ab  dem  Jahr  2001  –  kodifiziert  werden  (Locher, 

Art. 20a N 7; BGr, 5. Dezember 2008, 2A.100/2007, E. 5.6). Erklärtes Ziel war nicht die 

zusätzliche  Schaffung  neuer  Steuertatbestände.  Damit  besteht  kein  Raum,  Sachver-

halte, in denen es objektiv zu gar keiner tatsächlichen Substanzausschüttung, sondern 

höchstens  zu  einer  virtuellen  Finanzierungslücke  kommt  (E.  3a/bb),  nach  wirtschaftli-

chen Gesichtspunkten ergebnisorientiert mittels Ausdehnung über den Wortlaut hinaus 

unter  den  Tatbestand  der  indirekten  Teilliquidation  zu  subsumieren  (VGr  Schwyz, 

15. Dezember  2016,  II  2015  91,  E. 4.2  f.). Wegen  der  Verobjektivierung  der  Kriterien 

der indirekten Teilliquidation kann folglich beispielsweise am Tag nach Ablauf der fünf-

jährigen  Sperrfrist  eine  Teil-  oder  Totalliquidation  erfolgen,  ohne  dass  sich  für  den  

Verkäufer  nach  Art. 20a  Abs.  1  lit.  a  DBG  bzw.  §  20a  Abs.  1  lit.  a  StG  Steuerfolgen 

ergeben  könnten  (Schreiber/Bader/Diefenbacher/Schneider,  ZStP  2018,  279;  Reich/ 

Helbing/Duss,  Art. 20a  N 48  f.  DBG,  auch  zum  Folgenden).  Dies  selbst  dann,  wenn 

eine Substanzausschüttung nach Fristablauf bereits im Verkaufszeitpunkt geplant war. 

Die  Besteuerung  einer  verzögerten  Substanzausschüttung  kann  überdies  auch  nicht 

unter der gänzlichen Ausklammerung von Art. 20a Abs. 1 lit a DBG bzw. § 20a Abs. 1 

lit. a StG und alleine gestützt auf die wirtschaftliche Betrachtungsweise gemäss Art. 20 

Abs. 1 lit. c DBG und § 20 Abs. 1 lit. c StG erfolgen (E. 1d). Ebenfalls nicht erfüllt sind 

vorliegend  die  Voraussetzungen  zur  Annahme  einer  allgemeinen  Rechtsmissbräuch-

lichkeit  (Locher,  Vorbemerkungen  N  185b  und  Art.  20a  N  12).  Der  Pflichtige  braucht 

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sich mit seiner zivilrechtlichen Rechtsausübung nicht vorwerfen zu lassen, sein Verhal-

ten stelle ein inhärenter Verstoss gegen das Prinzip von Treu und Glauben dar, dass in 

der  konkreten  Situation  jedem  Rechtsempfinden  zuwiderlaufen  und  zu  einem  absolut 

nicht tolerierbaren Resultat führen würde.  

bb) In die Richtung des Gesagten deutet im Übrigen auch die Rechtsprechung 

des  Bundesgerichts,  welches  sich zugegebenermassen  allerdings  –  soweit  ersichtlich 

– noch nie explizit mit der rechtlichen Qualifikation einer verzögerten Substanzentnah-

me  mit  Bezug  auf  die  indirekte  Teilliquidation  auseinandersetzen  musste.  Namentlich 

den  jüngeren  Entscheiden  zu  Art. 20a  Abs. 1  lit. a  DBG  vom  31.  Mai  2012 

(2C_906/2010),  18. Dezember  2013  (2C_499/2013)  sowie  vom  28.  März  2019 

(2C_702/2018)  lagen  diesbezüglich  jeweils  andere  Sachverhalte  zugrunde.  Bei  der 

Transponierung (Art. 20a Abs. 1 lit. b DBG) hingegen hat es sich jüngst mit Entscheid 

vom 26. Oktober 2017 (2C_168/2017) explizit gegen die wirtschaftliche Betrachtungs-

weise  bei  einzelnen  dort  einschlägigen  Kriterien  (konkret  der  nötige  Beteiligungsum-

fang)  ausgesprochen  (E.  3.2;  bestätigt  in  BGr,  16.  Januar  2020,  2C_681/2018  u. 

2C_692/2018,  E. 7.2.3;  a.M.  StRG,  29.  Juni  2020,  1 DB.2019.192/1  ST.2019.250, 

E. 1d)  

d)  Festzuhalten  ist  deshalb  zunächst,  dass  im  vorliegenden  Fall  nicht  sämtli-

che Voraussetzungen der indirekten Teilliquidation i.S.v. Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG und 

§ 20a Abs. 1 lit. a StG erfüllt sind und dementsprechend der betragsmässige Umfang 

der (virtuellen)  Finanzierungslücke  nicht  als  steuerbarer  Ertrag  aus beweglichem  Ver-

mögen  i.S.v.  Art.  20  Abs.  1  lit.  c  DBG  bzw.  § 20  Abs.  1  lit.  c  StG  qualifiziert  werden 

kann.  

4. a) Damit bedarf es der (subsidiären) Prüfung, ob die Pflichtigen die gewähl-

te  vertragliche  Ausgestaltung  nur  zum  Zweck  der  Steuerumgehung  gewählt  haben  

(E.  3a/cc).  Dabei  gilt  es  die  Frage  zu  klären,  ob  die  Rechtsgestaltung  des  Unterneh-

mensverkaufs  in  der  gewählten  Form  einzig  mit  dem  Ziel  aufgegleist  wurde,  um  von 

der in Art. 16 Abs. 3 DBG bzw. § 16 Abs. 3 StG bei privaten Kapitalgewinnen veranker-

ten  Ausnahme vom  Grundsatz  der Gesamtreineinkommensbesteuerung profitieren  zu 

können. Ob  die  Steuerumgehung  dabei  im  Einzelnen  in der missbräuchlichen  Abstüt-

zung  von  Art. 16  Abs.  3  DBG  bzw.  §  16  Abs.  3  StG  und  nicht  der  missbräuchlichen 

Umgehung  von  einem  der  Kriterien  von  Art.  20a  Abs.  1 lit.  a  DBG  bzw.  § 20a  Abs. 1 

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lit. a StG liegt, kann dabei offen gelassen werden (vgl. William Barbey, Évasion fiscale 

codifiée,  étude  sur  la  marge  de  manoeuvre  laissée  au  juge  fiscal  par  le  législateur, 

RDAF 2021 II, 275 f.). Eine solche im Ergebnis gegebenenfalls vorzunehmende steuer-

liche Korrektur liesse sich jedenfalls nicht direkt unter die gesetzlich klar normierte indi-

rekte  Teilliquidation  subsumieren  (Schreiber/Bader/Diefenbacher/Schneider,  FStR 

2018, 278, Fn 23). Vielmehr geht es um die Prüfung, ob im Einzelfall die Kriterien der 

"gewöhnlichen" Steuerumgehung erfüllt sind. Die Gewährung eines Darlehens zu nicht 

marktkonformen  Bedingungen  wegen  der  übermässigen  langen  Amortisationsdauer 

und  der  (zu)  tiefen  Verzinsung  und  der  damit  im  Ergebnis  vorliegenden  verzögerten 

Substanzausschüttung erfüllt entgegen der Andeutung des kantonalen Steueramts im 

Einspracheentscheid  (mit  Verweis  auf  Zuckschwerdt/Meuter,  ZStP  2017,  292  ff.)  in 

objektiver  Hinsicht  als  solches  nicht  bereits  diese  Kriterien.  Davon  kann  erst  gespro-

chen  werden,  wenn  im  konkreten  Einzelfall  auch  sämtliche  der  allgemeinen  Kriterien 

betreffend  Annahme  einer  Steuerumgehung  erfüllt  sind  (nachfolgend  E.  4b).  Letztere 

Prüfung ist dabei im Bereich der Abgrenzung zwischen Art. 16 Abs. 3 DBG und Art. 20 

Abs.  1  lit.  c  DBG  bzw.  § 16  Abs. 3  und  § 20  Abs. 1  lit. c  StG  nach  wie  vor  zulässig 

(BGr,  26.  März  2021,  2C_  534/2020,  E.  4.2;  BGr,  16. Januar  2020,  2C_681/2018  u. 

2C_692/2018,  E.  7.3;  BGr,  26.  Oktober  2017,  2C_168/2017;  StRG,  29.  Juni  2020, 

DB.2019.192/ST.2019.250,  E.  1,  www.strgzh.ch;  bestätigt  durch  VGr,  30.  Septem-

ber 2020,  SB.2020.00075,  E.  4.1.2;  Fuchs,  FStR  2018,  252;  Schrei-

ber/Bader/Diefenbacher/Schneider, ZStP 2018, 274 Fn 8; vgl. zusammenfassend dazu 

auch die verschiedenen Meinungen dazu in der Lehre in Fuchs, FStR 2018, 270 ff. und 

Barbey, RDAF 2021 II, 274 ff.). Eine vom Gesetzgeber gewollte Steuerlücke, die einer 

Prüfung  der  Steuerumgehung  in  diesem  Bereich  prinzipiell  entgegenstehen  und  dem 

Steuerpflichtigen  erlauben  würde,  eine  rechtmässige  Steuerersparnis  zu  erlangen, 

wenn  bei  der  Veräusserung  nicht  sämtliche  der  in  Art.  20a  DBG  bzw.  §  20a  StG  ge-

nannten Kriterien gemäss Wortlaut erfüllt sind, liegt damit mit anderen Worten nicht vor 

(Fuchs,  FStR  2018,  279;  teilweise  a.M.  bzw.  differenzierter  Laurence  Cornu,  Theorie 

de l'evasion fiscale et interpretation economique, 2014, S. 450 ff.).  

b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird eine Steuerumgehung 

angenommen, wenn  

(1.)  eine  von  den  Beteiligten  gewählte  Rechtsgestaltung  als  ungewöhnlich, 

sachwidrig  oder  absonderlich,  jedenfalls  den  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  völlig 

unangemessen erscheint (sog. objektives Element),  

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(2.)  anzunehmen  ist,  dass  die  gewählte  Rechtsgestaltung  missbräuchlich  le-

diglich deshalb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ord-

nung der Verhältnisse geschuldet wären (sog. subjektives Element), und  

(3.)  das  gewählte  Vorgehen  tatsächlich  zu  einer  erheblichen  Steuerersparnis 

führen würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde (sog. effektives 

Element).  

Eine Steuerumgehung liegt indes nicht bereits dann vor, wenn von mehreren 

zivilrechtlichen  Lösungen  nicht  diejenige  gewählt  wird,  die  die  höchsten  Steuerfolgen 

zeitigt. Vielmehr fällt eine Steuerumgehung nur in jenen ganz ausserordentlichen Situa-

tionen  in  Betracht,  wenn  eine  Rechtsgestaltung  (objektives  Element)  vorliegt,  die  – 

unter Ausklammerung der steuerlichen Aspekte – jenseits des wirtschaftlich Vernünfti-

gen  liegt.  Das  subjektive  Element  erweist  sich  insofern  als  entscheidend,  als  die  An-

nahme  einer  Steuerumgehung  ausgeschlossen  bleibt,  wenn  andere  als  blosse  

Steuerersparnisgründe  bei  der  Rechtsgestaltung  eine  relevante  Rolle  spielen 

(BGr, 26. Oktober 2017, 2C_168/2017, mit Hinweisen). Sind diese drei Voraussetzun-

gen erfüllt, so ist der Besteuerung die Rechtsgestaltung zugrunde zu legen, die sach-

gemäss  gewesen  wäre,  um  den  erstrebten  wirtschaftlichen  Zweck  zu  erreichen.  Es 

greift mit andern Worten eine Sachverhaltsfiktion im Sinne der wirtschaftlichen Betrach-

tungsweise  (Markus  Reich,  Steuerrecht,  3.  A.,  2020,  §  6  N  23;  Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  VB  zu  Art.  109-121 N 46  DBG  und  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  VB 

zu §§ 119-131 N 47 StG). 

5.  a)  Das  kantonale  Steueramt  räumt  im  Einspracheentscheid  ein,  dass  der 

Verkauf einer Beteiligung an Nahestehende gegen ein Darlehen nicht per se als unge-

wöhnlich zu betrachten  sei.  Vorliegend  sei jedoch  der  Kaufpreis  im  Umfang  von  rund 

97% als Darlehensforderung zinsfrei, ungesichert und mit einer langen Amortisations-

dauer stehen gelassen worden, was einem umfassenden Drittvergleich nicht standhal-

te. Wäre  ein  vergleichbares  Akquisitions-Darlehen  bei  einer  Bank  aufgenommen  wor-

den, so wäre dieses einerseits zu verzinsen und andererseits in einer Zeitspanne von 

in der Regel fünf bis sieben Jahren zu amortisieren gewesen. Die tiefen Amortisations-

raten  und die Zinsfreiheit  seien  nur  deshalb  vereinbart  worden,  damit  der  Fremdkapi-

taldienst  mittels  Dividenden  aus  laufenden  Gewinnen  der  Zielgesellschaft  geleistet 

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werden könne. Ein unabhängiger Dritter hätte neben einem marktgerechten Fremdka-

pitaldienst  überdies  auch  auf  angemessenen  Sicherheiten  bestanden.  Diesbezüglich 

liege folglich eine absonderliche Rechtsgestaltung vor, die in dieser Form nicht verein-

bart  worden  wäre,  wenn  sich  die  Parteien  nicht  nahestehen  würden.  Für  die  Darle-

hensgestaltung  seien  im  Weiteren  auch  keine  nicht  steuerlichen  Gründe  erkennbar. 

Durch das gewählte Vorgehen könnten die Pflichtigen sodann den Betrag von ca. Fr. 1 

Mio.  steuerfrei  vereinnahmen.  Dadurch  würde  ihnen  eine  erhebliche  Steuerersparnis 

resultieren,  womit  auch  die  dritte  Voraussetzung  für  eine  Steuerumgehung  erfüllt  sei. 

Würde ein solches Vorgehen durch die Steuerbehörden hingenommen, würde die ge-

setzliche Norm zur indirekten Teilliquidation ihres Sinngehalts entleert. Steuerpflichtige 

könnten eine Besteuerung regelmässig vermeiden, indem die steuerauslösenden Sub-

stanzausschüttungen  durch  nicht  drittvergleichskonforme  Darlehen  auf  die  Zeit  nach 

der  fünfjährigen  Sperrfrist  hinausgezögert  werden  könnten.  In  der  Beschwerde-  und 

Rekursantwort macht das kantonale Steueramt sodann geltend, auch der Versuch, die 

beabsichtigte  Nachfolgeregelung  mittels  eines  Steuerrulings  bestätigen  zu  lassen,  sei 

Indiz  dafür,  dass  das  gewählte  Vorgehen  allein  steuerlich  motiviert  gewesen  sei.  Bei 

einer  vollständig  gesetzeskonformen  Rechtsgestaltung  wäre  ein  Steuervorbescheid 

wohl unnötig gewesen.  

b) Die Pflichtigen hingegen betonen, dass es dem Pflichtigen um die familien-

interne  Unternehmensnachfolge  und  nicht  um  die Gewinnmaximierung gegangen  sei. 

Zudem  sei  nur  ein  Vorgehen  in  Frage  gekommen,  welches  die Tochter,  die  an  der  F 

nicht  beteiligt  sei,  nicht benachteiligte.  Eine  Schenkung sei  deshalb  nicht  möglich ge-

wesen.  Bei  dieser  Ausgangslage  habe  ein Weg  gefunden  werden müssen,  die  einer-

seits für  die Söhne finanziell  tragbar geblieben  sei  und  andererseits  den gesetzlichen 

Pflichtteil  der Tochter  nicht  verletze.  Deshalb sei  ein  verhältnismässig  tiefer  Kaufpreis 

bzw. ein Kaufpreis mit Familienrabatt vereinbart worden. Ergänzt worden sei der Kauf-

vertrag sodann mit einem Veräusserungsverbot bzw. einer Gewinnbeteiligung bei Ver-

äusserung, welches an das Darlehen geknüpft worden sei. Konkret sei vereinbart wor-

den,  dass  der  Pflichtige  bzw.  sein  Nachlass  bei  Vorversterben  bis  zum  Zeitpunkt  der 

vollständigen  Darlehensamortisation  an  einem  aus  dem  Verkauf  der  D  resultierenden 

Mehrwert partizipiert hätte. Die lange Laufzeit des Darlehensvertrags sei damit nicht im 

Hinblick  auf  die  Amortisation  des  Kaufpreises  durch  laufende  Gewinne,  sondern  im 

Hinblick  auf  die  Rechtssicherheit  gegenüber  der  Tochter  gewählt  worden.  Da  es  sich 

im  Weiteren  um  eine  familieninterne  Transaktion  gehandelt  habe,  sei  auf  Verzinsung 

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verzichtet worden, was gestützt auf Art. 313 Abs. 2 OR ebenfalls nicht als absonderlich 

zu betrachten sei. Letzteres erst recht nicht im derzeitigen Zinsumfeld. 

6. a) Vorab ist auf das erstmals im Beschwerde- und Rekursverfahren vorge-

tragene Argument des kantonalen Steueramts einzugehen, bereits der Versuch, einen 

Vorbescheid  einzuholen,  sei  klares  Indiz  dafür,  dass  das  gewählte  Vorgehen  allein 

steuerlich motiviert gewesen sei. Dem kann bei näherer Betrachtung nicht zugestimmt 

werden. Die Rechtsprechung der letzten Jahre verdeutlicht, dass trotz der mittlerweile 

erfolgten gesetzlichen Normierung der indirekten Teilliquidation in Art. 20a Abs. 1 lit. a 

DBG bzw. § 20a Abs. 1 lit. a StG gerade bei Nachfolgelösungen nach wie vor gewisse 

Unsicherheiten  bestehen  bei  der  Abgrenzung  zwischen  (steuerfreiem)  Kapitalgewinn 

gemäss Art. 16 Abs. 3 DBG bzw. § 16 Abs. 3 StG und steuerbarem Ertrag aus beweg-

lichem Vermögen gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. c DGB bzw. § 20 Abs. 1 lit. c StG. Die er-

hoffte  bessere  "Berechenbarkeit  des  Steuersystems"  (BBl  2005,  S. 4865)  blieb  trotz 

gesetzlicher  Nachjustierung  mit  der  Inkraftsetzung  von  Art. 20a  DBG  bzw.  §  20a  StG 

teilweise  aus.  Allgemein  ist  deshalb  das  Bedürfnis  von  steuerpflichtigen  Personen 

nachvollziehbar,  wenn  sie  ihr  angedachtes  Vorhaben  vorab  auf  etwaige  Steuerfolgen 

hin überprüfen  lassen  wollen. Wenn  dann  eine dem  Steueramt  vorgetragene  steuerli-

che  Interpretation  zu  einer  Nachfolgelösung  von  diesem  abschlägig  beantwortet  wird, 

kann  dies  dem  Gesuchsteller  im  Anschluss  nicht  allgemein  als  Indiz  für  eine  Umge-

hungsabsicht  angelastet  werden  (vgl.  allerdings  inhaltlich  zur  Rulinganfrage  nachfol-

gend E. 6b/cc).  

b)  aa)  Abgesehen  davon  wirkt  die  vom  kantonalen  Steueramt  vorgetragene 

Argumentation  (E.  5a)  jedoch  insgesamt  überzeugend.  Das  Vorgehen  des  Pflichtigen 

mit  der  Gewährung  eines  zinslosen  Darlehens  ohne  Sicherheitsleistungen  und  einer 

derart  langen  Amortisationsdauer  erscheint  gesamthaft  im  Geschäftsverkehr  als  ab-

sonderlich und den wirtschaftlichen Verhältnissen völlig unangemessen. Ein offensicht-

liches  Zusammenwirken  unter  den  involvierten  Parteien  ist  klar  erkennbar  und  wird 

auch von den Pflichtigen nicht bestritten (E. 5b). Unter unabhängigen Drittparteien wä-

re ein Darlehen mit diesen für die Darlehensnehmerin äusserst vorteilhaften Konditio-

nen offensichtlich nicht vereinbart worden. Neben den vorteilshaften Darlehenskonditi-

onen  wiederspiegelt  sich  die  Absonderlichkeit 

im  Vergleich  zum  üblichen 

wirtschaftlichen  Gebaren  unter  unabhängigen  Dritten  auch  darin,  dass  die  Beteiligten 

im gegenseitigen Einverständnis den Fremdkapitaldienst flexibel erhöhen und gar ver-

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ringern  können.  Die  Amortisationszahlungen  können  damit  mit  maximaler  Flexibilität 

der positiven und auch negativen Geschäftsentwicklung der D angepasst werden, wo-

von  die  Beteiligten  auch  bereits  Gebrauch  machten,  indem  sie  (vertragsgemäss)  ab 

dem Geschäftsjahr 2014 die jährliche Amortisationsrate analog dem Jahresgewinn der 

D von Fr. 100'000.- auf Fr. 120'000.- anhoben (vorne E. 2c). Dieses aufeinander abge-

stimmte Handeln der Beteiligten, das in dieser Form unter Drittparteien in keiner Weise 

ökonomisch  nachvollziehbar  wäre,  dient  offensichtlich  einzig  der  Sicherstellung,  dass 

der Fremdkapitaldienst ausschliesslich mittels Dividenden aus laufenden Gewinnen der 

Zielgesellschaft geleistet werden konnte und innerhalb der Sperrfrist nicht auf Substanz 

zurückgegriffen werden musste.  

bb)  Hingegen  nicht  zu  überzeugen  vermögen  die  von  den  Pflichtigen  zur 

Rechtfertigung ihres Handelns vorgetragenen (ausserfiskalen) Argumente. Der Pflichti-

ge  handelte  zunächst  widersprüchlich  zur  im  vorliegenden  Verfahren  vorgetragenen 

Argumentation, indem er per 2014 einer Erhöhung der jährlichen Amortisationszahlun-

gen  zustimmte  (E.  2c).  Dadurch  hat  sich  voraussichtlich  die  verbleibende  Amortisati-

onsdauer  bzw.  die  Verfügungssperre  der  Söhne  verkürzt,  was  gerade  nicht  erklärtes 

Ziel  war bzw. theoretisch das Risiko der behaupteten und befürchteten Pflichtteilsver-

letzung  erhöht.  Unter  der  Prämisse  der  ins  Feld  geführten  Rechtssicherheit  bzw.  der 

beabsichtigten Sicherstellung des Pflichtteilsanspruchs der Tochter ist deshalb dieses 

Verhalten  nicht  nachvollziehbar.  Dieses  offensichtliche  Zusammenwirken  von  Darle-

hensnehmerin  und  Darlehensgeber  verdeutlicht  überdies,  dass  ohne  direkten  Mitein-

bezug der Tochter die Abmachung zwischen der F bzw. den Gebrüdern H, I und J und 

dem  Pflichtigen  ohnehin  wegen  der  Möglichkeit  der  jederzeitigen  Abänderungsmög-

lichkeit  bei  Einvernehmen  gerade  keinerlei  Rechtssicherheit  bietet.  Dem  kantonalen 

Steueramt ist deshalb beizupflichten, dass, wenn es dem Pflichtigen tatsächlich um die 

Rechtssicherheit betreffend Nachlass gegangen wäre, eine entsprechende vertragliche 

Regelung  inklusive  Miteinbezug  der  Tochter  –  in  welcher  rechtlichen  Ausgestaltung 

auch immer – weitaus naheliegender gewesen wäre, als eine Kopplung an das Akqui-

sitions-Darlehen. Sodann ist ohnehin nicht ersichtlich, dass aufgrund der vertraglichen 

Ausgestaltung  eine  effektive  Pflichtteilsverletzung  drohte.  Gegebenenfalls  werden  die 

Söhne, die mit der operativen Geschäftsübernahme ein entsprechendes unternehmeri-

sches Risiko eingegangen sind, unter dem Strich am Ende zwar besser dastehen. Die 

blosse  (eventuelle)  Besserstellung  ist  allerdings  noch  weit  von  der  effektiven  Pflicht-

teilsverletzung  entfernt.  Es  gilt  der  Grundsatz,  dass  der  künftige  Erblasser  über  sein 

Vermögen lebzeitig frei verfügen kann, weshalb Anfechtungen solcher Rechtsgeschäf-

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te  mittels  Herabsetzungsklage  oftmals  einen  schweren  Stand  haben  (anstatt  vieler: 

Forni/Piatti, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 6. A.,  2019, Art. 527 N 1 ff. und 

insb.  N  11  ZGB).  Der  Einwand  der  drohenden Pflichtteilsverletzung  erscheint  demge-

mäss primär hypothetischer Natur zu sein.  

cc)  Nicht  einfach  ausser  Acht  gelassen  werden  kann  sodann,  dass  die  be-

hauptete Motivation (E. 5b) mit der Sachverhaltsdarstellung in den Rulinganfragen bei 

der ESTV und der Kantonale Steuerverwaltung G schwer in Einklang zu bringen ist. In 

den  Rulinganfragen  wird  die  Absicht  dargelegt,  dass  nach  Ablauf  der  fünfjährigen 

Sperrfrist  eine  Fusion  zwischen der  F  und der D  beabsichtigt  sei,  bei  der  die D  die  F 

übernehme und diese folglich aufgelöst werde (sogenannte Mutterabsorption). Dies ist 

klares Indiz dafür, dass es bei der Rechtsgestaltung eben nicht um aussersteuerliche 

Motive  wie  Rechtssicherheit  und  Pflichtteilsschutz,  sondern  vielmehr  von  Anfang  an 

einzig  um  eine  Verzögerung  der  Substanzausschüttung  ging;  ansonsten  hätte  man 

sich  die gewählte  Strukturierung  von  Anfang  an  sparen  können.  Die  D  würde  bei  der 

geplanten  Mutterabsorption  überdies  in  den  Besitz  ihrer  eigenen  Beteiligungsrechte 

gelangen, die sie allerdings an die Beteiligten, die Gebrüder H, I und J, weiterzuleiten 

hätte  (statt  vieler:  Oesterhelt/Taddei,  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Umstrukturierungen,  2016,  §  3  N 177;  Böhni/Fröhlich,  Fusionsgewinn  und  -verlust: 

Handels- und steuerrechtliche Fragestellungen im Überblick, StR 2015, 269 und 272). 

Dadurch  würde  aber  eben  wiederum  gerade  die  gemäss  der  Sachverhaltsdarstellung 

der  Pflichtigen  im  vorliegenden  Verfahren  zentrale Verfügungsbeschränkung im  Kauf-

vertrag  grösstenteils  gegenstandslos.  Auch  deshalb  bestehen  erhebliche  Zweifel  an 

den  von  den  Pflichtigen  ins  Feld  geführten  nicht  steuerlichen  Motiven  der  gewählten 

Rechtsgestaltung (E. 5b).  

dd)  Auch  die  Ausführungen  der  Pflichtigen  zur  Rechtfertigung  der  zinslosen 

Gewährung  des  Darlehens  überzeugen  bei  näherer  Betrachtung  nicht.  Aufgrund  des 

geltenden  Trennungsprinzips  (zu  diesem  Begriff  siehe  BGr,  26.  April  2012, 

2C_396/2011,  E.  4.2.1)  kann  der  Kaufvertrag  samt  Akquisitions-Darlehen  nicht  als 

"familieninterne  Transaktion"  qualifiziert  werden,  bei  welcher  der  Verzicht  auf  Verzin-

sung  nicht  ungewöhnlich  oder  unüblich  wäre.  Vielmehr  hält  das  kantonale  Steueramt 

diesbezüglich zu Recht fest, dass es sich bei der Käuferin um eine juristische Person 

handelt,  welche  kaufmännisch  tätig  ist  und  deshalb  das  ihr  gewährte  unverzinsliche 

Darlehen  einem  Drittvergleich  nicht  standhält.  Dies,  auch  wenn  es  sich  bei  Art. 313 

Abs.  2  OR  um  dispositives  Recht  handelt.  Auch  der  Hinweis,  dass  im  aktuellen  Zins-

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umfeld Niedrig- oder gar Negativzinsen dominieren, verfängt nicht, denn darauf könn-

ten sich die Pflichtigen höchstens berufen, wenn der Pflichtige bei Vertragsschluss von 

der  Darlehensnehmerin  im  Gegenzug  entsprechende  Sicherheiten  eingefordert  hätte. 

Unter unabhängigen Dritten erscheint die Gewährung eines (ungesicherten) zinslosen 

Darlehens über mehr als Fr. 2 Mio. und einem Stammkapital von gerade einmal Fr. … 

selbst im aktuellen globalen und nationalen Zinsumfeld immer noch als ungewöhnlich. 

ee)  In  Anbetracht  der  obigen  Umstände  erscheint  das  gewählte  Vorgehen 

insgesamt  als  absonderlich  und  den  wirtschaftlichen  Verhältnissen  völlig  unangemes-

sen.  Unter  Ausklammerung  der  steuerlichen  Aspekte  liegt  die  Rechtsgestaltung  aus-

serhalb  jeglicher  wirtschaftlicher  Vernunft  (E.  4b).  Das  objektive  Element  der  Steu-

erumgehung  ist  somit  als  gegeben  zu  erachten.  Diese  Schlussfolgerung  bzw.  das 

Abstellen auf einen Drittvergleich bei der Darlehensgestaltung allgemein steht überdies 

auch im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts. Von der Sachverhalts-

konstellation  her  ist  der vorliegende  Fall  betreffend  Darlehensausgestaltung  durchaus 

mit  dem  vom  Bundesgericht  zu  beurteilenden  Fall  2C_168/2017  zu  vergleichen,  bei 

dem  dieses  (auch)  unter  expliziter  Hervorhebung  der  nicht  drittvergleichskonformen 

Darlehensausgestaltung  zum  gleichen  Schluss  gelangte  (E.  4.1;  Susanne  Schreiber, 

Impôt sur le revenu et la fortune des personnes physiques, RDAF 2019 II, 46). Auch im 

eingangs zitierten "Erbenholding Fall" mit beinahe identischer Grundkonstellation (auch 

dort  verkaufte  der  vormalige  Alleinaktionär  sämtliche  Aktien  der  Zielgesellschaft  an 

eine  eigens  dafür  gegründete  Holding-Gesellschaft  seiner  drei  Kinder)  hielt  es  das 

Bundesgericht  für  angebracht,  die  Darlehensmodalitäten  des  Akquisitions-Darlehens 

näher zu prüfen (BGr, 11. Juni 2004, 2A.331/2003, E. 3.4, auch zum Folgenden). Dort 

gelangte es dann allerdings namentlich unter Verweis auf die Verzinsung zum Schluss, 

das  Darlehen  bewege sich mit  Bezug  auf  den  vereinbarten  Fremdkapitaldienst  insge-

samt in einem üblichen Rahmen. Namentlich diese Grundüberlegungen erweisen sich 

trotz der Inkraftsetzung von Art. 20a DBG bzw. § 20a StG und der damit einhergehen-

den Rückkehr zur alten Praxis (vgl. vorne E. 3c/aa) auch nicht als überholt und haben 

nach wie vor Gültigkeit. 

c) An den Nachweis der Umgehungsabsicht werden keine strengen Anforde-

rungen gestellt. Der Nachweis ist bereits dadurch erbracht, wenn für die von der steu-

erpflichtigen  Person  getroffene  ungewöhnliche  Rechtswahl  keine  anderen  Motive  als 

dasjenige  der  Steuerersparnis  erkennbar  sind  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  VB  zu 

Art. 109-121 N 44d DBG und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, VB zu §§ 119-131 N 46a 

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StG, je mit Hinweisen). Da die Pflichtigen nicht überzeugend darzulegen vermochten, 

dass  bei  der  Rechtsgestaltung  nicht  steuerliche  Gründe  eine  relevante  Rolle  spielten 

(E. 6b), ist das subjektive Element der Steuerumgehung als gegeben zu erachten. Im 

Kaufvertrag  vom  9. November  2012  wurde  sodann  die  Thematik  der  indirekten  Teilli-

quidation eingehend behandelt und auch vereinbart, dass die F den Pflichtigen bei et-

waigen  Steuerfolgen  schadlos  zu  halten  habe.  Daraus  kann  zweifelsfrei  abgeleitet 

werden, dass sich die Parteien der Problematik bewusst waren und dass das Motiv der 

Steuerersparnis ihr Handeln massgeblich beeinflusste.  

Keine  relevanten  Rückschlüsse  lassen  sich  im  Übrigen  aus  dem  Umstand 

gewinnen,  dass  es  nach  Ablauf  der  fünfjährigen  Sperrfrist  nicht  umgehend  zu  einer 

Substanzausschüttung  bei  der  D  gekommen  ist. Da ein solches  Verhalten  der  (nahe-

stehenden) D geradezu widersprüchlich zur Sachverhaltsdarstellung der Pflichtigen im 

vorliegenden Verfahren gewesen wäre und sie dadurch deren Argumentationslinie ge-

radezu torpediert hätte, war bzw. ist bis zur rechtskräftigen Erledigung dieses Verfah-

rens  nicht mit  einer  Substanzentnahme  zu  rechnen.  Gleiches gilt  auch mit  Bezug  auf 

die gemäss Ruling angedachte Mutterabsorption (E. 6b/cc). 

d)  Unbestritten  ist  sodann,  dass  die  verzögerte  Substanzentnahme  zu  einer 

erheblichen  Steuerersparnis  bei  den  Pflichtigen  führt  (zur  Berechnung  vgl.  im  Einzel-

nen  E. 7a  hernach).  Die  Steuerersparnis  entspricht  dem  Streitwert  im  vorliegenden 

Verfahren. 

e) Nach dem Gesagten muss als erstellt gelten, dass das von den Beteiligten 

gewählte  Vorgehen  betreffend  Ausgestaltung  des  Akquisitions-Darlehens  im  Zusam-

menhang mit dem Verkauf der Zielgesellschaft an die F nur deshalb derart ausgestaltet 

wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse ge-

schuldet gewesen wären. Damit ist das Vorgehen als Versuch zur Steuerumgehung zu 

beurteilen.  Bei  rechtmässiger  Ausgestaltung  wäre  dem  Pflichtigen  nicht  der  gesamte 

Verkaufspreis  der  D  als  steuerfreier  Kapitalgewinn  gemäss  Art. 16  Abs.  3  bzw.  §  16 

Abs.  3  StG  zugeflossen.  Die  Pflichtigen  werden  deshalb  einen  Teil  des  Erlöses  aus 

dem Verkauf der D zu versteuern haben (zur Höhe nachfolgend im Einzelnen E. 7 ff.).  

f) Der Hauptantrag der Pflichtigen, es sei auf die Besteuerung des vorliegen-

den  Sachverhalts  betreffend  Unternehmensnachfolge  zu  verzichten  und  die  Veranla-

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gung  und  Einschätzung  gemäss  der  eingereichten  Steuererklärung  vorzunehmen,  ist 

damit abzuweisen.  

7.  a)  Liegt  eine  Steuerumgehung  vor,  so  ist  im  konkreten  Einzelfall  der  Be-

steuerung jene Rechtsgestaltung zugrunde zu legen, die sachgemäss gewesen wäre, 

um den erstrebten wirtschaftlichen Zweck zu erreichen. Es greift eine Sachverhaltsfik-

tion im Sinn der wirtschaftlichen Betrachtungsweise.  

b)  Soweit  Ausschüttungen  im  Sinne  der  indirekten  Teilliquidation  erfolgen, 

wird der Verkaufserlös bei der Verkaufspartei (teilweise) als steuerbarer Vermögenser-

trag erfasst. Dabei bildet die kleinste der folgenden Grössen (nach Massgabe der ver-

äusserten  Beteiligungsquote)  den  steuerbaren  Vermögensertrag  (vgl.  Ziff.  5.1.1  des 

Kreisschreibens  Nr.  14 der  ESTV  vom  6. November  2007  betreffend  Verkauf  von  Be-

teiligungsrechten  aus  dem  Privat-  in  das  Geschäftsvermögen  eines  Dritten  ["indirekte 

Teilliquidation"]; nachfolgend Kreisschreiben): 

-  Verkaufserlös:  Dazu  gehört  der  gesamte  Verkaufserlös  mit  den  unter  suspensi-

ven  oder  resolutiven  Bedingungen  vereinbarten  Beträgen.  Der  Nominalwert  der 

veräusserten Beteiligungsrechte reduziert den Verkaufserlös nicht; 

- Ausschüttungsbetrag; 

- Handelsrechtlich ausschüttungsfähige Reserven; 

- Nichtbetriebsnotwendige Substanz. 

8.  a)  Das  kantonale  Steueramt  definiert  im  Veranlagungs-,  Einschätzungs- 

und  Einspracheverfahren  zunächst  die  Parameter  eines  drittvergleichskonformen  Ak-

quisitions-Darlehens mit Bezug auf den jährlich anfallenden gewöhnlichen Fremdkapi-

taldienst. Dabei geht es von der Annahme aus, dass das Darlehen mit Blick auf die bei 

der  Akquisition  von  Klein-  und  mittleren  Unternehmen  (KMU)  banküblichen  Kreditan-

forderungen  sowie  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  innert  der  maximalen  Frist  von 

sieben Jahren zu amortisieren gewesen wäre. Im Weiteren nimmt es an, dass das Dar-

lehen  von  der  Darlehensnehmerin  zu verzinsen gewesen wäre,  wobei  es  sich bezüg-

lich  der  effektiven  Zinssätze  auf  das  jährlich  von  der  ESTV  herausgegebene  Rund-

schreiben  über  steuerlich  anerkannte  Zinssätze  für  Vorschüsse  oder  Darlehen  von 

Beteiligten oder nahe stehenden Personen stützt. Unter Annahme einer siebenjährigen 

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Amortisationsdauer der Darlehensforderung über Fr. … und marktüblicher Verzinsung 

beziffert  das  kantonale  Steueramt  innerhalb  der  (ersten  betreffend  die  indirekte  Teilli-

quidation massgebenden) fünf Jahre nach dem Verkauf den gesamthaft zu erbringen-

den  Fremdkapitaldienst auf  insgesamt Fr.  ....  Im gleichen Zeitraum  erwirtschaftete  die 

D Gewinne über Total Fr. …, mithin sie bei Marktkonformität  des Fremdkapitaldiensts 

gemäss Sachverhaltsfiktion innerhalb der ersten fünf Jahre zusätzlich im Umfang von 

Fr. 1'012'310.-  auf  bestehende  (nicht  betriebsnotwendige)  Substanz  der  D  hätte  zu-

rückgreifen  müssen  (=  fiktive  Finanzierungslücke).  Diesen  Betrag  stellt  das kantonale 

Steueramt  in  der  Folge  den gemäss  Ziff. 5.1.1  des  Kreisschreibens  alternativ  zur  Be-

steuerung/Aufrechnung in Frage kommenden Grössen (Verkaufserlös, Ausschüttungs-

betrag,  handelsrechtlich  ausschüttungsfähige  Reserve  oder  nicht  betriebsnotwendige 

Substanz;  vorne  E.  7b)  gegenüber.  Aus  der  Gegenüberstellung  folgert  es,  dass  die 

Fr. 1'012'310.-  die  betragsmässig  kleinste  Grösse  sei  und  rechnet  den  Pflichtigen  in 

der Folge den besagten Betrag zum steuerbaren Einkommen auf. 

b)  aa)  Mit  dieser  Vorgehensweise  zeigen  sich  die  Pflichtigen  in  ihrer  Be-

schwerde  bzw.  ihrem  Rekurs  nicht  einverstanden.  Zur  Begründung  bringen  sie  zu-

nächst vor, dass es einerseits keine rechtliche Grundlage für die Besteuerung des vir-

tuellen  Zinsertrags  gebe.  Das  Steueramt  verkenne,  dass  Privatpersonen  nicht 

verpflichtet  seien,  auf  einem gewährten  Darlehen  Zinsen zu erheben.  Nur  bei  Gesell-

schaften,  nicht  jedoch  bei  Privaten  als  Darlehensgeber  würde  sich  die  Berücksichti-

gung  eines  virtuellen  Zinsertrags  anhand  der  ESTV-Zinssätze  rechtfertigen.  Eventuell 

sei eine Verzinsung von verdecktem Eigenkapital steuerlich nicht anerkannt und damit 

auch nicht rechtens. Fremdbeteiligungen dürften nur im Umfang von 70% fremdfinan-

ziert  werden,  was  bedeute,  dass  das  Darlehen  höchstens  im  Umfang  von  Fr. …  ver-

zinst werden dürfte. Dies habe das kantonale Steueramt bei der Berechnung ohne nä-

here Begründung nicht berücksichtigt. 

bb) Weiter monieren die Pflichtigen, dass das kantonale Steueramt die Höhe 

der möglichen Ausschüttungen ex post basierend auf den tatsächlich erzielten Jahres-

gewinnen  (Total  Fr. …)  berechnet  habe,  anstatt  unter  Berücksichtigung  der  Faktoren, 

die  ein  Dritter  bei  der  Unternehmensbewertung  im  Zeitpunkt  des  Kaufs  ex  ante  be-

rechnen würde. Bei der Annahme einer Steuerumgehung solle der Besteuerung derje-

nige Sachverhalt zu Grunde gelegt werden, der dem zu erzielenden Sachverhalt wirt-

schaftlich  am  nächsten  komme,  was  unweigerlich  entsprechende  Korrekturen  zu 

Gunsten und zu Lasten der Pflichtigen nach sich ziehe. Dem Käufer müsse somit die 

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Möglichkeit des Nachweises offenstehen, dass die benötigten operativen Gewinne der 

Zielgesellschaft,  die  steuerlich  keine  Konsequenzen  nach  sich  gezogen  hätten,  ohne 

Weiteres  hätten  erzielt  und  ausgeschüttet  werden  können.  Hätten  die  Gebrüder  H,  I 

und  J  im  konkreten  Fall  nämlich  gewusst,  dass  den  Pflichtigen  die  Besteuerung  der 

virtuellen Substanzentnahme drohe, hätten sie ohne Weiteres ihre Löhne und die Ab-

schreibungspraxis der D anpassen können. Ihnen wäre es auf diese Weise namentlich 

möglich  gewesen,  in  den fraglichen fünf  Jahren durch entsprechende  Reduktion  ihrer 

Lohn- und Bonuszahlungen (gesamthaft Fr. …) sowie durch Anpassung der Abschrei-

bungspraxis (Fr. …) zusätzlich Fr. … an operativen Gewinnen zu erwirtschaften. Aus-

gehend von den erwirtschafteten Jahresgewinnen in den fünf Jahren (Fr. …) resultiere 

damit  ein  möglicher  ausschüttbarer  operativer  Gewinn  von  Fr. …  (dies  inklusive  der 

Zinskorrektur  von  maximal  70%  der  Beteiligung;  E.  8b/aa).  Bei  Ausschöpfung  sämtli-

chen Potentials ergebe sich ein Überhang an ausschüttbarem operativem Gewinn von 

Fr. …  und  keine  Finanzierungslücke,  weshalb  von  einer  Aufrechnung  abzusehen  sei. 

Werde hingegen eine Verzinsungspflicht bejaht, belaufe sich der als indirekte Teilliqui-

dation  qualifizierende  Vermögensertrag  lediglich  auf  Fr. 8'652.-.  Damit  wiederum  sei 

dann aber das Kriterium der erheblichen Steuerersparnis für die Annahme einer Steu-

erumgehung nicht erfüllt, mithin damit auf die Besteuerung der virtuellen Substanzent-

nahme ebenfalls zur Gänze zu verzichten sei. Mit Eventualantrag I beantragen sie da-

mit  ebenfalls,  dass  unter  Festsetzung  der  Steuerfaktoren  gemäss  Hauptantrag 

(Prozessgeschichte Bst. B) von einer Aufrechnung abzusehen sei. 

c)  aa)  Auch  wenn unbestritten  ist,  dass  Privatpersonen  von Gesetzes wegen 

nicht verpflichtet sind, von der Darlehensnehmerin bzw. dem Darlehensnehmer Darle-

henszinsen zu verlangen, so ist dies im Allgemeinen unter unabhängigen Dritten den-

noch  zweifelsohne  üblich  (so  auch  BGr,  11.  Juni  2004,  2A.331/2003,  E.  3.4).  An  die-

sem 

in  der  Praxis  üblichen  Drittvergleich  hat  sich  die 

für  die  Besteuerung 

massgebende  Sachverhaltsfiktion  bei  Vorliegen  einer  Steuerumgehung  zu  orientieren 

(E.  4b).  Entscheidend  ist  damit  die  gewöhnliche  Ausgestaltung  im  normalen  Ge-

schäftsverkehr  und  nicht  der  rechtsverbindliche  Charakter.  Dass  das  kantonale  Steu-

eramt  annahm,  zum  üblichen  Fremdkapitaldienst  gehöre  auch  eine  Zinskomponente, 

ist  deshalb  nicht  zu  beanstanden.  Das  Gesagte  gilt  erst  recht,  wenn  man  zusätzlich 

den  Umstand  berücksichtigt,  dass  vom  Pflichtigen  abgesehen  von  der  Aktien-  bzw. 

Stammanteilhinterlegung  in  einem  Schliessfach  der  Zürcher  Kantonalbank  keinerlei 

Sicherheiten für das Darlehen verlangt wurden und es sich bei der F um ein gewinnori-

entiertes Unternehmen handelt (E. 2a). Damit sind die Pflichtigen gar mit den vom kan-

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tonalen  Steueramt  in  Veranlagung  und  Einschätzung  berücksichtigten  "safe  haven" 

Zinssätzen zwischen (bloss) 0.25 - 1.5% insoweit mit der Zinsaufrechnung verhältnis-

mässig  "günstig"  gefahren.  Soweit  die  Pflichtigen  betreffend  die  Zinsen  im  Weiteren 

geltend machen, das Darlehen sei als verdecktes Eigenkapital bei der Zinsberechnung 

nicht  vollumfänglich  zu  berücksichtigen,  ist  sodann  dem  kantonalen  Steueramt  beiz-

pflichten,  dass  sie  den  entsprechenden  Nachweis  bis  heute  schuldig  geblieben  sind. 

Mit  dem  Nachweis  der  Steuerumgehung  und  der  Berechnung  der  (virtuellen  Zinsen) 

anhand  der  (Mindest-)Zinssätze  gemäss  Rundschreiben  der  ESTV  hat  das  kantonale 

Steueramt  im  Übrigen  die  Besteuerung  auf  eine  plausible  Sachverhaltsfiktion  abge-

stellt. Dementsprechend wäre wiederum der (steuermindernde) Einwand der partiellen 

Zinsfreiheit des verdeckten Eigenkapitals von den Pflichtigen zu belegen bzw. zu plau-

sibilisieren. Allein der Einwand, dies wäre als steuererhöhende Tatsache vom kantona-

len Steueramt zu belegen, verfängt nicht.  

bb) Soweit die Pflichtigen geltend machen, es sei der (virtuelle) Fremdkapital-

dienst  nicht  den  ausgewiesenen  Jahresgewinnen,  sondern  den  ausgewiesenen  Jah-

resgewinnen zuzüglich vorhandenem (fiktivem) Ausschüttungspotential aus Lohnbezü-

gen und angepasster Abschreibungspraxis gegenüberzustellen (E. 8b/bb), kann ihnen 

ebenfalls  nicht  gefolgt  werden.  Die  (genehmigte)  kaufmännische  Bilanz  und  Erfolgs-

rechnung  muss  auch  der  zu  eruierenden  Sachverhaltsfiktion  als  Ausgangspunkt  und 

Grundlage  der  steuerrechtlichen  Gewinnermittlung  dienen  (sogenannte  Massgeblich-

keit  der  Handelsbilanz;  BGE  141  II  83  E.  3.1;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 58 

N 3  ff.  DBG  und  Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  § 64  N  4  ff.  StG,  je  mit  Hinweisen). 

Diese  ex  post  Betrachtung  kommt  den  effektiven  wirtschaftlichen  Verhältnissen  mit 

Abstand am nächsten und erweist sich damit als geeignete Grundlage zur Berechnung 

der  Finanzierungslücke.  Ex  ante  Hypothesen  wie  theoretisch  erzielbare  (höhere)  Ge-

winne  können  keine  Rolle  mehr  spielen,  denn  dadurch  würde  sich  der  Sachverhalt 

schnell  weit  von  den  tatsächlichen  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  entfernen.  Im  Er-

gebnis würde die Besteuerung dann in geradezu unsachgemässer Weise anhand will-

kürlicher  Hypothesen  erfolgen.  So  ist  beispielsweise  die  Annahme,  die Gebrüder  H,  I 

und J hätten bei Kenntnis der drohenden Besteuerung in ihrer Rolle als Arbeitnehmer 

(freiwillig) auf einen nicht unerheblichen Teil ihres Lohns verzichtet, in der Praxis weni-

ger  realistisch,  als  die  vom  kantonalen  Steueramt  zur  Besteuerung  angenommene 

Sachverhaltsfiktion gemäss geltendem Massgeblichkeitsprinzip.  

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d) Die Berechnung der Finanzierungslücke bzw. des (fiktiven) Ausschüttungs-

betrags  gemäss  Kreisschreiben  (E.  7b)  des  kantonalen  Steueramts  ist  damit  nicht  zu 

beanstanden.  Es  bleibt  bei  der  Aufrechnung  der  Fr. 1'012'310.-  zum  steuerbare  Ein-

kommen. Damit ist auch der Eventualantrag I der Pflichtigen abzuweisen.  

9. a) aa) Währendem Art. 20a Abs. 1 lit. a DBG bzw. § 20a Abs. 1 lit.  a StG 

einzig  festhalten,  dass  eine  Ausschüttung  nicht  betriebsnotwendiger  Substanz  zu  be-

steuern ist, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind, äussern sich die besag-

ten Bestimmungen bzw. das Gesetz allgemein nicht eingehend dazu, wie dieser Betrag 

im  Einzelnen  zu  berechnen  ist.  Das  Kreisschreiben  der  ESTV  wiederum  hält  einzig 

fest,  dass  bei  Vorliegen  einer  indirekten  Teilliquidation  die  kleinste  der  vier  Grössen 

Verkaufserlös,  Ausschüttungsbetrag,  handelsrechtlich  ausschüttungsfähige  Reserven 

oder die nicht betriebsnotwendige Substanz aufzurechnen und zu besteuern ist (E 7b). 

Dazu,  wie  namentlich  die  nicht  betriebsnotwendige  Substanz  zu  berechnen  ist, 

schweigen sich Gesetz und Kreisschreiben im Detail bewusst aus, weil eine starre Re-

gelung  des  Beurteilungs-  bzw.  Bewertungsansatzes  den  unterschiedlichsten  Ge-

schäftsmodellen  kaum  gerecht  geworden  wäre 

(Schreiber/Bader/Diefenbacher/ 

Schneider, ZStP 2018, 284 f.; Gurtner, ASA 76, 564 ff., je auch zum Folgenden). Im-

merhin  wird  in  Ziff.  4.6.4  des  Kreisschreibens  einschränkend  festgehalten,  dass  die 

Bewertung der nicht betriebsnotwendigen Substanz, welche im Zeitpunkt des Verkaufs 

bereits  vorhanden  war,  nach  anerkannten  Bewertungsgrundsätzen  zu  erfolgen  habe. 

Dabei seien die zuordenbaren Passiven abzuziehen und die latenten Steuern auf den 

stillen Reserven zu berücksichtigen. Gemäss Praxis ist zudem allgemein unbestritten, 

dass  die  Bewertung  aus  der  Sicht  des  Verkäufers  und  der  Optik  der  unveränderten 

Weiterführung  der  betrieblichen  Tätigkeit  durch  die  Zielgesellschaft  zu  erfolgen  hat, 

wobei künftige Veränderungen unbeachtlich sind. 

bb)  Ansätze,  wie  die  nicht  betriebsnotwendige  Substanz  in  der  Praxis  inner-

halb  der  allgemeinen  Parameter  (E.  9a/aa)  zu  berechnen  ist,  gibt  es  verschiedene 

(ausführlich, Gurtner, ASA 76, 571 ff.). Das kantonale Steueramt stützt sich dabei pra-

xisgemäss  auf  die  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Verbesserung  der  steuerli-

chen  Rahmenbedingungen  für  unternehmerische  Tätigkeiten  und  Investitionen  vom 

22. Juni 2005 zur Unternehmenssteuerreform II (BBl 2005 S. 4733 ff.), die zum damals 

vorgesehenen Konzept der Ersatzdividende auf S. 4803 folgendes festhält:  

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"Der  für  100  Prozent  der  Beteiligungsrechte  massgebende  Maximalbetrag  der  Ersatz-

Dividende (so genanntes volles Portemonnaie) ist grundsätzlich wie folgt zu ermitteln: 

– Das zu Verkehrswerten bewertete Netto-Umlaufsvermögen, 

– zuzüglich des ebenfalls zu Netto-Verkehrswerten bewerteten nichtbetriebsnotwendigen 

Anlagevermögens (Anlagen in Liegenschaften, in Finanzierungsinstrumenten jeder Art, 

jedoch ohne konsolidierungsfähige Beteiligungen), 

– abzüglich des Nettowertes der Warenvorräte, angefangenen Arbeiten und ähnlicher Ak-

tiven, die in diesem Zusammenhang aus Gründen der Vorsicht nicht als leicht realisier-

bare Aktiven angesehen werden sollen, sowie 

– abzüglich einer grundsätzlich mit 10 Prozent des durchschnittlichen Betriebsaufwandes 

der  letzten  drei  Geschäftsjahre  festzulegenden  betriebsnotwendigen  Liquiditätsreserve 

(Berechnungsgrundlage  bildet  jeweils  der  jährliche  Betriebsaufwand  unter  Ausschluss 

ausserordentlicher  Faktoren).  Der  Nachweis  der  Notwendigkeit  einer  höheren  Liquidi-

tätsreserve bleibt vorbehalten." 

cc) Im konkreten Fall ermittelt das kantonale Steueramt basierend auf diesem 

Ansatz zunächst ein Nettoumlaufvermögen von Fr. …. Davon zieht es in einem nächs-

ten  Schritt  eine  Liquiditätsreserve  von  Fr. … (= 10%  vom  durchschnittlichen Betriebs-

aufwand der letzten drei Geschäftsjahre) ab (das nicht betriebsnotwendige Anlagever-

mögen  beziffert  es  auf  Fr. 0.-)  und  setzt  dementsprechend  die  nicht 

betriebsnotwendige Substanz per Datum des Beteiligungsverkaufs (9. November 2012) 

auf Fr. … fest.  

b)  aa)  Mit  dieser  Berechnung  zeigen  sich  die  Pflichtigen  ebenfalls  nicht  ein-

verstanden.  Sie monieren,  die Berechnung gehe  von  einer falschen Ursprungsgrösse 

aus.  Zur  Festsetzung  des  durchschnittlichen  Betriebsaufwands  der  letzten  drei  Ge-

schäftsjahre  hätte  auf  den  Zeitraum  der  letzten  drei  Jahre  vor  Verkaufsdatum 

(09.11.2009 - 08.11.2012) anstatt der letzten drei vollen Geschäftsjahre (01.01.2009 - 

31.12.2011)  abgestellt  werden  müssen.  Andernfalls  würden  unterschiedliche  Werte 

miteinander verglichen, d.h. der pro rata Gewinn werde bereits als schädliches Netto-

umlaufvermögen angesehen; der damit zusammenhängende Umsatz werde hingegen 

noch nicht berücksichtigt. Weiter machen sie geltend, im konkreten Fall sei eine Liqui-

ditätsreserve  von  25%  des  durchschnittlichen  Betriebsaufwands  der  letzten  drei  (Ge-

schäfts-)Jahre  vor  dem  Verkauf  zu  berücksichtigen.  Die  Berücksichtigung  von  nicht 

einmal 10% sei viel zu tief, sei doch damit nicht einmal der zu erwartende Aufwand für 

zwei  Monate sichergestellt. Dies zeige bereits ein Blick auf den Debitorenbestand per 

jeweils Ende des Geschäftsjahrs. Dies werde bei der D als wachsendes Unternehmen 

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gar noch verschärft, da auf den durchschnittlichen Aufwand der letzten drei Jahre und 

nicht  bloss  auf  den  Aufwand  des  letzten  Jahres  (2011)  abgestellt  werde.  Auch  in  der 

parlamentarischen  Diskussion  sei  eine  Liquiditätsreserve  von  25%  als  angemessen 

erachtet worden.  

bb)  Mit  dieser  Begründung  verfechten  die  Pflichtigen  eine  abzuziehende  Li-

quiditätsreserve  von  Fr. … (=  25%  von  Fr.  …)  anstatt  Fr. …  (=  10%  von  Fr. …).  Aus-

gehend  vom  massgebenden  Nettoumlaufvermögen  (unbestritten  Fr. …)  betrage  die 

nicht  betriebsnotwendige  Substanz  nach  Abzug  maximal  Fr. 440'947.-.  Dieser  Betrag 

sei  damit  als  kleinster  Betrag  der  vier  möglichen  Aufrechnungsgrössen  (vorne  E.  7b) 

massgebend,  anstatt  der  nicht  betriebsnotwendigen  Substanz  und  dementsprechend 

zu berücksichtigen bzw. aufzurechnen. Im Ergebnis beantragen sie deshalb im Even-

tualantrag  II,  betreffend  die  direkte  Bundessteuer  2012  mit  einem  steuerbaren  Ein-

kommen von Fr. 345'600.- veranlagt zu werden. Betreffend die Staats- und Gemeinde-

steuern  2012  beantragen  sie,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 527'600.- 

(davon  Ertrag  aus qualifizierten  Beteiligungen  Fr. 440'600.-)  sowie einem steuerbaren 

Vermögen von Fr. 3'621'000.- eingeschätzt zu werden. 

c)  Die  Anwendung  der  Berechnungsmethode  gemäss  Botschaft  zur  Unter-

nehmenssteuerreform II, auf die das kantonale Steueramt praxisgemäss als "praktikab-

le,  objektiv-schematische  Berechnungsweise"  abstellt  (Zuckschwerdt/Meuter,  ZStP 

2017, 291), wird von den Pflichtigen zwar als mangelhaft begründet kritisiert. Hingegen 

wird  nicht  geltend  gemacht,  die  Bestimmung  der  nicht  betriebsnotwendigen  Substanz 

hätte auf grundlegend andere Weise erfolgen müssen, was ebenfalls möglich gewesen 

wäre  (Schreiber/Bader/Diefenbacher/Schneider,  ZStP 2018,  285).  Die  Pflichtigen  be-

anstanden  vielmehr  einzig  die  Falschberechnung  gemäss  den  Vorgaben  in  der  Bot-

schaft. Im Folgenden sind deshalb nur Einwände betreffend die Berechnung zu prüfen 

und  nicht  auch  andere,  von  der  zürcherischen  Verwaltungspraxis  abweichende  Be-

rechnungsmethoden.  Ob  sich  diese  Methode  allgemein  "ohne  Weiteres  sowohl  als 

naheliegend  wie  auch  sachgerecht  erweist"  (Zuckschwerdt/Meuter,  ZStP  2017,  288), 

kann offenbleiben.  

d) aa) Soweit die Pflichtigen zunächst geltend machen, das kantonale Steuer-

amt habe bei der Berechnung des Ausgangswerts des durchschnittlichen Betriebsauf-

wands zu Unrecht auf die letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre (01.01.2009 - 

31.12.2011)  abgestellt,  anstatt  auf  die 

letzten  drei  Jahre  ab  Verkaufsdatum 

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(09.11.2009  -  08.11.2012),  ist  ihnen  zu  entgegnen,  dass  es  sich  bei  der  Berechnung 

der Liquiditätsreserve um eine Art Pauschalabzug handelt. Auf der Basis des Betriebs-

aufwands in jüngster Vergangenheit  wird versucht, die per Stichdatum in Zukunft  not-

wendige  Mindestliquidität  abzuschätzen.  Diese  Mindestliquidität  stellt  dabei  den  Si-

cherheitsbestand  dar,  um  Einzahlungsausfälle  und  unvorhergesehene  Auszahlungen 

auffangen  zu  können  (Zuckschwerdt/Meuter,  ZStP  2017,  286,  mit  Hinweisen,  auch 

zum  Folgenden).  Dementsprechend  liegt  eine  gewisse  Unschärfe  in  der  Natur  der  

Sache, da es sich nie genau vorhersagen lässt, wie viel der Liquiditätsreserve letzten 

Endes  effektiv  benötigt  werden  wird.  Das  Abstellen  auf  die  drei  letzten  vollständigen 

Geschäftsjahre zur Berechnung des durchschnittlichen Betriebsaufwands als rechneri-

sche  Ursprungsgrösse  für  die  zugestandene  Liquiditätsreserve  stellt  deshalb  eine  zu-

lässige, auf Erfahrungswerten beruhende Pauschalierung dar. Im Endeffekt ist die von 

den Pflichtigen verfochtene massgebende Periode nicht offensichtlich besser geeignet, 

die  effektiv  betriebsnotwendige  Liquiditätsreserve  zu  ermitteln.  Einen  stichhaltigen 

Grund,  um  von  der  in  der  Botschaft  beschriebenen  Berechnungsmethode  abzuwei-

chen, liefern sie damit nicht. Der Betriebsaufwand der Geschäftsjahre 2009 - 2011 wird 

im Übrigen betragsmässig nicht bestritten bzw. es wird nicht geltend gemacht, der all-

jährlich  ausgewiesene  Betriebsaufwand  hätte  vorgängig  um  gewisse  darin  enthaltene 

ausserordentliche Faktoren bereinigt werden müssen (E. 9a/bb).  

bb) Strittig ist im Weiteren, ob vom Nettoumlaufvermögen als Liquiditätsreser-

ve 10% oder 25% des durchschnittlichen Betriebsaufwands der letzten drei Geschäfts-

jahre  (2009  -  2011)  zum  Abzug  zu  bringen  sind  (E.  9b/aa).  Der  in  der  Botschaft  er-

wähnte  Wert  von  10%  des  durchschnittlichen  Betriebsaufwands  zu  berücksichtigen 

erscheint  unter  normalen  Verhältnissen  als  praktikable  und  bereits  grosszügige  Lö-

sung. Übersetzt bedeutet dies, dass mit der zugestandenen Liquiditätsreserve bei aus-

geglichenem  Geldfluss  und  niedriger  (saisonaler)  Volatilität  im  Falle  eines  Wegfalls 

sämtlicher Einnahmen in etwa die Aufwendungen während rund eines Monats gedeckt 

werden könnten. Diese Liquidität sollte unter normalen Bedingungen bzw. bei üblichen 

Zahlungsfristen ein hinreichender Puffer darstellen. Dieser steuerliche Wert liegt immer 

noch  weit  über  den  betriebswirtschaftlichen  Ansätzen,  die  als  Faustregel  alle  liquiden 

Mittel,  welche  3-5%  des  Umsatzes  übersteigen,  als  Überschussliquidität  betrachten 

(Zuckschwerdt/Meuter, ZStP 2017, 286 mit Verweis auf Boemle/Stolz, Unternehmens-

finanzierung,  Grundlagen  und  Kapitalbeschaffung,  14.  A.,  2010,  S. 167).  Nach  be-

triebswirtschaftlichen Ansätzen  wären  dies im  konkreten  Fall für  das  Jahr  2012  ledig-

lich  ca.  Fr. 280'000.-  (=  gerundet  5%  von  Bruttobetriebsertrag  von  Fr. …).  Würde 

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hingegen  der  D  ohne  weiteren  Nachweis  generell  und  branchenunabhängig  als  Min-

destgrenze  einen  betriebsnotwendigen  Liquiditätspuffer  von  25%  bzw.,  mit  anderen 

Worten, einem Viertel des Jahresaufwands zugestanden, wäre darin bei gewöhnlicher 

Geschäftsentwicklung  ein  erheblicher  Anteil  an  Vorrats-  und  Überschussliquidität  ent-

halten. Ohne nähere Begründung liessen sich solch hohen Liquiditätsreserven höchs-

tens bei Jungunternehmen, Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, Unternehmen 

mit Neuausrichtung usw. mit entsprechend hoher "Cash-Burn-Rate" und geringer bzw. 

volatiler Ertragserwirtschaftung rechtfertigen, was auf die D nicht zutrifft. Bei ihr als auf 

dem  Markt  etabliertes  gewöhnliches  (…-)Unternehmen  erscheint  eine  derart  hohe  Li-

quiditätsreserve als weitaus zu grosszügig bzw. nicht (mehr) betriebsnotwendig.  

cc) Am Gesagten nichts zu ändern vermag auch der Umstand, dass die 25% 

Liquiditätsreserve im Parlament in Form eines (letztendlich gescheiterten) Minderheits-

antrags betreffend die Besteuerung der Ersatzdividende vorgesehen war. Aus den Par-

lamentsvoten lassen sich keinerlei Hinweise dafür finden, dass die im Raum stehende 

Zahl von 25% basierend auf aktuellen betriebswirtschaftlichen oder empirisch fundier-

ten  Erkenntnissen  ins  Spiel  gebracht  wurde.  Vielmehr  bezeichnete  beispielsweise 

Bundesrat Hans Rudolf Merz die Schwelle bzw. die Berechnung allgemein als "etwas 

zufällig  und  willkürlich"  (Amtl.  Bull.  2006  S.  120).  Ständerätin  Erika  Forster-Vannini 

wiederum bezeichnete sie allgemein als "grosszügig", jedoch branchenspezifisch (z.B. 

für  die  Textilindustrie)  dennoch  als  "zu  gering"  (Amtl.  Bull  2006,  S. 115  f.).  Aus  dem 

rein  politisch  geführten  Diskurs  rund  um  die  Liquiditätsreserve  lassen  sich  demnach 

keine  Erkenntnisse  darüber  gewinnen,  in  welchem  Umfang  diese  nach  betriebswirt-

schaftlichen Massstäben tatsächlich als betriebsnotwendig einzustufen ist. 

dd) Im Grundsatz ist damit nicht zu beanstanden, dass das kantonale Steuer-

amt den Pflichtigen bei der Berechnung der nicht betriebsnotwendigen Substanz der D 

auf die in der Botschaft vorgesehen 10% abstellte, da dies im Allgemeinen angemes-

sen erscheint (E. 9a/bb, auch zum Folgenden). Der Nachweis der Notwendigkeit einer 

höheren (individuellen) Liquiditätsreserve der D obliegt damit den Pflichtigen. Dement-

sprechend  hätten  sie  den  Nachweis  den  tatsächlich  höheren  betriebsnotwendigen  Li-

quiditätsbedarf  anhand  von  sachdienlichen  Unterlagen  wie  Budget,  Investitionsplan 

etc. nachzuweisen müssen (Zuckschwerdt/Meuter, ZStP 2017, 291). Diesen Nachweis 

haben  sie jedoch  vorliegend  nicht  erbracht.  Einzig  mit  der  Behauptung,  als  wachsen-

des  Unternehmen  verfüge  die  D  über  einen  höheren  Liquiditäts-  bzw.  Investitionsbe-

darf,  ist  diesbezüglich  der  Sachverhalt  weder  hinreichend  substanziiert  noch  nachge-

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wiesen. Auch der Hinweis auf den Debitorenstand der D per Ende der Geschäftsjahre 

hilft  ihnen  vorliegend  nicht  weiter.  Es  ist  allgemein  bekannt,  dass  kurz  vor  Ende  des 

Jahres oftmals noch Leistungen des ablaufenden Geschäftsjahrs in Rechnung gestellt 

werden,  was  den  Debitoren-  und  Kreditoren  entsprechend  aufbläht.  Daraus  Rück-

schlüsse  auf  den  durchschnittlichen  Liquiditätsbedarf  abzuleiten,  ist  demgemäss 

schwierig.  

Auch  der  generelle  Hinweis  auf  ungewöhnliche  Ereignisse  wie  die  Corona-

Pandemie oder die Finanzkrise im Herbst 2008, die als ungewöhnliche Ereignisse die 

(Kapitalbeschaffungs-)Märkte  in kürzester  Zeit  ausgetrocknet  hätten,  was  die  Berück-

sichtigung  einer  höheren  Liquiditätsreserve  rechtfertigen  würde,  vermögen  daran  all-

gemein nichts zu ändern. Vielmehr wäre von ihnen darzutun und zu belegen, dass die 

D in einer diesbezüglich übermässig exponierten  Branche tätig ist. Ohne individuellen 

Nachweis  rechtfertigen  solche  ungewöhnlichen  Ereignisse  hingegen  generell  die  Be-

rücksichtigung einer höheren Liquiditätsreserve nicht. 

e)  Im  Ergebnis  ist  damit  die  vom  kantonalen  Steueramt  vorgenommene  Be-

rechnung  der  nichtbetriebsnotwendigen  Substanz  per  Beteiligungsverkauf  am 

9. November 2012 mit Fr. … nicht zu beanstanden. Damit wiederum bleibt die (fiktive) 

Finanzierungslücke  bzw.  verzögerte  Substanzausschüttung  mit  Fr. 1'012'310.-  weiter-

hin als kleinste Grösse für die Bestimmung der Aufrechnung des steuerbaren Vermö-

gensertrags  gemäss  Kreisschreiben  massgebend  (E. 7b).  Auch  der  Eventualantrag  II 

ist damit abzuweisen. 

10. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Rechtsmittel vollständig abzuwei-

sen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Pflichtigen  aufzuerlegen 

(Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Die Zusprechung einer Parteientschädi-

gung entfällt (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968; § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

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1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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Eine Minderheit des Gerichts gibt folgenden abweichenden Antrag zu Protokoll: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführer  werden  für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2012,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 86'800.- veranlagt (Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif).  

2.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern,  Steuerperiode  2012,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 86'800.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  3'712'000.-  eingeschätzt 

(Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif).  

[…] 

Dies mit folgender Begründung: 

4. a) […] 

b) aa) Das kantonale Steueramt räumt im Einspracheentscheid ein, dass der 

Verkauf einer Beteiligung an Nahestehende gegen ein Darlehen nicht per se als unge-

wöhnlich  zu  betrachten  sei.  Vorliegend  sei  jedoch  der  Kaufpreis  im  Umfang von  rund 

97% als Darlehensforderung  zinsfrei, ungesichert und mit einer langen Amortisations-

dauer stehen gelassen worden, was einem umfassenden Drittvergleich nicht standhal-

te. Wäre  ein vergleichbares Akquisitions-Darlehen  bei  einer  Bank  aufgenommen  wor-

den, so wäre dieses einerseits zu verzinsen und andererseits in einer Zeitspanne von 

in der Regel fünf bis sieben Jahren zu amortisieren gewesen. Die tiefen Amortisations-

raten  und die Zinsfreiheit  seien  nur  deshalb vereinbart worden,  damit  der  Fremdkapi-

taldienst mittels Dividenden mit laufenden Gewinnen der Zielgesellschaft geleistet wer-

den  könne.  Ein  unabhängiger  Dritter  hätte  neben  einem  marktgerechten 

Fremdkapitaldienst  überdies  auch  auf  angemessenen  Sicherheiten  bestanden.  Dies-

bezüglich  liege  folglich  eine  absonderliche  Rechtsgestaltung  vor,  die  in  dieser  Form 

nicht vereinbart worden wäre, wenn sich die Parteien nicht nahestehen würden. Für die 

Darlehensgestaltung seien im Weiteren auch keine nicht steuerlichen Gründe erkenn-

bar. Durch das gewählte Vorgehen können die Pflichtigen sodann den Betrag von ca. 

Fr. 1  Mio.  steuerfrei  vereinnahmen.  Dadurch  würde  ihnen  eine  erhebliche  Steuerer-

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sparnis  resultieren,  mithin  auch  die  dritte  Voraussetzung  für  eine  Steuerumgehung 

erfüllt sei. Würde ein solches Vorgehen durch die Steuerbehörden hingenommen, wür-

de die gesetzliche Norm zur indirekten Teilliquidation ihres Sinngehalts entleert. Steu-

erpflichtige könnten eine Besteuerung regelmässig vermeiden, indem die steuerauslö-

senden Substanzausschüttungen durch nicht drittvergleichskonforme Darlehen auf die 

Zeit nach der fünfjährigen Sperrfrist hinausgezögert werden könnten. In der Beschwer-

de- und Rekursantwort macht das kantonale Steueramt sodann geltend, auch der Ver-

such betreffend die beabsichtigte Nachfolgeregelung mittels eines Steuerrulings bestä-

tigen zu lassen, sei Indiz dafür, dass das gewählte Vorgehen allein steuerlich motiviert 

gewesen  sei.  Bei  einer  vollständig  gesetzeskonformen  Rechtsgestaltung  wäre  ein 

Steuervorbescheid wohl unnötig gewesen.  

bb)  Die  Pflichtigen  hingegen  betonen,  dass  es  dem  Pflichtigen  um  die  fami-

lieninterne  Unternehmensnachfolge  und  nicht  um  die  Gewinnmaximierung  gegangen 

sei. Zudem sei nur ein Vorgehen in Frage gekommen, welches die Tochter, die an der 

F  nicht  beteiligt  sei,  nicht  benachteiligte.  Eine  Schenkung  sei  deshalb  nicht  möglich 

gewesen.  Bei  dieser  Ausgangslage  habe  ein  Weg  gefunden  werden  müssen,  die  ei-

nerseits  für  die  Söhne  finanziell  tragbar  geblieben  sei  und  andererseits  den  gesetzli-

chen Pflichtteil der Tochter nicht verletze. Deshalb sei ein verhältnismässig tiefer Kauf-

preis bzw. ein Kaufpreis mit Familienrabatt vereinbart worden. Ergänzt worden sei der 

Kaufvertrag sodann mit einem Veräusserungsverbot bzw. einer Gewinnbeteiligung bei 

Veräusserung,  welches  an  das  Darlehen  geknüpft  worden  sei.  Konkret  sei  vereinbart 

worden,  dass  er  bzw.  sein  Nachlass  bis  zum  Zeitpunkt  der  vollständigen Darlehensa-

mortisation an einem aus dem Verkauf der D resultierenden Mehrwert partizipiert hätte. 

Die lange Laufzeit des Darlehensvertrags sei damit nicht im Hinblick auf die Amortisa-

tion  des  Kaufpreises  durch  laufende  Gewinne,  sondern  im  Hinblick  auf  die  Rechtssi-

cherheit gegenüber der Tochter gewählt worden. Da es sich im Weiteren um eine fami-

lieninterne  Transaktion  gehandelt  habe,  sei  auf  Verzinsung  verzichtet  worden,  was 

gestützt  auf  Art.  313  Abs.  2  OR  ebenfalls  nicht  als  absonderlich  zu  betrachten  sei. 

Letzteres erst recht nicht im derzeitigen Zinsumfeld. 

c) aa) Vorweg ist festzuhalten, dass der Tatbestand der indirekten Teilliquida-

tion  bereits  eine  sehr  weitgehende  Gestaltung  der  Verhältnisse  zulässt.  Hinzuweisen 

ist  insbesondere  auf  die  Fünfjahresfrist,  innerhalb  welcher  keine  Substanzentnahmen 

erfolgen  dürfen.  Substanzentnahmen  nach  Ablauf  der  Frist  spielen  hingegen  keine 

Rolle,  denn  nach  dem  verobjektivierten  Konzept  besteht für  die Annahme einer  Steu-

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erumgehung  selbst  dann  kein  Raum,  wenn  eine  Substanzausschüttung nach  Fristab-

lauf  bereits  im  Verkaufszeitpunkt  geplant  war  (Reich/Helbing/Duss,  Art.  20a  N. 49 

DBG). Der Raum des steuergesetzlich Zulässigen wird damit weit gefasst, was bei der 

Prüfung der Frage einer Steuerumgehung zu berücksichtigen ist.  

bb) Als erste Voraussetzung einer Steuerumgehung muss eine Rechtsgestal-

tung  vorliegen,  die  ungewöhnlich,  sachwidrig  oder  absonderlich,  jedenfalls  den  wirt-

schaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessen erscheint.  

aaa)  Das  Referat  begründet  die  Ungewöhnlichkeit  mit  einem  Drittvergleich, 

gemäss  welchem  die  Gewährung  eines  zinslosen  Darlehens  ohne  Sicherheitsleist-

ungen und einer derart langen Amortisationsdauer im Geschäftsverkehr als absonder-

lich  und  den  wirtschaftlichen  Verhältnissen  völlig  unangemessen  sind.  Im  Folgenden 

verlangt  das  Referat  eine  Abwicklung  zu  den  Konditionen  bei  Beanspruchung  eines 

Bankkredits. Damit misst das Referat das Vorgehen der Pflichtigen an demjenigen im 

Geschäftsverkehr unter unabhängigen Dritten. 

Das Prinzip des Drittvergleichs kommt in erster Linie zur Beurteilung von geld-

werten  Leistungen  von  Gesellschaften  an  ihre  Anteilsinhaber  zum  Zug.  Dessen  Not-

wendigkeit ergibt sich aus dem in den Steuergesetzen ausdrücklich verankerten Erfor-

dernis  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  einer  Leistung  oder  eines  Aufwands  

(Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG; § 64 Abs. 1 Ziff. 2 StG). Dabei sind alle konkreten Umstände 

des  zwischen  der  Gesellschaft  und  dem  Anteilseigner  abgeschlossene  Geschäfts  zu 

berücksichtigen, und es muss davon ausgehend bestimmt werden, ob das Geschäft in 

gleicher  Weise  mit  einem  mit  der  Gesellschaft  nicht  Verbunden  auch  abgeschlossen 

worden  wäre  (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner,  §  20  N  175  StG).  Vorbild  ist  das,  was 

nach kaufmännischer Auffassung (d.h. aus Sicht des ordentlichen Geschäftsführers) in 

guten  Treuen  zum  Kreis  der  Aufwendungen  gerechnet  werden  kann  (Brülisauer/ 

Mühlemann, Art. 58 N 183 DBG).  

Ausserhalb  des  Anwendungsbereichs  von  Art.  58  Abs.  1  lit.  b  DBG  und  § 64 

Abs. 1 Ziff. 2 StG besteht indessen keine gesetzliche Vorschrift, dass sich alle Steuer-

pflichtige bei ihren gegenseitigen Transaktionen am im kaufmännischen Verkehr Übli-

chen messen lassen müssen. Die für die Annahme einer Steuerumgehung vorausge-

setzte  aussergewöhnliche  Gestaltung  der  Verhältnisse  verlangt  vielmehr  eine  Beur-

teilung anhand der konkreten persönlichen Umstände der betreffenden Personen. Nur 

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dann, wenn sich das gewählte Vorgehen zur Erreichung des verfolgten Ziels im Lichte 

dieser konkreten persönlichen Umstände als absonderlich erweist, stellt sich die Frage 

einer Steuerumgehung. Diese Beurteilung kann je nach den persönlichen Umständen 

unterschiedlich ausfallen.  

Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen im Jahr 2012 bereits ..-jährigen 

Unternehmer,  der  seine  Gesellschaft  an  seine  Söhne  übertragen  wollte.  Es  ist  offen-

kundig,  dass  es  keineswegs  aussergewöhnlich ist,  wenn  er  dabei  nicht  wie  ein  Kauf-

mann im Geschäftsverkehr handelt. Vielmehr ist es sogar üblich, dass eine Person in 

diesen  Umständen  die  Transaktionen  zu  Vorzugsbedingungen  sowie  Schenkungen 

vornimmt. Dies ist jedenfalls solange steuerlich unbedenklich, als nicht geldwerte Leis-

tungen  bzw.  geschäftsmässig  begründeter  Aufwand  der  Gesellschaft  selber  betroffen 

ist  und  diese  dadurch  entreichert  wird,  was  hier  mit  Bezug  auf  die  Darlehensgewäh-

rung an die Akquisitionsholding nicht der Fall ist. Insbesondere besteht steuerlich keine 

Grundlage  für  die  Anforderung,  dass  der  Pflichtige  das  Darlehen  an  die  Akquisitions-

holding zu Konditionen einer Bank hätte gewähren müssen. Es ist ihm steuerlich nicht 

verwehrt,  die  Gesellschaft  in  den  Genuss  eines  ungesicherten  zinslosen  Darlehens 

kommen zu lassen, um aus persönlichen Gründen deren Aktionäre zu begünstigen.  

Die einzige Auffälligkeit hier ist die lange Laufzeit des Darlehens, die eine Leis-

tung  von  Amortisationsraten  weit  über  die  durchschnittliche  Lebenserwartung  des 

Pflichtigen  hinaus  vorsieht.  Indessen  erscheint  es  auch  nicht  als  ungewöhnlich,  dass 

der Pflichtige statt einer Auszahlung des Gesamtbetrags eine ratenweise Leistung be-

vorzugt, kommt dieser doch einer jährlichen Rente auf Lebenszeit nahe, die den Pflich-

tigen  eine  komfortable  Gestaltung  ihrer  Lebensverhältnisse  erlaubt.  Aus  den  Darle-

henskonditionen lässt sich somit keine ungewöhnliche, sachwidrige oder absonderliche 

Gestaltung erkennen.  

bbb)  Zu  fragen  ist  deshalb,  ob  die  gewählte  Vorgehensweise  aus  anderen 

Gründen  ungewöhnlich  erscheint  um  eine  Unternehmensnachfolge  im  Familienkreis 

vorzunehmen.  

Einen  möglichen  Ansatzpunkt  ergibt  sich  aus  der  Sachverhaltsdarstellung  in 

den Rulinganfragen  bei der  ESTV  und  der  Kantonale  Steuerverwaltung  G.  Darin wird 

die  Absicht  dargelegt,  dass  nach  Ablauf  der  fünfjährigen  Sperrfrist  eine  Fusion  zwi-

schen der F und der D beabsichtigt sei, bei der die D die F übernehme und diese folg-

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lich  aufgelöst  werde  (sogenannte  Mutterabsorption).  Ob  eine  solche  Fusion  erfolgen 

werde, sei noch offen.  

Wäre diese Mutterabsorption durchführt worden, wäre die D  Schuldnerin des 

Darlehens  aus  Kaufpreis  geworden.  Damit  hätte  sie  den  Kaufpreis  selbst  finanziert, 

was  ohne  Weiteres  als  indirekte  Teilliquidation  zu  beurteilen  wäre  und  lediglich  auf-

grund  der  Vornahme  der  Transaktion  nach  Ablauf  der  Fünfjahresfrist  nicht  zu  einer 

Besteuerung  führen  würde.  Damit  würde  sich  aber  die  Frage  stellen,  was  denn  der 

Grund  der  Zwischenschaltung der  Aquisitionsholding  in  den  ersten fünf  Jahren  gewe-

sen  war,  nachdem  an  einer  dauerhaften  Holdingstruktur  als  solcher  offenkundig  kein 

Interesse  bestanden hätte.  Eine  Akquisitionsholding  dient  in der  Regel  der  Aufnahme 

und Finanzierung von Bankdarlehen, die zum Erwerb der Beteiligung erforderlich sind. 

Vorliegend war aber kein Bankdarlehen erforderlich. Zudem wäre durch die Mutterab-

sorption die gemäss der Sachverhaltsdarstellung der Pflichtigen als Motivation zentrale 

Verfügungsbeschränkung  im  Kaufvertrag  grösstenteils  gegenstandslos  geworden. 

Damit  verbleibt  als  einzige  Funktion  der  Akquisitionsholding  die  Tragung  des  Darle-

hens des Pflichtigen aus Kaufpreis in den ersten fünf Jahren. Ihr Einbezug erfüllte da-

mit  lediglich  einen  steuerlichen  Zweck  und  war  ansonsten  eine  an  sich  unnötige  Er-

schwerung der Transaktionen. Das Vorgehen war damit ungewöhnlich, sachwidrig und 

den wirtschaftlichen Gegebenheiten unangemessen.  

Dieser Beurteilung steht indessen entgegen, dass gemäss den Handelsregis-

terauszügen  eine  solche  Mutterabsorption  bis  heute  nicht  erfolgt  ist.  Zudem  war  ge-

mäss den Rulinganfragen damals noch offen, ob eine solche Fusion erfolgen wird. Mit-

hin  hält  die  seinerzeitige  Akquisitionsholding  auch  heute  noch  nach  neun  Jahren  die 

Beteiligung und ist deshalb der ursprünglichen Funktion entwachsen; die Holdingstruk-

tur ist damit dauerhaft geworden. Nicht von der Hand gewiesen werden kann der Ver-

dacht,  dass  auf  die  Durchführung  der  Absorption  nur  aufgrund  der  Intervention  der 

Steuerbehörden verzichtet wurde. Aber selbst wenn die Pflichtigen beabsichtigt hatten, 

die Mutterabsorption durchzuführen und auf diese Weise eine Steuerumgehung durch-

zuführen,  wäre  es  bei  einem  unvollendeten  Versuch  geblieben.  Mangels  effektiver 

Verwirklichung des steuerauslösenden Tatbestands kommt deshalb eine Besteuerung 

nicht in Frage.  

1 DB.2020.106 
1 ST.2020.123 

 
 
 
 
 
 
 
 
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d)  Damit  fehlt  es  an  einer  Rechtsgestaltung,  die  ungewöhnlich,  sachwidrig 

oder absonderlich, jedenfalls den wirtschaftlichen Gegebenheiten völlig unangemessen 

ist. Die Rechtsmittel sind deshalb gutzuheissen.  

Für den richtigen Protokollauszug: 

M. Obertüfer    

1 DB.2020.106 
1 ST.2020.123