# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04c86891-50af-5df1-9f02-8125170d9a2d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.04.2024 D-1384/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1384-2024_2024-04-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1384/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  A p r i l  2 0 2 4   

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Giulia Marelli;   

Gerichtsschreiberin Leslie Werne. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 2. Februar 2024 / N (…). 

 

 

 

D-1384/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 11. April 2023 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte,  

dass er am 21. November 2023 im Beisein seiner Rechtsvertretung zu sei-

nen Gesuchsgründen angehört wurde,  

dass er geltend machte, er sei türkischer Staatsangehöriger kurdischer 

Ethnie und habe vor seiner Ausreise mit seiner Ehefrau und der gemein-

samen Tochter in B._______ gelebt, wo er in der Baubranche tätig gewe-

sen sei, 

dass er zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend 

machte, bis sein Motorrad durch die türkischen Behörden beschlagnahmt 

worden sei, habe er Waren für die PKK transportiert, 

dass er im März 2023 durch vermeintliche Polizisten kurzzeitig festgehal-

ten worden sei und sie versucht hätten, ihn als Spion anzuwerben, was er 

jedoch abgelehnt habe, 

dass die Behörden anschliessend nach ihm gesucht hätten, 

dass er unter anderem ein eigenhändig verfasstes Schreiben an seine tür-

kische Anwältin vom 24. März 2023 (in Kopie, inklusive Übersetzung), ei-

ner an die Staatsanwaltschaft B._______ gerichtete Beschwerde vom 

5. April 2023 (in Kopie, inklusive Übersetzung), einen Screenshot eines be-

hördlichen Schreibens vom 10. April 2023 (in Kopie), zwei Zeitungsaus-

schnitte (in Kopie, inklusive Übersetzung) sowie mehrere Schreiben seiner 

türkischen Anwältin (in Kopie, inklusive Übersetzung) zu den Akten reichte,  

dass der Beschwerdeführer mit Entscheid vom 28. November 2023 dem 

erweiterten Verfahren zugeteilt und am Folgetag dem Kanton C._______ 

zugewiesen wurde, 

dass das SEM mit Verfügung vom 2. Februar 2024 – tags darauf eröffnet – 

feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

sein Asylgesuch vom 11. April 2023 ablehnte und die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer durch den rubrizierten Rechtsvertreter mit Ein-

gabe vom 4. März 2024 gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht erhob und beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu 

gewähren, 

D-1384/2024 

Seite 3 

dass er eventualiter vorläufig aufzunehmen sei, 

dass die Sache subeventualiter an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, 

dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung inklusive Kostenvorschussverzicht und um unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung ersuchte, zudem sei ihm Frist zur Beschwerde- 

verbesserung anzusetzen, 

dass er seine Beschwerde mit Eingabe vom 12. März 2024 unaufgefordert 

ergänzte, 

dass der Instruktionsrichter die Gesuche um Gewährung einer Nachfrist 

zur Beschwerdeergänzung, unentgeltliche Prozessführung und Rechtsver-

beiständung mit Zwischenverfügung vom 20. März 2024 abwies und den 

Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses aufforderte,  

dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss am 3. April 2024 innert 

Frist leistete, 

und zieht in Erwägung,  

dass es auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – 

endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM 

entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – nach 

Leistung des Kostenvorschusses – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, 

Art. 52 Abs. 1 VwVG),  

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),  

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

– wie nachfolgend aufgezeigt – um ein solches Rechtsmittel handelt, wes-

halb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),  

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde,  

dass in der Beschwerdeschrift unter anderem die Rückweisung an die 

Vorinstanz beantragt wird, der Beschwerdeführer seinen Antrag jedoch 

nicht ansatzweise begründet, 

dass denn der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die 

Beurteilung seiner Vorbringen durch die Vorinstanz nicht teilt, die Frage 

der materiellen Würdigung beschlägt, 

dass mangels konkreter anderweitiger Hinweise von einem ausreichend 

erstellten, spruchreifen Sachverhalt auszugehen und das Rückweisungs- 

begehren demnach abzuweisen ist,  

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), 

dass das SEM seinen Asylentscheid im Wesentlichen damit begründet, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Glaubhaftigkeit nicht stand, wobei auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz zu verweisen ist,  

dass die Vorinstanz zutreffend feststellte, die Ausführungen des Beschwer-

deführers zu seinem Engagement für die PKK seien wenig detailliert aus-

gefallen (vgl. A27/14 F46 und F54 ff.), 

dass er seine Ausführungen zu seinen angeblichen Unterstützungsleistun-

gen trotz konkreten Nachfragens auf substanzarme Beschreibungen be-

schränkte (vgl. A27/14 F55 und F57), 

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dass für sein Vorbringen betreffend die behauptete Anwerbung der türki-

schen Behörden als Spion das Gleiche gilt, zumal auch seine diesbezügli-

chen Ausführungen nicht auf ein persönliches Erleben schliessen lassen 

(vgl. A27/14 F46 und F115), 

dass die Vorinstanz ebenso zutreffend feststellte, angesichts der detail- 

armen Aussagen des Beschwerdeführers sei auch seine angebliche Ent-

führung respektive das Festsetzen durch zivile Polizisten unglaubhaft 

(vgl. A27/14 F46 und F84 ff.), 

dass sich die vagen und stereotypischen Schilderungen des Beschwerde-

führers entgegen der Beschwerde nicht mit einem allfälligen Sprach- bzw. 

Kommunikationsdefizit sowie einer verlangsamten Denkfähigkeit erklären 

lassen (vgl. Beschwerde S. 8), zumal es sich in Ermangelung entsprechen-

der Belege dabei lediglich um eine Behauptung respektive Vermutung der 

Rechtsvertretung handelt, 

dass der Beschwerdeführer denn auch ausdrücklich zu Protokoll gab, er 

könne zu seinen Gesuchsgründen «alles sagen, was [er wolle]» 

(vgl. A27/14 F89), zudem verneinte er eine zu hohe Komplexität der ihm 

gestellten Fragen ebenso ausdrücklich (vgl. a.a.O. F90), 

dass denn auch die im erstinstanzlichen Verfahren zu den Akten gereichten 

Beweismittel mangels Fälschungssicherheit kaum Beweiswert aufweisen, 

zumal allgemein bekannt ist, dass solche Dokumente in der Türkei leicht 

käuflich erwerbbar sind, 

dass die Schreiben seiner türkischen Anwältin als reine Gefälligkeitsschrei-

ben zu qualifizieren sind, 

dass der Umstand, dass der strafrechtlich unbescholtene Beschwerde- 

führer problemlos und legal auf dem Luftweg ausreisen konnte und das 

angebliche Strafverfahren gegen ihn erst eröffnet wurde, nachdem er den 

Heimatstaat verlassen hatte (vgl. A27/14 F36 und F106; Beschwerde 

S. 10), das Gericht – bei Wahrunterstellung – zudem vermuten lässt, er 

habe das Strafverfahren bewusst provoziert oder gar vorsätzlich eingelei-

tet, um einen Schutzstatus in der Schweiz zu erlangen, 

dass denn auch sein Eingeständnis auf Beschwerdeebene, er habe meh-

rere zu den geltend gemachten Ereignissen veröffentlichte Zeitungsartikel 

lanciert und werde in diesen namentlich genannt (vgl. Beschwerde S. 5), 

diese Einschätzung bestätigt, 

dass auch eine Reflexverfolgung aufgrund der hierzulande lebenden (an-

geblichen) Verwandten des Beschwerdeführers zu verneinen ist, zumal er 

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Seite 6 

– abgesehen von einem angeblich beschlagnahmten Motorrad, welches 

auf zwei seiner Verwandten zugelassen gewesen sei (vgl. Beschwerde 

S. 4) – nicht geltend macht, aufgrund der Vorgenannten konkrete Prob-

leme mit den Behörden gehabt zu haben, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb die 

Vorinstanz das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,  

dass die Anordnung der Wegweisung aus der Schweiz im Einklang mit den 

gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist, da der Beschwer-

deführer insbesondere weder über einen Aufenthaltstitel für die Schweiz 

noch über eine Anspruchsgrundlage auf Erteilung eines solchen verfügt 

(Art. 44 [erster Satz] AsylG; BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je 

m.w.H.),  

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1–4 AIG [SR 142.20]), 

dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis-

sen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-

standard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, allfällige Weg-

weisungsvollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis 

möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 

2011/24 E. 10.2 m.w.H.),  

dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen 

völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist (Art. 83 

Abs. 3 AIG), da nach vorstehenden Erwägungen keine Hinweise auf eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bestehen (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

Art. 33 Abs. 1 FK [SR 0.142.30]) und auch keine konkreten Anhaltspunkte 

für eine in der Heimat drohende menschenrechtswidrige Behandlung (im 

Sinne von Art. 3 EMRK) ersichtlich sind,  

dass gemäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts in der Tür-

kei nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen 

Verhältnissen – auch nicht für Angehörige der kurdischen Ethnie – auszu-

gehen ist (vgl. Urteil des BVGer D-3489/2023 vom 28. November 2023 

E. 9.4.1 m.w.H.), 

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Seite 7 

dass der Beschwerdeführer mittleren Alters über Wohneigentum im Hei-

matstaat, vielseitige Berufserfahrung auf dem Bau sowie ein grosses fami-

liäres Beziehungsnetz in der Türkei – unter anderem seine Ehefrau und 

das gemeinsame Kind – verfügt (vgl. A27/14 F14 ff., F21, und F23 f.),  

dass auch der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers dem Vollzug 

der Wegweisung generell nicht entgegensteht, nachdem sich den Akten 

kein akuter Behandlungsbedarf seiner im Rahmen der Anhörung geltend 

gemachten Beschwerden (Bluthochdruck, Gastritis und Augenprobleme; 

vgl. A27/14 F42) entnehmen lässt und er sich im Bedarfsfall (erneut) im 

Heimatstaat medizinisch behandeln lassen kann, 

dass sich der Vollzug der Wegweisung somit in allgemeiner wie auch in 

individueller Hinsicht als zumutbar erweist, 

dass es dem Beschwerdeführer obliegt, sich die für seine Rückkehr allen-

falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; 

vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist,  

dass die Anordnung der vorläufigen Aufnahme somit ausser Betracht fällt 

(Art. 83 Abs. 1-4 AIG),  

dass die Beschwerde nach dem Gesagten abzuweisen und die Verfügung 

der Vorinstanz zu bestätigen ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]), wobei sie durch den in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt sind. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Leslie Werne 

 

 

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