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**Case Identifier:** 348f9ecc-1f72-5a94-a31c-5dae44a69566
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 19.06.2024 810 2024 32 (810 24 32)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2024-32_2024-06-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 19. Juni 2024 (810 24 32) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung / 

Rückstufung  

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Hans 

Furer, Stefan Schulthess, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichts-
schreiberin i.V. Noemi Guntzburger 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Burim Imeri, Rechtsan-
walt 

  
 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung / Rückstufung (RRB Nr. 45 vom 16. Januar 2024) 
 
 
 

A. A.____ (geboren 1966) ist kosovarische Staatsbürgerin und reiste am 26. Januar 2013 
im Rahmen des Familiennachzugs mit ihrem jüngsten Sohn (geboren 2001) zu ihrem Ehemann 
(geboren 1963) in die Schweiz ein. Dieser lebt bereits seit 1990 in der Schweiz und bezieht seit 
1995 eine Invalidenrente (IV-Rente) und Ergänzungsleistungen (EL). Im Februar 2018 wurde 
A.____ die Niederlassungsbewilligung erteilt.  

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B. Am 31. Juli 2020 wurde A.____ vom Amt für Migration und Bürgerrecht des Kantons 
Basel-Landschaft (AFMB) aufgefordert, Stellensuchbemühungen nachzuweisen. Mit Schreiben 
vom 15. Oktober 2020 ermahnte das AFMB A.____ schliesslich, sie müsse sich ernsthaft um 
eine Stelle bemühen, um nicht mehr auf EL angewiesen zu sein. Am 14. Juli 2021 wurde sie 
durch das AFMB an die Ermahnung erinnert, da sie noch immer keine Arbeitstätigkeit aufge-
nommen habe. 
 
C. Am 20. April 2022 verwarnte das AFMB A.____ und forderte sie auf, bis zum 31. Juli 
2022 eine Beschäftigung von mindestens 50% aufzunehmen. Ansonsten würden weitere Mass-
nahmen, namentlich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung, geprüft.  
 
D. Von Juni 2022 bis November 2022 arbeitete A.____ als Reinigungskraft in einem Pen-
sum von fünf Stunden pro Woche.   
 
E. Mit Schreiben vom 25. November 2022 stellte das AFMB A.____ den Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung und die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung in Aussicht und ge-
währte ihr das rechtliche Gehör. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2022 nahm sie dazu Stellung 
und reichte am 23. Januar 2023 eine ärztliche Krankschreibung ein. Am 16. März 2023 reichte 
A.____ dazu einen Arbeitsvertrag per 1. Februar 2023 als Unterhaltsreinigerin ein. Mit Verfü-
gung vom 10. Mai 2023 widerrief das AFMB die Niederlassungsbewilligung von A.____ und 
erteilte ihr im Rahmen einer Rückstufung eine Aufenthaltsbewilligung. Zur Begründung wurde 
angeführt, sie nehme nur ungenügend am Wirtschaftsleben teil, was sich namentlich darin zei-
ge, dass sie EL beziehe, obgleich ihr eine Erwerbstätigkeit von 60% zumutbar sei. Ferner ver-
füge sie nicht über die notwendigen Sprachkompetenzen. 
 
F. Gegen die Verfügung des AFMB vom 10. Mai 2023 erhob A.____, nachfolgend vertre-
ten durch Burim Imeri, Advokat in Stein, mit Schreiben vom 18. Mai 2023 bzw. 28. Juni 2023 
Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Zur Begrün-
dung brachte sie vor, sie sei gewillt, Deutsch zu lernen, das Erlernen einer Sprache hänge je-
doch von den individuellen Fähigkeiten ab. Auch um eine Arbeitsstelle habe sie sich entgegen 
der Auffassung des AFMB bemüht, es könne nun nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt werden, 
dass sie keine Stelle erhalten habe. Ausserdem seien ihre gesundheitlichen Beschwerden nicht 
ausreichend berücksichtigt worden.  
 
G. Mit Beschluss (RRB) Nr. 2024-45 vom 16. Januar 2024 wies der Regierungsrat die 
Beschwerde ab. Begründet wurde der Entscheid im Wesentlichen damit, A.____ müsse als 
nicht EL-berechtigte Person zum Haushaltseinkommen beitragen, was sie jedoch nur in zu ge-
ringem Umfang tue, und sie weise erhebliche sprachliche Defizite auf. 
 
H. Mit Eingabe vom 29. Januar 2024 erhob A.____ (Beschwerdeführerin) gegen den RRB 
Nr. 2024-45 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 
Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte die Aufhebung des RRB Nr. 2024-45 und 
das Absehen vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Eventualiter sei sie zu verwarnen. 

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In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  
 
I. Am 15. März 2024 reichte die Vorinstanz ihre Vernehmlassung beim Kantonsgericht 
ein, mit dem Antrag, die Beschwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung 
wurde dabei auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids verwiesen.  
 
J. Mit Verfügung vom 19. März 2024 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um un-
entgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt.  
 
K. Mit Schreiben vom 24. April 2024 übersandte die Beschwerdeführerin dem Kantonsge-
richt einen orthopädischen Arztbericht vom 2. März 2024 zur Aufzeigung ihrer gesundheitlichen 
Einschränkungen sowie ein ärztliches Arbeitsunfähigkeitszeugnis im Umfang von 100% vom 
14. März 2024. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein 
Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vor-
liegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit 
gegeben. Die Beschwerdeführerin ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen 
sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 
 
1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht – abgesehen von hier nicht 
vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
2. Strittig ist, ob das AFMB zu Recht gestützt auf Art. 63 Abs. 2 AIG die Niederlassungs-
bewilligung der Beschwerdeführerin widerrufen und durch eine Aufenthaltsbewilligung ersetzt 
hat. 
 
3.1 Am 1. Januar 2019 sind neue Bestimmungen des AIG in Kraft getreten (vgl. Amtliche 
Sammlung [AS] 2017 S. 6521 und 2018 S. 3171). Insbesondere wurde eine neue ausländer-
rechtliche Massnahme geschaffen: die sogenannte Rückstufung (Art. 63 Abs. 2 AIG). Art. 63 
Abs. 2 AIG sieht vor, dass die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden und durch eine 
Aufenthaltsbewilligung ersetzt werden kann, wenn die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG 
nicht (oder nicht mehr) erfüllt sind. Als Integrationskriterien gemäss Art. 58a AIG gelten die Be-
achtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (lit. a), die Respektierung der Werte der Bun-

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desverfassung (lit. b), die Sprachkompetenz (lit. c) und die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder 
am Erwerb von Bildung (lit. d). Die Art. 77a ff. der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und 
Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 (in Kraft seit 1. Januar 2019) konkretisieren die 
Integrationskriterien und -vorgaben. Die Rückstufung kann gemäss Art. 62a Abs. 1 VZAE mit 
einer Integrationsvereinbarung oder einer Integrationsempfehlung nach Art. 58b AIG verbunden 
werden. Geschieht dies nicht, ist in der Rückstufungsverfügung festzuhalten, welche Integrati-
onskriterien die betroffene Person nicht erfüllt, welche Gültigkeitsdauer die Aufenthaltsbewilli-
gung hat, an welche Bedingungen der weitere Verbleib in der Schweiz geknüpft wird und wel-
che Folgen deren Nichtbeachtung nach sich zieht (Art. 62a Abs. 2 VZAE). 
 
3.2 Die Ausländerbehörden haben mit der Rückstufung die Möglichkeit erhalten, situations-
gerechter und differenzierter zu handeln, wenn nach Erteilung der bedingungslosen und unbe-
fristeten Niederlassungsbewilligung die Integrationskriterien nicht (mehr) gegeben sind; dies gilt 
– mangels einer gesetzlichen Übergangsregelung – grundsätzlich auch für altrechtlich erteilte 
Niederlassungsbewilligungen (BGE 148 II 1 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Der Rückstufung kommt 
dabei eine eigenständige, vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Wegweisung unab-
hängige Bedeutung zu. Mit ihr soll (präventiv) erreicht werden, dass die betroffene Person zu-
künftig ihr Verhalten ändert und sich besser integriert; es geht jeweils darum, ein ernsthaftes 
Integrationsdefizit zu beseitigen, wobei den persönlichen Umständen Rechnung zu tragen ist 
(vgl. Art. 58a Abs. 2 AIG; Art. 77f VZAE; BGE 148 II 1 E. 2.4 mit Hinweisen). Nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung kann eine Rückstufung nicht als "mildere" Massnahme angeord-
net werden, wenn die Voraussetzungen für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit 
einer Wegweisung (Widerrufsgrund und Verhältnismässigkeit der aufenthaltsbeendenden Mas-
snahme) erfüllt sind. Der Widerruf mit Wegweisung geht in diesem Sinn der Rückstufung vor 
(BGE 148 II 1 E. 2.5 mit Hinweisen). 
 
3.3 Die Rückstufung ist gestützt auf den Wortlaut von Art. 63 Abs. 2 AIG (bereits) zulässig, 
wenn ein Integrationsdefizit im Sinne von Art. 58a AIG besteht. Die Rückstufung muss beim 
Widerruf einer altrechtlich erteilten Niederlassungsbewilligung im Hinblick auf deren Unbefristet-
heit und Bedingungsfeindlichkeit (Art. 34 Abs. 1 AIG) sowie wegen des Grundsatzes des Ver-
trauensschutzes und des Rückwirkungsverbots an ein unter dem neuen Recht aktualisiertes, 
hinreichend gewichtiges Integrationsdefizit anknüpfen (BGE 148 II 1 E. 5.2 f. sowie E. 6.3 f.; 
Urteil des Bundesgerichts 2C_711/2021 vom 15. Dezember 2021 E. 4.2 mit Hinweisen); nur 
dann besteht ein genügendes öffentliches Interesse an der Rückstufung altrechtlich erteilter 
Niederlassungsbewilligungen unter dem seit dem 1. Januar 2019 gültigen (neuen) Recht. Die 
Migrationsbehörden dürfen dabei vor dem 1. Januar 2019 eingetretene Sachverhaltselemente 
mitberücksichtigen, um die neue Situation im Lichte der bisherigen würdigen und in diesem 
Sinn die Entstehung und das Fortdauern des Integrationsdefizits umfassend klären zu können. 
Sie müssen die Rückstufung jedoch auf Sachverhaltselemente abstützen, die sich nach dem 
1. Januar 2019 zugetragen haben bzw. nach diesem Datum fortdauern; andernfalls läge eine 
grundsätzlich unzulässige echte Rückwirkung vor (BGE 148 II 1 E. 5.3; Urteil des Bundesge-
richts 2C_711/2021 vom 15. Dezember 2021 E. 4.2 mit Hinweisen). 
 

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3.4 Die Rückstufung muss schliesslich, wie jedes staatliche Handeln, verhältnismässig sein 
(Geeignetheit, Erforderlichkeit, Respektierung des Übermassverbots [Zumutbarkeit]), was je-
weils im Einzelfall geprüft und begründet werden muss. Die Rückstufung setzt sich aus einem 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zusam-
men; die Rückstufung erfolgt jedoch als eine Einheit (uno actu), weshalb im kantonalen Verfah-
ren ihre Verhältnismässigkeit jeweils als Ganzes zu beurteilen ist. Die Rückstufung kann des-
halb auch als eigenständiger Akt mit einer Verwarnung angedroht werden – gegebenenfalls 
muss sie dies in Anwendung des Verhältnismässigkeitsprinzips auch (vgl. BGE 148 II 1 E. 2.6). 
 
4.1  Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, dass die Beschwerdeführerin die 
Integrationskriterien nicht erfülle. Nicht erfüllt sei das Integrationskriterium der Sprachkompe-
tenz gemäss Art. 58a Abs. 1 lit. c AIG. Der Nachweis der Sprachkompetenz in einer Landes-
sprache gelte gemäss Art. 77d Abs. 1 VZAE als erbracht, wenn die ausländische Person die 
Landessprache als Muttersprache spreche und schreibe; während mindestens drei Jahren die 
obligatorische Schule in dieser Landessprache besucht habe; oder über einen Sprachnachweis 
verfüge. Nach 10-jährigem rechtmässigen Aufenthalt sei eine hinreichende Integration zu ver-
muten. Im Fall der Beschwerdeführerin sei auf einen Sprachnachweis abzustellen. In den Jah-
ren 2013, 2015, 2016 und 2017 habe sie je einen Deutschkurs besucht. Für den letzten Kurs 
auf dem Niveau A2.1 liege jedoch kein Zertifikat vor, da sie diesen aufgrund einer Augenopera-
tion nicht habe abschliessen können. Zwar sei diese Begründung schlüssig, sie erkläre jedoch 
nicht, weshalb die Beschwerdeführerin auch in der Folge keinen Kurs mehr besucht habe. Die 
Beschwerdeführerin weise trotz ihrer langen Anwesenheit in der Schweiz erhebliche sprachli-
che Defizite auf. Die Vorinstanz erwog weiter, dass die Beschwerdeführerin das Integrationskri-
terium der Teilnahme am Wirtschaftsleben gemäss Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG aufgrund der lange 
anhaltenden Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen und mangelnden Arbeitssuchbemühun-
gen nicht erfülle. Der EL-Bezug stelle ausländerrechtlich keine Sozialhilfe dar, belaste jedoch 
die öffentlichen Finanzen und habe daher sozialhilfeähnlichen Charakter. Die Beschwerdeführe-
rin möge zwar diverse gesundheitliche Leiden haben, allerdings nicht in einem solchen Aus-
mass, dass sie nicht arbeiten könne. Entgegen ihrer Auffassung, habe das AFMB zu Recht 
festgestellt, dass sie in zu geringem Umfang arbeitstätig sei. Nicht die blossen Bemühungen um 
eine Stelle, sondern die tatsächliche Arbeitstätigkeit sei dabei entscheidend. Die Beschwerde-
führerin habe die Anforderungen des AFMB nicht erfüllt und sich nicht angemessen um eine 
Anstellung bemüht. Diese Integrationsdefizite würden durch die beiden erfüllten Integrationskri-
terien der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der Respektierung der 
Werte der Bundesverfassung nicht aufgewogen. Die Rückstufung erweise sich ferner als ver-
hältnismässig.  
 
4.2 Die Beschwerdeführerin wendet hiergegen im Wesentlichen ein, eine Rückstufung ver-
folge den Zweck, eine Verhaltensänderung bei der betroffenen Person zu bewirken. Es sei je-
doch nicht ersichtlich, was sie konkret ändern solle. Zwischen Februar 2020 und Januar 2023 
habe sie 187 Bewerbungen in mehreren Kantonen und in diversen Metiers eingereicht. Trotz-
dem habe sie lediglich zwei Zusagen bekommen. Der fehlende Wille zur Teilnahme am Wirt-
schaftsleben, welcher eine Rückstufung rechtfertige, sei bei ihr nicht ersichtlich. Gemäss einem 
Arztbericht der Schmerzklinik Basel vom 26. Februar 2024 werde sie für die Tätigkeit als Reini-

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gungskraft überdies aus gesundheitlichen Gründen zu 100% als arbeitsunfähig erachtet. Betref-
fend ihre sprachliche Integration führt die Beschwerdeführerin an, sie habe mehrere Deutsch-
kurse absolviert und sei weiterhin motiviert und bemüht, ihre Fähigkeiten zu verbessern. Ihren 
letzten Kurs habe sie aufgrund einer Augenoperation nicht beenden können. Der Besuch weite-
rer Kurse sei an ihren finanziellen Möglichkeiten gescheitert. Von einem ernsthaften Integrati-
onsdefizit, welches eine Rückstufung rechtfertige, könne keine Rede sein. Eine Rückstufung sei 
vorliegend nicht verhältnismässig, da sie nicht weiter aktiviert werden könne, ihr Verhalten zu 
ändern. 
 
5.1 Die Integrationskriterien der Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gemäss 
Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG und Art. 77a VZAE sowie der Respektierung der Werte der Bundesver-
fassung gemäss Art. 58a Abs. 1 lit. b AIG und Art. 77c VZAE werden durch die Beschwerdefüh-
rerin unbestrittenermassen erfüllt, weshalb es hierzu keiner weiteren Ausführungen bedarf. 
 
5.2 Die Sprachkompetenzen bilden nach Art. 58a Abs. 1 lit. c AIG und Art. 77d VZAE ein 
weiteres eigenständiges Integrationskriterium. Der Erwerb hinreichender Sprachkenntnisse und 
eine fortlaufende Verfestigung derselbigen während der Landesanwesenheit werden grundsätz-
lich erwartet (MICHAEL SPRING, Der Bewilligungswiderruf im schweizerischen Ausländerrecht, 
2022, S. 342, mit Hinweisen). Gemäss Art. 77d VZAE gilt der Nachweis der Sprachkompetenz 
unter anderem dann als erbracht, wenn die betroffene Person über einen Sprachnachweis ver-
fügt, welcher die entsprechende Sprachkompetenz in dieser Landessprache bescheinigt. Die 
geforderten Sprachkenntnisse werden grundsätzlich abhängig vom angestrebten Anwesen-
heitsstatus angesetzt (vgl. Art. 60 VZAE zur Erteilung der Niederlassungsbewilligung). Demge-
genüber wird in Art. 77d VZAE kein konkretes Niveau als Massstab für die Erfüllung bzw. Nicht-
erfüllung des Integrationskriteriums Sprachkompetenz vorgeschrieben. Die Sprachkenntnisse 
sind sodann am sozioprofessionellen Umfeld der ausländischen Person zu messen. Genügen 
sie für dieses, kann ihr der Grad der Sprachbeherrschung grundsätzlich nicht entgegengehalten 
werden (vgl. SPRING, a.a.O., S. 342 mit Verweisen auf die Rechtsprechung). Unbestrittener-
massen liegt ein Nachweis der Sprachkompetenz der Beschwerdeführerin nicht vor. Die Vor-
instanz erwog im angefochtenen Entscheid diesbezüglich, dass die Beschwerdeführerin dieses 
Integrationskriterium nicht erfülle. Zwar habe die Beschwerdeführerin während mehrerer Jahre 
Kurse besucht. Es sei ihr jedoch nicht gelungen, das erforderliche Niveau zu erreichen. Dem 
kann nicht gefolgt werden. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine ungenügende 
sprachliche Integration der Beschwerdeführerin. Vielmehr ist festzustellen, dass das AFMB der 
Beschwerdeführerin in der Ermahnung vom 20. April 2022 noch keine ungenügende sprachli-
che Integration vorgehalten hat. Dazu kommt, dass das AFMB selbst am 9. Juni 2023 auf ei-
nem Formular zur Ausstellung eines Rückreisevisums festgehalten hat, die Beschwerdeführerin 
könne sich auf Deutsch verständigen. Unter diesen Umständen ist kein hinreichend gewichtiges 
sprachliches Integrationsdefizit ersichtlich, das eine Rückstufung rechtfertigen könnte. 
 
5.3.1 Das Integrationskriterium von Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG verlangt die Teilnahme am Wirt-
schaftsleben oder am Erwerb von Bildung. Nach Art. 77e Abs. 1 VZAE nimmt eine Person am 
Wirtschaftsleben teil, wenn sie die Lebenshaltungskosten und Unterhaltsverpflichtungen deckt 
durch Einkommen, Vermögen oder Leistungen Dritter, auf die ein Rechtsanspruch besteht. 

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Nach Art. 77e Abs. 2 VZAE nimmt eine Person am Erwerb von Bildung teil, wenn sie in Aus- 
oder Weiterbildung ist. Das AFMB und die Vorinstanz gehen davon aus, die Beschwerdeführe-
rin sei wirtschaftlich nicht integriert, weil ihr Ehemann seit 1995 eine IV-Rente beziehe und EL 
erhalte. Diese an den Ehemann ausgerichteten Leistungen belasteten die öffentliche Hand. Die 
Beschwerdeführerin habe als nicht invalide Ehegattin mit ihrem Erwerbseinkommen zum ge-
meinsamen Haushalt beizutragen, ansonsten komme ihre Rückstufung infrage. Ob und inwie-
weit dieser Auffassung der Vorinstanz gefolgt werden kann, kann vorliegend offenbleiben, da 
sich die Rückstufung – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – ohnehin als unverhältnismäs-
sig erweist.  
 
5.3.2 Unbestrittenermassen ist die Beschwerdeführerin in gesundheitlicher Hinsicht ange-
schlagen. Gemäss mehreren ärztlichen Schreiben leidet sie unter verschiedenen Erkrankun-
gen, unter anderem orthopädischer Natur (vgl. Arztbericht vom 27. Dezember 2022; Arztbericht 
vom 2. März 2024). Von ärztlicher Seite wurde die Beschwerdeführerin daher bereits mehrfach 
krankgeschrieben. Die Vorinstanz anerkennt die diversen gesundheitlichen Beschwerden der 
Beschwerdeführerin, hält aber dafür, dass diesen mit der vom AFMB geforderten Arbeitstätig-
keit im Umfang von 60% bereits ausreichend Rechnung getragen werde. Die Vorinstanz führt 
weiter an, durch die Rückstufung und die damit verbundenen Bedingungen, namentlich die 
Pflicht zur Aufnahme einer Arbeitstätigkeit, könne die Beschwerdeführerin zu einer Verhaltens-
änderung bewegt werden. Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit 
zwischen Februar 2020 und Januar 2023 unzählige Bewerbungen in verschiedenen Kantonen 
und diversen Metiers vorweisen kann. Dass von diesen Bewerbungen lediglich zwei erfolgreich 
waren, kann ihr angesichts ihrer Ausbildung, ihres Alters, ihrer gesundheitlichen Verfassung 
und der aktenkundigen, ernsthaften Bemühungen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 
vorgeworfen werden. Der Vorinstanz ist zwar zuzustimmen, dass das öffentliche Interesse an 
der Aufnahme einer Arbeitstätigkeit durch die Beschwerdeführerin gross ist. Aufgrund der bis-
herigen Bemühungen, sich im Erwerbsleben zu integrieren, ist jedoch nicht ersichtlich, zu wel-
cher Verhaltensänderung die Beschwerdeführerin durch die Rückstufung animiert werden soll-
te. Eine Rückstufung ist nur verhältnismässig, wenn das Ziel derselben damit überhaupt er-
reichbar ist, andernfalls es bereits an der Geeignetheit der Massnahme fehlt. Die Vorinstanzen 
lassen ausser Acht, dass der Nachweis einer Erwerbstätigkeit von einer entsprechenden Stel-
lenzusage abhängig ist und dass deren Erhalt ausserhalb des Machtbereichs der Beschwerde-
führerin liegt. Die Rückstufung stellt unter diesen Umständen keine geeignete sowie zumutbare 
Massnahme dar und erweist sich daher als unverhältnismässig.  
 
6. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdeführerin die 
Niederlassungsbewilligung zu belassen. 
 
7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden 
Partei in angemessenem Mass auferlegt. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden 
die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- der unterliegenden Vorinstanz auferlegt.  
 

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7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den Bei-
zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Der obsiegenden Beschwerdeführerin ist ausgangs-
gemäss eine Parteientschädigung zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
macht in seiner Honorarnote vom 18. April 2024 einen Aufwand von gesamthaft 9.75 Stunden 
zu einem Stundensatz in der Höhe von Fr. 200.-- sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 114.-- 
geltend, was angemessen ist. Demgemäss ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 2'231.20.-- (inkl. Auslagen und 8.1 % MWST) zuzusprechen, die der 
unterliegenden Vorinstanz aufzuerlegen ist. Bezüglich der Neuverlegung der Kosten des vor-
instanzlichen Verfahrens ist die Angelegenheit an den Regierungsrat des Kantons Basel-
Landschaft zurückzuweisen. 
  

Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regierungsrats 

des Kantons Basel-Landschaft Nr. 2024-45 vom 16. Januar 2024 betref-
fend den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung aufgehoben. 

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden dem Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt. 
 

 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat der Beschwerde-
führerin eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'231.20.-- (inkl. 
Auslagen und 8.1 % MWST) auszurichten. 

 
 
 
 
Vizepräsident 
 

Gerichtsschreiberin i.V.