# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75c1c6c2-d439-556a-8c70-e080c3d453f3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.07.2010 D-4436/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4436-2010_2010-07-05.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4436/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...), Sri Lanka,
c/o schweizerische Botschaft in Colombo,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 27. Februar 2010 
(recte: 27. April 2010) / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4436/2010

Sachverhalt:

A.
Mit Eingabe vom 2. Dezember 2007 an die schweizerische Botschaft 
in  Colombo  (Eingang  Botschaft:  29. Januar  2008)  ersuchte  der  Be-
schwerdeführer – ein srilankischer Staatsangehöriger tamilischer Eth-
nie aus B._______ mit aktuellem Wohnsitz in C._______ – um Bewilli -
gung der  Einreise  in  die  Schweiz  und um Gewährung von Asyl. Mit 
Schreiben vom 30. Januar 2008 forderte die Botschaft den Beschwer-
deführer  auf,  sein  Gesuch mit  detaillierten Angaben zu den geltend 
gemachten Asylgründen zu ergänzen sowie Beweismittel  und Identi -
tätspapiere  einzureichen. Dieser  Aufforderung kam der  Beschwerde-
führer mit Schreiben vom 10. Februar 2010 (Eingang bei der schweize-
rischen  Botschaft  am  21.  Februar  2010)  nach.  Mit  Schreiben  vom 
15. Februar  2010  gab  die  Vorinstanz  dem Beschwerdeführer  erneut 
die  Möglichkeit,  seine aktuelle  persönliche Situation  darzulegen und 
allfällige  neue  Gesuchsgründe  vorzubringen. Gleichzeitig  wurde  ihm 
eröffnet, dass es die Aktenlage erlaube, ohne Durchführung einer Be-
fragung über das vorliegende Gesuch zu entscheiden. Diesbezüglich 
wurde ihm das rechtliche Gehör gewährt. Mit Schreiben an die schwei-
zerische  Botschaft  vom  4.  März  2010  (Eingang  Botschaft:  9.  März 
2010) gab der Beschwerdeführer eine entsprechende Stellungnahme 
ab.

Für die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel wird 
auf die Akten verwiesen.

B.
Anhand der oben aufgezählten Eingaben machte der Beschwerdefüh-
rer zur Begründung seines Gesuches im Wesentlichen geltend, er sei 
im Jahr 1991 mit  seiner Familie nach C._______ vertrieben worden. 
Am 17. September 1998 sei er festgenommen und bis am 15.  Novem-
ber 1998 festgehalten worden. Nach seiner Freilassung sei es zu Dro-
hungen und Befragungen durch Sicherheitskräfte gekommen, weswe-
gen er nur selten aus dem Haus gegangen sei, da er weitere Nachteile  
befürchtet habe. Seit seiner Entlassung befürchte er, dass die Behör-
den sich  wieder an ihm vergreifen könnten,  weshalb  er  die Schweiz 
um Schutz ersucht habe.

C.
Mit  Verfügung  vom  27.  Februar  2010  (recte:  27.  April  2010,  siehe 
E. 1.3 unten) verweigerte das BFM die Bewilligung zur Einreise in die 

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Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Zur Begründung führte es im 
Wesentlichen  aus,  bezüglich  des  Verfahrens  bei  Asylgesuchen  aus 
dem Ausland sehe die Praxis vor, dass Gesuchstellende von der jewei-
ligen schweizerischen Vertretung in  der  Regel  zu  ihren Asylgründen 
angehört  würden. Von dieser  allgemeinen  Regel  könne  abgewichen 
werden,  wenn  dies  aus  organisatorischen  und  kapazitätsmässigen 
Gründen faktisch nicht möglich sei. Falls der Sachverhalt bereits auf-
grund der schriftlichen Eingaben entscheidreif erstellt sei, könne sich 
eine Anhörung ebenfalls erübrigen. Bei Anhörungsverzicht sei jedoch 
das rechtliche Gehör zu gewähren (vgl. BVGE 2007/30),  was vor lie-
gend erfolgt sei. Unter Einbezug des Schreibens vom 4. März 2010 er-
achte das BFM die Aktenlage als rechtsgenüglich erstellt. Zudem sei 
bei  offensichtlich  fehlender  Schutzbedürftigkeit  darauf  zu  verzichten, 
auf  allfällig  vorhandene  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Asylvor-
bringen einzugehen.

Gemäss schweizerischer Asylpraxis sei für die Gewährung der Einrei-
se die Gefährdung eines Gesuchstellers im Zeitpunkt der Einreisebe-
willigung  massgebend. Vergangene  Verfolgung  –  vorliegend  die  gel-
tend gemachten Vorfälle in den 1990er Jahren – sei somit  nur dann 
beachtlich, als sie noch andauere oder konkrete Hinweise auf eine zu-
künftige  Verfolgung  bestehe.  Die  Bewilligung  zur  Einreise  in  die 
Schweiz  diene  nämlich  nicht  dem Ausgleich  vergangenen Unrechts, 
sondern solle demjenigen gewährt  werden, der aktuell  des Schutzes 
des Zufluchtlandes bedürfe. Befürchtungen, künftig Verfolgungsmass-
nahmen ausgesetzt zu sein, seien nur dann Einreise beachtlich, wenn 
begründeter  Anlass  zur  Annahme bestehe,  dass  sich  die Verfolgung 
mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und in  absehbarer  Zeit  verwirkli -
chen werde. Das BFM ziehe die Vertreibung und die Festnahme nicht  
in  Zweifel. Obschon angenommen werden müsse,  dass  es  während 
der Inhaftierung zu Übergriffen gekommen sei, sei diese Inhaftierung 
für die Erteilung einer Einreisebewilligung im Hinblick auf ein Asylver -
fahren in der Schweiz nicht mehr relevant. Der Beschwerdeführer sei 
vom Gericht bedingungslos freigelassen worden. Es bestünden somit 
keine Anhaltspunkte, dass er auf Grund der erfolgten Inhaftierungen in 
absehbarer  Zukunft  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt 
sein könnte, selbst wenn er nach seiner Freilassung bedroht und be-
fragt worden sein sollte. In Anbetracht dieser Ausführungen sowie auf-
grund des Umstandes, dass er kein Gefährdungsprofil  aufweise, das 
im heutigen Zeitpunkt mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auf eine Ver-
folgung  schliessen  lassen  würde,  seien  die  geltend  gemachten  Vor-

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bringen nicht Einreise relevant. Es sei insbesondere darauf zu verwei-
sen, dass er von einer Festnahme betroffen worden sei, als in Teilen 
Sri Lankas der Krieg zwischen der Regierung und den Liberation Ti-
gers of Tamil Eelam (LTTE) gewütet habe. Heute präsentiere sich die 
Situation jedoch anders. Der Krieg sei im Mai 2009 mit der Niederlage 
der LTTE zu Ende gegangen. Damit befinde sich das ganze Land erst-
mals seit  1983 wieder unter Regierungskontrolle. Auch wenn die Si-
cherheits- und Menschenrechtslage heute nicht befriedigend sei, falle 
auf, dass insbesondere die Anzahl von Gewaltereignissen wie Entfüh-
rungen und "Killings" erheblich zurückgegangen sei. Obwohl der Staat 
vieles daran setze, eine Wiedererstarken der LTTE zu verhindern und 
aktiv  nach  ehemaligen  Mitgliedern  der  oppositionellen  Organisation 
suche, habe sich die Sicherheits- und Menschenrechtslage verbessert.  
Da seinen Angaben nicht zu entnehmen sei,  dass er selber Mitglied 
der LTTE gewesen sei oder sich politisch engagiert habe, sei nicht da-
von auszugehen, dass die srilankischen Behörden ein Verfolgungsinte-
resse an seiner Person hätten.

Vorliegend gelange das BFM zum Schluss, dass der Beschwerdefüh-
rer – bei einer objektivierten Betrachtungsweise – nicht akut gefährdet 
sei.  Belegt  würden  diese  Schlussfolgerung  unter  anderem  dadurch, 
dass in seinem Schreiben vom 4. März 2010 keine Anhaltspunkte da-
für zu entnehmen seien, dass es seit 1998 zu Einreise relevanten Vor-
fällen gekommen sei. Seine Furcht vor Verfolgung sei daher als objek-
tiv nicht begründet im Sinne des Asylgesetzes einzustufen. An diesen 
Erwägungen vermöchten auch die von ihm in Kopie eingereichten Do-
kumente (jeweils ein [Referenz-] Schreiben des Internationalen Roten 
Kreuzes vom 1. August 2000, der Menschenrechtskommission von Sri 
Lanka vom 4. Dezember  2001,  der  (...)  C._______ vom 15. Februar 
2008, des "(...)" C._______ vom 15. Februar 2008 sowie ein Polizei-
rapport vom 18. November 1998) nichts zu ändern, stützten sie doch 
lediglich  Vorbringen,  deren  Glaubhaftigkeit  vorliegend  nicht  in  Frage 
gestellt  werde. Aufgrund  der  Dokumentation  der  geltend  gemachten 
Vorkommnisse und den schriftlichen Ausführungen des Beschwerde-
führers, sei der Sachverhalt als erstellt zu betrachten. Den Ausführun-
gen im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu einem allfällig  negativen 
Entscheid ohne vorgängige Anhörung seien keine Anhaltspunkte dafür 
zu entnehmen, dass ihm durch das Ausbleiben einer Anhörung Nach-
teile erwachsen seien. Daher könne im vorliegenden Gesuch auf eine 
persönliche Anhörung durch die  Schweizer Botschaft  verzichtet  wer-
den.

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Zusammenfassend sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht 
schutzbedürftig  im Sinne des Asylgesetzes (Art. 3  des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) sei. Daher sei das Asylgesuch 
abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen.

D.
Mit  in  englischer  und  deutscher  Sprache  eingereichten  Beschwerde 
vom  14.  Mai  2010  (Eingang  bei  der  schweizerischen  Botschaft  am 
28. Mai 2010) erhob der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche 
Verfügung Beschwerde. Zur Begründung seiner Beschwerde führte er 
sinngemäss – neben den bereits  geäusserten Schilderungen betref-
fend die Vorkommnisse in den 1990er Jahren – aus, er sei  jetzt (...)  
Jahre alt, unverheiratet und aufgrund der verwirrenden Situation nicht 
in  der  Lage  wegzuziehen. In  seiner  Heimat  gebe  es  nicht  endende 
kriegerische Morde,  es würden junge Leute in weissen Transportern 
entführt, es herrschten ethnische Probleme, junge Leute würden getö-
tet, und er bekäme anonyme Anrufe. Zudem müsse er hohe Abgaben 
leisten, weil sein Vater früher in einer Versicherungsgesellschaft tätig 
gewesen sei. Er sei ihm nicht möglich, eine Frau zu finden und sein 
Leben weiterzuführen. Er befürchte, eine der Personen zu sein, die ge-
tötet werde. Wenn er in Zukunft in Sri Lanka bleiben müsse, werde er 
mit Lebensrisiken leben müssen. Seine Vorbringen seien noch einmal 
unter humanitären Gründen zu prüfen, und er bitte um Erlaubnis, in ein 
kosmopolitisches und demokratisches Land einziehen zu dürfen. Nur 
dadurch könne er sein Leben retten. Zur Untermauerung seiner Vor-
bringen reichte der Beschwerdeführer ein weiteres Referenzschreiben 
der (...) C._______ vom 24. Mai 2010 zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 

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nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet des Asyls endgültig  (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Im vorinstanzlichen Aktendossier  sind weder Angaben dazu ent-
halten,  wann  die  damit  beauftragte  schweizerische  Botschaft  in  Sri 
Lanka  dem  Beschwerdeführer  die  Verfügung  des  BFM übermittelte, 
noch liegt  eine  Empfangsbestätigung  vor. Der  genaue Zeitpunkt  der 
Eröffnung der angefochtenen Verfügung steht somit nicht fest. Indes-
sen trägt die Beweislast für die erfolgte Zustellung und deren Zeitpunkt 
die  Behörde,  welche  die  Zustellung  veranlasst  hat  (vgl.  FELIX 
UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissen-
berger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009, 
Art. 34,  N 10). Der  Ausgangsstempel  der  vorinstanzlichen  Verfügung 
datiert  vom 27. April  2010. Da in dieser unter anderem die Stellung-
nahme des  Beschwerdeführers  vom 4. März  2010 (Eingang bei  der 
schweizerischen Vertretung in Colombo am 9. März 2010 und von der 
Botschaft mit Schreiben vom 22. März 2010 an das BFM weitergelei -
tet)  erwähnt  ist,  muss  die  angefochtene  Verfügung  mithin  sicherlich 
nach dem 22. März verfasst worden sein. Das auf der Verfügung ange-
brachte Datum vom 27. Februar 2010 (vgl. A8, S. 1) erweist sich somit 
als falsch. Wenn man davon ausgeht, dass das Verfügungsdatum iden-
tisch ist mit dem gestempelten Ausgangsdatum beim BFM und somit 
vom 27. April 2010 datiert, ist es – unter den gegebenen Umständen 
eines  Asylverfahrens  im  Ausland  –  durchaus  plausibel,  dass  diese 
dem Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben am 4. Mai 2010 er-
öffnet  worden  ist.  Ein  früheres  Eröffnungsdatum ist  nach  Aktenlage 
nicht nachgewiesen. Die Eingabe des Beschwerdeführers vom 14. Mai 
2010 ging bei der schweizerischen Botschaft in Colombo am 28. Mai 
2010 ein. Somit ist im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass die 
Beschwerde innert der gesetzlichen Frist (Art. 108 Abs. 1 AsylG) erho-
ben worden ist.

1.4 Die Beschwerde ist somit als frist- und formgerecht eingereicht zu 
erachten; der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG; 

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Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 37  VGG sowie  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli -
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt  
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet werden kann. Glaubhaft machen heisst, wenn die Behörde ihr Vor-
handensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält. 
Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk-
ten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tat-
sachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-
fälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art.  52 
Abs. 2 AsylG).

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4.3 Gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  die  asylsu-
chende Person im Auslandverfahren in der Regel zu befragen. Davon 
kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus 
organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen nicht möglich ist. 
Falls die Befragung nicht durchgeführt werden kann, muss die ein Ge-
such stellende Person – soweit möglich und notwendig – mittels eines 
individualisierten und konkretisierten Schreibens aufgefordert werden, 
ihre Gründe für das Asylgesuch schriftlich einzureichen. Dabei ist sie 
auf die allfällige Konsequenz eines negativen Entscheids infolge Ver-
letzung ihrer Mitwirkungspflicht aufmerksam zu machen. Ist der Sach-
verhalt  schon  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  entscheidreif 
erstellt,  kann  sich  eine  persönliche  Befragung  ebenfalls  erübrigen; 
zeichnet sich ein negativer Entscheid ab, ist der asylsuchenden Per-
son diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewähren. Das Bundesamt 
ist gehalten, den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfü-
gung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5 S. 362).

Vorliegend  ging  das  BFM  offenbar  davon  aus,  der  Sachverhalt  sei 
schon aufgrund der schriftlichen Eingaben entscheidreif erstellt. Diese 
Sichtweise erscheint als vertretbar, sind doch die Eingaben vom 2. De-
zember 2007, vom 10. Februar 2008 sowie vom 4. März 2010 relativ 
detailliert  und klar formuliert. Unter diesen Umständen erübrigte sich 
für die Vorinstanz die Aufbietung des Beschwerdeführers zu einer Be-
fragung. Da  den  vom Bundesverwaltungsgericht  ferner  aufgeführten 
Erfordernissen (Gewährung des rechtlichen Gehörs; Begründung des 
Verzichts auf eine Befragung) ebenfalls Rechnung getragen wurde, ist 
die Vorgehensweise des BFM nicht zu beanstanden.

4.4 Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden 
die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zuge-
mutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben 
oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 
AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 
Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.5 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 

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Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e-g 
S. 131 ff.; die dort  akzentuierte Praxis hat nach bloss redaktionellen 
Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 
vor Gültigkeit).

5.
5.1 Einleitend ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht in 
Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers betreffend die Vertreibung seiner Familie 
im Jahr 1991 und seine Inhaftierung Ende 1998 nicht in Zweifel zieht. 
Diese Vorkommnisse liegen jedoch im Zeitpunkt  der Asyleinreichung 
bereits viele Jahre zurück. Im aktuellen Zeitpunkt können diese Ereig-
nisse mithin nicht mehr als kausal für die beantragte Einreise in die 
Schweiz und die Asylgewährung angesehen werden. Dies umso weni-
ger, als die nunmehr geltend gemachten Fluchtgründe insgesamt nicht 
den Eindruck einer zielgerichtet und asylrelevant verfolgten Person vor 
Ort vermitteln. Die subjektiven Ängste des Beschwerdeführers vor Re-
pressalien erscheinen zwar namentlich aufgrund der geltend gemach-
ten  Vorverfolgung  als  nachvollziehbar.  Aufgrund  der  Aktenlage  ist 
davon auszugehen, dass es seit  1998 zu keinen Einreise relevanten 
Vorfällen mehr gekommen ist. Die Furcht des Beschwerdeführers vor 
einer Verfolgung in seinem Heimatland ist daher – in Übereinstimmung 
mit den Ausführungen des BFM – als objektiv nicht begründet im Sin -
ne des Asylgesetzes einzustufen.

5.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sodann  im  Grundsatzurteil 
BVGE 2008/2  eine  Lageanalyse  betreffend Sri  Lanka  vorgenommen 
und  gelangte  dabei  zum Schluss,  dass  sich  die  allgemeine  Sicher-
heitslage seit Januar 2006 insgesamt, insbesondere aber in Colombo 
kontinuierlich  verschlechtert  habe.  Seit  Ergehen  dieses  Urteils  am 
14. Februar 2008 hatte sich der bewaffnete Konflikt zwischen der Re-
gierung und der LTTE weiter zugespitzt. Nach der Rückeroberung des 
letzten von der LTTE kontrollierten Gebietes im Raum Mullaitivu wurde 
am 18. Mai 2009 seitens der Regierung der endgültige Sieg über die 
LTTE verkündet und der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt. Nach 

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dieser Niederlage der LTTE haben die srilankischen Behörden – na-
mentlich im Grossraum Colombo – die Sicherheitsmassnahmen nicht 
gelockert. Daher laufen junge Männer Gefahr, überall und jederzeit von 
srilankischem Sicherheitspersonal einer minuziösen Personenkontrolle 
unterzogen  und  öfters  auch  für  eingehendere  Abklärungen  auf  den 
Posten  mitgenommen  oder  in  ein  Armeecamp  beordert  zu  werden. 
Diese so genannten "Anti-Terrormassnahmen" werden im Raum Co-
lombo – unbesehen der Rügen des Supreme Courts – als repressives 
Instrument  gegen  befürchtete  Infiltrationen  tamilischer  Separatisten 
angewandt. Diesen Massnahmen, denen ein Grossteil der tamilischen 
Bevölkerung im ganzen Land (vor allem im Grossraum Colombo) aus-
gesetzt sind, kommt indes aufgrund mangelnder Intensität kein Verfol -
gungscharakter im Sinne von Art. 3 AsylG zu. Der aktuelle Wohnsitz 
des Beschwerdeführers ist im nördlichen von Sri Lanka in C._______, 
weshalb  der  Beschwerdeführer  –  welcher  gemäss eigenen Angaben 
ohnehin  nie  Mitglied  der  LTTE  war  und  sich  auch  nicht  politisch 
engagierte  –  aller  Voraussicht  nach  nicht  mit  diesbezüglichen  Re-
pressalien zu rechnen haben wird. Entsprechend vermögen die weite-
ren Ausführungen des Beschwerdeführers in den Eingaben zur gene-
rellen  Gefährdungssituation  und  zur  persönlichen  Lebenssituation 
nicht  zur  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  zu  führen. Er  ver-
mag mithin nicht substanziiert darzutun, inwiefern das BFM zu Unrecht 
geschlossen habe, er sei nicht schutzbedürftig im Sinne des AsylG.

6.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  machen konnte und 
nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Aufgrund der vorstehen-
den Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen ein-
zugehen, da sie am festgestellten Ergebnis nichts zu ändern vermö-
gen. Das BFM hat demnach zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht 
bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.– an 

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sich  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1VwVG); aus 
verwaltungsökonomischen Gründen wird indessen in Anwendung von 
Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2) auf das Erheben von Verfahrenskosten verzichtet.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Bot-
schaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die  schweizerische  Botschaft  in  Colombo  (Ref.-Nr. [...]),  mit  dem 
Ersuchen das Urteil dem Beschwerdeführer gegen Unterzeichnung 
der  beigelegten  Empfangsbestätigung  oder  gegen  postalischen 
Rückschein  zu  eröffnen  und  den  Eröffnungsbeleg  dem 
Bundesverwaltungsgericht zuzustellen (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Daniel Stadelmann

Versand:

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