# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 265fcf7d-815c-5153-82da-e269c908d732
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2025 D-245/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-245-2025_2025-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-245/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richter Lukas Müller,    

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,   

vertreten durch MLaw Elsy Grivel, avocate 

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 13. Dezember 2024 / N (…). 

 

 

 

D-245/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Eigenen Aussagen zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein burundi-

scher Staatsangehöriger und ethnischer Tutsi, am 19. Oktober 2022 sein 

Heimatland und stellte am 1. Dezember 2022 in der Schweiz ein Asylge-

such. 

B.  

B.a Am 12. Dezember 2022 fand die Personalienaufnahme (PA) statt.  

 

B.b Gleichentags zeigte die dem Beschwerdeführer zugewiesene Rechts-

vertretung des Bundesasylzentrums (BAZ) der Region B._______ ihr Man-

dat an.  

 

C.  

Mit Verfügung vom 13. Dezember 2022 wurde der Beschwerdeführer dem 

Kanton C._______ zugewiesen.  

D.  

Mit Eingabe vom 13. März 2024 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie 

seines burundischen Reisepasses und eines Parteiausweises der CNL 

(Congrès National pour la Liberté) vom 22. Februar 2020 zu den Akten.  

E.  

E.a Am 7. Juni 2024 fand die Anhörung zu den Asylgründen statt.  

E.b Zu seinem Lebenslauf führte der ledige Beschwerdeführer zusammen-

fassend aus, er habe siebzehn Jahre in D._______ gelebt und sei danach 

nach E._______ umgezogen. Seine Mutter, die beiden Brüder und die 

Schwester lebten ebenfalls dort. Sein Vater sei 2006 verstorben. Nach sei-

nem Bachelorabschluss im Bereich (…) 2017 habe er mit einem Bekann-

ten eine eigene Firma, die mit (…)produkten gehandelt habe, gegründet 

und bis zu seiner Ausreise dort gearbeitet.  

E.c Zu seinen Asylgründen legte der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

dar, dass er Ende 2019 oder Anfang 2020 im Zusammenhang mit den Prä-

sidentschaftswahlen von 2020 der Oppositionspartei CNL beigetreten sei. 

Da er ethnischer Tutsi sei und die Partei zahlenmässig mehr ethnische 

Hutu aufgewiesen habe, sei er mit der Aufgabe beauftragt worden, neue 

Mitglieder in seinem Umfeld zu akquirieren. Auch habe er an Parteiver-

sammlungen teilgenommen. Nach den Wahlen habe die milizähnliche 

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Seite 3 

Jugendorganisation Imbonerakure (Jugendorganisation der Regierungs-

partei Conseil National pour la Défense de la Démocratie [CNDD]) ange-

fangen, Mitglieder der CNL zu verfolgen. Unter dem Vorwand, dass Waffen 

der CNL in Wohnungen versteckt seien, sei es in Zusammenarbeit mit der 

Polizei zu Hausdurchsuchungen gekommen. Im November oder Dezem-

ber 2020 sei er von Angehörigen der Imbonerakure angehalten, geschla-

gen und bestohlen worden. Aus Angst vor weiteren Problemen habe er sein 

Zuhause verlassen und sei zu seinem älteren Bruder in ein anderes Quar-

tier von E._______ umgezogen, wo er ein normales Arbeits- und Alltagsle-

ben habe führen können. 2021 habe er erfahren, dass Fahndungsbefehle 

ausgestellt worden seien, um alle Personen festzunehmen, die während 

der Wahlen der Opposition geholfen hätten. Die Imbonerakure hätten an 

seinem alten Wohnort mehrmals nach ihm gefragt. Seine Familie habe 

ihnen erklärt, dass er weggezogen sei. Im Dezember 2021 habe ihn 

schliesslich ein vermeintlicher Freund aus der Partei verraten. Als er und 

dieser Freund zusammen in einem Restaurant gewesen seien, habe dieser 

die Imbonerakure angerufen. Kurz darauf sei ein Fahrzeug vorgefahren 

und zwei Polizisten in Zivil seien ausgestiegen. Er (der Beschwerdeführer) 

habe sofort gewusst, dass er festgenommen werden sollte. Deshalb sei er 

durch die Hintertür des Restaurants geflüchtet. Zuerst sei er zu seinem 

Bruder gerannt, um seine auf der Flucht zerrissene Hose zu wechseln und 

einige Kleidungsstücke einzupacken. Danach sei er mit dem Bus zu seiner 

Grossmutter nach F._______ geflüchtet, wo er sich um die betagte und 

kranke Frau gekümmert habe. Erst nach einiger Zeit habe er gewagt, das 

Haus der Grossmutter zu verlassen, und habe angefangen, für einen 

Freund auf einem (…) zu arbeiten. An einem Wochenende seien Imboner-

akure zu ihm gekommen. Diese seien auf dem Land gefährlicher, weil sie 

einfacher an Informationen über Leute kommen könnten. Sie hätten ihn im 

Haus seiner Grossmutter aufgesucht, ihn gezwungen, sich auf den Boden 

zu legen, und hätten angefangen, ihn zu schlagen. Danach hätten sie ihn 

in ein Auto gezerrt. Ein Polizist habe ihm Handschellen angelegt und die 

Augen verbunden. Nach rund zehn Minuten Autofahrt sei er in ein Haus 

gebracht und dort verhört worden. Er habe ihnen jedoch verschwiegen, 

dass er der politischen Opposition angehöre. Sie hätten ihm nicht geglaubt, 

dass er sich lediglich um seine kranke Grossmutter kümmern würde, hätten 

mit einem Messer gedroht, ihn umzubringen, und hätten ihn weiter miss-

handelt. Nach vier Tagen sei er in eine Zelle der Gemeinde gebracht wor-

den. Er habe den dortigen Polizisten, der an diesem Abend Nachtwache 

gehabt habe, gefragt, ob dieser telefonisch seine Familie über seine Ver-

haftung informieren könne. Kurz danach habe ihm der Polizist erklärt, dass 

seine Familie für seine Freilassung gezahlt habe, und habe ihn in der Nacht 

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Seite 4 

durch die Hintertür herausgelassen. Draussen habe bereits sein Bruder mit 

dem Auto gewartet und ihn nach D._______ gefahren. Dort habe er sich 

während ungefähr eineinhalb Monaten bei einem Freund versteckt und sei 

danach während ungefähr zwei Monaten bei seinem Onkel in G._______ 

gewesen. Im Juni oder Juli 2022 sei er zu seiner Mutter zurückgekehrt und 

habe dort gelebt sowie gearbeitet. Im September 2022 habe er erfahren, 

dass die Imbonerakure wüssten, dass er wieder bei seiner Mutter wohne. 

Sie hätten im Oktober eine weitere Hausdurchsuchung durchgeführt. Zu 

diesem Zeitpunkt sei er jedoch nicht zu Hause gewesen. Nach diesem Vor-

fall habe er respektive hätten seine Familienangehörigen beschlossen, 

dass er Burundi verlassen solle. Er sei legal nach Serbien geflogen. Nach 

seiner Ausreise habe man erneut nach ihm gesucht.  

F.  

Mit Verfügung vom 14. Juni 2024 wurde der Beschwerdeführer dem erwei-

terten Verfahren zugeteilt.  

G.  

Am 25. Juni 2024 reichte der Beschwerdeführer Kopien eines Auszugs aus 

dem Geburtsregister und eines Diploms der Universität (…) sowie am 

28. Juni 2024 eine Kopie eines Haft- respektive Vorführbefehls («avis de 

recherche») vom 24. Juni 2021 zu den Akten.  

H.  

H.a Am 28. Juni 2024 legte die dem Beschwerdeführer zugewiesene 

Rechtsvertretung des BAZ ihr Mandat nieder.  

H.b Am 24. September 2024 zeigte die Rechtsvertretung der zugelasse-

nen Rechtsberatungsstelle des Kantons ihr Mandat an, ersuchte um Ak-

teneinsicht und legte eine Vollmacht vom 9. Juli 2024 zu den Akten.   

I.  

Mit Verfügung vom 13. Dezember 2024 stellte das SEM fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein 

Asylgesuch ab. Er wurde aus der Schweiz weggewiesen und verpflichtet, 

die Schweiz und den Schengenraum bis nach Eintritt der Rechtskraft der 

Verfügung zu verlassen, ansonsten er unter Zwang weggewiesen werden 

könne. Der Kanton C._______ wurde mit dem Vollzug der Wegweisung 

beauftragt und ihm wurden die editionspflichtigen Akten ausgehändigt.  

J.  

Der Beschwerdeführer focht mit Eingabe vom 13. Januar 2025 die 

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Seite 5 

Verfügung des SEM beim Bundesverwaltungsgericht an und beantragte 

die Aufhebung der Verfügung vom 13. Dezember 2024 sowie die Feststel-

lung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter 

sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zwecks Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die 

Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeistän-

din. 

Der Beschwerde wurde neben den Kopien der vorinstanzlichen Verfügung 

vom 13. Januar 2025 und des bereits eingereichten Mitgliedschaftsauswei-

ses der CNL, eine Vollmacht vom 6. Januar 2025, eine Fürsorgebestäti-

gung vom 8. Januar 2025 und ein Artikel der fidh (international federation 

for human rights) vom 30. Juni 2020 eingereicht.   

K.  

Mit Eingabe vom 20. Januar 2025 reichte die Rechtsvertreterin eine Kos-

tennote vom selbigen Tag zu den Akten.  

L.  

Mit Verfügung vom 30. Januar 2025 hiess die Instruktionsrichterin das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzich-

tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Rechtsanwältin Elsy Gri-

vel wurde antragsgemäss als amtliche Rechtsbeiständin beigeordnet. 

Gleichzeitig wurde das SEM eingeladen, eine Vernehmlassung einzu-

reichen. 

M.  

Am 4. Februar 2025 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung zu den 

Akten und hielt vollumfänglich an ihren Erwägungen fest.  

N.  

Am 5. Februar 2025 wurde die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer 

zur Kenntnis gebracht.  

 

 

 

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021). 

Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine 

Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref-

fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-

waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser 

bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die 

beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG [SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne 

von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist somit einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten die Gefährdung des Leibes, 

des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken, eine bestimmte Intensität aufweisen 

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beziehungsweise die mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft begründeter Weise zu befürchten sind oder zugefügt zu werden 

drohen (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.1 m.w.H.). Dabei genügt es nicht, dass 

diese Furcht lediglich mit Vorkommnissen oder Umständen, die sich früher 

oder später möglicherweise ereignen könnten, begründet wird. Es müssen 

hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, 

die bei jedem Menschen in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und 

den Entschluss zur Flucht hervorrufen würden (vgl. BVGE 2010/9 E. 5.2; 

Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommis-

sion [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 6.a und 2005 Nr. 21 E. 7.1). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, 

dass die vom Beschwerdeführer dargelegten Sachverhaltsschilderungen, 

welche zu seiner Flucht geführt hätten, unglaubhaft seien und somit den 

Anforderungen an Art. 7 AsylG nicht genügten. Sein politisches Engage-

ment sei eher gering, er habe erst drei Monate vor den Präsidentschafts-

wahlen vom 20. Mai 2020 angefangen, sich für die CNL zu engagieren, 

und dabei einzig gelegentlich versucht, Freunde für die Partei zu begeis-

tern. Es erstaune, dass, obwohl im September 2020 die Hausdurchsuchun-

gen angefangen hätten und gezielt nach ihm gesucht worden sei, er wei-

terhin bei seiner Mutter geblieben sei. Seine Erklärung, dass er sich auf-

grund dieser Durchsuchungen nicht so sehr vor einer Verfolgung gefürchtet 

habe, weil neben den Imbonerakure noch Polizisten beteiligt gewesen 

seien, überzeuge angesichts der beunruhigenden allgemeinen Erfahrung 

im länderspezifischen Kontext nicht. Er habe noch ein Jahr problemlos bei 

seinem Bruder leben und arbeiten können. Das Argument, dass in diesem 

Wohnquartier auch ein Premierminister gewohnt habe und die Imbonerak-

ure kaum in dieses Wohngebiet hätten eindringen können, überzeuge 

ebenfalls nicht, da ein allfälliges Hindernis für die Behörden nicht gegolten 

hätte. Weiter sei es nicht nachvollziehbar, dass er sich in der Öffentlichkeit 

in einer Kneipe mit einem Freund getroffen habe, obwohl er gesucht wor-

den sei. Ebenso erstaune, dass er nach seiner unmittelbaren Flucht vor 

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den Behörden zuerst seinen Bruder aufgesucht habe, obwohl er in Kennt-

nis darüber gewesen sei, dass die Verfolger seinen Aufenthaltsort gekannt 

hätten. Dasselbe gelte für den zweiten Aufenthalt bei seinem Bruder kurz 

vor seiner Ausreise aus Burundi, zumal er dort bereits einmal gesucht wor-

den sei. Ferner sei es nicht nachvollziehbar, weshalb er im Oktober 2022 

in das Haus seiner Mutter zurückgekehrt sei, nachdem er auch dort bereits 

gesucht worden sei. Bezüglich seiner angeblichen Festnahme in 

F._______ sei zu bemerken, dass es widersprüchlich erscheine, dass ihm 

ein Polizist in der Nacht die Flucht durch eine Hintertüre ermöglicht habe, 

wenn er gleichzeitig den Polizisten getroffen habe, welcher seine Verset-

zung in die Zelle der Gemeinde angeordnet habe, ohne ihn bereits zu die-

sem Zeitpunkt freizulassen. Wenn dieser besagte Polizist tatsächlich mit 

seiner Entlassung einverstanden gewesen wäre, hätte man ihn nicht mitten 

in der Nacht durch die Hintertür freilassen müssen. Schliesslich sei festzu-

stellen, dass er keine Fotos eingereicht habe, die seine Mitgliedschaft bei 

der CNL hätten belegen können. Auch die von ihm erwähnten Drohzettel, 

welche seiner Mutter abgegeben worden seien, habe er nicht darbringen 

können. Schliesslich komme dem eingereichten Vorführbefehl lediglich ge-

ringe Beweiskraft zu, da solche Dokumente leicht gefälscht oder käuflich 

erworben werden könnten.  

4.2 Der Beschwerdeführer monierte in seiner Beschwerde, dass die von 

der Vorinstanz erwähnten angeblichen Widersprüche und Ungereimtheiten 

nichts an den zahlreich vorhandenen Elementen ändere, die für den Wahr-

heitsgehalt seiner Vorbringen sprechen würden. Den angebrachten Zwei-

feln an seiner Mitgliedschaft bei der CNL aufgrund mangelnder Kenntnis 

wichtiger Parteiangehöriger sei zu entgegnen, dass er angegeben habe, 

nur seine direkten Vorgesetzten namentlich, jedoch nicht höhere Mitglieder 

oder die parteiinterne Hierarchie zu kennen. Zudem habe er seine Mitglied-

schaft durch das Einreichen seines Parteiausweises belegt. Dieser Um-

stand habe jedoch keinen Eingang in die vorinstanzliche Argumentation 

gefunden, obwohl es sich dabei um ein wichtiges Beweismittel handle. So-

dann habe er detailliert und überzeugend sein Engagement für die CNL 

ausgeführt und die ihm dazu gestellten Fragen ausnahmslos präzise be-

antwortet. Er habe sich aktiv engagiert und 30 Neumitglieder rekrutiert. Fer-

ner überzeuge das vorinstanzliche Argument nicht, wonach seine Verfol-

gungssituationen nicht nachvollziehbar seien. Er habe anlässlich seiner 

Anhörung ausführlich und nachvollziehbar beschrieben, wie er zuerst nur 

einmal, später öfters durch die Imbonerakure bedrängt worden sei. Der 

Umstand, dass er sich zunächst weiterhin bei seiner Mutter aufgehalten 

habe, spreche nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Verfolgung. Auch das 

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Argument, wonach es nicht glaubhaft sei, dass er bis im Dezember 2020 

problemlos bei seinem Bruder habe leben können, sei falsch. Er habe aus-

drücklich erklärt, dass er erst 2021 erfahren habe, aktiv gesucht zu werden, 

weshalb es nachvollziehbar sei, dass er erst zu diesem Zeitpunkt zu sei-

nem Bruder gezogen sei. Ferner habe er mit dem eingereichten Zeitungs-

artikel belegt, dass der Premierminister Alain Guillaume Bunyoni im selben 

Quartier wie sein Bruder lebe und es deshalb für die Imbonerakure nicht 

ohne Weiteres möglich gewesen sei, dort einzudringen. Es sei nicht abwe-

gig, dass er sich trotz Verfolgungsgefahr in ein Restaurant im Stadtzentrum 

begeben habe, zumal ihn die Imbonerakure – wie die schweizerischen Be-

hörden dies ebenfalls tun würden – mittels Vorführbefehls zu Hause su-

chen würden. Auch weise in seinen Aussagen nichts darauf hin, dass er 

sich nach der Flucht aus dem Restaurant mehr als einige Minuten bei ei-

nem Bruder aufgehalten habe. Seine Rückkehr zu seiner Mutter im Som-

mer 2022 sei erst nach einer Einschätzung der Gefahrenlage respektive 

aufgrund der Ausführungen seiner Mutter, wonach sich die Lage beruhigt 

habe, erfolgt. Erst nachdem die Imbonerakure ihn erneut bei seiner Mutter 

gesucht hätten, sei er untergetaucht und fünf Tage später aus Burundi aus-

gereist. Insgesamt habe er überzeugend und konsistent ausgeführt, in wel-

cher Gefahr er sich befunden habe. Dem Vorhalt der Vorinstanz, dass 

seine Verhaftung und die anschliessende Freilassung nicht glaubhaft und 

zudem widersprüchlich seien, sei zu entgegnen, dass er überzeugend und 

sehr detailreich ausgeführt habe, dass beide erwähnten Polizisten besto-

chen worden seien und seine Flucht deshalb inoffiziell und in der Nacht 

erfolgt sei. Schliesslich seien seine Ausführungen im Zusammenhang mit 

dem gegen ihn ausgestellten Haftbefehl widerspruchsfrei und er habe er-

klärt, dass die burundische Polizei Haftbefehle nicht herausgebe, er jedoch 

seinen Bruder um eine Kopie oder ein Foto fragen könne. Angesichts sei-

ner glaubhaften Schilderungen der Fluchtgründe und der offiziell belegten 

Verfolgung durch die heimatlichen Behörden aufgrund seiner politischen 

Einstellung und wegen seiner Ethnie als Tutsi erfülle er die Flüchtlingsei-

genschaft. Die Unsicherheit, verfolgt zu werden, führe auch zu einem un-

erträglichen psychischen Druck und einer Gefahr für seine körperliche Un-

versehrtheit.  

5.  

5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die 

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Seite 10 

asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbeson-

dere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder 

verfälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz 

zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-

stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-

richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für 

wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

5.2 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid mit der Un-

glaubhaftigkeit der vorgebrachten Fluchtgründe des Beschwerdeführers. 

Das Gericht kommt – unter Mitberücksichtigung aussagepsychologischer 

Erkenntnisse – zum gleichen Ergebnis. Studien zufolge fallen erfundene 

Handlungsschilderungen inhaltlich relativ einfach aus, da die kognitive 

Energie für eine komplexe Darstellung in der Regel nicht ausreicht. Aussa-

gen mit Erlebnishintergrund weisen eine höhere inhaltliche Qualität auf als 

Erfindungen und beinhalten Realkennzeichen, logische Konsistenz, unge-

ordnete sprunghafte Darstellung und quantitativen Detailreichtum. Eine un-

strukturierte Darstellung ist ein aussagekräftiges Glaubhaftigkeitsmerkmal, 

da es für Falschaussagende schwierig ist, eine Aussage unstrukturiert zu 

gestalten und dabei den Überblick nicht zu verlieren (vgl. REVITAL 

LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, Wie können aussagepsychologi-

sche Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen? AJP 

2011, S.1415-1435).   

5.3 Zunächst fällt auf, dass der Beschwerdeführer die vorgebrachten Er-

eignisse zur Verfolgung durch die Imbonerakure und die Behörden trotz 

seiner sehr langen freien Rede während seiner Anhörung ausschliesslich 

in rein chronologischer Weise vorbrachte. Die typisch sprunghafte Erzähl-

weise einer Wahrerzählung fehlt gänzlich (vgl. SEM-Akte A19/23 F60 

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Seite 11 

SEM). Auffallend sind zudem seine Schilderungen, die sich über weite 

Strecken als vage und unsubstanziiert darstellen. Realkennzeichen, Ne-

bensächlichkeiten sowie persönliche Überlegungen oder innere Gedan-

kengänge sind kaum vorhanden. Zwar erscheint seine in vier Sätzen vor-

gebrachten Beschreibung des Zimmers, in welchem er zuerst festgehalten 

worden sein soll, etwas detaillierter («…und sie haben mich in ein Haus 

gebracht und als wir dort waren, haben sie dann das Tuch von meinen 

Augen abgenommen. Sie haben mich in ein Zimmer gebracht und das Zim-

mer hatte keine Fenster»). Hingegen gelang es ihm nicht, erlebnisbasiert 

zu schildern, wie er von den Imbonerakure misshandelt worden sein soll. 

Seine ausschliesslich verallgemeinernd gehaltenen und aneinander ge-

reihten Aussagen «Ja, ich bin auch öfters geschlagen worden und heftig 

geschlagen worden. (…). Währenddem sie mir Fragen gestellt haben, ha-

ben sie mich dabei geschlagen. Wie ich bereits gesagt habe, diese Verhö-

rer hatten Messer dabei und sie haben mir gedroht, dass ich dieses Zimmer 

nicht lebendig verlassen werde. Als sie mich geschlagen haben, haben sie 

Schlagstöcke benutzt. (…). Dieses Verhör hat meistens zwei, drei Stunden 

gedauert und sie haben eine Pause gemacht und später haben sie wieder 

damit begonnen.», hinterlassen vielmehr den Eindruck eines Erzählkon-

strukts. Seine Aussage, dass er einerseits heftig sowie über zwei bis drei 

Stunden hinweg, unter anderem mit Schlagstöcken, malträtiert worden 

sein soll, anderseits seine Verletzungen aber einzig wegen seines T-Shirts 

und des Hemdes nicht ernsthaft gewesen sein sollen, erscheint in diesem 

Kontext überdies realitätsfremd, zumal davon auszugehen ist, dass mehr-

stündiges Prügeln mit Zuhilfenahme von Stöcken trotz Schutz durch Stoffe 

schwerwiegende Verletzungen hervorrufen muss. Sodann fehlen jegliche 

Angaben zum Grund seiner Verhaftung respektive, worüber er konkret aus-

gefragt worden sein soll, welches Vergehen oder welche Verhaltensweise 

ihm seine Peiniger vorgeworfen hätten und welche Informationen sie von 

ihm hätten erfahren wollen (vgl. SEM Akte A19/23 F60 S. 8 unten, F104-

105), obwohl dies ein zentrales Element seiner Verhaftung und Befragung 

dargestellt haben müsste. Ausserdem erscheint es angesichts dessen, 

dass er seit 24. Juni 2021 per Haftbefehl gesucht worden sei, nicht nach-

vollziehbar, weshalb weder die Imbonerakure anlässlich der Hausdurchsu-

chung und anschliessenden Befragung bei seiner Grossmutter noch die 

Polizisten über den auf ihn ausgestellten Haftbefehl Bescheid wussten res-

pektive ihn nicht deshalb festgenommen haben wollen (vgl. SEM-Akte 

A19/23 F60 S. 8).  

5.4 Wenig schlüssig erweisen sich ferner die Schilderungen zum Verrat 

des vermeintlichen Freundes. Einerseits führte der Beschwerdeführer aus, 

D-245/2025 

Seite 12 

dass er zu diesem Zeitpunkt bereits des Längeren gesucht worden sei und 

sich vorsichtig verhalten habe. Anderseits will er sich nicht über mögliche 

Gefahren informiert haben. Seine Erklärung, dass er erst nachträglich vom 

Verrat dieser Person erfahren habe, aber seine Parteifreunde, welche dar-

über im Bilde gewesen sein sollen, ihn nie gewarnt haben wollen, erscheint 

gesucht und unglaubhaft. Auch erweist es sich nicht als einleuchtend, wes-

halb dieser ehemalige Freund ihn nicht direkt bei den Imbonerakure oder 

Behörden denunziert haben soll, zumal diesem der Wohnort und Arbeits-

platz des Beschwerdeführers bekannt gewesen sei (vgl. SEM-Akte A19/23 

F94-97, F60). Die diesbezügliche Erklärung, dass der Zutritt für die Im-

bonerakure in das Wohnquartier seines Bruders schwer zugänglich gewe-

sen sei, weil dort der Premierminister gelebt habe, überzeugt ebenfalls 

nicht, zumal kaum davon auszugehen ist, dass eine behördliche Verfol-

gung aus diesem Grund scheitern würde (vgl. SEM-Akte A19/23 F102, 

F122).  

5.5 Obwohl nicht gänzlich auszuschliessen ist, dass er sich für die burun-

dische Oppositionspartei CNL engagiert und einige Mitglieder in seinem 

sozialen Umfeld akquiriert haben könnte (vgl. SEM-Akte A19/23 F64 und 

Beilage 4 der Beschwerdeschrift vom 13. Januar 2025), geht weder aus 

dem in Kopie vorhandenen und somit leicht manipulierbaren Mitgliederaus-

weis noch aus seinen Aussagen hervor, dass er sich in besonderer Form 

profiliert oder eine herausragende parteiinterne Rolle bei der CNL innege-

habt hätte, welche das besondere Interesse der Behörden geweckt haben 

könnte. Sein als niederschwellig zu qualifizierendes Engagement zeigt sich 

darin, dass er am 22. Februar 2020 und somit erst kurz vor den Wahlen im 

Mai 2020 der Partei beigetreten und für diese ausschliesslich im Rahmen 

der Wahlkampagne tätig gewesen ist. Seine Schilderungen, er habe eine 

wichtige Rolle gespielt, weil er rund dreissig Neumitglieder angeworben 

habe, vermögen – bei Wahrunterstellung – aus subjektiver Sicht durchaus 

zuzutreffen, objektiviert betrachtet erscheint sein Engagement angesichts 

des Fehlens weiterer Aktivitäten nach den Wahlen im Mai 2020 oder erwei-

terter Funktionen jedoch als niederschwellig. Für diese Annahme spricht 

ebenfalls sein mangelndes Wissen über die Parteihierarchie, die konkreten 

Parteiziele oder besondere Geschehnisse, die die Partei betreffen. Seine 

angeblich vorhandenen, aber gelöschten Fotos im Zusammenhang mit sei-

nen Parteiaktivitäten bestärken dies zusätzlich (vgl. SEM-Akte A19/23 F60, 

F74-79, F82, F88, F138-139). Weitere Zweifel am Wahrheitsgehalt der Ver-

folgung durch die burundischen Behörden und die Imbonerakure aus poli-

tischen Gründen ergeben sich ferner durch den Umstand, dass er zwar 

angab, aus Angst und aus Sicherheitsgründen alle Fotos im Zusammen-

D-245/2025 

Seite 13 

hang mit seiner Mitgliedschaft gelöscht zu haben, damit er nicht als Oppo-

nent erkannt werden könne, jedoch seinen Mitgliedschaftsausweis in sei-

nem Mobiltelefon behalten hat und der Vorinstanz vorlegen konnte (vgl. 

SEM-Akte A19/23 F74-75). Hätte er tatsächlich begründete Furcht gehabt, 

dass die Imbonerakure ihn auf der Strasse anlässlich von Kontrollen als 

politischen Gegner identifizieren würden, hätte er kaum seinen Mitglieder-

ausweis auf seinem Telefon gespeichert.  

5.6 Ebenfalls kann nicht nachvollzogen werden, weshalb der Beschwerde-

führer erst rund ein Jahr nach seinem letztmaligen Engagement für die Par-

tei respektive den Wahlen im Mai 2020 plötzlich in den Fokus der Behörden 

respektive der Imbonerakure geraten und per Haftbefehl gesucht worden 

sein soll (vgl. SEM-Akte A19/23 F60, S. 7 und S. 10 letzter Satz, F83, 

F118-22, F134-135). Das als «avis de recherche» respektive als Haftbefehl 

bezeichnete Dokument liegt lediglich in Kopie und in schlechter Qualität 

vor. Neben der Tatsache, dass diesem Dokument ohnehin nur verminderte 

Beweiskraft zukommt, da Kopien grundsätzlich nicht auf ihre Echtheit über-

prüfbar und deshalb fälschungsanfällig sowie leicht manipulierbar sind, fällt 

auf, dass der Beschwerdeführer in keiner Weise ausführte, unter welchen 

konkreten Umständen sein Bruder an dieses Dokument gelangen konnte, 

zumal er anlässlich der Anhörung angab, dass seine Familienangehörigen 

nicht im Besitz des Haftbefehls seien (vgl. SEM-Akten A19/23 F136; 

A25/1).  

5.7 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers, welche ihn zur Flucht bewogen hätten, nicht 

den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit im Sinne von Art. 7 AsylG genü-

gen. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und 

sein Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

D-245/2025 

Seite 14 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.3  

7.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.3.2 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie die Vorinstanz treffend ausführte – das flüchtlingsrechtliche Rück-

schiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG 

nicht anwendbar.  

7.3.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder 

Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr 

(«real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam-

mer 37201/06, §§ 124−127 m.w.H.). Das ist ihm jedoch nicht gelungen. 

Obwohl die allgemeine Menschenrechtssituation in Burundi als problema-

tisch bezeichnet werden muss, lässt sie den Wegweisungsvollzug im heu-

tigen Zeitpunkt jedoch nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil des 

BVGer D-6696/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 7.2.2 m.w.H.).   

D-245/2025 

Seite 15 

7.3.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4  

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.4.2 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht heikel ist (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer E-6339/2024 

vom 12. Dezember 2024 E. 8.4.2; E-3219/2024 vom 29. November 2024 

E. 8.2; D-3735/2024 vom 21. Juni 2024 E. 9.3.1, m.w.H.).   

7.4.3 Sodann liegen keine individuellen Gründe vor, die gegen einen Voll-

zug der angeordneten Wegweisung sprechen würden. Der ledige und ge-

sunde Beschwerdeführer verfügt über einen universitären Abschluss in (…) 

und arbeitete bis zu seiner Ausreise zusammen mit seinem Geschäfts-

partner als (…) in einer Firma für (…)produkte. Seiner persönlichen Ein-

schätzung zufolge sei seine finanzielle Situation durchschnittlich gewesen 

(vgl. SEM-Akte A19/23 F16-21, F23-29). Seine Mutter und die drei erwach-

senen sowie berufstätigen Geschwister wohnen in E._______ (vgl. SEM-

Akte A19/23 F32, F38). Unter diesen Voraussetzungen wird es ihm möglich 

sein, sich mithilfe seiner Familienangehörigen in Burundi zu reintegrieren 

und seine Arbeit in der nach wie vor bestehenden Firma wieder aufzuneh-

men oder mithilfe seiner mehrjährigen Arbeitserfahrung eine neue Arbeit 

zu finden. Ferner kann ihm zugemutet werden, bei Bedarf bei seiner Mutter 

oder seinen Geschwistern unterzukommen, bis er seine persönliche Wohn-

situation geregelt hat. Den Akten ist sodann nicht zu entnehmen, dass er 

unter gesundheitlichen Problemen leidet. Angesichts seines individuellen 

Profils erscheint es somit unwahrscheinlich, dass er bei seiner Rückkehr in 

eine existenzbedrohende Lage geraten würde. 

7.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

D-245/2025 

Seite 16 

7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente im Original zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem unterlie-

genden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem 

jedoch das mit der Beschwerde eingegangene Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung mit Verfügung vom 30. Januar 2025 gut-

geheissen wurde und weiterhin von der Bedürftigkeit des Beschwerdefüh-

rers auszugehen ist, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

9.2 Mit Eingabe vom 20. Januar 2025 reichte die amtliche Rechtsbeistän-

din eine Kostennote in der Höhe von Fr. 2'468.90 ein. Dabei ging sie von 

einem Aufwand von 11.10 Stunden und einem Stundenansatz von 

Fr. 200.– aus. Der zeitliche Aufwand erscheint angemessen. Hingegen 

werden praxisgemäss Falleröffnungspauschalen und Archivierungen von 

Dossiers nicht vergütet (fakturiert mit Fr. 15.–. und Fr. 33.–). Der amtlichen 

Rechtsbeiständin ist ein Honorar von gerundet Fr. 2'417.– (inklusive Aus-

lagen und Mehrwertsteuerzuschlag) auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-245/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin Elsy Grivel wird zulasten der Gerichts-

kasse ein Honorar von Fr. 2'417.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Martina von Wattenwyl 

 

 

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