# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 451da2c3-579a-59b8-b000-2217ceba3862
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.05.2024 F-2210/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2210-2024_2024-05-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2210/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  M a i  2 0 2 4   

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger; 

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch MLaw Saban Murat Özten,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 2. April 2024 / (…). 

 

 

 

F-2210/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reiste am 3.  Januar 2006 mit einem durch die 

deutsche Auslandsvertretung in B._______ ausgestellten Visum nach 

Deutschland ein. Im Anschluss erhielt sie dort zunächst eine Aufenthalts-

erlaubnis und schliesslich am 17. August 2011 eine Niederlassungserlaub-

nis. Nachdem sie vom Oberlandesgericht C._______ mit Urteil vom (…) 

rechtskräftig wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im 

Ausland zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten ver-

urteilt worden war, wurde sie mit Bescheid (…) vom 27. Juli 2023 aus 

Deutschland ausgewiesen und gegen sie ein Einreise- und Aufenthaltsver-

bot für die Dauer von 20 Jahren ab dem Zeitpunkt ihrer Ausreise/Abschie-

bung erlassen. Mit Urteil vom (…) wies das Verwaltungsgericht D._______ 

ihre gegen diesen Bescheid erhobene Klage ab. Daraufhin reiste sie am 

28. Januar 2024 von Deutschland unmittelbar in die Schweiz und ersuchte 

am 29. Januar 2024 in der Schweiz um Asyl (Akten der Vorinstanz [SEM-

act.] 2/2 und 3/2).  

B.  

Am 7. Februar 2024 gewährte ihr die Vorinstanz in Anwesenheit ihrer 

Rechtsvertretung im Rahmen des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) das rechtliche 

Gehör (SEM-act. 24/3) zur möglichen Zuständigkeit Deutschlands für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten 

Nichteintretensentscheid, zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat 

sowie zu ihrem Gesundheitszustand (Dublin-Gespräch). 

C.  

Im Anschluss ersuchte die Vorinstanz noch gleichentags die deutschen Be-

hörden um Übernahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 12 Abs. 4 

Dublin-III-VO (SEM-act. 28/11).  

D.  

Nachdem die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin bereits im Dublin-

Gespräch einen Selbsteintritt der Schweiz beantragt hatte (SEM-act. 24/3), 

ersuchte sie die Vorinstanz mit Schreiben vom 12. Februar 2024 erneut um 

F-2210/2024 

Seite 3 

Selbsteintritt der Schweiz «gemäss Art. 17 Dublin-III-VO und aus humani-

tären Gründen» (SEM-act. 30/7). 

E.  

Am 4. März 2024 hiessen die deutschen Behörden das Übernahmeersu-

chen gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO gut (SEM-act. 32/2). 

F.  

Mit Verfügung vom 2. April 2024, eröffnet am 4. April 2024, trat die Vorin-

stanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, ordnete ihre Wegweisung 

aus der Schweiz nach Deutschland an und forderte sie auf, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleich-

zeitig wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Beschwerde von Geset-

zes wegen fehlende aufschiebende Wirkung hin und beauftragte den Kan-

ton E._______ mit dem Vollzug der Wegweisung (SEM-act. 40/12). 

G.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 10. April 2024 gelangte die Be-

schwerdeführerin ans Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, der Nicht-

eintretensentscheid der Vorinstanz vom 2. April 2024 sei aufzuheben. Die 

Vorinstanz sei anzuweisen, auf ihr Asylgesuch einzutreten und das materi-

elle Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen. Ihr sei die unentgeltliche 

Rechtspflege zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei 

zu verzichten und ihre Rechtsvertretung sei ihr als amtlicher Rechtsbei-

stand zu bestellen. Darüber hinaus sei der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen und es seien die Vollzugsbehörden im Sinne einer su-

perprovisorischen Massnahme anzuweisen, von einer Überstellung nach 

Deutschland abzusehen, bis über die aufschiebende Wirkung entschieden 

worden ist. Schliesslich sei ihr eine Parteientschädigung zuzusprechen 

(Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). 

H.  

Am 12. April 2024 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

I.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 21. Mai 2024 legte die Beschwer-

deführerin eine ärztliche Bescheinigung vom 15. Mai 2024 ins Recht 

(BVGer-act. 5). 

 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das 

Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem 

Gebiet des Asyls zuständig. Es entscheidet über diese in der Regel – wie 

auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die 

Beschwerdeführerin ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

F-2210/2024 

Seite 5 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

3.3 Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) –

wie es in casu vorliegt – sind die in Kapitel III (Art. 8-15 Dublin-III-VO) ge-

nannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierar-

chie der Zuständigkeitskriterien; Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, 

und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals 

einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 

Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

3.4 Erweist es sich es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zu-

nächst als zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es we-

sentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die 

Aufnahmebedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemi-

sche Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen 

oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU-Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

3.5 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

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Seite 6 

3.6 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Er-

messen nicht an dessen Stelle setzen (vgl. BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 

in fine).  

4.  

4.1 Besitzt ein Antragsteller einen gültigen Aufenthaltstitel, so ist der Mit-

gliedstaat, der den Aufenthaltstitel ausgestellt hat, für die Prüfung des An-

trags auf internationalen Schutz zuständig (Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

Dasselbe gilt, wenn der Aufenthaltstitel seit weniger als zwei Jahren abge-

laufen ist, sofern der Antragsteller das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten 

nicht verlassen hat (Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO).  

4.2 Der Beschwerdeführerin wurde am 17. August 2011 in Deutschland 

eine Niederlassungserlaubnis gemäss § 9 des deutschen Gesetzes über 

den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im 

Bundesgebiet (AufenthG) ausgestellt. Dieser unbefristete Aufenthaltstitel 

der Beschwerdeführerin ist durch ihre mit rechtskräftigem Bescheid vom 

27. Juli 2023 verfügte Ausweisung aus Deutschland nach § 51 Abs. 1 

Ziff. 5 AufenthG erloschen. Am 29. Januar 2024 ersuchte sie um internati-

onalen Schutz in der Schweiz (SEM-act. 2/2 und 3/2). Die deutsche Nie-

derlassungserlaubnis der Beschwerdeführerin ist damit zum Zeitpunkt ihrer 

Antragstellung in der Schweiz weniger als zwei Jahre abgelaufen im Sinne 

von Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO. 

4.3 Nachdem die deutschen Behörden dem Übernahmeersuchen der Vor-

instanz gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO fristgerecht zugestimmt ha-

ben, steht die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands für die Prüfung 

des Antrags auf internationalen Schutz der Beschwerdeführerin fest. Es 

liegen auch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Zuständigkeit Deutsch-

lands erloschen sein könnte. Insbesondere ist davon auszugehen, dass 

sich die Beschwerdeführerin – entsprechend ihren Angaben im Dublin-Ge-

spräch (SEM-act.  24/3) – bis zu ihrer direkten Einreise in die Schweiz un-

unterbrochen in Deutschland aufgehalten hat. Auch der Umstand, dass in 

der Ausweisungsverfügung vom 27. Juli 2023 gegen die Beschwerdefüh-

rerin neben der Ausweisung aus Deutschland ein zwanzigjähriges Ein-

reise- und Aufenthaltsverbot erlassen wurde, vermag an der Zuständigkeit 

Deutschlands nichts zu ändern. Denn einer Überstellung der 

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Seite 7 

Beschwerdeführerin aus der Schweiz nach Deutschland im Rahmen eines 

Dublin-Verfahrens steht ein von den deutschen Behörden erlassenes Ein-

reiseverbot nicht entgegen (vgl. Urteile des BVGer F-2037/2023 vom 

19. April 2023 E.4.3 m.H.; E-4088/2022 vom 21. September 2022 E. 3.2 

m.H.). Entsprechend haben die zuständigen deutschen Behörden der 

Übernahme der Beschwerdeführerin gestützt auf die Dublin-III-VO denn 

auch zugestimmt.  

5.  

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weist das 

Asylverfahren in Deutschland keine systemischen Schwachstellen im 

Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. anstelle vieler: Urteil des 

BVGer F-1449/2024 vom 11. März 2024 E. 5.2 m.w.H.). Dies stellt die Be-

schwerdeführerin auch nicht in Frage, weshalb sich Weiterungen dazu er-

übrigen. Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO nicht gerechtfertigt.  

6.  

6.1 Zur Frage des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dub-

lin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist Folgendes auszufüh-

ren: 

6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe in Deutschland im 

Rahmen des gegen sie durchgeführten Strafverfahrens Willkür und Schi-

kane seitens der Behörden erlebt und sei Repressionen des deutschen 

Staates ausgesetzt gewesen. Darüber hinaus befürchte sie, in Deutsch-

land Opfer von Angriffen Dritter gegen ihre körperliche Integrität und sogar 

auf ihr Leben zu werden. Durch das Strafverfahren sei sie in der deutschen 

Öffentlichkeit sehr bekannt geworden und es werde seit Jahren in 

deutschen Medien über sie berichtet. Infolge der Berichterstattung sei sie 

zur Zielscheibe rechtsextremistischer türkischer Nationalisten und 

Neonazis geworden. Bei einer Überstellung nach Deutschland befürchte 

sie aus diesen Kreisen Übergriffe. Des Weiteren befürchte sie, bei einer 

Rückkehr nach Deutschland in die Türkei weggewiesen zu werden. Dort 

drohten ihr Folter und der Tod. Darüber hinaus habe sie einen Freund in 

der Schweiz, den sie bald heiraten wolle. Was ihren Gesundheitszustand 

angehe, so leide sie an zahlreichen somatischen und psychischen 

Problemen. Ihre psychischen Leiden seien auf ihre Erlebnisse in 

Deutschland zurückzuführen und würden sich bei einer Rückkehr erheblich 

verschlimmern. Eine Überstellung nach Deutschland sei ihr daher nicht 

zumutbar.  

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Seite 8 

6.3 Deutschland ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301). Ausserdem wird Deutschland durch die Richtlinien des Euro-

päischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), gebun-

den. 

6.4 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Deutschland 

seinen völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber 

Personen in der Situation der Beschwerdeführerin nachkommt und insbe-

sondere auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der 

Verfahrens- und der Aufnahmerichtlinie ergeben. Diese Vermutung kann 

zwar im Einzelfall widerlegt werden; hierfür bedarf es aber konkreter und 

ernsthafter Hinweise, die von der betroffenen Person glaubhaft darzutun 

sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer F-651/2023 vom 

17. Februar 2023 E. 8.2).  

 

6.5 Soweit die Beschwerdeführerin pauschal geltend macht, sie sei 

(namentlich im Rahmen ihres Strafverfahrens) über acht Jahre lang 

massiver Behördenwillkür ausgesetzt gewesen, vermag sie diesbezüglich 

keine konkreten und ernsthaften Hinweise darzutun.  

 

6.6 Die deutschen Behörden haben mit ihrer expliziten Zustimmung zur 

Aufnahme der Beschwerdeführerin signalisiert, die Verantwortung für de-

ren Asylverfahren übernehmen zu wollen. Die Beschwerdeführerin hat in 

diesem Zusammenhang kein konkretes und ernsthaftes Risiko dargetan, 

die deutschen Behörden würden sich weigern, sie aufzunehmen und ihren 

Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfah-

rensrichtlinie zu prüfen. Sie hat auch keine konkreten Hinweise für die An-

nahme dargetan, Deutschland würde ihr die ihr gemäss Aufnahmerichtlinie 

zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. Bei einer allfäl-

ligen vorübergehenden Einschränkung könnte sie sich im Übrigen nötigen-

falls an die deutschen Behörden wenden und die ihr zustehenden 

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Seite 9 

Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Auf-

nahmerichtlinie). Es bestehen auch keine Gründe für die Annahme, 

Deutschland werde den Grundsatz des Non-Refoulements missachten und 

sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 

Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-

den. Aus ihrem Vorbringen, in Deutschland sei sie der behördlichen Willkür 

ausgesetzt, vermag die Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund nichts 

zu ihren Gunsten abzuleiten.  

6.7 Hinsichtlich der geltend gemachten Bedrohungslage in Deutschland 

gilt es festzuhalten, dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die 

deutschen Behörden nicht in der Lage wären, der Beschwerdeführerin den 

allenfalls benötigten Schutz vor Dritten zukommen zu lassen. Deutschland 

ist ein Rechtsstaat mit einem funktionierenden Justizsystem. Das Land ver-

fügt über Polizeibehörden, die schutzwillig und schutzfähig sind und deren 

Hilfe die Beschwerdeführerin im Falle einer Bedrohung durch Dritte in An-

spruch nehmen kann. Es obliegt der Beschwerdeführerin, bei Bedarf allfäl-

lige rechtliche Schritte in Deutschland einzuleiten. Sollte sie sich bedroht 

fühlen, steht ihr die Möglichkeit offen, sich in Deutschland mit einer Be-

schwerde an die zuständigen Stellen zu wenden oder eine Anzeige einzu-

reichen, wie das SEM zutreffend festgehalten hat.  

6.8 Hinsichtlich der geltend gemachten Beziehung zu einem Schweizer 

Bürger ist festzuhalten, dass diese vorliegend nicht von Art. 8 EMRK ge-

schützt wird und mithin auch keinen Selbsteintritt rechtfertigt. Dies ergibt 

sich aus Folgendem:  

6.8.1 Unter dem Gesichtspunkt von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO ist mit Blick 

auf Art. 8 EMRK festzuhalten, dass neben rechtlich begründeten familiären 

Verhältnissen beziehungsweise gültig geschlossenen Ehen auch faktische 

Beziehungen in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen, sofern sie ge-

nügend nahe und stabil sind. Die partnerschaftliche Beziehung muss dies-

falls seit Längerem eheähnlich gelebt werden und bezüglich Art und Stabi-

lität in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommen. Als wesentliche Faktoren 

für eine tatsächlich gelebte Beziehung sind – abgesehen von gemeinsa-

men Kindern – der gemeinsame Haushalt, die finanzielle Verflochtenheit, 

die Länge und Stabilität der Beziehung sowie das Interesse und die Bin-

dung der Partner aneinander zu berücksichtigen (vgl. BGE 144 II 1 E. 6 ff. 

m.w.H. und 135 I 143 E. 3.1, BVGE 2021 VI/1 E. 12.2 m.w.H. sowie Urteile 

F-2210/2024 

Seite 10 

des BVGer F-2645/2018 vom 25. November 2019 E. 5.4.1 und E-

3351/2018 vom 15. Oktober 2018 E. 5.4.1). 

6.8.2 Vorliegend ist nicht davon auszugehen, dass die vorgebrachte Bezie-

hung der Beschwerdeführerin zu ihrem in F._______ lebenden Partner die-

sen Anforderungen genügt. Den Aussagen der Beschwerdeführerin im 

Dublin-Gespräch zufolge kenne sie ihn seit dem Jahre 2005 und sei seit 

ein bis zwei Jahren mit ihm liiert (SEM-act. 24/3). Bereits der Umstand, 

dass die Beschwerdeführerin nicht konkret anzugeben vermochte, wie 

lange sie bereits mit ihrem Partner liiert sei, spricht gegen eine dauerhafte, 

gefestigte und eheähnlich intensive Beziehung. Dagegen spricht auch, 

dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben ihrer Rechtsvertretung vom 

29. Januar 2024 explizit um Sonderausgang bei einer anderen Person mit 

Wohnsitz in G._______ sowie um eine Zuweisung in den Kanton 

E._______ ersuchte und dies damit begründete, sie sei aufgrund ihrer ge-

sundheitlichen Situation auf die Unterstützung dieser anderen Person an-

gewiesen (SEM-act. 5/22).  

6.8.3 Dass die Beschwerdeführerin nach ihren Vorbringen im Dublin-Ge-

spräch (SEM-act. 24/3) die Absicht habe, ihren Partner bald zu heiraten, 

ändert nichts daran, dass die erforderlichen Voraussetzungen zum heuti-

gen Zeitpunkt nicht erfüllt sind. Die Beschwerdeführerin bringt dann auch 

nicht vor, dass bereits ein Ehevorbereitungsverfahren eingeleitete sei. Des-

sen ungeachtet würde ein allfälliges Ehevorbereitungsverfahren weder die 

Anwesenheit der Beschwerdeführerin in der Schweiz bedingen noch erfor-

dern (vgl. Art. 62 ff. insbesondere Art. 63 Abs. 2 und Art. 69 Abs. 2 der Zi-

vilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV, SR 211.112.2]), weshalb sie 

dieses im Ausland abwarten könnte.  

6.9 Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn Schwerkranke durch die Rückführung 

– mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. anstatt vieler Urteil des BVGer 

F-3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das Urteil des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; 

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Seite 11 

letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). 

Nach den mit ärztlicher Bescheinigung von Dr. med. H._______, Spezial-

arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, F._______, vom 15. Mai 

2024 (BVGer-act. 5) bestätigten und zuvor im Attest der Praxis für ärztliche 

Psychotherapie, Dr. med. I._______, J._______, vom 25. September 2023 

bescheinigten Diagnosen leidet die Beschwerdeführerin an einer psychi-

schen Anpassungsstörung mit Teilsymptomatik einer posttraumatischen 

Belastungsstörung sowie an einer rezidivierenden depressiven Störung mit 

gegenwärtig mittelgradiger Episode. Weiter heisst es in dem Attest von 

Frau Dr. med. I._______ vom 25. September 2023, dass der Beschwerde-

führerin aus medizinischer Sicht ein dauerhafter Aufenthalt in Deutschland 

nicht mehr zumutbar sei, nachdem sie den Ausweisungsbescheid erhalten 

habe. Bei einem weiteren Aufenthalt in Deutschland würde sich ihre de-

pressive Episode verschlechtern. Darüber hinaus sei bei einem Aufenthalt 

in einer Asylunterkunft mit einer Reinszenierung der erlebten Gefängnissi-

tuation zu rechnen, die ihr Bedrohungserleben verstärken und zu Flash-

backs führen würde. Zudem sei ihr Gefühl, in Deutschland sicher zu sein, 

aufgrund von Anfeindungen in den sozialen Medien deutlich beeinträchtigt 

(SEM-act. 23/86, Beilage 6).  

Neben den vorgenannten psychischen Leiden liegen bei der Beschwerde-

führerin ausweislich der Medizinalakten der Vorinstanz eine Schilddrüsen-

unterfunktion, eine Hypertonie sowie Beschwerden infolge einer chirurgi-

schen X-Beinkorrektur vor (SEM-act. 39/8).  

Die dokumentierten psychischen und physischen gesundheitlichen Beein-

trächtigungen der Beschwerdeführerin sind nicht derart gravierend, dass 

im Falle einer Überstellung nach Deutschland mit dem Risiko einer ernsten, 

raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung des Gesundheitszu-

standes im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung gerechnet oder aus 

humanitären Gründen von einer Überstellung abgesehen werden müsste. 

Im Übrigen verfügt Deutschland über eine ausreichende medizinische Inf-

rastruktur für ihre Behandlung (vgl. anstatt vieler Urteil des BVGer  

D-7266/2023 vom 8. Januar 2024 E. 8.5) und ist verpflichtet, der Be-

schwerdeführerin Zugang zur benötigten medizinischen Versorgung zu ge-

währen. Denn die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Antragstellern die 

erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung 

und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-

ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 

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Aufnahmerichtlinie). Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen ist die er-

forderliche medizinische oder sonstige Hilfe (nötigenfalls einschliesslich ei-

ner geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 

Aufnahmerichtlinie). Die Beschwerdeführerin wird demnach in Deutsch-

land sowohl hinsichtlich einer allfälligen Anbindung an psychologische Un-

terstützung als auch hinsichtlich ihrer weiteren gesundheitlichen Beein-

trächtigungen eine adäquate medizinische Versorgung vorfinden. Daran 

ändert auch der Umstand nichts, dass Frau Dr. med. I._______ in ihrem 

vorgenannten Attest vom 25. September 2023 einen weiteren Aufenthalt 

der Beschwerdeführerin in Deutschland aus medizinischer Sicht für unzu-

mutbar hält (SEM-act. 23/86, Beilage 6) und Herr Dr. med. H._______ in 

seiner vorgenannten ärztlichen Bescheinigung vom 15. Mai 2024 (BVGer-

act. 5) einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz aus medizinischer Sicht 

für angezeigt erachtet. Es obliegt dem Gericht, unter Berücksichtigung der 

konkreten medizinischen Diagnosen zu prüfen und festzustellen, ob für die 

Beschwerdeführerin in Deutschland eine adäquate medizinische Versor-

gung rechtsgenügend gewährleistet ist. 

6.10 Anzumerken ist, dass die schweizerischen Behörden die medizini-

schen Umstände bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der Über-

stellung der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen haben und die deut-

schen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen me-

dizinischen Umstände informieren. Dem wird vorliegend dadurch Rech-

nung getragen, dass die jeweiligen Diagnosen der Beschwerdeführerin in 

den Überstellungsmodalitäten aufgelistet sind (SEM-act. 43/1). 

6.11 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vo-

rinstanz bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 

AsylV 1 über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die 

angefochtene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstan-

den; insbesondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermessens-

missbrauch oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens zu 

entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb in diesem Zusammenhang 

einer weiteren Überprüfung. 

6.12 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, wel-

che die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch bestehen 

Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund 

für einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Ver-

bindung mit Art. 17 Dublin-III-VO. 

F-2210/2024 

Seite 13 

7.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten. Da 

die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Wegweisung nach Deutschland 

in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 

Bst. a AsylV 1). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Mit vorliegendem Urteil fällt der am 12. April 2024 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin. Die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sind mit heutigem Entscheid gegenstandslos geworden. 

8.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch schon im 

Zeitpunkt der Gesuchstellung waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

8.3 Das Gesuch um Bestellung des rubrizierten Rechtsvertreters als 

amtlicher Rechtsbeistand im Sinne von Art. 102m Abs. 1 AsylG ist mangels 

Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls 

abzuweisen. 

8.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Die beantragte Parteientschädigung fällt ausgangsgemäss 

ausser Betracht (Art. 111ater Abs. 1 Satz 2 AsylG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 

VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)   

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Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Bestellung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand 

werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und an die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

Versand: