# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af4af9a2-0c82-5272-9ee6-c24c9aa28728
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 28.03.2022 WBE.2021.298
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2021-298_2022-03-28.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WBE.2021.298 / iö / we 
ZEMIS [***]; (E.2021.003)  

Art. 17 

 

Urteil vom 28. März 2022 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz 

Verwaltungsrichter Clavadetscher 

Verwaltungsrichterin Kiefer 

Gerichtsschreiberin i.V. Özcan 

 

 
   

Beschwerde-

führer 

 A._____, von Nordmazedonien 

vertreten durch Dr. iur. Urs Oswald, Rechtsanwalt,  

Krähenbühlstrasse 31, Postfach, 5620 Bremgarten AG 1  

 

gegen 

 
   

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau 

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration vom 21. Juli 2021 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Beschwerdeführer reiste am 26. Oktober 2002 im Rahmen des Fami-

liennachzugs in die Schweiz ein (Akten des Amtes für Migration und In-

tegration [MI-act.] 18, 21). Am 8. November 2002 erhielt er im Kanton 

Aargau eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei seiner niederlas-

sungsberechtigten Ehefrau, B. (heute C.; nordmazedonische 

Staatsangehörige, geb. 1984) (MI-act. 2, 4, 20 f.). Diese wurde in der Folge 

jeweils verlängert, letztmals bis am 31. Oktober 2019 (MI-act. 513).  

 

Aus der Ehe gingen die gemeinsamen Kinder D. (geb. 2003) und E. (geb. 

2004) hervor, welche ebenfalls nordmazedonische Staatsangehörige und 

wie ihre Mutter im Besitz der Niederlassungsbewilligung sind (MI-act. 171, 

613; act. 2). 

 

Mit Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 6. November 2007 wurde 

der Beschwerdeführer wegen Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kon-

trollschildern trotz behördlicher Aufforderung zu einer Geldstrafe von 

10 Tagessätzen à Fr. 60.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 

zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt (MI-act. 46 ff.). Das 

Bezirksamt Aarau verurteilte ihn mit Strafbefehl vom 3. Dezember 2007 

wegen Inverkehrbringens eines Fahrzeugs in nicht vorschriftsgemässem 

Zustand zu einer Busse von Fr. 100.00 (MI-act. 53 f.). Daraufhin ermahnte 

ihn das Migrationsamt des Kantons Aargau (MKA, heute: Amt für Migration 

und Integration Kanton Aargau [MIKA]) am 20. Dezember 2007 unter An-

drohung der Prüfung von ausländerrechtlichen Massnahmen, sich künftig 

wohl zu verhalten (MI-act. 55).  

 

Der Beschwerdeführer musste dennoch wie folgt weiter verurteilt werden:  

 

- Mit Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 28. Januar 2008 wegen 

Nichttragens der Sicherheitsgurten durch den Fahrzeugführer zu einer 

Busse von Fr. 60.00 (MI-act. 59 f.), wobei dieses Delikt noch vor der Er-

mahnung begangen wurde; 

- mit Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 15. August 2008 wegen 

mehrfachen Nichttragens der Sicherheitsgurten durch den Fahrzeug-

führer zu einer Busse von Fr. 120.00 (MI-act. 61 f.); 

- mit Strafbefehl des Bezirksamts Aarau vom 12. März 2009 wegen Über-

schreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 

31 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge zu einer Busse von 

Fr. 600.00 (MI-act. 67 f.);  

 - 3 - 

 

 

 

- mit Strafbefehl des Bezirksamts Zofingen vom 31. August 2009 wegen 

Inverkehrbringens eines Fahrzeugs in nicht vorschriftsgemässem Zu-

stand sowie Nichttragens der Sicherheitsgurten durch den Fahrzeug-

führer zu einer Busse von Fr. 200.00 (MI-act. 69 f.); 

- mit Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 22. Februar 2010 wegen 

Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 

32 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge zu einer Geldstrafe von 

10 Tagessätzen à Fr. 90.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit 

von zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 700.00 (MI-act. 80 ff.); 

- mit Strafverfügung der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 8. Ok-

tober 2010 wegen Missachtens eines richterlichen Verbots (Parkdauer 

bis 24 Stunden) zu einer Busse von Fr. 50.00 (MI-act. 97 f.);  

- mit Strafverfügung der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 

12. November 2010 wegen Missachtens eines richterlichen Verbots 

(Parkdauer bis 24 Stunden) zu einer Busse von Fr. 50.00 (MI-act. 95 f.); 

- mit Strafbefehl des Bezirksamts Lenzburg vom 25. November 2010 we-

gen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, mehr-

fachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, mehrfachen Unge-

horsams als Schuldner im Betreibungs- und Konkursverfahren, mehr-

fachen Fahrens mit einem Motorfahrzeug ohne Führerausweis oder 

trotz Entzugs sowie mehrfacher Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und 

Kontrollschildern zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à Fr. 60.00 

und einer Busse von Fr. 300.00 (MI-act. 569 f.); 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 4. April 

2012 wegen Nichttragens der Sicherheitsgurten durch die Mitfahrerin 

oder den Mitfahrer zu einer Busse von Fr. 60.00 (MI-act. 102 f.); 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 8. Juni 

2012 wegen nicht oder nicht gut sichtbaren Anbringens der Parkscheibe 

am Fahrzeug zu einer Busse von Fr. 40.00 (MI-act. 104 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 25. Juni 

2012 wegen Missachtens eines richterlichen Verbots (Parkdauer bis 

24 Stunden; 3. Wiederholungsfall auf gleichem Grundstück) zu einer 

Busse von Fr. 400.00 (MI-act. 106 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern vom 17. De-

zember 2012 wegen Parkierens ausserhalb von Parkfeldern oder einem 

deutlich gekennzeichneten Belag bis zwei Stunden zu einer Busse von 

Fr. 40.00 (MI-act. 111 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 13. Februar 

2013 wegen Vergehens im Sinne von Art. 87 des Bundesgesetzes über 

die Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 

(AHVG; SR 831.10) zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen à Fr. 60.00 

(MI-act. 113 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 22. März 

2013 wegen Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kontrollschildern 

trotz behördlicher Aufforderung zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen 

à Fr. 40.00 (MI-act. 123 ff.);  

 - 4 - 

 

 

 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 11. Novem-

ber 2013 wegen Abstellens eines Fahrzeugs auf öffentlichem Grund 

ohne Kontrollschild zu einer Busse von Fr. 300.00 (MI-act. 177 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 25. August 

2014 wegen Veruntreuung, Führens eines Motorfahrzeugs ohne Ver-

sicherungsschutz, Inverkehrbringens eines Fahrzeugs ohne Fahrzeug-

ausweis und Kontrollschilder sowie Nichtabgabe von Fahrzeugausweis 

und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung zu einer Geld-

strafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 100.00 

(MI-act. 207 ff.); 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 17. Sep-

tember 2014 wegen Ungehorsams als Schuldner im Betreibungs- und 

Konkursverfahren zu einer Busse von Fr. 300.00 (MI-act. 205 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 3. Novem-

ber 2014 wegen Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kontrollschil-

dern trotz behördlicher Aufforderung zu einer Geldstrafe von 80 Tages-

sätzen à Fr. 60.00 (MI-act. 213 ff.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 24. Novem-

ber 2014 wegen Verwendens eines Telefons ohne Freisprechanlage 

während der Fahrt zu einer Busse von Fr. 100.00 (MI-act. 219 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 28. Novem-

ber 2014 wegen Ungehorsams als Schuldner im Betreibungs- und Kon-

kursverfahren zu einer Busse von Fr. 400.00 (MI-act. 216 ff.); 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 1. Mai 2015 

wegen Verwendens eines Telefons ohne Freisprechanlage während der 

Fahrt zu einer Busse von Fr. 100.00 (MI-act. 226 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 10. Juli 2015 

wegen Übertretung der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 

1962 (VRV; SR 741.11) zu einer Busse von Fr. 250.00 (MI-act. 230);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 14. September 2015 

wegen mehrfachen Überschreitens der allgemeinen, fahrzeugbedingten 

oder signalisierten Höchstgeschwindigkeit innerorts um 4 km/h nach Ab-

zug der Sicherheitsmarge bzw. um 2 km/h nach Abzug der Sicherheits-

marge zu einer Busse von Fr. 80.00 (MI-act. 228 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 20. Novem-

ber 2015 wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Licht tagsüber 

sowie Nichttragens der Sicherheitsgurten durch den Fahrzeugführer zu 

einer Busse von Fr. 100.00 (MI-act. 233 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kanton Luzern vom 21. Dezem-

ber 2015 wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindig-

keit auf der Autobahn um 7 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge zu 

einer Busse von Fr. 60.00 (MI-act. 236);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm vom 21. Dezem-

ber 2015 wegen mehrfachen Überschreitens der allgemeinen, fahrzeug-

bedingten oder signalisierten Höchstgeschwindigkeit innerorts um 

 - 5 - 

 

 

 

4 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge bzw. um 9 km/h nach Abzug 

der Sicherheitsmarge zu einer Busse von Fr. 160.00 (MI-act. 237 ff.); 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 26. April 

2016 wegen Überschreitens der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit 

innerorts um 8 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge sowie mehr-

fachen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit auf der 

Autobahn um 13 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge bzw. um 

17 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge zu einer Busse von 

Fr. 420.00 (MI-act. 249 ff.); 

- mit Strafbefehl der Bundesanwaltschaft vom 22. Februar 2017 wegen 

Inumlaufsetzens falschen Geldes sowie geringfügigen Betrugs zu einer 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 90.00 (MI-act. 485 ff.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 24. Mai 

2017 wegen Unterlassens der Richtungsanzeige sowie Überschreitens 

der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 25 km/h 

nach Abzug der Sicherheitsmarge zu einer Busse von Fr. 360.00 (MI-

act. 488 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 23. No-

vember 2017 wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwin-

digkeit auf der Autobahn um 10 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge 

zu einer Busse von Fr. 60.00 (MI-act. 494 f.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 14. De-

zember 2017 wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwin-

digkeit auf der Autobahn um 11 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge 

zu einer Busse von Fr. 120.00 (MI-act. 496 f.); 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 23. Juli 

2018 wegen Überschreitens der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit 

innerorts um 8 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge zu einer Busse 

von Fr. 120.00 (MI-act. 508 f.); 

- mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau (Obergericht) vom 

23. Januar 2019 wegen mehrfacher Veruntreuung, einfacher Körper-

verletzung, mehrfachen Ungehorsams als Schuldner im Betreibungs- 

und Konkursverfahren, Überlassens eines Motorfahrzeugs ohne Ver-

sicherungsschutz, Überlassens eines Motorfahrzeugs ohne Kontroll-

schilder, Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kontrollschildern trotz 

behördlicher Aufforderung, Erschleichens von Ausweisen durch unrich-

tige Angaben sowie fahrlässiger Überschreitens der signalisierten 

Höchstgeschwindigkeit innerorts um 2 km/h nach Abzug der Sicher-

heitsmarge zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, wovon zwölf Mo-

nate bei einer Probezeit von vier Jahren bedingt aufgeschoben wurden, 

einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 70.00 sowie einer Busse von 

Fr. 1'000.00 (MI-act. 523 ff.);  

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 12. Dezem-

ber 2019 wegen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindig-

keit innerorts um 2 km/h nach Abzug der Sicherheitsmarge zu einer 

Busse von Fr. 40.00 (MI-act. 579 ff.); 

 - 6 - 

 

 

 

- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Kanton Solothurn vom 9. März 

2020 wegen Nichtbeachtens des Vorschriftssignals 2.02 "Einfahrt ver-

boten" zu einer Busse von Fr. 100.00 (MI-act. 622 f.). 

 

Am 16. März 2020 ging beim MIKA der Betreibungsregisterauszug des Be-

treibungsamts Q. vom 27. Februar 2020 ein, wonach gegen den 

Beschwerdeführer – neben laufenden Betreibungen und Pfändungen – 

54 nicht getilgte Verlustscheine aus Pfändungen der letzten 20 Jahre im 

Umfang von zusammengezählt Fr. 94'302.25 registriert waren (MI-

act. 598 ff.). Der am 24. März 2020 ans MIKA übermittelte Betreibungs-

registerauszug des Betreibungsamts R. vom 23. März 2020 wies derweil 

34 nicht getilgte Verlustscheine aus Pfändungen der letzten 20 Jahre im 

Umfang von zusammengezählt Fr. 99'198.30 gegen den Be-

schwerdeführer aus (MI-act. 610 f.). 

 

Gegen einen weiteren Strafbefehl vom 20. Juli 2020, mit welchem ihn die 

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wegen Misswirtschaft, Unterlassung 

der Buchführung, Gläubigerschädigung sowie Betrugs zu einer Freiheits-

strafe von sechs Monaten verurteilt hatte (MI-act. 662 ff.), erhob der Be-

schwerdeführer am 23. Juli 2020 Einsprache. Soweit aus den Akten er-

sichtlich, ist das Hauptverfahren vor dem Bezirksgericht Lenzburg hängig 

(MI-act. 660 f.).  

 

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (MI-act. 613 ff., 631 ff.) verfügte 

das MIKA am 30. November 2020 die Nichtverlängerung der abgelaufenen 

Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und wies diesen unter An-

setzung einer 90-tägigen Ausreisefrist aus der Schweiz weg (MI-

act. 669 ff.). 

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe 

seines Rechtsvertreters vom 31. Dezember 2020 beim Rechtsdienst des 

MIKA (Vorinstanz) Einsprache (MI-act. 683 ff.). 

 

Am 21. Juli 2021 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheentscheid 

(act. 1 ff.):  

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen. 
 
2. 
Es werden keine Gebühren erhoben. 
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 - 7 - 

 

 

 

 

C. 

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 23. August 2021 reichte der Be-

schwerdeführer beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau (Verwal-

tungsgericht) Beschwerde ein und stellte folgende Anträge (act. 20 ff.): 

 
1. 
Der Einspracheentscheid des Rechtsdienstes des Amtes für Migration und 
Integration vom 21. Juli 2021 (ZEMIS: [***]) sei aufzuheben.  
 
2. 
Die Verfügung des Amtes für Migration und Integration des Kantons Aar-
gau, Sektion Aufenthalt, vom 30. November 2020, Ziff. 1. bis und mit 3., 
sei vollumfänglich aufzuheben.  
 
3. 
Der Einsprecher sei zu verwarnen.  
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

Nach Eingang des Kostenvorschusses (act. 34) verzichtete die Vorinstanz 

auf eine Beschwerdeantwort, beantragte die Abweisung der Beschwerde 

und reichte aufforderungsgemäss die Akten ein (act. 38). 

 

Mit Instruktionsverfügung vom 10. November 2021 wurde der Beschwer-

deführer aufgefordert, dem Verwaltungsgericht betreffend seine aktuelle 

berufliche und wirtschaftliche Situation diverse Angaben zu machen und 

Unterlagen einzureichen (act. 41 ff.). Der Beschwerdeführer kam dem mit 

Eingabe seines Rechtsvertreters vom 9. Dezember 2021 teilweise nach 

(act. 44 ff.). 

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 28. März 2022 beraten und ent-

schieden.  

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

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und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Der Beschwerdeführer beantragt mit seiner Beschwerde unter anderem die 

Aufhebung der Verfügung des MIKA vom 30. November 2020. Anfech-

tungsobjekt ist gemäss § 9 Abs. 1 EGAR indes einzig der vorinstanzliche 

Einspracheentscheid, weshalb auf den entsprechenden Antrag nicht einzu-

treten ist.  

 

Da sich die Beschwerde im Übrigen gegen den Einspracheentscheid der 

Vorinstanz vom 21. Juli 2021 richtet, ist die Zuständigkeit des Verwaltungs-

gerichts gegeben. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

ist somit, unter Beachtung der vorstehenden Präzisierung, einzutreten. 

 

2. 

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder 

Bestimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwal-

tungsgericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung 

oder Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Ermes-

sensüberprüfung steht dem Gericht jedoch grundsätzlich nicht zu (§ 9 

Abs. 2 EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). Schranke der Ermessensaus-

übung bildet das Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, 

in: MARTINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], 

Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen 

und Ausländer [AuG], Bern 2010, N. 7 zu Art. 96 mit Hinweisen). In diesem 

Zusammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die gemäss 

Art. 96 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und 

über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- und Integrations-

gesetz, AIG; SR 142.20) relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, per-

sönliche Verhältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese rechts-

fehlerfrei gewichtet wurden (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, a.a.O., N. 9 zu 

Art. 96). Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entschei-

den, ob die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes öffentliches 

Interesse gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im engeren 

Sinn). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hält in ihrem Einspracheentscheid im Wesentlichen fest, der 

auf Art. 43 AIG gestützte Anspruch des Beschwerdeführers auf Verlänge-

rung seiner Aufenthaltsbewilligung sei gemäss Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG er-

loschen, weil Widerrufsgründe nach Art. 62 AIG vorlägen. Aufgrund der 

 - 9 - 

 

 

 

Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer Freiheitsstrafe von 20 Mo-

naten durch das Obergericht mit Urteil vom 23. Januar 2019 sei der Wider-

rufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG 

erfüllt. Zudem habe er seine hohen Verlustscheinschulden mutwillig herbei-

geführt, womit auch der Widerrufsgrund des Verstosses gegen die öffent-

liche Sicherheit und Ordnung nach Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt sei. Der 

Beschwerdeführer habe sich weder durch seine zahlreichen strafrecht-

lichen Verurteilungen noch durch die ausländerrechtliche Ermahnung vom 

20. Dezember 2007 beeindrucken und von weiterer Delinquenz abhalten 

lassen, was von einer erschreckenden Gleichgültigkeit und Gering-

schätzung gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung zeuge. Zwar 

habe er seit dem 27. Februar 2020 zum Abbau seiner Schulden Raten-

zahlungen an das Betreibungsamt Q. geleistet, diese Zahlungen hätten 

jedoch erst eingesetzt, nachdem ihm die Prüfung ausländerrechtlicher 

Massnahmen angedroht worden sei. Insgesamt sei deshalb von einem 

sehr grossen öffentlichen Interesse an der Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung des Beschwerdeführers aus 

der Schweiz auszugehen. Betreffend das private Interesse an einem wei-

teren Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz führt die Vorinstanz 

aus, dieser halte sich zwar seit beinahe 19 Jahren in der Schweiz auf, sei 

jedoch in sozialer, beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht mangelhaft inte-

griert. Durch die im Fall einer Wegweisung drohenden persönlichen und 

familiären Nachteile werde das private Interesse erhöht, sodass insgesamt 

von einem mittleren bis grossen privaten Interesse auszugehen sei. Im Er-

gebnis überwiege das sehr grosse öffentliche Interesse an aufenthalts-

beendenden Massnahmen gegen den Beschwerdeführer, womit sich diese 

als verhältnismässig erwiesen. 

 

1.2. 

Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, die 

Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung und seine Wegweisung 

aus der Schweiz seien unverhältnismässig. Die Vorinstanz habe bei der 

Bewertung des öffentlichen Interesses nicht berücksichtigt, dass es sich bei 

den gegen ihn ergangenen Strafbefehlen bzw. -verfügungen um verhältnis-

mässig geringfügige Delikte, insbesondere Strassenverkehrsdelikte, 

handle. Zudem lasse die Vorinstanz unerwähnt, dass er sich nunmehr seit 

Jahren wohlverhalten und keine Übertretungen mehr begangen habe. 

Nach seiner Verurteilung durch das Obergericht am 23. Januar 2019 habe 

er sich eines Besseren besonnen und anfangs 2020 auch damit begonnen, 

seine Schulden abzubauen. Es sei daher lediglich von einem geringen bis 

mittleren öffentlichen Interesse auszugehen. Bezüglich des privaten Inte-

resses bringt der Beschwerdeführer sinngemäss vor, dass seiner Ehefrau 

nicht zugemutet werden könne, ihm ins gemeinsame Heimatland zu folgen. 

Ausserdem seien die Kinder, obwohl sie kurz vor ihrer Volljährigkeit stün-

den, auf die Führung ihrer Eltern angewiesen und es könne auch ihnen 

 - 10 - 

 

 

 

nicht zugemutet werden, die Schweiz zu verlassen und nach Nord-

mazedonien zu übersiedeln. Insgesamt sei daher von einem sehr grossen 

privaten Interesse auszugehen, welches das öffentliche Interesse bei 

Weitem überwiege. 

 

2.  

2.1. 

Aufenthaltsbewilligungen sind befristet und erlöschen mit Ablauf ihrer Gül-

tigkeitsdauer (Art. 33 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 lit. c AIG). Spricht jedoch 

nichts gegen eine Bewilligungsverlängerung, wird diese praxisgemäss ver-

fügt. 

 

Das AIG enthält keine Bestimmungen, welche die Kriterien für die Nicht-

verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung festlegen. Art. 33 Abs. 3 AIG 

normiert lediglich, dass eine Aufenthaltsbewilligung verlängert werden 

kann, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Das 

bedeutet weder, dass ein Widerrufsgrund vorliegen muss, damit die Nicht-

verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung verfügt werden kann, noch, dass 

das Vorliegen eines Widerrufsgrundes automatisch die Nichtverlängerung 

zur Folge hat (vgl. TAMARA NÜSSLE, in: CARONI/GÄCHTER/THURNHERR, 

a.a.O., N. 33 zu Art. 33). Nehmen die Behörden indes andere Gründe als 

die in Art. 62 Abs. 1 AIG normierten Widerrufsgründe zum Anlass, eine Auf-

enthaltsbewilligung nicht zu verlängern, ist dem verfassungsrechtlichen 

Gebot der rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]) 

besonders Rechnung zu tragen. Die Nichtverlängerung einer Aufenthalts-

bewilligung aufgrund einer Praxis der Migrationsbehörden ist nur dann zu-

lässig, wenn alle Betroffenen rechtsgleich behandelt werden. Selbstredend 

geht es überdies nicht an, im Rahmen der durch das MIKA zu bildenden 

Praxis jeden beliebigen Grund als Nichtverlängerungsgrund anzurufen. 

Vielmehr hat dieser im Vergleich zu den in Art. 62 Abs. 1 AIG normierten 

Widerrufsgründen von einem gewissen Gewicht zu sein. 

 

Nach dem Gesagten setzt die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilli-

gung einen Nichtverlängerungsgrund voraus, wobei ein solcher entweder 

in einem Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 AIG bestehen oder sich aus 

einer ständigen, rechtsgleich gehandhabten Praxis des MIKA ergeben 

kann.  

 

2.2. 

Wird die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung damit begründet, 

dass der Aufenthaltszweck dahingefallen sei, ist Folgendes anzumerken: 

Gemäss Art. 33 Abs. 2 AIG wird eine Aufenthaltsbewilligung stets für einen 

bestimmten Aufenthaltszweck erteilt. Dieser ergibt sich aus dem Zulas-

sungsgrund, welcher der Bewilligungserteilung zugrunde liegt. So werden 

Aufenthaltsbewilligungen beispielsweise zwecks Erwerbstätigkeit, zwecks 

 - 11 - 

 

 

 

Verbleibs als Rentner, zwecks Ausbildung, zwecks medizinischer Behand-

lung oder zwecks Verbleibs im Rahmen eines Härtefalls erteilt. Der mit dem 

Zulassungsgrund verbundene Aufenthaltszweck stellt eine Bedingung im 

Sinne des AIG dar. Dies folgt unter anderem aus Art. 33 Abs. 2 AIG, wo 

vom Aufenthaltszweck und "weiteren Bedingungen" die Rede ist, sowie aus 

Art. 54 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 

vom 24. Oktober 2007 (VZAE; SR 142.201), wonach es bei einer Änderung 

des Aufenthaltszwecks einer neuen Bewilligung bedarf. Fällt der Zu-

lassungsgrund und damit der Aufenthaltszweck weg, hält die betroffene 

ausländische Person die mit ihrer Aufenthaltsbewilligung verbundene Be-

dingung nicht mehr ein. Damit erfüllt sie den Widerrufsgrund des Nichtein-

haltens einer Bedingung gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG, welcher zugleich 

einen Nichtverlängerungsgrund darstellt (vgl. zum Ganzen NÜSSLE, a.a.O., 

N. 11–13, 15 zu Art. 33; MARC SPESCHA/PETER BOLZLI/FANNY DE 

WECK/VALERIO PRIULI, Handbuch zum Migrationsrecht, 4. Aufl., Zürich 

2020, Rz. 160 f.). So ist beispielsweise bei einer Person mit einer Aufent-

haltsbewilligung zu Ausbildungszwecken der Widerrufsgrund von Art. 62 

Abs. 1 lit. d AIG erfüllt, wenn diese ihr Studium in der Schweiz abgeschlos-

sen hat. Seinen wichtigsten Anwendungsbereich hat Art. 62 Abs. 1 lit. d 

AIG derweil bei Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Ver-

bleibs beim Ehegatten. Hier ist der Widerrufs- und Nichtverlängerungs-

grund erfüllt, wenn zwischen der betroffenen Person und ihrem ursprüng-

lich anwesenheitsberechtigten Ehegatten keine eheliche Gemeinschaft 

mehr besteht, oder wenn dieser seinerseits die Schweiz dauerhaft verlässt 

oder sein Anwesenheitsrecht in der Schweiz verliert.  

 

Geht es hingegen um eine Aufenthaltsbewilligung, deren Zweck im mass-

geblichen Zeitpunkt fortbesteht, kommt eine Nichtverlängerung nur dann in 

Betracht, wenn ein anderer Nichtverlängerungsgrund vorliegt. Das heisst, 

es bedarf eines Widerrufsgrundes nach Art. 62 Abs. 1 lit. a–c oder e–g AIG 

oder eines Nichtverlängerungsgrundes gemäss ständiger, rechtsgleich ge-

handhabter Praxis des MIKA.  

 

2.3. 

Mit dem Vorliegen eines Nichtverlängerungsgrundes erweist sich die Nicht-

verlängerung der Aufenthaltsbewilligung als begründet. Wie jede behörd-

liche Massnahme müssen indes auch die Nichtverlängerung einer Aufent-

haltsbewilligung und die gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. c AIG damit verbundene 

Wegweisung verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 Abs. 1 

AIG; vgl. BGE 135 II 377, Erw. 4.3) und verlangen folglich nach einer 

Interessenabwägung unter den Gesichtspunkten von Art. 96 Abs. 1 AIG. 

Konkret muss bei Gegenüberstellung aller öffentlichen und privaten 

Interessen ein überwiegendes öffentliches Interesse an den aufenthalts-

beendenden Massnahmen resultieren; dies insbesondere unter Berück-

sichtigung der Integration. Das Vorliegen eines Nichtverlängerungsgrundes 

weist dabei auf ein öffentliches Interesse an der Aufenthaltsbeendigung 

 - 12 - 

 

 

 

hin. Wie stark dieses zu gewichten ist, hängt von der Art des Nichtver-

längerungsgrundes sowie dem konkret zugrundeliegenden Verhalten der 

betroffenen Person ab. 

 

2.4. 

Abhängig von den Umständen des konkreten Einzelfalls kann sich die 

Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung zwar als begründet erwei-

sen, die betroffene Person aber – namentlich aufgrund ihrer familiären 

Situation – einen Rechtsanspruch auf Verlängerung der bisherigen Aufent-

haltsbewilligung oder Erteilung einer neuen Aufenthaltsbewilligung haben. 

Steht ein solcher im Raum, ist die Prüfung der Verhältnismässigkeit der 

Aufenthaltsbeendigung zunächst zurückzustellen und es ist vorab zu 

klären, ob effektiv ein Bewilligungsanspruch besteht.  

 

Besteht ein Bewilligungsanspruch, weil die Anspruchsvoraussetzungen er-

füllt sind und keine Erlöschensgründe gegeben sind, ist die entsprechende 

Bewilligung zu erteilen bzw. zu verlängern. Unter diesen Umständen erfolgt 

keine Wegweisung, womit sich eine Verhältnismässigkeitsprüfung erübrigt. 

 

Liegt kein Bewilligungsanspruch vor, ist unter Umständen zu prüfen, ob 

eine Gesetzes- oder Verordnungsbestimmung besteht, welche die ermes-

sensweise Verlängerung der bisherigen oder Erteilung einer neuen Aufent-

haltsbewilligung zur Folge haben könnte.  

 

Liegt weder ein Bewilligungsanspruch noch eine konkrete Grundlage für 

die Erteilung einer Ermessensbewilligung vor, bleibt zu prüfen, ob sich die 

Nichtverlängerung der bisherigen Aufenthaltsbewilligung und die damit ver-

bundene Wegweisung aus der Schweiz als verhältnismässig erweisen.  

 

3. 

3.1. 

In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob ein Nichtverlängerungsgrund vor-

liegt (siehe vorne Erw. 2.1).  

 

3.2. 

Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG können Bewilligungen – ausgenommen 

die Niederlassungsbewilligung – widerrufen werden, wenn eine auslän-

dische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen 

sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 59–61 oder Art. 64 

des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; 

SR 311.0) angeordnet wurde. 

 

Von einer längerfristigen Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b 

AIG ist praxisgemäss immer dann auszugehen, wenn ein Betroffener zu 

einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde 

(BGE 135 II 377, Erw. 4.2; Entscheid des Verwaltungsgerichts 

 - 13 - 

 

 

 

WBE.2011.1073 vom 27. März 2013, Erw. II/2.2), wobei unerheblich ist, ob 

die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu vollziehen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_685/2014 vom 13. Februar 2015, Erw. 3 und 4). Der 

Widerrufsgrund ist jedoch nur dann erfüllt, wenn eine Strafe für sich alleine 

das Kriterium der Längerfristigkeit erfüllt, d.h. die Dauer von einem Jahr 

überschreitet (BGE 137 II 297, Erw. 2.3.6). 

 

3.3. 

Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit rechtskräftigem Urteil des 

Obergerichts vom 23. Januar 2019 zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten 

verurteilt (MI-act. 523 ff.). Damit ist der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 

Abs. 1 lit. b AIG erfüllt, was im Übrigen auch der Beschwerdeführer aner-

kennt (act. 24 f.). 

 

Nachdem beim Beschwerdeführer ein Widerrufsgrund gemäss Art. 62 

Abs. 1 AIG vorliegt, liegt gleichzeitig ein Nichtverlängerungsgrund vor, 

womit sich die Nichtverlängerung seiner abgelaufenen Aufenthaltsbewilli-

gung als begründet erweist.  

 

Anzumerken bleibt, dass aufgrund der Verschuldung des Beschwerdefüh-

rers auch der Widerrufsgrund des Verstosses gegen die öffentliche Sicher-

heit und Ordnung gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt ist (siehe dazu 

hinten Erw. 5.2.3). 

 

4. 

Die durch den Beschwerdeführer erfüllten Widerrufsgründe gemäss Art. 62 

Abs. 1 AIG stellen nach Massgabe von Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG zugleich 

auch Erlöschensgründe für Ansprüche nach Art. 43 AIG dar. Ein allfälliger 

Anspruch des Beschwerdeführers auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbe-

willigung zwecks Verbleibs bei seiner niederlassungsberechtigten Ehefrau 

ist demzufolge erloschen.  

 

5. 

5.1. 

Zu prüfen bleibt, ob bei Gegenüberstellung aller öffentlichen und privaten 

Interessen ein überwiegendes öffentliches Interesse an der Nichtverlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Weg-

weisung aus der Schweiz resultiert, sodass sich die aufenthaltsbeenden-

den Massnahmen als verhältnismässig erweisen (siehe vorne Erw. 2.3 f.). 

 

Ob diesbezüglich sämtliche relevanten Kriterien berücksichtigt und richtig 

angewandt worden sind bzw. ob sich die Massnahmen als verhältnismäs-

sig erweisen, ist als Rechtsfrage durch das Verwaltungsgericht frei zu prü-

fen. 

 

 - 14 - 

 

 

 

5.2. 

5.2.1. 

5.2.1.1. 

Beim Vorliegen von Widerrufsgründen infolge Straffälligkeit bestimmt sich 

das Mass des öffentlichen Interesses vorab anhand der Schwere des Ver-

schuldens des oder der Betroffenen. Ausgangspunkt und Massstab dafür 

sind die vom Strafrichter verhängten Strafen. Das heisst, je höher eine 

Strafe ausfällt, umso höher ist aus migrationsrechtlicher Sicht das Ver-

schulden der betroffenen Person – und damit einhergehend das öffentliche 

Interesse an der Beendigung ihrer Anwesenheit – zu qualifizieren. Bei Fest-

setzung des Strafmasses werden strafmildernde Umstände überdies stets 

mitberücksichtigt, weshalb auf die Beurteilung des Strafrichters grundsätz-

lich abzustellen ist (BGE 129 II 215, Erw. 3.1, sowie Urteil des Bundesge-

richts 2C_797/2011 vom 12. Juni 2012, Erw. 2.2). Wird ein Strafurteil in Be-

zug auf die Strafzumessung rechtskräftig, bleibt damit nach ständiger 

Rechtsprechung des Bundesgerichts in der Regel kein Raum, im migra-

tionsrechtlichen Verfahren die diesbezügliche Beurteilung des Strafrichters 

zu relativieren (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_925/2020 vom 11. März 

2021, Erw. 4.4, 2C_421/2020 vom 7. Oktober 2020, Erw. 6.4.1, und 

2C_1067/2019 vom 18. Februar 2020, Erw. 2.3.2, je mit Hinweisen).  

 

Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt-, Sexual- und schweren 

Betäubungsmitteldelikten, sowie bei wiederholter Delinquenz bzw. erneuter 

Delinquenz nach Untersuchungshaft, nach verbüsster Freiheitsstrafe oder 

nach migrationsamtlicher Verwarnung erhöht sich aus migrationsrecht-

licher Sicht das öffentliche Interesse am Widerruf bzw. an der Verweige-

rung der Bewilligung entsprechend. 

 

5.2.1.2. 

Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Obergerichts vom 23. Januar 

2019 unter anderem zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, 

wobei deren Vollzug im Umfang von zwölf Monaten unter Ansetzung einer 

Probezeit von vier Jahren aufgeschoben wurde (MI-act. 523 ff.). Damit liegt 

das erwirkte Strafmass deutlich über der Grenze von einem Jahr, welche 

für das Vorliegen des Widerrufsgrunds gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG 

massgeblich ist. Bereits aufgrund der Dauer der Freiheitsstrafe ist daher 

aus migrationsrechtlicher Sicht von einem schweren Verschulden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 2C_940/2014 vom 30. Mai 2015, Erw. 5.3; 

BGE 139 I 145, Erw. 3.4) und dementsprechend von einem grossen öffent-

lichen, insbesondere polizeilichen Interesse an der Entfernung des Be-

schwerdeführers aus der Schweiz auszugehen (BGE 135 II 377, Erw. 4.4). 

 

Dass das Bezirksgericht Lenzburg als erstinstanzliches Strafgericht eine 

noch längere Freiheitsstrafe gegen den Beschwerdeführer ausgesprochen 

hatte (MI-act. 533), welche das Obergericht reduzierte, ändert entgegen 

 - 15 - 

 

 

 

der offenbaren Auffassung des Beschwerdeführers (act. 25) nichts an der 

vorstehenden Beurteilung.  

 

Als unbehelflich erweist sich auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, 

die Vorinstanzen hätten anerkannt, dass sein strafrechtliches Verschulden 

als gering eingestuft worden sei, worauf sie zu behaften seien (act. 25). 

Wie durch die Vorinstanz richtig festgestellt, ist für die Bemessung des mig-

rationsrechtlichen, öffentlichen Interesses an der Beendigung des Aufent-

halts einer ausländischen Person primär die ausgefällte Strafe mass-

gebend. Nicht entscheidend ist dabei, ob der Strafrichter das strafrechtliche 

Verschulden als schwer, mittelschwer oder gar leicht eingestuft hat. Eine 

andere Betrachtungsweise würde dazu führen, dass bei einem Straftäter, 

der Delikte mit einem kleinen gesetzlichen Strafrahmen begangen hat, dem 

jedoch aus strafrechtlicher Sicht ein schweres Verschulden vorzuwerfen ist, 

aus migrationsrechtlicher Sicht trotz relativ kleiner ausgefällter Strafe ein 

grosses öffentliches Interesse an der Verfügung aufenthaltsbeendender 

Massnahmen anzunehmen wäre, was mit Blick auf eine rechtsgleiche Be-

handlung nicht angeht. Massgebend ist somit nicht die einheitliche Be-

zeichnung der Schwere des Verschuldens durch den Strafrichter und die 

Migrationsbehörden, sondern die kohärente Quantifizierung des öffent-

lichen Interesses an einer Beendigung des Aufenthalts bei allen durch die 

Migrationsbehörden zu beurteilenden Personen (Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2018.355 vom 4. September 2019, Erw. II/3.2.2).  

 

5.2.1.3. 

5.2.1.3.1. 

In einem zweiten Schritt sind sodann sämtliche weitere Umstände zu be-

rücksichtigen, die zu einer Erhöhung des öffentlichen Interesses am Wider-

ruf bzw. an der Verweigerung der Bewilligung führen können (siehe vorne 

Erw. 5.2.1.1).  

 

5.2.1.3.2. 

Die Verurteilung des Beschwerdeführers durch das Obergericht vom 

23. Januar 2019 erfolgte wegen mehrfacher Veruntreuung, einfacher Kör-

perverletzung, mehrfachen Ungehorsams als Schuldner im Betreibungs- 

und Konkursverfahren, Überlassens eines Motorfahrzeugs ohne Versiche-

rungsschutz, Überlassens eines Motorfahrzeugs ohne Kontrollschilder, 

Nichtabgabe von Fahrzeugausweisen und Kontrollschildern trotz behörd-

licher Aufforderung, Erschleichens von Ausweisen durch unrichtige Anga-

ben sowie fahrlässigen Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwin-

digkeit innerorts (MI-act. 523 ff.). Dem Schuldspruch wegen einfacher Kör-

perverletzung legte das Obergericht folgenden Sachverhalt zugrunde: Das 

Opfer kam in die Garage des Beschwerdeführers, welcher sich weigerte, 

ohne Vorauszahlung das Auto des Opfers vorzuführen. Nach einer verba-

len Auseinandersetzung stiess ihn das Opfer mit beiden Händen weg, 

worauf er dem Opfer zwei Mal mit der Hand ins Gesicht schlug, sodass es 

 - 16 - 

 

 

 

zu Boden ging. Der Beschwerdeführer liess indes nicht vom Opfer ab, wes-

halb es zu einem Gerangel kam, im Zuge dessen sich letzterer – auf dem 

Boden liegend – mit Schlägen zu wehren versuchte. Als zwei weitere Per-

sonen das Büro betraten, zerrten diese den Beschwerdeführer vom Opfer 

weg, welches eine Prellung des Gesichts, des Brustkorbs und des Unter-

arms davontrug und zwei Tage krankgeschrieben wurde (MI-act. 551 f.). 

Nach dem Gesagten wurde durch die vom Beschwerdeführer begangene 

einfache Körperverletzung zwar das besonders hochrangige Rechtsgut der 

körperlichen Integrität seines Opfers verletzt, dies jedoch nicht in schwer-

wiegender Weise. Auch das Zustandekommen und der Ablauf der Straftat 

lassen insgesamt – knapp – nicht auf ein besonders verwerfliches Verhal-

ten oder eine besonders verwerfliche Gesinnung beim Beschwerdeführer 

schliessen. So liess er zwar erst vom am Boden liegenden Opfer ab, als 

Dritte eingriffen. Das Opfer war jedoch nicht wehrlos, sondern schlug 

seinerseits weiter zurück. Zudem war es das Opfer, welches die körperliche 

Auseinandersetzung durch Schubsen begann. In Anbetracht der gesamten 

Umstände ist die vom Beschwerdeführer begangene einfache Körper-

verletzung somit nicht als ein schweres Gewaltdelikt einzustufen, das aus 

migrationsrechtlicher Sicht zu einem erhöhten öffentlichen Interesse an der 

Beendigung seines Aufenthalts führen würde (vgl. zum Ganzen Entscheid 

des Verwaltungsgerichts WBE.2018.118 vom 19. Juni 2019, Erw. II/4.2.3). 

 

Im Übrigen handelt es sich weder bei einfacher Körperverletzung noch bei 

einem der weiteren Delikte, die der Beschwerdeführer verübt hat, um eine 

Anlasstat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB, deren Begehung heute (unter 

Vorbehalt der Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB) zwingend zu einer 

Landesverweisung führen und aus diesem Grund ein erhöhtes öffentliches 

Interesse an aufenthaltsbeendenden Massnahmen begründen würde (vgl. 

Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2021.14 vom 30. Juni 2021, 

Erw. II/4.2.3.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_169/2017 vom 6. November 

2017, Erw. 3.3, und 2C_822/2016 vom 31. Januar 2017, Erw. 3.3.1).  

 

Somit erhöht sich das öffentliche Interesse in Anbetracht der Art der be-

gangenen Delikte nicht in entscheidrelevanter Weise. 

 

5.2.1.3.3. 

Der Beschwerdeführer war bereits 16 Mal per Strafbefehl verurteilt und 

dabei mit Geldstrafen von zusammengezählt 90 Tagessätzen und Bussen 

im Gesamtumfang von Fr. 3'220.00 bestraft worden, als er im Juni 2013 mit 

der Begehung der am 23. Januar 2019 durch das Obergericht abgeurteil-

ten, das vorliegende migrationsrechtliche Verfahren auslösenden Straf-

taten begann (MI-act. 524 f., 563). Zudem hatte ihn das MKA bereits im 

Jahr 2007 – nachdem er seine ersten beiden Strafbefehle erwirkt hatte – 

migrationsrechtlich ermahnt und darauf aufmerksam gemacht, dass er sich 

künftig wohl zu verhalten habe, andernfalls die Anordnung ausländerrecht-

licher Massnahmen geprüft werde (MI-act. 55). Als der Beschwerdeführer 

 - 17 - 

 

 

 

am 9. März 2017 die letzte der durch das Obergericht abgeurteilten Straf-

taten beging, waren bereits weitere 14 Strafbefehle gegen ihn ergangen, 

mit denen er zu weiteren Geldstrafen von zusammengezählt 180 Tages-

sätzen und weiteren Bussen im Gesamtumfang von Fr. 2'370.00 verurteilt 

worden war (MI-act. 530, 563 f.). Bis heute sind im Übrigen sechs weitere 

rechtskräftige Strafbefehle mit Bussen im Gesamtumfang von Fr. 800.00 

hinzugekommen (siehe zum Ganzen vorne lit. A). Dass weder die migra-

tionsrechtliche Ermahnung noch die zahlreichen strafrechtlichen Verurtei-

lungen den Beschwerdeführer davon abzuhalten vermochten, ab Juni 2013 

weiter und – mit mehrfacher Veruntreuung und einfacher Körperverletzung 

– nochmals schwerer zu delinquieren, zeugt von einer ausgeprägten Un-

belehrbarkeit. Darüber hinaus manifestiert sich in der schieren Menge der 

erwirkten Strafbefehle eine erschreckende Gleichgültigkeit und Gering-

schätzung gegenüber der hiesigen Rechtsordnung. Entsprechend erhöht 

sich unter diesem Gesichtspunkt das öffentliche Interesse an der Nichtver-

längerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und seiner 

Wegweisung aus der Schweiz.  

 

An dieser Beurteilung vermag auch nichts zu ändern, wenn der Beschwer-

deführer in seiner Beschwerde vorbringt, "ein verhältnismässig sehr 

grosser Teil der ausgefällten Bussen [betreffe] Verkehrsdelikte, die gering-

fügiger nicht sein könnten" (act. 26). Namentlich bei den (teilweise) 

massiven Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit im 

Strassenverkehr um 31, 25, 17 und 13 km/h nach Abzug der Sicherheits-

marge auf der Autobahn und um 32 km/h nach Abzug der Sicherheits-

marge ausserorts (MI-act. 67 f., 80 ff., 249 ff., 488 ff.), die er neben zahl-

reichen weiteren Geschwindigkeitsüberschreitungen beging, handelt es 

sich – angesichts des dadurch abstrakt gefährdeten Rechtsguts von Leib 

und Leben Dritter – um Delikte von nicht unerheblichem Gewicht. Solches 

weisen auch die per Strafbefehl abgeurteilten Vermögensdelikte des Be-

schwerdeführers – Veruntreuung, Inumlaufsetzen falschen Geldes und 

Vergehen im Sinne von Art. 87 AHVG (MI-act. 113 f., 207 ff., 485 ff.) – auf. 

Seine wiederholten Verurteilungen wegen Nichtabgabe von Fahrzeugaus-

weis und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung (MI-act. 569 f., 

123 ff., 207 ff., 213 ff., 523 ff.), Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

(MI-act. 569 f.) und Ungehorsams als Schuldner im Betreibungs- und Kon-

kursverfahren (MI-act. 569 f., 205 f., 216 ff., 523 ff.) zeigen sodann, dass 

sich der Beschwerdeführer jahrelang auch um direkte, individuell-konkrete 

Anordnungen der Behörden foutiert hat. Gleiches gilt im Übrigen für das 

wiederholte Nichtbezahlen strassenverkehrsrechtlicher Übertretungs-

bussen, durch welches er einen Teil seiner Strafbefehle erwirkte.  

 

5.2.1.4. 

5.2.1.4.1. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Verurteilungen grösstenteils 

sehr lange zurücklägen und er bereits seit Jahren keine Übertretungen 

 - 18 - 

 

 

 

irgendwelcher Art mehr begangen habe. Das Strafverfahren vor dem Be-

zirksgericht Lenzburg sowie dem Obergericht habe ihm Eindruck gemacht 

und ihn auf den Weg einer korrekten Lebensführung gebracht (act. 27). 

Durch die vorbehaltlose Anerkennung des Widerrufsgrunds gemäss Art. 62 

Abs. 1 lit. b AIG habe er denn auch den Tatbeweis erbracht, dass er ein-

sichtig sei. Zudem habe er seine strafrechtliche Verurteilung durch das 

Obergericht akzeptiert und den unbedingten Teil der ausgefällten Freiheits-

strafe angetreten (act. 24). 

 

5.2.1.4.2. 

Bei der Bemessung des öffentlichen Interesses an der Beendigung des 

Aufenthalts einer ausländischen Person wegen deren Straffälligkeit ist zu 

berücksichtigen, ob konkrete Gründe vorliegen, die auf ein reduziertes 

Rückfallrisiko schliessen lassen. So kann nach den gesamten Umständen 

die Gefahr, dass der oder die Betroffene in absehbarer Zukunft erneut 

gegen die Rechtsordnung verstösst, im Zeitpunkt der ausländerrechtlichen 

Beurteilung ausnahmsweise derart reduziert sein, dass deswegen das 

öffentliche Interesse an seiner oder ihrer Entfernung aus der Schweiz ent-

scheidwesentlich tiefer zu veranschlagen ist als aufgrund des erwirkten 

Strafmasses und unter Berücksichtigung allfälliger interessenserhöhender 

Faktoren festgestellt (vgl. ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, Beendi-

gung der Anwesenheit, Entfernung, Fernhaltung, in: PETER UEBERSAX/ 

BEAT RUDIN/THOMAS HUGI YAR/THOMAS GEISER [Hrsg.], Handbücher für die 

Anwaltspraxis, Band VIII, Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.31). 

Allerdings geht das Verwaltungsgericht in konstanter Rechtsprechung 

davon aus, dass bei Staatsangehörigen von Drittstaaten – wie dem Be-

schwerdeführer – grundsätzlich auch generalpräventive Überlegungen bei 

der Bemessung des öffentlichen Interesses an der Beendigung der Anwe-

senheit mitberücksichtigt werden können (Entscheide des Verwaltungsge-

richts WBE.2018.386 vom 5. Dezember 2019, Erw. II/3.2.4.2, 

WBE.2016.429 vom 31. Mai 2017, Erw. II/3.2.3, und WBE.2011.1020 vom 

27. März 2013, Erw. II/3.2.2; Entscheid des Rekursgerichts im Ausländer-

recht des Kantons Aargau 1-BE.2009.31 vom 16. November 2010, 

Erw. II/3.2.2, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 2C_13/2011 vom 

22. März 2011, Erw. 2.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_45/2017 

vom 10. August 2017, Erw. 2.6). Entsprechend kommt im Rahmen einer 

Interessenabwägung nach rein nationalem Ausländerrecht der Rückfall-

gefahr bzw. der Wahrscheinlichkeit künftigen Wohlverhaltens nicht 

dieselbe zentrale Bedeutung zu wie im Anwendungsbereich des Abkom-

mens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 

Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über 

die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (FZA; SR 0.142.112.681) (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_516/2014 vom 24. März 2015, Erw. 4.3.2). Nach dem 

Gesagten ist bei Drittstaatsangehörigen grundsätzlich erst dann aus-

nahmsweise von einer entscheidwesentlichen Tieferveranschlagung des 

öffentlichen Interesses auszugehen, wenn das individuelle Rückfallrisiko 

 - 19 - 

 

 

 

nur noch sehr klein erscheint. Insbesondere bei schwerwiegenden Straf-

taten ist in ausländerrechtlicher Hinsicht zum Schutz der Öffentlichkeit kein 

Restrisiko weiterer Beeinträchtigungen wesentlicher Rechtsgüter hinzu-

nehmen und es steht den Migrationsbehörden frei, diesbezüglich einen 

strengeren Massstab anzulegen als der Strafrichter (Entscheide des Ver-

waltungsgerichts WBE.2018.386 vom 5. Dezember 2019, Erw. II/3.2.4.2, 

und WBE.2012.1015 vom 14. Juni 2013, Erw. II/5.2.2; BGE 139 I 16, 

Erw. 2.2.1, und 125 II 521, Erw. 4a/bb). 

 

5.2.1.4.3. 

Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe sich nunmehr seit Jahren 

wohlverhalten, ist zunächst festzuhalten, dass aus migrationsrechtlicher 

Sicht dem Wohlverhalten während eines hängigen Strafverfahrens, einer 

laufenden Probezeit oder eines hängigen migrationsrechtlichen Verfahrens 

grundsätzlich nur untergeordnete Bedeutung beizumessen ist (Urteile des 

Bundesgerichts 2C_904/2013 vom 20. Juni 2014, Erw. 4.2, 2C_191/2014 

vom 27. Februar 2014, Erw. 3.3.2, und 2A.605/2005 vom 28. Februar 

2006, Erw. 2.5.2). Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann eine betroffene 

ausländische Person sodann aus ihrem Wohlverhalten im Straf- bzw. 

Massnahmenvollzug. Eine gute Führung im Straf- oder Massnahmenvoll-

zug wird allgemein erwartet und lässt angesichts der dort herrschenden 

engmaschigen Betreuung keine verlässlichen Rückschlüsse auf das künf-

tige Verhalten in Freiheit zu (Urteile des Bundesgerichts 2C_360/2013 vom 

21. Oktober 2013, Erw. 2.3, und 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013, 

Erw. 3.2.4). Nach dem Gesagten ist in Bezug auf die Beurteilung des Wohl-

verhaltens seit der migrationsrechtlich massgebenden Tat im Rahmen der 

Interessenabwägung in erster Linie auf die Dauer der in Freiheit verbrach-

ten Zeit abzustellen, in welcher die betroffene Person nicht unter dem 

Druck drohender straf- oder migrationsrechtlicher Sanktionen stand. 

 

Vorliegend lösten die mit Urteil des Obergerichts vom 23. Januar 2019 ab-

geurteilten Straftaten, begangen zwischen Juni 2013 und März 2017, das 

migrationsrechtliche Verfahren aus. Mithin ist für ein allfälliges Wohlver-

halten das Verhalten des Beschwerdeführers seit März 2017 massgebend. 

Der Beschwerdeführer hat seither fünf rechtskräftige Strafbefehle gegen 

sich erwirkt mit denen er wegen erneuter Geschwindigkeitsüberschrei-

tungen – einmal um 10 km/h und einmal um 11 km/h auf der Autobahn, 

einmal um 8 km/h und einmal um 2 km/h innerorts – sowie zuletzt wegen 

Missachtung eines "Einfahrt verboten"-Signals, begangen am 14. Novem-

ber 2019, zu Bussen von zusammengezählt Fr. 440.00 verurteilt wurde (MI-

act. 494 f., 496 f., 508 f., 579 ff., 622 f.). Hinsichtlich der ihm mit angefoch-

tenem Strafbefehl vom 20. Juli 2020 vorgeworfenen Delikte (siehe vorne 

lit. A) gilt zum einen die Unschuldsvermutung, zum anderen soll er diese 

ohnehin bereits in den Jahren 2014 bis 2018 verübt haben (MI-act. 662 ff.). 

Somit datiert ausweislich der Akten die letzte strafrechtliche Verfehlung des 

Beschwerdeführers vom 14. November 2019. Werden zu seinen Gunsten 

 - 20 - 

 

 

 

sämtliche zwischenzeitlich begangenen Übertretungen als Bagatellen 

qualifiziert, ist ihm ein weitgehendes Wohlverhalten seit März 2017, mithin 

seit fünf Jahren, zu attestieren. Allerdings stand er dabei zunächst unter 

dem Druck des laufenden Strafverfahrens, welches am 19. September 

2017 zur Anklage durch die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau (MI-

act. 524), am 22. Februar 2018 zum erstinstanzlichen Strafurteil des Be-

zirksgerichts Lenzburg (MI-act. 531) und am 23. Januar 2019 zum Urteil 

des Obergerichts führte. Seither steht er unter dem Druck der durch das 

Obergericht im Rahmen der teilbedingten Strafausfällung verhängten vier-

jährigen Probezeit, welche bis heute andauert (MI-act. 564). Seit dem 

Schreiben des MIKA vom 14. Februar 2020 betreffend die Prüfung auslän-

derrechtlicher Massnahmen (MI-act. 589) kommt noch der Druck des vor-

liegenden migrationsrechtlichen Verfahrens hinzu. Ferner ist zu berück-

sichtigen, dass er am 7. Januar 2022 den Strafvollzug in Halbgefangen-

schaft angetreten hat, welcher bis zum 3. September 2022 andauern soll 

(act. 95 ff.).  

 

Unter den genannten Umständen lässt das zu seinen Gunsten angenom-

mene weitgehende Wohlverhalten des Beschwerdeführers in den ver-

gangenen fünf Jahren bestenfalls auf eine leichte Reduktion der von ihm 

ausgehenden Rückfallgefall schliessen.  

 

5.2.1.4.4. 

Festzuhalten bleibt, dass weder die Anerkennung des offenkundig erfüllten 

Widerrufsgrunds der längerfristigen Freiheitsstrafe noch die weiteren vor-

gebrachten Umstände (siehe vorne Erw. 5.2.1.4.1) auf tätige Reue des Be-

schwerdeführers oder ein damit vergleichbares Mass von Einsicht in das 

Unrecht seiner Straftaten schliessen lassen. Das öffentliche Interesse ist 

daher unter diesem Gesichtspunkt nicht entscheidwesentlich tiefer zu ver-

anschlagen.  

 

5.2.1.4.5. 

Insgesamt erscheint die Rückfallgefahr beim Beschwerdeführer angesichts 

seines weitgehenden Wohlverhaltens in den vergangenen fünf Jahren als 

leicht reduziert. Umstände, aufgrund derer nur noch von einem sehr kleinen 

individuellen Rückfallrisiko auszugehen wäre (siehe vorne Erw. 5.2.1.4.2), 

liegen indes, vor allem auch mit Blick auf die über Jahre hinweg erwirkte 

sehr hohe Anzahl Verurteilungen, nicht vor. Mangels weiterer konkreter An-

haltspunkte ist aufgrund des vorwiegend unter straf- und migrationsrecht-

lichem Druck gezeigten (lediglich weitgehenden) Wohlverhaltens des Be-

schwerdeführers auch keine "biographische Kehrtwende" im Sinne der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung ersichtlich (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 2C_634/2018 vom 5. Februar 2019, Erw. 6.3.2), welche eine sig-

nifikante Reduktion der von ihm ausgehenden Rückfallgefahr untermauern 

würde. Damit ist das öffentliche Interesse unter dem Gesichtspunkt der 

Rückfallgefahr nicht in entscheidrelevanter Weise tiefer zu veranschlagen.  

 - 21 - 

 

 

 

 

5.2.1.5. 

Im Sinne eines Zwischenfazits ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass 

aufgrund der gegen den Beschwerdeführer ausgefällten längerfristigen 

Freiheitsstrafe sowie seiner wiederholten Delinquenz trotz migrationsrecht-

licher Ermahnung – auch unter Berücksichtigung der heute von ihm ausge-

henden Rückfallgefahr – ein grosses bis sehr grosses öffentliches In-

teresse an der Beendigung seines Aufenthalts besteht. 

 

5.2.2. 

Weiter ist bei der Bemessung des öffentlichen Interesses an einer Entfer-

nung des Beschwerdeführers aus der Schweiz zu berücksichtigen, ob 

dieser zusätzlich zum Widerrufsgrund der Verurteilung zu einer länger-

fristigen Freiheitsstrafe gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG noch andere 

Widerrufsgründe erfüllt hat (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts 

WBE.2016.525 vom 27. März 2018, Erw. II/4.2.1, WBE.2018.156 vom 

12. April 2019, Erw. II/3.2.4, und WBE.2020.223 vom 19. März 2021, 

Erw. II/3.2.2).  

 

5.2.3. 

5.2.3.1. 

Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG ist der Widerruf einer Bewilligung – ausge-

nommen die Niederlassungsbewilligung – möglich, wenn die betroffene 

ausländische Person erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat 

oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet.  

 

Hinsichtlich des Widerrufsgrunds von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG wird in 

Art. 77a Abs. 1 VZAE konkretisiert, dass ein Verstoss gegen die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung unter anderem dann vorliegt, wenn gesetzliche 

Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet werden (lit. a) oder 

wenn öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig 

nicht erfüllt werden (lit. b). Anders als beim Widerruf einer Niederlassungs-

bewilligung ist im Rahmen von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG jedoch nicht erfor-

derlich, dass "in schwerwiegender Art und Weise" gegen die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung verstossen wird (vgl. Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG). Ein 

erheblicher Verstoss respektive wiederholte Verstösse sind damit aus-

reichend, um den Widerrufsgrund zu erfüllen (vgl. zur Abgrenzung 

BGE 137 II 297, Erw. 3.2). 

 

Schuldenwirtschaft für sich allein stellt keinen Verstoss gegen die öffent-

liche Ordnung im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG i.V.m. Art. 77a Abs. 1 

lit. b VZAE dar, sondern es bedarf des erschwerenden Merkmals der Mut-

willigkeit. Mutwilligkeit im Sinne von Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE liegt gemäss 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor, wenn die betroffene Person 

ihre Zahlungspflichten selbstverschuldet nicht erfüllt und ihr dies qualifiziert 

 - 22 - 

 

 

 

vorwerfbar ist. Nicht als mutwillig gilt demnach insbesondere eine durch 

Schicksalsschläge bedingte Nichterfüllung öffentlich-rechtlicher oder 

privatrechtlicher Verpflichtungen. Erforderlich ist vielmehr ein von Absicht, 

Böswilligkeit oder zumindest qualifizierter Leichtfertigkeit getragenes Ver-

halten. Neben der Vorwerfbarkeit der Schuldenanhäufung ist entschei-

dend, ob ernstzunehmende Bemühungen ersichtlich sind, bestehende Ver-

bindlichkeiten abzubauen bzw. mit den Gläubigern zu regeln. Dabei ist zu 

berücksichtigen, dass, wer einem betreibungsrechtlichen Verwertungs-

verfahren wie insbesondere der Einkommenspfändung unterliegt, von 

vornherein keine Möglichkeit hat, ausserhalb des Betreibungsverfahrens 

Schulden zu tilgen. Das führt in solchen Fällen dazu, dass im Vergleich zu 

früher weitere Betreibungen hinzukommen können oder der betriebene Be-

trag angewachsen sein kann, ohne dass allein deswegen Mutwilligkeit vor-

liegt. Es kommt deshalb in erster Linie darauf an, welche Anstrengungen 

zur Sanierung unternommen worden sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

2C_789/2017 vom 7. März 2018, Erw. 3.3.1 f., und 2C_81/2018 vom 

14. November 2018, Erw. 3.2.2, jeweils noch zur im Wesentlichen wort-

gleichen Vorgängerbestimmung in altArt. 80 Abs. 1 lit. b VZAE; MARCO 

WEISS, Widerruf der Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung aufgrund 

von Schuldenwirtschaft, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2020, S. 358 f. 

mit Hinweisen; MARC SPESCHA, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar Migra-

tionsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 11 zu Art. 62 AIG). Wurde die be-

troffene Person bereits wegen mutwilliger Schuldenwirtschaft ausländer-

rechtlich verwarnt, ist mit Blick auf die Begründetheit aufenthaltsbeenden-

der Massnahmen von massgeblicher Bedeutung, wie sich die Schuldenlast 

seither entwickelt und wie sich der Schuldner oder die Schuldnerin seither 

verhalten hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_789/2017 vom 7. März 

2018, Erw. 3.3.2). 

 

5.2.3.2. 

Aus der Beschwerde geht nicht klar hervor, ob der Beschwerdeführer die 

vorinstanzliche Feststellung, wonach er mutwillig seinen finanziellen Ver-

pflichtungen nicht nachgekommen sei und damit auch den Widerrufsgrund 

des Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gemäss 

Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt habe, bestreitet oder ebenfalls anerkennt 

(act. 24 f.). Mit Verfügung vom 10. November 2021 forderte das Verwal-

tungsgericht den Beschwerdeführer auf, zu seiner aktuellen Schulden-

situation Stellung zu nehmen und diverse Unterlagen einzureichen 

(act. 41 ff.; siehe vorne lit. C). In der Folge legte dieser einen Betreibungs-

registerauszug, Kontoauszüge für die Jahre 2020 und 2021 und ein Ver-

lustscheinjournal des Betreibungsamts Q., jeweils datiert auf den 

19. November 2021, ins Recht (act. 49 ff., 56 ff, 59 ff., 62 ff.). Weiter reichte 

er einen Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamts R. vom 

23. November 2021 ein (act. 47 f.). In den Akten finden sich zudem 

Betreibungsregisterauszüge des Betreibungsamts Q. vom 27. Februar 

 - 23 - 

 

 

 

2020 und 28. August 2020 (MI-act. 598 ff., 639 ff.) sowie des 

Betreibungsamts R. vom 23. März 2020 und 28. August 2020 (MI-

act. 610 f., 646 f.). 

 

Den genannten Unterlagen lässt sich entnehmen, dass gegen den Be-

schwerdeführer in Q. von Anfang 2009 bis zu seinem Wegzug Mitte 2010 

diverse Verlustscheine ausgestellt werden mussten (act. 47, 62). Nachdem 

er Anfang 2014 wieder nach Q. zurückgezogen war, wurden dort ab Mitte 

2015 kontinuierlich weitere Verlustscheine gegen ihn registriert (act. 62 ff.; 

MI-act. 639). So resultierten per 27. Februar 2020 54 nicht getilgte 

Verlustscheine aus Pfändungen der letzten 20 Jahre im Umfang von 

zusammengezählt Fr. 94'302.25, bei zehn offenen Betreibungen ohne 

Rechtsvorschlag über zusammengezählt Fr. 44'785.49 und acht 

Forderungen mit laufender Pfändung über ursprünglich Fr. 20'865.54 (MI-

act. 598 ff., 605). Per 28. August 2020 waren es 56 nicht getilgte Ver-

lustscheine im Umfang von zusammengezählt Fr. 101'160.74, bei acht 

offenen Betreibungen ohne Rechtsvorschlag über zusammengezählt 

Fr. 41'400.14 und zwölf Forderungen mit laufender Pfändung über ur-

sprünglich Fr. 23'479.75 (MI-act. 639 ff., 645), und per 19. November 2021 

bereits 62 Verlustscheine im Umfang von zusammengezählt 

Fr. 116'284.94, bei sechs offenen Betreibungen ohne Rechtsvorschlag 

über zusammengezählt Fr. 24'144.30 und 17 Forderungen mit laufender 

Pfändung über ursprünglich Fr. 46'753.41 (act. 49 ff., 55). Zusätzlich dazu 

waren in R., wo der Beschwerdeführer von Mitte 2010 bis Ende 2013 

wohnhaft war, per 23. November 2021 – wie bereits per 23. März 2020 und 

per 28. August 2020 – 34 nicht getilgte Verlustscheine aus Pfändungen im 

Umfang von zusammengezählt Fr. 99'198.30 gegen ihn verzeichnet (MI-

act. 611, 647; act. 48). Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer 

während der vergangenen 13 Jahre kontinuierlich Verlustscheine gegen 

sich erwirkt, welche sich im heutigen Zeitpunkt auf mehr als Fr. 215'000.00 

belaufen (Fr. 116'284.94 per 19. November 2021 registriert in Q. + 

Fr. 99'198.30 per 23. November 2021 registriert in R. = Fr. 215'483.24). 

Dass sich der Schuldenzuwachs seit dem Jahr 2020 insofern verlangsamt 

hat, als nur noch vergleichsweise wenige neue Betreibungen 

hinzugekommen sind, fällt unter diesen Umständen nicht entscheidend ins 

Gewicht.  

 

Die Schuldenhöhe wäre im Übrigen selbst dann als erheblich einzustufen, 

wenn ein Teil der beim Betreibungsamt R. und beim Betreibungsamt Q. 

registrierten Verlustscheine auf dieselben Forderungen zurückginge, wie 

dies der Beschwerdeführer in seiner Einsprache sinngemäss geltend 

gemacht hat (MI-act. 689). Davon ist indes nicht auszugehen, zumal der 

Beschwerdeführer entgegen der ausdrücklichen Aufforderung des 

Verwaltungsgerichts kein Verlustscheinjournal des Betreibungsamts R. 

eingereicht hat, aus dem hervorginge, welche Forderungen den dortigen 

 - 24 - 

 

 

 

Verlustscheinen zugrundeliegen (vgl. § 23 Abs. 2 VRPG; vgl. auch MI-

act. 746).  

 

Die in Q. gegen den Beschwerdeführer verzeichneten offenen 

Betreibungen, laufenden Pfändungen und Verlustscheine gehen auf ein 

breites Spektrum von Forderungen zurück. Neben Steuerbehörden, Stras-

senverkehrsbehörden, Staatsanwaltschaften und Gerichten, Spitälern, 

Krankenkassen, Versicherungen, der SVA Aargau und der SUVA gehören 

auch verschiedene Betriebe (u.a. Kaminfeger, Kanalreinigung, Autoteilelie-

ferant, Landwirtschaftliche Genossenschaft), diverse Privatpersonen und 

ein Konsumkreditanbieter zu den Gläubigern (act. 49 ff., 62 ff.). Ein Verlust-

scheinjournal des Betreibungsamts R. reichte der Beschwerdeführer 

entgegen der ausdrücklichen Aufforderung des Verwaltungsgerichts nicht 

ein, weshalb anzunehmen ist (§ 23 Abs. 2 VRPG), dass die dort re-

gistrierten Verlustscheine auf ein ähnliches Spektrum von Gläubigern zu-

rückgehen. Angesichts dessen sowie der kontinuierlichen Zunahme der 

Verbindlichkeiten ist mit der unbestrittenen Feststellung der Vorinstanz 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Schulden primär 

dadurch angehäuft hat, dass er jahrelang über seine Verhältnisse lebte, 

mithin seinen Lebensstandard auf Kosten Dritter erhöhte. Ein Zusammen-

hang eines erheblichen Teils der Schulden mit seiner früheren Geschäfts-

tätigkeit, wie ihn der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren noch 

unsubstanziiert behauptete (MI-act. 733 f.), ist aus den eingereichten 

Unterlagen nicht ersichtlich. Er macht solches vor Verwaltungsgericht denn 

auch nicht mehr geltend. Ein Teil der gegen ihn in Betreibung gesetzten 

Forderungen entstand sodann – wie von der Vorinstanz richtig festgestellt 

und vom Beschwerdeführer nicht bestritten – unmittelbar durch die von ihm 

begangenen Finanzdelikte (Vergehen gegen das AHV-Gesetz zulasten der 

SVA Aargau [MI-act. 113], mehrfache Veruntreuung zulasten verschie-

dener Privatpersonen [MI-act. 208 f., 563 und 565]).  

 

Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde vor, er habe anfangs 

2020 begonnen, "den Schuldenberg abzubauen" (act. 27; vgl. auch 

act. 25). Nachdem ihn das Verwaltungsgericht aufgefordert hatte, zum 

Stand seiner Sanierungsbemühungen Stellung zu nehmen und eine Auf-

stellung über die bisher geleisteten Schuldenrückzahlungen einzureichen, 

hielt er mit Eingabe vom 9. Dezember 2021 fest, den Kontoauszügen des 

Betreibungsamts Q. für die Jahre 2020 und 2021 könne entnommen 

werden, dass er sich seit längerer Zeit um eine Sanierung seiner Schulden 

bemühe bzw. regelmässige Abschlagszahlungen leiste (act. 42, 45). 

Effektiv geht aus den Kontoauszügen hervor, dass er im Jahr 2020 neun 

Zahlungen über je Fr. 500.00 an das Betreibungsamt Q. geleistet hat. Bis 

zum 19. November 2021 leistete er nochmals zehn Zahlungen über je 

Fr. 500.00, eine über Fr. 850.00 und eine über Fr. 565.55. Ferner wurden 

Fr. 258.90 vom betreibungsamtlichen Konto seiner Ehefrau auf sein 

eigenes umgebucht. Zusammengezählt belaufen sich die Eingänge auf 

 - 25 - 

 

 

 

Fr. 11'174.45 (act. 56 ff., 59 ff.). Gemäss telefonischer Auskunft des 

Betreibungsamts Q. handelt es sich bei den Zahlungen des 

Beschwerdeführers um "stille Lohnpfändungen" auf freiwilliger Basis 

(act. 107). Eine eigentliche Lohnpfändung gegen den Beschwerdeführer ist 

den Akten denn auch nicht zu entnehmen. Vielmehr liegt eine Bestätigung 

des Betreibungsamts Q. vom 8. Dezember 2020 vor, wonach der 

Beschwerdeführer "beim Pfändungsvollzug vom 18.05.2020" unter-

schriftlich erklärt habe, Fr. 500.00 pro Monat ans Betreibungsamt zu be-

zahlen. Am 7. Dezember 2020 habe er sich verpflichtet, ab 2021 monatlich 

Fr. 800.00 zu bezahlen (MI-act. 709). Verwendet werden die Zahlungen 

des Beschwerdeführers gemäss Betreibungsamt Q. teils zur Befriedigung 

der Pfändungsgläubiger im Rahmen der laufenden Pfändungen und teils 

zur Tilgung offener Betreibungen (act. 107). Mithin ist festzustellen, dass 

der Beschwerdeführer in den vergangenen zwei Jahren über Fr. 11'000.00 

aufgewendet hat, um in Absprache mit dem zuständigen Betreibungsamt 

seine laufenden betreibungsrechtlichen Verbindlichkeiten zu bedienen. 

Gleichwohl ist in diesem Zeitraum der Betrag der nicht getilgten 

Verlustscheine, die in Q. gegen ihn ausgestellt werden mussten, nochmals 

um mehr als Fr. 21'000.00 angestiegen (Stand per 27. Februar 2020: 

Fr. 94'302.25; Stand per 19. November 2021: Fr. 116'284.94). Die nicht 

getilgten Verlustscheine, welche in R. gegen ihn registriert sind, belaufen 

sich derweil seit dem 23. März 2020 unverändert auf Fr. 99'198.30 (siehe 

zum Ganzen oben). Von einem Abbau der Schuldenlast kann somit keine 

Rede sein. Der Beschwerdeführer hat in den vergangenen zwei Jahren 

lediglich die Zunahme seiner nicht getilgten Verlustscheine auf – noch 

immer hohe – rund Fr. 10'000.00 pro Jahr reduziert, indem er sich mit dem 

Betreibungsamt Q. auf eine teilweise Bedienung seiner laufenden 

Schulden verständigte und die getroffenen Vereinbarungen teilweise 

einhielt. Dies, nachdem er in den Jahren zuvor vier Mal wegen (teils 

mehrfachen) Ungehorsams als Schuldner im Betreibungs- und 

Konkursverfahren verurteilt worden war (MI-act. 569 f., 205 f., 216 ff., 

523 ff.). Die Zahlungen ans Betreibungsamt setzten denn auch erst am 

27. Februar 2020 ein, nachdem das MIKA den Beschwerdeführer am 

14. Februar 2020 zuhanden seines Rechtsvertreters informiert hatte, dass 

unter anderem aufgrund seiner finanziellen Situation ausländerrechtliche 

Massnahmen gegen ihn geprüft würden (act. 56; MI-act. 589). Entgegen 

der in der Beschwerde vertretenen Auffassung (act. 27) stellt dieser 

zeitliche Ablauf die Nachhaltigkeit seiner aktuellen Kooperation mit den 

Betreibungsbehörden zumindest in Frage. 

 

Anzumerken bleibt, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe an die 

Vorinstanz vom 1. Juni 2021 festhielt, er habe "seiner Treuhandfirma den 

Auftrag zu einer Schuldensanierung erteilt", was diese mit Schreiben vom 

21. Mai 2021 bestätigte (MI-act. 734, 744). Trotz ausdrücklicher Nachfrage 

des Verwaltungsgerichts zum Stand seiner Sanierungsbemühungen hat 

sich der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren jedoch mit keinem 

 - 26 - 

 

 

 

Wort zu diesem Auftrag geäussert, geschweige denn konkrete Angaben 

dazu gemacht, weshalb daraus nichts zu seinen Gunsten abgeleitet wer-

den kann (§ 23 Abs. 2 VRPG). 

 

Unter den dargelegten Umständen ist die kontinuierliche, im Ergebnis 

massive Verschuldung des Beschwerdeführers als mutwillig im Sinne von 

Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE zu qualifizieren. Anders wäre dies nur, wenn 

konkrete Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass er die jahrelange Nichterfül-

lung seiner finanziellen Verpflichtungen – zumindest zu einem erheblichen 

Teil – nicht selbst verschuldet hätte. Entsprechende Anhaltspunkte finden 

sich jedoch weder in den Akten noch in den Beschwerdevorbringen. Wenn 

der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbringt, er habe nie Sozialhilfe be-

zogen, sondern immer versucht, den Unterhalt der Familie aus eigener 

Kraft zu bestreiten (act. 24 f.), kann er daraus kein reduziertes Selbstver-

schulden hinsichtlich der Anhäufung seiner Schulden ableiten. Dass eine 

Person keine staatliche Fürsorge in Anspruch nimmt, rechtfertigt sie selbst-

redend nicht darin, stattdessen ihren finanziellen Verpflichtungen nicht 

nachzukommen und so den eigenen Lebensstandard auf Kosten Dritter zu 

erhöhen. 

 

Durch die mutwillige Nichterfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen im 

Sinne von Art. 77a Abs. 1 lit. b VZAE hat der Beschwerdeführer den Wider-

rufsgrund des Verstosses gegen die öffentliche (Sicherheit und) Ordnung 

gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt.  

 

5.2.3.3. 

Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer zusätzlich zum 

Widerrufsgrund der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe 

gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG auch den Widerrufsgrund des Verstosses 

gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c 

AIG erfüllt hat, erhöht sich das öffentliche Interesse (siehe vorne 

Erw. 5.2.2).  

 

5.2.4. 

Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz von einem sehr grossen öffentlichen 

Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Be-

schwerdeführers und seiner Wegweisung aus der Schweiz auszugehen. 

 

5.3.  

5.3.1. 

Dem festgestellten sehr grossen öffentlichen Interesse an der Nichtver-

längerung der Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung des Beschwer-

deführers aus der Schweiz ist sein privates Interesse am weiteren Verbleib 

gegenüberzustellen. 

 

 - 27 - 

 

 

 

Das private Interesse einer Person am weiteren Verbleib in der Schweiz 

bestimmt sich aufgrund ihrer Aufenthaltsdauer in der Schweiz und der 

dabei erfolgten Integration, ihrer familiären Verhältnisse, ihrer gesundheit-

lichen Situation und ihrer (Re-)Integrationschancen im Heimatland. 

 

5.3.2.  

5.3.2.1. 

Bei der Bemessung des privaten Interesses kommt der Aufenthaltsdauer 

in der Schweiz eine erhebliche Bedeutung zu. Je länger eine Person in 

einem bestimmten Land lebt, desto enger werden in der Regel die Bezie-

hungen sein, die sie dort geknüpft hat, und umso grösser ist grundsätzlich 

ihr Interesse an einem Verbleib in diesem Land. Dabei ist die anrechenbare 

Aufenthaltsdauer praxisgemäss abstrakt – unter Abzug der in Unfreiheit 

bzw. ohne Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz verbrachten Zeitspanne 

– zu berechnen (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts WBE.2017.531 

vom 22. Mai 2018, Erw. II/4.3.2, und WBE.2016.546 vom 27. Juni 2018, 

Erw. II/4.3). 

 

Massgebend ist aber nicht die Aufenthaltsdauer für sich alleine. Vielmehr 

lässt sich das aus der Aufenthaltsdauer resultierende private Interesse erst 

unter Berücksichtigung der während der Aufenthaltsdauer erfolgten 

Integration – namentlich in sprachlicher, kultureller, sozialer, beruflicher 

und wirtschaftlicher Hinsicht – bestimmen. Damit gilt der Grundsatz "je 

länger die Aufenthaltsdauer, umso grösser das private Interesse an einem 

Verbleib in der Schweiz" nur, wenn die Integration einen der Aufenthalts-

dauer entsprechenden Grad erreicht. Wird der aufgrund der Aufenthalts-

dauer zu erwartende Integrationsgrad übertroffen, ist das private Interesse 

an einem Verbleib in der Schweiz entsprechend höher zu veranschlagen. 

Erreicht die Integration demgegenüber den mit Blick auf die Aufenthalts-

dauer zu erwartenden Grad nicht, stellt die Entfernungsmassnahme für die 

betroffene Person einen weniger gravierenden Eingriff dar und ist das 

private Interesse an einem Verbleib in der Schweiz entsprechend tiefer zu 

veranschlagen. Demnach lässt sich das aus der anrechenbaren Aufent-

haltsdauer resultierende private Interesse am weiteren Verbleib in der 

Schweiz erst im Rahmen einer Gesamtbetrachtung feststellen. Anzumer-

ken bleibt, dass bei sehr langer Aufenthaltsdauer ein entsprechend hoher 

Integrationsgrad, mithin eine sehr erfolgreiche Integration, erwartet wird, 

weshalb das private Interesse in diesen Fällen in der Regel nicht höher zu 

veranschlagen ist. 

 

5.3.2.2. 

Der Beschwerdeführer reiste am 26. Oktober 2002 im Rahmen des Fami-

liennachzugs in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung 

zwecks Verbleibs bei seiner Ehefrau (MI-act. 18 ff.). Damit lebt er heute seit 

über 19 Jahren ordnungsgemäss in der Schweiz, wobei die im Strafvollzug 

verbrachte Zeit eigentlich in Abzug zu bringen wäre (MI-act. 577, 667; 

 - 28 - 

 

 

 

act. 97), jedoch im Verhältnis zur Aufenthaltsdauer nicht ins Gewicht fällt. 

Die lange bis sehr lange Aufenthaltsdauer lässt grundsätzlich auf ein 

grosses bis sehr grosses privates Interesse am weiteren Verbleib in der 

Schweiz schliessen. 

 

Zu prüfen ist im Folgenden, wie sich der Beschwerdeführer mit Blick auf die 

Aufenthaltsdauer integriert hat und ob aufgrund des Integrationsgrads ein 

abweichendes privates Interesse resultiert. 

 

5.3.2.3. 

Hinsichtlich der sprachlichen Integration besteht kein Anlass, daran zu 

zweifeln, dass der Beschwerdeführer die deutsche Sprache beherrscht 

(vgl. z.B. MI-act. 156). Damit ist bei ihm in sprachlicher Hinsicht mit Blick 

auf seine lange bis sehr lange Aufenthaltsdauer von einer normalen In-

tegration auszugehen.  

 

5.3.2.4. 

Unter dem Aspekt der kulturellen und sozialen Integration ist namentlich zu 

berücksichtigen, in welchem Alter die betroffene Person in die Schweiz ein-

gereist ist, welche sozialen Beziehungen sie ausserhalb ihrer Familie in der 

Schweiz pflegt und ob aufgrund ihres gesamten Verhaltens auf eine ver-

tiefte Verwurzelung in der Schweiz zu schliessen ist. 

 

Der Beschwerdeführer reiste im Jahr 2002 mit 22 Jahren in die Schweiz ein 

und verbrachte somit lediglich noch einen kurzen Teil seiner Adoleszenz 

hierzulande. Von einer Sozialisation in der Schweiz – im Sinne einer Ein-

ordnung des heranwachsenden Individuums in die Gesellschaft und der 

damit verbundenen Übernahme gesellschaftlich bedingter Verhaltens-

weisen – kann demnach beim Beschwerdeführer keine Rede sein. Ange-

sichts seines langen bis sehr langen Aufenthalts in der Schweiz ist jedoch 

davon auszugehen, dass ihm die hiesigen kulturellen Gepflogenheiten 

mittlerweile vertraut sind. Konkrete Hinweise auf eine besondere kulturelle 

Einbindung des Beschwerdeführers in der Schweiz lassen sich derweil we-

der den Akten noch den Vorbringen in der Beschwerde entnehmen.  

 

Was die soziale Integration betrifft, ist zunächst festzuhalten, dass – ent-

gegen der Auffassung der Vorinstanz (act. 12) – nicht bereits deshalb 

davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer verfüge über kein tragfähiges 

soziales Beziehungsnetz in der Schweiz, weil er wiederholt straffällig wurde 

(Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2021.197 vom 1. Dezember 

2021, Erw. II/3.3.1.1). Allerdings finden sich weder in den Akten noch in 

den Beschwerdevorbringen konkrete Hinweise auf besonders enge soziale 

Beziehungen zu Personen ausserhalb seiner Familie in der Schweiz, was 

aufgrund seiner langen bis sehr langen Aufenthaltsdauer aber zu erwarten 

gewesen wäre.  

 

 - 29 - 

 

 

 

Mit Blick auf die lange bis sehr lange Aufenthaltsdauer ist beim Beschwer-

deführer damit in kultureller und sozialer Hinsicht insgesamt von einer eher 

mangelhaften Integration auszugehen. 

 

5.3.2.5. 

Weiter ist zu prüfen, ob sich die betroffene Person in beruflicher Hinsicht 

entsprechend ihrer Aufenthaltsdauer in der Schweiz integriert hat und beim 

Verlassen der Schweiz ein stabiles Arbeitsumfeld aufgeben müsste. 

 

Soweit aus den Akten ersichtlich, war der Beschwerdeführer nach seiner 

Einreise in die Schweiz am 26. Oktober 2002 zunächst ab dem 9. April 

2003 bei einer Spenglerei als Hilfsarbeiter auf der Baustelle (MI-act. 22 f.), 

danach ab dem 17. Juni 2003 bei einem Personalvermittlungsunternehmen 

(MI-act. 26) und schliesslich vom 13. September 2003 bis zum 31. Oktober 

2007 bei einem Kunststoffunternehmen als Produktionsmitarbeiter ange-

stellt (MI-act. 28, 50). Nachdem er für kurze Zeit arbeitslos gewesen war 

(MI-act. 45), trat er im Dezember 2007 eine Vollzeitstelle als Mechaniker 

an (MI-act. 51) und arbeitete anschliessend bei einer Garage als Auto-

mechaniker (MI-act. 64). Ab 2009 machte sich der Beschwerdeführer 

selbstständig und war Gesellschafter und Geschäftsführer der F. GmbH 

(MI-act. 71 f.). Über diese Gesellschaft wurde am 30. April 2013 der 

Konkurs eröffnet und am 23. Juli 2015 wurde sie aus dem Handelsregister 

gelöscht ([https://…]; vgl. act. 12 f.). Ab Mai 2013 arbeitete der 

Beschwerdeführer bei einer anderen Garage (MI-act. 160, 172), bei der er 

ab Juli 2014 als Gesellschafter und Geschäftsführer eingetragen war, über 

welche am 7. Dezember 2016 ebenfalls der Konkurs eröffnet und welche 

am 23. August 2018 aus dem Handelsregister gelöscht wurde (MI-

act. 510). Seit dem 1. September 2019 ist der Beschwerdeführer im 

Vollzeitpensum bei der G. GmbH als Chefmechaniker angestellt und 

bezieht ein regelmässiges Bruttoeinkommen von Fr. 4'200.00 (act. 66 ff.). 

 

Nach dem Gesagten war der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die 

Schweiz grossmehrheitlich arbeitstätig und ist dies auch zum heutigen Zeit-

punkt, womit ihm in beruflicher Hinsicht grundsätzlich eine normale Integra-

tion zu attestieren wäre. Jedoch ist mit der Vorinstanz (act. 13) zu berück-

sichtigen, dass er einen Teil seiner Straftaten im Rahmen seiner Erwerbs-

tätigkeit beging. Insbesondere machte sich der Beschwerdeführer in seiner 

beruflichen Stellung als Garagist in den Jahren 2013 bis 2015 mehrfach der 

Veruntreuung zulasten von Kunden schuldig (MI-act. 207 ff., 523 ff.) und 

verstiess gegen Art. 87 AHVG, indem er in den Jahren 2010 und 2011 

Arbeitnehmerbeiträge seiner Angestellten deklarierte, diese jedoch nie an 

die zuständige Sozialversicherung überwies (MI-act. 113). 

 

Nachdem er seine berufliche Stellung wiederholt zu deliktischen Zwecken 

missbraucht hat, erweist sich der Beschwerdeführer für den entsprechen-

den Zeitraum als desintegriert aus dem schweizerischen Dienstleistungs- 

 - 30 - 

 

 

 

und Arbeitsmarkt, dessen Funktionieren massgeblich vom rechtskon-

formen Verhalten seiner Teilnehmer abhängt. Gesamthaft betrachtet ist 

ihm daher mit Blick auf seinen langen bis sehr langen Aufenthalt lediglich 

noch eine eher mangelhafte berufliche Integration zu attestieren. 

 

5.3.2.6. 

Unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Integration ist einerseits von Bedeu-

tung, ob die betroffene Person wirtschaftlich unabhängig ist, d.h. ihren 

Lebensunterhalt primär mit eigenen Mitteln, insbesondere ohne Inan-

spruchnahme der öffentlichen Fürsorge, finanzieren kann, und anderer-

seits wie sich ihre Schuldensituation präsentiert. 

 

Wie aus den vorstehenden Erwägungen ohne Weiteres erhellt, ist der Be-

schwerdeführer – mit nicht getilgten Verlustscheinen von über 

Fr. 215'000.00, zuletzt weiter zunehmend um rund Fr. 10'000.00 pro Jahr 

(Erw. 5.2.3.2) – in wirtschaftlicher Hinsicht mit Blick auf die lange bis sehr 

lange Aufenthaltsdauer klar mangelhaft in der Schweiz integriert. Daran 

ändert auch nichts, dass weder er noch seine Ehefrau in der Schweiz 

Sozialhilfe bezogen haben (MI-act. 612; act. 91 ff.).  

 

5.3.2.7. 

Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer mit Blick auf die lange bis 

sehr lange Aufenthaltsdauer in sprachlicher Hinsicht normal in die schwei-

zerischen Verhältnisse integriert. Jedoch ist seine Integration in kultureller 

und sozialer sowie in beruflicher Hinsicht als eher mangelhaft zu qualifizie-

ren, während ihm in wirtschaftlicher Hinsicht eine klar mangelhafte Integra-

tion attestiert werden muss. Angesichts der langen bis sehr langen Aufent-

haltsdauer in der Schweiz ist die dabei erfolgte Integration des Beschwer-

deführers somit insgesamt als mangelhaft zu qualifizieren und entspre-

chend lediglich noch von einem mittleren bis grossen privaten Interesse 

des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in der Schweiz auszugehen. 

 

5.3.3.  

5.3.3.1.  

Weiter ist zu prüfen, ob hinsichtlich der Kernfamilie und der weiteren Fami-

lienangehörigen der betroffenen Person von einem erhöhten privaten Inte-

resse am weiteren Verbleib in der Schweiz auszugehen ist. Dabei sind na-

mentlich eine eheliche, partnerschaftliche oder gefestigte Konkubinatsbe-

ziehung sowie das Vorhandensein von Kindern bzw. erwachsenen Ver-

wandten in auf- oder absteigender Linie relevant. Von Bedeutung sind die 

Auswirkungen und die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden 

Nachteile bei einer Ausreise aus der Schweiz (BGE 135 II 377, Erw. 4.3; 

Urteil des Bundesgerichts 2C_410/2018 vom 7. September 2018, 

Erw. 4.2). 

 

 - 31 - 

 

 

 

5.3.3.2. 

Der Beschwerdeführer ist seit 2002 mit einer ebenfalls nordmazedonischen 

Staatsangehörigen verheiratet (MI-act. 4), welche ihrerseits im Oktober 

1999 in die Schweiz übersiedelt war (MI-act. 676; act. 14). Das Ehepaar 

hat zwei gemeinsame Kinder, die auch nordmazedonische Staatsan-

gehörige sind. Die Tochter D. (geb. 2003) ist bereits volljährig. Der Sohn E. 

(geb.2004) ist 17 Jahre alt und somit noch minderjährig. Sowohl die 

Ehefrau als auch die Kinder sind im Besitz der Niederlassungsbewilligung 

(siehe zum Ganzen lit. A). 

 

5.3.3.3. 

Das private Interesse des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau, weiter-

hin in ehelicher Gemeinschaft zusammenleben zu können, ist offensicht-

lich. Wie der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt (act. 29), ist in diesem 

Zusammenhang weiter zu berücksichtigen, dass seine Ehefrau seit nun-

mehr über 22 Jahren in der Schweiz lebt. Infolge dieser sehr langen Auf-

enthaltsdauer und da sich in den Akten keine hinreichenden Anhaltspunkte 

finden, die mit Blick auf die währenddessen erfolgte Integration zu einem 

anderen Schluss führen könnten, ist der weitere Aufenthalt der Ehefrau in 

der Schweiz durch ihren grundrechtlichen Anspruch auf Achtung des 

Privatlebens gemäss Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) ge-

schützt (BGE 144 I 266, Erw. 3.9; vgl. betr. Integration act. 61 sowie MI-

act. 710, woraus hervorgeht, dass gegen die Ehefrau in unbekanntem Um-

fang ebenfalls Betreibungen vorliegen). Daraus erhellt, dass die Ehefrau 

des Beschwerdeführers aufgrund ihres sehr langen ordnungsgemässen 

Aufenthalts und ihrer zu vermutenden dementsprechenden Integration 

über eine enge, zumal grundrechtlich geschützte, Bindung zur Schweiz ver-

fügt. Angesichts dieser engen Bindung ist ihr, ähnlich wie einer Schweizerin 

oder einem Schweizer, nicht zumutbar, zwecks Aufrechterhaltung des ehe-

lichen Zusammenlebens mit dem Beschwerdeführer nach Nordmaze-

donien zu übersiedeln. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz (act. 14) 

ändert daran auch nichts, dass die Ehefrau ihre Kindheit und Jugend in 

Nordmazedonien verbracht hat. Eine Wegweisung des Beschwerdeführers 

dürfte somit dazu führen, dass die Eheleute physisch getrennt würden und 

ihre Beziehung bloss noch via moderne Kommunikationsmittel sowie be-

suchsweise pflegen könnten. Demzufolge erhöht sich mit Blick auf die 

familiäre Beziehung zu seiner Ehefrau das private Interesse am Verbleib 

des Beschwerdeführers in der Schweiz. 

 

5.3.3.4. 

Nachdem der Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau und den beiden Kin-

dern in gemeinsamem Haushalt lebt, ist davon auszugehen, dass im heu-

tigen Zeitpunkt zwischen ihm und seinem minderjährigen Sohn E. eine 

grundrechtlich geschützte Familienbeziehung besteht. 

 

 - 32 - 

 

 

 

Die Rechtsprechung geht davon aus, dass es ausländischen Kindern 

grundsätzlich zumutbar ist, ihren Eltern bzw. dem für sie sorgenden Eltern-

teil ins Ausland zu folgen, wenn sie sich noch in einem anpassungsfähigen 

Alter befinden (vgl. BGE 143 I 21, Erw. 5.4). In einem anpassungsfähigen 

Alter befinden sich Kinder solange, als ihre persönliche Entwicklung stark 

an die Beziehung zu den Eltern gebunden ist und die Eingliederung in ein 

neues Lebensumfeld erfahrungsgemäss keine besonderen Schwierig-

keiten bereitet, wovon nach konstanter Rechtsprechung in der Regel bis 

zum Erreichen der Adoleszenz auszugehen ist (Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts C-1220/2008 vom 4. August 2011, Erw. 5.6; Entscheid des 

Verwaltungsgerichts WBE.2018.438 vom 6. Mai 2019, Erw. II/4.3.3.1; 

Urteil des Bundesgerichts 2C_763/2019 vom 21. Januar 2020, Erw. 4.3; 

vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_730/2018 vom 20. März 2019, 

Erw. 6.2.1 f., und 2C_164/2017 vom 12. September 2017, Erw. 3.4.3, wo 

das Gericht bei einem 15-jährigen bzw. bei einem 14-jährigen Kind jeweils 

noch von einem anpassungsfähigen Alter ausgeht). 

 

Je kürzer sodann der 16. Geburtstag eines Kindes bevorsteht (vgl. oben; 

Urteile des Bundesgerichts 2C_730/2018 vom 20. März 2019, Erw. 6.2.1 f., 

und 2C_164/2017 vom 12. September 2017, Erw. 3.4.3), umso eher ist da-

von auszugehen, dass sich dieses bereits an der Schwelle zur Adoleszenz 

befindet.  

 

Zu beachten ist weiter, ob die Ausreise zur Trennung von einem Elternteil 

führt und wie intensiv die Beziehung des Kindes zu diesem Elternteil ist. 

Besteht eine intensive Beziehung zwischen dem Kind und dem in der 

Schweiz verbleibenden Elternteil, erweist sich die Ausreise für das Kind als 

unzumutbar.  

 

Der Sohn E. des Beschwerdeführers ist in der Schweiz geboren, verfügt 

über die Niederlassungsbewilligung und befindet sich mit 17 Jahren nicht 

mehr in einem anpassungsfähigen Alter, weshalb ihm von vorherein nicht 

zumutbar ist, mit dem Beschwerdeführer nach Nordmazedonien auszu-

reisen. Dies umso weniger, als der ihrerseits niederlassungsberechtigten 

Kindsmutter nicht zumutbar ist, dem Beschwerdeführer nach Nordmaze-

donien zu folgen (siehe vorne Erw. 5.3.3.3), sodass eine Ausreise E. 

zusammen mit seinem Vater mit der Trennung von seiner Mutter ein-

herginge.  

 

Eine Wegweisung des Beschwerdeführers dürfte somit dazu führen, dass 

er von seinem minderjährigen Sohn physisch getrennt würde und die Be-

ziehung zu diesem bloss noch via moderne Kommunikationsmittel sowie 

besuchsweise pflegen könnte. Demzufolge erhöht sich mit Blick auf die fa-

miliäre Beziehung zu seinem minderjährigen Sohn das private Interesse 

am Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz grundsätzlich. Dies na-

 - 33 - 

 

 

 

mentlich auch unter Berücksichtigung des Interesses des Sohnes, in mög-

lichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können (vgl. 

Art. 3 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des 

Kindes [Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107]; BGE 144 I 91, Erw. 5.2; 

Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] 

Nr. 56971/10 vom 8. November 2016 in Sachen El Ghatet gegen die 

Schweiz, § 27 f. und 46 f.). Dass der Sohn E. kurz vor der Volljährigkeit 

steht und somit nicht mehr auf eine engmaschige Betreuung durch den Be-

schwerdeführer angewiesen ist, ändert daran – entgegen der offenbaren 

Auffassung der Vorinstanz (act. 14) – nichts. 

 

5.3.3.5. 

Zur erwachsenen Tochter D. besteht derweil – soweit aus den Akten 

ersichtlich – kein besonderes, über normale gefühlsmässige Bindungen 

hinausgehendes Abhängigkeitsverhältnis und damit keine faktische Fami-

lieneinheit ausserhalb der Kernfamilie (BGE 137 I 154, Erw. 3.4.2; Urteil 

des EGMR Nr. 39051/03 vom 13. Dezember 2007 in Sachen Emonet 

gegen die Schweiz, § 35; vgl. auch BGE 144 II 1, Erw. 6.1). Entgegen der 

offenbaren Auffassung des Beschwerdeführers (act. 29) ändert daran auch 

nichts, dass die Tochter noch in der Berufsausbildung steht und somit auf 

die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen sein dürfte. Die auf-

grund der bestehenden Haushaltsgemeinschaft anzunehmende Beziehung 

des Beschwerdeführers zu seiner erwachsenen Tochter ist bei der Bemes-

sung des privaten Interesses an seinem Verbleib in der Schweiz dennoch 

zu berücksichtigen. Sie führt aber nicht dazu, dass sich das private In-

teresse entscheidrelevant weiter erhöhen würde, als es dies aufgrund der 

Beziehungen zum minderjährigen Sohn und zur Ehefrau tut.  

 

5.3.3.6. 

Insgesamt führen nach dem Gesagten die familiären Verhältnisse des Be-

schwerdeführers zu einer erheblichen Erhöhung des privaten Interesses an 

seinem weiteren Verbleib in der Schweiz. 

 

5.3.4. 

Was die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers angeht, erge-

ben sich weder aus den Akten noch aus den Vorbringen in der Beschwerde 

Anhaltspunkte, wonach ihm unter diesem Aspekt ein erhöhtes privates 

Interesse am Verbleib in der Schweiz zuzubilligen wäre. 

 

5.3.5.  

5.3.5.1. 

Schliesslich ist bei der Bemessung des privaten Interesses zu prüfen, wel-

che Beziehungen die betroffene Person zum Heimatland unterhalten hat 

oder noch unterhält und ob sie bei einer Ausreise aus der Schweiz im Hei-

matland auf unüberwindbare (Re-)Integrationsprobleme stossen würde. Zu 

beachten sind zudem auch jene Aspekte, die eine Rückkehr ins Heimatland 

 - 34 - 

 

 

 

aufgrund der dort bestehenden Situation als unzumutbar erscheinen lassen 

(vgl. Art. 83 Abs. 7 AIG; BGE 135 II 110, Erw. 4.2). 

 

5.3.5.2. 

Soweit aus den Akten ersichtlich, verbrachte der Beschwerdeführer seine 

gesamte Kindheit und Jugend sowie den Grossteil seiner Adoleszenz im 

heutigen Nordmazedonien, bevor er das Land im Alter von 22 Jahren ver-

liess und zu seiner Ehefrau, welche ebenfalls nordmazedonische Staats-

angehörige ist, in die Schweiz übersiedelte (MI-act. 16, 21, 171). Ent-

sprechend ist davon auszugehen, dass ihm die gesellschaftlichen Gepflo-

genheiten in seinem Heimatland nach wie vor vertraut sind. Es sind ihm in 

kultureller Hinsicht gute Wiedereingliederungschancen in Nordmazedonien 

zu attestieren. 

 

5.3.5.3. 

Die Kenntnisse der heimatlichen Sprache sind mit Blick auf die (Re-)In-

tegrationschancen einer ausländischen Person in ihrem Heimatland im 

Rahmen der Interessenabwägung nur insofern von Relevanz, als die be-

troffene Person der heimatlichen Sprache nicht (mehr) mächtig ist und es 

ihr auch nicht zumutbar ist, diese zu erlernen. 

 

Nachdem er – soweit aus den Akten ersichtlich – die ersten 22 Jahre seines 

Lebens im heutigen Nordmazedonien verbrachte (siehe vorne 

Erw. 5.3.5.2) und nachdem seine Ehefrau ebenfalls von dort stammt, ist 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine albanische Mutter-

sprache (vgl. MI-act. 156) nach wie vor beherrscht. Er macht denn auch 

nichts Gegenteiliges geltend. Somit sind ihm auch in sprachlicher Hinsicht 

gute Reintegrationschancen in seinem Heimatland zu attestieren. 

 

5.3.5.4. 

Hinsichtlich der im Heimatland bestehenden sozialen und familiären Ver-

hältnisse des Beschwerdeführers äussert sich dieser im Rahmen seiner 

Beschwerde nicht. Aus den Akten geht jedoch hervor, dass er in seinem 

Heimatland über familiäre Beziehungen verfügt. So leben dort seine Mutter 

und sein Vater (MI-act. 156, 171). Zudem reiste der Beschwerdeführer wie-

derholt zwecks Ferien nach Nordmazedonien (MI-act. 150, 381, 472, 548, 

722). Beides deutet darauf hin, dass er weiterhin einen Bezug zu Nord-

mazedonien hat. Selbst wenn sich der heute 42-jährige Beschwerdeführer 

sein soziales Beziehungsnetz im Heimatland bei einer Rückkehr gänzlich 

neu aufbauen müsste, wäre darin angesichts seines Alters, seiner Sprach-

kenntnisse und seiner dortigen Sozialisierung (siehe vorne Erw. 5.3.5.2 f.) 

indes kein unüberwindbares Reintegrationshindernis zu erblicken. In 

sozialer Hinsicht ist somit von intakten Wiedereingliederungschancen des 

Beschwerdeführers auszugehen. 

 

 - 35 - 

 

 

 

5.3.5.5. 

Hinsichtlich der beruflichen und wirtschaftlichen Reintegrationschancen 

des Beschwerdeführers in Nordmazedonien kann grundsätzlich davon aus-

gegangen werden, dass er seine in der Schweiz erworbene berufliche Er-

fahrung – insbesondere als Automechaniker und als Geschäftsführer 

(siehe vorne Erw. 5.3.2.5) – auch auf dem heimatlichen Arbeitsmarkt wird 

verwerten können. Dies umso mehr, als er in Nordmazedonien eine Aus-

bildung zum Automechaniker abgeschlossen und dort bereits als Heizungs-

monteur gearbeitet hat (MI-act. 18, 156, 171). Auch sonst besteht ausweis-

lich der Akten kein Grund zur Annahme, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht möglich wäre, in Nordmazedonien beruflich Fuss zu fassen und 

seinen Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Er macht in seiner 

Beschwerde auch nichts Derartiges geltend. Selbst unter Berücksichtigung 

der im Vergleich zur Schweiz schlechteren Wirtschaftslage sowie allfälliger 

Startschwierigkeiten sind damit seine beruflich-wirtschaftlichen Reintegra-

tionschancen ebenfalls als intakt einzuschätzen. 

 

5.3.5.6. 

Was die Zumutbarkeit einer Rückkehr ins Heimatland anbelangt, besteht 

vorliegend kein Anlass zur Befürchtung, dass der Beschwerdeführer bei 

einer Ausreise nach Nordmazedonien aufgrund der allgemeinen Lage einer 

konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Solches wird denn auch in der Be-

schwerde nicht geltend gemacht.  

 

5.3.5.7. 

Unter dem Gesichtspunkt der (Re-)Integrationschancen im Heimatland er-

fährt das private Interesse des Beschwerdeführers am Verbleib in der 

Schweiz somit keine entscheidrelevante Erhöhung. 

 

5.3.6. 

Zusammenfassend erhöht sich das mit Blick auf die lange bis sehr lange 

Aufenthaltsdauer und die dabei erfolgte mangelhafte Integration in der 

Schweiz mittlere bis grosse private Interesse des Beschwerdeführers an 

einem Verbleib in der Schweiz (siehe vorne Erw. 5.3.2.7) aufgrund seiner 

familiären Situation und es ist insgesamt von einem bestenfalls grossen bis 

sehr grossen privaten Interesse auszugehen.  

 

5.4. 

Bei Gesamtwürdigung der sich gegenüberstehenden öffentlichen und 

privaten Interessen überwiegt das sehr grosse öffentliche Interesse an der 

Entfernung des Beschwerdeführers aus der Schweiz dessen bestenfalls 

grosses bis sehr grosses privates Interesse, in der Schweiz verbleiben zu 

dürfen. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegwei-

sung des Beschwerdeführers sind damit gemessen am nationalen Recht 

nicht zu beanstanden. 

 

 - 36 - 

 

 

 

6. 

Zu prüfen ist weiter, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

des Beschwerdeführers und seine Wegweisung vor Art. 8 EMRK stand-

halten. 

 

Art. 8 Ziff. 1 EMRK und der – soweit hier von Interesse – inhaltlich im We-

sentlichen übereinstimmende Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten das Recht 

auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Diese Garantien können 

namentlich dann verletzt sein, wenn eine ausländische Person die Schweiz 

verlassen muss, nachdem sie sich lange hier aufgehalten und ent-

sprechend integriert hat, bzw. wenn einer ausländischen Person, deren Fa-

milienangehörige in der Schweiz leben, die (weitere) Anwesenheit unter-

sagt und dadurch das gemeinsame Familienleben vereitelt wird.  

 

Aufgrund des 19-jährigen migrationsrechtlich anrechenbaren Aufenthalts 

des Beschwerdeführers in der Schweiz (siehe vorne Erw. 5.3.2.2) ist – un-

abhängig von individuell-konkreten Integrationsaspekten – davon auszu-

gehen, dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die 

Wegweisung aus der Schweiz einen Eingriff in sein Privatleben im Sinne 

von Art. 8 Ziff. 1 EMRK darstellen. Der Eingriff ist vorliegend jedoch durch 

ein überwiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt (Art. 8 Ziff. 2 

EMRK; siehe vorne Erw. 5.4).  

 

Wie sodann aus den obigen Erwägungen hervorgeht, ist der Ehefrau und 

dem minderjährigen Sohn E. des Beschwerdeführers nicht zumutbar, mit 

diesem nach Nordmazedonien zu übersiedeln (Erw. 5.3.3.3 f.). Im Hinblick 

auf die Beziehungen zu ihnen tangieren demnach die Nichtverlängerung 

der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers 

aus der Schweiz das geschützte Familienleben im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 

EMRK. Allerdings ist auch dieser Eingriff durch ein überwiegendes 

öffentliches Interesse gerechtfertigt (Art. 8 Ziff. 2 EMRK; siehe vorne 

Erw. 5.4). Zwischen dem Beschwerdeführer und seiner erwachsenen 

Tochter D. ist derweil kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne 

der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK ersichtlich (siehe vorne Erw. 5.3.3.5). 

Bezüglich der Tochter D. ist das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte 

Familienleben folglich nicht tangiert.  

 

Ein Verstoss gegen Art. 8 EMRK liegt damit weder hinsichtlich des ge-

schützten Privatlebens noch hinsichtlich des geschützten Familienlebens 

des Beschwerdeführers vor. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die 

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung des 

Beschwerdeführers dem nationalen Recht entsprechen und auch vor Art. 8 

EMRK standhalten. 

 

 - 37 - 

 

 

 

7. 

In einem letzten Schritt ist zu prüfen, ob dem Vollzug der Wegweisung Hin-

dernisse entgegenstehen. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar, 

nicht möglich oder nicht zulässig, so verfügt das Staatssekretariat für Mig-

ration (SEM) die vorläufige Aufnahme (Art. 83 Abs. 1 AIG). 

 

Da der Beschwerdeführer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt 

wurde (siehe vorne Erw. 3.3), kommt eine Gewährung der vorläufigen Auf-

nahme wegen Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvoll-

zugs von vornherein nicht in Betracht (Art. 83 Abs. 7 lit. a AIG). Gleiches 

gilt auch bereits aufgrund seines erheblichen Verstosses gegen die öffent-

liche Ordnung in der Schweiz (siehe vorne Erw. 5.2.3.2; Art. 83 Abs. 7 lit. b 

AIG). Demnach ist nicht weiter zu prüfen, ob Gründe bestehen, die den 

Vollzug der Wegweisung als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG 

oder unmöglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AIG erscheinen lassen. So-

dann ergeben sich weder aus den Vorbringen in der Beschwerde noch aus 

den Akten Hinweise, die zur Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im 

Sinne von Art. 83 Abs. 3 AIG führen könnten. Der Vollzug der Wegweisung 

erweist sich somit als zulässig. 

 

Nach dem Gesagten stehen dem Vollzug der Wegweisung keine Hinder-

nisse im Sinne von Art. 83 AIG entgegen. 

 

8. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Nichtverlängerung der Auf-

enthaltsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers nach 

na