# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f71c166a-2aec-5270-b72e-3286a4667c47
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-07
**Language:** de
**Title:** Bauen ausserhalb Bauzonen. Gartengestaltung mit Swimmingpool bei landwirtschaftlich genutztem Wohnhaus. Anwendbarkeit der 7 m-Regel.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0018/2024
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2024-23.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0018/2024 vom 7. Februar 2024 in BEZ 2024 Nr. 23 

(Bestätigt mit VB.2024.00132 vom 19. Juli 2024.) 

3.  Das  Baugrundstück  liegt  in  der  Landwirtschaftszone  und  ist  im 
südwestlichen  Bereich  mit  den  Hofgebäuden  des  rekurrentischen  Betriebes 
überstellt.  Dieser  wird  als  Futter-  und  Ackerbaubetrieb  mit  0,21 ha 
Freilandgemüse  sowie  Legehennenhaltung  und  1,28 Standardarbeitskräften 
(SAK) unbestrittenermassen als zonenkonformes landwirtschaftliches Gewerbe 
ausgewiesen.  Streitbetroffen  ist  ein  südlich  des  Betriebsleiterhauses  erstellter, 
mit einer bogenartigen Metall-/Glaskonstruktion überdachter Swimmingpool mit 
einer  Fläche  von  10,8 m  x  4,15 m  und  einer  befestigten  Umgebung  von 
insgesamt (inkl. Pool) rund 180 m2. 

4.  Die  Baudirektion  begründet  die  Verweigerung  der  nachträglichen 
raumplanungsrechtlichen  Bewilligung  des  überdachten  Swimmingpools 
einerseits  mit  Verweis  auf  Art. 34  Abs. 3  der  Raumplanungsverordnung  (RPV) 
damit,  dass  Bauten 
in  der 
Landwirtschaftszone nur dann zonenkonform seien, wenn sie für den Betrieb des 
entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich seien. 

für  den  Wohnbedarf 

(und  Anlagen) 

Andererseits stützt sie ihren Entscheid auf ihre ständige Praxis, wonach sich 
die  Bewilligungsfähigkeit  von  untergeordneten  Umgebungsgestaltungen 
ausserhalb  der  Bauzonen  auf  den  Nahbereich  des  Wohnhauses  (max.  7 m ab 
Fassade) beschränke. Der strittige Swimmingpool sei mit bis zu 35 m Distanz zur 
Fassade  des  Wohnhauses  erstellt  worden.  Zwar  sei  aufgrund  der 
Entstehungsgeschichte  des  Hofes  nachvollziehbar,  dass  eine  Positionierung 
innerhalb  des  genannten  Nahbereichs  nicht  möglich  sei,  der  Pool  sei  jedoch 
nochmals  zwischen  7 m  bis  18 m  von  der  entlang  der  Fassade  verlaufenden 
Erschliessungsstrasse  entfernt  erstellt  worden.  Damit  sei  die  Lage  des 
Swimmingpools  auch  unter  Berücksichtigung  der  speziellen  Verhältnisse  des 
Hofes zu weit vom Wohnhaus entfernt. Zudem könne die Gesamtanlage mit der 
grossen  Umgebungsfläche  und  der  halbrunden  Überdeckung  nicht  mehr  als 
untergeordnet betrachtet werden.  

5.1 Der Rekurrent macht geltend, die Zulässigkeit eines Swimmingpools sei 
in  der  Landwirtschaftszone  nicht generell  ausgeschlossen.  Eine  Positionierung 
direkt an der Fassade des Wohnhauses sei betriebsbedingt nicht möglich, da dort 
arealinterne Gebäudezufahrten und Garagenvorplätze bestünden. Eine Anlage 
für  die  Freizeitnutzung  könne  somit  sinnvollerweise  nur  im  südlich  an  die 
Hofzufahrtsstrasse angrenzenden Streifen realisiert werden. Dort würden jedoch 
die  direkt  angrenzenden  Bereiche  bereits  durch  die  betriebsnotwendige 
Gartennutzung  belegt  bzw.  weiter  östlich  Fruchtfolgeflächen  betreffen.  Zu 
beachten sei zudem, dass der Pool insbesondere als Bewegungsmöglichkeit für 
den  vom  Prader-Willi-Syndrom  (PWS)  betroffenen  Bruder  des  Rekurrenten 
erstellt  worden  sei.  Die  Überdachung  führe  schliesslich  zu  einer  Erhöhung  der 
Anlage von max. 1,5 m und werde optisch von der Bepflanzung kaschiert. Damit 
sei sie nicht geeignet, das Landschaftsbild im Sinne von Art. 34 Abs. 4 lit. b RPV 
zu  beeinträchtigen.  Betrachte  man  das  gesamte  Betriebszentrum,  sei  der 

 
 
 
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Swimmingpool  zwischen  den  Gärten  und  Bepflanzungen  südlich  des 
Wohnhauses gut eingebettet.  

Sollte der Swimmingpool nicht als zonenkonform bewilligt werden können, 
beantragt  der  Rekurrent  eine  Ausnahmebewilligung  gemäss  Art. 24  RPG.  Der 
Pool  sei  aufgrund  der  besonderen  Kondition  des  Bruders  erstellt  worden.  Das 
nächste Schwimmbad befinde sich in  einer Entfernung von 3,7 km in T. Es sei 
nicht möglich gewesen, auf eine Alternative im Baugebiet auszuweichen. (…) 

5.3  Die  Trennung  von  Bauzonen  und  Nichtbauzonen  als  wichtigster 
Grundsatz  der  heutigen  Raumplanung  verlangt,  dass  bodenverändernde 
für  Bodenerhaltendes  vorgesehen  sind, 
Nutzungen  von  Bereichen,  die 
grundsätzlich ferngehalten werden. Bauten und Anlagen sind daher in aller Regel 
in  einer  ihnen  entsprechenden  Bauzone  zu  verwirklichen.  Ausserhalb  des 
Baugebietes  dürfen  sie  nur  erstellt  werden,  wenn  dies  die  einschlägige 
die 
Nutzungszone 
Ausnahmevoraussetzungen  von  Art. 24 ff. RPG  gegeben  sind.  Zweck  dieser 
Trennung  von  Bauzonen  und  Nichtbauzonen 
ist  die  Verhinderung  von 
Streusiedlungen und von übermässigem Verkehr in den Landwirtschaftsgebieten 
sowie der Landschaftsschutz. 

(Art. 22 RPG) 

gestattet 

wenn 

oder 

Neue  landwirtschaftliche  Bauten  und  Anlagen  müssen  in  ihrer  konkreten 
für  eine  zweckmässige  Bewirtschaftung  des  Bodens  am 
Ausgestaltung 
vorgesehenen Standort objektiv notwendig und nicht überdimensioniert sein. Der 
landwirtschaftliche Zweck darf nicht bloss Vorwand sein, um ein Bauvorhaben zu 
verwirklichen, das für die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Bodens nicht 
erforderlich  ist.  Massgebend  sind  nicht  subjektive  Wünsche  und  Bedürfnisse. 
Dasselbe  muss 
im  Zusammenhang  mit  dem 
landwirtschaftlichen Wohnen gelten. Dieses Vorrecht, ausserhalb der Bauzonen 
zu  wohnen,  bleibt  deshalb  einerseits  einem  verhältnismässig  engen 
Personenkreis  vorbehalten,  andererseits  sind  auch  die  damit  verbundenen 
baulichen Massnahmen in Grenzen zu halten.  

für  Bauten  und  Anlagen 

besteht, 

ist,  wird 

Da  die  Frage, 

inwiefern  ein 
nicht 

landwirtschaftlicher  Bedarf 
geregelt 
explizit 

für  eine 
Gartengestaltung 
für 
Umgebungsgestaltungen bei zonenkonformen Wohnbauten regelmässig auf die 
Praxis zu den altrechtlichen Wohnbauten nach Art. 24c RPG zurückgegriffen. Die 
Baudirektion  Kanton  Zürich  verfolgt  eine  langzeitige  und  konstante  Praxis, 
wonach  sie  Gartenanlagen  zu  zonenfremden  Wohnnutzungen 
in  der 
Landwirtschaftszone nur in deren Nahbereich bewilligt, wobei dieser Nahbereich 
innerhalb  eines  7 m-Radius  um  das  Wohnhaus  angenommen  wird.  Diese 
Einschränkung ist im Hinblick auf die Vermeidung weiterer Zersiedelung sinnvoll 
und  grundsätzlich  nicht  in  Frage  zu  stellen.  Selbstredend  sind  diesbezüglich 
zonenkonforme, landwirtschaftliche Wohnnutzungen nicht schlechter zu stellen. 
Auch Landwirten ist eine Gartennutzung rund um ihr Heim nicht zu verwehren. 
Hingegen 
landwirtschaftlichen 
Wohnnutzung eine grössere Gartenfläche zustehen sollte als einer altrechtlichen, 
nicht zonenkonformen Wohnnutzung. Dies, zumal die Anlagen in beiden Fällen 
nicht  der  Landwirtschaft  dienen  und  auch  landwirtschaftliche  Wohnbauten  und 
ihrem  Bedarf  entsprechend  zu 
selbst 

ist  auch  nicht  ersichtlich,  weshalb  einer 

landwirtschaftliche  Zweckbauten 

 
 
- 3-  

eine 

unbeschränkte 

beschränken sind, um die Zersiedelung gering zu halten und Kulturland wie auch 
die Landschaft zu schützen. Entsprechend ist nicht einzusehen, weshalb einer 
landwirtschaftlichen  Wohnnutzung 
zur 
Freizeitnutzung  zur  Verfügung  stehen  sollte.  Wenn  die  Baudirektion  Kanton 
Zürich  ihre  für  nichtlandwirtschaftliches  Wohnen  ausserhalb  der  Bauzonen 
entwickelte  Bewilligungspraxis 
das 
landwirtschaftliche Wohnen anwendet und damit das raumplanerische Interesse 
höher einstuft, erscheint dies gerechtfertigt. Die regelmässig verlangte räumliche 
Beschränkung  wurde  im  Sinne  der  Rechtsgleichheit,  der  Rechtssicherheit  und 
der  Raumplanung  auch  vom  Bundesgericht geschützt  (BGr  1C_439/2018  vom 
13. März 2020, E. 4.4). Dabei ist festzuhalten, dass es sich bei einer Praxis nicht 
um eine starre Regelung handelt, sondern um einen Richtwert.  

für  Gartenanlagen 

Fläche 

auch 

auf 

um 

südlich 

5.4  Grundsätzlich  handelt  es  sich  bei einem privaten  Swimmingpool nicht 
um eine Anlage, welche im Sinne von Art. 24 RPG auf einen Standort ausserhalb 
der  Bauzonen  angewiesen  ist  oder  der  für  ein  landwirtschaftliches  Gewerbe 
betriebsnotwendig  wäre.  Insofern  kann  er  höchstens  im  Rahmen  der  hier 
unbestrittenermassen  zonenkonformen 
landwirtschaftlichen  Wohnnutzung 
beurteilt  werden.  Wie  ausgeführt,  kommt  dabei  die  sogenannte  7 m-Regel  zur 
Anwendung,  wobei  es  sich  um  einen  Richtwert  handelt.  Das  rekurrentische 
Wohnhaus  befindet  sich  mitten  im  Betriebszentrum  und  ist  mit  den  übrigen 
betrieblichen  Gebäuden  zusammengebaut.  Die  südliche  Fassade,  vor  der  die 
Poolanlage erstellt wurde, steht zwar frei, wird jedoch von der rund 10 m breiten, 
betriebsnotwendigen  Erschliessungsfläche,  welche 
den 
Gebäudekomplex führt, umschlossen. Diese spezielle Konstellation wurde auch 
von  der  Baudirektion  berücksichtigt,  indem  sie  nicht  davon  ausgeht,  dass eine 
Gartennutzung zu diesem Wohnhaus direkt an der Fassade erfolgen oder darauf 
verzichtet  werden  müsste.  Der  Swimmingpool  wurde  jedoch  auch  nicht 
anschliessend  an  diese  Erschliessungsfläche  errichtet,  sondern  10 m  weiter 
südlich.  Die  Fläche  dazwischen  dient  ebenfalls  der  Gartennutzung,  wie  den 
Orthofotos  zu  entnehmen 
für  Blumen  oder  Kräuter  sowie  die 
Umgebungsgestaltung  der  Poolanlage,  zu  deren  Gunsten  der  Garten  in  den 
letzten Jahren weichen musste (…). Inwiefern dieser Garten betriebsnotwendig 
sein soll bzw. er, falls er doch wesentlich zum betrieblichen Einkommen beitragen 
sollte, an dieser Stelle liegen muss, ist nicht ersichtlich, handelt es sich doch um 
einen  Gemüseanbaubetrieb,  der  über  die  notwendigen  Anbauflächen  verfügt. 
Der  bestehende  Garten  kann  somit  nicht  als  Argument  für  die  noch  grössere 
Distanz des Pools zum Wohnhaus herangezogen werden. Gleichzeitig kann die 
Aussengestaltung  nicht  weiter  ausgedehnt  werden,  wenn  die  entsprechenden 
Flächen  bereits  belegt  sind.  Die  räumliche  Beschränkung  führt  dazu,  dass 
allenfalls nicht jede gewünschte Nutzung realisiert werden kann und auf die eine 
zugunsten einer anderen verzichtet werden muss. Allerdings ist dabei wiederum 
zu  beachten,  dass  nur  untergeordnete  und  sich  gut  ins  Landschaftsbild 
einfügende Anlagen bewilligungsfähig sind. Dies schliesst einen Swimmingpool 
nicht  von  vornherein  aus,  verlangt  jedoch  eine  Anpassung  in  Bezug  auf  die 
Dimensionierung und Ausgestaltung, wobei klar festzuhalten ist, dass die strittige 
Anlage  mit 
ihrer  Grösse,  Überdachung  und  grossflächigen  befestigten 
Umgebung auch innerhalb des Nahbereichs nicht bewilligungsfähig wäre. Daran 
ändern  im  Übrigen  auch  die  Bedürfnisse  des  Bruders  des  Rekurrenten  nichts, 

ist, 

 
 
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zumal diesen bislang auch mit einem kleineren Becken ohne Überdachung und 
erweiterte Sitzplatzgestaltung Rechnung getragen werden konnte.  

Insgesamt 

ist  somit  die  Beurteilung  der  Baudirektion,  wonach  der 
Swimmingpool sich auch unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse klar 
ausserhalb des Nahbereichs des Wohnhauses befindet und gleichzeitig nicht als 
untergeordnet  und  sich 
in  das  Landschaftsbild  einpassend  erweist, 
nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Der Rekurs erweist sich insoweit als 
unbegründet.