# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d14b910b-12d3-5e62-8446-593fc9569842
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 20.05.2008 R 2007 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2007-94_2008-05-20.pdf

## Full Text

R 07 94

2. Kammer 

URTEIL
vom 20. Mai 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Neuzuteilung bei Güterzusammenlegung

1. a) Mit Urteil vom 11. Juni 2007 (1P.48/2007) hiess das Bundesgericht (I. 

öffentlich-rechtliche Abteilung) die staatsrechtliche Beschwerde der Eheleute 

… gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 

27. Oktober 2006 (R 06 34) betreffend Neuzuteilung bei 

Güterzusammenlegung aus formellen Gründen (Verletzung von Art. 29 Abs. 

1 BV; unzulässige Mitwirkung eines Ingenieurs sowohl als beratender 

Fachmann für die Meliorationskommission wie auch als Aktuar der 

Schätzungskommission) gut und hob das kantonale Urteil auf. Materiell 

wurden indes keine Erwägungen gemacht. Zum Sachverhalt kann auf Lit. A. 

und B. (S. 2/3) des Bundesgerichtsurteils verwiesen werden.

b) Mit Entscheid vom 2., mitgeteilt am 21. August 2007 hielt die 

Schätzungskommission der Gesamtmelioration … (SKG) fest, dass sowohl 

der Antrag auf Neuzuteilung der Parzellen 196/197 im Gebiet … an die 

Eheleute … als auch die Neuzuteilung von Parz. 51 oder eines Teils davon 

statt Parz. 56 im Gebiet … an die Ehefrau … abgewiesen werden (Ziff. 2 

Dispositiv). Die Neuzuteilung an die erwähnten Eheleute erfolge nach den 

beiliegenden Güterzetteln 117 und 226 und den beiliegenden 

Planausschnitten von … (Hof der Eheleute) und ... Die protokollarisch 

festgehaltenen Änderungen der Zuteilung in … und … (nach nochmaliger 

Einigungsverhandlung am 11. Juli 2007) seien darin verarbeitet (Ziff. 3).

2. Dagegen liessen die Eheleute … am 21. September 2007 frist- und 

formgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

erheben mit den Begehren um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids (Ziff. 2/3) und Rückweisung der Angelegenheit zur 

Beweisergänzung und Neubeurteilung an die Vorinstanz. Zur Begründung 

brachten sie im Wesentlichen vor, dass ihr Recht auf Beweisofferte (neutrale 

Fachstelle sollte beurteilen, ob die Meliorationsgrundsätze u.a. bezüglich 

Betriebsführung [-optimierung] eingehalten seien) im Sinne von Art. 29 Abs. 2 

BV verletzt worden seien, da die Schätzungskommission in dieser Sache nicht 

(mehr) als objektiv und unabhängig betrachtet werden könnte und darum die 

Einholung einer neutralen Expertise beweisrelevant sei. Die Darstellung, 

wonach die SKG selbst genug sach- und fachkundig sei, greife zu kurz, zumal 

sie im Bundesgerichtsurteil eine formelle Strafaktion erblickt habe und die 

Gesamtmelioration nun so schnell als möglich erledigt haben wollte. Materiell 

machten die Beschwerdeführer weiter geltend, dass die Landzuteilung im 

Gebiet … eindeutig den Meliorationsgrundsätzen nach einer möglichst 

rationellen Hofbewirtschaftung widersprochen habe. Anstatt die unterhalb der 

Kantonsstrasse gelegenen Parz. 196 und 197 im Gebiet … ihnen und ihrem 

nur ca. 365 Meter entfernt, hangaufwärts gelegenen Bauernhof … 

zuzuweisen, habe die Vorinstanz jene zwei in der Talebene situierten 

Grundstücke absolut unvernünftig zwei Eigentümern - aus der 12 km entfernt 

gelegenen Gemeinde … im … - zugeteilt, obschon sie diesen genau so gut 

Landflächen oberhalb der Kantonsstrasse im Gebiet … hätte zuweisen 

können. Die besagten Parz. 196/197 hätten die Beschwerdeführer bereits seit 

1975 bewirtschaftet und 2004 gar noch käuflich erworben. Die Nichtzuteilung 

jener zwei Grundstücke hätte ferner zur Folge, dass sie ihr Vieh (60 

Grossvieheinheiten) täglich auf die Weide in … treiben müssten, was zeitlich 

(4 Stunden statt 20 Minuten pro Tag) und personell einen beträchtlichen 

Mehraufwand bedeuten würde und verkehrstechnisch sehr gefährlich wäre 

(Wegstrecke 200 m auf Kantonstrasse Richtung …). Im Weiteren sei auch die 

Zuteilung der Parz. 56 im Gebiet … völlig unzweckmässig erfolgt und mit einer 

rationellen Bewirtschaftung zweifellos unvereinbar. Vernünftigerweise hätte 

der Beschwerdeführerin die direkt an den Beschwerdeführer (Parz. 52) 

angrenzende Parz. 51 (mit Verschiebung des Güterwegs Rtg Kantonsstrasse) 

zugeteilt werden müssen.

3. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme beantragten die 

Beschwerdegegnerinnen (Schätzungskommission der Gesamtmelioration … 

[SKG] und Meliorationskommission … [MKR]) dem Gericht die kostenfällige 

und vollständige Abweisung der Beschwerde. Den Einwänden und 

Vorbringen der Beschwerdeführer hielten sie entgegen, dass die Vorinstanz 

den erhobenen Beweisantrag auf Einholung einer neutralen Expertise zu 

Recht abgelehnt habe, weil die SKG als Fachgremium einerseits selbst über 

das nötige Fachwissen bezüglich einer möglichst fairen und gerechten 

Landzuteilung verfügt habe und anderseits der gewünschte 

Abklärungsauftrag nur die Optimierung der Betriebsführung (als eines von 

mehreren Meliorationszielen) umfasst hätte, was zu einem völlig verzerrten 

Gesamtbild der Gesamtmelioration (mit 250 involvierten Grundeigentümern) 

geführt hätte. Die SKG habe daher in willkürfreier antizipierter 

Beweiswürdigung davon ausgehen dürfen, dass ein solcher Spezialbericht 

auch keine neuen Erkenntnisse bezüglich der strittigen Nichtzuteilung der 

Parz. 196/197 in … an die Beschwerdeführer gebracht hätte. Materiell habe 

die Vorinstanz das bei derartigen Neuzuteilungen immer zentrale 

Realersatzprinzip im Sinne des Ausgleichs in quantitativer und qualitativer 

Hinsicht beinahe optimal erfüllt, was das Gericht in seinem ersten Urteil vom 

Oktober 2006 (S. 12) bereits bestätigt habe. Sie habe ihr naturgemäss weites 

Ermessen bei den Neuzuteilungen weder pflichtwidrig noch willkürlich 

ausgeübt; vielmehr liessen sich alle Landzuteilungen und 

Geländearrondierungen sachlich begründen und rechtfertigen. Insgesamt 

hätten die Beschwerdeführer durch die Neuzuteilungen sogar noch um rund 

360 Bonitierungspunkte an Bodenwert gewonnen. Soweit sie vor allem im 

Gebiet … eine andere Landzuteilung (mit Parz. 196/197) gefordert hätten, sei 

dies schon deshalb nicht möglich gewesen, weil sie über weiteren Boden in 

… verfügt hätten und dieser Boden im Durchschnitt fast doppelt so hoch 

bewertet worden sei wie derjenige rund um den Bauernhof in ... Ein 

vollständiger Bodenabtausch samt Landkonzentration nur im Hofgebiet … sei 

deshalb schon aus rein quantitativen Gründen nicht möglich gewesen. Gegen 

eine Zuweisung der Parz. 196/197 an die Beschwerdeführer habe weiter 

gesprochen, dass diese zwei Grundstücke unterhalb der Kantonsstrasse 

lägen und das Vieh der Beschwerdeführer diese stark frequentierte 

Hauptstrasse somit jeweils hätte überqueren müssen, um so vom Hofareal … 

(aufwärts, oberhalb der Kantonsstrasse) auf das unterhalb der 

Kantonsstrasse gelegene Weide- und Ackerland zu gelangen. Im Übrigen sei 

es nicht richtig, dass die Parz. 196/197 ebenerdig und damit komplett 

maschinell bewirtschaftet werden könnten, da im Westen und Norden teils 

steile Böschungen existierten, die die Zufahrt zum Stall (Geräteeinstellhalle) 

auf Parz. 196 mit schweren Landmaschinen gar gefährlich erscheinen liessen. 

Die weite Entfernung für die neuen Eigentümer der Parz. 196/197 (Wohnort 

…) könne in diesem Zusammenhang kein ausschlaggebendes Kriterium sein, 

da jene beiden Grundeigentümer schon früher Boden oberhalb der 

Hauptstrasse im Hanggebiet … besessen hätten und somit eine Neuzuteilung 

an sie im näheren Umfeld unerlässlich gewesen sei. Sinnvollerweise sei den 

Beschwerdeführern daher Land oberhalb der Kantonsstrasse rund um ihren 

Hof und den zwei andern Eigentümern das Land unterhalb jener Strasse 

zugewiesen worden. Beim Gebiet … handle es sich um die besten 

Produktionsflächen für Ackerbau im ganzen Meliorationsgebiet und den zwei 

Beschwerdeführern sei gerade dort neu die grösste zusammenhängende 

Bodenfläche zugeteilt worden, obschon die Beschwerdeführerin dort vorher 

über gar kein Land verfügt hätte. Ferner hätten die Beschwerdeführer 

widersprüchlich argumentiert, indem sie behaupteten, ein landwirtschaftlicher 

Feld-/Güterweg in … würde einer rationellen Bewirtschaftung der neu 

zugewiesenen Parz. 52 und 56 zuwiderlaufen, wogegen eine stark und 

schnell befahrene Kantonsstrasse einer solchen im Gebiet … nicht 

entgegenstehen würde. Aus all diesen Gründen gebe es am angefochtenen 

(und noch überarbeiteten) Entscheid der Vorinstanz vom August 2007 nichts 

auszusetzen.

4. In ihrer Replik vertieften und bekräftigten die Beschwerdeführer nochmals 

ausführlich, weshalb die Nichtzuteilung der Parz. 196/197 im Gebiet … an sie 

(innerbetrieblich) völlig falsch und unhaltbar gewesen sei. Der zweite 

Beschwerdepunkt (Änderung der neu zugeteilten Parz. 52 und 56 im Gebiet 

…) wurde indessen ausdrücklich fallen gelassen.

5. Die Duplik der Beschwerdegegnerinnen datierte vom 3. Dezember 2007.

6. Am 16. April 2008 führte die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts noch einen 

Augenschein vor Ort samt kurzer Begehung im Gelände durch, wobei seitens 

der Beschwerdeführer … in Begleitung des gemeinsamen Anwalts lic. iur. … 

und seitens der Beschwerdegegnerinnen zum einen der Obmann der 

Schätzungskommission der Gesamtmelioration (SKG) und zum anderen der 

Präsident der Meliorationskommission … (MKR) samt deren gemeinsamer 

Anwalt lic. iur. … persönlich anwesend waren. Im Weiteren waren noch zwei 

Vertreter des Kantons (Amt für Landwirtschaft und Strukturverbesserungen) 

präsent. Als Beigeladene waren ausserdem noch die (neuen) Eigentümer der 

Parz. 196/197 im Gebiet … zugegen. Allen Anwesenden wurde dabei die 

Gelegenheit geboten, sich mündlich an den jeweiligen Standorten 1 und 2 

(Auf Zufahrtsstrasse zum Hof … mit Blick talwärts auf Parz. 196/197 und 

unterhalb der Kantonsstrasse direkt auf Parz. 196) nochmals zur Streitsache 

frei zu äussern (vgl. Protokoll). Seitens der Beschwerdeführer wurde dabei 

noch ein selbst in Auftrag gegebenes Gutachten des Schweizerischen 

Bauernverbands vom 15. April 2008 (zunächst in Kopie mit dem Titel 

„Auswirkungen der Neuzuteilung im Rahmen der Gesamtmelioration … auf 

Hof …“), drei Heimgüterzettel (Eigentümer Nr. 117/226, 16 und 296) sowie 

eine Zusammenstellung des Alt- und Neubestands der Eigengüter zu den 

Akten gegeben, woraus hervorgehen sollte, dass die kritisierte Landzuteilung 

(der Parz. 196/197 an Dritte) für die beiden Beschwerdeführer 

(innerbetrieblich) mit Mehraufwand und beträchtlichen Mehrkosten verbunden 

wäre und sie deshalb einer seriösen und vollständigen Prüfung nach den 

Meliorationsgrundsätzen nicht standhalten würde. Die 

Beschwerdegegnerinnen bestritten dazu bereits vor Ort die Zulässigkeit, die 

Notwendigkeit und die inhaltliche Aussagekraft jenes einseitigen 

Parteigutachtens der Beschwerdeführer.

7. Hiernach wurde das Verfahren sistiert, um allen Parteien und Beteiligten die 

Möglichkeit zu bieten, sich noch genauer zum Inhalt des Gutachtens des 

Schweizerischen Bauernverbands vom April 2008 äussern und vielleicht doch 

noch eine gütliche Einigung untereinander (inkl. Beigeladene) erzielen zu 

können. Innert Frist liessen sich sowohl die Beschwerdegegnerinnen mit 

Schreiben vom 5. Mai 2008 als auch die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

9. Mai 2008 nochmals zur ganzen Streitsache samt Gutachten vernehmen, 

ohne dabei jedoch eine einvernehmliche Lösung über die allein noch strittige 

Landzuteilung (Parz. 196/197) zu erzielen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Formell gilt es vorab die Rechtmässigkeit des abgelehnten Beweisantrags auf 

Einholung eines neutralen Fachgutachtens über die Auswirkungen der 

Neuzuteilungen samt „Betriebsoptimierungen“ zu klären. Nach Art. 11 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; BR 370.100) ist der Sachverhalt von 

Amtes wegen zu ermitteln (Abs. 1). Die Behörde erhebt die notwendigen 

Beweise, wobei sie an Parteibegehren zur Ermittlung des Sachverhalts nicht 

gebunden ist (Abs. 3). Gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. f VRG dienen der Behörde 

als Beweismittel – neben dem Wissen ihrer Mitglieder - insbesondere auch 

Sachverständigengutachten. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (S. 

6) zu Recht anführte, besteht kein Anspruch auf Beweisabnahme, sofern sich 

eine vorweggenommene (antizipierte) Beweiswürdigung offensichtlich als 

unnötig und nicht willkürlich erweist (BGE 131 I 158 E. 3 = Pra. 2005 Nr. 27). 

Im konkreten Fall ist dazu erstellt, dass alle Mitglieder der laut Art. 15 der 

Vollziehungsverordnung zum Meliorationsgesetz (BR 915.110) amtierenden 

Schätzungskommission langjährige und berufserfahrene Landwirte sind und 

daher anhand ihrer Lebenserfahrung, Orts- und Fachkenntnisse sehr wohl 

selbst im Stande waren, die positiven und negativen Auswirkungen einer 

derart grossen Güterzusammenlegung (mit 250 involvierten 

Grundeigentümern) im Zuge eines bald 20 Jahre andauernden 

Meliorationsverfahrens im Detail gegeneinander sorgfältig abzuwägen sowie 

aus einer Gesamtoptik die erforderlichen Neuzuteilungen, 

Geländearrondierungen und Bodenbewertungen vorzunehmen. Wie aus den 

bei den Akten liegenden Übersichtsplänen (Alter Bestand; Neuer Bestand; 

Situation 1:5000) betreffend Gesamtmelioration vom Mai 2006 entnommen 

werden kann, wurden dabei ganz besonders die zahlreichen Güter der 

Beschwerdeführer (Legende-Nummern 117/226) als auch die Neuzuteilungen 

der in diesem Streitverfahren Beigeladenen (Nrn. 20/331) umfassend 

mitberücksichtigt. Von einem Gutachten, das sich lediglich spezifisch mit dem 

Teilaspekt der Betriebsoptimierung für einen bestimmten Bauernhof (…) 

befassen sollte, durfte die Vorinstanz damit mangels vorhersehbarer und 

verwertbarer neuer Erkenntnisse aber absehen, weshalb es an jenem 

Beweismittelverzicht auch nichts auszusetzen gibt. Dem ist vorliegend umso 

mehr zuzustimmen, als die Vorinstanz – entgegen der Darstellung der 

Beschwerdeführer - keineswegs mit einem „Racheakt“ auf das für sie – aus 

rein formellen Gründen – negative Bundesgerichtsurteil vom Juni 2007 

reagierte, sondern diverse Verbesserungsvorschläge anlässlich der erneut 

durchgeführten Einigungsverhandlung im Juli 2007 zur Kenntnis nahm und in 

ihrem neuen Entscheid vom August 2007 – sofern als „Mosaikstein“ mit der 

Gesamtmelioration vereinbar – noch verarbeitete (Ziff. 3), womit sie sich zum 

Wohle aller Beteiligten sehr flexibel zeigte.

b) Nachdem die Beschwerdeführer nun aber von sich aus sowie auf eigene 

Kosten ein entsprechendes Gutachten beim Schweizerischen Bauernverband 

in Auftrag gegeben und auf das Resultat desselben im Zuge des gerichtlichen 

Augenscheins konkret Bezug genommen haben, rechtfertigt es sich hier, auf 

jenes Privatgutachten vom April 2008 noch etwas genauer einzugehen. Wie 

aus der Zusammenfassung des Gutachtens auf Seite 3 hervorgeht, bewirkt 

die Gesamtmelioration für den Heimbetrieb (…) der Beschwerdeführer pro 

Jahr eine Kostenersparnis von Fr. 4'266.-- auf dem Gebiet der Fuhrkosten und 

von Fr. 4'051.-- bei den Parzellenformkosten. Bezogen auf die Bodenfläche 

im neuen Bestand ergebe sich daraus eine Ersparnis von umgerechnet Fr. 

873.-- pro Hektare. Bei zwei anderen zum Vergleich herangezogenen 

Eigentümern (Nr. 16 und 296; Seite 10) wären die gesparten Betriebskosten 

indes noch höher, nämlich bei Fr. 1'271.-- und Fr. 1'164.-- pro Hektare 

gelegen, woraus die Beschwerdeführer den Schluss zogen, dass die 

Gesamtmelioration für sie nicht optimal verlaufen sei und entsprechende 

Korrekturen aus betriebsökonomischer Sicht eben noch angebracht wären. 

Dieser Auffassung vermag sich das Gericht nicht anzuschliessen, da eine 

derartige Betrachtungsweise und Würdigung auf einem viel zu engen 

Blickwinkel beruhen würde. Entscheidend kann nicht sein, ob andere 

Eigentümer (Nr. 16/296) aus der Gesamtmelioration noch grössere Vorteile 

gezogen haben als die Beschwerdeführer, sondern ob die überwiegende 

Mehrheit der direkt betroffenen Grundeigentümer durch die 

Gesamtmelioration eine Verbesserung der bisherigen Eigentums- und 

Nutzungsverhältnisse erfahren hat. Tatsache ist nun aber, dass die 

Beschwerdeführer gleichfalls von einer Kostenersparnis profitieren und jener 

Vorteil pro Hektare nach neuem Bestand ca. 12% höher liegt, als dies im 

Quervergleich mit den übrigen Grundstücken der Fall gewesen wäre (vgl. 

Mittelwerte laut ETH-Studie). Damit ist zugleich aber auch bereits erstellt, 

dass dem Privatgutachten keine massgebliche Aussagekraft zugebilligt 

werden kann, da die Beschwerdeführer objektiv selbst unter rein 

innerbetrieblichen Gesichtspunkten einen wirtschaftlichen Nutzen erlangt 

haben und derselbe sogar überdurchschnittlich hoch ausgefallen ist. Der 

Hinweis auf zwei spezifisch ausgewählte Eigentümer (Nr. 16/296), welche 

noch deutlich mehr von der Gesamtmelioration profitierten, ist absolut 

unerheblich und vermag für sich allein noch keine Verletzung der 

meliorationsrechtlichen Grundsätze zu begründen. Das nachgereichte 

Privatgutachten vom April 2008 erweist sich deswegen auch bei näherer 

Prüfung für den Standpunkt der Beschwerdeführer als völlig 

beweisuntauglich.

2. a) Materiell bleibt damit immer noch die Verletzung der gesetzlichen 

Meliorationsbestimmungen im Allgemeinen als auch bezüglich der Parz. 

196/197 im Besonderen zu prüfen und zu entscheiden. Nach Art. 12 Abs. 1 

lit. a des kantonalen Meliorationsgesetzes (MelG; BR 915.100) bezweckt eine 

Güterzusammenlegung u.a. die rationelle Verwendung des Bodens in der 

Land- und Forstwirtschaft. Nach Art. 28 Abs. 1 MelG gilt es dazu folgende 

Grundsätze zu beachten: Die Neuzuteilung hat, abgesehen vom Landabzug 

für gemeinsame Infrastrukturanlagen, in quantitativer und qualitativer Hinsicht 

dem alten Bestand zu entsprechen, soweit sich dies unter Berücksichtigung 

der betriebswirtschaftlichen und technischen Erfordernisse bewerkstelligen 

lässt. Mit der Neuzuteilung sind grösstmögliche Betriebsverbesserungen 

anzustreben.

b) Im Lichte jener Vorgaben gilt es zunächst generell festzuhalten, dass die 

Neuzuteilungen ganz besonders auch für die Beschwerdeführer zu einer 

vorteilhaften Konzentration der Heimweiden rund um ihr Betriebszentrum (Hof 

…) führten und somit die Zerstückelung und Zersiedelung des davor weit 

herum verstreuten Agrarbodens so wirksam gestoppt bzw. wieder korrigiert 

werden konnte. Ein Direktgleich zwischen dem alten und neuen Bestand 

beweist dies sehr eindrücklich (alt: Beschwerdeführer 68 Parzellen, 

Wertdurchschnitt 27 Bonitierungspunkte; Beschwerdeführerin 8 Parz. mit 

Wertdurchschnitt 28 Pte.; neu: Beschwerdeführer 7 Parz., Wertdurchschnitt 

28 Pte.; Beschwerdeführerin 3 Parz. mit Wertdurchschnitt 40 Pte.). Die 

Straffung auf total nur noch vier grossflächige Betriebsorte zugunsten des 

Beschwerdeführers darf mit dem Sinn und Zweck von Art. 12 Abs. 1 lit. a MelG 

geradezu als in optimaler Form erfüllt angesehen werden (vgl. Übersichtsplan 

Neuzuteilung: Gelb markierte Geländeflächen). Dasselbe gilt auch bezüglich 

der Beschwerdeführerin (Plan: Braun markierte Flächen an drei Standorten). 

Daraus folgt, dass von einer Verletzung der mit dem Meliorationsgesetz im 

Allgemeinen angestrebten Strukturverbesserungen keine Rede sein kann, 

sondern vielmehr offenkundig gerade das Gegenteil der Fall ist, womit es am 

angefochtenen Entscheid unter jenem grundsätzlichen Aspekt sicherlich 

nichts abzuändern gibt.

c) Zu klären bleibt einzig noch die Hauptstreitfrage, ob die Parz. 196/197 im 

Gebiet … (unterhalb der Kantonsstrasse) zu Recht den namentlich erwähnten 

Beigeladenen und nicht den Beschwerdeführern zugeteilt wurden. Wie der 

durchgeführte Augenschein des Gerichts vom 16. April 2008 dazu 

aufschlussreich ergab, wäre als einzig denkbare Alternative zu den von der 

Vorinstanz vorgenommenen Landzuweisungen bloss ein Landabtausch in der 

Nähe des Betriebszentrums (Hof …) der Beschwerdeführer in Frage 

gekommen, da nur so ein qualitativer und quantitativer Realersatz im Sinne 

von Art. 28 Abs. 1 MelG zugunsten der Beschwerdeführer und der 

Beigeladenen faktisch überhaupt möglich gewesen wäre. Anstelle der Parz. 

196/197 hätten die Beigeladenen dann aber Anspruch auf eine entsprechend 

grosse und gleichwertig bonitierte Fläche (in …) oberhalb der Kantonsstrasse 

gehabt, was für die künftige Bewirtschaftung des Hofs der Beschwerdeführer 

weit gravierender und ungünstiger gewesen wäre, weil das umliegende 

Hofareal samt Heimweiden dadurch massiv reduziert worden wäre und so die 

eigens geschaffenen Nutzungsvorteile durch die Gesamtmelioration für die 

Beschwerdeführer geradezu wieder rückgängig gemacht würden. Dem kann 

vernünftigerweise nicht zugestimmt werden, zumal die Beschwerdeführer 

offensichtlich übersehen, dass auch die Beigeladenen bisher über Land im 

Gemeindeabschnitt … verfügten und daher – genau gleich wie die 

Beschwerdeführer – einen Anspruch auf Realersatz hatten. Die angeführte 

Distanz zwischen dem Wohnort der Beigeladenen (…) und den ca. 12 km 

entfernt davon neu zugewiesenen Parz. 196/197 ändert daran aus 

meliorationsrechtlicher Sicht natürlich gar nichts, da die besagten Eigentümer 

vorher sogar noch weiter entfernt über Boden in Hanglage (…) verfügten. Die 

angefochtene Neuzuteilung der Parz. 196/197 stellte für sie demnach letztlich 

die einzig realistische Kompensationsmöglichkeit dar, um bei konkretem 

Verzicht auf ihre oberhalb der Kantonsstrasse situierten Grundstücke in etwa 

ebenbürtiges Land unterhalb der Kantonsstrasse zu erhalten. Hinzu kommt, 

dass eine strikte Trennung der jeweiligen Bewirtschaftungsflächen in ein 

erweitertes Hofareal einerseits und die beiden Parz. 196/197 in der Talsohle 

anderseits bereits wegen der sie durchquerenden, unbestritten viel 

befahrenen Kantonsstrasse durchaus Sinn macht. Dies trifft im Einzelfall um 

so mehr zu, als das Vieh der Beschwerdeführer vom Hof … bis zu den 

besagten Parz. 196/197 jeweils gerade quer über jene Hauptstrasse getrieben 

werden müsste und dies leicht nachvollziehbar ein erhebliches 

Gefahrenpotential für alle Strassenbenützer (hohes Risiko von 

Verkehrsunfällen) dargestellt hätte, das kaum vernünftig (ohne künstliche und 

teure Kunstbauten) hätte gelöst bzw. beseitigt werden können. Insoweit die 

Beschwerdeführer anlässlich des Augenscheins weiter den 

unmissverständlichen Eindruck erweckten, dass sie zwar auf der Zuteilung 

der Parz. 196/197 in … beharrten, sich im Gegenzug aber selbst gerade nicht 

bereit erklärten, auf die Zuteilung von zusätzlichem Boden rund um ihren Hof 

zu verzichten, verhielten sie sich widersprüchlich. Angesichts jener 

kompromisslosen und wenig lösungsorientierten Haltung muss daher noch 

klargestellt werden, dass die Vorinstanz unter diesen Umständen am Ende 

gar keine andere Wahl hatte, als die Parz. 196/197 den Beigeladenen 

zuzuweisen, da sie nur auf diese Art und Weise auch gegenüber jenen beiden 

Eigentümern dem zentralen Meliorationsgebot nach qualitativem wie 

quantitativem Realersatz (laut Art. 28 Abs. 1 MelG) gerecht werden konnte. 

Jedenfalls kann daraus noch keine Verletzung von anderweitigen 

Meliorationsvorgaben abgeleitet werden, womit der kritisierte 

Zuteilungsentscheid der Vorinstanz auch im Besonderen (Ziff. 2) völlig korrekt 

und haltbar war.

3. a) Der angefochtene Zuteilungsentscheid der Vorinstanz vom August 2007 

erweist sich damit in jeder Beziehung als rechtens, was zu seiner Bestätigung 

und zur umfassenden Abweisung der Beschwerde führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 VRG vollumfänglich unter solidarischer Haftung den beiden 

Beschwerdeführern aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche 

Parteientschädigung steht den nicht anwaltlich vertretenen Beigeladenen 

ebenso wenig zu (analog Art. 78 Abs. 1 VRG), wie den in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegenden Beschwerdegegnerinnen (Art. 78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 364.--

zusammen Fr. 4'364.--

gehen solidarisch zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 17. März 2009 

abgewiesen (1C_392/2008).