# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1969078-0878-5c5a-a23f-8bdd4fd50d0e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.04.2025 F-7851/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-7851-2024_2025-04-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-7851/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Gregor Chatton, 

mit Zustimmung von Richter Sebastian Kempe;   

Gerichtsschreiber Matiu Dermont. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

2. B._______,  

beide vertreten durch MLaw Lea Haidlauf, 

Rechtsschutz für Asylsuchende, 

Bundesasylzentrum Region Zürich, 

(…),  

Beschwerdeführerinnen,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); Verfügung des SEM 

vom 5. Dezember 2024 / N (…). 

 

 

 

F-7851/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die eritreische Beschwerdeführerin 1, A._______ (geboren […]), ersuchte 

am 14. August 2024 in der Schweiz um Asyl. Am (…) gebar sie eine Toch-

ter, B._______ (die Beschwerdeführerin 2; ebenfalls Staatsangehörige 

Eritreas), welche in das Asylgesuch der Beschwerdeführerin 1 miteinge-

schlossen wurde. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2024 (tags darauf eröffnet) trat die Vor- 

instanz auf die Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen nicht ein und ver-

fügte nach Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) deren Wegweisung 

nach Frankreich. Ferner beauftragte sie das zuständige kantonale Migrati-

onsamt mit dem Vollzug der Wegweisung, verfügte die Aushändigung der 

editionspflichten Akten an die Beschwerdeführerinnen gemäss Aktenver-

zeichnis und führte an, einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

C.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. Dezember 2024 (Datum der Postauf-

gabe) erhoben die Beschwerdeführerinnen durch die mandatierte Rechts-

vertreterin gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde und beantragten die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 

sowie die Durchführung ihrer Asylverfahren in der Schweiz; eventualiter sei 

die Sache der Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. In pro-

zessualer Hinsicht beantragten sie die Anordnung vorsorglicher Massnah-

men, die Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie die Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung. 

D.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 16. Dezember 2024 setzte der 

Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin-

nen gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus. Gleichentags 

verzeichnete das Bundesverwaltungsgericht den Eingang eines durch die 

Beschwerdeführerinnen selbst verfassten Beschwerdeschreibens vom 12. 

Dezember 2024. 

E.  

Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 14. Februar 2025 vernehmen, 

worauf die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 14. März 2025 repli-

zierten. Die Parteien reichten dabei weitere Beweismittel zu den Akten. 

F-7851/2024 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:  

1.    

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG).  

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungs-

gericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des Asyls zu-

ständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin 1 ist zur 

Beschwerdeanhebung für sich und ihre Tochter legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-

ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

Die Beschwerdeführenden rügen in ihrer Rechtsmitteleingabe unter ande-

rem eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Der Sachverhalt sei 

zum Zeitpunkt des Entscheids nicht vollständig erstellt gewesen, da die 

Vorinstanz das mit der Beschwerdeführerin 1 am 13. Dezember 2024 

durchgeführte Re-Konzil zur Verlaufsbeurteilung ihrer psychischen Prob-

leme nicht abgewartet habe. Diese formelle Rüge ist vorab zu beurteilen, 

da sie allenfalls geeignet sein kann, eine Kassation der angefochtenen Ver-

fügung zu bewirken (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.2). 

F-7851/2024 

Seite 4 

3.1 Im Asylverfahren wie im übrigen Verwaltungsverfahren gilt der Unter-

suchungsgrundsatz. Das heisst, die Behörde hat den rechtserheblichen 

Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig 

abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Dabei muss sie insbeson-

dere die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaf-

fen und die relevanten Umstände abklären. Die Sachverhaltsfeststellung 

ist unvollständig, wenn die Behörde nicht alle für den Entscheid rechtsre-

levanten Sachumstände berücksichtigt hat. Der Untersuchungsgrundsatz 

findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (vgl. 

Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG; zum Ganzen BVGE 2016/27 E. 9.1.1 m.H.). 

3.2 Den Akten zufolge wird im Austrittsbericht des Stadtspitals Zürich vom 

26. September 2024 für die Beschwerdeführerin 1 nach der Geburt ihrer 

Tochter erstmals auf eine psychosoziale Belastungssituation hingewiesen 

(vgl. SEM-act. 54/8). Aus der gynäkologischen Sprechstunde vom 8. No-

vember 2024 geht hervor, dass sie deswegen in psychologisch/psychiatri-

scher Behandlung ist (vgl. SEM-act. 55/5). In einem Bericht des Ambulato-

riums Kanonengasse vom 28. November 2024 wird festgehalten, die Be-

schwerdeführerin 1 fühle sich von der gegenwärtigen Situation überfordert. 

Seit dem 3. postpartalen Tag fühle sie sich innerlich leer, traurig, habe Ge-

dankenkreisen und leide unter Reduktion von Appetit, Konzentration und 

Antrieb. Dies sei für sie alles neu, sie habe bisher nie an einer depressiven 

Episode gelitten. Ihr Ehemann sei von der Türkei nach Eritrea überstellt 

worden, wo er sieben Monate im Gefängnis hätte verbringen müssen. Ihr 

wird ein Verdacht auf eine post-traumatische Belastungsstörung (PTBS) 

sowie auf eine postpartale Depression attestiert. Angesichts dessen wurde 

für den 13. Dezember 2024 für eine Verlaufsbeurteilung ein Re-Konzil vor-

gesehen (vgl. SEM-act. 62/9, 63/2). Einer Rückmeldung des Gesundheits-

diensts in den Asylzentren ist weiter zu entnehmen, dass mit der Beschwer-

deführerin 1 am 19. November 2024 ein Erstgespräch hinsichtlich eines 

möglichen stationären Aufenthalts auf der F._______ im Spital X._______ 

durchgeführt wurde (vgl. SEM-act. 64/1). Eine allfällige Dokumentation die-

ses Gesprächs ist den Akten indes nicht zu entnehmen. 

3.3 Die Vorinstanz führte angesichts dieser Informationen in der angefoch-

tenen Verfügung in antizipierter Beweiswürdigung aus, sie würde den me-

dizinischen Sachverhalt als genügend erstellt erachten, um die Zulässig-

keit und Verhältnismässigkeit einer Wegweisung der Beschwerdeführinnen 

nach Frankreich beurteilen zu können (vgl. BVGer-act. 1, Beilage 1, S. 7).  

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Seite 5 

3.3.1 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Auch wenn die psychi-

schen Probleme der Beschwerdeführerin 1 an sich – angesichts der hohen 

Schwelle für eine Verletzung von Art. 3 EMRK (vgl. Urteil des EGMR Pa-

poshvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

41738/10, §§ 180-193 m.w.H.) – einer Überstellung nach Frankreich zum 

Verfügungszeitpunkt nicht entgegenstanden, mitunter die von der Vo-

rinstanz vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung dahingehend der 

gängigen Praxis entspricht (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3; Urteil 

des BVGer F-3597/2024 vom 12. Juni 2024 E. 6.3), ist im vorliegenden Fall 

zu beachten, dass der psychische Gesundheitszustand der Beschwerde-

führerin 1 sich auch auf ihre ein halbes Jahr alte Tochter sowie auf die 

Frage auswirkt, ob beide von der in der Schweiz lebenden Schwester res-

pektive Tante unter anderem im Sinne von Art. 8 EMRK abhängig sein 

könnten. Vor diesem Hintergrund hätte die Vorinstanz das psychiatrische 

Re-Konzil vom 13. Dezember 2024 vor dem Erlass des Nichteintretensent-

scheids abwarten müssen. Dadurch, dass die Vorinstanz dies unterliess, 

hat sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Angesichts der fehlenden 

Unterlagen zum Erstgespräch für einen möglichen stationären Aufenthalt 

auf der F._______ im Spital X._______ vom 19. November 2024 ist im Üb-

rigen auch fraglich, ob die Vorinstanz ihrer Aktenführungspflicht vollum-

fänglich nachgekommen ist, wobei die Frage hier offen bleiben kann. 

3.4 Im Hinblick auf eine mögliche Heilung des bei der Fällung des Ent-

scheids nicht vollständig erhobenen Sachverhalts bezüglich der psychi-

schen Probleme der Beschwerdeführerin 1 und um deren Abhängigkeits-

verhältnis zu ihrer in der Schweiz lebenden Schwester zu überprüfen, 

führte der Instruktionsrichter nach Eingang der Beschwerde einen Schrif-

tenwechsel durch. Daraus ging hervor, dass die Beschwerdeführerin 1 seit 

dem 7. März 2025 stationär auf der F._______ des Spitals X._______   be-

handelt wird. In einem diesbezüglichen Kurzbericht vom 13. März 2025 

wird der Beschwerdeführerin 1 nunmehr eine schwere psychische Verhal-

tensstörung im Wochenbett attestiert (vgl. BVGer-act. 15, Beilage). Somit 

kann ein Abhängigkeitsverhältnis zu ihrer in der Schweiz lebenden 

Schwester zu diesem Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilt werden und 

können auch ihr derzeitiger gesundheitlicher Zustand und die daraus re-

sultierenden Auswirkungen auf die Beschwerdeführerin 2 nicht ausrei-

chend bewertet werden. Mit anderen Worten erweist sich der Sachverhalt 

als nicht genug liquide, um zum jetzigen Zeitpunkt darüber ein Urteil fällen 

zu können (vgl. Urteile des BVGer F-1339/2020 vom 14. April 2020 E. 6; 

F-1209/2023 vom 20. März 2023 E. 7). Eine Heilung der durch die Vo-

rinstanz begangenen Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes fällt 

F-7851/2024 

Seite 6 

somit ausser Betracht (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 10.1.2; 2020 VII/6 E. 12.6; 

2015/30 E. 8.1). 

4.  

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsab-

klärung im Sinne der vorliegenden Erwägungen sowie zum neuen Ent-

scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz wird dabei den 

weiteren Verlauf der Behandlung der Beschwerdeführerin 1 auf der 

F._______ im Spital X._______ abwarten müssen, bevor sie anhand der 

entsprechenden ärztlichen Berichte die Überstellung der Beschwerdefüh-

rerinnen nach Frankreich hinsichtlich der Frage, ob die gesundheitliche Si-

tuation der Beschwerdeführerin 1 und ein etwaiges damit zusammenhän-

gendes Abhängigkeitsverhältnis von ihr und ihrer Tochter zu ihrer Schwes-

ter und Tante dies zulassen, erneut prüft. 

Angesichts des Verfahrensausgangs erübrigt es sich, auf die weiteren Be-

schwerdevorbringen näher einzugehen. 

5.  

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 

erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

5.2 Eine Parteientschädigung ist den Beschwerdeführerinnen trotz ihres 

Obsiegens nicht auszurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene 

unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, de-

ren Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt 

werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

 

 

F-7851/2024 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufgeho-

ben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur vollständigen Sachver-

haltsfeststellung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen und die Vorinstanz. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gregor Chatton Matiu Dermont 

 

 

 

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