# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** faeee26c-c62d-54c9-9d5d-d2009e7683f6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** GG240300-L3
**Docket/Reference:** GG240300-L3
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/GG240300-L3.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Zürich
10. Abteilung - Einzelgericht  

Geschäfts-Nr.: GG240300-L / U

Mitwirkend: Bezirksrichter lic. iur. R. Harris

Gerichtsschreiberin MLaw T. Baldissera

Urteil vom 7. März 2025
(begründete Ausfertigung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, 

Anklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

betreffend Körperverletzung, evt. Versuchs dazu

Privatklägerin

B._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, 

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. Dezember 2024 

(act. 29) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:
(Prot. S. 7)

Der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt 

lic. iur. X._____, die Privatklägerin in Begleitung ihrer unentgeltlichen Rechtsbei-

ständin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ sowie Staatsanwalt lic. iur. C._____.

Anträge der Anklagebehörde:
(act. 29 S. 4 f.)

"♦ Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift

♦ Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 7 Monaten

♦ Anrechnung der erstandenen Haft

♦ Gewährung des bedingten Vollzuges der Freiheitsstrafe unter Anset-

zung einer Probezeit von 2 Jahren

♦ Anordnung einer fakultativen Landesverweisung im Sinne von 

Art. 66abis StGB von 7 Jahren

ev., sofern keine fakultative Landesverweisung ausgesprochen wird

♦ Anordnung eines Kontakt- und Rayonverbots von 5 Jahren im Sinne 

von Art. 67b StGB

♦ Entscheid über die Rückgabe der einzig als mögliche (kontaminierte) 
Beweismittel (alle Flüssigkeiten im ehemals gemeinsamen Haushalt 
von A._____ und B._____ an der D._____-strasse 1 in … Zürich) si-
chergestellten Flüssigkeiten (allesamt lagernd beim FOR)

♦ Anordnung einer Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines 
DNA-Profils im Sinne von Art. 257 StPO; Erteilung des Vollzugsauf-
trages an den Erkennungsdienst des Forensischen Instituts Zürich 
(FOR) und Verpflichtung des beschuldigten A._____, innert 30 Tagen 
ab Eintritt Rechtskraft des Urteils beim Erkennungsdienst des Foren-
sischen Instituts Zürich, Polizei- und Justizzentrum (PJZ), Güter-
strasse 33, 8004 Zürich, Telefon 058 649 80 50, zur erkennungs-
dienstlichen Behandlung mit Wangenschleimhautabnahme zu er-
scheinen

♦ Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft

- 3 -

♦ Kostenauflage (inkl. Gebühr für das Vorverfahren von CHF 4'000.00)"

Anträge der Privatklägerschaft:
(act. 39 S. 2)

"1.

2.

3.

4)

5)

6)

7)

Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage vom 9. Dezember 2024 schuldig 
zu sprechen und angemessen zu bestrafen

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Geschädigten den bis zum 7. März 
2025 aufgelaufenen Schaden im Betrag von CHF 11'107 für den durch die 
strafbare Handlung entstandenen Erwerbsschaden, zuzüglich 5 % Zins ab 
dem 22. April 2024 bis zum Urteilstag zu ersetzen. Sofern dieser Betrag 
nicht vollumfänglich zugesprochen wird, sei die Forderung im Mehrbetrag 
auf den Zivilweg zu verweisen

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Geschädigten CHF 2'861 für Arzt-
kosten, CHF 3'891 für Mietkosten und 451 CHF für Reisekosten zu bezah-
len. Sofern dieser Betrag nicht vollumfänglich zugesprochen wird, sei die 
Forderung im Mehrbetrag auf den Zivilweg zu verweisen.

Es sei Vormerk davon zu nehmen, dass es sich beim vorstehenden Antrag 
um eine Teilklage handelt und sich die Privatklägerin vorbehält, von dem 
Beschuldigten zu einem späteren Zeitpunkt weiteren Schadenersatz zu for-
dern.

Im Übrigen sei festzustellen, dass der Beschuldigte für den erlittenen Scha-
den grundsätzlich haftbar ist und für den deliktischen Schaden aufzukom-
men.

Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, der Geschädigten eine Genugtu-
ungssumme von CHF 5000 zu bezahlen, zuzüglich 5 % Zins seit dem 
22. April 2024. Sofern dieser Betrag nicht vollumfänglich zugesprochen 
wird, sei die Forderung im Mehrbetrag auf den Zivilweg zu verweisen.

Es sei der Geschädigten die Frist zur Einreichung der folgenden zusätzli-
chen Beweismittel: Aktueller Arztbericht und weitere Arbeitsunfähigkeits-
zeugnisse, Behandlungsbericht Opferhilfestelle und Bericht Psychologin, 
bis maximal zum Verhandlungstermin vom 7. März 2025 erstrecken."

Anträge der Verteidigung zur Vorfrage:
(act. 50)

"1. Es sei festzustellen, dass die von der Privatklägerin erstellte Videoaufnahme 
unverwertbar  ist  und  es  sei  diese  Aufnahme  aus  den  Strafakten  zu 
entfernen."

- 4 -

Anträge der Verteidigung:
(act. 53 S. 1 f.)

"1.

Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen.

2.

3.

4)

5)

6)

7)

8)

Er sei für die zu Unrecht erlittene Haft zu entschädigen.

Es sei von der Anordnung einer Landesverweisung abzusehen.

Es sei von der Anordnung eines Kontakt- und Rayonverbots i.S.v. Art. 67b 
StGB abzusehen.

Die sichergestellten Flüssigkeiten seien zu vernichten.

Es sei davon abzusehen, vom Beschuldigten eine DNA-Probe zu entneh-
men und von dieser Probe ein DNA-Profil i.S.v. Art. 257 StPO zu erstellen. 

Die Zivilansprüche der Privatklägerschaft seien abzuweisen bzw. auf den 
Zivilweg zu verweisen.

Die Kosten seien ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen, die 
Kosten der amtlichen Verteidigung seien in jedem Fall auf die Staatskasse 
zu nehmen."

- 5 -

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Prozessuales

1.

Prozessgeschichte

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 9. Dezember 2024 

ging am 11. Dezember 2024 beim hiesigen Bezirksgericht ein (act. 29). Die gleich-

zeitig beim Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts Zürich beantragte Ver-

längerung der gegenüber dem Beschuldigten angeordneten Kontakt- sowie Ray-

onverbote zur Privatklägerin B._____ (folgend: Privatklägerin) wurden mit gerichtli-

cher Verfügung vom 16. Dezember 2024 befristet bis am 13. März 2025 resp. bis 

zur erstinstanzlichen Urteilseröffnung bewilligt (act. 32). Mit Vorladungsverfügung 

vom 16. Januar 2025 wurde die Hauptverhandlung auf den 7. März 2025 angesetzt 

und  den  Parteien  Frist  zur  Stellung  von  Beweisanträgen  resp.  der  Privatklägerin 

Frist zur Bezifferung der Zivilforderung angesetzt (act. 34/1). Die Hauptverhandlung 

wurde am 7. März 2025 hierorts durchgeführt (Prot. S. 7 ff.). Im Anschluss an die 

Verhandlung wurde das Urteil mündlich eröffnet, begründet und den anwesenden 

Parteien schriftlich im Dispositiv übergeben (act. 56; Prot. S. 29). Die Staatsanwalt-

schaft  erklärte  direkt  im  Anschluss  der  Hauptverhandlung  die  Berufung  (Prot. 

S. 29).

2.

Konstituierung Privatklägerschaft

Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am 

Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen, wobei der Strafantrag die-

ser Erklärung gleichgestellt ist (Art. 118 Abs. 1 und 2 StPO). B._____ konstituierte 

sich  mit  Formular  "Geltendmachung  von  Rechten  als  Privatklägerschaft",  unter-

zeichnet am 23. Mai 2024, rechtsgültig als Privatklägerin (act. 13/1).

3.

Strafantrag

Bei  dem  zu  beurteilenden  Tatbestand  der  (versuchten)  einfachen  Körperverlet-

zung, begangen am Lebenspartner (Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 6 

StGB),  handelt  es  sich  um  ein  Offizialdelikt,  welches  von  Amtes  wegen  verfolgt 

- 6 -

wird.  Trotzdem  liegt  ein  Strafantrag  vom  22. April  2024,  unterzeichnet  durch  die 

Privatklägerin, den staatsanwaltschaftlichen Akten bei (act. 13/4). Somit wäre auch 

ein notwendiger Strafantrag fristgerecht gestellt worden.

4.

Verwertbarkeit der Beweismittel

4.1. Hinsichtlich der Frage der Verwertbarkeit ist auf die durch die Privatklägerin 

heimlich  erstellte  Videoaufnahme  genauer  einzugehen.  So  enthält  die  Strafpro-

zessordnung  Bestimmungen  zu  den  verbotenen  Beweiserhebungen  (Art.  140 

StPO) und zur Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweise (Art. 141 StPO). Wie-

weit die Beweisverbote auch greifen, wenn nicht staatliche Behörden, sondern Pri-

vatpersonen Beweismittel sammeln, wird in der Strafprozessordnung nicht explizit 

geregelt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht in Anlehnung an die Doktrin 

davon  aus,  dass  von  Privaten  rechtswidrig  erlangte  Beweismittel  nur  verwertbar 

sind, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt wer-

den können und kumulativ dazu eine Interessenabwägung für deren Verwertung 

spricht (BGE 146 IV 226 E. 2.1; BGer 1B_22/2012 vom 11. Mai 2012 E. 2.4.4; BGer 

6B_786/2015 vom 8. Februar 2016 E. 1.2; je mit Hinweisen).

4.2. Gemäss Art. 6 Abs. 3 DSG dürfen Personendaten nur zu einem bestimmten 

und für die betroffene Person erkennbaren Zweck beschafft werden; sie dürfen nur 

so  bearbeitet  werden,  dass  es  mit  diesem  Zweck  vereinbar  ist.  Anders  hiess  es 

noch in Art. 4 Abs. 4 aDSG, dass die Beschaffung von Personendaten und insbe-

sondere  der  Zweck  ihrer  Bearbeitung  für  die  betroffene  Person  erkennbar  sein 

muss. Die Erkennbarkeit im Wortlaut von Art. 6 Abs. 3 DSG bezieht sich nur noch 

auf den bestimmten Zweck, aber anders als Art. 4 Abs. 4 aDSG nicht mehr auf die 

Erkennbarkeit der Datenbeschaffung an sich. Der Transparenzgrundsatz geht je-

doch weit über die Transparenz betreffend den Bearbeitungszweck hinaus. Der Ge-

setzgeber  war  sich  wohl  dieser  etwas  unglücklichen  sprachlichen  Formulierung 

nicht  bewusst,  wie  aus  der  Botschaft  erkennbar  wird  (Botschaft  DSG-Revision 

2017, 7025). In dieser wird erläutert, dass die Neuformulierung keine materiellen 

Änderungen bezweckt und sowohl die Beschaffung der Daten als auch der Zweck 

erkennbar sein müssen (Botschaft DSG-Revision 2017, 7025). Folglich muss die 

Beschaffung von Personendaten als auch der Zweck ihrer Bearbeitung für die be-

- 7 -

troffene Person nach wie vor erkennbar sein. Die Missachtung dieses Grundsatzes 

stellt eine Persönlichkeitsverletzung dar (Art. 30 Abs. 2 lit. a DSG).

4.3. Eine Persönlichkeitsverletzung im Sinne von Art. 30 Abs. 2 lit. a DSG ist ge-

mäss  Art. 31  Abs. 1  DSG  widerrechtlich,  wenn  kein  Rechtfertigungsgrund  –  na-

mentlich ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse – vorliegt. Bei der 

Frage der strafprozessualen Verwertbarkeit eines Beweismittels sind hingegen der 

Strafanspruch des Staates und der Anspruch der beschuldigten Person auf ein fai-

res Verfahren in erster Linie entscheidend; die Interessen des privaten Datenbear-

beiters treten dabei zurück (BGE 146 IV 226 E. 3.3).

4.4. Die Videoaufzeichnung erfolgte in Missachtung von Art. 6 Abs. 3 DSG und ist 

damit rechtswidrig. Der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung, eventua-

liter des Versuchs hierzu, angeklagt. Es handelt sich somit vorliegend gemäss Ein-

schätzung  der  Staatsanwaltschaft  entweder  um  eine  einfache  Körperverletzung 

oder um eine Tätlichkeit (für den Fall, die tatsächlich erlittene gesundheitliche Be-

einträchtigung das Ausmass einer einfachen Körperverletzung nicht erreicht haben 

sollte). Somit handelt es sich um eine Übertretung oder ein Vergehen, die nach der 

Rechtsprechung nicht als schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO zu 

qualifizieren sind (BGE 146 IV 226 E. 4; BGE 137 I 218 E. 2.3.5.2). Dieser Mass-

stab ist auch bei der Verwertung privat erhobener Beweise anzuwenden (siehe zu-

vor E. 3.2), was dazu führt, dass die Interessenabwägung zuungunsten der Ver-

wertung ausfällt.

4.5.

In diesem Zusammenhang brachte die Staatsanwaltschaft sowie die Privat-

klägerschaft sodann vor, dass ein Beweisnotstand vorliege, weshalb die durch die 

Privatklägerin heimlich erstellte Videoaufnahme dennoch verwendet werden dürfe. 

Dabei wurde unter anderem auf ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Us-

ter vom 14. Juli 2020 (GG190058) sowie auf das Urteil SB120440 des Obergerichts 

des Kantons Zürich vom 28. Mai 2013 verwiesen (Prot. S. 8 ff.).

Eine Berufung auf ein beweisrechtliches Selbsthilferecht kann nur in ganz en-

gen Grenzen eine Berechtigung beanspruchen, denn es greift nur, wenn staatliche 

Hilfe nicht erreichbar ist, während ein Dritter in die eigene Rechtssphäre eingreift 

- 8 -

(GLESS, in: NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER, Schweizerische Strafprozessordnung / Ju-

gendstrafprozessordnung, Basler Kommentar, 3. Aufl., Basel 2023, Art. 141 N 40). 

So muss die Gefahr für eine Notstandshandlung unmittelbar drohen und nicht an-

ders abwendbar sein und es muss absolute Subsidiarität herrschen (BSK StGB-

NIGGLI/GÖHLICH, Art. 17 N 14 und 16).

Vorliegend wird dem Beschuldigten vorgeworfen, ein Gebäckstück sowie Tee 

mit Abführmittel kontaminiert zu haben, so dass es zu einer (versuchten) einfachen 

Körperverletzung der Privatklägerin gekommen sei. Der Anklagesachverhalt beruht 

insbesondere auf den Aussagen der Privatklägerin sowie auf der durch sie erstell-

ten Videoaufnahme. Weshalb die Privatklägerin vor Erstellung der Videoaufnahme 

nun  den  konkreten  Verdacht  hegte,  der  Beschuldigte  würde  ihr  etwas  unter  ihre 

Nahrungsmittel mischen, geht aus den staatsanwaltschaftlichen Akten nicht hervor. 

Vielmehr hegte sie lediglich ein Gefühl, dass der Beschuldigte ihr Unrecht tue und 

ihre Verdauungsbeschwerden daher rühren würden (act. 11/1; act. 11/2). In diesem 

Zusammenhang wäre es der Privatklägerin ein Leichtes gewesen, allfällige konta-

minierte Lebensmittel auf das Vorhandensein von Giftstoffen oder Medikamenten 

untersuchen zu lassen resp. die Polizei zu involvieren. So hätte sie bei Feststellung, 

dass der Beschuldigte etwas über in den Tee oder über das Gebäck geträufelt hat, 

die Lebensmittel auch unverzüglich zur Polizei bringen können, statt den Tee weg-

zuschütten und das Gebäck zu essen, wie sie es getan hat. So führte anlässlich 

der  heutigen  Hauptverhandlung  auch  die  Staatsanwaltschaft  mehrfach  aus,  das 

kontaminierte Gebäckstück habe durch die Flüssigkeit des DulcoLax regelrecht ge-

trieft (Prot. S. 20 ff.; 25). Umso unverständlicher erscheint es, dass die Privatkläge-

rin  ein  triefendes  Gebäckstück  dennoch  ass,  obwohl  sie  den  Beschuldigten  ver-

dächtigte, sie vergiften zu wollen. Dies gilt umso mehr, als dass es nicht das erste 

derartige Gebäck war, das sie konsumierte und sie deshalb wusste, dass dieses 

üblicherweise nicht tropft. Es wäre der Privatklägerin demnach ein Leichtes gewe-

sen,  ihre  gegenüber  dem  Beschuldigten  erhobenen  Vorwürfe  anderweitig  genü-

gend zu dokumentieren – insbesondere das triefende Gebäck zuhanden der Polizei 

sicherzustellen – , weshalb ein Beweisnotstandsrecht gerade nicht angerufen wer-

den kann. Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass die von der Staatsan-

waltschaft  und  Privatklägerschaft  angerufene  Rechtsprechung  des  Obergerichts 

- 9 -

des Kantons Zürich (OGer ZH SB120440 vom 28. Mai 2013 E. 5) ohnehin die Frage 

der  Verwertbarkeit  des  Entlastungsbeweises  im  Lichte  eines  Beweisnotstands 

prüfte und nicht die Frage der Verwertbarkeit von Belastungsbeweisen.

4.6. Folglich sind in Anwendung von Art. 141 Abs. 2 StPO die durch die Privatklä-

gerin heimlich erstellte Videoaufzeichnung (act. 10/7) und die darauf erstellte Foto-

dokumentation (act. 10/6) nicht verwertbar. Ob die zur Diskussion stehenden Auf-

zeichnungen rechtmässig durch die Strafverfolgungsbehörden hätten erlangt wer-

den  können,  kann  deshalb  offenbleiben.  Sodann  sieht  Art.  141  Abs.  4  StPO  die 

Fernwirkung von Beweisverboten vor: Das heisst, es sind nicht nur die illegal ge-

sammelten  (Erst-)Beweise,  sondern  auch  diejenigen  (Zweit-)Beweise  unverwert-

bar,  deren  Erhebung  nur  durch  die  unverwertbaren  (Erst-)Beweise  möglich  war. 

Diese  Regelung  soll  einerseits  die  Beweisverwertungsverbote  vor  Aushöhlung 

schützen,  andererseits  dann  eine  Fernwirkung  des  Beweisverbots  verhindern, 

wenn  diese  im  Ergebnis  als  stossend  empfunden  würde,  weil  die  Strafbehörden 

den Zweitbeweis auch unabhängig vom illegalen Erstbeweis erlangt hätten (BSK 

StPO-GLESS, Art. 141 N 88). Vor diesem Hintergrund legt die Formulierung des Art. 

141  Abs.  4  folgende  Prüfung  des  konkreten  Einzelfalls  nahe:  Massgebliche  Per-

spektive ist – in Abgrenzung zur früheren Praxis – die Sicht der Strafbehörden vor 

Erlangung des illegalen Beweises. Ausschlaggebender Prüfungsmassstab ist, ob 

die Strafverfolgungsbehörden nach den konkreten Umständen des Einzelfalls den 

Zweitbeweis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ohne Kenntnis 

des illegal erhobenen Erstbeweises erlangt hätten (Schweizerisches Strafprozess-

recht in der Praxis, Schnell Beat, Steffen Simone, Bähler Jürg, § 5. Beweisrecht 5. 

Fernwirkung der Beweiserhebungsverbote).

4.7.

In  casu  ist  nicht  von  einer  strikten  Fernwirkung  auszugehen  und  Art. 141 

Abs. 4  StPO  findet  Anwendung.  Demnach  wäre  aufzuzeigen,  dass  der  Beschul-

digte  die  Aussagen  in  seiner  Einvernahme  nach  Vorhalt  des  Videos  auch  ohne 

Kenntnis des Inhalts des Videos getätigt hätte. Ein derartiger Nachweis ist regel-

mässig schwer zu erbringen und fehlt im vorliegenden Fall. Somit ist davon auszu-

gehen, dass die Aussagen des Beschuldigten nach Vorhalt des Videomaterials in 

Hinsicht auf das gesehene Video erfolgten und ansonsten nicht resp. auf andere 

- 10 -

Art und Weise erfolgt wären. Somit erweisen sich sämtliche nach Vorhalt des Vi-

deos erfolgten Aussagen anlässlich jeglicher Einvernahmen des Beschuldigten als 

unverwertbar.

4.8. Der Beschuldigte äusserte sich anlässlich seiner ersten polizeilichen Einver-

nahme  zunächst  ohne  Vorhalt  des  Videomaterials  frei.  Im  Verlaufe  der  Einver-

nahme wurde ihm sodann das Video abgespielt. Ab diesem Moment sind folglich 

die Aussagen des Beschuldigten nicht mehr verwertbar (act. 9/1 F/A 46 ff.). Beide 

Hafteinvernahme  sowie  die  Schlusseinvernahme  erfolgte  sodann  im  Wissen  um 

das Videomaterial und sind demnach unverwertbar (act. 9/2-4), soweit sie sich zu-

lasten des Beschuldigten auswirken.

4.9. Schliesslich ist anzumerken, dass die übrigen Beweismittel verwertbar sind.

II. Sachverhalt

1)

Allgemeines zur Sachverhaltserstellung

a)

Bei der Beantwortung der Frage, ob sich der dem Beschuldigten in der An-

klageschrift vorgeworfene Sachverhalt verwirklicht hat, ist das Gericht keinen Be-

weisregeln verpflichtet. Vielmehr gilt der Grundsatz der freien richterlichen Beweis-

würdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO), wonach das Gericht sein Urteil nach seiner freien, 

aus den vorhandenen Beweismitteln geschöpften Überzeugung fällt. Hat sich die 

Beweisführung,  wie  vorliegend,  auf  Aussagen  von  Beteiligten  zu  stützen,  ist  an-

hand sämtlicher Umstände zu prüfen, welche Darstellung überzeugend ist. Beste-

hen  nach  abgeschlossener  Beweiswürdigung  erhebliche  oder  unüberwindbare 

Zweifel,  so  sind  diese  zu  Gunsten  des  Beschuldigten  zu  werten  (BSK  StPO-TO-

PHINKE, Art. 10 N 76). Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht 

massgebend sein, weil solche immer möglich sind (BGer 6B_297/2007 vom 4. Sep-

tember 2007 E. 3.4; BGer 1P.587/2003 vom 29. Januar 2004 E. 7.2).

b)

Stützt sich die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten, sind diese frei 

zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und der 

Hauptverhandlung ergeben, zu untersuchen, ob die Sachdarstellung überzeugend 

- 11 -

ist, wobei insbesondere zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden ist. Die allgemeine Glaubwürdigkeit ei-

ner Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen Stellung auch aus ihrem wirtschaft-

lichen Interesse am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem aus ihren persönli-

chen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbeteiligten. Bei der Wür-

digung von Aussagen ist allerdings nicht in erster Linie die prozessuale Stellung 

der aussagenden Person massgebend. Ihr Interesse am Ausgang des Verfahrens 

oder die persönliche Bindung zu anderen Prozessbeteiligten ist für sich alleine noch 

kein Grund, ihrer Aussage zu misstrauen. Erst das Hinzutreten weiterer, in dieselbe 

Richtung weisender Indizien kann begründeten Anlass geben, Aussagen als unzu-

verlässig zu verwerfen. Zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen ist daher 

zu  prüfen,  ob  diese  in  den  wesentlichen  Punkten  Widersprüche  enthalten,  sie  in 

ihrem Kerngehalt stimmig und im sich aus ihnen ergebenden Ablauf logisch und 

schlüssig sind sowie ob sie – soweit das objektiv möglich ist – anhand erstellter 

Sachverhalte korrekt verifizierbar sind (ROLF BENDER, Die häufigsten Fehler bei der 

Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, 1985, S. 53 ff.; BENDER/NACK/TREUER, 

Tatsachenfeststellung vor Gericht, 5. Aufl., München 2021).

c)

Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld der be-

schuldigten Person mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Bestehen nach ab-

geschlossener Beweiswürdigung erhebliche oder unüberwindbare Zweifel, so sind 

diese zu Gunsten des Beschuldigten zu werten ("in dubio pro reo") und es ist von 

jener Sachlage auszugehen, welche für die beschuldigte Person günstiger ist, so-

dass  diese  unter  Umständen  freizusprechen  ist  (BSK  StPO-TOPHINKE,  Art. 10 

N 76).

2)

Anklagevorwurf

a)

Die  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  am 

22. April  2024,  um  ca. 08:00  Uhr,  an  der  ehemals  gemeinsamen  Wohnung  im 

3. OG des Mehrfamilienhauses an der D._____-strasse 1 in … Zürich der Privat-

klägerin heimlich, das heisst ohne deren Wissen und Einverständnis, eine grössere 

Menge  Abführmittel,  mutmasslich  DulcoLax®,  verabreicht  zu  haben.  Dabei  habe 

er, während die Privatklägerin in einem anderen Zimmer der Wohnung die gemein-

- 12 -

same  Tochter  E._____  gestillt  habe  und  das  Tun  des  Beschuldigten  nicht  habe 

sehen können, aus einem ev. aus zwei kleinen Fläschchen, von welchem oder wel-

chen er jeweils zuvor zwecks Verdunklung die zugehörige Etikette entfernt hätte, 

ca. 20 Sekunden lang dieses Abführmittel in den von der Privatklägerin zuvor für 

sich selbst zum Konsum auf dem Esstisch der Wohnung bereitgestellten Tee und 

hernach noch ca. 18 Sekunden lang auch auf das von ihr ebenfalls zuvor auf dem 

Esstisch der Wohnung für sich selbst zum Konsum bereitgestellte Gebäck sowie 

sodann  nochmals  ca.  neun  Sekunden  lang  in  denselben,  damit  bereits  angerei-

cherten Tee getröpfelt oder gespritzt.

b)

Der Beschuldigte habe dies in der Absicht getan, dass die Privatklägerin her-

nach diese von ihm wissentlich und willentlich mit erheblichen Abführmittel, mut-

masslich DulcoLax®, angereicherten Lebensmittel konsumieren würde. Dies sei in 

der Folge durch die ahnungslose Privatklgäerin auch geschehen. Dabei sei dem 

Beschuldigten  bei  seinem  Tun  stets  bewusst  gewesen,  dass  die  Privatklägerin 

diese  beiden  Lebensmittel  zu  ihrem  eigenen  (späteren)  Konsum  bereitgestellt 

hätte. Deshalb habe er genau diese beiden Lebensmittel, welche die Privatklägerin 

zu konsumieren gedacht hätte, mit grossen Mengen Abführmittel kontaminiert.

c)

Der Beschuldigte habe hierbei in der Absicht – sei dies aus Hass resp. Wut 

auf die Privatklägerin – gehandelt, der Privatklägerin ein körperliches Leid anzutun 

und ihr mit seinem beschriebenen Tun entsprechende Schmerzen, Krämpfe, Un-

wohlsein und/oder Durchfall zu verursachen, insbesondere dass die Privatklägerin 

infolge seines Tuns zumindest Schmerzen und/oder Bauchkrämpfe, Bauchschmer-

zen, Unwohlsein und/oder Durchfall für eine gewisse Zeit erleiden würde. Dies habe 

er zumindest zu tun versucht. Dabei habe der Beschuldigte billigend in Kauf ge-

nommen, dass er damit auch seine Tochter E._____, welche von der Privatklägerin 

zu  diesem  Zeit  noch  gestillt  worden  sei,  schädigen  und  ihr  ebenfalls  Schmerzen 

zufügen könnte.

d)

Tatsächlich habe die Privatklägerin hernach infolge ihres Konsums der kon-

taminierten Lebensmittel, also des Tees und des Gebäcks, einige Stunden später 

wie vom Beschuldigten beabsichtig, an Bauchmerzen, Durchfall und Bauchkrämp-

fen mit entsprechenden Schmerzen gelitten, welche bei ihr über eine gewisse Zeit 

- 13 -

angedauert resp. angehalten hätten und was ihr in dieser Zeit auch ein allgemeines 

Unwohlsein zugefügt habe. Dies habe der Beschuldigte der Privatklägerin genauso 

mit  seinem  Tun  antun  oder  ihr  verursachen  wollen  oder  was  er  mit  seinem  Tun 

zumindest zu bewirken versucht habe.

3)

Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte anerkennt dass er die von der Privatklägerin bereitgestellten Le-

bensmittel mit dem Abführmittel Dulcolax kontaminiert hat. Indes habe es sich hier-

bei um sein Frühstück gehandelt. Er habe dieses für sich selbst mit Abführmittel 

versehen, da er Verdauungsprobleme gehabt habe.

4) Glaubwürdigkeit der Parteien

a) Mit Bezug auf die Glaubwürdigkeit von beschuldigten Personen ist festzuhal-

ten, dass diese im Strafprozess Objekt und Subjekt zugleich sind. Ihre Doppelstel-

lung  bedeutet  konkret,  dass  sich  einerseits  das  Strafverfahren  gegen  sie  richtet, 

anderseits  ihre  Aussagen  als  Beweismittel  für  und  gegen  sie  verwendet  werden 

können. Eine Pflicht, durch aktives Verhalten die Untersuchung zu fördern und so 

zur eigenen Überführung beizutragen, trifft eine beschuldigte Person nicht, was ein-

leuchtet. So ist die beschuldigte Person im Rahmen der Selbstbegünstigung grund-

sätzlich nicht zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet und darf vielmehr unge-

straft lügen, soweit sie dadurch nicht andere unrechtmässig einer Straftat bezich-

tigt. Entsprechend kann ein Tatverdächtiger ein durchaus nachvollziehbares Inter-

esse  daran  haben,  die  Ereignisse  in  einem  für  ihn  günstigen  Licht  darzustellen. 

Dieses Interesse darf allerdings bei der Glaubwürdigkeitsprüfung nicht ins Gewicht 

fallen, sonst wäre die beschuldigte Person allein aufgrund ihrer prozessualen Si-

tuation benachteiligt. Wichtiger als die prozessuale Stellung des Beschuldigten er-

weist sich ohnehin die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen unter Einbezug der weite-

ren Beweismittel, was folgend zu beleuchten ist.

b)

Zur  Glaubwürdigkeit  der  Privatklägerin  ist  festzuhalten,  dass  sie  als  Ge-

schädigte ganz unmittelbar vom Ausgang des vorliegenden Verfahrens betroffen 

ist. Bei dem Beschuldigten und der Privatklägerin handelt es sich um ein nunmehr 

- 14 -

getrennt lebendes Paar, welches eine gemeinsame Tochter hat. Dennoch sind vor-

liegend keine konkreten Hinweise auf eine grundsätzlich getrübte oder gar fehlende 

Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ersichtlich. Ausserdem sagte sie bei der Staats-

anwaltschaft unter der strengen Strafandrohung der Art. 303 bis 305 StGB aus. Da 

sie gegenüber dem Beschuldigten eine Zivilklage geltend machen lässt (act. 39), 

offenbart sie am vorliegenden Strafverfahren zudem finanzielle Interessen. Diese 

Umstände sind bei der Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen.

c) Wichtiger als die prozessuale Stellung der Aussagenden erweist sich ohnehin 

die Glaubhaftigkeit deren Aussagen, was folgend zu beleuchten ist.

5)

Beweismittel

a)

Die Staatsanwaltschaft stütz den Tatvorwurf im Wesentlichen auf die Aussa-

gen des Beschuldigten (act. 9/1-4; Prot. S. 7 ff.), die Aussagen der Privatklägerin 

(act. 11/1-2), die medizinischen Akten der Privatklägerin (act. 12/4-10), der Rapport 

der  Stadtpolizei  Zürich  samt  der  Nachträge  mit  Beilagen  wie  Telefonauswertung 

(act. 1 bis 7), die diversen Fotodokumentationen und das Tatvideo (act. 10/1-10) 

sowie  den  Kurzbericht  Untersuchung  sichergestellte  Flüssigkeit  (act. 15/24).  Wie 

bereits ausgeführt, sind das Tatvideo sowie die dazu erstellte Fotodokumentation 

und die Aussagen des Beschuldigten nach Vorhalt des Videos nicht verwertbar (vgl. 

Erwägungen in Ziff. I.4). Soweit entscheidrelevant ist demnach nachfolgend auf die 

rechtskonform erhobenen Beweise näher einzugehen.

6)

Ärztlicher Befund der Privatklägerin

a) Gemäss Systemanamnese des ambulanten Berichts des Stadtspitals Zürich 

habe  die  Privatklägerin  Müdigkeit,  Kopfschmerzen,  Bauchschmerzen,  Stuhlunre-

gelmässigkeiten  resp.  Diarrhoe  und  beim  lichten  linken  Unterbauch  Druckdolenz 

aufgewiesen. Weder der Blut- noch der Urinasservation hätten Auffälligkeiten ent-

nommen werden können (act. 12/4).

b)

Auch das Protokoll der ärztlichen Untersuchung hielt fest, dass im Zeitraum 

der  Untersuchung  keine  Beeinträchtigungen  nebst  Schlafentzug  und  emotionale 

Belastung bestanden hätten (act. 12/10).

- 15 -

7)

Kurzbericht Untersuchung sichergestellte Flüssigkeit

Gemäss Untersuchung sichergestellter Flüssigkeit in Tropffläschchen des Forensi-

schen Instituts Zürich (fortan: FOR) vom 21. Mai 2024 ergab der visuelle Vergleich 

des sichergestellten Tropffläschchens A018'610'612 mit dem Abführmittel Dulcolax 

eine gute Übereinstimmung. Da Dulcolax-Tropfen den Wirkstoff Picosulfat enthal-

ten, wurde eine GC-MS Untersuchung durchgeführt. Dabei konnten keine Hinweise 

auf den Wirkstoff Picosulfat festgestellt werden. Indes konnte mit einer LC-MS Un-

tersuchung  in  der  Flüssigkeit  eine  Substanz  festgestellt  werden,  bei  der  es  sich 

gemäss Referenzdaten der Literatur vermutlich um den Wirkstoff Natriumpicosulfat 

handle (act. 7/14 resp. 15/24 S. 2). Dass mittels Referenzmaterial sodann ein ein-

deutiger analytischer Nachweis durchgeführt worden wäre, ist aus den staatsan-

waltschaftlichen Akten nicht ersichtlich.

8)

Telefonauswertung des Beschuldigten

Im Suchverlauf des Beschuldigten finden sich Suchanfragen wie "can stress cause 

stillbirth",  "laxative",  "what  causes  diarrhea",  "how  to  increase  odds  for  stilbirth",, 

"poison my girlfriend to have stillbith", "what cause the baby die before birth", "how 

to poision my girldfriend to miscarriage", "how to poison my partner", "how to poison 

my wife", "bestes Brechmittel", "Arzneimittel, dass zum Erbrechen führt", "kotzen 

pille", "kotzen medizin", "best ways of poisining someone", "médicament qui me fait 

voir schweiz", "verursacht Kokain eine Fehlgeburt?", "Oxytocin", "für schwangere 

Frauen verbotenes Essen", "how can I cause miscarriage to my girlfriend", "what 

supplement  can  increase  miscarriage",  "spontaneous  abortion  when  does  it 

happen", "is stress increasing miscarriage", "things to make your gf miscarriage", 

"liquid painkillers", "how to hide painkiller in someone's food", "ways to put painkiller 

in someone drink", "cyanide poisoning at home", "how many apple seeds will kill a 

human", "baby poisoned by parent", "how does it feel to get poisoned" etc. nebst 

vielen weiteren Suchverläufen rund um das Thema Schwangerschaft und Vatersein 

sowie Suizid (act. 7/1). Weiter ergab die polizeiliche Auswertung, dass der Beschul-

digte auf mehreren Internetseiten nach Dulcolax gesucht habe, so auch Einsicht in 

die Packungsbeilage bzw. die Gebrauchsinformationen des Medikamentes erhal-

ten habe (act. 6 S. 5 f., act. 7/2).

- 16 -

9)

Aussagen des Beschuldigten

Wie zuvor ausgeführt, sind die Aussagen des Beschuldigten nur anlässlich seiner 

ersten polizeilichen Einvernahme bis zum Vorhalt des Videomaterials verwertbar 

(vgl. Erwägungen in Ziff. I.4). In derselben Einvernahme antwortete der Beschul-

digte auf Nachfrage hin, ob der Beschuldigte der Privatklägerin eine flüssige Sub-

stanz in ein Getränk und auf ein Gebäck gegeben habe, dass es sich hierbei um 

Dulcolax-Tropfen gehandelt habe, welche er selbst brauche (act. 9/1 F/A 25). Die 

Privatklägerin stehe früher auf als er. Als er noch im Bett gewesen sei und aus dem 

Zimmer gekommen sei, sei der Tee und das Gebäck auf dem Tisch im Wohnzim-

mer bereit gestanden. Die Privatklägerin sei in das andere Zimmer gegangen, um 

zu stillen oder zu füttern. Er selbst habe ein Meeting von 09:00 Uhr bis 09:30 Uhr 

gehabt. Es habe zwei von diesem Gebäck gegeben. Die Privatklägerin habe dieses 

Gebäck von einer Freundin erhalten, die ebenfalls ein Kind habe. Ein Gebäck habe 

die Privatklägerin bereits gegessen gehabt, vielleicht am Sonntag. Da die Privat-

klägerin ins Zimmer gegangen sei, hätte er angenommen, dass es sich um sein 

Essen und sein Getränk handle. Er habe Dulcolax reingetan, da er Verdauungspro-

bleme habe. Darüber wisse auch die Privatklägerin Bescheid. Er habe das Essen 

und das Getränk präpariert und sei sodann wegen des Meetings ins Zimmer ge-

gangen. Er wisse nicht, ob die Privatklägerin sodann sein Essen gegessen und sein 

Getränk getrunken habe. Er sei fast eine Stunde mit dem Meeting besetzt gewesen. 

Er habe dann nichts gegessen, da er ca. um 10:45 Uhr noch ein Meeting gehabt 

habe. Als er nach dem zweiten Meeting aus dem Zimmer gekommen sei, sei die 

Privatklägerin  mit  der  gemeinsamen  Tochter  weggegangen.  Er  habe  gearbeitet. 

Um 14:00 Uhr sei die Hebamme gekommen. Als diese gegangen sei, habe die Pri-

vatklägerin ihn verdächtigt, sie vergiftet zu haben (act. 9/1 F/A 27). Sie würden sich 

des Öfteren gegenseitig das Frühstück zubereiten. Da die Privatklägerin bereits ein 

Gebäck  gegessen  habe,  habe  er  angenommen,  dass  das  andere  für  ihn  sei 

(act. 9/1 F/A 28). Auf dem Tisch sei Tee gestanden. Zum Essen und Trinken sei er 

indes aufgrund seines Meetings nicht mehr gekommen. Das Meeting habe er jeden 

Montagmorgen.  Den  Tee  und  das  Gebäck  habe  er  nicht  mit  ins  andere  Zimmer 

genommen, da der Tisch zu klein sei (act. 9/1 F/A 29 ff.). Er nehme Dulcolax spo-

radisch und nicht regelmässig seit ca. Dezember. In der Apotheke habe man ihm 

- 17 -

gesagt, dass er ca. 15 bis 20 Tropfen einnehmen solle. Er habe die Tropfen sowohl 

auf das Essen als auch ins Getränk verteilt, damit der Geschmack so wenig wie 

möglich  überdeckt  werde  (act. 9/1  F/A 33 ff.).  Nehme  man  zu  viele  Tropfen,  be-

komme man Durchfall. Er habe das Dulcolax normalerweise in seiner Tasche, da-

mit er es immer bei sich habe, wenn er arbeiten gehe. Zuhause bewahre er es im 

Schrank auf (act. 9/1 F/A 39 ff.).

10) Aussagen der Privatklägerin

a)

Die Privatklägerin führte anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme aus, dass 

sie den Verdacht gehabt habe, dass der Beschuldigte ihr etwas in ihr Essen tun 

könnte. Deshalb habe sie am Morgen ihr Handy aufgestellt und den Esstisch ge-

filmt. Danach habe sie die gemeinsame Tochter im Zimmer gestillt. Der Beschul-

digte  habe  nach  ihr  gesehen.  Der  Beschuldigte  sei  wieder  verschwunden.  Um 

09:00 Uhr sei er sodann ins Zimmer, da er ein Meeting gehabt habe. Sie sei mit der 

Tochter ins Wohnzimmer und habe das Frühstück gegessen. Dabei habe sie die 

Aufnahme angeschaut und gesehen, dass der Beschuldigte ihr etwas in den Tee 

geschüttet hätte. Sie habe den Tee weggeleert und habe das Süssgebäck fertig 

gegessen  (act. 11/1  F/A 1,  5,  24).  Dass  er  ihr  auch  etwas  über  das  Gebäck  ge-

schüttet hätte, habe sie erst später festgestellt. Sie habe das Mittel aus der Tasche 

genommen und habe mit der Tochter die Wohnung verlassen (act. 11/1 F/A 2). Auf 

dem Video sehe man, wie er im Wohnzimmer sei, etwas aus der Tasche nehme. 

Es handle sich um ein kleines Fläschchen. Er schaue sodann bei ihr im Zimmer 

nach und schütte etwas aus dieser Flasche in ihren Tee. Er gehe zur Tasche zu-

rück. Wenig später wiederhole er das Vorgehen und schütte etwas über ihr Essen. 

Es  sei  wahrscheinlich  die  gleiche  Flasche  gewesen.  Die  Flasche  tue  er  sodann 

zurück in die Tasche (act. 11/1 F/A 13 f.). Sie habe gefilmt, da sie schon seit län-

gerer Zeit ein komisches Gefühl gehabt habe, dass etwas passieren könnte. Sie 

habe ihn auch schon vor Monaten, während der Schwangerschaft darauf angespro-

chen. Er habe Aussagen gemacht, dass er, sollte das Kind auf der Welt sein, sie 

als schlechte Mutter darstellen, damit ihr das Kind weggenommen würde. Er habe 

ihr auch gesagt, dass er ihr Drogen verabreichen würde, damit man ihr das Kind 

wegnehme (act. 11/1 F/A 15 f.). Sie habe heute gefilmt, da es in der Woche zuvor 

- 18 -

zu  einem  Vorfall  gekommen  sei.  Als  sie  vom  Schlafzimmer  zur  Küche  geschaut 

habe, habe sie erkennen können, dass der Beschuldigte gegenüber der Arbeitsflä-

che ihren Teller hingestellt habe. Sie habe sich gefragt, weshalb der Beschuldigte 

ihren Teller weggestellt habe, wo sie diesen nicht habe sehen können. Dies sei für 

sie auffällig gewesen und habe keinen Sinn ergeben. In letzter Zeit habe es viele 

verdächtige Momente gegeben. Er habe ihr Tee gebracht und habe gewollt, dass 

sie  diesen  fertig  trinke  (act. 11/1  F/A 20).  Gesundheitlich  sei  es  ihr  während  der 

Schwangerschaft nicht gut gegangen. Sie habe andauernd Bauchschmerzen und 

Durchfall gehabt. Die Geburt sei schlimm gewesen. Vor der Geburt habe sie auch 

noch  einen  Virus  gehabt  mit  Durchfall  und  Erbrechen  (act. 11  F/A 20).  Sie  habe 

deshalb schon zuvor den Verdacht gehabt, dass er ihr etwas verabreiche. Er habe 

dies dementiert (act. 11 F/A 21 ff.). Mit dem heutigen Vorfall habe sie ihn auch kon-

frontiert. Sie habe ihm einen Screenshot vom Video gezeigt. Sie habe ihm gesagt, 

dass  sie  Beweise  habe,  habe  aber  indes  nichts  vom  Video  gesagt  (act. 11 

F/A 25 ff.).

b)

In ihrer parteiöffentlichen Einvernahme führte die Privatklägerin aus, dass der 

Beschuldigte ihr bereits in der Schwangerschaft angedroht habe, ihr Drogen zu ge-

ben, damit ihr das Kind weggenommen werde. Er habe sich indes später hierfür 

entschuldigt und gesagt, dass er dies nicht ernst gemeint habe. In der Regel seien 

die Streitereien zwischen ihnen so abgelaufen, dass sie gestritten hätten und der 

Beschuldigte  sich  danach  entschuldigt habe  (act. 11/2  F/A 74,  79).  Während  der 

Schwangerschaft habe sie mit Durchfall und Bauchweh zu kämpfen gehabt. Unter-

suchungen habe sie indes nicht machen lassen. Sie habe gedacht, mit der Geburt 

würde sich die Sache mit dem Durchfall erledigen. Es sei aber nicht vorbeigegan-

gen (act. 11/2 F/A 80).

Der Beschuldigte habe sich bei ihr wegen Bauschmerzen beklagt. Sie denke 

indes, dass er ihre Schwangerschaft nicht gewollt und deshalb eine Bauchnervosi-

tät  entwickelt  habe  (act. 11/2  F/A 88 f.).  Während  der  Schwangerschaft  habe  sie 

aufgrund der Bauchkrämpfe diverse Schmerzmittel erhalten. Später habe sie fest-

gestellt, dass diese nicht mehr da seien. Sie denke, der Beschuldigte habe diese 

eingenommen (act. 11/2 F/A 92 f.).

- 19 -

Während  der  Schwangerschaft  habe  der  Beschuldigte  ihr  des  Öfteren  Tee 

zum  Frühstück  zubereitet  und  habe  kontrolliert,  dass  sie  diesen  bis  zum  letzten 

Tropfen austrinke. Dies sei befremdlich gewesen, da er dies zuvor nie getan habe. 

Es sei auch vorgekommen, dass er den Joghurt für sie herausgenommen und auf-

gemacht habe. Einmal hätten sie einen Film sich angesehen. Er habe ihr einen Tee 

gebracht und gesagt, ob sie glaube, dass er etwas reingetan hätte. Sie habe ge-

dacht, dies sei ein Witz (act. 11/2 F/A 95).

Es stimme, dass sie vor der Geburt einen Rotavirus gehabt habe (act. 11/2 

F/A 98).  Bei  der  regelmässigen  Blutuntersuchung  während  der  Schwangerschaft 

habe  man  festgestellt,  dass  sie  einen  Eisen-  und  Vitaminmangel  habe  (act. 11/2 

F/A 102).

Das Video, dass sie am 22. April 2024 erstellt habe, habe sie sich am gleichen 

Morgen  angesehen.  An  diesem  Morgen  sei  er  duschen  gegangen  und  sie  habe 

angefangen, sich diese Videoaufnahme anzuschauen. Sie habe gesehen, dass er 

ihr etwas in den Tee getan habe. Sie habe nicht gedacht, dass auch etwas auf dem 

Gebäck sei, weshalb sie das ganze gegessen habe. Er sei aus dem Bad gekom-

men und sie habe die Kamera versteckt. Das ganze Video habe sie sich bei einer 

Freundin angesehen (act. 11/2 F/A 104). Beim Essen habe sie nichts verspürt. Am 

Nachmittag habe sie Bauchweh und Durchfall gehabt (act. 11/2 F/A 105). Den Tee 

und das Gebäck auf dem Tisch habe sie für sich parat gemacht. Der Beschuldigte 

trinke  Kaffee  und  manchmal  am  Abend  Tee  (act. 11/2  F/A 109 ff.).  Der  Beschul-

digte habe ihr zwar gesagt, dass das Gebäck tropfe, aber nicht weshalb. Er habe 

ihr auch nicht gesagt, dieses nicht zu essen resp. den Tee nicht zu trinken (act. 11/2 

F/A 107, 113 ff.). Sie glaube nicht, dass das Dulcolax für den Beschuldigten selbst 

gewesen sei. Sie denke, er habe dies ihr verabreichen wollen. Vielleicht habe er es 

genossen, wie sie Durchfall habe (act. 11/2 F/A 116 ff.). Bei der gleichentags er-

folgten ärztliche Untersuchung habe nichts festgestellt werden können. Man habe 

ihr auch mehrmals Blut abgenommen (act. 11/2 act. 120 ff.).

Im Januar oder  Februar habe sie in ihrer Tasche ein  Fläschchen  gefunden 

ohne Etikette. Sie sei noch am gleichen Tag in eine Apotheke gegangen und habe 

gefragt, ob sie Drogentest hätten. Sie hätten sie zum Hauptbahnhof geschickt, aber 

- 20 -

sie sei nicht hingegangen. Sie habe in der Tasche des Beschuldigten noch weitere 

Fläschchen ohne Etikette gefunden. Eine Woche vor dem Vorfall habe sie ihr Früh-

stück in der Küche zubereitet. Das Kind sei erwacht und sie habe es stillen müssen. 

Während dem Stillen im Schlafzimmer habe sie in die Küche sehen können. Der 

Bereich, wo sie das Essen hinstelle, sei sichtbar gewesen. Er habe dies auch ge-

sehen und habe seinen Teller genommen, habe diesen wohin gestellt, wo sie die-

sen nicht mehr habe sehen können. Sie habe gedacht, es stimme etwas nicht. Sie 

habe ihn am gleichen Tag gefragt, ob es ihr und dem Baby nicht schaden würde, 

wenn er ihr etwas ins Essen geben würde. Daraufhin sei er ausgerastet und habe 

gesagt, dass er ihr nie etwas ins Essen tun würde. Auf die Fläschchen angespro-

chen habe er gesagt, er wisse nichts davon (act. 11/2 F/A 123).

Als sie den Beschuldigten darauf angesprochen habe, was er ihr reingetan 

habe, habe sich dieser in Lügen verstrickt. So habe er einerseits gesagt, die Trop-

fen  seien  gegen  Magenbrennen  oder  gegen  Magenschmerzen,  andererseits  er 

habe schauen wollen, wie sie darauf reagiere oder habe es abgestritten. Als sie 

ihm einen Screenshot des Videos zugesandt habe, habe er nur gemeint, dass sie 

ihn sowieso die ganze Zeit in den Händen gehabt habe (act. 11/2 F/A 125 f.).

Die gemeinsame Tochter habe am Anfang sehr viel geweint. Der Arzt habe 

ihr gesagt, sie hätte ein Schreibaby. Es könne aber auch sein, dass das Kind so 

viel schreie, das sie, die Privatklägerin, immer Durchfall hätte. Das viele Weinen 

habe sich geändert, als der Beschuldigte verhaftet worden sei. Jetzt schlafe das 

Kind durch und weine auch nicht mehr so viel. Auf Nachfrage hin, ob sie glaube, 

der Beschuldigte habe die gemeinsame Tochter vergiften wollen, bestätigte die Pri-

vatklägerin  dies.  Sie  denke,  während  der  Schwangerschaft  habe  er  damit  einen 

Abort bewirken wollen. Nach der Geburt sei es sicherlich nicht gesund, so ein Mittel 

längere Zeit einzunehmen. In einem Streit habe er ihr einmal gesagt, dass er die 

Absicht habe, langfristig bei ihr eine schlechte Wirkung zu bewirken. Während der 

Schwangerschaft habe sie Mittel gegen Durchfall genommen. Sofern er ihr Abführ-

mittel  gegeben  habe,  verwundere  sie  es  nicht,  dass  sie  Krämpfe  gehabt  habe 

(act. 11/2 F/A 164 ff.). Das Durchfall habe einen Tag nach seiner Verhaftung auf-

gehört (act. 11/2 F/A 173).

- 21 -

11) Beweiswürdigung

a)

Der Beschuldigte gestand ein, dass es sich bei den Tropfen um Dulcolax-

Tropfen gehandelt habe (act. 9/1 F/A 25). Aufgrund des Kurzberichts Untersuchung 

der sichergestellten Flüssigkeit, welcher festhielt, dass der visuelle Vergleich eine 

gute  Übereinstimmung  mit  dem  Abführmittel  Dulcolax  ergeben  habe  sowie  der 

Wirkstoff Natriumpicosulfat vorgefunden worden sei, welcher vermutlich ebenfalls 

auf Dulcolax hinweise (act. 7/14 resp. 15/24), kann der Sachverhalt in Bezug auf 

das Dulcolax erstellt werden. Weiter gestand der Beschuldigte ein, dass er Dulco-

lax-Tropfen in den Tee sowie auf das Gebäck auf dem Tisch im Wohnzimmer ge-

geben habe, als die Privatklägerin im anderen Zimmer gewesen sei, um zu stillen 

(act. 9/1 F/A 27). Somit ist der Sachverhalt auch in dieser Hinsicht erstellt.

b)

Strittig  ist  nun,  ob  der  Beschuldigte,  das  Dulcolax  für  sich  selbst  oder  zur 

Schädigung der Privatklägerin einsetzte. Der Beschuldigte führte diesbezüglich in 

sich schlüssig aus, dass er und die Privatklägerin sich des Öfteren das Frühstück 

gegenseitig zubereiten würden, sie von dem Gebäck zwei Stück gehabt hätten, die 

Privatklägerin  bereits  einige  Tage  zuvor  das  andere  gegessen  hätte,  weshalb  er 

angenommen habe, dass es sich um sein Frühstück handle. Aufgrund des Mee-

tings sei er nicht mehr zum Essen und Trinken gekommen (act. 9/1 F/A 27 f.). Er 

nehme  Dulcolax  sporadisch  und  nicht  regelmässig  seit  ca.  Dezember  ein,  da  er 

Verdauungsprobleme  habe.  Die  Privatklägerin  wisse  darüber  Bescheid  (act. 9/1 

F/A 27, 33 ff.).

c)

Die Privatklägerin führte indes in ihren beiden Einvernahmen zusammenge-

fasst weitgehend stringent aus, dass sie seit ihrer Schwangerschaft an Durchfall 

und Bauchschmerzen leide, der Beschuldigte sich seit der Schwangerschaft auffäl-

lig  verhalten  habe,  weshalb  sie  wegen  eines  Vorfalls  der  Woche  zuvor,  den  Be-

schuldigten heimlich gefilmt habe. Das Gebäck und den Tee habe sie für sich selbst 

zum Frühstück zubereitet (act. 11/1 und 11/2). Die Privatklägerin widerspricht sich 

nur hinsichtlich des Punktes, dass sie sich die Videoaufnahme angeschaut habe, 

während sich der Beschuldigte – gemäss polizeilicher Aussage –wegen eines Mee-

tings  im  anderen  Zimmer  befunden  habe,  wohingegen  gemäss  parteiöffentlicher 

Aussage  der  Beschuldigte  währenddessen  geduscht  haben  soll  (act. 11/1  F/A 1; 

- 22 -

act. 11/2 F/A 104). Diese leichte Diskrepanz kann indes mit dem längeren Zurück-

liegen des Vorfalls bei parteiöffentlicher Einvernahme erklärt werden, was den üb-

rigen  in  sich  konstanten  sowie  widerspruchsfreien  Aussagen  der  Privatklägerin 

keine Glaubhaftigkeit abspricht.

d)

An  dieser  Stelle  ist  folglich  festzuhalten,  dass  es  sich  vorliegend  um  eine 

Aussage-gegen-Aussage-Konstellation handelt. Beide Darstellungen der Parteien 

sind in sich schlüssig sowie detailreich. Es sind demnach die weiteren Beweismittel 

genauer in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen.

e)

Zunächst  kann  die  Aussage  des  Beschuldigten,  dass  er  Verdauungspro-

bleme habe, wovon die Privatklägerin wisse, dahingehend überprüft werden, dass 

die Privatklägerin auf Nachfrage hin selbst einräumte, der Beschuldigte habe sich 

bei  ihr  wegen  Verdauungsproblemen  beklagt.  Sie  denke,  dass  er  wegen  der 

Schwangerschaft eine Bauchnervosität entwickelt habe (act. 11/2 F/A 88 f.). Weiter 

führte die Privatklägerin auch aus, dass sie wegen ihrer Bauchkrämpfe während 

der Schwangerschaft diverse Schmerzmittel erhalten habe. Später habe sie fest-

gestellt, dass diese nicht mehr da seien. Sie denke, der Beschuldigte habe diese 

eingenommen  (act. 11/2  F/A 92 f.)  Die  diesbezüglich  durch  die  Privatklägerin  er-

folgten Aussagen zeigen, dass der Beschuldigte tatsächlich unter Verdauungspro-

blemen litt, welche er medikamentös behandelte.

f)

Auch dem ärztlichen Befund bei der Privatklägerin können keine Hinweise 

entnommen werden, welchen für die Version der Privatklägerin, dass der Beschul-

digte ihr seit geraumer Zeit Abführmittel verabreicht haben soll, sprechen. So zeig-

ten weder die Blut- noch Urinasservation Auffälligkeiten (act. 12/4). Auch hielt das 

Protokoll der ärztlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin fest, dass im 

Zeitraum der Untersuchung keine Beeinträchtigung nebst Schlafentzug und emoti-

onale  Belastung  bestanden  hätten  (act. 12/10).  Die  Privatklägerin  gab  sodann 

selbst  an,  dass  während  der  Schwangerschaft  regelmässig  Blutuntersuchungen 

gemacht wurden, wobei nur ein Eisen- und Vitaminmangel festgestellt worden sei 

(act. 11/2).

- 23 -

g)

Ein Indiz für ein inkriminierendes Verhalten des Beschuldigten kann mögli-

cherweise aus dessen Suchverläufen gewonnen werden. Es finden sich Internet-

Suchanfragen wie "how to poison my partner", "how to poison my wife", "best ways 

of  poisining  someone",  "how  to  hide  painkiller  in  someone's  food",  "ways  to  put 

painkiller in someone drink", "baby poisoned by parent" oder "how does it feel to 

get  poisoned"  (act. 7/1).  Dabei  gilt  es  zunächst  festzuhalten,  dass  lediglich  "how 

does it feel to get poisoned" nach der Geburt der gemeinsamen Tochter gegoogelt 

wurde und zwar am Tag des zur Anzeige gebrachten Vorfalls. "baby poisoned by 

parent" wurde sodann am Tag, an welchem gemäss der Privatklägerin die Wehen 

anfingen und bei ihr ein Rotavirus festgestellt wurde (vgl. act. 11/2 F/A 98), gegoo-

gelt.  Alle  anderen  auf  ein  inkriminierendes  Verhalten  hinweisende  Suchanfragen 

erfolgten zum Zeitpunkt der Schwangerschaft. Vielmehr ist sodann das Gesamtbild 

der Suchanfragen des Beschuldigten miteinzubeziehen. Der Sucherverlauf zeich-

net vom Beschuldigten ein Bild von einem jungem Mann, der nicht Vater werden 

wollte,  sich  mit  der  Situation  überfordert  fühlte  und  grösstenteils  nach  Antworten 

suchte, wie er mit der Vatersituation resp. der damit verbundenen Verantwortlich-

keit umgehen soll oder diese gar vermeiden kann. Grosser Teil der weiteren Such-

anfragen legen sodann Suizidgedanken des Beschuldigten offen, welcher nach di-

versen Varianten des Suizids sich erkundigt. In diesem Zusammenhang kann zu 

guter Letzt auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Suchanfrage "how does it 

feel to get poisoned" am Tag des zur Anklage gebrachten Sachverhaltes nicht in 

Bezug auf den Beschuldigten selbst resp. dessen vorhanden Suizidgedanken er-

folgte. Kurzum reicht dieses Indiz allein nicht aus, um die Darstellung der Privatklä-

gerin anklagegemäss zu stützen. Weitere Beweismittel, die auf ein inkriminierendes 

Verhalten des Beschuldigten hinweisen würden und somit eine Schlussfolgerung 

zuungunsten des Beschuldigten zuliessen, sind nicht vorhanden.

12) Fazit

Nach Würdigung sämtlicher Beweismittel bestehen erhebliche und unüberwindbare 

Zweifel, dass der Beschuldigte das Gebäck sowie den Tee mit dem Dulcolax für 

die Privatklägerin kontaminierte, um diese körperlich zu schädigen. Es ist zu seinen 

Gunsten davon auszugehen, dass er das Gebäck sowie den Tee aufgrund seiner 

- 24 -

Verdauungsprobleme für sich selbst mit Dulcolax versah. Der Beschuldigte ist dem 

Grundsatz in dubio pro reo der einfachen Körperverletzung, eventualiter dem Ver-

such dazu, freizusprechen.

III. Zivilansprüche

1)

Nach Art. 126 Abs. 1 StPO entscheidet das Gericht über eine anhängig ge-

machte  Zivilklage,  wenn  es  auf  einen  Schuld-  oder  Freispruch  erkennt  und  der 

Sachverhalt spruchreif ist. Die Zivilklage wird demgegenüber auf den Zivilweg ver-

wiesen, wenn das Strafverfahren eingestellt oder im Strafbefehlsverfahren erledigt 

wird,  die  Privatklägerschaft  ihre  Klage  nicht  hinreichend  begründet  oder  beziffert 

hat, die Privatklägerschaft die Sicherheit für die Ansprüche des Beschuldigten nicht 

leistet, der Beschuldigte freigesprochen wird, der Sachverhalt aber nicht spruchreif 

ist  oder  die  vollständige  Beurteilung  des  Zivilanspruchs  unverhältnismässig  auf-

wändig wäre (Art. 126 Abs. 2 lit. a-d StPO sowie Art. 126 Abs. 3 StPO). 

2.

Die Privatklägerin liess eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– zuzüg-

lich  Zins  von  5%  seit  dem  22. April  2024  sowie  Schadenersatz  in  der  Höhe  von 

Fr. 11'107.–  nebst  Zins  zu  5%  seit  dem  22. April  2024  für  den  entstandenen  Er-

werbsschaden  geltend  machen.  Zudem  sei  der  Beschuldigte  zu  verpflichten,  ihr 

Fr. 2'861 für Arztkosten, Fr. 3'891.– für Mietkosten und Fr. 451 für Reisekosten zu 

bezahlen (act. 31). In Folge des Freispruchs sind diese Forderungen auf den Zivil-

weg zu verweisen.

IV. Sicherstellungen

1)

Betreffend die sichergestellten Asservate gilt zu prüfen, ob die Voraussetzun-

gen  der  Einziehung  nach  Art. 69  StGB  vorliegen.  Demnach  verfügt  das  Gericht 

ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von 

Gegenständen, die zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder 

bestimmt  waren  oder  die  durch  eine  strafbare  Handlung  hervorgebracht  worden 

sind, wenn diese Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder 

- 25 -

die öffentliche Ordnung gefährden. Das Gericht kann anordnen, dass die eingezo-

genen Gegenstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden.

2)

Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat beantragt, dass über die Rückgabe der 

einzig als mögliche (kontaminierte) Beweismittel (alle Flüssigkeiten im ehemals ge-

meinsamen  Haushalt  des  Beschuldigten  und  der  Privatklägerin  an  der  D._____-

strasse 1  in  …  Zürich)  sichergestellten  Flüssigkeiten  zu  entscheiden  sei  (act. 29 

S. 5).

3)

In der damals gemeinsam bewohnten Wohnung wurden diverse Flüssigkeiten 

sowie Lebensmittel und ein Buch/Magazin sichergestellt. Aus den Sicherstellungs-

listen geht nicht klar hervor, wem was gehört. Bis auf die Flüssigkeit mit der Asser-

vat-Nr. A018'610'612, bei welcher es sich um das Dulcolax handelt, welches von 

der Privatklägerin dem Beschuldigten weggenommen und sodann den Behörden 

übergeben wurde, kann davon ausgegangen werden, dass diejenigen Asservate 

demjenigen gehören, bei diesem diese sichergestellt worden sind. Die Parteien ha-

ben nichts Gegenteiliges hervorgebracht.

4)

Die sichergestellten Asservate weisen allesamt keinen direkten Deliktsbezug 

auf, so auch die Dulcolax-Tropfen, da vorliegend ein Freispruch so erfolgen hat. Mit 

dem Urteil fällt der Grund ihrer Beschlagnahme (als Beweismittel) weg und sie sind 

demjenigen, bei dem sie sichergestellt wurden – bis auf die Dulcolax-Tropfen mit 

der Asservaten-Nr. A018'610'61 –, nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf 

erstes Verlangen hin herauszugeben. Bei Nichtabholung innert 60 Tagen nach Ein-

tritt  der  Rechtskraft  dieses  Urteils  sind  die  Asservate  der  Lagerbehörde  zur  gut-

scheinenden Verwendung (z.B. Vernichtung) zu überlassen.

5)

Die  Dulcolax-Tropfen  mit  der  Asservaten-Nr. A018'610'61  stehen  sodann 

dem  Beschuldigten  zu.  Wie  die  Privatklägerin  selbst  ausführte,  entwendete  sie 

diese dem Beschuldigten, weshalb diese bei ihr sichergestellt wurden. Rechtmäs-

sig  stehen  sie  indes  dem  Beschuldigten  zu,  weshalb  diese  ihm  nach  Eintritt  der 

Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen hin herauszugeben sind. Bei Nich-

tabholung innert 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils sind die As-

- 26 -

servate der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung (z.B. Vernichtung) zu 

überlassen.

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Entschädigungsanspruch des Beschuldigten

1.1. Der Beschuldigte beantragt, es sei ihm für die zu Unrecht erstandene Haft im 

Zeitraum  vom  23. April  2024  bis  24. April  2024  sowie  vom  26. April  2024  bis 

18. Juni 2024 (55 Tage) eine Genugtuung von Fr. 11'000.– (Fr. 200.– pro erlittenen 

Hafttag) zuzüglich 5 % Zins seit 22. April 2024 (mittlerer Verfallstag) zuzusprechen 

(act. 53 S. 1 und 10).

1.2. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 

das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Genugtuung für be-

sonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei 

Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Ein Anspruch auf Genugtuung besteht 

regelmässig,  wenn  gegenüber  der  beschuldigten  Person  Untersuchungs-

oder Sicherheitshaft angeordnet wurde (BGE 143 IV 339 E. 3.1).

1.3. Der  Beschuldigte  befand  sich  während  insgesamt  56  Tagen  in  Untersu-

chungshaft (act. 16/2; act. 15/5; act. 16/9; act. 16/17). In Anbetracht der höchstrich-

terlichen Rechtsprechung (BGE 146 IV 231 E. 2.3.2 mit Hinweisen) erscheint eine 

Entschädigung im Betrag von Fr. 200.– pro Tag als angemessen. Entsprechend ist 

dem Beschuldigten eine Genugtuung in der Höhe von Fr.11'200.– zuzusprechen. 

Dazu kommt der Schadenszins von 5 % ab 20. Mai 2024 (Datum des mittleren Ver-

falls).

2.

Kosten des Untersuchungsverfahrens und des Gerichtsverfahrens

2.1. Der  Beschuldigte  ist  vollumfänglich  freizusprechen.  Nachdem  er  die  Einlei-

tung  des  Verfahrens  weder  rechtswidrig  und  schuldhaft  bewirkt  noch  dessen 

Durchführung  erschwert  hat,  sind  die  Kosten  des  Untersuchungsverfahrens  und 

des vorliegenden Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung 

- 27 -

sowie  der  unentgeltlichen  Rechtsbeiständin  der  Privatklägerin,  auf  die  Gerichts-

kasse zu nehmen.

2.2. Unter Berücksichtigung der geltend gemachten Aufwendungen von Rechts-

anwalt lic. iur. X._____ (act. 56) sowie des konkreten Umfangs des gerichtlichen 

Verfahrens erscheint eine Entschädigung als amtlicher Verteidiger des Beschuldig-

ten – zusätzlich zu der bereits geleisteten Akontozahlung von Fr. 11'969.25 – von 

Fr. 12'908.05 (inkl. Barauslagen und MwSt.) als angemessen.

2.3. Sodann erscheint unter Berücksichtigung der geltend gemachten Aufwendun-

gen von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ (act. 44) sowie des konkreten Umfangs 

des  gerichtlichen  Verfahrens  deren  Entschädigung  als  unentgeltliche  Rechtsbei-

ständin im Umfang von Fr. 10'155.35 (inkl. Barauslagen und MwSt.) als angemes-

sen.

1.

2.

3.

Es wird erkannt:

Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen.

Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin wird abgewiesen.

Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin wird auf den Zivilweg 

verwiesen.

4.

Die im Anhang zu diesem Urteil aufgeführten sichergestellten Gegenstände 

werden entweder gemäss Anhang der Privatklägerin oder dem Beschuldig-

ten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen heraus-

gegeben oder nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist der La-

gerbehörde zur gutscheinenden Verwendung (z.B. Vernichtung) überlassen.

5.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die 

Gerichtskasse genommen.

6.

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten zusätzlich zu der bereits geleisteten Akonto-

- 28 -

zahlung von Fr. 11'969.25 mit Fr. 12'908.05 (inkl. Barauslagen und 8.1% 

MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

7.

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltli-

che Rechtsbeiständin der Privatklägerin mit Fr. 10'155.35 (inkl. Barauslagen 

und 8.1% MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

8.

Dem Beschuldigten werden Fr. 11'200.–, zuzüglich 5% Zins ab 20. Mai 

2024, als Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

9. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

- den Beschuldigten (übergeben),

- die amtliche Verteidigung (übergeben),

- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben),

- Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ im Doppel für sich sowie zuhanden der 

Privatklägerin (übergeben)

und hernach als begründetes Urteil an

- die amtliche Verteidigung im Doppel für sich sowie zuhanden des Be-

schuldigten,

- die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,

- Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ im Doppel für sich sowie zuhanden der 

Privatklägerin

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an













das Migrationsamt des Kantons Zürich,

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD-DP, mit separatem Schreiben
gemäss § 54a PolG,

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten ge-
mäss Art. 32 Abs. 1 StReG nebst Formulare "Löschung des DNA-Pro-
fils und ED-Materials",

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD-A gemäss Dispositiv-Ziffer 4,

die amtliche Verteidigung im Doppel für sich sowie zuhanden des Be-
schuldigten gemäss Dispositiv-Ziffer 4 betreffend Herausgabefrist,

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ im Doppel für sich sowie zuhanden der 
Privatklägerin gemäss Dispositiv-Ziffer 4 betreffend Herausgabefrist.

- 29 -

10. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Zürich, 10. Abteilung, Wengistr. 28, Postfach, 8036 Zürich, 

mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder 

wenn ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

Zürich, 7. März 2025

BEZIRKSGERICHT ZÜRICH
10. Abteilung - Einzelgericht

Der Bezirksrichter:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. R. Harris

MLaw T. Baldissera

- 30 -

Anhang

sichergestellte Gegenstände, auszuhändigen an den Beschuldigten

 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'610'612
 Tablette/Hartgelatinekapsel, Asservat-Nr. A018'627'311

sichergestellte Gegenstände, auszuhändigen an die Privatklägerin

 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'379
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'380
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'391
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'404
 Buch / Magazin, Asservat-Nr. A018'633'415
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'426
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'437
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'448
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'459
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'460
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'471
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'482
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'493
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'506
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'517
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'528
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'539
 Medikament, Asservat-Nr. A018'633'540
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'551
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'562
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'573
 Medikament, Asservat-Nr. A018'633'584
 Medikament, Asservat-Nr. A018'633'595
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'608
 Medikament, Asservat-Nr. A018'633'619
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'620
 Flüssigkeit, Asservat-Nr. A018'633'631
 Diverses (Lebensmittel), Asservat-Nr. A018'633'642