# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99a51b0b-7b7a-50eb-ad76-5c480ca3395c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.07.2009 A-687/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-687-2008_2009-07-09.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-687/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiber Urban Broger.

A._______ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 
Verrechnungssteuer, Stempelabgaben,
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verrechnungssteuer; geldwerte Leistung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-687/2008

Sachverhalt:

A.
Die  A._______  AG («Gesellschaft»)  wurde  am 19. August  1992  mit 
Sitz in Basel gegründet und am 29. Oktober 1992 ins Handelsregister 
des  Kantons  Basel-Stadt  eingetragen. Das  Aktienkapital  der  Gesell-
schaft beträgt Fr. 100'000.--. Es ist vollständig liberiert und in 100 In-
haberaktien  zu  Fr.  1'000.--  eingeteilt.  Einziges  Mitglied  des  Verwal-
tungsrates ist B._______.

B.
Am 18. November 2002 prüfte die ESTV die Bücher der Gesellschaft 
über die Geschäftsjahre 1996 bis 2001. Dabei fiel der ESTV auf, dass 
die Gesellschaft im Jahr 1996 als Beteiligung in die E._______ AG in 
Liquidation mit Sitz in Zug eingebucht worden war, wobei ein Kaufpreis 
von Fr. 1.6 Mio. bezahlt wurde. Weil die Bücher nach Ansicht der ESTV 
nicht vollständig vorlagen bzw. nur die Konti, nicht aber die Verträge, 
Vereinbarungen,  Korrespondenzen  und  Buchhaltungsbelege  vorhan-
den waren,  brach die ESTV die Prüfung ab und forderte die Gesell-
schaft mit Schreiben vom 20. November 2002 auf, die fehlenden Un-
terlagen  nachzureichen.  Die  ESTV  verlangte  ausdrücklich  Angaben 
über Namen und Adressen der Aktionäre und die von diesen gehalten-
en Quoten, sodann Grundbuchauszüge, Kaufverträge und Korrespon-
denzen  bezüglich  Liegenschaften  sowie  entsprechende  Mietverträge 
und  -abrechnungen,  insbesondere  Kopien  des  Kontos  «Mieteinnah-
men». Ebenso forderte die ESTV die Gesellschaft auf, ihr Einsicht in 
die  Darlehensverträge  mit  den  finanzierenden  Banken  sowie  in  die 
Konti «Darlehen» bzw. «Darlehenszinsen» zu gewähren.

C.
Da das Schreiben der  ESTV vom 20. November 2002 ohne Antwort 
blieb und die verlangten Unterlagen nicht vorgelegt wurden, sandte sie 
am 20. Februar 2003 ein weiteres Schreiben an die Gesellschaft, die-
se nochmals auffordernd, die verlangten Dokumente einzureichen. Die 
Gesellschaft  antwortete  mit  Schreiben  vom 29. März  2005  und  ver-
sprach, die verlangten Dokumente bis zum 30. April 2005 auszuhändi-
gen.  Weil  die  Unterlagen  binnen  angekündigter  Frist  nicht  eintrafen, 
schritt  die  ESTV  zu  einer  Ermessensveranlagung  und  machte  mit 
Schreiben vom 1. November 2005 gegenüber der Gesellschaft für die 
Jahre 2000 und 2001 geschuldete Verrechnungssteuern in der Höhe 

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von total Fr. 131'250.-- geltend. Die ESTV bestätigte diese Forderung 
mit Verfügung vom 28. März 2006 bzw. 10. November 2006.

D.
Eine hiergegen erhobene Einsprache vom 13. Dezember 2006 hiess 
die ESTV mit  Einspracheentscheid vom 17. Dezember  2007 im Um-
fang  von  rund  Fr. 10'000.--  gut,  lehnte  sie  im  Übrigen  aber  ab. Die 
ESTV verfügte sinngemäss, dass

• die  Gesellschaft  der  ESTV Verrechnungssteuern  in  der  Höhe 
von (neu) Fr. 121'451.25 zu bezahlen habe;

• dass die Gesellschaft  Verzugszinsen von 5% auf  dem Betrag 
von Fr. 58'238.60 (ab dem 31. Januar 2001 bis zum Datum der 
Entrichtung)  und  auf  dem  Betrag  von  Fr. 63'212.65  (ab  dem 
31. Januar 2002 bis zum Datum der Entrichtung) schulde;

• dass  die  Gesellschaft  Betreibungskosten  in  der  Höhe  von 
Fr. 200.--  zu  entrichten  habe und dass  der  in  der  Betreibung 
Nr._______  des  Betreibungsamtes  Basel-Stadt  erhobene 
Rechtsvorschlag beseitigt werde.

D.a Die ESTV begründete den Einspracheentscheid im Wesentlichen 
damit,  dass die Gesellschaft  ihr  obliegende Mitwirkungspflichten ver-
letzt habe. Das Bundesgesetz vom 13. Oktober 1965 über die Verrech-
nungssteuer (VStG, SR 642.21) erlaube die Vornahme einer Ermes-
sensveranlagung, wenn die Steuerpflichtige die verlangten Unterlagen 
nicht einreiche. Die in Art. 39 Abs. 1 VStG verankerte Auskunftspflicht 
erstrecke sich auf alle Tatsachen, die für die Feststellung der Steuer-
pflicht oder für die Steuerbemessung von Bedeutung sein können. Die 
vom Steuerpflichtigen verlangten Auskünfte sollen ermöglichen, Rich-
tigkeit und Vollständigkeit der Selbsteinschätzung nachzuprüfen. Dem-
entsprechend könne die ESTV vom Steuerpflichtigen auch Belege ver-
langen  und  in  die  Geschäftsbücher  und  Korrespondenzen  Einsicht 
nehmen. Anlässlich der (angekündigten) Buchprüfung habe die Gesell-
schaft  lediglich  die  Konti  vorgelegt;  die  einverlangten  Belege  seien 
trotz  mehrmaliger  Aufforderung  nie  eingereicht  worden.  Nach  der 
Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  dürfe  der  Steuerpflichtigen,  die 
ungenügende oder widersprüchliche Auskünfte erteile, kein Vorteil er-
wachsen. Sie dürfe sich nicht beschweren, wenn die ESTV den Sach-
verhalt auf Grund von Indizien, wozu auch das Verhalten der Steuer-
pflichtigen gehöre, feststelle.

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D.b Die aus dem Legalitätsprinzip fliessende Pflicht der Steuerbehör-
de, den steuerlich massgebenden Sachverhalt  zu untersuchen, finde 
ihre Grenze in der Zumutbarkeit. Der Nachweis der die Steuerschuld 
mindernden  oder  aufhebenden  Tatsachen  obliege  der  Steuerpflichti-
gen,  wenn die behördliche Darstellung auf  Grund der Anhaltspunkte 
oder der Lebenserfahrung wahrscheinlich sei. Das Vorliegen einer für 
die Verrechnungssteuer relevanten geldwerten Leistung dürfe deshalb 
auch bejaht werden, wenn sich die Annahme, die Leistung sei den Ak-
tionären  oder  diesen  nahe  stehenden  Personen  zugekommen,  auf-
dränge und eine andere Erklärung der Vorgänge nicht zu finden sei. 
Wolle oder könne eine steuerpflichtige Aktiengesellschaft bei überprüf- 
oder belegbaren Angaben trotz Aufforderung der ESTV nicht dartun, 
an wen oder wofür sie eine als Aufwand behandelte Leistung erbracht 
habe, sei diese folglich als Teil ihres steuerbaren Ertrages zu behan-
deln, der (direkt oder indirekt) an ihre Aktionäre oder an diesen nahe 
stehende Personen weitergeleitet worden sei und damit der Verrech-
nungssteuer unterliege.

D.c Vorliegendenfalls sei es der Gesellschaft zuzumuten gewesen, die 
geforderten Belege einzureichen. Jede buchführungspflichtige Gesell-
schaft,  welche  ihre  Bücher  ordentlich  führe,  könne  entsprechende 
Buchhaltungsunterlagen für eine Bücherrevision zur Verfügung stellen. 
Ihrer  Untersuchungspflicht  habe die ESTV Genüge getan; die Buch-
prüfung  sei  der  Gesellschaft  angekündigt  worden  und  habe  vor  Ort 
stattgefunden.  Die  Gesellschaft  sei  in  der  Folge  mehrmals  erfolglos 
aufgefordert worden, die nötigen Unterlagen nachzureichen. Wenn das 
Steuersubjekt als hauptsächlicher Informationsträger die gebotene Mit-
wirkung  pflichtwidrig  unterlasse,  könne  die  amtliche  Untersuchungs-
pflicht  keine  nützlichen  Resultate  erzielen  und  laufe  ins  Leere. Weil 
nach Abschluss der Untersuchungshandlungen hinsichtlich des Tatbe-
standes eine Ungewissheit bestehen bleibe, welche die Steuerpflichti-
ge zu verantworten habe, sei es der ESTV erlaubt, die Einnahmen der 
Gesellschaft  ermessensweise  festzulegen.  Es  obliege  nun  der  Ein-
sprecherin, die ermessensweise Berechnung zu entkräften.

D.d Ermessensweise  gehe  die  ESTV  davon  aus,  dass  die  Gesell-
schaft  in  den Jahren 2000 und 2001 Mieterträge im Umfang von je-
weils Fr. 100'000.-- nicht verbucht habe und dass diese direkt den Ak-
tionären oder nahe stehenden Personen zugeflossen seien. Die ESTV 
komme zu diesem Schluss, weil die Gesellschaft mit den Liegenschaf-
ten über eine längere Zeitperiode keine bzw. eine erheblich niedrigere 

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Rendite erzielt habe, als aufgrund des Anschaffungswertes zu erwar-
ten  gewesen  wäre.  Zudem  seien  in  den  Erfolgsrechnungen  jeweils 
nicht  die  Mietertragseingänge, sondern  lediglich die  Jahressaldi  ver-
bucht worden. Die Gesellschaft habe, mit anderen Worten, die Brutto-
mietzinserträge  mit  den  Unterhaltskosten  saldiert,  so  dass  aus  der 
Buchhaltung  nur  noch  der  Nettomietzinsertrag  entnommen  werden 
könne. Dies  verunmögliche es der  ESTV festzustellen,  ob  sämtliche 
Mieterträge verbucht worden seien. Mit ihrem Vorgehen habe die Ge-
sellschaft  gegen  diverse  Grundsätze  der  Buchführung  verstossen. 
Schliesslich sei  es der Gesellschaft  nicht gelungen, glaubhaft  darzu-
tun, aus welchem Grund sie mit den Liegenschaften über Jahre hin-
weg Verluste erzielt habe.

Für die Schätzung des Ertrages der Liegenschaften zog die ESTV de-
ren Verkehrswert  heran und multiplizierte diesen mit  einer Bruttoren-
dite von 6%. Daraus resultierten mutmassliche, nicht verbuchte Mieter-
träge  bzw. Ertragsaufrechnungen  von  je  Fr. 100'000.--  für  die  Jahre 
2000 und 2001. Entsprechend wurden Fr. 70'000.-- Verrechnungssteu-
ern nachverlangt (Fr. 200'000.-- x 35%).

D.e Im Weiteren taxierte die ESTV verschiedene von der Gesellschaft 
für Verwaltungs- und Reisekosten sowie für Darlehenszinsen geltend 
gemachte Aufwendungen als nicht geschäftsmässig begründet. So lie-
ge kein Darlehensvertrag vor und es sei auch nicht klar, wohin allfälli-
ge Darlehenszinsen geflossen seien. Auch bezüglich Reise- und Re-
präsentationsspesen fehlten  jegliche Belege. Die  für  die  Jahre  2000 
und  2001  bezahlten  Verwaltungsratshonorare  in  der  Höhe  von 
Fr. 10'000.--  bzw.  20'000.--  erachtete  die  ESTV  hingegen  als  ge-
schäftsmässig  begründet.  In  diesem Umfang  (Fr. 30'000.--  x  35% = 
Fr. 10'500.--) hiess sie die Einsprache gut. Daraus ergab sich folgen-
des Bild:

Jahr 2000
Unverbuchte Mietzinseinnahmen Fr. 100'000.00 Ertragsseite

Verwaltungsaufwand Fr. 15'629.10 Aufwandseite

Reisekosten Fr. 15'366.85 Aufwandseite

Darlehenszinsen Fr. 35'400.00 Aufwandseite

Total Fr. 166'395.95

Davon 35% Verrechnungssteuer Fr. 58'238.60

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Jahr 2001
Unverbuchte Mietzinseinnahmen Fr. 100'000.00 Ertragsseite

Verwaltungsaufwand Fr. 15'218.10 Aufwandseite

Reisekosten Fr. 20'994.50 Aufwandseite

Darlehenszinsen Fr. 44'395.00 Aufwandseite

Total Fr. 180'607.60

Davon 35% Verrechnungssteuer Fr. 63'212.65

Total der geldwerten Leistungen Fr. 347'003.55

Total der nachgeforderten Verrechnungssteuer Fr. 121'451.25

E.
Mit Eingabe  vom  31. Januar  2008  erhebt  die  Gesellschaft  (ab  hier 
auch «Beschwerdeführerin») Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-
richt. Sie beantragt sinngemäss,

• es seien der Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2007 und 
die entsprechende Steuerrechnung vom 1. November 2005 im 
Betrag, der Fr. 1'130.30 übersteige, aufzuheben;

• eventualiter sei für die Verrechnungssteuer infolge Aufrechnung 
von Darlehenszinsen auf  verdecktem Eigenkapital,  die  an die 
E._______  AG bezahlt  worden  seien,  das  Meldeverfahren  zu 
bewilligen;

• die Verfügung betreffend die Rechtsöffnung in der beim Betrei-
bungsamt  des  Kantons  Basel-Stadt  angehobenen  Betreibung 
Nr._______ sei aufzuheben;

• alles unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenfolge.

E.a Die Beschwerdeführerin legt zusammen mit ihrer Eingabe an das 
Bundesverwaltungsgericht eine Kopie des am 20. Dezember 1996 ab-
geschlossenen  Kaufvertrages  über  die  Liegenschaft  F._______  ins 
Recht. Sie macht geltend, sämtliche vorhandenen Unterlagen und Be-
lege hätten anlässlich der Buchprüfung vor Ort zur Einsichtnahme auf-
gelegen. Es stimme nicht, dass die Gesellschaft im Rahmen der Revi-
sion ihre Mitwirkungspflichten verletzt habe. Es habe deshalb kein An-
lass bestanden, eine Ermessensveranlagung vorzunehmen.

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E.b Das gesamte Verfahren mache stark den Anschein, dass der zu-
ständige  Revisor  seine  Aggressionen  gegen  die  Gesellschaft  richte. 
Die  Gesellschaft  besitze  Liegenschaften  im  Rotlichtmilieu.  Sie  trete 
aber lediglich als Vermieterin auf, darüber hinaus sei sie in keiner Art 
und Weise im Rotlichtmilieu tätig. Insbesondere sei sie nicht in die Ver-
mittlung von Prostituierten involviert. Aversionen eines Revisors gegen 
die Tätigkeit der Beschwerdeführerin dürften nicht dazu führen, dass 
ohne weitere  Abklärungen eine Revision abgebrochen und aufgrund 
von Klischees geurteilt werde.

E.c Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass alle Empfän-
ger der relevanten und von ihr geltend gemachten Aufwendungen be-
kannt  seien.  Ihre  Aufwendungen  seien  wirtschaftlich  begründet  und 
nachvollziehbar. Die  Aufrechnung  von  je  Fr. 100'000.--  an  nicht  ver-
buchten Mietzinseinnahmen für die Jahre 2000 und 2001 sei willkür-
lich. Eine stichhaltige und schlüssige Begründung oder Erklärung für 
diesen Betrag gebe es nicht. Die ESTV verweise lediglich auf theoreti-
sche Renditen und Werte. Die wirkliche Situation der Liegenschaft vor 
Ort sowie die Probleme betreffend die risikobelasteten Investitionen im 
Ausland seien nicht angemessen berücksichtigt worden. Die Aufrech-
nung sei ein steuerbegründender Sachverhalt,  der von der ESTV zu 
beweisen sei. Es gehe nicht an, über den Umweg einer Ermessensver-
anlagung die Beweislast umzukehren, ohne die Revision vor Ort abge-
schlossen zu haben.

E.d Korrekt  sei  hingegen,  dass sie, die Beschwerdeführerin,  nur die 
Saldi der Mietzinserträge verbucht habe. Dieses Vorgehen sei mit ihrer 
Revisionsstelle abgesprochen gewesen und habe in all  den früheren 
Jahren  zu  keinen  Beanstandungen  der  ESTV  geführt.  Es  sei  nicht 
nachvollziehbar, weshalb sie nun plötzlich gegen diverse Grundsätze 
der korrekten Buchhaltung verstossen haben sollte. Die gewünschten 
Details seien der Liegenschaftsabrechnung zu entnehmen, welche der 
ESTV vorgelegen habe. Da sich die Liegenschaften im Rotlichtmilieu 
befänden,  bestünden normalerweise keine schriftlichen Mietverträge. 
Die Dauer der jeweiligen Mietverhältnisse sei im Voraus jeweils schwer 
abzuschätzen.  Oft  würden  Mietverträge  nur  für  kurze  Dauer  abge-
schlossen  und die  Mieter  wünschten explizit  keinen  langen  Mietver-
trag.  Schriftliche  Verträge  seien  oft  unerwünscht.  Auch  seien  häufig 
Leerstände und Mietzinsausfälle wegen Mieter zu verzeichnen, welche 
plötzlich «verschwunden» seien. Die ESTV habe den Verkehrswert der 
Liegenschaft  F.______  mit  Fr. 4'260'000.--  bewertet  und  berufe  sich 

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dabei auf einen im Jahr 1996 bezahlten Kaufpreis, der angeblich um 
Fr. 1.7  Mio.  über  dem  im  Jahr  2001  eingesetzten  Buchwert  von 
Fr. 2'560'000.-- liegen solle. Der im Jahr 1996 bezahlte Kaufpreis habe 
jedoch gemäss (nunmehr von ihr ins Recht gelegtem) Vertrag lediglich 
Fr. 2'325'000.--  betragen.  Es  sei  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  die 
gleiche Liegenschaft plötzlich Fr. 4'260'000.-- wert sein solle.

F.
Mit Vernehmlassung vom 8. Mai 2008 beantragt die ESTV dem Bun-
desverwaltungsgericht eine Gutheissung der Beschwerde im Umfang 
von Fr. 70'000.--. Dies entspricht jenem Teil der von der ESTV geltend 
gemachten Verrechnungssteuern, der seine Grundlage in den für die 
Jahre 2000 und 2001 aufgerechneten Mietzinsen von je Fr. 100'000.-- 
fand (Fr. 200'000.-- x 35% = Fr. 70'000.--). Die ESTV erachtet gestützt 
auf  den von der Beschwerdeführerin  erstmals im Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  ins  Recht  gelegten  Kaufvertrag  einen  An-
schaffungswert von Fr. 2'325'000.-- als nachgewiesen. Bezugnehmend 
auf ihre eigene, im Einspracheentscheid aufgestellte Berechnung, wo-
nach der Ertrag der Liegenschaft dem Produkt aus Liegenschaftswert 
und einer 6-%-Rendite entspricht, erscheine es als plausibel, dass ent-
gegen ihrer früheren Annahme sämtliche Mietzinseinnahmen der Be-
schwerdeführerin  in  die  Erfolgsrechnung  geflossen  seien.  Allerdings 
hätte die Beschwerdeführerin den Kaufvertrag schon früher ins Recht 
legen  können.  Da  sie  dies  unterliess,  sei  sie  ihrer  Auskunftspflicht 
nicht  nachgekommen.  Trotz  teilweisen  Obsiegens  seien  deshalb  die 
gesamten Verfahrenskosten der Beschwerdeführerin zu überbinden. In 
den  übrigen  Punkten  hält  die  ESTV  an  ihrem  Einspracheentscheid 
vom 17. Dezember 2007 fest und beantragt sinngemäss,

• die  Gesellschaft  habe  Verrechnungssteuer  in  der  Höhe  von 
(neu) Fr. 51'451.25 zu bezahlen;

• die  Gesellschaft  habe  Verzugszinsen  zu  5%  auf  den  Betrag 
Fr. 23'238.60 (ab 31. Januar 2001 bis zum Datum der Entrich-
tung) und auf den Betrag von Fr. 28'212.65 (ab 31. Januar 2002 
bis zum Datum der Entrichtung) zu bezahlen;

• die  Gesellschaft  habe  die  in  der  Betreibung  Nr._______  des 
Betreibungsamtes Basel-Stadt angefallenen Kosten in der Höhe 
von Fr. 200.-- zu bezahlen;

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• es sei der in der Betreibung Nr._______ des Betreibungsamtes 
Basel-Stadt erhobene Rechtsvorschlag zu beseitigen;

• die Verfahrenskosten seien der Gesellschaft aufzuerlegen.

Dies ergibt – tabellarisch dargestellt – Folgendes:

Jahr 2000
Verwaltungsaufwand Fr. 15'629.10 Aufwandseite

Reisekosten Fr. 15'366.85 Aufwandseite

Darlehenszinsen Fr. 35'400.00 Aufwandseite

Total Fr. 66'395.95

Davon 35% Verrechnungssteuer Fr. 23'238.60

Jahr 2001
Verwaltungsaufwand Fr. 15'218.10 Aufwandseite

Reisekosten Fr. 20'994.50 Aufwandseite

Darlehenszinsen Fr. 44'395.00 Aufwandseite

Total Fr. 80'607.60

Davon 35% Verrechnungssteuer Fr. 28'212.65

Total der geldwerten Leistungen Fr. 147'003.55

Total der nachgeforderten Verrechnungssteuer Fr. 51'451.25

G.
Auf die weiteren Eingaben und Vorbringen der Parteien, insbesondere 
auf jene zu den einzelnen durch die ESTV aufgerechneten Positionen 
(Verwaltungsaufwand, Reisekosten und Darlehenszinsen), wird, soweit 
überhaupt entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Angefochten ist ein Einspracheentscheid der ESTV. Damit richtet 
sich  die  vorliegende  Beschwerde  gegen  eine  Verfügung  nach  Art. 5 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesverwaltungsgericht ist zu-
ständige  Beschwerdeinstanz  (vgl.  Art.  31,  Art. 32  e contrario und 

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Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist  – mit  der 
nachfolgend in E. 1.5 gemachten Einschränkung – einzutreten.

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht  stellt  den Sachverhalt  von Amtes 
wegen fest. An die von den Parteien oder der Vorinstanz vorgebrach-
ten Begründungen  ist  es  nicht  gebunden (Art. 62  Abs. 4  VwVG). Es 
kann eine Beschwerde aus anderen als den geltend gemachten Grün-
den gutheissen oder abweisen (BVGE 2007/41 E. 2;  ANDRÉ MOSER/MI-
CHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht, Basel 2008, Rz. 1.54 und 3.197).

1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt die Befragung (als Zeuge) von 
G._______. Nach  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  kann  das 
Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die noch im Raum steh-
enden Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder of-
fensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht 
oder – gerade umgekehrt  – die betreffende Tatsache aus den Akten 
bereits genügend ersichtlich ist (anstelle vieler: BGE 131 I 153 E. 3 mit 
Hinweisen; vgl.  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O., Rz. 3.144 mit  weite-
ren Hinweisen). Das Bundesverwaltungsgericht erachtet aufgrund der 
ihm vorliegenden Beweise den Sachverhalt für genügend geklärt. Auf 
die Befragung von G._______ ist zu verzichten.

1.4 Die Behandlung der Sache, die Gegenstand der mit Beschwerde 
angefochtenen Verfügung bildet, geht mit Einreichung der Beschwerde 
auf  die Beschwerdeinstanz über (Devolutiveffekt; Art. 54 VwVG). Für 
das Verwaltungsverfahren gilt insofern eine Sonderregelung, als dass 
die  Vorinstanz  bis  zu  ihrer  Vernehmlassung die  angefochtene  Verfü-
gung in Wiedererwägung ziehen kann (Art. 58 Abs. 1 VwVG). Die Vor-
instanz kann aber im Rahmen der Vernehmlassung auch eine (teilwei-
se) Gutheissung beantragen, ohne dadurch formell auf ihre Verfügung 
zurückzukommen. Am Streitgegenstand, wie er sich aus den Anträgen 
der beschwerdeführenden Partei zur angefochtenen Verfügung ergibt, 
vermag die Vernehmlassung hingegen nichts zu ändern (vgl. dazu MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.41). Der im vorliegenden Fall von 
der ESTV dem Bundesverwaltungsgericht zu Gunsten der Beschwer-
deführerin gestellte Antrag auf eine teilweise Gutheissung hat folglich 
keinen Einfluss auf  den Streitgegenstand. Dem Antrag kommt nur  – 
aber immerhin – der Charakter einer prozessualen Anregung zu (vgl. 

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die Ausführungen bei MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.42, zu ei-
nem im Rahmen der Vernehmlassung gestellten Antrag zu Ungunsten 
der Beschwerdeführerin). Im konkreten Fall liegt somit nach wie vor die 
gesamte  mit  Einspracheentscheid  vom  17. Dezember  2007  geltend 
gemachte Verrechnungssteuerforderung von Fr. 121'451.25 im Streit. 
Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass die ESTV selber noch den 
Betrag von Fr. 51'451.25 als geschuldet erachtet.

1.5 Die Beschwerdeführerin beantragt sodann nicht nur die Aufhebung 
des vorinstanzlichen Einspracheentscheides vom 17. Dezember 2007; 
sie ficht offensichtlich auch eine entsprechende Steuerrechnung vom 
1. November 2005 an, soweit diese den Betrag von Fr. 1'130.30 über-
steige.  Abgesehen  davon,  dass  der  genannten  Steuerrechnung  der 
Verfügungscharakter wohl abgeht, könnte die Steuerrechnung auch im 
anderen Fall  nicht  Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfah-
rens  bilden. Anfechtungsobjekt  im Verfahren vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  ist  nämlich  einzig  der  vorinstanzliche  Entscheid  (MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.7),  hier  also  der  Einspracheent-
scheid vom 17. Dezember 2007.

2.
2.1 Der Bund erhebt eine Verrechnungssteuer auf dem Ertrag bewegli-
chen  Kapitalvermögens  (Art. 132  Abs. 2  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; 
Art. 1  Abs. 1  VStG).  Die  Verrechnungssteuer  wird  bei  inländischen 
Sachverhalten grundsätzlich nicht zum Zweck erhoben, den Bürger mit 
ihr zu belasten und unmittelbar den Finanzbedarf des Bundes decken 
zu helfen. Die Verrechnungssteuer ist in erster Linie als steuertechni-
sches Mittel gedacht, um die Hinterziehung der Kantons- und Gemein-
desteuern auf beweglichem Kapitalvermögen und seinem Ertrag durch 
die der schweizerischen Steuerhoheit unterworfenen Steuerpflichtigen 
einzudämmen  (Botschaft  des  Bundesrates vom 18. Oktober 1963 be-
treffend den  Entwurf zu einem Bundesgesetz über die Verrechnungs-
steuer [Botschaft VStG], BBl 1963 II 953, 955). Entsprechend wird die 
Verrechnungssteuer nach Massgabe des Verrechnungssteuergesetzes 
zurückerstattet  (Art. 1 Abs. 2 VStG)  und stellt im Inland in aller Regel 
nur für  Defraudanten eine endgültige Belastung dar (Botschaft VStG, 
BBl 1963 II 953, 954; vgl. Art. 23 VStG).

2.2 Steuerpflichtig ist der Schuldner der steuerbaren Leistung (Art. 10 
Abs. 1 VStG). Die steuerbare Leistung ist  bei der Auszahlung, Über-

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weisung, Gutschrift  oder Verrechnung ohne Rücksicht auf die Person 
des Gläubigers  um den Steuerbetrag zu  kürzen,  bei  Kapitalerträgen 
um 35% (Art. 13 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStG). Gegenstand 
der Verrechnungssteuer sind u.a. Erträge der von einem Inländer aus-
gegebenen Aktien (Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG). Zu den steuerbaren Er-
trägen gehört auch jede geldwerte Leistung der Gesellschaft an die In-
haber  gesellschaftlicher  Beteiligungsrechte  oder  an  ihnen  nahe  ste-
hende Dritte (Art. 20 Abs. 1  der Vollziehungsverordnung vom 19. De-
zember  1966  zum Bundesgesetz  über  die  Verrechnungssteuer [Ver-
rechnungssteuerverordnung,  VStV,  SR 642.211]).  Die  Gesetzmässig-
keit dieser Verordnungsbestimmung hat das Bundesgericht wiederholt 
bestätigt (BGE 115 Ib 274 E. 9a; BGE 110 Ib 321 E. 3, je mit Hinwei-
sen).

2.3 Zu den  geldwerten  Leistungen an  die  Inhaber  gesellschaftlicher 
Beteiligungsrechte oder an ihnen nahe stehende Dritte sind nach stän-
diger  Rechtsprechung des Bundesgerichts  namentlich  Zuwendungen 
zu rechnen, welche unter folgenden Umständen gewährt werden:

• Die Gesellschaft  erhält  keine gleichwertige Gegenleistung, 
und die Erfolgsrechnung wird dadurch belastet;

• die  Aktionäre  oder  die  ihnen  nahe  stehenden  Personen 
kommen in den Genuss einer Leistung, die aussenstehen-
den Dritten nicht oder zumindest nicht im gleichen Mass ge-
währt worden wäre;

• das  Missverhältnis  zwischen  der  gewährten  Leistung  und 
der erhaltenen Gegenleistung muss für die Organe der Ge-
sellschaft erkennbar sein.

In  diesem Zusammenhang  wird  kein  direkter  Beweis  vorausgesetzt, 
dass die Leistung den Aktionären zugekommen ist. Eine der Verrech-
nungssteuer  unterliegende  geldwerte  Leistung  kann  vielmehr  auch 
dann vorliegen, wenn sich die Annahme, die Leistung sei den Aktionä-
ren  oder  diesen  nahe  stehenden  Personen  zugekommen,  aufdrängt 
und  eine  andere  Erklärung  der  Vorgänge  nicht  zu  finden  ist  (BGE 
115 Ib 274 E. 9b mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 
2A.602/2002 vom 23. Juli  2003 E. 2;  2A.590/2002 vom 22. Mai  2003 
E. 2.1; 2A.263/2003  vom 19. November 2003 E. 2.1,  jeweils  mit  Hin-
weisen).

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2.4 Mit der Unterstellung der geldwerten Leistungen unter die Verrech-
nungssteuerpflicht  werden diese gleichbehandelt  wie offene Gewinn-
ausschüttungen (ERNST HÖHN/ROBERT WALDBURGER,  Steuerrecht,  Band I, 
9. Auflage, Bern 2001, § 21, S. 524 f. Rz. 13).

In  der  Lehre  wird  terminologisch  zwischen  verdeckten  Gewinnaus-
schüttungen einerseits und Gewinnvorwegnahmen andererseits unter-
schieden.

2.4.1 Eine  verdeckte Gewinnausschüttung liegt vor, wenn die Gesell-
schaft dem Anteilsinhaber oder einer nahe stehenden Person zu Las-
ten der gegenwärtigen oder einer künftigen Erfolgsrechnung eine Leis-
tung erbringt, welche im Vergleich zu der ihr erbrachten Gegenleistung 
offensichtlich  übersetzt  ist  (HÖHN/WALDBURGER,  a.a.O.,  § 21  S. 525 f. 
Rz. 15). Die gegenwärtige Erfolgsrechnung wird dann belastet,  wenn 
die Gesellschaft einen zu hohen Aufwand verbucht (HÖHN/ WALDBURGER, 
a.a.O., § 21 S. 525 f. Fn. 34). Die zukünftige Erfolgsrechnung wird be-
lastet, wenn ein Aktivum überpreislich erworben und erst in einer spä-
teren Rechnungsperiode auf den Marktwert abgeschrieben wird oder 
wenn eine Leistung zu Unrecht  in  vollem Umfang aktiviert  wird  und 
deshalb  in  der  Zukunft  wertberichtigt  oder  abgeschrieben  werden 
muss (HÖHN/WALDBURGER, a.a.O., § 21 S. 525 f. Fn. 35). Eine verdeckte 
Gewinnausschüttung liegt zum Beispiel vor, wenn eine Gesellschaft ei-
nem Gesellschafter auf einem von diesem der Gesellschaft gewährten 
Darlehen  einen  übersetzten  Zins  bezahlt  (vgl.  hierzu  das  Urteil  des 
Bundesgerichts  vom 25. November  1983,  veröffentlicht  in  Archiv  für 
Schweizerisches Abgaberecht  [ASA]  53 S. 84 E. 2;  HÖHN/WALDBURGER, 
a.a.O., § 21 S. 525 f. Rz. 15).

2.4.2 Um eine  Gewinnvorwegnahme  handelt es sich hingegen, wenn 
die Gesellschaft  vom Anteilsinhaber  oder  von einer  nahe stehenden 
Person für erbrachte Leistungen weniger Ertrag fordert, als sie von ei-
nem unabhängigen  Dritten  in  jedem  Fall  fordern  und  auch  erhalten 
würde (HÖHN/WALDBURGER, a.a.O., § 21 S. 526 Rz. 16). Eine Gewinnvor-
wegnahme besteht zum Beispiel darin, dass eine AG ihren Aktionären 
oder ihnen nahe stehenden Dritten ein Mietobjekt zu einem unter dem 
Marktpreis  liegenden  Preis  überlässt  (vgl.  dazu  grundlegend 
BGE 107 Ib 325  [«Bellatrix»];  HÖHN/WALDBURGER,  a.a.O.,  § 21  S. 526 f. 
Rz. 16 mit weiteren Hinweisen). Diesfalls ist nicht der Aufwand der Ge-
sellschaft zu hoch, sondern ihr Ertrag zu tief.

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3.
3.1 Das Verrechnungssteuerrecht wird vom sogenannten Selbstveran-
lagungsprinzip  beherrscht.  Die  Steuerpflichtigen,  also  die  Schuldner 
der nach Art. 4 f. VStG der Verrechnungssteuer unterliegenden steuer-
baren Leistung (Art. 10 Abs. 1 VStG),  haben sich unaufgefordert  bei 
der  ESTV  anzumelden,  bei  Fälligkeit  der  Steuer  unaufgefordert  die 
vorgeschriebene  Abrechnung  mit  den  Belegen  einzureichen  und 
gleichzeitig die Steuer zu entrichten oder die an ihre Stelle  tretende 
Meldung zu erstatten (Art. 38 VStG). Gemäss dem diese Verpflichtun-
gen konkretisierenden Art. 21 Abs. 1 VStV haben inländische Aktien-
gesellschaften  oder  Gesellschaften  mit  beschränkter  Haftung  der 
ESTV unaufgefordert innert 30 Tagen nach Genehmigung der Jahres-
rechnung den Geschäftsbericht oder eine unterzeichnete Abschrift der 
Jahresrechnung (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) sowie eine 
Aufstellung nach amtlichem Formular einzureichen, woraus der Kapi-
talbestand am Ende des Geschäftsjahres, das Datum der Generalver-
sammlung, die beschlossene Gewinnverteilung und ihre Fälligkeit er-
sichtlich sind,  und die Steuer auf  den mit  Genehmigung der Jahres-
rechnung  fällig  gewordenen  Erträgen  zu  entrichten  (Art. 21  Abs. 1 
VStV).

3.2 Die Steuer auf Erträgen, die nicht mit  Genehmigung der Jahres-
rechnung fällig oder nicht auf Grund der Jahresrechnung ausgerichtet 
werden  (Interimsdividenden,  Bauzinsen,  Gratisaktien,  Liquidations-
überschüsse,  Ablösung  von  Genussscheinen,  geldwerte  Leistungen 
anderer  Art),  ist  aufgrund der  Abrechnung nach amtlichem Formular 
innert 30 Tagen nach Fälligkeit des Ertrages unaufgefordert der Eidge-
nössischen Steuerverwaltung zu entrichten (Art. 21 Abs. 2 VStV). Ist 
für den Ertrag ein Fälligkeitstermin nicht bestimmt, so beginnt die 30-
tägige Frist am Tage, an dem die Ausrichtung beschlossen oder, man-
gels eines solchen Beschlusses, an dem der Ertrag ausgerichtet wird, 
zu laufen (Art. 21 Abs. 3 VStV). Wird die Jahresrechnung nicht innert 
sechs Monaten nach Ablauf  des  Geschäftsjahres  genehmigt,  so  hat 
die Gesellschaft der ESTV vor Ablauf des siebten Monats den Grund 
der Verzögerung und den mutmasslichen Zeitpunkt der Rechnungsab-
nahme mitzuteilen (Art. 21 Abs. 4 VStV). Diese Einreichungs- bzw. Mit-
teilungspflichten gelten auch und selbst dann, wenn keine Dividenden 
oder andere steuerbare Leistungen ausgerichtet werden.

3.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  im  Urteil  A-1506/2006 
vom 3. Juni 2008 E. 3 ausführlich zu den Folgen der Verletzung der 

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Einreichungs-  bzw. Mitteilungspflichten  und somit  zu  den  Vorausset-
zungen der Ermessensveranlagung im Bereich der Verrechnungssteu-
ern  geäussert.  Es  hat  dabei  nochmals  festgehalten,  dass  Art. 39 
Abs. 1  VStG neben den bereits  aus  Art. 38  VStG in  Verbindung  mit 
Art. 21 f.  VStV  fliessenden  Verpflichtungen  auch  vorsieht,  dass  die 
Steuerpflichtige der ESTV über alle Tatsachen, die für die Steuerpflicht 
oder für die Steuerbemessung von Bedeutung sein können, nach bes-
tem Wissen  und  Gewissen  Auskunft  erteilen  und  insbesondere  ihre 
Geschäftsbücher ordnungsgemäss führen muss. Sie hat diese, die Be-
lege und andere Urkunden auf Verlangen beizubringen (Urteil bestätigt 
mit  Entscheid  des  Bundesgerichts  2C_502/2008  vom 18. Dezember 
2008).

3.4 Ist  das  Vorliegen  einer  der  Verrechnungssteuer  unterliegenden 
Leistung nachgewiesen, wofür nach der allgemeinen steuerrechtlichen 
Beweislastverteilung  die  ESTV  beweisbelastet  ist,  macht  aber  die 
Steuerpflichtige über das  Ausmass der steuerbaren Leistungen keine 
zuverlässigen  Angaben,  so  ist  dieses  nach  Ermessen  festzusetzen. 
Dies ergibt sich implizit aus Art. 39 und Art. 41 Bst. a VStG (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 1. November 1974,  veröffentlicht  in ASA 44 
S. 394 E. 1; Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurskommission 
[SRK] vom 25. Juni 1996, veröffentlicht in ASA 65 S. 922 E. 3a). Bei 
der  Ermessensveranlagung  haben  die  Steuerbehörden  auf  den  ge-
wöhnlichen Lauf der Dinge und auf das Verhalten des Steuerpflichti-
gen abzustellen. Sie müssen von haltbaren Grundlagen ausgehen. Die 
Ermessensveranlagung soll dem wirklichen Sachverhalt möglichst na-
he kommen. Fehlen schlüssige Anhaltspunkte, ist auf Erfahrungswerte 
abzustellen  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 30. August  1988,  veröff-
entlicht in ASA 57 S. 516 E. 2a mit  Hinweisen). Die Veranlagungsbe-
hörde stellt im Rahmen der Ermessensveranlagung das «wahrschein-
lich  Wahre»  fest  (vgl.  MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER,  Beweis  und  Be-
weislast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leistung und Gegen-
leistung  unter  dem  Gesichtswinkel  des  Drittvergleichs  [«dealing  at 
arm's length»],  ASA 77 S. 658 ff.,  insbesondere S. 665 [mit  weiteren 
Hinweisen auf die Lehre in Fn. 32] und S. 669 ff.).

3.5 Bleibt mit anderen Worten das Ausmass einer geldwerten Leistung 
beweislos,  weil  der  Steuerpflichtige  an  der  Ermittlung  steuerbegrün-
dender oder -mehrender Tatsachen nicht  gehörig mitgewirkt  und da-
durch den von der Steuerbehörde zu leistenden Beweis vereitelt hat, 
darf dies für die Steuerpflichtige keinen Vorteil und für den Fiskus, der 

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die Folgen der Beweislosigkeit nach den allgemeinen Regeln der Be-
weislastverteilung zu tragen hätte, keinen Nachteil bedeuten. Die Fol-
ge der Beweislosigkeit besteht diesfalls in der Vornahme einer Ermes-
sensveranlagung und nicht in einem Verzicht auf die Annahme eines 
Ertrages (vgl. zum Ganzen: ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., ASA 77 S. 658 ff., 
S. 669 f.). Wäre es  anders,  würde eine steuerpflichtige  Gesellschaft, 
die – obwohl sie könnte – keine Angaben über die an ihre Aktionäre 
oder an nahe stehende Dritte erbrachte Leistungen macht, gegenüber 
dem ehrlichen  Steuerpflichtigen  privilegiert; ihr  säumiges  und  unko-
operatives Verhalten würde vom Fiskus geradezu belohnt  (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 2C_502/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 4.2).

3.6 Sind die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung einmal er-
füllt, obliegt es der Steuerpflichtigen, den  Beweis für die Unrichtigkeit 
der Schätzung zu erbringen. Dabei hat sie sich mit den Elementen der 
vorgenommenen  Ermessensveranlagung  im  Einzelnen  zu  befassen 
und aufzuzeigen, dass und inwiefern die Schätzung nicht auf haltbaren 
Grundlagen beruht  (vgl. zu der  insoweit  vergleichbaren Situation bei 
der  Mehrwertsteuer  [anstelle  vieler]  die  Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1525/2006 vom 28. Januar 2008 E. 2.4 und A-1527/28 
vom 6. März 2008 E. 5; Urteil  des Bundesgerichts 2C_502/2008 vom 
18. Dezember 2008 E. 4.2).

3.7 Bei der Überprüfung einer  zulässigerweise erfolgten Ermessens-
einschätzung  auferlegt  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  im 
Verrechnungssteuerrecht – in Weiterführung der ständigen Rechtspre-
chung der SRK – eine gewisse Zurückhaltung und setzt nur dann sein 
eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn die-
ser  bei  der  Schätzung  grössere  Ermessensfehler  unterlaufen  sind 
(hierzu und zum Ganzen: Entscheid der SRK vom 27. Oktober 2004, 
veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden [VPB]  69.43 
E. 4a,  mit  Hinweisen;  vgl.  etwa  für  den  Bereich  der  Mehrwertsteuer 
auch  [anstelle  vieler]  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1393/2006  vom  10. Dezember  2007  E. 1.3  mit  Hinweisen;  MOSER/ 
BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.162).

4.
Während,  wie  dargestellt,  im  Falle  des  beweislos  gebliebenen  Aus-
masses des Ertrages die Veranlagungsbehörden zur Ermessensveran-
lagung schreiten dürfen und müssen, gilt  Gleiches jedoch grundsätz-
lich nicht im Falle einer beweislos gebliebenen Aufwandposition. Eine 

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Ausnahme kann bestehen, wenn der steuerpflichtigen Person die Mit-
wirkung an der Ermittlung steueraufhebender oder -mindernder Tatsa-
chen aus Gründen, die sie nicht zu vertreten hat, unmöglich oder un-
zumutbar wäre (vgl. hierzu: ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., ASA 77 S. 658 ff., 
S. 669 f.). Ansonsten trägt  nach  der  im Steuerrecht  geltenden allge-
meinen  Regel  der  Beweislastverteilung,  wonach  die  Steuerbehörde 
das Steuerbegründende, der Steuerpflichtige das Steuermindernde zu 
beweisen hat, die Steuerpflichtige die Folgen einer beweislos geblie-
benen Aufwandposition. Leistungen, deren Aufwandcharakter die steu-
erpflichtige Gesellschaft  in  keiner Weise – auch nicht  ansatzweise – 
nachweist, sind deshalb in vollem Umfange als steuerpflichtig zu be-
trachten.  Will  oder  kann  eine  steuerpflichtige  Gesellschaft  bei  über-
prüf- oder belegbaren Angaben trotz Aufforderung der Steuerbehörde 
nicht dartun, an wen oder wofür sie eine als Aufwand behandelte, als 
solche verbuchte oder durch «Netto»-Verbuchung in ihren Bücher un-
terdrückte Leistung erbracht hat, so ist diese als Teil ihres steuerbaren 
Ertrages zu betrachten, der direkt oder indirekt an ihre Aktionäre oder 
an diese nahe stehende Personen weitergeleitet wurde und damit der 
Verrechnungssteuer unterliegt (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 
1991, publiziert in ASA 60 S. 558 E. 3c mit weiteren Hinweisen; Urteil 
des Bundesgerichts 2C_502/2008 vom 18. Dezember 2008 E. 3.3).

5.
5.1 Die Verrechnungssteuerpflicht ist entweder durch Entrichtung der 
Steuer  oder  durch  Meldung  der  steuerbaren  Leistung  zu  erfüllen 
(Art. 11 Abs. 1 VStG). Es ist der ESTV verwehrt, andere Arten der Er-
füllung anzuordnen oder zuzulassen (TONI HESS,  in: Martin Zweifel/Pe-
ter Athanas/Maja Bauer-Balmelli  [Hrsg.], Kommentar zum Schweizer-
ischen Steuerrecht II/2, Basel 2005 [hiernach: Kommentar VStG], N. 1 
zu Art. 11 VStG). Die Erfüllung der Steuerpflicht durch Meldung  kann 
gestattet werden, wenn die Steuerentrichtung zu unnötigen Umtrieben 
oder zu einer offenbaren Härte führen würde (Art. 20 VStG).

5.2 Die Fälle, in welchen an Stelle der Entrichtung eine Meldung mög-
lich ist, müssen in der Verordnung ausdrücklich vorgesehen sein (vgl. 
Art. 20  Abs. 2  VStG;  IVO P. BAUMGARTNER,  Kommentar  VStG,  N. 3  zu 
Art. 20 VStG mit Hinweisen). Unter anderem kann nach Art. 24 Abs. 1 
Bst. a  VStV  der  Gesellschaft  auf  Gesuch  hin  gestattet  werden,  ihre 
Steuerpflicht  durch  Meldung  zu  erfüllen,  wenn  die  anlässlich  einer 
amtlichen Kontrolle oder Buchprüfung geltend gemachte Steuer eine 
Leistung betrifft, die in einem Vorjahre fällig geworden ist.

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5.3 Mit  den  Vorjahren  sind  jene  Kalenderjahre  gemeint,  welche  vor 
dem Jahr liegen, in welchem das Kontrollverfahren beendet worden ist. 
Wenn die der Verrechnungssteuer unterliegende Leistung in einem der 
so umschriebenen Vorjahre fällig geworden ist, könnten die Leistungs-
empfänger sofort einen Rückerstattungsantrag stellen. Die ESTV wür-
de dann von der Gesellschaft Verrechnungssteuern verlangen, welche 
die Empfänger der geldwerten Leistung sogleich zurückfordern könn-
ten.  Eine  gewisse  «Doppelspurigkeit»  (Erhebung  der  Steuer  beim 
Schuldner der geldwerten Leistung; Rückerstattung desselben Steuer-
betrages  an  die  Empfänger  der  geldwerten  Leistung)  gehört  jedoch 
zum System der Verrechnungssteuer und bezweckt die Deklarations-, 
Einnahmen- und Bezugssicherung (vgl. Entscheid der SRK 2003-118 
vom 7. Juni 2004, veröffentlicht in VPB 68.164 E. 2d/bb)

5.4 Das Meldeverfahren ist aber in jedem Fall nur zulässig, wenn fest-
steht, dass der Leistungsempfänger Anspruch auf Rückerstattung der 
Steuer hat (Art. 24 Abs. 2 VStV; BGE 115 Ib 274 E. 20, vgl. auch IVO P. 
BAUMGARTNER,  a.a.O.,  N. 60  ff.  zu  Art. 20  VStG mit  Hinweisen).  Lässt 
sich der Rückerstattungsanspruch nicht ohne Weiteres feststellen, weil 
eine  Verwirkung  der  Rückerstattungsansprüche  ernstlich  in  Betracht 
fällt, so ist die Bewilligung des Meldeverfahrens ausgeschlossen (BGE 
115 Ib 274 E. 20c; BGE 110 Ib 324 E. 6b). Keinen Rückerstattungsan-
spruch hat, wer mit der Verrechnungssteuer belastete Einkünfte oder 
Vermögen,  woraus  solche  Einkünfte  fliessen,  entgegen  gesetzlicher 
Vorschrift  nicht deklariert  (Art. 23 VStG). In diesem Fall wird die Ver-
rechnungssteuer zur Defraudantensteuer (BERNHARD ZWAHLEN, Kommen-
tar VStG, N. 1 zu Art. 23 VStG). Erst durch diese Klausel wird der Si-
cherungsgedanke, welcher dem Verrechnungssteuerrecht grundlegend 
als Basis gilt,  durchgesetzt (BERNHARD ZWAHLEN, a.a.O., N. 1 zu Art. 23 
VStG).

5.5 Weiter setzt das Meldeverfahren voraus, dass eine Meldung auch 
tatsächlich  erfolgt  ist.  Das  Gesuch  ist  schriftlich  zu  stellen  (Art. 25 
Abs. 1 VStV). Die Meldung ersetzt nur die Entrichtung der Steuer, nicht 
aber  die  Deklaration  der  steuerpflichtigen  Leistung  (P. BAUMGARTNER, 
Kommentar VStG, N. 84 zu Art. 20 VStG; W. ROBERT PFUND, Die Eidge-
nössische  Verrechnungssteuer,  I. Teil,  Basel  1971,  Rz. 14.1  ff.  zu 
Art. 20 VStG).

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6.
Im vorliegenden Fall ist zuerst zu prüfen, ob die ESTV einen rechtsge-
nügenden Anlass hatte, zu einer Ermessensveranlagung zu schreiten 
(Punkt  7).  Nur  wenn  dies  bejaht  werden kann,  ist  in  einem zweiten 
Schritt (Punkt 8) zu prüfen, ob die Ermessensveranlagung, das heisst 
die Schätzung und Aufrechnung der unverbuchten Mietzinseinnahmen, 
umfangmässig korrekt erfolgte.

7.
7.1 Bei  der  Beschwerdeführerin  fand  am 18. November  2002  unbe-
strittenermassen  eine  Buchprüfung  statt.  Ebenfalls  unbestritten  ist, 
dass  die  Prüfung  abgebrochen  wurde  und  dass  die  steuerpflichtige 
Gesellschaft in ihrer Buchhaltung die Mieteinnahmen lediglich saldiert, 
als  «Netto»-Verbuchungen,  auswies.  Uneinig  sind  sich  die  Parteien 
hingegen  in  der  Frage,  ob  anlässlich  der  Prüfung  die  Buchhaltung 
komplett  aufgelegen bzw. ob genügend Anlass  bestanden hatte,  die 
Prüfung abzubrechen.

Die Frage ist – entgegen der offensichtlichen Ansicht der Beschwerde-
führerin – ohne Belang. Mit dem Abbruch der Buchprüfung wurde der 
Gesellschaft  nicht  verunmöglicht,  die  erforderlichen  Akten  einzurei-
chen bzw. nachzureichen. Immerhin ist in diesem Zusammenhang da-
ran zu erinnern, dass die Gesellschaft mit der Führung saldierter Konti 
elementare Grundsätze der Rechnungslegung verletzte. Sie hat damit 
ihre tatsächlichen Mieterträge und die entsprechenden Aufwände ver-
schleiert und es verunmöglicht, diese zu überprüfen. Dass sich die Ge-
sellschaft  für  das Vorlegen saldierter  Konti  auf  eine Auskunft  ihrer  – 
sonst nicht in Erscheinung tretenden – Revisionsstelle beruft, ist unbe-
helflich.  Nicht  weiter  diskutiert  werden  muss  auch  der  Hinweis,  die 
ESTV habe dieses Vorgehen in den Vorjahren nicht beanstandet. Es 
liegt in der Natur einer Selbstveranlagungssteuer, dass selbst gravie-
rende Mängel der Buchführung von der ESTV erst im Rahmen einer 
Buchprüfung entdeckt werden können.

7.2 Dennoch  entstanden  der  Gesellschaft  durch  den  Abbruch  der 
Buchprüfung keinerlei Rechtsnachteile, trat doch die ESTV bereits mit 
Schreiben vom 20. November 2002 erneut an die Gesellschaft heran 
und forderte diese ausdrücklich auf, Angaben über die Aktionäre und 
die  von diesen gehaltenen Quoten  zu  machen. Die  ESTV verlangte 
insbesondere  und ausdrücklich  nach Grundbuchauszügen und Kauf-
verträgen,  nach  Verträgen  und  Abrechnungen  zu  den  ab  dem  Jahr 

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1997 vereinnahmten Mietzinsen sowie nach Unterlagen, Verträgen und 
Korrespondenzen mit den finanzierenden Banken. Weiter verlangte sie 
Einblick in die Konti «Darlehen» und «Darlehenszinsen» sowie in die 
entsprechenden Darlehensverträge und jährlichen Zinsabrechnungen.

7.3 Weil das Schreiben vom 20. November 2002 unbeantwortet blieb, 
forderte die ESTV die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 20. Fe-
bruar 2003 – also rund drei Monate später – nochmals auf, entspre-
chende Unterlagen  einzureichen und,  sollte  dies  nicht  möglich  sein, 
wenigstens die Verhinderungsgründe zu nennen und bekanntzugeben, 
bis zu welchem Zeitpunkt mit  einer Antwort  zu rechnen sei. Erst am 
23. Juli  2004  ist  der  ESTV  ein  Grundbuchauszug  über  die  Liegen-
schaft  F.______ zugegangen,  wobei  aus  den Akten nicht  erhellt,  ob 
der Auszug von der ESTV oder der Beschwerdeführerin bestellt wor-
den  war  und  im  Übrigen  der  interessierende  Wert  der  Liegenschaft 
aus dem Auszug gerade nicht ersichtlich war bzw. ist.

7.4 Erst mit Schreiben vom 29. März 2005 teilte die Gesellschaft mit, 
sie werde die «ausstehenden Dokumente und Unterlagen bis spätes-
tens 30. April 2005 nachreichen». Da innert der von der Beschwerde-
führerin genannten Frist wiederum keine Dokumente eingereicht wor-
den waren,  schritt  die  ESTV schliesslich  am 1. November  2005 und 
damit fast drei Jahre nach der abgebrochenen Buchprüfung zu einer 
Ermessensveranlagung.  Gleichzeitig  forderte  die  ESTV  die  Gesell-
schaft  auf,  begründete und belegte Einwendungen gegen die Schät-
zung innert einer Frist von 30 Tagen anzubringen und die vollständigen 
Buchhaltungen  der  betroffenen Jahre  samt  entsprechenden Belegen 
einzureichen. Auch diese Aufforderung der ESTV blieb – trotz ander-
weitiger Ankündigung der Beschwerdeführerin – ohne Erfolg, weshalb 
die ESTV die ermessensweise veranlagte Verrechnungssteuer mit Ent-
scheid vom 28. März 2006 bzw. 10. November 2006 formell verfügte.

7.5 Auf Grund des Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin 
ihre  Mitwirkungspflichten  unzweifelhaft  und  in  grober  Weise  verletzt 
hat. Die Gesellschaft kann nicht darlegen, weshalb es ihr nicht möglich 
gewesen sein soll, die verlangten Dokumente innert einer Frist von ge-
samthaft mehr als drei Jahren einzureichen. Die ESTV war in der Fol-
ge nicht nur berechtigt,  sondern verpflichtet,  die Höhe der nicht ver-
buchten Mietzinseinnahmen ermessensweise festzusetzen. Im Übrigen 
wird von der Beschwerdeführerin weder behauptet noch belegt, dass 
die ESTV den Rahmen dessen, was sie von Gesetzes wegen an Un-

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terlagen bzw. Belegen hat einfordern dürfen, überschritten haben soll. 
Als  Zwischenergebnis  ist  demnach  festzuhalten,  dass  die  ESTV  zu 
Recht zu einer Ermessensveranlagung geschritten ist.

8.
8.1 Damit ist nun zu prüfen, ob die Ermessenveranlagung, die in einer 
Aufrechnung  nichtverbuchter  Mietzinseinnahmen mündete,  auch  kor-
rekt erfolgte. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die 
ESTV an der Aufrechnung von je Fr. 100'000.-- unverbuchter Mietzins-
einnahmen für die Jahre 2000 und 2001 im Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht nicht mehr festhält und in ihrer Vernehmlassung 
eine Gutheissung der  Beschwerde  im Umfang  von Fr. 70'000.--  Ver-
rechnungssteuern beantragt.

8.2 Der Einspracheentscheid der ESTV hingegen fusste noch auf ei-
nem geschätzten Wert der Liegenschaft F.______ von Fr. 4'200'000.--. 
Dieser awar mit einer mutmasslichen Bruttorendite von 6% multipliziert 
worden,  wofür  sich  die  ESTV  auf  den  Schweizer  Immobilienindex 
stützte  (abrufbar  unter  www.wuestundpartner.com/news/dokumente/ 
Index_Swiss_2006.pdf,  besucht am 8. Juli 2009). Der Index nennt für 
das  Jahr  2002  für  «Sonstige  Nutzungen»  einen  «Total  Return»  von 
7.5%, für «Gemischte Nutzungen» 6.8%, für «Wohnimmobilien» 5.2% 
und für  «Alle  Liegenschaften» 5.6%. Der von der ESTV eingesetzte 
Wert von 6% erscheint demnach für Liegenschaften der vorliegenden 
Nutzungsart  (Rotlichtmilieu)  nicht  ausserhalb  dessen zu  liegen,  was 
auf  dem  schweizerischen  Immobilienmarkt  durchschnittlich  erzielbar 
gewesen wäre. 

8.3 Die  Beschwerdeführerin  hat  den  Kaufvertrag  über  die  Liegen-
schaft  F.______  nun  erstmals  zusammen  mit  ihrer  Beschwerde  ans 
Bundesverwaltungsgericht  ins  Recht  gelegt. Gemäss diesem Vertrag 
wurde für die Liegenschaft im Jahr 1996 ein Kaufpreis in der Höhe von 
Fr. 2'325'000.-- bezahlt. Aufgrund der Tatsache, dass sich die ESTV für 
die Renditeberechnung ausdrücklich auf den – damals noch angenom-
menen – Kaufpreis stützte, erachtet es das Bundesverwaltungsgericht 
als konsequent, für die Renditeberechnung den tatsächlich vereinbar-
ten und nun bekannten Kaufpreis einzusetzen und die Rendite neu ba-
sierend auf diesem Wert zu berechnen. Auf Grund dieses Kaufpreises 
(Fr. 2'325'000.--) lässt sich aber – wie die ESTV selber geltend macht 
– eine Aufrechnung von je Fr. 100'000.-- an unverbuchten Mietzinsein-
nahmen für die Jahre 2000 und 2001 nicht mehr aufrechterhalten. In-

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sofern ist  die Beschwerde, wie von ESTV beantragt, im Umfang von 
Fr. 70'000.-- (i.e. 35% von Fr. 200'000.--) gutzuheissen.

9.
Damit  bleibt  auf  die  verschiedenen  Aufwandpositionen  einzugehen, 
denen die ESTV die geschäftsmässige Begründetheit  ganz oder teil-
weise  abspricht.  Es  handelt  sich  hierbei  um  die  Positionen  Verwal-
tungsaufwand (Punkt 9.1), Reisekosten (Punkt 9.2) und Darlehenszin-
sen (Punkt 9.3).

9.1 Verwaltungsaufwand
Für das Jahr 2000 werden von der ESTV Verwaltungskosten im Um-
fang  von  Fr. 15'629.10  als  geschäftsmässig  nicht  begründet  qualifi-
ziert. Die Beschwerdeführerin  hatte Aufwendungen von Fr. 25'629.10 
geltend gemacht, hierfür jedoch – ausser einem Kontoblatt – keinerlei 
Belege  eingereicht.  Die  ESTV akzeptiert  ein  Verwaltungsratshonorar 
von Fr. 10'000.--.

Für das Jahr 2001 wird bei einem Total von geltend gemachtem Ver-
waltungsaufwand  von  Fr. 35'218.10  ein  Verwaltungsratshonorar  von 
Fr. 20'000.--  anerkannt  und  damit  Fr. 15'218.10  als  nicht  geschäfts-
mässig begründet qualifiziert. Die Beschwerdeführerin trägt vor, dass 
die von der ESTV nicht akzeptierten Aufwendungen im Wesentlichen 
unter dem Titel Rechtskosten bzw. als ausserordentliche Honorare an 
den Verwaltungsrat (B._______) bezahlt worden seien, welcher diese 
Beträge als Einkommen in seine Buchhaltung habe einfliessen lassen. 
Sein Einkommen sei deklariert und mit der AHV abgerechnet worden.

Die Beschwerdeführerin hat weder im Verfahren vor der ESTV noch in 
jenem vor dem Bundesverwaltungsgericht ihre Behauptungen mit Be-
legen zu stützen versucht. Sie hat weder eine Salärabrechnung, eine 
Honorarnote  noch  eine  AHV-Abrechnung  eingereicht.  Dennoch  liess 
die ESTV Verwaltungsratshonorare in der Höhe von Fr. 10'000.-- (für 
das Jahr 2000) bzw. 20'000.-- (für 2001) zum Abzug zu. Das Bundes-
verwaltungsgericht  erachtet  diese  Beträge  aufgrund  der  gesamten 
Umstände als angemessen. Einen darüber hinaus gehenden Verwal-
tungsaufwand  vermag  die  Beschwerdeführerin  jedoch  nicht  nachzu-
weisen. Die Beschwerdeführerin trägt die Folgen der Beweislosigkeit. 
Der  zusätzlich  von  ihr  geltend  gemachte  Verwaltungsaufwand 
(Fr. 15'629.10 für das Jahr 2000 und Fr. 15'218.10 für das Jahr 2001) 

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ist  geschäftsmässig nicht  begründet,  wird aufgerechnet  und mit  Ver-
rechnungssteuern belastet. 

9.2 Reisekosten
Für das Jahr 2000 qualifizierte die ESTV von der Gesellschaft geltend 
gemachte  Reisekosten  im  Umfang  von  Fr. 15'366.85  als  geschäfts-
mässig  nicht  begründet;  für  das  Jahr  2001  solche  in  der  Höhe  von 
Fr. 20'994.50.  Die  Beschwerdeführerin  macht  zu  diesem  Punkt  gel-
tend, dass ein grosser Teil der Reisespesen insbesondere auf Fahrten 
nach Stuttgart  zurückzuführen sei. Allein auf die gesamthaft gefahre-
nen 6'000 Kilometer würden Fr. 6'000.-- entfallen. Ziehe man zusätz-
lich noch die Verpflegungskosten ab, verblieben für die Jahre 2000 und 
2001 unerklärbare Reise- und Repräsentationsspesen in der Höhe von 
Fr. 3'229.50,  deren Aufrechnung sie  anerkenne; entsprechend werde 
eine Verrechnungssteuerforderung von Fr. 1'130.30 akzeptiert.

Bezüglich Reisekosten gilt, was bereits zu den Verwaltungskosten ge-
sagt wurde. Die Beschwerdeführerin hat keinerlei Belege ins Recht ge-
legt,  welche  entsprechende  Aufwendungen  auch  nur  ansatzweise 
plausibel erscheinen liessen. Es wäre der Beschwerdeführerin durch-
aus zumutbar gewesen, den Nachweis für die geltend gemachten Auf-
wendungen – zum Beispiel  mittels Belegen für die Mittagessen – zu 
erbringen. Da sie dies unterliess, und damit die Beweislosigkeit selber 
verschuldete, trägt sie auch in diesem Punkt die Folgen der Beweislo-
sigkeit; die von der ESTV vorgenommene Aufrechnung von Reisekos-
ten im Umfang von Fr. 15'366.85 (Jahr 2000) und Fr. 20'994.50 (Jahr 
2001) ist nicht zu beanstanden.

9.3 Darlehenszinsen
Für  das  Jahr  2000  hat  die  ESTV  Darlehenszinsen  im  Umfang  von 
Fr. 35'400.-- und für das Jahr 2001 solche im Umfang von Fr. 44'395.-- 
als geschäftsmässig nicht begründet eingestuft und mit Verrechnungs-
steuern belegt. Die ESTV tat dies mit der Begründung, dass keine Dar-
lehensverträge eingereicht worden seien und nicht klar sei, wohin all-
fällige Darlehenszinse geflossen seien. Die Beschwerdeführerin macht 
geltend,  der  Darlehensvertrag  sei  ursprünglich  mit  einer  Drittgesell-
schaft abgeschlossen worden. Im Rahmen einer Übernahme der Be-
schwerdeführerin sei die  E._______ AG in Liquidation in diesen Ver-
trag eingetreten. Es  sei  kein Sonderfall,  dass in  einem solchen Mo-
ment kein neuer Vertrag ausgefertigt werde, sondern der bisherige in-
haltlich weitergeführt  werde. Bekanntlich sei für den Abschluss eines 

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Darlehensvertrages keine Schriftlichkeit verlangt. Erfolge im Ergebnis 
eine steuerliche Umqualifizierung von verbuchtem Zinsaufwand in eine 
der Verrechnungssteuer unterliegende Dividende, sei zu berücksichti-
gen,  dass  das  Verrechnungssteuergesetz  gerade  für  derartige,  im 
Rahmen  einer  Buchprüfung  aufgegriffene  Fälle  das  Meldeverfahren 
vorsehe. Infolge der offensichtlich gegebenen Rückerstattungsberech-
tigung der E._______ AG in Liquidation als Aktionärin scheine ein Be-
harren auf der Entrichtung der Verrechnungssteuer als unangemessen. 
Daher sei für den Fall einer Aufrechnung das Meldeverfahren zu bewil-
ligen und von einer Entrichtung der Steuer in bar sei abzusehen.

Der  Beschwerdeführerin  ist  zu  entgegen,  dass  sie  in  Bezug auf  die 
geltend gemachten Aufwendungen für Darlehenszinse keinerlei Verträ-
ge oder Zahlungsbelege ins Recht gelegt hat. Es gelingt ihr auch die-
sem Punkt  nicht,  ihren Aufwand zu  belegen.  Im Übrigen ist  der  Be-
schwerdeführerin  darin  beizupflichten,  dass  –  sollte  tatsächlich  ein 
Darlehensvertrag bestanden haben – das Darlehen zu einem wesentli-
chen Teil als verdecktes Eigenkapital zu qualifizieren und entsprechen-
de Zinsen bei beiden Gesellschaften aufzurechnen wären. Das Melde-
verfahren aber könnte entgegen der Ansicht  der Beschwerdeführerin 
ohnehin nicht bewilligt werden, da erhebliche Zweifel bestehen, ob und 
bei wem tatsächlich ein Anspruch auf Rückerstattung der Steuer be-
steht.

10.
Die Beschwerdeführerin wendet sich schliesslich gegen die Verfügung 
betreffend die Rechtsöffnung in der beim Betreibungsamt des Kantons 
Basel-Stadt angehobenen Betreibung Nr._______.

Dazu ist zu bemerken, dass die ESTV auch ohne rechtskräftigen Ent-
scheid  befugt  war,  die  Forderung  in  Betreibung  zu  setzen  und  den 
Rechtsvorschlag selbst  zu beseitigen (BGE 107 III 60; Entscheid der 
SRK vom 9. November 2004 [SRK 2003-169] E. 7; JEANNINE MÜLLER, in: 
Xavier  Oberson/Pascal  Hinny  (Hrsg.),  Kommentar  Stempelabgaben, 
Zürich 2006, Rz. 5-9 zu Art. 42 StG [entsprechend Art. 45 VStG]). Da 
die Forderung wie dargelegt im nunmehr reduzierten Umfang zu Recht 
besteht, ist auch die Beseitigung des Rechtsvorschlags entsprechend 
zu  bestätigen  (vgl.  die  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-4192/2007 vom 19. September 2007 und A-1506/2006 vom 3. Juni 
2008 E. 6).

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11.
11.1 Aufgrund des Gesagten ist die Beschwerde – soweit darauf ein-
zutreten ist – in dem von der ESTV beantragten Umfang (Fr. 70'000.--) 
gutzuheissen. Die der ESTV gemäss Ziff. 2 des Einspracheentschei-
des vom 17. Dezember 2007 geschuldete Verrechnungssteuer ist ent-
sprechend  auf  Fr. 51'451.25  zu  reduzieren,  wobei  hiervon 
Fr. 23'238.60 auf das Jahr 2000 und Fr. 28'212.65 auf das Jahr 2001 
entfallen.  Im  Übrigen  ist  der  Einspracheentscheid  der  ESTV  vom 
17. Dezember 2007 zu bestätigten.

11.2 Die  Kosten  sind  gemäss  Art. 63  Abs. 1  VwVG nach  Obsiegen 
und Unterliegen zu verteilen. Einer teilweise oder ganz obsiegenden 
Partei  dürfen nur  solche  Verfahrenskosten  auferlegt  werden,  die  sie 
durch Verletzung von Verfahrenspflichten verursacht hat (Art. 63 Abs. 3 
VwVG). Dabei muss als unnötigerweise verursacht ein Verfahren ins-
besondere dann gelten,  wenn eine Beschwerdeführerin  ihren Mitwir-
kungspflichten  nicht  nachgekommen  ist  und  beispielsweise  ein  Be-
weismittel spät eingereicht hat (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1389/2006 vom 21. Januar 2008 E. 7.2 mit weiteren Hinweisen; Ent-
scheid  der  SRK  2001-066  vom  23. April  2003,  veröffentlicht  in 
VPB 67.123 E. 5b mit weiteren Hinweisen).

Im vorliegenden Fall  liegt  die teilweise Gutheissung der Beschwerde 
einzig darin begründet, dass die Beschwerdeführerin den Kaufvertrag 
über die Liegenschaft  F.______ erstmals im Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht beigebracht hat. Sie wurde bereits zuvor mehr-
mals und ausdrücklich aufgefordert, den entsprechenden Kaufvertrag 
einzureichen.  Die  Beschwerdeführerin  ist  folglich  ihren  Mitwirkungs-
pflichten nicht  rechtsgenügend nachgekommen und sie hat  das Ver-
fahren  insofern  unnötigerweise  verzögert  bzw. verursacht.  Trotz  der 
teilweisen Gutheissung der Beschwerde ist es deshalb gerechtfertigt, 
die Verfahrenskosten, welche auf Fr. 5'000.-- festgesetzt werden, ohne 
Ermässigung der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind mit dem 
bezahlten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

11.3 Das Gleiche gilt bezüglich der Parteientschädigung, die das Bun-
desverwaltungsgericht  einer  ganz  oder  teilweise  obsiegenden  Partei 
von Amtes  wegen oder  auf  deren Begehren hin  zusprechen  könnte 
(Art. 64  Abs. 1 VwVG). Würde der  ohnehin  nicht  anwaltlich,  sondern 
durch  ihren  einzigen  Verwaltungsrat  vertretenen  Beschwerdeführerin 
im Teil,  in  welchem sie  obsiegt,  eine  Parteientschädigung zugespro-

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chen, würde sie für ihr trölerisches Verhalten belohnt. Die Beschwer-
deführerin  hat  ihre  Parteikosten  gänzlich  selber  verursacht;  ihr  wird 
folglich keine Parteientschädigung zugesprochen (vgl. Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-2036/2007 vom 29. Oktober 2008 in fine).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  teilweise  gutge-
heissen, soweit darauf eingetreten wird, und der Einspracheentscheid 
im entsprechenden Umfang aufgehoben. Es wird festgestellt, dass die 
A._______  AG  der  ESTV  noch  eine  Verrechnungssteuer  von 
Fr. 51'451.25 (zuzüglich gesetzlicher Verzugszinsen) schuldet.

2.
Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 5'000.--  werden  der  Be-
schwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 5'000.- verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

4.
Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr._______ des Betreibungs-
amtes des Kantons Basel-Stadt vom 2. Februar 2006 wird im Umfang 
von Fr. 51'451.25 (zuzüglich gesetzlicher Verzugszinsen sowie Betrei-
bungskosten von Fr. 200.--) beseitigt.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. S-588'907/2957/BRI/2521; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Riedo Urban Broger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand am:

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