# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47553070-a3e0-5c99-9f23-e869912dd53c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-22
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision, psychische Beeinträchtigung nach Brustkrebserkrankung, Verbesserung nicht nachgewiesen, Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2017.01169
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.01169.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.01169
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Kübler-Zillig
Urteil vom 22. März 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Christos Antoniadis
Antoniadis Advokaturbüro
Badenerstrasse 89, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___, geboren 1964, Mutter dreier erwachsener Kinder, meldete sich am 9. Dezember 2012 (richtig wohl: 2013) unter Hinweis auf die Folgen einer Brustkrebserkrankung bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/19 Ziff. 6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte der Versicherten mit Schreiben vom 13. Oktober 2014 mit, auf
grund des Gesundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen möglich (Urk. 7/35) und sprach ihr mit Verfügung vom 18. März 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab 1. Juli 2014 zu (Urk. 7/52). Mit Schreiben vom 6. August 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 7/66).
1.2
Nach Eingang eines am 23. März 2016 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/69) holte die IV-Stelle unter anderem beim Universitätsspital Y.___ ein internistisch-psychiatrisches Gutachten ein, welches am 6. Februar 2017 er
stattet wurde (Urk. 7/88). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/94, Urk. 7/96) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. September 2017 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 7/104 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 27. Oktober 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. September 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Be
schwerdegegnerin zu verpflichten, ihr nach wie vor die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2017 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 16. Februar 2018 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8). Die Pensionskasse Z.___, welche mit Gerichtsverfügung vom 21. Februar 2019 zum Prozess beigeladen wurde (Urk. 10), verzichtete mit Schreiben vom 5. März 2019 auf eine detaillierte Stellungnahme und verwies auf die Ausführungen der IV-Stelle (Urk. 12), was den anderen Verfahrensbeteiligten am 7. März 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Bei der ursprünglichen Rentenzusprache im März 2013 ging die Beschwerde
geg
nerin gestützt auf die Beurteilung durch den RAD von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit infolge der Brustkrebserkrankung aus und sprach der Be
schwerdeführerin dementsprechend eine ganze Rente ab 1. Juli 2014 zu. Eine medizinische Neubeurteilung sei in neun bis zwölf Monaten angezeigt (vgl. Fest
stellungsblatt Urk. 7/44 S. 5, Urk. 7/52).
Die Aufhebung der Rente begründete die Beschwerdegegnerin in der angefochte
nen Verfügung vom 27. September 2017 (Urk. 2) damit, dass die Befunde eine Verbesserung des Gesundheitszustandes gezeigt hätten. Nach den medizinischen Abklärungen sei der Beschwerdeführerin eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Heben und Tragen mit dem rechten Arm zu 80 % zumutbar (S. 1). Daraus ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20 % (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort wies die Beschwerdegegnerin ergänzend da
rauf hin, dass die Rentenzusprache primär aufgrund einer seit Juli 2013 die Arbeitsfähigkeit limitierenden Brustkrebserkrankung erfolgt sei. Die psychische Problematik sei nur am Rande erwähnt und weder medizinisch noch rechtlich gewürdigt worden (Urk. 6).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, aufgrund des Anscheins der Befangenheit sei das Gutachten von Dr. A.___ nicht verwertbar. Es sei nicht zutreffend, dass sie den ersten Termin nicht wahrgenommen habe (Urk. 1 S. 8 Rz 20 f.). Die beiden Gutachten von Dr. A.___ und Dr. B.___ seien zudem nicht geeignet, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes aufzuzeigen (S. 9 Rz 24). Dr. A.___ behaupte, es sei zu einer Verbesserung des klinischen Zustandsbildes gekommen, ohne diese behauptete Verbesserung zu begründen oder gar zu belegen (S. 9 Rz 25). Im Gut
achten von Dr. B.___ würden sodann die geklagten Beschwerden nicht be
rücksichtigt. Weder die Schmerzen noch der Schwindel oder die Konzentrations
störungen würden diskutiert. Das Gutachten leuchte auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge nicht ein, weil überhaupt keine medizinischen Zusammenhänge dargelegt würden. Insbesondere spreche sich Dr. B.___ nicht darüber aus, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden habe (S. 10 f. Rz 28). Das bidisziplinäre Gutachten sei nicht geeig
net, die behauptete Verbesserung des Gesundheitszustandes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (S. 11 Rz 29).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob und in welchem Ausmass sich der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Rentenzu
sprache im März 2015 per 1. Juli 2014 verändert haben, und damit, ob die ver
fügte Aufhebung der Rente rechtens ist.
3.
3.1
Der Hausarzt Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin, diagnos
tizierte in seinem Bericht vom 28. November 2013 (Urk. 7/14/5-9) ein Mammakarzinom mit nachfolgender Radiatio und Chemotherapie sowie eine seit Jahren bestehende saisonale depressive Verstimmung (Ziff. 1.1). Die Beschwerde
führerin leide an einem Erschöpfungszustand im Rahmen der Depression und der Belastung durch das Mammakarzinom (Ziff. 3.4). Für die Tätigkeit als Servicemit
arbeiterin habe er eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 30. Januar bis 7. Februar 2013 attestiert, die weitere Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juli 2013 sei durch die gynäkologischen Fachärzte attestiert worden (Ziff. 2). Seit Juli 2013 werde die Beschwerdeführerin psychotherapeutisch behandelt (Ziff. 3.7).
3.2
Die Ärzte der Klinik D.___, Psychiatriezentrum E.___, diagnostizier
ten in ihrem Bericht vom 29. November 2013 (Urk. 7/13) eine Anpassungsstörung bei Krebserkrankung mit längerer depressiver Reaktion, Angstsymptomatik und ausgeprägten Schlafstörungen (ICD-10 F43.21; Ziff. 1.1). Die Behandlung habe neun stützende Gespräche zur Begleitung während der Chemotherapie umfasst und vom 29. Juli bis 25. November 2013 gedauert (Ziff. 1.2). In der ersten Zeit nach der Krebsdiagnose habe sich die Beschwerdeführerin zuversichtlich und psy
chisch stabil gezeigt. Unter der Chemotherapie sei es zunehmend zu einer depres
siven Entwicklung, Schlafstörungen und zeitweiligem Auftreten phobischer Symptome gekommen. Die Prognose sei abhängig vom weiteren Verlauf der Tumorerkrankung. Bei gutem somatischen Verlauf sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin sich auch psychisch wieder werde stabilisieren können (Ziff. 1.4). Die Behandlung mit Temesta habe die Beschwerdeführerin im Novem
ber 2013 abgesetzt, da sie keine Wirkung mehr verspürt habe. Gemäss der Ärztin des Spitals F.___ werde neu mit Mirtazapin begonnen (Ziff. 1.5).
3.3
In ihrem Bericht vom 17. Juni 2014 (Urk. 7/28) führte die zuständige Ärztin des Kantonsspitals G.___, Klinik für Radio-Onkologie, aus, die Beschwer
deführerin habe wegen eines lymphknotenpositiven Mammakarzinoms operiert werden müssen und habe anschliessend Chemotherapie sowie Bestrahlung erhal
ten. Bezüglich Bestrahlung sei es zu Müdigkeit und erythematösen Haut
reaktionen sowie Schwellungen im Radiotherapiegebiet gekommen (Ziff. 1.7). Vom 24. Januar bis 7. März 2014 sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeits
unfä
hig gewesen (Ziff. 1.6). Ob die berufliche Tätigkeit wiederaufgenommen wer
den könne, müsse in der Nachsorge entschieden werden. Aus radio-onkologischer Sicht gebe es keine Gründe, die gegen einen sofortigen Beginn der Wiederein
gliederung sprechen würden, dies müsse vom Gesamtverlauf abhängig gemacht werden (Ziff. 1.9).
3.4
Vom 6. bis 27. März 2015 war die Beschwerdeführerin in der Klinik H.___ hospitalisiert, wobei ihr mit Verfügung vom 18. März 2015 die ganze Rente zu
gesprochen worden war (vgl. Urk. 7/52). Im Bericht vom 19. Mai 2015 (Urk. 7/72/9-12) nannten die Ärzte im Wesentlichen folgende Diagnosen (S. 1):
-
Anpassungsstörung mit ängstlich- und depressiven Symptomen (ICD-10 F43.2)
-
Status nach Quadrantektomie rechts mit Rotationsplastik und vollständi
ger Axilladissektion Juli 2013 bei Mammakarzinom rechts
Ziel der Behandlung sei der Umgang mit ihren Ängsten und die schrittweise Ak
tivierung gewesen. Bei Eintritt habe die Beschwerdeführerin über Müdigkeit, Schwindel, Gedankenkreisen und Adynamie geklagt. Mit zunehmender Teil
nahme an den Therapien, Reduktion der Medikamente und Integration in die Pa
tientengruppe sei die Müdigkeit etwas zurückgegangen. Die Beschwerdeführerin habe sich zunehmend von Gedanken um die Tumorerkrankung zu distanzieren und sogar ihre sonst negativen Sorgen um die aktuell unklare Erkrankung der älteren Tochter zu relativieren vermocht (S. 3). Die Beschwerdeführerin nehme weiterhin Trittico ein. Für die Zeit des stationären Aufenthaltes sowie für weitere zwei Wochen bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, danach müsse die Arbeitsfähigkeit durch die nachbehandelnden Ärzte neubeurteilt werden (S. 4).
3.5
Am 26. Mai 2015 führte Dr. C.___ bei unveränderter Diagnose (Urk. 7/59 Ziff. 8) aus, die Beschwerdeführerin leide unter rascher Erschöpfbarkeit, Brust
schmerzen, Appetitlosigkeit, allgemeiner Schwäche sowie psychischer Belastung (Ziff. 3.2). Nach durchgeführter Operation und abgeschlossener Chemo- sowie Strahlentherapie werde eine Brustrekonstruktion durchgeführt, welche jedoch noch nicht abgeschlossen sei. Die Beschwerdeführerin besuche eine Psychothera
pie und werde medikamentös behandelt (Ziff. 3.3). Seit August 2014 sei die Be
schwerdeführerin als Serviceangestellte arbeitsunfähig (Ziff. 3.4.3-4).
4.
4.1
Im Rahmen der im Jahr 2016 veranlassten Rentenrevision (vgl. Urk. 7/69) zeigte sich die medizinische Aktenlage wie folgt:
4.2
Nach einer Hospitalisation vom 19. bis 23. Oktober 2015 zur operativen Entfer
nung der Gebärmutter sowie der Eierstöcke führten die Ärzte des Spitals F.___, Frauenklinik, im Austrittsbericht vom 23. Oktober 2015 (Urk. 7/72/6-7) aus, der intra- und postoperative Verlauf gestalte sich problemlos. Die Be
schwerdeführerin habe früh mobilisiert werden können und habe in gutem All
gemeinzustand und reizlosen Wundverhältnissen entlassen werden können (S. 2).
4.3
In seinem Bericht vom 12. April 2016 (Eingangsdatum) führte der Chefarzt der Frauenklinik, Spital F.___, bei unveränderten Diagnosen (Urk. 7/71 Ziff. 1.2) aus, somatisch bestünden Probleme mit den Nachwirkungen der Brustwandbe
strahlungen (Ziff. 1.3). Der Beschwerdeführerin könne lediglich noch eine kör
perlich leichte Tätigkeit zugemutet werden, sie sei zudem leicht eingeschränkt in der manuellen Geschicklichkeit sowie der Kraft der Hände (Ziff. 2.2). Die Kon
zentration, Merkfähigkeit und Durchhaltefähigkeit sowie die Belastbarkeit im All
tag wie auch im Beruf seien stark eingeschränkt (Ziff. 2.3). Zum zeitlichen Um
fang einer zumutbaren Tätigkeit machte der Arzt keine Angaben (vgl. Ziff. 2.1), führte jedoch aus, für Massnahmen der Wiedereingliederung bestehe eine Belast
barkeit von maximal zwei Stunden pro Tag (Ziff. 4.2).
4.4
Dr. C.___ diagnostizierte in seinem Bericht vom 7. April 2016 (Urk. 7/72/1-4) neben der bekannten Brustkrebserkrankung eine Depression (Ziff. 1.2) und führte aus, die Beschwerdeführerin leide unter rascher Ermüdbarkeit und Erschöpfbar
keit sowie verminderter körperlicher und seelischer Belastbarkeit (Ziff. 1.3). Nä
here Angaben zum zumutbaren Belastungsprofil machte Dr. C.___ nicht, er führte jedoch aus, er rechne mittel- bis langfristig nicht mit einer wesentlichen Besserung (Ziff. 3.3). Dem Bericht legte Dr. C.___ einen Dosierungsplan für die Medikamente bei, gemäss welchem die Beschwerdeführerin unter anderem mit Trittico behandelt wird (Urk. 7/72/5).
4.5
In ihrem Bericht vom 23. Mai 2016 (Urk. 7/74) nannten die Ärzte der Klinik D.___ neben den bekannten Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode mit so
matischem Syndrom (ICD-10 F32.11) sowie sonstige näher bezeichnete Probleme verbunden mit der sozialen Umgebung (ICD-10 Z60.8). Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Juli 2013 in psychoonkologischer Behandlung, das Beschwerde
bild habe sich leider verschlechtert (Ziff. 1.2). Die Beschwerdeführerin sei im Den
ken eingeengt mit Hyperfokus auf die Krebserkrankung und innerfamiliäre Prob
leme, es bestehe ein ausgeprägtes Gedankenkreisen (Ziff. 1.3). Bei der Alltags
struktur und den sozialen Kontakten sei die Beschwerdeführerin auf Hilfe von Dritten angewiesen (Ziff. 1.4). Zurzeit sei eine Arbeitstätigkeit undenkbar, die Be
schwerdeführerin sei vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 2.1). Die Behandlungen würden alternierend zu den Hausbesuchen der psychiatrischen Spitex in zirka zweiwöchentlichem Rhythmus stattfinden (Ziff. 3.1). Die Beschwerdeführerin nehme täglich Trittico und Duloxetin sowie gelegentlich zusätzlich zum Schlafen Truxal ein (Ziff. 3.2). Aufgrund der derzeitigen körperlichen und psychosozialen Faktoren sei davon auszugehen, dass sich das Zustandsbild auf absehbare Zeit kaum verbessern werde (Ziff. 3.3).
4.6
Am 8. sowie 12. August 2016 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der Be
schwerdegegnerin durch Dr. med. B.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sowie Dr. med. A.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsspital I.___, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, internistisch-psychiatrisch begutachtet. In ihrem Gutachten vom 6. Februar 2017 (Urk. 7/88) nannten die Ärzte folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7 Ziff. 6.1):
-
Status nach trippel-negativem, invasiv duktalem Mammakarzinom rechts mit intra- und peritumoralem DCIS high-grade, ED Juli 2013
-
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
-
DD: inkomplette Remission einer depressiven Episode (ICD-10 F32.4)
-
anamnestisch Fibromyalgiesyndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte so
dann folgende (S. 7 Ziff. 6.2):
-
Hyperthyreose (aktenanamnestisch)
-
Rhizarthrose
-
Belastungsinkontinenz
-
Spezifische Phobie (Thanato-/Kanzerophobie) (ICD-10 F40.2)
Im psychiatrischen Fachgutachten (Urk. 7/88/9-20) führte Dr. A.___ aus, die im Bericht der D.___ gestellte Diagnose einer depressiven Episode könne nicht bestätigt werden. Eine für die Diagnose notwendige Kombination aus relevanten Defiziten in den Bereichen Psychomotorik, Hedonie und Affektivität liege nicht vor. Das von der Beschwerdeführerin demonstrierte Bild entspreche bei berichte
ter Persistenz der bereits 2015 bestandenen Beschwerden als seit der Diagnose
stellung der Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion ununterbrochenes Kon
tinuum und bei erfülltem Zeitkriterium eher einer Dysthymia. Vorliegend sei hingegen eine Angststörung, in Form einer spezifischen Phobie vorhanden. So
weit bekannt, sei es der Beschwerdeführerin bisher nicht möglich gewesen, im Rahmen der laufenden integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung die angstbesetzten Kognitionen zu relativieren. Dennoch zeige die angepasste Psychopharmakotherapie ihre Wirkung, sodass differentialdiagnos
tisch aktuell eine inkomplette Remission einer depressiven Episode in Frage komme (S. 9 Ziff. 6.1). Das Vorliegen von Defiziten wie im Bericht der D.___ aufgeführt, könne momentan nicht bestätigt werden. Die Durchhaltefähigkeit der Beschwer
deführerin sei leicht- bis mittelgradig eingeschränkt. Auch in den Be
reichen An
passung an Regeln und Routinen sowie Planung und Strukturierung von Aufga
ben sei es zu relevanten Verbesserungen gekommen. Die Belastbarkeit im Alltag und im Beruf könne als lediglich leicht eingeschränkt eingeschätzt wer
den. Die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, wonach es seit der Renten
zusprache zu keiner Verschlechterung, jedoch auch zu keiner Verbesserung ihrer psychi
schen Gesundheit gekommen sei, sei aktuell zu teilen. Die spezifische Pho
bie führe anscheinend zur relevanten ungünstigen Veränderung in der Selbst
wahr
nehmung. Ausserdem spielten die Schmerzen im vernarbten Gewebe mit ho
her Wahrscheinlichkeit bei der Persistenz der vorbestehenden Symptomatik eine auf
rechterhaltende Rolle, wobei es der Beschwerdeführerin aufgrund der persis
tie
renden Schmerzsymptomatik nachvollziehbarerweise schwerer falle als in einer anderen Situation, die Ängste zu relativieren und die positiven Einschätzungen seitens des Onkologen zu akzeptieren (S. 10 f. Ziff. 6.6). In der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine um 20 % ein
geschränkte Arbeitsfähigkeit. In der Zeit seit dem letzten psychiatrischen Bericht der ambulanten Behandler sei es demnach zu einer erheblichen Verbesserung im klinischen Zustandsbild gekommen. Der Zeitpunkt der Verbesserung der Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei spätestens mit dem Zeitpunkt der Untersu
chung zum vorliegenden Gutachten zu datieren (S. 11 Ziff. 6.7).
In der abschliessenden Beurteilung (Urk. 7/88/1-8) hielten Dr. B.___ sowie Prof. Dr. med. J.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Klinikdirek
tor, fest, zusammenfassend handle es sich um eine 52-jährige Versicherte, welche seit dem Jahre 2013 an einem Mammakarzinom leide und in dessen Folge eine Anpassungsstörung entwickelt habe, welche unter kombinierter Psychopharma
kotherapie (Trittico, Duloxetin, Truxal bei Bedarf) sowie Psychotherapie deutlich gebessert habe, so dass aktuell eine Dysthymie resultiere. Infolge der wiederholten Operationen und der Radiotherapie sei es zu narbigen Veränderungen und Struk
turen im Bereich der rechten Brust gekommen, was bei Belastung zu einer Schmerzausstrahlung in die rechte Schulter führe (S. 8 oben). Im angestammten Beruf als Hotelfachfrau beziehungsweise im Service sei die Beschwerdeführerin aufgrund der Schmerzen in Brust und Schulter rechts bei körperlicher Belastung nicht mehr arbeitsfähig (S. 8 Ziff. 7.2). In einer körperlich leichten bis mittel
schweren Verweistätigkeit, ohne Notwendigkeit zum Heben von Lasten mit dem rechten Arm, sei sie medizinisch-theoretisch zu 80 % arbeitsfähig. Es werde empfohlen, mit einem Pensum von 50-60 % zu beginnen und das Pensum graduell zu steigern (S. 8 Ziff. 7.3). Die genannte Arbeitsfähigkeit bestehe spätes
tens seit dem Zeitpunkt der aktuellen Exploration (S. 8 Ziff. 7.4). Da die Be
schwerde
führerin während längerer Zeit nicht mehr im Arbeitsprozess gewesen sei, werde eine langsame Wiedereingliederung ins Berufsleben empfohlen (S. 8 Ziff. 7.6).
4.7
Gemäss dem Austrittsbericht des Spitals F.___ vom 14. Februar 2017 habe vom 9. bis zum 13. Februar 2017 eine Hospitalisation der Beschwerdefüh
rerin stattgefunden aufgrund persistierender thorako-lateraler «Spannungs
schmerzen» in der rechten Brust bei mässiger Kapselbildung. Am 10. Februar 2017 seien eine Narbenexzision/Narbenkorrektur der Hautinsel rechts, ein Im
plantatwechsel, eine Kapsulotomie sowie das Lösen von Narbenadhärenzen infero-lateral vorgenommen worden. Der intra- und postoperative Verlauf sei problemlos gewesen (Urk. 7/89).
4.8
Am 18. April 2017 diagnostizierte die zuständige Ärztin der D.___ eine mittel
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) sowie eine bösartige Neubildung der Brustdrüse in der Eigenanamnese (ICD-10 Z85.3). Die Beschwerdeführerin werde mit Trittico, Relaxane sowie Duloxetin behandelt und sei momentan auf dem ersten Arbeitsmarkt vollständig arbeitsunfähig. Die de
pressive Symptomatik mit im Vordergrund stehend kognitiven Einschränkungen, Freudlosigkeit, Affektlabilität, starkem Grübeln und hoher Müdigkeit führe zu einer deutlichen Reduktion der Belastbarkeit. Die Beschwerdeführerin könne mo
mentan nur mit viel Anstrengung eine Tagesstruktur, die zur Deckung der Grund
bedürfnisse diene, aufrechterhalten. Eine Massnahme zur Wiedereingliederung, zunächst im geschützten Rahmen, sei dennoch möglich beziehungsweise indi
ziert. Dabei sei zu berücksichtigen, dass es sich um eine schrittweise Eingliede
rung handeln solle, um eine Überforderung der Beschwerdeführerin und eine wei
tere psychische Destabilisierung zu vermeiden (Urk. 7/95/2-3 S. 1).
4.9
Mit Schreiben vom 20. April 2017 hielt der Hausarzt Dr. C.___ ohne weitere Begründung fest, er halte eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 80 % für nicht zumutbar (Urk. 7/95/1).
4.10
In seinem Bericht vom 25. April 2017 (Urk. 7/97) führte Dr. C.___ bei bekann
ten Diagnosen (Ziff. 2) aus, die Beschwerdeführerin, welche früher im Gastge
werbe tätig gewesen sei, sei auf gute körperliche Belastbarkeit bei ihrer meist stehenden Tätigkeit angewiesen. Dies sei seit der Diagnosestellung und der ent
sprechenden belastenden Therapien nicht mehr möglich. Zudem sei die psychi
sche Belastbarkeit erheblich eingeschränkt (Ziff. 3.a). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (Ziff. 3.b). Die Leistungsfähigkeit sei sowohl aus körperli
chen als auch aus psychischen Gründen eingeschränkt, aus seiner Sicht bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit sowie andere Tätigkeiten (Ziff. 3.c). Aufgrund des protrahierten Verlaufes, welcher sich mitt
lerweile über vier Jahre seit Diagnosestellung erstrecke, schätze er die Prognose bezüglich Wiedererlangung der (Teil-)Arbeitsfähigkeit als ungünstig ein (Ziff. 6).
4.11
Die übrigen bei den Akten liegenden Arztberichte (Urk. 7/58, Urk. 7/95/4-9) ent
halten keine für die Beurteilung der vorliegend strittigen Fragen relevanten An
gaben und insbesondere keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe verzichtet werden kann.
5.
5.1
Voraussetzung für eine Rentenrevision ist das Vorliegen eines Revisionsgrundes und damit eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen (vgl. vorstehend E. 1.2).
Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführte, er
folgte die Rentenzusprache im März 2015 per 1. Juli 2014 primär aufgrund der im Juli 2013 diagnostizierten Brustkrebserkrankung (Urk. 6, vgl. Feststellungs
blatt vom 11. Januar 2014, Urk. 7/44 S. 3). Dies ändert jedoch nichts an der Tat
sache, dass in psychiatrischer Hinsicht bereits in diesem Zeitpunkt auch eine An
passungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, eine Angstsymptomatik und ausgeprägte Schlafstörungen beziehungsweise eine depressive Verstimmung diagnostiziert worden waren (E. 3.1-2, E. 3.4; vgl. Feststellungsblatt vom 11. Januar 2014, Urk. 7/44 S. 3). Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwer
deantwort vom 8. Dezember 2017 ausdrücklich festhielt, war die psychische Problematik bei der erstmaligen Rentenzusprache nur am Rande erwähnt und weder rechtlich noch medizinisch gewürdigt worden (Urk. 6).
Für die vorliegend strittige Rentenaufhebung sodann stützte sich die Beschwer
degegnerin auf das Y.___-Gutachten vom 6. Februar 2017 und ging dementspre
chend lediglich noch von einer Dysthymia und damit von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie einer nun möglichen Arbeitsfähigkeit von 80 % aus (vgl. E. 3.10).
5.2
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte ist davon auszugehen, dass mit den durchgeführten Operationen sowie der Chemo- und Strahlentherapie die onkologische Behandlung der Brustkrebserkrankung aus rein somatischer Sicht vorerst abgeschlossen ist (vgl. E. 3.5, E. 4.2; vgl. auch den Austrittsbericht des Spitals F.___ vom 14. Februar 2017, Urk. 7/89; vgl. auch Urk. 7/88/7). Dies war im Wesentlichen bereits im Verfügungszeitpunkt im März 2015 (Urk. 7/52) der Fall.
Strittig und zu prüfen bleibt die Frage, ob sich auch der psychische Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin verbessert hat beziehungsweise ob aus psychi
atrischer Sicht wieder eine relevante Arbeitsfähigkeit besteht. Die von der Be
schwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. A.___ geltend gemachte Verbesserung des Gesundheitszustandes kann jedoch nicht nachvollzogen werden. Dr. A.___ führte in seinem Gut
achten einerseits aus, weder die im Bericht der D.___ vom 23. Mai 2016 aufge
führten Defizite noch die genannte Diagnose einer depressiven Episode könnten momentan bestätigt werden. Andererseits teilte er ausdrücklich die Selbstein
schätzung der Beschwerdeführerin, wonach es seit der Rentenzusprache weder zu einer Verschlechterung noch zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit gekommen sei. Zudem beschrieb er das Beschwerdebild bei Persistenz seit 2015 als ununterbrochenes Kontinuum, womit eben gerade keine wesentliche Verbes
serung ausgewiesen wird, sondern bloss eine andere Beurteilung, namentlich als Dysthymia, vorgenommen wurde (vgl. Urk. 7/88/17 unten). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielt Dr. A.___ demgegenüber fest, sowohl in der bishe
rigen als auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, es sei demnach zu einer erheblichen Verbesserung im klinischen Zustandsbild gekommen (E. 4.6). Insgesamt erweist sich damit das Gutachten von Dr. A.___ hinsichtlich der Beurteilung des Verlaufes und ins
besondere hinsichtlich der geltend gemachten Verbesserung des Gesundheitszu
standes als widersprüchlich und wenig plausibel und damit nicht überzeugend, so dass nicht von einer Verbesserung auszugehen ist.
5.3
Demgegenüber diagnostizierten sowohl die Ärzte der Klinik D.___ als auch der Klinik H.___ sowie der Hausarzt Dr. C.___ übereinstimmend und seit der Ren
tenzusprache per 1. Juli 2014 unverändert eine Depression (E. 4.4, E. 4.10) bezie
hungsweise eine Anpassungsstörung mit ängstlich- und depressiven Symptomen (E. 3.4) sowie eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (E. 4.5, E. 4.8). Die Beschwerdeführerin sei in den Bereichen der Konzentration, der Merk- und Durchhaltefähigkeit sowie der Belastbarkeit im Alltag wie auch im Beruf stark eingeschränkt, das Denken sei eingeengt mit Hyperfokus auf die Krebserkrankung und innerfamiliäre Probleme, es bestehe ein ausgeprägtes Ge
dankenkreisen. Die kognitiven Fähigkeiten seien stark eingeschränkt, die Belast
barkeit deutlich reduziert (vgl. E. 4.3, E. 4.5, E. 4.8, E. 4.10). Unabhängig von der Diagnose und den einzelnen Einschränkungen hielten alle behandelnden Ärzte die Beschwerdeführerin für nicht mehr arbeitsfähig. Ausgewiesen ist zudem, dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2013 auch medikamentös behandelt wird, zunächst mit Temesta (E. 3.2), später mit Trittico (E. 4.4, E. 3.4), seit Mai 2016 zusätzlich mit Duloxetin (E. 4.5) sowie seit April 2017 mit Trittico, Duloxetin und Relaxane (E. 4.8). Die psychotherapeutischen Gespräche finden sodann in zirka zweiwöchentlichem Rhythmus statt, alternierend zu den Hausbesuchen der psy
chiatrischen Spitex (E. 4.5).
Insgesamt ergibt sich aus diesen übereinstimmenden medizinischen Berichten, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin in psychischer Hinsicht seit der Rentenzusprache im März 2015 per 1. Juli 2014 nicht wesentlich verändert hat beziehungsweise mindestens keine Verbesserung eingetreten ist.
5.4
Zusammenfassend ist die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Verbes
serung des Gesundheitszustandes aufgrund der vorliegenden medizinischen Ak
ten nicht nachvollziehbar und die Voraussetzungen für eine Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind nicht erfüllt.
Dementsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin weiterhin eine ganze Invalidenrente aus
zurichten.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Mit Honorarnoten vom 7. März 2019 machte der un
entgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Christos Antoniadis, Zürich, Aufwendungen von insgesamt 13 Stunden sowie Auslagen von total Fr. 43.20 geltend (Urk. 15/1-2), was angemessen erscheint. Unter Be
rücksichtigung eines Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% beziehungsweis 7,7%) ist die Beschwerdegegnerin somit zu verpflichten, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Entschädigung von insgesamt Fr. 3'135.10 zu bezahlen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 27. September 2017 aufgehoben und es wird festge
stellt, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Rente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Christos Antoniadis, Zürich,
eine Prozessentschädi
gung von
Fr.
3’135
.
10
(inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christos Antoniadis
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Pensionskasse Z.___
-
Bundesamt für Sozialversich
erungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKübler-Zillig