# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e78c05bd-501f-5a46-9366-ae7a1cb06ad7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.08.2016 IV 2014/210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-210_2016-08-26.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/210

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 26.08.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2016
Art. 28 IVG; Art. 59 Abs. 2bis IVG; Art. 49 IVV. Beurteilung des 
Leistungsbegehrens allein gestützt auf RAD-Berichte. Der Beweiswert der 
RAD-Berichte wurde vorliegend bejaht. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. 
August 2016, IV 2014/210).

Besetzung

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschrei-berin Marilena 

Gnesa

Geschäftsnr.  

IV 2014/210

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Grämiger, LL.M.,

Toggenburgerstrasse 35, 9500 Wil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 1. Oktober 2012 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (berufliche Integration/Rente) an (IV-act. 1). Sie gab an, seit 

einem am 7. Mai 2010 erlittenen Unfall während der Arbeit an Rückenschmerzen vor 

allem links mit Ausstrahlung ins linke Bein zu leiden. Sie sei dabei auf einer Treppe 

ausgerutscht und habe einen Steissbeinbruch sowie einen leichten 

Bandscheibenvorfall mit Beteiligung des Iliosakralgelenks erlitten (Schadenmeldung 

UVG vom 10. Mai 2010, Fremdakten der Branchen Versicherung). Die Versicherte hatte 

zuletzt bei der B.___ AG, als Mitarbeiterin Spedition/Rüsterei gearbeitet (Arbeitsvertrag 

vom 9. Oktober 2009, IV-act. 35; Kündigung per 30. November 2010, IV-act. 25, S. 20; 

vgl. auch IV-act. 25, S. 1 ff. und IV-act. 32).

A.b  Ein MRI der LWS hatte eine nicht kompressive kleinvolumige breitbasige 

Diskushernie L4/5, ohne Nachweis einer Nervenwurzelkompression, mit minimer 

Dehydratation und mit altersentsprechenden diskalen, ligamentären und ossären 

Verhältnissen ergeben (MRI-Bericht vom 8. September 2010, IV-act. 16, S. 19). Dr. 

med. C.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, hatte am 23. September 2010 ein 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei anamnestischer Diskushernie (Niveau 

offen gelassen) bei anamnestischem Status nach Sakrumfraktur 6/2010 diagnostiziert 

und eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 23. bis 26. September 2010 und von 50 % 

ab 27. September 2010 attestiert (IV-act. 16, S. 20).

A.c  Am 5. November 2010 hatte Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie FMH, die 

Versicherte im Auftrag der Branchen Versicherung einer Untersuchung unterzogen. 

Dabei hatte er eine Iliosacralkontusion, eine Bandscheibenprotrusion L4/5 sowie ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausgeübten Tätigkeit betrage 100 % (Bericht vom 17. November 2010, Fremdakten 

Branchen Versicherung).

A.d  Dr. med. E.___, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH, hatte am 28. 

Dezember 2010 einen Zustand nach Beckentrauma nach Treppensturz und Verdacht 

auf Becken- /Kreuzbeinprellung ohne Entzündungsaktivität diagnostiziert (Bericht vom 

28. Dezember 2010, IV-act. 16, S. 14 f.). Eine gynäkologische Untersuchung im 

Zusammenhang mit einer Schwangerschaft der Versicherten war betreffend 

Schmerzen im Steissbein ohne erklärende Befunde geblieben (Bericht des Spitals F.___ 

vom 24. Februar 2011, IV-act. 16, S. 12 f.).

A.e  Am 11. Dezember 2012 diagnostizierte Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin 

FMH, ein pseudoradikuläres LWS-Syndrom bei Diskusdehydratation und Einriss des 

Anulus fibrosus LWK bei Status nach Steissbeinfraktur im Mai 2010 und bezifferte die 

Arbeitsunfähigkeit auf 100 % vom 7. Mai bis 28. Juni 2010 und vom 2. April bis 21. Mai 

2012 (Bericht vom 11. Dezember 2012, IV-act. 16, S. 1 ff.; vgl. auch Bericht der 

Abteilung Innere Medizin, Rheumatologie/Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen 

[KSSG] vom 4. April 2012, IV-act. 16, S. 8 f.: betreffend Spondyloarthritiden fanden sich 

keine pathologischen Anzeichen).

A.f  Die Branchen Versicherung hatte am 5. November 2012 die H.___ GmbH, mit 

einem bidisziplinären Gutachten (Orthopädie, Psychiatrie) mit Abklärung der 

funktionellen arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit (EFL; das Gutachten wurde im 

Einspracheverfahren veranlasst). In psychiatrischer Hinsicht konnte dabei Dr. med. 

I.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie FMH, keine 

Diagnosen und keine fassbare psychische Störung mit Krankheitswert und demnach 

keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit feststellen (psychiatrisches Gutachten 

vom 11. Dezember 2012, bei den Fremdakten der Branchen Versicherung). Im 

orthopädischen Gutachten diagnostizierte Dr. med. J.___, Facharzt für orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie FMH, eine Steissbeinkontusion, eine posttraumatische 

ISG-Instabilität links sowie eine posttraumatische Bandscheibenprotrusion L4/5 und 

äusserte den Verdacht eines chronifizierten Schmerzsyndroms. In leidensangepasster 

Tätigkeit sei die Versicherte "aktuell" zu 100 % arbeitsunfähig. Unter Berücksichtigung 

der Ergebnisse der EFL sei sie für leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung und ohne 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rasche Lagewechsel maximal zu 50 % erwerbsfähig. Wenn die Möglichkeit von Pausen 

bestehe, betrage die Arbeitsfähigkeit 100 % bei einer qualitativen Arbeitsfähigkeit von 

50 % (orthopädisches Gutachten vom 29. Januar 2013, bei den Fremdakten der 

Branchen Versicherung).

A.g  Daraufhin stellte die IV-Stelle mit zwei gesondert abgefassten Mitteilungen vom 6. 

Februar 2013 fest, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien 

(IV-act. 22) und dass zur Bestimmung der Arbeits(un)fähigkeit eine medizinische 

Abklärung (Rheumatologie und Psychiatrie) notwendig sei (IV-act. 19). Den 

Begutachtungsauftrag (IV-act. 17 f. und 21) annullierte die IV-Stelle am 26. März 2013, 

als sie erfuhr, dass im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren bereits ein Gutachten 

eingeholt worden war (vgl. vorstehende Erwägung A.f und IV-act. 34). Gestützt auf 

dieses Gutachten ging RAD-Arzt Dr. med. K.___ davon aus, dass die Versicherte in 

angestammter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei; in leidensangepasster Tätigkeit 

betrage die Arbeitsfähigkeit 50 % (ganztags mit reduzierter Leistung), steigerbar mit 

konsequenter Physiotherapie (RAD-Stellungnahme vom 11. Juni 2013, IV-act. 39; vgl. 

auch IV-act. 32, S. 3). Da sich die Versicherte nicht in der Lage fühlte, an 

Eingliederungsbemühungen mitzuwirken, wurde der Anspruch auf berufliche 

Massnahmen verneint (Mitteilung vom 12. Juni 2013, IV-act. 41; Assessmentprotokoll 

vom 18. April 2013, IV-act. 37; RAD-Stellungnahme vom 11. Juni 2013, IV-act. 39). Es 

wurde eine Haushaltsabklärung durchgeführt, die ergab, dass die Versicherte im 

Gesundheitsfall zu 100 % arbeitstätig wäre (vgl. IV-act. 42 f.). Daraufhin führte die IV-

Stelle den Einkommensvergleich durch und ermittelte eine invaliditätsbedingte 

Erwerbseinbusse von 0 % (IV-act. 45).

A.h  In der Folge stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ablehnung des 

Rentenbegehrens in Aussicht (Vorbescheid vom 11. Juli 2013, IV-act. 48). Sie wendete 

ein, die IV-Stelle habe den medizinischen Sachverhalt unzureichend abgeklärt, sofern 

sie ohne Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge von der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten und leidensadaptierten Tätigkeit gemäss dem 

orthopädischen Gutachten von Dr. J.___ vom 29. Januar 2013 abweiche. Für den Fall, 

dass nicht auf dieses Gutachten abgestellt werde, beantragte die Versicherte eine neue 

gutachterliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts und gestützt darauf eine 

erneute Bestimmung des Invaliditätsgrades (Einwand vom 10. September 2013, IV-act. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

51). RAD-Arzt Dr. med. L.___, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, 

Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, nahm am 27. November 2013 zu den 

Einwänden dahingehend Stellung, dass auf das Gutachten der H.___ GmbH nicht 

abgestellt werden könne. Er stellte einen instabilen Gesundheitszustand fest und 

empfahl weitere medizinische Abklärungen beim behandelnden Arzt Dr. G.___ sowie 

die Durchführung einer CT des linken ISG zur Feststellung einer durchgemachten 

Fraktur oder Instabilität (IV-act. 53). Die daraufhin vorgenommene CT-Untersuchung 

ergab eine geringe Mehrsklerosierung des Iliosakralgelenks rechtsseitig, vereinbar mit 

postentzündlichen Veränderungen, punktförmige, dichte Läsionen am Zökalpol ohne 

Anhaltspunkt für eine stattgehabte Fraktur des Beckenskeletts, und im Übrigen 

normale Verhältnisse (CT-Bericht vom 13. Januar 2014, IV-act. 56, S. 3, und Bericht 

von Dr. G.___ vom 10. Februar 2014, IV-act. 56, S. 1 f.). Am 21. Februar 2014 nahm 

RAD-Arzt Dr. L.___ erneut Stellung, verneinte das Vorhandensein eines organischen 

Korrelats für die persistierenden lumbosakralen Beschwerden der Versicherten und 

hielt weitere medizinische Abklärungen nicht für angezeigt. Es bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die angestammte Tätigkeit und eine Arbeitsfähigkeit 

von 100 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit in leichter Wechselbelastung (IV-act. 

57). Daraufhin verneinte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente (Verfügung vom 24. März 2014, act. G 1.1).

B. 

B.a  Die vorliegende Beschwerde vom 11. April 2014 (act. G 1) richtet sich gegen die 

Verfügung vom 24. März 2014. Die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. J. Grämiger, Wil, beantragt darin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und die Zusprache mindestens einer halben Rente der Invalidenversicherung, 

eventualiter die erneute Überprüfung des Vorliegens einer rentenbegründenden 

Invalidität bzw. die Erstellung eines Gerichtsgutachtens (vgl. act. G 1, S.6) unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Im Weiteren 

beantragt sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung. Sie beanstandet im Wesentlichen die vom Gutachten der H.___ 

GmbH abweichende Beurteilung durch den RAD bzw. das Abstellen auf dessen 

Beurteilungen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort die Abweisung der 

Beschwerde und begründet dies damit, die medizinische Beurteilung der Frage, ob ein 

invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege, obliege dem RAD, der zuhanden der 

IV-Stelle die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs prüfe. Bei der 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit seien ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen, nicht aber 

invaliditätsfremde Gründe (wie Alter, mangelnde Schulbildung, sprachliche Probleme, 

soziokulturelle Faktoren, ein Suchtgeschehen sowie Aggravation) oder das subjektive 

Empfinden der versicherten Person. Die Erwerbsunfähigkeit sei ausserdem nur zu 

berücksichtigen, wenn sie längerdauernd und aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

sei. Diese Beurteilung obliege - basierend auf der medizinischen Stellungnahme des 

RAD - den IV-Stellen. Schliesslich stünden der Beschwerdeführerin diverse 

Behandlungsoptionen offen, die im Rahmen der Schadenminderungs- bzw. 

Selbsteingliederungspflicht von ihr aktiv auszuschöpfen seien (Beschwerdeantwort 

vom 3. Juni 2014, act. G 8).

B.c  Dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) wurde am 

10. Juni 2014 entsprochen (G 9).

B.d  Mit Replik vom 8. Juli 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihren in der 

Beschwerde vom 11. April 2014 gestellten Anträgen fest (act. G 11 samt Beilagen).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Duplik 

(Schreiben vom 28. Juli 2014, act. G 13).

Erwägungen

1. 

Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 24. März 2014 bildet der Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung, der zwischen den 

Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.1  Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben gemäss Art. 28 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte 

Personen, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, 

erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und 

nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Unter Invalidität wird 

die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 % und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.4  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

256 E. 4 mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen 

festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die 

Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar 

erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Hinsichtlich 

des Beweiswertes eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Das im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die auf Grund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Das Gleiche gilt für Berichte 

und Gutachten versicherungsinterner Ärzte (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Den Berichten 

des RAD, welche den erwähnten Anforderungen genügen, kommt ebenfalls 

Beweiswert zu (Urteil der Bundesgerichts 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.2 mit 

Hinweisen; 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2). Nach der Rechtsprechung ist es 

dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt 

auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. Es besteht kein 

förmlicher Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung. In solchen Fällen sind an 

die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, 

ist eine (neue) Begutachtung anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4, Urteil des 

Bundesgerichts 9C_148/2012 vom 17. September 2012 E. 1.3 f. mit Hinweisen).

2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und damit 

schliesslich auch des geltend gemachten Rentenanspruchs ermöglicht. Eine 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit ist nur dann anspruchserheblich, wenn sie Folge 

einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 

worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1).

2.1  Es ist zunächst festzustellen, dass keine psychiatrische Diagnose gestellt wurde, 

insbesondere keine solche mit Blick auf ein Schmerzgeschehen. Eine psychiatrisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit wird nach Lage der Akten zu Recht nicht geltend gemacht 

(vgl. das bei den Fremdakten der Branchen Versicherung liegende psychiatrische 

Gutachten vom 11. Dezember 2012, S. 8 f., in welchem Dr. I.___ das Vorliegen einer 

psychischen Störung verneint und eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten 

und Verrichtungen ohne Einschränkungen attestiert hatte).

2.2  In somatischer Hinsicht ist im Weiteren darauf hinzuweisen, dass sich das 

Versicherungsgericht bereits im Entscheid UV 2013/57 vom 2. September 2014 mit 

dem von Dr. J.___ erstellten orthopädischen Gutachten vom 29. Januar 2013 befasst 

hatte. Das Gericht begründete darin einlässlich, warum das Gutachten von Dr. J.___ als 

nicht schlüssig und nachvollziehbar zu betrachten und damit beweisrechtlich 

unbeachtlich sei (vgl. E. 3.5, einsehbar unter http://www.gerichte.sg.ch/home/

dienstleistungen/rechtsprechung/aktuelle_entscheide1/

Entscheide_201211/uv_-_unfallversicherung/uv-2013-57.html). Darauf wird verwiesen. 

Weiterungen hierzu erübrigen sich.

2.3  Zu prüfen bleibt somit die Frage, ob die Beschwerdegegnerin befugt war, dem 

Entscheid über das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin einzig die 

Stellungnahmen ihres RAD vom 27. November 2013 (IV-act. 53) und 21. Februar 2014 

(IV-act. 57) zugrunde zu legen. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und macht 

geltend, eine neue Begutachtung sei erforderlich, wenn auf ein Gutachten nicht 

abgestellt werden könne (act. G 1, Rz. 8).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.3.1  Gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG stehen die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) 

den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des 

Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach 

Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine 

zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Damit soll 

eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten 

(Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Bestimmung der Auswirkungen des 

Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Es soll im Hinblick auf eine erfolgreiche 

Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen 

Leistungsfähigkeit der versicherten Person ermöglicht werden. Die RAD sind in ihrem 

medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) beurteilen die RAD die medizinischen 

Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie 

im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen 

Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Sie können bei Bedarf selbst 

ärztliche Untersuchungen von versicherten Personen durchführen und sie halten die 

Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2). Geht es im Wesentlichen um die 

Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts und rückt die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund, können sie von 

einer ärztlichen Untersuchung der versicherten Person absehen (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 mit weiteren Hinweisen).

2.3.2  In den Akten liegen diverse fachärztliche und bildgebende Berichte, die dem 

RAD für seine Beurteilung vorlagen und die eine zuverlässige Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit erlauben. Zunächst diagnostizierte der behandelnde Dr. G.___ am 26. 

August 2010 (bei den Fremdakten der Branchen Versicherung; vgl. auch seinen Bericht 

vom 6. Oktober 2010, ebenfalls bei den Fremdakten der Branchen Versicherung) eine 

massive Steissbeinkontusion nach Treppensturz, klinisch ohne Verdacht auf 

Steissbeinfraktur. Ein MRI der LWS vier Monate nach dem Treppensturz ergab eine 

nicht kompressive kleinvolumige Diskushernie L4/L5 und im Übrigen 

altersentsprechende Verhältnisse (Bericht vom 8. September 2010, bei den 

Fremdakten der Branchen Versicherung). Dr. D.___ konnte auf Grund einer am 5. 

November 2010 durchgeführten Untersuchung der Beschwerdeführerin sowie des 

bildgebenden Materials eine Steissbeinkontusion, eine nicht kompressive Diskushernie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

L4/L5 und ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei sonst unauffälligen ossären 

Verhältnissen und normalen Weichteilbefunden, insbesondere ohne Fraktur im 

Steissbeinbereich, feststellen. Die klinischen Untersuchungsbefunde könnten das 

subjektiv geklagte Beschwerdebild nicht erklären, zumal keine 

Kompressionserscheinungen im Wurzelbereich und eine uneingeschränkte 

Rückenmobilität vorhanden seien, und sprächen gegen eine gröbere Affektion im 

unteren LWS-Bereich sowie im Iliosakralgelenk. Es bestünden vorwiegend 

psychosoziale Probleme. Der Status quo sine sei drei Monate nach dem Unfall erreicht 

worden. Es bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (Bericht vom 17. November 

2010 und MRI-Bericht vom 8. September 2010, beide bei den Fremdakten der 

Branchen Versicherung). Die Ärzte der Neurochirurgie des KSSG schätzten die 

Arbeitsfähigkeit (zumindest für leichte Tätigkeiten) ebenfalls auf 100 % und fanden kein 

anatomisches Korrelat für die geklagten Beschwerden (Bericht vom 16. Dezember 

2010, bei den Fremdakten der Branchen Versicherung). Somit kann auf Grund der 

bestehenden Aktenlage davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin 

Ende 2010 uneingeschränkt arbeitsfähig war.

2.3.3  Eine Zunahme der Beschwerden macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. 

Sie führt einzig aus, "weiterhin" an erheblichen Schmerzen im Bereich der 

Lendenwirbelsäule und der Iliosakralgelenke zu leiden, weshalb sie Physiotherapie in 

Anspruch nehme und sogar eine Operation des Iliosakralgelenks indiziert sei; 

ausserdem sei sie erneut in Behandlung bei Dr. G.___ (act. G 1, S. 4). Dazu ist zu 

bemerken, dass sich in den Akten bis auf eine Infiltration ins Iliosakralgelenk (vgl. 

Bericht des KSSG über eine am 23. Januar 2012 vorgenommene Infiltration ins 

Iliosakralgelenk links, bei den Fremdakten der Branchen Versicherung) keine Hinweise 

auf eine durchgeführte physiotherapeutische oder sonstige Behandlung (insbesondere 

Physiotherapie-Verordnungen) ergeben. Eine vom behandelnden Arzt Dr. G.___ 

verordnete chiropraktische Behandlung nahm die Beschwerdeführerin nicht wahr (vgl. 

Brief von Dr. M.___, Chiropraktor, vom 12. Juni 2012, IV-act. 16, S. 7). Im Weiteren 

wurde keine Probe-Arthrodese des linken Iliosakralgelenks gemäss Stellungnahme von 

Dr. G.___ vom 10. Februar 2014 erwogen (IV-act. 56, S. 1 f.). Dr. G.___ hielt darin fest, 

dass er die Beschwerdeführerin im Jahr zuvor nur sporadisch gesehen habe; dabei 

habe sie im Prinzip immer wieder über die genau gleichen Beschwerden an der LWS 

und den Iliosacralgelenken geklagt. Ein eigentlicher Handlungsbedarf habe von Seiten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Patientin bis auf wenige Physiotherapien nicht bestanden (in den Akten befinden 

sich ansonsten keine Hinweise auf durchgeführte Physiotherapie-Behandlungen).

2.3.4  Dr. G.___ fand weitere radiologische Kontrollen für nicht notwendig (Bericht vom 

23. April 2012, das Datum handschriftlich korrigiert auf 19. Dezember 2011, bei den 

Fremdakten der Branchen Versicherung). Ein MRI von Wirbelsäule und 

Iliosakralgelenken vom 23. März 2012 hatte eine Diskusdehydratation L4/L5 mit Anulus 

fibrosus Einriss ohne Nervenwurzelkompression, eine bilaterale Sakroiliitis und einen 

interspinosalen Entzündungsprozess zwischen L3 und S1 ergeben (MRI-Bericht, bei 

den Fremdakten der Branchen Versicherung; vgl. auch Bericht von Dr. G.___ vom 11. 

Dezember 2011, IV-act. 16, S. 1 ff.). Eine Untersuchung im Departement Innere 

Medizin, Rheumato¬logie/Rehabilitation des KSSG vom 4. April 2012 schloss das 

Vorliegen einer Spondyloarthritis bzw. eines entzündlich-rheumatischen Geschehens 

aus (Bericht bei den Fremdakten der Branchen Versicherung).

2.3.5  RAD-Arzt Dr. L.___ ging am 27. November 2013 in Würdigung der vorstehend 

erwähnten Aktenlage zunächst von einem instabilen Gesundheitszustand aus und hielt 

das Einholen weiterer Berichte sowie die Durchführung einer Computertomographie 

(CT) für notwendig (IV-act. 53). Die in der Folge durchgeführte CT von Becken und 

Iliosakralgelenken ergab eine geringe Mehrsklerosierung des Iliossakralgelenks 

rechtsseitig, in Zusammenschau mit der Kernspintomographie vom 23. März 2012 

vereinbar mit postentzündlichen Veränderungen. Das linke Iliosakralgelenk zeigte keine 

Läsionen, insbesondere keine Hinweise auf eine durchgemachte Fraktur (CT-Bericht 

vom 13. Januar 2014, IV-act. 56, S. 3, und Bericht von Dr. G.___ vom 10. Februar 2014, 

IV-act. 56, S. 1 f.). Den CT-Bericht besprach RAD-Arzt Dr. L.___ mit RAD-Ärztin Dr. 

med. N.___, Fachärztin für Radiologie FMH; danach hätten die Radiologen des KSSG 

bei der CT vom 13. Januar 2014 eine alte Fraktur am Übergang Sacrum-Os coccygis 

nicht beschrieben; die Iliosakralgelenke beidseits seien völlig unauffällig ohne 

Erosionen oder Sklerosierungen; eine Sacroiliitis könne ausgeschlossen werden; die 

Intervertebralgelenke L4/L5 und L5/S1 seien beidseits ohne Befund).

2.3.6  RAD-Arzt Dr. L.___ hatte bereits die MRI-Ergebnisse vom 23. März 2012 mit 

RAD-Ärztin Dr. N.___ durchgesehen und besprochen, wie er in einer erneuten 

Stellungnahme vom 21. Februar 2014 festhielt. Dabei habe kein wesentlicher 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

pathologischer Befund erhoben werden können. Die von den Radiologen des KSSG 

beschriebene bilaterale Sakroiliitis mit interspinalem Entzündungsprozess der LWS sei 

nicht nachvollziehbar. Es bestehe lediglich ein geringes Knochenmarksödem in der 

massa lateralis des Sacrums beidseits, das ohne klinische Bedeutung sei. Für die 

persistierenden lumbosakralen Beschwerden der Beschwerdeführerin bestehe bis 

heute kein organisch-strukturelles Korrelat. So seien bereits vier Monate nach dem 

Treppensturz im ersten MRI der LWS vom 8. September 2010 (ohne Untersuchung des 

Os sacrum) keine Hinweise für posttraumatische Veränderungen der LWS sichtbar 

gewesen. Die geringen Signalstörungen in der massa lateralis sacri im MRI vom März 

2012 seien klinisch bedeutungslos. Die CT vom Januar 2014 zeige eine alte, distale, 

abgeheilte Sacrumfraktur, ansonsten unauffällige Intervertebralsegmente; eine 

Sacroiliitis bzw. eine posttraumatische Instabilität des linken Iliosacralgelenks bestehe 

nicht. Weitere medizinische Abklärungen seien nicht angezeigt. Der behandelnde Arzt 

schreibe selbst, dass kein eigentlicher Handlungsbedarf bestanden habe. In 

leidensadaptierter Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (IV-act. 57). 

Schliesslich wies RAD-Arzt Dr. L.___ auf die gemäss EFL-Protokoll vom 16. November 

2012 (bei den Fremdakten der Branchen Versicherung) festgestellten diversen Zeichen 

von Symptomausweitung, Inkonsistenzen und Selbstlimitierung hin (Stellungnahme 

vom 21. Februar 2014, IV-act. 57).

2.3.7  In Würdigung der gesamten Aktenlage erscheint zusammenfassend die 

Beurteilung durch RAD-Arzt Dr. L.___, wonach die Beschwerdeführerin in einer dem 

Leiden angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, als schlüssig und 

nachvollziehbar. Er berücksichtigt die gesamte medizinische Aktenlage und hat für die 

Würdigung des bildgebenden Materials seine Kollegin, RAD-Ärztin Dr. N.___, die 

Radiologin ist, beigezogen. Seine Stellungnahmen erfüllen die eingangs (Erwägung 1.4) 

erwähnten bundesgerichtlichen Anforderungen an den Beweiswert von ärztlichen 

Stellungnahmen, insbesondere von RAD-Berichten. Darauf ist abzustellen. Der 

medizinische Sachverhalt erscheint demnach als erstellt. Von weiteren medizinischen 

Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter 

Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE 137 V 64 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 

8C_838/2011 vom 20. März 2012 E. 4.2).

3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die betraglichen Grundlagen zur Bestimmung der Vergleichseinkommen sind von der 

Beschwerdeführerin zu Recht nicht bestritten worden. Im Vergleich zu den statistischen 

Hilfsarbeiterlöhnen (vgl. hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung, IV-Gesetzesausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) hat die Beschwerdeführerin in der 

Vergangenheit keine überdurchschnittlichen Jahresverdienste erzielt (vgl. IV-act. 5 und 

25, S. 8 ff.). Ausgehend von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten erübrigen sich daher die Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs 

und insbesondere die Festsetzung eines Tabellenlohnabzugs. Denn selbst wenn bei 

der Bestimmung des Invalideneinkommens gestützt auf den durchschnittlichen 

Hilfsarbeiterlohn der höchstzulässige 25 %ige Tabellenlohnabzug berücksichtigt 

würde, resultierte offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 %.

4. 

4.1  Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 

abzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint in 

der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.- aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.

4.3  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 

12'000.-. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint wie in 

vergleichbaren Fällen üblich eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- angemessen. 

Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 

2'800.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4.4  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. 

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2016
	Art. 28 IVG; Art. 59 Abs. 2bis IVG; Art. 49 IVV. Beurteilung des Leistungsbegehrens allein gestützt auf RAD-Berichte. Der Beweiswert der RAD-Berichte wurde vorliegend bejaht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. August 2016, IV 2014/210).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte