# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e3f9459-008f-57d6-8956-52a1fb52c2b1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-02-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.02.2022 D-553/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-553-2022_2022-02-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-553/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  F e b r u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Eliane Schmid, Rechtsanwältin, 

Rechtsschutz der Region Tessin-Zentralschweiz Caritas CH 

+ SOS TI,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren);  

Verfügung des SEM vom 24. Januar 2022 / N (…). 

 

 

 

D-553/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 14. November 2021 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der Datenbank «Eurodac» 

ergab, dass er am (…) illegal in Italien eingereist war,  

dass das SEM mit Verfügung vom 24. Januar 2022 – eröffnet am  

27. Januar 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG 

(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Italien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die 

Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung mit Ein-

gabe vom 3. Februar 2022 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, 

die Zuständigkeit der Schweiz sei festzustellen und sein Asylgesuch mate-

riell zu prüfen, eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen und die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, 

bis zum Entscheid über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung von Voll-

zugshandlungen abzusehen,  

dass er sodann die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie 

den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragte, 

dass der Beschwerde unter anderem ein Formular "Zuweisung zur medizi-

nischen Abklärung [F2] vom 26. Januar 2022 beilag, welches als Be-

schwerden (…) und (…) aufführt, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

4. Februar 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 

AsylG), 

dass die Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstellung am 4. Februar 

2022 per sofort einstweilen aussetzte, 

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Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),    

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

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Seite 4 

dass als staatsvertragliche Grundlage die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 

des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-

legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist, (nachfolgend: Dublin-III-VO, ABl. L 180/31 vom 29.6.2013) zur 

Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird,  

dass, wie Eingangs bereits erwähnt, ein Abgleich der Fingerabdrücke des 

Beschwerdeführers mit der «Eurodac»-Datenbank ergab, dass dieser am 

(…) illegal in Italien eingereist war, 

dass der Beschwerdeführer dies anlässlich des am 25. November 2021 

durchgeführten Dublin-Gesprächs auch bestätigte, 

dass das SEM die italienischen Behörden am 23. November 2021 mittels 

entsprechendem Formular über das dafür vorgesehene elektronische 

Kommunikationsnetz "DubliNet" (vgl. dazu Durchführungsverordnung [EU] 

Nr. 118/2014 der Kommission vom 30. Januar 2014 zur Änderung der Ver-

ordnung [EG] Nr. 1560/2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verord-

nung [EG] Nr. 343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Ver-

fahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von 

einem Drittstaatangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags 

zuständig ist [nachfolgend: DVO]) um Aufnahme des Beschwerdeführers 

gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO ersuchte, 

dass die italienischen Behörden das Aufnahmegesuch innert der in Art. 22 

Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, womit sie 

die Zuständigkeit implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), 

dass das SEM den italienischen Behörden am 25. Januar 2022 – ebenfalls 

über DubliNet – mitteilte, die Zuständigkeit zur Durchführung des Asylver-

fahrens sei infolge der ungenutzt verstrichenen Frist für die Beantwortung 

des Aufnahmegesuchs per 24. Januar 2022 auf Italien übergegangen, 

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene geltend macht, anhand 

der Akten müsse davon ausgegangen werden, dass kein gültiges Über-

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nahmeersuchen an Italien ergangen sei, weil auf dem Deckblatt des Doku-

ments nicht aufgeführt worden sei, an welchen Staat das Gesuch gestellt 

worden sei und das Dokument auch keine elektronische Signatur aufweise,  

dass die Schweiz nun zuständig geworden sei, weil gemäss Art. 21 Dublin-

III-VO ein Ersuchen innerhalb zweier Monate nach Stellung des Asylgesu-

che zu erfolgen habe, diese Frist aber zwischenzeitlich verstrichen sei, 

dass bezüglich der Rüge, wonach nicht ersichtlich sei, an welchen Staat 

sich das Übernahmeersuchen richte, festzuhalten ist, dass bereits aus dem 

Inhalt des Übernahmeersuchens unmissverständlich hervorgeht, dass sich 

das Gesuch an die italienischen Behörden richtet, wobei die vom SEM of-

fensichtlich versehentlich unterlassene Länderauswahl unter der Rubrik 

«Destination State» auf der ersten Seite des Formulars diese Eindeutigkeit 

nicht zu schmälern vermag beziehungsweise sich das Ersuchen deshalb 

nicht als ungültig erweist, da sich der Adressat bereits eindeutig aus den 

weiteren Angaben des Formulars erschliesst, 

dass im Übrigen die Echtheit aller Gesuche, Antworten und Schriftstücke, 

die von einer nationalen Systemzugangsstelle übermittelt werden, als ge-

geben gilt und die durch das System ausgestellte Empfangsbescheinigung 

als Nachweis der Übermittlung und der Angabe des Tags und der Stunde 

des Eingangs des Gesuchs oder der Antwort gilt (vgl. Art. 15 Abs. 2 und 3 

Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Ver-

ordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Ver-

fahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von 

einem Drittstaatangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags 

zuständig ist), 

dass sich die entsprechenden Übermittlungs- und Empfangsbescheinigun-

gen in den vorinstanzlichen Akten befinden (vgl. SEM-act. 1115491-16 und 

17), und es dem Beschwerdeführer freigestanden hätte, Einsicht in diese 

(vom SEM als unwesentlich bezeichneten) Akten zu verlangen, 

dass sodann der Adressat des Übernahmeersuchens – der italienische 

Staat; Dublin Office Italien ([…]) – dem an die italienischen Behörden ge-

richteten Verfristungsschreiben vom 25. Januar 2022 entnommen werden 

kann, mit welchem das SEM den italienischen Behörden praxisgemäss be-

stätigt hat, dass die Zuständigkeit zur Durchführung des Asylverfahrens in-

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folge der ungenutzt verstrichenen Frist für die Beantwortung des Übernah-

meersuchens auf Italien übergegangen sei (vgl. act. 1115491-24; Akten-

stück wurde dem Beschwerdeführer ediert), 

dass sich der Einwand des Beschwerdeführers, wonach der Adressat des 

Ersuchens aus den Akten nicht eruierbar und davon auszugehen sei, dass 

an Italien – auch wegen fehlender elektronischer Signatur – keine gültige 

Anfrage ergangen sei, als unbegründet erweist, 

dass ergänzend festzuhalten bleibt, dass von den italienischen Behörden 

denn auch nicht bemängelt wurde, das Ersuchen würde aufgrund einer 

fehlenden elektronischen Signatur den formellen Anforderungen nicht ge-

nügen,  

dass die Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens des Beschwerdeführers somit gegeben ist, und sein 

Wunsch um Verbleib in der Schweiz daran nichts zu ändern vermag, zumal 

die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren An-

trag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/40 E. 8.3), 

dass sich das Bundesverwaltungsgericht der Einschätzung des SEM in der 

angefochtenen Verfügung anschliesst, wonach es keine wesentlichen 

Gründe für die Annahme gibt, Italien, bei welchem es sich um einen Signa-

tarstaat der EMRK und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) handelt, würde seine 

staatsvertraglichen Verpflichtungen missachten und den Beschwerdefüh-

rer in seinen Heimatstaat zurückschaffen, dies unter Missachtung des Non-

Refoulment-Gebotes oder von Art. 3 EMRK, 

dass davon ausgegangen werden darf, der italienische Staat anerkenne 

und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien 

des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 

2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung 

des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-

geben, 

dass unter diesen Umständen das Vorliegen systemischer Schwachstellen 

zu verneinen und die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO 

nicht gerechtfertigt ist (vgl. statt vieler Referenzurteil des BVGer  

F-6330/2020 vom 18. Oktober 2021 E. 9.2), 

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dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe im Zusammen-

hang mit der Prüfung des Selbsteintritts eine unrichtige und unvollständige 

Sachverhaltsfeststellung durch das SEM rügt,  

dass die Vorinstanz nämlich den medizinischen Sachverhalt ungenügend 

abgeklärt habe,  

dass die Sachverhaltsfeststellung unvollständig ist, wenn die angefochtene 

Verfügung nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände 

berücksichtigt (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 2013, 

3. Aufl., Rz. 456) und zusätzliche Abklärungen dann vorzunehmen sind, 

wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Ak-

ten ergebender Anhaltspunkte Anlass besteht,  

dass die Sachverhaltsfeststellung unrichtig ist, wenn der Verfügung ein fal-

scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise 

falsch gewürdigt worden sind; die Sachverhaltsfeststellung unvollständig 

ist, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachumstände be-

rücksichtigt wurden (vgl. hierzu KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043), 

dass die Vorinstanz auf die beim Beschwerdeführer ärztlich festgestellten 

(…) sowie deren angeordnete medikamentöse Behandlungen verwiesen 

und gleichzeitig festgehalten hat, die gesundheitliche Situation erweise 

sich nicht als schwerwiegend genug, um die Anwendung der Souveräni-

tätsklausel zu rechtfertigen, zumal Italien über eine ausreichende medizi-

nische Infrastruktur verfüge, welche die notwendige medizinische Versor-

gung zu gewährleisten vermöge, 

dass sich das SEM angesichts der genannten aktenkundigen Beeinträch-

tigungen nicht veranlasst sehen musste, weitere Abklärungen zu treffen, 

dass sich solche auch unter Berücksichtigung der auf Beschwerdeebene 

geltend gemachten Beschwerden ([…]) nicht aufdrängen, 

dass sich damit die Rüge des Beschwerdeführers, das SEM habe den 

Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt, als nicht berechtigt er-

weist, 

dass nach dem Gesagten keine Veranlassung besteht, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an das SEM 

zurückzuweisen,  

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dass darauf hinzuweisen ist, dass eine zwangsweise Rückweisung von 

Personen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen 

Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann, insbesondere dann, wenn 

die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen 

Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstel-

lung mit dem sicheren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Un-

terstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die 

damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 

[EGMR]), 

dass eine weitere vom EGMR definierte Konstellation Schwerkranke be-

trifft, die durch die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer 

Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, ei-

ner ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Ge-

sundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder 

einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse 

Kammer, 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.),  

dass dies für die vom Beschwerdeführer dargelegte Situation klar nicht er-

sichtlich ist, 

dass Italien sodann, wie von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt, über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt, und davon ausgegangen 

werden darf, dass der Beschwerdeführer dort im Bedarfsfall medizinische 

Betreuung finden wird, zumal die Mitgliedstaaten den Antragstellern die er-

forderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung 

und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schwe-

ren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 

Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), und den Antragstellern mit besonderen Bedürf-

nissen die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich 

erforderlichenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu ge-

währen haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),  

dass keine konkreten Hinweise vorliegen, wonach Italien dem Beschwer-

deführer bei einer Rückkehr im Bedarfsfall eine adäquate medizinische Be-

treuung verweigern würde, und es ihm obliegt, sich diesbezüglich gegebe-

nenfalls an die zuständigen Behörden vor Ort zu wenden, 

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dass weder der pauschale Einwand des Beschwerdeführers, wonach er 

sich vor den prekären Bedingungen in Italien fürchte, noch der nachge-

reichte ärztliche Kurzbericht vom 26. Januar 2022 zur diagnostizierten (…) 

zu einer anderen Einschätzung zu führen vermögen,  

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 

1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) Ermessen zukommt 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine geset-

zeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch 

die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für einen Selbsteintritt gemäss 

Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle wiederholt festzuhalten 

bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, 

den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch  

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von 

Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 

Bst. a AsylV 1), 

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer und über die Integration (Ausländer und Integrationsgesetzes, 

AIG; SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstel-

lungshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides 

gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 

m.w.H.), 

dass schliesslich der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen ist, dass 

allfällige Verzögerungen bei der Überstellung nach Italien aufgrund der 

herrschenden Situation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie 

– gemäss aktuellem Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshinder-

nisse darstellen und am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu 

ändern vermögen (vgl. Urteil des BVGer D-139/2020 vom 19. Juni 2020 

E. 9.6 m.w.H.), 

dass nach dem Gesagten die Beschwerde abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist, 

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dass der angeordnete Vollzugsstopp mit vorliegendem Urteil dahinfällt, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung so-

wie auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegen-

standslos erweisen, 

dass die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung – ungeachtet der unbelegt gebliebenen Be-

dürftigkeit des Beschwerdeführers – abzuweisen sind, da die Begehren 

– wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu 

bezeichnen waren, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Regula Frey 

 

 

Versand: