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**Case Identifier:** 0f74b9d2-b792-5af2-bb5b-14ed7e5e279d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 10.07.2009 ST.2009.30 + 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2009-30---31_2009-07-10.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
 DES KANTONS ZÜRICH 
 
 

 
1 ST.2009.30 + 31 
 
 
 

Entscheid 
 
 

10. Juli 2009 
 
 
 

Mitwirkend: 

Präsident U. Hofstetter, die Mitglieder A. Tobler, M. Ochsner und Sekretär H. Knüsli 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. A,   
2. B,   

 
 Rekurrenten,  

Nr. 1 vertreten durch RA lic.iur. Jürg Steiner,  
Rappold & Partner, Rechtsanwälte,  
Limmatquai 52, Postfach, 8022 Zürich,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

 
 

gegen 
 
 
Staat  Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 

betreffend 

Einschätzungen 2003 und 2004 
 
 

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1 ST.2009.30 + 31 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) war bis 2008 Eigentümer von 1'000 Aktien 

der C, was ursprünglich der Hälfte des Aktienkapitals entsprach. Am 5. Juni 2003 

brachte der andere Aktionär der C, ein Cousin des Pflichtigen, seinen  

Anteil mittels Sacheinlage in seine Aktiengesellschaft (D) ein. Für  

die Festsetzung der Emissionsabgabe setzte die Eidgenössische Steuerverwaltung 

(ESTV) in einem Schreiben vom 5. Dezember 2005 den Verkehrswert der eingebrach-

ten Beteiligungsrechte auf Fr. .- fest. Am 15. April 2005 erwarb die C ihre eigenen Akti-

en von der D für Fr. .-. Diese Aktien wurden in der Folge durch Kapitalherabsetzung 

vernichtet. Damit war der Pflichtige Alleinaktionär der Gesellschaft geworden. Zwi-

schen ihm und seinem Cousin bestand ein Aktionärsbindungsvertrag vom 27. Novem-

ber 2002, welcher insbesondere eine gegenseitige Anbietungspflicht für den Fall des 

Ausscheidens eines der beiden Aktionäre vorsah. Darin waren eine alljährliche Bewer-

tung der Aktien sowie ein Vorkaufsrecht bei Erreichen des 70. Lebensjahrs vereinbart. 

Bereits am 27. November 2006 wurde im Hinblick auf die spätere Handänderung per 

5. Februar 2008 (Erreichen des 70. Altersjahrs des Pflichtigen) ein Übernahmepreis 

von Fr. .- festgesetzt. Mit Vertrag vom 25. Januar 2008 verkaufte der Pflichtige in Erfül-

lung des genannten Vertrags seine Aktien der C an die D; dabei wurde der Kaufpreis 

auf Fr. .- erhöht, da die C bzw. ihre Tochtergesellschaft zwischenzeitlich ihre Ge-

schäftsliegenschaft zu einem wesentlich höheren Preis hatte verkaufen können als 

eine parteiinterne Bewertung Ende 2005 vorsah.  

 

 2. In ihren Steuererklärungen deklarierten der Pflichtige und seine Ehefrau 

(nachfolgend zusammen die Pflichtigen) für die C einen Vermögenssteuerwert per 

31. Dezember 2003 bzw. 2004 von je Fr. .-. Die Dienstabteilung Wertschriften korrigier-

te diese Werte auf Fr. .- per 31. Dezember 2003 bzw. Fr. .- per 31. Dezember 2004. 

Mit Einschätzungsvorschlägen vom 14. September bzw. 11. Dezember 2007 stellte die 

Steuerkommissärin die Einschätzung mit diesen Vermögenssteuerwerten in Aussicht. 

Die Pflichtigen wehrten sich am 22. Februar 2008 dagegen. Die Dienstabteilung Wert-

schriften des kantonalen Steueramts nahm dazu am 10. März 2008 Stellung und hielt 

an ihren Bewertungen fest, und am 26. September 2008 ergingen für die Staats- und 

Gemeindesteuern die folgenden Einschätzungen:  

 

 

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 Steuerperiode Einkommen Vermögen 

 Fr. Fr. 

 2003 steuerbar .- .- 

 satzbestimmend .- .- 

 2004 steuerbar .- .- 

 satzbestimmend .- .-. 

 

 

 B. Am 27. Oktober 2008 liessen die Pflichtigen Einsprache erheben und bean-

tragen, die Verkehrswerte der 1'000 Aktien auf Fr. .- (per 31. Dezember 2003) bzw. 

Fr. .- (per 31. Dezember 2004) festzusetzen. Sie stellten sich dabei auf den Stand-

punkt, dass hier die Voraussetzungen gegeben seien, um bei der Berechnung der 

Vermögenssteuerwerte der steitigen Aktien von den schematisch berechneten Werten 

abzuweichen.  

 

 Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 7. Januar 2009 ab. Es 

erwog, von den Vorgaben der Wegleitung könne nur abgewichen werden, wenn eine 

Handänderung unter unabhängigen Dritten stattgefunden habe. Das sei – aus näher 

dargelegten Gründen – hier nicht der Fall.  

 

 

 C. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 6. Februar 2009 Rekurs mit dem 

Antrag, das satzbestimmende Gesamtvermögen per 31. Dezember 2003 auf Fr. .- und 

per 31. Dezember 2004 auf Fr. .-, eventualiter auf Fr. .- bzw. Fr. .- festzusetzen, je un-

ter entsprechender Anpassung des steuerbaren Vermögens; unter Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen zulasten des Rekursgegners. Von den Vorschriften der einschlägi-

gen Wegleitung könne abgewichen werden, wenn aufgrund besonderer Umstände der 

schematisch berechnete Wert offensichtlich zu einem falschen Ergebnis führe. Dies sei 

aus mehreren Gründen der Fall. So liege eine Bewertung der ESTV vor, worin ein Ver-

kehrswert per 5. Juni 2003 von rund Fr. .- ermittelt worden sei. Ferner habe die D am 

15. April 2005 ein 50%-Paket für Fr. .- gekauft. Weiter sei jeweils entsprechend dem 

Aktionärsbindungsvertrag eine jährliche Bewertung der Aktien durchgeführt worden; 

am 23. Juni 2004 sei der Wert der Beteiligung auf Fr. .- festgesetzt worden. Ferner sei 

im Hinblick auf das Erreichen des 70. Altersjahrs des Pflichtigen im Jahr 2008 und der 

dadurch ausgelösten Anbietungspflicht ein Übernahmepreis von Fr. .- bestimmt wor-

den, welcher später auf Fr. .- erhöht worden sei. Bezüglich des Eventualantrags sei 

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festzuhalten, dass das kantonale Steueramt zu Unrecht den in der Wegleitung vorge-

sehenen Pauschalabzug für vermögensrechtliche Beschränkungen verweigert habe, 

obschon der Pflichtige damals nur zu 50% an der C beteiligt gewesen sei. Wenn schon 

eine Bewertung gemäss Wegleitung vorgenommen werde, sei zumindest dieser Ein-

schlag von 30% für Minderheitsbeteiligungen zu gewähren.  

 

 Das kantonale Steueramt schloss am 6. März 2009 auf Abweisung des 

Rechtsmittels. Die Steuerbehörden seien verpflichtet, sich an einem objektiven Wert zu 

orientieren; es stehe bei unterschiedlichen Berechnungsmethoden für verschiedene 

Steuerarten nicht im Ermessen eines Steuerpflichtigen, sich für die für ihn günstigere 

Methode zu entscheiden. Die übrigen Handänderungen seien zwischen nahestehen-

den Personen erfolgt. Aktionärsbindungsverträge seien für die Bewertung der Aktien 

unbeachtlich.  

 

 

 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Gemäss § 39 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wird 

das Vermögen zum Verkehrswert bewertet. Letzterer ist der objektive Wert, der einem 

Vermögensobjekt am jeweiligen Stichtag zukommt, d.h. der Preis, der am Bewertungs-

stichtag für das zu bewertende Vermögensrecht im gewöhnlichen Geschäftsverkehr 

mutmasslich zu erzielen gewesen wäre (für das bisherige, gleichlautende Recht: RB 

1978 Nr. 39 = ZBl 1979, 232 = ZR 1981 Nr. 43; Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kom-

mentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band, 1969, § 34 N 5). Massgeblich für die Be-

stimmung des Verkehrswerts ist folglich eine "technisch-" bzw. "rechtlich-objektive" und 

nicht eine "subjektiv-wirtschaftliche Betrachtungsweise" (RB 1989 Nr. 26). Bei der Be-

wertung nichtkotierter Wertpapiere folgen die zürcherischen Steuerbehörden in ihrer 

Einschätzungspraxis und die Rechtsmittelinstanzen grundsätzlich der Wegleitung der 

Konferenz staatlicher Steuerbeamter und der ESTV zur Bewertung von Wertpapieren 

ohne Kurswert für die Vermögenssteuer (vorliegend massgebend Ausgabe 1995, mit 

Änderungen per 1. Januar 1999, nachfolgend Wegleitung; mittlerweile ersetzt durch 

Wegleitung/Kreisschreiben 28 vom 21. August 2006). Von deren Vorgaben wird nur 

dann abgewichen, wenn dies durch eine bessere Erkenntnis des Verkehrswerts gebo-

ten ist (VGr, 26. September 2007 = StE 2008 B 52.42 Nr. 4 mit Hinweisen).  

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 b) Sind keine vor- oder ausserbörslichen Kursnotierungen bekannt, wird der 

Verkehrswert von Titeln nach den Bewertungsregeln der Wegleitung bemessen, wobei 

in der Regel Ertrags- und Substanzwert des Unternehmens massgebend sind. Wenn 

jedoch für solche Titel eine massgebliche Handänderung unter unabhängigen Dritten 

stattgefunden hat, so gilt der erzielte Kaufpreis als Verkehrswert. Dieser wird solange 

berücksichtigt, als sich die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft nicht wesentlich ver-

ändert hat (Rz 2 Abs. 3 lit. b Wegleitung). 

 

 

 2. a) Die Aktien der C sind nicht börsenkotiert. Auch werden sie unstreitig 

nicht regelmässig vor- oder ausserbörslich gehandelt, sind keine per Stichtag in der 

Kursliste der ESTV publizierten Kurse bekannt und kann demnach nicht von einem 

regelmässigen Handel gesprochen werden (RB 1998 Nr. 140 = StE 1999 B 52.41 Nr. 2 

= ZStP 1999, 34). Mithin hat die Bewertung der fraglichen Titel grundsätzlich nach den 

Regeln der Wegleitung zu erfolgen (Rz 2 Abs. 3 lit. a). Da es sich bei der streitigen 

Gesellschaft um eine Holding handelt, gelten die besonderen Bewertungsregeln ge-

mäss Rz 46 ff. der Wegleitung (Bewertung zum Substanzwert). Von dieser Bewertung 

ist – wie dargelegt – nur dann abzuweichen, wenn eine massgebliche Handänderung 

unter unabhängigen Dritten stattgefunden hat. Als Verkehrswert gilt diesfalls der Kauf-

preis (Rz 2 Abs. 3 lit. b). Die Formulierung "eine" massgebliche Handänderung besagt, 

dass nicht eine Mehrzahl von Verkäufen stattgefunden haben muss, sondern dass 

schon eine einzige Veräusserung allein genügt. Diese muss jedoch "massgebend" sein 

und unter unabhängigen Dritten stattgefunden haben, sodass – dem Gedanken der 

Wegleitung entsprechend – auf einen zuverlässigen Wert zu schliessen ist. Liegt keine 

solche Handänderung vor, bleibt es bei der Bewertung nach der Wegleitung (zum 

Ganzen StRK I, 23. Mai 2002, 1 ST.2002.3; StRK I, 4. September 2002, 1 ST.2002.205 

sowie StRK I, 4. September 2008, 1 ST.2008.179).  

 

 b) Die Pflichtigen berufen sich für ihren Standpunkt als Erstes auf ein Schrei-

ben der ESTV, worin diese im Zusammenhang mit einer Sacheinlage mit Aktien der C 

bei der Gründung der D für die Emissionsabgabe einen Wert festgesetzt hat.  

 

 Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Stempelabgaben 

vom 27. Juni 1973 beträgt die Abgabe 1% und wird bei der Begründung und Erhöhung 

von Beteiligungsrechten vom Betrag errechnet, der der Gesellschaft oder Genossen-

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schaft als Gegenleistung für die Beteiligungsrechte zufliesst, mindestens aber vom 

Nennwert. Gemäss Abs. 3 erfolgt die Bewertung im Zeitpunkt der Einbringung zum 

Verkehrswert. Dabei erachtet die ESTV die Wegleitung bei der Emissionsabgabe als 

nicht anwendbar für die Bewertung von Unternehmen ohne Marktpreis (Duss/von 

Ah/Sieber, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band II/3, 2006, Art. 8 N. 

35 ff. StG, auch zum Folgenden). Sie orientiert sich vielmehr an der sogenannten Prak-

tikermethode, wonach der Verkehrswert dem Durchschnitt von Substanzwert und Er-

tragswert entspricht. Bei Holdinggesellschaften wird vom Verkehrswert der einzelnen 

Beteiligungen resp. Aktiven auf den Gesamtwert geschlossen (Duss/von Ah/Sieber, 

Art. 8 N. 36 StG). Beteiligungen an nichtkotierten Gesellschaften werden als quotaler 

Unternehmenswert ermittelt (Duss/von Ah/Sieber, Art. 8 N. 38 StG).  

 

 Die D wurde am im Juni 2003 im Handelsregister eingetragen. Die Gründung 

erfolgte mittels Sacheinlage, indem sie 1'000 Namenaktien zu Fr. 250.- der C sowie 

weitere Aktien (40 Namenaktien zu Fr. 1'000.-) einer anderen Gesellschaft übernahm. 

Das erwähnte Schreiben der ESTV spricht von einem "anlässlich der Gründung vor-

handen gewesenen Mehrwert" und beziffert diesen auf Fr. .-; dabei soll es sich nach 

der Sachdarstellung der Pflichtigen um die eingebrachten Beteiligungen gehandelt ha-

ben. Indessen liegt damit keine "Handänderung unter unabhängigen Dritten" gemäss 

Rz 2 Abs. 3 lit. b Wegleitung vor. Denn nach Sinn und Zweck dieser Vorschrift kann 

unter einer massgeblichen Handänderung nur eine solche verstanden werden, bei der 

die Parteien untereinander einen Marktpreis aushandeln, d.h. in der Regel ein Ver-

kaufsgeschäft. Von einem solchen kann aber bei einer Sacheinlagegründung durch 

den Alleinaktionär - wie hier - nicht gesprochen werden.  

 

 Die kantonalen Steuerbehörden sind im Übrigen für die Zwecke der Vermö-

genssteuer nicht an die Bewertung durch die ESTV bei der Emissionsabgabe gebun-

den; hinzu kommt, dass diese hier auch nicht zu überzeugen vermag. Die Schätzungs-

grundlagen selbst gehen aus dem genannten Schreiben der ESTV nicht hervor, 

sondern handelt es sich dabei um einen Wert "im gegenseitigen Einverständnis". Ist 

nicht ersichtlich, wie die ESTV den Wert der Beteiligung ermittelt hat, lässt sich auch 

nicht sagen, dass ihre Annahmen den Verkehrswert besser wiedergeben als die Me-

thoden nach der Wegleitung. Kommt hinzu, dass die ESTV nach dem Gesagten die 

Anwendung der Wegleitung bei der Emissionsabgabe ablehnt, sodass umso mehr 

nicht einzusehen ist, weshalb die kantonalen Steuerbehörden unbesehen von ihrer 

üblichen Bewertungsmethode abschwenken und der inhaltlich unbekannten Praxis der 

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ESTV bei der Emissionsabgabe folgen sollten. Überdies fällt in Betracht, dass dem 

Wert offenbar ein Vergleich zugrunde liegt, und die Gründe und Überlegungen, sowie 

der Ermessensspielraum des Steuerbeamten der ESTV, welche zu diesem geführt 

haben, nicht bekannt sind.  

 

 Der Wert gemäss dem Schreiben der ESTV ist aus all diesen Gründen von 

vornherein nicht dem Kaufpreis einer massgeblichen Handänderung gemäss Weglei-

tung gleichzusetzen.  

 

 c) Weiter verweisen die Pflichtigen auf den Aktienkaufvertrag vom 15. April 

2005 zwischen der D und der C, womit Letztere 1'000 eigene Aktien zu einem Preis 

von Fr. .- erwarb, zuzüglich einer anteilsmässigen Dividende, die mindestens dem 

ausgewiesenen Reingewinn des Geschäftsjahrs 2004 entspricht. Am 24. Mai 2005 

wurde das Aktienkapital um die erworbenen Aktien herabgesetzt.  

 

 Bei dieser Transaktion handelt es sich um eine direkte Teilliquidation. Damit 

fehlt es erneut am Erfordernis einer Handänderung zwischen unabhängigen Dritten, 

stellt die eigene Gesellschaft doch keine Dritte und schon gar nicht eine unabhängige 

Dritte dar. Geschäften dieser Art bzw. den dabei gehandelten Preisen geht mangels 

Marktverhältnissen von vornherein die notwendige Zuverlässigkeit ab. Denn die Ge-

sellschaft stellt beim Rückkauf eigener Aktien bzw. beim diesbezüglichen Preisangebot 

nicht die gleichen Überlegungen an wie ein aussenstehender Interessent und stehen 

auch beim Aktionär, der seine Titel der Gesellschaft auf deren Angebot hin abtritt, unter 

Umständen andere Gedanken als bei einem Verkauf an einen Dritten im Vordergrund. 

Letzteres drängt sich hier insbesondere deshalb auf, weil der Kauf der eigenen Aktien 

durch die C nach Sachdarstellung der Pflichtigen im engen Zusammenhang mit der 

"Entflechtung" der Beteiligungen des Pflichtigen und seines Cousins stand und gemäss 

Präambel des Kaufvertrags die Übertragung einer weiteren Beteiligung an einer weite-

ren Gesellschaft vereinbart war, über welche Transaktion nichts bekannt ist. Verläuft 

die Preisbildung demnach anders als bei einem Verkauf an eine Drittperson, kann der 

von der Gesellschaft im Rahmen der fraglichen Rückkaufsaktion vergütete Preis nicht 

Richtschnur für den Verkehrswert der Aktien bilden.  

 

 d) Weiter verweisen die Pflichtigen auf die Bewertungen, welche im Hinblick 

auf die Anbietungspflicht gemäss Aktionärsbindungsvertrag erstellt  worden sind.  

 

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 Gemäss Art. 12 des Aktionärsbindungsvertrags vom 27. November 2002 zwi-

schen dem Pflichtigen und seinem Cousin als Alleinaktionären besteht ein gegenseiti-

ges Vorkaufsrecht. Art. 13 enthält Regeln über den Übernahmepreis. Demnach ist der 

Wert der Anteile jährlich innert drei Monaten nach Erstellung des Jahresabschlusses 

unter Berücksichtigung der in der Fachpraxis allgemein üblichen Bewertungskriterien 

zu bestimmen und in einem Protokoll, das von beiden Parteien unterzeichnet wird, 

festzuhalten. Die protokollierte Wertbestimmung der Anteile bleibt im Innenverhältnis 

der Aktionäre respektive gegenüber ihren Erben so lange gültig und unanfechtbar, als 

kein neues Protokoll erstellt und unterzeichnet wird. Können sich die Aktionäre über die 

Bewertung nicht einigen, so ist ein Bewertungsgutachten durch eine von der Revisi-

onsstelle der Holding zu bezeichnende Revisionsfirma, die Mitglied der Treuhand-

Kammer ist, erstellen zu lassen. Gemäss Art. 16 haben die Aktionäre spätestens mit 

Erreichung des 70. Altersjahres der jeweiligen anderen Partei die Gesamtheit ihrer 

Anteile anzubieten. Gemäss einer Vereinbarung vom 23. Juni 2004 wurde der Wert der 

Unternehmensgruppe, d.h. der C sowie einer weiteren direkten Beteiligung der Aktio-

näre, auf Fr. .- festgesetzt.  

 

 Damit fehlt es aber auch hier bereits am Kriterium der Handänderung. Eine 

solche kann durch eine Preisfestsetzung in einem Aktionärsbindungsvertrag nicht er-

setzt werden, da dabei in der Regel eine andere Interessenlage herrscht als beim tat-

sächlichen Kauf. Mithin kann nicht mit Sicherheit geschlossen werden, dass eine der 

Parteien den vereinbarten Wert auch tatsächlich als Kaufpreis akzeptiert hätte, wenn 

sich ein Verkauf effektiv abgezeichnet hätte. Darauf deutet im Übrigen auch das Vor-

gehen beim Verkauf vom 25. Januar 2008 hin, da dort der ursprünglich vereinbarte 

Übernahmepreis ebenfalls nachträglich an die tatsächlichen Verhältnisse angepasst 

wurde. Hinzu kommt, dass mit der Sacheinlagegründung der D im Juni 2003 über die 

direkte Teilliquidation der C im Mai 2005 bis zum bereits am 27. November 2006 ver-

einbarten, aber erst am 5. Februar 2008 vollzogenen Erwerb der C durch die D eine 

ungewöhnliche Kette von Transaktionen durchlaufen wurde, welche im Ergebnis auf 

eine Liquidation des Anteils des Pflichtigen an der C hinausläuft. Mithin bestehen be-

gründete Anhaltspunkte dafür, dass alle Einzelschritte Teil einer zusammenhängenden 

Planung darstellen. Ohne Kenntnis der genauen Hindergründe vermag deshalb die 

Vereinbarung im Aktionärsbindungsvertrag nicht das nötige Vertrauen zu erwecken, 

dass sie tatsächlich den wahren Verkehrswert widerspiegelt.  

 

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 e) Liegt demnach keine Handänderung unter unabhängigen Dritten vor, ist 

auch nicht vom Wert gemäss Wegleitung abzuweichen. Eine bessere Erkenntnis des 

Verkehrswerts existiert damit insgesamt nicht. 

 

 

 3. Streitig ist ferner, ob dem Pflichtigen ein Abzug wegen der Minderheitsbe-

teiligung bzw. hälftiger Beteiligung gewährt werden soll. In der Bewertung per 31. De-

zember 2004 wird der Minderheitsabzug mit dem Argument verweigert, dass der Pflich-

tige eine angemessene Dividende erhält. Im Einspracheverfahren war die Frage nicht 

streitig.  

 

 a) Der Minderheitsabzug wird in der Lehre allgemein damit begründet, dass 

die Ausschüttungen auf den Minderheitsanteilen (mehr oder weniger stark) unsicherer 

seien als die Ausschüttungen auf den Mehrheitsanteilen (Carl Helbling, Unterneh-

mensbewertung und Steuern, 9. A., 1998, S. 535, auch zum Folgenden). Der Mehr-

heitsaktionär hat es selbst in der Hand, Ausschüttungen zu veranlassen; die Einkom-

menserwartungen sind für ihn somit sicherer. Die Höhe der erforderlichen Korrektur 

kann nach der Lehre nicht allgemein fest bestimmt werden, sondern richtet sich ganz 

nach den einzelnen Faktoren, wie beispielsweise Grösse des Unternehmens, Anzahl 

und Streuung der Aktien, Verkäuflichkeit der Aktien, Branche, Vinkulierung oder Mitbe-

stimmungsrechte des Mitbeteiligten. Für die Bewertung spielt sodann auch eine Rolle, 

ob dem Minderheitsbeteiligten Rechte zugesichert werden (Verwaltungsratssitz, Ein-

sichtsrecht, Rückkauf seiner Anteile etc.), welche die Nachteile gegenüber den Mehr-

heitsbeteiligten ganz oder teilweise wegfallen lassen. Dies kann z.B. in einem Aktio-

närsbindungsvertrag erfolgen. Bei Übernahmen werden Minderheitsaktionäre oft 

schlechter behandelt.  

 

 Gemäss Wegleitung wird dem beschränkten Einfluss des Inhabers einer Min-

derheitsbeteiligung auf die Geschäftsleitung und auf die Beschlüsse der Generalver-

sammlung sowie der eingeschränkten Übertragbarkeit von Gesellschaftsanteilen (Vin-

kulierung) pauschal Rechnung getragen (Rz. 71 ff.). Wird der Steuerwert nach Rz. 2 

Abs. 3 lit. a festgesetzt (= Bewertung gemäss Wegleitung), kann der Titelinhaber – 

unter Vorbehalt der nachfolgenden Randziffern – bei der kantonalen Steuerbehörde 

einen Pauschalabzug von 30% geltend machen. Der Pauschalabzug wird in der Regel 

für alle Beteiligungen bis und mit 50% des Aktienkapitals gewährt; es gelten die Ver-

hältnisse am für die Vermögenssteuer massgebenden Stichtag. Erhält der Steuerpflich-

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tige eine angemessene Dividende, so wird der Abzug nicht gewährt. Eine Dividende ist 

dann angemessen, wenn die im Verhältnis zum Steuerwert errechnete Rendite min-

destens 60% des für die Ermittlung des Ertragswerts des Unternehmens herangezo-

genen Kapitalisierungszinsfusses erreicht. Für die Berechnung der Rendite wird auf die 

in den zwei Jahren vor dem massgeblichen Bewertungsstichtag bezahlten Dividenden 

(Durchschnitt) abgestellt. Als Kapitalisierungszinsfuss gilt die um 1 Prozentpunkt er-

höhte, auf halbe Prozente gerundete Durchschnittsrendite auf Verfall von schweizeri-

schen Industrie-, bzw. Bankanleihen am Ende des Jahrs vor dem Bewertungsstichtag. 

Er wird alljährlich in den Kurslisten der ESTV veröffentlicht (Rz. 16). Per 31. Dezember 

2002 bzw. 2003 wurde er auf 6% festgesetzt, wovon 60% 3,6% betragen.  

 

 b) Die Pflichtigen wenden im Rekurs als Erstes ein, eine auf die Vergangen-

heit bezogene Betrachtungsweise führe zu einer gesetzwidrigen Bewertung, da sich 

der Verkehrswert einer Aktiengesellschaft im Wesentlichen nach den Zukunftserwar-

tungen richte, auf welche der Minderheitsaktionär jedoch normalerweise keinen ent-

scheidenden Einfluss habe, und die Ausschüttung von Dividenden in der Vergangen-

heit dies nicht auch für die Zukunft garantiere. Ein potentieller Käufer werde daher der 

zurückliegenden Dividendenpolitik keine Beachtung schenken.  

 

 Aus der Wegleitung ist nach dem Gesagten zu schliessen, dass die Steuerbe-

hörden diesen Abzug nicht generell gewähren wollen, sondern nur dann, wenn die 

Minderheitsposition bzw. die 50%-Beteiligung tatsächlich eine Schlechterstellung in 

Bezug auf den Ertrag erwarten lässt. In diesem Zusammenhang kann aber nicht ge-

sagt werden, die Dividendenpolitik in der Vergangenheit sei ohne Bedeutung; vielmehr 

gibt sie Hinweise, wie diese auch in der Zukunft gehandhabt werden wird. Ein Käufer 

wird wohl kaum eine 50%-Beteiligung erwerben, ohne sich nicht mit dem anderen Akti-

onär über die wesentlichen Eckpunkte der zukünftigen Zusammenarbeit geeinigt zu 

haben. Wenn nun ein solcher Aktionär in der Vergangenheit Hand für eine angemes-

sene Dividende geboten hat, ist nicht einzusehen, weshalb dies für die Zukunft anders 

sein soll. Unter diesen Überlegungen erscheint es als sachgerecht, wenn in der Weg-

leitung – im Rahmen einer bei einer solchen pauschalen Regelung unvermeidbaren 

Verallgemeinerung – die Dividendenpolitik der beiden unmittelbar vorangehenden Ge-

schäftsjahre als massgebend erklärt wird. Soweit die Pflichtigen diese Regelung 

grundsätzlich in Frage stellen, ist ihnen nicht zu folgen.  

 

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 c) Die Pflichtigen wenden weiter ein, die Dividendenausschüttungen der Toch-

tergesellschaft könnten nicht als Begründung für die Verweigerung des Abzugs dienen, 

da sie ja nicht dem Aktionär zuflössen und die Ausführungen der Vorinstanz in Erwä-

gungsziffer 4.3 des Einspracheentscheids zur Ertragssituation der Tochtergesellschaft 

deshalb an der Sache vorbeigingen. 

 

 Bei den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz handelt es sich bloss 

um allgemeine Überlegungen zur wirtschaftlichen Situation der C, war die Frage des 

Minderheitsabzugs im Einspracheverfahren doch gar nicht umstritten. Nachdem die 

Vorinstanz aber in der Rekursantwort zur Begründung der Verweigerung des Abzugs 

dann doch darauf verwiesen hat, ist auf den diesbezüglichen Einwand der Pflichtigen 

einzugehen. Dabei ist ihnen beizupflichten, dass die Dividendenausschüttungen der 

Tochtergesellschaft an die C in der Tat keine Aussage über die Frage erlauben, ob die 

Stellung als Minderheitsaktionär der Letzteren einen Nachteil zur Folge gehabt hat, 

sondern ist hierzu auf die Ausschüttungen der C selber abzustellen. Entscheidend ist 

demnach, wie hoch der Ertrag des Pflichtigen aus seiner Beteiligung an der C war:  

 

Jahr Bruttodividende Jahresdurchschnitt  Steuerwert Rendite 

   2002/03 2003/04 

2002    

2003    - 3,65% 

2004  -    - 5,98%. 

 

 Der massgebende Wert von 3,6% wurde demnach in beiden Jahren über-

schritten, weshalb entsprechend der Wegleitung von einer angemessenen Dividende 

auszugehen ist. Damit ist der Rekurs auch im Eventualantrag abzuweisen.  

 

 

 4. Gestützt auf diese Erwägungen ist der Rekurs insgesamt abzuweisen. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 

Abs. 1 StG). Die Zusprechung der beantragten Parteientschädigung an die Pflichtigen 

kommt bei diesem Ausgang nicht in Betracht (§ 152 StG in Verbindung mit § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG).  

 

 

 

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Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

 

 

1. Der Rekurs wird abgewiesen.  

 

[…]