# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1b5e612-cb63-5f3c-b897-09d690208f6b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.06.2020 IV 2017/284
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-284_2020-06-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/284

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.10.2020

Entscheiddatum: 25.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2020
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidität. Invalidenrente. Validenkarriere. 
Valideneinkommen. Würdigung eines Gutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2020, IV 
2017/284).

Entscheid vom 25. Juni 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2017/284

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im August 2015 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum 

Strassenbauer mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis absolviert und er habe 

später den eidgenössischen Fachausweis als Personalberater erlangt. Die frühere 

Arbeitgeberin des Versicherten berichtete im Februar 2016 (IV-act. 25), dieser habe von 

Ende März 2013 bis Ende September 2014 als Qualitätskontrolleur für sie gearbeitet. 

Sie habe das Arbeitsverhältnis aufgelöst, weil die Arbeitsleistung des Versicherten nicht 

ihren Erwartungen entsprochen habe. Der Jahreslohn habe 63’700 Franken betragen. 

Eine andere Arbeitgeberin hatte bereits im November 2015 angegeben (IV-act. 14), der 

Versicherte sei in der Zeit von September 2012 bis Ende September 2013 als 

Taxichauffeur für sie tätig gewesen. Ab März 2013 sei er dieser Tätigkeit nur noch 

teilweise nachgegangen. Ab Oktober 2013 sei er nicht mehr zur Arbeit erschienen. Er 

sei auch telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen. Der im Jahr 2013 ausbezahlte 

Lohn habe sich auf 16’181.65 Franken belaufen. Der Handchirurg Dr. med. B.___ teilte 

im Mai 2016 mit (IV-act. 28), der Versicherte leide an einem chronifizierten 

Schmerzsyndrom, an beidseitigen Schulterschmerzen, an Schmerzen in den Händen 

und in den Handgelenken, an einer beidseitigen, rechtsbetonten Rhizarthrose sowie an 

einer psychosozialen Konfliktsituation. Im Vordergrund stünden die Schmerzen in den 

Händen bei objektivierten Arthrosen. Diese verunmöglichten die Weiterführung der 

zuletzt ausgeübten Tätigkeit als aktiv mitarbeitender Teamleiter in einem 

Reinigungsunternehmen. Eine der Behinderung angepasste Tätigkeit wäre dem 

Versicherten uneingeschränkt zumutbar. Als mögliche und realisierbare Umschulung 

wäre der Einsatz als Car- oder Bus-Chauffeur sinnvoll. Im Juni 2016 notierte Dr. med. 

C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), angesichts des chronischen 

A.a. 

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Schmerzsyndroms in den Händen und Schultergelenken sowie der bisher nicht näher 

bekannten psychischen Problematik müsse der Wunsch des Versicherten nach einer 

Umschulung zum Chauffeur kritisch gesehen werden (IV-act. 30). Im September 2016 

wies Dr. B.___ darauf hin, dass der Versicherte oft im Freiwilligen-Dienst längere 

Strecken für Personentransporte fahre und dabei keine Probleme mit den Armen und 

Händen bekunde (IV-act. 38). Die psychiatrische Klinik D.___ hatte im August 2014 

über eine stationäre Behandlung im Zeitraum vom 7. Mai 2014 bis zum 26. Juni 2014 

berichtet (IV-act. 52). Die Ärzte hatten festgehalten, dass der Versicherte an 

Anpassungsstörungen in der Form einer kurzen depressiven Reaktion, an Störungen 

durch Kokain bei einem schädlichen Gebrauch sowie (verdachtsweise) an einer 

kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und emotional instabilen 

Anteilen leide. Er habe in den vergangenen Jahren ein viel zu hohes Arbeitspensum 

bewältigt. Aufgrund der Dauerbelastung sei er in eine depressive Entwicklung 

gerutscht. Etwa einmal pro Monat habe er mit Kollegen exzessiv Kokain konsumiert. 

Ursprünglich habe er Strassenbauer gelernt. Er habe aber nur drei Jahre in diesem 

Beruf gearbeitet. Danach sei er in einem Informatikbetrieb angelernt worden. Später sei 

er als Bauleiter im Tiefbau und anschliessend als Service-Techniker tätig gewesen. 

Nach einem Stellenverlust habe er eine Technikerschule besucht. Er habe sich als 

arbeitslos melden müssen, sei dann aber selbst vom regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum als Personalberater angestellt worden. Etwa ab dem Jahr 

2008 sei er im Bereich Produktmanagement einer Bauabteilung tätig gewesen. An 

jenem Arbeitsplatz sei er ausgegrenzt worden. Zu Weihnachten 2008 habe er die 

Kündigung erhalten. Seit April 2013 sei er als „Chef Unterhalt“ für eine 

Reinigungsunternehmung tätig. Die Klinik E.___ hatte im August 2014 über eine knapp 

einmonatige stationäre Behandlung im Juli 2014 berichtet und angegeben (IV-act. 55), 

der Versicherte leide an einer Anpassungsstörung (mit Angst und depressiver Reaktion 

gemischt), an einer generalisierten Angststörung sowie an einer psycho-physischen 

Erschöpfung. Bis Ende September 2014 werde er noch vollständig arbeitsunfähig sein. 

Sein psychischer Gesundheitszustand sei aber besserungsfähig. Im Dezember 2016 

gab die Klinik E.___ an (IV-act. 54), der psychische Zustand des Versicherten habe sich 

im Laufe der Jahre 2015 und 2016 deutlich gebessert. Die letzte Konsultation sei im 

April 2016 erfolgt.

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B.  

Mit einem Vorbescheid vom 29. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 62). Zur 

Begründung führte sie an, der Versicherte sei zwar ab April 2014 nur noch reduziert 

arbeitsfähig gewesen. Die Gesundheitsbeeinträchtigung sei aber nur vorübergehend 

gewesen. Ab April 2016 sei wieder von einer stabilen uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit auszugehen. Am 10. April 2017 wandte der Versicherte ein, die 

Annahme einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit sei tatsachenwidrig (IV-act. 64). Am 

8. Juni 2017 notierte die RAD-Ärztin Dr. med. C.___ (IV-act. 70), Dr. B.___ habe 

telefonisch angegeben, dass sich nur noch die Handbeschwerden auf die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirkten. Für leidensadaptierte Tätigkeiten sei eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Mit einer Verfügung vom 29. Juni 

2017 wies sie auch das Rentenbegehren ab (IV-act. 74).

A.b. 

Am 9. August 2017 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 29. Juni 2017 (act. G 1). Er beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Einholung eines interdisziplinären 

Gutachtens und eventualiter die Zusprache einer Rente. Zur Begründung führte er aus, 

die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe bislang noch kein Gutachten 

eingeholt. Der Sachverhalt erweise sich deshalb in medizinischer Hinsicht als 

ungenügend abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin habe auch nicht erklären können, 

welche konkrete Tätigkeit dem Beschwerdeführer überhaupt noch zugemutet werden 

könne. Schliesslich habe sie den „Leidensabzug“ vergessen.

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 31. August 2017 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, der medizinische Sachverhalt sei 

umfassend abgeklärt worden. Der Beschwerdeführer habe sich im Jahr 2013 freiwillig 

mit einem im Vergleich zu den Vorjahren tiefen Lohn von 32’500 Franken begnügt. 

Dieser Betrag sei als Valideneinkommen zu berücksichtigen. Da für leidensadaptierte 

Tätigkeiten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe, könnte der 

Beschwerdeführer ein dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

entsprechendes Einkommen von 65’654 Franken erzielen. Die Vergleichseinkommen 

seien bis auf eine Differenz von fünf Prozent zu „parallelisieren“. Unter 

B.b. 

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C.  

Berücksichtigung eines „Leidensabzugs“ von zehn Prozent resultiere ein 

Invaliditätsgrad von lediglich sechs Prozent.

Am 4. September 2017 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt (act. G 6).

B.c. 

Am 6. November 2017 ersuchte der Beschwerdeführer um eine Sistierung des 

Beschwerdeverfahrens (act. G 10). Er machte geltend, dass er zivilrechtlich gegen 

seine letzte Arbeitgeberin vorgehen wolle und dass der Ausgang jenes Verfahrens für 

die Festsetzung des Valideneinkommens von Bedeutung sein könnte. Mit einer 

Verfügung vom 4. Dezember 2017 sistierte das Versicherungsgericht das 

Beschwerdeverfahren (act. G 14).

B.d. 

Am 26. März 2018 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er das Verfahren gegen 

die ehemalige Arbeitgeberin aus verschiedenen Gründen nicht weitergeführt habe (act. 

G 15). Am 3. April 2018 schlug das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer vor, 

die Verfahrenssistierung bis zum rechtskräftigen Abschluss eines zweiten 

Beschwerdeverfahrens betreffend beruflichen Massnahmen aufrecht zu erhalten (act. G 

16). Der Beschwerdeführer erklärte sich damit einverstanden (act. G 17).

B.e. 

Am 26. Februar 2019 wies der Beschwerdeführer darauf hin (act. G 25), dass er im 

Auftrag der Beschwerdegegnerin durch die SMAB AG begutachtet werde. 

Wahrscheinlich werde er nach dem Abschluss des Verwaltungsverfahrens betreffend 

berufliche Massnahmen erneut eine Beschwerde erheben müssen. Das 

Versicherungsgericht behielt das Beschwerdeverfahren deshalb vorerst weiterhin 

sistiert (act. G 26). Da das Verwaltungsverfahren betreffend berufliche Massnahmen am 

20. September 2019 durch eine abweisende Verfügung abgeschlossen worden war, 

hob das Versicherungsgericht die Verfahrenssistierung mit einer Verfügung vom 10. 

Dezember 2019 auf (act. G 27).

B.f. 

Der Beschwerdeführer reichte keine Replik ein (vgl. act. G 29 f.).B.g. 

Im Juni 2018 hatte die Beschwerdegegnerin im Verwaltungsverfahren betreffend 

berufliche Massnahmen einen allgemeinen Funktionsbeschrieb für einen in einem 

C.a. 

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Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum tätigen Personalberater eingeholt (IV-act. 106 

f.). Am 27. Juni 2018 hatte sie ein Assessmentgespräch durchgeführt (IV-act. 109). 

Dabei hatte der Beschwerdeführer angegeben, dass er arthrosebedingte Schmerzen in 

den vorderen Fingergliedern verspüre, wenn er die Finger einsetzen müsse. Er habe 

sein Leben umgestellt und versuche nun, möglichst alles mit den Handinnenflächen zu 

tun, um die Finger zu schonen. Er habe sich verschiedene Hilfsmittel wie eine 

Schlüsselverlängerung, einen Glasöffner, spezielle Messer, spezielle Wäscheklammern 

etc. zugelegt. Seit drei Jahren arbeite er als Fahrer für freiwillige Fahrdienste. Als LKW-

Chauffeur könne er nicht arbeiten, weil ein LKW-Chauffeur nicht nur fahren, sondern 

jeweils auch noch andere Arbeiten (insb. Be- und Entladen) ausführen müsse. Als Bus-

Chauffeur könnte er dagegen arbeiten, weil er fast alles mit der Handinnenfläche tun 

könne. Er habe einmal probehalber Platz auf einem Chauffeursitz genommen und sich 

von einem Kollegen alles zeigen lassen. Eine Tätigkeit als Fahrlehrer könne er sich 

wegen der hohen Investitionskosten und dem mit der anschliessenden Selbständigkeit 

verbundenen Risiko nicht vorstellen. Auch als Taxichauffeur könne er nach einem 

Überfall im Jahr 2013 unmöglich wieder arbeiten. Den Beruf Personenchauffeur gebe 

es nicht. Als Personalberater könne er wegen des hohen Anteils an administrativen 

Arbeiten nicht mehr tätig sein. Auch die Tätigkeit als Qualitätskontrolleur erachte er als 

unzumutbar. Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hatte am 8. August 2018 notiert (IV-act. 110), die 

im Juni 2018 eingeholte Funktionsbeschreibung für einen Personalberater lasse keine 

ausreichenden Rückschlüsse auf die Belastungen jener Tätigkeit zu. Die 

Beschwerdegegnerin werde noch ein Belastungsprofil einholen müssen. Eine 

Eingliederungsverantwortliche hatte am 16. November 2018 festgehalten (IV-act. 121), 

Personalberater könnten beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum oder bei einem 

privaten Stellenvermittler angestellt sein. In beiden Bereichen sei der Anteil der 

Schreibarbeit sehr hoch, wie telefonische Angaben bei einem Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum und bei einem privaten Stellenvermittler ergeben hätten. 

Der Zeitanteil der Arbeiten am PC und der Schreibtätigkeiten belaufe sich bei einem 

privaten Stellenvermittler auf etwa 80 Prozent. Auch bei der Tätigkeit für ein Regionales 

Arbeitsvermittlungszentrum müssten hauptsächlich Schreibarbeiten ausgeübt werden. 

Dabei spiele es keine Rolle, ob der Mitarbeiter als Personalberater oder im 

Arbeitgeberservice tätig sei, weil der Schreibanteil in beiden Bereichen gleich hoch sei.

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Der Handchirurg Dr. B.___ hatte in einem Telefongespräch mit der RAD-Ärztin Dr. 

C.___ im Dezember 2018 angegeben (IV-act. 133), der klinische Untersuchungsbefund 

sei „relativ blande“, aber der Beschwerdeführer gebe Schmerzen bei repetitiven 

Bewegungen an. Das Greifen sei kein Problem. Ein Arbeitstraining zur Testung der 

Einschränkungen und Fähigkeiten sei zu begrüssen. Am 11. Februar 2019 hatte die 

Beschwerdegegnerin die SMAB AG mit der Erstellung eines bidisziplinären – 

orthopädischen und psychiatrischen – Gutachtens beauftragt (IV-act. 141). Das 

Gutachten war am 30. April 2019 erstellt worden (IV-act. 149). Die Sachverständigen 

hatten festgehalten, bei der orthopädisch-traumatologischen Untersuchung hätten sich 

keine Schwellungen oder Querdruckschmerzen im Bereich der Fingergrundgelenke, 

der Fingermittelgelenke oder der Fingerendgelenke gezeigt. Sämtliche Fingergelenke 

seien reizlos und frei beweglich gewesen. Die Handfunktionen und die grobe Kraft 

seien vollständig erhalten gewesen. In den aktuellen Röntgenaufnahmen beider Hände 

hätten sich eine unveränderte Rhizarthrose rechts sowie eine normale Darstellung der 

Fingergelenke und der übrigen Gelenke in der rechten Hand ohne einen Nachweis von 

sonstigen über das altersphysiologische Mass hinausgehenden Degenerationen 

gezeigt. Folglich bestehe aus orthopädisch-traumatologischer Sicht kein Anhalt für die 

in den Akten erwähnte Heberden- und Bouchard-Arthrose beidseits. Auch ansonsten 

sei der objektive klinische Befund unauffällig gewesen. Insbesondere hätten keine 

relevanten Einschränkungen im Bereich der rechten Schulter festgestellt werden 

können. Zusammenfassend bestehe aus orthopädisch-traumatologischer Sicht keine 

Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparates mit einer relevanten Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit. Auf psychiatrischem Gebiet hätten keine Symptome, 

Beeinträchtigungen, Defizite oder Phänomene mit Krankheitswert erhoben werden 

können, weshalb keine psychiatrische Diagnose zu stellen sei. Der 

psychopathologische Befund sei vollkommen unauffällig ausgefallen. Aus 

bidisziplinärer Sicht seien nur eine mässige rechtsbetonte Rhizarthrose beidseits, eine 

Fasciitis plantaris rechts bei einem Senk-Spreizfuss beidseits sowie ein Übergewicht zu 

diagnostizieren. Keine dieser Diagnosen wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus. 

Aufgrund von degenerativen Veränderungen seien maximal körperlich leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten zu empfehlen. Da die Laborergebnisse entgegen der 

Aussage des Beschwerdeführers für einen phasenweise erhöhten Alkoholkonsum und 

auch für einen Cannabiskonsum sprächen, sollte vorsichtshalber von Tätigkeiten im 

C.b. 

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Erwägungen

1.

Das Versicherungsgericht hat das Beschwerdeverfahren betreffend die das 

Bereich der Personenbeförderung und von Tätigkeiten mit einem leichten Zugang zu 

Alkoholika (z.B. in der Gastronomie) Abstand genommen werden. Für die Zeit ab 

August 2014 sei sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Qualitäts-Kontrolleur als 

auch für leidensadaptierte Tätigkeiten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu 

attestieren. Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hatte das Gutachten der SMAB AG grundsätzlich 

als überzeugend erachtet, aber die folgenden Rückfragen empfohlen: „Bitte 

beschreiben Sie die degenerativen Veränderungen, welche zur Formulierung von 

Adaptionskriterien führen! Beziehen sich diese Adaptionskriterien auch auf die 

Belastung der Finger/Hände? Bitte nehmen Sie Stellung zur Arbeitsfähigkeit in der 

Tätigkeit als Personalberater gemäss dem Belastungsprofil vom 16. November 2018 

mit repetitiven Belastungen der Finger/Hände durch PC-Arbeit!“ (IV-act. 150). Die 

entsprechenden Rückfragen der Beschwerdegegnerin waren von den 

Sachverständigen am 19. Juni 2019 wie folgt beantwortet worden (IV-act. 152): Die 

radiologisch sichtbaren degenerativen Veränderungen im Bereich der rechten Hand 

und der rechten Schulter hätten zwar keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in der bisherigen, als körperlich leicht angegebenen Tätigkeit als 

Qualitäts-Kontrolleur, aber im Rahmen des eingeschätzten Belastungsprofils seien 

aufgrund dieser degenerativen Veränderungen maximal körperlich leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten (Heben und Tragen von Lasten bis maximal 15kg) empfohlen 

worden, um den derzeitigen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht zu 

gefährden. Auch Tätigkeiten, die ein ständiges kraftvolles Zugreifen der rechten Hand 

erforderten, seien aufgrund der vorhandenen Rhizarthrose rechts als ungeeignet zu 

qualifizieren. Die repetitiven Belastungen der Finger/Hände bei der PC-Arbeit seien 

davon nicht betroffen, da beim Beschwerdeführer radiologisch keinerlei 

Degenerationen im Bereich der Fingergrundgelenke, der Fingermittelgelenke und der 

Fingerendgelenke vorlägen. Die RAD-Ärztin Dr. C.___ hatte gestützt auf diese 

Ausführungen am 26. Juni 2019 notiert, dass auch für die Tätigkeit als Personalberater 

von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 153).

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Rentenbegehren des Beschwerdeführers abweisende Verfügung vom 29. Juni 2017 für 

die Dauer eines zweiten Beschwerdeverfahrens betreffend berufliche Massnahmen 

sistiert. Diese Verfahrenssistierung ist nicht etwa deshalb erfolgt, weil das 

Versicherungsgericht die beiden Beschwerdeverfahren hätte vereinigen wollen, denn 

die Verfahren weisen keinen ausreichend engen sachlichen Zusammenhang auf. 

Vielmehr ist das Versicherungsgericht implizit davon ausgegangen, dass das nach 

einer Rückweisung wieder aufgenommene Verwaltungsverfahren betreffend berufliche 

Massnahmen neue Akten produzieren werde, die auch für das Rentenverfahren 

massgebend sein und in diesem Beschwerdeverfahren gewürdigt werden könnten, 

auch wenn diese Akten aus dem an sich nicht massgebenden Zeitraum nach der 

Eröffnung der angefochtenen Rentenverfügung vom 29. Juni 2017 stammen würden. 

Dem seit langen Jahren im Sozialversicherungsrecht tätigen Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers ist bewusst gewesen, dass die Rentenverfügung an sich bereits 

deshalb hätte aufgehoben werden müssen, weil sie verfrüht, nämlich vor dem 

Abschluss der Sachverhaltsermittlung, ergangen ist, aber er hat sich dennoch mit der 

Verfahrenssistierung einverstanden erklärt, wobei ihm bewusst sein musste, dass das 

Versicherungsgericht die Verletzung der Untersuchungspflicht später unter 

Berücksichtigung der zwischenzeitlich im Verfahren betreffend berufliche Massnahmen 

erstellten Akten „heilen“ würde. Er hat sich folglich mit dem damit einhergehenden 

„Ignorieren“ des Verfahrensmangels (der verfrühten Verfügung betreffend das 

Rentenbegehren des Beschwerdeführers) einverstanden erklärt. Damit hat er zum 

Ausdruck gebracht, dass er eine rasche Erledigung der Sache einer Rückweisung der 

Streitsache an die Beschwerdegegnerin vorgezogen hat. Deshalb ist die im 

Verwaltungsverfahren begangene Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 

ATSG) zu „ignorieren“ und der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ist unter 

Berücksichtigung der zwischenzeitlich erstellten neuen Akten materiell zu prüfen. 

Allerdings ist dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin mit dem verfrühten 

Abschluss des Rentenverfahrens ein unnötiges Beschwerdeverfahren provoziert hat, in 

Anwendung des Verursacherprinzips bei den Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Rechnung zu tragen.

2.  

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

2.1. 

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Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

Der Beschwerdeführer hat ursprünglich eine Ausbildung zum Strassenbauer 

absolviert. Diesen Beruf hat er aber nur kurz ausgeübt. Anschliessend hat er sich dazu 

entschlossen, eine zweite Ausbildung zum Personalberater zu absolvieren. In diesem 

Beruf ist er über eine längere Zeit tätig gewesen. Zuletzt hat er zwar als Qualitäts-

Kontrolleur für eine Reinigungsfirma gearbeitet, aber dabei hat es sich nicht um eine 

Tätigkeit gehandelt, die in Bezug auf die fachliche Qualifikation und wohl auch in Bezug 

auf das Lohnniveau mit jener eines Personalberaters vergleichbar gewesen wäre. Der 

Umstand, dass der Beschwerdeführer seit längerer Zeit nicht mehr als Personalberater 

gearbeitet hat, hat nicht dazu geführt, dass er diese Tätigkeit nun nicht mehr ausüben 

könnte, denn der zwischenzeitliche technologische Fortschritt dürfte den 

Wiedereinstieg in die Tätigkeit eines Personalberaters, wenn überhaupt, dann nur 

minimal erschweren. Der Beschwerdeführer hätte seine erlernten Fähigkeiten also ohne 

die Gesundheitsbeeinträchtigung uneingeschränkt ausnützen können. Die 

Validenkarriere besteht folglich in der Ausübung des erlernten Berufs eines 

Personalberaters, weshalb das erzielbare Valideneinkommen dem 

Durchschnittseinkommen eines ausgebildeten Personalberaters entspricht.

2.2. 

Die Sachverständigen der SMAB AG haben über zuverlässige Angaben zu den 

konkreten Belastungen der vom Beschwerdeführer erlernten Tätigkeit als 

Personalberater verfügt, denn die Beschwerdegegnerin hat ihnen die Ergebnisse ihrer 

sorgfältigen Abklärungen zu den konkreten Belastungen eines Personalberaters zur 

Verfügung gestellt. Die Sachverständigen haben den Beschwerdeführer eingehend 

untersucht. Der massgebende, umfassend erhobene und umschriebene objektive 

klinische Befund ist sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht 

weitgehend unauffällig gewesen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers besteht 

kein Hinweis darauf, dass die Sachverständigen der SMAB AG den massgebenden 

Befund unvollständig erhoben hätten. Sie haben den Beschwerdeführer umfassend 

untersucht, sie haben aktuelle Röntgenbilder anfertigen lassen und sie haben die 

Vorakten eingehend gewürdigt. Der für ihre Beurteilung massgebende medizinische 

Sachverhalt ist von ihnen folglich vollständig erhoben worden. Für die Beurteilung sind 

2.3. 

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3.  

Die Gerichtskosten sind angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 

600 Franken festzusetzen. In Anwendung des Verursacherprinzips (Art. 95 Abs. 2 VRP) 

sind diese Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, denn sie hat ihre 

Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) und damit eine „wesentliche 

Verfahrensvorschrift“ im Sinne des Art. 95 Abs. 2 VRP verletzt und dadurch dieses 

Beschwerdeverfahren provoziert, weshalb sie die Kosten dafür zu tragen hat. Die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer in Anwendung des 

nicht in erster Linie die bildgebenden, sondern die klinischen Befunde entscheidend 

gewesen. Allerdings sind die bildgebenden Befunde ohnehin ebenso weitgehend 

unauffällig wie die klinischen Befunde gewesen. Wie der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers zu Recht geltend gemacht hat, lässt sich von der Diagnose einer 

Rhizarthrose kein direkter Schluss auf die Arbeitsfähigkeit ziehen, weil die Diagnose für 

sich allein noch nichts über den Schweregrad der Erkrankung aussagt. Für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung sind deshalb die objektiven klinischen Befunde, also 

insbesondere die Einschränkungen der Beweglichkeit oder der Kraft, aber auch die 

objektivierbaren Schmerzen massgebend. Diese Befunde sind hier gemäss den 

überzeugenden Darlegungen der Sachverständigen der SMAB AG minimal gewesen. In 

ihrem Gutachten und in ihrer ergänzenden Stellungnahme haben die Sachverständigen 

der SMAB AG ausgehend von dieser weitgehend unauffälligen Befundlage mit einer 

überzeugenden Begründung dargelegt, dass dem Beschwerdeführer ein weites 

Spektrum von Tätigkeiten ohne Einschränkungen zugemutet werden kann und dass 

der Beschwerdeführer insbesondere auch den erlernten Beruf als Personalberater 

weiterhin uneingeschränkt ausüben kann. In den gesamten Akten finden sich keine 

Hinweise, die wesentliche Zweifel an dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken 

würden. Gestützt auf das Gutachten der SMAB AG steht deshalb mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer in seinem erlernten Beruf als Personalberater trotz der 

Gesundheitsbeeinträchtigung uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Der Beschwerdeführer 

kann folglich trotz seiner Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin einen 

durchschnittlichen Lohn eines Personalberaters erzielen, weshalb das zumutbarerweise 

erzielbare Invalideneinkommen dem Valideneinkommen entspricht. Mittels eines 

sogenannten „Prozentvergleichs“ ergibt sich ein Invaliditätsgrad von null Prozent. Die 

Abweisung des Rentenbegehrens erweist sich damit im Ergebnis als rechtmässig, 

weshalb die gegen die Verfügung vom 29. Juni 2017 erhobene Beschwerde 

abzuweisen ist.

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Verursacherprinzips auch eine Parteientschädigung auszurichten. Da der für dieses 

Beschwerdeverfahren massgebende Sachverhalt weitgehend identisch mit jenem im 

vorangegangenen Beschwerdeverfahren IV 2017/283 gewesen ist und da der Aufwand 

des Rechtsvertreters in jenem Beschwerdeverfahren bereits entschädigt worden ist, ist 

der in diesem Beschwerdeverfahren zu entschädigende erforderliche 

Vertretungsaufwand als unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Die Parteientschädigung 

wird deshalb auf 2’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festgesetzt.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten im Betrag von 600 Franken zu 

bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 2’000 Franken zu 

entschädigen.

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		2025-07-19T03:45:45+0200
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