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**Case Identifier:** ec002541-f8e7-5960-b7cc-cd2bcf2f137c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.03.2025 IV 2023/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-60_2025-03-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/60

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.04.2025

Entscheiddatum: 18.03.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2025
Art. 7 f. ATSG. Art. 28 IVG. Dem Gerichtsgutachten ist voller Beweiswert 
beizumessen. Gutheissung der Beschwerde und Anspruch auf eine ganze 
Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. 
März 2025, IV 2023/60).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/18 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung III 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 18. März 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn (Vorsitz),  
Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und Corinne 
Schambeck; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi  

   

Geschäftsnr.   IV 2023/60 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana,  

Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2023/60 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 14. Dezember 2018 bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen an (IV-

act. 1). Am 21. Januar 2019 berichtete Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, dass die 

Versicherte an polytopen Schmerzen (Wirbelsäule, Becken, Schulter), an einer idiopathischen 

Osteoporose sowie einer reaktiven Dysthymie leide und zwischen Februar und März 2018 zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen sei. Anschliessend sei sie wieder geringgradig als Selbständige tätig gewesen. 

Als Funktionsausfälle, welche die Arbeitsfähigkeit einschränken, gab er Schmerzen bei längerem 

Stehen und Sitzen an. Eine wechselnd sitzende und stehende Tätigkeit ohne starke körperliche 

Belastung könne die Versicherte vier Stunden pro Tag ausüben. Als Therapie nannte er Analgesie, 

Osteoporose-Therapie und Physiotherapie (IV-act. 13). Mit Zeugnis vom 22. Februar 2019 attestierte 

Dr. B.___ für die Zeit vom 7. Januar bis 28. Februar 2019 wiederum eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

(IV-act. 22). In einem Bericht vom 6. März 2019 hielt Dr. B.___ als Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit eine idiopathische Osteoporose sowie ein chronisches Schmerzsyndrom fest. Er 

erachtete die bisherige Tätigkeit als Masseurin als nicht mehr zumutbar für die Versicherte. 

Prognostisch sei in einer angepassten Tätigkeit mittelfristig eine Arbeitsfähigkeit von 50-60 %, unter 

idealen Bedingungen langfristig eventuell sogar eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit, zu erreichen. Bis auf die 

Schmerzen stünden der Eingliederung keine Faktoren entgegen. Ideal wäre es, wenn die Versicherte 

beispielsweise bei Aktivierungen in der Geriatrie oder im Altenheim eingesetzt werden könne (IV-act. 

26-3 ff.).  

A.b Gestützt auf einen von der Versicherten am 24. April 2019 unterzeichneten Eingliederungsplan 

mit dem Ziel, die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines halben Jahres auf mindestens 80 % zu steigern (IV-

act. 34), erteilte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 4. Juni 2019 Kostengutsprache für eine vom 1. Mai bis 

31. Oktober 2019 dauernde Integrationsmassnahme beim Regionalen Pflegeheim C.___ mit Support 

am Arbeitsplatz (IV-act. 50; zur IV-Taggeldverfügung vgl. IV-act. 54). Vom 1. bis. 3. Juli 2019 attestierte 

Dr. B.___ der Versicherten eine 100%-ige und anschliessend noch eine 75%-ige Arbeitsunfähigkeit (IV-

act. 59). In einem Verlaufsbericht vom 29. Juli 2019 hielt der Job-Coach fest, die Versicherte sehe ein, 

dass sie ihren Approach, in einem 50 bis 80 % Pensum im Bereich Aktivierungstherapie zu arbeiten, 

aufgeben müsse. Sie vermöge den Versuch mit drei Stunden Arbeitszeit am Stück nur knapp zu 

bewältigen. Doch dann laufe bei ihr zu Hause auch nichts mehr. Starke Schmerzen kämen hinzu. Durch 

das Aufzeigen eines möglichen und gangbaren Weges über die Berentung sei der Druck von der 

Versicherten abgefallen. Ausserdem sei diese von ihrer Freundin im Vorschlag, einen Psychologen zu 

suchen, bestärkt worden (IV-act. 62). In einer Aktenbeurteilung vom 5. August 2019 hielt der regionale 

ärztliche Dienst (RAD) fest, dass bis zu diesem Zeitpunkt keine Diagnosen mit anhaltender Auswirkung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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auf die Arbeitsfähigkeit bekannt seien. Zum aktuellen Zeitpunkt bestehe aus 

versicherungsmedizinischer Sicht überhaupt keine Arbeitsunfähigkeit. Ob innerhalb von 12 Monaten 

mit einer stabilen 50%-igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne, sei von den weiteren Diagnosen 

abhängig. Die Versicherte befinde sich gemäss Akten neu bei einem Rheumatologen in Behandlung, 

bei welchem Arztberichte einzuholen seien (IV-act. 64-2 f.). Im Bericht vom 21. August 2019 hielt Dr. 

med. D.___, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, fest, dass er die Versicherte am 24. Juni, 25. Juli 

und 12. August 2019 in seinen Sprechstunden gesehen habe. Summarisch bestehe bei der 

Versicherten zweifelfrei eine erhebliche psychosoziale Konfliktsituation, die mit Sicherheit die 

Beschwerdeproblematik nicht unwesentlich beeinflusse. Angesichts der chronifizierten Situation und 

den aktuell laufenden IV-Abklärungen seien die Rahmenbedingungen für eine Besserung des 

Beschwerdebildes eher ungünstig. Am ehesten bestehe eine Chance mit einem multidisziplinären 

Therapieansatz, wie er z.B. in Zurzach oder Valens angeboten werde. Weiter denke er, dass die 

Abklärungen der IV-Stelle wohl schlussendlich zu einer MEDAS-Abklärung führen würden. Eine vorerst 

abschliessende Kontrolle sei am Tag des Berichts vereinbart worden (IV-act. 67-6 ff.). In einem 

gleichentags zu Handen der IV-Stelle erstellten Bericht erklärte Dr. D.___ überdies, dass von ihm keine 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt worden seien. Er könne aktuell nicht konklusiv beurteilen, 

welche Funktionseinschränkungen bei der Versicherten bestünden. Als Faktoren, die einer 

Eingliederung im Wege stehen, nannte er die Verunsicherung der Versicherten und deren 

psychosoziale Konfliktsituation (IV-act. 67-2 ff.). In einer Aktenbeurteilung vom 4. September 2019 kam 

der RAD zum Schluss, dass aus rein somatischer Sicht das Erreichen einer stabilen Arbeitsfähigkeit 

von 50 % innerhalb von 12 Monaten möglich sein sollte. Allerdings lägen noch Hinweise für ein 

psychiatrisches Leiden vor, weshalb weitere Abklärungen erforderlich seien (IV-act. 68-3). Mit Mitteilung 

vom 16. September 2019 hob die IV-Stelle ihre Mitteilung vom 4. September (recte: 4. Juni) 2019 auf, 

da gemäss Bericht der Eingliederungsberaterin die laufende Massnahme gesundheitsbedingt habe 

abgebrochen werden müssen (IV-act. 78; zum Bericht der Eingliederungsverantwortlichen vgl. IV-act. 

86-13; zum Schlussbericht Coaching vgl. IV-act. 95).  

A.c Am 19. September 2019 informierte Dr. D.___ die IV-Stelle darüber, dass er die Versicherte seit 

dem 21. August 2019 nicht mehr in seiner Sprechstunde gesehen habe und aktuell auch keine weiteren 

Kontrolltermine vereinbart seien (IV-act. 87-2). In einem Bericht vom 22. November 2019 hielten die 

behandelnden Ärzte der Klinik E.___ fest, dass die Versicherte am 19. September und 9. Oktober 2019 

vorstellig geworden sei. Im Rahmen einer vorläufigen Beurteilung diagnostizierten die behandelnden 

Ärzte eine Persönlichkeitsveränderung bei einem chronischen Schmerzsyndrom. Der Leidensdruck der 

Versicherten bestehe schwerpunktmässig aufgrund der angegebenen Schmerzen. Die hierdurch 

entstehenden psychischen Belastungen seien für die Versicherte gut akzeptabel und im psychosozialen 

Umfeld ausreichend besprechbar. Eine psychotherapeutische Unterstützung sei der Versicherten 

aufgrund der langanhaltenden Schmerzsymptomatik angeboten worden. Aufgrund der Befunde ergebe 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sich nach aktuellem Wissensstand hierfür aber keine zwingende Therapieindikation. Die Versicherte 

habe angegeben, aktuell keine psychiatrische Behandlung in der Klinik zu wünschen und dass 

bezüglich der Schmerzbehandlung eine ausreichende medizinische Versorgung gegeben sei (IV-act. 

123-2 f.). 

A.d In einem Bericht vom 6. April 2020 hielt Dr. med. F.___, Facharzt für Anästhesie, als Diagnosen 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung sowie eine Depression und 

als solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ideopathische Osteoporose fest. Weiter 

erklärte er, dass die Versicherte zur Behandlung der ausgeprägten Schlafstörung gekommen sei. 

Einmal wöchentlich werde ein Biofeedback durchgeführt. Die Arbeitsunfähigkeit betrage aktuell 80 % 

(IV-act. 110; vgl. ferner IV-act. 111-2). In einem Bericht vom 22. April 2020 erklärte Dr. B.___, dass bei 

der Versicherten eine deutliche Zunahme der psychischen Beschwerden und damit natürlich auch der 

körperlichen Schmerzen zu sehen sei. Trotz verschiedener, teils nicht gut vertragener, Medikamente 

und verschiedener Therapien habe die Versicherte eine manifeste mittelgradige Depression entwickelt. 

Seines Erachtens sollten IV-Massnahmen greifen, um der Versicherten die Möglichkeit zu geben, sich 

auf ihre Genesung zu konzentrieren. Ansonsten sehe er mittelfristig den psychosozialen und 

medizinisch gesundheitlichen Zusammenbruch der Versicherten. Er verwies auf eine Stellungnahme 

von Dr. med. G.___, Chiropraktor SCG/ECU, der ein chronisch invalidisierendes Panvertebralsyndrom, 

aktuell thorakal und lumbal betont, sowie eine reaktive Depression diagnostiziert hatte und von einer 

Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Versicherten in den letzten Wochen 

ausgegangen war (IV-act. 117). Am 28. April 2020 erklärte Dr. B.___, dass die multimodale Therapie in 

Form von Physiotherapie, Analgesie, Neurofeedback, Chiropraktik sowie psychologischer Betreuung 

laufe (IV-act. 114).  

A.e Vom 1. bis 28. Juli 2020 unterzog sich die Versicherte in der Klinik H.___ einer stationären 

psychosomatisch-sozialmedizinischen Rehabilitationsbehandlung. Im Austrittsbericht vom 31. Juli 2020 

ist zu lesen, dass die chronischen Schmerzen während des ganzen stationären Aufenthaltes auf dem 

gleich hohen Level geblieben oder sich sogar verstärkt hätten. Nur wenige Elemente aus den 

Bewegungseinheiten und Entspannungsmethoden hätten der Versicherten gut getan. Eine co-

analgetische medikamentöse Behandlung habe die Versicherte abgelehnt. Mit Blick auf den IV-

gestützten Wiedereingliederungsversuch werde aufgrund der fragilen, schwankenden Ich-Struktur mit 

aktuellen Defiziten wie Dünnhäutigkeit und Schwierigkeiten in der Affekt- und Selbstregulation bei 

unzureichenden Möglichkeiten der Selbstberuhigung die Prüfung einer befristeten Rentenzusprache 

empfohlen. Für die Dauer des stationären Aufenthaltes werde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert und auch längerfristig gehe man von einer reduzierten Belastbarkeit mit einer 100%-igen 

Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 122-1 ff.).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.f Nach einer weiteren RAD-Beurteilung (vgl. IV-act. 124) lehnte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 13. 

August 2020 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen ab, da solche aufgrund des 

Gesundheitszustandes aktuell nicht möglich seien (IV-act. 127).  

A.g In einem Bericht der Klinik H.___ vom 14. Dezember 2020 wurde als Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode bei multifaktorieller psychosozialer 

Belastung mit Entwicklung eines Erschöpfungssyndroms und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit wurden eine somatoforme Schmerzstörung, nicht näher bezeichnet, ein psychogener 

Appetitverlust mit Gewichtsabnahme, ein Reizdarmsyndrom mit Diarrhoe, akzentuierte 

Persönlichkeitszüge, eine idiopathische Osteoporose sowie eine chronische Schmerzstörung genannt. 

Weiter hiess es, dass die Versicherte in der Zeit vom 28. Juli 2020 (Datum des Austritts aus der 

stationären Behandlung; vgl. IV-act. 122-1) bis zum 26. November 2020 in der Klinik nicht medizinisch 

behandelt worden sei. Der Versicherten sei die Durchführung einer intensiven krankheitsspezifischen 

Behandlung empfohlen worden, jedoch habe sie abgelehnt. Die Behandlung sei in gegenseitigem 

Einverständnis am 26. November 2020 beendet worden. Die Frage nach der Anzahl Stunden pro Tag, 

die der Versicherten in einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbar seien, könne man nicht 

beantworten (IV-act. 131-2 ff.). 

A.h In einem Bericht vom 3. Februar 2021 hielt Dr. B.___ fest, dass bei der Versicherten neu eine 

ausgeprägte Fructose-Malabsorption vorliege. Sie könne keine körperliche Arbeit mehr machen. Eine 

adaptierte Tätigkeit sei ihr zu 25 % zumutbar. Sie brauche aktuell vor allem Zeit für die Rehabilitation, 

für die Psychotherapie und die Physiotherapie. Anschliessend sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit 

allenfalls möglich (IV-act. 138-1 ff.). Am 7. April 2021 berichtete der dipl. Arzt I.___, Psychiatrie-Zentrum 

J.___, dass sich die Versicherte seit dem 22. Januar 2021 bei ihm in Behandlung befinde. Als 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren, sonstige Essstörungen, psychogener Appetitverlust und 

Gewichtsabnahme, Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, eine 

mittelgradige depressive Episode, ein Reizdarmsyndrom, Diarrhoe-prädominant, sowie Störungen des 

Fruktosestoffwechsels. Eine Arbeitsunfähigkeit sei bisher nicht attestiert worden, würde jedoch auch 

aus psychiatrischer Sicht 100 % betragen. Der Versicherten sei eine sitzende Tätigkeit (z.B. im Bereich 

der Telefonvermittlung) ohne körperliche Anstrengungen maximal zwei Stunden täglich zumutbar (IV-

act. 145-1 ff.). Am 27. April 2021 erklärte Dr. F.___, dass der Versicherten derzeit keine Tätigkeit 

möglich sei (IV-act. 147-1 ff.). 

A.i Am 22. November 2021 erstattete die PMEDA (Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen), 

Zürich, im Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres (psychiatrisches, internistisches und 

orthopädisches) Gutachten (IV-act. 172). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die 

Sachverständigen zum Schluss, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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bestünden (IV-act. 172-15). Für die anamnestisch vorgetragene Schmerzbeeinträchtigung hätten sich 

keine ausreichenden Befundkorrelate finden lassen und das Labor zeige keine wirksamen Spiegel der 

geprüften Medikation. Auf dem Boden der Befunde und der Plausibilitätsprüfung könne keine 

Einschränkung der Belastbarkeit schlüssig und konsistent belegt werden. Dies gelte auch rückblickend, 

da die Vorberichte versicherungsmedizinisch nicht als genügend erscheinen würden (IV-act. 172-16). 

In seiner Aktenbeurteilung vom 5. Januar 2022 stufte der RAD das PMEDA-Gutachten als ausführlich, 

schlüssig und nachvollziehbar ein, sodass darauf abgestellt werden könne (IV-act. 181). 

A.j Mit Vorbescheid vom 19. Januar 2022 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des 

Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht (IV-act. 184). 

A.k Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 23. Februar 2022 Einwand. Sie machte im 

Wesentlichen geltend, dass die PMEDA-Gutachter aus ihrer Sicht die Schlafstörung, an welcher sie 

leide, zu wenig berücksichtigt hätten. Auch gäbe es im Gutachten viele Widersprüche und 

Falschaussagen (IV-act. 191-1; vgl. dazu auch IV-act. 191-7 ff.). Sie legte ihrem Einwand eine bis zum 

31. Dezember 2020 gültige Ausnahmebewilligung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) für das 

Arzneimittel Cannabis-Öl (IV-act. 191-14), einen Bericht ihrer Physiotherapeutin vom 8. Februar 2022 

(IV-act. 191-15 f.) und einen Entwurf einer Stellungnahme vom dipl. Arzt I.___ ein (IV-act. 191-5 f.). Mit 

Schreiben vom 30. März 2022 (IV-act. 193-1) reichte sie die unterzeichnete Stellungnahme vom dipl. 

Arzt I.___ vom 8. März 2022 (IV-act. 193-2 f.), eine undatierte Stellungnahme des Hausarztes Dr. B.___ 

(IV-at. 193-4 f.) sowie eine solche von Dr. F.___ vom 26. März 2022 (IV-act. 193-6 f.) ein. 

A.l Aufgrund der von Dr. F.___ und vom dipl. Arzt I.___ geltend gemachten Einwände, wonach die 

Gutachter keine weitergehende gastroenterologische Diagnostik veranlasst hätten, gelangte die IV-

Stelle nach einer interdisziplinären Besprechung vom 5. Juli 2022 (IV-act. 194-1 ff.) und einer weiteren 

Stellungnahme des RAD vom 14. Juli 2022 (IV-act. 195-3) am 15. Juli 2022 mit einer Rückfrage an Dr. 

B.___. Sie wollte von ihm im Wesentlichen wissen, welche gastroenterologischen Untersuchungen zur 

Abklärung der von der Versicherten anlässlich der Begutachtung angegebenen Durchfälle durchgeführt 

worden seien (IV-act. 196). Nach Eingang entsprechender Unterlagen (IV-act. 200 ff.) legte die IV-Stelle 

diese dem RAD zur Beurteilung vor. Dieser hielt in einer Stellungnahme vom 18. August 2022 fest, dass 

gemäss Unterlagen von Dr. B.___ im Jahr 2020 eine umfangreiche Abklärung der Durchfälle erfolgt sei. 

Alle erforderlichen Untersuchungen (Darmspiegelung, Abdomensonographie, Laborwerte, 

Stuhlkulturen) seien gemacht worden. Gemäss dem Bericht des Spitals K.___ vom November 2020 

liege kein Reizdarmsyndrom vor. Vielmehr liessen sich die bereits seit vielen Jahren bestehenden 

Darmprobleme und Durchfälle durch eine schwere Fructose-Malabsorption erklären. Es sei eine 

Ernährungsberatung empfohlen worden, da die Versicherte gerne Früchte esse, was aber bei einer 

Fruktoseintoleranz nicht zu empfehlen sei und zu Durchfällen führe. Eine Fruktoseintoleranz führe nicht 

zu einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit, da mit einer entsprechenden Ernährung die Symptome 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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vermieden werden könnten. Die im Schreiben von Dr. B.___ vorgebrachten Einwände, in denen er die 

fragliche Abhängigkeit von Palexia und THC bestritten habe, seien versicherungsmedizinisch insofern 

nicht von Relevanz, als die PMEDA einen schädlichen Gebrauch von Opioiden und Cannabinoiden 

ohnehin als nur möglich eingestuft habe. Darüber hinaus würden im Einwand der Versicherten keine 

neuen medizinischen Fakten erwähnt, die Anlass dazu gäben, vom Gutachten abzuweichen. Auf das 

PMEDA-Gutachten könne somit abgestellt werden (IV-act. 207-2). 

A.m In einem Telefonat vom 15. September 2022 teilte Dr. B.___ der IV-Stelle mit, dass die 

Versicherte kürzlich bei Dr. med. L.___, Handchirurgie, Departement Allgemein- und Viszeralchirurgie, 

Spital M.___, aufgrund einer stark geschwollenen Hand gewesen sei. Dieser vermute eine 

rheumatologische Erkrankung, weshalb eine Überweisung an einen Rheumatologen erfolge (IV-act. 

209). Im Sprechstundenbericht vom 13. September 2022 hatte Dr. L.___ in seiner Beurteilung 

festgehalten, dass ihm die geschilderten Beschwerden nicht klar seien. Es könnte sich um eine 

rheumatische Grunderkrankung handeln. Aus handchirurgischer Sicht könne er der Versicherten leider 

nichts anbieten. Er empfehle eine gezielte rheumatologische Untersuchung (IV-act. 211). In einem 

Sprechstundenbericht vom 9. Dezember 2022 hielt Dr. med. N.___, Rheumatologie FMH, fest, dass er 

in Zusammenschau der verschiedenen Befunde derzeit keine entzündlich-rheumatische Erkrankung 

als Ursache der ausgeprägten, invalidisierenden Beschwerden am Bewegungsapparat diagnostizieren 

könne. Klinisch bzw. anamnestisch imponiere ein generalisiertes Schmerzsyndrom mit somatischen 

und psychischen Faktoren. Im Vordergrund stehe aktuell eine invalidisierende Schmerzsymptomatik, 

speziell der Hände inklusive Faustschluss-Probleme und subjektiv Schwellungsgefühlen. Eine 

Autoimmunerkrankung könne er, wie erwähnt, als Ursache des ausgeprägten Beschwerdebildes am 

Bewegungsapparat nicht diagnostizieren. Sollten sich neue Aspekte ergeben, insbesondere 

objektivierbare Gelenkschwellungen, wäre eine rheumatologische Reevaluation indiziert (IV-act. 218-

2). 

A.n In einer weiteren Aktenbeurteilung vom 3. Januar 2023 kam der RAD zum Schluss, dass mit den 

neu eingegangenen Unterlagen keine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

ausgewiesen sei, sodass zusammengefasst weiterhin auf das PMEDA-Gutachten abgestellt werden 

könne (IV-act. 219-2). 

A.o Mit Schreiben vom 23. Januar 2023 informierte die IV-Stelle die Versicherte über die von ihr 

getätigten Abklärungen und teilte ihr mit, dass sie am bisherigen Entscheid, wonach kein 

Rentenanspruch bestehe, festhalte (IV-act. 220-1). 

A.p Am 10. Februar 2023 reichte die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. 

Pedergnana, St. Gallen, eine ergänzende Stellungnahme ein (IV-act. 221). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.q Mit Verfügung vom 22. Februar 2023 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 0 % ab (IV-act. 222). 

B.  

B.a Gegen diese Verfügung erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Pedergnana vertretene 

Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 27. März 2023 Beschwerde (act. G 1). Sie 

beantragte, die Verfügung vom 22. Februar 2022 sei aufzuheben und ihr sei eine ganze Rente, 

eventualiter eine vorübergehende ganze Rente, auszurichten. Subeventualiter sei die Sache durch ein 

gerichtliches Gutachten bei der Estimed Zug zu klären. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

zulasten der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin; act. G 1 S. 2). Weiter beantragte die 

Beschwerdeführerin die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für 

das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 4, 4.1 ff. und 1-2 f.). 

B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 5). 

B.c Am 30. Mai 2023 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 6). 

B.d In ihrer Replik vom 11. Juli 2023 hielt die Beschwerdeführerin an den in der Beschwerde 

gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 10) und reichte neben Ausdrucken zu einer Studie betreffend 

die Begutachtung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einen weiteren Bericht von Dr. 

B.___ vom 31. März 2023, einen solchen von Dr. G.___ vom 3. April 2023, einen physiotherapeutischen 

Verlaufsbericht vom 29. März 2023 und einen solchen der O.___ vom 18. April 2023 ein (act. G 10.1). 

B.e Mit Schreiben vom 19. Juli 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der Beschwerdeantwort 

gestellten Antrag vollumfänglich fest und verzichtete auf die Erstattung einer ausführlichen Duplik (act. 

G 12). 

B.f Mit Eingabe vom 28. Juli (Postaufgabe 30. Juli) 2023 liess die Beschwerdeführerin eine 

Bestätigung der Eidgenössischen Kommission für Qualitätssicherung in der medizinischen 

Begutachtung (EKQMB) vom 18. Juli 2023 einreichen, dass das von ihr zugestellte Gutachten samt 

weiteren Unterlagen bei der Überprüfung der PMEDA Berücksichtigung finden werde (act. G 14 und 

14.1). Mit Schreiben vom 5. Oktober 2023 hielt die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf 

Internetausdrucke (act. G 16.1 und 16.2) fest, dass die PMEDA vom Bundesamt für 

Sozialversicherungen auf Empfehlung der EKQMB für Gutachtensaufträge im Rahmen der IV gesperrt 

worden sei. Sie bat das Gericht darum, die Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme hinsichtlich der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Notwendigkeit einer neuerlichen Begutachtung und zur Vergabe einer solchen an die asim aufzufordern 

(act. G 16). 

B.g Bezugnehmend auf eine Anfrage des Versicherungsgerichts vom 14. November 2023 (act. G 19) 

nahm die Beschwerdegegnerin am 7. Dezember 2023 erneut Stellung. Sie hielt im Wesentlichen fest, 

dass der Beweiswert des PMEDA-Gutachtens vom 22. November 2021 ihrer Ansicht nach vom 

Versicherungsgericht zu klären sei, wozu sie als Beschwerdegegnerin nichts mehr beitragen könne 

(act. G 21). 

B.h Mit Stellungnahme vom 20. Februar 2024 führte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen aus, dass die EKQMB auch das psychiatrische PMEDA-Teilgutachten der 

Beschwerdeführerin aus dem Jahr 2021 überprüft habe. Es hätten sich gemäss EKQMB relevante 

Mängel ergeben (act. G 25). 

B.i Die Beschwerdegegnerin liess sich mit Eingabe vom 5. März 2024 nicht mehr vernehmen und 

verwies auf ihr Schreiben vom 7. Dezember 2023 (act. G 27). 

B.j Mit Schreiben vom 19. März 2024 orientierte das Versicherungsgericht die Parteien über seinen 

Beschluss, den medizinischen Sachverhalt mit einem polydisziplinären (zumindest 

allgemeininternistischen, orthopädischen und psychiatrischen) Gerichtsgutachten abklären zu lassen. 

Es sei vorgesehen, die asim mit der Begutachtung zu beauftragen (act. G 28). 

B.k Mit Eingabe vom 27. März 2024 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie mit einer 

Begutachtung durch die asim einverstanden sei und habe keine Ergänzungsfragen (act. G 29). 

B.l Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellte mit Eingabe vom 30. April 2024 

Ergänzungsfragen (act. G 32). 

B.m Am 7. Mai 2024 beauftragte das Versicherungsgericht die asim mit der Erstellung des 

polydisziplinären Gerichtsgutachtens (act. G 33). Im Gutachten vom 27. Dezember 2024, dem 

Untersuchungen vom 19. und 22. August 2024 zugrunde liegen, stellten die asim-Sachverständigen 

folgende Diagnosen, denen sie Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimassen: 1. eine somatoforme 

autonome Funktionsstörung (ICD-10: F45.33) sowie eine chronische Schmerzstörung mit psychischen 

und physischen Faktoren (ICD-10: F45.41), 2. ein chronifiziertes depressives Syndrom (ICD-10: F32.8), 

3. ein myofasziales Panvertebralsyndrom (ICD-10: M54.8), 4. Untergewicht mit einem aktuellen BMI 

von 16.5 kg/m2, 5. ein Reizdarmsyndrom mit im Vordergrund stehender Diarrhoe (ICD-10: K58.0), 6. 

eine beginnende Polyarthrose der Hände (ICD-10: M19.91), 7. ein funktionelles Impingement der 

Schultergelenke (ICD-10: M75.4) und 8. eine idiopathische Osteoporose. Weiter notierten die 

Sachverständigen Diagnosen mit vorübergehendem und keinem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2023/60 
 

 

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Beschwerdeführerin. Insgesamt resultierten unter Zusammenschau der somatischen und 

psychiatrischen Funktionseinschränkungen erhebliche Defizite, die eine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten 

Arbeitsmarkt verunmöglichten. Im Vordergrund für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stehe das 

psychiatrische Krankheitsbild. Auch aus somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für die angestammte 

Tätigkeit aufgehoben. Eine medizinisch theoretische Restarbeitsfähigkeit für optimal angepasste 

Tätigkeiten, die aus somatischer Sicht bestehen würde, könne aufgrund des psychiatrischen 

Krankheitsbildes nicht umgesetzt werden (act. G 38 S. 9 ff.). 

B.n Den Verfahrensparteien wurde das Gerichtsgutachten und die Rechnung des Gutachtens über 

Fr. 15'532.50 zur Kenntnis gebracht und eine Frist bis 3. Februar 2025 zur Stellungnahme eingeräumt 

(act. G 39, 41). 

B.o Mit Stellungnahme vom 9. Januar 2025 liess die Beschwerdeführerin gestützt auf das 

Gerichtsgutachten eine ganze Invalidenrente spätestens ab September 2019 beantragen (act. G 42). 

Mit der Stellungnahme reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Honorarnote über Fr. 

7'735.30 ein (act. G 42.1). 

B.p Mit Eingabe vom 30. Januar 2025 führte die Beschwerdegegnerin aus, dass das 

Gerichtsgutachten gemäss Stellungnahme des RAD vom 16. Januar 2025 (act. G 44.1) den geforderten 

Anforderungen entspreche und darauf abgestellt werden könne. Auf die weiteren Ausführungen in der 

Stellungnahme des RAD werde verwiesen und diese zum integrierenden Bestandteil der 

Stellungnahme zur asim-Begutachtung gemacht. Auf die Abgabe einer Stellungnahme zur Rechnung 

für das Gutachten sowie zur Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 9. Januar 2025 werde verzichtet 

(act. G 44). 

Erwägungen 

1.   

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin. 

2.  

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der Invalidenversicherung verschiedene 

Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der 

Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. Die vorliegend 

angefochtene Verfügung datiert vom 22. Februar 2023. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich 

diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 213 E. 4.3.1). Die Anmeldung erfolgte 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2023/60 
 

 

11/18 

vorliegend am 14. Dezember 2018. Der früheste Rentenbeginn fällt gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG somit 

auf den 1. Juni 2019. Soweit die angefochtene Verfügung einen noch unter Geltung des alten Rechts 

entstandenen Rentenanspruch zum Gegenstand hat, sind die Bestimmungen in der bis 31. Dezember 

2021 gültigen Fassung anwendbar (vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101), und werden nachfolgend in dieser Fassung zitiert. 

3.  

3.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche 

Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 

7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Einen Anspruch auf 

eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 

% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 

auf eine Viertelsrente. Der Invaliditätsgrad ist grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu 

ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann (sogenanntes 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). 

3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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12/18 

Vorakten resp. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). 

3.3 Für das Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. 

c ATSG). Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem 

sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es als mit 

dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So weicht das 

Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der 

medizinischen Fachpersonen ab. Weiter darf es den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 

44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung genügenden Gutachten externer 

Spezialärzte vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann sodann 

nicht abgestellt werden und es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, wenn auch nur geringe 

Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. Was schliesslich die Berichte von 

behandelnden Ärzten anbelangt, so sind diese zwar nicht von vornherein ohne Beweiswert, doch ist bei 

ihnen der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer 

auftragsrechtlichen Stellung mitunter im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 

135 V 469 ff. E. 4.4 ff., 125 V 351; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2023, 

8C_385/2023, E. 4.2.2). 

4.   

Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Zu prüfen ist, ob der Sachverhalt 

diesbezüglich mit dem asim-Gerichtsgutachten vom 27. Dezember 2024 nunmehr spruchreif abgeklärt 

ist (zu den Mängeln des PMEDA-Gutachtens siehe act. G 28). 

4.1 Die internistische/allgemeinmedizinische Sachverständige, Dr. med. P.___, Fallverantwortliche 

Oberärztin asim / Begutachtung, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, MAS Versicherungsmedizin, 

Vertrauensärztin SGV, zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, diagnostizierte bei der 

Beschwerdeführerin nach umfassender persönlicher Befragung (act. G 38, allgemeinmedizinisches 

Gutachten, S. 2 ff.), Befunderhebung inklusive Labor (allgemeinmedizinisches Gutachten, S. 9) sowie 

in Beachtung der medizinischen Akten ein sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkendes Untergewicht mit 

einem aktuellen BMI von 16.5 kg/m2, ein Reizdarmsyndrom mit im Vordergrund stehender Diarrhoe 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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(ICD-10: K58.0) und eine idiopathische Osteoporose. Aus rein allgemeininternistischer Sicht bestehe 

bei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte, nicht muskelbelastende 

Tätigkeiten, bei denen sie die Möglichkeit habe, jederzeit eine Toilette aufzusuchen. Aufgrund der 

allgemein reduzierten Belastbarkeit bei einem BMI von 16.5 kg/m2 mit erhöhter Ermüdbarkeit und 

Erschöpfbarkeit sei die Arbeitsfähigkeit leicht reduziert. Sie betrage 75 % bei 20%-iger 

Leistungsminderung. Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit 60 % (allgemeinmedizinisches Gutachten, 

S. 15 f.). 

4.2 Der psychiatrische Gutachter, Dr. med. Q.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, MAS 

Versicherungsmedizin, diagnostizierte nach einer vertieften persönlichen Befragung (act. G 38, 

psychiatrisches Gutachten, S. 2 ff.), in Auseinandersetzung mit den anlässlich der Exploration 

erhobenen Befunden (psychiatrisches Gutachten, S. 15 ff.), nach Rücksprache mit dem behandelnden 

Hausarzt Dr. B.___ (psychiatrisches Gutachten, S. 17 f.) sowie nach einer Konsistenz- und 

Plausibilitätsbeurteilung (psychiatrisches Gutachten, S. 23 ff.) 1. eine somatoforme autonome 

Funktionsstörung (ICD-10: F45.33) sowie eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und 

physischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und 2. ein chronifiziertes depressives Syndrom (ICD-10: F32.8; 

psychiatrisches Gutachten, S. 27). Zusammengefasst könne sich die Entwicklung des psychiatrischen 

Bildes ab 2019 zuverlässig abbilden und nachvollziehen lassen. Der Schweregrad sei hoch und 

ausreichend dokumentiert. Die dokumentierten Einschränkungen seien konkret und die 

Behandlungsintensität sei hoch. Insgesamt seien die vorliegenden Akten von den Behandlern 

konsistent, sowohl im ambulanten als auch im stationären Setting. Die Anamnese passe zu den in den 

Akten geschilderten Befunden, geäusserten Diagnosen und den therapeutischen Strategien und 

stimme zudem auch mit der aktuellen gutachterlichen Einschätzung überein. Besonders auffällig sei in 

der Gesamtschau der zur Verfügung stehenden Akten die geradezu diametrale Einschätzung 

sämtlicher ambulanter sowie stationärer Behandler im Vergleich zum PMEDA-Gutachten 

(psychiatrisches Gutachten, S. 25 f.). Die psychiatrischen Diagnosen führten in Anlehnung an die Mini-

ICF-APP zu nachvollziehbaren Funktionseinbussen (psychiatrisches Gutachten, S. 28 ff.). In 

ausführlicher Auseinandersetzung mit den massgeblichen Indikatoren nach BGE 141 V 281 und 143 V 

418 (psychiatrisches Gutachten, S. 27 ff.) resp. in Abwägung der vorhandenen Ressourcen und 

gesundheitsbedingten Belastungen hält Dr. Q.___ eine nachhaltige Leistungserbringung auf dem freien 

Arbeitsmarkt aufgrund der reduzierten physischen und psychischen Belastbarkeit für nicht möglich 

(psychiatrisches Gutachten, S. 36) 

4.3 Der rheumatologische Experte, Dr. med. R.___, Facharzt für Rheumatologie, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin, MAS Versicherungsmedizin, Vertrauensarzt SGV, zertifizierter 

medizinischer Gutachter SIM, diagnostizierte nach persönlicher Befragung (act. G 38, 

rheumatologisches Gutachten, S. 2 ff.), ausführlicher klinischer Untersuchung mit Befunderhebung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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(rheumatologisches Gutachten, S. 6 ff.) sowie in Beachtung der medizinischen Vorakten und der 

Bildgebung resp. den medizinischen Messungen (rheumatologisches Gutachten, S. 10 ff.) 1. ein 

myofasziales Panvertebralsyndrom (ICD-10: M54.8), 2. eine beginnende Polyarthrose der Hände (ICD-

10: M19.91) und 3. ein funktionelles Impingement der Schultergelenke (ICD-10: M75.4; 

rheumatologisches Gutachten, S. 14). Aufgrund der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule 

seien körperliche Tätigkeiten, bei denen Lasten von mehr als zehn Kilogramm gehoben, getragen oder 

gestossen werden müssten, ebenso ungeeignet wie Tätigkeiten, bei denen wiederholtes Vorbeugen 

oder monotone Körperhaltungen erforderlich seien. Aufgrund der Polyarthrose der Hände seien 

Tätigkeiten mit Kraftanwendung ungünstig. Aufgrund des funktionellen Impingements beider 

Schultergelenke durch die ausgeprägten myotendinotischen Verspannungen der 

Schultergürtelmuskulatur seien Überkopfarbeiten ebenfalls ungünstig (rheumatologisches Gutachten, 

S. 15). Eine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei unter Berücksichtigung des gesamten 

klinischen Verlaufs aus rheumatologischer Sicht zu keinem Zeitpunkt begründbar. In einer angepassten 

Tätigkeit bestehe durchgängig eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Es würden keine schweren Läsionen 

des Bewegungsapparates vorliegen, die die Ausübung einer leichten körperlichen Tätigkeit 

einschränkten (rheumatologisches Gutachten, S. 17 f.). 

4.4 Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurden die Einschätzungen in den 

Teilgutachten aufgegriffen und es wurde festgehalten, dass ein zwischenzeitlich schwer chronifiziertes 

Krankheitsbild mit ungünstiger Interaktion zwischen somatischen und psychischen Faktoren vorliege. 

Es sei im Verlauf zu einer Verschlechterung des Zustandsbildes der Beschwerdeführerin gekommen. 

Sowohl bezüglich der somatischen als auch der psychiatrischen Funktionseinschränkungen, 

Beschwerden und Diagnosen finde sich in der Aktenlage eine gute Dokumentation, die sich mit den 

aktuell erhobenen Befunden decke. Die Beschwerden der Beschwerdeführerin würden sich durch 

sämtliche Lebensbereiche ziehen und es gebe keine Hinweise für Inkonsistenzen. Auf somatischem 

Fachgebiet würden Funktionseinschränkungen aufgrund der degenerativen Veränderungen an der 

Wirbelsäule bestehen. Die Beschwerdeführerin könne körperliche Tätigkeiten, bei denen sie Lasten von 

mehr als zehn Kilogramm heben, tragen oder bewegen müsse, nicht mehr durchführen. Aufgrund der 

Polyarthrose seien Tätigkeiten mit Kraftanwendung nicht mehr durchführbar. Aufgrund des funktionellen 

Impingements beider Schultergelenke und der ausgeprägten myotendinotischen Verspannungen der 

Schultergürtelmuskulatur seien Überkopfarbeiten ungünstig. Auf somatischem Fachgebiet bestehe 

aufgrund des niedrigen Körpergewichts eine allgemein eingeschränkte Belastbarkeit bei muskulärer 

Schwäche; auch eine eingeschränkte Durchhaltefähigkeit und Konzentrationsfähigkeit seien 

diesbezüglich nachvollziehbar. Aufgrund der anhaltenden Diarrhoe bestehe die Notwendigkeit, 

jederzeit eine Toilette aufsuchen zu müssen/können. Auf psychiatrischem Fachgebiet würden 

Funktionseinbussen in wesentlichen psychiatrischen Funktionsbereichen bestehen. Die Fähigkeit zur 

Anpassung an Regeln und Routinen sei erheblich eingeschränkt, ebenso die Fähigkeit zur Planung und 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Strukturierung von Aufgaben. Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien reduziert. Die Fähigkeit zu 

Spontanaktivitäten sei eingeschränkt. Deutlich beeinträchtigt sei die Widerstands- und 

Durchhaltefähigkeit. Weiter bestehe eine Einschränkung der Selbstbehauptungsfähigkeit. Die 

Kontaktfähigkeit zu Dritten sei eingeschränkt, ebenso die Gruppenfähigkeit. Die Fähigkeit zu familiären 

und intimen Beziehungen sei reduziert; die Selbstpflege sei uneingeschränkt. Die Mobilitäts- und 

Verkehrsfähigkeit sei leicht eingeschränkt. Insgesamt resultierten unter Zusammenschau der 

somatischen und psychiatrischen Funktionseinschränkungen erhebliche Defizite, die eine 

Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt verunmöglichten. Die Ressourcen der 

Beschwerdeführerin seien nicht ausreichend, um die schwergradigen Funktionseinschränkungen auf 

somatischem und psychiatrischem Gebiet zu kompensieren. Im Vordergrund für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit stehe das psychiatrische Krankheitsbild. Aber auch aus somatischer Sicht sei die 

Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit aufgehoben. Eine medizinisch theoretische 

Restarbeitsfähigkeit für optimal angepasste Tätigkeiten, die aus somatischer Sicht bestehen würde, 

könne aufgrund des psychiatrischen Krankheitsbildes nicht umgesetzt werden. Polydisziplinär sei seit 

Aufgabe der letzten Tätigkeiten resp. seit der Attestierung der 100%-igen Arbeitsunfähigkeit, spätestens 

ab Juni 2019, die Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als aufgehoben zu betrachten. 

Auch für eine angepasste Tätigkeit bestehe seit der Aufgabe der zuletzt ausgeübten Tätigkeiten 

aufgrund der komplexen Gesamtsituation mit somatischen und psychiatrischen 

Funktionseinschränkungen keine stabile Arbeitsfähigkeit (act. G 38, interdisziplinäre 

Gesamtbeurteilung, S. 8 ff.). 

4.5 Die Expertise in der Gesamtbeurteilung und ihre Teilgutachten beruhen auf einem umfassenden 

Aktenstudium sowie auf ausführlichen Befragungen und umfangreichen klinischen Untersuchungen der 

Beschwerdeführerin. Die Gutachterin und die Gutachter setzen sich mit den bisherigen fachärztlichen 

Berichten auseinander, begründen ihre divergierenden Einschätzungen zum PMEDA-Gutachten 

schlüssig und beantworten eingehend und nachvollziehbar die vom Versicherungsgericht gestellten 

Fragen (vgl. dazu act. G 33). Widersprüchlichkeiten oder Unklarheiten sind keine auszumachen und 

werden seitens der Beschwerdegegnerin auch nicht vorgetragen resp. vom RAD wird ausdrücklich 

festgehalten, dass auf die Expertise vollumfänglich abgestellt werden könne (act. G 44.1). Dem ist ohne 

weiteres beizupflichten. Die Beurteilungen im Konsens und in den Teilgutachten erfüllen vollends die 

Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und bilden eine beweistaugliche Grundlage 

für die Beurteilung der streitigen Belange. Auf der Grundlage der gerichtsgutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin spätestens seit Juni 2019 in jeglicher Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, 

weshalb von einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- auszugehen ist. Beim Fehlen eines 

Invalideneinkommens resp. jeglicher Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen (ersten) 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Arbeitsmarkt resultiert zwangsläufig unabhängig von der Höhe des Valideneinkommens ein 100%-iger 

Invaliditätsgrad und folglich ein Anspruch auf eine ganze Rente. 

4.6 Zu prüfen bleibt, ab wann die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die IV-

Anmeldung erfolgte im Dezember 2018, womit gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG der Rentenanspruch 

frühestens nach Ablauf von sechs Monaten, ab 1. Juni 2019, entstehen kann (vgl. dazu vorstehende E. 

2). Damit ein Anspruch zu diesem Zeitpunkt bestehen kann, bedarf es als weitere Voraussetzung dem 

Ablauf des sogenannten Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, wonach die Beschwerdeführerin per 

Juni 2019 während eines Jahres, also seit Juni 2018, ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sein muss. Schliesslich ist nach Ablauf des Wartejahrs, 

frühestens ab Juni 2019, eine Invalidität von mindestens 40 % erforderlich (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG; vgl. 

vorstehende E. 3.1). Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG ist ohne weiteres erfüllt, nachdem die asim-Expertise der 

Beschwerdeführerin spätestens seit Juni 2019 jegliche Resterwerbsfähigkeit abspricht und damit eine 

Invalidität von 100 % resultiert. Davor bescheinigte Dr. B.___ im relevanten Zeitraum eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 7. Januar bis 28. Februar 2019 (IV-act. 22, 26-7) und hielt in seinem Bericht 

vom 6. März 2019 die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Masseurin aufgrund der 

somatischen Problematik für nicht mehr zumutbar (IV-act. 26-5). Tatsächlich gab die 

Beschwerdeführerin die selbständige Tätigkeit als Masseurin im Januar 2019 auf und arbeitete bis Juni 

2019 nur noch als Masseurin bei einem Fussballverein (act. G 38, allgemeinmedizinisches Gutachten, 

S. 6 f.), dies indes ohne Zweifel in einem tiefen Pensum. Damit kann als hinlänglich erstellt gelten, dass 

das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG bei durchgehend relevanter Arbeitsunfähigkeit von 

mindestens 40 % als Masseurin im Januar 2019 zu laufen begann und im Januar 2020 endete. Der 

Anspruch auf eine ganze Rente besteht somit ab 1. Januar 2020. Entsprechend ist dem Antrag der 

Beschwerdeführerin, wonach bereits ab September 2019 eine ganze Rente auszurichten sei (act. G 

42), nicht stattzugeben. 

5.  

5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Aufhebung der Verfügung vom 

22. Februar 2023 gutzuheissen und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2020 eine ganze 

Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

mit Rücksicht auf das erforderliche Gerichtsgutachten und den weiteren Schriftenwechsel als 

angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Namentlich rechtfertigt der Umstand, dass der Rentenanspruch 

vier Monate später als beantragt bejaht wird und die Spesenentschädigung etwas tiefer als beantragt 

ausfällt (vgl. nachfolgende E. 5.5), keine Aufteilung der Gerichtskosten und hat auch keinen Einfluss 

auf die Höhe der Parteientschädigung (vgl. nachfolgende E. 5.4). 

5.3 Die Kosten des polydisziplinären Gerichtsgutachtens von insgesamt Fr. 15'532.50 (act. G 40) hat 

die Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 143 V 269). 

5.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 98bis des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal 

Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Vertreter der Beschwerdeführerin hat eine (ungekürzte) Honorarnote 

nach Zeitaufwand (rund 31 Stunden) über Fr. 7'735.30 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

eingereicht (act. G 42.1). Ein Honorar nach Zeitaufwand sieht die Honorarordnung im Verfahren vor 

dem Versicherungsgericht zwar nicht vor. Der mit der Honorarnote geltend gemachte anwaltliche 

Aufwand von Fr. 7'735.30 erscheint mit Blick auf die rechtliche Komplexität des Falles, den 

beträchtlichen Aktenumfang, die zusätzlichen sorgfältigen Abklärungen und Eingaben des 

Rechtsvertreters aufgrund der PMEDA-Problematik (vgl. act. G 14, 16, 25) sowie den zusätzlichen 

Aufwand durch das Gerichtsgutachten als angemessen. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 7'735.30 (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Bei diesem Ausgang erübrigt sich die Festlegung einer Entschädigung 

aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. 

5.5 Weiter macht die Beschwerdeführerin Auslagen für die Begutachtung vom 19. und 22. August 

2024 bei der asim in Basel in Höhe von Fr. 778.70 geltend, welche sich aus Fahrauslagen von Fr. 546.-

- (zweimal 390 Kilometer zu Fr. 0.70), Fr. 43.-- (zweimal Parkgebühren) und Fr. 189.70 (drei Essen für 

die Beschwerdeführerin und die notwendige Begleitperson [act. G 37.2; vgl. Art. 90 Abs. 3 IVV]) 

zusammensetzt (act. G 37.1). Es wurden entsprechende Belege für die Parkgebühren und das Essen 

eingereicht (act. G 37.1). Die Beschwerdeführerin hat in (analoger) Anwendung von Art. 45 Abs. 2 

ATSG grundsätzlich Anspruch auf den Ersatz der im Hinblick auf die Begutachtung angefallenen 

Spesen (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 35 und 43 zu Art. 45). Gemäss 

Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Vergütung von Reisekosten in der 

Invalidenversicherung (KSVR, Stand 1. Januar 2024) beträgt der Ansatz bei Fahrauslagen Fr. 0.45 pro 

Kilometer (vgl. Anhang 3: Vergütungsansätze). Dies erscheint angemessen. Entsprechend sind für 

diese Auslagen Fr. 351.-- (zweimal 390 Kilometer zu Fr. 0.45) zu entschädigen. Die geltend gemachten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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18/18 

Parkgebühren in Höhe von Fr. 43.-- für zwei Tage sind ausgewiesen und in der Höhe vertretbar. Für 

die Essen beträgt das Zehrgeld nach der Bestimmung von Art. 90 Abs. 4 IVV, welche analoge 

Anwendung findet, bei einer Abwesenheit vom Wohnort von mehr als acht Stunden Fr. 19.-- pro Tag. 

Die Anreise am Vortag zur letzten Begutachtung am 22. August 2024, welche bereits ab 8:30 Uhr 

angesetzt war (act. G 38, psychiatrisches Gutachten, S. 1), ist nachvollziehbar, so dass drei Essen für 

zwei Personen, Fr. 114.-- (dreimal Fr. 38.--) zu entschädigen sind. Die Spesen der Beschwerdeführerin 

für die Begutachtung bei der asim werden somit auf Fr. 508.-- (Fr. 351.-- + Fr. 43.-- + Fr. 114.--) 

festgelegt und der Antrag im darüberhinausgehenden Masse abgewiesen. Diese Auslagen sind durch 

die Beschwerdegegnerin zu bezahlen. 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 22. Februar 2023 aufgehoben 

und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2020 eine ganze Rente zugesprochen. Zur 

Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 15'532.50 zu bezahlen. 

4.  

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 7'735.30 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

5.  

Die Beschwerdegegnerin hat Auslagen der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begutachtung (bei der 

asim Basel) in Höhe von Fr. 508.-- zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2025
	Art. 7 f. ATSG. Art. 28 IVG. Dem Gerichtsgutachten ist voller Beweiswert beizumessen. Gutheissung der Beschwerde und Anspruch auf eine ganze Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. März 2025, IV 2023/60).

		2026-01-28T04:36:31+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen