# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b8e4d23-44a6-5bd1-8d60-3efacf90ccbb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.12.2023 IV 2022/145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2022-145_2023-12-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2022/145

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.03.2024

Entscheiddatum: 19.12.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 19.12.2023
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter 
Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2023, IV 
2022/145). Beim Bundesgericht angefochten.

Entscheid vom 19. Dezember 2023

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2022/145

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Thier, Industriestrasse 28, Postfach 1014, 

9100 Herisau,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Februar 2017 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 6). 

Er gab an, seit Juli 2016 an Knieschmerzen (links) zu leiden. Seit 1999 war er als 

Mitarbeiter in einer Metzgerei tätig und erhielt hierfür einen monatlichen Bruttolohn von 

Fr. 5'320.-- (IV-act. 6 und 10). Am 8. März 2017 hielt Dr. med. B.___ von der 

Orthopädie C.___ fest (IV-act. 12-3), der Versicherte klage zwei Monate nach einer 

Teilmeniskektomie weiterhin über massive Beschwerden, obwohl sich die 

Beweglichkeit seit der letzten Kontrolle verbessert habe und keine wesentliche 

Ergussbildung mehr vorhanden sei.  Zu den Konsultationen vom 27. Juli 2017, 23. 

November 2017, 30. November 2017, 25. Januar 2018 und vom 15. März 2018 notierte 

Dr. med. D.___ von der Orthopädie C.___ jeweils, dass die vom Versicherten 

angegebenen schweren Schmerzen nicht nachvollziehbar, nicht objektivierbar bzw. 

nicht erklärbar seien. Insbesondere sei der Muskel (des linken Beines) im Alltag doch 

mehr innerviert, als es der Versicherte angebe, da sich ein symmetrischer 

Oberschenkelumfang zeige. Die Problematik sei vermutlich nicht nur rein somatisch 

(IV-act. 34-2, 35-2, 35-5, 35-8). Dr. med. E.___, Fachärztin für Innere Medizin FMH, 

berichtete am 7. Oktober 2018 (IV-act. 47-2 ff.), der Versicherte leide mit Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit an persistierenden Knieschmerzen links mit beginnender 

Gonarthrose (mit/bei einem Status nach OSME Femur 10/2017, nach Kniearthroskopie 

links, subtotaler lateraler Teilmeniskektomie und Knorpeldebridement medialer 

Femurkondylus vom 09.01.2017, nach Infiltration 09/2016 mit kurzzeitiger Besserung, 

nach varisierender Femurosteotomie im Sommer 2016 und nach diagnostischer 

Kniearthroskopie Knie links 09/2008) und an einer Depression im Rahmen der 

Belastungssituation. Weiter sei beim Versicherten ein schwergradiges obstruktives 

Schlafapnoe Syndrom diagnostiziert worden, welches jedoch keine Auswirkungen auf 

A.a. 

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die Arbeitsfähigkeit habe. Seit dem 15. August 2016 sei von den Orthopäden eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Am 10. Oktober 2018 gab Dr. med. F.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, an (IV-act. 48-4), sie habe beim 

Versicherten eine Angststörung (Reaktion auf somatische Krankheit und schwierige 

psychosoziale Situation, Arbeitslosigkeit, finanzielle Situation, unklare Zukunft) 

festgestellt. Von psychiatrischer Seite bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Med. pract. G.___ 

von der Psychiatrie H.___ notierte am 12. November 2018 (IV-act. 54), der Versicherte 

sei vom 16. bis zum 30. Oktober 2018 hospitalisiert gewesen. Dabei seien als 

Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode 

ohne psychotische Symptome, und als Nebendiagnosen Albträume [Angstträume], 

psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeitssyndrom, ein 

chronischer Schmerz sowie eine Gonarthrose, nicht näher bezeichnet, erhoben 

worden. Beim Austritt habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Am 29. April 2019 

hielt ein Mitarbeiter der IV-Stelle fest (IV-act. 78), zwei Berufsbildner der I.___, bei 

welcher der Versicherte derzeit eine Integrationsmassnahme durchführe, hätten den 

Versicherten am 25. April 2019 beobachten können, wie er eine kurze Strecke gerannt 

sei. Am 9. Mai 2019 teilte der Zuständige für die Integrationsmassnahme der I.___ der 

IV-Stelle mit (IV-act. 82), dass der Versicherte am 8. Mai 2019 gesehen worden sei, wie 

er zwar mit Krücken gegangen sei, aber fast normal habe laufen können. Dr. med. 

J.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab am 11. Juli 2019 an (IV-

act. 103), beim Versicherten bestünden ein Verdacht auf eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode, und ein Verdacht auf eine 

chronifizierte traumatische Belastungsstörung. Der Versicherte sei voll arbeitsunfähig. 

Bereits am 13. Dezember 2018 hatte Dr. D.___ festgehalten (IV-act. 107), er habe im 

Rahmen der Verlaufskonsultation festgestellt, dass das Kniegelenk äusserlich nicht 

gereizt sei und sich kein Erguss zeige, weshalb das Schmerzausmass überrasche. 

Auffallend sei die recht kräftige Muskulatur auf der Seite, welche der Patient konstant 

schone. Dr. E.___ gab am 15. September 2019 unveränderte Diagnosen an (IV-act. 

109). Am 7. Mai 2020 berichtete Dr. J.___ (IV-act. 138-2 ff.), der Versicherte leide neu 

auch an andauernden Persönlichkeitsänderungen nach einer posttraumatischen 

Belastungsstörung. Auf dem freien Wirtschaftsmarkt sei der Versicherte voll 

arbeitsunfähig. Am 7. September 2020 erteilte die IV-Stelle der K.___ einen 

Überwachungsauftrag für den Versicherten (IV-act. 147). Am 12. November 2020 führte 

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Dr. J.___ in seinem Bericht unveränderte Diagnosen an (IV-act. 169). Am 10. November 

2020 fand ein Gespräch zwischen der IV-Stelle und dem Versicherten statt (IV-act. 

166). Der Versicherte gab an, seit der Operation vom 9. Januar 2017 habe er das linke 

Knie nie wieder voll belasten bzw. ohne Gehhilfen gehen können. Ohne Gehhilfen 

könne er nicht einmal 100 Meter gehen.  Seit der Operation vom 9. Januar 2017 sei er 

auch nie Tage oder Phasen ohne Gehhilfen mobil gewesen. Er könne das Haus nicht 

alleine verlassen. Er fühle sich nicht arbeitsfähig. Dr. med. L.___ vom RAD notierte am 

27. November 2020 (IV-act. 170), anlässlich der kursorischen Überprüfung des 

Gangbildes im Rahmen ihrer Untersuchung sei der Versicherte durchaus in der Lage 

gewesen, beide Beine voll zu belasten, und er sei auch ohne den Gehstock gehfähig 

gewesen. So sei er ohne Gehstock zwar langsam gegangen, habe aber beide Beine 

voll belastet. Der Seiltänzergang sei deutlich flüssiger und der Blindgang unauffälliger 

als das normale Gehen gewesen. Insgesamt hätten immer wieder demonstrative und 

das Leiden verdeutlichende, nicht-authentische Bewegungsabläufe im Gangbild 

beobachtet werden können. Bei Ablenkung während den komplizierteren 

Gangprüfungen seien letztere nicht beobachtet worden und sowohl der Strich- als 

auch der Blindgang hätten der Norm entsprochen. Das Verhalten des Versicherten 

während des Gesprächs und der kurzen kursorischen Gangbilduntersuchung sei 

demonstrativ und verdeutlichend gewesen. Die geltend gemachten somatischen 

Einschränkungen hätten anlässlich des Gesprächs im präsentierten Ausmass nicht 

objektiviert werden können. Es sei eine deutliche Selbstlimitierung, vor allem in Bezug 

auf eine berufliche Tätigkeit, aufgefallen, die aber mit gewissen Alltagsbedingungen 

(Wohnung im zweiten Obergeschoss ohne Lift) deutlich kontrastiere. Am 16. November 

2020 hatte die K.___ ihren Observationsbericht erstattet (IV-act. 171). Sie hatte darin 

ausgeführt, der Versicherte habe sich zu Beginn der Observation als aktive und 

selbständige Persönlichkeit gezeigt. Ohne augenfällige Einschränkungen oder 

Hilfsmittel habe er mehrere Aktivitäten mit seiner Partnerin, seiner Tochter oder alleine 

ausgeführt. Er sei auch im Stande gewesen, ohne Gehhilfen längere Strecken zu Fuss 

zurückzulegen und (wechselbeinig) Treppen zu nutzen, ohne sich konstant am 

Geländer festhalten zu müssen. Ebenfalls seien keine Unregelmässigkeiten bei 

Interaktionen mit seiner Partnerin, mit Drittpersonen oder bei Telefongesprächen 

erkannt worden. Zu einem Termin bei der IV-Stelle sei der Versicherte erstmals mit 

einer Gehhilfe erschienen. Auch habe an diesem Tag erstmals ein augenfälliges Hinken 

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wahrgenommen werden können, welches sich unmittelbar nach dem Termin sogar 

noch verstärkt habe. Zusätzlich habe der Versicherte eine Schiene/Bandage am linken 

Arm getragen. Am Nachmittag des gleichen Tages sei der Versicherte aber nicht mehr 

auf die Gehhilfe und die Armschiene/Bandage angewiesen gewesen. Auch habe kein 

eindeutiges Hinken mehr erkannt werden können. Speziell sei eine Sequenz zu 

erwähnen, als der Versicherte offensichtlich reflexartig seine Gehhilfe mit dem linken 

Fuss aufgefangen und durch das Anheben des linken Beines wieder seiner rechten 

Hand zugeführt habe. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass sich der 

Versicherte auffallend diskrepant verhalten habe. An Orten, an denen sich der 

Versicherte offensichtlich unbeobachtet geführt habe, habe er sich frei und ohne klar 

sichtbare Einschränkungen bewegen können, wogegen bei der Wahrnehmung von 

Terminen (IV-Stelle, Arzt) deutliche Einschränkungen zu beobachten gewesen seien 

und der Versicherte auch Hilfsmittel (Gehstöcke, Bandage) benutzt habe. Der 

Versicherte habe auch den Eindruck erweckt, dass er nachmittags gerne Restaurants 

aufsuche und dort teilweise auch länger verbleibe. Den Weg dorthin habe er zu Fuss 

zurückgelegt oder sich chauffieren lassen. Am 22. Dezember 2020 notierte die RAD-

Ärztin Dr. L.___ (IV-act. 173), anlässlich der Observation habe die Annahme eines 

wesentlich höheren Funktionsniveaus, als der Versicherte gegenüber der IV-Stelle und 

den behandelnden Ärzten geltend gemacht habe, sowohl bezüglich der somatischen 

als auch bezüglich der psychischen Einschränkungen vollumfänglich bestätigt werden 

können. Darüber hinaus müsse auch eine bewusste Aggravation im Sinne eines 

"Malingering" angenommen werden. Eine Begutachtung sei angezeigt.

Am 4. Oktober 2021 teilte der Staatsanwalt der IV-Stelle mit (IV-act. 188), dass im 

Rahmen eines Strafverfahrens eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten 

vorgesehen sei; die IV-Stelle könne Ergänzungsfragen anbringen. In einem Schreiben 

vom 21. Oktober 2021 formulierte die IV-Stelle folgende Ergänzungsfragen zur Vorlage 

an die Sachverständigen: "Falls die Arbeitsfähigkeit einschränkende Diagnosen gestellt 

werden könnten - beschreiben Sie die Adaptionskriterien für eine den Leiden 

angepasste Tätigkeit. Einschränkungen in einer solchen Tätigkeit in quantitativer 

(zumutbares Pensum in Prozent, gemessen an einem Wochenpensum von 42 

Arbeitsstunden) und qualitativer (verminderte Leistungsfähigkeit/Verlangsamung/

Pausenbedürftigkeit, ...) Hinsicht? Entwicklung dieser Einschränkungen im zeitlichen 

A.b. 

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Verlauf seit anfangs August 2016? Ergibt sich im Sinne der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zur Konsistenzprüfung ein Bild von gleichmässiger Einschränkung des 

Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen?".  Am 31. März 2022 

erstattete die medexperts ag ein polydisziplinäres (internistisches, orthopädisches und 

psychiatrisches) Gutachten (IV-act. 197). Die Sachverständigen führten aus, der 

Versicherte leide somatisch an einer sekundären Gonarthrose beidseits, linksbetont 

(bei Scheibenmeniskus beidseits und Status nach diversen operativen Eingriffen, 

zuletzt im Sinne einer varisierenden Korrekturosteotomie am linken Femur im Juni 

2017), an einem chronischen lumbovertebralen Syndrom (bei degenerativen 

Veränderungen ossärer und diskogener Art im Bereich der LWS) und an 

Schulterschmerzen links. Aus psychiatrischer Sicht könnten retrospektiv infolge einer 

leichten depressiven Anpassungssymptomatik von Mai 2017 bis Oktober 2018 eine 

Anpassungsstörung mit gemischten Gefühlen und ab dem stationären Aufenthalt im 

Oktober 2018 in der psychiatrischen Klinik M.___ eine rezidivierend depressive 

Störung, welche sich einer nach einmaligen mittelgradigen Episode im Oktober 2018 

anschliessend mit leichten Episoden bis dato im Rahmen der suffizienten Therapie 

entwickelt habe, bestätigt werden. In der angestammten Tätigkeit als (ungelernter) 

Metzger sei seit dem 1. September 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50% gegeben. 

Durch den arthroskopischen Eingriff am 9. Januar 2017 sei der Versicherte in jeglichen 

Tätigkeiten 100% arbeitsunfähig gewesen. Angesichts des protrahierten Verlaufs mit 

persistierenden Beschwerden sei es gerechtfertigt, vom Fortbestehen der vollen 

Arbeitsunfähigkeit bis zum zweiten Eingriff am 16. Juni 2017 auszugehen, bei welchem 

eine Korrektur-Osteotomie des Femurs durchgeführt worden sei. Die vollständige 

Arbeitsunfähigkeit habe danach bis zum Zeitpunkt der Metallentfernung am 20. 

Oktober 2017 angehalten. Im Anschluss an einen derartigen Eingriff sei eine Schonung 

von etwa sechs Wochen gerechtfertigt gewesen. Zu erwähnen sei, dass infolge der 

Beschwerden bei einer vermuteten verzögerten Knochenheilung im November 2017 

eine Stosswellentherapie verordnet worden sei. Daher werde vorgeschlagen, bis Ende 

Dezember 2017 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab Januar 2018 habe 

dann eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. In einer leidensangepassten Tätigkeit 

(wechselbelastend, ohne Heben oder Tragen von Lasten über 10, gelegentlich 15kg, 

ohne Absolvieren längerer Gehstrecken, ohne Überwinden von Höhendifferenzen wie 

Treppen, Leitern oder Gerüste, ohne Zwangspositionen des linken Kniegelenkes, 

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namentlich Abknien, Kauern oder Hocken) könne von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden. Es sei gerechtfertigt, dem Versicherten während eines 

Arbeitstages zusätzliche und betriebsunübliche Pausen von etwa einer Stunde 

zuzugestehen. Bezüglich des zeitlichen Verlaufs sei festzuhalten, dass ab der 

Manifestation der Beschwerden mit der Notwendigkeit einer fachärztlichen 

Konsultation (01.09.2016) von dieser Einschätzung ausgegangen werden könne. Im 

Rahmen der operativen Eingriffe sei auch in einer leidensangepassten Tätigkeit von 

einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen. Angesichts des protrahierten Verlaufs 

nach dem korrigierenden Eingriff am linken Femur werde aus pragmatischen Gründen 

vorgeschlagen, auch die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bis Ende 

Dezember 2017 als nicht gegeben anzusehen. Ab Januar 2018 könne von einer 

90%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Im Oktober 2018 habe aufgrund eines 

psychiatrischen Klinikaufenthaltes eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im 

Anschluss habe die Arbeitsfähigkeit 75% betragen. Aufgrund der klinischen Befunde 

und der aktuellen konventionellen radiologischen Befunde müsse davon ausgegangen 

werden, dass der Versicherte das linke Bein in einem grösseren Umfang als angegeben 

einsetzen könne und dies vermutlich auch tue. Ein verminderter Gebrauch einer 

unteren Extremität bedinge recht schnell eine Abnahme der muskulären Masse, was 

sich in einer entsprechenden Umfangverminderung äussere. Dies sei beim Versicherten 

nur in geringem Ausmass der Fall. Das Verhalten des Versicherten lasse auf eine 

Aggravation schliessen. Hinsichtlich schwerer depressiver Symptome, Auswirkungen 

von Schlafstörungen und Albträumen aus erlebten Überfällen (1992 und 2006) sei von 

einer erheblichen Aggravation auszugehen. Dies ergebe sich insbesondere aus der 

Anzahl vergleichbarer Ereignisse, die für den Versicherten keine entsprechenden 

Folgen gehabt hätten und die vor und nach diesen beiden genannten Vorfällen 

aufgetreten seien, aber auch aus dem weitgehend erhaltenen Funktionsniveau nach 

ICF, trotz der vom Versicherten aus psychischen Gründen angegebenen Unfähigkeit zu 

arbeiten. Ergebnisse der Validierungstestung bestätigten die geringe 

Anstrengungsbereitschaft. Zahllos aufgeführte Inkonsistenzen zwischen Eigen- und 

Fremdangaben sowie der Aktenlage als auch in der Stellungnahme des Versicherten zu 

den Vorbefunden würden die klinisch geringe Validität der Beschwerdeschilderungen 

bestätigen. Der Versicherte habe mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit seiner 

überzeichneten Darstellung der Auswirkung seiner depressiven Symptome auf seine 

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Arbeitsfähigkeit und mit der Schmerzbeeinträchtigung/Gehhilfen-Benutzung 

bewusstseinsnah bisher behandelnde Ärzte täuschen können, was zur Ausstellung von 

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen geführt habe, die sich aus heutiger Sicht (auch 

nach Sichtung des Observationsmaterials und von privaten Datenträgern/Fotos von 

Urlauben und aus dem Alltag) in keiner Weise mehr aufrecht erhalten liessen. Am 14. 

April 2022 notierte die RAD-Ärztin Dr. L.___ (IV-act. 200), auf das medexperts-

Gutachten vom 31. März 2022 könne vollumfänglich abgestellt werden. Das Gutachten 

erfülle die geforderten Qualitätskriterien, sei umfassend, berücksichtige die geltend 

gemachten Einschränkungen, beruhe auf eigenen Untersuchungen (inkl. verschiedener 

Testverfahren) und sei in Kenntnis der gesamten Aktenlage erstellt worden. Die 

Diagnosen seien leitliniengerecht abgeleitet und die sich daraus ergebenden 

Rückschlüsse hinsichtlich der funktionellen Einschränkungen seien widerspruchsfrei 

und nachvollziehbar begründet worden. Die Auswirkungen der Diagnosen auf die 

Arbeitsfähigkeit seien nach dem strukturierten Beweisverfahren abgeklärt worden. Die 

Diskussion der früheren ärztlichen Einschränkungen sei schlüssig. Erkenntnisse aus der 

gesamten Aktenlage (inkl. Observation und polizeiliche Akten, persönliche Datenträger, 

Fotodokumentationen) seien in die Beurteilung nachvollziehbar miteinbezogen worden. 

Die Konsistenzprüfung sei plausibel. Die spezifischen Fragen an die Gutachter seien 

nachvollziehbar und schlüssig beantwortet worden.

Mit einem Vorbescheid vom 13. Juni 2022 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten 

die Abweisung seines Rentenbegehrens an (IV-act. 223). Der Versicherte liess am 

11. Juli 2022 einwenden (IV-act. 227), der Vorbescheid vom 13. Juni 2022 sei 

aufzuheben und ihm sei eine Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei ein neues 

medizinisches Gutachten einzuholen. Er reichte einen Bericht der Radiologie N.___ vom 

15. Juni 2022 (IV-act. 228-2), einen Arztbericht von Dr. O.___ der Orthopädie C.___ 

vom 6. Juli 2022 (IV-act. 228-3 f.) und einen Therapiebericht von Physiotherapeut P.___ 

vom 24. Mai 2022 (IV-act. 228-5) ein. Mit einer Verfügung vom 16. August 2022 wies 

die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten bei einem IV-Grad von 24.53% wie 

angekündigt ab (IV-act. 229).  

A.c. 

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B.  

Am 16. September 2022 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

vom 16. August 2022 erheben (act. G 1). Er beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und ihm sei eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein 

neues polydisziplinäres Gutachten einzuholen. Zur Begründung führte er im 

Wesentlichen aus, das im Rahmen eines strafrechtlichen Verfahrens angefertigte 

medizinische Gutachten der medexperts ag sei ungeeignet, um den Grad seiner 

Arbeitsunfähigkeit zu ermitteln. Weiter sei die Objektivität des Privatgutachtens 

zumindest fraglich, da es in der Natur der Sache liege, dass der Beauftragte im Zweifel 

den Interessen des Auftraggebers gerecht werden wolle, um auch in Zukunft lukrative 

Aufträge zu erhalten. Die Beschwerdegegnerin habe weiter die Vorakten der Behandler 

zu wenig berücksichtigt und lediglich auf die Befunde der RAD-Ärztin Dr. L.___ 

abgestellt.

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. November 2022 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 7). Sie führte in der Begründung insbesondere an, der Umstand, 

dass im vorliegenden Gutachten diverse spezifische Fragen für das Strafrecht 

beantwortet würden, ändere nichts daran, dass das Gutachten auch invalidenrechtlich 

vollen Beweiswert habe. Sie habe den Gutachtern Ergänzungsfragen stellen können, 

welche beantwortet worden seien. Der Beschwerdeführer habe insgesamt nicht 

substantiiert benennen können, welche invalidenrechtlich relevanten Fragen übersehen 

worden seien. Die Ausführungen des Beschwerdeführers betreffend die Objektivität bei 

Privatgutachten sei abwegig. Es handle sich nicht um ein Privatgutachten; auch seien 

die Gutachter über die möglichen Sanktionen für die Erstattung von falschen 

Gutachten aufgeklärt worden. Es gebe keinerlei Anhaltspunkte für eine nicht objektive 

Beurteilung. 

B.b. 

In einer Replik vom 16. März 2023 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

festhalten (act. G 17). Der Beschwerdeführer reichte unter anderem folgende Berichte 

ein: Untersuchungsbericht Spital St.Gallen vom 07.03.23 (act. G 17.1.1), 

Sprechstundenbericht vom 25.11.2022 des KSSG der Klinik für Rheumatologie (act. G 

B.c. 

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 16. August 2022 

einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 24.53% 

verneint. Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

2.  

17.1.3), Berichte der Orthopädie am C.___ vom 23.03.2022, 19.09.2022, 03.10.2022, 

15.09.2022, 23.08.2022, 15.06.2022, 13.07.2022 und 24.02.2022 (act. G 17.1.4 ff.).

Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Duplik vom 1. Mai 2023 an ihrem Antrag fest 

(act. G 19).

B.d. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch 

einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Im kantonalen 

Beschwerdeverfahren IV 2016/328 ist den drei Abteilungen des Versicherungsgerichtes 

des Kantons St. Gallen in Anwendung des vom Art. 54 GerG (sGS 941.1) vorgesehenen 

Verfahrens die folgende Frage gestellt worden: „Haben Versicherte, die während eines 

2.1. 

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3.

Der Beschwerdeführer hat keine Ausbildung absolviert. Zuletzt ist er seit 1999 als 

ungelernter Metzger tätig gewesen. Seine letzte Arbeitgeberin hat angegeben, dass er 

für das Jahr 2017 ein Erwerbseinkommen von Fr. 69'160.-- erhalten hätte (IV-act. 

10-5). Dieses Erwerbseinkommen entspricht bei einem langjährigen, ungelernten 

Metzger auf dem freien Arbeitsmarkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dem 

schweizerischen Durchschnittseinkommen im Sinne des sogenannten Zentralwerts. 

Das Valideneinkommen beläuft sich somit für das Jahr 2017 auf Fr. 69'160.--.

4.  

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 Prozent 

arbeitsunfähig gewesen sind und die nach Ablauf dieses Jahres weiterhin zu 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig sind, grundsätzlich Anspruch auf eine Rente, 

obwohl zumutbare Eingliederungsmassnahmen, welche ihre Arbeitsfähigkeit […] 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, nicht abgeschlossen sind?“ Diese 

Frage ist mehrheitlich bejaht worden, weshalb sich die Rechtsprechung des 

Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen seither nach der entsprechenden 

Formulierung richtet, die – entweder als Ergebnis einer Interpretation des Art. 28 Abs. 1 

IVG oder als gerichtliche Ausfüllung einer Lücke im Art. 28 IVG – dem ihrerseits klaren 

und eindeutigen Wortlaut entsprechend Anwendung finden muss. In diesem Sinne 

invalid kann eine versicherte Person also auch dann sein, wenn sie sich noch in einer 

medizinischen Behandlung befindet, die geeignet ist, ihre Erwerbsfähigkeit 

wiederherzustellen oder zumindest zu verbessern.

Der Beschwerdeführer hat sich im Februar 2017 mit einem Leistungsbegehren 

angemeldet. Seit August 2016 ist er in seiner letzten Tätigkeit (als nicht gelernter 

Metzger) durchschnittlich zu mehr als 40% arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 12-18 und 

197-13). Unter der Berücksichtigung des sog. Wartejahrs nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 

und der sechsmonatigen Frist nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist der frühest mögliche 

potentielle Rentenbeginn der 1. August 2017.

2.2. 

Für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens kommt 

den Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit in der 

Regel eine zentrale Rolle zu. Zur Abklärung des Gesundheitszustandes hat die 

Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen ein Gutachten bei der medexperts ag in 

Auftrag gegeben. Dieses ist am 31. März 2022 versandt worden. Aufgrund der 

Einwände des Beschwerdeführers gilt es nachfolgend zu prüfen, ob dem Gutachten 

4.1. 

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voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob die darin angegebene Arbeitsfähigkeit mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt ist.

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 

Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 

125 V 351, E. 3a).

4.2. 

Die Beschwerde beinhaltet pauschale Einwendungen gegen die medexperts ag, 

die aber nicht darauf abzielen, die Befangenheit eines bestimmten Sachverständigen 

der medexperts ag im hier zu beurteilenden Fall geltend zu machen. Sie sollen nur dazu 

dienen, generelle Zweifel am Beweiswert jedes Gutachtens der medexperts ag zu 

wecken. Die Kernbegründung lautet, alle Sachverständigen der medexperts ag seien 

befangen, weil sie immer tendenziell versichertenfeindlich berichten würden, um so 

möglichst viele neue Gutachtensaufträge von den IV- Stellen zu erhalten. Das genügt 

offensichtlich nicht für den Nachweis einer (generellen) Befangenheit der medexperts 

ag. Im versicherungsrechtlichen Verfahren werden die polydisziplinären 

Gutachtensaufträge nämlich nach dem Zufallsprinzip einer MEDAS zugeteilt. Die 

betreffende IV-Stelle hat keinen Einfluss darauf, welche MEDAS ihren Auftrag für die 

Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens erhält. Es gibt keinen Hinweis darauf, 

dass es sich für eine MEDAS in Bezug auf die Zahl der ihr erteilten Gutachtensaufträge 

positiv auswirken würden, wenn sie konstant tendenziell versichertenfeindliche 

Gutachten abliefern würde. Sie könnte damit nämlich die Zahl der ihr erteilten 

Gutachtensauftrage nicht erhöhen, denn diese Zahl hängt einzig von ihrer 

Verarbeitungskapazität ab. Im Übrigen geht auch die Behauptung des 

Beschwerdeführers fehl, im Rahmen eines Strafverfahrens erstellte medizinische 

Gutachten seien per se ungeeignet für das invalidenrechtliche Verfahren. Wer ein 

Gutachten in Auftrag gegeben hat, ist irrelevant; massgebend ist nur, ob die für das 

invalidenrechtliche Verfahren relevanten Fragen gestellt und beantwortet werden. Die 

Beschwerdegegnerin hat die Gelegenheit gehabt, die für das invalidenrechtliche 

Verfahren relevanten Zusatzfragen zu stellen; davon hat sie Gebrauch gemacht. Dass 

das Gutachten vorliegend durch die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben wurde, 

vermag den Beweiswert des Gutachtens damit nicht zu mindern. Zusammenfassend 

besteht somit keine Veranlassung, dem Gutachten der medexperts ag ungeachtet 

seines Inhaltes den erforderlichen Beweiswert abzusprechen.

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

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Die Sachverständigen der medexperts ag haben den Beschwerdeführer je 

persönlich untersucht. Sämtliche medizinische Vorakten inklusive die im 

Observationsverfahren generierten Beweismittel haben ihnen zur Verfügung gestanden. 

Die Sachverständigen haben diese medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt und 

sich mit ihnen, wo sie es für notwendig befunden haben, vertieft auseinandergesetzt. 

Die bei den Untersuchungen erhobenen objektiven klinischen Befunde sind von den 

Sachverständigen anschaulich und vollständig dargelegt worden. Die 

Sachverständigen haben die subjektiven Klagen des Beschwerdeführers umfassend 

wiedergegeben. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie eine wesentliche medizinische 

Tatsache übersehen oder versehentlich ignoriert hätten. Der für ihre Beurteilung 

massgebende medizinische Sachverhalt ist ihnen also vollumfänglich bekannt 

gewesen. Sie haben ihre versicherungsmedizinische Beurteilung detailliert begründet. 

Die ermittelten Funktionseinschränkungen und gestellten Diagnosen sind 

nachvollziehbar gewesen. Die Sachverständigen sind auf Diskrepanzen eingegangen 

und sie haben Symptomvalidierungsverfahren durchgeführt. Sie haben ausgeführt, sie 

hätten gravierende Diskrepanzen zwischen dem Funktionsniveau, welches der 

Beschwerdeführer vorgegeben habe, und jenem, das habe objektiviert werden können, 

festgestellt. Die Schmerzen und die Funktionseinschränkungen könnten im vom 

Beschwerdeführer beschriebenen Ausmass nicht erklärt werden. Die Beschwerden 

passten auch nicht zu den objektiv vorliegenden internistischen Befunden. Der 

psychiatrische Sachverständige hat angegeben, die von ihm erhobenen 

psychiatrischen Befunde (leichtgradige Grundstimmungsstörung, vermehrter 

Reizbarkeit, Impulsivität, Gedankenkreisen, Durchschlafstörung und Libido-Minderung) 

seien nicht vereinbar mit den geschilderten Einschränkungen und Beschwerden des 

Beschwerdeführers. Das Funktionsniveau sei nach ICF APP in den verschiedenen 

Lebensbereichen, inklusive der Fahrtüchtigkeit und Urlaubsfähigkeit, nicht bis leicht 

beeinträchtigt. Die Diskrepanz sei nicht durch Krankheiten erklärbar. Abschliessend 

haben die Sachverständigen eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der 

angestammten als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit abgegeben. Die vom 

psychiatrischen Sachverständigen ab November 2018 angegebene verbleibende 

Arbeitsunfähigkeit von 25% in adaptierten Tätigkeiten dürfte angesichts des Umstands, 

dass für diesen Zeitraum lediglich eine depressive Störung mit leichten Episoden 

diagnostiziert worden ist, eher hoch, aber noch im Rahmen des Ermessens sein. Das 

medexperts-Gutachten ist im Sinne der Rechtsprechung (BGE 125 V 351) inhaltlich 

vollständig und umfassend. Auf es kann abgestellt werden.

4.4. 

Zu prüfen bleibt, ob die nachträglich eingereichten Arztberichte berechtigte Zweifel 

am medexperts-Gutachten wecken können. Weder die im Rahmen des 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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Vorbescheidsverfahrens eingereichten Berichte (Radiologie N.___ vom 15 Juni 2022 

[IV-act. 228-2], Bericht der Orthopädie C.___ vom 6. Juli 2022 [IV-act. 228-3 f.] und 

Therapiebericht von Physiotherapeut P.___ vom 24. Mai 2022 [IV-act. 228-5]) noch die 

im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Arztberichte 

(Untersuchungsbericht Spital St.Gallen vom 07.03.23 [act. G 17.1.1], 

Sprechstundenbericht vom 25.11.2022 des KSSG der Klinik für Rheumatologie [act. G 

17.1.3], Berichte der Orthopädie C.___ vom 23.03.2022, 19.09.2022, 03.10.2022, 

15.09.2022, 23.08.2022, 15.06.2022, 13.07.2022 und 24.02.2022 [act. G 17.1.4 ff.] 

vermögen eine arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

zwischen der Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen Verfügung 

nachzuweisen oder auch nur glaubhaft zu machen. Sie befassen sich überwiegend mit 

der Schmerzproblematik der linken Schulter. Diese Problematik ist den Gutachtern 

bekannt gewesen und von ihnen berücksichtigt worden. Eine begründete und objektiv 

nachvollziehbare Verschlechterung der Schulterproblematik geht aus den Berichten 

nicht hervor. Neu sind in den Berichten lediglich Schmerzen an der 

(Lenden-)Wirbelsäule angegeben worden (Berichte des Spitals Z.___ vom 23. 

August 2022 und 15. September 2022 [act. G 17.1.5 und 17.1.6]. Die Behandlung ist 

jedoch gemäss dem Bericht vom 15. September 2022 eingestellt worden. Aus 

rheumatologischer Sicht hat sich bei der Folgeabklärung kein Hinweis auf eine 

entzündlich rheumatische Erkrankung ergeben (gemäss Bericht vom 25. November 

2022; act. G 17.1.4.). Eine weitere Behandlung und Abklärung der Rückenschmerzen 

ist aus den weiter eingereichten Berichten nicht ersichtlich. Die im Bericht vom 7. März 

2023 aufgeführten Diagnosen (act. G 17.1.1) sind lange nach der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung erhoben worden. Eine allfällige Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung gehört nicht 

zum Streitgegenstand und wäre bei einer allfälligen erneuten Anmeldung zu 

berücksichtigen. Keiner der behandelnden Ärzte hat ein Symptomvalidierungsverfahren 

vorgenommen, obwohl dies angesichts der offensichtlichen Diskrepanzen zwischen 

der Beschwerdeschilderung und der tatsächlichen, objektivierbaren im Rahmen der 

Begutachtung und Observation festgestellten Funktionseinschränkung objektiv 

angezeigt gewesen wäre. Die behandelnden Ärzte haben also mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf die subjektiven Aussagen des Beschwerdeführers abgestellt, 

ohne diese zu hinterfragen. Im Übrigen ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 

dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im 

Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und zudem dazu neigen, 

die pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv 

ausgewiesen zu qualifizieren (vgl. etwa BGE 125 V 353 E. 3b.cc).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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Zusammenfassend sind die Einwände des Beschwerdeführers sowie die nach der 

Begutachtung eingereichten Behandlerberichte nicht geeignet, Zweifel an der 

Überzeugungskraft des medexperts-Gutachtens zu wecken. Damit steht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit von August 2017 (potentieller 

Rentenbeginn) bis Dezember 2017 zu 0% arbeitsfähig, ab Januar 2018 bis und mit 

September 2018 zu 90% arbeitsfähig, im Oktober 2018 zu 0% arbeitsfähig und ab 

November 2018 zu 75% arbeitsfähig gewesen ist.

4.6. 

Da die Tätigkeit als ungelernter Metzger gemäss den überzeugenden 

Ausführungen im medexperts-Gutachten vom August 2017 (potentieller Rentenbeginn) 

bis Dezember 2017 zu 0% und ab Januar 2018 nur noch zu 50% zumutbar ist, kommt 

als Invalidenkarriere nur die Verrichtung irgendeiner ideal leidensadaptierten Hilfsarbeit 

in Frage. Damit besteht die Invalidenkarriere in der (zumutbaren) Verrichtung einer 

durchschnittlich entlöhnten, leidensadaptierten Hilfsarbeit. Grundlage für das 

Invalideneinkommen bildet damit der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne im 

Jahr 2017 für Männer, vorliegend Fr. 67'102.-- (vgl. Anhang 2 der IV-Ausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022). Nun stellt sich die Frage, ob der 

Beschwerdeführer bei der notwendigen rein ökonomisch-betriebswirtschaftlichen 

Betrachtungsweise zusätzliche Lohnnachteile in Kauf zu nehmen hat. Bei Personen, die 

in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, können im Vergleich zu gesunden 

Arbeitnehmern Lohnnachteile entstehen, da der Wert der Arbeitsleistung aus der Sicht 

eines betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden Arbeitgebers vermindert ist. Eine 

gesundheitlich beeinträchtige Person wäre nämlich unfähig, sich vorübergehend an 

einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen zu lassen. Sie wäre in der Regel auch 

nicht in der Lage, Überstunden zu leisten. Längerfristig betrachtet bestünde zudem das 

Risiko von vermehrten krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem 

ökonomischen Invaliditätsbegriff aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden, 

ist wegen diesen Nachteilen, die betriebswirtschaftlich zu einem Minderlohn zwingen 

würden, bei der Ermittlung des Ausgangswerts des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens ein zusätzlicher Abzug vorzunehmen. Für die Zeit vom August 

bis Ende Dezember 2017 stellt sich die Frage eines zusätzlichen Lohnabzuges 

aufgrund der 0%igen Arbeitsfähigkeit nicht. Ab Januar 2018 ist der Beschwerdeführer 

mit einer 90%igen Arbeitsfähigkeit nahezu uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen; es 

ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er für diesen 

Zeitraum keine zusätzliche Lohnnachteile hätte in Kauf nehmen müssen. Ab November 

2018 rechtfertigt sich aufgrund der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung und der 

damit einhergehenden Nachteile gegenüber gesunden Arbeitnehmern mit einem 

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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5.  

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Die Gerichtskosten sind angesichts des 

durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzen. Dieser 

Verfahrensausgang ist hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen als ein 

vollständiges Obsiegen des Beschwerdeführers zu qualifizieren. Die Gerichtskosten 

von 600 Franken sind daher vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

Beschäftigungsgrad von 75% ein zusätzlicher Abzug vom Invalideneinkommen von 

maximal 10%. Im Rahmen eines Einkommensvergleichs ergibt sich damit für den 

Zeitraum ab August 2017 (potentieller Rentenbeginn) bis Ende Dezember 2017 unter 

Berücksichtigung der Restarbeitsfähigkeit von 0% ein IV-Grad von 97%. Bei einer 

90%igen Arbeitsfähigkeit ergibt sich bei einem Invalideneinkommen von Fr. 60'391.80 

(67'102.*0.9) ab Januar 2018 ein IV-Grad von 12.68%. Bei einer 75%igen 

Arbeitsfähigkeit ab November 2018 errechnet sich unter Berücksichtigung eines 

maximalen Tabellenlohnabzuges von 10% ein Invalideneinkommen von Fr. 45'293.85 

(67'102.*0.75*0.9), woraus ein IV-Grad von 34.51% resultiert. Beim Beschwerdeführer 

hat demnach während fünf Monaten, nämlich von August 2017 bis Dezember 2017 ein 

IV-Grad von mehr als 40%, nämlich 97%, vorgelegen. In Abänderung der bisherigen 

Praxis der Abteilung II des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen, laut der für 

einen Rentenanspruch während einer noch laufenden medizinischen Behandlung/

Eingliederung nach Erfüllung des Wartejahres in einer adaptierten Hilfstätigkeit 

längerdauernd im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG, das heisst mindestens während sechs 

Monaten zu mehr als 40% arbeitsunfähig gewesen sein musste, genügt aufgrund einer 

verbesserten Interpretation des Wortlauts der im Rahmen des Verfahrens nach Art. 54 

GerG gestellten und mit "Ja" beantworteten Frage (vgl. vorstehend Erw. 2.1) neu jede 

mindestens einen Tag über das Wartejahr hinausgehende 40%ige Arbeitsunfähigkeit, 

um einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu begründen. Dem Beschwerdeführer steht 

damit ab dem 1. August 2017 eine ganze Rente zu. Unter Berücksichtigung der 

bundesgerichtlichen Auffassung zur Interpretation des Art. 88a Abs. 1 IVV, laut der ein 

Rentenanspruch erst drei Monate nach der hier auf den 1. Januar 2018 zu datierenden 

Verbesserung des Gesundheitszustandes, also am 31. März 2018, endet, hat der 

Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. August 2017 bis zum 31. März 2018 einen 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Sache ist zur Festsetzung der 

Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als durchschnittlich zu 

qualifizieren, weshalb die Parteientschädigung praxisgemäss auf 4’000 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.

Entscheid

1.

Es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. August 2017 bis 

zum 31. März 2018 einen Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung 

hat; die Sache wird zur Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 4'000 Franken zu 

entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.12.2023
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter Berücksichtigung eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2023, IV 2022/145). Beim Bundesgericht angefochten.

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		2024-05-27T02:05:40+0200
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