# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4aa80ea-794a-5d35-af1b-6a96ab49690d
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-17
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 17.11.2021 603 2021 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_603-2021-152_2021-11-17.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

603 2021 152

Urteil vom 17. November 2021

III. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud 
Richter: Marianne Jungo

Dominique Gross 
Gerichtsschreiber-Praktikant: Jean Crausaz

Parteien A.________, Beschwerdeführer

gegen

KOMMISSION FÜR ADMINISTRATIVMASSNAHMEN IM STRASSENVER-
KEHR, Vorinstanz

Gegenstand Strassenverkehr und Transportwesen

Warnungsentzug wegen mittelschwerer Widerhandlung

Beschwerde vom 30. September 2021 gegen die Verfügung vom 2. Septem-
ber 2021

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführer) ist im Jahr 1958 geboren. Er ist seit 1977 im Besitz des 
Führerausweises namentlich der Kategorien B, D1 und D1E. Im Informationssystem Verkehrszulas-
sung (vgl. Art. 89a ff. des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG; SR 741.01] 
und die Verordnung vom 30. November 2018 über das Informationssystem Verkehrszulassung 
[IVZV; SR 741.58]) sind gegen ihn zwei Führerausweisentzüge für die Dauer von je einem Monat 
infolge von mittelschweren Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften verzeichnet 
(Verfügungen vom 10. Februar 2021 und vom 3. August 2017), zudem ein Entzug für die Dauer von 
drei Monaten infolge einer schweren Widerhandlung (Verfügung vom 17. Februar 2011) und zwei 
Verwarnungen infolge leichter Widerhandlungen (Verfügungen vom 3. März 2017 und vom 15. Juni 
2010).

B. Am 16. Juni 2021, um 7.30 Uhr, überschritt der Beschwerdeführer mit einem Personenwagen 
auf der Route de Morat in Faoug die zulässige signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 
23 km/h (nach Abzug der Sicherheitsmarge). Die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt, Préfecture 
de Broye-Vully, verurteilte ihn daher mit Strafbefehl vom 22. Juli 2021 wegen einfacher Verletzung 
der Verkehrsregeln zu einer Busse von CHF 600.-. Dieser Strafbefehl wurde nicht angefochten. 

C. Die Kommission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr (Vorinstanz) zeigte dem 
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. Juli 2021 an, dass gegen ihn ein Administrativverfahren 
eröffnet wurde. Dieser nahm hierauf keine Stellung. 

D. Mit Verfügung vom 2. September 2021 entzog die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den 
Führerausweis für die Dauer von fünf Monaten; dies wegen der erwähnten Geschwindigkeitsüber-
schreitung, welche als mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften qualifi-
ziert wurde, und da ihm der Führerausweis in den vorangegangenen zwei Jahren bereits einmal 
wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen worden war. Er wurde darauf aufmerksam 
gemacht, dass ein entzogener Führerausweis frühestens drei Monate vor Ablauf des Entzugs und 
nach Ablauf der Mindestentzugsdauer wiedererteilt werden kann, wenn die betroffene Person erfolg-
reich an einer von der Behörde anerkannten Nachschulung teilgenommen hat. 

E. Am 30. September 2021 hat der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung Beschwerde an 
das Kantonsgericht erhoben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung; der Führerausweis sei ihm 
für die Dauer von lediglich einem Monat zu entziehen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

F. Der Beschwerdeführer entschied sich daraufhin, den Führerausweis trotz der hängigen 
Beschwerde bereits abzugeben. Die Vorinstanz stellt mit Schreiben vom 14. Oktober 2021 fest, dass 
der verfügte Entzug vom 13. Oktober 2021 bis und mit dem 12. März 2022 vollzogen werde. 

Mit Schreiben vom 25. Oktober 2021 an das Kantonsgericht teilt der Beschwerdeführer mit, dass er 
an seiner Beschwerde festhalte: Wenn seine Beschwerde gutgeheissen würde, könne das dazu 
führen, dass er seinen Führerausweis insgesamt zu lange abgegeben hätte. Ein zu langer Führer-
ausweisentzug sei für ihn aber aus beruflichen Gründen immer noch vorteilhafter als ein Entzug, der 
über den April 2022 andaure.  

G. Die Vorinstanz schliesst mit Eingabe vom 2. November 2021 auf Abweisung der Beschwerde.

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H. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die 
Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.

Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 12 des kantonalen Gesetzes 
vom 12. November 1981 zur Ausführung der Bundesgesetzgebung über den Strassenverkehr 
[AGSVG; SGF 781.1] in Verbindung mit Art. 114 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 
1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung 
des Rechtsmittels gegen den vorliegenden Entscheid legitimiert (Art. 76 VRG). Die Beschwerdefrist 
wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 VRG). Auch wurde der Kostenvorschuss rechtzeitig bezahlt 
(Art. 128 VRG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2.

Mit der Beschwerde an das Kantonsgericht können die Verletzung des Rechts einschliesslich Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit ist vorliegend 
ausgeschlossen (Art. 77 f. VRG).

3.

Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf die Verwaltungsbehörde beim Entscheid 
über die Massnahme des Führerausweisentzugs von den tatsächlichen Feststellungen des Straf-
richters nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem 
Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei 
der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt, namentlich die Verlet-
zung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II 103 E. 1c/aa, mit Hinweis). Die Verwal-
tungsbehörde ist grundsätzlich auch an einen Strafentscheid gebunden, der nicht im ordentlichen 
Verfahren, sondern im Strafbefehlsverfahren gefällt wurde, sofern die beschuldigte Person wusste 
oder angesichts der Schwere der ihr vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen sie 
ein Führerausweisentzugsverfahren eröffnet wird, und sie es trotzdem unterlässt oder darauf 
verzichtet, im Rahmen des summarischen Strafverfahrens die ihr garantierten Verteidigungsrechte 
geltend zu machen. Unter diesen Umständen darf die betroffene Person nicht das Verwaltungsver-
fahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und Beweisanträge zu stellen, sondern ist nach 
Treu und Glauben verpflichtet, dies bereits im Rahmen des summarischen Strafverfahrens zu tun, 
sowie allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (BGE 123 II 97 E. 3c/aa; Urteile BGer 
1C_537/2020 vom 16. Februar 2021 E. 3.1; 1C_432/2017 vom 7. Februar 2018 E. 2.3).

3.1. Vorliegend wurde im Strafbefehl vom 22. Juli 2021 in sachverhaltlicher Hinsicht insbesondere 
festgestellt, dass der Beschwerdeführer am 16. Juni 2021 um 7.30 Uhr in Faoug auf der Route de 
Morat (innerorts) mit seinem Personenwagen die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit von 
50 km/h um 23 km/h überschritten hat (nach Abzug der Sicherheitsmarge). Dies wurde als einfache 
Verletzung der Verkehrsvorschriften qualifiziert und der Beschwerdeführer wurde hierfür zu einer 
Busse von CHF 600.- verurteilt. 

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3.2. Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde namentlich aus, dass er sich entschieden 
habe, keine Einsprache gegen diesen Strafbefehl zu erheben, da das streitige Ereignis lediglich als 
einfache Verletzung der Verkehrsvorschriften qualifiziert worden sei, was im Verwaltungsverfahren 
einer leichten Widerhandlung entspreche. Ihm sei nämlich bewusst gewesen, dass ihm bei einer 
mittelschweren Widerhandlung ein Führerausweisentzug von vier Monaten gedroht hätte, was er 
sich nicht leisten könne. Er habe nämlich ein Hotel in B.________ gekauft. Dieses Investitionsprojekt 
sei derzeit noch in der Gründungsphase, beanspruche aber – neben seiner aktuellen beruflichen 
Tätigkeit als Führungskraft bei einem C.________ – viel Zeit; wöchentliche Besuche vor Ort mit dem 
Auto seien dabei unabdingbar. Der Beschwerdeführer rügt, dass die Vorinstanz mit dem angefoch-
tenen Entscheid in unzulässiger Weise von den Feststellungen im Strafbefehl abgewichen sei, 
indem sie das Ereignis als mittelschwere Verletzung qualifiziert habe. Damit sei auch der Vertrau-
ensgrundsatz verletzt worden, da er gutgläubig in die Qualifizierung durch die Strafbehörde als einfa-
che bzw. leichte Verkehrsregelverletzung vertraut habe. Wenn ihm mit dem Strafbefehl mitgeteilt 
worden wäre, dass er eine mittelschwere Widerhandlung begangen habe, so wäre ihm bereits im 
Juli bekannt gewesen, dass er zwischen Ende 2021 und Anfang 2022 seinen Führerausweis wohl 
für mindestens vier Monate abgeben müsse. In dem Fall hätte er im August 2021 nicht den 
Entschluss gefasst, eine neue Lebensaufgabe in die Hand zu nehmen und ein Hotel zu kaufen, das 
er unmittelbar nach dem Kauf während mindestens vier Monaten faktisch nicht besuchen könne. 
Sein Vertrauen in den Strafbefehl sei zu schützen und gegen ihn sei im Ergebnis ein Führerausweis-
entzug für die Dauer von nur einem Monat zu verfügen. 

3.3. Der Beschwerdeführer wurde namentlich im Schreiben der Vorinstanz vom 28. Juli 2021 
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er sämtliche Verteidigungsrechte im Strafverfahren wahrzu-
nehmen und gegen ein strafrechtliches Urteil, das er nicht akzeptiere, Beschwerde einzulegen habe. 
Damit verzichtete er im Strafverfahren auf eine Korrektur des Sachverhalts, was er nach dem Vorge-
sagten nicht mehr nachholen kann (vgl. Urteil BGer 1C_537/2020 vom 16. Februar 2021 E. 3.4). 
Zudem stellt der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde im Grundsatz auch nicht in Abrede, die 
erwähnte Geschwindigkeitsüberschreitung von 23 km/h innerorts begangen zu haben.

3.4. Soweit er argumentiert, dass das fragliche Ereignis im Strafbefehl nur als einfache Verkehrs-
regelverletzung bewertet wurde und die Vorinstanz damit unzulässigerweise vom Strafbefehl abge-
wichen sei, ist er darauf hinzuweisen, dass die einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 
1 SVG administrativrechtlich sowohl die leichte als auch die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 
16a und 16b SVG umfasst. Das straf- und das administrativrechtliche Sanktionensystem sind inso-
fern nicht deckungsgleich (siehe Urteil BGer 1C_259/2011 vom 27. September 2011 E. 3.4; BGE 
135 II 138 E. 2.4). Der Einwand, dass im Strafbefehl keine schwere Widerhandlung erstellt worden 
sei, stösst demnach ins Leere. 

3.5. Auch aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes kann der Beschwerdeführer nichts zu 
seinen Gunsten ableiten; dies gilt schon deshalb, weil grundsätzlich niemand aus seiner eigenen 
Rechtsunkenntnis Vorteile ableiten kann (vgl. etwa BGE 131 V 196 E. 5.1; 124 V 215; 103 IV 131). 
Überdies ist – da er in seiner Beschwerde nichts etwas gegen die Geschwindigkeitsüberschreitung 
an sich vorbringt – auch in keiner Weise ersichtlich, wie er sich erfolgreich hätte verteidigen können, 
zumal im Bereich der Geschwindigkeitsüberschreitungen, wie nachfolgend ausgeführt wird, grund-
sätzlich ein Schematismus zur Anwendung kommt.  

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4.

4.1. Nach Art. 32 Abs. 1 SVG ist die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen, nament-
lich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie den Strassen-, Verkehrs- und Sichtver-
hältnissen. Laut Art. 32 Abs. 2 SVG hat der Bundesrat die Geschwindigkeit auf allen Strassen durch 
Höchstgeschwindigkeitsvorschriften zu begrenzen. In Ortschaften beträgt die allgemeine Höchstge-
schwindigkeit unter günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen gemäss Art. 4a Abs. 1 
lit. a der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) 50 km/h. Die allge-
meine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gilt nach Art. 4a Abs. 2 VRV im ganzen dichtbebauten 
Gebiet der Ortschaft; sie beginnt beim Signal "Höchstgeschwindigkeit 50 generell" und endet beim 
Signal "Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell". Für Fahrzeugführer, die aus unbedeutenden 
Nebenstrassen (wie Strassen, die nicht Ortschaften oder Ortsteile direkt verbinden, landwirtschaftli-
che Erschliessungsstrassen, Waldwege und dergleichen) in eine Ortschaft einfahren, gilt sie auch 
ohne Signalisation, sobald die dichte Überbauung beginnt. Abweichende signalisierte Höchstge-
schwindigkeiten gehen den allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten vor (Art. 4a Abs. 5 VRV). 

4.2. Gestützt auf den im Strafbefehl etablierten Sachverhalt ist festzuhalten, dass der Beschwer-
deführer die erwähnten Bestimmungen verletzte. 

5.

5.1. Das Gesetz unterscheidet zwischen der leichten, mittelschweren und schweren Widerhand-
lung (Art. 16a-c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln 
eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschul-
den trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein 
leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein. Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch 
Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt 
(Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Sie stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht alle 
privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren 
Widerhandlung gegeben sind. Ist die Gefährdung gering, aber das Verschulden hoch, oder umge-
kehrt die Gefährdung hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor 
(vgl. Urteil BGer 1C_746/2013 vom 12. Dezember 2013 E. 2.3). Ist die Verletzung von Verkehrsre-
geln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in 
Kauf genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine ernstliche Gefahr 
für die Sicherheit anderer ist nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten 
abstrakten Gefährdung zu bejahen. Ob eine solche vorliegt, hängt von den jeweiligen Verhältnissen 
des Einzelfalles ab (BGE 135 II 138 E. 2.2.2 f.; 131 IV 133 E. 3.2).

5.2. In Bezug auf die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten hat die Rechtspre-
chung im Interesse der rechtsgleichen Behandlung Grenzwerte zur Sanktionierung festgelegt. Eine 
schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ist gegeben, wenn innerorts die 
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 25 km/h oder mehr überschritten wird. Dies gilt ungeachtet 
der konkreten Umstände wie z.B. günstige Verkehrsverhältnisse oder ein tadelloser automobilisti-
scher Leumund (BGE 132 II 234 E. 3; Urteil BGer 1C_144/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 3.3). Nach 
der Rechtsprechung ist die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit bei Vorliegen eines objektiv 
schweren Falles in der Regel mindestens grobfahrlässig (Urteil BGer 1C_156/2020 vom 15. April 
2021 E. 4.2). Weiter stellt die Überschreitung der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts von 
50 km/h um 21 km/h bis 24 km/h nach der Rechtsprechung einen mittelschweren Fall dar, der grund-
sätzlich einen Führerausweisentzug nach sich zieht (BGE 124 II 97 E. 2). Diese Schematisierung 

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entbindet die Entzugsbehörde allerdings nicht, den Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen. 
Denn sie hat in allen Fällen des erwähnten Geschwindigkeitsbereichs auch das Ausmass der 
Gefährdung und des Verschuldens abzuklären und zu gewichten, damit sie entscheiden kann, ob 
allenfalls ein schwerer Fall vorliegt und welche Entzugsdauer bei einem mittelschweren beziehungs-
weise schweren Fall angemessen ist. Eine rein schematische Beurteilung dieser Fragen lediglich 
aufgrund der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitung würde ein pflichtwidriges Nichtausüben 
des rechtserheblichen Ermessens und damit eine Verletzung von Bundesrecht darstellen. Umge-
kehrt kommt ein leichter Fall allenfalls dann in Betracht, wenn der Lenker aus nachvollziehbaren 
Gründen gemeint hat, er befinde sich noch nicht oder nicht mehr im Innerortsbereich (siehe BGE 
124 II 97 E. 2c; Urteil BGer 1C_156/2020 vom 15. April 2021 E. 4.2; 1C_210/2020 vom 30. Novem-
ber 2020 E. 2.2; 1C_454/2018 vom 21. Dezember 2018 E. 3.3; 1C_144/2011 vom 26. Oktober 2011 
E. 3.3). 

6.

Im rechtskräftigen Strafbefehl vom 22. Juli 2021 wurde namentlich festgehalten, dass der Beschwer-
deführer am 16. Juni 2021 um 7.30 Uhr auf der Route de Morat in Faoug am Steuer seines Autos 
die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts um 23 km/h überschritten hat. 

Die Strasse war trocken und die Sichtverhältnisse waren gut. Die Geschwindigkeitsübertretung 
erfolgte auf der Hauptstrasse, im Bereich innerhalb des Dorfzentrums, wo sich auf beiden Strassen-
seiten Häuser befinden, während der Hauptverkehrszeit. Die Zahl der vom Lenker zu verarbeitenden 
Reize ist innerorts grösser als ausserorts oder auf der Autobahn, was eine gesteigerte Aufmerksam-
keit erfordert. Zudem gibt es innerorts viele schwache Verkehrsteilnehmer (Fussgänger, Velofahrer, 
vor allem Kinder und ältere Menschen), die einem besonderen Risiko ausgesetzt sind. Die anderen 
Verkehrsteilnehmer dürfen sich, auch soweit sie wartepflichtig sind, auf den Vertrauensgrundsatz 
berufen (BGE 120 IV 252 E. 2d/aa). Sie müssen sich nicht darauf einstellen, dass ein Fahrzeug 
innerorts mit einer übersetzten Geschwindigkeit herannaht. Welch schwerwiegende Folgen 
Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts, wo Fahrzeug-Fussgänger-Kollisionen häufig sind, 
haben können, zeigen physikalische Berechnungen: Fährt ein Auto mit einer Bremsausgangsge-
schwindigkeit von 55 km/h statt mit einer solchen von 50 km/h, hat es dort, wo es bei einer Vollbrem-
sung mit 50 km/h stillstehen würde, immer noch eine Geschwindigkeit von 28,2 km/h; bei einer 
Bremsausgangsgeschwindigkeit von 60 km/h noch eine solche von 40,5 km/h; bei einer Bremsaus-
gangsgeschwindigkeit von 70 km/h noch eine solche von 59 km/h; bei einer Bremsausgangsge-
schwindigkeit von 80 km/h noch eine solche von 74,3 km/h. Derartige Aufprallgeschwindigkeiten 
können bei Fussgängern zu schwersten und tödlichen Verletzungen führen. Ab einer Kollisionsge-
schwindigkeit von 20 km/h sind Becken- und Beinbrüche, ab einer solchen von 45 km/h tödliche 
Verletzungen sehr wahrscheinlich (vgl. BGE 123 II 37 E. 1c, mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer 
hat dies ausser Acht gelassen, indem er innerorts im Dorfbereich die zulässige Höchstgeschwindig-
keit von 50 km/h um 23 km/h überschritten hat. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse und der opti-
schen Erscheinung, namentlich aufgrund der Häuserzeilen am Strassenrand, ist es überdies offen-
sichtlich, dass es sich um einen Innerortsbereich handelt. Dem Beschwerdeführer musste dies klar 
sein, weil er in D.________ wohnt und als regelmässiger Autofahrer mit den lokalen Strassenverhält-
nissen vertraut ist. Er macht denn in seiner Beschwerde auch in keiner Weise geltend, dass er sich 
in einem Sachverhaltsirrtum befunden hätte und aus nachvollziehbaren Gründen davon ausgegan-
gen wäre, er befinde sich nicht mehr im Innerortsbereich. 

Die (ausnahmsweise) Qualifizierung des Ereignisses als leichte Widerhandlung fällt daher nicht in 
Betracht. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht geschlossen, dass der 

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Beschwerdeführer mit der Geschwindigkeitsüberschreitung von 23 km/h (nach Abzug der Sicher-
heitsmarge) bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts in Faoug am 16. Juni 
2021 eine mittelschwere Widerhandlung gegen die Verkehrsvorschriften begangen hat. 

7.

7.1. Hinsichtlich der Dauer des Fahrverbots ist darauf hinzuweisen, dass der Führerausweis 
gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG bei einer mittelschweren Widerhandlung für mindestens einen 
Monat zu entziehen ist. Laut Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG wird jedoch nach einer mittelschweren Wider-
handlung der Führerausweis für mindestens vier Monate entzogen, wenn in den vorangegangenen 
zwei Jahren der Ausweis einmal wegen einer schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzo-
gen war. Bei der Festsetzung der Dauer sind die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen, 
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahr-
zeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 Satz 1 
SVG). Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 Satz 2 SVG; 
vgl. auch BGE 132 II 234 E. 2.3). 

7.2. Dem Beschwerdeführer war der Ausweis bereits aufgrund der Verfügung vom 10. Februar 
2021 bis zum 24. April 2021 für einen Monat wegen einer mittelschweren Widerhandlung entzogen 
worden; dies, weil er am 7. Januar 2021 die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn von 
80 km/h um 34 km/h überschritten hatte. Die Vorinstanz musste daher den Führerausweis des 
Beschwerdeführers für die Dauer von mindestens vier Monaten entziehen. Zudem waren gegen ihn 
in der Vergangenheit weitere Massnahmen ausgesprochen worden: So ein Entzug des Führeraus-
weises für die Dauer von einem Monat wegen einer mittelschweren Widerhandlung gemäss der 
Verfügung vom 3. August 2017, ein Entzug für die Dauer von drei Monaten infolge einer schweren 
Widerhandlung gemäss der Verfügung vom 17. Februar 2011 und zwei Verwarnungen infolge leich-
ter Widerhandlungen gemäss den Verfügungen vom 3. März 2017 und vom 15. Juni 2010. Der 
Leumund des Beschwerdeführers im Verkehrsbereich ist daher getrübt. Insbesondere war er zum 
Zeitpunkt der hier streitigen Überschreitung erst seit etwas weniger als zwei Monaten wieder zum 
Strassenverkehr zugelassen. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, die zulässige Geschwindigkeit 
erneut erheblich zu übertreten, überdies in einem Innerortsbereich zur Hauptverkehrszeit, wo gerade 
die schwachen Verkehrsteilnehmer massiv gefährdet werden können. 

Selbst wenn der Beschwerdeführer beruflich und im Rahmen seines Hotelprojekts auf seinen 
Führerausweis angewiesen ist, ist es – namentlich aufgrund seines verkehrsrechtlichen Leumunds 
– nicht zu beanstanden, dass ihm der Führerausweis für die Dauer von fünf Monaten entzogen 
wurde. Er ist zudem nochmals darauf aufmerksam zu machen, dass ein entzogener Führerausweis 
frühestens drei Monate vor Ablauf des Entzugs und nach Ablauf der Mindestentzugsdauer von vier 
Monaten wiedererteilt werden kann, wenn er erfolgreich an einer von der Behörde anerkannten 
Nachschulung teilgenommen hat, und dass es ihm offensteht, sich für eine entsprechende Nach-
schulung bei der Vorinstanz zu melden. 

8.

Im Ergebnis hat damit die Vorinstanz mit dem Entzug des Führerausweises für die Dauer von fünf 
Monaten wegen einer mittelschweren Widerhandlung das ihr zustehende Ermessen nicht miss-
braucht oder überschritten und der Entscheid erweist sich als gerechtfertigt. Die Beschwerde ist 
somit abzuweisen und die Verfügung der Vorinstanz vom 2. September 2021 ist zu bestätigen.

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9.

Die Gerichtskosten, die auf CHF 600.- festgelegt werden, sind dem Verfahrensausgang entspre-
chend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrech-
nen (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 des kantonalen Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Verfah-
renskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]).

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

II. Die Gerichtskosten von CHF 600.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten ist innert 30 Tagen die 
Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 17. November 2021/dgr

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber-Praktikant: