# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14bd0d2b-ba96-5575-aefa-2d7ae46d2d45
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-30
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** DB.2017.106
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_106_si.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2017.106 
1 ST.2017.134 

Entscheid 

30. Januar 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  hat  den  Grossteil  seines  beweglichen  Ver-

mögens  von  über  Fr.  5 Mio.  bei  der  UBS  angelegt;  dies  in  Form  von  Kontoguthaben, 

einem Aktiendepot und einem Metallkonto Palladium. In der Steuererklärung 2015 de-

klarierte  er  diesbezügliche  Vermögensverwaltungskosten  von  Fr. 19'538.-;  dies  ge-

stützt auf Quartalsabrechnungen der UBS mit dem Titel "Depot- und Edelmetallkonto-

preis".  

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  17.  Janu-

ar 2017 kürzte der Steuerkommissär den letzteren Betrag auf Fr. 3'323.-; dies mit kur-

zem  Hinweis  auf  die  3‰-Pauschale  gemäss  Weisung  des  kantonalen  Steueramtes 

über die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Verwaltung von Wertschriften. Dieser Kor-

rektur  entsprechend  eröffnete  er  dem  Pflichtigen  für  die  Steuerperiode  2015  für  die 

direkte  Bundessteuer  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 155'100.-  sowie  für  die 

Staats-  und  Gemeindesteuern  ein  solches  von  Fr. 153'800.-  sowie  ein  steuerbares 

Vermögen von Fr. 7'560'000.-. 

B. Hiergegen liess der Pflichtige am 4. Februar 2017 Einsprache erheben und 

dabei an den deklarierten Vermögensverwaltungskosten festhalten.  

Mit  Veranlagungs-  und  Einschätzungsvorschlag  vom  23. Februar  2017  hielt 

das  kantonale  Steueramt  seinerseits  an  der  Kürzung  fest.  Dabei  wies  es  darauf  hin, 

dass  mit  Fr. 17'024.-  der  Grossteil  der  deklarierten  Vermögensverwaltungskosten  das 

Edelmetallkonto  des  Pflichtigen  betreffe.  Letzteres  sei  den  "Bankguthaben  aller  Art" 

zuzuordnen,  weshalb  insoweit  von  nicht  abzugsfähigen  Kosten  auszugehen  sei.  Die 

damit verbleibenden Kosten von Fr. 2'494.- lägen unter der gestützt auf die Wertschrif-

tenunterlagen ermittelten 3‰-Pauschale von Fr. 3'323.-, weshalb die Letztere gewährt 

worden  sei.  Der  Pflichtige  liess  den  Vorschlag  mit  Antwort  vom  28. Februar  2017  ab-

lehnen und dabei geltend machen, dass seines Erachtens die Metallkontogebühren als 

abzugsfähige  Depotkosten  qualifizierten  und  nicht  als  Kosten  für  "Bankguthaben  aller 

Art"; mit eingereicht wurde ein Merkblatt "Wertschriftendepot" der UBS, welches auch 

Ausführungen zu Metallkonten enthält.  

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Das  kantonale  Steueramt  blieb  in  Würdigung  des  ihr  vorgelegten  Merkblatts 

der UBS bei seiner Auffassung und wies die Einsprachen mit Entscheiden vom 16. Mai 

2017 ab.  

C.  Hiergegen  liess  der Pflichtige  am  7. Juni  2017  (Poststempel)  Beschwerde 

und  Rekurs  erheben  und  wiederum  beantragen,  die  deklarierten  Vermögensverwal-

tungskosten in der Höhe von Fr. 19'538.- zum Abzug zuzulassen, weil Edelmetallkon-

togebühren den abzugsfähigen Vermögensverwaltungskosten zuzuordnen seien. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Vernehmlassung  vom  3. Juli  2017  auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  liess  sich  nicht 

vernehmen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Bei  beweglichem  Privatvermögen  können  die  Kosten  der  Verwaltung 

durch Dritte (vom Reineinkommen) abgezogen werden (Art. 32 Abs. 1 des Bundesge-

setzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  [DBG]  sowie  § 30 

Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  [StG]).  Nicht  abzugsfähig  sind  Kosten 

und  Aufwendungen  für  die  Anschaffung,  Herstellung  oder  Wertvermehrung  von  Ver-

mögensgegenständen (Art. 34 lit. d DBG, § 33 lit. d StG).  

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  Vermögensverwaltung  ist  enger  als  der 

Begriff  des  allgemeinen  Sprachgebrauchs.  Darunter  fallen  alle  tatsächlichen  oder 

rechtlichen  Handlungen,  die  im  Rahmen  der  Bewirtschaftung  von  Vermögensgegen-

ständen  erforderlich  sind  und  der  Sicherung  und  Erhaltung  des  ertragsbringenden 

Vermögens dienen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 

2016, Art. 32 N 17 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 30 

N 16 StG mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Abziehbar sind demnach insbesonde-

re  Kosten  für  die  Verwaltung  von  Vermögensgegenständen  in  offenen  Depots  oder 

Schrankfächern  (vgl.  zu  den  Beispielen  nachfolgend  E. 2d),  Kosten  für  die  Erstellung 

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von  Wertschriftenverzeichnissen  (Steuerverzeichnis)  sowie  von  Rückforderungs-  und 

Anrechnungsanträgen für  ausländische  Quellensteuern  und  Inkassospesen  (vgl.  auch 

ASA 67, 477). Dagegen sind Kosten für Finanz- und Anlageberatung, für Vermögens-

umlagerung,  Finanzierungskosten,  Entschädigungen  für  Treuhandanlagen  und  Provi-

sionen für den Erwerb oder die Veräusserung von Vermögenswerten nicht als Vermö-

gensverwaltungskosten abziehbar (vgl. dazu Abschnitt C der Weisung des kantonalen 

Steueramts über die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Verwaltung von Wertschriften 

des  Privatvermögens  in  der  hier  noch  massgeblichen  Fassung  vom  8. August  2002 

[ZStB I Nr. 18/701], nachfolgend Weisung). Kosten der Anlageberatung im Besonderen 

dienen  –  wie  das  Bundesgericht  in  ständiger  Praxis  erkannt  hat  (ASA 71,  44  = 

StR 2000,  515)  –  dem  Erwerb  bzw.  der  Veräusserung  von  Vermögensgegenständen 

und nicht primär der Werterhaltung, sondern der Wertvermehrung. Solche Aufwendun-

gen sind nach Art. 34 lit. d DBG bzw. § 33 lit. d StG nicht abzugsfähig. Aber auch wenn 

mit der Vermögensberatung keine Wertvermehrung bezweckt wird, können die Kosten 

der  Anlageberatung  nicht  einkommensmindernd  geltend  gemacht  werden,  sofern  die 

Beratung zur Hauptsache auf Erwerb bzw. Verkauf und nicht auf das Halten des Ver-

mögens,  das  den  steuerbaren  Ertrag  generiert,  ausgerichtet  ist  (Peter  Locher,  Kom-

mentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 32 N 11). Denn in diesem Fall liegen Aufwendun-

gen für die Anschaffung und Veräusserung von Vermögensgegenständen vor, die nach 

Art. 34 lit. d DBG bzw. § 33 lit. d StG nicht abzugsfähig sind.  

c)  Vermögensverwaltungskosten  sind  als  steuermindernde  Umstände  grund-

sätzlich von den Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1975 Nr. 64).  

Die  vorgenannte Weisung  gewährt  allerdings  Beweiserleichterung,  indem  sie 

eine Pauschalierung der anrechenbaren Kosten zulässt:  

So  können  gemäss  Ziff.  D.1  "für  die  Verwahrung  und  Verwaltung  von  Wert-

schriften  (ohne  Darlehen  und  Bankguthaben  aller  Art)  sowie  für  das  Erstellen  des 

Steuerverzeichnisses  durch  Dritte  für  sämtliche  abzugsfähigen  Kosten  pauschal,  d.h. 

ohne Nachweis der tatsächlichen Kosten, 3‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwal-

teten  Wertschriften  des  Privatvermögens,  maximal  jedoch  Fr. 6'000.00  (entspricht  ei-

nem Depotwert von Fr. 2'000'000.-) abgezogen werden". 

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Werden  höhere  Abzüge  geltend  gemacht,  sind  grundsätzlich  sowohl  die  tat-

sächlich bezahlten Kosten für die Vermögensverwaltung als auch deren Abzugsfähig-

keit in vollem Umfang nachzuweisen (Ziff. D.II der Weisung).  

2.  a)  Im  vorliegenden  Fall  hat  der  Pflichtige  sein  bewegliches  Vermögen  von 

über Fr. 5 Mio. grösstenteils bei der UBS angelegt. Bei der letzteren Bank verfügte er 

neben  beträchtlicher  Liquidität  auf  einem  Kontokorrent-  und  einem  Sparkonto  (rund 

Fr. 1.2 Mio.)  über  ein  Depot  mit  Aktien  (lediglich  drei  Titel)  im  Wert  von  rund 

Fr. 1.1 Mio. und ein Metallkonto Palladium im Wert von rund Fr. 2.3 Mio. 

Die  UBS  hat  ihm für  die  Aufbewahrung  der  Aktien  im  Depot  sowie  das Edel-

metallkonto  quartalsweise  Gebühren  unter  dem  Titel  "Depot-  und  Edelmetallkonto-

preis" in Rechnung gestellt. Diese erreichen total den Betrag von Fr. 19'538.-, welchen 

der  Pflichtige  unter  dem  Titel  von  Vermögensverwaltungskosten  steuermindernd  be-

rücksichtigt  haben  will.  Den  Abrechnungen  lässt  sich  entnehmen,  dass  von  diesem 

Betrag  ein  Anteil  von  Fr.  2'514.-  das  Depot mit  den  Aktien  betrifft,  während  ein  Anteil 

von Fr. 17'024.- für Gebühren des Edelmetallkontos angefallen ist.  

b)  Die  Steuerbehörde  vertritt  die  Auffassung,  dass  nur  die  das  Aktiendepot 

betreffenden  Gebühren  abzugsfähig  seien  (bzw.  die  am  Bestand  des  Aktiendepots 

Mass  nehmende  leicht  höhere  3‰-Pauschale  von  Fr. 3'323.-).  Nicht  als  Vermögens-

verwaltungskosten qualifizierten demgegenüber die Gebühren für das Edelmetallkonto. 

Im Einspracheentscheid begründet sie dies damit, dass es sich bei einem Edelmetall-

konto um ein Bankkonto handle, welches dem Kontoinhaber das Recht verschaffe, sich 

den  Kontostand  auf  Verlangen  ganz  oder  teilweise  in  physischer  Form  ausliefern  zu 

lassen. Letzteres ändere nichts daran, dass am für die steuerliche Bewertung massge-

blichen Stichtag (hier also am 31. Dezember 2015) lediglich ein Kontoguthaben beste-

he. Die UBS zähle gemäss ihrem Merkblatt das Edelmetallkonto denn auch nicht zum 

Depotwert,  sondern  verrechne  dafür  eine  separate  Gebühr.  Gegen  die  Qualifizierung 

des  Edelmetallkontos  als  Depotwert  spreche  zudem,  dass  die  Edelmetalle  von  der 

Bank  nicht  physisch  hinterlegt  seien.  Die  Bank  sei  bloss  verpflichtet,  auf  Verlangen 

eine physische Auslieferung in die Wege zu leiten und vorzunehmen; es bestehe also 

bloss  eine  Forderung  gegenüber  der  Bank  und  kein  ausgeschiedenes  Sondervermö-

gen.  Bei  einem  Konkurs  der  Bank  werde  der  Einlegerschutz  eines  Edelmetallkontos 

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auf  Fr. 100'000.-  beschränkt  und  damit gleich  wie  bei  einem gängigen  Bankkonto  be-

handelt.  Edelmetallkonti  seien  damit  im  Sinn  der  Weisung  der  Rubrik  "Bankguthaben 

aller Art" zuzuweisen. 

c) Der Pflichtige lässt seine gegenteilige Ansicht vorab mit Verweisen auf die 

Lehre untermauern, gemäss welcher Metallkontogebühren den abzugsfähigen Vermö-

gensverwaltungskosten zuzuordnen seien. 

d) Tatsächlich wird Letzteres vorab von den Kommentatoren der bereits zitier-

ten  Standardwerke  vertreten  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 32  N 18  DBG 

und  §  30  N  17  StG).  Danach  sind  abzugsfähige Vermögensverwaltungskosten  insbe-

sondere  auch  "Kosten für  die  Verwaltung  von  Vermögensgegenständen  (Wertpapiere 

und Wertsachen) in offenen Depots oder Schrankfächern (Depot-, Schrankfach-, Safe-, 

Metallkontogebühren),  und  zwar  sowohl  für  einzelne  Verwaltungshandlungen  als 

auch  generell  für  die  Administration  (Pauschale  auf  dem  Depotwert,  Kontospesen, 

Spesen für die Erstellung von Kontoauszügen)".  

Eine Begründung für die Zuordnung der Metallkontogebühren zu den abzugs-

fähigen Vermögensverwaltungskosten liefern diese Kommentatoren nicht (gleiches gilt 

auch  in  Bezug  auf  den  vom  Pflichtigen  angeführten  Aufsatz  von  Giorgio  Meier-

Mazzucato, in welchem die Metallkontogebühren ebenfalls als abzugsfähig bezeichne-

tet werden; vgl. TREX, Der Treuhandexperte 1/2015, Ziff. 1.3). Die Begründung ergibt 

sich  indes  bereits  aus  dem  allgemeinen  steuerrechtlichen  Begriff  der  Vermögensver-

waltung bzw. der sich daraus ableitenden Abgrenzung zwischen abziehbaren und nicht 

abziehbaren Kosten: 

Wie  oben  ausgeführt  (E. 1b),  fallen  unter  den  steuerrechtlichen  Vermögens-

verwaltungsbegriff alle tatsächlichen oder rechtlichen Handlungen, die im Rahmen der 

Bewirtschaftung von Vermögensgegenständen erforderlich sind und letztlich der Siche-

rung  und  Erhaltung  des  ertragsbringenden  Vermögens  dienen.  Genau  um  Letzteres 

geht es hier. Wie bereits aufgezeigt, hat der Pflichtige sein Vermögen vergleichsweise 

sehr  einfach  angelegt.  Die  Vermögensstruktur  seines  UBS-Portfolios  umfasst  die  drei 

Bereiche Liquidität (= Bankguthaben auf zwei Konten), Aktien (drei Titel) und Edelme-

talle (allein Palladium). Soweit aus den Akten ersichtlich, sind diese Bereiche stabil; es 

haben weder per 2015 noch im Vorjahr ins Auge springende Umschichtungen stattge-

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funden  (vgl.  Wertschriftenverzeichnisse  2014  und  2015).  Eine  solche  Form  der  eher 

statischen Vermögensanlage dient der klassischen Vermögenserhaltung und nicht der 

Vermögensvermehrung, für welche etwa ein externer Vermögensverwalter beigezogen 

wird,  der  gegen  eine  entsprechende  Vermögensverwaltungsgebühr  das  Portfolio  mit 

Blick auf eine möglichst hohe Performance ständig aktiv bewirtschaftet. Nicht zur Dis-

kussion stehen hier dementsprechend (nicht abziehbare) Gebühren für die Finanz- und 

Anlageberatung.  Hier  geht  es  vielmehr  um  Gebühren,  welche  der  Pflichtige  der  UBS 

allein dafür zu entrichten hat, weil er dort Vermögen auf einem Edelmetallkonto ange-

legt hat. Wenn für diese einfache Form der Vermögensanlage eine entsprechende Ge-

bühr geschuldet ist, ist nicht nachvollziehbar, wieso diese nicht dem Bereich der steu-

erlich abziehbaren Vermögensverwaltungskosten zuzuordnen wäre.  

e) Die Argumente der Vorinstanz überzeugen nicht:  

aa)  Richtig  ist  zwar,  dass  ein  Metallkonto  durchaus  mit  einem  gewöhnlichen 

Bankkonto  vergleichbar  ist.  Auf  einem  Bankkonto  (z.B.  einem  Sparkonto)  wird  eine 

bestimmte  Geldmenge  ausgewiesen,  wobei  als  Einheit  eine  Landeswährung  dient 

(z.B. 100'000  Franken  oder  100'000  Euro),  derweil  auf  einem  Metallkonto  ebenfalls 

eine bestimmte Geldmenge ausgewiesen wird, als Einheit jedoch ein Edelmetall (Gold, 

Silber, Platin oder Palladium) fungiert (z.B. 1'000 Feinunzen Gold).  

Bei  beiden  Konten  besitzt  der  Anleger  bzw.  Inhaber  letztlich  eine  Forderung 

gegenüber der kontoführenden Bank, deren Wert sich aus dem Umfang der angeleg-

ten  Einheiten  multipliziert  mit  dem  Einheitspreis  ergibt  (z.B.  100'000  Euro  zum  Kurs-

wert von Fr. 1.20 pro Euro oder 100 Feinunzen Gold zum Kurswert von Fr. 1'200.- pro 

Feinunze;  ergibt 

in  beiden  Fällen  eine  Forderung  gegenüber  der  Bank  von 

Fr. 120'000.-). Einziger Unterschied ist damit wohl, dass Bankguthaben in Landeswäh-

rungen  verzinst  sind,  Metallkonten  jedoch  nicht,  wobei  in  der  heutigen  Tiefzinsphase 

die  Verzinsung  dem  Anleger  kaum  mehr  Vorteile  bringt  oder  gar  nachteilig  sein  kann 

(Stichwort Negativzinsen). 

Wenn nach dem soeben Gesagten die Steuerbehörde das Metallkonto den in 

der Weisung erwähnten "Bankkonten aller Art" zuordnet, ist dies noch nachvollziehbar. 

Falsch ist indes der Schluss, dass deshalb bei Metallkontogebühren von nicht abzugs-

fähigen  Vermögensverwaltungskosten  auszugehen  sei.  In  der  Weisung  werden  die 

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"Bankguthaben aller Art" lediglich im Zusammenhang mit der 3‰-Pauschale erwähnt, 

indem diese bei der Berechnung dieser Pauschale unberücksichtigt zu bleiben haben. 

Letzteres ist korrekt und erklärt sich aus dem Umstand, dass bei Bankguthaben regel-

mässig  kaum  Gebühren  anfallen.  Grundsätzlich  sind  solche  Geldanlagen  bei  Banken 

und Sparkassen mit Blick auf deren herkömmliche Geschäftstätigkeit (Geldanlage von 

Kunden/Geldverleihung an Kunden) willkommen, weshalb sie die Einlagen denn auch 

verzinsen  und  nur  geringfügige  Gebühren  verlangen.  Wenn  nun  jemand  Millionenbe-

träge  auf  einem  Sparkonto  hat  und  dafür  also  keine  oder  nur  geringfügige  Gebühren 

anfallen,  wäre  es  nicht  korrekt,  ihm  diesbezüglich  pauschal  Vermögensverwaltungs-

kosten von 3‰ des Guthabens zu gewähren, überstiege diesfalls doch die Pauschale 

die  effektiven  Kosten  massiv.  Die  (der  Beweiserleichterung  dienende)  3‰-Pauschale 

ist  denn  auch  auf die  Verwaltung  und  Verwahrung  von Wertschriften  in Depots  abge-

stimmt und beruht wohl auf diesbezüglichen Erfahrungswerten.  

Damit lässt sich zunächst nicht sagen, dass ihm Rahmen der Anlage des be-

weglichen  Vermögens  auf  einem  Sparkonto  keine  abzugsfähigen  Vermögensverwal-

tungskosten möglich sind; lediglich die 3‰-Pauschale steht dem Anleger insoweit nicht 

zu. Ausgewiesene Kosten wie z.B. für die Kontoführung sind sehr wohl abziehbar. Im 

heutigen  Tiefzinsumfeld  heben  die  Banken  diese  Kontoführungsgebühren  nicht  nur 

mehr  und  mehr  an,  sondern  sie  belasten  ihren  Kunden  in  bestimmten  Fällen  sogar 

Negativzinsen. Davon, dass auch diese – obwohl "Bankguthaben aller Art" betreffend – 

den  abziehbaren  Vermögensverwaltungskosten  zuzuordnen  sind,  geht  auch  das  kan-

tonale Steueramt aus (vgl. dessen Mitteilung vom 5. November 2015: § 30 StG - Steu-

erliche Behandlung von Negativzinsen auf Einlagen bei Banken und Sparkassen). 

Wenn  nun  jemand  sein  Vermögen  (womöglich  gerade  wegen  der  aktuellen 

Zinssätze  im  Bereich  von  0%)  statt  auf  einem  Sparkonto  auf  einem  Edelmetallkonto 

anlegt, sind die diesbezüglich von den Banken verlangten Gebühren in gleicher Weise 

den abziehbaren Vermögensverwaltungskosten zuzuordnen. 

bb)  Aus  den  unterschiedlichen  Anlageformen  im  Bereich  von  Edelmetallen 

kann die Steuerbehörde ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten.  

aaa) Wer mit Blick auf die Anlage seines Vermögens in Edelmetalle investiert 

und dabei das auserwählte Edelmetall in Händen halten will, kauft sich dieses in Form 

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von Barren oder Münzen (zum Ankaufspreis) physisch und ist damit Eigentümer. Wer 

es alsdann nicht zu Hause im eigenen Safe, sondern im Bankschliessfach aufbewahrt, 

bezahlt  dafür  entsprechende  Gebühren.  Die  letzteren  gehören  zu  den  klassischen 

steuerlich abziehbaren Vermögensverwaltungskosten. 

bbb)  Verbreitet  sind  heute mit  Blick  auf  die Investition  in  Edelmetalle  sodann 

auch Exchange Traded Funds (ETF), wie sie vom Pflichtigen im Einspracheverfahren 

erwähnt  worden  sind  (vgl.  Antwort  zum  Einschätzungsvorschlag).  Hierbei  handelt  es 

sich um börsengehandelte Edelmetall-Fonds, bei welchen Anleger einfache und trans-

parente  Produkte  erhalten,  welche  den  aktuellen  Edelmetallpreis  abbilden  und  dabei 

mit dem Edelmetall hinterlegt sind (vgl. etwa Mark Baer, "Gold: Nervensache" in: Bilanz 

vom 23. Februar 2012; Thomas Lattmann, "Edelmetallkonto: Alternative zum Goldbar-

ren  im  Tresor"  in:  Saldo  Nr.  16  vom  12.  Oktober  2011;  beide  auch  zum  Folgenden). 

Auch die Anlage in solche Fondsanteile verursacht (wie z.B. bei Aktien) entsprechende 

Verwaltungs-  und  Verwahrungsgebühren  (Depotgebühren),  welche  steuerlich  abzieh-

bar sind.  

ccc) Für die Investition in Edelmetalle bieten Schweizer Banken Privatkunden 

schliesslich  Edelmetallkonten  an;  diese  sind  häufig  nur  buchhalterisch  und  nicht  phy-

sisch hinterlegt. Auf Verlangen kann sich der Kunde sein Edelmetall zwar aushändigen 

lassen,  doch  bezahlt  er  dafür  eine  hohe  Gebühr,  womit  der  Auslieferungsanspruch 

wohl eher theoretischer Natur ist. Edelmetallkonten sind bei Privatanlegern beliebt, weil 

sie  gegenüber  dem  Kauf  von  Edelmetall  Kostenvorteile  bringen  (z.B.  entfällt  die  be-

trächtliche Differenz zwischen An- und Verkaufspreis) und das Aufbewahrungsproblem 

entfällt. Den Vorteilen steht der Nachteil gegenüber, dass bei einem Konkurs der Bank 

der Einlegerschutz lediglich Fr. 100'000.- beträgt. Bei einem Edelmetallkonto verlangen 

die Banken jährliche Gebühren. Vorliegend beträgt diese gemäss Abrechnung der UBS 

0.6% p.a., wobei quartalsweise am aktuellen Bestandeswert Mass genommen wird. 

Wieso  nun  die  Metallkontogebühren  im  Unterschied  zu  den  vorgenannten 

Safegebühren (bei physischem Gold) bzw. Depotgebühren (bei ETF's) nicht den steu-

erlich  abziehbaren  Vermögensverwaltungskosten  zuzuordnen  wären,  ist  unerfindlich. 

Der  fehlende  Einlegerschutz  bei  Beträgen  über  Fr. 100'000.-  kann  entgegen  der  Auf-

fassung  der  Steuerbehörde  kein  Grund  sein.  Einerseits  stünde  dies  im  Widerspruch 

dazu, dass das gleiche Risiko etwa auch bei einem Sparkonto besteht, ohne dass die 

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Steuerbehörde  deswegen  auf  die  Idee  käme,  abziehbare  diesbezügliche  Vermögens-

verwaltungskosten auszuschliessen (vgl. das vorstehend unter E. 2e/aa erwähnte Bei-

spiel  der  insoweit  abziehbaren  Negativzinsen).  Im  Übrigen  ist  nicht  ersichtlich,  wieso 

für  die  Frage,  ob  bei  Vermögensanlagen  in  Form  von  Bank-  oder  Metallkonten  die  

anfallenden  Kosten  steuerlich  absetzbar  sind,  das  Verlustrisiko  infolge  Konkurs  der 

Bank entscheidend sein sollte. Hierbei geht es nämlich nicht um ein Verlustrisiko infol-

ge höchst spekulativer Anlagen, welche nicht mehr mit Blick auf den Vermögenserhalt, 

sondern  die  Vermögensvermehrung  getätigt  werden  (etwa  mit  entsprechenden  nicht 

abziehbaren  Kosten  für  die  Anlageberatung  durch  einen  externen  Vermögensverwal-

ter),  sondern  um  ein  eher  theoretisches  Verlustrisiko,  welches  mit  der Wahl  des  kon-

kreten  Anlageinstituts  einhergeht.  Dabei  ist  dieses  Risiko  verschwindend  klein;  dies 

jedenfalls  vorliegend,  wo  es  um  die  Anlage  bei  der Grossbank  UBS geht,  welche  be-

kanntermassen – weil für die Schweiz und global systemrelevant – der Kategorie "too 

big to fail" angehört.  

f)  Zusammenfassend  lässt  sich  sagen,  dass  die  Anlage  von  Vermögen  in 

wertbeständiges Edelmetall seit jeher sehr verbreitet ist. Als solche verursacht diese in 

der  Regel keine  (steuerlich  nicht  absetzbaren)  Kosten für  die  Anlageberatung,  jedoch 

regelmässig  Kosten  für  die  Verwaltung/Verwahrung  der  konkreten  Edelmetallanlage. 

Entsprechende Gebühren qualifizieren folglich als abziehbare Vermögensverwaltungs-

kosten  und  zwar  unabhängig  von  der  konkreten  Form  der  Anlage  (Kauf  von  physi-

schem Edelmetall und Aufbewahrung im Safe einer Bank, Kauf von ETF's bzw. Edel-

metallfonds mit Aufbewahrung der Fondsanteile im Wertschriftendepot, Eröffnung und 

Führung eines Edelmetallkontos).  

Die Gebühren, welche der Pflichtige per 2015 der UBS für die Führung seines 

Edelmetallkontos Palladium zu entrichten hatte, wurden damit von der Steuerbehörde 

zu Unrecht aufgerechnet. Die Aufrechnung ist folglich zurückzunehmen, womit deklara-

tionsgemäss  ein  steuerbares  Einkommen  von  (gerundet)  Fr. 138'900.-  (direkte  Bun-

dessteuer) bzw. Fr. 137'500.- (Staats- und Gemeindesteuern) resultiert. 

3. Diese Erwägungen führen zur Gutheissung der Rechtsmittel. Ausgangsge-

mäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  Beschwerdegegnerin/dem  Rekursgegner 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG).  

1 DB.2017.106 
1 ST.2017.134 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2015,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr. 138'900.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 36 Abs. 1 DBG; Grundtarif).  

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Staats- und Gemeinde-

steuern, Steuerperiode 2015, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 137'500.- 

und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 7'560'000.-  eingeschätzt  (Tarif  gemäss 

§ 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

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1 ST.2017.134