# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 584900f4-faba-54b2-b477-5bc1c4708e2a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.05.2007 E-4120/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4120-2006_2007-05-31.pdf

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Abtei lung V
E-4120/2006
{T 0/2}

Urteil vom 31. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Schenker Senn, Richter Valenti, Gysi
Gerichtsschreiber Raemy

A._______, dessen Ehefrau B._______, und ihre Kinder C._______, D._______, 
Bulgarien,
vertreten durch E._____,

Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 20. Juni 2005 i.S. Vollzug der Wegweisung / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Sachverhalt:

A. Die Beschwerdeführer, bulgarische Staatsangehörige, der Volksgruppe der ortho-
doxen, bulgarischsprachigen Roma zugehörig, verliessen ihr Heimatland laut eige-
nen Angaben  am 28. Oktober  2001 und erreichten die  Schweiz  am 30. Oktober 
2001. Gleichentags ersuchten sie beim Empfangszentrum des damals zuständigen 
Bundesamtes  für  Flüchtlinge  (BFF,  ab 1.  Januar  2005 Bundesamt  für  Migration 
[BFM]) in F._______ um Asyl. Zur Begründung der Asylgesuche machten sie im 
Wesentlichen Benachteiligungen seitens der Polizei  im Zusammenhang mit  ihrer 
ethnischen Zugehörigkeit geltend.

B. Mit  Verfügung vom 5. Dezember  2001 lehnte  das  BFF die  Asylgesuche  ab und 
ordnete gleichzeitig die Wegweisung der Beschwerdeführer aus der Schweiz an. 
Zur  Begründung  führte  es  aus,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  genügten 
teilweise  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  und  teilweise  jenen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht.

C. Mit  Eingabe vom 7.  Januar  2002 beantragten die Beschwerdeführer bei  der da-
mals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  die  Aufhebung 
des vorinstanzlichen  Entscheides  und die  Gewährung  von Asyl  in  der  Schweiz. 
Eventualiter sei vom Vollzug der Wegweisung abzusehen.

D. Am 15. Juni 2003 wurde C._______ geboren.

E. Am 18. August 2003 reiste D._______ in die Schweiz nach.

F. Mit Urteil vom 18. April 2005 wies die ARK die Beschwerde ab.

G. Anlässlich eines Ausreisegesprächs vom 10. Mai 2005 überreichte der Beschwer-
deführer  dem  G._______  mehrere  Dokumente,  darunter  ein 
Bestätigungsschreiben der Bürgergemeinde H._______, zwei ärztliche Zeugnisse 
von Dr. med. I._______ sowie eine schulische Beurteilung von D._______ zu den 
Akten. Die Beschwerdeführerin konnte am Gespräch nicht teilnehmen, da sie sich 
im Spital befand. Die abgegeben Dokumente wurden vom G._______  zusammen 
mit  dem Gesprächsprotokoll  an  die  Vorinstanz  überwiesen,  welche  sie  gemäss 
Aktennotiz vom 13. Mai 2005 ad acta legte.

H. Mit schriftlicher Eingabe vom 10. Juni 2005 beantragten die Beschwerdeführer bei 
der Vorinstanz, es sei in teilweiser Wiedererwägung der Verfügung vom 5. Dezem-
ber 2001 festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei und sie 
seien in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Zur Begründung beriefen sie sich im 
Wesentlichen auf einen erheblich verschlechterten gesundheitlichen Zustand der 
Beschwerdeführerin.  Ihrer  Eingabe legten sie ein ärztliches Zeugnis  vom 6. Juni 
2005  sowie  einen  Länderbericht  Bulgarien  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe 
vom März 2004 bei.

I. Mit Verfügung vom 20. Juni 2005 lehnte die Vorinstanz das Wiedererwägungsge-
such ab, erklärte die Verfügung vom 5. Dezember 2001 als rechtskräftig und voll-
streckbar und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende 
Wirkung zu.

3

J. Mit Eingabe vom 1. Juli 2005 beantragten die Beschwerdeführer bei der ARK die 
Aufhebung der Verfügung vom 20. Juni 2005 und die Feststellung der Unzumut-
barkeit des Vollzugs der Wegweisung. Als Folge davon seien sie vorläufig aufzu-
nehmen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragten sie die Wiederherstellung 
der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, den Verzicht auf die Erhebung ei-
nes  Kostenvorschusses  sowie  die  Befreiung  von  der  Bezahlung  von  Verfah-
renskosten.

K. Mit Telefax vom 5. Juli 2005 ersuchte die ARK das zuständige kantonale Amt von 
Vollzugshandlungen abzusehen, bis über allfällige vorsorgliche Massnahmen ent-
schieden werden könne.

L. Am 6. Juli  2005 reichten die Beschwerdeführer eine Fürsorgebestätigung zu den 
Akten.

M. Mit Zwischenverfügung vom 11. Juli 2005 setzte die ARK den Vollzug der Wegwei-
sung aus und gestattete den Beschwerdeführern, den Ausgang des Beschwerde-
verfahrens in der Schweiz abzuwarten.  Im Weiteren wurde das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021)  gutgeheissen  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ver-
zichtet.

N. Am  28. Juli  2005  reichten  die  Beschwerdeführer  einen  ärztlichen  Bericht  vom 
18. Juli 2005 zu den Akten.

O. Mit  Vernehmlassung  vom  29. Juli  2005  und  ergänzender  Stellungnahme  vom 
6. September 2005 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.

P. Am 8. September 2005 setzte die ARK den Beschwerdeführern Frist zur Stellung-
nahme zur vorinstanzlichen Vernehmlassung bis zum 23. September 2005 und for-
derte die Beschwerdeführerin auf, die sie behandelnden Ärzte gegenüber der AKR 
von der Schweigepflicht zu entbinden.

Q. In ihrer Replik vom 23. September 2005 hielten die Beschwerdeführer an den ge-
stellten  Begehren  und  deren  Begründung  fest.  Mit  Eingabe  vom 26. September 
2005 reichten sie eine Entbindungserklärung zu den Akten.

R. Mit  Schreiben  vom  6. März  2007  orientierte  das  F._______  das 
Bundesverwaltungsgericht über die Situation der Beschwerdeführer und hielt fest, 
dass  ein  Entscheid  über  den  weiteren  Verbleib  der  Familie  nicht  länger 
aufgeschoben werden sollte.

S. Am 26. März 2007 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer eine per Fax 
übermittelte Kostennote im Umfang von total Fr. 200.-- zu den Akten.

T. Mit Eingabe vom 19. April  2007 reichten die Beschwerdeführer weitere medizini-
sche  Unterlagen  (Austrittsbericht  der  Klinik  J._______ vom  2.  November  2005, 
Bericht des Hausarztes vom 27. Januar 2006, Bericht  der Psychiatrischen Klinik 
K._______ (undatiert, anfangs 2006)) zu den Akten.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art.  31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 
173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. Dazu gehö-
ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31); das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül-
tig (Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung 
der am 1. Januar 2007 bei der ARK hängigen Rechtsmittel. Das neue Verfahrens-
recht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwerdeführer sind 
legitimiert  (Art.  6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

3. Vorab  ist  festzustellen,  dass  gestützt  auf  die  Anträge  in  der  Beschwerde  vom 
1. Juli  2005 respektive im Wiedererwägungsgesuch vom 10. Juni 2005 einzig zu 
beurteilen ist, ob sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit Erlass beziehungswei-
se Eintritt der Rechtskraft der vorinstanzlichen Verfügung vom 5. Dezember 2001 
dergestalt verändert hat, dass ein Vollzug der Wegweisung inzwischen als unzu-
mutbar zu qualifizieren und die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführer anzu-
ordnen wäre. Die Frage, ob die Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft erfül-
len, ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.

4. Ein Anspruch auf Wiedererwägung besteht gemäss Rechtsprechung der ARK, wel-
che  vom  Bundesverwaltungsgericht  übernommen  wird,  namentlich  dann,  wenn 
sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem ursprünglichen  Entscheid  bezie-
hungsweise seit dem Urteil  der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz 
in wesentlicher Weise verändert hat und somit die ursprüngliche (fehlerfreie) Ver-
fügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist 
(vgl.  Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommissi-
on / EMARK 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.). Ferner können auch bestimmte Revisions-
gründe zu einer Wiedererwägung führen, jedoch nur dann, wenn eine unangefoch-
ten gebliebene,  formell  rechtskräftig  gewordene Verfügung vorliegt  (vgl.  EMARK 
2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f.) oder wenn zwar vorgängig ein Rechtsmittel ergriffen 
worden war, die Revisionsgründe sich jedoch nicht auf das Zustandekommen des 
im betreffenden Beschwerdeverfahren ergangenen Prozessurteils  der Beschwer-
deinstanz, sondern auf die mit Beschwerde angefochtene Verfügung des Bundes-
amtes beziehen (vgl. EMARK 1998 Nr. 8 E. 3 S. 53 f.). Eine Wiedererwägung fällt 

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hingegen dann nicht in Betracht, wenn lediglich eine neue Würdigung der beim frü-
heren  Entscheid  bereits  bekannten  Tatsachen  herbeigeführt  werden  soll  oder 
Gründe angeführt werden, die bereits in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren 
gegen die frühere Verfügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. EMARK 
2003 Nr. 17  E. 2b S. 104).

5.

5.1 Die  Beschwerdeführer  führten  in  ihrem  Wiedererwägungsgesuch  vom  10. Juni 
2005 aus,  mit  der  gravierenden Verschlechterung des Gesundheitszustands der 
Beschwerdeführerin liege eine erheblich veränderte Sachlage vor, welche sich als 
relevant für die Beurteilung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung erwei-
se. Die Beschwerdeführerin sei seit (Angaben zum gesundheitlichen Zustand der 
Beschwerdeführerin).  Zusammenfassend  müsse  von  einer  aussergewöhnlich 
grossen  Intensität  der  traumabedingten  Störung  ausgegangen  werden.  Ihre 
gesundheitlichen Probleme gingen  einerseits  auf  Ängste  im Zusammenhang  mit 
einem befürchteten Wegweisungsvollzug aus der Schweiz sowie andererseits auf 
Gewalterfahrungen im Heimatland zurück.  Bisher  sei  sie  indessen noch nicht  in 
der Lage gewesen, sich zu diesen zu äussern. Sie sei auf eine längerfristige psy-
chiatrisch-psychotherapeutische  Behandlung  angewiesen.  Therapiefortschritte 
seien nur in einer stabilen und sicheren Umgebung fernab des traumatisierenden 
Umfelds  realisierbar.  Bei  ausbleibender  Behandlung  beziehungsweise  einer 
Rückkehr  ins  Heimatland sei  davon auszugehen,  dass die bereits  beobachteten 
Symptome  wie  Suizidalität  oder  Gewichtsabnahme  noch  verstärkt  auftreten 
würden  und  es  zu  einer  psychischen  wie  auch  physischen  Dekompensation 
komme,  welche  für  die  Beschwerdeführerin  eine  existenzielle  Gefährdung 
bedeuten würde. Die Möglichkeit einer Behandlung im Heimatland wurde aufgrund 
der manifesten Retraumatasierungsrisiken verneint und die Reisefähigkeit wegen 
ihrer  schlechten  Verfassung  ausgeschlossen.  Abschliessend  machten  die 
Beschwerdeführer geltend,  dass der Vollzug der Wegweisung auch mit Blick auf 
das Kindswohl unzumutbar wäre, zumal dieses im Heimatland bei einer psychisch 
dekompensierenden,  hoch  suizidalen  Mutter  nicht  mehr  gewahrt  wäre.  Zum 
Beweis  ihrer  Vorbringen  reichten  die  Beschwerdeführer  einen  ärztlichen  Bericht 
von Dr. med. L._______ und med. prakt. M._______ vom 6. Juni 2005 sowie einen 
Länderbericht  Bulgarien der Schweizerischen Flüchtlingshilfe  vom März 2004 zu 
den Akten.

5.2 In der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz aus, dass in Bezug auf die 
im Wiedererwägungsgesuch von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ge-
walterfahrungen detaillierte Angaben fehlten und dass diese somit nicht konkreti-
sierte Behauptungen blieben. Damit werde aber der gegenwärtig schlechte psychi-
sche Zustand der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. Da aber dessen Ur-
sache unklar bleibe, lasse sich daraus nichts Relevantes ableiten. Soweit die Mög-
lichkeit einer Behandlung der Beschwerdeführerin betreffend, führte die Vorinstanz 
aus,  dass  es in  Bulgarien  psychiatrische  Kliniken,  psychiatrische  Abteilungen  in 
allgemeinen Krankenhäusern und psychiatrische Ambulatorien gebe. Es gebe wei-
ter gut ausgebildete und erfahrene Psychiater. Gängige Psychopharmaka seien er-
hältlich.  Grundsätzlich  sei  sowohl  eine  stationäre  als  auch  eine  ambulante  Be-
handlung möglich. Gemäss öffentlich zugänglichen Berichten seien die Zustände 
in  manchen  der  erwähnten Einrichtungen zwar relativ  schlecht.  Dem gegenüber 

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habe sich jedoch die Lage in gewissen Einrichtungen – oft dank ausländischer Hil-
fe – verbessert. Die Regierung sei sich zudem der erwähnten Missstände bewusst 
und habe zwecks Verbesserung bereits im Jahre 2001 das Nationale Programm 
für die psychische Gesundheit der Bürger Bulgariens eingeleitet. Entsprechend sei 
nicht davon auszugehen, dass eine psychiatrische Behandlung in Bulgarien gene-
rell  unzumutbar  oder gar unzulässig wäre.  Weiter  führte die Vorinstanz aus,  die 
Beschwerdeführerin  sei  gehalten,  sich  mit  medizinischer  Hilfe  auf  die  Rückkehr 
vorzubereiten und habe die Schweiz zu verlassen, sobald sich ihr Zustand soweit 
stabilisiert  habe,  dass  sie  transportfähig  sei.  Eine  weiter  gehende  Behandlung 
habe im Heimatland zu erfolgen, wobei sie die Möglichkeit habe, in der Schweiz 
ein Gesuch um medizinische Rückkehrhilfe zu stellen. Die im Arztzeugnis erwähn-
te Suizidalität  vermöge an dieser Sachlage nichts zu ändern.  Zur medizinischen 
Vorbereitung  einer  Rückkehr  gehöre  auch  eine  psychiatrische  Behandlung  mit 
dem Ziel, die Beschwerdeführerin von Suizidabsichten abzubringen. Davon abge-
sehen  dürfe  es  nicht  sein,  dass  sich  die  schweizerischen  Behörden  mit  Selbst-
morddrohungen geradezu erpressen liessen.

5.3 Die Beschwerdeführer machen in ihrer Rechtsmitteleingabe geltend, es sei vorlie-
gend nicht von Bedeutung, ob die Ursache der psychischen Störung mit der be-
haupteten  Verfolgung  zusammenhänge,  zumal  die  Asylvorbringen  nicht  Gegen-
stand  dieses  Verfahrens  seien.  Die  Diagnose  einer  (Angaben  zu  den 
gesundheitlichen Problemen der  Beschwerdeführerin)  sei  mit  dem eingereichten 
ärztlichen Bericht  rechtsgenüglich  belegt  und werde  von der  Vorinstanz  nicht  in 
Frage gestellt.  Die Ursache einer (Angaben zu den gesundheitlichen Problemen 
der  Beschwerdeführerin)  sei  naturgemäss  zwingend  eine  (Angaben  im 
Zusammenhang  mit  den  gesundheitlichen  Problemen  der  Beschwerdeführerin). 
Auf welche Weise diese erfolgt sei, spiele vorliegend keine Rolle. Von Bedeutung 
sei  lediglich  die  Tatsache,  dass  eine  (Angaben  im  Zusammenhang  mit  den 
gesundheitlichen  Problemen  der  Beschwerdeführerin)  stattgefunden  habe.  Dass 
sich daraus nichts  Relevantes ableiten lasse, treffe entgegen der Argumentation 
der  Vorinstanz  nicht  zu.  Vielmehr  sei  das  tatsächliche  Vorhandensein  der 
diagnostizierten  Krankheit  für  die  Frage  der  Zumutbarkeit  eines 
Wegweisungsvollzugs wesentlich. Durch das Urteil  der ARK vom 18. April  2005, 
welches  eine  Ausreiseverpflichtung  nach  sich  gezogen  habe,  sei  eine 
Verschlechterung  des  Gesundheitszustands  der  Beschwerdeführerin  ausgelöst 
worden. Dafür massgebend sei die Angst gewesen, wieder der Situation vor der 
Ausreise ausgeliefert zu werden. Das Urteil der ARK sei somit als Auslöser, nicht 
aber als die eigentliche Ursache des momentanen Zustandes zu betrachten. Der 
Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  habe  sich  seit  ihrem Eintritt  in  die 
psychiatrische  Klinik  am  (Datum  Klinikeintritt)  nicht  wesentlich  verbessert.  Die 
Suizidalität habe sich verschärft, seit ein Mitpatient Suizid begangen habe. Die Un-
terstellung der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin versuche, die schwei-
zerischen Behörden zu erpressen,  sei  angesichts  der ernsten Situation und der 
klaren Stellungnahme der Klinik entschieden zurückzuweisen. Dem medizinischen 
Fachpersonal  sei  eine  Unterscheidungsfähigkeit  zwischen  Suizidabsichten  und 
Drohrhetorik zuzubilligen. Die Vorinstanz verkenne die alarmierende Situation und 
die Angst des Ehegatten und der Kinder, ihre Ehefrau beziehungsweise Mutter zu 
verlieren. Sie gehe sodann in der angefochtenen Verfügung nicht auf die von ärzt-

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licher Seite als notwendig erachteten Voraussetzungen für  eine Behandlung der 
Beschwerdeführerin  ein  und  ignoriere  damit  fachärztliche  Autorität.  Mit  dem 
Übergehen  der  fachärztlichen  Diagnose  habe  die  Vorinstanz  ihren 
Ermessenspielraum  überschritten.  Die  vorinstanzlichen  Ausführungen  zu  den 
Behandlungsmöglichkeiten  im  Heimatland  seien  nicht  relevant,  da  sie  einen 
Vollzug  der  Wegweisung  voraussetzten,  wodurch  indessen  die  Bedingung  für 
einen Therapieerfolg gerade nicht erfüllt sei. Zudem wird erneut geltend gemacht, 
dass aufgrund der unhaltbaren Zustände in Institutionen für psychisch Kranke und 
Behinderte  eine  Weiterbehandlung  im  Heimatland  unzumutbar  sei.  Zur 
Untermauerung  ihrer  Vorbringen  reichten  die  Beschwerdeführer  einen  weiteren 
ärztlichen Bericht vom 18. Juli 2005 zu den Akten.
Schliesslich verweisen die Beschwerdeführer auf einen Landsmann - ebenfalls ein 
Roma  -  welcher  nach  rechtskräftig  abgelehntem  Asylgesuch  direkt  nach  seiner 
Wiedereinreise in  Bulgarien verhaftet  worden und bis heute in Haft  sei,  was sie 
zusätzlich verunsichere.

5.4 In der Vernehmlassung vom 29. Juli 2005 verwies die Vorinstanz in Bezug auf die 
medizinischen Vorbringen der Beschwerdeführer auf ihre Ausführungen in der an-
gefochtenen  Verfügung.  Betreffend  die  von  den  Beschwerdeführern  geltend  ge-
machte Verhaftung eines Landsmanns nach dessen Rückkehr in sein Heimatland 
hielt die Vorinstanz fest, dass sich daraus für die Beschwerdeführer nichts  ablei-
ten lasse.

In der  ergänzenden Stellungnahme vom 6. September  2005 hielt  die Vorinstanz 
nach Abklärungen bei der Schweizerischen Botschaft in Sofia fest, es treffe nicht 
zu, dass der erwähnte Landsmann am 13. Oktober 2004 am Flughafen verhaftet 
worden  sei.  Gemäss  sicherer  Quelle  habe  er  im  Februar  2005  die  bulgarische 
Grenze  an einem offiziellen  Grenzübergang  passiert,  so  dass  er  keineswegs  in 
Haft  gewesen  sei.  Zusammen mit  der  Vernehmlassung  überwies  die  Vorinstanz 
der ARK die Akten N _______ zur Kenntnisnahme.

5.5 In ihrer Replik vom 23. September 2005 teilten die Beschwerdeführer mit, sie hät-
ten nochmals Kontakt mit der Ehefrau des erwähnten Landsmanns aufgenommen. 
Dieser sei im Juli  2005 freigelassen worden und habe Bulgarien zwecks Asylge-
suchstellung erneut verlassen. Er sei inhaftiert gewesen, weil er in der Schweiz ein 
Asylgesuch gestellt  und damit  seinen Heimatstaat  verunglimpft  habe. Vor seiner 
Ausreise habe er keine Probleme mit dem Staat gehabt. Die Ehefrau  sei von den 
Beschwerdeführern um die Abgabe schriftlicher Unterlagen gebeten worden. Hin-
sichtlich der von der Vorinstanz in Abrede gestellten Beziehungen zwischen den 
Beschwerdeführern und dem Landsmann wurde festgehalten, dass dieser den Be-
schwerdeführer oft als Übersetzer engagiert habe.

6. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, 
so regelt die Vorinstanz gemäss Art. 44 Abs. 2 AsylG das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslän-
dern.

6.1 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in 
den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Aus-
länders in seinen Heimat-,  Herkunfts-  oder einen Drittstaat  entgegenstehen.  Der 

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Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine 
konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2, 3 und 4 des Bundesgesetzes über 
Aufenthalt  und  Niderlassung  der  Ausländer  vom  26. März  1931  [ANAG, 
SR 142.20]).

6.2 Gemäss  Rechtsprechung  der  ARK,  welcher  sich  das  Bundesverwaltungsgericht 
anschliesst, sind die Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegwei-
sung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  alternativer  Natur:  Sobald 
eine von ihnen erfüllt  ist,  ist  der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu 
betrachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmun-
gen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 
f.,  wobei  zu  berücksichtigen  ist,  dass  die  vorläufige  Aufnahme  zufolge  einer 
schwerwiegenden persönlichen Notlage i.S. von Art. 44 Abs. 3 AsylG per 1. Januar 
2007 aufgehoben worden ist). Gegen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Auf-
nahme steht  dem weggewiesenen Asylsuchenden wiederum die Beschwerde an 
das  Bundesverwaltungsgericht offen  (vgl.  Art. 105  Abs. 1  Bst. e  AsylG  i.V.m. 
Art. 44  Abs. 2 AsylG).  In  diesem Verfahren  wäre dann der  Wegweisungsvollzug 
vor dem Hintergrund sämtlicher Vollzugshindernisse von Amtes wegen nach Mass-
gabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen

7. Der Vollzug der Wegweisung kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für 
die  ausländische  Person  eine  konkrete  Gefährdung  darstellt  (Art.  14a  Abs.  4 
ANAG). Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass aus humanitären Gründen, nicht 
in  Erfüllung  völkerrechtlicher  Pflichten der  Schweiz,  insbesondere  dann auf  den 
Vollzug der Wegweisung zu verzichten ist, wenn die Rückkehr in den Heimat- oder 
Herkunftsstaat für die betroffene Person angesichts der dort herrschenden allge-
meinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati-
on allgemeiner Gewalt kennzeichnet, eine konkrete Gefährdung darstellt (EMARK 
1998 Nr. 25 E. 3d S. 223; Botschaft zum AVB, BBl 1990 II 668). Im Übrigen kön-
nen aber neben einer konkreten Gefährdung auch andere Umstände im Heimat- 
oder Herkunftsstaat dazu führen, dass der Vollzug der Wegweisung - aus humani-
tären Überlegungen - als nicht zumutbar erscheint. Bei der Prüfung der Vorausset-
zungen von Art. 14a Abs. 4 ANAG sind humanitäre Überlegungen im Einzelfall ab-
zuwägen gegen andere öffentliche Interessen, die allenfalls für einen Vollzug spre-
chen würden. Entsprechend kommt den Asylbehörden im Rahmen der Anwendung 
von Art. 14a Abs. 4 ANAG ein Ermessensspielraum zu (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 
E. 6b S. 123 m.w.H.).

Der Wegweisungsvollzug kann sich gestützt auf Art. 14a Abs. 4 ANAG auch aus 
medizinischen  Gründen  als  unzumutbar  erweisen,  was  aber  grundsätzlich  nur 
dann der Fall ist, wenn für die betroffene Person bei einer Rückkehr in ihre Heimat 
eine wesentliche medizinische Behandlung nicht erhältlich wäre. Andererseits bil-
den gesundheitliche Probleme, welche für sich allein betrachtet den Wegweisungs-
vollzug nicht bereits als unzumutbar erscheinen lassen, ein Beurteilungselement, 
welches  in  die  vorzunehmende  Interessenabwägung  einbezogen  werden  muss 
und zusammen mit weiteren humanitären Aspekten zur Feststellung der Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs führen kann (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a am 
Ende und 5b S. 157 f.) Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder be-
troffen,  so  bildet  bei  der  Zumutbarkeitsprüfung  das  Kindeswohl  einen  Gesichts-
punkt von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völker-

9

rechtskonformen Auslegung von Art. 14a Abs. 4 ANAG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 
des Übereinkommens über die Rechte des Kindes; Kinderrechtskonvention (KRK); 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 6 E. 6. S. 57 f.).

8.

8.1 Aus der allgemeinen Situation in Bulgarien, welches mit Beschluss des Bundesra-
tes vom 18. März 1991 als Safe Country eingestuft wurde, lässt sich kein allgemei-
nes Wegweisungsvollzugshindernis ableiten (vgl. dazu auch EMARK 2000 Nr. 20). 
Ungeachtet  dieser  grundsätzlichen  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  auf-
grund der allgemeinen Situation in Bulgarien ist nachfolgend zu prüfen, ob er für 
die Beschwerdeführer aufgrund der neuen Aktenlage, das heisst insbesondere un-
ter Berücksichtigung der bei der Beschwerdeführerin eingetretenen Verschlechte-
rung des Gesundheitszustands, zumutbar ist.

8.2 In Bezug auf die im Wiedererwägungsverfahren und im Rekursverfahren neu gel-
tend gemachten Vorbringen, ergibt sich aus den Akten (insbesondere eingereichte 
ärztliche  Zeugnisse  vom  6. Juni  2005  und  vom  18.  Juli  2005,  Bericht  des 
G._______  vom 6. März 2007), dass die Beschwerdeführerin an einer (Angaben 
zu den gesundheitlichen Problemen der Beschwerdeführerin). Ausserdem habe sie 
in  Bulgarien  an  (...)  gelitten.  Nach  der  Ausreise  aus  ihrem  Heimatland 
beziehungsweise der Einreise in die Schweiz hätten sich diese Symptome deutlich 
verbessert. Durch die aus der Abweisung ihres Asylgesuches (Urteil der ARK vom 
April  2005)  resultierende  Verpflichtung  zur  Ausreise  sei  es  zu  einem 
Wiederaufflammen  des  (Angaben  zu  den  gesundheitlichen  Problemen  der 
Beschwerdeführerin,  zu  ihrer  Behandlung  und  zu  Behandlungsorten).  Nur  bei 
Wegfall  der  drohenden  Abschiebung  sei  eine  Verbesserung  des  Gesundheits-
zustandes als möglich anzunehmen. Durch eine medikamentöse Therapie und den 
geschützten Rahmen im Spital habe lediglich eine weitere Verschlechterung ver-
hindert werden können. Die Beschwerdeführerin bedürfe einer längerfristigen (...) 
Behandlung,  welche  zunächst  ihre  Stabilisierung  in  der  Form  einer  sicheren 
Umgebung  erfordere.  Komme  es  zu  einer  Abschiebung  der  Familie,  werde  sie 
höchstwahrscheinlich noch vor der Ausreise (...).

8.3 Die in den ärztlichen Zeugnissen ausgewiesenen gesundheitlichen Probleme der 
Beschwerdeführerin  werden von der Vorinstanz nicht  bestritten.  Das Bundesver-
waltungsgericht  sieht  sich ebenfalls  nicht  veranlasst,  an den geltend gemachten 
(Angaben  zu  den  gesundheitlichen  Problemen  der  Beschwerdeführerin)  zu 
zweifeln.  Es  besteht  überdies  kein  Anlass,  an  der  sachlichen  Richtigkeit  der 
eingereichten  ärztlichen  Berichte  und  des  Berichts  des  G._______,  welche  ein 
nachvollziehbares  Bild  der  Entwicklung  des  Gesundheitszustandes  der  Be-
schwerdeführerin  geben,  zu  zweifeln  (vgl.  zur  Beweiskraft  sog.  Privatgutachten 
EMARK 2002 Nr. 13 E. 6c S. 115 f., und Nr. 18). Somit steht fest,  dass die Be-
schwerdeführerin  unter  gravierenden  psychischen  Beschwerden  leidet,  die  eine 
nun bereits länger andauernde und auf ihre spezifischen Bedürfnisse ausgerichte-
te  medikamentöse  und  psychotherapeutische  Behandlung  erforderlich  gemacht 
haben,  deren  Fortsetzung  auf  noch  unbestimmte  Zeit  dringend  angezeigt 
erscheint.

8.4 Wie bereits erwähnt, musste die Beschwerdeführerin infolge von (Angaben zu den 
gesundheitlichen  Problemen  der  Beschwerdeführerin)  bereits  wiederholt 

10

hospitalisiert werden. Vor dem Hintergrund der zu den Akten gereichten ärztlichen 
Berichte und der darin enthaltenen klaren Aussagen, muss zum heutigen Zeitpunkt 
geschlossen  werden,  dass  eine  zwangsweise  Rückführung  der  Beschwerdefüh-
rerin in ihren Heimatstaat zu einer (erneuten) psychischen Dekompensation führen 
würde,  was  ihre Gesundheit  -  im  Sinne  weiter  (Angaben  zu  gesundheitlichen 
Problemen der Beschwerdeführerin) - ernsthaft gefährden würde.  Der Vollzug der 
Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  ist  somit  als  unzumutbar  zu  erachten. 
Angesichts dieser Erwägungen kann die Frage der Behandlungsmöglichkeiten und 
deren  Finanzierbarkeit  im  Heimatland  der  Beschwerdeführerin  offen  gelassen 
werden.

8.5 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass aus den eingereichten Beweis-
mitteln  mit  hinreichender  Deutlichkeit  hervorgeht,  dass  sich  der  psychische  Ge-
sundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  seit  dem  Abschluss  des  ordentlichen 
Verfahrens erheblich verschlechtert hat. Lediglich der Vollständigkeit halber sei er-
wähnt,  dass  bei  einer  Rückkehr  erhebliche  Zweifel  an  einer  Reintegration  von 
C._______ und des in der Schweiz geborenen 4-jährigen Kindes bestünden, zumal 
sie von der kranken Mutter kaum Unterstüzung erwarten könnten und der Vater mit 
dem  finanziellen  Unterhalt  der  Familie  und  der  Betreuung  der  Mutter  voll 
ausgelastet  wäre.  Aufgrund  des  Ausgangs  des  Verfahrens  kann  jedoch  eine 
Prüfung, ob ein Wegweisungsvollzug mit Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens über 
die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 (KRK, SR 0.107) vereinbar wäre, 
offen  gelassen  werden.  Die  Beschwerdeführer  haben  -  unter  Berücksichtigung 
obiger Erwägungen - eine wiedererwägungsweise veränderte Sachlage dargetan, 
welche sie bei einer erzwungenen Rückkehr in eine Situation bringen, die zu einer 
Gefährdung der Beschwerdeführerin führen würde. Es ist davon auszugehen, dass 
ihre Existenz bei einer Rückkehr in ihre Heimat in schwerwiegender Weise bedroht 
wäre.  In  Würdigung  sämtlicher  Sachverhaltselemente  sowie  unter  Berücksichti-
gung des Grundsatzes der Einheit der Familie (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG am Ende 
sowie EMARK 1996 Nr. 18 E. 14e S. 189 f.) kommt das Bundesverwaltungsgericht 
vorliegend zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführer als 
unzumutbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 ANAG zu erachten ist. Nachdem keine 
Hinweise auf das Vorliegen von Ausschlussgründen nach Art. 14a Abs. 6 ANAG 
aus den Akten hervorgehen, sind die Voraussetzungen für die Gewährung der vor-
läufigen Aufnahme erfüllt.

9. Aus diesen Erwägungen ergibt  sich,  dass die Beschwerde gutzuheissen ist.  Die 
Ziffern 4 und 5 des Dispositivs  der Verfügung des BFF vom 5. Dezember  2001 
sind aufzuheben und das BFM ist anzuweisen, die Beschwerdeführer vorläufig auf-

zunehmen (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 1 bis 4bis ANAG).

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

11. Gemäss Art.  7  des Reglements  über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 (VGKE, SR 173.320.2) haben 
obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erwach-
senen notwendigen Kosten.  Vorliegend sind die Beschwerdeführer mit  ihren Be-
gehren durchgedrungen. Mit Eingabe vom 26. März 2007 reichte ihr Rechtsvertre-
ter eine Kostennote in der Höhe von Fr. 200.-- ein, welche als angemessen zu be-
urteilen ist.  Somit ist den Beschwerdeführern von der Vorinstanz eine Parteient-

11

schädigung von total Fr. 200.-- auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des BFF vom 5. Dezember 2001 
werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen,  die Beschwerdeführer  vorläufig 
aufzunehmen.

3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. Die Vorinstanz hat  den Beschwerdeführern  für  das Verfahren vor der ARK eine 
Parteientschädigung von Fr. 200.-- zu entrichten.

5. Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer, 2 Exempl. (eingeschrieben)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den  Akten 
(Ref.-Nr. N _______) zum Vollzug gemäss Ziffer 2 dieses Urteils

- das G._______

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

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