# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f5ac998-510f-5d22-802e-e9cb57db0574
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-01-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.01.2015 D-7371/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7371-2014_2015-01-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-7371/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J a n u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richter Martin Zoller,    

Gerichtsschreiberin Christa Grünig. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

B._______, geboren (…), 

Kosovo,   

beide vertreten durch lic. iur. Donato Del Duca, 

Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführerinnen,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung  

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des BFM vom 18. November 2014 / N (…). 

 

 

 

D-7371/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Eigenen Angaben zufolge verliess A._______ (nachfolgend: Beschwerde-

führerin 1) ihren Heimatstaat anfangs (…), reiste nach zwei oder drei Tagen 

in die Schweiz ein und suchte am 9. Februar 2013 im Empfangs- und Ver-

fahrenszentrum (EVZ) C._______ um Asyl nach. 

B.  

Mit Verfügung vom 14 März 2013 lehnte das BFM das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin 1 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz so-

wie den Vollzug an.  

C.  

Die dagegen erhobene Beschwerde vom 20. März 2013 wies das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil D-1475/2013 vom 25. März 2013 ab. 

D.  

Mit Schreiben vom 5. April 2013 forderte das Amt für Migration und Integra-

tion D._______ die Beschwerdeführerin 1 auf, die Schweiz zu verlassen. 

Mit Strafbefehl vom (…) wurde sie zu einer Geldstrafe wegen rechtswidri-

gen Aufenthaltes in der Schweiz verurteilt. 

E.  

Am (…) gebar die Beschwerdeführerin 1 ihre Tochter B._______ (Be-

schwerdeführerin 2). 

F.  

Am (…) reichten die Beschwerdeführerinnen ein Gesuch um Erteilung ei-

ner Aufenthaltsbewilligung aufgrund Vorliegens eines persönlichen Härte-

falls ein. Das Amt für Migration und Integration D._______ verneinte am 

(…) das Vorliegen eines Härtefalles und verzichtete auf die Einholung einer 

Zustimmung zur Erteilung einer ordentlichen Aufenthaltsbewilligung. Die 

Einsprache auf die auf Antrag der Beschwerdeführerinnen am (…) vom 

D._______ erlassene negative Verfügung wurde vom Rechtsdienst des 

D._______ am (…) abgewiesen. 

G.  

Mit Eingabe vom 11. November 2014 liessen die Beschwerdeführerinnen 

durch ihren neu mandatierten Rechtsvertreter beim BFM unter Beilage ei-

nes ärztlichen Berichts von Dr. med. E._______ vom (…), ein Gesuch um 

Wiedererwägung der Verfügung des BFM vom 14. März 2013 hinsichtlich 

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Seite 3 

des Wegweisungsvollzuges einreichen. Mit Verfügung vom 18. November 

2014 – eröffnet am folgenden Tag – wies das BFM das Wiedererwägungs-

gesuch ab und stellte fest, die Verfügung vom 14. März 2013 sei rechts-

kräftig und vollstreckbar und einer allfälligen Beschwerde komme keine 

aufschiebende Wirkung zu. Sodann erhob es eine Gebühr in der Höhe von 

Fr. 600.–.  

H.  

Mit Eingabe vom 18. Dezember 2014 reichten die Beschwerdeführerinnen 

unter Beilage des beim BFM eingereichten ärztlichen Berichts, eines 

Schreibens von Privatpersonen sowie eines in englischer Sprache verfass-

ten Schreibens der Beschwerdeführerin 1 beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde ein und beantragten, die angefochtene Verfügung sei aufzu-

heben und sie seien vorläufig aufzunehmen. Eventualiter sei die Sache an 

die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Es sei der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien im 

Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, von Vollzugshandlun-

gen bis zu einem Entscheid über das vorliegende Beschwerdeverfahren 

abzusehen. Im Weiteren sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu be-

willigen, von einem Kostenvorschuss abzusehen sowie ihnen den unter-

zeichnenden Anwalt als deren amtlichen Rechtsbeistand im Sinne von Art. 

110a AsylG (SR 142.31) beizugeben. Auf die Beschwerdebegründung wird 

– soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen einge-

gangen. 

I.  

Am 15. Januar 2015 liess die Beschwerdeführerin 1 ein sie betreffendes 

ärztliches Zeugnis vom (…) einreichen und geltend machen, eine Wegwei-

sung ins Heimatland würde zu einer psychischen Dekompensation sowie 

Suizidalität führen. Es verstehe sich von selbst, dass einhergehend auch 

das Kindeswohl gefährdet wäre. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde-

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führerinnen sind als Verfügungsadressatinnen zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  

Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt 

(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 

30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und 

begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach den 

revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b 

Abs. 1 AsylG). 

In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-

gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine 

nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage. Falls die 

abzuändernde Verfügung unangefochten blieb – oder ein eingeleitetes Be-

schwerdeverfahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen 

wurde – können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwä-

gung begründen (vgl. BVGE 2010/27 E.2.1, S. 367 ff.). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 29 BV ist auf ein 

Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn die Umstände sich seit dem 

ersten Entscheid wesentlich geändert haben oder wenn die Gesuchstel-

lenden erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft machen, die ihnen 

im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend 

zu machen für sie rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine Ver-

anlassung bestand. Die Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig. Sie 

darf namentlich nicht dazu dienen, die Rechtskraft von Verwaltungsent-

scheiden immer wieder infrage zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung 

von Rechtsmitteln zu umgehen (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.1 S. 181 sowie 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2879/2013 vom 31. Mai 2013, mit 

Verweis). 

 

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Seite 5 

4.  

4.1 Das BFM stellte in der angefochtenen Verfügung fest, dass keine 

Gründe vorliegen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 14. März 

2013 beseitigen könnten. In Bezug auf die geltend gemachten gesundheit-

lichen Probleme der Beschwerdeführerin 1 (Angabe der Diagnose) gelte 

es festzuhalten, dass diese kein Hindernis für den Wegweisungsvollzug 

darstellten, da die Behandlung nicht zwingend in der Schweiz zu erfolgen 

habe und die medizinische Versorgung in Kosovo auch im Hinblick auf psy-

chotherapeutische und medikamentöse Behandlung als ausreichend zu 

bezeichnen sei. So verfüge beispielsweise auch die Stadt F._______, der 

Wohnort der Beschwerdeführerin 1, über ein grosses (Angabe der Einrich-

tung) sowie diverse kleinere Gesundheitseinrichtungen. Zudem seien auch 

die meisten Antidepressiva und andere Medikamente zur Behandlung psy-

chischer Probleme in Kosovo verfügbar. Zum angeblich fehlenden Bezie-

hungsnetz der Beschwerdeführerin 1 sei festzuhalten, dass sie keine Ver-

änderung der Beziehung zu ihrer Familie seit dem Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts vom 25. März 2013 geltend gemacht habe. Demnach 

könne auf die Erwägungen jener Verfügung verwiesen werden, wonach 

zwar mögliche Schwierigkeiten bei der Rückkehr nicht verkannt würden, 

jedoch blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die 

ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen sei, nicht genügten, um 

eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen. 

Zudem vermöge selbst ein Bruch mit einem Teil ihrer Herkunftsfamilie an 

der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nichts zu ändern. Ferner lasse 

sich aus der früheren Berufstätigkeit der Beschwerdeführerin 1 als (Angabe 

Beruf) schliessen, dass sie durchaus in der Lage wäre, Einkünfte zu erzie-

len, und sich somit den Lebensunterhalt selbständig finanzieren könne.  

4.2 Die Beschwerdeführerinnen machten in ihrer Eingabe vom 18. Dezem-

ber 2014 nebst Urteilszitaten und allgemeinen Ausführungen im Wesentli-

chen geltend, die Argumentation des BFM beschränke sich weitgehend da-

rauf, Kosovo als sicheren Drittstaat zu bezeichnen sowie die Möglichkeiten 

der medizinischen Versorgung zu beschreiben. Das Bundesverwaltungs-

gericht habe sich im ersten Beschwerdeverfahren nicht mit der seitens des 

BFM bestrittenen Glaubhaftigkeit auseinandergesetzt. So seien die Vor-

bringen der Beschwerdeführerin 1 vorab auf ihren Wahrheitsgehalt zu 

überprüfen und in einem zweiten Schritt sei zu beurteilen, ob die glaubhaft 

geschilderte Verfolgungssituation die Kriterien der Flüchtlingseigenschaft 

erfülle beziehungsweise ob Wegweisungshindernisse vorlägen. Die Vor-

bringen der Beschwerdeführerin 1 seien als glaubhaft im Sinne von Art. 7 

AsylG zu bezeichnen. Es sei im Übrigen nicht nachvollziehbar, weshalb die 

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Frage, wie die Vergewaltigung genau im Detail abgelaufen sei, derart von 

Wichtigkeit sein soll. Die Befragerin habe die Beschwerdeführerin durchei-

nander gebracht.  

Es werde im Weiteren auf das Urteil E-6417/2013 vom 10. September 2014 

verwiesen, welches sich eingehend mit der Rolle der Frau in Kosovo aus-

einandersetze. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin 1 erschienen ins-

besondere in Betrachtung der sozialen Rolle der Frau in Kosovo als reali-

tätsnah und stimmig. In Bezug auf Wegweisungshindernisse wurde ausge-

führt, dass die Beschwerdeführerin 1 nun an (Angabe Diagnose) leide. In 

Kosovo kenne man kein Krankenkassenobligatorium, es bestehe keine flä-

chendeckende medizinische Versorgung. Es stelle sich im Weiteren die 

Frage, wie die Beschwerdeführerin 1, welche nur über eine sehr beschei-

dene Bildung verfüge und sich in einem labilen physischen und psychi-

schen Zustand befinde, als alleinerziehende Mutter für ihren Lebensunter-

halt aufkommen könne. Sie verfüge über kein soziales Netz in Kosovo und 

könne keine Hilfe von ihrer Familie erwarten, welche sie verstossen habe. 

Das Wohl des Kindes sei vorliegend gänzlich ausser Acht gelassen wor-

den. So sei es in Anbetracht des Kindeswohls nicht zu verantworten, das 

Kind zusammen mit der massiv angeschlagenen Mutter wegzuweisen, da 

von einer kompletten sozialen, kulturellen und sprachlichen Entwurzelung 

ausgegangen werden könne. Das Kind sei überdies selbst gefährdet, da 

es als uneheliches Kind auf die Welt gekommen sei. Für weitere Einzelhei-

ten wird auf die Akten verwiesen. 

5.  

Als nachträglich eingetretene wesentliche Veränderung der Sachlage wer-

den gesundheitliche Probleme (Angabe Diagnose) angegeben. In Bezug 

auf die im Arztzeugnis vom (…) enthaltene Diagnose enthält das ärztliche 

Zeugnis vom (…), worin (…) beschrieben wird, keine wesentlichen Ände-

rungen, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Zur Vermeidung von 

Wiederholungen ist auf die zutreffenden Ausführungen des BFM zu verwei-

sen. Die in der Beschwerdeschrift pauschal geltend gemachte schlechte 

medizinische Versorgungslage in Kosovo wurde weder substantiiert noch 

begründet dargelegt. Die Einschätzung in der Rechtsmittelschrift steht den 

Ausführungen im Arztzeugnis vom (…) entgegen, wonach Behandlungs-

möglichkeiten in Psychiatrie und Psychotherapie im Heimatland der Be-

schwerdeführerin 1 bestehen. Überdies ist ergänzend dazu festzuhalten, 

dass wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen nur dann auf die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden kann, wenn 

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eine notwendige medizinische Versorgung im Heimatstaat nicht zur Verfü-

gung steht und die Rückkehr dorthin zu einer lebensgefährdenden Beein-

trächtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt. Dies 

ist im vorliegenden Fall nicht gegeben. Einer allfälligen psychischen De-

kompensation kann mit geeigneter psychiatrischer Betreuung im Zeitraum 

der Rückschaffung begegnet werden. Der im ärztlichen Bericht festgestell-

ten bestehenden latenten Suizidalität kann ebenfalls durch geeignete me-

dizinische Massnahmen und Betreuung entgegengewirkt werden. Für eine 

allenfalls benötigte Weiterbehandlung nach erfolgtem Wegweisungsvoll-

zug ist ferner auf die Möglichkeiten flankierender Massnahmen und indivi-

dueller medizinischer Rückkehrhilfe, die nicht nur in der Form der Mitgabe 

von Medikamenten, sondern beispielsweise auch in der Organisation und 

Übernahme von Kosten für notwendige Therapien bestehen kann, zu ver-

weisen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 

11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). 

Was die übrigen Ausführungen in der Beschwerdeschrift betrifft, ist festzu-

halten, dass mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-1475/2013 vom 

25. März 2013 der Wegweisungsvollzug der damals schwangeren Be-

schwerdeführerin 1 geprüft und als zulässig, zumutbar und möglich erach-

tet wurde, auch im Hinblick als Mutter mit einem Säugling sowie dem Um-

stand des geltend gemachten Bruchs mit einem Teil der Familie im Heimat-

staat. Diese Vorbringen wie auch das eingereichte "Empfehlungsschrei-

ben" sowie die in englischer Sprache verfassten handschriftlichen Ausfüh-

rungen der Beschwerdeführerin 1 sind nicht geeignet, im Rahmen des Wie-

dererwägungsverfahrens zu einem anderen Schluss zu gelangen. Der Ver-

weis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

E-6417/2013 vom 10. September 2014 führt ebenfalls zu keiner anderen 

Einschätzung, zumal dieses Urteil nicht ein Wiedererwägungsverfahren 

betrifft und die Ausgangslage sich von jener der Beschwerdeführerinnen 

unterscheidet. So weist die Beschwerdeführerin 1 vorliegend – entgegen 

der auf Beschwerdeebene geltend gemachten "bescheidenen Bildung" be-

ziehungsweise der Behauptung, sie sei eine "ungebildete Frau" – über 

zehn Jahre Schulbildung sowie Erfahrungen als selbständige (Angabe Be-

ruf) aus. Auch ist, wie bereits mit Urteil vom 25. März 2013 festgestellt, 

nicht von einem Bruch mit der ganzen Familie auszugehen. Die auf Be-

schwerdeebene geltend gemachte Verstossung durch die ganze Familie 

sowie die dadurch angeblich versagte Unterstützung wurde denn auch 

nicht substantiiert begründet. Im Weiteren verfügt die Beschwerdeführerin 

1 eigenen Angaben zufolge über ein Bankkonto auf (Angabe Bank) in 

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Seite 8 

G._______ und schlug sich vor Einreichung ihres Asylgesuchs ohne staat-

liche Hilfe in der ihr unbekannten Schweiz durch, was auf eine gewisse 

Selbständigkeit und Anpassungsfähigkeit hindeutet. Ausführungen zur 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführerin 1 in ihrem Asylver-

fahren erübrigen sich vorliegend, da diese Beurteilung nicht Gegenstand 

des Wiedererwägungsverfahrens bildet. Mit Urteil vom 25. März 2013 

wurde bereits festgehalten, dass dieser Punkt offen bleiben kann, da es 

sich bei Kosovo um ein Safe Country gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG 

handelt und von einem bestehenden Schutzwillen und einer weitgehenden 

Schutzfähigkeit dieses Staates ausgegangen werden kann. 

In Bezug auf das in der Beschwerde geltend gemachte Kindswohl sowie 

die durch einen Wegweisungsvollzug "komplette, soziale, kulturelle und 

sprachliche" Entwurzelung ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 2 

im heutigen Zeitpunkt noch keine zwei Jahre alt ist und daher von einer 

Verwurzelung in der Schweiz nicht die Rede sein kann, so dass der Vollzug 

der Wegweisung auch unter diesem Aspekt als zumutbar zu bezeichnen 

ist. Auch ist es der Beschwerdeführerin 1 zuzumuten, die Betreuung ihrer 

Tochter bei der Ausübung einer Erwerbstätigkeit selber zu organisieren. Es 

steht ihr im Übrigen offen, beim SEM einen Antrag auf individuelle Rück-

kehrhilfe zu stellen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 73 ff. AsylV 2 

sowie die Weisungen des BFM vom 1. Januar 2008 betreffend Rückkehr- 

und Wiedereingliederungshilfe). Im Weiteren wurde nicht substantiiert 

nachgewiesen, dass dem Kind von seinem Vater oder aufgrund der Tatsa-

che, dass es unehelich geboren wurde, direkte Gefahr im Heimatland 

droht. Der Vollständigkeit halber gilt es hinsichtlich der in der Beschwerde 

geübten Kritik an der anhörenden Person festzuhalten, dass dies im vor-

liegenden Verfahren nicht von Relevanz ist, da es sich um ein Wiederer-

wägungsverfahren handelt. Aufgrund dieser Ausführungen erübrigt es sich, 

auf die weiteren Beschwerdevorbringen einzugehen, da diese nicht zu ei-

ner anderen Einschätzung zu führen vermögen. Ebenso besteht keine Ver-

anlassung, die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

7.  

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Seite 9 

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Diese liessen 

jedoch die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beziehungsweise 

die amtliche Verbeiständung gemäss Art. 110a AsylG beantragen. Auf-

grund der vorliegenden Akten muss davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerinnen prozessual bedürftig sind. Gleichzeitig können die 

Beschwerdebegehren im Zeitpunkt der Einreichung als nicht aussichtslos 

bezeichnet werden. Demnach ist das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen 

und auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

7.2 Gemäss Art. 110a AsylG bestellt das Bundesverwaltungsgericht auf 

Antrag der asylsuchenden Person, die von der Bezahlung der Verfahrens-

kosten befreit wurde, eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen amtlichen 

Rechtsbeistand wenn es sich um eine in Abs. 1 abschliessend aufgezählte 

Beschwerde handelt. Bei einem Wiedererwägungsgesuch handelt es sich 

nicht um eine solche, was explizit aus Abs. 2 hervorgeht, weshalb das Ge-

such um Beigebung einer amtlichen Rechtsvertretung nach Art. 110a 

AsylG abzuweisen ist. Demgemäss ist vorliegend für die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung Art. 65 Abs. 2 VwVG heranzuziehen 

(Art. 110a Abs. 2 AsylG). Dabei wird einer mittellosen Partei in einem nicht 

aussichtslosen Verfahren ein Anwalt bestellt, wenn dies zur Wahrung ihrer 

Rechte notwendig ist. Dabei ist ausschlaggebend, ob die Partei zur Wah-

rung ihrer Rechte notwendigerweise der professionellen juristischen Hilfe 

eines Anwaltes bedarf (vgl. dazu BGE 128 I 225 E. 2.5.2 S. 232 f., BGE 

122 I 49 E. 2c S. 51 ff.; BGE 120 Ia 43 E. 2a S. 44 ff.). Das vorliegende 

Verfahren erscheint weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht als 

besonders komplex, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist. 

7.3 Aufgrund des Entscheids in der Sache erweisen sich die Gesuche um 

Aussetzung des Wegweisungsvollzugs und Wiederherstellung der auf-

schiebenden Wirkung sowie um Erlass des Kostenvorschusses als gegen-

standslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. Es werden keine Verfahrens-

kosten auferlegt. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung gemäss 

Art. 110a AsylG beziehungsweise der unentgeltlichen Rechtspflege ge-

mäss Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Wespi Christa Grünig 

 

 

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