# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 307c800f-ec24-55c9-9eb2-c5d1c97505ce
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-06
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 06.06.2018 OG.2015.00024 (OGZ.2018.103)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2015-00024_2018-06-06.html

## Full Text

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  Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
  Es wirken mit: Obergerichtspräsident Dr. iur. Thomas Nussbaumer,
  Oberrichterin Brigitte Müller, Oberrichterin Dora Brunner, Oberrichter Roger
  Feuz, Kantonsrichterin Beatrice Lienhard sowie Gerichtsschreiber lic. iur. Erich Hug. 

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 6. Juni 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  Verfahren
  OG.2015.00024-30

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Glarner Kantonalbank

    	
    Klägerin, Berufungsklägerin

    
	
    Hauptstrasse 21, 8750 Glarus 

    	
    und Berufungsbeklagte

    

  vertreten durch RA lic. iur. Hanspeter Wüstiner,

  
	
  Traubenstrasse 1, 8002 Zürich 

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1. A.______

    	
    Beklagter, Berufungsbeklagter

    
	
     

    	
    und Berufungskläger

    

  vertreten durch RA Dr. iur. Jodok Wicki und/oder

  
	
  RA Dr. iur. Clemens von Zedtwitz,

  
	
  CMS von Erlach Poncet AG,
  Dreikönigstrasse 7,

  
	
  Postfach 2991, 8022 Zürich 

  
	
   

  
	
  	
    2. B.______

    	
    Beklagte, Berufungsbeklagte

    
	
     

    	
    und Berufungsklägerin

    

  

  
	
  vertreten durch RA Dr. iur. Jodok Wicki und/oder

  
	
  RA Dr. iur. Clemens von Zedtwitz,

  
	
  CMS von Erlach Poncet AG,

  
	
  Dreikönigstrasse 7, Postfach 2991,
  8022 Zürich 

  
	
   

  
	
  	
    3. C.______

    	
    Beklagter, Berufungsbeklagter

    
	
     

    	
    und Berufungskläger

    
	
     

    	
     

    
	
    4. D.______

    	
    Beklagter, Berufungsbeklagter

    
	
     

    	
    und Berufungskläger

    

  vertreten durch RA lic. iur. C.______,

  
	
  Hauptstrasse 47, Postfach 532,
  8750 Glarus 

  
	
   

  
	
  5. E.______                                                             Beklagter,
  Berufungsbeklagter

  
	
                                                                                  und
  Berufungskläger

  
	
  vertreten durch RA lic. iur. C.______,

  
	
  Hauptstrasse 47, Postfach 532,
  8750 Glarus 

  
	
   

  
	
  6. F.______                                                             Beklagter,
  Berufungsbeklagter

  
	
                                                                                  und
  Berufungskläger

  
	
   

  
	
  7. G.______                                                            Beklagter,
  Berufungsbeklagter

  
	
                                                                                  und
  Berufungskläger

  
	
  vertreten durch RA lic. iur. Georg Friedli

  
	
  und/oder RA lic. iur. Dominik Eichenberger,

  
	
  Friedli & Schnidrig Rechtsanwälte,

  
	
  Bahnhofplatz 5, Postfach, 3001 Bern 

  
	
   

  
	
  	
    8. H.______

    	
    Beklagter, Berufungsbeklagter

    
	
     

    	
    und Berufungskläger

    

  vertreten durch RA Dr. iur. Roberto Dallafior

  
	
  und/oder RA Dr. iur. Martin Rauber,

  
	
  Nater Dallafior Rechtsanwälte AG,

  
	
  Hottingerstrasse 21, Postfach, 8024 Zürich 

  
	
   

  
	
  	
    9. J______ AG

    	
    Beklagte, Berufungsbeklagte

    
	
     

    	
    und Berufungsklägerin

    

  vertreten durch RA Dr. iur. Laurent Killias

  
	
  und/oder RAin lic. iur. Paola Wullschleger,

  
	
  Pestalozzi Rechtsanwälte AG, Löwenstrasse 1,

  
	
  8001 Zürich 

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Forderung

  
	
   

  
	
  über die Anträge der Parteien

  
	
   

  
	
  A. der Glarner
  Kantonalbank (GLKB)

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Berufungsanträge
    gemäss Berufungseingabe vom 11. Mai 2015 (act. 306 S. 4):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Das Urteil des
    Kantonsgerichts vom 19. März 2015 sei bezüglich der Dispositivziffer 1
    aufzuheben und im folgenden Sinne abzuändern:

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    Es seien die
    Berufungsbeklagten A.______ bis E.______ (Bankräte), F.______ bis H.______
    (Geschäftsleitungsmitglieder) sowie die Berufungsbeklagte J.______
    (Revisionsstelle) je unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der
    Berufungsklägerin [GLKB] CHF 33‘923‘248.00 sowie EUR 650‘507.00
    zuzüglich Zins zu 5% p.a. seit dem 27. August 2009 zu bezahlen,

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    der Berufungsbeklagte
    F.______ maximal aber zu CHF 18.26 Mio. abzüglich CHF 956.00 (Verrechnung
    gemäss Widerklage) = CHF 18‘259‘044,

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    der
    Berufungsbeklagte G.______ maximal aber zu CHF 19.48 Mio.,

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    der
    Berufungsbeklagte H.______ maximal aber zu CHF 12‘975‘270.00,

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    die
    Berufungsbeklagte J.______ AG maximal aber zu CHF 26‘285‘547.00,

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    jeweils
    zuzüglich Zins zu 5% p.a. seit dem 27. August 2009.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Das Urteil des
    Kantonsgerichts vom 19. März 2015 sei bezüglich der Dispositivziffer 2
    aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Unter Kosten-
    und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklagten.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    II.

    	
    Anträge zur
    Berufung der J.______ AG (gemäss Berufungsantwort vom 30. Juni 2015
    [act. 363 S. 4]):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es sei auf die
    Berufung der Beklagten J.______ AG gegen das Urteil des Kantonsgerichts
    Glarus vom 19. März 2015 nicht einzutreten.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Berufung
    der Beklagten J.______ AG gegen das Urteil des Kantonsgerichts vom
    19. März 2015 bezüglich der Dispositiv Ziffer 1, 4, 5, und 6 sei
    abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Der
    Rückweisungsantrag der Beklagten J.______ AG sei abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Der
    Eventualantrag auf Aufhebung der Solidarhaftung sei abzuweisen, soweit
    darauf einzutreten ist.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Unter Kosten-
    und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten J.______ AG.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
     

    
	
    III.

    	
    Anträge zu den
    Berufungen der Forderungsbeklagten A.______ bis H.______ (gemäss
    Berufungsantwort vom 31. August 2015 [act. 375 S. 4]):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Die Berufungen
    in den Verfahren OG.2015.00026 – OG.2015.00030 der Beklagten A.______ bis
    H.______ gegen das Urteil des Kantonsgerichts vom 19. März 2015 seien
    abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Der
    Rückweisungsantrag der Beklagten A.______ bis H.______ sei abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Unter Kosten-
    und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten A.______ bis H.______.

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  B. von A.______ sowie B.______ 

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Berufungsanträge
    gemäss Berufungseingabe vom 11. Mai 2015 (act. 309
    S. 2 f.):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es seien
    Ziff. 1, 3, 4, 5 und 6 (Ziff. 6 jedoch nur insoweit, als den
    Berufungsklägern A.______ und B.______ keine Prozessentschädigung
    zugesprochen wurde) des Urteils des Kantonsgerichts Glarus vom
    19. März 2015 aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei die
    Klage der Klägerin [GLKB] gemäss den Rechtsbegehren der Berufungsbeklagten
    A.______ und B.______ in ihrer Eingabe vom 3. Januar 2014
    vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die
    erstinstanzlichen Gerichtskosten seien vollumfänglich der Klägerin
    aufzuerlegen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die Klägerin
    sei zu verurteilen, den Berufungsklägern A.______ und B.______ als
    Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren je eine (volle)
    Parteientschädigung von CHF 415‘889.15 zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Eventualiter zu
    den Rechtsbegehren 2 – 4 sei die Klage betreffend Ziff. 1, 3, 4, 5 und
    6 (Ziff. 6 jedoch nur insoweit, als den Berufungsklägern A.______ und
    B.______ keine Prozessentschädigung zugesprochen wurde) des Urteils des
    Kantonsgerichts Glarus vom 19. März 2015 zur Neubeurteilung an das
    Kantonsgericht zurückzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Eventualiter zu
    den Rechtsbegehren 1 - 5:

    
	
     

    	
     

    
	
    a)

    	
    Ziffer 5 und
    Ziffer 6 des Urteils des Kantonsgerichts Glarus vom 19. März 2015
    seien aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    b)

    	
    Die Klägerin
    sei zu verurteilen, den Berufungsklägern A.______ und B.______ als
    Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren gemeinsam eine volle
    Parteientschädigung, ausmachend CHF 415‘889.15 zu bezahlen,
    subeventualiter gemeinsam die Hälfte einer (vollen) Parteientschädigung,
    entsprechend CHF 207‘944.60.

    
	
     

    	
     

    
	
    c)

    	
    Dem
    Berufungskläger A.______ sei an den erstinstanzlichen Gerichtskosten ein Anteil
    von maximal CHF 16‘153.46 aufzuerlegen, und dem Berufungskläger
    B._______ sei an den erstinstanzlichen Gerichtskosten ein Anteil von
    maximal CHF 8‘076.20 aufzuerlegen.

    
	
     

    	
     

    
	
    7.

    	
    Alles unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlich geschuldeter
    Mehrwertsteuer für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zulasten der
    Klägerin.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    II.

    	
    Anträge zur
    Berufung der Glarner Kantonalbank (gemäss Berufungsantwort vom
    25. August 2015 [act. 366 S. 2]):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es sei die
    Berufung der Klägerin abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann;

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    unter Kosten-
    und Entschädigungsfolge (zuzüglich gesetzlich geschuldeter Mehrwertsteuer)
    für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren zulasten der Klägerin.

    

  

  
	
   

  
	
  C. von
  C.______, D.______ und E.______ 

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Berufungsanträge
    gemäss Berufungseingabe vom 12. Mai 2015 (act. 319 S. 3):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es seien die
    Ziff. 1 sowie 3 – 6 des angefochtenen Urteils des Kantonsgerichtes vom
    19. März 2015 aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei die
    Klage vollumfänglich abzuweisen, und es seien sämtliche Kosten des
    Verfahrens des Kantonsgerichtes sowie des Obergerichtes der Klägerin
    aufzuerlegen, unter Zusprechung angemessener Parteientschädigungen an die
    Beklagten für das Verfahren des Kantons- sowie des Obergerichtes.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Eventuell sei
    die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung und Prüfung sowie
    Neubeurteilung an das Kantonsgericht zurückzuweisen, unter Kosten- und
    Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    II.

    	
    Anträge zur
    Berufung der Glarner Kantonalbank (gemäss Berufungsantwort vom
    27. August 2015 [act. 372 S. 2]):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es sei die
    Berufung der Klägerin vom 11. Mai 2015 vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Alles unter
    Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.

    

  

  
	
   

  
	
  D. von
  F.______ 

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Berufungsanträge
    gemäss Berufungseingabe vom 11. Mai 2015 (act. 312 S. 3):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Das Urteil vom
    19. März 2015 sei vollumfänglich aufzuheben und die Klage der
    Berufungsbeklagten [GLKB] sei abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Kosten des
    vorinstanzlichen Verfahrens seien in der Berufung neu und nach Gesetz zu
    verlegen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Eventualantrag:

    
	
     

    	
    Das Urteil vom
    19. März 2015 sei aufzuheben und das Verfahren an die Vorinstanz zur
    Aufnahme des Sachverhaltes und Durchführung eines Beweisverfahrens
    zurückzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Unter Kosten-
    und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklagten.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    II.

    	
    Anträge zur
    Berufung der Glarner Kantonalbank (gemäss Berufungsantwort vom
    25. August 2015 [act. 369 S. 3]):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Die Berufung
    der Glarner Kantonalbank sei abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter Kosten-
    und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsklägerin (GLKB).

    

  

  
	
   

  
	
  E. von G.______

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Berufungsanträge
    gemäss Berufungseingabe vom 11. Mai 2015 (act. 314 S. 2):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Das Urteil des
    Kantonsgerichts Glarus vom 19. März 2015 sei aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Die Klage sei
    abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Die
    erstinstanzlichen Gerichtskosten seien vollumfänglich der Klägerin
    aufzuerlegen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die Klägerin
    sei zu verurteilen, dem Beklagten G.______ für das erstinstanzliche
    Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 1‘467‘815.00 zuzüglich
    Auslagen von CHF 10‘000.00 und Mehrwertsteuer zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Eventualiter
    (zu den Rechtsbegehren Nr. 2-4): Die Sache sei zur Neubeurteilung an
    das Kantonsgericht Glarus zurückzu­weisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Eventualiter zu
    den Rechtsbegehren Nr. 1-5:

    
	
     

    	
     

    
	
    6.1

    	
    Ziffer 5 und
    Ziffer 6 des Urteils des Kantonsgerichts Glarus vom 19. März2015 seien
    aufzuheben.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.2

    	
    Dem Beklagten
    G.______ sei an den erstinstanzlichen Gerichtskosten ein Anteil von maximal
    CHF 24‘196.00 aufzuerlegen.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.3

    	
    Die Klägerin
    sei zu verurteilen, dem Beklagten G.______ für das erstinstanzliche
    Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 1‘310‘024.00 zuzüglich
    Auslagen von CHF 10‘000.00 und Mehrwertsteuer zu leisten.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    Alles unter
    Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer.

    

  

  
	
   

  
	
  	
    II.

    	
    Anträge zur
    Berufung der Glarner Kantonalbank (gemäss Berufungsantwort vom
    25. August 2015 [act. 367 S. 2]):

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    Die Berufung
    der Klägerin/Berufungsklägerin vom 11. Mai 2015 sei abzuweisen, soweit
    darauf eingetreten werden kann,

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    unter Kosten-
    und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer).

    

  

  
	
   

  
	
  F. von
  H.______

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Berufungsanträge
    gemäss Berufungseingabe vom 11. Mai 2015 (act. 317
    S. 4 f.):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es sei das
    Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Glarus vom 19. März 2015 in
    allen Teilen aufzuheben, die Klage vollumfänglich abzuweisen und die
    Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten H.______ für das erstinstanzliche
    Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 271‘189.20, eventualiter
    von CHF 138‘629.70 zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Eventualiter
    sei das Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Glarus vom 19. März
    2015 in allen Teilen aufzuheben und die Sache an das Kantonsgericht des
    Kantons Glarus zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und neuerlichen
    Entscheidung zurückzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Subeventualiter
    seien Dispositivziffern 5 und 6 des Urteils des Kantonsgerichts des Kantons
    Glarus vom 19. März 2015 aufzuheben und die Kosten- und
    Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche Verfahren wie folgt zu
    regeln:

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    dem Beklagen
    H.______ seien die Gerichtskosten für das erstinstanzliche Verfahren nur im
    Umfang von maximal CHF 16‘115.15 aufzuerlegen;

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    die Klägerin
    sei zu verpflichten, dem Beklagten H.______ für das erstinstanzliche
    Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 235‘880.35, zuzüglich MwSt.
    eventualiter von CHF 98‘898.45 zuzüglich MwSt. zu bezahlen.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Alles unter
    Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin und
    Berufungsbeklagten.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
     

    
	
    II.

    	
    Anträge zur
    Berufung der Glarner Kantonalbank (gemäss Berufungsantwort vom
    26. August 2015 [act. 371 S. 4]):

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    Es sei die
    Berufung der Klägerin und Berufungsklägerin vom 11. Mai 2015 abzuweisen,
    soweit darauf eingetreten werden kann;

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    unter Kosten-
    und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Klägerin
    und Berufungsklägerin.

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  G. der
  J.______ AG

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Berufungsanträge
    gemäss Berufungseingabe vom 11. Mai 2015 (act. 308 S. 4):

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es sei das
    Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Glarus vom 19. März 2015
    bezüglich Dispositiv Ziff. 1, 4, 5 und 6 aufzuheben und die Klage
    bezüglich der Beklagten J.______ AG vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Unter Kosten-
    und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zulasten der Klägerin und
    Berufungsbeklagten.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    Eventualiter:

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Es sei das
    Urteil des Kantonsgerichts des Kantons Glarus vom 19. März 2015
    bezüglich Dispositiv Ziff. 1, 4, 5 und 6 aufzuheben und zur
    Durchführung des Beweisverfahrens und neuer Entscheidung an die Vorinstanz
    zurückzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
    2.

    	
    Es sei gegen
    die Beklagte J.______ AG und Berufungsklägerin keine Solidarhaft
    anzuordnen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Unter Kosten-
    und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zulasten der Klägerin und
    Berufungsbeklagten.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
     

    
	
    II.

    	
    Anträge zur
    Berufung der Glarner Kantonalbank (gemäss Berufungsantwort vom
    28. August 2015 [act. 373 S. 4]):

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    Es sei die
    Berufung der Klägerin und Berufungsklägerin vollumfänglich abzuweisen.

    
	
     

    	
     

    
	
     

    	
    unter Kosten-
    und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zu Lasten der Klägerin und
    Berufungsklägerin.

    

  

  
	
  _____________________________

  
	
   

  
	
   

  
	
  Vereinzelte Abkürzungserklärungen:

  
	
   

  
	
  	
    aBankG

    	
    (altes) Bundesgesetz über die Banken und
    Sparkassen vom 8. November 1934 (Bankengesetz; SR 952.0); das
    Bankengesetz wurde per 1. Januar 2009 insbesondere in Bezug auf die
    aufsichtsrechtlichen Bestim­mungen grundlegend revidiert; für den
    vorliegenden Rechtsstreit ist die in den Jahren 2005-2007 gültige
    Gesetzesfassung massgeblich (siehe den entsprechenden Gesetzestext bei
    act. 451)

     

    
	
    aBankV

    	
    (alte) Verordnung über die Banken und
    Sparkassen vom 17. Mai 1972 (Bankenverordnung; SR 952.02), hier
    in der in den Jahren 2005/2007 geltenden Fassung (siehe den betreffenden
    Verordnungstext bei act. 452)

     

    
	
    aGOR

    	
    (altes) Geschäfts- und
    Organisationsreglement der Glarner Kantonalbank vom 23. Dezember 2003
    (siehe die für den vorliegenden Rechtsstreit einschlägige Fassung bei
    act. 95/16)

     

    
	
    aKBG

    	
    (altes) Gesetz über die Glarner
    Kantonalbank vom 4. Mai 2003 (hier in der in den Jahren 2005 bis 2007
    gültigen Fassung; siehe dazu bei act. 450)

     

    
	
    EBK

    	
    Eidgenössische Bankenkommission (am
    1. Januar 2009 abgelöst durch die Eidgenössische
    Finanzmarktaufsicht [FINMA])

     

    
	
    GLKB

    	
    Glarner Kantonalbank (soweit in den
    folgenden Erwägungen die GLKB als Prozesspartei gemeint ist, wird sie als Klägerin
    bezeichnet, in ihrer Stellung als Bank dagegen als GLKB).

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  Das
  Gericht zieht in Betracht:

  
	
   

  
	
  	
    I.

    	
    Sachverhalt
    und Prozessgeschichte

    

  

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Glarner Kantonalbank (Klägerin) reichte am 16. Juli 2010 beim
  Kantonsgericht Glarus eine Teilklage über eine Forderung in der Höhe von
  CHF 38‘795‘698.‑ ein (act. 2). Im Verlauf des
  erstinstanzlichen Verfahrens reduzierte sie ihre Forderung auf
  CHF 35‘751‘315.‑ (Hauptbegehren) bzw. CHF 34‘774‘164.‑
  sowie EUR 650‘507.‑ (Eventualbegehren) (act. 170
  S. 3 f.). Mit ihrem Forderungsbegehren macht die Klägerin
  Schadenersatz geltend für Verluste, die sie nach ihrer Darstellung erlitten
  hat konkret im Zusammenhang mit sechs Kreditengagements, die in den Jahren
  2005 bis 2007 getätigt wurden (act. 28 S. 5 Ziff. 6 f.;
  act. 93 Rz. 16). Für die behaupteten Kreditausfälle macht die
  Klägerin ehemalige Mitglieder des Bankrates und der Geschäftsleitung sowie
  die frühere Revisionsstelle solidarisch verantwortlich und haftbar (dabei
  jedoch nicht alle für den gesamten Betrag); im Einzelnen sind dies
  (act. 28 S. 6 Ziff. 10 ff.):

  
	
   

  
	
  	
    1)

    	
    A.______,
    Mitglied des Bankrates und zugleich dessen Präsident;

    
	
    2)

    	
    B.______,
    Mitglied des Bankrates (am 26. Mai 2016 verstorben, worauf seine

                     
    Erben in den Prozess nachgerückt sind [act. 442 S. 5
    Ziff. 2-5]);

    
	
    3)

    	
    C.______,
    Mitglied des Bankrates;

    
	
    4)

    	
    D.______,
    Mitglied des Bankrates;

    
	
    5)

    	
    E.______,
    Mitglied des Bankrates;

    
	
     

    	
     

    
	
    6)

    	
    F.______,
    Angestellter der GLKB, Vorsitzender der Geschäftsleitung;

    
	
    7)

    	
    G.______,
    Angestellter der GLKB und Mitglied der Geschäftsleitung;

    
	
    8)

    	
    H.______,
    Angestellter der GLKB und Mitglied der Geschäftsleitung;

    
	
     

    	
     

    
	
    9)

    	
    J.______ AG, externe und bankengesetzliche Revisionsstelle der
    GLKB.

    

  

  
	
   

  1.2 Das Kantonsgerichtspräsidium erkannte mit Verfügung vom 7. Januar
  2011, dass das Kantonsgericht zur Behandlung der Forderungsklage nicht
  zuständig sei, soweit sich diese gegen die ehemaligen Mitglieder des
  Bankrates richtet (act. 39). Auf Berufung der Klägerin hin erklärte das
  Obergericht mit Entscheid vom 1. Juli 2011 das Kantonsgericht für
  sachlich zuständig zur Beurteilung der Klage gegen alle ins Recht gefassten
  Parteien (act. 88).

  
	
   

  
	
   

  
	
  1.3

  
	
  1.3.1 Am
  19. März 2015 erliess das Kantonsgericht nachstehendes Urteil
  (act. 290 S. 108 f.):

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beklagten A.______ bis
    J.______ werden unter solidarischer Haftung gemäss Art. 759
    Abs. 1 OR verpflichtet, der klagenden Partei folgende Beträge
    nebst Zins zu 5 % seit 27. August 2009 zu bezahlen, wobei die
    CHF-Beträge und die EUR-Beträge kumulativ zu bezahlen sind:

     

    

  

  
	
  	
     

    	
     

    	
     

    	
    CHF

    	
    EUR

    
	
     

    		
     

    	
     

    	
     

    
	
    Bankrat

    	
     

    		
	
     

    	
    A.______

    	
    Beklagter 1

    	
    1'356'930.—

    	
    26'020.—

    
	
     

    	
    B.______

    	
    Beklagter 2

    	
    678'465.—

    	
    13'010.—

    
	
     

    	
    C.______

    	
    Beklagter 3

    	
    678'465.—

    	
    13'010.—

    
	
     

    	
    D.______

    	
    Beklagter 4

    	
    678'465.—

    	
    13'010.—

    
	
     

    	
    E.______

    	
    Beklagter 5

    	
    678'465.—

    	
    13'010.—

    
	
     

    		
     

    	
     

    	
     

    
	
    Geschäftsleitung

    	
     

    		
	
     

    	
    F.______

    	
    Beklagter 6

    	
    2'034'439.15

    	
    39'030.—

    
	
     

    	
    G.______

    	
    Beklagter 7

    	
    2'035'395.—

    	
    39'030.—

    
	
     

    	
    H.______

    	
    Beklagter 8

    	
    1'356'930.—

    	
    26'020.—

    
	
     

    		
     

    	
     

    	
     

    
	
    externe 

    Revisionsstelle

    	
     

    	
     

    	
     

    
	
       J.______ AG

    	
    Beklagte 9

    	
    6'106'185.—

    	
    117'091.—

    
	
     

    		
     

    	
     

    	
     

    
	
    Total

    	
     

    	
    15'603'739.15

    	
    299'231.—

    
	
     

    	
     

    	
     

    	
    CHF

    	
    EUR

    
	
     

     

    	
     

    	
     

    	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

    
	
     

    	
     

    
	
    3.

    	
    Es wird vorgemerkt, dass das Rechtsbegehren in der
    Hauptsache eine Teilklage darstellt.

    
	
     

    	
     

    
	
    4.

    	
    Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf gesamthaft
    CHF 450'000.—. 

    
	
     

    	
     

    
	
    5.

    	
    Die Gerichtskosten werden zur Hälfte den Beklagten
    A.______ bis J.______ unter solidarischer Haftbarkeit im Verhältnis gemäss
    Ziffer 1 vorstehend und zur Hälfte der Klägerin auferlegt und entsprechend
    von ihnen bezogen. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 639.— werden den Beklagten im gleichen Verhältnis auferlegt.

    
	
     

    	
     

    
	
    6.

    	
    Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    

  

  
	
   

  1.3.2 Mit
  Schreiben vom 2. April 2015 (act. 295) erläuterte das
  Kantonsgericht seinen Entscheid dahingehend, dass die in
  Dispositiv-Ziff. 1 vorgesehene solidarische Haftbarkeit der Beklagten
  nicht zum Tragen komme und daher jede belangte Partei „allein die in
  Ziffer 1 des Dispositivs jeweils unter ihrem Namen aufgeführten Teilbeträge
  in CHF und EURO zu bezahlen“ habe.

  
	
   

  
	
  1.4

  
	
  1.4.1 Gegen den
  Entscheid des Kantonsgerichts erhoben in der Folge alle Parteien rechtzeitig
  Berufung beim Obergericht (siehe die Übersicht bei act. 320). Die
  früheren Bankräte sowie die ehemaligen Mitglieder der Geschäftsleitung und
  die Revisionsstelle beantragen alle im Hauptstandpunkt die vollständige und
  kostenfällige Abweisung der gegen sie erhobenen Haftungsklage. Die Klägerin
  ihrerseits begehrt in ihrer Berufung an, es sei ihre (Teil)Klage im Umfang
  von CHF 33‘923‘248.00 so­wie EUR 650‘507.00
  zuzüglich Zins gutzuheissen und seien die Beklagten je nach Massgabe ihrer
  individuellen Mitverantwortlichkeit zur solidarischen Haftbarkeit zu
  verpflichten.

  
	
   

  
	
  1.4.2 Die vom
  Obergericht unter den Prozessnummern OG.2015.00024-30 erfassten Berufungen
  betreffen denselben Rechtsstreit; sie wurden daher unter dem Verfahren
  OG.2015.00024 vereinigt (Art. 125 lit. c ZPO; dazu Seiler, Die Berufung nach ZPO, Zürich
  2013, N. 1061 und N 1065) und gemeinsam behandelt (act. 320).

  
	
   

  
	
  1.4.3 Das
  Obergericht wickelte den Berufungsprozesses im schriftlichen Verfahren ab.
  Mit Schreiben vom 3. November 2016 (act. 444) erklärte das Obergericht
  den umfangreichen Schriftenwechsel für abgeschlossen und kündigte den
  Parteien die materielle Behandlung der Streitsache an. Bereits zuvor, mit
  Schreiben vom 31. August 2016 (act. 430), wurde den Parteien die
  Besetzung des Gerichts bekannt gemacht, wobei allerdings in der Folge eine
  Oberrichterin zufolge Rücktritts zu ersetzen war, was den Parteien ebenfalls angezeigt
  worden ist (act. 455).

  
	
   

  
	
  1.4.4 Am 6. Juni
  2018 fällte das Obergericht seinen Entscheid (act. 458).

  
	
   

  
	
  1.5  Widerklagen
  sind nicht mehr Prozessthema

  
	
   

  
	
  Das Kantonsgericht hat in seinem Entscheid
  vom 19. März 2015 auch über die beiden Widerklagen von F.______ und der
  J.______ AG befunden (act. 290 S. 109 Dispositiv-Ziff. 7 –
  15). Hiergegen ist von keiner Partei Berufung erhoben worden, womit über die
  Widerklagen rechtskräftig entschieden ist (Art. 315 Abs. 1 ZPO e
  contrario).

  
	
   

  
	
  	
    II.

    	
    Formelle
    Erwägungen

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Novenrecht

    

  

  
	
   

  1.1 Am
  1. Januar 2011 ist die eidgenössische Zivilprozessordnung in Kraft
  getreten. Die Glarner Kantonalbank hatte die hier streitgegenständliche
  Verantwortlichkeitsklage bereits am 16. Juli 2010 beim Kantonsgericht
  als Erstinstanz eingereicht (act. 2), weshalb das vorinstanzliche
  Verfahren noch nach Massgabe der Glarner Zivilprozessordnung abzuwickeln war
  (Art. 404 Abs. 1 ZPO). Für das vorliegende Berufungsverfahren
  gelangen hingegen die Bestimmungen der eidgenössischen Zivilprozessordnung
  zur Anwendung, nachdem das Kantonsgericht den angefochtenen Entscheid am
  19. März 2015 gefällt hat (Art. 405 Abs. 1 ZPO).

  
	
   

  
	
  1.2 Zu den
  Eigenheiten des Glarner Zivilprozesses gehörte, dass im schriftlichen
  Verfahren sämtliche Beweismittel grundsätzlich mit der Klageschrift dem
  Gericht einzureichen waren (Art. 50 ZPO/GL). Hernach konnten die
  Parteien neue Tatsachen und Beweise erst wieder in einem allfälligen
  Berufungsverfahren vor Obergericht vorbringen (Art. 299 Abs. 2
  Satz 1 ZPO/GL; siehe auch Art. 301 Abs. 3 und Art. 302
  Abs. 2 ZPO/GL). Einzig wenn eine Partei vor erster Instanz säumig blieb,
  war sie vor Obergericht auf Vorbringen beschränkt, die sie nicht schon vor
  erster Instanz hätte vortragen können (sogenannte echte Noven, Art. 299
  Abs. 2 Satz 2 ZPO/GL). Das Obergericht hat dabei in konstanter
  Praxis den Begriff der Säumnis eng verstanden und allein nur auf denjenigen
  Fall bezogen, dass eine beklagte Partei der vorinstanzlichen Verhandlung
  ferngeblieben ist oder – im schriftlichen Verfahren – keine Klageantwort
  eingereicht hat. Im Regelfall konnten somit im Glarner Zivilprozess die
  Parteien stets zweimal ohne Einschränkung neue Tatsachen und Beweise
  vorbringen: einmal vor erster Instanz und ein zweites Mal im
  Berufungsverfahren.

  
	
   

  
	
  Unter der nun geltenden eidgenössischen
  Zivilprozessordnung kann im ordentlichen Verfahren jede Partei sich ebenfalls
  zweimal unbeschränkt äussern und dabei Behauptungen und Beweise vortragen;
  nur hat dies im Unterschied zur vorherigen kantonalen Regelung noch vor der
  ersten Instanz zu geschehen (Art. 221 Abs. 1 lit. d und e
  sowie Art. 229 Abs. 2 ZPO; BGE 140 III 312 E. 6.3.2.3).
  Im Berufungsstadium sind dagegen Noven grundsätzlich nicht mehr zulässig bzw.
  können solche nur noch unter sehr einschränkenden Voraussetzungen eingebracht
  werden (Art. 317 Abs. 1 ZPO).

  
	
   

  
	
  1.3 Die
  Vorinstanz hat diese Inkongruenz zwischen dem früheren Glarner Prozessrecht
  und den eidgenössischen Zivilprozessregeln und deren Tragweite bei einem
  Streitverfahren im Übergangsstadium zwischen diesen beiden Regelwerken
  erkannt und hat darum den Parteien die Möglichkeit eingeräumt, im
  erstinstanzlichen Verfahren Noven entgegen der damaligen Glarner Regelung
  auch noch im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik und Duplik)
  vorzubringen (act. 155), wovon in der Folge unter anderem die Klägerin
  Gebrauch gemacht hat (act. 171).

  
	
   

  
	
  1.4

  
	
  1.4.1 Namentlich die Beklagten G.______ und H.______ wenden in ihren
  Berufungen ein, die Vorinstanz habe die einschlägigen prozeduralen Regeln des
  damaligen Glarner Prozessrechts eigenmächtig und zu Unrecht ausser Kraft
  gesetzt, weshalb die von der Klägerin im erstinstanzlichen Verfahren erst mit
  der Replik vorgebrachten neuen Tatsachen und Beweismittel nicht mehr hätten
  berücksichtigt werden dürfen. Denn die Übergangsbestimmungen der
  eidgenössischen ZPO sowie die dazugehörigen Materialien böten keine Grundlage
  für das von der Vorinstanz gewählte eigenwillige Vorgehen; entgegen der
  Annahme der Vorinstanz habe zudem auch nicht ein "Härtefall"
  bestanden (dazu act. 290 S. 33). Als nämlich die Klägerin am
  19. Oktober 2011 die begründete Klageschrift (act. 93) eingereicht
  habe, sei die neue eidgenössische ZPO bereits in Kraft gestanden und habe
  daher die Klägerin gewusst, dass sie in einem allfälligen späteren Rechtsmittelverfahren
  keine neuen Tatsachen und Beweise mehr würde in den Prozess einbringen
  können. Erst recht hätte sie darum nach Massgabe der im Erstverfahren noch
  anwendbaren Glarner Regeln sämtliche Tatsachen und Beweise eben bereits mit
  der Klageschrift vorbringen müssen (act. 314 Rz. 179-189;
  act. 317 Rz. 89-104).

  
	
   

  
	
  1.4.2 Dem
  Standpunkt der Beklagten G.______ und H.______ kann nicht gefolgt werden.
  Sowohl die auf das vorinstanzliche Verfahren noch anwendbar gewesene
  ZPO/GL als auch die für das vorliegende Berufungsverfahren geltende ZPO/CH
  lassen je als Ganzes gesehen bei einem Rechtsstreit über zwei Instanzen zu,
  dass zweimal unbeschränkt Tatsachenbehauptungen und Beweismittel
  vorgebracht werden können (siehe einerseits Art. 39 f.
  i.V.m. Art. 56 und Art. 87 ZPO/GL sowie Art. 299 Abs. 2
  ZPO/GL und andererseits Art. 221 und Art. 229 Abs. 2
  ZPO/CH; hierzu BGE 140 III 312 E. 6.3.2.3 m.w.H.). Würden nun in der
  hier speziellen Konstellation – Glarner Prozessrecht im erstinstanzlichen
  Stadium, eidgenössische ZPO im Rechtsmittelverfahren – die je spezifischen
  Prozessbestimmungen wortgetreu angewendet, hätte dies zur Folge, dass die
  Parteien über beide Instanzen betrachtet lediglich einmal unbeschränkt
  Tatsachen und Beweise vorbringen dürften, konkret in der ersten Instanz (nach
  Massgabe des Glarner Prozessrechts), nicht mehr aber in zweiter Instanz, weil
  die eidgenössische ZPO dies ausschliesst. Dies ist im Ergebnis unbillig.
  Vielmehr ist dem in beiden involvierten Prozessordnungen statuierten Recht
  der Parteien, zweimal unbeschränkt Tatsachen und Beweise vorzutragen, auch im
  vorliegenden Prozess zum Durchbruch zu verhelfen. Dies nicht zuletzt aufgrund
  des verfassungsrechtlich garantierten Anspruchs der Parteien auf ein faires
  Verfahren (Art. 29 BV) und zumal keine der Parteien die beschriebene
  besondere übergangsrechtliche Konstellation zu vertreten hat. Die kritisierte
  vorinstanzliche Handhabung des Novenrechts ist daher nicht zu beanstanden.
  Daran ändert auch der Umstand nichts, dass im Zeitpunkt, als die Klägerin im
  Herbst 2011 ihre Klageschrift noch nach Massgabe der Glarner Prozessordnung
  verfasst hatte, "im Hintergrund" für neue Verfahren bereits die
  eidgenössische ZPO galt. 

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Klageänderung

    

  

  
	
   

  2.1 Bei
  Einleitung des Verfahrens vor dem Vermittleramt Glarus-Riedern machte die
  Klägerin gegenüber den Beklagten eine Forderung in Höhe von
  CHF 38‘795‘698.‑ geltend (act. 1). In ihrer Klagebegründung
  vor Vorinstanz bezifferte die Klägerin den Forderungsanspruch auf
  CHF 38‘626‘698.‑ (act. 93 S. 4 Rechtsbegehren
  Ziff. 1), ehe sie in der Replik die Forderung auf noch
  CHF 35‘751‘315.‑ reduzierte (Hauptbegehren) bzw. im
  Eventualbegehren auf CHF 34‘774‘164.‑ und EUR 650‘507.‑
  (act. 170 S. 3 Rechtsbegehren Ziff. 1 und Ziff. 2).

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz beurteilte die nachträgliche
  Aufteilung der eingeklagten Forderungssumme in CHF und EUR entgegen den
  Einwendungen von beklagtischer Seite (siehe etwa act. 222
  Rz. 17 ff.) als zulässige Klageänderung und legte in ihrem
  Entscheid in Anlehnung an das Eventualbegehren die Zahlungsverpflichtungen in
  CHF und EUR fest (act. 290 S. 31 f. E. 10 sowie
  S. 108 Dispositiv-Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  2.2 Die von der
  Vorinstanz bejahte Zulässigkeit der Klageänderung ist im vorliegenden
  Berufungsverfahren strittig. Der mehrfach vorgebrachte Einwand geht dahin,
  dass effektiv gar keine Klageänderung vorliege, da die Klägerin sowohl in der
  Klageeingabe als auch in der Replik unverändert an denselben Ansprüchen
  festgehalten habe. Mit der Aufteilung ihrer Forderung in der Replik in CHF
  und EUR habe die Klägerin lediglich einen Fehler in ihrer ersten Eingabe
  behoben, hätte sie nämlich im Lichte von Art. 84 Abs. 1 OR bereits
  in ihrer ersten Eingabe einen Teil der Forderung in EUR geltend machen
  müssen, soweit der behauptete Schaden auf Kreditausfälle in dieser Währung
  zurückgeführt werde (act. 309 Rz. 84-88; act. 314
  Rz. 190-194; act. 317 Rz. 105-110).

  
	
   

  
	
  2.3 Das
  erstinstanzliche Verfahren stand noch unter den Regeln des kantonalen
  Zivilprozessrechts (Art. 404 Abs. 1 ZPO; siehe dazu oben
  E. II. 1.1.). Gemäss Art. 89 Abs. 1 ZPO/GL konnte der
  Kläger bis zum Abschluss des Hauptverfahrens im Rahmen
  der Zuständigkeit des angerufenen Gerichts einen anderen oder weiteren
  Anspruch stellen, sofern der neue Anspruch mit dem bisher geltend gemachten
  in engem Zusammenhang steht. Das Gericht konnte die Änderung der Klage
  ablehnen, wenn durch sie die Rechtsstellung der beklagten Partei wesentlich
  beeinträchtigt oder das Verfahren ungebührlich verzögert wurde (Abs. 2).

  
	
   

  
	
  Vorliegend stützt die Klägerin die eingeklagten
  Ersatzansprüche konkret auf sechs Kreditengagements, die aus ihrer Sicht
  wegen Pflichtversäumnissen der Beklagten gescheitert sind (siehe dazu weiter
  unten E. III.D.). Damit ist der Lebensvorgang, aus dem die Klägerin ihr
  Forderungsbegehren herleitet, vollständig und klar umrissen. Indem die
  Klägerin in Hinsicht auf diesen Lebenssachverhalt ihre Forderung zunächst
  ausschliesslich in CHF beziffert, später in der Replik, und damit noch vor
  Abschluss des Hauptverfahrens (Art. 56 i.V.m. Art. 38 ff.
  aZPO/GL), einen Teil der Forderung nunmehr in EUR verlangt, hat sie ihr
  Rechtsbegehren mit Blick auf Art. 89 Abs. 1 ZPO/GL in zulässiger Weise
  und noch rechtzeitig geändert (zum Tatbestand der Klageänderung siehe Guldener, Schweizer Zivilprozessrecht,
  Zürich 1979, S. 202). Wäre in einer solchen Konstellation eine
  Klageänderung nicht zulässig, müsste ein Kläger ohne sachlich
  nachvollziehbaren Grund jeweils ein neues Verfahren über den behaupteten
  Fremdwährungsanspruch anheben. Dass dies der Prozessökonomie abträglich ist,
  hat bereits die Vorinstanz zutreffend erkannt; es kann daher ergänzend auf
  deren Erwägungen verwiesen werden (act. 290
  S. 31 f. E. 10).

  
	
   

  
	
  Lediglich der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass
  vorliegend die Klägerin von den Beklagten nicht gestützt auf die einzelnen
  Kreditverträge die Rückzahlung ausstehender Kreditschulden fordert, sind doch
  die Beklagten nicht Parteien der betreffenden Kreditverträge. Vielmehr macht
  sie ihnen gegenüber verantwortungsrechtliche Ansprüche im Sinne von
  Art. 754 bzw. Art. 755 OR geltend, welche grundsätzlich in
  Schweizer Währung gefordert werden können (zutreffend die Klägerin in
  act. 170 Rz. 443 f.). Insofern hätte die Vorinstanz sich in
  ihrem Entscheid ohne weiteres auch an das Hauptbegehren der Klägerin halten
  können, in welchem ausschliesslich Schadenersatz in hiesiger Währung geltend
  gemacht wird und hätte so der Diskussion über die Zulässigkeit einer
  Klageänderung aus dem Weg gehen können.

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    III.

    	
    Materielle
    Erwägungen

    
	
     

    	
     

    
	
    A.

    	
    Die in den
    Prozess involvierten Parteien

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Die
    Glarner Kantonalbank (GLKB)

    

  

  
	
   

  1.1 Die hier zu
  beurteilende Verantwortlichkeitsklage der Klägerin geht auf Kreditvergaben in
  den Jahren 2005 – 2007 zurück. Damals war die GLKB als selbständige Anstalt
  des öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichkeit organisiert (Art. 1
  Abs. 1 aKBG). Der Kanton stellte der GLKB das erforderliche Grund- bzw.
  Dotationskapital bereit (Art. 8 aKBG) und gewährte ihr umfassende
  Staatsgarantie, indem der Kanton im Aussenverhältnis für alle
  Verbindlichkeiten der Bank haftet, soweit deren eigene Mittel nicht
  ausreichen (Art. 5 Abs. 1 aKBG; siehe dazu auch Strasser, in: in:
  Watter/Vogt/Bauer/Winzeler [Hrsg.], Basler Kommentar, Banken­gesetz, Basel
  2005, N 48-50 zu Art. 3a).

  
	
   

  
	
  	
    1.2

    	
    Organe
    der GLKB waren (Art. 12 aKBG):

    
	
     

    	
    - der
    Bankrat;

    
	
     

    	
    - die Geschäftsführung;

    
	
     

    	
    - die
    externe Revisionsstelle.

    
	
     

    	
     

    

  1.2.1 Dem
  Bankrat oblag die Oberleitung der Bank sowie die Aufsicht und Kontrolle der
  Geschäftsführung (Art. 15 aKBG sowie Art. 43 Abs. 1 und
  Art. 50 Abs. 1 aGOR). Wahlbehörde für die Mitglieder des Bankrates
  war der Landrat (Kantonsparlament) (Art. 23 lit. a aKBG). Den
  Vorsitz des Bankrates hatte der Bankpräsident inne (Art. 13 Abs. 1
  und Art. 18 aKBG), welcher die Bank nach aussen vertrat, insbesondere
  auch im Landrat (Art. 18 Abs. 2 aKBG). An den Sitzungen des
  Bankrats nahm jeweils auch der CEO der Bank (dazu gleich nachstehend) mit
  beratender Stimme teil (Art. 58 aGOR). Innerhalb des Bankrates bestanden
  drei ständige Ausschüsse: der Strategie- und Personalausschuss, der
  Prüfungsausschuss sowie der Risikoausschuss (Art. 16 Abs. 1 aKBG
  sowie Art. 62 und Art. 64 aGOR).

  
	
   

  
	
  1.2.2 Die
  Geschäftsführung war zuständig für die gesamte Führung der Geschäfte und die
  Vertretung der Bank nach aussen (Art. 19 Abs. 1 aKBG und
  Art. 75 Abs. 1 GOR); als Vorsitzender amtete der Chief Executive
  Officer [CEO] (Art. 74 Abs. 1 aGOR), wobei das ganze Gremium unter
  der unmittelbaren Aufsicht des Bankpräsidenten stand (Art. 73
  Abs. 2 aGOR). Die Wahl der Mitglieder der Geschäftsführung bzw.
  Geschäftsleitung (so die Terminologie in Art. 73 ff. aGOR) fiel in
  die Zuständigkeit des Bankrates (Art. 15 lit. c aKBG sowie
  Art. 51 Ziff. 4 lit. a und Art. 74 Abs. 1 aGOR).

  
	
   

  
	
  Auf der Stufe der Geschäftsleitung bestand
  ein Kreditausschuss, wobei allerdings dieser Ausschuss zumindest im aGOR nicht
  erwähnt ist (irreführend die Vorinstanz mit ihrem Verweis auf die Ausschüsse
  des Bankrates, act. 290 S. 60 E. 17.1.3.). Gemäss der ab
  1. Mai 2005 geltenden Kompetenzordnung der GLKB gehörten dem
  Kreditausschuss der CEO sowie der Bereichsleiter Privatkunden und der
  Bereichsleiter Geschäftskunden an (act. 95/76 S. 2 Legende: „KAS“),
  mithin alles Personen der oberen Führungsebene (Art. 72 Abs. 2
  lit. a und b sowie Art. 74 Abs. 1 aGOR). In die Zuständigkeit
  des Kreditausschusses fielen Entscheidungen über Kreditausleihungen ab CHF
  2 Mio. (Privatkunden) bzw. ab CHF 10 Mio. (Geschäfts-
  bzw. Firmenkunden) bis zur Höhe von 10 % der Bankeigenmittel
  (act. 95/76 S. 10 Ziff. 1 und S. 14 Ziff. 1 i.V.m.
  S. 3 Ziff. 13).

  
	
   

  
	
  1.2.3 Für die
  Wahl der externen (obligationenrechtlichen) Revisionsstelle im Sinne von
  Art. 727 OR (siehe dazu Art. 20 aKBG) war der Landrat zuständig
  (Art. 23 lit. b aKBG). Weil indes die GLKB unbestrittenermassen dem
  Bankengesetz unterstellt ist, muss neben der eben erwähnten externen
  Revisionsstelle zusätzlich noch eine bankengesetzliche Revisionsstelle
  installiert sein (Art. 18 Abs. 1 aBankG; siehe auch Art. 21
  aKBG). Die Wahl dieser bankengesetzlichen Revisionsstelle oblag dem Bankrat
  (Art. 15 lit. e aKBG; Art. 51 Ziff. 4 lit. c aGOR).

  
	
   

  
	
  Dem Landrat stand es im Rahmen seiner
  Wahlkompetenz frei, die vom Bankrat eingesetzte bankengesetzlichen
  Revisionsstelle zugleich auch als externe Revisionsstelle zu wählen
  (Art. 20 Abs. 1 2. Satz aKBG) und damit den
  obligationenrechtlichen und den bankengesetzlichen Prüfauftrag bei einer
  Kontrollinstanz zusammenzufassen. Letzteres entsprach jedenfalls im hier
  interessierenden Zeitraum 2005 – 2007 gängiger Praxis im schweizerischen
  Bankenwesen (Watter, in: Watter/ Vogt/Bauer/Winzeler [Hrsg.], Basler Kommentar, Bankengesetz,
  Basel 2005, N 15 zu Art. 18).

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    A.______

    

  

  
	
  A.______ gehörte von Juli 1987 bis Januar
  2008 dem Bankrat an. Seit Juli 1990 bis zu seinem Rücktritt amtete er als
  Bankpräsident (act. 93 Rz. 39 und act. 143 Rz. 81).

  
	
   

  
	
  Als Bankpräsident hatte A.______ die Bank
  nach aussen zu vertreten sowie die Tätigkeit der Geschäftsführung zu
  überwachen und den Bankrat darüber zu informieren (Art. 18 Abs. 1
  und 2 aKBG; siehe ferner Art. 69 aGOR). Gemeinsam mit dem CEO hatte er
  den Kontakt und den Informationsfluss zwischen dem Bankrat und der
  Geschäftsleitung ausserhalb der Sitzungen sicherzustellen (Art. 71
  Abs. 1 aGOR). Von Amtes wegen nahm er zudem Einsitz in den ständigen
  Ausschüssen des Bankrates, war darin aber vom Vorsitz ausgeschlossen (Art. 64
  Abs. 2 aGOR).

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    B.______

    

  

  
	
  Der inzwischen verstorbene B.______ war von
  Mai 1989 bis Januar 2008 Bankrat, wobei er ab September 1999 als
  Vizepräsident des Gremiums fungierte. Er präsidierte den Risikoausschuss des
  Bankrates (act. 93 Rz. 42 und 44; act. 143 Rz. 81).

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    C.______

    

  

  
	
  C.______ war von Juli 1996 bis Juni 2009
  Mitglied des Bankrates. Ab 2003 hatte er das Präsidium des Strategie- und
  Personalausschusses inne (act. 93 Rz. 45 und 47; act. 141
  S. 11).

  
	
   

  
	
  	
    5.

    	
    D.______ 

    

  

  
	
  Die Amtszeit von D.______ als Bankrat
  dauerte von Juli 2002 bis Dezember 2008; er stand dem Prüfungsausschuss vor
  (act. 93 Rz. 48 und 50; act. 141 S. 11).

  
	
   

  
	
  	
    6.

    	
    E.______

    

  

  
	
  E.______ amtierte von Juli 2002 bis Dezember
  2008 als Bankrat. Er hatte Einsitz im Strategie- und Personalausschuss
  (act. 93 Rz. 51 und 53; act. 141 S. 11).

  
	
   

  
	
  	
    7.

    	
    F.______
    

    

  

  
	
  Ab Sommer 2002 bis zu seinem Ausscheiden aus
  der Bank im März 2008 war F.______ Vorsitzender der Geschäftsleitung (Chief
  Executive Officer [CEO]). Ab Anfang Oktober 2005 bis Ende Juli 2006 leitete
  er interimistisch den Bereich Geschäftskunden. In seiner Funktion als CEO
  gehörte er dem Kreditausschuss an (siehe dazu oben E. 1.2.2.), dessen
  Vorsitz er von Ende September 2005 bis Anfang September 2006 innehatte
  (act. 93 Rz. 56; act. 151 Rz. 270). 

  
	
   

  
	
  	
    8.

    	
    G.______
    

    

  

  
	
  Gemäss den Angaben der Klägerin war G.______
  zeit seiner Anstellung bei der GLKB von Juli 2002 bis März 2009 Mitglied der
  Geschäftsleitung. Konkret soll er den Bereich Privatkunden geleitet und zudem
  ab Januar 2005 dem Kreditausschuss angehört haben (act. 93 Rz. 59;
  act. 221 Rz. 220). 

  
	
   

  
	
  G.______ macht in der Berufung, wie bereits
  erstinstanzlich (act. 145 Rz. 576), erneut geltend, seine
  Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung bzw. die damit behauptete Organstellung
  sei nicht rechtsgenügend nachgewiesen. Folglich sei seine Passivlegitimation
  hinsichtlich der hier eingeklagten Verantwortlichkeitsansprüche nicht gegeben
  und sei daher die Klage allein schon deswegen abzuweisen (act. 314
  Rz. 195 – 244). Auf die Thematik der Passivlegitimation wird gleich im
  nachfolgenden Kapitel eingegangen.

  
	
   

  
	
  	
    9.

    	
    H.______

    

  

  
	
  H.______ trat im Oktober 2004 in die Dienste
  der GLKB ein und wurde per 1. August 2006 zum Bereichsleiter
  Geschäftskunden ernannt, welche Funktion er bis zu seinem Ausscheiden Ende
  August 2008 versah. Unstrittig ist zudem, dass er ab September 2005 im
  Kreditausschuss mitwirkte und darin ab September 2006 als Vorsitzender
  fungierte (act. 93 Rz. 62 und act. 147 Rz. 131, 133;
  ferner act. 222 Rz. 215 und act. 317 Rz. 149).

  
	
   

  
	
  Gemäss den Vorbringen der Klägerin soll
  H.______ gleichzeitig mit seiner Beförderung zum Bereichsleiter
  Geschäftskunden per 1. August 2006 Mitglied der Geschäftsleitung und
  damit Organ der GLKB geworden sein (act. 93 Rz. 62). Vor diesem
  Hintergrund belangt die Klägerin vorliegend H.______ für behauptete
  Pflichtversäumnisse erst ab 1. August 2006 (act. 93 Rz. 705;
  act. 170 Rz. 1033).

  
	
   

  
	
  Indes vertritt H.______ gleich wie G.______
  den Standpunkt, bei der GLKB keine Organstellung innegehabt zu haben. Die
  gegen ihn als vermeintliches Organmitglied gerichtete Klage sei daher wegen
  fehlender Passivlegitimation abzuweisen (act. 317 Rz. 111 ‑
  157; act. 147 Rz. 137, Rz. 213 – 237; act. 222
  Rz. 200 ‑ 246). Darauf ist im folgenden Kapitel näher einzugehen.

  
	
   

  
	
  	
    10.

    	
    J.______
    AG

    

  

  
	
  Die J.______ AG fungierte ab Ende
  April 2004 bis 2008 als externe Revisionsstelle der GLKB (act. 93
  Rz. 68; act. 131 Rz. 53). Die Tätigkeit der J.______ AG
  beinhaltete dabei einerseits den obligationenrechtlichen Prüfauftrag (siehe
  dazu Art. 20 Abs. 1 aKBG und Art. 111 aGOR) und
  andererseits die bankengesetzliche Kontrollaufgabe (Art. 21 aKBG) (siehe
  die entsprechenden Auftragsbestätigungen der J.______ AG für die Jahre 2004
  bis 2008 bei act. 95/23-27).

  
	
   

  
	
  	
    B.

    	
    Passivlegitimation
    von G.______ und H.______

     

    

  

  
	
  1.

  
	
  Die Klägerin stützt die eingeklagten
  Forderungsansprüche auf die in Art. 754 OR stipulierte sog.
  Organhaftung, so namentlich auch in Bezug auf G.______ und H.______
  (act. 93 Rz. 708 – 712 sowie Rz. 755 f.; siehe im Übrigen
  bei act. 88 S. 10 ff. E. 3.2. die einlässliche Begründung
  zur Anwendbarkeit der aktienrechtlichen Verantwortlichkeitsbestimmungen
  gemäss Art. 752‑760 OR aufgrund der Verweisungsnorm in
  Art. 39 Abs. 1 aBankG). Die beiden eben genannten Beklagten
  bestreiten im Berufungsverfahren erneut, bei der GLKB eine Organstellung im
  Sinne von Art. 754 OR bekleidet zu haben (act. 314
  Rz. 195 ff.; act. 317 Rz. 111 ff.), nachdem sie mit
  diesem Einwand vor Vorinstanz nicht durchgedrungen waren (act. 290
  S. 37 f. E. 15).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die Organhaftung nach Art. 754 OR erfasst
  neben den Mitgliedern des Verwaltungsrates [hier Bankrat] auch alle mit der
  Geschäftsführung befassten Personen. Als mit der Verwaltung oder
  Geschäftsführung betraut im Sinne dieser Bestimmung gelten gemäss
  Bundesgericht Personen, die ausdrücklich als Mitglieder eines Organs ernannt
  worden sind (formelle Organstellung), ferner aber ebenso auch Personen, die
  tatsächlich Organen vorbehaltene Entscheide treffen oder die eigentliche
  Geschäftsführung besorgen und so die Willensbildung der Gesellschaft massgebend
  mitbestimmen (faktische Organstellung) (BGE 128 III 92 E. 3
  S. 93; BGE 117 II 570 E. 3 S. 571 je mit Hinweisen;
  BGer, Urteil vom 19. Mai 2015, 9C_920/2014, E. 2.2.1.; BGer, Urteil
  vom 19. November 2014, 4A_147/2014, E. 6.2.).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die
  Vorinstanz hat erwogen, in Art. 12 lit. b aGOR [recte: aKBG] und
  Art. 73 Abs. 1 aGOR werde die Geschäftsleitung ausdrücklich als das
  für die Geschäftsführung zuständige Organ der Bank bestimmt. Die
  Mitgliedschaft von G.______ und H.______ in der Geschäftsleitung sei
  vorliegend erstellt, indem beide in den Geschäftsberichten der Bank und im
  Fall von H.______ zudem im Bericht der Revisionsstelle vom 3. Januar
  2007 als Mitglieder der Geschäftsleitung bezeichnet seien. Damit seien beide
  als Organe der Bank zu betrachten (act. 290 S. 37 unten und
  S. 38 oben).

  
	
   

  
	
  3.2 G.______ und
  H.______ machen in ihren Berufungen im Wesentlichen übereinstimmend geltend,
  zum Nachweis ihrer angeblichen Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung dürfe nicht
  auf die Geschäftsberichte abgestellt werden, denn die Klägerin habe diese
  Dokumente nicht als Beweismittel in diesem Kontext eingereicht. Damit sei das
  von der Klägerin behauptete Faktum „Mitglied der Geschäftsleitung“ unbewiesen
  geblieben, was bedeute, dass sie mangels nachgewiesener Organstellung nicht
  zum Kreis der nach Art. 754 OR haftpflichtigen Personen gehör­ten und
  daher ihre Passivlegitimation nicht gegeben sei (act. 314 Rz.195,
  199-215; act. 317 Rz. 111-128).

  
	
   

  
	
  Aber selbst unter der Prämisse, dass ihr
  Mitwirken in der Geschäftsleitung als bewiesen erachtet würde, so gehörten
  die hier streitgegenständlichen Kreditausleihungen zum Alltagsgeschäft einer
  Bank und stellten darum gerade keine Organaufgabe dar, weshalb auch insoweit
  keine Passivlegitimation aus aktienrechtlicher Verantwortlichkeit nach
  Art. 754 OR bestehe.

  
	
   

  
	
  Komme schliesslich noch Folgendes hinzu:
  Obwohl H.______ bereits vor der behaupteten Zugehörigkeit zur
  Geschäftsleitung ab 1. August 2006 im Kreditausschuss mitgewirkt habe,
  werde er von der Klägerin gleichwohl nur für seine Tätigkeit erst ab August
  2006 belangt und nicht auch für seine vorherigen Handlungen; mithin sei auch
  aus Sicht der Klägerin selber das blosse Mitwirken im Kreditausschuss nicht
  als Ausübung einer Organfunktion zu qualifizieren (act. 314 Rz. 216-244;
  act. 317 Rz. 129-157).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Die Einwendungen von G.______ und H.______
  gegen die von der Vorinstanz erkannte Organstellung verfangen nicht; dies aus
  nachfolgenden Überlegungen:

  
	
   

  
	
  4.1

  
	
  4.1.1
  Art. 12 lit. b aKBG bezeichnet die Geschäftsführung als Organ der GLKB,
  womit die funktionale Stellung der Geschäftsführung innerhalb der Bank
  gesetzlich festgehalten ist. Die Geschäftsführung – bzw. in der Terminologie
  des aGOR die Geschäftsleitung – ist zuständig für die operative Leitung der
  Gesamtbank; ihr obliegt hierarchisch an erster Stelle die Umsetzung der
  Geschäftsstrategie und ‑politik sowie die Führung der Bankgeschäfte
  (Art. 19 Abs. 1 aKBG, Art. 72 lit. a, Art. 73
  Abs. 1 und Art. 75 aGOR). Die Geschäftsleitung besteht aus dem
  Vorsitzenden der Geschäftsleitung (Chief Executive Officer; CEO [im hier
  interessierenden Zeitraum F.______]) und den weiteren vom Bankrat gewählten
  Geschäftsleitungsmitgliedern (Art. 74 Abs. 1 aGOR).

  
	
   

  
	
  4.1.2 In den
  Akten sind keine Beschlüsse des Bankrats betreffend die Wahl von Geschäftsleitungsmitgliedern
  dokumentiert. Die Zugehörigkeit von G.______ und H.______ zur
  Geschäftsleitung der GLKB im hier relevanten Zeitraum 2005-2007 (G.______)
  bzw. ab August 2006-2007 (H.______) ist indes im Staatskalender des Kantons
  Glarus ausgewiesen (act. 453 und act. 454). Es handelt sich hierbei
  um eine amtliche Publikation, deren Inhalt als allgemein bekannt gilt,
  weshalb darüber nicht mehr Beweis zu führen ist (Art. 171 Abs. 1
  ZPO/GL; Art. 151 ZPO/CH; BGer, Urteil vom 11. März 2008, 4D_5/2008,
  E. 2.1, dort mit Hin­weis auf BGE 117 II 321
  E. 2 S. 323; siehe auch Guldener,
  Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979, S. 161 Ziff. II/1
  und S. 320 Ziff. III/3). Im Übrigen sind, wie bereits die Vorinstanz
  zutreffend dargelegt hat (act. 290 S. 37 f. E. 15.),
  G.______ und H.______ beide jeweils auch in den hier einschlägigen
  Geschäftsberichten als Geschäftsleitungsmitglieder aufgeführt (act. 95/29
  S. 88, act. 95/30 S. 84, act. 95/31 S. 84;
  act. 95/32 S. 84). Dass diese Tatsache von den Betroffenen
  ernsthaft auch noch vor Obergericht bestritten wird, ist daher
  unverständlich. Dies gilt erst recht im Fall von H.______. So ist seine
  Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung ab 1. August 2006 in dem von ihm
  selber eingereichten (modifizierten) Arbeitsvertrag vom 10. Juli 2006
  festgehalten (act. 148/12 Ziff. 2); auch hat er in einem Schreiben
  an die Eidgenössische Bankenkommission ausgeführt, ab 1. August 2006
  Mitglied der Geschäftsleitung gewesen zu sein (act. 95/22 S. 2).
  Vom Gericht vorliegend nun in weitschweifigen Ausführungen über die
  Prinzipien der Verhandlungs- und Eventualmaxime zu verlangen, die aus den
  erwähnten Parteiakten gewonnenen Erkenntnisse auszublenden, da die betreffenden
  Unterlagen zum Beweis anderer Sachverhalte eingereicht worden seien,
  erscheint als überspitzt formalistisch, zumal die Dokumente letztlich ohnehin
  nur eine bereits allgemein bekannte Tatsache zusätzlich unterstreichen.

  
	
   

  
	
  4.1.3 Damit
  steht als Zwischenergebnis fest, dass G.______ und H.______ Mitglieder der
  Geschäftsleitung und somit bei der GLBK auf jeden Fall formelle Organstellung
  hatten.

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Die hier streitgegenständlichen Kreditengagements wurden in der
  Zuständigkeit des Kreditausschusses abgewickelt. Die Klägerin wirft G.______
  und H.______ organschaftliche Pflichtversäumnisse vor, soweit sie im
  Kreditausschuss bei den betreffenden Kreditbeschlüssen mitgewirkt haben.

  
	
   

  
	
  G.______ und H.______ vertreten demgegenüber
  den Standpunkt, bei den fraglichen Kreditvergaben habe es sich um bankübliche
  Alltagsgeschäfte gehandelt und damit eben gerade nicht um organtypische
  Aufgaben (act. 314 Rz. 221-244; act. 317 Rz. 133-157).

  
	
   

  
	
  4.2.2 Dieser Ansicht von G.______ und H.______ kann nicht gefolgt werden.

  
	
   

  
	
  Organfunktion im Sinne von Art. 754 OR
  hat eine Person inne, wenn sie Geschäfte abwickelt und Entscheide trifft,
  welche nicht mehr zur Routine des Alltagsgeschäfts gehören, sondern von
  unternehmerischer Bedeutung sind (BGE 128 III 29 E. 3
  S. 30 f.; BGer, Urteil vom 29. Oktober 2001, 4C.208/2001,
  E. 3.a; Forstmoser/
  Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, § 37
  N 5).

  
	
   

  
	
  In die Zuständigkeit des Kreditausschusses
  fielen Entscheidungen über Kreditausleihungen ab CHF 2 Mio. (Privatkunden)
  bzw. ab 10 Mio. (Geschäfts- bzw. Firmen­kunden) bis zur Höhe von
  10 % der Bankeigenmittel (act. 95/76 S. 10 Ziff. 1 und
  S. 14 Ziff. 1 i.V.m. S. 3 Ziff. 13). Kredite in dieser
  Grössenordnung können nicht mehr dem gewöhnlichen Tagesgeschäft zugezählt
  werden. Ausleihungen in dieser Höhe sind, zumal wenn sie wie bei den
  streitbetroffenen Firmenkundenkrediten noch grösstenteils blanko erfolgen,
  für die Bank von ausserordentlicher Tragweite, zumal eingedenk des damit
  verbundenen Risikos; ein Scheitern solcher Kreditengagements vermag sich auf
  die Stabilität des Finanzinstituts auszuwirken (siehe dazu act. 95/48
  S. 10 Ziff. 3.3.). Kreditvergaben von derart weittragender Relevanz
  sind demnach keine alltäglichen Geschäftsentscheide mehr und fallen unter den
  Begriff der "Geschäftsführung" im Sinne von Art. 754
  Abs. 1 OR. Wer daher solche Entscheide trifft, ist materiell als Organ
  der Gesellschaft zu betrachten und unterliegt folglich der
  (aktienrechtlichen) Verantwortlichkeit gemäss Art. 754 OR.

  
	
   

  
	
  Daraus erhellt ohne weiteres, dass G.______
  und H.______ eine organtypische Tätigkeit wahrgenommen haben, als sie im
  Kreditausschuss bei der Entscheidung über die hier umstrittenen
  Kreditvergaben mitgewirkt haben; sie beide werden daher von der Organhaftung
  nach Art. 754 OR erfasst. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die
  Klägerin gegenüber H.______ Ansprüche erst von August 2006 an geltend macht,
  seit dieser auch formell der Geschäftsleitung angehörte (siehe hierzu act. 93 Rz. 705; act. 170 Rz. 1033).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Aus alldem folgt,
  dass die Passivlegitimation von G.______ und H.______ hinsichtlich der von
  der Klägerin angehobenen Verantwortlichkeitsklage gegeben ist. Anzufügen
  bleibt, dass G.______ und H.______ beide zugleich auch in einem
  Arbeitsverhältnis zur Klägerin standen und sie daher ebenso der
  arbeitsvertragsrechtlichen Haftungsbestimmung gemäss Art. 321e OR
  unterworfen waren (siehe hierzu BSK‑Gericke/Waller,
  N 5 vor Art. 754-761 OR), wie bereits die Vorinstanz
  zutreffend festgehalten hat (act. 290 S. 35 E. 13 und
  S. 85 ff. E. 27). Die Passivlegitimation jedenfalls im
  Anwendungsbereich der arbeitsvertragsrechtlichen Haftungsnorm ist daher
  ohnehin gegeben und im Übrigen auch nicht strittig.

  
	
   

  
	
  	
    C.

    	
    Verjährungseinrede
    der beklagten Bankräte

     

    

  

  
	
  1.

  
	
  Wie bereits vor Vorinstanz
  machen die beklagten Bankräte im Berufungsverfahren erneut geltend,
  die von der Klägerin ihnen gegenüber erhobenen Verantwortlichkeitsansprüche
  seien verjährt (act. 143 Rz. 209 ff.; act. 219
  Rz. 31-34; act. 309 Rz. 376 ff.; act. 319
  S. 47 f. Ziff. 11).

  
	
   

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die Vorinstanz hat im
  angefochtenen Entscheid die Verjährungseinrede der beklagten Bankräte
  verworfen, dies mit nachstehender Begründung (act. 290 S. 96 f.
  E. 32):

  
	
  Bei der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit verjährt
  gemäss Art. 760 Abs. 1 OR der Anspruch auf Schadenersatz in fünf Jahren von
  dem Tage an, an dem der Geschädigte Kenntnis vom Schaden und von der Person
  des Ersatzpflichtigen erlangt hat, jedenfalls aber mit dem Ablaufe von zehn
  Jahren, vom Tage der schädigenden Handlung an gerechnet. Die Verjährungsfrist
  der Forderung aus Arbeitsvertrag beginnt mit der Fälligkeit der Forderung und
  dauert auch fünf Jahre (Art. 128 OR und Art. 130 Abs. 1 OR). Sämtliche
  vorgenannten Verjährungsfristen können durch ein Sühnebegehren unterbrochen werden
  und beginnen erst wieder zu laufen, wenn der Rechtsstreit vor der befassten
  Instanz abgeschlossen ist (vgl. Art. 135 Ziff. 2 OR und Art. 138 Abs. 1 OR; Gericke/Waller, Basler Kommentar
  Obligationenrecht II, 4. Auflage, Basel 2012, N. 2 zu Art. 760 OR). 

  
	
  Die erste, vorliegend relevante Kreditvergabe erfolgte
  mit Abschluss des Rahmenkreditvertrages am 1. Juli 2005 mit der S.______ […].
  Sämtliche weiteren, vorliegend relevanten Kreditvergaben, erfolgten später.
  Nach­dem die Vermittlungsverhandlung am 27. Mai 2010 und damit noch innerhalb
  der Frist von fünf Jahren seit Abschluss des ersten, vorliegend relevanten
  Rahmenkreditvertrages, stattfand (act. 1), wurde die Verjährung hinsichtlich
  der Forderungen aufgrund sämtlicher vorliegend relevanter Kreditvergaben
  unterbrochen.

  
	
  Die vorliegenden Forderungen der Klägerin gegenüber
  sämtlichen Beklagten sind somit nicht verjährt.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Die Bankräte begründen ihre
  Verjährungseinrede wie folgt: Im hier massgeblichen Zeitpunkt war die GLKB
  eine selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit eigener
  Rechtspersönlichkeit (Art. 1 Abs. 1 aKBG); Eigner der Bank war der
  Kanton Glarus (Art. 49 Abs. 1 KV). Die Mitglieder des Bankrates
  wurden vom Landrat gewählt (Art. 23 lit. a aKBG). Aus Sicht der
  Bankräte war daher das Rechtsverhältnis zwischen den einzelnen Mitgliedern
  des Bankrats und dem Kanton Glarus ebenso wie das Verhältnis zwischen den
  Bankräten und der GLKB öffentlich-rechtlicher Natur. Die Haftungsregelung
  gemäss Art. 28 aKBG bilde exakt diesen rechtlichen Hintergrund ab und
  werde in Abs. 2 von Art. 28 aKBG die interne Haftung der Mitglieder
  des Bankrats gegenüber der GLKB als öffentlich-rechtliches Verhältnis
  geregelt. Der vorliegend von der Klägerin gegenüber den Bankräten behauptete
  Haftungsanspruch sei daher als (interne) öffentlich-rechtliche
  Schadenersatzforderung zu qualifizieren. Die öffentlich-rechtliche
  Rechtsnatur des behaupteten Haftungsanspruchs gegen die Bankräte werde durch
  Art. 39 aBankG und dem darin enthaltenen Verweis auf die (verantwortlichkeitsrechtlichen)
  Haftungsnormen gemäss Art. 752-760 OR nicht beschnitten. Jedenfalls
  ändere dies nichts daran, dass Art. 28 Abs. 2 aKBG als
  eigenständige Haftungsnorm dem kantonalen öffentlichen Recht zuzuschreiben
  sei. Zufolge der öffentlich-rechtlichen Natur des Rechtsverhältnisses
  beurteile sich daher die Verjährung der eingeklagten Haftungsansprüche nach
  Massgabe von Art. 22 Abs. 1 des kantonalen Staatshaftungsgesetzes
  [GS II F/2, siehe den Ausdruck bei act. 457], was bedeute, dass der
  Anspruch auf Schadenersatz innerhalb eines Jahres ab Kenntnis des Schadens
  verjähre. Für das interne Verhältnis zwischen der GLKB und den Bankräten
  gelte ausschliesslich das kantonale Recht, denn in dieses Rechtsverhältnis
  habe der schweizerische Gesetzgeber mit dem Erlass von Art. 39 aBankG
  weder eingreifen können noch dürfen. Nachdem vorliegend die Klägerin
  spätestens ab August 2008 Kenntnis vom be­haupteten Schaden gehabt habe,
  seien ihre Haftungsansprüche gegenüber den Bankräten verjährt gewesen, als
  sie erst im Februar 2010 das Vermittlungsverfahren eingeleitet und damit ihre
  Forderungsklage rechtshängig gemacht habe [Art. 88 Abs. 1 ZPO/GL]
  (siehe zum Ganzen act. 309 Rz. 378-385; act. 319
  S. 47 f. Ziff. 11).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Aufgrund der
  Vorbringen der Bankräte ist zu klären, in welchem Verhältnis Art. 28
  Abs. 2 aKBG und Art. 39 Abs. 1 aBankG zueinander stehen. Die
  beiden Bestimmungen lauten wie folgt:

  
	
  	
    Art. 28
    Abs. 2 aKBG

    
	
    Die
    Mitglieder des Bankrates und der Leiter des Inspektorats haften der Bank
    für den Schaden, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung
    ihrer Pflicht verursachen. Ansprüche aus dieser Haftung sind beim
    Verwaltungsgericht geltend zu machen.

    
	
     

    
	
    Art. 39
    Abs. 1 aBankG

    
	
    Die
    Verantwortlichkeit der Gründer einer Bank, der Organe für die
    Geschäftsführung, Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle sowie der von der
    Bank ernannten Liquidatoren und Revisionsstellen richtet sich nach den
    Bestimmungen des Aktienrechts (Art. 752-760 des Obligationenrechts).

     

    

  

  
	
  4.2 Die beklagten Bankräte
  erkennen die für den vorliegenden Rechtsstreit massgebliche Haftungsnorm
  ausschliesslich in Art. 28 Abs. 2 aKBG. Sie qualifizieren diese
  Bestimmung als eine kantonale öffentlich-rechtliche Haftungsnorm und folgern
  daraus – auch eingedenk der öffentlich-rechtlichen Rechtsnatur des Verhältnisses
  GLKB/Bankrat –, dass damit zugleich auch das kantonale Staatshaftungsgesetz
  (siehe dazu act. 457) anwendbar sei, in dessen Art. 22 Abs. 1
  eine bloss einjährige Verjährungsfrist für Haftungsansprüche vorgesehen ist.
  Anders verhält es sich demgegenüber in verjährungsrechtlicher Hinsicht, wenn
  Art. 39 Abs. 1 aBankG als Haftungsnorm zur Anwendung gelangt.
  Aufgrund des darin enthaltenen Verweises auf Art. 760 OR verjähren
  verantwortungsrechtliche Haftungsansprüche erst mit Ablauf von fünf Jahren ab
  Kenntnis vom Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Das Obergericht hatte
  sich in der vorliegenden Streitsache bereits mit Entscheid vom 1. Juli
  2011 damit zu befassen, welche richterliche Behörde (Zivilgericht oder
  Verwaltungsgericht) sachlich zuständig ist, um die gegenüber den Bankräten
  erhobenen Verantwortlichkeitsansprüche zu beurteilen (siehe act. 88).
  Damals hat sich das Obergericht eingehend mit der "Entwicklung" der
  eidgenössischen bankenrechtlichen Haftungsnormen befasst. Die relevanten
  Erwägungen in jenem Entscheid lauteten (siehe act. 88
  S. 9 ff.):

  
	
   

  
	
  3.1. a) Bis am 30. September
  1999 enthielt das Bundesgesetz über Banken und Sparkassen vom
  8. November 1934 (Bankengesetz, BankG; SR 952.0) im Abschnitt
  „Verantwortlichkeits- und Strafbestimmungen“ in Art. 38 nachfolgende
  Regelung:

  
	
  	
    1 Für die
    Kantonalbanken bleiben die kantonalen Vorschriften über die zivilrechtliche
    Verantwortlichkeit vorbehalten.

    
	
    2 Für die
    Privatbankiers richtet sich die zivilrechtliche Verantwortlichkeit nach den
    Bestimmungen des Obligationenrechtes.

    
	
    3 Für die
    übrigen Banken gelten die Bestimmungen der Artikel 39 – 45.

     

    

  

  
	
  b) Mit der Revision des
  Bankengesetzes gemäss Bundesgesetz vom 22. April 1999 wurde Art. 38
  Abs. 1 BankG per 1. Oktober 1999 ersatzlos aufgehoben (AS 1999
  S. 2407 f.). In der bundesrätlichen Botschaft zur Revisionsvorlage
  ist die Streichung von Art. 38 Abs. 1 BankG wie folgt motiviert
  worden (BBl 1998 S. 3875 f.):

  
	
  	
    Gemäss geltendem Recht finden die bankengesetzlichen
    Verantwortlichkeitsbestimmungen auf die Kantonalbanken keine Anwendung.

    
	
    Wie die Probleme bei gewissen Kantonalbanken gezeigt haben, hingen
    diese in erheblichem Masse mit Mängeln im Bereich der Unternehmensleitung
    und ‑kontrolle zusammen. Es ist deshalb nicht einzusehen, weshalb
    gerade diese Bereiche, welche in der Vergangenheit häufig mitverantwortlich
    waren für die aufgetretenen Verluste und Probleme, durch kantonale
    Sonderregelungen geschützt und allenfalls bessergestellt werden sollen als
    die Organe der übrigen Banken. Mit einer Anwendung der bankenrechtlichen
    Verantwortlichkeitsbestimmungen auf sämtliche Kantonalbanken kann das
    Risikobewusstsein der Unternehmensleitung und –kontrolle verbessert und
    somit auch der Gläubiger- und Steuerzahlerschutz gestärkt werden.

    
	
    Durch die Aufhebung des Vorbehalts zugunsten des kantonalen Rechts
    wird sichergestellt, dass für die Gründer, Organe und
    Prospektverantwortlichen die Haftungsbestimmungen des Bankengesetzes
    ausschliesslich und direkt zur Anwendung gelangen. Die Kantonalbanken
    sollen bezüglich der Verantwortlichkeit gleich behandelt werden wie die
    übrigen Banken. Eine Besserstellung der Organe einer Kantonalbank bezüglich
    ihrer Verantwortlichkeit im Vergleich zu den Organen anderer Banken ist
    nicht gerechtfertigt.

    
	
    Bei der Gründer-, Prospekt- und Organhaftung im Zusammenhang mit
    Kantonalbanken mit voller Staatsgarantie ist der Vorbehalt von
    Artikel 38 Absatz 1 Bankengesetz heute ohnehin nur in
    theoretischer Hinsicht von Bedeutung. So besteht für die Gläubiger
    grundsätzlich kein Anlass, eine Haftung der Gründer und Organe geltend zu
    machen, da der Kanton unabhängig vom Nachweis eines Verschuldens der
    Gründer und Bankorgane für allfällige Ausfälle haftet.

    
	
    Das interne Verhältnis zwischen dem delegierenden Kanton und damit
    ein allfälliges Regressrecht gegenüber den Personen, welche vom Kanton in
    die Bankorgane delegiert wurden, hängt von den jeweiligen Rechtsbeziehungen
    mit diesen ab.

    

  […]

  
	
   

  
	
  c) Mit der Aufhebung des in
  Art. 38 Abs. 1 aBankG statuierten Vorbehalts zugunsten
  kantonalrechtlicher Haftungsbestimmungen galten fortan ebenso für die Organe
  der Kantonalbanken die spezifischen Verantwortlichkeitsregeln des Bundes im
  Sinne von Art. 39 – 45 aBankG. Aufgrund der derogatorischen Kraft des
  Bundesrechts (Art. 49 Abs. 1 BV) hatte die bisherige kantonale
  materielle Haftungsvorschrift gemäss Art. 28 alt Kantonalbankgesetz […]
  in Bezug auf alle mit der Geschäftsführung oder mit der Oberleitung, Aufsicht
  und Kontrolle der Glarner Kantonalbank betrauten Personen keine eigenständige
  Bedeutung mehr (siehe dazu Ruch,
  St. Galler Kommentar zu Art. 49 BV, Rz. 1 ff.). Anzumerken
  bleibt in diesem Zusammenhang, dass die einschlägige Haftungsnorm von
  Art. 41 aBankG nicht danach unterschied, ob die einzelnen
  Verantwortungsträger in einer privat- oder öffentlichrechtlichen Beziehung
  zur Bank standen.

  
	
   

  
	
  3.2. a) Mit der
  Gesetzesnovelle vom 3. Oktober 2003 erfuhr das eidgenössische
  Bankengesetz abermals eine Revision (AS 2004 S. 2767 ff.); die
  geänderten Bestimmungen traten am 1. Juli 2004 in Kraft (AS 2004
  S. 2776). Neu geregelt wurde namentlich das Verantwortlichkeitsrecht
  gemäss Art. 39 ff. BankG. Während Art. 40 – 45 BankG ersatzlos
  aufgehoben wurden, erhielt Art. 39 BankG folgenden neuen Wortlaut (AS
  2004 S. 2774):

  
	
  	
    1 Die
    Verantwortlichkeit der Gründer einer Bank, der Organe für die
    Geschäftsführung, Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle sowie der von der
    Bank ernannten Liquidatoren und Revisionsstellen richtet sich nach den
    Bestimmungen des Aktienrechts (Art. 752-760 des Obligationenrechts).

    
	
    […]

     

    

  

  
	
  b)
  In der Botschaft des Bundesrates vom 2. November 2002 finden sich zur
  anschliessend umgesetzten Revision von Art. 39 ff. BankG die
  nachstehend zitierten Ausführungen (BBl 2002 S. 8105 f.):

  
	
  	
    Es erweist sich als sinnvoll, auch die
    Verantwortlichkeitsbestimmungen des Bankengesetzes zu überarbeiten. Die
    gegenwärtige Regelung der Verantwortlichkeit unterscheidet sich nicht
    wesentlich von derjenigen des Aktienrechts, welche seinerzeit bei der
    Schaffung des Bankengesetzes übernommen wurde. […]

    
	
    Bei der Rechtsanwendung sind aus der 1992 in Kraft gesetzten
    Revision des Aktienrechts nun aber einige Unsicherheiten entstanden. Der
    neue Artikel 759 OR regelt die Solidarität anders als die bis zur Revision
    geltende Praxis. Sind für einen Schaden mehrere Personen ersatzpflichtig,
    so ist nunmehr jede von ihnen nur noch insoweit mit den anderen solidarisch
    haftbar, als der Schaden aufgrund ihres eigenen Verschuldens und der
    Umstände ihr persönlich zurechenbar ist. Diese Regelung steht zumindest
    hinsichtlich des Wortlauts in einem gewissen Widerspruch zum heutigen
    Artikel 44 BankG, auch wenn dieser durch das Bundesgericht in seiner
    jüngsten Praxis im Lichte des neuen Artikel 759 OR ausgelegt wird. […]

    
	
    Grundsätzlich besteht kein Anlass, die Verantwortlichkeit von
    Organen bei Banken anders zu regeln als bei den übrigen
    Aktiengesellschaften. Die massgeblichen Bestimmungen des Aktienrechts
    könnten daher wortwörtlich ins Bankengesetz übernommen werden. Einfacher
    ist die hier vorgeschlagene Lösung, welche in einer einzigen Bestimmung
    (Art. 39) auf die in Artikel 752 ff. OR geregelten
    Verantwortlichkeitsbestimmungen des Aktienrechts verweist (welches damit
    für alle verantwortlichen Personen sowie Banken mit anderen Rechtsformen
    gilt). Die bisherigen Artikel 40-45 BankG können damit ersatzlos
    aufgehoben werden. […]

     

    

  

  
	
  c) Art. 39 Abs. 1
  BankG verweist zur Regelung der Verantwortlichkeit der Bankorgane und
  insofern ebenso der daraus abgeleiteten Ersatzansprüche integral auf
  Art. 752-760 OR.

  
	
   

  
	
  5.2 Wie die eben zitierten
  Erwägungen aus dem Entscheid des Obergerichts vom 1. Juli 2011 zeigen,
  hat der Bundesgesetzgeber die Haftung für Organe im Bankwesen abschliessend
  geregelt. Für kantonalrechtliche Haftungsnormen bleibt kein Raum mehr.
  Damit gilt für entsprechende Haftungsansprüche die Verjährungsfrist von fünf
  Jahren gemäss Art. 760 Abs. 1 OR. Infolgedessen hat die Vorinstanz
  im angefochtenen Entscheid zutreffend erkannt, dass die hier strittigen
  Verantwortlichkeitsansprüche gegenüber den beklagten Bankräten noch nicht
  verjährt sind. Lediglich der Vollständigkeit halber bleibt noch anzufügen,
  dass die Verjährungsfrist womöglich sogar später als von der Vorinstanz
  angenommen zu laufen begann. Im Zusammenhang mit Kreditgeschäften
  manifestiert sich der Schaden von dem Moment an, in dem im
  Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung Wertberichtigungen oder
  Rückstellungen notwendig werden (BGE 142 IV 346 E. 3.2 S. 350;
  siehe dazu auch act. 95/208 S. 22 [Urteil des Obergerichts des
  Kantons Luzern vom 6. April 2001]).

  
	
   

  
	
  	
    D.

    	
    Die konkret beanstandeten sechs Kreditengagements

     

    

  

  
	
  Die Klägerin leitet die gegenüber den beklagten
  Bankorganen eingeklagten Verantwortlichkeitsansprüche
  aus Kreditausleihungen her, welche an insgesamt sechs Kreditnehmer ‑ an
  fünf Unternehmen sowie den Eigner von zwei dieser Unternehmen – gewährt worden
  waren (act. 93 Rz. 415). Im Folgenden wird als erstes dargelegt,
  wie die betreffenden Kreditgeschäfte im Einzelnen abgelaufen sind.

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Kredit S.______ AG
    ([…])

    
	
     

    	
     

    
	
    1.1

    	
    Kurzangaben zur
    Kreditnehmerin

    

  

  
	
  Im Handelsregister des Kantons Zürich war seit 1985 die
  SY.______ AG mit Sitz in Zürich eingetragen. Nachdem SX.______ die
  Gesellschaft bzw. den Aktienmantel übernommen hatte (siehe dazu
  act. 95/118 S. 3 Ziff. 4.1), wurde im Mai 2004 die
  Gesellschaft in SZ.______ umfirmiert (nachfolgend S.______) und ihr
  Geschäftszweck neu auf den Handel mit Produkten der Unterhaltungselektronik
  ausgerichtet (act. 95/110 S. 6 f.). Ende Januar 2008 verlegte
  die Gesellschaft ihren Sitz nach ______/AG (act. 95/110 S. 4),
  anfangs September 2008 schliesslich nach ______/OW bei gleichzeitiger
  Umfirmierung in S.______ (act. 95/110 S. 1). Am 15. Januar
  2009 wurde über die Gesellschaft der Konkurs eröffnet (act. 95/110
  S. 1).

  
	
   

  
	
  	
    1.2

    	
    Entwicklung des
    Kreditengagements

    

  

  
	
  Die GLKB gewährte der S.______ in vier Schritten einen
  Rahmenkredit von anfänglich CHF 0.5 Mio. bis zuletzt CHF 16.5 Mio.
  Hinter der S.______ stand SX.______, der die Geschäftsbeziehung zur GLKB
  angebahnt hatte (act. 95/112; ferner act. 95/118 S. 3 f.
  Ziff. 4.1 und Ziff. 4.2):

  
	
   

  
	
  	
    Kreditlimite

    	
    bewilligt durch

    	
    Datum Kreditvertrag

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 0.5 Mio.

    	
    Z.______/H.______

    (act. 95/118)

    	
    1. Juli 2005

    (act. 95/122)

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 5.3 Mio.

    (Erhöhung um CHF 4.8 Mio.)

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/129)

    	
    13. Dezember 2005

    (act. 95/123)

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 11.7 Mio.

    (Erhöhung um CHF 6.4 Mio.)

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/134)

    	
    13. März 2006

    (act. 95/124)

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 16.5 Mio.

    (Erhöhung um CHF 4.8 Mio.)

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/135)

    	
    25. Oktober 2006

    (act. 95/125)

     

    

  

  
	
  Der Kredit bis zur jeweiligen Limite konnte in CHF oder in
  Fremdwährungen beansprucht werden (siehe zuletzt act. 95/125
  Ziff. 2.3 und Ziff. 2.4).

  
	
   

  
	
  Als (marginale) Sicherheit für den Rahmenkredit hatte
  SX.______ sich als Solidarbürge gegenüber der GLKB verpflichtet, bis zum
  Betrag von maximal CHF 0.55 Mio. für die Rückzahlung der Kreditschuld zu
  haften (act. 183 pag. 94; act. 95/122 Ziff. 15 sowie
  zuletzt act. 95/125 Ziff. 16). 

  
	
   

  
	
  	
    1.3

    	
    Forderung der GLKB

     

    

  

  
	
  1.3.1 Im Konkursverfahren gegen die S.______ machte
  die GLKB die nachfolgend aufgelisteten Forderungen geltend
  (act. 95/137). Bei diesen Beträgen handelt sich um Ausstände auf
  unterschiedlichen Konten mehrheitlich per 31. Dezember 2008. Die
  Vorinstanz hat die betreffenden Mankos als ausgewiesenen Schaden taxiert
  (act. 290 S. 41 f. E. 16.2. und S. 49 E. 16.8.
  sowie S. 91 unten und S. 92 oben E. 30.). In der
  Konkurseingabe hatte die GLKB auf den eben erwähnten Saldi zusätzlich noch
  Zinsen bis zum Datum der Konkurseröffnung am 15. Januar 2009
  aufgerechnet; darauf ist aber nicht mehr zurückzukommen, da die GLKB in ihrer
  Berufung die vorinstanzliche Schadensberechnung [ohne aufgerechnete Zinsen
  bis zur Konkurseröffnung] nicht anficht und diese in ihren Berufungsanträgen
  explizit übernimmt (act. 306 S. 4 Rechtsbegehren Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  Die Forderungsbeträge
  im Einzelnen:

  
	
   

  
	
  	
    CHF

    	
    16‘000'574.40

    	
    (act. 95/137,
    gelbe Markierung);

    
	
    EUR

    	
    200‘919.96

    	
    (act. 95/137,
    Summe der grünen Markierungen);

    
	
    USD

    	
    1‘788‘520.67

    	
    (act. 95/137,
    Summe der orangen Markierungen).

    

  

  
	
  Die gesamten
  Forderungen blieben im Konkursverfahren ungedeckt (act. 171/42).

  
	
   

  
	
  	
    1.3.2

    	
    Keine weitere
    Berücksichtigung der USD-Forderung

    

  

  
	
  Die USD-Forderung, welche bereits die Vorinstanz nicht
  berücksichtigt hat (act. 290 S. 92 E. 30. in fine), ist im
  vorliegenden Prozess ohne Relevanz. Dieser Ausstand geht auf ein Akkreditiv
  (Zahlungsgarantie) zurück, das soweit ersichtlich ausserhalb der hier
  strittigen Rahmenkreditverträge gewährt worden ist; die GLKB hat diese
  Forderung erstinstanzlich explizit fallengelassen (act. 170
  Rz. 401 f.).

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Kredit „SX.______“

    
	
     

    	
     

    
	
    2.1

    	
    Kreditengagement

     

    

  

  
	
  Die GLKB gewährte SX.______ (mit Adresse an der […] in
  Zürich) folgendes Darlehen zur Finanzierung eines Sportwagens (Porsche GT3
  RSR-2007); der Kreditnehmer hatte für das Darlehen keine Sicherheit zu
  bestellen:

  
	
   

  
	
  	
    Kredit

    	
    bewilligt durch

    	
    Datum Kreditvertrag

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    EUR 0.35 Mio.

    	
    H.______

    (act. 95/163)

    	
    18. Oktober 2007

    (act. 95/164)

    

  

  
	
  	
    2.2

    	
    Forderung der GLKB

    

  

  
	
  Die GLKB kündigte am 25. November 2008 den
  Darlehensvertrag per sofort und stellte SX.______ einen Ausstand (inkl. die
  ab 30. Juni 2008 noch offenen Zinsen) in Höhe von EUR 359‘525.28 in
  Rechnung (act. 95/168). Die Vorinstanz hat diesen EUR-Betrag in ihre
  Schadensberechnung einbezogen (act. 290 S. 45 f. E. 16.5.
  und S. 49 E. 16.8.).

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    2.3

    	
    Nachträglicher Erlös
    aus einem Betreibungsverfahren

    

  

  
	
  In der Replik vor Vorinstanz führte die Klägerin aus, von
  SX.______ habe nachträglich auf dem Betreibungsweg ein Betrag von
  CHF 235‘594.70 erhältlich gemacht werden können (act. 170
  Rz. 400 S. 139 oben). Konkret konnten zwei verarrestierte Fahrzeuge
  verwertet werden, was auch durch die Akten belegt ist (act. 171/45).

  
	
   

  
	
  Es fragt sich daher, ob dieser Betreibungserlös bei der
  Schadensbemessung angerechnet worden ist. Die Vorinstanz hat die Ausfälle aus
  den verschiedenen Kreditengagements in den Währungen CHF, EUR und USD
  ermittelt; im Falle von SX.______ hat sie in ihrer Schadensberechnung einen
  Ausfall von EUR 359‘525.28 (Kreditbetrag zzgl. Zinsen) berücksichtigt
  (act. 290 S. 45 f. E. 16.5 und S. 49 E. 16.8.).
  Die Summe der Kreditausfälle in EUR aus sämtlichen hier streitbetroffenen
  Kreditengagements betrug nach vorinstanzlicher Berechnung
  EUR 1'397'069.87 (act. 290 S. 49 E. 16.8.). Allerdings
  hat die Klägerin in der Replik ihre Ersatzforderung in Bezug auf die
  behaupteten EUR-Kreditausstände auf insgesamt (nur) EUR 650'507.‑
  beziffert (act. 170 S. 3 f. Antrag Ziff. 2) und ist die
  Vorinstanz bei der konkreten Bemessung des von den Beklagten zu
  ersetzenden Schadens ebenfalls von diesem tieferen EUR-Betrag ausgegangen
  (act. 290 S. 92). Auch wenn der angefochtene Entscheid sich zum
  vorerwähnten Erlös aus dem Betreibungsverfahren in Höhe von
  CHF 235‘594.70 nicht äussert und sich folglich auch nicht über eine
  Anrechnung an die Schadenssumme ausspricht, so liesse sich im vorliegenden
  Kontext allenfalls von einer impliziten Berücksichtigung ausgehen (siehe in
  diesem Zusammenhang auch nachfolgend E. 6.4 [W.______-Kredit]).

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Kredit „T.______ AG“
    (vormals TX.______)

    
	
     

    	
     

    
	
    3.1

    	
    Kurzangaben zur
    Kreditnehmerin

    

  

  
	
  Im Januar 2007 wurde die TX.______ mit Sitz in ______/ZH
  gegründet und ins Handelsregister eingetragen. Die Gesellschaft bezweckte [die
  Mitwirkung bei Autorennveranstaltungen] (act. 95/155 S. 3). Anfang
  Oktober 2008 verlegte die Gesellschaft ihren Sitz nach ______/OW und änderte
  kurz darauf ihre Firma in T.______ AG (act. 95/155 S. 1). Am
  27. August 2009 fiel die Gesellschaft in Konkurs (act. 238
  S. 2).

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    3.2

    	
    Kreditengagement

    

  

  
	
  Die Besprechung mit der GLKB zur Erlangung eines Kredits
  wurde seitens der T.______ AG bzw. damals der TX.______ von SX.______ und
  dessen Sohn […] geführt (act. 95/158 S. 1 oben sowie S. 6
  Ziff. 4.3; act. 95/156 S. 9 Ziff. 2.4; siehe zur
  familiären Bande zwischen SX.______ und […] auch bei act. 95/111 und
  act. 95/112). Entsprechend war der GLKB die Verbindung zur S.______
  bewusst, floss nämlich die Erfahrung der „bisherigen Zusammenarbeit“ in die
  Beurteilung der Kreditwürdigkeit ein und wurden bankintern die Koordinaten
  der S.______ für telefonische und schriftliche Kontakte zur TX.______
  vermerkt (act. 95/158 S. 1 und S. 6 Ziff. 4.3).

  
	
   

  
	
  Die GLKB gewährte der T.______ AG bzw. TX.______ folgende
  Rahmenkreditlimite:

  
	
   

  
	
  	
    Kreditlimite

    	
    bewilligt durch

    	
    Datum Kreditvertrag

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 1.0 Mio.

    	
    Z.______/H.______

    (act. 95/158)

    	
    19. Dezember 2007

    (act. 95/159)

     

    

  

  
	
  Gesichert
  war der Kredit durch eine Globalzession aller „gegenwärtigen und zukünftigen
  Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb“ der Kreditnehmerin an die GLKB
  (act. 95/159 Anhang).

  
	
   

  
	
  	
    3.3

    	
    Anmerkung zum
    Kreditentscheid

    

  

  
	
  Bei dem hier der T.______ AG gewährten Kredit von
  CHF 1 Mio. handelt es sich um einen Blankokredit (siehe dazu auch
  nachfolgend E. III. E. 5). Gemäss "Kreditvorlage" hat der
  Kundenberater Z.______ den Kredit "bewilligt" und hat H.______ die
  Vorlage "eingesehen" und ebenfalls unterschriftlich visiert
  (act. 95/158). Bei isolierter Betrachtung nur dieses einen Kreditgeschäfts
  war H.______ als Bereichsleiter Geschäftskunden gestützt auf die damals
  geltende Kompetenzordnung der GLKB berechtigt zum betreffenden
  Kreditentscheid (act. 95/76 S. 14 Ziff. 1). Die T.______ AG
  war jedoch mit der S.______ und SX.______ verbunden, wobei zuvor die GLKB an
  S.______ und SX.______ bereits Blankokredite in Höhe von rund CHF 17
  Mio. gewährt hatte. Vor diesem Hintergrund hätte daher der vorliegende
  Blankokredit für die T.______ AG durch den Kreditausschuss bewilligt werden
  müssen (act. 95/76 S. 14 Ziff. 1), worauf die Klägerin
  zutreffend hingewiesen hat (act. 93 Rz. 598). 

  
	
   

  
	
  	
    3.4

    	
    Forderung der GLKB

    

  

  
	
  Im Konkursverfahren gegen die T.______ AG bezifferte die
  GLKB die ausstehende Kreditschuld (inkl. Zinsen) per 31. Dezember 2008
  auf CHF 1‘060‘911.65 (act. 95/162 gelbe Markierung). Aus Sicht der
  Vorinstanz ist diese Summe schadensrelevant (act. 290 S. 44 f.
  E. 16.4. und S. 49 E. 16.8.). Zwar hat die GLKB
  erstinstanzlich eine etwas höhere Schadenssumme eingeklagt (act. 93
  Rz. 599 [Kreditschuld zuzüglich Gebühren]), stellt nun aber in der
  Berufung keinen weitergehenden Antrag (act. 306 S. 4 Rechtsbegehren
  Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  Das Konkursverfahren gegen die T.______ AG verlief für die
  GLKB ergebnislos (act. 171/43).

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Kredit „U.______AG“

    
	
     

    	
     

    
	
    4.1

    	
    Kurzangaben zur
    Kreditnehmerin

    

  

  
	
  Die im April 2002 gegründete U.______AG war in ______/ZH
  domiziliert; ihr Gesellschaftszweck betraf den [IT-Bereich]. Am
  11. November 2008 fallierte das Unternehmen (act. 95/138).

  
	
   

  
	
  	
    4.2

    	
    Entwicklung des
    Kreditengagements

    

  

  
	
  Die GLKB räumte der U.______AG anfänglich eine
  Kreditlimite von CHF 3.5 Mio. und erhöhte diese später auf CHF 4.35
  Mio.:

  
	
   

  
	
  	
    Kreditlimite

    	
    bewilligt durch

    	
    Datum Kreditvertrag

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 3.5 Mio.

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/145)

    	
    14. November 2005

    (act. 95/147)

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 4.35 Mio.

    (Erhöhung um CHF 0.85 Mio.)

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/149)

    	
    22. November 2006

    (act. 95/150)

     

    

  

  
	
  Zur Sicherstellung des Kredits diente laut Kreditvertrag
  eine Solidarbürgschaft von UX.______ in Höhe von CHF 0.1 Mio., ferner ein auf
  den Bürgen lautendes Wertschriftendepot bei der GLKB, enthaltend freilich nur
  die Aktien der U.______AG (siehe act. 95/148 Ziff. 2) sowie eine
  „Globalzession gegenüber der Glarner Kantonalbank, Glarus“ (act. 95/150
  Ziff. 16).

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    4.3

    	
    Forderung der GLKB

    

  

  
	
  Im Konkurs der U.______AG machte die GLKB einen
  Kapitalausstand im Betrag von CHF 5‘061‘919.49 (siehe dazu act. 170
  Rz. 403 und act. 290 S. 43) geltend (act. 95/139 gelbe
  Markierung), zuzüglich Zinsen und Kommissionen ab 1. Juli 2007 bis
  11. November 2008. Das Konkursverfahren ergab für die GLKB keinen Erlös
  (act. 95/154).

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz ist von einem relevanten Schaden in Höhe
  von CHF 5‘061‘920.34 ausgegangen (act. 290 S. 42 ff.
  E. 16.3. und S. 49 E. 16.8. [Kontosaldo per 31. Dezember
  2008; siehe dazu act. 95/153 S. 2). Die GLKB stellt in der Berufung
  keinen darüber hinausgehenden Antrag (act. 306 S. 4 Rechtsbegehren
  Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  	
    5.

    	
    Kredit „V.______ AG“

    
	
     

    	
     

    
	
    5.1

    	
    Kurzangaben zur
    Kreditnehmerin

    

  

  
	
  Die V.______ AG wurde am 11. August 2006 mit Sitz in ______/SZ
  gegründet; sie agierte im [Handel mit Küchengeräten] (act. 95/170). Im
  Oktober 2007 erfolgte die Sitzverlegung nach ______ (heute Glarus Nord). Am ______
  2009 eröffnete der Präsident des Kantonsgerichts Glarus über die V.______ AG
  den Konkurs (act. 240).

  
	
   

  
	
  	
    5.2

    	
    Entwicklung des
    Kreditengagements

    

  

  
	
  Die V.______ AG erhielt von der GLKB zunächst eine
  Kreditlimite in Höhe von CHF 5.6 Mio. eingeräumt; später wurde die
  Limite auf EUR 5.5 Mio. erhöht (dies entsprach beim damals bankintern
  massgeblichen Umrechnungskurs von 1.7 einem Betrag von CHF 9.35 Mio.
  [siehe zur bankinternen Umrechnung bei act. 95/178 S. 1]):

  
	
   

  
	
  	
    Kreditlimite

    	
    bewilligt durch

    	
    Datum Kreditvertrag

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 5.6 Mio.

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/182)

    	
    6. September 2006

    (act. 95/183)

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    EUR 5.5 Mio.

    (CHF 9.35 Mio.)

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/190)

    	
    27. April 2007

    (act. 95/179)

    

  

  
	
   

  
	
  Der Rahmenkredit konnte in CHF
  oder in Fremdwährungen beansprucht werden (siehe zuletzt act. 95/179
  Ziff. 2.3 und Ziff. 2.4).

  
	
   

  
	
  Aus der Kreditvorlage ergibt
  sich, dass die V.______ AG zum Ziel hatte, mithilfe der von der GLKB
  erlangten Kredite die in ______/Deutschland ansässige VX.______ GmbH &
  Co. KG zu erwerben und zu sanieren (act. 95/173 Ziff. 3.1;
  act. 95/178 Ziff. 3.1 [Finanzierung des Auftragsbestandes der
  VX.______]). Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend erkannt
  hatte (act. 290 S. 67 und S. 69), handelte es sich beim
  V.______-Kredit faktisch um eine Kreditvergabe an eine ausländische
  Gesellschaft.

  
	
   

  
	
  Gesichert war der Kredit gemäss
  Kreditvertrag durch „Verpfändung der Aktien der V.______ AG“, einer
  „Corporate Guarantee der VX.______ GmbH & Co. KG“ samt
  „Raumsicherungsübertragung“ ihres Warenlagers in Deutschland
  (act. 95/179 Ziff. 16).

  
	
   

  
	
  	
    5.3

    	
    Forderung der GLKB

    

  

  
	
  Im Konkursverfahren gegen die V.______ AG gab die GLKB
  offene Forderungen im Betrag von CHF 9‘589‘021.75 sowie
  EUR 83‘424.85 ein (act. 95/192; siehe zum EUR-Total die grünen
  Markierungen). Das Konkursverfahren ergab für die GLKB keinen Erlös
  (act. 95/193-196).

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat die CHF-Forderung im geltend gemachten
  Umfang als Schaden qualifiziert; hinsichtlich der EUR-Forderung hat sie auf
  einen relevanten Schaden von EUR 83‘233.60 erkannt (act. 290
  S. 46 f. E. 16.6. und S. 49 E. 16.8.). Die GLKB
  folgt in ihrer Berufung der Berechnung der Vorinstanz (act. 306
  S. 4 Rechtsbegehren Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  	
    6.

    	
    Kredit „W.______ AG“

    
	
     

    	
     

    
	
    6.1

    	
    Kurzangaben zur
    Kreditnehmerin

    

  

  
	
  Am 3. Juni 2005 wurde die W.______ AG mit Domizil in ______/TG
  gegründet; das Unternehmen war ausgerichtet auf die Produktion, den Vertrieb
  sowie die Wartung von [alternativen Energieanlagen]. Am 5. Mai 2008 ging
  die Gesellschaft Konkurs (act. 95/197).

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    6.2

    	
    Entwicklung des
    Kreditengagements

    

  

  
	
  Die GLKB gewährte der W.______ AG zu Beginn einen
  Rahmenkredit über CHF 2.16 Mio. und erhöhte diesen später auf
  CHF 4.22 Mio.:

  
	
   

  
	
  	
    Kreditlimite

    	
    bewilligt durch

    	
    Datum Kreditvertrag

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 2.16 Mio.

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/202)

    	
    9. Dezember 2005

    (act. 95/201)

    
	
     

    	
     

    	
     

    
	
    CHF 4.42 Mio.

    (Erhöhung um CHF 2.26 Mio.)

    	
    Kreditausschuss

    (act. 95/205)

    	
    13. März 2007

    (act. 95/206)

     

    

  

  
	
  Der Rahmenkredit konnte in CHF oder in Fremdwährungen
  beansprucht werden (siehe zuletzt act. 95/206 Ziff. 2.4).

  
	
   

  
	
  Als Sicherheit erwähnt der Kreditvertrag eine
  „Globalzession gegenüber der Glarner Kantonalbank, Glarus, dat. 9.
  Dezember 2005“ (act. 95/206 Ziff. 16 [siehe die entsprechende
  Zessionserklärung bei act. 95/207 S. 4]).

  
	
   

  
	
  	
    6.3

    	
    Forderung der GLKB

    

  

  
	
  Gemäss Forderungseingabe der GLKB im Konkursverfahren
  belaufen sich die Guthaben gegenüber der Konkursitin auf
  CHF 2‘330‘579’64 (act. 95/207 gelbe Markierungen) und
  EUR 1‘025‘293.03 (act. 95/207 grüne Markierungen).

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat die CHF-Forderung im Umfang von
  CHF 2'210'820.34 und die EUR-Forderung im Umfang von EUR 753‘391.03
  als Schaden anerkannt (act. 290 S. 47 ff. E. 16.7. und
  S. 49 E. 16.8.). Die GLKB hat in ihrer Berufung die
  Schadensberechnung der Vorinstanz übernommen (act. 306 S. 4
  Rechtsbegehren Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  	
    6.4

    	
    Nachträglicher Erlös
    aus dem Konkursverfahren

    

  

  
	
  Vor Vorinstanz führte die Klägerin in der Replik aus, dass
  sie aus dem Konkurs der W.______ AG insgesamt CHF 381‘207.85 lösen werde
  (act. 170 Rz. 400 S. 139; siehe zudem act. 171/46);
  ferner sei wahrscheinlich, dass eine geleistete Garantiezahlung jedenfalls
  teilweise im Betrag von CHF 45‘040.40 zurückbezahlt werde, weshalb sie diesen
  Teilbetrag ebenfalls in Abzug bringe (act. 170 Rz. 408). Insgesamt
  ist damit von nachträglichen "Rückzahlungen" von insgesamt
  CHF 426'248.25 auszugehen.

  
	
   

  
	
  Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid nicht
  zur Anrechenbarkeit dieses Erlöses an die geltend gemachte Schadenssumme
  ausgesprochen. Es handelt sich dabei um dieselbe Thematik wie bereits oben
  behandelten Kredit an SX.______ (oben E. III. D.2.3.). Wie bereits dort
  erwähnt, hat die Vorinstanz die Ausfälle aus den verschiedenen Kreditengagements
  in den Währungen CHF, EUR und USD ermittelt; im Falle der W.______ AG hat sie
  bezogen auf EUR-Kredite einen Ausfall von EUR 753‘391.03 als Schaden
  anerkannt (act. 290 S. 47 ff. E. 16.7. und S. 49
  E. 16.8.). Die Summe aller Kreditausfälle in EUR aus sämtlichen hier
  streitbetroffenen Kreditengagements betrug nach vorinstanzlicher Berechnung
  EUR 1'397'069.87 (act. 290 S. 49 E. 16.8.). Die Klägerin
  jedoch hat in der Replik ihre Ersatzforderung in Bezug auf die behaupteten
  EUR-Kreditausstände auf insgesamt (nur) EUR 650'507.‑ beziffert
  (act. 170 S. 3 f. Antrag Ziff. 2), was gegenüber dem
  erstinstanzlich ermittelten Schadensbetrag eine Differenz von
  EUR 746'562.‑ ausmacht. Bei einem Umrechnungskurs von 1.2
  entsprechen EUR 746'562.‑ einem Betrag von knapp CHF 900'000.‑.
  Beim oben besprochenen SX-Kredit betrug der erstinstanzlich nicht explizit
  beachtete Betreibungserlös CHF 235‘594.70. Wird dieser Betrag nun mit
  dem Erlös von CHF 426'248.25 aus dem Konkurs der W.______ AG addiert,
  ergibt dies ein Total von rund CHF 660'000.‑. Dieser Gesamtbetrag
  liegt noch innerhalb der Differenz zwischen der von der Vorinstanz
  ermittelten Schadenssumme in EUR und dem von der Klägerin effektiv in EUR
  geltend gemachten Forderungsbetrag.

  
	
   

  
	
  	
    7.

    	
    Chronologischer
    Überblick über die oben dargelegten Kreditverträge

    

  

  
	
  	
    Datum Kreditvertrag

    	
    Kreditbetrag in Mio.
    CHF/EUR

    	
    Kreditnehmer

    
	
    1. Juli 2005

    	
    CHF 0.5

    	
    S.______

    
	
    14. November 2005

    	
    CHF 3.5

    	
    U.______

    
	
    9. Dezember 2005

    	
    CHF 2.16

    	
    W.______

    
	
    13. Dezember 2005

    	
    CHF 4.8

    	
    S.______

    
	
    13. März 2006

    	
    CHF 6.4

    	
    S.______

    
	
    6. September 2006

    	
    CHF 5.6

    	
    V.______

    
	
    25. Oktober 2006

    	
    CHF 4.8

    	
    S.______

    
	
    22. November 2006

    	
    CHF 0.85

    	
    U.______

    
	
    13. März 2007

    	
    CHF 2.26

    	
    W.______

    
	
    27. April 2007

    	
    EUR
    5.5 (neue Limite gegen­über zuvor CHF 5.6)

    	
    V.______

    
	
    18. Oktober 2007

    	
    EUR 0.35

    	
    SX.______

    
	
    19. Dezember 2007

    	
    CHF 1

    	
    T.______

    

  

  
	
   

  	
    E.

    	
    Summarische
    Betrachtung der sechs
    Kreditengagements

    
	
     

    	
     

    
	
    1.

    	
    Differenzierung
    nach Kreditnehmer

    

  

  
	
  Von den hier interessierenden Kreditengagements betrafen
  fünf Geschäfts-beziehungen juristische Personen:

  
	
  	
    S.______ AG,

    
	
    T.______ AG (vormals
    TX.______),

    
	
    U.______ AG,

    
	
    V.______ AG,

    
	
    W.______ AG.

    

  

  
	
  In einem Fall
  (SX.______) erfolgte die Geldausleihung an eine natürliche Person.

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Materielle
    Ausgestaltung der Bankbeziehungen

    

  

  
	
  Die GLKB hatte mit den fünf erwähnten Gesellschaften
  sogenannte Rahmenkreditverträge abgeschlossen. Darin war eine Kreditlimite
  festgelegt, bis zu welchem Betrag die fünf Gesellschaften von der GLKB
  Geldmittel beanspruchen konnten, sei es in Form von Darlehen (variabel oder
  fest) oder Margenlimiten im Rahmen von Devisentermingeschäften oder als
  Kontokorrent (siehe jeweils Ziff. 1 und Ziff. 2 der betreffenden
  Verträge bei act. 95/125, act. 95/159, act. 95/150,
  act. 95/179, act. 95/206). Konkret haben die Gesellschaften die
  eingeräumten Limiten hauptsächlich mit Kontokorrentkrediten sowie in
  geringerem Umfang mit Darlehen ausgeschöpft (S.______: act. 171/3,
  act. 171/5, act. 171/7, act. 171/9, act. 171/10,
  act. 171/12 [Darlehen], act. 171/14 [Darlehen]; T.______ AG:
  act. 95/161; U.______ AG: act. 95/151-153; V.______ AG:
  act. 171/20, act. 171/22+23, act. 171/25 [Darlehen]; W.______
  AG: act. 171/27, act. 171/29-32 [Darlehen], act. 171/34-36
  [Darlehen], act. 171/38, act. 171/40).

  
	
   

  
	
  Die Kreditgewährung an