# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ec32adb-acb6-51aa-b73c-727d70bfe840
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.07.2020 200 2018 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-119_2020-07-02.pdf

## Full Text

200 18 119 IV
FUR/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Juli 2020

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Januar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1979 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
gelernter … und war zuletzt temporär als … beschäftigt. Im Februar 2016 
meldete er sich unter Hinweis auf die Folgen eines Unfallereignisses vom 
21. Mai 2015 (Ausrutschen und Fall auf das Gesäss bei einem Abschlepp-
versuch eines circa 280 kg schweren Transportwagens mit Bauschutt; in 
der Folge Rücken- und Beinschmerzen) bei der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin], act. II 2, 7.6, 13). Die IVB tätigte in der 
Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen, namentlich holte sie ein 
vom 24. Februar 2017 datierendes polydisziplinäres Gutachten ein (act. II 
45.1). Anschliessend sprach sie dem Versicherten für die Dauer vom 6. Ju-
ni bis zum 5. September 2017 berufliche Massnahmen zu (act. II 58). An-
lässlich der beruflichen Massnahme wurde der Beschwerdeführer am 
29. Juni 2017 als Mitfahrer in einen Autounfall verwickelt (vgl. act. II 66/2). 
Die IVB holte darauf hin medizinische Unterlagen ein und nahm Rückspra-
che mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. II 74). Gestützt darauf 
und nach Abschluss der beruflichen Massnahmen (act. II 79; vgl. ferner 
act. II 75) verneinte die IVB mit Verfügung vom 24. Oktober 2017 (act. II 
81) einen Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen. Diese Verfügung 
blieb unangefochten. Schliesslich wies die IVB, wie mit Vorbescheid vom 
10. November 2017 (act. II 84) in Aussicht gestellt, mit Verfügung vom 
8. Januar 2018 (act. II 88) das Leistungsbegehren auch hinsichtlich einer 
IV-Rente ab. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 7. Februar 2018 Beschwerde. Er beantragte 
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Rückweisung der 
Sache an die Beschwerdegegnerin, damit sie ein polydisziplinäres Gutach-

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ten einhole. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2016 
eine ganze Rente zuzusprechen. 

Mit Eingabe vom 8. Februar 2018 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Unterlagen ein. 

Nachdem der Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung vom 
9. Februar 2018 zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses aufgefor-
dert worden war, stellte er mit Eingabe vom 23. Februar 2018 ein Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin 
Dr. iur. B.________ als amtliche Anwältin. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2018 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 3. April 2018 machte der Beschwerdeführer – nach Auf-
forderung mit prozessleitender Verfügung vom 14. März 2018 – weiterge-
hende Angaben zu seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Ferner 
reichte er weitere Unterlagen ein. 

Die Beschwerdegegnerin nahm zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 
3. April 2018 am 19. April 2018 Stellung.

Der Beschwerdeführer machte mit Eingaben vom 11. Mai und 26. Juni 
2018 weitere Ausführungen und reichte verschiedene Unterlagen ein

Mit der prozessleitenden Verfügung vom 4. Juli 2018 wurde den Parteien 
Gelegenheit gegeben, zu den vom Verwaltungsgericht eingeholten Unfall-
akten zum Ereignis vom 22. Juni 2018 Stellung zu nehmen. In der Folge 
liessen sich die Beschwerdegegnerin am 15. August 2018 und der Be-
schwerdeführer am 22. August 2018 vernehmen.

Im weiteren Verlauf hielten der Beschwerdeführer mit Eingaben vom 
12. September 2018, 11. November 2018, 12. Dezember 2018, 31. De-
zember 2018, 10. Juli 2019, 31. Juli 2019 und 12. Januar 2020 respektive 
die Beschwerdegegnerin mit Eingaben vom 31. August 2018, 12. Dezem-
ber 2018, 24. Juli 2019 an ihren Anträgen fest und reichten je verschiedene 
weitere Unterlagen ein.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 8. Januar 2018 (act. II 88). Strei-
tig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2). 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung 
vom 8. Januar 2018 (act. II 88) im Wesentlichen auf das interdisziplinäre 
Gutachten der Dres. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, D.________, Facharzt 
für Neurologie, E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
und F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, sowie Dipl.-Med. 
G.________, Fachärztin für Allgemeine Medizin (vgl. act. II 45.1/71; 
gemäss dem Eidgenössischen Medizinalberuferegister verfügt Dipl.-Med. 

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G.________ indessen über einen am …. Januar 2015 durch die Schweiz 
anerkannten Weiterbildungstitel als „Praktische Ärztin“, vgl. <htt-
ps://www.medregom.admin.ch/>), Zentrum für Interdisziplinäre Medizini-
sche Begutachtungen AG (nachfolgend: MEDAS), vom 24. Februar 2017 
(act. II 45.1) sowie die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. H.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 10. August 2017 (act. II 74). 

3.1.1 Im MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2017 (act. II 45.1) wurde als 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbos-
pondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei degenerativen Veränderungen der 
LWS, ausgeprägter intervertebraler Höhenminderung im Segment L5/S1 
mit ausgeprägter Osteochondrose und beidseitiger Facettengelenksarthro-
se, kernspintomographisch objektiviertem Bandscheibenvorfall L5/S1 mit 
kaudaler Sequestrierung und Affektion der Nervenwurzel L5 sowie S1 links 
(MRI vom 4. Juni 2015), aktuell klinisch ohne Radikulopathie, festgehalten 
(act. II 45.1/55 Ziff. 6.1). 

Zusammenfassend bestehe aus allgemein-internistischer Sicht keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Die neurologischen Ausfälle hätten kein 
Ausmass, welches für die Arbeitsfähigkeit relevant sei. Über die geklagten 
Schmerzen mit muskuloskelettaler Ursache hinausgehend ergebe sich da-
her auf fachneurologischem Gebiet keine zusätzliche Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit. Eine psychiatrische Diagnose sei nicht ausgewiesen und 
demzufolge bestehe auch keine diesbezügliche Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit (act. II 45.1/61 Ziff. 7.4). Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht be-
stehe wegen des chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms mit 
einem im Juni 2015 kernspintomographisch nachgewiesenen Bandschei-
benvorfall L5/S1 mit kaudaler Sequestrierung und Affektion der Nervenwur-
zel L5 und S1 links sowie einer ausgeprägten intervertebralen Höhenmin-
derung im Segment L5/S1 mit ausgeprägter Osteochondrose und beidseiti-
ger Facettengelenksarthrose seit dem 21. Mai 2015 eine 100%ige Arbeits-
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als .... Demgegenüber sei der 
Beschwerdeführer in einer optimal adaptierenden, wechselbelastenden, 
rückenschonenden Verweistätigkeit – ohne das körperferne Heben und 
Tragen von Lasten über 5 kg, ohne das körpernahe Heben und Tragen von 
Lasten über 10 kg, ohne das repetitive Anheben von Lasten über 2 kg in 

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Brusthöhenniveau, ohne das Verrichten von Arbeiten über die Horizontale 
hinaus (Hyperlordosierung der LWS), ohne repetitives Bücken, ohne das 
überwiegende Innehaben nur einer Körperposition (stehen, gehen oder 
sitzen), ohne Tätigkeiten mit Vibrationsbelastung der Wirbelsäule, ohne 
Pressen und Stemmen, das zu einer intraspinalen Druckerhöhung führe, 
ohne Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe bzw. 
Tätigkeiten auf regennassem als auch eisglattem Untergrund, ohne mehr 
als gelegentlich durchgeführten Tätigkeiten im Hocksitz, sowie dem Heben 
und Tragen von Lasten über 10 kg körpernah respektive 5 kg körperfern 
nur mit technischen Hilfsmitteln – aus orthopädisch-chirurgischen bzw. 
ebenso aus interdisziplinärer Sicht bezogen auf ein volles Pensum zu 80 % 
arbeitsfähig. Die Einschränkung von 20 % ergebe sich infolge der reduzier-
ten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, vermehrter Pausen sowie einer 
reduzierten Arbeitsschnelligkeit (act. II 45.1/61 f. Ziff. 7.4-7.7).

3.1.2 In der Stellungnahme vom 10. August 2017 (act. II 74) hielt der 
RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
fest, das gutachterlich beschriebe Zumutbarkeitsprofil in einer angepassten 
Tätigkeit gelte seit dem 24. Februar 2017. Die aktuellen bzw. im Nachgang 
zum Auffahrunfall vom 29. Juni 2017 (vgl. dazu act. II 70/5 ff.) geklagten 
Beschwerden seien aus Sicht des RAD zwar nachvollziehbar, aufgrund der 
bezüglich des Rückens fehlenden Einschränkungen mit Auswirkung auf 
das am 24. Februar 2017 formulierte leidensangepasste Zumutbarkeitspro-
fil erfahre letzteres diesbezüglich jedoch keine Änderung. Es müsse jedoch 
bezüglich der neu festgestellten Schulterpathologie links entsprechend er-
gänzt werden, indem dem Beschwerdeführer linksseitig zusätzlich auch 
keine Überkopfarbeiten und keine Gewichtsbelastungen über Bauchhöhe 
zugemutet werden könnten. Ab dem 10. August 2017 seien dem Be-
schwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit leichte bis aus-
nahmsweise mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten ganztags über 
8.5 Stunden mit einer Leistungsminderung von 20 % infolge der reduzierten 
Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, vermehrter Pausen sowie reduzier-
ter Arbeitsschnelligkeit zumutbar. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, 
Rotation im Sitzen/Stehen unter Gewichtsbelastung, das Heben von Lasten 
körperfern, repetitives Heben von Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbei-
ten, armbelastende Tätigkeiten mit Arbeiten über Bauchhöhe, das Bestei-

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gen von Leitern, repetitives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorne 
geneigter Haltung sowie repetitive, stereotype Bewegungsabläufe im Be-
reich der HWS und LWS. In Ausnahmefällen und nicht repetitiver Weise 
könnten Gewichte von 10-15 kg gehoben und getragen werden – dies je-
doch nur bis Bauchhöhe. Durch die Folgen des Unfalls vom 29. Juni 2017 
sei keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit zu erwarten, da allfällige Be-
schwerden konservativ behandelbar seien und keine Einschränkungen 
erkennbar seien mit längerfristiger, das heisst mehrwöchiger Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 74/4 f.). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.3

3.3.1 Das MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2017 (act. II 45.1) erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines 
medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), 
weshalb ihm Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

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Die darin enthaltenen Ausführungen und Feststellungen beruhen auf ein-
gehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) sowie unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen 
getroffen worden. Gestützt darauf haben die Gutachter die medizinischen 
Zusammenhänge einleuchtend und die daraus gezogenen Schlussfolge-
rungen zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-theoretisch zumut-
baren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet sowie überzeugend dar-
gestellt. Eine psychiatrische Diagnose (mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit) wurde nicht gestellt (vgl. act. II 45.1/64 Ziff. 1), sondern es wurde 
vielmehr ein grotesk-demonstratives Leidensverhalten in krassem Wider-
spruch zum völlig schmerzfreien Verhalten (stehend oder sitzend) während 
des allergrössten Teils der psychiatrischen Untersuchung beschrieben 
(act. II 45.1/64 f. Ziff. 4). Insoweit besteht aus rechtlicher Sicht keine Veran-
lassung für eine weitere Befassung mit den Indikatoren nach BGE 141 V 
281 (Entscheid des BGer vom 16. November 2018, 8C_311/2018, E. 5.3). 
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt verfängt nicht, weshalb auf 
das MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2017 (act. II 45.1) abgestellt wer-
den kann:

3.3.2 So haben sich die Gutachter – entgegen der vom Beschwerdeführer 
vertretenen Auffassung (vgl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. April 
2018, S. 3) – sehr wohl zur Arbeitsfähigkeit in retrospektiver Hinsicht 
geäussert. Sie beschrieben, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit aufgrund des im Juni 2015 bildgebend nachgewiesenen lumbos-
pondylogenen Schmerzsyndrom aufgehoben sei; während in einer ange-
passten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bestehe. Die durch den 
ersten Unfall hervorgerufenen Schmerzen habe der Beschwerdeführer 
gemäss subjektiver Einschätzung und trotz ärztlicher Indikation einer ope-
rativen Versorgung mittels konservativen Therapien um 5 VAS-Punkte re-
duzieren können (vgl. act. II 45.1/61 Ziff. 7.4 f.). Gestützt darauf und nach-
dem aufgrund der medizinischen Akten keine Anhaltspunkte dafür beste-
hen, dass die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, namentlich rücken-
schonenden, Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht schon 
binnen kurzer Zeit nach dem ersten Unfallereignis wieder möglich gewesen 
wäre, kann das gutachterliche Zumutbarkeitsprofil daher ohne weiteres 
mindestens seit – zufolge der Anmeldung zum Leistungsbezug im Februar 

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2016 (vgl. act. II 1/11 [Postaufgabe]) – dem frühestmöglichen Rentenan-
spruch ab August 2016 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) Geltung beanspruchen. 
Dies liegt denn auch über ein Jahr nach dem ersten Unfallereignis.

3.3.3 Was das Vorbringen des Beschwerdeführers zur unterbliebenen 
Vornahme einer Elektromyographie (EMG) im Rahmen der neurologischen 
Begutachtung betrifft (Beschwerde, S. 3 Ziff. II), ist darauf hinzuweisen, 
dass den Gutachtern für die Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter 
Ermessensspielraum zusteht (vgl. statt vieler: Entscheid des BGer vom 23. 
Januar 2019, 8C_831/2018, E. 3.2.5). Wenn der neurologische Gutachter 
demnach gestützt auf die medizinischen Akten und die erhobenen klini-
schen Befunde (vgl. act. II 45-1/44 f.) auf eine EMG-Untersuchung verzich-
tete, ist dies nicht zu beanstanden, namentlich da die erfolgte einlässliche 
klinische Untersuchung für das Gutachten die ohnehin wichtigste Grundla-
ge darstellt (vgl. statt vieler: Entscheide des BGer vom 28. Mai 2019, 
9C_867/2018, E. 5.2.1, und vom 14. Mai 2019, 9C_190/2019, E. 3.1, je mit 
Hinweisen).

3.3.4 Zu klären bleibt schliesslich, ob im Nachgang zum erstatteten ME-
DAS-Gutachten 24. Februar 2017 (act. II 45.1) vor Erlass der angefochte-
nen Verfügung vom 8. Januar 2018 (act. II 88) eine massgebende Verän-
derung des medizinischen Sachverhaltes eingetreten ist, die das Gutachten 
als nicht mehr massgeblich erscheinen lassen würde. Diesbezüglich ist 
festzustellen, dass zumindest bis zum zweiten Unfallereignis vom 29. Juni 
2017 (vgl. act. II 66/2) eine Verschlechterung nicht annähern glaubhaft ge-
macht ist und sich ebenso wenig aus den medizinischen Akten ergibt. Dies 
wird vom Beschwerdeführer folglich zu Recht nicht geltend gemacht, wes-
halb die Arbeitsfähigkeitseinschätzung sowie das Zumutbarkeitsprofil des 
MEDAS-Gutachtens vom 24. Februar 2017 (act. II 45.1) bis zu diesem 
Zeitpunkt ohne weiteres Gültigkeit hat.

In somatischer Hinsicht führte das Unfallereignis vom 29. Juni 2017 
gemäss der überzeugenden Einschätzung des RAD-Arztes Dr. med. 
H.________ in der Stellungnahme vom 10. August 2017 (act. II 74) einzig 
hinsichtlich der festgestellten Schulterpathologie links zu einer qualitativen 
Anpassung des Zumutbarkeitsprofils in Bezug auf Überkopfarbeiten sowie 
Gewichtsbelastungen über Bauchhöhe. Eine längerfristige Einschränkung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 12

der zumutbaren Arbeitsfähigkeit schloss der RAD-Arzt Dr. med. 
H.________ aufgrund der konservativen Behandlungsmöglichkeiten von 
allfälligen Beschwerden aus (vgl. act. II 74/4 f.). Dies steht in Übereinstim-
mung mit den Ergebnissen der umfangreichen Abklärungen der Suva im 
Nachgang zum betreffenden Unfallereignis (vgl. etwa Akten der Beschwer-
degegnerin [act. IIB] 22.90, 22.112 f., 22.131, 22.153 f., 22.155; Akten der 
Beschwerdegegnerin [act. IIC] 27.14) sowie der umfassenden kreisärztli-
chen Beurteilung vom 23. August 2018 (act. IIC 27.6). Wie das Verwal-
tungsgericht mit Urteil vom 2. Juli 2020, UV/2019/146, E. 3.4.2 f., dargelegt 
hat, ist gestützt auf die besagte kreisärztliche Beurteilung vom 23. August 
2018 (act. IIC 27.6) im Nachgang zum Unfallereignis vom 29. Juni 2017 
keine massgebende somatische Veränderung des Gesundheitszustandes 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten. Das MEDAS-
Gutachten vom 24. Februar 2017 (act. II 45.1) bietet damit in somatischer 
Hinsicht bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens mit der angefoch-
tenen Verfügung vom 8. Januar 2018 (act. II 88) eine zuverlässige medizi-
nische Grundlage.

In psychiatrischer Hinsicht stützt sich der Beschwerdeführer für die von ihm 
geltend gemachte Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustan-
des (Beschwerde, S. 3; Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. April 2018, 
S. 2 f.) im Nachgang zum Unfallereignis vom 29. Juni 2017 auf die Bericht-
erstattung von Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, namentlich den Bericht vom 7. November 2017 (Akten des Be-
schwerdeführers [act. I] 3), die ärztliche Bescheinigung vom 28. März 2018 
(Beilage zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. April 2018 [act. IB] 3) 
und den Bericht vom 30. Mai 2018 (act. IB 15). Hinsichtlich der vom be-
handelnden Psychiater gestellten Diagnosen einer mittelgradigen bzw. 
schweren depressiven Störung (ICD-10: F32.2 bzw. F32.11) und einer 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen (ICD-10 
F45.41; vgl. act. IB 15/2) ist vorab darauf hinzuweisen, dass alleine der 
Umstand, dass eine weitere bzw. zusätzliche Diagnose – insbesondere im 
psychiatrischen Fachbereich – gestellt wird, für sich allein nicht genügt, um 
eine massgebende Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft 
zu machen. Denn damit wird über das quantitative Element einer relevan-
ten, die Arbeitsfähigkeit schmälernden Veränderung des Gesundheitszu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 13

standes nicht zwingend etwas ausgesagt. Es kommt einzig darauf an, ob 
bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätz-
lich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechte-
rung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnom-
men werden kann (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; Entscheid des BGer vom 
25. Januar 2018, 8C_664/2017, E. 9). Massgebend sind in erster Linie der 
lege artis erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der 
Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen 
(Entscheid des BGer vom 5. September 2019, 8C_389/2019, E. 4.2.2). 
Eine derart nachvollziehbar hergeleitete Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit besteht jedoch 
nicht. Vielmehr entbehren die von Dr. med. I.________ gestellten psychia-
trischen Diagnosen trotz einer entsprechenden Codierung einer nachvoll-
ziehbaren diagnostischen Herleitung anhand eines anerkannten Klassifika-
tionssystems und wurden auch nicht annähernd medizinisch-psychiatrisch 
begründet oder mit entsprechenden psychopathologischen Befunden unter-
legt. Dr. med. I.________ stellte für die beschriebenen Einschränkungen im 
Wesentlichen auf die fachfremden somatischen Gesundheitsbeeinträchti-
gungen ab, wobei die attestierte Arbeitsunfähigkeit offenkundig auf den 
subjektiven Beschwerdeangaben beruht, ohne dass diese einer entspre-
chenden Plausibilisierung unterzogen (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 297) 
oder durch eine damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare 
Befundlage erklärt worden wären (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). So legte Dr. med. I.________ in keiner Weise dar, 
aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die von ihm – gestützt 
auf die subjektiven Beschwerdeangaben – erhobenen Befunde das funkti-
onelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, 
quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen (BGE 145 V 
361 E. 4.3 S. 368, 143 V 418 E. 6 S. 427). 

Zu beachten ist sodann, dass sich in den Akten wiederholt verschiedene 
soziale Risiko- bzw. Belastungsfaktoren (Migrationshintergrund, Partner-
schaftsproblematik [Akten der Beschwerdegegnerin {act. IIA} 1; act. IB 11]) 
sowie eine Tendenz zur Aggravation (vgl. act. IIB 22.131/2; vgl. dazu BGE 
141 V 281 E. 2.2.1 S. 287) finden, wobei die dadurch bewirkten negativen 
funktionellen Folgen vorliegend ausser Acht zu bleiben haben (BGE 127 V 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 14

294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2; vgl. Entscheid des 
BGer vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2 mit Hinweisen). Eine der-
artige Ausscheidung von psychosozialen und soziokulturellen Belastungs-
faktoren oder der gutachterlich beschriebenen Aggravation nahm der be-
handelnde Psychiater indessen nicht vor. 

Es erhellt in diesem Zusammenhang denn auch nicht, weshalb der behan-
delnde Psychiater trotz der diagnostizierten multiplen schweren psychi-
schen Störungen bereits nach einer Dauer von zwei Monaten die Therapie-
frequenz deutlich reduzierte (vgl. act. IB 15/2 Ziff. 3) und ungeachtet sub-
jektiver bzw. objektiver Verbesserung des Gesundheitszustandes (vgl. 
act. IB 9/5, 15/2 Ziff. 5) und bei nicht ausgeschöpften Therapieoptionen 
bereits im Bericht vom 7. November 2017 (act. I 3/2 Ziff. 6) nach lediglich 
viermonatiger Behandlungsdauer apodiktisch von einer „ausgeprägten The-
rapieresistenz“ ausging. Schliesslich gilt es auch der Erfahrungstatsache 
Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Ärztinnen und Ärzte nicht nur in 
der Funktion als Hausärzte, sondern auch als spezialärztlich behandelnde 
Medizinalpersonen im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(Urteil des BGer vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2 mit Hin-
weisen). Unter diesen Umständen ist eine Verschlechterung des psychi-
schen Gesundheitszustandes im Nachgang zum MEDAS-Gutachten vom 
24. Februar 2017 (act. II 45.1), namentlich mit Blick auf das Unfallereignis 
vom 29. Juni 2017, nicht erstellt, womit auf das Gutachten auch in psychia-
trischer Hinsicht für den gesamten anspruchsrelevanten Zeitraum bis zur 
angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2018 (act. II 88) abgestellt wer-
den kann. 

3.4 Zusammenfassend bieten das MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 
2017 (act. II 45.1) sowie die RAD-Beurteilung zum medizinischen Zumut-
barkeitsprofil vom 10. August 2017 (act. II 74/4 f.) eine zuverlässige medi-
zinische Grundlage im vorliegend zu beurteilenden Zeitraum, weshalb auf 
die darin gemachten Ausführungen zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit ab-
zustellen ist. Demnach ist der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit als ... seit rund Mitte Mai 2015 vollständig arbeitsunfähig (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 15

act. II 45.1/70 Ziff. IV.1). In einer den körperlichen Einschränkungen ange-
passten Tätigkeit besteht demgegenüber bei einer zeitlich vollschichtig zu-
mutbaren Präsenz eine Einschränkung des Rendements von 20 %, ent-
sprechend einer Arbeitsfähigkeit von 80% (act. II 45.1/70 Ziff. IV.1). Der 
medizinische Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund hinreichend 
abgeklärt und von weiteren Beweisvorkehren sind keine wesentlichen neu-
en Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon in antizipierter Beweiswürdi-
gung abgesehen werden kann (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.  

4.1 Die Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche-
rung erfolgte am 1. Februar 2016 (Postaufgabe; act. II 1/11), womit unter 
Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 
IVG ein Rentenanspruch frühestens ab August 2016 bestehen kann. Zufol-
ge der gemäss MEDAS-Gutachten seit rund Mitte Mai 2015 aufgehobenen 
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ... (vgl. act. II 
45.1/70 Ziff. IV.1) war die Anspruchsvoraussetzung der absolvierten War-
tezeit („Wartejahr“; Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; vgl. dazu E. 2.3 hiervor) in die-
sem Zeitpunkt bereits erfüllt, sodass der Einkommensvergleich pro August 
2016 durchzuführen ist.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 16

stellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls 
relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute: BGer] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2). Nicht 
massgebend ist, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 
3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BfS herausge-
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 
V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Wird auf Tabellen-
löhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im Zeitpunkt des angefoch-
tenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen Daten zu verwenden 
(BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer vom 27. November 
2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1). Da den Tabellenlöhnen generell eine Arbeits-
zeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Umrechnung auf eine 
betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit erforderlich (BGE 126 
V 75 E. 3b bb S. 76).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 17

bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.3

4.3.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens ist festzustellen, dass der Be-
schwerdeführer im Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 21. Mai 2015 
(act. II 7.6/1) in einem temporären bis am 22. Mai 2015 befristeten Arbeits-
verhältnis als ungelernter ... bzw. … beschäftigt war (act. II 13/2 ff.). Nach-
dem die zuletzt ausgeübte Beschäftigung zufolge Befristung aus invali-
ditätsfremden Gründen entfiel und damit im vorliegenden Vergleichszeit-
punkt auch im Gesundheitsfall nicht mehr bestanden hätte, ist das Validen-
einkommen gestützt auf die lohnstatistischen Tabellenlöhne zu ermitteln 
(vgl. E. 4.2.1 hiervor), wobei die im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
(8. Januar 2018 [act. II 88]) aktuellsten publizierten LSE 2014 massgebend 
sind (vgl. E. 4.2.2 hiervor; die LSE 2016 wurden erst am 26. Oktober 2018 
publiziert). Der Beschwerdeführer war seit seiner Einreise in die Schweiz 
im Jahr 2002 (vgl. act. II 2/1 Ziff. 1.6) – unterbrochen von wiederholter Ar-
beitslosigkeit – im Wesentlichen in der … sowie zuletzt als … im …gewer-
be tätig (vgl. act. II 11/2, 10/2 ff., 8/2 f.). In der in … erlernten Tätigkeit als 
... (vgl. act. II 2/5 Ziff. 5.2) war er demgegenüber in der Schweiz nie tätig. 
Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die vom Beschwerdeführer 
geäusserten beruflichen Neigungen (vgl. act. II 12.3/3, 45.1/15 f. Ziff. 3.1.2) 
kann offenbleiben, ob für das Valideneinkommen auf den Totalwert oder 
den spezifischen Tabellenlohn im Wirtschaftszweig Baugewerbe abzustel-
len ist. Denn auch wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers auf den höhe-
ren lohntabellarischen Wert im Baugewerbe von monatlich brutto 
Fr. 5'507.-- (BfS, LSE 2014, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 41-43 Baugewerbe, Kompetenzniveau 1, Män-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 18

ner) abgestellt wird, führt dies nicht zu einer anspruchsrelevanten Ände-
rung des IV-Grades (vgl. dazu E. 4.3.3 hiernach). 

Soweit der Beschwerdeführer mit Verweis auf die in … absolvierte dreijäh-
rige Lehre als ... die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 beantragt (Ein-
gaben des Beschwerdeführers vom 3. April 2018, S. 3 bzw. vom 11. Mai 
2018, S. 2), ist dem nicht zu folgen. Der Beschwerdeführer arbeitete 
gemäss eigenen Angaben nach Abschluss der Lehre im Jahr 1997 lediglich 
noch während rund eines Jahres als selbstständiger ... und war danach 
nicht mehr in seinem erlernten Beruf beschäftigt (vgl. act. II 2/5 Ziff. 5.2, 
11), sondern in verschiedenen unqualifizierten Hilfstätigkeiten. Zudem er-
geben sich aus den Akten keine Hinweise auf anderweitige Aus- und/oder 
Weiterbildungen. Der Beschwerdeführer verfügt demnach nicht über er-
kennbare besondere Fertigkeiten und Kenntnisse, die es rechtfertigen wür-
den, für das Valideneinkommen das Kompetenzniveau 2 heranzuziehen. 
Schliesslich würde, selbst wenn für das Valideneinkommen auf das Kom-
petenzniveau 2 der LSE-Tabellenlöhne im Baugewerbe – entsprechend 
Fr. 5'885.-- (BfS, LSE 2014, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 41-43 Baugewerbe, Kompetenzniveau 2, Män-
ner) – abgestellt würde, kein Rentenanspruch bestehen (vgl. dazu E. 4.3.3 
hiernach). 

Für das Valideneinkommen ist daher vorliegend von einem lohnstatisti-
schen Einkommen im Baugewerbe von monatlich brutto Fr. 5'507.-- (BfS, 
LSE 2014, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, 
Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, TA1_tirage_skill_level, 
Ziff. 41-43 Baugewerbe, Kompetenzniveau 1, Männer) auszugehen. Ange-
passt auf die betriebsübliche Normalarbeitszeit von 41.4 Stunden (BfS, 
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, lit. F Ziff. 41-43 
Baugewerbe/Bau, 2016) und indexiert auf das Jahr 2016 (BfS, T1.1.10 
Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, lit. F Ziff. 41-43 Baugewerbe/Bau: 
102.8 [2014], 102.9 [2016]) ergibt dies ein massgebendes Valideneinkom-
men von Fr. 68'463.-- (Fr. 5'507.-- x 12 / 40 x 41.4 / 102.8 x 102.9).

4.3.2 Da der Beschwerdeführer seit dem Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist das Invalideneinkommen unbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 19

strittenermassen aufgrund der LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln. Ausgehend 
vom gutachterlichen bzw. RAD-ärztlichen Zumutbarkeitsprofil (vgl. act. II 
45.1/62 Ziff. 7.7, 74/4 f.) ist dabei hier – wie üblich (vgl. Entscheid des BGer 
vom 18. Dezember 2019, 8C_534/2019, E. 5.2 mit Hinweisen) – vom To-
talwert des Durchschnittslohns im gesamten privaten Sektor im untersten 
Kompetenzniveau, mithin Fr. 5'312.-- (BfS, LSE 2014, Monatlicher Brutto-
lohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Ge-
schlecht, Privater Sektor, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzni-
veau 1, Männer) auszugehen. Dies wird vom Beschwerdeführer zu Recht 
nicht bestritten (vgl. Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. April 2018, 
S. 3). Unter Berücksichtigung der wöchentlichen Normalarbeitszeit von 
41.7 Stunden (BfS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun-
gen, Total, 2017) und der Indexierung auf das Jahr 2016 (BfS, T1.1.10 
Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, Total: 103.2 [2014], 104.1 [2016]) 
sowie angepasst an die medizinisch-theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit 
von 80 % (vgl. E. 3.5 hiervor) ergibt sich ein Invalideneinkommen von 
Fr. 53'626.-- (Fr. 5’312.-- x 12 / 40.0 x 41.7 / 103.2 x 104.1 x 0.8).

Soweit der Beschwerdeführer beantragt, es sei beim Invalideneinkommen 
aufgrund des eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils ein Abzug vom Tabel-
lenlohn in der Höhe von 20 % bzw. 25 % vorzunehmen (vgl. Beschwerde, 
S. 4; Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. April 2018, S. 3), kann dem 
nicht gefolgt werden. Gemäss dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil ist 
der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit in einem Vollpen-
sum arbeitsfähig mit einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20 %, 
wobei sich die Einschränkung der Leistungsfähigkeit mit der reduzierten 
Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, einem vermehrten Pausenbedarf 
sowie einer reduzierten Arbeitsschnelligkeit begründet (act. II 45.1/61 f. 
Ziff. 7.4-7.7 bzw. act. II 74/4 f.). Das medizinische Belastungsprofil sowie 
das anzuwendende tiefste Kompetenzniveau 1 tragen den gesundheitli-
chen Einschränkungen des Beschwerdeführers hinreichend Rechnung, 
weshalb kein zusätzlicher leidensbedingter Abzug gerechtfertigt ist. So bie-
tet namentlich der Umstand, dass dem Beschwerdeführer nur noch vor-
nehmlich leichte Tätigkeiten zumutbar sind praxisgemäss keinen Grund für 
einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn auf dem hier zu-
grunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von körperlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 20

leichten Tätigkeiten umfasst. Ebenso führt die Spezifizierung im Zumutbar-
keitsprofil, wonach die körperlich leichte Tätigkeit „rückenschonend“ zu sein 
habe (vgl. act. II 45.1/70 Ziff. IV.2) zu keinem lohnrelevanten Nachteil (Ent-
scheid des BGer vom 24. Januar 2020, 8C_586/2019, E. 5.3.1 mit Hinwei-
sen). Da demzufolge die gesundheitlichen Einschränkungen bereits im 
Rahmen der gutachterlichen Einschätzung der zumutbaren reduzierten 
Leistungsfähigkeit berücksichtigt wurden, ist in dem eingeschränkten Ren-
dement bei vollschichtig zumutbarer Präsenz gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung ebenfalls keine Grundlage für einen Abzug zu erblicken 
(vgl. Entscheid des BGer vom 30. September 2019, 8C_219/2019, E. 5.2). 
Hinzu kommt, dass die Einschränkung der zeitlichen Präsenz im hier zur 
Diskussion stehenden Rahmen von 20 % sich im Vergleich zu einem Voll-
zeitpensum ohnehin nicht lohnmindernd auswirkt (vgl. BfS, LSE 2016, Mo-
natlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher 
Stellung und Geschlecht, T18, Privater und öffentlicher Sektor, Männer, 
ohne Kaderfunktion). Weitere Umstände, die einen Abzug zu rechtfertigen 
vermöchten, sind nicht ersichtlich, weshalb es mit dem Invalideneinkom-
men von Fr. 53'626.-- sein Bewenden hat. Anzumerken bleibt, dass selbst 
wenn ein höchstens vorstellbarer Abzug vom Tabellenlohn von 10 % vor-
genommen würde, entsprechend einem Invalideneinkommen von 
Fr. 48'632.--, dies keinen Einfluss auf den Rentenanspruch hätte (vgl. 
E. 4.3.3 hiernach). 

4.3.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert pro 
August 2016 (vgl. E. 4.1.3 hiervor) eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 14'837.-- (Fr. 68'463.-- ./. Fr. 53'626.--), entsprechend einem rentenaus-
schliessenden (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG) Invaliditätsgrad von rund 22 % 
(21.67 %; Fr. 14'837.-- / Fr. 68'463.-- x 100; zur Rundungspraxis vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Wie bereits erwähnt, würde selbst die 
Zugrundelegung eines lohnstatistischen Valideneinkommens im Kompe-
tenzniveau 2, entsprechend Fr. 73'163.-- (Fr. 5’885.-- x 12 / 40 x 41.4 
/ 102.8 x 102.9; vgl. dazu E. 4.3.1 hiervor), und die Vornahme eines lei-
densbedingten Abzugs von 10 %, mithin ausgehend von einem Invaliden-
einkommen von Fr. 48'632.-- (vgl. E. 4.3.2 in fine hiervor), zu einem eben-
falls rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 34 % ([Fr. 73'163.-- 
./. Fr. 48'632.--] / Fr. 73'163.-- x 100) führen. Demzufolge verneinte die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 21

schwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2018 
(act. II 88) einen Rentenanspruch zu Recht. Die Beschwerde ist daher ab-
zuweisen.

5.

5.1 Der Beschwerdeführer beantragt schliesslich mit Eingabe vom 
23. Februar 2018 die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, unter 
Beiordnung von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtliche Anwältin.

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3 Die prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund 
Akten erstellt (vgl. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 16. Febru-
ar 2018 [in den Gerichtsakten] bzw. Eingabe des Beschwerdeführers vom 
23. Februar 2018 sowie die entsprechenden Beilagen [act. IA]). Namentlich 
geht daraus hervor, dass die Beschwerdeführerin über keine (Gesundheits-
)Rechtsschutzversicherung seiner Krankenkasse verfügt (act. IB 1). Der 
Beschwerdeführer hat zudem verschiedene familiäre Unterhaltsverpflich-
tungen (vgl. act. IA 5-8), wobei er über kein Erwerbseinkommen verfügt 
und seine Ehegattin im per Februar 2018 von der Arbeitslosenversicherung 
ausgesteuert wurde (vgl. act. IA 27). Unter diesen Umständen und mit Blick 
auf die bescheidenen Kontokorrentvermögen (vgl. act. IA 19 ff.) wäre ein 
allfällig aus der Entschädigungsvereinbarung vom 3. Januar 2018 (act. IA 
1) verbleibender „Notgroschen“ in Würdigung aller Umstände ohne weite-
res angemessen (vgl. Entscheid des BGer vom 8. August 2016, 
8C_377/2016, E. 2.2 mit Hinweisen). Die Beschwerde ist sodann nicht als 
von vornherein aussichtslos zu qualifizieren und für das Verfahren er-
scheint der Beizug einer anwaltlichen Vertretung angezeigt. Demnach ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 22

antragsgemäss für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtli-
che Anwältin zu bewilligen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
hat der unterliegende Beschwerdeführer die Verfahrenskosten, gerichtlich 
bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der 
gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 5.3 hiervor) wird er – unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht be-
freit (Art. 113 VRPG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung.

6.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 23

Mit der aktuellsten bei den Gerichtsakten befindlichen Kostennote in der 
Beilage zur Eingabe vom 12. September 2018 macht Rechtsanwältin 
Dr. iur. B.________ einen Aufwand von 15.7 Stunden zuzüglich Auslagen 
von Fr. 249.70, entsprechend einem Honorar von Fr. 4'178.70 (exkl. 
MWSt.) geltend. Die angegebenen Aufwendungen können mangels Da-
tumsangabe und verständlicher Bezeichnung zeitlich nicht klar verortet 
werden. Sodann wurden verschiedene Aufwendungen im Zusammenhang 
mit den beigezogenen Suva-Akten gemacht. Da Dr. iur. B.________ den 
Beschwerdeführer neben dem vorliegenden Beschwerdeverfahren auch im 
parallel laufenden Beschwerdeverfahren vor dem hiesigen Verwaltungsge-
richt gegen die Suva vertritt (Verfahren Nr. 200.2019.146), waren der 
Rechtsvertreterin die Unfallversicherungsakten bereits bekannt und der 
entsprechende Aufwand nicht doppelt zu entschädigen. Der geltend ge-
machte zeitliche Aufwand erscheint überdies angesichts des vorliegend 
höchstens durchschnittlich komplexen tatsächlichen und rechtlichen Sach-
verhaltes, der nicht umfangreichen relevanten Akten wie auch im Vergleich 
zu ähnlich gelagerten Fällen unangemessen hoch. Die Parteientschädi-
gung ist daher – ausgehend von einem maximalen zeitlichen Aufwand von 
rund zehn Stunden – ermessensweise pauschal auf Fr. 3’000.-- (inkl. Aus-
lagen und MWSt.) festzusetzen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtliche Anwältin wird gutge-
heissen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, IV/18/119, Seite 24

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Das amtliche Honorar wird in diesem Verfahren pauschal auf 
Fr. 3'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt und Rechtsanwältin 
Dr. iur. B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils die ent-
sprechende Entschädigung aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingaben des Beschwerdeführers vom 31. Juli 

2019 und vom 12. Januar 2020)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.