# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9d3cc19-a36f-5e2b-8b48-d2506027fde3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.11.2025 IV 2025/27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2025-27_2025-11-05.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2025/27

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.12.2025

Entscheiddatum: 05.11.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 05.11.2025
Art. 28 und 29 IVG; Art. 44 und 61 ATSG. Beweiswert eines auf 
privatrechtlicher Grundlage nach dem Bundesgesetz über den 
Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) eingeholten Gutachtens; Post-
Covid-Syndrom, ME/CFS (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 5. November 2025, IV 2025/27).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/21 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 5. November 2025 

Besetzung  Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-
Studerus und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin  
Felicia Sterren  

   

Geschäftsnr.   IV 2025/27 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 
7000 Chur,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2025/27 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich am 13. Dezember 2021 bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen der 
Invalidenversicherung an. Zur gesundheitlichen Beeinträchtigung gab sie an, ihr sei die Diagnose eines 

Long-Covid gestellt worden und sie leide hauptsächlich an Erschöpfung, kognitiven Einschränkungen 

und «Brain Fog». Die Einschränkungen würden seit dem 16. Juni 2021 (erste Symptome einer Covid-

19-Infektion) bestehen (IV-act. 29). In der Folge tätigte die IV-Stelle diverse Abklärungen (vgl. IV-act. 37 

ff.). 

A.b Mit Bericht vom 7. März 2022 teilte Dr. med. B.___, Facharzt für Innere Medizin, der IV-Stelle mit, 
es habe sich nach einem Covid-19-Infekt ein Long-Covid-Syndrom entwickelt und die Versicherte sei 

nun seit über einem halben Jahr nicht mehr arbeitsfähig. Sie sei geplagt durch eine Fatigue, Post 

Exertional Malaise (PEM), kognitive Einschränkungen und Schlafstörungen. Daneben würde eine 

Zwangs- und Angststörung bestehen. Eine stationäre Rehabilitation sei geplant (IV-act. 59). 

A.c Mit von der Versicherung Z.___ (Krankentaggeldversicherer der damaligen Arbeitgeberin der 
Versicherten) in Auftrag gegebenem versicherungsmedizinischem Assessment vom 28. Februar 2022 

hatte Dr. med. C.___, Fachärztin für Neurologie, Spez. Verhaltensneurologie und kognitive Neurologie, 

der Versicherten eine 100%ige Einschränkung des arbeitsbezogenen Funktionspotentials 

(angestammt/allgemein) attestiert. Die Leistungslimitierung sei als passager/verbesserungsfähig 

einzustufen, eine berufliche Reintegration zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht zumutbar. In sechs 

bis acht Wochen sei eine Verlaufsbegutachtung vorzusehen (IV-act. 226 bzw. fremd-act. 2-11 ff.). 

A.d Mit Austrittsbericht vom 27. Mai 2022 stellten die Behandler des D.___ nach einem stationären 
Aufenthalt der Versicherten insbesondere die Diagnosen Long-Covid-Syndrom (Klinik: Fatigue, PEM, 
kognitive Einschränkungen, Schlafstörungen, Muskelschmerzen) und Zwangserkrankung mit 

Verstärkung der Kontrollzwänge bzw. des ausgeprägten Hände-Waschzwangs nach Corona-Infektion 

(IV-act. 63). 

A.e Mit Verlaufs-Assessment vom 31. Juli 2022 hielt Dr. C.___ fest, die aktuell demonstrierte 
psychophysische/neurokognitive Gesamtbelastbarkeit der Versicherten sei leicht bis punktuell 

mittelschwer beeinträchtigt mit Stressanfälligkeit unter Zeitdruck. Die berufsbezogene verhaltens-

neurologisch-leistungspsychologische Abklärung ergebe im kognitiven Bereich unter Berücksichtigung 

des prämorbiden Leistungsniveaus eine leicht verminderte lexikalische Ideenproduktion sowie eine 

leicht verminderte selektive Aufmerksamkeit im Rahmen einer leicht verminderten neurokognitiven 

Anpassungsleistung unspezifischer Genese (unter anderem Dekonditionierung), DD aggraviert durch 

vorbestehende Leistungsschwächen bei ansonsten durchwegs intakter kognitiver Leistungsfähigkeit. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Im Vergleich zur Erstuntersuchung lasse sich eine signifikante Besserung objektivieren. Die 

Widerstands- und Durchhaltefähigkeit sowie die kognitive Belastbarkeit, Flexibilität und Fehlerkontrolle 

seien leicht bis punktuell mittelschwer limitiert. Es bestünde keine relevante Diskrepanz zwischen der 

subjektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (Selbsteinschätzung/Performance) und den objektiv 

leistungseinschränkenden Befunden (Capacity; fremd-act. 4-67 ff., insbesondere 4-71). In der 
angestammten Tätigkeit ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 20 bis 30 %. Die berufliche 

Leistungslimitierung sei als passager/verbesserungsfähig einzustufen. Während längstens zwei bis vier 

Wochen könne noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % angenommen werden, danach könne das 

Arbeitspensum graduell gesteigert werden. Bei protrahiertem Verlauf sei eine Reevaluation erforderlich 

(fremd-act. 4-71 f.). 

A.f Am 15. Dezember 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie übernehme die Kosten für ein 
Arbeitstraining vom 1. November 2022 bis 29. April 2023 bei der bisherigen Arbeitgeberin (IV-act. 100). 

Die Versicherte erreichte – mit Unterbruch durch einen Crash/PEM – ein Arbeitspensum von 40 %. Eine 

darüberhinausgehende Pensumsteigerung konnte nicht umgesetzt werden (vgl. IV-act. 120, 124 und 

133). Am 19. April 2023 schilderte die Versicherte ihrem Eingliederungsberater, dass der 

Kundenkontakt und die Verantwortung als Abteilungsleitung sie sehr fordere und zu erhöhter 

Erschöpfung führe. Sie habe das Gefühl, in einer ruhigeren Arbeitsumgebung bessere Fortschritte 

machen zu können (IV-act. 133). In der Folge wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst (IV-act. 151). 

A.g Mit Mitteilung vom 4. Mai 2023 übernahm die IV-Stelle die Kosten für ein Aufbautraining vom 
8. Mai bis 31. Oktober 2023 bei der Stiftung E.___ (IV-act. 155). 

A.h Am 29. September 2023 fand im Auftrag der Versicherung Y.___ (bei der die Versicherte 
Versicherungsverträge betreffend freie und gebundene Vorsorge abgeschlossen hatte; vgl. IV-act. 282-

6 ff.) eine bidisziplinäre Begutachtung (psychiatrisch/neurologisch) bei der ZVMB GmbH, Dr. med. 

F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. G.___, Facharzt für Neurologie, am 

24. Oktober 2023 ergänzt durch eine neuropsychologische Untersuchung bei der Praxis H.___, lic. phil. 

I.___, statt. Die ZVMB-Gutachter kamen in der Konsensbeurteilung vom 7. Juni 2023 (richtig: 2024) 

unter Einbezug der neuropsychologischen Untersuchung zum Schluss, es liege keine Diagnose mit 

Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und dementsprechend eine volle 

Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 244, insbesondere IV-act. 244-14, und fremd-act. 5-30 ff.). 

A.i Anlässlich der Standortbestimmung vom 5. Oktober 2023 schilderte die Versicherte, die ZVMB-
Begutachtung am 29. September 2023 habe bei ihr zu einem schweren Crash (PEM) geführt (vgl. IV-

act. 196; siehe auch den von ihrer Mutter verfassten Brief vom 6. Oktober 2023, IV-act. 201). Sie war 
vom 2. bis 9. Oktober 2023 vollständig arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 199 und 206 f.). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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A.j Mit Mitteilung vom 17. November 2023 wies die IV-Stelle weitere berufliche Massnahmen ab (IV-
act. 210). Anschliessend aktualisierte sie die medizinische Aktenlage (IV-act. 216 ff.). Insbesondere 

holte sie im Juni 2024 das ZVMB-Gutachten (IV-act. 244) bei der Y.___ ein (vgl. IV-act. 243). 

A.k Mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2024 hielt die RAD-Ärztin Dr. med. J.___, Fachärztin für 
Radio-Onkologie und Strahlentherapie, fest, auf das ZVMB-Gutachten könne aus 
versicherungsmedizinischer Sicht abgestellt werden (IV-act. 265). 

A.l Mit Vorbescheid vom 14. Oktober 2024 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres 
Leistungsbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte sie aus, nach den ihr zur Verfügung stehenden 

Unterlagen würden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Aus 

versicherungsmedizinischer Sicht werde auf das umfangreiche ZVMB-Gutachten abgestellt. Demnach 

sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter Tätigkeit auf dem ersten 

Arbeitsmarkt auszugehen (IV-act. 267). Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andrea Cantieni, am 7. November 2024 Einwand und machte im 

Wesentlichen geltend, das ZVMB-Gutachten sei im IV-Verfahren nicht verwertbar und aus den Akten 

zu weisen (IV-act. 271). Mit Ergänzung vom 13. November 2024 reichte die Versicherte weitere 

Unterlagen ein und brachte vor, aus diesen gehe hervor, dass ihre Arbeitsfähigkeit ganz erheblich 

eingeschränkt sei, wobei Anzeichen für Verbesserungen vorhanden seien. Das ZVMB-Gutachten sei 

somit auch inhaltlich nicht korrekt (IV-act. 272). 

A.m Mit Verfügung vom 10. Januar 2025 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Es würden 
keine neuen relevanten Erkenntnisse oder Diagnosen vorliegen, sodass der RAD sich weiterhin auf das 

ZVMB-Gutachten stütze (IV-act. 275). 

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 11. Februar 2025. Die 
Beschwerdeführerin, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andrea Cantieni, beantragt unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin, die Verfügung vom 10. Januar 

2025 sei aufzuheben und ihr sei ab dem 1. Juni 2022 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei 

die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, um weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und 

danach über den Anspruch auf eine Rente neu zu entscheiden. Zur Begründung führt die 

Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, das ZVMB-Gutachten sei nicht nach den formellen 

Anforderungen des IV-Verfahrens vergeben worden und deshalb aus den IV-Akten zu weisen. Auch 

das von der Z.___ in Auftrag gegebene Gutachten von Dr. C.___ verletze die Verfahrensrechte der 

Beschwerdeführerin im IV-Verfahren und dürfe von der Beschwerdegegnerin nicht beachtet werden. 
Somit sei auf die echtzeitlichen Dokumente abzustellen und der Beschwerdeführerin nach Ablauf des 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Wartejahres eine ganze Rente zuzusprechen. Falls sich das Gericht nicht den echtzeitlichen 

Dokumenten der behandelnden Ärzte anschliessen könne, werde die Rückweisung der Sache an die 

Beschwerdegegnerin für weitere medizinische Abklärungen sowie die Neubestimmung des 

Rentenanspruchs beantragt. Falls das Gericht die Rechtmässigkeit des ZVMB-Gutachtens bestätige, 

sei zu beachten, dass weder die behandelnden Ärzte noch die anderen Gutachter der 
Beschwerdeführerin je Aggravation oder Simulation unterstellt hätten. Die ZVMB-Gutachter hätten sich 

nicht mit den echtzeitlichen Arztberichten auseinandergesetzt. Sie hätten keine grosse Ahnung, welche 

Auswirkungen eine Covid-Infektion haben könne, und würden die leichte Covid-Infektion mit leichten 

bzw. keinen Beschwerden gleichsetzen. Diese Schlussfolgerung sei nicht zulässig. Die ZVMB-

Gutachter würden aufgrund ihres Vorverständnisses die gesundheitlichen Einschränkungen von Long-

Covid nicht akzeptieren. Das ZVMB-Gutachten sei deshalb weder schlüssig noch nachvollziehbar. 

Insbesondere Dr. G.___ habe sein Gutachten tendenziös und nicht korrekt erstellt. Er habe nicht 

erkannt, dass die Beschwerdeführerin am Ende ihrer Kräfte gewesen sei. Dr. F.___ habe geschrieben, 

die Beschwerdeführerin sei trotz des hohen Lärmpegels in der Untersuchung weder abgelenkt noch 

lärmempfindlich gewesen. Diese Aussage sei falsch. Die Beschwerdeführerin habe schon in der 

zweiten Minute verlangt, dass das Fenster geschlossen werde, weil der Lärm für sie störend gewesen 

sei. Die Tonaufnahme der Begutachtung sei beizuziehen. Die RAD-Ärztin Dr. J.___ sei Fachärztin für 

Radio-Onkologie und Strahlentherapie und offensichtlich nicht qualifiziert, die Auswirkungen einer 
Covid-Infektion zu beurteilen. Die Y.___, welche der Beschwerdeführerin gegenüber sehr kritisch 

eingestellt gewesen sei, habe bis Sommer 2024 eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % in einer adaptierten 

Tätigkeit akzeptiert. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass überhaupt keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit bestehen solle, sei von vornherein falsch. Selbst die Z.___ akzeptiere relevante 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (act. G1). 

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. April 2025 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 
Beschwerde. Das ZVMB-Gutachten dürfe im Rahmen der freien Beweiswürdigung auch im IV-

Verfahren berücksichtigt werden. Es sei beweistauglich, womit darauf abgestellt werden könne. Neue 

medizinische Belege seien nicht eingereicht worden, sodass das Vorbringen in der Beschwerde nicht 

geeignet sei, ernsthafte Zweifel an der Beweistauglichkeit des ZVMB-Gutachtens zu wecken (act. G4). 

B.c Mit Replik vom 12. Mai 2025 führt die Beschwerdeführerin aus, das Zufallsprinzip sei im IV-
Verfahren für die Vergabe von poly- und bidisziplinären Gutachten installiert worden, um im 

Vergabeverfahren die Unbefangenheit der Gutachter zu garantieren. Da die Beschwerdegegnerin 

vorliegend ausschliesslich auf das nicht nach diesem Verfahren erstellte ZVMB-Gutachten abstelle, 
verletze sie die Verfahrensrechte der Beschwerdeführerin. An die Unparteilichkeit der begutachtenden 

Person sei ein strenger Massstab anzulegen. Die formelle Natur der Verletzung des Anspruchs auf 

einen unabhängigen Experten führe dazu, dass ein Gutachten, das die erforderlichen Attribute nicht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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aufweise, als Beweismittel auszuschliessen sei. Aus diesen Gründen dürfe vorliegend nicht auf das 

ZVMB-Gutachten abgestellt werden. Die Beschwerdegegnerin habe keine eigenen medizinischen 

Abklärungen getätigt. Die echtzeitlichen Behandlerberichte würden ignoriert. Das ZVMB-Gutachten 

verneine zu Unrecht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit dem Hinweis darauf, sie habe nur 

einen milden Covid-Verlauf gehabt. Die Symptomatik einer Long-Covid-Erkrankung sei sehr vielfältig 
und der Verlauf variiere stark. Zentrale Merkmale seien aber die Fatigue und eine ausgeprägte 

Belastungsintoleranz (PEM), wie sie bei der Beschwerdeführerin diagnostiziert würden. Forcierte 

Aktivitäten könnten zu einer dauernden Zustandsverschlechterung führen. Die Ablehnung eines 

Leistungsanspruchs sei aufgrund der neuesten Erkenntnisse zur Long-Covid-Erkrankung nicht haltbar 

(act. G6). 

B.d Am 13. Mai 2025 reicht die Beschwerdeführerin einen Bericht des Kantonsspitals St. Gallen 
(KSSG) vom 30. April 2025 ein (act. G8.1) und macht geltend, im Gegensatz zu den ZVMB-Gutachtern 

habe das KSSG die relevanten Tests durchgeführt und bestätige die Diagnose eines Post-Covid-19-

Syndroms (PCS) mit ME/CFS-Verlauf (act. G8). 

B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G10). 

Erwägungen 
1.  

1.1 Am 1. Januar 2022 traten im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmungen im 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sowie im Bundesgesetz über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) samt entsprechendem 

Verordnungsrecht in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 

705, BBl 2017 2535; vgl. auch BGE 150 V 323 E. 4.1). Entsprechend den allgemeinen 
intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1 und Urteil des Bundesgerichts vom 

1. Juli 2025, E. 3.2, mit Hinweisen) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu 

beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein 

allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem nur unter bestimmten, in den 

Übergangsbestimmungen vorgesehenen Umständen (vgl. lit. b und c der Übergangsbestimmungen 

des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2023, 

9C_540/2022, E. 3.1). 

1.2 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin sich am 13. Dezember 2021 zum Bezug von Leistungen 
der Invalidenversicherung angemeldet. Aufgrund der Karenzfrist von sechs Monaten (Art. 29 Abs. 1 

IVG) kann der zu prüfende Rentenanspruch somit frühestens per 1. Juni 2022 entstanden sein. 

Demnach sind nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen und unter Beachtung der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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bundesgerichtlichen Rechtsprechung in zeitlicher Hinsicht vorliegend die materiellen Bestimmungen in 

der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung anwendbar. Sie werden dementsprechend nachfolgend in der 

ab diesem Datum anwendbaren Fassung zitiert. 

2.  

2.1 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind 

(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut 

Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

2.2 Die Höhe des Rentenanspruchs wird in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. 
Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad. Bei 

einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 1 bis 3 IVG). Bei 

einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die im Gesetz festgesetzten prozentualen Anteile zwischen 25 

und 47.5 % (vgl. Art. 28b Abs. 4 IVG). 

2.3 Im Sozialversicherungsrecht gelten der Grundsatz der freien Beweiswürdigung und der 
Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und Sozialversicherungsgericht haben von 

sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen 

(BGE 122 V 157 E. 1a). Rechtserheblich sind dabei alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, 

ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. Verwaltungsbehörden und das 

Sozialversicherungsgericht haben zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden 

Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht. In Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes sind 

etwa weitere Abklärungen vorzunehmen, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare 

Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage bisher auf einer unvollständigen 
Beweisgrundlage beantwortet wurde. Erweist sich im streitigen Verfahren die Sachlage als ungenügend 

abgeklärt, erfolgt mitunter eine Rückweisung an den Verwaltungsträger. Eine Rückweisung zu weiteren 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Abklärungen ist namentlich dann möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten 

Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache 

zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen 

Ausführungen erforderlich ist (BGE 146 V 240 E. 8.1 und MIRIAM LENDFERS, in: Ueli Kieser/Matthias 

Kradolfer/Miriam Lendfers [Hrsg.], ATSG-Kommentar, 5. Auflage, Art. 61 N 88 und N 92 ff., je mit 
Hinweisen).  

2.4 Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden 
Abklärungen das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener 

Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei mit dem im 

Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt und 

daran könnten zusätzliche Beweismassnahmen nichts mehr ändern, so verstösst der Verzicht auf die 

Abnahme weiterer Beweise weder gegen den Untersuchungsgrundsatz noch verletzt er die Ansprüche 

auf freie Beweiswürdigung sowie Beweisabnahme (Art. 61 lit. c ATSG) und rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Bleiben jedoch 

erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen 

Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen 

Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. Juni 2025, 8C_594/2024, E. 4.1, mit Hinweisen). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt in erster Linie vor, das ZVMB-Gutachten sei nicht im für die IV 
vorgesehenen Verfahren vergeben worden und sei deshalb aus dem Recht zu weisen. 

3.2 Zwar ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, als das ZVMB-Gutachten nicht im 
Verfahren nach Art. 44 ATSG vergeben worden ist und in diesem Sinn kein Administrativgutachten 

darstellt. Dies hat jedoch nicht zur Folge, dass es aus dem Recht zu weisen wäre. Vielmehr dürfen die 

Ergebnisse dieser auf privatrechtlicher Grundlage nach dem Bundesgesetz über den 

Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) eingeholten Begutachtung im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG; siehe auch LENDFERS, a.a.O., Art. 61 N 111) berücksichtigt 

werden. Der Umstand, dass ein Gutachten im Auftrag eines Privatversicherers erstellt wurde, spricht 

nicht gegen dessen Beweiskraft für die Beurteilung des Rentenanspruchs gegenüber der 

Invalidenversicherung. Dabei ist jedoch zu beachten, dass wie bei versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen bereits geringe Zweifel daran dazu führen, dass weitere medizinische Abklärungen 

erforderlich sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2024, 9C_452/2023, E. 5.2.1, mit 
Hinweisen). Geringe Zweifel liegen z.B. vor, wenn diametral voneinander abweichende Beurteilungen 

bei den Akten liegen (MARKUS LOHER/MASSIMO ALIOTTA, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Klett/Susanne Leuzinger [Hrsg.], Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Basler Kommentar, 

2. Auflage, 2025, Art. 44 N 16 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 10. November 2021, 

8C_347/2021, E. 4.4).  

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter im Wesentlichen geltend, das ZVMB-Gutachten sei 
mangelhaft und der Einschätzung dieser Gutachter sei nicht zu folgen. Nachfolgend wird deshalb 

geprüft, ob auf das ZVMB-Gutachten abgestellt werden kann.  

4.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 

125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). 

4.3 Vorliegend erscheint das ZVMB-Gutachten mit einem Umfang von 120 Seiten und mit Blick auf 
seinen Aufbau (Einleitung, Auftrag, Verweis auf die und Auseinandersetzung mit den Akten, Angaben 

über die persönliche Befragung der Beschwerdeführerin, Ausführungen zum medizinisch-

wissenschaftlichen Erkenntnisstand betreffend Post Covid Syndrom [PCS] und Chronic Fatigue 

Syndrom [CFS], Literaturhinweise, Einbezug von Laborwerten, Beurteilung der Konsistenz, 

Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung etc.) umfassend und die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden wurden aufgenommen und abgehandelt. Die ZVMB-Gutachter begründeten 

ihre Schlussfolgerungen ausführlich. 

4.4 Den ZVMB-Gutachtern lagen die Akten der Y.___ vor (vgl. IV-act. 244-4). Zweifelhaft ist, ob ihnen 
damit auch die vollständigen IV-Akten zur Verfügung standen. Nachdem sie sich beispielsweise nicht 

zu den Einschätzungen der Eingliederungsverantwortlichen (vgl. beispielhaft IV-act. 166, 176 und 190) 

bzw. nur oberflächlich zu den versuchten Eingliederungsmassnahmen äusserten, erscheint dies 

unwahrscheinlich. Die Y.___ hatte denn auch letztmals am 24. April 2023 um Akteneinsicht bei der IV-

Stelle ersucht (IV-act. 135). Beide ZVMB-Gutachter haben die Beschwerdeführerin sodann zwar 

persönlich untersucht und Testungen vorgenommen. Die neurologische Untersuchung wurde jedoch 
vorzeitig abgebrochen, weil die Beschwerdeführerin mehrfach äusserte, sie sei am Ende ihrer Kräfte, 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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und sich nicht mehr im Stande fühlte, an der Begutachtung weiter mitzuwirken (vgl. IV-act. 244-42). Die 

Y.___ fragte deshalb am 9. Oktober 2023 bei Dr. G.___ nach, ob die Ergebnisse der Begutachtung 

trotzdem verwertbar seien (fremd-act. 5-77). Anschliessend fand offenbar ein Gespräch zwischen der 

Y.___ und dem neurologischen ZVMB-Gutachter statt (vgl. fremd-act. 5-76, E-Mail vom 17. Oktober 

2023 mit Bezugnahme auf dieses Gespräch). Eine schriftliche Notiz über dieses Gespräch findet sich 
in den eingereichten Fremdakten jedoch nicht, sodass nicht bekannt ist, was genau besprochen wurde. 

Aus dem schriftlichen ZVMB-Gutachten geht indes sinngemäss hervor, dass sich Dr. G.___ trotz der 

abgebrochenen Begutachtung in der Lage sah, eine Beurteilung der gesundheitlichen Situation 

(Befunde und Diagnosen) sowie der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin abzugeben. Insofern 

scheinen die ZVMB-Gutachter der Meinung zu sein, sie hätten eine allseitige Untersuchung vornehmen 

können. Ungünstig ist in diesem Zusammenhang allerdings nebst der Unvollständigkeit der 

neurologischen Untersuchung, dass für die Laborwerte kein Urin abgenommen wurde und 

dementsprechend kein Drogenscreening durchgeführt wurde (vgl. IV-act. 244-17). Dies obschon die 

ZVMB-Gutachter für ihre Einschätzung insbesondere unter Verweis auf Akten aus den Jahren 2013 

und 2014 (vgl. fremd-act. 5-286 f.) hervorhoben, die Beschwerdeführerin habe als Jugendliche in 

erheblichem Mass Cannabis konsumiert, und daraus Folgen für die Gegenwart ableiteten. Unter 

anderem unterstellten die ZVMB-Gutachter der Beschwerdeführerin eine gewisse Passivität, 

mangelnde Motivation und Rückzugstendenzen. Vor diesem Hintergrund ist unverständlich, weshalb 
sie kein Drogenscreening durchgeführt haben. Insofern beruht die ZVMB-Begutachtung weder auf 

allseitigen Untersuchungen noch scheint es in Kenntnis der vollständigen Vorakten erstellt worden zu 

sein. 

4.5 Zudem leuchtet die ZVMB-Begutachtung in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 
und der medizinischen Situation nicht ein, wie nachfolgend dargelegt wird. 

4.5.1 Vorab fällt auf, dass die ZVMB-Gutachter gegenüber PCS/CFS grundsätzlich skeptisch 
eingestellt zu sein scheinen, besonders bei Fällen mit mildem initialem Infektionsverlauf. In der 

Konsensbeurteilung findet sich über rund eine Seite eine «Einleitung zu Post-Covid-19-Syndrom und 

CFS» (IV-act. 244-10 f.). Die ZVMB-Gutachter führten hier aus, spezifische diagnostische bzw. 

objektivierbare somatische Marker gebe es bislang nicht, die Behandlung bleibe demnach 

symptomatisch. Auch Personen, welche nie an einem Sars-CoV-2-Infekt erkrankt seien, könnten nach 

einer fälschlich angenommenen Infektion an den Symptomen eines PCS leiden. Nachdem ein 

Mitarbeiter der Y.___ dem neurologischen ZVMB-Gutachter nach einem Gespräch mit E-Mail vom 

17. Oktober 2023 «nochmals die ärztliche Bestätigung der Kantonsärztin» bezüglich Corona-Infektion 
der Beschwerdeführerin zustellte und darauf hinwies, diese sei bereits in den medizinischen Akten 

enthalten gewesen (vgl. fremd-act. 5-76), ist nicht auszuschliessen, dass die ZVMB-Gutachter bis zu 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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diesem Datum die in den Akten enthaltene Bestätigung der Kantonsärztin übersehen und folglich in 

Frage gestellt hatten, ob die Beschwerdeführerin überhaupt je eine Covid-19-Infektion erlitten hat. 

4.5.2 Die ZVMB-Gutachter führten in ihrer Einleitung weiter aus, das CFS im Rahmen von Post-Covid-
19 sei eine ungeklärte Erkrankung und mindestens multifaktoriell. Nach Henningsen gelte aus 

psychosomatischer Sicht die postinfektiöse Ätiologie des CFS als widerlegt. Eine Fülle anderer 
Publikationen gehe dagegen von einer organischen Ursache aus, ohne eine solche aber unzweifelhaft 

und überprüfbar belegen zu können (IV-act. 244-10). Dr. G.___ legte in seinem Teilgutachten weiter 

dar, schon in der Vergangenheit seien solche Bilder bestehend aus Leistungsintoleranz, kognitiver 

Störung, Schmerzzuständen und psychovegetativen Beschwerden in der Schweiz über viele Jahre im 

Rahmen der Schleudertraumadiskussion versicherungsmedizinisch sehr kontrovers diskutiert worden 

und hätten auch zu hohen Kosten geführt, bis wissenschaftliche Erforschung eine Klärung erbracht 

habe, dass eben gar nicht ein Trauma der Halswirbelsäule die Ursache für die Auslösung des bunten 

Symptombildes sein müsse, sondern die Erwartungen und Persönlichkeitsaspekte der betroffenen 

Personen selbst massgeblich wichtig seien. Die auch schon damals teilweise erbittert geführten 

Diskussionen in der Fachwelt und der Öffentlichkeit hätten aber auch schon damals gezeigt, dass die 

persönliche und mediale Wahrnehmung eines nicht gänzlich abgeschlossenen medizinischen 

Beschwerdebildes bei widersprüchlicher Haltung der Ärzteschaft eine solche Problematik sogar 

unterhalten und verstärken könne. Ähnlich vehement geführt werde teilweise noch immer die 
Diskussion um CFS (IV-act. 244-54). Auch Dr. F.___ stellte seinem Teilgutachten eine ausführliche 

Einleitung voran (IV-act. 244-72 bis 244-76) und führte insbesondere aus, psychosoziale Faktoren 

seien bei PCS von besonderer Bedeutung (IV-act. 244-75).  

4.5.3 Die Gutachter zeigten mithin grundsätzliche Zweifel an der Existenz einer eigenständigen 
Erkrankung im Sinne eines PCS/CFS und hielten gleichzeitig fest, dass ein solches Krankheitsbild 

jedenfalls nicht überprüfbar belegt werden könne. Mit einer solchen Grundeinstellung wird das Ergebnis 

der Begutachtung bereits vorweggenommen, denn unter diesen Voraussetzungen können die 

Gutachter der Beschwerdeführerin weder eine Diagnose CFS stellen noch eine Arbeitsunfähigkeit 

attestieren. Dementsprechend bestehen vorliegend zumindest Zweifel daran, dass die ZVMB-

Gutachter die Begutachtung uneingeschränkt ergebnisoffen vorgenommen haben. 

4.6  

4.6.1 Die ZVMB-Sachverständigen befanden sodann, die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der 
psychiatrischen Begutachtung durchgängig ein dynamisches Gespräch ohne erkennbare Müdigkeit 

oder sonstige Beeinträchtigung über einen Zeitraum von drei Stunden führen können. Auch im Rahmen 
der neurologischen Begutachtung habe sich während eindreiviertel Stunden keine Einschränkung 

gezeigt, weder eine unangemessene Ermüdung noch eine kognitive Beeinträchtigung. Erst bei 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Befragung zum Thema Verbesserung der Ressourcen und Fähigkeiten habe sich fast schlagartig ein 

Wechsel im Verhalten der Beschwerdeführerin ergeben. Sie habe sich plötzlich nicht mehr fähig 

gezeigt, die Anamnese fortzusetzen, habe sich dramatisch erschöpft und auffallend demonstrativ 

gegeben, sie habe sich katastrophisierend als am Ende der Kräfte bezeichnet, obgleich im EEG in 

diesem subjektiv so schwer angegebenen Erschöpfungszustand keinerlei Subvigilanzzeichen oder 
Schläfrigkeit objektivierbar gewesen seien (IV-act. 244-11 und 244-70). Das Gesamtbild einer 

histrionischen, passiv-aggressiv getönten Präsentation sei erkennbar geworden. Ein solcher fast 

schlagartiger Einbruch der Belastbarkeit sei aus neurologischer Sicht in keiner Weise einem 

organischen Mechanismus zuzuschreiben, solche Erschöpfungsprozesse würden nicht dermassen 

abrupt verlaufen, sondern seien vielmehr Hinweis auf zugrunde liegende psychische Mechanismen (IV-

act. 244-12). Die Konsistenz zwischen den geschilderten Beschwerden und den erhobenen Befunden 

sei hochgradig auffällig gewesen (vgl. IV-act. 244-60). 

4.6.2 Die Einschätzung der ZVMB-Gutachter, wonach die Beschwerdeführerin über einen Zeitraum von 
drei Stunden am Vormittag und knapp zwei Stunden am Nachmittag ohne erkennbare 

Ermüdungszeichen oder Nachlassen der Konzentration an der Begutachtung habe teilnehmen können, 

steht im Kontrast zu zahlreichen anderen Schilderungen in den Akten. Unter anderem schilderte 

Dr. C.___ in ihrem Assessment vom 28. Februar 2022, die Beschwerdeführerin wirke bedächtig, 

während der Untersuchung habe sich eine massiv erhöhte Ablenkbarkeit gezeigt, eine eingeschränkte 
Belastbarkeit mit Stressanfälligkeit unter Zeitdruck, nach einer Stunde deutliche Müdigkeitszeichen mit 

Leistungseinbruch (fremd-act. 2-13). Sie hielt eine schwer verminderte Aufmerksamkeitsaufrecht-

erhaltung fest (fremd-act. 2-14). Zu diesem Assessment äusserte Dr. G.___ nur, das von Dr. C.___ 

angeregte MRI Cranium habe keinerlei Hinweis für eine strukturelle Hirnschädigung gezeigt (IV-

act. 244-49). Dr. C.___ ist ebenfalls Fachärztin für Neurologie und verfügt somit über eine gleichwertige 

Qualifikation zur medizinischen Beurteilung der Beschwerdeführerin wie Dr. G.___. Sie kam im Februar 

2022 anlässlich einer deutlich kürzeren Untersuchung zum Ergebnis, die kognitive Belastbarkeit der 

Beschwerdeführerin sei mittelschwer eingeschränkt mit Stressanfälligkeit unter Zeitdruck sowie 

Leistungseinbruch bereits nach ca. einer Stunde (fremd-act. 2-14). Gleichzeitig hielt sie fest, weder im 

Gespräch noch im Verhalten oder auf testpsychologischer Ebene hätten sich Inkonsistenzen ergeben, 

welche auf ein suboptimales Leistungsverhalten bzw. intentionale Antwortverzerrung hingewiesen 

hätten. Es habe keine Hinweise für Aggravation oder Simulation gegeben (vgl. fremd-act. 2-14). 

Demnach wurde ein abfallendes Leistungsniveau im Februar 2022 fachärztlich dokumentiert. Anlässlich 

des Verlaufsassessments vom Juli 2022 sah Dr. C.___ bei der Beschwerdeführerin zwar eine deutliche 
Verbesserung, hielt aber gleichzeitig immer noch fest, es lasse sich eine leichte bis punktuell 

mittelschwere Beeinträchtigung der geistig-mentalen/neurokognitiven Leistungsfähigkeiten 

objektivieren, wobei sie das Verhalten der Beschwerdeführerin weiterhin als konsistent beurteilte 

(fremd-act. 4-70 f.). Sie ging zwar davon aus, die Beschwerdeführerin könne innert weniger Wochen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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wieder eine Arbeitstätigkeit aufnehmen und ihr Arbeitspensum kontinuierlich steigern, wies aber auch 

darauf hin, dass bei einem protrahierten Verlauf eine Reevaluation erforderlich sei (vgl. fremd-act. 4-

72), womit sie eine neuerliche Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin 

offenkundig für möglich hielt. 

4.6.3 Auch die neuropsychologische Fachperson lic. phil. I.___ dokumentierte, dass es im Verlauf ihrer 
Untersuchung (drei Stunden) zu leicht zunehmenden Ermüdungszeichen (Gähnen, Augen reiben) 

gekommen sei bei bemühter und kooperativer Mitarbeit (fremd-act. 5-36) ohne Hinweise auf 

Antwortverzerrung, suboptimales Leistungsverhalten, Aggravation oder Inkonsistenzen und durchwegs 

gegebener Plausibilität (fremd-act. 5-38, 5-41 f. und 5-49). Sie stellte eine leichte bis mittelgradige 

neuropsychologische Störung mit Defiziten in den Bereichen Aufmerksamkeit/Konzentration, 

Gedächtnis sowie Verarbeitungstempo fest (fremd-act. 5-42 f.). Die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin sah sie in der angestammten Tätigkeit daher um 50 % eingeschränkt und in einer 

adaptierten Tätigkeit mit umfangreichen Adaptionsprofil um 30 % reduziert (vgl. fremd-act. 5-46 ff.). 

Dr. F.___ äusserte zu dieser Einschätzung der neuropsychologischen Fachperson, die 

testpsychologischen Befunde seien ätiologisch unspezifisch und es würden andere Faktoren vorliegen, 

welche die aktuelle neuropsychologische Zuordnung in Frage stellen würden. Selbst wenn der 

neuropsychologischen Beurteilung uneingeschränkt gefolgt würde, würde sich daraus keine relevante 

Arbeitsunfähigkeit ergeben (vgl. IV-act. 244-88). Er setzte sich hingegen nicht damit auseinander, dass 
lic. phil. I.___ – wie zuvor schon Dr. C.___ – eine zunehmende Ermüdung bei der Beschwerdeführerin 

objektiviert hatte. 

4.6.4 Für die medizinische Beurteilung weniger relevant, für die Plausibilisierung des ZVMB-
Gutachtens aber dennoch bemerkenswert ist, dass auch der Eingliederungsberater der 

Beschwerdegegnerin sowie die Verantwortlichen bei der Stiftung E.___ bei der Beschwerdeführerin im 

Verlauf von Gesprächen bzw. Arbeitseinsätzen eine zunehmende Ermüdung feststellten (vgl. 

beispielhaft IV-act. 208-3 und 205). Nach der Begutachtung und Beendigung der beruflichen 

Massnahmen durch die Beschwerdegegnerin trat die Beschwerdeführerin am 1. Januar 2024 eine 

Arbeitsstelle in einem 20%-Pensum an. Auch ihre neue Arbeitgeberin beschrieb am 29. Oktober 2024, 

die Konzentration und das Tempo der Beschwerdeführerin lasse gegen Ende ihrer Schicht (2 Stunden, 

15 Minuten) jeweils nach (IV-act. 272-2 f.). 

4.6.5 Die ZVMB-Gutachter waren im Übrigen der Meinung, die Beschwerdeführerin habe eine ca. 
einstündige Mittagspause machen und sich auch während des EEG erholen können (vgl. IV-act. 244-

41). Dem steht gegenüber, dass die psychiatrische Untersuchung kurz vor 13:00 Uhr abgeschlossen 
wurde und die Blutentnahme für das Labor bereits um 13:27 Uhr stattfand (vgl. IV-act. 244-41). Die 

Beschwerdeführerin wurde danach um ca. 13:45 Uhr bei Dr. G.___ für die neurologische Untersuchung 

vorstellig. Die Angaben der Beschwerdeführerin, sie habe eine halbstündige Pause machen dürfen (vgl. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/21 

IV-act. 196-1), sind folglich durchaus nachvollziehbar. Nachdem die neurologische Begutachtung um 

17:00 Uhr (vgl. die übereinstimmenden Angaben des Gutachters und der Beschwerdeführerin, IV-

act. 196-1 und 244-34) abgebrochen wurde, wäre im Übrigen auch verständlich, wenn die 

Beschwerdeführerin selbst bei freier Zeiteinteilung keine längere Mittagspause hätte machen wollen, 

zumal die Begutachtung bereits so den ganzen Tag ausfüllte und die Beschwerdeführerin danach noch 
eine nicht zu vernachlässigende Heimreise bewältigen musste. Zwar bot Dr. G.___ der 

Beschwerdeführerin am Nachmittag eine Ruhepause mit Abliegen an, fragte aber gleichzeitig, ob 

währenddessen ein EEG durchgeführt werden dürfe (vgl. IV-act. 244-42). Der neurologische ZVMB-

Gutachter hielt fest, üblicherweise würden Patienten in einer solchen Situation schnell einschlafen, 

wenn Müdigkeitstendenzen bestünden, die Beschwerdeführerin sei aber wach geblieben mit 

unauffälligem EEG (35 Minuten im Liegen; IV-act. 244-42). Dass die junge Beschwerdeführerin diese 

«Ruhepause» mit EEG nicht als erholsam empfand, ist – gerade auch mit Blick darauf, dass die 

Weiterführung der neurologischen Untersuchung und der Heimweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln 

noch vor ihr lag – nachvollziehbar. 

4.6.6 Dr. G.___ hielt sodann fest, die Beschwerdeführerin sei trotz ihrer so erheblich dargestellten 
Beeinträchtigung in der Lage gewesen, am Mobiltelefon zügig und zielgerichtet das Zug-Ticket für den 

Heimweg zu lösen (IV-act. 244-53), und leitet daraus ab, die Erschöpfung der Beschwerdeführerin 

könne nicht in dem von ihr geltend gemachten Ausmass vorgelegen haben. Dem ist entgegenzuhalten, 
dass die öffentlichen Verkehrsverbunde grossen Wert darauf legen, das Lösen von Fahrscheinen 

einfach und intuitiv zu gestalten, und ihre Apps dementsprechend leicht zu bedienen sind. Die 

Generation der Beschwerdeführerin ist mit dieser Technologie aufgewachsen und damit vertraut. Es 

erstaunt daher nicht, dass die Beschwerdeführerin auch in angeschlagenem Zustand ein Ticket für den 

Heimweg lösen konnte. Nach dem Gesagten führen die Darlegungen der ZVMB-Gutachter nicht dazu, 

dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Erschöpfung anlässlich der Begutachtung 

unglaubwürdig würde. 

4.6.7 Dass die neuropsychologische Fachperson lic. phil. I.___ wie zuvor schon die neurologische 
Fachärztin Dr. C.___ bei verschiedenen Gelegenheiten eine zunehmende Ermüdung und ein 

Nachlassen der Konzentration bei der Beschwerdeführerin objektivierte, lässt die Behauptung der 

ZVMB-Gutachter, bis zu einem plötzlichen Umschlagen seien keinerlei Anzeichen für Müdigkeit oder 

nachlassende Konzentration aufgetreten, zumindest zweifelhaft erscheinen. Weshalb die Meinung der 

ZVMB-Gutachter zutreffen soll, jene Dr. C.___s, lic. phil. I.___s, der Behandler, der 

Eingliederungsverantwortlichen und der neuen Arbeitgeberin hingegen nicht, ist für den medizinischen 
Laien nicht nachvollziehbar. 

4.7  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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15/21 

4.7.1 Die ZVMB-Gutachter stützten ihre Einschätzung wesentlich auf das Verhalten der 
Beschwerdeführerin gegen Ende der abgebrochenen neurologischen Untersuchung ab und stuften 

dieses als theatralisch, katastrophisierend, dramatisch erschöpft und auffallend demonstrativ ein (vgl. 

IV-act. 244-52). Zudem griffen die ZVMB-Gutachter Akten aus den Jahren 2013 und 2014 auf, aus 

denen sich ergab, dass die Beschwerdeführerin gegen Ende der bzw. nach Abschluss der 
obligatorischen Schulzeit regelmässig Cannabis konsumierte, als passiv und schüchtern 

wahrgenommen wurde, wenig Kontakt zu Gleichaltrigen pflegte, Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter 

hatte und nach dem Schulabschluss «das Nichtstun» genossen habe, wobei ihr Schulzeugnis nicht 

überragend gewesen sei (fremd-act. 5-286 f. und 5-302 f.). Die Beschwerdeführerin habe schon in der 

Schule Mühe gehabt, sodass leichte kognitive Defizite vorbestanden haben dürften (IV-act. 244-57). 

Der Cannabiskonsum in der Jugend könne potenziell zu Hirnschädigungen führen. Die 

neuropsychologischen Auffälligkeiten könnten vorbestehend sein (IV-act. 244-87 f.). Daraus leiteten die 

ZVMB-Gutachter ab, die Beschwerdeführerin habe eine regressiv tendierende, das Nichtstun 

geniessende, wenig Kontakt zu Gleichaltrigen suchende Persönlichkeitsdisposition, neige eher zu 

asthenischer Reaktion und habe eine Tendenz zu Vermeidungsverhalten und Fehlkonditionierung, 

teilweise oppositionellem Verhalten (vgl. insbesondere IV-act. 244-17, 244-46 f. und 244-52 f.). Sie 

erhalte über die Darstellung ihrer Symptome eine Legitimierung, zumal damit auch Anreize verbunden 

seien, wie Erhalt von Aufmerksamkeit, Zuwendung (z.B. verteidige die Mutter nun die Tochter, siehe ihr 
vorwurfsvoller Brief an die ZVMB-Gutachter), Unterstützung durch Ärzte und Erhalt von 

Versicherungsleistungen (IV-act. 244-56). 

4.7.2 Zunächst ist festzuhalten, dass schwer nachvollziehbar ist, weshalb die ZVMB-Gutachter zum 
Schreiben der Mutter der Beschwerdeführerin erst Monate später im Rahmen des Gutachtens Stellung 

genommen haben. Wie bereits ausgeführt, treffen dabei ihre Behauptungen, wonach die 

Beschwerdeführerin eine ganze Stunde Mittagspause gehabt habe, nachweislich nicht zu (vgl. E. 4.6.6 

vorstehend). Unbestrittenermassen hat der neurologische Gutachter die Beschwerdeführerin zur 

Tramhaltestelle begleitet (vgl. IV-act. 244-41), was doch als sehr ungewöhnlich bezeichnet werden 

muss. Sodann hat der Rechtsvertreter die Tonaufnahmen des Gutachtens abgehört und auf 

Widersprüche zum Gutachten hingewiesen bzgl. Lärmtoleranz («Die Beschwerdeführerin verlangte 

schon in der zweiten Minute, dass das Fenster geschlossen werde. Sie sagte, dass Lärm für sie störend 

sei.», vgl. act. G1 Ziff. 65) und bzgl. Zeitpunkts des Wunsches nach einer Pause (vgl. act. G1 Ziff. 60 

ff.). Eine Stellungnahme der Beschwerdegegnerin zu diesen Ausführungen fehlt, offensichtlich hat sie 

die Tonaufnahmen nicht abgehört, sie befinden sich denn auch nicht bei den eingereichten Vorakten. 
Als sehr ungewöhnlich erscheint auch die sehr lange Dauer der neurologischen Begutachtung, was 

auch den Sachbearbeiter der Y.___ zu einer Rückfrage veranlasste (vgl. fremd-act. 5-77). Die im 

Gutachten mehrfach geäusserte Ansicht, wonach bei einer Post Covid Erkrankung ein «Crescendo» 

der Symptome atypisch sei, ignoriert offensichtlich das mögliche Vorliegen von PEMs, wie sie als 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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typisches Merkmal einer ME/CFS Erkrankung beschrieben werden. Dazu passt auch, dass die ZVMB-

Gutachter wenig Verständnis für das von den behandelnden, auf Post Covid Erkrankungen 

spezialisierten Fachärzten empfohlene «Pacing» haben, stattdessen eine Aktivierung befürworten (vgl. 

IV-act. 244-76 oben: «Die Bedeutung der körperlichen Aktivität in der Prävention und Rehabilitation 

zahlreicher Erkrankungen ist unbestritten» und IV-act. 244-77 oben: «Das allgemein von der 
Versicherten angegebene hohe Schonverhalten der Versicherte ist aus psychiatrischer Sicht im 

Längsschnitt nicht nachvollziehbar (…)»).  

4.7.3 Die Einschätzungen der ZVMB-Gutachter stehen zudem in auffälligem Kontrast zu den 
Verhaltensschilderungen und Beurteilungen der letzten Arbeitgeberin vor der IV-Anmeldung, der 

Behandler (vgl. etwa den Bericht von Dr. med. K.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

21. November 2022, wonach die Beschwerdeführerin sich compliant und motiviert zeige. Der Verlauf 

sei durchaus erfreulich, wenn auch nur langsam Fortschritte gemacht werden könnten. Dies scheine 

aber plausibel und notwendig im Kontext der Long-Covid-Problematik, bei der bekannterweise sehr 

langsam vorgegangen werden müsse; fremd-act. 4-19), Dr. med. L.___, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin (Arbeitsfähigkeits- bzw. ZAFAS-Abklärung im Auftrag der Z.___ vom 10. Dezember 2021, 

fremd-act. 1-21: Die Beschwerdeführerin sei pünktlich erschienen, ein tragfähiger Kontakt habe rasch 

hergestellt und aufrechterhalten werden können. Hinweise auf Aggravation oder Simulation seien nicht 

augenfällig gewesen), Dr. C.___s (Assessments für die Z.___, fremd-act. 2-11 ff. und 4-67 ff.), lic. 
phil. I.___s (neuropsychologische Untersuchung für das ZVMB-Gutachten, fremd-act. 5-30 ff.) und den 

Beobachtungen während des Arbeits- und Aufbautrainings, namentlich den Einschätzungen des 

Eingliederungsberaters (IV-act. 208) und der Verantwortlichen der Stiftung E.___ (IV-act. 205). Letztere 

beschrieben die Beschwerdeführerin als freundlich, zugewandt, motiviert und bemüht, ihre Präsenz und 

Leistung zu steigern. Sie sei eine angenehme Mitarbeiterin und habe sich gut in die Gruppe eingefügt. 

Ihr Arbeitsverhalten sei sehr gut gewesen. Sie habe ihre Tage so geplant, dass sie das bestmögliche 

habe herausholen können. Ihre Arbeitsmotivation sei hoch gewesen, sie sei aber immer wieder durch 

ihre Erschöpfung ausgebremst worden. In den gesamten Akten, namentlich im Schlussbericht der 

Stiftung E.___ (IV-act. 205), finden sich keinerlei Hinweise auf mangelnde Motivation, Passivität oder 

theatralisches Verhalten. Verdeutlichung, Aggravation oder gar Simulation wurden explizit mehrfach 

verneint, unter anderem auch von Dr. C.___ (vgl. etwa fremd-act. 2-14, 2-15 und 4-71), die keine 

behandelnde Ärztin ist, sondern (wie die ZVMB-Gutachter auch) von einer Privatversicherung für eine 

neutrale Beurteilung beigezogen wurde. Dabei ist zu betonen, dass Dr. C.___ die Vorgeschichte der 

Beschwerdeführerin, namentlich Mobbing während der Schulzeit und vorbestehende 
Teilleistungsschwächen im Sinne einer Strukturvulnerabilität, ebenfalls in ihre Beurteilung 

miteinbezogen hatte (vgl. fremd-act. 2-14 und 2-15). Die ZVMB-Gutachter sind also nicht die einzigen 

Fachpersonen, welche der Entwicklung der Beschwerdeführerin als Jugendliche Beachtung geschenkt 

haben. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.7.4 Wie die ZVMB-Gutachter selbst einräumen (vgl. IV-act. 244-9), muss das Verhalten der 
Beschwerdeführerin am Ende der Schulzeit nicht zwingend wegweisend sein für ihr Verhalten im 

Erwachsenenalter. Auch wenn eine Person in der Jugend Cannabis konsumiert und gegenüber den 

Eltern oppositionelles Verhalten demonstriert hat (wie das in der Pubertät nicht selten vorkommt), kann 

sie später den Anforderungen des Arbeitsalltags gewachsen sein. Die Beschwerdeführerin absolvierte 
nach der Schule erfolgreich eine Lehre und arbeitete in einem 100%-Pensum, zuletzt sogar bereits im 

Alter von 23 Jahren in einer Position mit erhöhter Verantwortung als Abteilungsleitung mit einer 

unterstellten Mitarbeitenden (vgl. IV-act. 34, 32 und 48; vgl. zum über die Jahre erzielten Einkommen 

auch IV-act. 46). Es leuchtet daher nicht ein, wenn die ZVMB-Gutachter das Verhalten der 

Beschwerdeführerin am Ende der Schulzeit als dringlich beachtlich für die Bewertung des weiteren 

Verlaufs nach der Covid-Infektion bewerten (vgl. IV-act. 244-47) und daraus im Wesentlichen ableiten, 

die Beschwerdeführerin nutze ihre Krankenrolle und die aus den Medien bekannte Folgesymptomatik 

nun, um nicht einem Leistungsdruck unterworfen zu werden und im Nichtstun zu verharren (vgl. IV-

act. 244-18). Dies zumal Hinweise auf Simulation, Aggravation oder auch nur Verdeutlichung 

abgesehen von den Ausführungen im ZVMB-Gutachten nicht dokumentiert sind. 

4.7.5 Die ZVMB-Gutachter erwähnten, der Lebenspartner der Beschwerdeführerin leide gemäss deren 
Schilderung ebenfalls unter einem schweren PCS/CFS, was äusserst unwahrscheinlich sei (vgl. etwa 

IV-act. 244-56). Was die Sachverständigen mit diesem Hinweis bezweckten, ist unklar. Soweit sie der 
Beschwerdeführerin (oder ihrem Partner) damit eine Aggravation oder Simulation unterstellen sollten, 

ist – wie bereits ausführlich dargelegt – noch einmal darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin 

sowohl von Behandlern, Eingliederungsfachleuten wie auch von anderen Gutachtern als authentisch 

wahrgenommen wurde und Aggravation oder Simulation mehrfach explizit ausgeschlossen wurde. 

4.8  

4.8.1 Die ZVMB-Gutachter führten weiter aus, für die Bewertung sei die ausgesprochen milde 
Akutsymptomatik sehr bedeutsam. Die Versicherte habe zuerst wieder 50 % gearbeitet, später sei 

gemäss ihren Angaben nicht einmal mehr das Ausräumen eines Geschirrspülers ohne länger Pause 

möglich gewesen (IV-act. 244-46). Im Verlauf hätte ein «Decrescendo», nicht ein «Crescendo» 

eintreten sollen, die Beschwerden hätten also abnehmen und nicht zunehmen sollen. In einer weit 

überwiegenden Zahl der Fälle sollte die Beschwerdesymptomatik eines postviral begründeten 

Müdigkeitssyndroms nach ca. sechs Monaten abgeklungen sein (vgl. beispielhaft IV-act. 244-55). 

4.8.2 Diese Argumentation ist zwar verständlich. Ihr stehen aber die durchaus einleuchtenden 
Darlegungen von behandelnden Fachärzten entgegen, die aufgrund der im Rahmen der Pandemie 
eigens eingerichteten Sprechstunden eine Vielzahl von Patienten mit vielfältiger Symptomatik begleitet 

haben. Dr. med. M.___, leitender Arzt Innere Medizin des Kantonsspitals N.___, führte beispielsweise 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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18/21 

aus, die Beschwerdeführerin leide an einem stark ausgeprägten PCS. Ein häufiges Leitsymptom dieser 

Erkrankung sei die PEM, wobei es nach körperlichen, kognitiven und emotionalen Anstrengungen 

verzögert zu einer starken Erschöpfung komme, häufig verbunden mit Schmerzen oder weiteren 

Symptomen. Die Betroffenen würden meist mehrere Tage bis Wochen benötigen, um sich wieder zu 

erholen. Wiederholte Krankheitsschübe seien bei der Beschwerdeführerin mit grosser 
Wahrscheinlichkeit mit einem verlängerten Krankheitsverlauf verbunden. Der Genesungsverlauf zeige 

sich bessernd, jedoch könnten bereits kleine Überlastungen wieder zu einer Verschlechterung führen 

(Bericht vom 15. November 2022, fremd-act. 4-39 f.). Bei der Beschwerdeführerin sei es extrem wichtig, 

die deutlich eingeschränkten Energiereserven nicht überzustrapazieren, dadurch würde es zu 

wiederholten Verschlechterungen der Krankheit mit einem ungünstigen Verlauf und erhöhtem 

Chronifizierungsrisiko kommen (Bericht vom 14. Juli 2023, fremd-act. 5-173 f.). Die Fachpersonen der 

Long-Covid-Sprechstunde des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), Dr. med. O.___, Assistenzärztin 

Innere Medizin, und Dr. med. P.___, Leitender Arzt Innere Medizin, bestätigen im Bericht vom 30. April 

2025 ein PCS mit ME/CFS-Verlauf (act. G8.1, insbesondere S. 6). Auch wenn dieser Bericht erst nach 

der angefochtenen Verfügung erstellt wurde, betrifft er auch den medizinischen Sachverhalt vor dem 

Verfügungsdatum, sodass er vorliegend zu berücksichtigen ist. 

4.8.3 Das KSSG hat insbesondere den Schellong-Test durchgeführt, die Kanadischen Kriterien und 
den Bell Score geprüft (act. G8.1). Dabei handelt es sich um Hilfsmittel zur Prüfung eines ME/CFS. 
Weshalb diese von den ZVMB-Gutachtern nicht abgehandelt wurden – die Kanadischen Kriterien 

werden nur einleitend erwähnt (vgl. IV-act. 244-10 oben) – , ist unklar. Sodann ist es inzwischen 

gerichtsnotorisch, dass bei einem CFS eine Überlastung unmittelbar oder zeitverzögert zu einer PEM 

bzw. zu einem sog. «Crash» führen kann. Die Verschlechterung des Gesundheitszustands kann 

Stunden, Tage oder Wochen anhalten. Zudem birgt jeder "Crash"/jede PEM das potenzielle Risiko einer 

permanenten Verschlechterung des Gesundheitszustands (vgl. hierzu KATHRYN HOFFMANN et al., 

Interdisziplinäres, kollaboratives D-A-CH Konsensus-Statement zur Diagnostik und Behandlung von 

Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom, in: Wiener klinische Wochenschrift 

[2024], S. 107; siehe auch den von der Beschwerdeführerin eingereichten Artikel der Deutschen 

Gesellschaft für ME/CFS zur PEM, act. G1.5, S. 1 f.). Weil eine PEM zu einer dauerhaften 

Verschlechterung und/oder einer Chronifizierung des Gesundheitszustands führen kann, sind die 

Ausführungen der ZVMB-Gutachter, wonach es bei der Beschwerdeführerin nicht zu einem Crescendo 

der Symptomatik hätte kommen dürfen, nicht einleuchtend. Namentlich steht die Tatsache, dass die 

Beschwerdeführerin nach der Covid-Infektion für kurze Zeit wieder 50 % arbeitete, einer späteren 
weitergehenden Arbeitsunfähigkeit nach einem oder mehreren PEMs nicht entgegen. Die 

Argumentation gemäss ZVMB-Begutachtung ist insofern nicht überzeugend. In diesem 

Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass ein im ZVMB-Gutachten zitierter Autor in einem anderen 

Artikel betreffend PCS festhielt, dass auch bei einem primär asymptomatischen oder leichten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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19/21 

Akutverlauf und zum Teil nach einem «freien Intervall» mit zunächst wiedererlangter Arbeitsfähigkeit 

Monate nach der Infektion unspezifische Beschwerdebilder auftreten können (vgl. 

M. TEGENTHOFF/C. DRECHSEL-SCHLUNG/B. WIDDER, neurologisch-psychiatrische Begutachtung des 

Post-COVID-Syndroms, Der Nervenarzt 8, 2022, S. 806; siehe auch die Schilderung eines Betroffenen 

im von der Beschwerdeführerin eingereichten Artikel betreffend PEM, act. G1.5, S. 9). 

4.9 Nach dem Gesagten bestehen erhebliche Zweifel an der medizinischen Beurteilung der ZVMB-
Gutachter. Für das IV-Verfahren kann somit nicht auf das ZVMB-Gutachten abgestellt werden. 

Nachdem das ZVMB-Gutachten bereits aus den dargelegten Gründen nicht beweiskräftig ist, erübrigt 

sich in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. hierzu LENDFERS, a.a.O., Art. 61 N 113 und BGE 144 V 361 

E. 6.5 mit Hinweisen) der von der Beschwerdeführerin beantragte Beizug der Tonaufnahmen zu dieser 

Begutachtung. 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin beantragt, statt auf das ZVMB-Gutachten sei auf die Einschätzung ihrer 
Behandler abzustellen. Diesem Antrag kann nicht gefolgt werden. Zwar wohnen den 

Behandlerberichten potenzielle Stärken inne. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung von 

behandelnden Medizinern stammt, darf im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung 

nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum 

abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse 
hervor. Auf der anderen Seite ist zu beachten, dass ein behandelnder (Fach-)Arzt therapeutisch tätig 

und in erster Linie dem Wohl seines Patienten verpflichtet ist. Nach der Rechtsprechung genügt es 

deshalb in der Regel nicht, wenn die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt gestützt auf einen 

Hausarztbericht feststellt. Dabei handelt es sich um eine Richtlinie, die als solche mit dem Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) vereinbar ist (vgl. zum Ganzen auch Entscheid des 

Bundesgerichts vom 23. Januar 2019, 9C_804/2018, E. 2.2, und BGE 125 V 351 E. 3b/cc, je mit 

Hinweisen). 

5.2 Nebst Berichten des Hausarztes liegen auch Berichte von Spezialärzten und der behandelnden 
Psychologin vor. Aus diesen Berichten geht indes unzureichend hervor, inwiefern sich die Behandler 

auf Aussagen der Beschwerdeführerin stützten, mithin deren subjektive Wahrnehmung als Tatsache 

entgegennahmen, und inwiefern sie die Symptomatik durch andere Mittel objektiviert haben. Die 

Behandlerberichte können daher nicht als allein massgebende Grundlage für die Bestimmung der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin herangezogen werden. Dementsprechend sind weitere 

medizinische Abklärungen erforderlich. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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20/21 

5.3 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist in der Regel ein Gerichtsgutachten einzuholen, 
wenn das kantonale Versicherungsgericht zum Schluss gelangt, ein bereits erhobener medizinischer 

Sachverhalt müsse noch gutachterlich geklärt werden. Eine Rückweisung an die IV-Stelle ist hingegen 

zulässig, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen, 

oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen 
erforderlich ist (Entscheid des Bundesgerichts vom 25. September 2019, 9C_463/2019, E. 2.1, mit 

Hinweisen). Eine Rückweisung an die Vorinstanz ist demnach möglich, wenn ein medizinischer 

Sachverhalt noch nicht erhoben worden ist bzw. noch kein Gutachten eingeholt wurde, obwohl dies zur 

Klärung des medizinischen Sachverhalts erforderlich ist. So hat denn auch das Bundesgericht 

festgehalten, dass eine weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf die 

gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschenswert wäre, weil die Rechtsstaatlichkeit darunter 

empfindlich litte (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.2). 

5.4 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin noch keine Administrativbegutachtung in Auftrag 
gegeben. Die Angelegenheit ist deshalb zu weiteren Abklärungen, insbesondere zur Einholung eines 

Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

6.  

6.1 Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen und die Sache ist im Sinne der Erwägungen zu 
weiteren Sachverhaltsabklärungen, insbesondere zur Einholung eines Administrativgutachtens, an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. 

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.  

6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht 

nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.-

-. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die Rückweisung zur 

Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Vorliegend ist deshalb 
auch die Parteientschädigung vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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21/21 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 10. Januar 2025 

aufgehoben und die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese im Sinne 

der Erwägungen verfahre und über den Anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführerin 

wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 05.11.2025
	Art. 28 und 29 IVG; Art. 44 und 61 ATSG. Beweiswert eines auf privatrechtlicher Grundlage nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) eingeholten Gutachtens; Post-Covid-Syndrom, ME/CFS (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. November 2025, IV 2025/27).

		2026-01-28T04:01:21+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen