# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a49186bd-0c64-5567-adb7-9496d1c0c9f4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 D-4851/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4851-2011_2011-09-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4851/2011/sed

U r t e i l   v om   1 3 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima,
Richter Gérard Scherrer,   
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Parteien A._______, geboren […],
Äthiopien,  
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, 
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren);
Verfügung des BFM vom 25. August 2011 / N […].

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  Äthiopien  eigenen  Angaben  zufolge  am 
8. Februar  2010  verliess  und  am  8.  Mai  2011  in  der  Schweiz  um  Asyl 
nachsuchte,

dass sie anlässlich der Kurzbefragung  im Z._______ vom 26. Mai 2011 
geltend  machte,  sie  habe  für  die  Ethiopia  Hezb  Arbenjotch  Genbar 
(EHAG)  Flugblätter  verteilt,  sei  im  Juni/Juli  2009  vom  Sicherheitsdienst 
dabei  erwischt,  mitgenommen  und  von  einem  Sicherheitsbeamten 
vergewaltigt worden,

dass  dieser  sie  in  der  Folge  wegen  der  verbotenen  Flugblattverteilung 
immer  wieder  zu  sexuellen  Handlungen  gezwungen  habe,  jedoch  auf 
eine Anzeige verzichtet habe,

dass sie aus diesen Gründen ihr Heimatland verlassen habe,

dass sie nach ihrer Ausreise wegen dieser Angelegenheit eine Vorladung 
erhalten habe, 

dass  sie  ohne  heimatliche  Identitätspapiere  über  Y._______  nach 
X._______ gereist  sei, wo  sie  sich während einem Jahr  und 2 Wochen 
aufgehalten habe und bei Privatleuten angestellt gewesen sei, 

dass sie von den […] Behörden keine Papiere erhalten habe,

dass  sie  am  27.  März  2011  X._______  verlassen  habe  und  nach 
W._______ /Italien weitergereist sei, wo sie von den Behörden an einen 
Ort gebracht und später nach V._______ geflogen worden sei,

dass  sie  dort  zusammen  mit  andern  Personen  während  27  Tagen  in 
Wohnungen  geblieben  und  krank  geworden  sei,  dann  nach  U._______ 
verschwunden  und  von  dort  in  die  Schweiz  gereist  sei,  nachdem  sie 
erfahren habe, dass man ihr Fingerabdrücke nehmen wolle, 

dass  sie  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  zu  einem  allfälligen 
Wegweisungsvollzug zu Protokoll gab, in der Schweiz bleiben zu wollen, 
weil hier die Menschenrechte geachtet würden und es sehr ruhig sei,

dass das BFM am 21. Juni 2011 an Italien ein Ersuchen um Übernahme 
der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 10 Abs. 1 der Verordnung (EG) 

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Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin­II­Verordnung) zur 
Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrages 
zuständig ist, stellte (Akte A10/5),

dass  die  italienischen  Behörden  jedoch  innerhalb  der  festgelegten  Frist 
zum Übernahmeersuchen keine Stellung nahmen,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  25.  August  2011  –  eröffnet  am  29. 
August 2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 
vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch nicht  eintrat 
und  die  Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  die  Beschwerdeführerin – 
unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im Unterlassungsfall  –  aufforderte, 
die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 
verlassen,  den  Kanton  T._______  verpflichtete,  die 
Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  der  Beschwerdeführerin  die 
editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  aushändigte  und 
feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  habe  keine 
aufschiebende Wirkung,

dass  das  BFM  festhielt,  die  Beschwerdeführerin  sei  gemäss  ihren 
Aussagen  in  der  Nacht  vom  29.  März  zum  30.  März  2011  illegal  nach 
Italien  eingereist,  bei  der  Ankunft  in  W._______  von  den  Behörden 
aufgegriffen und in eine Unterkunft gebracht worden,

dass  sie  vier  Tage  später  nach V._______  transferiert worden  und dort 
während eines Monats geblieben sei,  indessen aus der Unterkunft nach 
U._______ weggegangen und von dort in die Schweiz gereist sei, weil sie 
hätte daktyloskopiert werden sollen,

dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum 
Übernahmeersuchen  des  BFM  keine  Stellung  genommen  hätten, 
weshalb  gemäss  dem Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen, 
SR 0.142.392.689) und Art. 18 Abs. 7 Dublin­II­VO die Zuständigkeit  für 
das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  am  22.  August  2011  an  Italien 
übergegangen sei,

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dass  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des 
rechtlichen  Gehörs  die  Zuständigkeit  Italiens  nicht  zu  widerlegen 
vermöchten,  zumal  die  Beschwerdeführerin  keine  Gründe  geltend 
gemacht habe, welche gegen die Zuständigkeit Italiens sprächen,

dass  die  Überstellung  an  Italien  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung oder Verlängerung (Art. 19f Dublin­II­VO) – bis spätestens 
am 22. Februar 2012 zu erfolgen habe,

dass  die  Beschwerdeführerin  gegen  diese  Verfügung  mit  Eingabe  vom 
2. September  2011  durch  ihren  Rechtsvertreter  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  beantragte,  es 
sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben,  das  Amt  sei  anzuweisen, 
sein  Recht  zum  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende 
Asylgesuch für zuständig zu erklären, der Vollzug der Wegweisung sei im 
Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  zu  stoppen,  die  aufschiebende 
Wirkung sei zu erteilen, und es sei ihr die unentgeltlichen Rechtspflege zu 
bewilligen sowie von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen,

dass  für  die  Begründung  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen 
und, soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  5.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  sich  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  vom 
29. März 2011 bis am 8. Mai 2011  in  Italien aufhielt  (Akte A4/12 S. 7  ff. 
und Akte A10/5 S. 5),

dass  im  Weiteren  angesichts  des  Umstands,  wonach  die  italienischen 
Behörden  es  unterliessen,  sich  innert  Frist  zu  einer  Übernahme  der 
Beschwerdeführerin  vernehmen  zu  lassen,  davon  auszugehen  ist,  dem 
Ersuchen  des BFM  vom  21.  Juni  2011  sei  zugestimmt worden  (Art.  18 
Abs. 7 Dublin­II­VO),

dass  das  BFM  bei  dieser  Sachlage  zu  Recht  von  der  Zuständigkeit 
Italiens für die Durchführung des Asylverfahrens ausging,

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde darlegte, sie sei infolge 
der  erlittenen  Vergewaltigung  im  Heimatland  traumatisiert  und  benötige 
eine entsprechende Behandlung, 

dass  es  sich  bei  ihr  folglich  um  eine  sehr  verletzliche  Person  handle, 
welcher  das  Recht  auf  ein  sorgfältig  durchgeführtes  Asylverfahren 
einzuräumen  sei,  womit  indessen  gestützt  auf  die  Aktenlage  in  Italien 

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nicht zu rechnen sei, zumal dieser Staat weder gewillt noch fähig sei, ein 
solches Verfahren durchzuführen,

dass zudem auf die schwierigen Verhältnisse für Asylsuchende in Italien 
im Allgemeinen hingewiesen wurde,

dass  aus  diesen  Gründen  die  Gefahr  bestehe,  die  Beschwerdeführerin 
gerate  in eine existenzielle Notlage, weshalb unter Berücksichtigung der 
Situation  in  Italien  und  der  grossen  Verletzlichkeit  der 
Beschwerdeführerin  der  Vollzug  nach  Italien  nicht  als  zumutbar  zu 
betrachten sei,

dass  die  schweizerischen  Asylbehörden  vorliegend  vielmehr  von  ihrem 
Selbsteintrittsrecht Gebrauch zu machen hätten,

dass  Italien  unter  anderem  Signarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten  (EMRK, SR  0.101)  und  des Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass Italien als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin­II­VO zuständiger Staat zudem 
gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom 
1. Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den 
Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie 
2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003  zur  Festlegung  von 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten 
(sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen,

dass  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den 
Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen 
Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  nicht  zum  Schluss  gelangt  und 
keine Hinweise dafür bestehen, wonach Italien in genereller Weise seinen 
völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nicht  nachkommen  respektive  in 
völkerrechtswidriger Weise gegen die Verfahrens­ und Aufnahmerichtlinie 
verstossen  würde  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D­7654/2010 vom 20. April 2011 E. 5.8.1),

dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist, 
Italien  werde  die  Beschwerdeführerin  in  Verletzung  der  vorgenannten 

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völkerrechtlichen Abkommen in ihr Heimatland zurückschaffen, zumal sie 
gemäss  eigenen  Angaben  nach  ihrem  Aufgreifen  in  W._______  in 
verschiedenen Unterkünften  untergebracht worden war  (vgl. Akte A4/12 
S. 7 ff.),

dass das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende zwar in der Kritik 
steht,  in  den  Aufenthalts­  und  Verfahrensbedingungen  für  Personen,  
welche  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten, 
indessen kein Vollzugshindernis zu erkennen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  gemäss  eigenen  Angaben  in  W._______ 
von den italienischen Behörden aufgegriffen,  in eine Unterkunft gebracht 
und  nach  einem  viertägigen  Aufenthalt  per  Flugzeug  zum  Festland 
geflogen und erneut in eine Unterkunft zugewiesen wurde (Akte A4/12 S. 
7 ff.), 

dass den italienischen Behörden unter diesen Umständen jedenfalls nicht 
vorgeworfen  werden  kann,  sie  hätten  ihren  Verpflichtungen  gegenüber 
der Beschwerdeführerin nicht Rechnung getragen, 

dass das Argument  in der Beschwerde, wonach nichts darauf hindeute, 
Italien  wolle  für  die  Beschwerdeführerin  sorgfältig  ein  Asylverfahren 
durchführen, da sie trotz mehrwöchigem Aufenthalt nicht einmal registriert 
worden sei und man sie offenbar einfach habe weglaufen  lassen, als es 
darum gegangen sei, Fingerabdrücke zu nehmen, nicht verhält, weil sich 
die  Beschwerdeführerin  gemäss  ihren  Aussagen  aus  eigenem  Antrieb 
ihrer  Pflicht,  den  italienischen  Behörden  die  Fingerabdrücke  zu  geben, 
entzogen  hat,  indem  sie  die Unterkunft  in  V._______  in  Kenntnis,  dass 
die  Fingerabrücke  bald  genommen  würden,  verlassen  hat  und  nach 
U._______ weitergereist ist,

dass  entgegen  den  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  davon 
auszugehen  ist,  ihre  Personalien  seien  spätestens  anlässlich  ihres 
Aufenthaltes  in der Asylbewerberunterkunft  in V._______ aufgenommen 
worden,

dass  Italien  –  sollten  die  Personalien  nicht  bekannt  sein  –  dies  den 
schweizerischen  Behörden  im  Rahmen  des  Übernahmeersuchens 
mitgeteilt hätten,

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dass  Italien  aufgrund  des  eingestandenen  Aufenthaltes  für  das  Dublin­
Verfahren  zuständig  ist  und  daran  auch  eine  allfällige  Vereitelung  der 
Personalienerhebung nichts ändern könnte,

dass  auch  das Argument,  die Beschwerdeführerin  dürfe  als  verletzliche 
Person  nicht  nach  Italien  zurückgeführt  werden,  weil  dies  für  sie  nicht 
zumutbar  sei,  nicht  zu  überzeugen  vermag,  da  nach  Kenntnis  des 
Gerichts  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich  der 
Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt 
werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen Strukturen  –  auch  zahlreiche 
private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden annehmen,

dass  beispielsweise  die  Organisation  Arci  von  Fraternità  seit  dem  1. 
Januar 2009 die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) 
organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung 
anbietet,

dass  zudem  weder  von  der  Beschwerdeführerin  selber  anlässlich  ihrer 
Befragung  noch  in  der  Beschwerde  konkret  dargelegt  wurde,  ob  und 
inwiefern  sich  die  Beschwerdeführerin  bei  den  zuständigen  Behörden 
Italiens  um  Hilfeleistungen  beziehungsweise  um  medizinische  oder 
psychologische/psychiatrische Betreuung bemühte,

dass  somit  eine  allfällig  in  Italien  nicht  erfolgte  Behandlung  der 
Beschwerdeführerin  nicht  entgegengehalten  und  von  einer  allfälligen 
Behandelbarkeit möglicher medizinischer Schwierigkeiten in diesem Land 
ausgegangen  werden  kann,  auch  wenn  Asylsuchende  gestützt  auf 
verschiedene  Berichte  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  beim  Zugang 
zur  medizinischen  Infrastruktur  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt 
sind,

dass  unter  diesen  Umständen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür 
ersichtlich  sind,  die  darauf  hindeuten,  die Beschwerdeführerin werde  im 
Fall einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten,

dass  ihr  ausserdem  die  Möglichkeit  offen  stünde,  sich  mit  Hilfe  einer 
Rechtsberatungsstelle  einer  italienischen  Hilfsorganisation  in  Italien 
gegen  eine  allfällige  Nichteinhaltung  der  gemäss  Aufnahmerichtlinie 
geltenden  Mindeststandards  (und  damit  auch  gegen  die  Verweigerung 
einer notwendigen medizinischen Behandlung) zu wehren,

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dass  es  folglich  vorliegend  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist, 
eine  einzelfallspezifische  besondere  Verletzlichkeit  nachzuweisen  oder 
glaubhaft zu machen, aufgrund derer ausgeschlossen werden könnte, ihr 
drohe  in  Italien  eine  unmenschliche  Behandlung  oder  es  sei  ihr  nicht 
zumutbar, sich für die Einhaltung der zuvor erwähnten Mindeststandards 
an in Italien tätige Hilfsorganisationen zu wenden,

dass  somit  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im 
Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten,  würden  allgemein 
aufgrund  der  dortigen  Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  in  eine 
existenzielle Notlage versetzt,

dass auch im vorliegenden Fall keine Hinweise dafür bestehen,

dass  insgesamt auf die zu bestätigenden Erwägungen und Folgerungen 
in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann  und  die 
Entgegnungen in der Beschwerde in entscheidwesentlicher Hinsicht nicht 
durchzudringen vermögen,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d 
AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001 Nr. 21),  weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs 
zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass eine entsprechende Prüfung – soweit notwendig – vielmehr bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss,

dass  in  diesem Sinn  die Vorinstanz  den Vollzug  der Wegweisung  nach 
Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,

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dass  es  der  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass mit dem Urteil  in der Hauptsache die Gesuche um Anordnung von 
vorsorglichen  Massnahmen,  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung 
der  Beschwerde  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen 
einer allfälligen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: