# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf7c6068-fee2-5206-a31c-26a6c0a46545
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.05.2017 D-5060/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5060-2016_2017-05-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5060/2016 
wiv 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, 

Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Susanne Sadri,  

Asylhilfe Bern 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 19. Juli 2016 / N (…). 

 

 

 

D-5060/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger paschtuni-

scher Ethnie aus B._______ in der Provinz C._______, verliess sein Hei-

matland letztmals im August 2014, reiste gemäss seinen Angaben über 

D._______, E._______, F._______, G._______, H._______ und weitere, 

ihm unbekannte Länder am 2. Februar 2015 illegal in die Schweiz und 

stellte gleichentags ein Asylgesuch. Am 10. Februar 2015 wurde er im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum I._______ befragt und am 15. Juli 2015 

führte das SEM eine Anhörung durch. 

Er machte geltend, dass sein Herkunftsort von den Taliban kontrolliert 

werde. Er habe dort – abgesehen von den nachfolgend geltend gemachten 

Auslandaufenthalten – stets mit seiner Mutter und seinen jüngeren Ge-

schwistern gelebt. Sein Vater sei Kommandant der Partei Hezbe-Islami ge-

wesen und deswegen im Jahr 2001 nach der Ankunft der Amerikaner von 

den Gegnern dieser Partei, Mitgliedern der Jamiat-Islami, umgebracht wor-

den. Die Taliban hätten darauf seinen Bruder rekrutiert und in J._______ 

ausbilden lassen, damit dieser den Tod des Vaters räche. Im Jahr 2009 sei 

dieser – inzwischen Kommandant der Taliban – bei einem Angriff der Fran-

zosen in Afghanistan umgekommen. 

Vom 16. Oktober 2009 bis am 19. Dezember 2011 habe er sich infolge der 

Probleme mit den Feinden seiner Familie als Asylsuchender in K._______ 

aufgehalten und dort ein College besucht. Dann sei er zusammen mit an-

deren Afghanen per Flug nach Kabul ausgeschafft worden. Vorher habe er 

sich bei der afghanischen Botschaft in L._______ einen Reisepass aus-

stellen lassen. Bei der Wiedereinreise habe es keine Probleme gegeben. 

Aus Sicherheitsgründenden habe er sich den Taliban angeschlossen be-

ziehungsweise sei von ihnen mitgenommen worden. Insbesondere habe 

er eine Verfolgung seitens der ehemaligen Gegnerpartei seines Vaters be-

fürchtet. Damals seien französische und amerikanische Truppen an sei-

nem Wohnort stationiert gewesen, welche von den Taliban bekämpft wor-

den seien. Er habe bei den Taliban Wache geschoben und als Bodyguard 

gearbeitet. Ausserdem habe er den Umgang mit der Kalaschnikov und der 

Makarov-Pistole gelernt. Er sei einer Predigergruppe von 15 Leuten ange-

schlossen gewesen und habe nicht an bewaffneten Auseinandersetzungen 

teilgenommen. Dies hätten andere Gruppen erledigt. Ungefähr im Dezem-

ber 2012 hätten sie von ihm verlangt, in ein Ausbildungslager nach 

D-5060/2016 

Seite 3 

J._______ zu gehen, was er indessen nicht befolgt habe, weil er dort einer 

Gehirnwäsche unterzogen worden wäre, was er nicht befürwortet habe. 

Da seine Probleme, die seinerzeit zu seiner ersten Flucht aus Afghanistan 

geführt hätten, noch viel schlimmer geworden seien, habe er Afghanistan 

am 25. Januar 2013 erneut verlassen und sei auf dem Luftweg mit seinem 

eigenen Reisepass und einem gültigen Touristenvisum nach M._______ 

gereist, wo er bis am 6. August 2014 geblieben sei. In M._______ habe er 

bei den Vereinten Nationen (UNO) ein Asylgesuch gestellt, sei zu einem 

Interview vorgeladen worden und habe daraufhin einen Ausweis des Ho-

hen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) bekommen, 

der bis am 10. November 2016 gültig gewesen sei. In M._______ habe er 

studiert und ein Zertifikat für die Reparatur von (…) erlangt. Da seine Mutter 

erkrankt sei, habe er sich am 6. August 2014 legal nach Afghanistan zu-

rückbegeben. Bei der erneuten Wiedereinreise habe er wiederum keine 

Probleme gehabt. Am folgenden oder übernächsten Tag habe er sich mit 

seinem Bruder und seiner Mutter nach D._______ in J._______ begeben, 

wo sich seine Mutter in einem Spital habe behandeln lassen. Er sei dann 

noch einmal nach Kabul gereist, um dort bei der indischen Botschaft wie-

derum ein Visum für die Einreise nach M._______ zu bekommen. Das sei 

ihm jedoch verwehrt und es sei ihm eine Busse auferlegt worden mit der 

Begründung, er habe sich in M._______ länger als erlaubt aufgehalten. 

Deshalb habe er Afghanistan ohne Identitätsdokumente illegal verlassen, 

sei nach D._______ zurückgekehrt und mit seinem Bruder und seiner Mut-

ter unter Beihilfe eines Schleppers E._______ gereist, wo ein Onkel lebe. 

Dieser habe ihm die Weiterreise nach Europa ermöglicht. Seine kranke 

Mutter und seinen Bruder habe er E._______ zurückgelassen.  

Er könne nicht nach Afghanistan zurückkehren, weil sein Vater viele Leute 

der gegnerischen Partei umgebracht habe und die Anhänger dieser Partei, 

welche momentan in der Behörde vertreten seien, ihn überall suchen und 

töten würden. Ausserdem befürchte er eine Verfolgung seitens der Taliban. 

Der Beschwerdeführer reichte keine heimatlichen Identitätsdokumente im 

Original zu den Akten. Den Reisepass habe er bei seiner Tante in Afgha-

nistan gelassen. Diese habe ihn nicht nachgeschickt, weil sich die Post 

weigere, Reisepässe ins Ausland zu senden. Hingegen gab er später eine 

Passkopie ab. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er zwei Trans-

portkarten und einen Studentenausweis aus K._______, einen Ausweis 

des UNHCR aus M._______, diverse Ausbildungsunterlagen und verschie-

dene Fotos sowie ein Zustellcouvert zu den Akten.  

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Seite 4 

B.  

Mit Verfügung vom 19. Juli 2016 – eröffnet vermutlich am folgenden Tag 

(auf dem Rückschein nicht ersichtlich) – stellte das SEM fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 

Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 

und ordnete deren Vollzug an. Es begründete seinen ablehnenden Ent-

scheid damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers insgesamt den 

Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht genügten. Auf die Einzelheiten 

der Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genom-

men.   

C.  

Mit Eingabe vom 19. August 2016 an das Bundesverwaltungsgericht liess 

der vertretene Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von 

Asyl, eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz und sub-

eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme infolge von Wegwei-

sungshindernissen beantragen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Einschluss des 

Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Zur Begrün-

den wird in den nachfolgenden Erwägungen Stellung genommen.   

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. August 2016 teilte der zuständige Instruk-

tionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts dem Beschwerdeführer mit, 

dass er den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten 

könne. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

wurde gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ver-

zichtet. Das SEM wurde zur Vernehmlassung eingeladen.  

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 30. August 2016 erklärte das SEM, dass 

keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel vorlägen, welche 

eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. Es hielt vollum-

fänglich an seinen Erwägungen fest.  

F.  

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 1. September 

2016 zur Kenntnis gebracht.  

 

D-5060/2016 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung 

mit drei Richtern beziehungsweise Richterinnen.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

D-5060/2016 

Seite 6 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 In der angefochtenen Verfügung legte das SEM dar, dass der Be-

schwerdeführer einerseits anlässlich der Befragung vorgebracht habe, von 

den Taliban verschleppt beziehungsweise mitgenommen worden zu sein, 

während er sich gestützt auf das Anhörungsprotokoll andererseits freiwillig 

diesen angeschlossen habe. Zudem habe er die geltend gemachte Auffor-

derung der Taliban, an einem Ausbildungslager in J._______ teilzuneh-

men, seine Weigerung dazu sowie die Reaktion der Taliban darauf nur un-

genau beschrieben. Seine Antworten zu den in diesem Zusammenhang 

gestellten Fragen seien teilweise abschweifend ausgefallen und würden 

nicht das Bild von persönlich Erlebtem vermitteln. Dies spreche auch ge-

gen die dargelegte Verfolgung der Taliban. An dieser Schlussfolgerung ver-

möchten weder die nachgereichten Bilder, auf welchen der Beschwerde-

führer als Taliban abgebildet sei, noch die schriftliche Eingabe vom 15. Juli 

2015 etwas zu ändern, zumal die darin enthaltene Behauptung, nicht die 

Möglichkeit gehabt zu haben, alle Asylgründe zu nennen, weil die anwe-

sende dolmetschende Person nicht verstanden worden sei, nicht gehört 

werden könne. Einerseits habe der Beschwerdeführer nämlich erklärt, die 

dolmetschende Person gut zu verstehen; andererseits habe er am Schluss 

der Anhörung trotz entsprechender Möglichkeit keine weiteren Asylgründe 

vorbringen wollen. Er müsse sich auf dieses Protokoll behaften lassen, weil 

es ihm rückübersetzt worden sei und er mit seiner Unterschrift die Richtig-

keit und Vollständigkeit des Protokolls bestätigt habe. Somit bestünden 

Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen. Ferner zeigten die durch 

die afghanischen Behörden erfolgte Passausstellung im Jahr 2010 und die 

mehrmaligen Ein- und Ausreisen nach und aus Afghanistan mit dem eige-

nen Reisepass, dass von Seiten der afghanischen Behörden nichts gegen 

ihn vorliege. Er gelte – auch in Berücksichtigung des familiären Hintergrun-

des – als unbescholtener Bürger. An dieser Schlussfolgerung vermöge der 

in M._______ ausgestellte Flüchtlingsausweis nichts zu ändern, da sich 

jemand, der sich freiwillig dem Schutz des Landes, dessen Staatsangehö-

rigkeit er besitze, unterstelle (vgl. Art. 1C Abs. 1 FK) oder freiwillig in das 

Land, das er aus Furcht vor Verfolgung verlassen habe, zurückgekehrt sei 

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Seite 7 

und sich dort niedergelassen habe (vgl. Art. 1C Abs. 4 FK), nicht mehr auf 

den Flüchtlingsschutz berufen könne. Als tatsächlich gefährdete Person 

wäre der Beschwerdeführer wohl kaum nach Afghanistan zurückgekehrt. 

Sein Einwand, er habe der kranken Mutter helfen müssen, vermöge nicht 

zu überzeugen, da diese Hilfe auch durch andere Familienmitglieder hätte 

erbracht werden können. Insgesamt sei somit weder die behauptete Ver-

folgung durch die Taliban noch eine allfällige Furcht vor Verfolgung seitens 

der afghanischen Behörden glaubhaft gemacht worden.  

5.2 In der Beschwerde wurde eingewendet, dass das SEM den Sachver-

halt falsch interpretiert sowie nicht korrekt und vollständig festgestellt habe. 

So habe der Beschwerdeführer von Anfang an gesagt, er habe in 

L._______ Asyl beantragt und sei im Dezember 2011 nach Afghanistan zu-

rückgeschafft worden. Das SEM habe in der angefochtenen Verfügung je-

doch bloss festgehalten, dass er als Student in L._______ gewesen sei 

und damit den Sachverhalt unrichtig dargestellt. Auch die eingereichten 

Beweismittel würden den von ihm vorgebrachten Sachverhalt bestätigen. 

Obwohl er ferner kurz nach seiner Einreise in M._______ beim UNHCR 

Asyl beantragt habe, beschreibe das SEM den Sachverhalt dahingehend, 

dass er zwecks Studium nach M._______ gereist sei, was ebenfalls keine 

korrekte Feststellung des Sachverhalts darstelle. Des Weiteren habe der 

Beschwerdeführer von sich aus nie das Wort „verschleppen“ verwendet, 

sondern habe dargelegt, dass er nach seiner Ausschaffung aus L._______ 

nicht habe kämpfen wollen, indessen nur um seiner eigenen Sicherheit wil-

len und mangels Alternative mit den Taliban zusammengearbeitet habe, da 

ausserhalb seines Dorfes die Feinde seines Vaters geherrscht hätten und 

er sich in den von den Taliban kontrollierten Gebieten nicht allein gegen 

diese habe zur Wehr setzen können. Ausserdem habe er die Begegnung 

mit den Taliban, den Grund seiner Zusammenarbeit, seine Ausbildung und 

die Einsätze sowie einige Namen von Personen seiner Gruppe ausrei-

chend und genügend detailliert dargelegt. Seine Aussagen würden zudem 

durch die eingereichten Fotos und die Karte „Waffenschein“ bekräftigt. Da 

er in einem von den Taliban kontrollierten Gebiet gewohnt habe, hätte Wi-

derstand seinen Tod bedeutet. Als ihm befohlen worden sei, im Winter nach 

J._______ zu gehen, habe man kein genaues Datum genannt. Es sei aber 

nachvollziehbar, dass die Taliban die Zeit, in der die Satelliten anscheinend 

nicht funktioniert hätten, zur illegalen Ein- und Ausreise nach und von 

J._______ benutzt hätten. Der Beschwerdeführer habe sich anlässlich der 

Anhörung nicht ernst genommen gefühlt, weil seine langen Aussagen nur 

kurz übersetzt oder zusammengefasst worden seien. Wer in Afghanistan 

lebe, müsse sich der einen oder anderen Gruppierung anschliessen, da er 

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sonst als Feind betrachtet und getötet werde. Als Angehöriger der Ethnie 

der Pathanen und als Sohn oder Bruder zweier Widerstandskämpfer und 

Kommandanten habe er im Übrigen keine Chance, in von der afghanischen 

Regierung kontrollierten Gebieten Zuflucht zu finden. Die Gefahr, dabei 

von Regierungsangehörigen oder Privatleuten aus asylrelevanten Grün-

den belangt zu werden, sei mehr als nur wahrscheinlich, zumal die Gegner 

seines Vaters und Bruders in der afghanischen Regierung vertreten seien. 

Somit sei es nachvollziehbar, dass er aus Rache für die Taten seines Va-

ters und Bruders zur Rechenschaft gezogen würde. Somit wäre sein Leben 

auch in Kabul oder an anderen Orten gefährdet. Ebenso sei er einer Gefahr 

ausgesetzt, wenn die Taliban erfahren würden, dass er in dem von der Re-

gierung kontrollierten Gebiet Zuflucht gesucht habe, da die Taliban über ein 

landesweit verzweigtes Netz an Informanten verfügten und somit auch in 

Kabul gezielt Personen einschüchtern, entführen oder töten könnten. Auch 

andere kriminelle Gruppierungen hätten zur Verschlechterung der Sicher-

heitslage in Kabul beigetragen. Die afghanischen Behörden seien weitge-

hend unfähig, Schutz vor Gewalt zu garantieren. Im ganzen Land bestehe 

das Risiko von Terroranschlägen. Angesichts dieser prekären Sicherheits-

lage werde die Nato-Trainingsmission Resolute Support (RS) über 2016 

hinaus weitergeführt. In Anbetracht der erwähnten Gründe würden die 

Schilderungen des Beschwerdeführers klare Realkennzeichen enthalten, 

welche für die Glaubhaftigkeit sprächen. Seine Angaben seien wider-

spruchsfrei, schlüssig und emotional dargelegt worden. Somit habe das 

SEM den Sachverhalt nicht korrekt und vollständig festgestellt. Dem Be-

schwerdeführer drohten im Fall einer Rückkehr nach Afghanistan ernst-

hafte Nachteile und eine unmenschliche Behandlung.  

5.3 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend 

substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in 

vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich 

sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder 

der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl-

suchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner im Gegensatz zum 

strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für 

gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der gesuchstellenden 

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Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-

richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für 

wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2, BVGE 2010/57 E. 2.3). 

5.4 Vorab wurden verschiedene Verfahresmängel gerügt, zu welchen wie 

folgt Stellung genommen wird: 

5.4.1 Zwar hat das SEM den Sachverhalt in der Tat ungenau festgestellt, 

indem es sich in der angefochtenen Verfügung mit Bezug auf den Aufent-

halt des Beschwerdeführers in L._______ darauf beschränkte darzulegen, 

der Beschwerdeführer habe sich dort zwischen 2009 und 2011 als Student 

aufgehalten, obwohl er gestützt auf die Aktenlage in K._______ auch um 

Asyl nachgesucht hatte. So antwortete er anlässlich der Befragung auf die 

Frage, ob er jemals in einem Drittstaat oder bei der Vertretung eines Dritt-

staates ein Asylgesuch eingereicht habe, er habe in L._______ im Oktober 

2009 und in N._______ bei den Vereinten Nationen im Januar 2013 ein 

Asylgesuch gestellt (vgl. Akte A5/12 S. 5). Somit befand sich der Beschwer-

deführer nicht nur als Student, sondern auch als Asylsuchender in 

K._______. Indessen entstand und entsteht ihm aus dieser unvollständi-

gen Sachverhaltsfeststellung durch das SEM kein Nachteil. Einerseits hat 

das SEM aus dieser unvollständigen Feststellung des Sachverhalts keine 

für den Beschwerdeführer nachteiligen Schlüsse gezogen und anderer-

seits wurde vom SEM und wird auch vom Bundesverwaltungsgericht die 

asylrechtliche Gefährdung seiner Person im Zeitpunkt des Entscheides 

und nicht im Zeitpunkt der Asylgesuchseinreichung im Jahr 2009 in 

K._______ beurteilt. Allein aus dieser unvollständigen Sachverhaltsfest-

stellung rechtfertigt sich somit eine Rückweisung an die Vorinstanz zur 

Feststellung des korrekten und vollständigen Sachverhalts nicht. Ferner 

kann der Vorwurf nicht geteilt werden, wonach das SEM den Sachverhalt 

zusätzlich unkorrekt festgestellt habe, indem es bloss festgehalten habe, 

der Beschwerdeführer sei zwecks Studium nach M._______ gereist, ob-

wohl er auch in diesem Land bei den Vereinten Nationen ein Asylgesuch 

gestellt habe. In der angefochtenen Verfügung wurde nämlich – abgesehen 

davon, dass der Beschwerdeführer in M._______ ein Studium absolviert 

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habe – auch festgehalten, dass er während seines Aufenthaltes in 

M._______ das UNHCR kontaktiert und einen Asylantrag eingereicht habe. 

Damit hat das SEM in diesem Punkt den Sachverhalt – entgegen der Ar-

gumentation in der Beschwerde – korrekt und vollständig festgestellt. Auch 

der Einwand, der Beschwerdeführer habe im Zusammenhang mit den Ta-

liban nie das Wort „verschleppen“ gebraucht, mithin der sinngemässe Vor-

wurf, das SEM habe von sich aus festgehalten, der Beschwerdeführer sei 

von den Taliban verschleppt worden, vermag nicht zu überzeugen. Anläss-

lich der Befragung brachte er unmissverständlich zum Ausdruck, dass er 

von den Taliban mitgenommen worden sei (vgl. Akte A5/12 S. 8), was dem 

Inhalt des Wortes „verschleppen“ entspricht oder zumindest sehr nahe 

kommt. Somit ist nicht zu beanstanden, dass das SEM das Wort „ver-

schleppen“ verwendet hat, auch wenn der Beschwerdeführer selber nicht 

dieses Wort, sondern ein anderes Wort mit einem vergleichbaren Inhalt 

gebrauchte. Somit ist der Vorwurf, das SEM habe den Sachverhalt in mehr-

facher Weise unkorrekt und unvollständig dargestellt, in zwei der gerügten 

Fälle unzutreffend und in einem weiteren Fall zwar zutreffend, aber nicht 

relevant für die Beurteilung, weshalb die Rüge der unvollständigen bezie-

hungsweise unkorrekten Sachverhaltsfeststellung vorliegend nicht geeig-

net ist, eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur korrekten Fest-

stellung des Sachverhalts zu bewirken. 

5.4.2 Sodann können die im undatierten Schreiben, welches am 29. Juli 

2015 beim SEM einging, geltend gemachten Probleme mit der dolmet-

schenden Person nicht geglaubt werden, da sich den beiden Protokollen 

keine Übersetzungsprobleme entnehmen lassen, der Beschwerdeführer 

jeweils die Frage, wie er die dolmetschende Person verstehe, mit „gut“ be-

antwortete und die beiden Protokolle vorbehaltlos unterschrieb, womit er 

zu erkennen gab, dass diese ihm rückübersetzt wurden und deren Inhalt 

seinen Aussagen entspricht. Ausserdem hatte er auch keine zusätzlichen 

Bemerkungen anzubringen. Unter diesen Umständen hat er sich die in den 

beiden Protokollen festgehaltenen Aussagen voll und ganz anrechnen zu 

lassen.  

5.4.3 Des Weiteren kann auch der Vorwurf in der Beschwerde, der Be-

schwerdeführer sei weder von der dolmetschenden noch von der befra-

genden Person anlässlich der Anhörung ernst genommen worden, weil 

seine langen Aussagen nur kurz übersetzt und zusammengefasst worden 

seien, nicht gehört werden. Zunächst ist diesbezüglich festzuhalten, dass 

dem Beschwerdeführer das Anhörungsprotokoll Satz für Satz vorgelesen 

und in eine ihm verständliche Sprache (Paschtu) rückübersetzt wurde. Mit 

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seiner vorbehaltlosen Unterschrift bestätigte er dies und auch die Tatsache, 

dass die im Protokoll enthaltenen Aussagen seinen freien Äusserungen 

entsprechen (vgl. Akte A19/14 S. 13). Spätestens am Ende der Anhörung 

hätte der Beschwerdeführer eine allfällige fehlerhafte oder mangelhafte 

Übersetzung rügen müssen, was er indessen unterliess. Überdies wurden 

von der anwesenden Hilfswerksvertretung keine Einwände gegen die An-

hörung oder die Übersetzung notiert (vgl. Akte A19/14 S. 14). Unter diesen 

Umständen sind die erst später erhobenen Vorwürfe als nachgeschoben 

und somit unglaubhaft zu qualifizieren.  

5.4.4 Insgesamt sind somit keine Verfahrensmängel festzustellen, welche 

eine Rückweisung der Sache an das SEM zur Folge hätten.  

5.5 In materieller Hinsicht gelangt das Bundesverwaltungsgericht in Über-

einstimmung mit dem SEM zum Schluss, dass die Vorbringen insgesamt 

nicht geglaubt werden können:  

5.5.1 So sagte der Beschwerdeführer von sich aus anlässlich der Befra-

gung aus, die Taliban hätten ihn nach seiner Rückkehr aus K._______ mit-

genommen und ihm gesagt, er müsse seinen Vater und seinen Bruder rä-

chen (vgl. Akte A5/12 S. 8), während er anlässlich der Anhörung vor-

brachte, er habe sich nach seiner Rückkehr in die Heimat bei den Taliban 

aufgehalten, weil er an seinem Wohnort aus Sicherheitsgründen nicht habe 

übernachten können (vgl. Akte A19/14 S. 4). Eine Mitnahme durch die Ta-

liban erwähnte er nicht; vielmehr führte er aus, er habe die Einladung der 

Taliban angenommen (vgl. Akte A19/14 S. 4). Eine Einladung und eine Mit-

nahme beziehungsweise eine Verschleppung stellen indessen zwei völlig 

verschiedene Sachverhalte dar. Folglich ist die vom SEM in diesem Zu-

sammenhang aufgeführte Widersprüchlichkeit der Aussagen zu bestäti-

gen.  

5.5.2 Dem SEM ist auch zuzustimmen, dass die Aussagen des Beschwer-

deführers über seinen Aufenthalt bei den Taliban sowie die Trennung von 

ihnen substanzlos ausgefallen sind. So stellte er den Tagesablauf nur äus-

serst marginal dar, und zu seinen Tätigkeiten bei den Taliban gab er bloss 

an, Wache gestanden und als Bodyguard gedient zu haben. Auch seine 

Flucht aus dem Machtbereich der Taliban schilderte er nur plakativ und 

oberflächlich. Seinen Aussagen konnte beispielsweise nicht entnommen 

werden, wie er die Flucht vorbereitet und welche Vorkehrungen er zu seiner 

Sicherheit getroffen haben will (vgl. Akte A19/14 S. 6 ff.), was indessen für 

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das Gelingen einer Flucht aus dem Machtbereich der Taliban Vorausset-

zung ist. Zudem äusserte er sich nicht darüber, wo und unter welchen Um-

ständen er die Zeit zwischen seiner Flucht von den Taliban im Dezember 

2012 und seiner Ausreise aus Afghanistan Ende Januar 2013 verbracht 

sowie was er in dieser Zeit zum Schutz seiner Person vorgekehrt habe, 

obwohl zu erwarten wäre, dass dies zentrale Aspekte einer tatsächlich ver-

folgten Person sein müssten. Auch gab er keine persönlichen Erlebnisse 

preis, so dass der Eindruck entstanden ist, er habe diesen Aufenthalt bei 

den Taliban gar nicht selber erlebt. Selbst die Zeitspanne, innert welcher er 

sich bei den Taliban aufgehalten habe, konnte er nicht präzis angeben (vgl. 

Akte A19/14 S. 4). Auch seine Aussage, er habe jeweils nicht gewusst, wo-

hin sich die Taliban begeben hätten, vermag angesichts seines Aufenthalts 

mit ihnen und seiner Aufgabe als Wache und Bodyguard nicht zu überzeu-

gen (vgl. Akte A19/14 S. 5). Schliesslich gab er an, in einer Predigergruppe 

der Taliban gewesen zu sein (vgl. Akte A19/14 S. 5 ff.), weshalb es nicht 

nachvollziehbar erscheint, dass er zur militärischen Ausbildung nach 

D._______ hätte geschickt werden sollen. Aufgrund dieser substanzlosen 

und teilweise nicht nachvollziehbaren Aussagen kann ihm deshalb nicht 

geglaubt werden, dass er sich bei den Taliban aufgehalten hat und von 

ihnen zwecks militärischer Ausbildung hätte nach D._______ geschickt 

werden sollen. Angesichts dieser Schlussfolgerungen ist die von ihm gel-

tend gemachte Furcht vor einer Verfolgung durch die Taliban nicht begrün-

det.  

5.5.3 An dieser Einschätzung vermögen die vom Beschwerdeführer zu den 

Akten gegebenen Fotos, auf welchen er in militärischer Kleidung teilweise 

zusammen mit anderen Personen und teilweise allein mit einem Ausweis 

und einem Gewehr zu sehen ist, nichts zu ändern, zumal diese auch in 

einem ganz anderen als dem – bereits als unglaubhaft festgestellten – Zu-

sammenhang entstanden sein können. Auch der Waffenschein ändert an 

dieser Einschätzung nichts, da dieser leicht beschaffbar und daher nicht 

geeignet ist, den Beschwerdeführer als Taliban erscheinen zu lassen.  

5.5.4 Angesichts dieser Erwägungen kann dem Beschwerdeführer auch 

nicht geglaubt werden, dass er im Fall einer Rückkehr ins Heimatland von 

den Taliban wegen der angeblichen – nicht glaubhaften – Flucht verfolgt 

würde.  

5.5.5 Ferner ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auch die seinen 

Asylgründen zugrundeliegenden Probleme seiner Familie mit ihren Fein-

D-5060/2016 

Seite 13 

den und deren Motive für die Feindschaft nicht substanziell und nachvoll-

ziehbar hat schildern können. So legte er anlässlich der Anhörung bloss 

dar, die Feinde der Familie würden beim Staat arbeiten und die Feindschaft 

beziehe sich auf frühere Jahre, in welchen Kämpfe der verschiedenen Wi-

derstandsgruppen stattgefunden hätten, wobei es auch Tote gegeben habe 

(vgl. Akte A19/14 S. 4 und 11), weshalb nicht nachvollziehbar ist, warum er 

persönlich, der nie in diese Kämpfe verwickelt gewesen sei, verfolgt sein 

soll. Auch wenn sein Vater tatsächlich Kommandant der Hezbe-Islami ge-

wesen sein soll, wie er anlässlich der Befragung darlegte, ist im heutigen 

Zeitpunkt nicht mehr von einer Verfolgung der Angehörigen – mithin auch 

des Beschwerdeführers – auszugehen, sollte eine solche jemals realistisch 

gewesen sein, da die Hezbe-Islami im September 2016 ein Friedensab-

kommen mit der Regierung abgeschlossen hat, welches den Zugehörigen 

dieser Organisation Straffreiheit und die Mitarbeit in der Regierung zusi-

chert  (vgl. British Broadcasting Corporation [BBC], Afghanistan signs deal 

with militant Hekmatyar, 22. September 2016, http://www.bbc.com/news/ 

word-asia-37438674, abgerufen am 1. Dezember 2016). Somit kann ihm 

grundsätzlich nicht geglaubt werden, dass er in Afghanistan von staatlichen 

Sicherheitskräften oder von anderen Gruppierungen verfolgt sein soll.  

5.5.6 Diese Einschätzungen werden überdies dadurch erhärtet, dass der 

Beschwerdeführer während seines Aufenthaltes in K._______ einen ech-

ten Reisepass besorgte und in sein Heimatland zurückgekehrt sein will, 

ohne bei der Wiedereinreise in Schwierigkeiten geraten zu sein (vgl. Akte 

A19/14 S. 2 f.). Auch die erneute Ausreise nach M._______ sowie die 

zweite Wiedereinreise in Afghanistan seien problemlos und im Übrigen mit 

dem eigenen Reisepass über den Luftweg erfolgt (vgl. Akte A19/14 S. 3). 

Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Anhörung zu, am 25. Januar 

2013 legal von Afghanistan nach M._______ und am 6. Januar 2014 legal 

von M._______ nach Kabul gereist zu sein (vgl. Akte A19/14 S. 8). Somit 

ist er mehrmals kontrolliert aus seinem Heimatland ausgereist und in die-

ses zurückgekehrt, ohne je mit Schwierigkeiten seitens der Sicherheits-

kräfte konfrontiert worden zu sein, was grundsätzlich gegen eine Verfol-

gung im Sinne des Gesetzes spricht. Auch die Tatsache, dass er von den 

(…) Behörden nach Erreichen der Volljährigkeit nach Afghanistan depor-

tiert wurde, kann als Hinweis für eine fehlende Verfolgung verstanden wer-

den, zumal die (…) Behörden an das Non-Refoulementgebot gebunden 

sind und den Beschwerdeführer im Fall einer damals bestehenden Verfol-

gung nicht nach Afghanistan ausgeschafft hätten. Auch diese Fakten spre-

http://www.bbc.com/news/word-asia-37438674
http://www.bbc.com/news/word-asia-37438674

D-5060/2016 

Seite 14 

chen dagegen, dass er im Fall einer Rückkehr ins Heimatland von irgend-

einer Seite – insbesondere nicht von staatlicher Seite – Verfolgungsmass-

nahmen im Sinne des Asylgesetzes zu befürchten hat.  

5.5.7 Im Übrigen ist auch das Verhalten des Beschwerdeführers selber 

nicht mit einer tatsächlichen Gefahr einer asylrelevanten Verfolgung ver-

einbar: Keine Person würde sich ohne zwingenden Grund mehrmals ins 

Heimatland zurückbegeben beziehungsweise mehrmals legal ein- und 

ausreisen und damit das Risiko einer möglichen Verfolgung mehrmals ein-

gehen, wenn sie tatsächlich eine Verfolgung befürchten würde. Allein die 

geltend gemachte Erkrankung seiner Mutter kann nicht als zwingender 

Grund für eine Rückkehr betrachtet werden, zumal diese auch von einer 

anderen verwandten Person nach D._______ hätte gebracht werden kön-

nen.  

5.6 Insgesamt können die geltend gemachten Vorbringen des Beschwer-

deführers nicht geglaubt werden, weshalb seine Furcht vor einer asylrele-

vanten Verfolgung im Heimatland nicht begründet ist. An dieser Einschät-

zung vermögen die weiteren Ausführungen im Beschwerdeverfahren und 

die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern.  

5.7 Zusammenfassend kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen 

an die Glaubhaftigkeit (Art. 7 AsylG) nicht genügen. Hinzuzufügen ist, dass 

die allgemeinen Benachteiligungen der Bevölkerung in Afghanistan auf-

grund der insgesamt nach wie vor prekären Sicherheitslage keine asylbe-

achtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen.  

6.  

6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

D-5060/2016 

Seite 15 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat  ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat  dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

D-5060/2016 

Seite 16 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Dies ist dem Beschwerdeführer gestützt auf die vo-

rangehenden Erwägungen indessen nicht gelungen. Auch die allgemeine 

Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegweisungsvollzug 

zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach 

dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.4.1 Betreffend die allgemeine Lage in Afghanistan ist auf die vom Bun-

desverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung im Grundsatzurteil 

BVGE 2011/7 zu verweisen, welche im Ergebnis nach wie vor zutreffend 

ist. Die Sicherheitslage sowie die humanitären Bedingungen sind in weiten 

Teilen Afghanistans – ausser allenfalls in den Grossstädten – äusserst 

schlecht. Die Situation in Afghanistan ist praktisch flächendeckend als exis-

tenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren. Von dieser 

allgemeinen Feststellung ist die Situation in der Hauptstadt Kabul zu unter-

scheiden. Angesichts dessen, dass sich dort die Sicherheitslage im Verlauf 

der vergangenen Jahre nicht weiter verschlechtert hat und die humanitäre 

Situation im Vergleich zu den übrigen Gebieten etwas weniger dramatisch 

ist, kann der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter bestimmten, im 

Einzelfall sorgfältig zu prüfenden Umständen als zumutbar qualifiziert wer-

den. Solche Umstände können grundsätzlich namentlich dann gegeben 

sein, wenn es sich beim Rückkehrer um einen jungen, gesunden Mann 

handelt. Sodann ist in erster Linie ein soziales Netz unabdingbar, welches 

sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkeh-

rers als tragfähig erweist; denn ohne Unterstützung durch Familie oder Be-

kannte werden die schwierigen Lebensverhältnisse auch in Kabul unwei-

gerlich in eine existenzielle beziehungsweise lebensbedrohende Situation 

führen. Für einen Rückkehrer aus Europa besteht nach der Ankunft in Ka-

bul ein erhöhtes Risiko, entführt oder überfallen zu werden, da vermutet 

D-5060/2016 

Seite 17 

wird, er trage Devisen auf sich. Verfügt er über keine genügenden finanzi-

ellen Mittel, hat er ohne soziale Vernetzung kaum Aussicht auf eine zumut-

bare – das heisst winterfeste und mit minimaler sanitärer Einrichtung aus-

gestattete – Unterkunft. Auch für die Arbeitssuche sind persönliche Bezie-

hungen unerlässlich, da eine Einstellung (sogar von unqualifizierten Ar-

beitskräften) regelmässig nur aufgrund persönlicher Empfehlungen erfolgt. 

Eine auch nur einigermassen gesunde Ernährung ist ohne die Hilfe von 

nahestehenden Personen ebenfalls kaum möglich, der Zugang zu saube-

rem Trinkwasser schwierig; Unterstützungsmassnahmen der Regierung  

oder internationaler Organisationen könnten laut zuverlässigen Quellen 

daran nichts ändern. Ohne eine soziale Vernetzung wird daher auch ein 

junger und grundsätzlich gesunder Mann unweigerlich innert absehbarer 

Zeit in eine existenzbedrohende Situation geraten (vgl. a.a.O. E. 9.3 ff.). 

7.4.2 Beim Beschwerdeführer handelt es sich den Akten zufolge um einen 

heute fast 24-jährigen alleinstehenden Mann ohne aktenkundige gesund-

heitliche Probleme aus B._______ in der Provinz C._______, wo er abge-

sehen von seinen beiden längeren Auslandaufenthalten in K._______ und 

M._______ gelebt habe (vgl. Akte A5/12 S. 4). In B._______ sollen gemäss 

seinen Angaben zwar noch eine verheiratete Schwester und eine verheira-

tete Tante leben. Indessen ist eine Rückkehr dorthin gemäss geltender Pra-

xis (vgl. BVGE 2011/7) nicht zumutbar. Sein Vater sei gestorben und seine 

Mutter und sein Bruder würden sich bei seinen beiden Onkeln in Z._______ 

aufhalten (vgl. Akte A5/12 S. 5). Er sagte aus, weder in Kabul noch in Ma-

zar-e-Sharif oder in Herat über Familienangehörige oder Verwandte zu ver-

fügen (vgl. Akte A19/14 S. 4).  

7.4.3 Das SEM vertritt in der angefochtenen Verfügung die Ansicht, im Fall 

des Beschwerdeführers würden individuell begünstigende Faktoren vorlie-

gen, welche für seine Wiedereingliederung in Kabul, in Mazar-e-Sharif oder 

in Herat sprächen, weil er aus einer wohlhabenden Familie in Afghanistan 

stamme, im Ausland eine gute Ausbildung mit einem Abschlusszertifikat im 

(…) genossen habe, nebst seiner Muttersprache Paschtou über gute (…) 

verfüge und jung, ledig und gesund sei. Unter diesen Umständen sei die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu bejahen.  

7.4.4 Diese Einschätzung kann – in Berücksichtigung des vorangehend er-

wähnten Urteils BVGE 2011/7 – nicht geteilt werden. Danach ist es uner-

lässlich, dass der Beschwerdeführer im Fall einer Rückkehr nach Afgha-

nistan in Kabul, in Mazar-e-Sharif oder in Herat über ein tragfähiges Bezie-

D-5060/2016 

Seite 18 

hungsnetz verfügen müsste, da er ohne ein solches aufgrund der schwie-

rigen Lebensverhältnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen 

müsste, auch in den drei erwähnten Städten in eine lebensbedrohende Si-

tuation zu geraten. An dieser Einschätzung vermag die Tatsache, dass er 

aus einer wohlhabenden Familie stammt, nichts zu ändern, zumal allein 

ausreichende finanzielle Mittel nicht darüber hinwegtäuschen können, 

dass der Beschwerdeführer im Fall einer Rückkehr nach Afghanistan – in 

die drei erwähnten Städte – ohne eine solide soziale Einbindung mit hoher 

Wahrscheinlichkeit Gefahren ausgesetzt wäre, welche als konkrete Ge-

fährdung seiner Person zu betrachten sind. 

7.4.5 Weil der Beschwerdeführer in den drei Städten Kabul, Mazar-e-Sharif 

und Herat nicht über ein soziales Beziehungsnetz verfügt, ist einer der un-

erlässlichen begünstigenden Faktoren nicht erfüllt, weshalb der Vollzug der 

Wegweisung nach Afghanistan nicht als zumutbar zu betrachten ist. Die 

Voraussetzungen für die Gewährung der vorläufigen Aufnahme sind dem-

nach erfüllt. Einer vorläufigen Aufnahme stehen im Übrigen auch keine ein-

schränkenden gesetzlichen Tatbestände (Art. 83 Abs. 7 AuG) entgegen. 

7.5 Die mit Eingabe vom 19. August 2016 angehobene Beschwerde ist be-

züglich der Ziff. 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung gut-

zuheissen, weshalb diese aufzuheben sind. Das SEM ist anzuweisen, den 

Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. Bezüglich der Ziff. 1 bis 3 des 

Dispositivs der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerde abzuweisen.  

8.  

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist für die Berechnung der Verfah-

renskosten und der Parteientschädigung von einem hälftigen Obsiegen 

auszugehen. 

9.1 Dem Beschwerdeführer wären die reduzierten Kosten von Fr. 300.– 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da sich seine Beschwerde als nicht 

aussichtslos darstellte und das Gesuch des Beschwerdeführers um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Zwischenverfügung 

vom 26. August 2016 gutgeheissen wurde, werden keine Verfahrenskosten 

erhoben. 

9.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 

64 Abs. 1 VwVG). Seitens der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote 

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Seite 19 

eingereicht. Indessen lässt sich der Parteiaufwand von Amtes wegen ab-

schätzen. Aufgrund des geringen Aktenumfangs wird bei einem Stunden-

ansatz von Fr. 150.– für nicht in einer Anwaltskanzlei tätige Rechtsvertreter 

(vgl. Art. 1-3 und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) und dem geschätzten zeitlichen Aufwand von sieben Stun-

den eine Parteientschädigung von Fr. 1050.- (inkl. Auslagen und MWSt) 

als angemessen erachtet und auf die Hälfte reduziert. Das SEM hat dem 

Beschwerdeführer demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von 

Fr. 525.– auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5060/2016 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als der Wegweisungsvollzug 

als unzumutbar beurteilt wird; im Übrigen wird sie abgewiesen. 

2.  

Die Ziff. 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des SEM vom 19. Juli 2016 

werden aufgehoben. Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführer 

vorläufig aufzunehmen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

4.  

Das SEM wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung von Fr. 525.– zu entrichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

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