# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90118ed2-9383-5987-8f56-52639b8e3511
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 13.09.2023 LE220064
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE220064_2023-09-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE220064-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter  

lic. iur. M. Spahn und Ersatzoberrichterin lic. iur. N. Jeker  

sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

Beschluss und Urteil vom 13. September 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin 

 
vertreten durch Advokatin Dr. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsteller und Berufungsbeklagter 

 
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Horgen vom 16. September 2022 (EE220009-F)  

- 2 - 

 

Rechtsbegehren: 

des Gesuchstellers (Urk. 15 S. 3 f.): 

"1. Es sei dem Gesuchsteller ab Rechtshängigkeit des Eheschutzge-
suches auf unbestimmte Zeit das Getrenntleben zu bewilligen. 

 2. Die gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm.2020, sei unter 
die alleinige Obhut des Gesuchstellers zu stellen. 

 3. Der Gesuchsgegnerin sei ein der geografischen Distanz der 
Wohnorte der Parteien und dem Kindswohl entsprechendes, 
grosszügiges Besuchsrecht zuzusprechen. 

 4. Die eheliche (sich im Alleineigentum des Gesuchstellers befindli-
che) Liegenschaft D._____ …, E._____, sei für die Dauer des Ge-
trenntlebens samt Hausrat und Mobiliar dem Gesuchsteller zur al-
leinigen Benutzung zuzuweisen. 

 5. Die Gesuchsgegnerin sei anzuweisen, die eheliche Wohnung 
D._____ …, E._____, innert 30 Tagen ab Vollstreckbarkeit des 
Eheschutzurteils zu verlassen und dem Gesuchsteller innert der 
gleichen Frist sämtliche Zugangsschlüssel für die betreffende 
Liegenschaft zu übergeben. 

 6. Bezüglich dem Kinderunterhalt für die gemeinsame Tochter 
C._____, geb. tt.mm.2020, sei festzuhalten, dass jeder Elternteil 
für die in seinem Haushalt entstehenden Kosten für die Tochter 
(Wohnkosten, Kleider, Verpflegung usw.) selber aufkommt und 
die ordentlichen, regelmässigen Fixkosten des Kindes (Kranken-
kasse, Selbstbehaltskosten usw.) vom Gesuchsteller getragen 
werden, wobei der Gesuchsteller die gesetzlichen Kinderzulagen 
bzw. Familienzulagen bezieht. 

 7. Die ausserordentlichen Kinderkosten im Sinne von Art. 286 
Abs. 3 ZGB seien von den Eltern je hälftig zu tragen. 

 8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% Mehr-
wertsteuer) zu Lasten des Gesuchsgegners." 

 
der Gesuchsgegnerin (Urk. 30 S. 2 f.): 

"1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen. 
 2. Es sei die gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm.2020, unter 

die alleinige Obhut der Gesuchsgegnerin zu stellen. 
 3. Es sei der Gesuchsgegnerin das Recht zu erteilen, den Wohnsitz 

der gemeinsamen Tochter, C._____, geb. tt.mm.2022 [recte: 
2020], per 1. August 2022 nach F._____ (Norwegen) zu verlegen 
und C._____ in E._____ abzumelden und in F._____ (Norwegen) 
anzumelden. 

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 4. Eventualiter für den Fall der Verweigerung des Umzugs sei die 
eheliche Liegenschaft D._____ …, E._____, für die Dauer des 
Getrenntlebens samt Hausrat und Mobiliar der Gesuchsgegnerin 
und C._____ zur alleinigen Benutzung zuzuweisen. 

 5. Es sei der Gesuchsteller für berechtigt zu erklären, die Tochter, 
C._____, jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis 
Sonntag, 18.00 Uhr, in F._____ (Norwegen) zu betreuen. 

  Es sei der Gesuchsteller für berechtigt zu erklären, die Tochter, 
C._____, in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils pro Jahr während 
zwei Wochen mit sich oder zu sich in die Ferien (nicht am Stück) 
zu nehmen. 

 6. Eventualiter für den Fall, dass die Gesuchsgegnerin und C._____, 
ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, sei das gemäss Ziff. 5 be-
antragte Besuchsrecht in der Schweiz auszuüben. 

 7. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin an 
den Unterhalt von C._____ mit Wirkung ab 1. August 2022 und 
dem Wegzug nach F._____ und für die weitere Dauer des Ge-
trenntlebens einen Betrag von mindestens CHF 6'977 (zzgl. allfäl-
liger Familienzulagen) zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf 
den Ersten des Monats und ab Verzug zu 5% verzinslich. 

 8. Eventualiter, für den Fall, dass die Gesuchsgegnerin und C._____ 
ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, sei der Gesuchsteller zu 
verpflichten, der Gesuchsgegnerin an den Unterhalt von C._____ 
mit Wirkung ab 1. August 2022 und für die weitere Dauer des Ge-
trenntlebens einen Betrag von mindestens CHF 8'298 (zzgl. allfäl-
liger Familienzulagen) zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf 
den Ersten des Monats und ab Verzug zu 5% verzinslich. 

 9. Es sei festzustellen, dass aufgrund eigener Leistungsfähigkeit 
kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. 

 10. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin 
mit Wirkung ab 1. August 2022 (Wegzug nach F._____) einen 
Ehegattenunterhalt von monatlich CHF 3'987 zu bezahlen. 

 11. Eventualiter, für den Fall der Verweigerung des Umzugs sei der 
Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin mit Wirkung 
ab 1. August 2022 einen Ehegattenunterhalt von monatlich 
CHF 4'386 bezahlen. 

 12. Die Eltern seien zu verpflichten, ausserordentliche Kinderkosten 
(wie Zahnkorrekturen, Sehhilfen, schulische oder therapeutische 
Förderungsmassnahmen, ausserordentliche Gesundheitskosten, 
etc.) nach vorgängiger Absprache je zur Hälfte zu übernehmen, 
soweit die Kosten nicht von einer Versicherung oder einem Drit-
ten übernommen werden. 

 13. Alle anderslautenden Anträge des Gesuchstellers seien abzuwei-
sen, soweit überhaupt darauf eingetreten werden kann; 

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 14. (…); 
 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Ge-
suchstellers." 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren  
am Bezirksgericht Horgen vom 16. September 2022: 

(Urk. 51 S. 49 ff. = Urk. 55 S. 49 ff.) 

1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt. Es wird vorgemerkt, dass die 

Parteien seit dem 1. März 2022 getrennt leben. 

2. Die Tochter, C._____, geboren am tt.mm.2020, wird für die Dauer des Ge-

trenntlebens unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien belas-

sen. 

3. Der Antrag der Gesuchsgegnerin, den Aufenthaltsort der gemeinsamen 

Tochter C._____, geboren am tt.mm.2020, nach Norwegen zu verlegen, 

wird abgelehnt. 

4. Die Tochter, C._____, geboren am tt.mm.2020, wird für die Dauer des Ge-

trenntlebens unter die alternierende Obhut der Parteien gestellt. Der Haupt-

wohnsitz der Tochter befindet sich beim Gesuchsteller.  

5. Der Gesuchsteller wird berechtigt und verpflichtet, die gemeinsame Tochter 

C._____ im 14-Tagesrythmus und während der Feiertage, wie folgt auf ei-

gene Kosten zu betreuen oder während dieser Zeit eine geeignete Betreu-

ung sicherzustellen: 

Woche 1 

− Montag bis Dienstag, 18.00 Uhr 

− Donnerstag, ab 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr 

 Woche 2 

− Dienstag, ab 18.00 Uhr bis Donnerstag, 18.00 Uhr 

− Sonntag, ab 18.00 Uhr 

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− in geraden Jahren jeweils am ersten Tag der Doppelfeiertage Weihnach-

ten und Neujahr, und in den ungeraden Jahren jeweils am zweiten Tag 

der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr, 

− sowie in geraden Jahren über die ganzen Osterfeiertage, von Karfreitag 

morgens bis Ostermontag abends, sowie in ungeraden Jahren über die 

ganzen Pfingstfeiertage, von Pfingstsamstag morgens bis Pfingstmontag 

abends. 

Die Gesuchsgegnerin ist berechtigt und verpflichtet, die gemeinsame Toch-

ter C._____ im 14-Tagesrythmus und während der Feiertage, wie folgt auf 

eigene Kosten zu betreuen oder während dieser Zeit eine geeignete Betreu-

ung sicherzustellen: 

Woche 1 

− Dienstag, ab 18.00 Uhr bis Donnerstag, 18.00 Uhr 

− Sonntag, ab 18.00 Uhr 

 Woche 2 

− Montag bis Dienstag, 18.00 Uhr 

− Donnerstag, ab 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr 

− in geraden Jahren jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnach-

ten und Neujahr, und in den ungeraden Jahren jeweils am ersten Tag der 

Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr, 

− sowie in ungeraden Jahren über die ganzen Osterfeiertage, von Karfrei-

tag morgens bis Ostermontag abends, sowie in geraden Jahren über die 

ganzen Pfingstfeiertage, von Pfingstsamstag morgens bis Pfingstmontag 

abends. 

Ausserdem sind die Parteien berechtigt und verpflichtet, die gemeinsame 

Tochter C._____ für die Dauer von fünf Wochen pro Jahr auf eigene Kosten 

zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei maximal zwei Wochen 

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aneinander bezogen werden dürfen. Ab Eintritt in die Schulpflicht (ab Kin-

dergarteneintritt) soll jeder Elternteil berechtigt und verpflichtet sein, C._____ 

während der Hälfte der Schulferien zu betreuen. 

Die Parteien werden verpflichtet, die Ferienbetreuung mindestens drei Mo-

nate vor dem geplanten Ferienbeginn mit der jeweils anderen Partei abzu-

sprechen. Können sich die Parteien nicht einigen, so kommt der Gesuchs-

gegnerin das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien in Jah-

ren mit gerader Jahreszahl zu, in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Ge-

suchsteller. 

Die Parteien können weitergehende oder abweichende Betreuungszeiten 

bzw. -modalitäten, oder Ferienkontakte jederzeit in gegenseitiger Absprache 

vereinbaren. 

6. Für den Fall, dass die Gesuchsgegnerin nach Norwegen wegzieht, wäre es 

angezeigt, die Gesuchsgegnerin zu berechtigen und zu verpflichten, 

C._____ alle 14 Tage von Donnerstag, 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr in 

der Schweiz zu besuchen. 

7. Es wird festgestellt, dass gegenseitig kein Kinderunterhalt geschuldet ist.  

8. Allfällige vertragliche und gesetzliche Kinder- und Familienzulagen verblei-

ben beim Gesuchsteller. 

9. Die Parteien werden verpflichtet, diejenigen Kosten von C._____, die wäh-

rend der Zeit anfallen, die sie beim betreuenden Elternteil verbringt (insbe-

sondere Verpflegung, Alltagsbekleidung, Aktivitäten, Ferien etc.), jeweils 

selber zu tragen. 

10. Die ordentlichen regelmässigen Fixkosten (insbesondere Krankenkasse, 

Selbstbehaltskosten usw.) für C._____ werden vom Gesuchsteller getragen. 

11. An ausserordentlichen Kinderkosten, über welche sich die Parteien verstän-

digt haben, beteiligen sie sich die Parteien je zur Hälfte. 

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12. Der Antrag der Gesuchsgegnerin auf Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen 

für sich persönlich wird abgewiesen. 

13. Die eheliche Liegenschaft, D._____ …, E._____, samt Hausrat und Mobiliar, 

wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsteller zur alleinigen Be-

nützung zugewiesen. 

14. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die eheliche Liegenschaft, 

D._____ …, E._____, unter Mitnahme ihrer persönlichen Effekten bis spä-

testens 31. Dezember 2022 zu verlassen. 

15. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'600.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 637.50   Dolmetscherkosten 

Fr. 7'237.50   Total 
 

16. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und mit dem 

geleisteten Vorschuss verrechnet, unabhängig davon, von wem dieser ge-

leistet wurde. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsteller einen solchen in 

Höhe von Fr. 1'800.– geleistet hat, wofür ihm gegenüber der Gesuchsgegne-

rin ein Rückgriffsrecht in der Höhe von Fr. 900.– eingeräumt wird. 

17. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

18. [Mitteilung] 

19. [Rechtsmittel] 

Berufungsanträge: 

der Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (Urk. 54 S. 2 ff.): 
 

"1. Es seien die Dispositivziffern 4 und 5 (Obhut und Betreuung) des 
Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom 16. September 2022 auf-
zuheben und es sei die gemeinsame Tochter, C._____, geb. 
tt.mm.2020, norwegische Staatsangehörige, unter die alleinige 
Obhut der Berufungsklägerin und Kindsmutter zu stellen. 

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 2. Es seien die Dispositivziffern 3 und 6 (Umzug Norwegen) des Ur-
teils des Bezirksgerichts Horgen vom 16. September 2022 aufzu-
heben und es sei der Berufungsklägerin zu bewilligen, den 
Wohnsitz der gemeinsamen Tochter, C._____, geb. tt.mm.2020, 
norwegische Staatsangehörige, nach F._____ (Norwegen) zu ver-
legen, C._____ in E._____ abzumelden und in F._____ (Norwe-
gen) anzumelden. 

 3. Es sei der Berufungsbeklagte für berechtigt zu erklären, die Toch-
ter C._____ jedes zweite Wochenende von Freitagmorgen, 
9.00 Uhr bis Montag, 9.00 Uhr, in F._____ (Norwegen) auf eigene 
Kosten zu betreuen und C._____ jeweils drei Wochen pro Jahr 
mit sich in die Ferien zu nehmen, jedoch maximal eine Woche am 
Stück. 

  Die Berufungsklägerin sei zu verpflichten, die gemeinsame Toch-
ter in der übrigen Zeit zu betreuen. 

  Die Feiertage seien ab 2023 wie folgt aufzuteilen: 
  In ungeraden Jahren betreut die Berufungsklägerin vom 

21. Dezember bis zum 25. Dezember sowie vom 29. Dezember 
bis zum 2. Januar und der Kindesvater vom 25. Dezember bis 
zum 29. Dezember; 

  In den geraden Jahren betreut der Berufungsbeklagte vom 
21. Dezember bis zum 25. Dezember sowie vom 29. Dezember 
bis zum 2. Januar und der Kindsmutter vom 25. Dezember bis 
29. Dezember. 

  Die Übergabe erfolgt jeweils morgens. 
  In den ungeraden Jahren über die ganzen Ostertage von Karfrei-

tag morgens bis Ostermontag abends sowie in den ungeraden 
[gemeint wohl: geraden] Jahren über die ganzen Pfingsttage, von 
Pfingstsamstag morgens bis Pfingstmontag abends liegt die Be-
treuung bei der Berufungsklägerin. 

  In den geraden Jahren über die ganzen Ostertage von Karfreitag 
morgens bis Ostermontag abends sowie in den ungeraden Jah-
ren über die ganzen Pfingsttage, von Pfingstsamstag morgens bis 
Pfingstmontag abends liegt die Betreuung beim Berufungsbeklag-
ten. 

 4. Eventualiter, für den Fall der Verweigerung des Umzugs der 
Tochter C._____ nach F._____ Norwegen, sei Dispositivziffer 14 
(Frist Auszug aus ehelicher Wohnung) des Urteils des Bezirksge-
richts Horgen vom 16. September 2022 aufzuheben und es sei 
der Berufungsklägerin eine Frist von 6 Monaten ab Eröffnung des 
Urteils des Obergerichts anzusetzen, um die eheliche Wohnung 
zu verlassen. 

 5. Eventualiter, für den Fall der Verweigerung des Umzugs, seien 
Dispositivziffer 4 Satz 2 (Wohnsitz C._____) und Dispositivziffer 5 

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(Betreuungsregelung) aufzuheben und es sei der zivilrechtliche 
Wohnsitz von C._____ an den (zukünftigen) Wohnsitz der Beru-
fungsklägerin zu verlegen sowie C._____ registeramtlich beim 
Wohnsitz der Berufungsklägerin anzumelden und es sei der Beru-
fungsbeklagte zu berechtigen und zu verpflichten, die gemeinsa-
me Tochter C._____ im 14-Tagesrhythmus und während der Fei-
ertage wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen: 

  Woche 1: 

− Mittwoch, 9.00 Uhr bis Donnerstag, 9.00 Uhr 

− Freitag, 9.00 Uhr bis Sonntag 17.00 Uhr 
Woche 2: 

− Mittwoch, 9.00 Uhr bis Freitag, 9.00 Uhr 
  Die Berufungsklägerin sei zu verpflichten, die gemeinsame Toch-

ter in der übrigen Zeit zu betreuen. 
  Ferien: 
  Es sei dem Berufungsbeklagten ein Ferienrecht von drei Wochen 

pro Jahr einzuräumen, jedoch maximal eine Woche am Stück. 
  Feiertage: 
  Die Feiertage sind ab 2023 wie folgt aufzuteilen: 
  In ungeraden Jahren betreut die Kindsmutter vom 21. Dezember 

bis zum 25. Dezember sowie vom 29. Dezember bis zum 
2. Januar und der Kindsvater vom 25. Dezember bis zum 
29. Dezember; 

  In den geraden Jahren betreut der Kindsvater [vom] 
21. Dezember bis zum 25. Dezember sowie vom 29. Dezember 
bis zum 2. Januar und der Kindsmutter vom 25. Dezember bis 
29. Dezember. 

  In den ungeraden Jahren über die ganzen Ostertage von Karfrei-
tag morgens bis Ostermontag abends sowie in den geraden Jah-
ren über die ganzen Pfingsttage, von Pfingstsamstag morgens bis 
Pfingstmontag abends liegt die Betreuung bei der Kindsmutter. 

  In den geraden Jahren über die ganzen Ostertage von Karfreitag 
morgens bis Ostermontag abends sowie in den ungeraden Jah-
ren über die ganzen Pfingsttage, von Pfingstsamstag morgens bis 
Pfingstmontag abends liegt die Betreuung beim Kindsvater. 

 6. Es seien die Dispositivziffern 7 und 8 (Kindesunterhalt) des Urteils 
des Bezirksgerichts Horgen vom 16. September 2022 aufzuheben 
und es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungs-
klägerin an den Unterhalt von C._____ einen monatlichen, monat-
lich vorauszuzahlenden und bei Verzug mit 5 % zu verzinsenden 
Unterhaltsbeitrag von CHF 7'077.00 zzgl. allfällige Familienzula-

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gen ab Wegzug nach F._____ zu bezahlen (Klageänderung vor-
behalten nach Auskunft des Ehemannes über seine Einkom-
mens- und Vermögensverhältnisse). 

 7. Eventualiter, das heisst für den Fall, dass die Berufungsklägerin 
und C._____ ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, sei der Beru-
fungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin ab Auszug 
aus der ehelichen Liegenschaft an den Unterhalt von C._____ ei-
nen monatlichen, monatlich vorauszuzahlenden und bei Verzug 
mit 5 % zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag von CHF 6'314.20 
zzgl. allfällige Familienzulagen für die Dauer von 12 Monate zu 
leisten, danach von monatlichen, monatlich vorauszuzahlenden 
CHF 8'114.00 (Klageänderung vorbehalten nach Auskunft des 
Ehemannes über seine Einkommens- und Vermögensverhältnis-
se). 

 8. Es sei Dispositivziffer 12 (Ehegattenunterhalt) des Urteils des Be-
zirksgerichts Horgen vom 16. September 2022 aufzuheben und 
es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungskläge-
rin einen monatlichen, monatlich vorauszuzahlenden und bei Ver-
zug mit 5 % zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag von CHF 4'191.00 
ab Wegzug nach F._____ zu bezahlen (Klageänderung vorbehal-
ten nach Auskunft des Ehemannes über seine Einkommens- und 
Vermögensverhältnisse). 

 9. Eventualiter, das heisst für den Fall, dass die Berufungsklägerin 
und C._____ ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, sei der Beru-
fungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin ab Auszug 
aus der ehelichen Liegenschaft einen monatlichen, monatlich vo-
rauszuzahlenden und bei Verzug mit 5 % zu verzinsenden Unter-
haltsbeitrag von CHF 10'378.00 für die Dauer von 12 Monaten zu 
leisten und danach einen monatlichen, monatlich vorauszuzah-
lenden und bei Verzug mit 5 % zu verzinsenden Unterhaltsbeitrag 
von CHF 4'978.00 (Klageänderung vorbehalten nach Auskunft 
des Ehemannes über seine Einkommens- und Vermögensver-
hältnisse). 

 10. Eventualiter zu Ziff. 1 bis 9 hiervor seien die Dispositivziffern 3 bis 
8 sowie 12 und 14 des Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom 
16. September 2022 aufzuheben und es sei die Angelegenheit im 
Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zu Lasten 
des Berufungsbeklagten." 

 
 
des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten (Urk. 67 S. 2): 
 

"1. Die Berufung der Berufungsklägerin vom 28. November 2022 sei 
vollumfänglich abzuweisen, sofern darauf einzutreten ist. 

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 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Berufungsklägerin." 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Nach den unangefochtenen Feststellungen der Vorinstanz heirateten 

die Parteien am tt. April 2020 in G._____ [Ort in Asien]. Der Gesuchsteller und 

Berufungsbeklagte (nachfolgend: Gesuchsteller) ist Belgier und wohnt seit 2008 in 

der Schweiz; die Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin (nachfolgend: Ge-

suchsgegnerin) ist Norwegerin (Urk. 55 S. 4; siehe Urk. 54 Rz. 2 f.). Der Ehe ent-

sprang die Tochter C._____, geboren am tt.mm.2020 (Urk. 55 S. 4; siehe Urk. 54 

Rz. 4); das Kind hat die norwegische Staatsbürgerschaft (Urk. 31/52). Die eheli-

che Liegenschaft befand sich am D._____ … in E._____ (Urk. 55 S. 5). 

2. Mit Eingabe vom 28. Februar 2022, zur Post gegeben am 1. März 

2022, machte der Gesuchsteller das vorliegende Eheschutzverfahren bei der Vo-

rinstanz anhängig (Urk. 1). Hinsichtlich der Prozessgeschichte kann auf das vo-

rinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 55 S. 5 ff.). Dieses datiert vom 

16. September 2022 (Urk. 51 = Urk. 55), wurde jedoch erst am 11. November 

2022 versandt (Urk. 52/1–2). 

3. Gegen das Urteil erhob die Gesuchsgegnerin innert Frist (siehe 

Urk. 52/2) Berufung und stellte die eingangs wiedergegebenen Anträge (Urk. 54). 

Zusätzlich ersuchte sie hinsichtlich des Auszugs aus der ehelichen Wohnung um 

die Erteilung der aufschiebenden Wirkung und stellte ein Auskunftsbegehren 

(Urk. 54 S. 5 f.). Mit Verfügung vom 2. Dezember 2022 wurde das Gesuch um Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. Gleichzeitig wurde der Ge-

suchsgegnerin Frist angesetzt, um einen Kostenvorschuss von Fr. 7'000.– zu leis-

ten (Urk. 58). Dieser ging rechtzeitig ein (siehe Urk. 60). Mit Eingabe vom 21. De-

zember 2022 äusserte sich der Gesuchsteller unaufgefordert "zu den Vorfällen 

der letzten Tage" (Urk. 61). Mit Beschluss vom 13. Januar 2023 wurde auf das 

Auskunftsbegehren der Gesuchsgegnerin nicht eingetreten, soweit es sich auf 

Art. 170 ZGB stützte; zugleich wurde dem Gesuchsteller Frist angesetzt, um die 

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Berufung zu beantworten (Urk. 66). Die Berufungsantwort datiert vom 30. Januar 

2023 (Urk. 67). Sie wurde mit Verfügung vom 3. Februar 2023 der Gegenseite 

zugestellt; gleichzeitig wurde ihr Frist angesetzt, um sich zu den Noven zu äus-

sern (Urk. 70). Die Replik datiert vom 16. Februar 2023 (Urk. 71) und wurde mit 

Verfügung vom 8. März 2023 der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht (Urk. 75). 

Nachdem letztere darum ersucht hatte (Urk. 76), wurde ihr mit Verfügung vom 

21. März 2023 Frist angesetzt, um das Replikrecht wahrzunehmen (Urk. 77). Die 

Duplik datiert vom 11. April 2023 (Urk. 83), die Triplik vom 21. April 2023 (Urk. 87) 

und die Quadruplik vom 22. Mai 2023 (Urk. 93). Weitere Eingaben erfolgten nicht. 

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–53). Das Ver-

fahren ist spruchreif, was den Parteien mit Verfügung vom 14. Juni 2023 bereits 

angezeigt wurde (Urk. 95). Auf ihre Vorbringen ist nur soweit einzugehen, als die-

se entscheidrelevant sind. 

II. Prozessuale Vorbemerkungen 

1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge 

(Art. 315 Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind die Dispositiv-Ziffern 1 (Getrenntle-

ben), 2 (gemeinsame elterliche Sorge) und 13 (Zuweisung der ehelichen Liegen-

schaft) des vorinstanzlichen Urteils (siehe Urk. 54 S. 2 ff.; Urk. 55 S. 49 ff.). Diese 

Ziffern sind somit in Rechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist. Formell nicht 

angefochten wurden sodann die Dispositiv-Ziffern 9 (Tragung der Kosten von 

C._____), 10 (Tragung der regelmässigen Fixkosten von C._____) und 11 (aus-

serordentliche Kosten). Sie hängen jedoch mit der Frage der alternierenden Ob-

hut derart stark zusammen, dass sich eine Neubeurteilung rechtfertigt. 

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als 

auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition be-

züglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensaus-

übung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). 

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3. In der Berufungsschrift ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern 

der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-

trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer 

von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Beru-

fungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich ar-

gumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verwei-

sungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärun-

gen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen 

sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verwei-

sung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht 

(BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1; 

BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2). Was nicht oder nicht in einer 

den gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise bean-

standet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese 

hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beur-

teilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung 

formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (BGE 142 III 

413 E. 2.2.4; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; 

BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 

1. September 2014, E. 3.1 und 5). Die Anforderungen an die Berufung gelten 

sinngemäss auch für die Berufungsantwort (BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 

2016, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen). Diese Grundsätze gelten auch im Bereich 

der unbeschränkten Untersuchungsmaxime (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 5.1). 

4. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie 

vorliegend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersu-

chungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sach-

verhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge ent-

scheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unter-

stehen, können die Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und 

Beweismittel unbeschränkt vorbringen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum 

Tragen (BGE 147 III 301 E. 2.2; BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

- 14 - 

III. Wegzug der Gesuchsgegnerin, Obhut und Besuchsrecht 

1. Anwendbares Recht 

1.1. Beide Parteien sind ausländische Staatsangehörige (E. I.1.). Da Art. 82 

Abs. 2 IPRG an die ausländische Staatsangehörigkeit Rechtswirkungen anknüpft, 

besteht hinsichtlich der Beziehungen zwischen Eltern und Kind ein internationales 

Verhältnis im Sinne von Art. 1 Abs. 1 IPRG (zum Begriff des internationalen Ver-

hältnisses bzw. Sachverhalts ZK IPRG-Müller-Chen, Art. 1 N 7 ff.). 

1.2. Fraglich ist, ob das Übereinkommen über die Zuständigkeit, das anzu-

wendende Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem 

Gebiet der elterlichen Verantwortung und der Massnahmen zum Schutz von Kin-

dern vom 19. Oktober 1996 (Haager Kindesschutzübereinkommen, HKsÜ; 

SR 0.211.231.011) anwendbar ist. Die Konvention, die unter anderem von Belgi-

en, Norwegen und der Schweiz ratifiziert wurde, ist zeitlich auf Massnahmen an-

zuwenden, die in einem Staat getroffen werden, nachdem das Übereinkommen 

für diesen Staat in Kraft getreten ist (Art. 53 Abs. 1 HKsÜ). Der sachliche Anwen-

dungsbereich erstreckt sich unter anderem auf Massnahmen zum Schutz der 

Person des Kindes (Art. 1 Abs. 1 lit. a HKsÜ). Dazu gehören insbesondere die 

Regelung der elterlichen Obhut und des persönlichen Verkehrs (Art. 3 lit. a und b 

HKsÜ; BGer 5A_744/2016 vom 28. März 2017, E. 5.1). Das Haager Kindes-

schutzübereinkommen ersetzt im Verhältnis zwischen den Vertragsstaaten das 

Übereinkommen über die Zuständigkeit der Behörden und das anzuwendende 

Recht auf dem Gebiet des Schutzes von Minderjährigen vom 5. Oktober 1961 

(MSA; SR 0.211.231.01; Art. 51 HKsÜ). Letzteres haben weder Belgien noch 

Norwegen ratifiziert. 

1.3. In der Schweiz trat das Haager Kindesschutzübereinkommen am 

1. Juli 2009 in Kraft. Da C._____ ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz 

hat, sind die hiesigen Gerichte international zuständig (Art. 5 Abs. 1 HKsÜ; diese 

Vorschrift ist auch im Eheschutzverfahren anwendbar: BGer 5A_262/2019 vom 

30. September 2019, E. 3.3). Die Behörden der Vertragsstaaten wenden bei der 

Ausübung ihrer Zuständigkeit nach den Art. 5 ff. HKsÜ ihr eigenes Recht an 

- 15 - 

(Art. 15 Abs. 1 HKsÜ). Massgebend für die Frage des Wegzugs der Gesuchsgeg-

nerin, der Obhut und des Besuchsrechts ist somit grundsätzlich schweizerisches 

Recht. Davon gehen auch die Parteien aus (siehe Urk. 54 Rz. 43 und 81; Urk. 67 

Rz. 146). Sollte ein Wegzug nach Norwegen bewilligt werden, so stellt sich die 

Frage, ob das Besuchsrecht ab dem Zeitpunkt des Wegzugs nach norwegischem 

Recht zu beurteilen ist. Art. 17 HKsÜ sieht nämlich vor, dass sich die Ausübung 

der elterlichen Sorge nach dem Recht des Staates des neuen gewöhnlichen Auf-

enthalts richtet, wenn der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes wechselt. Wie zu 

zeigen sein wird (E. III.11.4.), kann die Frage offenbleiben. 

2. Zustimmung des Gesuchstellers zum Umzug nach Norwegen 

2.1. Die Vorinstanz erwog, dass bei gemeinsamer elterlicher Sorge der eine 

Elternteil zustimmen müsse, wenn der andere den Aufenthaltsort des Kindes ins 

Ausland verlegen wolle. Alternativ sei ein Entscheid des Gerichts oder der Kin-

desschutzbehörde erforderlich (Urk. 55 S. 11). In der Folge wies die Vorinstanz 

den Antrag der Gesuchsgegnerin, den Aufenthaltsort der gemeinsamen Tochter 

nach Norwegen zu verlegen, ab (Urk. 55 S. 23). Soweit ersichtlich äusserte sie 

sich dabei nicht zu einer allfälligen Zustimmung des Gesuchstellers. 

2.2. Die Gesuchsgegnerin rügt, die Parteien hätten nie geplant, sich ge-

meinsam in der Schweiz niederzulassen; der Lebensmittelpunkt der Familie liege 

daher nicht in der Schweiz (siehe Urk. 54 Rz. 34 f.). Vielmehr hätten sich die Par-

teien bereits vor der Geburt von C._____ darauf geeinigt, nach dem Aufenthalt 

und der ursprünglich geplanten Geburt in G._____ gemeinsam nach Norwegen zu 

ziehen. Deshalb hätten sie im Februar 2020 in F._____ in der Nähe der Arbeitge-

berin der Gesuchsgegnerin eine Wohnung mit 120 m2 erworben (Urk. 54 Rz. 37). 

Sie hätten denn auch handschriftlich im Kaufvertrag der Wohnung bestätigt, dass 

der Zweck des Erwerbs darin bestehe, in dieser Wohnung zu leben (Urk. 54 

Rz. 39). Aufgrund dieser Pläne hätten die Parteien C._____ im Februar 2021 ge-

meinsam für den Kindergarten in F._____ angemeldet. In Norwegen sei es näm-

lich üblich, dass die Kinder nach dem ersten Geburtstag den Kindergarten be-

suchten (Urk. 54 Rz. 40). Der Gesuchsteller habe denn in der Eheschutzverhand-

lung auch bestätigt, dass die Ehegatten Anfang 2021 gemeinsam einen Antrag 

- 16 - 

auf einen Kindergartenplatz in F._____ gestellt hätten (Urk. 54 Rz. 42). Die Zu-

stimmung eines Ehegatten zum Umzug nach Art. 301a ZGB könne schriftlich, 

mündlich oder stillschweigend erteilt werden. Als Gestaltungserklärung sei sie 

unwiderruflich (Urk. 54 Rz. 43). Mit der gemeinsamen Kindergartenanmeldung 

habe der Gesuchsteller dem Umzug der Tochter nach F._____ stillschweigend 

zugestimmt (Urk. 54 Rz. 44). Die Vorinstanz habe diese konkludente Zustimmung 

in keiner Weise gewürdigt. Dadurch habe sie den Sachverhalt falsch ermittelt und 

darüber hinaus neben Art. 296 Abs. 1 [ZPO] und Art. 29 Abs. 2 BV insbesondere 

Art. 301a ZGB verletzt (Urk. 54 Rz. 45). Bei der E-Mail vom 2. November 2020 

handle es sich um ein unechtes Novum, das ohnehin nicht zu berücksichtigen sei. 

Abgesehen davon habe der Gesuchsteller selbst diese E-Mail an die Kita entwor-

fen und die Gesuchsgegnerin um Weiterleitung gebeten. Die Parteien hätten 

C._____ nie in dieser Kita angemeldet, weil der Aufenthalt nicht von Dauer hätte 

sein sollen (Urk. 71 Rz. 33). 

2.3. Der Gesuchsteller entgegnet, die Wohnsitznahme in G._____ und spä-

ter in F._____ sei lediglich ein von den Parteien diskutiertes Szenario gewesen. 

Sie hätten sich in der Folge entschieden, sich in der Schweiz niederzulassen 

(Urk. 67 Rz. 23). So habe die Gesuchsgegnerin in der E-Mail vom 2. November 

2020 an die Kita E._____ Folgendes geschrieben (Urk. 67 Rz. 24): "This last point 

is very important to us as well: as you will read below C._____'s parents are non-

Swiss. It is important that C._____ builds her roots into E._____, the Swiss culture 

and society from the beginning. For C._____ as an individual and for us as a fa-

mily, we want to grow our roots in E._____, Zurich and Switzerland." Die Parteien 

hätten die Wohnung in F._____ denn auch bereits ab März 2020 (das heisst di-

rekt nach deren Kauf) an Dritte vermietet. Hätte die Familie effektiv nach Norwe-

gen umziehen wollen, so wäre es absolut nicht nachvollziehbar, weshalb die Ei-

gentumswohnung in F._____ von Anfang an vermietet gewesen sei und es bis 

heute sei (Urk. 67 Rz. 30 f.). 

2.4. Gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO berücksichtigt das Gericht neue Tatsa-

chen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung, wenn es den Sachverhalt von Am-

tes wegen abzuklären hat. Diese Vorschrift gilt auch im Eheschutzverfahren (CR 

- 17 - 

CPC-Tappy, Art. 229 N 29). Aus der Systematik von Art. 229 ZPO folgt, dass mit 

den neuen Tatsachen und Beweismitteln in Art. 229 Abs. 3 ZPO echte und unech-

te Noven gemeint sind. Der Gesuchsteller reichte die E-Mail vom 2. November 

2020 mit Eingabe vom 22. Juli 2022 bei der Vorinstanz ein (Urk. 34; Urk. 35/1). 

Erst mit Verfügung vom 16. September 2022 (und nachdem sich die Gesuchs-

gegnerin dazu hatte vernehmen lassen [Urk. 42]) zeigte letztere die Spruchreife 

an (Urk. 45). Damit ist die E-Mail vom 2. November 2020 entgegen der Ansicht 

der Gesuchsgegnerin (Urk. 71 Rz. 33) zu berücksichtigen. 

2.5. Üben die Eltern die elterliche Sorge gemeinsam aus und will ein Eltern-

teil den Aufenthaltsort des Kindes wechseln, so bedarf dies der Zustimmung des 

andern Elternteils oder der Entscheidung des Gerichts oder der Kindesschutzbe-

hörde, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt (Art. 301a Abs. 2 lit. a ZGB). 

Mit dem Aufenthaltsort ist der Ort gemeint, an welchem sich das Kind faktisch 

aufhält (BSK ZGB-Schwenzer/Cottier, Art. 301a N 7). Die Zustimmung kann 

mündlich oder stillschweigend erfolgen; sie muss sich auf ein bereits genügend 

bestimmtes Umzugsprojekt beziehen (BSK ZGB-Schwenzer/Cottier, Art. 301a 

N 11 f.). 

2.6. Vorab ist festzustellen, dass C._____ immer in der Schweiz gelebt hat. 

Ihr Lebensmittelpunkt und damit ihr Aufenthaltsort befanden und befinden sich 

damit in der Schweiz. Entgegen der Ansicht der Gesuchsgegnerin (Urk. 54 

Rz. 32 ff.) vermag die blosse Absicht, ins Ausland zu ziehen, dort keinen Le-

bensmittelpunkt zu begründen. Die Parteien erwarben im Februar 2020 eine Ei-

gentumswohnung in F._____ (Urk. 54 Rz. 37; siehe Urk. 67 Rz. 60). Es ist unbe-

stritten, dass sie diese von Anfang an an Dritte vermietet haben (Urk. 67 Rz. 60; 

siehe Urk. 71 Rz. 55). Ob die Parteien ursprünglich beabsichtigten, dort zu woh-

nen (so die Gesuchsgegnerin: Urk. 54 Rz. 39), spielt keine Rolle; sollte diese Ab-

sicht tatsächlich bestanden haben, so ist aufgrund der Vermietung nämlich davon 

auszugehen, dass die Parteien davon wieder Abstand nahmen. Jedenfalls haben 

sie bis zur Trennung Ende Februar 2022 (siehe E. I.2. und Urk. 55 S. 49) nie in 

dieser Wohnung gelebt. So schrieb die Gesuchsgegnerin denn am 2. November 

2020 auch an die Kita E._____, dass die Familie beabsichtige, in E._____ zu 

- 18 - 

bleiben (Urk. 35/1). Unbehelflich ist es, wenn sie in diesem Zusammenhang vor-

bringt, sie habe diese E-Mail nicht geschrieben, sondern bloss weitergeleitet 

(Urk. 71 Rz. 33). Zunächst erscheint dies mit Blick auf den Inhalt nicht glaubhaft 

(Urk. 35/1): "I, C._____'s mother, A._____, am Norwegian […]. C._____'s father 

(and my husband […]), B._____ is Belgian […]." Selbst wenn sie die E-Mail aber 

nicht selber geschrieben hätte, so hätte sie selbst einer Dritten gegenüber konkret 

zum Ausdruck gebracht, dass die Familie die Schweiz nicht verlassen wolle. Da-

mit ist glaubhaft, dass die Parteien im November 2020 von den Umzugsplänen 

nach F._____ Abstand genommen hatten. Es ist unbestritten, dass sie ihr Kind 

Anfang 2021 gemeinsam für den Kindergarten in F._____ anmeldeten (Prot. I, 

S. 40; Urk. 54 Rz. 40; siehe Urk. 67 Rz. 62). Ebenso ist unbestritten, dass es in 

Norwegen üblich ist, dass Kinder nach dem ersten Geburtstag den Kindergarten 

besuchen (Urk. 54 Rz. 40; siehe Urk. 67 Rz. 62). Gleichwohl war die Gesuchs-

gegnerin nach eigener Aussage im Jahr 2021 nur ein einziges Mal in F._____, 

nämlich im November; der Aufenthalt dauerte nur zwei oder drei Tage und war 

beruflicher Natur. 2022 war sie nie in F._____ (Prot. I, S. 49). Es ist vor diesem 

Hintergrund – sowie der Tatsache, dass die Eigentumswohnung in F._____ die 

ganze Zeit über vermietet war – anzunehmen, dass die Parteien ihre Pläne ein-

mal mehr geändert hatten. Damit in Einklang stehen auch folgende Worte, welche 

die Gesuchsgegnerin an den Gesuchsteller schrieb, nachdem dieser ihr seine 

Trennungsabsicht mitgeteilt hatte (Urk. 32/3 S. 1): "I had gotten […] a wonderful 

home and house in Switzerland with you which I finally started liking and enjoying 

[…]." 

2.7. Zusammenfassend muss sich der Gesuchsteller nicht auf sein früheres 

Einverständnis behaften lassen. Darüber hinaus bezog es sich auf den Umzug als 

Familie; daraus lässt sich nicht ableiten, dass er damit einverstanden gewesen 

wäre, dass die Gesuchsgegnerin mit C._____ allein in F._____ lebt. 

3. Gesuchsgegnerin als Hauptbetreuungsperson 

3.1. Die Vorinstanz erwog, man könne das bisherige Betreuungsmodell in 

mehrere Abschnitte einteilen. Es sei notorisch, dass die Gesuchsgegnerin die 

gemeinsame Tochter während des sechsmonatigen Mutterschaftsurlaubs über-

- 19 - 

wiegend betreut habe. Der Gesuchsteller habe nach dem einmonatigen Vater-

schaftsurlaub zu 100 % gearbeitet. Er lege aber glaubhaft dar, dass er infolge der 

Corona-Pandemie ebenfalls ständig vor Ort gewesen sei und die Gesuchsgegne-

rin in der Betreuung des Neugeborenen unterstützt habe. Dies räume auch die 

Gesuchsgegnerin in ihren Briefen an den Gesuchsteller ein; darin schreibe sie, 

dass der Gesuchsteller seine Arbeitszeit im Vergleich zu früher reduziert habe, 

um für sie und C._____ da zu sein. Ob die Betreuung – wie vom Gesuchsteller 

vorgebracht – genau hälftig aufgeteilt gewesen sei, könne anhand der eingereich-

ten Belege und den gemachten Parteiaussagen nicht bestimmt werden. Beide 

Parteien hätten jedoch glaubhaft gemacht, dass sie sich in den ersten Lebensmo-

naten von C._____ an der Betreuung beteiligt hätten. Die Zusammenstellungen 

der Arbeitsstunden der Nanny belegten, dass H._____ die Parteien ab Januar 

2021 in der Betreuung von C._____ unterstützt, sie jedoch keine Hauptbetreuung 

übernommen habe. Der Gesuchsteller habe glaubhaft gemacht, dass er sich seit 

dem Sommer 2021 vermehrt um C._____ gekümmert habe. Ab dem 

1. September 2021 habe er sein Arbeitspensum auf 50 % reduziert, was aus dem 

eingereichten Arbeitsvertrag hervorgehe. Das nach Einleitung des Eheschutzver-

fahrens vereinbarte Betreuungsmodell – der Gesuchsteller betreue C._____ von 

09.00 Uhr bis 13.30 Uhr und die Gesuchsgegnerin von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr – 

habe offensichtlich seit acht Monaten funktioniert. Beide Parteien hätten sich in 

dieser Zeit nach Kräften darum bemüht, sich hälftig um C._____ zu kümmern und 

ihr ein stabiles Umfeld zu bieten. Die Darstellung des Gesuchstellers und der Ge-

suchsgegnerin, dass sie in den vergangenen zwei Jahren nur wenige Male be-

rufsbedingt oder aus familiären Gründen bedingt ins Ausland gereist seien, er-

scheine nachvollziehbar und glaubhaft. Dennoch sei festzuhalten, dass sich die 

Gesuchsgegnerin mehrfach und bis zu zwei Wochen am Stück im Ausland aufge-

halten habe. Anhand der vorgenannten Ausführungen stehe fest, dass die effekti-

ve Betreuung von C._____ durch die Gesuchsgegnerin gesamthaft nicht umfas-

sender als diejenige durch den Gesuchsteller gewesen sei (Urk. 55 S. 17 f.). Jede 

Partei behaupte von sich, die Hauptbetreuungsperson von C._____ zu sein. Je-

doch könne vorliegend nicht von einer klaren Hauptbetreuungsperson ausgegan-

gen werden. Keine Partei könne glaubhaft machen, dass sie die ausschliessliche 

- 20 - 

Hauptbetreuungsperson von C._____ sei und sie damit mehr als der andere El-

ternteil betreue oder betreut habe. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Par-

teien C._____ seit ihrer Geburt weitgehend zu gleichen Teilen betreut hätten. Ins-

besondere seit Anfang März 2022 werde ein Betreuungsverhältnis von 50 % zu 

50 % gehandhabt. Dies entspreche einer alternierenden Obhut, welche nun schon 

acht Monate gelebt werde, was für ein Kind im Alter von C._____ eine sehr lange 

und prägende Zeit sei. Die Parteien seien damit gleichermassen die Hauptbetreu-

ungs- und -bezugspersonen von C._____ (Urk. 55 S. 18). 

3.2. Die Gesuchsgegnerin rügt, die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, 

dass sie C._____ seit der Geburt stille und dies heute noch tue (Urk. 54 Rz. 47). 

Korrekt sei, dass sie während ihres sechsmonatigen Mutterschaftsurlaubs (Som-

mer bis Winter 2020) die primäre Bezugsperson gewesen sei. Richtig sei eben-

falls, dass der Gesuchsteller die Gesuchsgegnerin unterstützt habe, wenn sie da-

rum gebeten habe; dies sei aber auch umgekehrt der Fall gewesen (Urk. 54 

Rz. 50). Von Januar bis Juni 2021 habe die Gesuchsgegnerin zu etwa 50 % ge-

arbeitet. Sie habe an der Eheschutzverhandlung glaubhaft dargelegt, dass sie 

noch über viele Überstunden verfügt und diese auf diesem Weg habe einziehen 

können. Die Gesuchsgegnerin habe in dieser Zeit im Homeoffice gearbeitet, wenn 

C._____ geschlafen habe oder wenige Stunden am Tag (jeweils am Morgen zwei 

bis drei Stunden) von der Nanny betreut worden sei. Dies sei aufgrund der Zeit-

verschiebung zu ihrem Arbeitsort in G._____ von sieben Stunden ohne Weiteres 

machbar gewesen. Nachmittags habe sich die Gesuchsgegnerin vollumfänglich 

um C._____ gekümmert. Sie habe mit ihr kindsgerechte Aktivitäten unternommen, 

das heisst, sie sei mit ihr auf den Spielplatz gegangen oder ins Schwimmbad. 

Diese Aktivitäten hätten sich zur Routine zwischen C._____ und der Kindsmutter 

entwickelt. Den Abend, nach der Arbeit des Gesuchstellers, hätten sie in der Re-

gel als Familienzeit verbracht. Nur durch den Umstand, dass der Gesuchsteller 

teilweise am Abend Zeit mit der Gesuchsgegnerin und mit C._____ verbracht ha-

be, werde er auch in dieser Phase nicht zur Hauptbezugsperson (Urk. 54 Rz. 51). 

Hinsichtlich des Zeitraums von September 2021 bis Februar 2022 werde bestrit-

ten, dass der Gesuchsteller sein Pensum auf 50 % reduziert habe (Urk. 54 

Rz. 52). Der Freund und Geschäftspartner des Gesuchstellers habe den entspre-

- 21 - 

chenden Arbeitsvertrag rein aus Gefälligkeit ausgestellt. Dieser Freund und Ge-

schäftspartner sei zu gleichen Teilen wie der Gesuchsteller Unternehmensinhaber 

der I._____ Holding. Als Beneficial Owner sei zwar nicht der Gesuchsteller ge-

nannt, sondern seine GmbH in der Schweiz, die J._____ GmbH. Die vom Ge-

suchsteller vorgebrachte Behauptung, er arbeite seit September 2021 zu 50 %, 

sei auch deshalb nicht glaubhaft, weil auf den Lohnabrechnungen Januar bis 

März 2022 ein Pensum von 75 % vermerkt sei. Es sei davon auszugehen, dass 

weder das Pensum von 75 % noch jenes von 50 % stimme. Der Gesuchsteller 

gebe lediglich vor, sein Pensum reduziert zu haben, damit er behaupten könne, 

dies für die Betreuung von C._____ gemacht zu haben. Dies ergebe sich auch 

daraus, dass er das ganze Jahr 2021 den Lohn für ein Pensum von 100 % bezo-

gen habe (Urk. 54 Rz. 53). Hinzu komme, dass die Gesuchsgegnerin in diesem 

Zusammenhang ausgesagt habe, dass ihr nicht bewusst gewesen sei, dass der 

Gesuchsteller sein Pensum reduziert hätte (Urk. 54 Rz. 56). Im Übrigen habe die 

Gesuchsgegnerin trotz angeblicher Pensumsreduktion sämtliche Kinderaktivitäten 

mit C._____ unternommen. Sie sei jeden Nachmittag mit C._____ an die frische 

Luft und auf den Spielplatz gegangen, wo man andere Kinder getroffen habe. Der 

Gesuchsteller habe nichts dergleichen unternommen. So sei auch die Gesuchs-

gegnerin mit C._____ zum Baby-Massage-Kurs gegangen (Urk. 54 Rz. 57) und 

habe auch sämtliche Arzttermine wahrgenommen (Urk. 54 Rz. 58). Aufgrund all 

dieser Tätigkeiten werde klar, dass die Gesuchsgegnerin auch ab Septem-

ber 2021 die Hauptbezugsperson der Tochter geblieben sei (Urk. 54 Rz. 59). Sie 

sei 2021 für zwei Tage in Norwegen und dreimal für ein Wochenende in War-

schau gewesen, um ihre im Sterben liegende Grossmutter zu sehen und ihr bei-

zustehen. 2022 sei sie zudem einmal für elf Tage in G._____ gewesen. Die Vo-

rinstanz werfe ihr nun im Zusammenhang mit der persönlichen Betreuung von 

C._____ vor, sie habe sich mehrfach und bis zu zwei Wochen am Stück im Aus-

land aufgehalten. Damit verkenne sie, dass wenige Wochenendbesuche bei der 

im Sterben liegenden Grossmutter und bei der Familie sowie ein elftägiger Auf-

enthalt in G._____, für welchen die Eltern des Gesuchstellers zur Betreuungshilfe 

aus Belgien angereist seien, nicht dazu führten, dass die Kindsmutter nicht mehr 

die Hauptbetreuungsperson wäre (Urk. 54 Rz. 61 f.). Wie oft der Gesuchsteller 

- 22 - 

demgegenüber in den Jahren 2021 und 2022 im Ausland gewesen sei, habe die 

Vorinstanz nicht festgestellt. Damit habe sie den Sachverhalt unvollständig abge-

klärt (Urk. 54 Rz. 63). Seit Einleitung des Eheschutzverfahrens (ab März 2022) 

habe der Gesuchsteller der Gesuchsgegnerin Zugeständnisse in Bezug auf 

C._____s Betreuung abgenötigt. Auch wenn er sich ein paar Stunden um 

C._____ gekümmert habe, habe die Tochter ganz genau gewusst, dass die Mut-

ter ebenfalls im Haus zugegen gewesen sei. Sie habe sie, wann immer sie gewollt 

habe, aufgesucht. Sie sei dem Gesuchsteller ein Dorn im Auge gewesen, sodass 

er ihr oft verboten habe, sich im Wohnzimmer oder sonst wo zu zeigen, wenn er 

C._____ betreut habe. Er habe genau gewusst, dass C._____ sofort zur Mutter 

springen würde (Urk. 54 Rz. 76). Der Gesuchsteller versuche zwar aus prozess-

taktischen Gründen, die Gesuchsgegnerin von C._____ fernzuhalten und selbst 

mehr mit der Tochter zu machen. Unter anderem aufgrund der bei ihm völlig feh-

lenden Bindungstoleranz führe dies allerdings nicht dazu, dass er plötzlich zur 

Hauptbezugsperson von C._____ werde (Urk. 54 Rz. 80). 

3.3. Der Gesuchsteller entgegnet, dass das Stillen bei einem Kind im Alter 

von C._____ (immerhin über 2.5 Jahre alt) sicher nicht das ausschlaggebende 

Kriterium für die Wegzugsbewilligung sein könne. C._____ sei nicht mehr auf die 

Muttermilch angewiesen (Urk. 67 Rz. 68). Die Gesuchsgegnerin habe bis zum 

Schluss nicht im Ansatz erklären können, wie sie sich als CEO und Head Risk 

Counter Risk mit einem Pensum von 100 % ohne ständige und alltägliche Hilfe 

des Gesuchstellers um ein Kleinkind wie C._____ habe kümmern wollen (Urk. 67 

Rz. 70). Die Parteien hätten sich seit C._____s Geburt gemeinsam um die Be-

treuung der Tochter im Alltag gekümmert. Da beide seit der Geburt zu Hause ge-

arbeitet hätten, seien fliessende Übergänge in der alltäglichen Betreuung möglich 

gewesen. Dennoch habe das Betreuungssetting nur deshalb funktioniert, weil der 

Gesuchsteller jederzeit spontan zur Verfügung gestanden sei, wenn die Ge-

suchsgegnerin zu einem Call oder Meeting gerufen worden sei. Diese ständige 

Verfügbarkeit habe dann auch bereits seit März / April 2021 zu einer markanten 

Reduktion der Arbeitsleistung des Gesuchstellers auf 50 % geführt. Selbst die 

Geschäftspartner des Gesuchstellers hätten im Verlaufe des Jahres 2021 ver-

langt, dass er im Herbst 2021 sein Arbeitspensum entsprechend seiner erbrach-

- 23 - 

ten Leistungen auf 50 % reduziere (Urk. 67 Rz. 72). Während der Gesuchsteller 

seine Arbeitstätigkeit ab Anfang 2021 sukzessive reduziert habe, habe die Ge-

suchsgegnerin das Gegenteil getan. Sie sei im Januar 2021 zusätzlich zu ihrer 

bestehenden Position zum CEO mit Führungsverantwortung über ein Team mit 

40 Personen und entsprechender Budgetverantwortung befördert worden. Es sei 

realitäts- und lebensfremd und werde bestritten, dass dies keine zusätzliche Ar-

beitszeit und Arbeitsbelastung mit sich gebracht habe. Weil die Gesuchsgegnerin 

immer mehr Aufgaben für ihre Arbeitgeberin übernommen habe, habe sich der 

Gesuchsteller immer mehr in der Betreuung engagiert und dadurch seine eigenen 

Arbeitsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können (Urk. 67 Rz. 73). Es werde be-

stritten, dass die Gesuchsgegnerin von Januar bis Juni 2021 in einem Pensum 

von 50 % gearbeitet habe. Dies erscheine angesichts der gleichzeitig erfolgten 

Beförderung zum CEO auch völlig unglaubwürdig (Urk. 67 Rz. 74). Ebenfalls ab-

surd sei die gegnerische Darstellung nur schon deshalb, da sie den während der 

ganzen Zeit im gleichen Haus sich aufhaltenden Gesuchsteller komplett ausblen-

de. Sie wolle ernsthaft suggerieren, dass der Vater nur am Abend zur Familienzeit 

dabei gewesen sei (Urk. 67 Rz. 75). Es sei falsch, dass die Gesuchsgegnerin ihre 

Arbeitsstunden C._____s Zeitplan und Bedürfnissen habe anpassen können. Sie 

müsse sich den Arbeitszeiten ihrer über 40 Mitarbeiter im Ausland anpassen und 

überhaupt nicht C._____s Bedürfnissen. Auch in dieser Phase hätten sich die 

Parteien die Betreuung von C._____ sicher hälftig geteilt (Urk. 67 Rz. 77). Bei der 

Arbeitgeberin des Gesuchstellers handle es sich nicht um einen kleinen Ein-

mannbetrieb, in dem er tun und lassen könne, was er wolle. Er verfüge über einen 

Geschäftspartner, einen Verwaltungsrat sowie eine Managing- und Controlling-

Struktur. Die Gesuchsgegnerin suggeriere mit ihrer Behauptung nichts anderes, 

als dass offenbar Drittpersonen Urkunden für den vorliegenden Prozess fälschen 

würden. Dies erscheine doch als gewagte Behauptung und werde vom Gesuch-

steller mit aller Entschiedenheit bestritten (Urk. 67 Rz. 78). Ebenfalls unkommen-

tiert lasse die Gesuchsgegnerin, dass sie selber geschrieben habe, wie der Ge-

suchsteller seine Arbeitszeit im Vergleich zu früher reduziert habe, um für die Ge-

suchsgegnerin und C._____ da zu sein (Urk. 67 Rz. 79). Damit habe sie auch 

gleich bestätigt, dass ihr eine Reduktion des Arbeitspensums aufgefallen sei 

- 24 - 

(Urk. 67 Rz. 82). Der Gesuchsteller habe in seinen Betreuungszeiten selbstver-

ständlich auch Kinderaktivitäten mit C._____ unternommen. Angesichts des Alters 

der Tochter seien es in erster Linie Spaziergänge und Besuche von Spielplätzen 

gewesen (Urk. 67 Rz. 83). Bereits im vorinstanzlichen Verfahren habe er zudem 

auf einen Brief der Gesuchsgegnerin hingewiesen. Daraus gehe hervor, dass er 

mit ihr zusammen am Babymassagekurs teilgenommen habe (Urk. 67 Rz. 84). 

Auch die E-Mail der Kinderärztin sei im vorinstanzlichen Verfahren bereits thema-

tisiert worden. Aus dieser E-Mail (Urk. 31/48) gehe nicht hervor, dass die Ge-

suchsgegnerin alleine bei den Terminen von C._____ anwesend gewesen wäre 

(Urk. 67 Rz. 85). Der Gesuchsteller sei sogar mehr anwesend gewesen als die 

Gesuchsgegnerin. So habe er auf entsprechende Frage des Gerichts zu Protokoll 

gegeben, dass er seit C._____s Geburt zweimal 48 Stunden im Ausland gewesen 

sei. Die Gesuchsgegnerin habe dies nicht bestritten (Urk. 67 Rz. 87). Der Ge-

suchsteller bestreite, dass es während seiner Betreuung für C._____ wichtig ge-

wesen sei zu wissen, dass ihre Mutter im Haus anwesend gewesen sei (Urk. 67 

Rz. 89). 

3.4. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob ein Aufenthaltsorts-

wechsel der Kinder nach Art. 301a Abs. 2 ZGB zu bewilligen ist, bildet die vom 

Gesetzgeber bewusst getroffene Entscheidung, die Niederlassungs- und Bewe-

gungsfreiheit der Eltern zu respektieren. Das Gericht hat sich entsprechend nicht 

mit der Frage auseinanderzusetzen, ob es für das Kind vorteilhafter wäre, wenn 

beide Elternteile am angestammten Ort verbleiben würden; die entscheidende 

Fragestellung ist vielmehr, ob sein Wohl besser gewahrt ist, wenn es mit dem 

wegzugswilligen Elternteil geht oder wenn es sich beim zurückbleibenden Eltern-

teil aufhält, was allenfalls eine Umteilung der Obhut impliziert (BGE 142 III 502 E. 

2.5; siehe auch BGer 5A_224/2022 vom 13. Dezember 2022, E. 3.5.2). Die Fra-

ge, bei wem das Kind besser aufgehoben ist, ist unter Berücksichtigung der ge-

stützt auf Art. 301a Abs. 5 ZGB gegebenenfalls vorzunehmenden Anpassungen 

der Kinderbelange (Betreuung, persönlicher Verkehr und Unterhalt) zu beantwor-

ten. Insofern besteht zwischen der unter dem Aspekt des Kindeswohls zu beant-

wortenden Frage, ob die Verlegung des Aufenthaltsortes zu bewilligen ist, und der 

allenfalls darauffolgenden Anpassung der Kinderbelange eine enge Interdepen-

- 25 - 

denz (BGE 142 III 481 E. 2.6). Die Kriterien, die das Bundesgericht im Zusam-

menhang mit der Obhutszuteilung im Trennungs- oder Scheidungsfall entwickelt 

hat, können auf die Anwendung von Art. 301a ZGB übertragen werden. Dabei 

sind die persönlichen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern ein Aspekt, der 

zu berücksichtigen ist (BGE 142 III 498 E. 4.4; BGE 142 III 481 E. 2.7). 

3.5. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Gesuchsgegnerin nach 

C._____s Geburt einen sechsmonatigen Mutterschaftsurlaub hatte und die Toch-

ter daher überwiegend betreute (Urk. 55 S. 17), blieb unangefochten (siehe 

Urk. 54 Rz. 50). Dasselbe gilt für die Feststellung, dass der Gesuchsteller nach 

einem einmonatigen Vaterschaftsurlaub zwar in einem Pensum von 100 % arbei-

tete, pandemiebedingt aber ebenfalls immer zu Hause war und die Gesuchsgeg-

nerin in der Betreuung des Neugeborenen unterstützte (Urk. 55 S. 17; siehe 

Urk. 54 Rz. 50). 

3.6. Für die Zeit ab Anfang 2021 gehen die Darstellungen der Parteien 

auseinander: 

3.6.1. Der Gesuchsteller will sein Arbeitspensum sukzessive reduziert ha-

ben, um C._____ mehr zu betreuen (Urk. 67 Rz. 73). Er ist Geschäftsführer mit 

Einzelunterschrift der I._____ Switzerland GmbH (Urk. 16/4). Gemäss seinem Ar-

beitsvertrag beträgt sein Pensum seit 1. September 2021 50 % oder 20 Stunden 

pro Woche. Der Arbeitsvertrag soll vom 17. September 2021 datieren; bei den 

Unterschriften ist jedoch handschriftlich der 17. Dezember 2021 eingefügt 

(Urk. 16/3). Vor Vorinstanz gab der Gesuchsteller zu Protokoll, dass sich sein 

Lohn trotz der Pensumsreduktion [um 50 %] nicht halbiert habe; er sei lediglich 

um 25 % gesunken (Prot. I, S. 37). In der Steuererklärung 2020 führte er ein Ein-

kommen von Fr. 193'917.– auf, wobei darin auch Fr. 24'000.– enthalten sind, wel-

che die I._____ Switzerland GmbH als Miete bezahlt (Urk. 16/2 S. 4 und 10). Dies 

entspricht monatlich Fr. 16'159.75. In den ursprünglich eingereichten Lohnab-

rechnungen von Januar 2022 bis und mit März 2022 ist durchgehend ein Netto-

lohn von Fr. 14'482.95 (inklusive Fr. 2'000.– Entschädigung Büromiete) für ein 

Pensum von 75 % aufgeführt (Urk. 16/5–7). Im späteren Verlauf des Verfahrens 

reichte der Gesuchsteller die Lohnabrechnungen von Januar 2022 bis Juli 2022 

- 26 - 

(teilweise erneut) ein, aus denen ein Pensum von 50 % ersichtlich ist (Urk. 35/3–

9). Die Fr. 14'482.95 Nettolohn entsprechen rund 90 % von Fr. 16'159.75. Der 

Gesuchsteller sagte vor Vorinstanz weiter aus, sein Geschäftspartner sei manch-

mal frustriert gewesen, wenn er an einem Telefonat nicht teilgenommen habe; 

gleichwohl sei die Lohnreduktion um ungefähr 25 % (anstelle von 50 %) ein Dan-

keschön seiner Kollegen für seine 14-jährige Arbeitstätigkeit (Prot. I, S. 37). Dies 

wurde so von K._____ bestätigt (Urk. 35/2). Die geltend gemachte (und von 

K._____ bestätigte) Lohnreduktion von 25 % weicht erheblich von den eingereich-

ten Belegen ab, welche eine Lohnreduktion von lediglich 10 % aufzeigen. Der 

Gesuchsteller ist sodann der einzige Geschäftsführer der I._____ Switzerland 

GmbH und der einzige Einzelzeichnungsberechtigte. Dies ist nicht geeignet, die 

Zweifel am Beweiswert der vorgenannten Dokumente auszuräumen. Der einge-

reichte Arbeitsvertrag weist weiter verschiedene Daten auf, er wurde rückwirkend 

geschlossen (Urk. 16/3). Und schliesslich leuchtet es nicht ein, weshalb der Ge-

schäftspartner faktisch einer Lohnerhöhung zustimmen sollte, nachdem der Ge-

suchsteller vorher die vereinbarte Arbeitszeit nicht eingehalten hatte. Wer in einer 

leitenden Position arbeitet, kann sein Arbeitspensum nicht ohne Weiteres halbie-

ren, weil die Arbeit weiter anfällt und niemand sonst da ist, welcher sie bewältigen 

könnte. Dies gilt namentlich vorliegend, da der Gesuchsteller der einzige Ge-

schäftsführer und zudem die einzige Person mit Einzelunterschrift ist (Urk. 16/4). 

Zusammenfassend erscheint es nicht glaubhaft, dass der Gesuchsteller sein Ar-

beitspensum um 50 % reduzierte. Glaubhaft erscheint indessen, dass er es ein 

wenig herabgesetzt hat. Letzteres bescheinigte ihm auch die Gesuchsgegnerin 

(Urk. 32/3 S. 4: "You cut down on work compared to the hours you use to do, to 

be there for us both, you even joined the baby massage class – the only dad in 

the course!"). Sie bezeichnete ihn weiter als "family man" (Urk. 32/2), woraus zu 

schliessen ist, dass auch er sich in der Betreuung der Tochter engagierte. 

3.6.2. Die Gesuchsgegnerin will von Januar bis Juni 2021 nur zu etwa 50 % 

gearbeitet haben, weil sie über viele Überstunden verfügt habe, die sie so habe 

einziehen können (Urk. 54 Rz. 51). Sie liess vor Vorinstanz vorbringen, dass sie 

noch viele nicht gebrauchte Ferientage der vergangenen Jahre gehabt habe, 

weshalb sie mit der Arbeitgeberin übereingekommen sei, dass sie während der 

- 27 - 

ersten sechs Monate, als von Januar bis Juni 2021 reduziert (das heisst ungefähr 

50 %) arbeite (Urk. 30 Rz. 33). Vor Gericht gab sie indessen zu Protokoll, sie ha-

be ab Januar 2021 reduziert gearbeitet, um Überstunden abzubauen (Prot. I, 

S. 46), bzw. es werde nicht überprüft, wie lange man arbeite, solange die Arbeit 

tatsächlich erledigt sei (Prot. I, S. 47). Sie habe gearbeitet, wenn H._____ am 

Morgen für einige Stunden vorbeigekommen sei (Prot. I, S. 48). Zunächst wider-

spricht sich die Gesuchsgegnerin, wenn sie einmal ausführt, sie habe Ferien be-

zogen und dann geltend macht, sie habe Überstunden abgebaut bzw. wichtig sei, 

dass die Arbeit erledigt sei. Die vorinstanzliche Feststellung, wonach H._____ na-

hezu täglich für etwa eine bis zwei Stunden vorbeikam (Urk. 55 S. 16), blieb un-

angefochten (siehe auch Urk. 31/42). Eine bis zwei Stunden entspricht noch kei-

nem Pensum von 50 %. Selbst wenn der Darstellung der Gesuchsgegnerin zu 

folgen wäre, wonach sie ab Januar 2021 etwa 50 % gearbeitet habe, hätte 

C._____ somit auch von einer anderen Person betreut werden müssen. Der erste 

Arbeitsvertrag der Gesuchsgegnerin vom 28. Juni 2013 enthält soweit ersichtlich 

keine Klausel über die Entschädigung von Überstunden (siehe Urk. 21/4). Bis En-

de 2020 war sie Head of the Counterpart Risk team der L._____ LTD in G._____; 

per 1. Januar 2021 wurde sie zusätzlich zum Chief Executive Officer ernannt 

(Urk. 31/40). Gemäss Ziff. 5.1. des Arbeitsvertrags vom 30. Dezember 2020 

(Urk. 21/3) sind auch allfällige Überstunden mit dem Lohn abgegolten; das Ar-

beitspensum beträgt 100 % oder mehr (Ziff. 3.1. und Anhang A des Arbeitsver-

trags). Der Arbeitsvertrag vom 30. Dezember 2020 gilt gemäss dessen Anhang B 

per 1. Januar 2021. Zu einem offenen Ferien- oder Überstundensaldo findet sich 

nichts. Insgesamt geht aus den eingereichten Unterlagen nicht hervor, dass die 

Gesuchsgegnerin ab 1. Januar 2021 nur 50 % gearbeitet hätte. Es erscheint auch 

nicht glaubhaft, dass sie in der höheren Position Überstunden oder Ferien abbau-

en konnte, welche sie in der tieferen Position nicht mit Freizeit kompensieren 

konnte. Ebenso wenig erscheint indessen glaubhaft, dass sie in einem Pensum 

von 100 % gearbeitet hat; so gab der Gesuchsteller selbst vor Vorinstanz zu Pro-

tokoll, dass die Gesuchsgegnerin morgens gearbeitet habe. Am frühen Nachmit-

tag habe sie sich bis zum zweiten Schläfchen von C._____ um sie gekümmert 

- 28 - 

(Prot. I, S. 35 f.). Und die Gesuchsgegnerin führte aus, die Parteien hätten norma-

lerweise abends, wenn C._____ geschlafen habe, weitergearbeitet (Prot. I, S. 47). 

3.6.3. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass beide Parteien ab Ja-

nuar 2021 mehr als 50 %, aber weniger als 100 % im Homeoffice gearbeitet ha-

ben. Wer C._____ im Einzelnen wie oft betreut hat, lässt sich nicht eruieren. Eine 

klassische Rollenverteilung wurde jedenfalls nicht gelebt. Vielmehr entsteht der 

Eindruck, dass beide Parteien versuchten, die Betreuung und die Arbeit im 

Homeoffice irgendwie unter einen Hut zu bringen. Dabei wurden sie in ersterer 

zumindest teilweise auch von Dritten (insbesondere H._____ und die Eltern des 

Gesuchstellers [Prot. I, S. 35; Urk. 54 Rz. 94]) unterstützt. 

3.7. Die Vorinstanz stellte fest, dass Parteien nach Einleitung des Ehe-

schutzverfahrens [März 2022] vereinbart hätten, dass der Gesuchsteller C._____ 

von 9 Uhr bis 13.30 Uhr und die Gesuchsgegnerin sie von 13.30 Uhr bis 18 Uhr 

betreue, was funktioniert habe (Urk. 55 S. 17). Dies blieb unangefochten (siehe 

Urk. 54 Rz. 76). Ob C._____ ihre Mutter während der Betreuungszeit des Vaters, 

"wann immer sie wollte", aufsuchte (Urk. 54 Rz. 76), ist irrelevant. Die Bedürfnisse 

eines Kleinkindes richten sich nämlich nicht nach starren Regeln. Im Übrigen wird 

damit nicht geltend gemacht, dass sich C._____ nicht auch bei ihrem Vater wohl-

fühlen würde. Es erscheint glaubhaft, dass die Gesuchsgegnerin seit Septem-

ber 2022 mit C._____ ins Babyschwimmen geht (siehe Urk. 57/9). Dies ist aber 

für die Beurteilung, wer Hauptbetreuungs- bzw. -bezugsperson ist, nur ein Indiz. 

Massgebend ist die Zeit, welche ein Elternteil dem Kind effektiv zuwendet. Dies 

können Aktivitäten oder Rituale sein; es kann aber beispielsweise auch darin be-

stehen, dass man das Kind tröstet. Das Kriterium der bisherigen Betreuung ist 

nämlich in der Bindung zwischen Kind und hauptbetreuendem Elternteil begrün-

det (siehe auch BGer 5A_589/2021 vom 23. Juni 2022, E. 3.1.2). Es ist unbestrit-

ten, dass die Gesuchsgegnerin im Jahr 2021 während dreier Wochenenden in 

Warschau war, weil ihre Grossmutter im Sterben lag; zudem war sie 2022 einmal 

elf Tage lang in G._____ (Urk. 54 Rz. 61; siehe Urk. 67 Rz. 87). Unbestritten ist 

sodann, dass der Gesuchsteller seit C._____s Geburt zweimal während 

48 Stunden im Ausland war (Urk. 67 Rz. 87; siehe Urk. 71 Rz. 70). Wenn die Ge-

- 29 - 

suchsgegnerin vorbringt, die Gegenseite habe nicht alle Geschäftsreisen offenge-

legt (Urk. 71 Rz. 70), erfolgt ihr Vorbringen unsubstantiiert. Sie hätte aufzeigen 

müssen, welche Geschäftsreisen konkret er nicht offengelegt habe. Unbestritten 

ist sodann, dass der Gesuchsteller nach der Eheschutzverhandlung eine 48-

stündige Geschäftsreise nach Mailand unternahm (Urk. 54 Rz. 79; Urk. 67 Rz. 92; 

Urk. 71 Rz. 74). Vereinzelte mehrtägige Abwesenheiten eines Elternteils spielen 

für die Frage, ob dieser als Hauptbetreuungs- oder -bezugsperson anzusehen ist, 

keine Rolle. Kann der andere Elternteil aber für das Kind sorgen, so ist dies zu-

mindest als Indiz dafür zu werten, dass (auch) dieser Elternteil eine Hauptbe-

zugsperson ist. 

3.8. Es ist unbestritten, dass die Gesuchsgegnerin die eheliche Liegen-

schaft am 31. Dezember 2022 verliess (siehe Urk. 67 Rz. 9; Urk. 71 Rz. 19). Un-

bestritten ist sodann, dass C._____ seither gemäss dem Plan des erstinstanzli-

chen Urteils (das heisst hälftig; siehe Urk. 55 S. 49 f.) betreut wird (Urk. 67 Rz. 11; 

Urk. 71 Rz. 21). 

3.9. Zusammenfassend waren und sind beide Elternteile in C._____s Le-

ben sehr präsent. Es ist damit davon auszugehen, dass das Kind zu beiden eine 

enge Bindung hat. Folglich überzeugt, wenn die Vorinstanz zum Schluss kam, 

beide Parteien seien gleichermassen die Hauptbetreuungs- und -bezugspersonen 

von C._____ (Urk. 55 S. 18). 

4. Wunschheimat der Gesuchsgegnerin 

4.1. Der Gesuchsteller bringt vor, er gehe davon aus, dass die Gesuchs-

gegnerin längerfristig in G._____ leben wolle (Urk. 67 Rz. 96). Letztere behauptet 

demgegenüber, sie wolle mit C._____ in Norwegen leben (Urk. 54 Rz. 7; Urk. 71 

Rz. 75). Nachdem die Gesuchsgegnerin in M._____ eine Wohnung bezogen hat, 

bestreitet der Gesuchsteller, dass es sich dabei um eine Übergangslösung han-

delt (Urk. 83 Rz. 20). 

4.2. Die Motive des wegziehenden Elternteils spielen keine Rolle. Es ist von 

der Hypothese auszugehen, dass der eine Elternteil wegzieht (BGE 142 III 502 

- 30 - 

E. 2.5; BGE 142 III 481 E. 2.5 [S. 490]). Insofern kann vom wegzugswilligen El-

ternteil nicht verlangt werden, dass er seinen entsprechenden Willen beweist. Ein 

solcher Beweis wäre ohnehin unmöglich, weil sich zukünftige Ereignisse logisch 

nicht beweisen lassen. Treten die getroffenen Annahmen nicht ein, weil bei-

spielsweise der wegzugswillige Elternteil in der Schweiz verbleibt, so kann man 

ein Abänderungsgesuch (Art. 179 Abs. 1 ZGB; Art. 298d Abs. 1 und 2 ZGB) ein-

reichen. 

4.3. Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob die Gesuchsgegnerin 

mit C._____ in Norwegen oder längerfristig in G._____ leben will. Es sind aktuell 

keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass sie nach G._____ ziehen will. Auf-

grund des seitens der L1._____ AS unterschriebenen Arbeitsvertrags (mit Ar-

beitsort in F._____; Urk. 57/11) ist vielmehr glaubhaft, dass sie ihren Wohnsitz 

nach F._____ verlegen will. Daran ändert auch ihre aktuelle Wohnsituation nichts: 

Die Vorinstanz wies die eheliche Liegenschaft D._____ … in E._____ für die 

Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsteller zu und verpflichtete die Gesuchs-

gegnerin, diese bis spätestens 31. Dezember 2022 zu verlassen (Urk. 55 S. 52). 

Letztere beantragte diesbezüglich die Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

(Urk. 54 S. 5), was mit Verfügung vom 2. Dezember 2022 abgewiesen wurde 

(Urk. 58 S. 7 und 12). Es ist unbestritten, dass der Gesuchsteller in der Folge den 

Auszug bis spätestens 31. Dezember 2022 verlangte und seine Forderung mit ei-

nem Hausverbot untermauerte. Unbestritten ist weiter, dass die Gesuchsgegnerin 

bei Freunden in N._____ unterkam. Nach drei Monaten mietete sie eine eigene 

Wohnung (Urk. 78 S. 1; siehe Urk. 83 Rz. 20). Ob dieser Mietvertrag unbefristet 

ist oder nicht (siehe Urk. 83 Rz. 20), kann offenbleiben. Verfahren wie das vorlie-

gende, bei welchen über einen Wegzug zu befinden ist, haben einen offenen 

Ausgang. Es kann nicht verlangt werden, dass man sich so verhält, als ob der 

Wegzug bewilligt würde. Zudem ist es nicht zumutbar, bei Freunden zu wohnen, 

wenn die Dauer des Verfahrens ungewiss ist. Behauptet eine Partei, sie wolle ins 

Ausland ziehen, so ist grundsätzlich von diesem Wunsch auszugehen. 

- 31 - 

5. Stabilität der Verhältnisse 

5.1. Die Vorinstanz erwog, ein Wegzug nach Norwegen habe für C._____ 

erhebliche Veränderungen zur Folge. Der Gesuchsteller sei nämlich ebenfalls be-

reit, sie weiterhin zu betreuen. Er könne und wolle eine solche Eigenbetreuung 

anbieten. Die Praxis gehe davon aus, dass der Verbleib eines Kindes bei demje-

nigen Elternteil dem Kindeswohl am dienlichsten sei, der nach dem bisher geleb-

ten Betreuungsmodell ganz oder überwiegend die Bezugsperson gewesen sei. 

Die Parteien hätten sich in der Vergangenheit, während dem ehelichen Zusam-

menleben und definitiv nach Einleitung des Eheschutzverfahrens hälftig um 

C._____ gekümmert. Sie seien beide ihre Hauptbetreuungs- und -

bezugspersonen. Die bisherige Betreuungsregelung in ähnlich gelebter Form 

würde für C._____ Stabilität mit sich bringen (Urk. 55 S. 21 f.). 

5.2. Die Gesuchsgegnerin rügt, die Vorinstanz verkenne die Rechtspre-

chung zu Art. 301a ZGB. Danach sei zu prüfen, ob das Kindeswohl besser beim 

umzugswilligen oder beim zurückbleibenden Elternteil gewahrt sei. Es spiele kei-

ne Rolle, ob es besser wäre, wenn der umzugswillige Elternteil nicht umziehen 

würde (Urk. 54 Rz. 86). Sollte das Gericht davon ausgehen, dass beide Elternteile 

C._____ weitgehend gleichmässig betreut hätten, wäre das bisher gelebte Be-

treuungsmodell neutral zu werten (Urk. 54 Rz. 88). 

5.3. Der Gesuchsteller äussert sich nicht dazu (siehe Urk. 67 Rz. 98 ff.). 

5.4. Das bisherige Betreuungsmodell bildet, unter Vorbehalt veränderter 

Verhältnisse, den Ausgangspunkt der Überlegungen hinsichtlich der Wegzugsbe-

willigung. Ist das Kind von beiden Elternteilen in ähnlichem Umfang betreut wor-

den und sind auch weiterhin beide Teile dazu bereit, ist die Ausgangslage gewis-

sermassen neutral und ist anhand weiterer Kriterien zu eruieren, welche Lösung 

im besten Interesse des Kindes liegt. War hingegen der umzugswillige Elternteil 

nach dem bisher tatsächlich gelebten Betreuungskonzept ganz oder überwiegend 

die Bezugsperson, wird es tendenziell zum besseren Wohl des Kindes sein, wenn 

dieses mit dem betreffenden Elternteil umzieht (BGE 142 III 502 E. 2.5; ähnlich 

BGE 144 III 469 E. 4.1). 

- 32 - 

5.5. Vorliegend sind beide Parteien als Hauptbetreuungs- und -

bezugspersonen von C._____ anzusehen (E. III.3.9.). Entsprechend ist dieser 

Umstand als neutral zu gewichten. 

6. Künftiges Betreuungskonzept der Parteien 

6.1. Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller lege betreffend das künftige 

Betreuungskonzept dar, dass er die Möglichkeit habe, C._____ weitgehend allei-

ne zu betreuen. Da er seinen bisherigen Job in Form von Homeoffice ausübe und 

er sehr flexible Arbeitszeiten habe, könne er C._____ weiterhin persönlich be-

treuen. Einen Grossteil seiner Arbeit werde er dann verrichten, wenn C._____ 

schlafe. Er würde wenig externe Fremdbetreuung in Anspruch nehmen müssen 

und den Besuch einer Kita nur in Betracht ziehen, damit C._____ vor dem Eintritt 

in den Kindergarten einen besseren Zugang zur deutschen Sprache habe 

(Urk. 55 S. 19 f.). Die Gesuchsgegnerin lege dar, dass sie in Norwegen eine Ar-

beitsstelle und einen Kitaplatz für C._____ in Aussicht habe. Sie würde während 

den in Norwegen üblichen Arbeitszeiten von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr arbeiten, 

während C._____ den Tag in der Kita verbringe. Arbeite sie in Norwegen, wäre 

sie zudem auf keine Geschäftsreisen angewiesen. Ihr wäre es möglich, C._____ 

täglich vor und nach der Arbeit, in der Nacht und am Wochenende persönlich zu 

betreuen. In Norwegen könne sie ausserdem auf ein ausgedehntes und breit ab-

gestütztes soziales Netzwerk zurückgreifen und auf ihre Freunde und Familie, von 

denen einige Kinder in und um C._____s Alter hätten, zählen. Ausserdem könnte 

sie vorübergehend bei ihrer Schwester unterkommen, bis die Eigentumswohnung 

zur Verfügung stehe. Betreffend die Betreuungsregelung durch den Gesuchsteller 

führe die Gesuchsgegnerin aus, dass gewährleistet sei, dass der Gesuchsteller 

seine Tochter regelmässig sehen und mit ihr Zeit verbringen könne (Urk. 55 

S. 20 f.). Die vorstehenden Ausführungen zeigten, dass die Parteien eine Vorstel-

lung darüber hätten, wie das künftige Betreuungs- und Besuchskonzept während 

des Getrenntlebens aussehen würde. Das vom Gesuchsteller vorgebrachte Be-

treuungskonzept erscheine gesamthaft angesichts des jungen Alters von C._____ 

und der überwiegend persönlichen Betreuung mit dem Kindeswohl eher vereinbar 

(Urk. 55 S. 21). 

- 33 - 

6.2. Die Gesuchsgegnerin rügt, die Vorinstanz habe das künftige Betreu-

ungsmodell des Gesuchstellers gar nicht ermittelt. Dies sei auch nicht möglich, da 

er gar keines präsentiere (Urk. 54 Rz. 90). Es sei ohnehin nicht glaubhaft, wenn 

der Gesuchsteller als vielreisender Geschäftsmann vorbringe, er würde C._____ 

zu 100 % selbst betreuen. C._____ sei ein rund zweijähriges Mädchen, welches 

tagsüber nicht mehr viele Stunden schlafe; vielmehr sei sie ein Kind, welches mit 

den Eltern kommunizieren, spielen und etwas unternehmen wolle. Wie dies mit 

einer ranghohen Stellung in einer internationalen Unternehmung ohne Beizug ei-

ner Fremdbetreuung vereinbar sein solle, sei nicht ersichtlich und werde auch 

nicht dargelegt (Urk. 54 Rz. 92). Im Übrigen habe er während der gerade einmal 

elftägigen Abwesenheit der Gesuchsgegnerin in G._____ im Februar 2022 auf die 

Unterstützung der Nanny und seiner Eltern zurückgegriffen. Zudem habe er vor 

Vorinstanz selbst geltend gemacht, dass er in Betracht ziehe, C._____ in der 

Schweiz in einer Kita anzumelden (Urk. 54 Rz. 94). Er habe in der Schweiz weder 

nähere noch weitere Verwandte noch ein Netzwerk, das ihn bei der Betreuung 

von C._____ unterstützen könnte. Seine ganze Familie lebe nämlich in Belgien 

(Urk. 54 Rz. 97). Sämtliche engeren Familienmitglieder der Gesuchsgegnerin 

wohnten demgegenüber in Norwegen. Neben ihrem Vater seien dies insbesonde-

re die 39-jährige Schwester mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern, welche 

in F._____ wohnten und zu welchen die Gesuchsgegnerin ein enges Verhältnis 

pflege. Entsprechend hätten die Parteien und C._____ die Familie der Schwester 

bereits in F._____ besucht. Sie hätten einen zweijährigen Sohn und eine vierjäh-

rige Tochter (Urk. 54 Rz. 98). Die Vorinstanz habe sodann in keiner Weise ge-

würdigt, dass C._____ noch immer gestillt werde (Urk. 54 Rz. 99). C._____ wolle 

auch heute noch von der Mutter gestillt werden und zwar mehrere Male am Tag 

(Urk. 71 Rz. 45). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung spiele die Möglich-

keit, das Kind persönlich zu betreuen, hauptsächlich dann eine Rolle, wenn ein El-

ternteil selbst in den Randzeiten nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansons-

ten sei von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen 

(Urk. 54 Rz. 100). Die Gesuchsgegnerin habe glaubhaft und detailliert dargelegt, 

dass sie zu den in Norwegen üblichen Arbeitszeiten von 9:00/10:00 Uhr bis 

15:00/16:00 Uhr arbeiten würde. Dies seien ganz andere Arbeitszeiten als in der 

- 34 - 

Schweiz. Vollkommen unbeachtet sei sodann geblieben, dass die Gesuchsgegne-

rin zwei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten könne. Sie würde ihre Tochter 

daher nicht zu 100 % fremdbetreuen lassen. Dies entspreche der internen Policy 

von L._____ F._____, von welcher die Gesuchsgegnerin ein Arbeitsangebot habe 

und für welche sie nach dem Umzug arbeiten werde (Urk. 54 Rz. 101). In Norwe-

gen sei es im Vergleich zur Schweiz weit verbreitet, dass die Kinder bereits im Al-

ter von ein bis zwei Jahren den Kindergarten besuchten, zumal ihnen ab dem ers-

ten Altersjahr von Gesetzes wegen ein Kindergartenplatz zustehe. Wenn C._____ 

nun zwischen drei und fünf Tagen in der Woche von 10:00 Uhr bis maximal 

16:00 Uhr den Kindergarten besuche, so spreche dies keineswegs gegen das 

Kindeswohl. Da C._____ ein Einzelkind sei, sei der Austausch mit anderen Kin-

dern vielmehr für die Entwicklung ihrer Sozialkompetenz wichtig. Ausserdem blei-

be noch sehr viel Zeit, um diese persönlich mit der Gesuchsgegnerin zu verbrin-

gen (Urk. 54 Rz. 103). 

6.3. Der Gesuchsteller entgegnet, der Vorderrichter habe ihn gefragt, wie er 

C._____ in Zukunft betreuen wolle. Er habe geantwortet, dass er sich zu 100 % 

um die Betreuung der Tochter kümmern wolle und könne. Die Vorinstanz habe 

somit sein Betreuungsmodell ermittelt (Urk. 67 Rz. 102). Die Gesuchsgegnerin 

lasse sodann einmal mehr unerwähnt, dass er seine Arbeitszeiten zu Gunsten der 

Familie reduziert habe. Seit C._____s Geburt habe er seine Reisetätigkeit auf in-

zwischen dreimal 48 Stunden (in drei Jahren) eingestellt und sei bereits seit Früh-

ling 2021 nur noch zu 50 % erwerbstätig (Urk. 67 Rz. 106). Die Nanny sei unbe-

strittenermassen lediglich rund eine bis zwei Stunden pro Tag anwesend gewe-

sen. Sie habe nie die Hauptbetreuung übernommen (Urk. 67 Rz. 107). Die Eltern 

des Gesuchstellers hätten C._____ nicht massgeblich betreuen können, da sie 

beide gegen 80 Jahre alt und nicht mehr gut zu Fuss seien (Urk. 67 Rz. 108). Die 

Gesuchsgegnerin blende schlicht und einfach aus, dass sie als angestellte Ar-

beitnehmerin mit einem Pensum von 100 % deutlich mehr zeitliche berufliche 

Verpflichtungen habe als der Gesuchsteller. Letzterer arbeite nicht nur quantitativ 

erheblich weniger, sondern könne die verbliebene Arbeitsleistung auch flexibel 

ausgestalten (Urk. 67 Rz. 109). Es sei falsch, dass er über kein soziales Netzwerk 

verfüge. Er kenne sämtliche Nachbarn und sei in der Schweiz beruflich und sozial 

- 35 - 

bestens verankert. Auch die Nanny sei eine Nachbarin von ihm. Er habe sie be-

reits vorher gekannt und deshalb gefragt, ob sie Lust hätte, die Ehegatten stun-

denweise zu unterstützen. Die Gesuchsgegnerin verfüge in Norwegen, das sie 

bereits 2011 verlassen habe, ausser der Schwester und dem weit entfernt leben-

den Vater kaum mehr über ein soziales Netzwerk, sondern nur noch über lose 

Beziehungen. Der Vater lebe sodann gar nicht in F._____, sondern in O._____ 

sowie in Polen, wo er über eine weitere Liegenschaft verfüge (Urk. 67 Rz. 111). 

Was das Stillen angehe, habe selbst die Mütterberatung bereits vor vielen Mona-

ten empfohlen, C._____ nicht länger zu stillen. Dies habe der Gesuchsgegnerin 

nicht gefallen, weshalb sie einfach nicht mehr zur Mütterberatung gegangen sei 

(Urk. 67 Rz. 47 und 112). Das Bundesgericht habe in Leitentscheiden wiederholt 

festgehalten, dass die persönliche Betreuung namentlich bei Vorschulkindern ein 

gewichtiges Kriterium sei (Urk. 67 Rz. 113). Das Betreuungskonzept der Ge-

suchsgegnerin entspreche einer vollständigen Fremdbetreuung, auch wenn sie es 

nicht so sehe (Urk. 67 Rz. 114). 

6.4. Die Möglichkeit eines jeden Elternteils, das Kind selber zu betreuen, ist 

ein Kriterium bei der Obhutszuteilung. Dessen Gewichtung ist – wie jene der übri-

gen Kriterien – einzelfallabhängig (BGer 5A_11/2020 vom 13. Mai 2020, 

E. 3.3.3.1 mit weiteren Hinweisen; BGer 5A_462/2019 vom 29. Januar 2020, 

E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). So spielt die Möglichkeit der Eltern, das Kind per-

sönlich zu betreuen, hauptsächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse 

des Kindes eine persönliche Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn 

ein Elternteil selbst in den Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenen-

den) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansonsten ist von der Gleichwertig-

keit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen (BGer 5A_589/2021 vom 

23. Juni 2022, E. 3.1.2; BGer 5A_222/2021 vom 15. Dezember 2021, E. 3.1.1). 

Gleichzeitig ist das Kriterium bei Säuglingen und Kleinkindern stärker zu gewich-

ten als bei Jugendlichen (BGE 142 III 612 E. 4.3). Die blosse Behauptung der 

Flexibilität und der Möglichkeit von Homeoffice stellt kein Betreuungskonzept dar 

(BGer 5A_627/2016 vom 28. August 2017, E. 4.2). Homeoffice ist sodann in der 

Regel nicht mit Kinderbetreuung gleichzusetzen. Zwar ist eine Aufsichtsperson 

zugegen; diese kann sich aber nicht frei mit dem Kind befassen (OGer ZH 

- 36 - 

LE210056 vom 22.07.2022, E. V.6.4. [S. 65]; OGer ZH LE190048 vom 

15.04.2020, E. III.2.3.3. [S. 12]). 

6.5. Der anwaltlich vertretene Gesuchsteller verweist hinsichtlich seines 

"Betreuungskonzepts" darauf, dass er die Betreuung selber übernehmen wolle 

und dies auch könne (Urk. 67 Rz. 98 und 102). Er habe seine Arbeit "massiv" auf 

50 % eingeschränkt und sei flexibel (Urk. 67 Rz. 106 und 109). Die Gesuchsgeg-

nerin wies bereits vorher zutreffend darauf hin, dass dies kein Betreuungskonzept 

sei (Urk. 54 Rz. 90). Es erscheint schon allein aufgrund der Einkünfte, welche sich 

nicht um 50 % reduziert haben, nicht glaubhaft, dass der Gesuchsteller nur in ei-

nem Pensum von 50 % arbeitet (E. III.3.6.1.). Noch unglaubhafter erscheint, dass 

er als einziger Geschäftsführer für die I._____ Switzerland GmbH tätig sein 

(Urk. 16/4) und gleichzeitig die Tochter betreuen kann, ohne auf die Hilfe Dritter 

angewiesen zu sein: Der Gesuchsteller behauptet, sein Pensum bereits während 

des Zusammenlebens auf 50 % reduziert zu haben (Urk. 67 Rz. 72). Obwohl die 

Gesuchsgegnerin anerkanntermassen (Urk. 67 Rz. 77) einen gewichtigen Teil der 

Betreuung übernahm, waren die Parteien bereits damals – wenn auch in gerin-

gem Umfang – auf Unterstützung angewiesen (E. III.3.6.3.). Es leuchtet nicht ein, 

weshalb es jetzt, da der Betreuungsanteil der Gesuchsgegnerin entfiele und 

C._____ älter und damit aktiver wird, anders sein sollte. 

6.6. Das Betreuungskonzept der Gesuchsgegnerin sieht im Wesentlichen 

vor, dass sie von 9:00/10:00 Uhr bis 15:00/16:00 Uhr arbeitet und C._____ in die-

ser Zeit den Kindergarten besucht (Urk. 54 Rz. 101 und 103). Der Gesuchsteller 

hat nicht bestritten, dass dies so umsetzbar ist (siehe Urk. 67 Rz. 114 f.). Es sind 

auch keine Gründe ersichtlich, welche an der Darstellung der Gesuchsgegnerin 

zu Zweifeln Anlass gäben. Ob C._____ noch heute mehrere Male pro Tag gestillt 

werden will, wie die Gesuchsgegnerin geltend macht, kann offenbleiben. Bei ei-

nem bereits drei Jahre alten Kind kann das Stillen für eine so wichtige Frage, wie 

sie der Wegzug ins Ausland darstellt, jedenfalls keine ausschlaggebende Rolle 

spielen. 

6.7. Zusammenfassend spricht das Betreuungskonzept schon allein des-

halb für die Gesuchsgegnerin, weil der Gesuchsteller kein solches darzulegen 

- 37 - 

vermochte. Die Fremdbetreuung ist insofern zu relativieren, als C._____ neben ih-

ren Eltern bereits früh mit diversen Bezugspersonen in Kontakt kam. Zudem ist 

davon auszugehen, dass auch der Gesuchsteller auf Fremdbetreuung angewie-

sen wäre. 

7. Familiäres Umfeld 

7.1. Die Vorinstanz erwog, für den Wegzug aus der Schweiz spreche, dass 

die Gesuchsgegnerin in ihr Heimatland und zu ihrem Familienkreis ziehen und 

somit ein sozial abgesichertes Umfeld vorfinden würde. Im Übrigen sei die Le-

bensqualität in Norwegen mit jener in der Schweiz vergleichbar (Urk. 55 S. 22). 

7.2. Die Gesuchsgegnerin ergänzt, dass sie mit C._____ vorübergehend 

bei ihrer Schwester (und deren Familie mit zwei Kindern in C._____s Alter) woh-

nen könnte, bis ihre Wohnung zur Verfügung stehe (Urk. 54 Rz. 117). Die Vo-

rinstanz unterlasse es demgegenüber festzustellen, dass ein Verbleib von 

C._____ in der Schweiz in Bezug auf das Kriterium der familiären Einbettung ne-

gativ sei. Der Kindsvater verfüge nämlich über keinerlei familiäre Beziehungen in 

der Schweiz, zumindest habe er solches nie behauptet (Urk. 54 Rz. 119). Sämtli-

che näheren Verwandten des Gesuchstellers wohnten in Belgien. Dies seien sei-

ne Schwester und ihre zwei 13- bzw. 16-jährigen Kinder sowie die beiden 77-

jährigen Eltern (Urk. 54 Rz. 120). 

7.3. Der Gesuchsteller entgegnet, dass die Gesuchsgegnerin ihr Heimat-

land vor zwölf Jahren verlassen habe, da es ihr nicht mehr gefallen habe. Er halte 

es für äusserst realistisch, dass sie F._____ lediglich als Zwischendestination er-

achte und danach in ihre Wunschheimat G._____ zurückkehre (Urk. 67 Rz. 122). 

7.4. Das familiäre Umfeld spielt bei der Zuteilung eine Rolle (BGE 142 III 

481 E. 2.7). Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich bei den Familienmitglie-

dern um Bezugspersonen des Kindes handelt (siehe OGer ZH LE210056 vom 

22.07.2022, E. III.3.10.3. [S. 39 f.]). 

7.5. Das Argument des Gesuchstellers zielt an der Sache vorbei. Zu prüfen 

ist, ob es der Gesuchsgegnerin zu erlauben ist, mit C._____ nach F._____ zu 

- 38 - 

ziehen (siehe E. III.4.). Es ist unbestritten, dass die Gesuchsgegnerin dort über 

ein familiäres Umfeld verfügt, während dies beim Gesuchsteller in der Schweiz 

nicht der Fall ist. Aufgrund der bisherigen räumlichen Distanz ist indessen nicht 

davon auszugehen, dass es sich bei den Familienmitgliedern in F._____ um (en-

ge) Bezugspersonen von C._____ handelt. Vor diesem Hintergrund spricht das 

familiäre Umfeld zwar für die Zuteilung der Obhut an die Gesuchsgegnerin; das 

Kriterium ist indessen nur schwach zu gewichten. 

8. C._____s Alter, Sprache, Beschulung und übriges soziales Umfeld 

8.1. Die Vorinstanz erwog, das Alter von C._____ spreche klarerweise für 

einen Verbleib in der Schweiz. Kleine Kinder seien mehr personen- denn umge-

bungsbezogen. Deshalb dürfe man sie nicht leichthin an einen Elternteil umteilen. 

Dies gelte im Besonderen für nicht schulpflichtige Kinder. Für C._____ wäre folg-

lich die Änderung einer der Hauptbetreuungs- und -bezugspersonen einschnei-

dender als eine Veränderung im geographischen, sozialen und schulischen Um-

feld, da noch kein solches bestehe (Urk. 55 S. 21). 

8.2. Die Gesuchsgegnerin rügt, sie sei als Mutter die wichtigste Person im 

Leben eines Kleinkindes, welches zudem noch gestillt werde (Urk. 54 Rz. 109). In 

jungem Alter sei ein Landeswechsel mit der Kindsmutter viel weniger einschnei-

dend, da noch keine wesentlichen umgebungsbezogenen Beziehungen bestün-

den. Ein Landeswechsel werde für ein Kind etwa dann einschneidend, wenn es 

bereits schulpflichtig sei und dadurch erstmalig auch ausserhalb des Elternhauses 

habe enge Beziehungen knüpfen können (Urk. 54 Rz. 110). Die Vorinstanz habe 

zudem geprüft, ob es für das Kind vorteilhafter wäre, wenn beide Elternteile im In-

land blieben (und damit keine Änderung der Hauptbetreuungsperson resultieren 

würde). Damit wende sie die Rechtsprechung zu Art. 301a ZGB falsch an. Ge-

mäss dieser sei nämlich zu prüfen, ob das Kindeswohl besser beim umzugswilli-

gen oder beim zurückbleibenden Elternteil gewahrt sei (Urk. 54 Rz. 112). Auch 

die Sprache und die Beschulung seien zu berücksichtigen (Urk. 54 Rz. 113). 

C._____ spreche norwegisch, flämisch und etwas englisch. Würde sie in Norwe-

gen eingeschult, bestünde keine sprachliche Barriere (Urk. 54 Rz. 114). In der 

Schweiz würde sie demgegenüber in einer ihr fremden Sprache beschult, da sie 

- 39 - 

weder deutsch noch schweizerdeutsch spreche (Urk. 54 Rz. 115). Zudem wäre 

sie überfordert, wenn sie neben den zu Hause gesprochenen drei Sprachen auch 

noch mit Deutsch konfrontiert würde (Urk. 54 Rz. 139). Angesichts dessen müss-

ten die Kriterien der Sprache und der Beschulung positiv für einen Umzug nach 

Norwegen bewertet werden (Urk. 54 Rz. 116). Ein weiteres Kriterium sei die Ein-

bettung von C._____ in das weitere soziale Umfeld. Sofern man beim Alter des 

Kindes von einem solchen Umfeld sprechen könne, verfüge C._____ jedenfalls 

über keines in der Schweiz (Urk. 54 Rz. 137 f.). In Norwegen werde sie sich prob-

lemlos mit den Kindern auf dem Spielplatz austauschen können, da sie norwe-

gisch spreche. Eine Sprachbarriere, wie sie in der Schweiz bestehe, gebe es dort 

nicht (Urk. 54 Rz. 141). 

8.3. Der Gesuchsteller entgegnet, es gehe nicht um die Umteilung an einen 

anderen Elternteil, da es keinen einzigen hauptbetreuenden Elternteil gegeben 

habe und gebe (Urk. 67 Rz. 116). Weil bei der vorliegenden Ausgangslage zu-

sammen mit der Vorinstanz davon auszugehen sei, dass C._____ über zwei pri-

märe Hauptbezugspersonen verfüge, sei die Verweigerung der Wegzugsbewilli-

gung das Einzige, was mit dem Kindswohl vereinbar sei. Sonst würde C._____ 

den seit ihrer Geburt vorhandenen alltäglichen Kontakt und ihre sehr enge Bin-

dung zum Vater aufgrund der geografischen Verhältnisse zwangsläufig verlieren 

(Urk. 67 Rz. 117). Das Argument der Sprache und der Beschulung sei bei einem 

Kind im Alter von C._____ sicher nicht das ausschlaggebende Kriterium (Urk. 67 

Rz. 120). C._____ spreche nach wie vor am besten flämisch, aber auch norwe-

gisch und englisch. Ein sprachgewohntes Kind wie sie werde die deutsche Spra-

che spielend erlernen. Deutsch und Flämisch ähnelten sich sehr. Darüber hinaus 

würden auch der Grossvater väterlicherseits und die Schwester des Gesuchstel-

lers sowie deren Kinder deutsch sprechen. Und schliesslich spiele C._____ schon 

heute regelmässig mit den Nachbarskindern, mit welchen sie zukünftig in den 

Kindergarten bzw. die Schule eintreten werde (Urk. 67 Rz. 121). Die Tochter ver-

füge weder in der Schweiz noch in Norwegen über ein relevantes soziales Um-

feld, welches sich auf den vorliegenden Entscheid auswirke (Urk. 67 Rz. 133). 

- 40 - 

8.4. Im Rahmen von Art. 301a ZGB ist von der Prämisse auszugehen, dass 

der eine Elternteil in Ausübung seiner Freiheitsrechte wegziehen will. Es ist mithin 

nicht ein Vorzustand zu perpetuieren, sondern eine neue Situation zu regeln 

(BGE 142 III 481 E. 2.6). Dabei spielt das Alter eine Rolle (BGE 142 III 502 

E. 2.5): Ist das Kind noch klein und dementsprechend mehr personen- als umge-

bungsbezogen, ist eine Umteilung an den zurückbleibenden Elternteil angesichts 

des Grundsatzes der Betreuungs- und Erziehungskontinuität nicht leichthin vor-

zunehmen. Hingegen werden bei älteren Kindern zunehmend die Wohn- und 

Schulumgebung sowie der sich ausbildende Freundeskreis wichtig und vielleicht 

haben sie schon eine Lehrstelle in Aussicht; hier könnte der Verbleib in der 

Schweiz, soweit eine Umplatzierung zum anderen Elternteil möglich ist, dem Kin-

deswohl unter Umständen besser dienen (BGE 142 III 481 E. 2.7). Weitere Krite-

rien sind die Sprache und die Beschulung (BGE 142 III 481 E. 2.7). Auch das so-

ziale Umfeld ist relevant  

(OGer ZH LE210056 vom 22.07.2022, E. III.3.4. [S. 25]). 

8.5. Vorliegend verfügt C._____ über zwei Hauptbezugspersonen 

(E. III.3.9.). Es steht damit nicht die Um-, sondern die Zuteilung in Frage. C._____ 

hat offenbar Kontakt mit anderen Kindern in der Schweiz (so den Kindern von 

P._____ [Urk. 31/14] und jenen von Q._____ [Urk. 73/34]). Ihr "soziales Umfeld" 

befindet sich somit in der Schweiz. Da das Kind noch sehr jung ist, wird es sich in 

Norwegen gleichermassen wie in der Schweiz einleben. Dies gilt auch hinsichtlich 

der erforderlichen Sprachkenntnisse; diesem Kriterium kommt vorliegend eine 

sehr untergeordnete Bedeutung zu, weil C._____ noch nicht beschult wird. Sollte 

sie in der Schweiz verbleiben, ist davon auszugehen, dass sie die erforderlichen 

Sprachkenntnisse spätestens im Kindergarten (und damit vor dem Eintritt in die 

Primarschule) erwerben wird. Wenn sie bereits jetzt drei Sprachen spricht, ist 

kaum anzunehmen, dass sie durch eine weitere Sprache überfordert sein wird. 

Dieser Ansicht war auch die Gesuchsgegnerin, als sie am 2. November 2020 der 

Kita E._____ schrieb (Urk. 35/1): "This last point is very important to us as well: as 

you will read below C._____'s parents are non-Swiss. It is important that C._____ 

builds her roots into E._____, the Swiss culture and society from the beginning." 

Zudem spricht der Gesuchsteller genügend deutsch, um während der Parteibe-

- 41 - 

fragung auf keine Dolmetscherin angewiesen zu sein (Prot. I, S. 33 ff.). Dass 

C._____ noch gestillt wird, spielt vorliegend keine Rolle (E. III.6.6.). 

8.6. Zusammenfassend müsste sich C._____ in Norwegen zuerst einleben, 

dafür spricht sie die dortige Sprache; demgegenüber ist sie mit den Verhältnissen 

in der Schweiz bereits vertraut, der deutschen Sprache aber nicht mächtig. Klein-

kindern fällt es in der Regel einfach, sich einzuleben und neue Sprachen zu erler-

nen. Die Kriterien sind daher im vorliegenden Fall nur von untergeordneter Natur. 

Insgesamt sind C._____s Alter, die Sprache und die Beschulung sowie das sozia-

le Umfeld neutral zu gewichten. 

9. Förderung der Kontakte zum anderen Elternteil 

9.1. Die Vorinstanz erwog, die Gesuchsgegnerin lege glaubhaft dar, dem 

Gesuchsteller die gemeinsame Tochter nicht vorenthalten zu wollen. Vielmehr 

wolle sie ihm ermöglichen, trotz der durch einen Umzug resultierenden Distanz 

ein ordentliches Besuchsrecht aufrechtzuerhalten (Urk. 55 S. 22). 

9.2. Die Gesuchsgegnerin bringt vor, die Bindungstoleranz sei ein Kriteri-

um, wenn man den Wegzug eines Kindes mit einem Elternteil beurteilen müsse 

(Urk. 54 Rz. 127). Es sei äusserst zweifelhaft, ob der Gesuchsteller überhaupt ei-

ne Bindungstoleranz habe (Urk. 54 Rz. 128). So sei die Gesuchsgegnerin im Feb-

ruar 2022 für elf Tage nach G._____ geflogen (Urk. 54 Rz. 65). Als sie dort am 

Flughafen auf ihren Rückflug gewartet habe, habe er zuerst telefonisch, dann per 

E-Mail und WhatsApp seine Trennungsabsicht mitgeteilt. Gleichzeitig habe er ihr 

nach dem Rückflug nach Zürich verboten, die eheliche Liegenschaft zu betreten 

(Urk. 54 Rz. 67). Nach der Landung in Zürich habe eine Freundin die Gesuchs-

gegnerin zur ehelichen Liegenschaft begleitet. Letztere habe feststellen müssen, 

dass der Gesuchsteller seine Drohung wahrgemacht und den Schlüsselcode ge-

ändert habe. Sie sei nicht mehr ins Haus gekommen. Als sie geläutet habe, sei 

die Türe nicht geöffnet worden. Sie habe umgehend den Gesuchsteller angerufen 

und gefragt, wo C._____ sei. Er habe keine Auskunft gegeben, sondern nur mit-

geteilt, dass C._____ nicht zu Hause und an einem sicheren Ort sei. Die Ge-

suchsgegnerin habe unendliche Sorge gehabt, dass er C._____ entführt habe 

- 42 - 

(Urk. 54 Rz. 68). In der Folge habe sie die Nanny angerufen und C._____ durch 

das Telefon weinen und "Mama, Mama" schreien hören. Sie habe festgestellt, 

dass die Tochter mit der Nanny in der ehelichen Liegenschaft habe sein müssen. 

Die Nanny habe aber die Tür trotz entsprechender Aufforderung nicht geöffnet, 

sondern das Telefonat abgebrochen. Damit sei sie der entsprechenden Weisung 

des Gesuchstellers gefolgt. Zutiefst verstört und fassungslos habe sich die Ge-

suchsgegnerin an die Polizei gewandt (Urk. 54 Rz. 69). Diese und die Gesuchs-

gegnerin hätten den Gesuchsteller dann gemeinsam aufgefordert, die Gesuchs-

gegnerin ins Haus zu ihrer Tochter zu lassen, was er dann auch getan habe 

(Urk. 54 Rz. 70). Anders als die Gesuchsgegnerin versuche der Gesuchsteller mit 

einem solchen Verhalten eindeutig, das Kind von seiner Mutter fernzuhalten. Er 

habe damit exemplarisch gezeigt, dass er nicht bereit sei, in Kinderbelangen mit 

der Gesuchsgegnerin zusammenzuarbeiten, geschweige denn irgendeine Bezie-

hung der Mutter zu C._____ zuzulassen (Urk. 54 Rz. 73). Der Gesuchsgegnerin 

sei es demgegenüber wichtig, dass C._____ auch eine gute Beziehung zum Vater 

pflegen könne. Dies habe auch die Vorinstanz so festgehalten (Urk. 54 Rz. 132). 

Die Bindungstoleranz der Kindsmutter werde durch den Umstand unterstrichen, 

dass sie eineinhalb Monate vor C._____s Geburt nur deshalb von G._____ in die 

Schweiz gereist sei, damit der Gesuchsteller bei der Geburt habe dabei sein kön-

nen (Urk. 54 Rz. 133). Auch jetzt wolle sie dem Gesuchsteller einen grosszügigen 

Kontakt mit C._____ ermöglichen (Urk. 71 Rz. 27). 

9.3. Der Gesuchsteller entgegnet, beide Parteien hätten Argumente vorge-

bracht, welche ihre zerrüttete Beziehung zueinander beschreiben würden. Dies 

habe mit der Bindungstoleranz wenig gemein (Urk. 67 Rz. 125). Bemerkenswert 

sei jedoch, dass es den Parteien trotz des immensen Konflikts gelungen sei, fast 

ein Jahr lang unter demselben Dach die Tochter hälftig im Alltag zu betreuen. 

Dies spreche klar gegen die Behauptung der fehlenden Bindungstoleranz. Der 

letzte Monat und die Umsetzung des erstinstanzlichen Betreuungskonzepts hät-

ten klar gezeigt, dass sich die klaren Strukturen sehr positiv auf C._____s Wohl-

befinden auswirkten (Urk. 67 Rz. 126). Die Gesuchsgegnerin habe selbst für die 

Dauer des Verfahrens eine abwechselnd tageweise Betreuung abgelehnt und – 

auch wenn beide Eltern in der Schweiz lebten – auf einem minimalen Wochen-

- 43 - 

endbesuchsrecht für den Gesuchsteller beharrt (Urk. 67 Rz. 127). Die Gesuchs-

gegnerin habe während des ganzen Verfahrens wiederholt bewiesen, dass ihr die 

enge Beziehung von C._____ zu ihrem Vater entweder nicht bewusst sei oder sie 

nur unzureichend in der Lage sei, diese zuzulassen. Dies spreche klar gegen ihre 

Bindungstoleranz (Urk. 67 Rz. 128). Die gesamte Geschichte mit der G._____-

Reise der Gesuchsgegnerin habe sich vor dem erstinstanzlichen Verfahren abge-

spielt. Was sie konkret für das vorliegende Rechtsmittelverfahren ableiten oder 

behaupten wolle, sei nicht ersichtlich (Urk. 67 Rz. 88). Ihre Anträge hätten mit ei-

ner von ihr behaupteten grosszügigen Kontaktregelung rein gar nichts zu tun. Sie 

entsprächen lediglich einem absolut minimalsten Kontaktrecht. Die Gesuchsgeg-

nerin hätte selber keinerlei Reisen für die Übergabe der Tochter zu bewältigen, 

was für sie zweifellos ein sehr bequemes Konzept darstellen würde (Urk. 83 

Rz. 17). Es erstaune doch sehr, dass sie dem Gesuchsteller die Bindungstoleranz 

abspreche, aber selber offensichtlich nicht gewillt sei, irgendeinen Beitrag zum 

Kontakt von C._____ zum Vater zu leisten (Urk. 83 Rz. 18). 

9.4. Die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen 

zusammenzuarbeiten und insbesondere die Beziehung zum andern Elternteil zu-

zulassen und aktiv zu fördern (sog. Bindungstoleranz), ist ein Kriterium bei der 

Zuteilung der Obhut (BGer 5A_968/2016 vom 14. Juni 2017, E. 3.1). Es spielt 

damit auch für die Frage, ob ein Wegzug zu bewilligen ist, eine Rolle (BGE 142 III 

481 E. 2.7 [S. 495]). 

9.5. Der Gesuchsteller bringt vor, die Gesuchsgegnerin habe während des 

ganzen Verfahrens wiederholt bewiesen, dass ihr die enge Beziehung von 

C._____ zu ihrem Vater entweder nicht bewusst sei oder sie diese nicht zulassen 

könne. Dies spreche klar gegen ihre Bindungstoleranz (Urk. 67 Rz. 128). Das 

Vorbringen des Gesuchstellers ist unsubstantiiert. Er nennt weder einen Vorfall 

noch konkrete Handlungsweisen, welche seine Sicht stützen würden. Ebenso feh-

len Beweisofferten (beispielsweise Hinweise auf vorinstanzliche Akten). Zutref-

fend ist indessen sein Hinweis, wonach die Gesuchsgegnerin – selbst für den 

Fall, dass beide Eltern in der Schweiz leben – auf einem minimalen Besuchsrecht 

beharre (Urk. 67 Rz. 127): Zumindest vor Vorinstanz erachtete sie ein Besuchs-

- 44 - 

recht von gerade einmal jedem zweiten Wochenende und zwei Wochen Ferien 

pro Jahr als angemessen (Urk. 30 S. 2). Ihre Anträge im Berufungsverfahren 

kommen einem ausgedehnteren Besuchsrecht indessen etwas näher (Urk. 54 

S. 3). Und schliesslich muss auch der Gesuchsteller eingestehen, dass das vo-

rinstanzliche Betreuungskonzept umgesetzt wird und die Parteien ihre Tochter 

hälftig betreuen (Urk. 67 Rz. 126), womit sich die Gesuchsgegnerin an Entscheide 

beziehungsweise Vereinbarungen zu halten scheint. 

9.6. Es ist unbestritten, dass der Gesuchsteller die Gesuchsgegnerin [An-

fang März 2022; Urk. 57/6] nach ihrer Rückkehr aus G._____ aus der ehelichen 

Liegenschaft ausschloss (bzw. ausschliessen liess) und ihr die Tochter vorent-

hielt. Die Gesuchsgegnerin musste die Polizei aufbieten, um Zugang ins Haus 

und zum Kind zu erhalten (Urk. 54 Rz. 65–70; siehe Urk. 67 Rz. 88). Dies ist 

durch den Polizeirapport auch belegt (Urk. 57/6). Der Vorfall mag seine Ursache 

im ehelichen Konflikt der Parteien gehabt haben. Wenn ein Elternteil dem ande-

ren aber das Kind vorenthält, ist dies für die Bindungstoleranz durchaus relevant. 

Der Gesuchsteller enthielt die damals gerade einmal rund 1.5-jährige Tochter der 

Gesuchsgegnerin vor, nachdem letztere elf Tage (Urk. 54 Rz. 65; siehe Urk. 67 

Rz. 88) landesabwesend gewesen war. Gleichwohl ist zu beachten, dass der Zeit-

raum viel zu kurz war, als dass es deswegen hätte zu einer Entfremdung kommen 

können. Zudem darf die seitherige Entwicklung nicht ausgeblendet werden. Die 

Gesuchsgegnerin zählt zwar weitere Gründe (Schlechtmachen der Gesuchsgeg-

nerin im Eheschutzverfahren; Verweigerung einer Mediation [Urk. 54 Rz. 129 und 

131]) auf; diese erscheinen aber nicht als genügend gravierend, um eine fehlende 

Bindungstoleranz zu belegen, ansonsten bei jedem strittig geführten Trennungs-

verfahren auf eine solche geschlossen werden müsste. 

9.7. In der Replik bringt die Gesuchsgegnerin als Novum vor, der Gesuch-

steller habe keine Hand geboten, damit sie mit C._____ vor den Weihnachtsta-

gen 2022 hätte nach F._____ reisen können (Urk. 71 Rz. 92). Vorab ist festzuhal-

ten, dass der Berufung keine aufschiebende Wirkung erteilt wurde (E. I.3.), womit 

der vorinstanzliche Entscheid auch während des laufenden Berufungsverfahrens 

galt und gilt (siehe Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO; BGE 138 III 565 lit. A