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**Case Identifier:** 0a0a4cbc-91b5-544f-a1e2-e7ae0bb55594
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.08.2014 IV 2012/127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-127_2014-08-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/127

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 28.08.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung eines polydisziplinären 
Gutachtens. Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 28. August 2014, IV 2012/127).

Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 28. August 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

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A.      

A.a  A.___ meldete sich am 17. September 2008 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Die B.___ 

ag, bei der die Versicherte seit 1979 vollzeitlich als visuelle Prüferin tätig gewesen war, 

hatte das Arbeitsverhältnis auf Ende Februar 2007 gekündigt. Im Kündigungsschreiben 

vom 29. November 2006 hatten die Verantwortlichen festgehalten, dass die Versicherte 

in den letzten Jahren vermehrt an gesundheitlichen Beschwerden, namentlich an 

immer wieder auftretenden Schwindelanfällen, gelitten habe. Aufgrund des Schwindels 

sei die Versicherte bereits mehrfach gestürzt und kurzzeitig ohnmächtig gewesen. 

Unter diesen Umständen sei es zu gefährlich, in einem Produktionsbetrieb zu arbeiten 

(IV-act. 8). Gemäss dem Arbeitgeberbericht vom 16. Oktober 2008 hatte die 

Versicherte von der B.___ ag eine freiwillige Entschädigungszahlung in der Höhe von 

Fr. 20'000.-- erhalten. Diese war an die offenbar eingehaltene Bedingung geknüpft 

gewesen, dass die Versicherte während der Kündigungsfrist keine Absenzen hätte (IV-

act. 8-7).

A.b  Der Rheumatologe Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Innere Medizin und 

Rheumatologie, nannte in seinem Bericht vom 16. Oktober 2008 die sich auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnosen eines chronischen Zervikovertebralsyndroms 

bei muskulären Dysbalancen und segmentalen Dysfunktionen, ein chronisches 

lumbospondylogenes Syndrom links bei Fehlform, muskulären Dysbalancen und 

leichten degenerativen Veränderungen der LWS, sowie den Verdacht auf eine 

nichtorganische Schmerzkomponente, Überforderungsproblematik. Als Diagnose ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten gab er beginnende Finger-

Polyarthrosen an. Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt er fest, dass anlässlich der 

letzten Untersuchung, welche allerdings über 1,5 Jahre zurückliege, keine wesentliche 

Einschränkung bestanden habe (IV-act. 11-3). Am 8. Dezember 2008 gab der Hausarzt 

der Versicherten, Dr. med. D.___, Allgemeinmedizin FMH, als Diagnose ein seit über 20 

Jahren bestehendes chronisches zervikovertebrales und lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom an. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei  eine chronische 

Otitis media simplex beidseits mit chronischen Trommelfelldefekten sowie Migräne 

ohne Aura. Er hielt fest, dass zur Klärung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten 

ergänzende medizinische Abklärungen angezeigt seien (IV-act. 16). Der Regionale 

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Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) hielt am 18. Januar 2009 zur medizinischen 

Aktenlage fest, dass weder vom Rheumatologen noch vom Hausarzt schwerwiegende 

Befunde hätten erhoben werden können. Eine relevante psychische Problematik dürfte 

auch nicht vorliegen, jedenfalls finde keine fachärztliche Behandlung statt. Unter diesen 

Umständen sei davon auszugehen, dass die Versicherte in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei (IV-act. 17). Mit einer Verfügung vom 28. Februar 

2009 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten ab (IV-act. 20).

A.c  Die von der Versicherten gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wurde 

vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit einem Entscheid vom 23. 

November 2010 in dem Sinn gutgeheissen, dass die Verfügung vom  28. Februar 2009 

aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur 

anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde. In den 

Erwägungen hielt das Versicherungsgericht fest, es sei ergänzend abzuklären, ob die 

nach Angaben der Arbeitgeberin zur Kündigung veranlassende Schwindelproblematik 

der Versicherten in einem Zusammenhang mit dem chronischen Ohrenleiden stehe. In 

rheumatologischer Hinsicht sei die Aktenlage ebenfalls nicht hinreichend klar. Die 

Einschätzung von Dr. C.___ basiere auf einer einmaligen, im Verfügungszeitpunkt zwei 

Jahre zurückliegenden Konsultation. In Bezug auf die HWS seien keine bildgebenden 

Verfahren durchgeführt worden. Zudem sei nicht abgeklärt worden, ob die im Februar 

2007 festgestellten beginnenden klinischen Finger-Polyarthrosen fortgeschritten seien 

und mittlerweile die Arbeitsfähigkeit der Versicherten einschränkten. In psychiatrischer 

Hinsicht sei die Versicherte trotz der vorliegenden Verdachtsdiagnose einer 

somatoformen Schmerzstörung nie untersucht worden. Folglich seien auch weitere 

psychiatrische Abklärungen angezeigt (IV-act. 32).

A.d  Aufgrund dieses Entscheids veranlasste der RAD eine polydisziplinäre Begutach­

tung der Versicherten (IV-act. 34). Diese fand vom 4. bis 6. April 2011 in der MEDAS 

Ostschweiz statt. Das entsprechende Gutachten vom 16. September 2011 wurde von 

der MEDAS am 28. Oktober 2011 aufgrund von Mängeln im psychiatrischen Fachgut­

achten als Ganzes zurückgezogen (IV-act. 40). Am 16. November 2011 wurde die 

Versicherte nochmals psychiatrisch begutachtet. Das überarbeitete Gesamtgutachten 

erstattete die MEDAS-Ostschweiz in der Folge am 11. Januar 2012. Demgemäss 

gaben die Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der 

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Versicherten an: Chronisches beidseitiges lumboischialgieformes, zervikovertebrales 

und -spondylogenes Schmerzsyndrom, Oligoarthralgien unklarer Ätiologie (Schulter 

links, Handgelenk links, Knie rechts, OSG links), rezidivierender Schwindel unklarer 

Ätiologie sowie Migräne überwiegend ohne und teils mit möglicher visueller Aura. Es 

wurde festgehalten, dass der neurologische Gutachter bei widersprüchlichen Angaben 

der Versicherten betreffend die Dauer der Schwindelattacken und das Ansprechen auf 

die medikamentöse Behandlung eine leichtgradige Hypakusis rechts, symmetrisch 

normale Reflexe und keinen pathologischen Nystagmus gefunden habe. Es bleibe 

letztlich unklar, ob es sich bei den von der Versicherten geschilderten 

Schwindelbeschwerden um ein funktionell fixiertes Relikt nach früher diagnostiziertem 

benignen paroxsymalem Lagerungsschwindel, um einen funktionellen Schwindel oder 

um Symptome einer sonst allerdings zumindest überwiegend ohne Aura ablaufenden 

vestibulären Migräne handle. Differentialdiagnostisch sei auch eine hypertensive 

Komponente bei medikamentös adäquat behandelter arterieller Hypertonie in 

Erwägung zu ziehen. Ein Zusammenhang mit der chronischen Otitis media simplex 

beidseits sei unwahrscheinlich bei fehlenden Verdachtsmomenten für das Vorliegen 

einer Bogengangsarrosion oder eines Cholesteatoms. Bezüglich der diagnostizierten 

Migräne fänden sich aufgrund des Verlaufs, der Befunde und der bis auf unbedeutende 

kleinen Glioseherde normalen kraniozerebralen Kernspintomographie (10/07) keine 

Hinweise für das Vorliegen organischer Ursachen. Betreffend die Rückenbeschwerden 

sei bei der aktuellen Begutachtung einzig eine leicht eingeschränkte lumbale 

Lateralflexion nach rechts bei im Übrigen harmonischer, uneingeschränkter 

Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte sowohl global wie segmental 

festgestellt worden. Zudem habe sich eine Wirbelsäulenfehlstatik im Sinne einer 

akzentuierten thorakalen Kyphose mit Hyperkyphose des zervikothorakalen Übergangs 

und leichter Kopfprotraktion gezeigt. Radikuläre Reiz- oder sensomotorische 

Ausfallsymptome seien nicht fassbar gewesen. In den ergänzend angefertigten 

Röntgenaufnahmen der HWS und LWS seien eine lediglich initiale spondylotische 

Veränderung der distalen LWS, Spondylarthrosen der mittleren/distalen HWS und 

distalen LWS sowie eine initiale Atlantodentalarthrose festgestellt worden. Bei der 

körperlichen Untersuchung hätten sich aber auch Hinweise auf eine nichtorganische 

Schmerzkomponente ergeben. Für die von der Versicherten geschilderten Arthralgien 

(Schulter links, Handgelenk links, Knie rechts, OSG links) hätten sich weder klinisch 

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noch radiologisch ein adäquates organisches Korrelat gefunden. Sowohl klinisch als 

auch radiologisch hätten leichte degenerative Veränderungen im Sinne einer Finger-

Polyarthrose vom Heberden- und Bouchardtyp imponiert. Hinweise für das Vorliegen 

posttraumatischer ossärer Läsionen oder einer Erkrankung aus dem rheumatischen 

Formenkreis gebe es keine. Der psychiatrische Gutachter habe eine 

Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion diagnostiziert, welche 

aber keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke. Aus psychiatrischer Sicht sei 

die Versicherte in jeder Tätigkeit vollständig arbeitsfähig. Aus somatischer Sicht lasse 

sich eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit quantitativ nicht 

begründen. Qualitativ sei die Versicherte in körperlich leichten, wechselbelastenden 

Tätigkeiten ohne kraftanfordernde manuelle Tätigkeiten und ohne längere Arbeiten in 

extendierter HWS-Stellung bzw. mit repetitiven HWS-Rotationen und Flexionen/

Extensionen vollumfänglich arbeitsfähig. Die Migräne könne bei stärkerer Intensität 

gelegentlich zu Arbeitsausfällen führen, sofern sie therapeutisch nicht wesentlich 

beeinflussbar sein sollte (IV-act. 41). Gemäss seiner Stellungnahme vom 16. Januar 

2012 erachtete der RAD das Gutachten vom 11. Januar 2012 als umfassend, 

konsistent, nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei (IV-act. 42).

A.e  Mit einem Vorbescheid vom 10. Februar 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten 

die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Zur Begründung führte sie an, die 

ergänzenden medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass keine ununterbrochene 

Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei und dass in einer adaptierten Tätigkeit eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 45). Dagegen erhob die Versicherte am 

23. Februar 2012 Einwand (IV-act. 46). Mit einer Verfügung vom 27. März 2012 wies die 

IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten ab (IV-act. 47).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 5. April 

2012. Darin beantragte die Beschwerdeführerin sinngemäss die Aufhebung der 

Verfügung vom 27. März 2012 sowie die Zusprache einer Rente. Sie machte im 

Wesentlichen geltend, es sei ihr aufgrund ihrer Beschwerden, insbesondere ihrer 

starken Kopfschmerzen und der Schwindelanfälle, nicht möglich, 100% zu arbeiten 

(act. G 1).

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B.b   Am 15. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be­

schwerde. Zur Begründung hielt sie fest, das zweite MEDAS-Gutachten (vom 11. Ja­

nuar 2012) sei ausführlich abgefasst und die Schlussfolgerungen zusammen mit den 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen erschienen als begründet. Insbesondere habe die 

MEDAS zu Recht die Arbeitsfähigkeitsschätzung im ersten und zurückgezogenen 

psychiatrischen Fachgutachten kritisiert. Dort sei als einzige psychiatrische Diagnose 

ein Mischbild von depressiven, depressiv-somatischen sowie depressiv-ängstlichen 

Symptomen aufgeführt worden. Im zweiten MEDAS-Gutachten werde diesbezüglich 

ausgeführt, die depressiven Symptome der Beschwerdeführerin seien als Reaktion auf 

eine schwierige psychosoziale Situation zurückzuführen. Es sei lediglich eine leichte 

depressive Symptomatik festgestellt worden. Eine Depression mit einem solchen 

Schweregrad stelle gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts keine 

invalidisierende psychische Erkrankung dar. Bei der Beschwerdeführerin liege 

schwergewichtig eine psychosoziale Problematik vor, die für sich allein keine Invalidität 

begründe. Die Beschwerdeführerin nehme auch keine Antidepressiva ein und sei nicht 

in psychiatrischer Behandlung, was gegen einen invalidisierenden psychischen 

Gesundheitsschaden spreche. Somit sei der Beschwerdeführerin mit dem zweiten 

psychiatrischen Fachgutachten zu Recht eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden, 

zumal auch andere Faktoren (Förster-Kriterien), welche die ansonsten zumutbare 

Willensanstrengung für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit behindern könnten, bei der 

Beschwerdeführerin nicht in der notwendigen Intensität vorlägen. Weil auch für die von 

der Beschwerdeführerin in den Vordergrund gestellten Schwindelbeschwerden und 

Kopfschmerzen kein somatisches Korrelat habe gefunden werden können, sei die 

MEDAS zu Recht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten Tätigkeit 

ausgegangen (act. G 5).

B.c  Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 7).

Erwägungen:

1.     

1.1   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

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Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf 

eine Viertelsrente. Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Bemessung des Invaliditätsgrades 

das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach 

der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

1.2   Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalidenein­

kommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der Grad der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den ersten 

Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet. Um den Grad der 

Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität bemessen zu können, 

sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.     

2.1   Zu klären ist im Folgenden die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechts­

genügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die 

Beschwerdegegnerin hat sich auf das MEDAS-Gutachten vom 11. Januar 2012 ge­

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stützt und ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

ausgegangen.

2.2   In somatischer Hinsicht ist die Beschwerdeführerin neurologisch und rheumato­

logisch untersucht worden. In neurologischer Hinsicht sind insbesondere die von 

der Beschwerdeführerin vordergründig beklagten Schwindelbeschwerden und Kopf­

schmerzen abgeklärt worden. Bezüglich der Kopfschmerzen hat der neurologische 

Gutachter festgehalten, dass sich aufgrund der Symptomatik, des Verlaufs, der 

Befunde und der bis auf unbedeutende kleine Gliosen normal ausgefallenen 

kraniozerebralen Kernspintomografie von Oktober 2007 keine Hinweise auf organische 

Ursachen wie insbesondere einen intrakraniellen Tumor oder einen entzündlichen 

Prozess gezeigt hätten. Die Migräne könne bei stärkerer Intensität gelegentlich situativ 

zu Arbeitsausfällen führen, sofern sie therapeutisch nicht wesentlich beeinflussbar sein 

sollte (vgl. IV-act. 39-38). Der Gutachter hat weitere medikamentöse 

Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt, welche gemäss seinen Ausführungen zu einer 

Besserung der Migräne führen könnten (vgl. IV-act. 39-39). Jedoch hat er die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin selbst im Falle, dass die Migräne 

medikamentös nicht wesentlich beeinflussbar sein sollte, nicht andauernd, sondern 

lediglich gelegentlich situativ und bei stärkerer Intensität der Kopfschmerzen als 

aufgehoben erachtet. Diese Einschätzung ist angesichts der von der 

Beschwerdeführerin angegebenen Häufigkeit der Kopfschmerzen von durchschnittlich 

zweimal pro Monat über je drei Tage andauernd nachvollziehbar. Die 

Beschwerdeführerin hat auch angegeben, dass die Kopfschmerzen unter Bettruhe im 

Dunkeln und der Einnahme von Medikamenten (Paspertin und eine Stunde später 

Dafalgan) nach zwei bis drei Stunden abklängen (vgl. IV-act. 39-33). Somit ist davon 

auszugehen, dass die Kopfschmerzen in ihrer Intensität und Dauer grundsätzlich mit 

Medikamenten behandelt werden können, auch wenn bisher noch nicht die optimale 

medikamentöse Therapie gefunden worden ist. Eine invaliditätsrelevante andauernde 

Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Kopfschmerzen lässt sich jedenfalls nicht begründen.

2.3   Bezüglich der Schwindelbeschwerden hat der neurologische Gutachter keine 

objektive Ursache feststellen können. Er hat ausgeführt, es sei nicht eindeutig zu ent­

scheiden, ob es sich beim Schwindel um ein persistierendes psycho-vegetativ bzw. ein 

funktionell fixiertes Relikt eines im Jahr 1999 diagnostizierten peripher-paroxysmalen 

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Lagerungsschwindels, um eine davon unabhängige anderweitige funktionelle 

Angelegenheit oder/und um ein Symptom der sonst allerdings zumindest überwiegend 

ohne Aura ablaufenden vestibulären Migräne handle. Aufgrund der Symptomatik, des 

Verlaufs und der früheren und aktuellen Befunde bestünden keine Hinweise auf einen 

Morbus Menière, einen gegenwärtigen peripher-paroxysmalen Lagerungsschwindel 

oder sonstige peripher und auf zentral-vestibuläre, zerebelläre, 

extrapyramidalmotorische, spinale oder andere zentralnervöse sowie peripher-

neurogene Ursachen. Einen Zusammenhang des Schwindels mit der chronischen Otitis 

media sei ganz unwahrscheinlich, da der Verlauf und die wiederholten ORL-ärztlichen 

Untersuchungen verschiedenenorts sowie die früheren und aktuellen Befunde keine 

Verdachtsmomente auf eine Bogengangsarrosion ergeben hätten bzw. ergäben (vgl. 

IV-act. 39-38 f.). Aufgrund des Umstands, dass die Schwindelbeschwerden nicht zu 

objektivieren gewesen sind, ist der neurologische Gutachter davon ausgegangen, dass 

sich diese unmöglich von den psychischen Störungen abgrenzen liessen. Dafür spricht 

auch, dass die Beschwerdeführerin gemäss den gutachterlichen Ausführungen 

offensichtlich widersprüchliche Angaben betreffend die medikamentöse 

Beeinflussbarkeit des Schwindels gemacht hat. Einerseits hat sie angegeben, dass das 

Medikament Bertasec keine Wirkung auf den Schwindel gezeigt habe, andererseits hat 

sie davon berichtet, dass der Schwindel unter einer früheren medikamentösen 

Behandlung weitgehend abgeklungen sei (IV-act. 39-37 f.). Es ergibt sich 

zusammenfassend, dass der Schwindel in keinem der multidisziplinären Fachgebiete 

objektivierbar gewesen ist. Die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang 

geklagten Beschwerden können deshalb bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht 

berücksichtigt werden. 

2.4   Schliesslich hat der neurologische Gutachter auch bezüglich der von der 

Beschwerdeführerin geklagten verschiedenen peri-/artikulären Beschwerden keine 

objektivierbaren Befunde erheben können. Er hat festgehalten, ein Substrat der 

linksseitigen Bein-/Fussparästhesien sei nicht auszumachen. Bei der vollkommen 

diffus-zirkulären Ausbreitung der Beschwerden ohne eine nachweisbare 

Sensibilitätsstörung oder andere erhellende Befunde fänden sich keine Indizien für 

Affektionen der peripheren Nerven, des Lumbosacralplexus oder der 

Lumbosacralnerven oder für zentralnervöse Ursachen welcher Natur auch immer. Diese 

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Beschwerden begründen gemäss dem Gutachter ebenfalls keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 39-38).

2.5   In rheumatologischer Hinsicht hat die Untersuchung der Rückenbeschwerden der 

Beschwerdeführerin im Vordergrund gestanden. Im Rahmen der Begutachtung sind 

zunächst ergänzende bildgebende Untersuchungen der HWS und LWS durchgeführt 

worden. Der rheumatologische Gutachter hat anhand der angefertigten Röntgenbilder 

jedoch keine objektiven Befunde feststellen können, mit welchen die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen hinreichend erklärbar wären. Er hat 

festgehalten, es habe sich eine lediglich initiale spondylotische Veränderung der 

distalen LWS, Spondylarthrosen der mittleren/distalen HWS und distalen LWS sowie 

eine initiale Atlantodentalarthrose gezeigt. In der klinischen Untersuchung sei einzig 

eine leicht eingeschränkte lumbale Lateralflexion nach rechts bei im Übrigen 

harmonischer und uneingeschränkter Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte 

festzustellen gewesen. Bezüglich der von der Beschwerdeführerin angegebenen HWS-

Beschwerden sei eine Wirbelsäulenfehlstatik im Sinne einer akzentuierten thorakalen 

Kyphose mit Hyperkyphose des zervikothorakalen Übergangs und leichter 

Kopfprotraktion gefunden worden (vgl. IV-act. 41-20). Wie bereits der im Jahr 2007 

voruntersuchende Rheumatologe Dr. C.___ hat auch der rheumatologische Gutachter 

Hinweise für eine nichtorganische Schmerzkomponente bei der Beschwerdeführerin 

gesehen: So sei die körperliche Leistungsfähigkeit von der Beschwerdeführerin selber 

ausgesprochen tief eingeschätzt worden und habe weit unterhalb der 

Belastungsgrenze für eine leichte körperliche Tätigkeit gelegen (vgl. IV-act. 41-20, 11). 

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Schmerzangaben der versicherten Person für 

sich allein nicht genügen, um eine IV-rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit zu 

begründen. Vielmehr muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen 

Leistungsüberprüfung verlangt werden, dass Schmerzangaben durch damit 

korrelierende, schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Andernfalls 

wäre eine rechtsgleiche Beurteilung von Rentenansprüchen nicht gewährleistet (Ulrich 

Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 2. Aufl., Art. 28a S. 353). 

Betreffend die von der Versicherten geschilderten Arthralgien (Schulter links, 

Handgelenk links, Knie rechts, OSG links) hat der Gutachter festgehalten, dass sich 

weder klinisch noch radiologisch ein adäquates organisches Korrelat gefunden habe. 

Es lägen aber objektiv nachweisbare leichte degenerative Veränderungen im Sinne 

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einer Finger-Polyarthrose vom Heberden- und Bouchardtyp vor (vgl. IV-act. 41-20). Der 

rheumatologische Gutachter ist zum Schluss gekommen, dass sich eine 

Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit quantitativ nicht begründen lasse. 

Aufgrund der erhobenen objektivierbaren Befunde ergäben sich lediglich qualitative 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei demnach in 

körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne kraftanfordernde manuelle 

Tätigkeiten und ohne längere Arbeiten in extendierter HWS-Stellung bzw. mit 

repetitiven HWS-Rotationen und Flexionen/Extensionen vollständig arbeitsfähig (vgl. 

IV-act. 41-21). Diese Einschätzung stimmt mit der Beurteilung von Dr. C.___ im 

Arztbericht vom 16. Oktober 2008 überein. Zwar dürfte die damals diagnostizierte 

beginnende Finger-Polyarthrose offenbar ein wenig vorangeschritten sein, da der 

Gutachter sie neu als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt hat (vgl. 

IV-act. 41-18). Jedoch hat er ausdrücklich festgehalten, dass er der Finger-

Polyarthrose bei der Beurteilung der qualitativen Einschränkungen dahingehend 

Rechnung getragen habe, dass die Beschwerdeführerin kraftanfordernde manuelle 

Tätigkeiten vermeiden solle (vgl. IV-act. 41-22). Eine quantitative Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit ergibt sich demnach nicht, was nachvollziehbar ist, da es sich auch im 

Begutachtungszeitpunkt lediglich um leichtgradige degenerative Veränderungen 

gehandelt hat (vgl. IV-act. 41-20). Im Übrigen sind die Ausführungen und 

Schlussfolgerungen des rheumatologischen Gutachters nachvollziehbar und plausibel.

2.6   Aus somatischer Sicht haben die Gutachter der Beschwerdeführerin gesamthaft 

eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Dabei sind 

die objektivierbaren rheumatologischen Befunde im Sinne von qualitativen 

Einschränkungen berücksichtigt worden. Überdies ist in neurologischer Hinsicht darauf 

hingewiesen worden, dass es gelegentlich situativ zu Arbeitsausfällen bei Migräne von 

stärkerer Intensität kommen könne (vgl. IV-act. 41-21). Auf diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung aus somatischer Sicht ist abzustellen.

2.7   In psychiatrischer Hinsicht wurde die Beschwerdeführerin gleich zwei Mal in der 

MEDAS Ostschweiz begutachtet (5. April  und 16. November 2011). Das erste Gut­

achten wurde von der MEDAS aufgrund von Qualitätsmängeln zurückgezogen und hat 

daher keinen Beweiswert. Folglich ist es bei der Würdigung nicht zu berücksichtigen. 

Med. prakt. E.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher die zweite und vor­

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liegend massgebliche Begutachtung durchgeführt hat, hat im Fachgutachten vom 7. 

Dezember 2011 festgehalten, es liege eine Anpassungsstörung mit einer längeren 

depressiven Reaktion vor, welche sich jedoch nicht einschränkend auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführererin auswirke. Eine somatoforme 

Schmerzstörung bestehe nicht. Die Kopfschmerzen könnten ausreichend somatisch 

erklärt werden (Migräne). Der Schwindel imponiere als Schwankschwindel und 

entspreche keiner psychiatrischen Diagnose, insbesondere könne der Schwindel nicht 

einer anhaltend somatoformen Schmerzstörung zugerechnet werden. Die 

Rückenschmerzen im Bereich der LWS seien zwar nicht ausreichend somatisch 

erklärbar, jedoch hingen sie gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführerin nicht 

von der psychischen Verfassung ab und seien somit auch nicht im Rahmen eines 

emotionalen Konfliktes oder einer psychosozialen Belastungssituation anzusehen. 

Daher könne auch bezüglich der Rückenschmerzen keine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung diagnostiziert werden (vgl. IV-act. 41-26). Zur Frage, ob die Diagnose 

in der Vergangenheit je gegeben gewesen ist, hat er sich nicht geäussert. Dies spielt 

jedoch keine Rolle, da sich die – wenn überhaupt je vorgelegene – somatoforme 

Schmerzstörung jedenfalls nie arbeitsfähigkeitsrelevant ausgewirkt hat. Dies zeigt sich 

u.a. darin, dass es der Beschwerdeführerin nach der Kündigung durch die 

Arbeitgeberin am 29. November 2006 (vgl. IV-act. 8-9) gesundheitlich möglich gewesen 

ist, während der gesamten dreimonatigen Kündigungsfrist, d.h. bis Ende Februar 2007, 

ohne Absenzen zu 100% arbeitstätig zu sein (vgl. IV-act. 8-7). Offenbar hat sie trotz der 

durch die Kündigung ausgelösten Belastungssituation den Willen aufbringen können, 

die Schmerzen vollumfänglich zu überwinden. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich 

auch eine Prüfung der Förster-Kriterien. Med. prakt. E.___ hat weiter festgehalten, dass 

die Diagnose einer depressiven Episode insgesamt nicht gestellt werden könne. Von 

den drei Hauptkriterien einer depressiven Episode erfülle die Beschwerdeführerin das 

Kriterium einer betrübten Stimmung nur teilweise und die beiden anderen Kriterien 

eines reduzierten Antriebs und des Verlustes, Freude zu verspüren, gar nicht (vgl. IV-

act. 41-27). Med. prakt. E.___ hat nur geringfügige Befunde, namentlich eine leicht 

bedrückte Stimmung und ein leicht reduzierter Antrieb, erheben können (vgl. IV-act. 

41-27). Es ist daher nachvollziehbar, dass die Diagnose einer depressiven Episode 

nicht gestellt werden kann. Med. prakt. E.___ hat festgehalten, dass die bei der 

Beschwerdeführerin vorliegenden depressiven Symptome als reaktiv zu beurteilen und 

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auf ihre Schuldensituation zurückzuführen seien, da sie durch die Schulden sehr 

belastet sei. Da es für die depressiven Symptome eine Ursache gebe, sei die Diagnose 

einer Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion (ICD 10 F 43. 21) zu 

stellen. Zu dieser Diagnose passe auch, dass die Beschwerdeführerin in ihren 

alltäglichen Verrichtungen aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei, dass keine 

psychiatrische Behandlung empfohlen worden sei und dass die Beschwerdeführerin 

selbst der Meinung sei, keine psychiatrische Erkrankung zu haben (vgl. IV-act. 41-28). 

Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hat med. prakt. E.___ festgehalten, dass die 

diagnostizierte Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bewirke. Aus 

psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin sowohl in der zuletzt durchgeführten 

Tätigkeit als visuelle Prüferin als auch in allen anderen Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig 

(vgl. IV-act. 41-28). Die medizinischen Ausführungen sowie die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von med. prakt. E.___ sind überzeugend begründet und 

schlüssig.

2.8   Zusammengefasst erscheint das MEDAS-Gutachten vom 11. Januar 2012 sowohl 

in somatischer als auch psychiatrischer Hinsicht als umfassend, differenziert, 

nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei. Insbesondere sind auch die mit dem 

Entscheid des Versicherungsgerichts vom 23. November 2010 festgestellten Lücken in 

der Sachverhaltsabklärung durch das vorliegende Gutachten geschlossen worden. Vor 

diesem Hintergrund ist auf das Gutachten und die darin attestierte 100%ige 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer somatisch leidensangepassten 

Tätigkeit abzustellen.

3.     

3.1   Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades ist im Folgenden ein Einkommensvergleich 

vorzunehmen. Das Valideneinkommen orientiert sich in der Regel am zuletzt erzielten 

Einkommen. Gemäss dem Arbeitgeberbericht vom 16. Oktober 2008 hat die 

Beschwerdeführerin im Jahr 2006 einen Monatslohn von Fr. 4'025.-- + Fr. 450.-- 

Schichtzulage verdient (vgl. IV-act. 8-3). Dies ergibt ein Jahreseinkommen von 

Fr. 58'175.-- (13 x Fr. 4'475.--). Da die Beschwerdeführerin seit Februar 2007 nicht 

mehr erwerbstätig gewesen ist, sind für die Bestimmung des Invalideneinkommens die 

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statistischen durchschnittlichen Tabellenlöhne gemäss den Lohnstrukturerhebungen 

(LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen. Die Beschwerdeführerin hat keine 

Ausbildung absolviert und ist als Hilfsarbeiterin zu qualifizieren. Im Jahr 2006 haben 

Frauen in Hilfstätigkeiten ein durchschnittliches Jahreseinkommen in Höhe von 

Fr. 50'278.-- erzielt (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle 

AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012). Dieses Einkommen ist 

ausgehend von der 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als 

Invalideneinkommen zu betrachten.

3.2   Stellt man die beiden Vergleichseinkommen einander gegenüber, so resultiert eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 7'897.--. Dies entspricht einem Invaliditätsgrad von rund 

14%. Ein unter 40% liegender Invaliditätsgrad vermag keinen Rentenanspruch zu 

begründen (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Selbst mit einem maximalen Tabellenlohnabzug 

von 25% läge der Invaliditätsgrad noch unter 40% (Valideneinkommen: Fr. 58'175.--, 

Invalideneinkommen: Fr. 37'709.-- [Fr. 50'278.-- - 25%], Erwerbseinbusse: 

Fr. 20'466.--, Invaliditätsgrad: 35%). Die angefochtene Verfügung vom 27. März 2012 

erweist sich folglich als rechtmässig.

4.     

4.1   Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver­

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen. 

Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/

sGS 951.1]). Mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind die Ge­

richtskosten beglichen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

bis

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1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; 

diese ist mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss beglichen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.08.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. August 2014, IV 2012/127).

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