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**Case Identifier:** f2e7c571-0c35-5972-b8eb-9e5bf06b9825
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.08.2018 200 2018 227
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-227_2018-08-20.pdf

## Full Text

200 18 227 KV
FUR/SCM/SEJ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 20. August 2018

Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Atupri Gesundheitsversicherung 
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 21. Februar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2018, KV/18/227, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bis zum 31. Dezember 2015 bei der Atupri Gesundheitsversicherung (Atu-
pri bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch krankenpflegeversichert (Akten 
der Atupri, Antwortbeilage [AB] 1 S. 2, 6). 

Im Rahmen der Überprüfung ihrer Leistungspflicht bezüglich der seit dem 
13. Mai 2014 vergüteten Physiotherapieleistungen (AB 3.1 - 3.5), holte die 
Atupri im November 2015 zusätzliche medizinische Unterlagen ein (vgl. 
AB 1.2, 1.3), gestützt worauf sie die weitere Kostenübernahme mit Schrei-
ben vom 8. Dezember 2015 (AB 1.4) rückwirkend ab dem 9. Dezember 
2014 verneinte. Nachdem sich die Parteien hinsichtlich der Leistungspflicht 
nicht einigen konnten (vgl. AB 1.5 - 1.9 sowie Beschwerdebeilage [BB] D), 
hielt die Atupri am 6. November 2017 verfügungsweise fest, dass sie die 
Kostenübernahme für Physiotherapieleistungen in der Zeit vom 15. De-
zember 2014 bis Ende 2015 ablehne (AB 1.10). Die dagegen erhobene 
Einsprache (AB 1.11) wurde mit Entscheid vom 21. Februar 2018 abgewie-
sen (AB 1).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte am 19. März 2018 Beschwerde und bean-
tragte unter sinngemässer Aufhebung des angefochtenen Entscheids, dass 
die Beschwerdegegnerin die Rechnungen für folgende Physiotherapieleis-
tungen übernehme:

15. Dezember 2014 bis 22. Dezember 2014: Fr. 148.30

6. Januar 2015 bis 17. Februar 2015: Fr. 445.05

24. Februar 2015 bis 16. Juni 2015: Fr. 444.95

30. Juni 2015 bis 8. Dezember 2015: Fr. 444.95

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2018 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2018, KV/18/227, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 21. Februar 
2018 (AB 1). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im 
Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung die Kosten für die 
Physiotherapiebehandlungen in der Zeit vom 15. Dezember 2014 bis Ende 
2015 zu übernehmen hat.

1.3 Der Beschwerdeführer macht eine Forderung von Fr. 1‘483.25 
(Fr. 148.30 + Fr. 445.05 + Fr. 444.95 + Fr. 444.95 [vgl. Beschwerde S. 4]) 
geltend, wobei die Beschwerdegegnerin den umstrittenen Betrag tiefer an-
setzt (vgl. Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 10 und 14 - 17). Der Streitwert liegt 
jedenfalls unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in 
die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2018, KV/18/227, Seite 4

2.

2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kos-
ten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit 
und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 
1994 über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Die Leistungen 
nach den Art. 25 - 31 KVG müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaft-
lich sein (Art. 32 Abs. 1 Satz 1 KVG).

2.2 Eine medizinische Leistung ist im Sinne von Art. 32 Abs. 1 KVG 
wirksam, wenn sie objektiv den Erfolg der Behandlung der Krankheit erwar-
ten lässt, mit anderen Worten muss sie objektiv geeignet sein, auf den an-
gestrebten diagnostischen, therapeutischen oder pflegerischen Nutzen 
hinzuwirken. Wirksamkeit bezeichnet die kausale Verknüpfung von Ursa-
che (medizinische Massnahme) und Wirkung (medizinischer Erfolg; 
BGE 139 V 135 E. 4.4.1 S. 139, 133 V 115 E. 3.1 S. 116, 130 V 299 E. 6.1 
S. 304; SVR 2005 KV Nr. 6 S. 21 E. 1.2). Die Wirksamkeit (wie auch die 
Zweckmässigkeit) einer Behandlung beurteilt sich im Hinblick auf den durch 
sie angestrebten Nutzen im Einzelfall (BGE 143 V 95 E. 3.1 S. 98).

2.3 Die Zweckmässigkeit einer Leistung setzt deren Wirksamkeit vor-
aus. Ob eine Leistung zweckmässig ist, muss anhand des diagnostischen 
oder therapeutischen Nutzens der Anwendung im Einzelfall, unter Berück-
sichtigung der damit verbundenen Risiken, gemessen am angestrebten 
Heilerfolg der möglichst vollständigen Beseitigung der körperlichen oder 
psychischen Beeinträchtigung beurteilt werden (BGE 137 V 295 E. 6.2 
S. 306, 130 V 299 E. 6.1 S. 304). Die Frage der Zweckmässigkeit hängt 
daher von medizinischen Kriterien ab und deckt sich mit derjenigen nach 
der medizinischen Indikation. Ist die medizinische Indikation einer wirksa-
men Behandlungsmethode gegeben, ist auch die Zweckmässigkeit zu be-
jahen. Umgekehrt sind medizinisch nicht indizierte therapeutische oder 
diagnostische Vorkehren regelmässig auch unzweckmässig (BGE 139 V 
135 E. 4.4.2 S. 140, 130 V 532 E. 2.2 S. 536; SVR 2001 KV Nr. 21 S. 62 
E. 2c). 

2.4 Das Wirtschaftlichkeitserfordernis im Sinne von Art. 32 Abs. 1 KVG 
bezieht sich nach der Rechtsprechung auf die Wahl unter mehreren 

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zweckmässigen Behandlungsalternativen: Bei vergleichbarem medizini-
schem Nutzen ist die kostengünstigste Variante bzw. diejenige mit dem 
besten Kosten-/Nutzen-Verhältnis zu wählen (vgl. BGE 142 V 26 E. 5.2.1 
S. 35, 139 V 135 E. 4.4.3 S. 140, 136 V 395 E. 7.4 S. 407).

2.5 Nach Art. 5 Abs. 1 der Verordnung vom 29. September 1995 über 
Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Kranken-
pflege-Leistungsverordnung, KLV; SR 832.112.31) werden die Kosten be-
stimmter, von Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen (im Sinne der 
Art. 46 und 47 der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversi-
cherung [KVV, SR 832.102]) erbrachter Leistungen übernommen. Soll die 
Physiotherapie nach einer Behandlung, die 36 Sitzungen entspricht, zu 
Lasten der Versicherung fortgesetzt werden, so hat der behandelnde Arzt 
oder die behandelnde Ärztin dem Vertrauensarzt oder der Vertrauensärztin 
zu berichten und einen begründeten Vorschlag über die Fortsetzung der 
Therapie zu unterbreiten. Der Vertrauensarzt oder die Vertrauensärztin 
prüft den Vorschlag und beantragt, ob, in welchem Umfang und für welche 
Zeitdauer bis zum nächsten Bericht die Physiotherapie zu Lasten der Kran-
kenversicherung fortgesetzt werden kann (Art. 5 Abs. 4 KLV).

2.6 Die gesetzliche Vermutung, wonach die Krankheitsbehandlung den 
gesetzlichen Prinzipien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäs-
sigkeit entspricht, gilt für Ärzte und Chiropraktoren grundsätzlich (Art. 33 
Abs. 1 KVG), für Physiotherapeuten hingegen nur, soweit deren (ärztlich 
angeordnete) Leistungen von der Positivliste nach Art. 5 Abs. 1 KLV erfasst 
sind (Art. 33 Abs. 2 KVG; BGE 129 V 167 E. 3.2 S. 170 f. und E. 4 S. 174). 
Zudem ist diese Vermutung aufgrund der in Art. 5 Abs. 4 KLV festgehalte-
nen formellen Anforderung einer vertrauensärztlichen Überprüfung auf den 
Umfang von 36 physiotherapeutischen Sitzungen beschränkt (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Dezember 2010, 9C_374/2010, 
E. 3.2).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und zwischen den Parteien denn 
auch unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 
im Zusammenhang mit beidseitigen Knieschmerzen zwischen dem 13. Mai 
und 9. Dezember 2014 die Kosten für 36 Physiotherapie-Sitzungen ver-
gütet hat (vgl. AB 1 S. 3 Ziff. 5, 1.3, 1.10 S. 2 Ziff. 5, 3.1 - 3.4, Beschwerde 
S. 2, Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 23). Umstritten ist demgegenüber die 
Kostenübernahme für die ab dem 15. Dezember 2014 bis Ende 2015 
durchgeführten Behandlungen (AB 1 S. 4 Ziff. 11 sowie Dispo Ziff. 2, Be-
schwerde S. 4). 

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.2.1 Im „Fragebogen - Physiotherapie“ vom 30. November 2015 (AB 1.3) 
führte Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, 
die physiotherapeutischen Massnahmen seien seit Mai 2014 ohne wesent-
liche Besserung geblieben, neue Verordnungen würden durch ihn (als 
Stellvertreter bzw. Nachfolger des nunmehr pensionierten ehemaligen 
Hausarztes Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin) 
allenfalls erst nach Beurteilung der aktuellen Situation erfolgen. Laut Akten 
sei mit der Therapie wenig erreicht worden. Die Fortsetzung sei wohl kaum 
zielführend, jedoch solle der Bericht der vorgesehenen Beurteilung durch 
die Schmerzsprechstunde des F.________ abgewartet werden. Eine Pro-
gnose sei offensichtlich schwierig.

3.2.2 Mit E-Mail vom 24. Januar 2016 (AB 1.5) hielt der behandelnde 
Physiotherapeut D.________ fest, seit Behandlungsbeginn im Mai 2014 
hätten die alltagslimitierenden Kniebeschwerden beidseits nur leicht ver-
bessert werden können. Der Unterschied gegenüber dem Therapiebeginn 

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zeige sich vor allem darin, dass die Physiotherapie im Jahr 2015 in grösse-
ren Abständen habe durchgeführt werden können. Dadurch dass sich mit-
tels Therapie immer eine Beruhigung der Beschwerden ergeben habe, sei 
es dem Beschwerdeführer möglich geblieben, seine in einem Pensum von 
ca. 25 % ausgeübte Tätigkeit als ... weiterzuführen und nicht in eine länge-
re oder sogar vollständige Arbeitsunfähigkeit zu fallen.

3.2.3 Im Bericht vom 23. Februar 2016 (AB 1.6) bat der (neue) Hausarzt 
Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, um Wieder-
erwägung der abgelehnten Kostengutsprache. Dank der physiotherapeuti-
schen Behandlung habe zumindest die Alltagsfähigkeit des Beschwerde-
führers gesichert und eine Berufstätigkeit ausgeübt werden können. 

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrauensärzte haben in beweis-
rechtlicher Hinsicht grundsätzlich den gleichen Stellenwert wie die verwal-
tungsinternen Arztberichte und Gutachten der UVG-Versicherer (RKUV 
2001 KV 189 S. 492 E. 5b). Den Berichten und Gutachten versicherungsin-
terner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 
befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 
steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 
schliessen. Gleiches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versi-
cherung wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 
2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, 

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welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als 
begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, 
welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 
Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 
135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.4 Im angefochtenen Entscheid vom 21. Februar 2018 macht die Be-
schwerdegegnerin hauptsächlich unter Hinweis auf Stellungnahmen des 
vertrauensärztlichen Dienstes geltend, die Physiotherapiebehandlung erfül-
le die Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit im 
Sinne von Art. 32 Abs. 1 KVG ab dem 15. Dezember 2014 bis Ende 2015 
nicht mehr (vgl. AB 1 S. 3 Ziff. 7 und 10 sowie S. 4 Ziff. 11, siehe auch 
AB 1.4, 1.7, 1.8 [Schreiben vom 25. Mai 2016]). Wie sogleich aufzuzeigen 
sein wird, kann der Leistungsanspruch indessen derzeit nicht abschlies-
send beurteilt werden.

3.4.1 In formeller Hinsicht ist zunächst Folgendes zu beachten: Die Ak-
tenführungspflicht von Verwaltung und Behörden bildet das Gegenstück 
zum (aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101] fliessenden) 
Akteneinsichts- und Beweisführungsrecht, indem die Wahrnehmung des 
Akteneinsichtsrechts durch die versicherte Person eine Aktenführungs-
pflicht der Verwaltung voraussetzt. Die Behörde ist verpflichtet, ein 
vollständiges Aktendossier über das Verfahren zu führen, um gegebenen-
falls ordnungsgemäss Akteneinsicht gewähren und bei einem Weiterzug 
diese Unterlagen an die Rechtsmittelinstanz weiterleiten zu können. Die 
Behörde hat alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache gehört. Der 
verfassungsmässige Anspruch auf eine geordnete und übersichtliche Ak-
tenführung verpflichtet die Behörden und Gerichte, die Vollständigkeit der 
im Verfahren eingebrachten und erstellten Akten sicherzustellen. Für die 
dem Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts unterstellten Versi-
cherer wurde in Art. 46 ATSG die Aktenführungspflicht auf Gesetzesstufe 
konkretisiert. Danach sind für jedes Sozialversicherungsverfahren alle Un-

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terlagen, die massgeblich sein können, vom Versicherungsträger systema-
tisch zu erfassen (BGE 138 V 218 E. 8.1.2 S. 223).

3.4.2 Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 
hatte die Beschwerdegegnerin zur Erstellung des Sachverhalts den von Dr. 
med. B.________ ausgefüllten Fragebogen hinsichtlich Physiotherapie vom 
30. November 2015 (AB 1.3) ihrem Vertrauensarzt zu unterbreiten (vgl. 
Art. 5 Abs. 4 KLV bzw. E. 2.5 hiervor). Zwar erwähnte die Beschwerdegeg-
nerin die hierzu offenbar verfasste Stellungnahme des vertrauensärztlichen 
Dienstes in den Schreiben vom 8. Dezember 2015 (AB 1.4) und 16. März 
2016 (AB 1.7), doch findet sich diese selbst nicht in den Akten. Der Be-
schwerdeführer ersuchte in der Folge am 19. Februar 2016 (recte: 19. Mai 
2016 [AB 1.8]) um Zustellung einer Kopie des vertrauensärztlichen Berichts 
(vgl. hierzu Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG), woraufhin die Beschwerdegegnerin 
am 25. Mai 2016 (AB 1.8) zwar die – lediglich knapp gehaltenen – Angaben 
des vertrauensärztlichen Dienstes wiedergab, ohne jedoch ein echtzeitli-
ches Dokument samt Datum, Name und Unterschrift des beurteilenden 
Arztes beizufügen. Dies wurde weder in einem späteren Stadium des Ver-
waltungsverfahrens noch im angerufenen Beschwerdeverfahren nachge-
holt. Die erwähnten Stellungnahmen bilden jedoch massgebliche Grundla-
ge der angefochtenen Leistungsabweisung (vgl. AB 1 S. 3 Ziff. 7 und 10 
sowie S. 4 Ziff. 11, 1.4, 1.7, 1.8 [Schreiben vom 25. Mai 2016] sowie hierzu 
auch UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl. 2015, Art. 46 N. 14), 
womit die Beschwerdegegnerin anzuweisen ist, ihre Akten im dargelegten 
Sinne zu vervollständigen.

3.4.3 In materieller Hinsicht ergibt sich zudem was folgt: Die Wirksamkeit 
wie auch die Zweckmässigkeit einer Behandlung beurteilen sich im Hinblick 
auf den durch sie angestrebten Nutzen im Einzelfall (E. 2.2 und 2.3 hier-
vor). Daraus, dass durch die Massnahme grundsätzlich eine möglichst 
vollständige Beseitigung der gesundheitlichen Beeinträchtigung erzielt wer-
den soll, lässt sich indessen nicht schliessen, dass nur kurative, nicht aber 
adjuvante oder palliative Therapien wirksam wären. Einer bestimmten Be-
handlung kann die Wirksamkeit nicht allein mit der Begründung abgespro-
chen werden, sie ändere nichts an der Progredienz des Leidens, sondern 
behandle nur die Symptome (vgl. Entscheide des BGer vom 28. Februar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2018, KV/18/227, Seite 10

2017, 9C_528/2016, E. 3.1, und vom 23. Dezember 2010, 9C_374/2010, 
E. 4.2). Zwar führten sowohl Dr. med. B.________ als auch der Physiothe-
rapeut D.________ aus, es habe kaum eine Besserung der Beschwerden 
erreicht werden können (AB 1.3, 1.5), jedoch sind sich letzterer wie auch 
Dr. med. E.________ einig, dass dank der Physiotherapie die bisher aus-
geübte berufliche Tätigkeit habe erhalten bleiben können (AB 1.5, 1.6). 
Obwohl Dr. med. B.________ eine Reduktion bzw. Therapiepause vorsah 
und festhielt, dass mit der bisherigen Therapie „laut Akten“ wenig erreicht 
worden sei, wies er gleichzeitig darauf hin, dass hinsichtlich Zielsetzung 
einer weiterzuführenden Therapie die vorgesehene Beurteilung durch die 
Schmerzsprechstunde des Spitals F.________ abgewartet werden solle. Er 
stellte denn auch eine weitere Verordnung zur Physiotherapie durch ihn 
(zuvor durch den ehemaligen Hausarzt Dr. med. C.________ ausgestellt 
[vgl. AB 1.2]) erst nach Beurteilung der aktuellen Situation in Aussicht 
(AB 1.3). Ob die erwähnte Sprechstunde im Spital F.________ in der Folge 
stattfand und ob Dr. med. B.________ die Situation nochmals beurteilte, 
lässt sich den Akten nicht entnehmen. Unter diesen Umständen war die 
medizinische Ausgangslage jedenfalls nicht eindeutig und bestanden im 
Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung zumindest geringe Zweifel 
an den – überdies nicht hinreichend dokumentierten (vgl. E. 3.4.2 hiervor) – 
vertrauensärztlichen Feststellungen, womit die Beschwerdegegnerin zur 
Vornahme weiterer Abklärungen gehalten gewesen wäre (vgl. E. 3.3 hier-
vor).

3.5 Nach dem Ausgeführten sind die Akten bezüglich der (Grundlage 
des angefochtenen Entscheids bildenden) Berichte des vertrauensärztli-
chen Dienstes unvollständig und ist überdies der medizinische Sachverhalt 
in Bezug auf die Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der physiotherapeuti-
schen Behandlung ab dem 15. Dezember 2014 bis Ende 2015 ungenügend 
abgeklärt. In der Folge ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als der 
angefochtene Einspracheentscheid vom 21. Februar 2018 (AB 1) aufzuhe-
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit 
sie in Nachachtung der Untersuchungsmaxime (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) 
die Akten vervollständige und die erforderlichen Abklärungen nachhole 
sowie hiernach über den Leistungsanspruch neu verfüge. Soweit weiterge-
hend ist die Beschwerde abzuweisen.

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4. 

4.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 1 Abs. 1 KVG in 
Verbindung mit Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Trotz seines Obsiegens hat der nicht vertretene Beschwerdeführer 
nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf die beschwerdeweise bean-
tragte Parteientschädigung (vgl. Beschwerde S. 4), da der Aufwand zur 
Wahrung seiner Interessen den Rahmen dessen nicht überschritten hat, 
was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Besorgung seiner 
persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 127 V 205 
E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der Atupri Gesundheitsversicherung vom 21. Februar 
2018 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
gewiesen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Er-
wägungen verfahre und neu verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde 
abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Atupri Gesundheitsversicherung 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.