# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98f2be55-027f-54f5-bc13-c15d7bc24f8a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-06
**Language:** de
**Title:** Abstellen auf DAP-Zahlen rechtens, Invaliditätsbemessung IV nicht massgebend; Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2015.00265
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00265.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00265
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
6. April 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
Bahnhofstrasse 24, Postfach, 6210 Sursee
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1964, war seit August 2009 als Bauarbeiter bei der
Y.___
, beschäftigt und über diese bei der Suva obli
gatorisch unfallversiche
rt, als er am 6. Dezember 2012 den Kopf an
d
er
Scheibe seines
Bagger
s
anschlug (
Urk.
8/1 Ziff. 1-
6
) und sich eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) mit Kompressionsfraktur des Halswirbelkörpers (HWK) 3 zuzog (
Urk.
8/7/2).
Die Suva sprach ihm mit Verfügung vom 28. März 2014 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 12
%
und eine
Integritätsentschädi
gung
entsprechend einer Integritätseinbusse von 5
%
zu (
Urk.
8/113). Die da
gegen am 23. April (
Urk.
8/119), 9. Juli (
Urk.
8/129) und 14. August 2014 (
Urk.
8/139) erhobene Einsprache wies sie mit
Einspracheentscheid
vom
16. November 2015 ab (
Urk.
8/149 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 16. November 2015 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 15. Dezember 2015 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 31
%
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2 Mitte Ziff. 1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Januar 2016 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 5. Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Die Invalidenversicherung verneinte mit Verfügung
vom
1
6. Februar 2007 einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 21
%
, was das hiesige Gericht mit Urteil vom 23. Oktober 2007 im Verfahren Nr. IV.2007.00449 bestätigte (
Urk.
8/132
).
Mit Verfügung
vom 15. April 2015
verneinte die Invalidenversicherung
ei
nen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 31
%
(
Urk.
8/148
=
Urk.
3/5
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie gemäss Art. 18
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich blei
bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig
keit. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Er
werbseinkommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1.2
Aufgrund der Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs (Art. 8 ATSG) in der Inva
liden- und Unfallversicherung hat die Schätzung der Invalidität mit Be
zug auf den gleichen Gesundheitsschaden in beiden Bereichen prinzipiell denselben Invaliditätsgrad zu ergeben, soweit nicht die unterschiedliche ge
setzliche Regelung oder Rechtspraxis in den einzelnen Versicherungszweigen zu einer abweichenden Invaliditätsbemessung führen. Bereits abgeschlossene Invaliditätsfestlegungen sind
mitzuberücksichtigen
. Es besteht jedoch keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig (Urteil
des Bundesgerichts 8C_543/2011 vom 25.
August 2011 E. 3 mit Hinweisen auf
BGE 133 V 549
E. 6,
119 V 468
E.
2b).
1.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens
können - wenn
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat
-
nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Zahlen
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP)
herangezogen werden (BGE 139
V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
1.4
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächli
ch existierender Arbeitsplätze.
Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmög
lichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die
Stellen
inhaber
oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gerichtlichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu kön
nen (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Ar
beitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamt
zahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden doku
mentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamt
zahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des
Sucher
gebnisses
eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass
die
Suva
die für die Invaliditätsbemessung im kon
kreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die
Suva
im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann.
(BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, es könne auf die - näher umschriebene - kreisärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (S. 4
Ziff.
3a) abgestellt werden (S. 4
Ziff.
3b). Das
Invali
deneinkommen
sei
, ausgehend von fünf DAP
-
Arbeitsplätzen (S. 6
Ziff.
4c)
,
mit
Fr.
63‘499.-- im Jahr 2014 zu beziffern (S. 6
Ziff.
4d) und das
Validen
einkommen
mit
Fr.
72‘309.-- (S. 8
Ziff.
6b), womit ein Invaliditätsgrad von rund 12
%
resultiere (S. 9
Ziff.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), aufgrund seiner Schmerzen könne er nicht wie angenommen 100
%
, sondern nur zu 50
%
arbeiten (S. 3
Ziff.
III.1). Das Invalideneinkommen betreffend sei auf
den
im Jahr
2007 von der Invalidenversicherung eingesetzten, vom hie
sigen Gericht und vom Bundesgericht bestätigten Betrag abzustellen (S. 4
Ziff.
2). Der von ihm im Jahr 2014 erzielte - tiefere - Lohn zeige, dass die Beschwerdegegnerin von einem viel zu hohen Invalideneinkommen ausgehe (S. 5
Ziff.
4). Da die Gesundheitsbeeinträchtigung ausschliesslich
unfallbe
dingt
sei und
die Invalidenversicherung 2014 einen Invaliditätsgrad von 31
%
ermittelt habe, könne der von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Inva
liditätsgrad
von nur 12
%
nicht korrekt sein (S. 6
Ziff.
5).
Das
Invalidenein
kommen
sei gestützt auf Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE)
und
mit einem Abzug von mindestens 10
%
zu ermitteln
(S. 7
Ziff.
7).
Die ver
wendeten DAP-Profile berücksichtigten seine persönlichen Merkmale und Voraussetzungen überhaupt nicht
(S. 7
Ziff.
8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Invaliditätsbemessung.
3.
3.1
Kreisarzt
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, erstattete am 2
2.
August 2013 ge
stützt auf die vorhandenen Akten eine Beurteilung der Zumutbarkeit (
Urk.
8/58 =
Urk.
8/59). Er führte aus, der Versicherte könne mittelschwere und schwere Arbeiten ganztags ohne relevante qualitative Einschränkungen bewältigen. Er empfehle eine stufenweise Wiedereingliederung ab dem
1. September 2013 für zunächst 3 Stunden täglich während vier Wochen, da
nach eine Steigerung auf 5 Stunden für weitere vier Wochen, danach wieder ganztägig; sowie medizinische Trainingstherapie (MTT) und Fitness-Behand
lung.
3.2
Am 18. Oktober 2013 berichtete Kreisarzt
Dr.
Z.___
über die gleichentags er
folgte Untersuchung (
Urk.
8/77). Er führte unter anderem aus, bei der Un
tersuchung zeige sich eine
mässiggradige
Bewegungseinschränkung der HWS in alle Bewegungsrichtungen ohne
radikuläre
beziehungsweise neurologische Symptomatik der oberen und unteren Extremitäten (S. 3 unten). Er veran
lasste eine abschliessende neurologische Untersuchung (S. 4 Mitte).
3.3
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 20. Novem
ber 2013 über seine Untersuchung vom 11. November 2013 (
Urk.
8/85). Er empfahl ein Verlaufs-MRI (S. 2 Mitte) und führte unter ande
rem aus, der Beschwerdeführer könne momentan auf der Baustelle nur für leichtere Arbeiten eingesetzt werden. Die Arbeitsfähigkeit sei momentan noch signifikant eingeschränkt, sie betrage 50
%
bei deutlich verminderter Leistungsfähigkeit. Ungewöhnlich sei sicherlich ein sehr protrahierter
Hei
lungsverlauf
, eine begleitende Anpassungsstörung sei durchaus möglich (S. 2 unten).
3.4
Das MRI vom 4. Dezember 2013 ergab im Vergleich zum 16. Januar 2013 keine progrediente Sinterung. Die beginnenden Degenerationen der gesamten HWS seien altersentsprechend und unverändert zur Voruntersuchung; in kei
ner Etage bestehe der Verdacht auf eine
radikuläre
Kompression (
Urk.
8/91).
3.5
Kreisarzt - und jetzt Prof. -
Dr.
Z.___
stellte in seiner Beurteilung vom
9. Dezem
ber 2013 (
Urk.
8/95) basierend auf der zusätzlichen neurologischen Beurteilung (vorstehend E. 3.3) und dem aktuellen MRI (vorstehend E. 3.4) fest, der medizinische Endzustand sei erreicht. Dem Versicherten könne die angestammte Tätigkeit auf dem Bau mittel- bis langfristig nicht mehr zuge
mutet werden (S. 1).
Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien leichte bis mittelschwere körperli
che Tätigkeiten ganztags zumutbar. Häufige Überkopfarbeiten sowie Heben und Tragen von Lasten über 15 kg seien aus dem Tätigkeitsprofil auszu
schliessen (S. 1 unten).
4.
4.1
Im Schlussgespräch vom 6. März 2014 mit den Verantwortlichen der bisheri
gen Arbeitgeberin (
Urk.
8/110) wurde unter anderem ausgeführt, der Versi
cherte leide zusätzlich an krankheitsbedingten Rückenbeschwerden, welche die Reintegration in die angestammte Tätigkeit nicht mehr zuliessen (S. 1). Er arbeite in der angestammten Tätigkeit noch zu 50
%
, mehr sei leider nicht mehr möglich, da auch krankheitsbedingte Einschränkungen bestünden (S. 1 Mitte).
4.2
Im Rahmen der von der Invalidenversicherung gewährten Arbeitsvermittlung (
v
gl.
Urk.
8/118) wurde in einem Assessmentbericht vom 25. Mai 2014 (
Urk.
8/131) ausgeführt, es dürfte schwierig werden, den Kunden direkt in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, er selber könne sich keinen anderen Bereich als die Baubranche vorstellen (S. 1 unten). Er spreche schlecht Deutsch. Mit insgesamt 4 Jahren Grundschulbildung könne er knapp schrei
ben. Ein Leseverständnis sei nicht vorhanden. Es gelinge ihm nicht, eine Adresse korrekt abzuschreiben (S. 1 Mitte).
Am 1. Juli 2014 trat der Beschwerdeführer eine von der Invalidenversiche
rung vermittelte Stelle an einer Tankstelle
mit einem Pensum von 100
%
(
Urk.
8/139/7-9
Ziff.
3.2)
an, die jedoch innerhalb der Probezeit per 23. Au
gust 201
4
wegen mange
l
nder Sprac
h-, Lese- und Schreibkenntnisse
wieder gekündigt wurde (
Urk.
8/142/2-3 =
Urk.
8/143/2-3).
4.3
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens
wählte
die Beschwerdegegnerin
fünf DAP-Arbeitsplätze aus
(
Urk.
8/103/20-
39
), nämlich:
-
Nr. 6103, Kontrolleur: maschinelle Schlusskontrolle von Waagen vor dem Versand
(
Urk.
8/103/20-23)
-
Nr. 11306, Montage: Endmontage von Antrieben für Klappen
-
steuerun
gen
im Bereich Klima, Lüftung und Heizung; Ge
häuse verschrauben mit Schraubautomat
(
Urk.
8/103/24-27)
-
Nr. 6468, Schweisser: Es werden leichte Rohre in eine
Schweissma
schine
gelegt und von dieser automatisch verschweisst; der Vorgang muss überwacht werden, alle 30 Minuten müssen die
Rohre wieder neu gelegt werden (
Urk.
8/103/28-31)
-
Nr. 5498,
Schaumstoffpresser
: Schaumstoffmatten werden an der
Ther
mopresse
gepresst; Matten einlegen, pressen, entnehmen
(
Urk.
8/103/32-35)
-
Nr. 8321, Produktionsmitarbeiter Bäckerei: Kontrolle und abwägen von Zutaten, Eingabe von Daten etwa auf Kopfhöhe; keine Gewichte zu heben und zu tragen; stehend/sitzend arbeiten möglich
(
Urk.
8/103/36-39)
Der Durchschnitt der an diesen Arbeitsplätzen durchschnittlich erzielten Löhne betrug
, a
ngepasst an die Nominallohnentwicklung
von 0.7
%
,
Fr.
64‘694.--
im Jahr 2014 (
Urk.
8/103/1).
5.
5.1
Das vom Kreisarzt formulierte qualitative Belastungsprofil (vorstehend E. 3.5) wurde nicht in Frage gestellt und gibt auch aufgrund der Akten zu keinen Beanstandungen Anlass.
Allerdings
machte der Beschwerdeführer geltend, aufgrund seiner Schmerzen könne er nicht wie angenommen 100
%
, sondern nur zu 50
%
arbeiten (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
III.1). Dies steht im Widerspruch zum Umstand, dass er im Rahmen der von der Invalidenversicherung vermittelten Stelle im Umfang von 100
%
tätig gewesen ist und der Verlust der Stelle nicht gesundheitlich begründet war (vorstehend E. 4.2).
Demnach ist auch in quantitativer Hinsicht auf das genannte
Belastungspro
fil
abzustellen und von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tä
tigkeit auszugehen.
5.2
Der Beschwerdeführer machte sodann geltend, seine
Gesundheitsbeein
-
trächti
gung
sei ausschliesslich unfallbedingt, weshalb auf die Invaliditäts
-
bemessung durch die Invalidenversicherung abzustellen sei (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
5)
, möglicherweise sogar auf diejenige aus dem Jahr 2007 (S. 4
Ziff.
2).
Dem kann nicht gefolgt werden, ergibt sich doch aus den Akten ohne weite
res, dass
auch unfallfremde Beschwerden die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen (vorstehend E. 4.1). Gemäss dem Urteil des hiesigen Gerichts von 2007
(
Urk.
8/132) wurden schon zum damaligen Zeitpunkt eine chronische
Lum
boischialgie
und eine Anpassungsstörung bei Hinweisen auf
Vermeidungs
verhalten
und Selbstlimitierung diagnostiziert (S. 7 E. 3.4) und es wurde ein Invaliditätsgrad von 21
%
ermittelt (S. 14 E. 5.4).
Es kann deshalb
nicht die
Rede davon sein, dass in den beiden
Versiche
-
rungs
zweigen
der gleiche Gesundheitsschaden relevant wäre, womit - abgesehen davon, dass eine eigentliche Bindungswirkung ohnehin nicht bestünde - die Invaliditätsbemessung nicht zum gleichen Ergebnis führen muss (vorstehend E. 1.2).
Der Quervergleich mit der Invalidenversicherung ist immerhin insofern auf
schlussreich, als die Differenz
von 10
%
zwischen dem 2007 ermittelten
In
validitätsgrad
von 21
%
und dem 2015 (also nach dem Unfall) ermittelten Invaliditätsgrad von
3
1
%
die gleiche Grössenordnung aufweist wie der von der Beschwerdegegnerin aufgrund der Unfallfolgen festgelegte
Invaliditäts
grad
von 12
%
.
5.3
Der vom
Beschwerdeführer
im Jahr 2014 vorübergehend erzielte Lohn (vorste
hend E. 4.2) eignet sich - anders als von ihm geltend gemacht (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4) - nicht zur Plausibilisierung des hypothetischen
Invalidenein
kommens
.
D
er tatsächlich erzielte Verdienst
gilt dann als Invalidenlohn, wenn er im Rahmen einer Erwerbstätigkeit erzielt wird,
bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass
die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll aus
ge
schöpft
wird
, und das Einkommen aus der Arbeitsleistung als ange
messen und nicht als Sozi
allohn
erscheint (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Hier fehlt es bereits an der ersten Vo
raussetzung, der Stabilität des Arbeitsverhältnisses, hat dieses doch weni
ger als drei Monate gedauert.
5.4
Schliesslich machte der Beschwerdeführer geltend, es sei auf die
Tabellen
löhne
der LSE
abzustellen
(
Urk.
S. 7
Ziff.
7)
, weil d
ie verwendeten DAP-Pro
file seine persönlichen Merkmale und Voraussetzungen
- schlechte Schulbil
dung, mangelndes Leseverständnis -
überhaupt nicht
berücksichtigten
(S. 7
Ziff.
8).
Dass der Beschwerdeführer diesbezüglich nur bescheidene Ressour
cen hat, ist aufgrund der von der Invalidenversicherung veranlassten Ab
klärungen (vorstehend E. 4.2) anzunehmen. Ob die ausgewählten DAP-Ar
beitsplätze ihn, wie geltend gemacht, diesbezüglich überfordern würden, er
scheint jedoch zumindest fraglich.
Wie es sich damit verhält, kann aber offen bleiben, weil insbesondere
mangel
hafte Ausbildung und Sprachkenntnisse
- nebst fortgeschrittenem Alter, persönlichen Umständen oder der Arbeitsmarktsituation -
invaliditäts
fremde
Gründe
darstellen
(vgl. BGE 141 V 343 E. 3.3).
Für erwerbliche Nachteile, die sich daraus ergeben, hat die Beschwerdegegnerin nicht einzu
stehen (
BGE 119 V 468
E. 4a), deshalb fallen sie im Zusammenhang mit der Invaliditätsbemessung nicht in Betracht.
Sie liessen sich vorliegen
d
auch nicht unter dem Titel der Parallelisierung
berücksichtigen, weil dies ein deutlich unterdurchschnittliches
Validenein
kommen
voraussetzen
würde
(
BGE 141 V 1
E. 5.4), was beim Beschwerde
führer mit
Fr.
72‘309.-- (vorstehend E. 2.1) gerade nicht der Fall ist.
5.5
Zusammengefasst erweisen sich die gegen die Invaliditätsbemessung erhobe
nen Einwände als nicht stichhaltig. Der angefochtene Entscheid ist nicht
zu
beanstanden, sondern zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Lotti Sigg
-
Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu
enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher