# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a796b3bc-99c0-54b6-ae34-854555b3f7fd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2018 D-3287/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3287-2018_2018-07-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3287/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger;  

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl);  

Verfügung des SEM vom 16. Mai 2018 / N (…). 

 

 

 

D-3287/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung vom 22. Januar 2014 anerkannte die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer als Flüchtling und gewährte ihm Asyl. 

B.  

Mit Schreiben vom 12. März 2014 reichte der Beschwerdeführer beim SEM 

ein Gesuch um Einreisebewilligung und Familienzusammenführung für 

seine vier Kinder aus (…) Ehe (B._______, C._______, D._______, 

E._______) ein, welches mit Verfügung vom 9. Juli 2015 abgelehnt wurde. 

Auf eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde trat das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil D-5695/2015 vom 16. September 2015 in-

folge verpasster Beschwerdefrist nicht ein. 

C.  

Mit Schreiben vom 29. Januar 2018 reichte der Beschwerdeführer beim 

SEM erneut ein Gesuch um Einreisebewilligung für seinen Sohn, 

D._______, geboren am (…) 2003 ein, in welchem er im Wesentlichen gel-

tend machte, dass sein minderjähriger Sohn aus Eritrea geflohen sei und 

nun alleine in einem Flüchtlingslager in Äthiopien lebe.  

D.  

Mit Verfügung vom 16. Mai 2018 – eröffnet am 17. Mai 2018 – wies das 

SEM das Gesuch um Einreisebewilligung und Familienzusammenführung 

ab. 

E.  

Mit Eingabe datiert vom 31. Mai 2018 (Eingang beim Bundesverwaltungs-

gericht am 6. Juni 2018) reichte der Beschwerdeführer beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde ein und beantragte sinngemäss, es sei die 

Verfügung des SEM vom 16. Mai 2018 aufzuheben und seinem Sohn sei 

die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. 

F.  

Mit Schreiben vom 6. Juni 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht 

den Eingang der Beschwerde. 

 

 

D-3287/2018 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Ver-

fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG 

(vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten 

Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 51 AsylG, mit der Marginalie „Familienasyl“, werden Ehe-

gatten von Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge an-

erkannt und erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände dagegen 

sprechen (Abs. 1). Wurden die anspruchsberechtigten Personen nach Ab-

satz 1 durch die Flucht getrennt und befinden sie sich im Ausland, so ist 

ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen (Abs. 4). Die Erteilung einer Ein-

reisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt eine vorbestandene Fami-

liengemeinschaft, die Trennung der Familie durch die Flucht sowie die fest 

beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz voraus (vgl.  

BVGE 2012/31 E. 5).  

3.2 Wer um die Erteilung einer Einreisebewilligung zum Zweck des Fami-

lienasyls ersucht, hat die Zugehörigkeit des nachzuziehenden Angehörigen 

zur Familiengemeinschaft, die im Zeitpunkt der Flucht vorbestandene Fa-

miliengemeinschaft, die Familientrennung durch die Flucht sowie die fest 

beabsichtigte Familienvereinigung beider Anspruchsberechtigten nachzu-

weisen oder zumindest glaubhaft zu machen (Art. 7 AsylG; Botschaft des 

Bundesrates vom 4. Dezember 1995 zur Totalrevision des Asylgesetzes 

sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlas-

sung der Ausländer, BBl 1996 II 70). 

D-3287/2018 

Seite 4 

4.  

4.1 Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind weder in tatsächlicher 

noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. Die angefochtene Verfügung 

ist ausreichend begründet. Die Rechtsmitteleingabe setzt sich mit dieser in 

keiner Weise auseinander und erschöpft sich in Wiederholungen des be-

reits Vorgetragenen. Sie zeigt nicht auf, inwiefern die vorinstanzliche Be-

weiswürdigung Bundesrecht verletzen oder zu einer rechtsfehlerhaften 

Sachverhaltsfeststellung führen soll, sondern anerkennt vielmehr implizit 

die Regelungen von Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG. 

Die Vorinstanz hat mit Verfügung vom 9. Juli 2015 festgestellt, dass die 

Familiengemeinschaft mit der Mutter von D._______ schon lange vor der 

Flucht des Beschwerdeführers aufgelöst worden ist und mit D._______ gar 

nie eine Familiengemeinschaft bestanden hat. Diese Verfügung ist mit dem 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5695/2015 vom 16. Septem-

ber 2015 in Rechtskraft erwachsen. Somit kann vom Beschwerdeführer 

nur eine neu eingetretene Sachlage geltend gemacht werden. Die Aussage 

des Beschwerdeführers, D._______ befinde sich nun alleine in Äthiopien, 

ist in dieser Hinsicht unbehelflich, vermag sie doch nichts daran zu ändern, 

dass mit D._______ gar nie eine Familiengemeinschaft bestanden hat.  

4.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz das Gesuch 

zu Recht abgewiesen hat. 

5.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3287/2018 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Andrea Beeler 

 

 

Versand: