# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f26d1f5b-fd96-5c53-b712-ae72ed89eaab
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-25
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 25.09.2015 502 2015 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2015-122_2015-09-25.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2015 122

Urteil vom 25. September 2015

Strafkammer

Besetzung Präsident: Roland Henninger
Richter: Hubert Bugnon, Jérôme Delabays
Gerichtsschreiberin: Gina Gutzwiller

Parteien KANTON A.________, Strafkläger und Beschwerdeführer

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

B.________, Beschuldigter

Gegenstand Einstellungsverfügung – Hehlerei

Beschwerde vom 4. Juni 2015 gegen die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 29. Mai 2015

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. Am 16. Dezember 2014 reichte der Kanton A.________, vertreten durch C.________ vom 
Amt für Kultur/Archäologie, bei der Kantonspolizei A.________ Strafanzeige gegen Unbekannt ein 
wegen unrechtmässiger Aneignung einer antiken Goldmünze, welche zum Verkauf auf der 
Internetplattform Ricardo angeboten wurde, nachdem sie auf einem im eigenen Kantonsgebiet 
gelegenen Acker gefunden worden war. Der Kanton A.________ konstituierte sich zudem als 
Privatklägerschaft.

Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft des Kantons A.________ ergab schliesslich, dass es 
sich beim Verkäufer um D.________ handelte. Dieser verkaufte die Goldmünze im Verlauf der 
Untersuchung auf Ricardo. Die Staatsanwaltschaft des Kantons A.________ konnte den Käufer 
als B.________ identifizieren, woraufhin sie bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft ) gegen diesen Strafanzeige wegen Hehlerei erhob sowie um 
Sicherstellung und Zustellung der Goldmünze bat.

Am 4. Mai 2015 wurde B.________ als Beschuldigter zur Sache einvernommen und die fragliche 
Goldmünze beschlagnahmt. In der Folge stellte die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 29. Mai 
2015 das gegen B.________ geführte Strafverfahren wegen Hehlerei ein. Eine Kopie dieser 
Verfügung stellte sie dem Kanton A.________ zu.

B. Mit Eingabe vom 4. Juni 2015 erhebt der Kanton A.________ Beschwerde gegen die 
Verfügung vom 29. Mai 2015 und beantragt sinngemäss deren Aufhebung.

Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Stellungnahme vom 11. Juni 2015 auf Abweisung der 
Beschwerde.

B.________ stellte mit Eingabe vom 16. September 2015 den Antrag auf Bestellung eines 
Pflichtverteidigers sowie auf Entschädigung und schloss sinngemäss auf Abweisung der 
Beschwerde.

Erwägungen

1. a) Gegen die Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft kann bei der 
Strafkammer innert 10 Tagen Beschwerde eingereicht werden (Art. 20 Abs. 1 Bst. a, 322 Abs. 2, 
393 Abs. 1 Bst. a StPO, Art. 85 Abs. 1 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]).

Die angefochtene Verfügung wurde am 29. Mai 2015 erlassen. Die am 4. Juni 2015 der Post 
übergebene Beschwerdeschrift wurde somit offensichtlich rechtzeitig eingereicht.

b) aa) Ein Rechtsmittel nach der StPO kann jede Partei ergreifen, die ein rechtlich 
geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Partei ist unter anderem auch die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). Als 
Privatklägerschaft gilt nach Art. 118 StPO die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich 
am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen (Abs. 1). Die Erklärung ist gegenüber 
einer Strafverfolgungsbehörde spätestens bis zum Abschluss des Vorverfahrens abzugeben 
(Abs. 3). Hat die geschädigte Person von sich aus keine Erklärung abgegeben, so weist sie die 

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Staatsanwaltschaft nach Eröffnung des Vorverfahrens auf diese Möglichkeit hin (Abs. 4). Wird der 
Hinweis nach Art. 118 Abs. 4 StPO unterlassen, so ist die verspätete Erklärung der geschädigten 
Person im Rahmen einer Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung als rechtsgültige 
Konstituierung anzuerkennen (vgl. Urteil BGer 6B_728/2012 vom 18. Februar 2013 E. 3.1, mit 
Hinweisen).

bb) Der Beschwerdeführer hat erst mit Zustellung der angefochtenen Verfügung von der 
im Kanton Freiburg gegen den Beschuldigten geführten Strafuntersuchung Kenntnis erhalten, da 
die Staatsanwaltschaft den Hinweis gemäss Art. 118 Abs. 4 StPO unterlassen hat. Im 
Strafverfahren, welches im Kanton A.________ gegen D.________ geführt wird, hat sich der 
Beschwerdeführer bereits als Privatkläger konstituiert (act. 31). Die Beschwerde gegen die 
Einstellungsverfügung vom 29. Mai 2015 gilt folglich als Erklärung i.S.v. Art. 118 Abs. 1 StPO und 
die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers ist unter diesem Gesichtspunkt zu bejahen.

cc) Privatklägerschaft setzt Geschädigteneigenschaft gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO 
voraus (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, Art. 118 N. 2). Nach Art. 115 StPO gilt als geschädigte Person 
jene, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Abs. 1); die zur 
Stellung eines Strafantrags berechtigte Person gilt in jedem Fall als geschädigte Person (Abs. 2). 
Öffentlichrechtliche Körperschaften, namentlich die Kantone, sind geschädigte Person im Sinne 
dieser Bestimmung, soweit sie durch die Straftat in ihren Rechten wie ein Privater verletzt worden 
sind (MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, Art. 115 N. 39).

Gemäss Art. 724 Abs. 1 ZGB sind herrenlose Naturkörper oder Altertümer von wissenschaftlichem 
Wert Eigentum des Kantons, in dessen Gebiet sie gefunden worden sind. Vorliegend hat der 
Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als Eigentümer i.S.v. Art. 724 Abs. 1 ZGB Strafanzeige 
erhoben. Er ist damit in seinen Rechten wie ein Privater betroffen, weshalb seine 
Beschwerdelegitimation auch unter diesem Gesichtspunkt zu bejahen ist.

c) Die Beschwerde ist schriftlich einzureichen und zu begründen (Art. 396 Abs. 1 StPO).

Die vorliegende Beschwerde wurde genügend begründet, weshalb auf sie einzutreten ist.

d) Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige 
Sachverhaltsfeststellung und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO).

e) Die Strafkammer entscheidet ohne Verhandlung (Art. 397 Abs. 1 StPO). Sie verfügt 
grundsätzlich über vollständige Kognition (vgl. Art. 391 Abs. 1 StPO).

f) Der Beschuldigte beantragt in seiner Stellungnahme vom 16. September 2015 für das 
Beschwerdeverfahren vor hiesiger Kammer die amtliche Verteidigung.

aa) Vorliegend ist kein Fall notwendiger Verteidigung gegeben (Art. 130 StPO). In 
solchen Fällen ordnet die Verfahrensleitung eine amtliche Verteidigung an, wenn die beschuldigte 
Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer 
Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 Bst. b StPO). Zur Wahrung der Interessen der 
beschuldigten Person ist die Verteidigung namentlich geboten, wenn es sich nicht um einen 
Bagatellfall handelt und der Straffall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten 
bietet, denen die beschuldigte Person allein nicht gewachsen wäre (Art. 132 Abs. 2 StPO).

bb) Der Beschuldigte wurde erst gegen Schluss des Beschwerdeverfahrens über dieses 
orientiert und zur Stellungnahme aufgefordert. Seine Eingabe hat er selbst verfasst und 
eingereicht. Weitere Verfahrenshandlungen waren zu jenem Zeitpunkt weder vorgesehen noch 

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notwendig, weshalb die Wahrung seiner Interessen in diesem Verfahrensstadium keine amtliche 
Verteidigung gebietet. Die Prüfung der Mittellosigkeit erübrigt sich damit.

Der Antrag auf Bestellung einer amtlichen Verteidigung im Beschwerdeverfahren wird deshalb 
abgewiesen.

cc) Über die amtliche Verteidigung für das weitere Verfahren wird die 
Staatsanwaltschaft zu befinden haben.

2. a) Der Beschwerdeführer beanstandet zunächst eine unrichtige Feststellung des 
Sachverhaltes; aus dem Angebot auf der Internetplattform Ricardo gehe nicht hervor, dass die 
Münze „vor vielen vielen Jahren“ gefunden worden sei. Bei der gefundenen Münze handle es sich 
gemäss der Experten bzw. der Archäologie des Kantons A.________ um einen Gegenstand von 
wissenschaftlichem Interesse. Richtigerweise wären zudem die Strafbestimmungen des 
Bundesgesetzes über den internationalen Kulturgütertransfer vom 20. Juni 2003 
(Kulturgütertransfergesetz [KGTG; SR 444.1]) zu prüfen gewesen.

b) Die Staatsanwaltschaft hat ihre Einstellungsverfügung damit begründet, der Nachweis 
sei nicht erbracht, dass der Beschuldigte wusste, dass die Münze aus einer illegalen Quelle 
stammte. Er habe unter den gegebenen Umständen nicht einmal annehmen müssen, dass ein 
anderer sie durch eine strafbare Handlung erlangt habe, was sein Hinweis auf die „vielen vielen 
Jahre“ und die Tatsache, dass die Verjährungsfrist sieben Jahre betrage, belegten. 
Fundunterschlagung sei ohnehin nur bei einer Münze mit wissenschaftlichem Interesse gegeben, 
was angesichts der grossen Menge gefundener Münzen aber an sich schon zweifelhaft sei.

c) Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO die vollständige oder 
teilweise Einstellung des Verfahrens unter anderem, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine 
Anklage rechtfertigt (Bst. a) oder wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Bst. b). Sie erhebt beim 
zuständigen Gericht Anklage, wenn sie aufgrund der Untersuchung die Verdachtsgründe als 
hinreichend erachtet und keinen Strafbefehl erlassen kann (Art. 324 Abs. 1 StPO).

Bei der Frage, ob ein Strafverfahren über eine (definitive) Verfahrenseinstellung durch die 
Untersuchungsbehörde erledigt werden kann, gilt im schweizerischen Strafprozessrecht der 
Grundsatz "in dubio pro duriore". Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft in der 
Regel nur bei klarer Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen verfügt 
werden. Zwar ist der Grundsatz "im Zweifel für die Anklageerhebung" (bzw. "in dubio pro duriore") 
nicht ausdrücklich in der StPO geregelt (dies im Gegensatz zu einigen früheren kantonalen 
Strafprozessordnungen). Er ergibt sich jedoch verfassungsrechtlich aus dem Legalitätsprinzip 
(Art. 5 Abs. 1 BV) und sinngemäss aus Art. 324 Abs. 1 i.V.m. 319 Abs. 1 StPO (BGE 138 IV 86 
E. 4.2; 137 IV 219 E. 7.1 f.). Eine Einstellung ist jedenfalls geboten, wenn eine Verurteilung mit an 
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen erscheint. Indessen ist die Möglichkeit 
einer Verfahrenseinstellung nicht auf diese Fälle zu beschränken. Eine zu restriktive 
Rechtsanwendung würde dazu führen, dass selbst bei geringer Wahrscheinlichkeit einer 
Verurteilung ein Anklagezwang bestünde. Der Grundsatz "in dubio pro duriore" verlangt lediglich, 
dass bei Zweifeln (über die Straflosigkeit bzw. betreffend Prozesshindernisse) eine gerichtliche 
Beurteilung erfolgt. Als praktischer Richtwert kann daher gelten, dass Anklage erhoben werden 
muss, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Diese Grundsätze 
sind auch bei der gerichtlichen Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (BGE 138 
IV 86 E. 4.1.1).

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Der Staatsanwaltschaft steht bei der Beantwortung der Frage, ob ein Strafverfahren nach 
durchgeführter Untersuchung vollständig oder teilweise einzustellen ist, ein erheblicher 
Ermessensspielraum zu. Sie muss im Rahmen einer Prognose abschätzen, ob eine Verurteilung 
durch den Strafrichter wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Je schwerer das untersuchte 
Delikt wiegt, umso eher ist grundsätzlich anzuklagen (vgl. BGE 138 IV 86 E. 4.1.2; 137 IV 219 
E. 8.2-8.3).

d) aa) Gemäss Art. 24 KGTG wird, sofern die Tat nicht nach einer anderen Bestimmung 
mit höherer Strafe bedroht ist, mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder Busse bis zu CHF 100‘000.- 
bestraft, wer gestohlene oder gegen den Willen der Eigentümerin oder des Eigentümers abhanden 
gekommene Kulturgüter einführt, verkauft, vertreibt, vermittelt, erwirbt oder ausführt (Abs. 1 Bst. a). 
Handelt die Täterin oder der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Busse bis zu CHF 20‘000.- (Abs. 2).

Art. 2 Abs. 1 KGTG definiert als Kulturgut ein aus religiösen oder weltlichen Gründen für 
Archäologie, Vorgeschichte, Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft bedeutungsvolles Gut, 
das einer der Kategorien nach Art. 1 des Übereinkommens über Massnahmen zum Verbot und zur 
Verhütung der rechtswidrigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut vom 14. November 
1970 (UNESCO-Konvention 1970; SR 0.444.1) angehört. Gemäss Übereinkommen gilt als 
Kulturgut das von jedem Staat aus religiösen oder weltlichen Gründen als für Archäologie, 
Vorgeschichte, Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft bedeutungsvoll bezeichnete Gut, 
das namentlich der Kategorie der Antiquitäten angehört, die mehr als hundert Jahre alt sind, wie 
beispielsweise Münzen (Art. 1 Bst. e UNESCO-Konvention 1970). Ob einem Objekt die verlangte 
Bedeutung zukommt, bestimmen wissenschaftlich oder künstlerisch geschulte Fachleute. Nicht 
vorausgesetzt wird ein besonderer Seltenheitswert oder ein effektives Interesse der Allgemeinheit 
(SIEGFRIED, Internationaler Kulturgüterschutz in der Schweiz, 2005, S. 125).

Obwohl das KGTG den internationalen Kulturgütertransfer regelt, wird in der Literatur die Ansicht 
vertreten, dass das Vorhandensein eines Auslandsbezugs grundsätzlich nicht Voraussetzung für 
seine Anwendung ist (FOËX, La loi fédérale sur le transfert international des biens culturels: un 
point de vue de civiliste, in Renold/Gabus/de Werra [Hrsg.], Criminalité, blanchiment et nouvelles 
réglementations en matière de transfert de biens culturels, 2006, S. 36; UHLMANN ET AL., 
Privatrechtliche Bestimmungen des neuen KGTG, in Jusletter vom 30. Mai 2005, S. 1).

Hehlerei mit Grabungsfunden i.S.v. Art. 724 ZGB fällt unter Art. 24 Abs. 1 Bst. a KGTG (BOILLAT, 
Trafic illicite de biens culturels et coopération judiciaire internationale en matière pénale, in SZK 
2012 22, N. 529). Wird Hehlerei fahrlässig begangen, wird der Täter nach derselben Bestimmung 
bestraft, sofern Tatobjekt ein Kulturgut ist (BOILLAT, N. 530). Reine Unvorsichtigkeit bzw. fehlende 
Wachsamkeit des Täters genügt, um seine Strafbarkeit zu begründen (CASSANI, Les infractions à 
la loi fédérale sur le transfert international des biens culturels à l’épreuve des principes 
fondamentaux du droit pénal, in Renold/Gabus/de Werra, a.a.O., S. 51). Der Kulturgütermarkt ist 
nämlich als „risikobehafteter“ Markt zu betrachten, weshalb von den involvierten Akteuren 
besondere Wachsamkeit verlangt wird, ansonsten nicht von gutem Glauben im zivilrechtlichen 
Sinne ausgegangen werden kann (BERTOSSA, L’application du droit pénal ordinaire en matière de 
biens culturels, in Renold/Gabus/de Werra, a.a.O., S. 75; RASCHÈR ET AL., Cultural Property 
Transfer / Transfert des biens culturels / Trasferimento dei beni culturale / Kulturgütertransfer, 
2005, S. 266; vgl. zum Antiquitätenhandel BGE 122 III 1 E. 2b/aa).

Die Strafbestimmung von Art. 24 KGTG gilt namentlich auch für Kunsthändler bzw. Sammler 
(GRELL/PLUTSCHOW, Sorgfaltspflichten gemäss Kulturgütertransfergesetz [KGTG]. Anleitung mit 
praktischen Tipps, 2005, S. 25 Fn. 31; DIESELBEN, Sorgfaltspflichten belasten Kunstsammler, in 

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NZZ 123/2005 S. 10; GUTZWILLER, Zum Geltungsbereich des Bundesgesetzes über den 
internationalen Kulturgütertransfer, in SJZ 101/2005 S. 517 f.; BRATSCHI, Bilderrahmen oder 
Strafrahmen?, in NZZ 98/2005 S. 16). Auch Privatsammler können sich nur dann auf ihren guten 
Glauben berufen, wenn sie versuchen, diesen effektiv zu schützen, beispielsweise durch 
Registereinsicht und Bestehen auf die lückenlose Dokumentation der Provenienz des zu 
erwerbenden Objekts (DAL MOLIN, Sorgfaltspflichten im Kunsthandel, in PRIVATE 5/2008 S. 72; 
s.a. BRATSCHI, S. 16; RASCHÈR ET AL., S. 266). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt 
nämlich auch der Antiquitätenhandel als Geschäftsbereich, in dem oft Waren zweifelhafter 
Herkunft angeboten werden und für welchen erhöhte Sorgfaltspflichten gelten (BGE 122 III 1 
E. 2b/aa).

bb) Wer eine Sache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch 
eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat, erwirbt, sich schenken lässt, zum 
Pfande nimmt, verheimlicht oder veräussern hilft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft. Der Hehler wird nach der Strafandrohung der Vortat bestraft, wenn sie milder 
ist (Art. 160 Abs. 1 StGB). Fahrlässige Hehlerei ist straflos (Art. 12 Abs. 1 i.V.m. Art. 160 StGB).

Für den Vorsatz ist weder genauere Kenntnis vom Vortäter noch von der konkreten Eigenart der 
Vortat erforderlich (BSK StGB-WEISSENBERGER, 3. Aufl. 2013, Art. 160 N. 69; TRECHSEL/CRAMERI, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2008, Art. 160 N. 13). Der Täter muss aber 
im Sinne einer laienhaften Parallelbewertung wissen oder mindestens mit der Möglichkeit rechnen 
und in Kauf nehmen, dass die Sache durch ein Delikt gegen das Vermögen erlangt wurde 
(WEISSENBERGER, Art. 160 N. 69). Es genügt insoweit regelmässig die Kenntnis hinreichend 
dichter Verdachtsmomente in Bezug auf die Umstände irgendeiner hehlereitauglichen Vortat 
(WEISSENBERGER, Art. 160 N. 69; TRECHSEL/CRAMERI, Art. 160 N. 13). Geht der Täter fälschlich 
vom unanfechtbaren, nicht mit dem Herausgabeanspruch eines Dritten belasteten Eigentum des 
Vorbesitzers aus, liegt Vorsatz ausschliessender Sachverhaltsirrtum vor (WEISSENBERGER, 
Art. 160 N. 70). Gutgläubiger Eigentumserwerb schliesst vollendete Hehlerei aus; Fahrlässigkeit 
kann den guten Glauben indessen zerstören (WEISSENBERGER, Art. 160 N. 72; FAVRE/PELLET/
STOUDMANN, Code pénal annoté, 2007, Art. 160 N. 1.6).

e) Vorliegend wurde der Beschuldigte einmalig am 4. Mai 2015 zur Sache einvernommen. 
Er sagte namentlich aus, nicht gewusst zu haben, dass die erworbene Münze von illegaler 
Herkunft sei. Aus dem Angebot sei klar ersichtlich gewesen, dass sie gefunden wurde. Der 
Verkäufer habe ihm angegeben, er habe die Münze vor vielen, vielen Jahren auf einem Acker 
gefunden (act. 22 Z. 24-27). Den Verkäufer habe er niemals gesehen und er kenne ihn auch nicht 
persönlich (act. 22 Z. 30 f.). Da die Münze auf einer öffentlichen Internetverkaufsplattform zum 
Verkauf angeboten wurde, sei er davon ausgegangen, dass der Verkäufer der rechtmässige 
Besitzer der Münze sei (act. 22 Z. 43-45). Er habe bei Ricardo bereits über 1‘300 Transaktionen 
vorgenommen und dabei niemals irgendwelche Kontrollen angestellt; er sei damit immer gut 
gefahren (act. 23 Z. 64-66). In seiner Stellungnahme vom 16. September 2015 führt er weiter aus, 
die Goldmünze im guten Glauben ersteigert zu haben, sie sei das rechtmässige Eigentum des 
Anbieters. Erst bei seiner Einvernahme durch die Kantonspolizei sei ihm mitgeteilt worden, dass 
die Münze mit einem Metalldetektor gefunden worden sei. Er habe mit D.________ nie einen 
andern Kontakt gehabt als über Ricardo. Der Münzsendung sei ein handschriftlicher Zettel des 
Verkäufers beigelegen, in welcher er ihm die lange Zeit seit dem Fund mitgeteilt habe.

Allfällige Einvernahmeprotokolle von D.________ wurden, soweit sich dies aus den Akten ergibt, 
von der Staatsanwaltschaft nicht beigezogen. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre 
Einstellungsverfügung damit ausschliesslich auf die Aussagen des Beschuldigten, ohne diese 

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durch weitere Abklärungen (insbesondere auch betreffend des der Lieferung beiliegenden Zettels) 
zu stützen. Selbst wenn ihm mangels Geständnisses ein Vorsatz nicht nachgewiesen kann und 
somit der Tatbestand der Hehlerei ausser Betracht fällt, so stellt sich aber zumindest die Frage, ob 
dem Beschuldigten nicht Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. Damit wäre allenfalls der 
Tatbestand von Art. 24 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Abs. 2 KGTG erfüllt.

Der Beschuldigte ist Sammler (act. 21 Z. 13), weshalb von ihm erwartet werden darf, beim Erwerb 
von Antiquitäten erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht walten zu lassen. Gutgläubigkeit kann 
deshalb nicht leichtfertig angenommen werden. Ausserdem ist einer vollwertigen Münze aus 
wertvollem Material, wie dies vorliegend der Fall ist, und welche im Jahre 1738 geprägt wurde 
(act. 33), also rund 300 Jahre alt ist, nicht von vornherein das wissenschaftliche Interesse i.S.v. 
Art. 724 Abs. 1 ZGB abzusprechen; vielmehr wäre dieses durch ein Gutachten zu bestimmen (vgl. 
Urteil BGer 1A.215/2000 vom 16. Oktober 2000 E. 4c/bb). Bis zur Gutachtenserstellung ist in 
Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei der gefundenen Goldmünze um ein Kulturgut i.S.v. 
Art. 2 Abs. 1 KGTG i.V.m. Art. 1 Bst. e UNESCO-Konvention 1970 handelt, vorläufig von ihrem 
wirtschaftlichen Interesse auszugehen (vgl. dazu BUNDESAMT FÜR KULTUR, Beispiele für 
Kulturgüter aus der kantonalen Urteilspraxis, 2010, S. 7: eine Münze aus Siam, Rama IV [1851-
1868], wurde in kantonaler Rechtsprechung als Kulturgut klassifiziert). Da wissenschaftliche 
Fundgegenstände gemäss Art. 724 Abs. 1bis ZGB weder ersessen noch gutgläubig erworben 
werden und der Herausgabeanspruch nicht verjährt, vermögen konsequenterweise – zumindest 
vorläufig – weder Ersitzung, gutgläubiger Erwerb noch Verjährung die Verfahrenseinstellung zu 
begründen.

Aufgrund der bestehenden Akten kann eine Verurteilung des Beschuldigten somit nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die Sache ist deshalb zur 
Vervollständigung der Untersuchung und zur neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft 
zurückzuweisen (Art. 397 Abs. 2 und 3 StPO).

Die Beschwerde wird damit gutgeheissen.

3. a) Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Der Beschwerdeführer hat mit seiner Beschwerde obsiegt. Die Verfahrenskosten sind folglich dem 
Staat Freiburg aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf CHF 500.- festzusetzen, zuzüglich der 
Auslagen von CHF 96.-.

b) Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf 
angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt oder 
wenn die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist. Sie hat ihre 
Entschädigungsforderung bei der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und zu belegen. 
Kommt sie dieser Pflicht nicht nach, so tritt die Strafbehörde auf den Antrag nicht ein (Art. 436 
Abs. 1 i.V.m. 433 StPO).

Der Beschwerdeführer hat keine Entschädigung verlangt, weshalb ihm keine solche zuzusprechen 
ist.

c) Die beschuldigte Person hat Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die 
angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte sowie der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus 
ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind, wenn sie ganz oder teilweise 
freigesprochen oder das Verfahren gegen sie eingestellt wird (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. 429 Abs. 1 

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Bst. a und b StPO). Erfolgt weder ein vollständiger oder teilweiser Freispruch noch eine Einstellung 
des Verfahrens, obsiegt die beschuldigte Person aber in andern Punkten, so hat sie Anspruch auf 
eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen (Art. 436 Abs. 2 StPO).

Vorliegend wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 29. Mai 2015, mit welchem das gegen 
den Beschuldigten eingeleitete Strafverfahren eingestellt wurde, aufgehoben. Der Beschuldigte hat 
keine Anträge gestellt, welche gutgeheissen worden wären. Ihm ist deshalb keine Entschädigung 
zuzusprechen.

(Dispositiv auf nachfolgender Seite)

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Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 29. Mai 2015 wird aufgehoben und 
die Sache zur Vervollständigung der Untersuchung und zur neuen Entscheidung an diese 
zurückgewiesen (Art. 397 Abs. 2 und 3 stopp).

II. Der Antrag von B.________ auf Bestellung einer amtlichen Verteidigung wird abgewiesen 
(Art. 132 Abs. 1 Bst. B und Abs. 2 stopp).

III. Die Gerichtskosten werden auf CHF 596.- festgelegt und dem Staat Freiburg auferlegt 
(Art. 428 Abs. 1 stopp).

IV. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 und 433 
stopp).

V. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 25. September 2015/ggu

Präsident Gerichtsschreiberin