# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8a3a956-3e20-549b-b73d-3322ac304745
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-29
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision (-aufhebung); medizinischer Sachverhalt mit eingeholtem MEDAS-Gutachten ungenügend abgeklärt; Rückweisung.
**Docket/Reference:** IV.2016.00509
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00509.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00509
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Ersatzrichterin Senn-Buchter
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil vom 29. Oktober 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann
Sautter & Ammann Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 12, Postfach 25, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X.___
, verheiratet, Vater von zwei Kindern (Jahr
gang 1978 und 1980) und zuletzt als CNC-Maschinist/Programmierer erwerbs
tä
tig gewesen (Urk. 6/18, Urk. 6/73), meldete sich am 9. Januar 2001 unter Hin
weis auf nicht näher bezeichnete psychische Leiden und Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an (Urk. 6/5). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem das polydiszip
linäre Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Y.___
vom 19. August 2002 (Urk. 6/31) ein und sprach dem Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Rente ab dem 1. Dezember 2000 zu (Verfügung nicht aktenkundig; vgl. Mitteilung des Beschlusses vom 20. Septem
ber 2002, Urk. 6/35).
Der Anspruch von
X.___
auf eine ganze Invalidenrente wurde
im Zuge zweier amtlicher Revisionsverfahren
mit Mitteilungen vom 26. September 2005 (Urk. 6/44) und 11. Mai 2010 (Urk. 6/52) bestätigt.
Demgegenüber
wurde
sein
Gesuch um Ausrichtung einer Hilflos
enentschädigung (Urk. 6/49 S. 3
f. Ziff. 3-4) mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 21. Juni 2010 (Urk. 6/53) abgewiesen.
1.2
Anlässlich eines im Sommer 2014 eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk. 6/55) gab die IV-Stelle – wiederum bei der MEDAS
Y.___
— ein weiteres po
lydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 15. Juli 2015 (Urk.
6/69) erstat
tet und am 11./
14. Januar 2016 (Urk. 6/89) im Rahmen des Vorbescheid
verfah
rens (Vorbescheid vom 28. Juli 2015, Urk. 6/71) mit Beantwortung von Rückfra
gen des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD; Urk. 6/88) ergänzt wurde. Mit Ver
fügung vom 29. März 2016 (Urk. 2) hob die IV-Stelle die
laufende
ganze Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Zuvor hatte sie mit Mitteilung vom 18. August 2015 (Urk. 6/74) hinsichtlich der Durch
führung von (weiteren) beruflichen Eingliederungsmassnahmen abschlägig ent
schieden.
2.
Gegen die Verfügung vom 29. März 2016 erhob
X.___
am 2. Mai 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, ihm sei die ganze Invalidenrente
wei
terhin auszurichten. Die IV-Stelle ersuchte in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2016 (Urk. 5) unter Hinweis auf die von ihr eingereichten Akten (Urk. 6/
1-96) um Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 8. Juni 2016 (Urk. 7) angezeigt wurde. Mit Eingabe vom 17. Januar 2018 (Urk. 10) reichte er die Berichte
des Z.___
, Herzzentrum, vom 14. und 22. Dezember 2017 (Urk.
11/1-2) zu den Akten. Da
von wurde
der IV-Stelle am 19. Januar 2018 (Urk. 12)
Kenntnis gegeben
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
li
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4.2
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des ak
tuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sach
ver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom 7. April 2017 E
. 2.2, nicht publiziert in: BGE
143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.6
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksich
tigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Entscheiderlasses zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, gemäss aktueller Einschätzung der Gutachter der MEDAS
Y.___
habe beim Beschwerdeführer vor allem im psychischen Bereich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes stattgefunden. Spätestens ab dem Zeitpunkt der Begut
achtung
vom
Juli 2015 sei ihm eine angepasste, körperlich leichte Tätigkeit ohne Exposition zu atemwegsreizenden Stoffen zu 100 % zumutbar. Dadurch ergebe sich neu ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 9 %, was zur Aufhebung der bisher ausgerichteten ganzen Rente führe. Berufliche Wiedereingliederungs
massnahmen seien dem Beschwerdeführer angeboten, aber mangels subjektiver Eingliederungsfähigkeit nicht weitergeführt worden.
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift entgegen (Urk. 1 S. 4 ff.), seit der Rentenzusprache habe sich sein psychischer Gesundheitszustand nicht verbessert, leide er doch nach wie vor an schweren Depressionen. In physi
scher Hinsicht habe sich sein Gesundheitszustand zufolge des Herz- und Lungen
leidens erheblich verschlechtert. Ein Revisionsgrund liege somit nicht vor. Eine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Leistungsfähigkeit sei nicht gegeben, was auch die Eingliederungsberaterin der Beschwerdegegnerin erkannt habe und durch die Akten medizinisch nicht widerlegt werde. Im Übrigen sei eine revi
sionsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei Personen, wel
che das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezo
gen hätten, grundsätzlich nur nach vorgängiger Durchführung von Einglie
de
rungsmassnahmen zulässig. Auch gemäss Einschätzung des psychiatrischen MEDAS-Gutachters sei eine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr gegeben.
In seiner Eingabe vom 17. Januar 2018 (Urk. 10) brachte der Beschwerdeführer vor, im Gutachten der MEDAS
Y.___
seien die darin erwähnten kardia
len Diagnosen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht miteinbezogen wor
den. Es sei im Rahmen der Begutachtung zu Unrecht von kardiologischen Unter
suchungen abgesehen worden, was auch durch die Berichte des Herzzentrums des
Z.___
vom 1
4.
und 2
2.
Dezember 2017 bestätigt werde.
3.
Streitig und zu prüfen ist, ob eine wesentliche Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17
Abs. 1 ATSG (vgl. E.
1.4.1 hiervor) vorliegt, welche zur revisionsweisen Aufhebung der seit Dezember 2000 ausgerichteten ganzen Rente berechtigte. Diese Frage beurteilt sich durch einen Vergleich der Gegebenheiten anlässlich der erstmaligen (aus psychischen Gründen erfolgten) Rentenzusprache im Jahr 2002 (Urk. 6/35) mit den Verhältnissen zum Zeitpunkt der
vorliegend
angefochtenen Verfügung vom 29. März 2016 (Urk. 2).
Davon geht auch der Beschwerdeführer aus
(Urk.
1 S.
4 Ziff.
2.2).
Die in den früheren Revisionsverfahren ergangenen, den Anspruch auf eine ganze Rente jeweils formlos bestätigenden Mitteilungen vom 26. September 2005 und 11. Mai 2010 (Urk. 6/44, Urk. 6/52) sind als zeitliche Vergleichsbasis für die Be
urteilung der Frage einer anspruchserheblichen Ä
nderung des Invaliditäts
grades
unbestrittenermassen nicht massgebend. Sie beruhen im Wesentlichen auf den knapp gehaltenen Verlaufsberichten des Hausarztes und dem von diesem einge
reichten Unterlagen (Urk. 6/42/3-4, Urk. 6/48/6-8), wobei fachärztliche psy
chiatrische Berichte fehlen. Es kann deshalb nicht von einer umfassenden mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 1.4.2 hiervor) gesprochen werden.
4.
Der erstmaligen Rentenzusprache vom Jahr 2002 lag in medizinischer Hinsicht insbesondere das auf allgemein-internistischen, oto-rhino-laryngologischen und psychiatrischen Untersuchungen beruhende Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 19. August 2002 (Urk. 6/31) zu Grunde. Darin wurde festgehalten (S. 11 Ziff. 3), der Beschwerdeführer klage in erster Linie über seine psychischen Probleme. Seit dem Tod seiner Mutter im Jahr 1999 fühle er sich immer traurig und niedergeschlagen, besonders am Morgen. Er habe sich schon mehrmals um
bringen wollen, wovon ihn nur der Gedanke an seine Familie abgehalten habe. Zugleich sei der Druck am Arbeitsplatz markant angestiegen. Sein Chef habe ihn mehrfach gedemütigt, worauf er so aufgebracht gewesen sei, dass er diesen um ein Haar zusammengeschlagen hätte. Er leide auch unter Schlafproblemen, wel
che durch eine Überdruck-Luftzufuhr-Maske nicht gelöst worden seien, so dass er diese zurückgegeben habe. Der zunächst schlechte Appetit sei unter der anti
depressiven Therapie besser geworden, er verzeichne eine Gewichtszunahme von zirka sieben Kilogramm seit dem Jahr 1999. Seine Libido sei seit dem Jahr 1999 gänzlich erloschen, viele andere Interessen ebenfalls. Sein zweitwichtigstes Ge
sundheitsproblem seien seit fünf bis sechs Jahren persistierende Schmerzen im rechten Ellbogen, die etwas besser geworden seien seit er nicht mehr arbeite.
Die Gutachter nannten als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zu
mutbaren Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode und ein Schlaf
ap
noesyndrom bei wegen Non-Compliance aufgegebener CPAP-Therapie. Diagno
sen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krank
heits
wert, bestünden nicht (S. 12 Ziff. 4.1-4.2). Die Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als CNC-Operator und in allen anderen ausserhäuslichen be
ruflichen Tätigkeiten betrage 30 %, wobei der psychiatrische Befund
limitie
rend sei (S.
13 Ziff. 5.1-5.2; vgl. dazu im Einzelnen das Fachgutachten von Dr. med. Fischer, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. Juni 2002, Urk. 6/31/18-23).
5.
5.1
In dem im aktuellen Revisionsverfahren ergangenen polydisziplinären (allge
mein-internistischen, psychiatrischen und pneumologischen) Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 15. Juli 2015 (Urk. 6/69/1-22; vgl. auch die Teil
gut
achten von
Dr.
med.
A.___
, FMH Pneumologie, vom 3
0.
Mai 2015 [Urk. 6/69/33-45] und von
Dr.
med.
B.___
, FMH für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, vom
8.
Juni 2015 [
Urk.
6/69/23-32]) wurde ausgeführt (S. 15 f. Ziff. 3), subjektiv klage der Beschwerdeführer in erster Linie über seine «psychischen Pro
bleme», welche seit mehr als 20
Jahren bestünden und im Jahr 1999 durch den starken Lärm am Arbeitsplatz akzentuiert worden seien, so dass er es dort nicht mehr ausgehalten habe und psychiatrische Hilfe habe in Anspruch nehmen müssen. Dank dieser sei es ihm etwas besser
gegangen, bis ihm die Diagnose seiner Herzkrankheit (kombiniertes Mitralvitium) und die entsprechenden Be
schwerden im Jahr 2008 erneut stark auf das Gemüt geschlagen hätten. Er spüre einen Lärm im Hinterkopf («wie Hubschrauber»), besonders bei Wetter
wechseln, und einen Druck an beiden Augen, für welchen der beigezogene Ophtalmologe keine Erklärung gefunden habe. Er sei «total nervös», werde schnell wütend und aggressiv und habe, da bei den «Ausraste-Situationen» sein Gehirn «total lahm
gelegt» werde, die grösste Mühe, die Contenance zu bewahren, auch gegenüber Suizidgedanken. Sein Schlaf sei seit Jahren nicht gut, und betrage, seit er die Atem-Überdruckmaske wieder benütze, immerhin sechs bis sieben Stunden pro Nacht. Sein Appetit sei «wechselnd», das Gewicht konstant, obschon er im Mai 2014 das Rauchen aufgegeben habe (2002: 92,5 kg; aktuell 102 kg). Seine Libido sei seit Jahren quasi erloschen, noch mehr, seit er mit Herz- und Atem
problemen zu kämpfen habe. Das zweitwichtigste Gesundheitsproblem des Beschwerdefüh
rers sei «etwas mit der Herzklappe». Seit dem Eingriff
vom
Juni 2010 (Erweiterung der stenosierten Mitralklappe) gehe es ihm zwar besser, aber er leide immer noch stark an Anstrengungs-Atemnot. Die dritte Klage betreffe die Zuckerkrankheit und die vierte Klage
die seit mehr als 20
Jahren vorhandenen Kreuzschmerzen.
Die Sachverständigen stellten folgende Diagnose mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 17 Ziff. 4.1):
Multifaktorielle (vor allem Anstrengungs-)Dyspnoe bei Adipositas und Trai
ningsmangel mit
-
Mischsyndrom von chronisch obstruktiver Pneumopathie und allergi
schem Asthma
bei
-
mittelschwerer obstruktiver teilreversibler Ventilations- und leichter CO-Diffusions-Störung bei Status nach Nikotinabusus (ICD-10 F17.25) von zirka 50 pack years bis Mai 2014
-
allergischer Rhino- und Pneumopathie bei Sensibilisierung auf Haus
-
staubmilben und Gräserpollen
-
obstruktivem Schlafapnoesyndrom
(Erstdiagnose März
2001, Therapie vom Beschwerdeführer alsbald sistiert,
Zweitdiagnose Februar
2002, in
zwischen mit nächtlicher Atemüberdruckmaske gut behandelt)
-
mittelschwerer pulmonaler Drucksteigerung bei
-
kombiniertem Mitralviti
um (Erstdiagnose November
2008) mit normo
kardem Vorhofflimmern mit Pulsdefizit von zirka 1/4
-
Status nach erfolg
reicher Mitralvalvuloplastie Juli
2010
Sodann nannten sie folgende Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert (S. 17 Ziff. 4.2):
Metabolisches Syndrom, mit
-
Adipositas «simplex» (178
cm / 102
kg, Body Mass Index 32.2) mit
-
Verdacht auf Fettleber, bei mässig erhöhter GPT
-
Diabetes
mellitus Typ 2 (Erstdiagnose Juni
2010, ungenügend behandelt [HbA1c 9.4, normal 4.5-5.7])
-
arterieller Hypertonie, gut behandelt
-
Dyslipidämie, genügend behandelt
-
Hyperurikämie
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit der Chronifizierung des Status als Rentner mit Neigung zu Aggression (ICD-10 Z73.1), mit
-
weitgehend remittierter rezidivierender depressiver Störung (anamnes
tisch, ICD-10 F33.4), mit
-
anamnestisch bekannter Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Hinsichtlich des beruflichen Leistungsvermögens hielten die Gutachter fest, für die zuletzt bis Januar 2000 ausgeübte Tätigkeit als CNC-Operator bestehe keine Arbeitsfähigkeit, dies ausschliesslich aus pneumologischen Gründen, weil atem
reizende Stoffe nicht zu vermeiden wären (S. 18 Ziff. 5.1). Für eine körperlich leichte Verweistätigkeit ohne Exposition an atemwegsreizende Chemikalien sowie unter verbesserter Behandlung des Schlafapnoesyndroms und des obstruktiven Anteils der Pneumopathie werde die Arbeitsfähigkeit auf 100 % der Norm veran
schlagt (Ziff. 5.2). Die Arbeitsfähigkeit könne durch folgende medizinische Mass
nahmen verbessert werden: weiterhin Therapie mit nächtlicher Atemüberdruck
maske, eventuell mit Erhöhung der oberen Drucklimite, Einsatz eines antiobstruk
tiven und antiinflammatorischen Inhalativums, Echokardiographie mit kardiolo
gischer Standortbestimmung, Hinwirken auf Gewichtsreduktion und Ausdauer
training; Weiterführen der psychiatrischen Therapie in der Muttersprache mit drei bis vier jährlichen Konsultationen; optimale Therapie aller Facetten des
m
eta
bo
lischen Syndroms (
Ziff.
5.3). Die Arbeitsfähigkeitseinschätzung gelte nach vor
läufiger Partialbeurteilung ab dem 3. Juli 2015, dem Datum der (vorläufigen) gut
achterlichen Schlussbesprechung. Für eine noch besser fundierte Stellungnahme wäre – so die Gutachter – eine kardiologische Verlaufskontrolle mit Messung des Pulmonalisdrucks nötig; vermutlich bleibe dies aber ohne notwendige richtungs
gebende Neubeurteilung (Ziff. 5.4). Die Prognose bezüglich beruflicher Wieder
eingliederung sei wegen fehlender Motivation düster. Bezüglich der Gesundheit sei sie vor allem von der optimalen Behandlung aller Atemnotskomponenten und aller Facetten des
m
etabolischen Syndroms abhängig (S. 19 Ziff. 5.5).
5.2
Der langjährig behandelnde Dr. med.
C.___
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, stellte in seinem im Vorbescheidverfahren ergangenen Bericht vom 26. Oktober 2015 (Urk. 6/84) folgende Diagnosen:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.11)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
-
Koronare Krankheit
-
Zustand nach Herzoperation
Er attestierte sowohl für den bisherigen Beruf als CNC-Mechaniker als auch für andere Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und führte aus, der Be
schwerdeführer sei wegen seiner Beschwerden in der freien Wirtschaft nicht ver
mittelbar. Er sei in seiner Stimmung niedergeschlagen, sehr ängstlich, im Antrieb vermindert und lustlos. Nach der Herzoperation habe er befürchtet, es könnte erneut zu kardialen Problemen (mit Todesfolge) kommen. Aus diesem Grund ziehe er sich sehr stark zurück, lebe in einem regressiven, sozial isolierten Zustand und werde von seinem Sohn und seiner Schwiegertochter unterstützt. Es komme le
diglich eine therapeutische Tätigkeit in einer geschützten Werkstatt mit einem 30
%
-Pensum in Frage. Der Beschwerdeführer habe stets intensive Ängste, es könnte ihm etwas passieren; daher habe er gegenüber den Gutachtern eine Arbeit in einem Spital erwähnt, wo er bei Bedarf sofort medizinische Hilfe hätte. Die Arbeitsfähigkeit sei wegen seiner Niedergeschlagenheit mit psycho
motorischer Verlangsamung, Konzentrationsschwierigkeiten, die viele Fehler verursachten, und wegen seiner Ängste, die ihn in seiner Bewegungsfreiheit ein
schränkten und den Kontakt mit Mitmenschen und eine Adaptierung fast unmög
lich machten, stark eingeschränkt. Infolge von depressiven Beschwerden und Herzproblemen werde er rasch müde und brauche häufige Erholungspausen von unvorhergese
hener Dauer.
5.3
Dr. med.
D.___
, Chefarzt Pneumologie und Innere Medizin,
E.___
, stellte in seinem ebenfalls im Vorbescheidverfahren ergangenen Bericht vom 27. Oktober 2015 (Urk. 6/85) folgende Diagnosen:
-
Belastungsluftnot multifaktorieller Genese
;
Differentialdiagnosen (DD): Asthma bronchiale, COPD, Overlap-Syndrom (ACOS), mitochondriale
My
opathie
-
Nikotinkonsum bis Oktober
2014
-
anamnestisch Allergien auf Katzenhaare und Hausstaubmilben
-
Valvuläre Herzkrankheit
-
Status nach Ballonvalvuloplastie bei mittelschwer kombiniertem, ste
nosedominantem Mitralvitium am 7. Juni 2010, in der Koronar
angio
grafie stenosefreie Koronararterien
-
Echo 06/2015: LVEF 55 %
-
Chronisches Vorhofflimmern, Dauerantikoagulation
-
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom schweren Grades
, Erstdiagnose     Feb
ruar
2012
-
PSG vom 25. Januar 2012: AHI 72/h
-
Depression
Er führte unter anderem aus, die im Rahmen der Dyspnoeabklärung vom Juni 2015 durchgeführte Spiroergometrie habe eine deutlich eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit (35
%
vom Soll) gezeigt aufgrund einer pulmonalen Ursache, da die Atemreseven deutlich ausgeschöpft worden seien (Breathing reserve <30
%
). Die maximale Sauerstoffaufnahme habe 13,96 ml/min/kg betragen. Somit sei eine moderate und schwere körperliche Arbeit wie die eines Maschinisten nicht mög
lich, Büroarbeiten seien allenfalls noch zumutbar. Eine maximale Sauerstoff
au
f
nahme von weniger als 15 ml/
min
/kg
bedeute jedoch bereits eine Limitation bei der Bewältigung des Arbeitsweges. Weiter habe bereits die in Ruhe durch
geführte arterielle Blutgasanalyse einen hohen Laktatspiegel gezeigt, so dass als weitere Ursache der ausgeprägten Leistungsintoleranz und muskulären Erschöp
fung eine mitochondriale Myopathie diskutiert worden sei. Zur weiterführenden Abklärung werde der Beschwerdeführer für einen spezifischen Belastungstest auf
geboten.
5.4
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte der psychiatrische MEDAS-Gutachter Dr.
B.___
am 11. Januar 2016 aus (Urk. 6/89/2-3), Dr.
C.___
habe in seinem Bericht vom 2
6.
Oktober 2015 nicht explizit zu seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 8. Juni 2015 Stellung genommen. Namentlich habe er die da
rin enthaltenen Bemerkungen zu Inkonsistenzen und zu Beobachtungen, die ge
gen eine Depression oder eine klassische Panikstörung sprächen, nicht gewür
digt. Der behandelnde Psychiater beschreibe die auch im psychiatrischen Teilgutachten dargelegten Beobachtungen und Aspekte, gewichte diese aber ganz anders und relativiere sie insbesondere nicht durch die ergänzenden Angaben, wie er dies getan habe. Objektiv dürfte der Gesundheitszustand seit Mai 2015 in etwa gleich
geblieben sein.
5.5
Nach Einsicht in den Bericht von
Dr. D.___
vom 27. Oktober 2015
hielt
der pneu
mologische MEDAS-Gutachter Dr.
A.___
am 14. Januar 2016 (Urk. 6/89/4-5) insbesondere
fest
, bezüglich der geplanten Weiterabklärung in Richtung mito
chondriale Myopathie habe er von
Dr. D.___
noch keine Auskünfte erhalten. Dies
bezüglich sei «schon noch relevant» zu erfahren, ob eine Weiter
abklärung erfolgt sei und welche Resultate diese allenfalls ergeben habe. Falls sich keine mito
chondriale Myopathie ergebe und die Einschränkung unter ande
rem auch durch
einen
Trainingsmangel erklärt werden könne neben der Adipositas, dem Mitral
vitium und der obstruktiven Pneumopathie, wäre der Beschwerdeführer aus rein pneumologischer Sicht für körperlich leichte Arbeiten ohne Exposition zu atem
wegsreizenden Stoffen normal arbeitsfähig, gegebenenfalls nach einem kar
diopulmonalen Aufbautraining. Sollte sich eine mitochondriale Myopathie fin
den, müsse die Situation noch einmal neu beurteilt werden.
5.6
In dem
vom Beschwerdeführer
im
vorliegenden V
erfahren ins Recht gelegten Be
richt des Herzzentrums des
Z.___
vom 22. Dezember 2017 (Urk. 11/2) wurde auf kardiologischem Fachgebiet folgende Diagnose gestellt
(S. 1)
:
Valvuläre Herzkrankheit
-
Links-/Rechtskatheteruntersuch vom 2
2.
Dezember 2017:
-
Koronarsklerose mit 70-90%iger distaler PLA/RCX-Stenose
-
schwere Mitralstenose: mittlerer diastolischer Druckgradient 18 mmHg (bei HF = 91
b
p
m
, VHF), KÖF = 0.61 cm
2
-
schwere pulmonale Drucksteigerung, mPAP = 54 mmHg
-
EF zirka 50
%
-
Status nach Mitralvalvuloplastie am
7.
Juni 2010 bei mittelschwerem, kombiniertem, stenosedominantem Mitralvitium
-
Präinterventionell KÖF 1.2 cm
2
, mittlerer diastolischer Druckgradient 12 mmHg, EF 55
%
, pulmonale Drucksteigerung: systolischer RV-/RA-Druck 48 mmHg
-
Postinterventionell (Echo
3.
Februar 2011): KÖF 1.5 cm
2
, mittlerer dia
stolischer Druckgradient 10 mmHg, EF 54
%
, keine pulmonale Druck
steigerung, knapp mittelschwere Mitralinsuffizienz
-
Permanentes Vorhofflimmern
-
CHA2DS2-VASc-Score: 1 Punkt, unter OAK
-
TTE (1
4.
Dezember 2017): kombiniertes, partiell verkalktes Mitralvitium bei schwerer Stenose (plan korrigierter mittlerer diastolischer Druck
gra
dient = 13 mmHg bei HF 90/min.), mittelschwere bis schwere Insuffi
-
zienz, schwer dilatierter linker Vorhof, schwere pulmonale Drucksteige
rung, systolischer RV/RA-Gradient 53 mmHg, Vena cava inferior dilatiert (27 mm) mit eingeschränkter Atemvariabilität (RA-Druck zirka 15 mmHg), LVEF 55
%
Als Prozedere wurde insbesondere ein Mitralklappenersatz (bei ausstehendem Lungenfunktionstest) genannt (S. 2).
6.
Hinsichtlich der
rentenaufhebenden Verfügung
vom 2
9.
März 2016 (
Urk.
2) steht hauptsächlich in Frage, ob zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das von der
Beschwerdegegnerin
in Auftrag gegebene
polydisziplinäre
Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 15. Juli 2015 (vgl. E. 5.1 hiervor) samt ergänzenden Stellungnahmen der Dres.
B.___
und
A.___
vom 1
1.
und 1
4.
Januar 2016 (
vgl. E.
5.4-5.5 hiervor) abgestellt werden kann. Darin wurde als Diagnose mit
wesentlicher
Einschrän
kung der
zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine multifaktorielle (vor allem Anstren
gungs-)Dyspnoe anerkannt und für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als CNC-Operator wegen der nicht zu vermeidenden Exposition zu atemreizenden Stoffen ausschliesslich aus pneumologischen Gründen
eine volle Arbeitsunfähig
keit
at
testiert. Hingegen wurde dem Beschwerdeführer für eine körperlich leichte Ver
weistätigkeit ohne Exposition zu atemwegsreizenden Chemikalien sowie unter verbesserter Behandlung des Schlafapnoesyndroms und des obstruktiven Anteils der Pneumopathie eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bescheinigt. Gleichzeitig hiel
ten die Gutachter
indes
Folgendes
fest: «zu einer noch besser fundierten Stellung
nahme wäre eine kardiologische Verlaufskontrolle mit Messung des Pulmonalis
drucks nötig (vermutlich aber ohne notwendige richtungsgebende Neubeurtei
lung)». Der
pneumologische
MEDAS-Gutachter Dr.
A.___
liess in seinem Teil
gutachten vom 3
0.
Mai 2015 (
Urk.
6/69/33-36) bei bekannter Herzkrankheit (vgl. Diagnoseliste) denn auch verlauten, in seinem Fachgebiet sei die Arbeitsfähigkeit angesichts des Fehlens aktueller kardialer Angaben «noch n
icht schlüssig beur
teilbar» (S.
3).
Insofern
bestand bereits zum Zeitpunkt der
MEDAS-
Begutachtung vom Sommer 2015 Anlass zu weiteren (kardiologischen
) Abklärungen.
Weshalb
entsprechende
Weiterungen in der Folge unterblieben, wurde weder von den MEDAS-Gutachtern noch vom RAD aufgezeigt und lässt sich daher nicht nach
vollziehen.
Dies gilt umso mehr
,
als
Dr. A.___
nach Einsicht in den vom Be
schwerdeführer im Vorbescheidverfahren ins Recht gelegten Bericht von
Dr. D.___
vom 2
7.
Oktober 2015 (
vgl. E. 5.3 hiervor
) mit Stellungnahme vom 14. Januar 2016 (
vgl. E. 5.5 hiervor
) festhielt, bei Auffinden einer mitochondrialen Myopa
thie im Rahmen der geplanten Weiterabklärung müsse die Situation noch einmal neu beurteilt werden. Auch diesbezüglich sind keine weiteren Informationen ak
tenkundig. Hinzu
kommt, dass den MEDAS-Sachverständigen
offensichtlich
ver
schiedene
Arztb
erichte vorlagen, die sich nicht in den Akten der Beschwerde
geg
ne
rin befinden (vgl. Gutachten S.
4 f.: Bericht des
Z.___
vom 1
4.
Juni 2010, Bericht der
F.___
vom
8.
März 2012 und Bericht des Spitals
O.___
vom 2
5.
Oktober 2012).
Sodann
ergi
bt sich aus dem
vom Beschwerde
führer aufgelegten Bericht des Herzzentrums des
Z.___
vom 22. Dezember 2017 (vgl. E. 5.6 hiervor) die Diagnose einer valvulären Herzkrankheit mit Indikation für einen Mitralklappenersatz, wobei von einer schweren Mitralstenose und einer schweren pulmonalen Drucksteigerung die Rede ist. Auch wenn dieser Bericht nach Erlass de
r
die zeitliche Grenze der richterl
ichen Überprüfungsbefugnis (BGE 132 V 215 E.
3.1.1; vgl. auch E. 1.6 hiervor) bildenden Verfügung vom 2
9.
März 2016 (
Urk.
2) erging, kann angesichts der geschilderten Unklarheiten nicht unbesehen auf die im MEDAS-Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer Verweistätigkeit abgestellt werden. Denn aufgrund der
vorhande
nen Akten
ist nicht hinreichend klar, welche Arbeitsleistungen dem Beschwerde
führer im massgebenden Zeitraum bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
9.
März 2016 trotz seiner somatischen Diagnosen aus medi
zinischer Sicht noch zumutbar wa
ren
. Daher ist der angefochtene Rentene
ntscheid aufzuheben und die Sache in Nachachtung der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zur Ein
holung von Administra
tiv- und Gerichtsgutachten (BGE 137 V 210 E.
4.4.1) zur entsprechenden medizinischen Abklärung im Lichte des Untersuchungs
grundsat
zes (
Art.
43
Abs.
1 ATSG)
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dabei wird sie ihre Akten auch mit den im MEDAS-Gutachten erwähnten,
aber
nicht aktenkundigen Berichten zu ergänzen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
Unter diesen Umständen kann zumindest einstweilen offenbleiben, ob in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wie von der Be
schwerdegegnerin angenommen eine wesentliche Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. E. 1.4.1 hiervor) eingetreten ist. Desgleichen erüb
rigen sich Ausführungen zur
von den Parteien ebenfalls kontrovers diskutierten
Frage der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung trotz zurückgelegtem 55. Alters
jahr und über 15jährigem Rentenbezug. Gleichwohl ist darauf hinzuweisen, dass ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen einen Eingliederungswillen bezie
hungsweise eine subjektive Eingliederungsfähigkeit voraussetzt; fehlt es daran, so entfällt praxisgemäss der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, ohne dass zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt werden müsste (Urteil des Bundesgerichts 8C_145/2018 vom 8. August 2018 E. 7 mit Hinweisen).
8.
8.1
Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur
weiteren Abklärung und
neuen Verfügung gilt rechtsprechungsgemäss für die Frage der Auferlegung der Ge
richtskosten wie auch der Parteientschädigung
als vollständiges Obsiegen (BGE
141 V 281 E.
11.1, 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E.
2.2).
8.2
Die Kosten des Verfahrens
(Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
)
sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und entsprechend dessen Ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.3
Ausgangsgemäss steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf
Art.
61 lit. g ATSG und
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer) eine Prozessentschädigung zu, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses auf Fr. 2’200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 2
9.
März 2016 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu ver
füge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozess
entschä
digung von
Fr.
2’200.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christina Ammann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
-
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger