# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0593a7bb-e5c4-537f-9ca4-15d762a58c33
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.06.2009 E-3960/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3960-2009_2009-06-25.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3960/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  J u n i  2 0 0 9

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A_______, geboren (...) 1990,
alias A_______, geboren (...) 1993, Tschad,
zur Zeit im Transitbereich des Flughafens, Zürich-Kloten, 
8050 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung 
des BFM vom 11. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer – ein tschadischer Staatsangehöriger aus 
N'Djamena – seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge zwischen 
dem 15. und dem 17. April 2009 verliess, per Personenwagen über die 
Grenze nach Kousseri  (Kamerun)  sowie  per  Bus  über  verschiedene 
Ortschaften nach Douala und nach einem vierwöchigen Aufenthalt per 
Flugzeug in die Schweiz gelangte, wo er am 27. Mai 2009 im Transit 
am Flughafen Zürich um Asyl nachsuchte, 

dass ihm gleichentags vom BFM die Einreise in die Schweiz vorläufig 
verweigert und für die Dauer des weiteren Asylverfahrens bis maximal 
60  Tage der  Transitbereich  des  Flughafens Zürich  als  Aufenthaltsort 
zugewiesen wurde,

dass  die  summarische  Befragung  am  Flughafen  Zürich  am 
30. Mai 2009 erfolgte,

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen vorbrachte, er sei 
am  (...) 1993  geboren  und  damit  minderjährig,  weshalb  die  Di-
rektanhörung zu den Asylgründen durch den Dienst Flughafenverfah-
ren des BFM am 8. Juni 2009 im Beisein einer Hilfswerkvertreterin so-
wie  einer  Vertreterin  der  Zentralstelle  für  unbegleitete  Minderjährige 
MNA des Kantons Zürich erfolgte,

dass  dem  Beschwerdeführer  im  Rahmen  beider  Befragungen  das 
rechtliche  Gehör  zu  seiner  angegebenen  Minderjährigkeit  gewährt 
wurde,

dass er hinsichtlich seiner Asylgründe vorbrachte, seine Familie habe 
in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena gemeinsam mit der Familie 
seines Onkels B_______ ein Haus bewohnt und dieser sei zu einem 
ihm nicht bekannten Zeitpunkt einer Oppositionsgruppe beigetreten,

dass frühmorgens am 17. Januar 2009 Regierungssicherheitskräfte in 
sein Elternhaus eingedrungen seien,  eine Hausdurchsuchung durch-
geführt und seinen Cousin C_______ mitgenommen hätten,

dass zwei Tage später zwei Personen mit einer schriftlichen Weisung 
zum Haus gekommen seien, wonach die gesamte Familie das Haus in-
nert 48 Stunden zu verlassen habe,

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dass sich  einige  Zeit  später  auch der  Vater  des  Beschwerdeführers 
entschlossen habe, der Opposition beizutreten, und er ihn aus Furcht 
vor einer behördlichen Racheaktion am 16. April 2009 in seinem Per-
sonenwagen  über  die  Grenze  nach  Kousseri,  Kamerun,  gebracht 
habe,

dass er von hier aus per Bus über die Ortschaften Maroua, Kandri und 
Yaoundé nach Douala gereist  sei,  wo er sich während eines Monats 
bei D_______, einem Freund der Familie, aufgehalten habe,

dass er sich aus Angst,  von tschadischen Spionen entdeckt zu wer-
den, einen Flugschein nach Hongkong mit Zwischenhalt in Zürich ge-
kauft habe und per Flugzeug am 27. Mai 2009 in die Schweiz gelangt 
sei, wo er sich infolge der hiesigen Geltung der Menschenrechte ent-
schlossen habe, ein Asylgesuch zu stellen, 

dass der Beschwerdeführer Kopien seiner Geburtsurkunde und seiner 
Identitätskarte zu den Akten reichte,  die Flughafenpolizei  jedoch zu-
sätzlich  einen  im  Original  vorhandenen  tschadischen  Reisepass  si-
cherstellen konnte, der in der Folge einer Ausweisprüfung unterzogen 
wurde, bei welcher keine objektiven Fälschungsmerkmale festgestellt 
wurden,

dass das BFM mit Verfügung vom 11. Juni 2009 – am folgenden Tag 
eröffnet  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingsei-
genschaft nicht, sein Asylgesuch vom 27. Mai 2009 ablehnte und die 
Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich sowie de-
ren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforde-
rungen an die  Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7  des  Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  mangels  Einreichung  von  entspre-
chenden Originaldokumenten bis zum heutigen Zeitpunkt nicht gelun-
gen sei, die behauptete Minderjährigkeit zu belegen und zudem irritie-
rend sei, dass die eingereichten Kopien einer Geburtsurkunde und ei-
ner Identitätskarte unterschiedliche Geburtsdaten aufführten und der 
Beschwerdeführer hierfür keine plausible Erklärung habe,

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dass der Beschwerdeführer betreffend den von der Flughafenpolizei si-
chergestellten tschadischen Reisepass – in welchem als  Geburtsda-
tum  (...) 1990  aufgeführt  und  der  Beschwerdeführer  demzufolge 
volljährig  ist  –  angab, sein Vater  habe diesen über  einen ihm unbe-
kannten Kanal erhältlich gemacht und das Geburtsdatum fälschen las-
sen, wohingegen es sich hierbei gemäss Urkundenlabor der Kantons-
polizei Zürich um ein authentisches Dokument handle,

dass aufgrund der unglaubhaften Aussagen und des Erscheinungsbil-
des des Beschwerdeführers davon auszugehen sei, dass die behaup-
tete Minderjährigkeit nicht den Tatsachen entspreche,

dass die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers in wesentlichen 
Punkten zu wenig konkret,  detailliert  und differenziert  dargelegt wor-
den seien und somit den Eindruck vermittelten, er habe das Geschil-
derte nicht selbst erlebt,

dass er sich äusserst unsubstanziiert über die Verbindung seines On-
kels und seines Vaters zur Opposition geäussert habe und weder den 
Zeitpunkt noch die Hintergründe des jeweiligen Beitritts habe nennen 
können, und dass er auch über die Bezeichnung und die Ziele der Op-
positionsgruppe keine Angaben habe machen können, 

dass auch die Vorbringen betreffend die behördlichen Behelligungen 
nicht  zu überzeugen vermöchten,  zumal  der  Beschwerdeführer  nicht 
erklären könne, welche Sicherheitskräfte das Haus durchsucht und die 
Familie gezwungen hätten, dieses zu verlassen,

dass im Weiteren schwer zu glauben sei, dass er nichts über die Ver-
suche seines Vaters, den festgenommenen Cousin zu finden, wissen 
wolle,

dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat zulässig, zumutbar 
und praktisch durchführbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer  erwiesenermassen  versucht  habe,  die 
Asylbehörden über seine Identität  zu täuschen und es grundsätzlich 
nicht deren Aufgabe sein könne, nach allfälligen Wegweisungshinder-
nissen zu forschen, falls die asylsuchende Person in Verletzung ihrer 
Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht eine sinnvolle Prüfung ihrer wahren 
Situation verunmögliche, 

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dass  der  Beschwerdeführer mit  arabischsprachiger  Eingabe  vom 
18. Juni 2009 an das Bundesverwaltungsgericht gelangte und die zu-
ständige Instruktionsrichterin die Flughafenpolizei Zürich gleichentags 
um eine Übersetzung der Eingabe in eine Landessprache ersuchte,

dass die Akten am 19. Juni 2009 beim Bundesverwaltungsgericht ein-
gegangen sind (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  die  Flughafenpolizei  Zürich  dem Bundesverwaltungsgericht  am 
22. Juni 2009  per  Fax  eine  Übersetzung  der  Beschwerdeschrift  ins 
Deutsche zustellte,

dass der Übersetzung die sinngemässen Anträge zu entnehmen sind, 
die Verfügung des BFM vom 11. Juni 2009 sei aufzuheben, es sei die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  festzustellen  und  ihm 
Asyl zu gewähren, respektive es sei festzustellen, dass der Vollzug der 
Wegweisung  undurchführbar  sei  und  die  vorläufige  Aufnahme anzu-
ordnen, 

dass in prozessualer Hinsicht die Gewährung einer Nachfrist zur Ein-
reichung  seiner  Identitätskarte  und  die  Wiederherstellung  der  auf-
schiebenden Wirkung beantragt wurde,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass  die  zuständige  Instruktionsrichterin  die  Flughafenpolizei  Zürich 
am 22. Juni 2009  um Zustellung  des  Reisepasses  des  Beschwerde-
führers respektive einer lesbaren Farbkopie ersuchte, 

dass  am  23. Juni 2009  eine  Farbkopie  des  Reisepasses  des  Be-
schwerdeführers beim Bundesverwaltungsgericht einging,

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und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwer-
de  vorbehältlich  der  nachstehenden  Einschränkung  einzutreten  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass  der  Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende  Wirkung 
zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das BFM in der angefochtenen 
Verfügung  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung 
nicht entzogen hat (vgl. Art. 55 Abs. 2 VwVG), weshalb auf das Begeh-
ren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwer-
de mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters respektive 
einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), und 
es sich vorliegend - wie nachfolgend aufgezeigt wird - um eine solche 
handelt,  weshalb  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der 
Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art.  111a 
Abs. 1 und 2 AsylG),

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 

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Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und – nach 
Prüfung der Akten auch aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts  – 
zu Recht festgestellt hat, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  gemäss  Art.  7  AsylG 
nicht genügen,

dass mit dem BFM festzustellen ist, dass die Angaben des Beschwer-
deführers wenig konkret, detailliert und differenziert  ausgefallen sind, 
und er in seinen ausserordentlich vagen und substanzarmen Ausfüh-
rungen  nicht den  Eindruck  hinterlässt,  die  geschilderten  Ereignisse 
selbst erlebt zu haben,

dass vor dem Hintergrund des Vorbringens,  er befürchte, wegen der 
oppositionellen  Aktivitäten  seiner  Familienangehörigen  verfolgt  zu 
werden, in keiner Weise nachvollziehbar ist, dass der Beschwerdefüh-
rer weder die Bezeichnung noch die Inhalte und Ziele der Opposition 
kannte, und er auch keine Angaben über die Beweggründe des Bei-
tritts seiner Angehörigen zu derselben machen konnte (A13 S. 7),

dass  der  Beschwerdeführer  auch  die  Behörden,  welche  das  Haus 
durchsucht und die Familie gezwungen haben sollen, dasselbe zu ver-
lassen, nicht namentlich benennen konnte (A13 S. 9) und weitestge-
hend  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  er  ein  selbsterlebtes  und 
derart  einschneidendes Erlebnis nicht konsistent in seinen Einzelhei-
ten zu schildern vermöchte,  

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dass auch nicht  nachvollziehbar ist,  dass sein Vater Versuche ange-
stellt  haben soll,  den von den Behörden mitgenommenen Cousin zu 
finden, der Beschwerdeführer aber nicht ansatzweise anzugeben ver-
mochte, worin diese Versuche bestanden hätten (A13 S. 8),

dass schliesslich auch erhebliche Zweifel an der generellen Glaubwür-
digkeit des Beschwerdeführers bestehen, da seine behauptete Minder-
jährigkeit  nicht  mit  den Angaben in seinem – versteckt gehaltenen – 
Reisepass korrespondieren, bei welchem das Urkundenlabor des Kan-
tons Zürich entgegen der Mutmassung des Beschwerdeführers anläss-
lich  der  Dokumentenanalyse  keine  Fälschungsmerkmale  eruieren 
konnte (A8), 

dass auf  der  dem Bundesverwaltungsgericht  vorliegenden Farbkopie 
des  Reisepasses  zahlreiche  Sicherheitsmerkmale  (Stempelaufdruck, 
Hologramm, Strichcode) zu erkennen sind,  womit angesichts der Er-
gebnisse der Dokumentenanalyse eindeutig davon auszugehen ist, es 
handle sich hierbei um ein authentisches Dokument, 

dass im Übrigen auch dem eingereichten Impfausweis als Geburtsda-
tum der (...) 1990 zu entnehmen ist, 

dass  demgegenüber  die  behauptete  Minderjährigkeit  lediglich  durch 
die  Kopie  einer  Geburtsurkunde  belegt  wurde,  wobei  nach  den  Er-
kenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts diese Art von handschrift-
lichen Dokumenten leicht fälschbar und deren Authentizität anhand ei-
ner  Kopie  kaum eruierbar  ist,  weshalb  der  Beweiswert  der  Urkunde 
schon aufgrund ihrer Beschaffenheit als gering einzustufen ist,

dass auch der Inhalt des Dokuments erhebliche Zweifel an deren Au-
thentizität  weckt,  zumal nicht einsehbar ist,  weshalb eine Geburtsur-
kunde erst 2001, mithin elf Jahre nach der durch sie belegten Geburt, 
ausgestellt worden sein sollte,

dass  die  eingereichte  Geburtsurkunde  nach  dem Gesagten  die  aus 
dem Reisepass hervorgehende Volljährigkeit  klarerweise nicht zu wi-
derlegen vermag und insgesamt davon auszugehen ist, der Beschwer-
deführer sei am (...) 1990 geboren,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  ausgeht,  der  beim  Be-
schwerdeführer  sichergestellte  und  –  wie  auch  das  Flugticket  –  auf 

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den  Namen  A_______  lautende  Reisepass  beinhalte  dessen  wahre 
Personalien,

dass auch er  selber zu Protokoll  gab, dies sei  sein echter  Pass (A9 
S. 8),

dass  die  auch in  der  Beschwerdeschrift  wiederholte  Behauptung,  er 
wisse  nichts  über  diesen Pass und die  Angaben darin  seien falsch, 
nicht zu überzeugen vermag,

dass somit die erneute Beteuerung der geltend gemachten Minderjäh-
rigkeit in der Beschwerdeschrift  nichts an der vorgenannten Feststel-
lung zu ändern vermag, 

dass auch die äusserst knappen und unsubstanziierten Ausführungen 
zur  Verfolgungssituation  des  Beschwerdeführer  nichts  zur  Erhellung 
des Sachverhalts beitragen, da dieser  "die Sache mit den politischen 
Zielen" auch hier nicht zu substanziieren vermag,

dass  angesichts  der  laizistischen  Staatsstruktur  von  Tschad  nicht 
nachvollziehbar ist, worauf der Hinweis auf religiöse Ungerechtigkeiten 
abzielt,

dass die Behauptung, wonach sämtliche Familienangehörigen von Op-
positionellen in Tschad verfolgt werden, nicht mit der Tatsache verein-
bar ist,  dass die Mutter sowie drei  Geschwister  des Beschwerdefüh-
rers nach wie vor in N'Djamena leben,

dass  in  der  Beschwerde  beantragt  wird,  dem Beschwerdeführer  sei 
eine Nachfrist von einer Woche zur Einreichung ergänzender Beweis-
mittel anzusetzen,

dass jedoch das konkret in Aussicht gestellte Beweismittel – eine sich 
in Saudi Arabien befindliche Identitätskarte des Beschwerdeführers – 
nicht geeignet ist, betreffend das Alter des Beschwerdeführers zu ei-
ner anderen Einschätzung zu führen, weshalb keine Veranlassung zur 
Gewährung einer Nachfrist besteht und der entsprechende Antrag ab-
zuweisen ist,

dass eine Bestätigung des Präsidenten der "Union des Forces pour la 
Démocratie et le Développement" (UFDD) vom 12. Juni 2009 vorliegt, 
wonach  der  minderjährige  Beschwerdeführer  Mitglied  der  UFDD sei 

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wie sein  Vater,  und er  daher  wiederholt  von den Behörden behelligt 
worden sei,

dass dies in offenkundigem Widerspruch zu den bisherigen Vorbringen 
– der Beschwerdeführer habe von Politik und Opposition keine Ahnung 
und  habe  mit  den  Behörden  bisher  nie  Schwierigkeiten  gehabt  (A9 
S. 6, A13 S. 7 und 11) – steht und als Gefälligkeitsschreiben ohne Be-
weiswert gelten muss,

dass dem Beschwerdeführer insgesamt die behauptete Minderjährig-
keit und die geltend gemachten Verfolgungshandlungen nicht geglaubt 
werden  können,  da  seine  Ausführungen  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7  AsylG nicht  standhalten,  weshalb  das 
Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht  (vgl. Entscheidungen  und Mitteilungen der  Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
fügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass in völkerrechtlicher Hinsicht angesichts der behaupteten Minder-
jährigkeit  von  der  Vorinstanz  die  Anwendbarkeit  der  KRK zu  prüfen 
war,  sie  mithin  im Rahmen ihrer  Untersuchungspflicht  das  Alter  des 
Beschwerdeführers festzustellen hatte,

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dass das BFM der ihm obliegenden Untersuchungspflicht  nachgekom-
men ist,  indem dem Beschwerdeführer im Rahmen beider Befragun-
gen das rechtliche Gehör zur vermuteten und aus dem Pass hervorge-
henden Volljährigkeit gewährt wurde,

dass der Beschwerdeführer auch in diesen Befragungen die berechtig-
ten Zweifel  an seiner  Minderjährigkeit  nicht  zu entkräften  vermochte 
und es ihm im gesamten Verfahren nicht gelungen ist, dieselbe glaub-
haft  darzutun, weshalb die KRK vorliegend nicht zur Anwendung ge-
langt,  

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  nämlich  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  in 
N'Djamena geboren wurde und bis zum 15. April 2009 dort lebte, wo-
mit er nebst seiner Famile (Mutter und drei Geschwister) auch über ein 
soziales Beziehungsnetz verfügen dürfte, weshalb nicht davon auszu-

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gehen ist, er gerate nach seiner Rückkehr in eine existenzbedrohende 
Lage,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und der Beschwerdeführer über einen gülti-
gen Reisepass verfügt,

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die Flugha-
fenpolizei Zürich-Kloten.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Christa Luterbacher Jan Feichtinger

Versand: 

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