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**Case Identifier:** b670ea1e-d17d-54ee-af7a-6d754127ffdf
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.12.2021 200 2021 462
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-462_2021-12-17.pdf

## Full Text

200 21 462 IV
LOU/BRO/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Dezember 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1980 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im September 2020 unter Hinweis auf brennen-
de/elektrisierende Schmerzen infolge eines Unfalles vom 18. Oktober 2017 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbei-
lage [AB] 1). In der Folge nahm die IVB erwerbliche und medizinische Ab-
klärungen vor; insbesondere edierte sie die Akten des zuständigen Unfall-
versicherers (AB 8.1 ff.). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 30) verneinte die IVB mit Verfügung vom 25. Mai 2021 (AB 33) einen 
Rentenanspruch. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, Be-
schwerde. Er stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 25. Mai 2021 sei aufzuheben. 

2. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ein umfassendes polydiszi-
plinäres Gutachten über den aktuellen Gesundheitszustand und die 
daraus resultierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers einzuholen und danach einen neuen Entscheid zu er-
lassen. 

– unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

Mit Beschwerdeantwort vom 4. August 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. August 2021 edierte der Instrukti-
onsrichter die Akten der C.________ welche am 12. August 2021 beim 
Gericht eingingen. 

Erwägungen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 3

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. Mai 2021 (AB 33). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-

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lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

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können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes und der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers finden sich in den Akten im Wesent-
lichen die folgenden Angaben:

3.1.1 Nachdem sich der Beschwerdeführer am 18. Oktober 2017 eine 
Schnittverletzung mit einem Winkelschleifer am linken Oberschenkel mit 
50%iger Durchtrennung des Musculus sartorius und einer Einkerbung des 
Vastus medialis zugezogen hatte, wurde er gleichentags im Spital 
D.________ operativ versorgt (AB 8.119 S. 1 f.).

3.1.2 Im ärztlichen Zwischenbericht vom 29. März 2018 (AB 8.96) führte 
die Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. med. E.________, Fachärztin 
für Allgemeine Innere Medizin, insbesondere aus, der Patient spreche gut 
auf die Physiotherapie an und es bestehe eine gute Prognose, wobei aller-
dings eine leichte Traumatisierung bestehe (S. 1 Ziff. 2). Vorgesehen sei 
eine baldige Wiederaufnahme der Arbeit zu 50 % (S. 1 Ziff. 4).

Im ärztlichen Zeugnis vom 16. Mai 2018 (AB 8.88 S. 3) attestierte sie dem 
Patienten für die Zeit vom 19. Mai bis 22. Juni 2018 eine 50%ige Arbeitsun-
fähigkeit. Das Tragen von Gewichten über 5 kg sei unzumutbar. Mit Zeug-
nis vom 25. Mai 2018 (AB 8.87 S. 2) hielt sie demgegenüber fest, dass seit 
dem 28. Mai 2018 eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe.

3.1.3 Auf Zuweisung der C.________ erfolgten am 18. Juni 2018 ergän-
zende Untersuchungen durch die Ärzte des Spitals D.________. Im 
Sprechstundenbericht vom gleichen Tag (AB 8.85 S. 1 f.) gaben diese ins-
besondere an, der Patient arbeite seit kurzem wieder in einem Pensum von 
100 %. Es bestünden nach wie vor lokale residuelle Beschwerden. Eine 
manifeste Atrophie sei nicht ersichtlich (S. 2).

Nach durchgeführtem MRI vom 29. Juni 2018 (AB 8.84) legten die Ärzte 
des Spitals D.________ in ihrem Bericht vom 10. Juli 2018 (AB 8.83 S. 3 f.) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 6

sodann dar, MR-tomographisch zeige sich ein erstaunlich intakter Muscu-
lus sartorius. Das distale Kaliber sei ungefähr gleich wie proximal und auch 
im Seitenvergleich nahezu identisch. Der Lokalbefund am Oberschenkel 
sei somit verheilt. Die distalen Beschwerden passten eher zu einer Neur-
opathie eines anterioren femoro-kutanen Astes (S. 4).

3.1.4 Im Arztzeugnis „UVG für Rückfall“ vom 2. August 2019 (AB 8.63) 
hielt die Hausärztin fest, der Beschwerdeführer habe am 28. Juni 2019 ei-
nen Rückfall erlitten. Seit dem 1. bis voraussichtlich dem 29. Juli 2019 be-
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.

3.1.5 Aufgrund neuralgiformen Schmerzen distal der Narbe am linken 
Oberschenkel und Schmerzen am rechten Ellenbogengelenk wurde der 
Beschwerdeführer am 9. September 2019 bei Dr. med. F.________, Fach-
arzt für Chirurgie, für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie 
sowie für Handchirurgie, des Spitals G.________ vorstellig. Im Bericht vom 
20. September 2019 (AB 8.56 S. 2 f.) stellte er in Bezug auf den Ellenbo-
gen die Diagnose einer Epicondylitis radialis (S. 2) und empfahl Physiothe-
rapie mit Querfriktion (S. 3). In Bezug auf den Oberschenkel führte er so-
dann aus, zur besseren Darstellung der Muskulatur und gegebenenfalls 
des Nerven-Neuromes erfolge eine MRI-Untersuchung. Ferner sei eine 
neurologische Untersuchung durchzuführen (S. 3). 

3.1.6 Im Bericht vom 25. September 2019 (AB 8.55) hielt Dr. med. 
H.________, Fachärztin für Radiologie, fest, MR-tomographisch zeige sich 
weder eine signifikante Atrophie der Muskulatur des Oberschenkels noch 
eine Myositis ossificans. Ebenso wenig bestünden ausgedehnte narbige 
Veränderungen oder Denervationszeichen (S. 1). 

3.1.7 In dem zu Handen der Arbeitslosenversicherung erstellten Arzt-
zeugnis vom 30. September 2019 (AB 17 S. 14) gab die Hausärztin an, der 
Patient sei vom 1. bis 31. Juli 2019 voll arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 
1. August 2019 sei er wieder voll arbeitsfähig. 

3.1.8 Im Bericht des Spitals G.________ vom 31. Oktober 2019 (AB 8.49 
S. 1 ff.) legte Prof. Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie, dar, kli-
nisch-neurologisch bestehe kein motorisches Defizit im linken Oberschen-
kelbereich. Durch Verletzung der kutanen Äste sei ein neuropathischer 

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Schmerz entstanden. Therapeutisch sei eine lokale Quaddelthera-
pie/Neuraltherapie Chirocaine 0.25 % versucht worden, welche bei subjek-
tiv guter Wirkung jederzeit wiederholt werden könne. Die Schmerzen am 
rechten Arm seien einer Epicondylitis zuzuordnen (S. 2). 

3.1.9 Am 12. November 2019 erfolgte im Spital G.________ ein Röntgen 
des linken Oberschenkels. Dem entsprechenden Bericht vom gleichen Tag 
(AB 8.48) ist unter anderem zu entnehmen, dass keine röntgendichten 
Fremdkörper im Untersuchungsvolumen vorhanden seien (S. 1).

3.1.10 Am 18. Februar 2020 wurde der Beschwerdeführer in der Schmerz-
klinik des Spitals G.________ vorstellig. Im entsprechenden Bericht 
(AB 8.44) führte Dr. med. J.________, Facharzt für Anästhesiologie, aus, 
der Patient beklage einen kontinuierlichen Oberschenkelschmerz links in 
der Innenseite. Durch Druck auf diese Stelle könne ein brennender 
Schmerz im Kniebereich ausgelöst werden. Schon durch leichte 
Berührungen könne ein „Strom“ ausgelöst werden. Das Tragen einer Hose 
oder auch einer Decke werde als unangenehm empfunden. Durch Laufen 
könne er sich vom Schmerz ablenken, fühle sich aber weniger belastbar als 
vor dem Unfall. Regelmässig komme es zu einer nächtlichen 
Schmerzzunahme. Es könne von einem neuropathischen Schmerz im 
Versorgungsgebiet der cutanen Äste des Nervus femoralis und Nervus 
obturatorius am linken Oberschenkel ausgegangen werden. Muskuläre 
Äste schienen nicht betroffen zu sein, da die Ausprägung der Muskulatur 
im Seitenvergleich keine Unterschiede aufweise (S. 2). Von 
schmerztherapeutischer Seite ergäben sich drei mögliche Therapieansätze 
(S. 2), wobei sie übereingekommen seien, mit der interventionellen 
Massnahme zu beginnen (S. 3). 

3.1.11 Die Kreisärztin der C.________, Dr. med. K.________, Fachärztin 
für Chirurgie, führte in ihrem Bericht vom 8. September 2020 (AB 8.10) aus, 
aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage sei der Beschwerde-
führer in seiner angestammten Tätigkeit wahrscheinlich eingeschränkt. In 
einer optimal angepassten mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, 
ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, sei er jedoch voll arbeitsfähig 
(S. 1 Frage 4).

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3.1.12 Im ärztlichen Zeugnis vom 9. September 2020 (AB 17 S. 5) äusser-
te sich die Hausärztin dahingehend, dass der Patient seit dem 9. Septem-
ber 2020 unter den folgenden Bedingungen voll arbeitsfähig sei:

• Leichte körperliche Arbeiten, max. 5 kg
• Autofahren nur mit Automaten
• Stehen/Gehen max. 15 Minuten
• Sitzen max. 30 Minuten, wechselbelastende Tätigkeiten 

3.1.13 Im Bericht der Schmerzklinik des Spitals G.________ vom 20. No-
vember 2020 (AB 27 S. 13 f.) legte Dr. med. J.________ dar, der bisherige 
Verlauf der Massnahmen zeige einen neuropathischen Schmerz im Ober-
schenkel im Ausbreitungsgebiet des Nervus saphenus mit ausgeprägter 
Allodynie. Dieser sei bisher mit US-gesteuerten Interventionen und lokaler 
Neurodolanwendung behandelt worden (vgl. AB 8.16, 8.19, 8.21, 8.23, 
8.28, 8.31 f., 8.36, 8.42, 27 S. 15 ff.). Da der Patient weiteren Infiltrationen 
gegenüber sehr reserviert sei, sei die Qutenza-Therapie besprochen 
worden. Da die lokale Neurodolanwendung eine gute Linderung habe 
bewirken können, sei auch ein gutes Ansprechen der Capsaicinbehandlung 
zu erhoffen (S. 13). 

3.1.14 Im Schreiben vom 3. Juni 2021 zu Handen der Rechtsvertretung 
des Beschwerdeführers (Beschwerdebeilage [BB] 10) gab die Hausärztin 
an, sie könne die ihr gestellten Fragen nicht beantworten und empfehle 
eine medizinische Begutachtung. 

3.1.15 Im Schreiben der Schmerzklinik des Spitals G.________ vom 
16. Juni 2021 zu Handen der Rechtsschutzversicherung (BB 9) legte 
Dr. med. J.________ dar, aufgrund der ihnen vorliegenden Berichte und 
dem Therapieverlauf in der Klinik sei die Beurteilung der Kreisärztin 
nachvollziehbar (S. 1 Frage 1). Zur Frage der Arbeitsfähigkeit könne keine 
Stellungnahme abgegeben werden. Um eine mögliche Arbeitsfähigkeit bei 
chronischen Schmerzen beurteilen zu können, müssten Beobachtungen 
und nicht schmerzbezogene medizinische Daten herangezogen werden, 
welche nicht auf den subjektiven Angaben des Patienten respektive der 
behandelnden Ärzte und Therapeuten beruhten. Zusätzlich müssten 
gegebenenfalls Fakten berücksichtigt werden, welche der Schmerzklinik 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 9

nicht vorlägen. Für eine solche Beurteilung eigne sich eine Evaluation der 
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL; S. 1 Frage 2). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten 
Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 10

behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 
139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.2.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3).

3.3

3.3.1 Medizinische Grundlage für die angefochtene Verfügung vom 
25. Mai 2021 (AB 33) sind im Wesentlichen die edierten Akten der 
C.________ (AB 8.1 ff.). Anderweitige medizinische Erhebungen tätigte die 
Beschwerdegegnerin lediglich vereinzelt (vgl. AB 17 S. 5 und S. 12 ff., 27 
S. 3 ff. und S. 13 ff.). Insbesondere holte sie keine Beurteilung des Regio-
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein. Dies ist nicht zu beanstanden, denn 
der Unfallversicherer klärte den unfallbedingten Gesundheitsschaden hin-
länglich ab (vgl. E. 3.3.2 hiernach) und der rechtskundig vertretene Be-
schwerdeführer macht nicht geltend, es lägen unfallfremde invalidisierende 
Gesundheitsschäden vor. Den Akten sind denn auch keine Hinweise zu 
entnehmen, dass die beklagten rechtsseitigen Ellenbogenschmerzen, die 
Missempfindungen am Rücken infolge einer Narbenbildung nach einer 
Verbrennung als Kind (AB 8.49 S. 1 unten) sowie die psychischen Schwie-
rigkeiten („die Psyche sei nicht so gut“; AB 18 S. 3) einen Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben, insbesondere war er – je-
denfalls im Zeitpunkt des Erstgespräches vom 2. Oktober 2020 – nicht in 
psychiatrischer Behandlung (AB 18 S. 3). 

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3.3.2 Der Bericht der Kreisärztin der C.________, Dr. med. K.________ 
vom 8. September 2020 (AB 8.10), auf welchen sich die Beschwerdegeg-
nerin in der angefochtenen Verfügung vom 25. Mai 2021 (AB 33) massge-
blich stützte, erfüllt – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Be-
schwerde S. 5 Ziff. 12) – in Bezug auf die strittigen Punkte die höchstrich-
terlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2.1 f.) und erbringt vollen Beweis. 
Die Einschätzung der Kreisärztin ist mit Blick auf die medizinische Aktenla-
ge nachvollziehbar und überzeugend. Allein der Umstand, dass sie den 
Beschwerdeführer nicht persönlich untersuchte, vermag den Bericht nicht 
in Zweifel zu ziehen, denn die Akten ergeben ein vollständiges Bild über 
Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status und enthalten insbesondere 
auch die Ergebnisse der klinisch-neurologischen (AB 8.49 S. 1 ff.) und bild-
gebenden (sonographischen, MR-tomographischen und radiologischen; AB 
8.48 S. 1, 8.55 S. 1, 8.56 S. 3, 8.83 S. 3 f.) Untersuchungen. Mit anderen 
Worten lag ein feststehender medizinischer Sachverhalt vor, bei dem die 
direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund 
rückte (vgl. E. 3.2.3 hiervor). Ferner ist nicht erkennbar, weshalb Dr. med. 
K.________ zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
fachlich nicht befähigt sein sollte (zur diesbezüglichen Rüge: Beschwerde 
S. 4 Ziff. 11). Die Kreisärztin beurteilt nach ihrer Funktion und beruflichen 
Stellung als Fachärztin im Bereich der Unfallmedizin ausschliesslich Unfall-
patienten, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten, so-
dass sie neben ihren chirurgischen Kenntnissen auch über besonders aus-
geprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen verfügt (Entschei-
de des Bundesgerichts [BGer] vom 4. März 2021, 8C_637/2020, E. 5.1, 
und vom 14. April 2020, 8C_59/2020, E. 5.2). Was der Beschwerdeführer 
im Übrigen gegen das von der Kreisärztin formulierte Zumutbarkeitsprofil 
einwendet, wonach die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit wahr-
scheinlich eingeschränkt, eine adaptierte Tätigkeit (mittelschwere, wech-
selbelastende Tätigkeit ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten) hinge-
gen vollschichtig und ohne Leistungsminderung zumutbar sei (AB 8.10 S. 1 
Frage 4), vermag keinen auch nur geringen Zweifel an der kreisärztlichen 
Beurteilung zu wecken (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Insbesondere haben die be-
handelnden Ärzte weder Aspekte dargelegt, die von der Kreisärztin uner-
kannt oder ungewürdigt geblieben wären, noch liegen dem Zumutbar-
keitsprofil entgegenstehende fachärztliche Einschätzungen der Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 12

fähigkeit vor. Vielmehr bezeichnete der behandelnde Dr. med. J.________ 
von der Schmerzklinik des Spitals G.________ in seinem nach der ange-
fochtenen Verfügung (vgl. hierzu SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4) zu Han-
den der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers verfassten Bericht vom 
16. Juni 2021 (BB 9) die Beurteilung der Kreisärztin als „nachvollziehbar“ 
(S. 1 Frage 1) und konnte zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit keine Stel-
lung nehmen (S. 1 Frage 2). Allein der Umstand, dass er diesbezüglich 
eine EFL anregte, genügt nicht, um Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschät-
zung der Kreisärztin zu wecken. Dasselbe gilt für die Empfehlung der 
Hausärztin vom 3. Juni 2021 an die Rechtsvertretung des Beschwerdefüh-
rers, ein medizinisches Gutachten einzuholen (BB 10). Dabei setzte sie 
sich nicht ansatzweise mit der kreisärztlichen Beurteilung auseinander und 
eine medizinische Begründung für ihre Empfehlung fehlt. Weiter kontras-
tiert ihre Ansicht, wonach sie sich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers nicht äussern könne, mit ihrer früheren Angabe, wonach dieser seit 
dem 9. September 2020 in einer leidensadaptierten Tätigkeit (leichte kör-
perliche Arbeit, max. 5 kg, Autofahren nur mit Automaten, Stehen/Gehen 
max. 15 Minuten, Sitzen max. 30 Minuten, wechselbelastende Tätigkeit) 
voll arbeitsfähig sei (AB 17 S. 5). Es wird keine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands geltend gemacht. Das Zumutbarkeitsprofil der Kreisärz-
tin (AB 8.10 S. 1) steht ausserdem weitgehend in Einklang mit den Anga-
ben des Beschwerdeführers in der Anmeldung zum Leistungsbezug von 
September 2020 (AB 1), wonach in einer adaptierten Tätigkeit (leichte kör-
perliche Arbeit, max. 5 kg, Autofahren nur mit Automaten, Stehen max. 15 
Minuten, wechselbelastend, gehen max. 30 Minuten) eine volle Arbeits-
fähigkeit bestehe (S. 4 Ziff. 4.3) und der Information des Amts für Arbeitslo-
senversicherung des Kantons Bern, Arbeitslosenkasse, wonach der Be-
schwerdeführer in einem Pensum von 100 % vermittlungsfähig sei (AB 17 
S. 3 Ziff. 8). Im Übrigen nahm der Beschwerdeführer trotz der bereits vor-
handenen neuropathischen Beschwerden (AB 8.83 S. 4) die Arbeit bei der 
letzten Arbeitgeberin im Frühjahr 2018 zunächst zu 50 % und später zu 
100 % wieder auf (AB 8.86, 8.87 S. 2), womit er den Tatbeweis dafür er-
brachte, dass er – abgesehen von einer kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeit im 
Juli 2019 (AB 8.58 S. 1 f., 8.69, 8.77) – nicht einmal in der (nicht adaptier-
ten) Arbeit als Hilfs... (AB 8.101 S. 3) eingeschränkt war. Mit Blick auf diese 
mehrere Monate dauernde uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit trotz der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 13

neuropathischen Beschwerden ist entgegen dem Beschwerdeführer (Be-
schwerde S. 4 f.) evident, auf welche Beobachtungen – nebst der medizini-
schen Aktenlage – sich die Kreisärztin stützen konnte bzw. gestützt hat. 
Unter diesen Umständen war die Durchführung einer EFL nicht angezeigt.

3.3.3 Insgesamt können keine auch nur geringen Zweifel an der Beurtei-
lung der Kreisärztin ausgemacht werden (vgl. E. 3.2.2 hiervor), sodass auf 
weitere Abklärungen, namentlich die beantragte polydisziplinäre Begutach-
tung, verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung: BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Es ist damit erstellt, dass zumindest in 
einer angepassten Tätigkeit (mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit 
ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten) eine Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit von 100 % besteht. 

Auf dieser Grundlage ist nachstehend die Invaliditätsberechnung anhand 
eines Einkommensvergleichs vorzunehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-

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lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf je-
doch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 
der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 
S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun-
gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 
führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 15

Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Der frühest mögliche Rentenbeginn fällt unter der Prä-
misse der erfüllten einjährigen Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 
sowie unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzzeit gemäss 
Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 hiervor) auf März 2021. Auf diesen Zeitpunkt 
hin ist ein Einkommensverglich durchzuführen. 

4.3 Die Beschwerdegegnerin ermittelte die beiden Vergleichseinkom-
men auf der Grundlage desselben Tabellenlohnes (LSE 2018, Tabelle TA1, 
Total, Kompetenzniveau 1, Männer; AB 33 S. 1 f.).

4.3.1 Der Beschwerdeführer arbeitete von April 2011 bis August 2019 als 
Hilfs... bei der L.________ AG (AB 8.101 S. 3, 15 S. 2). Ihm wurde das 
langjährige Arbeitsverhältnis per 31. August 2019 nicht aus gesundheitli-
chen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen (Standortschliessung) gekün-
digt (AB 21 S. 2, 23 S. 2 f.). Demnach wäre er auch im hypothetischen Ge-
sundheitsfall nicht mehr bei der L.________ AG tätig. Damit kann der dort 
erzielte Verdienst nicht als Valideneinkommen herangezogen werden, son-
dern ist dieses anhand statistischer Werte zu bestimmen. Der Beschwerde-
führer, der über keine Berufsausbildung verfügt (vgl. AB 20 S. 2), hätte im 
Gesundheitsfall in sämtlichen Branchen nach einer Stelle suchen müssen, 
womit die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des Valideneinkom-
mens zu Recht auf den Tabellenlohn LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kom-
petenzniveau 1, Männer abstellte. 

4.3.2 Soweit der Beschwerdeführer bei der Ermittlung des Invalidenein-
kommens auf seinen Lohn als ... abstellen will (Beschwerde S. 6 Ziff. 22), 
kann ihm nicht gefolgt werden. Gemäss Arbeitsvertrag vom 20. Juli 2020 
(AB 17 S. 6 ff.) beträgt das Arbeitspensum 14 Stunden pro Woche (S. 6 
Art. 1), wobei er eigener Aussage zufolge durchschnittlich ein monatliches 
Einkommen von Fr. 1'300.-- erzielt (Beschwerde S. 6 Ziff. 22). Seiner An-
gabe, seine Schmerzen liessen es nicht zu, mehr zu arbeiten (Beschwerde 
S. 6 Ziff. 22), widerspricht die kreisärztliche Feststellung, wonach er in einer 
leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (vgl. E. 3.3.3 hiervor) und 
der Umstand, dass er nach wie vor beim RAV angemeldet (Beschwerde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 16

S. 7 Ziff. 29) und demnach in einem höheren Pensum vermittlungsfähig ist. 
Mithin schöpft der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht voll 
aus respektive nahm er keine ihm zumutbare Tätigkeit auf, weshalb auch 
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht auf statistische Wer-
te abgestellt wurde (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Soweit der Beschwerdeführer 
geltend macht, unter der Prämisse, dass LSE-Tabellenlöhne heranzuzie-
hen seien, sei nicht auf den Wert „Total Privater Sektor“ abzustellen, son-
dern auf die Branche „…/… und …“, ist festzuhalten was folgt: Gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung ist grundsätzlich auf den Wert „Total 
Privater Sektor“ abzustellen, wenn der versicherten Person die ange-
stammte Tätigkeit nicht mehr möglich ist und sie darauf angewiesen ist, ein 
neues Betätigungsfeld zu suchen (Entscheid des BGer vom 8. November 
2018, 8C_332/2018, E. 3.2.2). Auf die Löhne einzelner Sektoren oder gar 
einzelner Branchen wird hingegen abgestellt, wenn damit der im Einzelfall 
zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit 
am sachgerechtesten Rechnung getragen werden kann, wie etwa bei Per-
sonen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be-
reich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen 
kaum in Frage kommt (Entscheide des BGer vom 2. Juli 2020, 
8C_260/2020, E. 4.2.1, und vom 24. August 2007, 9C_237/2007, E. 5.1 
[nicht publiziert in BGE 133 V 545]; SVR 2018 UV Nr. 32 S. 113 E. 4.2). 
Der Beschwerdeführer war zwar bereits in der Vergangenheit teilweise im 
… tätig (Januar 2002 bis Februar 2006 als ..., März 2006 bis Februar 2008 
sowie von Januar 2010 bis März 2011 als ...; AB 20 S. 2). Von einer lang-
jährigen Tätigkeit einzig in dieser Branche kann jedoch keine Rede sein. 
Überdies ist mit Blick auf das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil, wonach in 
einer mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Besteigen von 
Leitern und Gerüsten eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe 
(vgl. E. 3.3.3 hiervor), nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer ein-
zig noch im … tätig sein können sollte. Mithin ist nicht zu beanstanden, 
dass die Beschwerdegegnerin auch für die Berechnung des Invalidenein-
kommens den Tabellenlohn LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kompetenzni-
veau 1, Männer heranzog. 

Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer – wie von ihm geltend gemacht 
(Beschwerde S. 7 Ziff. 27 ff.) – ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.1.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 17

hiervor) zu gewähren ist. Soweit er den Abzug mit der fehlenden Ausbil-
dung und den mangelnden Deutschkenntnissen begründet (Beschwerde 
S. 7 Ziff. 28 und 30), verkennt er, dass diese invaliditätsfremden Gründe 
vorliegend per se unberücksichtigt zu bleiben haben, da beide Vergleichs-
einkommen auf Tabellenlöhnen basieren und die invaliditätsfremden Ge-
sichtspunkte daher auch bei der Festsetzung des statistisch erhobenen 
Valideneinkommens zu berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 
19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Überdies tragen das medizinische 
Belastungsprofil sowie das anzuwendende tiefste Kompetenzniveau 1 den 
gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers sowie dem 
Umstand, dass er in einer angepassten Tätigkeit keine Berufserfahrungen 
hat (Beschwerde S. 7 Ziff. 28 f.), hinreichend Rechnung, weshalb kein lei-
densbedingter Abzug gerechtfertigt ist. Die Tatsache, dass ihm lediglich 
mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind, bildet keinen Grund für einen lei-
densbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn auf dem hier zugrunde ge-
legten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von mittelschweren Tätig-
keiten umfasst (Entscheide des BGer vom 23. Juni 2021, 8C_301/2021, 
E. 6.3, vom 29. Oktober 2020, 9C_507/2020, E. 3.3.3.2, und vom 15. Juli 
2020, 8C_151/2020, E. 6.2). Ausserdem berechtigt auch die erforderliche 
Wechselbelastung nicht zu einem Abzug (Entscheide des BGer vom 
26. November 2019, 8C_549/2019, E. 7.7, und vom 8. Oktober 2019, 
9C_447/2019, E. 4.3.2). Ein erhöhter Pausenbedarf aufgrund dauernder 
Schmerzen (Beschwerde S. 7 Ziff. 29) ist medizinisch nicht ausgewiesen 
und gestützt auf die Akten und aufgrund des Umstands, dass der Be-
schwerdeführer während mehreren Monaten seine angestammte Arbeit 
vollumfänglich ausübte (vgl. AB 8.58 S. 1 f., 8.69, 8.77, 8.86, 8.87 S. 2, 21 
S. 2), ohne dass ein erhöhter Pausenbedarf dokumentiert wäre (vgl. auch 
AB 21 S. 2), nicht nachvollziehbar. 

4.4 Da das Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben 
Tabellenlohn zu berechnen sind und diesfalls der Invaliditätsgrad dem Grad 
der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung – eines hier nicht gerechtfer-
tigten – Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.3.2 hiervor) entspricht (SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2), erübrigt sich vorliegend deren genaue Er-
mittlung. Demnach resultiert entsprechend der vollen Arbeitsfähigkeit in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 18

einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.3.3 hiervor) ein Invaliditätsgrad von 
0 %, was einen Rentenanspruch ausschliesst (vgl. E. 2.2 hiervor). 

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 25. Mai 2021 
(AB 33) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ab-
zuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Dez. 2021, IV/21/462, Seite 19

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.