# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f300f540-5aa4-55b9-87b2-3cfa3b90c9a8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.11.2023 A-482/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-482-2022_2023-11-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-482/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger,  

Richterin Annie Rochat Pauchard,    

Gerichtsschreiber Kaspar Gerber. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Strafverfolgung, 

Taubenstrasse 16, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zoll; Leistungspflicht. 

 

 

 

A-482/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ wurde am 29. September 2021 als Fahrzeuglenker durch 

Angestellte der (damaligen) Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) ange-

halten. Die Einreise in die Schweiz fand unmittelbar vorher über den unbe-

setzten Grenzübergang [Ort] statt.  

A.b Die seinerzeitige EZV, Direktionsbereich Strafverfolgung, Zollfahn-

dung [geografisch Zuständigkeit], eröffnete am 30. September 2021 gegen 

A._______ eine Strafuntersuchung wegen der Nichtanmeldung von diver-

sen Fotografien (über 200 Bilder und Postkarten als Fotos, Fotos auf Lein-

wand oder Fotos mit Passepartout; nachfolgend: streitbetroffene Fotogra-

fien) zum ungewissen Verkauf an der [Kunstmesse in der Schweiz] am [Da-

tum].  

A.c Nach Durchführung der notwendigen Erhebungen und nachdem sich 

A._______ im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur vorgesehenen Abga-

benerhebung mit Schreiben vom 5. November 2021 geäussert hatte, ver-

pflichtete die EZV A._______ mit Verfügung vom 30. Dezember 2021 zur 

Zahlung von Fr. 3'509.45 (zusammengesetzt aus einer Zollnachforderung 

in der Höhe von Fr. 158.60 und einer Mehrwertsteuernachforderung in der 

Höhe von Fr. 3'350.85). Die Vorinstanz ging für die Bemessungsgrundlage 

des Steuerwerts der streitbetroffenen Fotografien von einem geschätzten 

Marktwert von Fr. 43’365.- (erhoffter Verkaufspreis in der Schweiz abzüg-

lich 25 % Marge) aus. 

A.d Seit dem 1. Januar 2022 heisst die vormalige EZV «Bundesamt für Zoll 

und Grenzsicherheit» (BAZG). 

B.  

B.a Gegen die Verfügung der vormaligen EZV vom 30. Dezember 2021 

erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 24. Januar 2022 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, die in Ziff. 4.4. 

der «Verpflichtung zur Leistungspflicht» letztendlich ermittelten Mehrwert-

steuer-Abgaben «um ein Drittel (nochmal 25 % gegenüber den ursprüngli-

chen 100 %) zu kürzen». Damit ergebe sich anstelle der MWST-Abgaben 

von Fr. 3’350.85 nur ein Wert von Fr. 2'233.90 und für die Gesamtabgaben 

von Fr. 2’392.50. Zudem beantragt der Beschwerdeführer, von einem 

Strafverfahren abzusehen, sofern das Bundesverwaltungsgericht zu die-

sem Zeitpunkt in diesem Verfahren auch Einfluss auf das prinzipiell noch 

mögliche Strafverfahren haben sollte. 

A-482/2022 

Seite 3 

B.b Der Beschwerdeführer stellt mit Eingabe vom 27. Januar 2022 ein Ge-

such um unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfahren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht. Der Instruktionsrichter heisst dieses Gesuch 

mit Zwischenverfügung vom 23. Februar 2022 gut. 

B.c Mit Vernehmlassung vom 25. April 2022 beantragt das BAZG (nachfol-

gend: Vorinstanz) die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde, soweit 

darauf einzutreten sei. 

Auf die einzelnen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird – soweit für 

den Entscheid wesentlich – im Rahmen der folgenden Erwägungen einge-

gangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des 

Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gege-

ben ist (Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor. Der angefoch-

tene Entscheid ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Die vormalige 

EZV ist zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. 

Art. 33 VGG). Dieses ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (vgl. auch Art. 116 des Zollgesetzes vom 18. März 

2005 [ZG, SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts 

anderes bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). 

1.2  

1.2.1 Der Beschwerdeführer ist Adressat des angefochtenen Entscheids 

und damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. 

Art. 20 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG, Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist 

daher – unter Vorbehalt des sogleich in E. 1.2.2 Auszuführenden – einzu-

treten.  

1.2.2 Die vorliegend zu prüfende Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 

Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwal-

tungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) hängt weder von einer strafrechtlichen 

Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder gar der Einleitung 

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eines Strafverfahrens ab (vgl. zum Ganzen: E. 2.5.2). Aus diesem Grund 

sowie mangels Anfechtungsobjekts und mangels Zuständigkeit des Bun-

desverwaltungsgerichts ist auf den Antrag des Beschwerdeführers, von ei-

nem Strafverfahren abzusehen, sofern das Bundesverwaltungsgericht zu 

diesem Zeitpunkt in diesem Verfahren auch Einfluss auf das prinzipiell 

noch mögliche Strafverfahren haben sollte, nicht einzutreten.  

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Der Beschwerdeführer kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

sowie Unangemessenheit rügen (Art. 49 VwVG). 

1.4  

1.4.1 Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche 

Handeln einer gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, 

SR 101]). Inhaltlich verlangt das Legalitätsprinzip, dass staatliches Han-

deln insbesondere auf einem generell-abstrakten Rechtssatz von hinrei-

chender Normstufe und genügender Bestimmtheit beruht (vgl. dazu statt 

vieler: Urteil des BVGer A-882/2016 vom 6. April 2017 E. 2.1.1). Besondere 

Bedeutung kommt dem Legalitätsprinzip im Abgaberecht zu: So muss die 

Ausgestaltung der öffentlichen Abgaben nach Art. 164 Abs. 1 Bst. d und 

Art. 127 Abs. 1 BV sowie gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

in ihren Grundzügen durch ein Gesetz im formellen Sinn festgelegt werden. 

Zu den in den Grundzügen im Gesetz selbst zu regelnden Elementen ge-

hören der Kreis der Abgabepflichtigen, der Gegenstand der Abgabe und 

deren Bemessung (BGE 138 V 32 E. 3.1.1, 136 II 149 E. 5.1, 135 I 130 

E. 7.2, vgl. auch BGE 149 II 158 E. 5.2.2 m.w.H.; zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-3818/2022 vom 15. Juni 2023 E. 1.8.1 m.w.H.).  

1.4.2 Die von den Verwaltungsbehörden veröffentlichten Broschüren, 

Kreisschreiben und Merkblätter stellen lediglich Verwaltungsverordnungen 

dar, das heisst generelle Dienstanweisungen, die sich an nachgeordnete 

Behörden oder Personen wenden und worin die Verwaltungen ihre Sicht-

weise darlegen. Sie dienen der Sicherstellung einer einheitlichen, gleich-

mässigen und sachrichtigen Praxis des Gesetzesvollzugs (BVGE 2010/33 

E. 3.3.1; MARTIN KOCHER, in: Zweifel/Beusch/Glauser/Robinson [Hrsg.], 

Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

Mehrwertsteuer, 2015, Art. 65 N 31; MICHAEL BEUSCH, Was Kreisschreiben 

dürfen und was nicht, in: Der Schweizer Treuhänder 2005, S. 613 ff.). Als 

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solche sind sie für die als eigentliche Adressaten figurierenden Verwal-

tungsbehörden verbindlich, wenn sie nicht klarerweise einen verfassungs- 

oder gesetzeswidrigen Inhalt aufweisen (Urteile des BVGer A-5601/2019 

vom 6. Mai 2020 E. 1.7.1, A-2204/2018 vom 16. Dezember 2019 E. 3.2,  

A-6253/2018 vom 10. Dezember 2019 E. 2.6.1; MICHAEL BEUSCH, in: Zwei-

fel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundes-

gesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl. 2017, Art. 102 N 15 ff.; 

zum Ganzen: Urteil des BVGer A-3818/2022 vom 15. Juni 2023 E. 1.8.2 

m.w.H.).  

1.4.3 Nicht verbindlich sind Verwaltungsverordnungen dagegen für die 

Justizbehörden, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung von Verfassung und 

Gesetz im Einzelfall zu überprüfen (vgl. BGE 145 II 2 E. 4.3; vgl. ANDRÉ 

MOSER et al., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 

2022, Rz. 173 f.). Die Gerichtsbehörden sollen Verwaltungsverordnungen 

bei ihrer Entscheidung allerdings mitberücksichtigen, sofern diese eine 

dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwend-

baren gesetzlichen Bestimmungen darstellen. Dies gilt umso mehr, als es 

nicht Aufgabe der Gerichte ist, als Zweitinterpreten des der Verwaltungs-

verordnung zugrunde liegenden Erlasses eigene Zweckmässigkeitsüber-

legungen an die Stelle des Vollzugskonzepts der zuständigen Behörde zu 

setzen (vgl. BGE 146 I 105 E. 4.1, 146 II 359 E. 5.3, 141 V 139 E. 6.3.1; 

BVGE 2010/33 E. 3.3.1, 2007/41 E. 3.3; zum Ganzen: Urteil des BVGer  

A-3818/2022 vom 15. Juni 2023 E. 1.8.3 m.w.H.). 

1.5  

1.5.1 Zur Bestimmung des anwendbaren materiellen Rechts sind gemäss 

einem allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsatz in zeitlicher Hin-

sicht diejenigen Rechtssätze anzuwenden, die bei der Verwirklichung des 

zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (statt vieler: 

BGE 129 II 497 E. 5.3.2, 119 Ib 103 E. 5; BVGE 2007/25 E. 3.1). 

1.5.2 Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt hat sich am 29. Septem-

ber 2021 (Einfuhr der streitbetroffenen Fotografien; Sachverhalt Bst. A.a) 

verwirklicht. Entsprechend sind vorliegend die zu diesem Zeitpunkt gelten-

den zoll- und einfuhrsteuerrechtlichen Vorschriften massgebend. Darauf 

wird im Folgenden – soweit nicht anders angegeben – referenziert. 

2.  

2.1 Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-

sätzlich zollpflichtig und nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 

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9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) zu veranlagen (Art. 7 ZG). Einfuhren 

von Gegenständen unterliegen zudem im Allgemeinen der Einfuhrsteuer 

(Art. 50 ff. des Mehrwertsteuergesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehr-

wertsteuer [MWSTG, SR 641.20]). Vorbehalten bleiben Abweichungen wie 

Zollbefreiungen und -erleichterungen sowie Steuerbefreiungen, die sich 

aus Staatsverträgen oder besonderen Bestimmungen von Gesetzen oder 

Verordnungen ergeben (vgl. Art. 2 Abs. 1 ZG, Art. 1 Abs. 2 ZTG, Art. 53 

MWSTG). 

2.2 Die Zollanmeldung basiert auf dem Selbstdeklarationsprinzip, wonach 

von der anmeldepflichtigen Person eine vollständige und richtige Deklara-

tion der Ware verlangt wird. Hinsichtlich der diesbezüglichen Sorgfalts-

pflicht werden an die anmeldepflichtige Person hohe Anforderungen ge-

stellt (BARBARA SCHMID, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Handkommen-

tar zum Zollgesetz, 2009 [nachfolgend: Zollkommentar], Art. 18 N 3 f.; Bot-

schaft des Bundesrats vom 15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz 

[nachfolgend: Botschaft ZG], BBl 2004 567, 601; statt vieler: Urteil des 

BVGer A-5320/2018 vom 26. August 2019 E. 2.3.2). Die Zollpflichtigen 

müssen sich vorweg über die Zollpflicht sowie die jeweiligen Abfertigungs-

verfahren informieren und die Waren entsprechend zur Veranlagung an-

melden. Unterlassen sie dies, haben sie dafür prinzipiell selber die Verant-

wortung zu tragen (Urteil des BVGer A-5477/2013 vom 24. März 2014 

E. 2.7 m.w.H.). Die Mitwirkungs- und Sorgfaltspflichten des Zollverfahrens 

gelten auch für die Erhebung der Einfuhrsteuer (vgl. Art. 50 MWSTG; Urteil 

des BVGer A-3322/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 3.4; zum Ganzen: Ur-

teil des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.2 m.w.H.). 

2.3 Die Zollzahlungspflicht obliegt der Zollschuldnerin bzw. dem Zoll-

schuldner (Art. 70 Abs. 1 ZG). Zum entsprechenden Kreis gehören jene 

Personen, welche die Waren über die Zollgrenze bringt, deren Auftragge-

ber sowie die Person, die zur Zollanmeldung verpflichtet bzw. damit beauf-

tragt ist oder auf deren Rechnung die Ware ein- oder ausgeführt wird 

(Art. 70 Abs. 2 ZG). Die Zollschuldner haften für die Zollschuld solidarisch. 

Der Rückgriff unter ihnen richtet sich nach dem Obligationenrecht (Art. 70 

Abs. 3 ZG). Als Auftraggeber gilt nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung diejenige Person, die die Ware über die Grenze bringen lässt. Als 

solche gilt nicht nur die (natürliche oder juristische) Person, die im zivil-

rechtlichen Sinne mit dem Transporteur einen Frachtvertrag abschliesst, 

sondern jede Person, welche die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst (zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.4 m.w.H.). 

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Zollschuldner nach Art. 70 ZG sind auch für die Einfuhrsteuer steuerpflich-

tig (Art. 51 Abs. 1 MWSTG).  

2.4  

2.4.1 Bei einer Einfuhr eines Gegenstands, die nicht in Erfüllung eines Ver-

äusserungs- oder Kommissionsgeschäfts stattfindet, ist Bemessungs-

grundlage für die in Frage stehende Einfuhrsteuer der Marktwert (vgl. 

Art. 54 Abs. 1 Bst. a und g i.V.m. Abs. 2 MWSTG; zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-2059/2021 vom 22. April 2022 E. 3.1.2 m.w.H. [das BGer ist mit 

Entscheid 2C_395/2022 vom 31. Mai 2022 auf die dagegen erhobene Be-

schwerde nicht eingetreten]). 

 

Es handelt sich dabei um den Verkehrswert bzw. Veräusserungswert des 

eingeführten Gegenstandes, also den Erlös, der am Stichtag bei einem 

Verkauf an einen unabhängigen Dritten hätte erzielt werden können. Der 

Verkehrswert im steuerrechtlichen Sinn bildet nicht eine mathematisch 

exakt bestimmbare Grösse, sondern stellt in der Regel einen Schätz- oder 

Vergleichswert dar (s. Urteile des BVGer A-983/2018 vom 18. April 2019 

E. 2.5.3 [bestätigt durch das Urteil des BGer 2C_515/2019 vom 9. Septem-

ber 2019] und A-5078/2012 vom 15. Januar 2014 E. 10.4.1). Massgebend 

ist der Einfuhrzeitpunkt (Art. 56 Abs. 1 MWSTG i.V.m. Art. 69 ZG; zum Gan-

zen: Urteil des BVGer A-2059/2021 vom 22. April 2022 E. 3.1.2 m.w.H.). 

2.4.2 Liegt der Einfuhr kein Veräusserungs- oder Kommissionsgeschäft zu 

Grunde, berechnet sich die Einfuhrsteuer auf dem Marktwert, einschliess-

lich der Kosten für den Transport der eingeführten Gegenstände und alle 

damit zusammenhängenden Leistungen bis zum Bestimmungsort im In-

land (Art. 54 Abs. 1 Bst. g MWSTG und Art. 54 Abs. 3 MWSTG; Ziff. 9 der 

vorinstanzlichen Richtlinie R-69-03 «Steuerbemessungsgrundlage Mehr-

wertsteuer auf der Einfuhr [Einfuhrsteuer]» vom 1. März 2023 [nachfol-

gend: Richtlinie R-69-03]). 

2.4.3 Nach Massgabe von Art. 54 Abs. 1 Bst. g MWSTG ist bei der Fest-

setzung des Marktwerts des eingeführten Gegenstandes somit der Preis 

zu suchen, den der Importeur auf der Wirtschaftsstufe (Handelsstufe), auf 

der die Einfuhr bewirkt wird, bei Unabhängigkeit des Leistungserbringers 

(Verkäufer) vom Leistungsempfänger (Importeur), im Herkunftsland des 

eingeführten Gegenstands, zum Zeitpunkt der Entstehung der Einfuhrsteu-

erschuld (vgl. Art. 56 MWSTG), unter den Bedingungen des freien Wettbe-

werbs, für den gleichen Gegenstand, bei einem Kauf bezahlen müsste 

(Ziff. 9.1.1 der Richtlinie R-69-03). 

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2.4.4 Die Ermittlung des Marktwerts ist nach einem positiven System auf-

gebaut. Es sind verschiedene Methoden vorgesehen, die nur bei Vorliegen 

bestimmter Voraussetzungen zum Zuge kommen. Gleichzeitig ist eine be-

stimmte Reihenfolge für die Anwendung der einzelnen Methoden festge-

legt, wobei die jeweils nächste Methode erst anzuwenden ist, wenn der 

Marktwert nicht nach der vorangegangenen Methode ermittelt werden 

konnte. Es gibt folgende fünf Ermittlungsmethoden, die in der angegebe-

nen Reihenfolge heranzuziehen sind: Wert gleicher Gegenstände, Wert 

gleichartiger Gegenstände, Wert nach der deduktiven Bewertungsme-

thode, errechneter Wert und geschätzter Wert (Ziff. 9.1.1 der Richtlinie  

R-69-03). 

2.4.5 Die Berücksichtigung eines Verkaufspreises für einen gleichen Ge-

genstand kommt nur dann in Betracht, wenn die fragliche Einfuhr zu dem-

selben oder annähernd demselben Zeitpunkt erfolgte. Dieses Tatbestands-

merkmal ist erfüllt, wenn der Zeitpunkt nicht mehr als 60 Tage vor oder 

nach der Einfuhr liegt (Ziff. 9.1.2 der Richtlinie R-69-03). 

2.4.6 War die Ermittlung des Marktwerts nach der Methode «Wert gleicher 

Gegenstände» (Ziff. 9.1.2) nicht möglich, so ist zu prüfen, ob der Marktwert 

auf der Grundlage eines Verkaufspreises für einen gleichartigen Gegen-

stand ermittelt werden kann. Bei dieser Methode wird der Anwendungsbe-

reich erweitert und es werden weniger strenge Anforderungen verlangt. 

Zwar muss auch bei einem (lediglich) gleichartigen Gegenstand das Her-

kunftsland identisch sein, jedoch ist es nicht erforderlich, dass der zur Be-

wertung heranzuziehende Gegenstand in nahezu jeder Hinsicht mit dem 

eingeführten übereinstimmt. Ein Gegenstand ist gleichartig, wenn er in 

demselben Land hergestellt ist; gleiche Eigenschaften oder Materialzu-

sammensetzungen aufweist, die es ihm ermöglicht, die gleichen Aufgaben 

zu erfüllen; und im Handel austauschbar ist (Ziff. 9.1.3 der Richtlinie  

R-69-03). 

2.4.7 War die Ermittlung des Marktwerts nach den vorangehenden Metho-

den «Wert gleicher Gegenstände (Ziff. 9.1.2)» und «Wert gleichartiger Ge-

genstände (Ziff. 9.1.3)» nicht möglich und ist ein gleicher oder ein gleich-

artiger Gegenstand im Inland bereits verkauft worden, kann der Marktwert 

der berichtigte Weiterverkaufspreis sein. Dabei ist vom Preis auszugehen, 

zu dem der gleiche oder gleichartige Gegenstand im Inland durch einen 

massgebenden Käufer verkauft wurde. Der Verkauf muss im selben oder 

annähernd demselben Zeitpunkt wie die Einfuhr des zu bewertenden Ge-

genstands erfolgt sein (nicht länger als 60 Tage zurückliegend). Verkäufer 

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kann dabei nur eine im Inland ansässige Person sein, die dem ausländi-

schen Hersteller des zu bewertenden Gegenstands keine Gegenstände 

oder Leistungen (Materialien, Werkzeuge, Techniken, Entwicklungen, 

Pläne etc.) zur Verfügung gestellt hat. Zudem kann Verkäufer nur eine Per-

son sein, die beim Verkauf des eingeführten Gegenstands massgebender 

Käufer war, also nicht ein Vermittler (Ziff. 9.1.4 der Richtlinie R-69-03). 

2.4.8 Ein «errechneter Wert» ist als Marktwert sodann nur heranzuziehen, 

wenn der Marktwert nicht aufgrund der vorangehenden Bewertungsmetho-

den (Ziff. 9.1.2 bis 9.1.4 der Richtlinie R-69-03) ermittelt werden kann. Als 

Marktwert ist ein errechneter Wert heranzuziehen, der aus der Summe fol-

gender Elemente besteht: Die Kosten oder der Wert des Materials, der Her-

stellung sowie sonstiger Be- oder Verarbeitungen, die bei der Fabrikation 

des zu bewertenden Gegenstands angefallen sind; die Kosten für Um-

schliessung und Verpackung des Gegenstands; der Betrag für Gewinn und 

Gemeinkosten, wie er üblicherweise von Herstellern im Herkunftsland bei 

Veräusserungsgeschäften von Gegenständen derselben Gattung oder Art 

zur Ausfuhr ins Inland festgelegt wird; die Kosten für den Transport des 

Gegenstands und alle damit zusammenhängenden Leistungen bis zum 

Bestimmungsort im Inland (Ziff. 9.1.5 der Richtlinie R-69-03). 

Der Begriff «Gewinn und Gemeinkosten» ist als Ganzes anzusehen. Wenn 

daher in einem konkreten Fall die Gewinnmarge des Herstellers tief ist und 

seine Gemeinkosten hoch sind, können beide zusammen dennoch mit 

dem im Einklang stehen, was sich üblicherweise bei Veräusserung von Ge-

genständen derselben Gattung oder Art ergibt. Gegenstände derselben 

Gattung oder Art sind Gegenstände, die zu einer Gruppe oder einem Be-

reich von Gegenständen gehören, welche von einer bestimmten Industrie 

oder von einem bestimmten Industriezweig hergestellt werden. Dieser Aus-

druck schliesst gleiche oder gleichartige Gegenstände ein (Ziff. 9.1.5 der 

Richtlinie R-69-03). 

2.5  

2.5.1 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder 

Steuervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahrlässig 

Waren bei der Einfuhr nicht oder unrichtig anmeldet, begeht eine Wider-

handlung gegen die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzgebung (vgl. Art. 118 

ZG, Art. 96 MWSTG). Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteuer-

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Seite 10 

gesetzgebung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (Urteil 

des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.8.1 m.w.H.). 

2.5.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR sind Abgaben nachzuentrichten, 

wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzge-

bung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind. Dies gilt «ohne 

Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person» (Art. 12 Abs. 1 

VStrR). Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt weder von 

einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder 

gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielmehr genügt es, dass der 

durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstandene un-

rechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung gegen die Ver-

waltungsgesetzgebung des Bundes gründet (zum Ganzen: BGE 129 II 160 

E. 3.2, 106 Ib 218 E. 2c; Urteile des BGer 2C_219/2019 E. 5, 2C_424/2014 

vom 18. Juli 2015 E. 5.2.2, 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.2; Urteile 

des BVGer A-1497/2019 vom 7. Oktober 2020 E. 2.3.2, A-5624/2018 vom 

19. Juli 2019 E. 5.6.1, A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 10.4.; STEFAN 

OESTERHELT/LAETITIA FRACHEBOUD, in: Frank/Eicker/Markwalder/Acher-

mann [Hrsg.], Basler Kommentar, Verwaltungsstrafrecht, 2020 [nachfol-

gend: BSK VStrR], Art. 12 N 5; zum Ganzen: Urteil des BVGer  

A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.8.2). 

2.5.3 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen ge-

hört nach dem Gesetzeswortlaut «insbesondere der zur Zahlung der Ab-

gabe Verpflichtete», d.h. für die Zollabgaben jene Personen, welche dem 

Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG ent-

sprechen (E. 2.3). Sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung der 

Abgabe bevorteilt (Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3). 

Sie bleiben selbst dann leistungspflichtig, wenn sie nichts von der falschen 

bzw. fehlenden Deklaration gewusst haben (BGE 107 Ib 198 E. 6c/d) und 

wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen persönlichen Nutzen gezo-

gen haben (Urteil des BGer 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.2; Ur-

teile des BVGer A-1497/2019 vom 7. Oktober 2020 E. 2.3.2, A-5936/2016 

vom 16. August 2017 E. 4.4; MICHAEL BEUSCH, Zollkommentar, Art. 70 

N 12). Sie gelten als direkt unrechtmässig bevorteilt, weil sie die geschul-

deten Abgaben infolge der Widerhandlung nicht entrichten mussten. Der 

Genuss dieses Vorteils soll den Leistungspflichtigen mit dem Institut der 

Nachleistungspflicht entzogen werden. Diese Personen – für welche die 

gesetzliche Vermutung eines unrechtmässigen Vermögensvorteils gilt – 

haften solidarisch für den gesamten nicht erhobenen Abgabebetrag 

(Art. 70 Abs. 3 ZG; Urteile des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3, 

A-482/2022 

Seite 11 

2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.2; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.8.3 m.w.H.). 

2.5.4 Die Strafverfolgung im Zusammenhang mit Widerhandlungen gegen 

das Zollgesetz unterliegt den Bestimmungen des VStrR (Art. 128 ZG, 

Art. 62 VStrR), während auf das Verfahren für die Festsetzung der nach-

zuentrichtenden oder zurückzuzahlenden Abgaben gemäss Art. 12 VStrR 

die Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften des betreffenden Verwal-

tungsgesetzes Anwendung finden (Art. 63 Abs. 1 VStrR). Dabei darf sich 

die zuständige Bundesverwaltungsbehörde auf die Ergebnisse einer ver-

waltungsstrafrechtlichen Untersuchung stützen (Urteil des BGer 

2C_112/2010 vom 30. September 2010 E. 5.3; ANDRÉ HAIBÖCK, BSK-

VStrR, Art. 63 N 9). Aufgrund der Trennung zwischen diesen beiden Ver-

fahren gelten in den Verfahren zur Festsetzung der Leistungspflicht nach 

Art. 12 VStrR die strafprozessualen Verfahrensgarantien nicht (vgl. 

Art. 32 BV, Art. 6 Abs. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]; MÜL-

LER/SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 980 f.; HANS 

VEST, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweize-

rische Bundesverfassung, Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 1 ff. zu Art. 32 BV; 

je m.w.H.). Mit anderen Worten hat eine Verletzung dieser Garantien kei-

nen Einfluss auf die Gültigkeit der Leistungsentscheide, und eventuelle 

Verletzungen strafprozessualer Garantien müssen im Verwaltungsstrafver-

fahren geltend gemacht werden. Sie können daher nicht nachträglich in 

einem Rechtsmittelverfahren gegen die Leistungs- oder Rückleistungs-

pflicht i.S.v. Art. 12 Abs. 1 und 2 VStrR behandelt werden (Urteile des BGer 

2C_867/2018 vom 6. November 2019 E. 6.1., 2C_112/2010 vom 30. Sep-

tember 2010 E. 3.2 f., 2C_201/2013 vom 24. Januar 2014 E. 4.2; zum Gan-

zen: Urteil des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.8.4). 

2.5.5 Die nach Art. 12 VStrR festzusetzende Nachleistungspflicht von Ein-

fuhrabgaben ist zu schätzen, wenn sie sich nicht genau festlegen lässt (Ur-

teil des BGer 2C_366/2007 vom 3. April 2008 E. 7; s. auch Art. 118 Abs. 4 

ZG). Dabei ist mit dem Hintergrund der diesbezüglichen Rechtsprechung 

zur auf Inlandleistungen zu erhebenden Mehrwertsteuer sachgerecht, 

wenn sich das Bundesverwaltungsgericht auch bei der Überprüfung einer 

zulässigerweise erfolgten Schätzung von hinterzogenen oder 

A-482/2022 

Seite 12 

nachzuentrichtenden Einfuhrabgaben eine gewisse Zurückhaltung aufer-

legt (Urteil des BVGer A-2059/2021 vom 22. April 2022 E. 3.1.1 m.w.H.). 

2.5.6 Dementsprechend überprüft das Bundesverwaltungsgericht zwar 

das Vorliegen der Voraussetzungen der Schätzung von hinterzogenen 

oder nachzuentrichtenden Einfuhrabgaben als Rechtsfrage uneinge-

schränkt. Als ausserhalb der Verwaltungsorganisation und Behördenhie-

rarchie stehendes, von der richterlichen Unabhängigkeit bestimmtes Ver-

waltungsgericht auferlegt es sich aber trotz des möglichen Rügegrundes 

der Unangemessenheit bei der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten 

Schätzungen eine gewisse Zurückhaltung und reduziert dergestalt seine 

Prüfungsdichte (vgl. Art. 49 Bst. c VwVG).  

2.5.7 Sind die Voraussetzungen der ermessensweisen Ermittlung als erste 

Stufe erfüllt und erscheint die vorinstanzliche Schätzung nicht bereits im 

Rahmen der durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zu-

rückhaltung vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig (zweite Stufe), ob-

liegt es in Umkehr der allgemeinen Beweislast dem Abgabepflichtigen, den 

Nachweis für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (dritte Stufe; vgl. 

Urteil des BGer 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.2; zum Ganzen: Urteil 

des BVGer A-2059/2021 vom 22. April 2022 E. 3.1.1 m.w.H.). 

2.5.8 Weil das Ergebnis der ermessensweisen Ermittlung von hinterzoge-

nen oder nachzuentrichtenden Einfuhrabgaben selbst auf einer Schätzung 

beruht, kann sich der Abgabepflichtige auf der genannten dritten Stufe ge-

gen eine zulässigerweise durchgeführte Schätzung nicht mit allgemeiner 

Kritik zur Wehr setzen. Vielmehr hat er darzulegen, dass die von der Zoll-

behörde vorgenommene Schätzung offensichtlich fehlerhaft ist, und er hat 

auch den Beweis für die vorgebrachten Behauptungen zu erbringen (zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-2059/2021 vom 22. April 2022 E. 3.1.1 

m.w.H.).  

3.  

Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er bei seiner Einreise in die 

Schweiz am 29. September 2021 (Sachverhalt Bst. A.b) die streitbetroffe-

nen Fotografien zur Veranlagung der Zollangaben und Einfuhrsteuer nicht 

angemeldet hat, obwohl er die Bilder hätte anmelden müssen, und somit 

Zoll- und Mehrwertsteuerabgaben geschuldet und zu erheben sind. Er be-

zeichnet die Nichtverzollung in seiner Beschwerde vom 24. Januar 2022 

gar als «grossen Fehler». Gleichenorts anerkennt er explizit den Betrag 

von Fr. 2'392.50 als «Gesamtabgabe», was gegenüber der vorinstanzlich 

A-482/2022 

Seite 13 

verfügten Abgabe von Fr. 3'509.45 (Sachverhalt Bst. A.c) zu einem verblei-

benden Streitwert von Fr. 1’116.95 führt. Hierbei bestreitet der Beschwer-

deführer jedoch den vorinstanzlich angenommenen Wert der streitbetroffe-

nen Fotografien, welcher die Grundlage zur Veranlagung der Einfuhrsteuer 

bildet. Im weiteren ist vorliegend unbestritten, dass der Einfuhr der betref-

fenden Gemälde kein Veräusserungs- oder Kommissionsgeschäft zu 

Grunde lag und demnach die Einfuhrsteuer nach dem Marktwert zu be-

rechnen ist (E. 2.4.1). Streitig und zu prüfen ist somit vorliegend die Frage, 

von welchem «Marktwert» der streitbetroffenen Fotografien auszugehen ist 

bzw. gestützt auf welchen Wert die Einfuhrsteuer festzulegen ist.  

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer bringt Folgendes vor: Bei der anzunehmenden 

Marge (gemeint sind wohl die Mehrkosten im Vergleich zu einem Verkauf 

im Herkunftsland; vgl. dazu auch E. 4.2, 5.3 und 6.3.1 f.) beim Verkauf der 

streitbetroffenen Fotografien sei realistischerweise von 50 % auszugehen, 

welche bei der Berechnung der Zollabgaben anstelle der angesetzten 

25 % zu berücksichtigen seien. Beim Verkauf über eine Galerie liege der 

Provisionsanteil der Galerie in der Regel bei 50 %. Die Unterschrift hin-

sichtlich der ersten Schätzung des Werts der streitbetroffenen Fotografien 

sei am späten Abend (29. September 2021) lediglich durch die «vorhan-

dene Drucksituation» zustande gekommen. Diese Drucksituation könne 

auch der Mitfahrer, B._______, bestätigen. Zu diesem Zeitpunkt habe er 

keine Einwände gegen das Protokoll gehabt, da man ihm gesagt habe, 

dass dies noch in weiteren Gesprächen geklärt werden könne. Er hätte 

aber die eigentlich viel zu hohe Schätzung der Werte der Kunstwerke be-

mängeln müssen, welche dann am nächsten Tag (30. September 2021) ja 

auch deutlich nach unten korrigiert worden sei. Insofern habe der ange-

passte Wert für die Bemessungsgrundlage aus seiner Sicht kein Entgegen-

kommen der Vorinstanz dargestellt, sondern eine rechtliche Notwendigkeit. 

Zudem weist der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde die seiner An-

sicht nach von der Vorinstanz zumindest indirekt vorgebrachte Annahme, 

dass die Preise im Internet andere wären, als für die Messe angegeben, 

noch einmal zurück. Die effektiv gleich produzierten Bilder hätten den glei-

chen Preis (abgesehen von Rundungsdifferenzen aufgrund des fast 1:1 

Kurses von Franken zu Euro und unter Beachtung der anfallenden Um-

tausch- und Bankgebühren von ca. 3–5 %). Bei den Ausführungen der Fo-

tos im Fest-Passepartout gäbe es auch einige, welche nur EUR 180.- kos-

ten würden, für welche für die Messe aber ein einheitlicher Preis von 

CHF 200.- gewählt worden sei.  

A-482/2022 

Seite 14 

Die Annahme sei falsch, dass er eine (sehr hohe) Messegebühr bezahlt 

habe, welche seine Marge entsprechend gekürzt hätte. Aufgrund von Ab-

sagen anderer Messeteilnehmer sei er erst spät angefragt worden, wes-

halb man ihm «nicht so attraktive Aussenwände kostenfrei zur Verfügung» 

gestellt habe, um ein besseres Erscheinungsbild der Kunstmesse zu errei-

chen. Dem beigelegten Ausstellungsvertrag könne entnommen werden, 

dass er keine Gebühr habe bezahlen müssen. Auch seien keine Kosten für 

die Beleuchtung angefallen. 

4.2 Die Vorinstanz hält Folgendes dagegen: Der Beschwerdeführer führe 

keine Buchhaltung und habe nicht dargelegt, wie er die Verkaufspreise kal-

kuliert habe. Anlässlich der Einvernahme vom 30. September 2021 habe 

er ausgesagt, dass er nicht beziffern könne, wie hoch die Marge ist, diese 

aber nicht so hoch sei, geschätzt maximal 25 %. Dass er die Marge in sei-

nem Schreiben vom 5. November 2021 an die Hauptabteilung Zollfahn-

dung der damaligen EZV und in seiner Beschwerdeschrift auf «realistisch 

anzunehmende» 50 % schätze (ohne dass Auslagen belegt würden), sei 

als Schutzbehauptung zu werten. Umso mehr, als bei der Festlegung des 

Marktwerts die Einvernahme vom 30. September 2021 nicht unmittelbar 

nach der Anhaltung, sondern erst am nächsten Morgen um 10.30 Uhr er-

folgt sei, die vom Beschwerdeführer vorgebrachte «Drucksituation» also 

nicht mehr bestanden habe. 

Beim Erlass der Verfügung sei auf die vom Beschwerdeführer anlässlich 

der Einvernahme vom 30. September 2021 genannte Marge von 25 % auf 

den erhofften Verkaufspreis in der Schweiz abgestellt und vom Verkaufs-

preis in Abzug gebracht worden. In der Verfügung seien als Mehrkosten im 

Vergleich zu einem Verkauf im Herkunftsland u.a. auch Miete für den Ver-

kaufsstand, Übernachtungen, Verpflegung und allfällige weitere Aufwen-

dungen berücksichtigt worden. So seien zwischen 16.4 % und 21.38 % des 

erhofften Verkaufspreises von Fr. 57'820.- für Aufwendungen für den Ver-

kauf im Zollinland berücksichtigt worden; dies inklusive einer angenomme-

nen Standmiete von Fr. 5'760.- bis Fr. 8'640.- (entspreche 9.96 % bis 

14.94 % des erhofften Verkaufspreises). Falle aber gar keine Standmiete 

an, seien auch die Mehrkosten für einen Verkauf in der Schweiz (Marge) 

entsprechend kleiner. 

Der Beschwerdeführer mache ausserdem in seiner Beschwerde einerseits 

eine Marge von 50 % geltend, bringe gleichzeitig aber Folgendes zum 

Preisvergleich Internet/Messe vor: «Die entsprechenden, wirklich gleich 

produzierten Bilder haben den gleichen Preis, abgesehen von kleinen 

A-482/2022 

Seite 15 

Rundungsdifferenzen aufgrund des 1:1 Kurses von CHF zu EUR (unter 

Beachtung der neben dem gültigen Tageskurs in der Realität auch noch 

anfallenden Umtausch- und Bankgebühren von ca. 3–5 %)». Dies bedeute, 

dass die Marge auf dem Preis der streitbetroffenen Fotografien bei einem 

Verkauf in der Schweiz im Vergleich zu den Verkaufspreisen in Deutsch-

land 0 % betrage. Indem sie (die Vorinstanz) eine Marge von 25 % ange-

nommen habe, sei dies bereits zugunsten des Beschwerdeführers erfolgt. 

5.  

Betreffend Sachverhalt lässt sich den Akten soweit interessierend die fol-

genden unbestrittenen Punkte entnehmen:  

5.1 Der Beschwerdeführer ist nach eigener Aussage seit 15 bis 20 Jahren 

Künstler. Er fotografiert ausgewählte Motive und bearbeitet die Fotografien 

anschliessend mit Bildbearbeitungspragrammen am Computer. Diese be-

arbeiteten Fotografien werden im Anschluss in verschiedenen Varianten 

gedruckt und auf Rahmen aufgezogen, von Hand nummeriert und signiert 

(Akten der Vorinstanz [Akt.-VI] Nr. 01.08.01). 

5.2 Gemäss Feststellungsprotokoll «Handelswarenverkehr» vom 29. Sep-

tember 2021 (nachfolgend auch: Feststellungsprotokoll) wurde der Be-

schwerdeführer als Fahrzeuglenker durch Funktionäre der (damaligen) 

EZV angehalten. Die Einreise fand unmittelbar vorher über den unbesetz-

ten Grenzübergang [Ort] statt. Bei der Kontrolle wurde festgestellt, dass 

der Beschwerdeführer im Fahrzeug die streitbetroffenen Fotografien mit-

führte, die unmittelbar vorher über den unbesetzten Grenzübergang [Ort] 

in das Schweizer Zollgebiet eingeführt wurden und für die er keine Zolldo-

kumente vorweisen konnte (Akt.-VI Nr. 01.01.01). 

Im Feststellungsprotokoll vom 29. September 2021 wurde die Steuerbe-

messungsgrundlage (Fr. 120'942.-) der streitbetroffenen Fotografien durch 

die Funktionäre der Zollverwaltung gestützt auf seinerzeitige Internet-

recherchen auf der Website des Beschwerdeführers (<[Weblink]>) festge-

legt (Akt.-VI Nr. 01.01.01/02; ferner Akt.-VI Nr. 01.06.01/01). Der Be-

schwerdeführer bestätigte den Wert gleichentags mittels seiner Unter-

schrift auf dem Feststellungsprotokoll (Akt.-VI Nr. 01.01.01/02). 

5.3 Der Beschwerdeführer beabsichtigte die mitgeführten streitbetroffenen 

Fotografien an der [Kunstmesse in der Schweiz] auszustellen und nach 

Möglichkeit zu verkaufen (Akt.-VI Nr. 01.01.01 und 01.08.01). Dafür führte 

er Preisschilder in Schweizer Franken mit (Akt.-VI Nr. 01.01.03/06 und 

https://hassan-fotografie.de/

A-482/2022 

Seite 16 

01.08.01/14 ff.). Der Beschwerdeführer erhoffte sich, diese Preise bei ei-

nem Verkauf zu erzielen. Nach eigener Aussage waren die Preise jedoch 

verhandelbar (Akt.-VI Nr. 01.08.01/09).  

Anlässlich der Einvernahme vom 30. September 2021 (Akt.-

VI Nr. 01.08.01) durch die Zollfahndung [geografische Zuständigkeit] wur-

den die Wertangaben der streitbetroffenen Fotografien anhand der aufge-

fundenen Preisschilder und den Angaben vom Beschwerdeführer neu be-

wertet. Der Beschwerdeführer konnte keine Betriebsbuchhaltung vorlegen 

(Akt.-VI Nr. 01.08.01/09). Deshalb wurde er nach der Marge befragt (Ver-

fügung vom 30. Dezember 2021, Ziff. 4.2.3). Vom erhofften Verkaufspreis 

in der Schweiz wurde die vom Beschwerdeführer genannte Marge von 

25 % (Akt.-VI Nr. 01.08.01/10) abgezogen. Diese tieferen Werte (ge-

schätzter Marktwert von Fr. 43'365.-) im Vergleich zu den Werten aus dem 

Feststellungsprotokoll vom 29. September 2021 dienten zur Berechnung 

der Mehrwertsteuer (vgl. zum Ganzen: Verfügung vom 30. Dezember 

2021, Sachverhalt Bst. D). 

5.4 Der Beschwerdeführer konnte keine Sicherheiten leisten für die Zoll- 

und Mehrwertsteuerabgaben der streitbetroffenen Fotografien. Daher wur-

den diese als Zollpfand beschlagnahmt (Akt.-VI Nr. 01.01.01/02). Am 

30. September 2021 leistete der Beifahrer B._______, von [Land], für die 

streitbetroffenen Fotografien (für Busse und Abgaben) eine Hinterlage von 

Fr. 10’500.- (Akt.-VI Nr. 01.08.01/12; 01.14.01 ff.). Entsprechend wurde 

das Zollpfand aufgehoben (vgl. Verfügung vom 30. Dezember 2021, Sach-

verhalt Bst. E). 

5.5 Der Ausstellungsvertrag vom 1. September 2021 sieht keine Gebühr 

für die Betreibung des Stands sowie für die Beleuchtung vor (Akt.-VI 

Nr. 01.10.06/58). 

6.  

Nachfolgend ist auf die Berechnung des Marktwerts der streitbetroffenen 

Fotografien einzugehen.  

6.1 Vorab ist festzuhalten, dass vorliegend weder geltend gemacht noch 

für das Bundesverwaltungsgericht ersichtlich ist, dass die der Berechnung 

des Marktwerts zugrundeliegenden Regelungen in der Richtlinie R-69-03 

(E. 2.4.2 ff.) in ihrer (soweit ersichtlich) aktuellen Fassung vom 1. März 

2023 gegenüber derjenigen im massgebenden Zeitpunkt vom 29. Septem-

ber 2021 (E. 1.5.2) relevante materielle Änderungen erfahren haben bzw. 

A-482/2022 

Seite 17 

gegen höherrangiges Recht verstossen (E. 1.4.3). Somit sind die einschlä-

gigen Regelungen in der Richtlinie R-69-03 grundsätzlich zu berücksichti-

gen. 

6.2  

6.2.1 Mit Bezug auf den Marktwert der in Frage stehenden, am 29. Sep-

tember 2021 in die Schweiz eingeführten streitbetroffenen Fotografien 

(Sachverhalt Bst. A.a und A.b) ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob die 

Voraussetzungen für eine ermessensweise Ermittlung des Marktwerts (als 

ein Schätz- oder Vergleichswert; E. 2.4.1) durch die Vorinstanz erfüllt wa-

ren (E. 2.5.7; sog. «erste Stufe»).  

6.2.2 Da in casu unbestrittenermassen kein Veräusserungsgeschäft zur 

Einfuhr der streitbetroffenen Fotografien geführt hat, und auch kein glei-

cher/gleichartige Gegenstand im selben Zeitraum in die Schweiz verkauft 

oder in den 60 Tagen zuvor in der Schweiz weiterverkauft wurde, durfte die 

Vorinstanz nach Massgabe der einschlägigen Rechtsprechung (E. 2.4.1) 

und gestützt auf die Richtlinie R-69-03 (E. 2.4.2 ff.) als Marktwert einen er-

rechneten Wert heranziehen. Die Vorinstanz hat somit zu Recht eine Er-

messenseinschätzung vorgenommen. 

6.3  

6.3.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 30. Dezem-

ber 2021 den geschätzten Marktwert der Bilder von Fr. 43'365.- wie folgt 

berechnet: Im vorliegenden Fall seien die vom Beschwerdeführer erhofften 

Verkaufspreise in der Schweiz bekannt und in der Befragung vom 30. Sep-

tember 2021 (Akt.-VI 01.08.01) festgelegt worden. Die inländische Preis-

gestaltung solle nach kaufmännischen Grundsätzen die Mehrkosten im 

Vergleich zu einem Verkauf im Herkunftsland («Marge») mindestens de-

cken und allenfalls einen zusätzlichen Gewinn enthalten (Deckungsbei-

trag). Zu den Mehrkosten würden neben Steuern auch die Aufwendungen 

für den Verkauf, wie z.B. die Miete für den Verkaufsstand, Übernachtungen, 

Verpflegung und allfällige weitere Aufwendungen zählen. Das Staatssek-

retariat für Migration (SEM) definiere auf der (am 21. September 2021 zu-

letzt besuchten) Internetseite (<www.sem.admin.ch/sem/de/home/the-

men/einreise/faq.html>; Ziff. 2.10; letztmals besucht am 18. Oktober 2023) 

die finanziellen Mittel für einen Aufenthalt in der Schweiz mit Fr. 100.- pro 

Tag und Person, was bei zwei Personen einem Aufwand von 0.34 % im 

Verhältnis zum erhofften Verkaufspreis entsprechet (Fr. 57'820.-). Gemäss 

(am 9. September 2021 abgerufenen) Internetseite des Veranstalters der 

[Kunstmesse in der Schweiz] (<[Weblink]>; letztmals besucht am 

http://www.sem.admin.ch/sem/de/home/themen/einreise/faq.html
http://www.sem.admin.ch/sem/de/home/themen/einreise/faq.html
https://www.art-zurich.com/de/form-application/kunstmesse_zuerich_bewerbung.html

A-482/2022 

Seite 18 

18. Oktober 2023) koste die Standmiete pro Quadratmeter Fr. 480.- für ei-

nen einem kleinen bis mittelgrossen Stand von 12–18 Quadratmetern ent-

spreche dies einer Miete von Fr. 5’760.- bis 8’640.-, was 9.96 % bis 

14.94 % im Verhältnis zum erhofften Verkaufspreis ausmache. Demnach 

würden sich die Aufwendungen für den Verkauf im Zollinland zwischen 

16.4 % und 21.38 % des erhofften Verkaufspreises belaufen. Die Aufwen-

dungen lägen somit unterhalb der Marge von 25 % die vom Beschwerde-

führer genannt worden sei. Der festgesetzte, geschätzte Marktwert von 

Fr. 43’365.- (erhoffter Verkaufspreis in der Schweiz abzüglich 25 % Marge) 

erscheine für die Steuerbemessungsgrundlage somit als angemessen (vgl. 

zum Ganzen: Verfügung vom 30. Dezember 2021, Ziff. 4.2.3 f.). 

6.3.2 Die Berechnung der Vorinstanz steht in Einklang mit den geltenden 

Vorschriften (E. 2.4.1 ff.), insbesondere betreffend Mehrkosten für einen 

Verkauf in der Schweiz («Marge»; vgl. dazu E. 2.4.3 und 2.4.8 sowie Ver-

nehmlassung vom 25. April 2022 Rz. 11). Die Herleitung der Einfuhrsteu-

erbemessungsgrundlage wirkt sich – mit der Vorinstanz – überdies klarer-

weise zugunsten des Beschwerdeführers aus: So stufte die Vorinstanz die 

Angaben des Beschwerdeführers, wonach es sich bei den streitbetroffenen 

Fotografien und den im Internet publizierten Fotografien (<[Weblink]>; letzt-

mals besucht am 18. Oktober 2023) um unterschiedliche Aufmachungen 

mit geringeren Produktionskosten und demnach um andere Verkaufspreise 

handelte (Akt.-VI Nr. 01.08.01/10 f.), als «glaubhaft» ein. Daher hat die Vo-

rinstanz nicht die (viel höhere) Einfuhrsteuerbemessungsgrundlage (Markt-

wert) gemäss Feststellungsprotokoll vom 29. September 2021 berücksich-

tigt (Fr. 120'942.-), obschon der Beschwerdeführer die Feststellungen mit 

seiner Unterschrift bestätigte (E. 5.2; Verfügung vom 30. Dezember 2021, 

Ziff. 4.2.4). Im Ergebnis hat die Vorinstanz die Einfuhrsteuerbemessungs-

grundlage (Marktwert) in ihrer Verfügung vom 30. Dezember 2021 von ur-

sprünglich Fr. 120'942.- auf Fr. 43’365.- und dadurch massiv reduziert. 

Demnach spielt die Frage der Höhe der Marge ohnehin nur noch eine un-

tergeordnete Rolle. Die vorinstanzliche Reduktion der Höhe der Berech-

nungsgrundlagen führt folglich zu einer geringeren Einfuhrsteuerforderung 

als die Vorinstanz ursprünglich (auch) angesichts der verfügten Hinterlage 

von Fr. 10’500.- für Busse und Abgaben (E. 5.4) angenommen hatte.  

6.3.3 In seiner Beschwerde vom 24. Januar 2022 weist der Beschwerde-

führer «die zumindest indirekt erhobene Annahme, dass die Preise im In-

ternet andere wären, als für die Messe angegeben, noch einmal zurück». 

Die effektiv gleich produzierten Bilder hätten nahezu den gleichen Preis 

(E. 4.1). Auch aus dieser Argumentation kann der Beschwerdeführer nichts 

http://www.hassan-fotografie.de/

A-482/2022 

Seite 19 

zu seinen Gunsten ableiten. Dergestalt würde nämlich – mit der Vo-

rinstanz – die Marge auf dem Preis der streitbetroffenen Fotografien bei 

einem Verkauf in der Schweiz im Vergleich zu den Verkaufspreisen in 

Deutschland gegen 0 % tendieren (E. 4.2). Auch unter diesem Gesichts-

punkt erweist sich die vorinstanzliche Annahme einer Marge von 25 % als 

eher grosszügig zu Gunsten des Beschwerdeführers.  

6.3.4 Nach dem bisher Gesagten kann offenbleiben, ob und wenn ja wie 

hoch die Standmiete ausgefallen ist, nachdem der Ausstellungsvertrag 

vom 1. September 2021 keine Gebühr für die Betreibung des Stands sowie 

für die Beleuchtung vorsieht (E. 5.5) und der Beschwerdeführer nach 

eigenen Angaben «nicht so attraktive Aussenwände kostenfrei zur 

Verfügung» gestellt erhielt (E. 4.1). Denn wenn keine Standmiete erhoben 

worden wäre, würde sich die mit 25 % veranschlagte Marge weiter 

reduzieren. Daraus erhellt, dass sich die besagten 25 % Marge 

(Mehrkosten für den Verkauf in der Schweiz) im Rahmen der 

vorgenommenen Schätzung zu Gunsten des Beschwerdeführers 

auswirkten. 

6.3.5 Die vorinstanzliche Schätzung des Marktwerts der streitbetroffenen 

Fotografien erscheint daher – im Rahmen der durch das Bundesverwal-

tungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung vorzunehmenden Prüfung 

(E. 2.5.6) – nicht als pflichtwidrig erfolgt (E. 2.5.7; sog. «zweite Stufe»). 

6.4  

6.4.1 Sind wie im vorliegenden Fall die Voraussetzungen einer ermessens-

weisen Ermittlung des Marktwerts erfüllt und verstösst diese nicht erkenn-

bar gegen Bundesrecht, obliegt es dem Beschwerdeführer, den Beweis für 

die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (sog. «dritte Stufe»; E. 2.5.7). 

6.4.2 Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Entgegnungen (vgl. E. 4.1) 

nicht durchzudringen. Zum einen kann er seinen Standpunkt, wonach die 

Marge beim Verkauf der streitbetroffenen Fotografien (über eine Galerie) 

50 % betragen habe, nicht durch entsprechende Belege untermauern 

(E. 2.5.8). Denkbar wären hierzu etwa Nachweise von früheren Verkäufen 

auf vergleichbaren Kunstmessen, um den behaupteten Provisionsanteil 

der Galerie von bei 50 % (E. 4.1) nachzuweisen. Zum anderen war die an-

gebliche «Drucksituation» anlässlich der Anhaltung am 29. September 

2021 (E. 5.2) bei der Einvernahme am Folgetag, als er eine Marge von 

25 % nannte (E. 5.3), nicht mehr gegeben. Entscheidend ist an dieser 

Stelle ohnehin einzig, dass der Beschwerdeführer auch vor 

A-482/2022 

Seite 20 

Bundesverwaltungsgericht nicht nachzuweisen vermag, dass sich die vo-

rinstanzliche Schätzung als offensichtlich unrichtig erweist. 

Von einer vom Beschwerdeführer implizit beantragten Befragung seines 

damaligen Beifahrers B._______ zur monierten «Drucksituation» anläss-

lich der Anhaltung (E. 4.1) kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu 

BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, je m.w.H.; Urteil des BVGer A-

3667/2022 vom 21. September 2023 E. 5.5) abgesehen werden, da keine 

entscheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.  

6.5 Nach dem Gesagten ist die vorinstanzliche Schätzung des Marktwerts 

der streitbetroffenen Fotografien von Fr. 43’365.- (erhoffter Verkaufspreis 

in der Schweiz abzüglich 25 % Marge) nicht zu beanstanden.  

7.  

7.1 Aufgrund vorstehender Ausführungen ist somit der Vorinstanz zu fol-

gen, und der als Fahrer für die ordentliche Zollanmeldung bei der Einreise 

verantwortliche Beschwerdeführer (E. 2.2) ist als nachleistungspflichtig 

i.S.v. Art. 12 Abs. 2 VStrR zu qualifizieren (E. 2.5.3). 

7.2 Der festgesetzte, geschätzte Marktwert von Fr. 43’365.- (erhoffter Ver-

kaufspreis in der Schweiz abzüglich 25 % Marge) bildet somit die Einfuhr-

steuerbemessungsgrundlage (Marktwert). Nachdem der Beschwerdefüh-

rer die konkrete Berechnung der Einfuhrsteuer und der Zollabgaben (aus 

rein mathematischer Sicht) nicht beanstandet und auch aus den Akten 

keine Hinweise für eine offensichtlich rechtsfehlerhafte Kalkulation ersicht-

lich sind, belaufen sich die Einfuhrabgaben mit der Vorinstanz auf insge-

samt Fr. 3'509.45 (Fr. 3’350.85 plus Fr. 158.60 Zollabgaben).  

8.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung vom 

30. Dezember 2021 nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist dem-

nach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

  

A-482/2022 

Seite 21 

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der Re-

gel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Zwar gilt der Be-

schwerdeführer vorliegend als unterliegend. Da ihm jedoch die unentgeltli-

che Rechtspflege gewährt wurde, ist er von der Bezahlung der auf Fr. 500.- 

festzusetzenden Verfahrenskosten befreit (Art. 65 Abs. 1 VwVG; vgl. Sach-

verhalt Bst. B.b). 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

  

A-482/2022 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Keita Mutombo Kaspar Gerber 

 

  

A-482/2022 

Seite 23 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

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