# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01aadc13-3dd4-5505-8713-81cc69fcf23c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 05.01.2021 460 20 131
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-20-131_2021-01-05.pdf

## Full Text

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Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 5. Januar 

2021 (460 20 131) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), 

Richterin Susanne Afheldt; Gerichtsschreiber Florian Jenal 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung, 

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz 

Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 

 

Privatklägerschaft 

  

gegen 

 

 A.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Christian Stöbi, 

Marktplatz 18, 4001 Basel (amtlicher Verteidiger),  

sowie vertreten durch Rechtsanwalt Joachim Lederle, 

Hermann-Dietrich-Strasse 4, DE-77694 Kehl 

(Wahlverteidiger; Zustelldomizil: Rechtsanwalt Alexander Kunz, 

Bielerstrasse 8, 4500 Solothurn), 

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand Gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 

2. Juni 2020 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2. Juni 2020 wurde A.____ (nachfol-

gend Beschuldigter) des gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, 

des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der rechtswidrigen Einreise, des Führens eines Motor-

fahrzeugs ohne Berechtigung sowie des Führens eines Motorfahrzeugs in nicht betriebssiche-

rem Zustand schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten sowie zu einer Busse 

von Fr. 400.-- verurteilt. Die vom 30. Januar 2020 bis zum 2. Juni 2020 ausgestandene Unter-

suchungshaft sowie der verbüsste vorzeitige Strafvollzug von insgesamt 125 Tagen wurde an 

diese Strafe angerechnet (Ziffer 1). Gestützt auf den Schuldspruch wurde eine Landesverwei-

sung für die Dauer von 12 Jahren ausgesprochen, wobei auf die Eintragung im Schengener 

Informationssystem (SIS) verzichtet wurde (Ziffer 2). Die von der Staatsanwaltschaft Basel-

Stadt am 2. Mai 2016 ausgesprochene bedingte Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- 

wurde als nicht vollziehbar erklärt (Ziffer 4). Weiter wurde der Beschuldigte bei der Anerken-

nung diverser Zivilforderungen behaftet (Ziffer 5). Die Verfahrenskosten von insgesamt 

Fr. 6'472.--, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 2’972.--, den Kosten des 

Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 500.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 3‘000.--, wurden 

zufolge Uneinbringlichkeit dem Staat auferlegt (Ziffer 7). Das Honorar der amtlichen Verteidi-

gung im Umfang von total Fr. 10'805.-- (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) wurde 

schliesslich aus der Gerichtskasse entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung 

des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO (Ziffer 6). 

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie auf jene der nachfolgend aufgeführten Parteianträge 

wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

B. Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte mit Schreiben vom 6. Juni 2020 von 

Rechtsanwalt Joachim Lederle (Wahlverteidiger) sowie vom 12. Juni 2020 von Rechtsanwalt 

Christian Stöbi (amtlicher Verteidiger) die Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 7. Juli 

2020 hielt der Wahlverteidiger des Beschuldigten fest, dass er mit der Berufung die Reduktion 

des Strafmasses anstrebe und beantragte, es sei eine geringere Freiheitsstrafe bzw. eine teil-

bedingte Freiheitsstrafe auszufällen. Gleichzeitig begehrte er, die amtliche Verteidigung der 

Wahlverteidigung zu übertragen, und Rechtsanwalt Christian Stöbi als amtlicher Verteidiger zu 

entlassen. 

 

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C. Mit Verfügung vom 9. Juli 2020 stellte der zuständige Präsident des Kantonsgerichts Ba-

sel-Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend Kantonsgericht), fest, dass sich die Beru-

fungserklärung des Beschuldigten vom 7. Juli 2020 auf die Strafzumessung beschränkt. Weiter 

forderte er die Parteien dazu auf, zum Antrag des Beschuldigten auf Wechsel der amtlichen 

Verteidigung Stellung zu nehmen. 

 
D. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung (nachfolgend 

Staatsanwaltschaft), erklärte mit Eingabe vom 10. Juli 2020 die Anschlussberufung und bean-

tragte, dass Ziffer 1 des erstinstanzlichen Urteils teilweise abzuändern und der Beschuldigte zu 

einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu verurteilen sei. Weiter sei Ziffer 2 des vorinstanzlichen 

Urteils dahingehend abzuändern, dass die ausgesprochene Landesverweisung im Schengener 

Informationssystem (SIS) einzutragen sei. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich 

abzuweisen unter o/e-Kostenfolge. Bezüglich des vom Beschuldigten beantragten Wechsels 

der amtlichen Verteidigung machte die Staatsanwaltschaft ausdrücklich keine Einwände 

geltend. 

 

E. Mit Eingabe vom 23. Juli 2020 legte Rechtsanwalt Christian Stöbi dar, dass seines Erach-

tens die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Wechsel der amtlichen Verteidigung nicht ge-

geben seien, er dem Ansinnen des Beschuldigten aber gleichwohl nicht im Wege stehen wolle. 

 
F. Mit Verfügung vom 10. August 2020 stellte der zuständige Präsident des Kantonsgerichts 

fest, dass sich die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf die Bemessung der Strafe 

sowie die Nichteintragung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) be-

schränkt. Weiter entschied der zuständige Präsident des Kantonsgerichts, dass die Vorausset-

zungen für den Wechsel der amtlichen Verteidigung gemäss Art. 134 Abs. 2 StPO nicht gege-

ben sind. Demgemäss wies er das Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung ab. Weiter 

bestätigte er die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit Rechtsanwalt Christian Stöbi für 

das Rechtsmittelverfahren. 

 
G. In seiner Stellungnahme vom 23. Oktober 2020 zur Anschlussberufung der Staatsanwalt-

schaft stellte der Beschuldigte, vertreten durch seinen amtlichen Verteidiger, folgende Anträge:  

 

„1. Es sei die Anschlussberufung der Berufungsbeklagten vom 10. Juli 2020 vollumfänglich 

abzuweisen.  

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 2. In teilweiser Abänderung von Ziff. 1 des erstinstanzlichen Urteils vom 2. Juni 2020 sei das 

Strafmass angemessen herabzusetzen und auf einen teilbedingten Freiheitsentzug von 

maximal 22 Monaten (unter Anrechnung der bereits ausgestandenen Untersuchungshaft, 

des vorzeitigen Strafvollzugs und des seit Erlass des erstinstanzlichen Urteils verbüssten 

Strafvollzugs), davon maximal 10 Monate unbedingt, die restliche Strafe bedingt, bei einer 

Probezeit von 3 Jahren auf den bedingten Teil, festzulegen.  

 

 3. In teilweiser Abänderung von Ziff. 2 des erstinstanzlichen Urteils vom 2. Juni 2020 sei die 

Dauer des Landesverweises auf maximal 7 Jahre zu beschränken.  

 

 4. Unter o/e Kostenfolge (zzgl. Mehrwertsteuer und Spesen) vor allen Instanzen zu Lasten 

des [sic!] Berufungsbeklagten.“ 

 
H. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 schloss der zuständige Präsident des Kantonsge-

richts den Schriftenwechsel und lud die Parteien zur kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung. 

 
I. Zur zweitinstanzlichen Hauptverhandlung erscheinen der Vertreter der Staatsanwaltschaft 

sowie der Beschuldigte zusammen mit seinem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Christian 

Stöbi. Die Staatsanwaltschaft hält an ihren Anträgen in ihrer Anschlussberufung vollumfänglich 

fest. Dagegen zieht der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung seinen Antrag zurück, 

dass die ausgesprochene Landesverweisung auf maximal 7 Jahre zu beschränken sei. Im Übri-

gen hält er an seinen schriftlichen Anträgen vor Kantonsgericht fest. 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formalien / Verfahrensgegenstand  

1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung und der Anschlussbe-

rufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach 

Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen 

das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO 

können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und 

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Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wo-

bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem 

erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich 

anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begrün-

deten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Die Anschlussberufung richtet 

sich gemäss Art. 401 Abs. 1 StPO sinngemäss nach den Bestimmungen von Art. 399 Abs. 3 und 

Abs. 4 StPO, weshalb sie innerhalb von 20 Tagen seit Zustellung der Berufungserklärung schrift-

lich zu erklären ist. Die Legitimation des Beschuldigten zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in 

Art. 382 Abs. 1 StPO und diejenige der Staatsanwaltschaft in Art. 381 Abs. 1 StPO normiert. 

Nachdem das angefochtene Urteil ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, sowohl der Be-

schuldigte als auch die Staatsanwaltschaft legitimiert zur Berufung bzw. zur Anschlussberufung 

sind, zulässige Rügen erheben und die Rechtsmittelfrist gewahrt haben sowie der Erklärungs-

pflicht nachgekommen sind, ist ohne Weiteres auf die Berufung des Beschuldigten sowie die An-

schlussberufung der Staatsanwaltschaft einzutreten.  

 

1.2 Da der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft ihre Rechtsmittel lediglich gegen die Straf-

zumessung, die Vollzugsart der Freiheitsstrafe sowie die Eintragung der ausgesprochenen Lan-

desverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) richten, sind gemäss Art. 404 Abs. 1 

StPO auch nur diese Fragen Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens (vgl. auch 

Art. 398 Abs. 2 StPO). Da sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft das Straf-

mass anfechten, kann dieses sowohl zu Gunsten des Beschuldigten gemildert als auch zu des-

sen Lasten erhöht werden (Art. 391 Abs. 2 StPO). Daneben hat das Kantonsgericht aufgrund der 

Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft darüber zu befinden, ob die ausgesprochene Landes-

verweisung entgegen dem vorinstanzlichen Urteil in das Schengener Informationssystem (SIS) 

einzutragen ist. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind somit die Dispositiv-

Ziffern 1 und 2 des erstinstanzlichen Urteils vom 2. Juni 2020, wobei die in Ziffer 1 ausgefällte 

Busse mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen nicht angefochten ist und sich die Anfechtung 

von Ziffer 2 auf die Frage der Eintragung im Schengener Informationssystem (SIS) beschränkt. 

 

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Demzufolge ist das vorinstanzliche Erkenntnis im Übrigen, soweit es nicht angefochten ist, per 

Urteilsdatum in Rechtskraft erwachsen (Art. 437 Abs. 1 lit. a StPO und Art. 437 Abs. 2 StPO). 

Dies betrifft insbesondere die Schuldsprüche wegen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfacher 

Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, rechtswidriger Einreise, Führens eines 

Motorfahrzeugs ohne Berechtigung sowie Führens eines Motorfahrzeugs in nicht betriebssiche-

rem Zustand. Ebenfalls in Rechtskraft erwachsen ist die Ausfällung einer Busse von Fr. 400.-- 

mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen für das Führen eines Motorfahrzeugs in nicht be-

triebssicherem Zustand, die Behaftung bei der Anerkennung diverser Zivilforderungen sowie – 

nach dem entsprechenden Rückzug des einschlägigen Antrags seitens des Beschuldigten an-

lässlich der mündlichen Berufungsverhandlung – die ausgesprochene Landesverweisung von 

12 Jahren. 

 

 

2. Strafzumessung 

2.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. 

Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe 

auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und 

äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). In 

Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe oder einer 

Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, 

wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Wurde der Täter indessen innerhalb der letzten fünf Jah-

re vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten 

verurteilt, so ist der Aufschub gemäss Art. 42 Abs. 2 StGB nur zulässig, wenn besonders günsti-

ge Umstände vorliegen. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-

gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

 

2.1.2 Das Gericht bewertet das Verschulden ausgehend von der objektiven Tatschwere. Es 

muss dazu gemäss Art. 50 StGB festhalten, was die für die Strafzumessung erheblichen Um-

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stände sind und wie es diese gewichtet. Hierzu muss das Gericht in seinem Urteil darlegen, wel-

che verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall 

gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen (BGE 136 

IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen 

Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht auf Umstände ausdrücklich eingehen, die 

es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht massgebend 

oder nur von geringem Gewicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist 

das Gericht nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzu-

messungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings muss das Gericht das Ge-

samtverschulden qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil aus-

drücklich benennen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszuge-

hen ist (leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). 

 

Nachdem das Gericht das Gesamtverschulden qualifiziert hat, muss es die (hypothetische) Stra-

fe, die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens der 

schwersten Straftat bestimmen. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb 

des ordentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. 

Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst, um sämtlichen konkreten 

Umständen Rechnung zu tragen. Der ordentliche Strafrahmen wird durch Strafschärfungs- oder 

Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert oder verkleinert, um daraufhin in diesem neu-

en Strafrahmen die Strafe festzusetzen. Vielmehr ist der ordentliche Strafrahmen nur dann zu 

verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat ange-

drohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). 

 

Nachdem das Gericht innerhalb des Strafrahmens der schwersten Straftat die Einsatzstrafe fest-

gelegt hat, muss diese unter Einbezug der anderen Straftaten zu einer Gesamtstrafe erhöht wer-

den, wobei wiederum den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen ist. Die Bildung einer Ge-

samtstrafe ist indessen nur bei gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumula-

tiv zu verhängen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausge-

sprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 

Abs. 1 StGB. Das Gericht kann somit auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im 

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konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (BGE 138 

IV 120 E. 5.2). 

 

Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher 

Täterkomponenten, d.h. aufgrund tatunabhängiger Strafzumessungsfaktoren erhöht oder redu-

ziert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7; BGE 134 IV 132 E. 6.1). 

 

2.2.1 Den dargelegten Grundsätzen folgend (vgl. E. 2.1.1 f. hiervor) muss das Kantonsgericht 

für die Bildung einer Gesamtstrafe in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste 

Straftat bestimmen, wobei es von der abstrakten Strafandrohung ausgeht. Sodann muss es die 

Einsatzstrafe für diese Tat innerhalb des Strafrahmens festsetzen, wobei es alle straferhöhenden 

und strafmindernden Umstände miteinzubeziehen hat. Der gewerbsmässige Diebstahl gemäss 

Art. 139 Ziffer 2 StGB stellt vorliegend die schwerste Straftat dar. Für diesen Tatbestand sieht 

das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren oder eine Geldstrafe von nicht unter 90 Ta-

gessätzen vor. Da – wie erläutert – der ordentliche Strafrahmen nur verlassen werden darf, wenn 

aussergewöhnliche Umstände vorliegen (BGE 136 IV 55 E. 5.8), was in casu nicht der Fall ist, ist 

mit der Vorinstanz vom Strafrahmen des gewerbsmässigen Diebstahls von 90 Tagessätzen 

Geldstrafe bis 10 Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. 

 

2.2.2 Bei der objektiven Tatschwere muss geprüft werden, wie stark das strafrechtlich ge-

schützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Bei Vermögensstraftaten ist insbesondere auf den 

Deliktsbetrag und auf die Höhe der angestrebten Bereicherung abzustellen (BGer 6B_157/2014 

vom 26. Januar 2015 E. 3.2). Von Bedeutung ist auch die kriminelle Energie, die durch die Tat 

und die Tatausführung offenbart wird (BStGer SK.2014.30 vom 9. Dezember 2014 E. 6.3; HANS 

WIPRÄCHTIGER/STEFAN KELLER, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 47 N 90 ff.). 

 

Hinsichtlich der Tatkomponenten gilt es vorliegend bei der Festlegung der Einsatzstrafe des ge-

werbsmässigen Diebstahls zunächst zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz festgestellt hat, 

dass der Wert des Deliktsguts im Wesentlichen den Angaben der Privatkläger entspricht, mit 

Ausnahme des im Fall 2 abhandengekommenen Diamantrings (vgl. vorinstanzliches Urteil, 

E. I.1.1.3). Der Wert des Deliktsguts beträgt insgesamt Fr. 47'893.10 (vgl. Anklageschrift, S. 4 f., 

act. 7 f.). Zieht man davon den Diamantring im Fall 2 ab, dessen Wert mit Fr. 18'000 angegeben 

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wurde, so verbleiben Fr. 29’893.10, was bereits als beachtlich erscheint. Darüber hinaus hat der 

fragliche Diamantring aus dem Fall 2 gemäss den Feststellungen der Vorinstanz zwar keinen 

Wert von Fr. 18'000, aber immerhin einen von einigen tausend Franken. Damit ist von einem De-

liktsgut im Wert von jedenfalls deutlich über Fr. 30'000.-- auszugehen, was entsprechend zulas-

ten des Beschuldigten zu werten ist. 

 

Hinzu kommt, dass der Beschuldigte relativ intensiv delinquierte, indem er fünf Einbrüche innert 

gut zweier Wochen zwischen dem 26. Oktober und dem 10. November 2016 beging. Soweit der 

Beschuldigte diesbezüglich einwendet, dass die Anzahl der begangenen Einbruchsdiebstähle 

nicht herangezogen werden dürfe, um die Tatkomponenten des gewerbsmässigen Diebstahls 

zu beurteilen, ist er nicht zu hören. Eine unzulässige Doppelverwertung bestünde zwar, wenn 

die einzelnen Einbruchsdiebstähle zusätzlich im Rahmen von Art. 49 StGB asperiert würden 

(vgl. BGE 123 IV 113 E. 2.d; MARCEL ALEXANDER NIGGLI/CHRISTOF RIEDO, Basler Kommentar 

StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 139 N 113). Für die Beurteilung der Tatkomponenten im Rahmen des 

gewerbsmässigen Diebstahls spielt es aber in verschuldensmässiger Hinsicht durchaus eine 

Rolle, wie oft ein Täter delinquiert hat. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht die Anzahl der be-

gangenen Delikte und die Zeitspanne, innerhalb derer sie verübt wurden, leicht zulasten des 

Beschuldigten gewertet. Ebenso korrekt hat die Vorinstanz verschuldenserhöhend berücksich-

tigt, dass der Beschuldigte als sogenannter "Kriminaltourist" einzig zum Zweck der Verübung 

von Straftaten in die Schweiz eingereist ist. Zuzustimmen ist der Vorinstanz sodann darin, dass 

der Beschuldigte in Einfamilienhäuser eingebrochen ist, was sich zu dessen Lasten auswirkt, 

wobei dieser Vorwurf im Zusammenhang mit dem Delikt des Hausfriedensbruchs zu behandeln 

ist (vgl. E. 2.3.3 hiernach). Soweit der Beschuldigte geltend macht, dass er dilettantisch vorge-

gangen sei, spricht dies entgegen seiner Auffassung nicht gegen seine kriminelle Energie und 

wirkt sich insofern punkto Verschulden weder mindernd noch erschwerend aus. Soweit er aus-

serdem ausführt, er habe die Delikte nicht von langer Hand geplant, stellt dieser Umstand den 

Regelfall bei von Kriminaltouristen durchgeführten Einbruchsdiebstählen dar, wie sie vorliegend 

zu beurteilen sind. Es ist gerichtsnotorisch, dass Einbrecher ihre Objekte in aller Regel nicht 

mittels eines vorangehenden längeren Selektionsprozesses aussuchen, sondern sich spontan 

für die betreffende Liegenschaft entscheiden. Entsprechend ist auch dieser Umstand lediglich 

neutral zu werten. Insgesamt erweist sich somit unter Berücksichtigung aller Faktoren die objek-

tive Schwere der Tat im Rahmen des gewerbsmässigen Diebstahls als leicht bis mittelschwer. 

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2.2.3 In einem nächsten Schritt ist das (subjektive) Verschulden zu bewerten. Es stellt sich die 

Frage, wie dem Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dabei spielen nebst 

der Frage einer verminderten Schuldfähigkeit (Art. 19 StGB) das Motiv und weitere subjektive 

Verschuldenskomponenten (zum Beispiel die Strafmilderungsgründe gemäss Art. 48 StGB) eine 

Rolle. Egoistische und verwerfliche Beweggründe oder ein Handeln aus eigenem Antrieb erhö-

hen das Verschulden, während beispielsweise ein Handeln mit Eventualvorsatz (statt direktem 

Vorsatz), eine verminderte Schuldfähigkeit, ein unvollendeter Versuch oder die in Art. 48 StGB 

genannten Strafmilderungsgründe das Verschulden mindern (vgl. ausführlich zu den Strafminde-

rungsgründen HANS MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., 2019, Rz. 334 ff.).  

 
Der Beschuldigte macht geltend, er sei stark drogenabhängig gewesen, als er die verfahrensge-

genständlichen Einbruchsdiebstähle begangen hatte. Er sei deshalb aufgrund der von ihm be-

haupteten Drogensucht kaum in der Lage gewesen, anders zu handeln und die Einbruchsdieb-

stähle nicht zu verüben, weil er seinen Drogenkonsum habe finanzieren müssen. Anlässlich der 

heutigen Hauptverhandlung wurde der Beschuldigte befragt, wie die früheren Einbruchsdiebstäh-

le zu erklären sind, für welche er vorbestraft ist, und welche er vor der von ihm geltend gemach-

ten Drogenabhängigkeit begangen hatte. Der Beschuldigte führte hierzu aus, dass diese früheren 

Einbruchsdiebstähle auf den schlechten Einfluss seiner Freunde zurückzuführen seien (Protokoll 

der Hauptverhandlung, S. 10). Auf die Nachfrage hin, wie es komme, dass er allein die von ihm 

angeführte Drogenabhängigkeit für seine jüngsten Einbruchsdiebstähle verantwortlich mache, 

während er früher unbestritten auch ohne Drogenabhängigkeit mehrfach einschlägig delinquierte, 

antwortete der Beschuldigte, dass es im vorliegenden Verfahren ja nur um die Einbruchsdieb-

stähle aus dem Jahr 2016 gehe (Protokoll der Hauptverhandlung, S. 13 f.). Angesichts der er-

wähnten Umstände und der Aussagen des Beschuldigten erachtet das Kantonsgericht eine für 

die Strafzumessung relevante Einschränkung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit durch die 

von ihm geltend gemachte Drogenabhängigkeit als nicht gegeben. Soweit der Beschuldigte aus-

serdem darlegt, er habe mit dem Deliktserlös zum Teil auch seine Familie unterstützt, mildert 

dies sein Verschulden nicht, da er angibt, dass er die Delikte primär begangen habe, um Drogen 

zu finanzieren, was er gemäss eigenen Angaben auch getan hat. Die Unterstützung seiner Fami-

lie kann insofern höchstens als Nebeneffekt seiner Delinquenz gewertet werden (Protokoll der 

Hauptverhandlung, S. 13 f.). 

 

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2.2.4 In einer Abwägung der verschiedenen Faktoren vermag somit die subjektive Tatkompo-

nente die objektive nicht zu relativieren, weshalb sich für die Einsatzstrafe insgesamt ein leichtes 

bis mittelschweres Tatverschulden ergibt. Gestützt auf diese Erwägungen erachtet das Kantons-

gericht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz im Hinblick auf den Straftatbestand des gewerbs-

mässigen Diebstahls als Einsatzstrafe eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten als dem Verschulden 

und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. 

 

2.3.1 Diese Einsatzstrafe ist aufgrund der Schuldsprüche bezüglich der mehrfachen Sachbe-

schädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der rechtswidrigen Einreise sowie des Füh-

rens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung zu erhöhen. Insbesondere die Delikte der mehrfa-

chen Sachbeschädigung und des mehrfachen Hausfriedensbruchs stehen zwar im zeitlichen und 

sachlichen Zusammenhang mit den gewerbsmässigen Diebstählen, sind jedoch keinesfalls als 

vernachlässigbare Begleitdelikte zu bewerten, was die Vorinstanz bei der Strafzumessung unge-

nügend veranschlagt hat. Zu berücksichtigen gilt es dabei, dass nur gleichartige Strafen mitei-

nander asperiert werden dürfen. Das Gericht muss deshalb begründen, warum es eine Freiheits-

strafe anstelle einer Geldstrafe ausfällt, da die Geldstrafe grundsätzlich vorgeht (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1). Massgebliche Kriterien für die Wahl der Sanktionsart bilden ihre Zweckmässigkeit, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz (BGE 144 

IV 313 E. 1.1.1; BGE 137 II 297 E. 2.3.4). Das Verschulden des Täters spielt demgegenüber le-

diglich für das Strafmass, nicht aber für die Sanktionsart eine Rolle (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 

BGE 137 II 297 E. 2.3.4). 

 

2.3.2 Hinsichtlich der mehrfachen Sachbeschädigung gilt es zunächst zu beachten, dass der 

Beschuldigte einen nicht unerheblichen Sachschaden von ca. Fr. 10'200.-- verursachte, was zu 

seinen Lasten zu werten ist (vorinstanzliches Urteil, E. II.2.1.1). Aufgrund der umfangreichen ein-

schlägigen Vorstrafen des Beschuldigten im Bereich der Einbruchsdiebstähle kommt insbesonde-

re aus spezialpräventiven Gründen nur eine Freiheitsstrafe für die mehrfache Sachbeschädigung 

in Betracht. 

 

2.3.3 Weiter muss gemäss der Rechtsprechung des Kantonsgerichts bei der Strafzumessung 

im Kontext mit Einbruchdiebstählen zwingend straferhöhend veranschlagt werden, wenn der Be-

schuldigte in Wohnliegenschaften eindringt. Nimmt der Beschuldigte dabei zusätzlich eine Be-

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gegnung mit der Bewohnerschaft in Kauf, so hat sich diese verwerfliche Einstellung, welche für 

eine besondere Dreistigkeit sowie eine qualifizierte kriminelle Energie spricht, in einem zweiten 

Schritt nochmals spürbar strafschärfend auszuwirken (KGer 460 17 173 vom 29. Januar 2018 

E. III.2.7.2; KGer 460 12 108 vom 25. September 2012 E. III.3.1). Weil gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung die psychischen Folgen der Einbrüche für die Betroffenen und die schwere 

Verletzung ihrer Privatsphäre primär eine Folge des Hausfriedensbruchs sind, gilt es, diese As-

pekte bei der Strafzumessung im Rahmen von Art. 186 StGB zu bemessen (vgl. 

BGer 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3). 

 

Bei der Asperation des mehrfachen Hausfriedensbruchs muss somit dem Umstand Rechnung 

getragen werden, dass der Beschuldigte in allen fünf Fällen in Wohnliegenschaften eindrang und 

dabei klar ungenügende Vorkehrungen zur Vermeidung einer Konfrontation mit der Bewohner-

schaft vornahm. Zwar führt er aus, dass er jeweils nachgesehen habe, ob ein Auto in der Garage 

der Liegenschaften stand, in die er einbrach. Auch habe er geklopft, geklingelt und gerufen, um 

festzustellen, ob die Bewohner der Liegenschaften anwesend waren. Weiter habe er durchs 

Fenster geschaut, um zu sehen, ob sich Personen in den Liegenschaften aufhielten. Darüber 

hinaus habe er darauf geachtet, dass die Einbrüche nicht lange dauerten (Protokoll der Haupt-

verhandlung, S. 14). Allerdings ist all dem entgegenzuhalten, dass selbst unter der Hypothese, 

dass dies zuträfe, der Beschuldigte keinesfalls ausschliessen konnte, dass dennoch Bewohner in 

den Liegenschaften anwesend waren und eine Konfrontation mit diesen hätte stattfinden können. 

Es ist notorisch, dass es beispielsweise Menschen gibt, die bei unangemeldetem Besuch die 

Türe nicht öffnen oder dass sich Bewohner unter Umständen gerade im Keller befinden und des-

halb keine Geräusche wahrnehmen können oder dass Bewohner mit Kopfhörern Musik hören, 

fernsehen oder aus sonstigen Gründen das Klingeln und Klopfen nicht bemerken können, weil 

sie etwa schlafen. Soweit der Beschuldigte ausserdem geltend macht, er habe darauf geachtet, 

dass die Einbrüche nicht lange dauerten, ist dies von vornherein unbehelflich. Denn selbst wenn 

die Liegenschaftsbewohner zum Zeitpunkt des Eindringens nicht zu Hause sind, ist es jederzeit 

möglich, dass sie während des Einbruchs zurückkehren, auch wenn dieser nicht lange dauert. 

 

Soweit sich der Beschuldigte vermeintlich zu seinen Gunsten auf ein Urteil des Kantonsgerichts 

aus dem Jahr 2017 beruft, interpretiert er dieses unzutreffend (KGer 460 16 122 vom 28. Februar 

2017). Im erwähnten Urteil hat das Kantonsgericht zwar dafürgehalten, dass ein Einbrecher, wel-

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cher des Nachts in Wohnliegenschaften eindringt, sich entgegenhalten lassen muss, dass er eine 

Konfrontation mit den schlafenden Bewohnern in Kauf nimmt. Damit hat das Kantonsgericht aber 

nicht im Umkehrschluss festgehalten, dass ein Einbrecher, welcher Einbrüche tagsüber begeht, 

eine Konfrontation mit den Bewohnern nicht in Kauf nähme. Im Gegenteil, die Anforderungen 

liegen hoch, damit bei Einbruchsdiebstählen nicht mehr von einer Inkaufnahme der Konfrontation 

mit den Bewohnern der Liegenschaften ausgegangen werden kann. Verlangt wird diesbezüglich 

eine praktisch gesicherte positive Kenntnis. Eine solche könnte allenfalls dann gegeben sein, 

wenn ein Einbrecher zu Ferienbeginn feststellt, welche Bewohner welcher Liegenschaften mit 

gepackten Koffern das Haus verlassen. Blosses Nachsehen, ob ein Auto bei der Liegenschaft 

parkiert ist, oder ein Klingeln bzw. Rufen an der Türe, verbunden mit einem allfälligen Blick durch 

das Fenster, genügt demgegenüber jedenfalls nicht. 

 

Entsprechend muss vorliegend beim Beschuldigten das Eindringen in Wohnliegenschaften sowie 

– in einem zweiten Schritt nochmals spürbar strafschärfend – die Inkaufnahme einer Begegnung 

mit der Bewohnerschaft veranschlagt werden. Der Beschuldigte verletzte mit seinem Vorgehen 

die Privatsphäre verschiedener Hausbewohner aufs Gröbste und traf diese in ihrem Sicherheits-

gefühl gravierend und nachhaltig. Dementsprechend ist das Verschulden bezüglich der Hausfrie-

densbrüche als schwer zu qualifizieren. Auch hinsichtlich der Hausfriedensbrüche kommt das 

Kantonsgericht im Übrigen zum Schluss, dass angesichts der umfangreichen einschlägigen Vor-

strafen des Beschuldigten im Bereich der Einbruchsdiebstähle insbesondere aus spezialpräven-

tiven Gründen nur eine Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Das Kantonsgericht erachtet deshalb 

eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 2 Monate für die Delikte der mehrfachen Sachbeschädigung 

und des mehrfachen Hausfriedensbruchs als sachgerecht. 

 

Soweit die Delikte der rechtswidrigen Einreise sowie des Führens eines Motorfahrzeugs 

ohne Berechtigung zu beurteilen sind, ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass weder besonders 

straferhöhende noch strafmindernde Tatkomponenten ersichtlich sind. Hinsichtlich der Strafart 

gilt es aber auch hier zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte bereits einschlägig vorbestraft ist 

und dadurch offenbar nicht beeindruckt werden konnte (vgl. vorinstanzliches Urteil, E. II.2.2). Das 

Kantonsgericht kommt deshalb zum Schluss, dass auch für die Delikte der rechtswidrigen Einrei-

se sowie des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung insbesondere aus spezialprä-

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ventiven Gründen nur eine Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Deshalb erachtet das Berufungsge-

richt eine weitere Erhöhung der Einsatzstrafe um einen Monat als sachgerecht. 

 

Insgesamt kommt das Kantonsgericht im Lichte der obigen Erwägungen zum Schluss, dass die 

von der Vorinstanz vorgenommene Asperation von lediglich einem Monat aufgrund der 

Schuldsprüche bezüglich der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedens-

bruchs, der rechtswidrigen Einreise sowie des Führens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung 

zu tief ausfällt. Stattdessen erachtet das Kantonsgericht eine Asperation der Einsatzstrafe um 

drei Monate als angemessen, womit sich die Einsatzstrafe auf 27 Monate erhöht. 

 

2.4.1 Die Einsatzstrafe ist sodann in einem dritten Schritt aufgrund der besonderen Täterkom-

ponenten anzupassen. 

 

Das Strafgericht hat in seinem Urteil das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Be-

schuldigten festgestellt. Danach wurde er am TT.MM.JJJJ in W.____ in Italien geboren und ist 

staatenlos. Er habe zwei Brüder und drei Schwestern, die in den Niederlanden, Frankreich und 

Belgien lebten und verheiratet seien. Seine Eltern habe er verlassen, als er vierzehn Jahre alt 

gewesen sei. Er sei danach in verschiedene Länder gereist. Der Beschuldigte verfüge über keine 

abgeschlossene Schulbildung und keine Berufsausbildung. Er habe eine Partnerin mit kroati-

scher Staatsbürgerschaft, mit welcher er drei Kinder gezeugt habe. Das jüngste Kind sei während 

seiner letzten Haft in Deutschland zur Welt gekommen, und er habe es deshalb noch nie persön-

lich gesehen. Die Partnerin lebe mit den Kindern in Italien in einem Camp für Romas in X.____. 

Der Beschuldigte selbst habe keinen festen Wohnsitz und zuletzt in Italien, Belgien und Deutsch-

land gelebt. In Italien habe er teilweise (illegal) als Hilfsarbeiter und in Belgien als Barkeeper ge-

arbeitet. In Deutschland habe er ein Asylgesuch gestellt. Er möchte mit seiner Familie nach 

Deutschland ziehen und dort einen dauerhaften Aufenthaltstitel erlangen (vgl. vorinstanzliches 

Urteil, E. II.2.2). Die Vorstrafen des Beschuldigten sind wie folgt zusammenzufassen: In Frank-

reich verfügt der Beschuldigte über 2 Vorstrafen (2012 und 2013), jeweils wegen qualifizierten 

Diebstahls; dabei wurde er zu 4 Monaten sowie zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt (act. 51 f.). Der 

italienische Strafregisterauszug enthält 4 Vorstrafen (2006, 2012, 2015 und 2016), darunter zwei 

wegen Diebstahls (act. 73 f.). In Deutschland wurde der Beschuldigte dreimal wegen Wohnungs-

einbruchsdiebstahls (davon zweimal wegen gemeinschaftlichem Wohnungseinbruchsdiebstahl) 

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verurteilt (2014, 2016 und 2019), wobei das letzte Urteil am 24. April 2019 seitens des Amtsge-

richts Y.____ erging. Er wurde in Deutschland jeweils zu 6 Monaten, 1 Jahr sowie zu 1 ½ Jahren 

Gefängnis verurteilt (act. 113 ff.). Zudem gab der Beschuldigte in der Einvernahme zur Person 

vom 27. März 2020 an, er sei auch in Belgien "vielleicht einmal" verurteilt worden (act. 159; be-

stätigt vor Strafgericht, act. S 173). 

 

Es ist somit festzuhalten, dass der Beschuldigte mehrfach einschlägig vorbestraft ist. Zu Recht 

wertete die Vorinstanz diese Vorstrafen schwer zulasten des Beschuldigten. Soweit die Vor-

instanz die Geständigkeit des Beschuldigten leicht zu dessen Gunsten wertet, gilt es zu beden-

ken, dass diese unter erdrückender Beweislage zustande kam. Lediglich hinsichtlich der Fälle 1 

und 5 war der Beschuldigte von Anfang an geständig, womit die Geständigkeit des Beschuldigten 

insgesamt nur sehr leicht schuldmindernd bis neutral zu werten ist (BGer 6B_974/2009 vom 

18. Februar 2010 E. 5.4). Soweit der Beschuldigte geltend macht, er habe nach den verfahrens-

gegenständlichen Taten nicht mehr delinquiert und sich in der Haft wohlverhalten, ist dies ledig-

lich neutral zu veranschlagen (BGer 6B_738/2014 vom 25. Februar 2015 E. 3.4). Zuzustimmen 

ist der Vorinstanz, wenn sie leicht zugunsten des Beschuldigten ins Feld führt, dass dieser in 

schwierigen Verhältnissen aufgewachsen ist, durch sein soziales Umfeld geprägt wurde und dass 

das Leben ohne gültige Papiere sein Fortkommen erschwert. Soweit der Beschuldigte allerdings 

darüber hinaus argumentiert, dass er Familienvater sei und dies bei der Strafzumessung zu sei-

nen Gunsten zu berücksichtigen sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass im Gegenteil ein Familienva-

ter, der seine Frau und seine Kinder – wenn auch nur vorübergehend – verlässt, um sich in ei-

nem anderen Land mit diversen Einbrüchen durchs Leben zu schlagen, während seine Familie 

zu Hause in finanzieller Hinsicht darben muss, ein besonders verwerfliches Verhalten an den Tag 

legt (KGer 460 16 122 vom 28. Februar 2017 E. IV.2.2). Im Lichte dieser Umstände erachtet das 

Kantonsgericht entgegen der Vorinstanz einen Zuschlag von drei und nicht nur von zwei Monaten 

Freiheitsstrafe aufgrund der Täterkomponenten als angemessen. 

 

2.4.2 Soweit der Beschuldigte geltend macht, er habe in Deutschland bereits eine Freiheits-

strafe für Einbruchsdiebstähle aus dem Jahr 2016 abgesessen, die zur selben Deliktsserie wie 

die vorliegend zu beurteilenden gehörten, ist zu bemerken, dass Zusatzstrafen zu ausländischen 

Urteilen nicht möglich sind. Es handelt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung um eine 

vom Gesetzgeber gewollte Ungleichbehandlung schweizerischer und ausländischer Täter 

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(BGE 142 IV 329 E. 1.4.1). Die in Deutschland ausgefällte Strafe ist deshalb für die vorliegende 

Strafzumessung nicht von Belang. Diesbezüglich sind auch die Ausführungen des Beschuldigten 

unbehelflich, dass diese Rechtsprechung noch nicht in Kraft gewesen sei, als er im Jahr 2016 in 

Deutschland delinquierte. Der fragliche Bundesgerichtsentscheid datiert vom 28. September 

2016, womit er zeitlich vor den in casu zu beurteilenden Straftaten ergangen ist. Damit kann von 

vornherein nicht von einer unzulässigen Rückwirkung gesprochen werden, welche der Beschul-

digte implizit vorbringt. Und selbst wenn man eine Rückwirkung bejahen wollte, wäre eine solche 

bei Änderungen der Rechtsprechung – anders als bei Änderungen generell abstrakter Erlasse – 

sofort auf alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen Fälle anzuwenden und bestünde inso-

fern auch dann keine unzulässige Rückwirkung (vgl. BGer 2C_199/2017 vom 12. Juni 2018 

E. 3.5). 

 

2.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Einsatzstrafe für den gewerbsmässi-

gen Diebstahl angesichts des leichten bis mittelschweren Tatverschuldens auf 24 Monate Frei-

heitsstrafe festzusetzen, und diese Strafe wegen der Tatmehrheit um 3 Monate und aufgrund der 

täterrelevanten Kriterien sodann um weitere 3 Monate und damit in Abweisung der Berufung des 

Beschuldigten sowie in Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf insge-

samt 30 Monate Freiheitsstrafe als tat- und täterangemessene Strafe zu erhöhen ist.  

 

2.6.1 Der Beschuldigte beantragt neben einer Reduktion des Strafmasses die Gewährung des 

teilbedingten Vollzugs. Gemäss Art. 43 Abs. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Frei-

heitsstrafe von mindestens einem Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, 

wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. Der 

unbedingt vollziehbare Teil darf dabei die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 

StGB). Wenn und soweit dem Täter eine gute Legalprognose attestiert werden kann, verlangt 

Art. 42 StGB, dass zumindest ein Teil der Strafe aufgeschoben wird. Umgekehrt gilt, dass bei 

einer Schlechtprognose auch ein bloss teilweiser Aufschub der Strafe nicht gerechtfertigt ist 

(BGE 134 IV 1 E. 5.3.1; ROLAND M. SCHNEIDER/ROY GARRÉ, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 

2019, Art. 44 N 4). Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so ist 

gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren anzuordnen. Die Bestim-

mung der Dauer der Probezeit richtet sich nicht nach der Schwere der Tat, sondern nach der 

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Höhe der Rückfallgefahr, der Persönlichkeit und dem Charakter des Verurteilten 

(BGer 6B_16/2009 vom 14. April 2009 E. 2). 

 

2.6.2 Die Bewährungsaussichten des Beschuldigten müssen anhand einer Gesamtwürdigung 

aller wesentlichen Umstände ermittelt werden. Bei der Prüfung müssen neben den Tatumständen 

auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen erwogen werden, die 

Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen 

(BGer 6B_1247/2017 vom 30. Mai 2018 E. 2.1; BGer 6B_166/2017 vom 16. November 2017 

E. 4.1; BGer 6B_1154/2014 vom 31. Mai 2016 E. 4.2). 

 

Vorliegend ist zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte fünfmal in der Zeit zwischen dem 

26. Oktober und dem 10. November 2016 delinquierte. Er beging somit fünf Einbrüche in Privat-

wohnhäusern innert gut zwei Wochen, wobei er jeweils die Konfrontation mit den Bewohnern in 

Kauf nahm (vgl. E. 2.3.3 hiervor). Das Tatvorgehen des Beschuldigten zeugt von einer grossen 

kriminellen Energie und Dreistigkeit. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte in Italien, in Frankreich 

sowie in Deutschland mehrfach einschlägig vorbestraft ist, wobei die Vorstrafen in Frankreich und 

in Deutschland aufgrund von Delikten verhängt wurden, welche weniger als fünf Jahre vor den 

vorliegend zu beurteilenden Taten begangen wurden. Zugunsten des Beschuldigten ist zwar 

festzuhalten, dass er während des vorzeitigen Haftvollzugs in der Vollzugsanstalt einer Arbeit 

nachgegangen ist und etwas Geld verdient hat (vgl. Vollzugsbericht der Justizvollzugsanstalt 

Z.____ vom 30. Dezember 2020, S. 2 f.). In diesem Zusammenhang ist aber auch darauf hinzu-

weisen, dass der Beschuldigte auf die Frage, ob er mit dem erarbeiteten Geld gedenke, einen 

Teil der von ihm anerkannten Zivilforderungen zu bezahlen, antwortete, dass er über gar kein 

Geld verfüge, während er kurz zuvor noch ausgesagt hatte, dass er mit dem erworbenen Geld 

einen Anwalt in Deutschland bezahlen wolle (Protokoll der Hauptverhandlung, S. 11 ff.). Entspre-

chend relativiert die ausgebliebene (teilweise) Rückzahlung der Zivilforderungen trotz Möglichkeit 

den Umstand, dass der Beschuldigte im Strafvollzug durch Arbeit Geld verdient (BGE 134 IV 1 

E. 4.2.4). In jedem Fall erweist sich indes die Anerkennung der Zivilforderungen als blosses Lip-

penbekenntnis. Soweit der Beschuldigte geltend macht, er wolle nach Deutschland gehen, hat er 

für dort zwar einen Duldungstitel. Auf diesem ist aber ausdrücklich vermerkt, dass es sich ledig-

lich um die "Aussetzung der Abschiebung" handelt und dass der Inhaber des Duldungstitels aus-

reisepflichtig ist (act. 215). Insofern ist der Beschuldigte auch nicht zur Ausübung einer legalen 

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Erwerbstätigkeit in Deutschland berechtigt. Bezüglich der Angabe des Beschuldigten, allenfalls 

nach Italien gehen zu wollen, ist festzuhalten, dass in Italien bereits eine Wegweisungsverfügung 

gegen ihn besteht, welche gar im Schengener Informationssystem (SIS) eingetragen ist 

(act. S. 85 ff.; act. 1007 ff.). Hinsichtlich der Ausführungen des Beschuldigten, er könnte sich 

auch nach Belgien zu seinen Eltern begeben, ist angesichts der bereits durch Italien erfolgten 

Eintragung einer nationalen Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) eben-

falls zweifelhaft, ob er dort einen legalen Aufenthaltsstatus erlangen könnte, der ihm ein legales 

Fortkommen ermöglichen würde. In jedem Fall liess der Beschuldigte bis heute keine ernsthaften 

längerfristigen Bemühungen erkennen, einer legalen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zwar ist er 

in der Vergangenheit vereinzelt legalen Erwerbstätigkeiten nachgegangen, aber dies war jeweils 

nur von kurzer Dauer, was von ihm auch anerkannt wird. Einzuräumen ist freilich, dass die Staa-

tenlosigkeit ihm erschwert, eine legale Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Dies ändert aber nichts 

daran, dass der Beschuldigte in der Vergangenheit immer wieder in vorwerfbarer Weise ein-

schlägig delinquierte, was schwer ins Gewicht fällt. Gesamthaft sind daher keine Anzeichen er-

kennbar, welche nahe legen würden, dass sich die Umstände in naher Zukunft positiv verändern 

könnten, in denen sich der Beschuldigte befindet. Somit besteht eine erhebliche Wahrscheinlich-

keit, dass er aufgrund seiner fehlenden Perspektiven in Freiheit wiederum delinquieren würde. 

Angesichts dieser Umstände kann dem Beschuldigten keine gute Legalprognose gestellt werden. 

Die Gewährung des teilbedingten Strafvollzugs kommt deshalb vorliegend nicht in Betracht, da in 

Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren nicht davon ausgegangen werden kann, dass 

trotz der Vortaten eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Folgerichtig ist die mit dem 

vorliegenden Urteil auszusprechende Freiheitsstrafe von 30 Monaten unbedingt auszufällen. 

 

Soweit der Beschuldigte im Übrigen eine erhöhte Strafempfindlichkeit geltend macht, welche aus 

Verhältnismässigkeitsgründen einen teilbedingten Vollzug nahelegen würde, ist festzuhalten, 

dass die Rechtsprechung eine höhere Strafempfindlichkeit selbst bei einem Beschuldigten ver-

neint hat, welcher ebenfalls eine junge Familie hatte, aber in geordneten Verhältnissen lebte und 

eine Zukunftsperspektive hatte (BGer 6B_243/2016 vom 8. September 2016 E. 3.4.1). Dement-

sprechend kann vorliegend schwerlich von einer erhöhten Strafempfindlichkeit gesprochen wer-

den, hat der Beschuldigte doch weder Aussicht darauf, in geordnete Verhältnisse zurückzukeh-

ren, noch hat er glaubhaft dargelegt, über eine Zukunftsperspektive zu verfügen. Kommt hinzu, 

dass der Beschuldigte nach seinen eigenen Angaben eine Beziehung zu seiner Familie erst auf-

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bauen muss, weil seine Partnerin und er im Jahr 2016 getrennte Wege gingen und sie sich da-

raufhin mit den Kindern nach Italien begab (Protokoll der Hauptverhandlung, S. 9). Da der Be-

schuldigte sodann vom 6. November 2018 bis zum 17. Januar 2020 in Deutschland inhaftiert war 

und nach seiner Entlassung am 30. Januar 2020 in der Schweiz erneut festgenommen wurde, 

kann er auch nicht behaupten, die in casu verhängte Freiheitsstrafe würde sein bereits beste-

hendes Familienleben unterbrechen. Dies ist bei der Strafempfindlichkeit ebenfalls zu berücksich-

tigen. Dabei begründet auch der Umstand, dass der Beschuldigte jüngst wieder Vater geworden 

ist, keine erhöhte Strafempfindlichkeit (BGer 6B_738/2014 vom 25. Februar 2015 E. 3.4). Was 

die Ausführungen des Beschuldigten anbelangt, die bereits in Deutschland abgesessene Frei-

heitsstrafe für die dortigen Einbruchsdiebstähle aus dem Jahr 2016 müsse vorliegend bei der 

Prüfung des teilbedingten Vollzugs berücksichtigt werden, kann auf das bereits Gesagte verwie-

sen werden (E. 2.4.2 hiervor). 

 

Insgesamt ist somit mit der Vorinstanz festzustellen, dass vorliegend nur der unbedingte Vollzug 

in Frage kommt und dementsprechend der Antrag des Beschuldigten auf Anordnung des teilbe-

dingten Vollzugs abzuweisen ist. 

 

2.7 Die bisher ausgestandene Haft im Rahmen der Untersuchungshaft und des vorzeitigen 

Strafvollzugs ist gemäss Art. 51 StGB an die Freiheitsstrafe anzurechnen (CHRISTOPH 

METTLER/NICOLAS SPICHTIN, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl., 2019, Art. 51 N 13 ff.; BGE 124 IV 

269 E. 4). Der Beschuldigte befindet sich seit dem 30. Januar 2020, 10 :45 Uhr in Haft, wobei es 

sich bis zur Bewilligung des vorzeitigen Strafvollzugs am 30. März 2020 um Untersuchungshaft 

gehandelt hat (vorinstanzliches Urteil, E. II.2.3.2). Bis und mit dem 5. Januar 2021 befand sich 

der Beschuldigte somit insgesamt 342 Tage in Haft. Diese werden vollumfänglich an die Frei-

heitsstrafe angerechnet. 

 

 

3. Eintragung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) 

3.1 Da sowohl der gewerbsmässige Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB als auch der 

Diebstahl nach Art. 139 StGB in Verbindung mit Hausfriedensbruch laut Art. 186 StGB zu den 

Katalogtaten von Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB gehören, verfügte die Vorinstanz eine obligato-

rische Landesverweisung von 12 Jahren. Diese wurde nicht angefochten und ist daher in 

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Rechtskraft erwachsen, weshalb sie nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet. 

Streitig ist indessen, ob die Landesverweisung von 12 Jahren entgegen dem Entscheid der Vor-

derrichter im Schengener Informationssystem (SIS) eingetragen werden muss. Die Vorinstanz 

hat von einer solchen Eintragung abgesehen, weil der Beschuldigte in Italien geboren worden sei 

und dort einen Grosssteil seiner Kindheit und Jugend verbracht habe. Ausserdem habe er in 

Belgien, Frankreich und Deutschland gelebt. Seine Partnerin sei kroatische Staatsbürgerin und 

wohne mit den gemeinsamen Kindern in Italien. Darüber hinaus hätten auch die Eltern und Ge-

schwister des Beschuldigten ihren Wohnsitz im Schengen-Raum. Die Staatenlosigkeit des Be-

schuldigten sei mangels anderer Hinweise zu vermuten. Aufgrund seiner Staatenlosigkeit habe er 

in keinem Schengen-Staat Anspruch darauf, bedingungslos aufgenommen zu werden. Die Ein-

tragung im Schengener Informationssystem (SIS) hätte deshalb zur Folge, dass dem Beschuldig-

ten die Einreise in den Schengen-Raum massiv erschwert würde. Da keine Hinweise auf Bezie-

hungen ausserhalb des Schengen-Raums beständen und es erwiesen sei, dass sich die Be-

zugspersonen des Beschuldigten innerhalb des Schengen-Raums aufhielten, erscheine es als 

unverhältnismässig, neben der bereits durch Italien erfolgten Eintragung die in casu ausgespro-

chene Landesverweisung ebenfalls im Schengener Informationssystem (SIS) einzutragen (vgl. 

vorinstanzliches Urteil, E.IV.2.2). 

 

3.2 Die Staatsanwaltschaft verlangt mit ihrer Anschlussberufung die Eintragung der ver-

hängten Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS). Sie begründet dies zu-

sammengefasst damit, dass die einschlägigen Voraussetzungen erfüllt seien und entgegen den 

vorinstanzlichen Erwägungen die Eintragung vorliegend verhältnismässig sei, weil jeder 

Schengen-Staat trotz einer im Schengener Informationssystem (SIS) eingetragenen Landesver-

weisung autonom entscheiden könne, ob er einer Person einen Aufenthaltstitel gewähren wolle.  

 

3.3 Demgegenüber bringt der Beschuldigte in seiner Stellungnahme vom 23. Oktober 2020 

zur Anschlussberufung vor, dass auf die Eintragung der Landesverweisung in Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils zu verzichten sei, weil keine schwere Straftat vorliege und die Eintragung 

in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen unverhältnismässig wäre. 

 

3.4 Gemäss Art. 20 N-SIS-Verordnung hat das urteilende Gericht im Falle der Ausspre-

chung einer Landesverweisung gegenüber Drittstaatenangehörigen – mithin Personen, die kei-

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nem Mitgliedstaat des Übereinkommens angehören – zu prüfen, ob die Ausschreibung der Lan-

desverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen ist. Mit der Ausschreibung 

der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) wird dem Betroffenen grund-

sätzlich die Einreise in das Hoheitsgebiet aller Schengen-Mitgliedstaaten verboten (vgl. Art. 6 

Abs. 1 lit. d sowie Art. 14 Abs. 1 Schengener Grenzkodex). Liegen jedoch wichtige Gründe oder 

internationale Verpflichtungen vor, so können die einzelnen Schengen-Staaten einer betroffenen 

Person dennoch die Einreise in ihr Hoheitsgebiet gestatten und der betroffenen Person ein 

Schengen-Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit ausstellen (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 

Abs. 5 lit. c Schengener Grenzkodex; Art. 25 Abs. 1 lit. a Visakodex). 

 

Eine Ausschreibung der Landesverweisung gemäss Art. 24 Abs. 2 lit. a und lit. b SIS-II-

Verordnung sowie Art. 96 Abs. 2 lit. a und lit. b SDÜ kann gestützt werden auf eine Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit und Ordnung oder die nationale Sicherheit, welche die Anwesenheit eines 

Drittstaatenangehörigen auf dem Hoheitsgebiet der Vertragspartei mit sich bringt. Dies ist insbe-

sondere der Fall bei einem Drittstaatenangehörigen, der in einem Mitgliedstaat wegen einer 

Straftat verurteilt worden ist, die mit Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist (lit. a) 

sowie bei einem Drittstaatenangehörigen, gegen den ein begründeter Verdacht besteht, dass er 

schwere Straftaten begangen hat, oder gegen den konkrete Hinweise bestehen, dass er solche 

Taten im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats plant (lit. b). Die erwähnten Bestimmungen sollen 

zum Ausdruck bringen, dass die Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) nur bei 

schweren Straftaten erfolgen soll. Dies ist namentlich bei Delikten der Fall, welche eine abstrakte 

Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe androhen (vgl. MATTHIAS ZURBRÜGG/CONSTANTIN 

HRUSCHKA, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl., 2019, Vor Art. 66a-66d N 95). Der abstrakte Straf-

rahmen von einem Jahr Freiheitsstrafe bildet insofern einen Grund für die Eintragung im Schen-

gener Informationssystem (SIS). Es ist aber gemäss ausdrücklichem Gesetzeswortlaut nicht etwa 

im Umkehrschluss ausgeschlossen, dass eine Landesverweisung eingetragen wird, wenn kein 

abstrakter Mindeststrafrahmen von einem Jahr Freiheitsstrafe vorliegt. Die Einjahresschwelle 

kann vielmehr auch als Anhaltspunkt für die Frage herangezogen werden, ob eine schwere Straf-

tat im Sinne von Art. 24 Abs. 2 lit. b SIS-II-Verordnung sowie Art. 96 Abs. 2 lit. b SDÜ vorliegt. 

Dies bietet sich insbesondere deshalb an, weil in den durch das Schengen-Übereinkommen ge-

bundenen Staaten verschieden Strafrahmen für dasselbe strafbare Verhalten vorgesehen sind. 

Das Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland sieht beispielsweise gemäss dessen 

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§ 244 Abs. 4 eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe vor, wenn "der Wohnungsein-

bruchdiebstahl eine dauerhaft genutzte Privatwohnung" betrifft. Entsprechend kann bei der 

Frage, ob eine schwere Straftat im Sinne von Art. 24 Abs. 2 lit. b SIS-II-Verordnung sowie Art. 96 

Abs. 2 lit. b SDÜ vorliegt, auch die tatsächlich verhängte Strafe als Beurteilungskriterium heran-

gezogen werden (so auch das Obergericht Zürich SB170246-O vom 6. Dezember 2017 E. III.3). 

 

3.5 Vorliegend ist festzuhalten, dass der Straftatbestand des gewerbsmässigen Diebstahls 

gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB zwar keine abstrakte Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe 

vorsieht. Die Voraussetzungen von Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-Verordnung sowie Art. 96 Abs. 2 

lit. a SDÜ sind somit nicht erfüllt. Eine schwere Straftat im Sinne von Art. 24 Abs. 2 lit. b SIS-II-

Verordnung sowie Art. 96 Abs. 2 lit. b SDÜ ist demgegenüber in casu aufgrund der gesamten 

Umstände ohne Weiteres zu bejahen (vgl. E. 3.4 hiervor). Der Beschuldigte ist als Kriminaltourist 

einzig mit dem Ziel in die Schweiz eingereist, Straftaten zu begehen. Dabei ist er in privat be-

wohnte Liegenschaften eingebrochen und hat die Konfrontation mit den Bewohnern bewusst in 

Kauf genommen. Von den zahlreichen bereits gegen ihn verhängten einschlägigen Vorstrafen 

liess er sich in keiner Weise abschrecken. Durch sein Vorgehen hat er somit eine äusserst hohe 

kriminelle Energie offenbart. Der Beschuldigte stellt somit fraglos eine Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung dar. Insofern ist – auch angesichts der in casu ausgefällten unbedingten 

Freiheitsstrafe von 30 Monaten – eine schwere Straftat im Sinne von Art. 24 Abs. 2 lit. b SIS-II-

Verordnung sowie Art. 96 Abs. 2 lit. b SDÜ gegeben. 

 

3.6 Dementsprechend muss gemäss Art. 21 SIS-II-Verordnung schliesslich geprüft werden, 

ob Angemessenheit, Relevanz und Bedeutung des Falls eine Aufnahme der Ausschreibung im 

Schengener Informationssystem (SIS) rechtfertigen. Bei der Anwendung des Verhältnismässig-

keitsprinzips ist namentlich auch der persönlichen Situation des Beschuldigten Rechnung zu tra-

gen (BGer 6B_680/2018 vom 19. September 2018 E. 1.6), wobei jedoch gebührend zu berück-

sichtigen ist, dass die mit der Fernhaltewirkung der SIS-Ausschreibung bewirkte Härte eine un-

mittelbare gesetzliche Folge der strafrechtlichen Massnahme ist (BGer 6B_1299/2019 vom 

28. Januar 2020 E. 3.4.6). Dabei gilt es auch zu beachten, dass gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung selbst der Umstand, dass eine enge Eltern-Kind-Beziehung unter Umständen 

nicht aufrechterhalten werden kann, nicht automatisch zur Unverhältnismässigkeit einer auslän-

derrechtlichen Fernhaltemassnahme führt (vgl. BGE 143 I 21 E. 6.3.6). Umso mehr gelten diese 

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strengen Anforderungen bei Fernhaltemassnahmen, welche Folge strafrechtlicher Sanktionen 

sind (BGer 6B_1299/2019 vom 28. Januar 2020 E. 3.4.6). 

 

Vorliegend macht der Beschuldigte keine enge Eltern-Kind-Beziehung geltend. Auch behauptet 

er nicht, ein inniges Verhältnis zur Mutter seiner Kinder zu unterhalten, zumal er seit längerer Zeit 

von seiner Familie getrennt lebt. Zwar gab er anlässlich der heutigen Hauptverhandlung an, dass 

er mit seiner Familie regelmässig im Gefängnis telefoniere (Protokoll der Hauptverhandlung, 

S. 7). Dies deckt sich auch mit dem Vollzugsbericht der Vollzugsanstalt, in der er zurzeit inhaftiert 

ist (Vollzugsbericht der Justizvollzugsanstalt Z.____ vom 30. Dezember 2020, S. 3). Er legte aber 

auch dar, dass er sich im Jahr 2016 von seiner Frau getrennt habe, worauf diese mit den ge-

meinsamen Kindern nach Italien gegangen sei (Protokoll der Hauptverhandlung, S. 9). Danach 

befand sich der Beschuldigte in Deutschland, wo er zwischen dem 6. November 2018 und dem 

17. Januar 2020 inhaftiert war, sowie in der Schweiz, wo er kurz nach der Entlassung aus der 

Haft in Deutschland am 30. Januar 2020 wieder inhaftiert wurde. Der Beschuldigte erklärte an der 

heutigen Hauptverhandlung, dass er plane, seine Frau mit den Kindern zu sich nach Deutschland 

zu holen, wo er einen legalen Aufenthaltsstatus erlangen wolle (Protokoll der Hauptverhandlung, 

S. 10). Der Beschuldigte macht insofern nicht geltend, dass eine enge Eltern-Kind-Beziehung 

bestehe oder ein inniges Verhältnis zur Mutter seiner Kinder, sondern bloss, dass er in Zukunft 

ein solches aufzubauen gedenke. Diese Pläne vermögen indes die Verhältnismässigkeitsprüfung 

nicht zugunsten des Beschuldigten ausfallen zu lassen. Festzuhalten ist vielmehr, dass es sich 

bei Wohnungseinbruchsdiebstählen, wie sie der Beschuldigte verübt hat, um schwerwiegende 

Delikte handelt. Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte bisher trotz diverser 

einschlägiger Vorstrafen nicht dazu veranlasst werden konnte, keine weiteren derartigen Delikte 

mehr zu begehen. Aufgrund der gesamten Umstände kann ihm auch nur eine schlechte Legal-

prognose gestellt werden (vgl. E. 2.6.2 hiervor). Entsprechend kommt das Kantonsgericht zum 

Schluss, dass vom Beschuldigten nach wie vor eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche 

Sicherheit und Ordnung ausgeht. 

 

Zwar ist einzuräumen, dass dem Beschuldigten durch die Einschreibung im Schengener Informa-

tionssystem (SIS) grundsätzlich die Einreise in das Hoheitsgebiet aller Schengen-Mitgliedstaaten 

verboten wird (vgl. Art. 6 Abs. 1 lit. d sowie Art. 14 Abs. 1 SGK). Mit der Staatsanwaltschaft ist 

aber auch festzuhalten, dass die einzelnen Schengen-Staaten einer betroffenen Person dennoch 

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die Einreise in ihr Hoheitsgebiet gestatten und ihr ein Schengen-Visum mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit ausstellen können (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 5 lit. c SGK; Art. 25 Abs. 1 lit. a 

Visakodex). Der Beschuldigte verfügt denn auch über einen Duldungstitel in der Bundesrepublik 

Deutschland, obschon bereits eine durch Italien verfügte Fernhaltemassnahme im Schengener 

Informationssystem (SIS) eingetragen ist (act. S. 85 ff.; act. 215; act. 1007 ff.). Zwar mag die Ein-

tragung im Schengener Informationssystem (SIS) das Ansinnen des Beschuldigten erschweren, 

die Beziehung zu seiner Familie zu pflegen und zu festigen. Wie erläutert besteht aber insbeson-

dere keine enge Eltern-Kind-Beziehung oder ein inniges Verhältnis zur Kindsmutter. Demgegen-

über gilt es zu beachten, dass die Schweiz auch das Interesse der anderen Schengen-Staaten 

zu wahren hat (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4898/2012 vom 1. Mai 2014 E. 6.4). In 

diesem Zusammenhang ist ebenso festzuhalten, dass gemäss Art. 29 Ziff. 1 SIS-II-Verordnung 

die Ausschreibung nicht länger eingetragen bleibt, als für den mit ihr verfolgten Zweck erforder-

lich ist. Da Italien mit Verfügung vom 2. Oktober 2018 eine Wegweisung von 5 Jahren verfügt 

hat, könnte die von Italien angeordnete Eintragung Ende 2023 wieder gelöscht werden (vgl. 

act. S. 87 f.). Zu diesem Zeitpunkt wird die von der Vorinstanz verfügte Landesverweisung noch 

weitere neun Jahre in Kraft sein. Bei dieser Sachlage vermag das private Interesse des Beschul-

digten das öffentliche Interesse an einer Eintragung der Landesverweisung nicht zu überwiegen. 

Aufgrund der gesamten Umstände erweist sich deshalb angesichts der Relevanz und Bedeutung 

der von ihm begangenen Straftaten die Eintragung im Schengener Informationssystem (SIS) als 

angemessen. 

 

3.7 Im Ergebnis erhellt somit, dass die von der Vorinstanz mit Urteil vom 2. Juni 2020 aus-

gesprochene Landesverweisung in Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

vom 10. Juli 2020 in Anwendung von Art. 20 N-SIS-Verordnung im Schengener Informationssys-

tem (SIS) einzutragen ist. Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils vom 2. Juni 2020 ist somit dement-

sprechend abzuändern. 

 

 

4. Kostenfolge 

4.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Zufolge vollumfänglicher Gutheissung 

der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft und vollumfänglicher Abweisung der Berufung 

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des Beschuldigten gehen die ordentlichen Kosten des kantonsgerichtlichen Berufungsverfahrens 

zu Lasten des Beschuldigten. Diese werden in Anwendung von § 12 Abs. 1 GebT auf 

Fr. 6’250.--, umfassend eine Urteilsgebühr von Fr. 6’000.-- sowie Auslagen von Fr. 250.--, festge-

setzt. 

 

Da in casu davon auszugehen ist, dass diese Verfahrenskosten nicht einbringlich sein werden, 

sind sie ausnahmsweise gemäss § 4 Abs. 3 GebT auf die Staatskasse zu nehmen.  

 

4.2 Dem Beschuldigten wurde mit Verfügung des zuständigen Präsidenten des Kantonsge-

richts vom 10. August 2020 die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt Christian Stöbi für das 

Berufungsverfahren bewilligt. 

 

In seiner Honorarnote vom 5. Januar 2021 macht der amtliche Verteidiger für das Berufungsver-

fahren ein Honorar von Fr. 5’266.65 sowie Auslagen von Fr. 86.30, beides zuzüglich Mehrwert-

steuer von 7,7 %, sowie Dolmetscherkosten von Fr. 200.-- geltend. Dies ist mit Blick auf die 

Vorgaben in den §§ 3 und 15-17 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 

178.112) nicht zu beanstanden. Für seine Teilnahme an der Berufungsverhandlung steht dem 

amtlichen Verteidiger zusätzlich ein Honorar im Umfang von 5.5 Stunden à Fr. 200.-- und somit 

von gesamthaft Fr. 1'100.-- zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,7 % zu. Dementsprechend ist dem 

amtlichen Verteidiger eine Entschädigung von total Fr. 7’149.85 aus der Staatskasse auszurich-

ten. 

  

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Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2. Juni 2020, lautend:  

  "1. A.____ wird schuldig erklärt des gewerbsmässigen Diebstahls, 

der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfrie-

densbruchs, der rechtswidrigen Einreise, des Führens eines 

Motorfahrzeugs ohne Berechtigung sowie des Führens eines 

Motorfahrzeuges in nichtbetriebssicherem Zustand und verurteilt 

zu  
 

einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten, 

unter Anrechnung der vom 30. Januar 2020 bis zum 2. Juni 2020 

ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des verbüssten vor-

zeitigen Strafvollzugs von insgesamt 125 Tagen 
 

sowie zu einer Busse von Fr. 400.--  

im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen, 
 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 144 

Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG, Art. 93 

Abs. 2 lit. a SVG (i.V.m. Art. 29 SVG, Art. 48 Abs. 4 VTS und 

Art. 219 Abs. 1 lit. a VTS), Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 40 StGB, 

Art. 42 Abs. 2 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie 

Art. 106 StGB. 

    

  2. A.____ wird gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB für die 

Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen.  
 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem 

(SIS) nicht eingetragen. 

    

  3. Folgende sichergestellten Gegenstände werden gestützt auf 

Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO beschlagnahmt und nach Art. 69 

Abs. 1 StGB zur Vernichtung eingezogen:  

- 2 Paar Handschuhe, Kaytan, schwarz (Fundus Nr.: G 78627) 

- 1 Paar Handschuhe, Werckmann, grau (Fundus Nr.: G 78628) 

- 1 Rolle Klebeband (Fundus Nr.: G 78629) 

- 2.4 g Haschisch (Fundus Nr.: G 78921) 

    

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  4. Die gegen A.____ am 2. Mai 2016 von der Staatsanwaltschaft 

Basel-Stadt ausgesprochene bedingte Geldstrafe von 10 Ta-

gessätzen zu je Fr. 30.-- wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 

StGB als nicht vollziehbar erklärt. 

    

  5.   a) A.____ wird bei der Anerkennung der folgenden Zivilforde-

rungen behaftet:  

- B.____ (Fall 2): Fr. 6’800.--. Es wird festgestellt, dass 

die Forderung ganz oder teilweise durch eine Versiche-

rung gedeckt wurde. Im Übrigen wird die Zivilklage von 

B.____ nach Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivil-

weg verwiesen. 

- C.____ AG (Fall 3): Fr. 6'675.40 

- D.____ AG (Fall 4): Fr. 4'450.80 
 

b) Die unbezifferte Zivilklage von E.____ (Fall 5) wird gestützt 

auf Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen. 

    

  6. Das Honorar des amtlichen Verteidigers wird im Umfang von 

insgesamt Fr. 10'805.-- (wovon Fr. 5’577.90 für den Aufwand vor 

Anklageerhebung sowie Fr. 5'227.10 für den Aufwand nach An-

klageerhebung, jeweils inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) un-

ter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von A.____ nach 

Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet. 

    

  7. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 6'472.--, bestehend aus 

den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 2’972.--, den Kosten des 

Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 500.-- sowie der Gerichts-

gebühr von Fr. 3'000.-- gehen zufolge Uneinbringlichkeit zu Las-

ten des Staates. 

    

  8. […]" 

   

wird in Gutheissung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft sowie in Abweisung der Berufung des Beschuldig-

ten in den Ziffern 1 und 2 geändert und hinsichtlich der ausgestandenen 

Haft wie folgt aktualisiert: 

 
 
 

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Seite 28  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

1. A.____ wird des gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen 

Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der 

rechtswidrigen Einreise, des Führens eines Motorfahrzeugs oh-

ne Berechtigung sowie des Führens eines Motorfahrzeugs in 

nicht betriebssicherem Zustand schuldig erklärt und verurteilt 

 
zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, 

unter Anrechnung der vom 30. Januar 2020 bis zum 5. Januar 

2021 ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des verbüssten 

vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 342 Tagen,  

 

sowie zu einer Busse von Fr. 400.--  

im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen, 

 
in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 144 

Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG, Art. 93 

Abs. 2 lit. a SVG (i.V.m. Art. 29 SVG, Art. 48 Abs. 4 VTS und 

Art. 219 Abs. 1 lit. a VTS), Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, Art. 40 

StGB, Art. 42 Abs. 2 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB 

sowie Art. 106 StGB. 

 

2. A.____ wird gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB für die 

Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen.  

 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem 

(SIS) eingetragen. 

 

Im Übrigen bleibt das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft 

vom 2. Juni 2020 unverändert. 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

Fr. 6’250.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 6’000.-- sowie Auslagen 

von Fr. 250.--, gehen zufolge Uneinbringlichkeit zulasten des Staates. 

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Seite 29  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Dem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Christian Stöbi, wird für das Beru-

fungsverfahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 6’652.95 (inkl. Auslagen 

von Fr. 286.30) zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer (Fr. 496.90), somit insge-

samt Fr. 7’149.85, aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

 

 III. […] 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Florian Jenal 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.  

 

 

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