# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34d8e618-64d3-5adc-a44d-4a9be92710fc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 26.03.2012 NQ110057
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NQ110057_2012-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: NQ110057-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichter Dr. P. 

Higi und Ersatzrichterin Prof. Dr. Jent-Sørensen sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. A. Muraro-Sigalas. 

Urteil vom 26. März 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Obhut / Besuchsrecht 
 
Berufung gegen einen Beschluss des Bezirksrates Winterthur vom 
18. November 2011 i.S. C._____, geb. tt.mm.2007; VO.2011…. (Vormund-
schaftsbehörde D._____) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 
(Übersicht zum Sachverhalt/Prozessgeschichte) 

1. Die Parteien sind die Eltern von C._____, geboren am tt.mm.2007. C._____ 
lebt seit dem Frühjahr 2009 beim Vater, der seinerseits bei seinen Eltern in 

D._____ wohnt. Zur Familie gehört ferner der Bruder des Vaters (vgl. etwa VB-

act. 1.5, S. 2 f., VB-act. 1.3 S. 7, VB-act. 7; Prot. S. 18). 

1.1 Die Parteien heirateten am tt. August 2006. Bereits am 7. August 2007 wur-
den sie durch eheschutzrichterliche Verfügung zum Getrenntleben berechtigt; die 

Obhut für C._____ wurde der Mutter übertragen (vgl. VB-act. 1.5 S. 1). 

 Am 27. Januar 2009 ordnete die Vormundschaftsbehörde E._____ für 

C._____ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB an (vgl. VB-act. 

1.6). Als Beiständin wurde F._____ vom Jugendsekretariat E._____ ernannt. 

Gründe für diese Anordnungen waren eine Überforderung der Mutter mit der Be-

treuung des Kindes, welche Anlass zu einer (ärztlichen) Gefährdungsmeldung 

gab, sowie eine schwere depressive Episode der Mutter (vgl. etwa VB-act. 1.6 

S. 1, VB-act. 1.3 S. 6). Vorübergehend war C._____ deswegen in einer SOS-

Pflegefamilie untergebracht. Nachdem sich die Überforderung der Mutter in der 

Betreuung im Frühling 2009 erneut manifestiert hatte (so beliess sie am 8. März 

2009 C._____ beim Vater und verzichtete auch darauf, den Sohn zu besuchen; 

vgl. VB-act. 1.1 S. 3), wurde ihr mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde 

E._____ vom 7. August 2009 die Obhut entzogen sowie die tatsächlich bereits er-

folgte Unterbringung des Kindes beim Vater durch behördliche Anordnung noch 

nachvollzogen (vgl. VB-act. 1.5). 

 Die Betreuung von C._____ wird seit dem Frühjahr 2009 in der Hauptsache 

von der Grossmutter väterlicherseits, G._____, abgedeckt. Sie ist deshalb die 

primäre Bezugsperson des Kindes (vgl. VB-act. 19 S. 4 des Rechenschaftsberich-

tes der Beiständin). 

1.2 Mit Beschluss vom 17. November 2009 regelte die Vormundschaftsbehörde 
das Besuchsrecht der Mutter, weil es bei den einvernehmlich unter Aufsicht der 

- 3 - 

Beiständin ausgeübten Besuchen laut Beiständin immer wieder zu Anständen mit 

der Mutter gekommen war (vgl. VB-act. 1.4 S. 2). Das erforderte z.B. im August 

2009 eine Rückführung des Kindes (vgl. VB-act. 1.1 S. 3). Im Wesentlichen sah 

die von der Vormundschaftsbehörde am 17. November 2009 beschlossene Rege-

lung zunächst tageweise Besuche vor, so u.a. am 5. Januar 2010 und am 12. Ja-

nuar 2010, ab dem 21. Januar 2010 zusätzlich eine Erweiterung auf rund zwei 

Tage/Übernachtungen bei der Mutter. Zugleich wurde der Beiständin das Recht 

eingeräumt, im Kindeswohl liegende Einschränkungen dieses Rechts anzuord-

nen. Ein Ferienbesuchsrecht wurde nicht vorgesehen (vgl. VB-act. 1.4, S. 5 f.). 

 In Ausübung ihres Besuchsrechts vom 5. Januar 2010 reiste die Mutter mit 

C._____ nach H._____, wo sie offenbar die Polizei zur Rückreise in die Schweiz 

bewegen konnte. Hier in der Schweiz kam es jedenfalls am 15. Januar 2010  

zur polizeilichen Rückführung des Kindes, nachdem sich die Mutter geweigert hat-

te, es dem Vater wieder zu überlassen (vgl. VB-act. 1.1 S. 3). Danach kam es  

(ab April 2010) nur noch zu Besuchen in Begleitung (vgl. a.a.O., ferner etwa  

VB-act. 1.3. S. 7). 

1.3 Die Scheidung der Ehe erfolgte mit Urteil des Einzelgerichts des Bezirkes 
Winterthur am 18. November 2010 (vgl. VB-act. 5). Im Scheidungsurteil wurde die 

elterliche Sorge alleine dem Vater überbunden und die Mutter für berechtigt er-

klärt, C._____ an zwei Tagen im Monat zu besuchen (a.a.O., S. 2). Die am 

27. Januar 2009 von der Vormundschaftsbehörde angeordnete Beistandschaft 

wurde sodann fortgesetzt (VB-act. 5 S. 2). Damit einhergehend wurde das Be-

suchsrecht der Mutter auf Besuche im Beisein Dritter eingeschränkt, und zwar für 

solange, wie es die Beiständin als notwendig erachtet (a.a.O.). 

 Diesen gerichtlichen Anordnungen liegt ein Gutachten des …spitals 

E._____, …, vom 12. Juli 2010 zu Grunde (vgl. VB-act. 1.3). Gestützt u.a. auf ei-

nen Bericht von Dr. med. I._____ des J._____, bei dem die Mutter seit 2003 in 

Behandlungssequenzen steht, wird darin bei der Mutter "eine Persönlichkeitsent-

wicklung mit emotionaler Instabilität vom Borderline-Typ" festgestellt, "verbunden 

mit depressiven und aggressiven Krisen und Episoden bei einer psychosozialen 

Dauerbelastung" (vgl. VB-act. 1.3, S. 22, und dazu Anhang [Bericht des J._____ 

vom 7. Mai 2010]). Festgehalten wird ferner, die Mutter verkenne die Komplexität 

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der eigenen Situation und zeige keine Einsicht in ihre sozialen Interaktionsschwie-

rigkeiten sowie ihr psychisches Störungsbild. Die eigenen Bedürfnisse der Kinds-

mutter würden mit denen von C._____ vermischt und die Gefahr generiert, dass 

das Kind als Stabilisator für die eigene psychische Befindlichkeit missbraucht 

werde (a.a.O., S. 26). Laut Gutachten resultiert daraus eine mittel- und langfristige 

Gefährdung des Kindeswohls (a.a.O.). 

 Festgehalten wird im Gutachten schliesslich, die Kindsmutter neige dazu, 

nach Glück zu streben, gegebene Wege dazu aber zu verbauen. Sie habe Hilfs-

angeboten gegenüber eine "äusserst eigensinnige und ablehnende Haltung", was 

eine kontinuierliche Unterstützung durch Fachleute verhindere, wie es auch eine 

eher negative Prognose auf die Beziehungsfähigkeit der Kindsmutter verspreche 

(a.a.O, S. 27). Wichtig sei indessen eine verbindlich und kontinuierlich gelebte 

Beziehung zwischen der Mutter und C._____. Es wurde daher empfohlen, weiter-

hin die Besuche in Begleitung zu vollziehen und davon erst abzurücken, wenn 

neben der Klärung der Aufenthaltssituation der Mutter in der Schweiz folgende 

Voraussetzungen erfüllt seien: Überzeugende Verpflichtung der Mutter, verbind-

lich die Besuchsrechtsvereinbarung einzuhalten; eine verbindliche therapeutische 

Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung der Mutter durch eine Fachperson; ei-

ne Bestätigung dieser Fachperson, dass unbegleitete Besuche unbedenklich sei-

en (a.a.O., S. 27). 

1.4 Im Frühling 2011 übernahm die Vormundschaftsbehörde D._____ auf Antrag 
der Vormundschaftsbehörde E._____ die für C._____ errichtete Beistandschaft 

zur Weiterführung (vgl. VB-act. 21 bzw. 22). Zur Beiständin wurde die bisherige 

Beiständin F._____ ernannt. 

 Bereits vor der Übernahme der Beistandschaft durch die Vormundschafts-

behörde D._____ erklärte sich die Kindsmutter mit dem Vollzug des gerichtlich 

angeordneten Besuchsrechts gemäss den Vorschlägen der Beiständin nicht ein-

verstanden (vgl. dazu VB-act. 24. 1 - 3). Namentlich machte sie geltend, die Re-

gelung von Besuchen in Begleitung jeweils während einiger Stunden widerspre-

che dem ihr zustehenden Recht. Bedenken, sie könnte mit C._____ erneut nach 

H._____ reisen, hielt sie das Haager Übereinkommen entgegen sowie ihren Auf-

enthaltsstatus (Bewilligung B; vgl. VB-act. 24.4). Darüber hinaus stiess sie sich an 

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den Kosten, welche ihr durch eine Einzelbegleitung anfallen und die zu tragen sie 

nicht im Stande sei (vgl. etwa VB-act. 24.4; dazu siehe auch den Schriftenwech-

sel der Ombudsstelle der Stadt E._____, an die sich die Kindsmutter gewandt hat-

te, mit der Beiständin in VB-act. 24.5 und 24.8). Endlich beantragte sie die Rück-

platzierung von C._____ nach einer Eingewöhnungszeit von sechs Monaten (vgl. 

VB-act. 24.1; Schreiben an die Vormundschaftsbehörde E._____). 

1.5 Kritik an der Besuchsrechtsregelung übte die Kindsmutter schliesslich auch 
gegenüber der Vormundschaftsbehörde D._____, nachdem sie den Beschluss 

der Behörde erhalten hatte, in dem die Übernahme der Beistandschaft angeord-

net worden war (vgl. VB-act. 31). Mit Beschluss vom 11. Juli 2011 behandelte die 

Vormundschaftsbehörde D._____ alle diese Rügen, bestätigte die von der Bei-

ständin getroffene Besuchsregelung und wies alle Anträge der Kindsmutter, na-

mentlich den auf die Rückplatzierung von C._____ ab (vgl. VB-act. 34). 

 Die Behörde wies in ihrem Beschluss darauf hin, ein praxisübliches Be-

suchsrecht, wie es die Mutter fordere, komme zur Zeit nicht in Frage; die Mutter 

könne hingegen durch kooperative Zusammenarbeit, beständiges und zuverlässi-

ges Wahrnehmen der Besuchstermine, einen kindergerechten Umgang mit  

C._____ während der Besuchszeiten und den regelmässigen Besuch psychothe-

rapeutischer Sitzung den Umfang des Besuchsrechts und den Wegfall der Be-

suchsbegleitung entscheidend beeinflussen (vgl. a.a.O., S. 2). 

2. Gegen den Beschluss der Vormundschaftsbehörde D._____ vom 11. Juli 2011 
führte die Mutter, A._____, am 22. Juli 2011 Beschwerde beim Bezirksrat Win-

terthur (vgl. act. 8/1).  

2.1 In der Beschwerdeschrift ersuchte A._____ um eine Überprüfung des Be-
schlusses unter Hinweis auf ihren Antrag auf Rückplatzierung von C._____. Als 

Nötigung des Kindes und ihrer selbst gerügt wurde die Begleitung ihrer Besuche 

sowie die damit einhergehenden Einschränkungen des gerichtlich angeordneten 

Besuchsrechts von monatlich zwei Tagen (a.a.O., S. 1). Sodann betonte A._____, 

sie sei in der Lage C._____ selbst zu betreuen. Psychologische Betreuung in 

Form von Gesprächen benötige sie vor allem deshalb, weil sie den Sohn sehr 

vermisse und zugleich wisse, dass er fremdbetreut werde (vgl. a.a.O., S. 2). 

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2.2 Mit Schreiben vom 26. Oktober 2011 teilte A._____ dem Bezirksrat ihren 
Wegzug von E._____ nach K._____ mit (Adressänderung). Sie gab zudem an, 

das Migrationsamt beabsichtige ihre Ausweisung, weil sie kein affektives Verhält-

nis zu ihrem Sohn habe. Sie sei aktiv am Suchen einer Arbeit. Sie bitte nochmals 

höflich, ihr das Besuchsrecht zu erteilen. C._____ sei ihre einzige Familie und aus 

seiner Nähe werde sie nicht weggehen. Gemäss Art. 275a ZGB habe sie zudem 

ein Informationsrecht. Sie möchte informiert werden über die wichtigen Ereignisse 

im Leben von C._____ und bei Entscheidungen angehört werden. Es wäre gut, 

wenn das auch im Beschlussprotokoll geregelt werde (vgl. act. 8/22). 

2.3 Mit Eingabe vom 31. Oktober 2011 (act. 8/26) teilte A._____ dem Bezirksrat 
schliesslich mit, sie sei bereit, die aktuelle Regelung des Sorgerechts und der 

Obhut zu akzeptieren und sich auf einen anstehenden Prozess einzulassen, wenn 

sie das Besuchsrecht habe und damit auch die Garantie, in der Nähe von 

C._____ bleiben zu dürfen (a.a.O., S. 2). Unter Verweis auf die mit dem 17. Au-

gust 2011 ablaufende Aufenthaltsbewilligung (vgl. act. 8/27/2) hielt sie zudem 

fest, die Aufenthaltsbewilligung C werde sie erst erhalten, wenn sie das Besuchs-

recht habe (act. 8/26 S. 2). 

2.4 Der Bezirksrat zog in seinem Verfahren im Wesentlichen die Akten der Vor-
mundschaftsbehörden bei, holte eine Vernehmlassung der Vormundschaftsbe-

hörde D._____ und einen Bericht der Beiständin ein, welcher die Ergebnisse der 

Auswertungsgespräche zum Besuchsrecht zwischen Beiständin, Mutter und Dr. 

med. I._____ vom 22. September 2011 zum Gegenstand hat (vgl. act. 8/15). 

A._____ wurde sodann um eine Stellungnahme zu diesem Bericht aufgefordert; 

diese reichte sie in der Folge ein (vgl. act. 8/26). 

 Die Auswertung der Besuche zeigte gemäss dem Bericht der Beiständin üb-

rigens (vgl. act. 8/15), dass A._____ die Termine zuverlässig wahr nahm und sich 

an die Vereinbarungen hielt. Die Übergabesituationen waren für C._____ sehr 

schwierig, u.a. weil Spannungen zwischen G._____ und der Kindsmutter bestan-

den, die z.T. vor dem Kind ausgetragen wurden. Nach einem klärenden Gespräch 

habe sich die Mutter Mühe gegeben, die Übergabesituation kindergerecht zu ge-

stalten. Interventionen der Begleitpersonen habe sie hingegen schlecht ertragen 

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(so kam sie einmal dem Hinweis nicht nach, C._____ müsse stündlich auf die Toi-

lette, weshalb das Kind schlussendlich genässt habe). Eine anfängliche Zurück-

haltung des Kindes gegenüber der Mutter habe sich gelegt, so dass beide zu-

sammen auch hätten spielen können (a.a.O., S. 1 f.). 

 Die psychotherapeutische Begleitung der Kindsmutter durch 

Dr. med. I._____ beinhalte – so die Beiständin in ihrem Bericht  – keine Therapie 

i.e.S. (es würden keine therapeutischen Ziele verfolgt), sondern Gespräche 

(Sprechstunde/Telefonate), welche hauptsächlich der Erfassung der Gemütslage 

dienten. Zur Stabilisierung werde eine medikamentöse Basisbehandlung durchge-

führt. Das letzte halbe Jahr sei das stabilste gewesen, seit Dr. med. I._____ die 

Kindsmutter kenne (a.a.O., S. 2). 

 Aufgrund dieser positiven Entwicklung befürwortete die Beiständin grund-

sätzlich für die Besuche eine Einzelbegleitung bei der Kindsmutter zu Hause. Sie 

wies jedoch darauf hin, dass das von der Kindsmutter abgelehnt werde (a.a.O., 

S. 3). Besuche ohne Begleitung erachtete die Beiständin hingegen erst dann als 

opportun, wenn die Kindsmutter die Situation in Sachen Sorgerecht und Obhut 

akzeptiere (a.a.O.). Die Ablehnung der Situation in Sachen Sorgerecht sowie die 

Auffassung der Kindsmutter, sie hätte sich in H._____ dazumal falsch entschei-

den und hätte nicht in die Schweiz zurückkommen sollen, indiziere nach wie vor 

eine Entführung als möglich (a.a.O., S. 2 f.). 

3. Am 18. November 2011 beschloss der Bezirksrat die Abweisung der Be-
schwerde, soweit er darauf eintrat (vgl. act. 7 [= act. 3/1 und act. 28]). Dagegen 

erhob A._____ (nachfolgend: die Berufungsklägerin) rechtzeitig bei der Kammer 

die Berufung (vgl. act. 2). Sinngemäss beantragte sie dabei, ihr ein unbegleitetes 

Besuchsrecht einzuräumen (a.a.O., S. 1). 

3.1 Das Berufungsverfahren gegen Entscheide der Bezirksräte in familienrechtli-
chen Angelegenheiten folgt den Regeln des GOG, welches für alle Fragen, die es 

in den §§ 188 ff. nicht selbst regelt, auf die Bestimmungen der ZPO verweist und 

deren Regeln als ergänzendes kantonales Verfahrensrecht für anwendbar erklärt 

(vgl. § 187 GOG). 

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 In Anwendung von Art. 98 ZPO wurde der Berufungsklägerin daher mit Ver-

fügung vom 9. Dezember 2011 Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses ange-

setzt, nachdem zuvor die vorinstanzlichen Akten beigezogen worden waren (vgl. 

act. 9). Auf Gesuch der Berufungsklägerin hin wurde ihr mit Beschluss vom 

21. Dezember 2011 die unentgeltliche Rechtspflege i.S. des Art. 118 Abs. 1 lit. a 

und lit. b ZPO bewilligt (vgl. act. 14). Usanzgemäss wurden die Parteien und die 

Beiständin in der Folge zur Anhörung (Befragung der Parteien) vorgeladen. Der 

Anhörungstermin musste auf Ersuchen des Rechtsvertreters des Berufungsbe-

klagten verschoben werden. Auf Ersuchen der Berufungsklägerin wurde dieser 

überdies mit Beschluss vom 1. März 2012 eine unentgeltliche Rechtsbeiständin 

bestellt (vgl. act. 27). 

 Im Hinblick auf die Anhörung wurde endlich am 6. März 2012 die Einholung 

der Berufungsantwort sowie der freigestellten Vernehmlassungen des Bezirksra-

tes sowie der Vormundschaftsbehörde D._____ verfügt. Bezirksrat und Behörde 

verzichteten auf eine Vernehmlassung (vgl. act. 31 f.). Die Berufungsantwort wur-

de der Berufungsklägerin noch vor der Anhörung zugestellt (vgl. act. 33 und act. 

34). 

3.2 Die Anhörung fand am 20. März 2012 statt (vgl. act. 1 [= Prot.] S. 8 ff.). Das 
Verfahren erweist sich heute als spruchreif. 

II. 
(Zur Berufung im Einzelnen) 

1. Gegenstand des Berufungsverfahrens ist gemäss dem Antrag der Berufungs-
klägerin (vgl. act. 2 und dazu vorn Ziff. I/3, vor 3.1, ferner act. 1 [= Prot.] S. 28) 

einzig noch die Regelung des mit Scheidungsurteil vom 18. November 2010 (vgl. 

VB-act. 5) angeordneten Rechts der Berufungsklägerin, C._____ an zwei Tagen 

im Monat zu besuchen. Die Berufungsklägerin beantragt, ihr ein Besuchsrecht 

ohne Begleitung einzuräumen, und zwar an zwei Wochenenden pro Monat von 

Freitagabend bis Sonntagabend, ferner jeweils an einem Mittwochnachmittag und 

ein Ferienbesuchsrecht von vier bis fünf Wochen pro Jahr, gegebenenfalls unter 

einer langsamen Anpassung (vgl. act. 1 [= Prot.] S. 24). 

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 Nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die von der Berufungsklä-

gerin noch im bezirksrätlichen Verfahren aufgeworfenen übrigen Fragen, nament-

lich zur Sorge- und Obhutszuteilung bzw. zur Rückplatzierung von C._____ zu ihr 

(vgl. act. 1 [= Prot.] S. 28). Insoweit ist der Entscheid des Bezirskrates in Rechts-

kraft erwachsen, was vorzumerken ist. 

2. - 2.1 Die Berufungsklägerin macht mit der Berufung (act. 2) im Wesentlichen 
geltend, das Kind habe einen verfassungs- wie auch völkerrechtlich geschützten 

Anspruch auf Kontakt zu beiden Elternteilen; es entspreche somit dem Kindes-

wohl und Kindesinteresse, dass auch der ausländische Elternteil mindestens ein 

Besuchsrecht habe (act. 2 S. 1). Gemäss Art. 273 ZGB hätten das unmündige 

Kind und die Eltern, denen die elterliche Sorge nicht zustehe, gegenseitig An-

spruch auf angemessenen persönlichen Verkehr. Das treffe in ihrem Fall nicht zu, 

sei es doch nicht üblich, dass das Gericht Begleitbesuche verordne. Sie – die Be-

rufungsklägerin – könne daher nicht nachvollziehen, warum sie ihren Sohn nur 

wenige Stunden (begleitet von einem Bodyguard) sehen dürfe. Als Mutter eines 

Schweizer Kindes habe sie auch Anspruch auf Achtung des Familienlebens 

(a.a.O.). 

 In der Anhörung hielt sie zudem fest bzw. liess sie festhalten, ein Kind gehö-

re zu seiner Mutter (vgl. act. 1 [= Prot.] S. 8); die Obhutszuteilung an sie sei daher 

ein (mittelfristiges) Ziel von ihr (vgl. act. 1 [= Prot.] S. 9 und. 28). Vorderhand liege 

ihr daran, mit C._____ möglichst viel Zeit zu verbringen (a.a.O., S. 9). Um Beden-

ken zu zerstreuen – die Beiständin werfe ihr Fluchtgefahr vor –, sei sie bereit, ih-

ren Pass abzugeben, um das Besuchsrecht auszuüben (a.a.O., S. 15). Sie wolle 

auch wissen, wie bzw. wann C._____ von seiner Grossmutter betreut werde, und 

wann er im Hort sei (vgl. a.a.O., S. 9, S. 12, S. 16), weshalb sie sicher zweimal 

die Woche anrufe, wobei abgemacht sei, dass sie am Mittwoch zwischen 18.00 

und 19.00 Uhr anrufen dürfe (vgl. a.a.O., S. 12). Der Berufungsbeklagte kümmere 

sich nicht um C._____ (a.a.O., S. 9, S. 12).  

2.2 Der Berufungsbeklagte hält auf Abweisung der Berufung (vgl. act. 33). Betont 
wurde von ihm sowohl in der Berufungsantwort als auch in der Anhörung (vgl.  

act. 1 [= Prot.] S. 16 ff.) im Wesentlichen eine Unzuverlässigkeit der Berufungs-

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klägerin: Sie habe die Besuche nicht lückenlos wahrgenommen, wie sie behaupte 

und halte sich nicht an Vereinbarungen, auch und gerade bei den Telefonanrufen 

(vgl. a.a.O., S. 17, S. 20). Nach den Besuchen habe C._____ jeweils psychische 

Probleme, sei verstört, weil die Berufungsklägerin ihn gegen seine Grossmutter 

aufhetze (a.a.O. S. 17, S. 19 f.). Den Hort besuche C._____ am Mittwoch, um mit 

anderen Kindern spielen zu können, damit er es später im Kindergarten einfacher 

habe (a.a.O., S. 20). Es bestehe nach wie vor die Gefahr des Missbrauchs des 

Besuchsrechts bzw. der Entführung (vgl. act. 33 S. 5 f., act. 1 [= Prot.] S.19), wel-

che durch die Hinterlegung des Passes nicht gebannt werden könne. Die Beru-

fungsklägerin habe die Pässe bereits einmal bei ihm hinterlegt, sich dann neue 

Papiere beschafft und sei mit C._____ nach H._____ gereist (a.a.O., S. 26). Man 

wisse nicht, unter welchen Voraussetzungen die … Behörden [des Landes 

H._____] Pässe für ein Kind ausstelle (a.a.O., S. 27). 

 Endlich wird vom Berufungsbeklagten vorgetragen, der Grund dafür, dass 

die Berufungsklägerin auf einem ausgedehnten Besuchsrecht beharre, habe vor 

allem fremdenpolizeiliche Gründe, weil sie über keine gültige Aufenthaltsbewilli-

gung mehr verfüge (act. 33 S. 5). 

3. Der Bezirksrat hat sich mit der Frage des Besuchsrechts und dessen Ausge-
staltung im Scheidungsurteil und in der Folge durch die Beiständin breit ausei-

nander gesetzt (vgl. act. 7 S. 9-14). 

3.1 Vorab hielt er dabei zu Recht fest, das Besuchsrecht der Berufungsklägerin 
gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB sei unbestritten. Es kann auf die entsprechenden 

Erwägungen im angefochtenen Beschluss verwiesen werden (act. 7 S. 9). Soweit 

sich die Berufungsklägerin darauf beruft, es stehe ihr als ausländischer Mutter ei-

nes Schweizer Kindes ein Besuchsrecht zu, scheint sie zu übersehen, dass ihr 

der Bezirksrat dieses Recht nicht abgesprochen, sondern zuerkannt hat, wie im 

Übrigen bereits das Scheidungsgericht und in der Folge ebenso die Vormund-

schaftsbehörden im Vollzug der gerichtlichen Anordnungen. 

 Um nichts zu versäumen, ist dem noch beizufügen, dass der Art. 273 

Abs. 1 ZGB nicht zwischen Vater und Mutter unterscheidet, sondern einzig da-

nach, welchem Elternteil die elterliche Sorge nicht zusteht. Diesem Elternteil steht 

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der Anspruch auf angemessenen persönlichen Kontakt zu, unabhängig davon, ob 

es sich dabei um Vater oder Mutter handelt. Wollte die Beklagte mit der Betonung 

ihrer Mutterschaft im Vergleich zu einem Vater, dem die elterliche Sorge nicht 

überbunden wurde, für sich gewissermassen mehr Rechte geltend machen, ginge 

das fehl. Zu vertiefen ist das hier indessen nicht weiter. 

3.2 Der Bezirksrat hielt im angefochtenen Beschluss in einem weiteren Schritt un-
ter zutreffenden Verweisen auf Literatur und Judikatur fest, der Umfang dessen, 

was ein angemessener persönlicher Verkehr des Kindes zum nicht sorgever-

pflichteten Elternteil gemäss Art. 273 ZGB sei, stelle keine feste Grösse dar. Die 

Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs habe sich stets an den konkreten Um-

ständen des Einzelfalles zu orientieren, wobei das Kindeswohl im Vordergrund 

stehe (vgl. a.a.O., S. 9). Rüge die Berufungsklägerin, das ihr vom Gericht einge-

räumte Besuchsrecht entspreche nicht der Norm, so sei festzuhalten, dass selbst 

der Rückgriff auf das sog. "gerichtsübliche Besuchsrecht" erhebliche Differenzen 

in der Ausgestaltung zu Tage fördere (a.a.O., S. 10), es mithin gewissermassen 

Varianten einer Art von Regelbesuch gibt. Es sei der Berufungsklägerin allerdings 

dahingehend zuzustimmen, dass die Anordnung eines sog. begleiteten Besuchs-

rechts keine Variante eines Regelbesuchsrechts darstelle (a.a.O., S. 10). 

 Auch diese Überlegungen erweisen sich grundsätzlich als zutreffend, wes-

halb der Einfachheit halber auf die entsprechenden Erwägungen des angefochte-

nen Entscheides verwiesen werden kann. Ergänzend ist dem beizufügen, dass 

der Grundsatz, die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs habe den jeweiligen 

Umständen des konkreten Einzelfalls angemessen zu sein, zwangsläufig zu diffe-

renzierten Regelungen führen muss und insofern der Ausbildung eines Normbe-

suchsrechts tendenziell entgegensteht bzw. eigentlich gar verbietet. Werden in 

der Gerichtspraxis bestimmte Regelungen gleichwohl immer wieder angeordnet 

und sind diese insoweit üblich, kann darin lediglich das Ergebnis einer vereinfach-

ten Wertung der jeweils konkret gegebenen Umstände erkannt werden, und zwar 

in dem Sinn, dass die Umstände des jeweiligen Einzelfalles den Umständen ähn-

lich gelagerter Fälle ähnlich bzw. vergleichbar sind, insofern ein Regelfall vorliegt, 

bei dem kein Bedarf nach besonderen, einzelfallgemässen Anordnungen besteht. 

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 Die Berufungsklägerin legt richtigerweise nicht dar und behauptet das im Be-

rufungsverfahren daher gar nicht mehr, die Beziehung zwischen ihr, C._____ und 

dem Beklagten sei den Kinder-Eltern-Beziehungen ähnlich, in denen jeweils ein 

Regelfall erkannt wird, bei dem kein Bedarf nach besonderen Anordnungen be-

steht. Es wäre dergleichen auch mit Blick auf den Sachverhalt (vgl. vorn  

Ziff. I/1.1-1.5) nicht ersichtlich. Weiterungen zu diesem Gesichtspunkt erübrigen 

sich daher an dieser Stelle. Die vom Scheidungsgericht im November 2010 ange-

ordnete Regelung eines Besuchsrechts von zwei Tagen im Monat, die sich auf ein 

Gutachten abstützt, welches das Alter des Kindes ebenso berücksichtigt wie die 

Persönlichkeit der Berufungsklägerin und die Folgen, die sich daraus im persönli-

chen Verkehr mit C._____ ergaben, erscheint nur schon von daher als angemes-

sen. 

3.3 Dem Anspruch von Eltern, denen die elterliche Sorge nicht auferlegt ist, auf 
einen angemessenen persönlichen Verkehr mit ihrem Kind gemäss Art. 273  

Abs. 1 ZGB steht ein analoger Anspruch des Kindes gegenüber. Die Angemes-

senheit bzw. der Umfang des persönlichen Verkehrs zwischen Elternteil und Kind 

wird demzufolge durch die Interessen sowohl des Elternteils als auch des Kindes 

bestimmt und je wechselseitig begrenzt. Das hat der Bezirksrat richtig erkannt, in-

dem er festhielt, weil auch bei der Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen 

Kind und Eltern das Kindeswohl oberste Richtschnur darstelle, könnten gemäss 

BGE 131 III 209 (mit zahlreichen Verweisen auf frühere Entscheide) dann Ein-

schränkungen des Besuchsrechts angezeigt sein, wenn das Kind sonst überfor-

dert wäre (vgl. act. 7 S. 10). 

 Zu beachten ist zudem, dass mit dem Recht auf angemessenen persönli-

chen Verkehr zugleich Pflichten verbunden sind (vgl. zum Ganzen etwa SCHWEN-

ZER, in: BSK-ZGB I, 4. A., Basel 2010, N 3 f. und N 5 ff. zu Art. 274, mit zahlrei-

chen Verweisen auf Judikatur und Literatur). So haben gemäss dem Art. 274  

Abs. 1 ZGB Vater und Mutter etwa alles zu unterlassen, was die Aufgabe des  

Elternteils erschwert, dem die elterliche Sorge und die damit verbundene Erzie-

hungsaufgabe obliegt. Insbesondere ist es dem Besuchsberechtigten untersagt, 

das Kind gegen den Sorgeverpflichteten und dessen Betreuung des Kindes nega-

tiv zu beeinflussen und in einen Loyalitätskonflikt zu bringen. Das Recht auf per-

- 13 - 

sönlichen Verkehr kann sodann gemäss Art. 274 Abs. 2 ZGB beschränkt werden 

(etwa durch Anordnung einer Begleitung) oder gar gänzlich entzogen werden, 

wenn das Wohl des Kindes durch den Verkehr gefährdet wird, ferner wenn der 

besuchsberechtigte Elternteil den persönlichen Verkehr pflichtwidrig ausübt (wie 

z.B. durch Nichtbeachtung der Besuchszeiten, Weigerung, das Kind wieder dem 

Sorgeverpflichteten zurückzugeben, Entführung). Gleiches gilt, wenn er sich nicht 

ernsthaft um das Kind kümmert (z.B. das Besuchsrecht grundlos wiederholt nicht 

ausübt) oder andere wichtige Gründe vorliegen (wie z.B. Spannungen zwischen 

den Eltern, welche das Kind belasten, ferner Erkrankungen des Besuchsberech-

tigten, wozu auch psychische Erkrankungen gehören können, soweit sie sich auf 

das Verhalten des Elternteils gegenüber dem Kind während der Besuchszeiten 

auswirken). 

 Stehen Fragen der Einschränkung (wie z.B. eine Begleitung) oder gar des 

Entzuges des Anspruchs im Raum, ist stets das Verhältnismässigkeitsprinzip zu 

berücksichtigen. Gemäss diesem stellt der Entzug des Rechts die ultima ratio dar. 

3.4 Der Bezirksrat hat im angefochtenen Beschluss diverse Gesichtspunkte an-
gesprochen, welche nach seiner Auffassung eine Beibehaltung des gerichtlich 

festgelegten Umfanges des Besuchsrechts ebenso rechtfertigen wie eine Be-

schränkung des persönlichen Verkehrs durch eine Begleitung als weiterhin ver-

hältnismässige Massnahme. Diese sind hier nur gerafft wiederzugeben; für Ein-

zelheiten kann auf den angefochtenen Beschluss verwiesen werden. 

 Die Berufungsklägerin hat gemäss Bezirksrat von sich aus und wiederholt 

über längere Zeit auf die Ausübung des Besuchsrechts verzichtet (vgl. a.a.O.,  

S. 9). Die Berufungsklägerin hat, als ihr noch ein Regelbesuchsrecht zustand, 

zwei Mal nach Besuchen C._____ pflichtwidrig nicht dem Vater zurückgebracht. 

Einmal ist sie mit ihm dabei gar nach H._____ verreist, ohne den Vater zu infor-

mieren (vgl. a.a.O., S. 11, S. 13). C._____ war daraufhin verstört (vgl. a.a.O.,  

S. 11). Das alles verlangte bei der Wiederaufnahme der Besuche durch die Beru-

fungsklägerin im März 2011 nach einem rund neunmonatigen Unterbruch des 

persönlichen Verkehrs die Beachtung der gerichtlich angeordneten Begleitung im 

Interesse des Kindes (vgl. a.a.O., S. 13). 

- 14 - 

 Die Mutter-Sohn-Beziehung ist zudem nach wie vor instabil. Daran ändert 

auch die Auswertung der unter Begleitung ausgeübten Besuche zwischen Früh-

ling 2011 und September 2011 nichts. Zwar hat immerhin eine Annäherung von 

Mutter und Kind stattgefunden (vgl. a.a.O., S. 11 f.). Teilweise abzusprechen ist 

der Berufungsklägerin jedoch nach wie vor die Fähigkeit, die Bedürfnisse des 

Sohnes vorrangig zu gewichten und dazu etwa Anregungen von Fachpersonen 

aufzunehmen. In ihrer Stellungnahme zum Bericht der Beiständin hat die Beru-

fungsklägerin das dokumentiert, indem sie generell die Fachlichkeit der Beurtei-

lenden in Frage stellt (vgl. a.a.O., S. 12). 

 In diesen Zusammenhang gestellt gehört ebenfalls der Hinweis des Bezirks-

rates, die Berufungsklägerin biete keine Hand zur vorgeschlagenen Lockerung in 

der Begleitung, sondern beharre darauf, ihr Recht ohne Begleitung auszuüben, 

was wohl eher im Kontext mit der Wiedererteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu 

verstehen sei denn als Ausdruck des Bedürfnisses nach freierer Gestaltung der 

gemeinsamen Zeit mit C._____ (vgl. a.a.O., S. 14). 

3.5 Die vom Bezirksrat angeführten Gründe, welche – wie in Ziff. II/3.3 – gezeigt, 
eine Einschränkung des persönlichen Verkehrs rechtfertigen, sind durch die Akten 

ausgewiesen und werden von der Berufungsklägerin mit der Berufung (vgl. act. 2) 

deshalb zu Recht auch gar nicht in Abrede gestellt. Es kann daher ohne Weite-

rungen auf sie abgestellt werden. 

3.5.1 Ergänzend ist sodann auf die Feststellungen im Gutachten vom 12. Juli 
2010 zur psychischen Gesundheit der Berufungsklägerin und die gutachterlichen 

Empfehlungen hinzuweisen, welche das Scheidungsgericht zu seiner Besuchs-

rechtsregelung veranlassten (vgl. vorn Ziff. I/1.3 sowie VB-act. 1.3). Zu verweisen 

ist insbesondere auf die im Anhang zum Gutachten wiedergegebenen Befunde 

und Einschätzungen von Dr. med. I._____, wonach z.B. die Persönlichkeit der Be-

rufungsklägerin auch bei Einnahme von Citalopram strukturell anhaltend stö-

rungsanfällig ist, erst recht aufgrund der diversen Stressoren (insbesondere dabei 

der Aufenthalts- und Unterhaltsproblematik). In dieser Persönlichkeit dominieren 

aufgrund einer Entwicklungsstörung vom Borderlinetypus weiterhin deutliche Ak-

zente, welche einem stabilen interpersonellen und sozialen Verhalten hinderlich 

- 15 - 

sind (vgl. S. 2/4), so Eigensinn in starkem Masse, Misstrauen, vorwurfsvolles bis 

ablehnendes Verhalten gegenüber vielen Bezugspersonen, die ihr Brücken bauen 

wollen. Zurückzuführen ist das auf eine tief sitzende, letztlich selbstdestruktive 

Problematik, mit der die Berufungsklägerin sich Hilfe und Chancen in paradoxer 

Art vereitelt (a.a.O.). Vor diesem Hintergrund plausibel bzw. schlüssig wirkt die 

Feststellung von Dr. med. I._____, die Berufungsklägerin sei wenig compliant und 

entziehe sich einer systematisch installierten Therapie, welche zu vermehrter 

Stabilität ihrer Persönlichkeit verhelfen könnte (vgl. dazu auch VB-act. 1.3 S. 23: 

dringend zu empfehlen, um einer Pathologisierung entgegenzuwirken). Der be-

stehende Kontakt der Berufungsklägerin zu Dr. med. I._____ hat bloss "supporti-

ven Charakter und hält für Nöte und Krisenzustände eine vertraute Anlaufstelle 

verfügbar" (a.a.O., S. 3/4). 

 Dass sich die emotional instabile Persönlichkeit in der Beziehung zu 

C._____ so lange hinderlich auswirkt, als nicht eine hinreichende Stress-Bewälti-

gungs-Balance gegeben ist, wie sie in den Empfehlungen der Gutachterin zuhan-

den des Scheidungsgerichts angesprochen wurden (vgl. VB-Act. 1.3 S. 23 und 

S. 27: Aufenthaltsstatus und soziale sowie berufliche Integration), liegt auf der 

Hand. Seit der Begutachtung hat sich sodann weder hinsichtlich der Stress-

Bewältigungs-Balance noch hinsichtlich der Persönlichkeit der Berufungsklägerin 

Grundlegendes geändert. Es kann insoweit vorab auf das vorhin für die Zeit bis 

September 2011 Dargelegte verwiesen werden (vorn Ziff. II/3.5) sowie auf Dar-

stellungen der Berufungsklägerin in der Anhörung (act. 1 [= Prot.], S. 8-16), so 

insbesondere zu den "Stressfaktoren" Aufenthaltsstatus und beruflich/soziale In-

tegration (a.a.O., S. 14) und ferner zur Akzeptanz der aktuellen Sorgerechtsvertei-

lung (vgl. a.a.O. S. 8 f [möchte, dass Vormundschaftsbehörde mir Obhut zuteilt 

und erkennt, dass mein Sohn zu mir gehört]). 

3.5.2 Was die Zeit seit September 2011 betrifft, so hat Dr. med. I._____ zuhanden 
der Berufungsklägerin am 15. März 2011 bestätigt, in den letzten zwei Jahren ha-

be sich ihre psychische Verfassung und ihre Persönlichkeitsentwicklung stabilisert 

(act. 35 S. 1). Sie könne heute allfällige Stressfaktoren gut antizipieren und habe 

gelernt, zweckmässige Vorkehrungen zu treffen (a.a.O. S. 2). Die soziale Situati-

on und die rechtliche Obhut- und Besuchsrechtsregelung im Mutter-Kind-

- 16 - 

Verhältnis seien für sie allerdings belastend und beeinflussten die psychische 

Verfassung (a.a.O., unten). 

 Dr. med. I._____ hält überdies fest, die Persönlichkeit der Berufungsklägerin 

sei nach wie vor geprägt von einem sehr hohen Eigensinn und einem gewissen 

Einzelgängertum. Noch immer erlebe sie fast alle Bemühungen und Forderungen 

des Umfeldes als schickanös oder gezielt gegen sich gerichtet. Immer wieder 

verweigere sie Möglichkeiten auch der Ausbildung. Sie fahre eine eigenwillige Li-

nie und lasse sich kaum helfen. Sie bleibe ambivalent und blockiere zur Frage, ob 

sie nicht doch eines Tages nach H._____ zurückgehen werde. Sie werfe Dr. med. 

I._____ und der damaligen Gastfamilie auch immer wieder vor, man habe gegen 

ihren Willen und ihre Interesse eine damalige rasche Rückkehr in ihr Heimatland 

verhindert (vgl. a.a.O., S. 2). 

 Diese ärztlich festgestellte Ambivalenz der Berufungsklägerin, zudem ihr 

(krankheitsbedingter) Eigensinn und ihre fehlende Akzeptanz gegenüber der  

aktuellen Sorgerechtsregelung werden in den Antworten der Berufungsklägerin  

in der gerichtlichen Befragung vom 20. März 2012 deutlich dokumentiert. Doku-

mentiert werden sie ebenso durch die Ausführungen der Beiständin (vgl. act. 1  

[= Prot.] S. 27 f.), welche ebenso das Blocken zur Frage einer Rückkehr nach 

H._____ illustrieren: Immer wieder, nämlich in regelmässigen Abständen, sage 

die Berufungsklägerin auch, es sei ein Fehler gewesen, dass der Vater die Obhut 

erhalten habe und dass sie von H._____ zurückgekommen sei. Das mache es – 

so die Beiständin weiter – für sie schwierig, die Begleitung zu lockern (a.a.O.,  

S. 27). Seit Februar 2012 gehe die Berufungsklägerin zudem nur noch einmal im 

Monat zum Besuchstreff, obwohl sie die Möglichkeit hätte, zweimal hinzugehen. 

Sie könne nicht nachvollziehen, dass die Berufungsklägerin die Abmachungen 

doch nur teilweise einhalte (a.a.O., S. 28). Erwähnt wird von der Beiständin auch 

eine zuweilen mangelnde Offenheit der Berufungsklägerin: So wusste die Bei-

ständin über längere Zeit gar nicht, dass die Berufungsklägerin von E._____ nach 

K._____ umgezogen war (vgl. a.a.O., S. 22). 

 Das bloss teilweise Einhalten von Abmachungen räumt die Berufungskläge-

rin übrigens selbst freimütig etwa im Zusammenhang mit den Telefonaten ein. 

Statt nur einmal an Mittwochen zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr anzurufen, ruft 

- 17 - 

sie wenigstens zweimal wöchentlich an (a.a.O., S. 12), sei es, weil sie C._____ 

hören will, sei es, weil sie sozusagen lückenlos wissen will, wo C._____ ist, ob ihn 

der Vater betreut, ob er im Hort ist, was er sonst tut usw. (a.a.O., S. 12 und  

S. 16). Das deckt sich im Wesentlichen mit der Darstellung des Berufungsbeklag-

ten, die Berufungsklägerin rufe gewissermassen an, wann es ihr gerade passe 

(a.a.O., S. 17), und veranstalte manchmal einen "Telefonterror" mit Anrufen auf 

Handys und Festnetz (a.a.O.). Denn zu Letzterem lässt sie immerhin einräumen, 

es sei sicher schon vorgekommen, dass sie zwei oder drei Mal telefoniert habe, 

wenn niemand den Anruf entgegen genommen habe (vgl. a.a.O., S. 25). Unwi-

dersprochen geblieben ist zudem etwa, dass die Berufungsklägerin das Besuchs-

recht am 4. März, einem Sonntag, nicht wahr nahm (vgl. a.a.O, S. 20 und dazu  

S. 23-25, S. 28). 

3.5.3 Aus dem Dargelegten folgt, dass die Berufungsklägerin weiterhin in den ge-
habten, krankheits- bzw. persönlichkeitsbedingten Mustern verharrt, die geprägt 

sind von Eigensinn in hohem Masse und einer auf sich bezogenen Sichtweise 

(vgl. auch a.a.O. S. 21: "Wenn sie findet, sie wolle etwas nicht mit mir bespre-

chen, dann macht sie es und grenzt sich ab"). Diese Sichtweise wird weiterhin 

geprägt von der Auffassung der Berufungsklägerin, C._____ gehöre zu ihr (vgl. 

a.a.O., S. 8 [Kind gehört zur Mutter], S. 9 [erkennt, dass mein Sohn zu mir ge-

hört]) und sei beim Vater am falschen Platz, unbeschadet dessen, dass sich  

C._____ seit der Obhutszuteilung an den Berufungsbeklagten im Jahre 2009 "ge-

freut" entwickelt hat (vgl. die Ausführungen der Beiständin, a.a.O., S. 21). 

 Die Gefahr etwa kurzschlüssiger, Hilfe und Chancen in paradoxer Art verei-

telnder Handlungen der Berufungsklägerin wie etwa eine Weigerung, C._____ 

nach Besuchen wieder zurückzubringen, kann insoweit weiterhin nicht ausge-

schlossen werden. Ebenso wenig ausgeschlossen werden können Verhaltens-

weisen der Berufungsklägerin, welche dem Alter von C._____ noch nicht ange-

messen sind und verstörend wirken können (z.B. aufgrund der offenkundigen und 

zugestandenen [vgl. a.a.O., S. 11 f.] Abneigung der Berufungsklägerin gegenüber 

der Familie des Berufungsbeklagten), wie sie bei den Besuchen bis September 

2011 festgestellt werden mussten. Dass sich seit da eine weitere Besserung in 

Bezug auf die Übergaben eingestellt zu haben scheint (vgl. a.a.O., S. 21), ändert 

- 18 - 

daran nichts. Weiterhin scheint C._____ nach Besuchen bei der Berufungskläge-

rin verstört, weil es der Berufungsklägerin offenbar nicht einmal möglich ist, ihre 

Abneigungen gegenüber der Familie und insbesondere gegenüber der Mutter des 

Berufungsbeklagten vor dem Kind zu verbergen. Im Kindeswohl liegt das nicht, 

und auf dieses kommt es an. 

 Hinzu kommt die beharrliche Auffassung der Berufungsklägerin, die schei-

dungsrichterliche Sorgerechtsregelung sei unrichtig. Damit fehlt es aber weiterhin 

letztlich auch an einer der Voraussetzungen, die es gemäss den gutachterlichen 

Feststellungen bzw. Empfehlungen zuhanden des Scheidungsgerichts (vgl. vorn 

Ziff. I/1.3) gestatten würden, eine neue, weitergehende Besuchsrechtsregelung zu 

treffen. Eine andere dieser Voraussetzungen wäre zudem eine verbindliche the-

rapeutische Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung der Berufungsklägerin. 

Auch davon kann keine Rede sein, besteht das Setting weiterhin nicht in einer 

Therapie bzw. Behandlung im eigentlichen Sinn, sondern – nebst der Einnahme 

von Antidepressiva – in einigen wenigen Gesprächsstunden pro Jahr und Telefo-

naten zur Erfassung der Gemütslage (vgl. vorn Ziff. I/2.4, mit Verweisen, ferner 

act. 35 S. 2 [unten] und act. 1 [= Prot.] S. 10).  

 Endlich liegt es aufgrund all dessen weiterhin nicht jenseits des Wahrschein-

lichen, dass die Berufungsklägerin erneut versuchen könnte, mit C._____ nach 

H._____ auszureisen und sich vorgängig entsprechende Papiere zu beschaffen. 

Das Wissen darum, dass das nicht rechtens ist, hat sie bereits früher nicht davon 

abgehalten (vgl. act. 1 [= Prot.] S. 13). Ob ihr eine Ausreise trotz Hinterlegung  

des Passes gelingen kann, was sie in Abrede stellt, spielt im Übrigen insoweit 

keine Rolle, wie schon der tätige Versuch für C._____ aufgrund der allgemeinen 

Lebenserfahrung nachgerade verstörend wirken müsste. 

3.6 Im Ergebnis aller vorstehenden Erwägungen erscheint die vom Scheidungs-
gericht im November 2010 angeordnete Besuchsrechtsregelung den aktuellen 

Verhältnissen weiterhin als angemessen. Die Berufung ist daher abzuweisen. 

 

III. 
(Kosten-und Entschädigungsfolge) 

- 19 - 

Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens sind die Kosten (Entscheidgebühr 

gemäss § 5 Abs. 1 GebV OG) der Berufungsklägerin aufzuerlegen, jedoch infolge 

gewährter unentgeltlicher Rechtspflege (einstweilen) auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Berufungsklägerin ist zudem zu verpflichten, dem Berufungsbeklag-

ten eine angemessene, gemäss § 5 Abs. 1 AnwGebV festzusetzende Parteient-

schädigung zu bezahlen (vgl. § 187 GOG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 und Art. 122  

Abs. 1 lit. d ZPO). Mehrwertsteuerersatz wurde keiner verlangt (vgl. act. 33 S. 2) 

und ist daher nicht zuzusprechen. 

Es wird erkannt:  

1. Die Berufung wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.- festgesetzt und der Berufungsklä-

gerin auferlegt, jedoch auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt 

die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO. 

3. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten eine Pro-

zessentschädigung ohne Mehrwertsteuerersatz von insgesamt Fr. 1'500.- zu 

bezahlen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Vormundschaftsbehörde D._____, 

die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) 

sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat 

Winterthur, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

- 20 - 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin : 

 
 
 

lic. iur. A. Muraro-Sigalas 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 26. März 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.- festgesetzt und der Berufungsklägerin auferlegt, jedoch auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO.
	3. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten eine Prozessentschädigung ohne Mehrwertsteuerersatz von insgesamt Fr. 1'500.- zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Vormundschaftsbehörde D._____, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat Winterthur, je gegen Empfangs...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...