# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30e69d30-466c-5bd6-bdeb-21247582a211
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-27
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 27.10.2021 SK 2021 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-52_2021-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 52-54

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. Oktober 2021 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Friederich Hörr, 
Obergerichtssuppleant Horisberger
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Fürsprecher Dr. B.________
a.v.d. Rechtsanwalt C.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

D.________
v.d. Rechtsanwalt E.________

beschwerte Drittperson

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Wi-
derrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kolle-
gialgericht) vom 9. September 2020 (PEN 20 126-128)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (nachfolgend: Vorinstanz) erkannte mit Urteil vom 
9. September 2020 was folgt (pag. 960 ff., Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und mengenmässig qualifiziert 
begangen

1.1. in der Zeit von Anfangs Dezember 2017 bis 25.05.2019 in F.________, G.________ (Domizil 
des Beschuldigten und Restaurant «H.________») sowie im öffentlichen Raum in 
F.________, in der Umgebung diverser Lokalitäten (Restaurant I.________, J.________ 
(Einkaufsladen), K.________ (Einkaufsladen)) und in Fahrzeugen;

1.2. am 25.05.2019 in F.________, Umgebung L.________ (Einkaufsladen) und G.________;

2. der Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit von Anfangs Dezem-
ber 2017 bis 25.05.2019 in F.________, G.________.

II.

1. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 15.12.2016 für eine Freiheitsstrafe 
von 21 Monaten gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen.

2. Der A.________ mit Strafbefehl vom 11.02.2015 für eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 
CHF 50.00 gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen.

3. Die Verfahrenskosten für die Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ auferlegt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

4. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung wird verzichtet.

III.

A.________ wird

in Anwendung der Artikel 
40, 46 Abs. 1, 47, 49, 51, 66a Abs. 1 lit. o StGB, 
19 Abs. 1 lit. b, c, d und g i.V.m. Abs. 2 lit. a und c, Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG
426 ff. StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit teilbedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden 
Freiheitsstrafe gemäss II.1 hiervor im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

verurteilt:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren.

3

Die Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 474 Tagen (25.05.2019 bis 09.09.2020) 
werden im Umfang von 474 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. zu einer Landesverweisung von 15 Jahren.

3. zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 18'800.00 [Gebühr 
Gericht CHF 3'800.00 inkl. Kosten von CHF 800.00 für Entscheide Sicherheitshaft vom 
21.04.2020 (ARR 20 42) und vom 10.07.2020 (ARR 20 60), Gebühr Voruntersuchung von 
CHF 15'000.00] und Auslagen der Voruntersuchung von CHF 14'165.50 sowie Kosten der Staats-
anwaltschaft von CHF 1‘000.00, insgesamt bestimmt auf CHF 33'965.50.

IV.

[Festsetzung der Entschädigung für die amtliche Verteidigung unter vollumfänglicher Rück- und 
Nachzahlungspflicht zu Lasten des Beschuldigten]

V.

Weiter wird verfügt:

1. A.________

wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für vorerst 3 Monate 
bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

[Begründung Verlängerung Sicherheitshaft]

2. Die beschlagnahmten Drogen, Drogenutensilien, Mobiltelefone inkl. Zubehör und weitere Ge-
genstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- weisser Klumpen (Kokain, in Cellophan gewickelt); Ass. 1
- Digitalwaage („ON BALANCE"); Ass. 2
- Natel Nokia (klein, inkl. Ladekabel); Ass. 3
- Natel Nokia (gross, inkl. Ladekabel); Ass. 4
- Minigrip mit Papierkugel; Ass. 7 
- div. Verpackungsmaterial; Ass. 9 
- div. Bankauszüge und Notizen; Ass. 10 
- SIM-Kartenhalter (Lycamobile); Ass. 13 
- Natel MGM (weiss; aus Effekten) 
- 2 Kugeln mit Kokain (aus Effekten)
- div. Notizzettel (aus Portemonnaie / Effekten)
- 2 Belege M.________ (Bank) (aus Effekten)

3. Folgende Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 
Urteils zurückgegeben:

- iPad (mit Hülle, .________); Ass. 5
- Reisepass (N.________); Ass. 8
- 2 Schlüssel (.________); Ass. 12 
- Quittung O.________ Immobilien (aus Effekten) 

4. Euro 1'445.00 (ausmachend CHF 1'582.30; Ass. 11) werden D.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückgegeben.

4

5. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 3'500.00 (Ass. 6) wird in der Höhe von CHF 2'500.00 
zur Deckung der Geldstrafe von CHF 2'500.00 und in der Höhe von CHF 1'000.00 zur teilweise 
Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

6. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) ist nach Ablauf der 
Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

7. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

8. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

9. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), damals 
amtlich vertreten durch Rechtsanwalt C.________, am 15. September 2020 innert 
Frist die Berufung an (pag. 980). Mit der ebenfalls fristgerechten Berufungser-
klärung vom 8. Februar 2021 focht der Beschuldigte das Urteil der Vorinstanz voll-
umfänglich an (pag. 1073).

Die Generalstaatsanwaltschaft machte keine Nichteintretensgründe geltend und 
verzichtete darauf, Anschlussberufung zu erklären (pag. 1079). D.________ (nach-
folgend: beschwerte Drittperson) liess sich nicht vernehmen.

3. Amtliche und private Verteidigung

Im Verlaufe des oberinstanzlichen Verfahrens mandatierte der Beschuldigte Für-
sprecher Dr. B.________ als privaten Verteidiger (pag. 1159 f.). Mit Verfügung vom 
20. September 2021 nahm die Verfahrensleitung davon Kenntnis und sistierte das 
amtliche Mandat von Rechtsanwalt C.________ per sofort (pag. 1162 f.).

4. Untersuchungs- und Sicherheitshaft

Der Beschuldigte wurde am 25. Mai 2019 vorläufig festgenommen und befindet 
sich seit diesem Zeitpunkt in Haft (pag. 10 ff.). Bis zu Erhebung der Anklage wurde 
er in Untersuchungshaft gehalten (pag. 43 ff., pag. 64 ff., pag. 88 ff. und 
pag. 108 ff.). Danach befand er sich bis zur Überweisung der Akten an das Ober-
gericht in Sicherheitshaft (pag. 845 ff., pag. 897 ff., pag. 960 ff. und pag. 991 ff.). Im 
oberinstanzlichen Verfahren verfügte die Verfahrensleitung am 12. Februar 2021 
den Verbleib des Beschuldigen in Sicherheitshaft (SK 21 55, pag. 17). Diese Ver-
fügung wurde im Urteil vom 27. Oktober 2021 wiederholt (pag. 1240). Im Zeitpunkt 
des oberinstanzlichen Urteils belief sich die ausgestandene Untersuchungs- und 
Sicherheitshaft auf insgesamt 887 Tage.

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Blick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über den Beschuldigten am 
23. September 2021 ein aktueller Strafregisterauszug und am 21. September 2021 
ein Führungsbericht des Regionalgefängnisses P.________ eingeholt (pag. 1171 f. 

5

und pag. 1169). In der oberinstanzlichen Verhandlung vom 26. Oktober 2021 wur-
de der Beschuldigte erneut zur Sache und zur Person befragt (pag. 1191 ff.). Eben-
falls an der oberinstanzlichen Verhandlung reichte der Beschuldigte zwei Briefe 
und eine Zeichnung seiner Kinder ein, welche zu den Akten erkannt wurden 
(pag. 1223 ff.).

6. Anträge der Parteien

6.1 Anträge der Verteidigung

Namens des Beschuldigten stellte die Verteidigung anlässlich der Berufungsver-
handlung folgende Anträge (pag. 1229 ff., Hervorhebungen im Original):

I.
A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das BetmG, 
angeblich mengenmässig und gewerbsmässig qualifiziert begangen in der Zeit von anfangs Dezem-
ber 2017 bis 25.05.2019 in F.________ durch Verkauf von mind. 230.1 g Kokaingemisch, namentlich 
von

1. von 136.8 g Kokaingemisch an Q.________;
2. von 48 g Kokaingemisch an R.________;
3. von 25 g Kokaingemisch an S.________;
4. von 17.2 g Kokaingemisch an T.________;
5. von 2.7 g Kokaingemisch an U.________;
6. von 0.4 g Kokaingemisch an V.________;
7. einer unbestimmten Menge Kokain an W.________, einen unbekannten Z.________ und weite-

re unbekannte Abnehmer;

unter Ausscheidung der auf den Freispruch entfallenden Verfahrenskosten und Auferlegung an den 
Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe der Hälfte der erst- und obe-
rinstanzlichen Verteidigungskosten (amtliche als auch – oberinstanzlich – private Verteidigung).

II.
A.________ sei schuldig zu erklären der mehrfachen Widerhandlungen gegen das BetmG, mehr-
fach begangen

1. in der Zeit von anfangs Dezember 2017 bis 25.05.2019 in F.________ durch Verkauf von 
168.4 g Kokaingemisch, namentlich
1.1 von 103.2 g Kokaingemisch an Q.________;
1.2 von 12 g Kokaingemisch an R.________;
1.3 von 25 g Kokaingemisch an S.________;
1.4 von 10.8 g Kokaingemisch an T.________;
1.5 von 12 g Kokaingemisch an unbekannte Z.________;
1.6 von 3.3 g Kokaingemisch an U.________;
1.7 von 2.1 g Kokaingemisch an V.________;

2. am 25.05.2019 in F.________ durch Erwerb und Besitz von 495 g Kokaingemisch;
3. in der Zeit von anfangs Dezember 2017 bis 25.05.2019 in F.________ durch Verkauf von 45 g 

Haschisch an Q.________ und T.________.

6

III.
1. Der mit Strafbefehl vom 11.02.2015 für eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu CHF 50.00 ge-

währte bedingte Vollzug sei nicht zu widerrufen, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten 
und ohne Ausrichtung einer Entschädigung.

2. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 15.12.2016 für eine Freiheitsstra-
fe von 21 Monaten gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen, unter Auferlegung der Verfah-
renskosten von CHF 200.00 an den Beschuldigten.

IV.
A.________ sei in Anwendung von Art. 34, 40, 46 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51, 333 Abs. 1 StGB, Art. 19 
Abs. 1 BetmG und Art. 426 ff. StPO zu verurteilen

1. zu einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten (im Sinne einer Gesamtstrafe unter Einbezug der wi-
derrufenen Freiheitsstrafe gem. III./2, hiervor), unter Anrechnung der ausgestandenen Haft seit 
dem 25.05.2019;

2. zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten.

V.
Weiter sei zu verfügen:

1. A.________ sei in den vorzeitigen Strafvollzug zu versetzen.
2. Auf eine Landesverweisung sei zu verzichten.
3. Über die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte sei so zu entscheiden, wie dies 

die Vorinstanz in Ziffer 2 bis 5 ihres Urteiles vom 09.09.2020 tat.
4. Das Honorar des amtlichen Verteidigers für dessen erst- und oberinstanzlichen Aufwand sei 

richterlich bestimmen.
5. Allfällige weitere Verfügungen (insbes. Löschung DNA-Profil und dergleichen) seien von Amtes 

wegen zu treffen.

6.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte folgende Anträge (pag. 1226 ff., Hervorhe-
bungen im Original): 

I.
Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 9. September 2020 insofern 
in Rechtskraft erwachsen ist, als verfügt wurde, dass 

1. die nachfolgenden beschlagnahmten Drogen, Drogenutensilien, Mobiltelefone inkl. Zubehör und 
weiteren Gegenstände zur Vernichtung eingezogen würden: 

- weisser Klumpen (Kokain, in Cellophan gewickelt); Ass. 1
- Digitalwaage («ON BALANCE»); Ass. 2
- Natel Nokia (klein, inkl. Ladekabel); Ass. 3
- Natel Nokia (gross, inkl. Ladekabel); Ass. 4
- Minigrip mit Papierkugel; Ass. 7
- div. Verpackungsmaterial; Ass. 9
- div. Bankauszüge und Notizen; Ass. 10
- SIM-Kartenhalter (Lycamobile); Ass. 13

7

- Natel MGM (weiss, aus Effekten)
- 2 Kugeln mit Kokain (aus Effekten)
- div. Notizzettel (aus Portemonnaie / Effekten)
- 2 Belege M.________(Bank) (aus Effekten)

2. die folgenden Gegenstände dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurück-
zugeben seien: 

- iPad (mit Hülle, .________); Ass. 5
- Reisepass (N.________); Ass. 8
- 2 Schlüssel (.________); Ass. 12
- Quittung O.________ Immobilien (aus Effekten);

3. die Euro 1445.00 (ausmachend CHF 1582.39; Ass. 11) D.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückzugeben seien.

II.
A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert began-
gen

1.1 in der Zeit von Anfang Dezember 2017 bis 25. Mai 2019 in F.________, G.________ (Do-
mizil des Beschuldigten und Restaurant «H.________») sowie im öffentlichen Raum in 
F.________, in der Umgebung diverser Lokalitäten (Restaurant I.________, 
J.________(Einkaufsladen), K.________(Einkaufsladen)) und in Fahrzeugen durch Ver-
kauf von mind. 294.89 Gramm reinem Kokain an verschiedene Abnehmer;

1.2. am 25. Mai 2019 in F.________, Umgebung L.________(Einkaufsladen) und G.________ 
durch Anstalten treffen zum Verkauf von 440.55 Gramm reinem Kokain; 

2. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit von Anfang 
Dezember 2017 bis 25. Mai 2019 in F.________, G.________ durch Verkauf von 45 Gramm 
Haschisch an verschiedene Abnehmer. 

III.

1. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 15. Dezember 2016 für eine 
Freiheitsstrafe von 21 Monaten gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen.

2. Der A.________ mit Strafbefehl vom 11. Februar 2015 für eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen 
zu CHF 50.00 gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen.

3. Die erst- und oberinstanzlichen Kosten der Widerrufsverfahren seien A.________ aufzuerle-
gen.

IV.

A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen sowie unter Einbezug der 
nunmehr zu vollziehenden Freiheitsstrafe im Sinne einer Gesamtstrafe (Ziff. II.1. hiervor) 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren unter Anrechnung der ausgestandenen Polizei-, Unter-
suchungs- und Sicherheitshaft von 886 Tagen;

2. zu einer Landesverweisung von 15 Jahren; 

8

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

IV. [recte: V]

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. A.________ sei in Sicherheitshaft zu belassen (Art. 231 Abs. 1 Bst. a StPO). 

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 3’500.00 (Ass. 6) sei in der Höhe von CHF 2’500.00 
zur Deckung der Geldstrafe von CHF 2’500.00 und in der Höhe von CHF 1'000.00 zur teilweisen 
Deckung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

3. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) an-
zuordnen. 

4. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA Profils (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-Profil-
Gesetz). 

5. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Ver-
ordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

6. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

7. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 28 Abs. 3 BetmG).

6.3 Anträge der beschwerten Drittperson

Die beschwerte Drittperson liess sich im oberinstanzlichen Verfahren nicht ver-
nehmen. Insbesondere sind bei der Kammer keine schriftlichen Anträge eingegan-
gen.

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil gemäss Wortlaut in der Berufungs-
erklärung vollumfänglich angefochten. An der oberinstanzlichen Verhandlung bean-
tragte die Verteidigung jedoch, es sei über die beschlagnahmten Gegenstände und 
Vermögenswerte so zu entscheiden, «wie dies die Vorinstanz in Ziffer 2 bis 5 ihres 
Urteils vom 09.09.2020 tat» (pag. 1231). Diese Verfügungen im erstinstanzlichen 
Urteil werden demnach vom Beschuldigten anerkannt und erwachsen in Rechts-
kraft.

In allen übrigen Punkten inkl. den beiden Widerrufsverfahren hat die Kammer das 
Urteil der Vorinstanz zu überprüfen. Sie verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 
Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Da die Beru-
fung ausschliesslich durch den Beschuldigten erhoben wurde, darf die Kammer das 
erstinstanzliche Urteil nicht zu seinem Nachteil abändern, sie ist an das Ver-
schlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

9

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (pag. 1011 ff., S. 4 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

9. Vorbemerkung

Dem Beschuldigten werden diverse Handlungen im Zusammenhang mit dem Han-
del von Kokain und Haschisch vorgeworfen. Im Folgenden wird zunächst die gene-
relle Rolle des Beschuldigten erörtert. Danach werden die konkreten Handlungen 
gemäss Anklageschrift geprüft.

10. Rolle des Beschuldigten

10.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

In der Anklageschrift vom 7. April 2020 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er 
habe die angeklagten Betäubungsmittelgeschäfte betrieben, um Gewinn zu erzie-
len und mit dem erzielten Erlös einen namhaften Teil seiner eigenen Lebenshal-
tungskosten und derjenigen seiner Familie zu bestreiten (pag. 832).

10.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestritt grundsätzlich nicht, Kokain und Haschisch an Drittperso-
nen abgegeben zu haben. Er brachte jedoch vor, er habe keinen selbständigen 
Drogenhandel betrieben. Er sei von verschiedenen Personen bedroht und zu un-
terschiedlichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln gezwungen 
worden (Kokain und Haschisch entgegennehmen, kaufen, verkaufen). Er habe mit 
dem Verkauf der Betäubungsmittel fast keinen Gewinn erzielt. Konkret schilderte er 
folgende drei Bedrohungssituationen:

- Ein Z.________ habe ihn gezwungen, für ihn Kokain zu kaufen. Genauere An-
gaben zu diesem Z.________ könne er aus Angst nicht machen (pag. 301 
Z. 81 ff. und pag. 945 Z. 40 ff.).

- Ein AH.________ namens X.________ habe ihn im Zusammenhang mit den 
Kokainverkäufen bedroht (pag. 350 Z. 50 ff. und pag. 352 Z. 173 ff.). Er habe 
jeweils von diesem Kokain erhalten und in dessen Auftrag weitergeben müssen 
(pag. 293 f. Z. 334 ff., pag. 296 Z. 446 f. und pag. 946 Z. 11 ff.). Er habe selber 
keine Bestellungen entgegengenommen, das Kokain nicht abgepackt, nicht be-
stimmt, wie viel Kokain es sei und auch kein Geld dafür erhalten (pag. 350 
Z. 50 ff.). Er habe selber fast keinen Gewinn erzielt beim Verkauf an seine Ab-
nehmer (pag. 352 Z. 171).

- Den am 25. Mai 2019 sichergestellten Kokainstein habe er nur entgegenge-
nommen, weil er von der «Mafia» dazu gezwungen resp. bedroht worden sei 
(pag. 279 Z. 65, pag. 301 Z. 110 ff. und pag. 945 Z. 20 ff.).

10

10.3 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete die Angaben des Beschuldigten als Schutzbehauptung 
und hielt fest, der Beschuldigte habe das Kokaingemisch in Eigenregie verkauft 
(pag. 1014 ff., S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Sie begründete 
dies einerseits damit, es sei unglaubwürdig, dass der Beschuldigte für jemanden 
Betäubungsmittel verkaufen würde, ohne massgeblich daran zu verdienen. Ande-
rerseits stellte sie auf die Angaben der Auskunftspersonen sowie den Ablauf der 
mittels Telefonüberwachung und Observation dokumentierten Drogengeschäfte 
des Beschuldigten ab. Sie hielt fest, dass der Beschuldigte sich jeweils innert kurz-
er Zeit nach einem Telefon mit einer Abnehmerin oder einem Abnehmer mit diesen 
getroffen habe und diese Zeit nicht gereicht hätte, um vorab den «AH.________» 
zu treffen und rechtzeitig am Übergabeort zu sein. Der Beschuldigte habe weitge-
hende Kontakte mit seinen Abnehmerinnen und Abnehmern gepflegt, etwa mit 
T.________, was sich nicht mit seiner Aussage vereinbaren lasse, wonach er die 
Personen einzig auf Anweisung von X.________ getroffen habe. Dabei hätten die 
Auskunftspersonen etwa geschildert, der Beschuldigte habe sie vom Kokainkon-
sum abzuhalten versucht oder ihnen Geld geliehen. Die Vorinstanz erwog dazu, 
dass der Beschuldigte sicherlich nicht versucht hätte, Personen vom Konsum ab-
zuhalten bzw. ihnen sicherlich kein Geld hätte leihen können, wenn er aus Angst 
bzw. unter Druck Kokain verkauft hätte.

Im Übrigen hielt es die Vorinstanz für erstellt, dass der Beschuldigte lediglich auf-
grund seiner Verhaftung am 17. März 2016 und der Verurteilung zu einer zu voll-
ziehenden Teilstrafe von 12 Monaten vorübergehend aufgehört habe, mit Drogen 
zu handeln. Der Beschuldigte sei innert kürzester Zeit nach seiner Entlassung wie-
der im Drogengeschäft tätig gewesen. Die vom Beschuldigten vorgebrachten 
Gründe für den Betäubungsmittelhandel würden auch nicht übereinstimmen mit 
den Gründen, die er nach seiner Verhaftung im Jahr 2016 angegeben habe, wo er 
geltend gemacht habe, er müsse einen Kredit zurückzahlen.

10.4 Vorbringen der Verteidigung

Auf den Ausführungen des Beschuldigten basierte die Verteidigungsstrategie vor 
der Vorinstanz. Es wurde geltend gemacht, der Beschuldigte habe aufgrund der 
Drohungen ohne Vorsatz gehandelt und sein Verhalten sei aufgrund einer Not-
standssituation gerechtfertigt gewesen (pag. 950). Im oberinstanzlichen Verfahren 
führte die Verteidigung demgegenüber aus, ein rechtfertigender Notstand lasse 
sich vorliegend nicht nachweisen. Das Drogenbusiness sei zwar sehr rau, Notlagen 
würden ausgenutzt und es werde auch Gewalt angewendet, aber die Verteidi-
gungsstrategie mit dem Notstand werde nicht aufrechterhalten.

Da der Beschuldigte auch in der Berufungsverhandlung weiterhin angab, er sei 
zum Drogenhandel gezwungen worden, werden seine Aussagen und die weiteren 
Beweismittel zu seiner Rolle nachfolgend dennoch gewürdigt.

11

10.5 Beweismittel

10.5.1 Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten zutreffend zusammengefasst. 
Darauf wird verwiesen (pag. 1014 f., S. 7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung).

An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte weiterhin an, er sei unter 
Druck gesetzt worden und habe Anweisungen erhalten, Kokain entgegenzuneh-
men und weiterzugeben (pag. 1198 f.). Die Leute, die ihn unter Druck setzten, ken-
ne er vom letzten Mal, aber er kenne sie nicht richtig. Sie hätten ihn im Jahr 2017 in 
den Wald gebracht und ihn gezwungen Whiskey zu trinken. Sie hätten Geld von 
ihm gewollt von früher (pag. 1200). Zum «AH.________», der ihm Drogen zum 
Verkauf abgegeben habe und zu seiner früheren Aussage, wonach er am Verkauf 
nichts verdient habe, sagte er, er habe das Kokain weitergegeben, weil sie ihn be-
droht hätten und weil sie ihm versprochen hätten, ihm pro «Seckli» CHF 10.00 zu 
geben (pag. 1205).

10.5.2 Aussagen der Abnehmerinnen und Abnehmer

Gemäss Q.________ war es möglich, dass man beim Beschuldigten auf der Stras-
se Kokain kaufen konnte, wenn man ihn spontan traf. Sie wisse von Leuten, die so 
bei ihm Kokain gekauft hätten, ohne ihn anzurufen (pag. 500 Z. 161). Sie habe kei-
ne Ahnung, woher er das Kokain und Haschisch bezogen habe. Er sei in dieser 
Sache eher zurückgezogen gewesen. Er sei immer alleine gewesen (pag. 500 
Z. 185 f.). Auf Frage, ob der Beschuldigte vor irgendjemandem Angst habe, gab sie 
an: «Vor der Polizei». Der Beschuldigte habe ihr auch immer gesagt, sie solle auf-
passen wegen der Polizei mit dem Telefon (pag. 501 Z. 205).

T.________ gab an, der Beschuldigte habe das Haschisch immer irgendwo in der 
Nähe gehabt. Damit meine sie im Briefkasten oder um die Ecke in einem Versteck 
und um sein Haus irgendwo (pag. 424 Z. 109). Auf Frage, ob der Beschuldigte an 
alle Personen Kokain verkauft habe, oder nur an bestimmte, sagte sie, es habe 
Leute gegeben, denen er kein Kokain verkauft habe – typische Leute, die Probleme 
machen würden, die ihn zum Beispiel unter Drogeneinfluss bedrohten und bei ihm 
einbrachen wegen Kokain (pag. 426 Z. 223). Der Beschuldigte sei hart gewesen 
betreffend Preis. Er habe einem nichts geschenkt (pag. 431 Z. 54). Viele Leute hät-
ten nicht bei ihm vorbeigehen können und diese hätten dann bei ihr «gebettelt», 
dass sie bei ihm Kokain holen gehe für sie (pag. 432 Z. 105 f.). In F.________ ler-
ne man in gewissen Szenen alle kennen (pag. 423 Z. 62). Jemand habe auf der 
Gasse einmal etwas von der ai.________ Mafia erzählt. Der Beschuldigte habe ihr 
aber selber nie etwas gesagt. Er habe ihr erzählt, dass er noch Schulden habe vom 
ersten Mal, als er ins Gefängnis habe gehen müssen. Bei wem wisse sie nicht 
(pag. 426 Z. 204 ff.).

Laut R.________, hat «halb F.________» beim Beschuldigten Kokain gekauft 
(pag. 438 Z. 45). Der Beschuldigte habe immer Kokain gehabt. Er habe nicht ge-
wollt, dass man am Telefon über Bestellungen spreche. Er habe am Telefon höchs-
tens den Treffpunkt gesagt (pag. 438 Z. 54 ff.). Es habe auch Leute gegeben, wel-
che ihn gefragt hätten, woher er den A.________ kennen würde, das sei «im Fall 

12

ein Drogendealer». Er habe da nichts gesagt. Es sei aber bekannt gewesen, dass 
er ein Dealer sei (pag. 443 Z. 64 ff.).

V.________ beschrieb, das «man» Leute zum Beschuldigten gebracht habe. Er 
nehme an, dass es dabei um Kokain gegangen sei. Er habe dies nicht gesehen, er 
nehme es einfach an. Es sei von dem her ja auch bekannt gewesen aus der 
«Gerüchteküche» (pag. 447 Z. 33 ff.). Später räumte V.________ ein, selber drei 
bis vier Mal für andere Leute beim Beschuldigten Kokain abgeholt zu haben – er 
wusste demnach aus eigener Erfahrung und nicht nur aus der «Gerüchteküche», 
dass es bei den Kontakten mit dem Beschuldigten um Kokain ging. Es habe Leute 
gegeben, die nicht selber mit A.________ in Kontakt hätten treten können oder 
wollen und in solchen Fällen habe er dann mit A.________ telefoniert (pag. 449 
Z. 140 ff.). Er habe ihn darauf angesprochen, ob etwas nicht «sauber» sei. 
A.________ habe sozusagen als Entschuldigung gesagt, «ja wegen den Kindern, 
dem Geld, sozusagen existenzmässig» (pag. 447 Z. 47 f.). Der Beschuldigte habe 
ihm gegenüber nie etwas von «Mafia» oder ähnlichem gesagt (pag. 448 Z. 84).

Gegenüber W.________ und S.________ hat der Beschuldigte ebenfalls nichts 
von angeblichen Drohungen durch die «Mafia» erwähnt (pag. 398 Z. 134 und 
pag. 472 Z. 239).

U.________ gab an, er sei von einer Drittperson an den Beschuldigten vermittelt 
worden, um Kokain zu kaufen (pag. 412 Z. 44 f.).

10.5.3 Weitere Beweismittel

Für die weiteren Beweismittel wird auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
(pag. 1014 ff., S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.6 Beweiswürdigung der Kammer

Die Kammer schliesst sich den Erwägungen der Vorinstanz grundsätzlich an, wenn 
auch mit folgenden Ergänzungen:

Die Abnehmerinnen und Abnehmer des Beschuldigten haben ihn durchgehend als 
selbständig agierende Person mit einem grossen Netz von Abnehmern beschrie-
ben, bei der man auch ohne Vorankündigung auf der Strasse Kokain beziehen 
konnte. Keine der Auskunftspersonen hat je eine konkrete Bedrohungslage des 
Beschuldigten wahrgenommen, obwohl er im öffentlichen Raum in F.________ of-
fenbar sehr präsent war und mit einigen seiner Bezügerinnen und Bezügern häufig 
in Kontakt stand. Einzig T.________ gab an, gerüchteweise etwas von der 
«ai.________ Mafia» gehört zu haben. Ihr selber habe der Beschuldigte lediglich 
erwähnt, er habe noch Schulden vom ersten Mal, als er ins Gefängnis habe gehen 
müssen. Konkrete Hinweise, dass der Beschuldigte im angeklagten Zeitraum zum 
Handel mit Betäubungsmitteln gezwungen worden wäre, finden sich demnach auch 
in den Aussagen von T.________ nicht. Gerade bei T.________, die in der «Sze-
ne» in F.________ offenbar gut vernetzt war, erscheint es unwahrscheinlich, dass 
sie die vom Beschuldigten beschriebenen Konstellationen nicht beobachtet hätte. 
Sie beschrieb stattdessen, dass sie die Betäubungsmittel jeweils direkt beim Be-
schuldigte bestellt und dass dieser die Drogen stets in der Nähe gehabt habe. Die 
Bestellungen liefen demnach nicht wie vom Beschuldigten beschrieben über einen 

13

«Araber», der ihm dann jeweils das bestellte Kokain zur Auslieferung aushändigt 
haben soll. Dafür sprechen auch die Aussagen von U.________, der angab, er sei 
von einer Drittperson an den Beschuldigten vermittelt worden, um Kokain zu kaufen 
– mithin direkt an den Beschuldigten und nicht an den «Araber», der angeblich alle 
Bestellungen verwaltet haben soll. Aus den Schilderungen von T.________ geht 
sodann hervor, dass der Beschuldigte durchaus in der Lage war, sich gegenüber 
bedrohlichen Personen durchzusetzen. So habe er «typischen Personen, die Pro-
bleme machen», kein Kokain verkauft. Der Beschuldigte wurde von seinen Abneh-
merinnen und Abnehmern als strikt und vorsichtig beschrieben, etwa in Bezug auf 
Telefongespräche. Diese Aussagen weisen einen hohen Übereinstimmungsgrad 
auf und zeichnen glaubhaft das Bild eines gut vernetzten, professionell und 
selbständig agierenden Betäubungsmittelhändlers, der auf dem Platz F.________ 
bis zu seiner Verhaftung am 25. Mai 2019 einen bedeutenden Marktanteil innehat-
te. Bereits aufgrund dieser Aussagen kann ausgeschlossen werden, dass es sich 
beim Beschuldigten lediglich um eine ausführende Person handelte, die aussch-
liesslich von anderen bereitgestellte Drogen auslieferte, weil sie von Personen im 
Hintergrund unter Druck gesetzt wurde.

Die Schilderungen des Beschuldigten zu den angeblichen Bedrohungsszenarien 
sind demgegenüber nicht glaubhaft. Sein Aussageverhalten war bis und mit der 
Einvernahme in der Berufungsverhandlung oberflächlich und widersprüchlich. Die 
Kammer konnte sich zudem des Eindrucks nicht erwehren, dass der Beschuldigte 
jeweils ausgerechnet die konkreten Fragen zur Sache nicht verstehen wollte, 
während er die Fragen zu anderen Themen ohne Weiteres verstand und beantwor-
ten konnte (pag. 1202). Weiter ist auffällig, dass der Beschuldigte im Vorverfahren 
immer dann ein neues Bedrohungsszenario oder eine neue Zwangssituation schil-
derte, wenn ihm wesentliche neue Vorhalte gemacht wurden: In seinen ersten Aus-
sagen am 27. Mai 2019 bestritt er noch jeglichen Handel mit Betäubungsmitteln, 
gab nur den Besitz des sichergestellten Kokainsteins zu und sagte, diesen habe er 
von der Mafia erhalten. Er habe «dies» machen müssen, weil sie ihn bedroht hät-
ten (pag. 279 Z. 65). Auf den pauschalen Vorhalt, es bestünden Ermittlungen und 
Aussagen, wonach er mindestens seit Oktober 2018 Betäubungsmittel verkaufe 
oder abgebe, sagte er noch: «Sie lügen» (pag. 280 Z. 88). «Ich habe keinen Ko-
kainhandel gemacht. Sie haben mir das [wohl: den Kokainstein] einfach gegeben» 
(pag. 282 Z. 168). In der nächsten Einvernahme, am 6. Juni 2019, wurde ihm die 
Überwachung seiner Telefonnummern bekannt gegeben zusammen mit dem Vor-
halt, es werde deshalb davon ausgegangen, er sei im Betäubungsmittelhandel tätig 
gewesen. Auf diesen Vorhalt reagierte er mit der Schilderung, er habe einem 
Z.________ im Oktober 2018 gegen Geld Kokain bringen müssen, weil dieser ihn 
bedroht habe (pag. 300 f. Z. 71 ff.). In der Einvernahme vom 20. November 2019 
wurden ihm erstmals die Aussagen seiner Abnehmerinnen und Abnehmer vorge-
halten, woraufhin er noch ein drittes Bedrohungsszenario schilderte, nämlich jenes 
mit dem AH.________ (pag. 352 Z. 174). Dieses Aussageverhalten vermittelt den 
Eindruck, als habe der Beschuldigte jeweils als Ausrede ein Bedrohungsszenario 
vorgebracht, sobald er merkte, dass die Beweislage in Bezug auf einen Vorwurf er-
drückend war. Solange ihm keine konkreten Vorhalte gemacht wurden, stritt er die 

14

Vorwürfe ab. Schon aufgrund dieses Aussageverhaltens erscheinen die geschilder-
ten Bedrohungsszenarien unglaubhaft.

Die vom Beschuldigten geschilderten Druckversuche und Drohungen sind sodann 
vage und in sich nicht stimmig, was sich bereits daran zeigt, dass er in der Haupt-
verhandlung diese drei Bedrohungsszenarien nicht mehr auseinanderhielt und bei-
spielsweise neu angab, X.________ und die «Mafia» seien eine Gruppe, nachdem 
er früher gesagt hatte, er wisse nicht, ob X.________ auch zu «diesen 
AH.________» gehöre, er nehme es nicht an (pag. 355 Z. 317 f., pag. 945 Z. 20 ff. 
und pag. 946 Z. 5 f.).

Betreffend die Drohungen durch den «Z.________» etwa ist nicht logisch, dass der 
Z.________ den Beschuldigten über einen längeren Zeitraum hinweg bedrohen 
sollte, wenn dieser lediglich zweimal im Oktober 2018 wenige Gramm Kokain für 
ihn organisiert hat (pag. 301 Z. 84 ff.). Auch in Bezug auf den Zeitpunkt des letzten 
Kontakts machte der Beschuldigte am 6. Juni 2019 widersprüchliche Aussagen, so 
dass unklar bleibt, ob der letzte Kontakt zwischen ihm und dem Z.________ nun im 
November, im Dezember oder Februar/März stattgefunden haben soll (pag. 301 
Z. 93 ff.).

Zu den Drohungen durch den AH.________ X.________ widersprach sich der Be-
schuldigte bereits innerhalb der ersten Aussagen und räumte auf Vorhalt der Tele-
fonüberwachung ein, dass T.________ doch jeweils ihn selber angerufen hatte, um 
Kokain zu bestellen (pag. 350 Z. 77 ff.). Ein weiteres Beispiel für die Unstimmigkei-
ten in seinen Aussagen ist die Antwort auf die Frage, wie er sich jeweils mit dem 
AH.________ getroffen habe, wenn er das bestellte Kokain abholen ging: «Wir ha-
ben uns irgendwo und irgendwie in der Stadt getroffen. Er war immer am Bahnhof 
und hat dort Gras verkauft. Er hatte jeweils alles dabei» (pag. 352 Z. 150 ff.). 
Später sagte der Beschuldigte, der AH.________ wolle im Schatten bleiben, des-
halb sei er zu «Vermittlungsdiensten» gezwungen worden (pag. 295 Z. 285 ff.). Es 
ergibt jedoch keinen Sinn, dass jemand, der im Schatten bleiben will, selber immer 
am Bahnhof «Gras» verkauft und «alles dabei» hat. Zuletzt bleibt auch unklar, ob 
der Beschuldigte von X.________ nun überhaupt bedroht worden sein will oder 
nicht: Während er zunächst sagte, er sei vom «AH.________» bedroht worden 
(pag. 352 Z. 174 f.), gab er in der Schlusseinvernahme bei der Staatsanwaltschaft 
an, er habe Angst «vor diesen Leuten», X.________ habe ihm aber nicht gedroht 
(pag. 294 Z. 362). An der Hauptverhandlung wiederum bestätigte er, auch von 
X.________ bedroht worden zu sein (pag. 946 Z. 5). In der Berufungsverhandlung 
gab er schliesslich zu Protokoll, er habe die Drogen verkauft, weil «sie» ihn bedroht 
hätten und weil sie ihm versprochen hätten, ihm pro «Seckli» CHF 10.00 zu geben 
(pag. 1205). Auch diese Widersprüchlichkeiten sprechen gegen die Glaubhaftigkeit 
seiner Angaben.

In Bezug auf den sichergestellten Kokainstein sagte der Beschuldigte im Verfahren 
mehrfach aus, er habe das Kokain von der Mafia erhalten. Die Mafia habe ihn be-
reits im Jahr vorher mit dem Tod bedroht und sie hätten von ihm verlangt, dass er 
für sie arbeite (pag. 290 Z. 221 ff., pag. 301 Z. 110 und pag. 355 Z. 312 ff.). In den 
weiteren Einvernahmen verortete er diesen Vorfall ins Jahr 2017 und gab an, er sei 
in den Wald gebracht und gezwungen worden, Whiskey zu trinken. Weiter sei er 

15

mit dem Tod bedroht worden. Als er gezeigt habe, dass er im Gefängnis gewesen 
sei, hätten sie sich beruhigt (pag. 290 f. Z. 211 ff., pag. 355 Z. 313 ff. und 
pag. 1199 f.). Die Schilderungen des Beschuldigten zum Vorfall im Jahr 2017 sind 
vergleichsweise detailliert und konstant. Sie korrespondieren auch mit der Schilde-
rung seiner Ehefrau, wonach der Beschuldigte einmal Angst gehabt habe, nach-
dem er aus dem Gefängnis gekommen sei. Er habe damals eine Tasche voller Un-
terlagen von seinem Gefängnisaufenthalt gehabt, damit er belegen könne, dass er 
im Gefängnis gewesen sei. Er habe Angst gehabt, dass diese Leute ihn hätten um-
bringen wollen (pag. 464 Z. 193 ff.). Die Aussagen können zudem in einem Zu-
sammenhang gesehen werden mit der Aussage von T.________, wonach ihr der 
Beschuldigte erzählt habe, er habe noch Schulden vom ersten Mal, als er ins Ge-
fängnis habe gehen müssen (pag. 426 Z. 205 ff.). Es erscheint vor diesem Hinter-
grund nicht per se unglaubhaft, dass der Beschuldigte nach seiner Entlassung aus 
dem Gefängnis eine bedrohliche Begegnung mit Personen aus seinen früheren 
Drogengeschäften hatte, zumal er auch sagte, bei den Leuten der «Mafia» habe es 
sich um dieselben Leute gehandelt, von denen er 2015 oder 2016 Kokain erhalten 
habe (pag. 291 Z. 236 ff.). Der Beschuldigte erläuterte allerdings nicht, wie dieser 
Vorfall aus dem Jahr 2017 mit der Kokainlieferung vom 25. Mai 2019 konkret in Zu-
sammenhang stehen sollte. Zwar gab er auf Nachfrage seiner damaligen Anwältin 
einmal an, ihm sei bei der Übergabe des Kokains gedroht worden, er werde zu To-
de geschlagen, wenn er das Kokain nicht nehme (pag. 304 Z. 234). Diese Aussage 
kam jedoch ausschliesslich auf Basis der entsprechenden Frage der Verteidigerin 
zu Stande und wurde im weiteren Verfahren nicht wiederholt. Auch in den darauf-
folgenden Einvernahmen deutete er an, er sei bis ins Jahr 2019 bedroht worden, 
die Aussagen dazu blieben jedoch vage, wenig konkret und nicht glaubhaft 
(pag. 290 Z. 215 ff. und pag. 291 Z. 248). Es ist somit nicht ersichtlich, inwiefern 
sich der Beschuldigte bei der Kokainlieferung am 25. Mai 2019 in einer ausweglo-
sen und bedrohlichen Situation befunden haben soll. Auch aus den angeblichen 
Drohungen im Zusammenhang mit der Lieferung des Kokainsteins kann der Be-
schuldigte im Ergebnis nichts zu seiner Entlastung ableiten.

Nach dem Gesagten wirken die Aussagen des Beschuldigten zu seiner Rolle in 
den vorgeworfenen Betäubungsmittelgeschäften insgesamt äusserst unglaubhaft. 
Sie erwecken vielmehr den Eindruck, als habe er sich im Strafverfahren einfach 
bemüht, seine Rolle klein zu reden, während er in Wirklichkeit eigenverantwortlich 
und selbständig einen Betäubungsmittelhandel betrieb. Zwar hält es die Kammer 
nicht für ausgeschlossen, dass der Beschuldigte im Zusammenhang mit seinem 
Betäubungsmittelhandel unliebsame Begegnungen erlebte, etwa aufgrund von 
früheren, wegen seines Gefängnisaufenthalts nicht bezahlten Schulden. Der Be-
schuldigte konnte jedoch nicht glaubhaft machen, dass diese Erlebnisse aus-
schlaggebend waren für seine Tätigkeiten im Betäubungsmittelhandel.

Erstellt ist für die Kammer grundsätzlich auch, dass der Beschuldigte mit dem Han-
del von Betäubungsmitteln einen Gewinn erzielen wollte. In den Akten finden sich 
allerdings keine Hinweise darauf, in welchem Umfang sich sein Betäubungsmittel-
handel bewegt hat und welche Gewinne er damit erzielte. Der einzige Umstand, 
der darauf hindeutet, dass der Betäubungsmittelhandel einen existenziellen Beitrag 
an das Einkommen seiner Familie darstellte, findet sich im edierten Urteil des Ver-

16

waltungsgerichts des Kantons Bern .________ vom .________ betreffend Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung des Beschuldigten. Daraus geht hervor, dass der 
Beschuldigte vor dem Verwaltungsgericht damit argumentiert hatte, er habe nur 
deshalb mit Betäubungsmitteln gehandelt, weil seine Familie ohne den Erwerb aus 
den Drogengeschäften in ihrer Existenz bedroht gewesen wäre (pag. 910). Wie 
gross der Gewinn des Beschuldigten war und in welchem Umfang er zur Sicherung 
des Lebensunterhalts der Familie des Beschuldigten diente, geht daraus jedoch 
nicht hervor und muss mangels konkreter Nachweise in den Akten offenbleiben.

10.7 Fazit

Im Ergebnis steht für die somit Kammer fest, dass der Beschuldigte selbständig 
und in Eigenverantwortung mit Betäubungsmitteln handelte, um einen Gewinn zu 
erzielen. Die Schilderungen, wonach er dies lediglich tat, weil er angeblich bedroht 
wurde, werden als Schutzbehauptungen gewertet.

11. Erwerb, Besitz, Lagerung und Verkauf von Kokain gemäss Ziff. I.1.1 der An-
klageschrift

11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 7. April 2020 zusammengefasst 
vorgeworfen, er habe in der Zeit von Anfangs Dezember 2017 bis am 25. Mai 2019 
an verschiedenen Orten in F.________ insgesamt mindestens 398.5 Gramm Ko-
kaingemisch mit einem mehrheitlich unbekannten Reinheitsgrad von mindestens 
74%, ausmachend mindestens 294.89 Gramm reines Kokainhydrochlorid, erwor-
ben und in der Folge besessen und gelagert. Diese Menge an Kokaingemisch habe 
er im selben Zeitraum an namentlich bekannte und in der Anklageschrift aufgeführ-
te sowie an weitere (unbekannte) Personen verkauft (pag. 830 f.).

11.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestritt zuletzt grundsätzlich nicht mehr, Kokain an diverse Per-
sonen abgegeben zu haben. Von ihm bestritten wird aber nach wie vor die vorge-
worfene, umgesetzte Menge. An der Berufungsverhandlung sagte er dazu, seine 
Abnehmerinnen und Abnehmer hätten zu hohe Mengen angegeben, weil er ihnen 
kein Kokain mehr habe geben wollen (pag. 1199).

11.3 Allgemeine Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte oberinstanzlich vor, die Anklage stütze sich ausschliess-
lich auf Aussagen des Beschuldigten und der Bezüger, die sich teilweise aber 
massiv widersprechen würden. Weder die Staatsanwaltschaft noch die Vorinstanz 
hätten sich mit diesen Widersprüchen auseinandergesetzt.

11.4 Verkauf an Q.________

Gemäss Anklageschrift soll der Beschuldigte im Zeitraum vom Dezember 2017 bis 
25. Mai 2019 mindestens 240 Gramm Kokaingemisch an Q.________ verkauft ha-
ben, die dieses selber konsumierte bzw. im Wissen des Beschuldigten an ihren 
Freund S.________ weitergab.

17

11.4.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete diesen Vorwurf als erwiesen. Sie stellte dabei auf die 
Aussagen von Q.________ ab, die sie als detailliert, anschaulich, 
logisch-konsistent und nachvollziehbar beurteilte. Der Beschuldigte habe auch sel-
ber angegeben, dass Q.________ einmal die Woche, manchmal öfter, vorbeige-
kommen sei und bestreite einzig die verkaufte Menge von 240 Gramm seit Dezem-
ber 2017. Die Angaben von Q.________ seien jedoch glaubhaft. Sie habe genau 
angeben können, dass sie bis Anfangs Dezember 2018 jeweils nur alle drei Tage 
ein Gramm konsumiert habe und sich ihr Konsum erst ab Anfangs Dezember auf 
viele Gramme erhöht habe, sicherlich mehr als 20 Gramm pro Monat. Da sich 
Q.________ mit diesen Aussagen selber belastete und für ihr Verhalten auch ver-
urteilt wurde, hielt die Vorinstanz diese Angaben für zuverlässig. Q.________ habe 
den Beschuldigten auch nicht übermässig belastet und sogar ausgeführt, dass er 
sie und ihren Freund ermahnt habe, mit dem Kokainkonsum aufzuhören 
(pag. 1016 ff., S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.4.2 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte zusammengefasst Folgendes vor: Q.________ habe die 
ihr vorgehaltene Aussage, wonach sie im ersten Jahr alle drei Tage ein Gramm 
konsumiert habe, im vorliegenden Verfahren nicht bestätigt. Die Polizei habe den-
noch ausgerechnet, dass Q.________ von Dezember 2017 bis Dezember 2018 al-
le drei Tage ein Gramm, ausmachend 120 Gramm Kokaingemisch konsumiert ha-
be. Es sei offensichtlich, dass diese Rechnung falsch sei. Q.________ habe mehr-
fach gesagt, dass sie nur einmal in der Woche am Wochenende, sprich an 52 Ta-
gen, konsumiert habe. Es stimme zudem nicht, dass sie dabei jeweils ein Gramm 
konsumiert habe. Sie habe die Portionen nie nachgewogen, habe aber geschätzt, 
dass eine Portion weniger als ein Gramm gewogen habe. Für eine Portion habe sie 
immer CHF 100.00 zahlen müssen. T.________, R.________ und S.________ hät-
ten alle angegeben, für CHF 100.00 0.6 Gramm Kokaingemisch erhalten zu haben. 
Es sei unlogisch, dass Q.________ zum gleichen Preis fast die doppelte Menge 
Kokain erhalten haben solle. Von Dezember 2017 bis Dezember 2018 habe sie 
52 Mal eine Portion von 0.6 Gramm Kokain konsumiert. Dies ergebe für diese Zeit-
spanne 32.2 Gramm Kokaingemisch. Auch für die Zeitspanne von Dezember 2018 
bis zum 25. Mai 2019 sei von einer falschen Menge Kokain ausgegangen worden: 
Q.________ habe nicht gewusst, wie viel sie konsumiert habe. Ihre Angabe, es 
seien mehr als 20 Gramm pro Monat gewesen, sei eine Schätzung, die kritisch hin-
terfragt werden müsse, da sie pro Portion von einer zu hohen Menge Kokain aus-
gegangen sei. Sie habe pro Monat 20 Portionen zu je 0.6 Gramm, ausmachend 
72 Gramm Kokaingemisch, gekauft. Total ergebe dies für die Zeit von Dezem-
ber 2017 bis zum 25. Mai 2019 eine tatsächlich verkaufte Menge von 103.2 Gramm 
Kokaingemisch, nicht 240 Gramm.

11.4.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1016 f., S. 9 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). An 

18

der oberinstanzlichen Verhandlung äusserte sich der Beschuldigte nicht mehr zu 
diesem konkreten Vorwurf.

11.4.4 Beweiswürdigung der Kammer

Die Kammer erachtet die Beweiswürdigung der Vorinstanz und insbesondere die 
Würdigung der Aussagen von Q.________ grundsätzlich als korrekt. Ihre Angaben 
wirken glaubhaft und zeugen von einer hohen Kooperationsbereitschaft. Ihre Schil-
derungen zur eigenen Sucht und zu ihrem Konsumverhalten sind detailliert und 
wirken selbsterlebt. Etwa, wenn sie schildert, dass sie früher vier 
oder fünf Joints am Tag geraucht habe, aber nur noch Kokain habe rauchen wol-
len, sobald sie damit angefangen hatte (pag. 386 Z. 58 ff.), oder dass sie so viele 
Drogen konsumiert hätten, dass sie nicht mehr so viel Geld für Essen und Trinken 
ausgegeben hätten, man aber auch weniger Hunger habe, wenn man Drogen kon-
sumiere (pag. 388 Z. 154). Sie bestätigte auch die ihr vorgehaltene Gesamtmenge 
von 240 Gramm mit den klaren Worten: «Ich habe sicher so viel gekauft, ja. Ich bin 
sicher, dass ich bei ihm so viel gekauft habe» (pag. 391 Z. 294).

In Bezug auf die Zeitspanne von Dezember 2017 bis Dezember 2018 sagte sie 
zunächst, sie habe mit einem Gramm am Wochenende angefangen (pag. 386 
Z. 50 ff.). Sie habe damals einmal am Wochenende «oder so» konsumiert 
(pag. 387 Z. 79). Danach wurde ihr eine Aussage aus einer früheren, nicht akten-
kundigen Einvernahme aus ihrem eigenen Verfahren vorgehalten, in der sie ange-
geben hatte, in dieser Zeit pro drei Tage ein Gramm Kokain konsumiert zu haben. 
Anders als von der Verteidigung dargestellt, äusserte sie sich durchaus zu diesem 
Vorhalt. Sie gab zuerst an: «Damals habe ich angefangen zu Rauchen. Für mich ist 
es schwierig, genau zu sagen, wie viel ich konsumiert habe. Wenn man mit den 
letzten Monaten vergleicht, da habe ich viel und jeden Tag konsumiert» (pag. 387 
Z. 82 ff.). Auf Frage, ob sich diese Menge auf ihren eigenen Konsum beziehe, oder 
auf die Menge, die sie zusammen mit ihrem Freund konsumiert habe, gab sie je-
doch klar an: «Das ist nur mein Konsum» und bestätigte damit sinngemäss die 
vorgehaltene Menge (pag. 387 Z. 99). Im Weiteren bezeichnete sie die Berechnung 
der Polizei, wonach sie demnach in dieser Zeitspanne an 120 Tagen ein Gramm, 
sprich 120 Gramm Kokaingemisch konsumiert habe als «möglich» (pag. 388 
Z. 114). In einer späteren Einvernahme bestätigte sie die Menge von 120 Gramm 
ausdrücklich (pag. 499 Z. 96) und sagte zur Herleitung dieser Menge: «Das ist die 
Wahrheit» (pag. 498 Z. 88 ff.).

Aufgrund dieser Aussagen kann ohne weiteres vom Konsum einer Portion alle drei 
Tage ausgegangen werden. Zur Berechnung der Menge hat die Verteidigung aller-
dings zurecht vorgebracht, dass mit Blick auf die restlichen Akten nicht zweifelsfrei 
mit einer Portionengrösse von einem Gramm gerechnet werden kann. Q.________ 
gab dazu an, sie vermute, dass der Beschuldigte ihr manchmal nicht ganz ein 
Gramm, vielleicht 0.8 Gramm, verkauft habe (pag. 389 Z. 203 und pag. 499 
Z. 136 ff.). Die sichergestellten und im Labor ausgewerteten Portionen von 0.66 
und 0.67 Gramm bestätigen, dass der Beschuldigte zumindest nicht immer Portio-
nen von einem Gramm verkaufte (pag. 548 und pag. 551). Auf der anderen Seite 
ist auffällig, dass Q.________ selber konsequent von «Grammen» sprach, obwohl 
sie offenbar wusste, dass eine Portion nicht einem Gramm entsprach. Dies erweckt 

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den Eindruck, sie habe ihren Konsum tatsächlich in Gramm und nicht in Portionen 
angeben wollen. In Bezug auf die erste Zeitspanne ist allerdings nicht ganz klar, ob 
sie mit «einem Gramm» die effektive Menge oder eine Portion bezeichnete. Es wird 
zu Gunsten des Beschuldigten deshalb davon ausgegangen, dass sie von Portio-
nen sprach und diese jeweils nicht ein Gramm wogen. Gleichzeitig ist unwahr-
scheinlich, dass die Portionen lediglich 0.6 Gramm betragen haben, wenn 
Q.________ so konsequent von einem Gramm sprach. Es wird deshalb für die wei-
tere Berechnung auf die Schätzung von Q.________ abgestellt, wonach die Portio-
nen ca. 0.8 Gramm schwer gewesen seien. Bei einem Bezug von 0.8 Gramm Ko-
kaingemisch an insgesamt 120 Tagen ergibt dies für die erste Zeitspanne eine 
Menge von 96 Gramm Kokaingemisch.

Anders präsentieren sich die Aussagen von Q.________ in Bezug auf die zweite 
Zeitspanne von Dezember 2018 bis am 25. Mai 2019. Hierzu sagte sie sehr klar: 
«Es waren viele Gramme. Ich kann es nicht genau sagen. Aber es war wirklich 
sehr viel. Ich habe so viel konsumiert, dass ich Schulden bei ihm hatte. Es waren 
mehr als 20 Gramm pro Monat» (pag. 390 Z. 224 ff.). Die Aussage hat sie später 
bestätigt (pag. 499 Z. 107). Diese Wortwahl kann nur als effektive Mengenangabe 
verstanden werden. Die genannten 20 Gramm sind deshalb nicht wie von der Ver-
teidigung vorgeschlagen in Portionen «umzurechnen». Die Menge von 20 Gramm 
pro Monat steht auch im Einklang mit den weiteren Angaben von Q.________ zu 
ihrem Konsum während dieser Zeitspanne. So sagte sie etwa, sie habe in den letz-
ten Monaten «viel und jeden Tag» konsumiert (pag. 387 Z. 85). Sie hätten fast täg-
lich ein, zwei Gramm konsumiert. Ab und zu hätten sie nicht konsumiert, es habe 
auch Pausen gegeben, wo sie drei oder vier Tage nichts konsumierten, aber sie 
hätten es nie länger geschafft, nicht zu konsumieren (pag. 386 Z. 44 ff.). Eine Men-
ge von durchschnittlich 20 Gramm pro Monat erscheint angesichts dieser Aussa-
gen realistisch. Für die zweite Zeitspanne wird somit von einer Menge von 
120 Gramm ausgegangen.

Q.________ hat lediglich beim Beschuldigten Kokain bezogen (pag. 387 Z. 107). 
Es kann demnach direkt von ihrem Konsumverhalten auf die Verkäufe des Be-
schuldigten geschlossen werden.

Im Ergebnis ist erstellt, dass der Beschuldigte in der Zeit vom Dezember 2017 bis 
Dezember 2018 insgesamt 96 Gramm und danach bis am 25. Mai 2019 
120 Gramm Kokaingemisch Q.________ verkauft hat.

11.4.5 Fazit
Der Beschuldigte hat in der Zeitperiode von Dezember 2017 bis am 25. Mai 2019 
216 Gramm Kokaingemisch an Q.________ verkauft.

11.5 Verkauf an R.________

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, von Juni 2018 bis Oktober 2018 mindestens 
60 Gramm Kokaingemisch an R.________ verkauft zu haben.

11.5.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete diesen Sachverhalt als erstellt. Laut ihrer Aussagenwürdi-
gung hat R.________ die Kokainkäufe beim Beschuldigten ohne Widersprüche ge-

20

schildert und gleichbleibend angegeben, er habe beim Beschuldigten während 
20 Wochen regelmässig fünf Mal pro Woche Portionen à 0.6 Gramm für 
CHF 100.00, insgesamt ausmachend mind. 60 Gramm Kokaingemisch, zum Ei-
genkonsum gekauft. Die Aussage des Beschuldigten, wonach R.________ ledig-
lich 12 Gramm Kokain gekauft habe, erscheine demgegenüber nicht glaubhaft. 
Seine Aussage, wonach Z.________ immer lügen würden und gegen N.________ 
seien, sei eine pauschale Schutzbehauptung. Seine Schilderung, dass die 
Z.________ die «Macht in der Sache» wollten, erkläre nicht, weshalb sich 
R.________ selber falsch hätte belasten sollen (pag. 1018 f., S. 11 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

11.5.2 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte vor, die Aussagen von R.________ würden vom Be-
schuldigten bestritten. Laut dem Beschuldigten habe er nur zwei Mal insgesamt 
12 Gramm Kokain an R.________ verkauft. Beide hätten den anderen jeweils pau-
schal angegriffen, was gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spreche. Es frage 
sich aber schon, weshalb die Staatsanwaltschaft lediglich sieben Abnehmer identi-
fiziert habe, wenn der Beschuldigte gemäss R.________ «halb F.________» mit 
Kokain bedient habe. Der Beschuldigte und R.________ seien offensichtlich keine 
Freunde, man könne deshalb nicht einfach auf die Aussagen von R.________ ab-
stellen. Da es keine anderen Beweismittel gebe, sei in dubio von den Aussagen 
des Beschuldigten auszugehen, wonach er R.________ 12 Gramm Kokaingemisch 
verkauft habe.

11.5.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1018, S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). An der 
oberinstanzlichen Verhandlung wurde der Beschuldigte auf die angeblichen Bedro-
hungen durch R.________ angesprochen und gab dabei an, dieser habe Kokain 
bei ihm gekauft. Er sei kein Lieferant gewesen. Er wisse aber nicht, ob dieser viel-
leicht für andere Kollegen Kokain gekauft habe (pag. 1202 f.).

11.5.4 Beweiswürdigung der Kammer

Die Kammer schliesst sich der Würdigung der Vorinstanz an: Die Angaben von 
R.________ sind konstant und präzise. Er hat auch diverse, teilweise nebensächli-
che Beobachtungen oder persönliche Wertungen zu Protokoll gegeben, die zeigen, 
dass er sich bemühte, seine Erlebnisse mit dem Beschuldigten korrekt wiederzu-
geben. So schilderte er seine erste Begegnung mit dem Beschuldigten im 
Y.________ (Zentrum) beim Spielautomaten, wo er «lustig» gesagt habe, dass der 
Beschuldigte ihm jetzt Kokain verkaufe, obwohl er schon im Gefängnis gesessen 
sei (pag. 438 Z. 36 ff.). Oder er erzählte, dass sein Fahrrad, ein Flyer, noch im Be-
sitz des Beschuldigten sei, weil er einmal sogar fünf Gramm Kokain bei diesem be-
stellt habe (pag. 442 Z. 33). Zum Schluss der Einvernahme fügte er von sich aus 
an, er möchte einfach sein Fahrrad zurück (pag. 443 Z. 68). Die Aussagen von 
R.________ wirken im Übrigen auch deshalb glaubhaft, weil er nicht davor zurück-
schreckte zuzugeben, dass er nicht nur beim Beschuldigten, sondern auch noch 
anderswo Kokain bezog – eine Selbstbelastung, zu der die Fragen in der Einver-

21

nahme keinen Anlass gaben (pag. 439 Z. 97 und pag. 443 Z. 55 ff.). Die Aussagen 
des Beschuldigten sind hingegen äusserst knapp, pauschal gehalten und deshalb 
nicht glaubhaft.

Zwischen R.________ und dem Beschuldigten bestand offensichtlich ein Konflikt. 
So sagte R.________ über den Beschuldigten: «Dieser A.________ ist ein Teufel 
in dieser Stadt, er muss verschwinden» (pag. 438 Z. 54). Der Beschuldigte äusser-
te sich mehrfach negativ über einen Z.________ namens «R.________». Aufgrund 
der Reaktion des Beschuldigten auf den Vorhalt der Aussagen von R.________ 
liegt auf der Hand, dass er sich dabei auf diesen R.________ bezog. So sagte er 
etwa: «Der Mann lügt. Ich und die Z.________ haben alle Angst vor R.________» 
(pag. 295 Z. 407). «Ich habe Angst vor ihm (pag. 353 Z. 200 ff.). «Dieser 
R.________ sollte nicht in der Schweiz leben. Dieser Z.________ ist sehr gefähr-
lich» (pag. 945 Z. 41 f). Trotz dieser gegenseitigen Abneigung belastete sich 
R.________ mit seinen Aussagen selber erheblich. Aus diesem Grund ist nicht da-
von auszugehen, dass er den Beschuldigten übermässig belastet hat. Auf seine 
Aussagen wird deshalb abgestellt und es wird davon ausgegangen, dass der Be-
schuldigte R.________ während 20 Wochen regelmässig fünf Mal pro Woche eine 
Portion Kokain verkauft hat. Laut den Angaben von R.________ wog eine Portion 
0.6 Gramm, manchmal auch 0.7 Gramm (pag. 442 Z. 25). Die Polizei und schliess-
lich auch die Vorinstanz gingen bei der Berechnung der verkauften Menge von ei-
ner Portionengrösse von 0.6 Gramm aus. Nach Ansicht der Kammer wäre es ver-
tretbar gewesen, von grösseren Portionen auszugehen, zumal für R.________ 
durchaus Anreize bestanden, durch die Angabe zur Portionengrösse die insgesamt 
bezogene Menge zu beschönigen. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz und ge-
stützt auf die Aussagen von R.________ wird jedoch weiterhin mit einer Portionen-
grösse von 0.6 Gramm gerechnet. Dies ergibt für die Zeitspanne von Juni 2018 bis 
Oktober 2018 eine Gesamtmenge von 60 Gramm Kokaingemisch. Für diese Be-
rechnung wurden nicht nur hinsichtlich der Portionengrösse, sondern auch betref-
fend der Bezugsmenge Annahmen zu Gunsten des Beschuldigten getroffen. So 
wurde bei der Berechnung davon ausgegangen, dass R.________ pro Kauf ledig-
lich eine Portion bezog, obwohl er glaubhaft und klar geschilderte hatte, wie er 
auch mal 5 Gramm Kokain auf einmal bestellt habe (pag. 442 Z. 33). Es kann somit 
ohne Weiteres auf eine Menge von insgesamt 60 Gramm Kokaingemisch abgestellt 
werden.

11.5.5 Fazit

Der Beschuldigte hat von Juni 2018 bis Oktober 2018 60 Gramm Kokaingemisch 
an R.________ verkauft.

11.6 Verkauf an S.________

Der Beschuldigte soll gemäss Anklageschrift in der Zeit von Dezember 2017 bis am 
25. Mai 2019 mindestens 50 Gramm Kokaingemisch an S.________ verkauft ha-
ben.

11.6.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete diesen Vorwurf als erstellt. Sie hielt fest, dass sowohl der 
Beschuldigte als auch S.________ die Kokainkäufe von einer unbestimmten Men-

22

ge zugaben und ihre Aussagen mit jenen von Q.________ übereinstimmten. Sie 
ging weiter davon aus, dass sich S.________ nicht selber belastet hätte, wenn er 
kein Kokain beim Beschuldigten bezogen hätte. Seine Aussagen liessen sich an-
hand der dokumentierten Telefondaten untermauern. S.________ habe in der Zeit-
periode von 18 Monaten teilweise 3 Portionen die Woche, teilweise in einer Woche 
nichts und manchmal pro Kauf zwei Portionen gekauft. Demnach erscheine die an-
geklagte Menge von 50 Gramm während 18 Monaten, sprich vier bis fünf Portionen 
pro Monat, realistisch (pag. 1019, S. 12 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.6.2 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung argumentierte, weder S.________ noch der Beschuldigte könnten 
sich daran erinnern, wie viel verkauft worden sei. Die Berechnung der Vorinstanz 
stütze sich auf die dokumentierten Telefondaten, dabei sei jedoch nur an drei Tref-
fen Kokain übergeben worden. Es sei nicht bekannt, ob die anderen beiden Tele-
fonate zu einer Kokainübergabe geführt hätten. Die Vorinstanz habe gestützt auf 
diese falschen Erkenntnisse aus der Telefonüberwachung eine Schätzung für eine 
Bezugszeit von 18 Monaten gemacht. Dieser Schluss sei nicht korrekt. S.________ 
habe gesagt, er habe sehr unregelmässig beim Beschuldigten Kokain bezogen. 
Zudem sei S.________ mit dieser Schätzung nicht konfrontiert worden. Ebenfalls 
sei nicht berücksichtigt worden, dass S.________ regelmässig mit Q.________ zu-
sammen konsumiert habe und dabei oft von ihrem Stoff benutzt habe. Im Ergebnis 
könne maximal von der Hälfte der angeklagten Menge, ausmachend 
max. 25 Gramm, ausgegangen werden.

11.6.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1019, S. 12 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zusätz-
liche relevante Aussagen sind an der oberinstanzlichen Verhandlung nicht erfolgt.

11.6.4 Beweiswürdigung der Kammer

Anders als von der Verteidigung dargestellt, können den Aussagen von 
S.________ durchaus glaubhafte Angaben zu der von ihm gekauften Kokainmenge 
entnommen werden. Zwar hat er angegeben, er könne nicht präzise sagen, wie viel 
er gekauft habe (pag. 469 Z. 83). Er sagte jedoch, es habe Wochen gegeben, in 
denen er dreimal je eine Portion gekauft habe und Wochen, in denen er nichts ge-
kauft habe. Manchmal habe er auch mal zwei Portionen zusammen gekauft, das 
sei aber nur wenige Male vorgekommen (pag. 469 Z. 92). Weiter gab er klar an, 
dass er regelmässig beim Beschuldigten Kokain bezogen habe (pag. 469 Z. 84). 
Angesichts dieser Aussagen kann ohne Weiteres von einem Durchschnitt von 4-5 
Portionen pro Monat ausgegangen werden. Daran ändern die Vorbringen der Ver-
teidigung zu den aufgezeichneten Telefonanten nichts. Es liegen insgesamt zehn 
Telefongespräche zwischen dem Beschuldigten und S.________ vor, die zwischen 
dem 25. April 2019 und dem 22. Mai 2019 aufgezeichnet wurden. Gemäss 
S.________ ging es in mindestens sieben dieser Gespräche darum, dass er vom 
Beschuldigten Kokain kaufen wollte (pag. 470 ff. Z. 147 ff.). Auch wenn es nicht 
nach jedem Telefongespräch zu einer bestätigten Kokainübergabe kam, so ist die 

23

Häufigkeit dieser Kontakte doch ein weiterer Hinweis darauf, dass realistischerwei-
se von einem Bezug von 4-5 Portionen pro Monat auszugehen ist.

In Bezug auf die Dauer der Bezugszeit sind die Erwägungen der Vorinstanz wie 
folgt zu ergänzen: Das angeklagte Bezugsende am 25. Mai 2019 stimmt überein 
mit der Angabe von S.________ am 5. August 2019, wonach er vor ca. 2-
3 Monaten zuletzt beim Beschuldigten Kokain gekauft habe (pag. 469 Z. 97). Be-
treffend Beginn des Bezugs sagte S.________ am 5. August 2019 lediglich, das sei 
vier oder fünf Monate, oder auch schon länger her (pag. 469 Z. 80). Zugleich sagte 
er, der Beschuldigte habe ihn letztes Jahr [= 2018] dabei unterstützen wollen, dass 
er nicht «weiter da hineingerate». Aus dieser Aussage kann geschlossen werden, 
dass er bereits im Jahr 2018 Kokain konsumiert und beim Beschuldigten bezogen 
hat. Der Beschuldigte äusserte sich nicht direkt zur Bezugsperiode, sondern gab 
nur pauschal an, S.________ sei der Freund von Q.________ und es stimme, dass 
er ihm Kokain gegeben habe (pag. 353 Z. 246 und pag. 295 Z. 400). Immerhin 
bestätigte er die Aussage von Q.________, wonach diese ab Dezember 2017 bei 
ihm Kokain gekauft habe und sagte dazu: «Ihr Freund hat sie zu mir geschickt» 
(pag. 294 Z. 372). Für die Eingrenzung der Bezugsperiode sind somit auch die 
Aussagen von Q.________ wesentlich. Diese sagte, sie habe oft zusammen mit ih-
rem Partner konsumiert (pag. 386 Z. 42 ff.). Auf Frage, wann sie mit dem Konsum 
angefangen habe, gab sie an, sie habe einen Partner gehabt, der auch konsumiert 
habe (pag. 387 Z. 65). Bei diesem Partner handelte es sich um S.________ 
(pag. 389 Z. 184). Für Q.________ wurde der Bezugsbeginn aufgrund ihrer Aussa-
gen auf Dezember 2017 festgelegt (pag. 387 Z. 77 ff. und pag. 498 Z. 51). Aus den 
Aussagen von Q.________ und dem Beschuldigten geht hervor, dass S.________ 
vor seiner Freundin mit dem Kokainkonsum begonnen hat und den Beschuldigten 
bereits kannte, als sie Kokain zu konsumieren begann. Es kann somit für den Be-
ginn der Bezugsperiode auf denselben Anfangszeitpunkt im Dezember 2017 abge-
stellt werden, der für Q.________ festgestellt wurde. Aus den Aussagen aller drei 
Beteiligten geht hervor, dass S.________ tendenziell eher noch früher mit dem Be-
zug von Kokain begonnen hat.

S.________ machte selber keine genauen Angaben zur Grösse der bezogenen 
Portionen und gab lediglich an, es sei jeweils weniger als ca. ein Gramm gewesen. 
Analog zur Berechnung bei Q.________ wird deshalb von einer Portionengrösse 
von 0.8 Gramm ausgegangen. Hinweise darauf, dass die Portionen, wie von 
R.________ angegeben, lediglich 0.6 Gramm wogen, finden sich in den Aussagen 
von S.________ keine. Aus einer Portionengrösse von 0.8 Gramm und ca. vier Be-
zügen pro Monat während 18 Monaten resultiert die angeklagte Menge von insge-
samt 50 Gramm.

11.6.5 Fazit

Der Beschuldigte hat in der Zeit von Dezember 2017 bis am 25. Mai 2019 mindes-
tens 50 Gramm Kokaingemisch an S.________ verkauft.

11.7 Verkauf an T.________

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, T.________ zwischen März 2019 und dem 
25. Mai 2019 mindestens 28 Gramm Kokaingemisch verkauft zu haben, im Wissen 

24

darum, dass diese das Kokain teilweise weiterverkaufte oder im Auftrag anderer 
Personen bezog und danach weitergab.

11.7.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Der angeklagte Sachverhalt galt für die Vorinstanz als erwiesen. Sie stellte dabei 
auf die Aussagen von T.________ ab, die sie als nachvollziehbar, konstant und wi-
derspruchsfrei beurteilte. Sie habe sich mit ihren Aussagen selber erheblich belas-
tet, in dem sie angegeben habe, als Läuferin auch für andere Personen Kokain 
beim Beschuldigten gekauft zu haben, um ihre Sucht zu finanzieren. Dies stimme 
mit den Erkenntnissen aus der Observation überein, wonach T.________ vor und 
nach den Treffen mit dem Beschuldigten regelmässig an den einschlägigen Plätzen 
in F.________ habe festgestellt werden können. Die Vorinstanz stellte deshalb auf 
die (späteren) Aussagen von T.________ ab, wonach vermutlich ca. 46 Treffen 
stattgefunden hätten, sie davon aber drei bis vier Mal kein Geld gehabt und daher 
nichts erhalten habe. Meistens habe sie ein bis zwei Portionen à 0.6 Gramm bezo-
gen, weshalb insgesamt von 28.2 Gramm auszugehen sei (pag. 1019 ff., S. 12 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.7.2 Vorbringen der Verteidigung

Stelle man auf die ersten Aussagen von T.________ ab, komme man bei einem 
Mittelwert von 18 Käufen auf eine Gesamtmenge von 10.8 Gramm. Alle weiteren 
Aussagen von T.________ würden auf Vorhalten der Polizei basieren, welche 
T.________ nicht mit Sicherheit bestätigt habe. Sie sei mit der Rechnung und den 
suggestiven Fragen der Polizei überfordert gewesen. Es sei auch unklar, warum 
man davon ausgehe, dass sie bei den mindestens 46 Treffen immer Kokain ge-
kauft habe, wenn sie selber gesagt habe, sie habe nicht immer Geld dabeigehabt 
und deshalb nicht immer kaufen können. T.________ habe selber gesagt, sie habe 
jeweils Anfang Monat ihr ganzes Geld ausgegeben und in der zweiten Hälfte des 
Monats kein Geld mehr gehabt. Die Aussagen von T.________ seien weder kon-
stant noch widerspruchsfrei, sondern hätten sich immer wieder geändert, im Ge-
gensatz zum Beschuldigten, der konstant und deshalb glaubhaft angegeben habe, 
nur kleine Mengen Kokain an T.________ verkauft zu haben. Es sei gestützt auf 
die ersten Aussagen von T.________ von einer Gesamtmenge von maximal 
10.8 Gramm auszugehen.

11.7.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1019 f., S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Weitere Aussagen kamen an der Berufungsverhandlung nicht hinzu.

11.7.4 Beweiswürdigung der Kammer

Die Kammer erachtet die Beweiswürdigung der Vorinstanz als korrekt. Die Angabe 
von T.________, wonach sie als Läuferin tätig gewesen sei, verleiht ihren Aussa-
gen eine besondere Glaubhaftigkeit. Sie hat sich damit erheblich selber belastet, 
weshalb nicht davon auszugehen ist, dass sie höhere Mengen bestätigte, als sie 
tatsächlich bezogen hat. Aufgrund ihrer Tätigkeit als Zwischenhändlerin überzeugt 
auch das Argument der Verteidigung nicht, wonach die finanzielle Situation von 

25

T.________ die angeklagte Bezugsmenge nicht erlaubt habe – sie hat zumindest 
einen Teil des Kokains im Auftrag anderer Personen gekauft und somit nicht selber 
bezahlt.

Die von der Verteidigung geltend gemachten Veränderungen in den Aussagen von 
T.________ stehen zweifellos mit den Vorhalten der Polizei in einem Zusammen-
hang: Sie bestätigte im Verlauf der beiden Einvernahmen stetig eine grössere Be-
zugsmenge. Dies führt jedoch nicht dazu, dass auf diese Aussagen nicht abgestellt 
werden kann. Es ist vielmehr offensichtlich, dass T.________, die selber als be-
schuldigte Person befragt wurde, ihre Aussagen jeweils den Vorhalten der Polizei 
anpasste und eine höhere Menge erst bestätigte, wenn sie merkte, dass die Polizei 
sie nachweisen konnte. Ihre Erstaussage, sie habe insgesamt 15-20 Mal 
0.6 Gramm Kokain beim Beschuldigten bezogen, erscheint vor diesem Hintergrund 
nicht glaubhaft. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz für die Berech-
nung der gesamten Menge auf die Bestätigung des Vorhalts abstellte, wonach es 
zwischen dem Beschuldigten und T.________ zu 46 Treffen kam, an denen mit 
Ausnahme von drei bis vier Malen immer Kokain übergeben worden sei (pag. 432 f. 
Z. 101 ff.). Der Vorwurf der Verteidigung, T.________ sei mit einer komplizierten 
Rechnung konfrontiert worden und habe dem Ergebnis von 28.2 Gramm aus Über-
forderung einfach zugestimmt, trifft nicht zu. Der entsprechende Vorhalt wurde im 
Verlauf der Einvernahme vorbereitet (pag. 433 Z. 113). Die einzelnen Parameter 
der darin enthaltenen Rechnung basieren ausschliesslich auf Aussagen, die 
T.________ zuvor zu Protokoll gab.

Die Rechnung lässt sich denn auch wie folgt kontrollieren: Zu Beginn der Einver-
nahme vom 18. Juli 2019 gab T.________ von sich aus – sprich ohne spezifischen 
Vorhalt – an, ab ca. März/April 2019 «eigentlich täglich» beim Beschuldigten Ko-
kain bezogen zu haben (pag. 431 Z. 24 und Z. 50). Dies korrespondiert mit der Be-
obachtung der Polizei, wonach sich die beiden teils mehrmals täglich zu kurzen 
Treffen auf der Gasse verabreden und T.________ vor und nach den Treffen re-
gelmässig an den einschlägigen Plätzen in F.________ festgestellt werden konnte 
(pag. 142). T.________ gab weiter an, sie habe beim Beschuldigten Portionen à 
0.6 Gramm bezogen. Grössere Portionen habe sie nicht gekauft, es sei jedoch 
sechs bis acht Mal vorgekommen, dass sie zwei Portionen aufs Mal gekauft habe 
(pag. 431 Z. 33 ff.). Wie bei R.________ geht die Kammer davon aus, dass die ge-
nannte Portionengrösse von 0.6 Gramm tendenziell zu gering war. Es wird aber 
auch hier auf die Aussage der Auskunftsperson abgestellt. Aus dem Gesagten er-
gibt sich, dass T.________ während einer Bezugsperiode von ca. zwei Monaten im 
Schnitt pro Tag eine Portion zu 0.6 Gramm beim Beschuldigten bezogen hat. Dies 
ergibt eine Gesamtmenge von ca. 36 Gramm Kokain – die angeklagte Menge von 
28 Gramm kann somit ohne Weiteres bestätigt werden.

11.7.5 Fazit

Der Beschuldigte hat T.________ in der Zeit von März 2019 bis am 25. Mai 2019 
insgesamt 28 Gramm Kokaingemisch verkauft.

26

11.8 Verkauf an einen unbekannten Z.________

Gemäss Anklageschrift soll der Beschuldigte zwischen Dezember 2017 und dem 
25. Mai 2019 mindestens 12 Gramm Kokaingemisch an einen unbekannten 
Z.________ verkauft haben.

11.8.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt. Sie stützte sich 
vollumfänglich auf die Aussagen des Beschuldigten selber, da nicht ersichtlich sei, 
weshalb er sich selber falsch belasten sollte (pag. 1021, S. 14 der erstinstanzlichen 
Beweiswürdigung).

11.8.2 Vorbringen der Verteidigung

Die Abgabe von 12 Gramm Kokaingemisch an einen unbekannten Z.________ 
wurde von der Verteidigung nicht bestritten.

11.8.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1021, S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Im obe-
rinstanzlichen Verfahren kamen keine wesentlichen Beweismittel hinzu.

11.8.4 Beweiswürdigung der Kammer

Die Anklage und die Beweiswürdigung der Vorinstanz stützen sich in Bezug auf 
den Verkauf an einen unbekannten Z.________ ausschliesslich auf die Aussagen 
des Beschuldigten vom 6. Juni 2019. Dabei wurde allerdings nicht berücksichtigt, 
dass der Beschuldigte am 20. November 2019 erneut angab, er habe jemandem im 
Oktober einmal 5 und einmal 7 Gramm Kokain verkauft und zwar konkret an 
R.________, der aus Z.________ stammt. Er gab auch an, er habe Angst vor die-
sem und dieser sei zu ihm gekommen, weil er bereits mit anderen Probleme ge-
habt habe (pag. 353 Z. 200 und Z. 214 f.). Im Vergleich mit den Aussagen vom 
6. Juni 2019 muss in dubio pro reo davon ausgegangen werden, dass der Be-
schuldigte bereits am 6. Juni 2019 von einem Verkauf an R.________ sprach und 
es sich bei diesem Abnehmer somit nicht um einen «unbekannten Z.________» 
handelte, sondern um R.________. Der Verkauf von Kokain an R.________ für 
den Zeitraum von Juni 2018 bis Oktober 2018 wurde bereits durch den bestätigten 
Verkauf von 60 Gramm abgegolten. Die beiden Verkäufe von je 5 und 7 Gramm im 
Oktober 2018 sind in diesen 60 Gramm enthalten. Es kann deshalb in Bezug auf 
diese beiden Verkäufe kein zweiter Schuldspruch erfolgen.

11.8.5 Fazit

Der Beschuldigte ist vom Vorwurf des Verkaufs von 12 Gramm Kokain an einen 
unbekannten Z.________ im Oktober 2018 freizusprechen.

11.9 Verkauf an U.________

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, zwischen Juni 2018 und dem 25. Mai 2019 
mindestens 6 Gramm Kokaingemisch an U.________ verkauft zu haben.

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11.9.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt. Sie stellte dabei 
massgeblich auf die Anhaltung von U.________ am 25. Mai 2019 ab, nachdem 
dieser das Domizil des Beschuldigten verlassen hatte und anlässlich welcher bei 
ihm Kokain gefunden wurde. Nach Ansicht der Vorinstanz hat U.________ nach-
vollziehbar, konstant und widerspruchsfrei geschildert, wie er das Kokain beim Be-
schuldigten gekauft hat (pag. 1021 f., S. 14 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung).

11.9.2 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte vor, U.________ habe an der Einvernahme vom 
25. Mai 2019 angegeben, er habe 5-6 Portionen vom Beschuldigten gekauft, immer 
für CHF 100.00. Die Rückfrage der Polizei, ob er insgesamt 5-6 Gramm gekauft 
habe, habe er bestätigt. Er habe ebenfalls angegeben, eine Portion habe 
CHF 100.00 gekostet. Eine Portion habe 0.6 Gramm gewogen. Der Beschuldigte 
habe somit nur 3.3 Gramm Kokaingemisch an U.________ verkauft.

11.9.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1021 f., S. 14 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). An 
der Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte, dass er U.________ vor 
dessen Anhaltung am 25. Mai 2019 eine Kokainportion abgegeben hat (pag. 1198).

11.9.4 Beweiswürdigung der Kammer

U.________ wurde am 25. Mai 2019 beobachtet, wie er das Domizil des Beschul-
digten verliess. Er wurde daraufhin von der Polizei angehalten, die in seiner Ja-
ckentasche eine Kugel Kokaingemisch sicherstellte (pag. 132). Darin waren 
0.61 Gramm Kokaingemisch enthalten (pag. 551). U.________ gab daraufhin an, 
er habe insgesamt fünf oder sechs Mal eine «solche Portion» beim Beschuldigten 
gekauft (pag. 409 Z. 67). Diese Aussage bestätigte er in der zweiten Einvernahme 
und ergänzte, er gehe davon aus, dass eine Portion jeweils eine Menge von knapp 
einem Gramm enthalten habe (pag. 412 Z. 39 f.). Auf diese Angaben kann ohne 
weiteres abgestellt werden. Es wird im Gegensatz zur Vorinstanz davon ausge-
gangen, dass die Portionen im Durchschnitt nicht ganz ein Gramm, sondern ledig-
lich ca. 0.8 Gramm Kokaingemisch beinhalteten. Bei einem Bezug von insgesamt 
fünf Portionen ergibt dies eine Gesamtmenge von 4 Gramm Kokaingemisch.

11.9.5 Fazit

Der Beschuldigten hat zwischen Juni 2018 und dem 25. Mai 2019 4 Gramm Ko-
kaingemisch an U.________ verkauft.

11.10 Verkauf an V.________

Gemäss Anklageschrift hat der Beschuldigte im Zeitraum von Dezember 2017 bis 
25. Mai 2019 mindestens 2.5 Gramm Kokaingemisch an V.________ verkauft, da-
mit dieser das Kokaingemisch an seine Auftraggeber weitergeben konnte.

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11.10.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete diesen Vorwurf als erstellt. V.________ habe sich selber 
belastet, indem er angab, dass er für Leute, die nicht mit dem Beschuldigten in 
Kontakt treten wollten, drei bis vier Kokainkäufe à CHF 90.00 oder CHF 100.00 
beim Beschuldigten getätigt habe. Diese Aussagen seien vom Beschuldigten un-
termauert worden, auch wenn dieser von zwei bis drei Mal gesprochen habe. Es 
sei auf die glaubhaften Aussagen von V.________ abzustellen (pag. 1022 f., 
S. 15 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.10.2 Vorbringen der Verteidigung

Auch V.________ habe angegeben, eine Portion habe jeweils CHF 100.00 gekos-
tet. Er habe 3-4 Portionen beim Beschuldigten bezogen. Auch hier sei man bei der 
Berechnung davon ausgegangen, dass eine Portion ein Gramm wiege. Da eine 
Portion aber 0.6 Gramm betragen habe, ergebe dies insgesamt nur 2.1 Gramm 
Kokaingemisch. Vermutlich sei es noch weniger gewesen, da V.________ gesagt 
habe, er habe jeweils nur zwischen CHF 90.00-100.00 bezahlt.

11.10.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1022 f., S. 15 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Weitere Beweismittel kamen im oberinstanzlichen Verfahren nicht hinzu.

11.10.4 Beweiswürdigung der Kammer

Die Vorinstanz stellte zurecht auf die Aussagen von V.________ ab. Da sich dieser 
mit seinen Aussagen selber belastete, kann davon ausgegangen werden, dass er 
nicht weniger als die von ihm selber anerkannte Menge beim Beschuldigten bezo-
gen hat. Allerdings hat V.________ folgende Angaben zu seinem Bezug gemacht: 
Er habe drei bis vier Mal «Chügeli» beim Beschuldigten geholt (pag. 449 Z. 143 ff. 
und pag. 450 Z. 173). Die Grösstmenge, die er beim Beschuldigten geholt habe, 
seien zwei oder drei «Chügeli» gewesen. Bereits daraus folgt, dass V.________ 
insgesamt im absoluten Minimum vier Portionen Kokain bezogen hat. Dabei ist an-
zufügen, dass die vier aufgezeichneten Telefonate zwischen V.________ und dem 
Beschuldigten im Zeitraum vom 15. April 2019 bis 1. Mai 2019 ein Hinweis darauf 
sind, dass seit Dezember 2017 mehr als nur drei oder vier Kokainübergaben statt-
fanden. Zumindest in drei dieser Telefongespräche geht es darum, dass 
V.________ beim Beschuldigten etwas bestellen wollte (pag. 454: «Noch einmal 
dasselbe»; pag. 456: «Kann ich noch zwei?»; pag. 458: «Hast du einen Zweier 
beim Kino?»). V.________ verweigerte auf Vorhalt dieser Gespräche die Aussage, 
bemerkte allerdings, dass offensichtlich sei, worum es gegangen sei (pag. 448 
Z. 99).

Der Beschuldigte sprach demgegenüber nicht vom Portionen, sondern von Gramm: 
Er habe V.________ ca. drei bis maximal vier Gramm abgegeben (pag. 296 
Z. 429). Der Beschuldigte selber wusste, wie viel Kokain pro Portion er verkaufte 
und konnte die verkaufte Menge demnach einschätzen. Wenn er von Gramm an-
statt Portionen sprach, ist deshalb auf diese genaue Mengenangabe abzustellen.

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In Kombination mit den Aussagen von V.________ erachtet es die Kammer im Ge-
gensatz zur Vorinstanz als erstellt, dass der Beschuldigte V.________ im Minimum 
3 Gramm Kokaingemisch verkaufte. Diese Menge ist von der Formulierung in der 
Anklageschrift gedeckt («mindestens 2.5 Gramm»).

11.10.5 Fazit

Der Beschuldigte hat im Zeitraum von Dezember 2017 bis 25. Mai 2019 3 Gramm 
Kokaingemisch an V.________ verkauft.

11.11 Verkauf an W.________

Gemäss Anklageschrift hat der Beschuldigte im Zeitraum von Dezember 2017 bis 
am 25. Mai 2019 eine unbestimmte Menge Kokain an W.________ verkauft.

11.11.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete diesen Sachverhalt als erstellt und stützte sich dabei auf 
die Tatsache, dass in der Zeit vom 22. Oktober 2018 bis zum 25. Mai 2019 an 
80 Tagen diverse Telefongespräche zwischen W.________ und dem Beschuldig-
ten stattgefunden haben. Sodann sei der Beschuldigte am 23. Oktober 2018 dabei 
beobachtet worden, wie er mit einer mind. CHF 50.00 Note in der Hand das Auto 
von W.________ verlassen habe. Die wenigen Aussagen von W.________ würden 
sodann jenen des Beschuldigten widersprechen (pag. 1023 f., S. 16 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

11.11.2 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte vor, dass sowohl der Beschuldigte als auch W.________ 
die Übergabe von Kokain abgestritten hätten. Die Vorinstanz stütze ihr Ergebnis 
nur auf die mehrfachen Telefonate, sowie auf die Observation, bei der der Be-
schuldigte einmal mit einer CHF 50.00 Note aus dem Auto von W.________ ge-
stiegen sei, und auf die Tatsache, dass W.________ im Jahr 2014 einmal wegen 
Kokainkonsum verurteilt worden sei. Das reiche nicht für eine Verurteilung, hier ha-
be ein Freispruch zu erfolgen.

11.11.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel korrekt zusammengefasst. Darauf 
wird verwiesen (pag. 1023, S. 16 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

In der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte auf seine Angaben ange-
sprochen, wonach er dreimal in der Woche auf dem Bauernhof von W.________ 
ausgeholfen habe. Er gab an, dort nichts gemacht zu haben. Er habe manchmal 
geputzt, aber W.________ habe «nein» gesagt, wegen der Polizei, wegen Schwa-
rzarbeit. Er habe Käse und Fleisch gekauft (pag. 1203).

11.11.4 Beweiswürdigung der Kammer

Für die vorgeworfenen Verkäufe an W.________ ist massgeblich auf die Auswer-
tung des Telefonverkehrs abzustellen, die für die Zeit ab dem 2. Oktober 2018 ins-
gesamt 80 Telefonate zwischen dem Beschuldigten und W.________ dokumentiert 
(pag. 402 f.). Aufgrund der Observation vom 23. Oktober 2018 liegt nahe, dass es 

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dabei zumindest teilweise um den Verkauf von Kokain ging (pag. 138 f. bzw. 
pag. 406).

Die Erklärung des Beschuldigten für den Kontakt mit W.________, wonach er die-
sem dreimal in der Woche auf dem Bauernhof geholfen habe, ist als Schutzbe-
hauptung zu werten. Insbesondere aufgrund der Aussagen an der Berufungsver-
handlung, aber auch, weil W.________ diese nicht bestätigt hat und der Beschul-
digte auf Frage nach seiner Beschäftigung im gesamten Verfahren nie angegeben 
hat, regelmässig auf einem Bauernhof gearbeitet zu haben.

Untermauert wird dieses Ergebnis durch den Umstand, dass der Beschuldigte bei 
seiner Anhaltung am 25. Mai 2019 mit zwei Kokainkugeln in der Tasche unterwegs 
war zu einem Treffen mit W.________ (pag. 132).

Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, handelte es sich bei W.________ somit 
um eine Drogenbekanntschaft des Beschuldigten. Die konkret verkaufte Menge ist 
jedoch nicht eruierbar.

11.11.5 Fazit

Der Beschuldigte hat im Zeitraum vom Dezember 2017 bis am 25. Mai 2019 eine 
unbestimmte Menge Kokain an W.________ verkauft.

11.12 Gesamtmenge

Der Beschuldigte hat an die genannten Abnehmerinnen und Abnehmer insgesamt 
361 Gramm Kokaingemisch verkauft. Zu diesem Zweck hat er das Kokain vorgän-
gig erworben, besessen und gelagert.

11.13 Reinheitsgrad

11.13.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Angeklagt wurde ein Reinheitsgrad von mindestens 74% Kokainhydrochlorid 
(pag. 831).

11.13.2 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt zum Reinheitsgrad fest, dass bei den beschlagnahmten Ko-
kainportionen im Labor ein Reinheitsgrad von 96 % Kokainhydrochlorid festgestellt 
worden sei. Es müsse jedoch offengelassen werden, ob bei den weiteren Geschäf-
ten Kokain mit einem ebenso hohen Reinheitsgrad umgesetzt worden sei, da von 
diesem Kokain keine Laboranalysen vorliegen würden. Zu Gunsten des Beschul-
digten ging die Vorinstanz daher gestützt auf die SGRM-Betäubungsmittelstatistik 
2018, Einzelkonfiskatgrösse zwischen 100 Gramm und 1000 Gramm, lediglich von 
einem Reinheitsgrad von 74% Kokainhydrochlorid aus (pag. 1024, S. 17 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

11.13.3 Vorbringen der Parteien

Der Reinheitsgrad von 74% Kokainhydrochlorid wurde von der Verteidigung nicht in 
Frage gestellt.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte, es sei mit einem Hydrochloridwert von 
92% zu rechnen: Die drei sichergestellten Asservate stammten alle aus dem glei-

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chen Pool und zeigten einen Reinheitsgrad von 96% Kokainhydrochlorid auf. Der 
Mittelwert gemäss SGRM-Statistik sei nur massgeblich, wenn es keine Hinweise 
auf besonders reinen Stoff gebe. Hier habe man jedoch Asservate und zusätzlich 
hätten die Abnehmer den Stoff als besonders gut bezeichnet. Es sei von einem 
höheren Reinheitsgrad auszugehen. In der SGRM-Statistik für das Jahr 2018 liege 
das oberste Quartil bei einer Einzelkonfiskatgrösse von 100-1000 Gramm bei ei-
nem Hydrochloridwert von 92%, darauf sei abzustellen.

11.13.4 Beweismittel

Die Vorinstanz fasste die vorhandenen Beweismittel zum Reinheitsgrad korrekt zu-
sammen, darauf wird verwiesen (pag. 1024, S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Im oberinstanzlichen Verfahren kamen keine relevanten Beweismittel 
zum Reinheitsgrad hinzu.

11.13.5 Erwägungen der Kammer

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf davon ausgegangen werden, 
dass Drogen von mittlerer Qualität sind, solange keine Analyse vorliegt und es kei-
ne Hinweise auf eine besonders reine oder gestreckte Substanz gibt 
(BGE 138 IV 100 E. 3.5). Zur Beurteilung der mittleren Qualität wird praxisgemäss 
auf die Statistik der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) ab-
gestellt (Fingerhuth/Schlegel/Jucker, Kommentar zum BetmG, 3. Auflage, 
Zürich 2016, N 188 zu Art. 19 BetmG).

Vorliegend gibt es mit den Aussagen der Auskunftspersonen sowie den Laborana-
lysen der sichergestellten Kokainportionen diverse Hinweise darauf, dass das vom 
Beschuldigten vertriebene Kokain in der Regel von guter Qualität war (Laboranaly-
se: pag. 548 ff.; Aussagen: pag. 412 Z. 40, pag. 433 Z. 120 ff., pag. 443 Z. 55 f., 
pag. 470 Z. 109 ff. und pag. 499 Z. 120). Aufgrund dieser übereinstimmenden Aus-
sagen der Abnehmerinnen und Abnehmer wird davon ausgegangen, dass der Be-
schuldigte nicht nur bei den vier sichergestellten Portionen, sondern generell quali-
tativ hochwertiges Kokaingemisch verkauft hatte und deshalb in Anwendung der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht auf den Mittelwert der SGRM-Statistik 
abzustellen ist. Angemessen ist vielmehr eine Orientierung am oberen Quartil 
gemäss SGMR-Statistik. Im Gegensatz zur Vorinstanz ist dabei jedoch auf den 
Wert für die Einzelkonfiskatgrösse von unter einem Gramm abzustellen, da der Be-
schuldigte in der Regel Portionen von weniger als einem Gramm verkaufte. Die 
Kokainhydrochloridwerte für das obere Quartil betrugen im Jahr 2018 bei einer Ein-
zelkonfiskatgrösse von weniger als einem Gramm 91%. Mithin immer noch weni-
ger, als der bei den sichergestellten Asservaten festgestellte Reinheitsgrad.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass in der Anklageschrift ein Reinheitsgrad von 
«mindestens 74% Kokainhydrochlorid» genannt wurde (pag. 831). Diese Formulie-
rung lässt einen gewissen Spielraum für die Feststellung eines höheren Reinheits-
grades offen. Die Annahme eines Reinheitsgrads von 91% würde sich jedoch im 
Grenzbereich des von der Anklageschrift noch Erfassten bewegen. Die Kammer 
rechnet deshalb mit einem Reinheitsgrad von 80% Kokainhydrochlorid.

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11.13.6 Fazit reines Kokain

Der Beschuldigte hat an die genannten Abnehmerinnen und Abnehmer insgesamt 
361 Gramm Kokaingemisch verkauft. Bei einem Reinheitsgrad von 80% ergibt dies 
eine verkaufte Menge von 288.8 Gramm reinem Kokain.

12. Erwerb, Besitz, Transport, Lagerung und Anstaltentreffen zum Verkauf von 
Kokain gemäss Ziff. I.1.2 der Anklageschrift

12.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 7. April 2020 vorgeworfen, er 
habe sich am 25. Mai 2019 auf Vermittlung durch einen arabisch sprechenden 
«Geschäftspartner» in F.________ mit einem unbekannten Drogenlieferanten ge-
troffen und von diesem einen Stein Kokaingemisch von 495 Gramm mit einem 
Reinheitsgrad von 89% Kokainhydrochlorid, ausmachend 440.55 Gramm reines 
Kokain, entgegengenommen. Diesen Kokainstein habe er danach besessen und 
gelagert, um den Stoff über einen längeren Zeitraum an ihm bekannte und allfällige 
weitere, noch unbekannte Abnehmer zu verkaufen (pag. 831 f.).

12.2 Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, den in der Anklageschrift beschriebenen Kokains-
tein besessen, transportiert und gelagert zu haben. Die konkrete Übergabe schil-
dert er jedoch wesentlich anders als in der Anklageschrift umschrieben (pag. 290 
Z. 197 ff.). Er bestreitet zudem, dieses Kokain erworben zu haben, um es zu ver-
kaufen, und Anstalten zu dessen Veräusserung getroffen zu haben. Es sei geplant 
gewesen, dass jemand das Kokain später abholen komme (pag. 279 Z. 65 und 
pag. 289 Z. 185 ff.).

12.3 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstant erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt. Sie beurteilte die 
Ausführungen des Beschuldigten als «äusserst unglaubhaft». Die aufgezeichneten 
Telefongespräche aus der Telefonüberwachung am 25. Mai 2019 sprächen für eine 
komplett andere Version der Kokainübergabe. Es sei unglaubhaft, dass die Mafia 
den Beschuldigten lediglich zum Aufbewahren des Kokains zwischengeschaltet 
habe und damit ein unnötiges Risiko eingegangen sei. Der Beschuldigte habe kei-
ne resp. nur eine realitätsfremde Erklärung, weshalb ihn sein angeblicher Kollege 
viermal mit einer unterschiedlichen Nummer aus zwei verschiedenen Ländern kon-
taktiert habe. Sodann habe der Beschuldigte auch keine nachvollziehbare Er-
klärung für die Aussage, dass er versucht habe, codiert / verschlüsselt zu sprechen 
(pag. 321 Z. 284 f.). Schliesslich sei die Erklärung zu einem weiteren Gespräch mit 
seinem Kollegen, wonach es sich bei den dagelassenen Papieren um eine Adresse 
einer Mobilfirma handle, nicht nachvollziehbar (pag. 322 Z. 337 ff.). Die Vorinstanz 
ging deshalb davon aus, dass die besagten Telefongespräche vor bzw. nach der 
Drogenlieferung stattfanden und sich der Beschuldigte mit den Drogenlieferanten 
beim L.________(Einkaufsladen) getroffen hat. Entgegen der Erklärung des Be-
schuldigten sei zudem davon auszugehen, dass es im Gespräch vom 25. Mai 2019 
mit dem Mann seiner Nichte um Geld gegangen sei, wo doch im Zeitraum vom 
14. Mai 2019 bis 24. Mai 2019 bei der Bank M.________ und AA.________ sowie 

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der Post in F.________ grössere Beträge in Euro gewechselt worden seien (vgl. 
Berichtsrapport vom 17. Juni 2019: pag. 148). Im Weiteren hielt die Vorinstanz fest, 
dass von diesem Kokainstein noch keine Weiterverkäufe stattgefunden hätten. Es 
sei davon auszugehen, dass es sich bei der Lieferung vom 25. Mai 2019 um Nach-
schub gehandelt habe, den der Beschuldigte mit Sicherheit veräussert hätte, wenn 
er nicht festgenommen worden wäre (pag. 1028 ff., S. 21 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung).

12.4 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung stellt den Besitz und die Lagerung des Kokainsteins durch den 
Beschuldigten nicht in Frage, bestreitet jedoch, dass der Beschuldigte mit seinem 
Verhalten bereits Anstalten zum Verkauf des Kokains getroffen habe.

12.5 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Beweismittel zutreffend wiedergegeben, darauf wird verwie-
sen (pag. 1024 ff., S. 17 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Anlässlich der 
Berufungsverhandlung wiederholte des Beschuldigte im Wesentlichen seine bishe-
rigen Angaben, wonach ihm Leute von der Mafia den Kokainstein gebracht hätten 
(pag. 1197 f.).

12.6 Beweiswürdigung der Kammer

Es kann vorab festgehalten werden, dass die Kammer als erstellt erachtet, dass 
der Beschuldigte den von der Polizei sichergestellten Kokainstein persönlich ent-
gegengenommen, nach Hause gebracht und dort aufbewahrt hat. Diese Elemente 
werden grundsätzlich auch nicht bestritten.

12.6.1 Menge und Reinheitsgrad

In Bezug auf die nicht bestrittene Frage der Menge und des Reinheitsgrads kann 
vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (pag. 1025, S. 18 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der beim Beschuldigten sichergestellte Kokainstein wies ein Gesamtgewicht von 
netto 495 Gramm und einen Reinheitsgrad von 89% Kokainhydrochlorid auf, aus-
machend 440.55 Gramm reines Kokain (pag. 548 ff.).

12.6.2 Erwerb des Kokainsteins

Vorab wird auf die Ausführungen der Vorinstanz zum Erwerb des Kokainsteins 
durch dem Beschuldigten verweisen (pag. 1025 ff., S. 18 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Die Kammer erachtet diese Erwägungen unter Vorbehalt der 
nachfolgenden Ergänzungen als zutreffend.

Gemäss den Angaben des Beschuldigten will er den Kokainstein am Abend vor der 
Festnahme, um ca. 22:00 Uhr auf der Strasse neben dem Café, über dem er woh-
ne, erhalten haben. Eine Person sei im Café zu ihm gekommen. Jemand aus 
F.________ habe die Personen zu ihm geschickt. Er habe die Anweisung erhalten, 
dass er das Kokain aufteilen und dann weitergeben solle. Es hätten dann Leute zu 
ihm kommen und ihn fragen sollen, ob er AB.________ sei. Er hätte ihnen dann 
das Kokain geben sollen. Es habe sich dabei um Leute der Mafia gehandelt, die ihn 
bedroht hätten und von ihm verlangt hätten, dass er für sie arbeite (pag. 279 Z. 69, 

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pag. 289 Z. 185 ff., pag. 291 Z. 250 ff., pag. 301 f. Z. 110 ff., pag. 945 Z. 8 ff., 
pag. 1197). 

Der Beschuldigte schilderte dies im Verlauf des Verfahrens im Wesentlichen über-
einstimmend. Seine Darstellung steht jedoch in einem offenkundigen Widerspruch 
zu den aufgezeichneten Telefongesprächen vom 25. Mai 2019. Diese einschlägi-
gen Telefongespräche sind ein klarer Hinweis darauf, dass der Beschuldigte an 
diesem Tag jemanden getroffen und von diesem eine Kokainlieferung entgegenge-
nommen hat. Daraufhin deuten auch die Ausführungen der Polizei, die aufgrund 
der aufgezeichneten Gespräche bereits im April 2019 davon ausging, dass der Be-
schuldigte «in nächster Zeit» eine Drogenlieferung durch unbekannte Kuriere er-
wartete, die relativ kurzfristig in F.________ auftauchen könnten (pag. 508 f.).

Konfrontiert mit diesen Telefonaufzeichnungen war der Beschuldigte denn auch 
nicht im Stande, eine plausible Erklärung für die abgehörten Gespräche zu liefern. 
Vielmehr verstrickte er sich in widersprüchliche Angaben. So sagte er etwa, im Te-
lefon um 10:08 Uhr habe ihn ein Kollege von Spanien namens «AC.________» ge-
fragt, ob er einen Platz habe für seine Familie, damit sie als Touristen in die 
Schweiz kommen und sich erholen könnten (pag. 320 Z. 205 ff.). Dies stimmt inso-
fern nicht mit dem Wortlaut des Telefonprotokolls überein, als dass im Telefonge-
spräch die Person B über jemand anderes spricht, der «Frau und Kinder und alles» 
mitgenommen habe und für den der Beschuldigte «einen Platz finden» müsse 
(pag. 338). Gemäss den Aussagen des Beschuldigten soll AC.________ aber sel-
ber die Person gewesen sei, die angerufen habe, mit der er sich hätte treffen sollen 
und für die und deren Familie er einen Platz hätte suchen sollen. Im Übrigen wird 
der Beschuldigte in diesem Telefon nicht gebeten, sondern er wird angewiesen, ei-
nen Platz für diese dritte Person mit Frau und Kind zu finden. Von «Touristen» oder 
«Erholung» ist keine Rede. Zum Gespräch um 10:19 Uhr gab der Beschuldigte an, 
er habe dort ebenfalls mit AC.________ gesprochen, der den 
L.________(Einkaufsladen) gesucht habe (pag. 320 f. Z. 249 ff.). Diese Erklärung 
stimmt ebenfalls nicht mit dem protokollierten Inhalt des Telefongesprächs überein, 
in dem der Beschuldigte nämlich mit einer Person B spricht und aus dem hervor-
geht, dass sich der Beschuldigte mit einer dritten Person C beim 
L.________(Einkaufsladen) treffen sollte. Während des Telefongesprächs rief die 
Person B (offenbar mit einem anderen Telefon) die Person C an und sprach mit 
dem Beschuldigten und C gleichzeitig (pag. 340). Der Beschuldigte sprach in die-
sem Telefongespräch somit nicht direkt mit der Person, die er treffen sollte, und er 
blieb im Verfahren die Erklärung schuldig, wer die vermittelnde Person B war. Auch 
im Gespräch um 10:22 Uhr will der Beschuldigte wieder mit AC.________ gespro-
chen haben. Er [der Beschuldigte] habe diesem gesagt, er müsse selber weiter-
schauen für einen Ort, an dem er schlafen könne (pag. 321 Z. 270 ff.). Erneut ging 
er nicht darauf ein, dass er im aufgezeichneten Telefongespräch nicht direkt mit der 
Person sprach, für die er einen Platz suchen sollte, sondern über diese Person 
(pag. 342). Im selben Telefongespräch sagte der Beschuldigte seinem Gesprächs-
partner: «Ich habe gestern versucht codiert/verschlüsselt zu sprechen. Du hast 
nicht verstanden» (pag. 343). Konfrontiert mit dieser Aussage gab der Beschuldigte 
an, das sei seine Sprache, «wir sprechen so» (pag. 321 Z. 284). Eine plausible Er-
klärung für die Aussage im Telefongespräch blieb somit aus. Im Gespräch um 

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11:54 Uhr rief eine Person B den Beschuldigten an, woraufhin der Beschuldigte 
mitteilte, «der andere» sei noch nicht gegangen. Der andere bringe ihn [den Be-
schuldigten] an seinen Arbeitsort und hole danach seine Kinder ab. Er habe gesagt 
«50/51». Er habe die Papiere «bei ihm» gelassen (pag. 346). Auf Vorhalt dieser 
Aufzeichnung gab der Beschuldigte an, er habe wiederum mit AC.________ ge-
sprochen (pag. 322 Z. 327). Die Aussage in diesem Telefongespräch widerspricht 
der Angabe des Beschuldigten in der Einvernahme vom 29. Juli 2019, wonach er 
«diese Leute» am 25. Mai 2019 ganz kurz im L.________(Einkaufsladen) getroffen 
habe und danach zur Arbeit gegangen sei. Er sei alleine zur Arbeit gegangen 
(pag. 320 Z. 224 ff.). Auf diesen Widerspruch angesprochen gab der Beschuldigte 
an, er habe vergessen zu sagen, dass AC.________ ihn zur Arbeit gebracht habe 
(pag. 322 Z. 331). Seine weiteren Aussagen («50/51», «Papiere bei ihm gelas-
sen») liess der Beschuldigte unkommentiert resp. gab an, er habe ihm eine Adres-
se für eine «Mobilfirma», eine Firma für Touristen überlassen (pag. 322 Z. 337 ff.).

Insgesamt weisen die Aussagen des Beschuldigten zu den aufgezeichneten Tele-
fongesprächen somit zahlreiche Ungereimtheiten auf und erscheinen nicht glaub-
haft. Sein Aussageverhalten verstärkt den Eindruck, dass der Beschuldigte den 
Verdacht einer Kokainübergabe aus dem Weg zu räumen versuchte und als 
Schutzbehauptung die Geschichte mit dem Familienbesuch vorbrachte. Im Ergeb-
nis hat die Kammer keine Zweifel, dass der Beschuldigte das sichergestellte Ko-
kain am 25. Mai 2019 anlässlich des dokumentierten Treffens beim 
L.________(Einkaufsladen) entgegennahm und nicht bereits am Abend zuvor auf 
der Strasse.

12.6.3 Anstaltentreffen

Hingegen bestehen in den Akten keine Hinweise darauf, dass der Beschuldigte be-
reits konkrete Vorbereitungen für den Weiterverkauf des Kokains getroffen hätte. 
Es hatte dieses im Zeitpunkt der Anhaltung am 25. Mai 2019 lediglich entgegenge-
nommen, nach Hause gebracht und dort aufbewahrt. Insbesondere hat er das Ko-
kain noch nicht portioniert und für den Einzelverkauf vorbereitet. Es konnten so-
dann zwar eine Waage, nicht aber Minigrips oder anders Verpackungsmaterial si-
chergestellt werden (pag. 516, Asservat 2).

12.7 Fazit

Der Beschuldigten hat am 25. Mai 2019 einen Kokainstein von 495 Gramm mit ei-
nem Reinheitsgrad von 89% Kokainhydrochlorid, ausmachend 440.55 Gramm rei-
nes Kokain, von einem unbekannten Lieferanten entgegengenommen, nach Hause 
verbracht und dort aufbewahrt.

13. Erwerb, Besitz und Verkauf von Haschisch gemäss Ziff. I.2 der Anklageschrift

13.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. I.2 der Anklageschrift vom 7. April 2020 wird dem Beschuldigten vor-
geworfen, in der Zeitspanne von Anfangs Dezember 2017 bis am 25. Mai 2019 von 
einem unbekannten Lieferanten insgesamt mindestens 45 Gramm Haschisch er-
worben zu haben. Dieses habe er danach besessen und gelagert und verkauft. 

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Namentlich habe er 30-40 Gramm an Q.________ und 15-20 Gramm an 
T.________ verkauft (pag. 832).

13.2 Beweiswürdigung

Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt gestützt auf die überein-
stimmenden Aussagen des Beschuldigten und Q.________ einerseits sowie 
T.________ andererseits als erstellt.

Der angeklagte Sachverhalt ist oberinstanzlich nicht mehr bestritte